Nr. 64 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 17. März 1957 Erscheint tög Md), außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Vie Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Dlonats-Besugsprets: Mir 4 'Beilagen RM. l.tib Ohne 3Uuftrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Buch- und Steindruckerel R. Lange In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis8'/.UHr oes Vormittag» Gnindprerfe für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh ‘Berembg. 25°/A mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Belgien im Kreuzfeuer. Bei der Gedenkfeier am 16. März hat Generaloberst Göring keinen Zweifel darüber gelassen, daß die vor zwei Jahren aus der Zwangsjacke befreite deutsche Wehrmacht heute kraftvoll und kampffähig genug ist, um jeden Gegner niederzuschlagen, der es wagen sollte, seinen Fuß auf die geheiligte Erde unserer Heimat zu setzen. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat aber auch mit der gleichen Bestimmtheit versichert, daß diese Wehrmacht der deutschen Staatsführung als ein Instrument des Friedens dient, weil sie eben nur für deutsche Interessen, für die Verteidigung des deutschen Lebensrechtes eingesetzt wird. Das Dritte Reich hat keinerlei Bündnis- oder Beistandsverpflichtungen, die es gegen den eigenen Willen zum Gebrauch seiner Waffen und damit zur Teilnahme an einem Kriege zwingen könnten, den andere angezettelt haben. Diese selbstoerantwortliche Stellung unserer Wehrmacht entspricht vollkommen dem Grundgedanken der nationalsozialistischen Außenpolitik, wonach der Friede nur möglich ist zwischen souveränen und gleichberechtigten Staaten, die sich die Freiheit der Entschließung bewahren, aber zugleich auch auf jede politische und militärische Einflußnahme gegenüber fremden Ländern verzichten. Es ist wichtig, die wehrpolitische Kundgebung Görings noch einmal genau zu Überdenken in einem Augenblick, da es bei einigen europäischen Großmächten Mode geworden ist, den ständig fortschreitenden Willen zur absoluten Neutralität und Unabhängigkeit zu mißachten, der sich vor allem bei den kleineren Völkern mehr und mehr bemerkbar macht. Gegenwärtig steht Belgien im Kreuzfeuer des diplomatischen Gefechtes, das sich um den geplanten W e st p a k t entwickelt hat. Das kleine Königreich im Westen spielt bei diesen Auseinandersetzungen eine besonders wichtige Rolle, seitdem es durch den Mund seines Monarchen die feste Absicht kundtat, die Bindungen an Paris und London zu lösen und damit zur vollen Neutralität der Vorkriegszeit zurückzukehren. Diese militärischen Bindungen, die durch das seit 1921 bestehende französisch-belgische Bündnis noch verstärkt werden, sind ein Ueberbleibsel des ehemaligen Locarnovertrages, der durch den Abschluß des französischsowjetrussischen Beistandspaktes erledigt wurde. Deutschland zog aus dieser einseitigen Verletzung des Locarnovertrages die Folgerung, indem es am 7. März 1936 die Souveränität über die gesamten Rheinlande wiederherstellte, aber auch Belgien erkannte die durch Moskaus Dazwischentreten beschworene Gefahr und forderte demgemäß, in einem neuen Westpaktvertrag von allen Garantieverpflichtungen entbunden zu werden. Die belgische Haltung, die allen ehemaligen Lo- carnvmächten auf diplomatischem Wege mitgeteilt wurde, ist klar und leicht begreiflich für jeden Europäer, dem der Friede auf unserem geplagten Erdteil eine Herzenssache ist. Denn der Grundgedanke des alten Locarnovertrages, nämlich die Verhinderung jeder kriegerischen Verwicklung zwischen Deutschland und Frankreich, kann verständlicherweise., in einem neuen Westpakt nur dann verwirklicht werden, wenn Belgien nach allen Seiten hin frei und unabhängig ist. Die belgische Neutralität, wenn sie überhaupt durch ein internationales Abkommen garantiert werden soll, kann unmöglich durch die einseitige Bürgschaft Frankreichs und Englands wiederhergestellt werden. Es verträgt sich mit Geist und Charakter eines westlichen Sicherheitsvertrages nicht, wenn Belgien auf Grund von Generalstabsbesprechungen der französischen Armee als Aufmarsch- und Durchmarschgebiet zur Verfügung steht, während Deutschland gezwungen ist, solchen Operationen des Gegners Gewehr bei Fuß zuzusehen. Das Echo, das die deutsche Westpaktnote in der Londoner und Pariser Presse gefunden hat, läßt leider erkennen, daß weder Frankreich noch England offenbar gesonnen sind, aus dieses Vorrecht zu verzichten. Ja, der diplomatische Hochbetrieb, der dieser Tage am Quai d'Orsay eingesetzt hat, läßt darauf schließen, daß man in Paris kein Druckmittel scheut, um die Belgier umzustimmen und in das einstige Hörigkeitsverhältnis zurückzuführen. Die imperialistischen Demokratien, die sonst nicht laut genug die Freiheit und Selbstbestimmung der Völker preisen können, enthüllen wieder einmal ihr wahres Gesicht. Freilich, auch die Diplomaten des Quai d'Orsay werden nicht verhindern können, daß das Wahnbild einer militärischen Vorherrschaft Frankreichs in Europa tm Erblassen ist. Ev. Die pariser presse bleibt stur. Paris, 16. März. (DNB.) Die Westpaktverhandlungen beschäftigen die französische Presse nach wie vor. Die Blätter stellen fest, daß sich eine große englisch-französische Aussprache vorbereite. Sie unterstreichen, daß zunächst einmal die Frage der belgischen Neutralität in den Vordergrund rücke. Die wiederholten Schritte der belgischen Re- gieruna zielten darauf ab, die Neutralität Belgiens allein durch die vier Mächte England, Frankreich, Deutschland und Italien garantieren zu lassen, ohne daß Belgien seinerseits irgendwelche Verpflichtungen übernehme. Das Volksfrontblatt „Le Soir" meint, Neutralität bedeute Aufgabe der kollektiven Sicherheit. Weder Frankreich, das dadurch an feiner Nordgrenze bedroht würde, noch England, dem dann die „unsichtbare Rheingrenze" fehle, würden geneigt sein, für Belgien all die Opfer zu bringen, die ein Angriff auf dieses Land erforderlich machen würde. (!) — Der „Paris Soir" hebt hervor, daß es Deutschlands Ziel sei, die enge Entente, die zwischen England, Frankreich und Belgien bestehe, zu brechen (!) Die belgische Neutralität Blutige Gtraßeukämpfe in Paris. Nächtliche Schlacht zwischen Polizei und Kommunisten im pariser Vorort Ciichy. Paris, 17. März. (DNB. Funkspruch.) In Paris kam es in den späten Abendstunden des Dienstags zu blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Mobilgarde einerseits und Kommuni st en und Marx: st en anderseits. Auf beiden Seiten wurde von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Als nach Mitternacht die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt war, stellte man 4 Tote und etwa 300 Verletzte fest. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Kabinettschef des französischen Ministerpräsidenten, der Schüsse in die Brust und ins Bein erhalten hat. Die ehemaligenFeuerkreuzlerdesObersten de la Rocque hielten am Dienstag in den Abendstunden in einem großen Lichtspielhaus im Vorort Clichy eine Versammlung ab. Polizei und TNobilgarde halten das Theater in weitem Umkreise abgesperrt. Richt desto weniger wollten zwischen 21 und 22 Uhr mehrere hundert kommuni st en und 7Narxisten in unmittelbarer Rahe des Theater eine Gegenkundgebung veranstalten. Bald waren es mehrere taufend Anhänger der Linksparteien, die zu dem Theater vordrängten. Um dies zu verhindern, ging d i e Polizei zum Gegenangriff vor. Dies war das Signal für die Kommunisten und Marxisten sich zum regelrechten Straßen- k a m p f vorzubereiten. Das Straßenpflaster wurde aufgerissen und die eisernen Schutzgitter an den Bäumen als Wurfgeschosse gegen die Polizeibeamlen benutzt. Darauf fielen auch die ersten Schüsse der Kund- geber, so daß die Polizei ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch machte. Immer wieder versuchte Mobilgarde und Polizei die Kundgeber zu zerstreuen, von denen einige die Gelegenheit ausnuhten, um die umliegenden Geschäfte zu plündern. Erst nach Mitternacht gelang es der Polizei, das Straßenviertel zu räumen. Die Straßenschlacht in Clichy erinnert in ihren Methoden lebhaft an die blutigen Unruhen vom 6. Februar 1934 am Concordien-Platz. Hier wie dort wurde das Straßenpflaster aufgerissen und Barrikaden errichtet. Mit Steinen, Flaschen und Eisenstangen gingen die linksgerichteten Elemente gegen die Polizei vor, die sich zunächst darauf beschränkte, die wütende Menge mit dem Gewehrkolben' in Schach zu halten. Als plötzlich aus den Reihen der Kundgeber der erste Schuß krachte, fand er einen hundertfachen Widerhall. Erst als die Gefahr, überrannt zu werden, aufs höchste gestiegen war, machte auch die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. Wenige Sekunden erlebte man eine wilde Schlacht, die alles in den Schatten stellt, was man bisher in Frankreich an revolutio- fei eine höchst bedeutungsvolle Angelegenheit, denn die Lage in Osteuropa würde sich in der Tat völlig ändern, je nachdem ob Belgien die Generalstabsabmachungen beibehalten würde oder nicht (!!). — Das „Journal des Dedats" versteift sich zu der Behauptung, Deutschland versuche, mit Hilfe der Neutralitätsabkommen mit seinen Nachbarn freie Hand im Oft en, wahrscheinlich gegen d i e Tschechoslowakei, zu erlangen. (!) Gir Aussen Chamberlain 1*. London, 16. März. (DRV.) Der ehemalige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, S i r Austen Chamberlain, ist am Dienstagabend im Alter von 73 Jahren in seiner Londoner Wohnung gestorben. Er war durch eine leichte Erkältung in den letzten Tagen gezwungen, das Haus zu hüten und wurde von einem Herzschlag ereilt, als er in seine Bibliothek gehen wollte. Er brach bewußtlos auf der Treppe zusammen und starb nach wenigen Minuten. Sein Tod hat in England außerordentliches Aufiehen erregt, da er weit über die konservative Partei hinaus großes Ansehen genoß. Schahkanzler R e v i l l e Chamberlain, der voraussichtliche Rachfolger Baldwins als Premierminister, ist ein Halbbruder Sir Austens. Staatssekretär Eden hat seine Karriere als Privatsekretär des Verstorbenen begonnen. Er wird am Mittwochabend dem Verstorbenen im Rundfunk einen Rachruf widmen. * Sir Austen Chamberlain ist als politische Persönlichkeit nicht zu denken ohne seinen großen Vater, den Kolonialstaatssekretär Joseph Chamberlain, den Pionier des britischen Jmperalis- mus und des Schutzzolls in den letzten Jahren der viktorianischen Aera. Austen Chamberlain wurde 1863 in Birmingham, der Heimat der Familie Chamberlain, geboren. Sein Vater sorgte für eine ausgezeichnete Erziehung, die ihn auch für einige Zeit nach Deutschland und Frankreich führte. Als Sohn seines Vaters erhielt der junge Chamberlain ohne Schwierigkeit Zutritt zu den höchsten politischen und gesellschaftlichen Kreisen seines Landes. nären Unruhen gesehen hat. Polizei und Mobilgarde, die inzwischen Verstärkungen erhalten hatten, blieben Herr der Lage. Der Pöbel wurde in die Seitenstraßen abgedrängt, wo einiges lichtscheues Gesindel die Schaufensterauslagen plünderte. 66 Polizeibeamte muhten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Stadtviertel am Rat- hausplah von Clichy ist abgeriegell, da die Untersuchung, die die ganze Rächt angedauert hat, noch nicht beendet ist. Es ist festgesielll worden, daß sich neben zahlreichen kommunistischen Abgeordneten auch der berüchtigte kommunistische Hetzer T h o r e z aus den Kamps- schauplah begeben hatten und dort mit dem Ruf: „hervor mit den Arbeitermilizen!" empfangen wurde. Die Verletzungen des kabitt e t t s ch e s s des Ministerpräsidenten sind ernst, aber nicht lebensgefährlich. Es Hal noch nicht fesigestellt werden können, ob die beiden kugeln, die ihn getroffen haben, aus dem Dienstrevolver eines Polizeibeamten stammen oder von den Kommunisten abgefeuert wurden. Gegen 3 Uhr nachts erklärte der Innenminister den Pressevertretern, daß die gerichtliche Untersuchung schon begonnen habe. Die Regierung bedauere außerordentlich diese „Zwischenfälle" (!) und fordere alle auf, ihre Kaltblütigkeit zu bewahren. Die Polizei hat 1 3 D e rhaftun - gen vorgenommen. Bei allen Verhafteten wurden Schußwaffen vorgefunden. Das eilte Echo der pariser preße. Paris, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Frühpresse äußert sich je nach der politischen Einstellung grundverschieden über die Verantwortung an dem Aufruhr. Auffallend ist lediglich, daß die französische Sozialpartei und deren Vorsitzender Oberst de la Rocque selbst von den Linksblättern nur mittelbar als Urheber der Unruhen beschuldigt werden. Die Rechtspresse berichtet einheitlich, daß die Kom - rnu nisten die Verantwortung tragen, weil sie einmal genau wüßten, daß es sich bei der Versammlung der Sozialpartei nicht um eine politische Kundgebung handelte, und weil sie zum anderen trotz des starken Ordnungsdienstes der Polizei versuchten, die Straße zu beherrschen und schließlich als erste zum Angriff gegen d i e Polizei vorgingen und von der Schußwaffe Gebrauch machten. Das „Echo de Paris" schreibt u. a., der Ministerpräsident habe durch seine Schwäche und feine ständigen Kompromisse mit den Revolutionären diese Schreckensszenen erst möglich gemacht. Auch diejenigen Mitglieder der Regierung, die zwar gegen die Kommunisten eingestellt seien, sie aber geduldet hätten, müßten nun endgültig jede Zusammenarbeit mit den Kommunisten aufgeben, die „Action Fran 9 aise" schreibt, die Regierung der Volksfront trage ihre ersten blutigen Früchte. Es habe Blum nicht genügt, auf finanziellem Gebiet Schiffbruch zu erleiden, sondern jetzt gleite er auch auf politischem Gebiet in das Blut ab. Auf finanziellem Gebiet habe Blum zu vernünftigen Auffassungen zurückkehren müssen; es frage sich nunmehr, was er nach den gestrigen Ereignissen zu unternehmen gedenke, ob er der Ordnung recht geben werde oder nicht. — Die „Französische Sozialpartei" spricht der Polizei und der Mobilen Garde ihre Bewunderung und ihren Dank dafür aus, daß sie trotz des Feuers der Revolutionären Ruhe und Mut bewahrt hätten. Die Angriffe feien bezeichnend für die Wühlarbeit revolutionärer Elemente in der „Volksfront" und müßten die republikanischen Männer endgültig von der Gefahr überzeugen, die auf dem Regime laste. Ganz anderer Ansicht ist natürlich die kommunistische „H u m a n i t e", die in schreiender Überschrift von einer „Herausforderung der friedlichen Arbeitermassen" und einem „Anschlag gegen das Volk" spricht. Der „P 0 p u l a i r e", das Organ des Ministerpräsidenten, tritt wesentlich leiser auf. Es macht den Mangel an „Kaltblütigkeit" einiger Polizeichefs für die blutigen Zusammenstöße verantwortlich. Daß jedoch ausschließlich die Kommunisten die Verantwortung an der Straßenschlacht tragen, geht aus der Tatsache hervor, daß schon am vergangenen Sonntag der kommunistische Gewerkschaftssekretär von Clichy die Arbeitermassen aufgewiegelt und sie aufgefordert hatte, Oberst de la Rocque zu beweisen, daß für ihn kein Platz in Clichy sei. Straßenschlacht auch in Oran. Paris, 17. März. (DNB. Funkspruch.) In Oran (Algerien) kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und einigen hundert eingeborenen Arbeitslosen, wobei 18 Polizeibeamte und sieben Eingeborene verletzt wurden. Die Arbeitslosen hatten Notstandsarbeiten durchgeführt. Am Dienstag wurden die Arbeiten infolge Kreditmangels eingestellt. Die Arbeitslosen verlangten nun Hilfe von den Behörden. Sie sollten bis zum Eintreffen der notwendigen finanziellen Mittel von der Stadt beköstigt werden. Trotzdem gelang es einigen Rädelsführern, die Menge aufzuwiegeln, die mit Steinen und anderen Wurfgeschossen gegen den polizeilichen Ordnungsdienst vorging. Es kam zu einer regelrechten Straßenschlacht. Die Polizei konnte die Ordnung erst nach großen Verlusten wieder Herstellen. Auch der Sitz im Unterhaus fiel ihm 1892 mühelos zu. Aber er blieb im Schatten seines Vaters, zu dem der berühmte Gladstone nach der Jungfernrede des jungen Chamberlains wohlwollend bemerkte: „Der Eindruck dieser Rede müsse ebenso wertvoll wie erfrischend für eines Vaters Herz" fein. Dem jungen Chamberlain fehlte die große Macht der Persönlichkeit, die das Geheimnis der großen Erfolge feines Vaters war. Er war ein hervorragender Derwaltungsbeamter und vollkommener Gentleman von großem Takt. Unerschütterliche Loyalität und Vertrauenswürdigkeit waren die hervorstechendsten Eigenschaften seines Charakters. So diente er seinem Vater in vorbildlicher Treue im Kampf gegen die irische home rule und in seinem Feldzug für die Zolltarifreform. Er diente Balfour als Schatzkanzler und der Koalitionsregierung während des Kriegs als Staatssekretär für Indien zu einer Zeit, als dieses Amt große Verantwortungsfreudigkeit von seinem Träger verlangte. Als Untergebene von ihm wegen der mangelhaften Führung des mesopotamischen Feldzuges heftig angegriffen wurden, trat er im Sommer 1917 zurück und übernahm erst im April 1918 wieder einen Sitz im Kriegskabinett, als der letzte deutsche große Vormarsch an der Westfront die englische Innenpolitik in eine heftige Krisis versetzt hatte. Als Bonar Laws Gesundheit zusammenbrach, zögerte Austen Chamberlain keinen Augenblick, das Amt des Schatzkanzlers zu übernehmen, obwohl dieser Posten die äußerst unpopuläre Aufgabe in sich schloß, den britischen Kredit wieder herzustellen, den Staatshaushalt auszugleichen und die Abzahlung der Kriegsschulden in Angriff zu nehmen. Nach dem Rücktritt Bonar Laws wurde er Führer der konservativen Partei im Unterhaus mit der Anwartschaft auf den Posten des Ministerpräsidenten. Aber als die Partei im November 1922 gegen die Koalition mit den Liberalen Front machte, trat Chamberlain von der Führung zurück. Erst im November 1924 übernahm er im zweiten Kabinett Baldwin das Staatssekretariat des Auswärtigen. Jetzt nahm er hervorragenden Anteil an den Verhandlungen über den Locarno-Pakt, nach dessen Abschluß er mit dem Hosenbandorden die Ritterwürde erhielt. Im übrigen hielt er die englische Außenpolitik streng im Fahrwasser der engen Verbindung mit Frankreich. Nach dem Wahlsieg der Labour-Partei trat Chamberlain Anfang August 1929 mit dem Kabinett zurück, seine Tätigkeit als Erster Lord der Admiralität in dem im August 1931 von Macdonald gebildeten Kabinett der nationalen Zusammenarbeit, die er im Oktober des gleichen Jahres bereits wieder aufgab, war sein letztes öffentliches Amt. Er ist seitdem jedoch mehrfach als vielbeachteter Redner zu außenpolitischen Fragen im Unterhaus hervorgetreten. Innerhalb der konserva- ttven Partei gehörte er zu den Männern, die das nationalsozialistische Deutschland nicht flehten. pariser Nachrufe. Paris, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse feiert in langen Nachrufen Austen Chamberlein als einen großen Freund Frankreichs und betont, daß ihm das wesentlichste Verdienst an dem Zustandekommen des L 0 - c a r no-Vertrages zugeschrieben werden müsse. Während eines halben Jahrhunderts, so schreibt der „Jour", habe sich seine Freundschaft für Frankreich nie geändert. Der „Petit Parisien" stellt fest, daß Frankreich in Austen Chamberlain „einen unvergleichlichen Freund" verliere. Sein ganzes Leben lang, so schreibt der „Populaire", sei er Anhänger einer französisch-englischen Z u - fammenarbeit gewesen. Der französische Außenminister Delbos betonte, daß Frankreich Austen Chamberlain stets zu tiefem Dank für die Freundschaft verpflichtet gewesen sei, die er dem Lande entgegengebracht habe. Mussolini in Tripolis. Rom, 16. März. (DNB.) Tripolis prangte am Dienstag anläßlich des Besuches des italienischen Regierungschefs im Flaggenschmuck. Salutschüsse verkündeten gegen 20 Uhr das Nahen des Duce, der von Prinz C a r a n a n I i, einem Mitgliede des ältesten und vornehmsten arabischen Adelsgeschlechtes mit einer Ansprache begrüßt wurde. In Begleitung Mussolinis befanden sich der Generalgouverneur von Libyen Marschall Balbo, Kolonial- Minister L e s s 0 n a , Parteisekretär S t a r a c c sowie die drei Staatssekretäre Pariani (Heeres- Ministerium), Cavagnari (Marineministerium) und Balle (Luftfahrtministerium). Kameradschaft, Pflichterfüllung, Opferbereiischast! Das Gelöbnis der Wehrmacht am Gedenktage der Wehrfreiheit. Die Feier im Reichsluflfahrtministerium. Generaloberst Göring spricht zu den Angehörigen der Luftwaffe. Berlin, 16. März. (DNB.) Als am 16. März 1935 der Führer und Reichskanzler den Entschluß der Reichsregierung, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, bekannt gab, horchte die Welt auf. Deutschland hatte sich seine Wehrfreiheit wiedergenommen. Die Wiederkehr dieses Tages wurde von der neuen deutschen Wehrmacht an allen Standorten würdig begangen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand/ eine Erinnerungsseier im Ehrenhof des Reichsluftfahrtmini st eriums mit einer Rede des Generaloberst Göring. An der Feier nahmen u. a. teil: der Befehlshaber im Luftkreis II, Das feierliche Einbringen der Truppensahnen der Luftwaffe. V. ' < der Höhere Fliegerkommandeur im Luftkreis II und der Höhere Kommandeur der Flakartillerie im Luftkreis II, die Kommandeure der Luftkriegsakademie, der Lufttechnischen Akademie, der Luftkreis- schule 2 sowie der Luftkriegsschulen. Sämtliche Amtschefs, Inspekteure und Abteilungsleiter im RLM., Ofiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, Beamte, Angehörige des Jngenieurkorps und die Angestellten und Arbeiter des Ministeriums. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Generaloberst Göring in Begleitung des Generalleutnants Kesselring und des Generalmajors Stumpf die Front der Ehrenkompanie ab. Im Ehrenraum des RLM. sprach dann der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, nachdem das Musikstück „Vater, ich rufe dich" verklungen war, zu den zur gleichen Stunde in allen Standorten versammelten Angehörigen der Luftwaffe. Er führte u. a. aus: stärker in der Not, noch stärker zu sein, wenn einmal das Schicksal gegen uns schlägt. Nur wer verzweifelt und sich selbst aufgibt, der ist verloren. Von der Wehrmacht wird viel verlangt zu jeder Zeit. Im Frieden heißt es arbeiten und immer wieder arbeiten, an uns selbst, an der Truppe, am Material. Dann ist diese Wehrmacht aber auch der sicherste Garant, dem Volke die Segnungen des Friedens zu erhalten. Wir haben das gewaltige Glück, daß mir heute eine Volksgemeinschaft sind, ein Volk mit einem Willen in den großen Dingen und mit einem Führe r. Tragen wir dieses kostbare Gut sorgfältig in unseren Händen und bewahren wir es, lassen wir niemals das Vertrauen als die feste Bafis erschüttern. Dulden mir nie, daß auch nur von irgendeiner Seite die kleinste Sprengladung an diesen-/ granitenen Block der Volksgemeinschaft gelegt wird. So beweisen wir der Welt, daß wir unüberwindbar geworden sind. Wir wollen diesen Ring aber auch um unser Volk schließen, daß kein Feind mehr wagt, seinen Fuß auf geheiligte deutsche Erde zu setzen. Wir wollen den Führer in unserem Herzen tragen voll heißer Liebe und Dankbarkeit für oll das, was er für jeden von uns getan hat, insonderheit aber für uns Soldaten, denen er wieder das Schwert zurückgab, uns deutschen Männern wieder die erste Pflicht, für das Volk eintreten zu dürfen. Und nun fassen wir diese Verpflichtung, fassen mir die Liebe und das Vertrauen zu ihm zusammen in dem Ruf: Unser Führer, des Deutschen Reiches Kanzler, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht — Siegheil! Siegheil! Siegheil! Nach der Ansprache mürben die Fahnen der 14 in und um Berlin in Garnison liegenden Verbände der Luftmaffe wieder in den Fahnenraum des Reichsluftfahrtministeriums gebracht. Darauf nahm Generaloberst Göring vor dem Ministerium den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie der Luftwaffe ab, wobei Tausende von Berlinern, die der Feier beigewohnt hatten, dem Schöpfer der deutschen Luftwaffe begeistert zujubelten. Seränöcrun^en in der Wehrmacht. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. April 1937 ernannt: beim Heer: den General der Artillerie von Brauchitsch, bisher Kommandierender General des I. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I, zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos IV; die Generalleutnante d. Kuch - I e r, bisher Inspekteur der Kriegsschulen, zum kommaiidierenden General des I. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis I; v. Niebelschütz, bisher Kommandeur der 11. Division, zum Inspekteur der Kriegsschulen; die Generalmajore Volk, bisher Kommandeur der 1. Kavallerie-Brigade, zum Kommandeur der Kavallerieschule; Bader, bisher Artillerie-Kommandeur II zum Kommandeur der 2. Division; Strecker, zum Kommandeur des Jnsant.-Regts. 4; Bock, zum Kommandeur der 11. Division; den Oberst von Mackensen, bisher Chef des Generalstabes des X. Armeekorps, zum Kommandeur der 1. Kavalleriebrigade. Bei der Kriegsmarine: den Konteradmiral Roth er , bisher Kommandeur des Sperrversuchskommandos, zum Inspekteur der Sperrwachinspektion. Mit dem 1. April wurden versetzt: der Generalleutnant Frhr. von Dalwigk zu Lichtenfels, bisher Kommandeur der Kavallerieschule, zu den Offizieren zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres in Berlin: der Generalmajor Bertram, bisher Kommandant von Stettin, zum Reichskriegsgericht. Mit dem 31. März 1937 ist der A b f ch i e d aus dem aktiven Wehrdienst bewilligt: dem Generalleutnant Gercke, bisher Kommandeur der 2. Division. Generaloberst Göring beim Abschreiten der Front. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W Ä M W* * M t / r I J lll Meine Kameraden! Von all den ereignisreichen Tagen, seit der Führer in Deutschland mit kraftvoller Hand das Steuer ergriffen hat, ist der heutige Tag vielleicht der gewaltigste, denn heute vor zwei Jahren verkündete der Führer der Welt, daß Deutschland wieder eine neue Wehrmacht besitzt. Wenn ein großes Volk wie das deutsche, das mit feinen offenen Grenzen im Herzen Europas liegt, wehrlos ist, so bedeutet dies geradezu einen Anreiz dazu, daß sich andere Völker in das Schicksal des Deutschen Reiches einmischen. Dadurch wird die größte Kriegsgefahr gegeben. Wenn deshalb heute die Völker so oft vom Frieden sprechen, wenn in Parlamenten von Regierungen verkündet wird, daß bei Deutschland die Gefahr liegt, dann können wir ihnen nur erwidern: Deutschland hat sein gerüttelt Maß gegeben zum Frieden der Welt! Seine starke Wehrmacht, aus dem Volk kommend, gewillt, dem Volke zu dienen, schützt den Frieden Deutschlands. Dieser kühne Schritt des Führers — und das macht uns von der Fliegerei so besonders stolz — war möglich, weil die neugeschaffene deutsche Luftwaffe in jedem Falle wieder ein großes Risiko für den Angreifer bedeutet. Unter dem Schutz dieser neuen Luftwaffe konnte der gewaltige Schritt getan werden: Die Verkündung der deutschen Wehrfreiheit. Heute steht nun die junge Wehrmacht wie ein Guß vor uns: Drei Wehrmachtsteile, fest entschlossen, fest geeint in dem Willen, alles einzusetzen, noch fester geeint in dem Vertrauen zum Volk, am festesten aber zusammengeschworen in Liebe und Treue zum Führer und unserem Obersten Befehlshaber. Ein heißer Dank steigt heute aus unseren Herzen zu ihm, dem Führer empor, und voll Demut danken wir dem Allmächtigen, daß er diese Tat des Führers so gesegnet hat, und aus tiefem Herzen übernehmen wir auch wieder am heutigen Gedenktage die Verpflichtung, aus dem leidenschaftlichen Kampf eines Mannes, seiner Getreuen, seiner entschlossenen Mitkämpfer und schließlich des ganzen Volkes alles einzusetzen, was immer auch geschehen mag. Wir wissen, daß wir einen großen Deutschen als unseren Führer und Obersten Befehlshaber haben. Wir wissen, was er in der kurzen Zeitspanne von vier Jahren uns und der Welt gegeben hat, und wir ahnen voller Vertrauen, was er noch alles seinem Volke geben und schenken wird. Was er aber auch immer von uns verlangt, Kameraden, mir werden bereit sein, bereit in allem. Bereit in der Seele und im Geist, fest entschlossen, den Weg zu gehen, den der Führer uns weist. Wo immer er unsere Fahnen als geheiligte Feldzeichen himchicken wird, da werden wir stehen wie eine Mauer von Stahl und Eisen, werden wir unsere Pflicht tun bis zum Aeußersten. Diese drei Tugenden der Soldaten: Kameradschaft, Pflichterfüllung und Opferbereitschaft, die möchte ich jedem jungen Kameraden hineinbrennen in sein Herz; denn sie machen ihn stark gegen alles, was da kommen mag. Es ist leicht, stark im Glück, leicht, stark im Sieg zu sein. Es ist aber schwer, und es bedeutet alles, noch Der neue Flugstühpunkt im Aordatlantik. Taufe der „Friesenland" in Kiel. Kiel, 16. März. (DNB.) Prächtiges Sonnenwetter lag heute über Kiel, als gegen Mittag auf der Howaldt-Werft der neue für den Nordatlantik- Flugdienst der Deutschen Lufthansa erbaute schwimmende Flug st ütz punkt „F r i e s e n l a n d" getauft wurde. Dabei führte Reichspostminister Dr. Ohnesorge u. a. aus: Bei den nun Mitte dieses Jahres beginnenden Flügen über den Nord- atlantif zwischen Europa und den Vereinigten Staaten soll die „Friesenland" zusammen mit der „Schwabenland" für den Schleuderflug und Flugsicherungsdienst eingesetzt werden. Es wird die „Schwabenland" vor Neuyork und die „Friesenland" beiHortaaufderAzoren- i n s e l Faya 1 stationiert werden. Die zwischen diesen beiden Schiffen liegende Ozeanstrecke von etwa 4000 Kilometer muß durch die Flugboote ohne Zwischenlandung zurückgelegt werden. Ein jahrelanger Traum, die Ueberqu'erung des Nordatlantik mittels Flugbootes, wird zur Wirklichkeit. Und es gibt wohl kaum eine bessere Widerlegung des Vorwurfes, das neue Deutschland wolle sich von den übrigen Staaten in der Welt isolieren, als die nun einmal unangreifbare Tatsache, daß diese allein der Verbindung und der Verständigung der Völker dienende Einrichtung der Atlantikpostflüge vom deutschen Volke unter Einsatz seiner besten Söhne zuerst in Angriff genommen worden ist. Nach der Ansprache taufte die d i e n st ä l t e st e Ange stellte der Lufthansa, Fräulein Margarethe Krause, das Schiff auf den Namen „Friesenland". — Die „Friesenland" ist ein Motorschiff von etwa 6500 Bruttoregistertonnen. Es trägt auf Deck, wie ihre drei älteren Schwesterschiffe, eine Großflugzeugschleuder, erbaut von den Heinkel-Flugzeugwerken in Warnemünde, die zum Abschuß der 16 Tonnen schweren Nordatlantik- Flugzeuge eingerichtet ist. Eine neue Einrichtung ist die an Bord befindliche Werk st atth alle zur Ueberholung der Flugzeuge. Zwei MAN.-Diesel- motoren von je 2500 PS werden der „Friesenland" eine Geschwindigkeit von 16 Seemeilen in der Stunde geben. Fist die Besatzung sowie für die Flieger wurden behaglich eingerichtete Wohn- und Sporträume geschaffen. Es wird eine gute Lautsprecheranlage eingebaut, auch Tonfilmgerät, eine Bücherei und Geräte für Sport und Leibesübungen werden vorhanden sein. M ungesunde Spekulation ist bei uns kein Raum. Veichsbankpräsident Dr. Schacht fordert Erhaltung des stabilen Preis- und Lohnniveaus als Vorbedingung gesunder Währungspolitik. Berlin, 16. März. (DNB.) In der Hauptversammlung der Reichsbank, in der der Abschluß für 1936 wieder 12 Prozent Dividende, davon 8 Prozent in bar, genehmigt und die Wahlen zum Zentralausschuß gemäß den Vorschlägen gutgeheißen wurden, machte Reichsbankpräsident Dr. Schacht u. a. folgende Ausführungen: Die Aufgabe, an der die Reichsbank in erster Linie mitzuwirken berufen war, ist die Finan- z i e r u n g s a u f g a b e , die in ihren Anfängen vorwiegend ein Aufbringungsproblem darstellte, die aber mit fortschreitendem Krediteinsatz an das Währungsproblem rühren mußte. Ich darf heute feststellen, daß wir, obwohl das Kreditvolumen über den ursprünglich übersehbaren Rahmen hinaus ausgeweitet werden mußte, die finanziellen Dinge diese vier Jahre hindurch auch währungspolitisch gemeistert haben. Damit haben jene Propheten außerhalb unserer Grenzpfähle unrecht bekommen, die uns schon lange den Zusammenbruch von Wirtschaft und Währung vorausgesagt haben. Wir wissen sehr gut, auf welchen Gebieten unsere Mittel unerschöpflich sind und auf welchen es höchster Klugheit bedarf, um mit dem nur spärlich Vorhandenen die gesteckten Ziele zu erreichen. Das Schwierige der deutschen Lage liegt nur darin, daß infolge von Krieg, Inflation, Reparationen und System - Mißwirtschaft die kapitalmäßige Untermauerung der deutschen Wirtschaft mangelhaft ist. Freilich wird unser Schmerz darüber, daß Deutschland nicht zu den reichen Ländern gehört, gemildert, wenn wir bei einem" Rundblick in Europa feststellen müssen, daß auch die reichen Länder nicht ohne Sorgen sind. Geld allein macht nicht glücklich, man muß es auch rich - tig anwenden können. Wir wissen, daß für unsere Finanzierungspolitik hinsichtlich der Wirkungen der Kreditausweitung auf die Gesamtwirtschaft Grenzen bestehen. Die Grenzen liegen insbesondere da, wo die Kreditpolitik aufhört, ein wirtschaftlich gesundes Verhältnis zwischen Geld und Gütermenge als allein maßgebend gelten zu lassen. Die Reichsbank sieht es als ihre Aufgabe an, diese Grenzen einzuhalten. Innerhalb dieser Möglichkeiten jedoch haben wir versucht, alle Mittel heranzuziehen und sie so zu leiten, daß ihre Verwendung mit möglichst großen Nutzen erfolgen konnte. Das ganze Geheimnis, woher denn eigentlich das Geld für unsere großen Vorhaben, wie Arbeitsbeschaffung und Wehrhaftmachung, kommt, tft m Wirklichkeit nichts anderes als finanzielle Disziplin. Nach der Machtergreifung wurden alle Faden des Geld- und Kapitalwesens in einer Hand vereinigt und damit der Geld- und Kapitalmarkt m seiner Leistungsfähigkeit entscheidend gesteigert. Obenan stand die E m i s s i o n s b e s ch r ä n k u n g , die den Vorrang der Finanzierungsbedurfmsse des Reiches sicherstellte. Hinzu kamen die Neuordnung d e s Bank- Kredit - und Börsenwesens, die nach und nach auf alle Kreditbeziehungen ausgedehnte Zinssenkung, durch die allmählich das überhohe Zinsniveau in Deutschland abgebaut werden konnte, ferner die Ordnung der öffentlichen. insbesondere der kommunalenHaus- halte. In dem Maße, wie das Kreditvolumen in Deutschland wuchs, mußten wir die in die Wirt- schäft hinausfließenden Gelder wieder ein- fangen. Dadurch, daß wir langfristige Reichs anleihen auflegten, ferner dadurch, daß wir auch die kurzfristigen Mittel der Wirtschaft iw Wege der Solawechselaktion der DeutschenGold- diskontbank den öffentlichen Finanzierungs- oorhaben dienstbar machten und damit wahrungsmäßig nachteilige Auswirkungen der Kreditauswei- tung ausschalteten. Das Aufsaugen der herumschwimmenden Gelder war eine währungspolitische Notwendigkeit, da es galt, die mit der Kreditausweitung einhergehenden Preisauftriebstendenzen hintan zu halten, um so mehr als ein Preisauftrieb von der Warenfeite her hinzuzukommen drohte. Die Preisgestaltung und die Entwicklung der Löhne verlangt von einem jeden Unternehmer oder Verbraucher Selbsteinschränkung. Wenn wir ein in der liberalistischen Wirt- schaftsauffassung wurzelndes Gesetz bei uns ausschalten müssen, so ist es vor allem das, daß etwa auftretender Mangel an irgendwelchen Gütern unbedingt zu Preisauftrieben führen müßte. Für ungesunde Speku- l a t l o n ist im neuen Deutschland kein Raum. In Einzelfällen von Preisüberschreitungen muhte zu drastischen Mitteln gegriffen werden. Soweit sich die Preisentwicklung als ein Währungsproblem darstellt, begrüßen wir es, wenn die Frage derPreis-undLohn- stabilität mit erneuter Energie angepackt wird. Beständiges Preisniveau ist notwendig, um Geld, Kredit und Zins beständig zu erhalten. Die Aufgaben, die unser noch harren, sind nicht leichter geworden. Der Ernst der kommenden Jahre wird noch dadurch unterstrichen, daß wir aus der Anlaufzeit einen starken Konsolidierungsbedarf, gewissermaßen als unerledigten Restbestand an Finanzierungsaufgaben, hinübernehmen in Jahre, die neue Aufgaben großen Ausmaß e s mit sich bringen Die Reichsbank wird an diese Aufgaben mit unverändertem heißen Willen, aber auch mit klarer Umsicht, mit aller gebotenen Tatkraft, aber auch mit vollem Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem deutschen Volke Herangehen. Günstiger Abschluß der Reichs- Versicherung für Angestellte Berlin, 16. März. (DNB.) Wie aus dem Geschäftsbericht der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte für 1936 heroorgeht, hat die Anstalt in diesem Jahr die höchste Beitragseinnahme seit ihrem 25jährigen Bestehen erzielt. Während es noch 1933 nötig gewesen ist, zur Deckung der Ausgaben 83 v. H. der Beitragseinnahme aufzuwenden, haben im abgelaufenen Jahr 73,9 v. H. hierzu genügt. Der Rücklage konnten 287 Millionen (235,6 Millionen) zugeführt werden. Die Gesamt- einnahme von 406,1 Millionen (357,4 Millionen) Mark ist um 13,6 v. H. gestiegen. Die Zahl der Versicherten wird auf 4,3 Millionen geschätzt. Der Gesamtaufwand für die Rentenleistungen, Beitragserstattungen und Abfindungen erreichte 260,2 Millionen (241,3 Millionen) Mark. Am 31. Dezember 1936 liefen 231 316 (238 633) Ruhegelder mit 27 369 (28 666) Kinderzuschüssen, 122 343 (110 884) Witwen- renten und 42 778 (40 345) Waisenrenten. Der Gesamtaufwand für die Heilfürsorge belief sich auf 25,8 Millionen (23,6 Millionen) Mark. Es wurden 50141 (47 542) ständige Heilverfahren durchgeführt. 5799 (6022) Anträge auf Zuschüsse für tuberkulöse und tuberkulosegefährdete und rachitische Kinder von Versicherten wurden gestellt. 1957 (948) Zuschüsse zu Erholungskuren für kinderreiche Mütter und deren Kinder wurden genehmigt. Der Wohnungsbau wurde gefördert durch Darlehen an Länder, Gemeinden und durch Hypothekendarlehen an Bauoereinigungen sowie private Bauunternehmen. Ferner zahlte die Anstalt 3485 (3168) Darlehen für neuerstellte Eigenheime an versicherte Angestellte. Die gesamte Neuanlage für Wohnungsbauzwecke betrug 132 (93) Millionen Mark. Seit 1924 sind für Wohnungsbauzwecke 1098 Milliarden Mark 3* Verfügung gestellt worden. Die Verwaltungskosten betrugen 2,27 (2,49) v. H. der Gesamteinnahme, so daß 97,73 (97,51) v. H. der Einnahmen für die Zwecke der Versicherung verbleiben. Die ©frafeinfragungcn in den Führerschein. Berlin, 16. März. (DNB.) Als ein wirksames Erziehungsmittel für leichtsinnige Kraftfahrer hat sich die Eintragung von Geldstrafen über 5 R M. oder Freiheitsstrafen in den Führerschein ausgewirkt, welche die Inhaber der Scheine als Führer von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr erhalten haben. Darüber hinaus sind auch Strafen wegen unvor- schristsmäßiger, die Verkehrssicherheit gefährdender Beschaffenheit von Kraftfahrzeugen in den Führerscheinen zu vermerken. Die (Eintragung von (?*ra» fern in die M i l i t ä r f ü h r e r s ch e i n e hat durch die zuständigen Stellen der Wehrmacht zu erfolgen. Don einer (Eintragung in ausländische oder internationale Führerscheine ist abzusehen. Die L ö - f ch u n g der (Eintragungen wird auf Antrag durchgeführt, wenn seit der letzten (Eintragung zwei Fohre verstrichen sind, und der Bestrafte in dieser Frist keine eintragungsfähigen Strafen erlitten bat. Soweit Bestrafungen vermerkt sind, die nicht mehr eintragungspflichtig sind, können sie auf Antrag gebührenfrei gelöscht werden. Wenn es gelungen ist, die im ständigen Steigen begriffene Verkehrsunfallkurve zunächst einmal abzustoppen, so ist dieser bescheidene Erfolg zu einem wesentlichen Teil auch auf die Maßnahme der Strafeintragung zurückzuführen. Der neue Jahrgang tritt an. Nur noch wenige Tage trennen uns von Ostern. Dann kommt ein neuer Jahrgang zur Schulentlassung. Der wichtigste Schritt im Leben wird getan: Von der Schulbank geht es in die Berufsausbildung. Der neue Jahrgang tritt an, um sich einzureihen in das Leben der Arbeit für Volk und Staat, lieber den Leistungswillen der jungen Generation gibt der Reichsberufswettkampf Zeugnis. Der neue'Jahrgang wird nicht nachstehen wollen. Auch er ist erfüllt von dem Streben, etwas Tüchtiges zu lernen, um einmal ganz seinen Mann stehen zu können. Seit Monaten schon haben die Eltern mit ihren jetzt zur Schulentlassung kommenden Kindern die Frage der Berufswahl durchgesprochen. Bei den meisten ist die Entscheidung bereits gefallen. Die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter standen hierbei mit Rat und Tat zur Seite. Vor einiger Zeit wurden an die Jugendlichen die Antragsformulare für die Erteilung des Arbeitsbuches verteilt. Sobald die Berufswahl getroffen war, konnte der Antrag gestellt werden. Dann kommt der Junge oder das Mädel in den Besitz des Arbeitsbuches, in das einmal die einzelnen Etappen des jetzt beginnenden Berufsweges eingetragen werden. Es ist das Streben fast aller zur Schulentlassung Kommenden, in einer ordnungsgemäßen Lehre den erwählten Beruf gründlich zu erlernen. Viel sind bereits in Lehrstellen vermittelt. Für die anderen, die eine Lehrstelle erstreben, aber sie noch nicht gefllnden haben, bemühen sich die Vermittlungsstellen weiter. Auch hierfür sind durch die erfolgreiche Wirtschaftspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands die Aussichten besser geworden. Ganz allgemein ist der Bedarf an gelernten Fachkräften in fast allen Berufen gestiegen. In wichtigen Gewerben herrscht ein empfindlicher Facharbeitermangel, so daß durch die Anordnung des Ministerpräsidenten Göring vom 7. November letzten Jahres für die Metallwirisch a f t und das Baugewerbe die Möglichkeit geschaffen wurde, den Betrieben Mindestoerpflichtungen zur Lehrlingsausbildung oder Ablösungsbeträge zur sonstigen Ausbildungsförderung aufzuerlegen. In der Landwirtschaft hat die in diesem Jahr zum erstenmal in vollem Umfang wirksam werdende Ausbildungsordnung des Reichsnährstandes für den männlichen Landarbeiternachwuchs den entscheidenden Schritt getan, die gesamte Landarbeiterschaft zukünftig auf die Stufe eines gelernten Arbeiterstandes zu bringen. Ueber die Berufsberatung und Lehrftellenver- mittlung der Arbeitsämter gibt die Reichsanftalt eingehende Jahresberichte heraus. Da erfahrungsgemäß die Lehrstellenvermittlung oder die sonstige Unterbringung der Schulentlassenen sich über Ostern hinaus hinzuziehen pflegt, ist als Berichtsjahr für die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung die Zeit jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni des folgenden Jahres gewählt. Die Berichte der Reichsanftalt verdienen seit Ende 1935 um so größere Beachtung, als durch das Gesetz vom 5. November 1935 den Arbeitsämtern das grundsätzliche Alleinrecht auch für die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung gegeben wurde. Beim Vergleich der Ergebnisse der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung der Arbeitsämter darf also diese Tatsache nicht ganz unberücksichtigt bleiben. Nun aber mögen einige Zahlen die Entwicklung seit dem Berichtsjahr 1930/31 aufzeigen: Davon Lehr- und Berichtsjahr Ratsuchende Schulentlassene Anlernstellen Vermittlungen 1930/31 405 542 297 663 163 378 118 653 1931/32 387 299 283 370 123 700 97 990 1932/33 394 278 303 440 428 147 102 016 1933/34 600 518 507 742 219 035 184 108 1934/35 848 371 739 035 296 085 260 381 1935/36 1077 990 941 892 394 690 355 609 Die Zahlen geben also an, wie viele Ratsuche n d e in jedem Berichtsjahr die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter aufgesucht haben, wie viele ferner von ihnen Schulentlassene waren. Hierbei ist zu beachten, daß unter den Schulentlassenen jeweils noch eine gewisse Anzahl von Entlaßschülern des Vorjahres enthalten ist, also solcher Schulentlassener, deren Beratung nicht durch Vermittlung in eine Lehrstelle oder anderweitige Erledigung bis zum 30. Juni abgeschlossen war. Die anderweitigen Erledigungen etwa durch Ueberwei- sung an Fachschulen, an Hochschulen, Fortsetzung der allgemeinen Schulbildung, Ueberweisung an die Arbeitsvermittlung und so fort haben übrigens im letzten Berichtsjahr die Zahl von 563 452 Ratsuchenden ausgemacht. Die Ziffern zeigen dann weiter die den Arbeitsämtern zur Besetzung gemeldeten offenen Lehr - und Anlern stellen und die Zahlen der Vermittlung in diese Stellen. Wie schon aus den Gesamtziffern der einzelnen Berichtsjahre hervorgeht, suchen mehr Schulentlassene die Berufsberatung auf, alsLehr - stellen vorhanden sind. Das gilt auch für fast alle Berufsgruppen und Berufsarten. Trotzdem aber haben wir Berufsarten, bei denen die Berufswünsche Jugendlicher zahlenmäßig hinter den Lehrstellen zurückbleiben. Ein Beispiel hierfür aus der M e t a l l w i r t f ch a f t: 7506 männliche Ratsuchende wollten Feinmechaniker werden. Nur 2153 entsprechende Lehr- und Anlernstellen waren aber als offen gemeldet. Dagegen wollten nur 60 den Beruf eines Chirurgiemechanikers ergreifen, während hierfür 101 Lehrstellen offen waren. Da muß dann die Berufsberatung den Ausgleich herbeiführen zwischen Berufswünschen und Wirtschaftsnotwendigkeiten. So gibt es noch immer Berufe — zu ihnen zählen beispielsweise auch die Betonfacharbeiter — bet denen vielfach erst die Berufsberatung die entsprechende Berufswahl auslösen muß, um möglichst alle Lehrstellen besetzen zu können. Berufsberatung und der Wille, etwas zu lernen, werden deshalb zu Wegbereitern für unsere Jugend in den Beruf. Dr. E. S. Alles kann bei „Lloyds" versichert werden 1600 Menschen leben von riskanten Geschäften. London, im März. Kaum ein Name ist international so bekannt wie „Lloyds" und keine Versicherungsanstalt so vielseitig. Alles kann versichert werden, nur nicht ein Menschenleben. Diese wenig bekannte Tatsache hat ihren besonderen Grund in der Konstruktion dieses Instituts, die vollkommen von dem üblichen Geschäftsbrauch abweicht. In Wirklichkeit besteht Lloyds aus 16 0 0 Bankiers, die sich, je nach Geschäftsinteressen, in einzelne Syndikate — insgesamt 150 — gliedern. Jedes dieser 1600 Mitglieder hat, um „Underwriter“, Mitglied des Instituts zu werden, eine Eintrittsgebühr von 500 Pfund (rund 6000 Mark) zu bezahlen und muß nachweifen können, daß sein Vermögen mindestens 50 000 Pfund (rund 600 000 Mark) beträgt. In Wirklichkeit jedoch sind die Vermögen dieser Mitglieder weitaus größer und jemand, der sich mit einer solch „lächerlichen Summe" bei Lloyds betätigen wollte, würde einfach von den Direktoren ausgelacht werden. Weshalb aber nun keine Lebensversicherung? An einem Beispiel wird dies klar: Wenn z. B. ein Mister A. an eines der Syndikate herantritt, um, zwanzigjährig, eine Lebensversicherung gegen Todesfall aufzunehmen, könnte es geschehen, daß dieser junge Mann achtzig Jahre alt wird und der „Syndikalist" längst das Zeitliche gesegnet hat. Sein Vermögen dürfte jedoch nicht angerührt werden, solange Mister A. nicht gestorben war, denn aus diesem Vermögen mußte ja die bei der Versicherung ausgemachte Summe an die Erben des Mister A. bezahlt werden. Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, daß man eine derart komplizierte Versicherung nicht -eingehen will und zweitens die Gewinne oder Verluste bei Lloyds eben durch diese Einrichtung von „Syndikaten" mehr oder weniger persönlicher Natur sind. Die Direktoren werden von den Mitgliedern gewählt und erledigen zum größten Teil verwaltungstechnische Arbeiten und besorgen — bei besonders großen Versicherungsobjekten — die Beschaffung der notwendigen Deckungen fettens der Firma. Zu diesem Zweck schließen sich dann mehrere Syndikate zusammen. Bei Lloyds sind die Mitglieder der Ansicht, daß wenn man A sagt, auch B sagen müsse, daß man also, wenn man eine Art von Versicherung gelten läßt, auch alle anderen mit in Kauf nehmen müsse, soweit überhaupt ein sogenanntes „Dersicherungs- interesse" vorhanden ist. Nur deshalb auch entschlossen sich Lloyds im vergangenen Herbst, große Versicherungen gegen b t e Erhöhung der Tee st euer aufzunehmen, weil man es nur verständlich fand, daß sich Teepflanzer gegen ein mögliches Risiko zu sichern wünschten. Wenige Wochen später jedoch machte man die erstaunliche Feststellung, daß selbst Politiker Policen ausgenommen hatten — und so kam es zu jenem riesigen Skandal um den Minister Brown, der selbst eine aroße Versicherung abschloß, nachdem er bei einer Kabinettssitzung erfahren hatte, daß die Teesteuer tatsächlich erhöht werden würde. Die größten englischen Modehäuser für Damenkleidung gehören zu den besten Kunden von Lloyds, und zwar wegen Landestrauer, die stets für einige Wochen beim Ableben eines Mitgliedes der königlichen Familie getragen wird und ein Risiko beispielsweise für bunte Kleiderstoffe kann in einem solchen Fall natürlich leicht eintreten. Man glaubt gern, daß Lloyds' Mitglieder eine abwechslungs- und überraschungsreiche Zeit verleben, wenn man die großen Unglücksfälle der Welt einmal von ihrem Gesichtspunkt aus betrachtet. Beim Untergang der „Titani c" beispielsweise war man für drei Tage vollkommen kopflos in London. Man kannte zwar die Versicherungssumme des Schiffes — aber wie stand es mit den Passagieren? Hunderte von ihnen hatten Hunderte verschiedener Versicherungen aufgenommen, ehe sie die Jungfernfahrt des Schiffes antraten. Wer von ihnen war gerettet worden, wer ertrunken in jener Schreckensnacht? Befand sich jene englische Dame, d'e kurz zuvor ihre Perlen für 120000 Pfund versichert hatte, unter den Lebenden, jener alte Offizier, der seine Schnupftabaksdosen für 200000 Pfund versichert hatte, unter den Toten? Es waren katastrophale Tage, auch bei Lloyds, und verschiedene Syndikate zerstoben in Nichts, nachdem sie ausgezahlt hatten — denn ausgezahlt wird bei Lloyds, und eine Versicherung, dort aufgenommen, gilt in der gesamten englischen Geschäftswelt als „A I", gleichwertig unserem deutschen „Besten vom Besten". Es mar Lloyd's Versicherungsinstitut, das auch die Regenversicherung erstmalig einführte, und zwar auf Anregung eines passionierten englischen Pferdeliebhabers, des Königs Eduard VII. von Enaland. Der König versicherte sich gegen einen Regenschauer während der halben Stunde, die er sich in der königlichen Loge beim Ascotrennen aufhielt. Das Rennen fand an einem Freitag statt, und es wurde ein schwarzer Freitag für Lloyds, denn im gleichen Augenblick, in Dem die königliche Familie ihre Rennloge betrat, ging — derart plötzliche Ereignisse sind, wie jeder Reisende schaudernd zu berichten weiß, in England keine Seltenheit — ein fürcherlicher Platzregen nieder, der wenige Minuten, nachdem der König die Loge — schmunzelte er? — verlassen hatte, dem schönsten Sonnenschein wich. Lloyds sahen sich um ein Bündel Hundertpfundnoten ärmer ... Versicherungen gegen Nebel sind heutzutage noch häufiger als Regenversicherungen. Die zunehmende Industrialisierung Englands bringt es mit sich, daß an nebligen Tagen im Herbst und Frühjahr (eigentlich müßte man wahrheitsgetreu berichten: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter!) der Dunst aus Kaminen und Schornsteinen länger in der Luft hängt und damit nicht nur den Straßenverkehr behindert, sondern — für den Engländer viel schmerzlicher — Pferderennen, Fußballspielen und Cricketkämpfen nur zu oft ein vorzeitiges Ende bereitet. Es war vor nunmehr 15 Jahren, als sich Lloyds lange Zeit vergeblich fragten, woher es kam, daß ein gewisser Leopold Herris, der alle möglichen Feuerversicherungen einging, stets — und früher als die Feuerwehr! — wußte, wo es nächstens brennen würde, denn merkwürdigerweise hatten die von ihm versicherten Geschäftshäuser besonderes Pech. Erst nach vielen Wochen fand ein Beamter von Lloyds eigener Polizei heraus, daß man es mit einem der gefährlichsten Brandstifter zu tun hatte, den die Versicherungsgeschichte kannte. Aehnlich lag es auch in einem anderen Fall, in dem ein großer Hausbesitzer in Cork in Irland während der Unruhen seine Geschäfte versicherte, um dann in die Rebellentruppen emzutreten und seine Häuser, die natürlich vorher ausgeräumt worden waren, in Brand stecken zu lassen. Es war in jenen Jahren, in denen sich der große italienische Tenor Caruso auf dem Höhepunkt feiner Laufbahn befand, als Mister Croßbank, ein „Syndikalist" bei Lloyds, von einer Bekannten hörte, daß sie den Tenor gerade im Savoy Hotel besucht habe. Er fühle sich nicht wohl und werde am Abend in der königlichen Oper kaum auftreten können. Der Versicherungsmann war bestürzt, denn gerade in seinem Syndikat hatte sich die Covent Garden Opera gegen einen solchen Vorfall versichert. Da sein Vermögen auf dem Spiel stand, ging er selbst zu Caruso und beschwor den Maestro, doch aufzutreten — und der Tenor sagte zu. Er wußte, was es bedeutet, bettelarm zu sein... Versicherungen „Dritter Personen" können, wie aus Dem folgenden Beispiel ersichtlich wird, zu interessanten Situationen führen, und zwar nicht nur in den gewöhnlichen Autoversicherungen. Im vergangenen Jahr z. B. ließ sich eine bekannte Londoner Schauspielerin ihr rötliches Haar blond färben — aber der Erfolg war ein leuchtendes Grün! Sie machte Den Friseur, einen Spezialisten in Regent Street, haftbar, aber Der hatte offenbar an Derartige Resultate beim Haarfärben gedacht und sich gegen „ungewünschte Farbeffekte" bei Lloyds versichert, die 1000 Pfund Schadenersatz auszahlten. Als Die „Suffragettengefahr" zunahm, wir erinnern uns vielleicht noch Dunkel jener bewegten Jahre vor Dem Kriege, in Dem ein Teil Der englischen Frauen in einer bis dahin unerhörten fanatischen Weise für das Wahlrecht kämpfte — kamen verschiedene Londoner Golfklubs auf den Gedanken, ihre unter großen Unkosten hergerichteten Plätze gegen Suffragetten versichern zu lassen, weil sich diese Plätze wegen ihrer weiten Ausdehnung vorzüglich zu Versammlungsplätzen für die fanatischen Frauen eigneten und ein Golfplatz eine Massenversammlung natürlich nicht ohne Schaden verträgt. Aber auch hier befand sich unter den weißen Schafen ein schwarzer Bock, ein Londoner Golfklub versicherte sich für eine hohe Summe und verschwieg, daß Der Platz stark reparaturbedürftig war. Dann lud der Vereinsvorstand Die Suffragettenführerinnen ein. Den Platz ruhig als Versammlungsort zu benutzen. Und die Suffragetten kamen in Scharen. Nun beantragte der Klub Schadenersatzauszahlung von Lloyds — 2000 Pfund — und ließ den Platz — für 500 Pfund — neu Herrichten! Zum Schluß sollte man noch Der größten Versicherung, Die Lloyds jemals abschloß, Erwähnung tun. Es war nicht etwa Die „Queen Mary“, Die vor kurzem fertiggestellt wurde, sondern — Die erste große internationale Weltausstellung in Wembley, einem Londoner Vorort. Die Versicherung, Die gegen Nichtstattfinden Der Ausstellung von Den Interessierten abgeschlossen worben war, belief sich auf achtzehneinhalb Millionen PfunD — rund 225 Millionen Mark! Man vermutet richtig, wenn man glaubt, daß, hätte Lloyds seinerzeit jene Summe auszahlen müssen, es heute dieses vielseitigste Versicherungsinstitut Der Welt nicht mehr geben würde... Chr. H. Bauer. Englands Aekrniierungsnöie Das ständige Expeditionskorps. London, 16. März. (DNB.) Kriegsminister Duff Cooper brachte im Unterhaus Den Voranschlag für Den Armeehaushalt ein. Er wies auf Die häufigen Entsendungen von Sondertruppen nach überseeischen Gebieten hin, wo es zu Unruhen gekommen sei, wie z. B. in Palästina, an Der indischen Nordwestgrenze, in Burmah und in Aegypten. Daraus ergebe sich zu jeder Zeit eine Expeditionsstreitkraft bereitzuhalten, die ohne weiteres nach jeder Ecke der Welt in Marsch gesetzt werden könne. Die Fortschritte bei Der M e - chanisierung Der Armee seien befrieDigenD. Eine mobile BngaDe werbe aus einem vollmechanisierten Infanterie-Bataillon und zwei leichten Tank-Regimentern bestehen. Ein Panzer-Regiment werde in England, ein zweites in Aegypten stationiert bleiben, sie würden mit einem neuen Panzer- wagentyp ausgerüstet. Sehr zufrieden sei man mit den neuen leichten Tanks. Bei den mittleren und schweren Tanks sei Die Lage nicht so befrieDigenD. Die Rekrutierung für Die Territorialarmee fei befrieDigenD, sie sei um 15 295 Mann und 861 Offiziere stärker als im Vorjahre. Die geplante Erhöhung um 20 000 Mann sei allerdings noch nicht erreicht. Für Luftabwehreinheiten der Territorialarmee werde ein Plan ausgearbeitet, Der Die Mobilisierung innerhalb von zwölf StunDen vorsehe. Ferner solle Die Ausrüstung Der Territorialarmee mit moDernen Waffen im gleichen Tempo wie Die Ausrüstung Der regulären Armee vor sich gehen. Weniger befrieDigenD habe sich Die R e - krutierung für die reguläre Armee entwickelt. Im vergangenen Jahr seien 23 055 Mann in die reguläre Armee eingestellt worden. Die reguläre Armee habe am 1. März 95 914 Mann gezählt gegenüber 84 481 Mann am 1. März 1936. Dennoch weise die Rekrutierung einen niedrigeren Durchschnitt im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre auf. Die Hauptschwierigkeit bei der Rekrutierung sei die Unsicherheit der Laufbahn ausgedienter Soldaten. Man bilde eine Offiziers- Sonderreserve aus früheren Offizieren im Alter von 31 bis 55 Jahren. Der konservative Abg. A m e r y fordert von der Regierung Aufschluß darüber, ob die internationalen Verpflichtungen Englands soweit gingen, daß englische Truppen auch in Mitteleuropa eingesetzt werden müßten und falls ja, ob fünf Divisionen hierfür genügen würden. Sei Das aber nicht ausreichenD, so müsse Die Regierung Der Nation sagen. Daß sie eine allgemeine Aushebung zu erwarten habe. Auch Der Regierungsliberale M a b a n e wollte wissen, ob eine Armee zur Teilnahme an einem kontinentalen Krieg geschaffen werden müsse Moskau sabotiert die Behandlung der Geldfrage. London, 16. März. (DNB.) Im Nichteinmischungsausschuß kam als erster Punkt der Tagesordnung Die GolDfrage, Die Frage Des von Den Bolschewisten geraubten Schatzes Der spanischen Nationalbank, zur Erörterung. Der sowjetrus- i s ch e Botschafter, Der bisher Die BehanDlung Dieser Frage ftänDig verzögert hatte, erklärte, daß seine Regierung nicht einmal zu einer Er- Abzeichen für die Mitglieder der iteichskulturkammer. * Hi II Für Die Mitglieder Der Reichskulturkammer ist jetzt Dieses Abzeichen geschaffen worben, Dessen Entwurf von Professor Klein (München) ausgearbeitet mürbe. — (Scherl-BilDerDienst-M.) örterung dieses Problems bereit sei. Darauf erklärten Botschafter von Ribbentrop und Botschafter G r a n D i, Daß sie nicht bereit seien, in eine Erörterung Der weiteren Fragen Der TagesorDnung einzutreten, so Dringlich Diese auch sein mögen, wenn Der Vertreter Sowjetrußlands die Erörterung eines Der Punkte verweigere. Die für Den Verlauf Der Ereignisse in Spanien von besonderer Wichtigkeit seien. Eine Ausnahme hiervon würde nur für diejenigen Punkte gemacht, die mit der sofortigen Inkraftsetzung Des Kontrollplanes für Spanien zusammenhängen. Jüdischer Zuwachs im Rat der Volkskommissare. Moskau, 16. März. (DNB.) Die Sowjetpresse veröffentlicht Verfügungen Des Zentralausschusses über eine Reihe von Neuernennungen im Rat Der Volkskommissare. Danach wurde Moses Granowski, ein Jude, zum stellvertretenden Dolksjustizkom- missar ernannt. Völlig umgebildet wurde das Gesundheitskommissariat. Sein bisheriger Leiter Kaminski wurde wegen haarsträubender Zustände, Die in Den letzten Monaten in Den Krankenhäusern unD Kliniken aufgedeckt murDen, entlassen unD zu seinem Nachfolger Sergiew ernannt. Seine Stellvertreter murDen Frau Charlamoma und Kantoromitsch, ebenfalls ein JuDe. Mit Sa- oeniagin. Der in Diesen Tagen zum stellvertretenden Schmerindustriekommissar ernannt murDe, sind damit drei meitere Juden in den Rat der Volkskommissare eingezogen Moskau verstärkt die Gottlosenpropaganda. Moskau, 16. März. (DNB.) In den letzten Tagen tauchten in der sowjetrussischen Presse wiederholt Artikel und Aufrufe auf, in denen eine weitere Verstärkung der Gottlosenpropaganda gefordert wird. Das Blatt Der Jungkommunisten „Komsomolskaja Prawda" stellt mit Entrüstung fest. Daß „Der kirchliche Aberglaube eine gewisse Belebung erfahre", insbesonDere auch unter Den Jugendlichen. Es sei unzweifelhaft, daß „Anhänger Der Kirche, Die sich an Die Trümmer religiöser Vorstellungen im Volk anklammern, beson- Ders in Der letzten Zeit eine fieberhafte Arbeit zur Erhaltung ihrer GemeinDen entfalten." Es fei deshalb für die Jungkommunisten notwendig, eine systematische Propaganda für den Atheismus unter der Jugend Durchzuführen. Die SowjetjugenD müsse ausnahmslos von religiösen Einflüssen ferngehalten werDen. Gegen die Boykotthetze des polnischen Westverbandes. Kattowitz, 16. März. (DNB.) Die Boykott- Hetze Des polnischen WestverbanDes gegen den deutschen Mittelstand in Ostoberschlesien hat sofortige Maßnahmen der deutschen Volksgruppe ausgelöst. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Volksbundes Dr. Ulitz erläßt einen Aufruf an das Deutschtum Ostoberschlesiens, in Dem es u. a. heißt: „Der polnische Westoerband hat mit Unterstützung von 31 polnischen Organisationen zu ,zehn PropaganDatagen für Den polnischen Kaufmann und Handwerker* aufgerufen. Die Sprecher des Deutschtums im Senat haben vor wenigen Tagen die Lage der deutschen Volksgruppe dargelegt. Die polnische Regierung fordert zur Sammlung aller staatsbejahenden Kräfte auf. Zur gleichen Zeit aber versucht Der Westoerband, die Träger der deutschen Wirtschaft vor aller Oeffentlichkeit als ,st a a t s b ü r - gerlich unzuverlässig' hinzustellen, um den polnischen Mittelstand zu stärken. Ob diese Ver- dächtigung", so heißt es in dem Aufruf weiter, „gegen die Bestimmungen des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb verstößt, möge der Staatsanwalt prüfen. Das Deutschtum selbst hat das Recht, die Pflicht und Die Möglichkeit, Die Verdächtigung des polnischen Westverbandes von sich zu wei- e n. Dem Vernichtungswillen, der aus dem Aufruf des Westverbandes spricht, setzen wir unseren Lebenswillen entgegen. Den Aufruf des Westverbandes beantworten mir mit dem Aufruf an Das Deutschtum." x Nationale Erfolge amLarama. Erhebungen gegen den Bolschewistenterror in'Valencia und Castellon Toledo 17, März. (DNB. Funkspruch.» 5m Jararno-Abschnitt konnten die Bolschewisten trog heftigen Widerstandes aus den Stellungen geworfen werden. Die Legionäre nützten in dem von Oliven- waldern durchsetzten Gelände jede Deckung aus, unD konnten auf diese Weise die eigenen Verluste auf ein gerinaes Maß beschränken. Dagegen waren die Verluste Der Bolschewisten, deren Gräben ein Handgranaten-Bombardement über sich ergehen lasen mußten, außerordentlich groß. Der Eindruck des legrelchen nationalen Angrif es war so stark, daß die Bolschewisten im Gegen atz zu ihrer üblichen Taktik keinen Gegenangriff wagten Die lieber- lebenden suchten ihr Heil in der Flucht. Außer zahlreichen Gefangenen fielen Den nationalen Truppen größere Mengen Waffen und Munition in die Hände. 3n Madrid nimmt die Verwirrung angesichts des nationalen Zweifrontenangriffes immer mehr zu. Da die Bolschewisten nicht wissen, an welcher Stelle der Hauptstoß zu erwarten ist, ordnen sie unablässig Truppenoerschiebungen an. Der bolschewistische Madrider Sender fordert alle abkömmlichen Zivilisten auf, an der Instandsetzung der Madrider Derteidigungswerke eiligst mitzuarbeiten. Der „Jour" meldet, daß es in der Provinz Valencia zu blutigen Unruhen gekommen sei. In Panalesca habe die Bevölkerung von den Bolschewisten Brot verlangt und die Ueoergabe der Stadt an die nationalen Truppen gefordert. Die Bolschewisten hätten den Aufruhr äußerst blutig niedergeschlagen. In Burriana (Provinz Castellon), wo die Anarchisten die alleinigen Machthaber seien, sei ebenfalls eine Aufstandsbewegung gegen die bolschewistische Leitung in Valencia ausgebrochen. Eine von Valencia ausgesandte „S t r a f- expedition" habe die Stadt mit Hilfe sow- setrussischer Tanks genommen. 80 Anarchisten sollen auf der Stelle erschossen worden sein. Kultur im Dorf. Kraft durch Freude auf dem Lande. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Reichsbauernführer hat angeordnet, „daß die Feierabendgestaltung auf dem Lande von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" übernommen wird. Die zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes haben der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beratend zur Seite zu stehen". Zu dieser Anordnung erlassen Reichsorganisationsleiter D r. Ley und der Reichsbauernführer Darre einen Aufruf: „A n das deutsche Dorf!" in dem es u. a. heißt: Der ungeahnte wirtschaftliche und berufliche Aufschwung des Dorfes genügt nicht, um die Gefahren der Landflucht und Entvölkerung des Dorfes zu bannen. Der deutsche Mensch will mehr als essen, trinken, wohnen und sich kleiden. Bauer und Arbeiter, alle diese schaffenden Menschen verlangen, daß sie der deutschen Kultur in allen ihren Sparten und Errungenschaften teilhaftig werden. Deshalb werden auch alle Maßnahmen zur Behebung der Landflucht — Schönheit des Dorfes, bessere und gesündere Landarbeiterwohnungen, Verbesserung der technischen Hilfsmittel usw. — nur dann zur vollen Auswirkung kommen, wenn es uns gelingt, die deutsche Kultur in ihrer Gesamtheit auch wieder dem Land zu erschließen. Deshalb werden wir die N S. - G e m e i n s ch a f t „Kraft durch Freude" mit ihren vielfachen Einrichtungen auf allen Gebieten des deutschen kulturellen Lebens und ihren großzügigen, fast unerschöpflichen Hilfsmitteln zum Nutzen und Segen des deutschen Dorfes voll einsetzen. Diese Maßnahmen sollen unterstützt und ergänzt werden durch eine in großzügiger Gemeinschaftsaktion durchzuführende würdige Um- und Ausgestaltung aller Säle und Feierabendräume und durch Errichtung und Ausbau von Lesehallen, Büchereien und Sporteinrichtungen. Das deutsche Dorf war in größter Gefahr! Die wirtschaftliche Rettung ist gelungen! Jetzt gilt es, das Dorf als ewigen Jungbrunnen des Volkes auch kulturell zu erhalten und neu zu beleben. Ihr Bauern, Landarbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende: Erwartet keine Wunder von draußen, faßt selber an, packt zu! Ihr Menschen der Stadt aber bedenkt, daß ihr alle einmal aus dem Dorfe gekommen seid und erweist dem Dorfe euren Dank! Helft mit! Eine Ehrung für den Führer in München. München, 16. März. (DNB.) Vom Frühjahr 1912 bis zu seinem Eintritt in das deutsche Heer als Kriegsfreiwilliger hat Adolf Hitler, damals noch ein unbekannter, mühsam strebender Jünger der Kunst, in München in dem unscheinbaren Hause Schleißheimer Straße 34 nahe dem Stigl- maier-Platz gewohnt. In dieser Zeit ist ihm München zur zweiten Heimat geworden. Zur bleibenden Erinnerung hat nunmehr die Hauptstadt der Bewegung an diesem Hause eine Gedenktafel anbringen lassen, die unter dem Hoheitsadler eine entsprechende Inschrift trägt. Die Gedenktafel wurde mit einem schlichten, würdigen Feierakt, an dem die Formationen der Bewegung mit ihren Fahnen teilnahmen, vom Ratsherrn der Stadt München Reinhard mit einer Gedenkansprache enthüllt. Aus aller Welt. Deutsche Gesellschaft für innere Medizin. Im weiteren Verlauf der Wiesbadener Tagung verbreitete sich Professor Bürger (Wien) über die Behandlung der Zuckerkrankheit. Professor H e u p k e (Frankfurt a. M.) berichtete über die Ernährungserfahrungen bei Sportsleuten, bei denen trotz sehr hoher Leistungen (es waren auch Olympia-Sieger darunter) auf verschiedenen Gebieten des Sportes sich die Ernährungsweise außerordentlich unterscheide. Dr. Stieg le (Stuttgart) erörterte die Auffassung der Homöopathie vom Schmerz und seine arzneiliche Behandlung. Am Beispiel der Migräne erörterte Professor G e ß l e r den grundsätzlichen Unterschied, der bei der Arzneiwahl zwischen Medizin und Homöopathie besteht. Professor T h a d- d e a (Berlin) stellte Untersuchungen über den Gehalt der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit an C-Vi- taminen bei solchen Kranken an, die längere Zeit eine bestimmte Schonkost erhalten mußten, oder die unter einer akuten Infektionskrankheit leiden. Heue Schnellomnibusse für die Reichsaulobahn. Mit dem Frühjahr wird die Reichsbahn auf den Reichsautobahnen neue Schnellomnibusse einsetzen, die augenblicklich im Bau sind. Diese neuen Reichsautobahnwagen werden längere Zeit Stundengeschwindigkeiten von 100 km durchhalten können, so daß es möglich sein wird, einen wirklichen Schnellverkehr durchzuführen. Größte Sicherheit wird ntürlich auch in Zukunft oberstes Gesetz für den Kraftwagenbetrieb der Reichsbahn sein. So ist bei den Schnellverkehrswagen dauernd für tadellose neuwertige Bereisung gesorgt, so daß Reifenschäden so gut wie ausgeschlossen erscheinen. „LZ. Hindenburg" nach Südamerika gestartet. Das Luftschiff „Hindenburg" startete am Dienstagabend um 20.28 Uhr in Frankfurt unter dem Kommando von Kapitän Pruß zu seiner ersten diesjährigen Südamerikafahrt. Die Kabinen sind voll besetzt; außerdem befindet sich eine große Menge Post und Fracht an Bord. Dr. Eckener fährt mit nach Rio de Janeiro, um dort an der Einweihung des neuen Lustschiffhafens teilzunehmen, der den Namen des portugiesischen Luftfahrthelden Bartholomäo de Guzmäo erhalten wird. Das Luftschiff wird nach seiner Rückkehr für seine erste Nordamerikafahrt vorbereitet, die am 3. Mai vom Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main aus erfolgt. Englisches Flugzeug in Westdeutschland abgestürzt. Das englische Flugzeug G-AOVZ ist beim Forst- haus Elstorfer Bürge im Kreis Bergheim (Rheinprovinz) mit drei Insassen abgestürzt und verbrannt. Die Leichen sind aufgefunden worden. korruptionsfkandal in San Franzisko. Der Präsident des Obersten Gerichtes, Steiger, hat den Bericht des zur Untersuchung der Polizeiverhältnisse in San Franzisko eingesetzten Polizeibeamten Atherton veröffentlicht, der skandalöse Zustände enthüllt. In dem Bericht wird die Polizei beschuldigt, binnen einem Jahr eine Million Dollar Bestechungsgelder von der Unterwelt angenommen zu haben. Die Untersuchung hat bereits zum Rücktritt und zur Entlassung mehrerer Polizeibeamter geführt. Brandunglück in einer japanischen Goldmine. In der südwestlich von Tokio gelegenen Goldmine Moccikoschi war ein Feuer ausgebrochen, das durch Vermauern der Grube zum Erlöschen gebracht werden sollte. Nachdem sich der Wind gedreht hatte, wurde die Grube wieder geöffnet, und 50 Bergleute drangen in die Stollen ein, um den Brand endgültig abzulöschen. Plötzlich schlug der Wind wieder um, und die Bergleute wurden von den giftigen Rauchschwaden erfaßt. Einige wenige von ihnen konnten sich noch zum Ausgang schleppen, während die übrigen einer nach dem anderen b e - t ä u b t umsanken. Man befürchtet, daß 41 Mann den Erstickungstod gefunden haben. Eine Abteilung Soldaten mit Gasmasken wurde an die Unglücksstätte beordert. Aufregende Dynamitsprengung in Kopenhagen. Durch eine Dynamitsprengung zur Beseitigung einer alten Eisenbahnbrücke wurde ein dicht bevölkerter Stadtteil im Südwesten Kopenhagens in große Aufregung versetzt. Losgerissene Granitstücke des gesprengten Mauerwerkes von beträchtlicher Größe flogen weit über das abgesperrte Gebiet hinaus in die Straßen. Ein Block im Gewicht von 40 Pfund fiel auf einen Platz nieder, der 600 Meter von der Sprengstelle entfernt liegt, ein anderer zerschlug den Führersitz eines haltenden Lastautos, dessen Fahrer sich zum Glück nicht im Wagen befand, und ein dritter zertrümmerte ein dickes Eisen- rohr. Ein merkwürdiges „Kampfmittel". Ein merkwürdiges Kampfmittel ist nach Berichten polnischer Blätter in Lemberg gegen die kommissarische Verwaltung des ruthenischen „Volkshauses" angewandt worden. Unbekannte Täter übersandten der Verwaltung einen Theatervorhang aus Plüsch. Die Sendung blieb unbeachtet im Büro liegen, bis sich nach einigen Tagen ein Heer von Läusen in Möbeln, Wänden und Fußböden zeigte. Man vermutet, daß die Anwendung dieses Kampfmittels von ruthenischen Kreisen ausgeht, die auf feiten der früheren Verwaltung des Volkshauses stehen und in dieser Form gegen die kürzlich eingesetzte kommissarische Verwaltung protestieren wollten. Weiterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Nach der Witterungsbesserung im Zwischenhoch hat der neu vorgestoßene Atlantikwirbel rasch seinen Einfluß bis zu uns vorgetragen. Die an seiner Vorderseite einströmende und an der vorgelagerten Kaltluft aufgleitende milde Meeresluft brachte dabei Bewölkungsaufzug und im Anschluß daran auch bereits vereinzelte Regentätigkeit. Da von Westen her weitere Störungen folgen, bleibt der Witterungscharakter auch für die Folge recht unbeständig, wird jedoch bei milden Temperaturen nicht durchweg unfreundlich sein. Aussichten für Donnerstag: Gelegentlich aufheiternd, doch im ganzen unbeständig und zeitweise auch Regen, bei lebhaften Winden um Süd mild. Aussichten für Freitag: Fortdauer der unbeständigen, zu Niederschlägen geneigten milden Witterung. Lufttemperaturen am 16. März, mittags 8,5 Grad Celsius, abends: 4,2 Grad; am 17. März, morgens: 3 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum, heute nacht 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. März, abends: 4,6 Grad, am 17. März, morgens: 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer 6,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Stellengesuche! Frau Christine Philipp geb. Häuser | Verkäufe | im 81. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Steinberg, den 16. März 1937. 01375 durch 01337 Wilhelm Mandler Schlossermeister i. R. im 66. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Klein-Linden, 17 März 1937. Die Beerdigung findet Donnerstag, 18. März, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter S trabe 13 aus statt 01374 Kaufgesuche | Vade-Eiimchlimgen 3-Mohig. Gasherde, Wasch- u. Spültische [1743 kurs: Erfahrenes i76?d Mädchen Empfehlungen | Carl Brück, Juwelier, Kreuzvlatz 8. für sof. gesucht. Bäckerei Bende Crednerstraße 34 OelnWöt Horst-Wessel- Wall Nr. 51. 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Die gradlinige Machart mit verbreiterten Schultern hat als Neuheit drei Knopflöcher an jedem Revers. Der Rock ist, der jetzigen Richtung entsprechend, wie bei allen kürzer und glatt geschnitten. Eine Westenbluse vervollständigt den strengen Stil. Das englische Kostüm mit angearbeitetem Cape hat insofern eine Aenderung erfahren, als die Zacke mit angeschnittenen Aermeln gebrach« wird. Diaaonalgestreift zu großkariert ist die Ten denz der sportlichen Note. Andere und beinahe alle Möglichkeiten haben wir in der Zusammenstellung des Fantasiekostüms, die farblich als auch im Stoff verschieden zum Ausdruck gebracht werden kann. Ein loses kurzes Jäckchen, dessen Verschlüsse sowohl ein- bzw. zweireihig gehalten sein können, hat abweichende Kantenoorstöße oder Steppereien. Die Zahl und Form der Taschen richtet sich nach Kleidsamkeit und Figur der Trägerin. Sehr modisch ist die dunkle Paspelierung bei Hellen Stoffen und die Einfassung der Hauptnähte mit Zierstichen in abstechender Tönung. Plissierte Harmonikablenden sind ein anderer Aufputz der kurzen rundgeschnittenen Zacke mit schmalem Gürtel. Sie werden um Hals und Saum geführt und treffen in der Mitte so zusammen, daß sie das Vorderteil der Bluse oder den Schal sehen lassen, die zu dem ganzen Eindruck abgestimmt sind. Eine Ueberraschung der Frühjahrskolleötion ist die Verarbeitung des Rock- oder Kleidmaterials als Futter der Dreivierteljacke. Wir sehen passende Komplets: Einfarbiger Mantel mit kariertem Futter zum Karokleid und umgekehrt. Ein mit Jmprime gefüttertes Cape oder Bolero zum dunklen Wollkleid — einen braunen Tweedrock und Weste, die schottisch gemustert, beigebraun abgefüttert ift. wie die und eine ebensolche Bluse. Die Knöpfe verdienen eine besondere Betonung, denn sie sind zum Teil recht eigenartig herausgebracht worden. Zur Sport- und Trotteurkleidung gehören die Tiermodelle aus Keramik oder Leder. Zn Leder zeigen sie übrigens noch andere Vielseitigkeiten. Nicht nur zwei oder vierfach zum Annähen ausgestanzte sieht man, sondern auch eine kreisrunde Verteilung von vielen kleinen Löchern in der Mitte, durch die Seide oder Kordel gezogen werden. Neu sind ebenfalls die gepreßten, die verschiedenartige Figuren oder Ornamente aufweisen. Schimmernde kleine Gold- und Silberkronen, zu denen eine etwas größere Gürtelschnalle gehört, schließen den anspruchsvolleren Anzug. Die Verbindung von Metallschnur mit Pfeil zu Stoffösen an den Reversen ist eine Lösung, mit der man sehr sparsam umgehen muß. Aber auch sie wird ihre Anfängerinnen finden. Der Ledergürtel und Knopf besteht aus vielen bunten Riemchen oder hat Bastverzierungen, wenn er das Recht hat, eintöniges Material und Schnitt zu beleben. Ruhige Aufteilungen find Vierecke, die durch Schnüre lose zusammengehalten werden und auch schräggestellte Blätter, die ineinandergreifen. Die glatten weichen und flauschigen Stoffe, schwere Noppenwolle wechselnd mit leichtem T u ch - V i st r a bringt Musterungen und Gewebe, die jedem Geschmack gerecht werden. Gerade die Zellwolle ist es, durch die wir immer wieder unsere Phantasie in der Verarbeitung walten lassen können. Hübsche Ergänzungen und für die kalten Vorfrühlingstage gedacht, sind die gestrickten Aermel, Reverse oder Taschen zu Wollsachen. Die Farbenpalette des Lenzes zeigt richtiges Dunkelbla.u und Tiefgrün. Zu ihnen kommen noch Grau und Rostbraun, die das Frühjahrsbild bestimmen werden. Für später, mit den ersten Sonnentagen und Spaziergängen, sind die lichteren Pastelle an der Reihe. Woj. Zukost zum Brot Von Krida Aisch, Äad-Nauheim. Falscher Honig. 1 Liter Buttermilch wird mit 1 Kilo Zucker auf schwachem Feuer mehrere Stunden gekocht. Dabei muß häufig umgerührt werden. Nach etwa zwei Stunden hat die Masse eine dunkelgelbe, honigähnliche Farbe angenommen. Man rührt 2 Päckchen Vanillenzucker darunter. Dieser falsche Honig hält sich ebensolange wie selbst bereitete Marmelade. Wer Zentralheizung hat, braucht nicht stundenlang zu kochen, sondern kocht nur eine Viertelstunde, stellt den Topf auf die Heizung und rührt ab und zu um. Am andern Tag kocht man noch einmal auf, bis er die dunkelgelbe Farbe erreicht hat. Delikateßkäse. 250 Gramm frischer Weißkäse, 1 Eßlöffel Paprika, 1 Teelöffel Kümmel, zwei Eßlöffel Kapern, selbst gemacht aus grünen Hollunderbeeren, V2 Teelöffel ausgekratztes Zwiebelmark werden gut miteinander verrührt. In 1 Eßlöffel süßer Sahne rührt man V2 Teelöffel Honig glatt und gibt dies darunter. Zum Schluß eine Prise Salz. Gut durchziehen lassen. Grützwurst. 1 Kilo fettes Schweinefleisch, am besten Bauch, wird mit reichlich Wasser bedeckt, knapp weich gekocht. 1 Teelöffel Pfeffer- und 10 Pimentkörner, 2 große Zwiebeln und 2 Lorbeerblätter kochen mit. Dann zieht man die Schwarte ab und dreht sie mit den Zwiebeln durch die Maschine. Fleisch und Fett wird in kleine Würfelchen -geschnitten. Die Brühe gießt man durch und quillt darin eine große Tasse Buchweizengrütze aus. Dann kommt Fleisch, Fett, Schwarte wieder dazu und 3/4 Liter Schweine- oder Rinderblut, oder auch beides gemischt. Unter sehr sorgfältigem Rühren muß die Wurst kochen, bis sich alles schwarz färbt, aber nicht so lange, daß das Blut trocken und krümelig wird. Dann würzt man nach Geschmack mit Thymian oder Mciran und schmeckt mit Salz und Pfeffer nach. Mit Salz muß man vorsichtig sein, diese Wurst hat leicht zuviel. Kühl aufgehoben hält sie sich sicher acht Tage. Mit wenig Fett durchgebraten gibt sie zu Kartoffelbrei und roten Rüben ein gutes Mittagessen. Eine einfache Leberwurft. Das Fleisch wird wie zur Grützwurst gekocht, nur lassen wir das Lorbeerblatt weg. Anstelle des Blutes und der Grütze nehmen wir 125 bis 250 Gramm Leber, die wir roh durch die Maschine drehen, Fleisch und Fett und Schwarte folgen und zum Schluß vier in der Brühe etwas angeweichte Brötchen. Als Gewürz gibt man noch eine Kleinigkeit Muskatblüte dazu. Mairan fällt weg, sonst alle Gewürze wie oben. Jetzt erhitzen wir 250 Gramm Schweinefett, geben den Wurstbrei dazu, rühren alles gut durch, füllen in Töpfe oder Gläser und lassen erkalten. Die Fettschicht oben auf bildet einen Schutz: hält sich kühl aufbewahrt auch etwa acht Tage Aufstrich von Oelsardinen. 1 Teelöffel Mehl und ebensoviel Butter wird gelb geschwitzt. 2 Eßlöffel Tomatenmark und etwas fein geriebene Zwiebel hineingerührt. Eine kleine Büchse Oelsardinen wird durch ein Sieb gerührt und darunter gemischt. A u f st r i ch von Bückling. Der von Haut und Gräten befreite Bückling wird ganz fein gehackt, mit Tomatenmark gemischt und auf geröstetem Brot angerichtet. Häckerling von Salzhering. Der Hering wird gewässert, von Haut, Backen und Flossen befreit. Kopf und Gräten bleiben. Dann wird er mit reichlich Zwiebel fein gehackt. Wer's liebt, gibt noch Senf daran. as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS W F ü. die Ostenage zeigen mir yeure Drei Modelle aus farbiger W 0 llspitze. Die schlichte Jacke links mit dem kleinen Schalkragen ist aus maisgelbem Material. Sie wird zu einem dunkelblauem Wollkleid getragen und ist daher mit dunkelblauer Seide gefüttert. Die großen Knöpfe sind mit Spitze bezogen. Aus maronenfarbener W 0 llspitze ist das Kleid in der Mitte. Das schräggeschnittene Blusenteil ist am Halse mit den Aermeln zusammen stark eingelesen, die zwei Gürtelenden sind dem Loroerieu angejcgninen unü werden hinten zu einer Schleife gebunden. Der ebenfalls schrächgeschnittene Rock besteht aus zwei Teilen. Das Abendkleid rechts ist königsblau und wird über einem Unterkleid aus kirschrotem Satin-Krepp getragen. Kirschrot ist auch der breite Gürtel aus Velour-Chiffon. Dem Blusenvorderteil ift eine Paffe angeschnitten, der die kurzen Puffärmel angelesen sind. Das Kleid wird hinten mit kleinen Knöpfen geschlossen. Der glockige Vier- Bahnenrock ist vorn etwas eingelesen. H. Achtet aut die Zähne! Der Mensch versäumt noch vieles, was er für feinen Körper tun könnte, teils aus Unkenntnis, teils aus Bequemlichkeit. Wie wichtig ist die Zahn- und Mundpflege und wie wenig Gewicht wird ihr häufig noch beigemessen! Nicht aus Eitelkeit, um blendend weiße Zähne zu haben, die beim Lachen gut aussehen, ist Zahnpflege erforderlich, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Es ist notwendig, schon beim Kinde auf die Ausbildung des Gebisses zu achten. Gerader, guter Wuchs sämtlicher Zähne beim Zahnwechsel ergeben neben kräftiger Entwicklung jedes einzelnen Zahnes und Härte des Schmelzes erst ein späteres gesundes Gebiß. Schiefe Zähne kann der Arzt im Kindesalter leicht richten. Kalkpräparate unterstützen das Wachstum und fördern die Festigkeit. Sauberkeit braucht der Zahn, um gesund zu bleiben. Unter keinen Umständen darf die Reinigung des Gebisses unterlassen werden. Besonders wichtig ift das Putzen der Zähne vor dem Zubettgehen. Das Gebiß muß gründlich von allen Speiseresten befreit werden, die sonst über Nacht ihr Zerstörungswerk beginnen. Die Zahlpflege braucht nicht kostspelig zu sein, eine Bürste und ein einfaches Putzmittel kann sich jeder leisten. Nach der Reinigung ist es notwendig, die Mundhöhle und die Zahne tüchtig durchzuspülen. Ein billiges desinfizierendes Mundwasser kann sich jeder selbst Herstellen, indem er dem Wasser etwas Salz oder einige Tropfen Wasserstoffsuperoxyd zusetzt. Ein gelegentlicher Zusatz von zwei Tropfen Jod auf ein Glas Wasser verhütet* Entzündungen des Zahnfleisches. Zur richtigen Zahnpflege gehört auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt; es darf nicht gewartet werden, bis sich Schmerzen einfteüen. Besondere Beachtung ist dem Zustand des Zahnfleisches zuzuwenden. Geringfügige Anfangserkrankungen, welche nicht sofort behandelt werden, können schlimm ausarten, sie haben nicht selten den Verlust der Zähne zur Folge. Die ge- fürchtetste Zahnfleischerkrankung ift die Paraden- tose: Das Zahnfleisch schrumpft zusammen, so daß der Wurzelhals der Zähne frei liegt, der Zahn beginnt zu wackeln und fällt schließlich bei zunehmender Erkrankung aus. Zur Bekämpfung dieser Krankheit gibt es heute wirksame Mittel, man muß nur früh genug zum Arzt gehen! Leicht blutendes Zahnfleisch wird, wenn die Ursache nicht tiefer liegt, durch Massage — mit den Fingerspitzen von unten nach oben streichend — gekräftigt. Mit der gewissenhaften Pflege der Zähne und des Mundes wird nicht nur die Erkrankung des Gebisses verhütet, sondern es werden oft andere schwere Erkrankungen vermieden. Durch einen schlecht gepflegten Mund kommt es oft genug zu Hals- und Magenkrankheiten. Vernachlässigte Zähne leisten geringwertige Kauarbeit und bilden oft die Ursache für Verdauungsstörungen und Darmkrankheiten. Eine schlechte Pflege der Zähne rächt sich genau so wie ihre unvernünftige Beanspruchung. Ein Zahn ist kein Nußknacker, dieses ist besonders den Kindern einzuschärfen. Der schnelle Wechsel von heiß auf kalt ist dem Zahnschmelz schädlich. Es nützt nichts, die Zähne abends zu säubern, um bann im Bett Süßigkeiten zu verzehren; das ist eine Unsitte, die großen Schaden stiftet. Selbstverständlich gehört zur Gesundheit der Zähne auch eine richtige Ernährung, die alle für die Zähne wichtige Aufbaustoffe enthält. Immer aber muß eine ständige Pflege damit Hand in Hand gehen. Die gute ober schlechte Beschaffenheit ber Zähne ist häufig ein Familienerbteil. Derjenige, welcher Anlage für ein anfälliges Gebiß mitbringt, muß natürlich befonbers sorgsam sein. Bei richtiger Pflege kann aber auch in biefen Fällen das Gebiß bis ins Alter erhalten bleiben. 8. XV. Die hauswirlfchastliche Ausbildung unserer Töchter. V. A. Leider gab es einmal eine Zeit, da wurde alles, was mit Hauswirtschaft zu tun hatte, etwas geringschätzig beurteilt. Es wurde nicht einmal für wichtig genug erachtet, private und öffentliche Meinungen darüber auszutauschen Aus dem Grunde standen auch die Töchter damaliger Zeit dem Kapitel „Hauswirtschaft" meist teilnahmslos oder sogar ablehnend gegenüber. Der Nationalsozialismus hat glücklicherweise auch der Hausfrau und ihrem Wirken wieder die ihr zukommende Ehre und Achtung zuteil werden lassen. Und welche Mutter des Heranwachsenden neuen Geschlechts möchte nicht zu ihrem Teil dazu beitragen, ihre Töchter für die mannigfachen Zweige des Hausfrauen-Berufes vorzubereiten. Erfahrungsgemäß ist es das wichtigste, jo früh wie möglich mit dem Anlernen zu beginnen. In ber Zeit, wo bas Kinb jebe Arbeit ber Erwachsenen, bie es ausführen barf, restlos befriedigt, und glücklich macht, muß schon der Grundstein für Hilfeleistungen gelegt werden. Spielend sollen die Pflichten übernommen werden, bie langsam und stetig gesteigert werden können. Die erst ungelenke und mangelhafte Ausführung der kleinen Hausarbeiten darf keine Mutter abschrecken und ihr die Geduld rauben. Das Verständnis für bie Aufgaben und Ziele einer guten Hausfrau muß ganz unmerklich geweckt und gefördert werden; damit wächst dann auch die Achtung vor der Beschaffung und Erhaltung der Nahrungsmittel und alles, was damit zusammenhängt. Manche Mutter wird wohl einwenden, daß in den höheren Schulklassen die Anforderungen des Lehrplanes so groß sind, daß für eine Betätigung im Haushalt keine Zeit übrig bleibt, ohne die Schularbeiten zu vernachlässigen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn zu spät mit dem Anlernen begonnen ift. Gerade ber frühe Anfang gibt bie Gewähr bafür, daß in den Jahren, wo bie Schulpflichten steigen, für bie häuslichen Pflichten bereits eine Gewandtheit erworben ist, die beides vereinbaren läßt. Ein großer Faktor bei allem ist die Harmonie innerhalb ber Familie, ber ebelften und schönsten Gemeinschaft, die wir heute mehr denn je schätzen und von der Großes ausgehen kann und soll. Die Liebe treibt schon das Kind, der Mutter durch Hilfeleistung Erleichterung zu verschaffen, und die Liebe gibt ihm nach und nach das Verständnis, das Ordnung, Sauberkeit und treue Pflickterfüllung, Behaglichkeit und frohe Stimmung vei allen Familienmitgliedern erweckt. — Darum, tfjr Mütter, sorgt dafür, daß unser deutsches Mädel rechtzeitig sehen lernt und weiß, worauf es heute vorwiegend ankommt. Wir erleichtern unseren Töchtern dadurch die weitumfassende häusliche Ausbildung ganz wesentlich und können ihnen kein besseres Geschenk für das Leben und die zu erreichende Selbständigkeit mitgeben. Ein Tag im FrauenarbeMienst. 5 Uhr. — „Bitte aufstehen!" Die festen Schritte ber Führerin verhallen. „Ach, ich bin noch sooo mübe...!" „Muß man wirklich schon raus?" — Schlaftrunken knurrt es aus ben Strohsäcken, boch es finb nur fünf Minuten Zeit. Schnell wirb ber Strohsack, ber leiber oft zu wiberspenstig ist, gelüftet, bann hurtig in ben Turnanzug unb angetreten zur Frühgymnastik. Die frische Morgenluft macht uns vollkommen wach, hopp, hopp, hopp. — Die müben ©lieber werben gelockert, zwanzig Minuten lang, bann enblich bie ersehnte Abkühlung. Jebe will bie erste an ber Pumpe sein, denn es muß Tempo gehen. Um 6 Uhr sind die Betten gebaut — das ist wirklich nicht so leicht für die, die im oberen Bett schlafen — es gongt zur „Fahne". Wir umstehen sie im Kreis, die Arme 3um Gruß erhoben, langsam wird sie emporgezogen, unsere Augen folgen ihr, unsere Fahne mit dem Hakenkreuz unb ben Aehren — sie ist uns Symbol für unser beutsches Lanb, dem wir sechsundzwanzig Wochen dienen wollen —, jetzt hat sie die Höhe des Mastes erreicht, unsere Hände schließen sich fest ineinander: „Sieg Heil!" * Ein neuer Tag hat begonnen. Nach dem Kaffee bleiben wir noch eine Weile zum Singen beisammen, frisch und fröhlich erklingen schöne deutsche Volksweisen. Matt sieht es an den strahlenden Gesichtern, es tut gut, den Tag mit einem frohen Liede zu beginnen. Um 7 Uhr geht es an die Arbeit, sie teilt sich in Innen- und Außendienst. Im Haus sind die Räume in Ordnung zu halten, das Vieh muß versorgt werden, der Garten erfordert seine Pflege. Einige sind zur Waschküche abkommandiert, andere müssen in der Küche für die im Lager Beschäftigten kochen. In eigener Werkstatt werden die Einrichtungsgegenstände selbst geschaffen, in der Nähstube müssen Lagerkleidung und -wäsche angefertigt unb geflickt werben. Im Äußen- bienst sind bie einen bem Bauern zu Hilfe für bie Lanbwirtschaft abfommanbiert, bie anberen tun Sozialbienst, z. B. wenn eine Bauersfrau erkrankt ift, in ärmeren Familien für bas Wohl kleinerer Kinber zu sorgen ist ober — auf bem Lanbe reißt die Arbeit ja nie ab — hier und dort eingesprungen werden muß. Um 16 Uhr finden sich die Arbeits- dienstwilligen des Außendienstes wieder im Lager ein. Dem Kaffee folgt eine Erholungspause; jede ift sich selbst überlassen. Um 17 gber 18 Uhr beginnt die fast tägliche Schulung, durch bie in uns bas Verstänbnis für bie großen unb vielgestaltigen Aufgaben unb Probleme bes neuen Deutfchlanbs geweckt unb vertieft wirb. * Wir finb stolz unb glücklich, wenn beim Abenb- brot jebe einzelne mit Eifer von ihrem Tagewerk erzählt. Jebe hat gern ihre Pflicht erfüllt, wenn auch bie pralle Sonne ber Erntezeit ober ber Lagerdienst für bie Gemeinschaft boch manchen stillen Seufzer entlockten. Um 20.30 Uhr stehen wir roiebcr Hand in Hanb um bie Fahne, sie flattert leidit im Adenbwinb unb hat uns täglich mehr 311 sagen. Nun sinkt sie herab — „Gute Nacht!" 'Bieber'ein Arbeitstag vorbei. Alles in uns ist Eifer, Begeisterung: Wir bürfcn unserem Volke helfen, bürfen mit unserer jungen Kraft für sein Wohlergehen mitarbeiten. A. K. Oberhessen. Nacht zum Dienstag waren Einbrecher der a n Ein besonders tolles Stückchen mutz ich noch erzählen: Gehe ich da im Wald spazieren und finde ganz was Merkwürdiges in der Schonung. Und packe meinen Fund für alle Fälle in den Rucksack... (Nana, Herr Hase, wenn das man gut geht!) Wund stelle gelegen haben. Zwei Einbrüche in einer Nacht. * Ulfa (Kreis Schotten), 17. März. In Der Fund im Walde ner Straße, und bei dem Gastwirt Gustav Seibert, Rabenauer Straße, eingebrochen. Im ersteren Falle sollen dem Täter eine Uhr und etwas Bargeld, im letzteren Falle Lebensmittel in die Hand gefallen sein. Die Ermittlungen durch die Gendarmerie sind gegenwärtig noch im Gange. = Mainzlar, 15. März. Die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald sind abgeschlossen. Es waren 1100 Festmeter Holz geschlagen worden. F Daubringen, 15. März. Am Samstag fand im hiesigen Gemeindewald eine Brennholz- versteiaerung statt, bei der verhältnismäßig gute Preise erzielt wurden. Es kosteten durchschnittlich je zwei Raummeter Buchenscheiter (rund) 17 bis 19 RM., Buchenscheiter (gespalten) 22 bis 23 Reichsmark, Eichenscheiter (rund) 14 bis 16 RM., Erlenscheiter (rund) 12 bis 14 RM., Buchenknüppel 16 bis 18 RM., Eichenknüppel 12 bis 14 RM., Kie- BezirkSlehrerkonferenzundElternabend ,n Steinbach. = Steinb ach, 15. März. In unserem Orte fand dieser Tage die Bezirkslehrerkonferenz unter Leitung von Kreisschulrat N e b e l i n g statt. Vormittags wurden in einem Schulsaale der neuen Schule Lehrproben in der Klasse von Lehrer K l ü ck e r durch diesen und den Schulrat abgehal- 'ten. Ein gemeinsames Mittagessen in der Wirtschaft „Zum Ritter" schloß sich an. Nachmittags fand die eigentliche Konferenz statt. Im Schulsaal der alten Schule wurde eine Besprechung des Schulrates mit dem Gemeindevorstand, dem Schulvorstand, Vertretern der Partei, der HI., des BDM. gehalten. Nach der Eröffnung durch den Schulleiter Lehrer K l ü ck e r sprach der Schulrat zu den Anwesenden über die nunmehr wieder geordneten Verhältnisse der hiesigen Schule und forderte zu weiterer Mitarbeit aller Beteiligten an den großen Aufgaben der Schüler auf. Anschließend fand dann ein Elternabend im Saale der Wirtschaft „Zum Einhorn" statt. Lehrer Klücker eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in der er vom Sinn der Elternabende sprach, deren ersten er mit seiner Klasse hier in Steinbach veranstaltete. Er forderte die Eltern auf, an ihrem Teile mit zu helfen, daß die großen Aufgaben der Schule gelöst werden könnten und wies auf den größten Erzieher unseres Volkes, unfern Führer, hin. In buntem Wechsel folgten nun die Darbietungen der Kinder. Chorgesänge, Gedichtoor- träge, Sprechchöre fanden verdienten Beifall der zahlreich erschienenen Eltern und sonstigen Gäste. Besonderen Beifall ernteten die turnerischen Leistungen der Jungens, die im Bodenturnen erfreuliches leisteten, außerdem zwei Reigen mit Gesang durch die ältesten Mädels der Klasse. Hierauf sprach Kreisschulrat N e b e l i n g über die Schule im neuen Deutschland. Der Redner verstand es, in volkstümlicher packender Weise die schweren Auf- aaben der Schule, die im Vierjahresplan noch neue Aufgaben hinzubekommen hat, zu schildern. Alle Arbeit und Leistungen der Schule sollen dazu helfen, daß des Führers Ziel, die Freiheit Deutschlands, erreicht wird. Es gelte, die Kinder zu Charakteren zu erziehen. Dabei könne auf die Mitarbeit des Elternhauses und der HI. resp. des BDM. nicht verzichtet werden. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. Nach einer Pause wurde dann der Film vom Landschulheim gezeigt. Der Film wurde auch am anderen Morgen den Kindern der beiden anderen Klassen vorgeführt. Noch dieses Jahr beabsichtigt Lehrer Klücker mit seiner Klasse in das Landschulheim zu Kesselbach zu ziehen. Der Abend fand in üblicher Weise seinen Abschluß. Nach Zwanzig Jahren aus einer Kriegswunde entfernt. * Alsfeld, 16. März. Vor zwanzig Jahren waren einem Einwohner aus dem Kreisorte S ch w a b e n r o d an der Front mit einem Granatsplitter Teile des in der Hosentasche verwahrten Geldbeutels in die Wunde im Oberschenkel eingedrungen. Nunmehr, nach rund 20 Jahren, mußte der alte Krieger sich den Granatsplitter durch Operation entfernen lassen, und dabei kamen auch in verkapseltem Zustande die Teile jenes zerrissenen Geldbeutels mit zum Vorschein, die während der beiden Jahrzehnte mit dem Granatsplitter unverändert an der und dann das Fenster durch Aufriegeln geöffnet, so daß die Täter einsteigen konnten. Sie entwendeten aus dem Dienstzimmer eine Anzahl verschiedener Po st Wertzeichen, ferner Bargeld im Betrag von etwa 30 Mark. Der zweite Einbruch wurde mit der gleichen Einbrechertechnik in der Gastwirtschaft von Heinrich Ludwig Gottwald verübt, wo die Eindringlinge Zigarren, Zigaretten, Branntwein und Rauchfleisch mit sich nahmen. In beiden Fällen konnten die Täter — es kommen offensichtlich mehrere Personen in Betracht — unerkannt entkommen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Zagdbilanz des Kreises Büsingen. LPD. Büdingen, 16. März. Bei dem Jägerappell des Jagdkreises Büdingen, an dem der oberhessische Gaujägermeister Oberforst- meisier Nicolaus (Gießen) als Vertreter des" Landesjägermeisters teilnahm, wurde u. a. mitgeteilt, daß im Jahre 1936 von der Jägerschaft des Jagdkreifes Büdingen 340 Böcke und zwar 96 starke und 244 geringe, zur Strecke gebracht wurden gegen 201 Böcke (83 gute und 118 geringe) im Jahre vorher. Unter Hinzurechnung von 491 Stück erlegten weiblichen Rehwildes beläuft sich die Ge- famtstrecke im Jagdkreis Büdingen im Jahre 1936 auf 831 Stück Rehwild. Allein an Rehwild konnten aus dieser Jagdbeute rund 250 Zentner Wildbret der Volksernährung zugeführt werden. Ferner wurden noch 20 Wildschweine erlegt. Seit 1935 sind die Jäger und Forstbeamten mit genauen Wild- zählunaen beschäftigt, um aus diesen Ermittlungen die erforderlichen Schlüsse für die zulässige Höhe des Wildstandes zu ziehen. Auch der Bekämpfung von Wildkrankheiten wird immer mehr Aufmerksamkeit zugewandt.. Landkreis Gießen. X W i e s e ck , 16. März. Der Wiesecker Storch hat heute sein Nest bezogen. Die Jugend unseres Dorfes hat ihn in alter Weise wieder freudig begrüßt. „Storch, Storch, guter — Storch, Storch, bester. — Storch, Storch, Steine". — Am Donnerstag veranstaltet unsere Schule im großen Saal von Braun ihre diesjährige Schulentlas- s u n g s f e i e r. Am kommenden Sonntag werden in unserer Kirche 29 Knaben und 33 Mädchen konfirmiert. — Dank der weiteren Besserung der wirtschaftlichen Lage konnte der Kirchenvorstand die Religionsgemeinde st euer weiter senken, und zwar bei sämtlichen Steuergrundlagen. Im Rj. 1937 sollen erhoben werden von der Einkommen- steuLr bezw. Steuerabzug 5,5 v. H. (6 v. H.), auf je 100 Mark Steuerwert des unbebauten Grundbesitzes 5,5 Pf. (1936: 5 Pf.), auf je 100 Mark Steuerwert des gewerblichen und Betriebsvermögens 9,5 Pf. (10 Pf.). ♦ Wieseck, 17. März. In der letzten Nacht wurde hier bei dem Bäckermeister Christ, Gieße- fernknüppel 9 bis 11 RM., Fichtenknüppel 7 bis 8 Reichsmark; je fünf Raummeter Buchenreiser 6 bis 8 RM. und je acht Raummeter Kiefernstangenreiser 2 bis 4 Reichsmark. ± Kesselbach , 15. März. Die hiesige Milch- Abfatzgenossenschaft hielt bei Mitglied H ö ch st ihre Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1936 ab. Der Rechner und Geschäftsführer erstattete einen ausführlichen Bericht, dem zu entnehmen war, daß die Milchlieferung im Jahre 1936 um rund 80 v. H. gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Die Menge der erfaßten Frischmilch, insgesamt 95 750 Liter, ist für unseren kleinen Ort recht beachtlich. Bericht, Bilanz und Jahresrechnung wurden einstimmig gutgeheißen und dem Vorstand, sowie dem Auffichtsrat Entlastung erteilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied B. Schaaf II. wurde wiedergewählt, für ein ausscheidendes Aufsichtsratsmitglied wurde der Ortsbauernführer in den Aufsichtsrat gewählt. cZ Beuern, 15. März. Die Spar- und Darlehenskasse Beuern hielt im Saale des „Holländischen Hofes" ihre diesjährige Generalversammlung ab, in der die günstige Lage der Kasse zum Ausdruck kam. Seit der Verschmelzung der beiden Dorfkassen war die Entwicklung der Kasse überaus erfreulich. Gleichzeitig zeigte sich dabei, welch' großes Vertrauen die Kasse im Orte und in der Umgebung genießt. Die Spareinlagen erhöhten sich im Jahre 1936 um 49 000 Mark. Auch die Schulkinder sparten sehr eifrig und brachten den Betrag von 835 Mark auf. Die Bilanz wies im einzelnen den Stand der Kasse auf. Im Verlaufe der Versammlung wurden die durch den Tod ausgeschiedenen acht Mitglieder in der üblichen Weise geehrt. Der Geschäftsbericht des Vorstandes gab Aufschluß über die vielseitige Arbeit, die von der Geschäftsführung zu leisten ist. Die Genossenschaft konnte den Zugang von 37 Mitgliedern verzeichnen, acht schieden durch Tod aus, so daß der Mitgliederstand zu Ende 1936: 432 betrug. Die Kasse hatte einen Umsatz von 2 075 000 Mark zu verzeichnen, das bedeutet eine Steigerung um 60 v. H. gegenüber dem Jahr 1935. Die Einlagen erhöhten sich um 49 000 Mark und betragen jetzt insgesamt 460 000 Mark. Durch die Steigerung der Einlagen konnten alle vertretbaren Wünsche auf Gewährung neuer Kredite erfüllt werden. Es wurden etwa 50 000 Mark an Krediten bewilligt. Die Bilanzsumme ist auf 514 000 Mark angewachsen. Der Reingewinn belief sich auf 3441 Mark. Es wurde beschlossen, daß für jedes neugeborene Kind eines Mitgliedes ein Sparbuch mit 3 Mark Einzeichnung ausgefertigt werden soll. Die im Laufe des Jahres vorgenommene Revision brachte der Geschäftsführung Lob und verdiente Anerkennung. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Dem Rechner Stein wurde für seine mustergültige Arbeit herzlicher Dank ausgesprochen. Mit der Aufforderung, der Kasse auch fernerhin die Treue zu halten, wurde die Versammlung geschlossen. A Saasen, 15. März. Die Konfirmanden des Kirchspiels Wirberg (aus den Orten Saasen mit Veitsberg, Bollnback, Reinhardshain, Beltershain, Göbelnrod und Harbach) unternahmen mit Pfarrer Volz einen Ausflug nach Marburg. Dort galt die Besichtigung dem Schloß, der Elisabethen- kirche und dem Tierpark. Die Fahrt war durch schönes Wetter begünstigt. Mit diesem Ausflug der Konfirmanden soll ein alter Brauch wieder eingeführt werden. — Im Saale des Gastwirts Wilhelm S ch e p p II. fand dieser Tage eine Versammlung statt, in der Fräulein Lanz von der Bäuerlichen Werkschule Gießen über die richtige Hühnerhaltung sprach. An Hand von Lichtbildern veranschaulichte sie den Zuhörern die zweckmäßige Errichtung der Hühnerställe, die Aufzucht der Jung- hennen und die Bekämpfung der Hühnerkrankheiten. Der Vortrag wurde mit großem Interesse verfolgt. zwei Stellen unseres Dorfes am Werk. In der P o st h i l f s st e l l e wurde von den Tätern von der Straße aus eine Fensterscheibe eingedrückt ch Lauter, 15. März. Der hiesige Klein-s kaliber-Schützenverein, der dem deutschen Schützenverband im Reichsbund für Leibesübungen angehört, nahm am Sonntag an dem ovm Reichssportführer ausgeschriebenen Opferschießen für das WHW. teil. Wegen der schlechten Witterung fand das Schießen im Saale statt. Die Einlagen waren gering gehalten. Jeder Teilnehmer erhielt eine vom Verein gestiftete Anstecknadel. Um auch die Jugend zu begeistern, hatte der Verein zum Ansporn für Bestleistungen drei versilberte Anstecknadeln gestiftet. Diese Nadeln erhielten der dreizehnjährige Karl T r ö l l e r , Ernst R o ck und Hrch. H e e r z. An das WHW. konnte ein für die örtlichen Verhältnisse ansehnlicher Betrag abgeführt werden. nsf. Steinbach, 16. März. Ein fröhlicher Ge- meinschaftsabend bildete den Abschluß des Kochlehrgangs vom Reichsmütterdienst, den Fräulein Hechler mit 42 Frauen und Mädchen durchführte. Im Laufe des Kursus fand ein Werbenachmittag für die Verwendung des Seefisches statt, der von 85 Frauen besucht wurde, ein Zeichen dafür, welch' reges Interesse alle Frauen der zeitgemäßen Küche entgegenbringen. Der Abschlußabend war mit kleinen Einaktern, Volkstänzen, humoristischen Vorträgen und Liedern abwechselungsreich gestaltet. Zum Schluß sprach der Ortsgruppenleiter über die Aufgaben der Frau in der Familie und in der Volksgemeinschaft. Y" Watzenborn - Steinberg, 15. März. Die BDM. --Gruppe 14/116 Watzenborn- Steinberg veranstaltete am gestrigen Sonntag im Saale „Zum grünen Baum" eine A u s st e l l u n g. Gezeigt wurden die im letzten Winter in den Heimabenden angefertigten Handarbeiten. Gruppenführerin Erna Jung eröffnete die Schau und wies auf den Zweck und die Ziele der Heimabende im Bunde hin. Die Ausstellung wurde von der Einwohnerschaft gut besucht. s. Lang-Göns, 14. März. Am heutigen Sonntag wurden die diesjährigen Konfirmanden vom Ortsgeistlichen der evangelischen Gemeinde vorgestellt und geprüft. Es sind in diesem Jahre 30 Kinder (15 Knaben und 15 Mädchen), die eingesegnet werden. Die Konfirmation findet nächsten Sonntag, 21. März, statt. co Eberstadt, 15. März. Hier fand ein D o r f- gemeinschaftsabend im Zusammenhang mit dem Reichsberufswettkampf im Saale des Deutschen Hauses statt. Ortsbauernführer G ö r l a ch erläuterte zunächst den Zweck und die Ziele des Reichsberufswettkampfes und ermahnte alle jungen Teilnehmer, immer weiter zu streben. Anschließend sprach der Bezirksjugendwart H. Bender (Dorf- Gill) über Siedlungspolitik und Neubildung deutschen Bauerntums. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangten verschiedene Volkstänze zur Aufführung, Volkslieder wurden gesungen und verschiedene Mundarbeitgedichte zum Vortrag gebracht. Alle Darbietungen fanden reichen Beifall. nsf. Lich, 15. März. In unserer Frauenschaft hielt Frau Schliephake aus Gießen einen sehr anregenden Vortrag über zeitgemäße Kleidung und geschmackvolle Heimgestaltung. Dl» Rednerin wußte durch eindrucksvolle Beispiele den Frauen manche Anregung für die Ausschmückung ihres eigenen Heims und für die Veränderung und restlose Ausnutzung der Kleidung zu geben. Reicher Beifall dankte der Vortragenden. ^Hungen, 16. März. Ein erfreuliches Bild vom Stand der Werkarbeit in der VMM- und Jungmädelgruppe von Hungen und Umgebung gab eine Ausstellung, die drei Tage lang geöffnet war und eine große Zahl von Besuchern angezogen hat. Am Freitagabend wurde sie nach einer Ansprache der Untergauführerin K. Pfeffer aus Gießen durch den Ortsgruppenleiter Kirch- höfer eröffnet. Die ausgestellten Arbeiten zeigten viel Sinn für Form und Farbe und legten von dem darauf verwendeten Fleiß und der darin zutage tretenden Geschicklichkeit der Mädel Zeugnis ab. Blutbad im Schafpferch. 65 Schafe zerrissen. Lpd. Marburg, 16. Mäm. Zwei wildernde Wolfshunde drangen frühmorgens in einen Schafpferch der Feldgemarkung am Galgen- berg bei Neustadt und richteten ein Blutbad an. 48 Mutterschafe wurd en getötet und 1 7 fo schwer gebissen, daß mit ihrem Eingehen gerechnet werden muß. Der Schaden beträgt über 3000 Mark. Die wildernden Hunde, deren Besitzer bereits festgestellt werden konnten, wurden sofort erschossen. Für die Hundebesitzer wird ein gerichtliches Nachspiel mit Schadenersatzansprüchen folgen. Rundfunkprogramm Donnerstag, 18. TNärz. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frlly- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. Wiederholung aus Liederblatt 25. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Musik für alle! Bunter musikalischer Bilderbogen. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. Die Hansestadt Hamburg! 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert. 17: Tanzmusik. 17.30: „Könige, Helden und Despoten". Kreuz und quer durch die Geschichte Europas. 17.50: Das aktuelle Buch. Edwin Erich Dwinger, „Em Erbhof im Allgäu". 18: Blasmusik. 19: Volksmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der deutsche Weg (VI). Eine Hörbild reihe von Ernst Kratzmann (Ursendung). 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht, Grenzecho. 22.15: 20 Millionen Trachtenpüppchen. 9. A.-Spott ORL. Fachamt 2 Fußball. Jugendgruppe Gießen. Ettingshausen — Großen-Buseck; Staufenberg — Wieseck; Garbenteich — 1900 Gießen II; Steinbach — Allendorf. Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine und haben den Schiedsrichter anzufordern. Oer Bombenerfolg der Loliarer. Lollar I — Fronhausen I 6:0 (2:0). Lollar II — Fronhausen II 3:3 (2:0). In Lollar sah man diesem Spiel mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Der beste Lollarer Spieler, Gabriel, liegt immer noch schwerverletzt im Krankenhaus. Außerdem war Lollar gezwungen, noch weiteren Ersatz einzustellen. Trotz dieser widrigen Umstände lieferte die Lollarer Vertretung ein großes Spiel und vollbrachte eine Energieleistung, die aufrichtig zu bewundern war. Die Fronhäuser Mannschaft, die in dieser Spielzeit wirklich gute Leistungen zeigte, wurde eindeutig geschlagen. Besonderen Anteil an dem hohen Sieg hatte der Lol- larrer Sturm, der seinem Namen wieder alle Ehre machte. Außerdem ist der Tormann der Lollarer noch hervorzuheben. Ucberhaupt ronr in der ganzen Mannschaft kein schwacher Punkt. In der ersten Halbzeit führte Lollar durch zwei schöne Tore des Mittelstürmers und des Linksaußen mit 2:0. Durch drei Prachttore des rechten Flügelstürmers und ein Tor des Halblinken wurde in der 2. Halbzeit das Endresultat hergestellt. Der Fronhäuser Mannschaft blieb selbst das Ehrentor versagt. Mit diesem Sieg hat Lollar seinen Tabellenstand wieder wesentlich verbessert. Vor dem Spiel der ersten Mannschaften trafen sich die Reserven beider Vereine. Die Lollarer Mannschaft war durch Spielerabstellungen an die erste Mannschaft sehr geschwächt und mußte sich mit einem Unentschieden begnügen, was aber immer noch als Erfolg zu werten ist. F.-Ep.-D. 1926 Steinbach. Steinbach I — Garbenteich I 4:3. Am Sonntag weilte Garbenteichs 1. Mannschaft in Steinbach zum fälligen Verbandsspiel. Gleich nach Anstoß kamen beide Mannschaften gut ins Spiel, wobei Steinbachs Sturm den Ball sofort abfing und den ersten Angriff vor das gegnerische Tor brachte. Nur das Handspiel eines Gästeverteidigers verhinderte den sicheren Erfolg. Der darauf verhängte Elfmeter wurde von Steinbachs Mittelläufer dem Torwart in die Hände geschossen. Steinbachs Sturm arbeitet weiter schöne Torchancen heraus, aber keine wurde verwertet. In der 20. Minute brach plötzlich Garbenteichs Angriff durch, die aufgerückte Steinbacher Verteidigung wurde umspielt, und das erste Tor für Garbenteich war fällig. Durch diesen Erfolg angefeuert, kam Garbenteichs Mannschaft sehr stark auf. Den Steinbachern blieben trotz allen Anstrengungen Tore versagt und mußten fo mit 1:0 im Rückstand in die Pause gehen. Wenn nun manche Zuschauer glaubten, eine Niederlage wäre unvermeidbar, so sahen sie sich getäuscht. Gleich mit dem Anstoß ging der Sturm vor das Gästetor, und der Mittelstürmer schloß den Angriff mit dem Ausgleich ab. 1:1. Es klappte jetzt wie am Schnürchen, innerhalb von 15 Minuten schossen Steinbachs Stürmer drei Tore und rissen damit die Führung an sich. Hätte jetzt die Hintermannschaft taktisch klüger gespielt, dann wäre es nicht dazu gekommen, daß Garbenteich bis eine Viertelstunde von Schluß auf 3:3 gleichziehen konnte. Noch ungefähr sechs Minuten waren zu spielen. Wer wird die besseren Nerven haben? Vier Minuten vor Schluß löste Steinbachs Mittelstürmer durch ein schönes Tor die Frage und stellte Steinbachs Sieg sicher. Ein schöner ritterlicher Kampf ging damit zu Ende. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Grohen-Linden I — Alten-Buseck I 2:6. Alten-Buseck war am Sonntag zum Freundschaftsspiel in Großen-Linden zu Gast und konnte einen hohen Sieg erringen. Die Gäste waren ihrem Gegner, im Feldspiel wie in der Technik, überlegen. Die Platzbesitzer spielten demgegenüber mit großem Eifer. Die Alten-Busecker hatten dabei zu Anfang den Gegner unterschätzt und mußten zuerst einen Torerfolg der Großen-Lindener hinnehmen. Der Ausgleich- und der Führungstreffer für Alten- Buseck war aber bald darauf fällig. Nach der Pause wurde die Ueberlegenheit der Gäste eindeutiger, der Gegner wurde ziemlich eingeschnürt. In der Folge fielen vier Tore für Alten-Buseck, denen die Einheimischen nur noch ein zweites Tor entgegensetzen konnten. Großen-Linden 1. 3gb. — Alten-Buseck 1. Jgd. 1:2. Die Jugend von Großen-Linden, die in ihrer Gruppe im Vordertreffen liegt, schlug die Gäste mit 1:2 knapp aber sicher und verdient. Mannschastskampf der Turner in Lollar. Am kommenden Sonntag findet in Lollar in dein Hebungsraum des Vereins für Leibesübungen Lollar 1883 (früher Turnverein), im Saale der „Germania", der Mannschaftskampf der 1. Kreisklasse des Fachamtes 1 (Turnen) des Kreises 8 Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen statt. An diesem Mannschaftskampf nehmen fünf erprobte Mannschaften teil: Turnverein 1846 Gießen, Turnverein Großen-Linden, Turnverein Heuchelheim, Turnverein Wieseck und Verein für Leibesübungen Lollar. Der Mannschaftskampf ist ein Zehnkampf an Reck, Barren, Pferd, Sprung und Freiübungen mit je einer Pflicht- und einer Kürübung. Die Leitung hat für den verhinderten! Kreismännerturnwart Karl Reuter (Gießen), der an diesem Tage in Gießen einen Lehrgang für das Altersturnen durchzuführen hat, der Ringturnwart Fritz K a r b e r (Odenhausen) übertragen erhalten, lieber den Sieger läßt sich im voraus nichts Bestimmtes sagen. Alle Mannschaften sind gut, so daß das Ergebnis bis zuletzt offenbleiben wird. Bei dem letzten Mannschaftskampf konnte der Verein Lollar mit feiner Mannschaft den ersten Sieg erringen. Die Mannschaften werden schöne Hebungen zeigen. Die Veranstaltung beginnt am Vormittag mit den Pflichtübungen. Nach einer Mittagspause, während der die auswärtigen Teilnehmer Gäste bei den einheimischen Reichsbundkameraden sein werden, findet am Nachmittag der Austrag der Kürübungen statt. VfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Otto Luh in Frankfurt Dritter. Wie erwartet war Luh in Frankfurt nicht in der Form vom Vorjahre. Mit einem Stoß von 13,60 Meter wurde er Dritter. Sieger wurde der Olympiasieger Wöllke, Berlin, mit der guten Leistung von 15,72 Meter. Zweiter wurde Lampert, München, mit 14,23 Meter. Gportaml „Kraft durch Freude^. Heute folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26, nur für PL. der NSDAP. Ortsgruppe Nord, 20.15 bis 21.45 Hhr. Kr.64 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 17. März M7 GauleiterSprenger spricht zu den Giern und derZugend in Gießen Eine bedeutsame Massenkundgebung der HZ. in der Volkshalle. Wir verlangen, daß alle sich in diesen Rahmen einfügen, den der Führer gezogen Hal. wir werden vom Staat und von der Partei aus die christlichen Bekenntnisse schuhen. Alle die guten Willens sind, müssen dem beitreten. Wenn der Führer aber mit den Machtmitteln des Staates itt Der Gauleiter schreitet vor der Volkshalle die Fror der Gießener Hitler-Jugend ab. (Aufnahme: Neur Gießen hatte am gestrigen Dienstag wieder einmal ein großes politisches Ereignis zu verzeichnen: Der GauleiterReichsstatthalterSprenger sprach hier in der Volkshalle. Die Vann- und die Jungbannführung 116 hatten zu einer Großkundgebung aufgerufen, die einen Besuch aufzuweisen hatte, wie wir ihn bisher nur bei ganz großen Gelegenheiten in solcher Stärke feststellen konnten. Die Volkshalle war bis zum letzten Platz besetzt; schätzungsweise mögen es rund 5000 Männer und Frauen, Jungens und Mädels gewesen sein, die sich versammelt hatten, um den Gauleiter zu der Elternschaft und zur Jugend über den bevorstehenden Eintritt eines neuen Jahrgangs von Buben und Mädels in das Jungvolk und damit in die Gefolgschaft des Führers sprechen zu hören. Die große Versammlung zeigte wieder das gewohnte würdige und eindrucksvolle Bild der Massenkundgebungen der Partei, das schon für sich allein den Besuchern lange im Gedächtnis bleiben wird. Neben denführendenMän- nern derPartei und ihrer Gliederungen waren auch viele Offiziere der Wehrmacht und die Vertreter der Behörden erschienen. GauleiterSprenger, der kurz vor dem feierlichen Einzug der Fahnengruppen inBegleitung des Kreisleiters Dr. Hilde- t der Ehrenformationen brandtdie Volkshalle beer, Gießener Anzeiger.) treten hatte, wurde von denVolksgenoffen mit lebhaften Heil-Rufen herzlich begrüßt. Unmittelbar anschließend wurden die Fahnen feierlich in die Halle getragen. Dann wurde den Tausenden von Männern und Frauen, Buben und Mädels ein Wort des Führers vom Nürnberger Parteitag in die Erinnerung zurückgerufen. Hierauf richtete der Führer des Bannes 116 der HI., Bannführer Heim, herzliche Grußworte an den Gauleiter, der zur großen Freude der Gießener wieder einmal hier spreche, ebenso begrüßte er die Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht und schließlich die große Masse der Gießener Volksgenossen, die auch bei dieser Gelegenheit durch ihren außerordentlich starken Besuch wiederum ihre enge Verbundenheit mit der Partei und der HI. bekundete. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger empfing bei seinem Erscheinen auf der Bühne vor seiner Rede erneut den herzlichen Gruß der Versammlung, die ihm mit begeisterten Heil-Rufen und Händeklatschen zujubelte. In seiner etwa einstün- digen Rede erinnerte er zunächst an den bevorstehenden Geburtstag des Führers, der allen zehnjährigen Jungens und Mädels die Aufnahme in die Gemeinschaft des Führers durch den Eintritt in das Jungvolk bringen wird. Der Gauleiter erinnerte an den Willen des Führers, die ganze deutsche Jugend in der HI. zusammenzufassen, er wies aber auch darauf hin, daß der Reichsjugendiübrer trotz des Gesetzes über den Eintritt der I' ^d in die HI. vom 1. Dezember 1936 den fr lligen Beitritt der Jungens und Mädels beb s in den Vordergrund gestellt hat, um dadurch den alten Grundsatz der HI., die freiwillige Gefolgschaft für den Führer, besonders zu betonen. Der Gauleiter gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß auch diesmal wieder die deutsche Jugend, wie schon vor dem genannten Gesetz, freiwillig hundertprozentig zu den Fahnen des Führers stoßen wird. Er betonte dabei, daß dieser Entschluß den Eltern und unserer Jugend nicht mehr schwer wird, denn beide sehen nicht nur die Vorbilder im nationalsozialistischen Wirken für unserVolk, sondern sie sehen auch die vielen großen Taten des Führers. Den Eltern rief der Gauleiter die große Aufgabe und das heilige Vermächtnis in Erinnerung, d i e Jugend zu lenken und zu leiten, ihr den richtigen Weg zu zeigen, sie zu begeistern und anzufeuern und ihr immer wieder unsere große Zeit mit der Verlebendigung der Weltanschauung des Führers zu verdeutlichen und klar vor Augen zu stellen. In diesem Zusammenhänge lenkte der Gauleiter den Blick seiner Hörer kurz auf den grundlegenden Wandel der Dinge in der Geltung Deutschlands im Kreise der Völker hin, wo durch den Führer Adolf Hitler und den Marschtritt seiner Kolonnen unser herrliches Deutschland wieder zu einer hochgeachteten Stellung gelangt ist. Bei einem kurzen Rückblick auf die Ereignisse im Leben des deutschen Volkes innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte erinnerte der Redner an die herrlichen Siege unserer deutschen Heere an allen Fronten des Weltkrieges, er ließ in den Herzen seiner Hörer den Schmerz über den unglücklichen Kriegsausgang wieder lebendig werden, rief den marxistischen Dolchstoß in den Rücken der kämpfenden Front und den Schandvertrag von Versailles, sowie die Vergiftung der deutschen Volksseele durch den Marxismus wieder ins Gedächtnis zurück und ließ auch den furchtbaren deutschen Niedergang in den Nachkriegsjahren vor dem geistigen Auge der älteren seiner Zuhörer wieder aufleben. Mit höchstem Stolz und im Gleichtakt mit den Herzen der Hörer erinnerte der Gauleiter daran, daß in jener furchtbaren deutschen Notzeit dem deutschen Volke in dem Führer Adolf Hitler der Schmied des wuchtigen Instruments zur Wiedererlangung der deutschen Ehre und Freiheit erstand, der in zehnjährigem Kampfe die Seelen der deutschen Menschen gewinnen konnte, weil er die deutsche Weltanschauung verkündete: den Nationalsozialismus, eine Weltanschauung, die so weit gespannt ist, daß für die Geistesfreiheit des einzelnen überall Raum genug vorhanden ist, ebenso für den Aufbauwillen aller, die durch ihre Mitarbeit das Leben des Volkes fördern und befruchten wollen. Dann betonte der Gauleiter mit Nachdruck, daß im Geiste dieser weitgespannten, großen nationalsozialistischen Weltanschauung die Jugend in der Hitler- Jugend nach dem Willen des Führers erzogen wird. In diese Weltanschauung passen auch alle diejenigen hinein, die zu ihrem Herrgott stehen. In diesem Zusammenhang erklärte der Redner mit Entschiedenheit: die christlichen Bekenntnisse schützen will, bann kann er auch verlangen, daß der Nationalsozialismus und die Partei als Staatsträgerin anerkannt werden, hier fühlen wir uns eins mik dem gesamten deutschen Volke, und in diesem Rahmen kann auch die Jugend die Wege gehen, die ihr vom Elternhaus und von der HI. gewiesen werden. Sodann erinnerte der Gauleiter an die schweren Prüfungsjahre unseres Volkes, mit dankbaren Worten gedachte er aber auch der Tatsache, daß unser Volk unter der Führung Adolf Hitlers die Kraft aufgebracht hat und anwendet, die zum Wohle der Volksgesamtheit eingesetzt wird. Er er- Tmppenvereidigung auf -em Gleiberg. Flaggenhissung vor der Vereidigung. — (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) 'n. Gestern mittag fand auf dem Gleiberg die Feier der Vereidigung des neuen Lehrganges des E. - Bataillons J.-R. 116 Gießen statt. Unter den Klängen des Präfentiec- marsches schritt der Kommandeur des E.-Batail- lons 116, Major Junker, begleitet von dem Hoheitsträger, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, die Fronten ab. Der evangelische Divisionspfarrer A u s f e l d sprach dann Worte über den Spruch aus dem Buchs der Könige: „Sei getrost und sei ein Mann!" über den von Gott gegebenen Beruf des Soldcuen und ermahnte die zu Vereidigenden, es jenem von Albrecht Dürer dargestellten Ritter gleich zu tun, der Tod und Teufel nicht fürchtet, da ihm die Burg die ewige Heimat entgegenleuchtet. Nach dem Gebet leitete ein Choral über zu der Ansprache des katholischen Divisionspfarrers Dr. H e m m e s , der von der reichen Geschichte des Gleibergs ausgehend an die Allmacht und Allwissenheit Gottes erinnert, vor dem die hier angetretenen Männer den heiligsten Eid des Soldaten abzulegen haben. Er ermahnt sie, als Soldaten Vorbild zu sein und sich in ihrer Treue nicht übertreffen zu lassen. Das trutzige Freiheitslied Ernst Moritz Arndts: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", beschloß die Ansprachen. Dann trat der Bataillonskommandeur Major Junker vor seine jungen Freunde und Kameraden und gab mit Arndtschen Dichterworten der Freude über die vor zwei Jahren wiedererrungene Wehrhoheit Ausdruck. Er würdigte die Tat des Führers, deren ganze Tragweite zu ermessen der Zukunft vorbehalten bleiben muß. Im hohen Gedankenfluge schilderte er die durch eine jahrhundertelange Entwickelung gewachsene deutsche Kultur, wobei er auch an jene Zeiten des Widerstreites der deutschen Geschlechter erinnerte, deren Luft uns heute noch auf dem Gleiberg entgegenweht. In unseren Tagen einer aktiven Schicksalsgestaltung, in dem Kampf um die Geltung in der Welt, spielt diese Kultur einen erheblichen Machtfaktor und ist unser stärkster Verbündeter. Kultur und Soldaten gehören zusammen und an den großen Vorbildern bis in unsere Tage hinein ließ Major Junker die großen Beiträge deutscher Soldaten zur Kultus verständlich werden. Auch Hindenburgs und Ludendorffs Plan der Siegfriedstellung, die die deutsche Armee am 16. März 1917 bezogen hatte und an der der mächtige Aufmarsch der Feinde zum Stillstand kam, war ein solcher unerhört großer Beitrag zu jenem Kulturschaffen, das den Waffentechniker über den Militär erhebt und zum wahren deutschen Soldatentum bringt, dem jeder einzelne Soldat zustreben muß. Wie 1917 im Westen, so gilt es auch heute nach einem Ausspruch des Generalfeldmarschalls v. Blomberg, der ein Regimentskamerad des Majors Junker ist, an die schwerste Aufgabe heranzugehen, „die gewonnene Stellung nun auch zu halten!" In diesem Sinne forderte der Bataillonskommandeur die Mannschaften auf, an sich zu arbeiten und nach dem Sieg den Helm fester zu binden! Dann trat der Ehrenzug unter das präsentierte Gewehr, die Offiziere traten vor die Front und auf ihre Degen schwuren die Rekruten den Treueid zu Führer und Volk, wie er ihnen vorgetragen wurde. Was die Soldaten geschworen hatten, das bekräftigten sie durch den Treugruß an den Obersten Führer der Wehrmacht, den Führer des deutschen Volkes und Kanzler des Dritten Reiches Adolf Hitler. Die vom Musikkorps vorgetragenen Nationallieder beendeten den Weiheakt. Gießener Konzertverein. HL Orchesterkonzert. Die Wiedergabe von Schumanns a-moll = Konzert butd) Lubka Kolessa begegnete allerstärkstem Interesse von seiten der Hörer. Dafür sprach der nicht endenwollende Beifall; immer wieder mußte sich Lubka K o l e s s a zeigen, und sie tat es Hand in Hand mit dem Dirigenten, Professor T e m e s v a r y , der der Künstlerin mit seinem feinsinnig angepaßten Orchesterpart Klavier und Orchester zu einer idealen Klangeinheit werden ließ und in den Tuttisätzen den Gesamtstimmungsverlauf vorzeichnete. Zu wiederholten Malen hat Lubka Kolessa uns Proben ihres großen Könnens gegeben. Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat sie um ein gehöriges Stück weiter gebracht mit einer Vertiefung der Auffassung, der nichts mehr unerschlossen bleibt; und das nicht nur, was die Gliederung und Durchdringung des Musikalischen anbetrifft, sondern sie stößt jetzt bis zum letzten Hintergrund vor und läßt das Urerlebnis des Schaffenden unmittelbare Realität für den Hörer werden. Wie sie beispielsweise das Kopfthema des ersten Satzes in seiner mehrfachen Wiederkehr jedes Mal mit einem neuen Gefühlston durchwehte, das ist eben nicht nur durch Studium, sondern durch eindringendes Erleben möglich. Das Andante war schwärmerisch durch- vulst, voll Wärme und voll Hingegebensein an oen Urvorgang. Ihre Kantilene ist breit gesponnen, weich in der Kontur, doch nicht verschwommen. In der Kadenz fing sie die einander gegenübergestellten Themen mit charakteristischer Individualisierung auf, im Verarbeiten des Thematischen von kristallheller, technischer Klarheit, ausdrucksvollen Trillern. Das Intermezzo mit seinem Mittelsatz war ein gefühlvolles Sich-Ergehen, sein Abklingen stimmungsduftig gehaucht. Um so energischer und voller Bravour, die aber nie Selbstzweck wurde, sondern immer dem Werke diente, führte sie das Final- Rondo glanzvoll durch. Was das Städtische Orchester im allgemeinen bei diesem Werk geleistet hatte, wurde oben schon gewürdigt. In Schuberts „R o s a m u n d e n" - Ouvertüre wurden die schweren Fermaten- Akkorde zu einem verheißungsvollen Eingangstor; die blühende Lyrik des Andante erschloß sich in Tonschönheit und weicher nachgiebiger Ausdeutung. Um so schärfer traten die Kontraste hervor. Wie nachher auch in der Symphonie, waren in dem Allegro- Teil die Uebergänge zum zweiten Thema und zur Reprise mit persönlichstem Eigenleben erfüllt. Der Schluß dieser Ouvertüre wurde eindringlich durch die starken Krescendowirkungen. Beethovens Zweite Symphonie ließ in der Wiedergabe durch Prof. Dr. Stefan T e m e s- v a r y aufs deutlichste die Verwandtschaft mit der Neunten erkennen, als ein persönliches Bekenntnis des Meisters, das eben diese so häufig nur formal erfaßte Symphonie darstellt. Die Einleitung erstand schicksalsbeschwert mit dem steilen Unisono-Gipfel. Die außerformalen Entwicklungsstadien waren deutlich herausgestaltet und führten dem Hörer das Ureigenste nahe. Das erwies besonders die Durchführung in ihrer Herbheit des Klanglichen. Das Larghetto war ein Schwelgen in Klangscyönheiten, ein Sich-Ueberbieten von Streichern und Bläsern an gebotener Grazie und beschwerender Innerlichkeit; gerade in dem verhältnismäßig kurzen Durchführungsteil des Satzes wurden die verborgenen Konflikte des Gefühlsablaufes durch die Kontraste kenntlich. Im Menuett waren die Bläser, vor allem das Holz, die Beherrscher des Trios, das Finale war voll innerer Spannung und rhythmischem Drängen, besonders aber sorgfältig in der Erfassung der Fermatenstellen. Solchen Erlebnissen begegnete das volle Haus mit impulsiver Dankbarkeit. Dr. Hermann Hering. Münchhausen in Pommern. Jagdabenteuer im alten Rußland. In einem pommerschen Dorfe lebte vor etwa 40 Jahren ein alter Förster, der weit und breit als ein Meister des Jägerlateins galt. Einmal verirrte sich ein hoher Postbeamter aus Berlin, der die Postämter der Provinz inspizierte, in das entlegene Dörfchen. Er übernachtete im Gasthaus und lernte hier den alten Förster kennen, der am Stammtisch saß und von seinen merkwürdigen Erlebnissen erzählte. Da der Postrat ein großer Sonntagsjäger war, bezeigte er diesen Berichten großes Interesse. „Ja, ja, man kann auf der Jagd seltsame Dinge erleben!" sagte der Förster ernst. „Am merkwürdigsten ging es in Rußland zu." „So, Sie waren in Rußland?" fragte der Fremde, der das Schmunzeln der Tischrunde nicht bemerkte. „Ach, erzählen Sie doch! Haben Sie Wölfe dort getroffen?" „Gewiß!" begann der Münchhausen. „In einem dichten Walde bei Smolensk wurde ich auf einer Schlittenfahrt von zwölf Wölfen angefallen. Ich schoß aus dem Schlitten heraus den ersten nieder. Sogleich fielen die anderen über ihn her und fraßen ihn mit Fell und Knochen auf. Ich schoß wieder, der zweite stürzte und wurde von den anderen gefressen. So ging es fort, bis der letzte die anderen elf gefressen hatte. Dann war er so vollgefressen, daß er nicht mehr laufen konnte. Da war ich gerettet." „Das ist wirklich sehr merkwürdig!" sagte der Herr aus Berlin. „Ja, aber was ich Ihnen nun erzähle, ist noch merkwürdiger!" fuhr der Förster fort. „Tags darauf ging ich auf die Hirschjagd. Ich sah von weitem einen Hirsch, der auf einer Anhöhe stand. Ich schoß, die Kugel ging ihm durch den Hals und tötete einen anderen Hirsch, der tausend Schritt entfernt stand." „Donnerwetter!" staunte der Fremde, „wirklich merkwürdig!" „Gewiß!" gab der Erzähler zu und nahm einen tüchtigen Schluck. „Aber das Merkwürdigste kommt ja noch. Der Knall meiner Büchse erschreckte nämlich einen Bären, der auf einem Baurn saß. Er fiel herunter und brach sich den Hals. Als ich noch dabei war, ihn abzuziehen, brach ein fürchterliches Gewitter mit Blitz und Hagelschlag los. Ich kroch in einen hohlen Baurn — aber als ich drin war, merkte ich, daß ich in ein Bärennest geraten war. Die Jungen saßen darin, und nicht lange, da kam auch die Bärin den Baum heraufgeklettert und wollte hinterrücks in das Loch hinein. Schnell packte ich das gewaltige Tier beim Schwanz und schlug mit meinem Büchsenkolbön auf es ein. In ihrem Schreck kletterte die Bärenmutter wieder zum Loch hinaus und nahm mich, da ich ihren Schwanz festhielt, mit. Draußen kletterte ich am Baumstamm hinunter, während die Bärin an der anderen Seite abwärts glitt. Glücklicherweise war ich eher unten und konnte unversehrt entkommen." Der Postrat schüttelte den Kopf. „Teufel noch mal?" sagte er, „das ist in der Tat sehr merkwürdig. Aber — sagen Sie mal: ein Bär hat doch gar keinen Schwanz .. oder fast gar keinen!" „Das ist es ja gerade!" schrie der alte Weidmann und schlug mit der Faust auf den Tisch. „Es war auch der einzige Bär, der jemals einen Schwanz hatte, und das ist eben das Allermerkwürdigste, was ich in Rußland erlebte." foe. Sochslbulnacknckten Dem Dr.-Jng. Georg I a y m e in Darmstadt ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor in der Abteilung Chemie der Technischen Hochschule D a r m st a d t der Lehrstuhl für Cellulose-Chemie übertragen worden. Glona-palast: „Liebe geht seltsame Wege." Nach einem Motiv von Scribe schrieb der Regisseur Hans H. Zerlett das Buch für einen romantischen Film, dessen Handlung in die Revolutionswirren eines mittelamerikanischen Staates führt. Die politischen Zusammenhänge, die für einen Spielfilm kaum ergiebig wären, geben nur den äußeren Rahmen für persönlichere Schicksale und Abenteuer: Hauptmann Costali, ein Gegner des soeben siegreich zur Macht gelangten neuen Regimes, roirb von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt, flieht und rettet sich in der Maske eines Haushofmeisters auf das Schloß einer reichen und schönen Frau, die ihn liebt und vor den Verfolgern versteckt. Dennoch gelingt es jenen, das Versteck aus- findig zu machen und den Gesuchten zu stellen. Im kritischen Augenblick, als schon alles verloren scheint, gibt ein überraschender Umschwung der Dinge dem Geschick des verfolgten Hauptmanns nicht nur dienstlich eine neue Wendung; da in dem vorausgegangenen Intrigenspiel von Flucht und Verfolgung auch die Liebe mitgesprochen hat, wie das m einem richtigen Film nicht anders zu erwarten war, endet das Abenteuer des Hauptmanns zwar friedlicher, aber nicht minder romantisch, als es begann. Costali ist Carl Ludwig Diehl; er hat hier eine Rolle, die an die Filme erinnert, in denen er feine höchst erfolgreiche Laufbahn begann: er bewegt sich und handelt auch hier mit der gleichen artigen Diskretion und der halblauten Sicherheit des Mannes von Welt, der sich auch im Kostüm eines vornehmen Haushofmeisters nur schlecht verleugnen kann. Die Tschechowa, elegante und verführerische Dame in einer phantastischen Umgebung, beherrscht mit lächelnder Liebeswürdigkeit die verfänglichsten Situationen. Fein und mit zartem, jugendlichem Gefühl gibt Karin Hardt die unversehens in ein Abenteuer nicht nur politischer Art verstrickte Delia Vigo. Das Gegenspiel wird von Edwin Jürgen- s e n (Polizeipräfekt Montefianca) geschickt und mit überlegener Leichtigkeit angeführt. Hans H. Zerlett setzte fein Drehbuch mit den gehörigen Mitteln wirksam in Szene: Liebe und Politik, Gesellschaftsspiel und Abenteuer halten sich wohlabgemessen die Waage. — (Euphono-Film G. m. b. H.) * 3m Beiprogramm: die Ufa-Wochenschau, ein Kul- turfilm „Angora-Wolle" und auf der Bühne die „Drei Florettys" in einem komischen Luftbalanee» aft, deren artistisch saubere und nicht ungefährliche Arbeit verdienten Beifall findet. Hans Thyriot. innerte Lab ei an die Kämpfe der Bewegung zur Ueberwindung des Bolschewismus in Deutschland, ließ die furchtbaren Zustände unmittelbar vor der Machtübernahme vor den geistigen Blicken aller Volksgenossen wieder lebendig werden, und hob hervor, daß die Machtübernahme durch Adolf Hitler den Weg zur Aufwärtsentwicklung und zur Gestaltung einer glücklichen Zukunft des deutschen Volkes freigemacht hat. Dann wies er auf die in der deutschen Geschichte einzig dastehende Tatsache hin, daß sich das ganze Volk zu 98 v. H. für seinen Führer ausgesprochen hat und die Volksgemeinschaft tag« täglich die großen Aufbauwerke des Führers vor ihren Augen beginnen und wachsen sieht. Er würdigte dankbar die Tatsache, daß unser Volk das fleißigste Volk der ganzen Welt ist, und stellte dieser Tatsache jene soziale und wirtschaftliche Zer- rütung gegenüber, die wir heute in zahlreichen anderen Ländern vor uns sehen. Mit Genugtuung verzeichnete der Gauleiter weiter die Tatsache, daß unsere Jugend den Führer heule immer wieder hört und ihn kennt, sein wollen dankbar empfindet und mit heißem herzen den Nationalsozialismus verlangt, um in diesem Geiste am Aufbau der deutschen Zukunft mltzuarbeiten. Die Eltern wies er auf die bisherigen praktischen Leistungen der Jugenderziehung in der HI. hin, wie sie in vielfältiger Weise in der geistigen und seelischen Ausrichtung der jungen Menschen zutage tritt, die aber auch in ihrem handwerklichen Können und in den Handfertigkeiten ständige Förderung erfahren. Aus diesen zahlreichen eindrucksvollen Beweisen der guten Jugenderziehung in der HI. entnahm der Gauleiter den Rat an die Eltern, ihre Kinder mit vertrauen der HI. zu übergeben, denn diese Jugend, die Jugend Adolf Hitlers, ist auf dem richtigen Wege und der wertvollste Garant für eine gute deutsche Zukunft. Sodann betonte der Gauleiter überzeugend die Notwendigkeit der Sicherung des gleichen Marschtrittes des ganzen deutschen V o l k e s , um den vom Führer klar vorgezelchneten Weg mit vollem Erfolg beschreiten zu können. Keiner dürfe dabei müde werden und sich etwa auf Lorbeeren ausruhen wollen. Der Lorbeer, den wir zum Kranze winden wollen, gebühre nur einem einzigen Manne: Adolf Hitler! In kurzen Worten wies der Redner dann noch auf die großen Aufgaben und die gewaltigen Ziel- fetzungen für unser Volk durch den zweiten Vierjahresplan des Führers hin, und er betonte dabei den starken Willen der Volksgemeinschaft, alle Kräfte anzuspannen und einzu- setzen, um auch diesen Plan des Führers zu verwirklichen und unserem Volke dadurch die wirt- schaftliche Freiheit zu erringen. Unter dem stürmischen Beifall der Versammlung hob der Gauleiter hervor, daß wir alle für die Erringung dieser großen Ziele zum Vesten unseres Volkes auch zu Opfern bereit fein müssen und bereit sind, daß aber deswegen niemand vot zu leiden braucht, sondern für die Lebensbedürfnisse aller Volksgenossen genug da ist, wenn unsere Vorräte nur immer richtig und den Jahreszeiten entsprechend benutzt werden. In diesem Zusammenhänge richtete er einen besonderen Appell an unsere Hausfrauen und Töchter, sich bei der Haushaltführung stets den jeweiligen Gegebenheiten unserer Lebensmittelversorgung aus deutschem Boden anzupassen, da auch hierbei die Gewißheit besteht, daß jeder satt und gut ernährt werden kann. Wenn unser ganzes Volk sich so mit aller Kraft einsetzt, werden wir in jeder Richtung der Versorgungswirtschaft frei und unabhängig vom Ausland werden, und damit wird dann das Ziel des zweiten Vier- ahresplanes in vollem Umfange erfüllt fein. Am Schluffe seiner Rede betonte der Gauleiter unter jubelnder Zustimmung der Versammlung, daß unser Volk unter der Führung Adolf Hitlers und beschirmt nach außen hin von der durch den Führer wiedergeschaffenen herrlichen deutschen Wehrmacht vertrauensvoll und sicher, in Treue zum Führer, in friedlicher Arbeit, in unbeugsamem Willen zur Erfüllung der vom NSG. Millionen deutscher Volksgenossen hat der Nationalsozialismus ihre Arbeitsstelle gesichert, Millionen hat er wieder Arbeit und Brot gegeben, Hunderttausende konnten ihren Arbeitsplatz wechsln und kamen wieder an die Stelle, die ihrer Ausbildung und ihrem Können entspricht. Noch ind wir nicht am Ziel, denn wir wollen erreichen, »aß jeder schaffende deutsche Mensch so leben kann, wie es seinen berechtigten wirtschaftlichen und kulturellen Ansprüchen entspricht. Der Erfolg von vier Jahren Aufbauarbeit gibt uns die Gewißheit der Erreichung des Zieles. Bis dahin aber wollen wir alle hilfsbereit für die ein- tehen, die in der planvollen Gestaltung unseres Wirtschaftslebens noch nicht voll eingeschaltet werden konnten. Hieran mitzuarbeiten ist die Pflicht jedes Volksgenossen, dem heute der nationalsozialistische Staat seine Existenz sichert. Die Gabe sei der Dank, die jeder am 20. und 21. März der Deutschen Arbeitsfront für die Winterhilsssamm- lung gibt. Aus den Richtlinien für die Sammlung der DAF. Zur Sammelaktion verpflichtet sind sämtliche DAF.-Walter, sämtliche Warte der NSG. „Kraft durch Freude", sämtliche Betriebsführer, sämtliche Vertrauensmänner und deren Stellvertreter. Für die 7. Reichsstraßen-Sammlung kommen Der Pflug. Lange Monate hat er im Geräteschuppen gestanden, zusammen mit seinen Brüdern. Winterstürme gingen durchs Land, Regen schlug hart auf die Erde, Schnee bedeckte Wald und Feld. Ein leichter Rostanflug setzte sich an die blinkende Pflugschar. Müde und verdrossen sah er aus. Da kommen nun die warmen Frühlingstage. Die Sonne hat die Erde abgetrocknet. Die Frühjahrsarbeit kann beginnen. Unruhig scharren die Pferde. Der Pflug wird aufgeladen. Er ist zu neuem Leben erwacht. Da liegt das Feld, tiefbraun und glänzend. Ein herber, frischer Erdgeruch steigt empor. Der Pflug zieht seine erste Furche. Krähen und Stare tummeln sich zwischen den Schollen, um Regenwürmer und anderes Getier zu erhaschen. Die Pferde sind ausgeruht, und ununterbrochen reiht sich Furche an Furche. Mit schweren Schritten stapft der Bauer hinter den Pferden, auch er freut sich, daß nun die Winterruhe vorbei ist, daß er wieder draußen im Feld seiner Arbeit nachgehen kann. Der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers wird kurze Zeit gerastet. Der Bauer überschaut die Furchen und atmet auf. Er spürt den eigentümlichen, herben Erdgeruch, der dem Führer gestellten Aufgaben einer großen und glücklichen Zukunft entgegenmarfchiert. Mit stürmischem Beifall, der lange Zeit nicht enden wollte, dankte die große Versammlung dem Gauleiter. Mit großer Begeisterung.stimmte alles in den Treuegruß an den Führer ein. yead) ?)em Ausmarsch der Fahnengruppen verließ der Gauleiter unter erneuten herzlichen Grußrufen der Menge die Versammlung, die damit ihren Abschluß fand. Deine Gabe sei dein Dank! Am 20. und 21. März sammelt im Gau Hessen-Nassau die DAI. für das WHW. Aus der Provinzialhauptstadt. 10 verschiedene Trachtenfiguren aus Porzellan zum Verkauf. In den Betrieben wird am Samstag, 20. März, im Rahmen des Möglichen ein Sonderoetrieb-Appell abgehalten; der Betriebsführer spricht kurz. Anschließend veranlassen Betriebsführer und Betriebsobmann die Durchführung der Büchsensammlung, wobei Betriebsführer, Betriebsobmann und Vertrauensrat zuerst spenden. Abzeichen können bei der Sammlung in den Betrieben ausgegeben werden. Diese Sammlung wird selbstverständlich auch in den öffentlichen Betrieben und Behörden durchgeführt. Sammlung in den Geschäften bes Einzelhandels. In den Geschäften des Einzelhandels wird ebenfalls die Büchsensammlung durchgeführt. Sfrafeenfammtung. Samstag, 20. März, 16 bis 22 Uhr. Sonntag, 21. März, 9 bis 22 Uhr. . . Jeder Sammler hat die Pflicht, durch dstzipll- liiertes, bestimmtes und korrektes Auftreten den Volksgenossen zur freiwilligen und freudigen Spende anzuregen. Die Gaststättensammlung. Es muß vor allem darauf geachtet werden, daß nicht nur die Groß-Gaststätten besucht und sogar überlaufen werden, sondern daß alle Gaststätten von den dazu bestimmten Sammlern besucht werden. Boden entströmt. Dann wendet er wieder, langsam und gelassen, und wieder schneidet die blitzende Pflugschar, die längst vom Rostanflug befreit ist, tiefe Furchen in das Land. Wir können uns kein schöneres Bild des erwachenden Frühlings- vorstellen, wie einen pflügenden Bauer. Da schreitet er einher auf seiner Scholle, in ernster Ruhe den Pflug haltend, den Pferden ab und zu ein aufmunterndes Wort zuwerfend. Tausend Fäden verbinden sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät nicht nur, sondern legt auch zahlreiche Wünsche für das Wachsen und Gedeihen in die braune Erde. Er weiß, daß er nicht allein alles machen kann, er erkennt dankbar an, wenn Gott seine Arbeit segnet. Kommen aber schwere Wetter, dann verliert er nicht die Ruhe, er beugt sich einem höheren Willen, Welche Gedanken mögen den jungen Bauern erfüllen, wenn er zum ersten Mal den Pflug durchs Feld führt, wenn er zum ersten Mal den Samen auswerfen kann! Unwillkürlich wird diese Arbeit zu einer feierlichen Handlung. Die Lerchen steigen zum Himmel, und die Wiesen überziehen sich mit neuem Grün, am Rain erscheinen die Gänseblümchen, und unter Hecken und Büschen blühen die ersten Veilchen. Liese ersten Frühlingstage sind die schönsten im g-mzen Jahre, auch für den Bauern. GrfiiKt non Zukunftshoffnungen und im Vertrauen auf Gott pflügt er seinen Acker, sät seinen Samen und freut sich im voraus auf die Ernte. Dank des SlandorMesten. Der Slanbodälteffe, Generalleuknank Oßwald, spricht der Bevölkerung Gießens seinen herzlichsten Dank für ihre Unterstützung und Gebesreudigkeit anläßlich des Winterhilfswerkes des Standortes am 13. und 14. Wärz aus. Durch die Einsatzbereitschaft der Volksgenossen wurde der Veranstaltung ein voller Erfolg beschieden. und ein namhafter Betrag konnte dem Whw. zugeführt werden. Lornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr .„Wasser für Canitoga". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebe geht seltsame Wege". - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Lumpaci Bagabunbus". — Bekenntmsge- meinschast Gießen: 20.15 Uhr Dortrag von Vikar Schmandt, Gießen, im Johannessaal. Stadllheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die letzte Wiederholung des Schauspiels „Wasser für Canitoga" von Georg Turner statt. Spielleitung Anton Neuhaus. Die Vorstellung findet als 23. Vorstellung der Mittwoch- Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. IHänner-Babeoerein 1836. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird zur Generalversammlung am nächsten Samstag ein« geladen. Siehe heutige Anzeige. Bon der llmversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns geschrieben: Der Führer und Reichskanzler hat den nichtbeamteten außerordentlichen Professor DL Rudolf S t a d e l m a n n zum planmäßigen außerordentlichen persönlichen ordentlichen Professor für Neuere Geschichte in der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen und zum Direktor des Historischen Seminars ernannt Neuer Pfarrer der Anstaltspfarrei. Die seit dem Tode von Pfarrer Ernst Amandus. Müller verwaiste Anstaltspfarrei ist nunmehr wieder besetzt worden. Der Landeskirchenausschuß hat mit Wirkung vom 1. April den Pfarrer Adolf Grießmer in Raunheim zum Pfarrer der Kliniken und Anstalten ernannt. Der neue Pfarrer wurde am 7. November 1892 zu Staden im Kreise Friedberg geboren und wurde nach beendetem Stu« dium und Aufenthalt auf dem Predigerseminar zu Friedberg am 25. Oktober 1921 Assistent zu Michelstadt im Odenwald. Am 22. November 1922 wurde er zweiter Pfarrer zu Beerfelden und kam am 28. Januar 1929 nach Raunheim am Main. Auch die 11-, 12- und 13jährigen jetzt ins Jungvolk. NSG. Nachdem zur Erfassung des Jahrgangs 1927 im Deutschen Jungvolk alle Zehnjährigen durch die Schulen in den Besitz der Aufnahmescheine gelangt sind, finden gegenwärtig in allen Standorten die Voruntersuchungen statt und die neuen Einheiten werden ausgestellt. Der Einführungsdienst Erdal “Äi Schuhcreme ö Kuee Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Berthe!, hältst du so dein Versprechen? Wolltest du nicht zufrieden sein, wenn ich dich gern hätte? Wolltest du nicht geduldig auf meine Liebe warten?" Sie schlug die Hände vor das Gesicht, holte keuchend Atem und stieß schluchzend hervor: „Weshalb quälst du dich und mich? Ich bin ja schon ganz wirr im Kopf. Ich möchte nur Ruhe und Stille! Möchte den Lärm nicht mehr hören hier und die Scharen von Menschen nicht mehr sehen, die mir alle vorkommen wie müde Zugtiere. Und das mit der Liebe, was soll ich darauf antworten?" Sie ließ die Hände vom Gesicht fallen. „Ich sagte dir damals in allem die Wahrheit, ehe mich deine Mutter fragte, ob ich deine Frau werden wollte, und du kannst es mir glauben: Ich habe dich mehr als gern, Berthe!. Das andere, was mich hier wieder quält, nachdem ich erfahren, wo er lebt, das wird wieder still werden. Laß mir doch Zeit, Berthe!, erst wieder ganz ruhig zu werden! Die Bilder mit dem Diadem, die Erinnerung an meine Mutter hier, alles kam zusammen. Das eine aber weiß ich heute schon: Günther Grevenstein könnte mir von Liebe sprechen, ich bliebe bei dir. Sieh, es ist doch schon jetzt ein Unterschied in meinen Gefühlen. Grevenstein bedeutet für mich Unruhe und falschen Glanz, du bist Frieden und Echtheit." Sie hob ihre Arme. „Berthe! hab' Geduld mit mir! Ich spüre es deutlich, nur noch irgendein Hindernis ist zu überwinden, ein kleiner Berg, über den man weg muß, um geraden Weg zu gewinnen. Habe Geduld, du allerbester Mann, laß Paris erst hinter uns liegen, daheim kommt dann vielleicht das große Glück." Er schämte sich schon seiner Heftigkeit von vorhin und nahm ihre Hände, küßte sie. „Fränze, verzeih mir, ich bin ein selbstsüchtiger Kerl. Sei ruhig, ich kann und will warten. Aber das sage ich dir: Im Augenblick, wo du mir erklärst, daß mir dein ganzes Herz gehört, stoße ich einen solchen Freudenschrei aus, daß man's wer weih wie weit hört!" Sie mußte lachen, und damit war die Stimmung wiederhergestellt. Franziska lehnte sich wie schutzbedürftig an seine Schulter und er schlang die Arme um sie, hielt die blonde Frau fest, ganz fest, als hätte er Angst, man könne sie ihm entreißen. 23. Das Telephon des kleinen Hotelsalons meldete sich. Berthold Radix nahm den Hörer ab. Am Apparat war der Graf. Franziska, die im Nebenzimmer war, hörte ihren Namen sagen: „Einen Augenblick, bitte, ich möchte erst mit meiner Frau darüber reden." ' Gleich darauf kam ihr Mann zu ihr, erklärte ihr: „Der Graf möchte uns beide sprechen. Es handelt sich um das Diadem, er sagte, ihm sei noch etwas Wichtiges eingefallen, was er uns mitteilen möchte. Ob wir zu ihm in die Rue de Grenelle kommen wollten, wir wären dort ungestört, da sein Sohn mit seiner Verlobten das Theater besuchen wollte; halb neun Uhr würde es uns erwarten." „Könnte er nicht Herkommen?" fragte Franziska. Er wollte schon wieder eifersüchtig auffahren: Fürchtest du dich so sehr, Günther Grevenstein zu begegnen?" Aber er besann sich noch und anwor- tcte nur: „Der Graf betonte eigens, wir wären bei ihm ungestörter, und es scheint sich wirklich um etwas sehr Wichtiges zu handeln. Ich habe jetzt die feste Ueberzeugung, daß seine plötzliche Fassungslosigkeit mit dem Diadem zusammenhängt." Franziska entschloß sich: „Gut, dann fahren wir zu ihm, aber sage ihm gleich, daß wir vorher hier im Hotel Abendbrot essen, dann brauchen wir uns bei ihm nicht lange aufzuhalten." ' Berthold Radix gab dem Grafen Antwort, und Punkt halb neun Uhr fuhr eine Taxe vor dem Palais Rethel vor. Der Graf führte die Besucher in eins der Zimmer — es war das, in dem die Bilder seiner Eltern hingen —, und, nachdem er Platz genommen, erklärte er: „Ich habe heute nach Ihrem Weggehen noch eine böse Stunde durchgemacht. Ich wollte mit allem, was mich quälte, allein fertig werden, aber ich schaffte es nicht, und nun will ich Ihnen beiden die Wahrheit über das Diadem erzählen. Ich muß es einfach tun." Er lächelte schwach. „Man lieft zuweilen von Menschen, die auf dem Totenbett noch irgendeine schwere Schuld eingestehen und wundert sich dann, warum sie mit einem Male nicht mehr für sich behalten, was sie oft jahrzehntelang verschweigen konnten. Die Einleitung berührt Sie ein bißchen merkwürdig, nicht wahr? Ich begreife es, aber ich möchte damit sagen: Mir geht es fast ebenso, wie jenen Leuten, die auf dem Totenbett bekennen. Ich bin zwar leidlich gesund und habe noch gar kein Verlangen zu sterben, aber mick bedrückt allerlei, und das muß ich loswerden. Er richtete sich im Sessel auf. „Die Vorrede war schon zu lang, deshalb muh die eigentliche Erzählung ober richtiger Beichte um so kürzer werden. Also: Ich sagte Ihnen beiden heute nicht die Wahrheit. Das Diadem, das sich im Besitz der Mutter der gnädigen Frau befunden hat, ist sicher dasselbe Diadem, das man auf den Bildern der Gräfinnen Rethel sieht. Er zeigt auf das Bild feiner Mutter. „Das Diadem erbte mein Sohn von meiner Mutter, und ich händigte es ihm bei feiner Volljährigkeit aus. Ich war bisher davon überzeugt, daß er es verkauft hätte, um sich Geld zu verschaffen, und kam nie auf die Vermutung, er könnte es verschenkt haben, wie es sicher geschah. Er wird es wohl einer Dame, die er gut kannte, aegeben haben. Sie hatte das gleiche silberblonde Haar wie die gnädige Frau, und solche Augen hatte sie auch. Nur einmal war sie bei mir, ein einziges Mal, aber ich vergesse sie nie." Seine Stimme mürbe immer schwerfälliger. „Sie sagte mir, ich sei an allem Unheil schuld! Es war kurz nach dem Begräbnis meines Sohnes, und sie verließ mich kalt und feindselig. Ich hörte dann nichts mehr von ihr, erführ aber, daß sie nach Deutschland, wo sie herstammte, zurückgekehrt sei." Für Franziska Radix war es nicht schwer, zu erraten, wer die Frau gewesen. Sie fragte scharf: „Und was hatten Sie getan, daß meine Mutter Ihnen sagen konnte, Sie seien an allem Unheil schuld?" „Ich glaubte nur an eine vorübergehende Liebschaft meines Sohnes, wenn ich immer wieder von Bekannten erfuhr, daß er hier und dort mit einem schönen blonden Mädchen zusammen gesehen worden fei. Ich hatte ihm eine sehr reiche junge Dame ausgesucht, die er heiraten sollte, also durfte er sick nicht mehr mit der Blonden so öffentlich zeigen. Ich stellte ihn zur Rede, ich machte ihm Vorwürfe, und schließlich kam ein Tag, ein ganz verfluchter Tag. Mein Sohn und ich gerieten wieder einmal wegen der Blonden aneinander. Und da erklärte er mir, ich müsse sie als seine Gattin anerkennen, er habe sich schon vor beinahe Jahresfrist mit ihr in London trauen lassen, gelegentlich einer aus anderen Gründen vorgeschobenen Reise, und es wäre Pflicht, endlich mir die volle Wahrheit zu sagen, denn feine geliebte Frau erwarte bald die Geburt eines Kindes. Ich verwünschte seinen Leichtsinn, wie ich seine Handlungsweise nannte, ich schrie ihn an, daß ich diese Frau nie und nimmer als Gräfin Rethel anerkennen würde und gab ihm den Rat, er solle nur gleich die Uniform ausziehen. Seine Vorgesetzten dürften seiner heimlichen Ehe wahrscheinlich nicht genügend Verständnis entgegenbringen. Er verließ mich in furchtbarer Aufregung und muß bann unterwegs so von Sinnen gewesen sein, baß er nicht mehr wußte, joas er tat und wo er sich befand. Ein schwerer Autobus fuhr ihn an, er stürzte und erlitt einen derartig harten Schlag, daß er auf der Stelle tot war." Graf Rethel atmete tief und schwer. „Ich glaubte, recht gehandelt zu haben; aber als man mir dann meinen Sohn tot ins Haus brachte, wandte sich mein ganzer Zorn, um mich nicht selbst antlagen zu müssen, der Frau zu. Ich kümmerte mich nicht um sie, bis sie nach dem Begräbnis zu mir kam und mir sagte, ich trüge die Schuld an dem ganzen Unheil. Sie verschwand bann, wie ich bereits sagte. Ich fand später im Schreibtisch meines Sohnes den Trauschein, aber da war die blonde Frau wohl schon fort. Es schien übrigens niemand etwas von der heimlichen Ehe zu wissen, doch rechnete ich immer damit, daß sich die Frau meines Sohnes noch eines Tages melden würde. Aber sie schwieg, und ich forschte nicht nach ihr." Er sprach jetzt immer rascher, als könne er nicht schnell genug fertig werden. „Die ersten Jahre danach lebte ich als verbitterter vereinsamter Mensch, aber bann kam Sehnsucht nach Vergessen über mich. Ich würbe der, ber ich früher gewesen, und blieb es bis jetzt. Als ich bie Verlobungskarte las, die mir Herr Direktor Radix gesandt, stutzte ich bei dem Namen Karsten, denn der Name stand auch auf dem Trauschein, und der Geburtsort ber blonben Frau war dieselbe Stadt, in ber sich die Radix- werke befinden. Ich hoffte aber, es handle sich nur um eine Namensgleichheit, wie sie oft vor- kommt." Seine Hände bebten. „Nun lernte ich aber die gnädige Frau kennen, und, ob ich wollte ober nicht, ich sah zugleich die Frau meines Sohnes im Geiste neben ihr. Doch auch da wollte ich noch nicht glauben, was doch schon so klar erwiesen war. Ich floh förmlich vor ber Wahrheit, täuschte mein Gewissen mit scheinbaren Gegenbeweisen, bis Sie heute beide zu mir tarnen unb nach bem Diadem fragten. Da brach aller Wiberstand in mir zusammen. Ich glaubte jetzt meinen Sohn neben ber jungen Frau zu sehen, wie ich anfangs ihre Mutter neben ihr zu sehen vermeinte. Dennoch wollte ich noch weiter für mich behalten, was ich wußte, aber nachbem Sie fortgegangen, befiel mich wilbe Der« zweiftung." Er preßte die Hänbe auf das Herz. „Hier hämmerte es rafenb, unb mein Kopf schmerzte zum Zerspringen. Da lief ich an das Telephon und bat um Ihren Besuch." Er schien völlig erschöpft. „Sv, nun wissen Sie alles. Es ist die volle Wahrheit." Er sah Franziska beinahe flehend an. „Ihre Verzeihung wage ich nicht zu erbitten, aber ich darf Ihnen wohl den Trauschein Ihrer Ettern geben, gnädige Frau. Ihr Name auf den Verlobungskarten war somit ein Irrtum; Sie sind eine Komtesse de Rethel." Er entnahm seiner Brieftasche ein zusammenge- faltetes Papier und reichte es ihr mit bittendem Blick. Franziska hatte bisher still bagefeffen. Nur ihre leicht geöffneten Lippen und die vorgeneigte Haltung verrieten ihre Spannung. Auch jetzt sprach sie noch nicht, faltete aber das kleine Dokument auseinander und überzeugte sich, daß ihre Mutter mit bem Grafen Rethel in Lonbon vor beinahe breiunbzwanzig Jahren getraut worben war. Heiße Tränen über bas Schicksal der Mutter brannten in ihren Augen, aber hier mochte sie nicht meinen. Berthold Radix nahm ihr sanft bas Dokument fort, warf einen Blick barauf unb steckte es bann sorgfältig ein. Er beteuerte: „Es soll in Deutschlanb meine erste Aufgabe fein, deiner Mutter noch nach ihrem Tode ihren richtigen Namen zu verschaffen unb dir deinen rechtmäßigen Geburtsnamen zu geben, meine Fränze." Er erhob sich, zog feine Frau empor. „Nun wollen wir gehen, Fränze. Ich glaube, du wirst jetzt das Verlangen nach Ruhe haben." Der Graf erhob sich ebenfalls, aber mübe unb schwerfällig. „Ich darf Sie nicht auffordern, länger zu bleiben, unb ich darf Sie nicht einmal um das kleinste freundschaftliche Wort bitten, denn ich verstehe voll« kommen, daß Sie mich scharf verurteilen mflffen. Ich bitte, mich meiner Stellung zu entheben, denn auf den Platz eines Rabixvertreters gehöre ich nicht mehr." (Fortsetzung folgtI) am 24 März imb am 7. April wird dann alle' „Neuen" mit der Vielfalt des Jungvolkdienstes oer- traut machen. 2m Rahmen der Jungvolk-Werbeaktion ist übrigens den 11», 12- und 13jährigen nochmals die Möglichkeit geboten, in die Reihen des Deutschen Jungvolks ausgenommen zu werden. TlGDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Abteilung: Hilfskaffe. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK. im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd, die ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate April, Mai und Juni 1937 noch nicht entrichtet haben, können diesen noch bezahlen, und zwar am Mittwoch, 17. März, und Donnerstag, 18. März, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 295). Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Besichtigung der neuen Ieuerlöschgeräte Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen teilt uns mit: Die neuen Feuerlöschgeräte sollen am Donnerstag, 18. März, 11 Uhr/ am Schlachthof durch einen Ingenieur der Lieferfirma praktisch vorgeführt werden. Die Bevölkerung der Stadt wird auf diese Vorführung aufmerksam gemacht und zur Teilnahme eingeladen. Keine Sammlung von Rasierklingen. DNB. Der lobenswerte Eifer, der bei der Erfassung aller Altmaterialien zu verzeichnen ist, führt hin und wieder auch zu Mißhelligkeiten. So ist es in verschiedenen Teilen Deutschlands dazu gekommen, daß Sonderaktionen zur Sammlung gebrauchter Rasierklingen zu verzeichnen waren, weil man geglaubt hat, der hochwertige Stahl der Rasierklingen fei besonders wertvoll für die Sammlung. Allerdings handelt es sich bei Rasierklingen um besten Stahl, aber diese Eigenschaft kann bei der Wiederverwertung nicht ausgenutzt werden, weil eine ausschließliche Verarbeitung von Rasierklingen nicht durchführbar ist und die Klingen in der Praxis nur mit dem allgemeinen Schrott zusammen verarbeitet werden können. Die zusammenkommenden Mengen an Rasierklingen stehen außerdem in gar keinem Verhältnis zu der Gefahr der Verletzungen, die vielfach bei der Sammlung von Rasierklingen vorgekommen sind. Die Rasierklingen sind in den Müll zu werfen, oder irgendwie unbrauchbar zu machen. * LPD. Anwärter f ü r d i e gehobene mittlere Finanzlaufbahn in Hessen. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bekannt gibt, werden demnächst einige An- Wärter zum Vorbereitungsdienst für die Laufbahn der Beamten des gehobenen mittleren Finanzdienstes zugelassen. Gesuche um Zulassung sind bis zum 20. März 1937 bei der Abteilung IV (Finanzoer- waltung) der Hessischen Landesregierung in Darm» stadt einzureichen. Den Gesuchen müssen beigefügt sein: Ein Lichtbild aus neuerer Zeit, das Abgangszeugnis einer Realschule mit 7jährigem Kursus oder der Nachweis der Reife für die Unterprima eines Gymnasiums oder einer Oberrealschule, ein von dem Bewerber verfaßter, eigenhändig geschriebener Lebenslauf, ein polizeiliches Leumundszeugnis, Nachweise über Betätigung in der Hitlerjugend, SA. oder SS., Nachweis über Ableistung des Arbeitsdienstes. Der Bewerber muß deutscher Reichsangehoriger sein, das 18. Lebensjahr vollendet und darf das 25. nicht Überschritten haben. Er und, falls er verheiratet ist, seine Ehefrau müssen arischer Abstammung sein. Ferner ist volle Gesundheit unbedingtes Erfordernis. Der Vorbereitungsdienst ist grundsätzlich unentgeltlich abzuleisten. Im Falle nachgewiesener Bedürftigkeit kann ein Unterhaltszuschutz gewährt werden. Die Gesuche sind nur zusammen mit den erforderlichen Zeugnissen und Nachweisen einzureichen. Eine einstweilige Bewerbung ohne die Zeugnisse und Nachweise ist zwecklos, da es für die Auswahl unter den Bewerbern nicht auf die Reihenfolge des Eingangs der Gesuche ankommt. Gesuche, denen die Zeugnisse und Nachweise nicht beigefügt find, werden ohne weiteres zurückgewiesen. ** Die hessischen Leibgardisten treffen s i ch in Darm st ad t. Zusammen mit dem in Darmstadt stehenden Infanterie-Regiment beabsichtigt der Bund ehemaliger hessischer Leibgardisten am 31. Juli und 1. August in Darmstadt ein großes Hessisches Leibgardistentreffen durchzuführen. Tausende ehemaliger Leibgardisten aus dem ganzen Reiche werden sich an diesen Tagen in der Landeshauptstadt versammeln. Werkskonzert bei Bänninger. Rundfunkempfänger hören mit. Heute morgen wurde der Belegschaft der Fittingsfabrik Bänninger eine besondere Freude zuteil. Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und Betriebsführung ermöglichten die Durchführung eines Werkskonzertes, das für die in diesem Betriebe arbeitenden Volksgenossen eine angenehme Unterbrechung der Arbeit während der ersten Morgenstunden des heutiaen Tages bedeutete. In der großen Gießereihalle, einer Halle, die sonst nur den Rhythmus der Arbeit kennt, versammelte sich die ganze etwa 700 Mann starke Belegschaft zu dieser unterhaltsamen Stunde. An dem Werkskonzert nahmen neben der Betriebsführung auch Vertreter der Partei und der Deutschen Arbeitsfront teil, die herzlich begrüßt wurden. Die 44 Mann zählende Werkschar hatte in ihren dunklen Uniformen bei der Musik Aufstellung genommen. Der Reichssender Frankfurt a. M. hatte sich zu dem Konzert ebenfalls mit seinen Aufnahmegeräten eingefunden, um das Konzert auf den Sender zu übertragen. Die Feierstunde wurde eingeleitet durch eine kurze Ansprache des Betriebszellenobmannes Diehl, der das Außerordentliche dieser Veranstaltung her- oorhob und der großen Verdienste des Führers Erwähnung tat, dem all dies zu danken sei, was heute dem Arbeiter zugute komme. Der Führers Verdienst sei es, daß auch dieses Werk im Laufe der vergangenen Jahre seine Belegschaft bedeutend erhöhen konnte. Der Betriebszellenobmann schilderte dann noch kurz einige Einrichtungen des Betriebs, die der Wohlfahrt des Arbeiters bestimmt find, und schloß mit Worten der Versickerung, daß auch dieses Werk und seine Belegschaft oazu beitragen werden, die ihnen innerhalb des Dierjahresplanes gestellten Aufgaben zu erfüllen. Das Konzert gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Die Kapelle Krengel musizierte, und es mag den Musikern eine Freude gewesen fein, hier in dieser Halle vor arbeitenden Volksgenossen zu svielen, die jetzt auf vielen Bänken, auf Regalen und Arbeitstischen und auf Arbeitsbrücken und Werkstücken saßen, alle im blauen Arbeitsanzug, und aufmerksam der Musik folgten. Die Musizierenden gaben sich denn auch besondere Mühe um eine schöne Wiedergabe der einzelnen Darbietungen der Konzert- und Marschmusik. Der Spielmannszug der Werkschar unterstützte in schneidiger Weise die Märsche, die das Programm brachte. Die Zuhörer ließen es an Beifall nicht fehlen. Eine schöne Bereicherung fand das Konzert dann noch durch einige Lieder, die die Werkschar gemeinsam sang. Zum Schluß spielten einige Kameraden der Werkschar im Mundharmonika-Orchester und errangen sich ebenfalls herzlichen Beifall. Dankbar für das fchöne Erlebnis dieser Stunde ging dann jedermann wieder an seinen Arbeitsplatz. 100Lahre Gewerbeschule Gießen. Von Baumeister, Oberingenieur K In diesem Semester blickt die Gewerbeschule Gießen auf eine 100jährige, erfolgreiche Tätigkeit als größte Handwerkerschule Hessens zurück. Sie wurde im Jahre 1837 unter Mitwirkung des da- daligen Hofkammerrats Hofmann durch den Lan- desgewerbeoerein als Handwerkerschule Gießen ins Leben gerufen. Den eigentlichen Unterrichtsbetrieb eröffnete sie am 14.1.1838 mit 28 Schülern. Der Landesgewerbeverein trug die Kosten der ersten Einrichtung und bestritt eine Reche von Jahren alle Ausgaben für die Unterhaltung der Schule. Die Schule war zunächst als Sonntags-Zeichenschule aufgezogen, Schulgeld wurde keines erhoben, da die Besoldung der Lehrkräfte von dem Landesgewerbe- verein getragen wurde. Die Aufsicht über die Schule führte der Großherzogl. Provinzial - Baumeister. Nach Gründung des Lokalgewerbeoereins Gießen im Jahre 1841 ging die Aufsicht auf den Vorstand dieses über. Im Jahre 1842 wurde eine Abendschule eingerichtet und von den zahlungsfähigen Schülern ein Schulgeld erhoben. Vom Jahre 1846 ab stellte die Stadt Gießen die Unterrichtsräume zur Verfügung und bestand nunmehr die Schule als Tagesschule, an der die Schüler an Sonntagen im Zeichnen, und an den Wochentagen in Materialienkunde, Naturlehre, Geometrie, Geschäftsrechnen und Buchführung unterrichtet wurden. Die stetig steigende Schülerzahl machte eine weitere Ausgestaltung des Lehrplanes notwendig, so daß hinfort als Lehrfächer noch Fachzeichnen, Darstellende Geometrie und Schattenkonsttuktion hinzukam. 1887 wurde die Schule in eine Erweiterte . Hust, Direktor der Gewerbeschule. Handwerkerschule umgewandelt und ein Hauptlehrer angestellt. Mehrfach trat ein Wechsel in den Unterrichtslokalitäten ein, eine Maßnahme, die sich nicht immer zum Vorteil der Schule auswirkte. Mit Rücksicht auf die verschiedenen Interessen der Handwerker und die den jungen Gewerbetreibenden zur Verfügung stehende Zeit, bestand damals die Schule aus folgenden drei Abteilungen: 1. Der Handwerker - Sonntagszeichenschule für solche Schüler aus Gießen und Umgebung, die verhindert waren, abends und an Werktagen am Unterricht teilzunehmen. 2. Der Erweiterten Handwerkerschule mit Unterricht an Wochenabenden und einzelnen Wochentagen. 3. Des offenen Zeichensaales mit Unterricht an Wochentagen. 1886 bestand die Schule noch aus vorerwähnten drei Abteilungen, von denen der offene Zeichensaal an Wochentagen vormittags von 8—12 Uhr für Gewerbetreibende unentgeltlich geöffnet war. Hier war Handwerkern und Gewerbetreibenden Gelegenheit geboten, sich unentgeltlich Rat zu holen und unter Anleitung der Lehrer Entwürfe und deren Ausarbeitung anzufertigen. Vom Jahre 1887 an gewährte die Stadt Gießen auch eine Geldunterstützung, ferner leisteten Zuschüsse der Landes- gewerbeverein, die Spar- und Leihkasse und der Lokalgewerbeverein. Träger der Schule war der Lokalgewerbeverein, dessen damaliger rühriger Vorsitzender der.Geheime Rat Prof. Dr. H. von Ritgen war. Die Schule erfreute sich in den folgenden Jahren der tatkräftigen Unterstützung des Gewerbe- Vereins, der Stadt Gießen, der Gießener Handwer« ker und Gewerbetreibenden, sowie der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt. Als sich die Unterrichtsräume in der alten Gewerbeschule im Asterweg infolge der Aufwärtsentwicklung der Schule als zu klein erwiesen, entschloß sich im Jahre 1907 der Ortsgewerbeverein, ein neues, allen Erfordernissen der damaligen Zeit entsprechendes Gewerbeschulgebäude zu errichten. Mit Unterstützung der Stadt Gießen, die das Grundstück Kirchstraße 16 kostenlos als Bauplatz zur Verfügung stellte und dank der hochherzigen Stiftung des damaligen Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins, des Kommerzienrats L. Heiligen st aedt, sowie der Opferfreudigkeit des Gießener Handwerks und Gewerbes, konnte der Neubau ausgesührt und am 26. Juli 1908 seiner Bestimmung übergeben werden. Seit 1904 ist jungen Handwerkern an der Gewerbeschule Gelegenheit geboten, sich bestens auf die Meisterprüfung vorzubereiten. Jahrzehnte hindurch war der jeweilige Leiter der Schule im Vorstand des Ortsgewerbevereins und Vorsitzender der Meisterprü- Am 20. und 21. INärz finde! die siebte und letzte Reichsftrahensammlung für das 1936/37 statt. Die Sammlung führt die Deutsche Arbeitsfront durch. fungskornrnission für die Provinz Oberhessen, eine Personalunion, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Schule gewährleistete und sich mcht zum Nachteil des Handwerks auswirkte. Von 1914 bis 1918 diente die Schule hauptsächlich als Lazarett und der Umschulung Schwerkriegsbeschädigter. Tausende ehrbarer Handwerksmeister Oberhessens und der angrenzenden preußischen Gebiete haben sich im Lause der hundert Jahre in dec Gewerbeschule das geistige Rüstzeug für den erfolgreichen Kampf ums Dasein als freischaffender Meister geholt. Kaum ein Baugeschäft ober Bauamt der Umgebung Gießens, wo nicht Männer vom Fach in verantwortlicher Stelle tätig find, die sich ihre grundlegenden technischen Kenntnisse und Fertigkeit ten in der Gewerbeschule geholt haben. Allen Gegen- ftrömungen zum Trotz hat sich die Schule schon vor Der nationalsozialistischen Revolution stets für den großen Befähigungsnachweis im Handwerk eingesetzt und in diesem Sinne die Belange eines hochqualifizierten handwerklichen Nachwuchses als ihre eigenen mit zäher Verbissenheit verfochten. Die Gewerbeschule ist die Mutter der Gewerblichen Berufsschule, die in diesem Jahre auf ihr lojähriges Bestehen zurückblickt und die mit ihr bis 1928 räumlich und bis 1933 in der Leitung verbunden war. 1928 ging das Gewerbeschulgebäude in den Besitz der Stadt über, die es für die Zwecke der Gewerblichen Berufsschule umbaute. Seit dieser Zeit befinden sich die Unterrichtsräume behelfsmäßig im Liebigbau (sogenannte Alte Klinik), doch ist zu hoffen, daß sie in absehbarer Zeit wieder ein endgültiges und zweckentsprechendes Heim findet. Das Gesetz über die öffentlichen Unterrichtsanstalten für freie und angewandte Kunst und die öffentliche Technischen und Gewerblichen Unterrichtsanstalten mit Staatsunterstützung vom 14. Dezember 1928 stellte auch die Gewerbeschule auf eine neue Rechtsgrundlage. Träger der Schule ist seit dieser Zeit die Stadt Gießen, die in anerkennenswerter Weise der Schule ihre Unterstützung leiht. Der Artikel 2 vorstehenden Gesetzes umschreibt kurz und klar die Aufgabe der Schule indem er besagt: Die öffentlichen Technischen und Gewerblichen Unterrichtsanstalten mit Staatsunterstützung haben die Aufgabe, Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 IBM Generalversammlung Samstag, 20. März, abends 8.30 Uhr im Restaurant »Zum Schipkapafi« Bahnhofstraße 7 Tagesordnung laut Rundschreiben Männetbadeverein e.V.1836 Der Vorstand 1813D Militärhosen nach Maß liefert H. Flach, Schneidermeister Neuenweg 9 I. 1744D iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiin Kleine Anneigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BieffenerAnxeigei iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii LMmirlWslillM gonfnmoerein Mselk Bilanz zum 31. Dezember 1936. Aktiva. JUt 4105.38 19 631.59 12522.66 100.— 1.— 300 — 222.19 100.— Kasse Waren Außenstände Immobilien Mobilien................. Beteiligung B.H.G. ....... Spar- u. Vorsch.-Ver. Wreseck Konto Wertpapiere........ Passiva. Geschästsguth der Genossen Guthaben der Lieferanten.. Guthaben derBäuerl. Haupt- genossenschast Betriebsrücklage Reservefonds Baufonds Gewinn 1936 JUt 2107.— 5 545.50 2596.27 7 500 — 6342.61 7 000 — 5 891.44 36 982.82 36 982.82 Der Aufsichtsrat. Der Vorstand. Vorstehende Jahresreckmung und Bilanz liegt acht Tage zur Einsicht der Mitglieder in der Geschäftsstelle, Kornblumenstraße 12, offen. Mitgliederbewegung: Am 1. Januar 1936 612 Zugang ..... 13 625 Abgang............. ... 9 Mithin am 31. Dezember 1936 616 Generalversammlung findet statt Mittwoch, den 24. März, abdS. 8'/, Ubr, bei Gastwirt Brann. — Tagesordnung: 1. Vorlesung u. Genehmigung der Jahresbilanz 2. Verteilung des Reingewinns 3. Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats 4. Vorlesung des Prüfungsberichts 5. BeMiedenes. 1801D AM 20.2t MÄRZ 193? F.ä*- '_______________________________ wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzjendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch Anwendung meiner Spezial-Bandagen nach Maß wird Ihr Bruch vollkommen und beschwerdefrei zurückgehalten. Viele Bruchleidende haben sich sogar geheilt. U.a. schreibt Herr Mendler: „Möchte Ihnen mitteilen, daß ich durch die von Ihnen verordnete Bandage trotz meinem Alter von 67 J ahi en von meinem Leistenbruch vollständig geheilt bin Seit beinahe einem Jahr brauche ich kein Bruchband mehr zu tragen und fühle auch keine Beschwerden. Die mir vorher hier verschriebenen Bandagen hatten dagegen keinerlei Erfolg und machten mir Schmerzen beim Tragen. Ich werde nicht verfehlen, Ihre werte Firma in meinem Bekanntenkreise sehr zu empfehlen und habe auch nichts gegen die Veröffentlichung des Briefes. Rudolf Mendler, Lager Verwalter, Berlin, Skalitzer- straße 29 a, den 18. Juni 32.“ Kostenlos zu sprechen in: Alsfeld, Donnerstag, den 18. März, von 11 bis IVg Uhr. im Hotel Deutsches Haus. Wetzlar, Freitag, 19. März, von 8 bis 11 Uhr. im Hotel Kaltwasser. Gießen, Freitag, 19. März, von 12 bis 3 Uhr, im Hotel Kobel. 1808d IGRuffing, Spezial bandag ist» Köln, Rlchard-Wagner-Str. 16 Hier abschneiden! I Solquelle 478 Sonnenstich tanz, Lied, Gesang oder beim Skat: Spiel aus der Hand. Solquelle, kochsalzreiche Quelle. Solfalz, aus Solquellen gewonnenes Salz. Sommerfrische, Erholungsort, während des Sommerurlaubs muß so gewählt werden, daß die größte Erholung der Nerven gewährleistet wird. Wichtig zur Erholung ist auch die Wayl der Gegend. Wer sich bester an der See erholt, fahre nicht ins Gebirge oder umgekehrt. Die Hausfrau braucht ebenso Erholung u. Entspannung, wie der berufstätige Mann. Wer im Sommer nicht verreisen kann, fahre in die Winterfrische. Es hat sich erwiesen, daß ein Urlaub im Winter noch erholender ist als im Sommer. Sonderschulen, Hilfsschulen für Blinde^ Taubstumme oder kör- perbehlnderte Kinder. Sonnenblume (Helianthus), einjährig, besonders auf dem Land geschätzt. Samen wird im April ausgesät od. Pflanzung der S. im Mai. Verlangen in trocknen Sommern reichliche Wastergaben und immer nährstoffreiche Erde. Große Blüten sehr wirksam, Samenkörner von Meisen gerne verspeist, dienen im Winter als wärmendes Futtermittel, ölhaltig. Außer den gelben Samen gibt es Blüten mit kastanienbraunem Rand, die als Schnitt- blumen dekorativ wirken. Sonnenbrand, eine durch Einwirkung der Sonnenstrahlen entstehende Verbrennung der Haut, die unter Umstanden sehr schmerzhaft sein und mit Blasenbildung einhergehen kann. Besonders leicht entsteht Sonnenbrand bei Eletscherwanderungen, auch bei Skilaufen, wenn die von Gletschern und Schnee zurückgeworfenen Strahlen auf die Haut einwirken können. Auch nach unbedachtem Sonnenbad ist Sonnenbrand die schmerzende Folge. Am besten ist es, die Haut vor der Bestrahlung mit Fett oder Oel oder mit besonderen Sonnenbrandsalben gut einzureiben und vor den Sonnenstrahlen, besonders vor den ultravioletten Strahlen zu schützen. Bei allmählicher Gewöhnung gibt es gewöhnlich keinen Sonnenbrand. Blondhaarige, hellhäutige Menschen sind im allgemeinen besonders gefährdet. Bei leichten Graden von Sonnenbrand schalt sich die Haut, in schweren Fällen ist aber auch das Allgemeinbefinden gestört (Kopfschmerzen. Uebel- keit, Fieber, Schüttelfrost usw.). Die Behandlung gehört in solchen Fällen unbedingt in die Hand des Arztes. In leichten Fällen genügt Einpudern oder Bestreichen mit Oel oder einer paffenden Salbe. Sonnenbrille. Schutzbrille gegen grelles Sonnenlicht aus dunklem Glas oder Horn. Man wähle große Gläser und Brillen, die dicht vor dem Auge sitzen, damit auch zwischen Brille und Auge kein Licht einfällt. Sonnenstich entsteht durch unmittelbare Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den unbedeckten CAR DY Feinseife Häutcreme Rasierseife Parfüm CARDY-Erzeugnisse: — — Güte und Preiswürdigkeit! Wirtschaft wegten sich die Veränderungen zwischen 0,50 bis 1 v. H. nach beiden Seiten. Am Montanmarkt ließen die Kurse gegen die Abendbörse vorwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. nach, fest lagen erneut Buderus Eisen mit 120,75 (119,25) in Erwartung der bevorstehenden Bilanzsitzung. Am Chemiemarkt notierten IG.-Farben mit 169,40 (169,65), Metallgesellschaft mit 156,50 (157) und Scheideanstalt mit unverändert 262. Elektropapiere wiesen nur geringe Veränderungen von 0,25 v. Sy auf, schwächer lagen Geffürel mit 144,50 (145,50). Maschinen- und Motorenwerte blieben gut behauptet, leicht nachgebend Daimler mit 126 (126,50). Befestigt waren Reichsbank mit 206,25 bis 207 (205,75), Westdeutsche Kaufhof mit 59 bis 59,75 (59) und Feldmühle Papier mit 139,75 (138), dagegen lagen in Bemberg größere Abgaben vor, die den Kurs auf 113,50 bis 114 (115,50) drückten. Gut behauptet lagen Cement Heidelberg mit 164,25 (164), AG. für Verkehr mit 131,75 bis 132 (132) und Deutsche Linoleum mit 174 (173,75). Der Rentenmarkt lag weiter still. Angesichts der zur Zeit noch laufenden Voreinzählungen auf die neue Reichsanleihe stehen größere Mittel für sozialistischen Gedankengut vertraut zu machen, was durch enge Zusammenarbeit mit der Kreisleitung Wetterau der NSDAP, geschieht. Die Schule ist heute dreisemestrig mit gesonderten Abteilungen für Hochbau, Schreiner, Maler und . Maschinenbauer. Die Abgangsprüfung vor der Prüfungskommission ersetzt den theoretischen Teil der Meisterprüfung und ermöglicht es befähigten Schülern, die Baumeister werden wollen, unter Anrechnung der hier absolvierten Semester auf einer höheren Bauschule ihre Ausbildung in zwei bis drei Semestern zu vollenden. Vorsitzender der Prüfungskommission und Staatlicher Prüfungskommissar ist seit langen Jahren Herr Reg.-Baurat Kuhlmann vom Hessischen Hochbauamt Gießen. Der Lehrplan ist den praktischen Bedürfnissen des Handwerks und der Wirtschaft angepaßt. Der Unterricht wird durch erfahrene Gewerbelehrer, Praktiker und Meister erteilt, wodurch eine lebendige Bekundung zwischen Theorie und Praxis gewährleistet ist. Seit 1924 ist der Gewerbeschule eine Schuhmacher-Fachschule angegliedert, deren Träger die Bezirksstelle Hessen des Reichsinnungsverbandes des Deutschen Schuhmacherhandwerks ist. Am Abschluß jeden Lehrganges ist den Schülern Gelegenheit geboten, die Meisterprüfung abzulegen. Es ist zu hoffen, daß durch das in Vorbereitung befindliche Reichs- Berufs- und Fachschulgesetz die Schule als Meisterschule die Stellung erhält, die ihr auf Grund ihrer Leistungen gebührt und daß sich die Zusammenarbeit zwischen Schule, Handwerk und Deutscher Arbeitsfront so eng gestaltet, wie dies im Interesse der einheitlichen Ausbildung und Ausrichtung des handwerklichen Meisternachwuchses erforderlich ist. Die Schule glaubt den Tag ihres 100jährigen Bestehens am würdigsten dadurch zu begehen, daß sie der Oesfentlichkeit durch eine Ausstellung von Schülerarbciten zeigt, was an ihr geleistet wird. Diese Leistungsschau, zu der jedermann freien Eintritt hat, ist geöffnet Sonntag, den 21. März, von 9 bis 13 Uhr, und Montag, den 22. März, von 8 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, im Schulgebäude Lie- bigstraße 16. In dem stolzen Bewußtsein, in den verflossenen 100 Jahren stets in vorbildlicher Weise für Handwerk und Gewerbe ihre Pflicht getan zu haben, geht die Gewerbeschule Gießen für die nächsten 100 Jahre an die Arbeit unter der Devise: „Nichts für uns, alles für Deutschland!" Iiindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 468 Stück Großvieh, 87 Fresser und 94 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 420 bis 520 Mark, 2. Qualität 250 bis 350, 3. Qualität 180 bis 220; Rinder vk= bis 3/4jäf)rig 80 bis 130, Vi- bis 2jährig 120 bis 190, tragend 250 bis 430; Kälber bis 2 Wochen 18 bis 25, bis 4 Wochen 30 bis 45, bis 6 Wochen 50 bis 60 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Mittelmäßig, lebhafter als am vorletzten Markt. Nächster Markt: 6. April. Mein-Mainische Börse. rNitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 16. März. Infolge des anhaltend schwachen Ordereinganges blieb das Geschäft an der Börse auf ein Mindestmaß beschränkt. Am Aktienmarkt erhielt sich indessen die freundliche Grundstimmung, und die Kurse bewährten auch weiterhin gegenüber der Geschäftsstille eine starke Widerstandskraft. Größere Veränderungen beruhen zumeist auf Zufallsausträge. Im Durchschnitt be- Unter Ausschluß der Oesfentlichkeit hatte sich die Große Strafkammer mit dem H. Sch. aus Gießen zu befassen. Es war ihm zur Last gelegt, an einem fünfjährigen Mädchen unzüchtige Handlungen begangen zu haben. Er wurde wegen Zuwiderhandlung gegen § 176 Ziffer 3 StGB, zu einer G e - fängnisstrafe von sieben Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft bestraft. Außerdem wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Sodann befaßte sich die Große Strafkammer mit der M. E. Sch. aus Ober-Mörlen. Sie stand wegen fahrlässiger Kindestötung unter Anklage. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß sie durch mangelnde Wartung und Pflege den Tod ihres unehelichen Kindes verursacht hatte. Sie wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnisstrafe v o n v i e r M o n a t e n und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Amtsgericht Gießen. Der Angeklagte A. K., 25 Jahre alt, aus Ober- Befsingen, fuhr am 19. Dezember 1936 mit seinem mit zwei Pferden bespannten Wagen von Nieder- Bessingen nach Ober-Bessingen. Um den Weg nach Ober-Bessingen zu verkürzen, wollte der Angeklagte einen dorthin führenden Feldweg benutzen, ver- die Börsenpapiere nicht zur Verfügung. Mtbesitz zogen 0,13 v. H. an auf 120,40, Städte-Altbesitz waren mit 123,50 gesucht, Kommunal-Umschuldung bewegten sich zwischen 91,35 bis 91,40. Das Geschäft war auch in der zweiten Borsen- stunde am Aktienmarkt sehr klein, auch die Kursabweichungen waren gering. Rückläufig lagen Reichsbank mit 206 nach 207, dagegen zogen Verein. Stahl 0,25 v. H. an auf 120. Von spater notierten Papieren waren stärker verändert: Eß- linqer Maschinen 115 (113,50), Conti Gummi 191 (189,75), Rhein. Braunkohlen 231,50 (230), dagegen Allq. Lokal und Kraft 147 (148). Am Kassamarkt stiegen Gebr. Adt auf 68 (65), Aschaffenb. Buntpapier kamen nach Briefstrelchung mit 79 (84,50) wieder zur Notiz. .. Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein, 4,50 d. Sy ßnipp schwächer mit 97,50 (98,13). Am Pfandbriefmarkt lagen einige Liquidationspfandbriese 0,25 v. H. schwächer. Von Stadtanleihen gaben 4,50 v. Sy Darmstadt von 1928 auf 96,50 (97) nach. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke Kleyer 109 bis 111, Wayß & Freytag mit 146 bis 148, Pokorny mit 134,50 bis 136,50 und Ufa Film schwächer mit 79 bis 78,50 (79,50). Tagesgeld war gefragt, der Satz wurde auf 3 o. Sy (2,75 v. Sy) erhöht. Abendbörse still und behauptet. Bei freundlicher Grundstimmung hatte die Abendbörse allgemein nur kleines Geschäft. Die Ausführungen Dr. Schachts auf der Hauptversammlung der Reichsbank wurden stark beachtet, auf die Kursentwicklung blieben sie aber infolge der Geschäftsstelle ohne Einfluß. Gegen den Berliner Schluß blieben die wenigen notierten Papiere behauptet oder wichen nur ganz geringfügig ab. Höher lagen Aschaffenburger Zellstoff mit 137,50 (136,75). Am Einheitsmarkt wurden Gebr. Adt mit unverändert 68 notiert, während Faber & Schleicher auf 74,50 (75) abbröckelten. Der Rentenmarkt lag wieder sehr ruhig. Etwas fester lagen 1951er Verein. Stahl mit 96,45 (96,25). U. a. wurden notiert: 4,50 v. Sy Krupp 97,50, 6 v. Sy IG. Farben 134,75, Reichsbahn-DA. 124,90, 5 v. H. Verein. Stahl 100,75, 4,75 v. Sy (1951) 96,45, 4,75 (19’7) 97, 4,50 d. Sy do. 95,75, Commerzbank 116,25, DD.-Bank 120, Pfälz. Hyp.-Bank 100,75, Buderus 121, Ilse Genuß 145, Mannesmann 118,75, Mansfeld E 153,25, Rhein. Braunkohlen E 231,25, Rheinstahl 159,75, Laurahütte 19,50, Adt, Gebr. 68, Aschaffenburger Zellstoff 137,50, Bemberg 113,75, Conti Gummi 191,50, Deutsche Erdöl 146, Scheideanstalt 262, Eßtinger Maschinen 115, IG. Farben 169, Geffürel 144,50, Goldschmidt 126, Faber & Schleicher 74,50, Holzmann 145,90, Metallgesellschaft 156,50, Moenus Maschinen 107, Schuckert 165,50, Verein. Ultramarin 142, Züddeutsche Zucker 200. die Schüler fachlich derart auszubilden, daß sie l Große Strafkammer Gießen selbstandlg arbeiten können und sich die für die Lei- v ’ tung eines technischen oder gewerblichen Betriebes erforderlichen wirtschaftlichen und kaufmännischen Kenntnisse erwerben. Zu dieser Fachaufgabe tritt seit der Machtübernahme durch die NSDAP, die besondere Aufgabe hinzu, den handwerklichen Nachwuchs zu nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung zu erziehen und ihn mit dem nationalpaßte diesen aber, da er in stark angetrunkenem Zustande war. Er versuchte nun durch Rückwärtsstoßen seines Wagens, an dem ein Schäferkarren befestigt war, bis zu dem fraglichen Feldweg zu fahren. Der Schäferkarren stellte sich aber quer über die Straße, außerdem löste sich ein Zugseil, so daß der Angeklagte jede Durchfahrt ca. zehn Minuten unmöglich machte und andere Verkehrsteilnehmer, darunter einen Arzt, der zu einem kranken Kinde fahren mußte, am Weiterfahren hinderte. Auf die Bitte der anderen Verkehrsteilnehmer benahm sich der Angeklagte noch frech. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen war er in eine Haftstrafe von einer Woche wegen Übertretung der R. St. DO. genommen worden. In der gestrigen Hauptverhandlung, auf seinen Einspruch hin, wurde die Schuld des Angeklagten einwandfrei festgestellt. Das Gericht erhöhte die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe von einer Woche auf zehn Tage Haft und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Strafschärfend wurde die Gemeingefährlichkeit des Verhaltens des Angeklagten berücksichtigt. Mit Rücksicht auf die täglich zunehmenden Verkehrsunfälle, durch angetrunkene oder betrunkene Verkehrsteilnehmer verursacht, mußte auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden, zumal der Angeklagte schon vorbestraft ist und der Strafzweck nur durch Verbüßung einer Freiheitsstrafe erreicht werden kann. Schmutzige sanae gibt’s nie beim Einwachsen mit dem guten Büffel- Glanz und der guten Büffel-Beize. Zu jeder Dose gehört ja ein fettdichter Handschuh. So gut und so billig wie bisher F abrikniederlagen: Drog. H.Elges, Germania-Drog. C. SeibeL i62sV viiMM Düngemittel Torimull Gartenkies § Solnhoier ° Garieawegplatten H. Glatthaar & Schn F rankfurt. Str. 19 Mühlstr. 18 Telef. 3144/3145. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund« preis von 5 pf. für die Millimeter« reite veröffentlicht das Ei des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus Kassenlieferant, Seltersweg 33 Willst du an schönen Möbeln dicherfreun So eile schnell zu Sommeriad nach Beuern Ständig großes Lager handwerklich hergestellter Möbel vorhanden Rudolf Sommeriad, Beuern Möbelwerkstätte / Telephon 53 Großen-Buseck 1805 D Sonnenuhr 4?4 Soubrette Kopf und Nacken. Anzeichen sind heftige Kopfschmerzen, Uebelkeit, Schwindel, Ohrensausen, in besonders schweren Fällen Kollaps und Tod. Am besten trägt man immer in der Sonnenhitze eine entsprechende Kopfbedeckung, am besten mit Nackenschutz in der Art wie die Tropenhelme find, Vg-l. Hitzschlag. Sonnenuhr, Vorrichtung, die durch den Schatten eines Stabes auf einem Zifferblatt den Sonnenstand und damit die Uhrzeit anzeigt. Sonntag, der erste Tag der Woche, der ursprünglich dem Sonnengott geweiht war und daher seinen Namen hat. Sonnwendfeuer, Johannisfeuer, nach germanischen Ueberlieferun- gen zur Sommer- und Wintersonnenwende entfachte Feuer. Der alte Volksbrauch ist heute wieder zum Leben erweckt. Soor, Schwämmchenkrankheit; s. d. Sophia, weibl. Vorname, griech. Herkunft, mit der Bedeutung „die Weisheit". Sorbet, Scherbett, orientalisches Getränk aus Fruchtsaft, Zucker, anderen Zusätzen und Eis. Heute werden aus Fruchteis und Zutaten die verschiedensten Arten von Sorbets hergestellt. Sorgerecht ist das Recht und die Pflicht, für die Person des minderjährigen Kindes zu sorgen; es ist ein Ausfluß der elterlichen Gewalt. Das S. umfaßt das Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen. es zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen. Der Inhaber des S. kann von jedem die Herausgabe des Kindes verlangen, der es ihm widerrechtlich vorenthält. (Klage auf Herausgabe.) Das S. steht regelmäßig dem Vater zu. Ist eine minderjährige Tochter verheiratet, so hat der Vater nur die Vertretungsmacht. Ist die Ehe geschieden, so steht die Sorge für die Person der Kinder dem schuldlos geschiedenen Ehegatten zu. Sind beide Ehegatten für schuldig erklärt, so hat die Mutter das S. für die Söhne unter 6 Jahren und die Töchter, der Vater für die Söhne über 6 Jahre. Das Vormundschaftsgericht kann im Interesse des Kindes eine andere Regelung treffen. Es kann bei Mißbrauch (Mißhandlung, Verhinderung am Schulbesuch, ungebührliche Inanspruchnahme der Arbeitskraft des Kindes, Vernachlässigung desselben, ehrloser Lebenswandel des Berechtigten) das S. entziehen. Derjenige Elternteil, dem das S. nicht zusteht, behält die Befugnis, mit dem Kind persönlich zu verkehren. Das Vormundschaftsgericht kann bestimmte Tage und Zeiten feft- legen, an deneck der betreffende Elternteil mit dem Kinde zusammenkommen darf. Sortieren, entbehrl. ital. Fremdwort für ordnen, ouseinanderle- gen, sichten, eingliedern. Sortiment, ital. Fremdwort, zu ersetzen durch: Auswahl, Zusammenstellung, Musterlager. Soubrette, franz., Bedeutung = Zofe. Kämmerkätzchen, Theater- Fleisch braten — aber ohne Fett! Das geht wunderbar im Saftbrater. Fleisch im eigenen Saft, Fisch und Gemüse ohne Wasser — kein Anbrennen, kein Begießen. Einfach ideal. Das müssen Sie sich mal ansehen und erklären lassen. Bei Häuser wird Ihnen der Saftbrater gern gezeigt. 3. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Maria, sage es! denn es ist beute kein Geheimnis mehr, daß Dr. Burchards Blut- u. Darmreinigungs-Perlen so wirkungsvoll bei trägem Stuhlgang und Hautunreinigkeiten sind. 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Fox-Ton Woche Lichtspielhaus Gießen Ab heute 1818 A ein Film voll Heiterkeit u. Frohsinn Heinz Rühmann Paul Hörbiger Hans Holt - 3 Kanonen des Humors in Nestroys erfolgreicher Posse Weitere Darsteller: Hilde Krahl, Alice Brandt Fritz Imhoff Anton Pointner REGIE: GEZA VON BOLVARY ‘VaqabütuiuA Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Donnerslag, den 18. März 1937, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Sri und Stelle tBekannt- gabe erfolgt im Bersteigerungs- lokal Neuenweg Är. 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 3Personenwagen,10 Autoreifen, 2 elektr. Kühlschränke, 1 Sosa, 1 Korbgarnitur, 4 Sessel, eine Kautsch, 3 Tische, 2 Diplomatenschreibtisches Stühle, ZBüfettS, 1 Vitrine, 1 Ladentheke, eine Ladenkasse,l Bücherschrank, zwei Kassenschränke, 1 Warenschrank, 1 Akt enrollschrank, 2 Klaviere, 6 Schreibmaschinen, 2 Nähmaschinen, 2 Grammophone, ein Kollier, 1 Damenarmb anduhr, 1 Standuhr, 1 Friseurtoilette, 1 Hobelbank, 11 Särge, eine elektr. Bohrmaschine, 400 Stabl- lAaufeln, 65 Kaffeekannen, zehn Schraubzwingen, 240 Mausefallen, 25 Butterkübler, 15 Verdunstschalen, 20 Beneckkasten, 126 Avisen, 3 Fleischmaschinen, 3o Mobelgrme, 2 Haushaltwaagen,lOMilchtöpfe,10 Kaffeekannen, 5 Kochtöpfe. Bestimmt: 1 Warengestell, neu, verstellbar, 1 Partie Pelzwaren, wie 1 Mantel, 1 Jacke, Kragen, Krawatten u. and. mehr. m7D LNöll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwlgstratze 331, Telefon 3239. TrepDür-Scbnell6lani für Treppen und Fußböden, hell und rotbraun, trocknet sofort, in Flaschen und lose, VoLiter 70»X bei: Georg Wallenfels ander Engelapotheke oiasi Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Telephon 2486 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen, Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- keine Nebengebühren. 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