ttr.164 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 17. Juli <957 £r)d)eini füg Itd). nutzer Sonntag» and ftetertagt Beilagen Vt» 3Du)tnerte Gtesienei jjamilienblättei Heimat im Bild Die Scholl» OionatS'Bciugsprets: aihi 4 ‘Beilagen NM. 1.96 Ohne Illustrierte . 1.80 gustellgebühr .. . -.26 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanfchlüffr unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche Univerfttats vuch- und Steindruckerei v. Lange tn Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für Oie Mittagsnummer bls8*/.Uhr des Vormittags Srundpretle für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzvorschrift nach oorh hereinbg. 25°/n mehr. 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Das ist ein Tatbestand, der nicht nur architektonisch, bau- und stadtgeschichtlich zu würdigen, sondern vor allem auch als ein symbolischer Vorgang von außerordentlicher Bedeutung und sinnvoller Eindringlichkeit zu begreifen ist. In dem klassisch gegliederten Monumentalbau des verstorbenen Architekten Paul Ludwig Tro ost hat das neue Deutschland nach dem Willen des Führers der Kunst eine Heimstätte geschaffen, hier hat es entschlossen und tatkräftig wieder erstehen lassen, was mit dem furchtbaren Brande des alten Glaspalastes zu München in Schutt und Asche gesunken war. Die Systemregierung ist nicht imstande gewesen, neues Leben aus den Ruinen blühen zu lassen. Erst dem Nationalsozialismus war es vorbehalten, der deutschen Kunst und den deutschen Künstlern mit dem fäulengeschmückten Monumentalbau ein Haus zu schenken, das ohne Uebertrei- bung als das schönste Kunstausstellungsgebäude der Welt bezeichnet werden darf. Das Haus der Deutschen Kunst, das jetzt in München geweiht wird und feine Pforten für alle Besucher öffnet, soll uns der sichtbare Ausdruck dessen fein, was der Staat der Kunst und dem Künstler zu geben fähig ist- zum ersten Male stehen wieder für eine große und repräsentative Ausstellung des Reiches Mittel zum Ankauf von Kunstwerken zur Verfügung, so daß der größte Teil der Aussteller im neuen Hause mit dem Verkauf der ausgestellten Arbeiten rechnen kann — und zwar zu Preisen, die es dem deutschen Künstler wieder möglich machen, ohne Sorge um das tägliche Brot Werte zu schaffen, welche die Zeit überdauern als Dokumente dieser Zeit. Das ist das Wesentliche: der Künstler ist heute nicht mehr sich selbst überlassen, sondern der Staat kümmert sich um ihn und um seine Arbeit. Mit Recht, denn es kann auf die Dauer keinem Kulturvolke gleichgültig fein, wie es mit feiner Kunst bestellt, wie es seinen Künstlern zumute ist, und wie es wirtschaftlich mit ihnen steht. Und im gleichen Maße, wie der Staat sich der Künstler annimmt, und sich um ihr Werk kümmert, wird auch das Volk sich seiner Kunst nähern, wie die Kunst ihre vornehmste Aufgabe darin erblickt, dem Volke zu dienen — das heißt, ihre Schönheit und unvergänglichen Werte dem Herzen des Volkes zuzutragen und der Nation zum lebendigen Besitz werden zu lassen. „Die Größe der Gegenwart", so sagte der Führer auf der Kulturtagung 1935, „wird man einst messen nach den Ewigkeitswerten, die sie hinterläßt." Mit diesen Worten ist eine große nationale Ausgabe umrissen, ein großes, des Schweißes der Edlen wertes Ziel vor aller Augen errichtet. In solchem Sinne begeht das deutsche Volk in diesen Tagen das repräsentativste Fest der deutschen Kunst. hth. Der Auftakt. München, 16. Juli. (DNB) Bei der Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst im Jahre 1933 hat der Führer ausgesprochen: „Wir können uns keinen Wiederaufstieg des deutschen Volkes denken, wenn nicht Wiedererstehen auch die deutsche Kultur und vor allem die deutsche Kunst." . Nach diesem programmatischen Wort hat Das Deutschland Adolf Hitlers seit 4'/- Jahren unermiid- lich und zielbewußt gehandelt. Neben all der Muhe und Arbeit für die politische, wirtschaftliche und soziale Wiederaufrichtung unseres Volkes stano von der ersten Stunde an der tatbereite Wille und die erfolgsichere Kraft, die deutsche K u l t u r z u retten und die deutsche K u n ft m 11 n e u em Leben zu erfüllen. Mit dem Tage der Deutschen Kunst, diesem feierlichen Bekenntnis zum Schönen und Großen, zum Erhabenen und Ewigen, rindet diese Arbeit ihre festliche Krönung. Der sinnvoll würdige Auftakt des großen Kultur- qeschehens war die feierliche Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst am Freitagvormittag in dem repräsentativen Kongreßsaal des Deutschen Museums. Schon lange vor Beginn des festlichen Aktes mllt sich der festlich geschmückte Saal mit den Ehren □äften. Man bemerkt unter ihnen m der vorder ft en Reihe Mitglieder der Reichsremerung und des Diplomatischen Korps, zahlreiche Neichsleiter und Gauleiter, die Mitglieder der bamrftchen Landes regierung hervorragende Persönlichkeiten der Partei and ihrer Gliederungen, hohe Oftiziere der Wehrmacht, Männer von Rang und Namen aus Kunst, Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft Der Stellvertreter d e s F u h r e r s und Der Gauleiter Wagner begeben sich nach dem Ab > MMW « Gauleiter Wagner eröffnete den „Tag der Deutschen Kunst". Das größte kulturelle Ereignis im neuen Deutschland, „Der Taa der Deutschen Kunst", wurde am Freitag mit einer weihevollen Feier im Festsaal des Deutschen Museums in der Hauptstadt der Bewegung eröffnet. Neben den zahlreichen Ehrengästen und dem Diplomatischen Korps nahm auch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf H e ß, an der Feier teil. Diese Aufnahme gibt einen Ueberblick während der Eröffnungsrede des Gauleiters Staatspräsident Wagner. — (Scherl-Bilderdienst-M.) schreiten der Fronten der Ehrenformationen in den Kongreßsaal. Die Festgäste haben sich von ihren Plätzen erhoben und grüßen mit dem deutschen Gruß den Stellvertreter des Führers und feine Begleitung. Der feierliche Eröffnungsakt beginnt mit der 3. Leonoren-Ouvertüre von Beethoven. Sie wird mit meisterhafter Vollendung vom Leipziger Gewandhausorchester unter der Stabführung von Gewandhaus-Kapellmeister Prof. Abcndroth zu Gehör gebracht. Dann ertönen die Fanfaren. Der Staatskommissar des Hauses der Deutschen Kunst, Gauleiter Staat? lwuister Adolf Waaner spricht: Der Führer, so sagt er, hat uns gelehrt, daß der einzelne lebende deutsche Volksgenosse nichts ist ohne sein lebendes Volk. Und er lehrt uns weiter, daß die lebende Generation unseres Volkes nichts ist und nichts wäre ohne die voraufgegangenen Generationen. Diese Lehre Adolf Hitlers hat uns die große unzerstörbare deutsche Volksgemeinschaft gebracht. Aus dieser deutschen Volksgemeinschaft kommt für uns lebende Deutsche die Rettun g vor Unvergang und Verderb. Aus der unendlichen Einheit der heute lebenden deutschen Generation und der Jahrtausende umfassenden Geschlechterfolge des deutschen Volkstums aber erwächst uns die Gewißheit, daß unser deutsches Volk unsterblich ist. Noch großer aber und noch sicherer ist, auf dieser Schau gesehen, die Gewißheit, daß es heute und in allen Zeiten, wo Menschen lebten und leben, eine Menschheitskultur nicht gibt und nicht geben wird ohne die deutsche Kultur. Wie herrlich ist es doch, einem Volk, von dem man mit Recht und ohne Ueberhebung solches sagen kann, nnzugehörent Wie weit liegen für uns heute schcn die Zeiten mrück in denen es schien, als ob der deutschen Geschichte das Ende gesetzt sei. Wie selbstverständlich ist uns heute schon die wiedererstandene deutsche Armee, der soziale Frieden, das Reich der Ordnung, das Reich der Stärke nach innen und außen. Und wie wunderbar ist es, daß heute kaum etwas mehr als vier Jahre nach der nationalsozialistischen Revolution die Stunde der Wiedergeburt der deutschen Kun st schlägt. In Schutt und Asche sank der alte Glaspalast in München. Herrlich neu erstand im Dritten Reich das Haus der deutschen Kunst. Dem Hunger überantwortet, organisatorisch, geistig und künstlerisch mit Gott und der Welt zerfallen, schien unser Künstlertum und mit ihm die deutsche Kunst dem Verderb überantwortet zu sein. Heute, im Dritten Reich, ist ernstes Schaffen und Streben auf allen Gebieten der Kun st weithin sichtbar wieder vorhanden und im Werden. Es vollzieht sich auf kulturell künstlerischem Gebiet die nationalsozialistische Revolution mit derselben Gesetzmäßigkeit, wie sie sich zuerst auf politischem und dann auf wirtschaftlich-sozialem Gebiet vollzogen hat. Es ist nicht nötig, daß irgend jemand die Sorge befällt, wie diese kulturell-künstlerische Revolution wohl enden möge. Denn der Führer dieser Revolution ist A d o l f h i t t e r. Er steht vor der deutschen k u n st nicht nur als ihr Schirmherr, sonder als ihr größter Meister. So grüße ich denn in Ihnen, Parteigenosse Heß, den Stellvertreter des Führers und damit den Führer selbst. Ich melde, daß der Tag der deutschen Kunst 1937 zu München gerichtet ist. Möge er eingehen in die Geschichte als der Tag der Wiedergeburt der deutschen Kunst. Gauleiter Wagner wandte sich hierauf den Herren des Diplomatischen Korps zu: „Ich grüße Sie, die Sie als die in Deutschland akkreditierten Vertreter Ihrer Landesherren und Länder unserer Einladung Folge geleistet haben. Wir sehen in dieser Tatsache eine schone Ehrung für unser deutsches Volk. Ich grüße euch alle, deutsche Frauen und Männer, die ihr in die Hauptstadt der deutschen Kunst nach München gekommen seid, um mit den Repräsentanten der Partei, des Reiches und der Wehrmacht das Fest der deutschen Kunst 1937 zu begehen. Und damit erkläre ich den Tag der deutschen Kunst für eröffnet." Nachdem der lebhafte Beifall, der der Ansprache des Gauleiters folgte, verklungen war, wird, getragen von den jubelnden Stimmen des Lehrergesangvereins München, zur machtvollen klangschönen Musik des Gewandhausorchesters unter der Stabführung des Akademiepräsidenten Professor Trunk, der lebensprühende und kraftvolle „Wachet auf"-Chor gespielt. Ein Sieg-Heil des Gauleiters Adolf Wagner auf den Führer, „dem größten Baumeister aller Zeiten", und der Gesang der Lieder Nation beenden feierlich und erhaben den weihevollen Festakt. Auszeichnungen zum Tage der deutschen Kunst. München, 16. Juli. (DNB.) Aus Anlaß des Tages der deutschen Kunst hat die Akademie der bildenden Künste, München, eine Anzahl von Auszeichnungen verliehen: Die Silberne Ehrenmedaille der Akademie der bildenden Künste wurde folgenden Persönlichkeit^ verliehen: dem Reichsminister Dr. Jos. Goebbels, Berlin: dem Reichsminister Beruh. Rust, Berlin; dem Reichsstatthalter Franz Ritter von Epp, München: dem Ministerpräsidenten Ludwig Siebert, München: dem Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner, München: dem Staatssekretär Dr. Ernst Dopple, München: dem Staatssekretär Max Köglmaier, München; der Frau Professor Gerdy Tro ost, München; dem Oberbürgermeister Karl Fiehler, München; dem Vorsitzenden des Kuratoriums „Haus der deutschen Kunst", August von Finck, München. Ferner wurden zu Ehrenmitgliedern der Akademie der bildenden Künste München ernannt: die Architekten: Professor Leonhard Gall, München: Prof. Roderich Fick, Herrsching; Ministerialrat Franz Gablonsky, München; Oberregierungsrat Rudolf E st e r e r, München; Professor Paul Baumgartner, Berlin: Prof. Dr.-Jng. Werner March, Berlin. — Die Bildhauer: Pros. Dr. h. c. Georg Kolbe, Berlin; Prof. Gg. Müller, München: Prof. Dr. phil. h. c. Karl Albiker, Dresden; Pros. Dr.-Jng. e. h. Max Länger, Karlsruhe. — Die Maler: Geheimrat Akademieprofessor i. R. Angelo Jank, München; Staatsschulprofessor Ferdinand Spiegel, Berlin; Akademieprofessor Jul. Paul Jung- Hanns, Düsseldorf. Glanzvolle Festaussührungen In das Programm des Tages der deutschen Kunst sind auch Festaufführungen berühmter Büh. nenwerke in den Münchener Theatern eingefügt, an deren Spitze die Neuinszenierung von „Tristan und Isolde" von Richard Wagner im Nationaltheater stand, wo das Meisterwerk vor 72 Jahren seine Uraufführung erlebte. Der Führer, dessen Anregung diese Neuinszenierung zu danken ist, wohnte der Vorstellung bei. Neben dem Führer hatten Reichsminister Dr. Goebbels und Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner, Platz genommen. In der Festgemeinde sah man zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps, der Reichs» regierung, der Reichsleitung der NSDAP, der Wehrmacht, der Reich- und Staatsbehörden sowie viele führende Persönlichkeiten des deutschen Kunst- lebens aus dem Reich. Für die Neuinszenierung war ein Ensemble hervorragender Kräfte ausgebo- ten, das die hohen Ansprüche des Werkes in begeisternder Weise erfüllte. Für die Gestaltung des Bühnenbildes war der Reichsbühnenbildner Benno von A r e n t gewonnen worden. Generalintendant Oskar Walleck leitete das Spiel mit tiefem Ver- ftänbnis für die Ansprüche des echten Wagnerstils. Operndirektor Clemens Krauß als Dirigent meißelte die dramatischen Akzente der Partitur scharf heraus und zeichnete die Lyrik der Liebesgesänge mit pjlegsamer Hand nach. Die Isolde fang Gertrud R ü n g e r, den Tristan Julius P o l z e r. Die übrigen Hauptrollen wurden gesungen von Luise Miller (Brangäne), .Ludwig Weber (König Marke), Hans Hermann Nissen (Kurwenal). Das festlich gestimmte Haus bereitete am Schluß der Aufführung allen beteiligten Künstlern lang anbei« tende stürmische Beifallskundgebungen und jubelte besonders herzlich dem Führer zu. Die Festaufführung von Mozarts „Don Giovanni" im Residenztheater war ein weiterer Höhepunkt des musikalischen Erlebens dieser Tage, bei dem der Stellvertreter des Führers, Reichs- minifter Rudolf Heß, zugegen war. Das Residenztheater bot eine Aufführung, die musikalisch und szenisch gleich großartig war und durch den intimen Raum eine reizvolle Atmosphäre erhielt. Staatskapellmeister Meinhard von Zallinger führte das Orchester mit musikantischem Spiel, daß der dramatische Charakter des Werkes stärker hervortrat als das heitere Element. Die hervorragende Besetzung mit Heinrich Rehkemper (Don Giovanni), Felicie Hüni-Mihascek (Donna Anna), Julius Patzak (Don Octavio), Paul Bender (Komtur), Cecilie Reich (Donna Elvira), Georg Hann (Leporello), Gertrude Riedinger (Zer- line) gab zusammen mit dem Orchester einen Gesamteindruck, der kaum eine Steigerung zuließ. Die Inszenierung von Oskar W a l l e ck und die Szenenbilder von Emil Preetorius fügten sich in den Mozart-Stil treffend ein. Der Beifall war von großer Herzlichkeit. Die K a m m e r f p i e I e im Schausvielhaus ließen in ihrem Festprogramm die heitere Muse zu Wort kommen, Lessings „M i n n a von Barnhel m". Dieses unvergängliche deutsche Lustspiel zeigte iit Otto Falckenbergs Inszenierung ungebrochen« Wirkungskraft. Das festlich gestimmte Haus nahm die vollendete Aufführung mit starkem Beifall auf, der vor allem Paula Denk (Minna), Gundel Thormann (Franziska), Friedrich Dornin (Tellheim), Karl W e r y (Just), Walter L a n tz f ch (Paul Werner) und Otto Erich Haffe (Niccaut) galt. - U PW KWfß ff l-fk A * ■ t As) * r wesen sein »^.^ttk^^ertretende Sowjetkommissar für die svw- jetrussische Rüstungsindustrie, Kaganowitsch, weilt zur Zeit mit einer Gruppe sowjetrussischer 3n» gcnieure in Washington, um eine Reihe amerika- Unternehmungen zu „Studienzwecken" zu desichtigsn. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Frau Si- m o n s zum Ableben ihres Gemahls, des Reichs- gerichtspräsidenten a. D. Dr. Walther Simons, in einem Beileidstelegramm seine herzliche Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Der Kunstschristletter als Anwalt und Beschützer der Kunst. entwickeln, es erwächst nur aus der Gemeinschaft der Menschen und aus der Landschaft, in der sie leben. Diese naturgegebene Gemeinschaft ist das Volk, in weiterem Sinne die Rasse. Damit ist gesagt, daß das Schönheitsideal als Wertmaß der Kunst letzten Endes rassisch bedingt ist. Das hat der Führer als ein fundamentales Grundgesetz in jenen wundervollen Dorten ausgedrückt: „Es kann kein Mensch eine innere Beziehung zu einer kul- Januar kommenden Jahres stattfindende neue Ausstellung von Decken bet Architektur und der angewandten K u n st begonnen werde. So werde das Haus der deutschen Kunst alljährlich zwei Ausstellungen beherbergen: eine Aus- stellung der bildenden Künste, der Malerei, Plastik und Graphik im Sommer und eine zweite für Architektur und angewandte Kunst im Dinter. m ft K h ii- fon run ouß kom (2 kr eure inter 3n btt Das deutsche Kunstschrifitum als das publizistische Gewissen der deutschen Kunst. Eine grundlegende Rede des Reichspressechefs der RGOAp. Dr. Dietrich beim Presseempfang in München. Im Alter von 75 Jahren starb am Donnerstag m Bunzlau Generalleutnant Albert v. Mutius, Ritter des Ordens Pour le msrite. Als Komrnan- deur der 23. Landwehr-Jnfanterie-Brigade machte er ^14 den Einmarsch in Polen mit. 1916 befehligte xF n Kavallerie-Brigade an der Düna spater die 9. Kavallerie-Division am Stochod. Als Kommandeur der 7. Kavallerie-Division nahm Generalleutnant v. Mutius an der Eroberung Rumön'"ns und an dem Einzug in Bukarest teil. 1917 mir er Kommandeur der 17. Reserve-Division und im Vlo« oenwer 1918, nach Lothringen zurückgeführt, mußte er die Festung Straßburg mit seiner Division bis Einrucken der Franzosen besetzen. Im Jahre 1919 nahm er den Abschied und lebte seit 1925 in Bunzlau. „Die Almosphäre Münchens ist die Atmosphäre der Kunst!" Staatsminister Adolf Wagner kündigt jährlich zwei große Ausstellungen im Hause der deutschen Kunst an. Tschechische Regierungskrise. Rücktritt des Gesamtkabinctts angcboten. Prag, 16. Juli. (DNB.) Wie verlautet, ist am Freitag im Verlaufe des Ministerrates eine Einigung über die Frage des Getreidemonopols bzw. des von den tschechischen Agrariern verlangten Staatszuschusses zur Erhöhung der lieber- nahmepreise des Getreides an die Bauern nicht zu- lande gekommen. Finanzminister Dr. Kalfus, der mit Rücksicht auf die Lage der Staatsfinanzen eine weitere Belastung des Staatshaushaltes ablehnte, hat daher einen Rücktritt angeboten. Der Ministerrat kam jedoch zu dem Entschluß, dem Staatspräsidenten Dr. Bene sch den Rücktritt des 0 e- amtkabinetts anzubieten. Benesch kehrt nach Prag zurück. Es erheben sich hier an diesem ersten Tag der deutschen Kunst Fragen und Probleme, deren Beantwortung und richtungsweisende Klärung gerade für den Journalismus und das deutsche K u n st- jchrifttum nicht nur von eminentem Interesse, sondern von lebenswichtiger Bedeutung sind. Der Führer selbst wird bei der Eröffnungsfeier des „Hauses der Deutschen Kunst" und der „Deutschen Kunstausstellung 1937" das Wort ergreifen und dem Kunstschaffen unserer Zeit die Richtung weisen. Aber Kunst und Presse stehen in der heutigen Zeit in so enger Beziehung zueinander, daß ich die Gelegenheit unseres heutigen Beisammenseins benutzen möchte, um Ihnen über das Verhältnis von K u n st und Presse, das unmittelbar an die Grundfragen unserer beruflichen Arbeit rührt, ein paar Worte zu sagen. Ein neuer Geist hat sich über Deutschland erhoben und seine Presse mit neuem Geist erfüllt: mit dem Geiste der Verantwortung vor unserer stolzen nationalen Kultur und dem Heiligtum unserer deutschen Kunst. Und damit ist das Verhältnis von Kunst und Presse aus den Niederungen eines krankhaften Kunstintellektualismus auf eine ganz andere höhere Ebene gestellt. Der grundlegende Erlaß des Reichsministers Dr. Goebbels zur Reuordnung bet Kunstkritik, der das zerstörende Kunst- richtertum in der Presse beseitigt und an die Stelle des Kunstkritikers den Kunstschriftleiter fehl, ist nichts anderes als der endgültige Schlußstrich unter eines der betrüblichsten Kapitel des liberalistifchen Journalismus, der, aus allem anderen Starken längst verschwunden, in der Kunstkritik noch seine Blüte trieb. Die Kunslkchristleiter im nationalsozialistischen Deutschland brauchen dec Kunstkritik des libera- listifchen Zeitalters keine Träne nachzuweinent Sie hat die deutsche Kunst verdorben! Wir aber wollen sie wieder auferstehen lassen! An diesem großen Werke mitzuhelfen und mizuarbeiten, ist die hohe und verantwortungsvolle Aufgabe, die dem Kunstichriftkum nunmehr durch das nationalsozialistische Deutschland erschlossen Ist. Die Aufgabe des Kunstschriftleiters von heute erfordert allerdings eines: klare Zielsetzung! Wer publizistisch die Kunst fordern und helfen will, sie dem Volk wieder näherzubringen, der muß festbegründete Vorstellungen von ihr haben und wissen, was Kunst ist. Das klingt wie eine billige Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht, sondern rührt an den Kern der Sache. Wer hatte denn im Denken der vergangenen intellektualistischen Kunstepoche einen festen weltanschaulichen Richtpunkt, eme irgendwie faßbare allgemeine Vorstellung von dem, was Kunst überhaupt ist, was das Kriterium der Kunst ausmacht? Kunst ist die Offenbarung des Schönen und Er- habenen durch unmittelbare Anschauung. Künstler ist, wer uns durch die Ausdruckskraft seiner Werke und Schöpfungen metaphnsische Werte, die wir unmittelbar als schön empfinden, vermitteln. Man kann nicht definieren, was schön ist, sondern es nur an seiner Wirkung beurteilen, an seiner Wurzel auf uns selbst und auf das Schönheitsempfinden unserer Mitmenschen Der Geschmack ist individuell, relativ^ er ist die ästhetische Sphäre dos einzelnen? Das Schöne aber ist allgemein, absolut, es ist die ästhetische Ebene der Gemeinschaft! lieber den Geschmack des einzelnen läßt sich bekanntlich nicht streiten, aber für die Beurteilung des Schönen gibt es ein allgemein verbindliches Wertmaß. Der absolute ästhetische Wert ist immer und überall das Schönheitsideal der Gemeinschaft! Der einzelne für sich kann kein Schönheitsideal aus sich zugleich auch den Ehrentitel der „Stadt der deutschen Kunst"; und sie führt nicht nur diesen Namen, sondern sie i st es auch Die Tatsache, daß der Ausgangspunkt und Sitz der Nationalsozialistischen Partei zugleich auch Mittelpunkt der fünft- lerischen Ausdruckskraft des Reiches ist und für alle Zeiten sein soll, ist nicht nur eih Symbol, sondern ein Bekenntnis, daß die wurzel- hafte Verbundenheit nationalsozialistischer Weltanschauung und deutscher Kultur in ihrer ganzen Wesenhaftigkeit erfaßt und hervortreten läßt. Die „politischen Kulturbarbaren Europas", als die man uns Nationalsozialisten im Ausland so gern abstempeln möchte, stellen ihr Barbarentum und die Produkte ihrer Kulturbarbarei hier in München zur Schau. Gehen Sie offenen Blickes durch diese Stadt und die große deutsche Kunstausstellung, die am Sonntag ihre Tore öffnet. Betrachten Sie die ersten Schöpfungen der Architektur und Plastik, mit denen der Nationalsozialismus den Beginn seiner Bauepoche eingelettet hat: den Königlichen Platz, die Parteibauten und die Ewige W a ch e in der Klarheit ihrer Linien, das Haus der deutschen Kunst. Es ist nur ein erster Anfang, der das auf nationalsozialistischem Kulturwillen geprägte räumliche Bild der Hauptstadt der Bewegung heute nur ahnen läßt. Es wird einmal, wie in vielen anderen Städten des Reiches, ein würdiges Denkmal der deutschen Wiedergeburt, die steinerne Manifestation eines künstlerischen Gestaltungswillens fein, der die Schmähungen kleiner Geister der Verachtung und dem Vergessen preisgibt. So verbindet diese Stabt bas Herz ber nationalsozialistischen Bewegung mit ber Seele ber deutschen Kultur. Die Inkarnation des politischen Willens und die Schönheit künstlerischer Ausdruckskraft vermählen sich in ihr zu jener Einheit des deutschen Wesens, aus ber alles Große ber Ration geboren und Ihre Zukunft gestaltet wirb. Darüber hinaus aber kommt biefem Tag der beutschen Kunst grunb- legenbe Bebeutung zu für ble Wiedergeburt des schöpferischen Kunstgenusses überhaupt. München, 16. Juli. (DNB.) Den außergewöhnlichen Rahmen des Presseempfanges anläßlich der Eröffnung des Tages der deutschen K u n st bildete das Maximilianeum, in dem sich am Freitagnachmittag mehr als 400 Vertreter der deutschen und ausländischen Presse versammel« ten. Der Presseempfang erhielt eine Bedeutung durch eine grundlegende Rede des Reichspressechefs der NSDAP. Dr. Dietrich, in der er die Haltung der nationalsozialistischen Presse zur Kunst umriß und für diese Presse ein starkes Bekennt- n i 5 zur Kunst ablegte. Die Klarheit, mit der er den Gegensatz zwischen dem kunstzerstörenden Negativismus der Presse des liberalistischen Zeitalters und dem aufbauenden Willen und Verantwortungsgefühl des nationalsozialistischen Schriftleiters gegenüber der Kunst herausarbeitete, und die Ueberzeugungskraft, die seine Richtlinien für die Tätigkeit des nationalsozialistischen Kunstschrifttums atmeten, fanden den lebhaften Beifall der Männer der in- und ausländischen Presse. Der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich begrüßte die in» und ausländischen Pressevertreter und führte dann u. a. aus: Mit der gesamten bildenden Künstlerschaft, die aus allen deutschen Gauen in kameradschaftlicher Verbundenheit sich in den Mauern dieser Stadt vereint, nimmt das ganze deutsche Volk lebendigen Anteil an diesem für das Schicksal der deutschen Kunst so bedeutungsvollen Ereignis. Und wenn etwas diesem ersten Tag der deutschen Kunst seinen besonderen und einmaligen Charakter verleiht, dann ist es dieser kühne und große Gedanke der Erhebung der Kun st aus der Enae ästheiisch- intellektualistischer Abgeschlossenheit i n o i e weite, lichte Sphäre lebendiger Volksverbundenheit, den das nationalsozialistische »and zu verwirklichen unternimmt, und der iderhall, den dieser Appell an bas künstlerische Gewissen der Nation im Herzen des Volkes findet. Wie Sie wissen, führt München, die Hauptstadt der Bewegung, nach dem Willen des Führers ftaltung, die das geistige Fundament für die Arbeit der Presse im Rahmen des Tages der deutschen Kunst gab. Oer Begrüßungsabend derRe'chSkammerderbildendenKünste. Der Begrüßungsabend, zu dem die Reichskammer der bildenden Künste die Teilnehmer an ihrer zweiten Jahres- t a g u n tz geladen hatte, vereinigte Tausende deutscher Künstler zu gemeinsam verlebten Stunden frohen Lebensgenusses. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste Professor Ziegler sprach zu den Künstlern, die stolz darauf seien, mit ihrer Person und ihrem Werk im Mittelpunkt des Festes der deutschen Kunst zu stehen, bas ihnen vom Führer bereitet ist. Der Künstler stehe heute nicht mehr vereinsamt da, sondern geeint in einer Nation, die sich mit ihm verbunden fühlt. Er möge aus diesem Tag ein inneres Erleben mit nach Hause nehmen, das ihn zu immer höheren künstlerischen Leistungen befähigt. Die besten Mün- chener Humoristen und Dortragskünstler trugen zur Verschönerung des Abends bei. Reichskulturwalter Hinkel überbrachte auch im Namen des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st , die Grüße der Reichskulturkammer, mit denen er den Dank an Präsident Ziegler für alles verband, was er in den vergangenen Monaten für die Künstler geleistet habe. Er richtete an die Künstlerschaft den Appell, zu zeigen, daß sie ebenso gute Kameraden seien wie die deutsche Jugend und die deutschen Arbeiter. Sämtliche Standarten der SA. in München. NSG. Am Freitag verließen um 9.30 Uhr die 17 Standarten der SA. -Gruppe Hessen Frankfurt a. M., um an dem Festzug „2000 Jahre deutsche Kunst" anläßlich der Einweihung des „Hauses der deutschen Kunst" in München teilzu- nehmen. Nach dem Willen des Führers bilden sämtliche SA.-Standarten Deutschlands in dem Festzug die Spitze der Schlußtruppe „Die neue Zeit . München, so fuhr Adolf Wagner fort, sei stolz auf die Aufgabe, bv Kunst zu Mreuen. Die Atmosphäre Münchens sei b t e Atmosphäre ber Kunst. Es sei ein glückliches, herrliches Symbol, daß gerabe in biefem München die nationalsozialistische Bewegung geboren wurde und daß Adolf Hitler, wohl der größte lebende deutsche Künstler, den Weg nach München gefunden und von hier aus das gewaltigste Kunstwerk aller Zeiten, seine nationalsozialistische Bewegung, gestaltet hat. Staatsminister Wagner legte dann das heilige Versprechen ab, er und alle für die Betreuung der Kunst verantwortlichen Stellen würden dafür sorgen, daß der Geist dieser herrlichen neu erstandenen nationalsozialistischen Kunst für alle Zeiten gebunden bleibe und daß das Haus ber deutschen Kunst für immer als ein Tempel wirklich gigantischer Werke gehütet werde. Er kündigte in diesem Zusammenhänge an, daß bereits mit den Vorbereitungen für eine im Die junge werdende Künstlerschaft werde in Zukunft ihren Weg nach München finden und hier lernen, was große Kunst ist. Dann werde es nicht mehr heißen: Wenn du wahre Kunst sehen willst, dann mußt du in das Ausland gehen, sondern es werde heißen: Du mußt einmal in München gell nd einmal diese Kunst gesehen haben! tun, so schloß der Gauleiter, ist keine Staatssekretär Generalforstmeister Dr. v o n K e u- dell hat Staatssekretär Lyautey in Paris einen Sefuti) abgeftattet, um verschiedene forstliche fragen, die beide Länder angehen, zu besprechen. Der tschechische Staatspräsident Dr. Benesch wird von seinem Ferienaufenthalt in Südböhmen Samstag vormittag nach Prag zurückkeh- ren, um Ministerpräsident Dr. Hodza zu emp- angen, ber ihm bei biefer Gelegenheit ben Rücktritt des Kabinetts unterbreiten wird. Was wir tun, so schloß _ , , Arbeit für ben Tag, sondern eine Arbeit, die Jahrhunderte überdauern soll! Unser Volk muß in allen seinen Kreisen zurückfinden zu sich selbst, zu der ewigen Kraft, die in uns Deutschen lebt. Unsere Pflicht ist es, solange wir atmen, dem Führer zu helfen, damit ihm sein großes Ziel zum Segen unseres heiligen Deutschland gelingen möge! Eine zwanglose Unterhaltung, bei ber bie Teilnehmer Gelegenheit hatten, miteinanber in einen fruchtbringenden Meinungsaustausch zu treten, hielt Die Gäste noch längere Zeit beisammen. Sie schieden mit erlebnisreichen Eindrücken von dieser Veran- Slaatsminister Adolf Wagner betonte, daß ber Nationalsozialismus im Gegensatz ZU dem vergangenen System an bie große deutsche Vergangenheit anknüpfe und ihre großen Werte wieder erwecken wolle, damit die Menschen der Gegenwart aus ber Größe der Vergangenheit lernten. Aus diesem Grund sei der Gedanke des Fest- zuges unter dem Motto „2000 Jahre deutscher Kultur" entstanden, ber ben heute lebenden Menschen unb insbesondere ber Künstlerschaft vor Augen führen werde, wie groß unser Deutschtum ist und wie gigantisch die Werte sind, die aus diesem Deutschtum für die Kultur der ganzen Welt und der ganzen Menschheit geschaffen sind. Mit diesen Tagen werde ein S ch l u ß st r i ch gezogen unter die Jahre des Verfalls, die hinter uns liegen. Endgültig werde in bie Vergessenheit versinken, was einmal von Undeutschen auf deck Gebiete der Kunst geherrscht hat. tureUen Leistung besitzen, ber nicht in dem Wesen seiner eigenen Herkunft wurzelt." Aus dieser Grunderkenntnis wird uns klar, warum es eine sogenannte internationale Kunst nicht geben kann. Jedes Kunstschaffen erwächst auf nationalem Boden. Der Weg zur Kunst führt nur über das Ein- fühlen in das tief sie Wesen unseres Volks- tums, dessen strahlendste, schönste und edelste Offenbarung sie ist. Das Volk selbst hat dafür einen untrüglichen Sinn. Im Bewußtsein des Volkes wirkt das Wertmaß des Schönen mit der Sicherheit des Instinktiven. Auf diese Stimme des Volkes, die in ihrer Einfalt und Gläubigkeit die Stimme des Göttlichen in uns ist, müssen wir wieder hören, wenn wir als Kunstschristleiter bas Wesen des Künstlerischen erfassen wollen. Wer diese Voraussetzungen und Grundlagen wahrer Kunstauffassung besitzt, der wird niemals ein selbstherrlicher Richter über die Kunst sein, sondern ihr Anwalt und Förderer, ihr Diener und Beschützer. Der wird helfen, dem Volk die Tore der Kunst wieder zu öffnen und der Kunst das Herz des Volkes wieder zu erschließen. Dann werden nicht nur einige Wenige, dann wird das ganze Volk wieder der Mäzen feiner Kun ft werden. Schönheitssinn und Kunstgefühl sind in unserem Volke als rassische Grundwerte bis in weiteste Schichten vorhanden. Man muß sie in ihnen erwecken und ansprechen, um für viele den wundersamen Garten der Kunst zu neuer Daseinsfreude zu erschließen. Die Aufgaben, die hier dem Kunstschriftleiter im nationalsozialistischen Deutschland erwachsen, sind nicht nur groß und verpflichtend, sondern auch überaus lohnend. Wie die Presse im nationalsozialistischen Deutschland das publizistische Gewissen der Nation ist, so soll das deutsche Kunstschrifttum bas publizistische Gewissen ber beutschen Kunst sein! Das ist unser gemeinsames Ziel unb unser gemeinsamer Wille, ben wir an biefem ersten Tage ber beutschen Kunst zum Ausbruck bringen wollen. Im weiteren Verlauf bes Empfangs ber in- unb auslänbifchen Presse überbrachte ber Präsibent ber Reichskammer ber bUbenben Künste, Pros. Ziegler, bie Grüße bes Präsidenten der Reichskultur- fammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und widmete kurze Ausführungen den Veranstaltungen der zweiten Jahresversammlung der Reichskammer der bildenden Künste. Sie gehöre mit zu den festlichen Ereignissen des Tages der deutschen Kunst, etwa 8000 deutsche Künstler, unter iynen Männer von Rang und Namen, würden erwartet. Dann nahm auch der Staatskommissar für das Haus der deutschen Kunst, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, das Wort. Packend und mitreißend sprach er über die Sendung Münchens als Kunststadt und die sich daraus ergebende Verpflichtung für die Künstlerschaft. Der Tag ber beutschen 'Kunst sei keine Münchener, fonbern eine gesamtbeutsche Angelegenheit. 15 000 beutsche Künstler aus ber ganzen Welt hätten ihre Werke für bie große Münchener Kunstausstellung angekündigt. r t Ö 15 Ü 5. ki, »t 's! Englands Vorschlag als Erörterungsgrundlage angenommen. Beratung der Einzelheiten in einem Unterausschuß. ras unbh lotet Mi Mi trn net- hr^ Hin ihn!! N i (in ioho1 rntff liebe? ichlp W T6 k t w liftenc röftbfi? j @t' sprach der britischen Regierung für ihre Bemühungen seinen Dank aus und erklärte weiter, die deutsch- glk! h, nitt: W n u I > 'unbt! rieb;, Über?- Mü- »n v mülle W lüfsrc mm - bi» N •Den, hntr joi,:: b 9v ! 34 eint- ■ lieb, ’era- rirbf- i London, 16. Juli. (DRB.) In der heutigen Dormittagssitzung des Nichteinmischungs- a u s s ch u s s e s ergab sich eine beträchtliche Mehrheit für die Annahme der eng- ichen Vorschläge. Zur allgemeinen lieber» „ischung erklärte jedoch der französische Botschafter, daß er noch keine endgültigen Anweisungen seiner Regierung habe. Lord Plymouth aab zunächst eine kurze Erklärung über die englischen Vorschläge ab. italienischen Vorschläge hätten vor allem das Ziel verfolgt, das Proolem auf eine breitere und realistischere Grundlage zu bringen. Die italienische Regierung könne weiter erfreut feststellen, daß der britische Plan das enthalte, was nach onaie an i. eben1: 1 ib ui Ansicht Deutschlands und Italiens die w e s e n t - ichen Elemente für eine Lösung der augenblicklichen Schwierigkeiten darstelle. Diese Elemente eien die Verstärkung der Nichtein- mischungspolitik durch die Erklärung der egalen Neutralität, der Ausbau des Ueberwachungs- yftems durch Zugestehung kriegsführender Rechte, loroie die Erhöhung der Garantien zwecks Jsolie- ?ung des spanischen Konfliktes durch Teilnahme der außereuropäischen Länder am Nichteinmischungsab- ! kommen. Die britische Regierung habe bei Ueberreichung ber Vorschläge die Hoffnung ausgedrückt, daß die europäischen Mächte diese in einem wahren Geist ' internationaler Zusammenarbeit erörtern würden. 3m gleichen Geist sei die italienische Regierung bereit, den britischen Plan als Diskussionsgrundlage anzunehmen. Bezüglich der Durchführung dieses Planes sei es klar, daß eine sorgfältige Betrachtung notwendig ei, um alle politischen und technischen Seiten der verschiedenen Probleme in Rechnung stellen zu können. Zweifelsohne könne eine solche erschöpfende Prüfung nicht jetzt in einer Vollsitzung stattfinden. aus diesem Grunde müsse er, Grandi, in Anbe- iTacht der notwendigen Eile, zu einem endgültigen Plan zu gelangen, anregen, daß dieser Ausschuß, oder der Unterausschuß des Dor- Htzenden oder irgendeine vom Nichtemmischungs- ausschuß ernannte Körperschaft ohne Verzögerung m die Prüfung der britischen Vorschläge eintrete. Abschließend teilte Graf Grandi den Wunsch seiner Regierung zur Zusammenarbeit mit und erklärte, *ie italienische Regierung vertraue darauf, daß 111 e Mächte nun ihren guten Willen zeigen »ürben, damit bald eine Lösung der augenblick- iichen Schwierigkeiten zustande komme. Frankreichs Botschafter noch ohne Anweisungen. Botschafter von Ribbentrop sprach dann zunächst der britischen Regierung seine Anerkennung für die schnelle Arbeit aus und übermittelte dem holländischen Gesandten den Dank für die in der letzten Sitzung ergriffene Initiative. Botschafter v. Ribbentrop fuhr dann fort: Im Namen meiner Regierung erkläre ich, daß der britische Plan als Ausgangspunkt der Diskussion angesehen werden kann. Die Einzelheiten des umfangreichen englischen Dokuments werden zur Zeit von meiner Regierung geprüft. Es ist offensichtlich, daß bu Einzelheiten des neuen Planes und besonders die Art der zeit- licken Reihenfolge seiner Durchführung im einzelnen erörtert und endgültig festgelegt werden müssen. Im Verlaufe dieser Erörterungen werde ich dem Ausschuß die Ansichten meiner Regierung zu diesen Punkten übermitteln und Abänderungen in gewissen Einzelheiten des Planes Vorschlägen. Der britische Plan sieht die Mitarbeit der beiden Parteien vor. Wir hoffen alle bestimmt, daß diese Mitarbeit erfolgen und somit die Einstellung der beiden spanischen Parteien entscheidender Faktor für unsere Arbeit fein wird. Was die Methoden des weiteren Vorgehens betrifft, so Icheint es mir am besten, wenn die Einzelheiten des britischen Planes vor einem kleineren Gremium erörtert werden. Ick bin der Ansicht, daß der Unterausschuß unseres Vorsitzenden unter der bewährten Derhandlungsleitung von Lord Plymouth hierfür am geeignetsten wäre. ©er italienische Botschafter L^raf Grandi ?ntl< höhB (fiel u em? mer^ jtiuf nw efeW Senf mrj ö.ur i in1 £ t*! ,w; W een. au 6i* inoH AB Hierauf gaben die Vertreter Norwegens, Polens, Nrieckenlands, der Tschechoslowakei, der Türkei, Jugoslawiens, Dänemarks, Finnlands, Schwedens tnb Irlands die Erkläruna ab, daß ihre Regierun- k«en den englischen Vorschlag annehmen. Dann erhob sich der französische Vertreter mb erklärte, daß er um Vertagung der Sitzung iS •yo polen greift durch. Neuer Schlag gegen die Kommune. - Zehn jüdische Mitglieder der Parteileitung verhaftet. Kurschau, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die k poolW Polizei hat in Warschau ihre Maßnahmen rt A6iifii d i e Kommunisten fortgesetzt und || nieder einen beachtenswerten Erfolg verzeichne^ Bei Haussuchungen im jüdischen Stadt- oitzchl wurde eine sensationelle Entdeckung gemacht. S flau fand eine Geheimdruckerei mit wi!°I, -ras sich die Kunstfreude eigenwilliger Kunst- ler^eiien erlauben darf, sehe sich die Johannis kl % in der Sendlingerstraße, das Werk der ■BtMr Asam an: auch sie hat,'N ihrer blendenden El«mlichkeit ihresgleichen nicht m Deutschland. 53h kulturpolitische Rolle Münchens beginnt mit betfi 19. Jahrhundert, und wieder ist es elne große Peo Mchkeit, die der wachsenden Komgsstadt ihre Beilieckfing verlieh und ihr den ^empe » - kuMkgen Geistes ausprägte Das neuere München ist me Schöpfung Ludwigs I-, der seinen Wil- wendet haben, a , Man weiß, daß der König den Ehrgeiz hegte, daß man München kennen müsse, wenn man Deutschland kennen wolle. Man weiß auch, mit welcher Teilnahme der alte Goethe die Bestrebungen des Königs verfolgte, den man zu dem Geschlecht der deutschen Romantiker rechnen darf: denn auch ihr Ideal einer Volkskunst, das auch m der Seele unseres Führers Adolf Hitler lebt war in ihm schöpferisch lebendig. Der Geschmack des Königs war allerdings durch seinen häufigen Aufent- bat in dem, den „Göttern heiligen Italien bestimmt: hier fand er die Größe verwirklicht, die er für sein München erstrebte. Es war ^..^bwisse Historismus, der sich in dem feurigen Mäzen mit Ungestüm auswirkte und allerdings nicht »nmer den kritischen Sinn offenbarte den spätere Geschlechter als den historischen Sinn des J^rhun- derts für sich in Ansprucy nahmen. Die Wi^er- belebung historischer Formen, die in den momimem taten Bauten des Königs zutage trat, sand auch nickt immer die Billigung der Kenner und Kui st- freunde. Die mißverstandene Verwendung fremder Bauaedanken. wie sie etwa tn der Feldher r n - halle om Odeonsplatz zutage trat, nahm der B - tätiauna des großen Bauherrn allerdings nichts von heim unb ine Walhalla, burch deren B I un- mü7a her teutfcheste bet leutfdjen" fernen groß- beutkben Sinn Vor der zerrissenen Nation offen, borte^üeugen für ben Abel unb bie Monumental» 1 a B u r d) % UU X ä Hfl feit bes großen Mäzens war der Stabt deren weite Planung ebenfalls die Weitsicht eines Städtebauers offenbarte ein zwingendes Erbe »mefnaen bas sich indessen langsam ausmn-tte. Sohn Mar II., zeigte wenig Glück mit seinen Baudestrebüngen das M a r e m i I i aine u m wirkt Ae eine Kulisse Ludwig II der München nicht Häuserflucht der von der Tannstraße niedergerls- sen. Die Neugestaltung der L u d w i g s b ruck e hat den Zugang zu den östlichen Vorstädten Münchens zu einem herrlichen Brückenwege gemacht, zu dem die vier Pylonen mit ihren Figuren am Westende einen würdigen Eingang bilden. München darf sich freuen, daß'es durch seine Ueberlieferung von den Auswüchsen des Bolschewismus verschont blieb, wie er sich in gewissen deutschen Städten austoben durfte, und die neuen Bauten, die in klassischer Einfachheit und durch ihr edles Baumaterial den Geist einer neuen großen Zeit verkünden, bieten die Gewahr, daß die Hauptstadt der Bewegung als das München Adolf Hitlers kunstgeschichtliche Bedeutung gewinnen wird. Erinnerung an eine berühmte polarexpeditron. In Triest ist im Alter von 88 Jahren Antonio Zanino gestorben, dessen Name als eines Teilnehmers an der österreich-ungarischen Nordpolar- erpedition unter Führung von Jichus v 0 n P ay e r in den Jahren 1872 bis 1874 große Berühmtheit erlangte und der der letzte Ueberlebenbe von dieser abenteuerlichen Fahrt gewesen ist. Die Expedition hatte sich unter anderem zur Aufgabe gesetzt, die Länder im Nordosten von Nowaja Semlja zu er- forschest. Sie war mit äußerster Sorgfalt vorbereitet,'und nur Freiwillige bildeten die Mannschaft, die ganz aus Seeleuten von Triest, Fiume und der dalmatischen Küste zusammengesetzt war. Die Ab- fahrt erfolgte am 13. Juni 1872 von Bremerhaven auf dem Dampfer „Tegetthoff", einem Schiff von 220 Tonnen, das für zwei Jahre mit Lebensrnitteln ausgerüstet war. Arn 21. August aber wurde das Schiff bei Nowaja Semlja vom Eise eingeschlojsen. Die 24 Mann trieben in ihrem Gefängnis langsam weiter nach Osten, bis nach eineinhalb Jahren aufregender Abenteuer die Expedition das Schiff verlieh und, sehr knapp mit Lebensrnitteln ausgerüstet, auf vier Booten und Schlitten den Weg durch die Einsamkeit der Polarwelt suchte. Mit Payer und dem Kadetten Drei erreichte Zanino die äußerste geographische Breite, die die Expedition erreichen konnte, Cap Fligely, die Nordspitze von Franz- Joseph-Land, bei 82,5 nördlicher Breite; darauf kehrten die drei zu dem Schiff zurück. Aber im Mai 1874 mußte der „Tegetthoff" ganz aufgegeben werden, und die Mannschaft machte eine furchtbare Reise über die Eisfelder, bei der sie oft schon jede Hoffnung auf Rettung aufgegeben hatte Am 24. August wurden sie von zwei Fischerbooten ausgenommen und kamen nach Europa zurück. gierung müßten sofort antworten, damit die Juden endlich' begriffen, daß die Verleumdung Polens im Auslande ihr Leben in Polen nur verschlechtern könne. Die Fäden der antipolnischen Hetze in Nordamerika liefen zweifellos zu den in Polen ansässigen Juden hin. Um ähnliche Ereignisse in Zukunft zu verhindern, müßten die Verleumder exemplarisch bestraft werden. Sie jüdische Skrupellosigkeit. W a r s ch a u, 16. Juli. (DNB.) In der polnischen Presse wird die Aufmerksamkeit auf die Geschäfts- tüchtigkeit der Juden gelenkt, die aus der Verleumdung ihrer Gastländer Kapital zu schlagen pflegen. Auch die polnischen Juden haben im Auslande durch eine klägliche Darstellung ihrer Lage Mitleid und dadurch Freigiebigkeit zu erregen versucht. An die Denkschrift der amerikanischen Juden über die angeblichen Judenverfolgungen in Polen knüpft nun der rechtsstehende „Goniec" die Forderung, sämtliche j ü d i - scheu Komitees aufzulösen, die sich mit der Sammlung und Verteilung von Geld aus anderen Ländern befassen. Denn diese Komitees gäben ihren Rassengenossen im Auslande lügenhafte Berichte über die Lage der Juden in Polen und damit Stoff für die polenfeind- l i ch e Hetze im Ausland, um möglichst viele Unterstützungsgelder zu erhalten. MHauptstadtder Bewecung. m Äon profeflor Wilhelm Weigand isach8 Gs fibt Städte, die infolge einer gewissen Lage " entstiehm mußten: ein geschützter Hafen, die günstige iio< Lage en einem Strom oder an einem Kreuzungs- purckl weitverzweigter Handelsstraßen haben ihr "^.iCnHehen oder ihr Wachstum begünstigt und ihnen ^.zun Gfäße oder zu geschichtlicher Bedeutung ver- t) ob en. München darf sich keiner solchen Ent- stehMx rühmen: als der Weifenherzog Heinrich dem Löwe die bescheidene Mönchsiedlung im Jahre 115i3 zur Stadt erhob — (noch heute hat München beim kleinen Mönch, „das Münchener Kindl im ;6M'WaMj da war es ihm darum zu tun, die Salz- inj jtrcffy, die von Salzburg her über die Bischoisstadt tvtiWfina führte, nach seiner Gründung zu verlegen uni unb; iie Salzzölle in seine Tasche zu leiten. Und * sjtiauci) >5 spgtere München, das recht langsam zu ■eheil’-einiir bedeutsamen Residenzstadt heranwuchs, war v Bdie 1 Schöpfung fürstlichen Herrscherwillens. Die rdne«Stdbi, in der mächtige Bürgergeschlechter niemals n ibch?rrschender Stellung gelangten, hatte auch aj-bisju Beginn des 19. Jahrhunderts feine geschickt- lidflft -der'kulturpolitische Rolle gespielt; aber bas Mjrtubiae Geschlecht der Wittelsbacher hat da- 'VJür, Morgt. daß hier eine große Ueb°rl.e,erung ;lucU enttloib, die sich in prächtigen Bauten und m der Ch ai1 fünttlm|d)Cn Ausgestaltung der Residenz auswirkte, ien'*bieujf3! als Museum den Kunstfreunden zeigt, was 1 Hp,1* fütWer Kunstwille in einem herrlichen Rahmen Wr konnte. Die ganz unvergleichliche und li- y baimembe Blüte eines bodenständigen Handwerks JünS bolli °bir auch die Gewähr vollendeter Ausführung, &blejt hte noch Staunen erregt: Die Amalien- 'J. b u.q im Schloßpark zu Nymphen bürg das Mei- Ji v fteiW des Architekten Cuvillees ist das Herr- « li<» Leispiel höfischer Rokokokunst und m°,s. r- ,.St) l-sV-i yandwerksgeistes. Ihr hat auch Frankreich nicht; an die Seite zu setzen, und wer erfahren ™;i-t ... . . .ri£_____ninonmillmor >ilinn- Am 19. Juli begeht der General der Infanterie Wilhelm Adam, der Kommandeur der Wehrmachtsakademie, fein 4Ojähriges Militärjubiläum. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Iflö Warschau, 16. Juli. (DNB.) Die Polnische —Tel ign phenagentur berichtet über die unverschäm- ^tcni Federungen der amerikanischen Ju- er?, -.'ie unter Vorantritt des Rabbis Wise dem .Ämarifcni^en Staatssekretär des Aeußeren Hüll Mkinvi mifangreiche Denkschrift gegen die Behanb- ttel.luylt der Juden in Polen überreicht haben. In ittki diesm P a m p h l e t wird die polnische Regierung aufüi übelste angepöbelt. Wie die „PAT" bekannt- ; gib t hat sich der polnische Botschafter P o 10 ck i env,3uM Fiaatssekretär Hüll begeben und ihn im 93er= Miau': der Unterredung über das Wesen der jüdischen M Frmze in Polen und über den Standpunkt der pol- G^niscken Regierung unterrichtet. 3Gn Zusammenhang mit dem Protest der ame- Manischen Juden hat die polnische Botschaft W presse erklärt, daß Schritte dieser Art als von seiner Hauptstadt erstehen. Wir aber dürfen heute gestehen, daß sich das Erbe des großen Kunstfreundes Ludwigs I. nach dem siegreichen deutsch- französischen Kriege nicht immer in geschmackvoller Weise auswirkte. Während im Gebiet der bildenden Kunst eine Reihe echt deutscher Meister (Leibl, Haider, Hans Thoma, Trübner) das klassische Jahrzehnt der deutschen Malerei (1870 bis 1880) empor- sührte, gefielen sich die Architekten zunächst in der sklavischen Nachahmung barocker Kunst- und Bauformen. Ein Haus, wie das des Sammlers Grafen Schack in der Briennerftraße, enthüllt das schöpferische Unvermögen der damaligen Zeit in aufreizender Weise. Die späteren Bauten, die unter der Regierung des Prinzregenten entstanden, verraten allerdings einen edleren Bausinn, wenn auch sie auf alte Muster zurückgehen: ich erwähne das Nationalmuseum von Gabriel Seidl an her Prinzreaentenstraße, den Iustizpalast (von Thiersch). Daneben aber entstanden einige Kunstwerke, in denen sich der historisch gebildete Geschmack der Künstler mit dem schöpferischen Gefühl emes Meisters verband: ich erinnere an den W 111eis - bacher Brunnen, von der Hand 2Iöolr Hildebrands in dem man den schönsten Brunnen Deutschlands schätzen darf; an den Hubertus- brunnen, der nun mit seiner herrlichen architektonischen Ausgestaltung an einer anderen Steile des neuen München seinen endgültigen Platz finden soll, und an die schönen Jsarbrücken, die einen Fremden veranlaßten, München für „die Stadt der schönen Brücken" zu erklären. Mit der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Bewegung begann unter her Schirmherrschaft des Führers eine neue großartige Bautätigkeit in der Hauptstadt der Bewegung, schon heute kann man sagen das künftige München, das schon im Entstehen ist, wird man das München Adolf Hitlers nennen Ein zielbewußter schöpferischer Führerwille hat in kürzester Zeit Hindernisse hinweggeräumt, die früher unüberwindlich schienen; er hat den Königs platz zu einem marmornen Festsaal unter freiem Himmel geschaffen, der seinesgleichen nicht in der Welt hat, unö dessen Umgebung, die Glyptothek', das Gebäude der Gemäldesammlung, die beiden Ehrentempel und d.e Repräsentations- and Verwaltungsgebäude der Partei zu der großartigen Gesamtwirkung dieser Schöpfung beiträgt. Das Haus der K uin ft an der Prinzregentenstraße, das seiner Vollendung entqegenqeht, zeigt den schöpferischen Bauwillen des Führers in monumentaler Weise Ilm eine würdige Zufahrt zu dem ebeln Bau von der Lud- wigstraße her zu schaffen, hat man hie südliche jrifje Barbeträge gefunden und beschlag- laftnit. Mehr als zehn Personen wurden verhaftet, die Mlglieder der obersten Leitung der illegalen polnischen kommunistischen Partei sind. Auch in diesem Falle handelt es sich wieder ausnahmslos um Juden. )aibie (Ermittlungen der Polizei noch nicht abge- chlstsen sind, werden die Namen der Verhafteten lonaufig geheimgehalten. Weitere 50 Kommunisten verhaftet. =in dem Büro des Zentralverbandes der Leder- ÜniMiftrie, das feinen Sitz im Warschauer Juden- illlÖD i ■: r t e l hat, tagten 50 Kommuni st en, die P)Ot.eini kommunistische Kundgebung als „Tag gegen beGKrieg", unb zugunsten her Roten Hilfe in Manien vorbereiteten. Mitten in ben Beratun- — gen würben die Kommunisten von der Polizei üiierra f d) t. Die Versuche, belastendes Material u zu.ichitigen, konnten rechtzeitig verhindert werben. AlleöO Kommunisten, unter benen sich be- rüütijre kommunistische Hetzer unb seit langem ge- finde politische Verbrecher befinden, wurden v e r - S ax'ht. ich« Hstst gleichzeitig wurden Haussuchungen bei einer '»f’iReqe weiterer kommunistischer Persönlichkeiten ^durchgiführt, die mit dem inzwischen verbotenen LKo^ministenblatt „Dziennik Popularny" zusam- ttonergeerbeitet hatten. U. a. wurden erneute Haus- DioVuchiinxen bei Dr. Muszkatenblit (1), Hajm lIid23 oool l,a cf (!) unb Moses Israel WintersoN (!) Xmrchgiführt Die Ergebnisse der Haussuchungen n.tfDeriöen vorläufig geheimgehalten. )a ;ächnender Weise in jüdischer Sprache. FL drei kommunistische Parteibezirke in Polen Hetzschriften zum Versand und zum ■^Netfrieb vorbereitet, die alle für eine von der j. N iskauer Komintern für August angesetzte I ßrnpaganbaaftion bestimmt waren. In den Woh- I lumjcn einiger Kommunisten wurden Handschriften I nits Anweisungen und Manuskripten für eine z o n m u n i ft i f d) e G e h e i m z e i t u n g sowie Wesenszüge deutscher Kunst. Zum „Tag der deutschen Kunsts. Ton Professor Dr. Emil Waldmann, Direktor derÄremer Kunsthalle. - I w ' 1 Albrecht Dürer: Willibald Pirckheimer. (Kohlezeichnung.) Die Deutschen haben nicht eine Schrift, son» dern zwei: Fraktur und Antiqua oder „gotisch" und „lateinisch". Was hieran, an dieser Doppelheit, ein schöner Reichtum ist, drückt sich auch in der bildenden Kunst aus, Grünewald und Cranach schrieben Fraktur, Hans Holbein aber Antiqua. Und Dürer schrieb manchmal, wenn auch vielleicht unter Opfern, beides. Grade wohl auch aus diesem Grunde, abgesehen von seiner Genialität überhaupt, hat sich die deutsche Kunst ihn zum Schutzherrn erkoren. „Das Schöne" genügt den Deutschen allein nicht. Mit dem, was die Augen sehen und was durch die Augen hindurch das Herz beglückt, sind die Deutschen nicht immer zufrieden, auch, wenn das, was schön an einem Kunstwerk ist, noch so schön ist. Wir wollen uns immer gern „etwas dabei denken" können. Hans Holbeins holzgeschnittene „Bilder vom Tode" dürfen auf die Form hin, als klassische Zeichnung angesehen werden. Alles ist da, alles ist vollkommen, „schwellend im Raum und wandelbar in der Zeit". Und kein Strich zuviel, wir es manchmal bei den Deutschen doch sonst der Fall ist. Aber darüber hinaus verführt der Künstler zum Philosophieren. Die Tatsache „Rasch tritt der Tod den Menschen an", durch alle Stände hindurch, genügt Holbein nicht: Wenn der Tod einen Mönch antritt, raubt er ihm nicht sein Gebetbuch oder seinen Rosenkranz, sondern seine Sparbüchse' Dieses, dies Beziehungsreiche und Gedankliche wollten die Leute von der Kunst. Daß es „Tendenz" war, machte ihnen gar nichts aus, vielleicht im Gegenteil. Stärker als Italiener und Franzosen neigt der Deutsche zur „Gedankenkunst". Und das Größte an Dürer sind Phantasie und Träume. Aus diesem Grunde ist es herzuleiten, daß der deutsche Künstler so gern Schwarz-Weiß-Künstler ist. Richt als wären die großen Deutschen keine großen, sehr großen Maler gewesen, dieser Cranach und dieser Baldung, dieser Grünewald und Burgk- mair und Dürer. Und im 19. Jahrhundert dann Menzel und Thoma und Leibl ebenso, um nur die zu nennen, die an der Schwelle des 20. Jahrhunderts noch gelebt haben. Daneben aber waren sie fast alle auch noch Graphiker — weil man mit dem Stift besser als mit dem Pinsel erzählen und fabulieren, phantasieren und philosophieren kann. Striche man aus Durers Kunst sein Druckwerk, so bliebe wahrscheinlich weniger als die Hälfte seiner Genialität. Raffael aber und Michelangelo und selbst der Grübler Lionardo da Vinci scheinen überhaupt nicht gewußt zu haben, was eine Kupferplatte ober ein Holzstock ist. Von allen großen, nicht deutschen Künstlern gibt es nur drei, bei denen die Griffelkunst ihrer Malerei Wesentliches hinzugefügt hat — Goya, Daumier und Lautrec. Und das war dann auch immer gleich Satire ober Spottbilb ober Zerrbilb. Rubens, aus fränkischem Blut ftammenb, aber ro- manifiert, hat mit Mühe unb Rot eine einzige Ra- bierung gemacht. Sein Zeitgenosse, ber germanische Rembranbt, bagegen hat manches nicht nur vom Tiefsinnigsten, sonbern auch vom sichtbaren Schönsten in seinen gebrückten Blättern niebergelegt. Unb bei Menzel, einem der gewaltigsten europäischen Maler bes 19. Jahrhunberts, fehlte am Enbe boch bas Beste, wenn feine Schwarzweißkunst verloren gegangen märe. Auch hatte ber Deutsche keine Angst vor bem Häßlichen. Den Satz: „Die Kunst ist immer erst bilbend, ehe sie schön ist", konnte nur ein Deutscher schreiben. Häßlichkeiten aber erscheinen nicht nur im Zeitalter ber Gotik, sonbern immer wieber unb zu allen Zeiten, mitten in ber Renaissance, mitten im Klassizismus. Wenn ber Charakter, ber innere, zum Sprechen kommen soll, wirb bie Schönheit, wenn es sein muß, auch einmal bewußt, in Grunb unb Bob en gezeichnet. Ein so aus Häßlichkeiten zusammengehäufter Charakterkopf wie Dürers Freunb Willi- balb Pirckheimer, ber uns so schön bünkt, wäre unter Lionarbos Hänben unfehlbar in bas Gebiet ber Karikatur abgeglitten. Deutsche Kunst hat auch eine platonische Liebe zum Reichtum, zum Ueberschwang, zum bezaubernben Zuviel. Pöppelmanns Zwingergebäube in Dresben ist Barock ober Rokoko, jebenfalls, stilgeschichtlich genommen, Werk eines internationalen Weltstils. Aber bie ausschweifenbsten Baumeister in Genua ober Palermo ober Rom ober in Paris ober Versailles müssen erschrocken gewesen sein, als sie bies sahen. Deutsche Kunst ist, auch in ihren Höhepunkten, immer alles zugleich auf einmal Währenb Ingres in Frankreich als Klassizist basteht unb Delacroix als Romantiker, in feinblichstem Gegensatz, weiß man nicht, ob ber größte Deutsche aus bem Anfang Traum von einem Haus. Don Anton Schnack. Dieses Haus, besten Umrisse ich mir in bie, Luft male, hat keinen Hunb, ber bellt, wenn ein Schritt naht. Eine weiße Aphrobite steigt, zerfallen schon unb im Gesicht verwittert, in bie Schatten ber Oleanderbüsche. Ich werde eine Wand voll Wein haben. Das Tasten ber Aeste an bie Fenster. Die kleinen, hu- schenben Dogelschatten. Ein Pult mit lateinischen Büchern: Doib, Horaz, bie Nacktheit bes Casars. Wer weiß, was ich ba benfe: Geringes sicherlich, Kleinigkeiten, Bebeutungsloses: hat ber Schmieb bie Hacke fertig gefdjmiebet; im Garten grub ein Maulwurf; morgen wirb wohl Regen fallen; Kinber trugen einen jungen Star vorbei. Wer weiß, was ich ba höre? Die Uhr. Das Picken einer Bachstelze im Gartenkies. Den laufenden Brunnen. Das Quaken eines Frosches. Den seufzenden Wald. Einen Knabenpfiff. Ich werbe einen Baum haben, ben ich liebe. Noch weiß ich nicht genau, ist es ein Apfelbaum mit weißem Blütenschnee. Auch bie Manbeln sinb schön, ihr Rot hat etwas vom Blut. Ich werbe eine Fensterscheibe lieben, ba sie in ihrem Viereck ben Walb hat. Den Flug ber Starenkette. Ein schwarzes Gewitter im Sommes Verschneiten Weg im Winter. Manchmal werbe ich hinter einem Fenster stehen: großes, helles Fenster nach Osten, blaugrün im Sommer ber Schein bes Glases, wenn ber aufgetane Mittagshimmel mit blauen Lichtwogen über bie Wipfel ber Bäume verfließt. Ich bin auf biefes Fenster stolz, burch bas sich meine Täume unb Gebauten in bie Welt verlieren, zu Eisenbahnen, bie tausenbfach unterwegs sinb, in Stabte einziehen, bie in purpurner Nachtluft schwimmen, am Meere nieberfaüen, wo ein Fisch im Tang blitzt. An bem Fenster nach Süben stehen Blumen. Ich nenne nur eine bavon: Levkoje, eine braune Samtblume Das ist eirt Duft, ber wie Gewürzwein riecht Sonst liebe ich ben Duft bes Heus unb ber ausgewaschenen Mostkelter. Das wirb wieber dalb sein. Dann steht biefes Fenster offen, Nacht für Nacht, Tag für Tag. O ihr Nacktlichter, bie ich sehe! Dann weiß ich vieles Da geht ein Kinb zu Bett, bas niemanb zum Erzählen hat. Schweigenb unb voll Ernst versinkt es im Traum der Kissen. Das kleinste Licht ist mir das liebste. Es kommt von weither, von der Kuppe eines runden Hügels, der am Morgen grün ist von vielen Bäumen. Am Abend ist er blau wie eine Wolke und als wollte er mir davonziehen. Aber er zieht mir nicht davon. Es ist nur der Wasserdunst, der aus dem Quell- gerinfel steigt, in dem der Hügelfuß sich badet. Einmal werde ich traurig fein. Oh, doch nicht fo traurig, eher beklommen. Dann sehe ich das Licht nicht mehr, fei es, daß bie Kraft meines Auges abnimmt, ober baß es nicht mehr notroenbig ist, bas Licht anzuzünben. Vielleicht haben sie bas ernste kleine Mäbchen, mit müber Lunge, in bie hohen Berge gebracht. Ober es ist schon begraben unter einem weißen Kreuz mit Golbduchstaben unb einem emaillenen Engel. Wie schnell Geliebtes aufhört! Wie boch ein Licht zur Heimat wirb! Unbegreifliches unb Unerkenntliches liegen hinter ben einfachsten Erscheinungen. Ein Beet voll Glabiolen. Oh, wenn Merebith käme! Nicht ber Dichter, besten brängenbe Verse ich eisig finbe, blinfenbe Marmorsplitter eines antiken Geistes. Merebith ist bie Freunbin bes ©artens. Sie liebt bie Glabiolen unb bie weißen Lilien. Aber an solchen Tagen ist ihre Seele an ein Gesicht verloren, an einen Traum, an eine tiefe innere Melo- bie. Ihr Blick ist schmal, unburchbringlich unb ruhenb. Eine Weißbornhecke, über bie niemanb hinüber- schauen kann. Weiße Falter schwimmen über sie herein, gelbe hinaus. Hinaus: bas ist im Frühling eine Wiese, im Sommer ein Schwaben Geruch, im Herbst bas Geläut von Kühen, im Winter Schnee unb eine schwarze hungrige Saatkrähe. Etwas Wein im Keller: wo er wuchs, stanb ein steinerner Kilian mit vogelbekleckerter Bischofsmütze, ein kleines Kreuz inbrünstig in ber Hanb, auf bas er niebersah. Die Melobie bes Brunnens: sie ist mir unbegreiflich. Tausenbmal habe ich sie schon gehört. Ich kann sie immer wieber hören. Ihre Musik veraltet nie. Aus ihrem rauschenden Fall klingt Verzauberung. Tief unten muß sie wohnen: Zwerge unb Golbgestühl, grüne Tiere, eine Frau mit Schuppen. Süß unb traurig zugleich seufzt sie herauf. Unb bie Türen! Eine geht auf ben Weg. Ein stiller, alter Weg voll Feuernelkenränder, Distelköpfen, gelben Emmerlingen. In den Sommernächten singt er unb klingt er, taufenb Grillen wetzen ihre brc.u= nen Hornhäute. Im Winter bie Fußtapfen bes Lanbbriefträgers. Nägelsohlen von Bauern. Kritzelzeichen von Dogelkrallen. Eine geht in ben ©arten, brei Stufen hinunter. Das ©ras wuchert schon wie- bes 19. Jahrhunderts, Philipp Otto Runge, mehr romantisch empfand oder mehr klassisch gestaltete. Und Schinkels Baukunst, preußisch-attischer Stil, das Höchste, was dem Klassizismus, neben Langhans' Brandenburger Tor zu schaffen vergönnt war, stammt von einem Manne, der, und zwar nicht nur nebenher, der gotisch-romantischen Gefühlsweise bis ins tiefste verhaftet war. Es heißt in Deutschland selten „So oder so", sondern es heißt fast immer „So und so". Hans Thoma bezeichnet sich selbst als einen Realisten; aber seine „Wandervögel" hat er nie gesehen, er hat sie nur geträumt Gerade diese Art, dieses Doppeldeutige und Doppelsinnige, die Nebeneinander und Durcheinander, dies fast immer Vielseitige und manchmal Allseitige, ist, seit Dürer, einer der Hauptwesenszüge deutschen Kunstwollens. Daher ist es so schwer, deutsche Kunst in klare, ab-- gegrenzte Begriffe zu fassen, und daher wird es fremden Völkern oft so schwer, zu deutschen Kunstwerken den Zugang zu finden. Böcklins Malerpoesie blieb nicht nur den Franzosen, sondern auch den Italienern, unter denen er doch lebte, eisig fremd. Dor einem Bilde träumen liegt ihnen nicht. Mit den bewußten „Kategorien" haben die Landsleute Kants in der bildenden Kunst gar nichts zu tun, die strenge Scheidung der Begriffe und der Gattung, in die man früher die einzelnen Gebiete der Malerei einzuteilen liebte, versagen vor jedem großen Künstler. Auf der Berliner Akademie war Menzel eingeschrieben, auch als weltberühmter Meister noch, in der Klasse der .Historienmalerei". Er hat auch Historien gemalt. Und was für welche! So daß wir heute gar nickt anders können, als Friedrich den Großen und feine ganze Zeit so zu sehen, wie Menzel ihn uns hingestellt hat, nicht nur in seinen Illustrationen, sondern in großen Gemälden. Indessen: Menzel malte preußische Geschichte, als in Preußen nichts, aber auch gar nichts passierte. Als aber bann, 1866 unb 1870 in Preußen große Geschichte gemacht würbe, hat Menzel kein einziges Historienbilb, woran boch so großer Bebarf war, gemalt, sonbern sich mit der Darstellung des Sittenbildlichen, des Alltäglichen, der ihn umgebenden Wirklichkeit begnügt Als ein „Realist", nachdem er in den vierziger Jahren in seinen Landschaftsgemälden schon den ganzen Impressionismus vorweggenommen hatte, um dann, als der Impressionismus eine Richtung wurde, ihn zu bekämpfen und feine eigenen früheren Meisterwerke dieser Richtung nur als „Studien" zu bezeichnen. Ein Impressionist wollte er nicht sein. War dieser Historienmaler aber ein Realist? Der kleine Holzschnitt aus dem Friedrich-Buche, wie der alte König dasitzt auf der Terrasse des Stadtschlosses in dem großen Lehnstuhl, ganz winzig, ganz zerknittert und frierend, und seine Knittrigkeit und Zerbrechlichkeit nun in Gegensatz gebracht zu der strotzenden barocken Fülle der Gestalten an den - MM Adolf Menzel: Friedrich der Große auf der Terrasse des Potsdamer Stadtschlostes. der aus dem Gestein hervor. Im Herbst ist hier 'Himer ein Blattbaufen vom Apfelbaum. Manchmal liegt auf den obersten Stetnstufen eine weiße Vo- aelfpur. Es ist schön, wenn die Vögel so nahe kommen. Eine der Türen geht ins Gras. Diese ist mir die liebste. Ende Juni wird das Gras gemäht, Und dann noch einmal in den ersten Septembertagen. Ich liege in der Wiese, ein Tuch unter mir, in ber Sommernacht. Ich habe schon viele glitzernb gezogene Schneckenspuren entbeckt. Hochbeinige Heuhüpfer unb bas Metall eines Golbküfers. Auch Mauspfabe. Hinter ben Stämmen hervor lugen bie Katzen: Peter, ber schwarze, Puß, bie junge unb Fez, bie rote. Gott hat meinen Himbeerapfelbaum behütet, ich liebe es, feine Frucht aus bem Grafe aufzulesen, glühenb liegt bie Kugel im Grün. Manchmal ist sie naß vom Tau bes Sonnenmorgens. Zeitschriften. — Mit bem über 120 Seiten starken, reichbebil- berten Juli-Heft bes „B e r g st e i g e r s" hat bie Kunstzeitschrist bes D. u. Oe. Alpenvereins ber Be- beutung ber Kufsteiner Alpenvereins-Hauptversamm- lung in roürbiger Weise Rechnung getragen. Der Inhalt bes Heftes ist zum großen Teil auf bas Kaiser- gebirge eingestellt. Paul Aschenbrenner erzählt von alten unb jungen Kaiserführern, wir lesen von „Merkwürbigkeiten in unb um Kufstein", von ber Helbenorgel, von zahmen Wanberungen unb schwierigen Fahrten. Dr. Georg Leuchs hat eine interessante Arbeit über ben Kopftörlgrat beigesteuert. Das Heft wirb schon wegen bes fesselnben Bilbschmuckes gerne zur Hanb genommen werben. Aus bem reichen Inhalt sinb bann bie Steuerungen bekannter Alpinisten über bie Frage „Auszeichnungen für alpine Leistungen" bemerkenswert. Schließlich nimmt auch ber Reifebienst einen breiten Raum ein, eine übersichtliche Tabelle über die Fahrpreisermäßigungen auf den Österreichischen Bundesbahnen wird gute Dienste leisten. (Preis 1,20 Mark, Verlag F. Bruckmann, München.) öodifcbuinacbrichten Professor Dr: Leo W a i b e l, Ordinarius für Geographie an der Universität Bonn, wirb mit Ablauf bes Monats Oktober b. I. in ben Ruhe- stanb versetzt. Professor Dr. Freiherr von R e d w i tz , Direktor ber Chirurgischen Klinik an ber Universität Bonn, ist zum torrefponbierenben Mitglieb ber Gesellschaft der Aerzte in Wien gewählt worden. DflrRuncS*. Iencht Ausbau folgt dem Aufbai. >'7: Der Konjunkturaufstieg der beutfd Hans Holbein: Tob unb Mönch. (Aus ben „Bilbern vom Tobe".) h möglich fo bei Uerabg Irrige ' - für einj jrigen we hoerbstr fecen fte Jifunl kauf 8,! l Wen Eilten w Uerung, i gegem U Wn L unb e Lit ii E und 5 Men jo Menen J Ment Lampenhaltern, unb feine Winzigkeit in KonnM^m gebracht zu ben enblos nach oben verlängern Säulen — ist das, mit diesen wenigen Strch hingeschrieben, „Impressionismus"? Ist dies so's, benbige vollkommen Wirkliche „Realismus"? g bies, weil es ja eine historische Figur ist, Historie, malerei? Es ist alles zusammen. Courbet, h Realist, hätte bies zu machen verschmäht, Manet, bi Impressionist, hätte es anbers gemacht, unb Teil ben Jahren seit ber nationalsozialistischen Mch.: ergreifung die sozialen Leistungen zu steigern man denke an die Ehestandsbeihilfen — unb gt» l wisse Härten in der Steuerpolitik zugunsla« kinderreicher Familien zu mildern. Für die ©ttuer-j: einnahmen war ferner von Bedeutung, daß diu Steuer-Ehrlichkeit zugenommen hat. Die Xatjodj* |i daß der bessere Gang der Geschäfte den BetrieM flüssige Mittel zugeführt hat, hat sie dem Zrvcmßj enthoben, die Steueraelder aus der Substanz z»! beschaffen, was damals zur Folge hatte, alle mfyIi liehen Hintertüren zu suchen, um der Belastung zu entgehen. Andererseits hat die Stetigkeit in unfrorl Steuerpolitik den Finanzämtern die Möglichkeit ged geben, die Kontrolle -schärfer durchzuführen ji gegen Uebertretungen mit Steuerstrafen vorzugch«. Es muß überraschen, daß nach einer amtlich« Uebersicht im Jahre 1936 annähernd 70 Milliam Mark an Steuer strafen erhoben wurden. croix, der große Historienbilder geschaffen hat, ncnj auf diesen Doppelten Gegensatz nicht gekommen. Stil ches Reich „gestaltenmischenber Möglichkeit" (Gochjl 'st auch einer der vielen Wesenszüge deutscher Kch Wirtschaft hat nicht nur zu dem bisher niebrigiiti i p5.f,.v Stande der Arbeitslosigkeit geführt, i fr'™e dern auch auf die Einnahmen des Reiches, der ®e> I f meinden unb ber Länder einen wohltätigen Gii> bruck ausgeübt. Nur daburch war es möglich, j. N Gelbstrafen wegen der Umsatzsteuer mit 7 Mi/lim r Whig alle ft und 1660 Fälle, die auf der Vermögenssteun einbrachten. Im Jahre 1935 hat die Summe chens und die verschiedenen Grade des Witzes, uW { die Aktualitäten und über die bekannten Vollbild , t?Ni, < iNn, kJ 8c Steuerstrafen nur 48 Millionen Mark ergeben, d Steigerung ist offenbar darauf zurückzuführen, )t Er begann mit einer allgemeinen Einleitung üdl Humor und Humoristen, über die Schule bes 3? .U mit Sfr ^Steinhäger ^Urquell lügender i hinein b ßuni fünft Äiefenfoi fnjoife Ms der prt von Wte , V daß jei ITrLächtni auf i list der •" Nm a bei ist allerdings bie Reichsfluchtsteuer zu berid« sichtigen, bie allein 419 Fälle mit 22 Million:« Mark betrifft. Im übrigen aber sinb 6000 ffck • Nd) W de iMu pjn au' Ali)i E e**ie Hder d y 'm j'lkrir k'Wfa p if Mif Lpf bei n ^ten i PM ES p in bei P beruh [ Murf,' [Mi _ . „ 1 t -u bringt ruhen unb 6,5 Millionen Mark an Steuerstrom mnierfegur ' ' " *..... hOewäffi ilk unter Dann ging er zwanglos zum ersten Hauptteil ber von ber Liebe, von ben Frauen unb von Mobe hanbelte, von einem nahezu unerschöpflich Thema also, mit bem einer allein ben Abend füllen können. Herr Jacoby kam benn auch op Hundertsten ins Tausenbste; wir haben leider '< einen kleinen Teil bavon behalten. Die Sache 16 bem Wecker unb bem Fräulein vom Amt, mit W Landschaftskleid, mit bem Reißverschluß und ben beiden Philosophen haben wir uns gern? wer's nicht gehört hat, ist selber schulb. Hübsch auch bie mundartlich getönten kleinen LiebessMk! aus Berlin, vom Starnberger See unb in Loschml Ueber bie Himmelsreklame unb mancherlei 6iVr' bungen unserer Zeit ging er zur Politik über: öu- mal kein „garstig Lieb", sonbern unter bem Mop man muß mal was sagen können — von Di mit*3 bis Abessinien, von Franco bis zur Abrüstung. Nach ber Pause gab es zunächst historische botchen, nicht neu, aber gut — von Fridericus W Friedrich August, vom Papa Wrangel bis RiÄ'h Wagner. Von ba war es nicht mehr weit bis-' bie nächste Gegenwart, unb ein heiterer Streif^ durch bie deutschen Gaue förberte eine Fülle m^ artlicher Spässe zutage, bie samt unb sonbers w gemeinverständlich waren unb bementsprechend gegengenommen würben. Die Geschichten aus W ßeip^iger Wartesaal, aus bem Münch-ner Hofdrik baus, bie rheinischen unb frankfurterischen SW j unb bas Greuelmärchen vom Mäuseturm bei ei’1 gen waren besonbers schön. — Es war ein gelurgf ner Abenb. Die Leute amüsierten sich unb spendv'6 dankbar Beifall. Hans Thyriot , - Heiterer Abend mit Gustav 3 lieber Erinnerung ist, einen heiteren Abend. Ä- Mann ist sozusagen die gute Laune in Person« ü tritt aus der Kulisse, legt los und hat alsbald rä dem ganzen Hause den schönsten Kontakt; außv dem verfügt- er über eine beneidenswerte Bne> samkeit unb einen unerschöpflichen Schatz von & schichten, Anekboten unb Witzen. Das fprubelt nd fo aus ihm heraus, unb zwei Stunben find im ® vorüber. wegen zu niebriger Einkommensteuer vorhanL.:, mehr bie allein 30 Millionen Mark erbrachten, 9""l lolistum b. ■te ■ben wuM. tsteuer zu fr überrennen im Sturmlauf die Erdbebenzone, holen sich Wytschaete und Messines und nehmen das ganze Hügelgelände. Die deutsche Verteidigung ist erschüttert, ihr Widerstand zunächst nur schwach, aber an vielen Stellen triumphiert Der Heldenmut des einzelnen, und der Ruhm des Tages von Wytschaete gehört den Männern, die bis zur letzten Patrone und mit letzter Kraft in den Schanzen des „Waldes" und den Kellern der Dorftrümmer bis in die Nacht hinein kämpfen. In dieser Nacht weiß der Verteidiger, daß der Wytschaete-Bogen verloren ist. Zwar haben deutsche Eingreifdivisionen den Feind zum Stehen gebracht, und am Yser-Kanal ist die natürliche Grenze dieser Schlacht, aber das wichtige Hügelland, bis zu dieser Stunde mit Klauen und Zähnen verteidigt, ist endgültig verloren, dazu 67 Geschütze und mehr als 7000 deutsche Frontkämpfer sind in Englands Hand. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist viel höher, am schlimmsten aber ist die Wirkung dieses Tages im Hinblick auf die künftige Strategie: Yperns Südflanke ist entlastet, und für eine Schlacht zwischen der Lys und dem Schwemmgebiet des Yser-Kanals hat sich der Feind den Aufmarsch- und Bewegungsraum gesichert! (Fortsetzung folgt.) sisnrucht wird. Die ganze höhere Bilbungsschicht Frankreich verlangt es aber, baß auch in der 4(=spreHe der literarischen Kunst dieser breite zugestanden wird. Die nationale Literatur 'M schon auf der französischen Schule eine be-- Mende Rolle. Aus der Universität gehören lite- Vorlesungen zu denjenigen Kollegs, die (t französische Student, wenn er Ansprüche auf Jining macht, gleichviel zu welcher Fakultät er ge- ’L als eine Selbstverständlichkeit besucht. Diese ?lItteHung der höheren Kreise bleibt auch für spa- 3ahre bestehen; die Akabemie mit ihren vierzig ? erblichen, die den palmenbestickten Frack tragen JI|«n, ist immer eine große Angelegenheit. Selbst "" Tozialistenführer, wie Leon Blum, verdankt literarischen Kultur keinen geringen Teil >5 Ansehens. Wer Frankreich beurteilen will, diesen Zug im französischen Charakter nie Hetzen. . . Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Daressalaam, Frühjahr 1937. Der Schrecken und der Abscheu vor allen den Tieren, die mit Hornhaut bedeckt, mit Krallen und mächtigen Gebissen bewehrt sind, lebt seit den Zeiten der großen Saurier im Menschen fort. Siegfrieds Kampf mit dem Drachen kennt jedes Kind, in zahllosen Märchen und Sagen wirken diese Ungeheuer fort, und hier in Afrika leben ihre Nachkommen als Krokodile in den Flüssen und Seen. Das ausgewachsene Krokodil steht höher auf seinen Beinen als ein Leopard und selbst beherzte Jäger konnten nur mit Anspannung aller Energie den lähmenden Schrecken überwinden, der sie befiel, als sie sich der Riesen-Echse unvermutet gegenüber sahen. Die Krokodile bleiben keineswegs nur im Wasser. Sie gehen auf das Land bei der Verfolgung ihrer Beute. Neulich herrschte große Aufregung unter unfern Pflanzungsarbeitern. Früh im ersten Mor- gengrau hatten sie den K a m p f e l n e s g r o ß e n Krokodils mit einer zehn M e t e r l an - gen Riesenschlange beobachtet. Leider hatten sie vom Schreck gebannt, keinen Europäer mit der Kamera herangeholt. Es muß ein gigantischer Kampf gewesen sein, denn ich sah das Schlachtfeld. Ringsum waren die zwei Meter hohen, starken Sisal-Agaven niedergetrampelt wie Gras. Tiefe Spuren zeigten die Kralleneindrücke des Krokodils, und alles war schleimig von der Schlangenhaut. Zwanzig Minuten hat der Kampf getobt und des öfteren hatte es so ausgesehen, als ob es der Schlange glücken würde, das Krokodil ersticken zu lassen. Endlich hatte das Krokodil gesiegt und die mächtige Schlange mit sich in den Zigi-Fluß ge- chleppt. Daß selbst Büffel an der Tranke von Krokodilen angegriffen werden, ist bekannt. Die Krokodile beißen ihnen über das Maul, dieses mit ihren langen spitzen Zähnen sozusagen zunähend und versuchen, ihr Opfer in die Flut zu ziehen. Ein Pflanzer vorn Rufidschi erzählte mir, daß er selbst Zeuge war, wie ein Krokodil einen großen Ochsen „mallieserte" (auf Kisuaheli = abmurkste). Das Krokodil schlug mit einem gewaltigen Hiebe seines starken Schwanzes dem Ochsen alle vier Beine unter dem Leibe weg. Dann packte es den Liegenden am Vorderbein und zerrte ihn in das tiefere Wasser. Der Ochse kam aber wieder auf die Läuse und griff das Krokodil beherzt mit den Hörnern an. Die große Echse zerrte ihn trotzdem weiter und weiter erzählte, nicht als Trost, aber doch mit Freude, wie noch die Königin Viktoria von England ihre Ablehnung ober Zustimmung zu einer Parlamentsbill mit den altfranzösischen Formeln aus der Seit, wo Französisch noch die offizielle Sprache Englands war, auszudrücken pflegte: „La reine s’advi- sera“ oder „La reine le veult“ (die Königin wird mit sich zu Rat« gehen, oder: die Königin will es so.) In einem solchen Vortrag ist es selbstverständlich, daß Wolfram von Eschenbachs P a r z i f a l nur die Uebertragung eines französischen Geistesprodukts in die deutsche Sprache war. Daraus, daß der „Perceval" von Crestien be Troyes ein reines Aben- teuergebicht ist, Wolframs Werk aber von der tiefsten Lebensproblematik burchzogen, kommt kein Franzose. Die oberste französische Bilbungsschicht ist auch bie Trägerin des französischen Chauvinismus, in dem Sinn, daß Frankreich eine besondere mensch- heitliche Mission besitze und seine Ansprüche daher mit einem aitberen Maß zu messen seien, als bie anberer Nationen. In bem bekannten Roman „Jean Christophe" beschreibt Romain R o l l a n b ben Ausbruch ber Kriegsstimmung in Frankreich gegen Deutschland. Darin lautet eine Stelle: „Der Arbeiter Aubart, der zwischen seinem angelernten Menschheitsglauben und seinem instinktiven Patriotismus hin und her gezerrt wurde, verlor darüber beinahe den Kopf. Nach mehreren schlaflosen Nächten hatte er schließlich eine Formel gefunden, die ihm alles einrichtete — nämlich, daß Frankreich das Synonym der Menschheit sei." Als bie „Alliance Fran?aise" ihr 25iahrlges Bestehen feierte, kurz vor dem Weltkrieg, hielt Paul D e s ch a n e l eine Rede über die französische Kultur, Die französische Sprache und den französischen Geist. Darin hieß es: „Das ist unser reinster Ruhm, darin besteht das Gleichmaß und die Ursprünglichkeit unserer großartigen Geschichte, batz wir stets burch Jbeen unb für Ideen gelebt haben. Alles was bie französische Kultur gewinnt, ist gerecht' gewonnen. Frankreich arbeitet unb benft für bie ganze Welt, unb feine Sprache — ein geistiges Freihellswerk — ist das gemeinsame Erbe der Menschheit." Die französische Kulturparole heißt also: Frankreich verkörpert das idealistische und zugleich das menschheitliche, universale Prmzlp. ^^reichs Anrede an die Menschheit lautet: Ihr wollt Kultur? Gut, so habt französische Kultur, das ist em und dasselbe! Dies Gefühl gehört aufs pollliiche Gebiet übertragen, zu den inneren Triebkräften des französischen Anspruchs auf die Hegemonie in Europa. Es ist die Wurzel ber naiven Ueberzeu- gung, bie gerabe in ber geistigen Oberschicht Frankreichs zu Hause ist, daß Frankreich nicht un anbe ist, Unrecht zu tun, auch wenn es anbere Nationen °eSn Einern ganz anderen Volk glaubt man zu sein, sobalb man bie Region bes französischen Mittel- ft a n b e s betritt, bie eine gewisse Erweiterung burch bie Frontkämpfern rbanb e. aufweist Der französische Patriotismus hat hier nichts Ueberheb- liches, unb nach meinen Erfahrungen Eann id) nur sagen, baß es heute kaum irgenbwo auf der Welt einen Menschen geben wirb, bem ber Triebe unb vor allen Dingen ber Fnebe mitEeutfd)’ lanb, so sehr Herzenssache ist, wie dem „Moyen Francais". In bem interessanten Buch über Frankreich von Paul D i e st e l b a r t h („Lebenbes Frank- reick") ist bas in einer Reihe überzeugender Kapitel geschildert. Ich selbst habe es erlebt, wie auf der Eisenbahn sich ein Gespräch zwischen elmgen Deutschen und französischen Mitreisenden einfachen Leuten, entspann. Die Franzosen waren brei Lands- feute aus der Normandie, unb es gab erst eine o Preis st oppverordnung ist in ge- iin Umfange auch auf die 0 e m e i n b e a b • ®L e n ausgedehnt worden. Die indirekten Steuern ?5en zu einer Preiserhöhung gegenüber den Ver- E. ehern führen, daher sollen bie Gemeinden vor ° c etwaigen Erhöhung mit ben zuständigen Mungsstellen Fühlung nehmen. Gebühren T Entgelte unterliegen ebenfalls der Preisstopp- rtbnung. Interessant ist, baß dazu auch bie Kur- Jtn gezählt werben. Noch deutlicher wird die »fabt ber Preisbilbungsbehörden gegenüber ben jL-ien ber $ e r f o r g u n g s b e t r i e b e betont, Irbflültig, ob sie von privater ober öffentlicher betrieben werben. Bekanntlich wird eine Anfung d er Tarife angestrebt. Daher wirb ßerforgungs'betrieben bie strengste Sparsamkeit Pflicht gemacht. * QhlCkd Gegensatz zu ben meisten übrigen Wirtschasts- ‘mUIvÖ wegen beginnt bas Geschäftsjahr ber Ru nb - 1 sn-kroirtfchaft am 15. Juli. Der diesjährige ; der bem e(-nn des Rundfunkjahres hat fraglos einen guten Mer niebr, Es führte sich mit ermäßigten, teilweise sogar .geführt, ifyf ermäßigten Preisen ein. Das gilt einmal für Reiches, dl- AdfunEröhren, die um 20 bis 25 v. H. billiger wohltätigen Herben sind, weil heute infolge entsprechender, r es mögfi: Igrgung der Herstellerfirmen eine rationellere Pro- Mischen qgton möglich ist. Das gilt zum anderen auch für s zu steiglr M Preise der Empfangsgeräte, die um 10 bis ilfen - iit H. herabgesetzt wurden. Darüber hinaus wurde lifik M M'bisherige Preissystem des Kartells der Rabio- Für bie Cr Men stark gelockert. Es werden lediglich Mindest- eutung, dai fce für einzelne Apparateklassen festgesetzt, und it. Die Jri hi ihrigen werden die Preise dem freien Spiel der te ben M getberoerbsträfte überlassen, wodurch sich die Ab- fte bem Zr Mancen steigern. Seit 1933 stieg die Zahl der ber Subslin Hin dfunkteilnehmer schnell von 4,3 Mil- hatte, alle [irn auf 8,5 Millionen Hörer am 1. April 1937. IV. Französische Psychologien sprechend steigen. Das ist einmal dadurch möglich, daß sich die beiden Länder für ihre wichtigsten, zur Ausfuhr geeigneten Fertigwaren erhöhte Kontingente und ermäßigte Zölle zugestanden haben, und zum anderen dadurch, daß sie an die Stelle bes schwerfälligen Verrechnungsverkehrs wieher bie Bezahlung in Bardevisen gesetzt haben. Die Grunblage ber neuen Hanbelsoereinbarungen bilbet in gewissem Sinne ber Koks-Erzaustausch. H. billiger I Frankreich wird in Zukunft ans Deutschlanb mehr sprechender | Koks — woran es Mangel hat — beziehen, Deutschlanb erhält bagegen entsprechend Erzmengen aus Lothringen unb Französisch-Marokko. Da sich ber Wert biefer Bezüge jährlich auf etwa 40 Millionen Mark für beide Posten stellt, gleichen sich bie gegenseitigen Bezüge ungefähr aus. Die wichtigsten Fer- tigwaren-Zugestänbnisse find deutscherseits in der stärkeren Abnahme französischer Weine, Champagner, Parfums und einiger anderer hochwertiger Güter zu sehen, französischerseits in der Bereitwilligkeit, meyr Metalle, Maschinen und chemische Erzeugnisse aus Deutschland zu beziehen. en EiE 1 lie WH anderen vornehmen Rettungen, wie z. ■». uem )e*L »joirnal bes Dsbats", es für selbstverstänblich halt, e An» :Wn Lesern biese Akabemiereben ungekürzt ten t;l 1 Uuteilen, unb bas in einer Zeit, in ber, wie man auen unv tLen sollte, alles Interesse burch bie außenpoll- -zu unX: >n Vorgänge unb burch bie hoppelte innere n den w . Iri* der Volksfrontpolitik unb ber Finanzen be- aI1j mirh aanAC höhere Bilbungsschicht Die 6®. AM :{äa "ur W*, »»mV I Är Miet Tage hat hier tn Paris, wiederum trotz r. Krise mit betonter Begrüßung von den ossl- if ul7(örl-n Stellen, ein Kongreß ausländischer < ^riftfteller stattgefunden, die in fr a n 30* Mer Sprache schreiben. Dabei gab es em jliinftr. -chral Über ben Besitzstand ben bas Französische flirtp Sauf ber Jahrhunberte hier gewonnen, bort ver- ÜäulflVH hat. Der Dortragenbe warf einen etwas < ir'- !Zncholi,chen Rückblick auf di- Zeit von zwei ü* iRrtf Ähihiinbor/«» hio Zweite Mutter- . sorttroöe ber Finanzverwaltung leistungsfähiger Aber noch sind wir weit von der Sättigungsgrenze in ber Runhfunkbichte entfernt. In ben Vereinigten Staaten von Amerika haben burchschnittlich 78 v. H., in Englanb 65 v. H. aller Haushaltungen ein Runb- funkaerät, in Deutschlanb aber nur etwa 48 v. H. Am stärksten ist bie Ausbreitung bes Runbfurlls, ab- ^Invalidenversicherung konnte kürz- feststellen, daß ihre Einnahmen mit 1044 Mil- L'rn Mark im Jahre 1936 den Höchststand von l9n; nieder erreicht haben. Auch der Durchschnitts- für bie Wochenmarke ist f a ft wieder .ir hie Höhe von 1929 gelangt; damals en ln er 142 Pfennig, heute 139 Pfennig. Es wird L ■ Bericht weiter Darauf hingewiesen, daß in > Sen ÄMen Gauen der frühere Stand bereits erheblich » T i: iMji'cbritten wurde. An der Spitze steht die Lan- lßQlismus"? M§-rsicherung Mecklenburg mit 122 v. H. ber Ein- 1Ur ist, his^ÜL^en gegenüber 1929. Es folgen Unterfranken ’ -t urH|lJ jetzt Mainfranken genannt wirb) mit 111, Oft» und Sachsen-Anhalt mit 110, Schleswig- iocht, uni 'iWei ’ "*An 03-*-*-*-"— m*"'"**- —.......—„ ......- Rommen, jbjir Reihenfolge ist lehrreich, daß llia)feit" (@; jfefroÄenen Industriegebiete find, e deutscher ZM l ...... 3i mehr man sich mit dem Geist im französischen ctu™ ! Bistum beschäftigt, desto deutlicher spürt man wie mit 7 M m alle seine Züge auf einen gemeinsamen Nen- tr tu bringen sind. Mitten in bie gespannten Aus- lv inibersetzungen über bie Vorfälle in ben spani- iie Summ h-i Gewässern, über die Bildung des neuen Ka° v,ct5 unter Chautemps und über die immer be= imiigender sich entschleiernde Tiefe der Fmanz- hinein bringt die Nummer des „Temps" vom |ß.»uni fünfzehn volle Spalten — man denke an lös Riesenformat der Zeitung — „Acad 6 mie hengaife". Sie enthalten die Rede des neuen Mlieds der Akademie, Edmond I a 10 u x, und die Inöort von Georges ßecomte: beides eine Mi feinste zubereitete literarische Kost. Es ist B.., daß jedes neu gewählte Akademiemitglied eiai Gedächtnisrede auf den verstorbenen Vorgänge hält, auf dessen Platz es berufen wurde. Jain r ist der Nachfolger von Paul Bourget, Ln Ruhm als Romanschriftsteller auf seiner un- Ittyrten psychologischen Zergliederungstechnik und teptbem bei vielen auch auf seiner konservativen IL^enz in der Behandlung französischer Spezial- To lerne beruht. Jaloux verteidigt Bourget gegen ö A macht jede Haut. lOV^S schön - frisch, ünd rein sun zlu JIqiszxqü von alfem MMI.MWW eines rentablen Unternehmens mit Mk. &CCCÖ.- gesucht. Schrift!. Angebote unter 03561 an den Gießener Anzeiger. „Nun — ein Krokodil", sagte dieser erstaunt. „Also erhalte ich einen Schilling." — „Aber ja — sicherlich!" Da ging er zur Tür und rief hinaus: „Lete hapa!" (Bringt her!) und herein spazierten die Kerse mit den 496 kleinen Echsen. ‘ Der Engländer, wütend und schimpfend, schloß den Geldschrank auf und zahlte bar auf den Tisch des Hauses 497 gute Schillinge. — Eine andere Geschichte erzählte mir eine Dame. Am Tanganiyka-See hatte sich der deutsche Pflanzer eine Badestelle abgezäunt, so daß er trotz der vielen Krokodile in Ruhe baden konnte. Eines Tages kam sein Freund zu Besuch und wollte gleich baden. Ja, hieß es, Du kannst baden — aber nur innerhalb der Boma (hier: Gehege). Der Freund ging ins Wasser und schwimmt, als er plötzlich neben sich ein riesiges Krokodil erblickte. Bor Dentist Doering Bleichstraße 8 II. schenk zu scheidenen Kurhaus Bad Selters am Vogelsberg Beste Erholung für Nerven, Herz, Rheuma. Pension ab Mk. 4.25. 3 Wochen Pauschalkur ab 127.20 Mk. Prospekte durch 4652d Badeverwaltung u. Verkehrsbüro Standards Lieferwagen (Kombination) 2147 D sofort lieferbar 500 ccm, steuerfrei 200 ccm Vierrad/ steuer- und führersdieinfrei 15 Zentner Tragkraft Vertreter: Wilhelm Balser Gießen, Dammstraße 8 Telephon: Nummer 3597 Neustadt 10 Gießen, den 18. Juli 1937 Neuen Aäue 4 Trauung um 1 llhr in der Stadtkirche Gesellschaftsreisen zur Pariser Weltausstellung gefertigtes Aquarium einmal wöchentlich gereinigt wird. Die Zeit dieses Großreinemachens verbringt er, wie die meisten Hausherrn, gern auswärts, und zwar im Küchenausguß. Hier mußte ihn das Unheil treffen in Gestalt eines Steines aus dem Aquarium, der ihm auf den Kopf fiel und ihm das Auge quetschte. Da die Tierklinik dem Hause Collins rühmlich bekannt war — das gebrochene Bein eines der Familie gehörenden Hundes wurde dort geheilt — so wurde Samuel, unter seinen Freunden kurz „Sam" genannt, dort hingegegeben, wo seine Herrin ihn täglich besucht, da er nur von ihrer Hand das Futter nimmt. Wie dem Vertreter einer englischen Zeitung, der sich nach dem Befinden des einzigartigen Patienten erkundigte, mitgeteilt wurde, ist Samuels Kur als geglückt anzusehen, so daß er als geheilt entlassen werden wird. Hygiene beim Wintersport. Auch der schönste Wintersport kann nicht die erhoffte Steigerung des Lebensgefühles und Festigung der Gesundheit bringen, wenn nicht gewisse Voraussetzungen beachtet werden, die der Neuling allzu deMg06 Siele ur ütippl* •s ! greifen, &' der immei lieft M Wender j Olymps dert, daß alle We" vor W I in kitschig' tATVW , da 7 ^oren M 100 $ ? dort i J,leoerlau{i Solang li'cht in be rucfiUleg€n ;°n.hierc Wie befüi , Die 6frc y unb t Mer 5ßejf bi Köhltes ?e' teiln öurd K k'Nen C°" i»i 7 n°ch M u w tUig. 1 .Ule K Nrt , Mn Schrecken ging er unter und fühlte ordentlich das Gebiß des Untiers in sein Fleisch einhauen. Aber es geschah nichts, denn das Krokodil, welches nachts versehentlich in die Umhegung geraten war, fühlte sich gefangen und raste in irrer Angst am Gitter im Kreise umher. Natürlich machte sich der badende Freund diesen Sachverhalt nicht klar. Mit einem gewaltigen Schwünge schnellte er sich vielmehr über den Zaun und kopfüber hinein in das offene Wasser zu den übrigen Krokodilen. Diese waren satt oder zu faul oder auch erschrocken und ließen ihn ungeschoren an Land. Der Angstschweiß stand ihm noch auf der kreidebleichen Stirn, als sein Freund ihn antraf. Mehrere starke Whisky-Soda waren nötig, ihm das seelische Gleichgewicht wieder zu verschaffen. (Alle Rechte beim Traditions-Verlag Kolk & Co., Berlin SW.). landschaftl besten jun 3' die i aus einem 1t Übungen . fünften Es märe pia-Iahr a hmmenarb . mürbe, das Eefchäften ins Wasser. Als der Boy, den ich nach meiner Büchse geschickt hatte, angelaufen kam, saß das Krokodil dem Ochsen auf dem Rücken und hatte sich im Fetthöcker festgebissen. Auf meinen Schuß glitt es wie tot herunter und versank. Den Ochsen mußten wir schlachten, so hatte das Krokodil ihn zugerichtet. Unter den Negern sieht man nicht selten Leute, denen das Krokodil beim Baden schwere Wunden beigebracht hat. Um so erstaunlicher ist es, daß -beispielsweise im Zigi, einem 40 Meter breiten Flusse, der niemals austrocknet, zur Regenzeit aber zum reißenden Strom wird, die Neger zu jeder Tageszeit baden und schwimmen. Mitten zwischen badenden Schwarzen schoß erst vor einigen Tagen ein Europäer ein fünf Meter langes Krokodil. Wir fragten einen älteren Mann, wie das möglich fei, daß trotz der vielen Krokodile nicht mehr Unglück vorkomme. Er meinte: „Ja — bwana — wir haben mit den Krokodilen Schauri (hier: Abkommen) gemacht, sie tun uns daher nichts — Du aber dürftest nicht in das Wasser gehen!" Ein Europäer wollte an einer Flußmündung im Meere baden. Er fragte die Eingeborenen, ob dort Krokodile seien. „Nein — Herr — keine Krokodile." — Er badete also seelenruhig. Nachher fragte er den Schwarzen, wieso sich dort keine Krokodile aufhielten. Antwort: „Herr, da sind zu viele Haie!" Eine schöne Geschichte erzählt mir ein Afrikaner vom Rufidschi. Die Krokodile nahmen dort so überhand, daß der junge, englische Beamte einen Schilling Belohnung für jedes tote Krokodil ausschrieb, das ihm auf die Boma (Amtsgebäude) gebracht würde. Nun saß da ein uralter deutscher Pflanzer, der sich mit dem Engländer ständig herumzankte. Dieser bot sofort einen Cent für jedes Krokodilei. Die Mohren brachten ihm in kurzer Zeit 500 Eier, die er in einem Tümpel in seinem Garten von der Sonne ausbrüten ließ. 497 kleine Krokodile schlüpften aus, und diese packte er in zwei leere Benzinkannen zu je vier Gallonen (18 Liter). Zwei Neger trugen die Kannen auf ihren Köpfen zur Boma. Hier nahm ihr Herr ein Krokodil heraus und betrat, freundlich grüßend, das Amtslokal. „Was ist das für ein Tier?" fragte er seinen Freund, den Engländer, und legte das kleine Krokodil auf den Tisch. Hemmen b. Schlitz z. Z. Albach WIESECK Sonntag, den 18. Juli 1937 TANZ 4763 D Zn in kühlen Grund Inhaber: Adolf Schepers Sonntag, den 18. Juli Montag, den 19. Juli KIRMES in Rödgen Es laden freundlichst ein: 47550 Gastwirt Otto Wagner die Burschen- Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen3616D Friedrichstr. 7 Kassenlieferant Iflimen- AnniMch abzugeb.Bestell. erb.wirv.Postt od.an d.Bierver« lagMichel.Wall- toritr.71,SL2479 Damplsägewerk Lollar B. Nuhn A. 6., Lollar Empfehle besonders preiswert: [03406 EchterWeinbrand Liter Mk. 3.60 Welnbr.-Verschn. Liter Mk. 2.90 Nordhäuser Liter Mk. 2.00 ohne Glas W. Ullrich Schloßgasse 7. 03591 BEZIRKSSPARKASSE GIESSEN 4478 D Hr.164 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 17. Juli 1957 Wandem und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Reiseandenken. V. A. Den daheimgebliebenen Anverwandten und guten Bekannten bringt man selbstverständlich ein Reiseandenken mit. Sie sollen dadurch nicht neidischer gemacht, sondern eher etwas getröstet werden. Das Andenken soll ihnen einen Abglanz von der Schönheit unseres Reisezieles und dessen Bedeutung vermitteln. Diele unserer Freunde lieben nun gerade nicht Nippsachen und unnötige Bilderchen, die sie doch niraends unterzubringen und aufzubewahren wissen. Sie freuen sich mehr über praktische Geschenke. Bei ihrer Auswahl, die wohl meist der Hausfrau obliegt, kann man aber arg danebengreifen, besonders weil die Andenkenindustrie leider immer noch den fürchterlichsten Kitsch produziert. Zwar hat schon der im vorigen Jahr unter führender Mitwirkung des Einzelhandels tätige Olympia-Ausschuß etwas aufgeräumt und verhindert, daß die Ausländer geschmacklose Andenken in alle Welt hinausgetragen haben. Aber nach wie vor sind unsere Reiseandenkenhersteller noch vielfach in kitschigen Vorstellungen befangen. * Daß man keine — Überall erhältliche — Markenartikel als Reiseandenken mitbringt, haben die Beschenkten den Schenkern meist schon deutlich genug $u verstehen gegeben. Bei dem Bestreben, em praktisches Andenken zu kaufen, stößt man aber immer noch auf eine Fülle von Dingen, die dem Zweck des Andenkens geradezu widersprechen. Andenken sollen Zeugnis geben von der Eigenart der besuchten deutschen Landschaft und seinen Menschen, sollen Ausdruck ihrer Arbeit und ihres Fühlens sein. Sie sollen weiterhin dem Geschmack und der Eigenart des Beschenkten entsprechen. Wieviele der angebotenen Reiseandenken erfüllen aber schon diese Voraussetzungen? Da findet man — um nur ein paar Beispiele zu nennen — Rasierpinsel, Schlüsselbretter, Kleiderbürsten, Handtuchhalter und viele alltägliche Gebrauchsgegenstände, mit dem „Gruß" oder Bild des Ferienortes geschmückt. Was hat z. B. ein Rasierpinsel als Andenken von der Ostsee zu bedeuten? Soll er etwa beim Schaumschlagen an die Schaumkronen des Meeres erinnern? Soll das Schlüsselbrett eine Vorstellung von den Toren zur Welt jenseits des Meeres bieten? Soll die Kleiderbürste deutlich machen, wie wir uns dauernd den Seesand abbürsten mußten, und soll der Handtuchhalter an die Badetücher erinnern? Solche banale Phantasie sollte man keinem zutrauen. Alle diese Dinge haben mit unseren Reisezielen nichts zu tun Dabei haben wir doch eine solche Mannigfaltigkeit in Eigenart und Brauchtum in Deutschland, daß es gar nicht schwer fallen kann, wirklich geschmackvolle Reiseandenken ausfindig zu machen. Denken wir an den Bernstein vom' Ostseestrand, die Holzschnitzereien aus dem Waldgebirge, die Kristall- und Glasschalen sowie Vasen aus den Orten der Glashütten. Landschaftlich charakteristische Porzellan- und Tongefäße, Spitzen und gewebte Stoffe und viele andere Dinge des heimischen Gewerbefleißes sind kleine Kunstwerke und verraten echtes Volkstum. Ein Andenken braucht keineswegs ein besonders hochwertiges Geschenk zu sein. Oft sind es gerade die kleinen bescheidenen Schmuckstücke und Gegenstände, die den landschaftlichen Charakter unseres Reisezieles am besten zum Ausdruck bringen. Eine kleine Brosche z. B, die eine Möwe darstellt, oder ein Edelweiß auf einem Armband, beide Geschenke haben Beziehungen zur Landschaft und erfreuen jeden Beschenkten Es wäre zu wünschen, daß ähnlich wie im Olympia-Jahr auch weiterhin der Einzelhandel in Zusammenarbeit mit der Andenkenindustrie twfür sorgen würde, daß der primitive Andenkenkitsch aus den Geschäften unserer Ferienorte endlich verschwände. Kleine Spreewaldfahrt. Von Franz Gros Wer da glaubt, der Spreewald läge dicht vor den Toren Berlins, befindet sich im Irrtum. Nein, über 100 Kilometer sind zu überwinden, bis man von dort nach dieser bruchigen Niederung in der Niederlausitz und der „Spreewaldhauptstadt" Lübbenau gelangt. Und auch der Berliner selbst hat vielleicht in der Großstadt noch eine längere Strecke zurückzulegen, bis er zum Bahnhof Zoo kommt, um von hier aus in einem zweistöckigen Autobus ins Freie befördert zu werden Die Straßen der Reichshauptstadt befinden sich in bestem Zustand. Draußen aber, in der Mark, klappert und rattert unser Gefährt alsbald in bedenklicher Weife. Wir fahren gerade nicht durch landschaftlich bevorzugte Gebiete der Kurmark, deren feine Reize und Schönheiten anderwärts auch ein verwöhntes Auge erfreuen. Durch hohe Kiefernbe- ftänbe, teilweise auch durch Mischwald, durch wenig üppige Wiesen und Ackerland mit schüttrigem Aufwuchs, durch saubere Dörfer und Städtchen, die fast alle in der märkisch-preußischen Geschichte von gutem Klange sind, geht unsere Fahrt. Die Bewohner dieses Landstriches sind gewiß nicht wohlhabend sind aber in ihrer Lebens- und Schaffenswilligkeit Herr über diesen einst so kärglichen Boden geworden, so daß von ihm als der Streusandbüchse des Reiches kaum noch die Rede sein kann. Endlich umfängt uns nach heißer Fahrt in Lübbenau der Schatten mächtiger Laubbäume. Mit -echt ober Schleie „in Spreewald-Tunke" werden Zunächst die müde gewordenen Lebensgeister wieder oufgefrischt. In unserer Nähe besprechen Kahnführer in stark berlinerischer Mundart ihre Berufs- forgen und lassen uns dann ihre langen, breiten Fahrzeuge besteigen, die mit bequemen sesselartig erhöhten Sitzen versehen sind. Wer Glück hat, genießt die Fahrt auf einem Vvrderplatz. Und daß dem Netze dieser Spreekanale Nichts von dem Zauber von Venedig fehle, Durchfurcht das endlos wirre Flußrevier In seinem Boot der Spreewald-Gondolier. Dieser, ein sehniger, ranfiger Mann, steht am -rückwärtigen Ende seines breiten, aus kräftigen Bohlen gezimmerten Fahrzeugs In den Händen führt er eine drei bis vier Meter lange Stange, die oben einen Holzknopf besitzt und am unteren Ende mit einem zweizinkigen,Eisen beschlagen ist, das er auf den Flußgrund aufsetzt, um so mit starkem Stoß den Kahn vorwärtszutreiben Wie angenehm und wohltuend ift doch diese Fahrt in dem denkbar ruhig dahinziehenden Schifflein und im Gegensatz zu der vorangegangenen im klapperigen Bus. — Auf dem klaren Wasser eines sanft dahinströmenden Spreearmes gleiten wir dahin. So trömt er, etwa fünf bis sechs Meter breit, wohl eit grauer Vorzeit dahin und ist mit (einen von Menschenhand geschaffenen mehreren hundert Seitenarmen Dorf- und Landstraße zugleich. Hohe Erlen umsäumen die Fahrstraße. Da und dort stehen, nahe am Ufer und kaum einen Meter über dem Wasserspiegel, kleinere und größere Bauern- und Fischergehöfte. In der kühlen Flut ruhen durchlöcherte Fischbehälter; an mancher Scheunenwand hängt ein Fischernetz und sind hohe Stapel von Brennholz für den Winterbedarf auf- gespeichert. Durch offenstehende Stalltüren erblicken wir wohlgehaltenes Vieh. Ein Paar gelber Bachtelzen hat vertrauensvoll sein Nest in ein Mauerloch so nahe und so tief am Ufer gebaut, daß man es mit der Hand berühren könnte Da und dort stehen Büschel von Vergißmeinnicht am Ufer und rote Rosenbüsche in den wohlgepflegten Ufergärten. Graugrüne, dunkelgestreifte Wasserfrösche von besonderer Größe glotzen uns mit ihren runden Augen an. Wird auch sie bald der Storch erwischen, der dort im Nest soeben seine Jungen füttert? Er hat es mit Frau Störchin ohne Menschenscheu nur wenige Schritte vom stark belebten Kanal entfernt auf den niederen Aststumpf einer Erle gebaut Ein höherer Ast schützt ihn und seine Kinderstube vor Wind und Wetter. Auf der Weiterfahrt kommen wir durch das Spreewalddorf Lehde und hören von unserem freundlichen Cicerone, daß es so viele Häuser wie Inseln hat. Am Ufer steht, nahe bei einem alten Weidenbaum, ein geschäftiger Lichtbildner. Selbstverständlich sollen wir Kahninsassen auf dieser einzigartigen Fahrt auch geknipst werden. Der Mann versteht sein Geschäft so gut wie der musikalische Orgelmann im Kahn, dessen bessere Hälfte mit aus- gestrecktem Arm und sicherer Hand die Leiergroschen in Empfang nimmt. Auch Spreewälderinnen, allerdings nicht im Schmucke ihrer bekannten Hauben, sind zu sehen, tue auf der Fähre, gleich den Männern, duftendes Wiesenheu zur Scheune bringen. Auf der fetten Spreewalderde gedeihen besonders gut Sellerie und Gurken. Frisch eingemachte aromatische Gürklein werden uns aus einer Gondel von zarter Hand für einen Groschen herübergereicht und ohne jede Zutat verspeist. Landes Sitte — Landes Art. Die Fahrt geht weiter durch hohe Laubgewölbe. Fluß- und Kanalbiegungen werden überwunden. Manchmal berührt das Boot sanft den Flußgrund, wird aber sogleich wieder flott. Die menschlichen Siedlungen werden seltener Da und dort steht noch ein schilfbedecktes Haus. Die Sonne neigt sich, wirft letzte Lichtstrahlen zwischen starke Eichenstämme und freundliche, weißschäftige Birken und schenkt uns so ein köstliches Farbenspiel. Ja, es ist schon Spätnachmittag. Ungezählte Libellen — Wasserjungfern — schwirren mit ihren blaugrünlichen Glasfügeln über das Wasser und den Uferrand. Irgendwo flötet der gelbe Pirol, die Goldamsel, der sich wie der Kuckuck so vorsorglich verborgen haltende „Vogel Bülow". Nichts stört den stillen Frieden der Natur, wie sie hier der Fremde sieht. Mag auch der Spreewäldler immer im heißen Kampf des Daseins und oft auch in Not stehen. — Hier in seinem stillen unvergeßlichen Jnselreich ruht doch scheinbar der heiße Kampf der Welt. Unsere kleine Spreewaldfahrt ist zu Ende. Fahrt an den Wenisee. Von Dr. Oskar Gluth. V . .4 ' 1 ' •%/ * > # ' -/« . /■' . - ' Schloß Herren-Chiemsee mit Park. — (Aufnahme: Verkehrsamt Prien am Chiemsee.) Wenn man auf der neuen Reichsautobahn München—Landesgrenze Berchtesgaden zufährt, bringt die erste landschaftliche Ueberraschung der Irschenberg mit seinem großartigen Einblick in das tiefe zu Füßen gebreitete Jnntal mit dem grandios auf- gebauten Gebirgsstock (Wilder Kaiser, Wendelstein, Hochrieß) dahinter. Die zweite, wohl noch eindringlichere Ueberraschung bedeutet es aber, wenn man kurz nach Frasdorf auf der Höhe bei Hittenkirchen plötzlich das Wunder der Chiemseelandschaft in einem unbeschreiblich festlichem Weitblick erlebt. Wer das Glück hat, dieses einzigartige Bild an einem klaren, sonnigen Sommertag zu schauen, dem klingt es mit seiner unerhörten Farbigkeit und seinem unerschöpflichen Reichtum an köstlichen Einzelheiten noch lange in der Erinnerung nach. Weithin dehnt sich der größte und wohl auch schönste bayerische See, flimmernd und schimmernd in einem maienhaften Grün und Blau, im Süden eingefaßt von einer stark gegliederten Kette prächtiger dunkler Berge. Ganz klar ist die große Her- re n i n f e l zu erkennen mit ihrem berühmten Königsschloß, das jährlich viele Tausende anzieht, die kleine, bezaubernde Fraueninsel, diese Perle der deutschen Landschaft, hochgepriesen von Dichtern und Malern, mit ihrem uralten Münster, über das einst schon die Hunnenstürme hinbrausten, und rings um den See ein Kranz von reizend gelegenen Dörfern. Da ist rechts Bernau am Fuß der fels- bezinnten Kampenwand, weiter zurück Marquartstein mit dem Hochgern, neben dem die Loferer Steinberge aus Tirol herübergrüben, und da ist vor allem, linker Hand, vor dem höher gelegenen R i m- st i n g, der Hauptort dieser gesegneten bayerischen Landschaft, der behäbige Markt Prien mit seinem charakteristischen spitzen Kirchturm und dem bunten Gemenge von Bürgerhäusern, stattlichen Bauernhöfen und hübschen Villen. Bald wird die breite, neue Zufahrtsstraße von der Reichsautobahn nach Prien fertig sein, so daß dann dieser in den letzten Jahren als bewährter Luftkurort und als Sommerfrische mächtig aufstrebende Mittelpunkt der Chiemsee-Siedlungen, der auch Schnellzugsstation der Linie München—Salzburg ist, an das herrliche Verkehrsband der Reichsautobahn ganz nahe herangezogen ist. Die klimatisch ausgezeichnete Lage von Prien ist dann ideal zu nennen, der wundervolle See, ein Paradies für jeden Wassersport, die nahen Berge, die zu den begnadeten Aussichtspunkten der bayerischen Vor- alpen zählen, mit der Bahn und mit dem Auto leicht zu erreichen in einstündiger Fahrt von München. Wandersadrlen. Edingen — Greifenstein — Dridorf — Erdbach. Mit Sonntagskarte Herborn fahren wir nach dem am Fuße des Greifensteins liegenden Edingen, um von da in kurzem steilen, aber aussichtsreichen Aufstieg zur Burgruine emporzusteigen. Wir besichtigen die gewaltige Burganlage und die sehenswerte Kirche und wandern dann blauen Strichen nach in der Richtung nach Beilstein. Wo indes der Weg scharf links abbiegt, gehen wir geradezu durch einen Fichtenwald. Immer geradeaus, einem alten Grenzweg entlang, kommen wir über den Reitelsberg (500 Meter) und betreten bei dem Dörfchen Seilhofen die Landstraße, die in kurzer Zeit nach Dridorf führt. Dieses alte Städtchen, das noch zwei Ruinen birgt, war im Mittelalter em außerordentlich wichtiger Platz Hier treffen wir die Wan- derstrecke 7 des Westerwaldvereins, der mir, am Her- fterberqer Weiher vorbei, über Gusternhain nach Breitscheid folgen, von wo wir jetzt der Strecke 1b nachgehen. Unserem Wege entlang läuft rechts der Erdbach, der aber schon nach 500 Meter in der Erde verschwindet um nach zwei Kilometer Lauf in einem wildromantischen Tälchen wieder hervorzutreten. An dieser Stelle liegen auch die sog. Steinkammern, zwei zugänglich gemachte Höhlen aus vorgeschichtlicher Zeit. In wenigen Minuten erreichen wir die Bahnstation Erdbach, von wo wir über Herborn heimfahren. Wanderzeit 4A Stunden. Saasen — Winnerod — Bersrod — Beuern — hangelsiein — Wieseck. Wir fahren nach dem durch den Kalendermann vom Veitsberg bekanntgewordenen Saasen. Ein Feldweg führt uns von der Station nach dem nahegelegenen Winnerod, wo wir das efeuumrankte altersgraue Kirchlein bewundern. Hier treffen wir blaue Dreiecke, die bis zum Schlüsse unser Wegzeichen bilden. Bald erreichen wir Bersrod und weiter auf einem Feldweg Beuern. Hinter dem Ort nimmt uns der Wald auf, vor dessen Eingang sich ein feiner Blick über das Tal erschließt. Auf wenig begangenen Waldwegen kommen wir nach einiger Zeit über den Daubringer Paß mit schönen Blicken \n das Busecker Tal und in die Rabenau zum Hangelstein. An der Unionslinde und der Teufelskanzel vorüber steigen wir hinauf zur Felsenkanzel mit hübschem Staufenbergblick, kommen an dem Ausblick über den Steinbruch vorbei, überschreiten den Kamm des Berges und kommen bei der Ludwigsburg auf die Straße. Alsbald erreichen wir das vor uns liegende Wieseck, von wo wir nach 4^ftünbiger Wanderung mit der Straßenbahn heimfahren. Aufenthalt in einer kleinen Stadt Von Ludwig Bäte. Der Zug hält. Es steigen nur wenige Reisende aus. Ich gebe die Karte ab und stehe draußen Die Übliche Bahnhofstraße, Läden, Gasthöfe, die Post, eine Tankstelle. Der Obsthändler schiebt das Fenster vor seine Holzbude und schaltet das Licht aus. Es ist neun Uhr, vielleicht auch schon später. So genau merkt man das hier nicht. Warum denn auch! Zeit ist noch wohlfeil! Ich suche eine alte Seitenstraße. Die Häuser rücken eng aneinander, ein Kind weint beim Schlafengehen, aus einem Keller hämmert ein Schuhmacher, der Großvater nebenan putzt seine Brille, um mit dem Kreisblatt zu beginnen. Es riecht nach Kartoffelpfannkuchen, billigem Kaffee, Pfeifentabak und frischer Wäsche. Eine Katze wandert über die Straße und verschwindet im Schatten. Die Gasse öffnet sich zu einem Platz unter Linden. Ein Brunnen läuft aus vier eisernen Röhren. Das junge Paar auf der Bank läßt sich nicht stören. Dahinter schiebt sich ein altes breites Gebäude mit getreppten Giebeln auf, gewiß das Rathaus. Ich sehe ein paar Löwenköpfe. Eine Laterne schaukelt im Eingang. Daneben lehnt die Apotheke. Ihr Herr steigt gerade auf einer Leiter zu der weißen Reihe feiner Töpfe hinauf. Er scheint guter Laune, ich meine sein Pfeifen zu hören. Dann klingelt die Glocke. Eine alte Frau tritt ein. Er geht zu seinem Mörser und begütigt mit ruhigem Zuspruch. Dann schlägt er sein Buch auf. Die Tür fällt zu. Eilfertig verschwindet die Alte im Dunkel. Ich gehe so hin und her. Mein Zug fährt erst in anderthalb Stunden. Was soll ich im Wirtshaus sitzen! Dem Amtsrichter zuschauen, der mit dem Kreisarzt und dem Derwaltungsbeamten Karten spielt? Ihrer Weisheit lauschen? Es Jommt doch immer anders, als man es sich vorher überlegt! O, über den Ruch der Linden! In jeden Hauswinkel bringt der schwere, beklemmende Dust. Die Jugendzeit wacht auf, heißes Mühen über Büchern, erste Liebe und frühes Leid, über das man lächeln möchte und doch nicht kann. Längst tote Freunde kommen, die der Rasen bei Arras deckt und der Sumpfhauch Wolhyniens. Ein Gesangverein probt: „Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten, schön ist die Jugendzeit, sie kehrt nicht mehr!" Der Fluß donnert unter der Brücke. Die Bohlen zittern, ein Schiff biegt mit rotem Backbordlicht in bas schwarze, unruhig brohenbe Bergtor ein. Verflogene Abenbschwalben schrillen, ein Reiher hebt sich aus ben Wiesen unb sinkt fern in bas ge- bämpfte Brausen bes Walbes. Aus einer Schenke am Wehr schallt Musik. Ich weiß nicht, warum es mir feucht in ben Augen aufsteigt. Ich lehne am Gelänber unb horche in bas Strömen ber Wasser. Eine Turmuhr schlägt an. Es ist wohl Zeit heimzukehren. Besuch bei den hessischen Siedlern Güdungarnö. Der Lanbesverbanb Hessen im VDA. führt in biesem Sommer zwei Gesellschaftsreisen in außenbeutsche S i eblungsgeb i e t e burch. Dom 1. bis 14. August führt eine Omnibusfahrt über Stuttgart — München — Salzburg — Linz — Wien — Bubapeft zu ben heffischen Sied- lungen Sübungarns. Wer weiß bavon, baß besonders im Komitat Tolnau rein hessische Dörfer sind, deren Gründer aus Südhessen und aus Oder- Hessen einwanderten? Von dort geht es an den Plattensee, das „ungarische Meer". Nach einem Besuch bei den Deutschen des Bakony-Waldes geht es weiter nach der schönen deutschen Stadt Debenburg am Neusiebler See, unb bann hinauf in bie Alpen, über ben Semmering, burch bie Steiermark nach Klagenfurt ins einst heißumstrittene Kärnten. Schließlich werden die Dolomiten, Bozen, Meran besucht. Die Rückreise erfolgt über Innsbruck — Garmisch-Partenkirchen — München Eine vierwöchige Reise gilt den deutschen Siedlungsgebieten im'Buchenland, der Dvbrudscha unb Siebenbürgen, alles auch hochinteressante Reisegebiete. In ben wilbromantischen Bergtälern ber Walbkarpathen wohnen seit 150 Jahren an bie hun- berttaufenb beutsche Volksgenossen. Am Schwarzen Meer, in ber Dobrubscha, hat beutscher Fleiß eine Anzahl reizenber Babeorte geschaffen. Siebenbürgen ist bekannt für seine landschaftlichen wie volks- kunblichen Schönheiten. Auf ber Rückreise sind Aufenthalte in Bubapeft unb Wien vorgesehen. Auskunft über beibe Reisen erteilt Dr. Walter, Darmstabt, Lanbgraf-Philipps-Anlage 7, Erbg. Krastpost quer durch die Alpen. Am 1. Juli mürben von München aus drei neue internationale Kraftwagenlinien in Betrieb genommen, bie im Norb-Süb- Reiseverkehr burch die Alpen eine wichtige schon seit langem geplante Neuerung bebeuten. Die erste Linie führt von München über Garmisch-Partenkirchen, ben Fernpaß unb Lanbeck nach St. Moritz. Die Fahrten werden von ben drei beteiligten Postverwaltungen gemeinsam burchge- führt; es verkehren also beutsche, österreichische unb schweizerische Omnibusse abwechselnb zwischen Mäuschen unb St. Moritz. — Die zweite Linie oerbinbet München mit D e n e b i g. Sie verläuft über Kochel — Garmisch-Partenkirchen — Fernvaß — Lanbeck — Meran — Bozen. Hier übernachtet ber Reisenbe unb steigt am andern Tag in den Wagen der <5ab(Societä Automobilistica Dolomiti) um, ber ihn über Cortina nach ber ßagunenffabt bringt. — Die brüte Derbinbuna führt von München über bie Reichsautobahn unb bie Alpenstraße zur Reichsgrenze bei Melleck unb weiter nach Loser. Hier befiehl Anschluß an hie österreichische Eillinie Löfer — Großglocknerstraße — Lienz — Cortina — Venebig An biefe brei großen Postkraftwagenlinien, bie täglich befahren werben, schließen sich noch zahlreiche anbere Verbindungen an, so auf beutfchem Boben die Deutsche Alpenvost von Berchtesgaden bzw. Lindau nach Garmisch-Partenkirch»n Die Ler- kehrsdauer der Strecke München—St. Moritz ist zunächst vom l.Juli bis 31. August vorgesehen, während München—Bozen bis 15. September unb München—Löfer bis 5. September befahren werden. Gute Bilanz in Gießen. Oberbürgermeister Ritter hat am Donnerstag vor den Ratsherren unserer Stadt einen Rechenschaftsbericht über die nationalsozialistische Aufbauarbeit in Gießen von 19 3 3 bis heute gegeben. Der Leiter unserer Stadtverwaltung sprach dabei, da auch die Presse in der Sitzung zugegen war, zugleich zur Gesamtheit der Gießener Bevölkerung. Wenn wir auch in den Sitzungen der Ratsherren in) Verlaufe der verflossenen vier Jahre nationalsozialistischer Gemeindesührung immer wie- der erkennen konnten, daß ein guter Steuermann unser Gemeindeschiff durch die Wellen und die Brandung des wirtschaftlichen Ringens unserer Zeit führt, so machte doch das, was der Oberbürgermeister am Donnerstag in seiner zusammenfassenden Darstellung über die Entwicklung unserer Stadt in den letzten vier Jahren zu sagen hatte, auf alle Hörer einen starken Eindruck. Wer mit dem Oberbürgermeister vorurteilsfrei die Blicke rückwärts lenkt und die Sprache der Tatsachen auf sich wirken läßt, der wird zugeben müssen, daß Oberbürgermeister Ritter mit vollem Recht sagen konnte: „Wir alle können mit Stolz auf die Entwicklung während dieser vier Jahre zurückblicken." Wer die Entwicklung der Dinge als Beobachter aus nächster Nähe wahrnimmt, der weiß, daß die handelnden Personen dieser kommunalen Aufbaufront im Verlaufe der letzten vier Jahre ein außerordentlich schweres Stück Arbeit zu leisten hatten. Da ging nicht alles so glatt und programmgemäß vor sich, wie es bei einem summarischen Ueberblick den Anschein erweckt. Wer an die in den letzten Jahren fast wie Pilze aus der Erde ernpor- gcwachsenen großen Bauten und die umfangreichen neuen Wohnhaüs-Bezirke denkt, an die Erschließung und Einrichtung der zugewachsenen Stadtviertel sich erinnert, dazu in Betracht zieht, daß alle diese großen neuen Bauleistungen nicht etwa fein geordnet hintereinander zustande kamen, sondern in scharfem Wettlauf nebeneinanderher, der wird mit dem Oberbürgermeister einer Meinung sein dahingehend, daß allein auf diesem Arbeitsgebiet ein Werk vollbracht wurde, dem nichts Gleichwertiges aus all den Jahren vor 1933 zur Seite gestellt werden kann. Dennoch denkt nun niemand in der Stadtverwaltung daran, sich vielleicht für einige Zeit, im Besitz des Lorbeers der Leistungen, auf so eine Art „Altenteil" zurückzuziehen. Vielmehr zeigt der gestern von uns berichtete Plan der Stadtverwaltung über neue große Bauprojekte der nächsten Zeit, daß in dem rüstigen Marschtritt unserer Stadt auf diesem Gebiete des Aufstiegs keine Pause ein- tritt. Mit besonderer Genugtuung kann man dabei die Feststellung machen, daß es sich bei diesen Projekten um Dinge handelt, die den dringenden Notwendigkeiten der Allgemeinheit in guter Weise Rechnung tragen. Wir begrüßen daher diese neue Etappe des Aufbaus mit voller Zustimmung, denn auch hier wieder geht das Marschziel dahin, unsere Stadtgemeinschaft weiter ooranzubrinaen. Steuerzahlen ist — darüber sind sich alle Gelehrten und Nichtgelehrten einig — für die Steuerpflichtigen niemals eine Freude. An der Notwendigkeit der Erfüllung dieser staatsbürgerlichen Pflicht besteht natürlich nirgendwo Zweifel. Denn wenn der Gesamtorganismus unserer Volksgemeinschaft leben und arbeiten soll, dann muß er die erforderliche Nahrung, in diesem Falle also die Steuerzahlungen, erhalten. Diese Erkenntnis wird noch vertieft und angenehm gemacht durch das Bewußtsein, daß wir alle unter der Staats- und Dolks- führung Adolf Hitlers wissen, in welch guter und produktiver Weise die Steuermittel verwandt werden, welche gewaltige, fruchtbare Aufbauarbeit damit geleistet wird. Wie außerordentlich erfreulich diese wirtschaftliche Wiedergeburt unseres Volkes sich bis in die Gemeinden hinein auswirkt, das hat Oberbürgermeister Ritter mit wenigen, aber eindrucksvollen Zahlen seiner Steuerbilanz von 1936 allen Volksgenossen unserer engeren Heimat deutlich erkennbar gemacht. Und aus diesen Zahlen des hauptsächlichsten Steueraufkommens von 1936, aber auch aus dem Umfang der Schaffung neuer Vermögenswerte der Stadt Gießen im Verlaufe der letzten vier Jahre ist einwandfrei die aufwärts- aericktete Entwicklung unseres Wirtschaftslebens er- rennvar. Ein solches Anwachsen des Steueraufkommens und eine so erfreuliche Möglichkeit zu werteschaffenden Investierungen sind nur dann gegeben, wenn alle deutschen Menschen in die Arbeit ein- aegliedert smd, ihre Kaufkraft weit mehr als in früheren Jahren den Warenumlauf steigert und da- Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. Nachdruck verboten! Albert Lyk sitzt am Schreibtisch und müht sich vergeblich, eine Zigarre in Brand zu setzen. Bombenelement— das Ding will und will nicht brennen, das ist doch... Da meldet ihm seine Haushälterin, draußen sei eine junge Dame, ein Fräulein Lorenz. Sie wünsche Herrn Lyk zu sprechen, Herr Lyk erwarte sie. Lyk richtet sich auf, schiebt die Briefe und Zeitun- aen auf der Tischplatte beiseite und läßt nur den Aschenbecher dicht vor sich stehen. „Ja", sagt er angeregt, „das ist die neue Sekretärin. Sie soll hereinkommen. Sieht sie nett aus?" Aber die Tür hat sich schon wieder hinter der Haushälterin geschlossen. Lyk hört sie den Gang entlang gehen und in der Diele laut und hastig reden; an diese Art hat er sich erst gewöhnen müssen. Lyk atmet hörbar; das kommt bei ihm einem Seufzen gleich. Stirnrunzelnd bemüht er sich dann wieder um die Zigarre, die immer noch nicht zieht. Na, nun bin ich aber wirklich neugierig, wer da zu mir hereinschneit! Wenn das Bild im Bewerbungsschreiben nur einigermaßen wahrheitsgetreu ist, muß sie Susanne aufs Haar gleichen. Dazu trägt sie Susannes Namen — sie kann niemand anders als Susannes Tochter sein. Und das wäre dann der größte Witz, den ich je erlebt habe Während er, gegen den Schreibtisch gelehnt, vorsichtig ein Stück Deckblatt von der Zigarre ab- brockelt, geht die Tür auf, und Sabine Lorenz tritt ein. Lyk macht eine Bewegung, die einer Verbeugung gleichkommen soll. Die Stimme ist überaus förmlich: „Fräulein Lorenz, ja?" „Jawohl, Inge Sabine Lorenz." Jetzt erst sieht Albert Lyk richtig auf. Die Unverhohlenheit dieses Blickes, der Sabine an einen Vogel erinnert, ist ihr nicht angenehm. Trotzdem zwingt sie sich, die noch notwendigen Schritte aus dem schützenden Halbdunkel an der Tür bis zum Schreibtisch am Fenster zu tun. Was für ein kalter Mensch — geht es ihr durch mit immer und immer wieder anderen Menschen Arbeit und Brot erschlossen wird. In dieser Tatsache liegt auch ein noch weit stärkerer Gewinn als in der guten Vermögensbilanz allein. Denn was würden wohl ein ansehnliches Vermögen und eine verhältnismäßig geringe Schuldenlast bedeuten, wenn auf der anderen Seite das Wirtschaftsleben still stünde oder den Weg abwärts gehen würde? Mit Freude können wir aber sagen, daß der Gang der heimischen Wirtschaft und der Arbeitseinsatz auf allen Gebieten so außerordentlich lebendig und fruchtbar sind, wie niemals vorher in den Jahren des überwundenen volksfremden Systems. Während in jenen Jahren arbeitswillige Kräfte überall in den Straßen untätig herumstanden, mürrisch und verzweifelnd mit dem Schicksal hadernd, während sich von der Staatsführung niemand um die Beschaffung von Arbeit für diese unglücklichen Volksgenossen bekümmerte, ist es heute unter Adolf Hitlers und seiner Mitarbeiter Führung auch in Gießen und in seiner Umgebung so, daß bei weitem nicht genug Arbeitskräfte vorhanden sind, um der Nachfrage genügen zu können, ja daß sogar Facharbeiter und ungelernte Arbeitskräfte von weither herangezogen werden müssen, wenn auf dem Felde der ununterbrochen andauernden Arbeitsschlacht alles so glatt und gedeihlich vorwärts gehen soll, wie es geplant und notwendig ist. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat unsere Gießener Stadtverwaltung unter Leitung von Oberbürgermeister Ritter in den letzten vier Jahren mit vollem Einsatz aller ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten weitgehend beigetragen, und sie hat dadurch nicht nur dem eigenen Gemeinwesen wertvolle Dienste geleistet, sondern ist auch zahlreichen anderen Gemeinden in wirtschaftlich ärmeren Gegenden und vielen Hunderten von Volksgenossen unseres engeren Heimatgebiets ein guter Förderer geworden. Von dieser Warte aus betrachtet ist die Feststellung gerechtfertigt, daß unsere Stadtverwaltung dem großen Vertrauen, das ihr im Verlaufe der verflossenen vier Jahre allenthalben dargebracht wurde, nach jeder Richtung hin in vollem Ausmaß Genüge geleistet hat. Die großen und erfreulichen Erfolge dieses vierjährigen Wirkens im Dienste des Aufbauwerks des Führers sind guter Grund zu dem unveränderten Fortbestand des starken Vertrauens und der guten Wünsche, mit denen die Gießener Volksgenossen die weitere Arbeit ihrer Stadtverwaltung zum Besten der Allgemeinheit für die Zukunft begleiten. B. Aus der Stadt Gießen. Das Gartenparadies. Es gibt sicherlich schönere Gärten als den meinen. Er ist ein einfacher Dorfgarten, aber einen Vorzug hat er vor seinen vornehmeren Brüdern in der Stadt: er ist sehr geräumig. So kann denn manches ein Plätzchen in ihm finden, was sonst verachtet ist. Gewiß, auch Obstbäume hat er, vom Kirschbaum bis zur Quitte ist alles drin — daneben die Büsche und Sträucher: Holunder, Salweide, Haselnuß, Hainbuche, Schneebeere, Tanne. Es ist stellenweise eine rechte Wildnis, vom Frühjahr bis zum Herbst blüht es in allen Farben. Kein Wunder, daß ich viele Mieter im Garten habe, die ebenfalls ihre Freude daran zu haben scheinen. Da sind zunächst die gefiederten Freunde. Königin ist Frau Amsel, sie hat ihren Stammsitz in der hohen Edeltanne. In der Abendkühle erfreut sie mich mit ihrem Gesang. Dor vierzehn Tagen fand ich eine junge Amsel betrübt auf dem Boden sitzen. War sie krank, hatte sie sich beim ersten Flugversuch verletzt, — sie starb vor meinen Augen. Am Dach hat sich eine Latte gelöst, darunter wohnt eine Starenfamilie, ein muntres Völkchen, tätig von morgens bis abends. Die Kästen für Meisen habe ich aufgehängt, von meinem Ruheplätzchen aus sah ich die unermüdlichen Meisen ihre Nimmersatten Schreihälse versorgen. Im Durchgang durch die Remise hat ein Rotschwänzchen auf einem Balkenvorsprung sein Nest gebaut. Daß wir aus- und eingehen, hot es nicht gehindert. Fünf Eierchen hat es gelegt, es hat gebrütet und eines Tages da war das erste ausgeschlüpft, die andren folgten. Sie wachsen rasch, schon schauen sie über den Nestrand und richtig, das freche Erstgeborene versucht den Ausflug und landet auf der Erde. Dreimal haben wir es an einem Tage wieder ins Nest gehoben. Die alte Hauskatze erhielt Arrest, um der Familie Rotschwanz schreckliche Aufregungen zu ersparen. Im Gebüsch irgendwo ist Familie Grasmücke wohnhaft, gesehen habe ich das Nest nicht, aber am Samstag war ein großes Geschrei: im Weinstock fotzen die jungen Flugschüler und schrien jämmerlich um Hilfe. Nach stundenlanger Aufregung gelang der zweite Start, und abends sang die glückliche Grasmücke ihr Freudenlied. Von den Spatzen will ich nichts erzählen, sie fehlen nicht, sind aber unbeliebt. Auch ohne sie zählten wir sieben Nester mit jungen Vögelchen. Damit sind aber die Mitbewohner meines Gartens noch lange nicht zu Ende aufgezählt. Wie jedes Jahr hat sich eine dicke Kröte angesiedelt, sie ist gerade keine Zier, aber nützlich. Einen heimlichen Gast fand ich dieser Tage im Grase liegen: Freund Igel. Beim Nachbarn hat er im vorigen Jahr vier junge Igel im Holzstalle in einer Ecke gehabt. Er ist ein geehrter und willkommener Gartenfreund, besonders dieses Jahr wegen der vielen Schnecken. Noch andere heimliche Gäste sieht der stille Beobachter: eine Eidechse und eine Blindschleiche sind ebenfalls vorhanden. Heute ftüh aber hotte ich die größte Ueberra- schung: Ich goß meine Clematis, da bewegt sich etwas, vom Wasser aufgeschreckt, eine Ringelnatter! So fehlt auch die Schlange nicht im Paradies. Und vom Schweiße des Angesichts und Dornen und Disteln will ich lieber nichts reden ... Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Standarten-Sportfeft der Standarte 116: ab 16 Uhr Kleinkaliber- und Pistolenschießen im Hardt- wäldtchen, ab 18 Uhr Schwimmwettkämpfe und Floßsackrennen an der Lahn (Pionier-Depot). — Gloria-Palast (Seltersweg): „Sonnenscheinchen". — Verein ehemaliger 116er Gießen: 20.30 Uhr Schützenhaus, Kameradschaftsabend. Tageskalender für Sonntag. Standarten-Sportfest der Standarte 116: 6 Uhr Zehn-Kilometer-Marsch (Abmarsch Standartenhof); Schießen auf den Schießständen am Schützenhaus, ab 8 Uhr leichathletische Wettkämpfe. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Sonnenscheinchen". — Schiffenberg: 15.45 Uhr, Großes Militärkonzert, ab 19 Uhr Großer Tanzabend. Gießener SA. im Sportwettkampf. Es fei noch einmal darauf hingewiesen, daß am heutigen Samstagabend und am morgigen Sonntag für den Bereich der Standarte 116 der Stan- darten-Sporttag stattfindet. Die Angehörigen der SA.-Standarte 116 werden ihre Leistungsfähigkeit in körperlicher Hinsicht in vielen und verschiedenartigen Wettkämpfen unter Beweis stellen. SA.- Männer und SA.-Führer treten zu Einzel- und Mehrkämpfen an, bestreiten Wettkämpfe im Schießen, im Schwimmen, im Marschieren und fn vielen Disziplinen der Leichtathletik und des Deutschen Wehrkampfes. Aüch ein Handballspiel wird ausgetragen werden. Es ist eine Reihe spannender Kämpfe zu erwarten, die ihren Eindruck aus die Zuschauer nicht verfehlen werden. Zu Öen Reichswettkämpfen der SA. in Berlin. In der Zeit vom 13. bis 15. August finden in Berlin die Reichswettkämpfe der SA. statt, die im Reichssportfeld ausgetragen und die SA. aus dem ganzen Reich in Wettstreit sehen werden. Für diese Wettkämpfe werden nun für SA.-Angehörige und für Zuschauer aus allen Teilen des Reiches Vergünstigungen im Hinblick auf die Reise und auf die Unterbringung in Berlin geboten. Eintrittskarten können bei den Dienststellen der SA. — in Gie- ß e n bei der S A. - S t a n d a r t e 11 6 im N e u e n Schloß am Landgraf-Philipp-Platz — erworben werden. Die Eintrittskarte berechttgt zu einer außerordentlich verbilligten Reife nach Berlin, für die der Kilometer der Strecke nur mit 1 Pfennig berechnet wird. Durch ein Abkommen mit dem Gauamt „Kraft durch Freude" in Berlin ist außerdem für eine günstige Unterbringung der Wettkämpfer, wie auch der Zuschauer gefolgt worden. Der Satz für Uebernachtung und Frühstück in Berlin beträgt 2,70 Mark je Tag und Kopf. Ferner ist die Möglichkeit einer verbilligten Essenausgabe geschaffen. Es besteht also Gelegenheit, bei einem verhältnismäßig geringem Aufwand an den großen Ereignissen der SA.-Reichswettkämpfe teilzu- nehmen. BOM.-llntergau 416. Achtung! Die Mädelgruppen 1 (Süd) und 3 (Mitte) und die JM.-Gruppe 1 (Süd) und 2 (Nord) treten am Sonntag, dem 18. 7. 37, um 11.30 Uhr am Bahnhof an, um die Mädel aus Pommern zu begrüßen. Entschuldigungen gehen an die stellvertretende Gruppenführerin. I Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers den Abdruck des Romans „Fogg brinat ein Mädchen mit" von Walther Kloepffer beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder durchschlagenden Erfolg versprechen dürfen. Die Verfasserin dieses Romans ist bisher noch nicht in unseren Spalten zu Worte gekommen, aber ihre früher erschienenen Arbeiten haben ihr allenthalben eine große und anhängliche Gemeinde von Leserinnen und Lesern geschaffen. Der heute beginnende Roman heißt „Susannes Tochter" von Hedda Westenberger und vereinigt die Vorzüge des Gesellschafts- und Liebesromans mit der Spannung eines ungewöhnlichen Kriminalfalles. Hedda Westenberger hat früher bereits überzeugend bewiesen, daß sie mit erzählerischer Gepflegtheit anziehend und fesselnd zu schreiben versteht, und daß sie dabei die eigentümlichen Erfordernisse des Zeitungsromans zu würdigen weiß. Wir haben in „Susannes Tochter" einen Roman, dessen Lektüre uns nicht allein durch sauberen Stil, lebhafte Spannung und natürliche Schilderung bis zur letzten Fortsetzung in Bann schlägt, sondern auch durch die romanhaft verschlungene Vielfalt der menschlichen Beziehungen und die dramatische Steigerung des Handlungsablaufes. So dürfen wir gewiß sein, mit. dem heute einsetzenden neuen Roman ein Werk erworben zu haben, das allen unseren Leserinnen und Lesern in Stad't und Land Freude bereiten und ihnen eine von Tag zu Tag mit Spannung erwartete und begrüßte Lektüre sein wird. Neubau von 46 Dolkswohnungen. Am Leimenkauterweg und am Läufertsröder Weg werden 46 Volkswohnungen von der Stadt erbaut. Die Erd- und Maurerarbeiten, sowie die Zimmerer-, Spengler- und Dachdeckerarbeiten sollen jetzt vergeben werden. Einstellungen ohne Arbeitsbuch sind strafbar. NSG. Nach der siebenten Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes dürfen Arbeiter und Angestellte der Eisen- und Metallwirtschaft, des Baugewerbes, der Ziegelindustrie und der Landwirtschaft im Interesse eines geregelten Arbeitseinsatzes in diesen Wirtschaftszweigen nur nach ordnungsgemäßer Lösung des Arbeitsoerhältnisfes ihren Arbeitsplatz verlassen. Der Unternehmer kann daher im Falle einer unberechtigten vorzeitigen Lösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeite oder Angestellten das Arbeitsbuch bis zu dem Zeitpunkte zurückbehalten, in dem die Beschäftigung im Falle einer ordnungsmäßigen Lösung des Arbeits- Verhältnisses enden würde. Die Vorschriften können jedoch ihren Zweck nur erfüllen, wenn die Unternehmer und Betriebsführer Arbeitskräfte ohne Arbeitsbuch nicht einstellen. In letzter Zeit ist aber wiederholt beobachtet worden, daß Einstellungen ohne Arbeitsbuch vorgenommen wurden. Sowohl der Betriebsführer, als auch der Beschäftigte setzen l)a$ \ Schönhßifs den Sinn. Vielleicht sollte ich mich um diese Stelle I ähnlich sich manchmal wildfremde Menschen fein | kindliche Art lieber gar nicht bewerben... können. Als Sie vorhin hereinkamen, hatte ich für! schämung uni VI nPT* TT)n nt*Ptrn f to iahnrtr nnhflr Ivill mmX — Qf.. . - .v . . e Hauptarbeit allerdings, Fräulein Lorenz. Und Sie dürfen das nicht unterschätzen, Sie ahnen gar nicht, wieviel Arbeit in so einem Buch steckt, bis es endlich fertig ist. Ja, und außerdem müßten Sie mir noch etwas Kleinarbeit abnehmen, die mir durch meine Häuser hier in Berlin entsteht. Ich habe zwar einen Verwalter, aber vieles muß man doch selbst erledigen und bestimmen. Und da ich beab- stchtige, mein Buch nicht hier, sondern außerhalb Berlins zu schreiben, wird es mit dem Verwalter unö mit meinem Rechts anwalt einige Korrespon- oenz geben, die zum größeren Teil Ihnen über- UDen bleibt. Und um nun auf den wesentlichsten Punkt zu kommen, Fräulein Lorenz: könnten Sie es gegebenenfalls möglich machen, mich auf mein AU zu begleiten? Ich habe ein Gut in Tirol, das id) selbst noch nicht kenne und das ich jetzt endlich kennen lernen möchte. Ich habe es vor Jahren, als ich noch in Brasilien war, einmal als Schulden- tilgung übernehmen müssen, und ich denke mir, daß man. es dort ganz gut einen Sommer über aushalten kann. Es soll sehr schön fein, aber das tut ja nichts zur Sache, die Hauptfrage ist jetzt, ob Sie auf dies Angebot eingehen wollen?" Fortsetzung folgt. Sabine blickt an Lyk vorbei auf das Blumenmuster der dunkel-weinroten Tapete und auf den hellen Sonnenfleck, der langsam über die Wand kriecht. Umständlich setzt sich auch Lyk. Dann ist es still zwischen ihnen, eine lange und peinliche Stille. . Lyk räuspert sich ein paarmal und suchst um sich •rJrn^e‘n von Beschäftigtsein zu geben, hastig zwischen den zusammengeslyobenen Papieren auf dem Schreibtisch herum. Was weiter? Sie hat etwas gemerkt, sie wundert sich natürlich, denn man lacht doch einen wild- [remben Menschen nicht so albern an. Warum hab' s? das auch getan, ich alter Esel? Ob ich ihr am Cnoe doch gleich sage, was für alte Beziehungen puschen ihr und mir bestehen? Nein, lieber nicht! Wenn sch sie anstelle, ist es besser, daß sie auf keinerlei „Beziehungen" pochen kann. Und ich will sie doch anstellen, jetzt erst recht, jetzt sogar unter allen Umstanden! Er schließt für den Bruchteil einer Sekunde die Augen, um sich ein wenig zu sammeln. Dann öffnet er sie wieder und hißt ein neues, aber weit sparsameres und förmlicheres Lächeln. „Es ist sehr luftig", jagt er verbindlich, „wie Aus -en Gießener Gerichtssälen öbuch ■■ ept 273 Laugenverbrennung Zu allen Krankenkassen zugelassen Photo-Kino Kreuzplatz 9 Gehmüdigkeit und Krampfaderleiden kann man mitGummi- strümpfen vermeiden. Werbe-Drucksachen liefert Brühl’sche Druckerei Heil Hitler! Gez. Dr. Meißner/ Ein sehr intra* Film! r Ns’ un) Maria Käs, geb. Schneider, 30 Jahre, Wetzsteinstraße 14; 13.. Elisabeth Knoch, geb. Sonntag, 66 Jahre, Sonnenstraße 29; 15.: Franz Michael Gopon, Kellner, 68 Jahre, Wiesecker Weg 42. ** Viehmärkte in Gießen. Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt findet am nächsten Dienstag statt. Der nächste Schweinemarkt wird am Mittwoch, 28. Juli, abgehalten. ** DHC Gießen. Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag wanderten wir bei leider anfänglich ungünstigem Wetter von Borsdorf über den Rabenstein nach Bad Salzhausen. An großen Wacholderbüschen, schlanken Fichten und schönen Edeltannen vorbei kamen wir durch den gut gepflegten Park zum Kurhaus. Wir besichtigten die Gradieranlage und die Trinkquellen und gingen über Geiß-Nidda auf ansteigenden Waldwegen zum Wannkopf. Als wir nach längerer Wanderung die nördliche Höhe vor Blofeld erreichten, hatte sich das Wetter wieder gebessert, so daß wir in der Ferne die Höhen des Vogelsberges liegen sahen. Nach der Mittagsrast in Blofeld wanderten wir zum Wildfrauengestühl, einigen großen Felsblöcken auf einer stillen Waldhöhe, vermutlich einer alten Kultstätte. Auf dem Wege nach Ranstadt erfreuten wir uns Zen und bii -ablaufer. heute ein- worben m d Lesern in ihnen eint :ete und to ungen. gröber Mz tadt erbaut Zimmeren, n jetzt DK- Jfarl ££ncr Medizinisches Fachgeschäft Frankfurter Straße 9, Tel. 4191 zur Dich übeiter im) tschaft, dk- der Land Arbeite r nach oid Verhältnis ferner toi Dorjeit ir n Sirbefa dem - süMy ii । !5 Arbeit ten können die Um. le ohne An - eit ist adel Einstellungen n. SomoM iistigte setzen Dank an Schotten. 00 Schotten, 17. Juli. Auf ein Telegramm, das bei dem 100jährigen Jubiläum des Schotte- ner Männerchors an den Führer gesandt wurde, ging der Stadt folgende Antwort zu: „Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt, der Stadt Schotten und ihrem Männerchor für ihr anläßlich der 100-Jahrfeier übermitteltes Treuegelöbnis seinen herzlichsten Dank auszusprechen. Rundfunkproaramm Sonntag, 18. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Wohin mit der Freud'. 10: Franz von Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 in A-dur. 10.30: Reichssendung: Feierliche Einweihung des „Hauses der deutschen Kunst" und Eröffnung der Ibes Ti«. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Hier abschneiden! I UHL Sehersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 Kl eparaturen ,897 D , wäre m? diktiere"-,., t9A ßoren?- ie hl- hoi <* w d° '15 l( . ’ttf" großen deutschen Kunstausstellung 1937. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Musikalische Rückantworten (Wunschkonzert). 15.30: Es freit ein wilder Wassermann ...! Mit Sagen, Märchen, Balladen und Liedern. 16: Nachmittagskonzert. 18: Ein modernes Märchen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags mit Berichten vom Davis-Pokal- Spiel. 20: Unterhaltungsmusik. 20.50: Einführung in die folgende Oper. 21: „Der Liebestrank" von G Donizetti. 1. Pause: Nachrichten. 2. Pause: Sportbericht. 23.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert: Mozart, Grieg, Debussy. Ttlonfag, 19. Juli. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Nur Kassel: Nachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten; anschließend aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Bunter Funk. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Stuttgart spielt auf. 20.30: Ueberblick über die Veranstaltungen der „Tage der deutschen Kunst". 21: Nachrichten. 21.15: Auf der Alm, da gibt's ka Sünd. Eine kleine Ferienreise mit Alpen- b-all und Bergbesteigung. 22: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk. 22.20: Die Welt des Sport. 22.35: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert: Joseph Haydn. Der Film Ihres Lebens ! - Täglich können Sie eine neue Szene drehen zu Ihrer und Ihrer Familie dauernder Freude! Kostenpunkt: Viel weniger als Sie denken-eine Szene fix ML _ QO und fertig kostet nur Künftig können Sie auch alles in natürlichen Farben drehen. Lassen Sie sich doch zunächst einmal unverbindlich beraten bei aeieA beinahe '> ,abe vor, e>- >n. 3d) h» t Ihnen Dti Sabine > । bestinnB i genau, Ulan« I««“ (äumnrW ire und schreiben 'vor Lach' ihn ««# ibrauen g nne bri M d> p,t w. lich m f) pof "'n diele, ■n^ienenn uni an heißt Trarbach erreicht, und der Zug wurde verlassen. Mit freundlichen Worten empfing die KdF.-Dienst- stelle die Gäste aus Oberhessen. Die Besichtigung von Stadt und Burg ließ die Zeit schnell vergehen, und bald saß alles, auf verschiedene Lokale verteilt, beim Mittagstisch. Hierauf nahm ein Dampfer die Betriebsgemeinschaft auf zur Fahrt von Traden- Trarbach nach Cochem durch das herrliche Tal der Mosel mit den Weinbergen und Burgen. In froher Stimmung verlief die vierstündige Fahrt. Im Abendsonnenschein wurde Cochem erreicht und weitere vier Stunden des Beisammenseins standen der Gefolgschaft zur Verfügung. Bei Gesang und Tanz verging die Zeit bis zur Heimfahrt mit dem Zuge viel zu schnell. Allen Fahrtteilnehmern blieb der harmonisch verlaufene Tag in bester Erinnerung. Die Betriebsführung dürfte des herzlichen Dankes der Gefolgschaft für den erlebnisreichen Ausflug gewiß fein. an der schönen Sicht ins fruchtbare Niddatal. Von Ranstadt fuhren wir nach Hause zurück. LPD. Einheitliche Turnkleidung für alle hessischen Schüler. In einem Ausschreiben der Landesregierung an die Leiter der hessischen Schulen wird darauf hingewiesen, daß die Anordnung über die Turnkleidung vom 3. Oktober 1934 restlos durchzuführen ist. Nack einem Erlaß des Reichserziehungsministers sind spätestens bis Ostern 1938 in allen Schulen, die eine einheitliche Turnkleidung einführen, weißes Hemd und schwarze Hose als Turnanzug für diejenigen zu wählen, die der HI. bzw. dem BDM. noch nicht angehören. Gegen das Tragen der HI.- bzw. BDM.- Sportkleidung im Turnunterricht bestehen keine Bedenken. LPD. Wascht das Obst. Eigentlich sollte sich diese Mahnung erübrigen, denn für viele wird es eine Selbstverständlichkeit bedeuten, Obst besonders das, das man nicht selbst ernten kann, sondern erst kaufen muß, vor dem Genuß zu säubern. Dennoch kann man es jetzt in der Hochsaison des Obstes oft genug sehen, daß die Leute mit einer frisch gekauften Tüte Obst durch die Straßen wandern und das Obst daraus verzehren, es also nicht abwarten können, bis sie die Möglichkeit haben, die Früchte Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 17. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^, Wirsing, % kg 15 dis 18, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, das Bündel 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grün 20 bis 25, gelb 20 dis 30, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45 dis 50, Kartoffeln, neue, kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, XA kg 35 bis 45 Pf., Falläpfel 5, Pfirsiche 35, Himbeeren 28 bis 35, Birnen 25 bis 30, Kirschen 35 bis 45, Heidelbeeren 30 bis 32, Stachelbeeren 12 bis 30, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 35 bis 55, Mirabellen 35 bis 45 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 85 dis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 8 dis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis Eo Pf. ** Arbeitsjubiläen in der Firma Poppe & C o., Gießen. Die Arbeitskameraden Karl R e i n f ch m i d t, Gießen, und Hermann Hesse, Gießen, können heute auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe 8z Co. zurückblicken. Seiden Jubilaren wurden seitens der Firma und !»er Gefolgschaft anläßlich eines Betriebsappells Ehrengaben überreicht. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstarben Im der Zeit vom 1. Juli bis 15. Juli: 1. Juli: Henkelte Schaumburg, geb. Hendrich, 61 Jahre, Lindengasse 12. 3.: Katharina Fach, geb. Eurich, 76 Nähre, Wetzlarer Weg 63; Fritz Marx, Hilfsarbeiter, 16 Jahre, Wolkengasse 18; Ernst Friedrich Sangs-- torf, Metzger, 57 Jahre, Crednerstraße 22. 5.: Johanna Jnderthal, geb. Petri, 77 Jahre, Neuen Bäue 27. 6.: Wilhelm Wittich, 54 Jahre, An den Bahnhöfen 30. 10.: Karl Beck, Obergerichtsvoll- sieher i. R., 55 Jahre, Weserstraße 14. 12.: Balthasar Bierau, Glasermeister, 78 Jahre, Dammstr. 27; ein Sägeblättchen eingespannt ist und einem Griff, mit dem die Laubsäge geführt wird Mit der Laubsäge lasten sich viele Bastelarbeiten ausführen, zu denen man zweckmäßig Ahornholz verwendet. Lauch (Porree), bekannte Suppenwürzpflanze. Dicke Stengel erreicht man durch eindringliche Bodenlockerung, durch gute Ernährung (keinen frischen Stalldünger geben, da Lauch sonst leicht madig wird) und durch Einkürzung des Blattwerks. Um lange weiße Stengel zu erzielen, die Anpflanzung in Furchen vornehmen. die im Laufe des Sommers zugezogen und angehäufelt werden Lauch kann auch in der gemüsearmen Zeit als gutschmek- kendes Gemüse verarbeitet werden. Lauge, Lösung von Natron- und Kaliverbindungen wie Alaun, doppeltkohleniaures Natron, Glaubersalz Pottasche. Waster- glas. Alle Seifen entstehen durch Kochen von Fetten mit Natron oder Kalilaugen. daher die Bezeichnung Seifenlauge. Laugenoerbrennung (äußerlich). Die mit der Lauge in Berührung gekommenen Stellen sehen wie verbrannt aus Behandlung..dir „verbrannten" Stellen mit Essigsaft oder mit Zitrone überspülen. Laugenvergiftung (innerlich) entsteht durch Verschlucken von Laugen und Sodawasser u. dgl. Anzeichen; Verätzung, auch Herzlähmung. Nicht zum Brechen reizen, Zitronensaft, verdünnten zu waschen. Ganz abgesehen davon ist auch mit dem sofortigen Verzehren des Obstes auf der Straße die Unmanier verbunden, glitschige Steine auf die Straße zu werfen, so daß das eilige Verzehren nicht nur für den Genießenden, sondern auch für die Mitmenschen gefährlich ist. Bakteriologische Untersuchungen an verschiedenen Obstsorten, wie diese an den Verkaufsständen und an der Straße stehenden Körben feilgehalten werden, haben ergeben, daß das sterilisierte Wasser, mit dem die Früchte abgewaschen werden, eine hübsche Blüten- lese von Bakterien enthielt, unter denen sich einige recht gefährliche befanden. Die Zahl schwankte nach dem Reinlichkeitsgrad der Früchte zwischen 68 000 und 3 200 000 Keimen. Beim zweiten Waschen ergeben sich noch 7000 und 120 000 und nach dem dritten Waschen immer noch zwischen 3000 und 7000 Keime. Diese Zahlen dürften deutlich genug zeigen, wie notwendig es ist, das Obst vor dem Genuß gründlich mit Wasser zu behandeln. sich in derartigen Fällen auf Grund des Arbeits-' buchgesetzes Bestrafungen aus. Betriebsausflug der Firma Echunk & Ebe. Dieser Tage machte die Betriebsgemeinschaft Schunk & Ebe, Gießen, einen gemeinsamen Ausfug, dessen Vorbereitungen die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wertvolle Unterstützung geliehen hatte. Die Fahrt führte durch das Lahntal, an Limburg und an Bad Ems vorbei, zunächst nach Koblenz, wo auch der Wettergott ein Einsehen hatte. Die Sonne brach durch die Wolken, und blauer Himmel spannte sich über den Rhein. Das liebliche Tal der Mosel aufwärts ging es, für viele ein erstmaliges Erlebnis. Tiefe Eindrücke vermittelte die Fahrt. Bald war das erste Ziel Traben- ungewöhh, Qp !>e mii nbv fesselnd öle eigen. ■Omans >u e’ Tochter. "llein-durch 1 natürlich X 3 in SBann > °-rWu» t Lasur * die der Schlupfwespe, des Marienkäfers und einige andere sind zu schonen. Lasur, durchsichtiger Lacküberzug über einer anderen Farbe oder auf Holz. Lasur ist in einschlägigen Geschäften erhältlich. Laterna magica, lat., Bedeutung magische Laterne. Kinder- spielzeua, das mit einer Linse im verdunkelten Zimmer auf Glas aufgemalte Bilder vergrößert auf eine gespannte Leinwand oder weiße Wand wirft. Laube. Ruhesitz Der in keinem Garten fehlen sollte; belebt das Eartenbild, dient zur besckau- lichen Ausspannung und auch als Aufbewahrungsraum von Gartengeräten Man verwende gehobelte Latten oder glatte Bretter, die grünen oder nicht aufdringlichen Farbanstrich erhalten. Keineswegs baue man eine Bude. Die aus verschieden zusammengestückelten Teilen etwa Blech und Holz besieht Verschönerung und Anpassung an die Natur durch Rankpflanzen (siebe dort). Für richtige Wohnlauben ist baupolizeiliche Eeneh- miguna erforderlich. Lauberde, aus zersetztem Laub entstanden, ist leicht und wird günstig als Aussaaterde verwendet. Laubfrosch, kleine grüne Froschart, aus deren Aufenthalt auf den unteren ober oberen Sprossen einer Leiter schlechtes ober gutes Wetter prophezeit wirb. Laubsäge, Werkzeug, bestehenb aus einem Stahlbogen, in ben richt. Dieser hatte als Zählerableser des Ueberland- werks Friedberg im Dezember 1936 und Januar 1937 einkassierte Gelder behalten und für sich verbraucht. Die Summe, um die das Werk geschädigt wurde, betrug 281 Mark. Der Angeklagte, der geständig war, will in wirtschaftlicher Not gehandelt haben. Er behauptet, das Geld zur Begleichung von Schulden verwandt zu haben, die noch aus der langen Zeit feiner Arbeitslosigkeit herrührten. Da der Angeklagte geständig war und auch bisher un- vorbestraft ist, wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt. Das Urteil lautete, gemäß dem Antrag des Vertreters der Anklagebehörde, wegen fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung auf drei Wochen Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. Kleine Strafkammer Gießen. Der A. W. aus Herbstein hatte am 10. März 1937 an die dortige Gendarmerie-Station einen mit falschem Namen unterschriebenen Brief geschrieben, in dem er eine Nachbarin, mit der er schon seit längerer Zeit verfeindet ist, des unerlaubten Eierhandels bezichtigte. Als die Gendarmerie der Anzeige nachging, stellte sich die Haltlosigkeit der Verdächtigung heraus. Dies trug dem Angeklagten durch Urteil des Amtsgerichts Herbstein eine Gefängnisstrafe von einem Monat wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit leichtfertiger falscher Anschuldigung ein. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, die gestern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt wurde. Der Verteidiger des Angeklagten, der im übrigen vollkommen geständig ist, würdigte in längeren Ausführungen die rechtliche Seite des-Falles. Da der Angeklagte von der Richtigkeit seiner Anzeige Überzeugt gewesen fei, entfiele die rechtswidrige Absicht, einem Dritten Schaden zuzufügen und damit der Tatbestand der schweren Urkundenfälschung. Er beantragte Freisprechung des Angeklagten. Der Vertreter der Anklagebehörde hielt jedoch den Angeklagten beider Delikte für schuldig, denn ihm sei das Unrechtmäßige seines Tuns vollkommen klar gewesen. Dies ergebe sich insbesondere daraus, daß er mit einem fingierten Namen unterzeichnet habe. Die Kammer hob daraufhin das erstinstanzliche Urteil auf, soweit es die falsche Anschuldigung betraf, beließ es jedoch wegen schwerer Urkundenfälschung bei der G e - fängnisftrafe von einem Monat. Schöffengericht Gießen. Vor dem Schöffengericht hatte sich der Walter August Engelhorn aus Hohensolms, der sechsmal vorbestraft ist, wegen fortgesetzten schweren Diebstahls zu verantworten. Nachdem der Angeklagte nach Verbüßung einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus Preungesheim am 6. November 1936 entlassen worden war, führte er sich zunächst einige Monate gut, fiel jedoch dann in das alte Gleis zurück. So begab er sich nach Dillenburg und stahl dort vor einer Apotheke ein Fahrrad. Kurze Zeit später nahm er eine Stellung in Bruchenbrücken in der Wetterau an. Unter dem Vorwand, sein Vater sei schwer krank, so daß er nach Hause müsse, ließ er sich dort Urlaub geben und begab sich zunächst nach Gießen. Hier ließ er ebenfalls ein Fahrrad mitgehen und fuhr damit nach Hause. Weiterhin eignete er sich im November 1936 in Bad-Nauheim und kurz darauf in Gladenbach je ein Fahrrrad widerrechtlich an. Danach kehrte er nach Bruchenbrücken zurück, aber auch dort setzte er sein verbrecherisches Treiben fort. So stieg er frühmorgens in das Zimmer eines Arbeitskameraden ein und entwendete diesem Kleidungsstücke und eine Uhr. Dasselbe wiederholte er dann nochmals in Kloppenheim, wo ihm ebenfalls Wertgegenstände in die Hände fielen. Der Angeklagte mar in allen Punkten geständig. Das Urteil lautete auf drei Jahre sechs Monate Gefängnis. Die nächste Anklage richtete sich gegen den 13mal wegen Vermögensdelikten vorbestraften K. Z. aus Ockstadt. Dieser war am 16. Februar am Amtsgericht in Friedberg als Zeuge aufgetreten. Bei dem Empfang der Zeugengebühr zeigte der Angeklagte eine Bescheinigung mit der Unterschrift eines Steigers vor, wonach ihm ein Lohnausfall von 8,60 Mark entstanden fei. Es stellte sich jedoch heraus, daß der Angeklagte gar nicht bei dieser Firma beschäftigt war, die Bescheinigung selbst angefertigt und auch die Unterschrift gefälscht hatte. Auch in diesem Falle war der Angeklagte geständig und behauptete, in wirtschaftlicher Notlage gehandelt zu haben, da er damals arbeitslos gewesen sei. Da diese Angaben im wesentlichen den Tatsachen entsprachen, billigte das Gericht noch einmal mildernde Umstände zu und erkannte wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug auf z w e i W o ch e n G e - f ä n g ni s. Weiterhin stand der R.N. aus Friedberg wegen Untreue und Unterschlagung vor dem Schöffenge- Ferien auf See mit dem M.S. »Monte Rosa« Nach den Atlantischen Inseln 28. August ab Hamburg - 18. September in Hamburg über Lissabon (Cintra), Casablanca (Rabat, Marakech), Tenerife, La Palma/ Kanarische Inseln, Madeira, Ponta Delgada/Azoren. Fahrpreis von RM. 190«" an Amaxenas®Brasil-Reise 25. September ab Hamborg - 19. November in Hamburg über Ponta Delgada/Azoren, 2tägige Fahrt auf dem Amazonas. Pari, Pemambuco, Santos, Rio de Janeiro, Bahia, La Palma/ Kanarische Inseln, Casablanca (Rabat, Marakedi). Fahrpreis von RM. 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Hugo Bermühter Verlag/Derlin-Lichterselde W Ser Entwurf für das Seim der Gießener §3. Wie wir gestern bereits ausführlich berichteten, hat die Gießener Stadtverwaltung den Bau eines Heimes für die Gießener HI. beschlossen. Für diesen Bau wurde vom Städtischen Hoch- und Tiefbauamt (Baurat Gravert) ein Entwurf geschaffen, von dem wir hier das Schaubild zeigen. Das Heim wird am Wartweg erbaut werden und stellt zweifellos in der geplanten Gestalt eine würdige Heimstätte für unsere Gießener Hitler-Jugend dar. Aus der engeren Heimat. Hoberodskopf-Bergfeffin Vorbereitung l. Schotten, 17. Juli. Am 28. und 29. August wird auf dem Hoherodskopf das große Bergfest abgehalten werden, das in größerem Umfang als in den Vorjahren stattfinden wird. Eine Vorbesprechung der maßgebenden Stellen hat dieser Tage hier stattgefunden. Am Vorabend wird, hier auf dem Bockzahl eine eindrucksvolle Feierstunde (mit Festspiel und sonstigen Darbietungen) abgehalten werden. Am Sonntagabend klingt das Fest in der Turnhalle mit einer Nachfeier aus. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 16. Juli. In der Nähe des Windhofes, nach Rodheim zu, ereignete sich gestern abend ein A u t o u n f a l l. Der Kaufmann Dolk- m a n n von Heuchelheim kam von Rodheim her und wollte ein Heuchelheimer Pferdefuhrwerk überholen. Im gleichen Augenblick erfolgte ein kräftiger Donnerschlag, wodurch das Pferd nach links scheute. Da durch die Gleise der Bibertalbahn die Fahrbahn stark geschmälert ist, mußte der Autofahrer stark nach links lenken und kam in den Straßengraben. Doch konnte er einen Zusammenstoß mit dem Pferd nicht vermeiden, das zu Fall kam und geringe Verletzungen erlitt. Glücklicherweise kam auch der Autofahrer mit leichter Verwundung davon. Auch der Sachschaden ist gering. = Saasen, 15. Juli. Ueberall in unserem Dorfe werden Klagen laut über die zunehmende Spatzenplage. Schon im zeitigen Frühjahr durchsuchten sie die gesäten Gartenbeete und pickten die gelegten Erbsen aus dem Boden. Auch an der keimenden Saat richteten sie großen Schaden an. Jetzt werden hauptsächlich die Fruchtäcker von ihnen heimgesucht. Nach dem anfänglichen Behang der Kirschbäume zu urteilen, rechnete man in diesem Jahre mit einer guten Ernte. In dieser Hinsicht wurde leider mancher Besitzer enttäuscht. Kaum wurden die ersten Früchte rötlich, da fielen große Starenschwärme in die Kirschenalleen ein. Alle Ver- scheuchungsmittel halfen nicht viel. — Die Arbeiten am Schieß st and der Kriegerkameradschaft sind fast beendet, so daß die feierliche Einweihung am 1. August, mit einem Preisschießen verbunden, stattfinden kann. — Dieser Tage wurde hier mit der Roggenernte begonnen. Der hiesige Ortsbauernführer hat dieser Tage mit dem Bau eines Kartoffelsilos, des ersten in unserer Gemeinde, begonnen gfs. Queckborn, 16. Juli. In der Frauen- schäft fand hier von der Bäuerlichen Werkschule aus ein Kurzlehrgang über die Entsaftung der Beeren und die Zubereitung von Süßmost statt. Der Abend war gut besucht, da alle Frauen für diese praktischen Vorführungen lebhaftes Interesse zeigen. < Ettingshausen, 16. Juli. Der schon lange von der Bevölkerung erwartete Kindergarten wird wahrscheinlich am 20. Juli eröffnet werden. Wie groß das Interesse für diese an anderen Orten bereits erprobte segensreiche Einrichtung ist, das beweist die Zahl (52) der Kleinkinder, die für den Besuch des Kindergartens angemeld-ck worden sind. Der Kindergarten, der von einer Schwester betreut wird, wird sich als ein Segen für die Gemeinde auswirken, denn die Leute können ungehindert ihrer Arbeit, insbesondere der sommerlichen Feldarbeit nachgehen. Als Aufenthaltsraum ist das Heim der HI. im Rathaus vorgesehen. Dank des Entgegenkommens der Ortsbehörde wird der Raum mit allen erforderlichen Möbeln und Einrichtungen versehen, so daß wahrscheinlich ein mustergültiger Aufenthaltsraum entsteht. Der vorläufige Spielplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des Schulhauses, dessen Säle bei plötzlich eintretendem Regenwetter am Nachmittag wenigstens den Kleinen Zuflucht gewähren können. < Langsdorf, 16. Juli. Wie in vielen anderen Gemeinden, ist nun auch hier ein Erntekindergarten eingerichtet worden. Der Erntekindergarten hat feine Unterbringung in den Räumen der HI. gesunden. Die Leitung liegt bei der NSV. Diese neue Einrichtung wird der Einwohnerschaft unserer Gemeinde manche Erleichterung insofern bringen, als man der Erntearbeit ohne die Sorge um die Kinder nachgehen kann. ch Birklar, 15. Juli. Unter der Leitung von Fräulein Harter von der Bäuerlichen W e r k s ch u l e in Gießen fand hier am Donnerstag ein Gartenrundgang statt. Die Leiterin des Rundgangs verstand es, den Hausfrauen wertvolle Ratschläge für ihre Arbeit im Garten zu geben. gfs. Röthges, 16. Juli. Don der Bäuerlichen Werkschule in Gießen wurde hier ein Süßmost- l e h r g a n g veranstaltet, den Fräulein H o r t e r durchführte. 40 Frauen hatten sich eingefunden und folgten den praktischen Vorführungen mit reger Aufmerksamkeit. Der Süßmost wurde von Johannisund Himbeeren gewonnen Kreis Alsfeld. —Homberg, 15. Juli. Am hiesigen Bahnübergang ereignete sich heute nachmittag ein Unfall. Der Obstbaumwart E i ß f e l l e r von hier geriet mit seinem Motorrad ins Schleudern und kam zu Fall. Dabei trug er mehrere Wunden im Gesicht und am Hinterkopfe davon. Arzt und Sanitäter und Gendarmerie waren sofort zur Stelle. Der Verunglückte wurde durch ein Sanitätsauto in die Klinik übergeführt Da der Verunglückte bewußtlos war. konnten Einzelheiten über den Hergang des Unfalls nicht in Erfahrung gebracht werden. + Deckenbach, 16. Juli. Am morgigen Samstag kann die Witwe Anna Elifabethe Dörr ihren 7 9. Geburtstag feiern Am Freitag, 23. Juli wird Heinrich K n ö g e l II. seinen 7 6. G e b u r t s- t a g begehen können Kreis Wetzlar * Launsbach 16. Juli Am gestrigen Donnerstag konnte der älteste Einwohner unseres Ortes, Johannes Hohbach, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 7. Geburtstag gehen Seine Militärdienstzeit verbrachte er 1871 bis 1874 in Hanau bei den 80ern. Kirche und Schule. ± Dorf - Gil.l, 15. Juli. Zum 74. Male konnte am Mittwochnachmittag unsere Gemeinde ihr gro. ßes Missionsfest feiern, das in jedem Jahr am zweiten Mittwoch im Juli abwechselnd in Holzheim und Dorf-Gill stattfindet. Bei schönstem Wetter und bei außerordentlich zahlreichem Besuch von nah und fern — es wurden weit über 1000 Festteilnehmer gezählt — nahm das Fest einen erheben- den Verlauf Als erster Festredner ergriff Pfarrer Weinberger aus Darmstadt das Wort. Alsdann berichtete Missionsinspektor Berner- Bar- men von den Aufgaben und Nöten der Mission, aber auch von ihren gewaltigen Erfolgen. Nach einer Kaffeepause begann die Nachfeier. Es sprachen noch Pfarrer Haustein und der China- Missionar Kempten. Zum Schlüße dankte Orts« Pfarrer Goethe allen Rednern, sowie dem Posaunen- und Gemischten Chor, die zur Verschönerung des Festes beitrugen. Die Festkollekte einschließlich der Büchsengelder ergab den stattlichen Betrag von 650 Mark. ^Sieben-Tage-Adventisten^ vor dem Eondergerichk. LPD. Frankfurt a. M., 15. Juli. Nach dem Gesetz zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft, wer den von der obersten Landesbehörde zur Durchführung erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt. Auf Grund dieser Verordnung des Reichspräsidenten verurteilte jetzt das Sondergericht ein Ehepaar und zwei Frauen zu G e l d st r a f e n von 2 0 0 bzw. 15 0 Mark, die, ohne sich aktiv zu betätigen, an einer Abendmahlsfeier und an einer Taufe der verbotenen Sekte „Sie- ben-Tage-Adventisten" beteiligt hatten. Die Taufe fand im September an einem 15jährigen Jungen in der Nidda statt. Derjenige, der die. Taufe be- von oornahm, konnte noch nicht ermittelt werden. Gießener Feuerwehr hilft -er Gemeinde tn ahenhorn-Gteinherg. * Watzenborn-Sternberg, 17 Juli. Seit geraumer Zeit hatte man in der großen Gemeinde Watzenborn-Steinberg darüber zu klagen, daß das Wasser der Quelle, das die Trinkwasserversorgung der Gemeinde zu bestreiten hat, nickt völlig seinem Zwecke zugute kam. Die Ursache dieses Mangels hatte darin ihre Begründung, daß die etwa 2000 Meter lange Zuleitung von der Quelle zum Hochbehälter (eine Leitung von 150 mm starken gußeisernen Rohren) sichtlich verstopft, bzw. versandet war. Man glaubte schon, sich mit dem Gedanken vertraut machen zu müssen, daß die 2000 Meter lange Leitung aus der Erde gerissen, gereinigt und wieder verlegt werden müßte. Nun kam man aber glücklicherweise auf den Gedanken, den Versuch zu machen, die Leitung ausspülen zu lassen. Durch die Bürgermeisterei wurde nun die Motorspritze der Gießener städtischen Feuerwehr benachrichtigt und gebeten, diese Arbeit oder wenigstens den Versuch zu unternehmen. Und der Versuch wurde zu einem durchschlagenden Erfolg! Die Gießener städtische Feuerwehr schloß am Hochbehälter ihre Schlauchleitungen an und drückte vorsichtig mit gedrosseltem Motor erhebliche Wassermengen durch die Leitung in der Richtung nach der Quelle. Die Rohrleitung wurde an der Quelle freigelegt, und es erwies sich sehr rasch, daß der Wasserstrahl unter dem Druck der Pumpe allen Schlamm und Sand in der Rohrleitung zu lösen vermochte und aus der Rohrleitung heraustrieb. Zwei Stunden hatte die Feuerwehr zu tun und nahezu vier Wagen voll Schlamm und Erdreich wurden aus der Leitung zutage gefördert. Die Sand- und Schlamm-Mengen waren zum Teil stark verkrustet und traten oft als faustgroße Brocken hervor. Die Reinigung der Leitung, die seit dem Jahre 1909 liegt, ist damit vollständig gelungen und die Rohre könnten nun mehr Wasser zum Hochdruckbehälter leiten, als die Quelle überhaupt zu liefern vermag. Für die Gemeinde Watzenborn- Steinberg bedeutet dieser wohlgelungene Versuch einen ganz besonderen Erfolg. Die Bloßlegung der Rohrleitung, deren Reinigung und Wiederoerlegung hätte einen Kostenaufwand von etwa 1 2 0 0 0 Mark verursacht. Diese Kosten konnten gespart werden'. Für Betriebsstoff, für Transportunkosten und für die dabei tätige Mannschaft brauchten nur 140 Mark aufgewandt z u werden. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die hier geleistete Arbeit von grundsätzlicher Bedeutung ift. Die Gemeinde Watzenborn-Steinberg kann es als Verdienst für sich in Anspruch nehmen, einen roeiV vollen Hinweis für manche andere Gemeinde, in der die Verhältnisse ähnlich gelagert sein können, gegeben zu haben. Die Gießener städtische Feuerwehr erwies sich auch hier ihrer Aufgabe völlig gewachsen und ging mit allem Verantwortungsbewußtsein an das gemeinnützige Werk. Launenhaftigkeit 274 Lebensversicherung Essig, schleimige Getränke eingeben, Arzt rufen. Launenhaftigkeit ein unvermittelter Stimmungswechsel ist bei .Frauen vielfach auf natürliche körperliche Vorgänge zurückzuführen. Mit gutem Willen kann die Launenhaftigkeit jedoch wenigstens soweit bekämpft werden, daß die Umgebung nicht darunter leidet. Bei Männern lst Launenhaftigkeit meist ein Zeichen von Nervosität und Überarbeitung. Laura, weiblicher Vorname lat. Herkunft, mit der Bedeutung „Die Lorbeerbekränzte". Laus, Ungeziefer und Krankheitsüberträger, der rücksichtslos bekämpft werden muß. Menschen können von Kopfläusen befallen werden. Vorbeugungsmittel ist Reinlichkeit. Die Bekämpfung ist unter den einzelnen Arten angegeben. Laute, der Giiarre, Zupfgeige ähnliches Instrument mit gewölbtem Bauch und vollerem Klang. Die B a ß l a u t e hat einen zweiten Hals für Baß fniten. Besonders geeignet für ^"im- und S'naabende Lavendel, ausdauernde Pflanze mit silbergrauen Blättern, die ihres ätherischen Oeles halber gezogen wird 3m 3uli erscheinen stark duftende Lilablüten. Die getrocknete Blüten werden in Söckchen gefüllt und dienen als Niechkissen und Mottenschutz im Wäsche- und Kleiderschrank Lavendelöl, aus blühenden Lavendelzweigen gewonnenes Del, das zu Parfüms verwendet wird Laxieren, lat., larare--erschlaffen lassen, aufmachen, abführen. Vergleiche Abführmittel. Lebendig begraben werden. Die Furcht davor, die viele Leute haben, ist unbegründet. Vergleiche Scheintod. Lebensbaum (Thuja), Nadelholz, das besonders gern auf den Friedhöfen als symbolische Pflanze gesetzt wird. Da der Lebensbaum das Beschneiden gut verträgt, dient er auch vielfach als Hecken- und Einzäunungspflanze. Im Winter wird die dunkelgrüne Belaubung bräunlich. Lebensdauer, mitfiere, wird folgendermaßen errechnet: Summe der von einer Anzahl Personen durchlebten Jahre, geteilt durch die Zahl der Personen. Ist durchschnittlich 33^ Jahre Die Lebensdauer ist deshalb so niedrig, roetl auch die hohe Säuglingssterblichkeit mit einbezogen ist. Die Durchschnittliche L vergrößert sich aber ständig durch die Verringerung der Kindersterblichkeit. Die Bekämpfung der Volkskrankheit, Sport, gesundere Ernährungsweise usw. Lebensfähigkeit nennt man die Fähigkeit des Neugeborenen, am Leben zu bleiben. Beginnt etwa nach dreißig Wochen Entwicklung in der Gebärmutter. Lebensoersicherung. Bei einer Lebensversicherung bezahlt man jährlich (evtl, auch monatlich oder vierteljährlich) eine bestimmte Prämie, die sich nach dem Alter des Versicherten und der Die Waage ohne Gewichte. W b*e Laufgewichts-Waage. Sie hat ein Schiebegewicht, von dem sich Gramm und Kilo leicht ablesen lassen. Das wäre eine Waage für 3bren Haushalt ^ehen öie sich die Laufgewichts-Waagen bei Häuser mal an 3- B Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den 20. Juli 1937: Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. 4772L Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauen- uche fchutzgeimpft. Für Zuchttiere ist das erforder- iche Zeugnis über die Blutuntersuchung (Banginfek- ion) mitzuführen. ^^achster Schweinemarkt: Mittwoch, den 28. Juli Gießen, den 17. Juli 1937. ________Der Oberbürgermeister: R i t ter. Arbeitsvercebung. 5ür den Neubau von 46 Volkswohnungen am Leimenkauter- und Läufertsröderweg sollen vergeben werden: 1. Erd- und Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Spenglerarbeiten. 4. Dachdeckerarbeiten. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns tfen Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum Verdingungstermin am Samstag, dem 24. Juli 1937, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen 4779D Gießen, den 16. Juli 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. Straft rnn Text Einprägsam in der Form Wirksam in der Farbe Nur so können Sie ihre Zeitungsanzeigen durch zeitgemMOe. gepflegte Werbedrucksachen gut unterstützen Nur eo oerät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die BrQhl’sche Druckerei, Schulstraße 7. Anruf 2251 <5a. mOdxkultt.1 unt) Xmbex auf btt 38.Milchviehversteigeiung in Paderborn Vie versteigerungshalle Donnerstag, den 22. .Juli 1937, 12 Uhr. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): IDeRfälildie Dtooüui^Dißhdetmßrtungsgenorißriliialt e.G.m.b.n., Munster i.W„ Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 ständige Vermittlung von Vieh aller Art« (fett- und Weidevieh / Ferkel / Läufer z Pferde usw.) Del Schlaflosigkeit, nervösen Herzbeschwerden und ähnlichen Gesundheitsstörungen, die gerade im Sommer häufig auftreten, hat sich Klosterfrau-Melissengeist feit über hundert Jahren sehr gut bewährt. So schrieb Herr Philipp Vart, Verwalt.-Inspektor, Köln, Karthäusergasse 5a, am 25. 9. 1932: „Seit bereits 6 Jahren ist Klosterfrau-Melissengeist in meinem Haufe zu ftnden. Ich gebrauche diesen jeden Abend zum Cinreiben der Schläfe bei Ko -schmerzen und mit Wasser genommen als Deruhiaungsmittel für das Herz. Auch) gibt er einen erquickenden Schlaf. Ich führe Klosterfrau-Melissengeist stet- bei mir und ist er mein ständiger Reisebegleiter. Ich entbehre lieber sonst etwas, aber Melissengeist geht bei mir nicht auf und ist stets mein Helfer in der SRot* Dann Frau Wwe. Mathilde Grohmann, Offenbach-Main, Taunusstraße 65, am 7. Juli 1936: .Melissengeist habe ich mit Erfolg bei Schlaflosigkeit ge, nommen." Ferner berichtet Frau Johanna Iilken, Rölsdorf bei Duren am 20.9.1934: »Durch eine schwere Krankheit wurde ich von starker Herzschwäche befallen, verbunden mit Herzbeklemmung usw. Seitdem ich nun Klosterfrau. Melissengeist durch Einnehmen bzw. Einreiben der Herzgegend anwandte ließ die Schwäche mit ihr n Folgen nach. Mit aufrichtigem Dank kann ich bestätigen, daß mein Herzleiden behoben wurde, so daß ich schon wieder meine ganze Hausarbeit selbst ausführen kann. Auch zur Beruhigung der Nerven möchte ich Ihr ge- Ichahtes Praparat jedem empfehlen." (Bild nebenstehend). Sofern Sie ähnliche Beschwerden haben, versuchen Sie bitte auch Klosterfrau-Melissengeist. Dieser ist reines Heilpflanzen-Destillat, völlig unschädlich und wirkt günstig auf die eigentlichen Ursachen der Gesundheitsstörung ein, so daß sich in der Regel ein dauernder Erfolg ergibt. Was wurde es z. B. bei Schlaflosigkeit nutzen, vorübergehend mit starken Mitteln den Schlaf zu erzwingen, wenn die eigentliche Ursache der Schlaflosigkeit bleibt? Der- Iaugcn Sie deshalb noch heute bei Ihrem Apotheker oder Drogisten den echten Klosterfrau-Melissen- getst rn der blauen Packung mit den drei Nonnen. Flaschen zu 95 Pf., RM. 1,75 und 2,95. 1442v 'I Aus den Men, die e0 ist es kutschen El Formationen .Miesen|i Mnabteiü Endlich, da Motionen ■brer Bestin ii, ist auch Loche etwa nie auch en im Bereich । im hillersb Nemeis das fetzungen di zum Erfolg Es besteh Motor-chJ. her fast a mit der K' 'feen Betäi les Oberst Mvtorstani Initiative »ehmen rr Mohrbo Wrklichke -sprechung dem Bar Ein ach Motor-- einer un heute S Gnbe. Gt tthrgang beweis bt fsihren gele fa Bai aft i“ >r ?n"Stl auf | sich S den 1 QU5ae; r,en zu de< 30 $e Wer als reifen fom > stunden zi , raren die nur ein ge lern eine £ »sicher prak einer Fühlu j »er Zeit ihr mit dem Ki lie jeden t ruß. i ^le glüd p zusamn »Mick MWerständ I Kien i ™raif von 3 . Wungsob ! -»3/147 stell ffl# iahi i M Wet als mei T MW WB - kV kv.'A U>. ;.»■..< MM«„ ® . UU M^^ZSE^G -zv '> - ' - "'M ■ Hw N*»- W AU N AA v W ■ H AAz b M < -o R A'A NA I 8am8tag,!7.Zuli (957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) r. 164 viertes Blatt Motorstandarte 147 schult Gießener Motor-V Eingehendes Studium eines Fahrgestells. stand. Vor ersten Fahrversuchen mit dem Kleinkraftrad. Schöner Schulungsbetrieb: Kartenlesen im Freien. Fn der Gemeinschaft schmeckt es am besten. Morgenwäsche am Hillersbach-Stausee. Ermahnungen mißachtete und und vorhergegangene dabei dem Motorrad stillen Vergnügen der Erklärungen unnötig wehanderen eine Schulung mit dem Marschkompaß. (Aufnahmen [6J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gegen Ende des Kurses wurden besonders geeignete Jungen vom Lagerleiter (der hier ja als besonders kompetent gelten konnte) mit der Technik der Geländefahrt vertraut gemacht. Zur Mittagspause fielen die Jungen dann jeweils mit großem Appetit über das ausgezeichnete Mittagessen aus der Feldküche her. Dann brachte der Dienstplan die Schwimmstunde und dann mußten einige Stunden des Nachmittags auch wieder dem Motor, dem Fahrgestell, der Karte und dem Kompaß' und schließlich der Hebung mit dem Kraftrad gewidmet werden. Alle Zeltgruppen wechselten dabei in Abständen das Arbeitsfeld, fo daß jeder alles in sich aufnehmen konnte, was hier geboten wurde. So konnte der Gießener Motorfugend in diesen acht Tagen ihres Aufenthaltes im Hillersbachtal vieles vermittelt werden, was ihnen in spaterer Zeit nützlich sein wird. Die Abende brachten verschiedentlich noch Vorträge spezieller fachlicher Art, schließlich aber auch Filmoorträge aus Zweigen der Kraftfahrtechnik. Selbstverständlich wurde auch die Verkehrserziehung nicht vernachlässigt. An den Abenden wurden noch Sportwettkämpfe ausgetragen. Die Sieger wurden mit Schokoladetafeln belohnt. Große Freude bereitete den Lagerteilnehmern das einige Male geübte Kleinkaliberschießen. Die Durchführung des Lagers hatte in allen Einzelheiten die Motorstandarte 147 übernommen. Erfahrene Kameraden stellten sich für diese Woche des Schulungsdienstes zur Verfügung. Sie fetzten sich mit allen Kräften für die edle Sache ein und die Jungen, die die in diesem Lager geschaffenen Möglichkeiten genießen durften, dankten es durch Disziplin und Gehorsam und durch großen Eifer. Die gesundheitliche Betreuung der Hitler-Jugend SHrnf Tir r i rf Nordes großen Stausees zwischen den Bäumen hindurch und herüber und lockte zum Bade. Von den Badeplätzen klang das fröhliche Lachen der Gäste des Hotels Hillersbach herüber, in das sich oftmals das der Lagerteilnehmer mischte. Im übrigen herrschte über demTal eine wohltuende Stille und gerne griff der Blick in die Runde des weit sich öffnenden Tales nach der Höhe zu oder verirrte sich im Waldgewirr am Südende des Sees. Unter solcherlei Umständen waren den motorsportbeflissenen Jungen der Aufenthalt im Lager doch auch gleichzeitig ein Ferienaufenthalt, wie er sich nicht schöner wünschen ließ. Die Jungen hatten bei allem Dienst auch ein Auge für u tun uti ib Erdreich • Die Sand- i stark een (fen herroi. dem Iah« Hungen ZUM hch erhaupt zi ßatjenboro le Versuch ilegung her erverlegunj on etros ten tonn' ebsstoss, U ölige Mm geroand! die hier e )eutung i inn es1, inen mv. meiM, a in lönneti, sche Feuen e völlig gr> Dortungsbn Kameradschaft! NSG. Einer der schönsten Begriffe, den die deutsche Sprache kennt, ist das Wort Kameradschaft. Ueberall da, wo Menschen an gemeinsamen Zielen schaffen, wo ihnen gemeinsam Erlebtes eine gemeinsame Haltung aufzwingt, nennen sie sich Kameraden und geben sich damit den höchsten Titel, den ein Mensch dem anderen verleihen kann. Es ist etwas Heiliges um die Kameradschaft. Dieser Begriff, der die Tugenden eines ganzen Volkes in sich schließt, ist zum Symbol geworden. Und so konnte die Hitler-Jugend keine bessere Bezeichnung für ihre kleinste Einheit finden als den Namen Kameradschaft. 15 Jungen sind in ihr zusammengeschlossen, um vier Jahre lang gemeinsam an sich zu arbeiten, um sich zu schulen für die großen Aufgaben, die Deutschland von ihnen fordert. Einer des anderen Kamerad! Das ist das große Ziel, das der Führer gestellt hat und dem die großen Gemeinschaftsschulen des deutschen Volkes dienen, die Hitler-Jugend, der Arbeitsdienst und die Wehrmacht. Die Hitler-Jugend ist der jüngste Träger dieser Lebensschule und hat daher die Verpflichtung, alles daranzusetzen, die Gemeinschaft der Nation, die Kameradschaft des ganzen Volkes, aufzubauen. Die Jugend kann dabei in die Waagschale werfen: Begeisterunhsfähigkeit, Idealismus' Der Idealismus ist Stärke, die befähigt, die ganze deutsche Jugend auf freiwilliger Grundlage in einer Organisation zusammenzufassen. Dieser Idealismus gibt auch die Kraft, aus der ganzen Jugend eine einzige große Kameradschaft zu machen. Nach des °m 28. sk ldstrafeL ’Hörfce M uwiberh^ es Reich; rgerich, b straft; ' sich Qttii -r und oi ie „Sie, Üj Halles w» r OleTach werben. tat, hatte zum , „ „ „Ehrenrunde" (ohne den Motor in Gang setzen zu dürfen) mit den Pedalen hinter sich zu bringen. Diese erzieherische Maßnahme trug reiche und rasche Früchte. Jeder riß sich zusammen, um von so zweifelhaften „Ehrenrunden" verschont zu bleiben. Allenthalben wurden dann am Abend ausgiebig die Erlebnisse mit den Kleinkrafträdern besprochen. ♦ Unter Bäumen standen die Zelte, und die Sonne malte zu manchem Tag der vergangenen Woche durch das Laub der Bäume hindurch lichte zitternde Kringel auf die Leinwand. Die spitzen Rundzelte rahmen sich malerisch in ihrer Umgebung aus. Den (Eingang zum Lager kennzeichnete Fahnentuch mit dem Hakenkreuz und dem Zeichen des NSKK. Aus dem Schornstein der Feldküche, die nahebei aufge- sieltt war, zog oftmals feiner blauer Rauch unD aus den Kesseln appetitlicher Geruch empor. Die Unterbringung und Verpflegung im Lager war ganz ausgezeichnet. Einfache Tische und Banke waren inmitten des Lagerplatzes aufgeschlagen und boten zu den Mahlzeiten Platz im Grünen. Aus kaum 30 Meter Entfernung gleißte die wette flache die Heimat, die ihnen hier stets in eindrucksvoller Schönheit vor der Seele betrieb. Jede der drei Belegschaften der Zelte bildeten gleichzeitig die engste Arbeitskameradschaft im Dienst. _, , , , . , Meist vollzog sich deshalb der Schulungsbetrieb in drei Abteilungen: Technischer Dienst, Gelande- und Kartenkunde und schließlich Uebungsbetneb mit Krafträdern. Interessant vor allem der Technische D i e n st. Ein alter Kraftwagen, verbeult, zerkratzt, mit gerissenen Kabeln, verbogenem Aufbau, von Oelruck- ständen und Schmutz ziemlich reichlich unansehnlich geworden, wurde systematisch und unter Leitung und ständigen Erläuterungen der Fachmänner aus dem Kreise des NSKK. auseinandergenommen und generalüberholt. Schon bei der Reinigung erfuhren die Jungen die technischen Zusammenhänge und die Erläuterungen ließen ihnen die Elemente der Konstruktion eines Kraftwagens erkennen. Mit einem geradezu erstaunlichen Eifer wurden die Einzelheiten des Wagens studiert. Gründlich wurde der Wagen mit Hilfe von -oanzin, von Drahtbürsten und Lappen gereinigt. Bald glänzten Motor und Fahrgestell in der Sonne und erschienen nun längst nicht mehr so unbrauchbar wie das ganze Fahrzeug, als es auf einemi Lastkraftwagen im Lager ankam. Aber es sollte ja nicht bei der verhältnismäßig leichten Abmontage bleiben! Vielmehr wurde aller Ehrgeiz von den Schulungsleitern und jedem Hitlerjungen omigewandt, um das Fahrzeug wieder „m die Rech und - zum Fahren zu bring en. Es gelang! Stolzester Erfolg des ganzen Lagers! Am Freitagabend startete der Kraftwagen unter höchster Es besteht wohl kaum ein Zweifel darüber, daß dieses Lager — das erste dieser Art in Deutschland — an seinen Erfolgen erkennen läßt, daß es von richtungweisender Bedeutung ist. Von der zweckmäßigen Form der Arbeit und den Erfolgen überzeugten sich auch Kameraden aus dem Kreis des Stabes der Gruppe Hessen des NSKK., und sie versicherten, daß den aus diesem ersten Lager her- aus gegebenen Anregungen alle Aufmerksamkeit für die Zukunft geschenkt zu werden verdiene. * Das erste Lager dieser Art ist abgeschlossen. Dankbar für all das, was ihnen in diesen acht Tagen geboten worden war, scheiden morgen früh die Jungen aus dem Hillersbachtal, das sie sicherlich ungern verlassen. Für die Motorstandarte 147 war die Durchführung des Lagers ein ideeller Erfolg, denn sie bewies damit, daß sie in großzügigster Art bereit ist, den motorsportlichen Nachwuchs so auszubilden, wie er herangebildet werden muß, um eines Tages auch hohen Anforderungen gewachsen zu sein. N. töen j auftreten« it bewährt, sergasse Sa, in meint® SM b<> r das M engeifistel» sonst M IberM usstraße fo, losigle" S« 20.9.1934: ,wache l>6 .lofterfrau« anwandle )anh lM" ion wieder ch Hr ge> len habe", unschön sich >n der gehend wä eibt? D" u-^elissen' mr. r-A k$ac^ Spannung (am Steuer der Hitlerjunge Noll) zu seiner Jungfernfahrt. Wer den Wagen „vorher und „nachher" sah, konnte die Arbeitsleistung des Lagers ermessen. Allerdings stand allen den Helfern, den Lehrenden und Lernenden der (einzige und einzigartige) Werkstattzug der Motorgruppe Hes- \ e n zur Verfügung. Es handelt sich dabei um einen Wagen, der schlechterdings mit allen Maschinen und Werkzeugen für die Reparaturen an Kraftwagen ausgerüstet ist, die überhaupt in und auf einem Kraftwagen unterzubringen sind. Dom feinsten V2-mm-Bohrer bis zum festen zwei Tonnen tragenden Kran ist alles in dem Werkstattzug vorhanden. Souverän bediente man sich aller Mittel und ließ damit die Motor-HI. einen tiefen Einblick in die Technik des KraftfahrMesens gewinnen. Alle drei Zeltgruppen wurden in zeitlichem Wechsel an den Technischen Dienst herangeführt. Während nun hier der Dienst in der Freiluftwerkstatt einen Teil der Lagerkameradschaft in Anspruch nahm, zogen andere mit dem Lehrgangsleiter für Gelände- und Kartenkunde los, lagerten sich auf einer großen Wiese, studierten Karten, übten mit dem Planzeiger oder aber sie standen auf einem freien Punkt und lernten mit dem Marschkompaß umgehen und „sprachen das Gelände an". Jeder bekam den Marschkompaß in die Anti N Zl Ä n te Dri; > $0. ä*t Der Dienst im Lager, der nun einmal als das Wesentliche anzusehen war und zu dem sich auch die Jungen völlig freiwillig gemeldet hatten (von 50 Angehörigen Der Gießener Motor-HI. nahmen nahezu 40 teil, die anderen mochten beruflich verhindert gewesen fein), ließ bei näherem Zusehen eine klare Systematik und alles Zielbewußtsein erkennen. Der tägliche Auftakt war das Wecken um 6 Uhr. Dann folgte im Trainingsanzug der Dauerlaus durch das taufeuchte Gras und die Spiele mit dem Medizinball, die das Blut rasch Umtrieben. Dann ging es unter die Brausen am See und in das klare Wasser, in dem sich die Jungen wie die Fische tummelten. Im Lager waren dann die Zelte in Ordnung zu bringen, es gab das kräftige Frühstück und dann begann der eigentliche Schulungs- Aus den Forderungen der Gegenwart wachsen I formen, die in vieler Hinsicht neuen Weg bedeuten, jo ist es auch keine Zufälligkeit, wenn in der eutschen Staatsjugend Abteilungen und Sonder- ormationen bestehen, beneh besondere Aufgaben ugewiesen sind: Motor-HI. und Flieger-HI., Nach- ichtenabteilungen und Marine-HI.! Es ist ver- iändlich, daß es nicht leicht ist, diesen Sonder- ormationen jene Ausbildung zu vermitteln, die hrer Bestimmung entspricht. Ader wo der Wille t, ist auch der Weg! Das Lager, das in dieser Loche etwa 40 Jungen der Gießener Motor-HI. pie auch einzelne Hitlerjungen aus anderen Orten m Bereich des Bannes 116, insgesamt 50 Jungen, m Hillersbachtal vereinigte, war der eindeutige Seroeis dafür, daß es Wege gibt, die den Ziel- stzungen der Sondereinheiten der Hitler-Jugend um Erfolg verhelfen. * Es besteht kein Zweifel darüber, daß es für die Notor-HJ. eine Notwendigkeit ist, neben der bisher fast ausschließlich theoretischen Beschäftigung nit der Kraftfahrt auch Möglichkeiten der praktischen Betätigung zu schaffen. Es ist das Verdienst les Oberstaffelfuhrers Nagel, des Führers der Notorstandarte 147, der die Anregung gab, die Initiative auch sofort tatkräftig ergriff und im Benehmen mit dem Führer des Bannes 116 der HI., Rohrbach, seine Gedanken unmittelbar in die Wirklichkeit umsetzte. In entschlossen geführten Be- ftrechungen zwischen dem Oberstaffelfuhrer und icm Bannführer gewann die Absicht rasch Gestalt. -Ein achttägiges Schulungslager sollte für die Notor-HJ. durchgeführt werden, das insbesondere iLner unmittelbar praktischen Arbeit dienen sollte! freute Samstag, 17. Juli, ging der Lehrgang zu Ende. Es darf vorausgeschickt werden, daß der Lehrgang ein voller Erfolg wurde. Sinnfälligster beweis dafür: 50 Jungen haben Leichtmotorrad obren gelernt! Daneben aber noch vieles andere! * Wer als Gast in diesem Lager im Hillersbachtal weilen konnte, wird gerne an die dort verbrachten Stunden zurückdenken. Für die Teilnehmer selbst waren die acht Tage des Lagerausenthaltes nicht rur ein gefühlsmäßig romantisches Erlebnis, son- ern eine Zeitspanne, angefüllt mit ernster Arbeit, sicher praktischer Betätigung und der Gewinnung iner Fühlungnahme mit jener Materie, die unse- er Zeit ihren Stempel aufdrückt, mit dem Motor, nit dem Kraftfahrzeug! An sich schon eine Sache, iie jeden rechten Jungen brennend interessieren ^Viele glückliche Umstände wirkten für diesen Er- olg zusammen. Oberstaffelführer Nagel griff die Sache zielsicher an, der Bannführer lieh der Sache ttbstverständlich alle Unterstützung, die Gruppe Hessen (NSKK.) half mit ihrem Werkstattzug, ein Wrack von Motorfahrzeug stand als Versuchs- und Schulungsobjekt zur Verfügung und der Sturm M 3/147 stellte drei Kleinkrafträder, auf denen Die Rungen fahren lernen konnten. Hinzu kam das günstige Wetter der vergangenen Woche und schließ- iich als weitere Annehmlichkeit das landschaftlich |N|lo herrliche Hillersbachtal. Hand und hatte zu beweisen, ob er die abgegebenen Erklärungen begriffen hatte ober nicht. Ein Dienst, bei dem keiner mit unbestimmten und fragwürdigen Antworten kommen konnte! Der Unterricht führte auch weit hinaus in die Landschaft auf Märschen nach dem Marschkompaß und der Karte. Auch Geländespiele wurden durchgeführt. Der beliebteste Unterricht fand aber auf der wunderbaren Rasenfläche des Hirzenhainer Sportplatzes inmitten dichten Tannenwaldes statt, dessen Ruhe in diesen Tagen des öfteren gestört wurde. Es galt für jeden der Teilnehmer, Motorradfahren zu erlernen! Und jeder lernte es! Unbeschreibliche Freude bei den Jungen, deren jedem eine Runde auf dem Motorrad mehr wert war, als eine bare Mark ober gar eine Tafel Schokolabe. Rasch begriffen sie Kupplung- und Kompressionziehen, rasch kamen sie hinter die Tech- ^Gasgebe^"^ Einer nach K^uberen^ würbe mit hatte ^Sanitätssturmführer Prof. Dr. F r l^ uber= dem Leichtkraftrad (Göldrad mit Sachsmotor, 98 nommen und kein Opfer an Zeit ^scheut- Wahrend Kubikzentimeter) vertraut gemacht. Wer aber feine der ganzen Lagerwoche war er ununterbrochen an» sieben Zwetschgen nicht beisammen hielt, gegebene wesend. Das Schornsieinftaerwesen in Hessen. Das Schornsteinfegerwesen m Hessen hat durch die im Regierungsblatt vom 8. Juli 1987 veröffentlichte Kehrordnung vom 2 8. Mai 1937 und die Kehrgebührenordnung vom gleichen Taae auf Grund der Reichsverordnung über das Scyornfteinfeaerwesen vom 15. April 1935, der Ausftihrungsanweisung hierzu vom selben Tage und der hessischen Durchführungsbestimmungen vom 28. Juni 1935 sowie der Ausführungsanweisung vom 15. April 1935 eine neue Regelung erfahren. Die Kehrordnung, sowie die Kehrgebührenordnung sind mit Wirkung vom 1 Juli 1937 an bereits in Kraft getreten und damit von diesem Zeitpunkt an alle früheren, das gleiche Gebiet betreffenden, im Laufe der Jahre bereits mehrfach abgeänderten hessischen Vorschriften außer Kraft getreten. Die wichtigsten Vorschriften sind nunmehr folgende: Alle Schornsteinanlagen, die an eine noch im Betriebe befindliche Feuerstätte angeschlossen sind, unterliegen der Kehr pflicht durch die hierzu öf- « bestellten Bezirksschornsteinfegermeister und ehilfen. Mit Rücksicht auf das große öffentliche Interesse, das des Feuerschutzes wegen an der ordnungsmäßigen Behandlung der Hausschornsteine besteht, ist ihre private Reinigung ausgeschlosien. Auch Fabrikschornsteine sind einmal jährlich von dem zuständigen Fegermetster zu reinigen, wenn nicht der Eigentümer oder Betriebsleiter selbst für eine sachgemäße Reinigung sorgt und dieses der Ortspolizeibehörde nachweist. Rach Benehmen mit der Baupolizeibehörde können Ausnahmen von der alljährlichen Reinigung auf Antrag von der Polizeibehörde dann genehmigt werden, wenn die besondere Art des Betriebes eine anderweite Regelung zulassen. Der Retnigungspflicht unterliegen a) Schornsteine von nicht gewerblich genutzten Feuerstätten — hierzu gehören hauptsächlich solche von Wohn-, Betriebs- und Arbeitsräumen in gewerblichen Betrieben —, wenn sie das ganze Jahr benutzt werden, viermal jährlich in gleichen Zeitabständen, wenn sie jährlich jedoch in der Hauptsache nur in der kalten Jahreszeit benutzt werden, — Miethäuser und Eigenheime — nur dreimal in gleicher Weise; b) Schornsteine von gewerblich genutzten Feuerstätten: Sechsmal jährlich; c) Schornsteine der handwerklich betriebenen Schlosser- und Schmiedewerkstätten: Zweimal jährlich; d) gewerbliche Räucherkammern (der Metzger usw.) einmal jährlich, wenn nicht der Fegermeister eine zweimalige für notwendig hält. Als dauernd unbenutzte Schornsteine gelten solche, die an die Feuerstätten nicht angeschlossen sind. Sie sind vom Kehrzwang befreit. Gasschornsteine, d. h. besondere Schornsteinrohre für Abgase von Heiz- und Badeöfen bedürfen zwar einer Reinigung nicht, sind jedoch gelegentlich der Kehrtermine jährlich zweimal daraufhin zu prüfen, ob unzulässige, rußerzeugende Feuerstätten angeschlossen sind und ob Verstopfungen oder Querschnittverengungen vorliegen. Bei außergewöhnlicher Benutzung oder mit Rücksicht auf die besondere Anlage der Schornsteine ober die besondere Art des verwendeten Brennmaterials kann die Ortspolizeibehörde, sofern sie hiervon Kenntnis erhält, im Hinblick auf die erhöhte Brandgefahr eine häufigere Reinigung anordnen Soweit in nicht besteigbaren Schornsteinen sich Glanz-, Schmier- oder Hartruß gebildet hat, findet jährlich einmal eine besondere Reinigung durch Ausbren- nen statt. Rur ganz besondere Gründe vermögen ein öfteres Ausbrennen zu rechtfertigen Besteigbare Schornsteine, das sind solche, die durch den von unten einsteigenden Schornsteinfeger gereinigt werden, dürfen nicht ausgebrannt werden. Das Ausbrennen hat unter Beobachtung besonderer Vorsichtsmaßregeln in der Weise zu erfolgen, daß eine Person mit Brennmaterial das Feuer unten anzündet und s^eger auf dem Dache an der Mün° duf " die Flammen überwacht Hiernach ist sofort der Schornstein mit Kugel und Besen zu fegen und eine etwaige Beschädigung desselben festzustellen. Das Ausbrennen darf weder bei anhaltender Dürre, noch bei strengem Frost geschehen und oom 1. April bis 30. September nur in der Zeit bis 17 Uhr, in der Zeit oom 1. Oktober bis 31. März einschließlich nur bis 15 Uhr erfolgen und der Gefahr des Funkenflugs wegen auch nur bei stiller Luft. Die Verwendung von Benzin und anderer brennbarer Flüssigkeiten ist streng verboten. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß der Bezirksschornsteinfegermeister den Tag des Ausbrennens dem Hauseigentümer oder seinem Vertreter, aber auch die Ortspolizei, mindestens 24 Stunden vorher anzeigt. Gesetzlich ist er für eine sachgemäße Ausführung aller Arbeiten, die Beobachtung der Vorsichtsmaßregeln und der Vorschriften der Kehrordnung neben seinen Gesellen persönlich verantwortlich. Lautes Ausrufen der bevorstehenden Reinigung im Haufe oder auf dem Hofe ist dem Ansagen gleichzuachten. Eine Belästigung oder gar eine Schädigung der Hausbewohner durch Eindringen von Ruß, Rauch und Staub in die Hausräume und auch jede Beschädigung des Hauses, z. B. der Reinigungsöffnungtzn oder des Daches, sind zu vermeiden. Das Arbeitsgerät ist allein vom Bezirksfegermeister zu stellen und dauernd in gutem Zustand zu halten. Rach der Reinigung hat er für die gänzliche Entfernung des Rußes zu sorgen und diesen n a ch A n- Weisung des Hauseigentümers oder seines Vertreters in die hierzu bereitzustellenden Behälter oder in die auf dem Grundstück befindlichen Müll- und Aschengruben zu schaffen. Dem Bezirksfegermeister liegt die Pflicht ob, die Beschaffenheit der Schornsteine seines Bezirks zu kennen. Von Rissen oder sonstigen Schäden an den Schornsteinen hat er unverzüglich den Hauseigentümer oder dessen Vertreter in Kenntnis zu setzen. Notfalls, wenn keine Abhilfe erfolgt, hat er die Polizei zu verständigen. Von allen zu seiner Kenntnis gelangenden Verstößen gegen bau- und feuerpolizeiliche Bestimmungen, insbesondere von feuergefährlicher Aufbewahrung leichtentzündlicher Stoffe, hat er, sofern nicht seitens der hierzu Verpflichteten sofort Abhilfe geschaffen wird, unverzüglich der Ortspolizei Anzeige zu machen. Nebenarbeiten baulicher Art sind dem Fegermeister zwar verboten, jedoch darf er Arbeiten zur Beseitigung von Rauchoder Rußbelästigungen auf Verlangen der Berechtigten ausführen. Rechte und Pflichten des Fegermeisters oder seines behördlich bestellten Stellvertreters einerseits und des Hauseigentümers oder seines Vertreters andererseits beruhen gewissermaßen auf Gegenseitigkeit. Letztere, sowie alle Hausbewohner sind verpflichtet, dem Fegermeister oder seinen Angestellten die Reinigung der Schornsteine und den Zutritt zu den Räumen, die zu diesem Zwecke betreten werden müssen, zu erlauben, soweit die Zugänge zu den Reinigungsverschlüssen (Schiebern im Keller) und den Dachfenstern frei zu halten. Dem Schornsteinfeger sind Behälter aus nicht brennbarem Material zur Verfügung zu stellen, damit er anfallenden Ruß und Schmutz sammeln kann. Laufbohlen auf den Dächern und sonstige unfallver- hütende Vorrichtungen sind in gebrauchsfähigem Zustand zu halten; ebenso hat der Hausbesitzer alle zu seiner Kenntnis gelangenden Verstöße gegen bau« und feuerpolizeiliche Vorschriften innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen. Dem Schornsteinfeger dem „schwarzen Mann", ist in hohem Maße die Beschützüng des Hausbesitzes gegen Feuersgefahr, also auch von Leib und Leben seiner Bewohner, unter staatlicher Aufsicht anvertraut. Ihn in der Erfüllung seiner Pflichten und Ausübung seines verantwortungsvollen und ebenso schwierigen wie gefahrvollen Berufs in jeder Beziehung zu unterstützen, ist deshalb eine selbstverständliche Bürgerpflicht. Sorbenz unaen für das Gebietssportfest der HI. in Gießen. NSG. Die für die gesamte körperliche Ertüchtigung in der Hitler-Jugend verantwortlichen hauptamtlichen KS.-Stellenleiter der Banne wurden zum 17. und 18. Juli zu einer Arbeitstagung nach Wiesbaden einberufen. Der KS.-Abteilungsleiter des Gebietes Hessen-Nassau, Unterbannführer Reinhard, der zugleich Gaujugendwart im DRL. ist, wird die Aufgabe der kommenden Tage auf dem Gebiet der Leibesübungen, der körperlichen Ertüchtigung und -der Sonderausbildung der Motor-, Marine« und Flieger-HI. auszeichnen und die vorbereitenden Maßnahmen für das G e - b i e t s f p ortfest in Gießen am 21. und 22. August und für die NS.-Kampfspiele in Nürnberg besprechen. GA.-Gruppen-Gporttaq in Frankfurt am Main. Letzte Ausscheidungen für Berlin. NSG. Zum SA.-Gruppensporttaa erläßt Gruppenführer Becker le folgenden Aufruf: Am kommenden 24 und 25 Juli führt die SA.° Gruppe Hessen im Sportfeld zu Frankfurt a. M. ihre diesjährigen Sportkämpfe durch. Wenn die Hallensportkämpfe vom 10. April 1937 schon einen nachhaltigen Eindruck von der Kraft und dem Wesen des SA.-sportlichen Gedankens gaben, so werden die Kämpfe auf dem Sportfeld am 24. und 25. Juli ihre besondere Bedeutung dadurch :rbal« len, daß hier auf allen SA -sportlichen Gebieten des Mannschafts, und Einzelkampfes die Meister der Gruppe Hessen ermittelt und damit die letzten Ausscheidungen für die großen Reichswettkämpfe der SA. in Berlin oom 13. bis 15. August aus- getragen werden. Darüber hinaus wird der kommende Gruppen- Sporttag in Frankfurt a M feine besondere Note dadurch erhalten, daß die SA.-Gruppe Hessen vom Stabschef den ehrenvollen Auftrag erhielt, in Berlin die Körperschule der SA. mit über 1000 Männern vorzuführen und nun die Körperschule am 25. Juli auf dem Sportfeld in der gleichen Form zeigen wird Mein Appell richtet sich darum vor allem an die Arbeitgeber derjenigen Männer, die ihre Kraft den Entscheidungskämpfen und dem Training der Körperschulen zu widmen haben. Ich bitte alle Stellen, den SA.-Führern und SA.-Männern durch Gewährung des nötigen Urlaubs, sowie durch Erleichterung in der Lohnfrage die Möglichkeit zu geben, ihre Leistungen am SA -Sporttag der Gruppe Hessen zu Frankfurt a. M und bei den Reichswettkämpfen in Berlin ihr Können und ihre Einsatzbereitschaft zu beweisen und unsere Heimat würdig zu vertreten. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen: B e ck e r l e, Gruppenführer. Der zweite Tag des Berliner Reitturniers. Hauptmann von Barneforo gewinnt das Jagdspringen. Der zweite Tag des internationalen Berliner Reitturniers auf dem Reichssportfeld fand bei herrlichem Sommerwetter wieder einen prächtigen Rahmen. Die zählreichen Zuschauer erlebten in einem schweren Jagdspringen der Klasse Sa den Höhepunkt des Tages. Die besten deutschen Reiter und Pferde trafen hier auf die Vertreter Rumäniens, Hollands und Ungarns. Der Kurs führte über 18 Hindernisse, wobei zwei Wassergräben und der große Wall zu nehmen waren, der vielen Teilnehmern zum Verhängnis wurde. Den einzigen fehlerlosen Ritt bewältigte Hauptmann von Barnekow mit dem Hannoveraner Olaf, der für feine prächtige Leistung reichen Beifall erhielt. Mit je vier Fehlern belegten drei weitere Teilnehmer die folgenden Plätze, so daß hier über die Ranaiolge die bessere Zeit entschied. Großes Pech hatte SS-Sturmhauptführer T e m m e, der mit Amneris am Gartentor zu Fall kam und aufgeben mußte, während bei feinem zweiten Ritt Taffo zweimal den Wassergraben verweigerte und 17V2 Fehlerpunkte erhielt. Eine der beiden Dressurprüfungen des Turniers ging um den Preis von St. Georg und brachte sie- ben Reiter von fünf Nationen mit acht Pferden an Öen Start. Am Nachmittag erschienen nur noch mer Pferde, unter denen sich Nevil unter dem dänischen Rittmeister Jensen den Sieg holte. Der Däne zeigte seine zusammengefaßte Vorführuna vom Vormittag noch einmal. Strapaziöse Etappen der Sechstaqefabrt. In strahlendem Sonnenschein legten die Fahrer am Mittwoch ihre dritte Teilstrecke in Wales zurück. Das Fahrgebiet unterschied sich nur wenig von dem des Vortages. Auf Nebenwegen ging es wieder quer über die Berge von Wales auf und ab. Die Strecke führte über steile Hänge und durch tiefe K J z iS (b t i . 4 V , , Hi «.. . x . v. Bei der Internationalen Motorrad-Sechstagefahrt in Wales hatten die Fahrer mit außerordentlichen Geländeschwierigkeiten zu kämpfen. Die Wege waren durch Regengüsse in sehr schlechtem Zustand. Auf unserem Bilde sieht man einen Teilnehmer auf der Strecke in den Waliser Bergen beim Passieren der Wasserdurchfahrt. — (Schirner-M.) Schluchten. Eine Wasserdurchfahrt bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Bis zur Mittagskontrolle gab es keinerlei Zwischenfälle. Nach der Mittagskontrolle wurde die Strecke schwerer Müde stiegen die Fahrer am Ziel aus dem Sattel. Auch den Maschinen merkte man die Strapazen an. Doch überstanden die Mannschaften den Kampf um die Trophäe und Silbervase wieder strafpunktfrei Ausgezeichnet hielten sich auch die übrigen deutschen Fahrer, so daß mit Recht auf zahlreiche Goldmedaillen für sie zu hoffen ist. Eine Trophäen-Mannschafk gesprengt. Die unerhörten Anstrengungen der Regenfahrt der vierten Tagesschleife zusammen mit Orientierungsschwierigkeiten forderten ihre Opfer. Die Tschechoslowaken Stanislaw und Juhan verloren ihren Kameraden Vitvar durch Sturz. Dadurch ist die Trophäen-Mannschaft gesprengt. Deutschland mit Maier, Stelzer, Kraus-Müller und England mit den Vorjahressiegern Rowley, Brittain und Way- cott machen das Ende unter sich aus. Mehrere widrige Umstände trafen zusammen. Verschiedene Streckenteile führten auf der Vortagsschleife entlang oder kreuzten sie. Hinzu kam noch, daß der Regen die Farbmarkierungen verwischte. So mußten Vitvar und die hinter ihm herfegenden deutschen Fahrer Pfeiffer von der NSU.-^.-Mannschaft und Gmelsch (BMW.) von der DDAC.-Klub- mannschaft an der sechsten Kontrolle erfahren, daß sie die vorhergehende durch Verfahren ausgelassen hatten. Es gab Strafpunkte. * Bei der Motorrad-Sechstagefahrt in Wales am Freitag gerieten die kleinen DKW.-Maschinen von 98 ccm von Barth und Klopfer in Zeitnot. Meister Fleischmann auf NSU. wurde zur Aufgabe gezwungen und auch Schäfer (Viktoria) und Kra- biell (NSU.) schieden aus. Im Wettbewerb um die Silbervase liegen u. a. die beiden deutschen Mannschaften von Zündapp und BMW. ohne Strafpunkte im Rennen, und im Kampf um die internationale Trophäe erledigten die Mannschaften von Deutschland und England ihre Aufgaben wieder fehlerlos. 3. Etappe Montpellier-Perpignan. Die 13. Etappe der Tour de France, von Montpellier nach Perpignan Über 166 Kilometer, die wieder in zwei Strecken unterteilt war, sah einmal den Italiener Camusso, das anderemal den Belgier Meulenberg in Front. Der Deutsche Wengler wurde auf der zweiten Teiletappe guter Dritter. Bautz und Thierbach sind im Gesamtergebnis wiederum je einen Platz vorgerückt und liegen nun an 13. bzw. 17. Stelle. Die Führung hat nach wie vor S. Maes vor LapÄie. In der Nationenwertung liegt immer noch Belgien klar an der Spitze vor Frankreich und Deutschland. b M <16 «bet« iÄ?5b gtfjeibeanl1 notierten fl durchweg Kuderus u 121,75 um clls durch! 0,25 d-L6 * $on sonst'! hof mit 62 zur Notiz. Ain Ne^ jung mit W etwa Mntige ver Ver' kn am 21 Bereinigte lüik. 216® Wz geto lich. 2lm bis 0,75, halten Da (138). St Sui. Berg 2,25 o. h 154,75 erf mit 180 (' (162,50). Der R wesentlich mit unv. Briefen i Sireckenflöge nach Thüringen und Sachsen. Die fortdauernden meteorologischen Schwankungen fordern von den Teilnehmern am internationalen Segelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe täglich erneut den Einsatz ihres ganzen und stetig sich steigernden Könnens. Im Gegensatz zum Donnerstag wehte am Freitag ein kräftiger Westwind, der sich in der Mittagsstunde auf acht Sekundenmeter steigerte. Sofort setzte ein überaus eifriger Startbetrieb ein, an dem sich die Piloten aller Länder beteiligten. Der Freitag stand wieder im Zeichen großer Streckenflüge nach Thüringen und Sachsen. Der englische Pilot Neilan erreichte nach einem Fluge von 73 Kilometer den Flughafen von Gotha; fein Landsmann Watt überbot diese Leistung um das Doppelte und kam nach 154 Kilometer bis in die Nähe von Eisleben. Der Schweizer Baur flog nach Etzdorf bei Jena und legte 151 Kilometer zurück. Heini Dittmar knüpfte an feine großen Streckenflug-Leistungen der Vortage an und ging nach einem Fluge von 187 Kilometer bei Haselbach in Sachsen nieder. Die beste Leistung vollbrachte nach den bisher vorliegenden Landemeldungen der Pole Zabski mit einem 212-K.^meter-Flug nach Ehemnitz. Nach Rudolstadt (90 Kilometer) kam mit Skukiewicz ein weiterer polnischer Teilnehmer. Unsere drei Deutschen Hanna Reitsch, Wolfgang Sväte und Ludwig Hofmann Überboten alle die 100-Kilo- meter-Grenze. Hanna Reitsch erreichte nach 144 Kilometer Oberndorf bei Apolda, Späte kam bis Böhlen (189 Kilometer) und Hofmann landete bei Zorbau in Sachsen mit 166 Kilometer. 124 Kilometer Luftlinie legte der Oesterreicher von Lerch zurück und flog bis Niederreichen (Thüringen). Der Pole Brzezina setzte seinen Apparat nach'99 Kilometer bei Gebelsee in der Nähe von Erfurt nieder. Bisher wurden insgesamt 255 Starts getätigt. Zwei polnische Piloten kamen am weitesten. Die weitesten Streckenflüge wurden am Freitag von den beiden Polen Baranowski und Mynarski zurückgelegt. Baranowski kam fast bis an die Tore der Reichshauptstadt und landete nach 300 Kilometer bei Ketzin in der Nähe von Potsdam. Sein Landsmann Mynarski flog als einziger Teilnehmer nach der Tschechoslowakei und ging auf dem Flugplatz von Marienbad nieder; seine Flugleistung betrug damit 305 Kilometer. Der Deutsche Kurt Schmidt erreichte nach 244 Kilometer Meißen in Sachsen und Sandmeier-Schweiz ging ebenfalls nach Sachsen ab, wo er nach 164 Kilometer Zwickau erreichte. \ Kurze Sportnotizen. Bryan Grant wird an Stelle von Frank Parker als zweiter Einzelspieler im Jnterzonen- final zum Davispokal gegen Deutschland, das heute in Wimbledon beginnt, eingesetzt. Der Spielplan hat folgendes Aussehen: Samstag: von Gramm— Grant, Henkel—Budge; Montag: von Gramm« Henkel—Mako-Budge; Dienstag: Henkel—Grant, von Gramm—Budge. * Hermann Buse, der älteste der deutschen Berufs-Sttaßenfahrer, belegte beim jetzt beendeten Vier-Etappen-Rennen Toulouse—Paris unter 53 Teilnehmern mit 29:37:24 Stunden für die 990 Kilometer den 18. Platz. ♦ D i e Oberste SA. - Führung verzichtet nach einer Erklärung von SA.-Obergruppenführer Litzmann künftig, um die Förderung des deutschen Turniersports zu erleichtern, in Zukunft bei von ihr bestrittenen Turnieren auf Geldpreise, um diese der privaten Reiterei zukommen zu lassen. ♦ Beim Großen Motorradpreis von Deutschland, der am 8. August in Hohenstein- Ernstthal ausgefahren wird, dürfte nach den dis jetzt vorliegenden Nennungen ein Teilnehmerfeld zustandekommen, das dem kürzlich abgewickelten Großen Preis von Europa in nichts nachsteht. * D i e Deutsche Kanu-Jugendregatta wird am 30. Juli in Frankfurt abgewickelt. Beteiligt sind 17 Vereine aus Berlin, Hamburg, Braunschweig, Kassel, Köln, Mannheim, Mainz, Frankfurt, Aschaffenburg und Augsburg mit 44 Nennungen. Das Rennen im Einer-Faltboot des Jahrgangs 1920 ist von 16 Teilnehmern beschickt und muß dreigeteilt werden. DNB. In einem ausführlichen Runderlaß werden vom Reichsführer SS. und Ehef der Deutschen Polizei die Aufgaben der motorisierten Gendarmerie festgelegt. Das Aufgabengebiet dieser jüngsten deutschen Polizeiformation ist demnach die Ueberwachung des Verkehrs auf den Landstraßen und Reichsautobahnen. Die motorisierte Gendarmerie ist in 42 Bereitschaften, die an den Knotenpunkten der Reichsstraßen und Reichsautobahnen gebildet werden, auf oas ganze Reichsgebiet verteilt. Die Gesamtstärke des motorisierten Gendarmeriekorps beträgt nach .^!?Uelegten Stellenplan ungefähr 3320 Mann einschließlich Offiziere. Der motorisierten Gendarmerie werden folgende Einzelausgaben zugewiesen: Ueberwachung des Verkehrs auf Einhaltung der Verkehrsvorschriften und die Prüfung aller Fahr- zeuge auf ihre verkehrssichere Beschaffenheit. Hilfeleistung bei Unglücksfällen, soweit es der Schutz von Leben und Gesundheit der Volksgenossen "ordern erf)aIhfnq wertvollen Volksvermögens er- Ermittlung des Tatbestandes bei Verkehrs- un|aiien. * Fahndung nach gestohlenen Kraftfahrzeugen und nach Kennzeichen-Mißbrauch. Belehrung der Verkehrsteilnehmer. Beobachtung des Zustandes der Straßen, der ®£Aenbauten und der Zeichenbeschriftung. Die Beobachtung schienengleicher Bahnübergänge. Bei Verkehrsunfällen beschränkt sich die Tätigkeit der motorisierten Gendarmerie auf die erste Hilfe- leiftung und Tatbestandsaufnahme. Die Weiter- bearbeitung obliegt der zuständigen Polizeibehörde, die auf Grund der von der motorisierten Gendar- fleiroffenen Feststellung das weitere veran- latzt. Außerdem stehen die motorisierten Gendar- menebereltschaften ihrer vorgesetzten höheren Ver- waltungsbehörde auch zum Einsatz für besondere, oon den genannten Aufgaben abweichende Verwendungszwecke tn außergewöhnlichen Fällen zur Ver- ugung wenn für diesen polizeilichen Einsatz motori- fierte Kräfte unbedingt erforderlich sind. Die motorisierte Gendarmerie ist örtlich und sach- farnten Reichsgebiet zuständig, ohne an die politischen Grenzen innerhalb des Reiches gebunden zu sein. Sie ist berechtigt, gebührenfreie und gebührenpflichtige Verwarnungen bei Uebertretung Regende Polizeistreifen ans den Landstraßen Aufgaben und Zuständigkeit der motorisierten Gendarmerie. erhöht, tfrantfui (96,75), Nachsra Im i 73,50 (' 2ln b. Muffen bunfjmg markt 1 bis 169,5 Elektrische einer grü festigungei ein. Etwa Kim Sie Hinte Si. Wfbeir •N<6e Re h'. Gliche! j?"lon ig ^stchei 3* ton 18 ' J$ton 19 lY-WSln Milche V ...... r Md)e ^1836 L Sw® Vollen UM Lai 1 ö«. Ä' Ä*' Wirtschaft Neues für den Büchertisch wsgelass» en. An Kirchliche Nachrichten D e. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießern a. 41,95 0,167 47,20 55,25 47,20 12,38 5,475 4,67 137,27 13,11 41,98 0,167 47,20 55.28 47,30 12,385 5-475 9,64 137,41 13,11 uher- 1 sehr * den ion Merzonen- , bas Heu» CpielM t Crami- n Gramnv itd—Orant 41,90 0,165 47,10 55,16 47,10 12,355 5,465 9,62 137,13 13,09 Im 73,50 > 3 1 41,87 0,165 47,10 55.13 47,10 12,35 5,465 4,65 136,99 13,09 er deutschen gl beendeten ; unter 5J für die $ lebhaftem Geschäft gegenüber den Mittagskursen fast durchweg leichte Befestigungen ein. Am Aktienmarkt konnten sich u. a. IG.-Farben auf 168,90 bis 169,50 (168,50) erhöhen. AEG., Demag und Elektrische Lieferungen stiegen um je 0,50 v. H. Bei einer größeren Anzahl von Werten traten Befestigungen im Ausmaße von 0,13 bis 0,25 v. 5). ein. "Etwas leichter lagen Bemberg, Betula, Holz- g verD nippen^1 des beul; Zukunft »ßpreife, in zu lassen. in Jßales Maschine» m Zeitnot lr Aufqabe und Ära. ttb um bii hen Kan», hne Straf. 1 die inten chaften von ifn miebei (73). — Tagesgelb unv. 2,50 v. 5). Abendbörse befestigt. der Abendbörse traten bei verhältnismäßig "gnon. von Mont. Meter, bii sah einmal den Belgier lgler wurde Bautz M ieberum je m 13. bM ar 6. Mae- ’iegt immer Frankreich Stt* “ Buenos Aires . Brüflel....... “to de Janeiro Solen........ Kopenhagen... Oanzig....... London....... (eelfingfoBl.... Aarts........ Holland...... 'J tollen....... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v S). Blitz schlug in Schafherde. 78 Tiere getötet. LPD. Marburg, 16. Juli. Bei einem am Donnerstagabend über dem nördlichen Kreis Marburg niedergegangenen Gewitter schlug in der Nähe des Ortes Niederast he der Blitz in eine Schafherde. 78 Tiere waren auf der Stelle tot. Die Herde war gerade in den Pferch getrieben worden. Der Schäfer, der nur fünf Meter von der Einschlagstelle entfernt war, kam mit dem Schrecken davon. Gießen. Iohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde. — Kirchberg. 20.30: Helferkreis des Kindergottesdienst. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 18. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 16: Jungfrauenstunde; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 21. Juli. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 22. Juli. 20.30: Jungfrauenstunde. — Das deutsche Führergesicht. Don Karl Richard Ganzer. (I. F. Lehmanns Verlag, München. Geb. 4,20 Mark.) — (548) — Die Bildnisse dieser 200 großen deutschen Menschen, die unsrem Volke auf den verschiedenen Stufen seiner Lebensbahn als Führer voransKritten, und die charf formulierten, fein geprägten Begleitsätze werden auf den Beschauer und Leser einen starken Eindruck machen. Man sieht in diesem sorgsam gestalteten Werk schlechthin das Gesicht der großen deut- chen Führer. Gegenüber der ersten Auflage wurde diese zweite durch Neueinfügung und Auswechslung einiger Bilder um ein geringes geändert, und zwar zum Vorteil der neuen Auflage. Auch der erfahrene und anspruchsvolle Bildbetrachter wird in dem Buche manches seltene oder überraschende Bildnis inden, das auch von einer uns sonst vertrauten Persönlichkeit neue, unbekannte Züge offenbart. In jedem deutschen Haus, aber auch in der Jugendbildung, kurzum bei der geistigen Bereicherung aller deutschen Menschen wird dieses Buch eine hohe Mission erfüllen, denn es öffnet jedem Deutschen Herz und Auge für die Größe der deutschen Führer. — Der letzte Hafen. Roman von Hans Richter. (Verlag Scherl, Berlin. Geb. 4 Mark.) — (68) — Der Leser lernt hier das tragische Lebensschicksal eines Menschen kennen, der als junger Mann, entsprechend der Tradition seiner Familie, dazu bestimmt war, Offizier oder Beamter zu werden, den aber die Sehnsucht nach der weiten Welt aus dem vorgezeichneten Gleis warf und ihn hinaustrieb in ein unstetes, abenteuerliches Leben. Er befährt alle Meere der Welt, lernt viele Völker und Länder kennen, erfährt ihre guten und ihre Schattenseiten, sieht auch das Elternhaus einmal wieder, aber immer wieder treibt es ihn hinaus. Als alter und kranker Kapitän landet er schließlich mit seinem Lebensschiff im letzten Hafen, einer algerischen Oase, und hier erst als alter Mann entdeckt er sein eigenes Herz. Hier hält er, der unstete Weltfahrer, Einkehr und Heimkehr zu sich selbst und auch zu der Frau, die er in jungen Jahren auf einer Seefahrt kennengelernt hat und die seinen Lebensweg immer verfolgte. Der Autor bringt seine Erzählung zum Teil in der Form eines Tagebuches des Romanhelden und gibt dadurch der fesselnden Darstellung dieses Lebens, das durch alle Erdteile führt, noch einen erhöhten Reiz. — Der göttliche Funke. Ein altöfterreichi- sch'er Soldatenroman von Rudolf von Eichthal. (Verlag „Das Bergland-Buch", Salzburg. Geb. 2,85 Mark.) — (69) — Der Autor erz 'hlt in diesem Buche das jugendliche Lebensschicksal eines altösterreichischen Offiziers von dessen Kleinbubenzeit an bis zu jenem unvergeßlichen Augenblick, da er zum stnde u M reis do8 i hohenfM >°ch d-°L eilnehmeW abgewickeitK Meht. rbregatl« Mickelt. n fiaiM aurg nm " Nachfrage hatten Jnduftrieobligationen. Freiverkehr hörte man Ufa Film mit Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Juli. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrverwalter Metzler. — Zohanneskirche. 8: Pfr.i.R. Kalbhenn; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes- und Militärgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Paetow; 20: Vibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Dauth; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Albach. 8: Pfr. Müller. — Steinbach. 9: Pfr. Steiner. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 13.30: Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein- Linden. 8.45: Gottesdienst; Pfr. Gontrum, Watzenborn. — Garbenkeich. 10.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Pfr. Hotz, Villingen. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Pfr. Gerich, Bellersheim. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre; 14: Frauentreffen in Wölfersheim. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre; 14: Frauentreffen in Wölfersheim. — Dir- berg. 10: Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Allen-Buseck. 10: Gottesdienst. — Albach. 8: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottes» dienst; 10: Christenlehre. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. Mittwoch, den 21. Juli. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 22. Juli. s-s s x erten Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Vereinigung), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 18. Juli. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 21. Juli. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 22. Juli. 8.30: Jugendbundstunde. Ehristliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 18. Juli. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 20. Juli. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaplistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 18. Juli. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, den 21. Juli. 20.15: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinde, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 18. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 21. Juli. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 17. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 18. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe mit Kinderkommunion; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt. 14.30: Andacht mit sakramentalischem Segen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lieh. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt und Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Gießen. An den Werktagen sind in Gießen die hl. Messen um 6 und 7.15 Uhr. Mittwoch, den 21. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe. vesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in brtngentie» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpost amt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonn«: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Nohl, Neuen Bäue 27. Zahnarzt: Dr. Jäger. Apotheke: Engel-Apotheke. Fahrzeuge in mangelhaftem Zustand nach Befeiti- gung der beanstandeten Mängel zur zuständigen Zulassungsbehörde zu bestellen. Die Angehörigen der motorisierten Gendarmerie tragen die neuen arün-melierten Uniformen der Gendarmerie und sind an einem besonderen Aermel- band mit der Aufschrift „Motorisierte Gendarmerie" kenntlich. Außerdem wird von den ersten 16 Bereitschaften, den sogenannten Stammbereitschaften, und von den Angehörigen der Kraftfahr- und Verkehrsschule die olivgrüne Uniform des früheren Feldjägerkorps getragen. erstenmal als „frischgebackener" Leutnant das Tor seiner militärischen Erziehunasanstalt durchschreitet. Mirko I e l u s i ch nennt in seinem Vorwort diesen Roman „ein männliches, ein soziales Buch". Das Leitmotiv der Erzählung klingt in allen Abschnitten eindrucksvoll an: die hohe deutsche Auffassung von Soldatenehre und Soldatenpflicht! Unter diesem Gesetz sehen wir als Leser das Leben des kleinen Militärwaisenzöglings Erwin Spielvogel sich abwickeln, wie es dann auch bestimmend ist für den steilen und schweren Lebensweg bis zur Leutnants- Ausmusterung der Militär-Akademie. Spannend und herzerwärmend sind in dem Roman die frühen Lebensstufen des jungen Spielvogel in ihrer Umwelt der Disziplin, der Kameradschaft und junger Liebe, in ihren führenden Gestalten und entscheidenden Geschehnissen geschildert. Und trotz vielfacher Entsagungen, Enttäuschungen und drohender Lebensschatten bricht immer wieder schäumender Jugend- und Lebensmut durch, bei jedem drohenden Unheil ersteht ein Retter: irgendeine fabelhafte Idee, ein gewagter Entschluß, eine Mordslist, eben der göttliche Funke, der den jungen Menschen immer wieder vorwärts- und aufwärtsführt. Darum ist denn auch die fesselnde Erzählung mit diesen beziehungsvollen drei Worten betitelt worden. — Wilhelm Pleyer : „D i e Brüder Tommahan s". Roman. Preis in Leinen 5,50 Mark, Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (126) — Dieses Buch berichtet von einem Dorf und einem Hof jenseits des Grenzgebietes, von vier Brüdern, deren Schicksal mit diesem Hof aufs engste verknüpft ist. Aber wenn wir von diesen persönlichen Schicksalen erfahren, dann werden wir zugleich auch wieder hineingeführt in den Kampf des sudetendeutschen Volkes. Denn die Brüder Tom- mahans stehen mitten drin in dem Kampf, der bts in die kleinsten völkischen Einheiten, die Familien, geführt wird, und das Schicksal dieser Brüder wird gleichnishaft das Schicksal deutschen Blutes und deutscher Heimat. Wir hören von Art und Sitte dieser Menschen, von Treue und Untreue, spüren den unablässig geführten Kampf der Tschechen gegen alles Deutsche, vernehmen den Verrat der Lumpen und Schwachen auch auf deutscher Seite, und wir sehen die Jugend dieses Landes, wie sie für ihr Schicksal einsteht und überall hilft, wo Not am Mann ist. Wir begegnen Menschen, die unter beispiellosem Einsatz um das Höchste ringen, das es zu erhalten gibt, die im Bewußtsein ihrer Aufgabe immer nur nach dem Notwendigen leben, „lieber jedem stand das größere Schicksal, über jedem die Gemeinschaft, über jedem Leben standen die Toten des Volkes, deren Opfer das Maß war allen Erlebens." Vermeidet Unfälle zur Erntezeit! LPD. Es ist eine alte Tatsache, daß gerade in der Erntezeit eine Häufung von Unfällen in den bäuerlichen Betrieben oorkommt, die aber meist verhütet werden könnte, wenn die Unfalloerbü- tungsoorschriften streng beachtet würden. Auf der letzten Reichsnährstandsschau hatte ja jeder bäuerliche Besucher Gelegenheit, sich damit eingehend zu befassen dzw. alle Verhütungsmittel und Dorrich- tunaen kennen zu lernen Es geht im nationalsozialistischen Deutschland nicht an, daß durch Nichtbeachtung wichtiger Vorschriften die wertvolle Gesund- Betriebe vorkommenden Unfälle zumeist der Verantwortliche ist, muß daher im eigensten Interesse peinlichst darauf sehen, daß alle Schutzvornchtun- gen an ihrer Stelle sind, daß sie nicht aus Leichtsinn oder Unverstand in irgendeinem Winkel liegengelassen werden. Der Bauer muß auch vor allem darauf sehen, daß sein Gesinde, soweit es mit Maschinen zu tun hat, mit deren Handhabung bestens vertraut ist und daß es alle Schutzmaßnahmen beachtet. heit des bäuerlichen Menschen Schaden nimmt. Es liegt aber im eigensten Interesse des Bauern selbst, auch in der Erntezeit alle Geräte, Maschinen in Scheunen und Speicher nachzuprüfen. Schadhafte Stellen in Scheunen oder Kornböden können zu schweren Unfällen führen. Daher ist es unbedingt nötig, daß die Deckenbelage, sowie Bodentreppen und Geländer der Kornböden in Ordnung sind. Eine andere Unfallquelle sind die landwirtschaftlichen Maschinen, an denen man sich schwerste Verletzungen zuziehen kann. Es darf z. B. gerade bei den Mähmaschinen niemals vom Fahrer vergessen werden, beim Abteigen und beim Reinigen des verstopften Schneidewerkes die Messer auszurücken. Auch die Hantierungen bei allen anderen Maschinen müssen mit der notwendigen Vorsicht vorgenommen werden; ein alscher Griff, eine kleine Unachtsamkeit kann chwerste Gefahren für Leben und Gesundheit bringen. Ein besonderes Kapitel der Unfallverhütung bilden die Schutzvorrichtungen an den landwirtschaft- lichen Maschinen. Gerade hier wird noch sehr viel gesündigt; da fehlt das Schutzgitter, dort die Schutz- bzw. Blechhaube. Der Bauer, der für die in seinem Oer Derkehrsvorschriften zu verhangen. Die Gebüh- ren und Strafen werden von der motorisierten Gendarmerie unmittelbar festgesetzt, unmittelbar eingezogen und an die vorgesetzte höhere Verwaltungsbehörde abgeführt. Wenn in besonderen Fällen Verwarnungen nicht ausreichen, wird von der motorisierten Gendarmerie Anzeige unmittelbar an die zuständige Staatsanwaltschaft bzw. Amtsanwaltschaft erstattet und so für eine Verfolgung der Straftat durch die zuständige Polizeibehörde das Erforderliche veranlaßt. Außerdem hat die motorisierte Gendarmerie ein sehr wirkungsvolles Mittel zur Hebung der allgemeinen Verkehrssicherheit: Sie ist berechtigt, Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 16. Juli. Bei weiter leb» baftem Geschäft blieb die Grundstimmung am Aktienmarkt weiter fest. Spezialbewegungen hatten IG.-Farben und Bemberg zu verzeichnen. IG.-Farben wurden unter Schwankungen bis zu 168,50 (167,50) bei größeren Umsätzen gehandelt, Bemberg notierten mit 153,25 bis 154 bis 155 (152,75). In der chemischen Gruppe konnten sich noch Metallgesellschaft um 0,50 v. H. erhöhen, während Scheideanstalt mit 261 unverändert lagen. Interesse zeigte sich ferner für Elektrowerte; AEG. stiegen auf 135,50 (135), Gesfürel dagegen auf 154,75 (156) auf eine Zufallsorder ab geschwächt. Felten notierten mit 143 (141). Der Montanmarkt lag durchweg fester. Hoesch befestigten sich um 0,50, Buderus um 0,25 und Vereinigte Stahlwerke mit 124,75 um 0,13 v. H., Maschinenwerte zogen ebenfalls durchweg an; Moenus um 0,50, Junghans um 0,25 v. H. erhöht. Verkehrsaktien waren vorerst noch ruhig, AG. für Verkehr mit 130,50 unverändert. Don sonstigen Papieren kamen Westdeutsche Kaufhof mit 62,50 (61,50), Reichsbank mit 213,25 (213) zur Notiz. Am Rentenmarkt lagen Kommunal-Umschul- dung mit 94,20 behauptet, späte Schuldbücher mit 99,40 etwas fester. Weiter stark gefragt waren fünf- prozentige Jnduftrieobligationen. Der Verlauf lag etwas ruhiger, die Kurse bröckelten am Aktienmarkt eher leicht ab. So gingen Vereinigte Stahlwerke auf 124,50 nach 124,75 zurück. AEG. auf 134,75 nach 135,50. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen nicht ganz einheitlich. Am Montanmarkt gewannen Mannesmann bis 0,75, Rheinstahl 0,13. Eine Spezialbewegung hatten Daimler mit 138,50 bis 139,50 bis 139,90 (138). Stärkere Erhöhungen erzielten außerdem Jul. Berger mit plus 1,50 und Lahmeyer mit plus 2,25 v. H. Gesfürel konnten sich auf 155,50 nach 154,75 erholen. Schwächer lagen dagegen Schuckert mit 180 (180,50) und Cement Heidelberg mit 161,50 (162,50). Der Rentenmarkt wies im Verlauf keine wesentlichen Aenderungen auf. Reichsaltbesitz tarnen mit unv. 126,15 zur Notiz. Von Liquidationspfandbriefen waren Pfälzer mit 101,50 (101,35) etwas erhöht. Stadtanleihen tendierten uneinheitlich; Frankfurter 98,75 (98,90), dagegen Heidelberger 97 (96,75), Wiesbadener 98 (97,75). Weiter starke mann, Hoesch und AG. für Verkehr. Der Rentenmarkt lag wenig verändert. Kommunal-Umschul- bung waren 94,20; weiter gesucht Jndustrieobliga- tionen au unveränderten Kursen. IG.-Bonds kamen mit 134,75 zur Notiz. Im Freiverkehr wurden Adlerwerke Kleyer zu 116,50 genannt. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. F r a n f f u r t a. 2R., 16. Juli. AmObstmarkt waren Birnen, Sommeräpfel und Pfirsiche stark angeboten; Johannisbeeren, Heidelbeeren und Früh- zwetschen ausreichend vorhanden, Aprikosen weiter knapp. Das Geschäft verlief ziemlich langsam. Infolge Beendigung der Ernte war das Kirschenangebot nicht mehr nennenswert. Die Preise für Aepfel, Birnen und Pfirsiche gaben nach, sonst traten kaum Veränderungen ein. Aus dem Ausland kam ausreichendes Angebot von Pfirsichen, während das von Susinen gering blieb. Der Pfirfich- abfatz befriedigte, der von Susinen war schleppend. Die Preise lagen unverändert. * Der Gemüsemarkt hatte bei schleppendem Geschäft starkes Angebot von Gurken und Kopfsalat und gutes Angebot von Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Kohlrabi, Rotkraut, Weißkraut, Tomaten und Wirsing. Preissenkungen traten bei Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Rotkraut, Spinat, Tomaten, Weißkraut und Wirsing ein. Aus dem Ausland kam geringes Angebot von Tomaten. Die Preise für holländische Tomaten gingen zurück, für italienische blieben sie unverändert. Der Absatz befriedigte. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 547: Die neuen Bestimmungen über den Reiseverkehr nach Belgien-Luxemburg. — 548: Begriffsbestimmung und Bezeichnungsvorschriften für Sperrholzkoffer RAL. 958 A. — 549: Nachtraa 2 zur Gebührenordnung der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle vom 16. Januar 1935. — 550: Anordnung Nr. 41 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Verbot der Verwendung von Kraftfahrzeugluftreifen an Gespannwagen). — 551: Sonderschau „Für Weihnachten werben" auf der Leipziger Herbstmesse. — 552: Neue Bestimmungen über die Anlage von Sperrguthaben. — 553: Anbietung von Zinsscheinen deutscher Auslandsbonds — 554: Neue Bestimmungen über die Bezahlung im Waren- und Dienstleistungsverkehr mit der Schweiz. jleiftung h> utfdje Äii Meißen' . lenfaUs itd Zwickau' Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schluß! Mittag börse Schluß» kurs Schluß?. Abend börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 15.7. 16.7 15.7- 16.7. Datum 15.7 16 7 15 7 16.7 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1827 4% Deutsche ReichSanl. von 1934