Nr. 13? Erster Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, W. Juni 1937 ®r|d)eimi rag llch. aufcei Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie Illustriert* Gießener Familienblattei Hermai im BUd Die Scholl» UlonatsiBejugsprets: Mi» 4 ‘Beilagen NM. 1.96 Ohne Illustrierte . t.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschltiste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Siesten Postscheckkonto: ffranffurt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL and Verlag: vrühl'sche UnwersttStt-vuch- und Steindruckerei R. Lange In Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 1 Annahme von Anzeigen für Die Mitlagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Reichsaußenminister fährt nach London. Auf britische Einladung Meinungsaustausch über den Westpakt und die Lage in Spanien. Dämmerung. Am 16. Juni 1917 konstituierte sich in Leningrad er Erste Allrussische Rätekongreß. Zwanzig Jahre chwingt nun der Bolschewismus über Rußland »ine Geißel. Hekatomben von Leichen, Ströme von 3lut, leibliche und seelische Knechtschaft eines Hun- iertmillionenvolkes, Wirtschaftskatastrophe und Hun- ersnot kennzeichnen seinen Weg zur Macht und »inen Kampf um die Selbstbehauptung. Der Bür- erfrieg zwischen Rot und Weiß und die Abwehr- ämpfe gegen die von den westlichen Demokratien Denn auch nur mit halber Kraft unterstützten nterventtonsversuche waren kaum beendet, Adel nd Bürgertum des zaristischen Rußlands, als der l'onterreDolution und der Verbindung mit dem lusland verdächtig, waren kaum mit Hilfe der Haurigen Henkersmethoden der Tscheka und ihrer -lachsolgerin, der GPU., vernichtet, als der Bolsche- lismus begann, seine eigenen Kinder zu verklingen. Nicht nur, daß der Argwohn, von alb fsischen reaktionären Kreisen und vom Auslande ”r würde die Errichtung eines bolschewistischen Zirtschaftssystems sabotiert, die ausländischen „Spe- flliften" und die dem russischen Bürgertum ent- nmmenden Ingenieure, Gelehrten und Facharbeiter jf Schritt und Tritt verfolgte und sie der Tscheka -utal ans Messer lieferte, sobald die auf allen Gebieten der Wirtschaft sich häufenden Mißerfolge □r der Öffentlichkeit mit konterrevolutionärer (Sabotage entschuldigt werden mußten, nein, auch t-e Richtungskämpfe innerhalb der Partei, der Elreit um die Zweckmäßigkeit und^das Tempo der ndustrialisierung, um den rechten Weg der bob !)ewistischen Agrarpolitik, um die außenpolittsche !: nie der Sowjetunion und hinter diesen prinzi- Ftllen Auseinandersetzungen die nackten Kämpfe im die Macht in Partei und Staat haben in diesen pangig Jahren bolschewistischer Herrschaft niemals oifgehört und schließlich zu einer geradezu beb fsiellos satanischen Bespitzelung untereinander geführt, je enger der Klüngel meist jüdisch-äsiatischer Parteibonzen wurde, der sich die Diktatur über das russische Volk anmaßte und von dieser mit allen materiellen Mitteln unterbauten machtpolitischen kastion aus den Angrift der bolschewistischen Welt- mvolution auf die anderen Völker einleitete. Je mehr es in der letzten Hälfte dieser zwei Jahrzehnte dem Kaukasier Stalin, vor dem der tr'te Prophet des Bolschewismus Lenin in seinem I ftament die Partei vergebens gewarnt hat, gelingen ist, sich vom simplen Generalsekretär der Partei zum allmächtigen Herrscher zu erheben, b'fen Stirnrunzeln Tod und Verderben für jeden a. ch noch so Hochgestellten bedeutet, der auch nur bim leisesten Argwohn erregt hat, anderer Meinung zi sein als der Gewalttge des Kreml, je mehr legt fr) eine düstere Wolke des Entsetzens und des (bauens über das weite russische Land, dessen von Cchicksalsschlägen geprüfte Völker erzittern vor dem L utrausch eines sadistischen Despoten, der in seinem pathologischen Argwohn auch nicht vor der Aus- irtung der Männer haltmacht, denen er vor den äigen des Auslandes die Rote Armee, das Dieb »wunderte Machtinstrument des revolutionären Zi'lschewismus, um dessen Stärke und Zuverlässig- ei willen sich die Bundesgenossenschaft mit der ^wjetunion für Paris und Prag zu lohnen schien, cmoertraut hatte. Das Blutbad vom 12. Juni, dem mt dem Sowjetmarschall Tuchatschewski sieben 0 nerale der Roten Armee in führenden Stellun- cen zum Opfer fielen, ist am Ende dieser zwei öchrzehnte einer Kette grausiger Verbrechen ein Sifciläumsfanal, des bolschewisttschen Regimes . M rdig. lähmendes Entsetzen scheint nun diese letzte Blut- li' des Moskauer Despoten auch in den Kreisen |e= Auslandes bewirkt zu haben, die in ideo- MÄscher Sinnesverwirrung oder aus blindem politischem Opportunismus bis heute geglaubt haben, Ü( Augen vor dem wahren Charakter des Bolschewismus als einer weltrevolutionären, kultur- und fii densfeindlichen Macht schließen zu können. Was |id soeben in Sowjetrußland abspielt, sollte es ricQi dazu angetan sein, die Staatsmänner, Parla- mmtarier und Journalisten der westlichen Demo- bckien eines Besseren zu belehren, die bisher trotz 1 n Warnungen mit eiserner Stirn an der Fik- :on festhielten, daß die Sowjetunion ein Staat i wie jeder andere auch, auf dessen Mitwirkung ei einer Neuordnung Europas nicht verzichtet urben könne? Wird denen, die sich wie Eden und Heal nicht scheuten, aus einem gefährlichen poli- icien Opportunismus heraus in Moskau sich mit >r Gewaltigen des Kreml an einen Tisch zu set- r. die wie die französischen und tschechischen Ge- innlstäbe dem jetzt als Spion und Hochverräter i Den Kellern der Lubljanka schimpflich hingerich- Ittn Sowjetmarschall Tuchatschewski noch vor we- csn Monaten als Führer der verbündeten Roten r-nee die geheimsten Befestigungsanlagen gezeigt, u marschpläne und Rüstungen mit ihm erörtert iljen, wird ihnen allen nicht endlich die Frage vor e Seele treten, welchen Wert ein Bündnis mit n r Macht haben soll, die vom Fieber schwerer unsrer Krisen geschüttelt, wenn man die den ro- ,n Generalen vorgeworfenen Beschuldigungen als a'ir unterstellt, nicht einmal imstande war, die raiee und die zu ihrer Führung berufenen Män- i in Treue zum Regime zu halten? lind nicht eine Spur besser stände es um die Sladnisfähigkeit einer Macht, an deren Spitze ein i njinniger Despot mit Männern, die gestern c sein höchstes Vertrauen hatten und im Aus- als vertrauenswürdige Exponenten des Re- 125 auftreten durften, umspringt wie mit Pups' die ihm im Wege liegen. In Paris und Prag i» man sich nach dem Aderlaß des 12. Juni über n Kampfwert der Roten Armee keiner Täuschung ueben können. Es ist ja nicht bei den acht von Berlin, 15. 3uni. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Reurath wird sich auf offizielle Einladung der britischen Regierung am 23. dieses Monats nach London begeben. Irgendwelche Verhand- lungen find dabei nicht in Aussicht genommen, doch ist zu erwarten, daß der Besuch zu einem Meinungsaustausch über beide Länder gemeinsam interessierende Fragen Gelegenheit geben wird, insbesondere auch über d i e spanische Frage. * Zu dem Besuch des Reichsaußenministers von Neurath wurden in London folgende Mitteilungen gemacht: Die Besprechungen werden sich hauptsächlich auf zwei Angelegenheiten von besonderer Bedeutung für Europa erstrecken: Auf die Möglichkeit zur Vereinbarung eines neuen West- pattes, der an die Stelle des Locarnovertrages treten soll, und auf die Lage in Spanien, Der Besuch Neuraths, heißt es weiter, werde in London besonders willkommen geheißen, da Eden bisher nur wenig Gelegenheit hatte, den deutschen Außenminister zu treffen. Eden treffe die Außenminister anderer europäischer Länder häufig auf den Sitzungen des Völkerbundes in Genf und unterbreche in der Regel feine Reifen dorthin i n Paris, um mit feinem französischen Kollegen Besprechungen zu führen. Während der Krönung habe er reichlich Möglichkeiten gehabt, seine Ansichten mit denen ausländischer Staatsmänner auszutauschen. Da Deutschland jedoch nicht Mitglied des Völkerbundes fei, hätten sich die Wege Neuraths und Edens nur feiten gekreuzt. Es wird ferner hervorgehoben, daß der Besuch Neuraths keineswegs besondere Verhandlungen zwischen Deuftchland und England bedeute. Eden dürfte feststellen, daß ein neuer Westpakt als Vorspiel für eine allgemeine Beruhigung in Europa angestrebt werden solle. Obwohl kein neuer Schritt unmittelbar zu erwarten fei, bestehe die Möglichkeit, daß Großbritannien wieder d i e Führung übernehmen werde. Großbritannien habe auf seine Note vom 19. November, die seine Ansichten über die Methode enthielt, um Fortschritte für ein Fünf-Mächte-Abkommen zu erzielen, Antworten von Deuftchland, Belgien, Frankreich und Italien erhalten. Es sei wahrscheinlich, daß Großbritannien die Absicht habe, aus diesen Antworten die übereinstimmenden Punkte zusammenzutragen, um so die Verhandlungen flüssiger zu gestalten. Freiherr von Neurath werde in der Lage sein, die Ansicht seiner Regierung über die Möglichkeit eines neuen Westpaktes mitzuteilen. lieber die spanische Flottenüberwachung sei nun ein Uebereinkommen erzielt worden, Deutschland und Italien würden in Kürze ihre Mitarbeit im Nichteinmischungsausschuß wieder auf- nehmen Dann würden die Möglichkeiten zur Verbesserung des Kontrollsystems und die Zurückziehung der ausländischen Kriegsteilnehmer erörtert werden. Diese Verhandlungen konnten jedoch nur vom Nichteinmischungsausschuß selbst geführt werden. Großbritannien habe die französische Regierung von dem Besuch Neuraths informiert und sie über die beabsichtigten Besprechungen unterrichtet. Man fügt hinzu, daß Herr von Neurath früher deutscher Botschafter in Rom und London gewesen sei und erst kürzlich Budapest, Sofia und Belgrad besucht habe, so daß er in der Lage sei, auch osteuropäische Fragen zu erörtern. Die Londoner presse begrüßt Neuraths Besuch. London, 16. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Zeitungen drücken ihre Genugtuung aus, daß die den Henkern der GPU. erschossenen Generalen geblieben und wird auch nicht bei den bisherigen Hinrichtungen bleiben. Wenn Stalin sich von gewissen Kreisen der Roten Armee in seiner Allmacht bedroht fühlte und vor einem Schlag nicht zurückschreckte, der das Prestige der Armee und seines ganzen Regimes auch in den ihm freundlich gesinnten Teilen des Auslandes aufs schwerste beeinträchtigen mußte, so wird er auch in Zukunft vor keinem Mittel zurückschrecken, von dem er sich Erhaltung seiner Macht versprechen darf, ohne Rücksicht darauf, was das Ausland dazu sagt. Für das nationalsozialistische Deutschland, das seinem Führer täglich dafür dankbar ist, das er es durch sein entschlossenes Zupacken vor der bolschewistischen Pest bewahrte, hat das Traumbild nie bestanden, das sich westliche Demokraten von dem bolschewistischen Regime und seinen „Erfolgen" in Rußland immer noch machten, weil sie auf die Sowjetunion als Gegengewicht gegen die autoritären Staaten nicht verzichten wollten. Wird man in Paris und London die Kraft aufbringen, mit dieser sich als ttügerisch und gefährlich erwiesenen These zu brechen und sich von einer inneren Bindung freimachen, die keine aufrichtige europäische Zusammenarbeit erlaubt? Das eben in London getroffene Uebereinkommen der vier Mächte England, Frankreich, Deutschland und Italien über den Schutz ihrer Kontrollorgane in Spanien könnte ein erfreuliches Anzeichen für das englische Regierung jetzt die Möglichkeit findet, mit dem deutschen Außenminister in einen direk - ten Meinungsaustausch zu treten, nachdem Eden in Genf häufig die Gelegenheit hatte, mit anderen Außenministern schwebende Fragen zu erörtern. „Time s" schreibt, man wünsche eindeutig, daß das englftch-deutsche Treffen im Rahmen der natürlichen und normalen Fühlungnahme gewertet werden solle, die den Außenminister in den Stand setzen, von Zeit zu Zeit freie und freundschaftliche Erörterungen mit den Außenministern anderer Länder zu haben. Eine persönliche Aussprache über die spanische Frage zwischen englischen und deutschen Ministern halte man für sehr wertvoll, da die Sache der Nichteinmischung schon viel von ähnlichen unmittelbaren Fühlungnahmen zwischen Eden und seinem französischen Kollegen gewonnen hätte. Niemand, der an der Schaffung neuer und besserer Beziehungen zwischen England wachsende Verständnis der inneren Voraussetzungen für ein Zusammenwirken der europäischen Ordnungsmächte sein. Das blutige Fanal, das von Moskau herüberscheint, sollte solche Erkenntnis erleichtern. Dr. F. W. L. An der Schwelle zum wahren „Sowjeiparadies". Immer neue Verhaftungen. Warschau, 15. Juni. (DNB.) Die Polnische TelegraphemAgentur meldet aus Moskau, daß noch folgende Personen verhaftet worden sind: General Lewandowski, der Kommandant des Kaukasischen Militärbezirks; General G o r b ätsch o f f, der stellvertretende Kommandant des Moskauer Militärbezirks; General Haecker, der Chef der Ausländsabteilung im Kriegskommissariat; Krestinski, der ehemalige Sowjetbotschafter in Berlin und stellvertretender Außenkommissar; K a - rachan, der frühere Justizminister und ehemalige Botschafter in China und der Türkei; Mironow, der stellvertretende Leiter der Presseabteilung im Außenkommissariat; Eljawa, der Stellvertreter des Kommissars der Leichtindustrie; weiter der stellvertretende Generalsekretär des Völkerbundes und Sowjetgesandte in Madrid, der Chef der Westab- und Deutschland interessiert sei, könne im Augenblick mehr verlangen, als was im (Kommunique gesagt sei. Es sei nichts zu gewinnen, wenn man sich jetzt schon auf eine Betrachtung des Zieles und Inhaltes dieser Gespräche einlasse. An Gesprächsstoff fehle es nicht, darunter befinde sich sowohl für den Gastgeber als auch den Gast manches Unerquickliche. „Daily Mail" schreibt, der Besuch des deutschen Außenministers werde die Gelegenheit zu einer freien Erörterung der englisch-deutschen Beziehungen bieten, die, wie nicht nur einige Kabinettsmitglieder, sondern auch ein großer Teil der Abgeordneten glaubten, ohne Verzug aufeine fefte Grundlage ge ft eilt werden sollten. Der Reichsaußenminister werde in London Chamberlain und Eden sehen. Wenn es die Zeit erlaube, werde Neurath möglicherweise einer der ersten Gäste des neuen Premierministers in Chequers sein. teilung des Außenkommissariats, der Chef der fernöstlichen Abteilung im Außenkommissariat und der langjährige Botschafter in Tokio, der unlängst zum Botschafter in Paris ernannt worden war. Die propagandistische Auswertung des Moskauer Bluturteils, die sich bisher nur in zahllosen E r - gebenheitstelegrammen an Stalin äußerte, hat heute plötzlich andere Wege eingetragen. Wie die amtliche TASS berichtet, sind Eisenbahnerorganisationen an die Regierung mit der „Bitte" herangetreten, daß „zur Stärkung der Schlagkraft der Roten Armee eine neue V e r t e i d i g u n g s a n l e i h e ‘ausgegeben" werde. Für die „Plötzlichkeit" dieser Bitte ist es bezeichnend, daß nicht nur die erwähnten Eisenbahner, sondern auch Arbeiter einer Anzahl Werke, Kollektivbauern und andere Organisationen mit staunenswerter Gleichartigkeit auf diesen „originellen" Gedanken gekommen sind. Es ist der Gipfelpunkt der Heuchelei, wenn die Sowjetpropaganda ihre bestellte Arbeit mit dem Satz: „Das Volk bittet um eine Rüstungs- anleihe" zu begründen sucht. Die Vergangenheit hat genügend Beispiele dafür geliefert, wie derartige „Bitten des Volkes" Zustandekommen. Um den katastrophalen Eindruck der Vorgänge in der Roten Armee im Auslande abzuschwächen, muß das Volk nun darum „bitten", feine Haut für eine weitere Ausrüstung zu Markte tragen zu dürfen. Diese Methode kennzeichnet das System zur Genüge. Das Ergebnis der britischen Reichskonferenz. Oer Schlußbericht stellt gemeinsame Grundlinien für die Außenpolitik und die Verteidigung fest. London, 15. Juni. (DNB.) Die britische Reichskonferenz wurde am Dienstag nach einer Dauer von vier Wochen mit einer feierlichen Sitzung im St. James-Palast abgeschlossen. In seiner Schlußrede rühmte der englische Ministerpräsident, Neville Chamberlain, den Geist der Kameradschaft und des offenen Vertrauens. Im gegenwärtigen Zustand der Welt werde man eine Katastrophe herauf- beschwören, wenn man eine einseitige Abrüstung durchführte. Die britische Regierung sei entschlossen, ihre Verteidigung so leistungsfähig zu gestalten, daß sie ihre Sicherheit aufrechterhalten und ihre internationalen Verpflichtungen erfüllen könne. Abschließend wies Chamberlain darauf hin, daß die Revision der Handelsabmachungen von Ottawa nicht auf der Konferenz erörtert worden sei. Alle Konferenzmitglieder wüßten um die wichtige Rolle, die der wirtschaftliche Ausgleich in der internattonalen Befriedung spiele. Ihre Erklärung zeige, daß ein selbstsüchtiger wirtschaftlicher Nationalismus keinen Bestandteil ihrer Weltanschauung bilde. Der kanadische Ministerpräsident King unterstrich, daß jede Regierung sich ihre Rechte Vorbehalten habe. Jedes Dominion habe eine besondere geographische Lage, verschiedene Nachbarn, andere internationale Probleme und eine andere wirtschaftliche Struktur, seine eigenen Rassenfragen und Verfassungsprobleme. Die Konferenz habe diese Unterschiede voll anerkannt. Der australische Ministerpräsident Lyons sagte, die Reichskonferenz habe gezeigt, daß die Prophezeiung über ein bevorstehendes Auseinanderbrechen des britischen Weltreiches unbegründet sei. In den Fragen der Außenpolitik und Verteidigung habe es keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten gegeben. Der südafrikanische Ministerpräsident General H e r tz o g betonte, daß das britische Weltreich in der Erfüllung seiner Aufgaben keine Parteilichkeit zeigen dürfe, und als Wächter des internationalen Weltfriedens keine Günstlinge unter den Nationen besitzen dürfe. Wie im Schlußbericht mitgeteilt wird, hat die Konferenz zwei Erklärungen über die Außen- po liti k und über die Verteidigung des bri- ttschen Weltreiches abgefaßt. Es wird darauf hingewiesen, daß keine Verpflichtungen formuliert worden seien, daß aber die Vertreter in dem Wunsch, ihre Politik enftprechend den Zielen und Idealen des Völkerbundes zu führen, einftimmig erklärt hätten, daß ihre jeweiligen Rüstungen niemals für Zwecke des Angriffes oder für Zwecke benutzt werden, die nicht mit der Völkerbundssatzung in Einklang stehen. Es besteht der Wunsch, den Einfluß des Völkerbundes durch die Erweiterung seines M i t g l i e d s k r e i- f e s zu verstärken. Die britischen Staaten sind der Ansicht, daß dieses Ziel durch die Abtrennung der Völkerbundssatzung von den Friedensverträgen leichter erreicht werden würde. Schließlich wird gesagt, daß die Mitglieder der Konferenz fest mit den Grundsätzen der Demokratie und der parlamentarischen Regierungsform verbunden seien, daß aber nach ihrer Ansicht Verschiedenheiten der politischen Weltanschauung kein Hindernis freundschaftlicher Beziehungen zwischen Regierungen und Ländern sein sollten, und daß nichts schädlicher für eine internationale Befriedung wäre als die wirkliche oder anscheinende Aufteilung der Welt in gegensätzliche Gruppen. Die Konferenzmitglieder hätten mit tiefer Besorgnis festgestellt, daß sich die internationale Spannung feit der letzten Reichskonferenz im Jahre 1930 merkbar verstärkt und daß eine große und schnelle Vermehrung der Rüstun- gen aller Hauptmächte stattgefunden habe. Gleichzeitig halten sie es aber für bedeutungsvoll, Verhandlungen über hie Begrenzung der Rüstungen zu eröffnen, wenn eine Aussicht auf Erfolg vorhanden sei. Sie hätten mit Bedauern festgestellt, daß trotz der Rüstungsbegrenzung, im Londoner Flottenvertrag und im deutsch-englischen Flottenpakt, die internationalen Beziehungen z u r- 3 e i t nicht g ü n ft t g für eine weitere Abrüstung seien. Sie begrüßten jedoch die Bemühungen, die Flottenbegrenzung auf andere Länder auszudehnen. Schließlich habe Ueber- einftimmig darüber geherrscht; daß die Sicherheit der Staaten durch den Austausch von Auskünften über den Zustand ihrer Streitkräfte, durch die gemeinsame Planung der Hafenverteidigungen und durch Zusammenarbeit bei der Verteidigung der Verbindungslinien erhöht werden könne. Gleichzeitig sei aber anerkannt worden, daß die Natur und das Ausmaß der Verteidigungspolitik der einzelnen Dominien einzig und allein der Verantwortung der jeweiligen Parlamente überlassen bleibe. Dabei beschränkt sich Deutschland in staatsmännischer Einsicht lediglich auf den Ausbau der wirt- schaftspolitischen und kulturellen Beziehungen, ohne damit machtpolitische Zielsetzungen zu verbinden, wie dies in früheren Zeiten England und besonders Frankreich stets zu tun pflegten. Auch hier liegt ein sehr wichtiges Moment für die freundliche Beurteilung, die Deutschland und seine Politik allenthal- halben im Südosten finden. Man weiß in Belgrad, genau so wie in Budapest und m Athen, in Sofia und in Ankara sehr gut, daß Deutschland weder Prestigepolitik noch imperialistische Politik im Süd- ostraum treibt oder treiben will. Andererseits haben die Südoststaaten in den letzten Jahrzehnten gerade in dieser Hinsicht traurige Erfahrungen gemacht, indem beispielsweise Frankreich seine Finanzhilfen, die es den einzelnen Ländern zu deren eigenem Schaden aufdrängte, später dazu zu benutzen suchte, um die Schuldnerstaaten politisch zu erpressen. Und auch England scheute sich ja nicht, seinen Interessen die der schwächeren und weniger widerstandsfähigen Südoststaaten zu opfern, wie nicht zuletzt das Beispiel Griechenlands zeigt, das man vor zwanzig Jahren mit brutaler Gewalt auf die Seite der Entente in den Krieg zwang. Solche Dinge vergessen sich schwer. Ebensowenig ver- Deutschland und der Oonauraum. Von unserem (ac)-Berichterstatter. Nachdruck verboten! B u d a p e st, im Juni 1937. Oie Finanzvollmacht für Blum. Auch die Kommunisten stimmen für das Volksfront-Kabinett. Z-ZSWLM L-LZWSWff der Phant"asiep°litik der Prager Machthaber, di- sich auch in Prag zur Erkenntnis nehmen müssen. Oie Fahne der Alten Garde. Weihestunde in den Berliner pharus-Sälen. - Auftakt zur Ostpreußenfahrt. P a r i s, 16. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die französische Kammer nahm nach einer zum Teil stürmisch verlaufenen Nachtsitzung, in der der Mimster- präsident L6on Blum und der Finanzmimster Vincent A u r i o l das Wort zur Verteidigung der Finanzpolitik des Kabinetts ergriffen, mit 346 gegen 247 Stimmen die Gesetzesvorlage an, die die Regierung e r m ä ch t i g t, bis zum 31. Juli 1937 durch Gesetzeserlasse, die im Ministerrat beschlossen werden, die für die Wiedergesundung der öffentlichen Finanzen und den Schutz des Spa- rcrtums, der Währung und des öffentlichen Kredites notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Erlasse müssen der Karner und dem Senat innerhalb von drei Monaten zur Ratifizierung unterbreitet werden. Die Maßnahmen der Regierung sollen den Zweck haben, den Franken auf der in dem Abwertungsgesetz vom 1. Oktober 1936 bestimmten Parität zu halten und eine Devisenkontrolle auszuschließen. Im Verlaus der Sitzung griff der ehemalige Ministerpräsident Fl and in, der seinerzeit über die Forderung der Ausnahmevollmachten gestürzt ist, den Finanzminister mit Nachdruck an, man könne eine Währung in einer Zeit der Panik nicht stabilisieren, ganz abgesehen davon, daß dazu das Einverständnis Englands und der Vereinigten Staaten als Mitunterzeichner des Dreier-Abkommens erforderlich sei. Flcmdin warf die Frage auf, warum die Regierung Ausnahmevollmachten verhüt, wir sind dennoch die Alten geblieben. Das ist ja das Wunderbare an unserer Bewegung, daß sie eine Welt verändert hat, selbst aber unverändert geblieben ist! Das hat ihr auch im Grunde genommen die Kraft z u m Siege gegeben, und wenn es uns gelungen ist, das ganze Volk für den Führer und seine Bewegung zu gewinnen, so deshalb, weil wir eine revolu- tionäre, eine sozialistische und eine Arbeiterbewegung gewesen und geblieben sind." Oer Stellvertreter des Führers überbrachte sodann unter stürmischem Jubel den alten Kämpfern die Grüße des Führers und nahm die feierliche Weihe der Fahne vor, die er der Alten Garde stiftete. Während sich alles von den Plätzen erhebt und die Fahne der Alten Garde ihrer Hülle entkleidet wird, berührt der Stellvertreter des Führers sie mit dem Tuche der Horst-Wes- sel-Standarte. Die prächtige Fahne, deren Hakenkreuz in Goldbuchstaben die Umschrift „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei" und einen breiten goldenen Ring trägt, ist mit goldenen Fransen eingefaßt und trägt auf der Fahnenspitze ein goldenes Hoheitszeichen. In einem Sturm des Jubels übergibt Rudolf Heß die Fahne dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der zunächst dem Stellvertreter des Führers dankte, daß er diese Fahne her Alten Garde gegeben und ihr damit auch ein snm- bolisches Zeichen verliehen habe. Schon zum fünften Male wanderten die „Alten" nun gemeinsam hin- aus. Es könne immer nur eine kleine Zahl sein, die art diesen Gemeinschaftsfahrten teilnehme. Viel, viel mehr hätten ein Anrecht dazu, aber das sei rein technisch nicht durchführbar. Dr. Ley sprach die Hoffnung aus, daß dieses Beispiel der Reichsleitung die Gaue anrege, ihrerseits einmal im Jahr die alten Kämpfer ihres Gaue s zu einer lange, wo sie über eine Mehrheit verfüge, die bisher alle ihre vorgelegten Gesetze angenommen habe. Die Kammer habe noch nie einer Re- qierung Vollmachten in Steuerfraaen erteilt. Das sei gegen die Verfassung. Denn diejenigen, die solche Vollmachten in der Nacht gewähren woll- ten, wüßten nicht, welche Folgen das am nächsten Tage bereits haben könne. Ministerpräsident Blum erwiderte daraufhin, daß es sich bei den von der Regierung vorgesehenen Finanzmaßnahmen nicht um eine Erhöhung der Steuern auf Verbrauchsgüter handele, die Vollmachten, um die die Regierung er- suche, seien lediglich zum „Schutze der Demokratie und der arbeitenden Klasse bestimmt. Der Generalsekretär der kommunistischen Gruppe, Duclos, gab den Beschluß seiner Partei bekannt, für die Regierung zu stimmen, ließ aber keinen Zweifel darüber bestehen, daß dieser Beschluß nur „aus Solidarität mit der Volksfront" erfolgt sei. Im übrigen tritt» fierte er, abgesehen von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Spekulation, scharf die Absichten der Regierung, besonders die Erhöhung der Po st- und Eisenbahntarife. Er verlas nochmals die Entschließung des Zentralkomitees her kommunistischen Partei, in der u. a. die Bereitschaft der Kommuni st en zum Eintritt in eine Regierung der Volksfront betont wird. Als die Absicht des Reichsaußenministers Frei- ; Herr von Neurath bekannt wurde, zu kurzen > Besprechungen die Hauptstädte Jugoslawiens, Butt , gariens und Ungarns zu besuchen, zeigte das Echo, das dieser Plan. in der Presse der betreffenden : Südoststaaten sand, daß die Reise in der Tat auch den Intentionen und Wünschen der einzelnen Sud- ost-Länder entsprach. Andererseits fehlte es natürlich auch nicht an Quertreibereien und an mannigfachen Versuchen, die Besuche mit angeb» liehen politischen Machtplänen Deutschlands in Zusammenhang zu bringen. Besonders in P r a g zeigte sich das Bestreben, durch böswillige Entstellungen und Verdrehungen den Anschein zu erwecken, als bedeute die Reise des Reichsaußenministers eine Gefahr für die friedliche Entwicklung im südosteuropäischen Raum. Ganz besonders hetzerisch gebärdeten sich die „Europäischen Stimmen", jene von Prag und Paris mit Hilfe sowjetrussischen Geldes ausgehaltene Zeitschrift, deren Hauptziel die Verleumdung Deutschlands und die Hetze gegen die deutsche Wirtschaftspolitik im Südosten zu sein scheint. Die Tatsache, daß gerade von Prag aus die wildesten Verleumdungen aus Anlaß der Reise des Reichsauhenministers zu hören waren, gerade diese Tatsache zeigt das Wesen der Gegensätze auf, die sich wieder einmal mit bemerkenswerter Schärfe im Südostraum geltend machen. Auf der einen Seite nüchterne Realpolitik, wirklichkeitsnahe praktische Wirtschaftspolitik und auf der anderen Seite nichts als Phrasen und utopische Phantasien, die nicht um ihrer selbst willen verfolgt werden, sondern nur, um hinter ihnen dunkle politische Zwecke verbergen zu können. In Prag schwört man ja noch immer auf den so- genannten Hodza-Plan, auf jenen Plan des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten, der angeb- lich eine segensreiche Neuordnung im Donauraum bringen soll. Als erste Etappe auf dem Wege zur Verwirklichung dieses Phantasieprojektes ist ein enger Zusammenschluß Oesterreichs und der Tschechoslowakei gedacht. In diesem Sinne äußerte sich erst kürzlich einer der vielen Prager Offiziösen, Herr Hubert R i p k a in einem urdemokratischen Prager Blättchen. Die tschechisch- österreichische Zusammenarbeit, die ja auch gewisse Kreise in Wien anstreben, soll dann durch A n - schluß Ungarns erweitert werden. Wenn nun Herr Ripka weiter feststellt: „Es ist überflüssig, irgendwo damit zu rechnen, die Tschechoslowakei werde ihre Verbindungen mit den Staaten der Kleinen Entente dadurch lockern, daß sie in irgend eine tschechoslowakisch-österreichisch-ungarische Kombination eintrete", so zeigen gerade diese Worte, daß die weitere Etappe jener Prager Pläne auf die Mitarbeit Südslawiens und Rumä- niens mit dem Kernstück Prag-Wien-Budapest hinauslaufen. Damit aber erschöpft sich das Prager Interesse, und die an sich für die mitteleuropäische Wirtschaft ganz besonders wichtigen Staaten Bulgarien, Griechenland und Türkei bleiben gewissermaßen an der Peripherie jenes Donaublocks. Abgesehen von diesem grundlegenden Fehler der Prager Konstruktion ist jener vielgenannte Hodza- Plan eben doch nur ein wirtschaftlich getarnter Versuch, politische Einflüsse im Donau» rauch und im gesamten Südosten zur Geltung zu bringen, die sich bei der gegenwärtigen natürlichen Entwicklung der Verhältnisse zwischen den Sudostt ftaaten und Mitteleuropa, insbesondere Deutschland, nicht auswirken können. Gerade aber weil eben diese Bestrebungen nicht auf natürlichen Voraussetzungen beruhen und nicht den Interessen aller Beteiligten wirklich entsprechen, darum müssen sie Phantasiegebilde bleiben, deren Verwirklichung von vornherein als aussichtslos zu gelten hat. Statt nun aber diese Tatsachen zu erkennen, versucht man in Prag weiter, die deutsche Wirtschaftspolitik im Südostraum zu durchkreuzen und zu stören. Gerade im Hinblick darauf gewinnt nun der Besuch des Reichsaußenministers in den Sudost- । ftaaten besondere Bedeutung. Zeigt er doch, datz 1 Deutschland fest entschlossen ist, an feiner Realpolitik im Südostraum festzuhalten, an seiner Politik, die, wie sich unschwer feststellen läßt, m jeher Beziehung bewährt hat, und die vor allem den Donauländern selber gerade das gab, was sie brauchten, nämlich den Absatz ihrer wirtschaftlichen Erzeugnis e, die sonst schwer Käufer gefunden hätten. Das ist ja gerade die Stärke der deutschen Wirtschaftspolitik im Sudosten, daß sie den natürlichen Gegebenheiten und den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht und nicht eine Zwangsjacke bedeutet. Wie könnte sich wohl der Warenaustausch in einem Dreieck Prag—Wien- Budapest vollziehen, wo doch schon heute die Meinungsverschiedenheiten auf handelspolitischem Gebiete zwischen diesen Staaten kaum mehr verhüllt werden können? Wo sollte Ungarn seinen Maw verkaufen und seine Überproduktion an Fett und Schweineschmalz los werden, wenn nicht in Deutschland? Ginge es nach den phantasievollen Planen der Prager Machthaber, dann könnte Ungarn sehen, wo es seine Ausfuhrprodukte los wird. Die deutsche Wirtschaftspolitik dagegen, so wie sie vom nationalsozialistischen Deutschland im gesamten Südostraum betrieben wurde, sichert den einzelnen Sudoststaaten in weitgehendem Maße den Absatz ihrer tandwirt- ichaftlichen Erzeugnisse und gibt ihnen somit die Möglichkeit, ihre Nationalwirtschaft auf eine solide Grundlage zu stellen. Wenn man beispielsweise bedenkt, daß 23 v.H. der ungarischen Ausfuhr, 47,6 v.H. des bulgarischen, 36 v.H. des griechischen und gar 51 v. H. des türkischen Exportes allein nach Deutschland gehen, so wird auf den ersten Blick ersichtlich, welche ungeheure Bedeutung die deutsche Wirtschaftspolitik für die Südoststaaten selber hat. Es versteht sich, daß auch die Einfuhr dieser Länder in der Hauptsache auf Deutschland ausgerichtet ist, wie denn auch Ungarn 25,8 v. H. seiner Einfuhrgüter aus Deutschland bezieht, Südslawien 26,7 v. H., Rumänien 37 v. H., die Türkei 45 v H. und Bulgarien gar 61 o. H. Der Anteil der tschechoslowakischen Ausfuhr nach Deutschland zeigt dagegen einen wesentlich geringeren Prozentsatz, und er zeigt auch, verglichen mit früheren Jahren einen beträchtlichen Rückgang. So gingen noch im Jahre 1934 21,4 v. H. der tschechischen Ausfuhr nach Deutschland, im Jahre 1936 aber nur 14,4 v. H., also fast genau ein Drittel weniger. Hier sieht man deutlich, wie schädlich für die Tschechoslowakei ihre intransigente Politik dem neuen Deutschland gegenüber ist und wie sich die Prager Machthaber selber den Ausweg aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, versperren. In Südslawien dagegen und in Griechenland, in Bulgarien und in Ungarn, überall wird man einen erfreulichen wirtschaftlichen Aufschwung feststellen können, der ; in erster Linie auf die gesunde handelspolitische Entwicklung und vor allem auf die Konsolidierung : und Sicherstellung der alljährlich anfallenden Ausfuhrgüter zurückzuführen ist. Berlin, 15. Ium. (DNB.) Im feierlichen Rahmen übergab am Dienstagabend der Stellvertreter des Führers den 500 dienftälte- steN politischen Leitern der NSDAP, aus allen Teilen des Reiches nach einer mitreißenden Ansprache des Gauleiters der Reichshauptstadt Dr. Goebbels vor dem Antritt ihrer traditionellen „Fahrt der Alten Garde", die diesmal nach Danzig und Ostpreußen führt, die Fahne der Alten Garde. Mit den ältesten Kämpfern Adolf Hitlers aus dem ganzen Deutschland wähnten auch tausend Berliner Ehrenzeichenträger an der historischen Stätte aus der Berliner Kampfzeit, den Pharus- Sälen, der festlichen Stunde bei. Gauleiter Reichsminister Or. Goebbels begann seine Ansprache mit der Erinnerung an die hist oris ch e Saa ls ch l a ch t, die an dieser Stätte in den ersten Monaten des beginnenden Kampfes um Berlin ausgetraaen wurde. „Nicht immer", so erklärte er, unter lebhaftester Zustimmung, „sind mir in diesem Saal die Beifallskundgebungen so spontan entgegengebraust. Damals hörten wir hier Rufe, die von erbittertster Feindschaft gegen unsere Bewegung zeugten. Wenn Sie dann noch hinzunehmen, daß wir uns hier mitten in dem einst ganz roten Arbeiterviertel befinden und daß dieser Saal die tradi- ttonelle Versammlungsstätte der Führung der Kommunistischen Partei war, so können Sie sich ungefähr vorstellen, wie uns an jenem grauen Februarabend des Jahres 1927 zumute war. Ich weiß, daß jeder von Ihnen ähnliche Erinnerungen hat. Sie alle werden mit großer Freude, manchmal auch mit tiefer Wehmut an diese schönen Kampfjahre zurückdenken, waren es doch Jahre, in denen jeder beweisen mußte, daß er ein Kerl war. Aber wenn sich auch das ganze Reich gewandelt Dora Abschied vom Musketier Von Oberstleutnant a. O. Benary. Die Muskete ist anfangs eine recht schwere, unhandliche Waffe mit ihrer Stützgabel, ihrem Lunten- schloß, ihrem Kissen für die rechte Schulter des Schützen, bis geschickte Waffenschmiede im 17. Jahrhundert das Radschloß erfinden und ihren Lauf erleichtern, so daß die Gabelstütze wegfällt und selbst Reiter — die Dragoner — mit ihr ausgestattet werden können. Als Preußens Heer unter dem Großen Kurfürsten, unter B a r f u s und Sparr, die ersten mann gehörig eins auf den Pelz, wenn er sich ins Niemandsland vorwagt. Die Hölle ist losgelassen. Tagelang trommeln Kanonen, Haubitzen und Mörser. Drahtverhau und Schulterwehren, Graben und Unterstände sinken in Trümmer. Eisen- und Stahlsplitter surren durch die Luft, Rauch- und Gasfchwaden kriechen über das Feld Aufrecht und siegessicher folgen Franzosen und Engländer der Feuerwalze. Wie könnte ein Lebewesen nach solchem Taumel der Vernichtung ihnen noch Widerstand leisten! Der preußische Musketier kann es. Er wischt den Dreck aus den Mann, der dem Feind in das Weiße des Auges sieht, der mit treffsicherem Schuß, mit dem Wurse der Handgranate, mit der blanken Waffe ihm der Garaus macht, der neuzeitliche Infanterist, der sel' ber Meister der Technik ist, der die Waffen unb Geräte, die seine Zeit ihm in die Hand drückt, das Maschinengewehr und die Handgranate, das I"' Blinklampe und das Funkgerät und wie sie sons noch heißen mögen, zu gebrauchen weiß, der mit den Schwesterwaffen auf der Erde und in der Lust zusammenzuarbeiten versteht. Wenn wir die Schützen der jungen Wehrmacht durch die Stadt marschieren sehen, wenn wir sir begleiten auf ihren Gefechtsübungen in Feld,, und Wald, wenn mir an ihrer straffen Haltung, an ihrem Kampfgefchick unsere Freude haben, dann nehmen wir, wenn auch wehmütig, so doch getrosten Abschied vom Musketier. Wir wissen: sein Geist lebt! Denn der Schütze wird einstehen für Deutsch' land wie einst der Musketter für Preußen. ein lustiges, kurzes Lachen tief aus der Kehle her- auf, ein Verspotten ihrer selbst. Dann stand ich am Fenster und fang mit, nicht taut, daß man es hören konnte, aber inwendig, als wäre ich sie selbst. „Du, Abendrot," sagten wir beide, „Abendrot, wir glühen wie du: wir sind beide dasselbe wie du." Und indem wir das sagten, die Amsel und ich, lachten mir über uns selbst und meinten es doch bitter ernst. Und dann flogen mir ab. Die Amsel zurück ins Dunkel der Büsche mit lautem Schelten; ich in mein Reich der Träume. Sommersonne brütet über Belgien und Nordfrankreich, heiß rinnt der Schmeiß, schwer legt der Staub sich auf Augen und Lungen, zu Boden fast zieht Gewehr und Tornister. Aber er marschiert Kilometer um Kilometer Tag und Nacht. Ein Ziel winkt: „Paris!" Der Vater war da Anno 71, der Ahn 1814 und 15. Da wird es der Sohn, der Enkel, der brandenburgische Musketter, auch schaffen. Feuergarben fauchen aus den Fenstern und Dachluken von Frameries. Die Tommys wissen als alte Kolonialkämpfer sich zu decken und zu treffen. Sie sind gewohnt, festzuhalten, was ihnen anvertraut ist. Aber dem Ansturm preußischer Musketiere sind sie nicht gewachsen. Ihr Deich bricht, als die feldgrauen Sturmwellen immer wieder von neuem heranbranden, gleich, ob Dutzende, ob Hunderte dahinsinken. Der preußische Musketter ist nicht mehr. Ein Erlaß des Reichskriegsministers hat es uns kürzlich gesagt. Der Schütze ist an seine Stelle getreten, der Soldat einer neuen Zeit, einer Zeit, in der die Technik das große Wort führt, einer Zeit, in dec gar mancher dem Infanteristen die Daseinsberechtigung überhaupt absprechen will. Aber der Infanterist ist ewig. Die neuzeitlichen Waffen, die großkalibrigen Geschütze, die Kampfwagen, die Flugzeuge wissey wohl zu zerstören, zu erobern, aber sie vermögen nicht den letzten, entscheidenden Widerstand des Feindes zu brechen, nicht zu behaupten. Das vermag nur der Infanterist, der Lorbeeren erntet, da fechten in seinen Kompanien die Musketiere mit ihren Feuerwaffen noch Seite an Seite mit den Pikenieren, die nur mit einer Hellebarde bewaffnet sind. Unter dem Soldatenkönig haben sie sie ganz verdrängt, aber schon treten die Grenadiere und Füsiliere mit ihnen in Wettbewerb, ja stechen sie bisweilen als die stattlicheren, vornehmeren, als die flinkeren, leichtlebigeren aus. Der Musketier läßt es sich nicht verdrießen. Er wird im Laufe der Jahrhunderte zum deutschen Infanteristen schlechthin, zum „Muschko", zum „Muschkoten", der ohne Litzen und Tressen, im abgeschabten 5. oder gar 6. Rock, still seine Pflicht tut, unscheinbar, ja krummbeinig oft, aber zäh und ausdauernd, kein Kirchenlicht, kein Führeranwärter vielleicht, aber pfiffig und allezeit guter Dinge, den Kopf voller Mädels, den Mund voller Lieder und zu jeder Stunde, wenn es der Hauptmann befiehlt, zum Sterben bereit. Das Lied her Amsel. < Von Cecile tauber. i Das Haus meiner Kindheit stand angelehnt an 1 einer Hügelhalde. Die Gärten tarnen von oben ) herab und wurden von ihm durch zwei schwebende Brücken wie mit Fingerspitzen festgehalten. Im , Garten standen alte Bäume; in den Bäumen niste- । ten viele Vögel. Wenn ich vor Tag erwachte, sangen schon alle Vögel und über allen Vögeln mit Engelsstimmen die Amseln. Aus den Vorhangfalten am Fenster tropfte glasklares Morgenlicht; in der Bettecke blieb es noch lange düster. Ich tauschte. Draußen bauten die Vögel mit ihrem Gesang aus tauschweren Bäumen und reinem Licht die Welt wieder auf; die wunderbare, seltsame Welt, darin jetzt Menschen mit frischen Gedanken, mit traumbefrachteten Stirnen und erwartungsschweren Herzen herumgingen, die ein steigender, roter Sonnenball aus Dunkelheit neu erschuf. Die geheimnisreiche Welt der Möglichkeiten, in der meine Mutter herumhantierte, in der erwachsene Menschen schon handelten. Nichts hat jemals verführerischere Gewalt auf mich ausgeübt, als Vogelgesang in der Morgenfrühe — nichts beruhigt besser nach durchwachter Nacht und flößt größeren Mut ein — nichts vermag mehr die Seele auf Armen der Sehnsucht emporzuheben, den Glauben an bas Wunderbare, das Schöne, .das Zuerstrebende in Zuversicht und Gewißheit ' umzuwandeln, als der jubelstarke, licht- trunkene, nestwarme Gesang der Vogel in der Morgenfrühe. Und heute noch, wenn ich mich einer Bedrückung entwinden soll, kann ich nichts Besseres tun, als jenen immer wiederkehrenden Traum zu Hilfe rufen, darin ich das Haus meiner Kindheit sehe, angelehnt an einer Berghalde, die ganz bedeckt ist mit zarten niedrigen Blütenbäumchen. Jeder Baum ist eine Orgel von Vogelstimmen. Auf jedem einzelnen sitzen sie zu Hunderten und aber Hunderten: Amseln, Drosseln, Finken und Meisen. Und alle fingen halblaut ober leise flüfternb wie im Traum, mit munberbar süßen einschmeichelnben Stimmen, bie mir bas Herz zum Zittern bringen. Vor bem Fenster, an dem meine Mutter ihr Ar- beitstischchen stehn hatte, wuchs eine alte Tanne in den Himmel hinein. Auf ihrer Spitze fang Abend für Abend eine Amsel ihr letztes Lied. Die Brust Ins Abendrot gedrückt, den gelben Schnabel wie in Verzückung aufgesperrt, warf sie perlende Sätze in das verglühende Licht. Und jedem Satz folgte Augen, schiebt seinen Flintenlauf, sein Maschinengewehr über den Trichterrand und läßt sie spre« chen, baß bie allzu sorglosen Angreifer reihenweise fallen unb die Uebriggebliebenen das Wiederkom« men vergessen. Noch einmal schmettern die Hörner das alte, da» herrliche Sturmsignal. Noch einmal wirbeln die Trommeln: „Kartoffelsupp! Kartoffelsupp ...!" Der preußische Musketier stürmt in das Frühjahr 1918 hinein über die Somme, über den Chemin des Dames bis vor bie Tore von Amiens, bis an bie Marne. Aber bann ist auch feine Kraft erschöpft, muß er zu Spaten unb Hacke greifen. Das Ende naht, bas bittere Ende. Der preußische Musketier, von Hunger geplagt, von ber Grippe geschüttelt, kämpft mit zusammengebissenen Zähnen gegen bie Uebermacht ber ganzen Welt. Er läßt bie Waffen erst sinken, als im Frühdämmern der 11. November die Kanonen schweigen. Der Graf von Turin jagt im Tale der Baltea. Sein Falke stößt pfeilschnell auf das Feldhuhn herab, er schlägt es, er kehrt aus die Hand seines Herrn zurück. Der Gast aus Frankreich wendet sich höflich zum Grafen: „Wie ruft man hierzulande solch edlen Vogel?" Der Graf streicht bem Falken über die feingesprenkelte Brust: „Mos- chetto, weil bie Tupfen seines Gefiebers ber musca, ber Stechmücke gleichen". Der Graf unb sein Gast sitzen beim Abendtrunk am Kamin. Der Graf hat bie neue Feuerbüchse, bie ber Gast von ber Seine her mitbrachte, quer über bem Schoß unb betrachtet mit Wohlgefallen Lauf unb Schloß: „Unb wie taufen wir sie, mein Freund?" Der Franzose sinnt nach: „Moschetto, nach Eurem zierlichen Jagdfalken. Sie trifft so sicher wie er sein Opfer." Der Name gefällt dem französischen Fußvolk, das mit der Büchse ausgerüftet wird. Nannte er doch seit alters her seine Waffen gern nach Vögeln, den 36-Pfünder „Adler", den 3-Pfünder „Sperber" uff. Das italienische Moschetto schleift sich zum französischen mousquet ab, und ihre Träger sind stolz darauf, mousquetaires zu heißen. Die neue Waffe tritt ihren Siegeszug durch Europa an. Sie wird in Deutschland zur Muskete, ihr Träger zum Musketier. Der Traum ist ausgeträumt. Paris versank in unerreichbaren Fernen. An der Aisne liegt nun feit Wochen schon in Regen und Herbstkälte der Mus- ______o—v. ____ ,,— „-------, — fetier, schippt unb zieht Draht, steht in ber Sappe" ^santerie- unb Panzerabwehrgeschütz, aber auch bis und späht in die dunkle Nacht, pfeffert dem Franz- "" ~ u ~ ' K- > z, - M Ligen. in einer ziehen. \ Doranfl! if«W, m grünerer jelbft )as HL ft zum igen ift . emegunc eoolui rme 2lr> Berlin, 15.Juni. (DNB.) Auf der Generalversammlung der Deutschen Är^hansa AG. sprach der Aufsichtsratsvorsitzende Staatsrat Dr. v Stautz. Bor drei Tagen hat die Lufthansa ihren 250. Flug auf der Transatlantik-Luftpoststrecke Deutschland- Südamerika erfolgreich beendet. Rund 13 Millionen Luftpostbriefe wurden bis heute von den deutschen Flugzeugen in diesem Dienst befördert. Die Beförderungsleistung steigt von Flug zu Flug ichtbar. Seit dem 1. April d. I. beförderten Die Flugzeuge, die ganze eilige Briefpost und unterhalten auch während des ganzen Jahres einen ununterbrochenen wöchentlichen Luftpostdienst nach Südamerika. Das wichtigste Ereignis des Geschäftsjahres 1936 war die erste Versuchsreise zur Schaffung eines planmäßigen Luftverkehrs über den NordatlanNk. Die Lufthansa überflog mit zwei Dornierflugbooten unter Einsatz des schwimmenden Flugstützpunktes „Schwabenland" im vergangenen Herbst den Rordatlanttk viermal in beiden Richtungen. Der Erfolg dieser Flüge erbrachte den Beweis, daß es möglich ist, auch das tuftverkehrsmähig schwierigste Weltmeer, den Rordatlantik, zu überwinden. Inzwischen ist in dem Motorschiff „F r i e s e n l a n d" ein zweiter Flugstützpunkt vorhanden. Autzer- dem wurden die Probeflüge mit einem neuen Langstrecken-Seepostflugzeug, der viermotorigen HA 139 der Hamburger Flugzeugwerke, abgeschtosfen. Dieses Flugzeugmuster sott für die nächste Versuchsreihe, die ab August d. 3. geplant ist, an die Stelle des sür den Südatlantikdienst entwickelten, ebenfalls mit guten deutsche Botschafter und der Landesgruppenlelter riefen das vorbildliche Leben des Ermordeten, sein Wirken als Soldat und als Parteigenosse ins Gedächtnis. Bei gesenkten Fahnenklang das Lied vom guten Kameraden über den Friedhof und fchloh die eindrucksvolle Feier. Bilbao fast ganz umzingelt. Paris, 16. Juni. (DNB.) Der französische Konsul in Bilbao ist an Bord eines französischen Torpedobootes in St. Jean de Luz eingetroffen. Er erklärte, daß die Nationaltruppen die baskische Hauptstadt fast ganz umzingelt hätten. Nur auf wenigen vorgelagerten Hügeln hielten me baskischen Bolschewisten noch stand, sie seien aber den Bombenangriffen der nationalen Flugzeuge sehr ■N.! n o m. tfo.- Das "igen, moQ. ächsten Wn, «Denen huiig r Han. ng er. emo. e" bb nisti. {einer u {timen, bat t mir n kriij. ur *Be- ten bei bei oerias ees bei treib "tritt 1 n t be« Fortschritte im deutschen Luftverkehr Neue bequeme und schnelle Flugzeuge für den Sommer 1938. Neue Versuchsfahrten über den Nordatlantik. MunguiaX Eine freche Erfinduna des Pans Soir. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Paris Soir bringt eine Meldung, derzufolge Fr au Leni Riefen st ahl von Reichsminister Dr. Goebbels bei einer Abendveranstaltung bei Reichsminister Dr. Frick in brüsker Weise beleid.igt und entfernt worden sei. Diese Meldung ist einer ganzen Reihe ausländischer Zeietungen, vR allem in Paris und Wien, unbesehen übernommen worden. Sie ist in allen Teilen frei erfunden. Kleine politische Nachrichten. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg wird auf Einladung des ungarischen Honoedministers General Roeder am 28. Juni in Erwiderung des Berliner Aprilbesuches des Generals Roeder zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Budapest emtrefftn. Generalseldmarschall v. Blomberg wird diese Ge- legenheit benutzen, um die Einrichtungen und Ab- teuungen der ungarischen honvedarmee zu besich- Geheimrat Rudolf Böhmer konnte Vertreter des auswärtigen Amtes, des Reichsinnen- und des Reichsernährungsministeriums, der Ausländsabteilung der DAF. und des Reichsbauernführers, der Reichsstelle für Auswandererwesen und des Reichs- kolonialbundes begrüßen. Dr. Schröder berichtete über die Tätigkeit des Vereins. Professor Dr. Nauck, Abteilungsvorsteher am Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten in Hamburg, sprach über das Thema: „Ist eine D a u e r s i e d l u n g deutscher Auswanderer i n d e n Tr o v e n möglich5 Er gab einen interessanten, durch Lichtbilder oer= anschaulichten Bericht über seine Studienreise nach Espirito Santo in Mittelbrasilien. Pommersche Landarbeiter, die in den 70er Jahren in dieses Gebiet auswanderten, haben hier eine Kolonisationstätigkeit entfaltet, die ohne Hilfe von Eingeborenen große Flächen des Landes dem Urwald abgerungen und in fruchtbare Plantagen verwandelt hat — ein Beweis dafür, daß auch in tropischen Gegenden Europäer zu einer erfolgreichen Kolonisation imstande sind. Professor Nauck berichtete ausführlich über me wirtschaftliche und kulturelle Lage der deutschen Ansiedler. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe 1938. Berlin, 12. Juni. (DNB.) Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Im Frühjahr 1938 werden bei der Fliegertruppe und der Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Bewerber können sich schon jetzt bei den Truppenteilen melden. Auskunft erteilen die Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Einstellungsgesuche bei anderen militärischen Dienststellen verzögern die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. Bei Flakartillerie und beim Regiment General Göring werden im Frühjahr 1938 keine Freiwilligen eingestellt. Der Zeitpunkt für die Meldungen von Freiwilligen für die Herbsteinstellungen 193 8 bei der Fliegertruppe, der Flakartillerie, der Luftnachrichtentruppe und dem Regiment General Göring wird noch bekanntgegeben. Eröffnung der HZ.-Zeltlager am 20. Juni. Wenn wir auch an französische Sonderleistungen auf dem Gebiet der Presseverleumdung gewöhnt sind, so haben wir doch die böswillige Erfindung des französischen Boulevard-Blattes „Paris Soir' als Handlungsweise von besonderem Tiefstand empfunden. Was mag sich das Pariser Blatt unter deutschen Gesellschaftssitten oorstellen? Deutschland ist nicht Sowjetrußland! Es kennzeichnet den ordinären Charakter des französischen Schmierfinken zur Genüge, wenn er den Reichsminister Dr. Goebbels einer solchen Taktlosigkeit gegenüber einer Frau für fähig hält. Bekanntlich ist Frau Riefenstahl an dem großen Film über die Olympiade i m Auftrage des Propa gandamini st eriums tätig. Sehen mir ganz von der Tatsache ab, daß der so verleumdete Minister sie seit Monaten nicht gesehen hat (wodurch der Schwindel schon entlarvt ist), so besteht die Gemeinheit des „Paris Soir" darin, die Ehre einer wehrlosen Frau aus sichprer Entfernung zu begeifern und eine bekannte Künstlerin in unerhörter Weise herobzusetzen. Es ist nicht der erste derartige Versuch, das nationalsozialistische Deutschland zu diffamieren. Er wird aber noch übler, wenn man sieht, daß andere Pariser und auch Wiener Blätter die Lüge unbesehen weiter verbreiten. Der Appell des Staatspräsidenten Lebrun zu wahrhaftiger, anständiger Berichterstattung ist dem „Paris Soir" anscheinend unverständlich geblieben. Kreuzer ^Leipzig" auf seiner planmäßigen Position Berlin, 14. 3uni. (DRV.) Gerüchte über eine angebliche Torpedierung des deut- Ichen Kreuzers „Leipzig" durch rotfpa- nifd)e Kriegsschiffe, die, aus einer unkontrollierbaren ausländischen Quelle stammend, heute in leichtfertiger Weise in Umlauf gesetzt wurden, sind 1 r e l erfunden. Kreuzer „Leipzig" befindet sich Planmäßig im westlichen INittelmeer. Schiff und Vesahung find nach einer heute abend eingegangenen Meldung des Kreuzers unversehrt und wohlauf. Auch bei den übrigen Einheiten der deutschen Seestreitkräfte in Spanien hat sich kein neuer Zwischenfall ereignet. Trauerfeier für den ermordeten parteigenoffen siedle B u e n o s A i r e s, 16. Juni. (DNB. Zunksvruch.) Die Londesgruppe Argentinien der NSDAP, veranstaltete aus dem deutschen Friedhof eine Trauerfeier für den durch kommunistische Mörderhand gefallenen Pg Joseph Riedle. Die Fahnenabordnungen der Parteigliederungen, der Arbeitsfront und des Kyffhäuserbundes marschierten beim Schein der Fackeln am Sarge des toten Kameraden aus, während die SA.-Svortabteilungen und die Ma- rine-SA. der im Hafen liegenden deutschen Schiffe ebenfalls mit Fackeln Ehrenspalier bildeten. Der Auch in diesem Jahre hat der Reichsarbeitsmim- ster reichliche Mittel zur Durchführung der Kinde r h e i l f ü r s o r g e zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um K u r e n f ü r h i l f s b e d u r f t i g e Kriegerwaisen, um Kinder von Knegsbescha-. tagten und Sozialversicherungsberechtigten. Die Durchführung erfolgt durch die Reichszentrale Landaufenthalt für Stadtkinder. * Der Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien, der frühere Schwei- zer Bundespräsident C a l o n d e r, machte anläßlich der bevorstehenden Beendigung se ine r Ta - t i g k e i t in Begleitung seiner beiden Mitarbeiter Huber und Dr. Vetterli dem Oberpräsidenten und Gauleiter Wagner seinen Abschiedsbesuch. * Königin Johanna von Bulgarien, eine Tochter des italienischen Königspaares, hat am Mittwoch früh einem Kronprinzen das Leben geschenkt. Mutter und Kind erfreuen sich ausgezeichneter Gesundheit. Der Ehe des Königs Boris war bislang nur eine Tochter, die am 13. Januar 1933 geborene Prinzessin Marie-Luise, entsprossen. * Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza traf in Bukarest ein. Auf dem Bahnhof wurde er von Ministerpräsident Avarescu und den diplo- matischen Vertretern der Kleinen Entente begrüßt. Dr. Hodza wurde kurz nach seiner Ankunft von König Carol empfangen. Die Besprechungen wer- den sich auf die tschechoslowakischen Rustungslrefe- rungen und die Beziehungen zu Sowjetrußland be- UNS ' t, i" . >■! Seit- Msien, H ra irf'. bemjw affe li' it h l>lM> 7, it. LAf M W fit \n uni L f »'W ,rt ' M gemeinsamen Fahrt der Freude zusammenzuholen. Denn auch diese Fahrt werde eine rechte Fahrt der Freude und Erholung werden, an die jeder mit frohem Herzen und dankbar denken werde. Unter Vorantritt der Fahnenabordnungen aller Gliederungen der Bewegung marschierte die Alte Garde, an ihrer Spitze die vom Stellvertreter des Führers geweihte Fahne, zum Stettiner V a h n h o f. Auf dem ganzen Wege wurde der Zug von Tausenden von Volksgenossen mit herzlicher Freude begrüßt. In der Jnvalidenstraße ging die Marschkolonne durch ein Spalier von 1500 Fackelträgern. Auf dem Vorplatz des Bahnhofes loderten rote Magnesiumfeuer. Im Wartesaal richtete der stellvertretende Gauleiter Staatsrat G ö r l i tz e r kurze Abschiedsworte an die Alte Garde. Jubelnder Empfang in Danzig. Danzig, 16. Juni. (DNB. Funkspruch.) Heute früh trafen in Danzig in vier Sonderzügen die Teilnehmer an der Ostlandfahrt der Alten Garde der NSDAP, ein. Trotz der frühen Morgenstunde hatten sich unzählige Danziger auf dem Bahnhofsvorplatz eingefunden, wo Ehrenformationen aller Gliederungen Spalier bildeten. Der Vizepräsident des Senats, Huth, begrüßte die Alte Garde. Ihre Ankunft bedeute für den Nationalsozialismus in Danzig eine neue Rückenstärkung und einen An- sporn bis zur restlosen Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung auch in Danzig. Die alten Nationalsozialisten sollten von Danzig das Bewußtsein mitnehmen, daß sie sich hier a u f a l - tem, deutschen Boden befänden, und daß die Nationalsozialisten hier ebenso ihrem Vorbild nacheiferten, wie im Reich. Unter den jubelnden Heil-Rufen der dichten Spaliere, unter denen HI., Jungvolk und BDM. besonders stark vertreten sind, ging der Zug dann zu dem überreich geschmückten Friedrich-Wilhelm-Schützenhaus. Hier wurde den Gästen nach der anstrengenden Nachtfahrt ein Frühstück gereicht. Danach besichtigten die Fahrtgemeinschaften die Stadt unter sachkundiger Führung. Nationale Würdelosigkeit eines katholischen Zugendführers in Danzig. u. a. die erstaunliche Erklärung abgegeben, daß es den Zentrumsangehörigen ganz gleich sei, ab sie einem polnischen Bischof oder einem deutschen gehorchen (!). Das würde der Heilige Vater bestimmen. Nachdem er eine unerhörte Bemerkung über Vorgänge in Danzig gemacht hatte, scheute er sich nicht, den Bombenangriff auf das Panzerschiff „Deutsch! an o" und das Zeppelinunglück ebenfalls für seine Hetze gewissenlos auszunutzen. Der Schnellrichter verurteilte den Angeklagten, dem jedes Gefühl für nationale Würde abzugehen scheint, in Ueberein- stimmung mit dem Antrag des Staatsanwaltes zu sechs Monaten Gefängnis. Diffenschaflliche Tagungen in Vad-Nauheim. Im Rahmen eines Fortbildungskurses für englische Aerzte und Medizinstudenten, der von der Universität Frankfurt veranstaltet wird, ist ein Besuch der Teilnehmer in Bad-Nauheim vorgesehen. Neben Führungen durch die Badeanlagen werden die wissenschaftlichen Institute und das „Konitzky- Stift" besichtigt und dort Vorträge gehalten. Die Deutsch-Jbero-Amerikaniscbe Aerzte-Akademie, 'Berlin, veranstaltet im August einen Fortbildungslehr- gang für ibero-amerikanische Aerzte. Im Balneolo- gischen Universitäts-Institut, im William-G.-Kerck- Hoff-Institut und im Konitzkri-Stift werden den Teilnehmern Vorträge in spanischer Sprache gehalten. Außerdem besuchen vor dem Staatsexamen stehende Medizinstudenten unter Führung von Dozenten der Mater NSG.; Aufnahme: HJ.-Bildstelle Gebiet Hessen-Nassau. NSG. Die So mm e rzeltl a ger der HI. sind als wesentlicher Teil der Erziehungsarbeit der jungen Generation im Gebiet Hessen-Nassau bereits Tradition geworden. In diesem Jahre werden 10 Gebietszeltlager mit einer durchschnittlichen Belegschaft von 300 Jugendgenossen durchgeführt. 20 000 Jungen erholen sich in 8- und 14tägigen Lehrgängen in den landschaftlich schönsten Gegenden des Gaues. Zu Ehren der Offiziere des französischen Kreuzers „Scanne d'Ar c", der als erstes größeres französisches Kriegsschiff seit der Einweihung des Kni- ser-Wilhelm-Kanals 1895 einen deutschen Hafen anlief, fand beim Oberbefehlshaber der Knegsma- rine ein Empfang statt, an dem der französische »i ter, der ehemalige französische Marinemim- ietri, der Kommandant der „Jeanne d Arc , mit Offizieren des Kreuzers, der französische Ma- rineattachö und andere teilnahmen. Danzig, 15. Juni. (DNB.) Der Landesführer des katholischen Windhorstbundes in Danzig, Ernst Riedel, hatte sich vor dem Schnellgericht wegen Beleidigung der NSDAP, und Verleumdung Danziger Amts st eilen zu verantworten. Der Angeklagte hatte am 4. Juni Sitzung des katholischen Jugendbundes rrstaunliche Erklärung abgegeben, daß es Am Dienstag lag der Schwerxunkt der Opera- tionen bei Gald acano im Südosten der baski- chen Hauptstadt. Der am linken Ufer des Nervwn liegende Teil der bolschewistischen Befestigungen wurde von 28 Flugzeugen mit Bomben belegt. Wenige Stunden vor dem Bombardement stteh die I Brigade von den Höhen von Santa Marina herab ins Nervion-Tal vor, siel dem am rechten Ufer gelegenen Teil der Galdacano-Befestigungen m den Rücken und gelangte bis an den Fluß beim Ort Galdacano und die Hauptstraße Amorbieta — Bilbao. Am späten Nachmittag gelang es den nationalen Truppen, Galdacano und Basauri im Süden von Bilbao zu besetzen. Nach dtr Einnahme von Galdacano überschritten die Truppen den Jbaizabal- Fluß. Oie Auslandsmissionen in Abessinien London, 14. Juni. (DNB.) Außenminister Eden teilte im Unterhaus mit, die englisch-italienischen Verhandlungen über eine Rückkehr der aus Aethiopien verbannten britischen Missionare seien erfolglos verlaufen Die italienische Regierung habe mitgeteilt, es sei ihre Absicht, keinem Ausländer, ganz gleich, welchem Glaubensbekenntnis er huldige, b i e Errichtung einer Schule in Aethiopien anzuvertrauen. Sie würde aber, wenn britische religwse Missionen Wohlfahrts arbeiten in Aethio- pien durchzuführen wünschten, eine solche Forderung erwägen. Eden erklärte, die britische Regierung bedauere diesen Beschluß. Es sei nicht die Absicht der britischen Regierung, die Missionstätigkeit in britischen Gebieten durch die Nationalität beeinflussen zu lassen. Da aber die italienische Regierung diese Maßnahme ergriffen habe, so müsse sich auch die englische Regierung das Recht vorbehalten, ähnliche Maßnahmen gegenüber italienischen Mis- jionaren in britischen Gebieten zu verfügen. Deutsche Kolonisation in den Tropen Berlin, 12. Juni. (DNB.) Der Evanae- lische Verein für deutsche Ansiedler und Auswanderer gab im Rahmen seiner alljährlichen Mitgliederversammlung einen Rechenschaftsbericht über seine Tättgkeit. Der Vorsitzende Sdjroeröhnotoren fliegenden Musters Dornier Do 18 treten. Da Deutschland keine Kolonien besitzt, sind für einen über unser Land hinausführenden Luftverkehr nicht nur die technischen Voraussetzungen bestimmend, sondern auch die politischen Genehmigungen. Ich möchte den Vereinigten Staaten und Portugal heute dafür danken, daß sie uns die Durchführung der ersten Versuchsreihe im vergangenen Herbst gestatteten. Auch für die zweite Versuchsreihe sind die Genehmigungen vorhanden. Ich hoffe, daß wir im nächsten Jahre in der Lage sind, über die Eröffyung des planmäßigen Luftpost Verkehrs über den Nordatlantik zu berichten. . _. Der Sommerluftverkehr 1937 brachte in den Di- rektoerbindungen zwischen Hamburg u n d L o n - don und zwischen Berlin und Stockholm, ferner durch eine zweite Strecke Berlin- Paris, die über Frankfurt a. M. geführt wird, neue Luftverkehrslinien. Unser Wunsch, auch die Be- auemlichkeit zu erhöhen, führte juneuenülug» zeugmustern, die kurz vor der Flugerprobung stehen. Es sind dies die viermotorige Junkers Ju90, die 35/60 und die gleichfalls viermotorige Focke- Wulf F 200, die 24 Fluggästen Raum bietet. Sie werden eine Reisegeschwindigkeit von 300 Kilometer in der Stunde aufweisen und neben der Besatzung einen Steward an Bord haben. Die F l u g- s i ch e r u n g wurde durch die Ausrüstung der Flughäfen mit Bakenanlagen und den Einbau von Ziel- fluggeräten in unsere Flugzeuge weiter verbessert. Die Deutsche Lufthansa dient dem ganzen deutschen Volk und seiner Wirtschaft. Sie ist dankbar dafür, daß der Führer und sein Luftfahrtminister ihr diese hohe Mission im großen Aufbauwerk unseres Vaterlandes angewiesen haben. Karte zu den Kämpfen um Bilbao. (Scherl-Bilderdienst-M.) ausgesetzt. Die Flugzeuge seien in erster Linie Vickers-Flugzeuge. Das Fehlen einer Luftwaffe bei den Basken erleichtere die Aufgabe ihrer Gegner. Unter der Bevölkerung herrsche große Verwirrung. In den Sttaßen der Stadt seien durch die Beschießung nur ganz geringe Sachschäden festzustellen. Der lettische Außenminister Munters ist in Moskau eingetroffen. Er holt damit einen längst verabredeten Besuch nach, den der estnische und der litauische Außenminister schon vor drei Jahren in Moskau anläßlich der Verlängerung der Nichtangriffspakte mit der Sowjetunion abgestattet haben. Kunst und Wissenschaft. Aufruf an die bildenden Künstler zum Tage der Deutschen Kunst. NSO. Der Landesleiter Hessen-Nassau der Reichs- kammer der bildenden Künste, Professor Dr.-Jng. Lieser, hat zum Taa der Deutschen Kunst in München vom 16. bis 18. Juli 1937 einen Aufruf an alle Kun st schaffenden erlassen. Aus Anlaß der Eröffnung des „Hauses der Deut- fchen Kunst" in München durch den Führer. Der- bunöen mit der 2. Jahresversammlung der Reichs- kammer der bildenden Künste, ergeht an alle Kunstschaffenden der Aufruf zur Teilnahme an dieser großen Festtagung. Sonderzüge mit 50 v. H. Fahrpreisermäßigung werden einem großen Kreis die Teilnahme ermöglichen. Teilnahmeberechtigt sind: Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste, nach § 9 befreite Kammerzugehörige, beamtete und behördenangestellte Künstler, Kunstschüler, Ehegat- ten und Kinder über 16 Jahre. Anmeldungen sind umgehend zu richten an: Reichskammer der bildenden Künste, Der Landesleiter Hessen-Nassau, Frank- furt a. M., Moselstraße 62 III. Reichslhealerfestwoche in Düsseldorf. Als festlicher Abschluß fand im Düsseldorfer Schauspielhaus in Anwesenheit des Autors die Aufführung des Dramas „Genie ohne Volk" von Viktor Warfitz statt. Das Stück, das die erste dichterische Arbeit des jungen Autors ist und das im Dezember v.J. im Düsseldorfer Schauspielhaus mit großem Erfolg uraufaeführt wurde, fand auch diesmal wieder stärksten Beifall. Die Reichstheater- feftwoche findet ihre Fortsetzung in Bochum, wo im Stadttheater das Schauspiel „Kleinod m die Silbersee gefaßt" von A i ch i n g e r zur Aufführung gelangt. Rattonalsozialisttsche Dozen^iakademie an der In Kiel begann die „Woche der Universität", die dazu dienen soll, allen Volksgenossen einen Einblick in die wissenschaftliche Tagesarbeit der Hochschule zu vermitteln. In einer Festsitzung kündigte der Gaudozentenbundsführer SS.-Oberführer Professor Dr. Löhr die Begründung einer nationalsozialistischen wissenschaftlichen A k a- d e m i e an der Universität Kiel an. Die Akademie will durch die Arbeit anerkannter Gelehrter die Universität Kiel und ihre besonderen Aufgaben vorbildlich vertreten. Sie ist der Zusammenschluß nationalsozialistischer Dozenten, die Die wissenschaftliche Arbeit und Forschung im Sinne bester Tradition und sttengster Maßstäbe aus dem Geiste nativ- nalsozialisttscher Wissenschaftsgesinnung pflegen und in den Dienst des deutschen Aufbaues stellen wollen. Die Satzungen gewährleisten eine wissenschaftliche Fragestellung, die durch die Mittelpunktstellung der Begriffe Rasse, Volk, Raum, Geschichte und durch das Bekenntnis zur exakten Naturwissenschaft und ihrer völkischen Bedeutung gegeben ift. 5 alte, d°! 19“ hemm dis anj t erschoß > preufl^ der W M 3? t Er laßt* aimem * ers ibel da nb nahe ie er bt: von da n (M iellDertn- lOriPJN n hakeu- MioB nen brei1 Fransen n golbt* ;sorgM- Aellm- iatjne du rin Iw in fünften njam Zahl A hme. M >r das l? sprach Iw ichsleNi [ im W sjiuM Nascht t sie iP? reihen^' ViederlW Mr-. Pica £ M // lemonaV "WH Kriegssansaren 1848 - KrieMnfaren 1914... Universitäten Frankfurt, Leipzig. Münster, Bad- Nauheim. Der 13. Aerzte-Fortbildungslehrgang mit dem Thema: „Aetiologie der Herz- und Gesäßkrankheiten" findet im September im Kerckhoff-Jnstitut statt. Die International Sociey of Medical Hydro- logy, die ihre Jahrestagung in Deutschland abhält, wird von Wiesbaden nach Bad-Nauheim kommen. Im Balneologischen Universitäts-Institut finden Demonstrationen durch Professor Dr. Weber und Professor Gollwitzer-Meier statt. Der Fachausschuß für Verfahrenstechnik im VDJ. hält feine Iahrestagung am 5. und 6. Juli im William-G- Kerckhoff-Jnftitut ab. Aus aller Welt. Bernd Rosemeyer fährt Rekord. 2üif der Reichsaulobahn zwischen Frankfurt a. 211. und Darmstadt unternahm heute Vormittag der be- kannte Aulo-UnionFahrer Bernd Rose meyer erfolgreiche Angriffe auf die von Rudolf Caracciola Ende des vorigen Jahres aufgestellten klassen- Rekorde über 1 Kilometer und 1 Vielte mit fliegendem Start. Ein Kilometer legte Rosemeyer mit der neuen Rekordgeschwindigkeit von 389,6 1 0 Kilometer zurück, nachdem er für die 2Neile einen neuen Rekord von 389,881 Stundengeschwindigkeit herausfuhr. Reichsverbandstag der Eisenbahnvereine. Der Leiter des Reichsverbandes der Eisenbahnvereine, Staatssekretär K l e i n m a n n , hatte die Vertreter von 648 000 im Reühsverband der Eisenbahnvereine zusammengeschlossenen Reichsbahnbeamten und -arbeitern zum Reichsoerbandstage nach Breslau bzw. Oberschreiberhau einberufen. Der größte Teil der Reichsbahnbeamten und -ar- beiter hat sich in den Eisenbahnvereinen zusammengeschlossen, um in engster Berufskameradschaft die Betreuung ihrer kranken in Not geratenen Arbeitskameraden und ihrer Angehörigen zu pflegen und gleichzeitig durch Entlastung ihrer in einem schweren Beruf stehenden Kameraden von den Sorgen des Alltags und durch die Pflege der Berufskameradschaft zu der Betriebssicherheit der Reichsbahn beizutragen. Die 1. Schnellbootsflottille der Kriegsmarine besucht Mainz. Anläßlich des Bundestages des NS. - Deutschen Marinebundes in Düsseldorf statten Einheiten der Kriegsmarine Städten und Häfen des Rheines Pesuche ab. Auf den Wunsch des Oberbürgermeisters der Stadt Mainz wird die 1 Schnellbootsflottille, die in Kiel stationiert ist, mit acht Booten ihre Fahrt auf dem Rhein bis Mainz erstrecken und die Stadt vom 26. bis 28. Juli dieses Jahres besuchen. Die Einheiten stehen unter dem Kommando des Flottillenchefs Korvettenkapitän von Conrad y, der von fünf Offizieren des Flottillenstabes begleitet wird. Die Flottille umfaßt mehrere Offiziere und mehr als 100 Unteroffiziere und Matrosen. Ausländische Frontkämpfer kommen zum Reichskriegertag nach Kassel. Auf dem vom Deutschen Reichskriegerbund (Kyff- häuserbund) vorn 25. bis 28. Juni in Kassel veranstalteten R e i ch s k r i e g e r t a g , an dem Reichsführer SS. Himmler und Generalfeldmarschall von Mackensen teilnehmen werden, werden u. a. auch viele Abordnungen ausländischer Frontkämpferorganisationeck vertreten sein. So wird Oberst C r o ß f i e l d von der Leitung der British Legion in deutscher Sprache eine Ansprache an die deutschen Kameraden richten. Ferner wird eine Abordnung aus Berkshire, eine Abordnung der British Legion aus Köln und eine Abordnung der British Im Rahmen des „H i l f - m i t!" - W e tt- bewerbes „Volksgemeinschaft Blutsgemeinschaft, den der Nationalsozialistische Lehrerbund gemeinsam mit dem Propagand am i n v- sterium und dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, ausgeschrieben hat, erleben Tausende deutscher Jungen und Mädel bei ihrer Familienforschung den Kampf ihrer Ahnen um deutsche Freiheit. Ein ya-- milienschicksal von vielen schildert vorliegende Skizze. Man schrieb das Jahr 1847. In diesem Winter waren die Köge der Husumer Marsch schwer vom Wasser bedroht gewesen. Zweimal hatte die Springflut den armseligen Deich durchbrochen, zweimal hatten sich Bauer, Arbeiter und Handwerker bei dem Ruf des Nebelhorns versammelt und waren in die stockfinstere Nacht hinausgeeilt,, um mit Sandsäcken zu retten, was zu retten war. „Trutz, blanker Hans!" Dieses sture Siegeswort der Männer stand neben ihrer friesischen Kampfparole: „Lewer dud üs Slaw." Ja, lieber nicht mehr leben, als Sklave sein. Wie tief dieses Wort die Herzen durchdrungen hatte, fühlten eben im Jahre 1847 die Menschen mehr als sonst. Man rüstete heimlich zum Aufitand gegen die Dänen. Nis Harksen, der junge Student, war von der Kieler Universität zur Ferienzeit in die Heimat gekommen. Dort hatte er kriegerische Reden geführt und vom Vater die Fuchsstute verlangt. Der Alte schüttelte nur den Kopf, gab seinem Jungen, was er wollte, und sah ihm voll Stolz nach, als er gen Süden trabte. Alles weitere ist in dem alten Bauernbuch des Hauses zu lesen, was dann geschah. Der junge Nis schloß sich den Kieler Studenten und Turnern an. Bei Bau, einem Oertchen in der Nähe von Flensburg, hat er mit feinen Kameraden gegen die feindliche lieber« macht gefochten und ist erst, nachdem er schwer verwundet war, nach vielen Stunden von den Dänen gefunden und in die Gefangenschaft abgeführt worden. Die Fuchsstute stand nach dem Gefecht auf drei Beinen vor dem Mühlenhügel. Ein mitleidiger Däne schoß dem verwundeten Tiere eine Kugel durch das Hirn. Der letzte Schuß in dieser Schlacht! Legion aus Hamburg aufmarschieren. Der Adjutant des Herzogs von Connaught, der vor dem Kriege Chef des Ziethen-Hufaren-Regiments Nr. 3 war, wird einer Abordnung der ehemaligen Ziethen- Husaren im Aufttage des Herzogs ein Fahnenband überreichen. General Rossi, der Führer der italienischen Frontkämpfer, wird mit einer Abordnung italienischer Frontkämpfer anwesend fein. Desgleichen werden auch ungarische Frontkämpfer nach Kassel kommen. Die zahlreichen Zusagen ausländischer Militärattaches beweisen, daß das Ausland den Bemühungen der deutschen Frontsoldaten um die Verständigung und den Frieden in der Welt, Beachtung entgegenbringt. Drei Personen vom Blitz erschlagen. lieber den Haßbergen nordöstlich von Schweinfurt entlud sich ein schweres Gewitter, dem in Humprechtshausen zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Der Malermeister Johann Stile r, der mit feiner Frau und seiner Schwägerin Feldarbeiten verrichtete, wurde vom Unwetter überrascht. Ein Blitzstrahl tötete den Malermeister und seine Schwägerin, während seine Frau zu Boden geschleudert wurde und bewußtlos liegen blieb. — Bei Kreuzwertheim am Main forderte ein Gewitter ebenfalls ein Menschenleben. Die Eheleute Christoph Fertig, die sich mit ihrem elfjährigen Fast IV2 Jahre hat man dann nichts von Nis Harksen gehört. Als er eines Tages ins Elternhaus zurückkam, da war der junge Brausekopf ein Schweigsamer geworden. Er ging dann bald aus der Heimat fort und beendete in Jena seine Studien. Als jungen Arzt trieb es ihn wieder in die Heimat zurück. Der Krieg 1871 kam. Im stürmischen Siegeslauf drangen die deutschen Heere in Frankreich bis nach Paris vor. In den Reihen der Marschierenden waren zwei seltsame Kriegsfreiwillige. Der eine kaum 16 Jahre alt, Jens Harkfen hieß er, der andere im grauen Haar. Es war Nis Harksen, der mit seinem Jungen in demselben Regiment wieder einmal um die Freiheit des Vaterlandes focht. Eine schwere Lungenentzündung warf den Vater bald bei Orleans auf das Krankenlager, und der Krieg war schon fast zu Ende, als er seinen Jungen, das schwarzweiße Ordensband am Waffenrock, im Lazarett vor sich stehen sah. Auch dieser trug, wie einst der Vater es als junger Mensch getan hatte, einen verwundeten Arm in der Binde. Nis Harksen konnte in dieser Stunde nur wenig sprechen. Er sagte nur: „Mein Junge!" Als der alte Kaiser bald darauf an der Spitze seiner Truppen in die Reichshauptstadt einzog, konnten beide noch nicht mitmarschieren — aber Arm in Arm standen sie vor dem Schlosse. Zwei Kameraden, die im Kampfe um die deutsche Freiheit mehr als nur Vater und Sohn geworden waren. Die Zeit eilte dahin. Deutschland war ein Reich der Stärke, des Wohlstandes und des Glückes geworden. Da riefen 1914 plötzlich wieder die Kriegsfanfaren. Alldeutschland zog nach Frankreich hinein. An der Spitze feiner Kompanie Uwe Harksen, der junge Hauptmann, der Dritte in dem Geschlecht, der sein Leben dem Vaterlande schenken wollte. Er ist nicht mehr zurückgekehrt. In dem alten Bauernbuche der Familie jedoch sieht man das Bild des jungen Menschen aus den ersten Kriegstagen und hart daneben das eines Soldatengrabes vor Verdun. Ein kleines schwarzweißes Ordensband hat der Vater daneben geheftet. Darunter hat er die Worte geschrieben: „Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben müssen." H. Sohn zum Mähen auf der Wiese befanden, schickten das Kind beim Ausbruch des Gewttters nach Hause. Kaum war der Junge 30 Meter weit gegangen, als ein Blitz herniederfuhr und ihn auf der Stelle tötete. 120 Wohnhäuser in Polen eingeäscherl. Infolge der großen Dürre brannten in Irena, einem von Demblin, 33 Wohnhäuser nieder, so daß einem Vorort von Demblin, 33 Wohnhäuser nieder, so daß viele Familien obdachlos wurden. Nur durch halt geboten werden. In einem anderen Dorf wurden 89 Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, darunter die Schule, eingeäfchert. In einem Dorf im Kreise Lomza kamen zwei Mädchen im Alter von zwei und drei Jahren in d en Flammen um. Eisenbahnunglück bei Bagdad fordert 19 Todesopfer. In der Nähe von Bagdad ist ein Schnellzug auf einen mit arabischen Arbeitern besetzten Lastwagen gefahren. Der Fahrer des Lastwagens und 18 Insassen wurden bei dem Unglück getötet. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 15. Juni ist der Robert Schöler in Berlin h i n g e r i ch t e t worden, der vom Schwurgericht in Bielefeld wegen Mordes zum Tode und wegen versuchten Mordes in drei Fällen und schweren Einbruchsdiebstahls im Rückfall zur Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und zum dauernden Ver- lüft der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. — Schöler, ein schwer vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat bei einem Einbruchsdiebstahl den Gastwirt Johann Dresselhaus in Schloß Holte ermordet. Vauunglück in Süditalien. Bei dem Einsturz eines Neubaues in dem süditalienischen Dorf Bernalda sind 14 Arbeiter verschüttet worden. Trotz sofortiger Hilfeleistung find vier Tote und fünf Schwer verletzte zu beklagen. Sühne für eine feige jüdische Mordtat. Der 18 Jahre alte jüdische Schlächtergeselle Welwel Szczerbowski, der am 14. Mai den Polizeibeamten Kendziora i n B r e st a m B u g mit einem Fleischermesser hinterrücks nie berge st ochen hatte, als dieser gerade seinen beruflichen Pflichten nachkam, ist vom Brester Bezirksgericht zum Tode verurteilt worden. Tödlicher Äerkehrsunfaii auf der Reichsautobahn. Lpd. Darmstadt, 15. Juni. An der Ausfahrt der Reichsautobahn ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall, dessen Opfer der 28jährige Gärtner Ritter aus Griesheim wurde. Der genaue Hergang des Unfalles ist noch nicht endgültig geklärt. Der Wagen Ritters überschlug sich plötzlich und Ritter wurde auf die Straße geschleudert und g e- tötet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Aufbau eines stationären Hochdruckgebietes über den Ostatlantik hat für Deutschland eine Zufuhr kühlfeuchter Meeresluft und damit auch für uns unbeständiges Wetter eingesetzt. Der Temperaturrückgang hat damit seit Montag im Durchschnitt 8 bis 10 Grad erreicht. Doch brachte die verbreitete Regentätigkeit am Dienstag, die teilweise gewittriger Natur war, sehr unterschiedliche Niederschläge. Wenn sich auch Aufheiterung durchsetzen wird, so bleibt sie doch nur vorübergehend und die Witterung kühl und unbeständig. Aussichten für Donnerstag: Gelegentlich aufheiternd, doch zeitweise auch Regen. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus Westen und Nord Fortdauer der unbeständigeren und zunächst kühlen Witterung. Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 16,4 Grab, am 15. Juni: abends 14,5 Grad, am 16. Juni: morgens 13,1 Grad: Minimum 20 Grad, Maximum 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juni: abends 20,6 Grad, am 16.* Juni: morgens 17,2 Grad Celsius; Niederschläge 2,9 mm; Sonnenscheindauer 3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D- A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., fämllid) in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. wehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig Nachlässe von 3 vu 20 v. s. erhalten Eie bei wiederholten Auf« nahmen einer Ameise 111111111111111111111111111111 Suche p. 15.ftuli nachZeitzlThür.) für herrschaftlich. Haushalt (3 erw. Vers.) 8-Zimm.- Wohn., durchaus zuverl.,i.a Hausarbeit. erf. eins. Stütze 4140D 25 30-jähr., d. a. selbst, sb. Arbeit. gew.u.i.Kochen, Backen u. Einw. perf.ist.Zweitm. u Aufw oorhand. Angeb. m. Bild, Zeugniss. u. Ge- haltsansvr.erbet. Frau Marg. 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KrJ37 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 16. Zuni 1957 Zugens uns Hochschule. Gin GauehrenaussOuß der ÄS -Studemenlampsdilse. NSG. Zur Förderung der Arbeit der NS.-Stu- dentenkampfhilfe, des Altherrenbundes der Deutschen Studenten, sind in den Gauen Ehrenaus- schüsse gebildet worden, denen führende Persönlichkeiten der Partei, des Staates, des Kulturlebens und der Wirtschaft angehören. Dem Ehrenausschuß des Gaues Hessen-Nassau der NS.-Stu- dentenkampfhilfe gehören folgende Persönlichkeiten an, die sich beim Aufbau des Deutschen Studenten- tums an den Hoch- und Fachschulen des Gaues vor der Machtübernahme oder im Kampf der letzten Jahre beteiligt haben: Sprenger, Gauleiter Hessen-Nassau und Reichsstatthalter in Hessen; Simon, Gauleiter Koblenz-Trier, Preußischer Staatsrat; Reiner, stellv. Gauleiter Hessen-Nassau, Hessischer Staatsrat, MdR.; Heyse, Gauverbandsleiter NS.-Stu- dentenkampfhilfe, Gaupersonalamtsleiter, MdR.; Dr. Baader, Professor, Rektor der Hess. Ludwigs-Universität Gießen; Becker, Gauobmann der DAF., Provinzialrat; Dr. Behrens, Gauamtsleiter (Amt für Volksgesundheit), Gauführer des NS.-Aerztebundes; Becker le, SA.-Gruppenführer, Polizeipräsident, MdR.; Bethge, stellv. Generalintendant und Chefdramaturg der Städt. Bühnen Frankfurt a. M., Reichskultursenator; Bickendorf, Gauorganisationsamtsleiter, Stadtrat, Frankfurt a. M.; Boehm, Gauamtsleiter (Amt für Technik); Dörrbecker, Kunstmaler, Fachschaftsleiter in der Gauwaltung der DAF.; Faatz, Gauamtsleiter, Gauarbeitsfuhrer des Reichsarbeitsdienstes; Gräntz, SA.-Grup- penführer; Gutterer, Reichsamtsleiter, Ministerialrat; Dr. Hildebrandt, Kreisleiter; Dr. H ü b e n e r, Professor, Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt; Dr. Krebs, Kreisleiter, Oberbürgermeister der Stadt des Deutschen Handwerks, Frankfurt a. M.; Preußischer Staatsrat; Dr. Lieser, Professor, Gaudozentenbundsführer, Landesleiter Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste; Dr. Lüer, Professor, Gauamtsleiter, Leiter der Reichsgruppe Handel, Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Main. Wirtschaftsgebiet, MdR.; Lorsch, SA.-Oberführer, Landrat; G. W. Müller, per- sönl. Adjutant des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda; Dr. Platzhoff, Professor, Rektor der Johann-Wolfgang-Goethe - Universität in Frankfurt a. M.; Ringshausen, Gauamtsleiter (Amt für Erzieher), Gauwalter des NS.-Lehrerbundes, Ministerialrat, MdR.; Ruder, Gauamtsleiter (Gauschulungsamt), Ratsherr der Stadt Frankfurt a. M.; Rühle, Reichsamtsleiter, Landrat; Dr. Dr. A. Schmidt, Professor, ord. Vorstandsmitglied der IG.-Farbenindustrie i. R.; Dr. Schmieden, Professor. Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Frankfurt a. M.: Dr. Scriba, Oberlandesgerichtspräsident; Selck, Professor, ord. Vorstandsmitglied der JG.-Farben- industrie AG.; Stadelmann, Oberlandesgerichtspräsident; Stöhr, Gauamtsleiter, Adjutant des Gauleiters Hessen-Nassau, MdR.; Dr. Wagner, Gauamtsleiter, Landesbauernführer, SS.-Oberführer; Dr. Wifser, Universitätskura- tor, Amtsgerichtsrat, Ratsherr der Stadt Frankfurt a. M.; Wirth, Gauamtsleiter (Gaurechtsamt), Gauführer des NS.-Rechtswahrerbundes, Provinzialrat. SchuWchem und Fachbücherei. Von Erich Lanaenbucher Der Schulbücherei kommt im Gesamtplan des Schulunterrichts eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Zum ersten erwächst ihr die wichtige Aufgabe, die Schüler zum Lesen zu erziehen und ihnen die Urteilsbildung über ein Buch zu ermöglichen, besonders denjenigen, die selbst wirtschaftlich nicht dazu in der Lage sind, sich Bücher zu kaufen. Zum anderen wird es der gutgeleiteten und in der Auswahl sorgfältigen Schulbücherei gelingen, ihre Benutzer, und das find junge Menschen, wegzuführen von Kolportageliteratur und jenen Zehn- Pfennig-Heftchen, die, aus irgendeiner Quelle stammend, den Weg immer wieder in die Klassen finden und dort „die Runde machen". Darüber hinaus wird aber die Schulbücherei eine Quelle des Könnens und Verstehens fein und wertvolle Hilfe zur Fortbildung werden. Natürlich soll sie nie und nimmer den Schüler dazu verleiten, sich nun in Bücher zu vergraben, aus ihm die bekannte Gestalt des „Bücherwurms" zu machen, jenen bleichgesichtigen Schülertyp, den wir Gott sei Dank überwunden haben. Sie soll auch nicht einseitig einem engen Kreis von Schülern dienen, sondern soll für alle das bedeuten, was wir oben angedeutet haben. Aus diesem Grund wird eine Schülerbücherei vielseitig sein müssen, reichhaltig, nicht dem Umfang nach, aber dem Inhalt der Bücher nach. Der zur Verfügung stehende Raum und noch mehr die beschränkten Mittel werden ja hier schon Begrenzungen auflegen. Die Aufgaben der Schülerbücherei erfordern es ja sowieso, daß nur das Beste aus jedem Schrifttumsgebiet Aufnahme findet. Zunächst wird eine Schulbücherei dem Bedürfnis ihrer jungen Leser nach Unterhaltung, Spannung und Abenteuer nachzukommen haben, nach Werten, die meist im schöngeistigen, erzählenden Buch beschlossen liegen, denn sie soll ja keine Handbibliothek für den Unterricht sein, und der Schüler soll sie nicht benutzen, um etwas zu lernen, was er „im Unterricht wissen muß", sondern er soll sich Bücher holen, wenn er Lust verspürt, zu lesen. Diese Lust zu wecken, ist vorerst das wesentlichste Ziel; wenn dieses erreicht ist, wird auch die Schulbücherei über den allgemein notwendigen Bestand ihrer erzählenden Bücher hinausgreifen können, um Bücher aufzustellen, die gelegentlich auch der Schularbeit zugute kommen, so z. B. geschichtliche Werke, erdkundliche Werke. Hier kann ein erzählendes Buch, das die Unterrichtsarbeit unterstützt, oft bessere Dienste tun als ein Leitfaden aus irgendeinem Wissensgebiet, der in den seltensten Fälle so angelegt ist, daß der Schüler ihn ohne Hilfe lesen kann und freiwillig danach greifen wird. Es feien hier zum Beispiel nur jene erzählenden Bücher erwähnt, in deren Mittelpunkt das System der Himmelskörper steht oder Werke, die unterhaltend den Gang einer Erfindung aufzeigen, das Leben eines Entdeckers, Er- fittders oder eines Gelehrten. Wir geben gerne zu, daß wir aus solchen Büchern gelernt haben, ohne daß man spürte, daß hier etwas zu lernen war und ohne das Gefühl des Lesen- und Lernenmüssens. Solche Bücher werden die Brücke sein zu einer Art von Büchern, die am Wege zum Fachbuch des erwachsenen Menschen stehen und die gerade heute nicht mehr in unseren Schulbüchereien fehlen sollten, weil, das wissen wir, der Schüler sie haben und kennenlernen will. Die Schularbeit umschließt ja gegenwärtig viel mehr als das reine Dozieren und wissensmäßige Arbeiten, sie vermittelt dem Schüler gleichzeitig praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten, die, wenn sie ernschaft betrieben werden, eine nicht zu unterschätzende Vorschule für die spätere Berufsarbeit sein können. Da sind vor allem die Bastel büch er von großem Wert, die Anleitung zur Ausbildung von Handfertigkeiten geben. Basteln bedeutet für uns nicht mehr Spielen! Die Werte, die ausgelöst werden beim Bau eines Segelflugzeugmodells, eines Motorenmodells, eines Rundfunkempfängers u. a. Arbeiten, dürfen nicht zu Ein wenig bekanntes Ausbildungsziel ist noch das des Diplomlandwirtes mit einer Zusatzprüfung in Landeskultur. Es ist dies ein besonderer Zweig des landwirtschaftlichen Studiums, der nach der verantwortlichen Einschaltung des Reichsnährstandes in das Meliorationswesen und infolge der gesteigerten Flurbereinigungstätigkeit, der Durchführung der Reichsbodenschätzung, der Siedlung usw. gute Aussichten bietet. Dem Diplomlandwirt fällt dabei insbesondere die Rolle zu, die Landeskulturmahnahmen für die bäuerlichen Betriebe wirklich nutzbringend werden zu lassen. Er' ist infolge seiner landwirtschaftlichen und zugleich kulturtechnischen Kenntnisse besonders befähigt, den Wert oder Unwert der kulturtechnischen Maßnahmen für die beteiligten Bauern zu erkennen. Der Ausbildungsgang ist derselbe wie für alle Diplomlandwirte, nämlich zwei Jahre landwirtschaftliche Praxis und sechs Semester landwirtschaftliche Hochschule bzw. Universität mit Diplomprüfung. Hierzu kommt eine praktische Tätigkeit von sechs Monaten an einem Kulturamt, Kulturbauamt, einer Unterabteilung Landeskultur der Landesbauernschaften, einer Landeskulturaußenstelle der Landeskulturzentralstelle der Landesbauernniedrig angeschlagen werden im Rahmen der gesamten Schularbeit. Jugendarbeit in der Schule wird handwerkliche Fertigkeiten ausbilden, um diese Ausbildung also in keinem Falle zur halben Sache werden zu lassen, wird sie nicht auf Fachbücher verzichten können. Diese Bücher werden anderer Art sein als Fachbücher für Lehrlinge und Gesellen eines Berufsgebietes, sie werden trotzdem nicht weniger wertvoll sein können. Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzendes Moment: Der Schüler wird erkennen, daß Bücher Hilfe sein können, daß sie dort beraten, wo er selbst nicht mehr weiter kann. Solche Erkenntnis wird aber nicht ohne Einfluß sein auf seine spätere Einstellung zum Buch und besonders zum Fachbuch. Deshalb meinen wir, daß die Schülerbücherei ihre Aufgabe erst dann erfüllt und allen Wünschen gerecht wird, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auch den Fachbüchern zuwendet, dem Hilfsbuch für Wertarbeit in der Schule und in der freien Zeit des lernenden jungen Menschen. schäft in Sachsen (die gleichzeitig mit den Aufgaben einer staatlichen Landeskulturbehörde beauftragt ist) oder bei einer anderen Arbeitsstätte im Rahmen der praktischen Landeskultur, z. B. auch bei einem Landeskulturunternehmer usw. Diese Tätigkeit kann auch in den Semesterferien geleistet werden. Die Zusatzprüfung in Landeskultur kann nach der Verordnung des Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 17. November 1936 erst nach Ablegung der Diplomprüfung abgelegt werden. Die Zulassung muß aber spätestens zwei Jahre nach Ablegung der Diplomprüfung erfolgen. Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Wissensgebiete: Allgemeine Uebersicht über die klimatischen, bodenkundlichen, wasserwirtschaftlichen und wasser- gesetzlichen Grundlagen der Kulturtechnik, Hochwasserschutz sowie Ent- und Bewässerung einschließlich Abwasserverwertung, Grundlagen der Moor- und Heidekultur, Kultur der Wiesen und Weiden einschließlich Gräserkunde, Uebersicht über die Flurbereinigung und den Wirtschaftswegebau, Feld- mefsen und Nivellieren. Die ungeahnte Entwicklung der deutschen Kulturtechnik im Dritten Reich zur Sicherung seiner Nahrungsfreiheit hat die Kulturund Grünlandtechnik in die vorderste Linie gestellt. Es besteht nach erfolgter Prüfung für den Diplomlandwirt gute Aussicht, als Sachbearbeiter für Landeskultur oder Grünland bei einer Landesbauernschaft oder im Staats-, Kommunal- und Prioatdienst unterzukommen. Z. d. R. Erfolge des studentischen Fadrttdienstes. Leistungsbilanz aus dem Einsatzgebiet des Gaues Hessen-Nassau. NSG. Nach der Beendigung des Fabrikdiensteinsatzes der Studenten innerhalb des Gaues Bayrische Ostmark, der bas Betreuungsgebiet des Gaues Hessen-Nassau ist, fertigte die Gauftudenten- führung in Bayreuth eine Leistungsbilanz an, aus der sich von vornherein ergibt: Der studentische Einsatz im Fabrik- und Landdienst stellt innerhalb unseres Grenzgaues, der einen harten Kampf um feine Wiedererftarkung und um die Stabilisierung seiner politischen Kraft führt, einen nicht mehr wegzudenkenden Faktor dar, der bei der Lösung all der zahlreichen aufgegriffenen Aufgaben ausschlaggebend ins Gewicht fällt. Diese Tatfache verzeichnen wir mit Genugtuung, weil der studentische Einsatzdienst aus der Erkenntnis der Erziehung des jungen Akademikers zum politischen Denken geschaffen wurde. An die Stelle des Reife- und Ausleseprozesses der Kampfzeit trat der Fabrikdienst, der im freiwilligen Einsatz die akademische Jugend zur Persönlichkeit erzieht und die Gemeinschaft läutert und zusammenschließt. Schon das zahlenmäßige Ergebnis des Einsatzes zeigt seine offensichtlichen Erfolge. Im Jahre 1936 verzeichnete die Bayrische Ostmark bei einem Einsatz von 329 Studenten und Studentinnen 784 in zusätzlichen be$at)tten Urlaub entlassene Arbeiter und Arbeiterinnen, während der Frühjahrseinsatz 1937 bei 202 Einsatzmännern und -mädeln 486 in zusätzlichen bezahlten Urlaub geschickte Arbeitskameraden und -kameradinnen aufwies. Dieser Erfolg des Einsatzes darf nicht unterschätzt werden, besonders wenn man berücksichtigt, daß in den vorgesehenen Einsatzgebieten die meisten Arbeiter einen Urlaub früher überhaupt nicht kannten. Ungleich größer aber als der zahlenmäßige ErkmwrtechniWe Ausbildung des Ap-omiandwirls „Giudenien bauen auf." Eine Reichsleistungsschau der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 15. Juni. (DNB.) In einer von musikalischen Darbietungen umrahmten Feierstunde wurde im Haus der NS.-Kulturgemeinde d i e Ausstellung „Studenten bauen auf" eröffnet, die neben anderen Werken auch die Sieg er arbeiten des zweiten Reichsberufswettkampfes der deutschen Studenten zeigt. Bei der Eröffnungsfeier hielt Reichsstudentenführer Dr. Scheel eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: In jedem Jahr legt die gesamte deutsche Studentenschaft im Reichsberufswettkampf Zeugnis ab von ihrem Leistungswillen und ihrer nach Gestaltung drängenden Kraft. Die F a ch a r b e i t und der Leistungskampf find die beiden Formen, die zum sichtbaren Ausdruck dieses studentischen Willens zur wissenschaftlichen Leistung geworden sind. Die studentische Facharbeit setzt im vierten Semester ein, nachdem der Student den Dienst in der Kameradschaft geleistet hat. Die gesamte Studentenschaft ist in Fachgruppen durchgegliedert, die im Reich in neun Reichsfachgruppen zusammengefaßt sind. Der Schwerpunkt der 400 Fachgruppen liegt in den Arbeitsgemeinschaften, deren Zielsetzung völlig parallel mit der des Reichsberufswettkampfes geht. In diesem Sommersemester werden über 1000 studentische Arbeitsgemeinschaften durchgeführt. Es ist Aufgabe der Fachgruppen, die Kameraden an die fachliche Arbeit im Dienste des völkischen Lebens heranzuführen und sie zu Männern zu erziehen, die in der Gestaltung ihrer Aufgaben ihre entscheidende hohe und verpflichtende Aufgabe suchen. Es wäre wertlos, wenn der deutsche Student, losgelöst von den Notwendigkeiten des Lebens, nur abstrakten Wissenschaftlichen Problemen nachjagen würde; denn jede studentische Arbeit ist immer gebunden an d i e unmittelbare Wirklichkeit. Dies ist auch einer der wesentlichsten Gründe, weshalb der studentische Reichsberufswettkampf als Arbeitsform d i e Mannschaft in den Vordergrund stellt. Die Mannschaft bildet sich auf Grund der Aufgabe, und in der Mannschaft sind die verschiedensten Fachrichtungen vereinigt, um zu verhüten, daß die Aufgabe' einseitig aus dem Blickwinkel eines einzigen Fachgebietes heraus gesehen wird Während sich 1935/36 3820 Hochschulstudenten und 5170 Fachstudenten beteiligten, ist in diesem Jahre die Beteiligung von den Hochschulen auf 6968 gestiegen, bei den Fachschulen sogar auf 9341. Von den rund 16 000 Teilnehmern wurden nach dem diesjährigen Wettkampf 1572 Arbeiten eingereicht. In welch starkem Maße die Arbeiten des Reichsberufswettkampfes bereits zur Auswertung gelangten, zeigt die Tatsache, daß sich zur Zeit 40 v. H. aller eingereichten Arbeiten bei den verschiedensten Staats- und Parteistellen befinden, die sie zur Verwertung angefordert haben. Darüber hinaus verdienen noch einige Arbeiten Erwähnung. Die Mannschaft 803 hat einen neuen voll gelungenen Typ eines Segelflugzeuges mit liegender Bedienung entwickelt. Das Reichsluftfahrtministerium hat dieser Arbeit höchstes Lob gezollt. Eine Mannschaft in Breslau befaßte sich vorbildlich mit dem Ausbau einer Hafenanlage. und der Lösung der dazu notwendigen Verkehrsprobleme. Eine Mannschaft der Universität Hamburg arbeitete vorzüglich über die Lebenshaltungskosten der Hamburger Hafenarbeiter mit Hilfe neuester Methoden statistischer Erfassungen. — Weitere sehr aut bearbeitete Themen lauten: „Der gesamtdeutsche Gedanke in Oesterreich-Ungarn nach 1866", „Untersuchung des deutschen Grenzortes Schlaufenbach (Eifel) und des auslandsdeutschen Dorfes Gnadenfeld, Bessarabien in Rumänien", „Kolonialwirtschaftsprobleme", Die Landarbeiterfrage in der Bayerischen Ostmark", „Volkheitkundliche Erhebungen im deutschen Siedlungsgebiet in der südslawischen Bcttschka", „Die Auseinandersetzungen des Germanentums und Deutschtums mit dem Römertum und Christentum im süddeutschen Raum", „Siedlung für Kinderreiche", „Die Schulfeier", „Grundlagen für eine fruchtbare Zusammenarbeit deutscher und polnischer Wissenschaft und ihr schulischer Niederschlag, aufgezeigt an dem Beispiel der Vor- und Frühgeschichte Deutschlands", „Flugsport als Erziehungsmittel an der Volksschule", „Die Jndustrie- arbeiterin im deutschen Recht" und „Hygienische Untersuchungen als Beittag zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit in einem Grenzgebiet der Bayerischen Ostmark". Dabei hat der Reichsberufswettkampf den Beweis erbracht, daß es besonders d i e nationalsozialistischen aktiven Studenten und Studentinnen sind, die sich an ihm in hervorragendem Maße beteiligt und die mit den besten Leistungen abgeschnitten haben. Der dritte Reichs- berufswettkampf, zu dem ich heute das gesamte deutsche Studententum aufrufe, wird den Studenten vor neue große Aufgaben stellen im Dienste des Volkes und feiner hohen Ideale. Jeder nationalsozialistische Student möge seine Aufgaben er« Der dritte Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten erfolgt in 16 Sparten, für die jeweils mehrere zur Anregung und Ausrichtung dienende, beispielhafte Rahmenthemen aufgestellt sind: Deutsche Volkstumforschung: Der deutsche Mensch in der deutschen Landschaft. — Germanischer Sinngehalt in Sitten und Bräuchen des deut- sen Landvolkes. — Die biologischen Grundlagen des Brauchtums in Dorf und Stadt. — Kulturelle und geistige Strömungen im deutschen Volkstum. — Volksgeschichte: Der Reichsgedanke bei den rpbsburgern und Hohenzollern. — Priestertum J.O völkisches Schicksal in der frühen deutschen Geschichte. — Glaubenskämpfe und Geistesfreiheit in der nachreformatorischen Zeit. — Judentum und deutsche Volkwerdung in der Neuzeit. — Geschichte der Studentenschaften und studentischen Bewegungen. — Erziehung: Theoretische Grundlegung einer völkisch-politischen Pädagogik. — Die Forderungen des Dorfes als politischer Gemeinschaft an den neuen deutschen Lehrer. — Die außerschulischen Erziehungsfaktoren im nationalsozialistischen Staat. — Traditionsbewährte und neue Erziehungssysteme des Auslandes. — Die Grundlagen nationalsozialistischer Leibeserziehung. — Bildendes Kunstschaffen: Planung und Gestaltung eines Studentenhauses nach örtlichen Gegebenheiten. — Entwurf einer Arbeitersiedlung. — Ausgestaltung von Arbeiteraufenthalts- und Feierräumen. — Planung und Gestaltung von Heimen der Gliederungen. — Musik und Feiergestaltung: Das deutsche Volkslied als Lebensäußerung von Landschaft und Rasse. — Lieder unb Feiern für den Tages- und Jahreslauf. — Instrumentale Spiel- und Unterhaltungsmusik. — Neue Tanzmusik. — Deutsche Naturerkenntnis: Leben und Denkweise großer Naturforscher. — Die Stellung der Kirche zu neuen Erkenntnissen der Naturwissenschaften. — Chemie und Physik und ihre Auswirkung auf die Technik. — Volksgesundheitsführung: Der Einfluß von Lebensraum und Lebensweise auf die Volksgesundheit (Dorfuntersuchung). — Die Bedeutung der Eigenheiten des Betriebes und der Arbeitsgänge für die Gesundheit des schaffenden Volkes (Betriebsuntersuchung). — Die deutsche Sozialversicherung. — Heilpflanzenbeschaffung. — Deutsches Rechtsleben: Nationalfozialisti« kennen und mitarbeiten an dem Reichsberufswett- kampf der deutschen Studenten. Die Parole lautet auch diesmal wieder: „Studenten bauen auf!" Anschließend verkündete der Leiter des Reichsberufswettkampfes der Deutschen Studentenschaft SS.-Untersturmführer Dr. K u b a ch den dritten Reichs berufs wettkampf der deutschen Studenten, der ebenfalls die Mithilfe des Deutschen Stüdententums an der Behandlung völkisch-vordringlicher Probleme auf den Gebieten von Wissenschaft, Kunst und Technik zum Ziele hat. Der Kampf wird in der Zeit vom 15. November 1937 bis 15. Februar 1938 durchgeführt. — Die Leistungsschau bringt in erster Linie künstlerische und technische Arbeiten aus dem zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten zur Darstellung. Wissenschaftliche Arbeiten, die ihrem Wesen nach dem auf das Auge berechneten Charakter einer Ausstellung schwerer zugänglich sind, sind in einer kleineren Auswahl ausgelegt. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. Staatssekretär Zintzsch, Gruppenführer Prinz August Wilhelm und Generalarbeitsführer Dr. Decker. sche Bodenverfafsung. — Das Leistungsprinzip im Arbeitsrecht. — Die deutsche Gemeinde. — Familienrecht im Dritten Reich. — Nationalsozia- listische Wirtschaftsgestaltung: Wirtschaftspolitische Maßnahmen für die Eigenversorgung der deutschen Wirtschaft. — Die Verordnung zur Mehrung der persönlichen Verantwortlichkeit in der deutschen Wirtschaft. — Der zweite Vierjahres- planals sozialistischeMaßnahme.—Verlagerungen im Handel zugunsten der mittelständischen Betriebsform. — Ernährungsfreiheit: Auswirkung gen und Erfolgsaussichten der Erzeugungsschlacht. Die landwirtschaftliche Marktordnung. — Kampf dem Verderb — Aktion in Stadt und Land. — Die Landarbeitsfrage als wirtschaftliches und soziales Problem. — Raum und Siedlung: Siedlungsgeschichte einer Landschaft, ihre Abhängigkeit von Raum, Rasse und Recht. — Die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen Stadt und Land, Landschaft und Industrie in einem Raum. — Die Landflucht als wirtschaftliches, soziales und kulturelles Problem. — Städtisches und ländliches Siedlungswesen. — Der deutsche Verkehr: Wechselbeziehungen zwischen Kraftverkehr und Städtebau. — Die Binnenschiffahrt im Rahmen des deutschen Verkehrs. — Der deutsche Schnellverkehr. — Deutsche Energieversorgung: Dezentrale Energiewirtschaft, insbesondere auf dem Lande. — Einfluß der Benutzungsdauer von Werken und Verteilungsanlagen auf die Energiekosten. — Das Windkraftproblem. — Energiewirtschaftliche Zusammenfassung der Gas- und Elektrizitätserzeugung. — Deutsche Roh - und Werkstoffe: Die Erschließung neuer Rohstoffquellen. — Austausch von Sparstoffen durch metallische und nichtmetallische Heimftoffe. — Oer Altstoff als volkswirtschaftlicher Faktor. — Austauschstoffe sind keine Ersatzstoffe. — Deutsche Helmstoffe im Schiffs-, Luftfahrzeug- und Fahrzeugbau. — Die deutsche Textilindustrie: Aufgaben der deutschen Textilwirtschaft. — Textile Muster aus deutschen Neustoffen. — Werbungsmaßnahmen für die deutschen Neustoffe. — D i c deutsche Seefahrt: Die Bedeutung der deutschen Seefahrt. — Der technische Fortschritt im Schiffsbau. — Der deutsche Seemann und seine Aufgaben. DieMgabnibes brüten ReHsbenlssweltkanipses r0|a ist der ideelle Gewinn, den der Grenz- kann schon festgestellt werden daß alle Zeugnisse, nnu r firh entwickelnden Kameradschaft und die die Betriebsführer und Obmänner auszustellen Die Gau-Ägendweiikämvle in Korbach SJixfpoii Fußball der heimischen Mannschasten nicht durch Wortbrüche Und Geschäftsmanöver der Welt geschafft werden. Die Leistung aber m Heuche herm. chsbohn Iugendab eilung isnape yon oen nicht erfüllt, dar- 1846 Gießen, der I unter die des Gaumeisters Tv. 1. 2 Auslese der besten und bekanntesten deutschen Amateurfahrer an den Start Um die Faustba'lme sterscbast im Kreis 8 Der erste Schritt zur diesjährigen Gaumeisterschaft ist getan. Die Pflichtspielreihen begannen im Kreis 8 mit der am Sonntag in Herbsiorn ausgetra- MaxGcbmeling, der wahreWeltmeister! DerBerbandDeutscherFaustkämpfer gibt folgende Erklärung bekannt: „Am Mittwoch kehrt der in Neuyork um sein gutes Recht gebrachte Deutsche Meister aller Klassen Max S ch m e l i n g in die Heimat zurück. Der Verband Deutscher Faustkämpfer grüßt in seinem Kameraden Max Schmeling den fairen Sportsmann, der alles getan hat, um den Weltmeistertitel der neuen Welt für Deutschland zurückzuerobern. Wenn 8Vl„rir ________ ____ Leistung aber, die Max Schmeling vollbrachte, gibt dem deutschen Volke das Recht, ihn als den moralischen Welt- Zwei neue Auto-Klassenrekorde stellte am Dienstag der englische Automobil-Rennfahrer Major Gardner auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a M. auf Er fuhr über 1 Kilometer mit fliegendem Start mit einem Mittel von 15,75 Sekunden - 229 km'st (alter Rekord Ing Furmanik (Italien) auf Maserati 222,635 km/st) und über eine Meile mit fliegendem Start mit einem Mittel von 25,26 Sekunden (229 km'st). Alter Rekord Ing Furmanik (Italien) auf Maserati 212,700 km/st. Bernd Rosemeyer will auch Rekorde fahren. Nachdem der Engländer Major Gardner mit seinem Stab das Feld geräumt hat, tritt am heutigen hatten, von der tadellosen Haltung, der einwandfreien Arbeitsleistung und besonders von der außerordentlichen Wirkung auf die Gestaltung der Ar- genen Vorrunde der ersten Kreisklasse Von den sechs Meldungen wurden zwei i ‘' Dereinsführer Otto Rinn erhielt vom Reichs- Propagandaministeriums die Olympia-Erin« nerungsmedaille als Anerkennung für rege • TOorhimn mr CYnmniahö 1QRA tkint» nnm Führer wieSpeerwurf, Hochsprunq, Kugelstoßen, Dreisprung usw Der Zweck dieses Sportkurses war, die Ausübung der einzelnen Sportarten durch einen besonders ausgebildeten Fachmann regelrecht zu erlernen um so erhöhte Leistungen zu erzielen. Man hofft, daß diese Sportkurse noch öfters wiederholt werden. Auszeichnung für Vereinsführer 0. Rinn. ihre Bezwinger aus Oppenrod mit einem eindeutigen 4:0-Ergebnis abfertigen. In Wannsee bei Berlin begannen am Montag die Ausscheidungs-Wettkämpfe für die W e l t m e t ft e r< schäft in Helsinki (Finnland) mit ber Schei- benpistole. Ein ausgezeichnetes Ergebnis hatte unser Olympia-Zweiter Erich Krempel (Suhl) in der ersten 60-Schuß-Serie aufzuweisen, wobei er nut 551 Ringen von 600 möglichen den Weltrekord des Schweden Ullman um vier Ringe übertraf. (Schirner-M.) Die dritte Jugend brachte das Kunststück fertig, die Rodheimer geschlagen nach Hause zu schicken. Das Vorspiel ging an Pfingsten mit dem gleichen Resultat verloren. Allerdings muß bemerkt werden, daß die Gäste im Verlauf des Spieles etwas mehr vom Spiel hatten, aber ihr Sturm verstand es nicht, die Hintermannschaft der Gießener zu überwinden. Handball: Marburg — Gießen 7:5 (4 1). Nachdem der Hochschulwettkampf in Leichtathletik für Gießen verloren gegangen war, hofften die Zuschauer auf einen Sieg der einheimischen Mann- schäft im Handball. Leider wurden sie enttäuscht. Die Gießener Studenten begingen den Fehler, zu engmaschig und nur in derMitte zu spielen. Wiederholte Steilvorlagen an den schnellen Flügelstürmer Eckert bewiesen die Gefährlichkeit des Außenspiels. Wohl stand für Gießen in Hüfner (früher Deutschmeister Tv. Friesenheim) ein Mittelstürmer zur Verfügung, der ein großes Ball- und taktisches Ge'ühl sein eigen nennt, aber bei den anderen fehlte es. Die Läuferreihe hatte einen sehr schweren Stand gegenüber dem durchdachten Spiel der Marburger. Das Spiel der Marburger war nur auf Plum den Mittelstürmer, Zuschnitten Seine gefährlichen Strafwürfe gaben dem Gießener Torhüter kaum G ' gen- heit, fein Können zu zeigen. Die übrigen Leme paß- tn sich gut in das Monnscha'tgebilbe em Sch ds- richter Mohr leitete korrekt damit aus dem Wettbewerb leider ausscheidet. In dankenswerter Weise sprang jedoch die Universität Gießen mit einer Mannschaft m die Bresche und bewies damit wieder, daß Faustball von den Studenten nach wie vor gern gespielt wird. Wenn die Mannschaft auch ohne Wertung mitspielte, so wurde ihr Mitwirken als spielstarker Gegner von den übrigen Mannschaften sehr begrüßt. Daß Herborn, wie überhaupt der Dillkreis, der sämtliche Mannschaften stellte, für das Faustballspiel ein günstiger Boden ist, bewiesen die verhältnismäßig zahlreich erschienenen Zuschauer. Die Spiele (Leitung: Dr. Pfeffer, Gießen) die unter einwandfreien äußeren Bedingungen sich abwickelten, spitzten sich immer mehr zu einem Wettbewerb zwischen Herborn und Sinn zu, die sich im letzten der zehn Spiele gegenübertraten. Während Herborn gerade jetzt, wo es galt, bei größter Achtsamkeit fast fehlerlos im Ausbau spielte, unterliefen der ©inner Angriffsreihe eine Anzahl leichtsinniger Fehler, die sie von Anfang an in Rückstand brachten. Das Endergebnis 40:21 wird allerdings dem tatsächlichen Leistungsstand der ©inner Mannschaft nicht gerecht. Vorläufiger Stand der Meisterschaft: ' Herborn, 6 Punkte; 2. Sinn, 4; 3. Ballersbach, Punkte; 4. Steinbach, 0 Punkte. Würde undGröße des deutschenTheaters Zur Reichstheaterfestwoche an Rhein und Ruhr. Don Walther Koerber. ter dem stärksten Sportkreis, dem Kreis Kassel, in der Kreisstaffel werden konnte. Die Leistungen der heimischen Teilnehmer. Jugend A 100 Meter: Goß, SpVg. 1900, 2. mit 11,7 Sek. 200 Meter: Adolph, SpVg. 1900, 2. mit 24,8 Sek. 400 Meter: Bender, SpVg. 1900, 2. mit 55,7 Sek. 8 0 0 M e t e r : Röhm, SpVg. 1900, 6. mit 2:13,5 Min. 1500 Meter: Rinn, Walter, Tv. Heuchelheim, 5. mit 4:39,0 Min. Hochfprung: Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, G a u f i e g e r, mit 1,75 Meter! Weitsprung: Kleiy, VfB.-R. Gießen, 4 mit 6.01 Meter. Dreisprung: Göbel, Mtv. Gießen, 5. mit 11,61 Meter. Stabhochsprung: E. Oehler, VfB.-R., 3. mit 2,70 Meter. Kugel. Goß, SpVg. 1900, ©auf leger, mit 14,97 Meter, Schleen- becker, To. Ruttershausen, 13,28 Meter. Speer: Kley, VfB.-R. 4 mit 44,80 Meter. 4X100- Meter-Staffel: Spvgg. 1900, 2. mit 48,8 Sek. Jugend B. 100 Meter: E. Rinn, Tv. Heuchelheim, 4. mit 12,3 Sek 200 Meter: Beper- ling, Tv. Ruttershausen, 4. mit 26,0 Sek 8 0 0 Meter: Deibel, SpVg 1900, 2. mit 2:12,0 Min. 1 5 0 0 Meter: Gemmer, VfB.-R., G a u s i e g e r, mit 4:37 Min. Hochfprung: Schwarz, VfB.-R., G o u f i e - g er , mit 1,60 Meter. Weitsprung : E. Rinn, To. Heuchelheim, G a u f i e g e r , mit 6,30 Meter. Speer: E. Rinn, Tv. Heuchelheim, ©aufieger mit 46,17 Meter. 4 X 1 0 0 - M e t e r - S t a f f e l - VfB.- Reichsbahn, 3. mit 50,5 Sek. Kreisstaffel mit: Gemmer, Bender Kley, Goß, Göbel, 2. Sieger hinter Kreis Kassel. vier Jahren nationalsozialistischer Kulturpolitik. Das deutsche Theater hat die Frage zu beantworten: Wie habt ihr in diesen vier Jahren die Würde der Nation gewahrt, wie habt ihr heiligstes Gut verwaltet? Die Antwort läßt sich kaum besser als mit einigen Zahlen geben: War die Gesamtzahl der deutschen Bühnenschaffenden in den Jahren bis zur Machtübernahme auf rund 22 000 gesunken, so beträgt sie heute über 28 000. Die Zahl der Theater, in denen regelmäßig gespielt wird, war infolge der zahlreichen Schließungen 1932 auf 247 zuruckge- gangen, heute find es wieder 258, von denen allem 179 gemeinnützige Theaterunternehmen sind. Die Spielzeit an allen diesen Bühnen beträgt heute im Durchschnitt sieben bis zehn Monate gegen etwa fünf Monate 1932, 74 Bühnen haben ganziahnge Verträge. Die Zahl der Besucher, die allein mit „KdF." ins Theater gehen, betrug 1936 über suns Millionen, nicht eingerechnet die Millionen Besucher von Wandervühnen und Varietes. Ausverkaufte Abende sind das Zeichen des vergangenen Berliner Theaterwinters. Zwei Millionen Mark wurden von Dr. Goebbels im letzten Herbst in der „Spende K ü n st l e r d a n k" für die in Not befindlichen älten Bühnenkünstler, Musiker und bildenden Künstler zur Verfügung gestellt. 200 000 Mark beträgt augenblicklich das Kapital der Goebbels-Stiftung für Bühnenschaffende. Die langersehnte Altersversorgung aller deutschen Bühnenschaffenden, die in Angriff genommen ist, wird auf Anordnung des Führers noch in diesem Jahr endgültig durchgeführt. 81,5 v. H. aller künstlerischen Bühnenvorstände und Theaterunternehmer der Reichshauptstadt waren bei der Machtübernahme Juden oder jüdisch versippt, das Bühnenverlagswesen wurde zu 75 v. H. von Juden beherrscht. Die großen Stars, die Bühnenautoren, Textdichter und Revuekompo- nisten waren vielfach Juden. Heute ist im ganzen Reichsgebiet kein Theater und kein einziger Bühnenverlag mehr in jüdischem Besitz oder unter jüdischer Leitung, die Reichstheaterkammer und damit das deutsche Theater ist judenrein. Diese Zahlen beschließen in sich die Lösung aller andern Fragen des Theaters, sei es des Spielplans, der Theaterführung, der Gage ufw. Sie find auf die kürzeste Formel gebrachte Kulturpolitik, Kulturtat. DesdeutschenTheatersWurde und Größe ist wieder hergestellt und herrlich bewahrt! Mit dieser Gewißheit öffnete sich am Sonntag im Kölner Opernhaus der Vorhang zur ersten Vorstellung der vierten Reichstheaterfestwoche. Bei herrlichem Leichtathletikwetter und starker Beteiligung fanden am Sonntag die Gaujugendwettkämpfe des Gaues 12 (Hessen) in Korbach statt. Der Sportkreis Gießen beteiligte sich an dieser Veranstaltung mit 23 Jugendlichen der Klassen A und B. Die Mannschaft hat trotz schwerster Konkurrenz die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllt. So kehrte die Mannschaft mit 6 G a u m e i st e r s ch a f t e n , mehreren zweiten und weiteren guten Plätzen, zwei 4X100-Meter-Staffel-Erfolgen und einem zweiten Platz in der Kreisstaffel heim. Allerdings zeigte Kley nicht die nötige Disposition, um an feine gewohnten Leistungen anknüpfen zu können, und Goß kam durch einen Fehlstart um seinen Sieg über 100 Meter. Besonders erwähnt werden soll der Sieg des B-Jugendlichen G e m m er , dessen Leitung nicht durch die Zeit zum Ausdruck kommt Es war der schönste und überzeugendste Sieg der ganzen Veranstaltung. Bis 1200 Meter überließ er seinem einzigen ernsthaften Gegner die Führung, um ihm dann in einem begeisterndem Endspurt da- oonzulaufen. Anerkennung finden muß auch das tapfere Verhalten des B-Jugendlichen Deibel, der trotz seiner während des Laufes erlittenen Verletzung seinem Gegner zähen Widerstand leistete, um auf den letzten Metern noch auf den zweiten Platz zurückzufallen. Den Höhepunkt bildeten die Endläufe der 4X100-Meter-Vereinsstaffel, bei denen auch die SpDgg. 1900 und VfB.-R. mit dabei waren und die Kreisstaffel über 500, 400, 300, 200 und 100 Meter. Gerade die Staffeln zeigten in schönster Form den bis zum letzten gesteigerten kämpferischen Einsatz des Einzelnen für ferne Mannschaft. Diesem kämpferischen Einsatz ist es zu verdanken, daß der Sportkreis Gießen zweiter, hm- „SG.Seutonio" Watzenborn-Steinberg I Watzenborn-Steinberg I — VfB.-R. I 2:0 (0:0). Die Gäste traten zu diesem Freundschaftsspiel leider nur mit 9 Mann an und hatten außerdem noch Ersatz in ihren Reihen. Die Gastgeber stellten deshalb für die Gießener noch einen Mann ab, um einigermaßen ein Gleichgewicht der Mannschaften zu erzielen. Im Spiele selbst zeigten sich die Gäste zwar als technisch leicht überlegen, der Sturm allerdings, der nur aus vier Mann bestehen konnte, vermochte sich gegen die solide Verteidigung von Fett und Jung nicht durchzufetzen. In der ersten Halbzeit sah man einen ziemlich ausgeglichenen Kampf, der in dem Halbzeitsstand von 0:0 feinen Ausdruck fand. In der zweiten Spielhälfte konnten sich die Einheimischen mit zwei Toren den Sieg sichern. 3u^endobfeiluno der Spv- Ichastsfahren r | Mit bieten 20 Fahrern bzw 10 Mannschaften t bringt ber Gießener Rabfahrer-Verein v. 1885 eine gau aus ber sich entwickelnben Kamerabschaft unb Freundschaft zwischen dem einzelnen Arbeiter unb bem Einsatzmann zieht. Mit großer Skepsis hatten zuerst Arbeiter unb auch Betriebsführer bem stu- fnr^hen Dent fd)en Einsatz qegenübergeftanben, aber heute beitskamerabschaft m ben Betrieben sprechen. llrJ37 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, lb.Zuni (957 Aus der Stadt Gießen. Freuden am Oorfbach. Wir freuen uns, daß nun auch zahlreiche ganz kleine Dörfer besondere Schwimmbäder eingerichtet haben. Da kann sich die Jugend in freier Lust, in Sonne und Wind, stählen und körperlich tüchtig und stark werden. Es gibt nichts Segensreicheres als ein solches Schwimmbad. Daß dies auch von den einsichtsvollen Gemeinden erkannt wurde, kann nur begrüßt werden, und jeder Freund der Jugend freut sich, wenn er wieder von der Eröffnung eines neuen Schwimmbades in der Zeitung lieft. Wir wollen hoffen, daß die Zeit nicht allzufern ist, in der es eine Selbstverständlichkeit bedeutet, daß alle Dörfer ein Schwimmbad besitzen. — Aber daneben vergessen wir auch nicht den Dorfbach, das Paradies der Jugend auf dem Lande. Er ist doch eigentlich der Mittelpunkt in diesen heißen Sommertagen. Da können auch die Kleinsten barfuß in dem kühlen Wasser herumpantschen und sich schöne Steine suchen. Im nassen Sande werden Burgen und allerhand Anlagen gebaut. Weiter unten, wo die alten Weidenbäume stehen, fängt die Schönheit erst recht an. Wie oft haben die Buben auf den alten Weidenstümpfen gesessen und mit dem Messer die glatten Zweige abgeschnitten! Nun bauen sie dort ein Wehr, um das Wasser zu stauen, damit sie baden können. Aus Reisig und Heu, Sand und Lehm wird eine Schutzmauer errichtet. Was macht es aus, daß die Sonne unbarmherzig vom blauen Himmel herunterscheint, daß den Kleinen der Schweiß nur so über das erhitzte Gesicht läuft? Unverdrossen und unbekümmert wird geschafft, bis der Damm hält. Und dann die Kleider aus und hinein in den Stausee! Das ist ein reizendes Sommerbild, das wir immer wieder am Dorfbach beobachten können. Da können wir schon einmal etliche Minuten verweilen und dem munteren Treiben zusehen. Einige der Knirpse stehen weiter unten und fangen „Fische", Krebse und versuchen gar, die fünfen Forellen zu greifen. Aber in den seltensten Fällen erhaschen sie ein Tierlein. Das macht ja auch nichts. Die Hauptsache ist das Herumplantschen in dem kühlen Bach. Am Ufer blühen Sumpfdotterblumen, Schwertlilien und Pfefferminz. Ein würziger Blumenduft erfüllt die heiße Luft. Von den Wiesen kommt der köstliche Geruch des frischen Heues, Wagen rasseln vorbei, Zurufe ertönen ... Die Kleinen lassen sich nicht stören. Ueberall summen die Insekten, dort hüpft ein Frosch mit lautern Plumps ins Wasser. Auf den Steinen in der Flut steht eine Bachstelze und wippt unaufhörlich mit ihrem Schwänzchen. So bietet der Dorfbach zu jeder Tages- und Jahreszeit Unterhaltung und Abwechslung. Hier herrscht immer Leben, hier kann immer etwas Neues unternommen werden. Ja, es find herrliche Stunden, die unsere Dorfjugend am Bache verlebt. Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Oberhesfifcher Kunstverein: Skagerrak- Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Son- nenftraße. — Deutsches Rotes Kreuz: 15.30 Uhr Mitgliederversammlung und Vortrag im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und mit ihrem Beitrag zur Hilfskasse für die Monate Juli, August und September 1937 noch im Rückstand sind, können diesen noch entrichten am Mittwoch, 16. Juni, Donnerstag, 17. Juni, und Freitag, 18. Juni, jeweils in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H. Wer bis dahin seiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. W" Sonnlag, 20. Juni, 20.30 Uhr, Großer Heiterer Abend in der Volkshalle mit „Nazi-Eisele" und seiner Truppe. — Preise 40, 60, 80 Pf. und 1 Mark. Sammelbestellungen der Betriebswarte bis Donnerstag, 17. Juni. — Kartenvorverkauf: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle. Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr: Großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Eintritt 40 Pf. Satnsfag/Sonnfag, 26.Z27. Juni: Wochenendfahrt nach Düsseldorf zur großen Reichsausstellung „Schaffendes Volk". Abfahrt: Samstag, 14 Uhr, Rückkunft: Sonntag, 24 Uhr, Teilnehmerpreis: enthaltend Fahrt, Uebernachtung, Frühstück, eine Abend- und eine Tageskarte 9,20 Mark. Mittwoch, 30. Juni, gegen 16 Uhr: Billiger Sonderzug nach Marburg zu dem Freilicht-Festspiel „Scharnhorst". Preis für Fahrt und guten Mittelplatz 1,70 Mark. Karten zu den Fahrten durch die Betriebswarte und die Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18. 4137D Hitler-Lugend Dann 116 Gießen Betr.: G e f o l g s ch a f t s a p p e l l e. Am Mittwoch, 16. Juni, wird in Großen-LiUden die Gefolgschaft 15/116 durch den Bannführer besichtigt. Antreten 20.30 Uhr Wirtschaft Schaum. — Am Donnerstag, 17. Juni 1937, 20.30 Uhr, tritt die gesamte Gefolgschaft 16/116 am HJ.-Heim in Lich zum Appell an. Betr.: Fahrtenführerschulung am 20. Juni. Zur Fahrtensührerschlung am 20. Juni 1937 (Sonntag) 8.30 Uhr, haben alle für die Hessen- Nassau-Fahrt gemeldeten Fahrtengruppenführer sowie Stellvertreter und Abteilungsführer an der Banndienftstelle anzutreten. Betr.: S o z i a l1 a g u n g am 27. Juni 1937. Am 27. Juni ist auf dem Gleiberg eine Sozialtagung, zu der sich sämtliche Sozialwarte der HI. und DJ. und Sozialwartinnen des BDM. zu beteiligen haben. Näherer Befehl erfolgt noch. Betr.: Stärkemeldung für den Monat Juni. Sämtliche Gefolgschaften und Sondereinheiten haben die Stärkemeldung für Juni bereits am 20. 6. 37 auf der Banndienststelle abzuliefern. Betr.: Zeltlagerlehrgang vom 20.6. bis 26.6. Für die Zeitlagerteilnehmer sind sofort auf der Banndienftstelle die Di-Röhrchen in Empfang Zu nehmen. ZM Untergau 116, Gießen. Die von mir angesetzten Besichtigungen durch die IM.-Führerin des Obergaues in den Standorten Bettenhausen, Muschenheim, Cberstadt, Ober-Hörgern, Langsdorf, Villingen, Nieder-Bessingen, Ober- Bessingen und Münster am Mittwoch und Donnerstag fallen aus. Die Führerin des JM.-Untergaues 116. gez.: Liefet Gödel, JM.-Scharführerin. Jeder Junge im Zeltlager der HI. NSG. In diesen Wochen gilt die Parole für die Jugend: „Sport und Lager", und wir möchten den kennen, der sich nicht schon im Kreise feiner Kameraden inmitten der weißen Zelte an den schönsten Plätzen des Gaues Hessen-Nassau sähe. Und wir möchten auch den Volksgenossen kennen, der seinem Jungen den begreiflichen Wunsch, ja die selbstverständliche Forderung verwehrte, für eine Woche oder zwei die Schulbank und die Werkbank, den Platz hinterm Pflug und am Schreibtisch zu tauschen mit der erlebnisvollen Lagerkameradschaft der Hitler-Jugend. Wer ist musikalisch? Von Dr. Erwin Kroll. Die beste und bündigste Antwort auf diese Frage hat uns Robert Schumann in feinen „Musikalischen Haus- und Lebensregeln" gegeben: „Musikalisch bist du, wenn du die Musik nicht allein in den Fingern, sondern auch in Kopf und Herz hast." Danach käme es also daraus an, die Eigenschaften eines Liebhabers der Musik, eines Kenners, eines Virtuosen und womöglich noch eines Komponisten in sich zu vereinigen. Genies solcher Art sind bekanntlich sehr dünn gefeit. Im allgemeinen bleibt es bei einer Auswahl dieser Eigenschaften, die ganz persönlich bedingt ist. Denn die drei Hauptkennzeichen der Musikalität, Tonbewußtsein, Tongedächtnis und Tonphantasie finden sich durchaus nicht immer in gleicher Stärke bei demselben Menschen. Unter Tonbewußtsein versteht man die Fähigkeit, die Töne ihrer Höhe nach genau zu bestimmen. Hier sagt wieder Schumann: „Liebes Kind, die Hauptsache, ein scharfes Ohr, schnelle Auffassungskraft, kommt, wie in allen Dingen, von oben. Ader es läßt sich die Anlage bilden und erhöhen." Neuere wissenschaftliche Forschungen machen es sogar wahrscheinlich, daß von der Erblichkeit dieser Anlage — trotz scheinbarer Gegenbeweise durch Musikerfamilien wie die Bachs und Mozarts — nur insofern gesprochen werden darf, als zwar ein Keim vorhanden sein muß, alles weitere aber Umwelt und Erziehung (diese so früh wie möglich einsetzend) wachsen lassen. Es ist schon vorgekommen, daß sich eine beachtliche Musikalität fast aus dem Nichts entwickelt hat, und so verdient der Vorschlag eines Forschers ernste Beachtung, die Menschen nicht mehr in Musikalische und Unmusikalische, sondern in Musikalische und musikalisch Gehemmte ober Vernachlässigte einzuteilen. Lassen wir wieder Schumann das Wort: „Was heißt denn nun musikalisch fein? Du bist es nicht, wenn du, die Augen ängstlich auf die Noten gerichtet, dein Stück mühsam zu Ende spielst. Du bist es nicht, wenn du (es wendet dir jemand etwa zwei Seiten auf einmal um) stecken bleibst und nicht fortkannst. Du bis es aber, wenn du bei einem neuen Stück das, was kommt, ungefähr ahnst, bei einem dir bekannten auswendig weißt ... du wirst es nicht dadurch, daß du dich einsiedlerisch tagelang absperrst und mechanisch Studien treibst, sondern dadurch, daß du dich in lebendigem, vielseitig-musikalischem Verkehr erhältst, namentlich dadurch, daß du viel mit dem Orchester verkehrst." Mit dem guten Ohre ist es eine eigene Sache. Manche Menschen erfreuen sich des sogenannten „absoluten Tonbewußtseins", d. h. der Fähigkeit, Töne und Tonarten sofort zu erkennen und nach ihrer Höhe im Tonsystem genau zu bestimmen. Auch diese Fähigkeit, die übrigens in mannigfachen Graden und Abwandlungen auftritt, ist, was oft bestritten wird, bis zu einem gewissen Grade erlernbar, und sie gibt keineswegs den Ausschlag für die Musikalität. Wagner, der doch gewiß ein guter Musiker war, hat sie nicht besessen. Wichtiger ist das sogenannte relative Tonbewußtsein, d. h. das Vermögen, die Tonbeziehungen, insbesondere die Intervalle unter sich, abgesehen von der absoluten Tonhöhe, zu erkennen. Denn wo dieses fehlt, ist eine klare Einsicht in Wesen und Wirkungen der Musik unmöglich. Diese Einsicht beruht weiterhin auf dem Tongedächtnis. Auch hier gibt es mancherlei Spielarten. Bald herrscht der Sinn für das Wiedererkennen rhythmischer Verhältnisse, bald für die Melodie oder (seltener) auch für die Harmonie vor, bald ist im wesentlichen nur ein sogenannter „Jmitationsreflex", d. H., die Gabe, Gespieltes mechanisch in den Fingern zu behalten, vorhanden. Es gibt Musiker, die mehrere Instrumente beherrschen und ausgezeichnet vom Blatte spielen, die aber doch nicht imstande Jinb, ein Volkslied selbständig mit einfachen Harmonien zu versehen. Es gibt Sänger, die sich ihre Partie mühselig einpauken müssen, und schließlich auf dem Bühne doch noch ganz gute Figur machen. Mozart und Liszt haben gelegentlich Proben eines Tongedächtnisfes gegeben, das ans Wunderbare grenzt. Insbesondere hat man an Liszt die Fähigkeit gerühmt, ein einmal gehörtes oder auch nur in Noten geschautes Tonstück, und sei es eine schwierige Partitur, frei aus dem Gedächtnis am Klavier wiederzugeben. Erklärlich sind solche Höchstleistungen nur als Ergebnis eines blitzschnellen Zusammenwirkens von höchstgeschärftem Auge und Ohr und von schöpferisch ergänzender Tonphantasie. Sie werden stets Ausnahmen bleiben, aber bis zu einem gewissen und garnicht geringen Grade ist auch hier durch planmäßige Schulung etwas zu erreichen. Was endlich die Tonphantasie angeht, jenes Vermögen, das Gehörte innerlich anschaulich zu machen, sinnvoll zu verknüpfen und zu vertiefen, verstehend zu fühlen und fühlend zu verstehen, es ein- zuordnen in die große Welt der Seele, so spielt sie nicht nur beim Schaffen und Nachschaffen, sondern auch beim bloßen Hören eine entscheidende Rolle. Denn wer Musik hört, ohne dabei innerlich tätig zu sein, wer sie nur als Nervenkitzel und flüchtigen Zehn Gebietszeltlager erwarten in diesem Jahr in der Zeit vom 20. Juni bis 28. August 1937 20 000 Jungen. Im Vergleich zu dem Vorjahr sind sie gewaltig vergrößert und verbessert worden. Gauleiter Sprenger wird, wie im vergangenen Jahr, die feierliche Eröffnung vom Zeltlager der HI. bei Urberach im Kreise Dieburg vornehmen und das Zeichen zum Hissen aller Lagerfahnen geben. Paul Buchwaid In diesen Tagen verstarb im 61. Lebensjahre der in unserer Stadt und auch darüber hinaus gutbekannte Komponist, Musiklehrer und Kapellmeister Paul B u ch w a l d. Der Verstorbene hatte sich durch eine Anzahl Kompositionen, durch die Vertonung von Volksliedern, durch Märsche usw., einen geachteten Namen zu machen gewußt. Von ihm stammten u. a. einige Kompositionen im Geiste des Dritten Reiches, die auch in der hiesigen SA. Eingang gefunden hatten und des öfteren gesungen wurden. Darüber hinaus wurde ihm die Ehre zuteil, durch den Rundfunk vor einen größeren Kreis van Zuhörern zu treten. Paul Buchwald betätigte sich außerdem mit gutem Erfolg als Musik- und Harmonielehrer. Bei mancher öffentlichen Veranstaltung wirkte er mit und sicherte sich dabei den Dank feiner Zuhörer. Sein bescheidenes Wesen hat ihm in unserer Stadt manchen Freund verschafft. Detriebsappeil beim Telegraphenbauamt. Arn Samstag veranstaltete — wie man uns berichtet — das Telegraphenbauamt in Anwesenheit des Reichspostdirektionspräsidenten E r ck im Katholischen Vereinshaus einen Betriebsappell für die Baubezirke Oberhessen. Eröffnet wurde der Appell nach dem Fahneneinmarsch durch den Betriebs- sührer des Telegraphenbauamtes, Postrat Behling, welcher darauf hinwies, daß durch die Bereitstellung von Mitteln von Seiten des Reichs- finanzministers es ermöglicht wurde, die Gefolgschaftsmitglieder heute und auch in Zukunft in gewissen Zeitabständen zusamme>rzurufen. Postrat Behling gab bekannt, daß die Reichspost allen diesen Gefolgschaftsmitgliedern, welche besonders erholungsbedürftig sind, einen zusätzlichen Erholungs-Urlaub gewähren werde. Die Einrichtung solle ebenfalls, soweit als möglich, auf erholungsbedürftige Ehefrauen ausgedehnt werden. Ferner werde jedem Angehörigen des Tlegraphenbauamtes bei 25jähriger Betriebszugehörigkeit mit der Auszahlung der Treuprämie und Ueberreichung des Buches des Führers „Mein Kampf" die Unkündbarkeit ausgesprochen. Der Betriebszellenobmann Lohnes- Darmstadt ermahnte zum Schluß jedes einzelne Gefolgschaftsmitglied, tatkräftig am Gelingen des Vierjahresplanes mitzuhelfen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Fahnenausmarsch wurde der offizielle Teil beendet. Anschließend fand ein Kameradschaftsabend statt, bei dem die Bautruppe Oberhessen noch einige frohe Stunden verlebten. Oberhessischer Jeuerwehrtag in Büdingen. 500 Teilnehmer aus dem kreis Gießen. Arn kommenden Sonntag findet in Büdingen der Feuerwehrtag für die Kreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten statt. Bereits am Vortage werden die geschäftlichen und organisatorischen Fragen durchgesprochen, die nach der Auflösung der Provinzen besondere Bedeutung haben. Ast ihnen nehmen die Vertreter der Ortsfeuerwehren unter der Führung des Kreisfeuerwehrinspektors und Kreisfeuerwehr-Verbandsführers für den Kreis Gießen Bouffier teil. Am Sonntag fahren dann aus dem Kreise etwa 500 Mann zu der Hauptveranstaltung, in deren Mittelpunkt Schauübungen der Büdinger und der benachbarten Wehren stehen, die mit einem großen Vorbeimarsch abschließen. Ein Volksfest beendet die Büdinger Tagung. Und nun nach Frankreich ... Hessische Trachlengruppen auf weiter Reise. Nachdem die hessische Trachtengruppe am vergangenen Montag von Hamburg zurückgekehrt war, nachdem die Teilnehmer an jenen schönen Tagen an der Wasserkante einige Tage der Ruhe pflegen konnten, unternimmt nun eine Gruppe von zehn Paaren und zwei Musikern unter der Leitung von Georg Heß eine Fahrt nach Frankreich. An dieser Fahrt nehmen vier Paare aus dem Hüttenberg (aus Leihgestern), vier Paare aus dem Schützer Land, sowie je ein Paar aus dem Hinterland und dem Odenwald teil. Die beiden Musiker sind aus Watzenborn-Steinberg. Die Gruppe sammelt sich diesmal in Frankfurt und fährt im v-Zug nach Freiburg im Breisgau. Von dort aus wird die Fahrt im Omnibus nach Frankreich fortgesetzt. In Freiburg werden noch zwei andere Gruppen zu unseren Hessen stoßen. Diese drei Volkstumsgruppen gehen auf Veranlassung des Internationalen Zentralbüros „Arbeit und Freude", deren Leiter Dr. Ley ist, als Volkstums - Austauschgruppen nach Frankreich. Die Vorbereitungen für diese Fahrt ArbeitsmMage im Mai im Bezirk des LandesarbeilsamA Hessen. Lpd. Frankfurt a. M., 14. Juni. Die P r e s s e st e l l e des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Die stetige Besserung der Arbeitslage in den mehr konjunkturabhängigen Berufen, sowie der anhaltende gültige Arbeitseinsatz in den Saisonaußenberufen bewirken eine weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 10 376 (16,2 v. H.) auf 53 661 Arbeitslose. Damit erreichte die Zahl der Arbeitslosen den seither günstigsten Stand; sie liegt um fast 40 000 niedriger als im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Von den verbliebenen 53661 Arbeitslosen waren 44 335 (82,6 v. H.) Männer und 9326 (17,4 v. H.) Frauen. Nach der Einsatzfähigkeit gliedern sich die Arbeitslosen in 27 659 (51,6 v. H.) im Beruf voll einsatzfähig, 17135 (31,9 v. H.) sonst voll einsatzfähig und 8867 (16,5 v. H.) nicht voll einsatzfähig. Während in den Vormonaten die Frühjahrsbelebung naturgemäß besonders in den Saisonaußenberufen lag, verstärkte sich nunmehr die günstige Entwicklung bei den vorwiegend konjunkturabhängigen Berufen. Der Rückgang der Arbeitslosen verteilt sich daher mit 5928 auf die Konjunkturgruppen und mit 4448 auf die Saisonaußenberufe. Mit Ausnahme der Berufsgruppe Theater, Musik, deren geringe Zunahme saisonmäßig bedingt ist, ist die Zahl der Arbeitslosen in allen Berufsgruppen zurückgegangen. Am stärksten war die Abnahme bei der Gruppe der ungelernten Arbeiter mit 3137 Arbeitslosen. In größerem Abstande folgen das Baugewerbe (—1938), das Holz- und Schnitzstoffgewerbe (—797), die Gruppe Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung (—760) und das Verkehrsgewerbe (—683). Bei den Angestelltenberufen (—650) zeigten die Einwirkungen der Arbeitsämter auf Grund der fünften Anordnung des Vierjahresplans bereits gute Ergebnisse. Die Unterstützten der Reichsanstalt verringerten sich im Laufe des Berichtsmonats um 7044 auf 29 892 Hauptunterstützungsempfänger. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende Mai von den Arbeitsämtern 10 745 gezählt, das find 1063 weniger als am Ende des Vormonats. Bei Notstandsarbeiten waren 5693 Volksgenossen beschäftigt, das find 468 weniger als im Monat April. Sinnenrausch hinnimmt, der bleibt an ihrer Schale und bringt nicht in den Kern. Er rechnet zu jenen „Fledermäusen des Gefühls", die am Gehalte der Musik ebenso vorbeiflattern, wie jene Neunmalklugen, die glauben, sie hätten der musikalischen Weisheit letzten Schluß, wenn sie ein wenig von der Form, vom Tonsatz wissen und eine Variation von einer Fuge oder einen übermäßigen Dreiklang von einem Septimenakkord unterscheiden können. Wer ist musikalisch? W^nn wir an die eingangs erwähnte Antwort Schumanns denken, gibt das Herz den Ausschlag. Kopf und Finger sind wichtig, und man soll den Nutzen eigenen, tätigen Musizierens nicht unterschätzen. Aber es hat immer Menschen gegeben, die in ihrer Herzenseinfalt den Offenbarungen der Tonkunst näher gekommen sind als musikalisch noch so Gebildete. Wohl solchen Sonntagskindern! Ihr Ahnen führt oft geradeswegs zum Ziele, wo andere Sterbliche Umwege machen müssen. Aber ob Weg oder Umweg, ob Sonntag oder Alltag: es ist ein Prüfstein für jeden, der den Anspruch darauf erhebt, musikalisch zu sein, daß er sich immer wieder strebend bemühe. Dasselbe meint Schumann, wenn er seine „Musikalischen Hausund Lebensregeln" mit den Worten beschließt: „Es ist des Lernens kein Ende." Die Badehose. Leuten, die zu Zornausbrüchen neigen, sind schon viel Ratschläge gegeben worden, wie sie im entscheidenden Augenblick die Wut zurückhalten könnten. Die Ratschläge sind oft gut. Aber die Wut ist meist schneller. Indessen hat sich das einfache Mittel doch bewährt, erst bis zehn zu zählen, ehe man sich die Explosion gestattet. Herr Berthe! genoß am warmen Sonntag die Dampferfahrt. Er kannte sein Temperament und hatte sich deshalb vorgenommen, sich durch nichts ärgern zu lassen. Er hatte es auch geschafft, trotz der Unvernunft der drängelnden Leute. Doch ausgerechnet jetzt, wo er hätte in Ruhe übers Wasser bücken können, begann die Anfechtung. Denn es war so eng auf der Bank, daß es ihn schrecklich nervös machte, wenn die Nachbarn immerzu in Bewegung waren. Er selbst hatte schon zur Platzersparnis sein Badezeug unter die Dampferbank gelegt. Das Fräulein neben ihm aber quetschte das ihre zwischen sie beide, und Herr Berthe! fühlte sich bedrängt. Als die Nachbarin auch noch die — übrigens ganz liederlich zusammengelegte! — Zeitung darüber tat, mußte er zum ersten Male seinen Aerger auszählen. Das Hausmittel half. Bei fünf lächelte er und schwieg also als Sieger. Nach zehn Minuten stieß er mit einem plötzlichen Ruck gegen die ungebührliche Bedrängnis vor. Das Fräulein sah ihn so unverschämt fragend an, daß er sich knapp rettete: 1, 2, 3... Diesmal dauerte es schon bis 8. Ader der stumme Kampf ging weiter. Herr Berthe! spürte ganz genau, daß seine Nachbarin und Gegnerin sich über das herausfordernde Badepaket auf der Bank völlig klar war. Er beschloß deshalb, sie keineswegs erst darauf aufmerksam zu machen, sondern nun in fünf Minuten kalt und ruhig zu handeln. Nicht als Opfer seines Temperaments, sondern vorbildlich beherrscht. Er blickte, fern wie das Schicksal selber, geradeaus, auch noch, als er — besonders langsam — bis zehn zählte. Da sich bis dahin neben ihm nichts geändert hatte, ergriff er nun, beinahe höflich, das störende Badetuch mitsamt der Zeitung und warf es übers Geländer: ins Wasser. — Wenn so ungewöhnliche Handlungen gänzlich ruhig geschehen, lähmen sie zuerst. Wie zumeist, war es auch hier ein Unbeteiligter, der sich zuerst entrüstete. Dann fand das Fräulein die Sprache wieder (ober hatte auch erst bis zehn gezählt?) und sagte liebenswürdig: „Wenn Sie schon Ihr Badetuch ersäufen wollen, dann können Sie wenigstens meine Zeitung schonen." Herr Berthe! sah unter die Bank. Da lag nackt nur noch die Badehose. Ein Freundlicher hatte... Ein Freundlicher? Was ging es die Leute an, ob sein Badetuch im Dreck lag?! Herr Berthe! vergaß, bis zehn zu zählen, und überschüttete die Mitwelt mit ungerechten Anwürfen. vNikolas Knobel. dod)fd)ulnacbrid)kn. Anfang April war bekanntgegeben worden, daß durch Erlaß des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung das Prüfungsamt für Diplomvolkswirte an einigen Universitäten, darunter auch in Marburg, aufgehoben werde. Der Minister hat nun- mehr angeordnet, daß die bis zum 1. April 1937 vorhandenen Prüfungsämter für Diplom-Volkswirte wieder einzurichten find. Damit ist auch Marburg wieder allen Universitäten gleichge- stellt. Der Herr Minister hat zum Vorsitzenden des Prüfungsamtes für Volkswirte an der Universität Marburg den Kurator der Universität, Dberpräfi- benten z. D. Geh. Oberregierungsrat Dr. Dr. von Hülsen bestellt. unserer Gruppe wurden vom Gauomt „Kraft durch Freude" (Gau Hessen-Nassau) betrieben. Die Volks- tumsgruppen werden am Freitag, 18. Juni, in Dijon, am Samstag, 19. Juni, in Aix - les - Sains und am Montag, 21. Juni, in C h am» bery erwartet. Die Rückfahrt erfolgt dann über Lausanne, Basel und Freiburg zurück nach Gießen. Großer Betriebsausflug der Gefolgschaft Bänninger. Die Betriebsführung der Gefolgschaft der Firma Fittingsfabrik Bänninger bereitete gemeinsam mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am vergangenen Sonntag ihren Betriebsangehörigen und deren Familien einen erlebnisreichen Tag. Die gesamte Gefolgschaft nahm mit insgesamt 1250 Personen (Frauen und Kinder eingerechnet) teil. Der Ausflug, der in zwei Sonderzügen nach Braun- fels (Bahnhof Braunfels-Lahn und Braunfels-Oberndorf) fühxte, war auf das Sorgfältigste vorbereitet worden. Bei schönstem Wetter machte man sich von den Bahnhöfen aus auf den Weg und rückte in drei Marschsäulen dem Ausflugsziel zu. Der Spielmannszug der Werkschar und Musikbegleitung sorgten für den nötigen Rhythmus. Das Ziel war das Forfthaus Tiergarten. Ein idyllischer Waldwinkel am Forsthaus nahm die vielen Teilnehmer des Festes unter langgestreckten Zelten an Tischen und Bänken auf. Selbstverständlich war für genügend Erfrischungen gesorgt und nachdem zahlreiche Gutscheinhefte verteilt waren, fand man sich zu einem einfachen Frühstück. Die Sängerschar des Betriebes zeigte unter der Leitung von Lehrer Dietrich in ihrem Bemühen, gut zu unterhalten, was sie in langen Wochen einstudiert hatte. Der Sängerchor wartete mit dem Sängergruß und zwei schönen Liedern auf, die so recht in den Tag und in die Umgebung paßten. Eine weitere Bereicherung bot das Musikkorps des J.-R. 116 unter der Leitung von Musikmeister Wohlfahrt. Inzwischen hatte sich die Turnriege des Betriebes umgezogen und war- tete bann unter der Leitung ihres Vorturners Bet- tin-Wiefeck an den verschiedensten Geräten mit beachtlichem Können auf. Kreissportamtswart F e l d h u s organisierte bann außerdem für alle, die daran teilnehmen wollten, einen fröhlichen Sportbetrieb, der sich mit Unterbrechungen bis in den Nachmittag hinzog. Mit dem Medizinball, beim Sackspringen, beim Wettlauf mit Kochlöffeln und Holzeiern wurde mancher schöne Preis umfämpft. Um die Mittagsstunde rückte dann die Gulaschkanone an, die einen kraftvollen Eintopf barg, der liebevoll von Soldatenhänden zubereitet war und mit großem Appetit verspeist wurde. Neugestärkt wandte man sich dann den verschiedensten Unternehmungen zu, die für diesen Tag noch vorgesehen waren. Nicht weniger denn 650 Besucher nahmen an der Schloßbesichtigung teil. Der herrliche Tiergarten lockte zu einem Rundgang, bei dem man nach den Rehen sehen wollte, die sich allerdings vor dem lebhaften Betrieb in ihrem angestammten Revier etwas zurückgezogen hatten. Ein Schießstand am Felsenkeller wurde stckrk in Anspruch genommen. Nach einer Kaffsepause begann der Tanz, zu dem die Regimentsmusik fleißig auff riefte. Die Tanz- behiftigung gestalteten sich unter den Bäumen besonders schön. Die Werkschar sorgte überall für die nötige Ordnung und erwies sich als unentbehrlich und nicht aus der Betriebsgemeinschaft hinweg, zudenken. Allzu rasch vergingen bei so vielerlei Unterhaltung die Stunden des Tages und schließlich mußte man, wenn auch ungern, zum Ausbruch rüsten. Der game Tag wird allen Teilnehmern lange in schöner (Erinnerung bleiben. ** Verkehrsunsalk. In der Frankfurter Straße unweit dem Hause der NSKK."Standarte ereignete sich gestern ein Verkehrsunfall, der eine größere Verkehrsstockung zur Folge hatte. Ein Personenwagen, der aus der Richtung Klein-Linden kam, sah sich plötzlich einem Omnibus gegenüber, der stadtauswärts fuhr. Die Straße war durch parkende Wagen geschmälert. Der Führer des Omnibusses versuchte nach rechts auszuweichen, fuhr aber dabei ein Mädchen an, das auf den Bürgersteig stürzte, glücklicherweise aber nur leichte Verletzungen erlitt. Trotz der Bemühungen des Om- nishuslenkers fuhren beibe Wagen mit lautem Krach zusammen und wurden dabei mehr oder weniger beschädigt. Es dauerte geraume Zeit, bis beide Wagen, die eine heftige Verkehrsstörung bildeten, aus der Fahrbahn gebracht werden konnten. ** <5 ä n g e r f a t) r t der „Heiterkeit" nach Frankfurt a. M. Die Mitwirkung des Gesangvereins „Heiterkeit" in der „Stunde des Chorgesangs" im Frankfurter Sender wurde zu einer Besichtigung Frankfurts ausgenützt. Schon bei der Abfahrt am frühen Morgen versetzten die Sanger durch ihre Liebervorträge im Bahnhofsvorraum die Reisenden in Erstaunen. Mit einem frohen Lied in der Vorhalle des Hauptbahnhofes wurde der Einzug in Frankfurt eröffnet und die vielen Sonntagsausflügler hatten ihre Freude dabei. Im Sendehaus begann nach einer kurzen Probe unter der Stabführung von Musiklehrer Wilhelm Schöttler die Sendung, die durch ihre abwechslungsreichen Darbietungen die Rundfunk- Hörer erfreute und dem auf hoher Stufe stehenden Männergesang in Gießen viele neue Freunde geworben haben dürfte. Den Sängern war anschließend Gelegenheit zu einer Besichtigung des Sendehauses geboten. Trotz der Schwüle des Sonntags fand auch die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der alten freien Reichsstadt reges Interesse. Vom „Eisernen Steg" aus fuhren die Sänger über den Main zur Gerbermühle, auf der sich rasch ein leb- Haftes und gemütliches Treiben entfaltete, bei dem der Gesang froher Weisen nicht fehlte. Zu schnell verging die Zeit und am späten Abend mußte die Heimfahrt angetreten werden. 50 Zähre Mmiergesangvereili „Harmonie" in Klein-Linden. oo Klein-Linden, 12. Juni. Arn körn- wenden Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juni, feiert der Männergesangverein „Harmonie" im Garten des Gasthauses „Zur Burg" sein 50jähriges Bestehen. Der Verein spielt in der Dorfgemeinschaft unserer Gemeinde eine beachtliche Rolle, so daß sein Jubiläumsfest zu einem V o l k s f e ft, an dem sich neben andern Vereinen unseres Dorfes namentlich auch die dem Reichsbund für Leibesübungen angegliederten Vereine aktiv beteiligen/werden, ausgestaltet werden kann. Der Samstagabend bringt den üblichen Feftkommers und der Sonntag das Volksfest, zu dem auch die benachbarten Brudervereine kommen werden. Der Männergefangoerein „Harmonie" Klein-Linden wurde am 7. Mai 1887 gegründet. Seine Gründungsstärke betrug fünfzehn Mann. Der erste Dereinsvorsitzende, Sangesbruder Wilhelm Lenz I. führte den Verein bis zum 10. Stiftungsfest im Jahre 1897. An diesem Tage erhielt der Verein seine Fahne, die ihm von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gestiftet war- den war. Den Dirigentenftab führte durch die ersten zwanzig Jahre hindurch Ferdinand N e n n ft i e I (Gießen). Am 4. April 1907 wurde Nennstiel für seine Verdienste um den Verein zum Ehrendirigenten ernannt und die Stabführung an Lehrer Möller von hier übertragen. 17 Jahre lang hat Lehrer Möller die gesangliche Leitung des Vereins in Händen gehabt und wie sein Vorgänger die Pflege des Männergesangs, besonders des edlen deutschen Volksliedes, als seine vornehmste Aufgabe betrachtet. Auch Lehrer Möller wurde zum Ebrendiri- gent des Vereins ernannt. Im Jahre 1912 wurde das 25jährige Bestehen des Vereins durch ein harmonisch verlaufenes Sängerfest gefeiert. — Im Weltkrieg hat die „Harmonie" sechs aktive Sänger verloren, deren Namen auf einer Ehrentafel im Dereinslokal, der „Burg", verewigt sind. Gleich nach dem Weltkrieg nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf, zuerst noch unter der Leitung von Lehrer Möller, dem im Jahre 1924 Ludwig Burger von hier als Dirigent folgte. Das vierzigjährige Bestehen des Vereins wurde im Jahre 1927 in Form eines großen Sängerfeftes gefeiert. Als Dirigent waren noch tätig Lehrer Hugo Lotz (Kröffelbach) und Lehrer Fritz Knoche (Klein-Rechtenbach). Unter beiden Dirigenten steigerten sich die gesanglichen Leistungen des Vereins ganz besonders, und die „Harmonie" trat alljährlich mit einem Konzert an die Öffentlichkeit. Im Jahre 1933 schloß sich die „Harmonie" mit einem weiteren örtlichen Bruderverein zur „Sängeroereinigung Klein-Linden" zusammen. Unter dem bewährten Chvrmeister Georg Harnisch (Watzenborn-Steinberg) erweckte dieser Zusammenschluß beste Hoffnungen, die aber leider sehr bald wieder schwanden. Die erhoffte innere Verschmelzung kam nicht zustande. Im Mai 1936 wurde die alte „Harmonie" wieder ins Leben gerufen, so daß sie nunmehr auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken kann. Die Harmonie" ist heute eine Vereinigung von 50 aktiven Sängern und zählt eine ganze Reihe junger Sänger zu ihren Mitgliedern. Neben der Pflege der Geselligkeit ist es die Aufgabe des Vereins, dem deutschen Männergesang und der Pflege des deutschen Volksliedes im besonderen seine ganze Kraft und Liebe zu widmen. Letzteren Zielen nahe zu kommen, ist der derzeitige Chorleiter, Lehrer S p o r y (Groß-Rechtenbach) besonders bemüht. Die alljährlich stattfindenden Wertungssingen wurden und werden von der „Harmonie" stets gern besucht und unterstützt. Seit 1. April 1929 gehört der Verein dem Hessischen bzw. Deutschen Sängerbund an. Der gegenwärtige erste Vereinsführer, Kaufmann Fritz Jung VIII., steht seit 1922 an der Spitze des Vereins und wurde im Jahre 1936 für 25jährige Mitgliedschaft im Vorstand mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Aus der engeren Heimat. Krreuaervreise für deutsche Speise-Frühkartoffeln. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft bat in der Anordnung Nr. 1 vom 7. Juni 1937 mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, des Reichskommissars für die Preisbildung die Erzeugerfestpreise für deutsche Speise-Frühkartoffeln festgesetzt. Es gelten folgende Festpreise: Anlieferungstag: 10. bis 20. Juni für weiße, rote, blaue Sorten mindestens 6,20 RM., jedoch nicht mehr als 6,70 RM., für runde gelbe Sorten mindestens 6,60, jedoch nicht mehr als 7,10, für lange, gelbe Sorten mindestens 7,00, jedoch nicht mehr als 7,50 RM. Diese Preise gelten je 50 kg netto ausschließlich Verpackung. Die Anordnung tritt mit Wirkung vom 10. Juni 1937 in Kraft. ___________ Naisherrensihung in Grünberg. 4- Grünberg, 14. Juni. Für das zu errichtende Hitler-Jugendheim ist die Platzfrage noch nicht geklärt. Beabsichtigt war, es bei der Unteren Ziegelhütte zu errichten. Don der Gebietsführung, die durch ihren Beauftragten für das Bauwesen eine Ortsbesichtigung vornehmen ließ, wird nun vorgeschlagen, das Heim oberhalb des Sportplatzes an der Gießener Straße mit der Front zu diesem Platze zu errichten. Dadurch stehe neben dem Heim gleich der nötige Aufmarschplatz zur Verfügung. Die Ratsherren, denen dieser neue Plan jüngst zur Besprechung vorlag, äußerten hiergegen Bedenken. Der Sportplatz nebst angrenzendem Wiesengelände dient als Platz für den Gallusmarkt, während die Viehmärkte einige 100 Meter weiter auf der Lehmkante abgehalten werden. Schon jahre- lang plant man nun, die am Sportplatz angrenzenden, höher gelegenen Grabstücke abzutragen und als Platz für den Viehmartzt herzurichten. Dadurch würden dann am Gallusmarkt Vieh-, Krämermarkt und Juxplatz räumlich beieinander abgehalten werden können, was dem Markt zum Vorteil gereichen würde. Aus diesem Grunde konnte man sich nicht mit dem vorgeschlagenen Platz einverstanden erklären. Als mögliche Lösung wurde noch vorgeschlagen, das Heim auf dem Hinteren Teil der Grab- ftücke, dicht an der Butzbach-Licher-Eisenbahn, zu errichten. Die endgültige Entscheidung über die Platzfrage wurde noch ausgesetzt. — Weiter wurde noch über das Nichtbelegen des Jungvolk-Zeltlagers am Spitzen Stein verhandelt. Hierfür hat die Stadt im vorigen Jahre größere Ausgaben gemacht, indem sie ein 1600 Quadratmeter großes Grundstück für 1200 Mark käuflich erwarb. Da in diesem Jahre infolge der vorgesehenen Fahrten nur em Teil der Lager bezogen werden, wurde auch das hiesige Lager, das an Regentagen unter Nässe litt und einen mangelhaften Zufahrtsweg hat, offen gelassen. Die Ratsherren sind nun damit einverstanden, daß die beanstandeten Mängel beseitigt werden, sofern die Gebietsführung die Zusicherung geben kann, daß das Lager zukünftig wieder benutzt werden soll. He»matbotanische Woche in Bad-Nauheim. Bad-Nauheim, 15. Juni. (LPD.) Die vom Gau Hessen-Nassau des NS.-Lehrerbundes veranstaltete heimatbotanische Woche begann mit einem einführenden Vortrag des Universitätsprofessors Dr. Klute (Gießen), der die wissenschaftliche Grundlage gab für die Arbeit der Woche, besonders für die geplanten botanischen Studienfahrten. An Hand von Karten und Plänen behandelte der Redner die geographischen Grundlagen für die Pflan- zenverbreitung in Taunus, Wetterau und Vogelsberg. Anschließend sprach Lehrer Klein (Mainz) über „Pflanzengeographie von Vogelsberg, Wet- terau und Taunus". Die eigentliche (Eröffnung der Arbeitswoche fand im großen Saal des Kerckhoff-Jnstituts statt. Professor Dr. <5 pilger (Darmstadt), der Leiter der Woche, begrüßte die Teilnehmer und stellte für die Arbeiten als Leitspruch ein Wort Hans Schemms, des großen Heimat- und Naturfreundes, voraus: „Man kann das große Vaterland nicht lieben, wenn man die kleine Heimat nicht im Herzen trägt." Dann begann die Reihe der Vorträge, die mit Exkursionen in die Umgegend abwechseln. Exkursion nach Gießen. "Am Freitag dieser Woche begibt sich der Lehrgang nach Gießen, woselbst vormittags int Forstbotanischen Institut der Universität Pros. Dr. Merker über „Das Gleichgewicht der lebendigen Kräfte im heimischen Walde" und Prof. Dr. Funk über „Die Laubbäume des heimischen Waldes" RUHL Seltersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen i89?d h sprechen werden, nachdem Prof. Dr. Zentgraf hier in Bad-Nauheim bereits einen bedeutsamen Vortrag über „Die Aufgabe des heimischen Waldes im Vierjahresplan" gehalten hat. Im Anschluß an die Vorträge im Forstbotanischen Institut findet unter Führung von Prof. Dr. Küster eine Besichtigung des Botanischen Gartens statt. Nachmittags wird dann von Gießen aus eine Exkursion an die floristisch und pflanzengeographisch so bemerkenswerten Stellen des Hange! st eins und des Lollarer Kopfes unternommen. 60 Jahre Kriegerkameradschast Staufenberg. cxd Staufenberg, 14. Juni. Am gestrigen Sonntag feierte die hiesige Kriegerkameradschaft das Fest ihres 60jährigen Bestehens. Ein stattlicher Feftzug bewegte sich aus diesem Anlaß durch die mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Straßen. Auf dem Festplatz hieß Kameradschaftsführer Fey die auswärtigen Gaftvereine herzlich willkommen. In würdiger Weife gedachte man dann der Gefallenene des Weltkrieges. Der stellvertretende Kreisführer laubert (Lollar) hielt sodann eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages für die feftgeberrbe Kameradschaft hinwies. Im weiteren Verlauf der Feier konnten fünf Kameraden, und zwar Heinrich Becker, Heinrich Moos, Daniel Hermann, Heinrich Stephan und Ludwig Zecher für 40jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Der Gesangverein Staufenberg trug durch einige Lieder zur Verschönerung bei, die mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied geschlossen wurde. Hauptversammlung der Niddaer Bank. $ Nidda, 14. Juni. Arn letzten Samstagabend fand unter starker Beteiligung ihrer Mitglieder die Hauptversammlung der N i d d a e r Bank AG. im Gasthaus „Zur Krone" statt. Die im vorigen Geschäftsjahr erzielten Erfolge sind durch die eingetretene Entwicklung übertroffen. Der allgemein zu beobachtende Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat auch für unsere engere Heimat seine günstigen Auswirkungen gezeigt. Der Gesamtumsatz be- MMlÄMAMl JRotnan von Walther Moepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin 22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Saal begann sich allmählich zu füllen. Es roch nach altem Bier und welken Birkenbäumchen, und der Boden lag noch voll dürrer Tannennadeln. Scherzworte flogen hin und her und dann und wann ein derber Witz. Ein paar tranken Bier, die meisten aber saßen trocken da und vertrieben sich die Zeit mit Geradeausschauen und Schnupfen. Manche hatten Sonntagsgewänder an, manche waren von der Arbeit weg erschienen. „Es wird voll", stellte Fogg erfreut fest. Er und der Bürgermeister saßen hinter einem Tisch mitten auf dem Podium, wo sonst die Musik amtierte. Fogg hatte feuchte Hände und war ein wenig aufgeregt. „Ja", erwiderte der Gsodmair einsilbig und suchte seine Brille. „Meinst, wir können anfangen?" „Warten wir noch ein bissel." Später schwang der Bürgermeister die Glocke und eröffnete die Versammlung. Dann erteilte er Fogg das Wort zu seinem Referat. Dieser überflog prüfend die dunkelbrodelnde und sich langsam zurecht- schiebende Masse, schielte auf seinen Spickzettel und Hub an. Er begann mit der wirtschaftlichen Lage des Dorfes, mit Noterei und Krankheit, was ihm viele „Bravo!" und „Sehr richtig!" eintrug. Dann leitete er über zu seinem Fund und den ersten Vorarbeiten. Er redete von einem unerhörten Glückswerden könne: denn nur versandfertiger Graphit mache sich bezahlt. Er hielt dann noch einen erläuternden Vortrag über Zerkleinerungsmaschinen, Ausschwemmverfahren und die Güte ces hiesigen Graphits, gemessen an der Erzeugung anderer Orte. Er schloß: „Mein Grundstück stelle ich zur Verfügung. Aber wir müssen jetzt an Kapitalbeschaffung denken. Das beste wäre eine Genossenschaft nach dem Grundsatz: (Einer für alle, alle für einen. Geteiltes Risiko und geteilter Nutzen. Jeder gibt soundso viel her und hat dann soundso viel Recht und Anwartschaft. Ich sehe keinen anderen Weg, wenn der Gewinn in Schellenberg bleiben und nicht irgendeiner fremden Unternehmerschaft zufließen soll. Ich und der Ingenieur aus München und vier von euch haben das bereits gründlich durchbesprochen. Ich bin bereit, als erster achttausend Mark einzulegen und beanspruche keinerlei Bevorrechtigung." Fogg setzte sich. Er hatte sich warmgeredet und schwitzte. Der Gsodmair schwang die Glocke. „Ich danke Herrn Doktor Fogg und will einiges dazu sagen. Ich weiß, daß manche unter euch beim besten Willen nichts zeichnen können. Aber von den anderen hoffe ich, daß jeder sein möglichstes tun wird. Wir wollen doch daran denken, daß wir das Geld nicht zum Vergnügen hergeben, sondern zum Arbeit- und Brotschaffen. Wir werden die nötige Summe vielleicht nicht ganz zusammenbringen, aber ein HaufeVi Namen und kleine Zeichnungen ist auch schon etwas wert. Die Behörde sieht dann unseren guten Willen und unser Interesse an diesem Plan. Und bann, es soll sich jeder vor Augen halten, daß er es ja nicht umsonst tut. Er steckt sein Geld in eine Sache, die sich gut verzinst. Allo, Manner, seids gescheit? Meldet sich jemand zur Aussprache?" fall und von Sünde, diesen nicht auszunützen. Dann gab er einen kurzen Ueberblick über die Graphitgruben in anderen Gegenden. Heber ihre Ergiebigkeit, über die Abbaumethoden, über altmodische Förderweisen und über neuzeitliche Maschinen und Anlagen. Man merkte, daß er aut vorbereitet war. Dann sprach er von der Kuhleiten selbst. Das Graphitlager dort sei nach fachmännischem Urteil ergiebig, liege nahe an der Oberfläche, und zwei 25-Meter-Schächte würden vorerst genügen. Allerdings müsse an die Grube ein Ausbereitungswerk angeschlossen werden, damit das Erz gleich gereinigt Ja. Der Schellori will das Wort. Sein verstoppel- tes, faltiges Gesicht beherbergt zwei schlaue, zwinkernde Augen. Er füttert erst noch seine Nase, bann legt er los: „Du sagst .Zeichnens Gsodmair. Wieviel denn?" „Jessas, das hott' ich schier vergessen! Also es werden später Anteilscheine ausgegeben. Gestaffelt zu 50, 100 und 1000 Mark. Ich für meine Person nehme einen zu 1000." „Respekt! Mußt viel Geld daliegen haben, Bürgermeister!" rief der Schellori und hieb sich aufs Knie. „Was heißt daliegen? Im Kasten oder im Strumpf hab ich's natürlich nicht. Oder auf dem Sparbüchl wie du. Ich muß es halt aufnehmen. Und so werden es die meisten von euch machen müssen." „Also Schulden machen. Noch mehr Schulden auf jeden Kopf. Ein sauberes Rezept ist das!" kicherte der Schellori. Gsodmair überhörte diese Ungehörigkeit und erklärte: „Mich kommt es auch nicht leicht an, das dürft ihr mir glauben. Geldaufnehmen tut keiner gern, und ein Tausender ist ein Tausender. Aber wißt ihr etwa einen besseren Rat? Soll sich der Doktor um einen fremden Geldgeber umschauen, der bloß den Gewinn einschiebt und seine Arbeiter schlecht zahlt? Bedenkt doch, wir haben dann den ganzen Betrieb in der Hand, und niemand kann uns dreinreden. Wir können dann die Löhne machen und die Zinsen nach Gerechtigkeit festfetzen, und jeder kommt zu seinem Sach'." Diese Rede verfehlte ihren Eindruck nicht. Das leuchtete ein und schob das gehässige Gebelfer des alten Äraneroitter in den Hintergrund. Wenn nur ein einziges nicht wäre — das Geld! Die Schellenberger sind halt wie die Menschen überall. Gutartig und hilfsbereit, solange es fein. Geld kostet. Aber wenn das Zahlen angeht, ziehen sie die Fühler ein und gebärden sich wie eine Schnecke. Und dann gleich so einen Haufen Geld! Bu! Das muß man überlegen, das muß man hinum und herum drehen, und die Frau daheim hat doch schließlich auch ein Wärt! mitzureden. „Und Risiko ist natürlich gar feines dabei", frähte der Schellori angriffslustig. „Wenn ihr jetzt da hinuntergrabt und immer weiter hinunter, und es kommt nichts mehr, fein Graphit und so'n Zeug — was bann?" „Mach dir feine Sorge, Schellori! Das hat der Ingenieur doch schon längst festgestellt. Mit seinem Apparat. Wir waren selber dabei", versetzte der Gsodmair spöttisch. „Auf so Apparäter gib ich gar nix. Hast es etwa schwarz auf weiß, Bürgermeister?" „Mit dir ist fein Fertigwerden. Du bist ein Rindvieh, soweit bu warm bist, Schellori! Halt enblich mal beinen Schnabel und laß die anberen reben! l Also, will noch jemanb bas Wort?" (Es meldete sich niemand mehr. Der Kranewitter hatte ihre Bedenfen bereits ausgesprochen. Risiko, Schulden und das Lamento daheim von den Weibern blieben übrig, wenn man es richtig bedachte. Ja, der alte Schellori war ein Heller... Die Schellenberger schoben das Für und Wider hin und her in ihren schweren Köpfen wie auf einem Schachbrett. Alsdann lassen wir's halt sein: ist ja so etwas im Gange, dachten sie und nahmen ein Schnüpferl. „Niemand? Gut. Dann lasse ich jetzt die Einzeichnungslisten herumgehen, und jeder soll den Betrag hinschreiben, für den er gut ist und den er meint." (Eine plötzliche Unruhe ging durch den Saal, ein Aufstehen und Stuhlrücken und Gescharre. Flucht. Erst drückten sich die Jungen hinaus, die nur aus Neugier gekommen waren und längs der Wand lungerten. Dann die gestandenen Männer, Bauern, Gütler, Tagwerfer, Heimarbeiter. Immer leerer wurde der Saal, und wer den Doftor Fogg genau ansah, formte feststellen, daß er blaß wurde. Es war ein teils verlegener, teils ganz unverblümter Aufbruch, eine Absage ganz einfach. „So hab' ich mir's vorgestellt. Genau so und nicht anders", brummte der Gsodmair an den blassen Doftor Fogg hin. „Aber du hast ja nicht hören wollen, Josef!" Was zurückblieb, waren ganze zwölf Mann. Den Fenzl, den Ameiser und den Wirt eingerechnet. Als der letzte seinen Namen hingemalt hatte, sammelte der Bürgermeister die Listen ein. „Wieviel, Stefan?" fragte Fogg. „2200 Mark ohne das beinige." „Meine Herren, damit kann man keine Genossenschaft aufrichten, wie ich sie brauche. Aber ich danke Ihnen für Ihren guten Willen!" murmelte Fogg, und die Niederlage brannte wie Pfeffer in seinem Blut. Der Fenzl stieß wilde Beschimpfungen aus gegen die Schellenberger und schrie: „Ich mit meinen fünfzig Mark! hab' ja auch nicht recht gewußt, wo hernehmen. Aber es mär' schon gegangen. Schämen sollen sie sich, die verbohrten Stößl!" „Du, Josef", flüsterte der Ameiser Fogg ins Ohr, „weißt, ich hab' ein Sparbüchl, von dem meine Afra nichts spannt, es sind 128 Mark drauf. Wenn ich das abheb', tät das langen, meinst?" Fortsetzung folgt kehrswerbung in zuteil. Landkreis Gieren. der 327 Nachtwandeln •e-fr- bet Nervösen, Epileptischen durch Sugge- Dr. am mens und kommt Hysterischen und vor Beseitigung stion Nackensteifigkeit. Nackenmuskulatur »■*> Alsfeld, 14. Juni. In der vergangenen Woche hielt der Verein seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Lercinsführer, Rektor Rohrbach, erstattete zunächst den allgemeinen Tätigkeitsbericht über die Arbeit des Vereins im abgelaufenen Jahre. Dem hatte. Die Diebin besuchte nach ihren Angaben auf ihren Beutezügen Uhrengeschäfte, ließ sich Auswahlen vorlegen und lenkte dabei die Aufmerksamkeit des Bedienungspersonals ab, um Uhren zu stehlen, die sie dann verkaufte. Die Festgenommene hat zugegeben, auch in Mannheim und Ludwigshafen Versuche zu derartigen Diebstählen unternommen zu haben. Starre der bei Muskel- sich durch Auswaschen mit übermangansaurem Kali entfernen. Nachtwandeln. Umherwandeln in der Nacht, ohne datz es dem 'Betr. zum Bewußtsein kommt. Es ist eine Art bet tiefen Trau- Jahresversammlung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Alsfeld 20. Juni zu gewinnen. Der Eschenburgturm vollendet. LPD. Dillenburg, 15. Juni. Der auf einer der höchsten Erhebungen des Dillgebietes im vorigen Jahre errichtete Eschenburgturm mußte seinerzeit nach der Einweihung für die Besteigung gesperrt werden, da die baupolizeiliche Prüfung Mängel in der Bauausführung ergeben hatte. In sechswöchiger Arbeit hat nunmehr eine Spezialfirma den Turm in andersartiger Konstruktion erneuert und die beanstandeten Mängel beseitigt, so daß der Turm, in dem fid). auch ein Heimatmuseum befindet, zur Besichtigung freigegeben werden kann. Die Deffnung des Turmes erfolgt anläßlich einer Sonnwendfeier am 19. Juni. Feuer durch Blitzschlag. LPD Biedenkopf, 15. Juni. Bei einem schweren Gewitter schlug der Blitz in das Anwesen einer Witwe im Kreisort Gönnern. Die Scheune brannte völlig nieder, während das Wohnhaus erheblich beschädigt wurde. Die Feuerwehren von Gönnern und Umgebung mußten sich auf die Sicherung der Nachbargebäude beschränken. Kreis Wehlar. T Lützellinden, 14. Juni. Das im vorletzten Jahr eröffnete Schwimmbad, das die „Badegesellschaft Lützellinden" errichtet hat, erfreut sich eines außerordentlich starken Besuches. Am gestrigen Sonntag herrschte Hochbetrieb. Das Bad wird namentlich auch von den Bewohnern der benachbarten Dörfer sehr gut besucht. Während des verflossenen Winters wurden wieder einige Verbesserungen vorgenommen. Der Liegeplatz um das Bad herum ist mit Gras eingesät worden und macht einen recht freundlichen Eindruck. Auch sind einige Holzpritschen zum Lagern aufgestellt worden, und der Einbau zweier Brausen bietet Gelegenheit, Brausebäder zu nehmen. Diejenigen, die einst den Bau des Schwimmbades angeregt und unterstützt haben, können mit Befriedigung feststellen, wie sehr sie der Allgemeinheit gedient haben. Lpd. Frankfurt a. M., 15. Juni. In einem hiesigen Krankenhaus starb ein 78jähriger Mann, der als mittellos auf dem Friedhof beerdigt wurde. Sein Nachlaß im Krankenhaus bestand aus einigen alten Kleidern und fünf Mark. Auffällig war immerhin, daß der Alte die Krankenhauskosten bezahlt hatte. Als man in seiner letzten Behausung Umschau hielt, fand sich im Schrank ein Paket, das Bargeld und Wertpapiere im Betrage von 20 000 Mark enthielt. Jüdin stiehlt Uhren. Lpd. Worms, 15. Juni. Die in Mannheim wohnende jüdische Hausangestellte Erna Benedict wurde festgenommen, als sie in einem Wormser Uhrengeschäft einen Uhren dieb stahl begangen Lpd. Marburg, 14. Juni. Am 19. und 20. Juni veranstaltet die K r e i s l e i t u n g M a r b u r g d e r NSDAP, eine Gedenkfeier anläßlich der 50jäh- rigen Wiederkehr der Wahl des ersten antisemitischen Reichstagsabgeordneten. 1887 hielt als erster Antisemit Dr. Otto B ö ck e l, der Vertreter des Wahlkreises Marburg—Kirchhain—Frankenberg, seinen Einzug in den Deutschen Reichstag. Die antisemitische Bewegung, die Anfang der 80er Jahre im ganzen Reiche zum Durchbruch kam, hatte in Hessen einen günstigen Boden gefunden. Obwohl durch die kurhessische Verfassung von 1833 den Juden die volle Gleichberechtigung zugestanden war und ihnen alle Berufe offen standen, blieben sie auch weiterhin als Viehhändler und Geldverleiher eine Plage für das hessische Landvolk. Als Student in Gießen und später als Hilfsbibliothekar in Marburg hatte der junge Dr. Böcke! diese Not kennen gelernt. Er nahm in Wort und Schrift den Kampf gegen das Judentum auf. Dr. Böcke! brachte nunmehr im Reichstag rücksichtslos die von den anderen Parteien ängstlich gemiedene Judengefahr zur Sprache. Zu seinen engeren Mitarbeitern gehörte bald em junger Student, der spätere Professor Dr. Werner, einer der betontesten Vorkämpfer der antisemitischen Bewegung vor und nach dem Weltkrieg. Der Kreisleitung der NSDAP, ist es gelungen, neben dem Leiter des Nassenpolitischen Amtes NSDAP., Dr. Groß (Berlin), auch Professor Werner als Redner für die Großkundgebung Hier abschneiden! als im Vorjahre). Die Schulsparkasse legte 641 Mark ein. Die langfristigen Darlehen belaufen sich auf 17 000 Mark und sind um 1100 Mark gesunken. Bei der Landesbauernkasse besteht ein Guthaben von 54 000 Mark (23 000 Mark mehr als im Vorjahre). An Warenforderungen stehen 6000 Mark aus, 1100 Mark weniger als im Vorjahre. Der Reingewinn betrug 434 Mark gegen 585 Mark. Die Kasse stellt ihren Mitgliedern je eine Saatgutreinl- gungs-, eine Düngerstreu- und eine Beizmaschine zur Verfügung. Der Geschäftsbericht gab erfreuliche Feststellungen und zeigt deutlich eine Aufwärtsentwicklung. Gedenkfeier für Or.Böckel in Marburg. rheumatismus (f. d.), aber auch verbunden mit allgem. Krankheitserscheinungen (Fieber usw.) ein Zeichen für Gehirnhautentzündung. Nacktheit wird von kleinen Kindern nicht empfunden, man soll sie daher auch nicht gutmütig als Nacktfrosch verspotten Sobald bei ihnen ein natürliches Schamgefühl auftritt, ist ihm Rechnung zu tragen. Nadel. An Nadelarten gibt es Nähnadeln, Stecknadeln, Sicherheitsnadeln, Haarnadeln, Hutnadeln und Schmucknadeln, ferner die in der Küche verwendete Spicknadel, mit der Fleisch mit Speck durchzogen wird. Die Nähnadel muß immer der Stärke des benutzten Fadens entsprechen. Nadeln glättet man, indem man sie durch ein Stück Seife hindurchsticht. Beschädigte Spitzen machen die Nähnadel, besonders die Nähmaschinennadel unverwendbar Nadelarbeit sind alle Stickereien, die mit Nadeln und Seide- oder Wollgarnen ausgeführt werden im Gegensatz zu Häkeln. Stricken usw. und zwar mit Erfolg, da der Fremdenverkehr tatsächlich zugenommen habe. Notwendig für die Stadt Alsfeld sei die größere Aufnahmefähigkeit für Gäste durch Schaffung privater Unterkünfte, da die vorhandenen Gaststätten nicht ausreichen. Als nächste wichtige Aufgabe des Vereins bezeichnete Rektor Rohrbach die' Erweiterung der Erlenanlagen und die rege Werbung von neuen Dereinsmitgliedern. Für den V e r k e h r s a u s s ch u ß berichtete Obertelegraphenbauführer E. E m r i ch, der insbesondere auf die Neueinführung des Eilzugspaares auf der Strecke Gießen—Fulda hinwies. Lebhafte Klage wurde von dem Berichterstatter über die schlechte Beschaffenheit der Durchgangsstraßen Alsfeld— Hersfeld und Alsfeld—Kirchhain geführt. Wiederholt hat der Verkehrsverein sich um Abhilfe bemüht. Für den Werbeausschuß berichtete Fabrikant Hans Jakob Bücking über die einzelnen Werbemaßnahmen. Für den Der schöne- rungsausschuß referierte Kaufmann Otto Ginsberg, insbesondere über die Anpflanzungen und die Durchführung des Wettbewerbs für Fen- frug 17 772 641,62 Mark Die Neuauslechungen auf dem Hypotheken- und Schuldscheinkonto wurden hauptsächlich für volkswirtschaftlich wertvolle, der Arbeitsbeschaffung dienende Maßnahmen verwendet. Die geldlichen Angelegenheiten werden mit der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar in Frank- furt a. M. erledigt. Die Liquidations-Abwicklung des Langder Spar und Darlehensvereins e. G. m. b. H. zu Langd, der Spar- und Darlehenskafsenvereine in Fauerbach und Wallernhausen, sowie der Spar- und Darlehenskasse in Ober-Lais wurde unter Ueber- nahme der Ausfallbürgschaft der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar zu Frankfurt a. M. in dem erforderlichen Umfange Übernommen. Um der im Bannkreis Ober-Lais, Unter-Lais, Glashütten und Steinberg wohnenden Kundschaft eine Erleichterung bei ihren Geldgeschäften zu bieten, wurde mit Genehmigung des Reichskommissars für das Kreditwesen eine Zahlstelle in Ober-Lais errichtet. Im Zuge der allgemein eingetretenen Belebung der Wirtschaft wurde der Kreditbedarf, soweit er vertreten werden konnte, in vollem Umfange befriedigt. Die Mehrausleihungen an Hypotheken- und KaufgeIdern im Berichtsjahr betrugen 89 227,67 Mark. Für etwaige Verluste, die insbesondere irnZusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Entschuldungsgesetz stehen, wurde durch ein Wertberichtigungskonto in Höhe von 19 247,35 Mark hinreichend Rechnung getragen. Bei denZins- eingängen wurde im Berichtsjahr eine weitere Besserung erreicht. Die am Jahresschluß vorhandenen Rückstände sind als normal zu bezeichnen. Der Wertpapierbestand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 16 848,07 Mark erhöht. Die Wertpapiere sind zum Anschaffungspreis in die Bilanz eingesetzt, so daß bei einer Realisierung derselben mit einem bedeutenden Mehrerlös gerechnet werden kann. Die Spareinlagen, verteilt auf rund 1912 Konten mit kleinen und kleinsten Beträgen, haben im Geschäftsjahr 1936 um 127 813,99 Mark zugenommen und mit einem Stande von 1026366,76 Mark erstmals seit der Nachkriegsinflation die Millionengrenze überschritten. Durch den Zufluß von anvertrauten Mitteln konnten die früher vorübergehend in Anspruch genommenen Bankkredite zurückgezahlt und darüber hinaus Guthabenbeträge als jederzeit flüssige Mittel unterhalten werden. Die Bilanz schließt am 31. DezeiNber 1936 mit 1 406 353,63 Mark in Aktiva und Passiva ab. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist den Betrag von 43 044,55 Mark auf. Don dem auf 2 516,29 Mark sich belaufenden Reingewinn werden 5 v. H. Dividenden — 2 351,09 Mark auf das eingezahlte Aktienkapital gezahlt und 165,18 Mark auf neue Rechnung vvrgetragen. Die satzungsgemäß ausscheidenden Äuftichtsratsmitglieder Bürgermeister i. R. R u l l m a n n und Kaufmann Hermann Roth werden wieder und Bürgermeister U h l (Borsdorf) neu gewählt. Die Gefolgschaft betrug im Jahresdurchschnitt sieben Personen, denen für treue Pflichterfüllung Dank und Anerkennung gezollt wurden. Insbesondere wurde dem seit 25 Jahren an dieser Kasse tätigen Rechner Hermann Seum für sein rastloses Streben zur Weiterentwicklung des Geldinstituts Anerkennung und Dank sterblumenschmuck. Die von dem Rechner des Vereins, Stadtinspektor Se i p p e l, vorgelegte Rechnung des Jahres 1936, die einen Ueberschuß von 59,50 Mark aufweist, wurde unter Entlastungserteilung genehmigt. Das Vermögen des Vereins beträgt zur Zeit 2232,99 Mark. Der Vereinsführer gab bekannt, daß nach den neuen Bestimmungen über die Regelung des Fremdenverkehrs der Bürgermeister der Fremdenoerkehrsgemeinde die Vereinsführung zu übernehmen hat. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g übernahm hierauf den Vorsitz unter Dankesworten an den seitherigen Vorstand. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1937, der sich mit 875 Mark in Einnahme und Ausgabe bewegt, wurde angenommen. In der sich an die Erledigung der Tagesordnung anschließenden allgemeinen Aussprache über die Der - kehrswerbungsmaßnahmen gab der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront beachtenswerte Hinweise für Ausflugszüge der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nach Alsfeld. Bürgermeister Dr. V ö l f i n g berichtete über die demnächst nach Fertigstellung der Reichsautobahn von der Stadtverwaltung in Aussicht genommenen Werbemaßnahmen zur Hebung des Fremdenverkehrs. Ortsgruppenleiter Kimmel erklärte sich bereit, die Betreuung der in der Gemarkung Alsfeld zur Verschönerung des Landschaftsbildes ausgeführten Anpflanzungen zu übernehmen. kein Nagel im haus? Ja, das ist peinlich, wenn bann gerade welche gebraucht werden. Besser ist es, Sie halten stets darin einen Vorrat im Hause. Denken Sie also daran, wenn Sie das nächste Mal bei Häuser vorbeikommen: Nägel und Schrauben nicht vergessen. J. B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarlcn. Fernsprecher 2145/2146. Gchwurgerichi Gießen. Am zweiten Tage der lausenden Schwurgerichtsperiode am hiesigen Landgericht hatte sich die Ehefrau E. H. aus Alsfeld wegen Meineides zu verantworten. Das Verfahren hatte folgende Vorgeschichte: Die Eheleute H. bewohnen mit mehreren anderen Familien die Klostermannsiedlung in Alsfeld. In der gleichen Siedlung wohnt auch der alleinstehende pensionierte Eisenbahnbeamte Sch., der gestern als Zeuge vernommen wurde. Sch. ist im Jahre 1934 zu mehreren verheirateten Frauen der Siedlung in nähere Beziehungen getreten, bzw. hatte er solche anzuknüpfen versucht. Da der Zeuge auch in der Familie der Angeklagten öfters verkehrte, entstand in Alsfeld das Gerücht, daß er unerlaubte Beziehungen zu der Angeklagten unterhalte. Gegen eine der Verbreiterinnen des Gerüchtes, Frau R., die ebenfalls als Zeugin vernommen wurde, erhob der Zeuge eine Beleidigungsklage, die am 9. November 1935 vor dem Amtsgericht in Alsfeld verhandelt wurde. In der damaligen Verhandlung hat die Angeklagte unter Eid ausgesagt, daß sie niemals mit dem Zeugen Sch. ehewidrige Beziehungen unterhalten habe und daß insbesondere auch die Haustür niemals verschlossen gewesen sei, wenn der Zeuge in ihrer Wohnung anwesend war. Die Tür sei lediglich verquollen und daher schlecht zu öffnen gewesen. Diese Aussage bildete den Gegenstand des jetzigen Strafverfahrens gegen die Angeklagte; die damalige Verhandlung endete mit einer Verurteilung der Zeugin R. zu einer Geldstrafe. Das Urteil wurde jedoch in zweiter Instanz von der Kleinen Strafkammer des Landgerichts in Gießen aufgehoben und die Zeugin R. freigesprochen, da die Kammer der AilÄ sage der Angeklagten keinen Glauben schenkte. Die gestrige Hauptverhandlung bot im wesent« lichen folgendes Bild: Die Angeklagte bestritt nach wie vor mit dem Zeugen Sch. intime Beziehungen unterhalten zu haben und hielt ihre damalige Aus- sage auch gestern voll aufrecht. Demgegenüber bekundeten mehrere Zeugen, davon der Polizeibeamte L., unter Eid, daß er, als er in einer dienstlichen Angelegenheit die Angeklagte einmal habe aufsuchen müssen, die Haustür verschlossen gefunden habe. Bei seinem Eintritt in die Wohnung habe er auch den Zeugen Sch. dort angetroffen, und zwar in einer Situation, die den Verdacht bei ihm aufkommen ließ, daß es zwischen den beiden unmittelbar vorher zu intimen Berührungen geformt men sei. Zwei andere Zeugen sagten ebenfalls unter, Eid aus, daß der Zeuge Sch. eines Abends, mäh-, renb der Ehemann der Angeklagten in der Gesangsstunde war, in Richtung der Wohnung der Angeklagten gegangen sei. Die Zeugen konnten allerdings nicht bekunden, daß der Zeuge Sch. die Wohnung betreten habe. Sie nahmen jedoch wahr, daß kurz nach dem Vorfall das Licht in einem Zimmer der Angeklagten anging und sich deutlich zwei Schatten hinter dem Vorhang abhoben. Der Zeuge Sch. bestätigte im Gegensatz dazu die Darstellungen der Angeklagten und stellte ehewidrige Beziehungen mit ihr ganz entschieden in Abrede. Daraufhin wurde er nach mehrfachen Belehrungen durch den Vorsitzenden auch beeidigt. Der Vertreter der Anklagebehörde vertrat in seinem Plädoyer den Standpunkt, daß die Angeklagte auf Grund der Aussagen der zuerst genannten Zeugen als überführt anzusehen sei und beantragte eine Zucht Haus st rafe von zwei Jahren und die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Die entgegenstehende Aussage des Zeugen Sch. bezeichnete er als vollkommen unglaubwürdig und beantragte, diesen wegen dringenden Verdachtes des Meineides aus dem Gerichtssaal verhaften zu lassen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung. Er zweifelte vor allem die Richtigkeit der die Angeklagte belastenden Aussagen an und wies insbe- sonoere daraufhin, daß keiner der Zeugen aus eigner Wahrnehmung unerlaubte Beziehungen zwischen der Angeklagten und dem Zeugen Sch. beobachtet habe. Das Gericht kam nach längerer Beratung zu einem freisprechenden Urteil. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß trotz gewisser Verdachtsmomente die Indizien für eine Verurteilung der Angeklagten nicht ausreichten. Da das Urteil im wesentlichen darauf beruhte, daß das Gericht den Aussagen des Zeugen Sch. Glauben schenkte, erübrigte sich eine Entscheidung über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Haftbefehl gegen den Zeugen. Jtunöfuntproaromm. Donnerstag. 17. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nur Koblenz- Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Dolksliedsingen. Wiederholung aus Liederblatt 5. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen; Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Suiten, Märsche, Rhapsodien. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. Der Fahrradbrief schützt gegen Diebstahl. 16: Nachmittagskonzert des Danziger Landesorchesters. 18: Aus der Regelkunde des Sportes: „Fußball". 18.15: Frühpirsch mit dem Mikrophon. Wir belauschen unsere gefiederten Sänger. 18.30: Auf, auf, ihr Wandersleut, / Zum Wandern kommt die Zeit. 19: Unterhaltungskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Die verkaufte Braut". Komische Oper. In der Pause: Nachrichten. 22.45: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Bericht war zu entnehmen, daß die Fremdenver- erfter Linie gefördert worden ist folg, da der Fremdenverkehr tat- * Wieseck, 16. Juni. Unser Mitbürger, Schmiede- meister und Pumvenmacher Georg B i e r a u , kann heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 8. Geburtstag feiern. * Klein-Linden, 14. Juni. Für den Samstagabend hatte der Turnverein 1889 Klein- Linden feine Mitglieder zu einer Versammlung in sein Vereinslvkal eingeladen. Vereinsführer Karl Weiß verlas die Eingänge der letzten Tage, zu denen Stellung genommen wurde. Es wurde u. a. beschlossen, daß sich der Verein am 50. Stiftungsfest des hiesigen Männergesangvereins „Harmonie" beteiligt. Turner und Turnerinnen werden mit Darbietungen aufwarten. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, zu dem diesjährigen Kreisturnfest in Dillenburg einige Turner zu entsenden. Der Verein wird sich'ebenfalls am 10jährigen Stiftungsfest des FC. „Teutonia" in Watzenborn-Steinberg beteiligen. Um namentlich den älteren Turnern Gelegenheit zu geben, sich sportlich zu betätigen, wurde durch Den Vereinsführer die Aufstellung einer Faustballabtei- lung zugesagt. . m .... .. st Großen-Linden, 16. Juni. Der älteste Mann Großen-Lindens, Balthasar Schäfer, vollendet am morgigen Donnerstag sein 8 5. Lebensjahr. _ ! Großen-Linden, 14. Juni. Die Jumwan- derung des Zweigvereins „Hüttenberg" vom V H C. führte am Sonntag in das liebliche Tal der Salzböde. Auf schönen Waldwegen ging es von Odenhausen (Lahn) über Salzböden und die Schmelz bis Reimershausen. Don hier folgte man dem Derstal bis Kirchners. In einem stillen Waldwinkel liegt hier das Waldbad der Gemeinde Kirchners, das wohl ganz einfach ist, aber durch seine wundervolle Lage verdient, daß es von den Wanderern besucht wird. Nach einem erfrischenden Bade ging es durch Tannen- und Buchenwälder über das Forsch aus „Waldhaus" nach Krofdorf, von da mit dem Autobus bis Gießen. Trotz der starken Hitze war es eine sehr lohnende Tageswanderung. + Ruttershausen, 15. Juni. Dem hiesigen Jagdaufseher L. Krämer gelang es dieser Tage, in unserer Gemarkung einen Keiler zur Strecke zu bringen. Kreis Schotten. # Unter-Seibertenrod, 14. Juni. Dieser Tage wurde in der Wirtschaft von Konrad G o tz (früher Erbes) ein K e l l e r e i n b r u ch verübt, wobei die Diebe mehrere Flaschen Bier, Limonade und Mineralwasser mitgehen hießen. Kreis Alsfeld. *!* Mücke, 14. Juni. Die hiesige Ortsgruppe der Bienenzüchter tagte bei Gastwirt B a i ft. Vorsitzender Erb gab einen Bericht über die Einweihung des neuen Hauses der Lehranstalt für Bienenzucht bei der Universität Marburg. Der Besuch der Marburger Kurse wurde jedem Imker empfohlen. 'Weiterhin hielt Lehrer Becker (Lardenbach) einen Vortrag über die Bildung von Kunstschwärmen und die Neubeweiselung der Bienenvölker. *!* Ruppertenrod, 14. Juni. Dieser Tage hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung bei Gastwirt Doll ab. Präsident Joh. Kratz V. eröffnete die Versammlung. Direktor Voizing hielt einleitend eine Ansprache über die Aufgaben des Vierjahresplanes. Die Ausführungen ernteten großen Beifall. Alle Aemter blieben bei ihren bisherigen Inhabern. Der Rechner wurde entlastet. Direktor Volzing schlug eine Erhöhung der Passivkreditgrenze auf 150 000 Mark vor, die genehmigt wurde. Der Geschäftsbericht ergab folgendes Bild: Der Umsatz betrug 260 000 Mark gegen 280 000 Mark des Vorjahres. Die Spareinlagen erreichten 190 000 Mark (13 000 Mark mehr Nägelkasen Nadelgeld ist eine regelmäßige Zuwendung in Geld, die die Frau meist in den ersten Jahren der Ehe von ihren Eltern zur freien Verfügung bekommt. Das Nadelgeld fällt unter die Ausstattung (s. d.). Als Nadelgeld wird ferner auch oft der Geldbetrag bezeichnet, den der Mann der Frau zur freien Verfügung überläßt (s. Taschengeld! Nadelhölzer (Coniferen) verschönern das winterliche Gartenbild. Kommen in vielen Wuchsformen vor. Pflanzzeit von Mitte August bis Anfang Oktober und Ende April bis Anfang Mai. In strengen Wintern Bodendecke mit Torf (f. Fichte. Tanne. Wacholder. Lebensbaum) Nadelkisien, meist mit Sägemehl gefüllte kleine Säckchen, die bei Anproben die Nadeln leicht er- fasien lasten und verhindern, daß Nadeln verloren gehen. Nächtliche Angst, \. Angst, Aufschrecken. Nägel, hornige Anhangsgebilde der Haut an Fingern und Zehen. Entstehen von der Nagelwurzel aus und liegen auf dem Nagelbett. Sie wachsen während des Lebens ständig nach und bedürfen wie Zähne und Haare einer angemestenen Pflege. Siehe auch Nagelpflege. Nägelkauen ist nach neueren Feststellungen nicht immer auf schlechte Angewohnheit oder Nervosität, sondern bei Kindern vielfach auf Vitaminmangel zurückzuführen. Läßt sich das Nägelkauen nicht auf gütliche Art. z. B durch Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse überwiegend fest. Frankfurt a. M., 15. Juni. Bei gegen die Vortage wesentlich lebhafteren Umsätzen verkehrte die Börse in überwiegend befestigter Tendenz. Die Publikumsbeteiligung hat sich etwas gehoben, so daß auch die Kulisse mehr Unternehmungslust ausbrachte. An den Aktienmärkten überwogen durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Lebhaftes Geschäft erhielt sich für die Farben-Aktie mit 166,50 bis 167 (165,50). Außerdem waren Montanwerte belebter, wobei Buderus mit v 128,50 (126,90) den größten Gewinn erzielten, im übrigen betrugen die Besserungen bis 1 v. 5). Auf die Veröffentlichung der Geschäftsberichte lebhafter und fester lagen auch Schiffahrtsaktien, Hapag 18,50 bis 18,65 (18), Nordd. Lloyd 19 (18,50). Don Elektroaktien traten RWE. mit 133,25 bis 134 (132,75) und Felten mit 138,50 (137,25) mehr hervor. Erhöhte Nachfrage fanden außerdem Maschinen- und Motorenaktien, Rheinmetall-Borsig 150,50 bis 150,75 (149,50), Muag 146.75 bis 147,50 (146,50), Junghans 134 (133,50), BMW. 151,75 (151), Daimler '138,25 (137,75). Von Einzelwerten fttrgen Bemberg auf 133 (131.65), Hanfwerke Füssen auf 120 (118), dagegen bröckelten Westdeutsche Kaufhof, Reichsbank, Braubank und Kali Westeregeln bis 0,25 v. 5). ab. Am Rentenmarkt war das Geschäft weniger lebhaft, vermehrte Nachfrage fanden lediglich 5proz. Industrie-Anleihen bei voll behaupteten Kursen. Altbesitzanleihe 126,40 (126,13), Reichs- bahn-VA. unv. 125,50, Kommunal-Umschuldung etwas leichter mit 94,00 bis 94,10. Nachdem das Geschäft vorübergehend etwas nachgelassen hatte, zog es zu Beginn der zweiten Börsenstunde wieder leicht an. Die Mehrzahl der Kurse erfuhr aber gegen.den Anfang kaum Veränderungen. Doch erhielt sich erhöhtes Interesse für JG.-Farben und Schiffahrtsaktien. Weiter erhöht waren Deutsche Erdöl mit 157,40 nach 156,75, Bemberg mit 134 nach 133. Montanwerte lagen ruhiger Don erst später notierten Werten zogen Conti Gummi auf 193,25 (190), Zellstoff Waldhof excl. Dividende 1 v. H. auf 156,75 (161,25) an, auch sonst ergaben sich meist Erhöhungen. Der Einheitsmarkt war überwiegend fester, Gebr. Adt 2 v. H. erholt auf 75. Renten lagen später unverändert und ruhig. Liquidationspfandbriefe leicht schwankend, die übrigen Kassarenten lagen meist wenig verändert. Stadtanleihen zum Teil etwas höher. Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer unv. 115,25, Pokorny auf den 8-(6)proz. Dividendenvorschlag 145 Geld (138) ohne Umsatz, Rastatter Waggon etwas leichter mit 40,50, Frankfurter Handelsbank höher mit 65. — Tagesgeld 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse gut behauptet. Der Aktienmarkt war weiter fest, wenn auch keine größeren Steigerungen mehr eintraten und auch das Geschäft nicht besonders lebhaft war. Gegen den Berliner Schluß war das Kursniveau voll behauptet. Weiter fest bei größeren Umsätzen Bemberg mit 137,25 bis 136,75 (136), ferner BMW. 152,25 (151,50), Th. Goldschmidt 145 (144, aber bereits 144,75 in Berlin). Montanwerte lagen ruhig und nicht einheitlich, Buderus 128,50 (128,90), Mannesmann 124 (124,25), Hoefch 126 (125,75), Verein. Stahl 122 (121,90), Rheinstahl 159,25 (159,75). JG.-Farben 0,25 v. H. höher über Berlin mit 167, jedoch 0,40 v. H. unter Frankfurt. Der Einheitsmarkt war ohne besondere Vorgänge. Auch in Renten blieb das Geschäft sehr still, Altbesitz nur zum Einheitskurs 126,20 (126,40), 4,5prozent. Krupp 99 (99,25), Farben-Bonds unv. 135,90, Kommunal-Umschuldung unverändert 94,05. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Am Gemüse- markt blieb das Gesamtangebot reichlich. Absatz nur gut von Gurken, Karotten, Rettich und Früh- kohl, im übrigen langsam. In Kohlrabi und Kopfsalat verblieben Ueberstände. Preise im ganzen wenig verändert. Am O b st m a r k t bleibt das Angebot von Erdbeeren reichlich, Kirschen weniger, aber genügend. Geringes Angebot von Johannisbeeren und unreifen Stachelbeeren. Geschäft befriedigend, nur geringe Ware schwer verkäuflich. Blumenkohl (T = Treibhaus) 100 St. 20 bis 40, Bohnen (T) 50 kg 35 bis 40, Erbsen 50 kg 12 bis 20, Gurken (T), 100 St. 18 bis 30, Karotten 100 Bdl. 8 bis 10, Kohlrabi 100 St. 4 bis 8, Pfifferlinge 50 kg 60, Rettich 100 St. 3 bis 12, Kopfsalat 100 St. 8 bis 12, Spargel 50 kg I 27 bis 28, II 19 bis 20, III 13 bis 14, IV 6 bis 7, Spinat 50 kg 12 bis 15, Tomaten I 45 bis 48, II 35 bis 40, Weißkraut (Spitzkohl) 50 kg 6 bis 7, Frühwirsing 50 kg 6 bis 7, Zwiebeln 50 kg 9 bis 9,50 ägyptische. Bananen. 12% kg, 4,50 bis 5,50 Kam., Erdbeeren 50 kg I 38 bis 42, II 30 bis 35, III 24 bis 28, Kirschen 25 bis 45 Irankfu ter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Auftrieb: Kälber 993 (gegen 1076) Hämmel und Schafe 40 (39), Schweine 5262 (5457). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 61 bis 65 (am 8. Juni 1937 61 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel und Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50); Sauen gl) 54 (53 bis 54), g2) 52 (52). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Juni. Die Zuteilungen von Getreide an die Mühlen gehen weiter ein, so daß sie für den laufenden Mahlbedarf versorgt sind. Futtergetreide ist lebhaft begehrt, jedoch nicht erhältlich. Weizenmehl findet laufende Aufnahme, so daß sich nirgendwo Bestände bilden; helle Typen sind bevorzugt. Roggenmehl liegt im Rhein-Main- Gebiet ruhig. Die Läger haben durch die laufenden Eingänge aus Norddeutschland zugenommen, jedoch sind die Offerten für Juli nur beschränkt. Futtermittel werden von der Landwirtschaft nach der Beendigung des ersten Grünfutterschnitts und den bisher schwachen Aussichten für den Nachwuchs stärker begehrt. Aber das Angebot ist sehr eingeengt, zumal für Juni oberrheinische Kleie nicht zugeteilt wurde. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R12 174, R15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preis- qebiete. Futtergerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,90, W16 30,00, W19 30,00, W 20 30,35; Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu gebündelt, alte Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20, drahtgepreßt, alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. Tendenz: ruhig. Wegen Betrugs und Untreue vor Gericht. Ein Prozeß von mehrwöchiger Dauer. Darmstadt, 14. Juni. (LPD.) Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Weiß begann am Montag vor der Großen Straffommer Darmstadt die Verhandlung gegen den 54jährigen Arthur D e l f o s s e und den 40jährigen Dr. Hans Heinrichs, beide aus Köln, wegen Betrugs und U n t r e u e. Im Jahre 1935 waren die Röhr-Werke in Oberramstadt von der Dank für Deutsche Jndu- strieobligationen in der Zwanasversteigerung erworben worden, die nun ihrerseits versuchte, die Werke ganz oder geteilt wieder abzusetzen. Der Angeklagte Delfosse hatte davon gehört und sich mit dem Liquidator in Verbindung gesetzt, um die Werke anzukaufen. Er setzte sich aber dann mit einer andern Firma zwecks Ankaufs eines großen Teils der Maschinen in Verbindung und wollte mit dem Geld dieser Firma einen Teil der Kaufsumme bei der Bank für Deutsche Jnduftrieobligationen erledigen. Die Eigentümerin der Röhr-Werke hatte indessen schon mit einer andern Firma verhandelt und die Maschinen an diese verkauft, so daß Delfosse nur noch das Grundstück und einiges Material ankaufen konnte. Er arbeitete etwa fünf Monate fang in dem Betrieb. In dieser Zeit soll er nun sämtliche Transmissionen herausgenssen und verkauft haben, wozu noch weitere Schulden traten. Don der Anklage wird dem Angeklagten weiter vor» geworfen, daß er sich durch schwindelhafte Behaup- Jungen — angeblich wollte er ein Betriebskapital von 100 000 Mk. besitzen, in Wirklichkeit jedoch be- jafe er nichts außer eine halbe Million Mark Bankschulden — in den Besitz des Werks gebracht habe, obwohl der Derkaufsauftrag von der Behörde noch nicht genehmigt war und auch nicht genehmigt wurde Der Gefamtschaden soll 40000 Mark betragen. Der Angeklagte Heinrichs soll dem Angeklagten Delfosse bei seiner Aktion geholfen haben. In der Verhandlung wurde von dem Angeklagten Delfosse jeder Betrug und jede Bettugs- absicht bestritten. Er habe auch keinerlei Beträge veruntreut. Für die eingehende Verhandlung sind vier Wochen in Aussicht genommen, da die einzelnen Geschäftsvorgänge geprüft werden sollen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- fürs Schluß! Mittag börse Datum 14-6. 156. 14.6. 15-6. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101.65! 101,65 101,65 99 101,75 99 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 4,/2% Deutsche Reichsschatzanwei- suugen von 1935 ........... — — 99,25 — 4*/2% Deutsche Reichsschatzcmwei- 99,25 99,25 99 99,25 sungen von 1935, 11. Folge ... 4y2% Deutsche Reichsichahanwei- 99 99 99 99 jungen von 1936, III. Folge .. 5’/2% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105,9 105,5 4/2% Hesiische Volksstaat von 1929 99,75 99,75 99,75 — 4^2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,75 100,65 100,75 100,8 4>/2% Deutsche Reichsbahnschah von 1936 1.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... 99,13 126,13 99.25 126,2 99,13 126,3 99,25 126,4 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. *— —- — — 4Vt% Hess. Landesbk. Darmstadl 99,25 99,25 Goldpse. R. 12.............. 99,25 r 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Banl 101 Liqu. Goldpse............... 101 •— ■— 4yz% Preuß. Landespsdbr.-Anst. 99 99 99 99 Goldpse. R. 19.............. 4V2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98 98 98 98 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbauf R. 6................ 97.9 97,9 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 133,5 Auslvs.-Nechte I.............. 133 133,13 133,4 4>/2% Franks. Hhp. Goldpse. R. 15 99,5 99.5 99,5 99,5 4/2% Franks, Hyp. Gold-Komm. 98,25 Obi. 3 3.................... 98,25 •*— •— 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse...................... 100,75 100,75 — ■— 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation 100,9 Goldpse..................... 101,13 101,13 101,25 Steuergutschein-Berrechnungskure 110,7 — 110 8 — A.G. für Verkehrswesen .... 6% 126 126,25 126 4 126,25 Hamburg-Siidam. Dainpsschifs. 0 —— —— 46,5 47 Hamburg-Amerika Paket......0 18 18,75 18,13 18,75 Norddeutscher Lloyd..........0 18,5 19 18,4 19 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 125,5 125,5 125,4 125,4 Reichebank................. 12 211,25 211,75 211,5 212 Berliner Handelsgesellschaft . 6 /a — — 131,4 131 Commerz- und Privat-Bank ... 5 113,25 113,25 113,25 113,25 Deutsche Diskonto............ 5 118,5 118,5 118,5 118,5 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Devi mmarfl Berll Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß?. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 14 6. 15.6. 14 6. 15.6^ Accumulatoren-Fabrik...... Aschaffenburg Zellstoff...... 14 . 6 . O 140,75 131,65 140,5 136,75 234,5 140,5 132 235 140,9 136 . 8 165,25 165,25 165,75 165,75 BuderuS Eisen............. . 5 126,9 128,5 128,5 128,9 gement Heidelberg......... . 7 156,5 156 — Gement Karlstadt.......... Conti Gummi............. . 6 12 190 193,5 190 193,5 Daimler Motoren.......... Dessauer Gas ............. Deutsche Erdöl............ 6'/, . 4 . 5 137,75 156,25 138 157,25 137 119 156,25 138,13 119,75 157 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 262,5 262,5 — — Deutsche Linoleum......... 10 163,5 163,5 163,4 163,5 Elektrische Lieferungen...... . 6 135 134,65 135 135 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 153 153,9 153 154,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 165.5 167 165,13 166,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 137,25 138,5 137,5 133,5 Gesfürel.................. .. 7 153,5 153,75 153,5 153,25 Th. Goldschmidt........... .. 6 143,5 145 143,5 144,75 Gritzner Maschinen......... . 0 62,9 60,9 62,5 61,25 Harpener ................. 3'/, 172 172 171,5 172,25 Hoesch Eisen............... 3/r 125,5 126 125,9 125,75 Philipp Holzmann......... .. 8 149 149 148,75 149,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 —— — 175 Ilse Genüsse.............. Kali Aschersleben.......... .. 6 .. 4 141.5 115,25 115,5 141 115,13 141,4 115,25 Klöcknerwerke ............. 47t 136,5 136,25 136,75 136,65 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — —. 155,5 157,5 Lahmeyer .............. .. 6 124 124 —- 125 Mainkrast................. .. 4 100 101 .5 — —— 4% 123,5 124 123,4 123,9 Mansfelder Bergbau....... .. 7 151 .. 6 152,75 153,25 152.5 153,13 Orenstein & Kopvel........ .. 0 107,75 108 Rheinische Braunkohle...... . 12 — —— 232 230,75 Rheinische Elektro.......... .. 6 — — 136 — Rheinstahlwerke............ .. 6 158 159,25 158 159,75 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 132,75 133,75 132.9 133,75 Rätgerswerke ............. .. 7 147 147,25 146,5 147,25 Salzdetfurth Kalt.......... .. 6 156 156 155,75 156 Schuckert S Co............. .. 7 170,25 170,5 170,25 170,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 -i- 102,9 102,75 Siemens & Halske......... .. 9 215,75 — 216,5 216.5 Süddeutsche Zucker......... . 10 203 203 — 204 Bereinigte Stahlwerke...... V/i 121,5 122 121,25 121,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. U 61,13 61 61,25 61 Westeregeln Alkali.......... .. 4 115,75 115,5 115 115,5 Zellstoff Waidhos.......... Ltavi Minen.............. .. 161,25 157,75 161 157,75 . 0,6 31,75 31,65 31,9 31,5 — Fronkfurl a. UL Buenos 'Aires Brüssel Rio de Janeiro Polen.................... Kopenhagen Danzig............... ... London................... Helsingfors Paris.................... Holland Italien 14. Jun 15. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gelb Brie, Geld Briei 0,762 0,766 0,762 0,766 42,13 42,21 42,14 42,22 0,165 0.167 0,165 0.167 47.10 47,20 47,10 47,20 55,00 55,12 55,05 55,17 47,10 47,20 47,10 47,20 12,32 12,35 12,33 12,36 5,45 5,46 5,455 5,465 11,11 11,13 11,115 11,135 137,29 137,57 137,26 137,54 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan Jugoslawien cslo.................... Wien Lissabon Stockholm ............. Schwei, Spanten Prag..................... Budapest Neunort 14 Juni Amtliche Notierung Geld Brie 0,717 0,719 5,694 5,706 61,91 62,03 48,95 49.05 11,19 11,21 63,52 63,64 57,16 57,28 16.98 17,02 8,671 8,689 ■ ■■» 2.498 2,502 15-Juni Amtliche Notierung Geld I Briet 0,717 0,719 5,694 5,706 61,96 62,08 48,95 49,05 11.20 11,22 63.57 63,69 57.18 57,30 16.98 17,02 8,671 8,689 2,498 2,503 328 Nähen Naget Hinweis auf das häßliche Aussehen, abstellen, so empfiehlt es sich, den Arzt zu fragen. Nähen ist die Verbindung von verschiedenen Stoffteilen. zu einem Ganzen, z. V. Kleid, Bluse usw. Vor dem Nähen sollte man die einzelnen Teile zusammenstecken, zweckmäßiger ist allerdings zusammenheften, damit sich beim schnellen Nähen nichts verschieben kann. Immer für ausreichendes Licht sorgen. Jedes Jungmädchen sollte im Nähen unterrichtet werden, damit es sich später als Hausfrau zu helfen weiß. S. auch Naht. Nähgarn muß in der Farbe dem Stoff angepaßt sein, der genäht wird. Leinengarn hat einen aus längeren Fasern gedrehten festeren Faden als Baumwollgarn. Nähmaschine soll nie zu reichlich geölt werden. Nach dem Ölen nähe man solange ein Läppchen, bis es ganz sauber bleibt. Die einzelnen Teile sollen, falls man die Maschine auseinander nimmt, mit einem Leinenlappen abgerieben werden und notfalls von altem öl mit Benzin gereinigt werden. Man beachte, daß man immer die richtigen Nadeln benutzt, und sie vor allen Dingen richtig eintest. Hat man Störungen an der Nähmaschine, sehe man zunächst die Nadel nach, es empfiehlt sich nicht, die Maschine auseinander zu nehmen, man soll das lieber einem Fachmann überlassen. Nährklistier, Nahrungs-Zufuhr durch den Darm. In der Hauptsache werden Traubenzucker Milch, Stärke und Wasser eingeführt. Nötig wenn andere Ernährung nicht möglich ist. Nährpräparate, konzentrierte Stoffe, die zur Ernährung wichtig sind und die besonders Kranken in einer Form gegeben werden, die eine ausreichende Ernährung sowie Kräftigung sicherstellt. Nährsalze, s. Düngemittel. Nährstoffe, Stoffe, die der Körper zu seinem Aufbau und zum Stoffwechsel benötigt. Man unterscheidet: stickstoffhaltige, eiweißartige Stoffe, die z. B. reichlich in Fleisch und Milch vorhanden sind,Fette,Kohlehvdrare, Nährsalze, Wasser. Außerdem benötigt der Körper die lebenswichtigen Vitamine. Die richtige Zusammenstellung der Vitamine wird durch abwechslungsreiche Kost gewährleistet. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Körper im Sommer oder in südlichem Klima weniger Fette verlangt, als im Winter oder in nördlichem Klima. Nähtisch ist zweckmäßiger als ein Nähkorb, da mehr darin untergebracht und in Ordnung gehalten werden kann. Empfehlenswert sind Schubladen, die sich nicht ganz herausziehen lasten, damit man sie ausziehen kann, ohne Gefahr, daß sie herausfallen, Nagel, zugespitzter Metallstift mit abgeplattetem Kopf. Bei Nägeln, die man in Holz schlägt, kneift man vorher die Spitze ab oder stumpft sie durch Daraufschlagen ab, damit das Holz nicht platzt. Dickere Nägel steckt man Baugenossenschaft e. G. m. b. H., Gießen Wir bringen den Mitgliedern der Genossenschaft hiermit zur gefl. Kenntnis, daß die ordentliche lahres-Banntosamlfliig am Samstag, dem 26. Juni, abends 8 Uhr, im Burghof (früher Caf6 Ebel) stattfindet Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1936 sowie Vorlage des Jahresabschlusses (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) 2. Bekanntgabe d. gesetzlichen Prüfungsberichtes 3. Bericht des Aufsichtsrates 4. Genehmigung des .Jahresabschlusses 5. Verteilung des Reingewinnes 6. Entlastung des Vorstandes für 1936 und des Aufsichtsrates für 1935 und 1936 7. Wahlen in den Aufsichtsrat 8. Anträge Der Geschäftsbericht und Jahresabschluß liegen in der Zeit vom 18. bis 26. Juni in unserer Geschäftsstelle, Jahnstraße 53, zur Einsichtnahme für die Mitglieder offen.-Anträge von Mitgliedern müssen bis spätestens zum 23. Juni, bei dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Karl-Vogt-Straße 19, schriftlich eingereicht sein. Gießen, den 16. Juni 1936. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Baugenossenschaft 1894, e. G. m. b. H. W. Martin sissv Nur eo können Sie Ihre Zeltunge- Straff im Text emelgen durch xeltgemÄBe, gepflegte Einprägsam in derForm Werbedrucksachen Wirksam In der Farbe out unterstützen. Nur eo Berat uno beliefert Sie zu günstigen Preisen die Rrühl'ache Druckerei, SchuistraBe 7. Anruf M51 Alle Sorten Gemüsepflanzen empfiehlt Gärtnerei Dönges Marburger Straße 67. «issv Blitzableiter-Prüfungen mit neuestem Prüfgerät Gutachten Reparaturen W ilhelm K. 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Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Fernruf 2145/2146 3962 A lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Volkstümliche Naturwissenschaft IN reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde umiiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiimiiiiii