Nr. A6 Erstes Matt 187. Jahrgang Donnerstag, 16. September 1937 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnIverfitStsdruckerei K. Lange In Sieben. Schrlstleiiung und Seschäftrftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Mit abgelebten Ideologien, mit Begriffen ohne Inhalt, mit geschwollenen Reden und langweiligen Kommissionen sucht man hier der harten Realität der Dinge entgegenzutreten, gibt man sich den Anschein, die großen Entscheidungen des Rassen- und Bölker- kampfes in Spanien, China und Borderasien beeinflussen zu können. Ein groteskes und erbärmliches Schauspiel der Schwäche, dessen Sinnlosigkeit sich nun, nach der Zertrümmerung des Versailler Zwangsstatuts durch Deutschland, nur um so krasser offenbart. Denn konnte bislang wenigstens die Beutesicherung aus dem Weltkrieg den Bestand der Genfer Institution für die früher alliierten Mächte rechtfertigen, fo bleibt dem Völkerbund nunmehr nichts anderes zu tun übrig, als jene anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen, zu der ihn feine Gründer eigentlich bestimmt hatten: nämlich für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens zu sorgen. Jetzt also wäre die Zeit gekommen, wo die Liga sich bewähren könnte. Aber siehe da, alle Versuche, die hier und da auf dem Erdball ausbrechenden Brande zu löschen, sind kläglich gescheitert. Und sie werden solange erfolglos bleiben, als man in Genf an der Illusion eines gestaltlosen Mensch- heltsbegriffes festhält, der die Politik nicht als den ewigen Lebenskampf der Völker und Raffen, sondern als das Feilschen um wirtschaftliche Vorteile von artlosen Individuen und Massen begreift. Der fortschreitende Kräfteverfall ist auch den liberalen Ländern nicht verborgen geblieben, aber seine tieferen Ursachen zu erkennen, blieb den außerhalb des Genfer Kreidekreises stehenden jungen Völkern vorbehalten. Mussolini hat den Völkerbund kürzlich als einen lebenden Leichnam bezeichnet, und nicht weniger klar war das Urteil, das Adolf Hitler in Nürnberg über diese Gesellschaft abgab. Die Führer des neuen Europa würden d arüber sicherlich noch fo viele Worte verlieren, wenn nicht Genf noch immer Mittelpunkt und geistiges Mekka jener Illusionen wäre, die mit ihren Machtmitteln erhebliche Teile Europas beherrschen. Tagtäglich spüren wir das Wirken dieser Politiker, die ihre Maßnahmen auf bloße Fiktionen statt auf Tatsachen begründen. Ueberall feiert die Politik des „Als Ob", der vorgeschobenen Gründe und Dogel-Strauß-Methoden fröhliche Urständ. Werfen wir einen kurzen Blick über die Grenzen. Es ist eine für die europäische Wirkung des Nürnberger Parteitages bezeichnende Tatsache, daß die Auslandblätter noch immer nicht aufgehört haben, in langen Artikeln die Bedeutung dieser Veranstaltung zu erläutern und zu ergründen. Aber je größer der zeitliche Abstand von dem Ereignis wird, desto größer wird anscheinend auch das Bemühen, die in Nürnberg verkündeten Ziele der deutschen Polittk umzudeuten oder gar zu verfälschen. Konnte man sich zuerst der Ueber- zeugungskraft und den eindringlichen Beweisen der Führerreden nicht entziehen, so tut man jetzt so, als ob die Reichsführung ihrem Appell zum antibolschewistischen Abwehrkampf nur deshalb an die Völker berichtet habe, um dahinter ihre eigenen expansiven Ziele zu verbergen oder die deutsche Bevölkerung von inneren Sorgen ernährungswirtschaftlicher und finanzieller Natur abzulenken. So wird das Bild der nationalsozialistischen Friedenspolitik bewußt verfälscht und vernebelt, um die faschistenfeindliche Haltung demokratischer Staatsmänner nach außen hin noch einmal zu rechtfertigen. Eine ähnliche Fiktion kennzeichnet die franzo- stsche und englische Mittelmeerpolitik. Das Arrangement von Nyon hat zwar die Sowjets von dem Patrouillendienst ausgeschaltet, aber es wurde mitgeschaffen und mitunterzeichnet von dem als „Außenminister" fungierenden Landstreicher Litwinow - Finkelstein,' der somit gleich seinen Genossen in Valencia nach wie vor die Anerkennung eines nützlichen, gleichberechtigten und gleichgeachteten Mitgliedes der europäischen Völkergemeinschaft genießt. Gibt es eine größere Illusion? Ein anderes Beispiel: Die englische Presse hat noch vor 48 Stunden ernsthaft die Hoffnung ausgesprochen, Italien werde sich der Uebereinfunft von Nyon anschließen und m Paris taten die seriösen Blätter so, als ob die in Nyon beschlossene Mittelmeerkontrolle eine uneigennützige Tat im Dienste des allgemeinen Friedens gleichsam die Erfüllung einer internatio- nalen Ausgabe fein werde. Welch grobe Irrefuh- rung der öffentlichen Meinung! Denn tatsächlich stellen ja die Konferenzbeschlüsse von Nyon in ihrer bisherigen Form nicht ein internationales Mandat, sondern eine Machtde m o n st r a - t i o n der englisch - französischen Koalition im Mittelmeer dar Die römische Regierung hat dies sehr wohl erkannt und mit ernüchternder Offenherzigkeit ihre Ablehnung der englisch-französischen Einladung zur Teilnahme an den Ueberwachungsmaßnahmen begründet. Die Illusion von Nyon ist damit zerstört. Es wird keine Regelung im M> telmeer geben können an der Italien mcht gleichberechtigt mitwirkt und teilnimmt. Daß die im Bürgermeisteramt von Nyon versammelten Diplomaten Zunächst glaubten, über den Kop, des Duce hinweg bandeln zu können, bleibt sr-,lich ->n- b-. Zeichnende Tatsache, die den schemenhaften Charakter der liberalen Politik erhellt. Und vielleicht Ut dies die größte Illusion, daß die Vertreter d!s alten Europa glauben, mit Illusionen Geschichte machen zu können. Heinrich Evers. Neue Zusammenkunft der Llnterzeichnermächte von Nyon? Ku-Klux-Klan. Hat Präsident Roosevelt den Bock zum Gärtner gemacht? Die amerikanische Presse bezichtigt unter Veröffentlichung von Faksimiles den auf Roosevelts Betreiben kürzlich zum Obersten Bun- Beratung der italie Paris, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Frühblätter befassen sich mit der italienischen Forderung auf Gleichberechtigung in der Mittelmeerkantrolle. Man ist der Ansicht, daß immer noch die Tür zu nützlichen Verhandlungen und gegebenenfalls zu einer französisch-englisch- italienischen Zusammenarbeit im Mittelmeer osfen- stehe. „Oeuvre" berichtet, London und Paris hätten beschlossen, den Londoner Nichte in- mischunasausschuß am nächsten Freitag nicht zusammentreten zu lassen. Vielmehr würde an diesem Tage in Genf eine Versammlung der Unterzeichnermächte des Arrangements von Nyon stattfinden. Sie soll prüfen, ob Artikel 3 eine Erweiterung der Italien angebotenen Zone zulasse. Von englischer Seite könnten aber der Korridor von M a«l t a und französischerseits der Korridor von Pantelleria (östlich von Tunis) Italien niemals anvertraut werden. „Petit Journal" meldet, bei der für Freitag einberufenen Zusammenkunft solle die Ausdehnung der kollektiven Schutzmaßnahmen auch gegen andere formen von Piraterie als durch Unterseeboote geprüft werden. „Exzelsior" und „Pettt Parisien" find der Ansicht, daß weder Frankreich noch England gewisse Einschränkungen des Mittelmeerabkommens verweigern würden, wenn Italien diesem Abkommen beitreten wolle. Saint-Brice schreibt im „Journal", man könne nicht daran denken, die Angelegenheiten des Mittelmeeres ohne Italien und noch weniger gegen Italien zu regeln. „Jour" fragt, mit welchem Recht man Italien bei der allgemeinen Polizeiaufsicht auf das Tyrrhenische Meer beschränkte, indem man ihm verbiete, den Piraten auf feinen eigenen Verbindungslinien nachzuspüren. Italiens Gleichberechtigung. „Eine Frage des Rechtes und der Würde." Rom, 15. Sept. (DNB.) Tribuna erklärt, Italien kenne für feinen Beitritt im wesentlichen nur die Bedingung der vollkommenen Gleichberechtigung mit den anderen Großmächten. Italiens Anspruch auf Gleichberechtigung sei nicht ausschließlich eine Frage des Raumes, sondern vor allem eine Frage des Rechtes und der Würde. Die italienischen Vorbehalte wendeten sich nicht von vornherein gegen den Grundsatz der Ehautemps kündigt Maßnahmen g Paris, 15. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Chauternps erklärte Pressevertretern, daß die Untersuchungen der Polizei zur Aufklärung der beiden Bombenanschläge am. Place de l'Etoile mit aller Energie fortgesetzt würden. Frankreich beherberge zur Zeit mehrere Millionen Ausländer auf seinem Boden. Sicherlich sei der größte Teil dieser Ausländer ehrenhaft und versuche, in Frankreich Arbeit zu finden. Leider seien darunter aber auch Elemente, die sich auf französischem Gebiet politischen Machenschaften hingäben, und diese müßten in Zukunft besonders überwacht werden. Seit einiger Zeit häuften sich Gewalt- und Terrorakte, Verbrechen seien begangen worden, ohne ihre Sühne zu finden. Daher habe es sich als notwendig erwiesen, die Ueberwachung dieser „unerwünschten Ausländer" zu verschärfen. Der Innenminister werde eine Neugestaltung der Gesetzgebung ausarbeiten, um der Regierung einen Plan für dis Sicherheit des Landes vorzulegen. Das vom Ministerpräsidenten Chauternps angekündigte neue Fremdengesetz, das die A b - fchiebung unerwünschter Ausländer aus Frankreich ermöglichen soll, findet allgemein Zustimmung. Nach dem „Figaro" soll u. a. der Paßzwang für alle Länder wieder eingeführt werden. Sich in Frankreich aufhaltende Ausländer sollen Personalausweise mit Lichtbild und Fingerabdrücken erhalten. Schließlich sollen noch Sondergerichte für Ausländer, wie sie schon während des Krieges in Frankreich bestanden, geschaffen werden. Der ehemalige Innenminister Regnier erklärte, Frankreich sei seit Juni 1 9 3 6, als die Volksfront an die Macht kam, zum Zufluchtsort aller möglichen anarchistischen Elemente geworden, die aus anderen Ländern vertrieben wurden. Der Spanienkrieg habe zu diesem Abschaum einen bedeutenden Zuwachs von Anarchisten gebracht, die eine ständige G e - fahr bildeten. Ein italienischer Emigrant verhaftet. Paris, 16. Sept. (DNB.) Der „Matin" meldet aus Toulouse, daß die Polizei einen italienischen Anarchisten namens Luigi Xamborini verdächtige, der Urheber des doppelten Bombenanschlages in Paris gewesen zu sein. Er soll am 10. September abends plötzlich von Toulouse mit zwei schweren Gepäckstücken mit unbekanntem Ziel abgereist. Sein Gepäck sei nicht mehr durchsucht worden, da er auf Grund eines Ausweisungsbefehls Frankreich habe verlassen müssen. Tamborini sei ausgewiesen worden, da Verdacht bestand, daß er an den letzten rischen Antwortnote. „Ueberwachung" und die eigne Bereitschaft der Teilnahme, sondern verfolgten lediglich den Zweck, Italiens guten Willen zur Zusammenarbeit mit den elementarsten Forderungen dieser Würde in lieber» einftimmung zu bringen. Das Wesentliche sei, daß zwischen drei Großmächten de jure keinerlei Unterschied bestehe. Wenn man den Äußerungen der englischen Presse Glauben schenken könne, wäre man bereit, der weiteren Entwicklung der Angelegenheit mit einem gewissen Optimismus entgegenzusehen. Betrachte man dagegen die Äußerungen der berufenen Kreise, so sei es in der Tat sehr schwer, die Worte mit den Taten in Einklang zu bringen. Auch Lavoro Fascista betont die Unannehmbarkeit der Beschlüsse der Konferenz von Nyon, weist aber zugleich die Auffassung zurück, daß man an einen toten Punkt angelangt sei. Dis Lage in Westeuropa sei trotz allem Anschein keineswegs verzweifelt. Die von echter Menschlichkeit eingegebenen Worte des Führers beim Abschluß des Reichsparteitages und Mussolinis klare Worte in Palermo bestätigten diese Ansicht. Damit diese Hoffnungen in Erfüllung gehen, sei es nötig, daß auch England und Frankreich einen Beitrag liefern, indem sie das historische Interesse und insbesondere das derzeitige politische Interesse Westeuropas nicht aus den Augen verlieren. Die Turiner „Stampa" äußert sich sehr pessimistisch. Der ganze Mittelmeerkontrollplan, der unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Piraten den englischen Schiffen die französische Flotte zur Verfügung stelle, sei vom Foreign Office ausgegangen. Die Wiederholung einer Mittelmeerblockade gegen Italien wäre indessen wirkungslos und hieße für die Urheber mit Bomben spielen. Solange Eden, der wieder unumschränkter Herr der britischen Außenpolitik zu sein scheine, das Foreign Office leiten werde, müsse man immer auf der Hut sein. Nicht umsonst schreibe jetzt der „Daily Telegraph", nach der Niederlage von Santander wolle man mit allen Mitteln einen raschen Sieg Francos verhindern. Die Bolschewistenbanden faßten neuen Mut zu einem Widerstand, der, wenn auch zwecklos, neues Blut kosten werde und neue Gefahren für den Frieden Europas mit sich bringe. gen „unerwünschte Ausländer" an. Bombenanschlägen auf das italienische Generalkonsulat in Marseille und im Eisenbahntunnel von Cerbere beteiligt gewesen sei. Freunden gegenüber soll Tamborini geäußert haben, daß seine Abreise „mit Lärm verdun- d e n" sein werde. Tamborini ist in der Nähe von Toulouse verhaftet worden. Jedoch wird der Verdacht gegen ihn dahin eingeschränkt, daß man von seinen Aussagen vielleicht auf eine Spur der wirklichen Attentäter kommen könnte. Fortschreitende Teuerung in Frankreich. Paris, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Lebensmittelteuerung in Frankreich hält weiter an. Darüber geben einige Zahlen, die vom „Petit Journal" mit der Überschrift „Die Rechnung der Volksfront" veröffentlicht werden, bemerkenswerten Aufschluß. Die Hauptrichtziffer ist danach i m August gegenüber Juli um 2,2 v. H. gestie - Se n, ferner haben die Preise von 209 im eigenen ande hergestellten Erzeugnisgruppen eine E r - Höhung um 3,7 v.H. und die für industrielle Rohstoffe eine Erhöhung um 2,2 v. H. erfahren. Die Preise für Brot sind um 2,15 v. H., für G e - m i s ch t w a r e n um 3,3 v. H., für Milch und Käs e um 3,5 v. H. und für F i s ck sogar um 13,75 v. H. gestiegen. Eine Erhöhung erfuhren ferner die Preise für BekleidiBsigsstoffe um 3,2 v. H., für Licht und Heizung um 5,15 v. H. und für Haushaltsartikel um 4 v. H. Im Laufe von 15 Monaten schnellte der Z u ck e r p r e i s um 38 v. H. in die Höhe. Gijon und Aviles bombardiert und beschossen. ^Salamanka, 16. Sept. (DNB.) Nationale Flieger bombardierten am Mittwoch erneut die Hafenanlagen von Gijon, sowie die Befestigungsanlagen der 26 Kilometer westlich von Gijon gelegenen Stadt Aviles. Die militärischen Ziele der Flieger wurden zur gleichen Zeit von nationalspanischen Kriegsschiffen, die die Blockade an der asturischen Küste durchführen, unter heftiges Feuer genommen. Das nun im natio- nalfpaniscken Besitz befindliche Pola de Gor- d o n ist säst völlig durch Sprengungen und durch Brandstiftungen der bolschewistischen Horden zerstört worden. Das Elektrizitätswerk war mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. Die Zahl der von den Sowjets ermordeten Einwohner ist außerordentlich hoch. Ausländische Journalisten hatten Gelegenheit, umfangreiches Material über die nicht wiederzugebenden Grausamkeiten der bolschewistischen Mordbrenner zu sammeln. desrichter ernannten Black, dem Geheimbund des Kukluxklan anzugehören. Richter Black weilt in England und Präsident Roosevelt will erst seine Rückkehr abwarten, ehe er die Entscheidung trifft. Um eine Frage vorweg zu erledigen: der Oberste Bundesrichter Black ist unabsetzbar. Seine Wahl ist vom (Senat und Kongreß und von Roosevelt be» ftätigt worden. Der Kukluxklan ist nicht ausdrücklich verboten. Im Jahre 1924 kam es auf dem demokratischen Nationalkonvent in Neuyork zu einer Aussprache über den Geheimbund, Jennings Bryan, der in Amerika den Namen des „ständig erfolglosen Präsidentschaftskandidaten" trug, warf im letzten Augenblick die wankenden Reihen nach der Klan-Seite herum. Wenn man Millionen ehrenwerter Protestanten verdammen wolle, dann müsse man auch gleichzeitig die Juden und die Katholiken,' ihre Feinde, verdammen. Im übrigen sei der Klan eine absterbende Angelegenheit. Das war nun bewußt unrichtig. Der Klan hat nach seiner Reorganisation im Jahre 1915 einen ungeheueren Zuwachs erhalten, und zwar nicht nur von ehemaligen Offizieren, sondern auch von Arbeitern. Das Programm des hundertprozentigen Ameri- kanertums wird von ihm rücksichtslos durchgeführt. Dem Bund gehören Amerikaner an, die in der Rassenvermischung, im Vordringen des Judentums und in dem Vordringen der Neger eine Gefahr für die Reinheit der amerikanischen Rasse erblicken. Ueber den jüdischen Einfluß in den amerikanischen Staaten veröffentlichte die amerikanische Wirtschaftszeitschrift „Publicist Economist" im April 1936 einiges Material, das die Pressefehde gegen den Kukluxklan erklärt. Nach der Zeitschrift sind 97 v. H. aller amerikanischen Zeitungsoerleger Juden, das Rundfunkwesen befindet sich zu 99 o. H. in den Händen des jüdischen Kapitals, Film und Theater zu 100 Prozent. 76 v. H. der freien Berufe, der Aerzte, Rechtsanwälte, Journalisten feien mit Juden besetzt, der Exporthandel befinde sich zu 90 o. H. in den Händen des jüdischen Kapitals, und nach einer Mitteilung des Staatsdepartements für Finanzen gehören den Juden fast 62 v. H. des amerikanischen Bodens. Man hat die Klan-Bewegung als eine Art Freimaurerorden bezeichnet, aber das ist vollkommen unrichtig. Die Kukluxklan-Bewegung entstand nach dem nordamerikanischen Bürgerkrieg 1865, als Haufen entlassener Soldaten das Land unsicher machten. Es war eine Selbstschutzbewegung der Farmer, die rücksichtslos gegen die Marodeure und die plötzlich befreiten größenwahnsinnig gewordenen Neger vorgingen und, da die Staatsgewalt nicht eingriff, radikale Selbsthilfe übten. Man kennt den Auszug dieser Kukluxklan-Leute aus phantastischen Schilderungen. Wie sie, in weiße Mäntel gehüllt, verlarvt, plötzlich die Missetäter oder was sie dafür halten, packen, sie federn ober auspeitschen. Die Klan-Leute sind Judengegner, Katholikengegner und Gegner einer Einwanderung aus den Ländern, die sie als „freigeborene Amerikaner" für amerika- feindlich halten. So wandten sich die Klan-Leute während des Krieges auch gegen die Deutsch- Amerikaner. Die Klan-Bewegung ist daraus bedacht, alles Artfremde abzustoßen. Daher findet sie die Sympathien der weißen Bevölkerung. Der neue Kukluxklan ist in dem südatlantifchen Bundesstaat Georgia entstanden, der eine starke Negerbevölkerung besitzt. Sein Neugründer, Joseph Simmons, war ursprünglich Methodistenprediger. Der alte Name, welcher feit dem Jahre 1866 Gebrauch wurde, sollte „Kukloi" heißen, ein Wort, das von dem griechischen Kyklos (Kreis) abgeleitet wurde; aber durch den Zwischenruf eines Teilnehmers wurde daraus Kuklux, in Erinnerung an einen Klan von Cocletz, einer früheren Geheimgesellschaft von Tennessee. Die Verfassung des Geheimbundes ist natürlich von echt amerikanischen Mätzchen und Titeln umgeben, die aber gerade deshalb auf die Amerikaner einen großen Eindruck machen. Die Klan-Leute haben feit ihrem Wiederaufkommen im Jahre 1915 Lanze Bundesstaaten unter ihre Gewalt gestellt, so Texas, Colorado, Indiana, Oklahoma, Illinois, Alambama ufw. Frauen, die keinen puritanischen Lebenswandel führen, werden abgestraft, Männer, die mit Negern oder Juden sympathisieren, werden aus den Betten geholt und, wenn es sanft zugehen soll, ausgepeitscht. Neger werden durch die Klan-Leute in Schrecken gehalten, Katholiken rücksichtslos verfolgt. Der Geheimbund will mit allen Mitteln Amerika nordisch erhalten, und zwar nordisch-protestantisch. Daß der Oberste Bundesrichter Black diesem Bunde angehören soll, ist eine Entdeckung, die bezeichnend ist für das Anwachsen dieser Bewegung zur Reinhaltung der amerikanischen Rasse und Kultur, rt. ZmNovember erste „KdF^Ztalienreise" des Gaues Hessen-Nassau. NSG. Wie vorn Reichsorganisationsleiter Dr. Ley angekündigt, führt in diesem Winter zum ersten Male die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" Reifen nach Italien durch. Für die Fahrten sind alle Vorbereitungen getroffen, fo daß bereits im nächsten Monat die ersten Arbeitskameraden die Reise nach Italien antreten. Die erste Fahrt mit Arbeitskameraden aus dem Gau Hessen-Nassau erfolgt am 12. November von Frankfurt aus. Mit dem V-Zug fahren die Teilnehmer nach Genua, von wo aus sie mit dem Dampfer „Der Deutsche" u m ganz Italien nach Neapel, Palermo, der Küste von Dalmatien und Venedig fahren werden. In Venedig wird die Rückfahrt angetreten. I* 1 II eine (DAV. Funkspruch.) (Off- Das Hauptquartier der Jot- lofio, 16. Sept afienbienff des DRV.) mofa-Garnifon macht sie gehalten, wurde sie geräumt? Keine Mensche nseele ist hier mehr, die einem darüber berichten könnte. Handgranaten, chinesische und japanische, die nicht ausgelöst wurden bedecken den Boden Tranatemschläge haben die Straßen aufgerissen. Trümmer der Häuser sind darüber hereingebrochen. Nirgends kann der Krieg grausamer, erbitterter bisher ausgefochten sein als hier. Fuß für Fuß gehen wir vorwärts, vorsichtig, um keine Explosivkörper zur Auslösung zu bringen.' Ein kleiner japanischer Kommandowagen kommt hinter uns her gefahren. Wir bringen ihn gerade noch vor zwei Handgranaten zum Stehen In der Nähe schlägt plötzlich wieder Geschützfeuer ein. Einzelne Gewehrschüsse fallen dazwischen. Sie unterbrechen fast unangenehm die Friedensstille dieser verödeten Straßenzüge Mein Begleiter und ich halten Rat, wie weit wir noch vor können. Doch uns fehlt eine Karte, uns fehlen auch die genauen Positionsangaben der chinesischen Stellungen, die hinter jener Straßenwendung schon liegen können, so ziehen wir uns zurück. Wir gehen noch einmal die Wege, die wir gekommen sind. Dort liegt ein Mensch, den ein Bauchschuß getroffen haben mag, vornüber gebrochen. In einer Seitenstraße recken drei Körper die Hände zum Himmel. Sie müssen vergeblich versucht haben, aus dieser Hölle von Kampf und Feuer ein Entrinnen zu finden und sind dann hier vor einer Häuserfront, die an sich unbeschädigt ist, zusammengebrochen. Wir sind beide sehr still geworden. Und als der Wagen zurückrollt durch die Straßen, die wir anfangs passierten, in denen wir die ersten Brandstätten sahen und glaubten, die Vernichtung gesehen zu haben, kommen uns andere Erkenntnisse? w e l ch e Ausmaße dieser Krieg, der aus Schanghai her- vorbrach, noch anzunehmen vermag. An der Schanghai-Front Besuch im Kampfgebiet einer Großstadt. Von unserem H-Äerichierstatier. in südwestlich von Schanghai, wurde durch Bombenabwürfe m Trümmer gelegt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mitteilung von der erfolgreichen Landung japanischer Truppenteile aus For- 23ei einem Automobilunfall verunglückte auf dem ^>'?bp?^eltag der Arbeit der Hauptstellenleiter im Stabe des Stellvertreters des Führers, SA-Stan- dartenfuhrer z. V. im Stabe der Obersten SA.- Führung Pg Dr. Karl Heinz Müller, töd- ich. Die Beisetzung Dr. Müllers findet am 16. Seo- tember in Güstrow in Mecklenburg statt. feen soll anstrengend fein, die Kämpfe erbittert. Außerdem fällt auch hier wieder auf, wie zahlenmäßig gering der japanische Einsatz ist. Man gibt uns einen Mann zur Bedeckung mit, da wir au das weiter vorliegende Gelände der Schanghai- University, eine amerikanisch-chinesische Universität wollen. Man rät uns dringend Vorsicht an, da das Gelände nicht von japanischem Militär besetzt sei, man habe die Chinesen aus den Anlagen vertrieben Jetzt bestände noch eine Sniper-Gefahr, d- h- die Gefahr vorgeschobener chinesischer Schützen- posten, die — unerklärlich woher — immer wieder auf dem Gelände erscheinen. Wenn man nicht wüßte, daß Krieg wäre, man würde es hier draußen kaum merken, herrliche Ruhe liegt über dem gepflegten Gelände. Wir greifen von Haus zu Haus, immer ein wenig im Schutz der Wände, nehmen schnell hier ein Photo, dort eins, von Einschlägen einiger Bomben und Granaten. Der Soldat hat entsichert, doch die Ruhe wird von keinem Schuß durchbrochen. Von der Universität bis zur ersten Frontlinie sind es rund zweihundert Meter. Die Landstraße ist von jeder Seite ungeschützt. Wir müssen bedacht fein, fofort nach rechts in die Gräben abzuspringen. Langsam pirschen wir uns so an die Stellung her- an, melden uns bei dem führenden Offizier und rucken ein wenig in den Schutz des Unterstandes, der hinter eine rechtwinklige Barrikade gebaut ist, Zehn Mann liegen hier im Augenblick. Ein Unter- Offizier gibt ihnen Instruktionen. Wir können nicht erfahren, welcher Art sie sind. Doch nachdem wir die Sicherung verlassen haben, brechen die Soldaten vor. Ein dreifach besetztes Motorrad rast heran, ein Trupp folgt, ein Radfahrer verläßt nach uns m unserer Richtung die Stellung — man bereitet offensichtlich etwas vor. Wenn wir uns auf unsere Informationen beziehen, dann würde der japanische Versuch, die Stellungen bei Pangtsepu und die bei Wusung in einer Front auszurichten, bevorstehen. Wir fahren nach Vangtsepu zurück, um die Frontstellungen in der Kard Road, also in nördlicher Abgrenzung der Internationalen Niederlassung aufzusuchen. hier haben in den ganzen letzten vierzehn Tagen schwere Kämpfe stattgefunden. Auch für die Lage in diesem Sektor standen die Meldungen der beiden kämpfenden Parteien sich widersprechend gegenüber. Die Chinesen behaupteten, von hier aus weit in das Settlement vorgestoßen zu sein, die Japaner erklärten, daß den Chinesen dieser Vor- stofe niemals gelungen sei. Wir haben eine objektive Seele gefragt, den Torwächter des Gefängnisses. Der Mann war offensichtlich zufrieden, einmal wieder ein halbwegs ziviles Gespräch führen zu können, und einmal wieder in der Mittagsstunde ohne Schrappnellsplitter vor dem Tor seines Hauses stehen zu können, obwohl er meint: mir macht es nichts, ich bin alter Krieger. Also einer der vielen Weißrussen, die in Schanghai un- tergefommen sind und einer der wenigen, die eine ausfüllende Beschäftigung gefunden haben. Er zeigt auf zwei Barrikaden, die in der dem Gefängnis vorgelagerten Straße, eben der Ward ’Aoarö, rechts und links in einiger Entfernung auf- gebaut sind. Dort seien die japanischen Positionen gewesen. An dieser Seite hätten die Japaner das Gefängnis gedeckt. Doch die anderen drei Seiten feien von den chinesischen Truppen umzingelt gewesen. Bis zum gestrigen Tage ist hier noch ae- Japanische Truppenlandungen in Südchina. Teile der Garnison Formosa setzen auf die südchinesische Küste über. Chinesischer Widerstand gebrochen. kämpft worden. Dann nahmen die Chinesen ihre Truppen bis an die nicht weit entfernte Grenze der Niederlassung zurück, um so ihre Front auszurichten. Der Mann erzählt uns auch von den Schrecknissen des Gefängnisses, von den Einschlägen, die manche Verluste herbeigeführt hätten. Erst in der letzten Nacht sei noch einmal eine Granate ein- geschlagen, habe vier Gefängnisinsassen schwer und acht leicht verletzt. Der Wagen muß hier stehen bleiben, wir stoßen wieder zu Fuß vor. Was sich hier jetzt an Bildern bietet, ist Krieg in feinen schwersten Auswirkungen. Wir haben die ganze Schanghai- front in diesen Tagen abgefahren, wir Haden die Straßen- und Feldstellungen ausgesucht, wir haben die Trümmer aus Bränden uno schwerstem Geschütz-, Minenwerfer- und Gewehrfeuer gesehen, doch nirgends waren die Verheerungen so stark wie hier. Straßenweise sind Die Häuser ausgebrannt. Schwelender Rauch steigt hier und dort aus den Trümmern. Verkohlte Balken hängen von den Resten der Ummauerung herunter. Glassplitter bedecken die Straßen. Durch ein ausgebranntes Tor sieht man in ein früheres Büro. Der erste Raum ist völlig vernichtet. Dann steht der Rest einer Glastür. Unversehrt ist dahinter der Schreibtisch, ist ein Aktenschrank an seinem Platz. Einer der wenigen Besitzer dieses Distriktes, der noch ein Bruchteil seiner habe wiederfinden wird. Erhöhte Aktivität der japanischen Luftwaffe. Tokio 16. Sept. (DNB Funkspruch.) (Ost. afietwlenft des DNB) Japanische Frontmeldungen > lassen eine erhöhte Aktivität der japanischen Luft- waffe bet Schanghai und in Nordchina und den Einsatz der japanischen Militärflugzeuge auf Fernziele erkennen. Am Mittwoch wurde die Hauptstadt der Provinz Schansi, Taiyuanfu, erfolgreich mit Bomben belegt. Auch die Stadt L o y a n g in der Provinz honan, die während der -Schanghaikämpfe im Jahre 1932 vorübergehend 3ur Hauptstadt Chinas erklärt worden war, wurde stark bombardiert. Loyang liegt ungefähr 800 Kilo- Meter von der nächsten japanischen Flugbasis entfernt. Die Lage der Ausländer in Schanghai. N-uyork, 15. Sept. (DNB.) In Schanghai wiederholte Admiral Yarnell, Der Oberbefehlshaber des amerikanischen Ostasiengeschwaders. nach- drücklich feine an Die chinesischen unD Die japanischen Truppen gerichtete Aufforderung, D a s Fe u er n über im Hafen liegende aus- ländliche Kriegsschiffe hinweg einzu- tellen, da hierdurch nicht nur Menschen an Bord, andern auch in den dicht besiedelten ausländischen Niederlassungen gefährdet würden. Die Forderung Yarnells, der der langältefte ausländische Offizier in den chinesischen Gewässern ist, wurde von Den GeschwaDerchefs Englands, Frankreichs, Italiens und Hollands unterstützt. In der Internationalen Niederlassung und Der fron« zösischen Konzession sinD insgesamt 6 5 8 Per- 15 Sept. (DNB.) Nationale Soldat ist gestorben. In Der französischen Konzession sind neun Personen Der Krankheit erlegen. Oer Kaiser von Japan dankt dem Führer. Berlin, 15. Sept. (DNB.) Seine Majestät der Kaiser von Japan hat an Den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: ,,(fs ist mir ein Bedürfnis, Euerer Exzellenz meinen aufrichtigsten Dank für Den liebens- würdigen Empfang auszuDrücken, den Sie, ebenso wie Die Reichsregierung unD Das Deutsche 'Solf D e m Prinzen Chichibu währenD seines Besuches m Deutschland entgegengebracht ha- ben pd) beglückwünsche mich hierzu um so mehr, als Dieser Besuch Dazu beigetragen hat, Die g u • Beziehungen, welche jetzt schon unsere Lander verbinden, zu festigen und zu ft a r f e n. Gez. Hirohito." kleine politische Nachrichten. erundReichskanzlerhat Sei- ner Majestät Dem König von Dänemark Drahtlich feine besten Wünsche für Die Genesung ihrer Majestät Der Königin übermittelt, Die in Ska- unterzog/'"^ t^peration wegen Darmverschlingung ♦ Der Führer und Reichskanzler hat in einem Telegramm dem Chef der Ordnungspolizei S-v.-Obergruppenführer und General Der Polini Daluege zu seinem 4 0. Geburtstag seine herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Ebenfalls haben Der preußische Ministerpräsident, Der Stellvertreter Des Führers, Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichskriegsminister. Generaloberst von Fritsch' Korpsführer Hühnlein und andere Persönlichkeiten von Partei und Staat dem verdienten Vorkämpfer Der Bewegung ihre Glückwünsche übermittelt. Mut Einladung des R-ichsniinisters der Lustfadrt ist der Chef der Königlich -Schwedischen Lust, waffe, Generalleutnant Frits. zu einem Beluch -der deutschen Luftwaffe in Berlin eingetraffen in femet ®eg cinjng befinden sich der Chef des Sfa- bt5, Oberst Norden ksöld, und Hauptmann ^°"dstr° m Die Gaste besichtigen Einrichtungen und Einheiten der Lustwasfe sowie Werte der Äst. fahrtmdustne. ' An Schansi-Front ziehen sich die chine- ischen Truppen aus Dem Gebirgspaß Penmenkuan 1 zurück. Der im Zuge Der inneren großen Mauer auf i >er Straße zwischen Tötung und Taiwan, Der gauptftaDt der ProvinH Schansi, liegt. Auch an Dieser Front haben sich Teile der früheren kornrnu- i iistischen chinesischen Armee roieDer zusammenge- 1 unDen. So stellt es sich heraus. Daß Die StaDt pi ÄuangIin0 nicht nur von Der einen chinesischen Division oerteiDigt wurDe, Die sich von Nankau unD Kalgan dorthin zurückgezogen hatte, sondern auch von zwei Divisionen der kommunistischen Armee. Die Stadt Tötung, die sich den japanischen Vorposten ergeben hatte, wurde von größeren japa- mschen Einheiten besetzt. Bei ihrem weiteren Dor- warsch nach Süden fanden sie wenig Widerstand. Sie besetzten die mauerumgebene Stadt h u a i j e n, 50 Kilometer südlich von Tatuna und 70 Kilometer wrdlich vom Yenmenkuan-Paß. ^nnnische Bomben- lieger zerstörten das Arsenal und die Pulverfabrik von Taiyan, Die bedeutendste in ganz China. mofa an Der südchinesifchen fiü ff e gegenüber der Insel Formosa. Obgleich aus der Meldung nicht hervorgeht, wo die Truppenlandung erfolgte, laßt sich erkennen, daß sie entweder in der Provinz Fukien oder im Norden der Provinz Kwangtung stattfand. Bei der Landung stießen die japanischen Truppen auf chlne- fischen Widerstand, der jedoch nach kurzem Kampf überwund en wurde. Die Mitteilung des Hauptquartiers der Formosa-Garnison wurde in Tokio mit großem Interesse ausgenommen, obgleich die Ansicht vorherrscht, daß nur eine lokale Aktion der Formosa-Garnison beabsichtigt sei. Die Schlacht bei Kuan Große japanische Erfolge in Nordchina. P ei pi n g, 15. Sept. (DNB.) Die neue japanische Offensive in N 0 r d ch i n a , über die bereits kurz berichtet wurde, hat nach dem Urteil japanischer Militärsachoerständiger zu der g r ö ß t e n S ch l a ch t geführt, die im Fernen Osten feit Dem russisch-japanischen Krieg geschlagen wurde. Die Kampfhandlungen begannen am Dienstag in großer Breite im gesamten Gebiet zwischen der Tientsin- Pukau- und der P e i p i n g - h a n k a u - Eisenbahn. Die japanischen Truppen, Die die Stellungen am nördlichen Ufer Des hunho oDer Pungtingho innehatten, begannen gegen Mittag Den Fluß zu überschreiten, unD zwar zunächst westlich Der StaDt Kuan. Der etwa 300 Meter breite Fluß dessen hohe Ufer mit Weiden bestanden sind, war durch die heftigen Regenfälle der letzten Tage so angeschwollen. Daß Die Wassertiefe sowie Die chinesischen Befestigungen auf Dem SüDufer Den Japanern Den Uebergang schwer machten. Schließlich gelang es jedoch Den japanischen Truppen, unter Dem Schutze von heftigem Artilleriefeuer sowie unterstützt von Bombenflugzeugen, auf Dem südlichen Ufer Fuß zu fassen und ihre Linien schnell zu entwickeln. Tanks und Kraftwagen folgten auf Pontons und rasch hergestellten Brücken. Schon vor Einbruch Der Dunkelheit hatten die japanischen Truppen in diesem Abschnitt mehr als zwölf Kilometer Boden gewonnen und Den Fluß Tsingho oDer Tschumaho erreicht. Die StaDt K u a n . Der Mittel- punkt Der ersten chinesischen VerteiDigungslinie, fiel am Mittwochmorgen in japanische Hand Zwei StunDen später wurde Yungtsing besetzt. Weiter westlich, im Frontabschnitt südlich von ^langhsiang, trieben Die japanischen Truppen Die Emesen in Richtung auf Tschotschou und Pao- tmgfu, wo sich Das Hauptquartier Der chinesischen NorDfront befinDet, zurück. Japanische Fliegergeschwader warfen auf Die StaDt Tschotschou einen Regen von Bomben ab. Auch Paottngfu unD Orte an Der Bahnstrecke nach Hankau wurden heftig bombardiert. Die ganze Gegend ist in schwarzen Rauch gehüllt. Zwei chinesische Militär- lüge, 200 Waggons mit Munition und Gasolin owie zahlreiche Brücken wurden durch japanische Jhegerbomben 3 e r ft ö r t. Die japamschen Truppen mb im Verlaufe dieser Schlacht zum ersten Male auch auf Teile der chinesischen k 0 m m u n i ft i« ch en Arme e gestoßen. Nachdruck verboten. Schanghai, Ende August 1937. Die Einfahrt in die eigentliche Kampfzone, ob man nach Hongkew will oder nach Tschapei oder nach Nangtsepu, geht immer über Die O ar Den Bridge. Man wird visitiert, unD hat man kein ausreichendes Ausweispapier, d. h. einen Erlaubnisschein des Landungskorps, wird man nicht eingelassen. Ausweise des Generalkonsulats sind als ungültig erklärt worden. Wir fahren zunächst die große Straße hinter den Schuppen, Den Broadway, hinauf. An der nahegelegenen Dixwell Road Bridge ist erneute Kontrolle, dann hat der Wagen freie Fahrt und wird nur ganz selten noch aufgehalten. Soweit auch ist die Straße völlig unbeschädigt. Das erstaunt ein wenig, denkt man an den glühenden Feuerschein, der Abend für Abend über dem Pangtsepu- Distrikt lag und denkt man an die schweren Rauchwolken, an die flackernden Feuer, Die in Den Tagesstunden immer wieder irgendwo, bald hier, bald dort, heroorbrachen. An der großen chinesischen Nanyang-Zigarettenfabrik sind die ersten wirklichen Brandstätten zu sehen. Kleine Wohnblocks sind es, in Den Vorderfronten, wenn wir uns recht erinnern, war manche Seemannskneipe. Der große Speicher von Carlowitz ist wie durch ein Wunder unversehrt^ rechts unD links hat das Feuer gewütet. Auch der Helchers-Schuppen ist unversehrt. Am äußersten Zipfel der Internttionalen Niederlassung zum Pangtse hin biegen wir ein wenig nach links, in die vielgenannte Kung D a h Cotton Mill. Die Chinesen wollten sie zu Beginn der Kämpfe gleich erobert und sich Damit einen wichtigen strategischen Punkt gesichert haben. Von diesen Kämpfen sind kaum Spuren vorhanden, sie können nicht sehr schwer gewesen fein. Lediglich ein großer Granateinschlag wird festgestellt. Sonst aber erklären die Japaner, daß die Mühle nie in chinesischen Besitz gekommen sei. Im Hof steht eine kleine Abteilung japanischer Soldaten 3um Befehlsempfang. Sie treten weg, springen auf vie bereitstehenden Lastkraftwagen, verladen einiges Material und fahren ab. Der Kommandierende dieser Befehlsstelle empfängt uns freundlich und gibt die generelle Einwilligung, an die Front gehen zu dürfen. Wir fahren auf die Sttaße zurück und bewegen uns weiter östlich in der Richtung des Yangtse, in der Richtung von Groß-Schanghai und in Richtung der chinesischen Stellungen. Rechts von der Insel Point Island grüßt die Hakenkreuzflagge, grüßen die weißen Häuser der Arbeitsfront und der HI. Es scheint uns lange, daß wir dort zuletzt in froher Gemeinschaft weilten und ist doch erst eine kurze Zeit her. Auf dem früheren Pangt- s e p u - G 0 l f p l a tz traqen Die Japaner jetzt alle Hügel ab, ebenen Die Anlage ein unD schaffen so den notroenDigen Flugplatz für die Luftwaffe Der Armee, Die in kurzer Zeit eingesetzt werden soll. Unendliche Schoren von Kulis sind beschäftigt, die Sandmossen fortzutragen, zahllose Walzen planieren den Boden. Hier an dieser Stelle ist auch der letzte japanische Befehlsstand. Durch einige Korbstühle ist er komfortabler geworden als andere, sogar eine Wanduhr hat man eingehängt. In einigen Chinesen- Hütten, die tiefer auf den angrenzenden Wiesen liegen, ruhen Mannschaften. Der Dienst hier Drau- lieber Den Straßen liegt Durchdringender Leichengeruch, der den Atem verschlägt. Man findet halbverkohlte Körper. Nur aus Kleiderfetzen, die an ihnen hängen, kann man erkennen, daß ein Teil der hier Umgekommenen Soldaten sinD. An einem Fleck liegt ein Seitengewehr, liegen Patronenhülsen, auf verkohlten Knochenresten sitzen Schwärme von Fliegen. Weiter vorn erreichen wir zusammengebrochene BarrikaDenstellung. Ist Diese Ausnahme, Die vom amerikanischen Dampfer „PresiDent Lincoln" gemacht wurDe, zeigt einen japanischen Zerstörer bei Der Beschießung chinesischer Schützengräben bei Schanghai. (Scherl-BilDerDienst-M.) " "" W W ERWACH L Ls E L z «k ' W M ^■'. ■ W. »c» WMWM 'HWMW^W Oie Standarte der Ordnungspolizei. Feierliche Einholung der ersten Polizeistandarle. In feierlicher Form wurde am Mittwochvormittag die erste Standarte, die der Führer der Polizei in Nürnberg verliehen und in dem Luit- poldhain mit der Blutfahne der Bewegung ge- weiht halte, von einer Ehrenformation der berliner Schutzpolizei eingeholt und vom Dienst- gebäude des Kommandos der Schutzpolizei nach dem Hauptamt Ordnungspotizei Unter (Scherl-Bilderdienst-M.) den Linden 72 übergeführt. Drei Hundertschaften in der neuen in Nürnberg gezeigten Paradeuniform begleiteten die von dem Blutordensträger Oberleutnant Albrecht getragene und von zwei Ehrenzeichenträgern flankierte Standarte auf ihrem Marsch. Unter den Klängen des neuen, für Nürnberg komponierten nationalsozialistischen Polizeimarsches, zog die Ehrenformation durch das Brandenburger Tor zum Hauptamt, wo das Offizierkorps des Stabes des Chefs der Ordnungspolizei General D a l u e g e das Wahrzeichen der Polizei empfing. Unter den Rhythmen des Präsentiermarsches vollzog sich hier die feierliche Ueberführung der Standarte in das Dienstgebäude, wo sie im Zimmer des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, neben drei der ältesten Fahnen der Bewegung, der ersten Frontbannfahne, der ersten Fahne der Berliner Nationalsozialisten und einer der ältesten Fahnen der kurmärkischen Braunhemden Aufstellung fand. Mithilfe beiSpionageabwehr! Besondere Vorsicht im Gebiet der Wehrmachtsmanöver. Berlin, 15. Sept. (DNV.) 3m letzten Drittel des September sind Teile Norddeutschlands der Schauplatz der Wehrmachlmanöver 1937. Eine Woche lang wird die neue Wehrmacht mit ihren drei Wehrmachtsleilen. Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe, im unbekannten Gelände unter feld- mähigen Bedingungen Hebungen durchführen und die Brauchbarkeit des vielgestaltigen Kriegsgerätes erproben. Es liegt auf der Hand, datz die aus- ländische Spionage, von deren Dirken die Landesverratsprozesse der letzten 3ahre und 2Ho- nate Kunde gaben, während der Wanöverzeil eine verschärfte Ausspähungstätigkeit versuchen wird. Die Erfahrung früherer Manöver hat gezeigt, datz stets eine ganze Anzahl von Agenten, Spionen und Aushorchern unmittelbar in das Uebungsgebiet entsandt werden. Zur Abwehr dieser landesverräterischen Elemente und zum Schutz unserer Wehrmacht sind a l le notwendigen Mahnahmen getroffen. Auch das Landesverratsgeseh, das für den Verräter den Tod durch das Beil des Scharfrichters vorsieht, wird inzwischen senen verächtlichen Kreaturen bekannt geworden sein, die sich durch Verräterei und Spionage ein schmutziges Iudasgeld verdienen wollen. Niemand braucht daher in Sorge zu sein oder sich besondere Gedanken zu machen. Wer allerdings glaubt, aus verdächtigen Wahrnehmungen, Beobachtungen, Gesprächen usw. schliehen zu müssen, dah Staatsfeinde ihr Anwesen treiben ober Spione am Werk sind, der wende sich umgehend vertrauensvoll an den nächsten Polizeibeamten. Ls wird selbstverständlich von jedem Volksgenossen, der seine erwünschte Mithilfe zur Verfügung stellt, erwartet, dah er sich der Tragweite seiner Anzeige b e w u h t ist, damit die Aeberwachungs- organe nicht durch unbegründete Anzeigen von ihren Aufgaben abgehalten werden. Beschlagnahme polnischer Blätter in Danzig. Danzig, 15. Sept. (DNB.) Durch Verfügung des Polizeipräsidenten war die Einfuhr und Verbreitung der polnischen Zeitungen „Jllustro- wany Kurjer Codzienny" und „K u r j e r B a l t i cf i" verboten worden. Die Polizei hatte den Verdacht, daß trotzdem Exemplare der verbotenen Zeitungen von polnischen Postbeamten den Beziehern zugestellt wurden. Um sich darüber Gewißheit zu verschaffen, wurden die betreffenden Postbeamten aus dem Polizeipräsi- dium vernommen. Hier bestätigte sich der Verdacht. Da es den völkerrechtlichen Grundsätzen und den Grundsätzen des Gastrechtes widerspricht, daß Maßnahmen der Danziger Polizei durch die polnische Post in Danzig verhindert werden, ist die polnische diplomatische Vertretung vom Senat gebeten worden, die nötigen Maßnahmen zu treffen, daß die polnische Post in Danzig nicht Handlungen oornimmt, die nach dem Gesetz des Danziger Staates gesetzwidrig und strafbar sind. Gleichzeitig war der polnische diplomatische Vertreter wegen der Sistierung der polnischen Postbeamten beim Senat vorstellig geworden. Die Angelegenheit ist nunmehr als erledigt zu betrachten. polmscheplanemderMereszone Don unserer berliner Schriftieitung. Nicht alle Pläne von großem Wurf, an denen es in Polen selten mangelt, sind zur Durchführung gelangt, man muß aber gestehen, daß diejenigen, die irgendwie mit der polnischen Seegeltung Zusammenhängen, dennoch mit großem Eifer oor- wärtsgetrieben zu werden pflegen. So war es mit dem Ausbau des Hafens von Gdingen, der durch die französischen Kredite gefordert wurde, o war es mit der Kohlenbahn vom Meer bis nach Oftoberfchlefien und jetzt hat man das alte deutsche Fischerdorf H e l a geräumt, um hier eine Seefestung anzulegen, die geeignet sein dürfte, die gesamte Danziger Bucht zu beherrschen. Wie man hört, ist in löjähriger Vorbereitung ein Projekt fertiggefteüt worden, daß bezweckt, 10 000 Hektar Land in der Putziger Bucht dem Meer abzuringen. Der Vergleich mit Deutschland liegt nahe, ist aber dennoch wohl nicht ganz am Platze, wenn man bedenkt, daß Polen in seinen Ostgebieten noch weite unerschlossene Ländereien hat, die der Kultur erschlossen und besiedelt werden könnten. Die Ge- amtfoften sollen viele Millionen betragen und man könnte sich vorstellen, daß man mit dieser Summe das Mehrfache an Bauern auf ertragsfähigem vorhandenem Boden ansetzt. Wenn diese Pläne dennoch verfolgt werden, dann liegt die Vermutung nahe, daß dabei noch andere Erwägungen mitsprechen. Was hat es mit der Putziger Bucht auf sich? Man ziehe eine gerade Linie von der Spitze der Halbinsel Heia zum nördlichen Ende des Gdinger Hafens und man chneidet damit ungefähr den Teil der Danziger Bucht vom Meere ab, der zu Land verwandelt werden soll. Die Seetiefe ist außerordentlich gering in diesem Teile, und zwei tiefere Stellen sollen a l s Binnenseen zurückbleiben, wenn man den schützenden Damm errichtet und die 40 000 Morgen Lano aus dem Meere holt. Die unmittelbare Folge dieses Werkes wäre nun zunächst, daß die Hafen- und Fischerstadt Putzig eine Binnen st adt würde, wodurch eine größere Zahl von Gewerben brotlos nv -hen oder ihre Betriebe anderswohin verlegen r te. Allerdings hätte Putzig damit die Möglichkeil sich nach der Seite des neu gewonnenen Lanoes auszubreiten und seinen Hafen weiter hinauszuschieben, was aber wiederum bedeutende Kosten verursachen müßte. Ein Vorteil dieses Projektes springt in die Augen: Die Landverbin- d u n g von Gdingen nach dem Orte Hela, also vom Hafen zur Küstenoerteidigung, würde auf etwa die Hälfte der heutigen Strecke, die etwa 60 Kilometer beträgt, verkürzt werden, was von großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung wäre, um so mehr, als die heutige Eifenbahnlinie, soweit sie auf der außerordentlich schmalen Halbinsel entlangläuft, also fast 25 Kilometer weit in unmittelbarer Nähe der Küste entlangführt, damit strategisch sehr gefährdet ist und auch bei starkem Seewind an einigen Stellen oft von Sturzwellen erreicht und unterwühlt wird. Man wird sich in ALarschau also wohl den Kopf zu zerbrechen haben, ob dieser Vorteil die Millionen wert ist, die die Ausführung des Planes kosten würde Land der Lugend. Eindrücke eines britischen Offiziers vom Reichsparteitaq. London, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Zuschrift des Majors F. Yeath-Brown, der während des Parteitages in Nürnberg war. In dem Brief heißt es, daß der Nationalsozialismus ungeheuer viel dazu beigetragen habe, b i e körperliche E r - t ü ch 11 g u n g zu vertiefen. In Nürnberg feien Taufende von Jungen des Reichsarbeitsdienstes mit bloßem Oberkörper vorbeimarsckiert Das sei das eindrucksvollste Schauspiel gewesen, das er je gesehen habe und bestimmt kein militärisches Schauspiel, sondern im Gegenteil ein Ausdruck der Würde der Arbeit. In, England verliere man viel Zeit, indem man sich den anderen gegenüber überlegen fühle und indem man [ mißachte, was ungewöhnlich fei. Auf diese Weise verliere der Engländer den Anschluß ' an wichtige Dinge, die sich auf dem Kontinent abspielten Eines dieser Dinge sei die Organisation des deutschen Arbeitsdienstes Das ' neue Deutschland mache auf jeden Besucher den ■ Eindruck körperlicher Gesundheit. Es habe . endgültig die „steife K r a g e n m e n t a 1 i t ä t" , ü b e r w u n d e n, die in England noch vorherrschend . sei Nürnberg, das man zu unrecht geringschätzig ! die Stadt der Uniformen genannt habe, könne man । nur als „Stadt der Jugend" bezeichnen । XVI. Deutsches Turn- und Sport- [ fest 1938 in Breslau. Breslau, 15. Sept. (DNB.) Der Führer hat x die Durchführung des XVI. Deutschen Turn- und , Sportfestes 1938 in Breslau genehmigt Diese ' Veranstaltung der deutschen Turner und Sportler, 1 ja der Leibesübungen treibenden Nation über» ’ Haupt, soll die Erfüllung der in Stuttgart 1933 in . Anwesenheit des Führers umrissenen Aufgabe , weiterführen. Eine leibestüchtige, in Leistungen erprobte und in Gesundheit strahlende junge Mann» J schäft soll als geschlossene Gemeinschaft des Volkes Deutschland wach und kräftig halten. Die deutschen Turnfeste sind aus Jahns Ueberlieferung feit ' dem ersten Fest in Coburg 1860 Bekenntnisse zu einem machtvollen und einigen Reich gewesen. Die Einbeziehung der Leibesübungen in das Kraftfeld der Reichsparteitage, der Bau des Riesenstadions in Nürnberg, die Förderung und Unterstützung der Leibesübungen als Teil der poli» g tischen Gesamterziehung durch Staat und Partei « in den Organisationen wie in der freien Gemein- , schäft des DRL. haben die Bedeutung und die r Aufgabenstellung der Leibeserziehung im Be- e wußtfein der Nation verankert. Der Führer hat - alle Dienststellen von Partei und Staat angewie- . sen, das Deutsche Turn- und Sportfest, Breslau i. 1938, zu fördern. M,F.lchlie6lich ohne Mundstück hergestellt Dv^Mvl^lemeilz^^i^rmEmaus folgenden Distrikten; r Jk^irgi-tiWem^h, JMeihJafwet einet f7a$a£ßaue*n an 9em ck seine Etenie in teotten mani* pufietrl zum SammettageK tktingii Aus aller Wett. Filchner in Kaschmir. Wie aus Bombay gemeldet wird, ist der deutsche Forscher Filchner in Leh (Kaschmir) eingetroffen. Altenburg sucht den Deutschen Skatmeister. Dom 24. bis 26. September findet in der Skatstadt Altenburg in Thüringen unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten M a r s ch l e r der 14. Deutsche Skatkongreß statt, der seinen Höhepunkt in der Austragung der Deutschen Skatmeisterschaft für Männer und Frauen findet. Die Meisterschaft, bei der der Titel eines Deutschen Skatmeisters bzw. einer Deutschen Skatmeisterin für die Höchstzahl an .Gewinnspielen nach Abzug verlorener Spiele an jedem Platze einmal mit Meisterdenkmünze zu gewinnen ist, wird als Einzelkampf mit 45 Spielen ausgetragen. Daneben werden als Mannschaftswettbewerb die Dereinsmeifterschaft um den Wanderpreis des Deutschen Skatverbandes und allgemeine Skatwettspiele ausgetragen, an denen sich jeder „Skater" und jede „Skaterin" beteiligen kann. Alle Spiele erfolgen nach den Regeln des Verbandes, der „Reuen Deutschen Skatordnung". Der Internationale Kongreh der Alkoholgegner. Auf dem Internationalen Kongreß der A l k o - holgegner in Warschau, an dem auch eine offizielle deutsche Abordnung unter Führung von Professor Reiter von Reichsaesundheitsamt und Professor Bauer vom Deutschen Verein gegen den Alkoholmißbrauch teilnimmt, wurde ein Bearü- ßungstelegramm des Reichsjugendführers Baldur v. S ch i r a ch verleben. Die von deutscher Seite gehaltenen Fachvorträge fanden in medizinischen Kreisen viel Beachtung. Dem Vortrag von Professor Bauer über Erfahrungen bei den Berliner Olympischen Spielen wird besonders in Sportkreisen mit großem Interesse entgegengesehen. Schwedisches Militärflugzeug abgeslürzt. Bei Strängnäs in der Nähe von Stockholm stürzte ein schwedisches Militärflugzeug ab. Die aus zwei Mann bestehende Besatzung fp m ums Leben. Drei Todesopfer eines Autounglücks in Salzburg. Ein entsetzliches Autounglück ereignete sich in Salzburg. Ein englischer Kraftwagen wurde beim Uebergang der Bundesstraße über die Bahnlinie Salzburg—Innsbruck von der Lokomotive eines Schnellzuges erfaßt. Von den vier Insassen des Kraftwagen wurden drei, ein Ehepaar namens Dow und eine Frau namens Bella Dow, alle aus Glasgow, getötet. Der Gatte der letzteren, der frühere Polizeidirektor von Glasgow, Alexander Dow, wurde schwer verletzt. Die Untersuchung ergab, daß an dem Unglück der Lenker des Kraftwagens die Schuld trägt. Schweres Vrandunglück in USA. In Weehawken (New Jersey, USA.) ereignete sich in einer chemischen Fabrik eine Explosion. Durch einen nachfolgenden Brand wurde die Fabrik vollständig vernichtet. 40 Arbeiter und Arbeiterinnen erlitten zum Teil lebensgefährliche Brandwunden. Der Sachschaden beläuft sich auf 250 000 Dollar. — Das Feuer sprang auf vier Wohnhäuser über und legte sie ebenfalls in Asche, während der Dachstuhl einer nahegelegenen Schule sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ueberschwemmungen der Oder bei Ratibor und Oppeln. Infolge starker Regengüsse hatte die Oder in den letzten Tagen Hochwasser zu verzeichnen. Der Höchststand, der in Ratibor am Dienstag mit 6,98 Meter gemessen wurde, lag um einen halben Meter niedriger als der beim großen Hochwasser von 1903, In der Niederung um Ratibor ist es zu umfangreichen Ueberschwemmungen gekommen. Weite Flächen stehen unter Wasser. Verschiedene Ortschaften der Oderniederung haben wegen der Ueberschwemmungen Verkehrsschwierigkeiten. In den tiefgelegenen Stadtteilen von Ratibor ist das Hochwasser in Gärten, Straßen und Keller eingedrungen. Infolge des Hochwassers mußten auch die Arbeiten an der Umlegung der Oder bei Ratibor, die nach ihrer Fertigstellung die Stadt Ratibor aus dem Ueberschwemmungsgebiet herausnehmen wird, eingestellt werden. Der Scheitel der Hochwasserwelle hat inzwischen die etwa 80 Kilometer weiter oderabwärts gelegene Stadt Oppeln passiert. Das Naturwunder der roten Seen in Kurhessen. Zu den merkwürdigsten Naturwundern gehören unstreitig die roten Seen in Kurhessen. Der eine liegt bei Dens (Kreis Rotenburg); er riecht ordentlich nach Schwefel; in seinem Wasser spielt kein Fisch, an seinen Ufern gedeiht keikie Pflanze, dafür ist er in regenreichen Jahren wasserarm, bei Trockenheit aber wasserreich, friert nie zu und färbt sich zu gewissen Zeiten blutrot. Kein Wunder, daß sich die Volkssage mit diesem unheimlichen See beschäftigt. Zwei unbekannte schöne Jungfrauen, die sich einst beim Denser Kirmestanz verspäteten, sollen sich angstvoll in den See gestürzt haben; darauf hat sich anderntags der See blutrot gefärbt, und dieses Farbenwunder soll sich alljährlich am selben Tage wiederholen. Denser Pfarrer haben die periodische Rotfärbung des Denser Sees seit dem 18. Jahrhundert wiederholt in ihren Kirchenbüchern vermerkt. Merkwürdig ist aber auch die Erklärung, die die Wissenschaft für diese eigenartige Naturerscheinung gefunden hat: Die Oeoe des Sees beruht auf feinem Gehalt an Vitriol, aus dem sich das Schwefelwasserstoffgas entwickelt, während die periodische Rotfärbung durch — Wasserflöhe verursacht wird. Jünger und weniger unheimlich ist der zweite rote See bei Großalmerode, am Weg vom Bilstein nach Witzenhausen im Werratal. Er entstand 1915 in dem ertrunkenen Basaltbruch des Hesselbühl. Hier beruht die eigenartige Rotfärbung des an sich klaren Wassers auf Schieferton und Eisengehalt im Buntsandsteinfels und Basalt. Lastautozug verunglückt: 4 Tote, 30 Schwerverletzte. In der Nähe der 30 Kilometer von Kowno entfernten Ortschaft Wilki stürzte ein mit 80 Personen, größtenteils Frauen, besetzter Lastautozug die Böschung eines Fahrdammes hinab und überschlug sich. Vier Personen kamen dabei ums Leben. Ferner wurden 30 schwer und 40 leichter verletzt. Bei den Fahrgästen handelt es sich um Besucher eines katholischen Ablaßfestes. Kunst und Wissenschast. Ein dänischer Maler über deutsche und entartete Kunst. Kopenhagen, 15. Sept. (DNB.) In der dänischen Kunstzeitschrift „Samleren" beschäftigt sich der dänische Maler und Kunstkritiker Otto Sievert mit der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Er geht in seinem Aufsatz ausführlich auf die Ergebnisse seiner Studien in den Münchner Ausstellungen ein und kommt dabei zu dem Schluß, daß der nationalsozialistische Staat eine sehr hohe Auffassung von der Bedeutung und vom Wesen der Kunst habe. Sievert schildert in seinen Betrachtungen auch, wie sich früher die jetzt als entartet entlarvten sogenannten Künstler auf die ersten Plätze in der deutschen Kunst schmuggeln konnten. Autorisiert von der herrschenden Clique in der Kunstliteratur hätten diese Leute sich einer Selbstvergottung hingegeben, die sie sich in ihren zu diesem Zweck eingerichteten Schriften hätten schaffen können. Das sinnenverwirrende Geschreibsel und semiphilosophische Gewäsch dieser Druckerzeugnisse habe sich aus kunstessayistischen Federn ergossen, die im Solde des Kunsthandels standen. Die künstlich geschaffene Berühmtheit, die sich um Nolde, Pechstein, Beckmann, Schmidt-Rottluff, Klee und viele andere ergoß, sei eine Berühmtheit auf tönernen Füßen gewesen. Das Bild Mussolinis für das Quedlinburger klopstock-haus. Das Klopstock-Haus zu Quedlinburg hat von dem italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini dessen Porträt mit eigenhändiger Unterschrift und herzlicher Widmung erhalten. Die feierliche Uebergabe des Geschenks erfolgt während einer am 16. Oktober im Quedlinburger Klopstock- Haus in Gegenwart führender deutscher und italienischer Persönlichkeiten stattfindenden Feier. Das Geschenk des Duce ist ein erneutes Bekenntnis zu dem Dichter Klopstock und dem von ihm vertretenen Kunstideal. Er schrieb im Jahre 1908 an der Universität Bologna eine Doktorarbeit „Ueber die Poesie Friedrich Klopstocks." Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 12. Sept. Dieser Tage hielt der Geflügel zuchtverein Klein- Linden im Cafe Lutz eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Der Vereinsführer teilte u. a. mit, daß für Taubenzüchter durch die Reichsfachgruppe für jedes Tier die Lieferung von 1 kg Futter zugesagt sei. Eine örtliche Geflügel-Werbeschau soll in diesem Jahre nicht durchgeführt werden, dafür wird aber im Oktober eine Vorschau der Ausstellungstiere durch einen Preisrichter vorgenommen werden. Der Vereinsführer warb noch für die Beteiligung an der Landesfachgruppenfchau, die Ende November in Gießen stattfinden wird. Er forderte noch die Mitglieder auf, bei den amtlichen Viehzählungen gewissenhafte Angaben zu machen. — Ein hiesiger Einwohner fand dieser Tage, unter feinen Strohvorräten tief versteckt, das Ne st einer Henne, in dem nicht weniger als 110 Eier lagen. Infolge der kühlen und dunklen Lagerung waren sämtliche Eier noch gebrauchsfähig. s. Lang-Göns, 12. Sept. Um größeren Felddiebstählen vorzubeugen, wurden neben den zwei Feldschützen, die in unserer Gemarkung die Aussicht führen, noch sechs Ehrenfeldschützen bestimmt und vom Kreisamt Gießen vereidigt. Es sind dies die Mitbürger Wilhelm Konrad Brücke! (Obergasse), Willi Drücket (Obergasse), Konrad Anton Wagner (Mohrgasse), Baumwart Georg Rudolph, Wilhelm Konrad Schmidt (Breitgasse) und Ludwig Schäfer (Holzheimer Straße). — Zur Zeit sind noch drei Dreschmaschinen in unserem Orte in voller Tätigkeit. Bei den Arbeiten helfen auch einige Arbeitsdienstmänner tüchtig mit. Man hofft, daß bis Ende September das gesamte Getreide gedroschen ist. Eine so frühe Beendigung des Ausdrusches ist äußerst selten. Im allgemeinen ist das Ernteergebnis ein recht gutes. — Die Frühkartoffeln find fast alle geerntet. Zur Zeit sind die Bauern mit dem Ausmachen der „Mittelfrühen" befchäfttgt. Beide Sorten übertreffen in den Erträgen bei weitem bas Vorjahr. Vor allem sind keine angefaulten Knollen anzutreffen. Auch die Spätkartoffeln zeigen — trotz der Trockenheit — einen vorzüglichen Stand, und man hofft auch hier auf eine gute Ernte. Die Aecker mit den Saatkartoffeln — in unserer Gemeinde gibt es 25 Bauern, die anerkanntes Saatgut züchten — versprechen ebenfalls einen außerordentlich guten Ertrag. Diese Grundstücke wurden schon zweimal von Fachleuten besichtigt, und dabei wurde festgestellt, daß von den oberhessischen Anbauflächen mit Saatkartoffeln die von Lang-Göns den besten Stand zeigen. —w. Hungen, 15. Sept. Unser seit etwa 15 Jahren in Betrieb befindliches Schwimmbad erfreut sich von Jahr zu Jahr zunehmender Beliebtheit und hatte auch im abgelaufenen Sommer regen Zuspruch von hier und auswärts zu verzeichnen. Ein Beweis der segensreichen Einrichtung dieses Schwimmbades ist die Tatsache, daß nach bestandener Leistungsprüfung 57 Knaben und 44 Mädchen der Volksschule und der Berufsschule die Freischwimm-Ausweise verliehen werden konnten, der größte Teil davon erwarb sie im letzten Jahre. Ein von der Gemeinde bestellter Badewärter überwacht die ersten Schwimmversuche der Schüler, und so ist die Möglichkeit geschaffen, daß alle Kinder sich die Vorteile des Schwimmens aneignen können. — Für das Winterhilfswerk wurde von der Gemeinde eine Reihe Zwetfchenbäume zum Abernten zur Verfügung gestellt; die Zwetfchen wurden von der Frauenschaft zu Marmelade verarbeitet, die im kommenden Winter an bedürftige Familien verteilt wird. Nundsunkprogramm Freitag, 17. September. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittags- kcmzerk II. 14: Nachrichten. 1’4.10: Dem Opern« freund. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Achtung! — Jetzt sprechen Blumen und Tiere ... 20: Nachrichten. 20.10: Achtung! — Jetzt sprechen Blumen und Tiere ... 21.15: An der Weiche des großen Stromes. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1278 Rinder (243 Ochsen, 152 Bullen, 621 Kühe, 262 Färsen), 707 Kälber, 160 Hämmel, 43 Schafe, 180 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 38 bis 52, Schafe 25 bis 44, Schweine 52 bis 56 Mark. — Marktverkauf: Großvieh und Kälber zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. OasWettervomckö.bisrs.Sepiember. Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Ditterungsvorhersagen des Reichswetterdienstes in Bad Homburg am 15. <> Zweiter Blatt Gletzeiier Anzeiger b. September l*)?? Vesuch in der Arbeiler-tlnierkunfi „Waldeslust". Durch nationalsozialistische Initiative sind unserem Volke schon viele neue Gehalte und neue Formen gegeben worden. Mancher neue Weg wurde beschritten, Solche neue Form und neuen Weg bedeuten auch die Arbeiter-Unterkünfte, die an verschiedenen großen Baustellen entstanden. An den Reichsautobahnen machte man die ersten guten Erfahrungen damit. Dicht vor den Toren unserer Stadt, bei der ehemaligen Ausflugs-Gaststätte „Waldeslust", wuchs vor Monaten auch eine solche Arbeiterunterkunft heran. Sie wurde etwa 320 Volksgenossen ein zweites „zu Hause". Die Arbeiter in der Unterkunft „Waldeslust" stammen aus Frankfurt, Offenbach, Bensheim, Gelnhausen und aus dem Hinterland. Die Arbeiterunterkunft „Waldesluft" ist bevorzugt durch eine einzigartige schöne Lage. Die vier großen Häuser sind von hohen Fichten umrauscht. Die Häuser stehen im Viereck zueinander und umschließen einen großen Wiesenplan, von Wegen durchzogen und von Blumenbeeten geschmückt. Ruhebänke laden während der Freizeit zum Verweilen ein. Selbstverständlich ist alles getan, um den Arbeitern, die auf der nahen Arbeitsstelle keine leichte Beschäftigung haben, die Lebenshaltung so angenehm wie möglich zu gestalten Jeder Arbeitskamerad hat eine Bettstelle, die in regelmäßigen Fristen mit frischer Wäsche versehen wird. Wasch- und Badegelegenheiten mit warmem und kaltem Wasser sind vorhanden und werden viel und gern in Anspruch genommen. Für einwandfreie hygienische Einrichtungen ist gesorgt. Die Lagerkameradschaft hat dabei alle erdenkliche persönliche Freiheit, wenngleich selbstverständlich Ordnung gehalten werden muß. Doch fügt sich jeder! Einer nimmt Rücksicht auf den anderen! Das Lager ist eine Schule der Gemeinschaft! Für die Sicherung des Lagers gegen Feuersgefahr ist alle Sorge getragen. In jedem Hause find mehrere Handfeuerlöschgeräte. In einem besonderen Schuppen ist eine Fülle von Material untergebracht, mit dem ein Brand im Lager oder ein Brand im angrenzenden Wald energisch bekämpft werden kann. Für die im Lager notwendige Wäsche ist eine „Kammer" mit reichen Beständen da. Für die Vorräte an Nahrungsmitteln wurde eigens ein Keller mit Kühlvorrichtungen geschaffen. Unter den Arbeitern ist mancher, der als Schwerarbeiter gelten muß. Da bedarf es kräftiger Essensportionen! Und daran fehlt es nicht! Niemand steht hungrig vom Tisch auf! Abwechslungsreich ist der Mittagstisch gehalten. Auch der Abendbrottisch ist nicht langweilig gedeckt. Jedermann rückt zu gegebener Stunde mit seinem Eßgeschirr im Speiseaal an, der seine Gäste immer freundlich empfängt. Durch große Fenster dringt viel Licht in den Raum. Auf allen weißgedeckten Tischen stehen Blumen. Rasch vollzieht sich die Essenausgabe an der großen, mit modernsten Geräten ausgestatteten Küche, die durch einen breiten Schalter unmittelbar mit dem Speisesaal verbunden ist. Eine Kantine ist außerdem da. Da gibt es Bier, Rauchwaren, Süßigkeiten und manche Artikel des täglichen Bedarfs Die Stunden der Freizeit sehen die Arbeitskameraden oft in großer Gemeinschaft beisammen. Die Zagerleitung veranstaltet immer wieder unterhalt- ame Abende. Aus berufenem Munde hört man Vorträge. Der weltanschaulichen Schulung ist auch manche Stunde gewidmet. Gesellschaftsspiele für kleineren Kreis sind vorhanden. Radioapparate sind für den Garten und den Speisesaal aufgestellt. In den vergangenen schönen Sommertagen wurde viel Sport getrieben. Geräte hierfür sind in Fülle da. Begeistert wurde auf dem nahen Sportplatz Fußball gespielt. Um die Freizeitgestaltung macht sich außerdem eine Lagerkapelle verdient, die, acht Mann stark, ausgezeichnet musiziert und in der Woche oft drei dankbar aufgenommene Konzerte gibt. Bei einem Besuch in der Arbeiterunterkunft „Waldeslust" gewinnt man den Eindruck, daß sich alle Arbeitskameraden wohlfühlen. Man sieht überall zufriedene Gesichter! Die meisten sehen dank des kräftigen Essens und der Beschäftigung im Freien ausgezeichnet aus. Und immer wieder begegnet man dem grundehrlichen Gesicht des deutschen Arbeiters. Es verdient hier noch erwähnt zu werden, daß Bauleiter Eichholz sich aus seinem starken sozialen Empfinden heraus alle Mühe um die beste Ausstattung des Lagers gab und der Unterkunft alle denkbare Förderung zuteil werden läßt. Die Leitung des Lagers liegt in Händen von Sturmbannführer Faulstich. Er ist den Arbeitern Kamerad, wie einer dem andern. Er, sein Stellvertreter Pg. Wald und der Rechnungsführer Oberscharführer Wolf lassen es sich angelegen sein, für Ordnung und Gerechtigkeit in jedem Hause zu sorgen. Immer haben sie ein wachsames Auge daraus, daß jedem das Seine zuteil wird. So stellt die Arbeiter-Unterkunft „Waldeslust" eine enge und herzliche Gemeinschaft dar, die in ihrer Form nicht nur zweckmäßig ist, sondern all denen, die nicht Abend für Abend bei ihrer Familie sein können, ein „zu Hause" bedeutet, wie es nach Lage der Umstände nicht glücklicher gedacht werden kann. Feierabendgestaltung im Sommer. NSG. Auch während des Sommerhalbjahres hatte die Abteilung „Feierabend" der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine außerordentlich große Zahl von Veranstaltungen zu verzeichnen Die beiden Tournees „Lache mit uns" und „Lache und staune", die im letzten Winterhalbjahr im ganzen Gaugebiet ihre Darbietungen zeigten, brachten noch eine Anzahl von Vorführungen. Durch die Betreuung der Reichsautobahnlager und Aufbaulager und die Gestaltung von Kameradschaftsabenden in den Betrieben waren große Aufgaben gestellt. Abkommen mit der Hitler-Jugend, dem BDM., dem Reichsbund für Leibesübungen und dem Reichsarbeitsdienst boten in unserem Gau eine breite Arbeitsgrundlage und auch eine Vergrößerung der Anforderungen an die Männer, die für die Feierabendgestaltung durch die Deutsche Arbeitsfront verantwortlich sind. Die Volkstumsarbeit zielte auf die Erhaltung aller noch vorhandenen bodenständigen Bräuche. Sie weckte daneben an vielen Stellen die schlummernden Kräfte in Menschen, die nun für die Kulturarbeit eingesetzt werden können. Einen weiteren Raum im Arbeitsgebiet der Abteilung „Feierabend" nahm die Durchführung von Freilichtspielen ein. Insgesamt verzeichnete die Abteilung ^Feierabend" der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im ersten Halbjahr 1937 mehr als 900 000 Volksgenossen, die ihre Veranstaltungen besuchten. „Schönheit der Arbeit" im Sau Hessen-Nassau. NSG. Im Sommerhalbjahr wurden insgesamt 643 Betriebe besichtigt. Während dieser Zeit (April bis August) wurden in unserem Gau bei vorsichtiger Berechnung 1000 000 Mark für „Schönheit der Arbeit" durch die Betriebe ausgegeben. 60 000 Arbeitskameraden wurden im Sinne des Amtes „Schönheit der Arbeit" betreut. Als schöner Erfolg ist auch zu verzeichnen, daß auf Veranlassung und unter Mitwirkung des Amtes „Schönheit der Arbeit" drei Sportplätze und zwei Schwimmbäder innerhalb von Betrieben errichtet und fertiggestellt wurden. Die nächste Aufgabe ist die Aktion „Gutes Licht, gute Arbeit", die am 23. September beginnt. So zeigt selbst dieser kurze Ausschnitt aus der Arbeit dieses Amtes, das heute in Deutschland zu einem Begriff geworden ist, daß stetig auch an dieser Aufgabe des nationalsozialistischen Deutschlands weiter gearbeitet wird. r 'W. WWMWWPI V, » -4 ' , .... / r * L); ”7 - ■ WM In der Freizeit findet man sich im Garten zu einer Plauderstunde ein. Blick in den Speisesaal der Arbeiter-Unterkunft „Waldeslust". (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus der Stadt Gießen. Gespräch im Vorherbst. „Stellen Sie sich vor, wie das fein wird, wenn der erste, herbe Geruch des Vorfrühlings wieder in der Luft liegt und wenn die ersten „Kätzchen^ blühen und die Abende wieder länger werden... Ich schaute meinen Kameraden am Schreibtisch an, wie man einen Menschen betrachtet, der plötzlich wahnsinnig geworden ist. Ich griff vorsichtig neben mich und packte einen Stuhl fest. Für den Notfall. . „ . . .Nein, ich bin nicht verrückt geworden , sagte mein Kamerad. „Ich halte es nur mit Till, dem Eulenspiegel. Der pfiff, lachte und sang wenn er einen Berg hinankletterte, und wenn man ihn ragte, warum er so seltsam handele, sagte er, daß er sich schon auf das Abwärtswandern freue. Dieses pielend leichte Schreiten in die blaue Luft ... aber wenn es dann so weit war, jammerte er und schnitt instere Gesichter. Er dachte an die nächste Anhöhe. Ich sah zum Fenster hinaus. Regen jagte dünn und häßlich an die Scheiben. Auf der anderen Seite warf ein Tippfräulein einen traurigen Blick auf die Straße und setzte sich wieder an die Maschine. An ihrem Fenster standen ein paar Rosen in einem Wasserglas. Letzte Rosen. Don der Straße herauf kam das schlapsende Geräusch von Pneus, die durch Pfützen fahren. Es war Herbst geworden. Mein Kamerad starrte mich ge- dankenvoll an. „Meinen Sie nicht, daß ich doch im Recht bin?" Ich konnte nicht mehr nein sagen. Der Regen klirrte heftiger an die Scheiben Mich fror. „Man sollte jetzt wirklich bald heizen!", sagte ich. „Was glaubt denn der Hausmeister eigentlich? Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Revolutionshoch- zeit." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Heiratsinstitut Ida & Co." NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Vetr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Donnerstag, 16., und Freitag, 17 September, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur (Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. NG.-Lehrerbund, Gießen. Mdchenerziehung, Hauswirtschaft und Handarbeit. Nächste Arbeitstagung: Samstag, 18. September, 15 Uhr, in der Mädchenberulsfchule in Gießen. TlS.Gemeinfchaft „Kraft durch Zreude". Theaterring Gießen 1937/38. Die Richtlinien für „KdF.-Mieten" können nunmehr bei allen Betriebswarten angefordert werden. Außerdem sind sie erhältlich in unseren üblichen Kartenvorverkaufsstellen und auf der Kreisdienststelle. Die bisherigen Mitglieder der R5.-Kulturgemeinde werden gebeten, ihre Bestellung auf „KdF.-Mieten" umgehend einzureichen und nicht bis zum letzten Pütjen Sie ein Klavier mit Sand? $as würde seinem Glanz wohl nicht bekommen. Genau so isf s mit Ihren Zähnen. Für sie ist das Feinste gerade gut genug. Probieren Sie mal Nivea-Zahnpasta. Die erhält Ihre e* Zähne u. schont den Zahnschmelz. „Revolutionshochzeit." Gloria-Palast. Schloß Trionville an der belgisch-französischen Grenze, 1793. Wenn das Fräulein Aline d'Estoile und der Marquis de Tressailes, soeben in Eile getraut und im Begriff, ihre Hochzeit miteinander zu feiern, von einer Truppe der Revolutionsarmee, die das Schloß nächtlicherweile umstellt und aushebt, zum Verhör geschleppt werden, dann stehen sich in den stolz und verächtlich schweigenden, könias- treuen Aristokraten und dem Bürger Kommissar Montaloup als dem Wortführer des Konvents und Vollstrecker des Volkswillens zwei Welten gegenüber, zwischen denen es, auch mit Worten, keine Verständigung gibt... oder zu geben scheint. Es erweist sich aber, daß der eigentliche Konflikt, die dramatische Seelenspannung tiefer wurzeln als in einer balladesken Szenerie und in der Konfrontierung von Royalisten und Jakobinern; es erweist sich, daß es dennoch eine Verständigung geben kann zwischen Menschen, die nicht nur durch Kokarden und Schleifen, sondern durch Herkunft und Anschauung unüberbrückbar geschieden zu sein scheinen. Und es erweist sich sogar, daß eine menschliche Allianz stärker sein kann als ein durch dieselbe Parole und die nämliche Uniform gestützter Gleichklang; selbst hier scheiden sich die Meinungen darüber, was recht und gerecht und was zu tun notwendig sei. So ist der Kern der Historie, der Fabel im verschollenen Kostüm sehr menschlich zu verstehen: der Oberst Marc Arron bewegt den Bürger Kommissar, die sofortige Exekution des Aristokraten bis zum andern Morgen zu verschieben, damit dem Paar seine erste und letzte und einzige Nacht geschenkt sei. Der Marquis vermag sie nicht zu nutzen. Aline bittet den Obersten, dem Gatten zur Flucht zu verhelfen; der tut es, zögernd, indem er mit jenem die Uniform tauscht. Aline verweigert dem Obersten den selbst, gebotenen Preis ihrer Liebe, bis sie — aus einem belauschten Gespräch zwischen Marc Arron und dem Kommissar — das Opfer begreift, das der Revolutionsoffizier um ihretwillen auf sich nahm. Nun vermag sie sich Marc Arron nicht mehr zu versagen; der scheint sogar im Morgengrauen gerettet, da der Marquis inzwischen „vor sich selbst kehrtgemacht hat", zurückkommt und sich stellt; selbst der Kommissar verzichtet auf Exekution, aber Marc Arron kennt den Preis seiner Tat und weiß auch, daß die Disziplin nicht untergraben werden darf: der (Emigrant wird als gemeiner Soldat „von neuem beginnen" — für sich selbst kommandiert er mit ruhiger Stimme die Salve, die den Rollentausch dieser Nacht endgültig besiegelt. — * Hans H. Z e r I e 11 schrieb das Buch (nach dem Schauspiel von Sophus Michaelis) und führte auch selbst Regie. Das gab einen Gesamteindruck von wohltuender Einheitlichkeit. Zerlett hat zweifellos die starken'theatralischen und balladesken Möglichkeiten erkannt, die in dem Schauspiel stecken — man merkt es an dem farbig-malerischen, vorwiegend auf Bildwirkung gerichteten Stil seiner Inszenierung; es wird ihm auch nicht entgangen sein, was im besonderen dramatisch, das heißt hier unfilmisch, war an diesem Stoff: die Auseinandersetzungen, die unter der Oberfläche der Bilder liegen und in allen Konsequenzen nur im Dialog herausgeholt werden konnten. Doch ist es ein Verdienst der Spielführung, daß Stimmung und malerische Szenerie die inneren Beweggründe und Hintergründe des Spieles nirgends überdecken ober verschleiern. Das Fräulein d'Estoile ist Brigitte Horney; man sieht sie, leider, nicht häufig; zuletzt war es wohl in dem Film „Ein Mann will nach Deutschland". Hier ist ihr keine geringere Aufgabe zugefallen; sie muß eine seelische Wandlung glaubhaft machen, die leicht fragwürdig scheinen und mißdeutet werden könnte: es gelingt ihr aber. Dies ist eine Darstellerin, die äußerstes Maß und strenge Gehaltenheit mit leidenschaftlicher Gefühlskraft zu verbinden weiß. Sie bewegt sich mit damenhafter Anmut, und von ihrer leisen, ein wenig verschleierten Stimme geht eine merkwürdige Verführung aus. — Paul Hartmann als Oberst Marc Arron: manche mögen erwartet haben, ihn in diesem Spiel auf der andern Frontseite zu finden, aber je weiter das Spiel fortschreitet, um so mehr begreift man, daß er da steht, wo er muß; er steigert die Gestalt von Szene zu Szene mit einer bezwingenden Folgerichtigkeit, und es ist wohl mehr als ein Zufall, wenn man zuletzt ein wenig sogar an den Prinzen von Homburg erinnert wird, den Hartmann auf der Bühne gespielt hat. — Bernhard Minetti, der früher in Darmstadt wirkte, gibt den Bürger Kommissar Montaloup mit dem verbissenen Fanatismus des Jakobiners, mit einer ätzenden Schärfe und Kälte des Stimmklanges, in einer Maske, die im Gedächtnis haftet. — Friedrich Genfer spielt gesammelt und in guter Haltung die ein wenig schwierige Rolle des Marquis; vom übrigen Ensemble seien der junge Peter E l s h o l tz als Prosper und Carla Rust als Leonttne hervorgehoben. — An der Kamera stand Georg Krause, dem die gute, klare Photographie zu danken ist. Walter Gronostay schrieb die Musik, in welcher die Klänge der Marseillaise als Leitmotto wiederkehren. — (Terra.) Im Beiprogramm sieht man außer der Ufa- Wochenschau und einem Lehrfilm der Reichsbahn die „Heidenovelle" als interessantes Beispiel eines Versuches, dem kurzen Spielfilm neue Wege und Stilformen zu erschließen. Hans Thyriot. Die Ernährung des Japaners. Wie alle Kenner Ostasiens spricht auch H. K o - ft e r in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" von der Bescheidenheit der japanischen Lebensführung. Das Essen ist einfach und bietet wenig Abwechslung. Man ißt morgens, mittags und abends Suppen und Reis und ändert nur die Beikost ein wenig. Auch in die Schule bekommen die Kinder kalten Reis mit, den sie mit einer kleinen Beilage von Ei, Fisch, Rettich oder Gemüse verzehren. Die armen Bauern und die niederen Volksschichten ernähren sich in der Hauptsache von Reis, Gerste, Buchweizen, Suppen mit getrocknetem Tunfisch, Zwiebeln oder Gemüse. Die wohlhabenden Schichten leisten sich zu ihrer Suppe und ihrem Reis eine reichere Beikost. Dazu werden viel Konserven, insbesondere Fisch, verwandt, die eine große Industrie für den Verbrauch im Jnlande und für den Export herstellt. (Eier werden etwa so viel wie in Deutschland verbraucht. Gemüse gibt es in allen bekannten Arten. Besonders beliebt ist der weiße Riesenrettig, der in jeder Familie während des ganzen Jahres gegessen wird. Kartoffeln werden nur wenig verzehrt. Obst ist gut, aber teuer. Der Zuckeroerbrauch ist verhältnismäßig gering. Fleisch wurde früher gar nicht gegessen. Man schlachtet jetzt Rinder und Schweine, aber wenig; das Fleisch ist teuer, wie auch das Geflügel teuer ist. Für ausgedehnte Rinderzucht fehlt es ja auch an Weideland. Kuhmilch dient ausschließlich der Säuglingsernährung. Butter und andere Fette genießt der Japaner kaum. Dor Käse hat er einen Abscheu. Besonders interessant ist an den Darlegungen in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift", daß trotz der Einfachheit die Kost, auch die der ärmeren Schichten, nicht unterwertig ist, denn der Japaner hat (wie der Chinese), seit Jahrtausenden einen billigen Eiweiß- und Fettspender, den der (Europäer merkwürdigerweise zu benutzen immer noch nicht gelernt hat, das ist die Sojabohne. Sie wird in verschiedenen Zubereitungen zu allen Mahlzeiten genossen. Emmy Güngerich, Chargenspielerin. Emmy G ü n g e r i ch , die für die Winterspielzeit 1937/38 als Chargenspielerin an das Gießener Stadttheater verpflichtet wurde, schreibt über ihren Werdegang: Ich bin Rheinländerin, geboren zu Krefeld als drittes Kind des Seidenfabrikanten Paul Wernh. Dilthey und feiner Frau Emmy geb. Koenigs. Ich besuchte das Krefelder Lyzeum und dann später die Studienanstalt der Schillerschule Frankfurt a. M. Nach vollendeter Primareise bildete ich mich an der Frankfurter Schauspielschule für meinen Beruf aus und arbeitete dann in verschiedenen Städten, unter anderen Düsseldorf, Nordhausen, Krefeld. Später heiratete ich den Gießener Bildhauer Ludwig Güngerich und nahm fernerhin kein festes (Engagement mehr an. Nun hat ein Ungefähr es gefügt, daß ich in Gießen vergangene Spielzeit zweimal gastierte, als Rhodope in „Gyges und sein Ring" und als Lady Glenhurst in „Die Kleider meiner Frau". Ich bin daraufhin für die kommende Spielzeit in Gießen fest verpflichtet worden. — (Aufnahme: Stadt« theater-Archiv.) Aus den Gießer er Gerichtssälen. Tag zu warten. Im Kreisgebiet erteilen Auskunft und nehmen Anmeldungen entgegen: Allendorf (Lahn): Lehrer -.Kimmel, Schulstr.21. Ullendorf (Lumda): Lehrer A. Strack, Nordecker Straße 13. Daubringen: Heinrich Bierau, Hauptstraße 17. Geilshausen, Odenhausen, Kesselbach und Londorf: Lehrer Roth, Geilshausen. Großen-Vuseck: Rektor H. Inderthal, Wilhelm- strahe 11. Grohen-Linden: Rektor W. Siegfried, Leihgestern, Bahnhofstraße 62. Grünberg: Dr. W. Füßler, Bahnhofstraße 23. Heuchelheim: Paul Pfingst, Gießener Straße 92. Hungen: Lehrer Jockel, Bismarckstraße 12. Lang-Göns: Schulverwalter Rudolf, Lang-Göns. Leihgestern: Rektor W. Siegfried, Leihgestern. Lich: Lehrer W. Hinkel, Butzbacher Straße 1. Lollar.- Lehrer Jakobi, Adolf-Hitler-Straße 129. Mainzlar: Karl Jung, Eichweg 7. Treis (Lumda): Werkmeister H. Pfeil, Burgstr. 4. Außerdem nehmen die betr. KdF.-Ortswarte Anmeldungen entgegen. 59970 wir bitten alle Theaterfreunde, ihre Anmeldungen möglichst sofort einzureichen, da wir bereits am 2. Oktober mit der ersten Vorstellung beginnen wollen. politische Leiter aus Nürnberg zurück. Nachdem am gestrigen Mittwoch in sehr früher Morgenstunde die SA. von Nürnberg nach Gießen zurückgekehrt war, kamen heute morgen die Politischen Leiter des Kreises Gießen im Sonderzug im hiesigen Bahnhof an. Der Musikzug des Kreises Wetterau der NSDAP, hatte zum Empfang auf dem Einfahrtbahnsteig Aufstellung genommen und begrüßte die Nürnbergfahrer mit schneidigen Marsch- klängen. Auf dem Bahnhofsvorplatz, auf dem sich schon zahlreiche Volksgenossen eingefunden hatten, formierten sich die Heimkehrer zum Marsch in die Stadt. Die Fahnen wurden entrollt, und dann wurde unter Dorantritt des Musikzuges der Marsch in die Stadt zum Hause der Kreisleitung angetreten. Viele der heimkehrenden Kameraden hatten Päckchen und Pakete, in denen sicherlich manches schöne Andenken an die Tage von Nürnberg enthalten war. Zahlreiche Volksgenossen standen an der Straße und grüßten die vielen Fahnen mit der gebührenden Ehrerbietung. Mit dreifachem Sieg- Heil auf den Führer fanden die erlebnisreichen Tage von Nürnberg für die Polittschen Leiter des Kreises vor der Kreisleitung ihren Abschluß. Viele Kameraden wurden von ihren Angehörigen abgeholt und begaben sich, während sie schon von ihren reichen Erlebnissen zu erzählen begannen, nach Hause, um sich einige Stunden der wohlverdienten Ruhe zu widmen. Zeder Volksgenosse kann nach dem Bückeberg fahren. NSG. Uraltem Brauch entsprechend wird das gesamte deutsche Volk am Abschluß eines Ernte- sahreL, dessen schöner Erfolg nun unter Dach und Fach ist, und am Beginn einer neuen Arbeitsschlacht zusammentreten, um dem Bauerntum für fein unermüdliches Schaffen Dank zu sagen. Was in den Kräften des Bauern stand, hat er getan, um dem Boden die Erträge abzuringen, die für die Ernährung unseres Volkes notwendig sind. Umgekehrt war der Bewohner in der Stadt dankbar für die Erzeugnisse aus eigener Scholle und verbrauchte das, was ihm jeweilig die Natur gerade darbot. Auch zum diesjährigen Erntefest wird der Führer mit der Reichsregierung auf dem Bückeberg weilen, um gemeinsam mit dem deutschen Volke eine Feierpause in der großen Arbeitsschlacht zu begehen. Don Frankfurt aus gehen Hwei sehr günstige Züge zu diesem großen Treffen, deren einer am 2. Oktober über Gießen um 22.08 Uhr verkehrt. Jedem Bewohner in Stadt und Land wird Ärohe Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer verhandelte gestern gegen den H. Sch. aus Butzbach. Der Angeklagte, der zur Zeit in Königsberg wohnt und aus diesem Grunde vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden war, hatte vom Schöffengericht Gießen wegen Unterschlagung und Untreue fünf Monate Gefängnis und 30 Mark Geldstrafe erhalten. Seine Berufung richtete sich lediglich gegen das Strafmaß. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte war in den Jahren 1935 und 1936 als Bezirksoertreter eines Frankfurter Zeitschriftenverlags und weiterhin als Vertreter einer Zeitung beschäftigt. Bis zum Mai 1936 war fein Konto bei beiden Firmen immer glatt. Don diesem Zeitpunkt ab begann der Angeklagte systematisch sich an den ihm anoertrauten Geldern zu vergreisen. So führte er an den Frankfurter Verlag einkassierte Bezirks- gelber in Höhe von 250 Mark nicht ab, sondern ließ sie in seine Tasche wandern. Die Zeitung schädigte er auf dieselbe Weise um 206 Mark. Dor dem Gericht erster Instanz hatte sich der Angeklagte hartnäckig aufs Leugnen verlegt und behauptet, er habe in der fraglichen Zeit 290 Mark verloren, weiterhin seien auch eine große Anzahl von Abonnenten mit den Bezugsgeldern im Rückstand, so daß sich auf diese Weise der Fehlbetrag von 450 Mark erkläre. Mittlerweile bequemte sich der Angeklagte aber zu einem Geständnis, offenbar in der Absicht, dadurch in der Berufungsinstanz mit einer geringeren Strafe wegzukommen. Die Kammer hatte jedoch keine Veranlassung, bei dem Angeklagten, der schon erheblich, darunter einschlägig vorbestraft ist, Milde walten zu lassen und kam daher zur Verwerfung der Berufung. Amtsgericht Gießen. Der L. M. aus Heuchelheim hatte wegen lieber- fretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 2 0.— R M. erhalten. Ge- gen diesen legte er Einspruch ein, der gestern vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte fuhr am 28.6.37 in Heuchelheim mit seinem Fahrrad auf einem Feldweg zu seinem Acker. Er lenkte dabei mit der einen Hand, während er mit der anderen zwei Sensen und einen Rechen mit» führte. Die Sensen waren allerdings vorschriftsmäßig geschützt. Ein aus einem Seitenfeld weg mit einem Fahrrad herauskommender Junge fttefe mit dem Angeklagten zusammen. Beide kamen zu Fall, wobei sich der Junge verletzte. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte, an dem Vorfall schuldig zu sein. Er behauptete, der Junge sei so unvorsichtig gefahren, daß der Unfall auch bann nicht hätte vermieben werben können, wenn mit diesen Sonderzügen Gelegenheit geboten, der eindrucksvollen Feier auf dem Bückeberg beizuwoh- ncn und damit sein Zusammengehörigkeitsbewußtsein zur großen Volksgemeinschaft zum Ausdruck zu bringen. Am Sonntag früh trifft der Zug in Grohnde, am Fuße des Bückebergs, ein und fährt von da am 3. Oktober 22.00 Uhr wieder zurück. Gietzener lvochenmarktprette. * G i e fe e n, 16. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte, 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, V» kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Unterkohlrabi 8, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat Vio 10, Tomaten 15 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerettich 30 bis 35, er beide Hande zum Lenken frei gehabt hätte. Diese Einlastungen waren dem Angeklagten nicht zu widerlegen. Trotzdem mußte der Angeklagte verurteilt werden, da er sich schon allein durch das Mitführen der Gerätschaften auf dem Fahrrad straffällig gemacht hatte. Das Gericht ermäßigte jedoch die Strafe aus 3.— R M. Der L. H. aus Gießen hatte ebenfalls einen Strafbefehl über 20,— RM. erhalten, weil er trotz Hupverbotes in der Liebigstraße in Gießen gehupt hatte. Der Angeklagte begründete feinen Einspruch damit, daß er infolge eines Verkehrs- Hindernisses habe hupen müssen. Da dem Angeklagten das Gegenteil nicht nachzuweisen war, mußte in diesem Falle Freispruch mangels Beweises erfolgen. Teilweisen Erfolg hatte auch der Einspruch des K. M. aus Gießen. Dieser hatte wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, unrichtiger Namens- angabe und ruhestörenden Lärms einen Strafbefehl über 20 Tage Gefängnis und sechs Tage Haft erhalten. Der Angeklagte war in der Nacht vom 11./12. April mit seiner Frau den Seltersweg, Richtung Frankfurter Straße, herauf- gcfommen, um in feine Wohnung An der Klär- anlage zu gehen. Ein Polizeibeamter merkte, daß die beiden auf der Straße lärmten und stellte sie deswegen zur Rede. Es kam dabei zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Angeklagte dem Beamten einen" falschen Namen angab. Dies wurde durch die Beweisaufnahme erwiesen. Bezüglich des Widerstands gegen die Staatsgewalt ging die Schilderung der Beteiligten derartig auseinander, daß dem Angeklagten ein schlüssiger Nachweis hierfür nicht geführt werden konnte. Es mußte daher in diesem Punkte Freisprechung erfolgen; im übrigen erkannte das Gericht wegen ruhestörenden Lärms auf einen T a g und wegen Nichtangabe der Personalien auf drei weitere Tage Hast. Die Händlerin A. K. aus Allendorf a. d. Lda. hatte wegen Verstoßes gegen das Gesetz betr. den Gier- handel einen Strafbefehl über 60 Mark erhalten. Hiergegen legte sie Einspruch ein, der gestern vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Die Angeklagte hatte 172 Stück Eier aufgekauft, ohne im Besitz eines hierzu erforderlichen Uebernahmescheines zu sein. Die Angeklagte gab den Sachverhalt zu, behauptete jedoch, in gutem Glauben gehandelt zu haben, denn sie sei in einer kurz vorher stattgefundenen Versammlung der Eierverwertungsgenos- senschaft dahingehend belehrt worden, daß sie auch ohne einen derartigen Schein weiterhin Eier handeln dürfe. Diese Einlassung konnte der Angeklagten nicht widerlegt werden. Es mußte daher Freispruch erfolgen. I Kartoffeln, K kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 Mk., Aepfel 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 25, Pfirsiche 40, Brombeeren 30 bis 33, Zwet- schen 10 bis 12 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppen- Hühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkvhlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. , *♦ Zum Hauptmannder Schutzpolizei ernannt. Oberleutnant der Schutzpolizei, Manfred Förster, der feit dem 1. Mai 1937 bei dem Kommando der Schutzpolizei der Polizeidirektion Gießen als Adjutant des Kommandeurs tätig ist, wurde durch Urkunde des Führers vom 10. 9. 1937 anläßlich des Reichsparteitages mit Wirkung vom 10. September 1937 zum Hauptmann der Schutzpolizei ernannt. ** Die Kanalarbeiten zur Entwässerung des Liebigbaues in der Liebig- strafee sollen demnächst begonnen werden. Die Aus- führung der Arbeiten wird jetzt zur Vergebung ausgeschrieben. *♦ Rheinlandfahrt des D D A E. Der Deutsche Automobilclub, der sich, nachdem die sport- liehen Aufgaben an das NSKK. übergegangen sind, mehr dem Tourensport und dem Reisedienst an den Grenzen zugewandt hat, veranstaltet in den nächsten Tagen eine Rheinlandfahrt. Das Ziel der Fahrt ist die Reichs-Ausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf Die Veranstaltung wird vom DDAC. ohne sportliche Wertung durchgeführt. Don der Gießener Ortsgruppe des DDAC. wird sich voraussichtlich eine stattliche Anzahl Mitglieder beteiligen. ** Der Westerwald-Derein Gießen unternahm, wie man uns berichtet, am vorigen Sonntag eine Wanderung in das Lahntal. Nach der Bahnfahrt bis Niederwalgern führte der Marsch zunächst durch Wenkbach über die Nehbrücke die Lahn entlang bis nach Ronhausen, wo Einkehr ge- Zum 90. Geburtstage Hindenburgs! Beiträge zur Hindenburg-Spende nehmen alle Banken. Sparkassen und Postanstalten an und das Postscheckkonto der Hindenburg - Spenden Berlin 73800! halten wurde. Dann ging es weiter nach Borts- Hausen und schließlich hinauf zum Frauenberg, von wo aus man einen herrlichen Rundblick hatte. Dann ging es hinunter nach Marburg, wo man allerlei besichtigte. In frohgemuter Stimmung wurde am Abend von Marburg aus die Rückfahrt nach Gießen angetreten. ** Allerlei Unfälle. In der Nähe vom Osroalösgarten wurde ein 78 Jahre alter Mann bewußtlos auf der Straße liegend aufgefundem Er wurde von der Sanitätskolonne nach der Klinik gebracht. — Ein 16 Jahre altes Mädchen erlitt bei einem Sturz von dem Fahrrad einen Unterschenkel- bruch, ein 30 Jahre alter Lagerarbeiter bei einem Sturz in der Alicenstraße die gleiche Verletzung. Eine 60 Jahre alte Frau aus der Wetzsteingasse fiel so unglücklich, daß sie einen Oberschenkelbruch davontrug; ein 26 Jahre alter Installateur erlitt bei einem Sturz eine Gehirnerschütterung; ein 30 Jahre alter Arbeiter kam bei der Arbeit durch eine Verletzung des Unterleibs schwer zu Schaden. Alle Verunglückten muhten der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ♦* Ausflug des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten. Am Sonntag unternahm die Ortsgruppe Gießen des Reichs- treubundes ehemaliger Berufssoldaten eine Fahrt an den Rhein. Auch die Familienmitglieder nahmen an der Fahrt teil. Frühzeittg verliehen dis Reiseteilnehmer in drei Autobussen unsere Stadt, um lahnabwärts zu fahren. In Limburg wurde die erste Rast gemacht. Dann ging es über die Hohen des Westerwaldes nach Kloster Arenberg, das besichtigt wurde. Auch der ehemaligen Festung Ehrenbreitstein wurde ein Besuch abgestattet. Eine prachtvolle Fernsicht rheinauf- und rheinabwärts lohnte den mühevollen Aufstieg auf die alte Festes In Koblenz, wo das Mittagessen eingenommen wurde, besichtigte man neben dem deutschen Eck die weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am Nachmittag brachte der Dampfer „Schiller" die Reiseteilnehmer ftromaufmärts nach Braubach, wo die Marksburg einer Besichtigung unterzogen wurde. Nachdem noch Bad Ems ein Besuch abgestattet worden war, trat die Reisegesellschaft am Abend die Heimreise an. Zu später Abendstunde gelangten alle Teilnehmer wohlbehalten und hochbefriedigt von den schönen Eindrücken der gut organisierten Fahrt in unserer Stadt wieder an. WMWWMll! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 17 Fortietzung (Nachdruck verboten.- Nach kurzer Ueberlegung erhob sich Stefan. „Entschuldigt einen Augenblick. Er will telegraphischen Bescheid haben. Friedrich mag das Telegramm gleich fortschaffen." Damit verließ er das Zimmer. Als er zurückkam, fand er Suse auf dem Korridor vor dem Spiegel der breiten Kleiderablage stehen. Sie kämmte sich sehr sorgfältig das glänzende Haar. „Vollkommen überflüssig! Ist alles tadellos in Ordnung!" lächelte Stefan. Er ahnte, daß sie etwas auf dem Herzen hatte. Man kannte sich ja! Suse überhörte die Worte. „Sag' mal, mein Junge", wandte sie sich ihm zu. „findest du nicht, daß es eigentlich an der Zeit wäre, mir endlich deinen vorschriftsmäßigen und — nebenbei gesagt — wohlverdienten Dank abzustatten?" „Und wofür, bitte ...?" „Für geleistete Dienste, bitte!" „Ach! Und worin bestehen die?" „Darin, daß ich dir so ein Prachtexemplar von Assistentin besorgt habe." Stefans Augen schweiften zur Seite. „Weißt du so genau, daß sie eine solche Perle ist?" „Weiht du es anders? Bist du nicht mit ihr zufrieden?" Ihr Blick war hell wie Kristall. Aber ein verdächtiger Funke glomm darin auf. Stefan machte wieder jene ruckartige Bewegung mit den Schultern, die in manchen Augenblicken charakteristisch für ihn war. „Zufrieden ... Natürlich bin ich mit ihr zufrieden. Sie ist als Assistentin wirklich ein Prachtexemplar, um bei deinen Worten zu bleiben. Mehr willst du hoffentlich nicht wissen ..." „O doch! Ich mochte zum Beispiel wissen, warum du sie dann so unter aller Würde behandelst.. Stefans Lippen wurden schmal. „So...! Hat sie sich bei dir beklagt?" „Da kennst du sie schlecht! Nein, aber ich habe selber genug gesehen. Man hat doch Augen im Kopf. Und ich finde es — wir sind ja gewohnt, uns die Wahrheit zu sagen, nicht wahr? — also ich finde es ungezogen, abscheulich, empörend, daß du Annelore gegenüber auch die leiseste Spur von Kavalier vermissen läßt. Und zwar in einer Weise, die nur auf bewußte Absichtlichkeit schließen läßt." Er überging ihre letzten Worte. Seine Sippen verzogen sich verächtlich. „Kavalier — das Wort hat einen peinlichen Beigeschmack ...!" „Für den, der es will. Du weißt aber ganz genau, was ich meine: die einfachste, selbstverständliche Anstandspflicht, die man auch von einem Frauenhasser wie dir verlangen kann und muß. Es ist wirklich empörend, wie du dich benimmst, und ich fasse das als persönliche Kränkung auf, denn Annelore ist meine Freundin. Du beleidigst mich damit genau so, wie du Annelore beleidigst und erniedrigst. Erniedrigst, jawohl! Und ich wiederhole: das kann nur bewußte Absicht sein! Denn du hast sonst keine Ursache dazu. Nicht die geringste." Sie war erregt, wie Stefan sie sonst nicht kannte. Und das schlimmste war, daß sie im Recht war. Er suchte sich durch leise Ironie zu helfen, obwohl er wußte, daß das ein sehr kläglicher Versuch war. „Ich bin erschüttert von dem Bilde, das du von mir entwirfst!" Aber unter ihrem stummen Blick wurde er plötzlich wieder ernst. Er atmete ein paarmal tief. Sein Gesicht nahm einen harten, beinahe gequälten Ausdruck an. „Dir will ich es sagen, Suse: Es ist nicht Absicht von mir. Ich habe nicht die Absicht, dich und deine Freundin zu kränken. Ich — ich kann nur einfach nicht anders ...!" Einen Augenblick trafen sich ihre Blicke. Suses Erregung flutete wieder zurück und machte einem weichen Gefühl Platz. Armer Kerl! dachte sie. Aber sie sprach es nicht aus. Sie wußte, wie man ihn zu behandeln hatte. Und sie wußte, daß — Hoffnung war... Stefan war schon zurückgetreten. Stumm öffnete er die Tür, um Suse vorangehen zu lassen. Zwei Tage darauf kam ein Telegramm von dem Konsul. Er teilte mit, daß man am nächsten Tage gegen Abend mit dem v-Zug eintreffen würde, und bat, einen Wagen an die Bahn zu schicken. In aller Eile waren im hinteren Teil des südlichen Flügels ein paar Zimmer hergerichtet morgen, deren Fenster auf den verschneiten Park hinaus- gingen. Annelore tat eben noch ein paar ordnende Handgriffe, als Stefan eintrat, um die Zimmer zu besichtigen. „So geht es ja ganz gut. Ein bißchen umständlich zwar, aber es ist ja nur ein Notbehelf, bis anderweitig Platz wird. Wenn Ihnen übrigens die Arbeit zuviel werden sollte, so nehmen Sie nur die Pflegerin ein bißchen mehr heran. Es kann ihr bestimmt nicht schaden." Er nickte Annelore kurz zu und ging wieder, ehe sie noch antworten konnte. Ein tiefer Atemzug hob ihre Brust, während sie seiner hohen, kraftvollen Gestalt nachsah. Er war seit einigen Tagen anders, war aufgeschlossener, zugänglicher, man konnte beinahe sagen: menschlicher. War das nicht Entschädigung für manche bittere Stunde? Es dämmerte sacht auf das winterliche Schloß herab, als sie nach den Wirtschaftsräumen hinüberging, um mit der Mamsell über das Abendessen für die Patienten zu sprechen. Im Halbdunkel des mit Steinfliesen belegten Dorraums traf sie unerwartet mit Wolfersdorfs zusammen, der in der Sattelkammer gewesen war und nun den langgestreckten Flur entlangkam. Er blieb sofort stehen, als er sie gewahrte. „Ah, die schone Dame in Weiß...!" näselte er mit Anspielung auf ihren weißen Leinenmantel. „Kann man irgendwie behilflich fein?" Ein brennender Blick seiner unangenehmen Augen heftete sich auf ihr Gesicht. Annelores Augenbrauen schoben sich unwillkürlich zusammen. Seit sie dem Menschen zum erstenmal in ihrer zurückhaltenden, aber doch freundlichen Art auf seinen Gruß gedankt hatte, benutzte er jede Gelegenheit, sich ihr zu nähern. Sie hob kühl den Kops. „Danke", lehnte sie kurz ab" und tat rasch die wenigen Schritte bis zur Küchentür. Ein erneuter brennender Blick folgte ihr. Sie sah es nicht, aber sie glaubte es zu fühlen. Sie hielt sich so lange in der Küche auf, bis sie annehmen konnte, daß Wolfersdorfs wieder verschwunden war. Stefan hatte das Gutachten des Arztes, der die Gattin des Konsuls behandelt hatte, noch einmal gelesen. Er war nun doch froh, daß er den Fall noch übernommen hatte, das Interesse des Arztes und Wissenschaftlers war in ihm wach geworden. Fälle dieser Art waren selten. Es würde vermutlich eine schwierige Operation geben. Wenn eine Operation überhaupt möglich war! Ader wenn sie gelang, dann erwarb man sich damit gleichzeitig ein wissenschaftliches Verdienst. Eine gewisse Spannung und Erwartung hatte sich Stefans bemächtigt. Um die Zeit, da der Konsul mit seiner Gattin eintreffen mußte, war er gerade sehr in Anspruch genommen. Als er mit Annelore aus dem Zimmer einer Patientin trat, hörte er draußen den Wagen vorfahren. Er war unschlüssig, was er tun sollte. Man hatte noch einen Patienten aufzusuchen, einen sehr nervösen und ungeduldigen Herrn, der über die ganz natürlichen, durch Serumeinspritzungen verursachten Schmerzen klagte und von dem man erfahrungsgemäß immer über Gebühr aufgehalten wurde. Aber es half nichts, das mußte erst noch erledigt werden. Man konnte den Besuch heute ja einmal abkürzen. Der Konsul und seine Gattin waren indessen in das hohe, geschmackvoll eingerichtete Empfangszimmer geführt worden, das gleich vorn in der Nähe des Eingangs lag. Wolfgang von Achenbach kam die Treppe herab, als das Mädchen, das die beiden geführt hatte, das Empfangszimmer gerade wieder verlassen wollte. Er hörte durch die offene Tür eine angenehme, ruhige, liebevoll besorgte Männer- stimme. Ach, richtig, das war gewiß der Konsul. Er warf einen diskreten, aber interessierten Blick in das Zimmer und sah für einen Augenblick die imposante Gestalt eines Herrn mit lichtem, ergrautem Haar, der vor einer Dame stand und auf sie einsprach. Don der Dame konnte er nur den offen- stehenden, zu beiden Seiten lose herabfallenden Pelzmantel und eine ringgeschmückte Hand sehen. In dem Augenblick, als das Mädchen die Tür wieder hinter sich schloß, hörte er drinnen einen Namen fallen, der ihn aufhorchen liefe. Fortietzung folgt. DAS 3&ckeM ihm ‘SewuiAe MAGGI5 Fleischbrühe! Aus der engeren Heimat Kru Berlin ffrantfurt a. M. plobierte plötzlich die Patrone und verletzte den Jungen im Gesicht und an den Händen so schwer, 100,25 Wirtschaft 5 Devisenmarkt 101,5 111,25 101,5 111,25 Deutsche Diskonto Dresdner Bank.. Schluß- kurs 99,3 99 99,5 98,75 206,5 134 117 123 105 99,5 98.75 126 80 80,5 127,4 206 117 123 105 205 117 123 105 Schluß- kurs 134,25 99,75 125,4 46,25 79,75 80,5 127,65 134,65 99,75 100,5 99,65 128 125,5 80,25 80,75 127,65 99,3 99 100,5 99,65 127,5 137 99,5 101,13 98,5 134 99,75 98,5 101,25 101,4 111,1 126 80,25 127,9 99,3 99 105,25 ches und Umfallens der Leiter so unglücklich ab, daß er mit schweren inneren Verletzungen nach Gieß/: in die Klinik gebracht werden mußte. Dort ist der bedauernswerte Mann an seinen schweren Verletzungen g e st o r b e n. Retchrbcmt................. vi Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Banl ... 5 Schlimme Folgen einer leichtfertigen Bubenspielerei. LPD. Wetzlar, 15. Sept. In jugendlichem Leichtsinn schlua der 16 Jahre alte Hermann Rühl in Laufdorf auf einer von ihm gefundenen P a • frone herum. Unter den wuchtigen Schlägen ex- Demag unv. 147, Rheinmetall 151,zö Moe- nus 124,25 (124,50), Junghans 131,50 (131). Weiter Garbenteicher Gesangve.em gibt ein Rundfunkkonzert. * Garbe nteich, 16. Sept. Am kommenden Sonntagvormittag gibt der Gesangverein „Frohsinn" im Reichssender Frank- f urt in der Stunde des Chorgesangs ein Chor- k o n z e r t. Der Chor unter der bewährten Leitung des weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannten Chormeisters Georg Harnisch (Watzenborn - Steinberg) bringt Chorwerke von Baumann, Hegar, Rellius und Wüst sowie Volkslieder von Nagel, Lewalter, Heinrichs und Neu- mann. Mit dieser Fahrt verbindet der Verein einen Familienausflug mit Besichtigungen. Leim Obstpflücken tödlich abgestürzt. 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ob Muh- lenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —. Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeuger- station. Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,90 bis 5,10, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, neue Ernte 5,30 bis 5,50. Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 15. Sept. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt war mit 206 Ferkeln beschickt. Für sechs bis acht Wochen alte Ferkel wurden 15 bis 18 RM., für acht bis zehn Wochen alte 18 bis 20 RM. und für zehn bis zwölf Wochen alte Ferkel 20 bis 24 RM. gezahlt. Der Absatz war rege, der Markt bald geräumt. Zu diesem Markt waren Händlerschweine nicht zugelassen. daß er dem Wetzlarer Krankenhaus zugeführt wer-1 ringer Quarzitsteinbruches der hiesigen Didierwerke den muhte. Hier erwies es sich als notwendig, dem | im Walde nahe bei Daubringen eingebrochen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter Öen papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt vefchlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 v H.. Lombardzmsfuß 5 o H__ 99,3 99 105,5 100,25 100,5 99,65 127.65 S.G. für Verkehrswesen .... 6y, Hamburg»Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Dorz.-Akt. ' ♦ Linden st ruth (Kreis Gießen), 15. Sept. Hier stürzte der 75 Jahre alte Landwirt Konrad g beim Ob st pflücken infolge A st b r u- und Umfallens der Leiter so unglücklich ab, 100,5 99,7 127,5 137 99,5 101,25 99,5 98,75 98,5 134,25 99,75 98,5 101,25 101,25 111,1 Jungen einige völlig zerfetzte Finaer zu amputieren und ihm auch ein schwerverletztes Auge durch Operation zu entfernen. Landkreis Gießen s. Lang-Göns, 15. Sept. Bei der heutigen Versteigerung des Gemeindeobstes wurden recht hohe Preise erzielt. Taselobst, wie Goldparmänen usw., kostete etwa 9 bis 10 Mark je Zentner am Baum, Wirtschaftssorten (Jakob Lebel, Stettiner usw.) kamen fast ebenso teuer. Birnen aab es heuer fast keine. Die späten Winteräpfel und »birnen, dazu einige Bäume mit Kelterobst, werden erst nach dem 24. September versteigert werden. "Y Watzenborn-Steinberg, 14. Sept. Dieser Tage erfolgte die Aufnahme der hiesigen Schulkinder in den Konfirmandenunterricht. Es sind in der Oberklasse 40 Kinder (27 Knaben und 13 Mädchen), in der zweiten Klasse sind es 53 Kinder (28 Knaben und 25 Mädchen). $ Alten-Buseck, 15. Sept. In den letzten Tagen sammelten auf Veranlassung der NSV. die Schulkinder der Oberklasse in unserer Gemarkung Falläpfel, die zur Süßmostbereitung gekeltert wurden. Der Most wurde von Mitgliedern Rhein-Mainifche Börse. rNillagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 15. Sept. Die Börse lag auf der ganzen Linie überaus still. Die Umsätze erreichten einen nicht mehr zu unterbietenden Tiefstand. Sowohl die Kundschaft, als auch der berufsmäßige Handel zeigten keinerlei Unternehmungslust. Am Aktienmarkt war die Haltung vorwiegend etwas schwächer bei Rückgängen von 0,50 bis 1 v. H. Etwas mehr Angebot zeigte sich in der Farben-Aktie, die auf 163,13 (164,50) nachgab. Don Montanaktien gingen Hoesch auf 123 (124) und Verein. Stahl auf 116,90 bis 116,50 (117) zurück. Reichsbank verloren 1 v. H. auf 205, Daimler Motoren 0,75 v. H auf 139, Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. aus 58,75, Holzmann 0,75 o. H. auf 150,50 und Rheinmetall 0,75 auf 152. Behauptet lagen Demag mit 147,90 (147,75). Nach achtjähriger Unterbrechung wurden die bisher im Freiverkehr gehandelten Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer wieder in den amtlichen Verkehr eingeführt. Bei einigen Umsätzen gab der Kurs auf 114,50 (gegen den letzten Freioerkehrskurs von 115) nach. Der Rentenmarkt lag nach wie vor sehr ruhig, die Haltung blieb aber behauptet Leicht ab» geschwächt waren Kommunal-Umschuldung mit 94,80 (94,90). Rhein. Städte-Altbesitz wurden mit unv. 132 und späte Schuldbuchforderungen mit unv. 99 umgesetzt. Vermehrtes Interesse verblieb bei kaum veränderten Kursen für noch nicht eingeführte fünf- prozentige Industrie-Anleihen. Pfandbriefe, Kom- munal-Obligationen und Stadtanleihen blieben unverändert, ebenso Staatswerte. Liquidationspfandbriefe wichen etwa 0,13 v. H. ab. Don variablen 205,75 134,25 117 123 105 Berlin — Frankfurt a. M 14 9. 101,4 99,4 14.9 101,4 99,4 Schlußk. Abend- börje 15 9 101,4 99,4 105,25 100,25 100,25 Bergwerkswerten notierten Rheinstahl mit 155,13 (154,75), Mannesmann mit 121,50 (121,25), Hoesch mit 123,50 (123), Verein. Stahl mit 116,90 bis 117 (116,75), Deutsche Erdöl mit 152 (151,50). Etwas ungleichmäßig lagen Maschinen- und Motorenwerte. Während BMW. 1 v. H. höher gesucht wurden mit 152,50, gingen Daimler auf 138,25 (139) zurück, Adlerwerke unv. 114,50, Eßlinger 121 (120,75), Demag unv. 147, Rheinmetall 151,25 (151,75), Moe- 132,40. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 15. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R 19 196 .Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,90, W 16 29,00, W 19 29,00, W20 29,35, Roggenmehl Type 1150 R12 der N S. - F r a u e n f ch a f t in Flaschen eingekocht und der NSV. zur Verfügung gestellt. Er soll zu Weihnachten den bedürftigen Volksgenossen neben den üblichen Weihnachtspaketen überreicht werden. = Mainzlar, 13. Sept. Die hiesige Schule sammelte größere Mengen Fallobst, das von der NS. - Frauenschaft sowie der Evangelischen Frauenhilfe zu Gelee und Marmelade verwertet und der NSV. zugewiesen wurde. — Dieser Tage wurde nachts in den Aufenthaltsraum des Daub- Papieren tarnen Reichsbahn - DA. mit 127,90 (127,40) und Reichsaltbesitz mit unv. 127,50 zur Notiz. Auch in der zweiten Börsenstunde hielt die Ge- schäftsstille an, die Haltung war aber widerstandsfähig. Etwas rückläufig waren Demag mit 147 nach 147,90. Die später notierten Werte kamen größtenteils bis 1 v. H. schwächer zur Notiz. Schwach lagen Gebr. Junghans mit 131 (134), Goldschmidt mit 141 (143), Feldmühle mit 145 (147) und Licht und Kraft mit 151,50 (153,50) Schiffahrtsaktien lagen behauptet, Hapag 80,25 (80). Der F r e i v e r k e h r war ebenfalls sehr still. Die genannten Kurse lagen schwächer. Dirigier 88,50 bis 89,50, Katz & Klumpp 108,50 bis 110,50, Ufa Film 71,75. Tagesgeld war zu 3,25 v. H. unver- ändert gefragt. Abendbörse still. Zwar blieb das Geschäft auch an der Abendbörse eng begrenzt, es zeigte sich aber seitens der Kulisse eher etwas Nachfrage, auch die Kundschaft bekundete auf dem ermäßigten Stand einiges Kaufinteresse. Infolgedessen tarnen die Aktienkurse größtenteils 0,25 bis 0,50 v. H. höher zur Notiz. Don Schluß! Mittag bbrle 159 101,3 99,4 - befestigt waren Ph. Holzmann mit 152,13 (151,50). IG-Farben hatten bei 163,50 (163,40) größere Nachfrage, es lag kaum Angebot vor, die übrigen Chemiewerte lagen unverändert. Don Einheitswerten notierten Schantung mit 134,50 (135), Gebr. Adt mit 68 (67,75) und Dresdner Schnellpressen unv. 112,50. Das Rentengeschäft war klein. Kommunal-Umschuldung waren 5 Pf. unter dem Mittagsstand mit 94,75 gesucht, ebenso 4% v. H. Krupp zu unv. 98,65 und 6 v. H. JG.-Farben zu unv. Uttum 5% Ueutiefte iRetchSanletfje v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y,% Deutsche Reichsschahanwei- jungen von 1935 *i/i% Deutsche Reichsschayanwei. sungen von 1935, II. ftolqe ... 4y2% Deutsche Reichsichayanwei sungen von 1936, III. Folge 514% Doung Anleihe von 1930 .. 4y,% Hessische BolkSstaat von 1929 /i% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 iy2% Franks. Hyp. Gold-Komm Obl. 2 3................. sy2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 6y2% Rheinische HYP. Liquidation Goldpfe..................... Steuerguttchein-VerrechnungskE Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß?. Abendbörse Schluß- kurS schlußt. Mittag« börse Daium 14.9. 15.9- 14.9- 15.9. Accumulatoren-Fabrik....... 14 225 225 225 225.25 Aschaffenburg Zellstoff....... Bemberg.................. Buderus Ellen.............. . 6 . 0 . 8 . 5 147 149,5 167,5 125,5 147 148,75 168 125,25 148 149,5 168,13 125,75 147 148,25 168,13 125,75 Gement Heidelberg.......... . 7 168,5 168,5 — Gement Karlstadt ........... . 6 —■ — — — Conti Gummi.............. 12 188 187 188 186,5 Daimler Motoren.......... 6'/, 139,75 138,25 139 139 Dessauer Gas .............. . 4 - — 120 118,75 Deutsche Erdöl ............ . b 152 152 152 152 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 265 264 — —• Deutsche Linoleum......... 10 166 165 166,13 165 Elektrische Lieferungen...... . 6 129,9 130 130 129,5 Elektrische Licht und Kraft... . 7 153,5 151,5 153,9 151,5 I. G. Farben-Jndustrie..... . 7 164,5 163,5 164,75 163,75 Felten & Guilleaume....... . 6 136,5 135 135,5 135,25 Gesfürel................. . 7 153 152,25 153,5 152,65 Th. Goldschmidt........... . 6 143 141 — 140,75 Gritzner Maschinen......... . O — — 52,75 ——• Harpener ................. 8*/t 173,5 175 177 174,5 Hoesch Eisen............... 3Vt 124 123,5 124 123 Philipp Holzmann......... . 8 151,25 152,13 151,25 151,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 170 170 170 —• Ilse Genüsse.............. .. 6 139 — 139,5 —• Kali Aschersleben.......... .. 4 117,5 — 117,75 117 Klöcknerwerke ............. 4Yt 134 133 133,25 132,9 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 160,75 159,25 Lahmeyer ................ .. 6 128 127 127,75 127,13 Mainkrast................. .. 4 95,5 95,75 — — Mannesmann............. 4*/, 122,25 121,5 121,75 121,4 Mansfelder Bergbau....... .. 7 151 151 151,5 150,5 Metallgelellschaft........... .. 6 154 — 154 153,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 115 114 Rheinische Braunkohle...... . 12 — — — Rheinische Elektro.......... .. 6 — — — — Rheinstahlwerke............ .. 6 155 155,13 155,25 155,13 Rheinisch-Westfälische Elektro .. « 131,5 131,75 131,9 132 Rütgerswerke ............. .. 1 149 75 149,5 150,5 149 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 — — 158 157,5 Schildert & Go............. .. 7 — — 173 172 Schultheis Payenhoser...... .. 4 — — 93,65 95 Siemens & Halske......... .. 1» — —— 213,75 213 Süddeutsche Zucker......... . 10 200,5 200,5 201,5 201,5 Bereinigte Stahlwerke...... *Vi 117 117 117 117 Westdeutsche Kaufhof....... .. o 59,25 58,75 58,75 58,75 Westeregeln Alkali.......... .. 4 —— 116,5 116.5 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 155 155 155 154,13 Ltavi Minen ............. . O.ti 33.6 33,75 33,75 ■— 14 September 15 September 14. September 15 September ■2hnt!'dir Wouerun- Amtliche Rotteruno Amtliche Notierung AaultcheRvtierung Br-- Gelt Briei Gelt Brief Gelt Briei Buenos Aires............. 0,747 0,751 0,747 0,751 Japan.................... 0,720 0,722 0,719 0,721 Brüssel................... 41,97 42,05 41,96 42,04 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,161 0,163 0,169 0,162 Oslo ................... 62,07 62,19 61,97 62,09 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,14 55,26 55,05 55,17 Lissabon.................. 11,250 11,235 11,20 11,22 Danzig.7............. ... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm................ 63,68 63,80 63,58 63,70 London .................. 12,35 12,38 12,33 12,36 Schweiz.................. 57,25 57,37 57,25 57,37 HelsingforS................ Paris.................... 5,46 5,47 5,455 5,465 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 8,911 8,929 8,611 8,629 Prag..................... 8,681 8,699 8,681 8,699 Holland.................. 137,21 137,49 137,16 137,44 Budapest................. — — — — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork................. 2,493 2,497 2,493 2,497 Lichtspielhaus Goldlack 169 Glückwünsche Ein hundertprozentiger Lacherfolg! 5992 Gutes Beiprogramm u. Fox-Ton-Woche > Tägl. 4,6,8.30 Uhr, Sonnt. 3, 5.30, 8.30 Uh Keine Sekunde Langeweile - immer Witz, Humor und lustige Einfälle - immer fröhliche Musik und lachende Gesichter____ Regen-Mäntel Umhänge moderne Regen -Capes in vielen Preislagen und Qualitäten — nur bekannte Markenlabrikate Sporthaus Schwan Mäusburg 16 - Telephon Nr. 3234 6001 D Hier abjchneiden! I Heiratsinstitut Ida & Co Ein lustiger Filmschwank mit: Ida WÜSt, Ralph Arthur Roberts, Theo Lingen, Carsta Löck, Rudolf Platte, Trude Haefelin u.a.m. gestellt. Gobelins werden nicht gebürstet, iondern abgesaugt. Gold ist im reinen Zustand ein sehr weiches Metall, weshalb Feingold im Gebrauch unpraktisch und nur ganz wenig verarbeitet wird Die Härtung des Goldes wird durch Zusatz von Silber oder Kupfer erzielt. Der Eoldsternpel beispielsweise 750. zeigt an, wieviel Tausendstel Gold in der Legierung enthalten sind. Eoldsachen reinigt man mit warmem Seifenwasser und schüttelt ste in einem Kästchen mit Sägemehl bis ste trocken sind, oder poliert sie mit einem weichen Läppchen Stark oerunrei» nigte Goldsachen kann man auch mit Spiritus oder Salmiak« wasser behandeln. Eoldamalgam Verbindung von Gold und Quecksilber, wird zu Plomben für Zähne benutzt. Goldfisch, eine Karauichenart. die aus China und Japan stammt und in vielen Abarten gezüchtet wird. Auch Goldfische soll man nicht ins sog. Eoldfischqlas, sondern in ein Aquarium setzen, Goldkrem, irrtümliche Bildung aus Cold cieam kalter Rihm, englische Bezeichnung für eine wohlriechende kühlende Salbe. Goldlack, beliebte ©irtenblume, früher als „Eelbveigelein" bekannt, vor allem wegen seines feinen Duftes gezogen Goldlack ist ausdauernd (perennierend), soll aber nach einigen Jahren er. neuert werden Saatzeit: Mai bis Juni, die Pflanze blüht dann im nächsten Frühjahr. In strengen Wintern Tannenreisigschutz. Die schönste Goldlackart ist der Heute Erstaufführung — morgen Tagesgespräch Arbeiisvergebung. Die Kanalarbeilen zur Entwässeruna des Liebig- baues in der Liebigftraße sollen auf Grund der RDO. öffentlich vergeben werden. 5991V Die Unterlagen sind ab Freitag, den 17. September 1937, bei uns zu erhalten. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermin Samstag, dem 25. September 1937, vorm. 10 Uhr, auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Afterweg 9, abzugeben. — Zuschlags- und Bindefrift: 4 Wochen. Gießen, den 15. September 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. I.D.: Wettläufer. Glückwünsche (entbehrliches lat. Fremdwort Gratulationen) sind bei frohen Familienereignissen und Berufserfolgen angebracht. Bei Verwandten und guten Freunden am Ort macht man einen Besuch oder spricht seine Glückwünsche durch den Fernsprecher aus. sonst schreibt man einen Brief oder schickt ein Telegramm. Menschen die einem persönlich nicht nahe stehen übermittelt man Glückwünsche nicht durch den Fernsprecher. Glühbirnen, elektrische Birnen sind heute hauptsächlich gas- gefüllte Metalldrahtlampen, die in jeder Starke erhältlich sind. Für Keller und Treppenhaus wählt man etwa Birnen von 25 Watt, für Stehlampen und Spiegelbeleuchtung solche von 40 bis 60 Watt für Arbeitsräume und auch für die Küche Birnen von 100 Watt. Der Unterschied des Stromverbrauchs ist nicht so erheblich, daß er es rechtfertigt. auf gutes Licht zu verzichten. Glyzerin, sirupartige, farblose Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Seifen und Stearinsäure gewonnen wird. Mit Wasser verdünntes Glyzerin wird zum Einreiben spröder Hände und zum Geschmeidigmachen von Gummi verwendet. Gobelin, franz., Bilderteppich, der als Wandbehang dient wird auf Kettenfäden aus Leinengarn mit der Hand aus Schußfäden farbiger Wolle und Seide gewirkt. Unechte Gobelins werden auf mechanischen Webstühlen her- | Einspaltige ] werden zum ermäßigten lf. . . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzeile veröffenfllshfl Die besten Komiker des deutschen Films preiswert: Immer frisch und gut: Kaffee 9. Jl.-'Sport Schach-Ccke. Gearbeitet von K. Helling. Erstepunktekämpfe derGauligaHessen. Der Gaumeister S p v. Kassel wird sich bei Kewa Wachenbuchen auf starken Widerstand gefaßt machen müssen, aber die Meisterelf hat in den letzten Endspielen um die deutsche Meisterschaft noch an Kampfkraft und Erfahrung gewonnen und müßte auch in Wachenbuchen siegreich bestehen können. Im letzten Freundschaftsspiel gegen Kurhessen Kassel zeigte sich die Meisterelf jedenfalls von der besten Sette. — Den SB. 03 Kassel erwarten wir gegen den aufgestiegenen VfB Groß- Auheim in Front, dagegen hält es schwer, den Sieaer im Treffen VfB. Friedberg gegen -essen -ersfeld oorauszusagen. Vielleicht entscheidet der Platzvorteil zugunsten Friedbergs. 1926 Sroßen-Buseck in Leihgestern erfolgreich. Am Sonntag weilte die erste Elf des Fußballklubs 1926 Großen-Bufeck in Leihgestern, um bei der dortigen Spieloereinigung einer Gesellschafts- Rückspiel-Verpflichtung nachzukommen. Die Busecker stellten folgende Mannschaft: Koch; Brück, Schäfer; Eisenacher, Harbach II.; Dambmann, Henß, Hofmann, Maul, (später Eßwein). Die Mannschaft spielte anfänglich reichlich unruhig. Die Leihgesterner hatten Anstoß, der aber von der gegnerischen Läuferreihe abgefangen und vor das Tor der Gastgeber getragen wurde. Dort gab es bange Minuten. In der zehnten Minute konnte Maul noch im Fallen zum ersten Erfolg einsetzen. Die Platzmannschaft griff nun heftig an. Der Ausgleich lag in der Luft. Hinzu kam, daß die Busecker Verteidigung sich anfänglich unsicher zeigte und nicht an die gewohnte Form anschloß. In der Läuferreihe klappte es dafür ausgezeichnet. Hervorragend war der Mittelläufer Harbach II. Nach schöner Kombination fiel durch Hofmann das zweite Tor. In der Folge liefen beide Mannschaften zu geschlossener Form auf. Der junge Sturm der Platzbesitzer zeigte dabei schöne Leistungen. Nach der Pause setzten sich die Gäste in der gegnerischen Hälfte fest. Zunächst ohne Erfolg! Die Platzmannschaft spielte ■ in der Folge härter. Der Schiedsrichter verhängte einen Elfmeterball, den Henß glatt verwandelte. Aber auch ein Busecker Spieler verschuldete einen Elfmeterball, der von Häuser zum Ehrentor für Leihgestern ausgenützt wurde. Die Gäste rafften sich nun noch einmal auf und Harbach verwandelte zur alten Differenz. Noch gab es spannende Momente vor beiden Toren, bis schließlich Henß aus vollem Lauf den fünften und letzten Treffer erzielen konnte. Schiedsrichter Böcher leitete gut. Fußballklub 1936 Saasen. Die Jugendmannschaften von Saasen und Wie- seck standen sich im Pflichtspiel in Saasen gegenüber. Mitte der ersten Halbzeit erzielten die Einheimischen nach einem schönen Kombinationszug durch ihren Mittelstürmer das erste Tor. Bis zur Pause konnten sie zwei weitere Tore erzielen. Kurz vor Halbzeit verkürzte Wieseck auf 3:1. Nach der Pause gestaltete sich das Spiel reichlich hart. Die Wiesecker kamen auf 3:1 heran. Durch ein Eigentor der Gäste endete das Spiel 4:2 für Saasen. Große Fußball-Erfolge in Großen-Linden. Großen-Linden I — Sportfreunde Wetzlar II 8:1 (4:1). Die 1. Mannschaft von Großen-Linden zeigte nach langer Zeit wieder einmal ein ansprechendes Spiel und konnte gegen ihren gewiß nicht schlechten Gegner einen überzeugenden Sieg landen. Die Gäste, die nur mit zehn Mann antraten, entpuppten sich als eine überaus schnelle Mannschaft, die aber gegen das ideenreiche Spiel der ohne ihren Mittelläufer Heil antretenden Platzelf nicht aufkommen konnte. In der ersten Halbzeit leisteten sie noch einigermaßen Widerstand, fielen aber in der zweiten ganz ab und mußten sich eine haushohe Niederlage gefallen lassen. Vorher spielte die 1. Jugend gegen die gliche des Sportvereins Steinbach. Die Platzbesitzer bereiteten ihren Gästen ein Lehrspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Trotzdem der Steinbacher Nachwuchs einen lobenswerten Eifer an den Tag legte, konnten sie das Unheil nicht abwenden. 16 mal mußte ihr Torhüter den Ball aus dem Netz holen. Ein Gegentreffer fiel nicht. Bezirks-Serienspiele im 2er Radball Slommel-Daum, 1885 Gießen, Sieger der ^-klaffe. Der letzte Spieltag der Bezirks-Serienspiele im 2er-Radball wurde in Wetzlar abgehalten. In der ^-Klasse versuchten es die Wetzlarer noch einmal, Gießen eine Niederlage beizubringen, was ihnen jedoch nicht gelang. Stommel-Baum (RV. 1885 Gießen) siegten nach hartem Kampf mit 6:5 (3:2) Toren über Nolte-Roll, Radfahreroereinigung Wetzlar und wurden mit großem Punktvorsprung Sieger der Serienspiele 1937 vor Nolte-Roll (Wetzlar) und Schäfer-Wacker (Wieseck). In der B-Klasse gab es leider nicht das erwartete Entscheidungsspiel der beiden mit je 9 Punkten führenden Mannschaften Lotz-Freitag (Radfahrer- Vereinigung Wetzlar) und Herrchenhahn-Schneider, (RV. Nassovia Limburg), da die Limburger nicht am Start erscheinen konnten. Sieger der L-Klasse wurden Lotz-Freitag (Wetzlar) vor Herrchenhahn- Schneider (Limburg) und Wölfersheim I. Kurze Gportnotizen. Zwei Münchener Kanufahrer, Meister Triebe und Eberle, werden am kommenden Sonntag, 19. September, an emer 10-Kilometer-Lang- streckenfahrt auf der Rhone und Saone in Südfrankreich teilnehmen. ♦ G. v. Cramm - H. Henkel trafen in Chikago erneut auf die Amerikaner Budge-Mako und abermals behielten die Deutschen mit 9:7, 2:6, 7:5, 7:5 die Oberhand. * Griechenlands Sportler kämpften bei den 3. Balkan-Spielen in Bukarest überaus erfolgreich. In der Nationen-Wertung kamen sie mit 120 Punkten vor Rumänien (104), Jugoslawien (69), Türkei (26) und Bulgarien (11) auf den 1. Platz. E i n Steherrennen über 16 0 Kilometer in einem Lauf wird am kommenden Sonntag in Paris entschieden. Am Start der ,,100 Meilen von Paris" werden Metze, Severgnini, Ronsse, Lacquehay, Paillard und A. Wambst sein. iü B" 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c d e f g h Spiel auf Matt, a b e d e Die abgebildete Stellung entstand in einer Simultanpartie Fenske — R. zu Düsseldorf. Weih ist am Zuge und kann schnell das Matt erzwingen. Was zieht Weiß in der abgebildeten Stellung am stärksten? Ein Gegenschlag. ■ S 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 b c d e f g h d e f g h a b Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Anglares — Pogorielly bei den Länderkämpfen zu München. Weiß droht den Läufer mit Angriff gegen die schwarze Dame nach c3 zu führen und dadurch nicht nur den eigenen König zu sichern sondern auch auf der Diagonale c3—f6 zum Angriff zu kommen. Schwarz kann aber diesen Plan kraftvoll durchkreuzen. Wie kommt .Schwarz rasch zum vernichtenden Königsangrifs? Lösung der Schachaufgabe „Gewaltsame Linienöffnung". Weiß: Khl, Df3, Tal, Tgl, Lb3, Le3, Sc3, Ba2, b2, c2, d3, e4, e5, f2, H2 (15). — Schwarz: Ke8, Dd8, Ta8, Th8, Le7, Lg4, Sh5, Ba6, b5, c6, d6, k5, g6, h7 (14). 1. TglXg4, f5Xg4. 2. Df3—f7+, Ke8—d7. 3. e5Xd6, Kd7Xd6. 4. Df7—e6+, Kd6—c7. 5. Sc3—d5+, und Weiß gewinnt noch den Läufer e7, da nach c6Xd5, Lb6+ nebst LXD käme. In der Partie geschah noch 5. ..., Kc7—b7. 6. Sd5Xe7, Dd8—e8. 7. Lb3—d5!, und Schwarz gab auf. Lösung der Schachaufgabe „kraftvoller Gegenangriff". Weiß: Kel, Df3, Tal, Thl, Ld5, Lei, Sgl, Ba2, b2, c3, d3, f2, g2, H5 (14). — Schwarz: Kg7, Dd8, Ta8, Tf8, Lc5, Lc8, Sc6, Ba7, b7, c7, d6, e5, e4, g6, h7 (15). 1. Lcl-h6+, Kg7XH6. (Nach Kh8 käme DXI8). 2. H5Xg6+, Kh6Xg6. 3. Df3—h5+, Kg6—f6. 4. DH5—h6+, Kf6—e7. 5. Dh6—h7+, und Schwarz gab auf, da jetzt der weiße Turm eingreift und rasch das Matt erzwingt, z. B. Kf6, Th6+, Kg5, Dg6+, Kf4, Se2 matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. „Hugh!", sagte der „Große Büffel" ... Um 1900 fand bei dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ein Festessen statt, zu dem auch einige Indianerhäuptlinge eingeladen waren. Einer von ihnen, der „Große Büffel", bemerkte, wie ein neben ihm sitzendes Blaßgesicht sich zu dem Fleischgericht ein winziges Klümpchen von dem Brei nahm, der ein kleines Gefäß auf der Tafel füllte. Es war Senf. Der „Große Büffel" aber meinte, es müsse eine besonders kostbare Delikatesse sein, weil sein Nachbar so wenig davon nahm. So versuchte auch er die unbekannte Speise und ah einen großen Löffel voll Senf. Tapfer unterdrückte er den brennenden Schmerz, den er alsbald in Mund und Hals verspürte, aber er konnte es nicht hindern, dah ihm die Tränen in die Augen traten. Verwundert bemerkte dies der „Schnelle Hirsch" und fragte: „Warum weint mein Bruder?" „Hugh!" sagte der „Grohe Büffel" leise, „ich denke gerade daran, daß heute vor acht Jahren mein Vater im Mississippi ertrank." Nicht lange danach schluckte der „Schnelle Hirsch" auch einen Löffel Senf und weinte. „Warum weint mein Bruder?" fragte der „Große Püffel" schadenfroh. Doch der „Schnelle Hirsch" hatte die von seinen Vätern ererbte Tugend der Selbstbeherrschung verlernt und erwiderte grimmig: „Darüber, daß du damals nicht mit ertrunken bist!" Angewandte Kunst. Als Wilhelm Raabe Buchhändler in Magdeburg war, kam zu ihm eines Tages ein Herr in den Laden, der sich als Hauslehrer des Grafen von B. vorstellte. Er wollte keine Bücher kaufen, sondern wünschte eine Reproduktion der bekannten, sich auf die Ellbogen stützenden Engel der Raffaelschen Madonna Sixtina. Dieses Bild war im Augenblick aber nicht vorrätig, und der damals zwanzigjährige Wilhelm Raabe fragte den Kunden, ob es denn gerade dieses Werk sein müsse, ob er sich nicht einmal ähnliche Reproduktionen ansehen wolle. Doch der Kunde bestand darauf, dieses Bild erwerben zu wollen und gab auch den Grund an: „Ich wüßte kein anderes Bild, an dem man so schön den Schülern zeigen kann, wie sie beim Unterricht nicht zu sitzen haben ..." Studentenwih. Die Vorlesungen des berühmten Berliner Chirurgen Bier erfreuten sich eines starken Besuches, so daß in der Regel viele Zuhörer keinen Platz mehr fanden und stehen mußten. Da nannte der Studentenwitz den Hörsaol Biers: „Die Steh» b i e r h a l l e". Metz« M 0vr Ww K«O DKV«Ktzl«-AUOOV Goldrahmen 170 Granat Goldschöterich (Cheiranthus Al- lonii), der noch zu wenig an- aepflanzt wird; wird wie Goldlack behandelt. Goldrahmen. Holzleisten, die mit Leimlösung bestrichen und mit Blattgold belegt sind. Man reinigt sie mit Brotkrume oder mit dünnem Salmiakwasser, das man klar nachwäscht. Fliegenschmutz läßt sich durch Spiritus und Terpentin entfernen. Goldschöterich, s. Goldlack. Gong, aufgehängte Metallplatte, die mit einem stoffumwickelten Klöppel geschlagen wrrd und einen tiefen langanhaltenden Ton gibt. 2n großen Wohnungen wird mit dem Gong zu Tisch gerufen. Gorgonzola, wohlschmeckender italienischer Weichkäse, der mit prünlichem Schimmel durchzogen ist. Gose, ein in Sachsen gebrautes Bier, das dem Weißbier ähnelt. Gottfried, männlicher Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „der Eottesfriede". Goudakäse, holländischer Süß- milchkäse mit kleinen Löchern. Grabbepflanzung besteht entweder aus einjährigen Blumen und muß dann im Frühjahr, Sommer und Herbst gewechselt werden, oder aus der vorteilhafteren Besetzung der Pflanzenfläche mit Steingartenstauden und niedrigen Ziersträuchern. Empfehlenswert für selten besuchte Gräber ist Die Begrünung durch Efeu. Sedum und Sagina. Unschön sind Kieswege und verschnörkelte Beetformen. Grabscheit, in manchen Gegenden übliche Bezeichnung für Spaten. Grad, Einteilung des Thermometers. Zwischen dem Eefrier- und Siedepunkt liegen nach Reaumur 80 Grad nach Celsius 100 Grad, nach Fahrenheit 120 Grad. Gräte, verschluckte, verursacht sehr unangenehme u. oft bedrohliche Erscheinungen (Erstickungs, anfall). Man versuche, mit weichem Brot oder Kartoffelbrei, oder anderen einhüllenden Speisen die Gräte in den Magen zu befördern. Gelingt das nicht und kann man die Gräte auch nicht aushusten, so begebe man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung und laße sich die Gräte mit einem geeigneten Instrument entfernen. Grahambrot, nach einem amerikanischen Arzt genanntes Brot aus Weizenschrot, das ohne Gärung durch Kohlensäure getrieben wird. Grammophon, Vorrichtung zur Wiedergabe v. Musik- u. Sprechstücken, die auf Hartzummiplat- ten ausgenommen sind. Grammophonnadeln müsien jedesmal erneuert werden, wenn eine Platte gespielt ist. Erammophonplatten soll man sich nicht wahllos sondern in bestimmter Auswahl zulegen, damit die Sammlung bleibenden Wert hat. Granat, Edelsteinart, von verschiedener, meist rötlicher Färbung. Dunkelrote Granaten werden auch als Karfunkelsteine bezeichnet. Schnittblumen als Grabschmuck? Auch das ist möglich. Dazu gibt es die praktischen Graboasen. Das sind Metallgefäße, die in die Erde gesteckt werden. Eine solche Vase kann nie umfallen. Den ganzen Sommer über kann also ein Grab frische Blumen haben. Grabvasen gibt es bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Freitag, 17.9., und folgendeTage verkaufe ich im Laden Neuenweg 18 folgende Möbel: 1 Schlafzimmer, 1 gr. Eisschrank (n. f. Metzger geeignet), Bücherschränke, Schreibtische, Wasch- und Nachttische, Stühle, Sofas, Vertikos, Betten, Obstvresse, Stehleiter, Kassenschrank, Büfetts, Tische, gut erhalt. Teppiche, Radios u.v. a. Der Verkauf sindet bestimmt statt. L. Hartmetz coimD Neuenweg 18. Earbst-Reinigung Hinaus mit dem Sommerstaub. Besorgen Sie sich aber rechtzeitig: Teppichkehrer. Handfeger, Schiubber, Bürste, Besen, Bohnerbürste, Mop, Politur. Auch darin kaufen Sie gut bei BJ. B. Häuser Bi Ä :3 Gießen,a.Oswaldsgarten tfhS Fernruf Nr. 2145-2146 __5823 A Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden au» der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tier- phniograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rot- ichenkeln, Austernfischern m. a. mitgebracht. •Et erzählt im Textteil unterhaltsam und ipannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im 3eit versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag Verlin-Lichterfelde 9 S&F-Kaffee stets frisch aus eig. Rösterei S&F- China-Mischung 50 g 55 S & F - India-Misch. 12g 18, 25g 35. 50g 65 S&F- Ceylon-Mischung 50 g 80 Weine von S&F ohne Glas S & F-Weinbrand-Verschnitt 7, Fl. o. Gl. 2.40 38 Vol.% S & F-Weinbrand,38 Vol.%..1/, Fl. 0. 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