Donnerstag, lö.vezember 1057 Nr. 293 Erstes Blaff 187. Jahrgang I s. ? 1. II 2. 3. 1 5. 6. Pa- 7. Deutschland sorgt für die Opfer der Arbeit i e n von Die live des einzelnen in der Wirtschaft so frei sich auswirken zu lassen, wie dies überhaupt denkbar ist. Den höchsten Grad persönlicher Freiheit im wirtschaftlichen Schaffen kann der Staat dann gewähren, wenn alle Männer der Wirtschaft die Höch sie Disziplin gegenüber der Gesamtheit zum Gegenstand ihres handelns gemacht haben. bereits mehreren hundert Kindern zuteil geworden. Die gleiche Kinderverschickung wird für das r h e i - nisch-westfälische I n d u st r i-e gebiet in Kürze zur Durchführung gelangen. Ebenso sind im Laufe des vergangenen Sommers 157 Kinder von verunglückten Seeleuten zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt an die See geschickt worden. zusprechen. Ju allerletzter Zeit wurde noch eine weiters Crv- Berlin, 15. Dez. (DNB.) Dem Ehrenausschuß der „Stiftung für Opfer der Arbeit, dem die Staatsräte Walter Schuhmann, MdR., Dr. Fritz Thyssen, MdR., und Dr. von Stauß, MdR., angehören, lagen mehr als 2000 Gesuche zur Entscheidung vor. Aus dem Bericht des ehrenamtlichen Geschäftsführeres, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, ergab sich, daß die Stiftung neben der laufenden Betreuung der Opfer der Arbeit wie bisher auch bei den verschiedenen größeren Unglücksfällen in der letzten Zeit helfend eingegriffen hat. Außerdem ist die Kinderverschickung gegenüber dem Vorjahre weiter gesteigert worden. Es handelt sich dabei um die Kinder von Vätern, die in ihrem Beruf tödlich verunglückt Die Ablieferung von Brotgetreide. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat angeordnet, daß das im laufenden Getreidewirtschaftsjahr abzuliefernde Brotgetreide, ebenso wie im vergangenen Jahr, spätestens bis zum 2 8. Februar 19 3 8 restlos abgeliefert werden muß. Die Dienststellen des Reichsnährstandes werden darauf hinwirken, daß die Landwirtschaft, soweit es betriebswirtschaftlich möglich ist, auch schon vor diesem Zeitpunkt ihre Ablieferungspflicht in möglichst großen Umfange erfüllt, um so zu verhindern, daß unmittelbar vor dem festgesetzten Schlußtermin ein übermäßiges Angebot von Brotgetreide auf den Markt kommt. daß es den Höch st en Nutzen für die gesamte Volkswirtschaft erzielen könne. Im letzten Teil seines Vortrages beschäftigte sich der Redner mit den Fragen der Sozialpolitik, wobei er betonte, daß im Verhältnis vom Lohn zum Preis der Grad dessen liege, was sozialpolitisch erreicht worden sei. Uebergehend auf seine besondere Tätigkeit als Reichskommissar für die Preisbildung führte Gauleiter Wagner dann noch aus, daß die Preispolitik auf die Dauer nur dann erfolgreich fein könne, wenn sie gleichzeitig auf die Sozial- und Lohnpolitik Einfluß zu nehmen in der Lage sei. Ein Unternehmer, der zur Vergrößerung seiner Produktion gelernte Arbeitskräfte zu erhöhten Löhnen an sich ziehe, könne nicht damit rechnen, daß ihm Preiserhöhungen für seine Produkte zugestanden würden. Gauleiter Wagner schloß seine mit starkem Beifall bedachten Ausführungen mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit, sich auch weiterhin mit allen Kräften für die Erreichung der Ziele des Nationalsozialismus auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete einzusetzen. Z. d. R. Wie mir schon kurz gemeldet haben, tritt, nachdem vor einigen Wochen bereits eine Anzahl von Markenartikeln im Preise herunteraesetzt worden sind, eine weitere Preissenkung von Markenartikeln in Kraft, die sich diesmal auf die Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie erstreckt. Insbesondere werden hiervon die bekannten- Fleischbrühwürfel, Suppenextrakte, Kornkaffee, Backhilfsmittel, Puddings u. a. m. betroffen. 3 0 namhafte Markenartikelfirmen der Lebensmittelindustrie haben entsprechend dem Appell des Reichskommissars für die Preisbildung ihre Preisgestaltung überprüft und haben zur Steigerung der Kaufkraft und des Lebensstandards des deutschen Volkes Vorschläge für eine Preissenkung gemacht. Diese Preissenkungsangebote der Industrie, die unter Berücksichtigung der eigenen erzeugungs- und betriebswirtschaftlichen Verhältnisse erfolgt sind, hat der Preiskommissar angenommen, so daß noch vor Weihnachten für 140 verschiedene Artikel der Lebensmittelbranche die Preisermäßigung in Kraft tritt, die sich bei den einzelnen Erzeugnissen zwischen 3 bis 20 v. H. bewegt und im Durchschnitt eine siebenprozentige Senkung der Markenartikelpreise ausmacht. Sowohl die Art der Durchführung als auch die Höhe der einzelnen Preissenkungen zeihen, wie sehr trotz des Führungsanspruchs des Staates in der Preisbildung der freien Initiative und den wirtschaftlichen Belangen des einzelnen Unternehmens freier Spielraum gelassen wird. Die deutsche Wirtschaft ist ein viel zu kompliziertes und organisches Instrument, als daß schematisch in dieses Gebilde eingegriffen würde. Der Staat richtet durch ölsuche-Konzession im Papua-Gebiet, auf einer Fläche von 48 000 Acres, 86 Meilen nordwestlich von Port Moresby und 45 Meilen südwestlich von Kerema an von R. S. Haynes und Walter Marks mit Kapital 125 000 Pfund gegründete Gesellschaft Papuan Apinaipi Petroleum Co., Ltd. vergeben. Das Gebiet dieser Konzession soll besonders gute Aussichten bieten, wie seinerzeit durch die Anglo- Persian (heute Anglo - Jranian) Co. festgestellt wurde. Die nötigen Maschinen wurden in Amerika bestellt. Die Gesellschaft Island Exploration Co., Ltd. hat Ende August außer den Arbeiten auf ihrer Konzession im Papua-Gebiet auch Forschungen nach Erdölvorkommen im Neuguinea- Mandatsgebiet in die Wege geleitet. Die Arbeiten werden in der Hauptsache von neuseeländischen Geologen in der Gegend von Madang ausgeführt. Die Preissenkung für Markenartikel der Lebensmittelindustrie von Oil Search, Ltd., die als Tochtergesellschaft der Anglo-Jranian (früher Anglo-Persian) Oil Company, sich aktiv an den Forschungen nach Erdöl auf dem australischen Festlande beteiligt. Schließlich soll noch eine in Melbourne in Bildung begriffene Gesellschaft sich um eine Konzession von 20 000 Quadratmeilen im westlichen Teil von Pa- Dirtschaft ist und bleibt die Dienerin der Nation insofern, als sie abhängig ist von den großen politischen Zielen und Bestrebungen des Staates. Eine absolute Freiheit des einzelnen Wirtschaftenden ist ebensowenig möglich wie die individuelle Freiheit des politisch Tätigen. Die Grundlagen des Wirtschaftens müssen nach Möglichkeit auf einigen wenigen übersichtlichen Prinzipien beruhen. Der Staat muh in seiner staatspolitischen Lenkung in geeigneter Weise den laufenden Veränderungen der wirtschaftspolitischen Situationen Rechnung tragen. Je größer die vorhandenen Rohstoffmen- g e n sind, je reibungsloser also Erzeugung und Verbrauch sich entwickeln, um so geringer sind die Notwendigkeiten für ein Eingreifen von staatlicher Seite; je stärker bestimmte Ver- knappungserscheinungen auftreten, um so stärker muh sich die S t a a t s f ü h - r u n g um die Dinge kümmern. Der Staat kann diese Aufgaben nur erfüllen, wenn er finanz- und kreditpolitisch völlig souverän ist. Jede kluge staatliche Lenkung der Wirtschaftspolitik wird immer bestrebt sein, die 3 n i H a - sind. Diese Erholung ist im Gau ihnen überlassenen Realsteuern und der neuen noch nicht endgültig feststehenden Regelung der Gebäudeentschuldungssteuer, wesentlich weniger an Reichs st euerüberweisun- a e n als bisher. Der Hundertsatz der Gemeinden soll mindestens 20 und höchstens 30 der Anteile des Landes an den Reichssteuern betragen. Die eingesparten Summen werden dem Ausgleich innerhalb der Gemeinden dienen. Auch die armen Gemeinden sollen in der Lage sein, ihre Selbstverwaltungsaufgaben wahrzunehmen. Die Zuweisungen werden daher nach einem Schlüssel erfolgen, bei dem neben der eigenen Steuerkraft der Gemeinde auch die Zusammensetzung ihrer Bevölkerung, z. B. der Kinderreichtum, eine Rolle spielt. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.250/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gauleifer Joses Wagner spricht in Sagen. Hagen, 16. Dez. (DNB.) Auf Veranlassung des Gauwirtschaftsberaters Westfalen-Süd wurde in Hagen eine wirtschaftspolitische Kundgebung veranstaltet, in deren Mittelpunkt eine Rede des Reichskommissars für die Preisbildung und Oberpräsidentey Gauleiter Josef Wag- n e r stand. Eingangs betonte er, daß d i e Politik immer den Vorrang vor der Wirtschaft haben müsse, da wirtschaftliches Blühen und Gedeihen unabänderlich gebunden seien an die Größe, Kraft und Zielstrebigkeit einer wirklich echten und gesunden Staatspolitik. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den fünf Jahren seit der Machtübernahme fei der Beweis dafür, wie auf dem Wege einer kraftvollen politischen Entwicklung auch die wirtschaftliche Gesundung einer Nation herbeigeführt werden könne. Wirtschaftliche Führung habe grundsätzlich von zwei Dingen auszugehen: Einmal von dem absoluten Wollen, den übergeordneten politischen Willen der Staatsführung zum unbedingt anerkannten Herrn über alle Gebiete des Lebens zu machen, und zweitens von dieser Stellung aus in einer Art und Weife das gesamte wirtschaftliche Leben so zu beachten, zu beeinflussen und notfalls so zu lenken, daß der größtmögliche Erfolg für die Gesamtheit erreicht werde. Der Redner stellte in diesem Zusammenhang a ch t Richtlinien heraus, nach denen die Wirtschaftspolitik sich auszurichten habe: PoliiikundWittschastimnaiionalsozialistifchenGiaat Grundsätzliche Ausführungen des Reichskommiffars für die Preisbildung. Oer Finanzausgleich zwischen Ländern und Gemeinden. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Nachdem durch die Neuregelung der Real steuern das Gesamtaufkommen hieraus den Gemeinden vorbehalten bleibt, mußte auch eine entsprechende Übertragung von bisherigen Länderaufgaben auf die Gemeinden erfolgen. Sie ist in Gestalt von Grundsätzen vorgenommen worden, die der Reichsfinanz- und der Reichsinnenminister über den Finanz- und Lastenausgleich zwischen Ländern und Gemeinden erlassen haben. Die Grundsätze bedeuten vor allem eine Stärkung der Selbstverwaltung. So wird festgesetzt, daß die Gemeinden die sächlichen Ko st en der Volksschulen zu tragen haben und die Länder dafür sorgen, daß auch in leistungsschwachen Gemeinden die Aufbringung der Schulbaukosten gesichert ist. Von besonderer Bedeutung ist der neue F i - nanzausgleich zwischen Ländern und Ge- mbnden. Die Gemeinden bekommen wegen der pua bewerben. Auch im niederländischen Teil Neuguinea wird eifrig nach Erdöl gesucht. Standard Oil Co. of California hat dort eine Konzession über 1482 000 Acres erworben. Eine weitere Konzession gehört der gleichfalls mit dem Standard Oil - Konzern verbundenen Netherlands New Guinea Petroleum Co. Es verlautet, daß einige japanische Firmen, wie Mitsui und Mitsubishi von den niederländischen Behörden die Genehmigung erhalten haben, Forschungen nach Erdöl in Holländisch-Neuguinea zu betreiben. Die Konzessionäre haben erstklassige Sachverständige zu den Arbeiten herangezogen und benutzen die modernsten technischen Hilfsmittel und Maschinen, während die Verbindung mit der Außenwelt durch eigene Wasser- und Landflugzeuge aufrecht erhalten wird. Auch bekannte Forschungsreisende wie z. B. Jack H i d e s, der vor etwa einem Jahr von einer abenteuerlichen Reise durch unerforschte Teile des Neuguinea-Mandatsgebietes und Papua zurückkehrte, werden zu der Arbeit herangezogen. Es steht zu erwarten, daß Konzessionen für Erdölsuche im Mandatsgebiet von Neuguinea von verschiedenen Gesellschaften, darunter von der bereits genannten Gesellschaft Oil Search, Ltd. gesucht werden. Die augenblickliche Suche nach Erdolquellen m Neuguinea bietet ein buntes, internationales Bild. Die geologischen Formationen der Insel, die eine einheitliche Struktur besitzt, dürften in den unter verschiedenen Hoheitsrechten stehenden drei Teilgebieten in die Neuguinea politiscb zerfällt, dieselben fein. Auch im früher deutschen Teil ist Erdöl vorhanden: denn es liegen offizielle Mitteilungen über solche Vorkommen am Sepik- Flutz, in der Nähe der holländischen Grenze bei Bongu, vor. Die endgültige Feststellung von wirtschaftlich wertvollen Petroleurnguellen dürfte bloß eine Frage der Zeit sein. Es sind daher nicht nur patriotisch-sentimentale Gründ,e oder strategische Erwägungen, die in der soeben abgeschloffenen Tagung australischer Frontkämpfer in Sydney, die Forderung aufstellen ließen, daß Neuguinea-Mandatsgebiet zu annektieren. Um nicht zu einseitig zu erscheinen, wurde von der Tagung noch der Beschluß gefaßt, sich überhaupt gegen die Rückerstattung irgend welcher deutscher Kolonien aus- Gauleiter Wagner hob sodann hervor, daß es für den Nationalsozialismus kein sogenanntes Wirtschaftssystem gebe. Es sei vielmehr danach zu verfahren, daß das, was zweckmäßig und vernünftig in der Hand des privaten Wirtschaftsunternehmens liege, dort bleiben solle, und das, was zweckmäßig in der Hand des Staates aus übergeordnetem Interesse fein müsse, dahin gehöre, wie auch gemischte Erscheinungsformen respektiert würden, wenn sie zweckmäßig seien; denn jedes Unternehmen solle so in seinen Besitzverhältnissen gestaltet sein, Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätsdruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Lchulftrahe 7 seine Organe vielmehr lediglich einen Appell an die Betriebsführer, und der Erfolg zeigt, daß die staatliche Wirtschaftsführung auf dem richtigen Wege ist. Die Lebensmittelindustrie ist angesichts der völlig veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse und der gestiegenen Kaufkraft der Bevölkerung von sich aus an die Überprüfung der Preise ihrer Erzeugnisse herangegangen. Auch in den Nachgeordneten Wirtschaftsstufen, im Verteilerapparat, hat man mit erfreulichem Verständnis diese Dinge ausgenommen. Wir erinnern uns bei dieser Gelegenheit der Opfer, die bei früheren Preissenkungsaktionen von einzelnen Wirtschaftskreisen getragen werden mußten, als der Jnteressentenstandpunkt überwog und z. B. der Einzelhandel mit großen Lagerbeständen von heute auf morgen vor eine Preissenkung gestellt war, die ihm schwere finanzielle Opfer brachte, und zumindest in der Übergangszeit nicht nur das Risiko, sondern auch die Kosten dieser Preissenkungen allein auf seine Schultern legte. Es ist selbstverständlich, daß im nationalsozialistischen Staate eine solche Verlagerung der Opfer auf einzelne Schultern vermieden wird. Im vorliegenden Falle hat schon im vergangenen Monat eine gütliche Vereinbarung stattgefunden, durch die dem Einzelhandel die alleinige Last der Preissenkung abgenommen wurde. Diese Tatsache hat dazu geführt, daß auch der Lebensmittelhandel mit großer Einsatzbereitschaft an der Preisverbilligung mit- wirkte, und daß die Derbraucherschaft noch rechtzeitig vor Weihnachten in den Genuß dieser Ermäßigung kommt. Bo.— - Erdöl in Neuguinea. Von unserem v. Ek -Berichterstatter. Nachdruck verboten? Granville, im Dezember 1937. Neuguinea, die zweitgrößte Insel der Erde, ist erst in den letzten Jahrzehnten an die Weltwirtschaft angeschlossen worden. Ihre Bedeutung als Goldproduktionsland ist bekannt. Weniger in der großen Oeffentlichkeit bekannt ist, daß in den letzten Jahren dort von den größten O e l - konzernen der Welt eifrige Nachforschungen nach Erdöl unternommen werden, die darauf schließen lassen, daß Neuguinea später eine Rolle im Wettstreit der Nationen um die Sicherung der Treibstoffversorgung zugbacht ist. Aus .gewissen naheliegenden Gründen wird allerdings von den offiziellen australischen Stellungen verneint, daß irgendwelche Erdölvorkommen im früheren deutschen Teil der Insel, dem heutigen Neuguinea-Mandatsgebiet, entdeckt worden seien. Man befürchtet die Geltendmachung deutscher Ansprüche und vermeint weise zu handeln, wenn man den wirtschaftlichen Wert des früheren Kaiser- Wilhelm-Landes zu verringern sucht. Die ersten Erdölverkommen wurden bei Kerema, am Papua-Golf im Papua-Territorium im Jahre 1911 entdeckt. Es folgten bald weitere Entdeckungen im Tale des V a i l a l a - F l u f f e s. Obwohl der Weltkrieg eine Stockung in der For- fcherarbeit hervorrief, stellte die australische Regierung auch weiterhin bedeutende Mittel für die Suche nach Oel zur Verfügung. Die dafür von 1912 bis 1929 verausgabten Beträge sollen sich auf mehr als 550 000 Pfund stellen. Erst 1934 wurden vom Gesetzgebenden Rat des Papua-Territoriums, wie es scheint auf Anregung der britischen Regierung, Verordnungen herauszugeben, die durch die Vergebung von Konzessionen auch die großen Erdölkonzerne für die Vorkommen in Papua zu interessieren vermochten. Nachdem im Jahre 1936 die bestehenden Bestimmungen noch weiter erleichtert wurden, haben sich die großen Erdölkonzerne in das Papua-Gebiet geteilt, indem Konzessionen von ihren Tochtergesellschaften, die entweder in Australien selbst oder in Papua eingetragen sind, erworben wurden. Nach den heute geltenden Bestimmungen können an solche Gesellschaften Konzessionen für die Suche nach Oel auf Gebieten bis zu 20 000 Quadratmeilen erteilt werden. So erhielt denn die von der Shell Company gegründete Papuan Oil Development Co. eine Konzession über 20 000 Quadratmeilen am Fly- und am Strickland-Flusse. Diese, eine Zentrallage einnehmende Konzession, ist von allen Seiten durch drei Konzessionsgebiete der Island Exploratton Co., Ltd., einer Nebengesellschaft der Vacuum Oil Company, die zusammen etwa 21 000 Quadratmeilen umfassen, eingeschlossen. Etwas weiter östlich liegt die 12 000 Quadratmeilen umfassende Konzession der Oriomo Oil Co., Ltd., einer Nebengesellschaft trldyetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlsurt am Main 11688 Der Ehrenausschuß beriet dann über 2162 Gesuche. Es wurden 1524 Gesuche mit im Gesamtbetrag von 322 350 Mark in einmaligen und lausenden Zahlungen bedacht, 578 Gesuche mußten abgelehnt werden, da die wirtschaftliche Lage nach den Richtlinien der Stiftung als nicht besonders ernst anzusehen war oder da die sonstigen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Aus der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" gelangten im Jahre 1937 rund 50 000 Mark zur Ausschüttung. Die gesamten Bewilligungen aus den Mitteln der Stiftung erreichten damit einen Bettag von rund fünf Millionen Mark. Es ist dafür Sorge getragen, daß die bewilligten Unterstützungen noch rechtzeitig vor Weihnachten in die Hände der betreffenden Volksgenossen gelangen. Sonderzuwendung sürdieAntzehörigen verunglückter Neichsautobahnarbeiter. B e r l i n , 15. Dez. schichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von 'Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigen den Eindruck der Lektüre auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnachtsgeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde | Mietgesuche | [Stellenangebote] 2 tüchtige Hausmädchen gesucht. Schriftliche Angebote ü. 06086 an den Gießener Anzeiger erbet. 3 4Zim. Wohn. von jung. Ehe- vaar zum 1. Februar oder spät, zu mieten gesucht Schriftl. Angeb. unter 06090 an d. Gieß. Anzeig. Suche für 15. Januar ober 1. Februar 1938 3-4-Zimm.-Wohn. mit Zubehör ev. Garage. msoD Angeb. an Frau Gridi iDienmener Hertschina am Ammersee (Olierbanern). berufstätige junge Dame sucht für sofort schön möbliertes Zimmer schriftliche Angebote u. 06085 an d. Gieß. Anz. 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Dezember 1937 Auf jede gezogene Nnmmer sind zwei gleich hoke Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3n der heutigen DormkttagSziehung wurden gezogen 2 Gewinne ,u 60000 RM. 273679 2 Gewinne zu 5000 RM. 95057 2 Gewinne zu 3000 RM. 324683 8 Gewinne zu 2000 RM. 121160 184472 236961 354141 12 Gewinne zu 1000 RM. 66672 68183 260778 314981 334929 366010 22 Gewinne zu 800 RM. 12049 114845 139618 149809 256125 258464 315660 329420 344449 359873 386947 48 Gewinne ru 500 RM. 14842 20549 32386 90803 106162 118944 124140 141462 170770 176882 184522 199475 204532 227836 239574 243115 248827 266499 287884 334625 367876 370475 381471 394781 196 Gewinne zu 400 RM. 831 4872 10399 11429 12313 14612 19297 19549 19791 23072 35179 41247 45094 47264 47853 60705 52418 68214 59529 61672 64370 65363 67702 71608 77888 83956 89815 98124 100606 107118 108021 109637 121125 127993 131571 136865 152459 167559 168152 168748 170376 174141 177809 188782 188909 189159 196198 197378 199602 202870 212265 224662 226621 229498 229524 236976 243359 244571 245366 245688 256808 261980 262823 263725 265481 266337 268116 271322 278153 281366 282941 285913 287521 297676 305265 313947 322580 323058 325015 325543 328531 329677 329698 334518 338791 339043 341054 342327 349960 351489 352097 355540 356756 360314 369942 377696 392845 398948 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen Ein großer und ein mittelgroßer Eisschrank sowie eine (93390 Büfettaufsatz- Vitrine zu verkaufen. 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Die Verschmelzung eines beispiellosen Völker- und Rassengemischs und seine Staatwerdung in hartem Kampf mit der Natur, mit Ureinwohnern und Nachbarn und schließlich mit dem britischen Mutterlande, das sind Vorgänge, die in ihrer Rückwirkung aus die Alte Welt auch für uns wichtig genug geworden sind. Trotzdem machen die meisten von uns von den Jndianerbüchern unserer Jugend einen gewaltigen Sprung zum Welkrieg, der uns die gewaltigen Energien dieses jungen Volkes, aber auch die politischen Ideale und realen Kräfte, die in ihm wirken, vor Augen geführt hat. So begrüßen wir jeden Versuch, diese Lücke auszufüllen und namentlich die für den Prozeß der Volkwerdung und für das Erwachen des Staatsbewußtseins der Amerikaner bestimmende Epoche des Unabhängigkeitskrieges uns nahezubringen. Walter Bloem hat hier mit seinem mehrbändigen Washington-Roman — wenn wir von wissenschaftlichen Werken wie Schönemanns großer Monographie absehen — gute Arbeit geleistet. Große Männer machten auch in den Patent-Demokratien des Westens von jeher Geschichte. Deshalb tritt mit Recht neben Washington sein Zeitgenosse und Mitkämpfer im Ringen um Nordamerikas Unabhängigkeit Benjamin Franklin, von dem die meisten von uns eher wissen, daß er den Blitzableiter erfunden hat, als daß er in schwierigsten diplomatischen Missionen in London und Paris seinem Lande unschätzbare Dienste geleistet hat, einmal während des französisch-britischen Kolonialkrieges, der dem Siebenjährigen Kriege Friedrichs des Großen parallel lief, und dann während des Unabhängigkeitskrieges, den er selbst durch Unterzeichnung des Friedens von Versailles beendet hat. Eine ungeheuer wechselvolle Lebensbahn hat Franklin mit den meisten seiner amerikanischen Zeitgenossen gemein, aber die erstaunliche Vielseitigkeit entspringt doch zu einem guten Teil dem Ideenreichtum seiner Persönlichkeit, mochte es auch der Zug der Zeit sein, sich mit allen möglichen Dingen der in ihre große Epoche der experimentellen Forschung eintretenden Naturwissenschaften zu befassen. Aber auch als Kriegsmann, Generalpostmeister und Journalist hat Franklin seinen Mann gestanden und vor allem war er eine kraftstrotzende, für alles Schöne empfängliche Natur, die das Leben liebte, wo es interessant war. Rüssels Franklin-Buch ist eine bunte, oft von Humor gewürzte packende Schilderung dieses merkwürdigen und erfolgreichen Lebens eines der Größten der amerikanischen Geschichte. Df. Fr. W. Lange. — Juri Semjonow: Die Eroberung Sibiriens, Roman eines Landes, mit 40 Bildseiten, 6 Kartenskizzen und einer Karte, Preis in Leinen geb, 8,50 Mark. Verlag Ullstein, Berlin (Deutscher Verlag). — (372) — Die wirtschaftliche Bedeutung Sibiriens als industrielle Rüstkammer der Sowjetunion und seine politische Bedeutung als tief ins Innere Asiens und an die pazifische Küste vorgeschobenes Glacis des Bolschewismus ist erst in den letzten Jahren dem Westen deutlich geworden. Obwohl die Geschichte der Kolonisation dieses Landes, das an Ausdehnung kaum seinesgleichen auf dem Erdball hat, schon weit zurückreicht bis in das erste Jahrtausend, wo mit den Machtkämpfen zwischen den Großfürsten von Moskau und den Handelsherren von Nowgorod auch das Interesse für Sibirien mit seinen unermeßlichen Schätzen an Pelzen erwacht, hat Sibirien durch die Jahrhunderte hin seine Abstempelung als Verbannungsort für die politischen Sträflinge des Zaren- r-egimes behalten. Aber die Geschichte Sibiriens, die Semjonow in eindrucksvoll bunten Schilderungen einzelner interessanter Phasen hier vor uns aufrollt, spricht von machtgierigen Zaren, beutelüsternen Abenteurern, wagemutigen Kaufleuten, kühnen Forschern und zähen Ackerbauern. Sie alle zieht dies seltsam mystische Land mit seinen endlos nach Osten sich dehnenden Wäldern und Tundren und den in und unter ihnen verborgenen ungeheuren Natur- und Bodenschätzen in seinen Bann, sie alle verfallen seinem Zauber von der Familie Stro- ganoff, die seit dem 15. Jahrhundert über den Ural vordringt und es zu einem wahren Herrscher- tum in den weiten neuentdeckten Gefilden bringt, bis zu jenem großen Generalgouverneur des Zaren Nikolaus I., dem Grafen Murawjew, dessen Amur-Expeditionen dies Buch ebenso fesselnd zu schildern weiß wie die kühnen Fahrten Berings zur Entdeckung der nordöstlichen Durchfahrt, den Kamtschadalenaufstand des polnischen Abenteurers Benjowski und Schelechows und Baranows Erschließung Alaskas. So erhalten wir aus der wechselvollen Kolonisationsgeschichte Sibiriens einen imponierenden Eindruck von der Rolle, die dieses reiche Land einmal in der Zukunft zu spielen berufen sein wird. Dr. Fr. W. Lange. — Alexander von Andreevsky: Russisches Rokoko. Die Prunkzeit der Zarinnen. Verlag Reimar Hobbing G. m. b. H., Berlin. Preis in Ganzleinen, Lexikonformat, m-.i Bildtafeln, 8,40 Mark. — (590) — Die übermächtige Vitalität des Russentums äußert sich in keiner Epoche so farbenreich, so dramatisch wie im 18. Jahrhundert. In einem Zeitalter, in dem das Zarentum auf dem Schauplatz der europäischen Politik erschien, erstrahlten Pracht und unvermeßlicher Reichtum der Hauptstadt in einem zauberhaften Glanze. An- dreevsky schildert jene Epoche seltsamen und grandiosen Lebens. Wir erfahren vom grauenvollen Pestaufruhr in Moskau und lesen die Geschichte der Leibeigenen Parascha, die später die Gattin des Grafen Scheremetiew wurde. Der Tatarensultan Jussuff, Ahnherr jenes Jussupoff, der 1917 Rasputin erschoß, steht neben Rasumowski, dessen Reichtum so groß ist, daß er die Zahl seiner Güter nicht angeben kann, und neben Potemkin, dem Günstling der großen Katharina. Alles gipfelt in der absoluten Herrschaft der Zarinnen. Seltsam und ohne Uedergang, wie sie begann, so mußte diese Epoche zu Ende gehen. Der Brand Moskau 1812 wurde das Fanal einer neuen Zeit. — Otto Kiefer: Kaiser und Kaiserinnen von Byzanz. Verlag Reimar Hob-1 bing G. m. b. H., Berlin. Preis in Ganzleinen, Lexikonformat, 8,40 Mark. — (589) — Otto Kiefer zeigt uns ein Byzanz, wie es wirklich war. Die machtvollen Gestalten eines Justinian und feiner sagenumwobenen Gattin Theodora, die großen Siege über Vandalen und Ostgoten, die Zeiten des Bildstreiters werden in packenden Erzählungen geschildert. Fesselnde Zeitbilder aus dem Jahrhundert eines Nikephoros Photos, jenes Soldatenkönigs, der noch einmal den Islam bis weit geg^.. Palästina zurückdrängte, werden entrollt. Wir lesen vom ruhmvollen Untergang des letzten Kaisers jener Zeit. Verlockende, gefährliche Frauen, politische und gelehrte, galante und fromme, begegnen uns, Frauen, die wie durch ein Wunder aus der Nacht eines dunklen Vorlebens ins strahlende Licht des Kaiserthrones emporstiegen. Einblicke in Kunst, Kultur und Wissenschaft zeugen von den hohen Werten dieses Reiches. Im Gegensatz zum blendenden Glanz dieses Lebens am Bosporus steht die strenge Askese eines Christentums, orientalisch fremdartig in seinen dogmatischen Kämpfen. Eine versunkene Welt wird lebendig, die einmal das Zentrum einer wunderbaren Kultur und die Erzieherin des slawischen und asiatischen Ostens gewesen ist. — Briefe des R e i ch s f r e i h e r r n vom Stein. Ausgewählt und eingeleitet von Erich Botzenhart. Verlag Albert Langen-Georg Müller. Preis 0,80 Mark. — (460) — Diese Zusammenstellung vermittelt ein treffendes Bild des geistigen und politischen Kampfes, den. der große Staatsmann und Reformator der Nation um die Freiheit und Einheit Deutschlands geführt hat. Die heroischen Kräfte seines Wesens, die als Erbe germanischdeutscher Vergangenheit zu den Grundkräften der deutschen Erhebung wurden, treten hier klar zutage. In ihm lebte die Idee des Reiches fort als Aufgabe und Verpflichtung. Was er schuf und erstrebte, spiegeln diese Briefe wider: sie sind ein Zeugnis seiner deutschen Sendung. Meisterwerke der Malerei. — Meisterwerke deutscher Malerei aus sieben Jahrhunderten. Achtzehn farbige und sechs einfarbige Wiedergaben nach Gemälden und Zeichnungen, mit einer Einleitung von Fritz Nemitz. Die silbernen Bücher, Große Reihe, Band II. 7,80 Mk. Waldemar Klein Verlag, Berlin. — (584) — Die „Meisterwerke deutscher Malerei" schließen sich den als erster Band der „Großen Reihe" erschienenen „Meisterwerken französischer Impressionisten" würdig an. Die Einleitung von Nemitz stellt sich als ein Beitrag zur Geschichte der Farbe und des Kolorismus in der deutschen Malerei dar; sie betont ausdrücklich die erzieherische-Tendenz des Buches: „Es möchte dazu beitragen, den Farbensinn zu beleben und zu steigern. Die Farbe ist das stärkste Mittel, auf die Empfindung zu wirken ..." Abgesehen von diesem ausgezeichnet formulierten Grundprinzip — die auf diesem Gebiete zu leistende pädagogische Arbeit ist so dankbar wie notwendig — darf der Band als kleiner Hausschatz und Grundstock einer kunstgeschichtlichen Bücherei gewertet werden; er führt den Betrachter an Meisterwerke aus dem unvergänglichen Reichtum der deutschen Kunst heran. Zu jeder der Tafeln gibt es eine kurz, sachkundig und verständnisvoll geschriebene Interpretation; eine Reihe der namhaftesten deutschen Kunsthistoriker — wir nennen für den vorliegenden Band nur etwa Brinckmann, Waetzold und Waldmann — hat sich dankenswerter Weise für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt. Wir können den Inhalt nicht vollständig aufzählen; die Abbildungen im Text führen von Lochner und Grünewald bis zu Kobell und C. D. Friedrich; von den Tafelbildern seien hervorgehoben der köstliche und wahrhaft überraschende „Liebeszauber" eines unbekannten Kölner Meisters um 1470, Dürers schöne Kalchreuth-Landschaft, Altdorfers wundervolles Weihnachtsbild, fetner je ein Holbein und ein Cranach, Elsheimer („Der Ueberfall"), Blechen, Menzel („Das Balkonzimmer"), Thoma („Flucht nach Aegypten") und Leibi. Als einziges zeitgenössisches Gemälde bilden die in altmeisterlicher Klarheit gemalten „Orchideen" von Werner Peiner (1925) den Abschluß. Nicht zu vergessen das Titelbild: ein verblüffend modern wirkendes Stilleben (Ausschnitt aus der Stuppacher Madonna) von Grünewald. Die Wiedergabe ist, den Originalvorlagen entsprechend, unterschiedlich, bei einzelnen Werken vorzüglich. Der gut aufgemachte stattliche Band darf als ein Weihnachtsgeschenk von bleibendem Wert empfohlen werden. Hans Thyriot. — Meisterwerke französischer I m - p r e s s i o n i st e n. Neun farbige Tafeln und 18 Abbildungen nach Gemälden, Zeichnungen, Holzschnitten und Lithographien. Einleitung von Karl Scheffler. Preis 5,60 RM. Die silbernen Bücher. Woldemar Klein, Berlin. — (583) — Zu diesem ersten Bande der „großen Reihe" der sil- bernen Bücher schrieb Karl Scheffler als einer der genauesten Kenner der Materie eine knappe und vorzüglich orientierende allgemeine Einführung in das Wesen der impressionistischen Malerei. In ebenso kurz gefaßten, jeweils das eigentümlich Charakteristische herausarbeitenden Kapiteln stellt er dann die großen Meister vor, welche die Bewegung trugen und dem impressionistischen Stil europäische Bedeutung verliehen: Courbet, Manet, Monet, Pissarro, Sisley, Renoir, Degas, Toulouse Lautrec, Cezanne und Gauguin; weniger einflußreiche Erscheinungen wie Seurat, Signac, Bazille werden im gehörigen Zusammenhang erwähnt. Den Hauptteil des stattlichen, gut ausgestatteten Bandes bilden die großen farbigen Tafeln; sie bringen von Degas die „Tänzerinnen in Blau", von Courbet die „Frau in der Hängematte", von Manet „Im Treibhaus" (Nationalgalerie Berlin), von Monet die „Ansicht von Vetheuil an der Seine" (Nationalgalerie Berlin), von Pissarro „Landschaft bei Pontoise" (Provinzialmuseum Hannover) von Sisley die „Regatta bei Henley", von -Renoir die „Mädchen im Gespräch", von Cezanne „Blumen und Früchte" (Nationalgalerie) und von Gauguin die „Strandszene von Tahiti". Die Reproduktion wird gerade in der Wiedergabe der großen Impressionisten immer nur Annäherungswerte vermitteln können; auch im vorliegenden Bande wird es ihre vornehmste Aufgabe sein, einen Gesamteindruck anzudeuten, den Text zu bestätigen und zu erhellen, vor allem aber den Betrachter an das Original heranzuführen, soweit es ihm heute erreichbar ist. Hans Thyriot. Leben und Werk der Kaiserin Galla placidia. — Henry Benrath: Die Kaiserin Galla Placidia. 514 Seiten. Mit einem Anhang und einer zweifarbigen Stammtafel. In Leinen 8,50 RM. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (356) — In der Mitte dieses groß- angelegten, zugleich historischen und politischen, spannenden und stellenweise erregenden Buches steht die geniale Persönlichkeit der Galla Placidia (392 bis 450), Tochter des Kaisers Theodosius I., Stiefschwester des Kaisers Honorius, mit Eucherius, dem Sohne des Generalissimus Stilicho, verlobt, später Gefangene der Westgoten und westgotische Königin als Gemahlin Athaulfs, nach dessen Tode in zweiter Ehe vermählt mit dem Generalissimus Conftantius, wenig später wiederum verwitwet und in byzantinischer Verbannung, endlich abermals weströmische Kaiserin und Regentin für ihren Sohn Vatentinian III. Schon aus diesen sparsamen Le- bensöaten mag man das wahrhaft außerordentliche Leben und Wirken dieser Frau und Fürstin ablesen. Benrath hat nach jahrelangen Vorarbeiten und eindringenden Quellenstudien den unerhört vielschichtigen und schwierigen, figuren- und ereignisreichen Stoff übersehen, zusammengeschaut und gegliedert: in drei großen Abschnitten baut sich das schicksalhafte und an Erschütterungen reiche Leben der Galla Placidia vor uns auf: die römische Prinzessin, die gotische Königin, die römische Kaiserin. Was dieses Leben, über das persönliche und charakterliche Bild einer ungewöhnlichen Frau und Regentin hinaus, interessant, menschlich anziehend und bedeutend macht, ist der Umstand, daß Benrath es in den großen, geschichtlichen und weltpolitischen Zusammenhängen seiner Zeit sieht und begreift; er erkennt in Galla die letzte große Römerin von wahrhaft männlicher Kraft und kaiserlicher Haltung, die Überragende Verkörperung des imperialen Gedankens, der römischen Weltreich- Idee, eine Regentin, die sich ihrerseits hellsichtig der Schicksals- und Zeitwende bewußt ist, in die sie und mit ihr zugleich ihr Volk und Staat gestellt sind: in diesem fünften Jahrhundert beginnt das späte, überreif gewordene antike Imperium mit dem Zentrum seines mittelmeerischen Kraftfeldes in den Grundfesten bedroht und erschüttert zu werden; eine neue Zeit bricht mächtig an, und neue junge Völker, Goten, Vandalen und Hunnen branden landhungrig und eroberungslustig gegen die unendlichen Grenzen eines schon im innersten Kern gespaltenen und gefährdeten Reiches. Galla Placidia erkennt vorausahnend jede der dem Imperium drohenden Gefahren, weiß jeder zu begegnen, ist nicht nur Kaiserin dem Namen und Titel nach, sondern Herrscherin von Persönlichkeit und Geburt, bei der alle Fäden zusammenlaufen, in der alle lebendigen Mächte des Reiches sich sammeln; sie ist es, die mit. Gewalt, mit Diplomatie, mit überlegener Staatskunst wirklich regiert, die weiß und gleichsam wittert, wie sehr das Reich der aufstrebenden und unverbrauchten Kraft des westgotischen Volkes bedarf, um seinen Bestand zu sichern und zu erhalten. Der Gedanke des Imperiums ist in ihr so selbstverständlich lebendig, daß sie in jedem Augenblick ihres Lebens auch ihre eigene Persönlichkeit, ihr Schicksal und Glück als Frau diesem Gedanken ein- und unterordnet, in dem sie Sinn und Aufgabe ihres Daseins begreift Den meisten Lesern wird das Jahrhundert, in welchem sich die Ereignisse des Werkes zusammendrängen, von der Schule her nur noch in flüchtigen Umrissen und nebelhaft gegenwärtig sein; und' die meisten werden mit Staunen und Bewunderung ein überraschend modernes, gegenwärtiges, ja aktuell anmutendes Bild einer sehr fernen und nur oberflächlich gekannten Zeit finden, deren Entscheidungen doch noch bis heute nachwirken. Es mag auf den ersten Blick überraschend und — nach Benraths eigenen Worten — gewagt erscheinen, daß hier, wie in der „Kaiserin Konstanze", auf jegliche historisierende Einkleidung verzichtet und die Sprache unserer Zeit auf die Darstellung des geschichtlichen Bildes angewendet wurde: man denke etwa an die große Senatsrede des Stilicho, mit der das Buch imposant einsetzt; aber es ist unbestreitbar, daß diese Darstellungsform gewaltige zeitliche Abstände überbrückt und Menschen, Ereignisse, Handlungen und Zusammenhänge dem Leser naherückt, ihm gleichsam selbstverständlich begreifbar und durchsichtig macht. „Der Dichter darf verzichten" — sagte Benrath in einer Nachbemerkung — „worauf der Wissenschaftler bestehen muß. Denn für den Dichter entscheiden: die seelische Eindringlichkeit der Darstellung, die Spürbarkeit der Atmosphäre, in der sich die Ereignisse vollziehen, und die Einheit des Stiles". Mit diesen Worten ist der Standort des Werkes, sind Sinn und Aufgabe unmißverständlich umschrieben. Wer sich der Darstellung überläßt, die mit einer erstaunlichen Sicherheit des Ueberblicks einen riesigen Stoff meistert, wird bestätigen, daß das Buch, vom ersten bis zum letzten Kapitel, allen Forderungen entspricht, die Benrath selbst an die Gestaltung des Stoffes gestellt hat. Auf die Wiedergabe von zeitgenössischen Bildern hat er bewußt verzichtet, dagegen war die Beigabe eines (sehr genau gearbeiteten und ungewöhnlich aufschlußreichen) Stammbaumes schlechterdings unentbehrlich. Vielleicht wäre auch für eine spätere Auflage die vom Verfasser für überflüssig erachtete Beifügung einer Karte zu erwägen, die dem Leser, wie wir glauben, doch manche wertvolle Hilfe geben und den Einblick in die weltgeschichtliche Zusammenhänge erleichtern würde. Hans Thyriot Deutsche EEler. — Friedrich Griese: Bäume im Wind. Roman. Preis in Leinen gebunden 5,80 RM. Verlag Albert Langen - Georg Müller, München. — (506) — Friedrich Griese ist der Dichter des niederdeutschen Dorfes, der kleinen Ackerbürgerstadt im alten Kolonialland, dessen schwerer Boden mit seinen weiten Feldern zwischen Wiese, Wald und Wasser sich von der Elbe zur Ostsee zieht. Ihm entstammt Griese selbst und ihm bleibt er verhaftet, auch wenn einmal die kantigen, wortkargen und in sich hinein spintisierenden Menschen seiner Dichtung aus dem Bannkreis ihrer Heimatscholle heraustreten. Darin hat er etwas mit Knut Hamsun, dem großen Norweger, gemein. Und wie dieser, macht es auch Griese seinen Lesern nicht leicht, durch ein Gestrüpp alltäglicher Nichtigkeiten des Lebens in Dorf und Kleinstadt zum Kern der Dichtung durchzudringen, wie auch eine Fülle anschaulich gezeichneter Gestalten, in Charakter und Schicksal durchaus individualisiert, ein buntes Mosaik menschlichen Daseins ergeben, im Einzelnen gar oft schwer zu überschauen, aber als Ausschnitt der Gemeinschaft von bleibendem Eindruck. Wie der Wind die , Bäume im Werden und Vergehen sich unterwirft, so sind die Menschen in Kommen und Gehen einem höheren Lebensgesetz untertan. Das ist das Motto der Dichtung, die aus dem bunten Rankwerk Bilderbücher für die Kleinen Jugendschriften 8350D Unterhaltungs-Literatur empfiehlt in reicher Auswahl die Buchhandlung der Pilgermission Blockstraße 4 GIESSEN Fernruf 4066 menschlicher Schicksale einer ländlichen Kleinstadt den Lebensweg eines rechtlichen, strebsamen, aber verschlossenen und in sich gekehrten Mannes heraus-; hebt, der als armer Holzfällerssohn vom Dorf in die Stadt kommt, es hier zu Ansehen und Wohlstand bringt, aber an dem Treubruch feiner Frau innerlich zerbricht. Der Sohn löst sich aus dem „Raum des Schweigens", der den Vater erdrückt hat, zieht wieder hinaus aufs Land zu neuem Lebensanfang. Die kleine Stadt, neugierig und geschwätzig, nüchtern und real, geht über die Tragödie eines der ihren bald zur Tagesordnung über. „Sie hat", wie der Dichter sagt, „ihr einmal fest- gelegtes Bild, dem lebt sie nach. Es kann wohl einmal etwas geschehen, was ihr für längere Zeit den Atem versetzt, aber sie findet sich wieder, sie lebt nicht von den großen Ereignissen, denen fügt sie sich und wendet alle Mühe auf, das eine vor dem anderen zu vergessen." Doch dieser Ton der Resignation herrscht in der Dichtung Grieses nicht vor, bei aller humorgeschürzten Beschaulichkeit reißt eine starke Spannung den Leser voran und läßt dies Buch niederdeutscher Landschaft und niederdeutscher Menschen uns sobald nicht vergessen. Fr. W. Lange. — Karl Heinrich Waggerl: Kalendergeschichten. 71 Seiten. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (470) — Das in der Insel-Bücherei (Nr. 522) erschienene, in einer feinen neuen, aber altertümlich wirkenden Fraktur gedruckte Bändchen ist eine liebenswürdige Gabe für die Freunde des Dichters und alle, die es werden wollen. Es enthält neben drei Legenden — von den drei Pfändern der Liebe, vom Tod und vom vergrabenen Herzen — aus dem früher erschienenen Roman „Brot" die kleinen Erzählungen „Räubergeschichte", „Die Schöpfung" und „Gang zur Geliebten". Alle diese Geschichten sind in der einfachen und anschaulich-lebendigen Sprache des Märchens und des alten Volksbuches geschrieben, aber ganz ungekünstelt und-überall so, daß Waggerls eigene Weise immer hindurch^ flingj, auch sein stiller, nie aufdringlicher Humor... vor allem in der entzückenden Bekehrung der wilden Räuber ober in dem paradiesischen Idyll von den ersten Menschen. Wir wünschen das Bändchen als Geschenk auf viele weihnachtliche Gabentische. Hans Thyriot Von aHerld Tieren. — Svend Fleuron: Meister Lampe. Eine Hasengeschichte. Preis in Seinen geb. 2,80 Mk. Verlag Eugen Diederichs in Jena. — (322) — Diese reizende Hasengeschichte des bekannten dänischen Tierdichters hat der Verlag jetzt dankens- werter Weife in geschmackvoller Ausführung als Volksausgabe zu verbilligtem Preis herausgebracht Der kleine Seppel, von dem diese Geschichte handelt, ist der lustigste in der großen Hasenfamilie Lepidus, eine Persönlichkeit im Hasenfell, die alle Widerwärtigkeiten des Lebens mit stoischem Gleichmut aufnimmt unh allen Gefahren in unzerstörbarer Lebensfreude ein Schnippchen schlügt. Die luftige Geschichte dieses pfiffigen Bürschleins wird allen Freunden der beseelten Natur sehr viel Vergnügen bereiten. L. — Johannes Heinrich Braach: Qui- lepp und Quito. Ein Reiher-Roman. Verlag Rütten & ßoening, Potsdam. Mit 12 Bildtafeln. Preis in Leinen gebunden 3,80 Mark. — (576) — „Quilepp und Quila" ist die Geschichte eines Reiherpärchens, das in einem Naturschutzgebiet des Altrheins feinen Horst gebaut hat und einen Sommer lang alle Freude und alles Leid erfährt, die die Natur ihren Lebewesen bestimmt hat. Es wird erzählt von der glücklichen Zeit der ersten Gemeinschaft und der Bewährung in Kampf und Not und endlich von dem letzten großen Zug nach Süden, auf dem die Liebe zwischen Quilepp und Quila ihr tragisches Ende findet. — Hayna Focken: Schlüpfer, der unverbesserliche Ur-Dackel. Verlag I. Enget- Horns Nachf., Stuttgart W, Preis kart. 2.— RM. — (388.) — Der Dackel ist sicher das Hundevieh von ausgeprägtester Eigenart und daher von jeher besonderer Liebling aller Maler und Poeten, die im Dackel sicher so manches Mal ein Teil ihres eigenen Jchs aufspüren und porträtieren. Hier hat sich zu den lustigen Dackelreimereien von Hayno Focken der kongeniale Zeichenstift Fritz Koch-Gothas gesellt und so köstlich heitere Szenen geschaffen, daß man nicht einmal ein Hundenarr zu rein braucht, um an dem hübschen Büchlein feine helle Freude zu haben. Der zusammenklappbare Weihnachlsbaum. Oder: prosaischer angelsächsischer Weihnachtsbericht. Äon unserem ständigen Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! H. C. London. „So, jetzt will ich einmal gehen und den Weih- nuchtsbaum holen." Mit diesen Worten verschwand nach Schilderung einer Bekannten die englische Hausfrau, um den Weihnachtsbaum zu holen, nachdem sie vorher noch triumphierend hinzugefügt hatte: „Sie dachten wohl, wir hätten keinen Weihnachtsbaum?" Und mit strahlendem Lächeln auf den Lippen kehrte sie mit einer Art zusammenklappbarem Besen zurück. Nachdem man aus dessen Stiel einige vorher kaum sicktbare Seitenäste herausgeklappt hatte, entstand so etwas ähnliches wie ein entnadeltes kleines Holzgerippe, das man mit einiger Phantasie für ein futuristisches Weihnachtsbaumgebilde hätte halten können. Das nur als Einleitung, um zu zeigen, daß man bei unseren angelsächsischen Vettern mit ihrer weltbekannten Nüchternheit um das kommt, was eigentlich den Haupt- reiz unserer deutschen Weihnacht ausmacht: die Freude der geheimen Weihnachtsoorbereitungen. Man muß sich die größte Mühe geben, um, isoliert und allein zwischen anders empfindenden Menschen, wenigstens den Kindern einen Eindruck der deutschen Weihnachtsvorfreude zu geben. Denn die Kinder entbehren ja eines, daß sie sich nämlich gegenseittg schon durch ihre Unterhaltungen in Weihnachtsspannung bringen. Da muß dann der arme Vater einspringen, darf nicht nur mit Grausen an die kommenden Rechnungen denken, muß vergessen, daß am 1. Januar rund die Hälfte des Gehalts an Einkommensteuer drauf geht, sondern muß selbst Spannung und Vorfreude heucheln, obwohl er seit Wochen weiß, daß der Weihnachtsmann ihm Bücher aus Deutschland bringt, muß die Mutti sich mit vor Neugierde verzehren, obwohl' sie längst den Weihnachtsstaubsauger benutzt, den der Weihnachtsmann (sprich „Vati") auf „Stottern" unter den Weihnachtsbaum legen wird. Denn der Staubsauger mußte vorher in Betrieb gesetzt werden, um die Folgen des so gemütlichen Kamins aus den Zimmern zu bannen, um daran mitzuhelfen, daß man sich wenigstens nur alle Stunde die Hände zu waschen braucht. Es ist schon nicht so ganz einfach, seine Weihnachtsvorbereitungen in London zu treffen. In der Küche, wo die „züchtige Hausfrau" waltet, dampfen nicht bloß die Töpfe, sondern auch die Köpfe. Nicht etwa wegen der vielen Arbeit, sondern in England hat die deutsche Hausfrau wirkliche „Kopfarbeit" zu leisten. Ich habe es einmal vor Weihnachten gewagt, in die Küche zu gehen, um mich von dem Fortschritt der Pfefferkuchenbäckerei zu überzeugen. Ich tue es nie wieder! Statt eine emsig bewegte Küche vorzufinden, fand ich Frau und Mädchen brütend über Papiere gebeugt, mit einem Bleistift in der Hand. Die ganze Atmosphäre war eher die eines Kalkulationsbüros einer großen Firma denn einer deutschen Küche beim Pfefferkuchenbacken. Man rechnete nämlich vom deutschen Rezept ausgehend in englische Gewichtsmaße um, um danach bestellen und backen zu können. Der konservative Engländer hat bekanntlich seine eigenen Privatmaße und -gewichte, die mit den allgemein üblichen Maß- und Gewichtssystemen in der übrigen Welt auch nicht den Schatten einer Ähnlichkeit besitzen. Nachdem der Küchenstab — er ist nicht so aroß, wie es hiernach klingen mag — immer zu verschiedenen Ergebnissen gekommen war, wurde ich mit in die Arbeit eingespannt, mit dem Ergebnis, daß die Liste der anderslautenden Ergebnisse um ein weiteres falsches bereichert wurde. Es ist keine leichte Zeit, die Zeit der Weihnachtsvorbereitungen in England. Denn die Hausfrau muß hier denken und disponieren können, eine Fähigkeit, die übelwollende Männer so gern ihren Frauen absprechen. Denn Wochen vor Weihnachten bereits kommen die eigenartigsten Warenproben aus Deutschland mit — Gewürzen für die Weihnachtsbäckerei. Und ist dann eines vergessen worden, dann stehen plötzlich „alle Räder still", weil ein Gewürz für einen schon fertt- gen Teig fehlt. Dann muß schleunigst umdisponiert werden. Aus dem vorgesehenen Pfefferkuchen wird dann etwas ganz anderes, was allerdings nicht hindert, daß anschließend die Hausfrau behauptet, daß nie etwas anderes daraus hätte werden sollen. Und wie die deutsche Hausfrau, so hat auch der „Haushaltungsoorstand" sein Päckchen in der Vorweihnachtszeit zu tragen. Er sieht sich einem höchst wichtigen nationalökonomischen Problem gegenüber, das man vielleicht als „Preisgefälle" zwischen England und Deutschland bezeichnen könnte. Denn dieses „Gefälle" ähnelt peinlich einem riesigen Wasserfall in den Alpen. Womit gesagt sein soll, daß die meisten englischen Preise für Geschenke im Vergleich zu deutschen Preisen astronomisch hoch sind. Wenn man dann brütend und sinnend vor Schaufenstern gestanden hat, durch Geschäfte und Warenhäuser geirrt ist, versucht hat, den Inhalt der Brieftasche mit den Wünschen der Familie in Einklang zu bringen, stellt man mit einem recht unweihnachtlichen Fluch diese Versuche ein. Jetzt bleibt noch ein Rettungsanker: der CaledoniawMarkt, der größte Trödelmarkt der Welt, wo man von schon g-etrage= nen Gebissen bis zum schönsten alten Silber oder Zinn, vom jungen Hund bis zu einem alten wertvollen Möbelstück, vom getragenen Hemd bis zum Diamanten alles bekommt. Nach einer Stunde Fahrt ist man in einem der ärmsten Viertel Nord-Londons, in dessen Mitte der weltberühmte Caledonian-Markt liegt. Er ist das Ziel der Sammler, er ist aber auch der Platz, wo die Aermsten ihre Lebensrnittel kaufen. Von irgendwelcher Romantik der Weihnachtsbesorgungen ist hier allerdings wenig oder nichts zu verspüren. Der Weg führt einen vorbei an riesigen Bergen getragener Sachen, an Haufen alter Autoreifen: an einem Zaun hängen, lustig im Winde flatternd, vier denkbar schmutzige alte Frackhemden. Möbel stehen da, von denen man glauben möchte, daß sie beim nächsten Windstoß zusammenbrechen oder von ihren vermutlich lebenden Jnsekten-Jnsassen fortge- ttagen werden können. Daneben findet man die schönsten alten Stilmöbel aus einem hochkultivierten Haus. Dann wieder findet man altes Silber, Zinn und Kupfer in denkbar größter Auswahl oder ein Meißener Service, handgemalt, mit den Wappen alter deutscher Adelsfamilien. Kenner wühlen unter alten Sticken oder prüfen sachkundig Jahrhunderte alte persische Buchdeckel. Sammler finden immer etwas auf dem Caledonian-Markt, was unter Umständen bei kleinem Preis einen großen Wert darstellen kann. Und wenn man für sich selbst für Weihnachten nichts anderes finden sollte, so nimmt man doch einen Weihnachtsbaum mit, keinen auf- getakelten grünen Besen, sondern eine richtige grüne Tanne. Denn man hat sich ja langsam Erfahrung gekauft. Wir wollten einen Adventskranz kaufen. Daß wir keinen Adventskranz bekommen würden, war klar. Infolgedessen suchten wir, einen einfachen einseitig geflochtenen Tannenkranz zu kaufen, wie er — für den Friedhof — gekauft wird. Ein einfacher winziger Kranz aus Tannengrün, vielleicht 30 Zentimeter im Durchmesser, sollte 15 Schilling kosten! (In deutschem Geld heute etwa 9,30 Mark.) Wenn es so auch schwierig ist, so wird man langsam doch mit den Weihnachtsoorbereitungen fertig. Und wenn dann am Heiligen Abend allein in den deutschen Häusern der Weihnachtsbaum brennt — die Engländer feiern erst den ersten Feiertag —> dann ist trotz alledem doch deutsche Weihnacht! OJ.-fpori Oeuisch-amenkanische Sportverlländigung. Startverbot für amerikanische Leichtathleten aufgehoben. Der Vorstand der Amerikanischen Athlettc Union beschloß, das von feinem früheren Präsidenten, dem Deutschenhetzer Jeremiah Mahoney, in diesem Sommer für die amerikanischen Leichtathleten gegen Deutschland ausgesprochene Startverbot aüf- z u h e b e n. Dieser Antrag des Generalsekretärs Dan Ferris wurde von dem bekannten deutsch- amerikanischen Sportführer Dietrich W 0 r t m a n n, dem an Stelle von Mahoney getretenen AAU.° Präsidenten Hoyt und dem Vorstandsmitglied Patrick Walsh mit allen Kräften unterstützt und der Antrag mit überwältigender Stimmenmehrheit angenommen. Damit sind die'sportlichen Beziehungen zwischen den deutschen und amerikanischen Leichtathleten wiederhergestellt. Handball der Giehener Studenten. Um die Hochschulmeisterschaft. Sieg in Weilburg. Die Gießener Studenten-Handball-Mannschaft betrat zchn Vorspiel um die Gruppenmeisterschaft den Platz in Weilburg mit wenig Hoffnung. Die ,Elf" 10 Mann an. Die Gastgeber legten sich sofort mächtig ins Zeug und belagerten anhaltend das Gießener Tor. Allerdings zunächst mit wenig Erfolg. Entweder verfing sich der Sturm in der Ausgezeichneten Gießener Verteidigung, oder Mayer dessen Paraden verschiedentlich lebhaften Beifall fanden, rettete. Die Gießener Mannschaft kam demgegenüber durch einige Durchbrüche zu Er- ® 9T ^te Weilburger zeigten zwar eine schöne Kombinationsarbelt, waren aber vor dem Tor nickt entschlossen genug. Das Spiel der Gäste war ein- ftcher und erfolgreicher. Die Elf der Universität Gießen ging mit zwei Toren Vorsprung in die , D" erste Halste der zweiten Halbzeit verlief torlos Weilburgs Tormann zeigte gute Leistungen, anderseits war aber auch die Gießener Verteidigung Krausch-Iager nicht zu schlagen. Auch Sturm und Grumg in der Läuferreihe zeigten ein überlegenes Spiel. — Noch einmal sank die Hoffnung der Gießener Studenten, als der Schiedsrichter einen Mann Dom Platz stellte Aber selbst mit 9 Mann hieltdi! Mannschaft den Angriffen der Platzbesitzer stand. Mayer verschuldete zwar ein Tor, machte es aber sofort durch zwei glänzende Paraden wieder gut Winter gelang kurz vor Schluß der 6. Treffer 'der den Sieg sicherstellte. Mit 5:6 Toren für Gießen endete der interessante Kampf. 1900 Tischiennis-Gaunieister im Einzel und Doppel. Am vergangenen Sonntag beteiligte sich die Tisch- Tennis-Abteilung der Spvgg. 1900 Gießen an den Gaueinzelmeisterschaften des Gaues 12 (Hessen) in Hanau. Die Gießener konnten alle Konkurrenten aus Hanau, Bad Homburg und Bad-Nauheim aus dem Felde schlagen und machten die Gaumeister- schaft unter sich aus.' Zu erwähnen ist das gute Spiel von Jung, der dem Hanauer Spitzenspieler Hagel mit 3:1 Sätzen das Nachsehen gab. Im Endspiel um die Gaumeisterschaft standen sich Beil ued Reichel gegenüber, in dem Beil knapp mit 3:2 Sätzen gewann. Ebenso wie im Eintel standen sich auch im Doppel zwei Gießener Mannschaften im Endspiel gegenüber, wo Oelemann-Schmittdiehl über Jung-Günther ebenfalls knapp mit 3:2 Sätzen die Oberhand behielten. Ein schöner Erfolg der Gießener Tisch-Tennis- Spieler, wenn man bedenkt, daß in jeder Konkurrenz sich sämtliche Gießener Spieler durchsetzen konnten. Kußball 6er Iugendniannschasten. Die Spiele des Sonntags. VfB.-Reichsbahn — Rodheim: Garbenteich gegen Butzbach: Lich — Mufchenheim: Leihgestern — 1900 Gießen; Stein back — Großen-Linden: Watzenborn- Steinberg — Krofdorf; Grünberg — Wieseck; Alten- Bufeck — Lollar: VfB.-Reichsbahn 2. — VfB- Reichsbahn 4.; Klein-Linden — Großen-Linden 2. In der Gruppe 1 und 3 neigen sich die Pflichtspiele dem Ende zu. In der Gruppe 1 steht schon der Meister fest. Die Meistermannschaft des VfB.- Reichsbahn hat nochmals Rodheim als Gegner und sollte aus Grund der besseren Spielerfahrung den Sieger stellen. In Garbenteich wird sich Butzbach sehr anstrengen müssen, um erfolgreich zu bestehen. Die Licher, die mit viel Ersatz das Spiel bestreiten, haben auch auf eigenem Platze wenig Aussicht auf Sieg. Die Gießener Blauweißen werden die Leih- gefterner zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. In Steinbach erwartet man die Gäste als Sieger. Der Spielausgang in Steinberg ist offen, da beide Mannschaften gleich spielstark sind. In ®runberg fällt die Entscheidung der Gruppe 3. Die Wiesecker, die das Vorspiel mit 5:0 für sich ent« )d)eiöen konnten, werden alles daransetzen, um die Tabellenfuhrung zu behaupten. Wenn die Grün- weißen wieder als Sieger den Platz verlassen, ist ihnen die Meisterschaft ihrer Gruppe nicht mehr zu nehmen In Alten-Buseck sind die Platzbesitzer „Lin Volk in Leibesiwnngen." Ein Aufruf von Gauleiter und Reichsstatthatter <5pu ger. NSG. Im Punkt 21 des Parteiprogramms, in feinem Buche „Mein Kampf", sowie in zahlreichen Reden hat der Führer die Wichtigkeit und Notwendigkeit der körperlichen Ertüchttgung und Erziehung herausgestellt. ßeibe5Übung ist heute nicht mehr Sache eines Einzelnen, eines Vereines oder Verbandes, sondern eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes und Staates; sie ist die Schlüsselstellung der Jugenderziehung und einer der wesentlichsten Faktoren zur Erziehung und Züchtung eines neuen deutschen Menschen. Erst vor wenigen Wochen hat der Führer die Durchführung des großen deutschen Turn- und Sportfestes 1938 in Breslau befohlen und die Mitwirkung aller Stellen der Partei und des Staates angeordnet. Träger dieser großen Heerschau ist der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen, der nach dem Willen des Führers hohe volkspolitische Aufgaben zu erfüllen hat. Ich erwarte daher von allen politischen Hoheitsträgern sowie den Gliederungen der Partei und den angeschlossenen Verbänden des Gaues Hessen- Nassau,' daß sie die Arbeit des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen in jeder Beziehung tatkräftig unterstützen und vor allen Dingen selbst mithelfen, daß der Gedanke der nattonalsozialisti- schen „politischen Leibeserziehung" immer weitere Kreise der Bevölkerung erfaßt, damit wir nachdem Willen des Führers „Ein Volk in Leibesübungen" werden, wobei erste Voraussetzung ist die „Einigkeit" der sporttreibenden Kräfte. Heil Hitler! Gez.: Sprenger, Gauleiter Hessen-Nassau, Reichsstatthalter in Hessen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 15. Dez. Im Anschluß an die gestrige Abendbörse verstärkte sich die etwas freundlichere Haltung. Die Abgaben der letzten Tage haben wieder nachgelassen, während anderseits sowohl seitens der Berufskreise, als auch vom Publikum kleine Käufe vorgenommen wurden. Die Umsatztätigkeit hat allerdings kaum eine Belebung erfahren, nur in einzelnen Werten war sie etwas größer. Der Aktienmarkt verzeichnete durchschnittliche Erhöhungen vgn 0,50 bis 1,50 v. H., die sich gleichmäßig auf alle Marktgebiete verteilten. Darüber hinaus sttegen Bemberg aus 139 big 140,50 (138,50) und Holzmann auf 150,25 (148,50). Nachfrage fanden vor allem Montanwerte, die durchweg 1 v. H. höher zur Notiz kamen. Auch Maschinen- und Elektroaktien lagen im gleichen Ausmaß höher, Gesfürel plus 1,25 v. H. auf 142,50. Von Zellstoff- werten gewannen Aschaffenburger 1,50 v. H. auf 138. IG.-Färben bei etwas größeren Umsätzen 153,75 bis 154,50 (153,50). Im einzelnen kamen u. a. Reichsbank mit 205,50 (204,50), Westdeutsche Kaufhof mit 57 (56,50), AG. für Verkehr und Scheideanstalt mit unv. 129 bzw. 252 zur Notiz. Am Rentenmarkt erfolgten in einigen Werten kleine Abgaben. Reichsaltbesitz 129,65 (129,75), Reichst)ahn-DÄ. 130,25 (130,65) und im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 94,80 bis 94,75 (94,85). In Pfandbriefen erhielt sich dagegen weitere Nachfrage. Bei unveränderten Kursen wurde vielfach repartiert und einzelne Serien gestrichen. Liquidationspfandbriefe lagen überwiegend unverändert, etwas leichter jedoch Frankfurter Hyp. mit 101,90 (102,05) und Meininger mit 102 (102,13). Stadtanleihen kamen unverändert zur Notiz, ebenso wiesen Industrie-Obligationen und Staatsanleihen kaum Veränderungen auf. Anleihe-Altbesitz waren im Verlaufe 0,13 v. H. niedriger zu 129,50 gefragt. In der zweiten Börfenstunde war die Kursgestaltung für A k t i e n nicht ganz einheitlich, überwiegend aber freundlich. Buderus 119 nach 118,50, Mannesmann 115,25 nach 114,40, Verein. Stahl 113 nach 112,25, AG. für Verkehr 129,75 nach 129, Rheinstahl 140,25 bis 139,50 bis 140 nach 139,75, ander- feits RWE. 128 nach 128,25, Bemberg 140 nach 140,50. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse erhielt sich die freundliche Haltung, so daß gegen den Mittagsverkehr weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 o. H. zu verzeichnen waren. Das Geschäft war aber nicht besonders umfangreich, da der Ordereingang bescheiden war und auch die Unternehmungslust noch ziemlich klein blieb. Am Montanmarkt notierten u. a. Buderus mit 119,25 (119), Harpener mit 171 (170,25), Hoesch mit 114,25 (114), Deutsche Erdöl mit 141,50 (141), während Rheinstahl mit 139,75 (140) und Mannesmann mit 115,13 (115,25) nicht ganz behauptet blieben. Von Maschinenaktien erhöhten sich MAN. auf 125,75 (125), Demag auf 141 (140,50), Eßlinger auf 115 (114,75), Junghans auf 125 (124,50); Rheinmetall mit 141,50, Moenus mit 118,75 lagen unverändert. Gut behauptet waren ferner IG. Farben mit 154,50, Bemberg mit 140 und Scheideanstalt mit 252. Ferner notierten u. a.: Westdeutsche Kaufhof 57,50 (57), RWE. 128,25 (128), Gesfürel 142,75 (142,50), Elektr. Lieferungen 129,25 (129), Licht & Kraft 140 (139,50), Conti Gummi 190 (189), BMW. 144,50 (144), von Bank- aftien Deutsche Bank 122,75 (122,50). Etwas niedriger lagen Holzmann zum Einheitskurs mit 149,50 (150,25). Am Rentenmarkt war das Geschäft unbedeutend. Reiä)sbahn-DA. notierten wie mittags mit 130,25 bis 130,40, ebenso 6 v. H. IG. Farben mit 129,90, ferner Franks. Hyp.-Bank Gold Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Dez. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 209, W16 212, W 19 216, W 20 218; Roggen R 12 193, R 15 196, R18 200, R19 202, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl Type 812 W13 29,20, W 16 29,30, W 19 29,30, W 20 29,65; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Wei- zenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlen- festpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palm- tuchen, Erdnußkuchen nicht noHert; Treber, getr. 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation: Trocken- schnitzel, Heu, Weizen- und Roggtnstroh, drahtgepreßt und gebündelt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Varaustrieb: 2047 Rinder (241 Ochsen, 243 Bullen, 1171 Kühe, 392 Färsen), 937 Kälber, 69 Hämmel, 31 Schafe, 142 Schweiße. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 30 bis 45,Schafe 20 bis 37, Schweine 50 bis 54 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende art Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. > Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börje Schluß» kurs Schluß!. Mittagbörse Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß, kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 14.12. 15.12- 14 12. 15.12. Datum 14-12. 15-12 1 14.12. I 15.12. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Relchsanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwei« sungen von 1935 ............ *y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1985, II. Folge ... 4y,% Deutsche Retchsschatzanwet- sungen von 1936, III. Folge .. 6yt% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hessische Bolksstaal von 1929 4%% Deutsche Retchspostschatz von 1934 I...................... Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London .................. HelsingforS................ Parts ................... Holland.................. Italien —tTirtr-rrt,tT-n 0,728 42,18 0,136 47,00 55,34 47,00 12,395 5,48 8,422 137,95 13,09 0,732 42,26 0,138 47,10 55,46 47,10 12,425 5,49 8,438 138,23 13,11 0,726 42,18 0,136 47,00 55,34 47,00 12,395 5,48 8,417 137,97 13,09 0,730 42,26 0,138 47,10 55,46 47,10 12,425 5,49 3,433 138,25 13,11 Japan.................... Jugoslawien.............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Vudapell................. Weuvcrt.... ...... 0,722 5,694 62,29 48,95 11,26 63,89 57,36 14,74 8,706 0,724 5,706 62,41 49,05 11,28 64,01 57,48 14,76 8,724 0,722 5,694 62,29 48,95 11,26 63,89 57,37 14,49 8,706 0,724 5,706 62,41 49,05 11,28 64,01 57,49 14,51 8,724 2,-kch 2» 464 2,480 2,484 Donnerstag, 16. Dezember 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 293 Drittes Blatt Aus der Stadt Gießen. Weihnachtsmarkt in der Kinderstube. Ich ahnte schon nichts Gutes, als Brigitte uns, die Eltern, mit feierlichem Gesicht und wohlgesetzten Worten einlud, ihren Weihnachtsmarkt zu besuchen. Aha, nun kam das dicke Ende schon nach: wir sollten auch einen gefüllten Geldbeutel mitbringen! Nun, gefüllt war meiner gerade nicht, desto mehr hatte sich ein gewisser Schrank mit Paketchen gefüllt; das ist nun mal so vor Weihnachten! Wir betraten also mit düsteren Ahnungen das Kinderzimmer, und ich konnte nicht verhindern, daß meinen Lippen ein Entsetzensschrei entschlüpfte. Wie sah es aus! Vorausahnend hörte ich schon die heftigen Auseinandersetzungen, die das Aufräumenmüssen mit sich bringen würde. Aber ich wurde durch Brigitte abgelenkt, die mit ernster Miene ein Eintrittsgeld von 10 Pfennigen forderte. Pro Person natürlich! Das Geld verschwand klappernd in einem Schüsselchen. Nun wurden wir zu dem ersten Stand geführt, wo dressierte wilde Tiere zu sehen waren. Wirklich war es großartig, wie der Elefant sich hinlegte und aufstand, wie er über drei Bausteine stieg Helft der Zugend helfen! | Die HZ. sammelt vom 17. bis 19. Dezember für das WhD.r und anderes mehr vollbrachte. Löwen, Tiger und eine Kuh hausten friedlich beieinander, es war erstaunlich, und wir bezahlten gern die weiteren zehn Pfennige, die für diese „Sonderschau" gefordert wurden. In dem nächsten Stand war eine Merkwürdigkeit zu sehen: eine Frau mit einem Bein, die aber besser turnte als mancher Olympiateilnehmer. Sie sprang nämlich auf ihren Stuhl, ja sogar darüber, und während andere Menschen ein Sofa zum Ausruhen benutzten, nahm sie es zum Anlaß, um darüber hinwegzusetzen. Und jeder Sprung gestanden! Mit einem Bein!! Trotz unserer Bewunderung zahlten wir aber nur murrend die 5 Pfennige, die uns wieder abgefordert wurden. Nun erreichten wir das Wirtszelt, in dem uns zur Stärkung Plätzchen und Schokolade angeboten wurden. Die Plätzchen kamen mir allerdings bekannt vor. Wie kamen sie nur aus meiner Speisekammer hierher? Ich-wollte immer fragen, aber Brigitte warf mir flehende Blicke zu, und so schwieg ich. Sie schmeckten wenigstens sehr gut, ich mußte sie mir aber Stück für Stück für 2 Pfennige zurück- taufen, während der Vater des mausenden Kindes an der Nikolausschokolade gütlich tat. Nachdem wir ausgeruht und gestärkt waren, wurden wir zu dem nächsten Stand geführt. Hier gab es Lose zu kaufen, in allen Farben, und man konnte unwahrscheinlich schöne und brauchbare Dinge gewinnen, wie angemalte Postkarten, Kerzenhalter aus Garnrollen, alte Griffelspitzer und dergleichen. Ich wollte diesmal vorübergehen, aber Männer sind ja immer großartiger in Geldsachen als Frauen, es wurden also einige Lose erstanden, und siehe da, wir wurden belohnt; es gab keine Nieten! In der nächsten Bude sahen wir dann eine Tänzerin, eine schöne Tänzerin, die, in kurzem rosa Kleidchen, zu der süß perlenden Weise einer Spieluhr, die ein Teddybär geschickt drehte, einen lebhaften Walzer tanzte. Wir überschütteten sie mit Beifall und begaben uns zu der Wahrsagerin, die ein Kopftuch um und eine Kaffeetasse und ein Kartenspiel vor sich hatte. Sie sagte uns aus den Handlinien die angenehmsten Dinge: wir würden sehr glücklich sein und sehr viel zu Weihnachten bekommen, es gäbe bald Schnee, und die Großeltern würden uns zum Fest besuchen. Sehr erfreut bezahlten wir denn auch hier unfern Groschen und machten uns dann — müde — auf den „Heimweg". Brigitte aber machte Kasse! Und mit strahlendem Gesicht rief sie: „Jetzt kann ich aber sein Weihnachtsgeschenke für euch kaufen!" E. L. St. Aus den Gießener Gerichtssälen. Schöffengericht Gießen. Der P. I. aus Lützellinden hatte sich vor dem Schöffengericht zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, in der Nähe der Straße nach Lech- gestern öffentliches Aergernis erregt zu haben. In der Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, kam das Gericht zu dem Ergebnis, daß es an dem Begriffsmerkmal der Oeffentlichkeit fehle, so daß nur eine Verurteilung wegen fortgesetzter Beleidigung erfolgen konnte. Das Urteil lautete auf drei Wochen Gefängnis. Der I. R. aus Vilbel stand unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung. Der Angeklagte hatte am 22. April 1937 ein Akzept über 120 Mark mit dem Namen eines Bekannten gefälscht und einem Lieferanten als Kundenwechsel in Zahlung gegeben. Da der Wechsel am Fälligkeitstage natürlich nicht eingelöst wurde und zu Protest ging, übergab der angeblich Bezogene die Sache der Polizei, die alsbald den Angeklagten als Täter ermittelte. In der Hauptverhandlun^ war der Angeklagte in vollem Umfange geständig. Zu seiner Entschuldigung gab er an, er habe zur Fertigstellung einer dringenden Arbeit einen Posten Ware gebraucht, den ihm seine Lieferfirma nur gegen bar oder einen guten Kundenwechsel habe aushändigen wollen. Da er selbst damals größere Außenstände gehabt habe, hätte er gehofft, den Wechsel am Fälligkeitstage einlösen zu können, ohne daß der andere überhaupt etwas davon zu merken brauchte. Die Außenstände seien jedoch sehr schleppend eingegangen, so daß er den Wechsel erst zwei Tage nach Protest habe abdecken können. Da somit effektiv kein Schaden entstanden sei und er sich in einer gewissen Notlage befunden habe, bat der Angeklagte das Gericht um eine milde Bestrafung. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte zahlreiche, allerdings kleinere Vorstrafen wegen Dermögensdelikten erhalten hatte, ging das Gericht erheblich über die Mindeststrafe hinaus und erkannte wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug auf drei Monate Gefängnis. Die nächste Anklage richtete sich gegen den F. M. Dieser hatte am 1. Juli dieses Jahres mit seinem Wagen eine Fahrt nach Bad-Nauheim unternommen. Dort besuchte er mit zwei Begleiterinnen verschiedene Lokale, worauf man gegen 24 Uhr gemeinschaftlich die Heimfahrt antrat. Noch in Bad- Nauheim kam es zwischen dem Angeklagten und einer neben ihm sitzenden Begleiterin zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf er mit der einen Hand das Steuer losließ und über die Zeugin hinweg nach dem Türdrücker faßte, um ihr begreiflich zu machen, daß er sie bei nächstbester Gelegenheit absetzen wolle. Dadurch kam der Wagen von der Fahrbahn ab, geriet auf den Bürgersteia, durchschlug ein Geländer und stürzte in die Ilja. Bei diesem Unfall wurden alle drei Insassen mehr oder weniger schwer verletzt. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig, er behauptete lediglich, er habe sich in der Oertlichkeit geirrt, er habe nämlich gedacht, er befände sich schon auf der Hauptstraße nach Gießen, so daß er es schon einmal habe riskieren können, mit einer Hand zu steuern. Mit Rücksicht auf sein Geständnis erkannte das Gericht wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsord- nung auf fünf Wochen Haft. Amtsgericht Gießen. Der H. K. aus Gießen hatte wegen Uebertretung der Reichsstrahenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 30 RM. erhalten. Auf feinen Einspruch hin kam die Sache zur Hauptverhandlung. Der Angeklagte war im Sommer d. I. mit einem Lastkraftwagen auf der Fahrt von Rodheim nach Gießen begriffen. In der Nähe der Bahnunterführung prallte er auf einen aus der Hammstraße kommenden Personenwagen auf, wobei zum Glück nur Sachschaden entstand. Zur Begründung seines Einspruches behauptete der Angeklagte, der Fahrer des Personenwagens habe durch zu schnelles Tempo den Unfall verschuldet. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte das Gericht durch Unwahrheiten irrezufuhren versuchte, wurde die Strafe von 30 RM. a u f 40 R M. e r - höht. Dollen Erfolg hatte der F. N. aus Gießen nut feinem Einspruch, den er gegen einen Strafbefehl von über 40 RM. wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einlegte. Der Angeklagte fuhr im Sommer d. I. mit seinem Personenkraftwagen die Ludwigstraße hinunter und schickte sich gerade an, nach links in sein Grundstück einzubiegen, als ein hinter ihm herkommender Motorradfahrer auf seinen Wagen auffuhr und sich teilweise erheblich an den Beinen verletzte. In der Hauptverhandlung behauptete der Angeklagte, er habe schon in einer Entfernung von 30 bis 40 Meter vorschriftsmäßig den Winker herausgestreckt und sei auch langsam gefahren. Diese Behauptung wurde durch eine Reihe von Zeugen, im Gegnsatz zu den Darstellungen des Verletzten, glaubwürdig bestätigt. Unter diesen Umständen mußte F r e i s p r u ch erfolgen. * Der O. R. auf Dorf-Gill hatte wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung eine Strafe von 10 Mark erhalten, gegen die er Einspruch einlegte. Der Angeklagte fuhr im Sommer frühmorgens mit einem Kleinkraftrad von Dorf-Gill zu seiner Arbeitsstätte in Gießen. Als er von der Schlesischen Straße nach links in die Licher Straße einbog, fuhr er nicht den in der Reichsstraßenverkehrsordnung vorgeschriebenen großen Rechtsbogen, sondern schnitt die Kurve mit dem Ergebnis, daß er mit einem Radler zusammenstieß. Dabei trug der Angeklagte selbst eine geringfügige Handverletzung davon. Im übrigen entstand nur geringer Sachschaden. In der gestrigen Hauptoerhandlung begründete der Angeklagte seinen Einspruch folgendermaßen: Er habe die Kurve nicht rechts nehmen können, da an der fraglichen Ecke sich damals eine Baustelle befand und die Straße noch von Baumaterialien bedeckt gewesen sei. Die Beweisaufnahme ergab jedoch eindeutig die Schuld des Angeklagten, so daß es bei der im Strafbefehl verhängten Geldstrafe von 10 Mark verblieb. « Der G. B. aus Oberappenfeld (Kreis Fritzlar) hatte wegen Diebstahls einen Strafbefehl über 40.— RM. erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, am 25.8.1937 bei seiner Vermieterin in Bersrod, wo er damals beschäftigt war, in einem unbewachten Augenblick von einem in der Wohnung hängenden Anzug eine Uhrkette entwendet zu haben. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte, die Uhrkette gestohlen zu haben, sondern er gab an, er habe diese auf dem Hofe kurz vor der Haustreppe gefunden. Obwohl diese Einlassung nicht sehr glaubwürdig klang, war sie dem Angeklagten nicht zu widerlegen. Trotzdem hat sich der Angeklagte nach seiner eignen Einlassung eines anderen Deliktes, nämlich der Fundunterschlagung, schuldig gemacht, so daß die Verurteilung nur aus diesem Gesichtspunkte erfolgen konnte. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte das Vertrauen feiner Wirtsleute in schnöder Weife mißbraucht hat, kam das Gericht zur Erhöhung der Geldstrafe auf 5 0.— R M. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, und Hitler-Jugend, Bann 116: 20.30 Uhr Großkundgebung im Cafö Leib. — Dolksbund für das Deutschtum im Ausland, Ortsgruppe Gießen, in Verbindung mit dem Hilfsbund der Deutsch-Oesterreicher, Orts-, gruppe Gießen: 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität, Vortrag Dr. Gelinek „Gesamtdeutsche Volkswirtschaft". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Petermann ist dagegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hahn im Korb". — Oberhessischer schichtsoerein: 20.15 Uhr, Aula des Gymnasiums« Vortrag Dr. Math. $)ain „Die Schützer Tracht im nachbarlichen Kulturkreis". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 19 Uhr Weihnachts-Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. — Weihnachtsmesse auf Oswaldsgarten. , Nun sammelt die Hitler-Jugend! NSG. Di>e Parole „Ein Volk hilft sich selbst" ruft Mitte Dezember auch die Jugend wieder auf zum Kampf gegen Hunger und Kälte. In einer Front setzen sich Hitlersnngen und Pimpfe, BDM. und Jungmädel vom 17. bis 19. Dezember für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes ein. Wie sie Jahr für Jahr beispielgebend ihren Nationalsozialismus praktisch bewiesen haben, werden sie auch während der diesjährigen Sammeltage dem deutschen Volke das Bild einmütiger Geschlossenheit bei der Bewäl- ? Nass falt!'JetfN/VEA Schon abends die Haut gut vorbereiten. Gesicht u. Hände mit Nivea-Creme pflegen, da» macht die Haut widerstandsfähig gegen Wind und Wetter. tigung der großen Aufgabe zeigen. Ihr opferfreudiger Einsatz heischt Opferfreude auf der anderen Seite. Die Jugend ruft zur Mithilfe auf. Wer wollte sich ihr entziehen? 138 538 Mark konnte die HI. unseres Gaues im vergangenen Jahre dem WHW. als herrlichen Erfolg ihrer unermüdlichen Hilfsbereitschaft zur Verfügung stellen. Noch mehr muß es in diesem Jahr werden. Noch mehr, weil wiederum Tausende in Arbeit und Brot gekommen sind, die jene nicht vergessen werden, die noch einer Hilfe bedürfen. Noch mehr, weil im Herzen der Erwachsenen aus einer Parole ein Lebensgesetz geworden ist, das innere Gesetz der wahren' Volksgemeinschaft. Noch mehr, weil keiner die Jugend bei der Ausübung ihrer freiwilligen Pflicht dem Volksganzen gegenüber beschämen will. So schwingt die HI. ihre Sammelbüchse, läßt Groschen zu Groschen wandern im Dienst für Deutschland! Berufswettkampf aller Schaffenden. Heute abend erscheinen alle Schaffenden aus Gießen und näherer Umgebung um 20.30 Uhr im Lafe Leib in Gießen zur Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend. Es sprechen der Kreisobmann der DAF., Pg. Wagner, und der Bannführer, Pg. Becker (Wiesbaden). , WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Donnerstag, 16., und Freitag, 17. Dezember« wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen roer« den gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. , WHW. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Mittwoch, 15., Donnerstag, 16., und Freitag, 17. Dezember, findet im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt. Als Spenden find vorwiegend Mehl, Hülsenfrüchte« Max OReger wird mit ^2 Jahren Organist. Von Erna Brand. Im Dezemberheft der Zeitschrift „D a s Innere R sü ch" finden wir einen aus liebevoller Kenntnis geschriebenen Aufsatz „Aus Max Regers Kindheit und Jugendzeit" von Erna Brand, dem wir mit Erlaubnis der Schriftleitung den folgenden Absatz entnehmen. Im Jahre 1885 nahm Vater Reger die alte ausrangierte Orgel der Präparandenschule zu sich, da die Schule eine neue Steinmeyer-Uebungsorgel bekommen hatte. Da arbeitete er nun emsig, mit nimmermüder Geduld und Ausdauer, bis er eine regelrechte kleine Zimmerorgel, die ausgezeichnet spielbar war, aufgebaut hatte. Max ging ihm bei all dieser Arbeit mit regem Verständnis zur Hand und lernte auf diese Weise spielend das königliche Instrument von Grund auf kennen und bald auch meistern. Auch die große alte Kirchenorgel der Stadtpfarrkirche lernte er zuerst rein handwerklich kennen, indem er auch da seinem Vater Handlangerdienste leisten mußte, als er verschiedene Mängel in Ordnung zu bringen hatte. So ergab es sich wieder ganz von selbst, daß Max von seinem Vater im Orgelspiel unterwiesen wurde, und das machte dem Vater auch mehr Vergnügen als der Klavierunterricht, man kam dabei ganz naturnotwendig auf allgemein musiktheoretisches Arbeiten, Vater und Sohn merkten es selber kaum, wie Max in kürzester Zeit alle grundlegenden Harmonielehrekenntnisse in sich ausgenommen hatte. Das polyphone Hören, das das Orgelspiel fordert und das Vater Reger so schätzte — er sagte seinen Präparandenschülern oft, aller Klavierunterricht müßte vom Bach-Studium ausgehen und als erstes bestes Uebungswerk das Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach gespielt werden — war dem Max vollkommen gegeben, war ihm das Natürliche. So kam es, daß Max Reger schon mit zwölf Jahren im sonntäglichen Festgottesdienst von Erbendorf unter der Leitung feines Onkels Oberlehrer Roll die Orgel spielte. In seiner Mutter Heimat — Grötfchenreuth ist ja nur eine halbe Stunde von Erbendorf entfernt — hat Max Reger wohl zum erstenmal als jugendlicher Meister der Orgel andächtig Lauschende er- baut. Der als hervorragender Musiker und Kirchenchorregent im ganzen Regensburger Kreis bekannte Onkel Roll fühlte sich nicht wenig stolz, als er den ößu dLmOrZeWel ganz ergriMruKirchenhestlHem und den hocherstaunten Kirchenchorsängern auf ihre Fragen antworten tonnte: „Das war mein zwölfjähriger Neffe, der so schön gespielt hat". Ihm selber waren die Auaen feucht geworden, als der Junge am Schluß alle Register zog zum jubelnd feierlichen Ausklang. Ein nur ein Jayr älterer Junge als Max, der später in Weiden sein lieber Kamerad werden sollte, Josef Kammerer, ging nach der Kirche stolz mit dem Herrn Oberlehrer und dem „wunderbaren Knaben" heim, er durfte die Musikalien zurücktragen ins Schulhaus. Er konnte sich gar nicht genug schauen an ihm, und noch heute erinnert er sich an den tiefen Eindruck, den der leuchtend vergeistigte Blick des Gleichaltrigen in ihm wachrief. Dabei war der „wunderbare Knabe" so einfach und natürlich, wie ein anderer Junge auch und versicherte dem Onkel strahlend, wie er sich nun auf die Erbendorfer Knackwürste freue, die feiner Ansicht nach ein Gedicht wären. So schlicht und natürlich war und blieb der Maxl immer seinen Kameraden gegenüber, er sprach ihnen nie von seiner Musik ober gar von den geheimnisvoll großen Dingen, die ihm Geist und Seele bewegten. Daß er etwas konnte und mehr als sie alle zusammen, das ahnten die Jungens schon und achteten es auch unbewußt, indem sie ihm besonders herzlich anhingen. Jeder Schulkamerad riß sich in späteren Jahren darum, mit Max spazieren gehen zu dürfen, und es gab ja auch nichts, was der Max nicht wußte. Daß Max fast alle Instrumente spielen konnte, war auch nicht übel. Und es kam ihm ein ganz herrlicher Einfall zu einem Streich, als er eines Tages auf Wunsch seines Vaters Trompete blasen lernte. Wie immer hatte er es sehr bald heraus, und als erstes Probestück brachte er sich draußen im Wald den Feueralarm bei, und da er ihn natürlich bald glänzend blasen konnte, wurde eben die Feuerwehr alarmiert. Das gab einen Spaß für den eingeweihten Geheimbund der Insulaner, und weil der Spaß so fein war, wurde er nach einiger Zeit mit glücklichem Erfolg wiederholt. Als der Aufruhr darüber im Städtchen groß war, saß in einem versponnenen Winkel des Fischerbergwaldes ein langer blonder Junge im Moos und blies ganz zart auf feiner Trompete: „Ich weiß nicht was soll es bedeuten", setzte ab und lachte sich eins und blies noch einmal hauchzart „Ich weiß nicht was soll es bedeuten..." aber da ging ihm der Atem aus vor innerem Lachen. Als Maxl, der Trompeter und Feueralarmbläser, zwiefacher Ehrendoktor, Professor, Hosrat und Generalmusikdirektor war, schilderte er diesen Jungenstreich seinem geliebten Herzog von Meinin- Lell in Mein köstlichen West —— Neben diesem streichelustigen Sinn wuchs in Max Reger aber mit jedem Jahr auch sein schaffender Genius. Adalbert Lindner, der Lehrer, ist es, der mit ehrfürchtiger Aufgeschlossenheit dieses wundersame Naturwalten an dem Jungen erahnt, verfolgt und oft auch unmerklich leitend beeinflußt. Er- areifenö berichtet er darüber, wie er im zweiten Jahr des Klavierunterrichts an Max ihn zum freien Phantasieren aufmuntert und mit welch reichem Aufblühen die schöpferische Phantasie des Knaben darauf antwortete. Aus feinem immer feinhörigen Wissen heraus, was den Werdegang seines aelieb- ten Schülers am besten fördern könnte, entschloß er sich, seinen Platz an der großen Orgel der Stadtpfarrkirche bei den sonn- und feiertäglichen Gottesdiensten dem Max zu überlassen. Vom Herbst 1886 an war dann Max Reger Organist seiner Heimatkirche und blieb es bis 1898. Gloria-Palast: „petermann ist dagegen." Ursprünglich hieß diese Geschichte „Petermann fährt nach Madeira" und erlebte viele Ausführungen als Lustspiel von August Hinrichs, dem wir den krähenden Hahn und das Schwein Jolanthe verdanken. Otto Bernhard Wendler und der Regisseur Frank W y s b a r haben in freier Bearbeitung des Theaterstückes das Drehbuch für einen Film der Terra geschrieben, der sich im Grundgedanken an die Vorlage anlehnt: Bekehrung und Wandlung eines Zeitgenossen zum Volksgenossen. Der Zeitgenosse heißt Petermann, ist Oberbuchhalter bei der Firma August Hartmann und der Schrecken des ganzen Betriebes: verbiestert, verknöchert, „mit dem Hauptbuch verheiratet" und allgemein unbeliebt. Auf einem Betriebsausflug, von dem er sich zu feinem Aerger nicht ausschließen kann, gewinnt er ausgerechnet einen Haupttreffer, eine Kraft-durch-Freude-Seereise nach Norwegen; den zweiten Haupttreffer zieht Hanne Krüger, Leiterin der Betriebskantine, prachtvolles Mädchen, mit der Petermann kurz zuvor den übelsten Krach gehabt hat. Auf dem Schiff geht es eine Weile in der anfänglichen Tonart weiter, aber ganz allmählich begreift selbst Petermann den Sinn der Reise und die Forderungen der Volksgemeinschaft. Durch einen halb komischen Zufall — Petermann springt bei einer Rettungsübung einer ins Wasser geworfenen Puppe nach, die er für einen Menschen gehalten hat — wird der Außenseiter Mittelpunkt und Hauptperson des ganzen Schiffs, und es stellt sich heraus, daß ein guter Kern in dem Mann steckt. Der unvermutete Zwischenfall gibt den Anstoß zur inneren Wandlung: Petermann streift — zu Hannes Freuds « dell alten Adam qhi lyird kill nichtiges Glied der Volksgemeinschaft und ein brauch» barer Mensch, der sogar am Ende der Seereise sein Herz entdeckt und sich mit Hanne verlobt, die von Anfang an gewittert hat, was eigentlich von Petermann zu halten ist. Die Melodie „Freut euch des Lebens" gibt den Grundton der Inszenierung von W y s b a r, dessen Begabung ja schon einigen großen, früher gedrehten Filmen ihr eigentümliches Gesicht gab; hier zeigt er malerische Landschaftsbilder und die ungezwungen fröhliche Schiffsgemeinschaft der Urlauber in gelungenen Aufnahmen. Den Petermann spielt Ernst W a l d o w in überzeugenden, besonders gegen Ende hin vorsichtigen Uebergängen; in seiner Wandlung vom Patentekel zum guten Kameraden liegt der erzieherische Wert des Lustspiels. Fita B e n k h o f f ist ein frisches, munteres Mädel mit Herz und Mundwerk auf dem rechten Fleck. Ein paar ergötzliche Urlaubertypen stellen Beppo B r e m und Hugo Fischer-Köpp e. — Musik dazu von Wolfgang Zeller. * Im Beiprogramm gibt es eine vielseitige Wochen* schau, ferner einen sehr interessanten Kulturfilm aus der Geschichte des Luftschiffbaus (mit seltenen Vor- kriegsaufnahmen), endlich einen Vorspann zum „Zerbrochenen Krug" mit Hannings. Hans Thyriot. ------ J Hochschulnacknchten. Der Führer und Reichskanzler hat den nicht- beamteten außerordentlichen Professor Dr. Ratje M ü g g e in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Observator am Frankfurter Meteorologischen Institut ernannt. Der Führer und Reichskanzler hat den Dozenten Dr. Reinhold H e n z l e r zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt ernannt. Professor Dr. Wolfgang Krause, Ordinarius für indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität Königsberg, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Göttingen berufen. Professor Dr. Franz Specht, Ordinarius für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Halle, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Breslau berufen. Professor Dr. Josef Sauer, Ordinarius füt Patrologie (Kctth. Theol. Fakultät) an der Universität Freiburg i. B., ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen !ß e r ■ p f lichtungen entbunden lyorden^ OeutscheArbeitssront im Kreis' -AX: eiierau Die Arbeit im November. Graupen, Nudeln, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. BOM.- u.IM.-Untergau 116, Gießen. Dienstbefehl! Betr.: Sonderschar Segelflug- Modellbau. Am Donnerstag, 16. Dezember, ist wieder ab 19.30 Uhr Uebungsabend auf der Dienststelle des Untergaues. Betr.: Volkstanzgruppe. Am Freitag, 17. Dezember, findet in der Turnhalle der Oeffentlichen Handelslehranstalt ein Uebungsabend der Volkstanzgruppe statt. Antreten 20 Uhr mit Turnschuhen. Betr.: I u l f e i e r der M.» und IM. - Gruppenfüh/erinnen und Stabsmitglieder. Am Samstag, 18. Dezember, um 19.30 Uhr, kommen alle Mädelgruppenführerinnen zu einer Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues. Die IM.-Gruppenführerinnen sind um 18 Uhr 3U einer Arbeitsbesprechung auf der Dienststelle des Untergaues angetreten. Anschließend um 20 Uhr werden wir dann mit M.- und JM.-Gruppenführerinnen und den Stabs- mitaliedern eine Julfeier veranstalten. Nähere Anwerfungen hierzu sind euch schon zugegangen. Betr.: Eröffnung des Reichsberufswettkampfes. Am Donnerstag, 16. Dezember, findet im Cafe Leib die Eröffnung des RBWK. statt. Alle diensttuenden Scharen bzw. Gruppen treten um 20 Uhr vor dem Ccffö Leib an. Betr.: HI. - Theaterring-Vorstellung „Die kluge Närrin". Wie bereits bekannt, findet am Montag, 20. Dezember, die 4. Vorstellung im Rahmen des HI- Theaterringes statt. Karlen hierzu müssen unbedingt bis Freitag, 17. Dezember, am Untergau abge- holt sein. Weihnachis-Hifforie von Heinrich Schütz. Am nächsten Sonntag, 19. Dezember, bringt der Kirchenchor der Gesamtgemeinde in der Johcmnes- kircbe Heinrich Schützens Weihnachtshistorie zur Ausführung. Es ist eines der der letzten Werke des großen deutschen Musikers und eines seiner größten. Eine kurze Sinfonie, die Geburt darstellend, leitet es ein. Das folgende Rezitativ des Evangelisten bringt die Weihnachtsbotschaft. Man beachte die ton- malerische Ausdeutung einzelner Worte, z. B. „und wickelt ihn in Windeln". Zu dem Gesang des Engels: „Fürchtet euch nicht44 spielen die Instrumente „Des K'mdleins Wiegen", und aufsteigende Jnstru- mentalgänge deuten die Freude an. Bei aufmerksamem Zuhören wird man thematische Zusammenhänge mit dem vorausgegangenen Rezitativ bemerken. Ein Meisterwerk Schützscher Kunst ist: „Ehre fei Gott in der Höhe". Ein sechsstimmiger Chor, in dem zu den bewegten oberen Stimmen das „Friede auf Erden" der Bässe wie Glockengeläute hineinklingt. Freudia bewegte Themen in den Instrumenten, wie in den Stimmen schildern die Erregung der Hirten über die frohe Botschaft. Ebenso treffsicher im Ausdruck ist das ruhig und würdig schreitende Motiv beim Ankommen der Weisen. Man beachte die immer wiederkehrende Figur bei dem Wort „Stern". Sie kehrt im weiteren Verlauf des Stückes bei demselben Wort immer wieder. In bewußten Gegensatz ist das weihevolle „anzubeten" der Weisen zu dem hohnoollen des Herodes gesetzt. Köstlich ist das Quartett der Schriftgelehrten in seiner Gespreiztheit und Gelehrtheit. Im weiteren Verlauf des Werkes beachte man bei dem zur Flucht mahnenden Engel die Tempoverschiebung, wenn es Die Kreiswaltung Wetterau der DAF. zählte im Monat November insgesamt 45 092 B e - triebsführer und G e f o l g s ch a ft s a n gehör i g e als Mitglieder. Auch an dieser wieder gestiegenen Mitgliederzahl sieht man, daß auch die letzten, bisher noch abseits stehenden Kameraden in die große Front aller Schaffenden eintreten. Die Verwaltungsstelle zahlte im gesamten Kreis- aebiet Wetterau 875 Unter st ützungen aller Art im Gesamtbetrags von 12 378,35 Mark aus. Die Rechtsberatungsstellen Gießen und Friedberg wurden von 1223 Betriebsführern und Gefolgschaftsangehörigen aufgesucht. Auch diesmal stellte das Baugewerbe die meisten Streitfälle. Das Deutsche Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe wird in Gießen im Winterhalbjahr 1937/38 den letzten Meistervorbereitungslehr- g a n g durchführen. Das Amt für Volksgesundheit führte verschiedene Betriebsbesichtigungen und Besprechungen, sowie Vortragsabende durch, die insbesondere der beruflichen Erziehung der Fachschaften dienten. In Gießen wurde außerdem eine geschlossene Vortragsreihe für technisch Assistentinnen eröffnet. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung hat weitere Lehrgemeinschaften für die verschiedensten Berufe in steigender Anzahl eröffnet. Nachdem die Berufserziehungs- werke bereits in Gießen und Friedberg ihre Ervon dem Kindlein singt, ebenso die Aufhellung der Instrumentalbegleitung, um anzudeuten, daß der Anschlaa mißlingt. Ein erschütterndes Stück ist des Evangelisten: „Und er stund -auf". Den Beschluß des Werkes macht ein Wechselchor zwischen Instrumenten und Singstimmen: „Dank sagen wir alle". Ein Stück von größter Eindringlichkeit. Schütz verzichtet hier ganz auf die Polyphonie, stellt nur die Akkorde des Orchesters in Wechsel zu denen des Chores; ein Brauch, den der Meister von den Italienern übernommen hatte. Anderweitige Verteilung der Arbeitszeit anläßlich des Weihnachls- und Neujahrsfestes. In einer Anordnung des Reichs- und preußischen Arbeitsministers wird, wie das Gewerbeaufsichtsamt Gießen uns mitteilt, folgendes bestimmt: Eine Schließung der Betriebe von Weihnachten bis Neujahr zwecks Gewährung einer längeren Freizeit zur Erholung und Ausspannung der Gefolgschaftsmitglieder wird im Hinblick auf die Lage des diesjährigen Weihnachtsfestes im allgemeinen nicht in Betracht kommen. Von der allgemeinen Zulassung eines über die Zweiwochengrenze des § 4 hinausgehenden Ausgleichszeitraums wird daher in diesem Jahre abgesehen. Es bestehen indes keine Bedenken, wenn die Gewerbeaufsichtsämter auf Grund des § 30 AZO. einzelnen Firmen auf Antrag genehmigen, daß sie die zwischen Weihnachten und Neujahr ganz oder teilweise ausfallende werktägliche Arbeitszeit über die Grenzen des § 4 hinaus in einem von den Gewerbeaufsichtsämtern jeweils festzusetzenden Zeitraum, der acht Wochen nicht übersteigen soll, durch Vor- und Nacharbeit ausgleichen dürfen. Voraussetzung ist hierbei, daß die anderweitige Verteilung der Arbeitszeit überwiegend im Interesse der Gefolgschaftsmitglieder erfolgt. Ein gutes Werk der Oberschule für Mädchen. Von den Schülerinnen der Oberschule für Mädchen wurden auch in diesem Jahre wieder eine größere Zahl von Kleidern und Wäschestücken für Kinder und Kleinkinder in dem Handarbeitsunterricht hergestellt Öffnung in den Jahren vorher anzeigen konnten, war es im vergangenen Monat möglich, diese auch in Bad-Nauheim und in Butzbach als eröffnet zu erklären. Das Reichsleistungsschreiben bedeutete für den Kreis Wetterau einen ganz besonders beachtlichen Erfolg. Von 870 gemeldeten Teilnehmern für das Wettschreiben in Kurzschrift 1937 waren 751 angetreten, von denen 621 preiswürdige Arbeiten abliefern konnten. Die betriebliche Berufserziehungsarbeit schreitet ebenfalls rüstig vorwärts. Die ersten Lehrlingswarttagungen in Gießen und Friedberg gaben den kaufmännischen und gewerblichen Lehrlingswarten einen ttefen Einblick in die grundlegende Arbeit, die auf diesem Gebiete von der Deutschen Arbeitsfront geleistet wird. Und während auf diesen ersten Tagungen die Berufsfindung und der Arbeitseinsatz vortrags- und aussprachmäßig be- handelt wurden, werden die nächsten, nun monatlich durchgeführten Tagungen die Behandlung der Gebiete wie Berufsschule, Prüfungen, fördernde Berufserziehung für Jugendliche und Erwachsene, betrieblicher und überbetrieblicher Art, Reichsberufswettkampf und Begabtenförderung bringen. Die Arbeit der NS.-Gemeinfchaft ,Kraftdurch Freude" wurde durch die Berichte über die an- läßlicb der 5. Jahrestagung gegebenen Sonderveranstaltungen aufgezeigt. und auf Weihnachten der NSV. bzw. dem WHW. überwiesen. Lehrt eure Kinder frühzeitig, anderen Freude zu bringen und dem Volksgenossen zu helfen. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 16. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 10 bis 12, Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Zwiebeln, % kg 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 35 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Gänse 1 bis 1,10 Mark, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blu- menkohl 10 bis 50, Salat 8, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. * ** Der Postdienst am kommenden GoldenenSonntag wickelt sich, mit Ausnahme des Paketdienstes, im Rahmen des üblichen ab. Eine Veränderung gegenüber den anderen Sonntagen besteht nur darin, daß beim Postamt 1 in der Bahnhofstraße in der Zeit von 14 bis 19 Uhr Pakete angenommen werden, außerdem am Sonntagvormittag in Gießen eine Paketzustellung stattfindet. ** Straßensperrung. Wegen Durchführung von Straßenbauarbeiten wird die Schubert- st r a ß e vom 17.12. ab auf die Dauer von zehn Wochen zwischen Gaffkystraße und Standortlazarett für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt. ** Ehrung der Freikorpskämpfer. Auf Wunsch von beteiligter Seite sei unserem Bericht über die Ehrung der Freikorpskämpfer nachgetragen, daß es sich bei dem unter den genannten Kameraden aufgeführten Ernst Hosch nicht um Ernst Hosch sen., sondern um Ernst Hosch j u n. handelt. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in Gießen: 2. Dezember: Elisabeth« Engeler, geb. Carle, ohne Beruf, 77 Jahre, Bruchstraße 9; Karl Jegust, Reichsbank-Obergeldzähler, 79 Jahre, Wil« Helmstraße 53. 4.: Michael Keßler, Buchdrucker, 85 Jahre, Schiffenberger Weg 7. 5.: Friedrich Dickore, Kaufmann, 76 Jahre, Kaiserallee 34. 9.: Karl Noll, Goldschmiedemeister, 72 Jahre, Seltersweg 39. 12.: Marie Röder, ohne Beruf, 73 Jahre, Ebelstraße 4. 13.: Sophie Nicolai, geb. Krauskopf, ohne Beruf, 69 Jahre, Danziger Straße 1. 14.: Luise Koch, geb. Rohr, 71 Jahre, Ludwigstraße 32; Elisabeth Weißbecker, geb. Kämmerer, 86 Jahre, Bleichstr. 14. ** Wichtiger Fristablauf. Die Justiz- pressestelle Darmstadt meldet: Nach Artikel 5 Absatz 2 der Ablösungsoerordnung vom 27. Februar 1937 müssen die Gläubiger der landwirtschaftlichen Schuldenregelung die in dieser Vorschrift vorgesehene nachträgliche Ablösung mündelsicherer Forderungen bis zum 31. Dezember 1937 bei den Entschuldungsämtern beantragen. Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichsminister der Justiz weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, daß mit dem 31. Dezember 1937 auch die Antragsfrist für die Entschuldung der Binnen- und Küstenfischer abläuft. In allen Bezirken, in denen eine Entschuldung der Binnen- und Küstenfischer in Bettacht kommt, können bei den zuständigen Entschuldungsämtern nähere Auskünfte eingeholt werden. ** Der Stand der Farbenphotographie. Die Entomologische Vereinigung Gießen» Wetzlar hatte für den gestrigen Mittwoch abend zu einer Vorttaasveranstaltung besonderer Art in die „Stadt Wetzlar" eingeladen. Dr. Klein vom Forstzoologischen Jnstttut Gießen sprach zunächst über die Bedeutung der Farbenphotographie für Wissenschaft und Forschung und ging kurz auf den Nutzen für die Entomologie (Insektenkunde) ein. Anschließend sprach Dr. Schindler (Wetzlar) über die praktische Nutzanwendung der Farbenphotographie in der Wissenschaft unb bewies an Hand zahlreicher Bilder die große Bedeutung dieses Fortschrittes photographischer Technik. Schließlich aab Studienrat Kühn (Wetzlar) an Hand von schematischen Darstellungen einen Einblick in die chemischen und opttschen Zusammenhänge, die für die Farbenphotographie bestimmend sind. Eine Reihe herrlicher Bilder, von zum Teil großer Doll- komrnenheit der Farbwiedergabe, ließ erkennen, wie vielseitig die Beschäftigung mit der Farbenphotographie sein kann. Vor allem sah man ausgezeichnete Landschastsbilder als herrliche Ferienerinnerungen, Personenaufnahmen von unverfälschter Lebensfülle und vieles andere mehr. Rmidfmikprogramm Freitag, 17. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert (Kapelle der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig). 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Ostland wartet unserer Pflüge. Berichte aus der Aufbauarbeit des Nationalsozialismus in Ostpreußen. 10.30: Hausfrau, hör zu 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle: Zusammenlegung und landwirtschaftliche Folgeeinrichtungen in den Gemeinden des Westerwaldes. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (Konzert). 15: Volk und Wirtschaft: Unsere Kolonien — früher und heute. 15.15: „Pfui, ruft da ein jeder, garst'ger Struwwelpeter!" Wir bringen heute einen Funkbericht aus einer Seifenfabrik. 16: Platzkonzert auf dem Fried- richsplatz in Kassel. Der Reichssender Frankfurt musiziert für das WHW. 17: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Junger Mann versetzt sein Herz. Em Funkmärchen für große Leute. 20: Aus Helsingfors: Europäisches Konzert. Ausführung: Das Städtische Orchester von Helsingfors. 21: Klänge der Heimat: Die Wetterau. Don W. Philipps. 22: Nachrichten. 22.15: Weihnachtliche Bücherecke. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Werke der Moderne. Jiamanlen-Komödie Vornan von Horst Biernaih. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Toll! Was?" sagte Humphrey. „Einfach Wildwest!" Er brachte diese Feststellung mit einem gewissen Stolz heraus, als Sohn eines Landes, in dem solch wilde Geschichten gewissermaßen die Butter zum Brot waren. Carola antwortete nicht. Er sah mit Besorgnis, daß sie blaß geworden war, ehe die Seereise noch begonnen hatte. Wahrhaftig, ganz schmal sah sie plötzlich aus und schien kaum mehr Kraft genug zu haben, das Blatt zu halten. Es entglitt ihren Händen und flatterte, vom Winde aufgewirbelt, bald zu Boden gedrückt, in Zickzacksprüngen davon. „Ein ganz ungewöhnlicher Raubüberfall . . .", suchte Humphrey jetzt zu trösten, ein wenig verwundert darüber, daß diese Nottz Carola so sehr auf die Nerven ging. „Was haben Sie nur? Kein Mord, kein Toter, em paar lumpige Steckschüsse — na, und das ist auch alles." „Geht schon vorüber", sagte sie mit einem etwas kläglichen Lächeln und strich mit den Fingerspitzen über ihre Schläfen. „Ich habe schlecht geschlafen. Kaum drei Stunden. Der Whisky gestern und der Zigarettenqualm ..." Humphrey zog plötzlich die buschigen blonden Brauen empor. „Moment!" murmelte er. „Warten Sie mal! Gestern abend ... Teufel ja! Da Sie mich jetzt an gestern abend und an die »Schwarze Mamba4 erinnern, fällt mir was ein .. " Seine Augen folgten dem davonwirbelnden Extrablatt. „Entschuldigen Sie mich einen Augenblick!" Er jagte in langen Sprüngen dem flatternden Papierfetzen nach ... Ein wenig atemlos, aber mit einem grimmigen Frohlocken in seinen blauen Augen kam er zurück; das Extrablatt schwenkte er wie eine Fahne. „Hören Sie zu!" rief er Carola schon von weitem zu. „Für mich ist die Geschichte sonnenklar! Da lesen Sie's schwarz auf weiß: »Die Polizei teilt uns mit4 — und so weiter und so weiter — »seit langem be- kannter Diamantengauner4 ... Ha, was sagen Sie dazu, Carola? Feine Gesellschaft, in die ich Sie gestern geführt habe! Oder zweifeln Sie auch nur eine Sekunde lang daran, daß Martini der Halunke ist, der die Sache hier bewichst hat! Und entsinnen Sie sich —? Na, selbstverständlich entsinnen Sie sich, daß der Kerl um elf Uhr nachts eine telephonische Besprechung hatte! Geschäftlich ...!" Humphrey lachte herzlich: „Alberner Bursche! Das Geschäft soll er mir mal nachweisen, das er um elf Uhr nachts abgeschlossen hat! Selbstverständlich hat er da seinen Spießgesellen die letzten Anweisungen erteilt .." Carola unterbrach seine Üppig wuchernden Phan- tasien: „Wenn ich mich nicht irre, Humphrey, so waren Sie gestern noch der Ansicht, Marttni hätte dieses Gespräch weniger in seiner Eigen- schäft als Diamantengauner — wie Sie sich vorhin auszudrücken beliebten — geführt als vielmehr zum Behufs des Mädchenhandels. Jedenfalls erklärten Sie mir gestern ausdrücklich, das Gespräch hätte stattgefunden, um Sie durch einen ooraetäuschten Anruf fortzulocken und mich während Ihrer Abwesenheit zu betäuben, zu entführen und an den Harem des Sultans von Marokko zu verkaufen!" „Ich habe kein Wort vom Sultan von Marokko gesagt!" entgegnete Humphrey heftig. „Ihr Gedächtnis hat gelitten, Humphrey! Sie haben ausführlich von Betäubungsmitteln und von Mädchenhandel gesprochen!" „Na, schön!" knurrte er gereizt. „Dann suchte sich der Schurke eben ein Alibi zu verschaffen oder so was Aehnliches!" Seine Vorstellungen von einem Alibi schienen sonderbar dunkel zu sein. „Etwa mit dem Mädchenhandel?" fauchte Carola. „Das ist ja Heller Wahnsinn!" „Meinetwegen auch Wahnsinn! Aber das tut gar nichts zur Sache! Eins jedenfalls ist klar: Martini war der Banditenhäuptling und hat den Transport überfallen!" „Und ich erkläre Ihnen feierlich, daß Ihre Annahme völlig widersinnig ist!" behauptete Carola gegen ihre Ueberzeugung. In diesem Augenblick heulte die Sirene am Schlot der „Catharina" zum erstenmal auf. Es war das Vorsignal für die Fahrgäste, sich von ihren Angehörigen und Freunden zu verabschieden und an Bord zu gehen. Humphrey, der den Mund bereits zu einer entschiedenen Erwiderung geöffnet hatte, klappte feine Sprechwerkzeuge zusammen. Er warf einen erschrockenen Blick auf seine Armbanduhr „Die letzte Stunde, die ich mit Ihnen zusammen war, Carola!" klagte er bestürzt. „Und was haben wir in dieser letzten Stunde getan? Uns gestritten' Und alles wegen dieses verdammten Banditen!" „Kein Bandit!" sagte sie knapp und hart. Humphrey zuckte bei diesem scharfen Ton unwillkürlich zusammen. „Der Kerl ist Ihnen doch nicht etwa sympathisch?" fragte er fassungslos. „Sympathisch oder nicht sympathisch — das spielt in diesem Fall überhaupt keine Rolle! Jedenfalls ist er ein Landsmann von mir. Und auch wenn er das nicht wäre, so ließe ich ihn doch von niemand beschuldigen — auch von Ihnen nicht, Humphrey, solange Sie Ihre Behauptungen einfach aus der Lust greifen!" „,Aus der Luft4 nennen Sie das?" Er fchlug mit der flachen Hand gegen die Extraausgabe. „Das Telephongespräch gestern um elf und die dringenden Besorgungen eine halbe Stunde später nennen Sie ,aus der Luft4?!" »Können Sie mir nicht etwas anderes erzählen?" bat sie gequält. „Bitte — ganz wie Sie wünschen!" murrte er eigensinnig. „Und schließlich hab' ich ja Ihre An- schrist, so daß ich Ihnen mitteilen kann, wer von uns recht hat. Sie oder ich!" Aber seine Hartnäckig- feit brach sich rasch. Die Sirene der „Catharina" heulte nämlich zum zweitenmal, und 3um zweitenmal jagte dieses Signal ihm einen tiefen Schrecken ein. „Noch fünf Minuten!" murmelte er verzweifelt. „3a, es wird hohe Zeit, daß ich an Bord gehe." „Und ich hatte Ihnen noch so viel zu sagen!" stammelte er. „Ach, Carola, Sie haben mir in den letzten Wochen unseres unvergeßlichen Zusammenseins so viele Körbe ausgeteilt, daß ich nicht mehr den Mut habe. Sie in dieser letzten Minute zu einer Entscheidung drängen zu wollen. Aber Sie werden ja nun Zeit genug haben, über meine Worte nachzudenken und sie zu prüfen. Ich wünsche mir feine andere Frau als Sie! Und wenn Sie jemals erkennen sollten, daß es nicht nur Freundschaft, sondern noch ein wenig mehr wäre, was Sie mir entgegenbringen könnten--" „— bann, Humphrey, käme ich mit dem nächsten Dampfer zurück... Auf Wiedersehn! Leben Sie wohl! Und feien Sie mir wegen dieser Antwort nicht böse, aber ich kann mich so rasch nicht entscheiden. Und vielleicht ist's gut für uns beide, daß mir uns jetzt trennen... Dank jedenfalls für all Ihre Freundschaft!" Sie schüttelte seine Hand, eilte über die Laufbrücke an Bord und drängte sich zwischen zwei Herren an die Reling. Der Laufsteg wurde eingezogen. „Sie werden mir schreiben, Carola!" schrie er durch den Lärm. Zum letztenmal heulle die Dampfsirene. „Schreiben auch Sie oft, Humphrey!" rief Carola mit aller Lungenkraft herüber. „Ich glaube, wir haben's geschafft, Ferguson!* sagte der Herr, der neben ihr stand, über Carolas Kopf hinweg. „Gute Fahrt! Glückliche Reffe!" brüllte Humphrey. Die Schrauben der „Catharina" wühlten das braune Hafenwaffer auf und zerrissen die bunte Oeldecke. Aus dem Schlot des Dampfers puffte eine dicke, schwere Rauchwolke wirbelnd in die Höhe. Ein Matrose machte sich daran, die Reling zusammen- zuschieben. Da traten die Ereignisse ein, die manches ändern sollten. Hinter Humphrey ertönte ein lautes „Halt!" dessen Klang ihm so bekannt vorkam, daß er sich blitzschnell umdrehte. Der Mann, der das Schiffsgeländer zusammenschieben wollte, zögerte. Carola stieß einen leisen Ueberraschungsruf aus. Die beiden stämmigen Herren, in deren Mitte sie Platz gefunden hatte, knurrten gleichzeittg denselben Fluch, und Kapitän Zanten winkte von der Brücke aus ab. Der verspätete Fahrgast maß die Entfernung zwischen Kai und Deck, nahm einen kurzen Anlauf und sprang, da die „Catharina" sich bis dahin kaum um Armeslänge von der Kaimauer fortmanövriert hatte, ohne sonderliche Mühe hinüber. Es war Martini. Er sah ziemlich erhitzt aus. Hinter ihm drein keuchte ein baumlanger Basuto, der zwei Koffer von beträchtlichem Gewicht mit sich schleppte. Fortsetzung folgt ISCH BRO H-WÜRFEL A 3 ein notwendiges Geschenk- “■dem Empfänger eine Freude. XFsSgfS' der Aus der engeren Heimat und Jungvolk statt, letzten Platz gefüllt, mit einem Marsch, Bannes 116. Dünn dem Titel: „Unser Der Abend wurde eingeleitet gespielt vom Musikzug des folgte eine Feierstunde unter politisches Bekenntnis". Nach Hirsch" fand ein Dorfgemeinschaftsabend der HI. in Zusammenarbeit mit BDM., Jungmädel Der Saal war bis auf den gestellt. Nach kurzer Begrüßung durch die stellv. Leiterin Frau Hainer folgten in bunter Abwechslung die Darbietungen der Jugendgruppe und der Turnabteiluna. Flötenspiel und lebende Bilder, Schattenspiele und Lieder schufen eine frohe Stimmung, in die der Nikolaus mit seinen Gaben und Berschen gut hineinpaßte. Die Teilnehmerinnen blieben bei gemeinsamen Liedern lange beisammen. gfs. Wieseck, 15. Dez. Am Pflichtabend der Frau en schäft sprach hier die Jugendgruppenführerin des Kreises, Pg. Ani Schwengber über Den Zusammenschluß des Nachwuchses in der Frauenschaft. Sie hob hervor, daß es die Pflicht jedes Mädels sei, mitzuhelfen in der Allgemeinheit in froher Kameradschaft der Jugend. Am Schluß des Abends wurde eine Jugendgruppe aufgestellt, zu der sich bis jetzt 16 Mitglieder gemeldet haben. <£ Reiskirchen, 15. Dez. Der hier stationierte Gendarmeriewachtmeister Fritz ist nach Großen-Buseck versetzt worden. Seiner Frau, die Mitglied des hiesigen Singkreises ist, wurde aus diesem Anlaß am Samstagabend von den Mitgliedern des Singkreises ein Abschiedsständchen dargebracht. Frau Fritz dankte in bewegten Worten ihren Singfreunden für diese Ehrung. Reiskirchen sieht Gendarmeriewachtmeister Fritz und seine Familie ungern scheiden. —Der hiesigen Frauenschaft wurde am Montagabend ein Film über das Grenzland Schlesien gezeigt. Lehrer Müller erläuterte die einzelnen Bilder. * Reiskirchen, 15. Dez. Im Saale „Zum tenberg" vom VHC. führte diesmal vom Bahnhof Gießen durch die Anlagen der werhnacht« lich geschmückten Stadt hinaus zum schneebedeckten Wald, an dem Flugplatz vorbei nach Rödgen zu, dann im Wiesecktal nach Wieseck. In der Karlsruhe" hielt man kurze Rast. Hierbei wurde der Wanderplan für das Jahr 1938 aufgestellt. 1937 hat der Wanderverein „Hüttenberg" 14 Wanderungen durchgeführt, im Sommer fast nur Tagestouren, und er ist damit sicher einer der rührigsten Zweigoereine des DHC. s. Lang-Göns, 13. Dez. Am Samstag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr in der Gastwirtschaft Henrich die Feier ihres 57jährigen Bestehens. Der Besuch war sehr gut. Die Begrüßungsansprache hielt Oberbrandmeister Wilhelm Lang. Er gab auch den Tätigkeitsbericht des verflossenen Jahres bekannt. Die Feuerwehr zählt augenblicklich 65 Mitglieder. Im Anschluß an den Jahresbericht wurden 15 Mitglieder zu Oberfeuerwehrmännern ernannt. (Karl Schmidt, Wilh. Rompf, O. Heß, E. Müller, W. Meidi, W. Wissig, O. Frey, K. Rudolph, E. Weil, W. Rinker, W. Velten, O. Herbe l, K. Müller, H. Backes, W. Wenzel.) Eine besondere Ehrung für 25jährige ununterbrochene Dienstzeit wurde drei 'Feuerwehrmännern zuteil: Julius Keßler, Karl Heidt und Wilhelm R ö • Hier. Der Oberbrandmeister sprach ihnen den Dank für ihre treue Mitarbeit und für ihren Pflichteifer aus und ernannte sie zu Ehrenmitgliedern. Im Frühjahr werden diese drei Feuerwehrmänner noch durch ein Ehrenzeichen vom Kreis ausgezeichnet werden. Auch der verstorbenen Kameraden wurde in der Ansprache gedacht, und es folgte die übliche Ehrung. Beigeordneter K. Faber als stellvertretender Bürgermeister überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde. Er dankte der Freiwilligen Feuerwehr für ihre aufopfernde Tätigkeit und ermahnte sie, auch weiterhin zum Wohle der Gesamtheit ihre Pflicht zu tun. Der Abend gestaltete sich sodann, bereichert durch zahlreiche Musikstücke einer kleinen Kapelle, zu einer echten Kameradschaftsfeier, die die Mitglieder lange beisammenhielt. 00 Ellerstadt, 14. Dez. Bei der heute hier abgehaltenen Feld-Treibjagd wurden 108 Hasen zur Strecke gebracht. Dieses Schußergebnis ist das niedrigste seit vielen Jahren: konnten doch in demselben Revier in den vorhergehenden Jahren schon 267 Hasen im Höchstfälle geschossen werden. <»Langsdorf, 15. Dezember. Jüngst fand die erste Verdunkelungsübung dieses Winters in unserer Gemeinde statt. Als um 20 Uhr Trom- petenfignale unserer jungen Musikkapelle ertönten, sank das Dorf in tiefe Dunkelheit. Die örtlichen Organe des zivilen Luftschutzes, die in allen Gassen kontrollierten, konnten sehr zufrieden sein: es klapptee alles tadellos. Auch die durchfahrenden Kraftwagen fügten sich fast alle der erforderlichen Luftschutzdisziplin. Schon um 21.30 Uhr konnten die Zeichen zur Beendigung der Hebung gegeben werden. — Die Gemeinde läßt in diesem Winter in einem Teil des Feldes, der südlich der Straße nach Lich gelegen ist und bisher noch nicht entwässert war, Drainagearbeiten ausführen. Dadurch rückt hier das Gespenst der Arbeitslosigkeit in immer weitere Ferne, zumal alle anderen verfügbaren Kräfte im Holzwald arbeiten. einem Fanfarenmarsch sprach der Kreisobmann der DAF. Wagner (Gießen) über den Zweck und Sinn eines Dorfgemeinschaftsabends der HI. Seine Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen. Nach einer Pause stellte sich der frohe Ansager des Abends vor, der in kurzen, gereimten und luftigen Versen die Besucher willkommen hieß. Dann folgten Ausschnitte aus dem Dienstbetrieb der Hitler- Jugend (Bastelstuüde, Tornifterpacken, Zielübungen, Sportstunde beim Jungvolk und Boxkampf), Darbietungen des BDM. und der Jungmädel (Volkstanz, frohe Lieder, Quintett). Zum Schluß des ersten Teils des Abends folgte noch ein lustiger Schwank „Der Pastetenbäcker", der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Im zweiten Teil des Abends blieb man noch bei gemeinsam gesungenen Volksliedern mehrere Stunden in schöner Dorf- aemeinschast beisammen. Der erste Dorfgemein» schaftsabend dürfte als wohlgelungen angesprochen werden. gfs. Queckborn, 15. Dez. Im weihnachtlich geschmückten Saal fanden sich die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauen werks zu einer Nikolausfeier zusammen, zu der auch die Jungmädel eingeladen waren. Lieder und Gedichte wurden abwechselnd vorgetragen, bis der Nikolaus erschien, der für alle Frauen ein Päckchen hatte, besonders aber die Kinder erfreute. — In diesen Tagen haben die Frauen die Pakete für die NSV. zurechtgemacht und abgeliefert. cZ Ettingshaufen, 14. Dez. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des hiesigen Obstbauvereins statt. Der Vereinsführer begrüßte die Erschienenen und erteilte dem Rechner das Wort über die Kassenlage. Die Rechnungsprüfer fanden alles in Ordnung, so daß dem Rechner Entlastung erteilt und Dank für seine Arbeit ausgesprochen werden konnte. Anschließend wurden einige geschäftliche Fragen besprochen. Es wurde angeregt, wenn möglich eine Rückenspritze für die Blütenspritzung anzuschaffen, da sich für diesen Zweck die fahrbare Spritze als unpraktisch erweist. Außerdem wurde über die Bedeutung des Vogelschutzes als Maßnahme zur Steigerung des Obstertrages gesprochen und die Anschaffung von geeigneten Nistkästen als unbedingt notwendig erachtet, da durch die nunmehr fast überall durchgeführten Feldbereinigungen die meisten Nistgelegenheiten für unsere heimischen Vögel rücksichtslos und beinahe restlos beseitigt worden sind. Der Erfolg dieser Anregung bestand in der sofortigen Bestellung von rund dreißig Nistkästen. Bei der Verlosung kamen schöne und wertvolle Gewinne zur Verteilung. Für die Verlosung im nächsten Jahre sind in der Hauptsache Rosenstöcke vorgesehen, die zur Verschönerung des Dorfbildes beitragen sollen. Nach der Verlosung blieb man noch einige Stunden gemütlich beisammen. öp Wa tzenborn-Steinberg, 14. Dez. Ein Kameradschaftsappell der hiesigen Krieger- kameradschaft des Kyffhäuserbundes fand in der „goldnen Nuß" statt. Kameradschaftsführer K. Andermann überreichte den Kameraden die im Wettschießen in Leihgestern erworbenen Ehrennadeln. Bürgermeister Schäfer erhielt die silberne Ehrennadel, außerdem eine Ehrenurkunde über seine Verdienste im Fechtwesen. Georg Philipp II., Louis Schäfer, Karl Happel V., Karl Häuser XI. und Joh. Gg. Häuser XVII. erhielten die bronzene Ehrennadel des Kyffhäuserbundes. — Bei der in der Feldgemarkung Watzenborn-Steinberg abgehaltenen Treibjagd wurden 57 Hasen geschossen. > Leihgestern, 13. Dez. Der hiesige Obst - und Gartenbauverein hielt am Samstagabend im Rathaussaale seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der langjährige Vorsitzende Karl Luh, der auch die Rechnungsführung wahrnahm, trug die bereits geprüfte Jahresrechnung vor, die in Einnahme mit 434,16 RM. und in Ausgabe mit 436,82 RM., also mit einer Mindereinnahme von 2,66 RM. abschloß. Dagegen stehen noch für Saum» spritzung 44,80 RM. aus, ferner ist ein Vorrat von 260 Liter Spritzmasse im Werte von 57,20 RM. vorhanden, so daß noch ein Guthaben von 102,00 RM. besteht. Die Mitgliederzahl hat sich gegen das Vorjahr nicht geändert. Es wurde bemängelt, daß die von einer Kommission zum Fällen bezeichneten alten und kranken Obstbäume von ihren Besitzern bis jetzt noch nicht entfernt worden sind. Der seitherige Vorsitzende Karl Luh, der sich große Verdienste um den hiesigen Obstbau erworben hat, legte wegen feines hohen Alters den Vorsitz nieder. In einer Versammlung Anfang nächsten Jahres soll fein Nachfolger bestimmt werden. ! Großen-Linden, 14. Dez. Die letzte diesjährige Wanderung des Z w e i g v e r e i n s „HütEinweihung des Schottener Heimatmuseums. c. Schotten, 16. De§. Arn gestrigen Mittwoch fand im geschmückten Rathaussaal Die feierliche Einweihung des durch die Weber-Pröscher- Stiftung ermöglichten Heimatmuseums statt. Ortsgruppenleiter Z e s ch k y vertrat die Partei und ihre Gliederungen. Ferner nahmen der Museums- psleger für Oberhessen, Prof. Blecher (Friedberg, die Behörden der Stadt und des Kreises, sowie die heimatgeschichtlichen Vereinigungen von Alsfeld, Lauterbach und Büdingen teil. Der DHC. war durch Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) ver- treten. Bürgermeister M e n g e l (Schotten) entbot den herzlichen Willkommensgruß der Stadt und gab dann in kurzen Zügen einen Rückblick auf die Entstehung des heimatgeschichtlichen Museums in Schotten. Er verband damit eine Ehrung der Stifter, zu deren Gedenken man sich von den Plätzen erhob. Die Gräber der verstorbenen Stifter waren geschmückt worden. Im Namen des Stiftungsvor- standes übergab sodann Bürgermeister Mengel die Räume des Heimatmuseums an die neugegründete Heimatgeschichtliche Vereinigung und sprach gleichzeitig beste Wünsche für deren fernere Arbeit aus. Der Vorsitzende der Heimatgeschichtlichen Vereinigung, Lehrer Sauer, übernahm das Museum zu treuen Händen und sprach dann kurz über die Bestimmung des Museums. Für den Geschichtsverein Alsfeld überbrachte Herr Julius Waldeck herzliche Glückwünsche. Als Geschenk überreichte er für das Museum eine schöne alte Ofenplatte aus dem Jahre 1685. Studienrat Maurer übermittelte für die Freunde der Heimatgeschichte in Lauterbach Glückwünsche und legte nahe, besonders die Jugend für heimatgeschichtliche Arbeit zu interessieren. Auch er übermittelte ein wertvolles Geschenk, bas dem Museum einverleibt wird. Für den DHC. sprach Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein). Er stellte weitgehende Unterstützung des Heimatmuseums durch den Vogelsberger Höhen- Club in Aussicht. Bürgermeister Menge! dankte für alle Glückwünsche und Geschenke und rühmte die Zusammenarbeit der drei „Hochlandskreise" nun auch auf dem Gebiete der Heimatgeschichte. Ortsgruppenleiter Z e s ch k y schloß bann bie von tiefer Heimatliebe getragene Versammlung mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer Adolf Hitler. Anschließend fand eine Besichtigung des Heimatmuseums und seiner Schätze statt. Landkreis Gießen. gfs. Heuchelheim, 14. Dez. Zu einem Nikolausabend waren die Frauenschaft und das Frauenwerk in die Wirtschaft „Zum Treppchen" eingeladen worden. Die Teilnehmerinnen bewunderten zuerst bie Arbeiten, bie für den Paten- qau Oberschlesien gearbeitet wurden. Da sah man Kindersachen, nützliche Wäsche und Kleidung ausAuf jeden Weihnachtstisch MflSik ChSlIlßf iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 1 IHUlll lUU MFLLTLLLL VL Gieben Neuenweg 10 Noten Große Auswahl — Deutsche Wertarbeit Hier ab schneiden! Altbacken Amaryllis alle Musikinstrumente Violinen — Zithern — Mandolinen — Gitarren — Lauten Blockflöten -Trommeln usw. Kofferapparate Schallplatten Hohner Mund- u. Hand» Altbacken nennt man Brot oder Brötchen, die ein oder mehrere Tage alt sind. Solche Brötchen kann man im Backofen oder in Scheiben geschnitten mit dem Brotröster.noch einmal wieder auffrischen. Aus A. läßt sich vorzüglich Reibebrot (Paniermehl. Weckmehl. Semmelbrösel) Herstellen. Alterserscheinungen. Sie sind der Ausdruck der natürlichen Abnützung der Organe. Treten allerdings oft verfrüht und auch an ben einzelnen Organen ungleichmäßig auf. In Erscheinung treten besonders Welken bei Haut, Weißwerden der Haare, Verkalkung der Blutgefäße, Gedächtnisschwäche. Durch vernunftgemäße Lebensweise und richtige Abhärtung können die Erscheinungen oft lange hinausgeschoben werden, Alkohol- und Nikotinmißbrauch und widernatürliche Lebensweise dagegen beschleunigen sie. Vollkommen verhindern lasten sich die A. natürlich nie. aber doch in erträglichen Grenzen halten. Künstlich die Alterserscheinungen übertünchen wollen, wirkt meist lächerlich. Bei er- heblichen Störungen wende man sich an ben Arzt. S. auch Alterssichtigkeit! Alterssichtigkeit: Erschwerung des Nahesehens durch Elastizitätsverlust der Linse und durch Nachlasten des Akkommodationsmus- kels. Wirb durch ein Konvexglas korrigiert. Altweibersommer, die Zeit im Frühherbst, in der dünne Gespinste kleiner Spinnen vom Wind getragen durch die Luft segeln. Diese Gespinste werben auch in manchen Gegenden Ma- rienfäden genannt. Aluminium, ein aus bestimmten Erden gewonnenes Leichtmetall. Aus Aluminium hergestellte Kochgeschirre sind praktisch und in keiner Weise gesundheitsschädlich, obwohl dies manchmal behauptet wirb. Man achte immer darauf, daß Aluminiumtöpfe und -deckel Griffe aus Holz ober aus einem isolierenden Metall besitzen. Zur Reinigung soll man nie Soda verwenden, sondern nur warmes Master, Essig ober überall erhältliche Aluminiumputz- mittel. Eingebeulte Töpfe lasten sich mit einem Holzhammer leicht wieder zurechtklopfen. Aluminiumfilber. Metall-Legierung mit Vj Silberzusatz wird zu Tischgeräten verwendet. Amalgam, eine Mischung von Quecksilber und anderen Metallen, wird vielfach zu Zahnplom- ben verwendet. Amanda, weibl. Vorname, der aus dem Lateinischen stammt und soviel bedeutet wie „bie man lieben muß", ober die Liebenswerte. Amaryllis (Ritterstern), Zimmerpflanze, zählt zu den Zwiebelgewächsen. Blätter sind schmal, blüht im Juli-August ober März- April und gleicht einer roten Lilie. Um jedes Jahr einen Vlütenflor zu haben, ist es wichtig, nach dem Abblühen die Dflanze so lange gut zu pflegen (Dunggaben!), bis bie Blätter absterben. Dte Zwiebel kommt Der Aluminium-Topf mit dem kalten Griff! Auch bei längerem Kochen wirb ber Griff nicht heiß. Das ist boch wirklich praktisch. 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Längere Feuchtigkeit der Masse durch Zugabe von Honig. Ameisenspiritvs wird gewonnen, indem man aus zerquetschten Ameisen die Ameisensäure auszieht. Dieser „Ameisengeist" wird bei Muskelrheumatismus in die schmerzenden Stellen einmassiert. Amme, Stillmutter für ein fremdes Kind, die vielfach ihr eigenes Kind gleichzeitig mitstillt.' Bevor sie ihre Tätigkeit aufnimmt, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig, ob die Amme gesundheitlich oder ihrem Charakter nach geeignet ist. Trunksucht einer Amme wirkt z. B. schädlich auf ihre Milch, Charaktereigenschaften werden dagegen beim Stillen nicht übertragen. Gute Ammen werden meist durch Fürsorge- anftalten vermittelt. Amethyst, violetter Halbedelstein, eine Abart des Quarzes. Wie auch der griechische Name besagt schrieb man dem Stein die Kraft zu, vor Trunkenheit zu schützen. Ammoniak, Verbindung von Wasierstoff und Stickstoff, ein stechend riechendes, farbloses Gas, das bei seiner Verdunstung Kälte erzeugt und daher bei Kühlvorrichtungen verwendet wird. In Wasser gelöstes Ammoniak heiht Salmiakgeist. Ammonium, eine stark riechende Ammoniakverbindung von kristallinischem Aussehen, die als Riechsalz oder unter dem Namen Hirschhornsalz als Backpulver verwendet wird. Amok. Anfälle von Umherlaufen in blinder Wut mit Mordtrieb, meist ein Zeichen geistiger Erkrankung. Ampeln mit Blumen werden gern in Erker und Fensternischen angebracht. A. sollen geschmackvoll in der Form (möglichst ohne Bemalung) und aus porösem Material sein. Als A.-Pflanzen eignen sich Tradeskantia, Asparagus, einjährige Hängepflanzen: Lobelien, Elockenblumenarten. Ampere, Maßeinheit der elektrischen Stromstärke, der Metz- apparat heißt Amperemeter. Amputation. Absetzung, kunstgerechte Absetzung eines Körperteils, im engeren Sinn Abtrennung im Verlaufe des Glieds, im Gegensatz zur Abtrennung im Gelenk. Amsel, ein Vogel mit schwarzem Kleid und gelbem Schnabel, der überall zu finden ist und sein Lied flötet. Die Amselweibchen sind grau. Amtsgeheimnis. Beamte, Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Hebammen,usw. dürfen über Tatsachen, die sie auf Grund ihres Amtes oder Berufes erfahren haben, anderen Personen keine Mitteilung machen. Auch die Gehilfen Kreuzplatz 9 ullus-Seuer der fcöstlitfte tdelseftnaps! Jeder fTropfen ein Genuß! Zu haben in fast allen Gaststätten und Geschäften 8342D Vertretung und Lager: Georg Euler jr., Gießen, Hammstraße 1 Damen-u. Herren-Friseurmeister Seltersweg 63 Fernsprecher 4026 Parfümerie Schönheitspflege ......wollen in Ruhe und Bedacht ausgewählt sein. Ich helfe Ihnen dabei! Ganz gleich, was Sie wünschen: Ich berate Sie,mache Probeaufnahmen mit Ihnen, gebe Garantie und erleichtere den Einkauf durch bequeme Teilzahlung! 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