Hr.89 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 17. April <937 Er) Heim tägltd), außei Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie JUu|tTterit Gießener Familienblätter Hermat im Bild Die Scholl» Monals-Vezugspretr: 9Jltt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtyach« richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11688 GietzenerAuzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru6un6 Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die ‘JJhttagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dort) Vereinbg. 25% mehr. Ermässigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf.Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Großartiger Erfolg des Winterhilfswerks. Reichsminister Dr. Goebbels meldet dem Führer einen Ertrag von mehr als 400 Millionen im Winter 1936/37. Berlin, 16. April. (DNB.) Am Freitagmittag begab sich Reichsminister Dr. G-o e b b e l s mit dem Reichswalter der NSV. und Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk Hauptamtsleiter Hilgen- feldt, dem Gauamtsleitern der NSV. und gleichzeitig Gaubeauftragten des Winterhilfswerks, den Sachbearbeitern der Reichsführung des WHW., den ältesten Mitgliedern der NSV. und Vertretern der NS.-Frauenschaft in die Reichskanzlei zum Führer, um den Rechenschaftsbericht über das WHW. 1936/37 zu erstatten. Mit noch viel größerem Stolz als in den Jahren vorher konnte Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer das Ergebnis des diesjährigen Winterhilfswerkes verkünden. Denn dieses einzigartige große Gemeinschaftswerk des deutschen Volkes hat abermals das Ergebnis des Vorjahres bei weitem übertroffen. In diesem Jahre sind es fast 400 Millionen Mark, die vom deutschen Volk als praktischer Sozialismus der Tat für jenen von Jahr zu Jahr immer kleiner werdenden Volksteil aufgebracht wurden, der noch nicht in dem Maße die Segnungen des Wirtschaftsaufstieges gespürt hat, wie die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes. Äechsmmifter Dr. Goebbels meldete dem Führer das Ergebnis des diesjährigen Winterhilfswerkes mit folgenden Worten: Mein Führer! „Die Leistungen des WhV. 1936/37 haben wiederum die Leistungen des vergangenen WHW. übertroffen. Das vorläufige Ergebnis des WHW. 1936/37 beläuft sich auf rund 398,5 Millionen Mark. Das endgültige Ergebnis wird um einige Millionen die 4 0 0 - M i l - lionengrenze überschreiten. Dies bedeutet eine Steigerung von etwa 50 Millionen Mark gegenüber dem ersten WHW. und von etwa 30 Millionen Mark gegenüber dem vergangenen WHW. Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands spiegelt sich in den Zahlen wieder. Es wurden durch das WHW. durchschnittlich betreut: 1933/34 16,6 Millionen, 1934/35 13,9 Millionen, 1935/36 12,9 Millionen, 1936/37 10,7 Millionen. Es ist dabei besonders zu beachten, daß die Betreuung durch das WHW. vollkommen zusätzlich ist. Die Leistungen des WHW. treten also zu den F ü r s o r g e m a ß n a h m e n des Staates undder Gemeinden hinzu. Zum Kreise der betreuten Volksgenossen gehören nicht nur die Erwerbslosen mit ihren Familienangehörigen, sondern auch Kleinrentner, Notstands- a rb eiter und alle sonstigen Volksgenossen, die den nötigen Lebensunterhalt für sich und ihre Familie nicht aus eigenen Kräften und Mitteln beschaffen können. Erbgesunde kinderreiche Familien und Hilfsöedürftige, alte Kämpfer der Bewegung 'werden dabei besonders berücksichtigt. Die steigenden Sammelergebnisse haben bewiesen, daß auch die zweite große Aufgabe des WHW. vollen Erfolg gehabt hat, nämlich die Ausgabe, im deutschen Volke durch den ständigen Appell an die Opferbereitschaft den Aedanken der Volksgemeinschaft zu pflegen, zu vertiefen und zu erhärten. Es ergaben Sammlungen: Opfer von Lohn und Gehalt, einmalige und laufende Monatsspenden 1935/36 137,9 Millionen Mark, 1936/37 162 Millionen Mark. Eintopfsammlungen: 1935/36 32 Millionen Mark, 1936/37 33 Millionen Mark. Reichsstraßensammlungen: 1935/36 18,4 Millionen Mark, 1936/37 38 Millionen Mark. Die Zahl der verkauften Abzeichen bei den Reichsstraßensammlungen hat sich ebenfalls belrächllich erhöht. Sie betrug 131,5 Millionen Stück gegen 73,1 Millionen Stück im MhW. 1935/36 und 31,5 Millionen Stück im WHW. 1933/34. Sie ist also gegenüber dem ersten Tvinterhilsswerk um 100 Millionen Stück gestiegen. Für die Herstellung der Abzeichen konnten wiederum notleidende Industrien, insbesondere solche mit vorwiegender heim- und Handarbeit, unterstützt werden. Es waren rund 5 Millionen Arbeitsstunden dafür erforderlich. Die den deutschen Notstandsgebieten durch die Abzeichenausträge zugeführte Summe beläuft sich auf rund 7 Millionen Mark. Am Tag der Nationalen Solidarität wurden über 5,6 Millionen Mark gesammelt, das Ergebnis des Vorjahres also noch um 1,6 Millionen Mark übertroffen. Diese Sammlung ist übrigens wohl der beste Gegenbeweis gegen die ausländische Lügenpropaganda, daß sich die Vertreter des deutschen Volkes nicht ohne Bewachung in der Oeffent- lichkeit bewegen können. Von den Zuwendungen an die Betreuten im Rahmen der Ernährungs- und Wärmehilfe des WHW. feien besonders hernorzuheben: Kartoffeln 5,2 Millionen dz, Kohlen 22,1 Millionen dz. Bei den großen Ankäufen an Nahrungsmitteln ist das WHW. in noch größerem Maße als in den Vorjahren als volkswirt- ffchaftlicher Ausgleichsfaktor hervorgetreten, das WHW. wirkt grundsätzlich marktregelnd und marktausgleichend. Es kauft nur solche Nahrungsmittel, die auf dem freien Markt im Ueber-- stuß vorhanden sind. Mit diesem, bereits seit dem ersten WHW. vertretenen Grundsatz wirkt das WHW. als Großverbraucher verbrauchslenkend und unterstützt auf das Nachdrücklichste die ernährungspolitischen Notwendigkeiten, die dem deutschen Volke durch den Vierjahresplan gestellt sind. Von diesen Maßnahmen sind besonders her- vorzuheben: der Kauf von rund 19 Millionen Kilogramm Gemüse, das infolge der ausgezeichneten Ernte nicht auf dem freien Markt abgesetzt werden konnte und dem Verderb ausgesetzt gewesen wäre, der Kauf von einer Million Kilogramm Tilsiter Käse zur Entlastung des ostdeutschen Käsemarktes, der Kauf von 8 Millionen Kilogramm Fischfilet, von rund 4 Millionen Kilogramm Zucker und von 1,3 Millionen Kilogramm Brotaufstrich- mi tte ln aus Obst. Auf Grund der steigenden Spenbenerträge auf der einen Seite und der sinkenden Betreulen- ziffern auf der anderen Seite ist das Winter- Hilfswerk in der Lage, die sonst in den Sommermonaten üblichen Sammlungen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege und des Reichsmütlerdiensies abzulösen. Die Aufgaben dieser Organisationen der deutschen freien Wohlfahrtspflege werden künftig aus den großen Opfern des Winterhilfswerkes finanziert. Das deutsche Volk, das in allen Winterhilfswerken seinen großen Opfergeist bewiesen Hal, ist so im Sommerhalbjahr entlastet. Auch während der Dauer des WHW. schon erhielten die Einrichtungen und An st alten der Verbände der freien Wohlfahrtspflege (Innere Mission, Earitas-Verband, Rotes Kreuz) als Ausgleich für die früher durchgeführten Lebensmittelsammlungen Sachspenden zugewiesen. Die Zuwendungen beliefen sich auf rund 3 Millionen RM. im WHW. 1936/37. Die besonders großzügige Einstellung des WHW. geht auch daraus hervor, daß sämtliche im Deutschen Reich lebenden hilfsbedürftigen Ausländer unterstützt wurden, soweit sie sich durch ihre Einstellung und Haltung gegenüber dem Deutschen Reich dieser Unterstützung würdig erwiesen. Die Zahl der unterstützten Ausländer betrug im WHW. 1935/36 88 950. Die Zuwendungen an die unterstützten Ausländer beliefen sich auf rund 2,5 Millionen RM. Für das WHW. 1936/37 liegen die entsprechenden Zahlen noch nicht vor. Sie dürften sich jedoch in ähnlicher Höhe halten. Die Lösung der gewaltigen Organisationsaufgaben des WHW. war dadurch möglich, daß sich rund 1,3 Millionen ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen in den Dienst dieses Hilfswerkes stellten. In Vertretung jener Armee unbekannter Helfer und Helferinnen sind hier aus allen Gauen des Reiches Frauen und Männer versammelt, um Ihnen, mein Führer, zu danken für diese große sozialistische Tat, an der sie Mitarbeiten durften. Des Führers Dank an Sammler und Spender. Der Führer richtete darauf eine herzliche Dankansprache an Reichsminister Dr. Goebbels, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt und die anwesenden Mitarbeiter des Winter- hilfswerkes. Er behandelte insbesondere das Winterhilfswerk als ein wesentliches Instrument der Erziehung des deutschen Volkes zu einer sozialistischen Gemeinschaft und damit als eine unerläßliche Mithilfe an der völligen Neugestaltung des deutschen Volkes. Der Führer dankte ganz besonders herzlich den Beauftragten für das Winterhilfswerk und mit ihnen den Millionen, die draußen im Lande wieder einen Winter freiwillig sich in den Dien ft dieser sozialistischen Aufgabe gestellt und erneut eine Leistung vollbracht haben, für die es in der deutschen Geschichte und in der Welt kein Beispiel gibt. Die Beauftragten des Winterhilfswerkes, denen die Stunde zu einem großen Erlebnis geworden war, wurden dann dem Führer einzeln vorgestellt und blieben zum gemeinsamen Mittagessen Gäste des Führers in der Reichskanzlei. Italienische Spende fürs W Berlin, 16. April. (DNB.) Der Präsident des italienischen Filminstituts „Luce", Marchese Pau - lucci di Calboli, bevollmächtigter königlicher italienischer Minister, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Schreiben gerichtet: Herr Reichskanzlei Das deutsch-italienische Konsortium für den Film „Condottieri" hat — auf den Vorschlag des Aufsichtsrates Herrn Comm, Mainz, Direktor der Tobis- Cinema Film — anläßlich feiner Jahrestagung der Aktionäre beschlossen, mir die Summe von 1 0 0 0 H R M. auszuzahlen, als Entgelt für mein Amt als Präsident des Konsortiums. Gestatten Sie mir, Exzellenz, diese e r ft e deutsch - italienische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Filmes besonders betonen zu dürfen und Ew. Exzellenz, anläßlich des glückverheißenden Tages Ew. Exzellenz Geburtstages^) i e Summe von 5000 R M. überreichen zu dürfen, worüber Em. Exzellenz im Rahmen des WHW. der NSDAP, nach eigenem Ermessen verfügen möge. Gleichzeitig werde ich S. E. Benito Mussolini, Duce des Faschismus, die andere Hälfte der in Frage stehenden Summe übergeben, und zwar zugunsten der Winterhilfswerke der PNF. (Partita Nazionale Fafcifta — nationalen faschistischen Partei). Wollen Sie bitte, Herr Reichskanzler, den Ausdruck meiner tiefsten Ergebenheit entgegennehmen. Der Führer und Reichskanzler hat dieses Schreiben wie folgt beantwortet: Sehr verehrte Exzellenz! Der Herr königlich-italienische Botschafter hat mir Ihr Schreiben vom 8. d. M. nebst Ihrem Scheck über den Betrag von 5000 RM. übermittelt, den Sie mir für das WHW. des deutschen Volkes zur Verfügung stellen. Ich danke Ihnen herzlichst für diese Spende und die mir damit ausgedrückte freundschaftliche Gesinnung, die ich zu würdigen weiß. Ich habe den Betrag von 5000 RM. wunschgemäß dem WHW. zugeführt mit der Maßgabe, daß aus dieser Summe gegebenenfalls in erster Linie etwaige hilfsbedürftige Mitglieder der italienischen Kolonie in Berlin unterstützt werden sollen. Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung (gez.) Adolf Hitler. Der neue Sieg der Solidarität. Der Abschlußbericht des Winterhilfswerks 1936/37, der von Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer und Reichskanzler oorgelegt werden konnte, ist wieder ein Sieg der Gemeinschaft über d i e Not des einzelnen, eine Tat des Friedens in einer Zeit der Unruhe außerhalb unseres Vaterlandes. Eine stolze Zahl steht an der Spitze dieses Berichtes, weit sichtbar für jedermann: 398,5 Millionen Reichsmark in Bargeld und Sachwerten standen dem WHW. zur Linderung von Not und Kälte zur Verfügung. Als vor einem Jahr die große Summe von 374 Mill. RM. als das Ergebnis für 1935/36 bekannt wurde, hat mancher geglaubt, daß damit ein Höhepunkt erstiegen sei, der sich kaum wiederholen werde, zumal bei der fortschreitenden Besserung der Wirtschaftslage die Notwendigkeit der Hilfeleistung und damit auch die Neigung zu freiwilligen Beiträgen geringer werden müsse. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß solche Gedankengänge irrig waren, denn das Volk in feiner Gesamtheit ist so stark von dem nationalsozialistischen Grundsatz der Solidarität erfüllt, daß es seine Hilfsbereitschaft nicht nach äußeren Beweggründen, sondern aus innerer Erkenntnis heraus bestätigt. Jeder weiß, daß es in Deutschland nach langen Jahren des wirtschaftlichen Niederbruchs genügend Schäden zu heilen gibt, trotz der Ueberwin'dung der Arbeitslosigkeit, daß die Mittel dafür nicht reichlich genug fliehen können. Es handelt sich ja nicht nur um die Bekämpfung akuter Notstände, sondern auch um die Heilung alter Gebrechen,.es geht nicht um Heizung und Nahrung für Arbeitslose, sondern auch um das Heer von Alten und Schwachen, die ihre Not in der Stille fragen. Und schließlich war es auch möglich, die Höhe der Einzelunterstützung zu steigern. Wenn Bruderhilfe Christenpflicht ist, so kann der nationalsozialistische Staat für sich in Anspruch nehmen, mit seinem WHW. eine wahrhaft christliche T a t vollbracht zu haben. Das Volk hat diese Sprache verstanden und sieht im Winterhilfswerk eine starke Waffe im Kampfe gegen die Kräfte der Gottlosenbewegung und gegen den Bolschewismus. In der Ablehnung der christlichen Gemeinschaftsschule durch manche kirchliche Kreise sehen wir den Gedanken der Trennung der Bekenntnisse. Anders das Winterhilfswerk: es stellt in seiner einzigartigen Leistung ein Werk der Einigung und der Gemeinschaft dar. Wir Deutsche wollen anderen Völkern unsere Erkenntnisse nicht aufdrängen. Denen aber im Auslande, die uns gute Lehren geben wollen, haben wir immer gesagt und sagen es wieder: Wir wollen den Frieden in der Welt und mit allen Völkern, wir verteidigen aber auch den sozialen Frieden in der eigenen Nation, der keine Straßenkämpfe, keine Hungersnot, keine Streiks und Aussperrungen, der keine Interessengegensätze kennt. In diesem Gefühl steht das ganze Volk hinter Adolf Hit - l e r und seinen Männern. Diese festgeschlossene Front ist der schönste Dank für alle, die als freudige Spender oder unermüdliche Sammler zum Erfolge des Winterhilfswerks beitragen und die Not aus deutschen Häusern verscheuchen konnten. praktische Politik. Die Vorbereitungen für die Ueberwachung der Grenzen Spaniens gegen Freiwilligen- und Waffenschmuggel haben erheblich längere Zeit in Anspruch genommen, als man es sich im Londoner Nichteinmischungsausschuß ursprünglich vorgestellt hatte. Es gab nicht nur Schwierigkeiten bei der Aufstellung des Kontrollplans, auch die Personalfrage bedurfte eines sorgfältigen Abwägens der sehr verschiedenen Ansprüche und Interessen. Im wesentlichen.sind kleinere, an dem Spanienkonflikt uninteressierte Mächte gebeten worden, für die Ueberwachungsstellen Offiziere zur Verfügung zu stellen. So hat man nun also endlich in London sich darauf einigen können, am kommenden Montag den Kontrollplan in Kraft zu setzen. Gleichzeitig hat der Ausschuß, ermutigt durch diesen ersten, wenn auch erst nach vielen vergeblichen Anläufen und manchen bedenklichen Krisen errungenen Erfolg, beschlossen, sich nun auch sofort auf das nächste Problem der Nichteinmischung im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg zu stürzen: die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen, nachdem es inzwischen gelungen ist, die durch das provokatorische Verhalten der Sowjetvertreter heroorgerufene ablehnende Haltung der Italiener in dieser Frage zu revidieren. Es handelt sich um den Abtransport aller derjenigen Personen aus Spanien, die direkt oder indirekt an dem spanischen Konflikt teilnehmen, ohne spanischer Nationalität oder vor dem 18. Juli 1936 naturalisiert zu sein. Letztere Bedingung ist deshalb so außerordentlich wichtig, weil die Valencia - Bolschewisten, sobald sie im Spätherbst des vorigen Jahres ein Eingreifen der Mächte zu Gunsten einer Nichteinmischung in Spanien kommen sahen, auf Anregung von Moskau hin, die ihnen über die französisch-spanische Grenze oder zu Schiff von Frankreich oder Rußland her zugeleiteten „Freiwilligen" in großzügiger Weise mit spanischen Pässen ausgestattet haben, bevor sie sie in die „Internationale Brigade" oder andere bolschewistische Formationen einreihten. Alle diese frischgebackenen „Spanier" würden natürlich genau so unter die Bestimmung des Rücktransportes fallen müssen, wie diejenigen, die bis heute als Staatsangehörige der im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Länder einer der kriegführenden Parteien in Spanien sich zur Verfügung gestellt haben. Ein wesentliches Moment für die tatsächliche Wirksamkeit dieser neuen Maßnahme zur Isolierung des spanischen Bürgerkriegs liegt noch in dem Wörtlein „inöireft". Damit soll einem namentlich von Deutschland und Italien immer wieder energisch vorgebrachten Wunsch Rechnung getragen werden, nicht nur den spanischen Kriegsschauplatz von denjenigen Ausländern zu säubern, die mit der Waffe in der Hand in der Front mitkämpfen, sondern auch von den für die Zuspitzung des Konflikts und feine Verlängerung weit gefährlicheren ausländischen Elementen, die jetzt als „Berater" und Propagandisten in Spanien tätig sind. Es ist bekannt, wie Moskau mit gewohnter Rücksichtslosigkeit das ganze Land, soweit es sich noch im Besitz der Bolschewisten befindet, mit einem Netz ausgesuchter Agenten der Komintern überzogen hat, die überall die örtlichen Machthaber in der Methodik des Bürgerkriegs zu unterweisen haben. Welch gelehrige Schüler sie dabei gefunden haben, mußten wir mit Grausen vernehmen aus den Berichten über den bestialischen Terror, dessen Spuren überall dort zu sehen waren, wo es den Truppen Francos gelungen ist, das Land von der Bolschewistenherrschaft zu befreien. Aber neben diesen Propagandisten der Weltrevolution, diesen Systematikern 'des Bürgerkriegs, hat Moskau auch mit der Entsendung von Generalstäblern und Spezialisten des technischen Kriegs nicht gespart. Sie erst haben es den bolschewistischen Machthabern in Barcelona und Valencia ermöglicht, die Verteidigung von Madrid, wie den Widerstand an der langen Front von Andalusien bis nach Aragon und in den baskischen Provinzen wirkungsvoll zu organisieren. Wenn also die Nichteinmischung uneingeschränkt Tatsache werden soll und die Spanier bei der Gestaltung ihres nationalen Schicksals wirklich unter sich bleiben sollen, ein Grundsatz selbstverständlicher Achtung nationalen Selbstbestimmungsrechts, zu dem Deutschland und Italien sich schon zu Beginn des Bürgerkriegs in Spanien ohne Einschränkung bekannt haben und den auch Herr Eden in seiner letzten Rede als richtungweisend für die englische Politik bezeichnet hat, so wird der Nichteinmischungsausschuß nicht umhin können, in seinen künftigen Beratungen das Problem des Abtransports der Freiwilligen besonders auch unter diesem Gesichtspunkt zu behandeln, die Spanier vor jeder ausländischen Einflußnahme, in welcher Form sie auch immer auftreten möge, sicherzustellen. Nur dann wird sich mit der wünschenswerten Klarheit Herausstellen, welchem Regime das spanische Volk sich aus innerer Ueberzeugung zuneigt, einem Regime der nationalen Ordnung und des 'sozialen Friedens, für das General Franco und die Seinen kämpfen und dem sie in den von den Roten befreiten Provinzen auch bereits verheißungsvoll die Wege zu ebnen begonnen haben, oder einem Sowjetregime, das als Moskaus Filiale am Mittelmeer mit Mord und Terror das bolschewistische Chaos in Spanien verewigen würde und dank der weltrevolutionären, die Grenzen der Nationen mißachtenden Propaganda des Bolschewismus das Land zu einer ständigen Quelle der Beunruhigung für den europäischen Frieden machen müßte. Wir meinen, die Ent- cheidung zwischen beiden wird man den Spaniern bedenkenlos allein überlassen können. Daß dafür die Voraussetzungen geschaffen werden, dafür hat der Nichteinmischungsarrsschuß mit aller Energie Sorge zu tragen. Berlin 16. April. (DNB.) Der Leiter der er- auf die Deutschen im Mandatsgebiet, welche nicht Fr. W. L. Pretoria, 16. April. (DNB.) Der Vorsitzende der Regierung der Südafrikanischen Union, General Hertzog', hat dem deutschen Gesandten folgende Antwortnote auf den deutschen Protest oom 5. April überreicht: Unter Bezugnahme auf Ihre Note vom 5. April, in der Sie mir die Auffassung der deutschen Regiebringen. Streikposten mißhandelten einen Unternehmer. Etwa 200 Streikende überfielen eine Gruppe von Arbeitswilligen; Polizei mußte ein- greifen. In den nächsten Tagen ist mit einer Aus- dehnung der Streikwelle auf die Hafenarbei- t e r von Montreal zu rechnen. Der internationale Hafenarbeiteroerband soll beschlossen haben, mehrere tausend Hafenarbeiter zum Streik aufzurufen, sobald die Schiffahrtssaison eröffnet wird. Es sollen die Schiffe boykottiert werden, deren Eigentümer Mitglieder des kanadischen Schiffahrtsverbandes find. Der Hafenarbeiterverband verlangt ein neues Lohnabkommen mit den Arbeitgebern. men gegen den wirtschaftlichen Niedergang und für wirksame A b r ü st u n g herauskommen. Ban Seeland werde in Washington jedenfalls über die Wünsche und Ansichten verschiedener europäischer Mächte berichten können. Gireikunruhen in Cana^a Toronto, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Der streik in den General Motors Werken ist beigelegt worden. Die Arbeit soll am Montag wieder ausgenommen werden. Inzwischen hat jedoch der Streik in der Bekleidungsindustrie von Montreal ernstere Formen angenommen. Es kam zu großen Unruhen, als die Unternehmer versuchten, die Arbeitswilligen in die Fabriken zu * Wenn wir auch den ruhigen und sachlichen Ton der südafrikanischen Antwort auf den deutschen Protest gegen die Proklamation zu schätzen wissen, so bleiben doch nach wie vor schwere Vorbehalte deutscherseits. Auch diese Unionsnote bleibt wie'die vorangegangene bei jenen falschen Voraussetzungen über die Lage der Deutschen in Südwest. die bereits einmal im Oktober 1936 von Deutschland richtiggestellt worden sind. Die Union hat die Verpflichtungen des Londoner Abkommens von 1923 für die Gleich st ellung der Deutschen Sorge zu tragen, bislang nicht erfüllt. Das Deutsch ist immer noch nicht Amtssprache, leitende Posten im Mandatsland blieben ausschließlich Südafrikanern vorbehalten. Der amtliche Bericht der Untersuchungskommission stellte die Lage in einem o ö l lig falschen Licht dar. Ueberdies steht dieser den Tatsachen widersprechende Regierungsbericht in einem direkten Widerspruch zu der Feststellung der eben überreichten Antwortnote, wonach im Mandatsland völlig Ruhe herrscht. Feder nüchtern denkende Mensch muß sich sofort fragen, warum dann überhaupt die Erteilung o weitgehender Vollmachten an den Administrator von Südwest notwendig war und worauf sich dann überhaupt die Degradierung des deutschen Elementes stützt. Die Unionsregierung selbst scheint sich der Tatsache der Verletzung des Mandatsrechtes bewußt zu sein, denn sie weiß ebenso gut wie wir, daß es nach dem Mandatsrecht niemals Staatsangehörige 1. oder 2. Ordnung geben kann. Wenn in Südwest vollkommene Ruhe herrscht, und die Unionsregierung wirklich an einem Ausgleich der Gegensätze wirken will, dann gibt es nur einen Weg: Rücknahme der Proklamation und Wiederherstellung der vollen Gleichberechtigung der Deutschen. den letzten Jahren ist jedoch die Durchführung der im ersten Artikel des Abkommens festgelegten Politik schwierig geworden, da im Territorium Auffassungen gefördert worden sind, welche manche Deutsche im Territoriumdavon abhalten, sich mit Südafrikanern zusani- men zu schließen entsprechend dem Geist und dem Sinn des Abkommens. Die Aussöhnung der verschiedenen Teile der europäischen Bevölkerung des Territoriums ist eine Angelegenheit, welche die ungeteilte Aufmerksamkeit der Umonsregierung findet. Die Regierung wird i m Geiste friedlichen Wohlwollens für das Deutschtum als Ganzes fortfahren, alles in ihren Kräften Liegende 'zu tun, um die erwünschten Beziehungen herbeizuführen. Die Unionsregierung vertraut darauf, daß die deutschen Reichsangehörigen keine Veranlassung zur Anwendung der Bestimmungen der Proklamation gegen sie geben werden, und würde eine M i t - arbeitderdeutschen Regieruna in dieser Hinsicht begrüßen. von nun an hier fingen werden: .Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen...‘, so werden mir auch an dich denken, Josef Riedle!" Der Organisationsleiter der Ortsgruppe schilderte den Menschen Josef Riedle, diesen aufrechten deutschen Kameraden und Kämpfer. Ein tragisches Geschick habe ihn gerade in dem Augenblick ereilt, als er seine Arbeit für das größte soziale Werk der Bruderliebe, das Winterhilfswerk, abschließen wollte. Bei gesenkten Fahnen erklang dann das Lied vom guten Kameraden, wonach der Landesgruppenleiter herzliche Worte trauernder Anteilnahme an die Witwe richtete und den Ermordeten als ein leuchtendes Vorbild hinstellte. EmNachM desGlmieiters SMe Ihnen mitzuteilen, daß die Ünionsregierung die Vorstellungen der deutschen Regierung mit größter Sorgfalt geprüft hat,' und ich möchte von vornherein die deutsche Regieung versichern, daß die ünionsregierung bei ihrer Maßnahme nicht von irgendwelchen unfreundlichen Beweggründen gegen das Deutsche Reich beseelt war. Sie ist vielmehr stets geleitet gewesen von der zwingenden Notwendigkeit, eine g e- ordnete Verwaltung der Territoriums, für welches sie verantwortlich ist, zu gewährleisten, und von dem ernsten Wunsche, seine geordnete Entwicklung und seinen friedlichen Fortschritt zu fördern. Warum Ausnahmerecht für die Deutschen in Güvwestafrika? Die Antwort der südafrikanischen Unionsregierung auf den deutschen Protest Ban Seeland geht nach den Bereinigten Staaten. Brüssel. 18. April. (DNB.) Ministerpräsident °an Zeel and wird sich im Juni nach den Verein i g t e n Staaten begeben, bei welcher Gelegenheit er von Präsident Roosevelt empfangen wird. In Zeitungsberichten aus Washington wird die Vermutung ausgedrückk, daß van Zeeland gemäß der ihm von der englischen und französischen Regierung übermittelten Anregung mit Roosevelt den Abbau der interna t i o na len Handelsschranken erörtern werde. Die Londoner „Morning Post" meint, vielleicht werde ein Plan für internationale Maßnah- Eingeborene auf den Philippinen rebellieren gegen die Webrpfl cht. Manila, 16. April. (DNB.) Die Moros, Eingeborene der Philippinen, setzen den B-chörden bewaffneten Wider st and entgegen Die Aufständischen halten sich im südlichen' Dschunqel- gebiet in schwer erreichbaren befestigten Stellungen verborgen, die zum Teil unterirdisch sind. Die Hauptadt der Lanaoprovinz Dansalan ist von den Rebellen zu einer Festung ausqestattet worden. An dem Aufstand beteiligen sich neun Stämme. Die feindselige ünzufriedenheit der Eingeborenen ist mit der kürzlich eingeführten Wehrpflicht, die sich auch auf Eingeborene erstreckt, in Verbindung zu bringen. Gendarmeriekolonnen, für das Dschungelgebiet mit Sprengmaterial, Spaten und Hacken ausgerüstet, sind ausgerückt, um die rebellierenden Eingeborenen zu unterwerfen. Eine rechtsradikale Partei in Ungarn verboten. Budapest 18. April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteüt, daß die Polizei auf Veranlasiuna des Innenministers in den Parteiräumen der rechtsradikalen „Partei des nationalen Wil- Haussuchungen vorgenommen hat. Flugschriften, Protokolle, Mitgliederlisten, Schriftstücke seien beschlagnahmt und festqestellt worden, daß die Partei auf der Basis der Diktatur or- gani fiert worden sei. Die Staatsanwaltschaft bat gegen den Parteileiter S z a l a s s i n und Genossen ein Strafverfahren eingeteitet. Sie beschul- ö~n Umffur<1 der staatlichen und gesell- Ichastlichen Ordnung betrieben zu haben. Szälassin ist in Haft. Die „Partei des nationalen Willens" wurde verboten. Deutscher Ztockteiter in Buenos Aires ermordet Oie Täter in Kommunistenkreisen gesucht. t.öe’t?eni mißglückten Versuch der nationalspani- schen Truppen, durch Zertrümmerung der bolsche- wistlschen Fronten im Nordosten und Südosten Madrids die Zernierung der Hauptstadt zu vollenden, waren vom Landkriegsschauplatz keine Ope- S>tlkrnenu D0-? erheblicher Bedeutung zu melden. Wohl aber ist es offenbar den Seestreitkräften des Generals franco gelungen, vor Bilbao, dem bedeutendsten spanischen Hafen am Golf von Bis- kaya und Zentrum der baskischen Montanindustrie, oie Block ad^e so wirksam zu gestalten, daß England, dessen «chiffahrtslinien in normalen Zeiten den Hauptanteil am Handel mit den nordspanischen Hasen in Händen hat, die Blockade Bilbaos im ^>mne des Blockaderechts als wirksam anerkannt hat und daher seinen Handelsschiffen den Schutz der Kriegsflotte entzogen hat, wenn sie es nach eindringlicher Warnung der Admiralität doch wagen sollten, das Kriegsgebiet vor Bilbao aufzusuchen. Im britischen Unterhaus hat diese dem gesunden Gefühl des Engländers entsprechende Maßnahme, die der tatsächlichen Lage Rechnung trägt, ohne sich damit politisch auf eine Linie festzulegen, die man vielleicht später einmal bereuen könnte, bei der Opposition in den Reihen der Arbeiterpartei und der Liberalen einen Sturm der Entrüstung erregt. Das ist deshalb besonders interessant, weil die Krit« an dieser zweifellos sehr nützlichen und aus rein praktischen Erwägungen geborenen Maßnahme Don Leuten ausgeht, die vor sieben Monaten sich mcht gerührt haben, als die englische Regierung die aleiche Maßnahme für die spanischen Mittelmeer- hasen anordnete, die damals bolschewistische Kriegs- ichlsfe LU blockieren versucht hatten. Der Grundsatz der .Freiheit der Meeres der mit der Anerkennung ?,es. Vlockaderechts für die nationalspanischen See- streitkrafte vor Bilbao zweifellos eine Einschränkung erfahren hat, ist früher immer gerade von den | liberalen Parteien als Ausgeburt eines rücksichtslos auf Erwerbssinn gerichteten Imperialismus heftig bekämpft worden, von den gleichen Leuten, die heute rm Unterhaus sich zu Verteidigern der Rechte des britischen Handels aufwarfen und von der Regie- r^ng forderten, für britische Schiffe ungehinderte Fahrt durch das minenverfeuchte Kampfgebiet vor Bilbao zu erzwingen. Das Kabinett hat zwar, um Oie Wogen der Empörung zu glätten, in einer neuen Note General Franco darauf hingewiesen, daß England keiner Partei das Recht einer krieg- fuhrenden' Macht zubillige und daher auch keine Behelligung britischer Schiffe dulden werde, aber im übrigen bleibt es bei der Anerkennung der Blockade Bilbaos und der Warnung an britische Handelsschiffe, diesen Hafen anzulausen. ^eichelnnttel zur Förderung der Technik in der Landwirtschaft. Berlin 16. April. (DNB.) Jrn Rahmen der ^^vgungsschlacht sind Mittel zur Förderung der Technik in der Landwirtschaft vorgesehen. Der in i^rage kommende Betrag bezieht sich auf folgende Maschinen: Saatgutreinigungsanlagen, a$en' Dampfkolonnen und Rübenblattwaschereien. Voraussetzung für die Bewilligung eines Zuschusses ist die gemeinsame beziehungsweise genossenschaftliche Benutzung der Ma- England hat sich damit, wie schon gesagt, für die Ankunft auf nichts festgelegt, die neue Note an Franco unterstreicht ja noch einmal diesen rem Pra“*l$en Gharakler der Maßnahme, der keinerlei Ssundsätzliche Bedeutung zukommt. Jetzt eine Enc- scheidung zu treffen, die einen Kurswechsel der britischen Politik einleiten würde, entspräche auch nicht der Hebung, der Politik des neuen Premierministers vorzugreisen, wenn auch kaum anzunehmen ist, daß der Kabinettswechsel im Sommer auch eine Aende- rung öes außenpolitischen Kurses bedeutet. Baldwin hat sich schon von seinen Wählern verabschiedet, aber Neville Chamberlain, der nach den Krönungs- seierlichkeiten sein Nachfolger als Premierminister werden wird, ist als Schatzkanzler der letzten nationalen Konzentrationsregierungen — neben den Konservativen sitzen ja immer noch Simon-Liberale und Arbeiterparteiler Macdonaldscher Prägung im Kabinett gewiß schon bisher der maßgebende Mann gewesen, dessen Wort auch m der Außen- ------------ Politik schwer in die Waagschale fiel. Daß Neville run9 mitteilten über die Auswirkung der Verlaut- Chamberlains Hauptaufgabe als Schatzkanzler nad) baFun9 der Mandatsregierung von ' Südwestafrika der wirtschaftlichen Erholung des Landes in ber MuJ.rble Deutschen im Mandatsgebiet, welche nicht Finanzierung des gewaltigen englischen 2lufrü; Staatsangehörige sind, habe ich die Ehre, ftungsprogramms bestand, zeigt die engen Zusam- ' menhange seiner bisherigen Tätigkeit mit der Außenpolitik. Wenn sich in diesen Wochen Regie- F^ng und Oeffentlichkeit in England immer ausschließlicher auf die Krönung König Georas VI. emstellen, die das traditionsstolze Albion mit all dem Pomp^zu feiern gedenkt, der das Selbstbewußtsein des britischen Volkes und das Gefühl der Einheit der British Commonwealth of Nations gebührend betont, so liegt es nahe, außenpolitische Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung in dieser Fe^rtagsstimmung nicht zu erwarten. Aber auch nach Rückkehr m den grauen Alltag und der Ab-! losung Stanley Baldwins durch Neville Chamber- lam, wird das System der kleinen Aushilfen, das für Kontinentalpolitiker so schwer faßbar und oft auch unbequem ist, weiterhin solange das Gesicht der englischen Politik bestimmen, bis das Empire sich vor eine große Entscheidung gestellt sieht, die kein Ausweichen aus dem Grundsätzlichen auf praktische Maßnahmen erlaubt. Daß eine solche Stunde, wenn sie einmal kommen sollte, das englische Volk gerüstet finden wird, dafür setzt es seine 9?nze ungeheure wirtschaftliche Kraft und zähe Energie ein. Aber der spanische Bürgerkrieg wird, wenn es nach Englands Willen geht, diese Stunde eines grundsätzlichen Entschlusses nicht bringen. Die Unionsregierung bedauert deshalb aufrichtig, daß die deutsche Regierung sich zu der Erklärung genötigt gesehen hat, die Verlautbarung müsse als eine Kampfmaßnahme gegen das Deutfchtum im Territorium betrachtet werden. Insofern als die deutsche Regierung die Verlautbarung als eine Kampfmaßnahme betrachten mag, sei festgestellt, daß sie gegen Umtriebe g e - richtet ist, die die Unionsregierung auf Grund der von der S ü d w e st a f r i k a k o m m i s s i o n abgegebenen Angaben und auf Grund anderer Informationen als erwiesen erachtet hat Da die Unionsregierung der Ansicht ist, daß diese Umtriebe eine Aussöhnung zwischen verschiedenen Teilen der Bevölkerung unmöglich machen und den Interessen der Deutschen ebenso wie der übrigen Einwohner des Gebietes zuwiderlaufen, betrachtet sie den Erlaß dieser Proklamation nicht als Bruch der ihr durch das Mandat auferlegten Treuhänderpflicht, sondern als Maßnahme zur Erfüllung dieferPflicht. Es wird zugegeben, daß die Betätigung einiger deutfcher R e ichsangehöriger i m M a n d a t s g e b i e t, die nicht britische Staatsbürger sind, unmittelbarer Anlaß fürden Erlaß der Proklamation gewesen ?ft. Die Unionsregierung glaubt jedoch, daß berücksichtigt werden sollte, daß die Proklamation gleichermaßen auf alle Personen Anwendung findet, welche nicht britische Staatsangehörige sind und ihrem Wortlaut nach keine Diskriminierung gegen Deutsche enthält. Die Unionsregierung ist überzeugt, daß sie bei der Verwaltung des Mandatgebietes stets in weitestem Umfange die den Verhältnissen nach erlaubten Bestimmungen Des Londoner Abkommens von 1923 durch geführt hat. In London, 17. April. (DNB.) Der Erste Lord der Admiralität Sir Samuel Hoare erklärte auf einem Essen der Schiffsbautechnischen Gesellschaft, er glaube gegen seine Pflicht zu verstoßen, wenn er die anderen Seemächte nicht auffordere, noch zu vermieten: Je 6 Räume, im I. u. II. Stock gelegen. Geeign. für Büros und Wohnungen. Näh. zu erfragen b. Frau Körner, 2716D Giessen, Horst-Wessel- Wall Nr. 39. Freund!, möbl. Zimmer z. verm. (sep. Eing.) im Cafe Krämer, II. St. lks. (02008 Eing. Weideng. 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Hans Thyriot. k der ie,n zu 'inder- verdienen. Hier haben die beruflichen Bereinigungen schon frühzeitig die Frage nach der Sozialpolitik der Selbständigen aufgeworfen. Die Aerzte und Anwälte haben ebenfalls im Wege des Dersiche- rungsgrundfatzes sie zu lösen versucht. So haben wir die Deutsche Aerzteversicherung zu Halle (Saale). Auch der Präsident der Reichs- Rechtsanwaltskammer hat erst im Juni 1936 die Rechtsanwaltskammer erneut aufgefordert, auf die Selbsthilfeeinrichtunp des Berufsstandes nachdrücklichst hinzuweisen. Die freiwillige Beteiligung der Berufsangehörigen ist hierbei nicht gering. Betrug doch der Kapitalwert der bei der Deutschen Anwalt- und Notaroersicherung zu Halle versicherten Summe Ende 1924 11 Millionen, Ende 1925 bereits 30 Millionen, Ende 1927 dann 57 Millionen und Ende 1935 schon 79 Millionen. Die Selbsthilfe der freiberuflichen Bereinigungen hat sich nicht nur auf eine Vorsorge für Alter, Invalidität und Hinterbliebenenfürsorge erstreckt. Sie ein kindisch-verwegenes Nichts unter der Wucht feines Schattens. Da sah ich einen kleinen dunklen Punkt in dem unendlichen Weiß und lief erstaunt darauf zu. Es war ein Stück verwittertes Holz, eingebacken in Eis und Schnee. Mit größter Mühe löste ich es ein wenig von feiner Umhüllung und sah, daß es ein Kreuz war, das schief aus dem Schnee ragt, mit einer Inschrift darauf, von der ich nur drei Worte freizu» legen vermochte: „gefallen am 11." Erwachend sah ich mich um: hier war ja das Gebiet der Kämpfe um den Col di Lana. Gefallen am 11. — Gott weiß, wer es gewesen war, ein Deutscher oder ein Oesterreicher, ein ergrauender Bauer aus den Gebirgstälern oder ein junger Offizier aus den Städten, ein Gelehrter, der beim mitternächtigen Schein feiner Lampe saß in den Tagen des Friedens, oder ein frischer Reiter, dessen Pferd in die feuchte Kühle des Morgens wieherte, ein Froher oder ein Bedrückter — ich kann es nicht sagen: gefallen am 11., das ist alles, was ich weiß. Ich suchte auch gar nicht mehr zu erfahren, er war für mich „das Heer" schlechthin, die endlose Schlange grauer Männer, die in den Tod ging, weil sie gerufen worden war. Da stand es, das verschneite Kreuzchen unterm ßatemar; ein Stückchen morschendes Holz in der Einsamkeit. Aber es war zu Hause hier in dieser gewaltigen Welt des Schweigens, und so winzig es auch war, es war nicht kleiner als der Urzeitriese Latemar. Denn so ewig und groß wie die Kraft ist, die Atome häuft zu Gipfeln, so ewig und so groß ist der Tod. Sie kannten es alle, das kleine Kreuz: der Schnee und der Wind, die einsam schnürenden Bergfüchse in den herben Frühlingsnächten, die Wolken und die donnernden Lawinen. Es war ihnen so verwandt: da war einer heraufgestiegen, ein kleiner Mensch mit dem Gewehr auf dem Rücken, hatte gekämpft und gedarbt, weil es feine Pflicht so wollte, und war den einsamen und harten SoldcUentod gestorben, weil da nichts anderes übrigblieb. Das war eine männliche reine und klare Sache und der männlichen Reinheit und Klarheit der Höhen zutiefst verwandt. Ja, es stand hier geachtet und mit allen Rechten, das morsche Kreuzchen, und der Riese Latemar erdrückte es nicht. Ob wohl jemand zu ihm heraufsteigt und ihm Blumen und Grüße aus den Tälern des Lebens bringt? Stiege er doch lieber zu uns herab, der gute Geist dieses einsamen Vorpostens der Pflicht und lehrte uns aufs neue fein schlichtes Wissen um die Ehre. oE ein, die uns die Frage nach der Sozialpolitik der 5-lbftänbigen aufwerfen läßt. Vielmehr ist dieser T il der Sozialpolitik heute zu einem dringenden 6°bot geworden. Die wirtschaftlich Selbständigen hclben vor dem Kriege durch Sparen ihr Alter zahl der einzelnen Berufsangehörigen Rechnung zu tragen ober aber, wie es beispielsweise bie Kassenärztliche Vereinigung tut, zwischen Höchst- unb Minbesteinkommen ausgleichenb zu wirken, soweit kamerabschaftliche Stanbeshilfe ber gerechten Wertung ber Leistung ber einzelnen nicht abträglich ist. Es ist ein weites unb wichtiges Gebiet, bie Sozialpolitik ber Selbständigen. Nur zu oft wird es über diese Grundlagen der Leistungsfähigkeit vorurteilslos klargeworden ist, den 'wird heutzutage eine gewisse Ueberbetonung ber „ß e i b e s ü b u n g" manchmal bedenklich stimmen. Es ist selbstverstäno- lich, baß ein Volk körperlich tüchtig erhalten werden muß. Aber „es ist ber Geist, ber sich ben Körper bauet"! Die Muskeln dürfen nicht auf Kosten des Gehirnes ausgebildet werden. Im Weltkriege hat die körperliche Leistungsfähigkeit des deutschen Soldaten die aller feiner Feinde und Freunde weit übertroffen, selbst die des Sport- oolkes, der Engländer. Es liegt also für uns gar kein Grund vor, die körperliche Ausbildung jetzt allzusehr in den Vordergrund zu stellen. Das sittliche und völkische Wollen des Volkes hat nach vier Jahren schwerster Entbehrungen und schwersten seelischen Druckes nicht mehr standgehalten. Das zu stärken bedarf es aber vor allem einer sorgfältigen und richtigen Volksbildung und einer möglichst breiten, hochgebildeten Führerschaft, deren geistige Ueberlegenheit auch in härtesten Notzeiten das Vertrauen zur Führung nicht wanken läßt. Für den Aufbau einer Offizierschaft, die allen Anforderungen der Führerschaft gewachsen ist, läßt sich eine gute Schulbildung um so weniger entbehren, je weniger das Offiziersein Vorrechte einer abgeschlossenen Herrenkaste ist. Gerade der Offizier, der nicht beschränkter militärischer Fachmann sein darf, sondern allzeit die vorurteilslose Aufgeschlossenheit des echten Füh- r e r s haben muß, braucht klares Denken und einen weiten Gesichtskreis und muß unerschütterlich in seiner sittlichen Haltung sein. Die Erfahrung lehrt, daß die Schulbildung in dieser Hinsicht nur von außergewöhnlichen Begabungen nachgeholt werden kann, und selbst diese werden sehr oft einen Rest Unsicherheit nicht überwinden, gerade wenn sie sitllich feinfühlig sind — sind sie selbst es nicht, so sind meist die Untergebenen um jo feinfühliger. Um der Auswahlmöglichkeit des Offiziernachwuchses willen wäre es ein großer Schaden, wenn die Zahl der höheren Schulen verwinde»! würde, um so mehr, als die Verminderung zwangsläufig die ländlichen Gebiete am stärksten treffen müßte, deren Mittelstand bisher einen großen Anteil zum Offiziersnachwuchfe gestellt hat, aber kaum imstande ist, seine ©ohne auf entferntere Schulen oder HeimschÜlen zu schicken. Zwar muß es nach den Erfahrungen des Weltkrieges als Märchen angesehen werden, daß die ländliche und kleinstädtische Bevölkerung bessere ober leistungsfähigere Soldaten stelle als die großen Städte und die Gewerbegebiete, aber es wäre aus volkspolitifchen Gründen ein Fehler, wenn der Offiziersnachwuchs überwiegend aus den Städten käme. Daß den hervorragend Begabten aus dem groß, daß ein erheblicher Teil des Ensembles beschäftigt war. Frau Stirl als die Metzgerswitwe ist zu den lebendigsten und leibhaftigsten unter den Handelnden zu zählen, am meisten Komödienfigur von allen, derbsinnlich, strotzend von Temperament, hin- und hergerissen zwischen Begehrlichkeit und Angst, wahrhaftig ein Stück vom bäuerlichen Weibsteufel. Frl. Krause gab fein und still, ergeben und hingegeben die bucklige Tochter. Die lustigste Person machte Herr v. Gschmeidler, der den sanft vertrottelten und verfressenen Baron Mucki von Weinstabl mit einem graziös wienerischen, ahnungslos sprudelnden Humor ausstattete. * Wiener Sommergäste vermietet. Ihren Mann traf der Schlag, als er sie mit dem Gesellen ertappte, den Gesellen hat sie davongejagt um eines jüngeren willen, der eigentlich mit der buckligen Tochter versprochen ist. Aber der mag die Witwe nicht, um die sich wiederum ein biederer Bäckermeister aus der Nachbarschaft bemüht, indessen die Wiener Sommerfrischlerin sich bei einem Schwimmfest ebenfalls in den sehr naturhaften jungen Gesellen ver- jchossen hat und ihn nächtlicherweise aufs Schloß bestellt. Ihr vermeintlich nach Wien abgereister Verlobter versteckt sich im Wandschrank, um der Geisterbeschwörung zuzuschauen. Aber die stillen Gäste regen sich nicht, weil das die wahre Liebe nicht sein kann, und erst als die Metzgerstochter erscheint und mit ihrem vom schnell enttäuschten Stadtfräulein verlassenen Burschen zu „nachtmcchlen" beginnt, ist die Stunde für die Abgeschiedenen gekommen. Indessen das Liebespaar, müde vom ungewohnten Wein, entschlummert, führen sie in stummer Pantomime ihr altes Spiel zu Ende und verschwinden für immer. Die Wiener Gäste reifen am andern Morgen (samt ihrer mannstollen Köchin) heim, dieweil die Metzgerswitwe im Schrecken über einen jäh ausbrechenden Brand, in Angst um ihren irdischen Besitz in Schränken und Truhen, verstört und verspätet die ungeduldige Werbung des Meisters aus der Nachbarschaft erhört, bei dem sie für den Rest ihres unruhigen Lebens versorgt sein wird. Ein wunderliches Ringelspiel in der Tat, mit einer bald geisterhaften, bald weltlich-dörflichen Musik, mit Spuk und Spaß, mit Gelächter, falschen und echten Tränen, mit vielen Figuren, die bald nah und überdeutlich erscheinen, bald schattenhaft vorüberschwinden wie die blassen und ungewissen Bilder eines wirren Traumes. Herr Kühne als Spielleiter war bemüht, die Vielfalt der Elemente zusammenklingen zu lassen, das Strenge mit dem Zarten, das Grobsinnliche mit dem Uebersinnlichen, das Volksstück mit dem Schwank, das Spukbafte mit dem Alltäglichen. Am einheitlichsten gerieten ihm, für unser Empfinden, die stumme, verschleierte, von Spieluhrmusik begleitete Szene der stillen Gäste und jene andere im Zimmer der Metzgerin, an die freilich einheitlicher angelegten Bauernstücke von Schönherr erinnernd. Herrn L ö f f I e r ist die wohlgelungene Verwirklichung der ländlichen Schauplätze, des galanten Spukschlößchens vor allem, Herrn Bräuer die Einrichtung der stimmunggebenden Bühnenmusik zu danken. Das Aufgebot der lauten und der stillen, der lebendigen und der abgeschiedenen Gestalten ist so Die Herren Hub und Rosenthal waren zwei Handwerker von nüchterner und gänzlich un- romantischer Gegenwärtigkeit, durchaus den Dingen dieser Welt zugewandt. Frl. Gerhardt spielte, sichtlich beschwingt, die einem schon historischen Dra- menstil zuaehöriae, harmlos verrückte Sommerfrischlerin Mizzi Brezzel, Herr Neuhaus den ge- jährlich verwilderten, entlassenen Gesellen. Frl. Prinz und Frau Schubert-Jüngling betonten die diesseitig-schwankhuften Züge des Spiels, die Damen Jachnow und Fornallaz und Herr Greif machten im Bänkelsängerton die volkstümliche Begleit- und Zwischenaktmusik. — * Das Publikum hielt sich in erster Linie an die unbestritten heiteren Szenen und spendete freund- Das Ereuz. Äon Sofie von Llhde. Ich war aus dem lieben Bozen, in dessen Gärten schon die weißen und blauen Krokus zwischen dem willig schmelzenden, spärlichen Schnee standen, in diese Weltenferne herausgekommen, hatte auf dem Grödener Joch bei einem alten, wortkargen ladi- nischen Hüttenwart einen Holzhackerschmarren und eine harte Matratze zur Nacht erhalten, hatte mit Schnee und Steilhängen um den Blick der Gipfel gekämpft, und hatte mich nun wieder aufgemacht, um aus dieser herben Wahrheit in die Täler zurückzukehren in den Süden und in den Traum. Stille ringsum und Einsamkeit. Der gewaltige Latemar stand wie ein Alter aus der Vorzeit der Riesen, die Wolken fegten um feine Wände, die Stürme pfiffen in feinen Kaminen, meine einsame Skispur und mein klopfendes Menschenherz waren ^Steinhäger Urquell verkannt, weil die Zahl der Selbständigen schließ» lief) ja nur einen Bruchteil ausmacht von der so hohen Ziffer der beschäftigten Erwerbspersonen. Vergessen wir deshalb nicht, daß bei der Volksund Berufszählung von 1933 im Deutschen Reich über 5,3 Millionen felbftänbig E r» roerbstätige gezählt wurden. Wenn jeder dieser Selbständigen damals nur einen einzigen Arbeiter oder Angestellten hätte mehr beschäftigen können, dann hätte es die furchtbare Millionen-Arbeitslosig- keit in unserem deutschen Vaterlande überhaupt niemals gegeben. V sichern versucht. Zu den freiwilligen Mitgliedern > btr Invaliden- oder Angestelltenversicherung ge= hirten nur die Wenigsten. Während aber die N ichsversicherung sich bemühte, für die Jnvaliden- urj) Angestelltenrenten die Folgen der Inflation nmglichst auszugleichen, ist das ersparte Vermögen birr wirtschaftlich Selbständigen zum größten Teil d rloren gegangen. Das gilt für die Alten ur:ter ihnen. Die Jüngeren wurden aber durch diese A rhältnisse vor die Aufgabe gestellt, mit der Vorst ge für das spätere Alter von vorne zu beginnen. !'«’ Sozialpolitik der Selbständigen trat plötzlich als Mtelpunkt dieser Bestrebungen in Erscheinung. 3s wäre faljch, etwa annehmen zu wollen, die vl-antwortlichen Stellen unserer Staatsführung würben dem von der Frage der Selbständigen aus- Berlin, 14. April 1937. I In diesen Tagen der Schulreform ist auch das Verhältnis zwischen Bildung und Soldatentum mehrfach eindringlich erörtert worden. Das geschieht in besonders wirksamer Weise in dem Buche von Dr. Bruno H. Jahn „Die Weisheit des Soldate n", Keil- Verlag, Berlin SW. Der Wert dieses Buches geht schon daraus hervor, daß der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Frhr. von Fritsch, das Buch in feinem Geleitwort als einen wertvollen Beitrag zum militärischen Schrifttum der Gegenwart bezeichnet. lieber die Frage Bildung und Soldatentum führt der Verfasser u. a. aus: Ein gesundes Schulwesen ist für die Wehrhaftigkeit eines Volkes entscheidender als die sogenannte „vormilitärische" Jugendausbildung, in der die Gefahr eines seelischen Müdemachens und militärischen Verbildens liegt. Kinder müssen unbehindert spielen dürfen; denn das Spiel ist die kindliche Form des Erlebens und Erfahrens. Sie begreifen die Wehrhaftigkeit besser im Spiel „Trapper und Indianer" oder „Räuber und Gendarm" als in noch so sorgfältig angelegten Felddienstübungen, deren Sinn' ihr Vorstellungsvermögen überschreitet. Ein Rekrut mit offenem Kopfe und ernftem sittlichem Wollen, der noch nie ein militärijches Kommando gehört hat, wird schneller und zuverlässiger ein guter Soldat werden als der, der als Kind schon gedrillt wurde und darum den nötigen Eifer nicht mehr aufbringen kann und dem erst die Einbildung genommen werden muß, schon alles zu wissen und zu können — mag sich jener im Anfang auch „dusseliger" anstellen als dieser. Gottlob ist die deutsche Jugend im nationalsozialistischen Staate vor derart mißverstandener .vormilitärischer" Jugendausbildung durch die Weijung der Reichsjugendführung geschützt. Mit der schnelleren Lernfähigkeit des Gebildeten rechtfertigt fich militärisch die kürzere Dienstzeit des „Einjährigen" vor dem Kriege — wenn nach der Erprobung des Weltkrieges eine solche Rechtfertigung noch nötig ist. Mit dieser Feststellung sollen beileibe nicht die übrigen Vorrechte der früheren „Einjährigen" verteidigt werden; ihnen wird kein volksbewußter Soldat nad)trauern. Vor allem kann es jedem Gebildeten nur dienlich fein, eine Zeitlang in eng ft er Gemeinschaft mit der Jugend des ganzen Volkes zu leben, und ebenso nützlich wird es dem Angehörigen der übrigen Stände sein, in der soldatischen Kameradschaft zu erfahren, daß die Gebildeten nicht aus einer fremden Welt stammen, sondern Kinder seiner eigenen 21 r t sind. Im allgemeinen haben die Gebildeten im Kriege trotz scheinbar oder angeblich geringerer Körperkräfte eine Leistungsfähigkeit gezeigt, die der Leistungsfähigkeit der körperlich arbeitenden Stände zum mindesten nicht nachstand. Alle menschlichen Anstrengungen stoßen immer wieder auf sich ständig verstärkende Ermüdungspunkte, die der Wille überwinden muß, und der Wille ist, sobald es nicht um bloße Selbstbehauptung geht, immer ein Ausfluß des Geistes. Wer sich im Weltkrieg gefüllten Abschnitt der Sozialpolitik weniger Beachtung schenken. Daß dies nicht zutrifft, zeigt zum Beispiel der bekannte Brief des Staatssekretärs Dr. Krohn im Reichsarbeitsministerium, den er am 5. November v. I. an den Reichsstand des deutschen Handwerks, das „Deutsche Handwerk" in der DAF. und an das Sozialamt der DAF. über die Frage der Altersversorgung der Selbständigen des Handwerks richtete. Der Staatssekretär schrieb hier davon, daß viele Selbständige, besonders in jüngeren Jahren, die Erwartung hegten, im Laufe ihrer Berufstätigkeit den notwendigen Spargroschen zurücklegen zu können. „Nur zu ost", fuhr Dr. Krohn dann fort, „geht aber diese Hoffnung nicht in Erfüllung. Infolgedessen muß mancher Meister, wenn er das Nachlassen feiner Arbeitskraft spürt, mit Bedauern feststellen, daß er zwar viele Jahre hindurch für feine Gefvlgschafts- mitglie'ber Beiträge entrichtet, für f i ch selber aber nicht gejorgt hat." Der Staatssekretär teilte dann mit, daß er bereit sei, der Reichsregierung die Alters- und Jnvaliditätsversorgung der Selbständigen im Wege einer sozialen Pflichtversicherung vorzuschlagen, „wenn dies den Wünschen der Beteiligten entspricht". Der Reichsstand des Handwerks hat den Brief des Staatssekretärs zunächst den Landeshandwerksmeistern zur Kenntnis gebracht, um eine Stellungnahme aus dem Lande zu erhalten. Jetzt ist vom Reichsstand ein vorläufiger Vorschlag als Antwort auf das Schreiben des Staatssekretärs veröffentlicht worden. Wie gesagt, es handelt sich noch nicht um eine endgültige Stellungnahme, sondern nur um einen vorläufigen Vorschlag. Nur in einem Punkt ist die Stellungnahme bereits endgültig. Er aber betrifft den Wunsch der Selbständigen im Handwerk, bei der Alters- und Invaliditäts- Versorgung nicht den Versicherungsgrund- s a tz zugunsten einer beitragfreien, aus Steuermitteln gespeisten Staatsbürgeroersorgung aufgeben zu wollen. Die jüngeren Selbständigen sollen also — mindestens moralisch — verpflichtet werden, durch eigene Beitragsleistung im Weae des Versicherungsgrundsatzes, sei es durch Abschluß einer Lebens- oder einer Rentenversicherung, einen Rechtsanspruch auf spätere Gegenleistung für die Sicherung ihres Alters zu erwerben. Den Aelteren und besonders den alten Meistern kann damit allerdings nicht mehr geholfen werden. Deshalb spricht sich der vorläufige Vorschlag des Reichsstandes weiterhin für eine aus Zwangsbeiträgen von allen Selbständigen des Handwerks zu bildende Unter- stützungskasse aus. Aus ihr sollen dann den Alten „nach Prüfung ihrer Würdigkeit und Bedürftigkeit als freiwillige Leistung ohne Rechtsanspruch Unterstützungen" gewährt werden. Im Handwerk und Handel sind die Mehrheit derjenigen, die von der Sozialpolitik der Selbständigen unmittelbar berührt werden. Aber noch weitere wichtigste Berufsstände sind hier zu nennen. Es genügt, auf die freien Berufe hinzuweifen: die Aerzte, die Rechtsanwälte, die im Sinne einer aktiven Sozialpoliti Selbständigen zu wirken. So sind Bestrebung, verzeichnen, dem Familienstand und der Ki z:sammenbrechender Mittelstand zwangsläufig das Slrbeitertum unb die Angestelltenschaft mit sich in he Tiefe reißen. Sozialpolitik der Selbständigen. Äon Dr. Erich Schmidt, Äerlm. Was soll das eigentlich: Sozialpolitik der Selb- Itändigen? Der Begriff der Sozialpolitik wird von h-en meisten anders gedeutet. Sie verbinden mit ihm nur Schutz- ober Fürsorgemaßnahmen für die wirtschaftlich abhängige Arbeit. Selbstverständlich ist hierin das Hauptgebiet der Sozialpolitik zu sehen. Uber sie darf sich damit nicht erschöpfen. Es ist lalsch, nur so die Sozialpolitik deuten zu wollen. In dem reichen Vorkriegsdeutschland hatten das allerdings die wenigsten erkannt. Man sah die so- iale Frage für jeden gewissermaßen als gelöst an, wenn er d i e wirtschaftliche Selb st an» h i g f e i t, das Arbeiten auf eigene Rechnung, er- ! wicht hatte. Daß es aber eine wirklich erfolgreiche i Sozialpolitik überhaupt nicht geben kann, ohne ge» itibe auch der selbständigen Arbeit das größte Lugenmerk zu schenken, das wurde vor dem Kriege nter den Wirtschaftswissenschaftlern wohl nur von Luhland gesehen, dessen System der politischen Monomie erst das nationalsozialistische Deutsch- Innl) an den verdienten Platz der Beachtung gesellt hat. RuhUand hat einmal angeknüpft an das Wort ivn Geheimrat Kirdorf: „Sucht die Ar- leitsgelegenheit möglichst zu vermehren, tann ist die soziale Frage gelöst." Ruhland hat scnzugefügt, daß er diesem Satz folgende Formu- erung geben möchte: „Sucht die selbständige Irbeitsgelegenheit tunlichst zu erweitern, und die lohnfrage wird zur Hälfte gelöst sein." Ruhland at das auch begründet „Nach oben", schrieb er, .wird der Lohn der Hilfsarbeiter (so nennt Ruhland e Arbeiter im engeren Sinne des Wortes, 6. 23.) ^rerizt durch den Arbeitsertrag der selbständigen Irbeit. Daß aber innerhalb dieser Grenze die be= < chtigte Höhe erreicht werde, bleibt wesentlich von er Leichtigkeit des Auf st eigens der ilfsarbeiter in selbständige Stel- ungen und von der Tüchtigkeit der sozialen irZiehung der Heranwachsenden Arbiter zur Arbeitsamkeit und Spar- i m t e i t abhängig." 5»ie „stillen Gäste" sind Spukgestalten in einem dschlößchen der Passauer Erzbischöfe, die ruh- lcsim Ueberlebenden und schattenhaften Akteure ein s galanten Abenteuers mit Liebe und Tod aus dr verschollenen Rokoko. Diese stummen Figuren - Graf und Gräfin, der schöne Venezianer Barnaba, die Zofe Gotelinde, der Schloßkastellan Qi), rian, sie alle geleitet und eingeführt vom Tode im Marrenkleid — sollen nicht eher erlöst sein und 3une finden von ihrem späten Geisterdasein, bis Uuii innig Liebende sich im Schlößchen zur ersten Acht ihres Beisammenseins finden. * '2ber bevor die wahre, schlichte und herzensein- filtige Liebe sich im verwunschenen Gartensaal fin- Kt, schlingt sich ein wilder Reigen der WUllust und ivichen Verliebtheit um den verwaisten Bischofssitz trfc das nahegelegene Dorf. Da ist die hitzige, c.'Kcnbe Metzgerswitwe, die das Schlößchen an Es ist hier nicht der Raum, diese Gedankengänge rrtzuführen. Sie sind ja auch eindeutig und klar c nug. Sie zeigen vor allem — und deshalb haben iir sie herausgestellt —, daß die Frage der So- znlpolitik der Selbständigen nichts mit Standes- | dunkel oder Sonderwünschen zu tun hat, sondern nz im Gegenteil eine der Kernfragen der Sozial- p-litik überhaupt ist. Ruhland hat schon recht; ge= Mde Mittelstandspolitik bringt auch die Frucht o. sunder und aufsteigender Verhältnisse für die n.rtschaftlich abhängige Arbeit. Umgekehrt muß ein Gießener Giadttheater. Richard Billinger: „Stille Gäste". Der Oesterreicher Richard Billinger, aus Sankt Marienkirchen gebürtig, in München lebend, begann nit Gedichten, schrieb später Romane — „Die Asche e> Fegfeuers", „Das Schutzengelhaus", „Lehen u- Gottes Hand" — und wurde einem größeren i’ife in Deutschland mit Stücken wie „Rauhnacht", lie Rosse", „Das Perchtenspiel" und „Die Hexe oi Passau" als Dramatiker bekannt. Die Mehr- ahl dieser Werke ist der österreichisch getönten, iiierlidien Umwelt Dillingers entwachsen, und es Met sich in den meisten von ihnen auch jene ic=ntümüd)e Mischung sehr verschiedener und einiger widerstrebender Elemente, welche die 1933 in iespzig uraufgeführte Komödie von den stillen ßiifiten kennzeichnet. * 5s mischt sich darin auf eine wunderliche Weise ’ rusches und Ueberirdisches, Frommes und sehr sittliches, Romantik und Realistik, Traumspiel und ^c-bheit, handfestes Bauerntum aus dem Jnn- ; iictel und ein Gespensterspuk wie aus dem Rank tenkabinett Wedekinds und der Expressionisten, Ne der echten Komödie und Bestandteile des er- riibten Schwanktheaters. Was Billinger vorge- d)Debt hat bei der Konzeption dieses Stückes, war ’C^I der Griff „ins volle Menschenleben", eine r Ringelspiel — so sagt man in feiner Heimat — hicr Marionettenreigen menschlicher Narrheit und ie: liebtheit. Fernando d e Valle, in der Morgenfrühe des Abschiedstages zum Campo hinausbringt. Kunstgerecht werden wir drei Glücklichen in die Anzüge gestaut und mit dem Fallschirm versehen, während die Maschine einer letzten Prüfung unterzogen wird. Schon bin ich im Beobachtersitz angeschnallt — klar zum Start! Vor mir am Führersitz der Capitan Cevallo, genannt der „Diablo rocho“, weil er wie der Teufel fliegen kann und seines unverkennbar mexikanisch-indianischen Einschlags wegen. Gern hätte ich das wetterharte, scharf geschnittene Ge- sicht mit der Adlernase festgehalten, das mich aus dem Fliegerhelm ermunternd anschaut. Der Motor donnert, und schon hebt sich die Maschine vom Rollfeld und schraubt sich hinauf in den blauen Morgenhimmel. Schnurstracks geht es über die Stadt, die wie eine Karte unter uns liegt, schmuck und sauber um Zentrum und Capitolio gebreitet — ein unvergeßlicher Eindruck, hin zum Hafen, wo unwahrscheinlich klein und spielzeughaft unser braves Schiff inmitten zahlreicher Dampfer liegt. Der Capitan ist einer der besten Flieger Kubas, so hat man mir wenigstens mit liebenswürdigem Lächeln versichert, und das weiß er auch! Freundlich grinsend lehnt er sich zu mir herüber^ "deutet schräg nach unten und schon stößt er wie ein Habicht in sausender Fahrt auf das Schiff herab, das wir Sekunden später in Deckshöhe umkreisen. Meine Division tritt gerade auf der Back zur Musterung an, ich winke heftig, wobei mir der Arm schier abgerissen wird vom heftigen Fahrtwind — und schon sind wir wieder einige hundert Meter gestiegen und schweben über der weißen Brandungslinie der Playa. Alles geht viel zu schnell, um das vielseitige Bild, das sich da unter mir breitet, voll aufzunehmen. Nun zeigt mein trefflicher Pilot mir eine kurze Probe seiner Geschicklichkeit und der Leistungsfähigkeit seiner Maschine. Mit der Hand zeichnet er eine elegante Kurve in die Luft und schon zieht er „die Kiste" aufheulend hoch — alles geht in Sekunden vor sich, ich habe plötzlich das blödsinnige Gefühl, die Erde über mir und den Himmel zu meinen Füßen zu haben — und schon gleitet der Vogel in leichtem Bogen wieder in die Horizontale. Das war also mein erster Looping! Es ist nicht viel anders das Gefühl, wie ich es stets als Fluggast gehabt habe: wenn man selber am Steuer sitzen könnte, wäre die Sache ohne Frage reizvoller und wahrscheinlich gar nicht unangenehm. Während ich mich so also auch geistig wieder „in die Horizontale" begebe, schweben wir auch schon über dem Flugplatz, und mein vortrefflicher Steuermann fetzt zum Landen an. Ein Schluck heißer Kaffee an der Theke ist nicht verkehrt — dann wird schnell umgezogen und in drei Autos geht die Fahrt mit den inzwischen landfein gemachten Fähnrichen durch die Stadt zum Hafen, wo uns die Pinasse bereits erwartet. Nach der Schiffsbesichtigung, die großes Interesse findet, sind wir alle zusammen noch zu einem Abschieds-Daykiri zu Bacardi gebeten, dessen Vorstandsmitglied, zugleich finnischer Konsul, Signor de Soto, mir viel Interessantes an Eindrücken in Havanna vermittelt hatte. In eilender Fahrt geht es dann noch ein letztes Mal hinaus an die Playa, wo wir im Military-Club gemeinsam essen. Echte Kameradschaft und ehrliche Sympathie haben die kubanischen Offiziere unentgegengebracht, die wir häufiger mit ihnen zusammenkamen, und wir halten mit unserer Anerkennung für das Gesehene nicht zurück. Ohne Frage hat auch hier das Beispiel der großen nationalen Führer Europas ein gut Teil an dem Erfolg dieses erstaunlichen Aufbauwerkes einer selbstbewußten kleinen Nation. Mit seiner schlagfertigen Wehrmacht von 15 000 Mann und der fast ebenso starken Polizeitruppe verfügt die Regierung, solange ihre Wünsche und Absichten sich mit denen des ungeheuer volkstümlichen Obersten B a t t i st a decken, über ein Machtinstrument, das sie jederzeit in die Lage versetzt, Ruhe und Ordnung im Innern aufrechtzuerhalten und jede von außen her drohende Revolutionsge- fahr zu bannen. Im Hintergrund steht der schützende Arm der U S A., denen der Staat wirtschaftlich noch immer sehr stark verschuldet ist und die fast die gesamte Ausfuhr des Landes aufnehmen. Durch Amerikas Eingreifen wurde der Freiheitskampf der ursprünglich spanischen Kolonie 1898 zu Gunsten der Kubaner entschieden. 1902 erhielt Kuba seine volle Souveränität unter politischer und wirtschaftlicher Anlehnung an Uncle Sam, der die günstige strategische Vorpostenstellung hier im Süden geschickt auszubauen verstanden hat. Die deutsche Einfuhr ist in den letzten Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen. Die stabilsten Wirtschaftsfaktoren des an sich reichen, aber verschuldeten Landes, sind nach wie vor der vorzügliche Tabak und der Zucker, wenn auch der Letztere durch den Rübenzucker etwas zurückgegangen ist. Darüber hinaus wird Edel - und Farbholz, sowie M a n n s ch a f t s st a n d e ein Weg zur Offizierslaufbahn offen sein muß, ist für das Volksheer so selbstverständlich, daß es eigentlich nicht erwähnenswert ist Grundsätzlich ist' aber auch für den Offizier des Volksheeres und gerade für ihn, der feine Führerschaft aus sich selbst begründen muß, eine gute und gediegene Schulbildung nicht zu entbehren. Die Güte der Offizierschaft des Volksheeres und damit der Wert der Wehrmacht ist also wesentlich vorbedingt von der Güte der höheren Schulen. Holland im Pazifik. Don unserem 6.O.-Berichterftatier (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Batavia, im März 1937. Die Sorge um die eigene Sicherheit zwingt die Holländer in ihren ostindischen Besitzungen immer mehr zu einer straffen Eingliederung in das Verteidigungssystem der „P a x b r i t a n n i c a“, aber dafür fühlen sich die großmächtigen Briten ihrerseits um so stärker zu einer Politik guter Nachbarschaft verpflichtet. Jahrhundertelange Eifersüchteleien zwischen den beiden nahe verwandten Eroberern mußten vor einer Notgemeinschaft zu gemeinsamer Abwehr drohender Gefahren zurücktreten. Auf niederländisch-indischer Seite hat man diese Wendung keineswegs zu bedauern. Der Brite muß nach wie vor die Hauptlast der „Bürde des weißen Mannes" trugen, während der Niederländer um so freier und unbekümmerter den wirtschaftlichen Vorsprung des reichen Vettern einzuholen suchen kann. Bezeichnend sind die Vorteile, die die nieder- ländisch-indischen Zinnproduzenten gerade aus Gleichschaltungsmaßnahmen herauszuschlagen wußten, die ursprünglich bestimmt schienen, sie britischer Konttolle zu unterwerfen. Dor der Abwertung des Guldens um rund 30 v. H. verstanden sie es, die hohen Preise, die ihnen die Zugehörigkeit zum Internationalen Zinnkartell sicherte, dazu auszunutzen, durch Rationalisierungsmaßnahmen ihre Erzeugungskosten um etwa 40 v. H. zu senken. Die Guldenabwertung versetzte sie dann mit einem Schlage in die Lage, auf gleicher Kalkulationsgrundlage mit den Produzenten in Britisch-Malaya in Wettbewerb zu treten. Beim wichtigsten Betrieb, dem der Banka-Zinn-Mine, die sich fast vollständig im Besitz der Regierung befindet, beliefen sich die Produktionskosten noch 1932 auf etwa 1250 Gulden je Tonne, während damals nur ein Verkaufspreis von 1144 Gulden erzielt werden konnte; inzwischen aber wurden die Erzeugungskosten aus 681 Gulden je Tonne herabgedrückt. Da die in den letzten Jahren auf den zwischen Sumatra und Borneo gelegenen Inseln Banka, Billiton und Singkep vorgenommenen Erschließungsarbeiten die gesamte Zinn- Produktionsfähigkeit Niederländisch-Jndiens beträchtlich steigerten, so sieht man in interessierten britischen Kreisen mit Sorge dem Zeitpunkt entgegen, wo bei wieder eintretendem freien Wettbewerb die Zinnminenwirtschaft in den Malayenstaaten ins Hintertreffen geraten könnte. Nicht viel anders liegen die Dinge auf dem 0'ummimartte. Hier verfügt die niederländisch- indische Regierung im Eingeborenen-Kaut- s ch u k über eine gefährliche Wirtschaftswaffe. Im Jahre 1894 betrug der Anteil der Eingeborenen-Be- völkerung in Niederländisch-Jndien an der Gesamt- ausiuhr landwirtschaftlicher Erzeugmsse^erst 11 v. H., 1925 bereits 36,4 o. H., 1933 40,8 v.^., um seitdem wieder etwas zurückzugehen, jedoch neuerdings wieder zu steigen. Das wurde im wesentlichen verursacht durch die sich in aller Stille vollziehende gewaltige Ausbreitung der Beteiligung der Eingeborenen an der Kautschuk-Kultur in den niederländischen Besitzungen außerhalb Javas. Während die holländischen Plantagenbesitzer durch innenpolitische Maßnahmen gegen diese großenteils wilde Konkurrenz einigermaßen geschützt werden können, richtet sich ihre scharfe Schneide um so verheerender gegen die englische Pflanzungswirtschaft. Zwar wurde auch die Kautschuk-Erzeugung der Eingeborenen den Restriktionsoereinbarungen unterworfen, aber dafür wird der Kampf gegen die Hydra des Schmuggelgeschäfts um so hoffnungsloser. Eine weitere unerwünschte Folge der Restriktion ist die Tatsache, daß viele Eingeborene ihre Lizenzen gegen 45 Cents je Kilogramm verkaufen, da sie so ohne jegliche Arbeit einen ausgezeichneten Ertrag aus ihren Kautschukbäumen beziehen. Mögen nun letzten Endes auch die Interessen der holländischen Pflanzer durch den Wettbewerb der Eingeborenen beinträchtigt werden, so bringt doch d.eren Kaufkraftsteigerung eine Wirtschaftsbelebung mit sich, die allen Kreisen der niederländisch-indischen Geschäftswelt und der Verwaltung zugute kommt, während die Engländer in ihren Produktionsgebieten nur störende Wirkungen zu spüren bekommen. Leider ändert jedoch die Verschiebung wirtschaftlicher Schwerpunkte zugunsten Niederländisch-Jndiens und zuungunsten der Engländer nichts daran, daß japanischeundchinesischeEinslüsse die europäische Kolonialmacht allenthalben unaufhaltsam zersetzen. An Zahl sind die auf Java und anderwärts in Niederländisch-Jndien lebenden Japaner gering, aber man gewinnt den Eindruck, daß es sich um Leute handelt, die im Mutterlande sorgfältig dafür ausgesiebt wurden, auf vorgeschobenen Posten ihrem Vaterlande unauffällig besondere D i e n st e zu leisten. Sie betätigen sich vorzugsweise als Kaufleute, Photographen und Barbiere, vereinzelt auch als Arbeiter auf neugegründeten Plantagen. Höflich und zuvorkommend im Umgang, sauber und adrett in Kleidung, harmlos im Gebaren, großzügig in Geschäften, bemühen sie sich peinlich, jeden Verdacht zu entkräften, als ob sie noch zu etwas anderem da seien, als in einem fremden Lande redlich ihren Unterhalt zu verdienen. Ungezwungener können sich die C h i n e s e n geben. Man weiß, daß sie im allgemeinen in der Fremde keinerlei politische Absichten verfolgen. Beunruhigend wirkt nur ihre emsige Geschäftigkeit und das starke Anwachsen ihrer Zahl auf den Plantagen und in den Städten. Fast alle neu entstehenden Märkte sind Schöpfungen ihres Unternehmungsgeistes. Sie Haden es unter den handelsuntüchtigen Javanern leicht, im Handel rasch zu Wohlstand zu kommen. Sie geben sich im Verkehr mit Europäern offenherziger als die Japaner und gewinnen entsprechend leichter deren Zuneigung. Japan setzte im Jahre 1936 in Niederländisch- Jndien mehr als 350 Millionen Quadrat-Pards Baumwollen-Tuch ab, England nur 27 Millionen. Das geht hauptsächlich Lancashire an, aber die wachsende Vorliebe der Eingeborenenmassen in den europäischen Kolonialgebieten rund um das Indische Meer für die Japaner erhöht außerordentlich die Wettbewerbsfähigkeit Japans auf dem Frachtenmärkte, gegen die holländische Linien schwerer aufkommen können als englische. Die Häfen Niederländisch-Jndiens waren bisher grundsätzlich den Schiffen aller mit Holland befreundeten Nationen geöffnet. Am 1 Februar 1937 trat aber ein neues Gesetz in Kraft, das zum ersten Male einen U n- terschied zwischen Seehäfen und Küstenplätzen macht. Nur die als „S e e h ä f e n" bezeichneten Häfen stehen fortab den Schiffen unter fremder Flagge offen, während alle „Küsten- Plätze" grundsätzlich der holländischen oder niederländisch-indischen Schiffahrt vorbehalten bleiben. Dieses Gesetz richtet sich so gut wie ausschließlich gegen japanische Interessen, da nur Japaner in nennenswertem Umfange in die niederländisch-indische Küstenschiffahrt eingedrungen waren. Sonst werden nur noch europäische Kopra- Charters von der Aenderung betroffen. Wenn England nach den napoleonischen Kriegen dem kleinen Holland gestattete, sich nach wie vor im indopazifischen Raume als koloniale Macht breitzumachen, so geschah es, um es gleichsam von der Hauptmasse des europäischen Festlandes auszusondern und an sich zu fesseln, dafür abeiSim besonderen Frankreich und Deutschland um so rücksichtsloser von seinen Handels- und Schiffahrt4- rnonopolen ausschalten zu können. Diese bevorzugte Behandlung hat im holländischen Nationalcharakter dauernde Spuren hinterlassen, aber gerade die jahrhundertelange politische Absonderung Englands von den Kernlanden des europäischen Festlandes macht heute die Rolle Hollands, innerhalb der britischen Machtsphäre im indopazifischen Raume Festland- Europa gewissermaßen vorzugsweise zu vertreten, um so ungemütlicher. Langsam beginnt den Holländern in Niederländisch-Jndien das kontinentaleuropäische Gewissen zu schlagen. Hätte sie die britische Freundschaft weniger gehindert, für die Erschließung ihrer kolonialer Hilfsquellen die Kraftreserven der Deutschen und anderer Kotinental- europäer mit heranzuziehen, so würden sie wirksamere Schutzdämme gegen die „steigende Flut der Farbigen" haben aufrichten können. Auch die ungeheuren Aufwendungen Englands für die Verteidigung Singapores können sie heute kaum mehr darüber hinwegtäuschen, daß sie sich innerhalb der „Pax britannica" nicht mehr geborgen fühlen können, solange England fortsährt, gegen Deutschland und Mitteleuropa eine Art Belagerungszustand aufrechtzuerhalten, um sich nach wie vor gegen unbequeme, aber berechtigte koloniale Forderungen sperren zu können. Niederländisch-Jndien kann seine eigentliche kolonialpolitische Sendung nur erfüllen, wenn es das Mutterland zur Mitwirkung an einer großeuropäischen Weltpolitik zu bestimmen vermag, die die führenden Kolonialmächte von ihrem starrsinnigen Beharren auf Monopolansprüchen abzubringen und gewaltige, heute durch innereuropäische Schwierigkeiten gebundene Kräfte für die Verteidigung des abendländischen kolonisatorischen Spielraums freizusetzen vermöchte. Die Errichtung der Heeresarchive. M 1 1 > M ■ Unser Bild zeigt Generalleutnant Dr. h. c. o o n 3t a b e n a u bei der Eröffnungsansprache. In der ersten Reihe von links: General der Artillerie Beck, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Reichsminister Dr. Frick, Reichskriegsminister von Blomberg. (Weltbild-M.) Potsdam, 16. April. (DNB.) Am Freitagvormittag wehte zum ersten Male wieder die Reichskriegsflagge auf dem Gebäude der alten Kriegsschule auf dem Brauhausberg, dem jetzigen Heeresarchiv Potsdam. Mit einer kurzen militärischen Feier wurde die Errichtung der Heeresarchive begangen. Der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Aciillerie Beck, begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere den Generalfeldmarschall von Blomberg, den Reichsminister Dr. Frick und den Generalobersten Freiherrn von Fritsch. Eine große Ehre erblickte General Beck in der Anwesenheit des österreichischen Bundesministers des Innern, Dr. von Glaise-Horstenau, des früheren Direktors des Kriegsarchivs in Wien. Der Wunsch sämtlicher Chefs der Generalstäbe der alten Armee nach eigenen Archiven sei durch die jetzt im Dritten Reich möglich gewordene Reform des Heeresarchivwesens erreicht. General Beck schloß seine Ansprache mit der im Sinne des Lehrmeisters des Großen Generalstabes, des Generalfeldmarschalls Grafen von Schliessen liegenden Forderung, daß das Personal der Heeresarchive immer bereit sein müsse, die vorhandenen bedeutenden Schätze zu heben und methodisch zu ordnen, neue Erwerbungen entsprechend einzugliedern, für die Erhaltung des kostbaren Materials zu sorgen und die Benutzer bei ihren Arbeiten wirksam zu unterstützen zum Nutzen des Heeres, der gesamten Wehrmacht und der Wissenschaft. Nach einem Vortrag des Chefs der Heeresarchive Generalleutnant Dr. n. c. von Rabenau über die Entwicklung des Gedankens der Heeresarchive und ihrer Aufgaben, gab die Besichtigung einer Ausstellung historischer Dokumente einen vortrefflichen Ueberblick über das kostbare Archiogut, das sich in den Heeresarchiven Potsdam, München, Dresden und Stuttgart befindet. Der Gang durch das große, nach den neuesten Erfahrungen gebaute Magazin ließ die gewaltige Menge der allein im Heeresarchiv Potsdam aufbewahrten Akten erkennen und zeigte die Art der Ordnung, Pflege und Aufbewahrung der Atten und des wertvollen Bild- und Kartenmaterials. Mitder„SchiesVig-Solstem"ausSchlllschiMeise Don Karl Friedrich Birnbaum, Kapitänleutnant. XIV. Sei der cudamschen Armee. In See im März 1937. Am nächsten Tag ist der große Empfangs- abenb der deutschen Kolonie angesetzt; leider habe ich Wache. Dafür darf ich am folgenden Tag zweihundert Mann zur Besichtigung einer der großen Brauereien führen, auf deren eigenem Fußballplatz ein Wettspiel ehrenvoll gegen die überlegene kubanische Mannschaft verloren wird, und wo hinterher das gute Polar-Bier im Garten der Brauerei zu dem vom deutschen Bund liebevoll bereiteten Picknick vortrefflich mundet. Der Braumeister ist, wie hier draußen üblich, bajuvarischer Herkunft und zeigt uns voller Stolz eine Probe des guten Hopfens, den er aus der Heimat bezieht. Ein Frühstück, zu dem der auf der Durchreise befindliche Marineattache aus Washington Konteradmiral Witthöfft-Emden den Kommandanten und einige Offiziere gebeten hat, verläuft im Hotel National äußerst angeregt. Das erst vor wenigen Jahren errichtete Hotel, das wir bei dieser Gelegenheit kennenlernen, hat bereits eine Geschichte. Hierher, wo jetzt die reichen amerikanischen Touristen aufs komfortabelste wohnen, hatten sich bei der Revolution im Jahre 1934 die regierungstreuen Offiziere zurückgezogen und wurden tagelang regelrecht belagert, wobei das Hotel von zwei Seiten sogar mit Artillerie beschossen wurde, ohne allerdings ernstlich getroffen zu werden. Die Belagerung endete mit der Ergebung der Offiziere an den heutigen Militärdiktator der Insel, Oberst Battista — heute sind die meisten von ihnen längst wieder in Freiheit und zum großen Teil überzeugte Anhänger der neuen Richtung geworden. Von der gewaltigen militarisch-organisatorischen Leistung Battistas haben wir am Tage vorher, am historischen Nationalfeiertag der Unabhängigkeitserklärung vom Jahre 1898, ein eindrucksvolles Bild gewonnen. Eine mächtige Tribüne ist neben dem Capitolio für die Ehrengäste errichtet. Von hier aus sehen wir, eingeleitet durch den schneidigen Vorbeimarsch einer Ehrenkompanie unseres Schiffes, fast die gesamte Wehrmacht und Polizei Kubas vor ihrem Präsidenten paradieren. Truppe und Ausrüstung machen einen ausgezeichneten und disziplinierten Eindruck, der sich bei einer Besichtigung des großen Militärlagers Columbia-Camp draußen vor der Stadt am folgenden Tage noch bestärkt. Voller Stolz zeigt uns ein Kompanieführer feine Kaserne. Große luftige Schlaf- und Wohnsäle, eigene Küche, Wäscherei, Kantine, alles blitzsauber, modern und praktisch eingerichtet. Genau so sehen die übrigen Kasernen aus, und das ganze Kasernement ist planvoll um das jeweilige Stabsgebäude gruppiert. Hier draußen hat auch Battista seine große schöne Villa, die neben dem Offiziersheim liegt, freundlich flankiert von den Häuschen der Offiziere und verheirateten Unteroffiziere. Es gibt Infanterie, Kavallerie und leichte motorisierte Verbände, ein Artillerieregiment liegt am anderen Ende der Stadt und das Interessanteste: ein neuzeitlicher Flugplatz mit einer modernen Bomber- und Kampffliegerstaffel amerikanischer Herkunft und eine Fliegerschule. Gerade die Fliegeroffiziere, die ich hier kennenlerne, und der Nachwuchs, 12 Fähnriche, machen einen ausgezeichneten Eindruck und sind mit Recht stolz auf das in wenigen Jahren Geleistete. Die Fliegerschule mit ihrem stattlichen Flugzeugpark wird besichtigt, die Hallen und Werkstätten, wo ganze Rümpfe und Flügel hergestellt werden können und alle Reparaturen ausgeführt werden. Nur wenige amerikanische Instrukteure und Facharbeiter sind noch vorhanden, überall ist bereits einheimischer Nachwuchs herangebildet. Gerne gehe ich auf die Bitte des Schulleiters ein, einigen Offizieren und den Fähnrichen am nächsten Tag das Schiff zu zeigen. Zum Dank bekomme ich die einzigartige Gelegenheit, am selben Tage im Flugzeug über Stadt und Hafen von Havanna zu kurven. Sauber ausgerichtet stehen die drei gelben Vögel auf dem grünen Startplatz, als uns der Wagen meines besonderen Freundes, des Flugkapitäns Oie Medaille des Deutschen ZRoten Kremes. W 4-v) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes hat als unterste Stufe des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes eine „Medaille des Deutschen Roten Kreuzes" eingeführt für erfolgreiche Tätigkeit in langjähriger treuer Pflichterfüllung im Dienste des Roten Kreuzes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Santo züglich' gebaut- $ eine M Havant s ff* dentis tige unL SÄ ts« SÄ $ann,Dl wird, W Dorarbeu So ha unseres der mit I [rieben wcr in den Sch zogen gesch wo sich Buddhisten sie sich nie Sieg, bis Osaka die Bedinguni in Japan dieser. Llro gopon e Streit W to eine g Sieg, öen 1 M Überfall' Die St in den l danken d anfangen Maße bei catur in Konservei Ingenien! Konserve! ausbreitei Daraus t erneutes1 Kunden r Landstraß schwemm Decatur biichsen. Auf In bieje W.LKnle tätigfeit be ruhmtesten MMg Er hat in ausgenvmr Har, Gele, Wt«k voll btui ,St So« M O b st in größeren Mengen ausgeführt. Ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz verbindet die Anderthalb - Millionenstadt mit den wichtigsten Städten der Insel: Camaguey, Santiago de Cuba, Santa Klara und Trinidad Die Straßen sind vorzüglich, aber nur in der Umgebung der Städte ausgebaut. Ihre Weiterentwicklung ist jedoch nur noch eine Frage der Zeit Durch seine günstige Lage hat Havanna' ausgezeichnete Dampferverbindungen mit der Neuen und Alten Welt. Leider ist die große deutsche Kolonie, von der wir viele prächtige und tüchtige Menschen kennengelernt haben, noch nicht so geschlossen, wie es wünschenswert und notwendig wäre. Diel trägt hierzu die große Entfernung von der deutschen Heimat und die Nähe der Vereinigten Staaten mit ihren uns so wesensfremden geistigen und politischen Strömungen bei. Wir hoffen, daß wir dem klugen und energischen Mann, der zur Lösung dieser Aufgabe berufen sein wird, durch unseren Besuch ein fruchtbares Stück Vorarbeit haben leisten können So hat die Abschiedsstunde wieder geschlagen, und unsere Fliegerkameraden versichern mir immer wieder mit südländischer Herzlichkeit, welche besondere Freude und Genugtuung unser Besuch für sie alle gewesen sei. Zahlreiche Adressen muß ich mir aufschreiben und die meine dort lassen, wenn auch ein Wiedersehen noch so unwahrscheinlich erscheint — como no!? — Alle wollen sie mich in Deutschland besuchen — veremos, wir werden sehen! Das goldbetreßte Fliegerkäppi meines Pilotenfreundes muß ich mitnehmen gegen Wappen und Bild der „Schleswig-Holstein". „Muchas gracias, amigos, asta la vista!“ — Die Pinasse setzt ab, und winkend stehen die Braven an der Mole Eine Stunde später laufen wir aus, und wieder begleitet uns ein Strom von Autos und winkenden Menschen hinaus bis zum Castillo. Lange noch grüßt die mächtige Kuppel des Capitolio, der Re- gierungspalast und der Wolkenkratzer des Hotel National hinter uns her, während unsere Gedanken sich schon einem neuen Ziel, den idyllischen Bermuda-Inseln, zuwenden, von deren Schönheit man uns in Havanna begeisterte Berichte gab, und das unsere vorletzte atlantische Station auf der Heimreise sein wird. Mit Riesenschritten geht es jetzt der Heimat zu, die wir bereits in sechs Wochen Wiedersehen sollen. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der Streik der Geishas. (us) Tokio. Japan erlebte dieser Tage den zweiten Geisha- Streik seiner Geschichte. Die Geishas haben inzwischen eine gewisse Fertigkeit darin bekommen, ihren Sieg, den Erfolg ihres Streiks, nicht dem Zufall zu überlassen. Als nämlich jetzt die Geishas von Osaka mit ihren Lebensbedingungen nicht mehr zufrieden waren, legten sie nicht einfach die Hände in den Schoß und behaupteten zu streiken, sondern zogen geschlossen hinauf zu der alten Stadt Nara, wo sich auf dem Gipfel des Berges Shigi ein Buddhistentempel befindet. In diesem Tempel ließen sie sich nieder und beteten dort so lange um ihren Sieg, bis durch das Drängen des Publikums in Osaka die Unternehmer sich gezwungen sahen, die Bedingungen der Geishas anzunehmen. Nie wurde in Japan ein Streik japanischer durchgeführt als dieser. Straßenbau mit Konservenbüchsen. (th) Neuyork. Die Stadtväter von Decatur im Staate Georgia in den USA. machten sich seit Jahr und Tag Gedanken darüber, was sie mit dem Haushaltsabfall anfangen sollten, der der Vernichtung in erheblichem Maße deshalb trotzte, weil die Einwohner von Decatur in großen Mengen Sardinen und andere Konseroengerichte verzehrten Eines Tages kam ein Ingenieur auf den richtigen Gedanken. Er ließ die Konservenbüchsen auf einem neu anzulegenden Weg ausbreiten und mit einer Dampfwalze plattrollen. Darauf kam eine dünne Schicht Asphalt, die durch erneutes Walzen mit den Konservenbüchsen eng verbunden wurde. Heute hat man eine großartige Landstraße in Decatur. Kein Wetter, keine Ueber- schwemmung zerstört die Straßenoberfläche. Ganz Decatur aber wandelt wörtlich — auf Sardinenbüchsen. Auf die Verkleidung komint's an! (th) Philadelphia. In diesen Tagen hat der amerikanische Zoologe W. L. Finley den 30. Geburtstag seiner Berufstätigkeit begangen. Er ist nicht nur einer der berühmtesten Tierphotographen der Erde, sondern gleichzeitig auch wahres Genie in der Verkleidung. Er hat in den 30 Jahren rund 60 000 Tierphotos ausgenommen und 30 000 Meter Film verdreht. Aber diese Aufnahmen wurden nur dadurch möglich, daß Finley sich mit großem Geschick in einen Bären oder in einen Kaktus, in einen alten Baum oder in ein Gebüsch zu verwandeln verstand. Unter diesen Masken näherte er sich allen Tieren dieser Erde, selbst den gefährlichsten. Und er rühmt sich heute, daß er nie auch nur die kleinste Waffe mitgenommen habe — abgesehen von Kamera oder Filmgerät. Der Beweis im Kleinen. (—) London. Die Gerichte arbeiten heute häufig mit Zwergmodellen, bevor sie sich zu Lokalterminen entschließen. Das gilt nicht nur für Verkehrsunfälle. Zahlreiche Schwerverbrecher wurden durch derartige Puppenstuben ins Gefängnis oder gar in die Todeszelle gebracht. Eines der ersten und berühmtesten Modelle, die bei einer gerichtlichen Untersuchung zur Verwendung gelangten, ist jenes des Riesendampfers „Titanic", der nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg vor 25 Jahren in die Tiefe ging. 1500 Menschenleben wurden vernichtet. Zahllose Ansprüche auf Schadenersatz wurden gegen die Schiffahrtsgesellschaft angestrengt. Ein Untersuchungsausschuß tagte in London in der Caxton Hall. Hier war ein bis in die letzten Einzelheiten durchgebildetes Modell der „Titanic" aufgebaut. Die zu vernehmenden Zeugen konnten an diesem Modell genau darstellen, wo sich ihre Kabine befand. Nur mit Hilfe dieses Modells war es möglich, die dramatischen Vorgänge in den verschiedenen Teilen jenes Unglücksdampfers wahrheitsgetreu zu rekonstruieren. Spatzen- und Kanmchenplage in Chile. (sz) Santiago d e Chile. Das chilenische Landwirtschaftsministerium unterhält eine eigene Pflanzensanitätspolizei, die jetzt in einem Aufruf an die Bevölkerung zum Kampf auffordert gegen den Spatz. Der Schaden, der durch ihn in der Landwirtschaft angerichtet wird, sei so stark, daß jetzt mit allen Mitteln gegen diese Landplage angegangen werden müsse. Chile muß den Spatzen ein recht gesundes Klima bieten. Die Anwesenheit dieses Bösewichts ist, wie die chilenischen Zeitungen in diesem Zusammenhang erzählen, auf Einwanderer zurückzuführen. Vor 30 Jahren, so wird berichtet, kam ein Italiener über die Kordillere nach Chile und brachte in einem Käfig einige Spatzen mit, wofür ihm der Zöllner in Los Andes, einem Kordillerenort nahe der argentinischen Grenze, Gibt es ein konfessionelles w ■i 2W : •'< *■ 4 ' t U - Man muß diese peinliche Frage mit einem „ja" beantworten. Der Fanatismus der Vorkämpfer für die Bekenntnisschule treibt die seltsamsten Blüten. Unser Bild zeigt die Bedürfnisanstalt der Schule in Oggersheim in der Saarpfalz. Da die Bedürfnisanstalt auf einem Gelände steht, das der katholischen Kirche gehört, wurden die einzelnen Zellen nach protestantischen und katholischen Knaben und protestantischen und katholischen Mädchen aufgeteilt. Nur so sind offenbar die Belange der katholischen Kirche auch in der Bedürfnisanstalt gewahrt. Schon vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß nach der Umwandlung der Bekenntnisschule in Stetten in der Saarpfalz der dortige Ortsgeistliche die weitere Benutzung der auf kirchlichem Boden stehenden Bedürfnisanstalt der Schule untersagt hatte, da die Anstalt nur für katholische Schüler gebaut worden sei. (Scherl-Bilderdienst-M.) einen Einfuhrzoll abforderte. Der Italiener war aber nicht bereit, für diese Vögel Zoll zu bezahlen und ließ sie fliegen. So nahmen -> zollfrei ihren Weg nach Chile. Bei dem gesunden Klima vermehrten sie sich dann so rasch, daß sie heute eine große Landplage darstellen. Bis vor wenigen Jahren hatten sie noch ihr Reich zwischen Valparaiso und Talca, aber jetzt haben sie schon das ganze Gebiet zwischen Atacama und Valdivia in Besitz genommen. Chile hat auch noch andere Sorgen ... Die Kaninchen zum Beispiel. Ein Engländer ließ vor einigen Jahren auf feinem Landsitz südlich von Santiago einige importierte Kaninchen in Freiheit, die sich in einem Maße vermehrten, daß sie zu einer schweren Plage für die Landwirtschaft aewor- den find. Das Verbot, Füchse abzuschießen, hie sich auch in Chile als größter Feind des Kaninch ns erweisen, hat diese Plage bislang nicht beheben können. Die Kaninchen sind also den Snaßen gefolgt und haben die bei ihnen ja schon sprichwörtliche Vermehrungsfreudigkeit wieder einmal bewiesen. Weißt du, wieviel Nadelstiche...? C. K. 23 u b a p e ft. Ein ungarischer Schneider namens Dezso Csaky hat sich die Mühe gemacht, auszurechnen, wieviel Stiche zu dem Anzug eines Mannes mittlerer Größe gehören. Er brauchte 14 Tage, um dies feftzustellen, und das Ergebnis gibt er mit 74 395 Stichen an. Davon waren 35 679 Stiche mit der Maschine gemacht, 38 713 waren mit der Hand ausgeführt. Das Ergebnis stachelte die Wisfensgier des Schneiders noch mehr, und er unternahm es nun auch, zu untersuchen, wieviel Nadelstiche zu den einzelnen Stücken des Anzugs gehören. Er brachte heraus, daß der Rock 20 273 Stiche mit der Maschine und 22 014 Stiche mit der Hand erfordert, während zu den Hosen 10 948 Maschinenstiche und 7 786 mit der H8nd ausgeführte Stiche gehören. Wer die Zahlen nicht glaubt, der kann sich ja die Mühe machen, es selber nachzurechnen .. Die Pension Gervin wird weitergezahlt. (n) Paris. Auch in Frankreich gibt es so etwas wie einen Rechnungshof, der mit kritischen Augen die Buchungen der einzelnen Amtsstellen durchgeht und nachträglich diesen oder jenen Posten reklamiert. Nicht zum erstenmal wurde eine Summe von monatlich 250 Goldfranken beanstandet, der an eine gewisse Familie Louis Gervin ausbezahlt wird. Man stellte fest, daß diese Pension schon seit dem Jahre 1805 läuft, also erheblich länger, als derartige Leistungen sonst in den Büchern der Regierungskassen zu bleiben pflegen. Der Einspruch der Rechnungskontrolle ging bis an die Kammer. Und hier wurde entschieden, daß der Betrag weiter zu zahlen sei, nachdem man die Geschichte untersucht hatte, die dieser Pension zugrunde lag. Im Jahre 1805 gehörte ein gewisser Franz Spohn-Gervin zur Leibwache Napoleons I. Dieser Leibwächter begleitete Napoleon auch, als dieser das Niemandsland zwischen seiner Armee und den Streitkräften der ver- Oiesteta! . ! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, uns. ren ohne durchgehende Stoß-und Lagerfugen liefert prompt sprechen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Kataloge bei Brühl, Gießen Die eidgenössische Fahne, das weiße Kreuz im roten Feld, ist keineswegs so unbestritten durch die Schweizer Geschichte gegangen, wie man heute annehmen möchte. Sieht man nämlich die schweizerischen Bundesverfassungen durch, dann taucht bald — Meyers Lexikon. 8., gänzlich neu bearbeitete Auflage in 12 Bänden. Atlasband (Band XII). Mit 250 Haupt- und Nebenkarten, darunter zahlreiche Karten über Produktion, Wirtschaft, Verkehr, Bevölkerung, Rassen, Sprachen, Klima, Vegetation usw., außerdem elf Stadtpläne. Register mit rund 70 000 Namen. Preis in Halbfranz 15 RM., in Prachtausgabe 20 RM. Biblio- fpielt hatte, zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt, außerdem feine sofortige Verhaftung angeordnet worden. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Die gestrige Berufungsoerhandlung ergab im wesentlichen das gleiche Bild, wie in der Vorinstanz. eutlich, daß die 1 zur Erreichun leckten hohen Zi in dieser, bald in jener Fassung eine Aenderung der Fahne auf. Zum erstenmal entschloß man sich 1815, die Ausgestaltung der Fahne endgültig festzulegen. Aber es dauerte bis zum Jahre 1848, ehe die Bundesverfassung für die schweizerische Armee besagte: „Alle Truppenabteilungen im eidgenössischen Dienst führen ausschließlich die eidgenössische Fahne." Damit wollte man der Eigenbrötelei und dem Kan- tönlisgeist der Eidgenossen einen Riegel vorschieben. Aber aus unerfindlichen Gründen wurde damals die alte überlieferte Form der eidgenössischen Fahne minalbeamte Rokus Moggenstorm ist auf Urlaub in die Schweiz gefahren und gerät dort in eine abenteuerliche Geschichte hinein, deren Hauptheld ein schottischer Terrier ist. Die Ereignisse spielen dann hinüber nach Monte Carlo und finden später eine höchst verblüffende Fortsetzung in Kopenhagen. Waldemar Keller, den Lesern unseres Feuilletons nicht unbekannt, erzählt außerordentlich spannend und weiß obendrein den Leser sehr zu amüsieren. — Conan Doyle: Fünf Apfelsinenkerne und andere Detektivgeschichten. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Kartoniert 2 Mark, Leinen 3 Mark. — (21) — Ist es ein Wunder, wenn es gescheite und gebildete Leute gibt, die freimütig bekennen, daß ihnen die Lektüre eines guten Kriminalromans Entspannung und Anregung bedeutet? So bleibt auch Conan Doyle der Meister des Detektivromans — weil er mit den einfachsten Mitteln die größten Wirkungen erreicht — ohne faulen Zauber, ohne ein Massenaufgebot von Schauerlichkeiten und ohne falsche Verherrlichung des Verbrechens. Alle haben gelernt — aber keiner hat ihn erreicht. Die Franckh'sche Verlagshandlung, die die Sherlock-Holmes-Romane jetzt in ansprechenden Neuausgaben wieder herausbringt, legt als neuesten den Band „Fünf Apfelsinenkerne" vor. 'Die nach der Krankheit1 Der H. Sch. aus Gießen war durch Strafbefehl 1. wegen Verkauf ohne Hausiererlaubnisschein au einer Geldstrafe von 70 Mark, evtl. 14 Tage Haft; 2. wegen fortgesetzter Uebertretung einer Polizeiverordnung, die den Handel auf öffentlichen Straßen und Plätzen verbietet, zu einer Haftstrafe von zwei Wochen; 3. wegen Nötigung gegenüber einem Polizeibeamten zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen und 4. wegen Widerstandes zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt worden. Gegen diesen Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt. In der gestrigen Verhandlung konnte der Angeklagte, außer der Widerstandslei- stung, einwandfrei überführt werden. Das Gericht verurteilte ihn daher.wegen der Tat zu 1. zu einer Geldstrafe von 70 Mark; wegen der Tat zu 2. zu 50 Mark; wegen der Nötigung zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen. Soweit ihm eine Widerstandsleistung zur Last gelegt worden war, mußte der Angeklagte freigesprochen werden. Der Richter betonte in seiner Urteilsbegründung, daß es nicht angängig sei, in einer solchen Art und Weise gegen Beamte, die in ordnungsgemäßer Ausübung ihres Dienstes handelten vorzugehen und ihnen mit Dingen aller Art zu drohen. Nur eine Freiheitsstrafe sei das Mittel, um dem Angeklagten das Verwerfliche seines Tuns zum Bewußtsein zu bringen. Sodann hatte sich die A. Sch. aus Großen-Buseck zu verantworten. Wegen Vergehens gegen das sowie sämtliche Reparaturen an Flügeln, Pianos u. Harmoniums führt sorgfält. u. preisw.ausssisD Fabrikniederlag.: C. Seibel, Frankfurter Straße. O.Winterhoff, Kreuzplatz 9/K1. Herrn. Eines, Seltersweg 66. Grimberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubuch: Solms-Laubacher Drog Karl Klein. raiMli'" AWMch S ö Sn, der Optiker 7371 a Ihres Vertrauens heute vormittag nach langem schweren, mit grober Geduld eitragenem Leiden im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. ziel! fest. Aber nach vierzig Jahren behauptete plötzlich ein eidgenössischer Staatsbeamter, daß die Fahne der Eidgenossenschaft nicht mit dem Staatssiegel übereinstimme. Daraufhin faßte der Bundesrat im Jahre 1889 einen Beschluß, in dem es heißt, daß das Wappen der Eidgenossenschaft ein aufrechtes, freistehendes weißes Kreuz im roten Feld ist, dessen unter sich gleiche Arme je ein Sechstel länger als breit sind. Und dabei ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Und daran soll nach dem Willen der Eidgenossen auch nichts geändert werden. weiße Leghorn u. rebf. Italien., m. Verbilligung mit Verbilligungszuschuß bis 31. Mai. s 2704D Gefliigelhof einigten rufstfH-osterreichischen Armeen bei Austerlitz abritt. Bei dieser Gelegenheit erspähte eine Kosakenpatrouille Napoleon auf seinem Pferde. Man mußte eiligst flüchten. Die Kosaken setzten nach. Spohn-Geroin veranlaßte den Kaiser der Franzosen, rasch seinen Uniformrock auszuziehen und mit ihm das Pferd zu tauschen und nach einer anderen Richtung davon zu reiten Die Kosaken wurden verwirrt. Sie sprengten dem Pferde Napoleons nach. Napoleon selbst entkam. Spohn-Gervin aber, der auf dem Pferde Napoleons saß, wurde gefangen genommen und getötet. Napoleon selbst verfügte, daß den Nachkommen seines Lebensretters auf alle Zeiten eine Pension ausbezahlt würde. Bis zum heutigen Tag hat seine Anweisung audj den entsprechenden Erfolg gehabt. Die 250 Goldfranken werden Monat für Monat ausbezahlt ... Die Fahne der Eidgenossen. — Will Vesper: Rufe in die Zett. Sprüche und Gedichte. (Die kleine Bücherei, Nr. 10.) Geb. 80 Pf. Albert Langen/Georg Müller, München, 1937. — (15) — Mit diesem neuen Werk hat sich Will Vesper in die Reihe her bekannten Spruchdichter gestellt, die stets zu bewegten Zeiten in unserem Volke aufstanden, und wie sie, redet er klar und verständlich für jedermann, aufgeschlossen und verpflichtet dem großen Geschehen der deutschen Gegenwart. — In der neuen billigen Roman-Reihe des Verlages Emil Wernitz & Co., Berlin N 65, erschien in ansprechender Aufmachung aus der Feder von F. O. Genzel der Roman „Rebellen um Bro t". — (25.) — Die packende Schilderung geht auf wahrheitsgemäße Vorgänge im Bergwerk Neu- rode zurück. Der Roman ist erfüllt vom Ethos der Arbeit, von der Liebe zur Scholle und der aufrechten Kameradschaft der Frau zum Manne. Der Leser wird bis zur letzten Seite gefesselt. Am 15. April verstarb nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Die Trauerfeier findet am Montag, dem 19. April, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Trotz seiner Ausflüchte kam das Gericht zu dem Ergebnis, daß von dem Angeklagten die strafbaren Handlungen vorgenommen worden sind. Das ergangene Urteil wurde dahingehend abgeändert, daß ein Monat der Untersuchungshaft dem Angeklagten auf die erkannte Strafe angerechnet wurde. Im übrigen wurde die Berufung kostenpflichtig verworfen. Sodann hatte sich die Kleine Strafkammer mit dem W. B. aus Ettingshausen zu befassen. Der Angeklagte war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer G e - fängnis strafe von drei Monaten verurteilt worden. Er hatte in der Nacht vom 23 auf 24. August 1936 anläßlich eines Kirchweihbesuches mit anderen Streit angefangen und im Verlaufe des Streites einem Dritten mehrere Messerstiche beigebracht. Er hatte sich auch schon in der ersten Instanz auf Notwehr berufen. Der erstinstanzliche Richter erblickte in dem Verhalten des Angeklagten Nnhrimgsbg. 16 Gut erhaltene Leitsvindel- Nrettvank B. Zollinger Klaviertechniker und -Stimmer Gießen. Wilson- straße5,Tel.3H9 zum gesamten Werk mußte als notwendiger Bestandteil des Lexikons gleich im Anschluß an den früher hier angezeigten ersten Band erscheinen. Ein großer Teil der Artikel der Textbände ist durch Verweise innig mit diesem Atlaswerk verknüpft. Der Atlasband ist ein rein praktisches Hilfsmittel. Er enthält daher auch nur Karten, die die Feststellung bestimmter Ortschaften, Begriffe usw. auf der Erdoberfläche eindeutig ermöglichen sollen. Es sind neben den topographischen Karten auch solche des Klimas, der Vegetation, der Niederschlagsmengen, der Bevölkerungsverteilung, insbesondere des Deutschtums, der deutschen Mundarten und verschiedener wirtschaftlicher Erzeugnisse wiedergegeben worden. Sämtliche Karten sind sorgfältig gedruckt, und die zahlreichen Uebersichtskarten wurden sämtlich mit der Hand gestochen. Der Atlasband enthält außerdem ein alphabetisches Namensverzeichnis. Alle Karten, die Probleme zur Darstellung bringen, erscheinen nicht im Atlasband, sondern im Werk selbst. Auch alle historischen Karten werden z. B. aus diesem Grunde den Textbänden eingegliedert; wie die zahlreichen Bildtafeln bei den entsprechenden Stichwörtern stehen, werden auch die thematischen Karten bei dem ihnen entsprechenden Thema des Textbandes erscheinen. Frühjahrsbestellung für Gärten usw. empfehlen 2296d Kunstdünger jeder Art Torfmull Zierkiese in groß.Auswahl Gebr. Kahl Telefon 2287 Ein schönes, frisches und gebräuntes Aussehen wünschen sich nicht nur die Damen, sondern auch die Herren. Aber wenn man genügend Zeit hat, sich in die Sonne zu legen, dann scheint sie gerade nicht, und wenn sie scheint, dann hat man wieder keine Zeit. Am Sonntag geht es meist hinaus ins Grüne. Wenn die Sonne scheint, muß man das Gesicht vorher gründlich einreiben, um den gefährlichen Sonnenbrand zu verhüten; man muß die Sonnenbrille auf setzen, um die Augen zu schonen und warten, warten, warten. Am nächsten Tage sieht man, wenn die Sonne es gut meinte, frisch und gebräunt aus. Aber wie lange? In ein paar Tagen ist alles verschwunden, und zwischendurch gibt es noch Hautabschälungen, die auch nicht jedermanns Sache sind. Wenn die neuartige, weiße Vitalis-Creme auch keine „eingeweckten Sonnenstrahlen" darstellt, so erzielen Sie durch die Anwendung der Vitalis-Creme doch innerhalb einer halben Stunde ein frisches, gebräuntes Aussehen, und zwar zu jeder von Ihnen gewünschten Tageszeit. Sie brauchen keine Sonnenbrille mehr, es gibt keine Hautabschälungen, Sie sparen Zeit und sehen trotzdem gut aus. Und noch ein weiterer Vorteil! Sie können die Tönung, die sich durch den Gebrauch der Vitalis-Creme bildet und dürchaus wetterfest ist, mit Seife abwaschen. Die Hauptsache ist, daß Sie die Gebrauchsanweisung beachten. Vitalis-Creme nur hauchdünn auftragen und nach 5 bis 10 Minuten den Ueberfchuß gründlich mit einem Tuch abreiben. Innerhalb einer halben Stunde tritt die deutlich sichtbare Wirkung ein, über die Ihre Umgebung staunen wird, ohne jedoch zu merken, worauf Ihr gutes Aussehen zurückzuführen ist. Kaufen Sie sich die weiße Vitalis-Creme in der nächsten besseren Parfümerie, aber nehmen Sie sie nur, wenn Sie die Druckschrift „Ein schönes Gesicht" mitbekommen. Der Inhalt einer Dose reicht 4—6 Wochen. Bei Nichtgefallen zahlen wir gegen Einsendung der Dose an uns anstandslos den vollen Kaufpreis zurück. 2315V Die Presse ha Gelegenheit, ui Misters, Oberso Ltabsleiters, St i fipung der Aussl । gniig offenbarte o chcr Liebe zum ' S künde und mit ft für die große 2 « Schau gearbeitet iiin der weiten h ggirlonben, und zurückgebliebene Nervenschwäche und Entkräftung hast Du bald überwunden, denn das besorgt die berühmte, blutbildende, aufbauende Doppelherz - Kur: Morgens, mittags und abends ein Gläschen! ^.,,oon ™r und verknot Sb WD Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme anläßlich des Hinscheidens unserer lieben 3000 xBOO x440 mm sowie weitere iSÄlehbanke 1—2 m Drehlänge, sehr billig abzugeb. [2683V Mnschinen- Marx, Frankfurt a.M., Kronprinzenst.55 Eän starkes em ei vorge den Md? Ikshall e. abzugeb.Bestell, erb wir p. 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Die Angeklagte hatte eine Kanne Milch zur Ablieferung gebracht, die entrahmt gewesen war und die infolgedessen nur als Magermilch angesehen werden konnte. Gegen diesen Strafbefehl hatte die Angeklagte Einspruch eingelegt mit der Begründung, sie habe vollwertige Milch abgeliefert und wisse nicht, was unterwegs von der Sammelstelle bis zur Milchzentrale mit der Milch geschehen sei. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagte wohl nicht vorsätzlich gehandelt hatte, daß ihr aber eine gewisse Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden müsse. Das Gericht verurteilte sie daher wegen Uebertretung des Lebensmittelgesetzes zu einer Geldstrafe von zwanzig Mark, Hilfsweise vier Tagen Haft. Kleine Strafkammer Gießen. Wiederum hatte sich der H>h B. aus Gambach vor dem Richter zu verantworten. Durch Urteil des Amtsgerichts Gießen war er wegen Betrugs zum Seltersweg 44 Ruf 2464 Beachten Sie nnser Schaufenster! 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M ie es gut 9 In em 'ch gibtf md) eie W ,alf> -'"'s un» 3»’ brauche" chälunge"' Knoche' durch wetterfest Äz i9äS-" «s nn®11 # Br.89 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) --------m—uii 11 , ____ _____ Samstag, 17. April 1937 //Hie guet deutsch Waidewerk allewege!" Oie oberhessischen Läger treffen sich in Gießen.-Oie große Lagdtrophäenschau in 0er Gießener Volkshatte im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Gießen steht für drei Tage im Zeichen der grünen Farbe. Der Wald, das Wild und der Jäger treten ii den Vordergrund. Wir begegnen ihnen in der Kolkshalle Den Rahmen gibt die vom I a g d - ( a u Oberhessen der Deutschen Jägerschaft ver- mstaltete Gau-Trophäenschau 1937, die cm heutigen Samstaa um 11 Uhr feierlich eröffnet ' r>urde und den Besuchern bis zum kommenden Nontag 18 Uhr zur Besichtigung offensteht. Wir haben auch in früheren Jahren zwar schon ^ogdausstellungen in Gießen gesehen. Jene Schauen raren von sachkundigen Männern mit viel Liebe Sir Jägerei und mit großer Sorgfalt in der aus- Mungsmäßigen Gestaltung hergerichtet. Sie gaben fier alle nur ein engbegrenztes Bild, da sie auf den Sreis Gießen beschränkt waren und dadurch nicht de Breiten- und Tiefenwirkung hatten, die in >ägerkreisen damals schon gewünscht wurde. Die Mige Jagdtrophäenschau des Jagdaaues Oberhes- jin weist dagegen sowohl räumlich als auch im Ge- Llt ein weit größeres Format auf Einstmals die L ebigshöhe — jetzt die Volkshalle. Damals der L-eis Gießen — heute alle sechs Jagdkreise der gan- jin einstigen Provinz Oberhessen! Das ist ein ge- trnliiger Wandel, der noch verstärkt wird durch die Liswirkungen der neuen großen Gesichtspunkte, die M 1935 durch das Reichsjagdgesetz in der deutschen ? gerei Eingang gefunden haben und seitdem in sichtbarster Weise Geltung besitzen. Zwar bleibt P- den Jäger trotz der großen Fortschritte in der & gd und in der Wildhege seit 1935 noch viel zu in übrig, aber eine Ausstellung wie die jetzige in der Volkshalle macht auch dem Laienbetrachter Li-itlich, daß die Jägerschaft kräftig auf dem Wege is! zur Erreichung der durch das Reichsjagdgesetz gestickten hohen Ziele. * Die Presse hatte am gestrigen Freitagnachmittag E legenheit, unter der Führung des Gaujäger- rr> isters, Oberforstmeister Nicolaus, und seines Enbsleiters, Studienrat Hölzel, eine Vorbesich- iioung der Ausstellung zu unternehmen. Der Rund- grig offenbarte in. eindrucksvoller Weife, mit welche Liebe zum Wald und Wild, mit wieviel Sach- kimde und mit welcher Verantwortungsfreudigkeit fir die große Aufgabe an der Herrichtung dieser Siiau gearbeitet worden ist. Würziger Tannenduft in der weiten Halle, von den zahlreichen Tannen- giiJanben, und Tannenschmuck am Eingang zur t)i~b einem in Franken ganz anbers altertümlich zumute als irgenbroo sonst in ben Gebieten, die ich kenne. Es häufen sich die Bilder: Mauern, Tore, Zinnen, tiefe Gräben mit Brücken; zur Kirche ansteigende Gassen; ein verwunschenes parkumgebenes Bischofsschloß, in dem jetzt ein Seminar oder eine landwirtschaftliche Schule oder ein Gestüt untergebracht ist — durch das Gitter huscht der Blick des Vorübergleitenden kurz in die verwachsenen verwilderten Alleen hinein, oder er sieht zu einer vasengekrönten sich lang hinziehenden Brüstung mit zurückweichenden Wipfeln dahinter empor — ein Kloster auf einem bewaldeten Höhenrücken, und schon wieder zur Einheit zusammengeschlossen über Feldern, Aeckern, Flüßchen und aus dem Land herankommenden Straßen ein Städtchen, vom Kirchturm beherrscht und um ihn wie um eine Achse gegliedert. Man weiß die Gebäude schon, an denen der Wagen gleich vorüberfahren wird: neben der Stadtkirche das malerische, meist erkergeschmückte Rathaus vor allem, eine paar hohe ureingesessene Bürgerhäuser um den Markt, oft mit Riegelfachschmuck in den oberen Stockwerken und mit mächtigen Giebel- unb Walmbächern; man sieht den Brunnen mit seinem Landsknecht in übermaltem Sandstein, seinem Heiligen — und schon ist wieder Tor da und Brücke, an der ein Kapellchen steht oder ein Johann von! Nepomuk als alter guter Brückenfreund aufgestellt! ist. Und gleich surrt das Gefährt von neuem durch lieblich bergige ober auch einmal rauhe Landschaft bem nächsten Stäbtchen zu. Die Fahrt, von ber ich biese Einbrücke mitnahm, führte hinter Ulm erst noch ein Stück burch bas bayrische Schwaben. Aber das Landbild nahm schon vor der Erreichung der Bezirksgrenze von Mittelfranken, etwa bei Dillingen und mehr noch bei Donauwörth den altfränkischen Charakter an, der dann in Weißenburg sich bis zu einer an Rothenburg und Dinkelsbühl erinnernden Stadt verdichtet, um gleich hinter Weißenburg an einem köstlichen barocken Bstchofsschloß voruberzuführen. Ilm Nürnberg herum verliert sich bann freilich schon der altfränkische Charakter. Das neue Nürnberg ist doch auch ein Mittelpunkt großer Industrie, die den Ring um die Reichsstadt, die Stadt Dürers und Hans Sachsens breit in Anspruch nimmt Weiter bann wird das nördliche Franken für unser Gefühl zum Lande Jean Pauls, ber Bayreuth freilich mit Wagners Uebermacht teilen muß. Aber südlich Nürnbergs, ba war auf meiner Fahrt alles „altfränkisch" unb bamit unenblich eindrucksvoll. Seltsamkeiten ans Tibet. Von unserem G. £. L.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) New Delhi, Ende März 1937. Seit einigen Monaten weilt eine britische politische Mission unter Führung von Mr. B. I. Gould, dem früheren britischen Legationsrat und Geschäftsträger in Kabul, in Tibet. Von Zeit zu Zeit werden Tagebuchaufzeichnungen dieser Mission in der indischen Presse veröffentlicht, die ein interessantes Bild von diesem verschlossenen Lande und seinen Anschauungen geben. In einer ber letzten Tagebuchaufzeichnungen ber Mission, bie vom 28. November 1936 batiert ist, wird eine seltsame Prozession geschilbert, in ber ein Götterbild herumgeführt wurde, das eine Inkarnation der Königin VictoriavonEngland darstellen sollte. Ob dies eine tibetische Aufmerksamkeit der britischen Mission gegenüber gewesen ist, ober ob man in Tibet tatsächlich die alte Queen so sehr verehrt hat, daß man sie in der Inkarnation einer Göttin feierte, ist indessen noch ungeklärt. Der Bericht lautete im Auszüge wie folgt: „Heute fand in der Stadt (Lhasa) eine große Prozession statt. Ein riesiges Bild der Göttin Palden Lharno wurde aus dem Tempel genommen und durch die Straßen getragen. Von dieser Göttin nimmt man an, daß sie die Inkarnation der Königin Victoria ist. Lamas, von denen viele in grotesker Weife maskiert waren, bahnten sich den Weg durch die dichten Menschenmengen auf den Straßen. Als die Göttin sichtbar wurde, stieß man in lange Trompeten, schlug die Trommel und errichtete eine große Strohpyramide, xie angezündet wurde, während die Lamas tanzten und fangen. Diese Göttin hatte sich, als die Welt noch jung war, angeschickt, alle Geschöpfe zu vernichten, aber gerade noch zur rechten Zeit fand man einen Gatten für sie. Und es gelang ihm offenbar, ihren Zorn zu beschwichtigen. An dem Tage, wo man ihr Bild aus dem Tempel herausnimmt, um es um die Stadt Lhasa in Prozession herumzutragen, wird auch das Bild ihres Gatten, das in einem Kloster auf der anderen Seite des Kyi Chu aufbewahrt wird, herausgenommen, und man gestattet den beiden, sich einmal im Jahre aus der Entfernung einiger Meilen zu betrachten." Die Tagebucheintragung vom 4. Dezember 1936 bringt eine reizende Schilderung von der Wirkung der ersten Filmvorführung vor den primitiven Tibetern, die nie zuvor einen Film gesehen hatten. „Zum Abendessen kam der Papshi Kung mit seiner Frau und seiner zahlreichen Familie. Dieses Abendessen, bei denen wir vor- und nachher Filmvorführungen veranstalten, sind nunmehr das Charakteristikum unseres Lebens hier. Die Gesellschaft des heutigen Abends war typisch. Sie bestand aus dem Herzog (Duke), einem mageren, kurzsichtigen, aber sehr scharmanten alten Aristokraten, in einer langen, gelben Seidenrobe, seiner scheuen, ziemlich aufgeblühten Gattin, die das Haar aufgesteckt über einer mit Korallen besetzten dreieckigen Krone trug, mit ungeheuren Türkisohrringen, einer Amulettdose und einer braun und rot gestreiften Schürze angetan war, die sie über einem mit Drachen gestickten chinesischen Seidengewand trug, ferner waren verschiedene erwachsene Söhne und Töchter anwesend und vier kleine Kinder. Eine der Töchter war die Favoritin des Regenten. Nach den Drinks — wir sinden, daß die Tibeter Cinzano weniger gern als Limonade trinken — gingen wir hinunter zu unserer ersten Aufführung. Hier wurde es sofort augenscheinlich, daß etwas Ungewöhnliches vor sich ging. Es verlautete, daß Norbhu drei ober vier Mönchen vom Potala erzählt habe, daß heute hier eine Kinovorstellung stattfände, und daß sie hinkommen könnten. Es waren aber dreißig Mönche, die noch durch eine beträchtliche Anzahl von Soldaten aus den benachbarten Norbhu-Lingka-Baracken verstärkt wurden, eMieiien rind in den Vorführraum eingebrup^rfi. Unb roährentr mehrere Mönche es sich bereits auf ben Stühlen bequem gemacht hatten, tytr für unsere Gäste reserviert waren, versperrte ber Rest sämtliche Zugänge. Nachbem man die Mönche bewogen hatte, auf bem Boben Platz ZU nehmen, bamit unsere Gäste, bte sehr zahlreich waren, ihre Plätze einnehmen konnten, begannen wir mit ber Vorführung. Da bie meisten im Leben uoch keinen Film gesehen haben bürsten, zeigten wir ihnen zuerst etwas, was ihnen bekannt sein mußte, nämlich einen Film vom Potala, bem berühmten Palaste bes Dalai Lama unb ben Bazar von Lhasa. Danach folgte Rin-Tin-Tin in „D e r Schrei um Mittemach t". Dieser Film ist in Lhasa ein burchschlagenber Erfolg gewesen, benn er ist einfach, rührenb unb behandelt ein Thema, das ihnen vertraut ist, unb springt nicht von einem Thema zum anderen über, wie dies häufig bei modernen Filmen der Fall ist. Am Ende der fünften Spule lehnten sich bie Frauen roeinenb anein- anber unb beschworen Rin-Tin-Tin, boch ben Schurken in bie Nase zu beißen. Um bas seelische Gleichgewicht roieber herzustellen, führten wir einen Groteskfilm vor unb gingen banach zum Abend- effen, während die ungeladenen Mönche und Soldaten hinausgeworfen wurden." Die stärksten Geweihe stammen aus den Waldungen des Gräflich Laubachschen Forstes im Kreise Schoten. Die Damschaufler befinden sich sämtlich im Revier des Fürsten von Büdingen, der im Büdin- ger Park dieses Wild hegen läßt. Die Keilerwaffen stammen von Schwarzwild, das in den Kreisen Gießen, Friedberg, Alsfeld, Schotten und Büdingen erlegt wurde. * In großen Ausstellungskojen sind an den Wandtafeln in langen Reihen die Trophäen aufgehängt. Gleich am Eingang zur Ausstellung links und rechts sieht man die Hirschgeweihe bzw. die Trophäen von den Damschauflern und den Keilern. Die übrigen Abteilungen der Schau beiderseits des Mittelganges sind der großen Zahl von Rehgehörnen gewidmet. Schöne Jagdbilder von anerkannter Künstlerhand sind inmitten dieser Trophäen an den Wandtafeln angebracht und beleben nicht nur das Bild der Schau, sondern machen auch dem Besucher deutlich, mit welch schönem Kopfschmuck das Wild in freier Wildbahn lebt und wie es sein Gehörn bzw. Geweih bzw. die Gewehre beim Keiler für das Dasein oder im Kampf gebraucht. Die Schau hat nicht den Zweck, eine kritische Bewertung der einzelnen Trophäe darzustellen. Die Beurteilung der Trophäen ist bereits auf den Kreisschauen durch die einzelnen Kreisiägermeister im Zusammenwirken mit einem Beauftragten des Gauiägermeisters erfolgt. Die jetzige Schau dient der Aufgabe, durch überzeugenden Anschauungsunterricht dem Jäger und dem Laien deutlich zu machen, was im Wildbestand gut und was schlecht ist, was mit Recht abgeschossen wurde und was zu Unrecht die tödliche Kugel aus der Büchse des Jägers empfangen hat. Dabei ist bei den Gehörnen und Geweihen derart verfahren worden, daß auf einem Anhänger an jedem Gehörn ein kleiner grüner Streifen den berechtigten Abschuß kennzeichnet, während ein kleiner roter Ring anzeigt, daß dieses Stück Wild zu Unrecht geschossen wurde. Grüner Streifen und roter Ring zugleich bedeuten, daß das Stück Wild an sich gut und zur Fortpflanzung geeignet war, also noch hätte erhalten werden müssen, der Abschuß aber aus anderen Gründen (etwa Verletzung des Tieres oder dergleichen) vor der fälligen Zeit doch seine Berechtigung hatte. Interessant ist auch eine Tafel, auf der man die Altersbestimmung des Wildes nach den Unterkiefer-Backenzähnen feststellen kann. Wer von unseren Lesern die Schau unter Beachtung der hier gegebenen Winke besichtigt, wird einen lehrreichen Einblick in ein interessantes Kapitel der deutschen Jägerei gewinnen. Die Sonderschauen. An den beiden Längsseiten der Volkshalle und rechts und links vom Eingang sind S o n d erschauen aufgebaut. Wildhege und Wildschuh. Rechts vom Eingang findet man eine interessante Gruppe unter dem Gesichtspunkte der Wild- Heg e. Hier sieht man in anschaulicher Weise, was der Jäger, wenn er weidgerecht sein Wild hegen und pflegen will, zu tun hat, und wie er diese fürsorgliche Arbeit ausüben muß. Man lernt die Anlage einer Salzlecke, bestehend aus Lehm mit Salz durchknetet, ferner die Anlage einer Stock- sulze und weidgerechte Wildfütterung kennen. Links vom Eingang kann man sich an einer interessanten Gruppe ein anschauliches Bild machen von der wirksamen Art des Schutzes des Wildes vor Raubzeug. Ein Habichtsfang, eine Wieselfalle usw. geben einen aufschlußreichen Anschauungsunterricht. Iagdbilder. Am oberen Ende der Ausstellungskojen, mit der Front nach der Bühne zu, kann man eine schöne Auswahl herrlicher Jagdbilder sehen, u. a. bedeutsame künstlerische Werke von Deiker, Zimmermann und Jacobsen. Durchweg sind es Bilder, bei deren Anblick nicht nur Augen und Herz des Weidmanns, sondern auch des Jagdlaien erfreut werden. Jagdwaffen aller Zeiten. Auf der Längfeite der Volkshalle nach dem Trieb zu, in der Nähe der Bühne, begegnet man einer hochinterffanten Sonderschau, die einer Auswahl aus der Waffensammlung des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach gewidmet ist. Aus dem reichhaltigen Besitz alter Jagdwasfen aller Zeiten hat Graf Laubach Stücke für die Ausstellung zur Verfügung gestellt, die von hohem kulturhistorischem Wert sind und zugleich in anschaulicher Weise die Entwicklung der Jagdwaffen von der alten Zeit bis in unsere Gegenwart darstellen. Von der Armbrust und dem langen Jagdspieß über die Windbüchsen und mancherlei andere Zwischenstufen bis zum modernen Jagdgewehr sieht man hier eine Zusammenstellung aus dem weiten Bereich der Jagdwaffen. Daneben werden Prunkgewehre mit Gold- und Silbereinlage am Schaft, ein altertümlicher Gewehrschrank, originelle Jagdstöcke und natürlich auch eine Jagdpeife, die allerdings den Ansprüchen eines dampffreudigen Forstmannes nur unzulänglich entsprechen könnte, gezeigt. Interessant ist die Feststellung, daß man hier Waffen vor sich hat, die aus der Büchsenmacherkunst des hessischen Handwerks stammen, mittlerweile aber in ihrer Herstellung Sache der fabrikmäßigen Erzeugung geworden sind. Diese Schau gehört mit in die vorderste Linie der reichen Sehenswürdigkeiten, die der Besucher in der Volkshalle betrachten kann. Der Jagdhund. Unter dem Geleitwort des Oberstjägermeisters S ch e r p i n g : „Ohne den brauchbaren Hund ist eine weidgerechte Jagdausübung nicht möglich", steht eine Sonderschau großer Bildtafeln und zahlenmäßiger Aufstellungen, die den besten Jagdhunderassen für den Gebrauch der deutschen Jägerschaft gewidmet ist. Nicht nur der Jäger, sondern auch der Freund und Liebhaber der Hunde wird hier viel Fesselndes und Schönes erblicken können. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhänge die Feststellung, daß bis jetzt 104 Jagdhunde, die ihre jagdliche Ausbildung dem Wirken des früheren Gießener Vereins „Hubertus", des jetzigen Jagdgebrauchshundevereins Oberhessen, verdanken, in das Deutsche Gebrauchhundestammbuch eingetragen sind. Jägerschaft und WHW. Aus einer zahlenmäßigen Aufstellung ersieht der Besucher, daß im Jagdgau Oberhessen für das WHW. 1936/37 folgende Wildspenden abgeliefert wurden: 934 Hasen, 304 Stück Rehwild, 4 Stück Damwild, 4 Stück Rotwild und 130,50 Mark Barspende. Abschußergebnisfe. Eine weitere zahlenmäßige Aufstellung bringt die Ergebnisse des Gesamtabschusses von männlichem und weiblichem Schalenwild im Jagdgau Oberhessen im Jagdjahr 1936/37 zur Kenntnis. Danach ergibt sich folgendes Abschlußergebnis: Rehwild: genehmigte Stücke 6741, abgeschossene Stücke 6180; Rotwild 190 (113); Damwild 34 (34). Die Gesamtstrecke an Schalenwild im Jagdgau Oberhessen beläuft sich für das Jagdjahr 1936/37 auf 6327 Stück Schalenwild und rund 100 Stück Schwarzwild. Eine weitere Statistik zeigt das Abschußergebnis aus dem Jagdjahr 1935/36. Wlldmarkenforfchung und Wildkrankheilen. Auf der Stadtseite der Volkshalle tritt neben der Sonderschau über Wildmarkenforschung vor allem die Sonderschau über Wildkrankheiten besonders in den Vordergrund. Hier hat das Veterinär-Pathologische Institut unserer Universität die großartige Sammlung von Präparaten aller Art über Wild- kraükheiten aufgebaut, die für die Jäger von besonderer Bedeutung ist. Der frühere Direktor dieses Universitätsinstituts, Geheimrat Professor Dr. O l t, hat die Sammlung in langjähriger unermüdlicher Arbeit begonnen und aufgebaut. Sein Amtsnachfolger, Professor Dr. Krause, hat die Sammlung mit Sorgfalt und wissenschaftlicher Gründlichkeit fortgeführt, so daß sie immer mehr zu einem sehr bedeutsamen Stück der wissenschaftlichen Forschung und der praktischen Belehrung geworden ist. Weitere Schauen. Im übrigen sind in der Ausstellung noch Schauen aus dem Bereiche der Jagüuniformen, der Jagdwaffen, der Jagdliteratur usw. vorhanden. B. Aus der Stadt Gießen. festliches Herz. Der Frühling kam zur Stadt herein mit Erdruch, Blütenduft und Vogelsingen. Es war wie ein Fest ringsher, dessen liebreiche Wogen auch in die hohe Bahnhofshalle drangen. Ein junges Menschenpaar schritt vor mir auf dem • Bahnsteig auf und ab. Die beiden hielten verhüllte Blumengaben in ihren Armen und waren festlich gekleidet. Gewiß fuhren sie zu Geschwistern, Eltern oder Freunden. Zu meinem Befremden bemerkte ich, daß sie selbst wenig festlich gestimmt waren. So oft sie an mir vorüber gingen, hörte ich Worte eines verhaltenen Zornes von feiten des Mannes und von feiten der Frau eine bittere, gequälte Widerrede. Jedenfalls war es so, daß sie mit bösen Gemütern zu festlichen Stunden fuhren, und die Gaben in ihren Armen wirkten wie eine Lüge. Die beiden Menschen, die da von ihrem Aerger nicht los kamen und auch nicht die geringste Lust zur Pflicht empfanden, von ihm loszukommen, erscyienen mir wie Frevler an der Freude und den Herzen, die auf sie warteten. Auch spürten sie nichts von dem Wunder des hereinwogenden Frühlingsabends. Wie der leibhaftige Widerspruch gegen Freude und Leben wirkten sie, obgleich sie selber äußerlich das blühende Leben waren. Zu Feststunden gerufen zu sein und sich des Rufs würdig zu erzeigen, indem man sein Herz bereitet, auch bas ist Erfüllung einer Pflicht. Auch Feststunden gehören dem uns von Gott aufgeaebenen Leben genau wie das Werk unserer Hände und unseres Geistes. Es gibt Menschen, die es mit ihrer Werkpflicht sehr ernst nehmen und die dennoch nicht zur Reife kommen, weil sie es an der nötigen Herzenspflicht den Festen und Feierstunden ihres Lebens gegenüber fehlen lassen. Manch einer hat durch die Unfestlichkeit seines We'sens sein Leben verkürzt. Ja, er hat sich dadurch dauernd versündigt an anderen. Ist aber nicht Mangel an Liebe der erste Grund zur Unfestlichkeit manches Menschen? Wo die drei aber daheim sind: Liebe, Glaube, Hoffnung, dort hat auch das festliche Herz seine Wohnstatt. Gewiß: Aller echte Lebensgrund, also auch der ernsteste Schaffensgrund, ist Gottesgrund. Aber am schönsten wird er doch meist dort offenbar, wo seine Quellen am hellsten und unmittelbarsten sind, seine Wunder am reinsten sich uns schenken, wo alle Lasten und alles Schwere einmal ganz von uns „dahinten gelassen" wird. Der Wille zum festlichen Herzen ist ein sehr wichtiges Stück des großen Lebenswillens. Die ernstesten Bemühungen um das festliche Herz schaffen die höchsten und nachhaltigsten Freuden. Wer ein wirklich tätiger Mensch ist, ist zur gegebenen Zeit auch der wahrhaft festliche Mensch. R. B. Dornoiiren. Tageskalender für Samslag. Deutsche Jägerschaft, Jagdgau Oberhessen, 13 bis 16.30 Uhr Jagdtrophäenschau 1936/37 in der Volkshalle. — Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Zar und Zimmermann" (NS.-Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Herrscher". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „San Franzisko". — Reichstreubund: 20.15 Uhr, außerordentl. Kameradschaftsabend im „Burghof". Tageskalender für Sonnlag. Deutsche Jägersckaft, Jagdgau Oberhessen, 10 bis 18 Uhr, Jagdtrophäenschau 1936/37 in der Volks- Halle. — Bund Deutscher Mädel, Untergau 116: Jung-Mädel-Werbeabend, 20 Uhr, im Cafe Leib. — Stadttheater: 11 bis 12 Uhr Morgenfeier der SA.-Standarte 116: „Das deutsche Gebet". 19 bis 21.30 Uhr „Die Dorothee". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Herrscher". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „San Franzisko". — Gießener Konzertverein: 20 Uhr, Violinabend Väsa Prihoda in der Unioersitätsaula. — Reichskriegerbund (Knffhäuser): 20 Uhr, Lichtbildervortrag von Pg. Kratz im Katholischen Vereinshaus über „U-Boot-Krieg". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20 Uhr, Vortrag zur Kirchenwahl von Pfarrer Schmid und Pfarrer D. Brunner in der Stadtkirche und Johannes- kirche. Sladttheaier Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Zar und Zimmermann" von Lortzing statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Paul Walter; Spielleitung: Paul W r e d e. Die Partie des Zaren singt Gustav Bley. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Irmgard Z e n- n e r. Leitung der Chöre: Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Vorstellung findet als 14. Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. Spielplan des Sladkthealers vom 18. bis 25. April. Sonntag, 18. April, von 11 chis 12 Uhr, Morgenfeier der SA.-Standarte 116. Zur Aufführung gelangt die hymnische Feierdichtung „Das deutsche Gebet" von Herbert Böhme; die Musik zu dieser Dichtung schrieb Erich Lauer. Die Aufführung ist eine geschlossene Veranstaltung. Von 19.30 bis 22.15 Uhr Wiederholung des großen Operettenerfolges „Die Dorothee , Operette von Hermecke und Vetterling; Spielleitung hat Paul Wrede, musikalische Leitung Hans H. Hampel, Einstudierung der Tänze Irmgard Zenner. Dienstag, 20. April, erste Wiederholung der Komödie „Stille Gäste" von Richard Billinger; Spielleitung: Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete, 28. Vorstellung. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. • Mittwoch, 21. April, als 28. Vorstellung der Mittwoch-Miete Wiederholung des Uraufführungserfol- aes „Das Schloß im Wind", Schauspiel von H. A. Weber. Spielleitung hat der Intendant, die Besetzung ist die der Uraufführung. Dauer von 19.30 Uhr bis 22 Uhr. Donnerstag, 22. April, außer Miete, 1. volkstümliches Konzert des neuen Städtischen Orchesters. Zur Aufführung gelangt ein abwechslungsreiches Programm „Schöne Melodien". Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter; als Solisten wirken mit Friedel F o r n a l l a z, Hildegard I a ch n o w und Ernst August Waltz. Dauer von 20 bis 22 Uhr. Freitag, 23. Apris, außer Miete, einmaliges Gastspiel der „Nachrichter" mit ihrem fröhlichen Querschnitt durch den Alltag „So leben wir", eine lustige Parodie und kabarettistische Revue großen Humors. Anfang 20 Uhr; Ende 22 Uhr. Samstag, 24. April, als 18. Vorstellung für die NSG. Kraft durch Freude, „Zar und Zimmermann"; Dauer von 20 bis 23 Uhr. Sonntag, 25. April, letzte Aufführung der komischen Oper „Zar und Zimmermann" von Lortzing. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter; Spielleiter Paul Wrede, Tänze und choreographische Leitung: Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Anfang 19, Ende 22 Uhr. Lichlbildervorlrag über den U-Vooikrieg. Am Sonntag, 18. April, veranstaltet der Deutsche Neichskriegerbund (Kyffhäuser), Kreisverband Gießen, im Katholischen Vereinshaus einen öffentlichen Lichtbildervortrag über „Unterseebootkrieg". Es spricht der in Oberhessen bekannte U-Bootfahrer, Pg. Karl Kratz, Freienseen über eigene Erlebnisse während des Weltkrieges. Pg. Kratz, der 28 Monate auf Großkampsschiffen und drei Jahre lang im U-Boot auf allen Ozeanen gekämpft hat, wird besonders der deutschen Jugend ein packendes Bild von deutschem Heldenmut und deutscher Seemannstreue übermitteln. Guslav-Adolf-Frauenverem. Der Lichtbildervortrag in der Stadtkirche findet nicht am 18. April, sondern erst am 25. April statt. Mitgliederversammlung der Oberhesfischen Viehversicherungsansialt. Die Oberhessische Viehoersicherungsanstalt hält am Sonntag, 2. Mai, 15 Uhr, in Friedberg im Hotel „Deutsches Haus" ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Beauftragten des Gauleiters bei der Vereidigung. NSG. Als Beauftragte des Gauleiters nehmen an der Vereidigung in den Kreisen der einstigen Provinz Oberhessen folgende Gauamtsleiter und Gauredner teil. Der Gauleiter selbst spricht bei der Vereidigung im Kreise Groß-Frankfurt. Kreis Alsfeld: Gauredner Krug-Jahnke; Kreis Büdingen, in Büdingen: Gauamtsleiter Haug, in Ortenberg: Gauredner Jung, in Wenings: Gauredner Zimpelmann; Kreis Lauterbach: Gauredner Kl e mann; Kreis Schotten: Gauredner Siemens; Kreis Wetterau in Gießen: Gauobmann Willi Becker, in Friedberg: Gauhauptstellenleiter Schöne; Kreis Wetzlar: Gauamtsleiter Wellenkamp. Die Betriebe am i. Mai. NSG. Auf verschiedene Anfragen gibt der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willy Becker, bekannt: Die Betriebe des Gaues Hessen-Nassau nehmen selbstverständlich geschlossen an den gemeinsamen Feiern am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes teil. Veranstaltungen der Betriebe, wie Auslüge, Wanderungen, Kameradschaftsoeranstaltungen usw. können erst nach Abschluß der gemeinsamen Feiern stattfinden. BOM.-undZM.-Untergau146,Gießen Betr.: Vereidigung am 2 0. April 1 9 3 7. Wie uns eben mitgeteilt wird, finden am 20.4. keinerlei Führerinnenvereidigungen statt. Die bereits erlassenen Richtlinien verlieren hiermit ihre Gültigkeit. Betr.: Führertagung. Die verschobene Führertagung des Gebietes 13, Hessen-Nassau, mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach in Frankfurt a. M. ist nun endgültig auf den 7. M a i festaelegt. Die ergangenen Anordnungen bleiben grundlegend bestehen. Betr.: Führerinnenbesprechungen. Die für den 18. Avril angesetzten Führerinnenbesprechungen in den Gruppen 11, 14, 15 und 16/116 allen aus, da in sämtlichen Landgruppen die JM.- Ueberweisungsfeiern stattfinden müssen. Dienstbefehl. Jede Führerin ist verpflichtet, sich restlos dafür einzusetzen, daß alle Programme für den JM.- Werbeabend verkauft werden. Wir nehmen keine Programme zurück. Die Mädel- und die Jungmädeluntergauführerin. „... in der HZ. allezeit meine pflicht zu tun \" 19. April: Tag der feierlichen Aufnahme in das Deutsche Jungvolk und den Jungmädelbund. NSG .Im ganzen Reick; erfolgt am Montag, 19. April, die feierliche Aufnahme des Jahrganges 1927 in dis Reihen des Deutschen Jungvolkes und der Jungmädel. Millionen deutscher Jungen und Mädel werden in allen Gauen angetreten sein, wenn um 17 Uhr die Aufnahmefeier von der Marienburg über alle deutschen Sender übertragen wird. Ein ganzer Jahrgang des deutschen Volkes leistet nach dem gemeinsamen Lied „Ein junges Volk steht auf" und nach der Ansprache des Reichsjugendführers seinen ersten Schwur im Leben: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allzeit meine Pflicht' zu tun in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne, so wahr mir Gott helfe!" Durch Handschlag werden die Jungen und Mädel dann ausgenommen. Am Geburtstag des Führers werden die neuaufgenommenen Pimpfe und Jungmädel zum ersten Male geschlossen auftreten und zusammen mit ihren Kameraden und Kameradinnen zu großen Stammappellen aufmarschieren. Diese Äunbgebung'fen werden im Gau Hessen- Nassau eine besondere Note erhalten durch die Verlesung eines Befehls des Gebietsführers an den Jahrgang 1927, der durch Staffelläufer von den Jungbannstandorten zu den Aufmarschplätzen gebracht wird. Konzert eines italienischen Künstlers in Gießen. Von der Studentenführung der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Beauftragte des Musikwesens sämtlicher faschistischer Universitütsgruppen und Mitglied des nationalen Direktoriums der italienischen Musikkammer, Ugo A j e l l o, wird am Freitag, 23. April, in der Aula gemeinsam mit zwei deutschen Künstlern, Dr. Georg Kuhlmann (Klavier) und Henny Schmitt (Sopran), ein Konzert veranstalten, zu dem die Studentenschaft alle Einwohner von Gießen herzlich einlädt. Das Programm bringt ältere und neuere italienische und deutsche Musik. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Zusammenkunft der Veierinär- Medizinischen Fakultät und Fachschaft. Die Veterinär-Medizinische Fakultät und Fachschaft versammelte sich am Donnerstag auf Wunsch des Dekans der Veterinär-Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Bolz, zu einer internen Aussprache über die im laufenden Semester zu klärenden Fragen. Ein schöner Brauch ist damit ausgelebt, daß zum Semesterbeginn der Dekan der Fakultät seine jungen Kollegen, in diesem Semester sogar eine Kollegin, willkommen heißt und ihnen in großen -------------------------—— RUHL Seilersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 H eparaturen l897D N Zügen die Richtlinien für ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Dozenten und Studenten gibt. Prof. Dr. Bolz hob hervor, daß gerade die kleine Universität in erster Linie dazu berufen ist, aus Dozenten und Studenten eine große Arbeitsfamilie heranzubilden. Diese kameradschaftliche Zusammenarbeit wurde in der Gießener Veterinär- Medizinischen Fakultät schon immer in vorbildlichem Maße gepflegt. Um aber auch außerhalb des Unioersitätsbetriebes dieses Band..enger zu schließen, ollen Wanderungen, gesellige Veranstaltungen und Karneradschaftsabende mit Referaten abgehalten werden. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Worten des Prof. Dr. Bolz ergriff der Studenten- ührer cand. med.-vet. Frank das Wort. Worte )es Dankes widmete er dem Dekan und den Pro- efforen für ihre stete Einsatzbereitschaft für die Belange der Fakultät und der Fachschaft, zugleich mit dem Wunsche, daß diese Haltung auch weiterhin gewährt und noch gefördert werden möge. Im An- chluß daran eröffnete er verschiedene Pläne, die zugunsten der Studenten in der Stadt Gießen durch- gefuhrt werden sollen. Die Führung der Studenten- chaft werde es sich besonders angelegen sein lassen, auch in der Kleinstadt so viel Abwechslung und Unterhaltung wie möglich zu bieten. Er wies auch eindringlich auf die sozialen Einrichtungen der Universität hin, die jedem Kameraden zugäng/ich ind und die noch mehr beansprucht werden könnten, als es bisher der Fall war. Der Beifall nach den Worten des Pg. Frank bewies, daß er der Mitarbeit und Einsatzbereitschaft seiner Kameraden icher sein kann. Der Fachschaftsleiter Kamerad Geyer gab dann das Programm für das kommende Semester bekannt, das an Reichhaltigkeit und Abwechslung alle Erwartungen übertraf und begeistert ausgenommen wurde. Die Mahnung zur Mitarbeit aller, die sich Gießener Veterinär-Mediziner nennen, dürfte nicht lautlos verhallt fein. So wird auch im kommenden Semester die Veterinär-Medizinische Fakultät weiterhin in vorderer Linie marschieren, zum Wohle des deutschen Volkes und Vaterlandes, geeint durch den echten Geist der Arbeitskameradschaft. Blütenfahrt mit der Reichsbahn an die Bergstraße. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veranstaltet am 25. April von Gießen aus eine Blütenah rt nach Auerbach an der Bergstraße. Einsteigebahnhöfe find Gießen, Großen-Linden, Butzbach, Bad-Nauheim, Friedberg, Vilbel-Nord und Frankfurt-West. Kohl essen ist pflicht! Lpd. Als im Herbst 1936 eine überreiche Kohlernte, wie wir sie seit Jahren nicht erlebt hatten, vor der Tür stand, erging ein Appell an alle deutschen Volksgenossen, mitzuhelfen, den Erntesegcn nutzbringend zu verwerten und dadurch den Verderb wertvollen Nahrunqsgutes zu verhindern. Dieser Aufruf fand lebhaften Widerhall, und es ist damals gelungen, binnen kurzer Frist die Kohlfelder zu räumen. Es hat nicht allein die Hausfrau durch wrbildliche Verbrauchsdisziplin ihre Pflicht getan, andern das Winterhilfswerk, die Wehrmacht, der Arbeitsdienst und die Gliederungen der NSDAP, nahmen große Massen auf. Das Deutsche Frauen- werk, die NS.-Volkswohsahrt, sowie die Gaststätten, Hotels und Kantinen stellten sich ebenfalls in den Dienst der volkswirtschaftlich notwendigen Sache. Nachdem die ungeheuren Mengen Herbstkohl aus diese Weise untergebracht waren, mußte die eben« alls sehr reiche Winterkohlernte auf Lager genommen werden. Außerdem verarbeitete die Sauerkraut- industrie zusätzlich erhebliche Mengen. Mit fort’ chreitender Jahreszeit müssen nun diese restlichen Kohloorräte aus der vorjährigen Überreichen Ernte verbraucht werden, bevor sie dem Verderb anheimallen. Es ist unmöglich, daß bei unserer derzeit!' gen Ernährungslage auch nur ein Zentner Kohl verdirbt. Darum ergebt erneut an alle Verbrauchs' kreise der Appell, zusätzlich Kohl zu essen! 3^cr deutsche Haushalt, alle Gaststätten und jede Gliederung der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes, der NSDAP., der NS.-Volkswohlfahrt, alle müssen einmal in der Woche einen Kohltag einlegen. Dann wird es in den nächsten Wochen gelingen, die noch vorhandenen Kohloorräte von fast 1 Million Zentner unterzubringen. Gießener Dochenmarktpreise. * © i e fj e n , 17. April. Aus dem heutigen Wochen' markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» ** Diennj I, fit I Schient Bahnl (neben d Ab 24. April, Bau» Meue bür jedes Fe •Wegzug Sfi&r Cie leisti 606 Mi* itM V in1/,, ui i 3« 'W IfesA Vstelltenschast ö°n i'liier Dank uno WerreiM -- "6<-rd- iwi Men: «n a S Jahre, Lieblgst tz r 69 Jahre, Liel I8W ft‘»S- Xb'S 2 Schwarz" cks Kartoffel"' WS 25, $5 80 Ma Mr ytK*- «ersteigerungshall " Zulassur i:ür den geho : o | e n ft. Zum Mbenen mittlerer Mn) können iir bltabt 7 Zivilanwä Anwärter zum 1. Besuche um Zulc «bei dem Herrn mrmftabt einM übie Raffung unb \wmrbungsunlerla nu erfahren. IT Wie! JÄUu fürs $)( nach eine Ueihe ooi "binnen zu einem 1 lFrankfurt a. M per heiteren Mn mchkeit bekanntmai i:w W: WN-H Mersweg K, i Jahre, LennM idreas, geb. Mr inil Will, Tanzb arie Friedlein, aße 40. — 7. olfstraße 27. — «Mrweg 43. — Musangestellte, 4i !3. April: hannc mmgsberg 10; ! Wedrichstraße 16 Wayer, geb. hem ; [** Aiehmäi Wachsten Dienstag k'Nutzoieh-) Mark Markt zwei Tage Wt. Am Mittwc Beka ®e nächsten Bi, TM, bet! 21 I RkNehverstei, . I?i"s9llhr och "^nersfag, den' ! |Jbr Mittags GM Ken, den 1? Zangen H'öer "u fefej; —j5 eny un|(. 1, 7 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 20, Radieschen, das Bündel 15 Pf. gier abschneiden! 423 Säuglingsernährung statt. Bah GietzeN/ den 7. Avril 1937. Dr. van Bentheim, Direktor 2493D tonfag, 26. April, werden aus Hard und hohler bie* preisgegeben Ascheneimer Nr. 67 lr. 3170 1897 D Ergebnis des Preisausschreibens der Gießener Hochschulgesellschast Küchen- und Futtermittel ftrLN Wir sind ein Volk ohne Raum! Alle Gießener Hausfrauen zur Mitarbeit aufgerufen! Unsere landwirtschaftliche Eigenerzeugung ist nicht ausreichend, die Fettoersorgung der deutschen Bevölkerung sicherzustellen. Die politische und wirtschaftliche Notwendigkeit, das deutsche Volk besonders auch auf dem Gebiete der Ernährung im weitestgehenden Maße unabhängig vom Ausland zu machen, bestimmt daher einen wesentlichen Teil der Aufgaben des Vierjahresplanes. Eine der zur Lösung dieser Aufgaben einge- leiteten gewaltigen Maßnahmen ist die planmäßige Erfassung und Sammlung aller in Deutschland bis dahin unverwerlet gebliebenen Küchen- und Rahrungsmittelabfälle, die Verwertung in Schweinemastbetrieben finden sollen. Die planmäßige Durchführung dieser Aktion er- '* Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Ziehen: am 2. April: Käte Lerch geborene Mai, ;3Hahre, Liebigstraße 76; Elise Böck, geb. Ste- wertvollstes Ackerland in der Größe von 65 000 Hektar, also eine Provinz in der Größe von Oldenburg — neugewonnen wird, so ist es höchste Pflicht der deutschen Hausfrau, verantwortungsvoll mitzuarbeiten zum Gelingen dieses gewaltigen Werkes des Führers. Wenn in den nächsten Tagen der Ruf an die Gießener Hausfrau ergeht und die Sammler der Abfälle die Straßen der Stadt durchziehen, so muß sich jeder haushalt bewußt sein, daß gerade sein Abfall mit dazu beiträgt, die Durchführung dieser Aktion in Gießen zu ermöglichen. Die Kreisamtsleitung der RSV., die mit der Durchführung des Ernährungshilfswerkes des deutschen Volkes von Ministerpräsident Göring beauftragt worden ist, erwartet und fordert, daß sich jede deutsche Frau restlos hinter dieses Werk stellt und an kleinster Stelle mitarbeitet am Aufbau unseres Volkes. Es ist selbstverständlich, daß diese wie alle anderen Arbeiten des Vierjahresplanes nicht vorübergehende Erscheinungen sind, sondern bleibende Einrichtungen, die helfen sollen, das deutsche Leben zu sichern. Es sind darauf 15 Bewerbungen eingegangen. Auf Grund der Vorschläge ihrer Prüfungskommission hat die Hochschulgesellschaft den ausgesetzten Betrag von 5000 RM. wie folgt verteilt: 2000 RM. an das Institut für Mineralogie und Petrographie Herrn Professor Lehmann für die Förderung seiner Unter- 2000 RM. an das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung zur Unterstützung von Arbeiten des Herrn Dr. Ragaller zur Einführung des Anbaus einer neuen Oelpflanze in Deutschland. Außerdem hat die Hochschulgesellschaft beschlossen, einige andere Bewerbungen, die sie als unter* stütz'ungswürdig anerkannte, durch Zuwendung aus laufenden Mitteln im Gesamtbeträge von 3200 RM. zu berücksichtigen. haben Sie eine Säge im haushalt? Wie oft ist mal was zu sägen. Eine Kleinigkeit ist es, wenn dann gleich eine Säge zur Hand ist. Gehen Sie zu Häuser und lassen Sie sich die verschiedenen Sägen zeigen. Sie werden bestimmt die richtige darunter finden. 3- V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. o .a# 5;inat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, kg 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 70 ür 75 Pf., Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 Dort sollst Du Sen Rindern Zreiplätze geben! Mswerlr Mutter unü Sm». e r gab b® Semejler b ttchflun^ NlfgMM aller, dir t , dürfte ch [ter die 8t in oord5 ten GeiP Gtangenholzversieigerung der Fürstlichen Oberförsierei Lich. waren und nutzlos in Abfall- und wanderten. Wenn man überlegt, daß die durch Nahrungsmittelabfälle gewonnenen Bahnhofstraße 2S (neben dem Lichtspielhaus) Ab 24. April: Biiromaschmen Baums & Treibig Ruf 3700 Fachleute von der Pike auf! __2593D SMWWWWelMlMSS-AlWk Sonntag, den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet in Friedberg, Hotel „Deutsches Haus", die ordentliche Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Gi'eßen-Ost Kreisleiter Thiele, Biedenkopf, (MdR.) sprach. ches ZchZ ■wenten $ gerade bi berufen $ He Slrbeii Wiche Z» r Seterinc in voiW oberhalb bc zu schließt, tagen d abgehch a. M. Dreine M he. en, * > und ¥ lie TO Die Ortsgruppe Gießen-Ost hielt gestern abend im Cafe Leib eine Mitgliederversammlung ab, in der, von Propagandaleiter B a h s begrüßt, Kreisleiter Wilhelm Thiele (Biedenkopf), MdR., sprach. Der Redner erinnerte an einen seiner früheren Vorträge an der gleichen Stelle im Jahr 1933 unter dem Eindruck der Umwälzung durch Adolf Hitler und machte den Unterschied dieser Revolution gegenüber den sinnlos durchgeführten in anderen Ländern verständlich. Durch diese nach dem Willen des Führers mit Vernunft durchgeführte Revolution sollte der Welt bewiesen werden, daß wir kein Interesse daran hatten, unser eigenes Blut zu vergießen. Es kam darauf an, den Volksgenossen zu überzeugen^ daß er in einem völkisch und blutsmäßig eingestellten Staat ein wertvolles Glied in der Nation darstellt. Diese Aufgabe war sehr schwer, da überstaatliche Mächte versucht hatten, die Moral zu vernichten und das auf allen Schlachtfeldern er- genomiM r Ttudenlist Wort. M ib den Pw für die & zugleich in: ch Milchige. 3m & Pläne, bii sehen buch Studentm fein lafjen, H'hmg uii wies aui NM wN M tön® lil nach!■' er der fr Karners möglicht etwa eine zusätzliche Eigenerzeugung von einer Million Fettschweinen pro Jahr, und zwar — das ist das wesentliche — aus Abfällen, die zuvor zum größten Teil dem Verderb "chsts». Ä; E>°" a* *r) « W «Ni ■nm ®01)"’ W Mch Mitgliederversammlung (Hauvtv ers ammlnng) Tagesordnung: 1 Jahresbericht 2. Nechnungsablage 3. Entlastung des Vorstandes 4. Bestätigung des vorjährigen Beschlusses über Umwandlung der Oberhessischen Biebversicherungs-Anstalt 5. Wahl des stellvertretenden Direktors 6 Wahl der Ausschußmitglieder 7. Verschiedenes «Hl Bskannimachung. Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: Mittwoch, den 21. April 1937: Schweinemarkt in ber Viehversteigerungshalle. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. vi-nnerstag, den 22. April 1937: Rindvieh- (Ruhme!)-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 bis 8.30 Uhr vormittags. 2692C -amtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauen- s evdge schutzgeimpft. Für Zuchttiere ist das erforder- l ce Zeugnis über die Blutuntersuchung (Bang- i ieijtion) mitzuführen. Dir für Dienstag, den 20. April 1937, vorgesehene * inoieh- (Nutzvieh-) Markt fällt aus. Z-eßen, den 17. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. helfen, daß man die Muttermilch abdrückt und sie dem Kinde aus der Flasche gibt. Zweckmäßig legt man das Kmd in gleichmäßigen Abständen 5mal während des Tages an. Die erste Mahlzeit ist am besten so ungefähr um 6 Uhr morgens, die letzte etwa um 10 Uhr abends: während der Nacht gebe man von Anfang an dem Kind keine Mahlzeit. Vor und nach dem Trinken wiege man womöglich jedesmal das Kind, damit Hal man eine gute Kontrolle, wieviel das K'nd trinkt. Muß man das Kind künstlich ernähren. so verwendet man am besten Kuhmilch. Ziegenmilch viel seltener, da sie manchmal den Kindern schädlich ist. Die Kuhmilch wird verdünnt gegeben. Als Verdünnungsflüssigkeit dient m erster Linie Schleim (Hafer-, Reisschleim). Man achte darauf, daß die verwendete Milch keim- fret ist (3 bis 4 Minuten kurz aufkochen lassen) und die Flaschen gut gereinigt sind (Jnnenrand der Flaschen glatt) Der Schleim wird hergestelU. indem man etwa 40 Gramm Reis oder Haferflocken in Wasser eine Stunde lang kocht, danach das Ganze durch ein Sieb treibt und wieder auf die ursprüngliche Flüssigkeitsmenge auffüllt. Verdünnung der Kuhmilch allein genügt aber nicht, um sie der Muttermilch einigermaßen gleichwertig zu machen. Es muß noch Zucker zugesetzt werden. So brauchen Säuglinge von 'twa 6 bis 8 Kilogramm Gewicht 10 Gramm Zucker. Auch Mehlabkochungen kann man zur Säuglingsnahrung verwenden. S^ä- - probte Volk so zu schwächen, daß es niemals in der Lage gewesen wäre, sich gegen die Angreifer zu wehren. Bei der Machtübernahme versprachen die Nationalsozialisten eine zentrale Staatsgewalt einzurichten und dem Volke Arbeit und Brot zu schaffen. „Deutschland erwache!" war der Schlachtruf und der Führer sagte: „Gebt mir vier Jahre Zeit!" Heute muß der schlimmste Gegner anerkennen, daß diese Versprechen mehr als gehalten wurden. Der Redner erinnerte an die praktischen und die vorbereitenden Maßnahmen in den Jahren schwerster Verantwortung, in denen der Führer das Volk wieder glücklich machte, ihm Arbeit schaffte und ihm seine Ehre wiedergab. Nachdem uns die Rohstoffe fehlten, weil man uns die Kolonien geraubt hatte, gab der Führer den neuen Vierjahresplan bekannt. Träger dieses Planes ist die Partei. Die Partei ist Richtung und Wegweiser, sie ist Träger aller Dinge im Staat. Die Behörden sind die Institutionen, die die Arbeit durchführen. In diesem Zusammenhang wies der Redner auf die vielen Erfolge in der Beschaffung von Rohstoffen hin. Durch die verantwortungsbewußte Haltung des deutschen Arbeiters, der sich auch hierbei wieder als der treueste seines Volkes erweist, ist es bisher gelungen und wird es weiter möglich fein, die Werte zu schaffen, die wir für unser Volk brauchen. Kreisleiter Thiele appellierte zum Schluß an das Pflichtgefühl und die Opferbereitschaft, die letzten Kräfte daran zu setzen, daß das große Werk gelingt, das Ewigkeitswerte in sich trägt und geleitet sein muß von dem Gedanken: Ein Führer, ein Volk und ein Reich! Instandsetzungen aus dem Gleiberg. <5 Gleiberg, 17. April. Im Plane der laufend erforderlichen Unterhaltungsarbeiten an und in den Gebäuden und an den Mauern der Burg Gleiberg steht in diesem Jahre in vorderster Linie die vollständige Jnnenherrichtung der oberen Räume des Nassauerbaues. Es handelt sich um den Kaisersaal, das sog. Vorstandszimmer und das Luxemburger Zimmer, die im Falle von Festlichkeiten in einheitliche Benutzung genommen werden können. Sie standen bislang noch im ursvrünglichen Gewände, wie sie nach 1879, dem Jahr der Uebereignung der Burg vom preußischen Staat an den Gleibergverein hergerichtet worden waren. Die Malereien an der Decke des Kaisersaales müssen verschwinden, da sich ein Dachmalen infolge starken Abbröckelns des Verputzes nicht lohnt Die Arbeiten, die von einheimischen Handwerkern ausgeführt werden, find feit Ostern im Gange. Sie stehen unter Aufsicht von Oberbauinspektor Mohr (Gießen) und dem Kunstmaler Adolf P r e s b e r (Wiesbaden). Beide werden für sachverständige Erneuerung unter Wahrung eines passenden künstlerischen Stils Sorge tragen. Die Beleuchtungsanlage muß eine teilweise Veränderung erfahren. Die zahlreichen Fenster bedürfen einer gründlichen Ausbesserung. Die ein Stück Vereinsgeschichte darstellenden Bilder im Vorstandszimmer erhalten einfache, aber dem Aussehen der Räume entsprechende Rahmen. Das gesamte Wirtschaftsmobiliar wird aufge- frischt. Zo l Will, Tanzlehrer, 37 Jahre, Bahnhofstr. 53; Diene Friedlein, geb. Frank, 76 Jahre, Ludwig- Itscße 40. — 7. April: Heinrich Dort, 55 Jahre, Ot fstraße 27. — 10. April: Karl Lenz, 62 Jahre, IttTroeg 43. — 11. April: Johanna Reuschling, w sangeftellte, 46 Jahre, Marburger Straße 10. — 3. April: Hanno Boemke, 8 Monate, Am Nah- ffrgsberg 10; Karl Heinz Berdel, 3 Monate, fr drichstraße 16. — 15. April: Pauline Margarete JLaer, geb. Hemstege, 48 Jahre, Gnauthstraße 14. I,c Viehmärkte in Gießen. Der für io: [ten Dienstag, 20. Aprll, vorgesehene Rinkneh- Mzoieh-) Markt fällt aus. dafür findet dieser Nnkt zwei Tage später, am Donnerstag, 22. April, Iol Am Mittwoch, 21. April, wird in der Vieh- 'ör eigerungshalle Schweinemarkt abgehalten. ! '* Zulassung von Zivilanwärtern ii' den gehobenen mittleren Justiz- ‘) 11 n ft. Zum Vorbereitungsdienst für den gelob nen mittleren Justizdienst (Justizinspektorlauf- >al|i) können im Oberlandesgerichtsbezirk Darm- 'tok 7 Zivilanwärter alsbald und weitere 3 Zivil- i|jic«ärter zum 1. Oktober d. I. zugelassen werden, ^cjache um Zulassung sind binnen zwei Wochen liei dem Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten in Gamstädt einzureichen. Die Voraussetzungen für I lik Zulassung und die den Gesuchen beizufügenden erbungsunterlagen sind bei den Amtsgerichten ,11 vfahren. *’ D i e Wiener Spielzeugschachtel , Skiles fürs Her z". Unter diesem Motto hat f id) teine Reihe von Wiener Künstlern und Künst- leckmen zu einem ©rUHmel im Schumanntheater in Iihonffurt a. M vereinigt, das die Besucher mit fier fetteren Wiener K'^si und der Wiener Fröh- I d)Ht bekanntmachen will. Ii--- lll VII11 U). u. IjlVUllHl. Will l, ,3 Hahre, Liebigstraße 76; Elise Böck, geb. Ste- f>ei. 69 Jahre, Liebigstraße 93. — 3. April: Mag- )ahia Dewald, geb. Günther, 74 Jahre, Alicen- ijege 22; Heinrich Guthardt, Kaufmann, 53 Jahre, Serersroeg 38; Emil Wisker, Mechanikergehilfe, 14 Jahre, Leimenkauterweg 11. — 5. April: Marie Ittreas, geb. Muskulus, 73 Jahre, Schulftr. 7/9; rerii tigert: Stück: ausgesuchte Fichien-Derbstangen W (früher I) 120, 2. Kl. 180, 1. Kl. (früher III) 4 Di, Reisslängen 4. Kl. 250. 2706V Kilfammenfunft: 9.30 an der „Guckerte", chaussier- t ril bfuhrweg von der Straße Lich—Langsdorf. kODerbstangen 1. Kl., zu Steigleitern geeignet, aus tei kt Wehrholz und Riedwald, werden „blind" tujif igert. Es empfiehlt sich vorherige Besichtigung. 1 * Dienstjubiläum. Am 14. April konnte S)rr Fritz Jung (Klein-Linden) auf eine 25jährige ÄiDestelltentätigkeit bei der Firma Georg Philipp Dill, Zigarrenfabrik in Gießen, zurückblicken. Er ha im ^Laufe dieses Vierteljahrhunderts unermüd- litten Schaffens in verschiedenen kaufmännischen UID- technischen Abteilungen des Betriebes gearbeitet, in den letzten 9 Jahren als Reifender. Den Welt- krig hat er von Oktober 1914 ab mitgemacht, in [er em Verlaufe wurde er zum Leutnant der Re- [ev>e befördert. Dem Jubilar wurden bei einem gemeinsamem Abendessen und anschließendem ge- ckitillchem Beisammensein mit der gesamten Angelte. tenschaft von dem Firmeninhaber und namens frei Angestellten von dem ältesten Prokuristen herz- liter Dank und aufrichtige Glückwünsche unter llr erreichung von Erinnerungsgaben dargebracht. Sack Sack, großer Beutel aus Sackgarn ober Jute, muß trocken aufbewahrt werden. Zweckmäßig zeichnet man feine Kartoffel- und Kohlensäcke durch Buchstaben, die mit Oelfarbe aufgemalt werden. Zerrissene Säcke können als Scheuerlappen verwendet werden. Sägemehl, beim Sägen abfallendes Holzmehl, dient ebenso wie Sägespäne, als Brenn- und Pack- mittel. Da es viel Feuchtigkeit aufsaugt, kann man Sägemehl bei Regenwetter im Hausflur ausstreuen. Mit Sägemehl lassen sich gut fettige Flaschen reinigen. Sättigung, körperliches Gefühl, ist sowohl von der Menge und vom Nährwert der aufgenommenen Nahrungsmittel abhängig, wie von der Zeit, in der sie vom Magen verarbeitet werden. Daher ist nach Fleischspeisen das Sättigungsgefühl andauernder als nach Mehlspeisen. Säuerlinge sind kohlensäurehaltige Mineralwässer, die nur wenige feste Substanzen enthalten. Sie werden gerne als Tafelwasser verwendet, da sie durch ihren Gehalt an Kohlensäure die Verdauung anregen. Säuglingsernährung. Die natürliche und weitaus beste Ernährung des Kindes in den ersten Monaten ist die Muttermilch. Nur bei ganz wenigen Ausnahmen, wenn z. V. die Mutter an schwerer Tuberkulose erkrankt ist, wird der Arzt vom Stillen abraten. Unter Umständen kann man sich bann immer noch damit 'inir- NfN Sch °us Wich tafpraty 'enden gelebt, M Mot fej i°9ar eh ln Hs erreich^ erleb-, n EriM tjben^ nbem. s8 1,5-5 bis 1,60, ßanbbutter 1,42 Mark, Matte 20 uu 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, iftreta^ W s 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11%, fidihp-jN Küsse D 10/4, ungezeichnete 10, Wirsing, Vi, kg tiari*. (fl^b) 12, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10, Rotkraut he ll 12 gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Bekanntlich hat die Gießener H 0 ch s ch u l - s suchungen des Lahn- und Dillgebiets auf Kupfer-, gesellschaft im Januar d. I. an die wissen- Blei-, Zink- und Nickelerze. schaftlichen Institute und Kliniken der Universität 1000 RM. an Herrn Professor Dr. Hock (Krof- Gießen ein Preisausschreiben gerichtet zur Dorf) zur Ingangbringung einer Spezialaufgabe Losung einer Teilaufgabe, bic im Rah- auf dem Gebiet der Kautschukchemie. men des Vierjahresplanes des Führers und Reichskanzlers liegt. ’S lt‘5 Qh l ir b ' p Dt! ZD Pf., Zwiebeln 10 vis 12, Meerreincy ou IPläfep« ®Etl bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 20 9en 9b bi-_25, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,(5 bis 3,80 Mark, Aepfel, % kg 20 bis 45 Pf., WIttj Zv>etfchenhonig 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 65 Pf., Blumenkohl 30 bis 40, Salat 15 bis 25 Salatgurken 70 bis 80, Lauch, 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, alte 5 bis 15, neue, das Bündel . füt iedes Zimmer. ’ lohnt sieh immer i Fenster. < Seelbach 261 tedes KierWeß7.u , Seltersweg Gießen, 3eiv" eziaigeschäft .sfähige »pezi ieistungf ilL «IM 20 Das Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Ein Jubiläum -es Gießener VHE. 25 Lahre Arbeit bei der Wegebezeichnung. — Anlegung eines Höhenweges »Rund um Gießen". Der Vogelsberger Höhen-Club (VHC.), Zweigverein Gießen, der in diesen Tagen auf sein 29jäh- riges Bestehen zurückblickt, kann gleichzeitig ein Jubiläum eigener Art begehen. Sind es doch 25 Jahre her, daß der Verein von der Sektion Gießen des Deutsch u. Oesterr. Alpen-Vereins die Ausführung der Wegebezeichnungen in der Umgebung von Gießen übernommen hat. Der Alpen-Verein, der bis dahin in dankenswerter Weise diese selbstlose Tätigkeit, allerdings in bescheidenem Maße, ausgeübt hatte, war durch anderweitige Verpflichtungen verhindert, diese Arbeiten noch weiter fortzuführen und übertrug sie daher im Frühjahr 1912 an den VHC. Gießen. Mit dieser Uebernahme erwuchsen naturgemäß für den Zweigverein erhebliche Opfer an Zeit und Geld. Galt es doch, das bestehende Wegebezeichnungsnetz gehörig instand zu setzen und immer weiter auszubauen. Unter der zielbewußten Leitung des vor nun bald sechs Jahren verstorbenen VHC.-Bruders Carl Wenzel wurde ein Wegebezeichnungs-Aus- schuß (WBA.) von nahezu 20 arbeitswilligen Männern ins Leben gerufen, dieser in fünf Gruppen'mit je einem Führer an der Spitze eingeteilt und rüstig an die Arbeit gegangen. So ist denn im Laufe eines Vierteljahrhunderts ein Werk entstanden, das den Dank und die Anerkennung aller wanderfrohen Volksgenossen gefunden hat. Nicht weniger als 23 Wanderstrecken sind zu unterhalten, die insgesamt eine Länge von 457 Kilometer auszuweisen haben, also nahezu die Entfernung von Gießen nach Berlin. Die große Orientierungstafel am Bahnhof, mehrere kleinere Schilder an den Toren und in verschiedenen Ortschaften, sowie die Wanderkarte von Gießen und Umgebung, die bereits in 4. Auflage erschienen ist, legen Zeugnis ab von dem gemeinnützigen Wirken des WBA. In dem Bestreben, das Wegebezeichnungsnetz immer weiter auszugestalten und zu vervollkommnen, plant der WBA. die Anlegung eines Höhen- weges rund um Gießen, der im Laufe des Jubiläumsjahres zur Ausführung kommen soll. Hoffen wir, daß es dem VHC. Gießen gelingt, jederzeit, wie seither, arbeitsfreudige Männer in seinen Reihen zu haben, die bereit sind, im WBA. ihre segensreiche Tätigkeit im Dienste der Allg"mein- heit ausüben. C. F. Wirtschaft. Ankau dbeihilfen für Ziegenlämmer. ZdR. Zur Hebung des Bestandes und der Leistung unserer Ziegen gewährt das Reich beim Ankauf von weiblichen Ziegenlämmern, die den Zuchtzielen des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter entsprechen, ansehnliche geldliche Beihilfen. Beim Ankauf von weiblichen Ziegenlämmern im Alter von vier Wochen und im Werte von rund 15 Mark beträgt der Reichszuschuß 5 Mark, bei acht Wochen alten Ziegenlämmern im Werte von rund 30 Mark sogar 15 Mark. Allerdings muß die Abstammung des Tieres — Jungviehnummer des Ziegenherdbuches oder anderweitiger Leistungsnachweis — die Erwartung sichern, daß es durch eine ausreichende Milchgabe den Zielen unserer Ziegenzucht entspricht. Die Anträge auf Ankaufsbeihilfen sind bei der betreffenden Landesbauernschaft zu stellen. Rhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M„ 16. April. Die Börse bewahrte ihre feste Grundtendenz, das Geschäft schien allerdings gegen die Vortage etwas ruhiger. Lediglich in einzelnen Spezialpapieren war der Umsatz weiterhin lebhaft. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, zu den ersten Notierungen überwogen jedoch Erhöhungen. Erhöhtes Interesse fanden wieder Maschinenaktien, Muag auf die heutige Aufsichtsratssitzung 156,25 (154,50), ferner Rheinmetall 155,25 (154,75),Moenus 113,50 (112,65). Lebhafter waren auch Daimler Motoren mit 139 bis 139,50 (138,50), dagegen BMW. ruhiger und abbröckelnd mit 154,50 bis 154,25 (155). Don Chemiewerten gewannen Scheideanstalt 3 v. H. auf 263, auch Goldschmidt weiter fest mit 142,75 (141), IG. Farben wenig verändert mit 169 (169,25), ebenso Deutsche Erdöl mit 150,50 (150,25). Am Montanmarkt gewannen Harpener auf den Abschluß 3v. H. auf 164, belebter waren Mannesmann mit 122,13 bis 122,40 (121,75), ferner Verein. Stahl 118,40 (118), Hoesch 120 (119,90). Elektropapiere lagen ruhig, Lahmeyer und Gesfürel bis 0,65 v. H. nach- gebsnd, Felten etwas erholt mit 143,75 (143), Schuckert 165,75 bis 166 (166), AEG. 43,13 (43,25). Von Einzelwerten stiegen AG. für Verkehr auf 134,75 bis 135,50 (134), Hanfwerke Füssen auf 104,25 (103,25), außerdem Cement Heidelberg 167,50 (166,75), Westdeutsche Kaufhof 60,50 (60,25), Aschaffenburger Zellstoff 141,90 (141,50), dagegen Waldhof 158,50 (159,50). Schiffahrtsaktien lagen unverändert. Am Rentenmarkt befestigten sich Altbesitz auf 123,75 (123,40). Kommunal-Umschulüung unverändert 93,25, ebenso Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 126,90 und Städte-Altbesitz mit 126,50, sowie Wiederaufbauzuschläge mit 80,25. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen wurden weiter gesucht. Auch im Verlaufe blieb die Kursentwicklung uneinheitlich, größere Abweichungen als etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ergaben sich aber kaum. Das Geschäft am Aktienmarkt war nicht besonders lebhaft. Auch am Einheitsmarkt entwickelten sich die Kurse unregelmäßig, weiter gesucht und fest blieben Faber & Schleicher, schwächer lagen u. a. Gritz- ner Nähmaschinen, Motoren Darmstadt. Von erst später notierten Werten stiegen Junghans auf 132 (130) und Reichsbank auf 198,50 (197). Von Renten wurden Altbesitz lebhaft gesucht mit etwa 124 bis 124,25 nach 123,75, auch Kom- munal-Umschuldung mit 93,30 nach 93,25 belebter. Goldpfandbriefe wurden bei meist unveränderten Kursen weiterhin rationiert, ebenso Rheinische mit 99,50 (99,40). Kommunal-Obligationen wurden voll zugeteilt, die Kurse liegen nunmehr überwiegend bei 97,75. Liquidationspfandbriefe zogen 0,13 bis 0,25 v. H. an, auch Stadtanleihen notierten teilweise höher. Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 90 (89,75), 6 v. H. IG. Farben 134,65 (134,25). Dekosama I stiegen auf 130,75 (129,75), do. III (Saar) auf 95 (93,50) bei voller Zuteilung. Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke 115,50 bis 117,50, Wayß & Freytaq 148,50 bis 150,50. NSU. 162 bis 164, VDM. 164,50 bis 166,50, Ufa erholt auf 74 (72,75). Tagesgeld unverändert 2,50 o. H. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse hatte bei etwas lebhafteren Umsätzen eine steundliche Tendenz. Einige Spezialwerte lagen fest, so Muag mit 157,50 (155) auf das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung, Holzmann mit 154,50 (152, Berlin 153,25) auf Dividenden- erwartunaen, ferner stiegen Schuckert von 167,75 auf 169 (Berlin bereits 168,50). Im übrigen lagen die Kurse gegen den Berliner Schluß vorwiegend gut behauptet, nur vereinzelt ergaben sich geringe Rückgänge. Lebhafter gesucht wurden bei etwas höheren Kursen Schifsahrtsaktien, Hapag 17,50 (17,25), Norddeutscher Lloyd 17,65 bis 17,75 (17,40). Von Montanpapieren waren Harpener noch 1 v. H. fester mit 165, ferner Buderus 130,25 (129,50), Verein. Stahl 118 (117,75). IG. Farben lägen mit 169,13 behauptet. Am Einheitsmarkt waren Schriftgießerei Stempel weiter erhöht mit 98 (96) auf Äbschlußhoffnungen, ferner Konserven Braun 97,50 (97). Schantung kamen mit 121,50 (am 10. April 124) wieder zur Notiz. Von Freioerkehrswerten gingen Neue Wayß & Freytag auf 150,50 bis 151 (149,50) und Adlerwerke Kleyer auf 116,75 bis 117 (116,50). Der Rentenmarkt hatte kein besonderes Geschäft, zu den letzten Mittagskursen erhielt sich aber Nachfrage. Reichsbahn-Vorzugsaktien 127, Altbesitzanleihe 124,13, Kommunal - Umschulduna 93,30, 5 v. H. Verein. Stahl 102 (101,90), 1951er Verein. Stahl 99,25 (98,90). Gportamt „Kraft durch Freude". Reichssportabzeichen, Universitätssport- platz am Kugelberg — für Misner und Frauen ge- meinsam — 17.30 bis 18.45 Uhr. Morgen folgende Kurse: Tennis, Tennisplätze am Schützenhaus — für Männer und Frauen gemeinsam — 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr. Kurszettel der Berliner und FranksurLer Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluh- kurs Schluss. Abend- börje Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schluß, fürs Schlußf. Abend börse Schluß- kurs Sch'uvi. Mittag, börie Dalum 15 4r. 16.4. 15 4- 16.4. Dalum 15.4. 16.4. 15-4. 164 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Young-Anleihe von 1930 .. 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4/z/a Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Laudesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5y»% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4*/2°o Preus;. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4*/r% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2°/0 Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5Z4% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5*/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Stcuergutkchein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Lesterreichische Goldrente.... 4,2% Lesterreichische Silberrente. 4*/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Gnheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Dorz.°Akt. 7 Reichsban!................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank..\ 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 101,4 98,9 104 99,75 98,75 123,4 133,75 99 101,13 99 97,75 97,25 129,75 99,25 97,75 101,45 101,5 110,25 134 17.25 17,4 126,9 197 113,5 117,5 105 101, 98, 10 99,7 98,7 124,1 133,7 9 101,2 9 97,2 130,7 99,2 97,7 101, 101, 110,2 135, 17, 17,2 12 198, 113,6 117, 10. Devi 4 9 4 5 5 3 5 9 5 9 e 101,75 98.9 104 99,75 100,9 98,75 123,5 99 97,75 131 99,25 101,4 110,3 134,25 43,75 17,5 17,4 126,9 197,25 129,75 113,5 117,5 105 nmarff 101,9 98,9 104,25 99,75 100,9 98,75 124 131 99,25 101,4 110,4 134,75 44,5 17,4 17,5 127 198,75 129,9 113,65 117,5 105 Berlin Accumulatoren-Fabrik....... 12 AKU=Sunftfeibe............. 0 Aschaffenburg Zellstoff........ 3 Aemberg....... o Bekula.....................8 Buderus Eisen...............4 Cement Heidelberg........... 7 Cement Karlstadt............ 6 Chade A.-C.................. 9 Conti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............ 5 Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel....................6 Th. Goldschmidt............. 5 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener................. 2*/2 Hoesch Eisen...............3*/2 Philipp Holzmann........... 6 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................ 6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke ............. 4*/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6*/2 Metallgefellschaft.............5 Orenstein & Koppel.......... 0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali......*.... 7*/2 Schuckert L Co............... 6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 3*/2 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali............ 5 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. BL 211 141,75 114,75 166,13 128,5 195 138,4 117,4 150,13 178 135 152 169,25 143,25 149,65 141,25 47 161 119,5 150,5 143 125,75 126 149 127,4 121,9 158,5 94,65 231,75 137,75 160,25 129,25 147 165 166 100,13 200,5 200 117,9 60,25 125,75 159,25 31,9 210 141,9 115,25 165 130,25 168 196 139 150 263,5 178,25 135,5 151,5 169,13 143,75 149,9 142,5 45,75 165 120 154,5 143 126,75 126 126,75 95,9 122,13 162 154,5 160,5 128,5 147 167 169 200,5 200 118 60 126 158,5 141,25 115 166 128,75 166,25 195 138,5 150,25 261 178 135,5 152,5 169,25 143 150 141 47,4 161 119,9 151,25 143 126 126,25 126,9 95,5 121,75 154,5 137,5 160,25 129 147 166 199,75 200 118 60,25 125,5 159,5 31,75 211,75 141,75 115,25 165,9 130,25 195,5 138.75 119,75 150 178,25 135,5 151,5 169,13 144,25 150,13 142.75 46,18 165 120 153,21 170 142,5 126,25 126,5 148,75 127,25 122,25 163.75 154 94,9 231,4 136,25 160.25 129,25 147 167 168,5 100,13 200,75 200 117,9 60 126,25 158 32,5 15. April 16.April 15. April 16. April Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Bries Am licheNotierung Geld | Briei Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig ................... Loudon................... Helsingfors................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 0,756 41,96 0,157 47,04 54,55 47,04 12,215 5,395 11,105 136,30 13,09 0,760 42,04 0,159 47,14 54,65 47,14 12,245 5,405 11,125 136,58 - 13,11 0,756 41,96 0,157 47,04 54,57 47,04 12,22 5,395 11,105 136,31 13,09 0,760 42,04 0,159 47,14 54,67 47,14 12,25 5,405 11,125 136,59 13,11 Japan.................... Jugoslawien.............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm ................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork.................. 0,711 5,694 61,39 43,95 11,09 62,98 56,73 16,98 8,646 2,489 0,713 5,706 61,51 49,05 11,11 63,10 56,85 17,02 8,664 2,493 0,711 5,694 61,41 48,95 11,09 63,00 56,78 16,98 8,651 2 490 0,713 5,706 61.53 49,05 11,11 63,12 56,90 17,02 8,669 2,494 Säuglingskleidung 424 Säurevergiftung wird manchmal von den Säuglingen schlecht vertragen, darum bemüht man sich durch ein besonderes Verfahren stärkefreie Kindermehle herzustellen Eine Reihe von Präparaten enthält die Stärke in aufgeschlossener Form Das Verdünnungsverhältnis ist in der ersten Zeit ein Teil Milch, zwei Teile Verdünnungsflüssigkeit. Dann kann man allmäylich übergehen zur Vollmilch. Vom 3. Monat an gebe man auch Beikost, Gemüse, vor allem Spinal und Karotten, Obstsäfte, Mehlsuppen, Kartoffelpüree usw. Abstillen nicht vor dem 6. Monat und niemals in der heißen Jahreszeit. Vgl. auch Milchschorf, Zwiemilchernährung, künstliche Ernährung. Bei allen ernsten Störungen wende man sich an den Arzt. Säuglingskleidung, gestrickte oder gehäkelte Kleidchen, die über die Wäsche angezogen werden, fertigt und kauft man zweckmäßig aus warmer, weicher Vabywolke. Säuglingspflege. Das wichtigste für einen Säugling ist richtige Ernährung, peinliche Sauberkeit, viel frische Lust und vor allem Regelmäßigkeit in seinen Mahlzeiten. Kann der Säugling nicht von der Mutter gestillt werden, so muß eine genaue Ernährungsvorschrift des Arztes oor liegen. Minderbemittelte wenden sich am besten an die Fürsorge- und Mütterberatungsstellen, wo ihnen unentgeltlich Ratschläge erteilt werden. Säuglingswäsche, s. u. Erstlingswäsche. Säuren, meist sauer schmeckende chemische Verbindungen, die Wasserstoff, aber vielfach auch Sauerstoff enthalten und mit Vasen Salze bilden. In der Ernährung sind Säuren insofern von Wichtigkeit als von verschiedenen Nahrungsmitteln, wie Fleisch, Eiern, Brot, Säuren Zurückbleiben, die wieder ausgeschieden werden müßen. Dies geschieht durch die Verbindung dieser Säuren mit Basen zu Salzen, die vom Körper entfernt werden können. Gemischte Ernährung bietet die beste Gewähr für das notwendige Säure-Vasen-Eleich- gewicht. Safe, engl., diebes- und feuersicherer Eeldschrank oder gemietetes Fach in der Stahlkammer einer Bank. Saffianleder, das gleiche wie Maroquinleder. Säurevergiftung (gilt für alle Vergiftungen mit Säure). Wird eine stärkere Säure eingenommen, sei es, daß sie verschluckt oder eingeatmet wird, so-geht sie mit dem Körpergewebe eine chemische Verbindung ein. Es entsteht ein Eewebsschorf, das Gewebe sieht wie verbrannt aus. Erbrechen tritt ein, meist ist dem Erbrochenen Blut beigemischt, Benommenheit und Übelkeit kann die Folge sein. Man rufe sofort einen Arzt und gebe dem Vergifteten Milch zu trinken, auch Lösungen von Soda und Natron tun gute Dienste. Durch geeignete Maßnahmen wird der Arzt der Narbenbildung entgegenarbeiten, MAI—OKTOBER 1937 GROSSE REICHSAUSSTELLUNG Schaffendes DoiH Alle Auskünfte, auch über Sohcpceisecmofngungen, durch jedes Reifebüro Die Reife jur Ausheilung - . .Reife an Den Rhein! H und Rinder, hochtragend oder frischmelk., auf der 103. Milchviehvcriteigerung in 269?v Münster i.tv.. Halle Nttinsterland Ca. 270 ® Milchkühe am Dienstag, dem 20. Avril 1937, mittags 12 Uhr Obligatorische Untersuchung auf Bazillus-Bang. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos) durch die Mtfälifdje Vsonlnziol-Vieliverwerlungs-Genossenflhail e.G. m. b.H., Münster i. W., Windthorslstraße 20, Ruf 26644/45. - Ständige Bermittl. von Vieh aller Art (Nett- u. Weidevieh, Ferkel. Läufer,Pferde uiw.) 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I i nendherbergen Im Gebiet di Main besinn! 2500 Uebernach 335039 Ueberi zu sprechen oe Vergleichs eine Aber: „Grau, des Lebens go daran, sich eil WMM muh nimSr. ^onian t 19 N«6un8." kte--- »Ä : st* , rtf. 'kme 1 k-chl ÄSl»i i 3er ?3eQt' 1 &”&•>' 8 Kit- « "Nb b lö ren 3teihoUnet)ni rtt»s X"1! fleri ®einnn""9e« Es ein Mg nQ( ,,3d) fr» l:Kr ttr.89 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 17. April 1937 M ■ J ,w EL« f* r • ' ”7; '■> /.y •/ .z/z L1LL ix'? W F - '' / vl " , Längsseiten sind Bänke in die dunkelbraun getäfelten Wände eingelassen. Dort mögen die Damen gesessen haben in den langwallenden modischen Kleidern des Empire, huldvoll den Tänzern zunickend. Heute sieht es hier etwas anders aus. Die vielen eisernen Bettstellen kontrastieren etwas hart mit dem Raum an sich, aber sie füllen ihn zweckvoller, nützlicher, als er früher verwandt worden sein mag. Herrliche frischeLuft dringt in den Morgenstunden vom Park her durch die Fenster ein. Jugendherberge Bald blühen auch die Apfelbäume des Obstgartens am Hause. Im,vorigen Jahr erlebten viele Mädchen vom BDM. des Untergaues Gießen und Wetterau unbeschwerte Tage in diesem idealen Sommerlager. * Die Jugendherberge auf der Herchenhainer Höhe, das „Bater-Ben- der-Heim", liegt von allen den Herbergen unserer Heimat am schönsten. Hohe Tannen umrauschen in willkürlichen Gruppen das zum Teil mit Schindeln verkleidete Haus, ohne sonderlich den Ausblick aus den Fenstern zu stören. Bom Tale herauf blinken die MooserTeiche, an klaren Tagen schweift der Blick weit in die Runde, hinüber zum Taunus, zu den Höhen des Westerwaldes, der Wie verwunschen liegt Rhön, des Spessarts und manchmal gar ist der Melibokus an der Bergstraße zu erkennen. Das Auge umfaßt von dieser Jugendherberge aus Räume über Hunderte von Kilometern. „Trink, o Auge, was die Wimper hält.. /' Das Bater-Bender-Heim vermöchte Nacht für Nacht 100 Gästen Aufnahme zu gewähren. Im vergangenen Jahre weilten viele Schulkinder mit ihren Lehrern zu Landschulheimaufenthalten dort oben und lernten im gemeinschaftlichen Erlebnis ihre weitere Heimat kennen. * Gespräche mit den Herbergsvätern sind überall und immer aufschlußreich und anregend. Sie alle .-Gonsenheim — einst eine alte Mühle. die Jugendherberge im Schloßpark zu Laubach. haben den rechten Blick gewonnen für ihre kleinen und größeren Gäste. Wenn man mit den Herbergsvätern spricht, erkennt man bald, welch großen Garten unser Herrgott hat. Was ein richtiger Herbergsvater ist, der sieht seinen Gästen, kaum daß sie die Schwelle überschritten haben, schon an der Nasenspitze an, ob sie Ordnung halten werden. Biele fügen sich willig den Hausgesetzen. Andere wollen es nicht! So manche seiner Gäste kann er seelenruhig gewähren lassen, hinter anderen muß er ständig her sein, um sie in Schach zu halten Und was muß ein solcher Herbergsvater alles können? Möglichst sollte er alle Handwerke beherrschen! Und was soll er alles haben? Nadel und Faden, alle Sorten Knöpfe, Riemen und Schnürsenkel, Heftpflaster, Hammer und Zangen, Flickzeug für Fahrradschläuche, Postkarten und Bleistifte und so vieles andere wird von ihm erbeten, wenn ihm eine Schar von 30, 40 oder 50 Buben bzw. Mädchen in das Haus fällt. Was ließe sich alles erzählen von den kurzen Formalitäten bei der Aufnahme, vom Betrieb um den Herd der Selbftoerköstiger, von der Morgenwäsche über den langen Tag hinweg bis zu dem kategorischen Ruf: „Licht aus!" und „Ruhe!" * Wir hatten Gelegenheit, mit dem Herbergsvater von Rüdesheim zu sprechen. Dort kehren viele Ausländer ein. Hagere, wohlerzogene, aber nicht immer kernhafte junge Engländer beiderlei Geschlechts, die alle gerne Schokolade essen und die ganzen Bestände des Herbergsvaters kauften. Ein Blick in die Besucherliste der Herberge läßt erkennen, daß alle die jungen Engländer fast die gleiche, jedenfalls aber eine ähnliche Handschrift schreiben. Smarte Amerikaner und Amerikanerinnen, frischen Aussehens, überaus gut und zweckmäßig ausgerü- Alles für unsere Lügend! Zum Sammeltag für das Deutsche Lugendherbergswerk. Der Tagesraum der Gießener Jugendherberge. des Tagesraumes Spielwiese wieder erfüllt sein vom sprühenden Leben der Jugend. * Auch im Schloßpark zu L a u b a ch herrscht jetzt noch eine patriarchalisch anmutende Stille. Aber auch das wird wieder anders werden, wenn die Jugend in der Zeit der Ferien die Herberge Laubach, eine der schönsten in Oberhessen, aufsucht und dort unter der alten Kastanienallee wandelt, um den kleinen Schwanenteich und um die alten Mauern des Schlosses herumstreift. Vielleicht läßt sich für eine Jugendherberge ein Platz in einer landschaftlich noch bevorzugteren Gegend denken — wohl kaum aber eine stimmungsvollere Umgebung als jene der Jugendherberge von Laubach. Die Herberge selbst ist im ehemaligen Kasino, das zum Schloß gehört, untergebracht. Ein in Stein gehauenes Wappen ziert die Stirnseite des Hauses, das sich in feinen architektonischen Maßen zeigt. Der Schlafsaal für die Buben ist fast eine Sehenswürdigkeit zu nennen. Der Schlafsaal war ehemals der Tanzsaal des Casinos! In zartem Blau, in Weiß und mattem Gold schimmert die fein gewölbte Decke. An den Nähe gründlich anzusehen. Die Gießener brauchen ja nicht weit zu gehen, wenn sie eine Jugendherberge aus eigner Anschauung kennenlernen wollen. Am morgigen Sonntag ist die Gießener Herberge zu jedermanns Besichtigung geöffnet. Allzuviele kennen die Herberge nur vom Hörensagen. Hand aufs Herz: Wissen wohl alle Gießener, daßdie„Hardtterraß" kein Bier- u. Cafs-Restau- rant mehr ist, sondern eine gut ausgebaute Jugendherberge? Herrlich wandert es sich die schöne Allee hinaus, die sich eben mit jungem frischen Grün schmückt. Vor der Herberge flattern morgen die Hakenkreuzfahne und die Fahne der Hitler-Jugend. Die ganze Woche schon ist die Schuljugend unterwegs. Mit Quittungsblöcken! Allerdings nicht um i»er Unterschriften wegen, die die Leute auf die einzelnen Scheine setzen sondern um der vielen Groschen willen, die die Sammlung bringen soll. Heute, am Samstag, haben sie längst bei allen Verwandten und Bekannten geklingelt. Und wem der Blotf bei solcherlei Leuten nicht voll von Unterschriften wurde, der klingelte auch an fremden Tü- l winnchance lassen. MTV. Gieße n komb. — Tv. Hausen. Man sollte annehmen, daß es Hausen möglich sein müßte, die ersatzgeschwächte Mannschaft des MTV. selbst auf eigenem Platz zu schlagen. Tv. Krofdorf — Tv. Wißmar 1. Mannschaft und Jugend. In Krofdorf wird es zu einem ziemlich ausgeglichenen Kampf kommen, weil beide Mannschaften seit längerer Zeit erstmalig wieder auf den Plan treten. Turner im Kamps um den MersierNtel. Deutsche Gerätemeisterschasten in Stuttgart. 1921 würben in Leipzig die ersten deutschen Meisterschaften im Geräteturnen abgewickelt. Rudolf Koobs von Breslau, der spätere Zwölfkampfsieger vom Deutschen Turnfest 1923 in München, holte sich den ersten Titel. Es dauerte dann bis 1925, ehe wieder einmal Meisterschaften zur Durchführung kamen. Diesmal war Frankfurt am Main der Schauplatz; der Münchener Franz Kurz trat das Erbe Koobs an und wurde Meister. Erst sechs Jahre später, 1931, wurden wieder Meisterschaften durchgeführt. Hier schrieb sich erstmals Kurt Krötzsch in die Liste der Meister ein. Ein Jahr später holte sich in Berlin Konrad Frey den Titel. In Dortmund (1934) war es Alfred Schwarzmann. In Frankfurt am Main siegte dann 1935 Konrad Frey 3um zweiten Male und mit diesem Erfolg leitete er eine Zeit großartiger und nie vorher verzeichneter Erfolge ein. Bei den Olympischen Spielen holte sich der Kreuznacher außer seiner Mitwirkung in der siegreichen deutschen Mannschaft zwei weitere Goldmedaillen, eine silberne und zwei bronzene Medaillen, so daß er von sämtlichen Teilnehmern der Olympischen Spiele überhaupt die meisten Medaillen in seinen Besitz brachte. In Stuttgart sind 60 in vier Gaugruppen ermittelte Bewerber in zehn Riegen am Start. Scharf wurde in Mainz, Fulda, Magdeburg und Berlin gesiebt und man kann mit wenigen Ausnahmen die in Stuttgart versammelten 60 Turner als die 60 Besten Deutschlands bezeichnen. Allerdings darf man nicht verkennen, daß mancher Turner zu Hause bleiben muß, der über ein besseres Können verfügt, als ein Teil der in Stuttgart versammelten Bewerber. Einige der Besten fehlen. Von der deutschen Spitzenklasse fehlen Olympiasieger Alfred S ch w a r z m a n n, der aus dienstlichen Gründen verhindert ist, sowie Franz B e ck e r t - Neustadt, der ebenfalls in der deutschen Olympiamannschaft stand und verletzt ist. Auch die Teilnahme von Volz-Schwabach, der in Berlin zwei „Bronzene" errang, ist noch fraglich. Sonst ist die erste Klasse aber vollständig in Stuttgart vertreten. Der Kreis der ernsthaften Bewerber um die ersten Plätze ist noch durch Ernst Winter, der nach langer Pause erstmals an Ostern in Frankfurt wieder turnte und durch Kurt Krötzsch, den früheren Meister und Turnfestsieger, erweitert worden. Favorit ist wieder Konrad Frey (Bad Kreuznach). Er war beim Turnen Deutschland—Finnland zusammen mit Savolainen-Finnland der beste Einzelturner. Er belegte bei den Ausscheidungskämpfen der Gaugruppen für Stuttgart von den vier Besten aus Mainz, Fulda, Magdeburg und Berlin die höchste Punktzahl. Konrad Frey wiedernmFavorit. Konrad Frey scheint der ernsthafteste Favorit und der Münchener Stangl sein schärfster Gegner zu sein. Zwischen diesen beiden Turnern wird voraussichtlich der erste und zweite Platz vergeben. Steffens, Winter und Krötzsch bilden dann Die Gruppe, die sich mit besten Aussichten um den dritten Platz streiten wird. Der Verlauf der Kämpfe kann allerdings manche Ueberraschung bringen. Ein Versagen, durch so viele Umstände möglich, kann und wird einen aussichtsreichen Bewerber der starken Konkurrenz rettungslos um seine Erfolgsmöglichkeiten bringen. So ist es auch durchaus möglich, daß ein ruhig und besonnen und auf Sicherheit turnender Wettkämpfer, der zur Zeit vielleicht keinen allbekannten Namen hat, am Sonntagabend in der Spitzengruppe der deutschen Meisterschaft steht.' Rundiunkprogramm Sonntag, 18. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel, choräle. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: „Der Adler". Ein Erlebnis aus unseren Tagen^Von Walter Gottfried Klucke. 10: Arbeiter und junge Kultur. Morgenfeier der Hitler-Jugend. 10.30: Chorgesang. 11.15: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Konzert. 18: Deutsche und englische Jugend in froher Gemeinschaft. 18.30: Sonntagabend vergnügt und froh — dafür sorgt Fidel & Co. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: O sink hernieder, Nacht der Liebe ... Liebesszenen aus Opern. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk).. 22.15: 4. Deutsche Gepäckmeisterschaft 1937 in Bautzen. Funkberichte von Start, Strecke und Ziel. Wonlag, 19. April. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Rückantworten. 15: Volk und Wirtschaft. Die Rohstoffe der Motorisierung. 15.15: Kinderfunk. Jetzt basteln wir wieder. 15.45: Bläsermusik. 16.15: „Das Mainschiff". Aus dem Schaffen füdwejtdeutscher Dichtung. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17: Jahrgang 1927. Der Jugendführer des Deutschen Reiches spricht zur Aufnahme des Jahrgangs 1927 in die Hitler-Jugend im Remter der Marienburg. 17.45: Unterhaltungskonzert. 18: „Stuttgart spielt auf!" 19: Kompositionen von Hans Kummer. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Klänge der Heimat: Seehasengelächter. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Tanzmusik. 23.30: Deutschlands Jugend grüßt Ado// Hitler. Eine Reichsringsendung zum ©eburtstc ''es Führers. 0.05 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. April. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker, verbunden mit der Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrer Lic. Herrfurth (Rodenbach); 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld, verbunden mit der Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes- und Militärgemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11; Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechstunde im Johannes- saal, Pfarrer Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Prof. D. Cordier; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Prof. D. Cordier. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Einführung des neuen Geistlichen für die Anstalten, Pfarrer Grieß- ner, durch Propst Knodt. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 15: Bibelstunde. — Annerod. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die Jugend. — Rödgen. 14: Osterfchlußfeier der Kleinkinderschule. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 11: Beichte, Abendmahl für die Burschen; 13: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, anschl. Abendmahl für die Jungen von Lollar.. — Rlainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für weibliche Jugend, Kollekte; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn - Steinberg. 9: Beichte, anschl. Gottesdienst und hl. Abendmahl für die Jugend; 12.30: Kindergottesdienst. — Garben- teich. 10: Gottesdienst, anschl. Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte; 13: Kindergottesdienst; 20: Propst Knodt. — Nieder-Besfingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — TNufchenheim. 11: Gottesdienst. — Birklar. 9.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kollekte; 13: Christenlehre. — Trais- Wünzenberg. 8.30: Gottesdienst, Christenlehre, Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre; 20.15: Frauenhilfe. — Wirberg. 10: Gottesdienst,Feier des hl. Abendmahls für die Alten, Kollekte. — Beitsberg. 13: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls für die Alten, Kollekte. — Alten-Bufeck, 9.30: Beichte, Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls; 13: Gottesdienst zum Schulbeginn. — Albach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Abendmahl III; 12.30: Gottesdienst. Montag, den 19. April. Lollar. 20.15 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 21. April. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Evangelische Sladtmission, Löberstr. 14. (Christi. Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche.) Sonntag, 18. April. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 16: Soldaten-Bibelstunde; 20.15: Eoan- gelisations-Vortrag. — Mittwoch, 21. April. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchl. Gemeinschaft), Gutenbergstr. 9. Sonntag, 18. April. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 21. April. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, 22. April. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinschaft, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 18. April. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation, Pred. Aug. Klein. — Dienstag, 20. April. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Baptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 18. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, den 21. April. 20.15: Bibelstunde. Neuaposiolische Gemeinden. Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 18. April. 9.30 Uhr: Gottes- dienst, 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 21. April. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 18. April. 3. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 21. April. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oeffentlidjer Sonntagsdienst.. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45. Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. , Stadtpostamt: Für Schließfachabholer < bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. (Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen:) Arzt: Frl. Dr. Gürtler. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Engel-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Volkswirtschastliche Zettfragen Gesellenwandem und -auslausch Täler und Berge, Wälder und Fluren, Fels und große Umwälzung Meer, lernt Sitten und Gebräuche seiner deutschen Arbeit von vielen Volksgenossen, Norden und Süden, Osten und dienen. So wird er erstens ein vaterlands- RM. 75 000 15 000 Die VettiebSllnkofien des Einzelhandels Anteil der Kosten Umsatz v. $). am maßen Jahr 25 000 7 500 5 000 7 500 10 000 20 000 Beispiel: Die gesamten Besitzposten haben einen Wert stätten der verschiedensten Gegenden Deutschlands gearbeitet hat. Schon in alten Zeiten geschah dies durch Wandern. Ein Handwerker war um so tüchtiger und angesehener, je mehr und je länger er gewandert hatte. Auf diese schöne Sitte des Wanderns kommen wir heute wieder zurück. Von der Deutschen Arbeitsfront wurde die Abteilung Gesellenwandern und -austausch geschaffen und durch diese Abteilung das Wandern organisiert. Der junge Handwerker soll nicht planlos und ohne jede Fürsorge durch das Land irren, sondern wohlorganisiert von einem Arbeitsplatz zum anderen wandern. Er lernt dabei die schönsten Gegenden Deutschlands und seine Bewohner kennen. Es offenbart sich ihm vieles, was ihm bisher stemd war. Er sieht, wie schön sein deutsches Vaterland ist, er siehi liebender und treuerArbeiter. Am neuen Arbeitsplatz aber eignet er sich die Fertigkeiten seines Berufes in dieser ihm bisher fremden Gegend an und übermittelt sein fachliches Können aus seinem früheren Arbeitsgebiet dem neuen Arbeitsplatz, somit erhält er den letzten Schliff, der notwendig ist, um die in seinem Berufe vorkommenden Arbeiten zu beherrschen. Die Arbeit beherrschen ist die Voraussetzung dazu, daß sich der einzelne Meister nennen will. So wird in Zukunft die Ablegung der Meisterprüfung nur noch möglich sein für diejenigen, die eine bestimmte Wanderzeit und somit eine genügende, vielseitige fachliche Ausbildung nachweisen können. Die kommenden Meister werden deshalb auf Grund der Wanderzeit wieder für sich in Anspruch nehmen können, weitgereiste und tüchtige Handwerker zu sein, die viel von Deutschland sahen und viel in Deutschland lernten. Deshalb ist es für jeden Gesellen eine Ehrensache, zu wandern. Dies wird ihm durch die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Gesellenwandern und -austausch, leicht gemacht. An seinen freiwerdenden Arbeitsplatz tritt im Einvernehmen mit seinem Meister ein Handwerksgeselle aus Süd, Ost oder Nord. Er aber wandert an die von seinem Kameraden freiwerdende Arbeitsstelle. Von den Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront wird er betreut, und alle sozialen Voraussetzungen sind geschaffen, daß jeder sorglos und freudig seine Wanderzeit zubringt. Wer in Deutschland gewandert ist, hat außerdem die Gelegenheit, als Aus- tauschpartner'ins Ausland zu kommen. Gerade jetzt, wo die Natur erwacht ist, ist es zum Wandern am schönsten. Zweimonatiger Wanderzeit aber folgen neun Monate Beschäftigung am neuen Arbeitsplatz. Westen seines Vaterlandes kennen. Die Herrlichkeiten, sich ihm übermittelnd, steigern in ihm die Lebensfreude und wecken und stärken in ihm die Liebe zu diesem Land, dessen Sohn er ist, und zu von Davon entfallen auf Grundstücke . Geldsorderungen Steuerbefreite Waren Sonstige Waren Gescyäftswert . . > Einrichtung und sonstige Gegenstände Die Schulden betragen Durch den Nationalsozialismus hat sich inDeutsch- land auf allen Gebieten eine Kosten in v. H. des Umsatzes 15,8 25,4 23,6 27,3 31,9 rd. 50 u. a. werden, der Laden und die Schaufenster müssen abends erleuchtet sein usw. Hierfür, d. h. für Miete, Beleuchtung Heizung und Reinigung muß der Kaufmann schon etwa 15 v. H. seiner gesamten Unkosten aufwenden. Weiter beschäftigt der Einzelhändler einen oder mehrere Verkäufer Lehrlinge oder auch Arbeiter, Boten usw., die alle immer pünktlich ihren Lohn haben wollen Hierauf entfallen etwa 48 bis 50 v. H. der Unkosten eines Einzelhandelsbetriebes, wobei der sog. „Unternehmerlohn" miteingerechnet ist, d. h. der Lohn, den der Einzelhändler sich selbst bezahlen würde. Einen weiteren bedeutenden Posten in der Unkostenrechnung des Kaufmanns machen die Steuern aus. Gewerbe-, Umsatz-, Einkommensteuer usw. sollen ebenfalls pünktlich am Fälligkeitstage vorhanden fein, sie machen insgesamt rund 10 v. H. der Kosten aus. Diese drei Posten, Löhne und Gehälter, Miete und Steuern betragen also schon rund 75 o. H. der gesamten Geschäftsunkosten. Die Übrigen 25 v. H. verteilen sich auf die Werbungsausgaben, Inserate, auf Verpackungsmaterial, Zinsen für geliehenes Geld, Abschreibungen für verschiedene Maschinen (Registrierkassen, Wurstschneidemaschinen usw.). Das alles zusammen sind die Gelder, die der Kaufmann aus seinem Betrieb herauswirtschaften muß, die überhaupt erst einmal da sein müssen, wenn das Geschäft bestehen soll. Wenn darüber hinaus der Kaufmann noch einen besonderen Kundendienst einrichtet, indem er einen Boten einstellt oder einen Lieferwagen anschafst, dann verursacht das natürlich noch wieder zusätzliche Kosten; das gleiche ist der Fall, wenn der Kaufmann gegen Kredit verkaufen muß. Bei Teilzahlunasverkäufen wird deshalb ja der Preis immer schon von vornherein etwas höher angesetzt, schlimmer ist es aber, wenn die Kundschaft unbegründet „anschreiben" läßt, denn dadurch wird dem Kaufmann das Geld entzogen, das er sonst zum Einkauf neuer Waren benötigt; er kann mit dem Geld nicht arbeiten, sondern muß unter Umständen den entstehenden Verlust auf andere Weise wieder ausgleichen. Aus unserer Tabelle ergibt sich nun, daß die Einzelhandel mit Lebensmitteln Textilwaren aller Art Schuhwaren Möbel Hausrat, Glas- und Porzellanwaren Klavieren Diese kleine, willkürlich herausgegrisfene lieber« sicht zeigt schon die Mannigfaltigkeit. Trotzdem ist es nun nicht so, daß der Kaufmann von jedem Artikel den gleichen prozentualen Aufschlag auf den Einkaufspreis nimmt, sondern das hängt von der Handelsspanne und den zulässigen Verkaufspreisen ab. Namentlich für viele Lebensmittel gibt es bekanntlich Höchstpreise, die der Kaufmann nicht überschreiten darf. Wenn diese Preise jetzt einmal nur um 10 v. H. über seinen Einkaufspreisen liegen, dann kann er keinen Aufschlag von 15 bis 16 o. H. nehmen, denn dann würde er sich ja strafbar machen. Bei anderen Artikeln liegt vielleicht der Einkaufspreis um 15 bis 17 o. H. unter den zulässigen Verkaufspreisen, so daß er gerade auskommt. Den Ausgleich schließlich für „Verluste", die er an einigen Artikeln durch geringere Handelsspannen hat, muß er durch größere Aufschläge an anderen Artikeln wieder auszugleichen suchen. Das hört sich alles leichter an, als es tatsächlich ist. Der Einzelhändler muß sich nämlich auch danach richten, was z. B. der betreffende Artikel tatsächlich wert ist, welchen Preis die Konkurrenz nimmt, wieviel die Kundschaft für den einen oder anderen Gegenstand überhaupt anlegen will usw. Auch da find ihm also Grenzen gesetzt, die er keineswegs willkürlich überschreiten darf, wenn er seinen Betrieb auf die Dauer und mit ehrlichen Methoden erhalten will. Alles das setzt nun aber auch voraus, daß der Kaufmann wirklich etwas von feinem Fach r ersteht, und deshalb kann im nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr jeder beliebige Volksgenosse einen Laden eröffnen, sondern nur der, der in einer Prüfung nachgewiesen hat, daß er von feineVn Beruf genug versteht, um einen Laden zu führen. So wird nicht nur der Einzelhandel selbst davor bewahrt, daß unbefähigte „Händler" seinen Ruf schädigen, sondern auch die Verbraucherschaft wird vor unreellen „Auch-Kaufleuten" geschützt. Selbständiger Handwerker oder Facharbeiter? Die Aufgaben, die der Vierjahresplan stellt, verlangen von jedem Deutschen restlosen und richtigen Einsatz seiner Arbeitskraft. Wie der Facharbeitermangel in manchen Industriezweigen deutlich zeigt, stehen wir heute nicht mehr vor der Frage, jedem einen Arbeitsplatz, sondern jedem seinen Arbeitsplatz. Der rechte Mann am rechten Platz. Wir können es uns einfach nicht erlauben, wertvolle Arbeitskraft, die für den Aufbau der Wirtschaft dringend gebraucht wird, dadurch nutzlos bleiben zu lassen, daß sie am falschen Platz eingesetzt ist. Eine genaue Untersuchung hat ergeben, daß unter den ungefähr 1,6 Millionen Handwerksbetrieben im Deutschen Reich ungefähr 700 000 Alleinbetriebe bestehen. Alleinbetriebe sind solche, in denen der Handwerker ohne Gefolgschaft arbeitet, lieber eine halbe Million der Inhaber dieser Einmannbetriebe hat ein monatliches Einkommen, das die Grenze des pfändungsfreien Lohnbetrages eines Facharbeiters nicht erreicht. Wenn also dieser „selbständige" Handwerker durch seine Arbeit noch nicht einmal den Betrag verdienen kann, der einem Gefolgschaftsmitglied nicht gepfändet werden darf, dann geht dar- aus klar hervor, wie schwer es ihm fällt, sich und seine Familie durchzubringen. In manchen Fällen ist es dem Inhaber eines Alleinbetriebes überhaupt nicht möglich, ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel durchzukommen. Da es aber einerseits an Facharbeitern mangelt und für die nächste Zeit kaum Aussicht besteht, diesen Mangel restlos zu beheben, ist es unverständlich, weshalb sich diese Volksgenossen nicht schon aus eigenstem Interesse für die Aufbauarbeit zur Verfügung stellen. Ist doch das Los, das sie als Facharbeiter erwartet, ein bedeutend besseres als ihr jetziges. Die Entstehung dieser Einmannbetriebe spielt für unsere Feststellung keine Rolle. Viel dazu beige- trägen hat die Not der vergangenen Zeit, in der sich der wegen Arbeitsmangel von seinem Meister entlassene Handwerksgeselle selbständig machte und versuchte, eine eigene Existenz zu gründen. Er hat sich dabei eine Existenz geschaffen, die in Wirklichkeit nur eine Scheinexistenz darstellt. Seinem Meister hat er die schon an und für sich geringe Arbeit noch verknappt, ohne sich selbst eine' wirkliche Existenz schaffen zu können. Von den Volksgenossen, die unter dem Schutze der „Gewerbefreiheit" ein Handwerk ergriffen, ohne die zur Ausübung erforderlichen Kenntnisse wirklich zu besitzen, wollen wir absehen. Aber bei den anderen, die auf Grund ihrer Erfahrungen und ihrer Kenntnisse für den Aufbau der Wirtschaft wertvolle Dienste leisten können, ist nicht einzusehen, weshalb sie sich als „selbständige" Handwerker mit Mühe und Not durchschlagen, wenn es ihnen als Facharbeiter in einem anderen Betriebe wesentlich besser gehen könnte. Für sie besteht ja auch die begründete Aussicht, daß sie in einem größeren Betrieb nicht immer als Facharbeiter arbeiten werden, sondern Wenn bei dem Lebensmittelkaufmann oder bei dem Textilwarenkaufmann der Laden voller Kunden steht, dann meint mancher immer, den Kaufleuten könne es doch eigentlich nicht schlecht gehen, sie müßten doch recht gut verdienen. Mit dem „Verdienen" ist es jedoch meistens nicht weit her, denn es gehört schon eine gute Tageskasse — „Umsatz" — dazu, wenn ein Kaufmann wirklich einen guten Verdienst erzielen will. Aehnlich so verhält es sich mit dem Aufschlag, den der Kaufmann auf seine Einkaufspreise nimmt, von dem ebenfalls viele Leute annehmen, daß dieser ganze Aufschlag der Verdienst des Einzelhändlers fei. In Wahrheit ist es aber so, daß der Kaufmann hiervon seine ganzen Betriebsausgaben bestreiten muß. Die Forschungsstelle für den Handel beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit hat kürzlich eine wertvolle Untersuchung über die „Handelskosten" veröffentlicht, die einmal ein klares Bild davon gibt, welche Summen der Einzelhandel in feiner Ee- amtheit zur Aufrechterhaltung feiner Betriebe aufzubringen hat. Im Jahre 1936 waren dies sechs Milliarden Mark bei einem Gesamtumsatz in den rund 850 000 Betrieben des deutschen Einzelhandels von knapp 28 Milliarden Mark. Rund 21,5 v. H. des Umsatzes brauchte der Einzelhandel also für seine Betriebsunkosten. Von 1930 bis 1936 haben sich Umsätze und Kosten des Einzelhandels folgenderentwickelt: Umsatz Kosten in Milliarden RM. absoluten Kosten von 5,3 Milliarden Mark im Jahre 1933 auf 6 Milliarden Mark 1936 gestiegen sind, während ihr Anteil am Umsatz von 25,5 v. H. im Jahre 1932 bis 1936 auf 21,7 v. H. gesunken ist. Das bedeutet zunächst, daß der Einzelyanbelskauf- mann heute bei 100 Mark Umsatz nur noch 21,70 Mark statt wie in den Jahren 1932/33 noch 25,30 bzw. 25,50 Mark für seine Betriebsunkosten auszu- wenden braucht. Der Kaufmann müßte eigentlich also einen größeren Verdienst haben als früher. Das ist ebenso falsch wie auch bis zu einem gewissen Grade richtig. Was mir hier zusammengerechnet haben, waren ja die reinen Kosten, die insgesamt durch lie Führung eines Einzelhandelsbetriebes entstehen, nicht aber die Handelsspanne. Der Kaufmann kann nämlich gar nicht auf jede Ware einen Aufschlag von 21,5 o. H. nehmen, sondern er muß ihn verteilen. Außerdem müssen wir berücksichtigen, daß es sich hier um Durchschnittszahlen für das ganze Reichsgebiet und für alle Einzelhandelszweige handelte. In den einzelnen Zweigen sieht es gänzlich anders aus: und Grundstückszubehörsteuer. Die schriftliche Beurkundung des Verkaufs eines Gewerbebetriebs ist urkundensteuerfrei, soweit die Veräußerung Grundstücke als auch sonstige Betriebsgegenstände betrifft, die vom Erwerber für Betriebszwecke verwendet werden (§ 4 Abs. 1 Z. 6, 12 Abs. 4 Z. 1). Steuerpflichtig mit 5 v. T. sind die Außenstände, der Firmenwert, Rechte, wie Patente, jedoch nur mit 1 v. T. Geschäftsschulden sind auch hier nicht abzugsfähig. Ebenso kann mit Rücksicht darauf, daß die Veräußerung des Geschäfts von der Umsatzsteuer erfaßt wird, keine Grundstückszubehörsteuer für die Veräußerung der beweglichen Gegenstände erhoben werden (Finanzausgleichsgesetz § 2). Als Verkaufspreis werden gezahlt .... 60000 Angenommen sei, daß bei beiden Arten von Waren die Voraussetzungen für die Steuervergünstigung von Großhandelslieferungen vorliegen. Hier berechnet sich die Umsatzsteuer wie folgt: Auf die Grundstücke, die Geldforderungen und die steuerbefreiten Waren entfällt ein Teilbetrag von 37 500 RM. (Buchwert), d. h. die Hälfte von 75 000 RM. (Gesamtwert der Besitzposten), entsprechend vom Kaufpreis die Hälfte von 60 000 RM. - 30 000 RM. Auf die nicht steuerbefreiten Waren kommt ein Teilbetrag von 7500, d. h. ein Zehntel von 75 000, entsprechend vom Kaufpreis ein Zehntel von 60 000 — 6000 RM. Steuerfrei ist der Teilbetrag von 30 000 RM.; mit 0,5 v. H. zu versteuern sind 6000 RM.; die restlichen 24 000 RM. werden mit 2 v. H. zur Umsatzsteuer herangezogen. — Soweit die mit- veräußerten Geldforderungen (in dem Beispiel 7500 RM.) auf früheren Umsätzen beruhen, wird das darauf entfallende Veräußerungsentgelt (6000 RM.) mit den gewöhnlichen Steuersätzen umsatz- steuerpflichtig. Findet ein Verkauf nur der Besitzposten statt, übernimmt der Erwerber die Betriebsschulden nicht, werden diese vielmehr vom Veräußerer selbst beglichen, so kann die vorgenannte Entscheidung des Reichsfinanzhofs keine Anwendung finden. Als Entgelt für die Berechnung der Umsatzsteuer gilt in diesem Falle der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Besitzposten, nicht nur dieser Bettag nach Abzug der Schulden. 2. Geschäftsverkäufe in der Zeit vom 1. April 1937 an. Wird in der Zeit nach dem 31. März 1937 ein Geschäft verkauft, so ändert sich die Umsatzsteuerpflicht vor allem in der Weise, daß in jedem Falle die Besitzposten ohne Abzug der Schulden, auch wenn sie vom Erwerber übernommen sind, umsatz- steuerpflichtig werden. Jedoch beträgt die Steuer immer nur 0,5 v. H. des Entgelts; daneben bleiben die Steuerbefreiungen für auf den Erwerber übergehende Grundstücke, Geldforderungen, steuerbefreite Waren usw. (vgl. insbesondere Umsatzsteuergesetz § 4) unberührt. Beispiel (wie oben): Von den gesamten Besitzposten von 75 000 RM. berechnet sich die Umsatzsteuer wie folgt: Die Grundstücke, Geldforderungen und steuerbefreiten Waren mit insgesamt 37 500 RM. sind steuerfrei. Die auf die sonstigen Waren, i den Geschäftswert, Einrichtung und sonstige Gegenstände entfallenden 37 500 RM. sind mit' 0,5 v. H. = 187,50 RM. umsatzsteuerpflichtig. Die Schulden von 15 000 RM. sind nicht abzugsfähig. Die auf früheren Umsätzen beruhenden Geldforderungen sind mit den gewöhnlichen Steuersätzen zu versteuern (siehe oben unter II). Diese Art der Berechnung der Umsatzsteuer gilt auch bei Veräußerungen von in der Gliederung eines Unternehmens gesondert geführten Betriebes. Der Verkaufserlös rechnet für die steuerbegünstigten Großhandelslieferungen nicht zum Gesamtumsatz. Gescyäftsveräußerungen im Ganzen an Abkömmlinge (auch Stiefkinder) ober deren Abkömmlinge sind im allgemeinen steuerfrei. Das gleiche gilt für Veräußerungen zwischen Miterben zur Erbausein- andersetzung, die innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall vorgenommen werden. Die Umsatzsteuer für Geschäftsoeräußerungen wird mit dem Ablauf des Voranmeldungszeitraums (Monat bzw. Vierteljahr) fällig, in dem das Geschäft im ganzen veräußert wird, jedoch wird der tatsächliche Geldeingang durch Gewährung von Zahlungserleichterungen berücksichtigt. Für die beim Geschäftsverkauf entstehende Umsatzsteuerpflicht haftet der Geschäftserwerber in gleicher Weise, wie er für die laufenden und für Die festgesetzten, aber noch nicht entrichteten sonstigen auf dem Betrieb lastenden Steuern (sonstige Umsatzsteuern, Gewerbesteuer usw.) haftet (AO. § 116). Die vom 1. April 1937 an geltende Neuregelung kann im Einverständnis mit dem Steuerpflichtigen nach einem Erlaß vom 7. März d. I. bereits auf anhängige Rechtsmittelverfahren Anwendung finden. Die Einkommen st euer vom Veräußerungsgewinn. Der sich bei dem Verkauf eines Geschäfts ergebende Veräußerungsgewinn unterliegt grundsätzlich als Gewinn aus Gewerbebetrieb der Einkommensteuer. Er ist gleich dem Unterschied zwischen dem Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten und dem Wert des Betriebsvermögens nach der auf den Veräußerungstag aufgestellten Steuerbilanz für das letzte Wirtschafts- ober Numpf- wirtschaftsjahr. Der Gewinn bleibt steuerfrei, wenn er nicht mehr als 10 000 RM. — bei Veräußerung von Teilbetrieben ober Anteilen nicht mehr als ben entspre- chenben Teil von 10 000 RM. — beträgt. Ist er höher,'so unterliegt er ber Einkommensteuer in vollem Umfange. Diese wirb, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen 6000 RM. nicht übersteigt, nach den ermäßigten Sätzen des § 34 Einkommensteuergesetz berechnet, so daß bei Veräußerungsgewinnen bis zu 100 000 RM. grundsätzlich 10v.H., bei Ledigen 15 v. H. zu zahlen sind (DStZtg. 1935 Nr. 21), Die ermäßigten Steuersätze gelten jedoch nur für den Veräußerungsgewinn als solchen; der im letzten Geschäftsjahr erzielte Gewinn wird entsprechend dem gewöhnlichen Steuertarif zur Einkommensteuer herangezogen. Sie Steuerpftichten beim Verkauf eines Geschäfts. Von Dr. jur. et rer. pol. K. Wuth, Berlin. Bei Geschäftsoerkäufen entstehen regelmäßig auch Steuerpflichten, die neben den zahlreichen sonstigen Fragen zweckmäßig bereits vor dem Vertragsabschluß zu klären sind. Der Gewinn, mit dem bei der Veräußerung gerechnet wird, kann durch unerwartete Steuerforderungen eine wesentliche Minderung erfahren. Eine bemerkenswerte Aenderung der Rechtslage tritt für die Umsatzsteuerpflicht auf Grund der Verordnung über die Umsatzsteuer bei Geschäftsoeräußerung (Partenkirchener Verordnung) vom 1. März 1937 ein. Mit welchen steuerlichen Auswirkungen muß der Verkäufer eines Geschäfts bei den verschiedenen Steuern rechnen? Die Umsatz st euerp flicht des Verkaufserlöses. Die Veräußerung eines gewerblichen Unternehmens im ganzen unterliegt als letzter Akt der gewerblichen Tätigkeit grundsätzlich der Umsatzsteuer (vgl. RFH. vom 7.10.32 VA 30/32). Auf Grund der erwähnten Verordnung vom 1. März dieses Jahres ist nunmehr zwischen Geschäftsverkäufen in der Zeit bis zum 31. März 1937 und nach diesem Zeitpunkt zu unterscheiden. 1. Geschäftsverkäufe bis zum 31. März 19 37. Findet in der Zeit bis zum 31. März 1937 der Verkauf eines Geschäfts als Ganzes mit Besitzposten (Aktiven) und Schulden statt, so ist als umsatzsteuer- pflichtiges Entgelt nicht der Kaufpreis zuzüglich der vom Erwerber übernommenen Schulden, sondern lediglich der entrichtete Kaufpreis anzusehen (RFH. vom 14. 6. 35 VA 259/34). Gewerbe st euer und Veräußerungsgewinn. Das neue Reichsgewerbesteuergesetz sieht die Besteuerung eines ausgelösten Unternehmens bis zur Beendigung der Abwicklung vor (DVO. § 4). Damit ist aber auch nicht die Gewerbesteuerpflicht bei einer Geschäftsoeräußerung im ganzen bejaht; sie wird vielmehr gemäß der bisherigen Rechtsprechung zu verneinen sein (Pr. OVG. Bd. 53 S. 316). Weitere Steuerpflichten ergeben sich beim lieber gang von Grundstücken bei der Veräußerung. Die Grunderwerbssteuer in Höhe von 5 v. H. des Einheitswertes aber höherer Veräußerungspreis ist mangels anberroeitiger Vereinbarung vom Käufer unb Verkäufer je zur Hälfte zu tragen. Eine etwaige Wertzuwachssteuer von dem Unterschied zwischen dem seinerzeitigen Erwerbspreis zuzüglich inzwischen vorgenommener öauernber Verbesserungen des Grundstücks unb dem nunmehrigen Veräußerungspreis fällt dem Verkäufer zur Last, soweit auch hierfür nichts anderes vereinbart ist. Dem Käufer ist in den maßgebenden gemeindlichen Zu- wachssteuerordnunaen regelmäßig eine Haftung auferlegt, die beim Kaufabschluß zweckmäßig berücksichtigt wixd. Urkund en« Der Kaufpreis braucht nicht einheitlich dem Steuersatz von 2 v. H. zu unterliegen. Vielmehr sind die für die einzelnen Besitzposten geltenden Vergünstigungen anzuwenden. So ist Der au Grundstücke entfallende Teil des Kaufpreises steuerfrei, ebenso das Entgelt für unter den Aktiven befindliche Geldforderungen. Das Warenlager ist regelmäßig mit 2 v. H. steuerpflichtig; soweit jedoch die bekannten Voraussetzungen für die Steuervergünstigungen bei Großhandelslieferungen gegeben sind, kann die Steuerfreiheit bzw. Steuerermäßigung (0,5 v. H.) beansprucht werden. Das Entgelt für Einrichtung, einen etwaigen Geschäftswert (soweit nicht grunderwerbssteuerpflichtig) usw. ist stets mit 2 v. H. zu versteuern. vollzogen. Während früher die '.. .... als eine Strafe, von anderen als Schande oder als ein liebel angesehen und betrachtet wurde, hat der Nationalsozialismus die Arbeit geadelt und zum Ehrentitel des deutschen Volkes erhoben. Für jeden VV||Vll Vi, l|lf „,tu 0„ Arbeiter aber muß es eine Ehre sein, seine Arbeit j diesen Menschen, die gleichen Geistes und' gleichen durch sachliches Können zu beherrschen. Dies gilt । Blutes sind wie er selbst, gleich ihm diesem Lande an erster Stelle für die Handwerker. Können ------ ~r‘ ' ■ muß erworben werden durch Lehre und fachliche Ausbildung. Diese Ausbildung jedoch wird einseitig sein und das Können nie zum Beherrschen der Arbeit werden, wenn der Handwerker seinen Beruf nur in einer Werkstätte erlernt, denn in jeder Werkstatt, ein und denselben Beruf betreffend, wird die Arbeit nach anderen Grundsätzen und Gesichtspunkten verrichtet, und in jeder Gegend des deutschen Vaterlandes treten mehr oder weniger andere Spezialgebiete in Erscheinung. Die Forderung des Nationalsozialismus geht dahin, daß der Handwerker fein schematischer Arbeiter sein soll, sondern schöpferisch und gestaltend wirkt zum Wohle seines Berufes und damit zum Wohle des deutschen Volkes. Schöpferisch und gestaltend wirken kann nur der, der sich möglichst viele Fähigkeiten aneignet und in seinem Beruf die vorkommenden Arbeiten beherrscht. Dies ist nur möglich, wenn der Arbeiter in vielen Werk- 1930 32,0 6,9 21,7 1931 27,2 6,3 23,3 1932 21,5 5,5 25,5 1933 21,2 5,3 25,2 1934 23,8 5,6 23,4 1935 25,2 5,7 22,5 1936 27,7 6,0 21,5 Hier entsteht natürlich zunächst bie Frage, was denn nun eigentlich diese „Kosten" sind. Und dazu wollen wir uns einmal folgenbes überlegen: Der Einzelhändler hat einen Laden, für den er Miete bezahlen muß, der Laden muß geheizt unb gereinigt Aus der engeren Heimat £>r.3ng. habil. Ulrich Graf 18. April 1937 2693 D Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, den 18. April 1937 02015 CARLIMowäck GIESSEN SELTERSWEG 81 2677 A Der lidiliiiliervorlraO _ SS* 2517 A April 1937 in der Stadtkirche ist nicht am TANZ 18. April, sondern 20890 Sonnlag, 25. April, abends 8 Wir. WCDDC DRUCKSACHEN if tnDE Brühl, Giesen JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Gustav-Adolf- Frauenverein Dr.3ng.habil.Hermann Seeger und Frau Zftia, geb.Geibel Konrad List und Frau Anna, geb. Ruckelshauß Meine Verlobung mit Fräulein stud. arch. Maria'Erika'Seeger beehre ich mich anzuzeigen Besuchen Sie zum Kaffee 30 Br Lochsleine Schwemmsteine Bimsbetonhohl- blocks eine Deckensteine Bimszementdielen H.Kalthaar&Sohn Frankfurt. Str.l 9 Mühlstraße 18 Telefon 3144/3145 DIE GROSSE VIERER REVUE dieschöneBergschenke Terrasse geöffnet! daß ihnen der Weg offen steht, vielleicht bald einen Werkmeisterposten zu erhalten. Äst denn die Aufgabe der sogenannten Selbständigkeit so schwer? Falsche Scham ist bestimmt nicht am Platze! Es ist keine Schande, vom Betriebsführer eines unrentablen Betriebes zum Gefolgschaftsangehörigen eines anderen Betriebes hinüberzuwechseln. Durch einen solchen Wechsel helfen sich die Handwerker, die ihre Selbständigkeit aufgeben, selbst und auch der Gesamtheit des deutschen Volkes. Augenblicklch ist ihre wertvolle Arbeitskraft und ihr Können unausgenutzt. Sie selbst leben fast im Elend, müssen sogar aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden, und das bei einem Mangel an Fachkräften, wie er heute herrscht. Ihre Arbeitskraft bringt weder ihnen noch dem Volke Nutzen. Auf diese Art kommen wir nicht vorwärts! Wenn schon die Frage des Ehrgefühls bei einer derartigen Ucberlegung für den allein arbeitenden Handwerker eine Rolle spielt, dann darf das Ehrgefühl nicht Dünkel fein, und ein Sträuben gegen die Aufgabe der sogenannten Selbständigkeit ist nichts anderes als Dünkel. Wenn schon von Ehrgefühl überhaupt die Rede ist, dann muß dieses Ehrgefühl zunächst gegenüber der Gesamtheit bestehen, und ihr gegenüber ist es gewiß ehrenhafter, als Facharbeiter eine gesunde Existenz zu habni, denn als selbständiger Handwerker öffentliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Die Handwerker, die heute ihre Selbständigkeit im Interesse unseres wirtschaftlichen Aufbaues aufgeben, brauchen nicht zu befürchten, daß sie durch das Hinüberwechseln zum Facharbeiter ihre Selbständigkeit für immer verlieren. Bei Abmeldung ihres Betriebes bei der zuständigen Handwerkskammer erhalten sie nämlich, wenn sie jetzt in die Handwerksrolle eingetragen sind und sich für die Aufbauarbeiten des Vierjahresplanes als Facharbeiter zur Verfügung stellen, eine Bescheinigung, nach der sie jederzeit im Gebiet des Deutschen Reiches wieder als Handwerker in die Handwerksrolle eingetragen werden müssen. Der Handwerker im Alleinbetrieb, der siä) heute nur mit Mühe und Not durchschlagen kann, steht jetzt vor der Frage, ob er dadurch, daß er seine Scheinexistenz aufgibt und sich für den Aufbau der deutschen Wirtschaft zur Verfügung stellt und sein Können am richtigen Ort nutzbringend verwendet, sich selbst und der Gesamtheit helfen will oder aber, ob er lieber seine sogenannte Selbständigkeit bewahren will. Sichern Sie sich Karten Im Vorverkauf tagt, von 11-1 u. ab 4 Uhr FürdleNachmittagsvorstellung Mittwoch u. Sonntag ab 11 Uhr durchgehend Tel. 33654-33654 Oie Verlobung ihrer Tochter Maria-Erika mit Herrn Or.Fng.habil. Ulrich Graf Dozent an der Techn. Hochschule Äerlin geben bekannt Vor einem Kreis lebhaft interessierter Ziegenzüchter und Ziegenhalter wurde gestern eine Schlußbewertung der zur Entsendung zur Reichs- nährstandschau in München bestimmten Ziegenböcke und Ziegen vorgenommen. Diese Bewertung fand in der Zuchtoiehoersteigerungshalle Rhein- Main statt und gestaltete sich für den Fachmann sehr interessant. Diese Veranstaltung, die diesmal keinerlei wirtschaftlichen Zwecken diente, war für die Ziegenzüchter deshalb von besonderer Bedeutung, weil hier die besten Tiere aus dem ganzen Gau Hessen-Nassau, aus dem Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau vereinigt worden waren. Insgesamt waren etwa 37 Vater- bzw. Muttertiere zu dieser Schlußbewertung vereinigt. Die Tiere waren durchweg bereits in einer Stallschau vorbesichtigt und für diese Endschau ausgesucht worden. Unter kritischen Augen wurde nun jedes einzelne Tier auf Körperform, auf Beinstellung, auf Gangart und auf den Gesamteindruck hin noch einmal überprüft und letzte Auswahl getroffen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Vatertieren. Die Bewertung berücksichtigte besonders diese Tiere, die im deutschen Frauenwerk". Sie erklärte die fünf Arbeitsgebiete, in denen mitzuarbeiten jeder Frau Gelegenheit gegeben ist. Die Ausführungen Frau Wredes hinterließen einen starken Eindruck bei den Frauen, und die Leiterin sprach in aller Namen, als sie der Rednerin für ihre klaren und aufrüttelnden Worte dankte. Mit dem Treugelöbnis zum Führer fand der Abend sein Ende. Kreis Büdingen. ch Nidda, 16. April. Gestern tagte hier der Kur - und Derkehrsverein Nidda-Bad Salzhausen. Die Rechnung wurde geprüft und in Ordnung befunden. Der kleine Barvorrat soll für gemeinnützige Zwecke verwandt werden, z. B. zur Errichtung einer Schutzhütte auf der Altenburg, ferner für neue Bänke an geeigneten Punkten mit schönem Ausblick, für zwei Orientierungstafeln gegenüber dem Kurhaus in Bad Salzhausen. Kreis Alsfeld. ^Kestrich, 14. April. Das hiesige Lager ist nunmehr mit 16 Jungens belegt, die hier ihr L a n d j a h r verbringen. Sie stammen meist aus dem Industriegebiet und wollen erst einmal in der Landwirtschaft tätig sein, ehe sie ihre Lehrstellen antreten. Die Jungens sind lagermäßig in einem Haus untergebracht, das die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Tagsüber sind sie bei ihren Arbeitgebern verteilt. Wenn die Arbeit ihnen auch noch ungewohnt vorkommt, so haben sie sich schon gut eingelebt und bringen eine dankenswerte Entlastung bei dem Mangel an Arbeitskräften. 6 Monate Gefängnis für einen Simulanten. Er wollte sich vor dem Militärdienst drücken. Lpd. F u l d a , 16. April. Ein starker und kräftiger junger Mann vom Jahrgang 1914 hatte sich der Erfüllung der Wehrpflicht entziehen wollen. Die erste Musterung brachte für ihn ein „tauglich 1". Verschiedene Zurückstellungsanträge des jungen Mannes wurden abschlägig be- schieden. Als er dann mit Verspätung bei' seiner Truppe eintraf, ergab die Einstellungsuntersuchung nur ein „bedingt tauglich". Dies veranlaßte das Generalkommando, eine gründliche Untersuchung und eine mehrtägige Beobachtung anzuordnen. Zwei als Sachverständige vernommene Aerzte bekundeten vor dem Schöffengericht Fulda, daß der Angeklagte verschiedene irreführende Manipulationen bei den Untersuchungen vornahm, um einen ungünstigen Befund zu erlangen. Der Angeklagte wurde als Simulant erkannt. Das Gericht kam daher zu der Ueberzeugung, daß man es bei ihm mit einem Drückeberger zu tun habe, der aus Feigheit nicht zum Militärdienst wolle und erkannte auf 6 Monate Gefängnis. sich durch niedrigen gedrungenen Körperbau als gute Futterverwerter und dadurch als die wirtschaftlichsten Tiere auswiesen. Selbstverständlich wurden auch alle anderen Eigenschaften, wie sie sich aus der Herkunft der Tiere ergaben, berücksichtigt. Von den 33 Tieren, die zu dieser Bewertung vorgeführt worden waren, wurden 25 für die Ent, sendung nach München ausgesucht, und zwar wurden vier Tiere der Klasse Altböcke (über drei Jahre), Zwei zweijährige Böcke und ein einjähriger Bock bestimmt. Auch bei den Ziegen waren die Alttier« klassen (über drei Jahre) durchweg sehr gut ver« treten. Es wurden neun Tiere ausgewählt gegenüber sechs zweijährigen und drei einjährigen Zie« gen, die ein erfreuliches Bild des Nachwuchses gaben. Die aus dem Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau entsandten Tiere dürften in München besondere Aufmerksamkeit finden, weil gerade Hessen-Nassau seit langer Zeit als ein Hochzuchtgebiet für Ziegenzucht besten Ruf genießt und schon mancher Ziegenzüchter unseres heimischen Gebietes wertvolle Preise auf den verschiedensten Ausstellungen erringen konnte. Gasthaus Zur deutschen Eiche Die Rule Fißur? Holen Sie sich Rat bei: Korsettmoden ..Rekord” MarihaBieraos Selters weg 59 Kirchliche Kundgebung am Sonntag, dem 18. Avril, abends 8 Uhr, in derJohanneskirche u. in der Stadtkirche. Es sprechen in beiden Kirchen: Pfarrer Schmid von St. Lukas zu München, und Pfarrer D. Peter Brunner, Tozent an der theologischen Schule zu Elberfeld. 2725d Es lad em: Die bekennende Gemeinde Gießen, das Pfarramt der Matthausgemeinde, das Pfarramt d. Luthergem. Saai- kartosteln frühe und späte, m den besten Sorten sow.gute SDeifetarioffein an jed. Markttage auf dem Brandplatz. 02030 Karl Mhl Lang-Göns. Wer selbst musiziert hat mehr vom Leben Wahre Freude bereitet nur ein gutes Klavier. Besuchen Sie uns bitte ganz unver bindiich, eine stattliche Reihe wunderschöner Instrumente vom modernen Klein-Piano bis zum herrlichen Bechstein- Flügel steht für Sie zur Auswahl bereit R. Schönau Pianohaus Bahnhofstr.76. Kein Schaufenster 2690 A RnH-CfllThm ICAH Da=s nervenberuhigende Heilbad VI 1^11 S o I/7 Lifhi um-, s ch w efel- u. Stahl quellen p rk । v - Herz- u. Gefäßleiden"— Rheuma ' Pauschal- AtfSkft. d. Hessische Badedirektion E TS ch Ö p f U ri g S Z US tän d e — Katarrhe Hessen-Nassaus Ziegen-Hochzucht bei -er Reichsnährstandsschau. Schlußbewertung in der Zuchtviehversteigerungshalle Rhein-Main-Sießen BIMahMeMbn nach Auerbach (Bergstraße) am 25. April 1937. Fahrpreis ab Gießen (einschl. Musik, b uhrung, Besichtigung usw ). . . rm. Einsteigebahnhöfe: Gießen, Großen - Linden, Butzbach Bad-Nauheim, Friedberg (Hessen), Vilbel Nord und Frankfurt a. M. West. Gießen ab um 8.25, Gießen zur. um 22.31 Uhr. Karten bei Fahrkartenausgabe u. MER-Büros. Reichsbahndirektion Frankfurt a. M 2686 D sammlung beschlossen, den Schießsport eifriger als bisher zu pflegen. T Lich, 16. April. Das sog. Kratzsche Haus, Bahnhofstraße 16, seither Eigentum des Fürstlichen Hauses, ging durch Verkauf in den Besitz des Spenglers und Installateurs Heinrich Walz, Oberstadt 31, über. Kreis Schotten. □ Laubach, 14. April Am Sonntag veranstalteten die Vereinigten Männergesangvereine „Eintracht-Harmonie" im Saale des „Solmser Hofes" einen wohlgelungenen Familienabend. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Heinrich Hertel gelangten unter Leitung des Dirigenten Schreiner einige Männerchöre zum Vortrag, die auch für das demnächst in Villingen stattsindende Wertungssingen vorgesehen sind. Sodann wurde ein Schwank aufgeführt. Die Mitwirkenden ernteten reichen Beifall. Nach dem Gesang von zwei weiteren Chören spielte die Kapelle Schreiner zum Tanz auf. Kreis Friedberg. gfs. Friedberg, 14. April. Die Frauenschaft veranstaltete mit den Mitgliedern des Frauenwerks einen Vortragsabend, der außerordentlich gut besucht war. Ein Lied des Singkreises der Frauenschaft leitete den Abend ein. Nach Begrüßungsworten der Leiterin, Frl. Dr. Leicht- nam, ergriff Frau Wrede das Wort zu ihrem großangelegten Vortrag über „Die Arbeit der Frau Äerlin-Lanlwitz Waldmannstra e 11 penfionlWalOhaus Ruh.waldr.staub- fr.Lage,2Min.v. Edersee u.Badestrand. Liegew. u. Lieaestühle. Gute reicht. Verpfleg. Tagespr. 3,- Mk. Asel üb. Korbach. [2348D Tel. Vöhl 1157. Äerlin-Steglitz Schloßstraße 16 Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 17. April. Die hiesige Einwohnerin Anna Mandler, geb. Schneider, kann am heutigen Samstag auf eine 25jähriae Tätigkeit bei der Zigarren- und Tabakfabrik Arnold M u e l le r in Gießen zurückblicken. Die Jubilarin erfreut sich sowohl bei der Betriebsleitung, wie auck; bei den Arbeitskameraden und -Kameradinnen aller Wertschätzung. — Dieser Tage fand im Gemeindewald die letzte Holzversteigerung statt. Zum Ausgebot gelangte nur Nutzholz. Es wurden durchschnittlich je nach Klasse und Qualität je Festmeter geboten: Buche 22 bis 28 Mk., Eiche 30 bis 40 Mk., Kiefer 30 bis 40 Mk., Lärche 25 bis 32 Mk. und Fichte 20 bis 30 Mk. — Bei der jüngsten Brenn- holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenknüppel 11 bis 12 Mark, Eichenknüppel 6 bis 8 Mk., Kiefern-Knüppel 7 bis 9 Mk. je zwei Raummeter. Buchenreisig brachte je fünf Raummeter 8 bis 10 Mk., Kiefernreisig 1 bis 2 Mk. Fichtenstangen wurden mit 80 Pf. bis 1 Mk. und 1,20 Mk. je Stück bezahlt. # Mainzlar, 16. April. Die hiesige K r i e - gerkameradschaft hielt bei Gastwirt Heinrich Vogel IV. eine Versammlung ab, inneren Mittelpunkt die aus der Generalversammlung rückständige Vorstandswahl stand. Für den ausgeschiedenen seitherigen Kameradschaftsführer Ludwig Wagner wurde Christian L e m m e r ernannt Stellvertreter wurde Karl Vogel. Die übrigen Vorstandsmitglieder blieben im Amte. U. a. wurde in der Ver- Giefeener Konzertverein Sonntag. 18. April 1937, abends 8 Uhr. Universitätsaula / Neuntes Konzert Violinabend Vasa Prihoda Am Flügel: Otto A. Graef. Werke von Beethoven, Bach, Mozart. Paganini u.a. Der Bechstein - Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau. Eintrittskarten: RM. 1 1.50. 2.25 und 3. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. 2562D ömiMlOttoorlrflo des Kameraden Pg. Kratz am 18. Avril 1937, abends 8 Uhr, tm „Katholischen Vereinshaus": ll-Vool-Krieg (eigene Erlebnisse). Unkostenbeitrag 25 Pfennig. a878D S.MWriWlbunWMgM gtelsoeronno diesen. Gesund-Fasten 1 nach bewährt. Kur unt. ärztl. Leit Rhönkurheim Bronnzell b.Fulda Prosp.u.Abhdl.„Überd.Fast.“grat. Sä tXnz Zum kühlen Grund Inh Adolf Schepers. 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Geflügelhof nimmt noch •rival-Kundschaft für wöchentliche Belieferung von Handelsklasseneier aN. [02013 Frau E. Krause, Treis/Hessen. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 oes großen Erfolges wegen bis ein em. 22. April verlangen Vorstellung tägl. 815 Uhr Sonntags nachmittags auch 415 Uhr 3um C ‘eiten eh Berlin, Reichsminislec ganda forte Anlaß des (Bel ser und D beflaggen. JM Ion un Seit * scheinbar aus Mitteilungen national!^ Beziehungen Neuauflage t>es chen, alja jenes mäbrenb oer - aijftemltaai unt wobei es gerat Staatsmänner Beschimpfungen Politik Deutsch! angrissen. Mr hinterlistig die vor allem die i männer Poino haben eigentlici Handlungen zr Reiz? Das Dr verdienst an, zen niedergeru iS* -rrWi rung 1 tinotione? 9eti feä*- toS 0 8e,tigen Ä c t'khen w Mkt rttmniM. e^tei Nen unö Vle 9 # Crtl- di/a' "ui "Um >hre H f ? 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