Nr. 242 Erstes Matt 187. Jahrgang Samstag, 16. Oktober 1937 krschetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätrdnickerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schnlftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. 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Es bestände offenbar die Absicht, im Trüben zu fischen und die Lage zu imperialistischen Zielen auszunützen, die nichts mit der Freiwilligenfrage zu tun hätten. Das Blatt erinnert sodann an die wiederholt von Italien bestätigte Unantastbarkeit Spaniens und an die feierliche Erklärung Francos, die im Gegensatz zu den verbrecherischen Absichten del Vayos stehe, der bereit war, einen Teil des spanischen Gebietes, darunter auch die Balearen, an Frankreich und England zu verschachern. Man könne verstehen, daß jene, die es damals auf die Balearen abgesehen hatten, nun alles versuchen, um den Sieg Francos zu verhindern, der ein vom Bolschewismus freies Spanien wolle. Heute behaupte man, daß Italien die territoriale Integrität Spaniens verletzen wolle. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, daß diese Unantastbarkeit, wolle man Verwicklungen vermeiden, nicht nur von Italien, sondern in demselben Maße auch von England und Frankreich geachtet werden müsse. Monate zu spät. Trotz allem läge es noch in der Macht Englands und Frankreichs, den Frieden zu retten. Das „O e u v r e" bemerkt, Edens Satz von der Wiederherstellung der Handlungsfreiheit könne ebenso auf Frankreich wie auf England Anwendung finden. Der Nachdruck, mit dem das englische Kabinett dieser Tage betonte, daß die britischen Interessen im Mittelmeer verletzt würden, sei sehr bedeutungsvoll. Leider falle aber die Rede Edens gerade mit Annäherungsversuchen des britischen Kabinetts an Salamanca zusammen. — „E p o q u e" glaubt, daß, falls Frankreich feine Pyrenäengrenze wieder öffnen sollte, es dies auf eigene Gefahr tun würde, das müsse man um so mehr bedenken, als auf das französische Außenministerium von radikaler Seite ein ständiger Druck ausgeübt werde. Eine letzte Fühlungnahme. London, 15. Oft. (DNB.) Am Freitagvormittag sprach der französische Botschafter in London (Sorbin im englischen Außenamt vor und hatte eine Unterredung mit Lord P l y m o u tch, dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses. Wie man annimmt, wird die britische und französische Haltung die sein, daß die Frage der Zubilligung der kriegführenden Rechte er st dann erledigt werde, wenn ein „wesentlicher Fortschritt" in der Frage der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien erzielt worden sei. Wie weiter verlautet, wird jeder Beschluß des Hauptunterausschusses von größerer Bedeutung einer Vollsitzung aller 27 Nichteinmischungsstaaten unterbreitet werden. „Evening Standard" befaßt sich mit der Unterredung des italienischen Botschafters Grandi mit Außenminister Eden. Nichts deute darauf hin, daß man jetzt mit Verwicklungen zu rechnen habe. Der britische Standpunkt weiche von dem italienischen nicht so sehr ab, wie man annehme, so daß man Störungen allein von den Sowjetrussen erwarten könne. Die spanische Frage. Nichteinmischung aber keine Gleichgültigkeit London, 15. Oft (DNB.) Außenminister Eden svrach am Freitag in Llandudno, dem Wahlfreis Lloyd Georges. England habe die Nichteinmischungs- Ipolitik dem Geiste und dem Buchstaben nach ein- Nehalten. Trotzdem wünsche er klar z u unter» | cheiden zwischen Nichteinmischung und Gleichgültigkeit. Englischerseits sei man nicht gleichgültig gegenüber der Aufrechterhaltung Der gebietsmäßigen Unversehrtheit Spaniens und nicht gleichgültig über die Außenpolitik einer künftigen spanischen Regierung. Außerdem müsse klar unterschieden werden zwischen dem Begriff Nicht- sinmischung als rein spanischer Angelegenheit und der Nichteinmischung, in der vitale britische lInte ressen auf d e m Spiel ständen. Das Piratentum im Mittelmeer sei ein Beispiel für letztere. Die Maßnahmen von Nyon hätten sich als wirksam gezeigt. Das Piratentum auf hoher See -abe aufgehört. (Eben kam bann auf ben englisch-französischen Schritt in Rom unb auf bie italienische Antwort. Er wolle nicht verheimlichen, batz man englischerseits bi e f e Antwort bebauet e. Frühere Erfahrungen hatten nämlich gezeigt, baß es schwierig sei, im Richteinmischungsausschuß in biefen Fragen Fortschritte zu machen, unb englischerseits sei man sich herüber im klaren, bah, wenn nicht jetzt schnell Fortschritte gemacht werben, bie Lage Lnglanb wachsenbe Besorgnis einflöße. Weber bie französische Regierung noch bie britische hätten einen Zusammenbruch gewünscht, ber genau genommen einen Zusammenbruch bes Verfahrens barstelle. So sei man übereingekommen, bie Angelegenheit dem Ausschuß zu überweisen, ber am Samstag zusammentrete. Das solle selbstver- flänblich nicht heißen, baß bie beiben Regierungen bereit seien, Verschleppungstaktiken zuzulassen. Wenn sich aber bet Ausschuß unfähig zeige, Fortschritte zu machen, bann sei es nutzlos, ben Ernst bet Lage, vor dem man sich befinbe, zu verheimlichen. Lin Kennzeichen ber augenblicklichen Lage sei bie erklärte Einmischung, eine Verherrlichung von Vertragsbrüchen (!). Angesichts solcher Erkenntnisse könne sich niemanb beschweren, wenn bie, bie bei ihrer Verantwortung gegenüber Europa geblieben seien, bie Gebulb verlören. Et wolle sicherlich eine Ration nicht kritisieren, bie unter solchen Verhältnissen sich genötigt sehe, sich ihre hanblungs- s t e i h e i t zutückzunehmen. Sie europmscheZusammenarbeil Demokratien und autoritäre Staaten. Eden befaßte sich dann mit den Beziehun- |g e n z u Frankreich. Die beiden großen Demo- kl atien Europas verstünden mehr und mehr, daß fi» die Hüter einer großen Tradition feien und daß d-ese Tradition wert sei, behütet zu werden. Auch die Vereinigt en Staaten seien sich dessen bwußt. Mehr als einmal sei in England gesagt morden, daß man nichts mit den Regierungsformen ausländischer Staaten zu schaffen habe. Das werde (u lange wahr bleiben, so lange die ausländischen Llaaten diesen Brauch einhielten. Wie man eng- licherseits nicht alle Staaten in Europa zu Demo- jiatien machen wolle, so sollten die anderen auch ncht versuchen, alle Staaten in Europa, sei zu Faschisten oder zu Kommunisten zu machen. Nur aicf dieser Grundlage könne eine herzliche Zusammenarbeit zwischen den Nationen, unabhängig von ifcen Regierungsformen, zustande kommen. England bleibe eine freie Demokratie, er würde es für unmöglich halten, seine Anschauung vom erglischen Volk mit irgendeiner anderen Regie- rnigsform in Einklang zu bringen. Eden konnte sich in diesem Zusammenhang einen Seitenhieb auf die autoritären Staaten nicht versagen, indem er sagte, bis demokratische Regierungsform sei so sehr em T.-il des englischen Lebens, daß man englischerseits bie Ergebenheit zu diesem Regime weder durch Mas- ieZparaden noch durch die Kleidung zur Schau Inge (!). Wenn man aber das demokratische Regime beibehalte, so müsse man auch beweisen, daß inin zu den gleichen Opfern bereit sei, Die die Verfechter anderer politischer Glaubensbekenntnisse. Das fei ein sehr wichtiger Teil jenes Leises, den man für den Frieden bezahlen müßte. SiE5 diesem Grunde begrüße er herzlich den Fort- ftritt, den die englische Aufrüstung mache, uri) noch mehr die Erklärung Chamberlains, daß buser Fortschritt noch beschleunigt werden soll. Auch begrüße er die Abstimmung auf der Labour- Ugung zugunsten bei englischen Aufrüstung. Das (teile einen Beittag für den Frieden dar. Keine ausschließlichenFreundschasten. Eden verwahrte sich dann gegen gewisse außen- Mtische Ratschläge. Zuerst komme der Völker- 11 n b, an den er glaube. Die Mitglieder des Völkerbundes seien keine unbesonnenen Fanatiker. Sie müßten bie Kosten jeder Aktion in Rechnung ziehen, die sie unternehmen könnten. Sie seien sich voll im klaren über die leeren Sitze am Ratsttsch. Er wünsche wie jedermann, baß Unstimmigkeiten mit Deutschland und Italien ober mit irgenbeinem anberen Land behoben würben. Doch bürfe nicht bie Lage zu ungunften einer anderen Richtung verändert werden. Sonst würde ber Stanb vielleicht schlimmer als vorher. Er habe schon oft gesagt, baß die britische Regierung nicht bie Absicht habe, ausschließliche Freundschaft zu p l e g e n unb nicht eine Politik, bie ben einen einschließe, ben anderen aber ausschließen müsse. Die britische Regierung wünsche nicht, irgendein Land zu isolieren ober aber mit einem Wall von Fein- ben zu umgeben. Sie wünsche auch nicht, irgendeinem Lande gegenüber eine Rachepolitik zu treiben. Man werde auch weiterhin alles tun, um zu verhindern, daß irgendein Land isoliert werde, und daß die Unstimmigkeiten so bereinigt würden, daß sie ben Weg ebnen für ein umfaffenberes Abkommen. Wlwrca. Italienische Warnungen. Rom, 15. Oft. (DNB.) Eine Besetzung Minorcas durch französische ober englische Truppenabteilungen würbe, so erklärt bie „Tribuna", eine sehr ernfte London, 16. Oft. (DNB. Funk sprach.) In der Londoner Morgenpresse wird die Rede Edens besprochen. Besonderen Nachdruck legt ber „Daily Telegraph" zunächst auf die Unterscheidung, die Eden zwischen Nichteinmischungspolitik unb reiner Vertretung britischer Interessen gemacht habe. Ebens Politik beschränke sich auf bas, was getan werben könne, sie suche nichts Unmögliches zu erreichen unb suche auch nicht die Konsequenzen zu provozieren, bie England zu vermeiden wünsche. „Daily Mail" meint, die Nation erwarte, daß bie Regierung i h r Aeußerstes tue, um bie Situation z u entspannen. Im Juli schon habe der Ausschuß roegenber Haltung Moskaus feine Fortschritte machen formen, als England vorgeschlagen habe, nach Zurückziehung ber Freiwilligen ben beiben spanischen Parteien bie Rechte Kriegsührenber anzuerkennen. Das übel- wollenbe Sowjettußland setze seine Arbeit fort, zum Nachteil Europas. Das Labour-Blatt „Daily Heralb" nennt die Rebe Ebens bie schwächste seiner ganzen Laufbahn. Selbst im Falle einer Krise wolle bie britische Regierung nichts tun, fonbern sich barauf beschränken, eine Aktion Frankreichs nicht zu kritisieren. Das pariser Echo. Paris, 16. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse legt die Andeutung Edens, England würde im Falle des Auffliegens ber Nichteinmischungspolitik einem Lanbe, das sich seine Handlungsfreiheit wieder nehme, keinen Vc> r - m u r f machen, verschieden aus. „Echo be Paris" hebt hervor, baß nichts getan werben bürfe, was ben Anschein erwecken könne, als ob im Mittelmeer unb um bas Mittelmeer herum bie Geschicke Frankreichs unb Großbritanniens nicht ebenso eng miteinander verbunden seien, wie an ben Festlandsgrenzen. Das Blatt bebauert es, baß Lvn- bon unb Paris nicht gleich von Anfang an unerbittlich bie „Achtung ber Verträge" verlangt hätten. Insofern komme bie Rebe Ebens 1 4 präg, 15. Oft (DRV.) Von der Ausstellung Manes sind die gegen das Deutsche Reich gerichteten Zeichnungen und photomonkagen nunmehr entfernt worden. Die Entfernung ber beutschseinblichen Zeichnungen unb Photomontagen aus ber Prager Ausstellung war eine Selbstverstänblichkeit. Lange genug hat es freilich gebauert. Es beburfte bes sehr entschiedenen Protestes ber deutschen Öffentlichkeit, um einen Skanbal wenigstens äußerlich zu beenbigen, ber in ben Räumen einer Ausstellung erfolgen konnte, bie sich bes Protektorates ber tschechischen Regierung erfreut. Die tschechische Öffentlichkeit pflegt sich von Zeit zu Zeit barüber zu beklagen, baß bie beutsche Presse bie Vorgänge tn ber tschechoslowakischen Republik kritisch beleuchtet unb ihre Meinung barüber zum Ausbruck bringt. Der Vorgang in ber Ausstellung in Prag hat ein beutliches Licht auf bie Einstellung ber Tschechen gegenüber bem Deutschen Reiche geworfen, so baß man bort gar feinen Grunb mehr hat, sich über bas Echo zu beklagen, bas in Deutschlanb entstanben ist. Die beutschseinblichen Gernegroße in ber Tschechoslowakei sollten sich größerer Zurückhaltung gegenüber bem beutschen Volke befleißigen, bann werben sie nicht nur bem nachbarlichen Verhältnis ber beiben Staaten dienen, sondern werben sich auch die Zurechtweisungen ersparen, die ihnen von her deutschen Presse zuteil geworden sind. Bisher hat man in derartigen „Leistungen" tschechischer Intellektueller und in der Förderung, die ihnen von den amtlichen Brager Stellen zuteil wurde, immer nur die Nachahmung bolschewistischer Methoden erblicken können, mit denen auch dem tschechischen Volke nicht gedient sein wird. Es wäre richtiger, wenn sich diese Kreise daran gewöhnen wollten, dem deutschen Volke und seiner Kultur mit derjenigen Achtung zu begegnen, die auch heute noch im internationalen Verkehr üblich ist. B. R. Neunmächtekonferenz in Brüssel. Brüssel, 15. Oft. (DNB.) Halbamtlich verlautet, daß bie belgische Regierung bie an sie von En glaub unb ben Vereinigten Staaten gerichtete Anfrage, ob bie Neunmächtekonferenz in Brüssel ftattfinben könne, zustimmend beantwortet hat. Die Konferenz wirb daher in Brüssel statt- finben. Die Vereinigten Staaten teilen ber belgischen Regierung mit, baß sie mit ber Wahl Brüssels als Tagungsort und mit einem Termin gegen Ende Oktober für die Neunmächtekonferenz einverstanden sind. Der natürliche Weg. Wenn heute nach einer Pause von mehreren Wochen in London wieder ber internationale Nichteinmischungsausschuß zusammenge- treten ist, um die durch die letzte britisch-französische Note an Italien erneut anaeschnittene Frage der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen vom spanischen Kriegsschauplatz zu erörtern, so kann das die italienische Diplomatie als einen bemerkenswerten Erfolg ihrer folgerichtigen und entschiedenen Haltung für sich buchen. Wir können uns kaum noch entsinnen, daß im Juli das Nichteinmischungsproblem enb gültig zu versacken brvhte, als bie englischen Vorschläge, bie bie von Italien gewünschte Zubilligung ’ ber Rechte als Krieg- sührenbe an bie beiben spanischen Parteien von ber Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen abhängig machen wollten, am heftigen Widerstand ber Sowjetunion gescheitert waren, ba weder England noch Frankreich es über ihr Herz zu bringen vermochten, im Gespräch mit Moskau energische Töne anzuschlagen. Es kam dann das Zwischenspiel von Nyon, wo man, nachdem ber Nichteinmischungsausschuß auf unbestimmte Zeit in bie Ferien ge» fanbt worben war, ein inzwischen erneut akut gewordenes Sonberproblem ber leibigen spanischen Frage, bie U-Bootpiraterie im Mittelmeer, burch bie Einrichtung von Patrouillen auf den Haupt- schiffahrtslinien zu regeln gesucht hat. Gleichzeitig haben Frankreich und England damals auch ihrerseits die Kontrolle der spanischen Küsten eingestellt. Deutschland und Italien hatten es nach unerhört beleidigenden Unterteilungen zweier sowjetrussischer Noten an Rom vorgezogen, ber Konferenz von Nyon fernzubleiben, um sich bort nicht neuen An- pöbeleien Littvinow-Finkelsteins auszusetzen. Sie hatten recht baran getan. Moskau vermochte seinen Wunsch nach Beteiligung an der Mittelmeerkonttolle nicht durchzusetzen, wohl aber brachte die Aussichtslosigkeit jeder derartigen Mittelmeerkontrolle ohne Teilnahme Italiens, für das das Mittelmeer ber nationale Lebensraum bebeutet, ber auf die Achse Berlin—Rom sich stützenden italienischen Politik ben beachtenswerten Erfolg der Anerkennung der grundsätzlichen Gleichberechtigung bei einer Teilnahme an ber Mittelmeerkonttolle unb bie Einladung zu Besprechungen ber Flottensachverstänbi- gen über die Festlegung von marinetechnischen Einzelheiten einer solchen Kontrolle. Italien ist bie- ser Einlabung gefolgt und italienische Seeoffiziere haben an diesen Besprechungen in Paris teilgenommen. Zu gleicher Zeit ging von Frankreich der Wunsch aus, bie roiebergeroonnene Fühlungnahme der drei am Mittelmeer vorwiegend interessierten Großmächte auszuweiten zu einer Besprechung der spanischen Frage im allgemeinen, um vielleicht auf diese Weise das im Sommer ins Stocken gekommene Problem der Nichteinmischung wieder flott zu machen. Die erfte Aussprache hierüber fand am Vortage des Berliner Besuchs Mussolinis zwischen bem französischen Außenminister Delbos unb bem ständigen Vertreter Italiens beim Völkerbund in Genf statt. Der zweite Schritt war eine vom 2. Oktober datierte französisch-britische Note an Italien, von ber wir schon im Eingang gesprochen haben. Die Note würdigte die in ber bisherigen Aussprache zutage getretene Absicht Italiens, bie Entsendung weiterer Freiwilliger nach Spanien nicht zu gestatten unb bie territoriale Integrität Sva- niens einschließlich ber Balearen zu achten. Die Note meinte sodann, baß ohne Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen aber keine wahre Befriedung erreicht werde und schlug nach dem schon erwähnten Fehlschlag im Londoner Nichteinmischungsausschuß eine Konferenz der drei Mächte England, Italien und Frankreich vor mit bem Zweck, durch ein Vorabkommen über das Freiwilligenproblem ber Politik ber Nichteinmischung eine neue Initiative zu geben. Italien hat sich, auf biefen Vorschlag einer Besprechung zu dreien nicht eingelassen. Es hat in seiner Antwort vom 9. Oktober mitgeteilt, daß es „auf keinen Fall an Besprechungen, Zusammenkünften ober Konferenzen teilnehmen werbe, zu denen nicht auch die deutsche Reichsregierung formell eingeladen sei unb bei denen sie sich nicht unter den Teilnehmern befinde". Damit war ber von Frankreich ausqe- aangene Versuch aescheitert, Italien von der Achse Berlin—Rom zu lösen unb es in Sonberbesprechun- oen mit ben beiben Westmächten in eine für bie Verhandlungen von vornherein ungünstige Aus- aanasfteüung hineinzudrängen. Die französische Bresse hatte durch die Drohung, daß man die Byrenäengrenze für bie Belieferung ber spanischen Bolschewisten mit Kriegsmaterial und den Zustrom marxistischer Freiwilligen öffnen werde, die italienische Entschließung unter Druck zu setzen versucht, aber Rom hat sich nicht nervös machen lassen. Es hat Sonderbesprechungen rundweg abgelehnt und darauf hinaewiesen, daß seiner Ansicht nach der Nichteinmischungsausschuß das allein zuständiae unb sehr wohl Geeignete Forum sei für bie Behanblung der Freiwi'ligenfrage, auf deren Drinalichkeit als Kardinalpunkt der ganzen Nichteinmischung überhaupt Deutschlanb unb Italien ja zuerst aufmerksam gemacht haben, ohne allerbings damals bei den andern Mächten auf Verständnis gestoßen zu fein. Eine Dreierbesprechung konnte nach italienischer Ansicht auch schon deshalb nicht in Fraae kommen, weil an eine Zurückziehung der Freiwilligen ohne bie Mitwirkung anderer Mächte, vor allen Dingen ber Sowjetunion, und ohne die Zustimmung ber beiben kriegführenben Parteien in Spanien gar nicht gebacht werben kann. Es ist zweifellos roieberum eine Folge der Rücken- beefung burch bie Achse Berlin—Rom, daß es ber italienischen Politik gelungen ist, in Paris unb Lonbon ihre Auffassung in ganzem Umfange durch- aber nach den letzten gro- er- im Bergbau das besondere Er hatte des- itä- alle aus ge- und uic -uciyunviunyen irn yuojiein* vung lyrer Dewoyner mir oen zcaraianen im Le- mifchungsausschuß wieder zu sabotieren, an Ver- sitz der Roten verblieb, aber nach den letzten gro- suchen dazu wird es auch jetzt bestimmt nicht fehlen, | ßen Erfolgen der nationalen Truppen in Gefahr so wird Herr Delbos keine Gelegenheit bekommen, steht, ebenfalls den Nationalspaniern in die Hände Eine besondere Rolle haben in den Erörterungen der letzten Tage die Balearen gespielt, jene in der Hauptsache aus den beiden in ihrem Charakter recht verschiedenen Inseln Mallorca und Menorca bestehende Inselgruppe an der Nordostküste Spaniens, die vorwiegend ihrer strategischen Bedeutung wegen schon eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich hat und aus dem gleichen Grunde auch während des gegenwärtigen Bürgerkrieges in Spanien die besondere Aufmerksamkeit aller Mittelmeermächte auf sich gelenkt hat. Die Inseln führen ihren Namen auf das griechische „ballein" (schleudern) zurück, weil ihre iberischen Ureinwohner im Altertum wegen ihrer Treffsicherheit mit der Schleuder berühmt waren. Von dem durch seine landschaftliche Schönheit, sein mildes Klima, seine herrlichen mittelalterlichen Kunstschätze früher von vielen Fremden, besonders Engländern, gern aufgesuchten Mallorca sticht das kleinere Menorca durch seine öde, steinige Grassteppe, die nur großen Ziegenherden Nahrung gibt, unvorteilhaft ab. Ziegenkäse und Schuhfabrikation aus Ziegenleder sind denn auch die Haupterwerbszweige ihrer Bewohner und an bemerkenswerten geschichtlichen Denkmälern kann sie nur Ueberreste zyklopischer Rundbauten aufweisen, wie sie in ähnlicher Form von Sardinien her bekannt sind Aber Menorcas strategische Bedeutung überragt die ihrer von Natur und Kunst bevorzugten Schwester. Menorca ragt weit ins Mittelmeer hinein und schneidet die Schifffahrtslinien von Südfrankreich nach Nordafrika. Diese beherrschende Stellung Menorcas ist früh erkannt worden. Die Karthager hatten sich die Balearen schon früh unterworfen und Hannibals Bruder Mago hat auf Menorca einen Hafen angelegt, das noch heute nach ihm benannte Port Mahon. Später hat Menorca in dem französisch-britischen Machtkampf um die Vorherrschaft im Mittelmeer cos übergegangen, während Menorca, die strate- gisch wertvollere, wohl aus der engeren Verbindung ihrer Bewohner mit den Katalanen im Be- mit Erbsen und Speck, und die Iungvermählte schmort und dämpft. Bald ist es Nacht — denkt sie und lächelt. Ja, lächle du nur, mein Kind! Kaum hat der Jonny seinen Hammel verschlungen, als er auch schon seine Stiefel auszieht, mit bösem Blick auf die kleine Venus zu Bett geht und allsoaleich entschlummert. O Gott, welcher Orkan bricht los! Die einen trampeln vor Entzücken und Zustimmung, die andern, weniger stolz und praktischer gesinnt, schütteln die Köpfe und raten mitzunehmen, was bei der Hand liegt, ich enthalte mich jeder Aeußerung, das Orchester denkt: wenn Jonny schlafen kann, schlafe ich auch — und auf der Leinwand weint die kleine, runde Venus. Da versagt plötzlich der Film — an der spannendsten Stelle, ich bitte Sie! — und die allgemeine Erregung entlädt sich in einem wütenden Angriff auf den sachverständigen Herrn am Apparat: ,,Ha, maledettol Ha, ban- ditto!!<‘ Das Haus rast. Na, schließlich geht die Geschichte weiter. Jonny bezieht noch etliche, von dem sachkundigen Publikum streng begutachtete Prügel von den Freunden der kleinen Venus und entsinnt sich daraufhin seiner Pflichten. Denn es ist, wie schon gesagt, ein gerechter Film. Etwas heiser, aber tief befriedigt verläßt alles den Raum und verliert sich in den schmalen, sternenübersäten Gassen: nur das Orchester bleibt sitzen, wo es sitzt, und schläft mit Würde. Nationalsozialismus habe dem Kapital diesen Giftzahn gezogen und es zum Diener der Menschheit gemacht, denn das Primäre sei der Mensch und seine Arbeit. Auf der falschen Auffassung, daß die Arbeit eine Bürde sei, habe sich früher eine ganze Welt aufgebaut. Hier habe die Weltanschauung des Nationalsozialismus Wandel geschaffen. „Wir predigen, daß der Mensch auf seine Arbeit stolz sein muß. Wir betrachten die Arbeit als das Göttliche im Menschen, als die Verbindung mit seinem Schöpfer. Arbeit (Reumanns (per3=(|)ilfe unterstützt und regelt die klrbeilskrast Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstossen zu- sammengeseht.»Au haben in denklpotheken für RM. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Frankfurt a. M., 15. DEL Die Reichsbetriebsgemeinschaft Banken und Versicherungen setzte am Freitag,ihre Arbeitstagung fort. Oberst Löb, Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, gab einen Ueberblick über den Aufbau seines Amtes. Aus der Synthese der Feststellung des Bedarfes und der Feststellung der Art der Bedarfsdeckung und -lenkung ergebe sich die Planung zur Lösung der Aufgaben. Hauptträger des Planes bleibe die Privatinitiative. Die Finanzierung ohne die entscheidende Mithilfe der maßgebenden Finanzkreise und der Industrie ist unmöglich. Die Sicherheit für die richtige Form der Finanzierung ist gewährleistet durch die Einschaltung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums sowie des Preiskommissars. Bei weniger großen Objekten ist ihre Durchführung lediglich mit den eigenen Mitteln des Wirtschaftsträgers gegeben. Bei Objekten, die sehr hohe Investitionen erfordern, steht dazu der Kapitalmarkt zur Verfügung, der mit jeweiligem Einverständnis des Reichswirtschaftsministeriums durch Lockerung der Emissionssperre die Beschaffung von Mitteln durch Industrie-Obligationen oder neuen Aktien ermöglicht, der dritte Weg geht über den Bankenkonsortialkredit und schließlich der seltenste Weg über Reichs- und Haushaltskredite. Nach einem groß angelegten Ueberblick über die einzelnen Sachgebiete des Vierjahresplans, wobei auf die Bedeutung sämtlicher Werkstoffe und Bodenschätze Oberst Löb dann den Beschluß des Amtes für Roh- und Werkstoffe bekannt gab, daß das neugeschaffene deutsche K u n st st o f f i n st i t u t nun nach Frankfurt a. M. gelegt werden wird. Ueber den Grad des Einsatzes der kapitalmäßigen Mittel erklärte er, daß im wesentlichen die Durchführung des Planes zu 30 v. H. aus eigenen Mitteln der Wirtschaftsträger, mit 50 v. H. aus Mitteln des Kapitalmarktes, mit 8 v. H. durch Banken- konfortialkredite und mit 12 v. H. aus Mitteln der öffentlichen Hand bisher erfolgt sei. Dabei sind die öffentlichen Mittel vorwiegend für die wissenschaftliche Fundierung des Planes eingesetzt worden, um auch auf diesem Wege alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sodann durch die Anlagen der Industrie mit ihren eigenen Mitteln und der Hilfe des Kapitalmarktes praktisch verwirklicht worden Der Grundsatz der privaten Finanzierung sei also weitgehend durchgeführt. Nach dem Hinweis auf die ethische Bedeutung des Vierjahresplanes, der uns letztlich von dem Jmportzwang befreit und uns zu der natürlichen Möglichkeit der Bedarfsdeckung mit den angenehmen Gütern des Lebens hinführt, schloß Oberst Löb mit der Feststellung, daß die Durchführung des Vierjahresplanes unabänderlich verbunden sei mit der Durchführung der großen Staatsaufgaben, die uns der Führer gestellt hat. Das erste Jahr des Planes sei hundertprozentig erfolgreich und planmäßig verlaufen. feine „Handlungsfreiheit" zurückzugewinnen, mit welcher Drohung er sich gern für die soeben begonnenen Verhandlungen stark machen möchte. halb Reichsleiter Dr. Ley gebeten, ihm eine Grubeneinfahrt unter Tage zu ermöglichen. Diesem Wunsche wurde Rechnung getragen. Nach der Ankunft in Essen fuhr Reichsleiter Dr. Ley mit dem Herzog nach Kamp-Lintfort. Nach Erläuterungen des Betriebsführers über Belegschaft, -WVUU3 luymi, uas schöne Bewußtsein, eine runde und achtenswerte Leistung vollbracht zu haben, glänzt in seinen Mienen, und er bestellt sich Hammel mit Erbsen und Speck. im Ruhrgebiet. Essen, 15. Okt. (DNB.) Den tätigen Menschen galt schon immer Interesse des Herzogs von Windsor. Sochschulnacbnchten Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Unterricht und Volksbildung hat den o. Professor Dr. Wilhelm Meisner an der Universität K ö l n in gleicher Diensteigenschaft an die Universität München berufen und ihm die Professur für Augenheilkunde verliehen. Zuietzen. In beiden westlichen Hauptstädten hat man lange genug gebraucht, um über einen Weg zu beraten, der wenigstens den Schein wahrt. Der französische Ministerrat und das britische Kabinett haben unter lebhaften Verschleierungsmanöoern der Presse beider Länder sich gegenseitig den Vortritt bei einer Entschließung zuzuschieben versucht, die notwendigerweise erkennen lassen mußte, daß man den lienischen Wünschen nachgegeben hatte, weil Gründe der Vernunft für sie sprachen und sie einer schier unangreifbaren Stellung heraus äußert worden waren, wollte man es in Paris ...... London nicht zum äußersten kommen lassen. Und dazu hatten Chautemps und Delbos sowohl wie Chamberlain und Eden trotz der Ermunterungen ihrer marxistischen Presse keine Lust. Der Nichtein- mischungsausschuß ist also heute in London in fei« nem geschäftsführenden Gremium zusammenaetre- ten, nachdem eine in London überreichte Denkschrift des französischen Außenministers Delbos Frankreichs Bereitwilligkeit erklärt hat, mit dem Ausschuß „einen letzten Versuch" zu machen. In Paris legt man besonderen Wert darauf, zu betonen, daß man in allen Punkten des nun einzuschlagenden Verfahrens mit England einig gehe und hat um dieser Einigkeit willen manche nicht unwesentliche Abstriche vom ursprünglichen Programm in Kauf genommen und auf den von der extremen Linken geforderten ultimativen Ton verzichtet. Frankreich und England wünschen nur beide, ohne sich aus eine bestimmte Frist festzulegen, daß die Verhandlungen über eine Zurückziehung der Freiwilligen mit aller Beschleunigung geführt und möglichst schnell zu einem greifbaren Ergebnis gebracht würden. Das ist bestimmt auch der Wunsch aller der Mächte, denen ehrlich an einem Fortschritt der Nichteinmischungspolitik gelegen ist, vor allem Italiens und Deutschlands. Und wenn Frankreich und England bann, wie man jetzt hört, bereit sein sollten, den beiden Parteien in Spanien die Rechte Kriegführender zuzugestehen, so entspricht auch das einem von Deutschland und Italien schon vor Monaten gemachten Vorschlag. Der gute Wille, in London ganze Arbeit zu leisten, ist also durchaus vorhanden. Wenn also es Moskau diesmal nicht gelingen sollte, die Verhandlungen im Nichtein- wischungsausschuß wieder zu sabotieren, an f Oie Finanzierung des Vierjahresplans Das deutsche Kunststoffinstitut kommt nach Frankfurt. Kapital und Arbeit. Or. Ley auf der Gchlußkundgebung der R8G. Banken und Versicderunaen. Verhandlungen im Londoner Nichteinmischungsausschuß kann von allen Beteiligten in aller Ruhe abgewartet werden, und sicher wird es dort je eher zu einem brauchbaren Ergebnis kommen, desto weniger man mit dem plumpen und schnell abgenutzten Mittel der Drohung Gebrauch macht, das doch niemals verfängt, wo es auf ruhige Selbstsicherheit und zielbewußte Klarheit stößt. Dr. Fr. W. Lange. L er Herzog von W.ndsor zu fallen. Bei der Ausschlag gebenden Rolle, die die italienischen Freiwilligen 'bei den letzten Kämpfen auf dem spanischen Festland gespielt haben, glauben nun Frankreich und England, italienische Freiwillige könnten auch bei einer Besetzung Menorcas durch Truppen Francos beteiligt sein. Daher auch ihr in den letzten Verhandlungen zum Ausdruck kommender Wunsch nach Zusicherungen, daß Rom keine Absicht habe, sich auf den Balearen festzusetzen und die in der französischen Presse namentlich immer wieder erhobene Drohung, Frankreich werde gemeinsam mit England Menorca besetzen, falls Jtalietz seine Freiwilligen nicht vom spanischen Kriegsschauplatz (gemeint ist natürlich in erster Linie die Insel Mallorca), zurückziehen werde. Dabei geht die Pariser Presse wiederum mit der alten Vorstellung der von den Balearen aus bedrohten französischen Verbindungslinien nach Nordasrika krebsen, ohne aber nun in diesem heiklen Punkt auf volles Verständnis oder gar auf rückhaltlose Unterstützung ihrer Forderungen durch England rechnen zu können, denn die Briten wünschen natürlich weder Franzosen noch Italiener im Besitz der Inseln zu sehen und sind auch jeder Pressionspolitik abgeneigt, die leicht in gefährliche Abenteuer führen 'kann. Man hat daher in London sich begnügt, die erneute Versicherung Italiens, das es keine auf den Besitz der Balearen gerichtete Absichten habe, zur Kenntnis zu nehmen. Mussolinis Politik in der spanischen Frage, die sich ausschließlich gegen eine Festsetzung des Bolschewismus im westlichen Mittel- 6CI5Cnlot £>"91* lvsigre" Kmo im Süden. Von Sofie v. tlhde. Ein schmales, finsteres Gäßchen mit hohen Steinmauern, ein winkliges Haus, eine halsbrecherische Treppe und darüber das „Foyer" mit dem Kassenschalter. Zwei Lire öffnen die Türe in ein Land der wildesten Gemütsbewegungen. Dichtgedrängt sitzt hier die männliche Jugend des Dorfes, entschlossen, sich bis zum Aeußersten zu amüsieren. Fremde und Weiblichkeit sind sehr in der Minderzahl; dies ist eine interne Angelegenheit der Männer. Ganz rückwärts, in einem offenen Verschlag, der eben für zwei Raum bietet, sitzen der Sachverständige, der den Film bedient und das „Orchester", ein würdiger, leidenschaftsloser Herr mit einer Ziehharmonika. Und los geht die Sache! Es ist ein amerikanischer Matrosenfilm, der über die Leinwand zieht, eine wilde Angelegenheit, in der es nichtsdestoweniger gerecht und sehr verliebt zugeht. Der Held und Liebhaber ist ein grandioser Kerl, ein ganz wunderbarer Spitzbube, trink- und kußfest und voll verwegener Einfälle; er hat denn auch im Handumdrehen die Herzen seiner Zuschauer — meines inbegriffen — erobert, sie verfolgen feinen Lebensweg mit wildem und lärmendem Interesse, in dem die pflichtgetreuen Darbietungen des leidenschaftslosen Orchesters restlos untergehen. Weiß Gott, hier gibt es noch Anteilnahme! Aber was hat er sich da auch für ein Mädchen aufgetan, dieser Jonny! Donner noch eins, die ist nicht schlecht! Eine kleine, runde Venus! Aus allen Bänken werden sachverständige Urteile laut und man ermuntert ihn, der gar keiner Ermunterung bedarf, mit feurigen Zurufen. Jonny zeigt denn auch, was er kann: er glänzt in einem Kuß von wunderbarer Dauer. Uns ergreift alle eine mächtige Hochachtung vor dieser ausgezeichneten Leistung, selbst das Orchester hat sein Spiel unterbrochen und starrt interessiert auf die Leinwand; die jungen Männer liegen weit vorgebeugt in den Bänken und verfolgen mit Kennermiene Jonnys Rekord, einige Augenblicke herrscht tiefe Stille. Doch dann erfaßt eine unbewußte, köstlich urwüchsige männliche Eifersucht das Publikum: jetzt hat er genug, dieser Jonny! Was glaubt er denn, der Kerl?! meint er, er kann sich so durchs Leben küssen, während andere zusehen? Genug jetzt und Schluß! Und einmütig brüllt man: „Basta! Basta!" Nur einer ruft nicht, ein schmaler, blasser Junge; hingerissen starrt er auf die Leinwand und preßt die Finger ineinander. Förderung und Lohnverhältnisse sand die Besah, rung eines Kohlenstrebs der Zeche Friedrich-Heinrich statt. Unter Tage unterhielt sich der Herzog mit zahlreichen Kumpels und erkundigte sich nach ihrer, Lebens- und Arbeitsverhältnissen. Nach fast dreistündigem Aufenthalt im Schacht erfolgte die Weiterfahrt über Möers-Repelen nach den Pattberg« Schächten, deren Betriebseinrichtungen besichtigt wurden. Das Mittagessen wurde im Kasino eines der Betriebe eingenommen. Kurz vor 15 Uhr traf das Herzogspaar bei der Friedrich Krupp A G. ein zu einer mehrstündigen Rundfahrt durch die Werke, wobei der Herzog sich längere Zeit in den Lehrwerkstätten und im Hochofenwerk auf hielt. Wiederum zog der Herzog zahlreiche Gefolgschafts- mitglieder ins Gespräch und ließ sich die einzelnen Arbeitsvorgänge erklären. Am Abend fand im Hotel „Kaiserhof" in Essen ein Empfang des Gauleiters und Oberpräfidenten Terboven statt, zu dem etwa 50 Personen aus Partei, S^t und Wirtschaft geladen waren. Als Abschluß der Reichsarbeitstagung der RBG. Banken und Versicherungen fand im Hippodrom eine Kundgebung statt, auf der der Reichsorganisa- tionsleiter Dr. L e y über das Thema Kapital und Arbeit sprach. Kapital sei aufgespeicherte Energie, die wieder zum Segen des Volkes weiter verwendet werden könne. Wenn allerdings das Kapital in Händen von skrupellosen Menschen machtpolitischen Zwecken dienstbar gemacht werde, was nur in einem ohnmächtigen Staat geschehen Don Meerkatzen und dicken Suppen. Im Hannoverschen hat man eine besondere Vorliebe für dicke Suppen. Eine Suppe mit weißen Bohnen, Kartoffeln, Birnen und Aepfeln, dazwischen etwas fettes Fleisch und das Ganze so steif, daß der Löffel drin steht, das ist für den Niedersachsen ein Festessen. Und hinterher — da muß ein guter Korn helfen. Die Liebe geht durch den Magen, sagt schon ein altes Sprichwort. Nichts beweist deutlicher, wie hoch der Volkssinn den Wert von Speis und Trank einschätzt. Küche und Keller haben sich, wie das oben angedeutete Beispiel zeigt, auch viele stammesmäßige und örtliche Eigentümlichkeiten erhalten, und jeder Reisende läßt sich gerne solche Magengerichte und -getränte munden und guckt auch mit Interesse in die Kochtöpfe der fremden Landschaft. Wird man einmal in die schöne Gegend von Bentheim verschlagen, so sollte man dort nicht vergessen, den „Borenjung" zu probieren, jenen köstlichen Schnaps, der mit Rosinen und Korinthen angesetzt wird. Eine nahrhafte Angelegenheit ist auch das „Heidmärker Frühstück", wie es Bismarck nannte, das in der Lüneburger Heide gereicht wird. Schwarzbrot, Butter, Käse und Mettwurst sind seine Bestandteile und zur Förderung der Verdauung darf auch hier der Korn nicht fehlen. Mit dem Bier kommen wir zu dem Getränk, das als das wahre Dolksgetränk Niedersachsens angesprochen werden kann. Der edle Gerstensaft kann auf eine uralte Ueberlieferung zurückblicken; man hat heute fast vergessen, daß Braunschweig, Hildesheim und Einbeck im Mittelalter das weite Handelsgebiet der Hanse mit Bier versorgten. Vielleicht spricht ein wenig Lokalpatriotismus mit, wenn die Niedersachsen behaupten, daß die Bayern van einem Einbecker Brauer das Bierbrauen erlernt hätten, lieb» riaens bekommt man in Braunschweig seit dem lustigen Gastspiel Till Eulenspiegels bei einem Bäcker, dessen Bäckerei heute noch am Bäckerklint steht, „Eulen und Meerkatzen", oder — wie man in Braunschweig sagt — „Ulen und Apen" zu essen. Von den Apen ist es wiederum nur ein Gedankensprung zu den aus Brotteig gebackenen Ratten, die in Hameln als Ratzeputz zur Erinnerung an den Rattenfänger in jeder Bäckerei die Fenster zieren. In Hildesheim gibt es Pumpernickel, der mit dem westfälischen nichts zu tun hat, er ist vielmehr ein längliches, knusprig süßes Gebäck, das nach Mandeln und Honig schmeckt. Und das kleine Dörfchen Steinhude am Steinhuder Meer steht in dem Rufe, Fischgerichte so lecker zuzubereiten, daß sich hier nur Feinschmecker sehen lassen. Besonders fette Aale sind seine Spezialität. Eh—! ruft man befriedigt und lehnt sich zurück, auch das Orchester entsinnt sich wieder seiner Pflicht; nur der Schmale, Blasse ruft verzweifelt: „Bis, bis!" — unter dem Jubel seiner Nachbarn ruft er es — „bis, bis!" Aber natürlich kümmert sich Jonny den Teufel darum, er hat noch viel vor, der prachtvolle Spitzbube. Und was sag ich: schon ist er mit seinem Panzerkreuzer in die Tropen geschwommen und da hats ja nun Venuse — guter Gott!! Jonny wird es ganz schwül, aber er steht seinen Mann. O, Jonny weiß, was sich bei Damen schickt, und er küßt sich durch die fünf Erdteile mit schöner Ausdauer. Die Zuschauer rasen, lachen, johlen, trampeln, klatschen, während das Orchester, ermüdet vom Anblick solcher Spitzenleistungen und im sicheren Gefühl eigener Entbehrlichkeit entschlummert; fest lehnt es sich an seinen Nachbarn und läßt nachdrückliche Töne beengter Atmung erschallen, während Jonny dem Erdball zeigt, was ein Mann ist. Aber die kleine, runde Venus, Teilhaberin jenes smarten Dauerkusses, zeigt nun ihrerseits der Welt, was eine Frau ist! Rund um den Globus begibt sie sich, um den verruchten Jonny zu greifen. Teufel nochmal, jetzt naht die Rache! Uns wird allen Angst, wir sind bereit, Jonny mit unseren Leibern zu decken; auch ich, in schnöder Karneradschaftslosig- keit gegen mein Geschlecht, zittere und bebe um den herrlichen Spitzbuben — Jonny, Jonny, wir stehen alle zu Dir! Was wunder, wenn einer so küssen kann. Aber, ich erwähnte es schon, es geht gerecht zu in diesem Film. Und also erwischt die kleine, runde Venus ihren Jonny, und nichts wie aufs Standesamt! Wir rasen, wir schreien: „No! No‘‘ Wir raten allen beiden dringend ab, das aufgeschreckte Orchester spielt die Santa Luzia und wird schon wissen, was es sich davon verspricht. Aber nichts hilft, ran muß er, der Jonny! Weiß Gott, schon ist er getraut! Der ganze Raum ist ein Schrei der Empörung und der Enttäuschung, wir könnten die kleine Venus vierteilen. Denn wir wissen ja, wie das so wird mit Ehemännern: wie zum Teufel soll Jonny nun für unsere Unterhaltung sorgen, bitte? Verdammtes Mädchen! Ha, aber Jonny! Er packt seine Angetraute, er geht mit ihr nach Hause, er bestellt finster Hammel Zeitschriften. — Das zweite Herbstmodenheft der „Neuen M o d e n w e l t" (Ullstein, Berlin) bringt auf vielen Zum großen Teil bunten Seiten rund 90 Modelle, die die Vorliebe der Wintermode für Zierat und prächtige Stoffe deutlich erkennen lassen. Es gibt reizende Kleider mit Litzen, Tressen, Stickereien und Spitzen und für den Abend elegante Modelle aus Brokat und Lam6. Bunte Seiten sind den warmen molligen Mänteln gewidmet. Praktische Vorschläge für Geschwister-Kleidung und sinngemäße Kleiderzusammenstellung, der große Handarbeitsteil und der Roman beschließen das Heft. „Basta, basta, maledetto!" Aber Jonny hört nicht; er küßt, solange es ihn freut, und es freut ihn sehr lange! Schließlich läßt er die ganz schöpfte kleine Venus fahren; das schöne Bew und in der Welt überhaupt eine große Rolle gespielt. Im spanischen Erbfolgekrieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts besetzen die Engländer zu gleicher Zeit wie Gibraltar, die Felsenfestung an der Südspitze Spaniens, auch Menorca, den strategischen Vorposten im westlichen Mittelmeer. Um beides kämpft Frankreich, weil es seine Verbindungslinien bedroht und die Vereinigung seiner Atlantik- und Mittelmeerflotten verhindert. Seit 1756 ist Menorca in wechselndem britischem und französischem Besitz, bis es endlich 1802 dauernd wieder Spanien zufällt. Aber das Interesse der Mittelmeermächte an dieser strategisch so wichtigen Insel wird seitdem nicht geringer. Sie liegt auf halbem Wege zwischen Toulon, Frankreichs stärkstem Kriegshafen am Mittelmeer, und Biserta, dem Flottendstützpunkt an der Küste des französischen Tunis, zwischen Marseille und Algier, Cette und Oran. Sollte Menorca einmal einer feindlichen Macht zur Verfügung stehen, würde das die schwerste Bedrohung der französischen Verbindungslinien nach ihrem nordafrikanischen Truppenreservoir bedeuten. Die Engländer haben seinerzeit Menorca befestigt,'aber bis in die neueste Zeit gehen die englischen Bemühungen, zu verhüten, daß von hier aus einmal die Linie Gibraltar—Malta, Englands Lebensnerv im Mittelmeer getroffen werden könnte. Mit dem Wechsel des politischen Regimes in Spanien wechselten auch die Versuche der Mittelmeermächte, sich die Balearen dienstbar zu machen. Hatte 1926 Italien mit dem spanischen Diktator Primo de Rivera Fühlung genommen und für den Kriegsfall mit Frankreich als vermutlichem Gegner sich das Besatzungsrecht auf den Balearen gesichert, so versuchte fünf Jahre später Frankreichs Ministerpräsident Herriot mit den Machthabern der spanischen Republik zu einem Abkommen zu gelangen, das den Franzosen ein Ankaufsrecht für die Balearen einräumen urub ihnen hier einen Stützpunkt für ihre Truppentransporte im Kriegsfälle sichern sollte. Im spanischen Bürgerkrieg ist die größere Baleareninsel Mallorca bald zu den Nationalen Fran- meer richtet, findet ihre Stütze in der feierlichen Erklärung des spanischen Staatschefs General Franco selber, daß eine Abtretung spanischen Bodens für eine nationale Regierung niemals in Frage komme, sie würde sich ja auch in den Augen des spanischen Volkes selber richten, würde sie jemals solchen Gedanken in Erwägung ziehen. So besteht auch von dieser Seite her für Frankreich.................. yv|U,Ci,CH kein Anlaß zu Nervosität. Der Ausgang der neuen könne, dann sei es ein Unheil für das Volk. Der i ö ll al ö ur re iri !fi de iri A $ fr la fb rei m üt st ( fioi Le, gen Bei nui lief zu ter le bin in wer geg< i»|ij hört der I N Gr Ges km ? das F' l mi feil i 1 aus ' i Pli 6i wi I ffo. ißri einet Khar land . IW A Gr .hier Gör ; min ! and Par ?i fprt L Ni M lchen Weid; neral heitsi r führte. ♦ Modische Mäntel Slipon aus feschen Karostoffen AÄ75 ganz auf Maroc gefüttert..................RM. 6821 A & und versicherte die Angehörigen der Opfer seiner und der DAF. tätigen Unterstützung. * Der Admiral der ehemaligen österreichisch-ungarischen Kriegsmarine Paul P a ch n e r ist in Graz gestorben. Pachner war der heldenmütige Kommandant des Panzerkreuzers „Zent a", der am 16. August 1914 allein den Kampf mit dem Gros der französischen Mittelmeerflotte aufnahm, um den Rückzug der österreichisch-ungarischen Seestreitkräfte in die Bucht von Cattaro zu decken. Dm Außenministerium in Prag wurden die Ratifikationsurkunden des am 27. September 1935 in Bad Elster unterzeichneten deutsch-tschechoslowakischen Vertrages über die Fluß- laufe im sächsischen und bayerischen Grenzgebiet und über den Ausgleich eines Gebietsteiles ausgetauscht. Durch diesen Vertrag wird am 22. Oktober das Gasthaus „Zum Schimmel" auf Rieder- euther Gemeindegrund, der bislang zur Tschechoslowakei gehörte, deutsch. Die Grenzsteine sind schon vor längerer Zeit umgesetzt worden. sich von Westen her auf das Festland erstreckenden Hochdruckrücken. Der Einfluß des letzteren hat sich zwar verstärkt, wird aber nicht voll zur Auswirkung kommen und auch vielfach durch Nebelbildungen gestört werden. Aussichten für Sonntag: Besonders morgens vielfach dunstig oder nebelig, sonst im allgemeinen trocken, nachts frisch, Winde vorwiegend aus westlicher Richtung. Aussichten für Montag: Abgesehen von Nebelbildungen, vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 15. Oktober: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 9,5 Grad; am 16. Oktober: morgens 4,7 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum heute nacht 4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Oktober: abends 9,9 Grad; am 16. Oktober: morgens 7,8 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdryckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. DerFühreraufdemKoburgerLrinnemngStreffenderAllenGarde „Zum erstenmal in unserer Geschichte kann ein Deutscher aufstehen, um vor der Wett im Namen des ganzen Volkes zu sprechen!" Modischer Mantel aus Velour-Diagonal Q^75 mit flotter Pelzgarnitur, ganz gefüttert.....RM. VU Coburg, 15. Okt. (DNB.) Auf dem mit Fahnen und Girlanden reich geschmückten Marktplatz in Coburg waren die Träger des Coburger Ehrenzeichens, die Männer der Alten Garde und die Mitglieder der Gliederungen aus dem Kreis Coburg zum Erinnerungstrefsen aufmarschiert. Gegen 16.15 Uhr erschien, von e.nem Orkan des Jubels begrüßt, der Führer Gauleiter W ä ch t - ler meldete dem Führer 100 Träger des Coburger Ehrenzeichens und 1300 Männer der Alten Garde. Vor 15 Jahren, so sagte er, sind Sie, mein Führer, an der Spitze Ihrer Hundertschaften zum ersten Male in Coburg eingezogen. Geballte Fäuste drängten sich damals Ihnen und Ihren Männern entgegen. Diese Fäuste mußten damals aufgebrochen werden und sie wurden aufgebrochen. Ganz Deutschland begriff, daß nicht nur eine Idee dastand, sondern auch der Wil le, die roten Verbrecher, wenn nötig, mit Gewalt, aus dem deutschen Land hinauszutreiben. Die Ehren, die die Bevölkerung heute der Alten Garde zuteil werden läßt, gelten in erster Linie Ihnen, mein Führer. So wie damals werden wir in alle Zukunft Ihnen folgen. Ihre große Güte bezwang auch die Gegner. Heute schlagen Ihnen die Herzen aller Deutschen lodernd in Dankbarkeit entgegen. Dann sprach der Führer in packenden Worten zu den 2Rännern, die in jenen Oktobertagen des Jahres 1922 an seiner Seife marschierten, über den tieferen Sinn des Kampfes, der damals mit der Faust geführt werden muhte, um den Terror des roten Gegners niederzubrechen: „Unser Rezept hieh damals: wenn ihr uns nicht freiwillig reden lassen wollt, dann werden wir euch mit Gewalt dazu zwingen!" „Zwei Tage hat dieser Kampf der Gewalt der Vernunft gegen die Demokratie der Gewalt gedauert!" fo rief der Führer unter dem begeisterten Jubel seiner Getreuen aus, „und nach zwei Tagen hat diese Vernunft, getragen durch den Willen von tausend deutschen männern den Sieg davongekragen! So wurde der Kampf um diese Stadt zum markstein in der Entwicklung unserer Bewegung. Rach diesem Rezept haben wir im ganzen Reich der nationalsozialistischen Idee die Bahn frei gemacht und damit Deutschland erobert." Chef des persönlichen Stabes des Reichsführers ff, ---Gruppenführer Wolff. In Saarbrücken wurde im Beisein des Gauleiters B ü r ck e l die Erste Saarpfälzische Rundfunkausstellung eröffnet. Reichssendeleiter Hadamovsky sprach über Ziel und Zweck der Ausstellung. Der jugoslawische Ministerpräsident Stojadi- n o w i t s ch wurde vom englischen König im Buckingham-Palast empfangen und nahm an einem Frühstück teil, das der englische König und die Königin gaben. Unter den übrigen Gästen befanden sich auch der englische Premierminister. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels stattete der Ausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf mit sämtlichen Abteilungsleitern und zahlreichen Referenten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einen Besuch ab. Der Minister verweilte besonders lange in den Hallen, in denen die neuen Werkstoffe zur Darstellung gelangen und besuchte ferner die Schlageter-Siedlung und die Siedlerschule des Deutschen Siedlerbundes. ♦ Das schwere Unglück auf der Schachtanlage „Nordstern" in Gelsenkirchen-Horst, dem sieben Menschenleben durch die Unbedachtsamkeit eines Arbeitskameraden zum Opfer gefallen find, veranlaßte Reichsleiter Dr. Ley zu einem Besuch der Unglücksstätte. Er begab sich in die beiden Krankenhäuser, in denen die Toten aufgebahrt sind und die Verletzten Unterkunft gefunden haben. Den Verletzten überbrachte er die Grüße des Führers cher und Redner vor der andern Well aufzutrelen und das Lebensrechl der Ration zu verteidigen. Und diese lleberzeugung gibt mir auch die innere Zuversicht, dah der Kampf um dieses Lebensrechl unseres Volkes mit Erfolg beendet werden wird. Diese innere Geschlossenheit gibt einer Ration unerhörte Kraft, eine Kraft, die stärker ist als äußere Waffen! Zum erstenmal in unserer Geschichte kann ein Deutscher aufslehen, um vor der Welt im Ramen des ganzen Volkes zu sprechen. Zum erstenmal kann ein Deutscher im Ramen seines Volkes vor der Welt jene Forderungen erheben, die für uns unabdingbare Forderungen sind, weil ihre Erfüllung zum Leben des deutschen Volkes notwendig ist." Zum Schluß seiner immer aufs neue von Begeisterungsstürmen begleiteten Rede verglich der Führer die gewaltige Leistung der hinter uns liegenden Kampfjahre mit den Aufgaben, die uns die Zukunft stellt: „Damals, da konnten vielleicht noch Millionen zweifeln, wer aber kann heute noch an feinem Volk, an Deutschland und seiner Zukunft zweifeln?! Wir alten Kämpfer, wir wissen es, wir haben bisher stets unser Ziel erreicht! Auch in der Zukunft wird Deutschland sein Lebensziel erreichen, denn unsere Bewegung ist Deutschland, und Deutschland ist die nationalsozialistische Bewegung!" (Minutenlang jubeln die Männer der Alten Garde dankbaren. Herzens dem Führer zu.) Gauleiter Wächtler brachte hierauf ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer und das ewige Deutschland aus. Als es verhallt war, fangen alle ergriffen die Lieder der Nation. Unter neuen gewaltigen Heilrufen verließ dann der Führer den Platz. Es folgte der Erinnerungsmarsch an den Marsch vom 15. Oktober 1922. Anschließend nahm der Führer am Schloßplatz den Vorbeimarsch der Träger des Coburg-Abzeichens, der Männer der Alten Garde und der Ehrenformationen der Gliederungen der Bewegung ab. Abends fand eine Feft vor- ft e l l u n g im Landestheater und ein Kameradschaftsabend im Coburger Hofbräuhaus statt. Eleganter Mantel aus bestem Boucle, ^Q75 auf Steppmaroc mit echtem Pelzbesatz.....RM. In eindringlichen Worten schilderte der Führer den gewaltigen Wandel, der sich in den 15 Jahren seither in Deutschland vollzogen hat, und begeistert stimmten die Zehntausende seinen Worten zu, als er erklärte: „Glauben Sie mir, unser Erfolg und damit dieser Wandel in Deutschland sind nur der Geschlossenheit und der inneren Ein - he i t unseres Volkes zuzuschreiben, für die wir damals gekämpft haben. Es hat »ich nur liyembar ein Wunder vollzogen. In Wirklichkeit ist die heutige Stellung Deutschlands nur der g e - rechte Lohn für unseren schweren Kampf um die innere Umstellung unseres Volkes. „Sie alle", so rief der Führer den Marschteilnehmern von Coburg zu, „können glücklich und stolz sein, daß Sie damals schon mitkämpften bei der Eroberung dieser Stadt. Sie können von sich sagen, daß Sie zu mir standen in einer Zeit, in der der Nationalsozialismus noch als eine unverstandene, ja oft verlachte Ideologie galt und trotzdem begann, Deutschland und das deutsche Volk zu erobern." /.Für mich selbst", so fuhr der Führer mit bewegten Worten fort, „bedeutet die Erinnerung an diese Tage unendlich viel! Nach einem so gewaltigen Marsch, wie ich ihn bis heute zurücklegen durfte, ist es notwendig, daß man manchesmal einen Augenblick st i l l st e h t und wieder zurückblickt auf jene erste Zeit unseres Kampfes. Dann sieht man erst, was alles erreicht wurde, wie stark wir heute sind, und wie schön es heute ist, in Deutschland zu leben." (Begeisterte Zustimmung der Massen.) Der Führer rief d i e Männer der Alten Garde auf, dieselben Tugenden auch in Zukunft zu bewahren, die es ermöglichten, ein großes Reich zu erobern: Treue und Gehorsam, Disziplin und Opferwilligkeit! Wenn das deutsche Volk sich diesen Idealen auch in Zukunft hingebe, dann werde es jedes Problem lösen, jede Aufgabe bewältigen. „Bleiben Sie stark in ihrem Glauben wie früher! In diesem Glauben, in seiner Einheit und Geschlossenheit, geht heute unser Volk den Weg geradeaus und keine Wacht der Welt wird es zu hemmen vermögen. Diese lleberzeugung macht mich stark als euer Sprecher vor der anderen Welt, diese lleberzeugung gibt mir die Kraft, als euer Spre- Wie erst jetzt die Pressestelle der Internationalen Ausstellung mitteilt, weilte der Sowjetaußenkommissar L i t w i n o w - F i n k e l st e i n in den letzten Tagen in Paris. Er besichtiate die Weltausstellung, insbesondere den sowjetrussischen Pavillon. Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt a. m. Die Großwetterlage zeigt noch immer äußerst lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordeuropa und einen Reichsbetriebsgemeinschaffsleiter Lencer überreichte im Namen seiner RBG. Dr. Ley ein Gemälde von Frankfurt. Dr. Ley war darüber sichtlich erfreut und dankte allen Mitarbeitern feiner RBG. für die vorbildlich geleistete Arbeit. EnglischeGorgen umpalä'stina Der Grotzmufti nach Syrien geflohen? London, 16. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenzeitungen bringen ausführliche Berichte über die neue Terrorwelle, die gegenwärtig über Palästina hinweggeht. In allen Berichten kommt eine starke Besorgnis über die Lage zum Ausdruck. Die „Times" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß, wenn es die Extremisten wirklich versuchen sollten, die Rebellion des Vorjahres zu wiederholen, die Exekutive sofort mit Vollmachten ausgestattet werden würde, um gegen den Terrorismus vorzugehen. Mit besonderer Sorge blicke man auf die Unterstützung, die die Terroristen in Palästina von Syrien erhalten. Damaskus werde jetzt zu einem Zentrum sämtlicher Intrigen gegen England. „Times" appelliert an die französischen Mandatsbehörden in Syrien, mit den Behörden Palästinas auf dem Gebiet der Bekämpfung der Terroristen freundschaftlich zusammenzuarbeiten. In Jerusalem erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß der seiner wichtigsten Aemter entkleidete Großmufti, der seit Wochen in freiwilliger Gefangenschaft im heiligen Moscheengebiet Jerusalems lebt, in Verkleidung geflohen sei. Das Gerücht erfährt eine Bestätigung durch die Tatsache, daß der Großmufti zum erstenmal nicht dis Jreitagsgebete leitete und daß seine Familie vor drei Tagen abgereift ist. Er ist weder in feinem Hause, noch irgendwo sonst in Jerusalem -auffindbar. Die Lesart, daß der Großmufti seinen Plan, während der Freitagsgebete verkleidet nach Syrien zu fliehen, in die Tat umgesetzt hat, gewinnt jedenfalls an Wahrscheinlichkeit. Meine poliiische Nachrichten. Aga Sultan Sir Mahomed Shah Aga Khan gattete dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels einen Besuch ab. In -iner einstündigen Unterhaltung bekundete Sir Aga I KHan großes Interesse für die im neuen Deutschland in den letzten 4V2 Jahren vom Nationalsozialismus geleistete Aufbauarbeit. * Am Freitag beging der Berliner Polizeipräsident Graf Helldorf seinen 41. Geburtstag. Hierzu haben ihm derFührer, Ministerpräsident Göring, Generalfeldmarschall von Blomberg, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsführer ff Himmler und andere leitende Persönlichkeiten des Staates und der Partei telegraphisch ihre Glückwünsche ausge- ' prochen. ♦ Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Himmler, begibt sich auf Einladung des Duce nach Rom, um an dem Tag der italiem- chen Polizei teilzunehmen. In der Begleitung des Reichsführers ff befinden sich der Chef des Hauptamtes Ordnungspolizeit, ---Obergruppenführer General D a I u e g e, der Chef des Hauptamtes Sicherheitspolizei, ---Gruppenführer Heydrich und der Flotter Sportmantel mit gestepptem Revers aus gut Marengostofb RM. adelt. Daß er schöpferisch tätig sein kann, läßt ihn die Arbeit nicht als eine Last, sondern als eine Freude empfinden. Wer die Arbeit so auffaßt, der wird nie müde. Wer der Arbeit nicht das Schöne abgewinnen kann, der bleibt ein Karrengaul sein Leben lang." Der Dierjahresplan mußte kommen, damit dem Volke seine Existenz gesichert bleibt. Wir wollen uns von der Rohstoffbasis freimachen, die in anderen Ländern liegt. Dieses Freimachen bedeutet aber nicht, daß wir uns abschließen wollen vom Welthandel, im Gegenteil, wir freuen uns, wenn die Ausländer zu uns kommen und sich von dem überzeugen, was im neuen Deutschland vor sich geht. Wir denken auch nicht an einen Krieg, denn wir haben anderes zu tun. Der Krieg wird nur von Geschäftemachern und solchen Menschen gemacht, die Langeweile haben. Wir sind Menschen, die ein unbändiges Glück in sich tragen, die an Adolf Hitler mit einer ungeheuer heißen Liebe hängen. Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler und einen Herrgott, der ihn schuf, der ihn führt und leitet. Wir glauben, daß dieser Herrgott Adolf Hitler täglich sichtbar segnet. Es war der Wille des Schicksals, daß Adolf Hitler Deutschland befreite und zum Glück und zur Freiheit MODEHAUS BECKER ssx.. 6759 A Kreuzplatz 1 5 PKcinif Wintersrfoftebe* L ItaftsslIkidÄ^ UD^ Cot^P INH: WILHELM HORN UND SOHN Piivot-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 rAUEIN AN ■ BEKLEIDUNGS STOFF i 40000 Kml Df&CHtfJMfM' Aew Uwfiwg tUrVVtttfcrtßtt Wegen Anschaffung eines Lastwagens versteigern wir am Mittwoch, dem 20. Oktober 1937, nachmittags 2.30 Uhr unsere Pferde (ein- und zweisvännig gefahren) mit Geschirr, Wagen und sonstigem Gerät. — Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Geräumige <. * ee < oernunuge ««IW»-», zu erreichen bin. [05098 l Vermietun9en 15-Zim.-WohDg. konkurrenzlose 6797° 05103 Hindere mäddien auch in Hausarbeit und im Nähen geübt, z. 1. Nov. gesucht. Näh. in der Geschäftsstelle des Gieh.Anz. esoiD Wir suchen für unsere in ihrer Art Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1- and %-jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober .937 Anmeldungen u. Auskunft in Gießen, Goethestraße 32, jederzeit. Ruf 2486. Neuzeitliche M-Wollig. (Stadtmitte^mit Bad, Zentralheizung u.Zube- hör zu vermiet. Schr. Angeb. u. 6736D an den Gieh. Anzeiger. II. Stock, zum 1. November zu vermieten, egggv Schäfer Licher Straffe 9. Jeichnev odev Jeichttevi« sow. zeichengewandt. Lehrling gesucht Schriftl. Angebote unt. 6811D an den Gieffen. Anzeiger erbet. 2 Zimm.-Wohn. zum I.Dez. ob. 1. Jan. gesucht. Schriftl Angeb. u. 05126 an den Gieff. Anz. erb. Junger Mzgeifselle zum 1. Novemb gesucht. Zu erfr. m der Geschäftsstelle des Gieff. Anzeigers. 5732V Schöne Wimm-Wohnung zu vermieten. 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Jen °‘Us en >>', i'lcn tätte iett Str. etwa gar zu sagen, Paris wäre schöner cimefen als Düsseldorf oder umgekehrt. Es handelt sch um zweiunvergleichbare Größen. Paris hat eine Weltausstellung durchgeführt. Kunst und Gewerbe, im weiteren Sinne Kultur Utb Wirtschaft sind der Gegenstand der internatio- tn.(en Ausstellung, bei der die einzelnen Staaten b:s zeigen, was sie selbst für typisch halten, womit fi glauben, am besten im internationalen Vergleich a zuschneiden. Jede Nation hat mit ihrem Pavillon x^ichsam die Visitenkarte abgegeben. Man kann lIhl sagen, daß ein Besuch der großartigen Welt- L sstellung unter dem Eiffelturm einer. Traumreise L. rch die Welt gleicht, bei der man Proben der C?lbstcharakteristik fast aller Völker und Rassen der S eit bewundern kann. Zusammenfassungen auf euer internationalen Ebene sind nur für einzelne 2; {(gebiete oorgenommen worden, so etwa in dem 5ius, das die Spitzenleistungen von Film, Photo ir b Phono zeigt, in der Prefsefchau, in einem Jn- i.strie-PavillDN und in der ländlichen Hygiene, bht man den Anfängen der Weltausstellungen in dir Mitte des vorigen Jahrhunderts nach, so war ursprünglich eine verhältnismäßig straffe Einteilung Dch Gewerbegruppen und Erfindungen vorgenom- r»n worden, wie das der Zeit der grundlegenden kitwicklung des Maschinenwesens entsprochen hatte, lie übrigen Ausstellungsteile hatten mehr den Quarafter einer vergnüglichen Umrahmung der ge- n°infamen Bemühungen von Ingenieuren und 2. chnikern um die Bewältigung des Maschinen- pwblerns. Das ist diesmal ganz anders. Diese zu- scmmenfassenden Schauen, in denen ein int er» nationaler Querstrich gezogen wird, ver- l'ifBDinben vollständig hinter den nationalen Paavillons , in denen jeder einzelne Staat i n (liner 21 rt feine Leistung und seine Leistungs- bireitschaft herausstellt. Eine solche Ausstellung Inn fein einheitliches Bild geben, auch wenn das timte Weltmosaik doch bis zu einem gewißen Nade auf die Wirkung in Paris, also auch auf itin Geschmack von Paris, eingestellt ist. Die Zusammenfassung des Ganzen gibt die Fülle der fran- Iznschen Pavillons und der Rahmen der Ausstel2»iese Ufa ist in Dhünens Phantasie eine Frau, vsihe die Männer im mittelalterlich-unheimlichen Eime bezaubert und verzaubert; es strahlt eine Es lenkraft von ihr aus, die nicht nur den Gemahl, fytoern auch den Steinmetzen verwirrt und ver- frift, welcher ihr Bildnis schuß auch den jungen । rufen Dietmar und selbst den strengen Pater Citoefter, den inquisitorischen Sprecher der ecclesia Gießener Stadiiheaier. Felix Dhünen: „Uta von Naumburg". Von dem großartigen Bauwerk des Domes zu Naumburg scheinen der Vorstellung des Volkes ge- m inhin die im Westchor ausgestellten sogenannten Lister-Figuren gegenwärtiger zu sein als das oichitektonische Gesamtbild; und von diesen Figuren kr es noch heute unbekannten Meisters in besonderem Maße wiederum die Uta, ... ähnlich wie vom Amberger Dom die Gestalt des Reiters fast jeder- im.nn vor Augen steht, auch dem, der von der Trigen Plastik nichts kennt. Das ist merkwürdig, lein es gibt in beiden Domen, besonders in Naum- tiurg, Figuren, die auf den Beschauer mit nicht jringerer künstlerischer Kraft und Seelengewalt ir^uroirfen vermöchten als eben die Ufa; dennoch am man verstehen, daß wie dem namenlosen tiiter zu Bamberg gerade ihr immer wieder der 3: ck sich zuwendet: in ihren Zügen, in ihrer Ge- ic2t, in ihrer Haltung, die auf so unvergeßliche ß’tife den langen Mantel um die Schultern zieht Inö wie abwehrend zum Gesicht emporhebt, ... hat nun vielleicht das Geheimnisvolle und Rätselhafte M unmittelbarsten .empfunden, aufgespürt und immer wieder betastet; denn was wir vom Leben Eeharts II., Markgrafen von Meißen und Her- Pc s von Thüringen (1002 bis 1046), und feiner Kiincchlin Uta, Tochter Efikos von Ballenstedt, Hilfen, ist dürftig genug. * Man kann sich vorsfellen, wie die Phantasie «ine5 heutigen Menschen die Gestalten in Naum- iu-g umkreist, ihnen etwas von dem Geheimnis p entlocken, das aus ihren Gesichtern, ihrer Hal- .iira und Gebärde spricht. Der Dramatiker Felix Y: ü n e n ersinnt um die Figuren Ekkeharts und ?: Uta eine Handlung — „Die Begebenheit tonnte id jetzt vor bald tausend Jahren in Naumburg m.etragen haben" —, welche dem Bilde gemäß ute, das wir noch heute im Dom erblicken: wenn Di;- die Ufa, ihre Gestalt, das Antlitz, die allem Mbare linke Hand, „diese unvergeßlichste aller j)crtbe" (Pinder)... wenn wir dieses Ganze be- jnbernb finden, so wollen wir mit einem einzigen K rt unferm Entzücken über die klassische Voll- enlning der Plastik 2lusdruck geben; Dhünen fand ioi dem Bilde der Uta jenen dem heutigen Sprach- gslrauch nicht mehr gegenwärtigen ursprünglichen Ei n des Wortes wieder und damit den Schlussel zum dramatischen Konflikt. »Urquell denen die Natur nur dem Zweck einer Verherrlichung der menschlichen Kunst zu dienen scheint. Düsseldorf hat dagegen den deutschen Sinn für die Einzellei st ung in den Vordergrund gestellt, wobei aber immer in allen Lebensbereichen die Einzelleisfung in den Rahmen des Ganzen der Nation gestellt ist. Wird man in Paris nirgends ganz das Gefühl los, daß es sich eben um eine vergängliche Ausstellung handelt, so macht die deutsche Gründlichkeit in Düsseldorf den Eindruck, als ob diese Jahresschau Generationen überdauern sollte. Wasser- und Lichtkunst, so prachtvoll sie auch dem genußfreudigen Auge geboten wurden, waren doch nicht der alles überdeckende Mittelpunkt. Auch sie waren nur ein Teil der Gesamtwirkung, bei der die Zusammenfassung der verschiedenen Häuser und Hallen, der -Siedlungen und Lauben durch eine gärtnerische Ausgestaltung erzielt worden ist, wie sie der gemütstiefen Besinnlichkeit auch im ErholungSbedürf- nis des Deutschen entspricht. Bei uns hebt die Reise an die japanische Front. Don unserem H.Tr.-Sonderberichterstaiter. V. Zurück in die Etappe. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tientsin, 25. September 1937. Ingrimmig beluden wir uns mit unseren Koffern — die Bullen waren zum Glück leer, aber wir wagten sie nicht an den chinesischen Brunnen mit Wasser zu füllen, weil die Japaner behaupteten, die Chinesen hätten Cholera-Bazillen hineingeworfen. Heber Durst hatten wir uns im übrigen auch nicht zu beklagen, da es schon seif Stunden wie mit Kannen vom Himmel heruntergoß und wir binnen weniger Minuten — als wir durch die tief verschlammten Dorfffraßen schlurften — bis auf d i e Haut durchnäßt waren. Don der Gewalt dieser Regengüsse kann sich der Laie keine Vorstellung machen. Es genügt tatsächlich ein einziger Wolkenbruch, um einen ganzen Angriffsplan über den Haufen zu werfen und damit die Operationen auf das empfindlichste zu stören. Gestern hatten wir z. B. bei schönem Herbstwetter ein japanisches Tankgeschwader beobachtet: mit großen Sonnenflaggen geschmückt, waren die einzelnen Kampfwagen mit erheblicher Geschwindigkeit querbeet angebrausf gekommen — jetzt saßen die Wagen im Lehmbrei fest und mit ihr die Feldartillerie, die bis an die Achsen im Dreck saß. Die Mannschaften haften die Kapuzenmäntel angezogen und haften sich in den nach der Straße offenen kleinen Kramläden kleine beizende Feuerchen angezündef, sie futterten „Kaisersemmeln" dazu, jene wohlbekannten kleinen Kommißeierzwie- bäcke, die in der deutschen Armee die „Eiserne Portion" bildeten, sie puhlten in kleinen Konservenbüchsen herum und waren ansonsten äußerst schlechter Laune. Die dampfenden Pferde waren an den Geschützen angeschirrt, die Flanken schlugen und die Köpfe hingen traurig zu Boden. Denn — sagen wir mal „russischer Landstraßendreck" und „chinesischer Lehm" bilden einen himmelweiten Unterschied. Im polnischen Schlamm sank man lediglich ein, man zog das Bein verhältnismäßig mühelos wieder heraus oder man konnte sogar in diesem Dreck nach Art der Schlittschuh- bewegung sich vorwärts schieben. Der chinesische Lehm ist da ganz anders! Mit dem einen Bein sinkt man bis an die Wade ein und bekommt es Einzelleistung der Persönlichkeit in freier Bindung an die Pflicht die Masse des Volkes mit empor. Jeder einzelnen tut das an seinem kleinen oder großen Arbeitsplatz. Das Ziel der deutschen Leistung ist nicht der geruhsame Lebensabend, der bei gesicherter Rente möglichst früh die ungestörte Ausübung des französischen Nationalsports des Angelns erlaubt, sondern die Schaffung von Werfen, die der Entwicklung der Kultur und des deutschen Volkstums als Glied der Menschheit dienen. So spricht auch die deutsche Garfenkultur nicht von der Kunst des Menschen; sie will die ganze Schönheit der Natur zur Freude des Menschen zur Geltung bringen und will damit in ihrer Art den symphonischen Zusammenklang von Natur und Kultur verwirklichen. In Frankreich hat das alte Bürgerwort vom bien etre zwischen „Vaterland" und „Freiheit" in der modernen politischen Propaganda seinen Sinn vom „Wohlstand" zum „Wohlleben" gewandelt; in Deutschland haben wir uns zum Dienst am deutschen Lebensraum zurückgefunden. nicht wieder heraus, weil dieser Lehm es saugend fesfhälf. Gleichzeitig rutscht man aber mit dem an» deren Fuß auf dem glitschigen Zeug aus, so daß man mit den Armen wahre Windmühlflügelbewegungen machen muß, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Hat man bann in so einer Hand noch einen Koffer und in der andern ein riesiges chinesisches „Zwein-Hand-Schwert", die man beide aus unfreiwilligen „Gleichgewichtsübungen" abwechselnd über dem Haupte schwingt, bann sieht bas von weitem aus, als käme ba ein total bezechter Wegelagerer angeturnt. Wegelagerer — so sahen wir, bie Pressevertreter aus einem Dutzenb zivilisierten Grvßstaafen tatsächlich aus. Denn einer hafte sich in einem Anfall von Verzweiflung mit dem Taschenmesser beide langen und einst weißen Hosenbeine kurz oberhalb der Wade ausgezackt abgeschnitten, weil er die sechs Pfund Lehm, bie an jebem angewachsen waren, beim besten Willen nicht „ertragen" konnte. Einige hatten sich „zur Erinnerung" chinesische Stahlhelme, bie sie irgenbmo aufgelesen haften, aufgesetzt, aber ein chinesisches Zweihandschwert besaß jeher! Mit Riemen würbe es auf bem Rücken getragen, ohne Riemen in ber Hanb ... die Strohhüfe hingen uns wie aufgeweichte Lappen vom Kopfe herab, bis Kleiber waren so mit Lehm bespritzt, baß bie ursprüngliche Farbe nicht zu erkennen war und be- sonbers empfindliche Naturen hatten sich weggeworfene Zeltbahnen ober nach Art ber chinesischen Kulis — kleine dünne, fast wasserbichfe Bambusmatfen umgehängf. Ohne zu übertreiben: wir sahen genau so aus wie die berühmten ober berüchtigten chinesischen „Plain-cloths-men‘‘, auf die bie Japaner sonst so „scharf" finb. Denn „Plain- cloths-men‘< ist hier zu Lanbe bie Bezeichnung für „Franktireurs", die sich nicht phantastischer kostümieren können, wie es unter bem Zwcmg bes Regens und bes Lehms bie Presse getan hat. Üebrigens: Zweihanbschwerter! Fast die lung inmitten des leuchtenden Repräsenfations- viertels der Seinestadf. So stark im einzelnen jedes Haus im äußeren Aufbau und in der inneren Gestaltung vom Volkstum der betreffenden Nation und seiner Raumverwur^elung geprägt ist, so wenig an eine einheitliche Linie zwischen diesen verschiedenen Pavillons zu denken ist, so ist doch die Einheit mit einer bezaubernden und berauschenden Wirkung im Sinne bes französischen Rahmens her- gestellt. Aber es ist eben nur eine äußere Einheit. Düsselborf hat bagegen in einer großartigen Weise, wie sie kaum sonst bisher in einer Ausstellung verwirklicht worben ist, bie Einheit von Form u n b Inhalt gegeben. Auch in Düssel- borf finb bas Auge unb bas Ohr, finb bie Sinne der Vergnüglichkeit und bes Genusses nicht zu kurz gekommen. Aber bie Reichsschau „Schaffen- b e s Volk" hatte nicht ben Zweck, nur etwas vorzuzeigen, interessante Vergleiche zu ermöglichen, unb unterhaltsame Anregungen zu geben. Die rote Linie war hier in jeber Kleinigkeit unb in ber Gesamtwirkung ber Vierjahresplan. Düsselborf hat mit einem ganz großen Wurf die Wirklichkeit des deutschen Lebensraumes und die Aufgaben des Reichsvolkes in diesem Lebensraum hingesfellf. Das war nicht eine langweilige und nur immer mit sachlichen Argumenten arbeitende Lehrschau, sondern für jeden Besucher ein Aufruf zur Mitarbeit, die Begeisterung für die Aufgaben, die dem deutschen Volk vom Schicksal der Gegenwart gestellt sind und die Einordnung dieser unmittelbaren Aufgaben in den großen Zusammenhang des Werdens und Wachsens des Volkes, des über bie Jahrtausenbe aus ber Vergangenheit in bie Zukunft wirksamen Zusammenklanges von Natur unb Kultur. Was in Paris der einzelne nationale Pavillon bei aller Großartigkeit in ganz bescheibenem Rahmen nur anbeuten kann, hat Düsselborf als eine Ausstellung ber Nation und für bie Nation zusammengefaßt. Eine nationale Leistungsschau kann man aber nicht auf einer Ebene mit einer internationalen Schaustellung vergleichen, zumal noch die Unwägbarkeiten der äußeren Umgebung, des Geistes der Stadt, des Klimas und der menschlichen Atmosphäre hinzukommen. Wohl aber ist es aufschlußreich, wie man es in Paris zwischen den einzelnen Pavillons ber Nationen tun Fann, auch zwischen Paris unb Düsselborf ben Rahmen, ben Stil ber Ausstellungspraxis unb bie psychologische Wirkung zu untersuchen. Dann haben wir in Düsselborf eine Ausprägung bes beutschen Geistes unb in Paris ben französischen Esprit. Man sagt nicht mit Unrecht, baß ber Franzose für sein Wohlbefinben bie Bewunberung ber Welt braucht. So knauserig er sonst ist, spart er nicht, wenn es bie Repräsentation gilt, wenn bie Beweglichkeit des französischen Geistes und ber Glanz bes französischen Geschmacks in biesem Klima von unüberbietbarer Liebenswürbigkeit gezeigt werben soll. Die Weltausstellung ist ein Rausch ber Technik, übergossen von einer Sturzflut Lichtes, belebt von einem Orkan von Wasserkünsten unb im abenblichen Trubel eines schier unvorstellbaren Massenbesuchs noch aufgewühlt burch wirr sprühenbes Feuerwerk. Wer Paris so in biesem Weltausstellungstrubel erlebt bat, hat eine Hölle bes Vergnügens genossen, ber sich auch kritische Gemüter hingeben müssen, weil ber» art liebensroürbig gebotene Genußfreubigkeit schlechthin überwältigt. Man soll nicht das. kritische Wort ber Massenpsychose anroenben. Das ist aber sicher, baß bie in ben Einzelheiten unübersehbare unb insoweit auch belanglose Massenwirkung ber gleiche Ausdruck ber französischen Psyche ist, wie bie gestutzten Ziergärten von Versailles unb Trianon, bei vergebens bittet, an Utas Bild noch etwas ändern zu dürfen, teuflischen Umganges, ja Uta selber dämonischer Macht und höllischer Gewalten. Als der Pater dem Herzog ins Gesicht zu sagen wagt, es sei das Hexenmal, das der Steinmetz der Figur noch habe aufprägen wollen, schlägt der Herzog ihn nieder. An den Folgen der Tat werden die mittelalterlichen Mächte recht eigentlich sichtbar und spürbar, die das Spiel unb bie Menschen regieren: bie weltliche unb die geistliche, deren damals fast unbegrenzte Reichweite wir heute kaum noch ahnen. Weltlust und Weltabgewandtheit, Freude am Diesseits und beklommener Glaube ans Jenseits — das sind die menschlichen, seelischen, gefühlsmäßigen Wesensmerkmale der beginnenden Kreuzzugszeit, das bildet die inneren Voraussetzungen der dramatischen Aktion im Schauspiel. Voy hier aus erhält die Steigerung, Verflechtung und Lösung des Konfliktes ihren Sinn: die seelische Verwirrung des Steinmetzen wie bes jungen Grafen; bie Anklage bes Paters wider den Künstler und gegen Uta selbst; bie jähe Tat unb die Reue bes Herzogs, ber kein Kind will, ber mit bem Gebauten an ben Kreuzzug spielt, ber bie geistliche Macht fürchtet und aus dieser Furcht den gefangenen Steinmetzen entfliehen läßt in der Ordenstracht des niedergeschlagenen Paters; der wird für tot gehalten, erwacht aber wieder zum Leben, aufs neue Gericht fordernd und schreckliche Sühne für bas teuflische Blenbwerk, bas bie christlichen Seelen verwirrt unb vergiftet. Auch ber junge Graf Dietmar ist aus solcher Zeitstimmung zu begreifen, wenn er, in heftiger Neigung 311 Uta, erst mit rascher blutiger Tat bie brohende Verstrickung lösen will unb bann bas strenge Schweigegelöbnis ber Cluniazenser schwört, bas ihn von der Welt scheibet.. Am wenigsten ein Geschöpf gerade biefes Jahr- hunberts erscheint Uta, das „Evaskind", „voll Sünd und doch voll Unschuld", christlich und weltlich in einem, des Zaubers bewußt, der von ihr ausstrahlt, nie ganz, auch in ber vertrautesten Zwiesprache nicht, des Geheimnisses beraubt, das ihre Züge im steinernen Bilde bis heute bewahren, eine liebliche und liebende, eine zarte und zeitlose Frauengestalt. Die Menschen dieses Dramas haben gelebt unb sinb geschichtlich bezeugt, bas Drama selbst ist Phantasie, Traum des Nachgeborenen vom deutschen Mittelalter, Versuch einer Deutung der beseelten Steinbilder im Dome zu Naumburg, in dessen Architektur unb Plastik wir mit Bewunberung unb leiser Erschütterung bie unvergänglichen Zeugnisse einer großen Vergangenheit, einer klassischen Höhe unb Reife beutscher Kunst erkennen. — ♦ Jeder szenischen Verwirklichung solcher Phantasie scheinen uns Schwierigkeiten durchaus ungewöhnlicher Art entgegenzustehen, weil jede notwendig von bem übermächtigen Bilbeinbruck belastet ist, der im Beschauer geweckt wird; Wert und Haltung einer Ausführung wird, wie wir glauben, nach dem Grabe zu bemessen sein, in dem die Bühne biesem Bilbe stanbzuhalten vermag. Oberspielleiter Dr. Schumacher begriff die Notwendigkeit strenger Stilisierung, die der Dramatiker durch die Wahl der gebundenen Sprache andeutete; aber er lockerte die gemessene Form, je schärfer der Konflikt sich zuspitzt, um so nachdrücklicher — besonders im zweiten unb brüten Akt — vom Dramatischen unb sogar fast Theatralischen her. Spürbar blieb allenthalten mit Recht die Rückbeziehung auf bas plastisch-bildhafte Motiv, bas ben Ausgangspunkt ber Fabel bezeichnet. Dies würbe burch bie Einfühlung ber Hauptfiguren nicht minber bekräftigt als burch ben szenischen Rahmen, bem Herr Löffler bie sparsame, kühle Schlichtheit eines gotischen Jnnen- raumes gab, währenb bie Stimme bes Volkes jeweils von einer ben Dom anbeutenben Projektion begleitet würbe. (Das Volk ist übrigens von Dhünen ausdrücklich weder als naturalistische Volksmenge, noch dramatisch in der Form des antiken Chores eingeführt: Volk im Sinne des Sprichwortes „Volkes Stimme ist Gottes Stimme", nur durch ein „deutliches Raunen" sich äußernd.) * Darstellerisch hielt in jeder Hinsicht die Mitte des Schauspiels, ausstrahlend und anziehend, die Uta von Else M 0 nnard , im äußeren Bilde der Figur, vor allem im setzten Akt, überraschend angenähert, weich unb melobisch im Stimmklang, sehr weiblich bei aller ebeln Gehaltenheit, im Ganzen burchaus eine von vielen möglichen Deutungen gebenb und, wie uns scheint, auch Dhünens entmutigende Formel mildernd, die Uta sei „etwas Einmaliges, durch schauspielerische Bemühung nicht zu Erreichendes". Ekkehart, von Herrn Neuhaus gegeben, entsprach äußerlich bem Naumburger Bilde sehr wohl, innerlich weniger; er wirkte viel weicher, nicht mit jener ausgeprägt männlich-herrscherlichen Bestimmtheit und Festigkeit, die von der Plastik ausgeht, eher im Sinne Dhünens, der ihn als „zwischen zwei Zeitaltern" stehend unb „für christliche Einflüsse empfänglicher" begreifen will. Herr Geißler gab ben Pater, den Dhünen „weder Fanatiker noch Heuchler" nennt, doch kann man dem Bilde seiner sehr beherrschten Leistung jenen ersten Wesenszug kaum absprechen. Ueber- zeugend war eben bas Schwanken zwischen einem finstern Glaubenseifer, bis zum Haß gesteigert, unb einer, Anfechtungen wie Visionen ausgelieferten Schwäche herausgearbeitet. Den Grafen Dietmar umgab Herr Weilanb mit einer jungen stürmischen Ritterlichkeit wie einen frühen Minnesänger; man mochte ihm fast die übermenschliche Kraft der Entsagung und des Opfers nicht zutraUen. Herr Schorn als Steinmetz wirkte viel leidenschaftlicher als der Dramatiker ihn anbeutet: nichts von scheuer Verhaltenheit, aber heillose Verwirrung bes Herzens bis zum unbesonnenen Geständnis. — Anhaltender Beifall rief zuletzt mit den Darstellern auch den Spielleiter an die Rampe. Hans Thyriot Franz Schuberts „Winterreifen Das Stadttheater bringt in feiner zweiten Morgenfeier am Sonntag eine seltene musikalische Gabe: die zyklische Darbietung von Schuberts „Winter r e i s e", gesungen von Gustav Bley. In diesen Oktober-Tagen jährt es sich zum 110. Male, daß Franz Schubert diese wundervollen Lieder schuf. Sein Freund, der Ritter v. Spaun, erzählt: „Schubert war durch einige Zeit düster gestimmt und schien angegriffen. Auf meine Frage, was in ihm vorgehe, erwiderte er nur: Nun werdet ihr bald hären und begreifen. Eines Tages sagte er zu mir: Komme heute zu Schober, ich werde euch einen Kranz schauerlicher Lieder vorsingen. Ich bin begierig zu hären, was ihr dazu sagt. Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses je bei anderen Liedern der Fall war." Und wahrlich — bie „Winterreise" gehört zum Tiefsten und Ergreifendsten, was Schubert je geschaffen hat. „Schon die Wahl ber ,Winterreise' beweist, wie ber Tonsetzer ernster geworben", berichtet Mayrhofer, der Freund Schuberts; „er war lange und schwer krank gewesen, er hatte niederschlagende Erfahrungen gemacht, bem Leben war die Rosenfarbe abgestreift, für ihn war ber Winter eingetrefen." Das Ganze mutet uns an wie Visionen des nahen Todes. Wie Hugo Wolf in den Michelangeloliedern, wie Johannes Brahms in den „Vier ernsten Gesängen", so findet Franz Schubert hier Zone, bie seine träumende Seele schon nicht mehr in dieser Welt empfunden hat. Töne, die ganz erdenfern, jenseits aller Wirklichkeit zu erklingen scheinen („Wegweiser", „Leiermann"). Der Dichter schildert das Wandern eines Menschen, ber, zerbrochen von ber Liebe, mit tiefem Weh im Herzen dem Grabe entgegengeht. Die plastische, bilbhafte Darstellung bes Dichters und bie musikalische Ausformung burch Schubert gehen weit über ben eigentlichen Rahmen bes Liebes hinaus — sie weiten bas Ganze zu einer Folge tragischer Szenen. Unb diese Tatsache schafft uns bie innere Berechtigung, gerabe diesen Zyklus auf einer Bühne zu Gehör zu bringen. In einsamer Größe steht die „Winterreise" da — ein tief-persönliches Bekenntnis, bas Schubert hier ablegt. Er ist ber wegmübe Wanberer, ber fast am Ziele im Leiermann noch einmal fein eignes Konterfei erblickt. Unb dieser Leiermann ist nur ein Symbol des Todes. Wie überhaupt die letzten ber Lieder immer symbolhafter und mystischer werden. Sein eigenes Leben ist's, das er besingt: „Barfuß auf dem Eise wankt er hin und her, und sein kleiner Teller bleibt ihm immer leer." Aber über dieses persönliche Bekenntnis hinaus bergen diese Lieder einen viel tieferen, allgemeinen Sinn; und dieser ist es, der die Menschen so — damals wie heute — berührt und ergreift und der „Winterreise" einen unvergänglichen Wert verleiht. Joachim Popelka. ganze chinesische 29 Armee ist mit diesen riesigen Henkersschwertern ausgerüstet, im Nahkampf eine furchtbare Waffe. Die stark gebogene, in einer breiten Lederscheide steckende Klinge ist etwa handbreit und haarscharf geschliffen. Der Griff muß beim Schlagen mit beiden Händen angefaßt werden — ein wuchtiger Hieb auf den „Deez" und die „Plempe" saust bis zum Nabel durch — eine Waffe, auf deren Wirkung die Chinesen beinahe abergläubische Hoffnungen gesetzt haben und die im Nahkampf von den kleinen Japanern — die Nordchinesen sind riesige Burschen — auch als äußerst unangenehm empfunden worden ist Nur ... zu Nahkämpfen ist es im Zeichen des Maschinenzeitalters bisher nur ganz vereinzelt gekommen und vielleicht sind auch deswegen diese sehr dekorativen Zweihandschwerter so rasch aus der Mode gekommen. Überall lagen sie herum und für einen Hen oder 70 Pfennige wurden sie meistbietend zur „Erinerung an meine Feldzugserlebrusse in China" von den japanischen Soldaten verkauft. Rutschend, gleitend, glitschend, koffer- und schwerterschwingend arbeiteten wir uns mühsam durch den Lehm durch, vorbei an dem festgefahrenen Troß einer ganzen Armee. Artillerie und Tanks versperrten die Straßen, sie konnten weder vor noch zurück, so daß auch die Munitions- und Derpfle- gungskolonnen nicht vorbei konnten und im freien Feld zu parken begannen ...ein chinesischer Flieger! Was hätte hier ein einziger chinesischer Flieger für Wirkungen erzielen können! Aber e s gab keine Flieger an der Nordfront, auch keine schwere Artillerie, kein weittragendes Flachfeuer und wenn der „General Pluvius", Exzellenz „Regen" nicht gewesen wäre, dann wären die Japaner wohl schön zu dieser Zeit bis zum „Gelben Fluß" vormarschiert. Mehr tot wie lebendig kamen wir endlich i n Liu-Kautschan an, hier führt eine breite Zugbrücke über den KaiserKanal und hier in diesem armseligen Neste waren Hunderte und aber Hunderte von jenen wohlbekannten zweirädrigen japanischen Militärkarren aufgefahren, die — von einem hochbeinigen Pferde gezogen — die gleichen Funktionen wie unsere vierrädrigen, schweren Kolonnenwagen zu erfüllen haben. Das militärisch geschulte Auge erkannte sofort: Hier haust irgendein Etappen-Kommandant und wo die sich niedergelassen haben, da gibt es auch was zu essen und zu trinken, vielleicht sogar Beförderungsmöglichkeiten! — Ein paar Minuten später hatten wir das Quartier des Orts- oder Etappenkommandanten erreicht, der uns etwas erstaunt, aber sehr freundlich aufnahm. Aber auf den Gedanken, uns von seinen Schätzen etwas abzugeben, kam auch er nicht — das einzigste, was er uns bieten konnte, war jener ganz dünne und in diesem Falle lauwarme japanische Blättertee, der an sich schon nach nichts und hier im Felde erst recht nach nichts schmeckte Aber er war herb und löschte den Durst ausgezeichnet. Rittmeister S a t o h führte unterdessen die Verhandlungen: ob und wie uns der Kommandant auf die bequemste Art und Weise Heimbefördern könne. „Tja — das wußte der Etappen-Onkel auch nicht ... Pferde, Wagen und Autos hätte er nicht, leere Kolonnen gingen zur Zeit nicht nach rückwärts ... wir sollten doch versuchen, uns auf dem Kaiser-Kanal wieder ein Schiffchen zu greifen!" Also stellten wir uns auf die Zugbrücke — der Regen hatte zum Glück nachgelassen und wieder brannte die Sonne mit sengender Glut vom Himmel — und warteten auf ein Schiff. Das kam natürlich nicht, so daß wir Zeit und Muße genug hatten, uns die japanischen Soldaten etwas näher anzusehen. Irgendwo lag ein Infanterie-Bataillon, Feldartillerie stand auch hier auf den Gassen und alle Augenblicke kamen kleine Kavallerietrupps oder Meldereiter vorbei ... alles durchweg fräftige> gutgenährte, gutuniformierte Soldaten, die mit allen notwendigen Dingen, die der Krieg erfordert, beinahe zu reichlich ausgerüstet und ausgestattet waren. Kartentaschen, Kompasse, Taschenlampen hatte fast jeder, viele schleppten einen — zum Teil recht wertvollen Photoapparat mit sich herum und alle schienen recht guter Laune zu sein. Denn der Krieg hatte ja eben erst begonnen und in diesem Stadium machte er erfahrungsgemäß auch einem eingefleischten Pazifisten noch Spaß. Die Uniform bestand aus einem dicken, olivgrünen Wollstoff, die einzelnen Waffengattungen unterschieden sich nach der Farbe der kleinen Kragenspiegel — Infanterie rot, Artillerie gelb, Train dunkelblau ulw. — während Regimentsnummern fehlten. Die verschiedenen Dienstgrade waren durch feste Streifen von roter Grundfarbe auf den Achseln kenntlich gemacht, diese Achselklappen saßen aber nicht längs, sondern quer wie Epaulettenträger auf den Schultern. Der Gefreite trug einen Stern, der Unteroffizier zwei usw., bei den Portepeeträgern war ein schmaler Goldstreifen eingewebt und nach den gleichen■ Grundsätze waren die „Achselstücke" der Offiziere „konstruiert" Als Kopfbedeckung diente eine Art weiche Schimütze, während der braune Stahlhelm an einem langen Riemen auf dem Rücken getragen wurde. Kochgeschirre und Tornister nach deutschem Muster, ebenso die Schnürschuhe und die Wickelgamaschen — erstere trugen nur die Soldaten des 2. Jahrgangs, während die Mannschaften des 1. den „Uebergangsschuh" noch trugen. Denn der japanische Bauer und Arbeiter läuft nur auf Holzsandalen herum, die er mit der großen und der ersten Zehe festbält, durch die ein Riemen läuft. Da er das von Kindheit an tut, steht die große Zehe sehr weit ab — ein untrüaliches Mittel um japanische Spione zu erkennen. Man braucht ihm bloß die Stiesel auszuziehen und sich die abge- bogene große Zehe anzusehen, um festzustellen, ob man es mit einem Chinesen oder Japaner zu tun hat — eine Tatsache, die schon manchem japanischen Spion, der sich als Chinese getarnt batte, das Leben gekostet hat. Mer sein ganzes Leben auf harten, unbiegsamen Holzsandalen rumgefaafen ist und nun plötzlich eine« Kommißstiefel tragen soll, der fühlt sich darin genau so unbehaglich wie etwa die an weiche Sandalen gewöhnten anatolischen oder bulgarischen Soldaten — infolgedessen haben die Japaner eine Art Uebergangsschuh „konstruiert", eine Art dicken Strumpf, nach Art der Handfäustlinge mit abgespreiztem Daumen und diesen „Strumpf" mit einer biegsamen Sohle versehen, die es dem Soldaten ermöglicht, sich langsam an den richtigen Kommiß-Schuh zu gewöhnen Nur dadurch konnte die Zahl der Marschkranken sich in vernünftigen Grenzen bewegen. Daß im übrigen der japanische Soldat im Kriege fett wird, kann man kaum behaupten, denn die Anspruchslosigkeit dieser Rasse ist erstaunlich? Kommißbrot gibt es nicht, dafür Reis morgens, Reis mittags und Reis abends. Dieser wird — mit irgendwelchen Hgferflocken zusgmmen gekocht — kalt in besonderen Fässern nachgeführt und mit ein paar Scheiben sauren Rettichs ober saurer „Pickels" und Gurken verzehrfertig an die Truppe ausgegeben. Marketendereien waren auf dieser Reise nicht zu entdecken, ebenso keine Feldküchen, lediglich ein paar Kesselwagen, in denen augenscheinlich Trinkwasser destilliert wurde. Trotz des Regens war die Laune der Truppe gut und das Verhältnis zwischen Offizier und Soldat schien Vorbild- l i ch zu fein. Nirgends hörte man schimpfen ober fluchen und die zwischen Vorgesetzten und Untergebenen an den Tag gelegte Höflichkeit mutete mehr als seltsam an; denn es will uns wohl schwer in den Kopf, daß der Soldat den „Gruß durch Anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung" nun auch noch durch eine mehr oder minder tiefe Verbeugung unterstreicht. Ebenso ungewohnt ist der „Gruß mit Gewehr in bedeckten Räumen". Sitzt irgendein Soldat in irgendeinem Raum, auf irgendeinem Stuhl mit dem Gewehr zwischen den Beinen und ein Vorgesetzter erscheint ober geht vorbei, steht er auf und präsentiert mit leichter Verbeugung das Gewehr und jeder Offizier erwidert jeden Gruß des Soldaten genau so tief, wie er ihm erwiesen wurde. Ueberhaupt schien es zwischen Offizier und Soldat im Verkehr untereinander kaum „dienstliche Unterschiede" zu geben, ohne daß die Disziplin in „plumpe Vertraulichkeit" ausgeartet wäre. Und ansonsten bot dieses Etappennest den gleichen Anblick wie alle andern, die einmal von Finnland bis Bagdad und vom Kanal bis zur Schweizergrenze „Etappe" gewesen waren. Die Hühner waren ausgestorben, das letzte wurde gerade von zwei Infanteristen gejagt. Auch von den schwarzen Schweinen, mit denen sonst die chinesischen Dörfer überreichlich gesegnet sind, war nur noch ein einziges, kleines Exemplar zu entdecken, das mit gebundenen Füßen fein nahes Ende erwartete, überall brannten kleine Wärmfeuerchen, unterhalten mit Haus- und Ackergeräten und an allen Ecken und Enden wurden Dinge „abmontiert", die der Soldat viel nötiger braucht als der Bauer. Krieg im Fernen Osten und Krieg im Fernen Westen — genau genommen ist der Unterschied nicht allzu groß und läuft auf das gleiche hinaus. Kreis Wetterau unter neuer Leitung. Abschied von dem bisherigen Kreisleiter, Amtseinführung des neuen Kreisleiters - durch den stellv. Gauleiter. In der bis zum letzten Platze besetzten Gießener Volkshalle trat am gestrigen Freitagabend die Partei nach langer Zeit wieder mit einer großen Kundgebung vor die Oeffentlichkeit. Aus dem Kreise Wetterau (umfassend die politischen Kreise Gießen und Friedberg) waren viele Männer und Frauen gekommen, um gemeinsam mit den ebenfalls sehr zahlreich erschienenen Gießener Volksgenossen an dieser Kundgebung teilzunehmen. Allein rund 1500 Politische Leiter waren zugegen. Es handelte sich bei diesem bedeutsamen Ereignis um die Verab- schiedungdes seitherigen Kreisleiters Dr. Hi l d e- brandt, der vom Gauleiter zu seinem persönlichen Adjutanten berufen wurde, und um die Amtseinführung des neuen Kreisleiters Backhaus, der als Nachfolger von Dr. Hildebrandt die Leitung des Kreises Wetterau übernommen hat. Gegen 18 Uhr marschierte eine Bereitschaft der Politischen Leiter mit den Fahnen unter der Marschmusik der neuen Kreiskapelle zur Volkshalle, der von allen Seiten die Volksgenossen in immer stärkerem Ausmaße zuströmten. Zu Beginn der Kundgebung war denn auch die Volkshalle so stark besucht, daß viele Volksgenossen nur noch einen Stehplatz in den Seitengängen einnehmen konnten. Der feierlichen Bedeutung des Abends entsprechend war die Bühne in besonderer Weise würdig geschmückt. In der Mitte stand auf hohem Sockel eine Büste des Führers, rings umgeben von Blattpflanzen und Blumen, dahinter gruppiert die Fahnen, so daß sich den Besuchern ein festlich-schönes Bild zeigte. Der neue Kreisleiter Backhaus eröfnete die Feier mit der Meldung vom Antreten von rund 1500 Politischen Leitern an den stellv. Gauleiter Linder, den er als Vertreter des Gauleiters besonders herzlich willkommen hieß. Der Willkommengruß des Kreisleiters galt ferner allen Besuchern, insbesondere den Vertretern der Wehrmacht, der Behörden und der Wirtschaft. Stellv. Gauleiter Linder stellte sodann in seiner Rede den Anlaß des Abends in die großen Zusammenhänge der erfolgreichen deutschen (Erneuerung unter der Führung Adolf Hitlers. Er erinnerte einleitend an die neueste große Tat des Führers durch die Verbürgung der Neutralität Belgiens und wies anschließend auf die weltpolitisch einzigartige Bedeutung des Besuchs des Duce beim Führer hin. Besonders betonte er dabei, daß hier nicht nur zwei überragende, vom stärksten Vertrauen ihrer Völker getragene Staatsmänner sich getroffen hätten, sondern daß in Mussolini und Adolf Hitler in Wirklichkeit zwei Völker zueinander gekommen seien, die aus der Vergangenheit gelernt und sich nunmehr zum gemeinsamen Marsch in die Zukunft gefunden hätten. Diese jüngsten weltgeschichtlichen Ereignisse zeugten erneut für die großen außenpolitischen Erfolge der Politik des Führers, die nur auf der Grundlage der von ihm geschaffenen völligen Einheit des deutschen Volkes möglich geworden find, einer Aufbaupolitik, durch die Deutschland wieder zu einem geachteten Faktor in der Welt wurde, durch die es frei, stark und mächtig geworden ist. Nach diesem kurzen Hinweis auf die großartigen (Erfolge der bisherigen Außenpolitik des Führers lenkte der stellv. Gauleiter die Aufmerksamkeit der Volksgenossen auf die nicht minder bedeutsamen Erfolge der bisherigen Innenpolitik und deutschen (Erneuerung unter der Führung Adolf Hitlers. Er betonte dabei, daß der Bolschewismus in Deutschland überwunden ist durch die vom Führer geschaffene und in allen Teilen unseres Volkes tielverwurzelte Volksgemeinschaft. Auf dieser glücklichen Voraussetzung war auch z. B. der gewaltige Erfolg des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit zu erzielen, der allen Deutschen und darüber hinaus der Welt in eindrucksvoller Weise bekannt ist. Auf der gleichen Grundlage waren die zahlreichen anderen erfolgreichen Aufbaumaßnahmen des Führers möglich und glücklich durchführbar. Insbesondere betonte der Redner dabei die Ueberwindung des früheren Klassenkampfgedankens durch das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen, das auch in der Deutschen Arbeitsfront in so großartiger Weise zum Ausdruck kommt. Der Redner wies sodann auf die großen Aufgaben hin, die der Bewegung für die weitere Aufbauarbeit gestellt sind. Insbesondere betonte er, durch das Wirken der Partei die Herzen aller Volksgenossen zu gewinnen und dem Volke durch die Haltung der Vertreter der Partei nach jeder Richtung hin ein gutes Vorbild zu geben. Den Politischen Leitern empfahl er, unter diesen Gesichtspunkten weiter an sich selbst zu arbeiten und sich dadurch für die Erfüllung ihrer Aufgaben immer vollkommener zu machen. Mit Nachdruck hob der stellv. .Gauleiter weiterhin hervor, daß es eine Lüge ist, wenn der Partei vom Auslände her immer wieder die Gottgläubigkeit abgesprochen wird, während in Wirklichkeit kein Mensch gottgläubiger sein kann als gerade ein Nationalsozialist, denn nur derjenige könne an eine höchste Autorität glauben, der sich einer irdischen Autorität beuge und an sie glaube, und diese sei für uns der Führer Adolf Hitler. Hierauf wies der Redner auf die Anordnung des Stellvertreters des Führers hin, daß wegen der immer größeren Ausdehnung der Aufgaben der Partei die Doppelbesetzung von Aemtern in Partei und Staat aufzuhören habe. Diese Anordnung habe auch ihre Auswirkung auf den Kreis Wetterau gebracht. Der stellv. Gauleiter verabschiedete sodann den bisherigen Kreisleiter Dr. Hildebrandt, dem er unter starker Zustimmung der Versammlung herzlichen Dank und Anerkennung für sein bisheriges Wirken in der Bewegung von der Pike auf und insbesondere für seine Tätigkeit seit 1935 im Kreis Wetterau aussprach. (Er betonte dabei, daß die Volksgenossen dieses Kreises den bisherigen Kreisleiter mit Bedauern scheiden sehen; aber hier gelte das Wort, daß der Soldat an jedem ihm befohlenen Platze Dienst zu leisten habe, und Dr. Hildebrandt könne in feinem neuen Amte als persönlicher Adjutant des Gauleiters sehr wertvolle Arbeit für den Führer leisten. Der stellv. Gauleiter übergab dann den Kreis Wetterau dem neuen Kreis- leiter Backhaus, der schon seit 1925 von der Pike auf in der Bewegung für den Führer Dienst getan und sich durch sein bisheriges Wirken große Anerkennung erworben hat. In allen seinen Dienststellen habe er immer seine ganze Kraft für den Führer eingesetzt, und deshalb sei ihm auch vertrauensvoll die Lösung der neuen großen Aufgaben übertragen worden, die er in seinem neuen Kreise zu erfüllen habe. Er wünschte dem neuen Kreisleiter, daß es ihm vergönnt fein mochte, immer in Kameradschaft und vorbildlicher Gefolgschaststreue weiter zu wirken als Soldat Adolf Hitlers. Oer bisherige Kreisleiter Or Hildebranvl wurde von der großen Versammlung mit herzlichen Beifall begrüßt. (Er erinnerte an die Freude, die er bet der Uebernahme des Kreises Wetterau im Jahre 1935 empfunden hat, aber auch an die Wehmut, die ihn damals beim Scheiden aus feinem früheren Wirkungsbereich erfaßte. Jetzt befinde er sich wieder in einer ähnlichen Lage. Mit stolzer Freude erfülle ihn der Ruf in das Amt des persönlichen Adjutanten des Gauleiters, aber leicht sei ihm der Abschied von dem Kreise Wetterau nicht geworden, denn hier habe er in den V/2 Jahren seines Wirkens in guter Kameradschaft und treuer Zusammenarbeit mit den Politischen Leitern und den Mitgliedern der Kreisleitung, wie auch mit den Führern der Gliederungen, der Wehrmacht und der Behörden dem Führer dienen bürfem Er sei dabei immer bestrebt gewesen, als guter Kamerad allen Parteigenossen und als treuer Berater auch allen Volksgenossen zur Seite zu stehen. In diesem Sinne werde er auch in seinem neuen Amte tätig sein. Kreisleiter VE« übernahm durch Handschlag die Kreisleitung Wetterau von seinem Amtsvorgänger, dankte Dr. Hildebrandt für seine herzlichen Abschiedsworte, und betonte, daß Dr. Hildebrandts Wirken im Kreise Wetterau nicht vergessen werde. Nach Dankesworten an den stellv. Gauleiter Linder für dessen anfeuernde Worte sprach er die Bitte aus, mit seinem herzlichen Danke dem Gauleiter die Versicherung zu übermitteln, daß er in der Übertragung der Leitung dieses größten Kreises des Gaues Hessen-Nassau einen besonderen Vertrauensbeweis erblicke, und daß er zu jeder Zeit alle seine Kräfte einsetzen werde für die Erfüllung der Aufgaben, die ihm bei der Leitung des Kreises Wetterau übertragen seien. Er werde sich jederzeit bemühen, mit Rat und Tat den seiner Führung anvertrauten deutschen Menschen zur Seite zu stehen, und er werde stets sein besonderes Augenmerk darauf richten, daß die Grundsätze des Nationalsozialismus überall voll zur Geltung kommen. Er sehe die Hauptaufgabe eines Kreisleiters darin, d i e Volksgenossen seines Hoheitsgebietes zu wahren Nationalsozialisten zu erziehen, sich das Vertrauen aller deutschen Menschen zu erringen, gute Kameradschaft zu bekunden und allezeit Gerechtigkeit walten zu lassen, aber auch hart zu sein, wenn es einmal wirklich nicht anders gehe. Mit der Bitte an alle Volksgenossen, ihn in dieser Weise bei seiner Amtsführung zu unterstützen, und mit dem Appell an alle Volksgenossen, ihre persönlichen Interessen stets hinter die großen Gemeinschaftsinteressen des ganzen Volkes zu stellen, schloß der Kreisleiter seine Ansprache, die er in dem von der Versammlung mit freudiger Begeisterung aufgenommenen Gruß an den Führer ausklingen ließ. Mit dem gemeinsamen Gesang der beiden Nationallieder und mit dem Ausmarsch der Fahnengruppen schloß die denkwürdige Kundgebung. Der neue kreisleiler Backhaus trat am 13. Juni 1925 in die Partei ein, war bis 1928 stellvertretender Ortsgruppenleiter in Altona, später Kreisleiter von Stormarn, dann Gau- amtsleiter des Amtes für Beamte des Gaues Schleswig-Holstein. Er ist Gauredner und Obersturmführer der SA. Seit 1932 ist er Mitglied des Reichstages. Der neue Kreisleiter kam aus dem Postdienst. Den Weltkrieg machte er von 1914 bis 1918 an der Front mit. Er hat sich verschiedene Auszeichnungen erworben. Kreisleiter Backhaus war Postinspektor, bann von 1933' an Amts- unb Ge- meinbevorsteher in Ahrensburg, später Bürgermeister in Pinneberg. Aus der Stadt Gießen. Oer Mann mit den Plänen. Ich kenne ihn nicht anders als hoffnungsfroh. Er hat stets den Kopf voller Pläne. Das geht feit Jahrzehnten fo Ich kannte ihn schon als Junge. Er war im Grunde damals nicht anders. Seine Worte schweiften aus, und wenn wir anderen Buben die Hosentaschen und Ranzen voll Romanheften hatten, auf deren Titelbildern Kapitän Mors auf dem blühenden Gelände des Mars landete, mitten in einer Schar beturbanter Inder, ober Klaus Störte- befer mit einem Schwert bie stählerne Kette zerhieb, bie ben Hafen von Kopenhagen abschloß, ober Texas Jack eine Farmerstochter just eben noch aus bem brennenden Blockhaus riß. — Er brauchte bas alles nicht. Ihm genügte die eigene Phantasie. Er stand im Schulhof unb hielt phantastische Ansprachen. Immer hatte er einen Kreis begeisterter Buden um sich. Er tauchte gar nichts im Rechnen unb in ber Sprachlehre, aber war sehr begabt in geographischen Dingen unb wußte frühzeitig Bescheib um bie Gepflogenheiten der Fidschi-Insulaner und die Sitten der Hereros. Später wandte sich sein Interesse den Maschinen zu. Er war keineswegs ein hochbegabter Zeichner, und mit dem Ausrechnen von Dimensionen stand er sich nach wie vor schlecht, aber seine Maschinen waren immer durchaus umwälzender Natur Entweder reformierten sie grundlegend die Landwirtschaft, oder sie machten die Schornsteine überflüssig. Nur eines war ihnen eigen: sie liefen niemals. Nicht einmal die Modelle liefen. Das lag aber stets nur an einer Kleinigkeit. Der Kern seines Wesens war Optimismus. Die Fehlschläge entmutigten ihn nicht. Sie, die jeden anderen Menschen mürbe gemacht hätten, spornten ihn an. Er war vielseitig, und wie einst sich die Schulknaben um ihn gesammelt hatten und seinen vhantastischen Belehrungen lauschten, so sah ich den Erwachsenen später oft in Kaffeehäusern ober in kleinen Weinstuben sitzen unb um ihn sehr seriöse Leute, bie sichtlich nicht abgeneigt waren, ihr Gelb in seine Plane zu stecken. _________ __ Man muß wissen, baß er burchaus niemanben betrügen wollte. Er selbst lebte immer nur so bescheiden. (Aber er lebte.) Ich traf ihn in diesen Tagen wieder. Er versicherte mir, daß er es nun geschafft habe. Seine neue Sache ... nein, verraten könne er diesmal wirklich nichts ... aber es sei kein Zweifel, daß sie einen ganzen Industriezweig umwälze. N. B. Man soll über solche Leute nicht spotten. Eines Tages fällt ihnen wirklich etwas brauchbares ein, das einzigemal in ihrem Leben, aber dies eine- mal macht dann alle Lächerlichkeiten zuvor vergessen. (Es ist die Geschichte von bem blinben Huhn, bas ein Korn finbet. Aber bas ist nachher ganz gleichgülttg. r. k. Dornotizen. Tageskalenber für Samstag. Stabttheater: 20 bis 23 Uhr „Die Dorothee." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe kann lügen.* — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Assistenzarzt Dr. Kilber." — Turnverein 1846, Gießen. 20 Uhr Turnhalle am Oswaldsgarten, Mannschafts-Gerüte- Wettkampf, anschließenb Tanz unb Unterhaltung. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.45 Uhr 2. Morgen- Veranstaltung „Winterreise"; 19 bis 22 Uhr „Das kleine Hofkonzert." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe kann lügen." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Assistenzarzt Dr. Kilder." — Heimatver- eimgung Schiffenberg: 15.30 Uhr Volkshalle ZU Watzenborn-Steinberg, Festveranstaltung. Sladlkhealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Um vielen Wünschen unserer Besucher zu entsprechen, haben mir die Erfolgsoperette der letzten Spielzeit „Die Dorothee" von Hermecke und Vet- terling wieder in den Spielplan ausgenommen. Die Erstaufführung der Wiederaufnahme findet heute abend statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim Popelka; Spielleitung Karl Ludwig ß i nt) t; Tänze und choreographische Leitung Irmgard Zenner: Bühnenbild Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ousgeführt von Willi Endrich. Diese Vorstellung findet für „Kraft-durch-Freude" - Miete, Gruppe I (2. Vorstellung) statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen! Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Spielplan des Sladlthealers Gießen vom 17. bis 24. Oktober. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 17. Oktober, findet die zweite Mor- genveranstaltung der Spielzeit statt, die die „Winterreise", einen Liederzyklus von Franz Schubert (1797—1828), bringt. Dieser Liederzyklus ist im heutigen Konzertsaal nur sehr selten in geschlossener Folge zu hören. Daher werden es die Kunstfreunde Gießens sicher begrüßen, daß das Theater die „Winterreise" in dieser MorgenVeranstaltung bringt. Den Liederzyklus singt Gustav Bley (Bariton), den der Kapellmeister Joachim P o p e l k a am Flügel begleitet. Platzmieter zahlen auf allen Plätzen 0,25 RM. Die Morgenveranstaltung beginnt um 11.30 Uhr, Ende 12.45 Uhr. — Am Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Das kleine Hofkonzert", Operette aus der Welt Carl Spitzwegs von Verhoeven-Jmpekoven-Nick, statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Joach. P o p e l k a , Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Es wirken mit: das Operetten- und Schauspielpersonal des Stadttheaters. Das Bühnenbild schuf Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Montag, 18. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend, 1. Vorstellung „Uta von Naumburg", Schauspiel von Dhü- nen, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Geschlossene Vorstellung, kein freier Kartenverkauf. Dienstag, 19. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, „Das kleine Hofkonzert", Operette von Ver- Hoeven-Jmpekoven-Nick. Musikalische Leitung Joachim P o p e l k a, Spielleitung Karl Ludwig Lindt. Dienstag-Miete 4. Vorstellung. Mittwoch, 20. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Zum letztenmal „Im Rebeloch rumorts", Lustspiel von Domhof. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete 4. Vorstellung. Freitag, 22. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, „Das kleine Hofkonzert", Operette von Verhoeven- Jmpekoven-Nick. Musikal. Leitung Joachim P o - pelka, Spielleitung Karl Ludwig Lindt. Freitag-Miete 5. Vorstellung. Samstag, 23. Oktober, Anfang 20.15 Uhr, Ende 23.10 Uhr, 1. Sondervorstellung für NSG. Kraft durch Freude, Wetzlar, „Die Dorothee", Operette von Hennecke und Vetterling. Musikalische Leitung Joachim P o p e l k a, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Geschlossene Vorstellung — kein freier Kartenverkauf. Sonntag, 24. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr, neu einstudiert „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo. Musikalische Leitung: Joachim P o p e l k a, Spielleitg. Karl-Ludwig Lindt. Außer Miete. Colin Roß in Gießen. Auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufm. Vereins spricht am kommenden Montagabend der bekannte Weltreisende Colin Roß an Hand zahlreicher interessanter Lichtbilder über das Thema: „Asien — Amerika — Europa. (Weltpolitische Hintergründe und Ausblicke 1937/38.) So wird mit einem ganz besonderen Vortrogserlebnis der Gießener Vortragswinter eröffnet werden. AGA. Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Montag, 18., und Dienstag, 19. d. M., wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord für den Monat Oktober 1937 die Pfundsammlung durchgeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Dauer des Winterhalbjahres nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, sondern auch bei allen anderen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt wird. Als Spenden sind vorwiegend erwünscht: Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven. Selbstverständlich werden auch olle anderen Pfundspenden entgegengenvmmen. Regelmäßige Beflaggungstage. Regelmäßige allgemeine Beflaggungstage sind nach der neuen Verordnung der Reichsregierung: 1. der Reichsgründungstag (18. Januar), 2. der Tag der nationalen Erhebung (30. Jan,), 3. der Heldengedenktag (5. Sonntag vor Ostern), 4. der Geburtstag des Führers und Reichskanzlers (20. April), 5. der Nationale Feiertag des deutschen Volkes (1. Mai), 6. der Erntedanktag (1. Sonntag nach Michaelis). Das Abholen von Altmaterial. Vor einigen Tagen haben wir unter der lieber» schrift „Hausfrauen, verbrennt kein Papier!" eine Mahnung an die Hausfrauen veröffentlicht, in der die Wichtigkeit des Sammelns und der Verwertung von Altpapier dargelegt wurde. Daraufhin erhielten wir eine Zuschrift aus unserem Leserkreise, in der von dem Einsender mitgeteilt wurde, daß er seit Mai bis heute alles Altpapier gewissenhaft gesammelt und es auch wiederholt dem Altmaterialhändler angeboten hat, es aber bisher nicht loswerden konnte, weil der Altmaterialhändler und auch sonst niemand es abholte. Der Einsender fragt mit Recht: Was nun, was tun? Wir haben diese Beschwerde dem Kreiswirtschaftsberater bei der Kreisleitung Wetterau zur Kenntnis gebracht und von diesem die Mitteilung erhalten, daß jeder Altmaterialhändler verpflichtet ist, die in seinem zugeteilten Bezirk anfallenden Mengen von Altmaterial abzunehmen, damit sie der Wiederverwendung zugeführt werden können. Im vorliegenden Falle war also der Altmaterial- Händler verpflichtet, das Altpapier mitzuneh- men. Diesen Sachverhalt mögen sich unsere Hausfrauen für künftige Fälle merken und dabei noch beachten, daß sie die Möglichkeit haben, Beschwerden bei dem Kreiswirtschaftsberater bei der Kreisleitung Wetterau in Gießen, Lonystrgße, vorzubringen, falls der für ihren Bezirk zuständige Händler von Altmaterial die Abholung verweigert, oder sie über ein gebührendes Zeitmaß hinaus ver- Helft dem interhilfswerk? Aufruf! Der Sammettag der Deutschen Arbeitsfront ist ein Ehrentag für den deutschen Arbeiter. An diesem Tage zollt er seinen Dank dem Führer, der ihn nach Iahren der Rot und des Elends zurückgeführt hat in die Gemeinschaft des Volkes. Schaffende Menschen aus Fabriken und Kontoren sammeln gemeinsam mit den Wallern und Warten der Deutschen Arbeitsfront, um notleidenden Kameradne über die schweren Monate des bevorstehenden Winters hinwegzuhelfen. Als Gauobmann wende ich mich heule deshalb an alle Volksgenossen mil der Ville, durch ihre Spende dem Sammellag der Deutschen Arbeitsfront, der gleichzeitig die Aktion für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1937/38 einleitet, zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Das Winterhitfswerk des deutschen Volkes ist der Ausdruck nationalsozialistischen Wollens. Unser Opfer ist unser Dank an den Führer! Vecker. Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront. Schaffende sammeln — Schaffende geben. Aus der Werkstatt, aus der Maschinenhalle, aus dem Büro, von jeglicher Arbeitsstätte in Deutschland eilen die schaffenden deutschen Menschen am Samstag und Sonntag herbei, um ihre Einsatzbereitschaft für das Aufbauwerk unseres Führers durch die Tat unter Beweis zu stellen. Die einen sammeln, alle geben freudig ihr Opfer. Wer möchte sich da ausschließen aus der Gemeinschaft, die Tag für Tag das Beste, was sie zu geben hat, die volle Arbeitskraft der schaffenden Männer uhb Frauen einsetzt, uni das Werk des Neuaufbaues Deutschlands zu vollenden. An jeden ergeht daher der Ruf: „Gib schnell, gib reichlich und gib freudig!" WHW.-Spenden von Lohn und Gehalt. Die Spenden der Lohn- und Gehaltsempfänger für das Winterhilfswerk belaufen sich auch in diesem Jahre wieder auf 10 v. H. der Lohnsteuer. Diese Spenden von Lohn und Gehalt werden, wie bei den bisherigen Winterhilfswerken, schon geschehen, von der Betriebsführung gegen Aushändigung der Monats-Türplakette einbehalten und an die örtliche WHW.-Dienststelle abgeführt. Wer weniger als 2,50 Mark Lohnsteuer zahlt oder überhaupt lohnsteuerfrei ist, opfert jeden Monat 25 Pf. für das Winterhilfswerk und erhält dafür gleichfalls die Monats-Türplakette. Nach dem Lohnsteuergesetz vom 1. Januar 1935 sind lohnsteuerfrei: Ledige bei einem Wochenlohn bis 18,49 Mark oder bei einem Monatsgehalt bis 80,49 Mark; Verheiratete ohne Kinder bei einem Wochenlohn bis 24,49 Mark bzw. einem Monatsgehalt bis 104,99 Mark; Blaß, schwächlich, müde! Kinder werden durch die.Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abgespannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende B i o f e r r i n, welches in allen Apotheken erhältlich ist. Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohlschmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm. < A ) BAYER < e y \R 7 Verheiratete mit einem Kind bei einem Wochenlohn bis 30,49 Mark bzw. einem Gehalt bis 130,99 Mark: Verheiratete mit zwei Kindern bei einem Wochenlohn bis 36,49 Mark bzw. einem Gehalt bis 156,99 Mark: Verheiratete mit drei Kindern bei einem Wochenlohn bis 45,49 Mark bzw. einem Gehalt bis 195,99 Mark; Verheiratete mit vier Kindern bei einem Wochenlohn bis 60,49 Mark bzw. einem Gehalt bis 260,99 Mark: Verheiratete mit fünf Kindern bei einem Wochenlohn bis 81,49 Mark bzw. einem Gehalt bis 351,99 Mark; ufw. in gleicher Staffelung bis zu zehn Kindern. SA.-Konzert für das WHW. Anläßlich der ersten Straßensammlung für das Winterhilfswerk findet am heutigen Samstag von 16.30 bis 17.30 Uhr ein Platzkonzert des Musikzugs der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann auf dem Kreuzplatz statt. zögert. Selbstverständlich müssen derartige Beschwerden den Namen und die genaue Wohnungsangabe des Beschwerdeführers enthalten, damit der Kreiswirtschaftsberater den Dingen in der richtigen Weife nachgehen kann. Unser neuer Vornan. Nachdem wir den Roman „Und Du bist doch das Glück" von Bernhard L o n z e r in der gestrigen Nummer unseres Blattes beendet haben, beginnen wir in der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes, von dessen Veröffentlichung wir uns einen ganz außergewöhnlichen Erfolg in allen Kreisen unserer Leserschaft in Stadt und Land versprechen. Der Autor, Hans-Joachim Freiherr von Reitze n st e i n , ist bisher in unseren Spulten noch nicht zu Worte gekommen; sein Name ist durch seine früher erschienenen Romane „Oberwachtmeister Schwenke" und „Die Werft zum grauen Hecht" in ganz Deutschland schnell bekannt geworden; beide Romane wurden später verfilmt, beide Filme sind auch in Gießen gelaufen und haben allgemeine Aufmerksamkeit und großen Anklang gesunden. Der neue Roman — noch nicht verfilmt —, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, heißt „Blondine seht sich durch" und ist so frisch und lebendig, so spannend und humorvoll geschrieben wie die genannten und schnell berühmt gewordenen beiden Vorgänger. Diesmal handelt es sich um fünf kleine Fräuleins, unter ihnen ganz besonders um das junge Fräulein Blondine Hertel, ihren Weg ins Leben und ihre große Liebe. Mit der Liebesgeschichte ist, höchst spannend, ein Kriminalfall verknüpft, und auch der Film spielt eine Rolle in dieser Geschichte, die jeder, ob Mann oder Frau, auf dem Lande oder in der Stadt, mit wirklichem Vergnügen und großem Genuß lesen wird. Wir möchten alle unsere Leser mit besonderem Nachdruck auf diesen prächtigen Roman aufmerksam machen. Gießener Dochenmorktpreiie. * Gießen, 16. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Klasse C 10%, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 17, Meerrettich 30 bis 70, Zwiebeln 6 bis 7, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25, 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 5 bis 20 Pf., Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12 Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis'30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Dienstjubiläum. Am heutigen 16. Oktober beging der Verwaltungsinspektor Wilhelm Rumpf vom Versorgungsamt Gießen fein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus Anlaß dieses Tages wurden dem Jubilar in würdiger Weife von dem Amtsleiter die besten Glückwünsche und zugleich der besondere Dank für feine dem Reich geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. ** Preußisch - Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 1. Klasse der neuen Lotterie (50./276.) findet am 20. und 21. Oktober statt 1 ** Geschäftsjubiläum. Am gestrigen Freitag konnte die Likörfabrik und Weingroßyandlung Wilh. Wallenfels Sohn, Inhaber August Balzer, Gießen, Braugasse 6, auf ihr UOjähri- ges Bestehen zurückblicken. Die Firma führte ihren Ursprung auf die am 15. Novencker 1826 im Hause Marktplatz 17 zu Gießen gegründete Kolonialwarengroßhandlung Christian Wallenfels zurück. Diese Firma wurde im Jahre nach der Gründung durch eine Likörfabrik und Destillation in der Küh- gaffe (fttzt Wettergasse) erweitert und somit das Stammhaus der Firma Wilh. Wallenfels Sohn. Bis zum 1. November 1863 stand der Gründer an der Spitze des Unternehmens, und übergab dann die Likörfabrik an seinen Sohn Wilhelm, der das Geschäft weiter durch Weinhandel ausdehnte, und da die alten Räume zu klein geworden waren, es in das Anwesen der früheren Brauerei Magnus, Brau- gaffe 6, ehemals v. Oeynhausenfche Brauerei, verlegte, wo es sich heute noch befindet. Am 1. Juli 1892 übernahm der Sohn Eugen Wallenfels das väterliche Geschäft und vergrößerte es durch Unrund Neubau von Lager und Weinkeller im Jahre 1895. Am 15. Oktober 1907 ging das Geschäft durch Kauf auf Bürgermeister Leun in Großen-Linden über, der die Führung des Unternehmens in die Hände feines Schwiegersohnes, August Balzer und seines Sohnes Heinrich Leun legte, wobei aber der Name der Firma „Wilh Wallenfels Sohn" beibehalten wurde. Dem kräftig aufstrebenden Geschäft gelang es, feinen Kundenkreis bedeutend zu erweitern. Nach dem Ableben Heinrich Leuns übernahm August Balzer am 1. April 1919 die Firma als alleiniger Inhaber. Das glückliche Wachstum des Unternehmens machte bald eine Vergrößerung der Geschäftsräume notwendig, fo daß im Jahre 1920 zwei neue Weinkeller gebaut wurden. Am gestrigen 15. Oktober find 30 Jahre verflossen, seitdem der jetzige Inhaber August Balzer an der Spitze des Unternehmens steht. Der Inhaber blickt gleichzeitig auf eine 40jährige erfolgreiche kaufmännische Tätigkeit zurück. Ihm zur Seite stehen altbewährte tüchtige Kräfte. Zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft herrscht das beste Einvernehmen. Der Umfang des Geschäfts hat sich bedeutend erweitert. ** Eine Besichtigung der Gießener Jugendherberge Hardtterrasse mit allen ihren Räumen ist am morgigen Sonntag allen Volksgenossen kostenlos gestattet. Die Mitglieder des Ortsverbandes und Gäste treffen sich am Sonntag um 11 Uhr in der Jugendherberge zu einer kleinen Feier mit einer Übertragung der Einweihung von 58 Jugendherbergen durch den Reichsjugendführer. ** Schweinemarkt findet am kommenden Mittwoch in der Viehversteigerungshalle „Rhein- Main" am Güterbahnhof statt. Große (Strafkammer Gießen. In der gestrigen Fortsetzung der Verhandlung gegen den Karl Schröder aus Leihgestern wegen Steuerhinterziehung überraschte der Angeklagte plötzlich mit einem Geständnis, sich der vorsätzlichen Steuerhinterziehung schuldig gemacht zu haben. Er schränkte dieses aber in demselben Augenblick dermaßen ein, daß sich sogar sein Verteidiger veranlaßt fühlte, ihn aufzufordern, endlich einmal zu beichten. Im übrigen behauptete der Angeklagte nach wie vor, sein früherer Buchhalter habe das komplizierte System der verschleierten Konten ausgeklügelt, wozu er als Nichtfachmann gar nicht in der Lage gewesen sei. Die Manipulationen hätten auch mit dem Abgang dieses Angestellten im Jahre 1930 aufgehört. Tatsächlich wurde festgestellt, daß die Beträge, die über diese Geheimkonten liefen, seit 1930 in ganz erheblichem Maße zurückgegangen sind. Auf Grund mehrerer Sachverständigengutachten wurde die Höhe der hinterzogenen Beträge auf rund 20 000 bis 25 000 Mark festgestellt, wobei allerdings noch ein Betrag abzusetzen ist, da das Finanzamt den Betrag, den er im Jahre vorher hinterzogen hatte und der somit in seinem Vermögen verblieb, im nächstfolgenden Jahre immer wieder mit veranlagte, obwohl diese Summe als Steuerschuld aus dem vorhergehenden Jahre nicht in Ansatz gebracht werden durfte. Der Vertreter der Anklagebehörde bezeichnete den Angeklagten in allen Punkten der Anklage als überführt und beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und eine Geldstrafe von 50 000 Mark. Der Verteidiger wies in längeren Ausführungen auf die allgemeinen Wirtschaftsverhältnisfe vor dem Jahre 1930 hin und betonte insbesondere, daß ein derartig raffiniertes System sich nicht von heute auf morgen abschaffen lasse. Die Beträge, die nach 1930 über die Geheimkonten gelaufen seien, bezeichnete der Verteidiger als Abwicklungs- und Ligui- dationsgefchäfte, die sich als zwangsläufige Folge der alten Verschleierungen darstellten. Er beantragte, dem Angeklagten als Kriegsteilnehmer, der es bis zum Kompaniefeldwebel gebracht habe, und als bisher unbescholtenem Menschen weitgehendst mildernde Umstände zuzubilligen, wobei er das Gericht insbesondere bat, von einer Freiheitsstrafe abzusehen und die Geldstrafe auf den Satz der hinterzogenen Beträge zu beschränken. Das Urteil lautete auf drei Monate G e - f ä n g n i s und 2 0 0 0 0 Mark Geldstrafe. Aus der engeren Heimat. SattuSmarkt in Grünberg. + Grünberg, 15. Okt. Auch der zweite Markttag brächte zahlreichen Besuch, wenngleich auch nicht in der Höhe des ersten Tages. Schon eine starke Beteiligung wies der an diesem Tage stattfindende traditionelle Frühschoppen im Wirtszelt auf, wobei die Kapelle Horst aufspielte. Bei froher Feststimmung wurde der neue Bürgermeister Krämer durch den Vorsitzenden der Marktkommission, Schreinermeister G e h r i n g e r, in die Vereinigung der „Wurzelbürger" aufgenommen; das sind einheimische und auswärtige echte Grünberger, die mit dem Gallusmarkt „verwurzelt" sind. Am Nachmittag fand die Preisverteilung im Wettbewerb der Schüler um den besten Vierzeiler zum Lob des Grünberger Gallusmarktes statt. 121 Einsendungen aus Grün- berg und 26 Orten der näheren und weiteren Umgebung lagen vor. Zahlreich hatten sich die Kinder und auch andere eingestellt, um nach einer Ansprache von Berufsschullehrer K r ö h l e, als Ortsringleiter des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, der vom Vorsitzenden der Marktkommission vorgenommenen Siegerverkündigung beizuwohnen. Das Preisgericht, bestehend aus Beigeordneter Albach, Schreinermeister Gehringer, Berufsschullehrer Kräh le, Schriftleiter Robert, Propaganda- roart Schmidt und Lehrer Wenzel, hatte folgende Preise bestimmt: 1. Preis (6 Mark) Heinrich Dietz (Weitershain) 10 Jahre; 2. Preis (5 Mark) Otto Schmaus (Wetterfeld) 13 Jahre; 3.Preis (4 Mark) Botho Weisel (Grünberg) 10 Jahre; 4. Preis (3 Mark) Mariechen Neunobel (Stangenrod) 12 Jahre; drei fünfte Preise von je 2 Mark: Margot Hofmann (Grünberg) 13 Jahre, Willi Karpe (Grünberg) 10 Jahre und Hermann N e e b (Grünberg) 12 Jahre; sechs Preise je 1 Mark: Otto Schmidt (Weickartshain) 13 Jahre, Ernst Becker (Grünberg) 11 Jahre, Ottilie Theiß (Nieder- Ohmen) 11 Jahre, Luise Seipp (Reiskirchen) 12 Jahre — Geburtstag an diesem Tage —, Elfriede Rühl (Weickartshain) 11 Jahre und Lieselotte Rinker (Ettingshausen) 12 Jahre. Außerdem kamen noch zur Verteilung zehn Trostpreise im Werte von je 50 Pfennig, sowie zehn Fahrten auf der Schiffsschaukel und 25 Doppelfahrten auf dem Karussell. — Das Leben und Treiben auf dem Markt hielt noch den ganzen Tag bis in die Nacht an. Der Wettergott, der diesmal dem Markt hold war, ließ erst am Abend des zweiten Tages leisen Regen niedergshen. Abschließend kann gesagt werden, daß der Gallusmarkt des Jahres 1937 — der 457. —, sowohl hinsichtlich der Besucherzahl, als auch des geschäftlichen Ergebnisses ein recht guter war. Zum Schlüsse noch die vier ersten Preisträger des Schülerwettbewerbes und ihre Einsendungen: 1. Preis: Heinrich Dietz (Weitershain), 10 Jahre. Of'm Gallmärt es goar fchi Drum gieh mer all se fame hi Mit Gäul en Säu en Rinner en aach met ise Kinner. 2. Preis: Otto Schmaus (Wetterfeld), 13 Jahre. Es gibt nicht Schönres auf der Welt als Gallusmarkt und recht viel Geld. Die ganze Welt könnt's nichts verstehn würn jemand nicht zum Gallmarkt gehn. 3. Preis: Botho Weisel (Grünberg), 10 Jahre. Der Gallmarkt is des schönst Fest off de Welt den hol de Deufel, dem er net gefällt. Parol is: „Es wird off de Gallmarkt gegange, Wer net hingeht, der wird offgehange". 3. Preis: Mariechen Neunobel (Stangenrod), 12 Jahre. Dem Konerad, dem gefallt's naut mit), drim will' e off de Gallmährt gieh, do werd mr wirrer lewenslostig eam hem zou eas mr naut nich dorschtig. Landkreis Gießen. gfs. Wiefeck, 15. Okt. Der Reichsmütter- d i e n ft begann hier mit einem Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege, den Schwester Elisabeth Müller leitet. Es nehmen 30 junge Frauen und Mädchen daran teil. K Steinbach, 15. Okt. Am Mittwoch feierten die Eheleute Konrad Schmitt, Maurer, und Katharina, geb. Kröll, das Fest der silbernen Hochzeit. Kreis Wetzlar. (D Krombach, 15. Okt. Auf ein gesegnetes Alter von 9 0 Jahren konnte am Donnerstag der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Johann Georg Weber zurückblicken. Der Jubilar ist der letzte noch hier lebende Veteran vom Kriege 1870/71, in welchem er die Kämpfe bei Weißenburg und Wörth mitmachte. Die Feldarbeit geht dem rüsttgen Greis noch tüchtig von der Hand. Gern erzählt er aus feinen Jugendjahren, in denen er als Fuhrmann mit feinem Gespann Kalk und Eisensteine aus dem Biebertal nach der Wilhelmshütte bei Biedenkopf beförderte. Zusammenstoß zwischen postomnibus und Lastauto. LPD. Wetzlar, 15. Okt. Auf der regennassen Straße, in einer schwierigen Kurve, kam Freitag früh der Anhänger eines Reichsbahn- La st zuges aus Duisburg ins Schleudern und prallte dabei gegen einen mit Arbeitern besetzten Postomnibus. Der Anprall war so heftig, daß von den Insassen des vollbesetzten Omnibusses fünf Männer verletzt wurden; darunter erlitt einer eine Gehirnerschütterung. Der Postomnibus wurde schwer beschädigt. JUBILÄUMS-FESTWOCHE Jahre Lichtspielhaus Gießen 18. bis 24. Oktober 6748 A Ihre Verlobung geben bekannt Gießen 67b8 D mtn schriftlich mitgeteilt. 6<>7«D Kreishandwerkerschaft Mehen. geben ihre Verlobung bekannt rsii 05122 Ihre Vermählung geben bekannt Langsdorf 6738 D 0 Im Löwen ■ Neuen weg Chr. 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In meinen Kindheitserinnerungen spielt der .Wengertschütz" eine große Rolle, jener Aufsichtsbeamte, der mit einer vorsintflutlichen Pistole im Weinberg Wache hielt, damit die Lausbuben keine reifen Trauben stehlen, -- der aber auch auf die Vögel aufpassen mußte, denen die süßhaftigen Beeren mindestens ebenso gut schmeckten wie uns. Zu diesem Zweck hatte der Wengertschütz eine riesengroße Holz-Rätsche bei sich, mit der er alle fünf Minuten ohrenbetäubenden Krach machte. Die Weinwirtschaften hängen Reisigbesen über ihre Tür zum Zeichen, daß es nun den ersten „Neuen" gibt; Musik spielt auf, es wird überall gesungen und getanzt. Im Ofen backt schon der Zwiebelkuchen, ohne den kein echter Schwabe den frisch gekelterten Wein genießen will. Der neue Wein gärt; dadurch wird bekanntlich Kohlensäure frei. Weil dieses giftige Gas schwerer ist als die Luft, setzt es sich unten am Fußboden ab, glaube, daß ich nur meinen schwäbischen Wein liebe und schätze, sei zum Schluß eine heitere Begegnung minder edlen „Liebfrauenmilch" des Rheintals ge- Jch hatte in Worms einen Vortrag gehalten und ging am andern Morgen durch jene herrliche, für die deutsche Geschichte so bedeutungsvolle Stadt. Dabei entdeckte ich auch die gotische Liebfrauenkirche oben am Hang über dem Rhein und ringsherum Weinberge. Es war ein besonders kalter Tag (man konnte mit Pferd und Wagen über den zugefrorenen Rhein fahren), und ich schaute schließlich nach einem wärmenden Gasthof aus. Dort unten steht ein kleines Wirtshaus! Die Stube ist leer, nur der alte Wirt sitzt dicht beim Ofen. „Gibt es hier etwas zu elfen? — „Hausgemachte Leberwurst!" — „Und zu trinken? Vielleicht Liebfrauenmilch?" fragte ich weiter. hol trinke, rnuß ich gestehen, daß der Traubensaft tatsächlich mit jedem Schluck besser schmeckte. „Er macht gar nicht müde; ganz leicht ist dieser herrliche Wein, nur Duft und Würze. Er steigt einem nicht ein bißchen zu Kopf", sagte ich nach anderthalb Stunden, versprach dem Wirt, nächstes Jahr wiederzukommen, bezahlte und trat befriedigt hinaus. Das heißt, ich kam zwei Schritte; dann verweigerten meine Füße jeden Dienst. Der Kopf war klar, das Herz beseligt, aber von der Hüfte abwärts bestand mein. Körper aus starrem Zement. Ich konnte nichts Besseres tun, als mich an die Wirtshauswand lehnen und herzhaft über mich lachen. Doch dadurch wich die „Schlagseite" nicht; es half nur das Telephon und eine Taxe. Trotz alledem bin ich rechtzeitig von Worms weitergefahren zur nächsten Stadt, habe dort am gleichen Abend einen besonders beschwingten, fröhlichen Vortrag gehalten. Weinherbst am Rhein. Don O. H. Garnehki. Vor mehreren Jahrzehnten kam ich aus dem Worben über den schlesischen Osten an den Rhein; *es war ein silbergrauer Oktoberabend, voll von dämmerigen Geheimnissen, die Luft durchtränkt vom feuchten und herben Dunst des welkenden Laubes und den ersten kühlen Herbstnebeln, in denen ein leiser Brandgeruch haftete, vielleicht von irgendwelchen schwelenden Kartoffelfeuern in den schmalen Ackerrainen am Fuß der Hänge. Es war in Rüdesheim, und ich sah zum erstenmal den Rhein; mein Begleiter, ein weißbärtiger Hallenser Professor, der mir auf langer Fahrt in munterer Rede von Städten und Bauwerken, von Gebirgszügen und Flüssen, von der kunterbunten Staatengeschichte Mitteldeutschlands erzählt hatte, sagte kein Wort, sondern hob nur den Arm und strich mit einer fast zärtlichen Gebärde über das Bild der ruhenden Landschaft hin: über den grauschimmernden Strom, die in den Dunst schon halb eingesunkenen Berge, den düster aufragenden, vom Nebel noch nicht bezwungenen Mäuseturm und über die Bucht zwischen den gegenüberliegenden Höhen, in der die stille Mündung der Nahe zu ahnen war. In irgendeiner der Lauben, nicht fern dem Strom, umfangen und eingedacht von einem uralt verknorpelten Re'bstamm, tranken wir zum Abschied eine Flasche vom edelsten Jahrgang, Kapsel und Pfropfen verfilzt, aber der Wein wie von leuchtendem Gold. Und es war ganz so, wie ich am Meer und Heide den Rhein erträumt hatte: bie Stimmung voll echter, tiefer Romantik, nicht die der bespöttelten romantischen Bilderbogen, nicht die des trunkenen Rundgesangs, sondern die einer schweigenden Andacht, die schönsten Wein- lobverse vom Muskateller im hölzernen Röcklein bis zu Dehmels schwerer Symbolik verzückten Rausches fielen uns ein und wurden doch nicht gesprochen, und es baute in Wahrheit drüben der weiße Mond in den Nebel die Brücke, über die der Kaiser Karl bei Ingelheim zu nächtiger Stunde schreitet, die Reben zu segnen. Mein Begleiter sagte im Tonfall leisen Dozierens: „Im Herbst, zur Traubenreife, gehe ich nach alter Gewohnheit auf die Wanderung, bald moselaufwärts, wo ich etwa um die Stätten von Bern- kastel, Uerzig und Piesport genaue Kenntnis habe, oder durch den Rheingau, wo es soviel Namen von altehrwürdigem Klang gibt und den warmen Schieferböden die Kronen der Weine bei Geisenheim, Rüdesheim, Schloß Johannisberg, Nierstein, Rauen- thal und der Steinbergwein bei Kloster Eberbach entwachsen, oder an die Nahe, von wo uns der Scharlachberger, der Kauzenberger, Kreuznacher und Schloß Böckelheimer beglücken, auch hinüber zur Saar und Ruwer, immer aber durch die Pfalz, denn ich pilgere dann längs des Hardtgebirges hin, wo das Rebgelände sich wie ein breites Band auf Buntsandsteinboden bis zur elsässischen. Grenze hinzieht, an den Lagen von Forst und Deidesheim vorüber, die es ebenfalls zu Weltruf gebracht haben, und dann ins Elsaß. Denn ich bin eines elsässischen Weinbauers Sohn". Er hielt einen Augenblick inne, und die gehörten Namen läuteten in mein Gedächtnis wie stille, schöne Glocken vom Berge. Er fuhr dann fort: „Daher weiß ich auch, daß der Rebstock im Wingert unter den Menschen steht wie mit einer lebendigen Seele, die gepflegt und gehütet und geschützt werden muß alltag in Sorge, daß nicht Frost und Krankheiten über ihn fallen, daß er einen guten Nährboden hat, daß er kundig gezogen und geschnitten und gebunden wird, bis dann die ün- cheinbare grüne Blüte ihren feinen Resedendust verströmt. Und es muß die Sonne scheinen zur rechten Zeit und Regen fließen zur rechten Zeit, und die Sorge wächst mit der wachsenden Traube, dazu die Hoffnung und das freudig bangende Besitzerglück. Ja, wenn dann das Herbsten kömmt und die Karren auf den steinigen Wegen mit den Maisch, bottichen in die Weinberge knarren, wenn der wär- zige Traubenduft durch die Dörfer geistert und alles wie von einem heimlichen Rausch erfüllt ist, ist die hohe und begnadete Zeit der Winzer in guten Jahren, wo die Mühsal — Abbild des ewig sich wandelnden Lebens — sich löst in den Zauber fröhlicher Ernte. Ich wandere durch die gilbenden Weinberge und sehe dem Schneiden der Trauben zu, vernehme alte Volkslieder in das ächzende Geräusch der Handpressen, äuge in die Höfe und Keller, erspüre alte Wirtshausschilder, trinke den süßen Traubenmost PATEN WEINE der Stadt Gießen Gau-Odernheimer und Oppenheimer sowie Qualitätsweine aller Weinbaugebiete liefern die Weingroßhandlungen Hch. Elges, Seltersweg 66 Herrn. Gebauer, Walltorstraße 53 Ehr. Znderthal, Seltersweg 55 6790 D Zum Fest der deutschen Traube und des Weines Patenweine der Stadt Gießen 1936er Gau-Odernheimer Lieberg.. Ltr.-Flasche 1.05o.GL Weifeweine: 1935er Freilaubersheim.Johannisberg, Ltr.-Flasche 0.95 o.GL 1935er Rüdesheimer Rosengarten... Ltr.-Flasche 0.95 o.GL Rotweine: 1935er Ingelheimer Rotwein....... Ltr.-Flasche 0.95 o.GL Traubensaft.....................Ltr.-Flasche 1.00 o.GL MtflnffletMffenfM Wen e. (S. m. ö. ö. 3 Prozent Rückvergütung __6773 A | Weingroßhandlung und Likörfabrik 1827 1937 110 Jahre Wilh.: allenfels Sohn Inhaber: Balzer Gießen / Braugasse 6 / Fernsprecher 3625 Das Haus der guten Weine und Schnäpse finktl M Lieferant der Patenweine 6789 D UN- weiß um das seligste, noch verborgene Wunder des Trankes, der in späteren Jahren die Adern der Menschen durchrinnt und die Feuer zurückgibt, die er aus Himmel und Felsgrund gesogen. Das ist, als höbe ich aus dem Dämmergrund der Vergangenheit meine Jugend zwischen den Weingärten und nähme sie mit in die noch kommende Zeit. Ist nicht das Keltern wie ein Gottesdienst in der Heiligkeit der Natur, und empfanden das nicht die Menschen mit der Darstellung Christi in der Kelter als Sinnbild, als sie sein Blut dem Blut der Trauben verglichen? Wenn ich wieder aus dem Katheder stehe, geht das Bild des Weinbergs wie sinnfällig mit in meine Arbeit: die Bänke wandeln sich zum harten Gelände, meine Studenten sind die Rebstöcke, die ich betreue mit Fleiß und Andacht, und ich verfolge ihr Wachsen und Reifen, und ich bin beglückt, wenn die Trauben jungen Geistes sich gärend allmählich klären zu den — wie es in der Wemsprache heißt — feinblumigen und würzigfrüchtigen Edelkreszenzen, die in der Zukunft des Menschen Herz und Geist mit feurigen Räuschen erfüllen". Er lächelte etwas verlegen, trank aus und erhob sich rasch. „Ich muß noch stromaufwärts wandern, wo ich in einem kleinen Winzerhaus Quartier habe. Ich bin da mitten unter Rebstöcken und Bottichen, und ich schlafe sozusagen im Würzdust der Traube. Richt wahr, ich bin ein Sonderling? Aber wenn Sie länger am Rhein sind ... Diese Romantik stirbt nicht. Denn um die Rebß herum ist es wie um das Herz des Menschen: ein ewiger Traum: wenn aber die Träume vorüber sind, ist der Weinstock leer und tot." Wir trennten uns und haben uns nie wiedergesehen. Ich strebte noch am selben Abend neuen Lebenszielen zu. Der Weinbau in der Aationalwittschast. ZdR. Obwohl der Wem nicht zu den unentbchr- lichen Lebensgütern zu zählen ist, auch nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der landwirtschaftlichen Erzeugung ausmacht, spielt er doch eine bedeutende Rolle innerhalb der deutschen Volkswirtschaft. Der deutsche Weinbau erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 80 000 Hektar, wobei er sich fast nur auf Südwest- und Westdeutschland beschränkt. Darüber hinaus haben diese Gegenden als Grenzland eine besondere politische Bedeutung. Eine wirtschaftliche Stärkung ihrer Be- rnohner liegt daher im gesamtdeutschen Interesse, Da sie Stärkung der Grenzmark bedeutet. Der Weinbau ist neben dem Gartenbau die gründlichste, arbeitsintensivste und am weitesten verdichtete Anbauform, die es gibt. Er braucht große Aufwendungen an Arbeit und Geld, liefert dafür aber auch ein hochwertiges Erzeugnis. Der Weinbau gibt auf der gleichen Fläche gegenüber dem Ackerbau der dreifachen Men- s ch e n z a h l eine Existenz. In der Landwirtschaft sind je nach Lage und Boden fünf, acht oder noch mehr Hektar notwendig, um einer Familie Arbeit und Brot zu geben, während schon ein Besitz von weniger als ein Hektar Weinberg demselben Zweck genügt. Im Weinbau gibt es daher sehr viele selbständige Familienbetriebe, der Klein, und Mittelbesitz herrscht also vor. Weiter wirkt sich das in der Bevölkerungsdichte aus, die im Westen verhältnismäßig hoch liegt und Gefahren wie im Osten nicht kennt Volkswirtschaftlich von Bedeutung ist aber besonders die Tatsache, daß über die Hälfte der deutschen Weinbergsböden für eine andere landwirtschaftliche Nutzung völlig unbrauchbar ist. Der Weinbau macht also Bodenfläche ertragreich, die sonst vollkommen wertlos wäre. Eine Befürchtung, daß der Weinbau den Anbau von Getreide und lebenswichtigen Nahrungsmitteln schmälert, ist also grundlos. Die Anlage von Weinbergen ist in dieser Hinsicht gesetzlich geregelt, d. h. auf Böden, die für andere landwirtschaftliche Zwecke geeignet sind und keine gütereichen Weine erwarten lassen, ist die Anlage von Weinbergen untersagt. Der Weinbau beeinträchtigt unsere Nahrungsfreiheit also in keiner Weife. Der Weinbau als hochgezüchtete Anbauform ist natürlich auch ein Großabnehmer für unsere Wirtschaft. Allein die chemischen Werke stellen für über fünf Millionen Mark jährlich an Schädlingsbekämpfungs- und Düngemitteln her. Dazu kommt noch der Bedarf an Faßholz und Fässern, an Glas, Flaschen, Kellereigerät, Keltern, Maschinen, Weinbergsgerät usw. Wenn darüber hinaus Hunderttausende von Volksgenossen, die mit der Weinerzeugung, der Verarbeitung und dem Vertrieb beschäftigt sind, Arbeit und Brot durch den Weinbau erhalten, so ist des Weines hohe volkswirtschaftliche Bedeutung damit wohl eindeutig unterstrichen. Heep. Die Visitenkarte des Weins. Wein will nicht nur getrunken — Wein will mit all seinen Schönheiten genossen sein. Jeder Tropfen Wein umschließt eine Fülle an Duft und Geschmack. Tropfen für Tropfen genießt der Kenner den Wein. Auge, Nase und Zunge prüfen, was die Traube zu diesem Tropfen aus Sonne und Boden in sich ausgenommen hat. Sonne und Boden gestalten den Charakter des Weines. Die Rebe braucht viel Sonne, ohne Sonne gibt es keinen Wein und das Waller der Flüsse und der Schiefer des Bodens in Den Weinbergen helfen der Sonne. Den entscheidenden Geschmack aber erhält der Wein von dem Boden, in dem der Rebstock wurzelt. Schiefer, Sandstein und Kreide bilden den besten Untergrund. Boden und Sonnenlage lassen den Kenner auf den ersten Blick die Qualität des Weines erkennen. Er weiß die „Lag e" einzuschätzen. Die Lage gibt dem Wein seinen Namen und über 12 000 Lage- namen gibt es insgesamt in Deutschland. Nun kann aber kein Fachmann alle diese Lagen behalten, noch weniger der Laie. Eine beschränkte Zahl der bekanntesten und berühmtesten Lagenamen jedoch sollte nicht nur dem Weinkenner, sondern auch jedem der gelegentlich einmal zur Flasche greift, gegenwärtig sein. Innerhalb der Lage ist der Jahrgang entscheidend. Der Wein gedeiht in den einzelnen Jahren völlig verschieden. Licht, Sonne, Wärme und Feuchtigkeit in glücklicher Mischung schaffen die besten Voraussetzungen für einen guten Jahrgang. Doch diese „guten" Jahrgänge sind selten. Der Kenner merkt sich daher Die „großen" Weinjahre und findet sich daher in der Fülle der Weine, die uns jede Weinkarte bietet, zurecht. Lage und Jahrgang bilden so die Visitenkarte des Weines. Genießen wir nun den Wien, so müssen wir alle diese Vorbedingungen für Wachstum und Reife der Trauben kennen, um die Güte des Weines abwägen zu können. Farbe, Geruch und Geschmack sind bestimmend. Der Kenner hebt das Glas gegen das Licht und prüft feinen Inhalt, die Klarheit und den Farbton. Der Duft des Weines wird von den zahlreichen Duftstoffen, die er enthält, bestimmt. Um diese „Blum e" zur vollen Entfaltung zu bringen, muß der Wein den richtigenWärme- grab haben, der bei Weißwein rund 10 Grad Celsius und bei Rotwein etwa 15 Grad Celsius beträgt. Dann kommt auch die Zunge zu ihrem Recht. Die Tropfen werden eingesogen. Der Kenner bewegt sie zwischen Lippe und Zunge, wo Blume und Gehalt des Weines voll zur Wirkung kommen. Nur so genossen bringt der Wein uns vollen Genuß. Wer den Wein so zu genießen versteht, wird immer ein Freund des Weines bleiben. Immer größer wird die Zahl derer, die den Wein als Kameraden froher Stunden oder auch als Sorgenbrecher ernster Tage schätzen lernen, und das „Fest der deutschen Traube und' des Weines" wird !n allen Teilen des Reiches die wieder vereinen, die einen guten Tropfen zu schätzen wissen. Rundsuukprogramm Sonntag, 17. Oktober. 6 Uhr: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Zwiespalt der Seele. 10: Chorgesang. 11: Ansprache des Reichsjugendführers Baldur von Schirach anläßlich der Einweihung von 50 neuen Jugendherbergen sowie zahlreicher Grundsteinlegungen und Richtfeste von Jugendherbergen. 11.45: „Jugend marschiert — Sieg Heil!" Lieder der HI. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder „Kasperle fährt Schlafwagen". Ein lustiges Spiel. 14.30: Kaskaden der Freude! 15.30: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 17: Hörbericht vom Weinfest der Westmark in Bernkaftel-Cues. 18: Die Brixiade. Ein heiteres Wein- und Moselmärchen. 19: Nachrichten. 19.10: ... und inzwischen ein kleines Tänzchen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20 (aus der Stadthalle in Mainz): Mein Sohn, wenn du zum Weine gehst ...! Eine frohe Fahrt auf Deutschlands Weinstraßen. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik. TUontag, 18. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Mal dies — mal das! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 21.15: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. Dienstag, 19. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Sportfunk für die Jugend. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Tanz unterm Erntekranz. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Die Frau in der Karikatur. Ein Funkmonolog. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nach- richten. 19.10: Abendkonzert. 21.15: Kammermusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Aufruf Trinkt Paienwein! Mk. 1.05 Vi'Liter'Flasche 6772 D Patenwein! 6774D W WGerardc Frähung T .phAnfimit.fp.L Südfrüchte Mk. 0.75 Mk. 0.95 Lebensmittel, Südfrüchte Mk. 1.10 Gießen, Babnhofstr. 51. Ruf 4069 Mk. 1.20 Ludwigsplah 13 Maikammerer Heiligenberg %-Liter-Flasche....... Ingelheimer Steig, natur %-Liter-Flasche....... Binger Rosengarten %-Liter-Flasche..... k Niersteiner Domtal %-Liter-Flasche..... Rotweine: f Ingelheimer Rot Weinstube Seibel Das Haus der guten Deine für dich und dein Kind Krfiuterhaus Jung • Gießen Schwaabs Weinstuben und Feinkosthaus Oer Kreis- und Patenstadt - Organisationsausschuß Gießen. Fritz Seibel Deine • Lebensmittel • Feinkost Trinkt deutschen Wem Georg Häuser Edeka-Mitglied Gießen / Kaiserallee 23 / Fernruf 3915 Paten- und Festweine / Lebensmittel / Feinkost 6778D %-Liter-Flasche . .Mk. 0.95 Ahrblut9 ' %-Ltr.-FL ..Mk. 1.20 k. zuzüglich M 15 bzw. 10 Pf. J Flaschenpfand 1 Jakob Maternus ♦ Gleisen Ecke Frankfurter Straße/Klinikstraße, Fernsprecher 3337 WEIN - KAFFEE - LEBENSMITTEL Edeka-Mitglied 6776D zum Fest der deutschen Traube und des Weines 1937 Edeka Mitglied 6784D Am 16. u. 17. Oktober wird im ganzen Zfteidj das „Fest der deutschen Traube und des Weines 1937" als Ehrentag des deutschen Winzers durchgeführt. Wie in den letzten Jahren, so hat unsere Stadt auch diesmal wieder die Patenschaft von den rheinhessischen Weinorten Gau-Odernheim und Oppenheim übernommen. Oie zum Vertrieb und Ausschank von Patenwein zugelassenen Gaststätten und Geschäfte sind durch eine besondere Urkunde erkenntlich. - Zeder Hilst mit, eine erfolgreiche Weinwerbung durchzuführen. Darum: Sdiiffenberq Schöner Ausflugsort Gießens Vorzügl. Verpflegung eaoaD bei mäßigen Preisen PATEN-WEIN! Kaafs Kauschen Walltorstraße 32 empfiehlt seine gemütlichen Weinstube« 6783 D Paten wein - Ausschank „Zur Siam üd“ Besitzer August Gissel 6782 D Patenwein der Stadt Gießen 6775A 36er Gau * Odernheimer Lieberg U.-C. Universltäts-Cafö and Restaurant Blockstraße 5 Anruf 2398 Samstag und Sonntag Winzerfest Patenwein - Ausschank I 6787D HOTEL SCHÜTZ SAMSTAG, den 16. Oktober, 20 Uhr, anläßlich des Festes der deutschen Traube Rheinischer Abend mit Tanz (im Saale) Tischbeetellungen unter Nr. 3141 u. 3142 erbeten 6788 D „Hessischer Hof“ Patenwein-Ausschankl Bekannt gute Küche Gepflegte Weine und Biere 6771 D Gastwirtschaft GSVMNNtÄ Kaiserallee 141, an derVolksballe Patenwem-Ausschank Wo trinkt man den guten Patenwein? „Im Schützenhaus“ _______Inhaber: H. Beck 6781D Wein bringt Freude! Zum Adler/MarktDlatz 20 Samstag und Sonntag KONZERT Anfang 20 Uhr 6779 D Wieseth SONNTAG, den 17. Oktober 1937 'Winzerfest Zum kühlen Grund 6736d Inhaber Adolf Schepers llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll MnUptf* Heinr. Heyne 6M7D Walltorstr. 5 Paleiro-teclmi! Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wo tiintt man den guten Patenroein? im Restaurant 6785D „Giadi Mainz" Samstag und Sonntag (Siitmttttttö! / Sumovr Seltersweg 19 em d Gepflegte Weine An erkannt gute Küche ' Nimm 6780d ungs “•*- Kurlranbensalt -a. Die öemötliche Gaststätte U,!%fieingOl rich glauben will, mag auf den Schildern nach- ferc, l::e schon von Frankfurt und Bad-Nauheim usrdL auf Hinweisen, daß die Reichsautobahn in mt jeiigen Stadium der Fertigstellung nach (Steen d jiflirt. In der Licher Straße wurde gestern uß^rü m auf weißem Mast ein Schild aufgestellt, is «bi( Aufschrift — so darf man wohl vermuten , Nuchsautvbahn" trägt Allerdings, das Schild , im keinerlei Irrtümer aufkommen zu lassen, >chü fm säuberlich mit Packpapier verhüllt. Aber orvjen wird diese Hülle fallen. Noch an mancher ibtirtr Stelle unserer Stadt, an den Hauptver- hrvslri ßen, werden die Wegweiser die Straße igtm, Die zur Reichsautobahn führt. J/dmnann, dem die Fahrt auf den Strecken der eic^aitobahn noch nicht zur Gewohnheit gewvr- n ilsi.iwird, sofern er sich einiges natürliches Ge- ihl iieivahrt hat, immer wieder aufs Neue kaszi- ierr ji n von jenem großartigen Werk, das in rotztzittsr Planung die Landschaften unseres Va- rlattds miteinander verbindet. Immer wieder von Wine setzt sich durch Vornan von ^Joachim Jreiherrn von ^eihenstein cueimntrb man die technische Leistung bewundern tüffnr, die der Bau der Reichsautobahn darstellt, inc^ Fchrt über die Reichsautobahnstrecke Gießen— ad Mcuheim und zurück (gestern wurde der Presse eiinei Vorbesichtigung zu einer solchen Fahrt Ge- ieref)ei gegeben), wird für jedermann ein starkes lelWi^arstellei^^n^ileuen^R^t^mu^ern^nai^ Copyright by Carl Duncker seÄ^XUHr morgens. Taufrische Gärten, über de- ü Xtt ktraumhafte Duft liegt, der aus Nachtkühle, aav ÜBorgenfonne, Blumen, Bäumen und Erde ni ich iist. HiNti herabgelassenen Spitzengardinen, Roll- ou.stm oder buntbemalten hölzernen Fensterladen läster, je nach ihrem größeren ober geringeren HWrfnis, noch die Bewohner der Villen. viW die stillen Straßen der Kolonie Grune- lbllM Frau Hertel. Der feste Tritt ihrer schwe- i Ault bekommt etwas Beschwingtes — ihr >ÖÄ n ieber einmal der schönste Teil des Tages iz i cll in. Sie muß an die denken, für Die sie se imo: gendlichen Gänge angefangen hat, an ihre chchi, die so gebildet wird daß sie die größten htxr wie gar nichts auswendig kann. Zriu ^Hertel tritt an ein hohes, kunstvoll ge= niieidüs Oartengitter unb schellt Als es sich ge- ifchbs öffnet, schreitet sie über gelben Kies. Sie tt I ni lautem Gruß in die domartige Halle. ,PW«., sagt der Diener, der noch an feiner ge= ’ifüen Hausjacke herumknöpft, und deutet nach n ö„- der Herr!" ,Wii!> dem jungen Mann nischt schaden, wenn mal 'n bißchen frühev aufwacht", sagt Frau rtell Minütlich. DbIhr Duscht aus einem Gang die Zofe und Ibelt bis Masseuse bei der gnädigen Frau an. Esnmcht Frau Hertel körperliche Freude, die itefc fluchstufige, weichbelegte Treppe hinaufzu- gesi Gs bereitet ihr Genuß, in das kostbare, stille rLhafzimmer einer Rokoko-Marquise zu tre- . Vie qroßen Häuser, in die ihr Beruf sie führt, geimpfte Stille, die der Reichtum schenkt, die mtfipiäte von Schönheit und Weiträumigkeit — s c0.5 lenkt in ihrer Phantasie langsam über zu n i&>m, das ihre Tochter einmal führen soll. Diki' Fi Imschauspielerin Lucienne Molny reicht he Hand, die noch im weißen Nachthanb- I uh ü ft.ctt, und lächelt müde. die oberhessische Landschaft kennen, man sieht sie aus neuen Perspektiven, und man erlebt ganz neu in einem schwungvollem Auf und Ab Hügel und Täler unserer nächsten Heimat und genießt Ausblicke, die sich häufig genug von denen üblicher Wanderwege unterscheiden. So ist die Reichsautobahn-Teilstrecke Gießen—Bad-Näuhejm nicht nur eine Angelegenheit wirtschaftlichen Verkehrs und der reinen Zweckmäßigkeit, sondern auch eine Quelle der Vertiefung des Heimatgedankens für jeden, der dazu guten Willens ist. Die Bauleitung kam diesem letzteren Gedanken dadurch entgegen, daß sie an verschiedenen Stellen Parkplätze schuf, von denen aus ein Ausblick in weitem Umkreis möglich ist. Darüber hinaus hat man anderseits auch noch an der Bahn natürliche Reize und Schönheiten geschaffen, erhalten ober gefördert. * Wie verlaufen nun die hellen Bänder der Autobahn im Grün des Waldes und des Feldes unserer Heimat? Der neue Abschnitt beginnt bei Nieber- Mörlen. Dort ist ein „Zubringer" Das große weißblaue Schild weist nach Gießen. Zunächst verläuft die Strecke ziemlich flach, fällt bann etwas, erreicht an der bisherigen Hauptverkehrsstraße Gießen — Frankfurt a. M. bei Niederweisel den tiefsten Punkt der gesamten Strecke (162,06 Meter über dem Meere) und steigt dann wieder langsam an, um für eine Strecke von etwa 6 Kilometer ziemlich flach auf einer Hochebene zwischen Gambach und Dorf-Gill zu verlaufen. Dann schwingt die Bahn in einigen Kurven aus, führt in den Grüninger Markwald ein und zieht nun in zügigem Auf und Ab, vorbei an Garbenteich, Steinbach zu. Kurz vor Steinbach erreicht die Straße ihre größte Höhe mit 253,80 Meter, so daß der größte Unterschied in der Höhe der 20 Kilometer langen Strecke genau 91,74 Meter beträgt. Die stärkste Steigung beträgt kurz vor Steinbach auf einer verhältnismäßig kurzen Strecke 6,5 v. H. Bei Steinbach findet die befahrbare Strecke ihr Ende. Zu- und Abfahrtstraßen stellen den Anschluß an die Straße Gießen—Lich her. Links und rechts der Straße findet man gerade an den letzten Kilometern vor Steinbach einige recht reizvolle Felsformationen, die eine interessante landschaftliche Bereicherung darstellen, die aber auch ahnen lassen, daß die Bauleitung große Schwierigkeiten zu überwinden hatte. * lieber die Entstehung des Reichsautobahn-Abschnittes Gießen —Bad-Nauheim dürften sicherlich einige technische Einzelheiten interessieren. Mit dem Abhub des Mutterbodens wurde im April 1935 begonnen. Bei dem Verlauf der Linie durch Waldgebiete war die Abholzung van rund 37 Hektar Wald notwendig. 125 000 Kubikmeter Mutterboden mußten abgehoben werden. 75 000 Quadratmeter Rasenfläche wurden ausgestochen. Der Rasen wurde für die Bedeckung der Böschung und für den Mittel- Reichsautobahnstrecke in der nördlichen Wetterau, unweit des Grüninger Markwaldes. streifen verwandt. Für Sprengungen im felsigen Gelände mußten 20 Tonnen Sprengstoff aufgewandt werden. Auf der ganzen Strecke wurden insgesamt 700 000 Kubikmeter Erde bewegt. Da dabei die Massen der Dämme nahezu doppelt so groß waren, wie die gewonnenen Massen aus den Einschnitten, mußten aus Seitenentnahmen, insbesondere aus den Sandbrüchen von Rockenberg und Gambach 550 000 Kubikmeter Erde auf die Strecke transportiert werden. Die Schaffung eines frostsicheren Untergrundes erforderte die Herbeischaffung von weiteren 60 000 Kubikmeter Sand- und Kiesmassen. Für die „Reinheitsschicht", auf die die Fahrbahndecke verlegt wurde, waren weitere 30 000 Kubikmeter Sand und Kies notwendig. Ständig wurden etwa 2000 Volksgenossen beschäftigt. Die höchste Zahl der eingesetzten Arbeiter belief sich einmal auf 2900 Volksgenossen. Eingesetzt waren auf der Teilstrecke ferner 10 Bagger, rund 100 Lokomotiven, 1000 Kippwagen, 100 Kilometer Gleis, 7 Stampfgeräte, 8 Förderbänder, 15 Lastkraftwagen, 20 Rammen und 3 Motorwalzen. Die Gesamtzahl der geleisteten Tagewerke beläuft sich auf 620 000. Die Fahrbahndecke bedeckt eine Fläche von insgesamt und rund 300 000 Quadratmeter. Für die gesamten Bauleistungen von etwa 12 000 Kubikmeter Bauwerksbeton, für rund 60000 Quadratmeter Deckenbeton und für 22 000 Quadratmeter Eisenbeton wurden 220 000 Tonnen Kies, Sand und Splitt, sowie 34 000 Tonnen Zement verbraucht. An Stahl wurden 2000 Tonnen in den Bauwerken und 175 Tonnen in den Fahrbahndecken eingebaut. An Bauwerken wurden 24 Brücken errichtet und 28 Durchlässe ausgeführt. 7 Ueberfüh- rungen und 17 Unterführungen leiten den Verkehr kreuzungsfrei über die Autobahn hinweg ober darunter hindurch. Mit der Fertigstellung des Bauabschnitts der Reichsautobahn zwischen Gießen und Bad-Nauheim befindet sich nun eine große zusammenhängende Strecke von 195 Kilometer (Gießen— Karlsruhe) in betriebsfertigem Zustande. Das heißt allo, daß es jedem Kraftfahrer möglich ist, die Strecke von Steinbach bis nach Karlsruhe völlig auf der Reichsautobahn zurückzulegen, ohne die Bahn verlassen zu müssen. In diesen Tagen wurde nun die letzte Hand an die Strecke geuyi. Unsere Bilder zeigen den gestrigen Stand der Arbeiten. Ueberall an der Bahn sah man und sieht man heute noch die Arbeiter in einer angespannten Tätigkeit. Hier werden noch Fugen in der Fahrbahndecke ausgefüllt, dort wird die Böschung befestigt, wieder an anderer Stelle wird Rasen aufgelegt, Kehrmaschinen fegen die Fahrbahn rein, letzte Unebenheiten werden bereinigt, Büsche und Bäume erhalten im lockeren Erdreich des Mittelstreifens oder an den Rändern der Straße ihren Platz, Brückengeländer werden montiert, und so fügt sich nun eines zum anderen zu jenem großartigen Gesamtbild, das die fertige Reichsautobahn allenthalben bietet. An der Stätte der Einweihung des neuen Abschnittes der Reichsautobahn sind heute viele Hände damit beschäftigt, die Fahnenmasten aufzurichten. Schon flattern bei Steinbach an den Fahrbahnen viele Fahnen im herbstlichen Wind und morgen wird eine stattliche Kolonne von Kraftfahrzeugen zum ersten Male offiziell die Strecke befahren, die einen bedeutungsvollen Abschnitt in der Entwicklung der Reichsautobahn in unserer oberhessischen Heimat darstellt. Sicherlich werden morgen viele Volksgenossen an der Reichsautobahn stehen und Zeuge der geschichtlichen Stunde sein wollen, in der unsere Heimat an das große Perkehrsnetz angeschlossen wird, das Gau um Gau unseres Vaterlandes einander näherbringen und dazu beitragen wird, daß die Gemeinschaft unseres Volkes immer fester zufammenwachfen kann. N. Am „Zubringer" Nieder-Mörlen, dem Anfang der neuen Teilstrecke, die nun dem Verkehr übergeben wird. I 'y/zZ Zä .< '»'Z' < Ende der Teilstrecke bei Steinbach. Rechts führt die Ausfahrt nach Gießen. „Schlafen Sie man noch'n bißchen, gnädige Frau", sagt Frau Hertel. Und dann beginnt sie, die kleinen Füße zu streichen und zu massieren, die von so vielen auf der Leinwand bewundert werden. Nur Frau Hertel weiß, wie müde und verschwollen sie abends nach dem langen Stehen aus dem Atelier kommen. Sorgfältig und ohne ein Wort zu sprechen, arbeitet sie an dem zierlichen Körper entlang. Es ist ihr Amt, jedes Zeichen nahenden Alters, jede Spur des Nachlassens fortzuzaubern. Lucienne erhascht dabei noch ein bißchen Schlaf. Als sie wach werden muß, entfernt die Masseuse mit leichten Händen vorsichtig die Schönheitsbandagen vom Ge/icht Sie bittet, sich aufzusetzen. Jetzt spricht sie. Und sie spricht viel. Und sie spricht lauter Dinge, die gut zu hören sind zum Tagesanfang. Von Luciennes Erfolg in ihrem neuesten Film, von der Grazie ihrer Bewegungen, dem Wohlklang ihrer Stimme. Langsam erwacht Luciennes berühmtes Lächeln. Sie ist dem Tage wiedergegeben Pünktlich um halb acht Uhr hört man nebenan im Badezimmer die Zofe hantieren. Mit breitem Strahl rauscht das Wasser in die tiefe Wanne. Das ist das Wecksignal für den jungen Hausherrn. Wenn er feine Frau überhaupt am Tage sehen will, so muß er ihr zwischen Bad und Massage seine Aufwartung machen. Die Zofe kommt herein und schiebt einen Teewagen vor sich her Frau Hertel wird in einen Sessel am offenen Gartenfenster genötigt. Vor ihr verwandelt sich der weißlackierte Wagen durch einen Federdruck in ein Tischleindeckdich Er ist mit Leckerbissen für Magen und Gaumen bestellt, mit Silber, Blumen und Kristall geschmückt^ Sv meint es Frau Hertel für ihre Tochter, für die sie arbeitet. Ein einziger kleiner Teller ist nicht für sie. Dar- Quf liegen zwei rohe Mohrrüben Die darf Lucienne Molny knabbern, damit sie nach der Massage im Bade nicht schlapp macht. Mit begehrlichen Kinderaugen sieht sie hinüber, schnuppert den Duft von Sahnenkaffee und harn and eggs. Dann gibt sie sich mit einem schwachen Seufzer dem nächsten Akt des Schönheitskultes hin. Die Zofe ordnet ihr Haar unb tupft das Maffage- fett von Gesicht, Hals und Händen ab. Hierauf umhüllt sie ihre Herrin mit einem rosa Wölkchen, das einen Bettumhang darstellt, und bestäubt sie mit Parfüm. Unter den Brüsseler Kanten des tief herabhängenden Bettlakens holt sie eine Kassette hervor, die wegen ihres wertvollen Inhalts dort die Nächte zubringt. Lucienne entnimmt ihr die großen, kostbaren Ringe. Dann legt sie eine Perlenkette um, deren echtes Vorbild wohlverwahrt im Safe einer Bank ruht. Auch etwas großes Geld entnimmt sie der Kassette. Denn in Gestalt des jungen Hausherrn treten jetzt die Forderungen des Lebens an sie heran. Ein reichlich greller Seidenpyjama, in dem ein gutgewachsener älterer Junge steckt. Ein nichtssagendes, hübsches Gesicht. Glattes Haar, dem Pomaden und Wasser längst den letzten Rest der (Eigenfarbe genommen haben. Morgens hat er eigentlich wenig Anziehendes, denkt Lucienne. Und manchmal begreift sie sich selber nicht. Aber er tut, was er kann, um sich angenehm zu machen. „Du siehst wieder fabelhaft aus. Wie ein ganz junges Mädchen. Sie haben gestern wieder alle von dir geschwärmt." Wer „sie" sind, bleibt dunkel. „Keiner hält dich auch nur für so alt wie mich." Der versteht es, in jedem Satz einmal zu schwindeln, denkt Frau Hertel und sieht mitleidig auf die alternde Frau. „Schon gut, mein Lieber", sagt Lucienne gleichgültig „Was hast du heute vor?" „Nichts Besonderes — ich weiß noch nicht. Vormittags bin ich jedenfalls zu Haufe. Du hast Außenaufnahmen, nicht?" Es klingt etwas lauernd. „Ja, an der Avus." Er weiß es längst. Er hat natürlich das Programm feines Tages danach eingerichtet. Die Masseuse verabschiedet sich. Lucienne drückt ihr die Hand. „Wiedersehen, Frau Hertel", sagt Luciennes Mann. „Was macht denn das kleine Fräulein?" „Na, wir wvll'n mal nichts berufen — bei der geht heute das Examen los." Die Post wird gebracht Jetzt dürfen auch die Hunde herein. Mit leisem, heiserem Gekläff ihrer überzüchteten Kehlen quirlen ein Paar Chow- Chows ins Zimmer. Dahinter mit langen, federnden Schritten ein russischer Windhund. „Der Aus. gehhund. Der macht schlank", sagt Luciennes Mann. Sie spielt mit den kleinen, lebendigen Woll- knäueln, die auf ihr Bett gesprungen sind. Zehn Minuten Erholungsersatz, Kindersatz, denkt sie. Ach Unsinn — sie ist ehrlich gegen sich — was bin ich denn selber — Prinzessinnenersatz — Liebhaberinnenersatz. „Was Neues in der Post?" fragt sie ihren Mann, der zwischen den Kuverts kramt. Filmfirmen, Agenten, Phvtoateliers, Modehäuser die- ten ihre Dienste an. Er reicht ihr alles. Alles berichtet er ihr. Er liest auch die Artikel aus den Zeitungen, in denen ihr Name steht. Er ist ganz voll vergnügter Knabenoffenheit. Und dabei verschwindet unbemerkt ein Brief mit einer Damenhandschrift in seiner Tasche. Einen Umschlag, der keinen Absender verrät, öffnet und lieft er leise. „Ach, Verzeihung, der ist ja für dich", sagt er dann. Er hält eine Filmzeitschrift in der Hand: „Sieh mal hier: sechs Briefkastenantworten, die sich auf dich beziehen. ,Wie Sie richtig vermuten, ist Lucienne Molny in Berlin geboren. Lucienne Molny lebt in glücklicher Ehe mit Harry Engemann/ Das werde ich berichtigen. Das paßt mir nicht. Ich bin der Komponist Harry Engemann" „Bitte, tue das", sagt Lucienne. „Aber ich werde jetzt aufstehen müssen." Das Telephon surrt. Er nimmt den Hörer. Unmutig verzieht sich sein Gesicht. „Die Außenaufnahmen ganz abgesagt?" Er hängt ein. „Ihr habt bas Atelier nur noch bis Dienstag frei. Da ist heute Benkvfs mit der ßinbgreen bran. Nachmittags eure große Liebesszene am Kamin. Du kannst bich noch ausruhen." „Wann muß ich ba sein?" „Erst gegen zwölf." Er überlegt einen Augenblick. „Dann laß mich mal zuerst ins Bab, ja?" „Bitte." Er geht ins Babezimmer unb verschließt bie Tür hinter sich. Dann geht er burch bie gegenüber« liegenbe Tür unb burch sein Schlafzimmer hinaus. Er läuft bie Treppe hinunter. Die Tür zum Musikzimmer steht halb offen. Er sieht bas Stuben- mäbchen, bas ben Flügel abstaubt. Den hat er monatelang nicht berührt. (Fortsetzung folgt.) Vom Meltpfad zur Reichsaulobahn! Mit der feierlichen Uebernahme des neuen Reichsautobahnabschnittes Bad-Nauheim—Gießen wird, vielen Wünschen entsprechend, der Oeffent- lichkeit eine Ausstellung übergeben, die eine der vielen beim Bau Luftretenden Nebenkomponenten Herausstellen will. Die Verbindung aller unserer deutschen Gaue durch das Autobahnnetz gibt uns die Möglichkeit, in ganz einzigartiger Weise alle Erscheinungen des Bodens zu kontrollieren und festzuhalten. Diese Feststellungen können bodenkundlicher Art sein, sie können von Vorwelttieren uns erzählen, sie können aber auch unsere Heimatgeschichte auf Jahrtausende zurück vertiefen. Es ist nicht neu, daß mit Hilfe der kulturgeschichtlichen Bodenaltertümer unser Geschichtsbild erweitert werden kann. Das Sammeln dieser Funde hat schon seit einem halben Jahrhundert ein festes wissenschaftliches Gerippe aufbauen lassen. Für viele darin angedeuteten Abschnitte ist dieses häufig Hypothese und kann erst durch neue Funde bestätigt und vervollkommnet werden. Unter diesen Vorbedingungen ist auch die Arbeit des Oberhessischen Denkmalpflegers für Bodenaltertümer und des Oberhessischen Museums anzusehen. Wir stehen mit allen Erkenntnissen noch ganz im An-fang. Aus diesem Grunde war die Anordnung des General-Inspekteurs für das Straßenwesen, Dr. Todt, zu begrüßen, den Bodenaltertümern den ihnen zustehenden Wert zu schenken. Allüberall wurde durch die Zusammenarbeit der jeweiligen Bauabteilung mit den zuständigen Denkmalpflegern die Geschichtsarbeit gefördert. Was ist nun im einzelnen in unserem engeren Heimatbezirk während der Bauarbeiten zutage getreten? Es ist klar, daß sich die Funde nicht in zeitlicher Abfolge darboten, sondern sie fielen dauernd mit den jeweiligen Bauarbeiten an. Es war noch nicht einmal möglich, in den meisten Fällen der Bauabteilung vorauszusagen, daß da und dort Funde auftreten würden. Das ergab sich erst nach dem Abheben der Mutterbodenschichten, d. L, zu einer Zeit, zu der die Bauarbeiten schon in ein zweites Stadium einqetreten waren. Die Bauleitung wird oftmals nicht wenig erbaut gewesen sein, wenn wiederum irgendwo Topfscherben zutage traten. Trotzdem hat sie getreulich den Anordnungen des Reichsinspekteurs auf schnellstmögliche Weise die neuen Funde gemeldet und nach kurzer Zeit konnte die Untersuchung begonnen werden. Es kam sogar vor, daß bei Kilometer 45,4 (Gemarkung Griedel) die gesamten Bauarbeiten auf acht Tage ganz in den ' Dienst der Heimatforschung gestellt worden sind. Auf diese Weise ist aber ein jungsteinzeitliches Bauerndorf vor den Baggern und Stampfern der Autobahn gerettet worden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse bereichern das Geschichtsbild unserer Heimat auf das Großartigste. Im Verlauf der Untersuchung sind etwa 34 Hausstellen aufgedeckt worden. Sie liegen in der Trasse der Reichsautobahn, die den Ostteil dieser Siedlung durchschneidet. Der Forschung ist die Möglichkeit gegeben, in späteren Jahren die vollständige Ausgrabung dieses Dorfes auf den anliegenden Aeckern vornehmen zu können. Doch auch schon so läßt sich genügend sagen über das tägliche Leben dieser indogermanischen Bauern vor 5000 Jahren. Völlig verschieden von den unsteten Jägervölkern der ältesten und der mittleren Steinzeit, sind diese Bauern an die Scholle gebunden. Die Grundrisse der Hütten sind unregelmäßig, aber überall läßt sich erkennen, daß umfangreiche Oberbauten vorhanden gewesen sind. Die Wände waren ähnlich wie unsere heutigen Bauernhäuser, mit Lehm bestrichenes Flechtwerk, das zwischen den Pfosten ausgespannt war. Ueberall, wo eine solche Hütte ein Opfer des Feuers geworden ist, ist dieser Wandbewurf gebrannt worden. Auf diese Weise hat er sich bis in unsere Tage erhalten. Schon die an solchen Hüttenlehm geknüpften Untersuchungen könnten mehrere Zweige der Wissenschaft beschäftigen. Es ist nicht allein der Lehm, sondern die Lehmbrocken zeigen mehr oder weniger deutlich die Abdrücke des Holzgeflechtes, in manchen Fällen sogar ist die Struktur des Holzes zu erkennen. Nicht selten sind auch Getreidekörner oder andere Früchte des Feldes mit eingebacken. Daraus wird klar, welche Getreidesorten angebaut worden sind Es wird sogar ein Kreislauf geschlossen, den wir heute zu erkennen beginnen. Nicht unwesentlich ist die reiche Beute an Tonscherben, die Urkunden des Altertumsforschers. Sie erzählen uns, daß diese Bauern aus dem Donauraum in unserer Heimat seßhaft geworden sind. Sie berichten uns auch, daß die Siedlung bei Griedel eines der ersten Beispiele eines recht frühen Stiles dieser Donaukultur ist. Die Steingeräte, wie Messer, Pflugscharen, Rodhacken und Beile vervollkommnen das Bild, vom Alltag dieser Wetterau-Bauern aus dem dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Zeugnisse der Bronzezeit sind nur in einem Zufallsfund bei Kilometer 45,3 zutage getreten. Dieses Ergebnis verwundert nicht, da während der Bronzezeit mehr die Höhen besiedelt gewesen sind. Die Altertümer mehren sich erst wieder in der Zeit der sogenannten Urnenfelderleute. (1200 bis 800 vor unserer Zeitrechnung.) Ausgelöst durch die Ausbreitung der Germanen im Norden entstand in dieser Zeit eine große Völkerbewegung, die auch unsere Heimat erfaßte. Die neue Kultur drang auf dem selben Wege wie ehemals die Donauleute von Südosten her ein Die Festigung ihrer Herrschaft war nicht von langer Dauer. Schon um die Mitte des letzten Jahrtausends werden die ersten germanischen Einflüsse in unserer Heimat deutlich. Von den Funden an der Autobahn zeigen dieses die bei Niederweisel (Kilometer 43,75) geborgenen Gräber. Für die Folgezeit haben die an der Autobahn geförderten Altertümer nichts beigetragen. Zu erwähnen ist aber, daß bei Kilometer 55,8 der Pfahlgraben geschnitten wird und daß auch hier seitens der Bauleitung die Möglichkeit gegeben war, dieses römische Bollwerk zu durchforschen. Das Ende der vorgeschichtlichen Zeit wird recht eindrucksvoll in drei karolingischen Gräbern bei Kilometer 48,6 zum Ausdruck gebracht. Jedes dieser drei Gräber zeigt einen anderen Befund und gibt uns Einblick in den damals bestehenden Kampf alter und neuer Weltanschauungen. Das alles ist nun in einer Sonderschau des Oberhessischen Museums in Gießen zu- sammengetragen. Der weite Weg vom Urweltjäger bis in unsere Tage wird für die vorgeschichtlichen Perioden deutlich gemacht. Es ist zu wünschen, daß alle Volksgenossen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die hier auseinandergesetzten Darlegungen können daselbst an Hand des Materials geprüft werden. Die Kostbarkeiten, die der Heimatboden in sich bringt, sind dort zu sehen. Die Ausstellung ist täglich von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, damit alle Betriebe und alle Schulen einen Besuch vornehmen können. G.Jt-$port Handball im Kreis VIII Gießen. Durch die erfolgte Absetzung eines großen Teiles der Pflichtspiele ist der Betrieb im Kreis 8 diesmal nicht sonderlich groß. Immerhin wird es an interessanten Kämpfen nicht fehlen. In der B e z i r k s k l a s s e steht nur das Spiel Tv. Münchholzhausen — Tv. Roth auf dem Plan. Die Rother Mannschaft wird kaum eine Möglichkeit haben, zu gewinnen, weil die Platzbesitzer zur Zeit in einer ausgezeichneten Form spielen. Von den Spielen der 1. Kreisklasse: To. Dutenhofen — Tv. Groß-Rechtenbach, Tv. Dornholzhausen — Tv. Katzenfurt kommt nur dem ersteren Bedeutung zu. Jedenfalls wird Dutenhofen alles daransetzen, ein möglichst günstiges Ergebnis zu erzielen. Dornholzhausen sollte gegen Katzenfurt auf eigenem Platz zu seinem ersten Sieg kommen. Von der 2. K r e i s k l a s s e ist zu erwähnen, daß Atzbach in Garbenheim sicher gewinnen und die übrigen Spiele sämtlich zugunsten der Platzmannschaften ausgehen dürften. Fußball der heimischen Mnnschasten. Die Kämpfe der Bezirksklosse Gießen. Frohnhausen — 1900, Sinn — Wetzlar, Naunheim — Burg, Steindorf — Steinberg, Bissenberg — Butzbach. 1900 steht in Frohnhausen erneut vor einer schweren Aufgabe, bei der alle Aufmerksamkeit erforderlich ist. Sinn empfängt den Spitzenreiter Spv. Wetzlar. Ein schwerer Gang für die Domstädter, der sie auf den Sportplatz an der Herborner Straße führt. Im vergangenen Jahre konnte nur durch Elfmeter ein knapper Sieg erzielt werden. Eine ebenfalls harte Auseinandersetzung gibt es in Naunheim, wo Burg auf die noch im Hintertreffen befindlichen Naunheimer trifft. Bei der gleichgelagerten Spielweise ist das vertraute Gelände ein Vorteil. In Steindorf treffen die beiden aufgestiegenen Vereine Steindorf, und Steinberg aufeinander. Butzbach steht in Bissenberg vor einer schwer zu lösenden Aufgabe. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Frohnhausen — 1900. Die Begegnung, die die Blauweißen am Sonntag mit Frohnhausen zusammenführt, steht hinter den bereits ausgetragenen Spielen an Bedeutung nicht zurück. Im Gegenteil, die Fahrt nach Frohnhausen hat schon immer ihre eigene Note gehabt. Ausschlaggebend hierfür waren die Platzoerhält- nisse, mit denen sich die Blauweißen nun einmal nicht abfinden können. Es ist deshalb weiter nicht verwunderlich, daß die bis jetzt in Frohnhausen erzielten Erfolge lediglich in die Anfangszeit der Zusammentreffen zuruckfallen, zu einer Zeit, wo die Vereine der Stadt noch etwas Vorsprung in ihrem Können besaßen. Heute ist dies jedoch anders geworden. Man kann ruhig von einer Zufälligkeit reden, wenn auf einem dieser Plätze Punkte abwandern. Daß es den Blauweißen diesmal gelingen sollte, in Frohnhausen zu einem Sieg zu kommen, bürfte wohl nicht möglich sein. 1900 2. — Leihgestern. Die Reserve der Blauweißen bat ihre aufstügende Form durch einen eindrucksvollen Sieg auf dem gefürchteten Platz in Garbenteich zum Ausdruck gebracht. Sie besitzt deshalb im morgigen Spiel die besseren Aussichten auf einen Sieg, der ihr die Tabellenführung einbringen wird. 1900 3. — VfV.R. 3. Gemessen an den letzten Resultaten der beiden Mannschaften, könnte man auf einen Sieg der Blauweißen tippen. „FC. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Steindorf I — Watzenborn-Steinberg I. Eine große Zahl Anhänger wird morgen die zur Zeit in guter Form befindliche 1. Mannschaft der Teutonen nach Steindorf begleiten. Es ist kein leichter Gang. Die Gastgeber sind nicht zu unterschätzen. Da das Vorspiel (Aufstiegspiel) zwischen Steindorf und Watzenborn-Steinberg unentschieden ausging, und die Einheimischen mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft antreten mußten, so rechnet man doch allgemein mit einem Sieg der Teutonen. Die 2. Mannschaft hat nach Lich zu fahren und dort auch kein leichtes Spiel zu bestreiten. Die Licher zeigten bisher zwar noch nicht die Leistung, wie in der vergangenen Spielzeit, der Vorteil des Platzes bedeutet für sie aber doch eine Chance. Die Teutonen müssen um ein ehrenvolles Ergebnis bemüht sein. Oie Pflichtspiele der Kreisklassen. 1. Kreisklasse. VfB.-Reichsbahn Gießen I — Großen- Buseck I. Das Spiel sollte VfB. gewinnen. Wieseck — Rüddingshausen. Die Rüd- dingshäuser haben eine schnelle Mannschaft, Wieseck dürfte bei diesem Spiel der Unterlegene sein. Alten-Buseck I — Lollar II. Die Lollarer sollten in Alten-Buseck nichts zu bestellen haben, wenn die Alten-Busecker komplett antreten. Klein-Linden — Heuchelheim. Ein Spiel zweier Mannschaften, deren Spielstärke ziemlich ausgeglichen ist. 1 9 00 Gießen II — Leihgestern I. Die 2. Mannschaft der 1900er hat vorigen Sonntag bewiesen, daß sie kämpfen kann und wird auch bei diesem Spiel Sieger bleiben. Steinbach — Garbenteich. Ein Lokal- spiel! Die Spiele dieser beiden Vereine gegeneinander wurden stets hart ausgetragen, eine Vorhersage ist nicht zu treffen. Großen-Linden — Hungen. Wenn auch die Großen-Lindener vorigen Sonntag gegen Steinbergs II. verlor, so werden sie bei diesem Spiel zeigen, daß sie auf eigenem Platze nicht zu schlagen sind. Lich — Steinberg II. Auch wieder ein Lokalspiel, bei dem der Sieger erst beim Schlußpfiff feststehen sollte. 2. Kreisklasse. Lehnheim — Oppenrod. Hier treffen zwei Neulinge aufeinander, die bisher noch nicht viel gezeigt haben. Klein-Linden II — Grünberg I. Die Grünberger haben in ihren Spielen gezeigt, daß sie kämpfen können. Die Zweite von Klein-Linden wird sich anstrengen müssen, um sich zu behaupten. Treis — Göb-elnrod. Wenn auch Treis vergangenen Sonntag in Muschenheim hoch verlor, so muß doch mit einem Sieg für die Treiser gerechnet werden. Geilshausen — Muschenheim. Muschenheim konnte am Vorsonntag gegen ihren Gegner hoch gewinnen. Rodheim II — Wißmar I. Rodheim wird die Gelegenheit wahrnehmen und Spieler der ersten Mannschaft einstellen. Dann werden sie mit einem sicheren Sieg gegen Wißmar rechnen können. 19 0 0 G i'e ß en III — VfB.-R. Gießen III. Ein Lokalkampf, dessen Ausgang offen ist. Grüningen — Launsbach. Grüningen sollte auf eigenem Platze das Spiel für sich entscheiden. Heuchelheim II — Staufenberg I. In Heuchelheim dürften die Staufenberger kaum gewinnen. DfB.-Reichsbahn Gießen. VfV.-Reichsbahn I gegen Fußballklub Großen-Duseck I. Die Grün-Weißen erwarten morgen auf dem Waldsportplatz die Elf des FC. 1926 Großen-Buseck zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste, die ihr erstes Spiel in dieser Serie austragen, sind eine der stärksten Mannschaften dieser Gruppe. Die Elf ist schnell, wuchtig und bringt einen Kampfgeist mit, der schon manchem Gegner zum Verhängnis wurde. Die Grün- Weißen, die am Sonntag keineswegs überzeugen konnten, haben diesmal die stärkste Elf zur Stelle. Es werden spielen: Gottschalk, Möhl, Kramer, Krämer, Thron, Berlebach, Fehling, Godglück, Bach, Heß, Sponick. Fugendspiele. Die 1. Jugendmannschaft empfängt die gteif, von Heuchelheim zum angesetzten Pflichtspiel. $ Grünweißen konnten ein vorausgegangenes Freund schaftsspiel mit 7:1 Toren für sich entscheiden. Ci ein ähnlicher Erfolg möglich ist, ist fraglich. Da die drei unteren Jugendmannschaften h einer Gruppe spielen, muß die zweite gegen h vierte Jugend zum Pflichtspiel antreten. Den Sie, wird sich d.ie zweite Jugönd nicht entgehen lassen. OieSpielederSA.-Kampfgemeinschaf fallen aus. Die Fußballspiele der SA.-Kampfgemeinschaj fallen aus. Die SA.-Männer nehmen an der (Fj, Öffnung der Reichsautobahn (Teilstrecke Gießen- Bad-Nauheim) teil. Fußballabteilung des Tvrnvefems Wieseck.^ Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung von Turnverein Wieseck hat morgen die gleiche Mann schäft von Rüddingshausen zu Gast. Wenngle^ Wieseck in den früheren Spielen siegreich bleibe konnte, so werden jetzt die Gäste größere Siege- aussichten haben. Gpielvereinignng 1926 Leihgestern, Morgen treten zwei Mannschaften der Spielven einiguna im Kampf um die Punkte an. Die eih Mannschaft ist Gast der Reserve der Spielverein gung 1900, Gießen und wird sich wohl anstreng!, müssen, um ein ehrenvolles Resultat zu erringet- 1900 1. Jgd. — Leihgestern 1. 3gb. Durch das verlorene Spiel am vergangenen Sonn tag gegen den Lokalgegner sind die Blauweißn in der Gruppe etwas zurückgefallen. Trotzdem haupten sie jetzt noch den zweiten Platz, den am Sonntag gegen die spielstarke 1. Jugend Lch gesterns zu verteidigen haben. Es wird den Spie lern von 1900 wohl sehr schwer fallen, einen Sie; zu erringen. Fußball im Tv. Launsbach. Arn morgigen Sonntag fährt die 1. Mannschi des Turnvereins Launsbach nach Grüningen ui dort das angesetzte Verbandsspiel auszutragem K werden sich zwei gleichwertige Gegner treffen. & den letzten Spielen zeigten sich die Launsbach- fehr kampffreudig. Sie werden sich die Punkte nii ohne weiteres nehmen lassen. Wes Slandorl-Velnebssporlsest in Gießen. Trotz des ungünstigen Wetters fand das erste Standort-Betriebssportfest der DAF., Abteilung Wehrmacht, starkes Interesse. Auf dem fahnengeschmückten Universitäts-Sportplatz hatten sich viele Gefolgschaftsmitglieder der Wehrmachtsbetriebe, auch Kameraden aus Wetzlar, Marburg, Friedberg und Butzbach eingefunden. Neben den Amtsvorständen bekundete auch das Offizierskorps reges Interesse. Unter Marschklängen des Musikkorps des J.-R. 116 (Stabführung Musikmeister Wohlfahrt) marschierte die stattliche Anzahl der Wettkämpfer auf. Ihnen, sowie den Gästen entbot der Standortobmann H a a g e n den Willkommensgruß. Er wies darauf hin, daß die Leibesübungen, in der Betriebsgemeinschaft der Wehrmachtsbetriebe selbstverständliches Gemeingut geworden seien und gab bann einen Ueberblick über die Entwickelung der Leibesübungen im Standort, die im vergangenen Jahr mit der Körperschulung und mit Freiluftspielen einer noch kleinen Sportgemeinde begonnen wurde. Erst in diesem Sommer konnte dann die Sportgemeinschaft weiter ausgebaut werden. Daß diese Entwicklung eine so erfolgreiche wurde, dankt er in erster Linie der Mitarbeit des Standortältesten, der Kommandeure und Dienststellenleiter, sowie den DAF.-Sportlehrern. Hierauf forderte Standort-Sportwart Schäfer die Gefolgschaftsmitglieder auf, regelmäßig Leibesübungen zu treiben und wies auf die Vorteile der regelmäßigen Leibesübungen hin. Er forderte auf, den einmal eingeschlagenen Weg fortzusetzen zur eigenen Freude und zur Gesunderhaltung des Körpers. Mit dem Hinweis darauf, daß nun der frieh liche Wettkampf ein Ausweis dafür fein solle, roa« in den letzten Monaten gelernt und geübt roorbr war, gab der Sportwart dann das Zeichen zui7 Beginn der Kämpfe. Während das Musikkorps die Zwischenpaus!' verkürzte, entwickelte sich ein buntes Treiben andern Sportfeld. Die Sportkameradfchaften der ein deinen Wehrmachtsbetriebe stritten mit mehr ote weniger Glück um die Palme des Sieges Zunächst wurde ein 100-Meter-Lauf der Männer ausgetw gen, der sehr große Beteiligung aufwies. Die weiblichen Gefolgschaftsmitglieder trugen einen Dnii- kampf aus. Anschließend zeigten wieder die Mc- ner ihre Kunst im Kugelstoßen und im Weitsprum Die älteren Kameraden zeigten Seilziehen unb spiele. Hochsprünge und Keulenweitwerfen rourba, ebenfalls durchgeführt. Sehr spannend oerlieisn dann die 4X100-Meter-Stasfel, die die KampH- meinschaft des Heereszeugamtes mit gutem Absprung gewann und die Hindernisläufe, bei beides vor allem auf gute Kriechübungen ankam. T: einem Handballspiel zwischen Soldaten und Gefoln- schaftsleuten kam die spielstärkere Soldatenelf x: einem überlegenen 14:3-Sieg. Die Siegerehrung nahm der Kommandeur der Artillerie-Abteilunj! Dberftleutncmt Döring vor, der außer zahlreich': Wanderpreisen sehr viele schöne und zweckmäßig Erinnerungsgaben austeilen konnte. Abschließend sprach er allen Beteiligten, aber auch der fieituni: dieser Veranstaltung Dank und Anerkennung aus. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Oktober. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinbe; 18: Pfr. Schmidt. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; 18: Musikalische Abendfeier; Pfr. Bechtolsheimer. — Fohannesfaal. 20: Bibelbefprechung; Pfr. Bechtolsheimer. — üapeüe des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde.— Pelrusgemeinde, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Kandidat Hahn. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 15: Bibelstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Fünfzig- bis Sechzigjährigen. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Alten von Staufenberg; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Daubringen. 9: Kindergottes- bienft; 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Alten. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls für "das mittlere Alter; 10.45: Kindergottesdienst; 20: Volksmissionsvortrag; Psr. Gontrum (Watzenborn-Steinberg). — Wahenborn- Sleinberg. 13: Gottesdienst.— Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 9.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienft; 14: Kandidat Eilbacher (Steinheim). — ttieber- Vessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst: Kollekte; 20: Schlußfeier der Christenlehre. — Vellenhausen. 13.30: Hauptgottes- bienft; Kollekte. — Birklar. 9: Gottesbienst. — Wuschenheim. 11: Gottesbienst. — Hungen. 10: Gottesbienst; 11: Kinbergottesbienst. — Wirberg. 9.30: Gottesbienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten; Kollekte. — Harbach. 12.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten; Kollekte.— Veilsberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Bellershain. 13: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 20. Oktober. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 21. Oktober. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Evangelische Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 17. Oktober. 8.30 Uhr: Moraenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch. 20. Oktober. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonnte? 17. Oktober. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonn tagsschule; 20.30: Evangelisation; Prediger Augr' Klein. — Dienstag, 19. Oktober. 20.30: Bibel- urit Gebetstunde. Veuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, GM" straße 13. Sonntag, 17. Oktober. 9.30 Uhr: GW dienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 20. Df tobe. 20.30: Gottesdienst. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (ßanbestii^ liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. SomM 17. Oktober. 20.30 Uhr: Evangelifationsstunde. - Mittwoch, 20. Oktober. 20.30: Bibelstunbe. — IM nerstag, 21. Oktober. 20.30: Jugenbbunbftunde. Kalholische Gemeinden. Samstag, den 16. Oktober. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 17. Oktober. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Me°' Kommunion der Schulkinber; 8: Austeilung der- Kommunion; 9: Hochamt mit Prebigt; 11.15: »<• Messe mit Prebigt; 17.30: Christenlehre unb Wj kranzanbacht mit Segen. — Grünberg. 9.45^- Messe unb Prebigt. — Hungen. 8: Hochamt mitFJ' bigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Prebigt; 1A Vortrag unb Anbacht. — Lich. 10: Hochamt mit P" bigt; 20: Vortrag unb Anbacht. — TUdda. m’ Hochamt mit Prebigt. — Schollen. 10.30: HochM mit Prebigt. Gießen. An ben Werktagen ist die Rosenfrass anbacht Montag, Mittwoch unb Freitag 18 W:: Dienstag, Donnerstag unb Samstag 20 Uhr. Oeffenllicher Sonnlagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in bringen®® : Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf v* fon 02. ij Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdtt» 8 bis 21 Uhr. Stabtpostamt: Für Schließfachabholer ■ bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behanbelnber Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * ülutobilje: Rufnummer 04 beim Postamt Aus aller Welt in größeren Beträgen zum Verkauf ge- der Kurs senkte sich auf 160,50 bis 160 Farben in stellt, nt’i< t- der der Mehr Freude an der Natur durch Bermühler=Büdier! Erbunwürdigkeit 117 Gießen (Hammstraße 7), den 15. Oktober 1937 05150 lege# Wieseck (Alten-Busecker Straße), den 16. Oktober 1937. 05114 Wilhelm Lecke und Kinder. Gießen (Ludwigstraße 41), den 16. Oktober 1937. 6760 D RekrmnquM BehNieren-, Blasen- und Frauenleiden,Harnsäure, Eiweiß,Zucker Frequenz 1 936: 24000 Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3883. Schriften kostenlos ,2.6o» ! >; 11:! Ri n Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank. Einspaltige Kleinanzeigen werden rum er» mäßigten Grund, preis von 5 pf. für die Millimeter, relle veröffentlicht Mann!: ingen ragett reffen unsbt mite- 5$ den ein weiterhin fester Grundton. Der amtliche Beginn brachte am Aktienmarkt eine starke Enttäuschung, da auf nahezu allen Marktgebieten größeres Angebot aus unbe- kannter Ursache vorlag. Infolgedessen stellte sich wieder starke Zurückhaltung ein und die Haltung war allgemein schwächer. Im Durchschnitt ergaben sich während der ersten Börsenstunde Rückgänge von 1 bis 1,50 v. H. Angebot zeigte sich besonders in Montanwerken, Hoesch 126 bis 125,75 (128,50), Wirtschaft. Nhein-Mainische Börse. Mllagsbörfe: Aktien meist schwächer. chsleistungsschreiben unter einheitlicher Leitung, einheitlichen Prüfungsaufgaben und nach ein- Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Verein. Stahl 118 bis 117 (119), Mannesmann 120,25 bis 119,50 (121,25). Außerdem wurden IG.- Internationale Iagdausstellung Berlin 1937. von einem aufsehenerregenden ur Statt Karten I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Blumenspenden und die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Kalbhenn am Grabe danken wir herzlichst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Hofmann. (161,25), stark rückläufig waren ferner Bemberg mit 142,75 bis 142 (145). Von sonstigen Werten kamen AEG. mit 125,65 (126,75), Adlerwerke Kleyer mit 113 (114,25), Daimler Motoren mit 137,25 (138,50), Demag mit 147 (148) und Nordd. Lloyd mit 83,75 (84,25) schwächer zur Notiz. Mäßige Besserungen hatten noch Moenus Maschinen mit 124,25 (123,50), Metallgesellschaft mit 150,25 (150) und AG. für Verkehr mit 128,50 (128). Der Rentenmarkt blieb unverändert freundlich. Weitere Käufe erfolgten bei etwa 0,13 v. H. höheren Kursen in unnotierten Industrie-Obligationen. Ferner blieben Reichsbahn-VA. fest mit 129 (128,75), Kommunal-Umschuldung lagen mit 94,80 behauptet, wogegen Reichsaltbesitz auf 128,25 (128,65) abbröckelten. Dekosama Altbesitz unv. 136. e M A« t ülowl' «A Hartbrennholz ä Wagen 5 Mt. Anmachholz. ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. mD J. Wellhöfer, Telephon 2313/ Marb.Stt.24. efit Spil Die Jieloet, onfhr etrp d. nenS, ilau®! h, bet genb; den t einen; UHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen |897 D m. sck ibt t eichen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Freitagnachmittag 4 Uhr unseren lieben guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Ludwig fan Alter von 77 Jahren nach langem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Die trauernden Hinterbliebenen: Emil Sieck und Frau, geb. Ludwig Bruno Herrmann und Frau, geb. Ludwig Hier abschneiden! e-M M' der Üb inimg ß Nach dem festen und lebhaften Verlauf Abendbörse herrschte auch in den Vormittagsstun- j treten dl,- mellt! !5 Z- r M i. Diu einen I - hie' ■ Weit ' ! UHL n ■oerfn i M lern $ ■ bei hu | 1 antam . mb N ' battnfl'' 1 "MdteHlitimep das führende Fachgeschäft in glas-und por^ellanwareN _ sechs Wochen geschehen und zwar von dem Zeitpunkt an, in dem der Erbe von seiner Berufung als Erbe und dem Grund der Erbfolge Kenntnis erlangt. Eine Ehefrau kann eine Erbschaft ohne Zustimmung ihres Mannes ausschlagen. Der Erbe kann von demjenigen, der die Erbschaft besitzt und von dem, der mit dem Erblasser a Zt. des Todes in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat, Auskunft über den Bestand bzw. den Verbleib der Erbschaftsgegenstände verlangen. Wegen Verteilung siehe Nachlaß. Erbschein ist ein vom Nachlaßgericht erteiltes Zeugnis über das Erbrecht und die Größe des Erbteils eines Miterben. Der Erbschein wird nur ausgestellt, wenn er vom Erben, Testamentsvollstrecker oder Nachlaß- oerwalter beantragt wird. Antrag kann auch ein Gläubiger des Erben stellen, der einen Dollstreckungstitel gegen ihn hat Erbschein ist meist notwendig zur Verfügung über ein Bankguthaben des Erblasiers ufro. Ein unrichtig ausgestellter Erbschein kann vom Nachlaßgericht eingezogen werden Erbsen, s. Hülsenfrüchte. Erbunwürdigkeit. Erbunwürdig ist, wer den Erblasser vorsätzlich getötet oder die Tötung versucht hat, ihn an der Errichtung oder Aufhebung eines Testamentes oder Erbvertrages rechtswidrig verhindert oder ihn bei der Errichtung oder Aufhebung eines Testaments getäuscht oder bedroht hat. Ebenso wer ein Te- Professor Dr. Brand, im Einvernehmen mit der Gauleitung sofort die zum Schutze der Höhle notwendigen Maßnahmen getroffen und die innere Höhle, in der der Fund gemacht wurde, durch ein eisernes Schutzgitter absperren lassen. Gleichzeitig wurde die Höhle unter Naturschutz gestellt. Im Frühjahr soll durch Heranziehung geeigneter Fachkräfte wertvolle Fund weiter untersucht werden. 9f. 1 re"" erg. ’■* hatnt Zredig^ harnt M 0.30: » Vom 3. bis 21. November findet in Berlin un- it der Schirmherrschaft des Reichsjägermeisters Gneraloberst Göring die Internationale I^gdausstellung Berlin 1937 in allen Niiun Ausstellungshallen am Funkturm statt. 30 eiropäische und außereuropäische Länder haben sich vq. ar dieser Schau beteiligt. Sie steht sozusagen ohne 8j(L Vorläufer da; denn ihr Niveau und Zweck ist durchaus anders geartet als bei der Internationale Jagdausstellung in Wien 1910, der einzigen Dranstaltung, die einen Vergleich zuläßt. ; Zwar wird man voll Staunen und Bewunderung i)i:r kapitalen Jagdtrophäen aus allen Ländern p. Men, wird nie erlebte Eindrücke von besten Ge- n chen und Gehörnen mitnehmen können, aber dnüber hinaus ist das Ziel der Ausstellung noch n iter gesteckt worden durch die der Ausstellung e $ --gliederten über 40 Sonder-, ^gegliederten über 40 Sonder-, Lehr- und g e s ch a u e n , die in noch nie erreichter Vollerdung den neuesten Stand der jagdlichen For- |djng, Wirtschaft und Kultur aufzeigen. Denn die Irgd ist keine Sportart oder ein Vergnügungs- »idernehmen-, sondern vielmehr ein umfassender Wirtschafts- und Kulturfaktor. Don der räumlichen Ausdehnung der Ausstellung enält man einen Begriff, wenn man erfährt, daß bt« Besucher einen Weg von etwa 15 Kilometer zi7ücklegen muß, wenn er in einem Rundgang alle Ä teilungen besichtigen will. Unter den'internatio- nden Sonderschauen, die nicht nur das Interesse Lin Jägers, sondern breitester Volkskreise finden rvrrden, seien genannt die der Jagdkunst, die Pho- to raphie in der Jagd, des Films, der Falknerei, dr Industrie und der Wildküche. Im Ganzen werde 2 6 0 0 0 A u s st e l l u n g s st ü ck e in den Hal- L am Funkturm untergebracht werden, davon 1 0 0 0 Trophäen und Beutestücke aus aller Drnlt. i Die deutsche Jägerschaft ruft die Jäger aller Welt gr Internationalen Jagdausstellung nach Berlin. 5)» Reichsbahn wird Sonderzüge und Auobusse zur Wrfügung stellen und Gesellschaftsfahrten einrichte. Auch die NSG. „Kraft durch Freude" will da- fii sorgen, daß viele Tausende die Sehenswürdigte en besichtigen können. ‘ Deiche Bedeutung im Auslande dieser Inter- nciionalen Jagdausstellung beigemessen wird, kann inn daraus ersehen, daß einige Staatsoberhäupter i)ii Führung der Delegationen ihres Landes über- nttunen haben. Für das beste Kunstwerk eines ni) lebenden Künstlers hat der Führer und 11 chskanzler einen Ehrenpreis gestiftet. Die Stif- tir g anderer wertvoller Ehrenpreise, darunter eini- ßr des Reichsjägermeisters Hermann Göring, gegt das große Interesse in allen Kreisen Deutsch- lcrids an dieser Ausstellung. UleichsleistungSschreiben der OAF. für Stenographen. 7tSG. Dom 15. bis 30. November 1937 wird in tie Gauen von der Deutschen Arbeitsfront ein Staats- und Länderanleihen zeigten keine Veränderungen, ebenso Stadtanleihen. Liquidationspfandbriefe schwankten bis zu 0,25 v. H. Kommunal-Umschuldung waren später etwa 94,85. Im Verlaufe kamen die Abschwächungen zum Stillstand, da weiteres Angebot nicht mehr vorlag. Unter mehrfachen Schwankungen erzielten Montanwerte geringfügige Erholungen. Verein. Stahl 117,40 bis 117,50 nach 117, Hoesch schwankten zwischen 125 bis 126. Im übrigen blieben die Kurse auf dem ermäßigten Stand behauptet. Die erst später notierten Werte lagen größtenteils 1 bis 2 v. H. unter gestern, darüber hinaus verloren Dt. Erdöl 3 v. H. auf 145,25, Aschaffenburger Zellstoff auf 139,50 (141,90). Am Einheitsmarkt war die Kursentwickluna uneinheitlich. Im Freiverkehr wurden u. a. genannt: Dingler 87,50, Wayß & Freytag 149, Rastatter Waggon 56, Elsäss. Bad. Wolle 79,50 bis 80, Bürbach Kali 69,50, Schuh Berneis 73, Verein. Pinsel 74, Ufa 73,25. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse sehr still. An der Abendbörse war das Geschäft sehr still. Es bestand allgemein stärkere Zurückhaltung. Rein stimmungsmäßig war die Haltung am Aktienmarkt eher noch etwas leichter, auf Basis der Berliner Schlußnotierungen zeigte sich verschiedentlich noch kleines Angebot. Es kamen indessen nur wenig Papiere und meist nominell zur Notiz. Schwach waren in Anlehnung an Berlin Rheinmetall mit 146 (148,25), ferner ermäßigten sich Gesfürel auf 147 (148), Elektr. Lieferungen auf 128,75 (129,75), Holzmann auf 151 (151,75), am Montanmarkt Buderus auf 122,50 (123), Mannesmann auf 119,25 (119,65), Rheinstahl auf 147,50 (148) und Deutsche Erdöl auf 145 (145,50). IG. Farben blieben zu 160 behauptet, ebenso Bemberg mit 142. Etwas fester notierten Betula mit 168 (167). Kahlgrund Eisenbahn zogen auf 28,40 (28) weiter an. Das Rentengeschäft war sehr still. 4Vr v. H. Krupp bröckelten 0,25 v. H. ab auf 98,75, Kommunal-Umschuldung unverändert 94,80. Für unnotierte Industrie-Anleihen sowie für Reichsbahn- Vorzugsaktien verblieb Interesse. aße l, UfjrJ , 20.0 (Lan^ 9. & jnsftuw nde. 7 idstuck heitlichen Prüflings- und Wertungsbestimmungen durchgeführt. Damit ist jedem deutschen Stenographen Gelegenheit gegeben, seine Leistungsfähigkeit zu prüfen. Das Üeiftungsschreiben findet in den Lehrgängen der einzelnen Berufserziehungswerke, in den Kurzschriftvereinigungen und Uebungs- gemeinschaften der DAF. und in anderen von den Berufswaltern eingerichteten Wettschreibestellen statt. Der Teilnehmer hat zwei Fünf-Minuten- Ansagen in Kurzschrift aufzunehmesi, z. B. 60 und 80 Silben oder 80 und 100 Silben usw. Er kann wählen, welche Geschwindigkeit er in Langschrift übertragen will, jedoch darf er nur eine lieber« tragung abgeben. Als Fehler gelten: Grobe Verstöße in der Uebertragung gegen Rechtschreibung und Satzzeichen, sinnstörende Auslassungen bzw. Uebertragungen. Jedes Kurzschriftsystem ist zugelassen. Laut Erlaß des Reichsministers des Innern befreit ein Zeugnis über eine bei der Deutschen Arbeitsfront erfolgreich abgelegte Kurzschriftprüfung von der Kurzschristprüfung, die von jedem abgelegt werden muß, der sich zur Einstellung in den öffentlichen Dienst meldet. Stenographen mit Höchstleistungen sind ständig gesucht, wie ein kurzer Blick in die Anzeigenspalten der Tageszeitungen lehrt. Aber die Klagen verstummen nicht, daß der Bedarf an tüchtigen männlichen Stenographen, deren Leistungen über dem Durchschnitt liegen, nicht voll gedeckt werden kann. Dagegen gibt es genug Arbeitskräfte, die über die Anfangsgründe nicht hinausgekommen sind. Zu der planmäßigen Ausbildung von tüchtigen Stenographen gehört auch der Nachweis der Leistung durch die Teilnahme am Leistungsschreiben. Die Goethe-INedaille für Professor Ludwig Schemann. Der Führer und Reichskanzler hat dem Historiker Professor Dr. Ludwig Schemann in Freiburg i. Br. aus Anlaß seines 85. Geburtstages die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen und mit einem persönlichen Glückwunschschreiben überreichen lassen. — Professor Schemann, am 16. Oktober 1852 in Köln geboren, von 1875 bis 1891 als Bibliothekar in Göttingen, seitdem im Ruhestande lebend, ist als Begründer der Gobineau-Vereinigung bekannt, die er bis 1920 geleitet hat. Neben Arbeiten über Richard Wagner, Schopenhauer und Lagarde sind aus Schemanns Feder zahlreiche Schriften über den Grafen Go- bineau und dessen Werk hervorgegangen. Mekeorologen-Tagung in Frankfurt. Vom 15. bis 17. Oktober findet in Frankfurt die 20. Tagung der D-e utschen Meteorologischen Gesellschaft statt. Der Vorsitzende Geheimrat Professor Dr. Schmauß konnte zahlreiche Wetterforscher aus dem Reich sowie Vertretungen aus dem Auslande begrüßen. Die Grüße des Reichsluftfahrtministeriums und des Reichswetterdienstes überbrachte Oberregierungsrat Brinkmann, die Grüße der Universität der Rektor Professor Dr. P l a tz h o f f. Vorstand und Beirat der Gesellschaft beschlossen einen Preis von 1000 Mark auszusetzen für die beste Lösung der beiden Aufgaben: 1. einwandfreie Temperaturmessungen in einer Höhe von über 30 Kilometer und 2. einwandfreie Feuchtigkeitsmessungen in einer Höhe von über 16 Kilometer. Geheimrat Schmauß eröffnete die wissenschaftlichen Beratungen mit einem Vortrag über „Ganzheitsbetrachtungen in der Meteorologie". Aus der Reihe der übrigen Referate des ersten Tages, die sich mit dem Thema „Periodische und unperiodische Störungen der allgemeinen Zirkulation der Atmosphäre" beschäftigten, waren die Ausführungen von Professor Baur, dem Leiter des Forschungsinstituts für langfristige Witterungsoorhersage in Bad Homburg, von allgemeinem Interesse. Professor Baur konnte mitteilen, daß es ihm gelungen sei, einen Weg zu finden, wie man Luftdruck und Luftdruckverteilung über Europa drei Tage im voraus berechnen kann. Reichsminister Dr. Goebbels beglückwünscht Rolf Lauckner. Reichsminister Dr. Goebbels richtete an den Schriftsteller Dr. Rolf Lauckner folgendes Telegramm: -Zu Ihrem heutigen 50. Geburtstaa übermittle ich Ihnen meine herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche. Möge Ihre künstlerische Persönlichkeit dem deutschen Schrifttum noch viele Jahre ergaben bleiben. — Lauckner, der Stiefsohn Hermann Sudermanns, hat sich in erster Linie als Dramatiker einen Namen gemacht; er schrieb u. a. die Dramen „Der Sturz des Apostels Paulus", „Predigt in Litauen", „Frau im Stein", „Wahnschaffe", „Die Reise gegen Gott", „Krisis", zuletzt das häufig aufgeführte Lustspiel „Der Hakim weiß es." Entdeckung einer steinzeillichen Felszeichnung in der Bayerischen Ostmark. Aus der Bayerischen Ostmark kommt die Meldung Erbrechen erblicher Schwachsinn, erbliche Blindheit und Taubheit und andere. (S. Vererbung, Sterilisieren.) Erbrechen, meist ein Zeichen irgendeiner Magenerkrankung, kann auch bei beginnenden Infektionen vorkommen, bei Kopfverletzungen ein Zeichen für Gehirnerschütterung, bei Frauen vielfach Zeichen für Schwangerschaft. E. kann auch künstlich yer- vorgerufen werden durch Berührung des Zäpfchens mit dem Finger oder mit einer Feder und dgl. oder durch Entnehmen entsprechender Mittel (Brechweinstein). Während der Schwangerschaft besonders in den ersten drei Monaten sehr lästig. Kann ev. gelindert werden durch sorgfältige Auswahl der Nahrung (keine schwer verdaulichen Speisen, vor allem feine Hülsenfrüchte, keinen Kohl, wenig Schwarzbrot), durch Einnehmen häufiger kleiner Mahlzeiten, durch Liegen usw. In allen hartnäckigen Fällen frage man unbedingt den Arzt um Rat. Erbschaft. Die Erbschaft ist vorn Augenblick des Todes des Erblasiers an Eigentum des oder der Erben Die Erben haften für die Nachlaßschulden und zwar auch mit ihrem eigenen Vermögen. wenn sie die Haftung nicht auf den Nachlaß beschränken; sind erhebliche Nachlaßschulden vorhanden, bann ist es zweckmäßig, das Nachlaßgericht zu befragen oder einen Anwalt zu Rate zu ziehen. Unter Umständen ist es ratsam, die Erbschaft auszuschlagen. Dies muß binnen l i ch e n F u n d, der für die gesamte europäische Vor- geschichtsforschung von großer Bedeutung ist. Im Unteren Altmühltal bet Oberau wurde an einer Felswand die Ritzzeichnung einer in kräftigen Strichen wiedergegebenen Hirschkuh entdeckt. Die Zeichnung ist 13,5 cm lang und 14 cm hoch, teilweise von Flechten und Kalkalgen Überzogen, aber in allen Einzelheiten deutlich erkennbar und wohlerhalten. Um die Zeichnung vor Beschädigung zu bewahren, hat der Gauheimatpfleger der Bayerischen Ostmark, Kohlen Koks 6452 D Briketts Holz Torf Dungkalk B. Glatter & Sohn Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Tel. 3144 3145. Für ben Naturfreund ! MllMven Die ßebensgemetn» schäft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck. tafeln, mit lebendigem und aufschluhreichem Einführungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheiten in slck aufzunehmen, dem singen u. Klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie Kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde 6809 A auf die Meisterprüfung kl 95 V Semesterbeginn: 2. November 1937 Erstickung Telephon 2128 iSvrechstunden täglich Fernsvrechi 6581 D Riemen-L3llf6r Gießen Wagengasse a CARL NOWACK M GIß//EN FORD V-8 i von 11 Yz bis 13 Uhr. er 2129. 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Ein Allesbrenner mit Ruhrkohle, geradezu ein Muster an Sparsamkeit! stament gefälscht oder vernichtet hat. Die Erbunwürdigkeit kann von jedem geltend gemacht werden, dem der Wegfall des Erb- unwürdigen zustatten kommt. Sie erfolgt durch Anfechtungsklage die innerhalb eines Jahres erhoben werden muß, nachdem der Anfechtende von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat. 30 Jahre nach dem Tode des Erblassers ist die Anfechtung ausgeschlossen. Wird vom Gericht die Erbunwürdi.g- keit festgestellt, dann fällt die Erbschaft demjenigen zu, der Erbe gewesen wäre wenn der Unwürdige z. Zt. des Erbfalles nicht gelebt hätte. Errungenfchaftsgemeinfchafl tritt nur ein, wenn sie durch Ehevertrag vereinbart ist. Das Vermögen, das den Ehegatten vor der Ehe gehört hat. bleibt Vermögen des einzelnen Ehegatten (wird eingebrachtes Gut). Erbschaften und Schenkungen werden ebenfalls eingebrachtes Gut, auch wenn sie während der Ehe erworben werden. Was die Ehegatten sonst während der Ehe erwerben, wird gemeinsames Vermögen (Eesamtgut). Siehe dort. Die Erträgnisse des eingebrachten Gutes beider Ehegatten fallen in das Eesamtgut. Die Verwaltung des eingebrachten Gutes und des Eesamtgutes steht dem Manne zu. Die Errungenschaftsgemeinschaft endigt mit dem Tod eines Ehegatten, mit Ehescheidung, durch Abschluß eines Ehevertrages, durch den die Errungenschaftsgemeinschaft aufgeho- oen wird, durch Konkurs des Glaswolle der neue deutsche Werkstoff stets zu haben bei (e452D H. Glattes Sohn Frankfurt.Str. 9 Mühlstraße 18 Tel. 3144/3145. Mannes. Unter gewissen Voraussetzungen können Mann und Frau auch auf Aufhebung der Errungenschaftsgemeinschaft klagen (s. Beendigung). Erschleichung der Ehe durch arglistiges Verschweigen eines gesetzlichen Ehehindernisses oder durch Täuschung wird, wenn die Ehe deshalb aufgelöst ist. mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Erschleichung des Geschlechtsverkehrs durch Täuschung derart, daß die Frau den Verkehr für einen ehelichen hält, wird mit Zuchthaus bestraft (f. Eintritt). Erste Hilfe, s. Hilfe bei Unfällen. Erstickung, Verminderung des Sauerstoffgehaltes des Blutes durch Einatmung giftiger Eaie, sauerstoffarme Luft Verlegung der Atemwege usw. Dabei nimmt der Kohlensäuregehalt des Blutes erheblich zu Kann vorkommen durch Verschlucken von Fischgräten. Knochenstückchen, großen Bisten. Solche mechanische Hin- derniste suche man aus der Luftröhre zu entfernen durch energisches Klopfen auf den Rücken zwischen den Schulterblättern. Festgebohrte Stückchen muß der Arzt entfernen. Stockt der Atem, wird der Kranke blau, dann so- fort künstliche Atmung und küble Übergießungen, damit das Herz wieder angeregt wird. Schnellsten Arztruf! Verschüttete und Erdrosselte sofort von den ein« engenden Verschnürungen oder Lasten befreien, Erhängte sofort abschneiden, dann künstliche Atmung. 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