nr.U2 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag,18.Mal 1937 Lrjcherm tügllch. autz« Sonntags and Feiertags Beilagen: Die Illustriert« (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholl* MonalS'vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.9L Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüste anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankftirt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche UnwrrfitSts-vnch- und Steindruckerei H. fange in Sieben. Schriftleitung und Seschöftsftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/.UHr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. 93ereinbg.25°/„ mehr. 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Seit dem Sturz Jagodas und seiner Einkerkerung haben auch die Kohorten der GPU. die Gnade des Diktators verloren, und die Einwohner Moskaus waren vor einigen Tagen Zeugen des seltsamen Schauspiels, daß eine ganze Division Don-, Terek- und Kubankosaken zum Schutz des Kreml und der Regierungsgebäude durch die rote Hauptstadt zog. Sie wurden — eine besondere Auszeichnung für die rote Armee und gleichzeitig ein Akt besonders offensichtlicher Entziehung des Vertrauens der GPU. — besonders herbeigeholt und haften von jetzt ab mit ihrem Kopf für» die Sicherheit der Spitzen der Partei und der Regierung. Solchermaßen gesichert, traten die Mitglieder des engeren Gremiums des Politbüros zusammen, um — einen Verwaltungsakt zu beschließen. Denn es handelt sich diesmal nicht etwa um die Aufdeckung einer neuen Verschwörerkamarilla, um die unbedingt notwendige Hebung der Kohlenerzeugung im Dvnezbecken oder um neue Maßnahmen zur landwirtschaftlichen Intensivierung — nein! Aus der dritten oder vierten Seite berichten die Blätter, daß bei der Roten Armee die Einrichtung der Armee kommissare (bei der Truppe) und der Kriegsräte (bei den Militärbezirken) beschlossen wurde und daß an der Spitze der Militärverwaltung „lediglich" einige Umgruppierungen vorgenommen wurden. Aus! Man wird in der zentralen Moskauer Presse, die sonst ungeheuer schreibbeflissen ist und — wenn es sich etwa um das „faschistische" Ausland handelt — nicht nur aus einer Mücke, sondern aus dem puren Nichts einen Elefanten macht, vergebens nach einem Kommentar für diesen Beschluß suchen. Dennoch dürfen die Sowjets auch das Ausland nicht für so naiv halten, daß es etwa eine Maßregel für einen „Verwaltungsakt" ansieht, durch die die Institution der Politkommissare in der Roten Armee abgeschafft wird, eine Institution, die geradezu zum Inbegriff der Parteiherrschaft in der Armee der Weltrevolution geworden ist, durch die weiterhin eine neue Behörde mit noch nicht genau festaelegten Befugnissen und Einflußbereichen geschaffen und durch die schließlich eine der markantesten Persönlichkeiten des militärischen Bolschewismus, der „rote Napoleon" und Marschall der Sowjetunion Tuchat- s ch e w s k i, in die Wüste geschickt wird. Zwar ist das Gesicht der neuen Einrichtung der „Kriegsräte" sowohl nach der Art wie nach dem Umfang ihrer Tätigkeit noch nicht deutlich erkennbar, und vor allem steht noch nicht fest, ob und inwieweit die bisherige Zusammenballung der Machtvollkommenheit bei den Truppenkommandeuren wieder zugunsten der Beauftragten der Partei abgebaut werden soll; jedoch beweisen die Auseinandersetzungen, die zur Zeit auf den in allen Truppenkörpern ftattfinbenben Parteikonferenzen geführt werden, daß die Maßnahme in der Richtung einer Stärkung der Parteigewalt und damit einer neuerlichen Bolschewisierung auch der militärischen Führung der Armee aufzufassen ist. — Zum Verständnis dessen ist es aber notwendig, auf die Vorgeschichte dieser aufsehenerregenden Maßnahme einzugch n. In der roten Armee gärt es — und diese Tatsache läßt sich durch keine noch so lauten Ergebenheitstelegramme der Truppenkörper, der Armeekommandanten oder selbst des Kriegskommissars Woroschilow an den allmächtigen Stalin vertuschen. Im ganzen Lande geht die Suche nach ..Staatsfeinden" weiter, die Produktion geht beinahe auf allen Gebieten zum Teil in katastrophaler Weise zurück, das neue Hungergespenst macht sich immer mehr fühlbar, das ganze Land ist i n U n - oewißheit und Unruhe gehüllt — und dieser Zustand der schleichenden Krise muhte auch in der Stimmung der Armee seinen Niederschlag finden. Dazu kommt, daß die letzten Prozesse und Säuberungen auch auf die Armeeangehörigen ausgedehnt wurden. Es braucht nur an die Affäre des Londoner Militärattaches Putna erinnert zu werden, dessen Schicksal noch heute ungeklärt ist. Es wäre gewiß unrichtig, wenn man irgendwelche Gegensätze grundsätzlicher Natur zwischen der Armee und dem Diktator konstruieren wollte. Indessen ist es nach Nachrichten, die nicht nur hier in Polen, sondern auch in Finnland und Rumänien verbreitet wurden, in den letzten Wochen wiederholt zu Unzuträglichkeiten und Zusammenstößen zwischen der durch die Armeepolitik Stalins ungeheuer gestärkten Kommandogewalt auf der einen und den Parteivertretern in den Truppenverbänden auf der anderen Seite gekommen. Die Bewegung gegen die politischen Armeekommissare soll zu gleicher Zeit in der baltischen, der Schwarzmeer und der fernöstlichen Flotte ausgebrochen sein und in einzelnen Fällen sogar zur Entfernung des Politkommissars geführt haben. Wenn man bis heute keine Veranlassung hatte, sich mit diesen Gerüchten zu befassen, so doch heute, denn sie wurden allerdings die sensationelle Maßnahme Stalins erklären. Es hat sich ja nunmehr erwiesen, daß die London, 18. Mai. (DNB. Funkspruch.) Auf den Beratungen der Londoner Empire-Konferenz haben sich bisher zwei Hauptvorschläge herausgeschält, die beide von australischer Seite unterbreitet worden sind. Der erste Vorschlag fordert den Abschluß eines Freund- schafts - und Nichtangriffspaktes zwischen den pazifischen Staaten. Der zweite bezweckt die Errichtung eines ständigen Sekretariats für die Außenpolitik des britischen Weltreiches in London. Man hofft in australischen Kreisen, daß die britische Regierung eine Konferenz aller Staaten, die Interessen im Stillen Ozean besitzen, einberufen werde. Australien werde als Zusammenkunftsort vielleicht Tokio vorschlagen. Der australische Generalstaatsanwalt und Jndustrieminister Menzies schlug schon vor einiger Zeit im australischen Parlament einen pazifischen Regionalpakt im Rahmen der Völkerbundssatzung vor, der u. a. eine gegenseitige militärische Unterstützung der betreffenden Staaten und ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit vorsehen würde. Allerdings meint „Daily Telegraph", daß der australische Vorschlag einer pazifischen Konferenz als verfrüht betrachtet werden müsse, doch werde die Empire-Konferenz wohl die Möglichkeit erörtern, daß einzelne Dominions mit ihren nächstliegenden Nachbarstaaten regionale Sicherheitsvereinbarungen treffen. Im Leitauf- satz desselben Blattes wird jedoch der Vorschlag einer vereinheitlichten Außenpolitik begrüßt. Ein politisches Zentralsekretariat werde die Zusammenarbeit erleichtern und schnelle Entscheidungen in Zeiten der Not ermöglichen. Weder von Großbritannien noch von einem einzelnen Dominion werde erwartet, daß sie ihre Außenpolitik völlig der Kontrolle des Sekretariats unterstellen. Wohl aber sei man sich darüber einig, daß in sämtlichen das Gesamtreich betreffenden außenpolitischen Fragen ein einheitliches Ziel verfolgt werden müsse. Die Aussichten auf Herbeiführung eines pazifischen Paktes werden von dem dem englischen Außenministerium nahestehenden Blatt skeptisch beurteilt, schon weil man in den Vereinigten Staaten eine solche Vereinbarung gegenwärtig nicht für möglich halte. Ohne Washington könne der Pakt aber nicht durchgeführt werden. Englisch-italienische Fühlungnahme. Die Behandlung Abessiniens in Genf. London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) (Einer Unterredung zwischen dem italienischen Außenminister Grafen C i a n o und dem britischen Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, am Pfingstsonntag, wird von englischen Morgenblättern Bedeutung beigemessen. „Times" meldet, daß u. a. das Verhalten der Presse der beiden Länder erörtert worden sei. Graf Ciano habe wohl der Ansicht Ausdruck gegeben, daß das Foreign Office in der Lage wäre, die Presse zu einer freundschaftlicheren Stellung gegenüber Italien zu veranlassen. Wie „Daily Telegraph" meint, deute die Einstellung der englandfeindlichen Angriffe in der italienischen Presse und die Milderung des Tones auf eine Besserung der englisch-italienischen Beziehungen hin. Bei der Unterredung zwischen Ciano und Sir Stärkung der „einheitlichen Kom- mandogewal t", die Stalin mit allen seinen Maßnahmen der letzten Zeit förderte, in der Armee einen Zustand geschaffen hat, bei dem das Fortbestehen der „Politkommissare" von den Vertretern dieser „Kommandogewalt" als eine Art Anachronismus angesehen wurde. „Ich führe das Kommando", sagten die roten Kommandeure und lehnten das Hineinreden der politischen Komissare ab, diese jedoch sahen ihre Stellung bedroht, warfen die Frage der „kommunistischen Erziehung der Truvpe" auf — und der Konflikt war da. Wer hat gesiegt? — Man wird die Tätigkeit der neuen „K r i e g s r ä t e" abwarten müssen, um dirse Frage eindeutig zu beantworten. Fest steht aber, daß Stalin mit dem Aufgeben der Bezeichnung „Politkommissar" nach nichts gegen diese Einrichtung an sich unternommen hat, daß er im Gegenteil bestrebt ist, die alte Institution unter einem neuen Firmenschild und dazu vertreten durch Personen mit ungewöhnlich erweiterten Machtefugnissen, weiterbestehen zu lassen, ja, daß er bewußt die Anlehnung an die alte Benennung „Kriegsräte" und „militärische Kommissare" aus den Zeiten der Bürgerkriege gewählt hat, um die außerordentliche Bedeutung seiner Maßnahme noch mehr zu unterstreichen. Im Zusammenhang mit den innenpolitischen Vorgängen der letzten Zeit gewinnt dieser Beschluß des Politbüros damit eine Tragweite, die sich heute noch gar nicht übersehen läßt. .. Daß im Zuge dieser Entwicklung auch einer der Großen aus dem Klüngel derer um Stalin sein Ende gefunden hat, ist nicht verwunderlich. Tu- ch ätsch ews ki, der stellverttetende Knegskom- missar, der als ehemaliger Gardeoffizier des Zaren aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen und als einer der ersten sich Trotzki zur Verfügung gestellt Eric Drummond sei in der Frage der W e st p a k t- bespruchungen eine Verständigung erzielt worden, so daß Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen bestehe. Weiter seien die Frage der Entfernung Abessiniens aus dem Völkerbund und die Anerkennung des italienischen Kaiserreiches besprochen worden. Wie „News Chronicle" annimmt, wird eine Krise in Genf wegen der abessinischen Frage wahrscheinlich dadurch hinausgeschoben werden, daß die abessinische Abordnung der nächsten Volke r b u n d s v e r s a m m l u n g fern bleiben werde. So würde die Frage nicht akut werden, während die abessinische Abordnung das Recht behielte, weitere Appelle an den Völkerbund zu richten. Italienische Frontkämpfer in London. London, 17. Mai. (DNB.) Am Sonntagabend fand in der Queenhall die Eröffnungssitzung der Iahrestagung des englischen Frontkämpferverbandes British Legion statt. Major Featherstone-Godley betonte, daß die Zusammentreffen mit ausländischen Frontkämpfern von größtem Wert seien. Ueberall habe der Mensch nur einen Wunsch, nämlich in Ruhe und Frieden leben zu können. Der Vorsitzende des italienischen Front» kämpferverbandes D e l c r o i x sprach sein Bedauern aus, daß sich die guten Beziehungen zwi- scheu England und Italien gelockert hätten. Bei Schwierigkeiten hätten die Frontkämpfer die Pflicht, in die erste Linie zu gehen und dort die Stellungen zu verteidigen, die in Gefahr seien. Aus diesem Grunde sei er nach London gekommen und aus dem gleichen Grunde hätten sich vor kurzem englische Frontkämpfer in Rom befunden. Vor dem Londoner Cenotaph, dem englischen nationalen Heldendenkmal, fand ein Vorbeimarsch von 25 000 ehemaligen Frontkämpfern statt. An der Veranstaltung nahmen auch eine italienische Abordnung unter Führung von Delcroix, sowie der deutsche Militärattache General G e y r von Schweppenburg. Bolschewistisches Geschwader Hai sich wieder nach Frankreich „verflogen" Paris, 17. Mai. (DNB.) 17 spanisch-bolschewistische Flugzeuge (12 Jagd maschinell und 5 Aufklärungsflugzeuge), die am Montagmargen von Santander zu einem Beobachtungsflug aufgestiegen waren, haben, angeblich infolge Nebels sich verirrt und mußten auf dem südfranzv - fischen Flugplatz Pau landen. Die Jagdflugzeuge sind amerikanischer Herkunft. Die Aufklärungsflugzeuge stammen aus Spanien. 15 Flugzeuge waren mit je zwei Maschinengewehren bestückt. Oberst Gyllenam von der Internationalen Konttollkommission ist über die Landung sofort in Kenntnis gesetzt worden. Acks Anweisung hes Luftfahrtministeriums sind die Flugzeugführer aufgefordert worden, nach Spanien zur ü ck zu- fl i e g e n. Sie werden von einem französischen Militärflugzeug, sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen, an die Grenze zurückbegleitet werden. Der „Jour" meint, die spanisch-bolschewistischen Flieger schienen es sich neuerdings zur Gewohnheit zu machen, ihre Flugzeuge aus französischem Gebiet in Stand zu setzen, da gute Mechaniker in Spanien eine Seltenheit seien. Der französische Luftfahrtmini st er habe sich z um Mittelsmann für diese Landungen auf französischem Gebiet gemacht. Man müsse sich wundern, daß die Maschinen nicht nach dem Lustrecht b e - schlagnahmt und die Flieger einem gerichtlichen Verhör unterzogen worden seien. Auch das „Echo de Paris" ist der Meinung, daß die spanisch-bolschewistischen Flieger als Kriegführende anzusehen seien. Dann hätten sie verhaftet und die Maschinen beschlagnahmt werden müssen. Die „Action Fran^aise" erklärt, Luftfahrtminister Pierre Cot halte die Franzosen wohl für schwachsinnig; denn schwachsinnig müsse man sein, wenn man glauben wollte, daß die Flugzeuge in der Richtung nach Bilbao aufgestiegen seien und sich in vollkommener Ordnung zu 17 im Nebel verflogen hätten. Neuer Bolschewistenausschuß in Valencia. London, 18. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Valencia gemeldet wird, hat der Marxist Juan Negrin einen neuen Ausschuß der bolschewistischen Machthaber gebildet, der sich „Regierung" nennen läßt. Diesem Ausschuß gehören der Bolsche» wistenhäuptling Largo Caballero und sein sogenannter „Außenminister" del Vayo nicht mehr an. Auch besteht der neue Ausschuß nur aus 9 und nicht wie bisher aus 15 Mitgliedern. Die Kommunisten behalten aber trotzdem ihre frühere Stärke von zwei Vertretern bei. An die Stelle del Vayos ist der frühere Linksrepublikaner Giral getreten, während die Aufsicht über die bolschewistischen Heerhaufen der Marxist Prieto innehat. Nationale Fortschritte in Vizcaya. Salamanca, 18. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Montag meldet nur von der Vizcaya-Front größere Kampfhand- lungen. In dem Bericht heißt es: Unsere Truppen konnten den Ort C h a n o besetzen, ebenso wie die Einsiedelei von San Miguel urtb die Orte Epalsa, Enaca, Arrinda und Zadagoitia. Der Feind wurde zurückgeworfen und verlor viele Tote. Außerdem gerieten 50 Gefangene in unsere Hände, sowie 80 Milizsoldaten, die mit den Waffen freiwillig zu uns überliefen. Schließlich konnten wir eine große Menge Kriegsmaterial erbeuten. Unsere Vorposten befinden sich 400 Meter vor dem Ort Amors- b i e t a. Weiter berichtet der nationale Frontsender, daß Amorebieta in Flammen stehe. Das Feuer sei von den Bolschewisten angelegt worden, die insbesondere das Klosterder Karmeliter in Brand ge st eckt hätten. hat, wurde auf den militärisch wie machtpolitisch drittrangigen Posten eines Armeekommandanten an der Wolga abgeschoben. An seine Stelle tritt der bisherige Generalstabschef Jegorow, dessen Posten von dem Armeekommandeur von Leningrad, Schaposchnikow, besetzt wird. Nach Leningrad kommt Jakir aus Kiew, und dessen Posten ist noch nicht neu besetzt. — Mit Tuchatschewski ist eine der ehrgeizigsten Persönlichkeiten aus dem heutigen Machtklungel der Bolschewisten gestürzt. Seine militärische Niederlage bei Warschau — das polnische „Wunder an der Weichsel" und den sowjetrussischen Zusammenbruch hat er verschuldet — ist ihm von Lenin verziehen worden; Stalin konnte ihm aber nicht seine Verbindung mit den „Staatsfeinden" verzeihen. Bereits mit General Putna, einem Protektionskind Tuchatschewfkis, begann es. Man erzählte sich damals in Moskau, daß auch Tuchctt- schewfkis Stellung erschüttert sei. „Der rote Napoleon", wie dieser maßlos ehrgeizige „Marschall der Sowjetunion" sich selbst nannte, rettete zwar noch einmal seinen Kopf, aber im nachfolgenden Prozeß wurde er von Radek schwer belastet, so daß mit feinem Sturz sozusagen stündlich gerechnet wurde. Als es bekannt wurde, daß er nicht, wie ursprünglich in Aussicht genommen, nach London zu den Krönungsfeierlichkeiten geht, stand es fest, daß er ein toter Mann ist. — Tuchatschewski ist eine Erscheinung, die jedem aufrecht und ehrlich denkenden Menschen Ekel einflößen muß. Als Adliger und als Gardeoffizier verkaufte er sich den Bolschewisten, als er Gelegenheit witterte, schnell Karriere zu machen. Sie nahmen ihn als „besten militärischen Kopf Sowjetrußlands", obwohl er dies nur durch die Niederlage im polnischen Krieg bewiesen hat. Er ging über Leichen, stolperte aber, als er sich aufs politische Glatteis begab. Nicht einmal die Bolschewisten werden ihm nachtrauern Die Kriegsräte in der Noten Armee. Moskau, 17. Mai. (DNB.) Die angekündigten organisatorischen Maßnahmen zur Verstärkung der politischen Kontrolle in der Roten Armee wurden mit einem Dekret über die Einrichtung sogenannter Kriegsräte in allen Militärbezirken der Armee und der Flotte eingeleitet. Jeder dieser Kriegsräte, der die höchste Instanz der Militärgewalt im jeweiligen Militärbezirk darstellt, besteht aus dem Militärbefehlshaber als Vorsitzenden und aus zwei „Ratgebern", die vermutlich parteipolitische Funktionäre für die politische lieber» wachung sein werden. Dem Kriegsrat sind alle Truppen und alle militärischen Einrichtungen des Bezirks unterstellt, der Kriegsrat untersteht seinerseits direkt dem Volkskommissar für Verteidigung. Der Kriegsrat leitet die militärische und politische Ausbildung, hat alle vorbereitenden Maßnahmen für den Mobilmachungsfall zu treffen, überwacht die Auslese der Offiziere und hat die gesamte Armee im Geiste der Ergebenheit gegenüber den Sowjets sowie des Kampfes gegen die „Volksfeinde", Spione, Saboteure, Schädlinge, zu erziehen. Dem Kriegsrat obliegt ferner die materielle Ausrüstung der Truppen, das Sanitätswesen, die Luftabwehr, die Vorbereitungsdienste im vormilitärpflichtigen Alter, Reserveübungen und halbmilitärische Hebungen, die Einberufung der Rekruten, die Leitung des militärisch wichtigen Bauwesens usw. Türkisch-rumänische Besprechungen. Bukarest, 17. Mai. (DNB.) Der türkische Außenminister Rüschtü Arras hatte Bespre- chungen mit Ministerpräsident Tatarescu und Außenminister Antonescu. Am Montag wurde er von König Carol in Audienz empfangen, wonach er das Mittagessen bei dem König einnahm. Bei den Besprechungen ist sowohl die Frage der Beziehungen zu Bulgarien nach dem jugoslawisch-bulgarischen und jugoslawisch-italienischen Abkommen, wie auch das Verhältnis im Schwarzen Meer, an den Meerengen und im Mittelmeerbecken behandelt worden. Wenn auch der türkische Außenminister keine Besprechungen mit militärischen Persönlichkeiten hatte, wird doch angenommen, daß auch militärisch-politische Fragen berührt wurden. Die türkische Wirt sch afts- abordnung, die sich schon vor der Ankunft Arras' in Bukarest befand, wird die Verhandlungen mit den rumänischen Stellen zwecks Abschlusses eines neuen Wirtschaftsabkommens weiterführen. Rüfchtü Arras ist am Montag nach Wien gefahren, wo sich seine Frau in ärztlicher Behandlung befindet. Don dort begibt er sich nach Genf. Bolschewistische Revolte in Albanien niedergeschlagen. Die Rebellen auf der Flucht zur Grenze. Tirana, 17. Mai. (DNB.) In der Nacht zum Sonntag besetzte eine Gruppe von Rebellen, die von dem früheren albanischen Minister Toto, einem Gendarmerieoffizier und einem früheren Hauptmann angeführt wurden, die Stadt Argy- rokastro und durchschnitten die Telephonleitungen zu den benachbarten Ortschaften. Ein Offizier der Gendarmerie wurde von den Revolutionären getötet. Von der Regierung wurden sofort alle notwendigen Maßnahmen zur Niederschlagung der Revolte unternommen. Regierungstruppen umschlossen die Aufstandszone, um die Ordnung in allen von den Rebellen besetzten Bezirken wieder- herzustellen. Bei ihrem Vorrücken auf Argyrokastro stießen die Regierungstruppen auf keinerlei Widerstand. Am Bergpaß Proci begegneten die aus Valona entsandten Truppen den Rebellen, die nach kurzem Widerstand in völliger Auflösung d i e Flucht ergriffen und von den Regierungstruppen verfolgt wurden. Ismet Toto, der Bruder des Rebellenführers, und zwei Aufständische wurden getötet. Bei den Getöteten und zahlreichen Gefangenen wurde Material gefunden, das ganz klar erkennen läßt, daß auch diese Revolte auf albanischem Boden von Sowjetagenten angezettelt worden ist. In den letzten Meldungen aus Tirana wird festgestellt, daß der Aufstand in Argyrokastro völlig niedergeschlagen worden ist. Dem König gehen aus allen Teilen des Landes Ergebenheitstelegramme zu, in denen das verbrecherische Unternehmen verurteilt und als ein Werk der Kommunisten gebrandmarkt wird. Die Ortschaft D e l v i n a, die für kurze Zeit ein Herd der bolschewistischen Revolte war, wurde am Montag von Regierungstruppen ohne Wider st and besetzt. Der Aufruhr ist völlig niedergeschlagen. Die Rebellen, die sich in kleine Gruppen geteilt haben und sich in voller Flucht befinden, haben sich in der Gegend von Kurvenoschi zerstreut, um sich einen Weg zur Grenze zu bahnen. Sie werden von den Regierungstruppen unaufhörlich verfolgt. Ein Lehrstuhl für deutsches liecht an der Universität Sofia. Sofia, 17. Mai. (DNB.) Am Montag fand die feierliche Eröffnung eines Lehrstuhles für deutsches Recht an der bulgarischen Landesuniversität in Sofia statt, der vom Präsidenten der Akademie für deutsches Recht Reichsminister Dr. Frank, auf Wunsch weiter bulgarischer Rechtskreise geschaffen worden ist und einen wertvollen Beitrag für die Vertiefung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den befreundeten Ländern darstellt. Der Direktor der Akademie Dr. Lasch dankte vor allem dem ehemaligen Staatsminister Professor Dick off für seine Bemühung bei der Errichtung dieses Lehrstuhles. Noch ipi Laufe dieses Jahres würden auf diesem anerkannte deutsche Rechtsgelehrte sprechen, um dem befreundeten Bulgarien einen Einblick in den Aufbau des neuen Deutschland und die von diesem zu lösenden rechtspolitischen Probleme zu geben. Von diesem Lehrstuhl aus möge der Wille zur Zusammenarbeit und der Wille, von einander zu lernen, eine weitere Stärkung unter den Juristen beider Länder erfahren. Prof. Hedemann sprach dann über die Kunst in dev Gesetzgebung. Wenn die deutsche Rechtsgestaltung sich durch ihre Dolksnähe auszeichne, und daher auch der Ausdruck der seelischen Eigenart des deutschen Volkes sei, so sei das nicht zuletzt das große Verdienst der Akademie für deutsches Recht. Mit herzlichen Dankesworten an die deutschen Gäste schloß der Dekan der juristischen Fakultät den Festakt. Der BoMafterwechsel in Washington Washington, 15. Mai. (DNB.) Der neue deutsche Botschafter Dieckhoff traf in Washington ein. Er hatte eine längere Besprechung mit dem scheidenden Botschafter Dr. Luther, der danach eine Autofahrt antrat. Diese führt ihn zunächst durch die O st st a a t e n, dann in westlicher Richtung bis San Franzisco. Luther unternimmt eine mehrmonatige Reife durch viele Länder des Stillen Ozeans, um ihre politischen und wirtschaftlichen Probleme zu studieren. Da er infolgedessen nicht vor dem Winter nach Berlin zurückkehren wird, hat ihm Reichsaußenminister Freiherr von Neurath in einem Telegramm für seine JKe’ä) geleifteteten ausgezeichneten Dienste in Washington w ä r m st e Anerkennung ausgesprochen. Der Reichskriegsminister wird auch an der Flotienparade teilnehmen. London, 15. Mai. (DNB.) Nach dem Abschluß der offiziellen Feier verabschiedete sich der Reichs- knegsrnmister Generalfeldmarschall v. B l o m b e r g vom englischen Königspaar. Zu Ehren des Generalfeldmarschalls gaben der deutsche Botschafter und v^ou von Ribbentrop ein Frühstück, an dem die englischen Wehrminister teilnahmen. Es waren u a erschienen Discount Halifax, Lord Remmell of Rodd, Duff Cooper, Winston Churchill, Sir Samuel Hoare, Neville Chamberlain, Sir Thomas I n s k i p mit ihren Damen. General- feldmarschall von Blomberg stattete auch der L ander g ru p p e d e r NSDAP, in ihrem Londoner Heim einen Besuch ab. Der Landesgruppenleiter, Pg Karlowa, hieß den Generalfeldmarschall als den ersten Mitarbeiter des Führers bei der Wieder- fchaffung einer deutschen Armee herzlich willkommen. Der Generalfeldmarschall wird sich in den näch- „Gebt mir vier Jahre Zeit!" Die Arbeitsschlacht im deutschen Hauptbuch der Berliner Ausstellung. Schon seit einer Reihe von Tagen rollen nun die langen Sonderzüge durch Deutschland, die die Massen der Volksgenossen zu der riesigen Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" in der Berliner Messestadt bringt. Die Beteiligung, die von Anfang an stark einsetzte, steigert sich von Tag zu Tag, je mehr Einzelheiten über diese wundervolle Schau bekannt werden und je mehr die Heimkehrer zu Hause davon erzählen. Natürlich ist es praktisch völlig ausgeschlossen, selbst in einem so weitgespannten Rahmen, wie ihn die Berliner Messestadt bildet, auch nur annähernd alles das figürlich oder bildlich oder graphisch aufzuführen, was im nationalsozialistischen Deutschland in diesen vier Jahren auf schlechthin allen Gebieten unseres Lebens geschaffen und geleistet worden ist. Aber da jeder einzelne von uns ja schließlich genau wie der Soldat in der Front immer nur den engen Umkreis seiner eigenen Arbeit genauer zu überblicken vermag, so kommt gerade diese Ausstellung wie selten eine dem allgemeinen Bedürfnis entgegen, sich einmal an Hand der dort zusammengetragenen eindrucksvollen Beispiele in großen Zügen einen lleberblicf über das bisherige Gesamtwert des neuen Deutschland zu verschaffen. Insofern wirkt diese Ausstellung wie ein riesiges Hauptbuch, in das die Betriebsgemeinschaft Deutschland die Ergebnisse ihres bisherigen Schaffens eintrug. Blättern wir ein wenig in diesem Hauptbuch, dessen Inhalt selbst der kaum zu übersehen vermag, der den Buchhaltern bei ihrer Arbeit gelegentlich aus nächster Nähe über die Schulter schauen darf. Diese vier Jahre gingen wie ein Frühlingssturm über Deutschland — unsere schnellebige Zeit vergißt nur zu leicht selbst wesentliche Einzelheiten. Am Ende sehen wir bann, daß das Ganze noch weit imponierender, noch viel weiträumiger ist, als wir es uns vorgestellt hatten. Die Blätter in diesem Hauptbuch, die der A r - b e i t s s ch l a ch t, d. h. der Beseitigung der Arbeitslosigkeit als der entscheidenden Voraussetzung für alle weiteren Erfolge gewidmet sind, gehören zu den wichtigsten des ganzen Folianten. Sehr nachdrücklich wird das in der 12 Meter hohen Statistik der Arbeitsschlacht geschildert. Wer hat es noch so klar in der Erinnerung, daß in Deutschland ein volles Drittel aller arbeitsfähigen Menschen erwerbslos war! Das Ergebnis der Arbeitsschlacht wird schon allein durch zwei Zahlen belegt: Am 30. Januar 1933 wurden 6130 612 Arbeitslose gezählt — am 30. Oktober 1936 nur noch 839 698 einsatzfähige Erwerbslose! Es ist also nicht zuviel gesagt, wenn man darauf verweist, daß im Herbst 1936 von einer Arbeitslosigkeit praktisch nicht mehr gesprochen werden konnte; wir haben hier in einem anderen Zusammenhang bereits einmal daran erinnert, daß auch im Dorkriegsdeutschland die Zahl der Arbeitslosen je nach Wirtschaftslage und Konjunktur zwischen 50 000 und 500 000 geschwankt hat. Noch deutlicher werden jene beiden Zahlen über den Rückgang der Arbeitslosigkeit, wenn man sich vor Augen hält, daß die Zahl der gegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit versicherten Beschäftigten am 30. Januar 1933 sich auf 11487 000, am 30. September 1936 aber auf 17 886 000 belief. In diesen Zahlen spiegelt sich der tatsächliche Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Zunahme des Volksoermögens noch plastischer. Daß das reißend schnelle Absinken der Erwerbs- losenzahl in zahlreichen Berufen bereits einen fühlbaren Mangel an Fachkräften mit sich gebracht hat, ist bekannt. Aber erst ein Beispiel der Art Niedersachsens, wo 26115 Arbeitslosen nicht weniger als 84 766 angemeldete offene A r - beits st eilen — also mehr als das Dreifache der Erwerbslofenzahl! — gegenüberfteben, gibt den richtigen Einblick in das Tempo, in dem das nationalsozialistische Deutschland die Arbeitsschlacht schlägt. Setzen wir als Vergleich noch hinzu, daß in dem durch die Inflationszeit und durch die langjährigen Tribute ausgepreßten Deutschland heute nur noch 1,5 Prozent der Bevölkerung arbeitslos ist, dagegen selbst in dem reichen England 3,5 Prozent und im nicht weniger reichen Frankreich 3 Prozent! Es entspricht durchaus der enormen Steigerung, die die Rückführung der Erwerbsfähigen in die Wirtschaft erreicht hat, wenn von 1933 bis einschließlich 1936 das Vermögen der sozialen Versicherung um insgesamt fast 2 Milliarden Mark anstieg. Eine solche Entwicklung gab denn auch den Boden für die beispiellosen Organisationen der NS.- Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerks des deutschen Volkes her. Dabei erscheint es uns als besonders bezeichnend für den ganz allgemeinen psychologischen Auftrieb im deutschen Volk, daß schon das erste Winterhilfswerk, also nach erst einem einzigen Jahre nationalsozialistischer Führung, eine Gesamtleistung aller Deutschen von nicht weniger als 350 Millionen Mark aufweisen konnte. Diese gewaltige Summe stieg bekanntlich im letzten Abschluß auf fast volle 400 Millionen. Nehmen wir hinzu, daß fast 26 000 Hilfs- und Beratungsstellen für das Hilfswerk „Mutter und Kind", sowie 1916 Dauerkindergärten und 1389 Ernte- Kindergärten geschaffen wurden, daß ferner mehr als 1,3 Millionen Kinder zur Erholung verschickt und beispielsweise durch die Adolf-Hitler-Freiplatz- spende unzähligen erholungsbedürftigen Deutschen von bester Bewährung geholfen werden konnte, so ergibt sich ein Bild der sozialen Leistungen, das mit Recht auch von unparteiischen Auslandskreisen als im höchsten Grade achtunggebietend bezeichnet wird. Innerhalb dieser Leistungen sind die der NS.-Volkswohlfahrt mit einem (in Geldwert umgerechneten) Gesamtbetrag von rund 284 Millionen Mark ein besonders respektables Kapitel für sich. Wir werden gelegentlich wieder in dem großen deutschen Hauptbuch blättern und mit dem Finger in den wichtigsten Rubriken herumstöbern. Das lebendige Anschauungsmaterial der Berliner Ausstellung verlockt immer wieder dazu Denn wer diese Ausstellung einmal aufmerksam durchwandert, kommt zu der Feststellung, daß sie eher zu wenig, keinesfalls aber zuviel sagt. sten Tagen einer Einladung folgend aufs Land begeben und am Donnerstag an der großen Krönungsparade der englischen Flotte in Spithead teilnehmen. Don dort aus wird er mit der „Grille" nach Deutschland zurückkehren. Das königliche Paar begab sich am Mittwochabend an Bord des Flaggschiffes, und wird dort noch am selben Abend ein großes Bankett veranstalten. Am Donnerstagmorgen empfangen der König und die Admiralität die Oberbefehlshaber der Heimat-, Mittelmeer- und Reserveflotte, die höheren Offiziere der anwesenden ausländischen Kriegsschiffe sowie Abordnungen der englischen Handels- und Fischereiflotte. Die Flottenparade wird anschließend durch das Abfeuern des Königssalutes eingeleitet. Später nimmt der König den Vorbeiflug der Flottenluftstreitkräfte ab. Am Abend wird die gesamte Flotte festlich illuminiert sein. Vor seiner Rückkehr nach London wird der König am Freitag noch vier englische Kriegsschiffe besichtigen. mit allen Völkern, unabhängig von ihrem politischen Regime. Laßt uns zunächst gegen den Krieg die moralische Einheit derjenigen Männer erreichen, die den Krieg machen mußten, und laßt uns daraus Nutzen ziehen." Am Abend fand in Aix-les-Bams eine weihevolle Feier im Stadion statt, wo das Ehrenmal für die Gefallenendes Weltkrieges errichtet worden war. Mit einer Fackel, die von Paris vom Grabmal des Unbekannten Soldaten das Ewige Feuer bis nach Savoyen brachte, wurde eine Flamme entzündet, während die Glocken in der Stadt geläutet wurden und ein Friedensschwur gesprochen wurde. — Unter Führung von Oberst Reinhard hat eine Abordnung deutscher Frontkämpfer Annecy besucht. Der Bürgermeister der Stadt, Senator Blanc, wünschte, daß die Freundschaftsbesuche deutscher Frontkämpfer bei den Franzosen zur Besserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern beitragen mögen, da alle ehemaligen Frontkämpfer den Frieden wünschten. Kämpfer für den Frieden. JnternationalesFrontkämPfertreffeninAix Paris, 17. Mai. (DNB.) Ein internationales Frontkämpfertteffen fand anläßlich der Jahrestagung der Union Futterale, des größten französischen Kriegsteilnehmeroerbandes, in Aix-les- B a i n s (Savoyen) statt. Unter den Abordnungen aus 17 verschiedenen Staaten fand auch die deutsche Abordnung eine sehr freundliche Aufnahme. Die Hakenkreuzbanner wehten inmitten der ausländischen Fahnen und der Trikolore bei dem Aufmarsch, an dem sich etwa 30 000 Mann beteiligten. Reichskriegsopferführer Oberlindober erklärte einem Vertreter des „Excelfior": „Wir treffen uns hier in einer großen Hoffnung mit unseren Kameraden von allen Nationen und vor allem mit denen der Union Futterale, denn ihr Vorsitzender Pichot hat in Deutschland alles getan, um eine Freundschaft unserer beiden Länder herbeizuführen. Durch solche Frontkämpfertteffen wollen wir vor allem zur moralischen Abrüstung beitragen, die der anderen vorausgehen müsse." Der Präsident Pichot erklärte, es sei der moralische Anstand der Frontkämpfer aller Länder, den Krieg zu bekämpfen. „Wir wünschen den Frieden Lord Snowden .. - - London, 15. Mai. (DNB.) Der bekannte englische Politiker Lord Philipp Snowden ist am Samstag im Alter von 73 Jahren in Tilford in Surret) (Mittelengland) gestorben. In der L a b o u r Party galt er neben MacDonald als der bedeutendste Kopf. Er übernahm in der Regierung Mac- Donalds von 1924 bis 1931 das Schatzkanzleramt. Es gelang ihm zwar den Staatshaushalt auszugleichen, er mußte aber 1930 den Goldstandard aufgeben. Auch in der pazifistischen Berne- gung galt er als eine der führenden Persönlichkeiten. Gudeiendeutsche Kulturarbeit Hauptversammlung des deutschen Kultur- verbandes in der Tschechoslowakei. Prag, 17. Mai. (DNB.) In Zuckmantel, einem kleinen Gebirgsstädtchen in Schlesien, fand während der Pfingstfeiertage die Hauptversammlung des Deutschen Kulturverbandes statt. Mit einer Morgenfeier der Jugendturner und mit einer Liederstunde deutscher Schüler wurde das Fest, an dem etwa 40 000 Personen teilnahmen, eingeleitet. In den Arbeitsberatungen wurden die Tätigkeitsberichte der Amtswalter verlesen. Für die deutschen Hochschulen sprachen Prorektor Professor Hilgenreiner und Professor Braß, für die Deutsche Gesellschaft der Wissenschaft und Künste Professor B e ck i n g. Den Preis für deutsches Schrifttum erhielt der sudetendeutsche Dichter Karl Franz Leppa, Karlsbad, für Volkskunde der Prager Gymnasialprofessor Josef H a n i k a , für Musik Professor Weigel, Brünn, für Malerei der akademische Maler Wagner aus Prag. Der Preis für Volkstums- arbeit, für den ein Betrag von 5000 Kronen ausgesetzt war, wurde an den wohlverdienten Vorkämpfer deutschen Volkstums, Hermann Braß aus Hohenstadt vergeben, der zugunsten weiterer Schul- und Schutzarbeit verzichtete. Dem DKV. oblag es, für die Erhaltung von 34 deutschen Privatvolksschulen mit insgesamt 40 Klassen zu sorgen. Die Zahl der eigenen Kindergärten ist auf 108 gestiegen. Der Bericht führt eine Reihe von besonders krassen Fällen an, wo Gesuche um die Bewilligung von deutschen Privatvolksschulen vom Landesschulrat in Brünn jahrelang unerledigt gelassen werden. So u. a. in Baumöhl (Schulbezirk Znaim): 15 deutsche schulpflichtige Kinder warten vergebens auf die Errichtung einer deutschen Schule. — Königlosen bei Mährisch-Neustadt: 34 deutsche Schulkinder sind seit dem Schuljahr 1926 ohne eine Bildungsmöglichkeit im eigenen Ort. Rund 25 deutsche schulpflichtige Kinder, die in Zautke ortsansässig sind, können an einem geregelten Schulunterricht nicht teilnehmen, da die nächstgelegenen deutschen Schulen in Hohenstadt sieben Kilometer entfernt liegen. Der DKV. sieht sich daher gezwungen, die Klagen, die er in den früheren Jahren wegen Nichterledigung seiner Schulgesuche erhoben hat, im vollen Umfange zu wiederholen. Die Ueichstagung der NG.-Geniein- schast „Kraft durch Freude". Die diesjährige Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am 11., 12. und 13. Juni in Hamburg steht wieder — wie der vorjährige Weltkongreß für Freizeit und Erholung, im Zeichen des Leitgedankens „Freude und Arbeit". Ein Betriebskonzert bildet am Donnerstag, 10. Juni, den Auftakt. Auf dem Gelände des Zoo wird am Freitagnachmittag der „Einmarsch der Nationen" den Beginn bilden zu einem Volksfest, das Tanzvor- führungen der Volksgruppen, Konzerte der Wehrmacht und Gesangsvorträge starker Chöre des Deutschen Sängerbundes bringen wird. Gleichzeitig werden auf allen Plätzen Hamburgs Musik und Tanz, Spiel und Sport Tagungsteilnehmer und Hamburger Bevölkerung vereinen. Kulturelle Veranstaltungen im Thalia-Theater und eine Festvorstellung in der Staatsoper bilden neben Gemeinschaftsoeranstaltun- gen in allen Sälen Groß-Hamburgs den Ausklang des ersten Tages. Die Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" findet am Sams- tagvormittag in der Musikhalle statt. Am Samstagnachmittag wird sich eine Tagung des internationalen Beratungskomitees für den im nächsten Jahre inRom stattfindenden Weltkongreß für Freizeit und Erholung an- schließen. Im übrigen steht der Samstag ganz im Zeichen des Sports. KDF.-Sportabteilungen, Arbeitsdienst, Polizei, Hitlerjugend und die Werkscharen werden die hohe Bedeutung sportlicher Betätigung vor Augen führen. Sämtliche Volksgruppen werden sich am Abend in der Hanseatenhalle zu einer Rundfunkveranstaltung zusammenfinden, die über sämtliche deutschen Sender übertragen wird. Am Bismarck-Denkmal findet am gleichen Abend eine Feierstunde der Hitlerjugend statt. Ihren Höhepunkt erreicht die Reichstagung am Sonntag mit dem Festzug. 1000 Pimpfe mit hunderten von Landsknechtstrommeln bilden die Spitze, 'die Hitlerjugend und der BDM. schließen sich an. Dann folgt ein Musikzug des Reichsarbeitsdienstes und eine Abteilung Ärbeitsmänner mit geschultertem Spaten. In der alphabetischen Reihenfolge ihrer Heimatländer werden die ausländischen Volksgruppen vorüberziehen. Dann beginnt der Reigen der Festwagen der deutschen Gaue und der deutschen Volkstumsgruppen. Sie werden ein getreues Spiegelbild Deutschlands in feiner vielgestaltigen Schönheit und Einheit vermitteln. pfingsttagung der Deutschen Stenographenschaft in Bayreuth. Die Veranstaltungen aus Anlaß der deutschen Meisterschaften in Maschinenschreiben und Stenographie nahmen mit einem Begrüßungsabend in Bayreuth ihren Anfang. Der Reichsführer der Deutschen Stenographenschaft, Karl Lang, hielt die Begrüßungsansprache. Am Pfingstsonntag legte der Reichsführer am Grabe des unvergeßlichen Gauleiters und Förderers der Deutschen Stenographenschaft, Hans S ch e m m, einen Kranz nieder. Am Pfingstmontag fand die Mitgliederversammlung statt. Reichsführer Lang hob hervor, eine bedeutsame Aufgabe für die nächste Zeit sei die Durchführung der Beamtenprüfung, die der Reichs- und preußische Minister des Innern der Deutschen Stenographenschaft übertragen hat. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Stenographen der Welt und denen Deutschlands bilde sich immer mehr heraus. 3n der M e i st e rschaft auf der Schreibmaschine wurden in diesem Jahre als Sieger nur Damen ermittelt. Die Namen der zehn Besten lauten: 1. Roehrbein, Grete, Zella-Mehlis, 29,25 Punkte; 2. Fischer, Olga, Berlin, 28,52 P. (Siegerin des Vorjahres mit 26,80 P.); 3. Ianda, Martha, Auerbach (Vogtland), 27,39 P.; 4. Frau Weinig, Maria, Erlangen, 26,97 P.; 5. Frau Vogt, Hildegard, Schweidnitz, 26,59 P.; 6. Heinrich, Irma, Chemnitz, 26,44 P.; 7. Springer, Erna, München, 26,32 P.; 8. Lohse, Lena, Chemnitz, 26,29 P. (Siegerin des Jahres 1935 mit 26,52 P ); 9. Engelmann, Maria, Zella-Mehlis, 26,26 P.; 10. Proetzel, Hedwig, Nürnberg, 26,18 P. Im Kurzschriftwettschreiben wurden folgende Sieger ermittelt: 400 Silben: Paucker, Georg, München; 340 Silben: Herge seit, Er- auch vollkommen verschwinden, was durch Die oe-1 nen, die ivefayren eine reits bestehenden und noch zu gründenden Fabriken I weiß, wie er zu handeln hat. S0& enDst As Der Wert der Cigarette R 6 liegt darin, daß in ihr aus• schließlich Qualitätstabake Verwendung finden,die mindestens zweimal fermentiert und dadurch vollständig geklärt worden sind. erreicht werden könne. Beim Gummi werde Italien dank der jüngsten Errungenschaften auf dem Gebiet der synthetischen Stoffe ebenfalls der Autarkie zustreben. Die großartigsten Erfolge seien jedoch auf dem Gebiete der Textilfaser gemacht worden, wo die italienische Intelligenz gesiegt habe. Auf landwirtschaftlichem Gebiet sei ebenfalls sehr viel geleistet worden. Doch bleibe vor allem in bezug auf die Fleisch - und Fettversorgung viel zu Hard, Berlin; 320 Silben: Be uck, Ilse, Kiel; Bernhardt, Siegfried, Jena: Hirthe, Erwin, Rheinfelden. Im Wettbewerb 300 Silben bestanden 13 Teilnehmer, bei 280 Silben 17 und bei 260 Silben 48. Ein früherer Frankfurter Kommunist zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. LPD. Kassel, 15. Mai. Dom 12. bis 15. Mai verhandelte der Volksgerichtshof in Kassel gegen zwei frühere führende Kommunisten wegen Vorbereitung zu einem hochverräterischen Unternehmen. Angeklagt waren Walter K a ß n e r , der frühere preußische Landtagsäbgeordnete der KPD., und Alfred L i st. Kaßner ist besonders bekannt i m B e - Das Hegierungsjubiläum in Kopenhagen Das dänische Volk feiert seinen König. - Oie Zusammenarbeit des Nordens. Italiens Wirtschaftspolitik erstrebt die Autarkie. Mussolini vor den Korporationen. — Italien kennt die Gefahren einer Blockade. it ben im ieltton« und an- g g«"i„im ungen, Ar- > Wertschätze! Betäti- Ortsgruppen ieichalle zu nsinden, ragen nM chen Abend Ihren höhe- ionntag mit aderten von Die D* an. Dann )i*5 U"d s* MtegruP' R-'S« et d-uW" reue« ®P‘e' igen 64»» Ei« X . -oeijja, llld)teiieni arbeit ÄUttntl »lei. tct’.einem • Ä d-- .Ngin. * ehoi yn ben dichte ber ^chschulen feiner 11 der (u, °. Karls. Professor Weigel, er Wag, stuml Ö Kronen "ten Vor- ' r a ß «us rer Schul, oblag es, enPrj. Klassen zu ■Qdrten ’me Reihe esuche um ^lksschulen 3 uner» Baumöhl htige Kin- einer deut- »-Neustadt: Schuljahr Qenen Ort r. die in m geregel« die nächst, labt sieben ht sich da- n früheren Ichulgesuche verholen. iemeiti' e*. v.-Gemein« nb 13. Juni vorjährige im Zeichen J. Ein Be> Juni, den !> am Frei- in" ben Se« > Tanzvor- her Wehr- des Deut- zeitig wer- und Tanz, Hamburger jtaltunp ig in Der mftaltun• Xustlang NS.-Se- i Sams- tun übrig. Das italienische Imperium in O st a f r i k a werde einen entscheidenden Beitrag im Kampfe Italiens um seine wirtschaftliche Autarkie liefern. Allerdings müsse für die Erschließung seiner Reichtümer erst der notwendige Apparat durch den Bau von Hafenanlagen, Straßennetzen usw. geschaffen werden. Die Schwierigkeiten seien zwar ungeheuer, könnten aber trotzdem mit der den Italienern eigenen zähen Hartnäckigkeit überwunden werden, „indem man, wenn nötig, auch 25 Stunden am Tage arbeitet". Vertreter der sogenannten Demokratien stellen immer wieder die Forderung auf, daß die autoritären Staaten auf ihre Autarkieabsichten vernichten. Heber die Gegenleistung für einen solchen Verzicht sei allerdings nichts zu erfahren. In Wirklichkeit aber würde ein solcher Verzicht, der in der heutigen bis zu den Zähnen gerüsteten Welt unmöglich sei, nur bedeuten, daß morgen im Falle eines Krieges sich diese Staaten a u f Gnade und Ungnade in den Händen jener befänden, die über allen Kriegsbedarf in unbegrenztem Maße verfügen. „Die wirtschaftliche Autarkie ist deshalb eine Garantie des Friedens, den wir mit fester Entschlossenheit wollen, sie ist ein Hindernis gegen etwaige Angriffsabsichten der reicheren Länder. Wer, wie Ita- ■ lien, d i e Gefahren einer Blockade kennt. zirk Frankfurt a.M., wo er zuletzt als Be-' zirksleiter der KPD. tätig war. Er gehörte der KPD. seit ihrer Gründung an und war für sie in führenden Stellen in mehreren Provinzen tätig. List betätigte sich ursprünglich in Berlin und zuletzt in Frankfurt a. M. Den beiden Angeklagten wurde ihre hochverräterische Tätigkeit für die Ziele der verbotenen und aufgelösten KPD. einwandfrei nachgewiesen. Sie waren zum größten Teil auch geständig. Mit Rücksicht auf ihr besonders volksschädigendes Verhalten und die darin zutagegetretene ehrlose Gesinnung verurteilte der Volksgerichtshof Kaßner zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Gegen List wurde auf Zuchthaus von zwölf Jahren und auf zehn Jahre Ehrverlust erkannt. •yölli9nn^nUTodiSChKn Musl»r- Rom, 15. Mai. (DNB.) Der Duce sprach auf der 3. Jahresversammlung der Korporationen auf dem Capitol. Die Rede gab ein Bild über den Stand der A u t a r t i e b e ft r e b u n g e n, die — wie Mussolini feststellte — unverändert das Ziel der italienischen Wirtschaft fein müßten. Seit der letzten Jahresversammlung sei alles geschehen, um die Bodenschätze Italiens in größerem Ausmaße der italienischen Wirtschaft zuzuführen. Nichts werde unterlassen werden, um diese Entwicklung tatfräftig zu fördern und immer ertragreicher zu gestalten. Bei der Kohle könne man sich allerdings nicht ganz von der Einfuhr frei machen. Aber es werde immer „eine oder mehrere Möchte geben, die bereit feien. Italien Kohle zu liefern". Die Erz - Produktion werde ständig erhöht. Es fei aber vor allem notwendig, daß die Industrie mehr noch als bisher versuche, sich von dem Schrottimport frei zu machen. Schrott werde bei den Westmächten bezogen, die in der Lage seien, je nach der augenblicklichen politischen Lage diese Importe, die man teuer bezahlen müsse, zu unterbinden. Schwefel- k i e s sei für Italiens Bedarf genügend vorhanden. Nickel und Kupfer werden bereits zu einem ansehnlichen Prozentsatz gewonnen. In Z i n n werde man bald unabhängig sein. Bauxit und somit Aluminium habe Italien in Hülle und Fülle und könne sogar davon ausführen. Blei, Zink, Magnesium seien ebenfalls in unerschöpflicher Menge vorhanden. Italiens chemische Industrie stehe der keines anderen Landes nach. Die Versorgung mit flüssigen Brenn st offen sei gelöst. Innerhalb der zweiten Hälfte von 1938 werde Italien, das albanische Petroleum eingerechnet, seinen gesamten Bedarf an Benzin und Schmierölen decken können. Die Zelluloseeinfuhr müsse auch vollkommen verschwinden, was durch^die be- d-.tich-« ‘^5 Wf* Schelm ■M tat * M '?& V ■ V HW. Zen^Ä5). auf Kopenhagen, 15. Mai. (DNB.) Noch war die Nacht nicht gewichen, als sich Kopenhagen schon erhob, um den Tag einer 25jährigen Regie- rung des Königs Christian X. in aufrich- < tiger Zuneigung fröhlich zu begehen. Diesem König zu begegnen, als er, heute wie alle Tage, einen Ritt durch seine Stadt machte, überall jubelnd begrüßt, das war wohl die erste große Ueber- raschung für die hergekommenen Fremden. Zusammen mit vielen Tausenden von Kopenhagenern hatten sie sich in aller Frühe auf den Weg gemacht, um sich an der im Schmuck der weiß-roten Fahnen, grüner Laubgewinde und unter Frühlingsblumen lachenden Straßen gute Plätze zu sichern und den weiten Platz vor der Amalienburg einzunehmen. Kaum ist der König wieder im Schloß, als von fernher die Musik der Leibgarde erklingt. Die hohen Bärenfellmützen, rote Röcke und blaue Hosen mit weißen Biesen werden sichtbar. Die Parade zieht auf. In die klingende Musik der Königshymne erdröhnt das Salutschießen der Flotttn- ftation und der Marineforts. Das Läuten der Kirchenglocken fetzt ein. Die Kopenhagener Sängerbünde sind angetreten. Ihre 500 Stimmen vereinigen sich zu einem Festlied für den König, der alsbald mit der Königin auf dem Balkon des Schlosses erscheint, dann mit seiner Enkelin auf dem Arm und nochmals mit ben Königenvon Norwegen und Schweden zur Seite wieder- kommt, während die Jugend ihm mit Taufenden von Flaggen zuwinkt. Inzwischen haben sich überall auf dem Weg, der vonderRefidenzzumDom führt, die Spaliere dichter und dichter geschlossen. Die Vereinigungen der alten Soldaten haben Aufstellung genommen. Vor den Erwachsenen stehen die Schüler und Schülerinnen der Kopenhagener Schulen. Im feierlichen Zug, eskortiert von den Gardehusaren, erschienen der König und die Königin mit Gästen und Gefolge vor der Domkirche. Hier fand ein feier- licher Gottesdienst statt, dessen Mittelpunkt eine Predigt des Bischofs von Kopenhagen, Dr. Fugl - fang- Damgaard, war. Seine Predigt galt dem Dank für die göttliche Bewahrung Dänemarks unter der Regierung feines Königs durch 25 Jahre. Er sprach von dem Jubel, der den König auf feiner Fahrt durch die Stadt begleitete, als einem tief aus dem Herzen kommenden Gefühl. Choralgesang begleitete den König und die Königin als sie wieder den Dom verließen und im feierlichen Zug durch die Stadt zur Amalienburg zurückkehrten. Am Nachmittag war die Huldigung des Reichstages. Trotz eines leichten Regens harrte die dichte Menge in den Straßen zum Residenzschloß und der Christtansburg, um das königliche Paar begrüßen zu können, das, wiederum von einer Husareneskorte geleitet, im offenen Wagen vom Schloß zum Reichstag fuhr. Fanfaren kündeten die Ankunft der Majestäten an, die am Fuße der Christiansburg vom Präsidenten des Reichstages empfangen wurden. Die Minister geleiteten den König in den Saal. Hier hielt der Präsident des Folketing eine Rede, in der er in bewegten Worten den Verlauf der vergangenen 25 Jahre als eine Periode schöner und glücklicher Entwicklung Dänemarks schilderte, in der der König einen würdigen Platz einnehme. Freiheit unter Verantwortung und Wahrung der Selbständigkeit seien Wunsch und Wille der dänischen Natton, die Frieden mit ihren Nachbarn nach allen Seiten wünsche. Der König gab für sich und die Königin dem Dank Ausdruck für die dargebrachte Huldigung. Er sprach von der tiefen Bewegung, die ihn in dieser Stunde erfülle und verband damit Worte der Freude über das ihm immer entgegengebrachte Vertrauen. In Gemeinschaft zusammenzustehen für Frieden und Glück Dänemarks und des dänischen Volkes, das sei das Ziel. Dann brachte er ein Hoch aus auf Dänemark, das von der Versammlung be-1 geistert ausgenommen wurde. Nach der Rückkehr ins Schloß auf einer durch die begeisterte Menge stark verzögerten Fahrt begannen die Empfänge,! zunächst des Diplomatischen Korps und dann der Deputationen aus dem Lande, die bis zur Galatafel dauern wevden. I Mit einer Festtafel in der Christiansburg mit dem König und der Königin und allen Mitgliedern des dänischen Königshauses, den Königen von Schweden und Norwegen, dem Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg und allen übrigen fürstlichen Gästen des dänischen Hofes sowie den Mitgliedern der Regierung und besonders Geladenen sanden die Veranstaltungen ihren Abschluß. Während der Tafel nahm Staats- Minister S t a u n i n g das Wort, um im Namen des dänischen Volkes dem König für alles Gute und Große zu danken, was unter seiner Leitung in 25 Jahren vollbracht sei. Auch König Gustaf von Schweden richtete an König Christian eine Ansprache, in der er auf die erste Zusammenkunft der Könige des Nordens in Malmö 1914 erinnerte und von dem aus der Not und Gefahr des Weltkrieges gereiften Gedanken sprach, daß der Norden I zusammenhalten müsse. Diese Notwendigkeit der brüderlichen Zusammenarbeit für Freiheit und I Sicherheit unterstreichend, schloß König Gustav mit einem Hoch auf König Christian. Nachdem dann auch der König von Norwegen auf das Wohl des dänischen Königs getrunken hatte, nahm König Christian das Wort zu einer kurzen Erwiderung, in der er mit bewegten Worten feinen Dank an die Könige von Schweden und Norwegen für ihre Gegenwart in dem Wunsch zusammenfaßte, durch praktische Zusammenarbeit eine Zusammen- gehörigkeit im Norden zu schaffen, die sich in Zukunft als bindend erweisen mu|fe. Der dänische König teerte sein Glas auf das Wohl der Könige I und der Völker Norwegens und Schwedens. Während der Tafel erschien ein Fackelzug v o n 4 0 0 0 S t u d e n t e n vor der Christiansburg. Als der König auf den Balkon heraustrat, nahm der Senior der Studenten das Wort zu einer Gluck- wunschansprache. In das Hurra, das er auf den König ausbrachte, stimmten die 200 000 Personen I ein, die auf dem weiten Platz versammelt waren. Als die Lieder der Studenten verklungen waren, dankte der König mit bewegten Worten. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Heber die Feiertage verblieben wir an der Südseite der sich quer durch Europa erstreckenden Tiefdruckrinne, daher konnte sich trotz des Auftretens gewittriger Schauer freundlicherer Witterungsch^! ratter als bisher immer wieder durchsetzen. Durch das stärkere Hebergreifen der Störungstatigkeit auf das Festland wurde auch Deutschland wieder in den Bereich gegensätzlicher Luftmassen embezogen, so daß sich auch bei uns Uebeftänbigteit und Regenbereitschaft steigerten. Eine fortschreitende Verschlechterung dürfte jedoch mit der derzeitigen Entwicklung nicht verbunden fein. „ Aussichten für Mittwoch: Veränderlich, doch meist bewölkt und auch einzelne Regenfalle, Tagestemperaturen um etwa 15 Grad, in Richtung wechselnde Winde. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis aufheiternd und tagsüber wieder etwas wärmer, doch nicht ganz beständig. Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 14,8 Grad: am 18. Mai: morgens 13,2 Grad. Maximum 20,3, Minimum heute nacht 11,9 Grad. 6RNt8N 32 bis 34 ♦"lUSTERCIGARETTEN EID wschungsnummer R6 O/M D‘r ™ge»ahnnch urten,eld ’8m«'che T.bake iwama,“ Endstück bergest^?3 D Ak aOafetten si mett'0den, die zu nar [erabj SOS Aus aller Welt. Oie Untersuchung der Luftschiff-Katastrophe. Der Untersuchungsausschuß in Lakehurst prüfte am Montag die Ergebnisse der Aussagen der bisher Vernommenen über 20 Zeugen und besichtigte dann erneut das Schiffswrack. Alle drei Mitglieder des amerikanischen Ausschusses lehnten grundsätzlich jede Aeußerung darüber ab, ob das bisherige Ergebnis irgendeine der verschiedenen Vermutungen über das Unglück und seine Ursache stütze. Das gesamte in der Untersuchung bisher zutage geförderte Material wird dem Wirtschaftsminister Roper oorgelegt. Man rechnet damit, daß die Untersuchung noch mindestens acht Tage dauert. Am Montaa vernahm der Ausschuß das Be- satzungsmitglieo Hans Freund, der das Lan- dungsmanöver als völlig normal schilderte. Er bestritt, daß die Gaszellen undicht gewesen seien. Er habe keinen Geruch wahrgenommen. Außerdem hätte die Schiffsoentilation etwaige Gasansammlungen verhindert. Kapitän P r u ß und der Erste Offizier S a m m t wurden am Montag als außer Lebensgefahr bezeichnet. 12 Besatzunasmitalieder kehrten nach ihrer Vernehmung an Bord der „Europa" in die Heimat zurück. Bischöfliches Knabenseminar wegen sittlicher Gefährdung geschloffen. Weimar, 15. Mai. (DNB.) Eingehende Ermittlungen haben ergeben, daß im Knabenseminar in Heiligen st adt (Eichsfeld) unter den dort untergebrachten Jungen Zustände bestehen, die eine hochgradige stttliche Gefährdung darstellen. Homosexuelle Verfehlungen schlimmster Art waren, wie festgestellt werden konnte, seit Jahren an der Tagesordnung. Der Leitung des Seminars waren die Vorfälle nicht unbekannt. Sie hat jedoch keine Maßnahmen getroffen, dem Treiben ein Ende zu machen. Der Grund für so bedauerliche und im Interesse der Jugenderziehung so verhängnisvolle Verirrung ist in einem falschen Erziehungs- system zu suchen, was die polizeilichen Ermittlungen eindeutig ergaben. Wie aus den Vernehmungen hervorging, war nämlich unter den Jungen allgemein die bezeichnende Ansicht vertreten, daß der Verkehr zwischen Knaben nicht so sündhaft sei wie mit Mädchen. Die Geheime Staatspolizei E r f u r t hat angesichts dieses Tatbestandes die Schließung des Bischöflichen Knabenseminars in Heiligenstadt veranlaßt. Diese Maßnahme ist nicht nur gerechtfertigt, sondern auch im Hinblick auf die Ermittlungsergebnrsse unbedingt notwendig. Wieder ein feiger t jüdischer Mordversuch auf einem polnischen Markt. In Brest am Bug wurde am letzten Samstag der von jüdischer Mörderhand niedergestreckte Polizeibeamte beigesetzt. Zum Zeichen des Protestes gegen die Untat und die weiteren frechen Herausforderungen der Juden bleiben sämtliche polnische Geschäfte geschlossen. Die jüdischen Marktschieber und ihre Helfershelfer besaßen die unglaubliche Frechheit, einen Rabbiner und einen Sejmabgeordneten bei der Regierung in Warschau wegen der „Vorfälle auf dem Markt" Einspruch erheben zu lassen. Die Erregung der polnischen Bevölkerung in Brest hat sich noch nicht gelegt. Die Empörung ist umso größer, als inzwischen festgestellt worden ist, daß der Polizeibeamte in dem Augenblick, als er sich zur Untersuchung über einige Fleischwaren gebeugt hatte, von dem feigen jüdischen Verbrecher hinterrücks niedergeschossen worden ist. Wie jetzt bekannt wird, hat sich vor einigen Tagen in dem Marktflecken Grabow in Mittelpolen ein ganz ähnlicher Fall ereignet. Im Verlauf einer Auseinandersetzung zwischen zwei jüdischen und einem polnischen Händler stach einer der Juden feinen Gegner nieder. Der Pole mußte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Kunde von dieser feigen Bluttat löste naturgemäß überall starke Erregung aus. Die zum Markt gekommenen Bauern machten ihrer verständlichen Empörung Luft, indem sie gegen die jüdische Händlerclique oorgingen. In über 200 Geschäften und Wohnungen wurden die Scheiben zertrümmert. Mord in der Pariser Untergrundbahn. In der Pariser Untergrundbahn wurde am Pfingstsonntag ein bisher unaufgeklärter Mord begangen. Fahrgäste, die in einen Wagen erster Klasse einsteigen wollten, fanden eine junge Frau mit tödlichen Stichwunden in ihrem Blute liegend auf. Es handelte sich um eine 30jährige Witwe italienischer Nationalität. Der Mord muß kurz vor dem Halten des Zuges und so schnell verübt worden sein, daß niemand etwas davon merkte und der Mörder auf der Haltestelle entkommen konnte. Geheimnisvoller Tod des ehemaligen zaristischen Polizeichefs. Der ehemalige Chef der zaristischen Polizei Nikolaus Preobrajenfki ist in einem Pariser Heim der Heilsarmee verstorben. Die Polizei stellt über die Umstände des Todes eine Untersuchung an. Preobrajenfki ist nämlich im Verlaufe einer politischen Auseinandersetzung aus dem Fenster geworfen worden. Verdächtig ist, daß dieser Vorfall von dem Leiter des Heims, einem Major der Heilsarmee, der Polizei nicht gernel- d e t worden war. Aulobus mit Pfingstausfluglern verunglückt. Arn Pfingstsonntagmorgen fuhr am Gasthof in Schmorkau ein mit Fahrgästen besetzter Omnibus aus Mückeberg, der sich auf der Fahrt von Lauchhammer nach Schmorkau (Prov. Sachsen) befand, in den Straßengraben und stürzte um. Hierbei wurden 18 Fahrgäste verletzt, davon acht schwer. Drei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben ergeben, daß wahrscheinlich ein technischer Mangel an der Vorderradfederung des Omnibusses den schweren Unfall verursacht hat. Die beiden Fahrer und der Besitzer wurden in Haft genommen. Ueberschwemmungen in Norditalien. Die starken Regengüsse der letzten Tage haben dazu b^sührt, daß i m Gebiet von Treviso der Bidasio-Kanal aus seinen Ufern trat, wodurch 5 0 0 bebaute Felder überschwemmt wurden. Zahlreiche Familien mußten ihre Wohnhäuser verlassen. Das Wasser beginnt, sich wieder zurückzuziehen. Erloschener Vulkan in Argentinien wieder tätig. Der bisher als erloschen geltende Vulkan Turitari im Territorium Los Andes im Nordwesten Argentiniens ist plötzlich wieder in Tätigkeit getreten und stößt große Rauchwolken aus, nachdem schon seit einer Woche starke unterirdische Geräusche vernehmbar waren. Die Bevölke- rund der nur 160 Kilometer entfernt liegenden Prooinzialhauptstadt San Antonio de los Cobres befindet sich in größter Aufregung, da sie befürchtet, daß auch drei näherliegende erloschene Vulkane ihre verderbenbringende Tätigkeit wieder aufnehmen tonnten. Feuersbrunst in einem polnischen Städtschen. In dem Städtchen Miora im Wilnaer Gebiet wütete am Pfingssonntag ein R i e s e n f e u e r, das 50 Wohnhäuser und 21 Geschäfte und Läden zerstörte. Das Feuer wurde durch den starken Sturm auch auf ein benachbartes Dorf übertragen, wo neun Besitzungen niederbrannten. Furchtbares Explosionsunglück in Hongkong. In Hongkong ereignete sich auf einem vollbesetzten Motorboot eine Explosion, durch die das ganze Schiff zerstört wurde. Die Zahl der Menschenverluste beträgt 33 Tote und acht Schwerverletzte. Zehn Personen werden noch vermißt. Hanna Reitsch zum Flugkapitän ernannt. Die bekannte Segelfliegerin und Versuchspilotin des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug in Darmstadt, Hanna Reitsch, ist vom Reichsluft, fahrtministerium wegen ihrer großen Verdienste um die Luftfahrtforschung zum Flugkapi.tän ernannt worden. Es ist das erstemal, daß einer Frau der Titel eines Flugkapitäns verliehen wurde. Kunst und Wissenschaft II. Frankfurter Konferenz für Wedizinisch- Naturwissenfchaftliche Zusammenarbeit. Der zweite Tag der Frankfurter Konferenz brachte die Besprechung grundlegender Fragen aus Physik, Biologie und Klinik der Ultrakurzwellentherapie. Besondere Beachtung fanden die Vorträge von Dr. hab. H. Schäfer (Frankfurt), Prof. Rajewsky (Frankfurt) und Prof. Schliephake (Gießen). In der abschließenden Sitzung wurden Themen aus den verschiedenen klinischen Anwendungsgebieten der Wärmebehandlung besprochen. Prof. Bohnenkamp sprach über die Anwendung in der inneren Medizin, Prof. Müller (Berlin) über die in der Kinderheilkunde, Prof. Kulenkampff zur Chirurgie, Prof. G u t h m a n n zur Frauenheilkunde, Dozent Dr. Kühnau zur Balneologie und "Prof. Kühn zur Zahnheilkunde. Das rege Interesse, das die beteiligten wissenschaftlichen Kreise der Konferenz entgegenbrachten, läßt es erfolgversvrechend erscheinen, diese Tagungen zu einer periodischen Einrichtung zu machen. Der Mainfränkische Kunstpreis 1937. Vor der Geyer-Ruine in Giebelstadt fand in Anwesenheit des Gauleiters und Regierungspräsidenten Dr. Hellmuth die Verteiluna des Main- fränkischen Kun st Preises 1937 statt. Gauleiter Dr. Hellmuth überreichte den Preisträgern eine künstlerisch ausgeführte Urkunde und einen Geldpreis von je 1000 Mark. Es erhielten den Rückert-Preis für Literatur der mainfränkische Heimatdichter Nikolaus Fey (Lohr a. M.), der Verfasser des Florian-Geyer-Festspiels, den Reger-Preis für Musik Geheimrat Professor Dr. Hermann Z i l - cher (Würzburg), den Riemenschneider-Preis für bildende Kunst der Kunstbildhauer Mathias Schiestl. Friedrich Bethge Leiter der Deutschen Schachgemeinschaft. NSG. Die Leitung der Deutschen Schachgemeinschaft für das gesamte Reichsgebiet hat Reichskultur - Senator, Chefdramaturg Friedrich Bethge (Frankfurt a. M.), Träaer des Staats- ireises 1937, übernommen. Pg. Betyga ist im deut- chen Schachleben kein Unbekannter, der insbesondere eine dramatische Tätigkeit immer wieder auf das Schach zurückführt. Die Deutsche Schachgemeinschaft wird in engster Verbindung mit dem Reichsamt „Feierabend" das Schachspiel in die Betriebe hineintragen. Allerdings dreht es sich nicht darum, Men- schen, die schon Schach spielen können, zu erfassen, sondern, was noch wichtiger ist, um die Gewinnung der Jugend für das Spiel. Aus diesem Grunde wird in Kürze ein Abkommen mit der Hitlerjugend auch hier dem Schach neue Wege weisen. Der Leiter der Schachgemeinschaft, Pg. Bethge, hat in seiner Rede auf der Kulturtagung der Hitlerjugend in Bochum bezüglich des Schachspieles wertvolle Ausführungen gemacht; auch die Reichsjugendführung hat ihre Mitarbeit zugesagt. Der Deutsche Sprachverein tagt in Stuttgart. Der Deutsche Sprachverein hält seine Reichstagung in Stuttgart ab. Diele Vertreter aus dem Reich und dem Ausland hatten sich eingefunden. Der Vorsitzende, Dr. Buttmann, führte aus, der Deutsche Sprachverein kämpfe nicht in erster Linie gegen den Gebrauch der Fremdwörter; er glaube vielmehr, ein unerläßlicher Bestandteil unseres völkischen und staattichen Aufbaues zu sein, daß er zur Pflege einer artechten Sprache ausfordere. Professor Weißgerber (Rostock) sprach dann von der Muttersprache als Schicksal des deutschen Volkes. Wilhelm Martin Esser (Düsseldorf) forderte eine Sprachpflege, die von den Ergebnissen, der Spracherziehung ausgehe und zu einer wahrhaft völkischen Redekunst emporführe. Professor Ewald Geißler (Erlangen) handelte von den Urtiefen der deutschen Sprache überhaupt. Zeitschriften. — Die Maifolge von Westermanns Mo» n a 15 f) e f t e n wird eingeleitet mit dem Hinweis auf den Muttertag, welche Worte dazu könnten würdiger fein, als sie Edith Winkelmann aus müt- terlichem Herzen in ihrem Beitrag „Selige Mutterschaft" gefunden hat. Wenn noch das Bild dazu sprechen soll, welche anderen Bilder kämen künstlerisch dem Ausdruck seligen Muttertums so nahe, wie die ausgewählten, darunter die „Worpsweder Madonna" von Fritz Mackensen. In einem reinen Muttertum erfüllen sich alle Voraussetzungen für die Zukunft unsres volklichen Lebens. Darum ist auch ein Aufsatz wichtig, wie „Frühehe und akademische Ausbildung". Die soziale Frage, die hier aufgeworfen ist, fordert ihre Lösung für die Jugend, die verantwortungsbewußt eingereiht ist bei dem Neubau des Dritten Reiches. Volk als Gemeinschaft wird behandelt in dem Aufsatz „Das Erzählen in einer Dorfgemeinschaft", ein Beitrag zur Formengestaltung der Sage. Mit einer wissenschaftlichen Plauderei über den „Ursprung der Sonnenwärme" mit einer Betrachtung über „Das Orakel", womit manchen geheimnisvollen Dingen das Geheimnis genommen wird, sind interessante Seiten der Wissenschaft gestreift. Beiträge über das Vogelschutzgebiet auf Norderoog und Staudenpflanzung im neuen Garten, bedeuten einen Ausflug in die Natur. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde N. — Das Maiheft bestätigt aufs neue, daß die Zeitschrift die anerkennende Beurteilung maßgebender Stellen verdient, die ihr kürzlich wieder wegen ihres hochwertigen Inhaltes und ihrer ausgezeichneten Ausstattung höchstes Lob zollten. — Dr. Krumbiegel zeigt, daß die in der Zoologie bekannte Bergmannsche Regel eine allgemeine Gesetzmäßigkeit der Rassenkunde ist. Professor Dr. Spitaler behandelt die langfriftige Witterungsvorhersage. Professor Dr. Krieg gibt an Hand von guten Ausnahmen einen Ueberblitf über die Abweichungsformen beim Rehwild. Professor Dr. Rhumbler vermittelt einen verständlichen Einblick in seine Untersuchungen über die Bordflaggenstellung der Möwen und zieht Vergleiche zu den Segelfliegern. Dr. von Frankenberg veröffentlicht seine Beobachtungen über Mehrfachbildungen von Maikäferfühlern. Studienrat Gentil gibt Einblick in seine Arbeiten über die Schillerfarben der Insekten. Alex Stimmelmayr veröffentlicht beachtenswerte Forschungsergebnisse über Vogelzug und Sonnenstellung. Der Bericht von Dr. Petersen „Ein ponv merscher Frauenschuhstandort unter Naturschutz" bietet schöne Bilder von der reichen Blütenpracht dieses Orchideenvorkommens. Eine jetzt im Vordergrund des deutschenWirtschaftslebens stehende Frage behandelt Dipl.-Jng. Pachtner: „Die deutsche Benzingewinnung aus Erdöl." Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung schließen das Machest. Sochschulnackrichten. Professor Dr. Hermann Wiener, der emeritierte Ordinarius für Mathematik an der Technischen Hochschule Darmstadt, beging in diesen Tagen seinen 8 0. Geburtstag. Wiener habilitierte sich 1885 in Halle und war dort als Privatdozent tätig bis zu seiner Berufung nach Darmstadt 1894, wo er über 30 Jahre verdienstvoll gewirkt hat. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Univeriitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich \n Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied infolge kurzer schwerer Krankheit Herr Heinrich Schmidt, Optiker bei Vollendung seines 83. Lebensjahres. Die trauernden Hinterbiebenen. Gießen (Bahnhofstraße 39), den 17. Mai 1937. Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 20. Mai, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuent Friedhof statt. __________________________________________02523 Eisenbahn-Fahrbeamtenverein Unser lieber Kamerad Oher-Zufillilirer LR. Kallenbach ist plötzlich gestorben 8496d Um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung Mittwoch, den 19. Mai, 14.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof wird gebeten | Vermietungen | Wohnung od. Büro i. Part. Hinden- burgwallöz. vermieten. 3Zimm und Küche oder 4 Zimmer mit Zubehör. Durch Lage und 2 Eingänge befand, für Büro geeignet. Näheres i. Gartenhaus v. Nr 5. Geschäfts räume zu vermieten Dlezstraßel4 bestehend aus Büro,LagerkelL mehreren Lagerräumen m. Verladerampe, Garage und großem Hof. 121«D (£hr. Inderthal. Weingroßhandl. Gießen Selterswe a55. Mietgesuche Kleiner Laden mit Zimmer inmitten der Stadt gesucht. 02621 K. Geismar Uhrmacher Neuenweg 25. Nachlässe von z ns 10 v. S. erhallen Sie bei vieberholien ttab nahmen einer Lurets» Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift lonbem nur Zeugnis- ablchriften dem Bt> tverbungSichretben bet. legen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müffen zur Vermeidung von Verlusten anf der Rüchette Kamen und 'Anschrift bei Bewerber« tragen l_ Aeltere, ehrliche, unabhängige FpauoderMädchen zu altem pflegebedürftigen Ehepaar ges. 3402D Persönliche Bor- stellg. erwünscht. Näh.i.Gieß.Anz. Zum 1. Juni ein ordentliches llleinmädchen gesucht. (Wasch- und Bügelfrau vorhanden. )3«,iv Dr. Wolkewitz Bismarckstrahe4. Ehrlicher Radfahrer (jüng.od.älterer) für Stunden z. Brotausfahren Usw. gesucht. 02626 Crednerstr. 16. Jung.l6-17jähr. Mädchen für kleinen Haushalt mit 1 Kind sofort gesucht. Vorzustellen zw. 5-6 Uhr. 02520 Schillerstr. 13 1. Tüchtiges Zimmermädchen gegen hoh. 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Berlin-Lichterfelde Vitalis-Verkaufsstellen in Gießen: Jede bessere Parfümerie. sosav Nr. 112 Zweites Blatt Gießen« Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, (8.Mai 1937 gewünscht. Knaben Aus der Stadt Gießen Wie P. B. Gäste". — Glück um Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Stille a 15 Mädchen zur Adoption gemeldet werden. Wer daher ein Mädchen annehmen will, muß mit einer längeren Wartezeit rechnen. Hinsichtlich des Wunsches nach einer Vollwaisen wird von der Reichsadoptionsstelle der NSV. immer wieder daraus hingewiesen werden, daß in diesen, übrigens seltenen Fällen, am wenigsten Gewähr besteht, daß das Kind völlig gesund ist und nicht durch die häufig an einer Infektionskrankheit verstorbenen Q^ern infiziert worden ist. Besonders gelagert sind die Adoptionen unehelicher Kinder. Voraus ist zu sagen: Uneheliche Geburt, aus der dem Adoptivkinds später keine^Nachteile erwachsen, und sogenannte einfache Herkunft dürfen nicht von der Annahme eines Kindes zurückhalten. Die Hauptsache ist auch hier wiederum, daß die Eltern erbgesund und anständigen Charakters sind. Lange Erfahrungen haben gezeigt, daß Kinder, die aus gesunden, wenn auch bis diese den Zeitpunkt für gekommen erachten, chm von der Tatsache der Adoption Mitteilung zu machen. t Ginster und Goldregen. lo-dernde Freudenfeuer brennen überall an Die meisten, die ein Kind adoptieren wollen, wünschen sich ein Mädchen im Alter von zwei bis drei Jahren. Am liebsten wird eine Vollwaise Die Praxis hat aber ergeben, daß mehr Gloria-Palast, Seltersweg: „Krach und Künnemann". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, von dem man spricht". Zladtlheater Gießen. Heute abend findet die letzte Wiederholung der Komödie „Stille Gäste" von Richard Dillinger statt. und Sonnenkraft, künden weithin leuchtebd die strahlende Lebensfreude des Mai. Waldrändern und Hängen, auf rauhen Halden, wie auf unfruchtbarem Sandboden die Ginsterbüsche. Mit der Gewalt von Stichflammen scheinen sie aus den geborstenen Adern der Erde emporgeschlagen zu sein. Man sieht mit einem Blick die Kraft des Auftriebs, die sich durch nichts zurückdämmen ließ. Die fünfkantia geschliffenen Zweige, wie Dolche zum Durchstoß geschaffen, sind nach allen Seiten aezückt und erobern sich mit wachsender Angriffslust von Tag zu Tag mehr Lebensraum. Und die zu Dornen umgewandelten Kurztriebe steigern noch den Ausdruck des kämpferischen Willens und der zähen Selbstbehauptung. Hoch recken sich die Blütenschäfte mit den traubig gehäuften Goldflammen. Wie brennende Fackeln bei einer Siegesfeier. Der härteste Boden wurde bezwungen, die steinigste Erdkruste durchlöchert. Gesammelte Kraft wohnt in jedem Feuerbusch, die man um so staunender gewahr wird, je näher man sich mit ihm befaßt. Da er dem trockenen Boden wenig Feuchtigkeit entziehen kann, darf er nur sparsam Wasser verdunsten und bildet darum winzige Blätter. Bei der Bestäubung durch Bienen und Hummeln wirkt jede Blüte tätig mit. Sie ist nicht von vornherein so eingerichtet, daß das einkriechende Insekt die Staubpollen streift, und überläßt es auch nicht dem Zufall, daß der Honignäscher die Zeche mit dem kleinen Liebesdienst bezahlt, sondern jedem Gast schnellen mit einer überraschenden Federwirkung Staubblätter und Stempel entgegen und beschütten ihn durch ein explosionsartiges Platzen der Pollen von unten her mit Blüten- staub. Danach schließt sich die Blüte nicht mehr. Der gleiche Vorgang vollzieht sich, wenn man die Blüte täuscht und mit dem Finger Flügel und Schiffchen der Schmetterlingsform niederdrückt. Aber auch damit gibt sich die Lebensenergie des Ginsters noch nicht zufrieden. Noch immer denkt er weiter daran, sich und seine Art zu behaupten und stark zu machen. Wenn sich die Hülsen zur Zeit der Reife bräunen, rollen sie sich schraubenartig zusammen, so Wer Einblick in das freudlose Dasein jener Kinder genommen hat, denen das Schicksal ein Elternhaus versagte, wird verstehen, daß die N a t i o - nalsozialistische Volkswohlfahrt sich die Betreuung gerade dieser Kinder besonders angelegen sein läßt und dafür sorgt, ihnen auf dem Wege der Adoption ein Elternhaus zu verschaffen. Dieser Fürsorge um die Kinder ohne Elternhaus kommt der Wunsch vieler Ehepaare entgegen, die, weil ohne eigene Nachkommen, sicjf nach einem Kinde sehnen. In vergangenen Zeiten hatte dieses Verlangen kinderloser Ehepaare oft zu „wilden" Adoptionsoermittlungen, bei denen der Verdienst höher stand als die Sorge um die Kinder, geführt. Auch die frühere Adoptionsstelle der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge, die späterhin vom Roten Kreuz übernommen wurde, hatte den gewerbsmäßigen Adoptionsvermittlern nicht Einhalt gebieten können. Erst mit der Schaffung der Reichsadoption s st e l l e der NSV. ist für die Annahme an Kindes Statt eine Organisation ins Leben gerufen worden, die sowohl den elternlosen Kindern wie den kinderlosen Ehepaaren selbstlos dient, die aber auch die Belange des völkischen Staates wahrt. Denn auch bei der Adoption müssen alle Maßnahmen ergriffen wevden, um dem deutschen Volke einen erb- gesunden Nachwuchs zu sichern. So ist oberster Grundsatz, daß in eine gesunde deutsche Familie selbstverständlich nur ein erbgesundes Kind als künftiger Träger des Familiennamens verpflanzt werden darf, und ebenso umgekehrt kein ebbgesundes Kind in eine ungesunde Umgebung versetzt wird. Wer darf ein Kind adoptieren? Nur solche verheirateten aber auch unverheirateten Frauen und Männer, die keine leiblichen, lebenden Kinder besitzen und aller Voraussicht nach auch keine mehr zu erwarten haben. Notwendig ist der Nachweis arischer Abstammung und Erbgesundheit. Nun kennt die Erbgesundheitswissenschaft aber auch Menschen, die, ohne selbst krank zu sein, Träger einer Erbkrankheit sind. Wie steht es mit diesen Männern und Frauen? Auch sie dürfen Kinder adoptieren, vorausgesetzt, daß ihre Erziehungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Da überhaupt nur charakterlich einwandfreie Menschen erziehungsbefähigt sind, so werden von der Reichsadoptionsstelle der NSV. gewissenhafte Erkundigungen hinsichtlich der Lebensführung, der Familiengeschichte, der politischen Zuverlässigkeit und der wirtschaftlichen Lage der künftigen Adoptiveltern eingezogen, damit das Kind in einer geordneten, freundlichen' und gesundheitlich günstigen Umgebung aufwachsen kann. Das gleiche gilt sinngemäß auch für das Kind, das adoptiert werden soll. Denn auch die Adoptiveltern haben den Wunsch, ein gesundes Kind mit guten geistigen und seelischen Anlagen zu ihrem Erben und Träger ihres Namens zu machen. So werden denn auch über die Persönlichkeit der (leiblichen) Kindeseltern eingehende Erhebungen durch- aefuhrt. Hierbei steht das Amt für Volksgesundheit und die Reichs stelle für Sippenforschung helfend zur Seite. Der Adop- tionsvertrag wird nicht eher abgeschlossen, als bis das Kind laufen und sprechen kann, also erst dann, wenn die wichtigsten Merkmale seiner körperlichen und geistigen Anlagen genügend beurteilt werden können. Jeder Adoption geht ein P r ob e h a l b - fahr voraus, während dem sich die Adoptiveltern darüber klar werden können, ob sie das ihnen übergebene Pflegekind auch als eigen annehmen wollen. Ist das Kind adoptiert, so soll es in dem Glauben aufwachsen, das leibliche Kind seiner Eltern zu sein. daß die Schalen platzen und die Samen weit fortgeschleudert werden. Ginsterblüten sind flammende Erd kraft. Der Goldregen dagegen ist, obschon die Blüten nach Farbe und Form die gleichen sind, das, was sein Name sagt: ein goldner Regen. Die Blüten- traube der großen Sträucher oder kleinen Bäume sprüht nicht von unten nach oben wie züngelndes Feuer, sondern sie perlt in anmutigem Fall handlang über die Zweige. Als sei das niederrieselnde Sonnenlicht da und dort von dem grünen Geblätter abgesprungen und habe sich an bestimmten Stellen zu diesen zierlichen Goldkaskaden gesammelt. Die einzelnen Tropfen sind so zart und leicht, daß man nicht hört, wenn einer von ihnen sich löst und an die Erde prallt. Goldregen ist Sonnenfeuer. In den Kuppeln seines Laubs hat es der Strauch aufgefangen und läßt es spielerisch von den Zweigenden niedergleiten. Aber er scheint nur ein verschwenderisch Schenkender, einer, der im Rausch des Blütenglücks vergeudet und nicht an das Morgen denkt. In Wirklichkeit ist auch er von heißem Lebenswillen erfüllt. Aber da er nicht das jugendliche Temperament des Ginsters besitzt, der seine Samen kraftvoll in die Winde streut, senkt er schon die Blüte mit sanfter Geste erdwärts, wohin die reifen Hülsen sich einmal entleeren sollen. Und damit seine zarte Pracht vor Zerstörung sicher sei, hält er sich durch Gift in Laub, Blüten und Samen seine' Feinde fern. Ginster und Goldregen, Sinnbilder der Erdkraft Kinder ohne Elternhaus. Aus der Praxis der Reichsadoptionsstelle der NSV. einfachen Verhältnissen stammen, sich durchweg über alles Erwarten gut entwickelt haben. Wenn Adoptivkinder nicht gut „eingeschlagen" sind, so haben die jetzt nachträglich unternommenen Nachforschungen ergeben, daß bei den Kindeseltern stets bedenkliche Veranlagungen vorlagen, die sich also vererbten, oder daß der Vater nicht festzustellen war, demnach Nachforschungen nach ihm und seiner vermutlichen Minderveranlagung nicht möglich waren. Auch heute ist der Vater unehelicher Kinder nicht immer festzustellen. Solche Kinder, deren Entwicklung also zweifelhaft ist, werden zunächst nur in „unentgeltliche Dauerpfleye" gegeben, wobei ein Pflegekindschaftsvertrag abgeschlossen wird. Erst wenn bis zur Pubertätszeit, in der erfahrungsgemäß meist ein klares Bild über Art und Wesen der jungen Menschen hervortritt, die Entwicklung befriedigend verlaufen ist, kann die Adoption erfolgen. Das Amtsgericht, das die Adoption durchführt, arbeitet in enger Fühlung mit der Reichsadoptionsstelle der NSV., um unerwünschte Adoptionen zu verhindern. Vollends unerwünscht sind jene „N a - m e n s a d o p t i o n e n", die einstmals sehr „im Schwung" waren. Der Reichsadoptionsstelle der NSV. kommt es nicht darauf an, künstliche „Barone" und „Grasen" zu züchten, sondern nur darauf, mitzuhelfen, daß den vom Schicksal benachteiligten Kindern ohne Elternhaus das Glück zuteil wird, im Schoße einer befriedeten Familie zu einem nützlichen Volksgenossen heranzuwachsen. Dr. F. B. Anekdote um Ernst Wiechert. Von Willi Fehse. Der Dichter Ernst W i e ch e r t begeht am 18. Mai seinen 50. Geburtstag. Als Ernst Wiechert noch in seiner ostpreußischen Heimat lebte, wurde er eines Tages im Walde von einer Zigeunerin angesprochen. Sein Name war damals erst wenigen vertraut. Obgleich der Dichter schon aus der Höhe seines Lebens stand und viele Bücher von ihm Vorlagen, hatte sich ihm nämlich der Erfolg noch immer hartnäckig versagt. Das hatte ihm zwar die Freude an seiner Arbeit nicht zu trüben vermocht. Er geizte nicht nach Ruhm, und es wäre ihm in seiner Demut nie eingefallen, mit dem Schicksal zu hadern. Doch wußte er allzugut, daß es die Bestimmung jeder Dichtung ist, das Leben, aus dem sie wie eine Flamme emporschlägt, schließlich selber zu entzünden, zu läutern und umzuschmelzen. So fragte er sich denn oft vergeblich, wie sein Werk jemals zu seiner Bestimmung gelangen sollte, wenn doch jedes Wort in den Wind gesät wäre. Diese Frage nagte an seiner Schaffenskraft und zeichnete ihm von Jahr zu Jahr mehr Schärfen und Schatten in das sonst so weich gebildete Antlitz mit der klaren, durcharbeiteten Stirn. Da er aber feinen stillen Harm vor jedermann zu verbergen pflegte, begegnete er auch jetzt der Zigeunerin mit freundlichen Worten. Er reichte ihr ein Geldstück und gedachte seinen Weg fortzusetzen. Plötzlich erhob sich aber die Alte von dem Baumstrunk, auf dem sie gesessen hatte, und griff nach seiner Hand. Unter lächelndem Widerstreben mußte es der Dichter geschehen lassen, daß sich die Zigeunerin mit dem Goldgeglitzer in den Ohren einen Augenblick prüfend über die Handfläche beugte. „Sie werden in Ihrer Arbeit viel Erfolg haben", sagte sie und deutete auf eine Linie, die sich am Ende zu einem zarten Netzwerk von Linien verzweigte. „Aus Ruhm und Reichtum macht sich der Herr wenig; aber in drei, vier ... warten Sie ... in fünf Jahren, von 1932 an, werden Sie viel Einfluß auf die Menschenherzen bekommen ..." Wiechert schüttelte ungläubig den Kopf zu den Worten der Alten und entzog ihr mit sanfter Gewalt seine Hand. Dann nickte er noch einmal lächelnd zurück und ging seines Weges tiefer in den Wald hinein. So oft der Dichter aber später auch die Kunst der Zigeunerin als Gaukelei schelten mochte, konnte er es doch nicht hindern, daß seine Gedanken unter dem geheimnisvollen Hang zur Märchen- und Wundergläubigkeit, der sich in irgendeinem Winkel jedes menschlichen Herzens versteckt hält, immer wieder um dieses Erlebnis zu kreisen begannen. Je mehr er es bedachte, je öfter nahm er vor sich und anderen die spielerische und spöttische Gewohnheit an, daraus einen kleinen Trost zu schöpfen. Und so fragwürdig dieser Trost auch war, versüßte er ihm in den nächsten Jahren doch manche Trübsal und Enttäuschung und ließ kleine Erfolge, wie sie ihm dann beschieden wurden, heller aufleuchten. Als Wiecherts Werk 1932 tatsächlich mit zwei berühmten Dichterpreisen gefrönt wurde und sein Wort dadurch als lebendige Saat schnell in viele Herzen drang, erinnerte er sich sogleich der Zigeunerin. Da es aber nicht wohl fein konnte, daß ihm damals vor fünf Jahren eine unirdische Botin des Schicksals in armseliger Magdsgestalt genaht war, um ihn mit ihrer Verheißung gegen alle Anfechtungen von Müdigkeit und Harm zu feien, glaubte er nun erkannt zu haben, daß sich das Schicksal meistens in Verhüllungen zu offenbaren pflegt. Eine verborgene Macht, so liebte er seitdem zu sagen, legt den Toren und Verachteten oftmals die heimlichste und tiefste Erkenntnis in den Mund; und wenn es ihr gefällt, kann eine leere Gaukelei auch nachttäglich noch mit einem tiefen Sinn erfüllt werden. llm ein Haar. Von Pief Hein. Die stille Nacht ging zur Neige, und lichte Strahlen dämmerten kaum merkbar am Horizont. Der gefährliche Riefenflußpferdbulle, den die Schwarzen den „Soba" nannten, äste noch auf dem festen Lande auf der anderen Seite der Lagune, gerade gegenüber der Muhundula-Schlucht, die dünnen saftigen Rispengräser, die dort wuchsen. Die waren feine Lieblings-Aesung. Wie ein großer, grauer Felsblock stand der Bulle im Halbdunkel. Nur die Hälfte des Kopfes war über dem Waffer zu sehen. Wohlig umspülte ihn sein nasses Element, und unbändige Lust am Leben durchdrang ihn. Er spannte feine mächtigen Muskelschwülste und rollte sich über die Seite um feine eigene Achse, daß für einen Moment die vier kurzen, dicken Säulen aus dem Wasser ragten. Und sein rosafarbener Bauch erschien. Dann reckte er wieder sein gewaltiges Haupt hoch empor und schickte sein letztes „Uuu — ha — ha!" dröhnend hinaus ins Morgengrauen. Und der Riesenleib schob sich in langsamer Fahrt weiter. Dort drüben war seine Burg. Schnaubend nahm er Witterung. Doch schlecht stand der Wind. Kaum spürbar wehte er zur Schlucht hinüber. So machte denn der mißtrauische Bulle einen weiten Bogen nach links. Er lief auf dem Boden der weiten Lagune entlang. Und nur eine schwache BlasenspM ließ seinen Weg erkennen. Ab und zu tauchte er sichernd auf und zeigte den Kopf kaum handhoch über dem Wasser. Der portugiesische Jäger Albuquerque hatte schon vor dem Morgengrauen sein schmales Jagdkanu bestiegen. Zwei herkulische Neger vom Stamme der Menja-Selle — einer vorn, der andere am Heck — staakten den schnittigen leichten Einbaum geräuschlos über die große Casanga-Lagune. Der Jäger hatte von dem bösen Riesenflußpferd gehört und durch seinen kundigen Späher feftgefteUt, daß der Bulle stets um das erste Grauen des Morgens den Platz der nächtlichen Aesung verließ, um wieder zum Muhundula-Tal hinüberzuschwimmen. Albuquerque hatte sich vorgenommen, den Bullen vor dem dichten Schilf des schmalen Lagunenarmes abzufangen. Behutsam und ganz geräuschlos glitt der Einbaum am hohen Schilfrand entlang. Der Jäger hatte sich in der Mitte des schmalen Kanus hinge- fauert. Es war noch kein Büchsenlicht. Was sollte er machen? Der Wind war günstig für ihn. Angestrengt versuchten die Augen der jagdgeübten Schwarzen das Halbdunkel zu durchdringen. Aber auch nicht das Geringste war zu sehen. Nur die große dunkle, hier und da geheimnisvoll glitzernde Wasserfläche. Kein Anzeichen von einem Flußpferd. Keine Witterung. Nichts.-- Da scholl von links der gewaltige Flußpferdruf durch die Morgenstille: „Uuu — ha — ha; Uh — ha!" Wie ein elektrischer Funke wirkte das. Albuquerque legte die Büchse an die Dicke. Blickte auf den Lauf. Gerade genügte das Licht, um das Korn so eben in der Kimme zu sehen. In einigen Minuten mußte volles Büchsenlicht sein. Ein kurzer Wink. Das leichte Fahrzeug schoß auf die Stelle zu, wo eine dunkle Papyrusinsel stand. Da tauchte drüben für einen Moment der Kopf des Bullen empor. Er blickte nach einer anderen Richtung und seinen Feind nicht. Prusten und Miesen. Schon war die Stelle leer. Wieder ein Wink. Die Schwarzen staakten das leichte Kimballa auf die Stelle zu, wo soeben der Bulle war. Mit äußerster Vorsicht gebrauchten die beiden Neger die Varas *, um kein Geräusch zu machen. Da sah Misua, der vorne stand, die Spur des über den Lagunenboden laufenden Bullen. Sie setzte im Bogen ab. Die flache Hand des Jägers deutete nach rechts. Und wie ein Jagdhund flog das Kanu auf der Sehne des Bogens dahin, um Weg abzuschneiden. Es mußte glücken, denn der Soba war noch ahnungslos. Da lag der Einbaum still, von den langen Daras der Schwarzen gehalten. * Staakstange. Spielleitung Wolfgang Kühne. Letztes Auftteten von Charlotte Krause in der Rolle der Hedwig Bachstelzer. Die Vorstellung findet als 31. Borstel- lung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Gießener Hochschulgesellschask. In der diesjährigen Festsitzung der Gesellschaft nm Samstag, 22. Mai, im großen Hörsaal der Universität wird Pros. Dr. W e r k m e i st e r von der Staatsuniversität in Nebraska (USA.) über „Die Prinzipien, die der Rooseveltschen Politik zugrunde liegen" sprechen. Prof. Werkmeister ist zur Zeit amerikanischer Austauschprofessor an der Berliner Universität und auch an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin verpflichtet. Sein Fach ist Philosophie, lieber das genannte Thema hat er nicht nur in Berlin, sondern auch an anderen Universitäten gesprochen. Der Vortrag dürfte auch in unserem Bezirk lebhaftem Interesse begegnen. Die pfingstfeiertage Von schönem Frühlingsrvetter begünstigt, nahmen die beiden Pfingstfeiertage in Gießen einen nach jeder Richtung hin befriedigenden Verlauf. Zwar brachte der erste Feiertag bei teilweise schwülem Wetter mehrmals Regenfalle, die zum Teil als Gewitterregen unter Blitz und Donner niedergingen, zum Glück aber nicht lange anhielten und bald wieder einer Aufheiterung des Wetters Platz machten. Dennoch war der Ausflugs- und Spazier- gängeroerkehr am ersten Feiertag nach der näheren Umgegend und auch nach weiter entfernten Ausflugszielen rege im Gange. Der zweite Feiertag begann frühmorgens bei bedecktem Himmel mit reichlich frischer Temperatur, besserte sich im Wetter aber immer mehr und hatte etwa von der Mittagsstunde bis zum Abend ausgesprochen schönes Wetter, das wiederum eifrig zum Spazierengehen und zu Ausflugswanderungen benutzt wurde. In den Abendstunden des zweiten Feiertages machte sich der Kraftwagen- und Radfahrerverkehr außerordentlich stark bemerkbar. Zeitweise fuhren auf der Frankfurter Straße von Klein-Linden her die Autos, Motorräder und Radfahrer in ununterbrochener Folge, ein Fahrzeug hinter dem anderen, stadteinwärts, während gleichzeitig aus der Stadt heraus in Richtung Klein-Linden der Fährverkehr in ebenso starkem Umfange im Fluß war. Erfreulicherweise wickelte sich der Verkehr, wie auch der Ausflugsbetrieb ohne Unfälle ab, denn die Sanitätswache des Deutschen Roten Kreuzes in Gießen hatte an beiden Feiertagen Ruhe auf der ganzen Linie zu verzeichnen, ferner wurde auch die Polizei zu Amtshandlungen im Bereiche unserer Stadt nicht in Anspruch genommen. Die Ausflugsgaststätten hatten, während in Gießen die Straßen — abgesehen von dem Durchgangsverkehr der Fahrzeuge — hinsichtlich des Verkehrs ein ziemlich totes Bild zeigten, lebhaften Geschäftsbetrieb, der den Inhabern dieser Gaststätten im Hinblick auf das bisherige flaue Geschäft nur zu gönnen ist. 90 Sonderzüge passieren den Gießener Bahnhof. Der Pfingstverkehr auf der Reichsbahn ließ sich anfänglich nicht in dem erwarteten Ausmaß an. Noch bis zum Dienstag und Mittwoch war er als normal anzusehen und unterschied sich in keiner Weise von dem des vergangenen Jahres. Erst mit dem Einsetzen der Urlauberzüge der Soldaten kam auch eine stärkere Tendenz in den Personenverkehr. Es mußten eine ganze Anzahl von doppelten, sog. Vorzügen eingelegt werden, die eine durchschnittlich hundertprozentige Besetzung aufwiesen. Am Freitag und Samstag setzte dann der Nahverkehr mit großer Stärke ein, der ganz erhebliche Anforderungen an das Dienstpersonal stellte. Durchschnittlich -20 Sonderzüge passierten den Gießener Bahnhof, die abgesehen von dem Ausmaß des Nahverkehrs, der sich auch im Gießener Bahnhof stark be- Albuquerque war aufgestanden. Die leichte Büchse hatte er fertig im Arm. Und drei scharfe, jagd- geübte Augenpaare sicherten zu der ungefähren "Stell hin, wo der Bulle aller Voraussicht nach bald wieder auftauchen würde. Die Spitze der Blafenspur bewegte sich langsam im Bogen weiter. Dann stand sie still. Albuquerque stand wieder aufrecht. Die Büchse an der Backe fertig zum Schuß. Da kam die Blasenspur wieder. Langsam, ganz langsam bewegte sie sich dem Schilfrand zu. Einen Augenblick zeigte sich unter der Oberfläche des Wassers eine große, dunkle Masse ab. Dann tauchten die riesigen Hinterhauptwölbungen des Bullen auf. Die kleinen Stechohren waren nach vorne gelegt. Er war dem Kanu abgewandt und sicherte der Stelle zu, an der er vorhin den Schuß gehört hatte. Die Büchse schwang nach rechts. Der Portugiese war ein sicherer Schütze. Peitschend brach der Schuß! Im Knall riß der mächtige Soba das Haupt herum und — weg war er! Große Blasen stiegen auf. Dann kam die Spur mit bedrohlicher Eile auf das Kanu zu. Knacks! — Eine Vara brach in b$r Hand von Misua. Dann wurde der leichte Einbaum von elementarer Gewalt gehoben. Für einen Moment sahen die Jäger den Riesen unter sich. Dann rauschte das harte Schilf. Das Kimballa stürzte um. Der Soba hatte feine Festung erreicht! Was wollte er mehr. — Die Jäger richteten den Einbaum aus leichtem Jmbondeira-Holz wieder auf und schöpften ihn halb leer. Sie kletterten hinein. Zitternd vor Furcht. Zum Glück kam der Soba nicht wieder. Bald war das Kanu ganz leer geschöpft. Misua nahm die an-' dere Vara und staakte über die Lagune hin zum festen Ufer. Was war erreicht? — Nichts! Die gute Springfieldbüchse lag auf dem Grund der Lagune. Unwiederbringlich. Der Mut war gesunken und die Achtung und Furcht vor dem sagenhaften Bullen gestiegen. Doch auch ein anderer noch hatte eine neue Lehre aus der Begegnung gezogen. Es war der Soba. Er lag nun im seichten Wasser seiner Festung. Fürchterlich schmerzte ihn sein Kopf. Doch was machte das winzige Spitzgeschoß selbst einer Kaliber 30 Springfield, wenn es einem solchen Riesenbullen auf den mächtigen Panzer der Hinterhauptwölbung aufgesetzt wird? Es gibt zwar einen starken Schock und reißt eine schmerzhafte Wunde. Das heilt bald. Und die heutige Erfahrung hatte dem Soba wieder gezeigt, daß er nur einen Feind auf der Welt hatte. Das war der Zweibeiner mit feinem langen, eisernen Donnerarm. merkbar machte, große Anforderungen an dos Dienstpersonal stellten. In den Tagen vom 12., 13. bis zum 15. waren es insgesamt 90 Sonderzüge, die durch Gießen fuhren und die außer dem gerade in den letzten zwei Tagen reger als im Vorjahr auftretenden Verkehr noch mit bewältigt werden mußten. Von diesen Sonderzügen waren 8 Expreßzüge für den schnellen Güterverkehr, 3 KdF.-Sonderzüge, 11 Militärurlauber- und 2 Arbeitsdienst-Urlauberzüge und 65 Doppel- oder Vorzüge. Auch am Pfingstsonntag war, noch sehr starker Andrang an den Schaltern festzustellen, der erst am Nachmittag nachließ. Nun fällt der Reichsbahn wieder die große Aufgabe zu, den Rücktransport so zu leiten, daß der Betrieb keine Störungen erleidet. Wenn man bedenkt, daß diese Mehrarbeit, die nur durch Verstärkung des Stammpersonals geleistet wurde, reibungslos und ohne jeden Betriebsunfall getan werden konnte, dann vermag man die Größe dieser Arbeit zu würdigen, die unsere Eisenbahner im Dienste der Volksgemeinschaft leisten. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 18. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, £la\\e B 10, Klasse C QVi, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, S kg (gelb) 15, (grün) 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, alte, 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 60, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Spargel, 1. Sorte 45, 2. Sorte 40, 3. Sorte 30, Suppenspargel 25 bis 30, Unterkohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf-, 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, % kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 40 bis 45, Zwetschenhonig 45, Blumenkohl, das Stück 60 bis 70, Salat 15 bis 25, Salatgurken 50 Pf. bis 1 Mark, Oberkohlrabi 20 bis 25 Pf-, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf- ** Silberne Hochzeit. D^s Fest der silbernen Hochzeit feiern heute, Dienstag, 18. Mai, Steuerinspektor Christian Rühl und Frau Dora, geb. Ockel, Am Nahrungsberg 4; Geschäftsführer Heinrich Schmidt und Frau Luise, geb. Frie- bertshäuser, Glaubrechtstraße 14-, Pförtner Franz Schneider und Frau, Teufelslustgärtchen 8. ** Unfälle. In der Nacht zum zweiten Pfingst- feiertag stürzte im hiesigen Bahnhofsgebäude ein 18 Jahre alter Arbeitsdienstmann infolge eines Schwächeanfalls so unglücklich, daß er neben einer erheblichen Kopfverletzung noch eine Gehirnerschütterung erlitt. Der bedauernswerte junge Mann mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. — In der oberen Frankfurter Straße fiel ein neun Jahre alter Schüler beim Spielen so unglücklich mit dem Oberkörper auf einen eisernen Zaun, daß ihm eine eiserne Spitze in den Körper drang. Die Verletzung machte die Ueberführung des Jungen in die Chirurgische Klinik erforderlich. — Beim Haschen nach einem Ball im Verlaufe des Spieles fiel ein 13 Jahre alter Junge aus der Bismarckstraße so unglücklich in eine Glasscheibe, daß er schwere Schnittwunden am rechten Arm erlitt. Der Junge mußte in die Klinik verbracht werden. — Mit einem doppelten Kieferbruch wurde ein 23 Jahre alter junger Mann in die Klinik eingeliefert. Die Verletzung hatte er sich bei einem unglücklichen Sturz zugezogen. ** Kameraüschaftstrefferr ehemali - a e r Hessischer Leibgardisten m i t dem Traditions-Regiment 115 in Darrn- st a d t. Die ehemaligen Angehörigen des Leibgarde- Jnfanterie-Regiments Nr. 115 treffen sich vom 31. Juli bis 2. August in der alten Garnison zur lieber- lieferung der dreihundertjährigen, ruhmvollen Geschichte des ältesten deutschen Infanterie-Regiments an das Traditions-Regiment 115. Die Feier beginnt am Samstag, 31. Juli, mit einem Begrü- tzungsabend in der Festhalle auf dem Exerzierplatz. Der folgende Sonntatzvormittag ist für die Traditionsübergabe, für eine Heldenehrung und eine größere Gefechtshandlung mit den neuesten Kampfmitteln, ausgeführt vom Traditions^Regiment, vorgesehen. Der Sonntagnachmittag vereinigte die alten und jungen 115er zur frohen Wiedersehensfeier auf dem Festplatz am Rheintor. Am Montag, 2. August, sindet großes Volksfest auf dem Festplatz statt. Anmeldungen, auch Quartieranmeldungen, sind zu richten an den Bund Hessischer Leibgardisten in Darmstadt. Feierabendstunde in der Arbeiter-ilnterkunst „Waldeslust" in Gießen. Als eine der ersten Städte besitzt Gießen eine Arbeiter-Unterkunft. Sie ist auf dem Gelände in der 3^ihe der Sandgrube hinter dem Trieb, mitten im Walde angelegt. Der große freie Platz, auf dessen Mitte die Fahne des Dritten Reiches weht, wird umsäumt von drei großen, langgestreckten Holzbauten. Der obere Querbau enthält die Küchenräume, Vorratskammern und den großen Speisesaal mit weißgedeckten Tischen, der gleichzeitig als Kantine dient. Zu beiden Seiten stehen die zwei großen Hozbauten, in denen die Belegschaft, etwa 200 Mann, untergebracht ist. Außer den schönen, hellen Schlafräumen sind noch Wasch-, Bade- und Trockenräume vorhanden. In dem Lager, unter Führung von Sturmbannführer F a u l st i ch , herrscht mustergültige Ordnung und Sauberkeit. Die Belegschaft besteht aus Arbeitern jeglicher Art aus allen Gauen Deutschlands, die hier nach jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder in den geregelten Arbeitsprozeß eingereiht werden. Auf Einladung des Lagerführers weilte am Freitagabend der Musikzug der SA.-Standarte 116 zu einem anderthalbstündigen Platzkonzert im Lager und erfreute die Belegschaft nach ihrer harten Tagesarbeit durch seine Musikvorträge. Reicher Beifall belohnte die SA.-Karneraden für ihre Darbietungen. Nach Beendigung des Platzkonzertes richtete Standartenführer Lutter einige Worte an die Belegschaft des Lagers. Er betonte einleitend, daß der Musikzug der Standarte 116 gern gekommen sei, um durch sein Konzert den Ärbeitskameraden eine Freude zu bereiten. Denn die SA.-Männer wüßten, daß diese Kameraden des Schwerste, nämlich jahrelange Arbeitslosigkeit, durchgemacht hätten und nun wieder mit- helfen könnten am Aufbau unseres Vaterlandes. Wir alle seien in eine Zeit hineingestellt, in der jeder seinen Platz ausfüllen müsse, ganz gleich, wo es auch sei. Unsere Arbeit sei ja nicht allein für uns, sondern für unser Vaterland und unsere Kinder. Sodann sprach Standartenführer Lutter zu den Arbeitskameraden über den Werdegang und die Aufgaben der SA., und daß es ihr vorbehalten ist, den neuen deutschen Menschen zu formen und zu schaffen und ihn so zu gestalten, daß er jederzeit einsatzbereit ist zum Wohle für fein Volk und Vaterland. Gerade bei uns in der SA., so führte er weiter aus, ist der größte Prozentsatz des deutschen Arbeiters zusammengeschmolzen zu einem gewaltigen Ganzen, der in treuer Pflichterfüllung feinen Dienst versieht. Für uns in der SA. gibt es nur eine Arbeit: die Arbeit am deutschen Volke. Zum Schlüsse gedachte Standartenführer Lutter noch des Führers, durch dessen unermüdliche Arbeit es überhaupt erst möglich gewesen sei, Deutschland vor dem sicheren Abgrund zu retten und nun einer besseren Zukunst zuzuführen. Das von der Belegschaft des Lagers begeistert aufgenommene Sieg-Heil und der Gesang der Nationallieder waren ein erneutes Bekenntnis zum Führer und feinem Schaffen. Ein Arbeitskamerad der Lagerbelegschaft dankte dem Musikzug der SA.-Standarte 116 für die schöne Feierabendstunde und Standartenführer Lutter für die packenden Worte, die er an die Belegschaft richtete, und forderte gleichzeitig seine Arbeitskameraden auf, auch weiterhin im Sinne des Führers die ihnen übertragenen Arbeiten zu verrichten. Eine anschließende Lagerbesichtigung ließ in allen Teilen erkennen, daß Belegschaft und Lagerführung eine vorbildliche Gemeinschaft zur mustergültigen Erfüllung ihrer Aufgaben bilden. Skandal um Or. Vandergruen Boman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 42 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Stefan hatte sie angesehen, bestürzt, mit irren Augen. „Das — verstehen Sie nicht!" hatte er heiser geflüstert. „Wie könnten Sie verstehen, wie es einem Menschen zumute ist, der alles verloren hat!" „Nichts haben Sie verloren. Ihre Schwester wird leben, in Ihnen, wenn Sie selbst an das Leben glauben!" Da war Stefan mit der Handfläche über die Stirn gefahren, als wollte er dunkle Schatten verscheuchen. „Ich habe Ihr Schlafzimmer in Ordnung gebracht. — Gute Nacht, Herr Doktor!" In ihrem Zimmer war sie noch eine lange Zeit wach gewesen. Bis sie seine schlürfenden Schritte drunten vernommen hatte und wußte, daß er zu Bett gegangen war. Da hatte auch sie sich ausgewogen und ihr Lager ausgesucht. Jetzt hat er die Blumen gesehen! hatte sie denken müssen. Am Morgen, beim Erwachen, als sie ihn im Garten hantieren hörte, war sie aus dem Bett gesprungen und hatte vorsichtig aus dem Fenster gelugt. Ja, dort drunten stand er, in Hemdärmeln, hatte einen Spaten in der Hand und grub ein Beet um. War es der Anfang seiner Gesundung? — Er werkte wie ein Besessener, die Erde flog nur so. Und plötzlich hatte er den Kopf gewandt und zu ihr heraufgeblickt. Sie fand keine Zeit mehr, sich zurückzubeugen, sie wollte es auch gar nicht tun. Eine Weile hatte er sie reglos angeblickt, dann werkte er weiter. Das Frühstück aber nahm er wieder in feinem Zimmer. Als sie es ihm gebracht hatte und wieder hinaus- gehen wollte, hatte er sie mit einem kurzen Aufblick zurückgehalten. „Sie sollten sich nicht so am Fenster zeigen. Die Leute vom anderen Hause drüben könnten Sie sehen und — ich möchte nicht, daß Sie ins Gerede kommen." Da hatte Gisch eine Helle Freude gefühlt. Uebrigens war er immer noch nicht rasiert. Es wurde allmählich ein Vollbart. — Und nun steht sie also in der Küche und reinigt das Geschirr. Sie hat eine geblümte Schürze um, und die Aermel des Kleides sind bis über die Ellenbogen aufgekrempelt. Auf einmal hört sie draußen seine rufende Stimme: „Fräulein Amelung! Hallo, Sie werden am Telephon verlangt!" ,jawohl," schreit sie, „ich komme schon!" Sie trocknete sich rasck die Hände ab und eilt hinüber. Er sitzt schon wieder an seinem Platz, es fällt ihm nicht ein, sie während des Gesprächs allein zu lassen. „Hallo! — Ach du, Mary, lieb von dir! — Du hörst es ja, ich bin immer noch da, nein, nein, er hat mir nichts getan .— O ja, es geht ganz gut vorwärts, er ißt schon alles, was ich ihm zubereite, heute früh hat er im Garten gearbeitet Sein Schlafzimmer hat er ganz anständig aufgeräumt, sogar sein Bett hat er heute selber gemacht, ein bißchen unbeholfen zwar, aber für den Anfang kann man zufrieden sein ..." Während sie in den Hörer spricht, spielt ihre eine Hand mit einem der Bücher, die vor Stefan auf dem Schreibtisch liegen. Ab und zu wirft sie einen verdeckten Blick auf den Sitzenden. „Doch, gewiß, es wird schon alles gut werden, ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. — Ja, natürlich bleibe ich da. Ich bin glücklich, Mary, sehr glücklich!" Während sie das sagt, wendet sie Stefan ihre Augen zu, und es ist, als hätte sie es zu ihm gesagt. „Erinnerst du dich noch an unser Gespräch damals in dem Caf6 , als ich von Leipzig zurückgekommen war? — Ja, sieh, das ist jetzt alles eingetroffen. — Ja, wir sehen uns dann bei der Beerdigung. — Ob er mitkommen wird? Aber, natürlich! Glaubst du denn wirklich, daß er der toten Schwester die letzte Ehre versagen würde? Ich verstehe nicht, was ihr eigentlich von ihm denkt, es scheint, ihr halten ihn für etwas übergeschnappt. Das ist ja albern! — Nein, nein, er ist so vernünftig wie du und ich. Daß ihn dieses furchtbare Un- glück etwas durcheinandergeworfen hat, das werdet ihr doch verstehen. — Na also! — Auf Wiedersehn, Mary! Einen Gruß an deinen Verlobten!" Gisch legt den Hörer auf. „Entschuldigen Sie, Herr Doktor, daß ich so lange gesprochen habe!" „Bitte!" „Außerdem Herr Doktor — es wird allmählich Zeit, daß Sie sich für die Beerdigung fertigmachen!" „Ja, ich — ich hatte ja eigentlich die Absicht, nicht daran teilzunehmen, aber — es scheint doch — es dürste doch vielleicht besser sein — der Leute wegen, daß ich--ja, ich ziehe mich sofort an." „Gut, Herr Doktor. Ich werde dann eine Taxe besten. Wünschen Sie allein zu fahren — oder soll ich--?" „Kommen Sie nur mit, da Sie schon einmal hier sind." Gisch legt ihr schwarzes Kleid an, das sie sich in Eisenach hat anfertigen lassen. Sie wartet längst in der Diele, aber Dr. Vander- gruen kommt nicht. Als draußen das Auto vorfährt, klopft sie an seinem Zimmer. Es rührt sich nichts. Da druückt sie die Klinke nieder und tritt ein. Der Doktor sitzt auf dem Bettrand und hat den Kopf in beide Hände gestützt. Mit leeren Augen starrt er vor sich hin. „So kommen Sie doch, das Auto wartet bereits." Während sie an der Tür lehnt, tritt er vor den Wandspiegel und bemüht sich, den Kragen utmu- binben, ein steifes Ungetüm, das feine Mucken hat. Eine Weile sieht sie seinen fruchtlosen Versuchen zu, dann geht sie entschlossen auf ihn zu. „Kommen Sie, lassen Sie sich helfen!" Ihre Hände wollen zu zittern anfangen, denn sie hat noch nie so nahe vor ihm gestanden, daß sein Mund fast ihre Stirn berührt. Seine Augen sind über ihr und starren sie un- Aus her engeren Heimat. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Infolge des Reichsführerlaaers in Weimar wird die Feierstunde mit Ausgabe Der Führerbeförderungen am Mittwoch, 19. Mai, in der Aula des Gymnasiums auf einen späteren Termin verlegt. Tod durch schwere Brandwunden. Geisteskranke Frau zündet ihre Kleidung an. * Ober-Mock st adt (Kr. Büdingen), 18. Mai. Am ersten Pfingstfeiertag steckte eine hiesige, 56 Jahre alte verheiratete Frau, Mutter mehrerer Kinder, die schon seit längerer Zeit nervenleidend war, auf dem Dachboden ihres Wohnhauses ihre Unterwüsche in Brand. Die Flammen nahmen so erhebliches Ausmaß an, daß die Frau schwere Brandwunden davontrug. Die Frau wurde von den von einem Spaziergang heimkehrenden Mitbewohnern aufgefunden, jedoch verstarb sie nach einigen Stunden an den Folgen der schweren Brandwunden. Die bedauernswerte Frau hat die Tat offenbar in einem Anfall von geistiger Umnachtung ausgeführt. Eine gemeine Tat. Mehrere hundert Tulpen • im Vad-Nauheimer Kurpark abgeschnitten. Bad-Nauheirn, 17. Mai. (Lpd.) In einer der letzten Nächte wurde hier eine gemeine Tat verübt. Von den im schönsten Blütenschmuck liegenden Beeten der Kuranlage sind einige hundert Tulpen abgeschnitten worden. Da die Blumen sachgemäß geschnitten wurden, nimmt man an, daß es sich bei den Tätern um Leute handelt, die die gestohlenen Blumen vielleicht in einer nahegelegenen Stadt verkaufen wollen. Die Polizei hat die Fahndung nach den Tätern ausgenommen. Das Hessische Staatsbad hat für die Ergreifung der Täter eine hohe Belohnung ausgesetzt. Landkreis Gießen. $ Alten-Buseck, 17. Mai. Die hiesige Frauenschaft hatte alle Frauen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, zu einem gemütlichen Beisammensein mit den Mitgliedern der Frauenschaft und des Frauenwerkes im Saale des Gastwirts Rühl eingeladen. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Sarg, begrüßte die Erschienenen mit herzlichen Worten und wies dabei hin auf die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Staat und ihre hohe Bedeutung für das Leben unseres Volkes. Man erfreute die Gäste mit gemeinsamen Liedern und Gedichtvorträgen und verbrachte einige schöne Stunden bei Kaffee und Kuchen. gfs. Staufenberg, 17. Mai. Auch in unserer Frauenschaft wurden die über 60 Jahre alten Mütter geehrt. Die Kranken bekamen einen Gruß ins Haus gebracht. Allerlei Lieder und Gedichte und das Anderfenfche Märchen „Geschichte einer Mutter" wurden vorgetragen und eine Anzahl Bilder deutscher Maler von der Mutter wurden gezeigt. Nach einer Ansprache von Frau. Mittermeier fanden sich alle bei Kaffee und Kuchen fröhlich zusammen, gemeinsame Lieder hoben die festliche Stimmung. Am Schluß wurden die alten Mütter photographiert. I ©aalen, 17. Mai. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt ihre Jahresschlußver- sammlung unter Leitung von Direktor Wagner ab. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf 104. Im Berichtsjahre wurden 75 475 Mark Einlagen eingezahlt. Für die Schulsparkasse gingen 388 Mark ein. An Dividende werden 6 v. H. verteilt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet und wiedergewählt. <£ Leihgestern, 18. Mai. Am zweiten Pfingstfeiertag begingen die vor fünfzig Jahren hier Konfirmierten ihre goldene Könfirmations- feier. Unter Orgelspiel und Führung des Ortsgeistlichen nahmen sie auf den beiden vordersten Bänken der Kirche vor dem mit Blumen geschmückten Altar Platz. Es waren 7 Frauen und 8 Männer, eine weitere Frau konnte, durch Krankheit verhindert, nicht teilnehmen. Zwei Frauen und zwei Männer waren zu diesem Tage von auswärts nach hier gekommen. Auch ihr alter Lehrer, der Rektor i. R. Jung in Bad-Nauheim, hatte sich zu der Feier eingefunden. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt den Text ihres Konfirmationstages Evang. Lukas 2. Kap. Vers 41—50 zugrunde und gedachte auch ihrer Alterskameraden, die nicht mehr unter ihnen weilen können, deren Gräber in stillem Gedenken besucht wurden. Eine Nachfeier führte die Jubilare am Nachmittag nochmals zusammen. CSD Eberstadt, 17. Mai. Am zweiten Pfingstfeiertag konnte der hiesige Einwohner'Heinr. Gär- lach in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar gehört bereits 50 Jahre dem Kriegerverein an, der ihm an seinem Geburtstage eine Ehrung bereitete. § Hungen, 17. Mai. Am Ausgang der Stadt nach Inheiden zu wurde heute am Friedhof das 6jährige Söhnchen des Kaufmanns Hch. Schä. f e r dahier von einem Personenauto überfahren, wodurch es außer einem Waden- beinbrud) eine starke Verletzung der rechten Hand erlitt, welche die Verbringung in die Klinik nach Gießen erforderlich machte. Kreis Friedberg. * Münzenberg, 17. Mai. Der 27 Jahre alte Landwirt Adolf Walter erlitt bei einem Sturz schwere Sruftquetfd)ungen und einen Rippenbruch, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik zu Gießen erforderlich machten. Kreis Bübingen. * Nidda, 17. Mai. Der 34 Jahre alte Monteur Willy Weber stürzte bei der Arbeit von einer Leiter und zog sich dabei neben einem Beckenbruch noch weitere erhebliche Verletzungen zu. Er mußte nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden. Von der Eisenbahnbrücke in den Rhein gesprungen. LPD. Worms, 17. Mai. Wormser Fischer, die auf dem Rhein ihrem Gewerbe nachgingen, bemerkten nachts um 1 Uhr, daß eine Person von der Eisenbahnbrücke in den Strom sprang. Nack den bald darauf aus dem Wasser ertönenden Hilferufen hat es sich um einen Mann gehandelt, der aber, bevor die zu Hilfe eilenben Fischer ihn erreichen konnten, von der Strömung abgetrieben und untergegangen ist. Jtunhfunfprogramm. Mittwoch, 19. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunach- richten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Aus der Stadtverwaltung und Druckerei Sommer, Bad Ems- Werkskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 15$ Eine kleine Dosis Heiterkeit. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Das deutsche Lied des Barock. 16.30: Un« terhaltungskonzert. 18: Sport zeitgemäß belauscht. 18.30: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45; ^Funkbericht aus der Ausstellung „Schaffendes Volk". 20: Nachrichten. 20.10: Karl Schmitt-Walter, ein großer deutscher Sänger. 20.45: Unterhaltungskonzert. Musik von Ludwig Siede. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Kammermusik. 23: Unterholtungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 321: Zweite Ausführungsverordnung (AVO. II) zur Verordnung 'über die Bildung von Preisen und Entgelten auf Dem Gebiete Der Leder- wirtschaft (LederpreisverorDnuna). — 322: Dritte Ausführungsverordnung (AVO. III) zur Verordnung über Die Bildung von Preisen und Entgelten auf Dem Gebiete Der Lederwirtschaft (Lederpreisverordnung). — 323: Gebührenordnung der Heber« wachungsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete. — 324: Zweite Ergänzung der Gebührenordnung der Ueberwachungsftelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle. — 325: Gebührenordnung der Ueberwachungsftelle für Mineralöl. — 326: Regelung der Arbeitszeit zu Pfingsten 1937. — 327: Satzung der Marktvereinigung Der deutschen Forst- und Holzwirtschaft.— 328: Gemeinsame Anordnung der Uederwachungsstellen für Lederwirtschaft und für Rauchwaren (Verwendung von Zickelfellen). — 329: Die rumänischen Einfuhrgesuche für Die neukontingentierten Artikel! — 330: Zahlung von Der« sorgungsbezügen an das Ausland. — 331: Reiseverkehr nach Den Bädern des Memelgebiets. — 332: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für April 1937. verwandt an, scheinen sie staunend abzutasten, lebe Linie ihres Gesichtes in sich aufnehmen zu mollem „So!" sagt sie endlich aufatmend und das vollendete Werk kritisch betrachtend. „Hoffentlich habe ich's recht gemacht!" „Ganz recht!" bestätigt Stefan mit einem Blick in den Spiegel. Dann bindet er die schwarze Krawatte um, legt Weste und Jacke an. Beim Hinausgehen nimmt er plötzlich ihre Hand. „Sie sind viel zu gut zu mir, Fräulein Anbetung! Wissen Sie Denn nicht mehr, wie häßlich ich mich gegen Sie benommen habe?" Gisch wersucht ein Lächeln. „Das hat dvch jetzt keine Bedeutung mehr!" Die Beerdigung verläuft ohne Zwischenfall. Es sind nur wenige Leute erschienen, ein paar Bekannte von Dr. Vandergruen, einige seine Schüler, dann Dr. Michaelis, sowie Bert Jmhoft mit Mary, das Zugehmädchen Else, etliche Leute aus des Nachbarschaft und ein paar von jenen sonderlichen Käuzen, die an jedem Begräbnis teilzunehmen pflegen, die Trauergäste von Beruf sozusagen. Als alles vorüber ist, tritt Bert mit Mary auf Dr. Vandergruen zu. „Nun haben Sie das Schlimmste hinter sich. Das Leben wird weitergehen, lieber Doktor, und feinen Anspruch an Sie erheben." Gisch allein merkt, daß die Feierlichkeit den Doktor ziemlich stark mitgenommen hat. Sie gibt ihren Freunden einen Wink und beeilt sich, Stefan Vandergruen ins Auto zu bringen, worin sie neben ihm Platz nimmt. Sie verabschieden sich von Imhoff, Gisch drückt Mary die Hand, dann setzt sich bas Auto in Bewegung. Als Gisch nach einer Weile zu Stefan hinüberschaut, sieht sie, daß seine Augen feucht von Tränen sind. Da streckt sie ihre Hand zu ihm hinüber und legt sie tröstend auf die feine. — An diesem Nachmittag schreibt Gisch an Den Notar in Eisenach. Sie bittet ihn, Den Verkauf ihres Erbes in die Wege zu leiten. (Fortsetzung folgt!) K.M ,'Hi SVM SA. Bad-- G8- Ausßie Mergim heu Die Borscha Teutonen verlc Ms trat ir iche eine 5« Meilen, da t Heuchelheim ü buchen- Ar kcher führten Mzeit anbei leimten auf d> nicht durchhalt VfL 03 Zechen Die Ligama M Spiel nach M verdienten Mer hütete l Jugendmann hat große iirren liefertet Mweißen ei tziig für die 0 MU die Toi «1)2:1, doch r Murz vor ( ja, her Schied Cid) 1. M.R. 3 Da Großen Hieb die 1.3| mit 10 Mann bienten Sieg holte sich die zu bestellen h den. DfB.-R M-k 2.2 Rottjeim fine angene: NN aus W las beffe N dem N Wer. Aber Stoll 5b der Sch Mportsel ‘'Nem Wetb Mil-Länder! Wen von De ^deutsch. Spiel ?Janen mit | ^rechneten ^neniark a Sh? W! r,, W unfere * noth f S k9ea,Qc Mond das *6 nichts W etwas । K Ör«n n W teftios «g* d°u «Sottn W? ich bie iS ben Wh, Die 7v.r Ur 1*1 lei“1"" ' 'S , "'An We s >ene° Ä Ms*»' Säs8 SÄ’ tos <4 itnen. J- . Jj ^inen \ gehört en zu. Er ert werden, fe n. Äscher, die ingen, be. rrson von Strom «m Wasser men Mann !e eilenden Strömung in der Pause 130: Werks. I: Taunach. । der Stadt- Bad Ems: dem Sende« konzert. 14: h Tisch. 15: k und Wirt«' . 16.30: Un< iß belauscht, ksurt. 19.45; endes Volk". Walter, ein laltungskon- richten (and) ): Kamerad, terhaltungs- .zutoften,^ m zu * mb das voll' ffentlich W t einem schwarze -r° Sichen lerorbnung lbunq von )er ßeber- 2: Dritte irorimung gelten aus msvervrd'- er lieber, sandte ®e* Gebühren' äde, Kunst, orbnung der 326: W 937.-327'. ltschen W t Anordnung irfflaii ckelsellenl. - für die neu« M von Der« !31: Retseoer. iets. -3^- ichsM" ™ hat doch i(6i K- M ifeil Li-/«» lr«*s . htfl ,0?*’ SJ.4por< M. Groß-Auheim ist Gauliga. Die erste Entscheidung im Gau Hessen. 8m Gau Hessen standen am Pfingstsonntag die letzten Aufstiegspiele der Gruppe Süd auf dem Programm. Dr VfB. Groß-Auheim holte sich den zum Endsieg nötigen Punkt durch ein 1:1 (1:0) auf eigenem Platze gegen SD. Bad-Nauheim. Wetzlars 3:0- Sieg über Elz hatte keine Bedeutung mehr. Gro- Auheäm wird nun im Herbst an den Gauliga-Meisterschaftsspielen teilnehmen, und damit schickt der Kreis Hanau nach Hanau 93 und Kewa Wachenbuchen den dritten Vertreter in die Gauliga. Der Schluhstanb: Punkte Spiele Tore VfB. Groß-Auheim 6 13:9 9:3 SV. Wetzlar 6 17:8 8:4 SV. Bad-Nauheim 6 8:16 4:8 SV. Elz 6 10:15 3:9 Aufstiegspiele zur Bezirisklaffe. Niedergirmes — Tvahenborn-Sleinberg 4:2. Heuchelheim — Offenbach 5:3. Die Vorschau stimmte diesmal auffallend. Die Teutonen verloren in Niedergirmes mit 2:4. Niedergirmes trat in stärkster Aufstellung an. Steinberg mußte eine Zeitlang mit zehn Spielern das Spiel bestreiten, da ein Spieler als verletzt ausschied. Heuchelheim konnte die zwei ersten Punkte für sich buchen. Anfangs sah es nicht so aus, die Offenbacher führten bis zur Halbzeit mit 2:0. Nach der Halbzeit änderte sich das Spiel, die Offenbacher konnten auf dem großen Platze der Heuchelheimer nicht durchhalten und verloren 5:3. DfB.-Reichsbahn Gießen. 03 Fechenheim — VfV.R. Liga 1:2 (0:2). Die Ligamannschaft fuhr mit reichlichem Ersatz zum Spiel nach Frankfurt und konnte einen knappen, aber verdienten Sieg erringen. Für den verhinderten Meißner hütete G o d g l ü ck , der Mittelstürmer der 1. Jugendmannschaft, das Tor, er war sehr sicher und hat großen Anteil an dem Siege. Die Platzherren lieferten ein gutes Spiel, jedoch wavsn die Grünweißen eifriger. Bereits bei Halbzeit stand der Sieg für die Grünweißen fest, Bach und Radtke waren die Torschützen. Die Frankfurter verkürzten auf 2:1, doch war G od glück nicht mehr zu schla- gen. Kurz vor Schluß schoß Bach einen zweiten Treffer, der Schiedsrichter gab aber das Tor nicht. Er st er Feiertag. Lich 1. Jgd. — VfV.-R. 2. 3gb. 0:3 VfV.R. 3. Igd. — Göbelnrod 1. 3gb. 17:0. Da Großen-Linden in letzter Minute absagte, blieb die 1. Jgd. spielfrei. Die 2. Jgd. trat in Lich mit 10 Mann an, konnte aber trotzdem einen verdienten Sieg herausholen. Eine gewaltige Abführ holte sich die Jugend aus Göbelnrod, die gar nichts zu bestellen hatte. Die Gießener siegten nach Belieben. Zweiter Feiertag. VfV.R. 1. 3gb. — Nassovia Nassau 1:1 VfV. R. 2. 3gb. — Deutsche hota Frankfurt 3:2 Rodhelm 1. 3gb. — VfV. R. 3. 3gb. 3:1 Eine angenehme Überraschung war die Jugendmannschaft aus Nassau. Da im Vorspiel die Gießener das bessere Ende für sich behielten, rechnete man bei dem Rückspiel wieder mit einem Siege der Gießener. Aber es kam anders, die Gäste stellten eine Mannschaft, die zu kämpfen verstand und den Grünweißen alles abverlangte. Es war keiner Mannschaft vergönnt, zu siegen. Die Frankfurter, die sich erstmals hier vorstellten, entpuppten sich als sehr spielstark, sie zogen beim Stande von 3:0 für Gießen davon, und es hätte nicht viel gefehlt, so hätten sie den Ausgleich erzielt. Von vornherein hatte die 3. Jgd. in Rodheim wenig Chancen, doch hielten sie sich sehr tapfer. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. 3gb. — Saasen 1. 3gb. 6:0. 1900 1. 3gb. — VfB. Friedberg 1. 3gb. 2:1. Am ersten Pfingstfeiertag empfing die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 ihren Bezwinger aus Saasen. Auf dem Sportplatz der Blauweißen entwickelte sich ein schöner Kampf. Schon in der ersten Minute konnten die Jungen der Spielvereinigung 1900 mit 1:0 führen. Dann wollten die Gäste keinen weiteren Erfolg mehr zulassen. Ja, sie bedrängten sogar einige Male das Tor der Platzbesitzer und wären beinahe zu einem Erfolge gekommen, wenn nicht der Tormann der Blauweißen unerschütterlich auf seinem Posten gestanden hätte. Durch diese Drangperiode ließ sich 1900 nicht aus der Ruhe bringen. In schönen Kombinationszügen warf der Sturm immer wieder den Ball nach vorne und bedrängte nun wieder unaufhörlich das Tor der Gäste. Doch die Erfolge blieben aus. Mit dem Ergebnis von 1:0 mußten beide Mannschaften in die Pause gehen. Nach dem Torwechsel sah das Spiel weit anders aus. Die 1. Jugend von Saasen konnte dem gewaltigen Ansturm der Blauweißen nicht mehr standhalten und wurde in ihre Spielhälfte völlig eingeschnürt. In Abständen konnte die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 noch weitere 5 Tore erzielen. Am zweiten Pfingstfeiertag trat die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 den schweren Weg nach Friedberg an, um ihre Kräfte mit der 1. Jugend des oberhessischen Gauliga-Vertreters zu massen. In diesem Spiel zeigte die 1. Jugend der Blauweißen deutlich, daß sie wieder als ernst $u nehmenden Gegner gerechnet werden muß und sich wieder mit jeder anderen Jugend messen kann. Die Friedberger stellten eine schlagkräftige Jugend ins Feld, die den Blauweißen teils sogar körperlich überlegen war. Von Anfang an sahen die Zuschauer einen spannenden, harten Kampf zweier Jugendmannschaften. Hin und her wog das Spiel. Keiner wollte einen Erfolg zulassen. Obwohl die Friedberger den eigenen Platz zu ihren Gunsten hatten, war das Spiel jederzeit offen. Kurz vor Halbzeit konnten die VfBer durch eine schöne Kombination ihres Sturmes mit 1:0 in Führung gehen. Wenige Minuten darauf glich der Mittelstürmer der Blauweißen durch einen scharfen Schuß aus. Mit dem Ergebnis von 1:1 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel hatten die Jungens der Spielvereinigung 1900 mehr vom Spiel und schufen oft gefährliche Situationen vor dem Tor der Friedberger. Die Blauweißen bedrängten immer wieder das Tor der Platzbesitzer und wollten absolut das Führungstor erzielen. Ihre Arbeit blieb nicht erfolglos. Der Halblinke erhielt den Ball und schoß ein. Nun zeigten die Blauweißen ein Spiel, wie man es selten zu sehen bekommt. Aber das schöne Spiel hatte früh sein Ende gefunden., Die Friedberger versuchten nun mit aller Härte, jeden weiteren Erfolg 1900s zunichte zu machen. Nachdem zwei Spieler der Blauweißen verletzt und zwei weitere vom Schiedsrichter des Platzes verwiesen wurden, sah sich die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 gezwungen, geschlossen das Spielfeld zu verlassen. Deutschland überspielt Dänemark 8:0 (4:0). Fußballänderkampf vor 40000 Zuschauern in Breslau. In der Schlesien-Kampsbahn des Hermann- Göring-Sportfeldes wurde am Pfingstsonntag bei herrlichem Wetter vor 40 000 Zuschauern der ad)te Fußball-Länderkamps zwischen den Nationalmannschaften von Deutschland und Dänemark ausgetragen. Die deutsche Mannschaft lieferte ein ganz überragendes Spiel und schlug die sicherlich nicht schlechten Dänen mit 8:0 (4:0). Mit diesem in dieser Höhe nicht gerechneten Erfolg hat Deutschland die Bilanz mit Dänemark ausgeglichen; vier Niederlagen stehen vier Siege gegenüber bei einem Torverhältnis von 25:21 zu unseren Gunsten, das vor dem Spiel in Breslau noch für die Dänen lautete. Die dänische Mannschaft war unserer Elf in keiner Weise gewachsen. Gleich vom Anstoß weg nahm Deutschland das Heft in die Hand, um es bis zum Schluß nicht mehr abzugeben. Der Gegner wurde nur vorübergehend gefährlich und konnte sich gegen Schluß etwas mehr bemerkbar machen, als die deutsche Mannschaft sich mit dem 8:0 begnügte und die Zügel nun etwas locker ließ. In der deutschen Elf befand sich kein schwacher Punkt, es kann aber auch niemand besonders heroorgehoben werden; alle Spieler waren mit großem Eifer bei der Sache und setzten sich restlos ein. Man kann nur Lob über die Spieler der deutschen Mannschaft aussprechen, die in dieser Form auch gegen stärkere Gegner gewonnen hätten. Die Abwehr war kaum beschäftigt, sie erledigte sich dieser nicht allzu schweren Aufgabe im Verein mit den Läufern mit großem Geschick. Die Stürmer zeigten sich in Breslau erfreulicherweise in hervorragender Schußlaune, obwohl wir diesmal keinen „Tank" aufgestellt hatten. In Breslau erreichten wir mit unserem Kombinationsspiel, das schon in Glasgow Eindruck gemacht hatte, viel mehr -cis mit ausgesprochenen vorgeschoben spielendem Mittelstürmer. Sifsling ist auf diesem Posten sicherlich immer noch am besten yi gebrauchen, das stellte der Mannheimer durch fünf Tore am besten unter Beweis. In die resllichen Erfolge teilten sich Lehner, Urban und Szepan. Die Dänen mögen mit sich nicht zufrieden ge- wesen sein; denn es gab bei einigen ihrer Spieler dies oder jenes auszusetzen. In keiner Weise erreichte die Mannschaft mit den klangvollen Namen die Leistung des sich selbst übertreffenden Gegners. Jensen im Tor tat sein Möglichstes, die Niederlage abzuschwächen. Von den Verteidigern war Hansen der schwächere. Der Mittelläufer Nielsen konnte den Durchreißer Siffling nie ganz halten. Im Angriff Zeigten der 40fad)e Nationalspieler Pauli Jürgensen und die Außenstürmer noch die besten Leistungen. Schiedsrichter Christ leitete den fairen Kampf in gefälliger Weife, sein Amt wurde ihm von den Spielern 'auch nicht allzu schwer gemacht. Den Torreigen eröffnete der Augsburger Lehner in der achten Minute. Sein Flachschuß war für S. Jensen unhaltbar. In der 34. Minute kam Deutsch- ianb im Anschluß an eine Ecke von rechts im Nach- i'chuß von Siffling zum zweiten Erfolg. Der gleiche Spieler schoß auch die beiden weiteren Tore vor der Pause, und zwar lenkte Siffling jedesmal den dänischen Hüter S. Jensen aus dem Tor, um dann den Ball ins leere Netz einzusenden. Nach Wiederbeginn erhöht Siffling das Resultat au/ 5:0. Urbans Flanke nahm Siffling auf, und wiederum schob der Mannheimer an dem herauslausenden Jensen vorbei ein. Bei weiter überlegenem Spiel der Deutschen machte Siffling bald das halbe Dutzend voll, während Urban und Szepan für die beiden restlichen Treffer sorgten. Die „letzten Vier" im Hockey. Sachsenhausen-Berlin-Heidelberg-Essen. Dr erste Pfingstfeiertag brachte die vier Zwischenrundenspiele zur ersten deutschen Hockey-Meisterschaft, die von TV. 57 Sachsenhausen, Berliner SC. HC. Heidelberg und Etuf Essen gewonnen wurden, so daß sich diese vier Mannschaften am 23. Mai die Vorschlußrunde liefern werden, deren Sieger wiederum am 30. Mai das Endspiel bestreiten und zum ersten Male um den Titel „Deutscher Hockeymeister" kämpfen. In der Zwischenrunde ging nicht alles ganz nach Programm. Den TV. 57 Sachsenhausen hatte man zwar als Sieger gegen Leipzig erwartet, jedoch ihm zugetraut, daß er zu diesem Siege keine Verlängerung notwendig haben würde. Nach einem 1:1 beim regulären Ende gab es einen 3:1-Sieg (1:1, 00) der „57er". Der Berliner SC. war zwar in seinem Münchener Kampf gegen Jahn die bessere Elf, er mußte sich aber mit einem schon vor Halbzeit erzwungenen 1:0 begnügen, weil die ganz uber= ragende Münchener Abwehr weitere Treffer ntd)t zuließ. Mit 1:0 endete auch bas Treffen zwischen dem Club zur Vahr Bremen und dem HC. Heidelberg zugunsten der Süddeutschen. Hier fiel der einzige Treffer erst nach der Pause. Die größere Härte und Kampfkraft gab hier den Ausschlag gegen das bessere technische Können. Im vierten Spiele siegte Etuf Essen sicher und verdient 4:2 (2:0) über den VfB. Jena. Die Paarungen der Vorschlußrunde. Das Fachamt Hockey hat die Paarungen für die beiden Spiele der Vorschlußrunde um die deutsche Meisterschaft, die am Sonntag, 30. Mai, durchgeführt wird, wie folgt vorgenommen: in Berlin: Berliner Sportklub — TB Sachsenhausen 57; in Heidelberg: Heidelberger HC. — Etuf Essen. Die beiden siegreichen Mannschaften bestreiten das Endspiel um den deutschen Meistertitel am 30. Mai an einem noch festzusetzenden Ort. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute fallen sämtliche Sportkurse der NSG. „Kraft durch Freude" aus. Reichsmodellweiibewerb auf der Wafferknpve. Die Pfingstfeiertage brachten auf der Wafferkuppe in der Rhön, der klassischen Stätte des deutschen Segelfluges, wieder den traditionellen Reichsmodellwettbewerb in Verbindung mit dem Reichsjugendfliegertreffen. 350 deutsche Modellbauer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps und der Flugscharen der HI. traten in vier Klassen mit ihren Modellen in Wettstreit und stellten in der Bauprüfung und dem Flugwettbewerb weitere beachtliche Fortschritte in der Entwicklung des deutschen Flugmodellbauwesens eindeutig unter Beweis. An zahlreichen Neukonstruktionen und der Weiterentwicklung der selbgesteuerten und ferngesteuerten Modelle bewies die deutsche Fliegerjugend große Hingabe, Ideenreichtum und unübertreffliche Präzision in der Bauweise der vielfältigen, aus rein deutschen Werkstoffen hergestellten Baumuster. Nach der feierlichen Flagaenhissung im Segelfliegerlager Wasserkuppe in Anwesenheit der Vertreter der Reichsführung SS., des Reichsjugendführers und der Gliederungen der Partei und einem Vorbeimarsch an Generalmajor Christiansen, dem Korpsführer des NSFK., begann am ersten Pfingstfeiertag^ morgens 9 Uhr, bei schönstem Wetter, aber böigen Windverhältnissen der 8. Reichsmodellwettbewerb. Schauflüge einer Motorflugzeugkette und einer Reihe von Segelflugzeugen erweiterten das Wettbewerbsprogramm, dem Tausende von Zuschauern beiwohnten. Am Abend vereinte eine Heldengedenkfeier die Wettbewerbsteilnehmer und Mitglieder der Luftsporteinheiten der HI. am deutschen Fliegerdenkmal, wo Generalmajor Christiansen und im Auftrage des Reichsjugendführers Obergebietsführer Dr. S t e l l r e ch t (Berlin) sprachen. Der zweite Tag war von noch besserem Wetter begünstigt, so daß der Startbetrieb mit der Hochstart-Methode sehr stark war; insgesamt wurden 1293 Starts erreicht. Der Korpsführer des NSFK. konnte am Nachmittag dieses 8. Reichsmodellwettbewerbes an Generaloberst Goring folgendes E r • gebnis melden: Von 304 teilnehmenden Segel- flugmodellen, davon 45 mit Selbststeuerung und 4 mit Fernsteuerung, wurden • 1293 Starts durchae- führt; als Gruppenfieger ging die NSF K.- Gruppe Sachsen mit 4468 Punkten hervor. Die Einzelbeftleistung im Handstartwettbewerb betrug 10 Minuten 24 Sekunden und im Hochstart 6 Minuten 39 Sekunden. Generalmajor Christiansen verkündete am Nachmittag die Sieger im Rahmen einer Feier vor dem Groenhoff-Hause. Die Ergebnisse: Hand- start-Modelle Klasse A: 1. Willy Bräuer (Lötzen, Ostpreußen), 363 Punkte. Klasse B (Modelle eigener Konstruktion): 1. Werner Saerbeck (Borghorst), 624 Punkte. Klasse C (Flugzeugmodelle): 1. Willfried Sahen (Dresden), 150 Punkte, gewann den Pokal des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt Dr. Krebs. Gruppe DS (selbstgesteuerte Segelflugmodelle): 1. Heinz Emmerich (Stuttgart), 353 Punkte. Hochstart Klasse A: 1. Erich K a st e n (Altona); Klasse B: 1. Bruno Wilken (Rostock). Wettbewerbs-Gruppensieger wurde die N S F K.° Gruppe Sachsen mit 4468 Punkten, die den Ehrenpreis des Korpsführers des NSFK. und einen Geldpreis von 500 RM. erhielt. Den Wanderpreis des Korpsführers für die beste Einzelleiftung erhielt Heinz Emmerich (Stuttgart), der auch den Ehrenpreis des Reichsjugendführers für die beste Leistung eines Mitgliedes der Luftsporteinheiten der HI. erhielt. Den DJ.-Ehrenpreis erhielt Jochen Haas. 'It iesbadener Reii- und Fahrturnier. Das 10. Wiesbadener Reit-, Spring- und Fahrturnier brachte am Samstag als wichtigstes Ereignis ein Jagdspringen um den Preis der obersten Behörde. Wie am Vortag das Adam-Herbert-Jagd- springen, so wurde auch diesmal dieses Geschicklichkeitsspringen in vier Abteilungen entschieden. Sieger wurde Oblt. Freiherr o. Wangenheim auf der Trakehnerin Preisliste vor Hptm. S ch u n ck auf Nelke und Rittmeister K. Hasse auf Nike. Die Entscheidung fiel bereits in der ersten Abteilung, in der Oblt. Frhr. v. Wange.nheim auf der Fuchsftute Preisliste mit 81,2 Sek. bei einem fehlerlosen Ritt die beste Zeit erzielte, die später nicht mehr von den zahlreichen übrigen Teilnehmern unterboten werden könnte; wohl gab es eine Reihe von fehlerlosen und ausgezeichneten Ritten mit guten Zeiten, aber der als einer der Letzten startende Hptm. Schunck auf Nelke blieb um % Sekunde geschlagen und mußte sich mit dem zweiten Platz vor Rittmeister K. Hasse auf Nike, der 83,8 Sek. erzielt hatte, begnügen. Es gab 15 fehlerlose Ritte. Dor ausgezeichnetem Besuch erreichte das Turnier am Pfingstsonntag in Anwesenheit des Gauleiters Sprenger, des Kommandierenden Generals des XII. Armeekorps, Generallt. Kreß v. Kressen st ein und des SS.-Obergruppenführers Erbprinz zu Waldeck seinen sportlichen Höhepunkt. Aus der Fülle des Programms ragten einige Wettbewerbe klar heraus. So war die ^-Dressurprüfung eine delikate Angelegenheit. Mit dem Olympiasieger Kronos unter Otto ßörfe gewann das Pferd, das durch feine Eleganz und die Sicherheit feiner Bewegungen immer wieder den Beifall der Zuschauer hervorrief. Sehr gut ging in diesem Wettbewerb der bekannte Tantris. Bezeichnend für die Qualität der Ko^urrenz war, daß Waldkater unter F. Stecken nur Fünfter werden konnte. In der Mehrspännerprüfung siegte Major Stein mit den bekannten Renntrabern. Bei den Zweispännern kam mit seinen großartigen Gängern das Gespann von Rud. Schmidt (Elberfeld) zu einem schönen Erfolg, den die Richter allerdings mit den Trabern Brocken und Nordpoel, gefahren von Major Stein, teilen ließen. Für Frankfurt ehrenvoll war der Sieg der SA.-Reiterstandarte 49 im Wettbewerb der Kampfpatrouille, die Jagdspringen, Keulenwerfen und Schießen in einem schnellen Ritt mit zweimaligem Auf- und Absitzen forderte, wobei insgesamt die Zeit entschied. Das sich über den ganzen Nachmittag in mehreren Abteilungen hin- ziehende Zeitspringen brachte eine ganze Anzahl ausgezeichneter Ritte. Besonders gefiel wieder Oblt. Frhr. K. v. Wangenheim mit Preisliste, die erneut sofort in guter Zeit in Führung ging. Diesmal schaffte aber Hptm. Schunck mit Nelke den (Sieg, nachdem er am Vortag um Vt» Sekunden unterlegen war. Nelke ging eine windende Fahrt und brachte im Orkan des Beifalls d'er Zehntausend fast 78 Sekunden zu Wege, damit die Zeit von Preisliste um 2 Sekunden unterbietend. Das 10. Wiesbadener Reit-, Spring- und Fahrturnier wurde am Pfingstmontag beendet. Die 8-Dressurprüfung für Reitpferde gewann Kronos mit Otto ßörfe vor Waldkater mit F. Stecken. Im schweren Jagdspringen um den Opel-Preis siegte im Stichkampf überraschend der rheinische SA.-Reiter W. Günther auf Aeolus vor Oblt. v. Trothas Zieverich Aljofcha, der hier drei Fehler machte und damit auf den zweiten Rang gelangte. Die beiden nächsten Plätze belegten die Pferde des Hptm. Betzel, ßoki und Alexander. Rittmeister M o m m und Oblt. Frhr. K. v. Wangenheim kamen nicht ins Stechen. In den Viererzügen war Oberftlt. Ruppert einmal mehr erfolgreich. Den Sieger-Preis der Stadt Wiesbaden erhielt Hptm. Schunck mit feinem Pferde Nelke. Hier abschneiüen! Plüsch 877 Polier Stickstoff eilige» Alt, der aber allmählich aufgejaugt wird und daher ab und zu erneuert werden in Quecksilber) oder aus Gold. Verschluckte Plomben richten keinen Schaden an. Ausgefallene Plomben müssen bald ergänzt werden. Plüsch, Gewebe, das ähnlich wie Samt hergestellt wird, dessen auf- rechtstehende Fadenenden aber nicht so kurz geschoren sind. Plumeau, entbehr!, franz. Fremdwort für Federbett, Oberbett. Plumpuddina, engl. Nationalgericht. bestehend aus geriebenem Brot, Mandeln. Ochsennierenfett, Rosinen. Sultaninen, Zuk- ker, Zitronat und Orangenschalen, etwas Zimt, etwas geriebener Zitronenschale Eiern und etwas Rum oder Arrack. Der Plum- pudding muß drei Stunden im Wasieroad kochen, ist lange haltbar, kann warm und kalt gegeßen werden. Kommt er warm auf den Tisch, so begießt man ihn mit Rum der mit einem Papierschnitzel angebrannt wird. Plus, lat. Bedeutung — mehr. Beim Rechnen wird durch das + Zeichen ausgedrückt, daß eine Zahl zu einer anderen hinzuge- zählt werden soll. Pneumothorax, .,Luftbrust", Ansammlung von Luft oder Gas in der Brustfellhöhle. Entsteht durch Verletzungen, bei Durchbruch von tuberkulösen Hohlen in den Brustfellranm. Als Heilmittel angewandt bei Lungentuberkulose, um einen erkrankten Lungenflügel von der Atmung auszuschalten. Die Luft preßt den Lungenflügel zusammen und verhindert ihn so an den Atembewegungen. Gewöhnlich wird muß. Pocken, schwarze Blattern, Infektionskrankheit, die mit Eiterpusteln einhergeht. Oft tödlicher Ausgang. Hinterläßt, wenn sie überstanoen wird, sehr häßliche, entstellende Narben. Dank der Schutzimpfung sind die Pocken aus Deutschland so gut wie verschwunden. Siehe auch unter Impfung. Podagra, siehe Eicht. Podest, entbehrt. lat. Fremdwort für Treppenabsatz. Podium, lat., erhöhter Platz in einem Saal für Redner ober Musiker. Pökel, Sülze, Salzbeize, eine gesättigte Salzlösung, um Fleisch länger haltbar zu machen. Fleisch, das nach oem Pökeln nicht geräuchert wird, muß bald gegeßen werden. Schweinerivp- chen pökelt man etwa 2 Tage, dagegen muß Schinken, der geräuchert roirb, minbestens vier Wochen im Pökel liegen. Pointer, glatthaariger, englischer Vorstehhund. Pokal, ital., meist metallenes Trinkgefäß auf Hoyern Fuß, bas manchmal auch einen Deckel besitzt. Polenta, italienisches Nationalgericht. dicker Maismehlbrei, der nach dem Kochen mit einem Faden zerteilt wird. Polier, Palier, der Stellvertreter des Baumeister« auf der Baustelle. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Frauenklubkampf in der Leichtathletik. Tv. Heuchelheim gegen VfB.-R, 66:62 für VfB.-R. Am zweiten" Pfingstfeiertag trafen sich auf dem Sportplatz des Tv. in Heuchelheim die beiden Frauenmannschaften des Tv. Heuchelheim und des VfB.-R. Gießen zu einem leichtathletischen Klubkampf. Bei herrlichstem Wetter traten zwei prächtige Abteilungen gestählter Sportmädchen an, die sich einen harten Kampf lieferten, aus dem die Mannschaft des BfB.-R. als knapper Sieger hervorgehen konnte. Während bei Heuchelheim die Mädchenklasse sehr stark war, holten die Frauen beim VfB.-R. die meisten Punkte. Nach der Begrüßung durch den 1. Vereinsführer des Tv. Heuchelheim wickelten sich die Kämpfe unter Leitung eines einwandfreien Kampfgerichtes reibungslos und flott ab. Manche schöne Leitung wurde erzielt, wie sich aus den nachstehenden Ergebnissen ersehen läßt. Frauen. lOOMeter: 1. E. Ludwig, VfB.-R., 14,5 Sek.; 2. E. Schmidt, VfB.-R., 14,5 Sek.; 3. Dolkmann, Tv. Heuchelheim, 15,3 Sek. Kugel st oßen: 1. E. Schmidt, VfB.-R., 8,25 Meter; 2. E. Ludwig, VfB.-R., 8,01 Meter; 3. A. Sack, To. Heuchelheim, 6,99 Meter. Speerwerfen: 1. C. Weber, VfB.-R., 18,97 Meter; 2. E. Sack, Tv. Heuchelheim, 17,10 Meter; 3. A. Sack, Tv. Heuchelheim, 16,80 Meter. Diskuswerfen: 1. E. Schmidt, VfB.-R., 28,10 Meter (neue Vereinsbestleistung); 2. A. Heller, VfB.-R., 21,55 Meter; 3. Sack, Tv. Heuchelheim, 18,83 Meter. Hochsprung: 1. E. Fischer, VfB.-R., 1,32 Meter; 2. E. Schmidt, VfB.-R., 1,26 Meter; 3.21. Sack, To. Heuchelheim, 1,25 Meter. Weitsprung: 1. C. Weber, VfB.-R., 4,40 Meter; 2. E. Fischer, VfB.-R., 4,18 Meter; 3. Kreiling, Tv. Heuchelheim, 4,03 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel (Pendelstasfel): 1. VfB.-R. (C. Weber, E. Ludwig, E. Fischer, E. Schmidt); 2. Tv. Heuchelheim. Mädchen: 100 Meter: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 14,3 Sek.; 2. G. Weber, VfB.-R., 15,3 Sek.; 3. Hahn, To. Heuchelheim, 15,4 Sek.; 4. holler, VfB.-R., 15,4 Sek. Im Entscheidungslauf um den dritten Platz lief Hahn, Tv. Heuchelheim, 14,7 Sek. und holler, VfB.-R., 14,9 Sek. Eine feine Leistung der sehr schnellen Reinstädter. Weitsprung: 1. Hahn, Tv. Heuchelheim, 4,09 Meter; 2. Kröck, Tv. Heuchelheim, 4 Meter; 3.Repp, VfB.-R., 3,98 Meter. Hochsprung: 1. Hahn, Tv. Heuchelheim, 1,29 Meter; 2. Volkmann, Tv. Heuchelheim, 1,29 Meter; 3. holler, VfB.-R., 1,19 Meter. Auch hier die beiden Heuchelheimer Mädchen erstklassig. Diskus: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 20,12 Meter; 2. holler, VfB.-R., 17,69 Meter; 3. Reuter, VfB.-R., 15,97 Meter. Kugelstoßen: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 7,49 Meter; 2. Dolkmann, Tv. Heuchelheim, 6,28 Meter; 3. Repp, VfB.-R., 6,05 Meter. Speerwerfen: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 15,66 Meter; 2. Inge Mohr, VfB.-R., 15,05 Meter; 3. Volkmann, Tv. Heuchelheim, 14,05 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel : 1. To. Heuchelheim; 2. VfB.-R. (Repp, G. Weber, E. Arnold, E. holler). Großer BMW.-Gieg in Belgien. Mit deutscher Beteiligung mürben am Pfingstsonntag in Chimay die Rennen um den Großen Grenzpreis von Belgien für Krafträder, Sport- und Rennwagen ausgetragen. In der Zwei-Liter- Sportwagenklasse gab es einen überzeugenden deutschen Sieg durch Ernst Henne (BMW.), der die 108 Kilometer mit 118,725 km/st als weitaus Schnellster zurücklegte. Durch Rose (Düsseldorf) und h. Berg (Altena), die ebenfalls BMW. fuhren, belegte Deutschland auch die nächsten Plätze. Bei den Motorradrennen hielt sich der Godesberger Thron- Prikker (Jmperia) ausgezeichnet, er wurde in zwei Rennen Zweiter. Die beste Zeit des Tages fuhr der Schweizer Rue sch in den Rennwagenklasse heraus. In 49:49 Minuten, die einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,91 km/st entsprachen, ließ er den belgischen Bugattifahrer Lechat um vier Minuten hinter sich. Mit einem Kleinflugzeug 3 400 m hoch. Dem Piloten Friedrich Aufermann gelang es, mit dem Kleinflugzeug „D—TKIL" der Klasse l) (Kleinflugzeuge unter 200 Kilogramm Eigengewicht) einen neuen Höhenrekord aufzustellen. Aufermann startete in Rangsdorf und erreichte eine höhe von 3400 Meter. Diese Leistung ist als nationaler und internationaler Klassenrekord angemeldet worden. Friedrich Aufermann ist einer der Düsseldorfer Gebr. Aufermann, die sich als Auto-Langstrecken- fahrer besonders durch ihre Durchquerung der Sahara einen Name« machten. Kurze Gportnotizen. Hindenburg Allen st ein kam im letzten Gruppenspiel zur deutschen Meisterschaft in Gruppe I zum ersten und einzigen Sieg. Mit 2:1 (0:1) wurde Beuthen 09 geschlagen und auf den letzten Platz verwiesen. Das Frauen-Handballturnier der Gaugruppe III, an dem die Gaumeister Eintracht Frankfurt, 1860 München, Frauen-SC. Magdeburg und Stahlunion Düsseldorf beteiligt sind, wird am 29. und 30. Mai in Magdeburg durchgeführt. Die Gruppe II spielt in Mannheim, die Spielorte der Gruppen I und IV stehen noch nicht fest. Das internationale Tennisturnier von Rot-Weiß Berlin endete mit einer Sensation, da nicht Gottfried von Cramm, sondern der Tscheche Cejnar das Männereinzel gewann. Cej- nar schlug den deutschen Meister in vier Sätzen 8:6, 0:6, 6:4, 6:4. Das Fraueneinzel gewann Hilde Sperling 6:0, 6:3 über Frl. Ullstein, im Frauendoppel siegten die Engländerinnen Scrioen-Dear- man über Porke-Sperling 6:3, 2:6, 6:3. Mit Hughes als Partner holte sich Frl. Dearman auch das „Mixed" mit 7:5, 7:5 Über Sperling-Kukuljevic und im Männerdoppel wurde der Endkampf zwischen von Cramm-Henkel und Tuckey-hughes abgebrochen. Deutsche Leichtathleten nahmen an Sportfesten in Paris und Wien teil. In Paris belegte Borchmeyer auf beiden Kurzstrecken hinter dem Engländer Pennington den zweiten Platz, während der Dresdener harbig die 800 Mektzr in 1:54,6 gewann. In Wien holte sich der Dresdener Kreher die 100 und 200 Meter, Frl. Gelius-Mün- chen gewann das Speerwerfen, die 4 mal 100-Me- ter-Frauenstaffel von Jahn München siegte und über 4 mal 1500 Meter gewann Dresdensia Dresden. Lohmann gewann am zweiten Festtag in Frankfurt beide Dauerrennen. Bester Fahrer war aber Adolf Schön, der im Kleinen Preis über 20 Kilometer und im Gesamtergebnis des 80-Kilo- meter-Rennens um den „Großen Pfmgstpreis" den -weiten Platz belegte, nachdem er im 50-Kilometer- Lauf vor Lohmann Sieger geblieben war. Braddock und Louis dürfen nach dem Urteilsspruch des amerikanischen Bundesgerichtes in New Yersey am 22. Juni in Chikago ihren Box- kampf austragen, da ein gegenteiliger Beschluß „Braddock des Rechtes berauben würde, seinen Lebensunterhalt in dem von ihm gewählten Beruf zu verdienen". Schmelings Manager, Joe Jacobs, erklärte dagegen, daß fein Schützling am 3. Juni im Madison Square Garden in den Ring gehen werde und, falls Braddock nicht antritt, auf die Neuyorker Athletik-Kommission vertraue. Georg von Opel wurde im Großen Einer in Ostende als Zweiter distanziert, weil er sich auf dem ersten Teil der Strecke versteuert hatte. Sieger wurde der Engländer Warren. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im ersten Vierteljahr 1937. DHD. Die Einfuhr Deutschlands im 1. Vierteljahr 1937 hat gegenüber dem 1. Vierteljahr des Vorjahres wertmäßig leicht zugenommen, und zwar um 38,7 Millionen Mark oder 3,7 v.h. An dieser Zunahme, die allerdings im wesentlichen nur eine Folge der inzwischen am Weltmarkt eingetretenen Preissteigerung für Rohstoffe und Halbwaren darstellt, waren mit Ausnahme Amerikas alle Erdteile beteiligt. Von der gesamten Zunahme entfiel, der größere Teil — 20,2 Millionen Mark — auf die außereuropäischen Erdteile und nur 17,3 Millionen Mark auf Europa. Entsprechend verschoben sich die Anteile Europas und der überseeischen Erdteile an der deutschen Gesamteinfuhr. Der Anteil' Europas ging weiter leicht zurück von 59,7 auf 59,2 v. H. Weitaus stärker als die Einfuhr nahm die Ausfuhr Deutschlands gegenüber dem 1. Vierteljahr 1936 zu, sie stieg um 13,1 v. H. auf insgesamt 1283,0 Mark an. Die Steigerung (+ 148,8 Millionen Mark) verteilt sich je zur Hälfte auf Europa und Uebersee. Der Anteil Europas an der Gesamtausfuhr Deutschlands fiel erneut leicht zurück, von 70,4 auf 68,3 o. H. Alle überseeischen Erdteile erhöhten dagegen ihren Anteil. Demnach hielt auch im 1. Vierteljahr die Tendenz der Verlagerung der deutschen Ausfuhr von Europa nach Uebersee an. Die Handelsbilanz im Warenverkehr mit Europa ergab im ersten Vierteljahr einen Ausfuhrüberschuß von 230,9 Millionen Mark gegenüber 169,3 Millionen Mark im 1. Vierteljahr des Vorjahres. Gleichzeitig ging der Einfuhrüberschuß im Verkehr mit Uebersee von 86,8 Millionen Mark im 1. Vierteljahr 1936 auf 36,8 Millionen Mark im 1. Vierteljahr d. I. zurück. An der Verbesserung der Gesamtbilanz des deutschen Außenhandels (+ 110 Millionen Mark) war demnach Europa infolge der verhältnismäßig geringeren Einfuhrzunahme etwas stärker beteiligt (+ 62 Millionen Mark) als Uebersee (+ 50 Millionen Mark). Handelstätigkeit wegen Unzuverlässigkeit untersagt. Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ist im Jahre 1936/37 folgenden Betrieben wegen Unzuverlässigkeit die Handelserlaubnis entzogen worden: 1. Gebrüder Karlsberg, Diehhandlung, Frän- kifch-Crumbach. (Entzug der Handelserlaubnis — Entscheidung des Provinzial-Ausschusies der Provinz Starkenburg vom 21.10.1936.) 2. Gustav Sternberg, Viehhändler, Herborn, Hauptstraße 105a. (Entzug der Handelserlaubnis für Vieh, Fleisch, rohe Häute und Felle — Verfügung des Landrats von Dillenburg vom 24.10. 3. Lüdwig Oppenheimer, Neckarsteinach. (Ablehnung der Erteilung der Legitimationskarte für 1936 — Entscheidung des Provinzial-Ausschusies Starkenburg vom 7.10.1936 und für 1937 — Entscheidung des Kreisamtes Heppenheim a. d. B.) 4. Konrad Schumann II., Viehagent, Roßdorf bei Darmstadt. (Entziehung der Zulassung als Agent am Diehgroßmarkt Mainz — Entscheidung des Marktbeauftragten der Marktgemeinschaft für Schlachtviehverwertung in Mainz vom 29. 8. 1936.) 5. Firma Fleming-Kirch, Bodenheim a. Rh. (Entzug der Handelserlaubnis — Urteil des Landgerichts Mainz, Große Strafkammer vom 18. 1. 1937 wegen Verstoß gegen das Weingesetz.) 6. Firma Gärtner & Blum, Nierstein a. Rh. (Entzug der Handelserlaubnis wegen Verstoß gegen das Weingesetz, Urteil des Landgerichts Mainz — Große Strafkammer.) 7. S. H e t) m a n n S ö.h n e , Mainz, Breiden- bacherstraße 25. (Entzug der Handelserlaubnis wegen Verstoßes gegen das Weingesetz — Urteil des Landgerichts Mainz, Große Strafkammer.) 8. Josef Grimm, Milchverteiler, Offenbach a. M., Birkenlohrstraße. (Entzug der Handelserlaubnis — Entscheidung des Kreisamts Offenbach a. M. vom 11.11.1936.) Die Firmen zu 1, 2, 3, 6 und 7 sind sämtlich jüdische Firmen. Zhre Verlobung geben bekannt Herta Schmitz Or. med. vet. Otto Feili'ng Gießen, Horst-Wessel-Wall 54 Gießen, Frankfurter Str. 94 Mai 1937 02514 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Georg Schuchard Elfriede Schuchard, geb. Paal Gießen, Wolkengasse 10 Osnabrück, Großer Club den 18. Mai 1937 02439 D Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedü mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8-30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße49 Gießen. oooA Polieren Polieren, lat., Glätten von Stein, Metall oder Holz. Bei Holz wird eine fertig käufliche Mischung entweder mit dem Handballen oder mit einem Leinenballen in kleinen Kreisbewegungen gleichmäßig in die Poren eingerieben. Zum Schluß wird mit einem trok- renen Leintuch nachpoliert. Polierte Möbel dürfen nicht naß abgewischt werden, Handabdrücke entfernt man mit einem wollenen Tuch. Evtl. Ränder von Vlumenvasen usw. entfernt man, indem man käufliche Möbelpolitur ganz dünn aufträgt und mit einem wollenen Tuch nachpoliert. Das Auffriscben von polierten Möbeln überläßt man am zweckmäßigsten einem Fachmann. Polka, schneller Rundtanz im -/< Takt. Polo, Rasenspiel, bei dem Spieler vom Pferde aus mit einem langen Holzhammer den Ball schlagen. Polonaise, franz., ein polnischer Reigentanz mit festgelegten Figuren. Bei uns wird vielfach mit einer Polonaise ein Ball eröffnet, d. h. die Anwesenden gehen zunächst paarweise hintereinander, es werden dann verschiedene Touren gegangen, die nicht festgelegt sind. Die Polonaise endet in der Regel mit einem Walzer. Polstermöbel, Sessel, Sofas usw. werden mit dem Staubsauger oder durch Klopfen und Bürsten gereinigt, mit Staubsauger und Pinsel müssen sie auch von unten her gesäubert werden. Beim Klopfen legt man feuchte Tücher auf, an denen sich der Staub fest- Pomade setzt. Sind die Stoffe sehr empfindlich, wird der Klopfer außerdem mit einem Tuch umwickelt. Motten in Polstermöbeln bekämpft man durch Schwefeldämpfe oder kochenden Esiig, den man darunter stellt. Polterabend, Vorabend der Hochzeit, an dem nach altem Brauch vor der Tür Geschirr zerschlagen wird was dem jungen Paar Glück bringen soll. Die Feier des Polterabends findet meist im Hause der Eltern der Braut statt. Am Polterabend wird der Braut in manchen Gegenden von ihren Freundinnen Kranz und Schleier überreicht. Polypen, Sammelname für gestielte Geschwülste. Die Polypen sitzen meist in der Schleimhaut, seltener in der äußeren Haut. Polypen an der Gebärmutter rufen unregelmäßige Blutungen hervor, ebenso die im Mastdarm oder in der Blase. Gewöhnlich wird im Volksmund mit P. eine Wucherung der Nasenschleimhaut bezeichnet, welche die Nasenatmung sehr erschwert. Anzeichen dafür sind: Atmen mit offenen Mund, unruhiger Schlaf, Schnarchen, Aufschrecken während des Schlafes, Schwerhörigkeit, Verbildung des Kiefers und Gaumens. Veh. besteht in operativer Entfernung durch einen Facharzt ; Operation ist im allgem. sehr leicht, völlige Heilung nach 3 bis 4 Tagen. Pomade, lat., mit ätherischen Ölen gemischte Fette, die zum Festlegen des Scheitels benutzt werden. Ständige Pflege des Haares macht die P. überflüsiig. 378 Ein Perfil-, Ala-, IMI-f)alter ... ist doch ein wirklich praktisches Gerät. Die am meisten gebrauchten Putzmittel haben ihren festen Platz, find immer sauber und ordentlich aufgeräumt und im Gebrauch. Ein Griff und sie sind zur Hand. J. B. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Allen den Freunden und Bekannten, welche uns zu unserer diamantenen Hochzeit durch Glückwünsche und Geschenke ehrten, sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Wilhelm Ludwig und Frau Wieseck, den 18. Mai 1937. 02524 Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! MMWWlMkksM Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Versuchsanleitungen von Tr Werner Fischel, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zool. Garten zu Münster. 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb. RM. 3.60. — In jeder Gießener Buchhandlung erhältlich. 9ngo öerniüm Bering, Berlin üdifetfelöe frauenwert mit im deutschen M Mta.H 7 über -43 Morgen Mittwoch: Die grobe Erstaufführung 1 Dieses Mal bringen wir etwas ganz Neues - die mit Spannung erwartete Verfilmung des bekannten gleichnamigen Romans von Katrin Holland mit großer Besetzung: D. Albrecht Schoenhals bat dieses Mal als Partnerinnen Wera Engels die große, aus Hollywood zurückgekehrte Künstlerin und Sabine Peters den Liebling der Kinobesucher. Beide zu sehen, ist ein Erlebnis, das man so rasch nicht vergißt. Des groben Erfolges wegen bis heute Dienstag verlängert Der Mann, von dem man spricht Jacqueline Ein zauberhaft eleg. Filmstoff, voll tiefster Menschlichkeit, durch dessen spannenden Inhalt der Hauch der großen Welt weht. Beiprogramm und Fox-Ton-Woche. 3493 a Bohnenstangen Erhsenreiser Baumplähle Rosennlähle I. teil* St0instr.73.Tel.3581 Postkarten bei Brühl Heute Sülle» ■SS’ von Bunje. Stadttheater 20-22.30 Uhr Zum letzten Kal 19.30-21.45 32.Mittw.-Miete Preise von 0.60 - 3.00 RM. Preise von 0.60— 3.00 RM.