Nr. 217 Erstes Matt 187. Jahrgang Zreitag, 17. September 1937 Erjdjetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei ».Lange in Siehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisM/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ltnter dem blau weißen Wimpel Jum Tag des deutschen Volkstums. Immer wieder vergessen wir, daß jeder dritte Deutsche außerhalb der Reichsgrenzen lebt, daß wir ein Hundertmillionenvolk sind. Diese Tatsache immer wieder den Bewohnern des deutschen Kern- landes ins Bewußtsein zu hämmern und ihnen den Sinn einer erdumspannenden Volkstumsarbeit vor Augen zu führen, dazu dient der alljährlich im Herbst stattfindende „Tag des deutschen Volkstum s", der diesmal auf den 18. und 19. September gelegt wurde. In allen Gauen des Reiches tragen die Jungen und Mädel an diesem Tage die blau-weißen Fahnen und Wimpel des VDA., des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, und werben für die Idee der Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen. Daß gerade die Jugend an diesem Bekenntnis volksdeutscher Einheit so stark beteiligt ist, hat tiefe geschichtliche Gründe. Denn es war immer d i e deutsche Schule, die in abgetrennten Siedlungsgebieten und überseeischen Auswanderungs- kolonien das stärkste Bollwerk der deutschen Kultur, Sprache und Gesittung bildete. Sie führte den jungen Menschen, der sonst vielleicht in einer fremden Nationalität untergegangen wäre, zuerst in die Geschichte und Idee des Deutschtums ein und prägte das Erlebnis der Volksverbundenheit unauslöschlich in sein Herz. Lesen wir doch nach, wie Adolf Hitler selber seine Erfahrungen als Schuljunge wiedergibt, wie sein kindliches Gemüt von dem Dolkstums- kampf zwischen Deutschen und Tschechen erregt und beeinflußt wurde: „Von dem ewig unerbittlichen Kampf um die deutsche Sprache, die'deutsche Schule und deutsches Wesen hatten damals nur ganz wenige Deutsche aus dem Reich eine Ahnung. Erst jetzt, da die traurige Not vieler Millionen unseres Volkes aus dem Reiche selber aufgezwungen ist, die unter fremder Herrschaft vom gemeinsamen geistigen Vaterland träumen und sich das heiligste Anspruchsrecht der Muttersprache zu erhalten suchen, versteht man in größerem Kreise, was es heißt, für sein Volkstum kämpfen zu müssen." So wurde die Jugend ganz natürlich zum Träger der alljährlichen Volkstumsfeier, sie schuf sich das „Fe st der deutschen Schul e", aus dem sich dann der „Tag des Volkstums" entwickelte. Im Ausland hat man diese volksdeutsche Betätigung immer wieder als Pangermanismus oder neudeutschen Imperialismus anzuprangern versucht. Und doch hat die im Reiche betriebene Volkstumsarbeit niemals einen Anlaß zu solcher Unterstellung gegeben. Im Gegenteil: der Führer des neuen Deutschlands hat aus seinen eigenen bitteren Erfahrungen heraus seine praktische Politik immer von neuem darauf gerichtet, daß unsere Volksgruppen im Ausland nicht zum Zankapfel, sondern zum Bindeglied zwischen den Nationen werden. Das vergangene Jahr hat gerade in zwei wichtigen Ländern des Südostens, in Jugoslawien und in Ungarn, ein besseres Verständnis für die deutsche Volkstumspolitik und für das Lebensrecht der dort lebenden Volksgruppen erbracht. Gleich günstiges läßt sich leider von dem Herbergsstaat der größten auslandsdeutschen Volksgruppe, nämlich von der Tschechoslowakei nicht sagen. Die 31/» Millionen Sudetendeutschen leben noch immer in einem Zustand politischer und wirtschaftlicher Entrechtung, der im schärfsten Widerspruch zu den Autonomie-Versprechungen der einstigen tschechischen Staatsgründer steht. Aber auch in anderen Staaten fordert deutscher Lebenskampf noch immer die härtesten Opfer und grausamsten Entbehrungen. Niemals jedoch dürfen mir Reichsdeutschen die blutsmäßigen und kulturellen Bindungen verleugnen, die uns mit unseren Brüdern im Ausland an eine einzige Schicksalskette schmieden. Heinrich Fvers ♦ NSG Wie im gesamten Reich so wird auch im Gau Hessen - Nassau der „Tag des deutschen Volkstums" festlich beaangen. Der B e - zirksverband Rhein - Main des VDA hat umfangreiche Vorbereitungen für dieses Fest getroffen. In ieder Schule findet eine Feierstunde statt. Im Mittelpunkt dieser Schulfeiern stehen Vorträge, die den Jungen und Mädel die Not des Sudetendeutschtums schildern In Frankfurt am Mai, dem Sitz des Bezirksvcrbandes, wird außerdem im VDA.-Haus ein Volksdeutscher Appell abgehalten, bei dem alle Schulen der Gauhauptstadt mit fünf Schülern vertreten fein werden. Am Abend führen dann alle VDA- Gruppen Feiern durch. In größeren Städten und Ortsgruppen finden Kundgebungen statt. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildet die Volksdeutsche Feier des Bezirksverbandes im VDA - fiaus in Frankfurt a. M, an der Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und der Wehrmacht teilnehmen werden. Zugleich mit dem „Tag des deutschen Volkstums" wird in der Zeit vom 16. bis 27. September d i e 23 D 21. = Sammlung durchqeführt. Schulkinder werden an diesen Tagen an die Volksgenossen herantreten und sie um ein kleines Opfer für die volksdeutsche Arbeit bitten Neben diesen Jungen und Mädel beteiligt sich die Hitler-Jugend, soweit deren Angehörige nicht mehr von der Schule erfaßt werden, an der Sammlung. Außerdem werden zum ersten Male hie Erwachsenen zur Sammlung herangezogen Es werden also alle Kräfte aufgeboten, um der Sammlung einen Erfolg zu sichern und dem VDA die Mittel zuzuführen, die er braucht, um als Mittler und Treuhänder der Grenzlanddeutschen und vor allem der deutschen Volksgruppen im Ausland seine Ausga- Der SoivjeljuWommissar Krylenko beseitigt. Moskau, 16. Sept. (DRB.) Die amtlich mitgeteilt wird, hat der Zentralvollzugsausschuh der großrussischen Bundesrepublik den bisherigen Volksjustizkommissar krylenko seines Postens enthoben und an seiner Stelle Antonow 0rofeie n f o zum Justizkommissar im RSFSR, ernannt. * „Er hat ein geradezu kindliches Vergnügen an der Gerichtsatmosphäre", hat einmal Tro'tzki-Braun- stein von dem Genossen Nikolai Wassilljewitsch Kry len ko gesagt, dem früheren Generalstaats- anwalt und bisherigen Volkskommissar für das Justizwesen, der jetzt mit der üblichen Plötzlichkeit (Scherl-Bilderdienst-M.) j < 1 abgehalftert wurde und nach bolschewistischem Brauch vielleicht nicht mehr am Leben sein mag. Aber mit jenem Wort Trotzkis ist das eigentliche Wesen Krylenkos nicht annähernd erfaßt. Dieser ehemalige Student der Rechtswissenschaft, ein kleiner gedrungener Mensch, mit brutalem Ausdruck im Gesicht, in dem unter einer kahlen Stirn gierig zu- packende und dabei eiskalte Augen liegen, während ein mächtiger Unterkiefer das Kinn weit hervor- treten läßt, hat in die -Gerichtsbarkeit der Sowjets eine der furchtbarsten Foltermethoden eingeführt. Es kam ihm bei den großen Schau- oder Schwindelprozessen, die er im Auftrag Stalins zu leiten hatte, überhaupt nicht darauf an, festzustellen, ob die Angeklagten schuldig waren oder nicht. Sein einziges Ziel war immer nur das „G eständ - nis . Und das wurde mit jenen unaufhörlichen Foltermethoden erpreßt, die wir hier wiederholt geschildert haben und die bei den Prozessen im Frühjahr gegen eine Anzahl höherer Sowjetfunktionäre bis zur halben Sinnlosmachung der Opfer durch gewisse Drogen und Chemikalien getrieben wurden. Es paßt durchaus zu seinem Wesen, wenn er einmal als „Generalstaatsanwalt" das Wort sprach: „Gerechtigkeit — das ist nichts anderes als eine bloße Einbildung der Bourgeoisie". Selbst die alten Bolschewikenkreise gaben ihm den Beinamen „hetzerischer Bluthund". Das will in der Verbrecheratmosphäre Sowjetrußlands immerhin etwas heißen! Krylenko, der während des Weltkrieges kurze Zeit Fähnrich gewesen war, wurde schon in der Februar-Revolution von 1917 Vorsitzender des Armeekomitees der 12. Armee. Kurze Zeit war er sogar einmal Oberster Befehlshaber der Roten Armee als unmittelbarer Vorgänger von Trotzki-Braunstein. Er trat zum erstenmal als staatlicher Ankläger vor eine breitere Öffentlichkeit in den langen Prozessen von 1922 gegen die Sozialrevolutionäre, spielte eine Hauptrolle in dem berüchtigten Schachty-Pro- zeß, in dem auch deutsche Ingenieure und Werkmeister das Opfer bolschewistischer „Rechtsprechung" wurden, und erhielt schließlich gar die höchste Auszeichnung, den Lenin-Orden. 1931 wurde er dann Volkskommissar für Justiz, hat aber auch in dieser Stellung den entscheidenden Einfluß auf die Schauprozesse gegen die große Zahl der hohen Sowjetfunktionäre genommen, die seit dem offenen Ausbruch des Stalinschen Verfolgungswahnes zu Hunderten dem Henker überliefert wurden. Sein Nachfolger ist insofern auch kein unbeschriebenes Blatt mehr, als er unter einem falschen Namen von Barcelona aus lange Zeit den Sow- jetaufruhr in Spanien geleitet und auch die sowjetrussischen militärischen Operationen in Spanien beaufsichtigt hat. An sich ist Antonow Owsejenko „Diplomat". Er war zeitweise Botschafter in Rom, später in Prag, bevor er sich als Führer der roten Mordkommune in Barcelona traurigen Ruhm erwarb. Was können die Russen von einem Mann erwarten, der sich bereits in seiner diplomatischen Eigenschaft als ein Meister des Terrors erwiesen hat? B. R. Stalins Sohn entführt? Die Amtsentsetzung des berüchtigten Justizkommissars der Sowjetunion Krylenko yat kaum Weltsensation gemacht, als aus Warschau berichtet wird, daß der 12jährige Sohn Stalins mit dem Vornamen Wasil entführt worden ist. Der Knabe soll entführt worden sein, als er aus der Schule ii den Kreml zurückkehrte. Selbstverständlich ist die ganze moskowitische Polizei alarmiert. Im Gegensatz zu Stalin selbst, der seit Jahren die erdenklichsten Vorsichtsmaßnahmen zum Schutze seines Lebens anwendet, hat sich der junge Wasil einiger Freiheit erfreut. Es ist eine wahrhaft dramatische Ironie der Geschichte, daß Wasil Stalin jetzt zum Objekt einer echten Gangster-Entführung geworden ist. Stalin-Vater soll durch das Ereignis auf das schwerste betroffen und erschüttert sein. Sein Sohn Wasil ist ein Kind aus zweiter Ehe mit Nadja Allilujewa, die 1932 plötzlich verstarb — angeblich an einer Blinddarmentzündung, nach anderen Nachrichten aber durch Vergiftung. Stalin heiratete 1934 zum drittenmal, und zwar seine langjährige Geliebte, eine Tochter des sowjetjüdischen Kommissars für Schwerindustrie, Kaganowitsch. „Ein System ständigen Massenmordes." Das Moskauer Terror-Regiment im englischen Licht. London, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Daily Mail" schreibt zu der Nachricht aus Moskau, daß der Justizkommissar Krylenko seines Postens enthoben worden ist, es sei anzunehmen, daß dieser blutdürstige „Richter" die gleiche Strafe erhalten werde, wie er sie so oft für andere forderte. Woche um Woche schreite Stalins Blutrausch nun schon über Sowjetrußland und tagtäglich träfen neue Meldungen aus allen Teilen des Landes ein, daß wieder „Saboteure" und „Verräter" erschossen wurden. Die Anklagen gegen die Opfer seien ebenso fadenscheinig wie rätselhaft. Man wisse immerhin, daß es heutzutage in Sowjetrußland genüge, Kindern eine Geistergeschichte zu erzählen, um dafür eine Kugel ins Genick zu bekommen. In der ganzen Geschichte habe man zuvor, kaum ein System gekannt, daß sich, wie dieses, nur durch ftänbiges Massenmorden behauptete. Man habe den Eindruck, als ob Moskau vor lauter Angst blindlings um sich schieße. Nach zwei Jahrzehnten schweren Leidens für eine riesengroße Bevölkerung habe das kommunistische Experiment in Sowjetrußland nur einen „Fortschritt" gezeitigt: Die größere Aussicht auf den raschen Tod. Im Innern kenne das Moskauer Regiment nur Terror und Chaos, in den internationalen Angelegenheiten aber fabriziere es Bürgerkrieg und Revolten ben erfüllen zu können. Wie den Pfennig für das Jugendherbergswerk so wird jeder Junge und jedes Mädel künftighin auch monatlich fein volks- deutfches Opfer bringen. Der „Tag des deutschen Volkstums" am 18 und 19. September wird der Tag der Gründung dieser Opfergemeinschaften werden. Reichsminister Dr. Frick zum Tag des deutschen Volkstums Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat den „Tag des deutschen Volkstums" mit folgendem Grußwort gefördert: Der „Tag des deutschen Volkstums" ist eine TNahnung an alle Deutschen, die unlösliche Blut- und Schicksalsgemeinschaft, die die Deutschen auf der ganzen IDelt verbindet, nie zu vergessen und durch Dort und Tat zu stärken. Der Führer hat durch die Ausrichtung des nationalsozialistischen Staates, der niemand anderem als dem deutschen Volke dient, dem im Reich geeinten Volk einen sicheren hort geschaffen. Die jenseits der Reichsgrenzen leben- den Deutschen können wieder stolz auf das Reich, seine Dacht und Stellung in der Welt sein. Die Pflege der kulturellen Zusammenhänge der Deutschen im Reich und der jenseits der Grenzen ist die Hauptaufgabe des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Seine Bestrebungen zu fördern, ist Pflicht aller aufrechlen Deutschen. Ich begrüße es deshalb, daß der VDA. zum „Tag des deutschen Volkstums" aufruft und jung und alt im Glauben an die Zukunft der Ration und i n der Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe einigt. Minderhettendruck in Rumänien. Bukarest, 16. Sept. (DNB.) Der Minister für Handel und Industrie, Baler Pop, hat alle Industrie- und Handelsgesellschaften aufgefordert, innerhalb von drei Monaten die Zahl der rein rumänischen Ange st eilten auf 5 0 b 3 ro. 7 5 v. H. z u steigern. Das Rundschreiben ist bisher 72 Firmen, durchweg Jndustrie- gesellschaften Siebenbürgens, des Banats und der Bukowina zugegangen, die zum größten Teil von nichtrumänischen Minderheiten bewohnt sind. In dem Rundschreiben heißt es u. a. wörtlich: Wir sind der Ansicht, daß es Ihre (der Unternehmer) Pflicht ist, auch unter materiellen Opfern, in den Unternehmungen, die Sie leiten, die Angestellten völkisch-rumänischen Ursprungs zu fördern. Wir fordern Sie also aus, bis zum Ende dieses Jahres den Prozentsatz der Beschäftigten auf mindestens 50 v. H für alle Angestellten und qualifizierten Arbeiter und auf 75 v. H. für die nicht qualifizierten Arbeiter zu steigern." Die Unternehmer werden aufgefordert, bis' zum 1. Oktober sich zu äußern, ob sie der Aufforderung des Ministers Folge leisten. Keine Antwort wird als Ablehnung angesehen. Wie sieht es in der Wirtschaft aus. Täglich mehren sich in Frankreich die Stimmen gegen d i e Vierzigstundenwoche, und insbesondere die großen Blätter wie „Temps" und „Mattn" bringen fortlaufende schlagwortartige Notizen, die die Schädlichkeit dieses Experiments der Volksfront-Regierung in immer neues Licht stellen. So veröffentlicht der „Matin" ein Schreiben, das der Direktor eines großen Warenhauses an die Redaktion gerichtet hat. Dieser weist darauf hin, daß im Jahre 1937 fein täglicher Umsatz gegenüber dem vorigen Jahre um mehr als 20 v. H. gefun- k e n sei, und zwar trotz der Weltausstellung. Eine langsame Abdrosselung des ganzen Geschäftslebens mache sich von Tag zu Tag deutlicher bemerkbar und sei lediglich auf die Kürzung der Arbeitsstunden zurückzuführen. Im Handel sei, so wird in diesem interessanten Brief hervorgehoben, nicht jede Stunde eine Stunde des Verkaufs in dem Sinne, wie in der Industrie jede Stunde eine bestimmte Produktion heroorbringe, im Gegenteil gebe es im Handel sehr viele tote Stunden, und demgegenüber wirke sich die Vierzigstundenwoche doppelt verhängnisvoll aus. In einer anderen Zuschrift an den „Matin" wird darauf hingewiesen, daß die ländliche Bevölkerung feit Einführung der Vierzigstundenwoche weit weniger kaufe als zuvor. Auch in England macht man sich über die französische Vierzigstundenwoche Gedanken. Die „Times" berichten über einen in Norwich abgehaltenen Ge- werkschaftskongreß, auf dem sämtliche Sprecher vor einer Übertragung dieses unglücklichen französischen Experiments nach England gewarnt haben. In Belgien steht die Regierung der Vierzigstundenwoche grundsätzlich nicht feindlich gegenüber. Aber sie wird von verschiedenen Stellen davor gewarnt, übereilte Beschlüsse zu fassen. Eine Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Wochenlohn habe unweigerlich eine Verteuerungder Lebens- haltungskosten zur Folge, wie das das französische Beispiel besonders eindringlich gezeigt hat. Dieses Moment muß doppelt in die Waagschale falen in einem Augenblick, in dem d i e Preise in Belgien in einem bedenklichen Umfang anziehen. So ist überall im Westen die Frage der Vierzigstundenwoche in den Vordergrund gerückt und damit wird, wenn die augenblickliche Preissteigerung in Westeuropa so weiter geht, auch die Frage der Löhne erneut aufgeworfen werden. Ueberall im Westen Europas, England, Frankreich, Belgien machen sich Streiks kleineren und größeren Üm- fangs bemerkbar, von denen kein einzelner eine ausschlaggebende Bedeutung hat, die aber alle zusammen doch einen Unruheherd darstellen. * Im Gegensatz zu der angelsächsischen Auffassung, die trotz aller Schwankungen die Lage des Pfundes sehr ruhig betrachtet, ist der Franzose gewohnt, für seinen Frank einen Anhaltspunkt anzunehmen. Früher war es der Goldfrank, jetzt ist es bas Verhältnis des französischen Frank zum englischen Pfund, und dieses Verhältnis hat sich in der letzten Woche geradezu fata- strophal verschlechtert. Gegenüber einem ursprünglichen Stand des Bonnet-Frank von etwa 136 sank der Frank bereits in der Vorwoche, ohne daß der französischeWährungsausgleichsfond einschritt. Am Dienstag notierte er mit 138, am Mittwoch wurde die Grenze von 140 bereits überschritten, und schließlich erreichte der Pfundkurs den hohen Sah von 146. Der Frank hatte also in 24 Stunden gegenüber dem Pfundkurs sich um 7 Punkte verschlechtert. Man nimmt in Londoner Citrstreiien an, daß die auffällige Untätigkeit des französischen Währungsausgleichsfonds auf eine neue Frank- Abroertung hindeutet und glaubt, daß der Bonnet-Frank in Kürze sich auf einem Pfundkurs von 150 „ausbalancieren" werde. Der neue Sturz des Franken hat in Paris lebhafte Beunrubiaung erregt. Man weist darauf hin, daß die schlechte Lage des französischen Außenhandels — in den ersten sieben Monaten 1937 ist ein Einfuhrüberschuß von 11 Milliarden Franks zu verzeichnen — nicht ohne Einfluß auf den Frank- Sturz geblieben sei. In London liegt ein erhebliches Angebot von französischen Fluchtkapitalien vor, die jedoch meistens in Dollar Anlage suchen Die dadurch bewirkte .fiöherberoertung des Dollars sucht die englische Währungskontrolle zu verhindern, und so treibt gewissermaßen ein Keil den andern. Aber auch die Steigerung der Lebenshaltungskosten in Frankreich infolge des Experiments der Volksfrontvolitik dürfte ein wesentlicher Grund für das Mißtrauen fein, das der Franzose seiner eigenen Währung ent- gegenbringt. Seit Juli sind die Tarife und die Preise für die notwendigsten Lebensrnittel durchweg um 2 bis 7 v. H. gestiegen, die Einkommen sind dagegen stabil geblieben. Weitere Preiserhöhungen sind zu erwarten, da sich die Erhöhung der Weizenvreise, die im Vergleich mit 1936 um 30 v. H. höher liegen, noch nicht ausgeroirft hat. Mitt- lerweile werden in der französischen Fachpresse, so in der „Revue d'Eronomie Politigue" Betrachtungen darüber angestellt, wie es zu dieser Lage überhaupt kommen konnte. Charles R i ft. der frühere Gouverneur der Bank von Frankreich hat jetzt entdeckt, was außerhalb Frankreichs jedermann wußte, daß, als die Abwertung unvermeidlich war, die neuen sozialen Belastungen bereits den aus der Abwertung erwarteten Gewinn verschlungen hatten. Dug6 de Bermonville vergleicht die Verschiebung in den verschiedenen Einkommensklassen und stellt fest, daß das Einkommen aus Kapital jetzt die Höhe von 1913 erreichte, die Pensionen aber oon 1,4 auf 7,9 v. H. des Gefamtein- kommens stiegen und die sogenannten gemischten Einkommen, also die Gewinne der Industrie, des Gewerbes der Landwirtschaft usw. heute nur einen Anteil oon 22,1 gegen 35,7 v. H. am Gefamtein- kommen haben. Mit anderen Worten: der französische M i t t e l st a n d wird zerrieben, während das Schwerkapital nach wie vor unerschüttert ist. ♦ Auf der Hauptversammlung der Bezirksgruppe Schlesien der Wirtschaftsgruppe Zuckerindustrie teilte ihr Leiter, Generaldirektor Köhler, mit, daß die diesjährige Zuckerrübenernte wahrscheinlich 3 Millionen Doppelzentner mehr erbringen werde als die respektable Ernte des Vorjahres. Dank der kostbaren Erfindung des Rübenzuckers durch zwei preußische Chemiker ist Deutschland mit Zucker so reichlich versorgt, daß Ernteüberschüsse für die Erzeugung von Kraftfuttermitteln verwandt werden können. Aus dem erwähnten Bericht geht hervor, daß die Hälfte aller schlesischen Zuckerfabriken erhebliche Neuanschaffungen durchgeführt haben, um Trocknungsanlagen für Rübenschnitzel und Rübenblätter entweder neu zu erstellen oder zu erweitern. Für diesen Zweck haben 15 Zuckerfabriken in Schlesien den erheblichen Kostenaufwand von 5 Millionen Mark übernommen, so daß auf die einzelne Fabrik eine Neuanlage von über 300 000 Mark im Durchschnitt entfällt. Für eine gerechte Würdigung der Leistungen unserer Landwirtschaft und ihrer Nebengewerbe muß immer sestgehalten werden, daß die außerordentliche Erzeugungs- und Leistungsfähigkeit sowohl den Einsatz einer qualifizierten Arbeit als auch erheblicher Sachaufwendungen, wie Dünger, Maschinen usw., bedingt. Das Ergebnis ist allerdings erstaunlich groß. In vierjährigem Durchschnitt 1927/31 erzielte Deutschland einen Ernteertrag an Weizen von 20,5 Meterzentner (Doppelzentner) auf den Hektar, Frankreich 14,2 Doppelzentner, Südslawien 11,7 Doppelzentner und Rumänien 10,1 Doppelzentner. Bei anderen Getreide- und Hackfruchtarten ist dos Verhältnis durchaus entsprechend. Durch eine Verordnung des Reichsfinanzministers wird ab 1. Oktober die Spritquote von 10 auf 8,5 v. H. herabgesetzt. Die Spritquote wurde im Sommer 1930 eingeführt, sie betrug zunächst 21/2 v. H., wurde aber dann auf 10 v. H. erhöht. Dieser Beimischungszwang für Treibstoffe hatte den Zweck, dem Branntweinmonopol und den Kartoffelbrennereien die Absatzsorgen abzunehmen, die sich infolge des Rückganges des Trinkweinverbrauches gesteigert hatten. Die Einführung der Spritquote hat sich für gewisse Teile der Landwirtschaft günstig ausgewirkt. Weiter wurde aber ein industrielles Produkt der synthetische Methyl-Alkohol, den Treibstoffen beigemischt, und zwar wurde die Spritquote geteilt in zwei Drittel Sprit und einem Drittel Methanol. Die Herabsetzung der Spritquote ist eine Folge der schrittweisen Einschränkung der Kartoffelbrennereien und der Tatsache, daß der Absatz an Sprit infolge des gestiegenen Treibstofoerbrauches alle Erwortungen überstieg. An der Schanghai-Front. Hinter Siacheldraht und Bretterzäunen. Von unserem H-Berichterstatier. Nachdruck verboten. Schanghai, Ende August 1937. Heute spielen wir Skat. Dor 15 Tagen war der große Bombenfall über Schanghai — 600 Tote, 900 Verwundete. Dazwischen liegen Schrapnells, Maschinengewehr-, Minenwerferein- schläae, liegt die ganz moderne Kriegführung zu Wasser und in der Luft, liegen Haß und Leidenschaft bis zu unlöslicher Verbitterung. Das ist der Krieg, ohne Kriegserklärung. Was wissen wir heute noch vom Hungjao-Zwischenfall, was wissen wir heute noch, wie dieser krieglose Krieg zum Ausbruch kam? Wir legen uns zu Bett, wenn die Bomben einschlagen, wenn die Schrapnellsplitter der Abwehrgeschütze unseren Nebenmann erschlagen. Wir wachen auf, wenn der nächste Luftangriff vorgetragen wird, wenn die Häuser in ihren Fundamenten zittern. Wochen scheint uns das so zu gehen, Monate möchte man fast sagen. „Haben Sie schon gehört, die Fabrik der deutschen Schlachterei ist gestern abgebrannt?" — „Steht der Schuppen von Melchers noch? Gestern abend um elf Uhr schien er noch nicht vom Feuer ergriffen zu sein ... aber die Nanyang-Zigaretten-Fabrik, restlos ausgebrannt." „Was war am Bund?" „Neben der Signalstation hat es eingeschlagen, Stunden hat das Feuer gedauert." In Pangtsepu, jenem Stadtteil, der von den Japanern gehalten wird, glühte gestern der ganze Himmel, so weit das Auge reicht. Jemand hat gesagt, das sei ein schauerlich-schönes Schauspiel. Doch wer will behaupten, daß es schauerlich sei? Hier, angesichts dieser Lage, in der die Nerven gespannt sind, daß man nachts keinen Schlaf findet, ist alles so verkrampft, daß man Gefühle nicht mehr kennt. Man wartet. Es ist alles Schicksal. Es kommt alles wie es kommen muß. Wir wissen nicht, wie es mit uns wird. Wir wissen nicht, was mit unseren Frauen und Kindern ist, die irgendwo in der Sommerfrische sind, weil sie das sommerliche Klima in Schanghai nicht vertragen konnten. Vierhundert oder mehr andere Frauen und Kinder, auch Männer, die keine Tätigkeit hier mehr haben, werden mit dem deutschen Dampfer „Gneisenau" fahren, nach Hongkong, Manila, Singapore, weiter nicht. Dort werden sie warten, was wird, was kommt. Aber wiederkommen werden sie, sobald der letzte Schuß gefallen ist. Was werden sie finden? Diele wissen schon heute, daß alles verloren ist, daß sie neu anfangen müssen. Diesem ist die ganze Firma, sind seine Warenbestände zusammengeschossen, jener hat seinen festen Posten, doch seine Wohnung mußte er räumen und weiß, daß sie jetzt bereits nicht mehr ist. Und wir, die wir noch etwas haben? Schön, heute steht es noch, morgen ist es nicht mehr, dann werden auch wir neu bauen, in Monaten, in einem halben Jahr, in Jahren — wann fangen wir an? Es ist eine deutsche, es ist auch eine europäische Schicksalsgemeinschaft geworden. Wir Deutsche haben keine Anteilrechte an dieser internationalen Niederlassung und an der Französischen Niederlassung. Doch die Aufbauarbeit, die wir geleistet haben, war groß. Darüber hinaus — Gefahr verbindet, Not verbindet ebenfalls. Wir kämpfen alle um unser bißchen Lebensunterhalt. Wir wissen alle, daß wir Reserven sammeln müssen, und wir sagen uns, wo wir die Reserven noch finden. Wir kochen alle auf den wenigen elektrischen Kochplatten und auf den vielen chinesischen Holzkohleherden, weil wir seit Tagen kein Gas mehr haben. Wir freuen uns wie die Kinder, daß wir endlich wieder zwei Autobuslinien haben. Und wissen genau, daß der Wagen vielleicht in der nächsten Minute wieder umkehren muß, weil er im Schrapnellfeuer liegt. Wenn uns ein Freund besucht, wenn er geht, und eine halbe Minute später schlagen die Schrapnells, dann find wir nicht eher ruhig, bevor wir nicht seinen nächsten Anruf haben. Uns drohen von innen die gleichen Gefahren wie von außen. Wir wissen, daß Seuchen ausbrechen können, weil die Flüchtlinge die Sttaßen und Toreingänge, die Nebenstraßen und Häusereingänge füllen. Wir wissen, daß der Hunger zu Untaten führen kann und geführt hat, wenn auch heute alles getan wird, um seiner Herr zu werden, wenn auch überall Reisausgabestellen, für die Aermften der Armen eingerichtet find. „Gestern haben sie wieder einen zusammengeschlagen", — das ist ein Tatsachenbericht, den wir täglich vernehmen. Die chinesische Lynchjustiz hat so überhand genommen, daß die Stadtverwaltungen der Niederlassungen standrechtliche sofortige Erschießung verfügt haben. Daran zweifelt heute kein Mensch, daß dies jedoch die leichtesten Tage waren, die wir hinter uns haben. Die schwersten werden erst kommen. Noch ist die Lage so, daß die Chinesen Fortschritte in den Kämpfen gemacht haben, die die Japaner bestreiten oder umgekehrt. Die Japaner haben erklärt, daß sie die Niederlassungen aus dem Luftkrieg auslassen werden. Die Chinesen haben den fremden Kriegs- und Handelsschiffen ein Ultimatum gegeben, daß sie ihre Positionen vor der Niederlassung räumen sollen, da sie sonst keine Garantie für Schaden durch ihr Artilleriefeuer übernehmen können. Das amerikanische Flaggschiff hat die ersten Verluste, ein Mann tot, 18 Verwundete. Darauf gab es das Signal: Eröffne Feuer. Es war der erste Hinweis auf die großen Verwicklungsmöglichkeiten, die in diesem Krieg um die Range Road und Ward Road, wo das große Gefängnis schon beschädigt ist, um die Haining Road, wo gestern 400 Chinesen plünderten, um die Wayside Wharf, von der kein Mensch mehr weiß, ob sie noch besteht, sich ergeben mögen. Es hat neulich einer gesagt, daß es doch erstaunlich sei, wie schnell der Krieg einen Organismus auseinanderbringe. Er meinte das von den Firmen, und er hatte recht. Es liegen die Buchhaltungen still, es fehlen die Orders, es haben die Banken geschloffen und wieder geöffnet und wieder geschlossen. Es gab keine großen Auszahlungen, es gab kein kleines Wechselgeld. Firmen haben das erste Notgeld herausgebracht. Es werden keine Rechnungen mehr beglichen. Es wird nur noch mit Schecks bezahlt. Doch wie die Firmen aus dem Gefüge kamen, so die Stadtverwaltung, die Internationale jedenfalls. Die Französische genießt bereits den Ruf, sich auch in früheren Zeiten von Schanghai-Unruhen besser bewährt zu haben. Es hat lange gedauert, bis eine Regelung der dringlichsten Lebensverhältnisse getroffen war. Es hat auch lange gedauert, daß man sich englischerseits entschloß, Truppenverstärkungen von Hongkong zu rufen. Auf die Amerikaner wartet man im größeren Maßstab jedenfalls heute noch. Heute sind die Grenzen des Settlement auch schwer befestigt mit Barrikaden, mit ^nschinengewehrnestern usw. Alles in allem, Sck' li sitzt hinter Stachel- draht und ii i Straßen sind die Fensterfronten mit Brettern vernagelt. Erfreulich ist in diesem allem nur, wie fest das deutsche Element zusammengeschmiedet ist. Wie man in Eile ein Flüchtlingslager geschaffen hat, wie daneben in der großen deutschen Schule ein kleines Lazarett für dringlichste Fälle Platz fand, ein Jmpf- raum, wo die Seuchengefahr gebannt wird, wie Ausschüsse gebildet wurden, die für die dringlichsten Fragen Sorge tragen, Vorräte besorgen, Benzin sicherstellen. Mit Worten nicht zu beschreiben d i e Einsatzbereitschaft jedes einzelnen. Kein Landsmann, der nicht irgendwo zu jeder Stunde ein Quartier findet, das ihn der gegenwärtigen Sorge enthebt. Kein Appell der SA., Des NSKK., bei dem nicht auch die Aeltesten, ohne Rangunterschied, in Minutenfrist in die Reihe des Alarms eintreten. Ein ganzer Stadtteil Schanghais mußte kürzlich geräumt werden, es war das Geschäftsviertel. Die Büros hatten ihre Sachen herauszunehmen, die wichtigsten jedenfalls, die Privaten wurden alle entfernt. In vierzig Minuten standen alle aufgerufenen Männer und die Wagen bereit, in wenig mehr als zwei Stunden war die Sache durchgeführt. Trotz der Schwierigkeit der Polizeistunde von zehn Uhr abends bis morgens. Vielleicht ist es das auch, was uns allen ein Gefühl der Sicherheit gibt, was es bewirkt, daß die Aufregung kaum sichtbar oder fühlbar unter uns wird: weil wir uns alle aufeinander verlassen können, weil wir wissen, daß jeder für den anderen da ist. Und damit werden wir uns durchschlagen, einer Zeit des Neuaufbaues entgegen. Die japanische Offensive in Aordchina. Neue chinesische Widerstandslinie bei Paotingsu. Nanking, 17. Sept. (DNB. Funkspruch. Ost. asiendienst des DNB.) Um dem japanischen Vor- marsch an der nordchinesischen Front wirksam entgegentreten zu können, haben die Chinesen zwischen Paotingfu und Tschangtschou eine Verteidigungslinie vorbereitet, wo sie TSCHAUTSCHAUj PAUTINGFU FANCSCHaN, JUNGTSCHENG PEIPING TIENTSIN z I / KUAN^ JUNGTSING (Scherl-Bilderdienst-M.) starken Widerstand leisten können. Paottngfu selbst ist inzwischen befestigt worden, und 350 000 Mann Nanking-Truppen sind hier zusammenge- zogen. Die japanischen Truppen standen am Donnerstagabend im Zentrum der Angriffsfront bereits bei Tschukoutschen, 50 Kilometer südlich von Lianghsiang, dem Hauptquartier der angreifenden japanischen Stteitkräfte. Der rechte Flügel der japanischen Armee ist über Kuangling, 510 Kilometer südwestlich von Kalgan hinaus oorgedrungen, während sich der linke Flügel etwa 30 Kilometer südlich von Matschang befindet. Es verstärkt sich der Eindruck, daß der japanische Oberbefehlshaber General Ter autsch i mit großer Energie alle vorhandenen Kampfmittel einsetzt und dem weichenden Gegner hart auf den Fersen bleibt, um in kürzester Zeit den Gelben Fluß zu erreichen. Dabei kommt den Japanern das Ende der Regenzeit zugute, wodurch die Verwendung aller motorisierten Einheiten möglich ist. Don der japanischen Marine wurde der Seeverkehr mit dem Hafen H a i t s ch o u, dem Endpunkt der Lungwai- Eisenbahn, gesperrt. Gleichzeitig erfolgte eine Bombardierung des Hafens und eine Ansammlung von japanischen Zerstörern um die Inselgruppe vor dem Hafen. Politische Kreise sehen darin den Beginn militärischer Aktionen an der Küste von Sch an tun g, die bisher aus den Kriegshandlungen ausgeschlossen war. Wan hält an den Olympischen Spielen fest. Tokio, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Organ i s a t i o n s k o m i t e e für die XII. Olympischen Spiele in Tokio 1940 beschloß, an der Durchführung der Spiele 1940 festzuhalten und d i e Vorbereitungen fortzusetzen. Angesichts der augenblicklichen ernsten Lage im Fernen Osten soll lediglich der Aufbau des Tokioter Olympia-Stadions und der Wintersportanlagen in An der Schwelle des Herbstes. Von Heinrich Zillich Zum Tage des deutschen Volkstums bringen wir heute den folgenden, zwiefach zeitgemäßen Beitrag des fiebern bürgischen Dichters Heinrich Zill ich; Zillich, der im vorigen Jahre beim Gießener Goethe- Bund zu Gast war, hat sich um die Stärkung und Ausbreitung des volksdeutschen Gedankens große Verdienste erworben. Die Krönung seines dichterischen Werkes bildet der vor kurzem erschienene Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten", für den er mit dem Literaturpreise der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde. Unser ganzes Fühlen ankert in den Jugendeindrücken. Es braucht uns nur ein Duft zu berühren, der nach Jahren plötzlich in uns quillt, und wir verspüren ein verschüttetes Erlebnis erwachen, so deutlich und greifbar nahe, daß wir uns umdrehen möchten, um zu sehen, wohin wir denn geraten sind. Wir gerieten nur in den ernsten und lebendigen Raum, wo wir eine Wahrheit zum ersten Male erfuhren. Ich kann das Bellen der Hunde in der Ferne nicht hören, ohne zugleich die breite Fläche der Landschaft meiner Kindheit zu sehen, bebämmert schon vom Abend, in allen Farben mit Grau vermischt, aus dem das Band der Straße matt leuchtet und von einigen Staubwolken überschwellt ist. Und ist das Bellen sehr ferne, fast wie ein Klang, der nicht unbedingt zu einem Hunde gehört, sondern ein Ton von der ganzen großen Natur zu sein scheint, der die Runde macht wie der Wind, dann fühle ich das umhüllende Blau des Landes in der ersten von Fülle lauttrunkenen Nacht unter einem klaren Himmel, aus dem unter den Sternen ringsum die Umrisse der Berge in die Horizontlinie treten. Solches erlebt jeder. Jeder weiß auch, wie zauberhaft manches Wort uns anrührt. Wir treten vor den Kalender und lesen „1. März", und damit ' schießt schon der Inhalt der Jahreszeit in uns ein. Ach nein, aus uns selbst tritt die neue Zeit hervor. Wir öffnen uns ihr, es öffnet jemand unser Inneres, und da strömen wir selbst der Umgebung zu, die uns gleicht. Wir sind immer" Antwort. Der Vergleich, so alt er ist, stimmt: es spielt jemand auf uns, als wären wir ein Instrument. Doch nur einige Zeiten des Jahres schlagen die tiefen, langhallenden Töne, die großen Akkorde in uns an. Jene Akkorde, wo wir im Erklingen noch Muße finden, uns selbst zu lauschen, weil der Klang nicht aufpeitscht, uns nicht fortweht. Der Herbst beginnt schon im späten Sommer, wenn die Sonne sich selbst zu vergolden scheint, ihre Wucht auf Baum und Busch sich so schwer legt, daß alles still wird, einem Geschehen hingegeben, das langsamer wirkt als der Frühling, aber niemand ausschließt. Zu dieser Zeit strömt der letzte Saft, die Süße selbst in die Frucht. Die Farbe wird reif für die langen Wochen, deren Geräusch kein Rauschen ist wie der Frühlingswind, kein frischer Duft, keine Betäubung wie im Mai, nur ein Knistern um Baurn, ein Wetzen am Ast und das trockene Räu-s- pern der ersten gelben Blätter. An der Schwelle des Herbstes steht die Glut. In den späten Augustnächten meinen wir viele Sternschnuppen zu sehen, als fiele im All zuerst das Gewordene aus den Sitzen herunter, ehe bei uns der Fall der Früchte beginnt und der Regen des Laubes. Alles wird lockerer und bunter, aber nicht lauter. Das ist, wenn der Morgennebel vor dem Blau des spät erwachenden Tages liegt, wo jeder Vormittag erst allmählich aus einem leichten Dunst absinken muß und dann dasteht, beinahe noch sommerlich vergoldet, sehr klar bis in die letzten Ecken der Landschaft. Und das Land selbst wird weit und geräumiger, in den Farben zuerst, die überall die Dinge umreißen, vermannigfaltigen, den Raum in seiner Fülle deutlicher, verschiedener und reicher hervortreten lassen als die hellgrüne Gleichung, auf die der Frühling gestimmt ist oder das matte Erfülltsein des Sommers. Immer ist es die Kühle, die selbst in den warmen Tagen wartet und schon hinter den Bäumen hervorlugt, die kein Versteck möhr umgeben können. Sie sind farbiger, aber undichter. Sie lassen die Kühle sich entfalten. Sie geben an Farbe, was ihnen an Leben gebricht, und an Augenlust, was ihnen an geheimnisvoller Versponnenheit langsam abgenommen wird. Bis dann die trockene Musik des Oktobers zu klingen beginnt, dieses Monats, der irgendwie altfränkisch ist, ein Spinett der Natur, sanft und verhalten, melancholisch und gebrechlich in Strauch und Wald, aber gewölbt und grenzenlos in der freien Landschaft. Ein Baum ist es, der vor allen jetzt zu bestimmen beginnt, der sich hinauslodert ins Sterben und den sicheren Ernst seines Monatswandels an eine dunkle, rote Erregung verliert, die doch nur Verwesung bedeutet. In der Buche erfüllt sich der reife Herbst, in ihr klingt auch das Blätterspinett oft wie ein Chor von brüchigen Stimm- chen. Wir haben recht, wenn wir zu dieser Natur, die ihre Türen aus den Angeln gehoben hat, den Widerhall von Schüssen als zugehörig lieben. Hörner- ruf und Treiberlärm. Und selbst wer im Blätterrauschen nie ein Tier jagte, träumt den fernen Abschuß zu dem großen Bild hinzu, das ihn um- aibt, nicht weil um ihn rings Sterbenszeit ist, sondern weil er selbst angeklungen ist und weil er die Blätter seiner Seele sinken läßt in den eigenen weiten Raum, der sich inmitten des nur scheinbar größeren der Natur bewegt. Denn es ist kein Bedeutungsunterschied darin, daß ein Baum sein Blattwerk fallen läßt, um seine Wurzeln zu düngen, und wir in der verhaltenen schwingenden Schwermut unseres Wesens, das sich im Herbst in eine kühlere besinnliche Vollendung bettet, den Lockruf des Frühlings oorbereiten, der unser Blut aufs neue röten soll. Diese Frist des Todes ist wie jedes Sterben nur eine Brücke. Sie setzt in einem mild- anfteigenben schonen Bogen über das stille Wasser der Sammlung, das ein Naß des Vergehens scheint, auf das feste Ufer, wo der Acker die auf- gespeicherte Kraft ausdampft. Wenn wir das Wort „Herbst" hören, steigt aus dem bunten Sinken des Laubes und der roten Decke der Wälder aus jenes fast winterliche Bild, wo der Nooemberwind im kahlen Geäst die nackte schwarze Rinde allein umspülen kann. Es ist der Tod des Herbstes selbst, wenn alles in seinem Raum zu zittern beginnt, als wehte es hin, als bebte der bloßgelegte letzte Funken des Lebens um feinen Bestand, ein Irrwisch, ein Lichtlein, das denn auch zum innigen Symbol der Zeit und des Lebens am Allerseelentag auf den Friedhöfen verbrennt und versinkt in das Schwarze der Nacht, die, noch ehe der Winter sie dämmernd erhellt, schon an das tiefe Dunkel der immer aus aller Verwandlung tauchenden ewigen Ackerscholle erinnert. Spielscharfahrt durch Siebenbürgen. Eine Sing- und Spielschar der Frankfurter Hitler- Jugend führte kürzlich eine vierwöchige Fahrt nach Siebenbürgen durch. Volkslied und Kantate, Laienspiel und Dichterwort berichteten vom deutschen Volkstum. Josefa Behrens-Totenohl, Dr. Karl Richard Ganzer und Wolf Justin Hart- m a n n , die an der Fahrt teilnahmen, sprachen und lasen vor der Bevölkerung aus ihren Werken. Im folgenden berichtet ein Teilnehmer von der Fahrt: Quer durch Oesterreich und Ungarn führte uns der Weg nach Rumänien. In Birthelm, einem der ersten siebenbürgischen Städtchen, drängen sich zwei Zigeunerjungen an die Fenster unseres Omnibusses heran. Sie bieten einen uns schon gewohnten Anblick: Barfuß, nur mit einer schmierigen Hose und mit einem zerrissenen Hemd bekleidet. Bittend halten sie die Hände auf: „Zigaretten!" Während unser Fifo noch beschäftigt ist, die beiden auf die Platte zu bannen, sind zwei Sachsenkinder an unseren Wagen herangetreten. Man erkennt sie sofort: Frische, saubere Gesichter, aus denen blanke Augen in die Welt schauen. Eine Woche lang fingen und spielen wir Abend sür Abend in siebenbürgischen Städten und Dörfern. Einmal ist auf unserem Wege durch anhaltende Regenfälle eine Brücke gebrochen und mit großer Verspätung treffen wir in Hermannstadt ein. Fünfhundert Menschen haben in einem über» füUten Saal lange geduldig auf uns gewartet. Als mir in unseren regennassen Hemden auf die Bühne springen und unser erstes Lied in den Saal hineinhämmern, bricht ein Sturm des Beifalls über uns los. Und wir fingen, gläubig und mit heißem Herzen: „Wir tragen und bauen das Reich, nie wollen wir es verraten! Arbeiter, Bauern, Soldaten!" Ein andermal lieft Josefa Behrens-Toten- o h l aus ihrem Buche „Der Femhof". Es ist ganz still, nur die dunkle Stimme dieser Frau ist im Raum. Westfalen wird vor uns lebendig, feine weiten Ebenen und einsamen Bauernhöfe. In Rode hat man keinen Saal bekommen können. Einige hundert Burschen und Mädchen erwarten uns auf einer Waldlichtung. Es ist ein reizvolles Bild. Die Mädchen in ihren bunten Trachten und die Burschen mit runden Hüten und enganliegenden schwarzen Stiefelhosen. Schnell ist eine Zeltbahn aufgespannt, vor der nach einigen luftigen Liedern unser Spiel „Der deutsche Schalk kuriert die sieben Laster" steigt. Das ist eine tiefe Freude in Den Augen unserer Zuschauer und oft klingt ein kräftiges Lachen aus ihren Reihen auf. Erst als die Abendglocken zur Heimkehr rufen, trennen wir uns. R. F. Lichtspielhaus: „Heiratsinstitut Ida & 60/ Wenn die Leute auf der Bühne oder vor der Kamera so tun, als ob sie den unsinnigsten Unsinn blutig ernst nähmen, wenn sie sich gegenseitig mit grimmigen Mienen die Hucke voll lügen, wenn sie jeden Neuankömmling für jemand anders ausgeben, und wenn somit möglichst viele, wenn nicht alle Anwesenden miteinander vertauscht und verwechselt werden —, dann ist es richtig, dann steht der Schwank in Blüte. In diesem Heiratsinstitut geht es ähnlich zu wie in der unseligen Pension Schöller: man kann sich denken, was da für Verlobungen Zustandekommen, wenn jeweils das falsche Paar der Heiratslustigen an einen Teetisch komplimentiert wird; das ist noch längst nicht alles, nur wird niemand von diesem Bericht eine erschöpfende Inhaltsangabe erwarten. Da sehe jeder zu, wie er sich durchfindet. Der Regisseur Viktor Jansen hat einen gewaltigen Trubel veranstaltet. Ida (mit dem Institut) heißt mit Zunamen Wüst; süß lächelnd wandelt sie durch ihr Paradies, schrecklich windet sie sich in Angst und Schuldgefühlen. Sehenswert ist das Terzett der Komiker: R. A. Roberts mit Rübezahlbart als racheschnaubender Weiberfeind; Theo Lingen, sehr gedämpft und geniert, gibt feine unglaublichsten Gesichter zum Besten; Rudolf Platte, ein wildgewordener Poet in dithyrambischer Verzückung. Von den andern seien noch die niedliche Carsta Lock, Tine Schneider, Karl Etlinger und I. E. Hermann genannt. — (Tobis.) Aus dem Vorprogramm find die sehr schonen Aufnahmen von Dresden hervorzuheben: eine erfreuliche Bereicherung der Sammlung deutscher Städtesilme. Hier gibt es noch manche dankbare Ausgabe zu losen. Hans Th^riot. Italien und das Patrouillensystem für das Mittelmeer. Sapporo bis zur Beendigung des Chinakonfliktes zurückgestellt werden, da finanzielle Unterstützungen von der Regierung vorläufig nicht zu erwarten seien. Das hindert jedoch nicht daran, daß der vom Internationalen Olympischen Komitee eingesetzte deutsche Berater Werner K l i n g e b e r g und der mit dem Ausbau der Olympia-Bobbahn in Sapporo beauftragte deutsche Ingenieur Zentzytzki ihre beratende Tätigkeit für die organisatorische Vorbereitung der Spiele aufnehmen. „Wenn doch Franco käme." Frauen demonstrieren in Barcelona. Paris, 17. Sept. (DNB Funkspruch.) Wie der „Jour" meldet, haben in Barcelona Demon- strationen gegen die bolschewistischen Machthaber stattgefunden. Zahlreiche Gruppen von Frauen. seien über die Klaza Cataluna, und die Ramblas gezogen. Sie hätten Schilder mit sich geführt, auf denen man zum erstenmal in Barcelona habe lesen können: „Es lebe Franco' Wenn doch Franco käme!" Die bolschewistischen Horden seien mit Waffengewalt gegen die Frauen vorgegangen. Auf beiden Seiten habe es zahlreiche Verletzte gegeben. In G t j o n , so meldet der ,^ou r" weiter, fehle es an den notwendigsten Lebensmitteln. Es häuften sich die Verbrechen und Plünderungen. Valencia habe keine Autorität mehr. Balarmino Tomas übe die blutigste und schrecklichste aller Diktaturen aus. Der rote baskische „General" Gomez G r i b a r r i habe sich an Bord eines Fischerbootes nach Bayonne flüchten können. In Madrid gefangen gehaltene Nationalspanier ausgelöst. Salamanca, 17. Sept. (DNB.) Durch ein Uebereinkommen mit dem Internationalen Roten Kreuz kann eine gleiche Anzahl Spanier aus dem nationalen in rotspanisches Gebiet überwechseln, wie r e ch t s st e h e n d e Personen auf Grund einer Vereinbarung des Internationalen Roten Kreuzes mit dem Valencia-Ausschuß Madrid verlassen dürfen. Dieses Uebereinkommen wird die Befreiung von 25 0 0 Personen bewirken, die sich seit Jahresfrist in den Gebäuden ausländischer Botschaften und Gesandtschaften in Madrid befinden und die nicht pur unter den größten Entbehrungen leiden mußten, sondern auch in ständiger Lebensgefahr schwebten. General Franco beglückwünscht den Führer. Berlin, 16. Sept. (DNB.) Der Führer des nationalen Spanien, General Franco, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Im Namen aller Spanier, die gegen die kommun st ische Barbarei kämpfen, beglückwünsche ich Ew. Exzellenz lebhaft zu Ihrer letzten großartigen Rede, in der Sie es erneut verstanden haben, edle germanische Empfindungen dem großen deutschen Volk vor Augen zu führen. Heil Hitler! (Gez.) General Franco. ♦ Wie ungeheuer groß das Interesse an der antibolschewistischen Ausstellung der Reichspropagandaleitung der NSDAP, in der Norishalle zu Nürnberg ist, beweist der Andrang von bisher über einer Viertelmillion Besucher. Ehrengäste des Führers, Diplomaten und Regierungsvertreter aus fast allen Staaten der Welt besichtigten die Schau. Gerade diese Besuche sind der beste Beweis , dafür, daß es sich bei dieser Ausstellung um eine einzigartige Dokumentenschau handelt. Kleine politische Rachrichten. Der FührerundReichskanzlerhat durch Erlaß vom 9. September 1937 den Landesstellen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die Bezeichnung „R e i ch s p r o p a - aandaämter" und die Eigenschaft von Reichsbehörden verliehen. Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht seinen Dank für die Glückwünsche zur Verleihung des Nationalpreises durch folgende Venöffentlichung aus: Aus Anlaß der Verleihung des ersten Nationalpreises durch den Führer habe ich aus allen Teilen des Reiches so zahlreiche Glückwünsche erhalten, daß ich außerstande bin, allen meinen Dank auszusprechen. Ich tue das hiermit auf diese Weise und danke für die ausgesprochene kameradschaftliche Verbundenheit. * Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath sandte an Gouverneur von Linde- q u i st zu seinem 75. Geburtstag ein herzlich gehaltenes Glückwunschtelegramm. Lindequist war 1905 Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika und 1910 Staatssekretär des Reichskolonialamts. ♦ Im Eher-Verlag erscheint soeben die 4. Auflage (31. bis 40. Tausend) des Buches des stellvertretenden Pressechefs der Reichsregierung Alfred-Jnge- mar Bernd .Gebt mir vier Jahre Z e i t." Das Buch, das einen spannenden Ueberblick über die Erfolge der ersten vier Jahre nationalsozialistischer Staatsführung ist, ist um ein umfassendes Schlag- und Stichwortverzeichnis erweitert worden. Der Generalsekretär des Deutschen Olympischen Komitees, Dr. Karl Diem, der sich in Sofia aufhält, hat von der bulgarischen Regierung den Auftrag erhalten, die sportliche Ausbildung und Ertüchtigungder bulgarischenJu- gend nach deutschem Vorbild neu zu organisieren. Zur Ausführung dieses ehrenden Auftrags wird sich Dr. Diem zwei'Monate in Bulgarien aufhalten. • Der Völkerbundsrat hat der englischen Regierung die Ermächtigung zu Verhandlungen über die Teilung Palästinas erteilt. Es wird jedoch an die Zusicherung erinnert, die der englische Vertreter über die Einwanderungs- frage gegeben hat, und darauf hingewiesen, daß Die Mandatsverfassung in Kraft bleibt, solange nichts anderes entschieden ist. _____________ London, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" berichtet aus Genf, die britischen und die französischen Marinesachverständigen hätten weitere Einzelheiten des gemeinsamen Patrouille n s y st e m s ausgearbeitet, es sei anzunehmen, daß die Unterzeichnermächte der Nyoner Vereinbarungen vielleicht schon morgen — allerdings diesmal in Genf — erneut zusammen- treten. Augenblicklich verhalte man sich abwartend, während Italien ein gleiches tue. Italiens Forderung, in größerem Umfange an der Patrouille teilzunehmen, werde von den Abordnungen der Mächte voll anerkannt; die Mächte würden zufrieden (ein, wenn man jetzt e t - was von Italien höre. Verzögerungen werde man aber nicht zulassen, da sie den ganzen Patrouillenplan seiner Wirksamkeit berauben würden. „Daily Telegraph" meldet aus Genf, daß Italien bisher noch kein Angebot zwecks Teilnahme an der Patrouille im Mittelmeer gemacht habe. Dementsprechend sei es für England und Frankreich unmöglich, Aenderungen im vorgesehenen Patrouillensystem vorzunehmen. Sollte aber die italienische Regierung Vorschläge machen, so würde Italien in der Patrouille ein Platz eingeräumt werden, der seiner Würde und seiner Stellung als große Mittelmeermacht entsprechen würde. Man habe von Meinungsverschiedenheiten zwischen Eden und Chamberlain gesprochen. Das sei aus der Luft gegriffen. Chamberlain habe im Gegenteil Eden zu der in Nyon geleisteten Arbeit beglückwünscht. „Daily Expreß" meldet aus Rom, Italien habe England und Frankreich mitgeteilt, daß es auf keinen Fall irgend eine Störung der italienischen Schiffahrt im Mittelmeer dulden werde. Italiens Rechte auf hoher See müßten peinlich geachtet werden. Graf G r a n d i werde sich noch heute nach London begeben, um dort Mussolinis Stellung zur Lage im Mittelmeer darzulegen. Paris wünscht italienische Lniliative. Paris, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der französischen Presse ist der gewisse Optimismus über eine Beteiligung Italiens an der Mitteimeer» kontrolle beträchtlich gedämpft worden. „Echo de Paris" glaubt, daß weder Frankreich noch England die Initiative ergreifen würden. Italien habe den ersten Schritt zu tun. „Figaro" schließt aus dem Verhalten Italiens, daß es nicht die Initiative zu neuen Vorschlägen ergreifen wolle. Die Haltung Italiens zeuge von übler Laune Man sehe ein neues Manöver gegen Italien und eine Rückkehr zum antifaschistischen Geist voraus. Der Polizeidienst im Mittelmeer, ausgeübt von den Westmächten, könnte von Italien als eine Art Seeblockade zu seinem Schaden ausgelegt werden, in Analogie der Wirtschaftsblockade zur Zeit der Sanktionen. Für den „Jour" steht es fest, daß jede Regelung zwischen Rom und den Westmächten durch die Furcht, Moskau zu mih- fallen, verzögert werde. Alle Schwierigkeiten kämen von Moskau. Es würde aber genügen, dies den Sowjets klar und deutlich zu sagen, damit sie endlich aufhören, ein Hindernis für jede europäische Befriedung zu sein. Verstimmung in Italien Mailand, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Treiben in Genf wird in der italienischen Presse mit wachsendem Unmut verfolgt. Die Turiner „Stampa" spricht von einer zweideutigen Haltung Englands und nennt die Lage düster. Bisher seien im Mittelmeer nur Schmug- gelschiffe für Valencia und Barcelona versenkt worden. Der Kampf gegen die Piraten sei nur eine schöne Phrase. In Wirklichkeit wolle man die Transporte schützen, die der Verlängerung des Widerstandes der Roten dienten. schen Kräfte der deutschen Vergangenheit neu be- leben. Der Künstler soll dem Volke dienen, mb em er die Kunst dem Volke und das Volk der Jurist nahebringt. Es ist eine Erfahrungstatsache, die sich auch hier in Pans wieder bestätigte: je mehr em Kunstwerk „echt", d. h. natin/al gebunden lst, je mehr es aus dem Gefühls- und Ausdrucksrelchtum des eigenen Volkes schöpft, — einen desto tieferen Eindruck macht es auf seine Nachbarvölker, einen desto größeren Beifall findet es bei ihnen, die sich durch den Einblick in eine ihnen artfremde Welt und das beglückende Erlebnis der Ausweitung des eigenen Horizontes bereichert fühlen. Wenn „der große Wurf gelungen" und „die Zauber wieder binden", so verstummt für einen Augenblick das Mißgetön des sozialen und politischen Zwistes, und selbst die Ewig-Hadernden atmen auf unter „des Himmels prächtigen Plan". Das durften wir hier in Paris dankbar erleben. Das sorgfältig und überlegt ausaearbeitete Pro- gramm der deutschen Kulturwoche brachte eine immer zunehmende großartige Steigerung. Den Auftakt bildete der deutsche Film-Galaabend, der im Film-Pavillon inmitten des nächtlich beleuchteten Ausstellungsgeländes stattfand. Die von Kammersänger Schlusnus gesungenen Eichen- dorffschen Worte: „Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!" fanden ihre Illustrierung vor allem in dem schönen Farbenfilm „Deutschland von Heut e", der m künstlerisch zarter Tönung deutsche Landschaften und Städte, Menschen und Pflan- zen, Arbeit und Feste, Erstrebtes und Erreichtes dem Ausland nahebrachte. Auf den Film folgte der Tanz, auf das Bild das Leben. Es ist hier nicht der Ort, auf die Leistungen der einzelnen deutschen Künstler einzugehen. Namen wie die des Tänzers Kreutz berg und der Tänzerinnen H ö p f n e r, der Sänger Schlusnus und Erna Berger, der Dirigenten Krauß und Elmendorfs, die Namen Kittel, Tietjen und gar Furtwängler sprechen für sich selbst, auch außerhalb der Grenzen Deutschlands. Die Günthersche Tanzgruppe aus München verkörperte durch die eigenartige Verschmelzung von Musik und Bewegung, durch die Iugendfrische und natürliche Anmut ihrer Tänzerinnen, durch Rhythmus und Kostümierung wirklich ein Stück Deutschland, wobei nur die blumige Wiese unter den leichten Füßen fehlte. An den Tanzabend schloß sich als weitere Steigerung der dritte Abend, der dem deutschen Lied aeweiht war. Das Lied — dies Wort ist unübersetzbar, „Le lied allemand“ schrieb die französische Presse —, ist für den Ausländer der reinste und unmittelbarste Ausdruck der deutschen Volksseele, der Schlüssel zu den Geheimnissen der deut- chen Musik. Diese musikalische Form, so vollendet in ihrer Beschränkung, so rein im Ausdruck, blüht in keinem anderen Lande der Welt in dieser natürlichen Fülle. Daher ernteten die deutschen Kunst- und Volkslieder, die von den hervorragendsten deutschen Chören und Solisten vorgetragen wurden, begeisterten Beifall. Von Tanz und Lied zur Spieloper. Als mir zur Aufführung des Straußfchen „Rosen- k a v a l i e r s" das Theater betraten, das wie allabendlich von einer eleganten Menge bis auf den letzten Platz besetzt war, fanden wir alle Räume reich mit Blumen geschmückt. Sie waren aus Berlin geschickt worden. „An alles denken die Deutschen", schrieben die Franzosen, „wir sollten uns ein Beispiel an ihnen nehmen!" Leider war der bejahrte Komponist des „Rosenkavaliers" durch Krankheit verhindert, seine Oper selbst zu dirigieren, aber unter der Stabführung von Clemens Krauß mar diese Darbietung der Berliner Staatsoper ebenso hervorragend, roie die Aufführung der „Ariadne auf Naxos" am achten Abend. Diese beiden Spielopern brachten eine heitere Note in das sonst so ernste und großartige Programm. Der fünfte Abend bildete mit der Beethoven- schen IX. Sympho nie unter Furtwäng- ler einen Höhepunkt, der allen Teilnehmenden unvergeßlich sein mird. Durch die Anmesenheit des Präsidenten der Republik, Lebrun, und zahl- reicher führender Persönlichkeiten des französischen öffentlichen Lebens, das Spalier von Soldaten der Republikanischen Garde in ihren malerischen Uniformen und das Spielen der französischen und deutschen National-Hymnen erhielt der Abend eine besonders feierliche utib bedeutungsvolle Note. Die Meisterschaft Furtwänglers, die überlegenen Leistungen des Philharmonischen Orchesters, der Solisten und des Kittel sch en Chores, — vor allem aber das Genie Beethovens und die beschwingten Worte Schillers, — das alles verschmolz zu einem Ganzen, das die Hörer in höhere Sphären hinaufriß. Als die Worte verklungen waren: „Ahnest du den Schöpfer,. Welt? Heber Sternen muß er wohnen", fiel es einem nicht leicht, die Rückkehr in die profane Welt des rasenden Beifalls zu finden. Aber noch stand ein bedeutender Teil der Kulturwoche bevor: die beiden Wagner-Opern „D i e Walküre" und „Tristan und Isolde." Zwar war die Inszenierung auf der kleinen Bühne des „Th£ätre des Champs-Elysees“ recht beengt, aber das tat der musikalischen Wirkung keinen Abbruch. Die Besetzung der Bayreuther Festspiele 1937, das Orchester der Berliner Staatsoper unter Furtwänglers und Elmendorffs Leitung rissen das Publikum wieder zu begeisterten Beifallskundgebungen hin. Das durch den Wagnerschen Geist geschaute, belebte und verkörperte Deutschland offenbarte sich hier dem Ausland in seiner reinsten und edelsten Form. Wohl noch nie war das Frühkingslied, der Feuerzauber, Isoldens Liebestod außerhalb Bayreuths so vollkommen zum Vortrag gebracht worden. Bis ein Uhr nachts folgte das Publikum hingebungsvoll der herrlichen deutschen Musik. Neben diesen Höchstleistungen fanden die deutschen Künstler noch Kraft und Zeit, dem französischen Hörer in kleineren Konzerten näher- mtreten, so im Pariser Rundfunk und in einem schönen Kammermusikkonzert in Versailles. Am Ende der deutschen Kulturwoche trat blasses Herbstwetter ein, — das verstärkt noch die Stimmung wehmütigen Vermissens, die sich nach Abschluß einer unvergeßlichen Feierzeit einstellt. Möchte der Nachklang der Tage von Paris noch lange anhalten und seine segensreiche Wirkuna ausüben! Den deutschen Künstlern sei unser Dank gesagt! Berlins neuer Jestschmuck Sl ~ r w M Für den Berliner Staatsbesuch des Duce werden auf der Feststraße Unter den Linden bereits die Vorbereitungen für eine großzügige Ausschmückung getroffen. Unter den Linden wurden vom Pariser Platz bis zum Denkmal Friedrichs des Großen gewaltige Pylone mit goldenen Hoheitszeichen in Viererreihen errichtet, die von Tiefstrahlern angestrahlt werden und deren Zwischenräume mit Fahnen ausgefüllt werden. Auf dem Platz vor der Universität wird ein Postament mit einem großen Hoheitszeichen errichtet. Ein Fahnenturm von 52 Meter Höhe findet auf dem Adolf-Hitler-Platz am Kaiserdamm bei den Ausstellungshallen Aufstellung. Auch der Wilhelms-Platz wird wirkungsvollen Säulenschmuck erhalten. Es handelt sich um eine großzügig gestaltete Dauer« ausschmückung, die zu den verschiedenen Anlässen schnell auf- und abgebaut werden kann. Hauptsächlich wird die sog. Ost-West-Achse, also der Straßenzug von den Linden bis zur Heerstraße geschmückt werden. Mit der Durchführung wurde der Reichsbühnenbildner Professor Benno v. A r e n t beauftragt. Unser Bild zeigt die Straße Unter den Linden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie deutsche Kuliurwoche in Pans. Don unserem A O.-Äerichterstatier. Nachdruck verboten. Paris, September 1937. • Im Rahmen der Pariser Weltausstellung wird den teilnehmenden Nationen Gelegenheit geboten, „K u l t u r w o ch e n" zu veranstalten, um sv dem interessierten Ausland einen Eindruck von ihren Bestrebungen und Leistungen auf künstlerischem Gebiete zu vermitteln. Während die Werke der bildenden K u n st aller beteiligten Länder in einem besonders sehenswerten Pavillon am Seine-Ufer ausgestellt sind, kommen in den Kulturwochen Tanz und Film, Musik und Schauspielkunst zu Wort. Die deutsche Kulturwoche, die Anfang September bei schönstem Sommerwetter in Paris stattfand, bildete ein künstlerisches und gesellschaftliches Ereignis, das von den Kunstkennern aus aller Welt mit Spannung und großen Hoffnungen erwartet worden war. Ihr glänzender Verlauf hat sicher dazu beigetragen, das merklich wachsende Verständnis für die Leistungen des neuen Deutschlands zu stärken. Aehnlich wie während der Berliner Olympischen Spiele der sportliche Wettbewerb eine völkerverbindende Kraft bewies, so sprachen in Paris deutscher Film, deutscher Tanz, deutsche Musik eine jedem Ausländer verständ - l i cf) e Sprache, und zumal die deutsche Musik bewies aufs neue ihre siegreiche Kraft. Das internationale Publikum, das die Konzertsäle oder das „Theätre des Champs-Elysees“ überfüllte, kargte nicht mit Beifall, und die französische Presse spendete uneingeschränktes Lob. Man sah In den deutschen künstlerischen Darbietungen den Höhepunkt einer außerordentlich glänzenden internationalen Musik-Saison. „Die Ereignisse übertrafen noch unsere Erwartungen", so schreibt „Le Journal", — „und wir stehen von Bewunderung benommen vor der gewaltigen Anstrengung, durch die während einer Woche in Pans alles vereint wurde, was das musikalische Leben des heutigen Deutschlands an Höchstem, Vollkommenstem und Gewaltigstem besitzt. Welch bewunderungswürdiger Gemeinsinn, welche starke und vornehme Auffassung ihrer Verantwortung belebt dieses imposante Heer von Sängern und Musikern, von Bühnenkünstlern, Regisseuren und Technikern, die ohne zu murren eine erdrückende Arbeitslast und endlose Proben auf sich nehmen, sobald es um das Ansehen Deutschlands in der Welt geht, für das sich ein jeder mit verantwortlich fühlt, auf welcher Stufe der Leiter er auch stehe. Das deutsche Volk darf mit Recht stolz sein auf seine künstlerische Lebenskraft und auf feine Standhaftigkeit im Streben nach Vollendung!" Eine schöne Anerkennung der deutschen Leistung aus dem Munde eines sachverständigen Franzosen! Nach einem Ausspruch des der Kulturwoche Vorsitzenden Vizepräsidenten der Reichskulturkammer, des Staatssekretärs Funk, soll die deutsche Kunst nicht nur den besonderen Anforderungen der Geaen- roart genügen, sondern auch die großen schöpferi- lstk.324 3stk.9O4 Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt Deutscher Rordatlanlikflug in Rekordzeit. Mit dem Uhr, Mannheim ab 0,37 Uhr, Uhr. ehemaligen empfangen. Der Fliegende Frankfurter" wird Fliegender Karlsruher". feit von 275 Kilometer in der Stunde und unter- b o t damit die bisher von deutschen Flugzeugen und Maschinen anderer Nationen auf dieser Strecke erreichten Flugzeiten beträchtlich. Diese Leistung ist um so bemerkenswerter, als es sich bei der Ha. 139 um eine Neukonstruktion der Hamburger Flugzeugwerke handelt, die eigens für den Atlantikdienst der Deutschen Lufthansa geschaffen wurde und mit Junkers-Schwerölmotoren ausgerüstet ist. 92jähriger fährt mit dem Rad von Trier nach Paris. Der älteste Radfahrer Deutschlands, der 92jährige Pensionär Heinrich Werner, ist in Trier zur Fahrt nach Paris gestartet, wo er die Weltausstellung besuchen will. Trotz feines hohen Alters ist Werner noch so rüstig, daß er längere Strecken mit feinem Stahlroß durchhalten kann. Mit 50 Jahren lernte er dieses Verkehrsmittel kennen und hat seitdem nur ganz wenige Fahrten mit der Eisenbahn oder sonstigen Fahrzeugen zurückgelegt. Acht Todesopfer bei einem Flugzeugabsturz in Peru. In einer der letzten Nächte stürzte infolge unsichtigen Wetters ein Verkehrsflugzeug 90 Kilometer vor Lima ab. Sieben Fahrgäste und der Pilot kamen ums Leben. Riesenschmugglerprozeß in der (Eifel. In Prüm in der Eifel ging ein Schmugglerprozeß zu Ende, der über anderthalb Monate gedauert hat. In der Anklageschrift waren 21 Angeklagte und 150 Jeugen benannt, lieber 500 Zentner Schmalz sind neben anderen Waren von der Bande nach Deutschland geschmuggelt worden. Man war den Schmugglern, die seit 1933 am Werk furter", der Schnelltriebwagen Frankfurt—Berlin, in einen „Fliegenden Karlsruher". Der Triebwagen wird dann ab und nach Karlsruhe über Das Hochsee-Postflugzeug wind" der Deutschen Lufthansa, das Mittwochmorgen 7.10 Uhr deutscher Zeit vom Flugstützpunkt „Friesenland" vor Horta auf den Azoren zum Fluge nach Neuyork gestartet worden war, traf bereits um 21.45 Uhr in Port Washington ein. Das unter Führung von Flugkapitän Diele, Flugkapitän R o di g, Flugmaschinistenfunker R o e- s e l und Flugzeugfunker Stein stehende Flugzeug konnte die 3850 Kilometer lange Strecke in einer Gesamtflugzeit von 14 Stunden und 35 Minuten bewältigen. Die Ha. 138 erreichte also auf diesem Flug eine durchschnittliche Reisegeschwindig- Frankfurt nach und von der Reichshauptstadt gefahren. Der Schnelltriebwagen verläßt Karlsruhe um 5.03 Uhr und trifft um 6.33 Uhr in Frankfurt ein, um die Mainstadt 6.41 Uhr zu verlassen. Rückfahrt: Frankfurt ab 23.35 Uhr, Darmstadt an 23.54 Uhr, Darmstadt ab 23.55 Uhr, Mannheim an 0,34 ' **' Karlsruhe an 1.12 ____ _____ Beginn des Winterfahrplanes am 3. Oktober verwandelt sich der „Fliegende Frank- Lunstausschuß bei der Terra-Filmkunsk. . Die Terra-Filmkunst G. m. b. H. hat den von Reichsminister Dr. Goebbels auf. der Jahrestagung der Reichsfilmkammer gegebenen Richtlinien entsprechend nunmehr auch einen Kunstausschuß eingesetzt und in diesen berufen: Regisseur Karl Hartl als Vorsitzenden, Staatsschauspieler Harald Paulsen als stellvertretenden Vorsitzenden, Staatsschauspieler Heinrich George, Staatsschauspieler Theodor Loos, Schauspieler Wolfgang Liebeneiner. Die Mitglieder des Kunstausschusses werden auch dem Aufsichtsrat der Terra-Filmkunst G. m. b. H. angehören, in den außerdem Bankier Paul Hamel als Vorsitzender, Direktor Wilhelm L e h m a n n und Direktor Kuhnert eintreten. Deutsche Tanzmeisierschaft 1937. Die Austragung der Deutschen Tanz- mei st er schäft 1 9 37 findet aus Anlaß von „Wiesbadens Herbst-Wochen" am 25. September im Wiesbadener Kurhaus statt. Die Leitung des Turniers hat der Präsident des Reichsverbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes B ü ch e l e r (Berlin). Die Meisterschaft wird in diesem Jahr besonders stark umstritten sein, da die ge>amte deutsche Sonderklasse ihre Nennungen zu diesem Turnier abgegeben hat. Ha. 139 „Nord- Sanitätsoffiziere für die Luftwaffe. Berlin, 16. Sept. (DNB.) Bei der Luftwaffe können noch eingestellt werden als aktive Sanitätsoffiziere ehemalige Kriegsteilnehmer und Sanitätsoffiziere des Beurlaubtenstandes (Höchstalter 45 Jahre); als Sanitätsoffiziere ehemalige Kriegsteilnehmer (Höchstalter 55 Jahre); in den aktiven Dienst als Sanitätsoffiziers-Anwärter Medizinalpraktikanten und Medizinstudierende aller Semester. Jung- ä r z t e, die länger als vier Jahre approbiert sind, können beschleunigt zum Stabsarzt befördert werden. Für Fachärzte besteht Aussicht, daß ihnen die Leitung von Fachabteilungen in Lazaretten der Luftwaffe übertragen wird. Bewerbungen sind an den nächsten Luftkreisarzt zu richten. (Luftkreisarzt IV Münster i. W.) Einstellungsbedingungen bei den Wehrbezirkskommandos. Einstellung gedienter Bewerber jederzeit, ungedienter zum 1. April und 1. Oktober jeden Jahres. Werbeschau des deutschen INöbels. Die „W erbeschau des deutschen Möbel", die vom 25. September bis 9. Oktober in allen großen Orten des Reiches zur Förderung deutscher Wohnkultur stattfindet, wird durch eine Kundgebung der Reichskammer der bildenden Künste in Berlin eröffnet werden. Es spricht nach Vertretern des Möbeleinzelhandels, der Möbelindustrie und. des Tischlerhandwerks Reichskultur- walter SA.-Brigadeführer Franz Mora4 ler. Deutsch-französisches Studentenlager. In Avallon (Departement Pvonne) auf der Be- ganze Welt wieder vor Deutschland Achtung bekommen habe. Auch das neue Theater solle em Brückenpfeiler von Volk zu Volk werden. Zweite Shakespeare-Woche in Bochum. Unter der Schirmherrschaft von Gauleiter Josef Wagner findet in Bochum vom 9. bis 15. Oktober die zweite Shakespeare-Woche statt, bei der in der Kundgebung der Präsident der Reichstheaterkammer, Reichsdramaturg Dr. S ch l ö s- ser, sprechen wird. Das Stadttheater Bochum bereitet einen Aufführungszyklus der Römer-Dramen vor, die zum erstenmal aus der deutschen Bühne geschlossen gezeigt werden sollen. Außerdem wird die Shakespeare-Woche an den Vormittagen bedeutende wissenschaftliche Ergänzungen zu den Abend- aufführungen bringen. Voraussichtlich wird auch eine Ausstellung gezeigt, die das Thema „Shakespeare auf der deutschen Bühne" ausführlich behandeln wird. Verbunden ist die zweite Shakespeare- Woche in Bochum mit einer außerordentlichen Tagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, deren Präsident Prof. Dr. Werner Deetjen (Weimar) das Wort ergreifen wird. sitzung des französischen Schriftstellers Dallery 9t ab o t findet vom 10. bis 20. September ein deutsch - französisches Studentenlager statt, das von deutscher Seite von der Reichsstudentenführuna durchgesührt wird. An dem Zeltlager nehmen zehn deutsche und ebensoviel französische Studenten teil. Im Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens stehen Vorträge und Aussprachen über die deutsche und die französische Jugend und Studentenschaft und ihr Verhältnis zueinander. Die Lagerteilnehmer werden u. a. von den Abgeordneten des Departements Poonne, dem Ministerpräsidenten Flandin, Tagung der Deutschen Pathologischen Gesellschaft in Frankfurt. Die Deutsche Pathologische Gesellschaft trat in Frankfurt a. M. zu ihrer 30. Tagung zusammen. Die Bedeutung der Tagung unterstreicht die Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Staates, der Behörden, der Wehrmacht und namhafter Gelehrter des In- und Auslandes, die der derzeitige Präsident, Professor Beitzke (Graz), herzlich willkommen hieß. Nach Begrüßungsansprachen des Leiters der Anatomie Professor Pfuhl und des Frankfurter Pathologen Professor Fischer-Wasels leitete Professor B e i tz k e die Sitzung mit einer Rede über Stellung und Aufgaben der Pathologie ein und umriß die Probleme, die der diesjährigen Tagungsarbeit gestellt sind. Die Gesellschaft habe für ihre diesjährige Tagung als Hauptgegenstand die Allergie gewählt, deren wichtigste Erscheinungsform die allergische Ueberempfindlichkeit sei. Die Gesellschaft habe noch einen zweiten Gegenstand zur Beratung gestellt, der ins praktische Leben hineingreife und die Beziehungen zwischen Beruf und Krebs berühre. Wohl sei die eigentliche Ursache dieser mörderischen Krankheit noch nicht restlos geklärt, doch kenne man dagegen eine Anzahl Umstände, die die Entstehung des Krebses begünstigen. Gastspielreise des römischen Augusleum-Orcheslers durch Deukschland. Im Oktober wird das berühmte Augusteum- O r ch e st e r der Königlich-Italienischen „Accademia di Santa Cecilia“ Rom (des ältesten Musikinstituts der Welt) unter Leitung seines Dirigenten Maestro Bernardino Molinari eine Konzertreise nach Deutschland unternehmen. Das Orchester, das internationalen Ruf genießt, besteht aus etwa 100 Mitgliedern, denen eine Reihe bekannter Solisten angehört. Die Reise bedeutet für die Künstler eine um so größere körperliche und geistige Anstrengung, als in nicht ganz drei Wochen — beginnend am 3. Oktober in München, endend am 21. Oktober in Baden-Baden — nicht weniger als 19 Konzerte m vielen größeren Städten Deutschlands stattfinden werden. Das Orchester erfreut sich des besonderen Interesses und der Förderung Mussolinis. Es ist ein Zeichen, für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, daß die erste Auslandsreise des Orchesters nach Deutschland führt. Abeudrolh dirigiert den „Tristan" in Darmstadt. Der Leipziger Gewandhaus-Kapellmeister Pro- sessor Hermann Abendrot h, der in diesem Winter eine Reihe von Opernwerken am Hessischen Landestheater dirigieren wird, ist zu den Proben zu „Tristan und Isolde" in Darmstadt eingetroffen. Das Werk wird unter seiner Leitung im Großen Haus zur Aufführung gelangen. Für diese Vorstellung, die über Darmstadt hinaus von Bedeutung ist, wurde als Gast das frühere Mitglied des Hessischen Landestheaters Kammersänger Joachim Sattler (Hamburg) für die Rolle des Tristan verpflichtet. Richtfest des Theaterneubaues in Saarbrücken. Nachdem in mühevoller Arbeit der Rohbau des vom Führer der Stadt Saarbücken geschenkten neuen Theaters vollendet worden ist, fand jetzt das Richtfest statt. Nach altem Handwerksbrauch sprachen die Gesellen ihren Richtspruch, der in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausklang. Dann ging es in geschloffenem Zuge zum Johannishof, wo Der festliche Richtschmaus stattfand. Der Erbauer des neuen Saarbrücker Theaters, Prof. Baumgarten (Berlin), dankte mit herzlichen Worten allen, die am Werk mitgeholfen haben. Große Begeisterung löste die Mitteilung aus, daß alle Arbeiter, die an der Fertigstellung des Baues mitgewirkt haben, mit ihren Frauen als Gäste zur Eröffnungsvorstellung des neuen Theaters im nächsten Jahre eingeladen werden. Der Oberbürgermeister von Saarbrücken Schwitzgebel überbrachte die Grüße des Gauleiters B ü r ck e l. Noch stehe das ganze deutsche Volk unter dem Eindruck des Reichsparteitages der Arbeit. Die Arbeit des deutschen Volkes habe dazu beigetragen, daß die waren, schon längere Zelt auf der Spur. Fasten konnte man sie jedoch erst, als den Schmugglern in der Nähe von Hallschlag bei einem Transport ein Auto umschlug. Hallschlag ist die Heimat des Hauptangeklagten Schröder, der unter dem Namen Schmuggler-König der Ersel bekannt war. Schröder, der in Hallschlag Landwirt war, konnte sein unsauberes Gewerbe um so besser durchführen, als er von Schiebern, die auf der belgischen Seite wohnten, unterstützt wurde. Die Strafen entsprachen dem großen Schaden, den der deutsche Staat erlitten hat. Schröder erhielt wegen Bandenschmuggels und Devisenschiebung 5% Jahre, Gefäng- nis und 350 000 Mark Geldstrafe. Die Strafen der übrigen Angeklagten sind ebenfalls hoch. Dieser Monstreprozeß wird noch eine Reihe von Mein- eidsprvzessen im Gefolge haben. Das Hochwasser der Ober gefallen. Das Hochwasser der Oder bei Ratibor ist seit seinem Höchststand vom Dienstag 1,64 Meter gefallen. In der Umgebung von Ratibor bestehen in einigen Dörfern wegen der Ueberschwemmungen noch Verkehrsschwierigkeiten. Am Donnerstag staN- den noch immer weite Strecken der Oder-Niederung auch in den tiefgelegenen Ortsteilen Siemens und Nord unter Wasser. Schreckliches Brandunglück auf einem schottischen Bauernhof. Auf einem Bauernhof in Kirkintilloch in der Nähe von Glasgow, der von einer Feuers- brunst heimgesucht wurde, fanden zehn irische Landarbeiter den Tod in den Flammen. Verschiedene andere Personen konnten sich nur mit Mühe und Not retten. Auf dem Bauernhof waren in einem Gebäude 14 junge Mädchen und 12 junge Männer untergebracht, die bei der Kartoffelernte halfen. Nachts brach plötzlich Feuer aus. Während alle Mädchen gerettet werden konnten, fanden zehn der jungen Männer den Tod in den Flammen. Das Feuer wurde von Nachbarn wahrgenommen, die sofort die Rettungsarbeiten aufnahmen und zuerst die Mädchen in Sicherheit brachten. Die Feuerwehr, die später eintraf, war nicht mehr in der Lage, in den Schlafraum der jungen Männer einzudringen, die zwischen 13 und 23 Jahre alt waren, Wetterbericht des Reichswetterdiensies. Ausgabeorl Frankfurk. Noch immer steht die Witterung Deutschlands unter dem Einfluß des ausgedehnten europäischen Tiefdruckgebietes, wobei es vor allem über Frankreich und den anschließenden deutschen Gebieten zu ausgedehnten und vielfach recht ergiebigen Niederschlägen kommt. Von Westen wird jetzt über Frankreich zunächst etwas kühlere Meeresluft zu uns verfrachtet, welche den Niederschlägen wieder überwiegend schauerartigen Charakter verleihen und zu gelegentlichen Aufheiterungen Anlaß geben wird. Die Witterung bleibt zunächst noch unbeständig. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölktes Wetter mit wiederholten, meist schauer- artigen Niederschlägen, bei lebhaften, in Richtung wechselnden Winden etwas kühler. Aussichten für Sonntag: Trotz gelegent. licher Aufheiterung noch immer recht unbeständig. Lufttemperaturen am 16. September: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 13,9 Grad; am 17. September: morgens 13,2 Grad. Maximum 17,3 Grad, Minimum heute nacht 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. September: abends 14,8 Grad; am 17. September: morgens 13,7 Grad. •— Niederschläge 1,9 mm. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis NM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Ps. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aültig. Doppelherz für alle, die sich matt und elend fühlen - für alle, die gesimd und kräftig bleiben wollen. Flasche RM. 1.95,3.70 u.4.65 Stets frisch ab Fabrik Drog. Bornemann, Gie&en Bahnhofstraße 17 60i4Ä Kleine Probeflasche auf Wunsch gratis! Haben Sie offene fülle? Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, schmerzstillende Heilsalbe ßoniarin“ Erhält!, in allen ■ Apotheken. i85ov Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlich» PI. PI. 3°/o Rabatt in Marken 125 g 50 60 Beliebte Sorte Marke Kaffeekann« Kaffeekanne extra 70 p. und weitere vorzügliche Mischungen A££e AoaeH* Unser täglicher Kaffee KAISER'S KAFFEE jede Tasse HochgenuD! KAISER S GESCHÄFT Wir zeigen in einer Sonderschau gebrauchter Fahrzeuge vom 18. bis 25.Sept. einige besonders gute und hochwertige Wagen. U. a. HORCH, AUDI u. WANDERER Frankfurt a. M. Mainzerlandstraße 196 Tel. 73254/56 6008 D Geschäfts-Drucksachen J’XaX" Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskarten Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer tntbält die Neuerscheinung, di« alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen u. schauen werden: WerSgbelsWdieriiMSkesWMm Beobachtungen unb Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. — In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph be. bannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die Herr- lichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, See- schwalben, Rotschenkeln, Austernfischern u. a. mitgebracht, «r erzählt im Tertteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im 3«It versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde [Stellenangebote] Ordentliches Mädchen zuml.IO.gesucht. Frankfrt.Str. 49 Zuverlässige, in all Hausarbeiten erfahr.,selbständ. Hausangestellte zum mögt sofortigen Eintritt gesucht. Zu erfr. in i er Geschäfts- stelle des Gieß. Anzeigers. 0022V lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Berlages, Berlin- Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler dar ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Kaufgesuche Weißer emaillierter Küchenherd und einige gebrauchte, jedoch noch moderne Oefenju kaufen gesucht. Schrift!. Angebote unter 6018Da.d.G.A. Verschiedenes Beteilige mich mitca.lOOWMk. am liebst, tätig, a. gesund. Unternehm. b. Sicherstellung d.Kavit. Schrift!. Angeb. unter 04580 an d. Gieß. Anzeig. ZUM 04585 MkllM Hennen Auto f. 6-7 Personen noch frei. Julius WärenkämV er, Autovermictnngl Telephon 4210 I Von heut' ab Schluß mit ausgewaschenen Hänüen! Diele Frauen meinen, daß zu einer sauberen Wäsche auch ein tüchtiges Abrackern und entzündete oder sogar ausgewaschene Hände gehören. Eine einfache Abhilfe: Burnus ins Einweichwasser. Das löst über Nacht auch den zähesten Schmutz. Dann braucht man dieWäsche nur kurz in milder Lauge zu kochen. Das anstrengende und die Wäsche zerstörende Neiden fällt weg. Probieren Sie's auch. Kleine Dose 15 Pfge Uli NI 111) Große Dose 40 Pfga ■! ■*zZ< erspart scharfes Waschen! M 8 8 cS 3 r ® = E «'S* E So r E « § ■Sa 8 8 R E £*< 8 21g; q ö g-c? RH 19 R £ DM 3 LT^G E o 8 B 8 E§ E ES IS m a> C3 a> P 8 r ES 8 üeä D to ♦T"Ä 2(9 R 2 5? g OC „tog E a> *8* .5 Eio E 8 o E2E r = ä&: E 2 o «;R »gÄX 8 E 6> §- 8.5 = oZ 8 ER E o sS^ R^ FR »E OiICRR E g E E 2.5£ c? §8 E 5Rä BR" 3O£ (9 e £r j 8 -E.5 19R ts S 8^ £ E? u3 $x *rs R- A 8 a> R ’a> E E © 19 Sh L> 3 Rr 8 e & B55 Ä (9 19 E RSR K E RR X 8 2 8 0)0 b§E Hfö § = ^R£ c(9 5 8 o ■Rs^ c&t ei> 8 «ä>€8 :O "a> Q) E ä« ä» tos R£ E o^LR 8 --•Re c E 8 8 (9 % a^5 3 i?R£ E E ä» • : r E E E S®ß E C A R (9Sö S E -3 R.R e- .3 n 3 to WEG) 8 BR- ®H® 5> EL *Q O S* 2 2^ k- E^ RN (9^ Bei R E E B in 5 8 ^S R S¥ toc?- eE RRgt 8.8 R' E 5 K 55 E 8 *8 E «;• S-ZKZ H 8 jg»s Ä o OÄ B (9 8 <3 8 o ~Rg R s E E ER 5(9 E E s « 2t£- hR Q E z < s o Ct< R (9 E Sä 2 8 §1 R W « ä 8(9 55 A 5(9 S’ Ig <5>.9 BäS’S RR ST RS E = LE ■— o B Ä 8 E K o o >_> o R E CH o B 2 = CRE “"l9 5N-® 2 — E o 8 Bä (9 Ko E u § 8sft x Q-.Ä. •Ros* ttD E o S-8 :g-5«R = R a> E' R eR^ e g(9 ' «öS R o £ 8 3 FR'5 (9 •- A 2 R~ — R §S® 8-8 E Z § £- e 8.E >r> —. =-!|S 02'S Ä ER o o E> "c 8 cdRä kJ E — cl> ’Sä-gB R®? 8 sSs «g 8 «J-R2 ö ED |S ai®8 e.5 ES R E 'e--E LZ o> E -vO 3 e 8 o a> O a» (9 = g»-lgä^|5^a 8äRä SEB : = e lZS ®s® 8R-- =» a R 0.2- A R o E = e^qö«- « 8« EE in 0-1 O E o :. (9 3°SS E 8.8 g e E 8 55 o ■C'g? o *8. ^E E E rbZ ^(9§ R L, b5‘E 588^0) s'K .g-Ä R0 *q R ' b's.^X 5ERwbr^R "to(9S qSi3.eS LE LS Z-S 8 21 a> EI ®s E E c B C o o R c r* c R-o a X> B a> S-B 8 8 LÄ-:^ «t. E 3 E® o eSS^: öA b(9« S> 2® E ^o. «nö?. ■SB-g« S 8 8 g sR l9L'I E^ L9 B 8 S ä 3 R -e Rs M r o -3 hE2°‘ F (9 5 e ~ ' , . g ° J£> o£. £■" a a> O E ( Ä rn R Rö?§ 7EttL E' --— 8:5 3 £ B©Siiß=o(ä-5 - m o R(9 — 8 8 55 e 8 a» O O a E HH^SENRHw' "Z5 o« O E B o E-sI-i -e-g^ o = — 3 ^GQrRE m R Ro E 5 oRä 8 8 B 8 8 8 to- 8 ,to' 8 8 8 E 8 E E 8 8 8 8 8 8- 8 E 8 8 8 8 E E 8 8 8 o E m a 8 m o £ Oq r‘2 MS RL 5 -Ar. :O > 5- ' » B’“ E 8 8 i$n*t -s ER. 8_ ilr.2 g*Ö^ 3.3 W 5 ~ ■e-r 2 Cr? A ^3 p S3« nt^? ©8 9 ^9'3' re S 2) 59 p ^5 L-> 2 ®23^ 5 S 5 •*■ W (?£ 2. 3 p- ti =t — 5 & -c-KZH'Z *42 3 3 p W2 0 K 3 '2' CT wü 5 « 5 e !g ° $Sc£ w3 tt« «D 5 5 ~ 3 3 3 re 2 E.S'ct1 2 0 •®$5 0 3 d 22 3 " 8 SCüo -LZ-3 3 isuTP re ’3 C P g-g^CP 0 C ^.3 E" R -CCT-Zd 3 re P v <ö> re 3 3 3 5 ra 'S* ct 2-3’3’c« 3 ct- 6) 3^3 3.3 ■ cw3S 3 2 re - - SZ - '—* —* \ V '-* '—> -_t_ _ ■e-®3F3ggS :C!3Sä' Z-AZ %o 5'H'.0«g *9* —. $» o' d p 3 S2™ A 3 3 3 C: ^>0LSF.-7 — o O --. c CT 8 rt S3 Mä‘3 UbS t rsrs^s <3 = S5--?ö0G){32=:A o2,P<-t3P — Dre^CT tcT A ~ (J1 rs d-O-'Z A 3'° 3 2' o %)orS"^5 p -. — 3. p 32 3.7*3 3 srs's- 0 er» 3 3 S 3 CT-- 3 0)3 sr^-^-Z 3Z 2^'8‘Ä S" re "CT » 3 c: LZ 3 3 3 §3'1 G)8Ö 0 d & & Zs sS Cfl 3 CXCQ ** o Le s o a hS-O 2? S ©' 3 3 m 3 ^3 pS'S 33* 3 ' ® £ ~ 83L SS'o = a-e S* 3 2.W©3. 3.Ö3 CT 3 3 N3.' a^ ;-8 s 8 03 t8° ■^8 e3ü 6)3 2. 3 " 8 a 8 3 ° d = 5) 393'0' Ö3T er 3 5 5 = 3 3 3 8 ct ®s o aÄ a s 5 re' 3' « 8 3 3= 5 A —1 r-t f-. 3: re 8 3 Q 5 o 3 H SO-CT 3 -ß Q:ö D 2. 2- ^■o 8 3 S rn ifl 2-=5 3 03 <-" re 2S w 3 3 "c^Ova» 3'3 = 3 8 8 **°® "3 6L LL- « g E -Ä?> ^0^ c 0P, ssagFos; 3 3 3 re^ 3 8 3 3 ! 3 ■: o 3 3 3 L :»! Q. 0 3.8 js.5 ^a- ZsZ • 8 Ö3° §8 3 3 -E 8 p 8 8 ö. Z 8 2 Q 3 3 rsn §8 5 3 re M re" °a-H 3.2' o a'-rm= 3£ ^2 W 3 MASS JE/eT-ct-ct 5 8 " Z 3 3 AK. 3 3 3 ö S 3 Q« 5 £3® 0 3.^3- si^' O’S'« 3 o sD Z iE^-x p •-» «-»- rd 2 3 CT» 3 » o 3 DZZAN 5*8 «»§; Ja » 3' a S pLcS 3 2' SS'B a 3 3,,, 5 2 H ct cä Gl3 CT-tÄZ 3 CT 00 ry ° ®s: ^8Ä2 9:3,3.3 ” CT O sa ?kä" =3ao CD 3 r3S ™332,c — 8 ^3 « 2 3 2. 3d® öS- „ 8” © ^3 C ©g 3 3 3 «-§2 ^3«|? - 2 A §F>^A 3 2'=^ L«? ' 8 e 6bne!U59el «eVf ’ft 8?a, ' «> 2; =i. s = "Z-KZ. ^Wfl> 2 O ?» P: P ro 8 8 S'o* 2. 3 3 ~3 § K.Z ~ 8- 9* 'S* = 5® — 3" ° (V) »§ $8 § 3 8 3 8-CT 2 2 |3§35 37^LS° CT re P: 3 3 O 3 -CT 5 ©g3 .0,5 3 CL 33 ro 2. re 5 3 D 3 3 |« n 3 8 3 5 tScD ©r^ 2 0 2 re 3 3 3 2 ’ Ao. c 3 8cp = : 3 hä3 3 3'a re* 2._ 8 = *»- 2.'or<24? Hh.._ a«3'^ öin< Der jv Md kom MN lh FaMlrei feinen * lohnunc angel S die ma schäften Adol« hessisch- Dberfoi fügte, i anstren! [pari n> Adolar, Würde zehn 3' wieder hätte, 1 mehr o nur nie büsch b Freund- Angel, g-k°st-t widerfal Fifchkor) Geger Dahnsak ort, an samten einem s selbigen neue 21 Tung. ‘ tfineffen hauchdün Mlar meinte, fc besonder- schöner 2 falls sie jen. Zur künstliche Das Bö wenn er Adola und so zustande er nicht fünf Pf würbe c zum Ba> auswähl erste soll dah der Jünger gehörig Nach MW grellen L jro^e Sin ollten als ür einen Am ant eile die £ bete er si lung an gezeichnet Durch hieße Eu ihrem Fo führt übei lar sagte haben —, len stünde rasch sich vollendete .Bald w. die Schnur ein macht' 8"p 3 3 - “ p __, 3'2. ZM00§rN e a i? ° 5 ® ^8 38^8 CT P= 2. p 3- — r» ct w- « d *i ®§'8' 7 3-3 3 ?o3 5 ff ro 3,®« n> g 2 to° r 2 = 03 6)': ZZ^ ^3- U> GL 3 P5 ■CT re re — 3 U» 8 Arthur Forts- w«r lto "offen. Was tü, Der Na jn einen m®e, we . ^ber es I $en- Äwe ^-"4" I^einenb h , Endlich fc?1 ->'^ch kar vraulein , Tang heut '^n. bitte l "^arvolil N 3it\ iS? •?.«.{ 2.Ct?3 ’ ' <ö»A 5828 rs 3L2^§3 EA® 8 8 :-5 3 3 3 3 8 3 8 S-#g- rvd-S* CD ö* 8? -5U „ 3 w- s5.(j) CT re — re - re »2 3 3 2-re W-3’ S3cto 2 P re-.EL 3 8 3 8 8 8 r 8 8 3 8 3 3 8 e 8 8 3 8 8 8 ca 6 8 3 p 3 Hr.217 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 5reitag,l7. September (937 Aus den Gießener Gerichtssälen. Schöffengericht Gießen. Gestern hatten sich der H. 5). aus Bischheim und der S). F. aus Neumünster wegen Urkundenfälschung bzw. Beihilfe vor dem Schöffengericht zu verantworten. Bei den beiden Angeklagten handelt es sich um Freunde, die in Erlangen mehrere Semester zusammen studiert haben. Während der Angeklagte 5). bereits sein Studium abgeschlossen hatte, benötigte der Angeklagte F. zur Zulassung Zum medizinischen Staatsexamen Anfang 1936 noch den Nachweis des Latinums. Da er in der fraglichen Zeit erkrankte und auch wahrscheinlich infolge des bevorstehenden Examens etwas tm Druck war, erbot sich der Angeklagte $)., für ihn an der hiesigen Landesuniversität die Prüfung zu absolvieren. Er fuhr nach Gießen und bestand hier für seinen Freund das Examen. Ebenfalls unterzeichnete er die Prüfungsurkunde mit dem Namen des Angeklagten F. Später wurde die Sache ruchbar, und dieser Streich trug den beiden das Strafverfahren ein. Der Angeklagte F. mußte die Prüfung nachholen, die er dann auch bestand. Beide Angeklagten sind restlos geständig. Zu seiner Entschuldigung gab der Angeklagte 5). an, daß er aus reinem Kameradschaftsgefühl zu seinem besten Freund die Tat begangen habe. Da beide Angeklagte nicht vorbestraft sind und die Tat auch nicht einem verbrecherischen Willen entsprang, ihnen daher mildernde Umstände zugebilligt werden mußten, kam das Gericht zur Einstellung des Verfahrens auf Grund der Amnestie vom 20. April 1936. Weiter stand der K. 5). aus Friedberg wegen Beleidigung vor dem Schöffengericht. Die Anklage legte ihm zur Last, bei einem Dritten eine im öfentlichen Leben stehende Persönlichkeit beleidigt zu haben. Es stellte sich jedoch einwandfrei heraus, daß der Angeklagte in diesem Zusammenhänge von einer ganz anderen Person gesprochen und der Zeuge den Angeklagten vollständig mißverstanden hatte. Er wurde daher freigesprochen. Die nächste Anklage richtete sich gegen die K. Z. aus Treis an der Lumda wegen Diebstahls und Betrugs. Die Angeklagte, die als ausgesprochene Psychopathin zu bezeichnen ist, hatte im Sommer vorigen Jahres ihren heimatlichen Wohnort verlassen und trieb sich eine Zeitlang in Gießen herum. Sie wollte u. a. einmal eine Bekannte in Gießen besuchen. Da sie diese nicht zu Hause antraf, erkundigte sie sich bei einer in demselben Hause wohnenden Frau nach ihrem Verbleib. Diese Zeugin dauerte die stark heruntergekommene Angeklagte, so daß sie ihr für den fraglichen Tag gegen kleine Hilfeleistungen Kost und Unterkunst gewährte. Die Gastfreundschaft belohnte die Angeklagte dadurch, daß sie beim Verlassen des Hauses um Abend einen Mantel der Zeugin mitgehen ließ. Der Mantel wurde inzwischen sichergestellt und der Zeugin zurückerstattet. Kurz darauf begab sich die Angeklagte zu einem Friseur und ließ sich den Bubikopf ondulieren. Als es ans Bezahlen ging, behauptete sie, ihr Geld vergessen zu haben. Sie versprach dabei, am anderen Tage zu- bezahlen. Das Geld steht jedoch heute noch aus. Der Sachverständige bezeichnete die Angeklagte als vermindert zurechnungsfähig und hielt eine Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt für angebracht. Zn diesem Sinne lautete auch der Antrag des Vertreters der Anklagebehörde, der im übrigen 4 Monate' zwei Wochen Gefängnis beantragte. Das Urteil lautete antragsgemäß. Aus -er Stadt Gießen. Oie Wette um die Forellen. (Sine Anglergeschichte von Franz Gros. Der junge Mann war sehr von sich eingenommen und konnte alles, alles sogar ganz vorzüglich. Wenn man ihn hörte. Sein Vorname war Adolar; sein Familienname ist gleichgültig. Soeben hatte er seinen Referendar gebaut und zur besonderen Belohnung war ihm von seinem Vater eine Handangel geschenkt worden, fast die beste und teuerste, die man in einem Fachgeschäft für Fischereigerätschaften erstehen konnte. Adolar stammte aus Berlin, und da er im oberhessischen Vogelsberg einen Oheim besaß, einen Oberförster, der über mehrere Forellenbäche verfügte, wollte er sich dort zur Erholung von seiner anstrengenden Examenszeit dem geruhsamen Angelsport widmen. Selbstredend benötigte er, der feine Adolar, hierzu eine Angel, die seiner Person und Würde entsprach. Was hätte denn auch seine siebzehn Jahre alte blonde Base gesagt, wenn er sich wieder ihres Vaters alte, Angelrute ausgebeten hätte, die er schon einstmals als Gymnasiast mit mehr oder weniger Erfolg gebraucht hatte? Wenn nur nicht das Bachufer so stark mit Erlen und Gebüsch bestanden gewesen wäre, das war. unseres Freundes große Sorge! Aber mit der neuen feinen Angel, die nicht weniger als sechzig bare Mark gekostet hatte, hoffte er doch, daß ihm Petri Heil widerfahren und er alltäglich einen wohlgefüllten Fischkorb nach der Oberförsterei bringen werde. Gegen Abend brachte ihn endlich nach langer Bahnfahrt das Postauto an seinen Bestimmungsort, an der Haltestelle bewillkommnet von der gesamten Verwandtschaft. Adolar steckte bereits in einem schilfgrünen Anglersportdreß, als ob er noch selbigen Tages der Fischweid obliegen wolle. Die neue Angel fand allseitige gebührende Bewunderung. In der Tat war sie ein Meisterwerk mit Finessen und Schikanen, federleicht, an der Spitze hauchdünn und elegant, sozusagen ein Angelgedicht. Adolar führte bei Tisch des große Wort. Er meinte, bereits am kommenden Tage werde er ohne besondere Schwierigkeiten ein ganzes Dutzend schöner Bachforellen erbeuten; Weißfische werde er, falls sie anbissen, bestimmt ins Wasser zurückwerfen. Zunächst werde er allerdings nicht mit der künstlichen Fliege, sondern mit dem Würm angeln. Das Bäslein meinte neckend, er solle froh sein, wenn er drei Fische fange. Adolar war empört. Ein Wort gab das andere, und so kam eine Wette um drei Tafeln Schokolade zustande, wonach Adolar der Verlierer war, wenn er nicht zwölf Forellen im Gewicht von mindestens fünf Pfund als Beute nach Haufe brächte. Es wurde auch ausgemacht, daß er ohne Begleitung zum Bach gehe und sich die besten Angelplätze selbst auswählen dürfe. Am folgenden Abend sollte das erste solenne Forellenessen stattfinden. Kein Zweifel, daß der mit der vorzüglichen Angel ausgestattete Jünger Petri unter den herrlichen Bachforellen ganz gehörig aufräumen werde. Nach Eintritt der Dunkelheit huschte Adolar auf Fußspitzen in den Garten, in dem er zunächst beim grellen Schein einer elektrischen Taschenlampe eine große Anzahl handlanger Regenwürmer fing. Sie sollten als Köder dienen und so die Vorbedingung für einen guten Angelerfolg schaffen. Am anderen Morgen verließ Adolar mit Windeseile die Oberförsterei. Mit „Petri Heil" verabschiedete er sich vom Bäslein, das ihm unter Erinnerung an die Wette um die Schokolade einen ausgezeichneten Erfolg wünschte. Durch das nahe Dorf fließt die Schwalm. Es hieße Eulen nach Achen tragen, wollte man von ihrem Forellenreichtum redet. In kühnem Schwung führt über ihr klares Wasser eine Steinbrücke. Adolar sagte sich — warum sollte er auch nicht recht haben —, daß unter ihrem Bogen sicherlich Forellen stünden. Also galt es, schon hier, angesichts der rasch sich um ihn sammelnden Dorfjugend seine vollendete Angelkunst zu zeigen. Bald war die Angel zusammengesetzt und an ihr die Schnur mit der Rolle befestigt. Schon steckte auch ein mächtiger Wurm am Angelhaken. Dieser flog nun in elegantem, großem Bogen in das Wasser, um von der Strömung sich rasch unter die Brücke forttreiben zu lassen. Schon im nächsten Augenblick zuckte es wie ein Blitz durch Adolars Hand. Hurrah — ein Biß. Ein Ruck — ein Zuck. Noch ein Ruck — ein Lärmen sondergleichen erhob sich unter der Brücke — ein Schreck durchbebte Adolar, als zu gleicher Zeit die Spitze seiner herrlichen Angelrute wie Glas zerbrach und der schönste — Enterich des Dorfes wie ein wilder Adler ob feinem Haupte umherflatterte. Schreiend strich seine Entenschar ab. Die Jugend gröhlte. Adolar wurde es fast schwarz vor den Augen. Etliche beherzte Burschen sprangen in die nicht allzu tiefe Schwalm. Mit Mühe befreiten sie vom Angelhaken den armen Erpel, der sogleich in wilder Flucht seinen Enten nacheilte. Ein Bauer verlangte für den seinem Enterich zugefügtekt Schaden sofortigen Ersatz. Adolar drückte ihm rasch einen Taler in die Hand und eilte schamrot mit seiner zerbrochenen Angel nach dem Forsthaus zurück. Ohne eine einzige Forelle. Die Base lachte, daß ihr Tränen in die Augen kamen. Aoolar versprach dem Onkel Oberförster, niemals wieder unter einer Dorfbrücke zu angeln. Er hatte selbstverständlich die Wette um die Schokolade verloren. Statt der drei Tafeln stiftete er aber als vollendeter Kavalier dem Bäslein die doppelte Anzahl und fing nunmehr seine Forellen wieder mit des Onkels altbewährter handfester Angel am Bachrand zwischen den Erlen. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Revolutionshochzeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heiratsinstitut Ida & Co.". „63. erobert das Theaters Gelegentlich der Werbe-Veranstaltung für den „Theaterring der Hitler-Jugend" am 19. September, 19.30 Uhr, im Stadttheater werden das „Vorspiel auf dem Theater" von Goethe, das Schwankspiel „Der Pastetenbäcker" von Lope de Vega und ein Scherzspiel „Aepfel unterm Hut" von Hans Sachs aufgeführt. Ferner werden Jungbannführer Taeß- ler und Intendant Schultze-Griesheim sprechen. Hitler-Jugend Dann -116 Gießen. Bett. Führerlag" der Hiller-Jugend in Darmsladl. Der „Führertag" der hessen-nassauischen Hitler- Jugend findet in Form eines dreitägigen Lagers vom 8. bis 10. Oktober in Darmstadt statt. An diesem Führertag haben teilzunehmen: alle Unterbannführer, alle Gefolgschaftsführer, die Führer der Sondsreinheiten, sowie alle Stellenleiter des Bannes 116. Fernerhin nehmen der Kreisjugendwalter der DAF., sowie der Kreis- und Bezirksjugend- walter des Reichsnährstandes an diesem Führertog teil. Sofort den notwendigen Urlaub beantragen. Bett, lleberführung der 18jährigen Hiller-Iungen in die Gliederungen der Partei am 26. September. Die Feier der Ueberführung wird am 26. September gefolgschaftsweise durchgeführt. (Für Gießen Sonderbestimmung.) Die Gefolgschaftsführer habest sich umgehend mit dem für sie zuständigen SA.-Führer, SS.-Führer und NSKK.-Führer in Verbindung zu setzen. Bett. Werbeveranstaltung des HJ.-Thealerringes am 19. September. Die Werbeveranstaltungen des HI.-Theaterringes am 19. September beginnen pünktlich 19.30 Uhr. Die Veranstaltung wird in HI.-Uniform besucht. Bett. Stabsurlauf 1937. Für alle Mitglieder des Bannstabes 116 gilt die Zeit vom 15. bis 30. September als Stabsurlaub. Die Banndienststelle ist vom 17. bis 26. September geschlossen. Herbstgeländespiele der HZ. des Gebiets Hessen-Nassau. NSG. Im Anschluß an das ausgezeichnete Ab- schneiden des Gebietes Hessen-Nassau bei den NS.- Kampstpielen in Nürnberg hat Unterbannführer Reinhard, der Leiter der Abteilung für Leibeserziehung im Gebiet und Gaujugendwart des DRL., die KS.-Stellenleiter der Banne zu einer Tagung nach Darmstadt einberufen. Neben der Festsetzung der Winterarbeit, sowie des Uebungs- planes der körperlichen Ertüchtigung und der Sportarbeit im Rahmen des Führerlagers des Gebietes Hessen-Nassau vom 8. bis 10. Oktober in Darmstadt wurden hauptsächlich die in großem Umfange zur Durchführung kommenden Herbstgeländespiele der HI. besprochen. Die Tagung findet am 17. Sep- tember ihren Abschluß. DAF.-Beiträge gehören zu den sozialen Abgaben. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront stellt nicht eine Gewerkschaft im Sinne einer verflossenen Epoche dar, sondern ist die Schicksalsgemeinschaft aller schaffenden deutschen Menschen. Die Mitgliedschaft bei der DAF. ist zwar freiwillig, doch ist es im Interesse der Allgemeinheit notwendig, daß jeder Schaffende ihr beitritt. Kein völkisch und sozial gesinnter Arbeiter darf sich dem Beitritt zur DAF., Berlin 73800 ist das Postscheckkonto der Hindenburg-Spende! die der Wohlfahrt aller gewerblich Beschäfttgten, dem Arbeitsfrieden und dem Wohle des gesamten Volkes dient, entziehen. Aus diesem Grunde sind die Beiträge, wie das Landgericht Magdeburg in einem Urteil entschied, ebenso zu behandeln wie die Steuern und sozialen Abgaben. Bei Lohnpfändungen darf also der Beitrag der DAF- nicht von dem Betrage, der dem Arbeiter verbleibt, sondern von dem gepfändeten Betrag abgezogen werden. Orthopäden-Tagung in Gießen. Die Deutsche Orthopädische Gesellschaft wird ihre nächstjährige Tagung unter Leitung von Professor Dr. P i tz e n , Direktor der hiesigen Orthopädischen Klinik, in Gießen abhalten. Für die nächsten fünf Jahre hat Prof. Dr. Hohmann, Frakfurt a. M., den Vorsitz der Gesellschaft übernommen. Das erste Gießener Karpfenfest. Gießen feiert am kommenden Samstag und Sonntag aus Anlaß der erstmaligen Abfischung des an der Schlageteranlage gelegenen 30 000 Quadratmeter großen Karpfenteiches das 1. Gießener Karpfenfest. Ein reichhaltiges Programm wird den Besuchern frohe Stunden bringen. Großes Interesse wird zweifellos das am Sonntag pünktlich um 8 Uhr beginnende Abfischen des Teiches erwecken. Hat doch das am vergangenen Sonntag veranstaltete Preisangeln bewiesen, daß der Teich einen großen Bestand an Karpfen und anderen Fischen aufzu- weisen hat und daß die Karpfen Gewichte bis zu 4*/4 Kilogramm haben. Um eine restlose Erfassung des Fischbestandes zu ermöglichen, wird das Wasser des Teiches vollkommen abgelassen. Am Sonntag, etwa gegen 8 Uhr früh, wird der Ablauf des Wassers vermutlich beendet sein, so daß dann mit dem Einfangen bzw. Einsammeln der Fische begonnen werden kann. Es steht zu erwarten, daß ein reicher Fang an Karpfen, Regenbogenforellen und anderen Fischarten eingebracht werden kann. Das Festprogramm umfaßt Konzert- und Tanzveranstaltungen, einen Kinderfestzug, der am Sonntag etwa um 16 Uhr beginnt und dem sich allerlei freudige Überraschungen anschließen. Abends folgt die Siegerehrung im Preisangeln und ein großes Feuerwerk. Vorgesehen ist, einen Ochsen am Spieß zu braten. Fischgerichte werden zu billigen Preisen zum Verzehr an Ort und Stelle bereitgestellt. Die ortsüblichen Preise für Getränke erfahren keine Erhöhung. Um das Fest auch bei ungünstiger KrköllllNW ia öer UetmnM soll man nicht vernachlässigen. Der häustg krasse Witterungswechsel macht nicht abgehärtete Naturen leicht anfällig. Deshalb beuge man rechtzeitig vor und wende sofort bei den ersten Anzeichen wie frösteln, Husten, Schnupfen und Heiserkeit folgendes Rezept att: „Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einerTasse gut umrühren, kochendes Wasser binzugießen und zwei dieser Portionen möglichst beiß vor dem Schlafengehen trinken (Kinder halb so stark). Zur Nachkur nehme man noch einige Tage die halbe Menge." goog v Verlangen Sie also noch heute Klosterfrau- Mellssengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten; nur echt in der blauenOriginal-Packung mit den drei Nonnen. Preise NM.-.95,1.75, 2.95, niemals lose. WMWWMll! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er stockte unwillkürlich und war sichtlich bettoffen. Was war denn das ...? Der Name war selten. So selten, daß man schon an einen ganz ungewöhnlichen Zufall glauben mußte, wenn auch die Gattin des Konsuls so hieß. Aber es war wohl Unsinn, sich Gedanken zu machen. Zweifellos lag hier wirklich ein Zufall vor. Denn wie sollte ausgerechnet jene Frau zu dem Konsul gekommen sein! Mit dieser Ueberlegung ging Wolfgang von Achenbach weiter. Aber ganz beruhigt war er anscheinend doch nicht. Endlich war auch Stefan fertig. Mit unverkennbarer Hast verließ er, von Annelore gefolgt, das Zimmer des ungeduldigen Patienten. ' „Ich kann Sie heute leider noch nicht entlaßen, Fräulein Hildach", sagte er, als sie draußen auf dem Gang standen „Ich möchte die Untersuchung gleich heute noch vornehmen. Machen Sie inzwischen, bitte, 'alles bereit." ' „Jawohl, Herr von Achenbach", gab sie ruhig und bereitwillig zur Antwort. Mit raschen, elastischen Schritten entfernte er sich, um nach dem Empfangszimmer zu gehen. Als er die Tür öffnete, wandte sich der Konsul nach ihm um. Stefan sah sich einem hochgewachse- nen, leicht ergrauten Herrn mit klaren, offenen Zügen und klugen grauen Augen gegenüber, deren Blick erwartungsvoll und mit unverkennbarer Sorge puf ihn gerichtet war. Er stellte sofort bei sich fest: ein sehr sympathischer Mann! Dies Urteil schien übrigens auf Gegenseitigkeit 3U ,Brmkner—", verneigte sich der Konsul und trat mi't ausgestreckter Hand auf Stefan zu. „Ich bin Ihnen aufrichtig dankbar, Herr von Achenbach, daß Sie sich doch noch bereit gefunden haben, sich meiner Frau anzunehmen." Stefan nahm die dargebotene Hand. „Ich freue mich selbst, Herr Konsul, daß es mir noch möglich war." Dann wandte er sich der Gattin des Konsuls zu. Sie saß mit dem Rücken gegen das Licht, ein wenig oorgebeugt, mit ineinander verschlungenen Händen und suchenden, eigenartig gespanntem Gesicht. Stefan war einigermaßen überrascht. Der Konsul war bereits in vorgerückten Jahren — und hier saß eine junge Frau. Eine junge, blonde Frau. Ein ganz unwahrscheinliches Blond ... ein Stefan hatte mit einem Male das Gefühl, als ob ihm der Atem stockte. Er war nicht fähig, ein Glied zu rühren. Mit unnatürlich geweiteten Augen starrte er die vor ihm Sitzende an. Merkwürdig fremd und kalt standen die Augen in feinem plötzlich geradezu unheimlich blaffen Gesicht. Das — nein, das war ja gar nicht möglich! Das war ja einfach nicht möglich ...! Und doch...! Ein Gefühl von Kälte überkam ihn plötzlich, ein Gefühl, das einen zum Erstarren, zum Erfrieren brachte. Ihm war, als müßte er sagen: Nein, meine Herrschaften, das ist ein Irrtum! Für diese Frau hier ist fein Platz in den Räumen, deren Luft ich atme! Für — eine Gloria Rettner ist Stefan von Achenbach nicht der richtige Arzt! Denn diese Frau war wirklich Gloria Rettner — heute Gloria Bruckner! Noch immer stand Stefan, ohne sich zu rühren. Aber seine Gedanken rasten wie in einem Wirbel. Immer um den einen Punkt: Ablehnen! Ablehnen! Ablehnen! Aber das war unmöglich. Es ging gegen die ärztliche Pflicht, gegen das ärztliche Gewissen. Hatten andere Menschen auch ein Gewissen? Hatte Gloria Rettner sich damals etwa von ihrem Gewissen beschwert gefühlt? Jetzt hob Gloria das erregte, hilfeheischend »uckende Gesicht nach der Richtung, aus der sie die Stimme der Männer gehört hatte und in der sie Stefan vermuten mußte. Ihre Hände glitten unsicher tastend durch die Luft. „Werden Sie mir helfen, Herr von Achenbach..." Unsicher tastend war auch ihre Stimme. Aber es war die Stimme, die er kannte. Die er nur zu gut gekannt hatte! Er starrte ihr in das erregte Gesicht, in die lichtlosen Augen. Mit einer gewaltsamen, fast übermenschlichen Anstrengung riß er sich zusammen. „Ich werde tun, was in meinen Kräften steht, gnädige Frau." Hatte er das wirklich selbst gesagt? Oder war es eine fremde Stimme, die von irgend woher gekommen war? Gloria hob ihm wieder die Rechte entgegen. „Ich — danke Ihnen, Herr von Achenbach." Stefan sah die Hand, die ihn suchte. Und er sah sie nicht... Mit automatenhafter Bewegung wandte er sich dem Konsul wieder zu. Die lähmende Starre wich erst wieder von ihm, als er dessen Augen ernst, voll Sorge und in leiser Verwunderung auf sich gerichtet sah. Das also ist der Mann, dem Gloria auch einmal die Treue brechen wird, ging es ihm durch den Sinn. Hoffentlich trug der Mann es, wie man selbst es getragen hatte...! Er reckte sich auf. „Etwas Bestimmtes kann ich im Augenblick natürlich nicht sagen, Herr Konsul. Endgültiges wird erst die Untersuchung ergeben, die —" Er unterbrach sich. Die Untersuchung jetzt vornehmen, wie er vorgehabt hatte? Jetzt — in diesem Augenblick...? Ein Ding der Unmöglichkeit...! Man mußte erst wieder einen klaren Kopf haben, mußte erst wieder von sich abgeschüttelt haben, was einem noch immer wie ein würgender Griff an der Kehle saß. „Ja, heute ist es leider nicht mehr möglich. Morgen vormittag auch nicht, ich bin zur Zeit noch mit in der Universitätsklinik tätig. Aber morgen gleich nach Tisch. Bis dahin müssen Sie schon Geduld haben." Der Konsul war sichtlich etwas enttäuscht, mußte sich aber damit abfinden. Stefan trat zur Seite und drückte auf den Knopf der Klingel. Das Mädchen erschien. „Führen Sie die Herrschaften in ihre Zimmer", ordnete er an. „Und sagen Sie Fräulein Hildach, daß ich sie heute nicht mehr brauche." Der Konsul trat zu seiner Gattin, half ihr vom Stuhl auf und nahm ihren Arm, um sie zu führen. Stefan verneigte sich vor ihm. Aber er sah nicht die Frau, die dicht an ihm vorbeigeführt wurde. Nur ein Hauch ihres Parfüms wehte ihn an. Es war das gleiche erregende Parfüm, das sie schon damals bevorzugt hatte. Und er empfand es wie einen Angriff, daß sie es auch heute gebrauchte. Wie er das Unglaubliche, das da eben geschehen war, auch als Angriff empfand...! Ein dünnes, starres Lächeln zog um feine Lippen, während er dem Ehepaar nachsah. Er hatte einen Augenblick geglaubt, dies Parfüm hassen zu müssen. Aber er konnte es nicht hassen. Es war ihm gleichgültig. So gleichgültig, wie ihm auch dis Frau war! Nun war das Zimmer wieder leer. Stefan war es, als ob er erst jetzt wieder richtig atmen könnte. Er dehnte sich in den Schultern. Grober Unfug des Schicksals, dieser unglaubliche Zufall! dachte er. Zufall...? Gab es nicht noch genug andere Aerzte, die Hilfe bringen konnten? Und hatte die Frau Konsul nicht ausdrücklich gewünscht und daraus bestanden, von keinem anderen als von ihm operiert zu werden...? Er eilte aus dem Zimmer, riß den Hut vom Garderobenhaken. Ohne Ueberrock, die Hände in den Taschen vergraben, lief er hinaus in den abend- dunklen, winterlichen Park. Die alte Ruine tauchte vor ihm auf. Er blieb davor stehen. Ruinen erwachen nicht wieder zum Leben, dachte er. Ruinen sind tote Dinge, Gloria Bruckner! Wer einmal ein Herz zur Ruine gemacht hat, der kann und wird es niemals wieder zum Leben erwecken! Er kehrte wieder um und sah, daß das Eßzimmer erleuchtet war. Er war einen Augenblick entschlossen gewesen, sich das Abendessen auf sein Zimmer bringen zu lassen. Es war vorauszusehen, daß der Großvater nach dem Konsul und dessen Gattin fragen würde, und man war nicht in der Stimmung, sich auf Erörterungen über dies Thema einzulassen. Aber hatte man denn Ursache, diesen Erörterungen auszuweichen? Nein! Man hatte nichts zu verbergen, nichts zu verheimlichen. Jeder konnte wissen, welchen groben Unfug, welchen sinnlosen Witz sich das sogenannte Schicksal da geleistet ho"". Jeder konnte es wissen! Jeder! Fortsetzung folgt. —”— Witterung durchführen zu können, wird ein großes Festzelt, das im Bedarfsfall geschlossen werden kann, ausgestellt. Der Festplatz kann nur am (Eis» sporthaus an der unteren Wolfstraße betreten werden. Die übrigen Straßen und Wege, die zu der Schlageteranlage führen, sind polizeilich gesperrt. Ohne Mikrophonprüsung keine Rundfunkbeschästigung mehr. Lpd. Auf Grund des § 25 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammer- Gesetzes vom 1. November 1933 hat der Präsident der Reichs-Rundfunkkammer die Wiederaufnahme der amtlichen Mikrophonprüfungen bei den deutschen Reichssendern angeordnet. Zur Mitwirkung an den deutschen Reichssendern können künftig nur Künstler zugelassen werden, die die Mi- krophoneignung und den Ausweis der Reichsrundfunkkammer besitzen. Künstler, die weder ihre amtliche Mikrophonprüfung bestanden, noch sich zu derselben ordnungsmäßig angemeldet haben, werden nicht mehr im Rundfunk beschäftigt. Für eine einstweilige Weiterbeschäftigung bis zur Prü- fungsableistung ist maßgeblich, daß eine Anmel- düng zur amtlichen Mikrophonprüfung erfolgt ist. Für die im Sendegebiet des Reichssenders Frank- furt ansässigen Künstler ist der Reichssender Frankfurt zuständig. Anmeldungen zur amtlichen Mikrophonprüfung sind zu richten an den Prüfungskommissar des Präsidenten der Reichs-Rund- funkkammer beim Reichssender Frankfurt, Frank- furt a. M., Eschersheimer Landstraße 33. ** Beförderungen in der Hitl« r - Iu - gend. Bann 116. Zum Gefolgschaftsführer wurden befördert: Scharführer Georg Körner, Oberscharführer eigener, Scharführer Wilhelm Rühl, Scharführer Adolf Weisel und Scharführer Ernst R u p p e l. ** Ob st Versteigerungen der Stadt Gießen finden am nächsten Montag statt. ** Sterbefälle in Gießen. Es oerstar- den in der Zeit vom 1. bis 15. September in Gießen: 1. Wilhelm Zimmer, Metallwarenfabrikant, 61 Jahre alt, Bahnhofstraße 12; 1. Philipp Ziegler, Kernmacher, 81 Jahre, Lahnstraße 15; 2. Agnes Herjans, geb. Borgartz, 64 Jahr«, Kirchen- platz 2; 4. Anna Weiershäuser, Telephonistin und Stenotypistin, 24 Jahre, Wolkengasse 13; 4. Ernst Pletz, Kaufmann, 75 Jahre, Frankfurter Str. 60; 4. Marie Rohde, geb. Kaiser, 56 Jahre, Liebig- straße 78; 4. Anna Heil, geb. Schaider, 32 Jahre, Friedrichstraße 11; 4. Johann Jantzon, Bergmann, 51 Jahre, Weidengasse 7; 5. Karl Wilhelm, Ober- Postschaffner i. R., 76 Jahre, Steinstraße 62; 5. Walter Heinrich Matt, 7 Monate, Steinstraße 60; 6. Georg Schrnincke, Kaufmann, 67 Jahre, Alter Steinbacher Weg 17; 8. Margarete Kröckel, geb. Reichert, Wwe., 73 Jahr«, Frankfurter Straße 127; 9. Wilhelm Volk, Rangieraufseher, 49 Jahre Krof- dorfer Straße 30; 10. Hermann Fiebig Prokurist, 75 Jahre, Großer Steinweg 13; 11. Karl Heck, Schreiner, 63 Jahre, Steinstraße 21; 13. Elisabeth Braun, geb. Althaus, 40 Jahre, Tiefenweg 6; 13. Katharine Hahn, geb. Malkemus, 64 Jayre, Am Riegelpfad 94; 14. Christine Geffert, geb. Brächet, Wwe., 70 Jahre, Wetzsteinstraße 4; 15. Karl Schulze, Dersicherungsbeamter i. R., 67 Jahre, Im Gartfeld 8. ** DHC. Gießen. Vom schönsten Wanderwetter begünstigt, unternahm am Sonntag der VHC. Gießen mit über 80 Teilnehmern seine 10. diesjährige Dereinswanderung, die einen über- aus guten Verlauf nahm. Dom Bahnhof Wetzlar wurde die alte Reichsstadt in ihrem hochgelegenen Teile, von dem sich hübsche Blicke über die Stadt ergaben, durchschritten und hierauf auf stillen Wald- und Feldwegen das liebliche Waldidyll, der Kühle Grund erreicht. Hier erfreute sich alt und jung an den zahlreichen kleinen Kunstwerken, die der Besitzer in jahrelanger mühevoller Arbeit unter Ausnutzung des von der Höhe kommenden Baches errichtet hat. Nach genügender Rast ging es aufwärts zum Stoppelberg, von dessen fteiner» nem Turm sich eine prächtige Rundschau bot. Inzwischen hatte sich nach den trüben Morgenstunden der Himmel aufgeklärt, und so ging es nun bei hellem Sonnenschein den Lahnhöhenweg entlang durch eine anmutige Landschaft nach der reizvoll im Siebenmühlental gelegenen Honigmühle, wo Kaffeepauf« gehalten wurde. Dem Tale abwärts gehend, wurde zunächst die etwas seitwärts gelegene, vor einigen Jahren freigelegte Basilika be- sichttgt und hierauf der sog Pfarrweg, ein oberhalb des Tales sich hinziehender Höhenweg, beschritten. An einer besonders aussichtsreichen Stelle wurde nochmals gerastet und sodann durch einen Teil von Nauborn das Endziel Wetzlar erreicht, von wo nach einem Schlußtrunk die Heimfahrt erfolgte. ** Unfall. In der Hammstraße ereignete sich gestern gegen 13.30 Uhr ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer stieß mit dem Lastkraftwagen einer hiesigen Firma zusammen, stürzte und erlitt eine klaffende Wunde am Kopf. Nach erster Behandlung durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz konnte sich der Verunglückte nach Hause begeben. Rundfunkprogramm Samstag, 18. September. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang 'zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: 3000 Orgelpfeifen. 15.15: Volk und Wirkschaft. 15.30: Für die Frau. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Militärkonzert. 20.10: Der frohe Samstagabend des Reichssenders Köln. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtmusik. Verbraucherhöchstpreise für Speisekartoffeln. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung— hat im Benehmen mit dem Kartofselwrrt- schaftsverband Hessen- Nassau folgendes bestimmt: Für die Abgabe von Speisekartoffeln an die Verbraucher bis 31. Dezember 1937 werden nachstehende Höchstpreise festgesetzt: 1. In Städten, Jndustriebezirken und sonstigen Orten, in denen die Versorgung mit Speisekartoffeln nicht unmittelbar durch Erzeuger sichergestellt werden kann, für weihe, rote und blaue Sorten je 50 kg bei Abgabe ab Waggon oder Lager RM. des Empfangsverteilers . . . . bis zu 2,85 bei Zufuhr frei Keller des Kleinverteilers .........bis zu 2,95 bei Zufuhr frei Wohnung (Keller) des Verbrauchers durch Den Empfangsverteiler oder ab Verkaufsstelle des Kleinverteilers .... bis zu 3,15 bei Abgabe von 5 kg an durch den Kleinverteiler........bis zu 0,37 für gelbe Sorten je 50 kg bei Abgabe ab Waggon ober Lager RM. des Empfangsvertellers . . • bis zu 3,15 bei Zufuhr frei Keller des Kleinverteilers .........bis zu 3,25 bei Zufuhr frei Wohnung (Keller) des Verbrauchers durch den Empfangsverteiler oder ab Verkaufsstelle des Kleinverteilers .... bis zu 3,45 bei Abgabe von 5 kg an durch den Kleinverteiler........bis zu 0,40 2. Auf dem flachen Lande und in den Orten, in denen die Versorgung durch Erzeuger unmittelbar sichergestellt werden kann, für weiße, rote und blaue Sorten je 50 kg RM. bei Abgabe von 50 kg.....bis zu 2,70 bei Abgabe von 5 kg an . . . . bis zu 0,33 für gelbe Sorten je 50 kg RM. bei Abgabe von 50 kg.....bis zu 3,— bei Abgabe von 5 kg an . . . . bis zu 0,36 3. Bei Absatz durch den Erzeuger an den Der- braucher von 50 kg an: für weiße, rote und blaue Sorten je 50 kg RM. a) in die unter 1 genannten Gebiete bis zu 3,15 b) in die unter 2 genannten Gebiete bis zu 2,70 für gelbe Sorten je 50 kg RM. a) in die unter 1 genannten Gebiete bis zu 3,45 b) in die unter 2 genannten Gebiete bis zu 3,— 4. Soweit der Verbraucher die Kartoffeln beim Erzeuger abholt: für weiße, rote und blaue Sorten je 50 kg RD^ für gelbe Sorten je 50 kg RM. 2,65 Die Dersandverteilerspanne beträgt je 50 kg 0,20 RM. und ist in den festgesetzten Verbraucher- Höchstpreisen enthalten. Sie darf weder über- noch unterschritten werden. Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird bestraft. Diese Anordnung tritt mit Wirkung vom 1. September 1937 in Kraft. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Wiefeck, 17. Sept. In der Nähe der Wellersburg ereignete sich am gestrigen Donnerstag- nachmittag ein Verkehrsunfall. Dort stieß ein aus Richtung Lollar kommendes L a ft a u t o aus (Etimbad) nach dem Uederholen mehrerer Radfahrer mit einem mit zwei Kühen bespannten Fuhrwerk aus Wieseck zusammen. Dabei wurde ein« Kuh so erheblich verletzt, daß sie nach d.er Veterinär-Klinik in Gießen gebracht werden mußte. u. Klein-Linden, 16. Sept. An dem Preisschießen, das der Schützen klub „Roland" an den beiden letzten Sonntagen auf seinen Schießständen am Bergwald abhielt, beteiligten sich viele Freunde des Schießsports. Geschossen wurde mit Kleinkaliber, stehend freihändig, auf 50 Meter Entfernung. Die Preisoerteilung hatte fol- gendes Ergebnis: 1. Preis mit 34 Ringen Wilh. Schmidt (Leihgestern), 2. mit 34 Ringen Adolf Veit (Klein-Linden), 3. mit 34 Ringen Wilhelm Volkert (Klein-Linden), 4. mit 32 Ringen Ludwig Dem (Leihgestern), 5. mit 32 Ringen Heinrich Friedrich (Klein-Linden), 6. mit 32 Ringen Ludwig Volk (Leihgestern). Außerdem erhielten noch neun weitere Schützen Preise. ♦ Großen-Linden, 16. Sept. Die 50er des Jahrganges 1887 hielten im Saalbäu „Rebstock" eine Feier ab, die einen sehr schönen Verlaus nahm. Kamerad H. P e p p l e r hieß die Alterskameraden willkommen und gedachte der verstorbenen Kameradinnen und Kameraden. Die Kapelle K. Degen unterhielt mit guter Musik. Eine kleine Nachfeier verlief ebenfalls in bester Har- monie. Es wurde der Wunsch geäußert, daß sich das Band der Kameradschaft fester schließen möge. 0 Allendorf (Lah n), 15. Sept. Dieser Tage sand hier eine von der Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes überwachte Verdunkelungsübung statt. Die neue Feuersirene ließ dabei zum erstenmal ihre Stimme ertönen. Die Freiwillige Feuerwehr, die ebenfalls zu einer Hebung zusammengerufen hatte, arbeitete mit dem neu- gegründeten Selbstschutz Hand in Hand. Die Bevölkerung war in zwei Appellen über die Hebung aufgeklärt worden und traf olle Vorbereitungen. Die Hebung nahm einen durchaus befriedigenden Verlauf. Dor einigen Tagen wurde hier eine Entrümpelung der Dachböden vorgenommen. Es kamen dabei vielerlei Sachwerte und Altmaterialien zum Vorschein. Anschließend überprüften die Blockwarte des Reichsluftschutzbundes die Dachböden. — Die hiesige Christliche Gemeinschaft beging am Sonntag ihr Jahresfest. Es sprachen Stadtmissionar Meng (Gießen), Prediger Steiger (Gießen), Prediger Gerth (Frankenbach) und Prediger Jung (Großen-Linden). Der hiesige Posaunenchor und der Gemischte Chor umrahmten die Veranstaltung mit schönen Darbietungen. — Jrn Wohnhaus von Ludwig L u h IX. wurde dieser Tage ein Einbruch verübt. Die Hausbesitzer-Eheleute wurden durch Geräusche auf den ungebetenen Besucher aufmerksam. Als man nachsehen ging, ergriff der Einbrecher die Flucht, ohne nennenswerte Beute gemacht zu haben. ♦ Watzenborn-Steinberg, 16. Sept. Am morgigen Freitag, 17. September, kann der Flurschütz i. R. Johannes Junker in Frische und Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag begehen. (D Garbenteich, 16. Sept. Der hiesige G e - sangverein „Viktoria" unternahm am Sonntag eine Sängerfahrt nach Daubringen, die insbesondere dem treuen Mitglied Willi Ämend galt, der jetzt in Daubringen tätig ist. Der Gesangverein Daubringen empfing die Gäste am Bahnhof mit dem deutschen Sängergruß und entbot herzliche Gastfreundschaft. Am Nachmittag ehrte man den Sangesbruder Amend mit einigen Liedern. In der Gastwirtschaft „Zum blauen Hecht" verbrachte man mit den Kameraden des Gesangvereins Daubringen einige unterhaltsame Stunden. = Steinbach, 14. Sept. Der Obst- und Gartenbau-Verein machte am Sonntag mit 90 Mitgliedern und Gästen in drei Autobussen einen Ausflug zur Besichtigung von Muster-Obstbaum- anlagen. Die Fahrt ging zunächst nach Ortenberg. Dort faftben sich noch die Obstbaumwarte des Kreises Gießen ein, die gemeinsam mit dem Steinbacher Verein unter Leitung des Bezirksvorstehers M e t - ter nid) (Büdingen) eine Besichtigung eines pri- Daten Baumstückes in Ortenberg vornahmen. Das Baumstück, das die richtige Baum- und Bodenpflege, Düngung und Spritzungen erhalten hatte, zeigte eine volle Ernte. Dann wurde die große Baumanlage der Fürstlich Stolberg-Roßlaifchen Verwaltung besichttgt. Nach einer Begrüßung durch Herrn M e 11 e r n i cb , die am Waldesrand auf einem Hügel über Der großen Anlage mit über 7000 Bäumen ftattfanb, folgte eine Besichtigung, die deutlich die Erfolge der hier planmäßig durchge- führten Versuche zeigte. Nach der Mittagspause führte die Fahrt nach Rodenbach. Dort folgte ein Rundgang unter Führung des Ortsbauernführers und des Saummartes durck die Baumstücke. Mit Staunen sah man die Erfolge der dort planmäßig durchgeführten Obstbaumpflege, einen großartigen Behang. Don Rodenbach ging die Fahrt nach Himbach, wo auch die erstaunlichen Wirkungen einer sachgemäßen Obstbaumbehandlung augenfällig sichtbar waren. Herr Metternich mahnte angesichts der Erfolge zur richttgen Pflege der Obstbäume. Anschließend fuhr der Verein nach Büdingen. Eine Besichtigung der Stadt und des Schlosses war der Abschluß. * Lollar, 16. Sept. Das Preisschießen der Kriegerkamerad schäft Lollar wird Sonntag, 19. September, und die folgenden Sonntag« fortgesetzt. Geschossen wird mit Wehrmannbüchs« auf 180 Meter. £ Münster, 17. Sept. Hnser Mitbürger Konrad Heß wird am Sonntag, 19. September, in geistiger und körperlicher Frische 8 7 Jahre alt. Er ist der älteste männliche Einwohner unseres Ortes. Bis zum 1. April vergangenen Jahres versah er noch den Dienst des Polizeidieners und Feldschützen, den er nach seinem Bruder übernahm. oo Langsdorf, 16. Sept. Unfere N S. - Frauenorganisationen haben erneut ihre Volksverbundenheit bekundet, indem sie einen Kessel voll des altbeliebten Zwetschenhonigs für die NSV. bereiteten. Eine ganze Anzahl von Faktoren wirkten mit zur Vollendung des lieblich duftenden Werkes: Die Gemeinde stellte die Zwetschen und das Brennmaterial, die Schule gab den Raum und den Kessel her, die NSV. lieferte den notigen Zucker. Unsere „Tante Henny" stellte sich mit ihren ganz Kleinen aus dem Kindergarten ein zur obligaten Kostprobe. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 16. Sept. Die ansteckende Scharlach krankheit hat hier drei Glieder einer Familie ergriffen. Sie mußten der Gießener Klinik zugeführt werden. Die 43jährige Mutter ist an den Folgen g e ft o r b e n. Die beiden Kinder befinden sich auf dem Wege der Besserung. Der Todesfall ist für die Familie besonders tragisch, da die Verstorbene in Abwesenheit des Mannes den Neubau eines Eigenheims geleitet hat. In den nächsten Tagen sollte das Haus nun bezogen werden. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 15. Sept. Infolge der sonnigen Tage der letzten Wochen sind die Zwet- jchen sehr rasch gereift, so daß die Gemeinde gezwungen war, schon dieser Tage ihre Zwetschen zu versteigern. Der Behang der Bäume war nur schwach mittelmäßig. Der durchschnittliche Preis betrug 3,60 RM. — Die Firma Gebr. Lind vom Sägewerk Ruppertsburg bereitete ihrer Belegschaft einen schönen Feiertag, indem sie die Kosten zu einer Autobusfahrt an d i e Edertalsperre trug. Auch andere Personen nahmen an dieser „Kraft durch Freude ° Fahrt" teil, insgesamt aus Ruppertsburg 26, aus Laubach 7 und aus Gonterskirchen 6. — Einen eindrucksvollen Beweis von der Schlagkräftigkeit unserer Freiwilligen Feuerwehr erbrachte gestern die Schlußübung. Schon nach fünf Minuten waren alle drei Spritzen zur Löscharbeit fertig. — Eine groß« Freude bereitete unsere Kriegerkameradschaft unter Leitung des Kameradschaftsführers W. Seipp II. ihren Mitgliedern, vor allem den ältesten Männern von nahezu 80 Jahren, durch eine Omnibusfahrt an die Hillersbachsperre. An der Fahrt nahmen 38 Personen teil. Der Hinweg führte über Bad Salzhausen und die Glauburg, die Rückfahrt über Gedern und Schotten. Alle Teilnehmer dankten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die ihnen diese herrliche Fahrt ermöglichte. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 16. Sept. In diesen Tagen wurde das Obst unserer Stadt versteigert. Die Preise waren der Qualität der verschiedenen Sorten angepaßt. Der Ertrag der Obsternte ist zufrieden» stellend. 00 Deckenbach , 16. Sept. Bei der hiesigen Gemeinde-Ob st ver st eigerung wurden für Schoner von Boskop, Jakob Lebe! und Eifer- Apfel je Zentner 15 bis 16 Mark erzielt. Gute Birnensorten kosteten 5 bis 6 Mark, während die gewöhnliche Steinbirne, die viel zu Birnenwein verwandt wird, 8 bis 10 Mark je Zentner brachte. Kreis Wetzlar. 4- Wetzlar, 16. Sept. Die Baumwärter des Kreises Wetzlar unternahmen am Sonntag un- ter Leitung des Kreisobstbaumtechnikers Leib einen Fach-Ausflug nach dem Kreis Büdingen. In Ortenberg, Rodenbach, Altenstadt und in Himbach wurden vorbildliche Obstanlagen besichtigt. Im Zusammenhang damit wurden lehrreiche Dorträge gehalten. C? Krofdorf, 15. Sept. Die NS.- Kriegsopferversorgung für Krofdorf-Wißmar-Launsbach veranstaltete am vergangenen Samstag und Sonntag eine Omnibusfahrt in den Dillkreis, an der sich zahlreiche Männer und Frauen beteiligten. Nach genußreicher Fahrt durchs Dill- und Dietzhölztal wurde die Reisegesellschaft abends in Ewersbach in freundlichster Weise von der dortigen Ortsgruppe der NSKOD. empfangen, deren Mitglieder die Nachtquartiere zur Verfügung stell- ten. Ein im Sinne echter Volksgemeinschaft abgehaltener Kameradschaftsabend in all seiner Unterhaltsamkeit knüpfte bald Bande der Freundschaft und des Verstehens zwischen Gästen und Gastgebern als Menschen verschiedener Landschaften. Am Sonntag ging dann nach herzlichem Abschied von Ewersbach die Fahrt weiter, durch die eigenartigen, den meisten Teilnehmern unbekannten Hauberge durchs reizvolle Tal des Dietzholzbaches hinauf auf den Lahnhof, wo im Forsthauskeller der kleine Quell Der Sammler des WfiUJ» »jffl fitUt Im DieoH fOc Dich, Oeno et W&wi W c,n Bin&*0lieD Der Semelaschast. Hoc Durch Diese Semeinschoft iedfi auch Dof unseres Heimatflusses, der Lahn, besichtigt wurde. Nicht weniger schön gestaltete sich die Rückfahrt durchs hügelige Hinterland in seiner Schönheit. Nach einstündiger Rast in Marburg brachte der Omnibus im Laufe des Sonntag abends die von allem Geschehen und Erlebten begeisterten Mitfahrenden in ihre Heimatdörfer zurück. * Gleiberg, 15. Sept. Unsere Burg übt auch mit ihrer sckon herbstlich gewordenen Umgebung die gleiche Anziehungskraft auf Besucher aus wie im Frühling und im Sommer. Das bezeugten einmütig am Sonntag zahlreiche Betriebsangehörige der Firma Leitz (Wetzlar), die mit ihren Verwandten und Bekannten mit der Bahn und noch mehr zu Fuß aus den Dörfern des Gleiberger Landes den Weg hierher machten. Sämtliche Räume des großen Nassauerbaues waren zum festlichen Empfang der Gäste hergerichtet. Pflege echter Geselligkeit und froher Unterhaltung, zu der die Werkskapelle mit ihren Musikweisen und die Werkschar vorteilhaft beitrugen, ließ nicht nur Müden und Sorgen des werkenden Alltages vergessen, sondern auch das Gefühl kameradschaftlicher Zusammengehörigkeit erkennen. * Wißmar, 15. Sept. Hier herrscht reger Schießbetrieb. Der Schiehstand der hiesigen Kriegerkameradschaft wurde im letzten Jahre unter der Führung des Kameraden Hauptlehrers A. Wagner mustergültig ausgebaut. Viel Zeit und Arbeitskraft opferten die Kameraden, um die notwendigen Erdbewegungen zu vollenden und eine neue Schießhalle zu errichten. Mit um so größerer Liebe wird nun allsonntaglich der Schießsport gepflegt. Der Kameradschastsschießwart A n - t o n i o I i verstand es auch, die Schießleistungen feiner Kameraden auf eine beträchtliche Höhe zu bringen. Unter Leitung des Kreisschießwarts Arm brecht konnten am vergangenen Sonntag errungen werden: Die goldene Ehrennadel mit 157 Ringen Franz Antonioli, die silberne Ehrennadel mit 142 Ringen Heinrich Becker, mit 138 Ringen Karl Schwalm und mit 136 Ringen Heinrich Frey. ch Kinzenbach, 15. Sept. Der hiesige Metallgießer Karl Alt, der auch das Amt des Kirchendieners versieht, kam dieser Tage unglücklich zu Fall. Als er das Obst auf dem alten Kirchhof pflücken wollte, stürzte er von einem Baume ab. Der Arzt ordnete seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik in Gießen an. Der bedauernswerte Mann erlitt einen doppelten Armdruch, mutmaßlich auch innere Verletzungen. Der Verunglückte liegt schwer darnieder. Er ist Ernährer einer kinderreichen Familie. * Atzbach , 15. Sept. Die goldene Ehrennadel des Kyffhäuserbundes errang am vergangenen Sonntag auf dem hiesigen Schieß st and Ka- meradschaftsführer Heinrich C h r i st mit 155 Ringen. Die silberne Ehrennadel errang am gleichen Tage Kamerad Dr. T a s ch mit 136 Ringen. M. Oetkßh •> hübsch angüdchfet- eine Tfahdefibt jeden Tisch. ÖJ.-fpori HeerundMarineaufMeisterschastsfahrt Im Auftrag d«s Oberkommandos des Heeres führt die Kraftfahr-Kampftruppen-Versuchsabtei- lung Wünsdorf vom 4. bis 6. Oktober die „Hee- resmeisterschaften im Kraftfahrge- ländesport 1 9 3 7" und in deren Rahmen gleichzeitig die Meisterschaft der Kriegsmarine zum erstenmal als Sonderveranstaltung durch. Bisher wurden diese Heeres-Meisterschaften bei öffentlichen Geländefahrten, beispielsweise bei der Drei-Tage'Mittelgebirgsfahrt, vergeben, indem das Abschneiden der Heeresangehörigen für die Wer. hing als Unterlage verwandt wurde. Dieses Der- fahren läßt sich künftig nicht mehr anwenden, weil die Zahl der Heeresfahrer zu sehr angewachsen ist, und weil die Bedingungen für die Erlangung der Heeresmeisterschaft auf rein militärische Gesichtspunkte abgestellt werden müssen. Eine Markierung der Strecke muß, als den Verhältnissen des Ernst- falles nicht entsprechend, unterbleiben. Erforderlich sind weiter häufige Erkundungsaufgaben und tag- liche Schießprüfungen. Zu dieser Veranstaltung dürfen die Wehrkreise insgesamt 144, das Kommando der Panzertruppen 36 und die Kriegsmarine ebenfalls 36 Teilnehmer nebst den erforderlichen Beifahrern melden. Anzug und Ausrüstung entsprechen dem Charakter der Prüfung als einer rein militärischen. Leichtathletik - Länderkampf Deutschland - Schweden. Zum 50. Male gehen die deutschen Leichtathleten am kommenden Wochenende in den Kampf. Unser Gegner ist der schwerste, den wir — Finnland viel- leicht ausgenommen — gegenwärtig in Europa finden: Schweden! - Gerade deshalb aber wollen die Deutschen brennend gern gewinnen, um nach der etwas unerwarteten Schlappe gegen England zu beweisen, daß sie in Europa an der Spitze marschieren. Zweimal standen sich Deutschland und Schweden im Länderkampf gegenüber, beide Male triumphierten die Skandinavier l Unsere Bilanz gegen Schweden ist also passiv. Am 18. und 19. September hat Deutschland im Berliner Olympia-Sta- dion Gelegenheit, sie zu verbessern. Beide Länder sind für die bevorstehende Kraftprobe gerüstet und haben ihre besten Kräfte aufgeboten. Die beiden Nationen, die sich am kommenden Wochenende gegenüberstehen, sind gleich start; daran ändert auch die deutsche Niederlage gegen England nichts. Im Gegensatz zu der deutsch-eng- lischen Auseinandersetzung wird diesmal bis auf den Marathonlauf und das 50-Kilometer-Gehen das volle Olympische Programm — also 20 Wettbewerbe — ausgetragen. Es wird im Berliner Olympiastadion ein äußerst erbittertes Ringen um jeden einzelnen Punkt geben. Der Sieg wird sehr knapp sein. Es geht diesmal nicht nur darum, in den einzelnen Wettbewerben zu siegen, sondern auch jeden Platz zu halten. Oer KdF.-Sport im Jahre 1937. NSG. Die Aufgaben, die das Gausportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu erfül- len hat, finden ihre richtungweisende Zielsetzung xm Programmpunkt 21 der NSDAP, und in der Verordnung des Reichssportführers vom Dezember 1936, durch die die NS.-Gemeinschaf „Kraft durch Freude" beauftragt ist, den ©porige» danken in d i e Betriebe zu tragen. Obwohl einstweilen noch ein fühlbarer Mangel an Lehrkräften besteht, der aber durch systematische Ausbildung geeigneter Männer und Frauen im Laufe der Zeit behoben wird, kann das Gauportamt in Heffen-Naffau einen stets steigen» den Erfolg verzeichnen. Nahmen 1936 insgesamt 270 000 Volksgenossen an den „KdF."-Sportkursen teil, so beträgt diese Zahl für das erste Halbjahr 1937 bereits 186 000. Daneben wurden in zahlreichen Betrieben des Gaugebiets Hessen-Nassau Betriebssportgemeinschaften gegründet. Bei dem glänzend verlaufenen Tag der Betriebssportgemeinschaften am 29. August in Frankfurt a. M. konnten diese ihr Können bereits unter Beweis stellen. Etwa 100 Mannschaften mit 1000 Spielern nahmen hier an den Hand-, Fuß- und Faustball-Ausscheidungskämpfen teil. Gleichzeitig rangen 700 Mehr- und Einzelkämpfer um die wertvollen Preise für die Bestleistungen auf leichtathletischem Gebiet. In Zusammenarbeit mit dem Amt „Schönheit der Arbeit" und allen anderen beteiligten Stellen bauten zahlreiche Betriebe und viele Gemeinden Schwimmbäder und Sportplätze. Große Ausdehnung fanden auch der Land - und der Lehrlings fp ort, zwei Gebiete vrn großer Wichtigkeit, die nun in Angriff genommen werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Gausportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" auf einen außerordentlich erfolgreichen Arbeitsabschnitt zurückblicken darf, in dem es der vom Führer besonders betonten Notwendigkeit der Ausbreitung des Sportgedankens gedient hat, ohne irgendeiner anderen Stelle, die sich auch für die Pflege des Sportes einfetzi, eine abträgliche Konkurrenz zu schaffen. 99Marathonläufer starten in Weilburg Der reichsoffene Weilburger Marathonlauf, der am kommenden Sonntag zum zweiten Male durch den Gau Hessen veranstaltet wird, sieht die besten deutschen Langstreckenläufer am Start. Insgesamt haben 99 Teilnehmer ihre Meldungen abgegeben. Darunter befinden sich der deutsche Rekordmann über 20 Kilometer und Vorjahrssieger von Weilburg, Bertsch (Stuttgart), der deutsche Meister Gnädig (Berlin), der Titelträger der Jahre 1934 und 1935, Brauch (Berlin), der Sieger des diesjährigen Brockenlaufes Gerhardt (Berlin, früher Spielvereinigung 1900 Gießen), ferner u. a. H o r- nung (Höchst) und Zoller (München). Bei einer solch hervorragenden Beteiligung darf man einen harten Kampf erwarten. lieber 100 Vereine bei der Zugend-Tiegaita. Die erste Reichs-Jugendregatta, die der Berliner Regatta-Verein im Auftrag des Fachamtes Rudern am 25. und 26. September auf der (Brün» auer Olympia - Kampfbahn durchführt, hat ein über Erwarten großes Meldeergebnis zu verzeichnen. Für die 14 Wettbewerbe haben 104 Vereine mit 256 Booten und 1400 Ruderern und Ruderinnen gemeldet. Der zweite Jugend-Gig-Dierer hat allein 47 Nennungen aufzuweisen. Sommerkampfspiele der hessischen Schulen. Am gestrigen Donnerstag fanden die Grenzballspiele der Mädchen (vier- und mehrklassige Schulen) um die Kreismeisterschaft auf dem Universitätssportplatz statt. Die Schülerinnen vom Lyzeum konnten überlegen ihren Titel verteidigen. Sie gewannen mit 24:0 Toren gegen Allendorf (Lumda) und mit 7-:0 gegen Heuchelheim. Heuchelheim ging als zweiter Sieger aus dem Kampf hervor und wurde damit Meister des Kreises Gießen-Land. Hungen konnte gegen Allendorf (Lumda) mit 6:0 den dritten Platz behaupten. Rhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse etwas erholt. Frankfurt a. M., 16. Sept. Die Börse war auf kleine Rückkäufe und einige Deckungen am Aktienmarkt leicht erholt. Das Geschäft hatte jedoch nur kleinen Umfang, da die Unternehmungslust eng begrenzt blieb. Im allgemeinen bildeten Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. die Regel, stärkere Besserungen verursachte meist die Enge der Märkte. Weitere Nachfrage erhielt sich nach JG.- Farben, die auf 163,90 bis 164,25 (lo3,50) anzogen. Von Montanwerten traten Buderus mit plus 1,50 und Hoesch mit plus 1 v. H. mehr hervor, Rheinstahl 155,50 (155,13), Verein. Stahl 117 bis 117,25 (117), Mannesmann unv. 121,50. Maschinen- und Motorenaktien lagen voll behauptet, fester waren Demag mit 148 (147) und Rheinmetall mit 152,25 bis 151,25. Am Elektromarkt stiegen Gesfürel auf 153,50 (152,25), sonst ergaben sich hier Erhöhungen bis 0,50 v. H. Don Einzelwerten setzten Reichsbank mit 206,80 (205), tzanfwskke Füssen mit 124,90 (124,50), dagegen Conti Gummi mit 185,25 (187) und Westdeutsche Kaufhof mit 58,50 (58,75) ein. Am Rentenmarkt lagen Reichsaltbesitz fest mit 127,90 (127,50), während Kommunal-Umschul- düng weiter abbröckelten auf 94,70 (94,75). Das Geschäft war klein. An den übrigen festverzinslichen Märkten ergaben sich nur ganz geringe Veränderungen, so u. a. bei Liquidationswerten von etwa 0,13 v. H. Die Aktienmärkte lagen auch in der zweiten Börsenstunde sehr ruhig und zweite Notierungen kamen infolgedessen kaum zustande. Etwas höher waren Moenus Maschinen mit 124,50 nach 124,25. Von später notierten Werten waren Junghans um 150 v. H. auf 133. Scheidanstalt um 1 v. H. auf 265 erholt, im übrigen hielten sich die Besserungen bei 0,25 bis 0,50. v. H. Schwächer lagen Harpener Bergbau mit 173,75 (175), auch Schiffahrtswerts lagen nur knapp behauptet. Am Einheitsmarkt hat« ten Dresdner Bank-Aktien eine Sonderbewegung, Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeichlostenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfutz 5 o H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- kurS Schlutzk. Abend- börse Schlutz. kur» Schlutzk Mittag- börse Schlutz- kurs Schlutzk. Abend- börse Schlutz- kurs Schluß Mittag. börse _ Darum 15.9 16 9 15 9. 16.9. Daium 15.9. | 169. 15-9. 16-9. 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 _______________________Glücksspiel wird durch Stecklinge gezogen und in wenig geheiztem Raum überwintert. Glockenrebe, s. Cobea. Glotzaugen. Hervortreten der Augäpfel, des. bei Basedowscher Krankheit (s. d.) kann aber auch, besonders b. einseitigem G., Anzeichen sein für eine Geschwulst, die den Augapfel vordrängt. Gloxinie, empfindl.. aber schön blühende Topfpflanze. Muh mit großer Sorgfalt begossen werden: Blätter Blüten und Knolle nicht benetzen Dunggüsse, am besten mit Tauben- oder Schassdünger, sind nützlich Die im Winter ruhende Knolle wird bei 10 Grad im Topf trocken aufbewahrt. Im März nimmt man die Knolle aus dem alten Erdreich. schneidet alte Wurzeln ab und pflanzt sie in neue, leichte Erde, der man etwas geriebenen, trockenen Stalldünger zusetzt. Knolle soll mit Topfrand abschneiden, nicht tiefer in die Erde bringen. Glückshaube. Kommt ein Kind in den unzerrissenen Eihäuten zur Welt, so heißt es im Volksmund, das Kind sei in der G. geboren. Besser wäre es. man «präche von Unglückshaube, da die Gefahr der Erstickung sehr groß ist. Glücksspiel ist ein Spiel, bei dem das Gewinnen ausschließlich vom Zufall abhängt (Hasardspiele). Teilnahme an einem öffentlichen, d. h einem unbeschränkten Kreis von Personen zugänglichen Glücksspiel ist verboten und strafbar INHABER: CARL HEINZ'SCHLÜTER