Nr. 294 Erstes Blatt 182. Zahrgang Zreitag, 12. Dezember 1932 tr)d)etni täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Giei ener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezug§pret§: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 180 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt kernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe« postfchecklonto: Zranlfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitättdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/.Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm tzöhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. 93ereinbg.25°/0 mehr. 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Sowjetrußland, durch seine Isolierung und seine trostlosen heimatlichen Zustände bedrückt and auf anbete Dinge hoffend, stimmte nach langem Kampfe zu. Das nächste war die Mitteilung der Entschließung an die beiden Parteien und die Aufforderung, sich mit der Entsendung von Kommissionen einverstanden zu erklären, die den Bestand an Ausländern feststellen und für chren Abtransport Vorschläge machen sollen. Mit den Antworten auf diese Mitteilung beginnt las Florettieren. Die Bolschewisten erkundi- aen sich, nach welcher Methode die „Ausländer" festgestellt werden sollen. Vermutlich nach ihrer Muttersprache, da die Paßausweise jeden Wert verloren haben, also sucht man schleu- ligft alle zusammen, die spanisch radebrechen gell rnt haben — darunter sicher keine Engländer, die dazu kein Talent haben — und steckt sie in die «regulären", die angeblich vollspanischen Brigaden, jür die Kommission bleiben damit nur die „internationalen" übrig, bei deren Auskämmung man auch durch ihre Verteilung in der Kampffront für hinreichende Erschwerungen sorgen kann. Gleichzeitig beschwert man sich, daß Francos Freiwillige aus Spanisch-Marokko nicht als Ausländer gelten sollen und erkundigt sich dreist, ob eine Zustimmung zum Kommissionsplan auch als Zustimmung zur späteren Erteilung „Kriegsührender-Rechte" gelten solle. Diesen Punkt, auf den sich der Bolsche- ltismus zurückgezogen und hinter dem er sich verschanzt hat, ist man entschlossen, zu verweigern. Das entgegengesetzte Interesse muß Franco beherrschen, und er führt dementsprechend seine divlo- matische Klinge. Er antwortet: Mit der Auskämmung der Freiwilligen selbstverständlich elnverstan- Len. Ader die „K r i e g f ü h r e n d e n - Rechte" müssen beschleunigt gewährt werden, denn ohne diese sind die Parteien ja gar nicht in der Lage, gültige Abkommen abzuschließen! Schon die Tat- jache der Aufforderung beweist, daß man sie als Kriegführende betrachtet! Allo den Vorschlag: Sofortige Zurückziehung von 3000 Freiwilligen gegen Gewährung jener Rechte. Hiermit ist das Stichwort unverhüllt gesprochen. Ilm was geht es bei den „Rechten Krieg- sühnender"? Um das Recht zur Blockade, zum Wegnehmen feindlichen und neutralen Gutes auf Schiffen, das zum Nutzen der feindlichen Kriegs- siihrung bestimmt ist. Die Seekontrolle der spanischen Küsten hatte versagt. Deutschland und Italien zogen sich nach den wiederholten roten Angriffen auf die deutschen Kriegsschiffe zurück, und die ordern Mächte folgten bald danach. Die Ueber- vachung der Schiffsladungen für rotspanische f)öfen durch Kontrollagenten blieb eine Farce. Mi- uifter Eden mußte jm Unterhaufe selbst zugestehen. Laß fein sowjetrufsisches Schiff jemals von der Kontrolle Gebrauch gemacht habe, und die Bekämpfung dieses Verkehrs durch U-Boote auf na- tirnalspanifcher Seite mar durch das Ueber- vachungsabkommen von Nyon lahmgelegt worden. Für Franco kommt also alles darauf an, den Atinerantwortlichen Zustrom von Kriegsmaterial tmb überhaupt den feindlichen Handel lahmzulegen, ouch soweit er durch Ausfuhr Devisen beschaffen soll zur Fortführung des Krieges. Die nötigen Kampfmittel hat Franco nach Liauidierung des Widerstandes an der baskischen Küste beisammen, uämlich zwei Kreuzer, mehrere Zerstörer und ll-Boote und eine aroße Zahl von bewaffneten Wachschiffen und Hilfskreuzern, zusammen wohl über 60 Fahrzeuge. Als Stützpunkt der Blockade wurde Mallorca gewählt, ungemein günstig vor dem ganzen Küstenstrich gelegen, der zu überwachen sein wird. Die Blockade wurde amtlich den stemden Mächten mitgeteilt, zugleich auch erfolgte Minensperrung der Hafenzufahrten und die Aufhebung der neutralen minenfreien Zonen in diesen Zufahrten für jeden fremden Schiffsverkehr. Ausdrücklich wird vor dem Handel mit Rotspanien ge- toernt, der zur Devisenbeschaffung für dieses die- nei soll — also jede Ausfuhr —, und da in der Provinz Valencia die Orangenreife begonnen hat, vi d dieser Artikel besonders genannt. Schon im Vorjahre wurden 18 dänische Dampfer mit Dram M aus gleichem Grunde beschlagnahmt, so daß Sie'er Verkehr aufhörte. Alles das wäre selbstverständliches Recht eines Kriegführenden, wird aber von England unter ben verschiedensten Gründen bestritten. Zunächst wird angeführt, die Blockade könne aus Mangel an Kampfkräften nicht „effektiv" fein, wie es das Völkerrecht feit der Pariser Seerechtserklärung von 1856 verlangt. Ein bemooster Einwand, den England stets anführen wird, wenn es nicht selbst Llockademacht ist; in diesem Falle keineswegs gerechtfertigt. Dann heißt es, in fremden Schiffen könne man überhaupt keine Ladung beschlagnahmen, (Times, 7. 12). Jeder Kenner der Weltkriegsblockade, die gerade auf dieser Praxis auf- gebaut wurde, wird das mit Erstaunen und Befriedigung hören. Und schließlich ist die Begründung, warum jene Kriegsrechte vorenthalten wer- Das französisch-tschechische Bündnis. Prager Trinksprüche. Prag, 16. Dez. (DNB.) Außenminister Dr. K r o f t a gab zu Ehren des französischen Außenministers, Delbos, ein Diner. Krofta betonte, baß die jahrelange intime Zusammenarbeit der Tschechoslowakei und Frankreichs, die durch die Genfer Institution und den sich aus ihr ergebenden Prinzipien der kollektiven Sicherheit bestimmt worden seien, für beide Länder stets von besonders großem Wert gewesen sei. Diesen Grundsätzen würden sie treu bleiben, da auf ihnen auch das feste Bündnis beruhe. Krofta behauptete dann weiter, daß „bie Lenker der Tschechoslowakei ohne Ausnahme für eine gerechte und menschliche Minderheitenpolitik im Innern und für ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zu allen Nachbarn ohne Ausnahme einträten. Delbos versicherte ebenfalls die Tschechoslowakische Republik der Freundschaft Frankreichs. Die Verschiedenheit der Regime und Methoden dürfe die Staaten nicht hindern, in gutem Einvernehmen zu leben. Frankreich halte treu an den Verträgen mit der Tschechoslowakei fest. Der Präsident der Republik hat Delbos auf der Prager Burg empfangen und mit dem Weißen-Löwen-Orden Erster Klasse ausgezeichnet. LnschauungsuntmichtsürSelbos Sudetendeutsche Kritik gegen das Parteien-Auflösungsgesetz. Praa, 16. Dez. (DNB.) Der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei S a n d n e r erklärte in Aussig, daß die tschechoslowakische Regierung ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo der Außenminister Frankreichs in Prag eingetroffen sei, dem Parlament die Verschärfungen des Parteien-Auflösungs- gesetzes vorgelegt habe, die nicht nur jeder Auffassung von Demokratie ober dem Geiste der Verfassung, sondern selbst den primitivsten Vorstellungen von politischer Betätigungsfreiheit widersprächen. Die Absicht der tschechoslowakischen Regierung, sich eine Gesetzesgrundlage dafür zu schaffen, künftighin Parteien nicht nur als Ganzes, sondern auch in einzelnen Ortsgruppen und Gliederungen auf- lösen zu lassen, ihre Amtswalter unter Polizeiaufsicht zu stellen, um ihnen jede politische Betätigung zu untersagen, mache die ohnedies schon so schwer ramponierte Demokratie des tschechischen Staates äußerst fragwürdig. „Im Namen des Sudetendeutschtums müssen wir gerade heute, da der Außenminister Frankreichs als auch von England bevollmächtigter Friedensmacher als Gast unserer Regierung in Prag weilt, gegen eine Gesetzesvor- Auf einer Feier der tschechischen Legionäre am 20. Jahrestag der Anerkennung der selbständigen tschechoslowakischen Armee durch Frankreich sagte General a. D. Husak, damals 1917 habe sich das Blut der tschechischen und der französischen Soldaten gemischt, und es gebe keine festeren Bande. In der russischen Armee hätten 60109, in der französischen 9368, in der italienischen 19 211, in der serbischen 1365, zusammen also 90 053 tschechische Legionäre gestanden, außerdem 1102 Soldaten tschechoslowakischer Abkunst in der englischen und 42 404 in der amerikanischen Armee. — Verteidigungsminister Machnik sagte, die tschechisch-französischen Beziehungen hätten bereits vor Kriegsausbruch den Boden für den Abschluß der nationalen tschechischen Revolution vorbereitet, die sich „auf dem Gebiete des edlen und erhabenen Frankreich" abgespielt habe. Ministerpräsident H o d z a feierte ebenfalls die läge protestieren, die jedem politisch tätigen Staatsbürger das verfassungsmäßig g e • währleistete politische Recht entzieht und ihn der Vollzugsgewalt der politischen Behörden ausliefert, wobei wir wissen, welche Bedeutung z. B. der Bericht eines sprachunkundigen Beamten haben kann. Herr Delbos bekommt hierdurch eine seltene Gelegenheit, sich sein Urteil über t) e n B e - friedungswillen der Regierung gerade an diesem Beispiel einer von der Regierung selbst eingebrachten Vorlage zu bilden. Er erhält ein Bild davon, mit welchen Mitteln man das Sudetendeutschtum und die Suüetendeutsche Partei in eine Situation treibt, die dann von außenher so gern als bezeichnend für den Mangel einer Bereitschaft zur Verständigung angeführt wird." tschechisch-französifche Zusammenarbeit im Kriegs. Die tschechische Nation habe die letzten 20 Jahre benutzt, um ihre Position auf ihrem historischen Boden zu stärken. Die Tschechoslowakei sei daher fähig, alle ihre Verpflichtungen aus den Verträgen zu erfüllen. „Das Gebiet der Tschechoslowakei ist jener Punkt Europas, wo sich Deutsche und Slawen berühren, wo sich Möglichkeiten für Konflikte ebenso wie für ein freundschaftliches Zusammenleben in Mitteleuropa ergeben." Die Tschechoslowakei fei sich bewußt, daß sie dem europäischen Frieden diene, wenn sie aus allen Kräften zur Festigung der guten Beziehungen mit ihren großen Nachbarn beitrage. Der französische Außenminister Delbos überreichte dem tschechoslowakischen Verteidigungsminister Machnik die Abzeichen eines Großoffiziers der französischen Ehrenlegion. Die tschechischen Legionäre feiern die Zusammenarbeit mit Frankreich während des Krieges. den, historisch schlagend widerlegt durch das englische Verhalten im amerikanischen Bürgerkrieg 1861 bis 1865, wo die Nordstaaten auch den Kriegszustand leugneten, England ihn bejahte. Somit wird das Recht zum ungehinderten britischen Handelsverkehr mit den rotspanischen Häfen beansprucht, Franco auch verboten, außerhalb der Hoheitsgewässer (Dreifeemeilen-Grenze) Minen gegen die Schiffahrt zu legen und ihm nur eingeräumt, innerhalb jener Grenze Blockadehandlungen vorzunehmen. Der weitere Verlauf dieses Gegensatzes wird von der Energie Francos abhängen und seiner Kunst, mit den zur Hintertür eingefiihrten „Konsular- a g e n t e n" die sehr wichtigen englischen Aussuhr- interessen in Eisen, Kupfer, Quecksilber, Früchten und Sherry auszuhandeln. Der Zwischenfall mit dem englischen Oppositionsführer, Major Attlee, der den Roten in Barcelona die Hilfe der enali- schen Linken zugesagt hat, „sobald sie an die Regierung käme , kommt Franco moralisch zu Hilfe, zeigt aber praktisch, mit welchen parlamentarischen Hemmungen die britische Regierung zu rechnen hätte, wenn sie auch nur fußbreit von dem Pfade der angeblichen Nichteinmischung abweichen wollte, etwa in Voraussicht des kaum noch zu bezweifelnden nationalspanischen Endsieges, und um wenigstens einmal wieder „richtig zu liegen". Das Recht zur Blockade bedeutet also für Franco schr viel, und seine Erzwingung müßte das Versiegen der Zufuhren und den Zusammenbruch des spanischen Bolschewismus besiegeln, also das Leiden des Bürgerkrieges abzukürzen. Bis dahin verbleibt die Armee, deren entscheidender und planmäßiger Aufmarsch dem Gegner noch nicht Klarheit darüber bringen konnte, ob der große Schlag östlich Madrid zur Küste, oder längs der Pyrenäengrenze oder sonstwo zu erwarten ist. Der dritte Bundesgenosse wird der Winter und der Hunger in Madrid und Katalonien sein und die innere Zermürbung und Zersetzung, deren Wirkung der Feldzugsplan mit Vertrauen in Rechnung stellt. Oer 11 Lull 1936 „Deutsche Menschen müssen zueinander finden." Wien, 16. Dez. (DNB.) Auf Einladung des Oesterreichifch-Deutschen Volksbundes hielt im überfüllten Militärkafino Innenminister Dr. Glaife-Horstenau einen Vortrag über das Thema „Das Jahr 1000 nach Christi als Schickfalsjahr des Deutschtums". Der Veranstaltung wohnte neben dem Botschafter von Papen der Leiter des volkspolitischen Referats in der Vaterländischen Front, Prof. P e m b a u r, bei. Der Vorsitzende des Oesterreichifch-Deutschen Dolksbun- des, Staatsrat Dr. Seyß-Jnquart dankte dem Minister für alles, was er zur Vorbereitung des Abkommens vom 11. Juli 1936 mit dem Reich beigetragen hat. „Denn dieser Staatsvertrag", so führte Dr. Seyß-Jnquart weiter aus, „ist die Grundlage, auf der ein neues Zeitalter deutscher Geschichte aufgebaut werden kann, wenn wir diesem Vertrag eine neue Auffassung vom Wesen, den Aufgaben und den Rechten der Völker und Staaten zugrundelegen. Nicht Zwangsklauseln sogenannter Friedensverträge, denen wir niemals moralisch bindende Kraft zuerkannt haben, sondern der Vertrag zwischen den Lenkern der beiden deutschen Staaten ist es, der einem im gesamtdeutschen Schicksal eingebauten Oesterreich seine Eigen- ständigkeit und seine Bedeutung einräumt. Der einzige Garant für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Oesterreichs kann immer nur das deutsche Volk selb st sein in Erkenntnis seiner Aufgabe im europäischen Raum. Alle anderen sind nur Interessenten. Dieser 11. Juli ist unteilbar. Er muß vollstän- dig Wirklichkeit werden. Es gibt keine wahre Unabhängigkeit und Selbständigkeit Oesterreichs, die nicht in die Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes eingebaut ist, kein Oesterreich, das nicht vom ganzen deutschen Volk mitgetragen wird, und es gibt kein wirDch deutsches Denken und Handeln in diesem LarNb, das nicht a u f hier gefaßten Entschlüssen und in diesem Lande getragenen Verantwortungen beruht. Als unvergängliches Vermächtnis liegt das Opfer der Toten des Jahres 19 3 4 schwer auf unserer Seele. Es darf nie wieder sein, und wir müssen rechtzeitig die äußerste Vorsorge treffen, daß nie mehr deutsches Blut zu deutschem Leid fließt. Es gilt nicht, deutsches Land zu erobern; es gilt, daß deutsche Menschen zueinander finden und zueinander stehen. Dies ist der letzte Sinn des 11. Juli. Und darum müssen wir jedem Widerstand entschlossen die Stirne bieten, in äußerster Disziplin und unverzagt den Weg gehen; erleben wir heute die größte Enttäuschung, der Morgen wird uns immer wieder mit den unverbrauchbaren Kräften der Nation von neuem antreten sehen. Darin liegt die Größe der Tat, die über manchem Verzicht uns alle — wir müssen es nur richtig verstehen — eines gewinnen läßt, das deutsche Volk und sein unteilbares Schicksal." Die Wahl-Farce in der Sowjetunion. Nur 55,4 Prozent wahlberechtigt. — Oeffentliche statt geheime Wahl. Maffenverhastung von Hauptkandidaten. Berlin, 16. Dez. (DNB.> Die Polnische Tele. graphenagentur weist darauf hin, daß in den Wahllisten der Sowjetunion nur 55,4 v. H. der Bevölkerung als wahlberechtigt ausgewiesen worden seien, obwohl das Wahlalter bis zum 18. Lebensjahr herabgesetzt worden sei. Dafür gäbe es nur zwei Erklärungen: Entweder seien viele Stimmberechtigte nicht in den Wählerlisten ausgenommen worden oder aber die Bevölkerungsziffern der Sowjetunion seien tatsächlich wesentlich niedriger als offiziell angegeben. Schon seit langem sei die gesamte Intelligenz von den Wahllisten gestrichen worden, weil sie als politisch unzuverlässig gelte. Wahlberechtigt sei in erster Linie die große stumpfe Masse der Analphabeten, die man künstlich in Unwissenheit über alles halte, was außerhalb der Sowjetunion vor sich gehe. Ausländische Zeitungen gebe es nicht. Nur Sowjetfunktionäre dürften Rundfunkapparate besitzen, während der großen Masse der selbständige Besitz von Rundfunkapparaten untersagt sei. Für sie fei nur Gemeinschaftsempfang sowjetrussifcher Sender vorgesehen. Ein großer Teil der Wähler habe überhaupt nicht begriffen, worum es bei dieser Wahl gegangen fei. Man habe zwangsweise jeden Wahlberechtigten zum Wahlbürogebracht, es sei jedem Verhaftung mit allen sich daraus ergebenden Folgen sicher gewesen, der an der Wahl nicht hätte teilnehmen wollen. Die Wahl sei auch nicht geheim erfolgt, sondern öffentlich. Es habe niemand wagen dürfen, auf den Wahlzetteln, die jeweils den Namen eines einzigen Kandidaten enthalten hätten, irgendwelche Aenderungen vorzunehmen, da ein Anstreichen oder Ankreuzen von Kandidaten oder Listen, wie in anderen Ländern, nicht vorgesehen war. Wer es unter diesen Umständen gewagt hätte, im Wahlbüro einen Bleistift in die Hand zu nehmen und die Wahlzelle aufzusuchen, um dort Aenderungen vorzunehmen, wäre sofort auf die schwarze Liste gekommen. Eine ganze Reihe von Hauptkandidaten sei auf der Liste der Gewählten nicht mehr verzeichnet. Unter ihnen der Chef der sowjetischen Luftwaffe A l k s n i s , der Vorsitzende der staatlichen Planungskommission Moslauk und der Chef der Panzerabteilungen B o k i s. Diese seien bei den Wahlen nicht durchgefallen, sondern nach ihrer Registrierung einfach in den Wahllisten g e ft rief) e n worden. Nach in Moskau verbreiteten Gerüchten seien sie verhaftet worden. Von den neun Mitgliedern des Kriegsgerichtes, welches Tuchatschewfki und die sieben Generale abgeurteilt hatte, sind außer Alknis in den Obersten Rat der Sowjetunion folgende Personen nicht gewählt worden: U Irisch, der Vorsitzende des Kriegsgerichts, Kaschirin, Kommandant des nordkaukasischen Militärbezirks, und Goriat- s ch e w , Kommandant des 6. Stalinschen Kosakenkorps. Nur 98 Abgeordnete (von insegesamt 757) aus dem früheren Zentralexekutivkomitee sind wiedergewählt worden. Das Zentralexekutivkomitee, an dessen Stelle die neu gewählte Körperschaft treten soll, bestand zum größten Teil aus Partei- und Derwaltungsfunktionären der Provinz, die durch die jüngste Säuberungsaktion betroffen worden find. Schauerliches Theater. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt dazu u. a.: Diese Wahlen, muß man wissen, sind für das Ausland arrangiert worden. f ü r d i e Demokratien, mit denen man Geschäfte und Bündnisse tätigt. Man hat durch eine bis ins Lächerliche gehende Tüftelei auch jede kleinste Möglichkeit oder Gelegenheit für ein Danebentappen der zu Puppen abgerichteten „Wähler" ausgeschaltet. Man hat ja auch nur die Hälfte der Bevölkerung zugelasfen und möglichst nur die Analphabeten. Mas wissen diese armen zusammengetriebenen Menschlein von dem was Stalin mit ihnen da exerziert? Daß sie Statisten sind für das euro- päische Publikum, für diejenige Presse, die den entsprechenden Rummel entfesseln soll? Schauerliches Theater, während in der Versenkung die dumpfen Pistolenschüsse der Henker knallen, Ein Viertel des Grundnetzes der Reichsautobahn fertiggestellt. während die endlosen Transporte der Sklaven in die Zwangsarbeitslager rollen, wo ganze Beoölke- rungsgruppen ausaerottet werden. Schauerliche Komödie, in der manche der Mitspieler gar nicht mehr auf die Bühne kamen wie jene Generäle, die gestrichen wurden, weil sie noch in den Kulissen zur Schlachtbank fortgerissen wurden. Es gibt nur eine Zahl, die die Herrschaft und ihre Qualität in Sowjetrußland kennzeichnet, das ist die Zahl der erschossenen, der ermordeten, der seelisch und physisch vernichteten Menschen, und diese Zahl geht heute schon in die Millionen, und es gibt nur einen Wähler in Sowjetrußland, das ist Stalin, der feine Kreaturen wie feine Opfer auswählt! Oie deutsche Fliegerei 1937. Ein Rückblick des Aorpssührers auf die Arbeit des NSFK. Berlin, 16. Dez. (DNB.) Zum Jahresschluß nahm der Korpsführer des-NSFK., Generalleutnant Christiansen, Gelegenheit, vor der Presse au dem Sportflughafen Rangsdorf einen Rückblick auf das Luftsportjahr 1937 zu geben. Mit Mr Einführung der allgemeinen Wehrpflicht habe das NSFK. die Hauptaufgabe übernommen, die Jugend zu erfassen, um den fliegerischen Gedanken lebendig zu erhalten. In vorderster Front ständen die aktiven Sturmmitglieder, die weltanschaulich gefestigte Nationalsozialisten und selbstlose Kameraden sein und ein soldatisches Herz haben müßten. Die fördernden Mitglieder trügen den Gedanken der deutschen Luftfahrt immer wieder ins Volk. Die vielen im Reich verteilten Segelfliegerund Modellbauschulen vermittelten der flugbegeisterten Jugend die ersten Grundlagen. Dem NSFK. liege daran, auch die weibliche I u - aend/zu erfassen, und zwar in der Segelfliegerei. Aus den begeisterten jungen Segelfliegerinnen würden einmal später jene Mütter, die ihre Jungen der deutschen Fliegerei zuführten. Die zweite nicht minder wichtige Aufgabe des NSFK. liege darin, ihre Mitglieder, die nach der Ableistung des Wehrdienstes wieder in den Beruf zurückgingen, und besonders auch die in der Luftfahrt Tätigen in ständiger Hebung und Pflicht zu halten. Die dritte Aufgabe sei die Pflege des allgemeinen Flugsports, die Festigung des Bewußtseins im Volk, daß Fliegen keine Kunst, sondern ein Vergnügen und eine Selbstverständlichkeit ist. Abschließend unterstrich der Korpsführer, daß d i e Wettbewerbe des vergangenen Jahres mit größtem Erfolg ohne einen einzigen To- e s f a l l abgeschlossen werden konnten. Während an dem letzten Deutschlandflug 200 Maschinen beteiligt waren, betrugen die Meldungen für den Deutschlandflug. 1938 400 Maschinen. An nationalen Veranstaltungen nahmen im Jahre 1937 627 Flugzeuge (1936: 200 Flugzeuge) teil, die 1 654 500 Ueberlandkilometer ohne jeglichen Personenschaden bewältigten. Oer neue Bundespräsident der (Schweiz. Die Schweizer Bundesversammlung wählte mit 153 von 181 gültigen Stimmen den bisherigen Vizepräsidenten des Bundesrates, Dr. Johannes Baumann, den unser Bild zeigt, zum neuen Bundespräsidenten. Zum Vizepräsidenten wurde mit 148 von 168 gültigen (Stimmen Bundesrat Philipp Etter bestimmt. Bundespräsident Dr. Baumann steht im 64.Lebensjahr und war Regierungsrat und Landamtmann von Appenzell-Außerrhooen. In der Bundesregierung verwaltete Baumann, der der Freisinnig-Demokratischen Partei angehört, das I u st i z, und P o l i - 3eibepartement. Verschiedene große Gesetze kamen unter seiner Leitung zum Abschluß, so die Revision des Obligationenrechtes, ein neues einheitliches Strafgesetzbuch, Verordnungen über den Schutz der Sicherheit der Eidgenossenschaft, über die Entschuldung der Landwirtschaft usw. Erinnert sei an die klare Feststellung, die Baumann noch zu Lebzeiten Wilhelm Gustloffs über dessen korrekte Haltung als Landesleiter der NSDAP, ab- gegeben hat. Vizepräsident Etter verwaltete das Departement des Inneren: da in der Schweiz hierzu auch das Kultusministerium und Wasser, und Straßenbau gehören, so sind eine Aufgaben außerordentlich vielseitig. Etter ge- »orte vor Eintritt in den Bundesrat der Regierung eines Heimatkantons Zug als Mitglied der Katho- lisch-Konservativen Partei an. — (Aufnahme: Associated-Preß-M.). Attlees Spanienreise war direkte Intervention. London, 17.Dez. (DNB. Funkspruch.) Marineminister Duff Cooper nahm in einer Rede scharf gegen den Oppositionsvorsitzenden Attlee wegen dessen Reise nach Sowjetspanien Stellung. Die Ermutigung, die Attlee den Streitkräften Rot- [paniens gegeben habe, sei weitaus wertvoller für fie gewesen, als wenn er ihnen Maschinengewehre und Munition geliefert hätte. Attlee habe alles getan, was in seiner Macht stand, um die Bolschewisten zum Weiterkämpfen zu ermutigen. Wenn das keine Intervention sei, dann wisse er, Duff Cooper, nicht, was man sonst barunter verstehen solle. 2000 km dem Verkehr übergeben. — 2000 Autobahnarbeiter nach Berlin eingeladen. Berli-n, 16. Dez. (DNB.) Am Freitag werden acht Teilstrecken der Reichsautobahn dem Verkehr übergeben. Aus diesem Anlaß hat die Reichsregierung 2 00 0 Volksgenossen, die unmittelbar am Bau der Straßen Adolf Hitlers beteiligt waren, zu einem mehrtägigen Auf ent h-a'l t. in d i e Reichs- Ha u p t st a d t eingeladen. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenbauwesen Dr. Todt sprach aus diesem Anlaß vor Vertretern der Presse. Die Fertigstellung von 2000 Kilometer Reichsautobahnen bedeutet ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Grundnetzes. Damit stehen dem Verkehr wirklich ßang ft reden zur Verfügung. Fertiggestellt sind jetzt Bahnen zwischen Leipzig und Nürnberg mit 260 Kilometer, zwischen Berlin und Hannover mit 240 Kilometer und zwischen Gießen und Karlsruhe mit 200 Kilometer. Der gesamte Güterfernverkehr kann jetzt über die Reichsautobahnen geführt werden. Der Güterverkehr auf den alten Straßen dient nur noch dem Nahverkehr unter 50 Kilometer. Außer der Fertigstellung dieser 2000 Kilometer sind zur Zeit 16 0 0 weitere Kilometer in Bau. 1938 werden die ersten Langstrecken, die durch ganz Deutschland laufen, dem Verkehr übergeben, als erste zusammenhängende Strecke die 900 Kilometer lange Verbindung Ostsee — öfter- reichische Grenze, von Stettin über Berlin, Leipzig, Nürnberg, München bis zur Grenze kurz vor Salzburg. Dr. Todt beschäftigte sich im weiteren mit der Wirtschaftlichkeit oer Reichsautobahnen. So brauchte ein 3,2 Liter Mercedeswagert auf der alten Reichsstraße bei einer Höchstgeschwindigkeit von 71 Kilometer 17 Liter Benzin pro 100 Kilometer; bei einer Versuchsfahrt auf der Autobahnstrecke von Nauheim nach Bruchsal brauchte derselbe Wagen für dasselbe Verkehrsziel bei einer höheren Durchschnittsgeschwindigkert von 80 Kilometer nur 11 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Bei kleineren Wagen ist die Ersparnis etwas niedriger. Im großen und ganzen liegt die Betriebsstofferfparnis auf der Autobahn zwischen 30 bi s 4 0 v. H. gegenüber den alten Straßen. Ein Lastwagen mit Anhänger und acht Tonnen Nutzlast verbraucht auf der Autobahn 10 ö. H. Benzin weniger als der leere Wagen auf der Reichsstraße, er fuhr dafür auf der Autobahn um 20 v. H. schneller. Unter Berücksichtigung aller Feststellunaen ergebe sich, daß die Ersparnisse des Kraftverkehrs 20 bis 30 v. H. höher sind im Verhältnis zu dem, was für den Bau der Reichsautobahnen angewendet wird. Wenn jetzt weitere 1000 Kilometer im Laufe eines Jahres fertig geworden sind, obywhl sich viele Schwierigkeiten in den Weg stellten — Dr. Todt erwähnte den beginnenden Mangel an Dai IbtMtf Kann* 3üll< fertige Street#* 2000 Kilometer ßeiclisautobahn ßrtildu | NORD S E E o Das vom Führer begonnene Werk der Reichsautobahn ist jetzt so weit fortgeschritten, daß am Freitagvormittag in der Nähe von Erkner bei Berlin der 2000. Kilometer in Betrieb genommen werden kann. Diese Karte veranschaulicht das geplante Autobahnnetz mit den bereits fertiggestellten Strecken. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Arbeitskräften und die Knappheit an Rohstoffen —, ist dies in erster Linie dem außerordentlichen Fleiß aller Mitarbeiter und vor allem immer wieder dem Fleiß des deutschen Arbeiters zu verdanken, der in den letzten Wochen und Monaten immer wieder die Parole stellte: Wir werden mit diesen Straßen fertig, denn der 2000. Kilometer ist das Weihnachtsgeschenk des deutschen Bankarbeiters an den Führer. Dr. Todt betonte ausdrücklich, daß diese Parole nicht von der Leitung ausgegeben worden sei, sie habe sich draußen im Lager gebildet und dazu beigetragen, daß sehr oft bei ungünstigster Witterung, bei Schnee, Wind und Regen, die Arbeiter an der Stelle geblieben sind. Sowohl von Deutschen wie von Ausländern seien bereits 100 Weltrekorde auf den neuen Autobahnen gefahren worden. Die Erfahrungen bei diesen Fahrten auf der Strecke Frankfurt — D a r m st a d t hätten Anlaß gegeben, beim Bau der Strecke Berlin —Leipzig einen Abschnitt anzulegen, der es ermöglicht, daß auch der letzte S ch n e ll i g k e i t s r e k o r d einmal in Deutschland gefahren werden kann. Bis jetzt kann man solche Rekorde nur in Amerika am' Meeresstrande austragen. Oie Zwischenfälle auf dem Jangtsekiang. „Achtung, ein Neutraler." Berlin, 16. Dez. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" bringt unter der Heberschrift „Achtung, ein Neutraler" folgende Glosse: „Angenommen: Mister O'Whatdoof ist vom wissenschaftlichen Interesse beseelt und von dem ernsten Drang, Schmetterlinge zu sammeln. Angenommen: Besagter Mr. O'Whatdoof begibt sich zur Betätigung eines Forschungsdranges, angetan mit Tropenyelm und grünem Sportdreß, augenblirfs — sagen wir nach Palästina. Angenommen: In Palästina aßt Herr O'Whatdoof fein Schmetterlingsnetz fester mb zieht in abgelegene Lande, die gewünschten Ob- ekte zu erwischen ... so wäre dies alles — äugen» »licks — recht unverständlich, ja, man möchte fast agen, leichtsinnig. Unb sicher käme irgenbein langer Sergeant ber britischen Palästina-Armee, nähme den Herrn unter ben Arm unb bedeutete ihm, bas Lanb boch wieber Lu verlassen. Denn hier leben so aufsässig^. Menschen. Da muß mal ein Haus ober ein Dorf in bie Luft gesprengt werben. Das nehmen ene Menschen wieder übel, unb leicht kann man bann art Stelle eines Schmetterlings eine blaue Bohne aus bem Hinterhalt fangen. Dies wäre aber Weber im Sinne ber Wissenschaft noch Englanbs. Angenommen: In fernem Lande ist Krieg. Angenommen: Dieses ferne Land sei China, wo 400 Millionen Menschen wohnen, unb wo gerabe an unb auf ben Flüssen unb in ber Umgebung der Großstädte ein wimmelndes, unübersehbares, übervölkertes Leben herrscht. Hunderte, Tausende von Dschunken auf dem Jangtse, Hunderttausende von Chinesen, bie burch ben Krieg in Bewegung geraten sinb — wo man nicht immer weiß, sinb bies nun Flüchtlinge, die die Straßen verstopfen ober Freischärler ober auch reguläre Truppen. Kurzum, wo das Durcheinander eben so groß ist wie die Zahl der „Einmischungsmöglichkeiten" aller möglichen dunklen Elemente. Und ihnen gegenüber eine Truppe, die bestrebt ist/ mit raschen und drastischen Mitteln den Krieg zum Ende $u bringen. Angenommen: Mr. Cowgumm begibt sich mit elastischem Schritt zu seinem Paddelboot im Hafen von Schanghai unb rubert tapfer unb guter Dinge mitten in bas Durcheinanber bes umkämpften Stromes hinein ... jo wäre bies nicht nur leichtsinnig, fonbern beinahe töricht — soweit überhaupt von Torheit bei einem freien Bürger einer freien Demokratie gesprochen werden kann. Bekäme er eins aufs Dach ober aufs Pabbelboot, so könnte ber vielbeschäftigte biplvmattsche Vertreter seines Heimatlanbes höchstens kurz seufzen unb veranlassen baß Mr. Cowgumm von ber Liste ber leben» ben Untertanen gestrichen wirb. Angenommen: Statt jenes Pabbelbootes fährt ein Kriegsschiff den Fluß hinauf. Oha!, bas ist etwas anderes. Also letzte Warnung an Japan? Aber halt! Wie sieht dieses Kriegsschiff aus? Es dampft gewaltig aus zwei Schloten unb pflügt mit 14,5 Knoten die Fluten des Jangtse, von denen es 370 Tonnen verdrängt. An Bord befinden sich zwei 7,6 Zenttmeter-Kanonen. Unb stolz trägt es ben Namen „Panay". Ein anberes ist 625 Tonnen groß, läuft dafür langsamer, hat aber zwei 15,2- Zentimeter-Kanonen. Sein Name ist „Bee". Angenommen: Solches Kriegsschiff mit solchen auch auf dem Jangtse nicht gerade ungewöhnlichen Ausmaßen wird mitten in dem wilden Durcheinander eines chaotischen Kriegsgetümmels plötzlich von Born- ben getroffen. Mit ihm noch andere Dampfer in seiner Begleitung. so wäre dies sicherlich alles sehr bedauerlich. Aber etwa ein Anlaß zu großer Verwunderung? Angenommen aber: Jenes Kanonenboot hätte sich auf die Reise begeben und ringsherum tobte der Krieg. Es wird geschossen und 'bombardiert und nur das Kanonenboot wird nicht getroffen: Wäre nicht vielmehr dies ein ernster Anlaß zu wirklicher Verwunderung? „Es kommt immer auf die Zubereitung an, sprach Hans und spickte eine Kröte", heißt es bekanntlich. Es kommt immer auf den Standpunkt an, sprachen die Mäche und hatten Anlaß, diplo- matische Noten zu wechseln. Womit aber weder Recht noch Unrecht bewiesen war. Klar war nur auf jeden Fall, daß auch ein noch so neutraler Neutraler nur ein Leben zu riskieren hat, wenn er sich mitten im Kriege benimmt wie ein harmloser Schmetterlingssammler. Und wenn er erwartet, daß dort, wo er erscheint, plötzlich das blutige Ringen aussetzt, um den Herrn Unbeteiligten Platz zu machen: „Achtung, ein Neutraler!" (Eine Zwischenbemerkung: Man stelle sich eine ähnliche neutrale Harmlosigkeit einmal auf die Verhältnisse des Weltkrieges übertragen vor!). So ist es also nicht! „Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man läßt", sagte Wilhelm Busch. Man kann daraus beliebig viel Variationen ersinnen. Etwa: Der Frieden, dieser Satz steht fest, sind stets die Kriege, die man läßt. Oder noch konkreter: Die Neutralität, dieser Satz steht fest, sind stets bie Schiffe, man zuhause läßt!" * Auch die „D eutsch e Allgemeine Zeitung" ironisiert bas englisch-amerikanische Geschrei über die Zwischenfälle auf dem Jangtse mit folgenden Betrachtungen: Das Verhalten der britischen und amerikanischen Kriegsschiffe auf dem Jangtse während der Abschlußkämpfe um die Besetzung oer chinesischen Hauptstadt Nanking ist mit dem Benehmen eines Mannes zu vergleichen, der mit der britischen ober amerikanischen Flagge in der Hand zwischen den Schützengräben zweier sich bekämpfender Parteien umhergehen wollte. Bei solchem Tun müßte er damit rechnen, getroffen zu werden. Man könnte sich auch vorstellen, daß während ber Skagerrakschlacht bas Kriegsschiff einer britten Macht mit wehender Flagge mitten durch das Schlachtgetümmel gefahren wäre. Die Schlacht wäre deshalb nicht abgebrochen worden, aber der leicht- finniae Kapitän des Kriegsschiffes, der es in die Gefahrenzone gesteuert hätte, könnte nicht verwundert sein, wenn fein Schiff durch einen Volltrefser auf den Meeresboden geschickt worden wäre. Die englische Presse glaubt darauf Hinweisen zu müssen, daß England auf seinem Recht, auf dem Jangtse Kriegsschiffe zu unterhalten, beharren werde. Auf diesem sogenannten Rechte, die mit ber ben Fremb- möchten noch gehörenden Exterritorialität in China zusammenhängen, hat Deutschland burch seinen Sonber-Frieoensvertrag mit China vom 20. Mai 1921 verzichtet. Auch die Englänber haben gezeigt, daß sie durchaus in der Lage fiyb, diese sogenannten Rechte aufzugeben. Es war Lord Balfour, der auf der Washingtoner Konferenz im Namen Englands eine Geste machte, auf der er erklärte. England werde auf seine Konzession im nordchinesischen Hafen Weihaiwei verzichten, was nach mehrjährigen Verhandlungen auch geschah. Später gab England seine Konzession in H a n k a u, allerdings unter dem Druck der nationalen Revolution in China, und ebenso inChingkiang auf. Japan wirb Wiedergutmachung anbieten Tokio, 17. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte der Presse, daß eine Entscheidung über die Beantwortung der amerikanischen Note noch nicht gefallen fei. Es könne fein? daß die von der japanischen Regierung überreichte Note, in der nicht nur tiefstes Bedauern und Entschuldigung, sondern auch Wiedergutmachung angeboten sei, im Augenblick als genügend angesehen werde. Die Regierung fei bemüht, den unglücklichen Zwischenfall in seinen Einzelheiten darzustellen, um festlegen zu können, in welcher Form eine Wiedergutmachung geleistet und Vorsorge getroffen werden könnte, daß weitere Zwischenfalle vermieden werden. Amerikanische und englische Anfragen, ob Japan die nach ausländischen Berichten behauptete Beschießung der „Panay" durch Maschinengewehre von japanischen Motorfahrzeugen aus, bestätigen könne, verneinte der Sprecher. Zur Zeit des Zwischenfalles feien keine japanischen Fahrzeuge anwesend gewesen. Der Sprecher be- tonte, daß Japan eine zufriedenstellende Lösung bes Zwischenfalles finden werde, ahne schon jetzt Einzelheiten mitteilen zu können. Die britische Note und entsprechende Vorstellungen britischer Stellen würden genau so behandelt wie die amerikanische Note. In japanischen Marinekreisen wird erklärt, daß das japanische China-Geschwader eine Kompanie an Öen Ort des Zwischenfalles entsenden werde, um ben Tobesopf ern die letzte Ehre zu er- weisen. Außerdem haben sich die Angehörigen des Geschwabers bereiterklärt, eine Gelbsammlung für biß Hinterbliebenen zu veranstalten. In japanischen Marinekreisen hofft man, baß biefe Kunbgebung als Beweis für bas tiefe Bebauern der japanischen Marine über ben tragischen Zwischenfall angesehen wird. Man braucht gar nicht alter Frontkämpfer gewesen zu sein, um sich mit seinem gesunden Menschenverstand zu sagen, daß man nicht zwischen zwei sich heftig beschießenden Kampflinien spazieren- aehen und gleichzeitig beanspruchen kann, daß einem kein Haar gekrümmt werden darf. Diesen absurden Anspruch stellen unter großem diplomatischem Getöse die angelsächsischen Regierungen. Da sind englische und amerikanische Schiffe auf bem Jangtse von japanischen Fliegern irrtümlich mit Bomben beworfen worden, roeil diese Schiffe auf dem am stärksten bewegten und am heftigsten umkämpften Fluß Mittelchinas so herumfuhren, bzw. vertäut waren, als wenn sie in ber Sommerfrische unb nicht mitten im wildesten Krieg gewesen wären. Schließlich ist ja der alte Jangtse kein englisches oder amerikanisches Binnengewässer. Wenn jene Schiffe also gleichwohl mitten in der Kriegszone sich Herumtrieben, bann kann man die unbeabsichtigten Bombentreffer, für die überdies jede erdenkliche Genugtuung geboten wurde, zwar bedauern, muß aber gleichzeittg feststellen, daß man im allgemeinen nicht so leichtfertig mit der Herbeiführung von „Zwischenfällen" umgeht — es sei denn, daß Zwischenfälle in London gebraucht werden. Im übrigen berührt gerade die englische Haltung gegenüber den Vorfällen auf dem Jangtse c-ußerordentlich sonderbar deshalb, weil die Eng- länber bei den zahlreichen Zwischenfällen durch olschewistische Flieger und bolschewistische U-Boote n den spanischen Gewässern bisher niemals etwas anderes unternahmen, als einen jener bligaten Proteste einzulegen, auf die die Mosko- aiter selbstverständlich pfeifen. Das ging so weit, aß selbst die Bombenwürfe roter Flieger auf das Schlachtschiff „Royal Daf, durch die außer mehre- en Matrosen und Offizieren sogar der Kornrnan- ant verletzt wurde, von den Engländern nicht viel Inders als ein lästiger Mückenstich behandelt rour- en, gar nicht zu reden von den Torpedoangrtffen cuf zwei englische Zerstörer. Aber das waren eben t-ie ehrenwerten Bolschewisten, und auf dem Jangtse waren es Japaner ... D. R. Feierlicher Einzug der Japaner in Aanlwa. Schanghai, 17. Dez. (DRB. Funckspruch.) Ostasiendienst des DRB.) Freitag mittaa zogen General Matsui vom Osttor her und Admiral Hasegawa von Hsiakwcm her an der Spitze der ja- panischen Truppen feierlich in Nanking ein. -Idmiral Hasegawa erließ eine Proklamation, in der er erklärt, die japanischen Streitkräfte seien lerüstet, weiter zu kämpfen bis eine indgültige Lösung des Konfliktes er- leicht sei. An der Front herrscht zur Zeit Ruhe. Die vor- ersten Linien verlaufen jetzt etwa von Wuhu die Autostraße entlang über Suantscheng, Kwangteh inb Wushina bis zur Südseite des Taihu-Sees, und liegen dort in südöstlicher Richtung ab nach Haiyen tn der Hangtschau-Bucht. Am Nordufer des Jangtse i erläuft die Front zwischen Hohsien und Pukau. Versammlungsruhe bis zum 15. Januar. München, 16. Dez. (DHB.) Der Reichs- ropagandaleiter Reichsminister Dr. Goeb- ?ls gibt, wie die TISSL meldet, bekannt: Wie im orjahre endet auch in diesem Jahre die ver - a m m l u n g s t ä t i g k e l t für die erste Hälfte y Winterfeldzuges am 15. Dezember. Der eginn der Versammlungstätigkeil für den zwei- n Teil des Winterfeldzuges ist a u f d e n 1 5. I a- u ar 1 93 8 festgesetzt. In der Zwischenzeit soll rde Verfammlungstätigkeit ruhen U Ausnahme der Veranstaltungen der Filmstellen nb der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Gesuche um Einstellung als Fahnenjunker. Das Oberkommanbo des Heeres macht tarauf aufmerksam, daß die Schülervon Doll- -nst a l te n (derzeitige Unterprimaner), die ten Offizierberuf im Heere ergreifen wollen, das bewerbungsgesuch um Einstellung als Fahnenjun- Irr im Herbst 1939 bereits in der Zeit vom 1 Januar bis 31. MärF 19 3 8 einreichen rüsten. Im eigenen Interesse der Bewerber liegt t?, wenn sie das Gesuch möglich st frühzei- t g einsenoen. Alle Einzelheiten, die bei der Be- Gerbung zu beachten sind, sind aus Merkblättern er- sichtlich, die bei den Truppenteilen und den Wehr- eisatzdienststellen zu. haben sind. Kleine politische Nachrichten. Rudolf Heß empfing den Präsidenten des Comite France-Allemagne, Georges Scarpini, zu einer Icngeren Aussprache. Scarpini, der als krieasblinder ß. ontkämpferführer und Abgeordneter für eine -iutsch-französische Annäherung eintritt, wird in Arlin in der Deutsch-Französischen Gesellschaft einen Ertrag halten. * Zn Paris unterzeichnet wurden ein deutsch- fi anzösischesAbkommen über denfreien Trenzverkehr, ferner ein Grenzvertrag über bin Teil der Grenze, der früher die saarländisch- französische Grenze bildete, sowie eine Vereinbarung über die Eigentumsverhältnisse verschiedener Wälder Iti den Nähe her Grenze. ♦ Im Internationalen Arbeitsamt ist folgendes Telegramm des italienischen Außenmini- st-rs C i a n o etngeaangen: Teile Ihrem Sekretariat itF.t, daßdie italienisch» Regierung unter dem Datum bts 15. Dezember ihren Austritt $as der interne tionalen Arbeitsorganisation nottftziert. Der Ein- ötng der Mitteilung ist von dem stellvertretenden Direktor des Internationalen Arbeitsamtes bestätigt narben. unmittelbar betreffen, ganz anders beurteilen als Aus aller Welt teresten wird immer zu einem vernünftigen Ergebnis führen. Die preispolitische Selbstverwaltung her Wirtschaft soll durch einen Reichskommissar für die Preisbildung nicht aufgehoben werden. Durch ihn werden nur solche Gefahren beseitigt, denen weder der einzelne noch eine Gruppe wirksam begegnen kann. Eines ist gewiß: die Preispolitik muß vor allem Ausdruck einer einheitlichen Wirtschaftspolitik sein. Der einheitliche Wille, dem auch sie untersteht, muß auf der anderen Seite bis in die letzten Wirtschaftszweige mit echter Disziplin geachtet und befolgt werden. Oer Preisstand wird gehalten. Neichskommiffar Wagner über den Zweck der Preisstoppverordnung. schaftlichen schweren Diebstahls ein Jahr Zuchthaus. Der jugendliche Albert Jcks wurde wegen besonders schweren Raubes und gemeinschaftlichen schweren Diebstahls zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Durch dieses Urteil fand der Mord an dem jüdischen Händler Abraham und dessen arischer Ehefrau seine Sühne. Aus der von Landgerichtsrat Dr. Kl a ar gegebenen Urteilsbegründung ist u. a. zu entnehmen, daß die Strafverfolgung unter tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung schnelle Arbeit geleistet habe. Bei der Bestrafung der Täter spiele es keine Rolle, daß der ermordete Abraham ein Jude gewesen sei. Mord bleibe Mord. Der Jude sei in Deutschland nicht schutzlos, sondern genieße in vollem Umfangen den Schutz der Gesetze. Hochwasserschäden in Italien. Die tagelangen, zum Teil wolkenbruchartigen Niederschläge der beiden letzten Wochen haben in Mittel- und Süditalien überall Hochwassergefahr hervorgerufen. Besonders bedroht ist die Provinz Umbrien, wo die Nora kilometerweit über die Ufer getreten ist. Die hereinbrechenden Waster- massen waren so gewaltig, daß die Landbevölkerung sich auf die Dächer retten mußte. In der Nähe von Rieti ist bei einem durch die Fluten verursachten Erdrutsch ein Auto mitgerissen worden, wobei die beiden Insassen den Tod fanden. Auch zwischen Rom und Neapel sind auf einer Strecke von fünf Kilometer die Felder unter Wasser gesetzt worden. Der Tiber hat gegenüber einem normalen Wasserstand von fünf Meter eine Höhe von über 14 Meter erreicht. Der historische Ponte Milow Verantwortung der Wirtschaft seht allerdings eine tiefgreifende, innere 21 m - stellung der leitenden Männer in der Wirtschaft voraus. Solange es hier noch fehlt, wird der Staat immer durch entschlossene Eingriffe Entwicklungen abbiegen, die das Interesse der gesamten Volkswirtschaft gefährden können. Die Preisstop- Verordnung ist der wirtschafts- und sozialpolitische S ch u h w a l l des deutschen Volkes. Ls ist gelungen, den Preisstand vom Herbst 1936 fast unverändert zu halten. Auf dem Gebiet der Ernährung ist sogar eine leichte Abschwächung der Preise eingdreten. Der Wohnungspreisindex hat sich im letzten Jahre nicht verändert und nur auf dem Gebiet der vekleidung ist eine Steigerung um 3,6 v. h. eingetreten. Staatliche Wirtschafts- und Preispolitik entbinden die verantwortlichen Männer der Wirtschaft keineswegs von ihren Pflichten. Die staatliche Führung regt an, lenkt und gibt d i e großen R i ck t l i n i e n, sie verhindert, daß der einzelne die Allgemeinheit schädigt. Der einzelne Unternehmer wird sehr häufig Dinge, die ihn selbst Kiel, 16. Dez. (DNB.) Dor dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel sprach der Reichskvmmissar ür die Preisbildung, Gauleiter Wagner, üb'er >as Thema „Preispolitik im Rahmen des Dier- ahresplanes". Er schilderte, wie Deutschland zwar die L a st der Weltwirtschaftskrise ungemildert zu tragen hatte, wie aber der deutsche Verbraucher nicht einmal oaji dem Absinken der Weltmarktpreise Nutzen ziehen konnte. Als dann nach der Machtübernahme eine schnelle Wiederbelebung der Wirtschaft eintrat, durfte der Abstand zwischen dem ohnehin überhöhten deutschen Preisniveau und dem Preisspiegel des Weltmarktes unter keinen Umständen weiter wachsen. Dieser bedrohte in gefährlicher Weise unsere Wettbewerbsfähigkeit. In der deutschen Volkswirtschaft mußte unter allen Umständen ein möglichst ft a b i l e s Verhältnis zwischen Löhnen und P r e i- s e n gehalten werden. Diese sozialpolitische Notwendigkeit wog ebenso schwer wie alle wirtschaftspolitischen Gesichtspunkte. Schließlich mußte verhindert werden, daß die in vierjähriger Arbeit wiedergewonnene Lebenskraft der deutschen Wirtschaft privatem Gewinnftreben zum Opfer siel. Der Reichskommissar bezeichnete die Preis- st o p - V e r o r ö n u n g als das einzig wirksame Mittel, um der aeschilderten Lage zu begegnen. „Die Preisstop-Deroronuna ist keine starre Maßnahme von unbegrenzter Geltungsdauer, die über alle Vorgänge der Dreisbildung verhängt worden wäre. Keine Macht der Welt kann die Preise aller Waren und Produkte dauernd festhalten. Wenn die Preisstop-Derordnung dennoch bis heute nicht außer Kraft gesetzt wurde, so liegt das an der geringfügigen Durchdringung nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten, die die Vorgänge der Preisbildung bei den meisten Wirtschaftszweigen in der Vergangenheit erfahren haben. Der nationalsozialistische Staat hält es nicht für wünschenswert, wenn die Verantwortung für die höhe jedes einzelnen Preises von der Wirtschaft auf die Behörde übergeht. Die $ e l b f( - im engeren Bannkreis der Hauptstadt größere Ueberschwemmungen zu verzeichnen. Reichsführerschulen des BDM. und des weiblichen Arbeitsdienstes. Die Gebrüder Franz und Paul Leyden haben ihre in Rolandseck gelegene Besitzung der NSDAP, geschenkt. Der Schenkungsakt ist bereits vollzogen. Die Besitzung soll als R e i ch s f ü h r e r s ch u l e für b e n BDM. verwendet werden. Die einzelnen. Gebäude werden umgebaut und ihrem Zweck entsprechend eingerichtet. Der weibliche freiwillige Arbeitsdienst übernimmt das am Eingang des Brohltales (Eifel) gelegene Schloß Brohleck, um den Besitz als Reichsführerschule des weiblichen Arbeitsdienstes zu verwenden. Das Schloß wird zweckentsprechende Umbauten erfahren. beim Forum Mussolini mußte für den Verkehr ge- die staatliche Stelle, für die immer nur bas fperrt werden. Die Flußregulierung in der Stadt Gemeinwohl der höchste Gradmesser ist. Das j)Qt bisher ein Uebertreten verhindert, dagegen sind richtige Abwägen dieser verschieden gelagerten In- ■ ~ ■ ....... Freigabe der Autobahn-Teilstrecke Kassel-Homberg. Am Freitag, dem 17. Dezember, 12 Uhr, wird die Autobahn-Teilstrecke Kassel—Homberg im Zuge Hamburg—Hannover—Göttingern—Kassel—Gießen— Frankfurt a. M. für den Verkehr freigegeben. Diese 37,8 Kilometer lange Strecke führt durch eine der landschaftlich schönsten Gegenden Kurhessens und wird dazu beitragen, das von ihr durchzogene Gebiet dem Fremdenverkehr mehr als bisher zu erschließen, besonders wenn die Strecke im nächsten Jahre vollständig bis Frankfurt a. M. ausgebaut wird. Beim Bau dieser Strecke haben 2227 Volksgenossen 1 127 352 Tagewerke geleistet, zu denen 12 905 Tagewerke von Arbeitsdienstmännern kamen. Rund 550 000 Quadratmeter Fahrbahndecken, durchweg aus Beton, wurden aufgebracht, 337 100 Quadratmeter Waldbestand mußten gerodet und auf 607 955 Quadratmeter Fläche der Mutterboden abgetragen werden. Münster erhält ein neues Stadttheater. Wie Oberbürgermeister Hillebrand, Münster in Westfalen, mitteilt, wird der Bau eines neuen Stadttheaters, der sich seit langem als zwingende Notwendigkeit ergab, in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden. Ein Kind im Schneesturm verirrt. Das fünfjährige Kind einer Familie in Herschweiler-Pettersheim (Rheinprovinz) hatte Geld verloren. Aus Furcht vor Strafe lief es unbemerkt von Hause fort und entfernte sich in Richtung Baumholder. Unterwegs geriet das Kind in einen heftigen Schnee sturm und verirrte sich. Alle Nachforschungen nach dem Kind waren bisher erfolglos. Man fürchtet, daß es im Schnee umhergeirrt und erfroren ist. Wunderbare Rettung eines verfchütteten x am Pordoi-Joch. Wie zu dem Lawinenunglück am Pordoi- Jock in den Dolomiten noch bekannt wird, ist es nach anstrengender Sucharbeit gelungen, die letzten 3roei Vermißten aus den Schneemassen zu befreien. Wie durch ein Wunder war der bereits als tot gemeldete Bozener Skilehrer K o ch l e r noch am Leben. Seine Rettung ist nur dadurch möglich geworden, daß er zwar verschüttet wurde, aber in einem Hohlraum zu liegen kam, wo er atmen konnte. Obwohl er ununterbrochen um Hilfe rief, wurde er doch nicht gehört. Schließlich hörte er in seinem Schnee grab, wie die Rettungsarbeiten eingestellt ^wurden. Er verfiel in einen Schlaf, aus dem er erst" erwachte, als er am nächsten Morgen aus den Schneemassen befreit und gerettet wurde. Ein Mörder hingerichtet. In Berlin ist der 1909 geborene Kurt Zimmer aus Berlin hingerichtet worden, der vom Schwurgericht irr Berlin wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit und wegen Notzucht zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren verurteilt worden ist. Zimmer hat in Berlin-Lichtenberg seine Hauswirtin vergewaltigt und darauf ermordet, um die Zeugin des Sittlichkeitsverbrechens zu beseitigen. Todesurteil gegen eine Mörderin. Das Schwurgericht Göttingen verurteilte die 76jährige Witwe Henriette Hesse, geb. Fischer, aus Northeim wegen Mordes an ihrer Stieftochter zum Tode und erkannte chr die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. Nach der Anklage hat Frau Hesse 1924 ihre Stieftochter in die Rhume gestoßen, so daß sie ertrank. Ihr Mann war bei dem Verbrechen zugegen und angelte etwa fünf Meter entfernt in dem Flüßchen. Der an der Mordtat unbeteiligte Söhn Wilhelm beobachtete den Vorfall. Er schwieg bis zum Tode seines Vaters im Juni d. I. und erstattete dann Angeige. Die Ermittlungen ergaben, daß der verstorbene Ehemann der Angeklagten seine Tochter zur Blutschande gezwungen hatte. Das Verhältnis drohte bekannt zu werden. Um eine Bestrafung ihres Mannes zu verhindern, faßte die Angeklagte den verbrecherischen Plan, die Tatzeugin zu beseitigen, wahrscheinlich im Einvernehmen mit dem verstorbenen Vater des Mädchens. Todesurteil im Bahner Mordprozeh. Unter sehr starkem Andrang des Publikums führte das Stettiner Schwurgericht den M 6 rd - prozeß gegen die Mörder des Händlerehepaares Abraham aus Bahn, Kreis Greifenhagen, durch. Josef Reinhardt wurde wegen Mordes zum Tode und lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, wegen Verbrechens gegen den § 214 StGB, zu lebenslänglichem Zuchthaus und wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Der 18jährige Fritz Jcks erhielt wegen besonders schweren Raubes lebenslängliches Zuchthaus und lebenslänglichen Ehrverlust, sowie wegen gemeinFlarnrnentod eines alten Mannes. In Bad Kreuznach kam der 63jährige Heinrich Georg durch einen Brand ums Leben. Die Untersuchung ergab, daß der alte Mann wahrscheinlich auf einem Spirituskocher Kaffee kochen wollte. Der Kocher muß explodiert sei, und in wenigen Augenblicken stand das Zimmer in Flammen. Bei den Aufräumungsarbeiten fand man dann die verkohlte Leiche des alten Mannes, der sich nicht mehr hatte retten können. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die über dem Festland liegenden Tiefdruckstörun- gen werden süd- und ostwärts abgedränyt, so daß Deutschland mehr und mehr unter den Einfluß des sich zur Zeit auf den Azoren zum Nordkap erstreckenden Hochdruckrückens kommt. Bei nach Nord und Ost drehenden Winden kann daher auch für unser Gebiet fortschreitende Abkühlung erwartet werden. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und einzelne leichte Regenfälle, bei lebhaften Winden aus Nord bis Ost kälter, nachts verbreitete Fröste. Aussichten für Sonntag: Teilweise heiter und meist trocken, weitere Frostzunahme. Lufttemperaturen am 16. Dezember: mittags 2,2 Grad Celsius, abends —1,2 Grao; am 17. Dezember: morgens —0,8 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum heute nacht —2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Dezember: abends 0,6 Grad; am 17. Dezember: morgens 0,5 Grad. — Niederschläge 0,5 mm (2,5 cm Schnee). Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Dlum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Schönheit schenken!! Gute Parfüms, Kölnisch Wasser, verschönende Krems, wohlriechende Seifen u. alle anderen Dinge für die Schönheitspflege bietet in reicher Auswahl, z. 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Und schließlich das bittere Ende: im Sommer 1918 schwerverwundet in französische Gefangenschaft, nachdem fast alle von dem Häuflein der alten Kameraden schon längst zur großen Armee, eingegangen sind. Mit Recht gilt das Wort: „Das Buch vom ewigen Frontsoldaten." Eine unverlierbare Erinnerung für alle, die draußen waren: eine ernste und verpflichtende Mahnung für kommende deutsche Geschlechter — darin offenbart sich der hohe ideelle Wert dieses Buches. große und schwere Zeit Deutschlands durch die Schilderung des Fronterlebens nahezubringen. Eine große und schöne Mission, ein guter Dienst für Deutschland und das ewige deutsche Volk! Nun zur Bekanntschaft mit den Büchern. — Die Hölle von Gallipoli. Der Heldenkampf an den Dardanellen. Bon Walter v. Schoen. (Verlag Ullstein, Berlin. Gebunden 2,85 Mark.) — (274) — Während an den Fronten im Westen und im Osten alle feindlichen Anstürme an der ehernen deutschen Abwehr zerschellen, richten sich die Blicke der Feinde, aber auch die sorgenvollen Gedanken der Mittelmächte auf einen neuen Kriegsschauplatz: die Dardanellen-Front, die mit dem Eintritt der Türkei in den Krieg an der Seite der Mittelmächte entstanden ist. Die Feindbundmächte setzen zum Durchbruch durch jene Meerenge an, um die Türkei zu zerschmettern und dann durch die Stärkung des immer schwächer werdenden Rußland den Mittelmächten den Garaus zu machen. Don dieser Kriegslage ausgehend berichtet dieses fesselnde Buch über den dramatischen Verlauf der Dardanellenkämpfe bis zum vollen Siege der verbündeten Türken und Deutschen. Den älteren Volksgenossen wird das schwere Ringen um die Dardanellen sicher noch in guter Erinnerung sein, aber auch sie werden beim Lesen dieses Buches erkennen, daß unser bisheriges Wissen um diese Kämpfe doch sehr am Rande geblieben war. Walter von Schoen macht uns in seinem Buche mit militärischen Lagen, Entwicklungen hinter der Front und mit See-Ereignisfen bekannt, bei deren Verlauf es geradezu als ein Wunder ohnegleichen erscheint, daß jene türkisch-deutsche Front nicht nur gehalten, sondern sogar noch den Sieg errungen hat. Viele bisher in der Oeffentlich- keit unbekannte Vorgänge, bei denen die Dinge sehr häufig an dem bekannten seidenen Faden hingen, werden hier zum ersten Male jedermann erkennbar berichtet, und zugleich wird dabei sichtbar, welchen starken Anteil die verhältnismäßig sehr schwachen deutschen Hilfstruppen, in der Hauptsache nur geringe Teile unserer Marine, neben den heldenhaft kämpfenden türkischen Soldaten an der Abwehr des Feindes und an dem glänzenden Endsiege haben. Man darf wohl sagen: dieses Buch ist eines der wichtigsten und zugleich fesselndsten der deutschen Kriegsberichterstattung, die zugleich ein Stück Kriegsgeschichte darstellt. Möge das Buch verdientermaßen viele Leser finden, denen es zu einem wertvollen Besitz werden wird! Mein Kriegstagebuch. Von Kunigunde Freifrau von Richthofen. (Verlag Ullstein, Berlin. Brosch. 3,80 Mk. Gebd. 4,80 Mk.) —498 — Der Leser wird hier mit den Erinnerungen der Mutter des „Roten Kampffliegers", Rittmeisters Manfred Freiherr von Richthofen, bekannt gemacht. Ministerpräsident Generaloberst Göring hat für das Buch ein Geleitwort geschrieben. In ergreifender Sprache tritt dem Leser dieses Buches das schwere Leid an der Heimatfront während des gro- U-Boot ahoi! Deutsche U-Boote in Kriegsund Friedenszeiten. Von Georg Günther Freiherr von Forstner, Korvettenkapitän a. D., derzeitiger Kommandant von „U 1", „U 7" und „U 28". (Gustav Weise Verlag, Berlin. Gebd. 2 Mark.) — — 355. — Frhr. von F 0 rstner, als Mitarbeiter des „Gießener Anzeigers" unseren Lesern ein guter und geschätzter Bekannter, berichtet in diesem außerordentlich interessanten Buche von dem Werden und Wachsen unserer U-Boot-Waffe in den letzten Dorkriegsjahren bis zum Ende des ersten Kriegsjahres. In fesselnder Erzählung und vielfach humorvoller Sprache, bereichert durch zahlreiche Bilder, läßt der Verfasser den Leser des Buches teilnehmen an den ersten Versuchsfahrten in der Kieler Bucht, er führt ihn bann immer stärker hinein in die Zeit, da das U-Boot vielfachem Unverständnis und zahlreichen Widerständen zum Trotz mehr und mehr sich als geachtete Waffe in der Kriegsmarine geltend machte, um dann vor allem die große Bedeutung dieses neuen Kampfmittels beim Kriegsausbruch und im ersten Kriegsjahre packend durch die Berichte über Taten zur See zu schildern. Dabei erfährt der Leser aus der Feder dieses hervorragenden U-Boot-Kommandanten neben bekannteren Ereignissen auch viele völlig neue Dinge, die eben nur der Mitkämpfer von der Seefront so eindrucksvoll und doch soldatisch-schlicht darzustellen versteht. Diesem Buch wünschen wir die verdiente ernste Beachtung durch alle alten und jungen Soldaten, auch der „Landratten", und darüber hinaus das größte Interesse unserer Jugend. Sie werden hier kein trocken und womöglich aktenmäßig zusammengestelltes Werk in die Hand bekommen, sondern ein mit seemännischer Frische, mit Witz und Bordhumor und bester Anschaulichkeit geschriebenes Erlebnisbuch kennen lernen. Auf Grund dieses vortrefflichen Auftaktes darf man den vom Verfasser angekündigten weiteren Bänden, in denen die wichtigsten Ereignisse und Zusammenhänge des U-Bootkrieges geschildert werden sollen, mit großem Interesse entgegensetzen. — Kasematte!?. Roman von Franz Schau- wecker. (Verlag Hesse & Becker, Leipzig. Kart. 3 RM., Gebd. 4,50 RM.). —(555) — In diesem packenden, neuesten Buche Schauweckers tritt der Frontsoldat vor den Leser. Wer die Front als Mitkämpfer erlebt hat, der wird in dieser Erzählung vielem begegnen, das auch dort draußen selbstverständlich war: nämlich neben dem Soldaten auch den Menschen zu sehen und als gegebene Tatsache hinzunehmen, die Tugenden des deutschen Soldatentums auch vor dem Feinde ebenso lebendig zu erblicken, wie das Menschliche, ja Allzumenschliche im Kampf, vor dem Einsatz und in der Ruhe an den Kameraden wahrzunehmen. Dieser Leutnant Hoelck und seine Kompanie in der Kasematte R sind typisch für den Frontsoldaten. An ihr Erleben und ihr Handeln kann nur das ungeschriebene Gesetz der Front angelegt werden, dem sich jeder zu beugen hatte,, der dort für sein Volk und Vaterland eintrat. Gewaltiges ist es, das Schauwecker in dieser Erzählung den Leser rnit- erleben läßt; keine Schönfärberei, sondern die ungeschminkte, harte Wirklichkeit der unbedingten Pflichterfüllung mit allen Konsequenzen! Und darin liegt die Größe und besondere Stärke dieses Buches, das uns in den Männern der Front und darüber hinaus auch das deutsche Volk der Kriegsjahre mit all feinen guten und schwachen Seiten aufweift. Dieses Buch hat viel zu geben! Vor uns liegen neue Bücher, die vorn großen s — Gespenster a m Toten Mann. Don Krieg berichten. Die Westfront mit ihren furcht- , P. C. Ettighoffer. (C. Bertelsmann Verlag, baren Materialschlachten, der Osten mit feiner un- Gütersloh. Gebd. 2,85 RM.). — (290) — Das endlichen Weite, die Seefront gegen England in der । hohe Lied des deutschen Frontsoldaten erklingt in Nordsee und vor den Dardanellen, aber auch die' diesem Erlebnisbericht, zu dem ein grausiger Vor- Heimatfront der still und schwer duldenden Frauen' faU am „Toten Mann" vor Verdun den Titel ge- und Mütter reden hier in ihrer erhabenen Sprache geben hat. Der Leser sieht die jungen Kriegsfrei- zu denen, die einst selbst Mitkämpfer waren, vor । willigen blumengeschmückt hinausmarschieren aus allem aber auch zu unserer Jugend, um ihr jene der Garnison. Dann aber tritt im Geist an ihn, " *• " " ' «t—' v:- wie in bitterstem Ernst sofort an die jungen Soldaten das erbarmungslose Schicksal des Krieges heran. Und da werden aus den fröhlichen, unerfahrenen, allem Erleben vollkommen aufgeschlossenen Jungen im Handumdrehen ernste Männer, die unter dem Gesetz der Front und ihres Heldentums und Sterbens innerlich groß und gereift werden. Die Kämpfe um Souchez, die Schrecken vor Düna- burg und in den Karpathen, die Hölle von Verdun und viele andere Kämpfe werden hier in erschloßen Krieges entgegen; nicht etwa das Leid materieller Not, das ja auch schwer genug für die meisten daheim war, sondern die unendlich harte seelische Belastung unserer Frauen und Mütter durch den schweren Dpfergang ihrer Männer und Söhne an den Kampffronten. Neben dieser Erinnerung — die ja auch in anderen Kriegsbüchern zu finden ift — kann der Leser hier aber vor allem einen tiefen Blick tun in das herzliche Familienoerhält- nis der Richthofens, vor allem in die innigste Verbundenheit der Mutter mit ihren beiden großen Söhnen, den Kampffliegern Manfred und Lothar, und besonders in die Bande der Liebe, die Mutter und Sohn Manfred umschließen. Dabei lernt man auch den Lebensweg des unvergeßlichen „Roten Kampffliegers", von feiner Garnisonzeit unmittelbar vor Kriegsausbruch bis zu feinem tragischen Tode nach dem 80. Luftkampffiege, näher kennen, und vieles kommt dem Leser in diesem Buche völlig neu zu Gesicht, weil hier eben die Nächste des unvergeßlichen großen Toten, seine Mutter, berichtet. Für dieses Erinnerungsbuch, das man wohl auch als eine Huldigung für alle deutschen Kampfflieger des großen Krieges ansehen kann, gebührt der Mutter unseres Richthofen herzlicher Dank, denn sie hat dadurch den Unvergeßlichen seinem dankbaren deutschen Volke noch nähergebracht. Unseren deutschen Frauen sei dieses Erinnerungsbuch besonders zur Kenntnis gegeben; es würde für sie eine der schönsten Gaben auf dem Weihnachtstisch sein. Ernst Blumschein. — Im Jahrgang 1938 des Köhlerschen Hee - res-Kalenders (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W., Preis 1,30 Mark — 439) bietet sich in Wort und Bild eine Fülle soldatischer Unterhaltung und Belehrung dar. Wir erleben z. B. Manöoertage und Manöoernächte, machen eine Achtwochen- Uebung als Ergänzungssoldat mit, erfahren, wis die kämpfende Truppe versorgt wird, daß die Weltgeschichte schon seit 2000 Jahren den Gaskrieg kennt, unterrichten uns über die Stärke der ausländischen Heere, über unsere Armeemärsche und werfen einen Blick hinter die Kulissen der bekannten Sendung „Wo bist du, Kamerad?". Die Sprache der Schulterklappen, für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln, wird uns gedeutet, wir lassen uns zurückführen in große Zeiten deutscher Geschichte, lesen von Husarenstreichen in den Jahren 1806/12, vom Feldmarschall Haeseler, vom Alten Fritz und vom Kriegsfreiwilligen Hermann Löns und zwischendurch lassen wir uns fesseln von spannenden Erzählungen aus dem Weltkrieg, der Zeit der Befreiungskriege und der friderizianifchen Zeit. Auch der Humor kommt in manchen luftigen Geschichten und Anekdoten zu seinem Recht, und über 100 interäffante Bilder illustrieren den Inhalt. Der „Große Bruder" der Biber. Der Indianerhäuptling „Grau-Eule", ein Freund der Tiere. Der Indianerhäuptling „Grau-Eule", indianisch Wäscha-kwonnesin, der Verfasser des auch bei uns bekannt gewordenen Buches „Kleiner Bruder", befindet sich zur Zeit in London, wo er Vorträge hält, um dem Gedanken der brüderlichen Liebe zu den Tieren neue Freunde zu werben. Das Leben von Grau-Eule, der ursprünglich Jäger, Fallensteller, Kanufahrer und Führer für die Jagdexpeditionen von Weißen war, wurde, wie er es in seinem reizvollen Buche erzählt, allmählich durch zwei verwaiste kleine Biber umgewandelt, die er und seine Frau aufzogen und die ihm alle seine Mühe mit rührend kindlicher, fast menschlicher Anhänglichkeit dankten. So erschienen ihm die hilflosen Geschöpfe schließlich als die „Kleinen Brüder", und aus dem Jäger wurde der warmherzige Beschützer der Tiere, der fortan feine ganze Lebenskraft der Aufgabe widmete, sich ihrer Ausrottung entgegenzufetzen und ihnen von neuem friedliche Heimstätten zu schaffen. Nun ist dieser merkwürdige Mann in London, und seine Vorträge, in denen er von seinen Erfahrungen unter den Tieren erzählt, finden eine zahlreiche Zuhörerschaft. Er geht auch in der englischen Hauptstadt in der Tracht seiner Heimat, dem mit bunten Perlen bestickten Lederwams, um den Hals die traditionelle Kette von Därenzähnen und im schwarzen straffen Haar die Adlerfeder. Aber der Tomahawk fehlt und die erbeuteten Skalps am Gürtel, denn dieser Indianer kommt aus seinen kanadischen Wäldern als Kämpfer für den Frieden in das wenig friedliche Europa. Er will beim weißen Mann für die Beendigung des blutigsten und grausamsten Krieges werben, den es gibt, des Krieges zwischen dem Menschen und dem „Bruder Tier". Im Zoologischen Garten von Whipsnade hatte Robert Ancenis, ein Mitarbeiter des „Paris Soir", eine Unterhaltung mit ihm, über die er erzählt: „Wie kann man in einer großen Stadt leben?" fragt mich mit feiner rauhen Stimme Grau-Eule. „Was mir bei euch weißen Männern auffällt, das ist die Unruhe, die man auf euren Gesichtern lieft. Diese Vorübergehenden mit den harten Blicken und den zusammengekniffenen Mündern, die ich auf der Straße beobachte, kennen nicht das Geheimnis des Glücks, dieses Geheimnis, das in meinen fernen Wäldern und Prärien jeder besitzt." lieber fein Leben erzählte Grau-Eule: „Während vieler Jahre habe ich getötet. Von einer indianischen Mutter geboren, habe ich in dem Stamm, der mich adoptierte, eine ausgezeichnete Rothaut-Erziehung empfangen. Erster Preis als Wache, erster Preis als Fallensteller, erste Preise in der Verfolgung des verwundeten Bären, im Anschleichen und Sich-Ver- bergen im Herbstlaub, das und vieles andere waren meine Schüler-Erfolge. Ich wurde ein von den Jägern sehr gesuchter Führer, und ich verdiente meinen Unterhalt, indem ich an den von ihnen organisierten Schlächtereien teilnahm. Ich bewege mich in der dunkelsten Nacht im Walde ebenso leicht wie ihr am Tage auf der Straße, und daher stammt auch der Beiname, der mir gegeben wurde. Eines Tages aber begegnete ich einem jungen verwaisten Biber. Der kleine Kerl gewann mich für das Schicksal seiner Rasse, ich entsagte meinem Beruf als bezahlter Mörder, sogar mehr als das, ich beschloß, die Menschen der Zivilisation zu bekehren. Nach Jahren der Werbung erhielt ich die Unterstützung der kanadischen Regierung, und tzeute bin ich Herr von Beaver Lodge, einem Stück Paradies, wo die Biber klares Wasser finden, soviel Astwerk und Schlamm wie sie nur wünschen können, Freiheit und Sicherheit und von Zeit zu Zeit einen schönen runden Apfel von liebevoller Hand gereicht." „Und was sagen Ihre indianischen Halbbrüder zu Ihrem Nichtangriffspakt mit den Tieren?" fragte ich. „Sie erlegen nur das Wild, das zu ihrem Lebensunterhalt notwendig ist", erwiderte er. Plötzlich tauchte in dem Becken vor uns der Biber des Zoo auf und schwamm vorsichtig auf uns zu, das Auge in der Höhe der Wasseroberfläche, ohne eine unserer Bewegungen zu verlieren. Grau-Eule stieß einen gutturalen Lockruf aus. Beim ersten Ton näherte sich der Biber, aber ach, er schien seine eigene Sprache nicht mehr zu kennen, seit seiner Gefangenschaft versteht er wohl nur noch englisch. Auch der Anblick eines Apfels konnte ihn nicht um- ftimmen. „Was wird doch aus einem Tier in der Gefangenschaft!" murmelte Grau-Eule. „Was für ein Unterschied zwischen diesem furchtsamen Auswanderer und meiner lebhaften, zärtlichen Tochter!" Aus feiner Ehe mit der Jrokefin Anahareo hat Wäscha-kwonnesin eine Tochter, aber er meinte nicht sie, sondern seine andere nicht weniger geliebte, aber viel berühmtere Tochter, das Biberweibchen Jelly Roll. „Sie sprechen von unserer Zivilisation", fragte ich ihn. „Aber reicht denn unsere Zivilisation nicht auch bis in Ihre Heimat?" „Nein, sie endet am Rande der Wälder. Jenseits dieser Grenze vergesse ich das Telephon, das Flugzeug, das Bankkonto — 20 Dollar im Monat genügen mir, um wie ein König zu leben, aber wie ein glücklicher König! — und ich erinnere mich nur noch meiner Religion." „Welcher Religion?" „Der, die Gott in allem spürt, im Rauschen des Laubes, in den Sprüngen des Känguruhs, im Spiegel des Sees. Bei uns sind alle Tage der Woche Tage des Herrn. Der Kult, den wir mit unseren Schwestern, den Pflanzen, und mit unseren Brüdern, den Tieren, feiern, findet nie eine Unterbrechung." B. Äiamanten-Komödie Roman von Horst Biernaih. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) , „Los! Koffer 'rüber!" rief Martini dem Schwarzen zu, ohne sich darum zu kümmern, daß sein unerwartetes Auftreten von verschiedenen Seiten zu Wasser und zu Lande mit den verschiedenartigsten Gefühlen ausgenommen wurde. Der riesige Neger warf ohne Zögern die beiden Gepäckstücke über den ansehnlichen Abgrund hinweg an Bord. Aber während diese rohe Behandlung dem ersten Koffer nichts schadete, sprang der zweite beim Anprall auf und entlud zum Erstaunen der zahlreichen Zuschauer als einzigen Inhalt ein genaues Dutzend Ziegelsteine, unverpackt und so leuchtend rot, wie es Ziegelsteine nun einmal sind. Martini geriet einen Augenblick in Verlegenheit, drohte dem Schwarzen mit der Faust und erklärte dann, rasch gefaßt, diese merkwürdige Fracht den Fahrgästen mit dem bündigen Hinweis, daß dieser aufgesprungene Koffer nur sein Renommiergepack darstelle; jawohl, er führe ihn eigens der Hotelportiers wegen mit, da ein Gast, der mit einem einzigen lumpigen Koffer reise, von vornherein wie ein Schubbejack behandelt würde. Das Erstaunen löste sich in ein herzliches Gelächter auf. „Siehst du, Liebchen", sagte Reverend Smith zu seiner dürren Ehehälfte, „jetzt weißt du auch, weshalb wir beide immer ohne weiteres im fünften Stockwerk einquartiert würden!" „Mehr fein als scheinen, William — so halten wir es! Und ich meine, diesen Wahlspruch sollte sich auch die Jugend zu eigen machen." In diese weltanschauliche Behandlung des Kofferthemas platzte hart und lieblos die Stimme eines neuen Mannes. Der Rufer im Streit war der Detektiv Ferguson, und er verlangte nichts anderes als: Man solle den Kerl samt seinen Koffern über Bord werfen! Und bei diesem ungewöhnlichen Vorschlag wurde er von einem anderen Fahrgast, nämlich seinem Kollegen Hooten, mit Nachdruck unterstützt. Und nicht nur das — die beiden trafen sogar Anstalten, persönlich zur Ausführung ihres Vorhabens zu schreiten. „Hände weg, Ferguson!" rief Martini und sprang gegen die Schanz zurück, um dem Angriff nicht ohne Rückendeckung ausgeliefert zu fein. „Auf Sie haben wir gerade gewartet, mein Junge!" keuchte Hooten und holte zum ersten Griff aus. Da hob Reverend Smith die Hände und warf sich, '.einesteils als Mensch und andererseits als Christ", dazwischen ... Obwohl nun diese Szene gewiß spannend, rätselhaft und nicht alltäglich war, wurde die Aufmerksamkeit der Beteiligten und der Zuschauer, unter denen sich natürlich auch Carola befand, in diesem Augenblick durch ein neues Ereignis abgelenkt. Humphrey Timperly nämlich, den das unvermutete Erscheinen des Mannes, in dem er instinktiv einen Nebenbuhler witterte, mit dunklen Entschlüssen randvoll aufgeladen hatte wie eine Leidener Flasche, hatte, einer unklaren, triebhaften Regung folgend, einen kräftig bemessenen Anlauf genommen und übersprang nunmehr — bitte sehr: Hochschulmeister seines Jahrgangs in diesem sportlichen Uebungszweig! — den gut fünf oder gar sechs Meter breiten Spalt zwischen Kai und „Catharina" und landete — härter als sonst bei dieser Hebung aufkommend — knapp an der äußersten Bordkante. Es war unverkennbar, daß er im nächsten Moment vom Uebergewicht nach hinten gerissen werden mußte. Mehrere Damen schrien zwar auf, begnügten sich jedoch mit dieser theoretischen Sympathiekundgebung. Carola aber gehörte zu den Naturen, die im Schreck nicht nach rückwärts, sondern nach vorn ausweichen. Doch sie kam zu spät. Denn als Humphrey so zwischen Himmel und Erde pendelte und gewaltig mit den Armen ruderte, um sein Gewicht Nordwärts zu werfen, griff Martini ein. „Holla, alter Freund!" sagte er liebenswürdig und riß Humphrey an der Krawatte an Deck, so daß er ihm in bester Absicht fast die Gurgel zugeschnürt hätte. „Was suchen Sie denn hier?" Aber Humphrey war weit davon entfernt, feinem Retter Dankbarkeit zu bezeigen. Er lockerte mit einem Griff die würgende Krawatte und schüttelte mit der andern Hand Martini ab. als wäre er nicht Objekt einer Rettungstat, sondern Opfer eines Ueber- falls gewesen. „Möchte ich Sie fragen, was Sie hier suchen!" knurrte er dem anderen ins Gesicht. „Merkwürdige Frage! Mitfahren will ich selbstverständlich!" „Was Sie nicht sagen?" höhnte Humphrey. „Sie brauchen Luftwechsel, was? Ist Ihnen wohl hier zu heiß geworden?" „Ich würde an Ihrer Stelle nicht trinken, Timperly — wenn die Folgen am nächsten Tag so furchtbar sind." „Machen Sie keine Witze, sondern beantworten Sie mir lieber eine kleine Frage! Bitte sehr, Teuerster: Wo waren Sie zum Beispiel heute morgen, als der Ueberfall auf den Diamantentransport stattfand? He — so antworten Sie doch gefälligst" „Im Bett selbstverständlich! Wo sonst?" „Im Bett —? Wundervoll! Also im Bett ... Na, dann werde i ch Ihnen sagen, wo Sie waren!" „Tun Sie's lieber nicht, Timperly!" warnte Martini sehr leise, aber dicht vor Humphreys Gesicht. „Es wäre nämlich Blödsinn, was Sie jetzt Vorbringen würden ..." Er griff in feine Tasche und hielt Humphrey einen Zettel vor die Augen: „Die Abrechnung meines Hotels, falls Sie sie zu sehen wünschen. Datum des heutigen Tages. Ein halbes Dutzend Zimmerkellner stehen zu Ihrer Verfügung, um Ihnen zu bestätigen, daß ich dort nicht nur den .General Smuts'. sondern fast noch die Abfahrt der .Catharina' verschlafen hätte." Humphrey gab sich nicht geschlagen: „Und ich werde Ihnen einen Zeugen dafür anschleppen, daß Sie gestern von dieser Reise noch keine Ahnung gehabt haben!" „Was wollen Sie damit eigentlich beweisen? Derselbe Zeuge wird mir bestätigen, daß Sie gestern abend ebenfalls noch keine Ahnung davon hatten, daß Sie sich heute auf der .Catharina' einschiffen würden." Martini deutete auf den mächtig an gewachsenen Abstand zum Kai. Humphrey bekam einen roten Kopf. „Das ist ganz was andres!" rief er hitzig. „Aber ich werde Ihnen beweisen, daß Sie der Bursche sind, der — —" „Vorsicht, Timperly! Ihr Onkel Jonathan in Johannesburg ist ein kluger Mann — und hat dennoch, bei aller Voreingenommenheit gegen mich, mehrere Leute, die solche ^Behauptungen ausgestellt haben, wie Sie st" aufzuft"^ n eben im Begriff sind, hart an den Geldbeutel fassen müssen." „Ich zahl' es gern!" „Es wird Ihnen aber von der Erbschaft abgezogen werden!" Die beiden Detektive Ferguson und Hooten waren unterdes zu der Einsicht gelangt, daß rohe Gewalt nicht der Weg wäre, um die beiden, in deren Streit sie mit berufsmäßigem Mißtrauen das Gezänk zweier Rivalen um den Diamantenschatz argwöhnten, von Bard zu entfernen. Darum verlegten sie sich, während der Wortwechsel zwischen Martini und Humphrey noch in vollem Gange war, auf den Verhandlungsweg und verlangten von Kapitän Zanten, der nach Beendigung der Hasenpaffage erst jetzt für sie Zeit fand, die augenblickliche Entfernung der zwei Kerle. „Wenn Sie mit einem der ,Kerle' den jungen Timperly meinen, Ferguson", sagte Zanten in wohltönendem Baß, „dann sind Sie aber mächtig auf dem Holzweg. Wer Timperly heißt, klaut keine Diamanten — darauf können Sie sich felsenfest verlassen!" „Gut, Ihre Meinung in Ehren, Kapitän — also Timperly klaut nicht. Aber wenn hier einer Diamanten stiehlt wie ein Rabe, dann ist es der andere Bursche. Dafür bürge ich Ihnen!" Aber bis sie den Kapitän von der abenteuerlichen Vergangenheit Martinis und seinem mehr als zweifelhaften Ruf unterrichtet hatten, verging geraume Zeit. Sv viel Zeit jedenfalls, daß an einen einfachen Rauswurf des ungebetenen Gastes nicht mehr zu denken war, selbst für einen ausgezeichneten Schwimmer nicht. Kapitän Zanten befand sich in einer Zwickmühle. Er sprach sich den Detektiven gegenüber offen darüber aus. Gewiß, hier standen sie als zwei ehrenhafte Leute vor ihm, von deren verantwortlicher Aufgabe — er genau so viel wußte wie sie selber. Andererseits ging es nicht an, einen Mann, dem noch fein Richter hatte an den Kragen gehen können, nur auf deu bloßen Verdacht hin, er könne etwas von dem-Diamantentransport an Bord der „Catharina" ahnen und es auf die Steine abge- I sehen haben, kurzerhand an die frische Luft zu . setzen. Wie überhaupt sollte er denn erfahren haben, daß der Transport ausgerechnet auf Zantens Schiff vor sich ging? 1 Fortsetzung folgt 20 Millionen WHW.-Abzeichen. Wirtschaft. HI. und BOM. bringen MSrchenfiguren. NSG. Die Abzeichen des WHW. für die dritte Reichsstraßensammlung, die vom 17. bis 19. Dezember von HI. und BDM. durchgeführt wird, find sieben bunte Holzfiguren, die Gestalten deutscher Märchen darstellen. Den größten Anteil an der Herstellung der Abzeichen hatte die Bayrische Ostmark. Bereits seit einigen Jahren bedeutet die Anfertigung von Holz- abzeichen besonders für die Menschen des Bayrischen Waldes eine wichtige zusätzliche Beschäftigung. Von Haidmühle im Unteren Bayrischen Wald — manchem Urlauber als Ausgangspunkt für herrliche Marterungen bekannt —, von den Orten des Kreises Cham-Kötzting, vom Frankenwald und von Neustadt bis Coburg aus haben m diesem Jabre viele Millionen WHW.-Abzeichen die Reise in die deutschen Gaue angetreten. Noch in anderen Gebieten, von denen wir wissen, daß auch dort mannigfaltige kunstvolle Erzeugnisse, vor allem Holz- spielwaren, entstehen, ist viele Monate hindurch an ihrer Fertigstellung gearbeitet worden. So in der Eifel — von hier stammen die Entwürfe für die Figuren —, im Erzgebirge und im Kynast. Ueber- all wurde den Menschen dieser Gegenden durch den I Auftrag des Winterhilfswerkes eine große wirt- schaftliche HUfe zuteil. . Mit dem Bemalen der Abzeichen, die m Holz- betrieben roh hergestellt wurden, sind Tausende von Heimarbeitern und Heimarbeiterinnen beschäftigt worden. Um vor allem vielen Familien aus dem Bayrischen Wald damit zusätzlichen Verdienst zu schaffen, war es hier notwendig, noch ungeübte Heimarbeiter vorher für diesen Auftrag zu schulen. In kurzer Zeit waren alle eingearbeitet, und mancher geschickten, kunstfertigen Hand ist vielleicht dadurch für später eine Möglichkeit der Betätigung gegeben worden. Insgesamt werden rund 20 Millionen der ' WHW.-Abzeichen verkauft. Einen Begriff von dieser Menge erhalten wir durch einen interessanten Vergleich. Wenn man die kleinen kunstseidenen Bändchen, mit dem die Abzeichen befestigt werden, aneinanderreihen würde, erhielte man eine Länge von 3000 Kilometer. Die kleinen Märchengestalten — Gänseliesel, Hans im Glück, Aschenbrödel, Rotkäppchen, Däumling, Dornröschen, Rattenfänger von Hameln — sind wieder ein reizender Schmuck für den Weihnachtsbaum! O.A.-’Sport Saalsportabend des Radfahrer-Vereins Wieseck. Im Saale von Reuter hielt der Wiesecker Rcrd- fahrerverein sein Winterfest ab. Die Veranstaltung war gut besucht und brachte ausgezeichneten Saalsport. Es ist ein Verdienst des rührigen Saalsahr- wartes Otto Schnabel, daß die jugendlichen Fahrer in verhältnismäßig kurzer Ausbildung ein beachtliches Können erreichten. Vereinswerbewart Fritz Kling entbot den Gästen den Willkommens- arutz, dankte besonders auch den Kameraden vom RD. „Schwalbe" Aßlar, die durch chre Mitwirkung aur Verschönerung des Abends beitrugen. Das sportliche Programm wickelte sich flott und reibungslos ab, wobei schöne Reigen und Radball- spiele auch von aktiven Mannschaften gezeigt wur- den. Besonders gut gefielen die Vorführungen der beiden Jugend-Kunstfayrer von Aßlar, die reichen Beifall ernteten. Als Anerkennung wurden oen Kunstfahrern Geschenke überreicht. Fußball der Studenten. Universität Frankfurt — Universität Gießen 3:0 (2:0). Im Vorrundenspiel um die deutsche Hochschulmeisterschaft im Fußball trafen sich die Mannschaften der Universitäten Frankfurt und Gießen auf dem hiesigen Universitätssportplatz. Der Meg der Frankfurter, die mit den bekannten Spielern Linde- mann, Knapp und Melior antraten, schien ohne Zweifel. Ueberraschenderweise leisteten die Gieße- ner aber tapferen Widerstand und lieferten namentlich in der zweiten Hälfte eine fast gleichwer» tige Partie. Wenn man die Torchancen gegenein- ander abwägt, so mußte man die hiesigen Stu- denten als mindestens ebenbürtig bezeichnen. Jedoch nützten die Frankfurter ihre Torgelegenheiten entschlossener aus, wahrend den Gießenern durch viel Pech und Zaghaftigkeit ein Erfolg versagt blieb. Allerdings zeigte Mittelläufer Lindemann als dritter Verteidiger ein ausgezeichnetes Spiel, an dem immer wieder die aussichtsreichen Angriffe der Gießener scheiterten. Auf der anderen Seite erwies sich die heimische Verteidigung als durchaus sicher; wenn auch ihre Abschläge nicht so zielsicher nach vorne kamen, wie die des Gastes. Die Frankfurter zeigten zweifellos eine größere Körperbeherrschung und bessere Technik; und ihr Sieg war, wenn auch nicht in dieser Höhe, verdient. Gießen wies keinen Versager auf und hatte in Pontani und Jüngst starke Kräfte. Es ist bedauerlich, daß der große Kampfeifer und der restlose Einsatz nicht besser belohnt wurde. Schiedsrichter P o st (Wieseck) leitete das Spiel vorzüglich. Max Schmeling auf der Heimreise. Max Schmeling hat nach seinem überzeugenden Sieg über den Amerikaner Harry Thomas sofort die Koffer gepackt und mit dem deuffchen Schnell- dampfer „Europa", der am Mittwoch Neuyork verließ, die Heimfcchrt angetreten. Der deuffche Meisterboxer wird die Festtage im Kreise seiner Familie verleben und dann sofort das Training zu seinem Kampf gegen den Südafrikaner Ben Foord am 30. Januar in Hamburg aufnehmen. Die „Europa" soll am 22. Dezember in Bremerhaven eintreffen, wo Max Schmeling ein würdiger Empfang bereitet werden wird. Die Einnahmen des Kampftages im Neunorker „Garden" betrugen nach den Angaben der Veranstalter etwas über 74 000 Dollar, eine seit Jahren bei Hallen-Boxveranstaltungen nicht mehr erreichte Summe. Max Schmelings Anteil betrug rund 30 000 Dollar. Harry Thomas, der Unterlegene, erhielt 6500 Dollar. LrjchWleük-MMlkderSpielvereimgWglsoo in Meter Speer von Ernst Lippert (der also nicht nur Fußball spielen kann) genannt. Daß neben der Förderung der Einzelleistungen auch der Mannschaftsgedanke in den Reihen der 1900er Leichtathleten gepflegt wird, erhellt sich aus der Beteiligung an der Deutschen Vereinsmeister- schäft und der Gießener Troßstaffel „Rund um die Anlagen". In ersterem Wettbewerb wurde, wie hn Vorjahre In der Klasse B, gestartet und trotz Feh- lens einiger guter Könner eine Leistungssteigerung ouf 5,151,95 Punkte und damit wohl ein ausgezeichneter Platz in der Reichsliste erzielt. Bei der Anlagenstaffel blieben die 1900er der Tradition treu und gewannen, wie in allen früheren Jahren, die Hauptklasse. Vorwärts auch in den Jugendklassen. . Wendet man sich der Jugend zu, so fft ebenfalls mel erfreuliches zu berichten. Den Löwenteil an den Erfolgen hat die ^.-Jugend, und hier wieder Bertold G o ß. Seine 11,4 Sek. über 100 Meter sind ebenso hervorragend, wie die 15,14 Meter im Kugelstoßen, mit welcher Leistung er auch in diesem Jahre mie» her die Gaubestenliste an führt. Mit überdurchschnittlichen Leistungen warteten noch auf: über 200 Me- A Hemz Adolph mit 24,7 Sek., über 400 Meter ® 55'7 Sek., über 800 Meter Karl Röhm nut 2:09,3 Mm. Mit zu den schönsten Erfolgen ist die von Gerhard Adam, Heinz Adolph, Karlheinz Hinrichs und Bertold Goß in der 4X100- ° € I erlaufene Zeit von 48,0 Sek. au zahlen. Bei den Gauiugendmeisterschaften wurde & M Zweiter hinter Hessen-Preußen Kassel. Bei den 6-Jugendlichen taten sich Ernst Heinz L o h r und Kurt Deibel besonders hervor. 800 Meter die hervorragenden Uen von 2:11,7 bzw 2:12 Min. Nicht unerwähnt soll bleiben daß drei 1900er Jungens, nämlich Goß, Bender und Deibel, mit der Vertretung der hessi- u -n Sf1 öeTn 3-Gau-Jugendkampf (Nieder- Surb=m Urttember9=^e,,m) Düsseldorf betraut Gute Erfolge der Mädchen und Frauen. Der L-ichtathletik-Betri-b bei den Frauen stand hinter dem der Aktiven und Jugendlichen etwas zu- ruck auch manaelte es zum Teil an Wettkampfmög- M, ien.^Vielseitige Veranlagung verriet Margret Losch, die beim Dillenburger Kreisfest im Drei- £mur^e' und im übrigen mit 14,4 Sek. über 100 Meter und mit 4,43 Meter hn Weitsprung reajt ansprechende Jahresbestleistungen aufzuweisen hatte. Beachtliches Können zeigten noch Elly R i ch t- berg im Hochsprung mit 1,30 Meter und Roli Lippert ikn Speerwerfen mit 23,75 Meter. Als veranlagte Leichtathlettnnen dürfen angesehen werden Elfriede Werner (Diskus 21,52 Meter) und Mariane Ockel (Speer 21,92 Meter). In der Mäd- chenklasie waren die Hauptstützen Lotte Surf» Hardt die durch den zweiten Platz beim Drei- kampf ihrer Klasse beim Dillenburger Kreisfest Überraschte, sowie Rosel Noll. Es sei bei den Aktiven begonnen: Hier ist ... erster Lime Archur Kilo zu nennen. In seiner Spezialübung, dem Diskuswerfen, sicherte er sich wieder (zum siebentenmal hintereinander!) den Gaumeistertitel. Als Jahresbestleistung erzielte er 42,67 Meter, damit die Anwartschaft auf das an die Stelle der früheren Bestennadel getretene Leistungsabzeichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen begründend. Kilo hatte auch schöne Mehrkampserfolge. So wurde er Fünskampffieger beim Mehrkampftag des Kreises Gießen und Zweiter im Dreikampf beim DRL.-Kreisfest in Dillenburg. Mit ausgezeichneten Leistungen warteten auch die Mittelstreckler Hans Peters und Heinz Kleemann (zur Zeit JR. 36) auf. Erstgenamtter, der nun schon im fünfzehnten Jahr Sport treibt, wurde über 800 Meter überlegener Sieger bei den Kreismeisterschaften und Zweiter 6ei den Gaumeisterschaften hinter dem Kasseler Talent Zehnter Peters' Iah- resbestzeit: 2:01,8 Min. Kleemann entpuppte sich als ausgezeichneter 1500-Mann. Mit fehler bei den Gau- Meisterschaften erzielten Zeit von 4:10,6 Min. steht er zusammen mit Roth (Kasseler Turngemeinde) an der Spitze der hessischen 1500-Meter-Leute. Die nut Beters, Kleemann, Imme! und Richter qebil- aete 4X1500-Meter-Staffel wurde Kreis- meister in 18:09,2 Min. Auch bei den Sprintern war ein Fortschritt unverkennbar. Nach scharfem Kampf wurde Paul M i e r i tz Kreismeister über 100 und 200 Meter. Jahresbestzeit über letztere Distain 23,2 Sek. In der 4X100 - Meter-Staffel wurde mit A. Kilo, A. Niemann, F. Koch, P. Mieritz eine Zeit von 45,1 Sek. erlaufen und damit ein wertvoller 4. Platz in der Gaubesten liste erobert. Von den technischen Wettbewerben seien noch die Hochsprungleistungen von Unteroffizier Huff mann (II./JR. 116) mit 1,65 Metern und von Hans Büch mit 1,64 Metern, ferner die 46,89 Wie alljährlich, so soll auch diesmal eine kurze Bilanz über die Arbeit in der Leichtathletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 während der verflossenen Saison gezoaen werden. Da es an dieser Stelle nicht möglich ist, auch nur annähernd ein Bild von der stetigen Kleinarbeit und des immerwährenden Wirkens im Stillen innerhalb eines neuzeitlich aufgebauten Leichtathletikbetriebes zu geben, so soll das nach außen hin Erkennbare, nämlich die Erfolge, Rechenschaft abgeben. Und da läßt sich sagen, daß die 1900er auch in diesem Jahre wieder ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben und mit an der Spitze der Leichtathlettkvereine des Gaues Hessen marschieren. Auf insgesamt 25 Veranstaltungen konnten die Spielvereinigungsleute die stattliche Zahl von 156 Siegen an ihre Fahne heften, und zwar 51 erste, 56 zweite und 59 dritte. Da die Mehrzahl der Veranstaltungen amtlicher Natur war, also Meistertitel zu vergeben bzw. zu verteidigen waren, so kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß dies in fast allen Klassen in weitgehendem Maße gelungen ist. Hoher Leistungsstand bei den Aktiven. Der deutsche Außenhandelim November Fwd. Nach einer Steigerung im Oktober sind die Außenhandelsumsätze im November wieder leicht gesunken. Die Einfuhr war mit 483 Mill. RM. nur wenig geringer als im Vormonat (485 Mill. RM.). Dem Volumen nach ergibt sich sogar eine leichte Steigerung, da der Einfuhrdurchschnittswert zurückgegangen ist. Im großen und ganzen entspricht die Einfuhrentwicklung damit der jahreszeitlichen Tendenz. . Die Ausfuhr betrug im November 533 Mill. RM. Das Vormonatsergebnis wurde damit um rund 11 Mill. RM., d. h. 2 v. H., unterschritten. Da der Ausfuhrdurchschnittswert gestiegen ist, war der Rückaang des Ausfuhrvolumens noch etwas stärker. Die Ausfuhrentwicklung entsprach damit der jahreszeitlichen Tendenz, da auch in den Vorjahren von Oktober zu November meist ein Ausfuhrrückggng zu verzeichnen war. Gegenüber dem November 1936 ergibt sich eine Ausfuhrsteigerung um 111 Mill. RM., d. h. um mehr als ein Viertel. Die Handelsbilanz schließt im November mit einem Ausfuhrüberschuß von 50 Mill. RM. gegenüber 59 Mill. RM. im Vormonat ab. In den Monaten Januar-November d. I. ergibt sich damit ein Ausfuhrüberschuß von 420 Mill. RM. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M„ 16. Dez. Die Börse war weiter freundlich. Kursmäßig ergaben sich allerdings nicht auf allen Märkten weitere Erhöhungen, da verschiedentlich kleine Abgaben vorlagen und auch die Kulisse teilweise etwas glattstellte. Da sich aber Nachfrage aus der Kundschaft erhielt und z. T. etwas größere Ausmaße annahm, blieben am Aktienmarkt Erhöhungen um Bruchteile eines Prozentes in der Mehrzahl. Nach den ersten Kursen wurden kleine Anfangseinbußen zumeist wieder ausgeglichen und teilweise auch überschritten. Verhältnismäßig lebhaft lagen IG. Farben mit 154 (154,50), dann 155. Größeren Umsatz hatten ferner AEG. mit 115,40 bis 115,50 (114), auch andere Elektrvpapiere zogen bis 1 v. H. an, darunter Ges- fürel und RWE. Sttlles Geschäft hatten dagegen Montanwerke, wobei Buderus, Rheinstahl und Deutsche Erdöl etwa 0,50 v. H. anzogen, während Mannesmann und Verein. Stahl nicht ganz behauptet blieben. Im einzelnen kamen Verein. Deutsche Metall mit 165 (164), Aschaffenburger Zellstoff mit 139 (138), Westdeutsche Kaufhof mit unverändert 57,50 und Reichsbank 0,50 v. H. leichter mit 205 zur Notiz. Am Rentenmarkt blieb die Grundhaltung fest, allerdings kamen größere Umsätze nicht zustande, wobei z. T. wieder fühlbarer Materialmangel, insbesondere am Pfanobriefmarkt, bestand. Von variablen Werten konnten sich Reichsaltbesitz mit 129,65, Reichst) ahn-VA. mit 130,40 voll behaupten und im Freiverkehr nannte man Kornrnu- nal-Umschuldung mit 94,75 ebenfalls unverändert. Arn Pfandbriefmarkt kam es bei Goldpfandbriefen und Kommunal-Obligattonen vielfach zu Repartie- rungen und Streichungen. Liquidattonspfandbriefe lagen meist unverändert. Auch Staats- und Stadtanleihen wiesen kaum Abweichungen aus, 5,50 v. H. Bounganleihe 0,13 v. H. fester mit 105,90. Industrie-Obligationen bröckelten teilweise etwas ab, 5 v. H. Hoesch 102,75 (103), 4,50 v. H. Krupp 99,40 (99,65), unverändert lagen 5 v. H. Röchling mit 102 und u. a. 5 v. H. Union Rheinbraun mit 102,65. Die Umschuldungsanleihe ging im Verlause um 10 Pfennig auf 94,65 zurück. Im Freiverkehr wurden genannt: Dingler 81, 81,50 bis 82,50, Wayß 6- Freytaa 136 bis 138, Rastatter Waggon 50 bis 52, Elsass. Badische Wolle 79 bis 81, Verein. Fränk. Schuh 71 bis 72 und Ufa Film 71. — Tagesgeld war etwas gesucht und wurde auf 3 (2,75) v. H. erhöht. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse lag wohl still, behauptete aber weiterhin ihre freundliche Tendenz. Für verschiedene Werte lagen erneut kleine Kauforders vor, während Abgaben kaum erfolgten. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, es überwogen aber sowohl gegen Frankfurt wie auch besonders gegen den etwas ermäßigten Berliner Schluß leichte Besserungen. Gefragt waren u. a. IG. Farben zu unverändert 155 (Berlin jedoch 154,40), Verein. Stahl mit 112,65 (122,50), ferner erhielt sich nach Bankaktien verstärktes Interesse, Deuffche Bank 123,25 (123), Commerzbank 118,40 (118,13), Dresdner Bank unverändert 113,25, ebenso Effektenbank unverändert 83,90. Ueber den Durchschnitt von 0,25 bis 0,50 hinaus erhöht waren Elektr. Lieferungen mit .130,25. (129), außerdem notierten u. a. Geffürel mit 143,25, Schuckert mit 170,75, RWE. mit 129,65, Licht & Kraft mit 140,50, Mannesmann mit 114,75 bis 114,90, Harpener mit 171, Hoesch mit 115, Rheinstahl mit 139,50, Verein. Deutsche Metall mit 165, Demag mit 141,25, Deutsche Erdöl mit 142, Adlerwerke mit 108, Goldschmidt mit 139 (139,50), BMW. mit 145,50 (145,75) und Buderus mit 119,50 (120). In Renten war das Geschäft wie zumeist abends ohne Bedeutung. 5,50 v. H. Meininger Liquid. 10 Pfennig leichter mit 102; 4,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Dez. Auftrieb: Großvieh 2047 (gegen 2320 am 9. Dez.), darunter 241 (296) Ochsen, 243 (221) Bullen, 1171 (1403) Kühe, 392 (400) Färsen. Kälber 937 (668), Hämmel und Schafe 100 (236), Schweine 142 (388). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (40 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 42 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (39), c) 34 (34) Kühe a) 40 bis 43 (42 bis 43), b) 36 bis 39 (34 bis 39), c) 28 bis 33 (26 bis 33), d) 15 bis 25 (16 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (43 bis 44), b) 37 bis 40 (37 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 36 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 40 bis 44 (40 bis 44). Schafe a) 30 bis 38 (30 bis 35), b) 24 bis 29 (20 bis 28). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen — (—). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe langsam. Marktverlegung. In der nächsten Woche findet nur ein Markt für sämtliche Diehgattungen am Dienstag, 21. Dezember, statt. Rundfunkprogramm Samstag, 18. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstunde. 10: Schulfunk: Die ver- schworene Elf. Ein Hörspiel von den Schillschen Offizieren. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle: Vogelschutz im Winter. 12: Mittagskonzert des kleinen Orchesters des Reichssenders Breslau. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Aufgedreht! Das fidele Wochenendkonzert auf Schall- platten. 15.15: Volk und Wirtschaft: Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Wir Handwerksleut beisammen! Hörfolge. 16: Die Uhr ist fort! Eine heitere Szenenreihe über Verdächtigungen und ihre Folgen. 16.45: Unterhaltungskonzert. Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Militärkonzert. 20: Musik im Fenster. Zwei suchen ihre Lieblingsplatte. 22: Nachrichten. 22.30: Wir spielen zum Tanz. 24: Nacht- konzert. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosienen Dividende an. Reichsbantdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schluß- 'urs Schluß!. Mittag börse Dalum 15.12. 16-12. 15 12- 16.12. 6% Deutsche Reichacmleihe v. 192? 101,75 101,65 101,65 101,6 4% Deutsche ReichSanl. von 1931 99,25 99,25 99,25 99,25 4ft% Deutsche Reichsschatzanwet- jungen von 1935 ......... —— 4ft% Deutsche Retchsschahanwei- 99,4 99,5 99,4 sungen von 1935, II. Folge ... 4ft% Deutsche Reichsschatzanwet- 99 99 jungen von 1936, III. Folge .. 99 99 5ft% Doung Anleihe von 1930 .. 105,9 105,9 106 106 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 — — 100,25 — 4ft% Deutsche Reichspostschatz von 100,45 100,35 100,5 1934 1...................... 100,4 4ft% Deutsche Reichsbahnschah 99,75 99,75 99,75 von 1936 I.................. 99,75 ReichSanIeihe-Altbesitz.......... 129,65 129,65 129,7 129,65 Vberhessen Provinz-Anlethe mit 138,75 138,75 Auslos.-Rechten............. 139 — 4ft% Hess. Landesbk. Darmstadl 99,75 Goldpfe. R. 12.............. — — 6%% Hess. LandeS-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101,6 101,5 — _ 4ft% Preuß. LandeSpfdbr.-Anst. 100 Goldpfe. R. 19............. 100 100 100 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 99 — 99 99 4%% Darmstädter Komm.-Lan- oesbank R. 6 ............... 99 99 — —— Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe AuSlos.-Rechte I.............. 134,95 135 135,25 135,3 4ft% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 4ft% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................. 99 99 — _ 5ft% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,9 101,9 -___ _ 6ft% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 102 101,9 102 101,9 Lteuergutschetn-Berrechnungskurs 111,35 111,4 111,5 A.G. für Verkehrswesen .... 6ft 129,75 130 130 130,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. Ö Hamburg-Amerika Paket......0 77,5 77 129 78 78 Norddeutscher Lloyd..........0 80,25 80,75 80,13 80,5 130,5 Deutsche Reichsbahn Bor,.-Akt. 7 130,4 130,4 130,5 Reichsbank................. 12 205,5 205 205.5 205 134,4 118,13 123 113,25 Berliner Handelsgesellschaft 6 ft 133,9 134*25 Commerz- und Privat-Bank 6 117,9 118,4 117,9 Deutsche Diskonto........... 6 122,75 123,25 122,5 Dresdner Bank..............4 113,13 113,25 113,13 Frankfurt a. M. Berlin Schlub- kurs Schluß!. Abend börse Schluß- kur« Schlußl. Mittag- börse Datum 15.12. 16.12. 15-12. |16.12. Acmmulatoren-Fabrtk...... . 14 221,5 223,5 222,25 224 Akchafsenburg Zellstoff...... .. 6 138 139 138 139,5 Bemberg................. .. O 140 140.5 140 140,5 Bekula................... .. 8 168 168 168,5 145 Buderus Eisen............. .. 5 119,25 119,5 118,75 119,65 Gement Heidelberg......... Gement Karlstadt.......... .. 7 .. 6 167 165 — Conti Gummi............. . 12 190 190 190 190,5 Daimler Motoren.......... 6 ft 132,25 134 133 134 Dessauer Gas............. .. 4 —— — 118,5 118,75 Deutsche Erdöl............ ..6 141,5 142 141,5 142 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 252 252,5 Deutsche Linoleum......... . 10 161,5 162 161,25 162 Elektrische Lieferungen...... .. 6 129,25 130,25 128,5 130,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 140 140,5 140 140,5 3. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 154,5 155 154,4 154,4 Felten & Guilleaume....... .. 6 128 129 128,5 129,13 Gesfürel.................. .. 7 142,75 143,25 142,75 143 Th. Goldschmidt........... .. 6 138,25 139 138,5 139 Gritzner Maschinen......... .. O — 46 46,5 46,25 Harpener................. 8 ft 171 171 171 170,25 Hoesch Eisen............... 8 ft 114,25 115 114,75 114,75 Philipp Holzmann......... .. 8 149,5 150,25 150 151 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 160 160 Ilse Genüsse.............. .. 6 132,25 131,5 133 132,5 Kali Aschersleben .......... .. 4 117 117,75 117 117 Klöcknerwerke ............. 4ft 118 118 119 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — 152 151,75 Laymeyer ................ .. 6 126,9 127 127 127,65 Matnkraft................. .. 4 95,75 95,75 Mannesmann............. 4 ft 115,13 114,9 115,13 115,25 Mansfelder Bergbau....... .. 7 159,5 159,25 159,75 159,75 Metallgesellschaft........... .. 6 145,5 146-25 145,75 146,4 Orenstein & Kopvel........ .. O 106,5 106,25 Rheinische Braunkohle...... . 12 231 _ 231,4 ?£1 Rheinische Elektro......... .. 6 _ 125,5 126,75 Rheinstahlwerke............ .. 6 139,75 139.5 139,75 139,25 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 128,25 129.65 128,25 129,5 Rütgerswerke ............. .. 7 145 145 144,25 143,75 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 177,5 177,5 177,5 177,5 Schuckert & Go............ .. 7 169,9 170,75 170 170,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 94,5 94,75 Siemens & Halske......... .. 8 200,25 — 200,65 202,25 Süddeutsche Zucker......... . 10 209 — 209,5 210 Bereinigte Stahlwerke...... 4ft 113 112,65 112,9 112,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 57,5 57,25 57,5 57.25 Westeregeln Alkali.......... .. 4 117 117 117 117 Zellstoff Waldhof.......... Ltavt Minen ............. .. 6 0,6 147 147 147 29,25 147,25 29,9 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a BL 15-Dezember 16.Dezember Anin-ch.-Rotterung Amtliche Rotiecuna W.-i. Br Gett Brie Buenos Air«............. Brüssel................... 0,726 42,18 0,136 47,00 55,34 47,00 12,395 5,48 8,417 137,97 13,09 0,730 42,26 0,138 47,10 55,46 47,10 12,425 5,49 8,433 138,25 13,11 0,726 42,16 0,137 47,00 55,34 0,730 Rio de Janeiro............ 42,24 Loten.................... 0,139 Kopenhagen............... 47,10 Danzig................... 55,46 London .................. 47,00 12,395 5,48 8,417 137,91 U,08 47,10 Helsingfor«................ Pari«.................... 12,425 5,49 8,433 138,19 Holland .................. Italien................. 13,11 15-Dezember 16-Dezember Amtliche Roiieruug Geir | -anci AmllicheRoiwrung Welt | ibitei Iavcm................... 0,722 5,694 62,29 48,95 11,26 63,89 57,37 14,49 8,706 2,480 0,724 5,706 62,41 49,05 11,28 64,01 57,49 14,51 8,724 2.484 0,722 5,694 62,29 48,95 11,26 63,89 57,36 14,49 8,706 9,480 0,724 5,706 62,41 49,05 11,28 64,01 57,48 14,51 8,724 MM Jugoslawien .............. Oslo ................... Lissabon................... Stockholm ................ Schweiz................. Spanten.................. Prag................... Budapest............. Neuyor! ••••••••••»«•••••• Ur. 294 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Mberhessen) Freitag, 17. Dezember 193 z Kundgebung zum Berufswettkampf alter Schaffenden Aus der Stadt Gießen. Das Kasperletheater. Mein kleiner Neffe soll zu Weihnachten eine Eisenbahn von uns bekommen. Mir fiel ein, daß aus meiner Kinderzeit vielleicht noch ein paar passende Schienen vorhanden sein könnten, und zwar auf dem Boden meiner Mutter. Mütter sind sa so — sie heben gewissenhaft und mit großer Liebe auf, was einmal die Seligkeit unserer Ju- aendjahre gewesen ist. Meine Mutter stieg selbst mit hinauf in die frostkalte Bodenkammer. Dort stand sorglich verschlossen die „Kinderkiste", wie sie sie nannte. Bald hockte ich tief versunken, angerührt vom Zauberstab leuchtend verklärter Erinnerungen, über den vergessenen Herrlichkeiten, die meine suchenden Hände nun zutage brachten. Die Schienen fand ich nicht mehr: gewiß war damals keine unverbogen übrig geblieben. Aber dafür fand ich in der Kiste etwas viel Schöneres: ich entdeckte den Höhepunkt meiner Kinderzeit! Das war ein Karton mit märchenhaftem Inhalt: die Figuren zu meinem Kasperletheater? Ich begriff nicht, wie sie jemals aus meinem Gedächtnis hatten kommen können, so entzückend, wie sie waren. Mit jeder einzelnen von ihnen feierte ich Wiedersehen: mit dem drolligen Kasper und seiner lustigen Riesennase: mit dem weißhaarigen, überaus majestätischen König: mit der blondgelockten Prinzessin, deren rosiges Gesichtchen schon mein kleines Jungenherz schmerzlich-süß bewegt hatte; mit der greulichen Fratze des gehörnten Teufels; mit dem pausbäckigen Polizisten, der so grimmig seinen Schnurrbart sträuben konnte. Ich übersah, daß das Haar der holden Prinzessin schon schütter geworden war, ich übersah das fehlende Auge des braven Polizisten und die traurig abgestoßenen Hörner des Satans. Für mich waren es genau dieselben lieben Puppen wie einst, lebendige Persönlichkeiten mit ausgeprägten Charakteren und unvergleichlichen Eigenschaften. Die dämmerige Diele stieg wieder vor mir auf, in der ich einst meine Galavorstellung zu geben pflegte, vor ausverkauftem Haus natürlich, mit drei oder vier vollbesetzten Stühlen. Für ein paar Pfeffernüsse konnte man schon einen tadellosen Sitzplatz in einer meiner Proszeniumslogen bekommen. Und mein Repertoire hätte es hinsichtlich seiner Vielseitigkeit mit jedem Theater ausgenommen; vom tollsten Lustspiel bis zum düstersten Drama wurden alle musischen Möglichkeiten ausgekostet. Nicht minder vielseitig waren die Schauspieler mit ihrer phänomenalen Begabung. Die Prinzessin zum Beispiel eignete sich zur Naiven genau so vorzüglich wie zur Sentimentalen, sie starb als klassische Heroine und erregte als Opernsängerin beträchtliches Aufsehen. Der Polizist war ein Chargenspieler, um den sich alle Intendanten gerissen hätten, er hütete Ordnung mit wachtmeisterlicher Strenge und polterte als rasselnder Ritter aus der Kulisse, sang als Bassist und intrigierte erfolgreich als Diplomat'. „Ob ich wohl noch spielen kann?", fragte ich meine Mutter, die lächelnd auf ihren großen Jungen mit dem kleinen Kasperletheater blickte. Schon fuhr meine rechte Hand in den Hanswurst. So, und nun der König auf die Linke. Der Kistendeckel ersetzt die Bühne, langsam schwebt Kasper auf den König zu. „Habe die Ehre, Majestät!" Verneigungen, großartige Armgebärden. Eine spannende Szene entwickelt sich auf der Kinderkiste. Ein Glück, daß die Kammer so kalt war. Sonst hätte sich womöglich noch ein dreiaktiges Drama hier abgespielt, und ich wäre zu spät zum Dienst gekommen. Der Puppenkarton aber steht jetzt heimlich in der Schreibtischlade. Ich habe mir vorgenommen, zu Weihnachten meine Frau mit einer ungeahnten Festvorstellung zu überraschen! H. B. v. M. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Demetrius". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Petermann ist dagegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße" „Hahn im Der mit vielen Fahnen der DAF. und der HI. geschmückte Saal des Cafe Leib war am gestrigen Donnerstagabend ' der Ort einer eindrucksvollen Kündgebuna. Hitler-Jugend und BDM., die Werk- i scharen und zahlreiche Volksgenossen fanden sich ! ein, um an der Kundgebung teilzunehmen, die zur i Vorbereitung des Berufswettkampfes aller Schaf- i senden gemeinsam von der DAF. und der HI. veranstaltet war. Musik der Kreiskapelle der NSDAP, leitete den Abend ein. Pg. Beckmann hieß im Auftrag der DAF. die Teilnehmer der Kundgebung willkommen, besonders herzlich den Kreisleiter Backhaus, und sprach dann kurz über den schönen symbolischen Sinn, der sich in dem gemeinsamen Aufmarsch von Hitler- Jugend und Werkscharen dokumentiere. Sodann sprach BamMhrer Becker, Wiesbaden über die Arbeit der Hitler-Jugend im Hinblick auf die Berufsertüchtigung. Er stellte heraus, daß man in der Hitler-Jugend weiß, wie notwendig die Heranbildung von Facharbeitern ist, er sprach auch von der Forderung, dem Bauern wieder die Hilfskräfte zuzuleiten, die er braucht, um die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes garantieren zu können. Man hörte weiter von den bisher von großen Erfolgen begleiteten Bemühungen der Hitler-Jugend, in der Sorge um den schaffenden jungen Menschen, zweckmäßige Freizeitgestaltung und ausreichenden Urlaub für Jugendliche zu erreichen, man hörte von dem großen Fahrtenprogramm, das auch im Jahre 1938 den schaffenden jungen Deutschen mit den Kameraden aus allen Ständen in Verbindung bringen soll. Mit der Versicherung, daß auch die deutsche Jugend mitwirken werde bei dem großen ' Leistunqsbeweis des schaffenden deutschen Volkes, schloß der Redner seine Ausführungen. OAI.-Kreisobmmm Hermann Wagner, Gießen sprach sodann über die großen Zusammenhänge unserer deutschen Lebens- und Wirtschaftsführung. Er betonte zunächst, wie für die Jugend der Reichsberufswettkampf als Leistungsprüfung geschaffen Korb". — Oberhessischer Kunstverein: Weihnachts- Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. — Weihnachtsmesse auf Oswaldsgarten. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung von „Demetrius", Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel, in der neuen Bearbeitung Friedrich Forsters statt. Spielleitung: Dr. Erich Schumacher. Bühnenbild: Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind entworfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endrich. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr und endet 22.45 Uhr. Freitag-Miete 13. Vorstellung. HI., Bann und Iungbann 116. Delr.: 4. Thealerring-vorslellung. Am Montag, 20. d. M., findet als 4. Vorstellung unseres Theaterringes die Aufführung des Lustspieles „Die kluge Närrin" von Lope de Vega statt. Die Karten können am Samstag, 18. d. M., zwischen 16 und 17 Uhr auf der Verwaltungsstelle des Bannes und Jungbannes 116 gegen Bar- oder Voreinzahlung des Betrages abgeholt werden. Bett.: Freier Kartenverkauf. Zur Theaterring-Vorstellung am 20. d. M. kann eine kleine Menge Karten zum Preise von —,80 Mk. ' wurde, aus dem Bewußtsein, das eigene Schicksal | mitzugestalten. Er stellte die Forderung heraus, daß wir zu größerer Leistung kommen müssen, um | in unserem engen Lebensraum bestehen zu kön- । nen. Ein Volk in einer Lage wie das unsrige lebe nur von dem, was es aus feinen Möglichkeiten mache. Zwar haben, so fuhr der Redner fort, andere Völker leichter zu leben, sie brauchen ihren vorhandenen Raum bei weitem nicht so auszunützen, wie das deutsche Volk — sie erreichen dafür aber auch niemals diese hohe Leistung. Der Vortragende erinnerte dann an die Ursachen, die da- 1 zu führten, daß heute unserem Volke nur ein so Heiner Lebensraum zur Verfügung steht, und wies als Grund dafür auf die jahrhundertelange Uneinigkeit in unserem Volke hin, die es nie gestattete, ein einheitliches politisches Ziel zu verfolgen. In feinen weiteren Darlegungen ging Kreisobmann Wagner auf die Frage der Kolonien ein und betonte das deutsche Recht auf Kolonien. Der Berufswettkampf fei ein neuer Beweis dafür, daß wir als Volk unser Lebensrecht kraftvoll bejahen. Mit der Forderung der Leistungssteigerung dürfe aber keineswegs Raubbau an der Arbeitskraft des schaffenden Menschen verbunden sein. Der Arbeitsplatz müsse licht und schön sein, dem 1 Schaffenden müsse aber auch die Zeit der Ausspannung gegeben sein, er müsse gerecht entlohnt werden, müsse im Alter gesichert sein. Abschließend wies der Redner darauf hin, daß im Berufswettkampf aller Schaffenden das deutsche Volk seine Tüchtigkeit zu beweisen habe. Die deutsche Jugend stehe mit in diesem Kampfe, und sie müsse mithelfen in der Verpflichtung, für Führer, Volk und Vaterland die Probleme zu meistern, damit foätere Generationen ein schöneres, freieres und glücklicheres Reich übernehmen können, als es die Generation unserer Gegenwart übernommen hat. Zum Abschluß der Kundgebung dankte Pg. B e ck - mann den Rednern, dankte auch dem Kreisleiter für die bisher bewiesene Unterstützung des Berufswettkampfes, und forderte dattn alle Anwesenden auf, sich am Berufswettkampf zu beteiligen. Dann wurde die Kundgebung in üblicher Weise geschlossen. an Jg., die dem Theaterring nicht angehören, abgegeben werden. Diese Karten können bei sofortiger Bezahlung am Samstag, 18. d. M., auf der Verwaltungsstelle abgeholt werden. Dolkeweihnachten am 23.Dezember. NSG. Arn Donnerstag, 23. Dezember, um 19 Uhr, finden in allen Ortsgruppen des Gaues Hessen-Nassau Volksweihnachtsfeiern für die vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen statt, an denen außer den Betreuten und deren Kinder die Hoheitsträger, die Politischen Leiter der Partei und Helfer des Winterhilfswerkes teilnehmen. Die Durchführung und Ausgestaltung der Feiern obliegen den Ortsgruppen der Partei. Der Nikolaus bei der Frauenschaft Geßen-Oft. Am Mittwochabend fand im Saale des Cafe Leib die Nikolausfeier der Frauenschaft und des Frauenwerks Gießen-Ost statt. An festlich gedeckten Tischen mit Kerzen und Tannengrün erwarteten die zahlreich erschienenen Mitglieder das Erscheinen des weihnachtlichen Boten. Frau Schäfer begrüßte die Teilnehmerinnen mit herzlichen Worten. Dann sang Frau K a st e n eine Kantate von Thielemann, die recht geeignet war, eine frohe weihnachtliche Stimmung zu schaffen. Die Begleitung hatten Frau N e 11 e l b e ck (Violine) und Frau Fischer (Klavier) übernommen. Die drei Vortragenden ernteten reichen Beifall. Eine ernste Erzählung von Hohl- bäum, in der ein Weihnachtsabend aus der Zeit tiefster Erniedrigung Deutschlands geschildert wurde, las Frau Kronjäger in eindrucksvoller Weise vor. Ein kleines Gedicht verkündete dann das Erscheinen des erwarteten Gastes. Er erschien denn auch, mit großem Jubel begrüßt, und verteilte unter launigen Versen und weisen Lehren und Ermahnungen seine reichlichen Gaben. Viele namenlose Päckchen wurden an kinderreiche Mütter zum Schluß verteilt. Auch die hübschen Kuchenbeutelchen, in bunte Papierservietten verschnürt, die an jedem Platz standen, wurden freudig eingeheimst. So verging' der Abend in fröhlicher Unterhaltung, und er wurde mit gemeinsamem Gesang beschlossen. F. K. Gesamtdeutsche Volkswirtschaft. Ein Vortragsabend. In einem interessanten Vortrag in der Universität im Rahmen einer Veranstaltung des Hilfs- bundes der Oesterreicher, behandelte ein Landsmann aus Oesterreich die Frage, die Möglichkeiten und Aussichten einer gesamtdeutschen Volkswirtschaft. In seinen wissenschaftlich fundierten Ausführungen führte er den Nachweis dafür, Eleclrola Apparate und Schallplatten nnübertroffen 8359D Aut. Verkaufst. MusikMier Gießen daß ganz gleichgültig, wie eine gleichgerichtete Volkswirtschaft des Reiches und Deutsch-Oester- rreichs sich für den einen oder den anderen Staat im Augenblick auch auswirken würde, im Endergebnis doch ein befruchtender und anregender Austausch zustande käme. In einer gedrängten Uebersicht führte er gleiche Bestrebungen einer gesamtdeutschen Volkswirtschaft an, die schon begannen, als das erste deutsche Reich 1806 zerschlagen wurde. In eingehender Weise und an Hand der Handelsbilanzen legte der Vortragende die Möglichkeiten eines gesteigerten Warenaustausches zwischen dem Reich und Deutsch-Oesterreich dar, wobei er ganz besonders auf Milch, Butter, Käse, die Deutsch-Oesterreich überwiegend besitze, verwies. Weiterhin wären es Holz und Erze und ganz besonders die Wasserkräfte, die allein genügen würden, um das ganze Reich mit Elektrizität zu versorgen. Deutsch-Oesterreich wäre andererseits aufnahmefähig für Kohle, Maschinen und Fertigfabrikate. Ein weiterer Austausch wäre durch den Frem- denverkehr möglich. In seinen weiteren Darlegungen gab der Vortragende ein Bild von den reichen Naturschätzen Deutsch-Oesterreichs, das durch einen beschränkten Raum und einen geringen Eigenverbrauch unbedingt auf die wirtschaftliche Verbindung mit seinen Nachbarn angewiesen sei. Durch eine gleichgerichtete deutsche Volkswirtschaft ließen sich aber reiche und wertvolle Anregungen und Ausgleiche zwischen der reichsdeutschen und der deutsch-österreichischen Wirtschaft herbeiführen, die beiden Staaten von größtem Nutzen sein könnten. Die reichen Holzvorräte, die Wasserkräfte und die Erzvorkommen würden unter Anwendung der im Reiche neu eingeschlagenen Wege der Selbstverarbeitung im Zuge des Vierjahresplanes, zur Faserverarbeitung, Zuckergewinnung ufw., ferner der Austausch überschüssiger Nahrungsmitteln würden die Lebensbedingungen beider Staaten fördern. Der Lebensraum für beide Staaten würde ausgeweitet und die Förderung der nationalstaatlichen Wirtschaft herbeigeführt. Wie Hamburg das Ausfuhrtor nach dem Meere, so würde Wien die gleiche Bedeutung nach dem Südosten Ser zuckersüße Habelmann. Von Mario Heil de Brentani. In jedem Frühling und in jedem Herbst schlugen sie ihre hölzernen Stände auf, spannten regengraue Leinewand über knirschende Bohlen und boten wohlfeilen Hausrat, gläsernen Tand und buntklecksige Tonscherben aus. Einstmals waren es Kaufherren aus aller Könige Länder gewesen, heute waren es nur noch schlichte Leute mit schmalen Börsen, die auf rumpeligen Wagen durch die Gaue zogen; einst bot Frau Agnes Dürerin die Holzschnitte der österlichen Passion an die reichen Bürger der Reichsstadt Frankfurt aus, jetzt waren es billige Drucke von Kinoschönheiten — und der sie anpries, mochte auch ebenso gern seine Schuhwichse an den Mann bringen. König aller Herrlichkeiten der Budenmesse war der zuckersüße Habelmann. Ein breites Schild zeigte Namen und Herkunft an. Peter Habelmann war Zuckerbäcker, Erfinder, Komiker und Humorist und stammte aus einem Taunusstädtchen. Dies und anderes hatte er in wundersamer Schnörkelschrift auf das breite Schild geschrieben. „Patentmechanisches Zuckerwerk!" prahlte das Schild. „Gesetzlich in der ganzen Welt geschützt!" drohte es, und „Prämien uni) Medaillen höchster Behörden!" log er munter. Darüber stand in gewaltigen Lettern der Name, Peter Habelmann, als habe es damit eine unschätzbare wichtige Bewandtnis. Das „Patentmechanische Zuckerwerk" war allemal, wenn die rotweiß geringelten Leinwandbah- nen von Peters Hand zu einem schattenspendenden Dache gefügt waren, von den Gassenjungen der Altstadt umlagert; mitten unter ihnen behaupteten sich kämpfend die Gymnasiasten. Ich war immer dabei. An einem Tage nun hatte Habelmann, der seine Waren mit derben Späßen und einer All er - weltsphilosophie auszubieten pflegte, besonders gute Laune. Er überschrie sich förmlich in phantasttschen Uebertreibungen, und er tat noch ein Weiteres zui; Erhöhung des Umsatzes feines zuckersüßen Unternehmens, er stieg auf eine leere Kiste und fuchtelte mit den Armen. Er hatte einen Posten Waffeln aufgekauft, die man ihm sogleich aus den Händen riß, wenn er nicht just auf der Kiste stand und seinen heiteren Kauderwelsch zum besten gab. Ein großes Paket war um eine ganz geringe Summe Geldes zu haben, kleine Mengen aber gab Habelmann nicht her, und er wußte das in seinen Reden an die Jugend auch sorgfältig zu begründen. Ich überzählte die aufgestapelten Waffelpakete, maß die. Spanne bis zu dem Tage ab, an dem ich mein 1 Taschengeld bekäme, und es ergab sich, daß meine schlecht sein mußten. Ich hatte bereits eine der Waffeln gekostet — Häbelmann verteilte nach jeder Rede Kostproben — und konnte mich hernach nicht entsinnen, jemals solche Leckerei von Biskuit und Sahne gegessen zu haben! Kriegswaffeln freilich, aus Roggenmehl und Kartoffeln, fingerdick und kleisterig, hatte Mutter manchmal zu backen versucht, auch Ersatzbutter, die zu drei Vierteln aus einem schaumigen Nichts bestand und der Schlagsahne nur der Gestalt nach glich, kannte ich zur Genüge — aber echte Sahnewaffeln von Peter Habelmann lohnte es freilich in Mengen einzukaufen!. Wie würde sich Mutter freuen, am Sonntag hatte sie Geburtstag, in vier Tagen! „Die große, niemals wiederkehrende Gelegenheit!" schrie indessen der zuckersüße Habelmann, „die echten Afrika-Waffeln, Marke Hannibal, köstlich kühl bei jeder Witterung, die Attraktion der Zuckerwerke von Karthago!" prahlte er. „Der Vorrat geht zur Neige! Neige heißt Schnee auf französisch: Schnee schmilzt, ihr Leut, beeilt euch, sonst kommt ihr ohne die Patent-Habelmann- Waffeln nach Haus, und Mutter ist bös!" krähte der Mann auf der Kiste heiser. Aber noch türmten sich Waffelpakete zum Bretterdach. Es hatte keine Bange mehr damit; einen halben Turm würde er morgen gewiß noch haben, vielleicht nur einen Viertelturm, mir genügte ein einziges Paket ... Einen Tag noch! Am Samstag lief ich sogleich nach der Schule hin. Ich hielt das Taschengeld in der Hand und warf die Beine, als gelte es, das Leben zu retten. Die schmale Gasse zwischen den Ständen war verstopft, ich blieb eingekeilt und -ließ mich mählich Dorroärtstreiben. Die beiden jungen Hausfrauen, die vor mir hertrippelten, im drängenden Menschenkeil, hatten sich eingehakt und zeterten. „Aber so geht das mit de Reichtümer!" keuchte die eine „gestern hui, morgen pfui! Un net emal versichert hat er sich, na, ’s is e Kreuz mitm Feuer, mei Onkel Jv^ef hat's ja aach erlebe misse ." Die andere stellte sich auf die Fußspitzen und reckte das Kinn hoch. „Da vorn is es!" stieß die Frau hervor. Jetzt löste sich der Keil. Die Feuerwehr hatte einen Stand beiseite geräumt und den Menschenstrom abgelenkt. Ich lief ein paar Meter weiter bis zur Absperrung. Vor mir brannte in gelben und in braunroten Flammen das Patentzuckerwerk Peter Habelmann! — Es roch nach frischem Kandiszucker und biß in die Augen. Jetzt prallte ein brausender Strahl in das knatternde Holzbündel, das einmal Verkaufsladen, Zuckerwarenfabrik und Lach- bühne in einem hin gewesen war und spülte einen zischenden bräunlichen Sud aus den Bohlen. „Die scheene Waffele!" murmelte jemand hinter mir, als gerade der letzte übriggebliebene Turm lodernd und zischend in die Gasse purzelte. „Wenn ich fe doch nor all verschenkt hätt! Nu frißt se der Deibel un die ganze Kass' dazu, die ganze Kass' ..." Der Mann hinter mir schluchzte, in langen, heiseren Stoßen. Zuweilen schneuzte er sich dröhnend, als wollte er das Weinen übertönen. Ich drehte mich um, — es war der zuckersüße Habelmann. Ich schlich auf Fußspitzen davon, obschon die Wasserschläuche und die Stimmen Lärm in Fülle machten. Beim nächsten Zuckerstand kaufte ich mit dem Taschengeld zwei Pfund rote und gelbe Zuckereier. Ich tat es ohne Wahl und Freude. Auf dem Geburtstagstisch der Mutter standen sie in einer Suppenschüssel. Mutter strich mir lächelnd über das Haar und biß herzhaft in eines der roten Eier hinein. Es mußte sehr weh getan haben, denn sie schrie leise auf. Die übrigen versuchten wir erst gar nicht zu zerbeißen. Wir hatten genügend Erfahrung mit solchen Dingen gesammelt. „Wenn der Habelmann wiederkommt, mache ich's wieder gut! Dann bekommst du gleich zwei Pakete Sahnewaffeln!" tröstete ich die gütige Mutter, aber mir schien, ich sei selbst der Getröstete von uns beiden ... * Wenn ich seitdem irgendwo in Deutschland durch einen stillen ober lauten Markt wandere, spähe ich heimlich nach einer vertrauten Bude. Hölzerne Planken und ein gestreiftes Leinwanddach ... Wer ich spähe immer vergebens ... Hochschulnachrichten. Die Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften hat zu korrespondierenden Mitgliedern ernannt: in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse Dr. Hans Geiger, 0. Professor der Physik an der Technischen Hochschule Char- lo-ttenburg, Dr. Werner Heisenberg, 0. Professor der theoretischen Physik an der Universität Leipzig, Dr. Richard Kuhn, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstitutes für medizinische Chemie in Heidelberg, Dr. Walther Roth, 0. Professor der physikalischen Chemie an der Technischen Hochschule Braunschweig. Zu korrespondierenden Mitgliedern der philosophisch-historischen Klasse wurden berufen: Dr. Otto Sern, em. Professor der klassischen Altertumswissenscha't"n an der Uni? berfität Halle, Dr. Otto M e n s i n g , 0. Prozessor der deutschen Philologie an der Universität Kiel. Zeitschriften. — „Der Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik", Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde, bringt im Dezember-Heft wieder eine Reihe wertvoller Abhandlungen aus den verschiedensten naturwissenschaftlichen Gebieten und ausgezeichnete Bildwiedergaben. Walter Flaig schreibt über die Gletscherkunde, die vor hundert Jahren mit der damals aufkommenden Lehre von der Eiszeit in der Schweiz ihren Ursprung nahm. Als Vertreter der inneren Medizin bringt Dr. med. Klodt beachtenswerte Feststellungen, über die Frage: „Ist Kochsalz ein Gift?" Er kommt zu dem Schluß, daß das Kochsalz in der üblichen Menge durchaus nicht schädlich, sondern sogar notwendig ist. Dr. Canaris veröffentlicht eine Reihe mustergültiger Aufnahmen von der Brutzeit unseres Turmfalken und schildert, wie Turmfalken zur Welt kommen in einer Form, die jeden Naturfreund entzückt. Prof. Dr. Goetsch veröffentlicht eine sehr aufschlußreiche Abhandlung über die Verständigung und die Zusammenarbeit der Ameisen im Ameisenstaat. Ins Alibotuschgebirge Bulgariens führt Dr. Eller mit seinen Bildern und Beobachtungen. Dozent Dr. Schweizer schildert das Kaltsterilisationsoerfahren in der angewandten Biologie. Zu den Fragen des Vierjahresplans führt Dr. Flemmig mit feinem Bericht über die Treibstoffgewinnung aus Ruhrkohle. Kleine Beiträge, Forschungsergebnisse aus den verschiedensten Zweigen der Naturwissenschaften, Anregungen zur Naturbeobachtung „Der Teich im Winter", die Bücherschau und die beliebte Preisfrage schließen das inhaltsreiche und sehr gut ausgestattete Heft ab. — , Es gibt kein Lexikon der Geschenke. Es kann, so sehr dies einige Familienväter oft wünschen, auch keines geben, weil Wünschen und Schenken eines jeden persönliche Sache ist. Die hundert Vorschläge zum Wünschen und Schenken, die das Dezemberheft der neuen linie (Verlag Otto Beyer, Leipzig, 1 Mark) bringt, werden aber vielleicht willkommen sein, weil sie mit her Fülle der Anregungen eine gut orientierende Führung an die weihnachtlichen Schaukasten unternimmt. — Auf einigen reizvollen farbigen Seiten wird der moderne Wohnsttl der anderen Nationen gezeigt. Ein interessantes Kapitel Physiognomik bildet die Gegenüberstellung von Jugend- und Altersbildnissen berühmter Persönlichkeiten. — Die geistige Ernte vermittelt die stärksten Bucheindrucke dieses Jahres. — Als ihr Weihnachtsgeschenk setzt die neue linie eine Stiftungsgabe für junge begabte Künltler aus und stellt die Preisträger in Bild und Wort vor. Europas erhalten und eine gesamtdeutsche Volkswirtschaft würde ihrer Bestimmung, die Brücke nach dem Südosten Europas zu bilden, erfüllen können. Die Ausstrahlungen eines vernünftigen Wirtschaftsverkehrs würden nicht nur den beiden Ländern, sondern darüber hinaus ganz Südost-Europa und Europa zugute kommen und einen Beitrag zum Frieden der Welt bilden. 23. Musikalische Abendfeier in der Iohanneskirche. In der am Sonntag, 19. Dezember, 17 Uhr, stattfindenden Musikalischen Abendfeier wird das Weihnachtsoratorium in der originalen Vertonung von Heinrich Schütz aufgeführt. Diese Art der Darbietung ist eine Erstaufführung für unsere Stadt, und sie dürfte daher großem Interesse begegnen. Die Solopartien werden von G. Bley, R. Philipp, H. Undeutsch, Baß; F. Laun, Tenor; I. Stammler, E. Müller-Leutert, Alt; M. Nebeling, Sopran, die Chorpartien von dem Kirchenchor der Gefamtge- meinde gesungen. Das Orchester wird gebildet von Mitgliedern des Städtischen Orchesters und Gieße- ner Musiklehrern. Die Leitung hat Iohs. N e b e - fing. Auf die am 24. Dezember stattfindende 24. Musikalische Abendfeier sei bereits hingewiesen. Der Odenwälder Pelznickel in Giehen. Am Dienstagabend fanden sich — wie man uns berichtet — die gebürtigen Odenwälder unserer Stadt und ihrer Umgebung im Hotel Hopfeld zusammen, um in sinniger und heimatverbundener Weise Weihnachten miteinander zu feiern. Ein aus Landsleuten gebildetes Orchester spielte weihnachtliche Weisen. Die „Deutsche Weihnacht" von Hermann Claudius leitete die Feier ein. Der stellvertretende Vorsitzende, der eine stattliche Zahl Lands- Gedenket der hungernden Vögel! leute aus allen Teilen des Odenwalds begrüßen konnte, erinnerte in seiner Ansprache an Weihnachten im Odenwälder Vaterhause und mahnte zur Treue zur angestammten Heimat. „Weihnacht" von E. v. Wildenbrucb und der „Weihnachtsbrief eines Abgewanderten^ von Jakob Kneip, unterm brennenden Chriftbaum gesprochen, hinterließen einen tiefen Eindruck. Und dann kam, wie es im Odenwald Brauch ist, der Pelznickel mit dem strahlend weißen Christkindchen. Der reiche Gabensack öffnete sich, und jedes Glied der großen Odenwäl- der Familie erhielt vom Christkindchen seine Gäbe, während der Pelznickel manchem ins Gewissen sprach oder auch besonders treue Landsleute ehrte. Mit Ziehharmonika und mit Odenwälder Volksliedern klang die heimatliche Weihnachtsfeier aus. Hoherodskopf: Sportmöglichkeit gut bis sehr gut! Die Wintersportverhältnisse im hohen Vogelsberg sind sehr günstig. Es liegen 40 cm Schnee, auf den Hängen leichter Bruchharsch, im Walde schöner Pulverschnee. Temperatur —3 Grad, herrlicher Rauhreif. Sportmöglichkeit gut bis sehr gut! Tödlicher Sturz von der Treppe. Im Hause Nahrungsberg 32 ereignete sich gestern vormittag ein schwerer Unglücksfall. Die Eehefrau Henriette des Arbeiters Kuhn wurde auf der Treppe zu ihrer Wohnung plötzlich von einem Schwächezustand überfallen und stürzte die Treppe hinab. Mit einem schweren Schädelbruch mußte die 64jährige Frau in die Chirurgische Klinik gebracht werden, jedoch erlag sie bald nach der Einlieferung der erlittenen schweren Verletzung. ♦ ** Silberhochzeit. Am morgigen Samstag, 18. Dezember, können der Kaufmann Robert M ü l - I e r und Frau, geborene Eißfeller, wohnhaft Bahnhofstraße 48, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. ** Unfälle. Ein 25jähriger junger Mann aus dem Erdkauterweg schnitt sich, als er mit einem Messer hantierte und damit ausglitt, in den Unterarm. Mit einer Schlagaderverletzung mußte er sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — Ein Arbeiter aus dem Seltersweg zog sich bei einem Sturz von der Treppe erhebliche Gesichtsverletzungen zu. Auch er mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Flensungen (Kreis Alsfeld). Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssep das 27. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem Derschen Beamtengesetz erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben. LPD. Wann können Schneeschuhe in die Züge mitgenommen werden? Für den bevorstehenden Winterverkehr ist die Mitnahme von Schneeschuhen in die Abteile der Reisezüge wie folgt geregelt: 1. Wie im Vorjahre wird die Mitnahme von Schneeschuhen in Schlaf- und Liegewagen ausgeschlossen. 2. Sie ist allgemein zugelassen in Abteilen 2. Klasse der Personenzüge und in der 3. Wagenklasse aller Züge. 3. Soweit in den Seitengängen der Ö-Zugwagen und in den Vor- räumen der neuen Eilzugwaqen der hauptsächlich dem Wintersport dienenden Züge für die Unterbringung von Schneeschuhen besondere Einrichtungen eingebaut sind, können Schneeschuhe in diese Wagen auch von Reisenden der 1. und 2. Klasse mitgenommen werden. Die Schlitzerländer Volkstracht Vortragsabend im Oberhessischen Geschichtsverein. Der Oberhessische Ges ch i chtsverein Hütte für seinen zweiten Vortragsabend dieses Winters Fräulein Dr. Hain, Assistentin am Germanischen Seminar der Universität Frankfurt a. M., gewonnen. Die Vortragende, die sich schon seit Jahren mit volkskundlichen Forschungen beschäftigt, hat im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht bensbild eines oberhessischen Trachtendorfes , in dem sie das behandelte Dorf gewissermaßen als Typus eines Trachtendorfes herausstellte. In der Einleitung ihres Vortrages, der mit fchö- nen Lichtbildern aus dem Schlitzerland geschmückt war, führte Fräulein Dr. Hain aus, daß die einzelnen Volksgüter wie Volkslied und -spräche, Sitte und Brauch, Sage und Märchen, selbst die Art der Häuser und Anlage der Gehöfte und nicht zuletzt die Tracht niemals allein und für sich betrachtet werden dürfen. Das alles zusammen erst kann gestatten, sich ein Bild vom Leben und Wesen des Volkes zu machen und zu erkennen, wie stark die Gemeinschaft in einem Dorf und weiter in einer Landschaft wie etwa dem Schlitzerland mit seinen sechzehn Dörfern um die Stadt Schlitz ist. Denn es ist die sozial- politische Aufgabe der deutschen Volkskundeforschung, die Kräfte aufzuzeigen, die sich als gemeinschasts- bildend darstellen. Wenn man auf diesem Wege versucht, die Schlitzerländer Volkstracht in dem größeren nachbarlichen Kulturkreis darzustellen, und zwar die heute noch wirklich vorhandene Tracht, dann muß man notgedrungen zunächst einmal einen Blick in die Geschichte werfen. Rur von dort aus ist es möglich, die bis heute wirksamen Zusammenhänge der verschiedensten Art klarzulegen. Der Fürstabt von Fulda war der Lehnsherr der Grasen von Schlitz, und dieie rechtliche Bindung ist nodh heute — Jo merkwürdig das klingen mag — erkennbar in Neinen Besonderheiten der Tracht, die offenbar in jener alten Fuldaer Zeit ihren Ursprung haben. Als mit der Reformation auch die Grafschaft Schlitz zu einer größeren Selbständigkeit kam und später sogar ein souveränes Ländchen war, begann recht eigentlich die Ausbildung dessen, was man das „Schlitzerland" nennt. Der Mittelpunkt dieser sechzehn Dörfer wurde mehr und mehr die Stadt Schlitz, wo die Grafen nicht weniger als drei 23urgen errichteten. Immer fester wurden die Fäden zwischen dieser Stadt und den Dörfern sowie den Dörfern untereinander. Und gleichzeitig entstand so etwas wie eine Grenze gegenüber den benachbarten Herrschaften und hessischen Aemtern. Das so allmählich entstandene Eigenleben dieses kleinen Ländchens, das auch auf vielen anderen Gebieten des Volkslebens nachzuweisen wäre, hat besonders in der Tracht seinen Ausdruck gefunden. Und was die Schlitzer Tracht von den anderen hessischen Trachten unterscheidet, ist die auffallende Verwendung gestrickter Kleidungsstücke. Man ist überrascht, wieviel Wolle im Schlitzerland verbraucht wird. Es wäre eine interessante Frage, ob die ganze Wolle aus dem Ländchen stammt, wie sie gefärbt wird usw. Es ist aber nicht die Herstellung wollener» Bekleidung allein, die die Schlitzerländer etwa von den Vogelsbergern abhebt, sondern vor allem die hochentwickelte Strickkunst. Die Motzen und kurzen Jacken der Frauen und Mädchen sind bunt verziert, das Halstuch erscheint als wahres Kunstwerk; an seine Stelle ist vielfach der Seelenwärmer getreten, der viel einfacher, bescheidener ist. „Fürwes" sind die ursprünglich nur aus einem „Fuß" bestehenden Ueberstrümpfe, die in den Holzpantoffeln getragen werden, lieber die Zwickelstrümpfe aus blauer Wolle, die mit besonderer Liebe gestrickt und verziert werden, ließe sich leicht ein ganzer Aufsatz schreiben. Immer wieder werden die ererbten Muster, die chre besonderen Namen tragen, verwendet und ihr Schmuck durch neue Vorlagen vergrößert. Mit Bedauern hört man, daß wie anderwärts auch die Schlitzer Volkstracht zurückgeht. Die frühere Brautkrone ist schon verschwunden, und es wird wohl einmal eine Zeit kommen, da die Schlitzerländerinnen weder Fürwes noch Zwickelstrümpfe tragen, sondern Schuhe und Strümpfe, die man in der Stadt kaufen kann. Aber es sind nicht nur äußerliche Dinge, die dann entschwunden sein werden. Heute noch prägt sich In der Tracht der Ablauf des kirchlichen Jahres ab — in der Aüvents- und Passionszeit trägt man Jacken mit dunkelviolett oder grünen Streifen an Stelle des sonst üblichen lebhaften Rot — und die Feste und hohen Zeiten im Leben des einzelnen und der Dorfgemeinschaft finden im Schmuck der Kleidung ihren Ausdruck. Man kann, was vergehen will, nicht gewaltsam halten. Aber man kann und muß hoffen, daß die mit den Trachten einst gewachsenen inneren Werte erhalten bleiben: die gemeinschaftsbildenden Kräfte unseres Volkstums! Aus den Gießener Gerichtssälen. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich die O. D. aus Friedberg vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung und übler Nachrede zu verantworten. Die Angeklagte war bis vor kurzer Zeit Vormund ihres geistesgestörten Mannes. Nachdem ihr die Vormurü)schäft jedoch entzogen worden war, begann sie an alle möglichen Dienststellen Eingaben zu machen, die beleidigende Aeußerungen gegen das Dormundschaftsgericht und das Ortsgericht Friedberg, sowie gegen den örtlichen Polizeidirektor enthielten. Obwohl cllle Vorwürfe vollkommen aus der Luft gegriffen waren, konnte sich die Angeklagte in der gestrigen Haupt- verhandlung nicht dazu bequemen, das Unrecht ihres Tuns einzusehen. Trotzdem hielt ihr das Gericht in weitestem Maße ihre schlechten häuslichen Verhältnisse zugute und sah daher noch einmal von einer Freiheitsstrafe ab. Das Urteil lautete auf insgesamt 2 0 0 Mark Geldstrafe. Ebenfalls wegen Beleidigung und übler Nachrede hatte sich der K. R. aus Lumda zu verantworten. Der Angeklagte hatte am Amtsgericht -Grimberg mehrere Zivilprozesse geführt, gegen die er, soweit er sie verlor, Berufung verfolgte. Als der Angeklagte gelegentlich auf der Straße einen Beamten des Amtsgerichts Grünberg traf, der ihm persönlich bekannt war, kam er auch auf die laufenden Prozesse zu sprechen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung: „Wenn ich die Prozesse verliere, so weiß ich ganz genau, daß dies eine abgekartete Sache ist. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Butterwecke an das Gericht geschleppt." In der gestrigen Hauptoerhandlung bestritt der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Aeußerungen, er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überfuhrt. Mit Rücksicht darauf, daß der Vorwurf einer Bestechung der schwerste ist, dem man einem Gericht überhaupt nachsagen kann, hielt das Gericht eine exemplarische Freiheitsstrafe für notwendig und erkannte auf fünf Wochen Gefängnis. Sodann stand der K. S. aus Staden wegen Erregung öffentlichen Aergernisses vor dem Schöffengericht. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, sich einer Frau unsittlich genähert zu haben. In der Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit stattfand, bestritt der Angeklagte die Tat, wurde aber, ebenso wie in dem vorhergehenden Falle, durch die eidliche Aussage der Zeugin überführt. Da der Angeklagte wiederholt, auch einschlägig, vorbestraft ist, hatte das Gericht keine Veranlassung, Milde walten zu lassen, und es erkannte auf eine Gefängnis st rafe von sechs Monaten. Die nächste Anklage wegen schwerer Urkunden- fälschung richtete sich gegen I. M. aus Ilbeshausen und dessen Sohn. Der Sohn hatte den Pflug eines Nachbarn beschädigt und diesen Schaden bei der Versicherung angemeldet. Nach kurzer Zeit wurde die Schadenssumme in Höhe von 62 Mark ausgezahlt und den Angeklagten überwiesen. Der Vater nahm dos Geld an und quittierte auch. Als der Sohn hiervon erfuhr, beabsichtigte er, die Summe an den Geschädigten weiterzuleiten. Da er von dem Geschädigten aber selbst noch einen kleinen Betrag 3U beanspruchen hatte, vertrat der Vater die Auffassung, daß der Schaden nach Abzug von 10 Mark mit 52 Mark genügend abgegolten fei und er auf diese Weise wenigstens zu seinem Geld käme. Der Sohn willigte, wenn auch zögernd, ein. Daraufhin änderte der Vater die Zahl 62 auf dem Postabschnitt in die Zahl 52 ab und ließ dem Geschädigten 52 Mark durch den Sohn aushändigen. Beide Angeklagten waren geständig und zeigten auch Reue über ihre Tat. Das Gericht billigte ihnen in weitem Maße mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von je drei Monaten. Die .nächste Anklage, ebenfalls wegen schwerer Urkundenfälschung, richtete sich gegen die bereits einschlägig vorbestrafte L. K. aus Reichelsheim. Die Angeklagte war zusammen mit einer anderen Frau auf einem Gut beschäftigt, wo auch noch ein Knecht, der weder lesen noch schreiben kann, tätig war. Dieser hatte eine Freundin, die sich zur Zeit in Marburg in der Klinik befand. Die beioen Frauen kamen nun überein, den Knecht etwas zu schröpfen. Dies geschah auf die Weise, daß die Angeklagte an den Zeugen mehrere Briefe schrieb, die angeblich aus Marburg von der Freundin kamen und auch mit deren Namen unferzeichnet waren. In diesen Briefen wurde er aufgefordert, Kleider, Schuhe und Bargeld zu schicken. Dieser Trick gelang der Angeklagten mehrere Male. Sie verstand es, nach und nach ein Kleid, ein Paar Schuhe und 5 Mark Bargeld dem Knecht abzugaunern. In der gestrigen Haüptverhandlung gab die Angeklagte zu, die Briefe geschrieben zu haben. Sie versuchte aber, ihrer Freundin, die sich demnächst wegen der gleichen Sache vor dem Gericht zu verantworten haben wird, die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Angeklagte behauptete auch, daß diese als die Haupttriebfeder den größten Teil der erbeuteten Gegenstände erhalten habe. Diese wiederum, die ebenfalls als Zeugin vernommen wurde, verweigerte zu den Hauptpunkten die Aussage. Sie blieb daher wegen des Verdachtes der Mittäterschaft auch unvereidigt. Bezüglich der 5 Mark verlegte sich die Angeklagte aufs Leugnen und behauptete, ihr Mann habe das Geld an die Freundin des Zeugen nach Marburg geschickt. Da diese das Geld nie erhalten hat, sah das Gericht auch in diesem Fall die Angeklagte als überführt an. Trotz ihrer Vorstrafe billigte ihr das Gericht wegen der Geringfügigkeit der Gegenstände noch einmal mildernde Umstande zu und erkannte wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug, sowie einer weiteren Unterschlagung auf eine Gefäng- nlsstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. Aus der engeren Heimai. Das Gießener Stadttheater in Alsfeld. ch Alsfeld, 16. Dez. Nach längerer Pause gastierte wieder das Stadttheater Gießen in Alsfeld, und zwar mit Lortzings komischer Oper „Der Wildschütz". Nach Auflösung der Deutschen Musikbühne Berlin in der ll^.-Kulturge- meinde, die in den letzten Jahren regelmäßig in Alsfeld Operngastspiele gab, wird nunmehr das Stadttheater Gießen an deren Stelle treten und wieder regelmäßig Vorstellungen in unserer Stadt geben, und zwar im Rahmen der von der NSG. „Kraft durch Freude" in Alsfeld gegründeten Kul- turgemeinschaft, die schon die stattliche Zahl von über 500 Platzmieten aufweist. Die Wiedereinfüh- rung des Gießener Stadttheaters mit der Lortzing- Oper war eine ausgezeichnete Empfehlung. Die ge- sanglichen Leistungen der Darsteller, unterstützt von dem Spiel des Städtischen Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter, brachten alle Schönheiten der volkstümlichen Musik Lortzings Aur Entfaltung. Die Spielleitung und die Bühnenbilder von Karl Löffler rundeten die Vorstellung ab. Die Zuhörer, die das Haus bis auf den letzten Platz füllten, dankten den Künstlern mit herzlichem Beifall. Als weitere Gastspiele des Gießener Stadttheaters sind für die laufende Spielzeit die Strauß- fche Operette „Eine Nacht in Venedig" und Pucci- nis „La Bohöme" vorgesehen. Unfälle auf dem Lande. Der 27jährige Landwirt Heinrich Bender ans Mainzlar erlitt, als er mit seinem Fuhrwerk unterwegs war, einen Unfall, bei dem er sich erhebliche Brustquetschungen zuzog. — Der Arbeiter Karl Schneider aus Watzenborn-Steinberg geriet mit einer Hand zwischen eine Schiebetüre und erlitt dabei eine schwere Quetschung und einen Knochenbruch. — Durch ein Drahtseil zog sich der 28jährige Arbeiter Richard Balser aus Geiß- Nidda eine schwere Armverletzung zu. — Der Landwirt Heinrich Kloß aus Beltershain wurde im Stall von einer Kuh heftig gegen die Wand gedrückt und mußte unter dem Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Der bei der Reichsbahn beschäftigte Heinrich G ö r l a ch aus Lang-Göns erlitt durch einen Stoß gegen die rechte Brustseite eine Rippenquetschung. — Der 20jährige Arbeiter Otto Stork aus Rodheim a. d. Bieber stieß beim Rangieren mit dem Kopf gegen einen Mast und zog sich eine schwere Wunde am Hinterkopf zu. Landkreis Glesien 8 A l t e n - B u s e ck, 16. Dez. Wie in früheren Jahren, so wurde auch jetzt wieder in der hiesigen Volksschule damit begonnen, den Kindern minderbemittelter Eltern während des Winters zum Frühstück warme Milch zu verabreichen. Die Unkosten dieser Milchspeisung trägt zum größten Teil ■ die NSV. # ©taufenberg, 15. Dez. Dieser Tage drang nachts ein Marder oder ein Wiesel in den H ü h n e r st a l l des Einwohners Peter W a ck ein und tötete acht Hühner. # Mainzlar, 15. Dez. Die NSDAP, ver- anstaltete im Saale von Müller einen V D A. - Abend. Der Saal war gut besetzt. Nach einem Liede der Schulkinder sprach Studienrat Sey- bold aus Gießen über die Not und den Kampf der Auslanddeutschen um ihre Selbstbehauptung. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Sinn- fprüche und Lieder der Schuljugend, die eine gute Vorbereitung durch Lehrer Weisel bewiesen, verschönten den Abeicki. # Saubringen, 15. Dez. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. auch, die Wasserversorgung des Dorfteiles jenseits der Bahn in Erwägung gezogen. Da sich dem Anschluß an die Dorfleitung erhebliche Schwierigkeiten entgegenstellen, wurde erwogen, den unweit vorbeiziehenden Wasserstrang Mainzlar—Lollar zur Wasserzufuhr in Anspruch zu nehmen. O Saasen, 15. Dez. Unweit unseres Dorfes ereignete sich auf der Provinzialstraße ein 23er« kehrsunfall. Ein. Motorradfahrer fuhr von hinten gegen ein'Pferdefuhrwerk, stürzte und erlitt erhebliche Kopfverletzungen, so daß er sofort in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Das Motorrad wurde sehr beschädigt. — Aus unserer 580 Seelen zählenden Gemeinde befinden sich gegenwärtig acht Personen in Krankenhausbehandlung zu Gießen. Der Gesangverein „Eintracht" hat beschlossen, den Kranken am kommenden Sonntag mit einigen Liedern Freude zu bereiten. * Hungen, 15. Dez. . Die NS. - Frauenschaft, Ortsgruppe Hungen, konnte durch Sammlung dem WHW. 91 Weihnachtspakete zur Verfügung stellen. — Auch in Hungen kamen die Mitglieder der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes zu einer frohen Nikolausfeier zusammen. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal des >,Solmser Hofes" war von unserer Jugendgruppe sinnvoll geschmückt. Die Jik- gendgruppe gestaltete den Abend mit gemeinsamen Liedern, Mundartgedichten und Liedern zur Laute aus. Auch der Nikolaus kam und brachte den Mitgliedern ein gegenseitig gestiftetes Päckchen. Der frohe Abend war allen ein schönes Erlebnis. gfs. Langd, 16. Dez. Die NS. -Frauenschaf t hielt auch in unserer Zelle eine fröhliche Nikolausfeier ab. Außer den Mitgliedern erschienen auch die Männer als Gäste. Knecht Ruprecht erschien mit lustigen Derschen und kleinen Geschenken. Danach blieben alle noch in froher Gemeinschaft einige Stunden beisammen. Natürlich wieder zu mir preiswert ii Offener Sonntag: Schenken Sie Kleidung,gute Kleidung M fcnmer begeht! 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Dezember 1937 Dormittagsziehung wurden gezogen bei [?678d Otto Georg Igi V " /Wicbittc?. 1464 13250 34768 36611 AQuarieo dann wün&ien^ic fiefj do di tinczuVJdljnadjtai! 3016 7808 13145 16616 400 RM 76788 92739 111499 115953 119882 120405 120776 ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen Meli M beraten 289619 <5> 1421 110826 144431 werden Sie im „Spezial-Geichätt daher 86255 91152 95770 101520 103634 107900 Strickwaren Strümpfe 8370 A °»Dilhnar Nähe, sticke, stopfe mit der bestens bekannten Pfaff-Nähmaschine Oie deutsche Marke Seltersweg 30 Nähe elektrisch, es ist bequem - benutze die kleine sparsame Mblampe 133036 168885 187155 215858 236845 252009 263668 314403 339262 359190 368043 393019 222893 297547 344230 393310 225852 305412 352291 124001 160381 187127 214420 235096 251618 263103 311372 332152 354768 367779 390632 121169 141007 162244 187785 216222 230312 273676 299303 316600 338394 378385 5000 NM. 3000 RM. 2000 RM. 1000 RM. 266701 134864 142419 163276 195928 222866 239756 279988 306452 329870 365659 381468 135043 143829 163402 197477 223816 250358 282113 309878 331026 369780 382597 149924 182590 197320 230610 240757 255571 284678 322629 346249 362196 384742 137303 148893 164295 204276 225833 256704 290595 315982 336300 370063 394440 253298 324768 369041 139889 152358 180591 207441 228077 270928 295452 316550 336316 375770 398633 118147 158058 183843 210608 232301 245244 260331 287032 328773 349316 365066 388837 254248 332310 371493 127694 141711 162517 194986 217001 231794 274040 305061 323318 351487 381335 141974 176150 188479 216255 238668 255061 278013 315394 343411 360529 370811 393462 149078 178420 193909 217796 240656 255263s 284048 322141 343946 361836 371730 15099 115408 179722 198068 194954 280278 ' 57901 62767 68691 72741 143297 161736 135680 140944 12470 102616 239799 >274833 313302 46837 61512 152046 Beden 8 Gewinne zu 800 RM. 182888 (neben z Neustadt 27 3. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klaffen-Lotterie die kaurFerpreiswertuio QualitiSfchrung bei Telephon 28 0 2 8373V Stamm 6/116 06105 168 Gewinne zu .— 47810 51999 63441 Telephon 3369 H. KRAFT Kein Geschenk kann so viel Freude erwecken, als ein Besuch bei dem 182810 186958 288070 296112 336865 337713 376994 389572 Allen Einwohnern von Gießen und Umgegend, insbesondere meiner verehrten Kundschaft zur Kenntnis, daß ich meinen Damen- und Herrenfrisiersalon, den ich 2 Jahre verpachtet hatte, ab 1. Januar 1938 wieder selbst weiterführe. Mein früherer 1. Gehilfe ist ebenfalls wieder bei mir tätig. - Indem ich bitte, mir das seitherige Vertrauen auch weiterhin entgegenzubringen, verspreche ich, wie in den vergangenen 45 Jahren, entgegenkommende und solide Bedienung 64 Gewinne « 500 RM. 1464 13250 34768 36611 67997 73060 74602 78139 125866 138161 167731 bepflanzt und bevölkert liefert 837?d tiescnartsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag« Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. SchulstrJ C.G.KIeinhenn Ba^nhofstr. 61 Zierfische seit 1879. Die Ziehung der 4. Klasse der 50. Preußisch- Süddeutschen (276. Preußischen) Klaffen-Lotterie findet am 12. und 13. Januar 1938 statt Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Gesamtgut) der Einwilligung der Frau bedarf. Die Frau kann nur mit Zustimmung des Mannes über Gesamtgut verfügen oder Rechtsgeschäfte abschliegen, für welche das Gesamtgut haftet (z. B. Kauf eines Klaviers). Ausnahmsweise bedarf die Frau der Zustimmung des Mannes nicht, wenn der Mann durch Krankheit oder Abwesenheit verhindert ist, und das Geschäft keinen Aufschub duldet. Zustimmung des Mannes kann durch Vormundschaftsgericht ersetzt werden. Ohne Zustimmung des Mannes oorgenommene Rechtsgeschäfte der Frau find dem Gesamtgut gegenüber unwirksam, der Mann braucht nicht zu zahlen. Dies gilt nur, wenn allgemeine Gütergemeinschaft im Eüterregister eingetragen ist. Zum Gesamtgut gehört nicht, was durch Ehevertrag, Erbschaft oder Schenkung zum Vorbehaltsgut erklärt ifi, ferner die Nutzungen. Ersatzvorteile und aller Erwerb aus dem Vorbehaltsgut: s. Vorbehaltsgut, Aufhebung, fortgesetzte Gütergemeinschaft, Errungenschaftsgemeinschaft, Fahrnisgemeinschaft, Arbeitsgerät, Schlüssel- gewalt. 2 Gewinne zu 25000 RM. 4 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 5000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 372128 10 Gewinne zu 1000 RM. 236854 285791 geschlossenen Ehevertrag vereinbart ist. Die Eütermaffen beider Ehegatten werden gemeinschaftliches Vermögen (Gesamtgut). Die Verwaltung des Gesamtgutes steht dem Manne zu, der nur zu besonders wichtigen Rechtsgeschäften (Verfügung über das Gesamtgut im ganzen, über ein zum Gesamtgut gehörendes Grundstück, Schenkungen aus dem 188 Gewinne zu 400 RM 1587 10891 11340 13089 17934 25148 25931 29315 39183 42394 53367 61296 61334 63793 67427 68681 72328 72854 Gäste können durch Mitglied, eingeführt werden. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle wird für Sie ein Besuch bei mir sicher interessant und lohnend sein>Neben fescher und eleganter Damenkleidung führe ich in großer Auswahl 2. Ziehungstag ön der heutigen Beachten Sie bitte meine Auslagen mit denen Sie viel Freude machen können. Wir erleichtern ihnen den Einkauf durch unsere große Auswahl asche, Soda, Salmiak, scharfe Waschlauge. Bildung eines Atz- schorfes im Mund und in der Speiseröhre, Erbrechen. Sofortige Maßnahmen: Finger tief in den Mund stecken. Milch, Zitronensaft, Essig trinken. Bei Schmerzen Eisstückchen schlucken, Eisblase auf den Magen. Sofort Arzt! Alkohol, leicht entzündbare Flüssigkeit, die sich bei der Einwirkung von Hefe auf Traubenzucker bildet. Alkohol ist in Bier zu 3 bis 5, in Wein zu 8 bis 10, in Branntwein zu 40 bis 50 Raumteilen (Volumen) enthalten. Die Wirkung des Alkohols ist zunächst anregend, wirkt aber bei übermäßigem Genuß lähmend und schädlich, Alkohol wird im Hausgebrauch zum Haltbarmachen Ddn Nahrungsmitteln verwendet. , Alkoholismus: 1. Alkoholmifi- brauch geistig Gesunder. 2. krankhafte Sucht nach Alkohol, 3. krankhafte Veränderungen am Organismus durch langen Mißbrauch von Alkohol (Bier, Wein, bes. Schnaps). Akute Alkoholvergiftung ist der Rausch. Vgl. Trunksucht. Allergie, eine infolge von durch- gemachten Krankheiten oder Vorbehandlung mit körverfremden Stoffen veränderte Reaktionsfähigkeit des Körpers. Vgl. Überempfindlichkeit. Allgemeinbehandlung: Behandlung mit Mitteln, die nicht örtlich, sondern auf den ganzen Körper wirken. Allgemeine Gütergemeinschaft. Sie tritt nur ein, wenn sie durch einen vor Gericht oder Notar ab» Inh. Gustav Bergan Gießen, Seltersweg 52 vormals H. Kühn Seltersweg 36. Samstag, 18. Dezember 1987, 20 Uhr im Saale des „Caf6 Leib“ am Sonntag, dem 19. Dezember bei Skimöglichkeit Preis 3 Mk. Gärtner, Liebigstr.41 Wollgarne Handarbeiten Macht euren Kindern eine Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Winterfest 18 Gewinne zu 800 RM. 139059 187201 199196 213014 220829 275399 282783 320260 366192 40 Gewinne zu 500 RM. 511 19947 28748 42639 80223 81040 103471 111836 119852 130733 154626 157649 255174 263331 265042 304252 310085 356743 381231 387899 «lebe Svende an dev Naiuv duvch Veemühlev-Bttchev! Der Weihnachtsmann und die Zanberbrille So hat Gießen noch nicht gelacht!! Kleine Preise: Erw. 0.20 RM., Kinder 0.10RM Täglich von 2 bis 7 Uhr Vorstellung. 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 16 Gewinne zu 244774 249585 Morgen Weihnachtsfeier in der »Blauen Maus« jeweils 2 Uhr nachmittags ' aus der Fachdrogerie Bornemann, Bahnhofstr.17 Sie finden dort eine große Auswahl in modernen Apparaten I Vorführung derselben und Beratung unverbindlich. Sonntag von 12 -18 Uhr geöffnet! 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Almosen, aus dem Griechischen herstammendes Wort mit der Bedeutung milde Gaben, Geldspende an Bettler oder bei einer kirchlichen Sammlung. Aloe, bekannt ist die Baumaloe (A. arborescens), deren hoher Mitteltrieb ringsum von dicken Blättern besetzt ist (Sukkulente). Ist widerstandsfähig und wirkungsvoll, wird aus Stecklingen gezogen. A. variegata, die buntblättrige A., auch Papageialoe genannt, schöner Zimmerschmuck, ist leicht blühbar. Kühler Standort im Winter ist ihr zuträglich Kein Gietzwasser auf Blätter, da sonst Blattrosette fault. Aloe-Extrakt, aus dem bitteren, eingedickten Saft von afrika- • Nischen Aloearten, ist ein appetitanregendes Mittel, das vor allem sehr stark abführend wirkt. Vorsicht in der Schwangerschaft! Hat nicht die ihm vom Volksglauben zugeschricbene lebensverlängernde Wirkung. Alpaka, eine ähnliche Metallzusammensetzung wie Alfenid ist zweckmäßig nur dann zu veüven- den, wenn es versilbert oder verchromt ist. Die Reinigung von Alpakaaeräten ist die gleiche wie bei Silber. — Alpaka nennt man außerdem einen leichten Stofs aus Glanzwolle, der beim Waschen wie ein Wollstoff behandelt wird. Alpdrücken: Angstgefühl und Beklemmung im Schlaf oder Halbschlaf. Meist ein Zeichen von Nervenschwäche, kann es bei Kindern ein Zeichen dafür sein daß die Atmungsorgane nicht frei sind (Mandeln, Polypen. Nachsehen lasten!) Alpenpflanzen stehen in ihrer Heimat unter Naturschutz (Schonung!), s. Steingarten. Alpenveilchen (Lyclame), empfindliche Topfpflanze, liebt kühlen Standort, braucht vorsichtige Bewässerung' nur um den Topf» rand, niemals die Knolle befeuchten. Alle Stengelreste durch Abziehen entfernen, da zurückgebliebene Teile Fäulnis erzeugen. Alraun, eine Mandragorawurze! von menschenähnlicher Gestalt. Nach vielfachen Sagen öffnet der Alraun als Springwurzel fedes Schloß, er bringt dem Besitzer Glück, kann ihm aber auch sehr gefährlich werden. Es ist ein Aberglaube, der Alraunwurzel besondere Wirkungen zuzuschreiben. Gestern beim Abwasch — Bei den Töpfen kamen Sie nicht richtig in die Ecken hinein. Da gibt es nun eine neue Abwaschbarste, mit der das ohne weiteres möglich ist. Lassen Sie sich diese Abwaschbürste bei Häuser mal zeigen. Sie ist sehr 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. , Ihr Junge wird sich über ein I solches Geschenk auch freuen: Laubsäge- und Werkzeug- 1 Garnituren, Turnapparate, ( Rollschuhe, Metallbaukästen - bekommen Sie in guter Qualität und preiswert bei J. B. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten Parkplatz Fernruf Nr. 2145 — 2146 !88?A Füllfederhalter 83600 Briefpapiere Zoto-Alben die beliebten Weihnachtsgeschenke Schneider H Wagner Papierhandlung Gießen Neuen Baue 3 twuerkraft ist grofi! 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