Nr. 138 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 17.)uni 1957 Erschein, rügllch. außex Sonntags and Feiertags Betlagen: Die illustriert» Giessener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» MonalrBezugsprelS: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.98 Ohne illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüff« anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfttöts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» für Oie Mittagsnummer bis 8'/.UHr Des 'Bormittags Grundpreise für \ mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rps..PIatzvorschrift nach vorh tBereinbg. 25°/e mehr. Ermästtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Experiment -er Volksfront. Von unserem v. G.-Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Juni 1937. Der Eintritt der Volksfrontregierung in das zweite Jahr ihres Bestehens ist nicht nur von sozialen, sondern vor allem von ernsten finanziellen Sorgen begleitet: die Kassen des Schatzamtes find leer, der Bedarf an flüssigen Mitteln groß. Der Fehlbetrag des Haushalts geht schon in die Milliarden, aber neue Vorlagen werden angekündigt oder gefordert, die die Belastung des Staates noch erhöhen werden. Das Kabinett Blum sucht nach einem Mittelweg zwischen einer scharfen Finanzkrise und einer Abkehr vieler seiner Anhänger aus Enttäuschung über eine Verzögerung der versprochenen Reformen. Das Kabinett will sogar das für die Stimmung so gefährliche Spiel mit neuen Steuern wagen. In der letzten Zeit ist in diesem Zusammenhang wieder von einem Sturz oder einem Rücktritt der Regierung die Rede gewesen, nicht nur bei der Opposition, sondern selbst im Lager der Mehrheit — hier allerdings in Form einer Warnung vor den angeblich so gefährlichen Folgen eines Scheiterns der Volksfrontminister. Die vergangenen zwölf Monate haben zwar gezeigt, daß von einer Auseinandersetzung über die Möglichkeit eines Kabinettswechsels bis zu seinem Eintritt ein weiter Weg ist, die Tatsache, daß eine neue Krise besprochen wird, beweist jedoch, daß die inneren Spannungen in Frankreich nicht behoben sind und die Unzufriedenheit sogar wächst. Fest steht aber, vorläufig, daß ein parlamentarischer Sturz Blums im üblichen Sinne dieses Begriffes zunächst nicht vorausgesagt werden kann. Die Mehrheit in der Kammer ist auch durch ihre zeitweise Lockerung an beiden Flügeln nicht gespalten. Die Kommunisten, die häufig schonungslose Kritik an Blum üben und ihn zu einem eindeutig marxistischen Kurs zu bestimmen bemüht sind, haben von der Komintern wiederholt Anweisung erhalten, das Experiment der Volksfront nach besten Kräften auszunutzen. Ihre Kammergruppe wird den Bogen also nie Überspannen, solange das heutige Regime ihren Zielen förderlich ist. Die Sozialdemokraten, das Kernstück der Mehrheit und die Träger der Regierung, sind, auch wenn sie aus taktischen Gründen gerne einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der heutigen Auftragsregierung der Volksfront und dem anzustrebenden rein sozialdemokratischen Zeitabschnitt machen, an den jetzigen Zustand gebunden. Sie können nicht ohne weiteres sich enger mit den Kommunisten zusammentun, da sonst zu viele radikalsoziale Stimmen der Mehrheit verloren gehen würden. Sie können ebensowenig mit den Jüngern Moskaus brechen und sich etwa einer Zusammenarbeit mit allen Gruppen zu ihrer Rechten über die Radikalsozialen bis zu Flandin hingeben, weil sie den Einfluß der kommunistischen und antikapitalistischen Kritik auf einen großen Teil ihrer Anhängerschaft befürchten. Innerhalb der R a d i k a l s o z i a l e n endlich — die kleinen Zwischengruppen können wir übersehen — hebt sich der Widerstand der Gegner der Volksfront von ihrer Abhängigkeit von der 3. Internationalen mit dem Streben des entgegengesetzten Flügels der Partei nach einem bestimmteren Linksdreh oder betonterem Antifaschismus ungefähr auf, so lange im Lande nicht alles durcheinander geht. Wir haben gesehen, daß nicht nur Willkür und Demagogie, sondern auch wilde Streiks, Ausschreitungen und sogar blutige Zusammenstöße, bei den Radikalsozialen im ganzen genommen nichts mehr wie warnende Artikel, Reden und Entschließungen, allenfalls ein vorsichtiges UmschaUhallt.il nach einer neuen Lösung zur Folge hatten. Ab und zu wird der Senat, dessen Haltung im wesentlichen den Stempel seiner radikalsozialen Mehrheit trägt, eingeschaltet, um der Regierung Halt zu gebieten, aber solch ein Druck wurde bisher stets mit einer Vermittlung hinter den Kulissen verbunden. So wurden dem Kabinett goldene Brücken geboten und den radikalsozialen Senatoren ein Festhalten an Blum ermöglicht. Man darf nicht vergessen, daß das Wahlbündnis der Volksfront, das vor einem Jahr die Zusammensetzung der Kammer bestimmte, vor allem eine Rückwirkung des seit dem Februar 1934 von außerparlamentarischen, ihrer Grundhaltung nach rechts gerichteten Kräften unternommenen planlosen Vorstoßes gegen den Parlamentarismus darstellt, den die damals stärkste Partei der Radikalsozialen verkörperte. Gewiß haben auch außenpolitische Gründe und sogar — vorsichtig gesagt — außenpolitische Quellen dazu beigetragen, daß durch die Wahlen eine Abkehr der französischen Politik von der Linie Paris—London—Kleine Entente—Moskau verhindert wurde. Die Außenpolitik kann bei der Betrachtung des Verhältnisses der Radikalsozialen zum Volksfrontkabinett aber in den Hintergrund treten, da die von dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Blum und dem radikalsozialen Außenminister Delbos befolgte Richtung sogar bis nach rechts yin Zustimmung findet. Den Radikalsozialen sind die Augen über die Gefahren einer Zusammenarbeit mit Vertretern des internationalen Bolschewismus nur in geringem Maße aufgegapgen, obwohl aus ihren Tagungen häufig einsichtige Stimmen laut wurden, und das radikalsoziale Blatt „R6publique" zielbewußt und aufklärend über die roten Genossen schreibt. Die Erinnerung an die Fehde mit der äußersten Rechten und die überlieferte Ausrichtung nach links hin ist bei den Radikalsozialen aber noch wirksam. Zusammenfassend kann man also sagen, Die toten Helden der „Deutschland" kehren heim. Wilhelmshaven, 16. Juni. (DNB.) Wilhelmshaven steht im Zeichen der Trauer für die 31 deutschen Matrosen, die im Dienste des Vaterlandes und in treuer Pflichterfüllung dem feigen bolschewistischen Flugzeugüberfall auf das Panzerschiff „Deutschland" zum Opfer fielen. Die Fahnen der öffentlichen und der Privatgebäude, der im Hafen liegenden Kriegsschiffe, der Betriebe und Geschäfte wehen halbstock. Schon in den frühen Morgenstunden ist ein großer Teil der Angehörigen der beklagenswerten Opfer in Wilhelmshaven ein» getroffen. Das Panzerschiff „Deutschland" war am Mittwochoormittag auf der Schilling-Reede an der Jademündung vor Anker gegangen. Die Wilhelmshavener Jugend, 2000 Schüler und Schülerinnen, entboten als erste den heimkehrenden Toten ihren Gruß. In langsamer Fahrt näherte sich der Dampfer „Roland", auf dem sich die Jugend befand, dem Panzerschiff, wo unter den Geschützrohren auf dem Achterdeck die Särge der toten deutschen Seeleute aufgebahrt waren, bedeckt mit der deutschen Kriegsflagge. Kameraden hielten die Totenwache. Die deutsche Jugend ehrte die Gefallenen während der langsamen Dorbeifahrt mit dem deutschen Gruß und einem stillen Gedenken, an das sich die Lieder der Nation anschlossen. Gegen 20 Uhr gleitet das Panzerschiff „Deutschland" langsam in die Nordschleuse der dritten Hafeneinfahrt, wo sich eine Offiziersabordnung unter Führung des Kapitäns zur See Thilo von See b ach an Bord der „Deutschland" begibt, um den Toten in der Heimat den ersten Gruß zu entbieten. Nur kurze Zett noch währt es, bis das Panzerschiff „Deutschland", auf dem die gesamte Besatzung in straffer Paradeaufstellung angetreten ist, sich langsam unter lautloser Stille der am Kai harrenden Menschenmenge der Gazellebrücke nähert. Langsam gleitet der graue Schiffsleib der „Deutschland" an die Kaimauer, von der Bevölkerung in ehrfürchtigem Schweigen mit erhobenem Arm begrüßt. Am Kai haben die Angehörigen Platz genommen. Zu ihrer Rechten ist eine aus drei Kompanien bestehende Trauerparade von der II. Marineartillerieabteilung und der I. Schiffsstammabteilung Nordsee mit den Spielmanns- und Musikzügen angetreten, um den Toten die letzten militärischen Ehren.zu erweisen. Nach dem Anlegen des Schiffes begibt sich der Flottenchef, Admiral Carls, in Begleitung des Kommandierenden Admirals der Nordsee, Admiral Schultze, des Feftungskommandanten von Wilhelmshaven, Konteradmiral Schrader, des Chefs des Stabes des Flottenchefs, Kapitän zur See Sch nie wind, und des Kreisleiters Meyer an Bord. Der Kommandant des Panzerschiffes „Deutschland", Kapitän 3ur See Fänger, erstattet dem Flottenchef Meldung. Dann begibt sich der Flottenchef mit seiner Begleitung zum Hindenburgturm, um bei den toten Kameraden in einer Minute stillen Gedenkens zu verharren. Nach dem Abschretten der angetretenen Besatzung des Panzerschiffes durch den Flottenchef betreten nun auch die Angehörigen über den mit Trauerflor und grünen Girlanden versehenen Laufsteg das Schiff, um die Toten zu begrüßen. im gemeinsamen Grab die ewige Ruhe zu finden, nachdem sie auf gleichem Platz geblutet haben und gefallen sind. Der Flottenchef wandte sich dann an die Angehörigen, denen er sein tiefes Mitgefühl zum Ausdruck brachte. „Wir trauern mit euch", fo führte er aus, „aber wir bitten euch, seid mit uns zusammen stolz auf eure Söhne, stolz auf eure Brüder, macht uns damit leicht, den Verlust der Kameraden zu tragen, macht es den Kameraden leicht, wenn sie erneut in Gefahren und in den Kampf ziehen müssen mit dem Gedanken, daß, falls der Tod an sie herantreten sollte, sie wissen, wie stolz deutsche Eltern sein können, wenn sie einen Sohn trauernden Herzens hingeben müssen für das deutsche Vaterland und unseren Führer!" Die letzte Fahn. Nach den Abschiedsansprachen wurden die Särge von Kameraden auf bereitgestellte Kraftwagen gehoben, während die Trauerparade das Gewehr präsentierte. Durch ein Fackelspalier von Tausenden von Männern aus allen Gliederungen der Bewegung und des Reichsarbeitsdienstes bewegte sich der lange Zug der Trauerparade durch die von dichten Menschenmassen umsäumten Straßen bei feierlichem Glockengeläut aller Kirchen und unter dumpfem Trommelwirbel der Spielmannszüge zumEhren- friedhof. Drei Ehrenkompanien der Kriegsmarine gaben den toten Kameraden das Geleit. Hinter der Kraftwagenkolonne mit den Särgen folgten die Angehörigen in Begleitung der beiden Sla- tionspfarrer, dahinter die Flaggoffiziere, das Offizierkorps der „Deutschland" und eine Abordnung des Panzerschiffes Deutschland" mit den übrigen Abordnungen der See- und Landstreitkräfte der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Abordnungen der Parteigliederungen und Verbände bildeten den Schluß. Auf dem letzten Stück des Weges zum Ehrenfriedhof loderten aus den auf hohen Pylonen ruhenden Opferschalen die Flammen in den nächtlichen Himmel empor. Auf jedem der mit Trauerflor umspannten 31 Pylonen war der Name eines Gefallenen zu lesen. In nächtlicher Stille wurden dann die Toten neben den Helden vom Skagerrak und von der Doggerbank in die Gruft gesenkt. — Am Donnerstag um 11 Uhr findet der feierliche Staatsakt der Beisetzung statt. Alle Verwundeten der „Deutschland" außer Gefahr. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Nach Meldung des Kommandos des Panzerschiffes „Deutschland" ist das Befinden al le y. Verwundeten, auch der zur Zeit noch im englischen Militärlazarett in Gibraltar befindlichen, zufrieden st el- l e n d. Nach menschlichem Ermessen besteht bei kei-' dem der Verwundeten noch Gefahr, auch dürften voraussichtlich kaum noch wesentliche Gesundheitsschädigungen Zurückbleiben. Abschied von den Kameraden. DesKommandanlen lehlerGrnß. Inzwischen nahm die Besatzung auf dem Achterschiff Aufstellung, um sich von den toten Kameraden zu verabschieden. Mit bewegter Stimme nimmt dann der Kommandant der „Deutschland", Kapitän z. S. F a n f e r, das Wort zu einer Abschiedsansprache, in der er ausführt: „Meine toten Kameraden! In dieser letzten Stunde, in der ihr hier auf eurem Schiff, das ihr alle so geliebt habt, mit euren Kameraden versammelt seid, will ich als Kommandant mit euch noch einmal Zwiesprache halten. Gesund, lebensfroh, einsatzbereit seid ihr damals am 10. Mai hinausgefahren mit eurem Schiff in die spanischen Gewässer, jederzeit dienstbereit, jeder von euch immer auf feinem Posten stehend, untadelig, pflichtbewußt und treu seinen Dienst verrichtend. Bis an jenem schwarzen 29. Mai ein harter Schlag euch aus unserer Mitte riß. Gemäß dem Befehl des Führers haben wir euch nun heimgebracht auf eurem Schiff zu euren Lieben in eurer deutschen Heimat, und morgen wird nun da draußen ein Heldengrab entstehen, weil ihr gefallen seid wie Helden. Zu diesem Heldengrab soll fortab jeder deutsche Soldat wallfahren: Wir, die wir mit euch hinausgefahren sind, und die, die noch nach euch kommen, um euch immer wieder zu ehren, die ihr in der Blüte der Jugend gefallen seid für unser Volk und Vaterland, das gelobe ich euch als euer letzter Kommandant." Der Flottenchef spricht. Dann sprach der Flottenchef, Admiral Carls. „Oftmals", so führte er aus, „wenn Schiffe aus Spanien zurückkamen, habe ich ihnen meinen Willkommensgruß entgegengerufen. Wenn ich ihn heute auch wieder entgegenrufe;-ifl er noch inniger gemeint. Mein Willkommensgruß gilt der ganzen Besatzung, er gilt den Toten, denen, die im Dienste des Reiches, im Dienste des Führers, geblutet haben, gilt auch all denen, die ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben in schwerer Stunde bis zum letzten Augenblick. Unsere Kameraden sind gefallen für die Ehre der deutschen Flagge, für die Ehre Deutschlands, für unseren Führer. Auf Befehl unseres Obersten Befehlshabers sind sie heute heimgekehrt auf deutschen Boden, um in deutscher Erde daß Blum nach wie vor auf seine Mehrheit in beiden Kammern zählen kann, wenn er den Senat mit nötiger Rücksicht behandelt Die Opposition ist geteilt und beschränkt sich noch immer auf eine, wenn auch sehr scharfe, so doch hauptsächlich negative Kritik. Manche Parteien der Mitte sind sich nicht darüber im klaren, ob sie den Sturz L6on Blums und die Beseitigung der Volksfront auf alle Fälle anstreben sollen oder nur unter der Voraussetzung, daß die Radikalsozialen und vielleicht sogar die Sozialdemokraten zu einer tragfähigen Front der Mitte bzw. einer linken Mitte bereit wären. Das Ausweichen der Mittelpartei vor dem Aufruf des Abgeordneten D o r i o t zur Schaffung einer Freiheitsfront gegen den Bolschewismus ist sehr bezeichnend für diese Einstellung. Der Gedanke, daß Frankreich seiner Entwicklung nach stets zu einer gemäßigten Regierung der Mitte zurückfinden werde, selbst wenn es vorübergehend zum Ausgleich untragbarer Zustände sich weiter nach links oder rechts entwickeln sollte, liegt dieser Ueberlegung zugrunde. Hinzu kommt bei vielen Abgeordneten der Wunsch, wieder oder auch einmal eine Rolle zu spielen, und es ist bekanntlich einträglicher, das Zünglein an der Waage zu sein, als in einer großen Front gleicher unter vielen zu sein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Radikal- sozialen und besonders einige ihrer Führer für den Fall revolutionärer Unruhen oder eines Zusammenschlusses zwischen den Marxisten und Kommunisten Besprechungen mit Vertretern der Mittelpartei über ein Kabinett zur Sicherung des Mittelstandes unter der Hand verhandelt haben. Bisher fehlt diesem Plan aber noch die notwendige Dynamik. Die wiederholt angeregte organisatorische Erfassung des Mittelstandes hat daher zunächst noch keinen nennenswerten Fortschritt gemacht. Auf der äußersten Rechten ist die Einstellung gegen das Kabinett Blum allerdings deutlich. Die vernichtende Kritik ihrer bisherigen Tätigkeit und die im wesentlichen sympathisch aufgenommene Aufforderung Doriots zum Zusammenschluß gegen den Bolschewismus bringen dieses zum Ausdruck. Aber gerade in der letzten Frage ist ein Kampf um die Führung der Freiheitsfront und um die Urheberschaft ihres Planes ent» brannt. Kurz, im Parlament ist, so wie die Dinge heute liegen, für das Kabinett Blum keine sofortige Gefahr zu finden. Man kann sich jedoch fragen, ob die Entscheidung über die seit einem Jahr angebahnte Entwicklung nicht außerhalb des Parlaments fallen wird. Auf der äußersten Linken sind neben der kommunistischen Partei anarchistische und sonstige unkontrollierbare Elemente am Werk, um die Massen, auf die sich nicht nur die Regierung der Volksfront, sondern auch der marxistische Gewerk- schaftsverband stützt, zur offenen Revolution zu treiben. Der Gewerkschaftsverband wird auf diesem Wege ständig unter Druck gehalten und kann aus Sorge um die Erhaltung seines in einem Jahr plötzlich auf fünf Millionen gewachsenen Mitgliederbestandes gezwungen werden, einen noch stärkeren Druck auf die Regierung auszuüben. I o u° haux hat zwar in einer umstrittenen Kundgebung feine Treue zur Volksfront bekräftigt, aber fein Einfluß ist nicht allein entscheidend. Außerparlamentarisch, wenn auch gestützt auf den Rahmen zweier Parteien sind ferner die Bestrebungen, alle kommunistischen und marxistischen Elemente zu einer großen Partei zum Endkampf gegen den Kapitalismus und den Faschismus zusammenzuschließen. Als/ Gegenstück auf der anderen Seite ist die von de la Roque geleitete Sozialpartei mit rund zwei Millionen Anhängern und die Volks- Partei Doriots zu nennen. Man glaubt vielleicht nicht mit Unrecht, daß es den Anhängern des Obersten de la Roque beschieden sein wird, sich gegenüber einem marxistisch-bolschewistischen Chaos durchzusetzen, daß aber die Führung dann von den Aktivisten um Dvriot erobert werden könnte. So weit ist es nun freilich noch lange nicht, aber es trifft zu, daß viele jüngere einsatzbereite Kräfte, die früher bei den Feuerkreuzlern zu finden waren, zu Dvriot hinübergewechselt sind, weil ihnen die Forderung de la Roques nach Sauberkeit und Anständigkeit nicht genügt. Doriot ist nicht ein Mann, der langsam und vorsichtig Truppen sammelt, und sich allmählich überlegt, was er mit ihnen gegebenen» falls tun sollte, sondern ein aktiver Kämpfer. De la Roque betont ßroar ständig, daß er weder Rechts- noch Linkspolitik treibe, aber in weiten Kreisen wird seine Bewegung doch mit dem Begriff einer gemäßigten Reaktion verknüpft. Doriots Anhängerschaft hingegen setzt sich aus ehemaligen Kommunisten und Marxisten, aus ehemaligen nationalen Freiwilligen aus dem Lager der Feuerkreuzler und aus Faschisten zusammen, ist also tatsächlich weder links noch rechts. Doriot geht ungestüm auf fein Ziel los, de la Roque überlegt beständig. Sehr bezeichnend war es zum Beispiel, daß Doriot zu der Bildung einer Freiheitsfront schlechthin aufrief, in die er alle Gegner des Kommunismus zusammen- fassen wollte. De la Roque hingegen verlangte, daß die Freiheitsfront republikanisch würde, augenscheinlich mit der Absicht, die Kreise der Aktion Fran» ?aise auszuschließen, mit denen er früher scharfe Auseinandersetzungen hatte. Die Front der Freiheit ist in der Bildung begriffen, wie sie ausfallen wird, läßt sich nicht übersehen, jedenfalls ist ihr unterwegs durch die vielen Zwi» schenoerhanolungen viel von der Stoßkraft genommen, die ihre Urheber erhofften. Immerhin wird sie ein Sammelbecken bilden für den Fall, daß die Frage Volksfront oder nicht, sei es im Zusammenhang mit einer plötzlichen Finanzkrise oder mit Zusammenstößen in Stadt und Land akut wird. Die Ausstellung scheint trotz ihrer Verspätung und ohne daß sie die an diese Veranstaltung geknüpften wirtschaftlichen Hoffnungen rechtfertigt, dem Burgfrieden, der zur Zeit herrscht, eine ausreichende Grundlage zu bieten. Aber was wird geschehen, wenn die „Pause" vorüber ist? Hodzas Besuch in Bukarest. Bukarest, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident H o d z a hat am Mittwoch seine Besprechungen mit Ministerpräsident Tatarescu und Außenminister An tone s c u beendet. Um Mitternacht reiften Hodza, Ta- tarescu und Antonescu nach Turnu Severin, wo sie am Donnerstag an Bord des Dampfers „König Carol II." gehen werden, um mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch zusammenzutreffen. lieber den Besuch Hodzas wurde ein Kommunique veröffentlicht, in dem es u. a. heißt, die Unterredungen Hodzas mit den rumänischen Staatsmännern erlaubten eine vollkommene Uebereinftimmung über die verschiedenen Fragen der Politik und Wirtschaft festzustel- len. Die Lieferung von Kriegsmaterial, die Rumänien in der Tschechoslowakei bestellt hat, werden in beschleunigtem Tempo durchgeführt. Die Vereinbarungen über ihre Finanzierung arbeiten zur vollsten Zufriedenheit beider Parteien. v., -.2. ■ Uebrigens möchte ich als Schwede sagen, daß ich nicht einsehe, weshalb im Augenblick nur von igenbuck nur von Kolonien die Rede Deutschlands Forderungen von Nation! heil Euch! Deutschland und Italien nehmen die Mitarbeit im Aichteinmischnngsansschnß wieder auf. sein soll. Es scheint mir, Schweden könnte auch berechtigt sein, ein Stück von den Tropen als Mandat zu verwalten. Sir Samuel Hoare hatte vor einiger Zeit zwar nur von R o h st o f f e n gesprochen, ich darf aber wohl behaupten, daß die zivilisatorische Arbeit eines weißen Volkes in den Tropen ebenso wichtg sein kann, wie die Rohstoffverteilung allein. ist auch heute bei den einsichtigen und gerechten Engländern und bei allen Weißen in Afrika überhaupt auffallend. Auf die Frage, wie sich die aufgeklärten Männer in Afrika zu der Frage der deutschen Kolonien stellen, antwortete Berg: Ich habe keinen klugen Menschen in Afrika getroffen, der nicht vollkommen das Berechtigte und das Notwendige in der deutschen Forderung auf Kolonien einfieht. Aber Einsehen und hergeben sind zwei ganz verschiedene Sachen. Im allgemeinen war ich erstaunt darüber, wieoiele Männer in führender Stellung in Afrika unerwartet das Gespräch auf die Frage lenkten, mit welchen Gebieten wohl die Kolonialforderungen Deutschlands am besten befriedigt werden könnten. Unser Bild zeigt den F ü h r e r, wie er die Front der Jungfaschisten abschreitet, hinter dem Führer Baldur v. Schirach und der italienische Jugendführer Ricci. (Scherl-Bilderdienst-M.) Italienische Jugend vor dem Führer. Eine eindrucksvolle Kundgebung deutsch-italienischer Freundschaft Afrika, das Problem -er Zukunst Bengt Berg über die deutsche Kolonialforderung. Weitere nationale Erfolge vor Bilbao. Salamanca, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch meldet, daß an der Front von Vizcaya Mandoya, Ar- tando, Meaca und San Roque eingenommen wurden. Südwestlich von Bilbao eroberten die nationalen Truppen Zaratamo, Arrigorriaga, Malmasa und Lareta. Die Legionärstruppen „Schwarze Pfeile" sind bis an die Mündung desFlus- ses Nervion vorgedrungen. Sie haben die Ortschaften Algorta und Lejona und eine vollständige Batterie, die in Punta la Gatea in Stellung mar, erbeutet. Der Gegner verließ das Dorf Castillo, nachdem er es in Brand ge st eckt hatte. Jnge- samt fielen heute 17 00 Gefangene in die Staatssekretärs Ricci, des von Mussolini eingesetzten Beauftragten für die Jugenderziehung. Er ist in Deutschland kein Fremder, er nahm schon vor einigen Wochen an einer Besuchsreise von Führern der faschistischen Miliz teil, die von München ins Ruhrgebiet, von Ostpreußen nach Berlin und München geführt hat Interessant ist ein Blick auf die Formen der italienischen Jugend-Führerschulen. Die „A c c a d e m i a L i t o r i a" wird in der Art eines Gymnasiums geleitet, das in fünf Jahrgängen 14= bis 18jährige Jungfaschisten heranbildet. Jeder Jahrgang zählt etwa 300 Schüler. Die Abiturienten werden später der „A c c a d e m i a Faschista" überwiesen, wo sie zwei Jahre weltanschaulich geschult und zur körperlichen Leistungsfähigkeit herangebildet werden. Die Leitung dieser Akademie liegt für die politischen Fächer in den Händen von Universitätsprofessoren, in sportlicher Beziehung in den Händen von früheren Schülern der Anstalt. Die „Accademia Feminili di Orvieto" bildet den weiblichen Nachwuchs für kommende Führerstellen heran. Ausgenommen werden Abiturientinnen, die auf der Akademie zwei Jahre hauptsächlich sportlich geschult werden. Man darf also diese Lehranstalt als Pflanzstätte des Frauensports betrachten. Mussolini wünscht, daß gerade an dieser Stelle das neue Frauenideal des jungen Italien herangebildet werde. Außerdem gibt es noch eine „Accademia di Music a", die jährlich 200 Schüler heranbildet, hier steht neben der politischen und weltanschaulichen Aufgabe die Spezialausbildung in der neuen italienischen Musik im Vordergrund. D. Hamburg, 15. Juni. (DNB.) Ein Vertreter des „Hamburger Fremdenblattes" hatte Gelegenheit, sich mit dem schwedischen Forscher Bengt Berg über die Eindrücke seiner Afrikareise, die ihn sechs Monate lang vom Sudan über Kenya bis zum Kilimandscharo und jetzt auf der Heimreise nach Schweden über Hamburg führte, zu unterhalten. Afrika, so sagte Bengt Berg, sei im Augenblick so brennend interessant, daß er gern noch ein weiteres halbes Jahr dort geblieben wäre, um diesen für Euro pas nächste Jahrzehnte so wichtigen Weltteil noch ausgiebiger zu beobachten. Der Kampf zwischen dem alten Afrika und der heranrasenden Zivilisation, der Kampf zwischen Wildnis und Motor, zwischen Nackt und Bekleidet, seiderKampfumdieZukunftEuropas. Auf die Frage, welche Rolle der Bolschewismus im heutigen Afrika spiele, antwortete Berg: Von dem kleinen südafrikanischen Industriegebiet abgesehen, praktisch gesprochen keine. In Afrika kann man seit dem Aufhören des Sklavenhandels, was allerdings erst mit der Eroberung Abessiniens durch die Italiener geschah, kaum mehr von geknebelten Völkern reden. Der Schwarze ist gegen die Pest des Bolschewismus nicht so emvfinolich. Dagegen ist er heute einer anderen Gefayr ausgesetzt, die man hn weißen Afrika erst in den letzten Jahren richtig erkannt hat: das ist die Gefahr der christlichen Mission. Ob katholisch oder protestantisch, scheint ziemlich gleich zu sein. Die Opposition gegen alle Missionen Empfangsabend im Haus der öemfcben presse. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Für die Teilnehmer am ersten Lehrgang für presse fachliche Fortbildung veranstaltete der R e i ch s v e r - band der deutschen Presse anschließend an die Eröffnungssitzung am Mittwoch einen Empfangsabend. Die fast 200 Kursusteilnehmer waren im Haus der deutschen Presse am Tiergarten lange Zeit in Geselligkeit mit zahlreichen Ehrengästen aus Partei, Staat und Presse, unter denen man Vertreter des Reichsministeriums für Volksauftlärung und Propaganda, die führenden Männer des Reichsverbandes der deutschen Zeitungsverleger und des Reichsoerbandes der deutschen Zeitschriftenoerleger sowie viele Verleger und Hauptschriftleiter sah, vereinigt. Der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, SA.-Gruppenführer Weiß, gab der Hoffnung Ausdruck, daß aus diesem und den folgenden Kursen eine Einrichtung werden möge, die einen dauernden Nutzen für die Presse brächte. Die Teilnehmer bereiteten dem im Laufe des Abends Untrer- senden Reichsminister für Volksaufklärung und Pro- paganba, Dr. Goebbels, einen überaus herzlichen Empfang. Der Minister nahm alsbald Gelegenheit, in einer längeren Ansprache grundsätzliche Fragen der Pressearbeit zu berühren. Nach der Rede des Führers spielte der italienische Musikzug die deutschen und die italienischen N a - tionalhymnen. Der Reichsiugendführer brachte dann ein Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler, den König von Italien und Kaiser von Aethiopien und auf den Chef der faschistischen Regierung Mussolini aus, das bei den Tausenden einen begeisterten Widerhall fand. Die jungen Italiener antworteten mit einem brausenden: „Eja, eja, Alala". Das große Sportfest der Faschistischen Akademie. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Zu einem großen Erfolg im Zeichen der kameradschaftlichen Verbundenheit deutscher und italienischer Jugend gestaltete sich am Mittwoch das große Sportfest der Faschistischen Akademie für Jugendführer und -führerin- nen. In den Ehrenlogen der mit den Fahnen und Symbolen beider Länder festlich ausgeschmückten Deutschlandhalle konnte Reichsjugendführer von S ch i r a ch den italienischen Jugendführer Staatssekretär Ricci, Botschafter Attolico, Reichsminister Rust, Reichsführer SS. Himmler, Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der deutsche und der italienische Botschafter in London haben heute den Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses davon unterrichtet, daß die deutsche und die italienische Regierung als Ergebnis des am Samstag, den 12. Ium, unter den vier für den Beobachtungsdienst des Seeüberwachungsplanes verantwortlichen Mächten erzielten Ueber einkommens beschlossen yaben, ihre Mitarbeit in dem Nichteinmischungsausschuß sowie ihre aktive Beteiligung an Dem Beobachtungsdienst in den spanischen Gewässern wieder aufzunehmen. Außenminister Eden gab am Mittwochnachmittag im Unterhaus eine Erklärung über die Rückkehr Deutschlands und Italiens in den Nicht- einmischungsausschuß ab. Eden sagte: „Ich freue mich, dem Hause mitzuteilen, daß die deutsche und die italienische Regierung infolge des am vergangenen Samstag erzielten Abkommens zwischen den vier für die Flottenkontrolle verantwortlichen Mächten beschlossen haben, von heute an ihre volle Beteiligung sowohl an den Arbeiten des Nichteinmischungsausschusses als an der Flottenüberwachung in Spanien wi^deraufzunehmen." Der Minister wies darauf hin, „daß die beiden Regierungen diese Aktion jetzt im voraus ergriffen haben, bevor die von den beiden Streitparteien in Spanien angeforderten Versicherungen eingegangen sind". Eden kündigte ferner an, daß er eine Abschrift der am 12. Juni getroffenen Vereinbarung bezüglich des Seeüberwachungsplanes im Archiv des Unterhauses niederlegen werde. Paris stellt Entspannung fest. Die französische Presse zur Londoner Reise Neuraths. Paris, 16. Juni. (DNB.) Die Reisen führender deutscher Männer werden in der französischen Öffentlichkeit stark beachtet. Die „Libertö", das Blatt Doriots, stellt fest, daß vor allem die Reisen Neuraths nach London und des Generals Beck nach Paris im Westen eine Entspannung bedeuteten. Die Ankündigung dieser Besuche habe in diplomatischen Kreisen Westeuropas einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die Schimpfereien, die aus kommunistischen und sowjetistischen Kreisen hierüber ertönten, würden an dieser Feststellung nichts ändern. London und Paris pflückten nun bereits die ersten Früchte des glücklichen Abschlusses der Verhandlungen über die Seekontrolle der spanischen Grenzen. „Information" schreibt, während Frankreich ganz andere Sorgen habe, verfolge die englische Regierung mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit das Werk, einen Frieden zu organisieren, der geeignet fei, die Gefahren in Europa zu verringern. Man habe in London den dringenden Wunsch, die augenblicklichen Probleme mit dem Mann zu besprechen, der mit seinem Namen die Außenpolitik Deutschlands vertrete, die tatsächlich vom Führer und Reichskanzler selbst geleitet werde. Im Laufe einer deutsch-englischen Unterhaltung könne man jedoch beiderseits sicherlich feststellen, daß die Auffassungen Deutschlands und Englands zweifellos gar nicht so entgegengesetzt seien, wie man annehme. Der „Temps" stellt fest, daß die internationale Reichssportführer von Tschammer und Ost e n sowie zahlreiche andere führende Männer begrüßen. Chöre und Konzertvorträge deutscher und italienischer Musik leiteten über zu dem sportlichen Programm, das von der faschistischen Jugendführerakademie des Forum Mussolini eröffnet wurde. Ein herrliches Bild, als die sportgestählten Gestalten in weißem Dreß klassische Körperschulung demonstrierten. Dem gestrafften Rhythmus der männlichen Jugend folgten dann die aufgelockerten, gelosten Gymnastikvorführungen der Jugendführerinnenaka- demie von Orvieto. Die Begeisterung steigerte sich noch, als dann wieder die Jugendführerakademie des Forum Mussolini in kleidsamer blauer Uniform einmarschierte und in schnurgeraden Gliedern Marschkolonnen formierte, um zusammen mit den Frauen zum großen Schlußappell anzutreten. Vaterländische Hymnen und das von der italienischen Jugend in deutscher Sprache gesungene Horst-Wessel-Lied bildeten den Ausklang der Festveranstaltung, die die tiefe Verbundenheit der deutschen und italienischen Jugend zum Ausdruck brachte. Kräfte der Fugend. Freundschaftsbesuche zwischen Italien und Deutschland sind keine Seltenheiten mehr. Staatsmänner und Politiker, Wirtschaftler und Journalisten haben sich von Land zu Land besucht, haben Eindrücke gewonnen und Verständnis gefunden. Die lieberem» stimmung in den außenpolitischen Linien beider Länder hat diesen Austausch der Gedanken und Beziehungen ebenso erleichtert, wie die Tatsache, daß sowohl in Deutschland wie in Italien die Kräfte d e r I u g e n d den politischen Weg bestimmen und dem nationalen Aufbau das Gepräge geben. Vor einigen Monaten sind 450 Vertreter der Hitler- Jugend in Rom gewesen, wo sie mit viel Herzlichkeit und Auszeichnung empfangen wurden. Auf den besonderen Wunsch Mussolinis erfolgt in diesen Tagen der Gegenbesuch von 1300 jungen Italienern, Mitgliedern der Jugendführer Akademien der Opera Balilla. Die Gäste, meist im Alter von 16 bis 18 Jahren, fühlen sich in dem Zeltlager des Grünewalds wohl, sie sind voll der Eindrücke, die sie in der Reichshauptstadt empfangen konnten. Unter der Abordnung befinden sich 160 junge Mädchen, die in einem der Häuser Wohnung qc-unden haben, die für die Olympiade auf dem Reichssportfeld errichtet wurden. Wenn für die Hitler-Jugend der Vorbeimarsch an dem Duce der Höhepunkt der Eindrücke war, so werden die jungen Italiener zu den größten Ereignissen ihres Besuchs die Stunde zählen, in der sie vor dem Führer Adolf Hitler auf dem Wilhclmplatz Aufstellung nehmen dursten. Die Führung der jungen Italiener liegt in den Händen des Entspannung, die infolge des Uebereinfommens zwischen England, Frankreich, Deutschland und Italien in der Kontrollfrage um Spanien zu verzeichnen sei, weiterhin deutlicher werde. In Deutschland betrachtet man jedenfalls die Achse Rom—Berlin nicht als ein Hindernis für eine weitgehende Zusammenarbeit mit allen anderen Mächten, mit Ausnahme vielleicht Sowjetrußlands. Man habe eine Reihe von Anzeichen vor sich, die Aufmerksamkeit verdienten, weil sie geeignet seien, eine neue Atmosphäre zu schaffen. Das „Journal des Döbats" empfiehlt wegen der Isolierung Frankreichs, die auf Grund des kläglichen Schauspiels seiner Innenpolitik und des Einflusses der Kommunisten, der direkten Agenten Moskaus, auf die französische Regierung festzustellen sei, zunächst einmal in Frankreich selbst Ordnung zu schaffen, ohne die eine Außenpolitik nicht wirksam fein könnte. Italienische preffefiiinmen. Mailand, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Besuch des Reichsaußenministers von Neurath in London findet auch in der italienischen Presse Beachtung. „(Sortiere della Sera" unterstreicht, daß die Besprechungen in London zur Wiederherstellung des Vertrauens zwischen den Völkern beitragen konnten und deshalb als ein günstiges Zeichen für die europäische Zusammenarbeit zu begrüßen seien. Gerade diese Entwicklung entspreche ja auch dem Charakter der Achse Berlin—Rom. Die „Gazetta del Popolo" erklärt u. a., England fahre fort, s i ch oon jener „Grenz e" z u r ü ck z u z ie h e n, die Baldwin dem Rhein zugewiesen hatte. Alle von England in den vergangenen Jahren bezogenen Stellungen müsse es unter dem Druck der Ereignisse aufgeben. Die Erklärungen des Willens zum Frieden und zur Zusammenarbeit, die Hitler und Mussolini wiederholt abgegeben hätten, seien oft genug nicht ernst genommen worden. Nun aber werde die englische Politik einer Revision unterzogen, da man sich endlich darüber klar zu werden beginne, daß man im Interefse Europas zu handeln habe. Das neue Blutbad in Moskau sei eine ernfte Mahnung. Es nötige außer England auch Frankreich, ernstliche und dauerhafte Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Der Führer schritt nun in Begleitung des italienischen Jugendführers und des Jugendführers des Deutschen Reiches die Front der angetretenen Balilla-Offiziere ab. Danach richtete er folgende Ansprache an sie: Junge italienische Kameraden! Ich freue mich, daß ich Sie heute auf diesem Platz in Berlin begrüßen kann. Sie sind zu Besuch in ein Reich gekommen, das von denselben Prinzipien und Ideen beherrscht wird, wie Ihr eigenes Land. Italien und Deutschland haben unter ähnlichen Voraussetzungen einen Weg zu finden gesucht und haben ihn gefunden: einen Weg, der aus nationaler Schwäche z u nationaler Kraft, Stärke und damit, wie wir wissen, zum nationalen Recht führt. Ihr werdet bei Eurer Reise durch Deutschland empfinden, wie sehr diese gleichen Gedanken in den Gefühlen der Freundschaft und Zuneigung hier ihren Ausdruck finden. Deutsche Kameraden und Kameradinnen vor Euch haben dieselben Eindrücke aus Italien mit in ihre Heimat zurückgebracht. Italien und Deutschland sind erfüllt von der Ueberzeugung, daß die beiden Träger dieser Gedanken nicht isoliert in der Welt stehen, daß diese Ideale nicht nur in diesen Hw ei Staaten eine Heimstätte gefunden haben, son- Dem von ihnen ausgehend auch anderen Ländern und Völkern als beachtenswert erscheinen. Vor allem aber führt uns in dieser Zeit hie gleiche Abwehr zusammen gegenüber einer der größten Weltgefahren die es gibt, gegenüber dem Bolschewismus. Es ist für uns ein beglückendes Gefühl, zu wissen, daß in Italien ebenso wie bei uns ein Land in Wehr und Waffen aufgebaut ist und daß dieses Volk nun seine Jugend als Repräsentant hier nach Berlin geschickt hat. So wie das deutsche Volk stolz und glücklich ist auf seine Jugend, fo kann auch das italienische Volk stolz und glücklich auf seine Jugend fein. Auch das ist etwas, was uns verbindet: eine Jugend, die Ideale hat und die bereit ist, für diese Ideale zu leben und, wenn notwendig, auch für sie in den Tod zu gehen! Das ist für uns eine stolze Erkenntnis. Ich kann Euch in dieser Stadt und damit im Deutschen Reich nicht besser willkommen heißen, als daß ich Luch erkläre: Millionen und aber Millionen sehen in Euch die jungen Repräsentanten einer uns befreundeten Berlin, 16. Juni. (DNB.) Den eindrucksvollen Höhepunkt der Deutschlandreise der 1300 italienischen Jugend sichrer und -fichrerinnen bildete am Mittwochnachmittag ihr Aufmarsch vor dem Führer und Reichskanzler auf dem Wilhelmplatz. Zu beiden Seiten des Aufmarschweges hatten Hitler-Jugend und Jungvolk ein Ehrenspalier für ihre italienischen Kameraden gebildet. Tausende begleiteten die Mannschaft mit begeisterten Heilrufen und erwiesen den Feldzeichen der faschistischen Jugend ihre Ehrenbezeugung. Als sich der Zug der Reichskanzlei näherte, betrat der Führer und Reichskanzler durch den Borgarten die Wilhelmstraße, wo er von der vieltausendköpfigen Menge mit begeisterten Heilrufen begrüßt wurde. Der Führer naym dann, in feinem Wagen stehend, den Vorbeimarsch ab. Vor seinem Wagen hatte der Führer der italienischen Jugend, Staatssekretär Ricci, Aufstellung genommen. Neben ihm Ministerpräsident Generaloberst Goring, der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach, Obergruppenführer Brückner, Brigadeführer Schaub, Stabsführer Lauterbacher und Reichssportführer von Tschammer und Osten. Man sah es den italienischen Jugendführern und -führerin- nen an, daß der Vorbeimarsch vor dem Führer für sie das größte Erlebnis ihrer Deutschlandreise bedeutete, genau so wie vor dreiviertel Jahren für die deutsche Jugend ja auch der Marsch vor dem Duce die eindrucksvollste Stunde ihrer Jtalienreise war. Nach dem Vorbeimarsch nahmen die italie- rnschen Jugendführer und -sührerinnen auf dem Wilhelmplatz in einem weiten offenen Viereck Aufstellung. / Hände der Nationalen. Auch das eroberte Kriegsmaterial ist >ehr groß. An der Front von Leon wurden in den Abschnitten von Riano, Picotan und la Corba die Vorhutsstellungen berichtigt und das Bergmassiv Venero besetzt. Der Feind floh und hatte große Verluste. An der Front von Aragon wurde ein heftiger feindlicher Angriff mit sowjetrussischen Tanks und Panzerwagen, sowie Fliegern im Abschnitt von Huesca zurückgeschlagen Der Feind hatte große Verluste und ließ zwei Panzerautos in den Händen der Nationalen. In Chumillis griff der Gegner mit sechs sowjetruffischen Tanks an, von denen er einen verlor. Der Angriff wurde abgewiesen. An der Aragon-Front wurden zwei Bombenflugzeuge und zwei Jagdflugzeuge der Bolschewisten abgeschos- sen. Bolschewistische Flieger bombardierten Ayerbe, wobei 30 Personen, in der Hauptsache Frauen und Kinder, getötet wurden. Das waren „die Besten von den Besten".... Dor uns liegen Ausschnitte aus der sowjetrussischen Presse. Sie sind noch sehr jungen Datums, sie stammen aus dem Jahre 1935, als man im Räteparadies die Rote Armee einmal über das andere lobte und vor Ehrfurcht erschauerte, wenn man den Namen des einen oder anderen, höheren Offiziers aussprach. Waren sie doch „d i e B e st e n von den Beste n", die Würdigsten von den Wür- digen", wie die „Prawda" seinerzeit feststellte, als man den Marschalltitel verteilte. Nun, einer dieser Marschälle starb inzwischen den „Hundetod der Hunde", wie man sich wenig geschmackvoll in der roten Presse ausdrückte. Welch ein Wandel innerhalb einer äußerst kurzen Zeitspanne! 1935 war General I a k i r noch ein Mann, der dafür sorgte, daß die Armee „im Geiste der Treue der Generallinie der Partei" erzogen wurde, während G a - marnik in der Sowjetpresse lesen konnte, daß ihm nichts anderes am Herzen läge als „eine grenzenlose Treue aller Kommunisten der Armee zur Partei und deren Führer Stalin zu erreichen". Mit nicht wiederzugebenden Schimpfworten hat man auch diese einst gefeierten roten Häuptlinge ins Jenseits befördert. Jagoda war vor knapp zwei Jahren noch der Mann, dessen Name ein „Lächeln der Hochschätzung" auslöste, er war ein „harterprobter Bolschewik von alter Stählung". Nicht lange danach, reihte man ihn, den „hervorragenden Schüler" Lenins in die Gruppe der gemeinsten Verbrecher ein.Man brannte ihm gleichzeitig das Zeichen des Staatsfeindes auf. Und wenn wir in diesen Zeitungsausschnitten weiter blättern, dann finden mir neue Lobeshymnen auf diejenigen, die als faschistische Schlangen, Spione und Verräter „entlarvt" worden ffrib. Das waren also die „Besten von den Besten!" Wie mag es da wohl mit den übrigen aussehen, welche Bezeichnung gebührt den anderen, wenn man von diesen, die nach Ansicht der roten Presse bolschewistische Jdealgestalten waren, als „Abschaum der Menschheit" spricht? Bei der nächsten Gelegenheit wird man in der Sowjetunion nach weiteren charakteristischen Bezeichnungen zu suchen haben. Die Gräber der GPU. sind noch längst nicht geschlossen, im Gegenteil, es werden dauernd neue ausgehoben. Weitere Bolschewistenhäuptlinge, die sich die „Liebe in der ganzen Armee erobert" hatten, die eine „kolossale Volkstümlichkeit" besaßen und deren Dekorierung „mit besonderer Befrieüi- gung" registriert wurde, stehen zur Hinrichtung befreit. Das blutige Handwerk hat jener Apparat zu verrichten, den Jagoda schuf und der heute vom „herrlichen Jeshow" in Bewegung gesetzt wird. Natürlich sind er und seinesgleichen heute die „Würdigsten der Würdigsten". Möglich, daß der „erhabene Vater Stalin^ morgen entdeckt, daß auch diese ihr „proletarisches Vaterland" schon seit Jahren an den „faschistischen Feind" verraten. Das sollte eigentlich nicht überraschen, nach dem, was wir über die „Besten von den Besten" in der Sowjetunion gehört haben. Sbt. Oanuger Marxisten vom Ausland bezahlt. Danzig, 16. Juni. (DNB.) Der „Danziger Vorposten" veröffentlicht in Faksimile einen Brief des Generalsekretärs des internationalen Gewerkschaftsbundes S ch e v e n e l s, aus dem unmißdeu- tig heroorgeht, daß die Danziger Opposition von außen dauernd mit Geldmitteln versehen wird, um auch nach der Auflösung der staatsfeindlichen Organisationen eine illegale Tätigkeit fortzuführen. Der Brief, gerichtet an den Danziger Marxistenführer, hat folgenden Wortlaut: Paris, den 5. Dezember 1936. Lieber Genosse Töpfer! Bezugnehmend auf unsere frühere Korrespondenz betreffend den Zuschuß von 15000 Franken vom internationalen Solidaritätsfonds (SAJ.-JGB.) und auf Grund von Beschwerden, die an uns gerichtet wurden, wobei sich herausstellt, daß die zwei Teile unserer Gesamtbewegung ü b e r die Verwendung des Betrages nicht einig sind, möchte ich ausdrücklich betonen, daß dieser Zuschuß für die Gesamtbewegung bestimmt ist und gemeinsam über seine Verwendung beschlossen werden muß. Ich nehme an, daß es immer noch möglich ist, sich unter Euch zu verständigen, ohne daß die beiden Internationalen als Schiedsrichter auftreten müs- sen. Mit besten Grüßen gez. S ch e v e n e l s." Aus diesem Brief geht klar hervor, daß die Danziger Marxisten im landesverräterischen Solde ausländischer Stellen standen und damit natürlich auch ihre politischen Befehle aus dem Auslande erhielten. Es ist kein Geheimnis, daß marxistische Abgeordnete des öfteren ins Ausland fuhren, um sich dort Rat und Geld SU holen und sich nach neuen Wirkungsfeldern umzusehen. Zur Freude der Danziger ist es eini- gen gelungen, im Auslande „engagiert" zu werden. dem Abfall der letzten ihrer bisherigen Anhänger ist es verständlich, daß diesen Verrätern in ihrem Vaterlande der Boden unter den Füßen in Danzig zu heiß geworden ist. Bemerkenswert ist der Anlaß, aus dem die Gewerkschaftsinternationale den Brief nach Danzig sandte-, die verschiedenen Marxistengruppen wollten sich augenscheinlich bei der Einteilung des Schmiergeldes untereinander übers Ohr hauen. ve Balera fordert volle Souveränität Irlands über keine Häfen. Dublin, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Mini- prästdent de Dalera erklärte in einer großen Wahlversammlung, daß er immer auf gute Beziehungen mit Großbritannien hingeorbeitet habe. Diese könnten aber nicht eher herbeigeführt werden, ehe nicht die Souveränität Jr- lands über seine Häfen hergestellt sei. In dem Vertrage von 1921 seien England gewisse Ansprüche auf irische Häfen im Kriegsfall oder in Zeiten gespannter Beziehungen zu- gestanden worden. Niemals aber könnten gute Beziehungen zwischen Großbritannien und Irland herrschen, es sei denn auf einer Grundlage der Gerechtigkeit, die erforderte, daß auch die Häfen unter der vollen Souveränität des irischen Voltes stehen. Japan plant Arbettsdienstpflicht nach deutschem Muster. T o k i o , 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Agentur Domei berichtet, daß eine Arbeitsdienstpflicht nach deutschem Muster, die planmäßige Ausbildung der Facharbeiter und die Mobilisierung aller Arbeitskräfte Japans als Teilmaßnahmen der neuen Wirtschaftspolitik des Kabinetts Konoe zur beschleunigten Entwicklung der Industrieproduktion Japans und M a n d s ch u- k u o s vorbereitet würden. Weiterhin werden die Eisen- und Maschinenindustrie als diejenigen Wirtschaftszweige bezeichnet, Deren beschleunigte Entwicklung im Rahmen eines großangelegten Fünfjahresplanes angestrebt werden sollen Landwirtschaftsminister Arima versichert, daß die Regierung ihr besonderes Augenmerk auf die Interessen der Bauern richten werde. Sonnwendfeier der HL. auf dem Feldberg. Das Gebiet Hessen-Nassau der Hitlerjugend feiert die Sonnenwende wieder auf dem großen Feldberg im Taunus. Kurz vor Mitternacht wird Gauleiter Sprenger, von der Eröffnung der HI.-Zeltlager kommend, auf dem Feldberg eintreffen und die Feuerrede halten. Nach einem gemeinsamen Lied entzündet der Führer des Standortes Frankfurt der HI. den Holzstoß. Gebietsführer Brandt wird die Feierstunde schließen. Zu gleicher Stunde flammen im ganzen Gau die Feuer auf, die von der Hitlerjugend mit den Fackeln entzündet werden, die sie zur Wintersonnenwende aus den Händen der SS. empfingen. Unzerstörbare Bande deutscher und österreichischer Wirtschaft. Reichswirtschastsminister Or. Schacht begrüßt österreichische Industrielle. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Anläßlich des Besuches der österreichischen Jndustriellenabordnung veranstaltete die Reichsgruppe Industrie einen Empfang. Es waren u. a. zugegen die Reichsminister Dr. Schacht und Graf Schwerin von Krosigk, Staatssekretär Dr. Lammers, Oberst Thomas, Reichsbankvizepräsident Dreyse, der Präsident der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer A. F r o w e i n, der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft Reichard, und Staatssekretär im Ruhestand Dr. T r endete n b u r g. Der Leiter der Reichsgruppe Industrie, Gottfried Dierig, wies darauf hin, daß die österreichischen Gäste auf ihrer Reise durch Deutschland schon in den ersten drei Tagen einen großen Einblick in die Vielfältigkeit deutschen industriellen Schaffens gewonnen hätten und dabei feststellen konnten, daß hier gerade der kleine und mittlere betrieb für die Struktur der deutschen Industrie von hervorragender Bedeutung sei. Denn gerade der Zug ins Große im Verein mit der tausendfäl- fältigen schöpferischen Initiative kleiner und kleinster Unternehmer, so daß jeder an seinem Platze zur Wirkung komme, sei ein Ziel nationalsozialistischer Wirtschaftsgestaltung. Staatsrat Ludwig Urban dankte namens der österreichischen Jndustriellenabordnung für die große Liebenswürdigkeit, mit der die Abordnung seit dem Ueberschreiten der Grenze überschüttet worden sei. Mit ganz besonderer Dankbarkeit gedachte er des Empfanges beim Führer und Reichskanzler, den die österreichische Jndustriellenabordnung als eine ganz besondere Auszeichnung betrachte. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht begrüßte dann die österreichischen Gäste mit folgenden Ausführungen: Wenn eines der deutschen und der österreichischen Wirtschaft gemeinsam ist, dann ist es das, daß sie seit den Zeiten von Versailles und St. Germain unter dem Schatten der Politik lebt. Versailles hat Deutschland wertvolle Gebiete und seine gesamten Kolonien weg- genommen. St. Germain hat die alte Habsburger Monarchie zerschlagen und damit das neu geschaffene Oesterreich vieler eigener Rohstoffquellen und Absatzgebiete beraubt. Die Politik der Friedensdiktate hat beide Staaten wirtschaftlich unterdrückt gehalten, um sie daran zu hindern, jemals wieder ihre politische Freiheit zu erringen. Nun ist es aber, Gott sei dank, ein Naturgesetz, daß die gesunde Kraft eines lebendigen Volkes niemals in Fesseln gehalten werden kann. Daran sind die Politiker von Versailles auf der ganzen Linie gescheitert. Deutschland wie Oesterreich sind heute wieder als gleichberechtigte Völker in die Gemeinschaft der Nationen eingerückt. Aber ihre Wirtschaft hat die Folgen der Friedensdiktate noch lange nicht überwunden. Um nur das Wichtigste zu nennen; Deutschland wie Oesterreich sind heute die beiden Industriestaaten, die weitaus am stärksten an das Ausland verschuldet sind. Aber die Bande der Wirtschaft hat nicht einmal Versailles ganz zerreißen können; denn die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland sind naturbedingt. Ueber ein Viertel seiner Grenze hat Oesterreich mit Deutschland gemeinsam. Oesterreich vermag eine Reihe von Nahrungsmitteln und Rohstoffen auszuführen, für die Deutschland immer einen Absatzmarkt bieten wird. Auf der anderen Seite findet das in enge Grenzen zurückgedrängte Oesterreich, das niemals seinen. gesamten Fertigwarenbedarf selbst erzeugen kann, in dem deutschen Nachbarlande die beste Bezugsquelle. Ein reger Reiseverkehr rührt schon aus der völkischen und kulturellen Gemeinsamkeit und ferner aus der Tatsache, daß Oesterreich wie Deutschland zu den schönsten Ländern der Welt gehören. Nehmen sie dann noch die zahllosen kultu- retten und völkischen Imponderabilien, so sehen Sie, daß die wirtschaftliche Verbindung zwischen Oesterreich und Deutschland unzerstörbar ist. Sie haben bei ihren bisherigen Besuchen deutscher Unternehmungen' sicherlich erkannt, daß die Wirtschaft im neuen Deutschland von einem zähen Willen für Selbstbehauptung und von einem energischen Vorwärtsstreben beseelt ist. Daß dieser Wille bereits in erstaunlichem Maße Früchte gezeitigt hat, davon werden Sie sich überzeugt haben. Aus aller Welt. Oie Reichspost fördert den Fliegernachwuchs Ein Jungfliegerheim bei Königswusterhausen. Berlin, 16. Juni (DNB.) Bei den Funktürmen des Zeesener Senders bei Königswufterhaufen hat die Reichspost eine Unterkunft für ihren Post- schutz und das erste Schulungsheim für ihre Beamten geschaffen und in diesem Rahmen auf Anregung des Reichspostministers ein Iungfliege r h e i m für die jungen Mannschaften des Nationalsozialistischen Fliegerkorps eingerichtet, das dem jungen fliegerischen Nachwuchs mit allen seinen Werkstätten und Einrichtungen und mit dem Lehr- personal, das auch den Postnachwuchs schult, unentgeltlich zur Verfügung steht. Am Mittwoch wurde das Heim seiner öeftimmung übergeben. Der Sonderbeauftragte des NSFK. für die Deutsche Reichs- post, Ministerialdirektor Diplomingenieur Fleischmann, betonte, daß die Schaffung eines derartigen Heimes ein Glied in der Kette der schon seit längerer Zeit bestehenden Bemühungen des Reichs- vostminifters sei, das NSFK. zu unterstützen, seine Arbeit auf dem Gebiet der fliegerischen und fachhand- merklichen Ertüchtigung der Jugend auf eine breitere Basis zu stellen. — Nach der Schlüsselübergabe sprach der Korpsführer Generalmajor Christian- s e n dem Minister seinen Dank aus und ermahnte die Jungen, sich der Förderung durch den Reichspoftminister durch ernste Arbeit würdig zu zeigen. Reichspostminister Ohneforge erklärte, eine Verwaltung, deren Aufgabe es fei, die Nachrichtenübermittlung auf dem schnellsten Wege zu sichern, müsse ein aktives Interesse am Flugsport zeigen. Damit den Jungen Gelegenheit gegeben sei, sich im Planen und Bauen von Flugzeugen zu üben, habe er veranlaßt, daß diese Fliegerheime mit ihren Werkstätten bei der Reichspost errichtet würden. Der Minister taufte dann das erste in den Werkstätten der Reichspost erbaute Segelflugzeug auf den Namen „R e i ch s p o ft". Der Staatssekretär des Reichspostministeriums, Diplomingenieur Nagel, nahm dann die Weihe der Postschutzschule vor. Der Korpsführer verlieh dem Reichspoftminister im Auf- trage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Den Rang eines Ehrenführers des Nationalsozialistischen Fliegerkorps. Verheerende Waldbrände bei Reichenhall und vromberg. Auf einem am Ristfeuchthorn bei Schneizlreuth in der Nähe von Bad Reichenhall gelegenen Waldgrundstück brach ein Brand aus. Durch die heiße Witterung dehnte sich das Feuer mit großer Schnelligkeit aus, griff auf den benachbarten Wald über und erfaßte den Baumbestand und das durch die Hitze der letzten Wochen ausgedörrte Holz. Die alarmierten Feuerwehren aus Bad Reichenhall und den anliegenden Orten sowie ein Heerestrup- penteil bekämpften das zerstörende Element, bis der heißersehnte Regen zu Hilfe kam und im Verein mit aufopfernder Menschenkraft die Glut zum Verlöschen brachte. * In der Umgebung von Bromberg brach ein Waldbrand aus, der in wenigen Stunden eine ungeheuere Waldfläche ergriff. Es wurden die Feuerwehren aus Bromberg und der anliegenden Kreise alarmiert. Auch ein Teil der Bromberger Garnison wurde zur Bekämpfung des Brandes eingesetzt. Die brennende Waldfläche wurde durch Grä- oen eingekreist. Man hofft nunmehr, ein Uebergrei- fen des Feuers auf die anderen Waldungen verhindern zu können. Schwere Brandschäden durch Blitzschlag. Ueber den etwa 5 Kilometer von Memmingen entfernten Ort Egelsee ging ein schweres Gewitter nieder. Dabei zündete ein Blitz in dem Anwesen bes Erbhofbauern Mahle. Das ganze Anwesen wurde in kurzer Zeit in Schutt und Asche gelegt. Nur das Vieh konnte gerettet werden. Der Besitzer, Vater von 12 Kindern, konnte mit seinen Angehörigen nur retten, was man am Leibe trug. Der Schaden, der durch die Vernichtung wertvollen Volksgutes entstand, ist groß. In Dettingen an der Iller schlug der Blitz in die Gastwirtschaft „Zum Hirsch". Das Wohnhaus und die angebaute Stallung wurden ein Opfer der Flammen, die übrigen Gebäulichkeiten und das lebende Inventar konnten dank der aufopfernden Arbeit der Feuerwehren gerettet werden. Wegen Wördes zum Tode verurteilt Das Schwurgericht Halle verurtelte den Friedrich <3iefeler aus Göttnitz (Kreis Bitterfeld) wegen Mordes zum Tode. Giefeler hatte feinen Schwiegervater, mit dem er sich entzweit hatte, ermordet. Er hatte den von der Feldarbeit Heimkehrenden mit einem Knüppel niedergeschlagen. Als der alte Mann nicht gleich tot war, hatte Giefeler mit einer Mistgabel auf ihn eingeschlagen und war schließlich mit dem Wagen mehrmals über den Körper des Bewußtlosen hinweggefahren, bis er tot liegenblieb. Das Gericht hatte Giefeler im Vorjahre schon wegen Totschlags zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf Revision der Staatsanwaltschaft verwies das Reichsgericht die Sache an das Schwurgericht zurück, das auf Grund der neuerlichen Beweisaufnahme die Frage des Vorsatzes und der Ueberlegung bei Begehung der Tat bejahte. Drei Wenfchen im Abwäsierfchachl tödlich verunglückt. Bei Arbeiten in einem Abwässerschacht auf einem Grundstück in Kopenhagen kamen drei Menschen ums Leben. Dor der geplanten Reinigung eines Filters stieg ein Lehrling an einem Seil in den Schacht, um das etwaige Vorhandensein giftiger Gase festzustellen. Da solche nicht vorgefunden rouriyn, nahm man die Arbeit auf. Kaum war der Lehrling wieder in den Brunnen geklettert, als er ohnmächtig wurde und in die Abwässer stürzte. Der Geselle, der ihm zu Hilfe kommen wollte, erlitt das gleiche Schicksal. Noch bevor die Rettungskolonne erschien, versuchte ein Lagerarbeiter, der das Unglück bemerkt hatte, die b eiben Verunglückten zu bergen, aber auch er fiel den Gasen zum Opfer. NeicbSausfteIlung„Gebt mir vierLahre Zeit" bis 27. Luni verlängert. Das ungewöhnlich große Interesse, das die Reichsausstellung „(Seht mir vier Jahre Zeit" bei der gesamten deutschen Bevölkerung gefunden hat, und Der immer noch steigende Besucherzustrom aus dem ganzen Reich haben die Ausstellungsleitung veranlaßt, diese einzigartige Leistungsschau des Nationalsozialismus am Kaiserdamm in Berlin um eine Woche bis einschließlich Sonntag, den 27. Juni, 3U verlängern. Damit ist auch denen, die in dieser Zeit der beginnenden Hochsaison der deutschen Bade- und Kurorte über Berlin in die Sommerfrische fahren, die Gelegenheit geboten, die große Reichsausstellung zu besichtigen. „KdF."-Sonderzüge werden auch in der Verlängerungswoche aus allen Gauen nach Berlin fahren. Auskunft darüber erteilen alle „KdF."-Stellen. Starke Beteiligung am Internationalen Segel- flugwettbewerb in der Rhön. Zu dem vom Aero-Club von Deutschland vom 4. bis 18. Juli auf dem Gelände der NSFK.- Reichsfegelflugschule Wasserkuppe durchgeführten internationalen Segelflu g Wettbewerb sind bisher die Nennungen von acht Nationen eingegangen. Das Nationalsozialistische Flieger- korvs hat für Deutschland fünf Segelflugzeuge gemeldet mit den Flugzeugführern Karl Schmidt, Ludwig Hoffmann, Heini D i 11 m a r, Wolfgang Späthe und Hanna R e i t s ch. England, Polen, die Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei, Italien und Rumänien haben ebenfalls gemeldet. Explosionsunglück in einer schottischen Sprengstofffabrik. In einer Sprengstoff-Fabrik in Ardeer in der schottischen Grafschaft Ayrshire ereigneten sich mehrere schwere Explosionen. Soweit bisher bekannt, wurden drei Personen getötet und zwei chwer verletzt. Bei den kurz aufeinander olgenden Explosionen wurden fünf Magazine zer- tört. Ktosterseelsorger verdirbt Klosternachwuchs. Ein Koblenzer Sittlichkeitsprozetz. Koblenz, 15. Juni. (DNB.) Am Dienstag hatte sich vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Koblenz der 60jährige Zisterzienser Ordenspriester Georg W e l l st e i n , genannt Pater Gilbert, aus dem Kloster Marienstadt (Westerwald) wegen unzüchtiger Handlung, begangen an zum Teil noch nicht 14 Jahre alten Schülern und Zöglingen, zu verantworten. Zum Kloster Marienstadt gehört eine Ablatenschule mit Internat, die in erster Linie der Erziehung von Nachwuchs für den Orden dient. In dieser Schule herrschte eine unvorstellbare sittliche Verkommenheit. Die Zöglinge begingen kaum glaubliche Exzesse, von denen schließlich die Staatsanwaltschaft erfuhr. Im Zuge einer Untersuchung wurden auch die Verfehlungen des Paters Gilbert entdeckt. Einer der von dem Angeklagten belästigten Zöglinge klagte die Vorkommnisse seinem Lehrer, dem Pater Gregor, und dieser besprach die Verfehlungen mit dem Abt des Klosters, der, wie er bei seiner Vernehmung bekundete, zu der Auffassung kam, daß Pater Gilbert „b i e klöster - liehe Zurückgezogenheit außer A ch t gelassen habe". Nun stellte der Abt aber nicht etwa den Schuldigen energisch zur Rede, er entfernte ihn auch nicht aus der Nähe der Schüler, Er fuhr vielmehr zu einem Rechtsanwalt nach Köln und fragte diesen, ob die Handlungsweise des Paters Gilbert vor den weltlichen Gerichten strafwürdig fei. (!) Als ihm der Rechtsanwalt glaubte versichern zu können, die Tat sei nicht strafwürdig, war sein Gewissen vollauf beruhigt. Der Abt ließ den Pater weiter in Berührung mit dem Klosternachwuchs kommen, er hatte keine Besorgnisse, daß die jungen Seelen durch solch schändliche Dinge vergiftet werden könnten. Sv konnte Pater Gilbert seinen bösen Gelüsten Jahre hindurch freien Lauf lassen. Der Staatsanwalt wies auf die unbeschreibliche sittliche Verwahrlosung hin, die in der Klosterschule geherrscht habe. Wenn auch die Verfehlungen des Angeklagten nach den Paragraphen des Gesetzes an sich nicht so schwerwiegend seien, so falle doch erschwerend ins Gewicht, daß er sich im Priesterrock an Minderjährige herangemacht tyabe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis. Kleine politische Nachrichten. Der Chef des General st ab es des Heeres, General der Arttllerie Beck, hat sich zu einem Prioatbesuch der Pariser Weltausstellung nach Paris begeben. Er wird dabei auch Gelegenheit nehmen, dem Chef des französischen Generalstabes, General Gamelin, einen Besuch abzustatten. ♦ Der F üh re r und Reichskanzler hat an den König und die Königin von Bulgarien anläßlich der Geburt des Thronfolgers folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Euere Majestäten bitte ich, zur Geburt des Kronerbens meine und des deutschen Volkes herzlichste Glückwünsche ent- gegenzunehmen. Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler." — König Boris von Bulgarien hat aus Anlaß der Geburt des Thronfolgers eine Proklamation an das Volk gerichtet, in der u. a. mitgeteilt wird, daß der Kronprinz den Namen Simeon Fürst von Tirnowo erhält. * Der Führer und Reichskanzler empfing eine aus 20 Herren bestehende Gruppe österreichischer Industrieller unter Führung des Präsidenten des österreichischen Jndustriellen- bunbes Staatsrat Lubwia Urban. Sie wurden durch den österreichischen Gesandten Tauschitz ein- geführt, der der Reichsreaierunq und der Reichsgruppe Industrie feinen Dank für die Einladung der österreichischen Industriellen nach Deutschland und zugleich die Erwartung aussprach, daß diese Resie zur Festigung der Üeutsch-österreichischen Beziehungen beitragen möge. Der Führer und Reichskanzler nahm den Besuch des iranischen Parlamentspräsidenten Exzellenz Hassan Nouri Essandiari entgegen. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht gab zu Ehren des iranischen Parlamentspräsidenten in den Festräumen der Reichsbank ein Frühstück, an dem auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Mackensen, der Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums Dr. Posse und der Vizepräsident des Reichsbankdirektoriums Dreyfe und eine große Anzahl Industrieller und Vankleute teilnahmen. Der Reichsfsthrer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler hat verfügt, daß SS.-Gruppen- führer Weinreich mit sofortiger Wirkung als Leiter der Technischen Nothilfe die Bezeichnung „Chef der Technischen Nothilfe" und die von ihm geleitete Dienststelle die Bezeichnung „Reichsamt Technische Nothilfe" fuhren. Kunst und Wissenschaft. Der zweite Schauspielabend der Reichslheaterwache. Den zweiten Schauspielabend der Reichs- theaterwoche hatte das Stadttheater Bochum übernommen, wo Gerhard A i ch i n g e r s Schauspiel „Kleinod in die S i l b e r s e e gefaßt" zur Aufführung kam. Das Stück zeigt ein Kapitel aus dem Leben der braunschweigischen Prinzessin Caroline, als sie Königin von England war. Im dramatischen Konflikt zwischen Weibtum und Herr- schertum entwickelt der Autor eine packende Hand- lung. Das Werk fand in der Inszenierung Dr. Sa- ladin Schmitts Und mit den stilvollen Bühnenbildern von Dr. Harry Mänz lebhafte Zustimmung. In der Hauptrolle hatte Heidi Kuhlmann Gelegenheit, ihr schauspielerisches Können in vielen Variationen zu zeigen. Als Mitglieder des Königs- rotes waren Ernst Holzapfel, Walter Kalthäuser, Gerhardt M e i n e ck e und Willi Busch vorzüglich typisierte Gestalten. Die beiden Liebhaberrollen spielten mit jugendlichem Temperament Horst Caspar und Curt Bartz. Zwei Kapellmeister verlassen Frankfurt. Der bisherige Leiter der Frankfurter Museums- konzerte und erster Kapellmeister der Frankfurter Oper, Georg Ludwig Jochum, wurde als Generalmusikdirektor nach Plauen im Vogtland berufen. Außerdem wird Jochum auch die Symphonie- konzerte in Bad Elster leiten. Die Frankfurter Museumskonzerte werden in dem Freiburger General- muftkdirekkor Franz K o n w i t s ch n y ihren neuen Leiter finden. — Ferner wurde der Kapellmeister und Chorleiter am Frankfurter Reichssender Paul Belker als Leiter der städtischen Chorkonzerte nach Kiel berufen. Reichsarbeitstagung des RSD.- Studentenbundes. Die Reichsstudentenführung hält vom 22. bis 25. Juni in Heidelberg ihre diesjährige Reichsarbeitstagung ab. Es ist die erste Veranstaltung, mit der die neue deutsche Studentenführung in größerem Rahmen an die Oeffentlichkeit tritt. Einzeltagungen wechseln ab mit festlichen Veranstaltungen und Kundgebungen, die den Mitgliedern der NS.-Studentenkampfhilfe und den Studenten Gelegenheit zu gemeinsamem Auftreten geben. Das Programm sieht u. a. Ansprachen des Reichsstuden- tenfuhrers Dr. Scheel, des Vorsitzenden des Obersten Parteigerichts Reichsleiters Buch, des Reichsministers Rust und des Vorsitzenden des Reichsforschungsrats Generals der Artillerie Dr. h. c. Becker vor. Konzert auf Stradivari-Geigen in Cremona. Im Teatro Ponchielli in Cremona fand im Rahmen der Feiern zu Ehren des großen Geigenbauern Stradivari als künstlerischer Höhepunkt der Veranstaltungen ein Festkonzert statt, das sein einzigartiges Gepräge dadurch erhielt, daß dabei fast ausschließlich von Stradivari und Guarneri gebaute Streichinstrumente verwendet wurden. Es wirkten 26 Geigen, 3 Violen und 7 Celli der berühmten Cremoneser Geigenbauer mit, die zum größten Teil von weither nach Cremona gebracht worden sind. Besonders zahlreich waren die Stradivari-Geigen aus Deutschland vertreten. Das Programm umfaßte neben verschiedenen Kompositionen alter italienischer Meister auch das 3. brandenburgische Konzert von Bach. An dem Konzert, das von zahlreichen Vertretern der internationalen Musikwelt besucht war, nahmen auch die italienische Kronprinzessin und der Herzog von Bergamo teil. Institut für Meereskunde an der Kieler Förde. In Kitzeberg an der Kieler Förde fand die Einweihung eines Institutes für Meereskunde statt, dessen Kernaufgabe die Erforschung der Kieler Bucht als Meeres- und Lebensraum sein soll. Der Kieler Unioersitätskurator Dr. Dietzler übergab das Institut dem kommissarischen Direktor Prof. Rernane und wies darauf hin, daß Kiel in allen wissenschaftlichen und praktischen Fragen der Meeresforschung eine große Tradition aufzuweisen habe. Professor R e m a n e sprach über die Bedeutung der Kieler Bucht für die Meeresforschung. Neues für den Büchertisch. — Friedrich Griese: „Das Kind des Torsmachers". Eine Erzählung. Biegsam gebunden 2,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (110) — Wie die früheren großen Dichtungen Friedrich Grieses ist auch diese neue Erzählung aus dem Erlebnis der niederdeutschen Landschaft heraus entstanden. Die Menschen, die dort zwischen Heide und Moor von aller Welt abgeschieden als Torfmacher ihr mühsames Tagewerk verrichten, leben seit Geschlechtern tagein tagaus im Gleichmaß ihrer Arbeit, dem Gesetz untertan, das die Erde ihrer Herkunft bestimmt hat. Um so mehr empfinden sie es deshalb als Frevel, daß eines Tages die Tochter eines dieser Torfmacher dem gewohnten Lebenskreis entflieht. Sie verdingt sich auf Jorga, dem mächtigsten Hofe des Landes, als Magd, ja, sie folgt der Werbung des Bauern und waltet schließlich als Herrin über Jorga. Niemand, am wenigsten ihr eigener Vater, kann dies begreifen. Wenn ihn auch das Gefühl, den Zugang zu einer größeren Welt zu finden, mit heimlichem Stolze erfüllt, so gerät sein Glaube an die Gesetze seiner Welt dennoch ins Wanken. Seine Ahnungen trügen ihn nicht: nach aufregenden Vorkommnissen gehorcht die Tochter den Bindungen ihrer Herkunft und kehrt zurück in die Welt des Torfs und der Katen. So einfach Griefe diese Geschichte zu erzählen weiß, so stark ist die Spannung, die sie von Anfang bis Ende erfüllt. Es ist eine Dichtung, die sich zum Glauben an die ewigen Gesetze des Lebens und der Erde bekennt. — Neil M. Gunn: „Das verlorene Lebe n". Roman. Aus dem Englischen von F. Lennox. In Leinen gebunden 5,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (81) — Gunn ist seiner Art und Herkunft zufolge ein ausgeprägt schottischer Dichter, dem ein weiteres Ziel vorschwebt als die übliche Schilderung des modernen englischen Gesellschaftslebens und feiner uns keineswegs mehr neuen Problematik. Es ist ihm vielmehr um die Darstellung des elementaren Weltgeschehens zu tun, des unerbittlichen Schicksals, das im Gang der Geschichte und der Entwicklung vom natürlichen Leben zur fortschreitenden Zivilisation über die Menschen und Völker kommt und alles vernichtet, was den Inhalt ihres Lebens ausmacht. So ergeht es auch jener stolzen Stammesgemein- schaft im schottischen Hochlandstal Riasgan, die, Abkömmlinge eines ruhmreichen Volkes, nimmer von dessen uralten Bräuchen und Sitten läßt und in ihrem Leben, Lieben und Sterben den Vorfahren die Treue wahrt. In das Dasein dieser Menschen greift beunruhigend das Schicksal: die jungen Männer ziehen hinaus in den Krieg, um für das englische Weltreich zu kämpfen. Und wenn auch Lebenspläne zerstört und Liebesbande zerrissen werden, so sind sie doch stolz darauf, daß sie die alte schottische Tapferkeit von neuem beweisen können. Mit ihrem Auszug ist eine unheilkündende Unruhe in das Tal eingezogen. Die Gerüchte werden immer bedrohlicher, daß das schottische Hochland in riesige Schaffarmen umgewandelt werden soll, die England unter dem Druck der von Napoleon aufgezwungenen Kontinentalsperre zwar von der Woll- und Fleischeinuhr unabhängig machen, zugleich aber den Landbesitzern einen besseren Pachtvertrag und den spekulierenden Agenten einen riesigen Gewinn sichern werden. Und eines Tages fallen die Bewohner des Tales diesem Plan der Zivilisation zum Opfer. Fremde Arbeiter dringen ein, die Viehweiden werden abgebrannt, die Hütten zerstört und die Meuchen ausgetrieben an die felsige Meeresküste, wo ie weder leben noch sterben können. Don Stund an ist der Glaube des Volkes zu seinen Stammes- führern zerbrochen. Es häuft Fluch und Verdammnis auf sie. In diesen tragischen Ablauf eines Volksschicksals verflicht Gunn das bewegte Leben der kleinen Dorfgemeinschaft, aus der die Gestalt durch das erschütternde Werk zieht, eine Liebesgeschichte, die dem düsteren Buch den versöhnenden Ausklang gibt. — W. Schönhaber: Waldbränd e. Leitfaden über Entstehung, Bekämpfung und Verhütung. Mit einem Geleitwort von Landforstmeister Rech- tern. Verlag von Paul Parey, Berlin SW 11. Pr. 45 Pf. — (100) — Allein in den preußischen Staatsforsten ist 1934 durch Brand eine Waldfläche beschädigt worden, die etwa der gesamten Kulturfläche der Provinz Sachsen in einem Jahre gleichkommt. Diese ungeheuren, sich alljährlich wiederholenden Schäden machen es notwendig, die Aufklärung über die Verhütung und Bekämpfung der Waldbrände in die weitesten Volkskreise zu tragen. Die vorliegende Schrift schafft Klarheit über die verschiedenen Arten der Waldbrände und über die Maßnahmen, die jeweils nach Art des Feuers zu ergreifen sind. Sie sei allen Kreisen, insbesondere auch Schulen, als Aufklärungsschrift und praktisches Hilssbuch eindringlich empfohlen. — Georg von der Dring: Der Büchse nspanner des Herzogs. Aufzeichnungen des Rittmeisters Otto von Toell. Roman. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis Ganzleinenband 5,50 Mark. — (96) — Seinem „Schwarzen Jäger Johanna", der als Buch und als Film einen so großen Erfolg erlebte, läßt der Dichter diese fesselnde Erzählung folgen, die ebenfalls wieder die Notzeit der Franzosenherrschaft und das Land um die Niederweser — des Dichters Heimat — als Hintergrund hat. Man lieft von der Kundschafterfahrt des Rittmeisters Otto von Toell, der, als Schmuggler verkleidet, im Auftrag seines Herzogs aus Rußland in das geknechtete Vaterland zurückkehrt und hier in den Studel eines unüberlegten Aufstandes hineinaerissen wird. Prachtvolle Friesengestalten, die um ihre Freiheit und ihr Recht streiten, stehen gegen die Besonnenen und gegen Verräter und Abtrünnige, zwischen ihnen die zarte Pfarrerstochter von Gokerke, deren Herz dem „Büchsenspanner" gehört. In dem französischen Obersten Carteau ersteht Toell ein ritterlicher Gegenspieler. Hier ist die Idee der „Frontkameradschast" zwischen Freund und Feind in einer nächtlichen Unterredung meisterhaft gestaltet. — Im neuen Heft der „Sirene", der illustrierten Zeitschrift mit den Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes, findet man genaue Angaben, wie man feine Räume richtig und zweckmäßig verdunkelt. Das inhaltsreiche Heft bringt außerdem einen Auf. fatz mit Bildern über Hebungen mit Atemschutzge- röten und Gasanzügen, Bildberichte über Winter- Manöver in Finnland, über Kunstflug, über die Widerstandsfähigkeit von Holz und Eisen im Hm. blick auf ihre Verwendbarkeit im bautechnischen Luftschutz; Photos zeigen den neuen Weltflughafen Tempelhof im Bau. Witterungsvoraussage für 17. bis 26. Juni. Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichswetterdienstes in Bad Homburg am 16. Juni 1937 abends. Die angetündigte Abkühlung und Wetterverschlechterung ist fast in ganz Deutschland eingetreten; auch in Ostpreußen steht sie nahe bevor. Die Großwetterlage hat sich grundlegend um- gestaltet, so daß die Schönwetterperiode der letzten Wochen als abgeschlossen angesehen werden kann. In den nächsten zehn Tagen ist in ganz Deutschland mit wechsel vollem, vorwiegend kühlem zu häufigen Niederschlägen neigendem Wetter zu rechnen; doch wird die Witterung nicht durchweg unfreundlich sein, vor allem werden in W e st - und G ü b ro e ft ■ deutschland, also etwa westlich des Rheins und südlich vorn Spessart und Thüringer Wald unter dem Einfluß gelegentlicher Vorstöße des westlichen Hochdruckgebietes häufiger 21 u f Reiterungen eintreten. Im Mittel des ganzen Vorhersagezeitraumes werden die Temperaturen unter dem Regelwert liegen, jedoch im Durchschnitt der zweiten Hälfte wenigstens westlich der Weichsel höher sein als in der ersten Hälfte. Gegen Ende des zehntägigen Zeitraumes wird oll- gemein eine Witterungsbesserung eintreten; ob sie von längerem Bestand sein wird, läßt sich gegenwärtig nicht absehen. Wetterbericht der Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Grobwetterlage hat sich wenig geändert. Deutschland steht noch immer im Zufuhrbereich kühler Meeresluft, so daß unbeständiges, für die Jahreszeit zu kaltes Wetter herrscht. Eine durchgrei- sende Aenderung ist vorerst auch noch nicht zu erwarten. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, bei lebhaften westlichen bis nördlichen Winden ziemlich kalt. Aussichten für Samstag: Bei Luftzu. fuhr aus West bis Nord wechselhaftes und zu einzelnen Niederschlägen geneigtes kühles Wetter. Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 14,1 Grad Celsius, am 16. Juni: abends 13 Grad, am 17. Juni: morgens 10,5 Grad; Maximum 16,7 Grad, Minimum 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 17,9 Grad, am 17. Juni: morgens 15,2 Grad, Niederschläge 0,1mm, Sonnen- scheindauer 2,3 Stunden.______________ Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Tüchtiger *imD WMIMMU für leichte Arbeit bei hohem Lohn sofort oder 1. Juli 1937 gesucht. Gasthaus zur Krone, Nidda. [Stellenangebote) | Verkäufe an 500 g 1.40 125 g 35 Mettwurst Kaufgesuche I 03037 125 g 35 Stück 10 Zur frfrisdumg Literflasche o. Gl. 40 Apfelwein Deutscher Wermutwein Q§ mit Sprudel besonders erfrischend, Literfl. o. Gl. W V Giessen-Schulstr. 6 SMMGME Giessen-Schulstr. 6 Mündlich können Sieesnurvsulgss sagen, schrifüich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen ©ieeS allen Flasche 20 .. 500 g 75 Schweizer-Käse mit Rinde Vollfettkäse 45 % Fett i. T. Feinkostkäse streichfähig .... Halbfettkäse 20 % Fett i.T. Apfelsaft naturrein, alkoholfrei,Flascheo.GI. 70 Traubensaft Marke Perkeo, naturrein, alkoholfrei... ViFL o.GI. 95 Vilbeler Wasser....... Himbeer-Syrup gar. rein Die schönsten Kautsche evtl, mit Sessel sehr, sehr billig 4152 A ßp.Wellensillicli entflogen. Abzugeben osoae Afterweg 70 I r. Jg. Kaufmann übernimmt ab. 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(Scherl-Bilderdienst.) 8 1L >• • •><; W W MW MW v-^r Tiere als Baumeister. Neue Ergebnisse deutscher Forschung. Don Dr. E. Watther. Der folgende Artikel berichtet über neue Forschungsergebnisse deutscher Gelehrten, die ein besonders reizvolles Gebiet der Biologie betreffen: die „Baukunst" der Insekten. Derartige Bauten, wie wir sie etwa in den Ameisenhaufen oder Wespennestern vor uns haben, gehören wegen ihrer geradezu vollendeten Zweckmäßigkeit und ihrer denkbar größten Raum- und Materialersparnis zu den höchsten Leistungen tierischer Handlungsweise überhaupt. Während der letzten deutschen Sunda-Expedition gelang es Professor Weyer, ein höchst seltsames Bauwerk der Ameisen zu entdecken und dabei ganz neuartige Beobachtungen über die Lebensgewohnheiten dieser Tiere anzustellen. Er fand nämlich in den großen Mangroveblüten eigenartige Bauten, die von kleinen braunschwarzen Ameisen stammten, die Tiere hatten den Blütenboden mit regelrechten Dächern aus zerkautem Holz überbaut und darin ihre „S ch i l d l a u s h e r d e" und — in besonderen Nebenbauten — ihre Brut untergebracht. Die Schildläuse sind, ebenso wie die Blattläuse, beliebte „Haustiere" der Ameisen: sie werden ihrer süßen Ausscheidung zuliebe, die eine Delikatesse für die Ameisen ist, von diesen forgfam gehegt und gepflegt. Biele Ameisenarten sind nun dazu übergegangen, ihre Schützlinge ins Nest zu schleppen und dort sozusagen „Viehzucht" zu treiben: die Blatt- oder Schildläuse werden gefüttert, vor Feinden 'beschützt, und ihre Brut wird mit der gleichen Sorgfalt aufgezogen wie die eigene. Ganz anders liegen die Dinge bei den von Professor Weyer beobachteten Ameisen auf den Sunda- Jnseln. Diese Tiere halten ihre Schildlausherde außerhalb des Nestes in den Mangroveblüten und schaffen dorthin auch ihre Brut, um sie mit der „Milch" der Schildläuse aufguziehen. Das Haus ist von einer ständigen Wache von Ameisen besetzt, die Herde und Brut vor feindlichen Angriffen zu schützen hat. Nicht weniger interessant sind die eigentlichen Ameisennester, die aus verschiedenstem Material in mannigfaltigen Formen je nach der Ameisenart angelegt werden. Da gibt es die E r d n e st e r, die aus einem Labyrinch von in die Erde gegrabenen Gängen und Kammern bestehen. Manche dieser Nester sind ganz unter der Erde angelegt, andere unter Steinen oder sie sind von großen Erdhaufen überdacht — schließlich hat man neuerdings auch Erdnester auf Bäumen entdeckt, die dort oben aus dem mühsam hinauftransportierten Material gebaut werden. Zur Befestigung dieser sogenannten „Ameisengärten" dient das Wurzelwerk bestimmter Pflanzen, die von den Ameisen selbst zu diesem Zweck-auf ihren Bauten aus gesät werden! Die oberirdischen Teile der sonstigen Erdnester werden ost mit Grashalmen und anderen Pflanzenteilen — auch mit herbeigeschlepppten Steinchen — gestützt Im übrigen dient das Wasser als Bindemittel, und aus diesem Grunde sehen wir die Ameisen nur im Regen bei der Bauarbeit. * Diese oberirdischen Bauten sind für das Nest von großer Bedeutung, und zwar einmal für den Abfluß des Regenwassers, vor allem aber für die „Wärmeregulierung" im Nest. Mit Hilfe der sich rasch erwärmenden Steine und Erdkuppeln werden die oberen Stockwerke des Nestes geheizt, während die unteren kühl bleiben. Diese Temperaturunterschiede sind für die Aufzucht der Brut äußerst wichtig, da die Larven je nach dem Alter verschiedene Wärmegrade brauchen; aus diesem Grunde werden sie von den Arbeiterinnen je nach Bedarf herumgeschleppt. Der Wärmegewinnung dienen auch die großen, bis zu IV2 Meter hohen. Ameisenhaufen in unseren Wäldern, die aus Tannennadeln und anderem pflanzlichem Material bestehen, während darunter Erdnester angelegt sind. Nach neueren Messungen übertrifft die Temperatur in solchen Nestern die Außentemperatur um 10 bis 15 Grad Celsius. Manche Ameisenarten verwenden zum Nestbau auch ausschließlich pflanzliches Material, nämlich für die „Holznester", die ebenfalls aus einem Labyrinth von Gängen und Kammern bestehen, das jedoch im Holz ausgenagt wird; in hohlen Baumstümpfen sind solche Bauten häufig zu finden. Ferner wird für die sogenannten Kartonnester, die von den tropischen Ameisen vielfach gebaut werden, Holz verwendet. Es wird zu diesem Zweck besonders „verarbeitet", nämlich zu Holzmehl zerkaut und mit einer leimigen Drüsenabscheidung verklebt. * Die höchste Vollendung der Baukunst unter den Ameisen, ja den Insekten überhaupt erreichen jedoch die „W e b e r a m e i s e n". Sie bauen auf lebenden Bäumen und Sträuchern, deren Blätter als Wände benützt und untereinander mit einem Gespinst verbunden werden. Für die Wissenschaft war es lange ein Rätsel, wie diese Bauten Zustandekommen, da den erwachsenen Ameisen jegliche Drüse, die ein Spinnsekret liefern könnte, fehlt. Kürzlich entdeckte man schließlich, daß die Larven dieser Ameisen mit großen Spinndrüsen ausgestattet sind und tatsächlich zum Hausbau verwendet werden. Zu diesem Zwecke werden zuerst die Blätter von einer Schar von Arbeiterinnen aneinander gehalten, indem sie mit den Kiefern das eine Blatt, mit den Beinen das andere packen und einander nähern; ist der Zwischenraum für ein Tier zu groß, so wird eine Kette von mehreren Ameisen zur Ueberbrückung des Spaltes gebildet. Ist dieser eng genug, so kommt eine andere Schar von Arbeiterinnen, die je eine Larve zwischen den Kiefern tragen und damit eine höchst seltsame Tätigkeit beginnen. Sie drücken nämlich den Kopf der Larve fest an den Rand des einen Blattes an, bis das Spinnsekret austritt; darauf wird die Larve an den Blattrand jenseits des Spaltes gedrückt, dann wieder an den Rand des ersten Blattes und so fort, bis schließlich der Spalt von einem feinen Gespinst ausgefüllt ist. Das ist einer von den äußerst seltsamen Fällen im Tierreich, in denen ein Werkzeug verwendet wird. * Wie bringen nun diese „niederen" Tiere derartig schwierige Bauwerke zustande? Mit dieser Frage hat sich die moderne Forschung sehr eingehend beschäftigt, als Studienobjekt dienten vor allem die mit den Ameisen verwandten Wespen, deren Bauten ebenfalls Spitzenleistungen tierischer Handlungsweise darstellen. Ihr Baumaterial ist ebenso wie bei den „Kartonnestern" der Ameisen Holz, das mit dem leimigen Speichel der Wespen verknetet wird — die Zusammensetzung des fertigen „Baustoffes" entspricht unserem Zeitungspapier. An Bretterzäunen und Telegraphenmasten kann man ja häufig beobachten, wie Wespen Holzspäne abnagen. Nicht nur das Baumaterial, sondern auch die Anlage des Nestes ist bei allen Wespen ziemlich gleich: es besteht aus einer oder mehreren „Waben", die in gewissen Abständen waagerecht übereinander gelagert und durch Pfeiler aus Papiermasse verbunden sind; das Ganze ist von mehreren Hüllen, die einen vortrefflichen Wärmeschutz bieten, bis auf das Einflugloch umschlossen. Jede Wabe ist aus zahlreichen Zellen zusammengesetzt, die infolge ihrer sechseckigen Gestalt ohne Zwischenraum aneinander grenzen. * Der deutsche Forscher Professor Weyrauch hat in letzter Zeit durch eingehende Versuche die Frage zu klären versucht, wie die Baukunst der Wespen zustandekommt. Dabei zeigte sich, daß eine große Zahl — bisher konnte er 57 feststellen — von einzelnen Bauinstinkten oder „Tendenzen" in ganz bestimmter Folge zusammen- Das Haus der Deutschen Kunst. Mitte Juli wird in München das Haus der Deutschen Kunst feierlich eröffnet. Unser Bild links zeigt die Säulenreihe der Vorderfront des neuen Gebäudes. (Scherl-Bilderdienst-M.) Ä ML WOMW ■ 'M - "'M 1 "V •. " . _ S- < > Lievekensmarkt. Geschichte aus Holland von Hilde Heisinger. Wenn die Rosmarienheide blüht, ist in Aarlen Lievekensmarkt. Dann schreiben Wochen vorher alle heiratslustigen Mädchen einen Brief an Gastwirt Buijsselman. Einen langen Brief, in dem genau ausgezeichnet ist, was die hohe Brauttruhe an Schätzen birgt: ein Dutzend rosa Nachtjacken aus festem Köper, ungebleichte Baumwollstrümpfe, und viele Meter selbstgeklöpfelte Brabanter Spitze. Im Sparstrumpf stecken verborgen blanke Reichstaler. Von den fetten Erbaussichten ganz zu schweigen. Gastwirt Buijsselman liest das alles mit hochgezogenen Brauen und sortiert. Denn auch die jungen Burschen haben Briefe geschrieben, mit allem darin, was sie besitzen und sich wünschen. Und alle Ehen, die in himmlischer Voraussicht nicht geschlossen wurden, fügt Gastwirt Buijsselman mit pfiffiger Berechnung zusammen. Morgen ist wieder Lievekensmarkt. Aleida Potta hat ihre glatten schwarzen Haare in dreißig kleine Zöpfe geflochten, mit Zuckerwasser angefeuchtet. Das gibt einen Krauskopf, der sich sehen lassen kann und abends wird sie einen Schatz am Arme haben! Sie geht mit tänzelndem Gang zur Pumpe auf dem Marktplatz und läßt den Schwengel auf und nieder fliegen, bis das Wasser übern Tötenrand fließt. Morgen ist Lieoekens- marftl Sie sieht sich herausfordernd um. Aber niemand ist da, der spöttisch lächelt. Mit festem Griff nimmt sie die vollen Töten und geht summend nach Haus. Als sie an der Gracht vorüberkommt, sieht sie Anneke van der Heyden hinterm Fenster. Nur den gebeugten Kopf kann sie sehen, denn Anneke sitzt übers Klöppelkissen geneigt und nutzt die letzte Tageshelle aus. Aleida stellt die Töten vorsichtig hin und klopft ans Fenster. — „Laß sehen, wie weit du bist", sagt sie und besteht staunend die verschlungenen Lämmchen, Trauben und Kreuze, die Anneke für oie Altardecke der Beginnen klöppelt. _ , „Morgen ist Lievekensmarkt, Anneke, komm doch mit —" Aber Anneke wehrt erschrocken ab und die Rote steigt ihr bis zur Nasenwurzel, wo die Sommersprossen wie goldene Punkte sitzen Lievekensmarkt? Erbarme dich! Das ist nichts für Anneke van der Heyden, deren Mutter den ganzen Tag betet, daß ihr Kind ein Nönnchen wird. Nein, nein. Sie schüttelt noch lange hinterher den Kopf, als Aleida längst mit ihren Waffertöten'jenseits der Brücke ist Aber mit einemmal wollen die fünfen Finger nicht mehr so recht. Netzschlag — Leinenschlag, immer hin und her. Lievekensmarkt? Sie muß doch einmal nachsehen, was alles in ihrer Truhe steckt. An der schlummernden Mutter huscht sie vorüber ins Schlaskabinettchen und holt aus dem Kleiderspind das grüne Kleid mit den bunten Perlen. Sie schiebt die Passionsblumen zur Seite, die den Spiegel zwischen den beiden Fenstern überwuchern, und sieht verlegen hinein. Wie blaß sie ist. Das macht die Stubenluft tagaus, tagein. Wie überanstrengt sind ihre Augen! Sieben Meter Spitze für die Altardecke sind schuld daran. Und ihr Haar, das so kupfern ist, wie die Mörser und Kessel auf dem Gesims, sind in ein schwarzes gehäkeltes Netz eingezwängt. Lievekensmarkt — sie sitzt auf dem Bettrand und träumt. Nein, nein, das ist nichts für Anneke van der Heyden. Aber als hie Mutter fragend aus der Stube ruft, geht sie mit rotem Kopf hinüber und sagt, daß sie morgen neues Garn von den Nönnchen in Aarlen holen wird, für die Spitze Am andern Morgen ist Anneke schon in aller Frühe auf den Beinen. Sie versorgt das Haus und kocht eine große Kanne Kaffee für die Mutter. Sie hat ihr grünes Kleid angezogen und rote Flecke im Gesicht vor Erregung. Jeder wird es ihr an- fehen, daß sie nicht zu den Nönnchen will, denkt sie verschämt, als sie mit gesenktem Kopf über die Straße zum Bahnhof rennt. Es ist gar nicht weit bis dorthin. Aber Anneke hat nicht an die Ziehbrücke gedacht, die kurz vor dem Bahnhof über die Gracht führt. Als sie atemlos ankommt, sind die beiden Brückenhälften hochgewunden. Ein breiter Lastkahn wird vorsichtig und langsam durch die enge Wasserstraße gestatt. Vorn am Bug steht ein grauer Spitz und bellt in den frühen Morgen hinein. Der Kahn hat nur wenig Stückgut geladen und ragt hoch aus dem Wasser. Für Anneke ist es nur ein kleiner Sprung hinab aufs Boot. Hilfesuchend sieht sie sich um, ob nicht irgend jemand sie auf der anderen Uferfeite die kleine Kaimauer hinaufziehen wird. Schon weitet sich die Gracht zum Kanal, und ehe Anneke sich versieht, liegen Ziehbrücke und Ufer weit, weit hinter ihr. Sie steht mit hängenden Armen. Bis der bellende Spitz sie aufschreckt und der junge Schiffer am Steuer sie mit vergnügtem Schmunzeln mustert. „So, so nach Aarlen? Eben dahin wollte ich auch —" Er kneift ein Auge zu, als er das sagt, und Anneke weiß vor Verlegenheit nicht, wohin sie sehen soll. Sie setzt sich auf die aufgeschlossenen Taue und zieht ihr arünes Kleid bis über die Fußspitzen herab Die kleinen Perlen am Halsbork glitzern in der Sonne. Aber heller noch funkelt ij^ kupfernes Haar, das in dicken Flechten den ganzen Kopf bedeckt. Sie ist so hochrot vor Aufregung im Gesicht, daß man die Sommersproßen gar nicht erkennen kann. Der Schiffer raucht aus seiner weißen Tonpfeife und sieht Anneke an. Die Ufer gleiten sachte vorüber. Im Wasser spiegeln sich Himmel und Weiden und die grasenden Kühe. Manchmal zeigt der Schiffer mit der Pfeife auf eine Windmühle oder ein Gehöft und sagt einen Namen. 'Nur als sie nach drei Stunden an einer kleinen Stadt vorüberkommen, sagt er nichts. Vielleicht, weil der Schiffjunge gerade Kaffee in blauen Kümpchen heraufbringt, mit Kandiszucker darin, und ihn am Steuerrad ab- löst. Mittags steigt Anneke in die kleine Kombüsse hinunter und hantiert mit flinken Bewegungen, während der Schiffer auf der halben Treppe fitzt, und mit der Pfeife weist, wo Kartoffeln und Salz zu finden ist. Gegen Abend sind sie immer noch nicht in Aarlen. Aber der Schiffer weiß nun ganz genau, was alles in Annekens Brauttruhe ist daß sie das Haus an der Gracht später erben wird. Und daß sie niemals ein Nönnchen wird! Sie hat ihm beim Erzählen die Socken gestopft während der langen Fahrt. „Das Haus", meint der Schiffer, „brauchen wir ja gar nicht, Anneke, wir haben ja unser Boot . ." Als die ersten Sterne funkeln, wundert Anneke sich schließlich doch, daß sie immer noch nicht in Aarlen sind. Aber der Schiffer legt im Dunkeln den Arm um sie und sagt, daß er in Aarlen, an dem Lievekensmarkt, längst vorübergefahren sei. Um die Provision für sie beide an Gastwirt Buijssel- man zu sparen Go kann em Traum entstehen Von den mancherlei physiologischen Vorgängen, die sich im Körper auch während des Schlafes ab= spielen, gelangen dauernd Eindrücke zum Gehirn, die oft als Iraumerieger wirken und je nachdem, ob sie von Lust- ober Unlustgefühlen begleitet sind, erfährt der Traum eine heitere ober düstere Ausgestaltung. Der Einfluß von Hunger- unb Durstemp- finbungen auf bie Bilbung ber Traumvorstellungen ist ja bekannt; ein starkes Hungergefühl ruft Träume von wohlschmeckenben Gerichten unb von Lieblingsspeisen hervor, so baß also eine Befriebigung bes Bebürfnisses im Traume geschaffen wirb, bie luft- betont ist. Noch bestimmter erzeugt bas Durstgefühl bie Traumvorstellung bes Durstlöfchens, unb erst wenn bas Durstgefühl trotz ber vermeintlichen Befriebigung bestehen bleibt, kommt bie Enttäuschung in bem sich weiter fortfpinnenben Traum in Form von vermeintlichen Störungen bes Trinkens zum Ausbruck. Die Wirkung ber Allgemeinempfinbungen als Traumerreger geht aber, wie Prof. Dr. B a e g e in ber Leipziger „Jllustrirten Zeitung" zeigt, viel weiter. Sv würben bie sogenannten Magenträume schon frühzeitig beobachtet, unb bie Volksmeinung kam sogar zu ber falschen Anschauung, baß alle Träume „aus dem Magen" kämen. Die Lage und die Funktion des Magens geben ihm in der Tat einen bedeutsamen Einfluß auf die Träume. Die Aufnahme schwer verdaulicher Speisen kurz vor dem Schlafengehen ober ein überfüllter Magen rufen fast immer unangenehme Träume hervor; man erwacht aus einem Angsttraum mit bem Einbruck, baß je- manb auf einem liege ober einem bie Bettbecke wegziehen wolle, unb bei überfülltem Magen glaubt ber Träumenbe sich burch eine besonbers enge Deff= nung burchzwängen ober eine sehr enge Wenbel- treppe besteigen zu müssen. Auch bie Art ber Speisen hat einen wesentlichen Einfluß auf bie Gestaltung unserer Träume. Bebeutfam sinb hier auch bie Allgemeinempfinbungen, bie vom Blutkreislauf zum Gehirn gelangen. Den Traumerlebnisfen, baß man sich in einem Gebränge ober in einem Gebäube mit vielen Räumen unb Gängen befinbet ober sonstwie in Verwirrung gerät, liegen Allgemeinempfinbungen zugrunbe, bie von ber Blutbewegung herrühren. Der Pulsschlag im Gehirn ist bie Grunblage für alle taktmäßigen Hanblungen im Traum, wie Tanzen unb Marschieren, Blutanbrang zum Kopf für alle Zornhanblun- gen ober Aergernisfe. Die Herztätigkeit wirb nur bei Störungen bemerkbar. Ein Herzkranker träumte, baß Einbrecher im Stockwerk über ihm mit schweren Tritten umhergingen, unb er bemerkte beim Erwachen sofort, baß es in Wirklichkeit ber eigene Herzschlag war, ber bas Dröhnen hervorrief. Ein anberer träumte, baß Nägel in ben Fußboben ein- geschlagen würben. Ueberhaupt beeinflussen Schrnerz- empfinbungen ben Traum in vielgestaltiger Weise. Ein leiser stechenber Schmerz im Unterschenkel rief ben Traum von einer Verwunbung burch Messerstich hervor, rheumatische Schmerzen in ben Armen, besonbers in ben Ellenbogengelenken, verursachten einen Traum, baß ber Träumer einen wilbgeworbe- nen Ochsen sestmhalten versuchte, inbem er ihm in die Nüstern griff, wobei bas Tier mit ben Hörnern in seine Ellenbogengelenke zu stoßen versuchte. 6ocbfd)öinofbri(f)tcn Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Erich Blunck (Bauwesen) an der Technischen Hochschule Berlin: Dr. Carl Zimmer (Zoologie) an ber Universität Berlin, Dr. Otto D i m r 0 t h (Che- mie) an der Universität Würzburg. Wirtschaft im Betrage von 10 243 347 Mark. Wie diese Zahlen Was nützt dielO-Tage-Wettervorhersage? Am Rentenmarkt war das Geschäft bei Landalberterwohnungen, Wie wir sie brauchen Berlin Frankfurt a. M. 99,25 ,9 97 100,9 Devisenmarkt — Frankfurt a. ZU. 99,25 101 99 98 Schluß» kurs 99 98 99 98 126,25 18,75 19 125,5 99,25 99 105,5 100,8 99,25 126,4 133,5 99,5 133,65 99,5 Schluß» kurs 133,13 99,5 98,25 100,75 101,13 211,75 113,25 118,5 105 126,75 18,75 19,25 125,5 214,5 113,25 118,5 105 212 131 113,25 118,5 105 100,9 110,9 126,4 47,5 18,9 19,25 125,5 99,25 101 99 98 97,9 133,25 99,5 98,25 100,75 100,9 110,7 126,25 47 18,75 19 125,4 99,25 99 105,75 99,75 100,6 99,25 126,4 99,25 99 105,25 99,75 100,75 99,25 126,4 101,75 99 den Tischen sogar eine Steckdose für Tischlampe oder Bügeleisen haben. Die Räume sahen so sauber und ordentlich aus, daß sich hier die Landmädchen wohlfühlen, und nicht nur für ein Jahr, sondern für viele Jahre auf diesen Hof kommen werden. Warum sollte nicht auch ein Waschbecken mit fließendem Wasser und ein sauberes Wasserklosett für den Landarbeiter geschaffen werden, wenn in allen anderen Betrieben die besten sanitären Anlagen gefordert werden. Auch in den Landarbeiterwohnungen dieses Hofes das gleiche Bild: Aus einem großen Heuboden und einer Geschirrkammer wurde ein langer Gang mit vielen kleinen gemütlichen Zimmer zur Rechten 1934 i...................... 41/2% Deutsche Reichsbahnschag von 1936 I.................. Reichsanlethe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. iy2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 5y2% Hess. LandeS-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4yz% Preuß. Landespfdbr.-Anft. Goldpfe. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4yt% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 214,75 131 113,25 118,5 105 Berlin wirkt, um den Bau zu vollbringen. Beispielsweise besteht die Tendenz, die Hülle senkrecht auf dem Baugrund — das ist im Nest der Wabenrand — zu errichten. Auf einer bestimmten Höhe wirkt dann der Instinkt, die Hüllenränder umzubiegen, am stärksten. Nach der Umbiegung tritt die Tendenz hervor, die Hüllenfläche in bestimmtem Abstand zur nächstälteren Hülle zu halten. Ein sehr stark ausgeprägter Bauinstinkt ist ferner die Tendenz zur A b r un- dun g : hervorstehende Zipfel werden abgetragen und Nischen ausgesüllt. Kennzeichnend für diese Instinkte ist ihre Starrheit, d. h. es wird unter allen Umständen tendenzgemäß gehandelt, auch wenn das zu sinnlosen Handlungen führt. So wurde den Wespen von Professor Weyrauch ein Karton mit ruhigeren Umsätzen voll behauptet. Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. leichter mit 60,75. les Wetter, wird man sich mit der Einbringung eines bestimmten Fruchtteiles beschleunigen, um größere Schäden vorsorglich zu vermeiden. Wird das kommende Wetter Sagen vorwiegend freundlichen Charakter aufweisen, so wird man die Frucht ruhig noch ausreifen lassen, weil man sie ja ohne besondere Befürchtungen auch später noch einbringen kann. Zweifellos ist die Anwendung der Vorhersagen im Einzelfall nicht immer so einfach wie wir es hier skizzierten. Ein fortschrittlich gesinnter Bauer wird aber nicht leugnen können, daß ihm mit diesen Zehntagevorher'sagen ein wertvolles Hilfsmittel für seine landwirtschaftlichen Planungen entstanden ist. Walter Lammert. behaupteten Kursen klein. Altbesitzanleihe 126,25, Kommunal - Umschuldung 94,05, Reichsbahn - VA. Kurszettel der Berliner und Kranksurter Börft. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdlskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. und Linken, in denen zwei oder drei Knechte schlafen. Jeder hat neben einem Bett mit guter Matratze einen Spind, und einen anständigen Stuhl. Hübsche Vorhänge schmücken die Fenster und geben den Räumen mit ihren freundlichen Tapeten ein gutes Aussehen. Ein besonderes Zimmer mit Tischen, Bänken und Stühlen ist dem Aufenthalt über Tag vorbehalten, da die Schlafzimmer tagsüber I nicht aufgesucht werden dürfen, — eine erzieherische Maßnahme, die wirksam verhindert, daß die Betten in die Mittagsparse verschmutzt werden. Hier fanden wir sogar im Waschraum neben zweckmäßigen Waschbecken eine Brause und ein Becken zum Füßewaschen. Als wir den Hof gerade verlassen, kehren die Landmädchen vom Felde zurück. Obwohl die Sonne glühend heiß brennt und müde und schlapp macht, singen die Mädel ein frohes Lied — und hier liegt das Geheimnis. Wo sich die Menschen wohl fühlen, werden sie gerne arbeiten. Wenn sie anständig be= | handelt werden, werden sie auch immer da sein und ihre Pflicht erfüllen. Wenn der Bauer feinen Knecht und seinen Landarbeiter anständig unterbringt und behandelt, wird er auch jederzeit Arbeiter für seinen Hof finden und sie darüber hinaus für viele Jahre auf seinem Hof halten können. Aber nicht nur der Bauer hat die Verpflichtung, anständige Wohnräume zu beschaffen, sondern der Landarbeiter muß seine Wohnräume auch sauber halten. Man kann das Landarbeiter-Wohnungsproblem niemals nur von der einen Seite her sehen. Wir haben auch Beispiele gefunden, wo es am Landarbeiter lag. Wir -trafen auf einem ande- 99,25 99 105,9 99,75 100,65 99,25 126,2 und Bronze Schlenk auf 94 (93,25) anzogen. Der Rentenmarkt war ohne besondere Vorgänge. 6proz. IG.-Farben 136, 4,5proz. Krupp 99, Schutzgebiets- anleihe-Zertifikate 11,50, Kommunal - Umfcyulftung 94,05 bis 94 10. Frankfurter Getreivevocfe. Frankfurt a. M., 16. Juni. Der Getreide- grohmarkt zeigte keine Veränderung der Marktlage gegenüber dem vergangenen Montagsmarkt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 211 W16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R12 174, R 15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtera.! ite — Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 (Voll- mehl) W 13 29,90, W 16 30,00, W 19 30,00, W 20 30,35; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 ' 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Muhlen- station. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnuß- kuchen —, Treber getr. 14,00, Höchstpreis ad Er- zeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu, drahtgepreßt, alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. Tendenz: ruhig. Frankfu ter Schlachtoiehmarkt Franks urt a. M., 17. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: Rinder 906, darunter 103 Ochsen, 156 Bullen, 462 Kühe, 185 Färsen; 495 Kälber, 25 Schafe und Hämmel, 142 Schweine. Es kosteten: Rinder 36 bis 45 Mark; Bullen 34 bis 43 Mark, Kühe 18 bis 43 Mark, Färsen 35 bis 44 Mark, Kälber 30 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 45 bis 52 Mark, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. N S G. Die Frucht wogt auf den Feldern, das Heu liegt duftend auf den Wiesen und verlangt 1 dringend, heimgebracht zu werden, aber überall i fehlt es an Arbeitskräften. Während wir . in diesen Sommertagen an den Feldern vorbeifah- ; ren, fragen wir uns, roarum es so schwer ist, Landarbeiter zu bekommen. Der Besuch verschiedener Höfe gab uns die Antwort: Es ist die Wohnungsfrage! Früher war es häufig, daß die Landarbeiter und Landmädchen in einem Raum, der zu allem anderen, als zum Wohnraum geeignet war, untergebracht wurden. War her Raum schon muffig, so standen die Betten und anderen Einrichtungsgegenstände in nichts nach. Leider hat sich an diesem Zustand in nur all zu vielen Fällen noch nicht viel geändert. — Und darum trägt der Reichsnährstand seine Forderung nach anständigen Landarbeiterwohnungen eben verstärkt in jedes Bauernhaus. Generaloberst Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan dieses Problem ebenso erkannt, wie alle anderen Stellen, die sich schon lange darum bemühen, auch dem Landarbeiter ein Heim zu schaffen, in das er nach des Tages Arbeit und Mühe freudig zurückkehrt. Räume, die den modernen Gesichtspunkten entsprechen. Ihren Niederschlag finden diese auch in den ersten Durchführungsvorschriften zu der Verordnung Hermann Görings über die beschleunigte Förderung des Baues von Heuerling- und Werkwohnungen. Wir habem eine Reihe von Landarbeiterwohnungen angesehen. An den Vorbildern, die wir aufgesucht haben, konnten wir sehen, daß überall eine Verbesserung der Wohnungen möglich ist, wenn man nur den guten Willen dazu hat. Teilweise ist dieser gute Wille schon in die Tat umgesetzt und hat Wohnungen und Aufenthaltsräume für die Landarbeiter geschaffen, die zum Teil besser sind als die Wohnungen eines Handarbeiters in der Stadt. Auf einem Hof in Oberhessen wurde aus der nicht mehr benutzten Mühle eine schöne Molkerwohnung, darüber befanden sich die Zimmer für die Landmädch-m. In sauber tapezierten und gestrichenen Zimmern wohnen hier drei und vier Landmädchen zusammen. Die Betten sind anständig, das Bettzeug ist gut, nette Vorhänge an den Fenstern und ein frischer Feldblumenstrauß auf dem Tisch verschönern die Räume, die gutes Licht und über wendig hielt, seine Stuben in Ordnung zu halten. Steuergutschein-Berrechnungskur« Und auch auf dem anderen Hof hätten wir uns in dem wirklich vorbildlichen Gemeinschaftsraum ein ^Ahrswesen - . „614 paar Blumen, die die Landarbeiter am Wegrand Han!bu!g-Amc?Ila PaN..^..i o hätten pflücken können, vorstellen können. Der Norddeutscher Lloyd..........o Bauer muß natürlich die, die sich der Ordnung nicht Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 fügen wollen, zur Ordnung erziehen. Der Erfplg wird nicht ausbleiben Alle aber müssen sich dar- über klar sein, Bauer und Landarbeiter, daß die Commerz- und Privat-Bani... 5 Sorge der Ernährung und ihre Sicherstellung eine Deutsche Diskonto............6 Grundvoraussetzung unseres gesamten Lebens über-' Dresdner Bank..............4 Haupt ist. Beiden erwächst daraus die Verpflichtung, alles zu tun, daß die Arbeit am Boden auch geschafft werden kann. In erster Linie aber trifft es den Bauern, der dafür zu sorgen hat, daß seine Arbeiter ebensogut untergebracht sind, wie er. Keinem Dauer würde es je einfallen, unter den gleichen Wohnbedingungen, wie sie die Landarbeiter zum Teil noch haben, zu arbeiten. Mit gutem Willen können anständige Wobnräume geschaffen werden; das zeigten die Höfe, die wir besuchten. Es muß jetzt zugepackt werden — es ist die höchste Zeit! E. K. Rundfunkproqramm. Freitag, 18. Juni. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittaaskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendevezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frauen, von denen man spricht ... 15.15: Grünschnäbel! Ein be» lauschtes Gespräch. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. Als Einlage: „Das Mädchen ohne Bräutigam." Eine heitere Plauderei. 18: Bilder vom Badensee. 18.30: Das ist unser Dienst am Leben. 19: Chorkonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21: „Veronika." Ein Dolksstück. Samstag, 19. Juni. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Morgenmusik. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau hör zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Sesam öffne dich! Heute mal aus der Kasseler Wunschkiste. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Tänze und Tanzlieder aus deutscher Landschaft. Ein Reigen alter und neuer Lieder und Spielmusik. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Sportschau. 18.30: Militärkonzert. Als Einlage: Hörbericht vom Backfischfest in Worms. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 20: Nachrichten. 20.10: Abend- konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Das 84. reichsoffene Feldbergfest. 22.40: Nun blühen die weißen Glöckchen ... In diesen Tagen ist zur besseren Beurteilung der Wetterlage durch den Bauern die „10-Tagtz-Wettervorhersage" eingesührt und auch der Gießener Anze i a er stellt sich in den Dienst dieser für unsere Landwirtschaft besonders bedeutungsvollen Einrichtung. ZdR. Der Bauer ist sozusagen sein eigener Wetterprophet, und niemand wird leugnen wollen, daß ein Mensch, der sein ganzes Leben in der freien Natur verbringt und mit den Vorgängen am Himmel sozusagen auf du und du steht, sich auch ein eigenes Urteil über die Wettergestaltung machen kann. So ausgeprägt einesteils dieses Gefühl für das kommende Wetter bei dem Bauern ist, so leicht ist er andernteils geneigt, auch solchen Wetterregeln Gehör und Glauben zu schenken, die zwar aus den langjährigen Erfahrungen in der Natur schöpfen, aber mit der Zeit eine Verdrehung, Umformung und Verallgemeinerung erfahren haben, die nichts mehr mit der, instinktiven Treffsicherheit eines persön- . lichen Wettergefühls zu tun hat. Es bedarf keiner weiteren Erörterung, daß eine Anpassung bäuerlicher Arbeiten auf diese Wetterregeln zu den gröbsten Enttäuschungen und wirtschaftlichen Verlusten führen kann. Der Bauer hält der „amtlichen", das heißt wissenschaftlichen Wettervorhersage oft entgegen, daß diese aus dem Studierzimmer entwickelt sei und daher nicht die unmittelbare Verbundenheit mit den Naturerscheinungen besäße. Eine derartige Meinung ist falsch, denn der Meteorologe ist genau so wie der Bauer ein Mensch, der die Natur kennt und mit ihr verwachsen ist. Es kann nur jemand Meteorologe werden und die physikalischen Regeln der Meteorologie anwenden, der jenes instinktive Gefühl für die Naurvorgänge ebenso besitzt wie der Bauer. Der Unterschied ist lediglich der, daß der „amtliche" Wetterkundige seine natürliche Veranlagung für die Erkenntnis kommender Wettervorgänge durch die exakten, klaren Regeln wissenschaftlicher Forschung und insbesondere durch die technischen Errungenschaften der schnellstmöglichen Nachrichtenübermittlung erheblich zu erweitern versteht. Der Bauer auf dem Felde sieht am Himmel über ihm die in Bildung befindliche Gewitterwolke, der Meteorologe vom Fach weiß dank seiner physikalischen Kenntnisse und der ihm zur Verfüoung stehenden Nachrichtenapparatur aber auch noch, welche Wetterformen sich in näherem und weiterem Umkreis oor- bereiten, welche sich schon gebildet haben und inwiefern diese auf Grund ihrer Zugrichtung für einen bestimmten Bezirk wirksam werden. Diese wissenschaftliche Form der Wettervorhersage wird bereits seit einigen Jahrzehnten amtliche verbreitet und ist allmählich zu einem selbstverständlichen Bestandteil der täglichen Nachrichtenübermittlung geworden. Es ist kennzeichnend für die deutsche Forschung, daß sie sich mit den Ergebnissen der allgemeinen Meteorologie nicht zufrieden gab und das so ungeheuer schwierige und gleichzeitig wichtige Ge- 125,50. Im Verlaufe flaute das Geschäft etwas ab, die Haltung blieb aber freundlich. Die Kursveränfterun- gen hatten nur noch kleines Ausmaß. Fest lagen Bemberg mit 137,25 bis 138,25 (136,75), auch Zellstoff Waldhof holten weitere 2,25 v. H. ihres Dividendenabschlags ein auf 159 bis 160, Goldschmidt bewegten sich etwa zwischen 151 bis 152, IG.-Farben bei 167,40 nach 167,25, Verein. Stahl 122,25 bis 122 nach 121,75, BMW. 152,50 nach 152,90. Am Einheitsmarkt blieben einzelne Spezialwerte weiter gesucht, Wulle Brauerei 60 rat (57), sehr stark gesucht unft ohne Angebot blieben weiterhin Niederrhein. Leder Spier, dagegen Gritzner auf den Sanierungsvorschlag 53,75 (60,90). Abendbörse gut behauptet. Infolge nur kleiner Kundschaftsbeteiligung erreichte das Geschäft an der Abendbörse nicht den Umfang des Mittagsoerkehrs. Die Haltung blieb aber unter dem Eindruck der weiteren politischen Beruhigung fest und die Kurse erwiesen sich auf dem erhöhten Stand als überwiegend voll behauptet. Nach der starken Erhöhung etwas niedriger lagen Th. Goldschmidt mit 150,75 (152), aber bereits 151 in Berlin, ferner gingen Holzmann auf 148,50 (149,25) zurück. Recht fest lagen dagegen Muag mit 149,50 (147). Conti Gummi mit 194,40 (193,50), Felten mit 139,50 (138,75), Reichsbank mit 214,50 (213,50) und Rheinmetall mit 150,75 bis 151 (150), sowie Rheinstahl mit 160 bis 160,13 (159,75). Montanwerte lagen sonst gut behauptet, Buderus 128,50, Mannesmann 124,13, Verein. Stahl 121,90, Deutsche Erdöl 156,75, ebenso IG.-Farben mit 167,25, Daim- Schlußk. Abend- börse 16 6. 101,75 99 15 6 101,75 99 15.6 101,65 99 ren Hof auf einem Flur zwei Wohnungen an, die beibe gleich gut ausgebaut waren. Die eine war gut 5^/o(h'VanIf- Liquidation gebatten, di- ander- aber verlottert. Hier lag s allein an dem Landarbeiter, der es nicht für not- Goldpfe..................... ler mit 140, Bemberg mit 138,25 u. a. Am Einheitsmarkt gingen Gritzner nach etwas zurück auf 53,25 (53,75), während Seil Wolff auf 117 (116,13) einer Wabe geboten, dessen Ränder nach außen umgebogen waren. In diesem Falle tritt die Tendenz hervor, am Rande des Baugrundes — niemals an der Fläche eine Hülle anzubauen, außerdem wirkt. * ©..„MfbomiHiaiina der hessischen die Tendenz, von oben nach unten zu bauen. Das ä reo 11 b e w 1111 9 u H im \ ah re KZ-i&’Ä'SSMS, 0.5 Ä sinnreichen Vollendung des kunstvollen Bauwerkes m besonderem Maße der Arbeitsbelchassung zu führen kann. dienen. . , _ I Khem-MaiNische Börse ZHiffagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 16. Juni. Die Einladung v. Neuraths nach London fand an der Börse ein biet der langfristigen Witterungsvor-! günstiges Echo, so daß die freundliche Tendenz fort» herfage in Angriff nahm. Wenn wir auch eine bestand. Am Aktienmarkt war das Geschäft Vorhersage einzelner kommender Jahreszeiten noch nicht besonders lebhaft, da das Publikum sich mehr nicht durchführen können, so ist es doch einschlägi- einigen Spezialwerten zuwandte. Auch die Kurs- gen Forschungsarbeiten gelungen, das Wetter auf gestaltung war nicht ganz einheitlich, es überwogen, 10 Tage im voraus nun mit ziemlicher Sicher- aber kleine Erhöhungen. Eine Sanderbewegung heit zu errechnen. Diese Arbeiten wurden vor etwa vollzog sich in den Aktien der Th. Goldschmidt, die zwölf Jahren von Professor Dr. Baur in eigenen bei kleinen Umsätzen infolge Materialmangels auf Studien begonnen, dann in der dafür eingerichteten 150,50 bis 152 (145) anstiegen. Etwas stärker als Staatlichen Forschungs stelle für lang- durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. erhöht waren außer- fristige Witterungsvorhersagen systematisch gefördert dem Reichsbankanteile mit 213,50 (211,75) und und weiterentwickelt. Seit einigen Jahren tritt Pro- Aschaffenburger Zellstoff mit 141,13 bis 141,75 fessor Baur mit seinen Errechnungsergebnissen, die (140,50). Montanwerte lagen ziemlich still, Hoesch sich anfangs nur auf einen Sommermonat bezogen, 125,25 bis 125,50 (126), Verein. Stahl 121,75 bis jetzt aber bereits auf vier Sommermonate erweitert 122 (122), Rheinstahl 159,75 (159,25), Klöckner 137 haben, in die Öffentlichkeit. Sie sind in den vor- (136,25), Mannesmann unv. 124. IG. - Farben angegangenen Jahren von objektiver Seite, von schwankten bei nicht sehr großen Umsätzen zwischen Bauern, Jägern, Wissenschaftlern, Lehrern und der- 167 bis 167,50 (167). Elektropapiere notierten meist gleichen geprüft und jetzt als reichswichtig für die 0,50 bis 0,75 v. H. höher, im gleichen Ausmaß fester Aufgaben des Reichsnährstandes, gleichzeitig aber lagen Motorenwerte und einzelne Maschinenaktien, für die gesamte Wirtschaft und ihre Planungen ein- Moenus 117,50 bis 118 (1J7). Schiffahrtsaktien bei gesetzt worden, da das Durchschnittsergebnis von " " "" ..l.l 90 v. H. Volltreffern die praktische Ausnutzung dieses wissenschaftlichen Fortschritts wohl rechtfertigte. Diese 10-Tage-Wettervorhersagen sind nun nicht so | zu verstehen, als ob sich für jeden einzelnen Tag in Den verschiedenen Teilen Deutschlands das Wetter in allen Einzelheiten genau angäben, sondern man hat diese Zehntagevorhersage als „Tendenzwettervorher- sagen" geformt. Für den Bauer ist es bei feinen jeweiligen Feld- und Erntearbeiten wichtig zu wissen, ob eine regenreiche Woche, eine warme oder eine unfreundlich-kühle Witterungsperiode folgt. Die Erntearbeiten werden nicht durch vereinzelt auftretende Regenschauer, sondern durch dauernde Regenfälle gestört und wenn in einem Falle die Vorhersage angibt, daß das Wetter der kommenden zehn Tage in Westdeutschland „heiter und sehr warm mit vereinzelten Gewittern" sein würde, so weiß der mit dem Stande seiner Feldfrucht vertraute Bauer genau, wann er mit der Ernte beginnen kann. Aus diese Weise werden Ueberraschungen vermieden und namentlich können ungünstige Erntebeeinträchtigungen verhindert werden, da man weiß, ob der kommende Zeitabschnitt vorwiegend trocken und heiter öfter naß und kühl verläuft. Gibt es vorwiegend küh- Datum 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4yz% Deutsche Relchsschatzanwet- sungen öon~1935 . .......... wi .ad Dui 15'*- nn9e Nie' ^te. N, । sich lir.’58 Drittes Blatt be- Sonnfag, 20. 3uni, 20.30 Uhr, Großer Heiterer Abend in der Volkshalle mit „Nazi-Eisele" und seiner Truppe. — Preise 40, 60, 80 Pf. und 1 Mark. Sammelbestellungen der Betriebswarte bis Donnerstag, 17. Juni. — Kartenvorverkauf: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle. Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr: Großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Eintritt 40 Pf. der die sich Äus der Stadt Gießen. Schönheit am Wege. D, es gibt viele Wege, die auf uns warten, im Häusermeer der Stadt und in der lockenden Weite der freien Natur. Wege, die mir täglich zu gehen haben, andere, zu denen wir ab und zu unsere Schritte lenken und wiederum solche, die wir nur dann gegangen kommen, wenn uns der Sprung aus dem Alltag hinausführt in die blaue Ferne der Sehnsucht und des Abenteuers. Und an allen Wegen steht irgendwo die Schönheit bereit, uns ein flüchtiges Glück zu schenken, uns für eine Weile zu erfreuen. Man sage nicht, daß es so etwas in der Stadt nicht gibt. Daß die Straßen der Stadt vielmehr eintönig seien und der Schönheit gänzlich entbehrten. Wer so denkt, ist in einem hoffnungslosen Pessimismus befangen. In Wirklichkeit blüht die Schönheit überall, und wenn ihre Formen auch mannigfach und vielgestaltig sind: an jedem Wege zeigen sie sich in vollendeter Harmonie. Freilich, man muß schon ein wenig achthaben auf diese Aeußerungen der Schönheit und sie suchen mit der Entdeckerlust an den kleinen Freuden unseres Daseins. Jetzt im Sommer bieten sie sich allerdings in reichstem Maße dar, so daß es keiner großen Kunst dazu bedarf. Immerhin braucht man nicht nur in die Anlagen zu gehen, um beispielsweise die jubilierende Pracht des Blütenwunders zu sehen. Es gibt kaum eine Straße, in der sich nicht ebenfalls das sommerliche Blühen zeigt, und sei es auch nur in der bescheidenen Form der Balkonpflanzen oder der Blumenfülle auf dem Fensterbrett. Auf dem täglichen Wege zur Arbeitsstätte können diese kleinen Darbietungen der Schönheit zur Quelle ständiger Freude werden und zur glückenden Beobachtung anregen. Aber auch dort, wo etwa das erfreuliche Bild Blätter und Blüten gänzlich fehlen sollte, ist Schönheit keineswegs verbannt. Sie behauptet überall, und wenn man sich nur einige Mühe gibt, so läßt sie sich auch entdecken, sei es in der Eben- tDar uter 495 Es 43 art, l 45 litt, teilt, lln gtbliM mittag* 68*. | 16.6- '*235* 142 138,25 165,7o 128,25 00 16 15 kr sie )U. 20 15 art en- 20 18 en. Uß' Er. nie '6t, Mäßigkeit einer architektonischen Linie, sei es in dem Wechselspiel von Licht und Schatten oder etwa nur in dem Anblick einer abendlich erleuchteten Laterne im stillen Gassenwinkel. Von der Schönheit eines Parkweges oder eines stillen Waldpfades braucht hier so wenig geredet zu werden, wie von dem reizvollen Zauber eines Wiesenraines ober einer idyllischen Dorfstraße. Sie offenbaren sich jedem Stadtbewohner mühelos, weil chr Anblick ungewohnt und nicht alltäglich ist. Aber darauf kommt es an, daß die Schönheit an allen Wegen ihre Zeichen errichtet hat, die uns zur Freude dienen: selbst in der lärmerfüllten Verkehrsstraße, in dem winkeligen Beieinander der Innenstadt und in den nüchternen Zeilen der Wohnstraßen. Nur daß man sie suchen muß und sich die kleine Mühe nicht verdrießen lassen sollte. Man wird um ein Vielfaches belohnt. H. W. Sch. Domotizen. Tageskalender für Donnerstag. NS.-Frauenschaft Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Pflichtabend. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße. 6.30: 8.30: i l)ör 11.50: chrich- tlags- dich! :$olt tanze , 16: jdjau. Dom bringt lbend- s dem dberg- m ... 194,75 140,5 120 156,75 164 135,13 155, ’"iB 54 172,25 l25i48 141,5 116,2 136, ' >57- | 124 4 ml I 162 134,25 i i n'i p 'I I«? ! 31,75 8.30: 8.30: hör find. 13; 3.15: von i be« . 16; dchen Lil- t am »ringt rhal> Der Knecht. Von 3ofef Martin Bauer. Sie nennen ihn Knecht. Aber wenn der Bauer seine Leute auszählt, dann zählt er nach sich selbst, nach seiner Bäuerin und seinen Kindern diesen seinen Knecht zur Familie, und bei gleicher Pflicht verläuft sein Lebensweg genau so wie der Weg des Bauern. Und so verläuft der Lebensweg des Knechtes: Wenn die Schule einmal den jungen Menschen freigibt, dann führt der Vater ihn eines Tages übers Land zu einem Bauern, mit dem es schon vor langen Wochen abgeredet wurde, was nötig ist. für einen jungen Burschen, was der Lohn sein soll, was er an Gewand bekommen wird, wenn er erst einmal ein Jahr bei diesem Bauern abgedient haben wird. Es ist ein schüchterner erster Gang, und viel Vertrauen in diese neue Welt hat der junge Mensch noch nicht, wenn der Bauer schätzend feine Muskeln prüft, die einmal sehr viel Arbeit leisten sollen. Doch hier lacht vielleicht noch einmal etwas vom Spiel der Jugend, bevor der letzte Abschied kommt. Als Hütjunge fängt der Knabe an, und um den Herbst, wenn erst einmal die lange Zeit der Weide ist, darf er hinausziehen in die Freiheit des Wiesenlandes, darf sich räkeln in der späten Sonne, darf im Sande einer Böschung Höhlen graben und das Kinderspiel zu Ende führen, das der^ Vater vor der Zeit abgebrochen hat, weil die Kinder viele waren und die Stube klein. Es ist kein harter Dienst, nur eine Zeit des Lernens, wenn alle auf dem Hof nach dem Hütjungen rufen, der für jede kleine Arbeit gut ist. So geht es zwei, drei Jahre lang, und diefe Jahre Zwischen Hütbub und Knecht sind die Lehrjahre, nach deren Ablauf der Bauer kaum noch einmal die Knabenmuskeln prüft, denn die Arbeit des Jahresumlaufs hat sie gestrafft und das fchmale Gesicht gebräunt, so daß der Bauer nicht mehr erst den Vater fragen muß, wenn er den Hütbuben nun als vierten Knecht dingt. Er ist schon Mann genug, der junge Mensch, wenn er sich mit dem Bauern an den Ahorntisch setzt, um den die ganze Familie zur Essenszeit sitzt, und wenn er hier verlangt, was er als Lohn für die Arbeit eines Jahres haben möchte. Der Lohn ist Jahreslohn, er ist nicht viel, aber der Viertknecht ißt mit dem Bauern am gleichen Tisch, und der Bauer stellt ihm das Gewand, die Schuhe und die blauen Schürzen, die Hemden, und was so übers Essen hinaus notwendig ist. Der Drittknecht rückt in der Kammer bei- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Alice-IrauenvereinhäitIahres-Rückschau selbst straße 18. 4137V Der junge Mensch ist Knecht geworden, mand könnte stolzer sein als er, der nichts und war jeweils in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H. Wer bis dahin feiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen Samsfag/Sonnfag, 26.727. 3uni: Wochenendfahrt nach Düsseldorf zur großen Reichsausstellung „Schaffendes Volk". Abfahrt: Samstag, 14 Uhr, Rückkunft: Sonntag, 24 Uhr, Teilnehmerpreis: enthaltend Fahrt, Uebernachtung, Frühstück, eine Abend- und eine Tageskarte 9,20 Mark. Mittwoch, 30. 3uni, gegen 16 Uhr: Billiger Sonderzug nach Marburg zu dem Freilicht-Festspiel „Scharnhorst". Preis für Fahrt und guten Mittelplatz 1,70 Mark. Karten zu den Fahrten durch die Betriebswarte und die Kreisdienstftelle, Schanzen- nie- und zig Lodenmäntel beschafft. Neu eingeführt wurden kameradschaftliche Abende für die Samariterinnen, die dazu beitragen sollen, daß sich die Kameradinnen menschlich näherkommen. Die Abende werden durch Gesang und Handarbeit ausgefüllt. In ihren weiteren Ausführungen berichtete die Vorsitzende über die Tagung des 70jährigen Bestehens des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin. Sie gab eine Eindrucksschilderung und vermittelte damit ihren Zuhörern einen Teil der Berliner Erlebnisse. Aus der weiteren Tätigkeit des Vereins ist zu berichten, daß ein Feldküchen-Lehrgang von der Wehrmacht veranstaltet wurde, an dem sich 16 Mitglieder des Alice-Frauenvereins beteiligten. Der Kursus ging über sechs Vormittage und brachte eine ernste Zusammenarbeit von Lehrmeister und Schülerinnen. In bescheidenen Grenzen war es dem Verein möglich, mit Hilfe des Landesverbandes erholungsbedürftige Mütter in das Erholungsheim nach Schotten zu schicken und ihnen drei Wochen Ruhe und gute Pflege zugute kommen zu lassen. Auch jetzt sollen wieder einige Mütter in Schotten Aufenthalt finden. Für die Winterhilfe arbeitete der Verein wiederum in der bisher üblichen Form mit, indem die Mitglieder Kleidungsstücke nähten und ausbefferten. Der Mitgliederstand hat erfreulicherweise zugenommen und zwar um etwa sechzig Frauen. Lediglich sechs Frauen schieden durch Wegzug aus Gießen aus. Zahlreiche Rotkreuzfrauen haben sich, trotzdem die Fräuenvereine vom Deutschen Roten Kreuz korporativ dem Deutschen Frauenwerk angehören, auch als Einzelmitglieder dem Frauenwerk angeschlossen. Zum Schluß ihrer Ausführungen gab die Rednerin davon Kenntnis, daß die Kreisvorsitzende, Frau Wilhelmine Kramer in den Ruhestand trat. Ein herzliches Dankschreiben der Landesoorsitzenden betonte ihre Verdienste um das Deutsche Rote Kreuz. Zur Kreisverbandsvorsitzenden wurde die bisherige Stellvertreterin Frau Ella Giese ernannt. Der Jahresbericht wurde von den anwesenden Frauen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete die Schatzmeisterin Frau Wolf den Kassenbericht der in Einnahmen mit 3117,84 Mark und in Ausgaben mit 2136,12 Mark, also mit einem Barbestand von 981,72 Mark abschloß. Die Rechnung wurde nach einer Prüfung von fachmännischer Seite für in bester Ordnung befunden und der Schatzmeisterin für ihre sorgfältige Arbeit herzlicher Dank gesagt. Im weiteren Verlauf der Versammlung hielt Professor Dr. von Iaschke einen Vortrag, der den Zuhörerinnen vieles Wissenswerte vermittelte. zuzuschreiben. NG.-Kriegsopferversorgung. Velr.: Ilrlaubsfahrl an den Bodensee. Die Frontsoldaten und Kriegsopfer der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung des Gaues Hessen-Nassau fahren mit einem Urlauberzug vom 3. bis 12. Juli an den Bodensee. Hieran können auch die schwerstbeschädigten Kameraden teilnehmen, da Arzt und Sanitäter den Zug begleiten. Der Preis ist außerordentlich günstig und können bei sofortiger Meldung noch eine Anzahl Teilnehmer berücksichtigt werden. Anmeldungen und Auskünfte erteilen die Kameradschaften der NSKOV. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Am Freitag, 18. Juni, 20.30 Uhr, findet ein Elternausspracheabend der Gefolgschaft 3/116 nun die Verantwortung trägt über ein Stück des Hofbesitzes, über ein halbes Dutzend Tiere und über ein ordentliches Stück der Baumannsfahrnis. Einmal alle Jahre sitzt man wieder so am Tisch, einmal alle Jahre gibt der Bauer ihm den Taler Dinggeld, der den Vertrag auf wieder ein Jahr siegelt, und mit den Jahren macht der Knecht seinen Weg in rechtschaffenem Stolz, weil er nicht mehr vierter Knecht ist, sondern mühsam sich hinaufarbei- ten kann aus den zweiten Platz. Längst ist ihm schon der Mannesbart über die Lippen gewachsen, und mit dem Bauern kann er schon auf Du und Du alles ausreden, was den Hof, feinen Hof, betrifft. Es kommt der Tag einmal, an dem keiner mehr vor ihm ist. Der Bauernhandschlag und der Dinggeld-Taler machen ihn zum ersten Knecht, zum Knecht überhaupt, und wenn sie nun vom Hof sprechen, die Nachbarsleute und die Mägde und die Häusler, die keinen Knecht halten können, dann meinen sie mit dem Hof zugleich immer auch ihn, den Knecht. Ehrbar hat er es sich erarbeitet, daß er sich den Knecht nennen darf, und nun gehören ihm die Rosse, denen er klug den Hafer einmißt, und die Wagen, die breiter laden als die Wagen irgendeines anderen Bauern, und die glänzenden Geschirre, die der Stadtmensch dann bestaunt, wenn man zur Stadt fährt auf die Schranne. Die Pferde zu bekommen und über sie Herr zu fein, das war der stolzeste Wunsch des Hütbuben, der vor Jahren hier angefangen hat, um einmal Knecht zu werden. Der Weg ist erfüllt, und nichts mehr ist zu erreichen. Aber vielleicht beginnt' die große Arbeit, der große Weg erst dort, wo der Mann sich stolz Knecht nennen darf. Ehe die Arbeit am Morgen beginnt, redet der Bauer mit feinem Knecht alles aus, zu Mittag bereden sie unter der Stalltür, was der Nachmittag bringen wird, beim Säen sorgen sie beide schon um die Ernte, und wenn sie die letzte Fuhre eingefahren haben, sorgen sie sich beide schon um das andere Jahr, für das die Saat schon zu legen ist. Mag sein, daß eine Magd ausschaut nach dem Burschen, der nun nach dem Bauern der erste ist auf dem Hof. Aber es ist noch nicht die Zeit, an derlei Dinge ernst zu denken. Der Knechtslohn ist noch nicht zu einem Reichtum angewachsen, und die Magd hat wohl auch noch nicht viel ersparen können. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und mit ihrem Beitrag zur Hilfskaffe für die Monate Juli, August und September 1937 noch im Rückstand sind, können diesen noch entrichten am Mittwoch, 16. Juni, Donnerstag, 17. Juni, und Freitag, 18. Juni, Der größte Mann der Welt. Als Sehenswürdigkeit ist im Vergnügungspark der Pariser Weltausstellung der gegenwärtig größte Wann der Welt zu sehen, ein Finnländer namens Waino Myllirine. Dieser „König der Riesen", wie er sich nennt, hat die erstaunliche Größe von 2,51 Meter und ein Gewicht von 185 Kilo. Er ist jetzt 26 Jahr alt. Seine Eltern sind veide von durchaus normaler Größe, sein Vater 1,89 Meter, seine Mutter 1,69 Meter. Bei seiner Geburt wog Waino bereits dreizehn Pfund. Von seinem siebenten Lebensjahre an begann er so ungeheuer zu wachsen, daß er mit 11 Jahren bereits eine Größe von 1,85 Meter und ein Gewicht von 95 Kilo erreicht hatte. Als er neunzehn Jahre alt war, wurde er in Finnland zum Militärdienst eingezogen. Damals maß er 2,33 Man wird weiter Knecht sein, man wird weiter um die Saat Angst haben müssen, bis sie Ernte geworden ist, man wird weiter bangen müssen, um jedes Stück Vieh, das krank im Stall steht, und wenn ein Tier in der Streu tot liegen bleibt, dann weint der Knecht vielleicht, denn es war sein Tier, sein Pferd, das jahrelang mit ihm gegangen ist. Jede Freude und das ganze Leid eines Bauern erlebt der Knecht, dem nichts von diesem ganzen Hof gehört, der aber jedes tragende Feld fein Feld nennt und im verbissenen Zorn eines Bauern dem Hagelschlag flucht, der seine Aecker niederwalzt. Vielleicht steht einmal, wenn er lang genug den Dienst getan hat, eine Magd zu ihm, und sie werden beide nicht viel von Liebe reden, wenn sie ihr erspartes Geld der langen Jahre zu einem Haufen legen, um selbst ein Haus und ein Stück Bauernland zu kaufen, damit ihre Kinder mit der Liebe, die Knecht und Magd gelernt haben, einmal ein Stück eigenen Landes pflügen dürfen. Vielleicht — Doch wenn es anders bleibt, gehört die Liebe weiterhin dem fremden Hof, bis die Hände des Knechtes müde werden. Bis dahin weiß wohl niemand mehr, wohin der Knecht einmal gehörte, und weil er feiner Lebtage lang zum Hof gehörte, wird er bei feinen gleichen Leuten bleiben dürfen auch im kleinen Hofgeviert der Grabftatt feines Bauern. Denn er war der Knecht des Hofes. Knecht — aber vielleicht mehr als ein Kind des Hofes. Denn wenn sie die Knechte und Mägde bei uns „die Ehhalten" nennen, dann meinen sie es so, daß sie alles, was die Ehe, das Haus, den ganzen inneren Besitz des Bauern ausmacht, halten und stützen. So lange also gibt es. nur Bauern, solange es einen Knecht gibt. Der Ortsverein Gießen des Alice-Frauen- vereins versammelte am gestrigen Mittwochnachmittag im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik eine stattliche Anzahl seiner Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Die Vorsitzende des Ortsoereins, Frau Ella Giese, hieß die Teilnehmerinnen willkommen und eröffnete die Versammlung sofort mit der Wiedergabe des Jahresberichtes. Dem Bericht fei folgendes entnommen: Das Geschäftsjahr begann mit dem 1. April 1936 und endete mit dem 31. März 1937. In den monatlichen Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft wurde über alle lausenden Arbeiten und die nötigen Anschaffungen beraten. Im vergangenen Geschäftsjahre wurden zwei Arbeitsgebiete abgegeben. Die Angestellten-Ehrung ging an die Deutsche Arbeitsfront und die Wochnerinnen- Fürsorge an die NSV. über. Im April 1936 beging der Verein die letzte Ehrung langjähriger treuer Angestellter. Nach der Überreichung einer Brosche und eines Diploms wurden die Angestellten und die Hausfrauen mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die Wochnerinnen-Fürforge wurde mit dem 1. Januar 1937 im Einverständnis mit der Landesverwaltung des Alice-Frauenvereins übergeben. Der Leiterin der Wöchnerinnen-Fürsorge, Fräulein Liese! Kempff, wurde für ihre treue Arbeit Dank gesagt. Nachdem die Referentin auf die vorjährige Jahresversammlung und auf die Sammeltage hin- geroiefen hatte, sprach sie über die Samariterkurse, die vom Verein durchgeführt wurden. Ein Studen- tinnenfurfus, dem auch andere fortgeschrittene Teilnehmerinnen beiwohnten, wurde von Frau Dr. Marx geleitet. Ein zweiter Kursus stand unter der Leitung von Professor Dr. Brüning. Vor Weihnachten wurde ein Kursus für den BDM. zu Ende geführt. Dr. Glahn gab den Unterricht. Gegenwärtig läuft ein Kursus, der von Professor Dr. Schliephake und seinen Assistenten durchgeführt wird. In sämtlichen Kursen sprach Dr. Gros über Kampfgase. Kolonnenführer Kratz gab praktischen Unterricht. Im Laufe des Sommers beteiligten sich die Samariterinnen an vier größeren Hebungen der Kolonne, bei denen ihnen besondere Aufgaben zugewiesen waren. Sie betätigten sich mit lobenswertem Eifer. Die Samariterinnen wurden außerdem zu den Herbstübungen der Wehrmacht herangezogen und haben auch dort vollauf ihre Pflicht erfüllt. Die Teilnahme an dieser Hebung war für sie alle lehrreich. An der Beschaffung von Bereitschaft s- wüsche und an der Ausstattung der Samariterinnen wurde weiter gearbeitet. Für die Helferinnen wurden im Interesse ihrer Gesundheit sünfundzwan- feite und räumt dem vierten das Bett ein, die Ochsen und das letzte Zugvieh werden dem Jungen übergeben, daß er sie hüte und pflege und mit ihnen Wagen, Pflug und Egge fahre. Donner$tag,17.3uni 1937 Gießen-Mitte statt. Im Hinblick auf die Wichtigkeit dieser Besprechung und die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Hitler-Jugend laden wir hiermit alle Eltern nochmals herzlich ein. Es sprechen an diesem Abend der Führer des Unterbannes 1/116 K. Rühl und der Leiter der Berufsberatung am Arbeitsamt Gießen Dr. Wagenbach. Ebenfalls sollen Fahrt, Lager und alle sonstigen Fragen dec Eltern besprochen werden. Gebührenfreie Prüfungsausweise an den hessischen Hochschufen. Mit Zustimmung des Reichsfinanzministers hat der Reichsstatthalter in Hessen eine bisher bestehende Verordnung dahin geändert, daß für die Ausweise über die an der Universität Gießen und an der Technischen Hochschule Darm ft abt mit Erfolg abgelegten Vor- und Hauptprüfungen — einschließlich der ärztlichen und tierärztlichen Vor- und Hauptprüfung, sowie der Prüfung der Pharmazeutik und der Nahrungsmittelchemiker — eine Abgabe zur Staatskasse nicht mehr z u erheben ist. Erfolge Gießener Soldaten beim Reitturnier in Marburg. An dem Sportfest des II. Bataillons des Jnf.- Rgts. 57 in Marburg beteiligten sich auch Gießener Soldaten, die im Wettbewerb mit den Angehörigen der Wetzlarer, Siegener und Marburger Garnisonen im Reiten Erfolge erzielen konnten. Die Gießener Mannschaft kam im Gruppenfpnn- g e n mit drei Pferden hinter der Gruppe des vom Gießener Reitturnier her noch in bester Erinnerung stehenden Marburger Hauptmanns Katz - mann auf den zweiten Platz. Einen großen Erfolg konnte Oberleutnant Gri - far, III.A.-R.9, erringen, der in dem, den Höhepunkt des Turniers bildenden Hauptspringen, vor den Wetzlarer Wachtmeister Boger und Oberleutnant d. Rieben, NA. 9, auf den ersten Platz kam und den Preis der Philipps-Universität Marburg gewann. Tagung der heimischen Imker. Die jüngste Jrnkertagung der Gießener Ortsfachgruppe war wegen des angekündigten Vortrages des bekannten Frankfurter Praktikers Ihn außerordentlich zahlreich besucht. Zunächst wurde der im vorigen Herbst vorn Reichsnährstand aufgestellte Bienenstand auf der Hardtterrasse am Unteren Hardthof besichtigt, den die Gießener Ortsfachgruppe betreut. Studienassessor Hans Maul (Heuchelheim), dem die Betreuung des Standes übertragen ist, und der schon wertvolle Arbeit daran geleistet hat, übernahm die Führung. Er gab einen Rückblick über die bis jetzt durchgeführten Arbeiten, die anregend für die Ortsfachgruppe und werbend für die Bienenzucht im weiten Umkreis fein sollen. U. a. zeigte er den interessierten Zuhörern den schon zum Teil angelegten Bienengarten, in dem etwa 1OOO Akazien- und 1000 Ahornbäumchen angepflanzt find, die ipäter an geeigneten Stellen außerhalb der Ortsfachgruppe verpflanzt werden sollen, so daß sie das Landschaftsbild beleben und gleichzeitig durch ihre Honigenden Blüten der Bienenzucht dienen. Daneben ist im Bienengarten eine große Anzahl verschiedener Kräuter und Kleearten angepflanzt, wie sie in erster Linie der Bienenzucht dienstbar sind. Durch den Ausbau dieser Einrichtung, die im nächsten Jahr in besonderem Maße gefordert werden wird, soll ein praktischer Lehrgarten entstehen, in dem die Jm^.r und die noch außenstehenden Bienenhalter eine Möglichkeit finden, sich über Meter. Seine Militärdienstzeit von fünfzehn Monate verbrachte er bei der schweren Artillerie. Nach seiner Entlassung überwies der Kriegsminister seine Uniform dem Militärmuseum in Helsingfors, wo diese Merkwürdigkeit noch jetzt zu sehen ist. Um seine Große noch augenfälliger zu machen, reist Waino Myllirine mit einer Zwergin, die die Besucher des Vergnügungsparkes auf seinen Knien herumklettern sehen können — ein fast unheimlicher Anblick. Ein' Besucher erklärt, in Wainos Gegenwart von dem panikartigen Gefühl befallen worden zu sein: „Wenn er mir aus Versehen auf die Füße tritt, bin ich für mein ganzes Leben lahm! Sollte er etwa die Treppe herunterfallen, wieviel Leute würde er unter sich erdrücken?" Wenn der Riese spricht, klingt es wie ein unterirdisches Donnern, wenn er sich umdreht, zittert die Erde. Wie viele Riesen aber ist er sanft, geduldig, behutsam und hat das arglose Lächeln eines Kindes. Zeitschriften. — Die Hauptbeiträge im Juni- / Juliheft der „Deutschen Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München), befassen sich mit dem Land an der oberen Oder. Einer der berufensten Kenner, der Prager Sprachwissenschaftler Professor Ernst Schwarz, schildert in einem ungemein stoffreichen und eine Menge neuer Erkenntnisse vermittelnden Aufsatz „Deutschtum und Slawentum im oberschlesisch-mährischen Raum": ursprüngliche Besiedlung durch deutsche Stämme, Verdrängung durch die Slawen, Wiederbesiedlung, geschichtliche und kulturelle Schicksale. — Das Bild vervollständigt sich durch die Arbeit von Alois Elsen, der einen Querschnitt durch die künstlerische Kultur Oberschlesiens gibt. Der Aufsatz widerlegt schlagend das Vorurteil, daß Oberschlesien einen toten Winkel zwischen drei verschiedenen Nationen bilde. Er weist nach, daß oberschlesische Kunst zweimal, in der Gotik und im Barock, eine führende Rolle im Reich spielte. Der ausgiebige Bilderschmuck belegt die Ausführungen der beiden Arbeiten aufs anschaulichste. Das gleiche Heft bringt eine zusammenfassende Darstellung des fruchtbaren Schaffens Peter Dörflers, eines Dichters, in dem sich der volkstümliche, ftammesgebun- bene und geschichtliche Erzähler in glücklicher Weise vereinigen. Deutschösterreich ist mit einem feiner kultiviertesten Erzähler, Franz Nabl, vertreten. Aus dem übrigen Inhalt heben mir eine eingehende Würdigung von Morgans „Flamme" und Ciseks „Strom ohne Ende" hervor, einen Ueberblick über die neuesten Gartenbücher und die Bemerkungen über den „Humor der Nation" aus der Feder Sigls- mund v. Radeckis. Hamstern Sie „Sonne"! Sonne ist Kraft u. Energie. Sie können nicht genug davon in aufnehmen! Aber Vorsicht vor Sonnenbrand! Nivea erlaubt Ihnen, in Sonne zu schwelgen, wenn Sie sich vorher und nach Bedarf wiederholt einreiben. CM U DitöEUtfthe Rrbcitefront . n.S.=Gemeinf(haft „Kraft durch freuöc" Heiniatbotamsche Woche in Vad-Aacheim Vorträge Gießener Hochschulprofessoren. (Nachdruck verboten.) 23 Fortsetzung. „Ich danke dir schön, Ameiser! Ader lasse das Geld nur auf der Sparkasse. Ich brauche viel, viel mehr", flüsterte Fogg zurück. „Also dann erkläre ich die Versammlung für geschlossen", sagte der Gsodmair und schichtete seine Papiere zusammen. „Und die Kuhleiten wird abgebaut, so oder so, darauf gebe ich euch mein Wort!" schrie Fogg wütend, stieg vom Podium und verließ mit wahren Landsknechtsschritten den Saal. weiden. Bei der zuständigen Behörde hörte man Fogg bereitwillig an, zollte seinem Eifer Lob und zeigte volles Verständnis für die schwierige Lage des Ortes Schellenberg. Aber man mußte ihn leider darauf Hinweisen, daß die vorgesehenen Mittel be- reite eingeteilt seien. Dor allem müßte einmal das Regierungsprogramm durchgeführt werden; Son- deraktionen wie diese seien an sich war äußerst erwünscht, aber, wie gesagt, die Mittel, die leidigen Mittel-- Fogg bedankte sich und trat in „Schorschis" verkratzten Polstern die Rückfahrt an. Er war niedergedrückt, aber gleichzeitig fest entschlossen, es bei diesem Bescheid nicht bewenden zu lassen, sondern nach einem anderen Ausweg zu suchen. Abgehetzt, wie er war, und schläfrig kam er heim und überfiel Anna mit der klassischen Arztfrage: „Ist was los?" wechslung des Gebälks. Sind einmal Schwammschäden aufgetreten, dann lasse man sich vor allen Dingen richtig beraten. Dabei muß vor allen Dingen die vorhandene Feuchtigkeitsquelle abgestellt und das schwammbefallene Gebälk herausgenommen werden. Vollständig unwirtschaftlich und technisch sogar gefährlich ist es, schwammbefallenes Mauerwerk herauszubrechen, das in den meisten Fällen sogar erhalten werden kann, wenn es baulich noch gut ist. Ein geradezu unerhörter derartiger Fall wurde der hessischen Landesstelle für Pilz- und Hausschwammberatung in Darmstadt in letzter Zeit wieder bekannt, wo man in unnötiger Weise bei einem Schwammschaden durch vier Stockwerke hindurch das Mauerwerk mit einer Kostenhöhe von mehreren tausend Mark herausgerissen hat. Zu statistischen Zwecken erbittet die Beratungsstelle Meldung von Schwammschäden sowohl von Neubauten, wie auch aus alten Gebäuden. Letzter Stechtag für Sporae' Die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft teilt mit: In Anbetracht der in diesem Jahre besonders früh anfallenden Sparqelernte muß der letzte Stechtag gegenüber den Vorjahren vorverlegt werden. Für Hessen - Nassau und das übrige Süddeutschland gilt als letzter Stechtag der 18. Juni 1937, für das übrige Reichsgebiet der 20. Juni 1937. Die Bezirksabgabestellen und ihre Hilfseinrichtungen (Ortssammelstellen und Auslieferungsstellen) bleiben bis zur Ablieferung der letzten Spargelmengen in Tätigkeit. Gietzener Wochenmarktpreife. * Gießen, 17. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vt kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10'/-, Klasse B 10, Klasse C 9'/--, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Wirsing, grün, V2 kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, neue, als in Rheinhessen. Der Zuckerrübenanuau reicht noch in die Wetterau herein, nicht allein durch das Klima bedingt, sondern ebenso durch die für einen Anbau günstigen Lößböden. Die Lößböden der Wct- terau gehören mit zu den besten Böden. Günitlg sind auch noch nach ihrem mineralischen Nährstoffgehalt die Derwitterungsböden des Bajaltes des Vogelsberges. Zeigt dies im Großen wie die natürliche Vegetation und die Kulturgewächse von ben kombinierten Faktoren Boden und Kliua .mhanqig sind, so ist dies noch mehr bei uen kleinen Unterschieden der Fall. Der Redner, der in seinem Vortrag lediglich die großen Zusammenhänge aufzeigte, erntete starken Beifall. In der Reihe der Vorträge, die die Pflanzen im Dienste des V i e r j a h r e s p l a n e s be- handelten, fand das Referat von Professor Dr. Zentgraf berger Doktor! Fortsetzung folgt Kunst und Wissenschaft. Programm der Gutenberg-Festwoche in Mainz. Die diesjährige Gutenberg-Fe st wocke in Mainz (20. bis 27. Juni) wird bildende Künste, Wissenschaft, Musik und Theater mit Darbietungen von Zunftbräuchen und Volksfesten vereinigen. Bei der Eröffnungsfeier wird der Direktor der Mainzer Stadtbibliothek und des Stadtarchis, Dr. D e r t f ch , den Festoortrag „Mainz zur Zeit Gutenbergs" halten; Kräfte des Stadttheaters werden die Kantate „Wahrhafftige Beschreibung etwelcher Staende, Berufe, Handwerke und Kuenste", in Reimen gesetzt von Hans Sachs, mit Musik von Felix Raabe, aufführen. Das künstlerische Programm umfaßt drei Brahmskonzerte, einen Kammermusikabend und zwei Sinfoniekonzerte, mit namhaften Solisten, ferner die Aufführung der Opern „Dr. Johannes Faust" von Hermann Reutter und „Falstaff" von Verdi, sowie „Minna von Barnhelm" von Lessing. Bei der Festsitzung der Gutenberg-Gesellschaft wird Direktor Dr. The le über „Das literarische Denk- mal für Gutenberg" sprechen. Neben der Eröffnung des neueingerichteten Altertumsmuseums der Stadt Mainz bringt die Festwoche eine Ausstellung „Land, Volk und Künstler am Mittelrhein." über: „Die Aufgabe des heimische n Waldes im Dierjahresplan" stärkste Beachtung. Der Redner zeigte in gründlicher Darstellung die hohe volkwirtschaftliche Bedeutung des deutschen Waldes und fand mit feinen überzeugenden Ausführungen starken Beifall. Er berichtete zunächst über die Aufgaben des Waldes im Rahmen des Vierjahresplanes, die darin bestehen, durch Lieferung von deutschem Holz die Einfuhr von ausländischen Rohstoffen zu verringern und damit Devisen für andere Zwecke freizumachen. Die hierdurch bedingte Inanspruchnahme des deutschen Waldes muß so erfolgen, daß die nachhaltige Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Holz nicht beeinträchtigt wird. Dies ist möglich einmal dadurch, daß aus dem Brennholzanfall, der 25 Millionen Festmeter ,e Jahr beträgt, erhebliche Mengen für den chemischen Aufschluß durch die Industrie frei gemacht werden. Sodann werden durch verstärkte Pflegehiebe Nutzholzmengen, insbesondere an Grubenholz und Papierholz, zur Verfügung gestellt, die unschädlich entnommen werden können, weil durch verstärkte Pflegehiebe die Zuwachsleistungen des gepflanzten Bestandes verbessert werden. Endlich wird es Aufgabe sein, die übernormalen Altholzreserven des deutschen Waldes jetzt durch eine verbesserte Der- jüngungstechnik zu mobilisieren. Die Beziehungen der Waldwirtschaft zu der Industrie wurden im einzelnen erörtert. Der Redner betonte, daß ein Land, das zu 27 v. h. mit Wald bedeckt ist, in dieser Rohstoffquelle einen Rückhalt habe, der ihm die Durchführung des Vierjahresplanes und die Unabhänaigmachung vom Ausland ermöglichen werde, und daß Forstwissenschaft und Forstwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Industrie nach den Weisungen des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalforstmeifter Göring, den “ 'änden werden, die großen ihnen gestellten Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Alten-Buseck, 17. Juni. Am morgigen Freitag kann der hiesige Stellmacher- und Wagnermeister Heinrich Ringel seinen 81. Geburt s- t a g feiern. Der hochbetagte Mann, der sich allen Ansehens erfreut, hat seinen Beruf 50 Jahre lang ausgeübt. Der ihm lieb gewordenen Beschäftigung vermag er allerdings heute nicht mehr nachzugehen. Kreis Friedberg. )( Ober-Mörlen, 16. Juni. Gestern nachmit- tag ereignete sich auf der Reichsstraße nach Ufingen, oberhalb Ziegenberg, ein schwerer A u 10 u n - fall. Aus bis jetzt noch unaufgeklärten Gründen uhr ein Kraftwagen gegen eine rechtsseitig vorspringende Felswand, prallte ab und rannte IinFs- seitiq gegen einen Baum. Der Fahrer erlitt mehrfache Beinbrüche und eine starke Nasenverletzung. Er mußte in schwerverletztem Zustande durch ein Sanitätsauto dem Krankenhaus in Bad-Naubeim zugeführt werden. Der Mitfahrer zog sich ebenfalls starke Verletzungen im Gesicht zu. Der Wagen wurde völlig zertrümmert. — Butzbach, 16. Juni. Einem hiesigen Ein- wohner gingen gestern beim Holzholen im Walde die Pferde durch, wobei der Landwirt unter b t e Räder des Wagens kam. Mit beträchtlichen Verletzungen an Kopf, rechtem Oberarm und rechte Seite muhte er in das Johanniter-Krankenhaus in Nieder-Weifel gebracht werden. Kreis Schotten. <> Laubach, 15. Juni. Am Sonntag weilte der Eisenbahn-Verein Alsfeld-Lauter- b a ch mit mehr als 500 Personen in unserem Städtchen. Nach dem Eintreffen des Sonderzuges wurden die Gäste durch Ortsgruppenleiter Braun und Bürgermeister h ö g y begrüßt. Nach dem Mittagessen im Schützenhof wurden die Sehenswürdigkeiten Laubachs besichtigt, während die Kapelle der Musikschule Glitsch (Alsfeld) auf dem Marktplatz ein Konzert gab. Den Nachmittag ver- lebten die Eisenbahner im Schützenhof und in dem auf dem nahegelegenen Festplatz stehenden Zelt. Gegen Abend fuhren die Gäste in guter Sttmmui?8 in ihre Heimat zurück. An Hand von Karten und Plänen behandelte der Redner in ausgezeichnet anschaulicher Weise: „D 1 e geographischen Grundlagen für b 1 e PflanzenverbreitunginTaunus, Wet- terau und Dogelsber g". Seinem Vortrag sei folgendes entnommen: Dom Klima sind Temperatur und Niederschlag die wesentlichen Faktoren, beim Boden die Struktur und der Nährstoffgehalt, die für die Verbreitung der Pflanzen von Wichttg- keit sind. Während die natürliche Pflanzenwelt und auch die Kulturpflanzen den Wintertemperaturen m normalen Jahren angepaßt sind, und nur bei besonderen Abweichungen Schaden leiden, sind die Sommertemperaturen in ihrem jährlichen Verlauf entscheidend für das Gedeihen der gesamten Pflanzenwelt. Nennen wir die Tage, an denen das Tagesmittel der Temperatur 10 Grad Celsius übersteigt, volle Wärmetage, so beginnen diese in der mittleren und nördlichen Wetterau durchschnittlich in den letzten Tagen des Monats April in zusammenhangen- der Aufeinanderfolge aufzutreten und kurz danach beginnt das Aufblühen der Dbftbäume, wonach E. Ihne den mittleren Einzug des Frühlings für diesen Teil für den 1. Mai festgestellt hat. Erst vier Wochen später zieht der Frühling in den hohen Vogelsberg ein und etwa erst um diese Zeit ist oben der Beginn der vollen Wärmetage festzustellen. Im hohen Vogelsberg liegt auch die Roggenernte um 7 Wochen später als in der Wetterau. Zwischen diesen Terminen der Wetterau und des hohen Vogelsberges stuft sich auch im Taunus die Wärme nach Eintritt und Ausmaß mit steigender höhe ab. Das Ende der vollen Vegetationsperiode, das heißt der zusammenhängenden Tage mit über 10 Grad Celsius Tagesmittel, fällt in herchen- Hain im hohen Vogelsberg durchschnittlich schon auf den 19. September, in Gießen erst auf den 8. Oktober. Damit wird oben die Zeit der Acker- - Bad-Nauheim, 16.Juni. Im Rahmen der vom Gau Hessen-Nassau des NSLB. zur Zeit m Bad-Nauheim veranstalteten heimatbotani- sch en Woche, über deren Eröffnung wir schon kurz berichtet haben, fanden weitere Vorträge statt. Auch Gießener Hochschulprofessoren haben sich, was freudig begrüßt wird, in den Dienst der Arbeitswoche gestellt. Den grundlegenden einführenden Vortrag bot Professor Dr. Kime. wenn mich jemand fragt, hast du mich denn noch ein bißchen lieb?" „Wie kannst du fragen, Anuschka! Natürlich, sehr. Komm, gib mir einen Kuß!" „Und wirst du mich auch immer gemhaben, Basil? Ich habe zuweilen solche Angst." „Du bist ein Schäfchen, Anuschka!" * Der Mai ging seinem Ende zu. Wiesen grünten, Aecker keimten, Sonne schien. Die Kastanien staken voller weißer und roter Kerzen, Kirschen und Birnbäume blühten, und nur die Nußbäume und Akazien ließen sich Zeit. Fogg hatte alle Hände voll Arbeit. Zwar hatte das Schloß sein Personal zu dem Urfahmer Arzt dirigiert, was eine höchstpersönliche Schikane von Tutschek war, aber dafür kam mehr und mehr die nähere Umgebung Schellenbergs in die tägliche Sprechstunde. Die Außenpraxis war anstrengend, schlechte Verbindungen nach allen Seiten, weit entlegene Dörfer und Einöden. Sie war auch, wie gefagt, nicht sonderlich einträglich, aber das war für Fogg keine Enttäuschung. Manchmal zog ein Bäuerlein statt der Bezahlung ein Stück Rauchfleisch aus der Tasche. Oder die Bäuerin brachte ein halbes Dutzend Eier in der Schürze daher, noch ganz warm und den armen Hennen sozusagen unter dem Hintern weggeholt. Fogg trug dergestaltige Naturalien jedesmal gewissenhaft in die Küche zu der Anna und vergaß nicht hinzuzusetzen: Das hat der und der gebracht, und bei der Rechnung muß man das berücksichtigen. Der Wagen „Schorschi" war ein Mißgriff gewesen, wie sich von Tag zu Tag mehr herausstellte. „Schorschi" war ein Meister im Erfinden immer neuer Schwierigkeiten. Mal haperte es mit der Bremse, mal mit der Batterie, mal mit der Zündung. Wenn Fogg in Santa Agatha nicht ein halber Automechaniker geworden wäre, erginge es ihm zuweilen schlimm so mitten auf der Landstraße oder in einem Hohlweg. Ein Gutes hatte das Auto: Wenn Fogg lärmvoll durch Wiesen und Wälder ratterte, wußten die Leute schon eine Viertelstunde vorher: aha, jetzt kommt der Schellen- WWifflöWil Boman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. d h, Berlin bet Oberhessen fast ganz, nur bei Büdingen be- den Vie stehen kleine Weinberge. Ebenso ist das Dorkom- Weg fi men von Aprikosen- und Pfirsichbäumen seltener Aufgaben zu losen. Amtsgericht Gießen. Wegen groben Unfugs hatte der 25 Jahre alte E.N. aus Gießen von dem Amtsgericht in Gie- ßen einen Strafbefehl über 20 Mark Geldstrafe erhalten. Der Angeklagte hatte am 1. April 1937 einen die Bahnhofstraße befahrenden Radfahrer grundlos beschimpft und diesem mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so daß der Radfahrer zu Bo- den fiel und eine Zeitlang bewußtlos war. In der auf Einspruch hin stattgefundenen hauptverhand- lung wurde der Angeklagte einwandfrei überführt. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine haft- strafe von einer W 0 ch e und belegte ihn mit den Kosten des Verfahrens. befteüung stark verkürzt. Die Niederschlagsmenge ist im allgemeinen gut ausreichend in unserem Gebiet, in feuchten Jahren in den höheren Gebieten sogar eher zu reichlich. So ordnen sich nach ihren Ansprüchen an Temperatur und Niederschlag sowohl die natürliche Vegetation wie die Kulturgewächse an. Der Weinbau mei- triebsassistent, 47 Jahre alt, Liebigstraße 8. 13.: Katharine Konrad, geborene Luft, ohne Beruf, 66 Jahre, Sicher Straße 74; Paul Buchwald, Komponist und Kapellmeister, 60 Jahre alt, Kirchenplatz 23. 15.: August Schädlich, Werkmeister, 67 Jahre alt, Liebigstraße 12; Heinrich Gerdes, Schneidermeister, 65 Jahre alt, Kaiserallee 23. ** Appell der hessischen Feldartilleristen in Darm st ad t. Unter der .Schirmherrschaft des Oberbefehlshabers des Heeres, GeNe- raloberft Freiherrn v. Fritsch, findet vom 10. bis 12. Juli in Darmstadt ein großer Appell der hessischen Feldartilleristen statt. Nach einem Begru- ßungsadend am Samstag, dem 10. Juli, beginnt ber Sonntagvormittag mit Dantestunbgebungen und Gefallenenehrung, denen sich artilleristische Vorführungen des Regiments 33 anschließen. Am Nach- mittaq bewegt sich ein großer Festzug durch die Hauptstraßen nach dem Festplatz, wo em gemütliches Beisammensein der Kameraden ftattfinbet. Nach Einbruch der Dunkelheit findet ein Fronten- unb Höhenfeuerwerk statt. Für Montag ist ein Kinderfest vorgesehen. Melbungen an Kamerad Schweitzer, Darmstadt, Moosbergstraße 99. ** Die Lieferung von Pflanzen für b i e st ä b t i s ch e n A n l a g e n zum Frühjahr 1938 soll öffentlich vergeben werben. Die Angebotsvor- brucke finb beim Stäbtischen hoch- und Tiefbauamt erhältlich. den Zweck und den Wert ber honiqenden Pflanzen !u unterrichten. Slubienassessor Maul fanb für eine Ausführungen eine aufmerksame Zuhörerschaft, bie ihm reichen Beifall fpenbete. Im Tagessaal ber Jugenbherberge würbe bann die Tagung burch einen Vortrag bes Imkers, Der- waltungsinspektor Ihn aus Frankfurt a. M. fortgesetzt, ber über „Die Bilbung und heran- zucht starker Völker im Frühjahr sprach. In vortrefflicher Weise schilberte ber erfahrene Praktiker bie Aufgaben des Imkers in biefer Hinsicht, bie zugleich eine Förberung ber Bienen- zücht hinsichtlich ber burch ben Vierjahresplan abgetragenen Arbeiten bebeuten sollen. Der Dortra- genbe ging bei diesen Forderungen zur Heranzucht starker Völker im Frühjahr von der Voraussetzung der im Volke vorhandenen guten Zuchtmutter aus. Der Pflege und Heranzucht solcher Zuchtmütter muß die größte Aufmerksamkeit gelten, damit ein gesunder Aufbau ber Völker erfolgen kann. Als beste Zeit für bie Heranzucht bezeichnete ber Rebner bie Sommermonate Juni und Juli. Weiter betonte der Redner, daß man bann im Laufe bes Monats August barauf achten muß, baß, wenn keine guten Trachtverhältnisse vvrhanben finb, bie Völker etwas gefüttert werben müßten. Reicher Beifall dankte dem Dortraoenben. Der Dorsitzenbe ber Ortsfachgruppe, Badende n b e r , wibmete im Verlaufe ber Versammlung dem kürzlich im 89. Lebensjahr verstorbenen Ehren- mitglieb Lorenz Spitz aus Gießen einen herzlichen Nachruf, in bem er besonbers hervorhob, daß ber Verstorbene sich trotz seines hohen Alters bis in bie letzten Tage feines Lebens in vorbilblicher Weife in ber Bienenzucht betätigt hatte. Hausschwammschäden bei übereilten Neubauten Im Rahmen des Dierjahresvlanes muß jeder Werkstoff aufs beste genutzt werden, so daß er setzt und für die Zukunft seiner Aufgabe gerecht wirb, daß nichts Wichtiges unterlassen wirb, baß aber auch nicht mehr geschieht, als zu jebem vorbedachten Zweck unbedingt notwendig ist. Dazu gehört vor allem die nötige Vorsicht und die ausreichende Fristsetzung bei ber Errichtung von Neubauten. Das verwanbte Holzwerk darf vor bem Abschluß nicht mehr als 12 bis 15 v. h. Wassergehalt besitzen, sonst finb Schwammschäben bei überstürzten Neubauten unausbleiblich, unb bie Bewohner eines Neubaues können benselben erfahrungsgemäß wieder verlassen zur notwendig gewordenen Aus- Andern Tags fuhr er nach München. Der Mißerfolg bes gestrigen Abends hatte ihm einen Stoß versetzt, aber ibn nicht aus ber Bahn geworfen. Er war in biese Idee nun einmal verbissen, auf eine §ähe, ja fanatische Weise, unb würde die Taten folgen lassen. Nachdem die Schellenberger versagt hatten, mußte ein anderer Kapitalgeber gefunden „Abgelehnt! Sie brauchen gar nicht weiterzureden, Herr Verwalter." „Wieso? Und warum so aufgeregt?" „Weil ich Ihr Spiel durchschaue, Herr Tutschek. Gott, die Fürstin —! Die versteht wohl nicht viel von derartigen Geschäften und verläßt sich auf Sie. Ich soll mich also Ihnen auf Gnade und Ungnade ausliefern? Und mit den Schellenberger Arbeitern springen Sie dann um, wie es Ihnen behagt? Möglichst niedere Löhne, was? Damit sie ja nie aus ihrem Dreck unb ihren Sorgen herauskommen! Unb bas Schloß schiebt bie fetten Profite ein. Für wie töricht unb für wie gemein halten Sie mich eigentlich, werter Herr?" Fogg schrie und hatte sich in eine richtige Wut hineingeredet. So ein Halsabschneider, so ein miserabler! dachte er zornig. „Sie brauchen durchaus nicht so zu brüllen!" erwiderte Tuffchek gehässig. „Ich höre tadellos, Gott sei Dank! Und ich muß Ihnen leider sagen: Sie sind kein sachlicher Partner, mit dem man in Ruhe verhandeln kann." „Gehen Sie mir mit Ihrer Sachlichkeit! Wo so etwas anfängt, hört für mich die Sachlichkeit auf. Die Kuhleiten wird so abgebaut, daß bie Bevölkerung auch einen greifbaren Nutzen bavon hat. Läßt sich das nicht machen, weil ich das Geld nicht auftreibe, bann bleibt das Lager eben liegen, bis einmal die Gelegenheit kommt. So, und nun kennen Sie meine Ansicht!" „Ich werbe bestimmt nicht verfehlen, Durchlaucht davon in Kenntnis zu setzen", antwortete Tutschek höhnisch. „Davon bin ich restlos überzeugt. Adieu, Herr Verwalter!" Während Tutschek im Hausgang in seinen lieber« zieher schlüpfte, forschte Anna ängstlich: „Was hat es denn gegeben, Basil? Ihr wart ja schrecklich laut." „Ich habe bem Kumpan da brinnen ein Geschäft vorgeschlagen, harmlos und in aller Güte. Unb er schreit mich an wie ben größten Verbrecher! Unb so was will studiert haben und ein gebildeter Mann sein...? Das ist ein Rowby!" „Du mußt bid) nicht kränken, Basil! Vielleicht meint er es gar nicht so", tröstete sie und liebkoste seinen Arm. „Ich werbe auch sehen, baß ich heute abeirb kommen kann. Ich gehe einfach spazierest „Nun lassen Sie sich mal einen Vorschlag machen, lieber Herr Doktor! Schieben Sie die Gemeinde vollkommen beiseite und verhandeln wir zwei. Sie brauchen mir nicht lange au erzählen, ich bin ziemlich im Bilde. Man hat so seine Vigilanten unter dem Volk. Besserer Graphit kommt nicht aus Ceylon und nicht aus Madagaskar. Also kurz unb bündig — bie Fürstin will Ihnen bas erforderliche Kapital zur Verfügung stellen. Wieviel brauchen Sie?" Schon mies, wenn ber seine Hände brinnen hat! dachte Fogg unbehaglich. „Herr Dolschi und ich haben für den Anfang an fünfzigtausend Mark errechnet. Löhne, Werkzeug, Grubenholz, bie nötigsten Maschinen, haben Sie denn soviel flüssiges Geld?" „Das lassen Sie nur meine Sorge sein, Verehrter! Also fünfziqtausend Mark sagen Sie? hm. Schön, bas geht. Wenn Sie wollen, können wir gleich bie Bedingungen festlegen." „Lassen Sie mal hören!" „Das Grundstück geht wieder in unfern Besitz über. Wir bekommen uneingeschränktes Verfügungsrecht über ben ganzen Betrieb. Sie selbst würben mit einem sehr anständigen hundertsatz, ben wir noch vereinbaren, am Reingewinn beteiligt —" das Bündel 13 bis 15, rote Rüben 15, Spinat, : 1/2 kg 18 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, : grün, 25 bis 30, Spargel 1. Sorte 35 bis 42, 2. Sorte 22 bis 27, 3. Sorte 15 bis 18, 4. Sorte 7 bis 8, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 38 bis 60, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pf., der Zentner 3,85 bis 3,95 Mark, neue, '/- kg 12 bis 16 Pf„ Pfirsiche 60, Aepfel, ausländische, 80, Kirschen 40 bis 45, Stachelbeeren 25, Erdbeeren 25 bis 50, Blumenkohl, bas Stück 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 40, Oberkohlrabi 7 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10. ** Sterbefälle in der Stadt Gießen. In der Zeit vom 2. Juni bis 15. Juni verstorben in unserer Stadt: 2.: Militär-Jntendanturinspektor i.R. Oskar Wiechard, 59 Jahre alt, Goethestraße 50. 5.: Ludwig Weber, Bäckermeister, 67 Jahre alt, hillebrandstraße 1; Dr. Ewald Sieger, 40 Jahre alt, kaufmännischer Angestellter, Schanzenstraße 22; Robert Pracht, ohne Beruf, 54 Jahre alt, Dammstraße 6. 6.: Karl Christian Hardt, Krankenpfleger, 46 Jahre alt, Afterweg 63. 9.: Käthe Jost, Schneiderin, 68 Jahre alt, Sicher Straße 74; Philipp Adolph, ohne Beruf, 80 Jahre alt, Sicher Straße 74. 11.: Else Schmitz, 10 Stunden alt, Krofdorfer Straße 48; Ludwig Schmitz, 4 Stunden alt, Krof- borfer Straße 48. 12.: Heinrich Schmitt, Zollbe- „Ja. Herr Tutschek war da. Er sagte, es wäre sehr wichtig. Und er kommt später noch mal vorbei. Und außerdem sollen Sie zu einem kranken Kind nach Götzenreuth." Die Anna titulierte ihn neuerdings mit „Sie" und vermied bas „Josi", was Fogg ganz recht war. Ein bißchen Abstanb konnte nicht schaden. Als Fogg aus ber Ortschaft Götzenreuth zurückkehrte, wartete der Verwalter bereits im Wohnzimmer. „Nun, Herr Tutschek?" „Durchlaucht schicken mich. Wir vom Schloß sind von Ihrer Entdeckung natürlich sehr überrascht. Aus ber Versammlung ist nichts geworden, habe ich gehört? Ja, die Schellenberger! Es steckt eben kein Unternehmungsgeist in ben Brüdern. Alles gehen lassen, miete bem lieben Gott gefällt — bas ist so ihre Art. Solchen Leuten ist nicht zu helfen. ' Sie gestatten doch, daß ich mich setze?" „Entschuldigen Sie, ich vergaß vollkommen —!" Tutschek konnte seine Schadenfreude über Foggs Schlappe nur schwer verbergen. SJL-tfpoit Siebener Leichtathleten bei -en Saumeisterschasten in Kassel. Im Zusammenhang mit den am vergangenen Sonntag durchgeführten Kreismeisterschaften erwähnten mir schon die Gaumeisterschaften, die nun am nächsten Sonntag in Kassel auf der Hessenkampfbahn zum Austrag kommen. Der Zweck dieser Gaumeisterschasten ist, jeweils in allen Hebungen der Leichtathletik die Besten des Gaues zu ermitteln. Es ist selbstverständlich, daß für die Meldungen hierzu namentlich die Ergebnisse der Kreismeisterschaften maßgebend sind. Aber nicht alle Kreismeister werden zu den Gaumeisterschaften entsandt. Nur, wenn bei den Kreismeisterschaften wirklich gute Ergebnisse erzielt sind, ist die Meldung des Meisters, oder auch einiger Plazierter mit guten Leistungen gerechtfertigt. Unter diesen Gesichtspunkten wird nun in den Kreisen des Gaues Hessen die Auswahl vorgenommen und dann werden in Kassel wirklich die Besten zusammenkommen. Erfreulicherweise sind auch bet uns im Kreis Gießen einige gute Ergebnisse zu verzeichnen gewesen, und etwa zwölf Leichtathleten haben die Aufgabe erhalten, unseren Kreis, und nicht zuletzt ihren Verein bei den Gaumeisterschaften zu vertreten. Jn den Läuf'en starten: Hans und Franz N e i d e l, beide vom TV. Heuchelheim über 5000 Meter (Hans Neidel war im Vorjahre Gaumeister über diese Strecke und hat als solcher seine Meisterschaft zu verteidigen), Peters und Klee- mann, beide Spvgg. 1900 in den Mittelstrecken, Härle vom Rb. T. u. Spv. Dillenburg über 400 Meter Hürden, und Herrmann, VsB.°R. und Mieritz, Spvgg. 1900 in den Sprintstrecken. g n den Wurfkonkurrenzen stehen im Vordergrund die vorjährigen Gaumeister: L u h (VfB.-R.) im Kugelstoßen und K i l o (Spvgg. 1900) im Diskuswerfen. Wenn beide auch, irti Vergleich zum Vorjahre, ihre besten Leistungen bei den Kreis- meisterfchaften nicht erreichen konnten, so hoffen wir trotzdem, daß sie sich im gegebenen Augenblick erfolgreich durchzusetzen wissen. Ihnen zur Seite stehen Herrmann und Dr. Jakob (VfB.-R.), von denen Herrmann das Kugelstoßen und Speerwerfen und Dr. Jakob nur das Speerwerfen bestreitet. Im Speerwerfen müßten beide über 50 Meter kommen und damit ein ernstes Wort mitreden. Herrmann startet außerdem noch im Weitsprung. In der Iuniorenklasse starten außerdem: Möll (VfB.-R.), Erwin Reidel (To. Heuchelheim) und voraussichtlich die noch Jugendlichen Schleen- b e ck e r (Tv. Ruttershausen) und Goß (Spvgg. 1900). Schützen im Kampf um die Bereinsmeisterschast. Die am vergangenen Sonntag und Montag durchgeführten Vereinsmeisterschafts - Kämpfe des Schützenvereins Gießen haben folgende Ergebnisse gebracht: K l e i n k a l i b e r (50 Meter, je 5 Schuß liegend, kniend, stehend, Militär. Anschlag): 1. Heinrich Appel, 155 Ringe (Dereinsmeister); 2. Wilh. Scheid, 154 R.: 3. W. Schilling, 153 R.; 4. Georg Schilling, 148 R.; 5. Meißenbach, 138 R.; 6. W. Georg, 119 R.; 7. Konrad Dreyer, 108 Ringe. Kleinkaliber (50 Meter, je 5 Schuß liegend, kniend oder sitzend, stehend freihändig): 1. Georg Schilling, 160 Ringe (Vereinsmeister); 2. Heinrich Appel, 155 R.; 3. W. Schilling, 153 R.; 4. W. Georg 152 R.; W. Scheid, 148 R.; 6. K. Dreyer, 145 R.; 7. Richard Koch, 138 R.; 8. Adolf Möhl, 133 R. Wehrmann (175 Meter, je 5 Schuß liegend, kniend, stehend freihändig): 1. W. Schilling, 213 R. (Dereinsmeister); 2. W. Georg, 230 R.; 3. G. Schilling, 227 R.; 4. W. Scheid, 208 R.; 5. Heinrich Appel, 197 R.; 6. Richard Koch, 188 R.; 7. Konrad Dreyer, 186 Ringe. Scheibengewehr (175 Meter, 15 Schuß stehend freihändig): 1. W. Georg, 212 R. (Vereinsmeister); 2. W. Schilling, 197 R.; 3. Hch. Appel, 194 R.; 4. Georg Schilling, 181 R.; 5. Konr. Dreyer, 162 R.; 6. Adolf Möhl, 158 Ringe. Die genannten Schützen haben infolge ihrer Leistungen die Zulassung zu den bevorstehenden Unterkreis- bzw. Kreismeisterschaften erworben. Mit fast 400 ton/st über die Reichsautobahn Nosemeyers große Rekorbfahrten. Bildbericht vom Boxkampf Aeusel-Farr. w-w MM/ - & ' ;■ W Ein Moment aus dem Kampf in der Harringay-Arena in London, in dem am Dienstag der deutsche Schwergewichtsboxer Walter R e u f e l von Tommy Farr, dem Schwergewichtsmeister des britischen Weltreichs, in der 3. Runde durch k. o. besiegt wurde: Tommy Farr landet einen Rechten am Kinn Reusels. Rechts: Der deutsche Botschafter v. Ribbentrop und Max Schmeling als Zuschauer. (Scherl-Dilderdienst-M.) dem Kreis Main-Taunus der NSDAP, die Son - nenwendfeier. Mit einer Morgenfeier und Fahnenhissung wird der Haupttag eingeleitet. Von dem Marktplatz in Kronberg erfolgt der Abmarsch der Wehrkampfmannschaften und auf dem Gipfel treten die Aktiven und Jugendlichen zu ihren turnerischen Wettkämpfen an. Am Nachmittag folgen die Staffelläufe und Sondervor- f ü h r u n g en . Ein Aufmarsch aller Teilnehmer mit Fahnen und Spielmannszüaen nach dem Philipp- Röbig-Platz leitet zu dem feierlichen Festausklang mit der Siegerverkündung über. Wettspielreise Gießener Stuoenten in das Saargebiet. Es dürfte wohl zum ersten Male fein, daß eine Sportmannschaft der Universität Gießen eine Wettspielreise ins Saargebiet unternimmt. Schon früher wurde der Versuch unternommen, durch kleinere Fährten in die Umgebung von Gießen für die deutsche Leibesübung zu werben. Aber eine größere Fahrt wurde noch nicht unternommen. Bei der körn» menben Reise wird natürlich mit dem Sport und der Geselligkeit der Gedanke verbunden, für unsere Universitätsstadt zu werben. Die Handballmannschaft der Universität Gießen hat eine hohe Verpflichtung übernommen. Wie wird sie die Stadt und Universität Gießen vertreten? Wohl waren die letzten Leistungen nicht besonders gut. Aber man weiß, daß die Handballer außerhalb immer besser als in Gießen spielen. Der Turniersieg im vorigen Jahr in Heidelberg ist ein Beweis dafür. Der Gegner am Sonntag heißt „Jngo- bertia" St. Ingbert. Dem Eingeweihten ist es klar, daß nur mit "größter Einsatzbereitschaft und Aufopferung eine hohe Niederlage verhindert werden kann. St. Ingbert spielt im Gau Süd-West Gauliga und hat sich durch ganz hervorragende Spiele einen guten Ruf erworben. Auf jeden Fall wird der bekannte Stürmer Leonhardt im Verein mit De Roy der Hintermannschaft der Gießener schwer zu schaffen machen. Eine Spielabmachung für Samstagnachmittag konnte bis jetzt noch nicht getroffen werden. Aber trotzdem werden die Gießener in jeder Hinsicht zufriedengestellt werden. Neben einem Empfang durch St. Ingbert am Samstagabend, wird eine Motorbootfahrt auf der Saar und Besichtigung von Saarbrücken Abwechslung bringen. Hoffentlich gelingt es der Handballmannschaft der Universität Gießen, einen sportlichen Erfolg zu erringen, denn damit wäre auch eine Werbung für Gießen als Universitätsstadt gewährleistet. VfD.-Reichsbahn-Leichiatbletik Wie zu erwarten war, trafen die Jugendlichen des VfB.-R. in Korbach bei den Gaujugendkämpfen auf starke Konkurrenz. Die Jugendlichen schlugen sich recht tapfer und brachten zwei Gaumeisterschaften und zwei dritte Siege mit nach Hause. Imponierend gewann Gemmer die 15 00 Meter, Klasse B, in der guten Zeit von 4:37 Minuten. Willi Schwarz gewann den Hoch- {prung derselben Klasse mit 1,60 Meter. Das ist für einen B-Jugendlichen eine ausgezeichnete Leistung. Die 4 X 1 0 0 - M e t e r - S t a f f e l der Jugendklasse B setzte sich bis in den Endlauf durch und wurde hier Dritter. In der ^.-Klasse errang E. Oehler im Stabhochsprung mit 2,70 Meter den dritten Sieg. Oehler sprang zum ersten Male und wird sich wohl noch verbessern. Ein großer Ausfall entstand durch das Mißgeschick von Egon Kley. Kley, der im 200-Meter-Laufen glaubte geschoben zu haben, bleibt stehen, ‘aber der Starter ließ die anderen laufen. Dadurch etwas außer 9t o f e m e n e r Im Rekordwagen der Auto-Union auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. (Scherl-Bilderdienft-M.) Die Reichsautobahn zwischen Frankfurt a. M. und Darmstadt hat als erfolgreiche Rekordstrecke bereits Geschichte. Die starke Inanspruchnahme der Bahn durch die führenden Firmen zu Versuchszwecken beweist ihre Eignung, und die sich ständig überstürzenden Erfolge unterstreichen diese Feststellung. Am Mittwoch erschien Bernd Rosemeyer, der Europameister und Sieger des Eifelrennens, am Start, um die von Rudolf Caracciola im herbst 1936 ausgestellten Rekorde anju- greifen. Schon in frühester Morgenstunde traf die Autokolonne der Auto-Union beim Kilometerstein 2 vor dem Flughafen ein, um mit den Vorarbeiten zu beginnen. Geschäftige Hände hatten in kurzer Zeit den erstmals beim Aousrennen eingesetzten Stromlinienwagen, der mit dem Motor des Siegerwagens vom Eifelrennen ausgeftattet war, in Ordnung und an den Start gebracht. Inzwischen traf Bernd Rosemeyer in Begleitung feiner Gattin Elli Rosemeyer-Beinhorn ein und schon nach kurzer Aussprache mit Rennleiter Dr. Feuereisen saß Bernd am Steuer. Es wurde zur „Anwärmungs- fahrt" gestartet, der eine Fahrt zur Einstellung der Vergaser folgte. Die Fahrten waren schon so schnell, daß sie noch vor nicht allzulanger Zeit rekordfähig gewesen wären. Eine dritte Probe galt den Düsen und dem Brennstoff und dann ging Bernd Rosemeyer zum ersten offiziellen Versuch auf die Bahn. Ein kurzes Anschieben und schon sauste der silberne Wagen auf die Strecke und war schnell den Blicken entschwunden. Längs der Strecke und auf den sie überquerenden Brücken standen zahlreiche Zuschauer, doch ihre Augen waren kaum fähig, dem Wagen zu folgen, der wie ein Silberstreif vorüberflog und wieder verschwand, nur ein in der Ferne immer leiser werdendes Singen erinnerte an den erlebten, fast gespenstischen Eindruck. Im Laufe des Vormittags konnte Bernd Rosemeyer sieben neue Rekorde — einen Weltrekord und sechs internationale Klassenrekorde — aufstellen. Nach einer längeren Pause, in der einige Veränderungen des Wagens und die Auswechselung der Reifen erfolgten, unternahm Bernd Rose- Meyer noch einige Versuche, um den fliegenden Kilometer im 400 km-Durchschnitt zu bewältigen. Das Wetter, das vorher schon einmal zu einer Unterbrechung gezwungen hatte, und an diesem Morgen recht unfreundlich war. ließ diese Versuche scheitern, so daß sich die Rennleitung schließlich um 13 Uhr zum endgültigen Abbruch entschloß. Die neuen Rekorde, die noch der Anerkennung durch die AJACR., den Internationalen Auto- rnobil-Verband, bedürfen, lauten: , Weltrekord: Strecke: 10 Meilen; Hinfahrt: 2:40:65 Minuten; Rückfahrt: 2:40:98 Min.; Mittl. Zeit: 360.27 km/st.; alter Rekord: Caracciola 333.48 km/st. Internationale K l a s s e n r e k o r d e : 1 km: 9::33 Sek., 9:16 Sek., 389,610 km/st. (Caracciola 364.4). 1 Meile: 14:89 Sek., 14:84 Sek., 389.881 km/st. (Caracciola 366,9). 5 km: 48:17 Sek., 47:51 Sek., 376,25 km/st. (Caracciola 340.5). 5 Meilen: 1:18:50 Min., 1:18:73 Minuten, 368,50 km/st. (Caracciola 336.84). 10 km: 1:40:87 Min., 1:40:70 Minuten, 357,21 km/st. (Caracciola 331.89). 10 Meilen: 2:40:65 Min., 2:40:98 Minuten, 360.27 km/st. (Caracciola 333.48 km'st). Alle Rekorde mit fliegendem Start.) Glückstrahlend entstieg der Sieger seinem Wagen und nahm die Glückwünsche seiner Gattin, der lei» f-nden Männer und der Arbeitskameraden des Werks entgegen. 2000 Wettkämpfer beim Heldbergfest. Zu dem ältesten deutschen Bergfest, das am Samstag und Sonntag zum 84. Mal auf der Kuppe des 1 Großen Feldbergs zur Durchführung gelangt, liegen die Meldungen von über 2000 Wettkämpfern vor, * Vorjahrsbeteiligung erreicht wurde. Das Feldbergfest ist immer mehr gewesen als eine reine Wettkampfveranstaltung. Tief verwurzelt in Volkstum und Heimat, geboren aus der Sehnsucht nach deutscher Einheit und Freiheit, war es stets ein Fest vaterländischer Hochstimmung. Heute ist es das Bergfest der gesamten im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen geeinten deutschen Turn- und Sportgemeinde. Auch in diesem Jahr werden neben dem reichhaltigen Wettkampfprogramm festliche Stunden den tieferen Gehalt her Gemeinschaftsarbeit offen« i hären, an dem Wettkämpfer wie Festbesucher gleichen Anteil haben sollen. In diesem Jahr kommt noch bimu, daß die Tage des Feldbergfestes mit der Sommersonnenwende zusammenfallen. Wie immer beginnt der Reigen der Wettkämpfe am Samstag in Kronberg, wo mit einem Gepäck- : marfrf) die Kämvfe um das historische Völsun- g en Horn eröffnet werden. Nach Eintreffen der Teilnehmer auf dem Feldberg werden die weiteren Wettbewerbe des Völsungenkampfes erledigt. Nach Beendigung der Kämpfe findet in dem Feldberghof ein Deutscher Bergabend statt, an dem die Wetter- aiier NS -Singschar unter Leitung von Dberftuhien« ! hirpffor Philipps (Friedberg) mitwirkt. Bei ein- I buchender Dunkelheit ist dann in Gemeinschaft mit Hier abichnetden! Nachfolgende Ehe 325 Nachnahme erben hinterlegen, er kann nur mit dessen Zustimmung darüber verfügen. Geld hat er mündelsicher und verzinslich anzulegen. In allen eine Nacherbschaft betreffenden Angelegenheiten erteilt das zuständige Vvrmund- schaftsgericht Auskunft. In wichtigeren Fällen bespreche man die Sache mit einem erfahrenen Anwalt. Nachfolgende Ehe. Heiratet der Vater eines unehelichen Kindes die Mutter, dann wird das Kind mit dem Zeitpunkt der Eheschließung ehelich; es bekommt also den Familiennamen des Vaters, wird mit den Verwandten des Vaters verwandt, erlangt gegen den Vater ein Erbrecht, untersteht der elterlichen Gewalt des Vaters usw. Nachhilfestunden soll man einem Kinde nur dann zuteil werden lassen, wenn es unverschuldet in einem Lehrfach nicht mitkommt. Nachlaß ist das Vermögen des Erblassers zur Zeit seines Todes. Der Nachlaß gehört vom Augenblick des Todes des Erblassers an den Erben, und zwar mehreren Erben gemeinsam (s. Miterbe). Die Erben können von denjenigen Personen, die zur Zeit des Todes des Erblassers mit diesem in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben (z. B. Haushälterin), Auskunft über den Verbleib der Nachlaßgegen» stände verlangen und sie gegebenenfalls zum Offenbarungseid zwingen. Ist der N. überschuldet, dann ist jeder Erbe verpflichtet, unverzüglich, nachdem er Kenntnis von der Ueberschuldung erhalten hat, die Eröffnung des Nachlaßkonkurses beim Amtsgericht zu beantragen. Auf Antrag eines Erben muß vom Gericht die Nachlaßverwaltung angeordnet werden, ebenso auf Antrag eines Nachlaßgläubigers, wenn zu befürchten ist, daß die Befriedigung der Gläubiger aus dem N. durch das Verhalten oder die Vermögenslage des Erden gefährdet wird. Dann wird ein Nachlaßverwalter aufgestellt, der den Nachlaß zu verwalten und die Nachlaßverbindlichkeiten zu berücksichtigen hat. Ist der Erbe unbekannt und will ein Gläubiger eine Forderung gegen den N. geltend machen, dann kann vom Gericht ein Nachlaßpfleger aufgestellt werden. Nachlaßgericht ist das Amtsgericht des Ortes, an dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes seinen Wohnsitz gehabt oder sich aufgehalten hat. Dem Nachlaßgericht muß man Testamente ei» nes Verstorbenen, die man in Händen hat, abliefern. Nachnahme, eine Zustellungsart der Post, bei der das Paket nur ausgeliefert wird, wenn der Empfänger den angegebenen । I I — Vertraueneeachel Eine gute Dauerwelle I J U I W I I Fl kann nur von ersten Fachleuten ausgeführt werden I Kosten!, fachmänn. Beratung bei ?“X6AoZ6 Richard Koch . Gießen spezial-Parfümerie Herren- und Damen-Frlseurmelster K , ji. i L M «W d «BL M WK MK K M Es NB ( - QU£ -MM7W- >erunu s® M out U 8rA Syei Uhl. ***. 01 l*> P> «.. U.Mstri« L-s zernsp"^ oi»** J’W'WjS tidjten: M« psftsche« zrMrtM Wilhel tzen am 61 Par l, Hegt j bof her beut\ gen Stagen loten des P fioart des Sbers der! chsgrab z einer Landm ier Lustwaff lchiert. Die ( ersten Schiff! Weiten Mc Kommando Tiaatsakt do bei der die Wchen. Um 11.30 ] vesehlshober einer Beglei ^egsminifter °"gund Re l« mürbe EWrine Michi A Admiral d^ttfchjffez ® r- empfan "L ?, .Nia- <*Ä* y» gi«1 Zs NNbt5 6«6ierf ®etieti öS L:Z Me Vom Sportfest des VM.-AieWus 116 Gießen Schalke 04-1.50 Um höchste Ehre! - Kampf um den Titel: „Deutscher Fußballmeister. Schalke: Klodt Nachdruck verboten Ohne Gewähr Nachttische Nachrede, üble 16. fluni 1937 1. Ziehungslag <3n der heutigen DormlttagSrlehung wurden gezogen 333904 363789 383690 315681 311312 390985 391195 398627 111051 108295 nicht lediglich 47470 132320 Markt 16 Antrag auch (Siehe Belei- 185258 112231 108378 347976 135568 221671 305963 33961 68382 i00566 115704 149434 171310 182710 202882 263483 284915 295874 310818 331886 355716 384433 102868 120476 149725 172251 183483 220761 264841 290242 300464 311095 332697 357827 387964 103483 121287 152505 173637 184782 231272 268563 291014 301487 312645 334052 364214 395550 130380 152085 186017 201417 228355 246012 279590 292680 325013 350486 376321 395947 127190 159420 176553 189296 232926 281958 291872 304008 312727 336387 365497 395894 208856 20803 119243 330254 3722 123051 256931 319515 389807 42719 4839 1 28383 82750 137165 92727 96258 322530 359677 68840 322297 48991 138331 343942 14652 127430 259466 342198 139314 171082 178604 198537 260088 283545 294363 309687 323044 349987 376982 Sudien Sie no95793 219527 237445 261695 285874 310374 346245 372068 386244 131483 162586 188655 209941 228970 246545 280719 295178 330012 355429 378097 177219 190618 217400 233719 260927 285340 309247 339764 367538 383572 167053 190383 215138 231705 252458 283951 298787 332980 358656 383538 den erforderlichen der Mann stellen, digung.) Nachspeisen sind Wenn Sie eine Wäsche suchen, die noch straffer anliegt und Ihnen eine noch bessere Figur gibt, so probieren Sie die neue Juvena-Rokoko aus Remberg. Noch nie lag eine Wäsche eo straff an. Trotz ihres straffen Sitzes wirkt sie sehr duftig und graziös. Von RM. 2,90 an zu haben. Als der 1. FC. Nürnberg vor einem Jahr um die , gleiche Zeit in Berlin Fortuna Düsseldorf schlug und als glücklicher Sieger umjubelt wurde, war der west- deutsche Angriff auf den Süden endgültig abgeschla- . gen. Der 1. FC. Nürnberg hatte im Endspiel nicht < nur Fortuna, sondern in der Vorentscheidung auch Schalke geschlagen, der „Club" hatte die beiden westdeutschen „Asse" abgefertigt, er wurde zum sechstenmal deutscher Fußballmeister. Die „Viktoria, die zwei Jahre hintereinander sich im Besitz von Schalke 04 befand, wanderte nach dem Süden, zum ruhmreichen 1. FC. Nürnberg. Und nun gibt es ein Jahr spater wieder eine Kraftprobe Süd — West, die in den letzten Jahren meistens zugunsten der Süddeutschen ausgefallen ist. Denn schließlich hat der 1. FC. Nürnberg nicht nur Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 in ent- cheidenden Meisterschaftskämpfen geschlagen, er Yat auch Schalke im Pokal-Endspiel besiegt, und nur einmal, im Endkampf 1934 m Berlin, gelang es den Knappen, dem Titelverteidiger in einem dramatischen Kampf in den letzten Sekunden den Sieg zu entreißen. Das war Schalkes erste Meisterschaft Mit Schalke 04 und 1. FC. Nürnberg stehen zweifellos die volkstümlichsten deutschen Mannschaften im Endspiel. Eine Steigerung wäre augenblicklich überhaupt nicht möglich. Die Erinnerung an jenen aufreibenden Endkampf und die beiden Siege der Nürnberger über Schalke bleiben haften. 3m Olympia-Stadion werden am Sonntag — man darf es wohl ruhig sagen — sicherlich 100 000 Menschen versammelt sein, um dem Höhepunkt des deutschen Fuhballsports, dem Kampf um die „Viktoria", beizuwohnen. Nürnbergs und Schalkes Anhänger werden nach „englischem" Muster sich durch Tragen von Fähnchen und hüten in den jeweiligen Clubfarben in der Millionenstadt bemerkbar machen, die damit wieder ein Überragendes sportliches Ereignis erlebt. Vor vierzehn Tagen Nürnberg — HSV., und jetzt die Steigerung Schalke — Nürnberg. In der Vorschlußrunde haben beide Mannschaften nicht überzeugen können, beide dürften ihres Sieges nicht recht froh geworden fein. Schalke mit einem verletzten Pörtgen und ohne Kuzorra, schaffte es (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Nachtschweiß kann einfach hervorgerufen sein durch zu warme Betten, ist häufig em Zeichen für Lungentuberkulose, kommt aber auch in den Wechseljahren und bei großer Nervosität vor. Auf jeden Fall lasse man sich bei Auftreten von N. durch einen Arzt untersuchen. Nachttische sind besonders zweckmäßig, wenn sie neben der Glasoder Marmorplatte und einer Schublade ein offenes Gefach für Bücher besitzen, die man vor dem Einschlafen lesen will. Nachttischen anhaftender Geruch läßt Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Bild links: Wim- pelträgerinnen beim großen Aufmarsch aller Teilnehmerinnen. Bild rechts: Blick von der Tribüne des Universitäts - Sportplatzes während der Körperschule des BDM. Das äußere Zeichen der Ehre. — Siegespreis um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Gewlnnauszog 3. Klaffe 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie Preis entrichtet, der dem Absender ebenfalls durch die Post zugestellt wird. Auch Frachtsendungen der Bahn können als Nachnahme aufgegeben werden. Nachrede, üble, liegt vor, wenn man von einem anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, die geeignet ist, den anderen verächtlich zu machen oder ihn in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Wenn die behauptete Tatsache nicht erweislich wahr ist, dann kann man auf Antrag des Beleidigten bestraft werden. Unter Umständen kann man auch schadenersatzpflichtig werden. Bei übler Nachrede über eine Ehefrau kann 2 Gewinne zu 5000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 293695 12 Gewinne zu 1000 RM. 243278 373080 373214 387082 _ 28 Gewinne zu 800 RM. 97150 101455 102652 172008 222413 251630 46 Gewinne zu 600 RM 71668 114130 122245 137OOB 219230 223368 280318 289398 308790 359426 397111 als Leckerei aufzufassen, sie bilden vielfach in ihrer Zusammensetzung eine wesentliche Ergänzung der Hauptmahlzeit, na- mentlich bei Kindern und rufen ein stärkeres Gefühl der Sättigung hervor. Nachtfrost, das Sinken der Temperatur unter den Gefrierpunkt, tritt meist kurz vor Sonnenaufgang auf und richtet im Frühjahr großen Schaden an. Man kann ihm begegnen, indem man im Garten und in der Nähe von Cbftbäumen stark qualmende Feuer entzündet deren Rauchentwicklung ebenso wichtig ist, wie die erzeugte Wärme. Nachtigall, Sperlingsvögel, der größer ist als der Sperling, sich in der Farbe kaum von ihm unterscheidet. Die Nachtigall bevorzugt dichtes Laub und ist ein unermüdlicher Sänger an milden Sommerabenden. Nachtigallen fingen auch in Gefangenschaft, doch ist es eine unerhörte Grau- famkeit Nachtigallen zu blenden, damit sie die Tageszeit nicht mehr unterscheiden sollen. Nachtkleidung kann aus einem langen Hemde oder aus Jacke und Hose, dem sogenannten Schlafanzug, bestehen. Für die Wahl ist der persönliche Geschmack entscheidend. An kalten Tagen wird ein ärmelloses Damennachthemd zweckmäßig durch ein warmes Jäckchen ergänzt. Es gibt dazu Bettjäckchen aus Wolle, ebenso wie aus Wolle gestrickte Bettschuhe gegen kalte .Bekanntmachung. Die Lieferung von Pflanzen für die städtischen Anlagen zum Frühjahr 1938 soll öffentlich« vergeben werden. 41471) Angebotsvordrucke sind bei uns erhältlich. — Der- dingungsterniin: Mittwoch, den 23.3uni 1937, vormittags 10 Uhr. Gießen, den 16. Juni 1937. Städt. hoch- und Tiefbauamt. G r a o e r t. aus, er hat die Verbindung zwischen den vorderen und Hinteren Reihen, wobei ihn Eiberger unter« stützt. Weit vorgeschoben steht der Drei-Mann-An- griff Uebelein II-Friedel-Gußner. Schalke hatte einige Sorgen um feine Aufstellung. Pörtgen wurde in Köln verletzt, Kuzorra war nicht ganz intakt, aber nun hat sich alles zum Besten gewendet, und Schalke kann gleichfalls in^seiner Gala-Besetzung antreten, wobei es fidji gleidjbleibt, ob Valentin oder der talentierte Berg Läufer spielt. Schalke ist technisch genau so hoch einzuschatzen wie de? Club, aber in taktischer Hinsicht ist Nürnberg den Knappen vielleicht doch um eine ^^vigkeit überlegen, obwohl Schalke in Szepan und Kuzorra über Spielerpersönlichkeiten verfuat, die Nürnberg in diesem Maße nicht aufweisen kann. 2 Gewinne zu 100000 RM 208799 2 Gewinne zu 10000 RM 289355 2 Gewinn« zu 5000 RM. 382588 2 Gewinne zu 3000 RM. 384660 4 Gewinne zu 2000 RM 13208 20 Gewinne zu 1000 RM 145817 169921 197187 gegen VfB. Stuttgart (ohne Rutz) erst im Endspurt mit 4:2. Und in Berlin setzte der HSV. dem 1. FC. Nürnberg außerordentlich hart zu, aus Dem 2:0-Dorsprung der Nürnberger wurde em 2:2, unD ein glückliches Tor von Gußner entschied dann den Kampf. Aber Schalke und Nürnberg haben vielleicht ihre letzten Kräfte gar nicht eingesetzt, sie haben sich möglicherweise Schonung für Den ent» cheidenden Kampf am Sonntag auferlegt. Dem Berliner Schiedsrichter Birlem werden sich die Mannschaften voraussichtlich m folgender Besetzung stellen: --------—------—— ------ ' . unterrichten Sie sich am besten mit den allgemeinverständlichen Büchern de-, 153997 । ____ 227284 261569 279278 286091 24 Gewinne zu 800 RM. 116978 180616 215836 298331 188 Gewinne ,u 400 RM 874 2972 12360 25942 28448 30459 31108 31916 33210 36281 36655 40338 56879 68463 75241 82329 63083 «3922 34296 87858 89253 91158 96487 110645 119784 ----- ------ ------ —--- .«««■»«« 140961 ön der heutigen Nachmittaysziebung wurden gezogen 190 Gewinne ,u 400 «M «988 E7 31314 32477 ---- 45076 52367 52380 58303 59228 63027 70583 87193 87366 97280 98378 100024 Was schenkt man zum Namenstag? Wenn es etwas Praktisches sein soll, Dann kommen Sie bitte zu Häuser Sie werden eine reiche Auswahl von Geschenken zu niederen Preisen finden Ob für Äfte Frau, Ihren Mann, die Tante oder den Onkel — das Namenstagsgeschenk immer von y B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 356649®CS\u 5006KW 2951 «JO? 33771 61472 77378 873.7.18445^9397 1U 565 19388« 127^39 ------ -^""1 287735 Bornemann Schweißfurth Gellesch Tibulski Berg Kalwitzki Szepan Pörtgen Kuzorra Urban Uebelein II Schmitt Friedel Eiberger Gußner Oehm Carolin Uebelein I Muntert Billmann Köhl 1. FC. Nürnberg: Der 1. FC. Nürnberg also in Der gleichen Aufstellung, wie zuletzt gegen den Hamburger SD.! Die Mannschaft befindet sich körperlich m bester Verfassung, Die Kondition ist vorbildlich und Die Stimmung im Nürnberger Lager natürlich „Sieg ! In der spielerischen Ausgeglichenheit kann heute keine andere Mannschaft dem Titelverteidiger das Wasser reichen, von Köhl bis Uebelein II kein schwacher Punkt! Ober doch? Die Hintermannschaft ist ganz überragende Klasse, die Deckung ausgezeichnet. Gegen diese Absperrkette wird es selbst der so viel gerühmte Westfalen-Sturm außerordentlich schwer haben, Tore zu schießen. Aus jeden Fall verdient der „Club" in der Abwehr das größere Vertrauen, obwohl er nicht im Stil der Nationalmannschaft spielt. Bei Nürnberg bleibt der Mittelläufer Carolin dicht hinter den Stürmern, auch Oehm beteiligt sich noch stark am Aufbau, Dagegen spielt Uebelein I weit zurückgezogener rechter Läufer, was sich praktisch so auswirkt, daß Munkert, Billmann und Uebelein I eine Linie bilden. Im Angriff ist Seppi Schmitt der Führer, von ihm gehen die Direktiven Fällung gebracht, kam er auch bei Dem Direkt folgenden Weitsprung nicht an seine früheren Leistungen heran und sprang nur 6,01 Meter, mit Denen er nichts erreichte. Alle anderen erzielten teilweise eigene Bestleistungen, aber Die Gegner waren noch besser. Der DfB.-Reichsbahn ist mit Dem Abschneiden feiner JugenDlichen zufrieden. Denn siegt man nicht, so lernt man doch dabei. Heffens!?ußba!l-AaumeistermGießen. Dem hiesigen VfB.-Reichsbahn ist es gelungen, für Den kommenden Samstagabend einen besonders starken Gegner zu verpflichten. Die Grunweißen empfangen zu einem Freundschaftsspiel die Gauliga- und Meistermannschaft von Spielverem Kassel aus Dem Waldsportplatz. Opfenpiel in Vodbeim. Rodheim I — Heuchelheim! 4:0. Zum angesetzten Opferspiel war Heuchelheim in Rodheim zu Gast. Beide Mannschaften traten nut Ersatz an. Bei den Gästen wirkte sich dies besonders nachteilig aus. Die Einheimischen waren wahrend des ganzen Spieles leicht überlegen unD konnten vier Tore erzielen, während den Gasten selbst das Ehrentor versagt blieb. Fußball in Staufenberg. Am Sonntag trugen Wiesecks 2. Jugend und Die Staufenberger JugenD ein Freundschaftsspiel aus. Staufenberg trat mit nur zehn Mann an. Wieseck siegte bei schönem Spielverlauf mit 4:1. Das Opferspiel der Aktiven mußte trotz rechtzeitiger Vorbereitung ausfallen, da Oppenrod nicht , erschien. Maffenankunst bei der 9. Etappe der Deutsckiandrundfabrt. Die neunte Etappe der Deutschland-Radrundfahrt führte am Mittwoch von Köln über Rheydt Neuß: Düsseldorf, Barmen, Hagen, Lippstadt und Gütersloh iiad) Bielefeld über insgesamt 286 Kilometer. Man kann diese Etappe, die übrigens die erste Massenankunft der ganzen Rundfahrt brachte, a s die Etappe „ohne Ereignisse" bezeichnen. Das Feld bummelte so sehr, daß sich die Fahrt fast seh» Stunden hinzog und schließlich 31 Fahrer in Bielefeld eintrafen. Im Spurt konnte pter Heinz Mengler nach einer Fahrzeit von 9:45:00 Stunden in feiner Heimatstadt den Etappensteg erringen. Pech hatte Weckerling, der die Kette verlor und obwohl fein Stallgefährte Thierbach 3urucfbUeb, 30 Sekunden verlor, die allerdings seine Führung tm Gesamtergebnis nicht beeinträchtigten. Fußballklub 1926 Großen-Duseck. AL. 1926 Großen-Duseck fährt nach Flensungen. Am Sonntag fährt die erste Elf des FC. 1926 nach Flensungen zum 10jährigen Stiftungsfest des dortigen FC. 1927, um an den Pokalspielen teilzu- nehmen. Da sich die Schwarz-Gelben be> solchen Spielen immer von der besten Seite zeigten, ist anzunehmen, daß sie auch diesmal nicht ohne Erfolg heimkehren, zumal sie eine starke Mannschaft ms Feld stellen, die zu kämpfen versteht Die Mann- fchaftsaufttellung: Koch: Brück, Schäfer; Belloff, Ehwein, Eisenacher; Balser, Harbach I, Dambmann, Harbach II, henß. Kurze Sportnotizen. Gottfried v. Gramm und Henner hen- k e l befinden sich in Wimbledon im Männer-Emzel unter den „Gesetzten". . ...... Erich Krempel (Suhl) erwies sich bei Der WeltmeisterschaftsausscheiDung Der Scheibenpistolen- schützen mit insgesamt 2185 Ringen als bester Schütze vor W. Lang (Meinerzhagen) mit 2116 unD Fr. krempel (Hannover) mit 2090 Ringen.