ttr.65 Erstes Blatt 187. Zahrgang Dienstag, Marz 16.1957 (fcr|d)euiv tag itd), außei Sonntags und feiertags Beilagen. Die illustriert» ©teBenei ^-amilienblättei Heimat im'Bild DieScholl» Monatsbezugsprels Mit 4 'Beilagen NW (.95 Ohne Illustrierte . (.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sranlfnrt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oru» unö Verlag: vrühl'sche Untverfitäts vuch- und SteinSruckerei R. Lange in Stetzen. Schristleitung nnö SeschSstLftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für öie Mitlagsnummer bis 8* ,.UHr Oes Vormittags Srunovreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70 m ni 'Breite 50Rpf.,Platzoorschrist nach vorh Vereinbg 25".„ mehr. Ermäßigte Srundpretse: Stellen-, Vereins-, gemein» nütjige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sie Stimme aus der Wüste. Der tiefe Orgelton der Motoren von hundert Flugzeugen dröhnt über der libyschen Wüste. Aus der fast 2000 Kilometer langen Küstenstraße zieht die „Karawane des Duce" dahin. In den Ortschaften erscheinen die italienischen und die eingeborenen Notabeln vor dem Regierungschef und bekunden ihre Ergebenheit vor dem Mann, dessen kaum glaubliche Elastizität es während der täglichen Anstrengungen dieser etwa 14tägigen Reise vergessen läßt, daß er ein 54jäf)riger ist. Das großartige Schauspiel, dem Triumphzug eines siegreichen Eroberers gleich, erfolgt im Beisein von rund 150 Journalisten. Sie haben bereits die Reise übers Meer mitgemacht, sie lassen sich gefangennehmen von den Eindrücken, von dem, was italienischer Kolonisationswille aus dem Wüstenboden schuf. Gewiß rasen die arabischen Wüstenstämme in den tollen Reiterspielen ihrer „fantasias“ überall dort durcheinander, wo der Duce mit seinem Gefolge in einer Ortschaft Aufenthalt nimmt und den Spielen beiwohnt — aber die vielhundertjährige Romantik dieser Reiterspiele und feierlichen Begrüßungszeremonien ist lediglich Hintergrund für die Akte eines höchst modernen Schöpferwillens, der die Bauten der neuen italienischen Zivilisation schon vor Jahren hier und dort in die Randgebiete der Wüste stellte und heute schon ganze neue Ortschaften sich um die ersten Bauten herumgruppieren sieht. Wenn ein Staatsmann eine Reise in das Kolonialgebiet seines Volkes unternimmt, dann braucht er niemanden deswegen um Erlaubnis zu fragen oder Einzelheiten feiner Reise nach den Empfindlichkeiten anderer Leute einzurichten. Die englische Presse scheint alles das, was sie bei Abschluß des Mittelmeerabkommens mit Italien über das neue Verhältnis zu diesem Lande schrieb, völlig vergessen zu haben. Sie ist auf dem besten Wege, einen neuen Konflikt heraufzubeschwören, nachdem ihre schwächliche Verteidigung der britischen Mammutaufrüstung bereits allzu offen das schlechte Gewissen Englands hatte zutage treten lassen. Wenn gar ein Diktator von den politischen Erfolgen Mussolinis zum erstenmal seit der Wiederherstellung des römischen Imperiums persönlich die stolze Bilanz seiner bisherigen Kolonialpolitik zieht, dann kann er selbst vom politischen Gegner zum mindesten achtungsvolles Schweigen erwarten, zumal dann, wenn besagter Gegner es vor, während und nach dem letzten Afrikakrieg an unfreundlichen Handlungen nicht hat fehlen lassen und wenn die ohnehin sehr gemessenen englischen Versicherungen zur Zeit des vagen Mittelmeerabkommens zudem durch die enorme Verstärkung der britischen Flotte einerseits und durch die militärischen Bestimmungen des englisch-ägyp- ttschen Verttages andererseits bis zu einem gewissen Grade in Frage gestellt werden. Man darf die Bedeutung der Geste nicht übersehen, wenn Mussolini mit seinem Gefolge, in Tobruk gelandet, nicht gleich von dort aus die Reise nach Westen längs der Küstenstraße antrat, sondern zuerst bis zu der östlichen Ortschaft nahe der ägyptischen Grenze fuhr. Dort steht das Wahrzeichen der italienischen Herrschaft, ein Liktorendenkmal, nicht aus afrikanischem Stein, sondern aus italienischem Marmor gehauen. Dort beginnt auch der 250 Kilometer lange Drahtverhau, 1,50 Meter hoch, 3 Meter breit, der sich nach Süden längs der libysch-ägyptischen Grenze erstreckt und noch aus der Zeit dasteht, als General Graziani, der spätere Eroberer Abessiniens, bei der Befriedung Libyens die Senussi am ständigen Hinüber und Herüberwechseln über die Grenze hinderte. Die Worte aber, die Mussolini später in Tobruk zu den ägyptischen Pressevertretern sprach, waren nicht nur über jenes mächtige Drahtverhau hinweg nach Osten gesprochen — sie hatten ebenso den Weg zu nehmen über das Mittelländische Meer hinweg nach London. Worte der Freundschaft für Aegypten sind aus italienischem Munde freilich schon während des afrikanischen Krieges gefallen. Aber es hat zweifellos fein besonderes und wohl abgewogenes Gewicht, wenn der Duce jetzt, nach dem Abschluß des ägyptisch-englischen Vertrages und während der zunehmenden Kritik an diesem Vertrag im nationalistischen Lager Aegyptens, davon spricht, daß die beiden Länder „seit undenklichen Zeiten freundschaftlich verbunden" sind, wenn er versichert, das italienische Volk wünsche mit Aegypten „in allerherzlichster Freundschaft" zu leben, und wenn er seine Worte an die ägyptischen Pressevertreter geradezu mit dem Auftrag schließt: „Sagt das euren Lesern!" Dazu kommt die Proklamation Mussolinis als „alleinigen Schutzherrn des Islam". Der islamische Würdenträger, der Khadi, richtete vor der Moschee in 2) er na eine Ansprache in arabischer Sprache an Mussolini und sagte bezeichnend: „Wir sehen in dir ein teures Instrument des göttlichen Willens. Gott will mit deiner Hilfe der Menschheit Frieden und Wohlergehen schenken. Großer Duce, wir versichern dir, daß die 400 Millionen Moslems in aller Welt nicht unempfindlich bleiben, wenn sie das große Interesse bemerken, das du dem Islam zuwendest. Ihre Dankbarkeit wird Gelegenheit haben, sichtbare Beweise dafür zu geben." Die verständnisvolle Politik Italiens gegenüber der mohammedanischen Bevölkerung ist eine Fortsetzung der Politik der alten Venezianer, die sich jahrhundertelang in Handelsbeziehungen mit der mohammedanischen Welt und den Türken sehr gut standen. Erst als die Venezianer sich mehr um'die Interessen des europäischen Festlandes kümmern mußten, ging diese Stellung verloren. Als Schutzherr des Islam trat seit etwa 1500 Frankreich in den Vordergrund, dessen König Franz I. ein Bündnis mit Suleiman abschloß. Seitdem haben die Franzosen immer wieder versucht. Mussolinis Triumphfahrt durch Libyen. ■ * 5; 1 & IS U WM ' s' y «,.> £ Der Duce schreitet nach seiner Ankunft in T o b r u f in Begleitung des Marschalls B a l b o, des Gouverneurs von Libyen, und des Generalsekretärs der Faschistischen Partei S t a r a c e die Front der Ehrenkompanie der Eingeborenentruppe ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bengasi nach dem 320 Kilometer entfernten Arae Phileuorum an der Grenze zwischen Syrte und Tripolitanien führte. Die Nacht verbrachte der Duce auf den Dünen in einem Zelt. Wieder wurden dem Begründer des Imperiums von allen Teilen der Bevölkerung begeisterte Huldigungen dargebracht. Mussolini besuchte die Grotte des sagenumwobenen Letheflusses und besichtigte in Benina den Militärflughafen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichte er das Zeltlager bei Arae Philenornm. Gegen den deutschen Mittelstand in Ostoberschlesien. Kattowitz, 15. März. (DNB.) Der Polnische Westverband hatte am 13. Dezember 1936 in Kattowitz die Polonisierung von Handel und Gewerbe in Ostoberschlesien angekündigt, da Handel und Gewerbe „übermäßige Einflüsse des Deutschtums" aufwiesen und in Läden und Werkstätten die deutsche Sprache vorherrschend sei. Der PZestverband veranstaltet nun „Zehn Propagandatage". In dieser Zeit soll durch Plakate und Flugblätter, in Versammlungen und Appellen die Bevölkerung Ostoberschlesiens aufgefordert werden: 1. ihren Bedarf ausschließlich beim pol- Nischen Kaufmann und Handwerker zu decken, 2. von den Handwerkern und Kaufleuten zu verlangen, daß sie ihre Zugehörigkeit zu polnischen Berufsverbänden durch Schilder bekanntgeben, 3 zu verlangen, daß in Geschäften und Werkstätten aus- schließlich in polnischer Sprache bedient wird. Der Polnische Westverband will durch diese Aktion erreichen, daß „in den weitesten Bevölke- rungskreisen eine Bewegung zur planmäßigen B c - tämpfung der nichtpolnischen Einflüsse im ostoberschlesischen Mittelstand entsteht". Lob der deutschen Lufischiffahrt. Klugzeuge oder Zeppeline im Transozeanverkehr?-Eine Erörterung im britischen Unterhaus. London, 15. März. (DNB.) Im Unterhaus erklärte in der Aussprache über den Haushalt des Luftfahrtministeriums Unterstaatsekretär Sir Philipp S a s s o o n, Großbritannien habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß ein Luftpakt und eine allgemeine Stabilisierung der Luftrüstungen zustande kommen würden. Bis dahin habe es jedoch keine Wahl. Eine britische Luftmacht, die stark, schlagbereit und wohlausgerüstet sei, stelle einen der besten Beiträge dar, die Großbritannien zum Frieden machen könne. Im vorigen Jahre seien 1200 Offiziere mit kurzer Dienstzeit, davon 235 Piloten, ausgebildet worden. In diesem Jahr beabsichtige man, 11000 Flieger auszubilden. Die neuen Typen seien mit zwei neuartigen Maschinengewehren ausgerüstet, die eine erhöhte Kampfkraft gewährleisteten. Die R e i ch s l u f t p o st würde Anfang 1938 in Betrieb genommen. Der Plan sehe vor, daß Flugzeuge regelmäßig nach Afrika, Indien und Australien gehen sollten. Drei Linien für den Transatlantikdienst seien in Vorbereitung, ebenso der Wetterdienst für diese Linien, besonders der für den Nordatlantik Der konfervalive Abgeordnete Wells befähle sich mit den außerordentlichen Erfolgen der deutschen Luftschiffe, die der höchsten Anerkennung wert seien. England hingegen habe die Absicht. Flugzeuge für den Atlanlikver- kehr in Dienst zu stellen. Diese würden genau so viel wie die deutschen Zeppeline kosten, könnten aber nicht mit derselben Sicherheit wie diese verkehren. Wan müsse bedenken, dah die deutschen Zeppeline 100 Menschen und 10 Tonnen Fracht befördern können, während die geplanten englischen Flugboote nur für 16 Fahrgäste gebaut feien. Sehr viele Engländer wären bereit, heute mit deutschen Luftschiffen über den Atlantik zu reisen. Das im Bau befindliche neue deutsche Luftschiff werde voraussichtlich während des ganzen Jahres den Atlantik überfliegen können. Bisher hüllen die deutschen Luftschiffe zahlreiche Menschen befördert, ohne dah auch nur ein einziger verletzt worden fei. Der Abgeordnete forderte die Bildung einer englischen Luftschiffsgesellschaft. Der Ladour-Abgeordnete I o h n st o n fragte, ob die Regieruna bereit wäre, einen Vorschlag reichs auf Der Genfer Abrüstungskonferenz zur Abschaffung des Luftkrieges zu unterstützen. S a f f o o n erwiderte, England selbst habe seinerzeit die vollständige Abschaffung der Luftwaffe und die Ueberwachung der Verkehrsluftfahrt vorgeschlagen. Heute sei es bereit, jede Gelegenheit für einen Begrenzungsplan zu ergreifen. Die Schwierigkeiten, die vor vier Jahren dahin geführt hätten, daß kein praktischer Plan für die Kontrolle der Verkehrsluftfahrt aufgestellt werden konnte, seien auch heute noch vorhanden. Bevor die Luftwaffe abgeschafft werden könne, müßte ein Plan für die Kontrolle der Verkehrsluftfahrt ausgearbeitet werden, um deren Mißbrauch zu verhindern. Verteidigungsminister I n s k i p bestritt, daß England von einem Staat ein Luftangriff drohe. Dennoch müsse man sich die Erklärung des Premierministers vor Augen halten, daß England keinem anderen Lande in seiner Luftrüstung unterlegen sein würde, in dessen Reichweite es liege. Er glaube nicht, daß England eine Luftgefahr solchen Ausmaßes drohe, wie es häufig in der Presse dargestellt werde. Frankreich und die belgische Neutralität. 3n Paris wenig Neigung zum Verzicht auf die militärischen Abmachungen. Paris, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Der Quai d'Orsay entwickelte am Montag eine lebhafte diplomatische Tätigkeit. Der Außenminister empfing hintereinander die B o t s ch a f t e r B e l g i e n s, Sowjetrußlands und Italiens, wobei die Erörterung über die Westpaktpläne auf der Tagesordnung standen. In Paris meint man, Die Bestrebungen' der belgischen Regierung, volle Neutralität zu bewahren, d. h. die Sicherheit des Landes zwar von den Großmächten garantieren zu lassen, selbst aber nicht an irgend einem Garantiepakt zugunsten dieser Mächte teilzunehmen, habe in Paris starke Beunruhigung ausgelöst, da die militärischen Abkommen zwischen Frankreich und Belgien einerseits und zwischen England und Frankreich andererseits damit in Frage g e- st e l l t würden. Die gestrige Unterredung habe Den Zweck gehabt, LonDons Bemühungen Belgien zu einer ÄenDerung seiner Auffassung zu bewegen zu unterstützen. Man habe jeDoch Den EinDruck, Daß Diese keinen Erfolg gehabt hätten. „Petit-Journal" bemerkt, man Dürfe sich in London nicht embilden, die Achse Berlin — Rom schwächen zu können. Hitler und Mussolini hätten Die Gelegenheit, Die ihnen Die Antwort an LonDon bot, ergriffen, um noch einmal ihrer SoliDarität AusDruck zu geben. „Excelsior" schreibt. Die französische Regierung roerDe unter keinen UmftänDen ihre Politik regionaler Abkommen im Rahmen Des VölkerbunDspaktes änDern. Hierunter falle auch Der französisch-sowjetrussische Pakt. „Times" glaubt. Daß Frankreich sich j e D e m Versuch einer Neutralisierung Belgiens wiDersetzen werDe, weil man es in Paris für notroenDig halte, Daß für Die Sicherheit Belgiens die General st absabmachungen fortbestehen müssen. Wichtiger sei noch Das Recht Des Durchmarsches von Truppen auf GrunD Des Artikels 16 Der VölkerbunDsfatzung. In Paris glaube man im übrigen, Daß Die Frage Der belgischen Neutralität am besten a u s s ch l i e ß- l i ch zwischen LonDon, Paris u n D Brüs - s e l geregelt roerDen könnte. — „Morning Post" stellt fest, Frankreich wolle sich Das Recht nicht be- schneiDen lassen, seinen östlichen Verbün- D e t e n im Angriffsfalle ohneRückficht auf Die Beschränkungen DerVölkerbunDssatzungen zuHilfe zu kommen. Mit Italien als SchieDsrichter könne es sich nicht abfinDen. Die Massen Des Islams gegen Das Deutsche Mitteleuropa in Bewegung zu setzen. Die Angriffe auf Wien nach Der Eroberung von Ofenpest Durch Die Türken rourDen Durch Die Franzosen veranlaßt, Der „allerchristlichste König" LuDwig XIV. oerbünDete sich mit Dem türkischen Sultan, Dem FeinD Der christlichen Kultur. Bis ins vorige JahrhunDert war trotz aller WanDlungen seiner innerstaatlichen Verfassung Frankreichs Vormachtstellung unbestritten. Ja Das Protektorat über Die Christen Des Orients rourDe noch in Den FrieDensverträgen Des Jahres 1919 festgelegt. Als Kolonialmacht hat Frankreich besonders in Nordafrika große Gebiete mit mohammedanischer Bevölkerung, aber diese Bevölkerung ist auffässig, sie wünscht nicht bloß das Truppenreservoir Des französischen Imperialismus zu fein. Mit Der Erklärung Des Duce zum Schutzherrn Des Islam ist Frankreichs Anspruch auf Das alleinige Protektorat Des Islams erschüttert. Die Regie Der afrikanischen Reise Mussolinis, seine nach Kairo unD London gerichteten Worte und der starke Widerhall dieser Triumphreise in mohammedanischen Kreisen ergeben folgendes Bild: Ein Staatsmann, der Die Hinterhältigkeiten, Unehrlichkeiten, Rechtsbeugungen unD Die Vertragsbrüche einer geistig unb politisch in gleicher Weise überalterten westeuropäischen Denkweise aus langjährigen unmittelbaren Berührungen sehr genau kennt, unterstreicht Dort vom RanDe Der Wüste her Den Dringenben Wunsch nach friedlicher Zusammenarbeit mit Dem Nachbarn — gleichzeitig aber lassen Einzelheiten Diese Reise, wie Die Flotten- unD Die FliegerDemonstrationen keinerlei Zweifel Daran, Daß Dieser Staatsmann Die Sicherung Der Wohlfahrt seines Volkes zehnmal höher stellt als westlerisches Kolleklivgeschwätz unD pharisäische JeremiaDen um ein Stresa, Das es im politischen Wörterbuch Italiens schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr gibt. Aus Der politischen Wüste Europas erschallt eine ähnliche Stimme, mahnt ber Führer eines großen mitteleuropäischen Volkes, seit Jahr unD Tag auf ähnliche Weise zur politischen Vernunft. Noch immer haben es Die Völker teuer bezahlen müssen, wenn politische Kamarillen Die frieblichen Instinkte Der Nationen planmäßig in eine Besorgnis um die „Sicherheit umzufälschen und die Stimmen der einsamen Seher in Der Wüste Durch Das Geschrei einer künstlich erzeugten Hysterie zu übertönen versuchten. Li. ♦ Rom, 15. März. (DNB.) Bengasi bereitete Dem italienischen Regierungschef einen befonDers feierlichen Empfang. Ein Meer von Fahnen und Gir- lanDen gab Der HauptstaDt Der Cyrenaika ein festliches Gepräge. Vor Der Moschee begrüßte Der KhaDi Den Duce unD gab Das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue ab. Vom Balkon Des Rathauses aus roanDte sich Der Duce an Die Muselmanen von Bengasi, um ihnen für ihre Opferbereitschaft währenD Des siegreichen Krieges zur Schaffung Des Imperiums zu Danken. Mussolini setzte am'frühen Morgen seine Reise fort, Die ihn von „Wir wollen eine angesehene und intereffanie presse" Der Leiter des K d. P über die Zeitung im Dienste des nationalsozialistischen Staates. Dessau, 15. März. (DNB.) Im Rahmen der Gaukulturwoche Magdeburg-Anhalt fand eine Tagung der Reichspressekammer statt. Die Schriftleiter und Verleger des Gaues hatten sich in großer Zahl eingefunden. Der Stabs- lciter des Reichsleiters für die Presse der NSDAP., Pg. R i e n h a r d t (Berlin), umriß die Aufgaben der deutschen Schriftleiter in der kommenden Zeit. Dann sprach der Leiter des Reichsoerbandes der deutschen Presse, Hauptmann a. D. Weiß, über die Tagesfragen der deutschen Presse. Er führte u. a. aus: Wenn es gelang, im Verlauf von wenigen Jahren das Gesicht der deutschen Presse von Grund auf zu ändern, wenn es möglich war, die politische Linie aus den Zeitungen zu verbannen, wenn es fertiggebracht wurde, den übermächtigen jüdischen Einfluß in den Schriftleitungen ebenso wie in den Verlagshäusern restlos und radikal zu brechen, dann muß das in der Tat ein hervorragender Beweis für den gesunden Kern der deutschen Presse sein. Und darum befinden sich jene in einem grundlegenden Irrtum, die heute noch der „Pressefreiheit" nachtrauern, weil mit ihr die deutsche Presse angeblich auch ihr geistiges Niveau verloren habe. Auch der Geist geht mit stärkeren Bataillonen. Und Geist ist immer da, wo politische oder kulturelle Macht erzeugt wird. Mit Recht hat Reichsminister Dr. Goebbels wiederholt darauf hingewiesen, daß kein seiner Verantwortung bewußter deutscher Schriftleiter darüber unglücklich geworden ist, daß er nunmehr seine Anweisungen unmittelbar vom Staat erhält und nicht mehr, wie früher, von einem mehr oder weniger jüdischen Aufsichtsrat. Die Pressepolitik des nationalsozialistischen Staates ist daher lediglich eine Fortsetzung der nationalsozialistischen Staatspolitik auf dem Gebiet der Publizistik. Bei aller politischen Konzentration, die die Presse des nationalsozialistischen Reiches stark gemacht hat, darf man nicht vergessen, daß das geistige Niveau der deutschen Zeitung bestimmt wird durch die journalistische Initiative. Sie ist das Wertvollste, was heute in der deutschen Presse erhalten werden muß. Es darf nicht dazu kommen, daß man sich in den Redaktionen daran gewöhnt, kritiklos und instinktlos nach den Direktiven zu arbeiten, die den Schriftleitern von irgendeiner der vielen Pressestellen und Presseämter täglich auf den Schreibtisch gelegt werden. Man darf es hier wieder einmal aussprechen: Wir haben zu viele Pressechefs im Deutschen Reich. Ich fürchte, daß der Nutzen dieses Zustandes für die Presse und vor allem für das Lesepublikum im umgekehrten Verhältnis zu dem Material- und Personaleinsatz steht, der dafür aufgewendet wird. Die Zeit, die in den Redaktionen lediglich damit verbracht werden muß, um alle offiziellen und inoffiziellen Wünsche zu befriedigen oder mit einander in Einklang zu bringen, wäre nicht selten einer besseren Sache würdig. Die Zeit ist nun einmal in einer Schriftleitung kostbar. Die Züge warten nicht darauf, bis ein vorsichtiger Referent die Rede seines Herren und Meisters nach sechsmaliger Umarbeitung endlich für druckfertig hält. Noch etwas soll in diesem Zusammenhang kurz gestreift werden: das ist die Empfindlichkeit und Humorlosigkeit aller jener, die sich heute für irgend etwas verantwortlich fühlen. Vielleicht soll man die Dinge nicht tragisch nehmen. Aber sie werden bedenklich in dem Augenblick, in dem sie mit der Drohung verbunden werden können, daß man nötigenfalls die Machtmittel von Partei und Staat in Anspruch nehmen werde. Hier geht es nicht mehr um die Presse selbst, sondern um das Ansehen von Partei und Staat. Alle üieienigen, die es angeht, sollen eines nicht vergessen: Der nationalsozialistische Staat hat seiner Presse eine dankbare Aufgabe übertragen, deren Erfüllung mindestens ebenso wichtig ist, wie die Existenz der Menschen, die in ihren Organisationen mit der berufsmäßigen Verfolgung der Presse beauftragt sind. Kunstkritik und Kunstbetrachtung. Ich möchte mich nun kurz mit einer Frage beschäftigen, die augenblicklich im Mittelpunkt des journalistischen Interesses steht, nämlich mit der Frage der Kunstbetrachtung Man verfällt leicht in den Fehler, anzunehmen, daß Presse und Kunst sich in zwei feindlichen Lagern gegenüberstehen. Daß gewissermaßen die kunstfeindliche Presse sich der Kritik bedient, um die Kunst zu ruinieren. Wer das sagt, verkennt Wesen und Geschichte der Presse. Wir dürfen auch heute noch nicht in den Fehler verfallen, den wir in der libe- ralistischen Zeit aufs schärfste bekämpft haben, als man damals den Begriff von der „Kunst an sich" proklamierte. Auch die Kunst führt kein Eigenleben, das lediglich mit dem Hinweis auf feinen künstlerischen Charakter unantastbar wäre. Wir wissen im Gegenteil, daß es eine Zeit gegeben hat, in der mit dem Schlagwort Kunst Dem gefährlichen Kulturbolschewismus im Theater, im Film, in der Musik, in der bildenden Kunst usw. Tür und Tor geöffnet wurden. In der Kunst selbst waren anderseits erfreulicherweise auch wieder Kräfte am Werk, die sich der kulturellen Zersetzung des deutschen Volkes charaktervoll entgegenstemmten. Und genau so war es auch in der Presse und in der Pressekritik. Als wir nämlich noch keine einheitlich geleitete Presse hatten, da stand gerade die jüdische Kritik der Berliner Asphaltpresse durchaus nicht etwa gegen die damalige Kunst bzw. gegen das, was sich damals auf den Berliner Bühnen als angebliche Kunst breit machte. Diese Asphaltkunst war nämlich genau so jüdisch wie die Kritiker in der sog. deutschen Presse. Die Jeßner, Kortner, Bergner, Pallenberg, Feuchtwanger auf der einen Seite und die Alfred Kerr, Schirokkauer usw. auf der anderen Seite taten sich gegenseitig bestimmt nicht weh. Aber es gab noch eine andere Kritik in der deutschen Presse. Sie stand unter den nationalsozialistische Vorzeichen, ohne sich erfreulicherweise ausschließlich auf die nationalsozla- lisiische Presse zu beschränken. Aber diese antijüdische und antibolschewistische Kunstkritik stand ihrerseits gegen die jüdische Kritik der übrigen Presse in keinem geringeren Gegensatz wie gegenüber dem jüdischen Kunstbolschewismus auf der Bühne selbst. Die Grenze, an der sich Geister scheiden, ist also niemals zwischen der Presse auf der einen Seite und der Kunst auf der anderen verlaufen, sondern der entscheidende Bruch geht mitten durch die Presse und durch die Kun st hindurch. Demgemäß ist auch heute die Kunstkritik primär keine kunstästhetische Angelegenheit, sondern eine politische und weltanschauliche Aufgabe. Die Kritiker und Kunstbetrachter sollen sich immer bewußt sein, daß das, was auf der Bühne vor sich geht, Politik im weitestem Sinne des Wortes ist. Niemals ist auf deutschen Bühnen zielbewußteres Propagandatheater gemacht worden, als unter der Regieführung von Reinhardt bis zu Piscator. Was sich diese Diktatoren des deutschen Theaters leisteten, war in seinem politischen Effekt gefährlicher als sämtliche Reichstagsreden von Scheidemann bis Torgler zusammengenommen. Die wichtigste Aufgabe des Kunstkritikers mußte also immer darin bestehen, die gewaltige Gefahr, die der Zukunft der Nation von der Bühne herab drohte, in jedem Augenblick erkennen zu können. Der Schriftleiter, der sich mit den Fragen der Kunst publizistisch beschäftigt, muß heute vor allem ein politischer Mensch sein. Das ist auch der Sinn der Umwandlung von der Kunstkritik zur Kunsibetrachtung. Der Kunstschriftleiter des nationalsozialistischen Staates soll an seine Aufgabe mit jenem geistigen Rüstzeug herantreken, zu dem ihm die Verantwortung vor dem nationalsozialistischen Kulturwillen verpflichtet. Die Kunstbetrachtung unterscheidet sich von der früheren Kunstkritik um Gotleswillen nicht dadurch, daß nunmehr kritiklos alles und jedes, was heute über die Bühne oder die Leinwand geht, als gut und vorbildlich, oder gar als unübertrefflich geschildert wird. Dieser Fehler kann nicht schleunigst genug abgesiellt werden. Der Maßstab von gut und schlecht muß überwunden werden. And an seine Stelle muß das Verständ- nis für die Idee eines Kunstwerkes treten. An dieser Idee sollen sich die Geister scheiden. Ist es nationalsozialistisches Ideengut, das wir in dem Kunstwerk und in seiner Darstellung erkennen, dann sind wir dafür. Ist das Gegenteil der Fall, dann haben wir nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, dagegen zu fein. Kurz gesagt: Kunslbetrach- tung ist: mehr Tatsächliches zur Sache, und weniger Schulmeisterei! Im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Pressereform steht die geistige Persönlichkeit. Das heißt, nicht zeitungsfremde Menschen, sondern der Z e i t u n g s f a ch m a n n hat den Führungsanspruch. Ob dieser schöpferische Zeitungsfachmann in der Schriftleitung oder in der Verlagszeitung sitzt, ist nicht wichtig. Wichtig ist, daß er ein in weitestem Sinne journalistisch begabter und befähigter Mensch ist. Wir wollen eine angesehene und interessante deutsche Presse im Dienst des nationalsozialistischen Staates, und mit dieser Presse ein zuverlässiges und schlagkräftiges Instrument in der Hand des Führers. Nationalsozialistische Baugesinnung. Münster i. Wests., 15. März. (DNB.) Zur Feier der lieb ergäbe des neuen Gauhauses der NSDAP. Westfalen-Nord war der Stellvertreter des Führers in Münster eingetrojfen. In der Ehrenhalle übergab Rudolf Heß das Haus feiner Bestimmung, ein organisatorischer Rückhalt zu sein für die neue große Idee, die das Volk erfülle, als Symbol des Volkes zu dienen und als Haus des Volkes dazuftehen in bestem Sinne. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erklärte, der Glaube einer Zeit äußert sich in den Bauwerken dieser Zeit. So bauen wir unsere Gau- und Kreishäuser, unsere-Ordensburgen und Schulungsheime. Der Nationalsozialismus ehrt und achtet, was die Zeit vor ihm baute, wenn es schön und architektonisch gut ist; aber er lehnt es ab, in d i e alten Gebäude hineinzugehen; denn die Partei baut s i ch ihre Häuser selbst, weil sie ihrem eigenen Glauben auch in eigenen Bauwerken Ausdruck geben will. Der Führer selbst gestaltet die Hauptstadt der Bewegung völlig neu; in Nürnberg entsteht das größte Bauwerk aller Zeiten. Und dieses herrliche Beispiel des Führers wird von allen Parteistellen nachgeahmt. Die Bauwerke unserer Zeit werden einmal künden, daß die Männer dieser Zeit einen unbändigen und fanatischen Glauben in sich trugen, den sie so mit Stein in die Ewigkeit meißelten. Der Tag der Wehrsreiheit. Die Wehrmacht feiert.—Göring spricht über alle Sender. Berlin, 15. März. (DNB.) Der Reichskrieas- minifter und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat angeordnet, daß die Wehrmacht die Wiederkehr des Tages der Wehrfreiheit am 16. März würdig begeht. Außer der feierlichen Flaggenhiffuna und der Beflaggung der Dienftgebäude der Wehrmacht finden am Vormittag bei den Truppenteilen Appelle statt, bei denen die Kommandeure der Bedeutung des Tages gedenken. Der Nachmittag ist dienstfrei. Im Reichsluftfahrtministerium wird der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst G ö - ring, um 11 Uhr vormittags im Ehrenhof eine Ansprache halten, die auf alle deutschen Sender übertragen wird. Bei dieser Gelegenheit werden die Fahnen der in Berlin und Umgebung stationierten Teile der Luftwaffe in die Fahnenhalle des Reichsluftfahrtmini,leriurns Übergeführt. Anschließend an die Feierstunde findet ein Vorbeimarsch vor dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring in der Wilhelmstraße statt. I Kanorienkönig unter Kontrolle Es ist eine alte Streitfrage, ob eine private oder eine st a a t l i ch e Rüstungsindustrie den kriegswirtschaftlichen Bedürfnissen der Nation besser zu dienen vermag. Die Anhänger einer ftaatseigenen oder staatlich kontrollierten Wasfen- und Munitionsherstellung pflegen darauf hinzuwei- fen, daß eine solche Regelung nicht nur sparsamer, sondern auch im militärpolitischen Sinne vorteilhafter sei. Die Befürworter der freien Kriegswirtschaft dagegen begründen ihre Ansicht damit, daß der private- Rustungsbetrieb immer leistungsfähiger bleiben werde als ein Unternehmen, das der Bürokratie, und fei es der des Kriegsministeriums, untersteht. Als das nationalsozialistische Deutschland vor die Beantwortung dieser Streitfrage gestellt wurde, entschied es sich für die Beibehaltung der privaten Rüstungsfabriken. Und zwar mit gutem Grund. Denn in einem Staat, in dem die Dividende nicht mehr als höchstes Menschenglück empfunden wird, in dem vielmehr die Wirtschaft nur als eine Funktion des politischen Willens der Nation gilt, in dem der Eigennutz dem Gemeinnutz aus freien Stücken untergeordnet wird, in einem solchen Staat besteht keine Notwendigkeit für die sogenannte Nationalisierung der Kriegsindustrie, die neuerdings in anderen Ländern zu einem politischen Schlagwort geworden ist. Wenn nun aus Frankreich die Meldung eintrifft, daß gemäß einem amtlichen Dekret diejenigen Fabriken der Schneiderwerke in Creuzot nationalisiert werden, die Kriegsmaterial Herstellen, so muß man sich daran erinnern, daß die inneren Verhältnisse in unserem westlichen Nachbarland ganz anders liegen als bei uns. Das liberalisti- sche Wirtschaftssystem, das bislang in der hochkapitalistischen Dritten Republik maßgebend war, erlaubte es dem Kanonenkönig Schneider-Creuzot, alljährlich eine Dividende von 20 v. H. auszuschütten. Dieser ungeheure Gewinn ging natürlich auf Kosten der französischen und vieler ausländischer Steuerzahler, und man kann es verstehen, daß die französischen Marxisten, als sie noch in der Opposition standen, diesen Mißstand weidlich für ihre parteipolitische Agitation ausnutzten. Als dann die Volksfront zur Macht kam, blieb ihr nichts anderes übrig, als ihr Versprechen gegenüber den Massen einzulösen. Bildete doch die Nationalisierung der Kriegsindustrie einen der wichtigsten Punkte des Volksfrontprogramms. Den regierenden Marxisten kam dabei der Umstand zu Hilfe, daß es dem Kriegsminister D a l a- d i e r gelang, auch den französischen General- st a b für das geplante Enteignungsgesetz zu gewinnen. Bei der parlamentarischen Behandlung Des Gesetzentwurfes wurde denn auch immer wieder der militärische und politische Vorteil einer staatlichen Rüstungsindustrie unterstrichen. Man betonte, nur auf diesem Wege könne Frankreich seine Landesverteidigung verstärken und die französische Industrie für den Kriegsfall oorbereiten. Das Rüstungs- gefetz ist also weniger ein Produkt der französischen Sozialreform Blums, als welches es den Massen gegenüber hingestellt wird, sondern vielmehr das Ergebnis der nationalen Sicherheitspolitik. Die Verstaatlichung soll allmählich erfolgen, sie umfaßt auch nur solche Rüstungsbetriebe, die ausschließlich für die staatliche Kriegsrüstung arbeiten. Die Ablösung solcher Unternehmen aus Der Gesamtheit der Industrie ist natürlich sehr schwer, auch bei Schneider-Creuzot, der ja nicht nur Waffen und Munition herstellt, sondern auch andere schwerindustrielle Betriebe besitzt. Die Grenze ist hier jedenfalls sehr schwer zu finden, und man wird abwarten müssen, ob die neuen Maßnahmen nun wirklich eine Entthronung Des Kanonenkönigs bedeuten oder ob Schneider-Creuzot nicht neue Wege findet, um feinem Geschäft noch größere Gewinnmöglichkeiten zu verschaffen als bisher. Man braucht nur an Die zahlreichen Tochtergesellschaften zu denken, die Schneider-Creuzot im Ausland unterhält und die natürlich den gesetzlichen Bestimmungen nicht unterliegen. Denn wenn Schneider auch bisher fast alles lieferte, was zur französischen Bewaffnung gehört, so ist er doch längst über die Grenzen seiner Heimat hinausgewachsen. Seine Firma ist ein weltumspannendes Unternehmen, das mit den bedeutendsten englischen und amerikanischen Waffenfabriken handfeste Interessengemeinschaften unterhält, das außerdem große Teile der tschechischen, südslawischen und rumänischen Rüstungsindustrie beherrscht. Ungeheure Summen hat dieser Kauf- mann des Todes an den Kriegsängsten verdient, von denen Die Völker heimgesucht werden. Eine Reihe der größten Pariser Tageszeitungen, die von der Firma ausgehalten werden, haben nur den Neues Leben. Von Heinrich Nuppel. Es hat mir noch keiner von der Kanzel herab oder aus Dem Leben heraus eine so erschütternde Predigt gehalten wie mein Bauernvetter Johannes, als er vor der Zeit stamm und starr auf dem Schrägen lag. „Denn du bist Erde", sprach es aus dem eingesunkenen, grauen Gesicht, das einem ab-- geernteten Acker glich, darauf der Schnitter nur die Dürren Stoppeln zurückgelaffen hat. Unhörbar und doch eindringlich: „Auch du bist Erde..." Und das fiel mir auf die Seele. Es hat mir aber auch noch niemand eine so herzandringende und lebenbejahende Ansprache gehalten wie nach etlicher Zeit des Johannes mündige Tochter Gertraude, die. das Gespann leitet und den Pflug führt wie ein Mann. Denn das liegt ihr von unzähligen Ahnen her im Blut. Die Pferde den Hafer schroten hören, die Kühe ihre Häupter malmend in die Krippe neigen und das Jungvieh gedeihen sehen, Geflügel betreuen, Fruchtbäume stützen, das Grabscheit handhaben und Blumen auf den Beeten und vor Den Fenstern pflegen — Das ist ihr Leben. Doch dabei vergißt sie auch Der Toten nicht. Die Gräber Der frühverstorbenen Eltern zeugen von kindlichem Sinn und liebenDer HanD. UnD ein ganzes Jahr lang geht Die Tochter um Den Vater ernst unD ge= Dankenvoll in Dunkler Tracht, unD keine FieDel kann sie zu Tanz und Lustbarkeit verlocken. Doch als Das Trauerjahr um ist, rufen Die Mädchen aus Den Nachbargärten ober vom Brunnen herüber, ob sie nun nicht wieDer zu ihnen kommen wolle. Ja, Das will sie. UnD nun Sonntag für Sonntag mit Den Kameradinnen an Die Linden vors Dorf gehen, eine stolze Kette hochgewachsener Mädchen, und sie, groß und blond, eine Der schönsten Darin —: Das ist ihre Freude, Die ihr an sechs saueren Werktagen leise Durchs Herz läutet. Nach all Der Mühsal Der Woche, Den Sorgen um Die jüngeren Geschwister, um Haus unD Stall, Aussaat und Ernte einen solchen Tag wissen, sich frei fühlen wie Der Vogel im Gezweig, singen wie Die Lerche über Saaten, scherzen und lachen mit den Jugeno- gefpielen — was könnte schöner fein! Und Dabei ganz heimlich, ganz tief verborgen Träume hegen, Träume von einem, Der hinter Den hohen WälDern wohnt und Sonntags zuweilen herüberkommt und sie scheu und fragend von weitem ansieht. Daß sie zittert — sie weiß nicht warum — unD umherspäht, ob's keine gemerkt hat — Das ist Doch Das Aller- schönste, weil man’s ganz allein für sich hat! UnD sie blüht auf. Die junge Gertraude, blüht und fühlt ein beglürfenDes Leben in sich, eine unendliche Welt in ihrem Herzen. Sie neigt sich zur blühenden Erde, die neues, buntes Leben aus ihren Tiefen treibt, weiß sich mit ihrem inneren Drängen der Erde verwandt, Der braunen Scholle, Die nach Der Winterruhe ihre Kräfte Den Körnern und Keimen geben unD sie nach einem großen, urewigen Naturgesetz ins Licht hinaufheben muß, Die mit ihren Säften Die Wurzeln Der Bäume tränken muß. Daß ihre Kronen grünen und blühen und fruchten. Und nun steht sie im Brautkranz Da, Die große, starke Jungbäuerin, steht wie ein Baum in Der Blüte, Der wartet — auf Sonne, Bienengesumm unD fächelnden Wind wartet, daß sein Sehnen erfüllt werde. So steht sie und lauscht Den Worten des Pfarrers in der Dorfkirche, schaut mit glückerfüllten Augen auf das alte Altarbild, Darauf einer namenloses Weh erleidet, dieweil seine Freunde .schlafen und sich nicht wachrütteln lassen. Und sie lächelt, unsichtbar, nur mit den Augen; so voll des Glückes ist ihre Seele. Sie vernimmt ein mannhaftes Ja und läßt ihm das ihre freudig und wie einen zärtlichen Widerhall nachklingen. Und nun gibt sie dem Manne, Der straff unD braungebrannt an ihrer Seite steht, Die Rechte. Er umschließt die Hand, Die so hart unD fest vom Werken unD Doch fo behutsam ist. Daß sie Das unzeitig geworfene Lamm ins Leben zu locken vermag, umschließt sie mit heiligem Gelöbnis. UnD Dann schreiten sie hinaus in Die Sonne, Zehen über Den Kirchhof, Darauf Gertraude ihre Ahnen gebettet weiß, und an blühenden Gärten und fprofferrben Aeckern vorbei dem Hofe zu. Und es ift mir, der ich im Hochzeitszug gehe, als hört' ich die lebentrachtige Scholle Dem bedächtig schreitenden Menschenpaar entgegenraunen: „Auch du bist Erde' Nicht nur, Die Da schon schlafen... Nicht nur, Die Da schon an Der Schwelle Des Lebens stehen, wo Der Weg hinaus und hinab ins Dunkel geht... Nicht nur Die Gebrechlichen und Lebensmüden... Nein, auch Du bist Erde! Aber Denkt in dieser Stunde nicht des erlöschenden und fliehenden Lebens! Denkt Des blühenden, zeugenden Lebens, dessen Abbild ihr seid! Euer Schreiten ist wie das Wogen der Halme im Winde; euer Verschränktsein Arm in Arm ist ein unzerreißbares Glied in der Kette des Lebens..." — Tröstlich ist, was euch Die Scholle entgegenraunt, Die auf Die Kraft eurer Hände wartet: auf Den narbenDen Pflug, Die riefelnden Körner, die striegelnde Egge, Die rauschende Sense... Ja, Erde seid ihr, aber Frühlingserde, nicht Moder- erDe, und Ernte sollt ihr bringen, wie sie die gesegnete Frühlingserde verheißt! Erde auch.ihr! Erde, die der Herrgott in seiner Hand hält wie alle Erde, sei sie nun zum Leben gefügt im Baum, in der Blume, im Grashalm oder im Menschen. ©er Hund auf der Jährte. Aus der Tatsache, daß Polizeihunde, wenn sie etwa durch Vorhalten eines Kleidungsstückes auf die Fährte einer bestimmten Person gesetzt wurden, diese Person oft auch wirklich aufspürten und richtig verbellten, hat man lange Zeit geschlossen, daß sich der Polizeihund auf den Geruch eines bestimmten Menschen einstellen ließe. Sehr eingehende wissenschaftliche Untersuchungen Der Heereshunde- sch.ule in Kummersdorf bei Berlin, Der Diensthunde- abteilung Der Berliner Kriminalpolizei unD anderen Stellen, von Denen Dr. F. Fritsche in Der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" berichtet, haben nun jeDoch Die Leistungen Des Hundes beim Fährtensuchen genauer geklärt und zum Teil zu ganz neuen Anschauungen geführt. Die Versuche bewiesen nämlich, daß die Hunde bei Der früheren Dressurweife keineswegs unbedingt einem anfangs aufgenommenen Geruch nachgingen. Vielmehr wichen sie auf der Fährtensuche häufig plötzlich von der verfolgten Geruchsspur ab, um aus einem dem Menschen meist gar nicht erkennbaren Grund eine andere. vielleicht querlaufende aufzunehmen. Am Ende dieser falschen Spur verbellten sie natürlich dann auch falsche Personen. Dieses Abirren von der Spur erklärt sich, wie Dr. Fritsche weiter ausführt, daraus, daß der Hund gar nicht Dem Geruch Des Menschen, fonDern Dem Geruch Der Fährte folgt. Jede Fährte hat nämlich einen eigenen Geruch, Den Der Hund aufnimmt und Der sich aus zahlreichen Einzelgerüchen zusammensetzt. Geht ein Mensch zum Beispiel über Asphalt, so bleiben natürlich kleine Asphaltstäubchen an feinen Schuhsohlen hängen unD mit ihnen Der Asphaltgeruch. Wenn dann Der Fuß auf Sandboden kommt, streift er etwas von Dem Asphaltstaub ab, nimmt aber zugleich feine Sandpartikelchen auf, Die er meitertragt. Auf einer Wiese zerquetscht er Grashalme, und ihr Saft bleibt an Der Sohle kleben. ErDe, Schuhputzmittel, Unrat, Pflanzen usw. bilden so mit ihren Gerüchen die Fährte, weil der Schuh bei jedem Schritt etwas von ihnen ablädt und etwas mit fortnimmt. Oft verlaufen aber zahlreiche Fährten über den gleichen Boden. Dennoch findet der Hund die richtige heraus. Diese Spürleistung grenzt allerdings ans Wunderbare. Man hat die Hunde heute so abgerichtet, daß sie mit absoluter Sicherheit auch bei schwierigster Situation die richtige Spur nicht verlieren denn unterscheiden sie nach dem Alter. Der Duft dieser kleinen Erd-, Asphalt- oder Gras- partikelchen verflüchtigt sich selbstverständlich nach und nach. Eine altere Fährte wird daher nicht so intensiv riechen wie eine, Die eben erst begangen rouroe. Das kann aber Die feine Hundenase unter» scheiden. Der Hund roirD fo sorgfältig dressiert, daß er an Der Stärke Des Geruchs schon Zeitunterschiede von wenigen Minuten ablesen kann. Allerdings kann man immer nur einzelne besonders begabte Xiere fo au5ge3eid)net abrichten, daß sie tatsächlich •li Zechen". Im übrigen verläßt man sich nidjt bloß daraus, daß der Hund wirklich die Fährte L .E"de flndet, sondern Der Hundeführer be« obacbtet Das suchenDe Tier ganz genau, und schon £-U^r-lfinr? Bewegungen kann er oft wertvolle Schluffe für Die Ermittlung eines Verbrechers ober Das Auffinden eines Opfers ziehen. Zweck, die internationalen Gegensätze zu verschärfen und die Unruhe zu vermehren. Je größer Kriegsang st und Kriegsgefahr, desto höher der Gewinn! Das ist die Parole, unter der Europas größter Munitionslieferant sein Geschäft betrieb und die er erst recht beibehalten dürfte, nachdem er im französischen Generalstab seinen besten Privatkunden verloren hat. Ev. Oie Notlage des Mittelstands in Frankreich. ..Mittelstandsblock" gegen „Volksfront". Paris, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Im Pariser Sportpalast fand eine Kundgebung des französischen Mittelstandes statt, als Auftakt für die vom Kriegsminister Daladier geforderte Bildung eines sogen. Mittelstands-Blocks. Von allen Seiten wurde heftiger Einspruch gegen die Politik der Volksfront-Regierung erhoben, die den Mittelstand erdrosselt habe und lediglich an die handarbeitenden Massen denke. Der Kleinhandel sei am Ende seiner Kraft. Er fordert das Recht zum Leben, Gerechtigkeit und Freiheit. Die Vertreter des Mit- telstaüdes werden den Ministerpräsidenten darauf aufmerksam machen, daß sie, wenn notwendig, vorübergehend sogar zu ungesetzlichen Mitteln schreiten würden. Wenn es keinen Mittelstand mehr gebe, werde es auch keine Volksfront-Regierung mehr geben; dann gebe es nur noch Platz für Diktatoren. Die Kundgebung schloß mit dem Gesang der Marseillaise. Unter dem Druck der Beamtenschaft, die schon seit Wochen eine Besserung ihrer finanziellen Lage fordert, und schließlich dazu übergegangen war, der Regierung mit dem Streik zu drohen, hat sich der Ministerpräsident veranlaßt gesehen, die Vorlage für die Gehaltsaufbesserung der Beamten zu beschleunigen. Die Vorlage sieht allerdings keine unmittelbare Erhöhung der Beamtengehälter vor, sondern ledigleich Teuerungszulagen für die unteren Gehalts st ufen und die Sicherstellung gewisser Sparbeträge für die mittleren und höheren Beamten. „Laßt uns aufhören, Deutschland zu fürchten." Die Kolonialfrage mutz bereinigt werden. London, 15. März. (DNB.) Im „Eoening Standard" sagte der konservative Abgeordnete Sir Arnold Wilson: Die deutschen Wünsche seien a u f seine früheren Kolonien beschränkt. Das juristische Argument, daß keine Mandatsmacht ohne die einstimmige Billigung des Völkerbundes eine Kolonie an Deutschland zurückgeben könne, sei unbedeutend und könnte bei gutem Willen beseitigt werden. Das gleiche gelte auch für die Behauptung, daß die Eingeborenen die englische Herrschaft der deutschen vorziehen würden. England habe die Somalis von Jubaland sicher nicht gefragt, als es sie im Jahre 1925 an Italien ausgehändigt habe. Ebenso sei die Bevölkerung von Togo, Ruanda und Urundi nicht gefragt worden, als sie den Franzosen bzw. den Belgiern ausgeliefert wurde. Auch den Hereros von Südwestafrika habe man keine Wahl gelassen. Die Behauptung schließlich, daß die Kolonien für Deutschland keinen wirtschaftlichen Wert hätten, klinge schlecht im Munde einer Nation, deren überseeische Besitzungen so zahlreich seien, daß sie kaum jemand aufzählen könne. England sei stark genug, um ohne Furcht vor weiteren Forderungen Zugeständnisse machen zu können. Die Grenze solcher Zugeständnisse sei der Stand von 1914. Deutschlands Forderung zu verneinen, würde eine Explosion unvermeidlich machen. Er würde die Jugend Englands nicht zum Kampf ausfordern, um Deutschland seine früheren Kolonien vorzuenthalten. Er spreche damit für einen großen Teil der öffentlichen Meinung Englands, der im Parlament und in der Presse kaum zu Worte komme. Abschließend sagt Wilson: „Laßt uns aufhören, Deutschland zu fürchten. Wir müssen anfangen, mit Deutschland im Geiste des Vertrauens zu verhandeln, das sich auf unsere eigene Rüstung und unsere Finanz- und Wirtschaftsstärke stützt. In Deutschland ist heute mehr Freundschaftsgefühl gegenüber England vorhanden, als in irgendeinem anderen großen Staat." Die besten Heime des BDM Eine Besichtigungsfahrt des Gauleiters. NSG. Zu einer kurzen Feierstunde erwarteten Mädel und Jungmädel des Untergaues Dill-Eder am Sonntag den Gauleiter in Herborn, wo 45 Wimpel des BDM. ihre Weihe erhalten sollten. In seiner Ansprache an die Mädel betonte der Gauleiter u. a.: Vorbild und Ansporn werden der jungen Generation immer die Kampfzeit sein und bleiben. Ihr Mädel aber habt eine besondere Aufgabe, das einmal in Zukunft zu werden, was euere Mütter sind und das einmal der kommenden Generation mitzugeben, was ewiges Ziel der Bewegung ist. Vom Führer habt auch ihr den Weg vorgezeichnet bekommen, darum laßt nun die Wimpel flattern. — Durch strömenden Regen ging nun die Fahrt zu den acht ausgesuchten Heimen, die der Gauleiter besichtigte, um unter ihnen das beste Stadt- und Landheim des BDM. auszuzeichnen. Als das beste Landheim bezeichnete der Gauleiter das Heim der Mädel in Groß- Gerau, das sich im alten Wasserturm, dem jetzigen Kreishaus, befindet. Das Heim ist klein, aber gut durchgearbeitet, warm und gemütlich und von den Mädel mit viel Liebe hergerichtet. Selbstgeschnitzte Lampen, Tischdecken und Gardinen geben ihm seinen besonderen Charakter. Als Heim der Stadtmädel gefiel dem Gauleiter das Heim der Hanauer am besten. Es befindet sich in dem alten Stadtschloß, ist aus den einfachsten Mitteln hergerichtet und weist trotzdem eine tadellos klare und saubere Linie auf. Bei der Auswahl dieser beiden Heime lag als Maßstab zugrunde: was haben die Mädel aus den vorhandenen Möglichkeiten geschafft, und welches Heim kommt dem Idealbild eines BDM.- Heimes am nächsten. Groß-Gerau und Hanau werden nun den Preis des Gauleiters erhalten; an alle anderen Orte, Dörfer und Städte des Gaues & illy Fritsch hat geheiratet. MMW EVE Am Montagvormittag fand in Berlin die Trauung von Willy Fritsch mit der Tänzerin Dinah Grace statt. Als Trauzeugen waren der Generaldirektor der Ufa Ludwig Klitzsch (halblinks) und die Schauspielerin Lilian Harvey (links) zugegen. (Scherl-Bilderdienst-M.) geht nochmals der eindringliche Appell, alle Möglichkeiten auszubauen, um oer Jugend des Führers ein würdiges Heim zur Verfügung zu stellen. Oer Reichsberufswetttampf -er deutschen Landjugend. Goslar, 13. März. (DNB.) Nachdem am Samstagmorgen in Ohlendorf bei Goslar der Reichsberufswettkampf der Gruppe Reichsnährstand eröffnet worden war, fand in den Nachmittagsstunden auf dem Marktplatz in Goslar der Schlußappell statt. Oberbannführer Fofinger wies darauf hin, daß im ganzen Reiche 360000 Reichsberufswettkämpfer aus der deutschen Landjugend angetreten seien. Reichsobmann M e i n b e r g geißelte jenes überholte kapitalistische Denken, das dem Leistungsprinzip der deutschen Jugend verständnislos gegenüberstehe. Unbekümmert um die ewig Gestrigen wachse eine neue Jugend heran, die weder romantisch, noch individualistisch sei, aber in ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung eine Lebensverpflichtung erblicke. „Unsere Kinder sollen einmal mehr leisten als wir geleistet haben, damit ihre Kinder wiederum ein noch schöneres Vaterland besitzen, als wir es haben aufbauen können." In dieser Verpflichtung müßten wir die deutsche Jugend erziehen. Die Sondermarke zum Geburtstag des Führers. Berlin, 15. März. (DNB.) Die angekündigte Sondermarke zum Geburtstage des Führers wird einen Freimachungswert von 6 Pf. haben. Die Marke zeigt das Bild des Führers nach einer Aufnahme des Reichsbildberichterstatters Heinrich Hoffmann; ihr Entwurf stammt von Professor Richard Klein (München). Sie wird in Form eines Viererblocks auf Wasserzeichenpapier gedruckt werden; das ganze Blatt wird die Größe einer Po st karte haben. Die Marken in der Größe 23X27,32 mm werden im Rastertiefdruckverfahren gedruckt, das sich zur Wiedergabe von Lichtvildern besonders gut eignet. Unter den vier Marken des Blockes wird ein Ausspruch des Führers ausgedruckt. Die reichsrechtliche Regelung der Feldbereiniaungen. Berlin, 13. März. (DNB.) Durch das Umlegungsgesetz vom 26. Juni 1936 ist der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ermächtigt worden, das Recht der Grundstücksumlegung neu zu regeln. Der bei der Akademie für deutsches Recht bestehende Ausschuß für Bodenkulturrecht befaßte sich nun mit dem Entwurf einer Reichsumlegungsordnung. An der Sitzung nahmen Vertreter aller beteiligten Ministerien teil. Der Ausschuß befaßte sich mit allen grundsätzlichen Fragen des Verfahrens zur Zusammenlegung des zersplitterten ländlichen Grundbesitzes und billigte den Entwurf in seinen Grundzügen. Es ist zu erwarten, daß die für die Maßnahmen zur Besserung der Ernährungs- und Versorgungsgrundlage im Rahmen des Vierjahresplanes wichtige reichsrechtliche Regelung der Feld - und Flurbereinigung in Gestalt der Reichsumlegungsordnung in Kraft treten wird. Durch die Umlegung soll insbesondere eine bessere Bewirtschaftung der Grundstücke mehrerer Eigentümer und eine allgemeine Förderung der Landeskultur durch Zusammenlegung zersplitterten ländlichen Grundbesitzes herbeigeführt werden. Nationale Erfolge in Andalusien. Salamanca, 16. März. (DNB. Funkspruch.) An der Jarama-Front versuchten die Bolschewisten die nationalen Stellungen mit Tanks anzugreifen, wurden aber zurückgeschlagen; zwei sowjetrussische Tanks ließen sie in schwerbeschädigtem Zustand zurück. Die nationalen Truppen konnten einige feindliche Gräben erobern. An der Cordoba- Front eroberten die nationalen Truppen die Ortschaft A l c a r a c e j o s. Ein Bataillon der internationalen Brigade wurde völlig aufgerieben. Alcaracejos liegt 40 Kilometer von den Quecksilberminen bei Almaden entfernt. Durch ihre Eroberung haben sich die nationalen Truppen bis auf 12 Kilometer Pozoblanco genähert.___________ Neuer Streit um die Weihnachtsinsel«? London, 13. März. (DNB.) Es ist möglich, daß die Vereinigten Staaten die britischen Hoheitsanspr ü ch e über die Weihnachtsinsel im südlichen Stillen Ozean bestreiten werden. Die englische Regierung beabsichtigte die Insel zu einem Flugzeug st ützpunkt auszubauen. Der britische Aviso „Leith" lief kürzlich von Suba (Fidschi-Insel) aus, mit dem Auftrag, eine Funkstation auf der Weihnachtsinsel zu errichten. Die Weihnachtsinsel, die im Jahre 1777 am Heiligen Abend von Kapitän Cook entdeckt worden war, war schon öfters der Gegenstand von Besitzstreitigkeiten zwischen England und den Vereinigten Staaten. Einigung bei General Motors. N e u y o r k, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Ver- treter der General Motors Co. und der Gewerkschaft gaben bekannt, daß über alle Streitfragen, bie zu dem letzten Ausstand geführt hatten, eine Einigung erzielt worden sei. Das Abkommen sehe ein Verfahren vor, um in Zukunft Streiks zu verhüten. Ein einheitlicher Mindeststunden- l o h n für alle Werke, sowie die für die Gewerkschaft erstrebte 30-Stundenwoche sind in dem Abkommen nicht enthalten. — Die Zahl der A u s - stände in kleineren Betrieben hat weiter zugenommen. In C h i k a g o streiken 9000 Kellnerinnen, Stenotypistinnen und sämtliche Büroangestellte; ferner Schneider und Bäcker. Kleine politische Nachrichten. Seine Majestät der König von Dänemark, der auf seiner Rückreise aus dem Süden sich in Berlin aufhält, stattete dem Führer und Reichskanzler einen Besuch ab. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing den deutschen Botschafter in Moskau, Grafen von der Schulenburg, und den deutschen Gesandten in Venezuela, Poensgen, zur Meldung. Der Ministerialdirektor im Reichsfinanzministerium Willy E r n st ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Er war seit 1918 Hilfsarbeiter im Preußischen Finanzministerium; 1919 Geh. Finanzrat und Vortragender Rat; 1921 Ministerialdirigent und 1925 Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung für Zölle und Verbrauchsabgaben im Reichs- finanzminifterium. Er hat für die deutsche Zoll- und Handelspolitik, die Verbrauchssteuergesetzgebung und den Grenzdienst hervorragend gewirkt. * Nachdem der frühere Parteiführer der im vorigen Jahre aufgelösten Sozialdemokratischen Partei in Danzig, Abgeordneter Brill, sein Mandat als Abgeordneter niedergelegt hat, ist fein Nachfolger, Abg. Großmann, als Hospitant der nationalsozialistischen Fraktion beigetreten. Ferner haben die Abgeordneten Schwertfeger (Soz.) und Günther (Zentrum) ihren Uebertritt als Hospitanten zur nationalsozialistischen Fraktion vollzogen. * Bei den Gemeindewahlen in Sonderburg (Nordschleswig) vermochten die Deutschen ihre Stimmenzahl von 936 auf 1048 zu erhöhen. Der neue Stadtrat besteht aus zehn Sozialdemokraten, sieben Dänen und vier Deutschen. Auch in dem Kirchspiel Quars (Kreis Apenrade) errangen die Deutschen zu ihrem Sitz im Kirchspielrat auf Kosten der Dänen noch einen weiteren Sitz. * Die litauischen Behörden haben den langjährigen Direktor eines polnischen Gymnasiums und Vorsitzenden der polnischen kulturellen Vereinigung, Jelec, mit Familie aus Litauen ausgewiesen. In Beirut ist nach einem Bombenanschlag auf das Haus des Oppositionspolitikers Bichera Khoury die Libanon-Regierung unter Einbeziehung zweier Mitglieder der Opposition unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Achdab neu gebildet worden. Die Polizei entfernte kommunistische Fahnen, die an Telegraphenmasten von unbekannten Tätern angebracht worden waren. Kunst und Wissenschaft. Höchste Auszeichnung für den neuen Jannings-Film „Der Herrschers * Der neue Emil - Iannings - Film der „Iobi5* „D e r Herrscher" ist von der Filmprüfstelle mit dem höchsten Prädikat als staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll ausgezeichnet worden. 49. Mediziner-Kongreß in Wiesbaden. Die 49. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin wurde durch ihren Vorsitzenden Professor Dr. S i e b e ck (Berlin) in Wiesbaden eröffnet. Etwa 1200 Aerzte sind anwefend, darunter viele Ausländer. In seiner Begrüßungsansprache betonte der VorsiKende die Verpflichtung des Arztes zur wissenschaftlichen Arbeit. Er schilderte die Aufgabe der Inneren Medizin, insbesondere der zeitgemäßen, wie sie sich z. B. aus dem Vierjahresplan ergebe, sowie die jetzige vorbildliche Erziehung des Nachwuchses der praktischen Aerzte. Immer müsse wahres Arzttum die Losung sein. — Ministerialrat Dr. F r e y, als Vertreter der Reichsregierung, gab Sie Zusicherung, daß für die Heranziehung eines ärztlichen Nachwuchses Sorge getragen werde, der durch gediegene wissenschaftliche Ausbildung und durch nationalsozialistische Erziehung eine richtige Berufsauffassung gewinne. Das erste Referat über „Neue Grundsätze der Ernährung" erstattete der Berliner Kinderarzt Prof. B e f f a u. Er betonte, daß die Frauenmilch-Ernährung nach wie vor das Ideal der Ernährung darstelle. Aus der Nährstörung entwickele sich die Nährkrankheit. Das Ziel werde bei einer Nahrung erreicht, die grob-chemisch der Frauenmilch nahekomme unter Hinzufügung bestimmter Stoffe, insbesondere von Peptonen-Extrakten aus der Leber und Cystin. Durch die Ernährung bestehe die Möglichkeit, gewisse Erbträger in der Entwicklung zu hemmen. Auch bei Infektionen befänden sich Fla- jchenfinber gegenüber Brustkindern hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit im Nachteil. Aus aller Welt. Schneidige Rettungstat deutscher Seeleute. In Halifax in Neuschottland ereignete sich ein Unfall, der durch beherztes Eintreter deutscher Matrosen glücklicherweise ohne schwere Folgen blieb. Auf einem mit Besuchern besetzten privaten Motorboot erfolgte in dem Augenblick eine Explosion, als es an der Reeling des deutschen Schulschiffes „Schlesien" angelegt hatte. Das Boot stand im Nu in Flammen, und die Passagiere suchten durch schleunigstes Ueberdordspringen ihr Leben zu retten. Besatzungsmitglieder der „Schlesien" griffen sogleich ein, es gelang ihnen, die im Wasser Schwimmenden zu retten. Elf Besucher hatten Brandwunden erlitten, von denen drei in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. In einem Reuterbericht über die Rettungstat der deutschen Besatzung wird das schneidige Verhalten eines Offiziers hervorgehoben, der vom Deck der „Schlesien" in das eiskalte Wasser sprang, um rettend zu helfen. Tiroler Dorf durch Bergrutsch bedroht. In der Nähe von Innsbruck ist der sog. Blasius- Berg bei Doels in Bewegung geraten. Infolge des Tauwetters und der andauernden Regenfälle bedroht der Berg das hochgelegene Dorf Voels, das etwa 50 bis 60 Häuser umfaßt. Ernstlich gefährdet sind vorläufig das Schulhaus, die Dorfschmiede sowie einige Bauernhäuser. Bisher hat sich die Basis des Berges um etwa 30 Meter verschoben. Lawinenschäden in den italienischen Alpen. Eine Lawie hat am Falzarego-Paß in den Dolomiten das Hotel Falzarego, in dem sich vier Personen befanden, verschüttet. Einer Rettungskolonne gelang es nach großen Anstrengungen, die Verschütteten zu befreien, doch ist die Köchin ihren Verletzungen erlegen. Auch weitere Lawinenschäden werden aus den italienischen Alpen gemeldet. Am Sinclom ist ein Schneeschaufler von einer Lawine verschüttet worden. In Val Do- rezzo bei Brescia sind drei Arbeiter, die eine Stromleitung ausbessern wollten, von einer Lawine erfaßt worden. Der jüngste konnte sich selbst aus dem Schnee befreien und Hilfe holen. So gelang es, seine Kameraden lebend zu bergen. Bombenanschlag gegen die Kathedrale von Montpellier. An einem der Haupteingänge der Kathedrale von Montpellier (Süd-Frankreich) explodierte eine Bombe, die von unbekannten Tätern dort niedergelegt worden war. Durch die Explosion wurden nicht nur die Kirchentür und das Innere der Kirche beschädigt, sondern auch sämtliche Fensterscheiben der umliegenden Häuser zertrümmert. Man glaubt, daß es sich um einen anarchistischen Anschlag handelt. 19efferberid>t des Reichs Wetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die unter heftigen Böen und Schauem eingebrochene Kaltluft hat über dem Festland zum Aufbau eines kräftigen Zwischenhochs geführt. In seinem Bereich hat sich besonders in West- und Süddeutschland bereits Aufheiterung und Beruhigung eingestellt, wobei es in der Nacht zum Dienstag vielerorts zu leichten Strahlungsfrösten kam. Inzwischen macht sich über England und Frankreich das Herannahmen eines Atlantikwirbels durch starken Druckfall und Wetterverschlechterung bemerkbar, der von Westen her auch auf Deutschland übergreifen wird. Aussichten für Mittwoch: Nach meist noch heiterer und fajter Nacht Bewölkungszunahme und anschließend neue verbreitete Niederschläge, wieder auffrischende, zunächst südöstliche und südliche Winde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ! '9ül 1^4- iMä btwc! Auch Fett! Nur noch mit Wasser kurze Zeit kochen! 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Groß-Rechtenbach wurde kampflos Sieger über Katzenfurt und das Treffen Herborn — HolzHandball im Kreis 8 (Lahn-Dill) Turnverein Hörnsheim Sieger der 1. Kreisklaffe. Zwillings- Sportwagen zu kauf, gesucht. HermL.Pfeiffer Heuchelheim bei Gießen [01357 Bachstraße 46. Keine Zeugnisse in ürschriit ivndern nur Zeugnisabschriften dem Br- werbungsichreiben beilegen! — Lichtbilder unoBewerbungsunter» lagen müfien tut Ver- meidung oon Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrtit des Bewerbers tragen! Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Gretel Becker. Ein kinweichrnittel muß billig [ein und viel leisten nehmen Sie MMgeGeeMtbe zum Kochen und Braten 1793D Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschluhrelchem Tinfuhrungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. 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Obwohl die Gäste zahlreichen Ersatz in ihren Reihen hatten, gelang es ihnen, die sich mächtig wehrenden Platzbesitzer sicher niederzuringen. To. Lang-Göns — Tv. Heuchelheim 11:7 (6:3). Die Lang-Gönser hatten sich eine kombinierte Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim verpflichtet und taten damit keinen schlechten Griff. Denn trotz des schlechten Wetters erschienen die Gäste und lieferten den Einheimischen einen schönen und jederzeit spannenden Kampf. Die Gastgeber gingen sofort in Führung und gaben auch während der ganzen ersten und im Anfang der zweiten Halbzeit den Ton an. Dann erst kam Heuchelheim auf und gestaltete das Spiel offen. Aber an dem klaren und verdienten Sieg der Lang-Gönser konnten sie nichts mehr ändern. Die Teuionen sind Meister. Hungen I — Watzenborn.Steinberg I 0:10 (0:8). Mit diesem hohen Siege über die 1. Mannschaft von Hungen schlossen die Teutonen ihre Verbands- spielserie ab und können mit Stolz auf die sicher verdiente Meisterschaft mit einem Vorsprung von vier Punkten vor dem Tabellenzweiten (Klein-Linden) und einer Torzahl von 81:15 zurückblicken. Die Teutonen waren gezwungen, zwei Ersatzleute einzustellen. Diesmal wurden die beiden Außenstürmer ersetzt durch E. Jung und 21. Pitz, so daß die Mannschaft wie folgt aussah: Happel, K. Schmandt, K. Jung, Euler, h. Schmandt, E. Burger, Pitz, Fett, K. Haas, Lang und E. Jung. Mit dieser Elf wurde die 1. Mannschaft von Hungen in ritterlichem Kampfe auf eigenem Platze mit einer 10:0-Nieder- lage beschert. In der ersten Halbzeit war das Spiel lebhafter und daher auch schon der Halbzeitstand von 8:0 Toren, dem in der zweiten Halbzeit nur noch zwei Tore folgen konnten. Daß dieses Spiel sehr einseitig war, ergibt sich schon aus dem Resultat. Die Mehrzahl der Tore wurde von dem Mittelstürmer Karl Haas erzielt, der die schönen Flanken von A. Pitz gut verwandeln konnte. Die Gesamtleistung der Mannschaft war gut. MreiiMi „ „ „ MlM Bei der Gießener Schühengesellschaft 1926. Für die Gießener Schützengesellschaft war es besonders schwierig, Schützen zu gewinnen. Das Wetter war der Sache, besonders in den Vormittagsstunden, wenig günstig, hinzu kam noch, daß der Weg zu den Schießständen der Schützengesellschaft durch den anhaltenden Regen reichlich aufgeweicht war. Immerhin war die Beteiligung der Schützen einiaer- maßen befriedigend und die Schützengesellscyaft konnte den Betrag von 25,70 Mark an das Winterhilfswerk abführen. Beim Opferschießen (3 Schuß Kleinkaliber, 50 Meter, 12er-Ringscheibe) erzielte Heinrich Blum, Gießen, mit 32 Ringen das beste Ergebnis: Zweiter wurde h. Fink, Gießen, mit ebenfalls 32 Ringen. Dritter wurde Karl Heidt, Wieseck, mit 31 Ringen. Außerdem wurde noch um WHW.-Medaillen geschossen, die für diesen Tag eigens herausgegeben worden waren. Im Kleinkaliberschießen (3 Schuß, 50 Meter, 12er-Ringscheibe), gewann Karl Heidt, Wieseck, mit 35 Ringen die vergoldete Medaille, h. Blum mit ebenfalls 35 Ringen die versilberte Medaille und Dr. Wilhelmi, Gießen, mit auch 35 Ringen die bronzene Medaille. Die gleichen Medaillen wurden auch für den Wettbewerb im Großkaliberschießen gegeben, hier errang Sattler- Nähmaschine für Fuß- und elektr. Antrieb mit Motor zu verkaufen. msD Zu erfragen im Gießen. Anzeig. Carl Stückrath Asterweg 47 öelMlulsgmeinWIt MW Herzliche Einladung zum Bibel- und Vekenntnisabend am Mittwoch, dem 17. März 1937, abends 8V4 Uhr im Jobannessaal. Es spricht Vikar H.Schmandt, Gießen, über: Bas 4. Sendschreiben aus der Oll. Jobs. Die Veriiihrurg der Gemeinde■ 1800D Svisrhe sistbe beute eintreft'end 1799D Schellfisch ohne Kopf 500 Gramm.....28 Pfennig Kabeljau ohne Kovf 500 Gramm.....25 Pfennig Filet, eigene Herstellung 500 Gramm.....38 Pfennig M.Grmiewald konnte, in erster Linie veranlaßt durch die günstige Lage seiner Schießstände, ein zahlenmäßig günstigeres Ergebnis erreichen. Der Schützenverein konnte den Betrag von 62,65 Mark an das Winterhilfswerk abführen. Es beteiligten sich auf den Ständen des Schützenvereins insgesamt 73 Schützen, die insgesamt 333 Serien zu je drei Schuß abgaben. Jeder der Schützen hatte sich also mehrere Male beteiligt und dadurch dem WhW. ein beachtliches Opfer gebracht. Erfreulich war es, festzustellen, daß sich der Reitersturm der SA. fast vollzählig eingefunden hatte. Auch NSKK.-Männer beteiligten sich lebhaft, so daß auf den Schießständen während der Stunden bis zum Einbruch der Dunkelheit reger Betrieb herrschte. Selbstverständlich hatten sich auch die Mitglieder des Vereins eingefunden, um an dem Schießen teilzunehmen. Folgende Schützen toten sich mit guten Ergebnissen hervor: W. Schilling (jun.), Gießen, errang 36 Ringe: Gg. Schilling (sen.), 35 Ringe; Hans Schmoll, Gießen, 34 Ringe; Wilhelm Scheidt, Gießen, 34; Heinrich Appel, 34; Meisenbach, Nieder-Bessingen, 34 Ringe und Julius Funk, Gießen, 33 Ringe. Alle Schützen, die 34 Ringe und darüber erzielten, wurden mit der vergoldeten WHW.-Medaille ausgezeichnet. Schützen, die 30 und 33 Ringe erzielten, erhielten die silberne Medaille. ausgezeichneten technischen Können der Gäste setzte es einen Kampfeswillen entgegen, der fchon früher hätte vorhanden sein Kohlen Koks ,ooL Briketts Eiform Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4u.6 Ruf 3925 G. m. b. ri. Gießen, Marktplatz Zu verkaufen: Vertiko ält. Schreibtisch metollDogeitäftq 64x52x32. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gießen. Anzeigers. 01361 Wenn auch das Wetter am letzten Sonntag wieder vollständig daneben geraten war, so sind die Spiele der 1. Kreisklasse wenigstens soweit gefördert worden, daß nunmehr der Sieger feststeht. Mit dkm Tv. Hörnsheim ist die zur Zeit beständigste Mannschaft Meister geworden und hat darüber hinaus das gutgemacht, was ihr bereits im vergangenen Jahr durch allerlei mißliche Umstände nicht möglich war. Nach der Elf der hörnsheimer zu urteilen, wird sie auch in der Bezirksklasse ihren Mann stellen. Der überaus günstige Tabellenstand — es wurde während der Runde kein Spiel verloren — läßt diesen Schluß ohne weiteres zu. — Ob auch der klar an zweiter Stelle liegende Tv. Holzheim aufsteigen wird, steht noch nicht fest. Die Die 2. Mannschaft hatte einen schweren Gang nach Muschenheim. Da es auch in diesem Spiel um die Meisterschaft ging, erklärten sich in Ruhe getretene Spieler bereit, dieses wichtige Spiel mit« zumachen, und es gelang ihnen auch, die 1. Mannschaft von Muschenheim, die auch Anwärter auf die Meisterschaft war, in einem harten Kampfe mit 4:2 zu besiegen. In der ersten Halbzeit gingen die Teutonen durch Buß mit 2:0 in Führung, dem die Muschenheimer nur einen Treffer entgegensetzen konnten. Kurz nach Halbzeit glichen die Platzbesitzer aus und drängten auch weiter um die Führung, die aber durch die gute verstärkte Hintermannschaft der Gäste vereitelt wurde. Bis zum Schluß gelang es Fischer und E. Happel, den Stand auf 4:2 zu erhöhen. Die 2. Mannchsaft hat sich mit diesem Sieg nach den ersten Tabellenplatz gehalten und wird sich auch noch in dem letzten Spiel auf eigenem Platze gegen die 1. Mannschaft von Grüningen unstrengen. Saasen Jgd. — Lauterbach Igd. 2:0 (1:0). Saasens Jugend weilte am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Lauterbach und konnte einen schönen Sieg mit nach Hause bringen. Die Mannschaft befindet sich zur Zeit in einer sehr guten Verfassung. Das Ergebnis beweist es erneut. Lollar 3ugenb — Staufenberg Jugend 3:0. Die Jugendmannschaft von Staufenberg weilte am Sonntag zum Spiel in Lollar, schnitt aber wenig glücklich ab. Die Lollarer siegten sicher mit 3:0 Toren. Das ursprünglich vorgesehene Spiel bet Staufenberger Mannschaft gegen Londorf mußte der schlechten Platzverhältnisse wegen ausfallen. Kurze Gportnotizen. Meisterschaften im Frauenrudern sollen künftig durchgeführt werden. In Frage käme eine Meisterschaft im Doppelvierer. Außerdem soll versucht werden, den internationalen Verband zur Durchführung einer Frauen-Europameisterschaft zu veranlassen und außerdem das Frauen-Rudern in das Olympische Programm aufzunehmen. Vom Fachamt Schwimmen wurden die deutschen Rekorde von Nixe Magdeburg (3 mal 200 Meter Kraul in 8:53,1) und Düsseldorf 98 (Schwellstaffel in 6:30) anerkannt. D i e Wasserball -M ei st erschüft 19 3 7 wird im Sommer 1937 ausgetragen. Zugelassen werden bis zu 16 Mannschaften, die zuerst wieder Gruppenturniere durchführen. Neu ist dann ein als Vorschlußrunde gedachtes weiteres Turnier, wäh- rend die beiden Ersten ein Endspiel austragen, so daß die Ermittelung des Meisters mit dem Rechenschieber wie in diesem Jahre ausgeschlossen ist. Frl. Zehden wurde beim internationalen Tennisturnier in Bordighera dreifache Siegerin. Sie gewann das Einzel, mit Edith Sander zusammen das Doppel und mit dem Italiener Palmieri als Partner das Gemischte Doppel. Haus-, Laden- und Büromöbel, Schreib- u. Nähmafchinen, Grammophone, Möbel- und Vorhangstoffe, Bettfedern, Registrierkassen, Kassenschränke, Sofas, Ladentheken, Radios, Staubsauger, Besen, Bürsten, Kordel, Körbe und a. m. ferner kommen bestimmt zur Versteigerung: 1 Ziehharmonika, versch. Bücher, 1 Drilling, 1 Atlas, 2 Bilder, Klapp- und Haarhüte, Mützen, Möbel aller Art, größere Posten Wollstoffe u. dergl. Bittors Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 42, Telefon 3660 Miilmi 3 Zimms« Küche, Bad, komplett eingerichtet, mit kleinem Garten, luml-WUuDermieien. Schriftliche Angebote unt. 1792D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mittwoch, den 17. Marz 1937, nachmittags 2 Uhr beginnend, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Laden), bezw. an Ort und Stelle, zwangsweise ge- Schmiedgesells der selbständig arbeiten kann u. mit Reparatur von Landmaschinen bewandert ist, für sofort in Dauerstellung mit Familienanschluß gesucht. Schr. Ang. unt. 01351 a.d.G.A. Nicht zu junges, kräftiges llbmitteii in Arzthaushalt gesucht. Heugn. u. Bild emsend. Schriftl. Angeb. unt. 17661) a. den Gießen. Anzeig. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl’schenDruckerei Für den Naturfreund ! Dos Opferschießen, das ^ie beiden Gießener Fritz Dewald, Gießen, mit 34 Ringen die ver- Schützenoereine abhielten, stand am Sonntag etwas goldete, Konrad Becker mit 33 Ringen die oer- im Schatten der großen Veranstaltungen der Wehr- silberte und Eduard G 0 n d n e r , Gießen, mit ebenmacht. Die Vereine ließen sich dessen aber nicht ver-! falls 33 Ringen die bronzene WhW.-Medaille, drießen und führten ihre Veranstaltung mit aller | Der Schühenverein Gießen Sorgfalt durch. So konnten auch sie einen erfreulichen Beitrag zum Winterhilfswerk geben. Vermietungen] 1 — 2 Mans.- Zimmer mit Küche in Alicenstraße ver 1. April zu vermieten. Schr. Angeb. u. 01352 an d. Gieß. An;. | Mietgesuche [ Dauermieter sucht freundlich möbl. Zimmer i. gepflegt.Haushalt mit Frühstück und mögt, voller Verpflegung.FreieLage bevorzugt. Schr. Angeb. m. Preis usw.unt. 1788V an d. Gieß. Anz. HG(l)ld|fCöon3blfl 20 v. 6. erhalten Eie bet wiederholten Ans« nahmen einer Anzeig» Junger 01362 Beifahrer der alle Arbeiten mit übernimmt, sofort gesucht. Hrch. Heeb Rohprodukte Lang-Cöns. Sauberes Mädchen mit guten Zeugnissen z. 1. April gesucht. 01347 Thble Liebigstraßel51. Erfahrenes i76?d Mädehen für sof. gesucht. Bäckerei Bende Crednerstraße34 Seefische billig Schellfisch, o. 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Versucht er sich auch ab und zu nod) einmal als den strengen Herrn aufzuspielen, so ist seine Macht unter den siegreichen Strahlen der Sonne doch bald gebrochen. Stolz heben die Schneeglöckchen ihre weißen Köpfchen empor und auch der Krokus schiebt seine Blätter und Blüten durch den mütterlichen Boden. Bäume und Sträucher bemühen sich um die Wette, ihre Frühlingskleider anzulegen. Die harten, trocknen Knospen und Spitzen werden weicher, runder und saftiger und warten gierig auf die wärmenden Strahlen'der Sonne, um sich ganz in ihrer grünen Pracht zu zeigen. Jeder Tag bringt neue Wunder. Auf die grauen Stämme der Bäume malt die Sonne warme Farbentöne. Aufleuchten läßt sie das Alte und das Neue, das Lebendige und das Tote, das junge Grün und das alte Laub, das dürre Gras und die welken Reiser. Im Walde lockt des Grünspechts Jubelruf, des Finken Schlag, der Meisen helles Läuten, und versteckt im Laube öffnet das Windbuschröschen seine zarten rosa Kelche. Im Unterholz entfaltet der Seidelbast prahlerisch seine duftenden Blüten. Die Waldameisen sind aus ihrer Todesstarre erwacht, in ihren Bauen beginnt es sich zu regen. Unter den wärmenden Strahlen der Sonne hebt ein lustiges Kribbeln und Krabbeln an, eine emsige Geschäftigkeit vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Lange bevor führte die Tanz- oder Wintermücke in der Luft ihre wunderlichen Tänze auf, um bald aber, ehe das andere summende, brummende Volk erwacht, wieder in das welke Laub zurückzufallen und zu sterben. Noch ist es Vorfrühling, und in dieser Zeit freuen wir uns am meisten über jedes grüne Blättchen, über die ersten Kätzchen der Weiden und Haselsträucher und mit frohen Augen durchwandern wir die erwachenden Wälder. Ein Frühlingsweben geht durch die Natur, still und tief wie ein Atemzug der Ewigkeit. M. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. Großkundgebung der HI. 20.30 Uhr in der Volkshalle: es spricht Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. — Gießener Konzertoerein: 20 bis 22 Uhr: 3. Orchesterkonzert, Solistin Lubka Kolessa, im Stadttheater. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebe geht seltsame Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". Stadtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Heu.te abend findet im Städttheater das dritte Orchesterkonzert statt. Es bringt drei bedeutende, aber leichtverständliche und vorwiegend heitere Werke. Schuberts Ouvertüre zur „Zauberharfe" (Rosamunde): Beethovens Zweite Symphonie in D-dur; die allgemein beliebte Künstlerin Lubka Kolessa spielt das Klavierkonzert von Rodert Schumann. Die Ausführung des Konzerts liegt in den Händen des Städtischen Orchesters, die Leitung hat Prof. T e m e s v a r y. Das Konzert findet als 23. Vorstellung der Dienstag-Miete und gleichzeitig als 8. Konzert des Gießener Konzertvereins statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — NSDAP., Gießen-Nord. Veit.: Kundgebung der Hitler-Jugend in der Volkshalle. Sämtliche Politischen Leiter und Mitarbeiter treten heute Dienstag um 19.15 Uhr vor der Geschäftsstelle, Marburger Straße 20, an. Rach 97 Tagen. Von Heinrich Hauser. Nach 97 Tagen Seefahrt auf dem Segelschiff „Pamir" ging unser Mitarbeiter Heinrich Hauser in Port Lincoln in Australien an Land. Hier schildert er seine ersten Erlebnisse im fünften Erdteil. Ich kann es gar nicht so schnell verarbeiten, was gestern und heute geschehen ist, und ich habe kaum Zeit zu schreiben. Gestern früh waren wir vor Anker gegangen. Es folgten schreckliche Stunden des Wartens. Als der Hafenmeister und der Arzt bis Mittag nicht an Bord waren, beschloß ich, das Warten aufzugeben. Ich schlief. Um halb vier weckte mich der Steward. Sie kommen! — Sie waren schon da. Aus einem automobilartigen Motorboot kletterten zwei Männer, hager, beide, mit gelber Haut und scharfen energischen Zügen, Arzt und Hafenmeister. Erste Frage: Ist Krieg in Europa? — Wir erfahren von der gefährlichen Lage in Spanien und von der Abdankung des Königs von England. Die Geschichte klingt so unwahrscheinlich, daß ich zweimal fragen muß. Wir sind dann bald im tiefsten Gespräch über Literatur, Australien und den Rest der Welt. Alle meine Befürchtungen schwinden. Die Menschen sind reizend, der Arzt hochgebildet. Der Hafenmeister hat leider keine Zähne im Unterkiefer, darum verstehe ich ihn schwer. Er hat den typischen Dialekt, den man in Amerika „Southern Drawl" nennt. Ich fragte, ob ich mit ihnen an Land fahren könne. „Natürlich" — man hatte nichts einzuwenden. Mit einem inneren Jubel packte ich, und vergaß in der Hast, Strümpfe anzuziehen. Und doch war ich traurig, als ich von Bord ging. Es war wie eine Treulosigkeit. Sind wir denn immer zur Treulosigkeit verurteilt unser ganzes Leben lang? Man winkte mir lange nach, und ich hielt mich fest an dem verdammten Motorboot, das rollte wie ein Faß. Die Bootsbesatzung bestand aus zwei Männern, die tatsächlich aussahen, wie man Wild-West in amerikanischen Filmen darstellt. Staunend sah ich sie an, diese ganz fremden Wesen, und glaubte nicht die geringste Beziehung zu ihnen zu haben. Aber der eine hatte eine deutsche Mutter gehabt. Er sprach noch ein paar Worte deutsch. Der andere war als Kriegsgefangener in Deutschland gewesen. Er sprach auch' deutsch — einige auch heute noch gangbare Flüche. Ja, es ist eine kleine Welt, und man Ortsgruppe Gießen-Ost. Heute spricht in der Kundgebung der Hitler- Jugend Reichsstalthalter und Gauleiter Sprenger in der Volkshalle. Beginn 20.30 Uhr. Wir verpflichten sämtliche Parteigenossen und -genossinnen zur Teilnahme an der Kundgebung. Amt für Berufserziehung der OAF. Sämtliche Lehrgänge der DAF. fallen am heutigen Dienstag wegen der Großkundgebung mit Gauleiter Sprenger in der Dolkshalle aus. Eiersammlung für das WSW. Jedes große deutsche Fest, wie Weihnachten. Ostern und Pfingsten, zeichnet sich durch Gebräuche aus, die in unferm Volke so fest verwurzelt sind und ohne die das Fest eben kein Fest ist. So wie ein deutsches Weihnachtsfest unvorstellbar wäre ohne den deutschen Weihnachtsbaum, oder das Pfingstfest unvorstellbar ohne das Maiengrün, so gibt es auch kein deutsches Ostern ohne Ostereier. Unter unseren deutschen Volksgenossen gibt es noch sehr viele, die nicht in der Lage sind, vor allen Dingen, wenn es sich um kinderreiche Familien handelt, den Ihren diese notwendige Voraussetzung für ein freudiges Osterfest zu beschaffen. Hier springt wiederum die Gemeinschaft ein, und derjenige, der hier abgeben kann, opfert für die Bedürftigen. So führt das WHW. des deutschen Volkes auch in diesem Jahr in der Vorosterzeit, und zwar innerhalb unseres Kreisgebieles Wetterau in der Zeit vom 15. bis 19. d. 211., wieder eine Eiersammlung durch, für die sich die 21$.- Irauenschafl und der BD2N. aktiv einsehen werden. Wir wissen, daß die Jahreszeit den Eiervorrat noch recht knapp hält, aber wir wissen auch, daß keinem wahren deutschen Menschen, ob Mann, Frau oder Kind, zu Ostern sein Osterei schmecken wird, wenn er nicht weiß, daß auch er sein Teil abgegeben hat an die, die in Not sind. Gebt darum den sammelnden Frauen und Mädchen Eier für das WHW! Die Kreisführung Wetterau des WHW. Keine marschierenden Truppen und Kolonnen durchfahren. Der Standortälteste der Garnison Gießen teilt uns mit: Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Zivil-Fahrzeuge auf den Straßen der Stadt versucht haben, marschierende Truppen und Kolonnen zu durchfahren. In zwei Fällen hat sich der Standortälteste veranlaßt gesehen, Strafanträge zu stellen. Es wird deshalb an dieser Stelle erneut bekanntgegeben, daß jedes Durchfahren von militärischen Kolonnen strengstens verboten ist; ausist auf irgendeine Weise beinahe Überall auf ihr zu Hause. Vor uns lag jetzt eine Bucht, ein langes Bollwerk ragte in sie hinein —, im Halbkreis um die Bucht dehnte sich die Stadt, sehr locker gebaut, meist rote Dächer, ganz im Grünen, oder vielmehr: im Grauen, denn australische Bäume wirken aus der Ferne grau. Am Fuß des Bollwerks das kleine Bürohaus des Hafenmeisters — ein großes Lagerhaus aus Wellblech — ein Schienenstrang — eine Asphaltstraße. Und das Auto des Doktors stand auf dieser Straße. Oh, es war herrlich, wieder in ein Auto zu steigen. Für mein Leben gern hätte ich es hupen hören, aber Hupen scheint in Port Lincoln nicht Sitte; so lange ich dort war, hörte ich keinen Hupenton. Das Hotel war neu, vom Bungalowtyp, mit großen, umlaufenden Balkons. Es war erstaunlich gut groß und erstaunlich gut eingerichtet für eine Stadt von 5000 Einwohnern. Aber eine solche Kleinstadt bedeutet hier mehr, als sie in Deutschland bedeuten würde; sie ist in ganz anderer Weise Zentrum. Das Haus war ganz auf das Tropenklima eingerichtet, Ventilationsklappen in den Wänden, über der Tür. Und es gab fließendes heißes und kaltes Wasser. Bisher hatte ich wie ein Automat gehandelt — ein Hotel war schließlich ein Hotel, überall in de? Welt. Aber bei dem fließenden Wasser hörte der Automat auf zu funktionieren. Ich füllte ein Segelschiffsquantum ins Waschbecken und drehte ängstlich den Hahn zu: Um Himmelswillen — nicht zuviel verbrauchen! Und plötzlich lachte ich: es war zu verrückt. Es war nicht mehr nötig, mit Wasser zu sparen. Ich ging zur Post. Ich hatte erfahren, es sei abends ein Beamter in der Telephonzentrale. Das Postamt war der Mittelpunkt der Stadt, ganz wie sich das gehört. Es gab da eine Hauptstraße am Strand entlang. Sie war nur an einer Seite bebaut. Alle Läden hatten Arkaden über dem Bürgersteig. Die Bauart der Häuser war fast durchweg leicht, dünne Wände aus Zement, Asbestplatten, Wellblechdächer, aber das ist völlig ausreichend in diesem warmen Klima. Häuser in unserem Sinn waren nur die Banken — es gab vier in der einen Straße — und öffentliche Gebäude, wie Stadthalle und Post. Sehr beruhigt war ich, daß die Menschen auf der Straße ganz gewöhnliche Sakkos trugen — keineswegs Tropenanzüge. Die Jugend trug Flanellhosen und gestreifte Klubjacken. Irgendwoher klang Radiomusik. Etwas Neues? Ich lauschte: Nein, es war nur eine tausendste Variante brünstiger Jazzmusik. genommen hiervon sind lediglich Fahrzeuge der Feuerwehr und Polizei. Die Truppenteile sind angewiesen worden, mit allen Mitteln die Unsitte des unberechtigten Durchfahrens zu verhindern und in UeberfretungsfäUen die betreffenden Fahrzeugführer, Radfahrer und Fußgänger zur Anzeige zu bringen. Oie neuen Geräte der Gießener Feuerwehr. In Ergänzung des Berichtes über die neuen Feuerlöschgeräte der Gießener Städtischen Feuerwehr können wir nach einer aufschlußreichen Rücksprache mit Brandinspektor Lenz noch einige Einzelheiten über die Ausrüstung und über die Neuerungen sowohl der Motorleiter, wie auch der Motorspritze mitteilen. Die Motorleiter hat, so hörten wir, nicht nur eine Kippsicherung, sondern auch eine A n - stoß-Sicherung, die automatisch in Funktion tritt, sobald die Leiter beim Ausziehen Ober bei einer Bewegung auf Widerstand stößt. Ferner ist die Motorleiter noch mit einer sogenannten Ter- rainregulierung ausgestattet, das heißt, es sind Vorrichtungen vorhanden, die ein lotrechtes Ausziehen der Leiter auch dann gestatten, wenn der Wagen selbst auf unebenem oder geneigtem Gelände steht. Die Leiter selbst ist ganz aus Stahl gefertigt und lediglich die Sprossen sind mit Holz belegt. Die Leiter kann übrigens auch in ausgezogenem Zustande an Mauern angelehnt werden. Sie läßt sich außerdem während dem Ausziehen um 360 Grad drehen. Don der Motorspritze ist nachzutragen, daß der Mannschaftsraum nicht nur gegen alle äußeren Witterungseinflüsse abgeschlossen, sondern sogar auch heizbar ist. Der Wagen, der die Motorspritze trägt, ist unter anderem auch mit einer Anzahl neuzeitlicher Geräte für Stark st romunfälle ausgerüstet. Ferner sind Hilfsmittel vorhanden, die eine provisorische Wiederherstellung von gestörten Starkstromleitungen gestatten. Der Wagen enthält einen ausgezeichnet ausgerüsteten Sanitätskasten und einen Kasten für Aerztebe- st e ck e, der dem Arzt eine Fülle von Hilfsmitteln schon für ein Eingreifen am Unfallort zur Verfügung stellt. Bei dem der Motorpumpe kombiniert angeschlos- enen Schaumaerät handelt es sich um ein leistungs- ähiges Luftschaumgerät. Die Leistung der Motor- pritze selbst beläuft sich je Minute auf 3000 Liter bei 80 Meter Förderhöhe. Die Ausrüstung der Motorspritze mit Leitern ist universell. Auf dem Wagen sind sowohl drei Hakenleitern, eine 15 Meter lange Schiebeleiter, eine Stockleiter und eine Einsteckleiter befestigt und rasch greifbar. Man sieht also, daß mit diesen Neuanschaffungen der Gießener Städtischen Feuerwehr die modernsten Hilfsmittel an die Hand gegeben worden sind, die die einschlägige Industrie zu bieten hat. Eine feminin klingende Männerstimme sang von Liebe und Mondschein. Wie immer. Die Welt war unverändert. Junge Mädchen in Abendkleidern gingen zum Tanz mit dem beschwingten Schritt und dem Glanz in den Augen, den die Jugend hat, wenn sie sich sehr auf etwas freut. Nach 97 Tagen sah ich wieder Frauen. Es war ein sonderbares Tanzstundengefühl; ich errötete beinahe, als ich die erste sah — sie war so rund. Unpassend rund wie ich fand, aber als sich Vergleichsmöglichkeiten ergaben, fand ich: es handelt sich um ein ganz normales Exemplar. Dann bummlte ich durch die abendliche Stadt. Den Hügel hinauf lockerte sie sich mehr und mehr, aus Asphaltstraßen wurden breite Sandwege. Wellblech-Wassertanks, unter den Dachrinnen aufgestellt, waren typisch und erinnerten an die Wasserarmut des Landes. Ueberall wo grüner Rasen war, befand sich auch ein Sprengapparat; beides gehörte zusammen. Die Vereinigung verschiedenster Berufe in einer Hand fiel auf: ein Sattler reparierte Motoren, ein Cafe war auch ein Unternehmen für chemische Reinigung, eine Tankstelle nebenher eine Agentur für Land und Vieh. Ja, es war immerhin ein Kolonialland, es gab noch Reste von dem einst vorherrschenden Typ des „Allroundman“. Einsames, spätes Dinner im Hotel. Es standen Blumen auf dem Tisch, das war mir wie ein Wunder. Aber die englische Küche scheint in den Kolonien die gleiche zu sein wie daheim, die Küche, die eine unfaßbare Gabe besitzt, aus den besten Nahrungsmitteln und Zutaten einen total faden Geschmack herauszuholen. Und dann zu Bett. Zum erstenmal feit 97 Tagen konnte ich die Arme um mich ausbreiten, ohne an Kojenbretter zu stoßen. Ich war so erregt, daß ich unbedingt eine beruhigende Zeitung vor dem Schlafen lesen mußte. Ich hatte keine Zeitung. Ich nahm das Zeitungspapier, mit dem die Schränke ausgelegt waren. Es war nur zwei Monate alt, für mich immer noch neu. ♦ Es regnete am Morgen, es regnete den ganzen Tag. Das sei höchst ungewöhnlich, sagten die Eingeborenen. Aber dies ganze Jahr sei ungewöhnlich. Das ungewöhnliche Wetter ist leider mein Geschick. Vor Jahren ging ich, auf der Flucht vor dem Winter, nach Marroko. Es schneite dort. „Nein, was für ein Glück Sie haben!" sagten die Leute dort, „Sie erleben diese seltene Phänomen; seit 20 Jahren schneit es bei uns zum ersten Male!" Ich empfand es nicht als besonderes Glück. Ich war ja gerade vor dem Winter ausgeriffen. Groß-Kundgebung der HZ. mit Gauleiter Sprenger. Am heutigen Dienstag, 16. INärz, um 20.30 Uhr, spricht in der Votkshalle zu Gießen der Gauleiter und Reichsstatthatter Sprenger in einer Großkundgebung der Hitter-Zngend. Er spricht zur Elternschaft. Daher: Partei - und Volksgenossen erscheint alle! Die Hitler-Zugend erwartet alle heute abend 20.30 Uhr in der Votkshalle! Der Eintritt ist frei! Die Volkshalle ist geheizt! Die Bann- und Znngbannsührung 116. Vorzugsrenten vom 1. April 1937 ab. DNB. Am 1. April 1937 beginnen für Vorzugs- rentengläubiger die Auswirkungen des Gesetzes zur Aenderung und Ergänzung von Vorschriften auf dem Gebiete des Finanzwesens vom 23. März 1934. Nach dem 31. März 1937 kann grundsätzlich ein Antrag auf Vorzugsrente nicht mehr gestellt werden. Es find jedoch Ausnahmen zugelassen. Auch nach dem 31. März 1937 sind antragsberechtigt: 1. der überlebende Ehegatte des Urerwerbers, wenn der verstorbene Urerwerber die einfache Vorzugsrente bis zu seinem Tode bezogen hat, 2. die Eltern und Kinder des Urerwerbers, wenn sie wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen dauernd erwerbsunfähig find. — Für das Antrags- recht der Eltern und Kinder ist es nicht erforderlich, daß der Urerwerber überhaupt Vorzugsrente bis zu feinem Tode bezogen hat. 3. Urerwerber ist derjenige, dem im Umtausch gegen Markanleihen Reichsauslosungsrechte auf Grund des Anleiheablösungsgesetzes zuerkannt worden sind. 4. Der ursprüngliche Bezieher erhöhter Dorzugsrente, dessen Rente aus einem der im § 21 Absatz 1 Ziffer I bis III des Anleiheablösungsgesetzes bezeichneten Gründe erloschen ist. Bereits bewilligte Vorzugsrenten bleiben weiter, ohne daß der Gläubiger einen neuen Antrag zu stellen hätte. Allerdings nehmen vom 1. April 1937 ab bei der einfachen Vorzugsrente die Auslosungsrechte, die der Vorzugsrente zugrunde liegen, an der Auslosung teil. Wird ein Äuslosungsrecht in einer der bis 1955 vorzunehmenden Auslosungen gezogen, so hat der Gläubiger das Wahlrecht, ob er den Einlösungsbetrag oder statt der bisher bezogenen einfachen Vorzugsrente die erhöhte Dorzugsrente beziehen will. Einfache Vorzugsrente kann er nach Ziehung des Auslosungsrechts für diese nicht weiter erhalten. Nähere Auskünfte erteilen die Bezirksfürsorge- stellen. Oie Ehrennadel für die Frauen von Gießen-Güd. Die Frauenschaft Gießen-Süd versammelte sich zu einer besonderen Feierstunde im schon geschmückten Saal des Studentenheims. Nach einer ehrenden Ansprache des Ortsgruppenleiters Pg. Holländer wurde den ersten Mitgliedern der Frauenschaft Gie- ßen-Süd als Zeichen des Dankes für treue Mitarbeit in der Zeit des Kampfes das vom Führer gestiftete Ehrenabzeichen überreicht. Die erste Leiterin der damaligen Sektton Gießen-Süd schilderte dann die Arbeit der Frauen und ließ alle schönen, aber auch schweren, gemeinsam verlebten Stunden noch einmal wach werden. 54 Mitglieder erhielten die Ehrennadel. Durch gut vorgetragene Gesänge von Frau W e y l und Pg. Dietrich wurde der Abend ausgeschmückt. F. K. Frauenarbeit im Volksbund für das Deutschtum im Ausland. Die Frauengruppe des VDA. fand sich im Studentenheim zusammen. Frau E n g a u begrüßte die Besucher und gab das Wort der Amtsträgerin für Frauenarbeit im Landesverband Hessen, die aus Darmstadt gekommen war, um über die sehr umfangreiche Frauenarbeit für das Volkstum im Ausland zu sprechen. Fräulein Bloch übermittelte zunächst der scheidenden Leiterin Frau Eger den Dank der Landesleitung für ihre pflichttreue Arbeit, die sie seit fünf Jahren in der hiesigen Gruppe geleistet hatte. Die putzen Sie ein Klavier mit 5and? Das würde seinem Glanz wohl nicht bekommen. Genau so isfs mil Ihren Zähnen. Für sie ist das Feinste gerade gut genug. Probieren Sie mal Nivea-Zahnpasta. Die erhält Ihre •* Zähne u. schont den Zahnschmelz. In Australien war das Jahr ungewöhnlich, weil der Winter (unser letzter Sommer) sehr trocken war. Man befürchtete das Schlimmste für die Saaten, aber im Frühling und im Sommer, während der Wachstumszeit, da es sonst trocken ist, fiel genügend Regen. Die Ernte ist ausgezeichnet, ein Rekord — und dabei steigen täglich die Getreidepreise. Ich lernte eine ganze Menge Menschen kennen, im Hotel, in den Läden, bei den Behörden. Es war kein einziger darunter, der nicht nett und höflich gewesen wäre. Die Tatsache, daß ich Deutscher war, machte sie nur freundlicher. Ich hatte nicht die geringsten Zoll- und Paßschwierigkeiten. Der Zollinspektor und Hasenmei- ster gab mir sogar einen Empfehlungsbrief an die Behörden von Port Adelaide mit. Es scheint ein Land zu sein, wo man sich gegenseitig hilft — ein Kolonialland. Die Besitzerin meines Hotels beispielsweise bat mich, ihr eine elektrische Birne in eine Deckenlampe einzuschrauben. Natürlich tat ich das mit Vergnügen. Hinterher dachte ich: Wie sonderbar — eine solche Bitte hat man mir in einem deutschen Hotels niemals gestellt. Ja, warum denn eigentlich nicht? Abends ging ich mit meinen Siebensachen an Bord des Schiffes, das mich über Nacht nach Port Adelaide bringt. Es war eine schone Sache, einen Motor unter den Füßen zu haben und gegen den Wind fahren zu können. Aber wo in diesem Gewimmel von Stewards, Stewardessen und (leider Gottes seekranken) Passagieren — wo war die Würde, die tiefe Tragik der letzten Segelschiffe? Kampf zwischen Flugzeug und Adler. Ein merkwürdiger Zweikampf zwischen einem Flugzeug und einem großen Adler wird aus Addis Abeba berichtet. Das Flugzeug war im Begriff, von einem Besichtigungsflug im Inneren des Landes nach der abessinischen Hauptstadt zurückzukeh- ren, mit einer Besatzung von zwei Fliegern und mehreren Soldaten, als es plötzlich von einem riesigen Adler angegriffen wurde. Ein Maschinengewehr wurde nad) dem Vogel abgeschossen, jedock) ohne ihn zu verletzen. Der 'Adler "schlug nach dem Flugzeug, beschädigte die Maschine und verwund bete den einen der beiden Flieger mit seinem starken Schnabel an der Stirn. Die Besatzung mußt« sich mit allen Kräften zur Wehr setzen, und endlich stürzte der Adler dod) getroffen nieder. Aber auch das Flugzeug mußte in der Nähe der Stadt niedergehen. Der Adler, der von einem Eingeborenen gefunden wurde, hatte eine bedeutende Flügel- fpannweite. Rednerin gab dann einen klaren Ueberblick über die vielseitige Arbeit der Frauengruppen. Da ein Drittel unseres Volkstums, 34 Millionen, gezwungen unter fremder Staatshoheit lebt, ist eine ungeheure Arbeit des betreuenden Verbandes zu leisten. Der VDA. ist der Mittler geworden zwischen diesen blutsverwandten Menschen und ihrem Mutterlande. Wie groß die wirtschaftliche Not und die seelische Bedrängnis dieser Menschen ist, die zum Teil erst durch den Schandoertrag von Versailles mit den abgetrennten Gebieten ihrem Volke entrissen wurden, das haben wir alle miterlebt bei der Not der Deutschen in Litauen und Qual der Sudetendeutschen. Fräulein Bloch schilderte dann in eindrucksvoller Weise ihre Erlebnisse auf einer Reise nach Rumänien. Sie erzählte von den deutschen Menschen im Buchenland, wo sich deutscher Brauch und deutsche Sitte noch stark und echt erhalten haben, und sprach von der schönen, kleidsamen Tracht, die Männer und Frauen voll Stolz tragen: sie berichtete aber auch von der Treue und der dankbaren Anhänglichkeit an das Mutterland. Die Frauen folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit und nahmen vieles zu Kerzen. Sie fühlten zutiefft die Verpflichtung, mitzuarbeiten und mitzuhelfen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit $ti stärken und immer fester zu knüpfen. Gesang ünb Gedichte umrahmten den Vortrag. F. K. Vereidigung des E-Bataillons auf dem Gleiberg. Der neue Ausbildungslehrgang unseres E.-Ba- taillons wird heute um 12 Uhr auf dem Gleiberg vereidigt. Kompanieweise rückten heute gegen 10 Uhr die Mannschaften von ihrer Unterkunft aus zur Burg ab. Zwischen 15.30 und 16 Uhr wird das Bataillon auf dem Rückmarsch vom Gleiberg wieder die Stadt passieren. Voraussichtlich wird das Bataillon mit Musik durch die Stadt marschieren. Gärtner im Reichsberufswettkampf. Am Samstag unterzogen sich auch die jungen Gärtner aus Gießen und Umgebung, 44 an der Zahl, im Reichsberufswettkampf einer Leistungsprüfung. Der Vormittag war den theoretischen Prüfungen in der Berufsschule vorbehalten und brachte Prüfungen in der Berufskunde, im Berufsrechnen, im Aufsatz, im Diktat und in der Weltanschauung. Sehr gut schnitten die Gärtnerlehrlinge besonders im Weltanschaulichen ab. Es wurden dabei sehr gute Antworten gegeben. Weniger günstig fielen die Ergebnisse im Rechnen aus. Der Nachmittag sah dann sämtliche Prüflinge im Garten der Gärtnerei Schneider am Schifienberger Weg tätig. Hier wurden die praktischen Aufgaben erledigt. Die jungen Gärtner hatten alle einschlägige Arbeit zu zeigen, die ihnen entsprechend der Dauer ihrer Ausbildung zugemutet werden konnte. Sie hatten auszusäen, zu pikieren, Erdmischungen her- zustellen, und vieles andere mehr. Der Gesamteindruck, den der Berufsnachwuchs der Gärtner hinterließ, war gut. Die Leistung für den Reichsberufswettkampf der Gärtner lag in Händen des Gartenarchitekten Schwarz. Zehn Wettkampfprüfer unterzogen die Arbeiten der Lehrlinge der kritischen Würdigung. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n , 16. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11/», Klasse D 10%, ungezeichnete 10, norwegische, Klasse C 11, Wirsing, % kg (gelb) 12, (grün) 16 bis 20, Weißkraut 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12 Pf., % kg 1 bis 1,20 Mk., Tomaten 70 bis 75 Pf., Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, 50 kg 3,65 bis 3,80 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnen 15 bis 30, Zwetschenhonia 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 45 Pf., Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. * ** Kurzschriftprüfung b e i der Industrie- und Handelskammer Gießen. In unserem heutigen Anzeigenteil oerösfentlicht die Industrie- und Handelskammer Gießen eine Anzeige über die nächste Geschäftsstenographenprüsung am 25. April. Jeder junge Kaufmann und jede Stenotypistin, die diese Prüfung mit Erfolg abgelegt haben, erhalten darüber ein Zeugnis, das für das Fortkommen im Beruf von großer Bedeutung ist. Näheres in der heutigen Anzeige. Auf unsere gestrige Anfrage bei der Division nach den Ausmaßen der Materialienverarbeitung für den Feldkücheneintopf vom vorgestrigen Sonntag und nach der Anzahl der ausgegebenen Essenportionen erhielten wir die nachstehenden Mitteilungen: Insgesamt wurden rund 3700 Portionen Essen aus den Feldküchen der Truppen an die Volksgenossen in Gießen abgegeben. Zum Kochen dieser großen Suppenmenge waren neben den feststehenden Küchen in den Kasernen nach 15 Feldküchen tätig. Mit dem Schälen der Kartoffeln und mit dem Putzen des Gemüses für die Suppe waren 54 Frauen im ganzen 216 Arbeitsstunden lang beschäftigt. Für die Gemüsesuppe mit Rindfleisch wurden insgesamt 2123 Kilogramm Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und Zutaten verwandt. Davon entfallen auf das Rindfleisch 391 Kilo, auf das Frischgemüse (Blumenkohl, Wirsing, Karotten und Lauch) 608 Kilo, Kartoffeln 1092 Kilo, Zutaten 30 Kilo. Von den ausgegebenen 3700 Portionen Mittagessen lieferten die Küchen des Infanterie-Regiments Der Gleiberg-Verein kann in diesem Jahre auf sein hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Die Wiederkehr des Gründungstages fällt in den April, jedoch hat man in Anbracht der um diese Zeit noch ungünstigen Witterungsverhältnisse von einer Ju- biläumsveranstaltuna im April abgesehen, die vielmehr Anfang Juni stattfinden soll. Bei dieser Feier werden Gießen, Krofdorf und Wetzlar die Stätten der Jubiläumsveranstaltungen sein. In einer Vorstandssitzung des Gleiberg-Vereins, die am gestrigen Montagnachmittag auf der Burg Gleiberg stattfand, beschäftigte sich der Vorstand eingehend mit diesen Veranstaltungen. Zu den Beratungen war als Vertreter des Kreises Wetzlar Landrat G r i l l o erschienen, während Kreisdirektor Dr. Lotz (Gießen) in letzter Stunde durch eine dringende dienstliche Verpflichtung am Erscheinen verhindert war. Ferner nahm Bürgermeister Schmidt (Krofdorf) an der Sitzung teil, ebenso je ein Vertreter von „Kraft durch Freude", des Gießener Verkehrsoereins und der Gießener Studentenschaft. Der zweite Vereinsvorsitzende, Direktor M e n - k e n (Kinzenbach), machte zu Beginn der Sitzung die Mitteilung, daß der von ihm bisher vertretungsweise verwaltete Posten des 1. Vereinsleiters nunmehr durch die Berufung des Kreisdirektors Dr. Lotz (Gießen) zum ersten Vereinsleiter wiederbesetzt worden sei; Herr Dr. Lotz habe erfreulicherweise den Ruf angenommen. Durch diese Berufung werde die alte Verbundenheit zwischen dem Gleiberg-Verein und Gießen in bester Weise wiederhergestellt. Direktor M e n k e n wird als zweiter ** Gefallenen - Ehrenliste des Res.» Ins.-Regiments 2 2 3. Die Geschichte des ehemaligen Reserve-Jnfanterie-Regiments 223, dem auch mancher Kamerad aus unserem hiesigen Kreise angehörte, soll demnächst mit einer Ehrenliste der 4133 Gefallenen erscheinen. Alle ehemaligen Kameraden erfahren darüber Näheres durch die Kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Angehöriger des R.-J.-R. 223, Kamerad W. P f i st e r, Frankfurt a. M., Obernhainerstraße 10. ** Achtung! Stadttheater-Platzmieter! Die Einlösung des siebenten Abschnittes der Stammiete für Dienstag, Mittwoch und Freitag betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf hingewlesen. 116 (I. und II. und E.-Bataillon) insgesamt 2900 Portionen, die Küchen der III. Abteilung Artillerie- Regiment 9 insgesamt 800 Portionen. Aus der Essenlieferung und den sonstigen Veranstaltungen unserer Gießener Wehrmacht wurden 3580 Mark eingenommen. Die Unkosten für das Essen usw. beliefen sich auf rund 800 Mark, so daß unsere Gießener Soldaten durch ihr gemeinsames Bemühen dem Winterhilfswerk die schöne Beisteuer von 2750 Mark verschafft haben. Dieses gute Ergebnis ist geeignet, unsere Soldaten von der Führung bis zum letzten Mann mit berechtigtem frohem Stolz zu erfüllen. Es fei aber noch besonders hervorgehoben, daß auch die Bevölkerung diesem vorbildlichen Einsatz unserer Wehrmacht für das WHW. ihre volle Sympathie zuteil werden läßt und allen Soldaten, die irgendwie an diesem vorbildlichen Gemeinschaftswerk beteiligt waren, ihre dankbare Anerkennung dar- bringt. Vereinsvorsißender weiterhin in der Vereinsführung rege tätig fein und alle Kraft zur Erfüllung der Vereinsaufgaben einsetzen. Dem Vereinsoorstand werden ferner der jeweilige Hochschulgruppenführer der Gießener Studentenschaft, der jeweilige Kreisleiter des Kreises Wetzlar und der jeweilige Landrat des Kreises Wetzlar angehören. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde in großen Zügen ein Ueberblick über die Finanzlage des Vereins gegeben. Anschließend beschäftigte man sich eingehend mit der Hundertjahrfeier des Gleiberg-Vereins. Aus den Beratungen ist zusammen- fassend folgendes mitzutsilen: Die Hauptfeier wird am Sonntag, 6.Juni, auf dem Gleiberg statt- finden. In ihrem Mittelpunkt wird die Aufführung eines Volk s st ü des stehen, das von Oberstudiendirektor Philipps (Friedberg) verfaßt wurde, während der Krofdorfer Heimatforscher und Rechner des Gleiberg-Vereins, Lehrer Praß (Krofdorf), das historische Urkundenmaterial zu dem Festspiel aus alten Gemeindeakten von Krofdorf- Gleiberg herausgezogen und zur Verfügung gestellt hat. Die Begebenheit dieses Volksstücks spielt um 1600 in Gleiberg in der damaligen Gastwirtschaft „Zur Spießpforte". In das Geschehen spielt auch der damalige erste Rektor der Gießener Universität, Lauterbacher, herein, der bei einem Besuche mit seinen Angehörigen in der Gastwirtschaft „Zur Spieß- pforte" am Vorabend einer Kirchweih in den Bereich der Ereignisse gerät. Ferner werden In die Handlung verwoben altes Brauchtum, das Schmücken des kirmesbaums mit damaligen kirmesgebräuchen, eine Reihe von Dorfgestalten, die damals in Gleiberg eine Rolle gespielt haben, ein krofdorfer Märchenerzähler, übermütige Gießener Studenten, ein Schulmeister von Gleiberg, der damals dort eine Lateinschule unterhielt, die in mancher Hinsicht als eine Vorstufe für die Gießener Universität wirkte und anzusehen war. Alle diese heimatverbundenen Dinge und Ereignisse sind in dem Volksspiel zu einer etwa eineinhalb Stunden währenden Aufführung verbunden worden. Das dörfliche Spiel wird von Dorfeinwohnern von Krofdorf aufgeführt werden, ferner werden dabei eine Bauernkapelle und Volkstanzgruppen Mitwirken. Die Aufführung soll in Gießen im Lass Leib etwa zwei Tage vor der Hauptfeier auf dem Gleiberg erfolgen, ferner noch in Krofdorf und in Metzlar gezeigt werden. Dem Gleiberg-Verein steht dabei die tatkräftige Hilfe von „Kraft durch Freude" zur Seite. Die Beratung ergab Einmütigkeit dahin, daß das Eintrittsgeld zu dieser Aufführung, ebenso zu der Hauptfeier auf dem Gleiberg in niedrigen Grenzen gehalten werden soll, damit allen Volksgenossen aus Stadt und Land der Besuch der Veranstaltung möglich ist. Bei der Hauptfeier auf dem Gleiberg sollen noch mancherlei Darbietungen einer guten Volksfestgestaltung gebracht werden, ferner ist eine Anstrahlung der Burgruine in Aussicht genommen. Nähere Mitteilungen über alle diese Pläne werden im Laufe der kommenden Woche noch folgen. Hervorgehoben sei aber heute schon, daß der Erlös aus diesen Veranstaltungen für die Zwecke der Unterhaltung der Burgruine Verwendung finden soll, also schon um deswillen ein starker Besuch aller Veranstaltungen dringend zu wünschen ist. Im weiteren verlaufe der Beratungen konnte Direktor Menten die erfreuliche Mitteilung machen, daß dem Gleiberg-Verein in dankenswerter Weise auch im verflossenen Geschäftsjahr mancherlei Spenden für die Zwecke der Burg» Unterhaltung übermittelt wurden. Weitere Beisteuern für diesen gemeinnützigen Zweck im Dienste unserer engeren Heimat sind natürlich sehr erwünscht. Für die nächsten Wochen ist eine umfassende Renovierung des Kaisersaales und bet Bauernstube vorgesehen, ferner soll die Zu - fahrt st raße zu der Burgruine von Gleiberg her gut inftandgesetzt werden. Der Verein wird für diese Zwecke wieder ansehnliche Geldmittel bereitstellen, ferner wird die Gemeinde Krofdorf durch Lieferung von Steinmaterial zur Instandsetzung der Straße dem Verein förderlich zur Seite stehen. Der Kaisersaal und die Bauernstube sollen nach den Vorschlägen des Bauberaters des Vereins, Bauinspektor Mohr, in ein helles, freundliches Gewand gekleidet werden, ebenso sind allerlei Verbesserungen an der Mobiliarausstattung vorgesehen, damit den Besuchern der Aufenthalt in den Räumen recht angenehm sein wird. Oer Gießener Eintopf aus der Feldküche 3Z00 Portionen Essen.-27S0 RM. Reinertrag für das Winterhilfswerk. Hundert Jahre Gleiberg-Verein. Kreisdirektor Dr. Loh-Gießen ais Vereinsleiter des Gleiberg-Vereins berufen. Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der andere, den die Sache ungemein beschäftigte, gab zurück: „Selbstverständlich geht es, vorausgesetzt, er erscheint übermorgen zur angegebenen Zeit. Sie brauchten sich dann nur etwas früher bei mir einzufinden und könnten in meinem Büro warten. In der Tür meines Büros befindet sich ein winziges Fensterchen, durch das man den ganzen Verkaufsraum gut übersehen kann. Wir verabreden ein Zeichen. Erscheint Ihnen der Fremde verdächtig, sorge ich dafür, daß er uns nicht entschlüpft." Der Graf erklärt sich mit allem einverstanden. „Ich werde jedenfalls übermorgen halb elf Uhr bei Ihnen sein, Herr Mortier, bann können wir uns noch weiter besprechen." Ziemlich stark mit seinen Gedanken beschäftigt, ging der Graf in fein Büro zurück. 22. Berthold Radix kehrte erst am Spätnachmittag mit seiner Frau aus Fontainebleau zurück. Der kleine Ausflug hatte Fränzes Wangen wieder etwas Farbe gegeben, wie es ihr Mann erhofft, und als sie nun den Bahnhof verließen, schlug die blonde Frau vor: „Wir wollen gleich den Grafen aufsuchen, wahrscheinlich befindet er sich in seinem Büro, dann werden wir ihn befragen, in wessen Hände das Diadem von ihm aus gelangte." Berthold war einverstanden, wie mit allem, was die geliebte Frau wollte, und so saßen denn beide bald darauf im Büro des Grafen Jean Louis de Rethel. „Ich möchte Sie gern in einer Privatangelegenheit etwas fragen, Herr Graf", begann Berthold, und ohne Umschweife ging er auf sein Ziel los. Der Graf mußte sich sehr zusammennehmen. Als Berthold nach dem Diadem fragte, erkannte er, daß ihn feine Ahnungen nicht getäuscht hatten. Er war voll Unruhe und fragte zurück: „Weshalb interessiert es Sie, an wen das Diadem von unserer Familie aus gelangte, Herr Direktor?" Berthold Radix antwortete: „Weil die Mutter meiner Frau so ein Diadem hinterließ und meine Frau gern wissen möchte, wie es an ihre Mutter kam, die hier in Paris vor mehr als zwanzig Jahren eine Stellung als fremdsprachliche Korrespondentin innehatte. Sie starb bei der Geburt meiner Frau, und so liegt leider über der Pariser Vergangenheit der Toten und darüber, wie sie in den Besitz des Diadems gelangte, vollständiges Dunkel." „Nun verstehe ich Ihr Interesse, Herr Direktor", erwiderte der Graf matt und sah mit einem Male alt und verfallen aus. Er hätte jetzt einfach nur die Wahrheit zu sagen brauchen, und alles wäre für die ihn fragend ansehende Franziska klar gewesen, aber der Graf dachte gar nicht daran. Er klammerte sich an die Gewißheit, daß die schone Blonde ihm gegenüber, die den Namen „Karsten" als Geburtsnamen führte, keine Ahnung von der Wahrheit hatte, und was sie so lange nicht gewußt, brauchte sie auch jetzt nicht mehr zu erfahren. Sie hatte sich glänzend verheiratet; es gab für sie keinen Schatten mehr, weil sie als Geburtsnamen nur den Namen ihrer Mutter trug. Es klang in ihm nach: Die Mutter starb bei der Geburt meiner Frau! Also war sie tot, deren Ebenbild die Silberblonde war, die ihm hier gegenübersaß. Er spürte einen abscheulichen Druck' in den Schläfen und fühlte, daß das Lächeln, das er sich abrang, gequält aussehen mußte. Er log: „Das Diadem, das Ihrer Gattin auf den Bildern meiner Mutter, Großmutter und Urgroßmutter aufgefallen ist, verkaufte ich nach Amerika. Wahrscheinlich handelt es sich bei Ihrer Gattin um ein anderes genau so gefaßtes Diadem. Es mögen früher zwei gleiche Exemplare angefertigt worden fein." Er fragte: „Das Diadem ist natürlich jetzt in Ihrem Besitz, gnädige Frau?" Zugleich dachte er, daß fein Gang zum Juwelier Mortier nun überflüssig geworden war. Wenn die schöne Frau das Diadem besaß, hatte der Herr, der dem Juwelier Steine gebracht, nichts mit dem Diadem zu tun, und Jacques Mortier hatte sich, trotz seiner berühmten Juwelenkenntnis, doch geirrt Franziska antwortete selbst. „Nein Herr Graf, das Diadem befindet sich nicht mehr in meinem Besitz. Ich verlor es letzten Winter auf einem Maskenball und es wurde nicht wiedergefunden. Mir kam der Gedanke, es könne echt fein, überhaupt erst, als ich genau so ein Diadem auf den Bildern im Palais Rethel sah. Meine Großmutter hielt das Diadem für wertlos, weil ihr das ein kleiner Goldarbeiter gesagt hatte. Aber er hat wahrscheinlich recht, wenn es sich nicht um das Diadem auf den Bildern handelt. Es war wohl nur eine Imitation davon, die in die Hände meiner Mutter gelangte." Der Graf 'nickte: „Natürlich, daß ist möglich!" Und doch wußte er genau, daß das verlorengegangene Schmuckstück echt und äußerst wertvoll war. Aber das Diadem befand sich nicht mehr im Besitz der blonden Frau, also konnte Mortier doch recht haben. Jedenfalls wollte er sich den Herrn, der übermorgen vormittag gegen elf Uhr zu Mortier kommen sollte, doch einmal ansehen. Nur aus Neugierde. Für ihn selbst sprang ja nichts dabei heraus, denn er konnte sich ja nun nicht mehr als rechtmäßiger Besitzer aufspielen; aber er dachte auch nicht daran, der Frau etwa einen Wink zu geben. Er fuhr sich mit dem Taschentuch über die Stirn, murmelte: „Es ist heiß im Zimmer. Gestatten Sie mir, bitte, ein wenig das Fenster zu offnen?" Berthold Radix und Franziska wechselten einen Blick. Sonderbar war der Graf, es war doch hier eher zu kühl als zu warm. „Bleiben Sie sitzen, Herr Graf! Ihnen scheint nicht wohl zu sein." Damit erhob sich Berthold Radix und öffnete das Fenster. Der Gras dankte stumm und war ärgerlich, daß das stürmische Herzklopfen nicht aufhö'ren wollte. Es war ja gar nicht mehr zu ertragen! Aber wenn er die blonde Frau ansah, meinte er, hinter ihr das Gesicht feines Sohnes auftauchen zu sehen, der doch schon so lange tot war, und über dessen jähes Ende er sich durch einen genußsüchtigen Lebenswandel hinweggesetzt hatte. Nach den langen Jahren hatte er gemeint, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben, und nun zitterte er, weil kein Zweifel mehr geblieben, daß die junge Frau die Tochter seines Sohnes war, daß in ihren Adern Blut von seinem Blut floß. Er fühlte den Schlag seines Herzens bis in den Hals hinauf. Plötzlich schwankte er vom Stuhl empor. „Ich bitte um Verzeihung, ich muß ein Glas Wasser trinken, die Hitze ist zu groß!" Er ging schwerfällig an das Tischchen am Fenster, wo eine Karaffe Wasser und mehrere Gläser stunden. Berthold Radix folgte ihm, denn er war besorgt, daß der Graf fallen könne. Es sah aus, als wäre er sehr unsicher auf den Füßen. Fast gierig trank der Graf das Wasser. Darnach wurde ihm etwas besser, aber als er sich mit erzwungenem Lächeln umwandte und sein Blick auf das mitleidige Gesicht der blonden Frau fiel, mußte er sich mit der Rechten auf das Tischchen stützen. Die Erinnerung wurde überstark, packte ihn wie mit einer eisernen Faust. Berthold Radix faßte ihn bei den Schultern. „Setzen Sie sich doch lieber, Herr Graf. Menn Sie wünschen, bringe ich Sie gern nach Hause." Der Graf wehrte fast heftig ab. „Nein, nein — mir wird schon wieder besser, ein Diertelstündchen Ruhe genügt dazu vollkommen." „Wie Sie meinen, Herr Graf. Jedenfalls will ich mich mit meiner Frau jetzt verabschieden, damit Sie allein bleiben", erwiderte Berthold Radix höflich. Franziska war bereits aufgestanden und kam nun auf den Grafen zu, der in einem breiten Ledersessel am Fenster saß. Der Graf war Franziska bisher nicht aerobe unsympathisch gewesen, aber sein leicht stutzerhaftes Auftreten, das für ihren Geschmack nicht zu seinem weißen Haar paßte, hatte ihr nicht gefallen, ebensowenig der Luxus in seinem Haus, den er sich augenscheinlich durch die Adoption eines fremden Menschen verschaffte. Aber seltsam, nun, da ein alter Mann vor ihr saß, der fast aussah, als seien ihm die Tränen nahe, war mit einem Male Sympathie für ihn da. Sie ergriff seine Hand. "Gute Besserung, Herr Graf, und auf Wieder« sehen." Ähre großen grauen Augen sahen ihn freundlich an, und unter diesem Blick schlug es zu dem alten Herrn herüber wie eine sanfte Welle, die ihn ganz und gar einhüllte. C wollte ein paar dankende Worte erwidern, aber er konnte es nicht, lieber die Schulter der schonen Frau hinweg blickte ihn das Gesicht seines Sohnes an. Er murmelte etwas Unverständliches, und Bert- hold Radix nahm seine Frau beim Arm. „Komm, Fränze, der Graf muß allein blefben und sich ein wenig ausruhen." Äean Louis de Rethel riß alle Energie zusammen. „Es geht schon vorüber. Sie dürfen mich unbesorgt meinem Schicksal überlassen." Die beiden entfernten sich nun mit raschem Gruß und guten Wünschen. 2luf der Straße schob Berthold Radix seinen Arm in den der blonden Frau und meinte: „Das Verhalten des Grafen war wirklich sonderbar. „Wenn's nicht ein bißchen abenteuerlich und romanhaft klänge, würde ich glauben, feine Stimmung und ein Aussehen wechselten so jäh während unserer Unterhaltung über das Diadem" „Ich hatte genau denselben Eindruck", stimmte wch Franziska zu, „aber das ist natürlich Unsinn." ?le ^ckte vor sich hin. „Weißt du, Berthel, eiqcnh uch gefallt es mir hier in Paris nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, und ich freue mich immer meljr auf unser schönes, friedliches Zuhause. Hier l’t a/s ob mich ständig ein Alpdruck quäle." ®r lächelte: „Mir geht es beinahe ebenso, Liebling." Er- durchschritten die lauten, verkehrsreichen Stra. feen und sehnten sich beide nach ihrem Daheim. Im Hotel unterhielten sie sich weiter über den Grafen Franzis a schlug vor: „Besprich dich mor- ?»u-^och. einmal geschäftlich mit ihm, und dann reisen wir übermorgen früh ab." "ich/r. schnell genug roegfommen, Pran3ß ' .gellte er fest. „Emen Tag später ist un- ßr/c reifß sa sowieso angesetzt." Er dachte ein wenig bitter, daß sich Franziska 5^ vor Gunther Grevenstein fürchtete und Angst haUe, ihm doch noch zu begegnen. sprang auf und riß Franziska in seine Arme. „OU, ich liebe dich, verstehe das doch endlich! Ich o-r c0011 dir, als das, was du mir bisher Übst! Liebe rorll ich, viel, viel Liebe! So viel Liebe, roie du für diesen Geiger noch immer übrig bQJt, vor dem du fliehen mußt, weil du ihn liebst? Er war vor Eifersucht wie von Sinnen. Franziska befreite sich mit einem Ruck aus seinen Armen und schaute ihn befremdet an. (Fortsetzung folgt!) O-echeffen. 25 Jahre Spar- und Kreditverein Steinbach. | Steinbach, 15. März. Der Spar- und Kreditverein Steinbach hielt dieser Tage [eine 25. Generalversammlung ab. Wie aus dem Jahresbericht heroorging, ist der Stand der Kasse als sehr gut zu bezeichnen. Die durch die Bautätigkeit erforderlichen Mittel konnten restlos bewilligt werden. Bei der Auflegung der Reichsschatzanleihen konnten ebenfalls größere Beträge gezeichnet werden. Die angeschlossene Schulsparkasse wies eine gute Entwicklung auf. An die diesjährigen Konfirmanden wurden 800 Mark ausbezahlt. Die von Rechner Mack vorgetragene Bilanz war als günstig zu bezeichnen. Oberrevisor Hartmann bestätigte diese Tatsache. Die Bilanz wurde- genehmigt. Vom Reingewinn werden 5 v. H. Dividende gegeben. Den Reserven wurden 1071,50 Mark zugeführt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Keßler II. und Jakob Horn II. wurden wiedergewählt. In Anbetracht des 25jährigen Bestehens des Spar- und Kreditoereins erstattete Direktor Haas einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Vereins und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich die Kasse auch in den kommenden 25 Jahren zum Wohle der Mitglieder weiter günstig entfalten möge. Oberrevisor Hartmann (Gießen) hielt im Anschluß daran einen beifällig aufgenommenen Dortraa über die Entstehung und die Zwecke der Genossenschaften und betonte ihre Unentbehrlichkeit im Wirtschaftsleben der Gegenwart. In Anbetracht des Jubiläums überreichte er sodann dem Rechner Mack, dem Kontrolleur Nicolaus und den Airfsichtsratsmitgliedern Jakob Horn II. und Philipp Melchior Haas je eine Ehrenurkunde für 25jährige Tätigkeit in der Verwaltung. Als Anerkennung für 25jährige Tätigkeit im Rechneramt übergab Direktor Haas dem Rechner Mack einen Sessel und ein Bargeschenk. Der Rechner dankte für die ihm zuteilgewordene Ehre. — Für die hiesige Volksschule wurde ein Geldgeschenk gestiftet. Im Auftrag des Gemeindevorstandes übermittelte Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Rink die herzlichsten Glückwünsche und gab der Hoffnung auf günstige Weiterentwicklung der Kasse zum Segen der Gemeinde Ausdruck. Mit Worten des Dankes für das Vertrauen der Sparer schloß der Vorsitzende die Versammlung. Einweihung des Gparkaffen-Heubaues in Laubach. □ Laubach, 14. März. Gestern nachmittag fand die feierliche Uebergabe des Bezirks- fparkasfe-Neubaues statt. In der schön geschmückten Kassenhalle begrüßte der Vorsitzende des Derwaltungsrates Dr. Schmitt alle Gäste, insbesondere den Vertreter der Landesregierung und des Kreisamtes Schotten Verwaltungs-Inspektor Müller (Schotten), Baurat Gilbert vom Hochbauamt Büdingen, Zweigstelle Schotten, die Vertreter der Garantie-Gemeinden, Bürgermeister Högy (Laubach) und den langjährigen Kontrolleur Wilhelm Pitz II. Dr. Schmitt dankte sodann dem bauausführenden Architekten S i l ß (Laubach) und ollen Handwerkern für ihre mustergültige Arbeit, die es ermöglichte, daß der Neubau fristgemäß bezogen werden konnte. Er führte weiterhin aus, daß die Errichtung eines neuen Sparkasse-Gebäudes infolge der ständigen Vermehrung des Geschäftsganges und der hierdurch bedingten Vergrößerung des Kassepersonals eine unbedingte Notwendigkeit geworden war. Weiterhin gab der Verwaltungsratsvorsitzende bekannt, daß der Zinsfuß für Hypotheken mit Wirkung vom 1. Januar 1937 an auf Beschluß des Derwaltungsrates hin von 5 v. H. auf 43 lt v. H. gesenkt worden sei. Mit dem Wunsche, daß der Bezirkssparkasse Laubach weiteres Aufblühen für alle Zeiten beschieden sein möchte, schloß Dr. Schmitt seine Ausführungen. Daraufhin sprach Architekt S i l ß über die Bauausführung und überreichte im Auftrage der an der Errichtung des Neubaues beteiligten 23 Handwerker — es waren fast durchweg Ortsansässige — eine Radierung des hiesigen Kunstmalers Felix K l i p st e i n Anschließend Übergab er dem derzeitigen Direktor der Kasse, Llnden- mayer, den Schlüssel, der nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Geschichte der Kasse, insbesondere auf die gute Entwicklung dieses Kreditinstitutes seit der Machtergreifung durch den Führer, hinwies. Nachdem Verwaltungs-Inspektor Müller die Glückwünsche der Landesregierung und des Kreisamtes Schotten übermittelt hatte, sprach Bürgermeister Högy namens der Ortsgruppenleitung der NSDAP. Laubach, der Garantiegemeinden, sowie der Stadt Laubach und wünschte der Sparkasse in ihrem schönen neuen Heime weiteres Aufblühen und Gedeihen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 13. März. Dieser Tage hielt die hiesige Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft ihre Generalversammlung ab. Zunächst hielt Oberlandwirtschaftsrat Dr. Lung (Gießen) einen beifällig aufgenommenen Vortrag über zweckmäßigen Kartoffelanbau, über Kartoffelkrankheiten und deren Bekämpfung. Direktor Heß erstattete dann einen ausführlichen Geschäftsbericht, der erkennen ließ, daß die Genossenschaft im vergangenen Jahre eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen hatte. Der Mitgliederstand stieg von 219 auf 231 Mitglieder. Der Umsatz an Handelsdünger erhöhte sich in den vergangenen drei Jahren um 1200 Zentner auf 3200 Zentner. Schon diese Zahl läßt erkennen, daß sich die Mitglieder rege am Kampf um die deutsche Brotfreiheit beteiligen. Der Rechner der Genossenschaft Dern gab die Jahresbilanz. Der Vorschlag des Vorstandes über die Verteilung des ansehnlichen Reingewinns fand die Billigung der Versammlung, ebenso die Erhöhung der Aktiv- Kreditgrenze. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftigte man sich, nachdem die Ersatzwahlen für Vorstand und Aufsichtsrat vorgenommen waren, mit dem Revisionsbericht der Aufsichtsbehörde, der eine günstige Vermögenslage, geordnete Buchführung und vorbildliche Geschäftsführung hervorhob. Im Anschluß daran sprach Herr Fritz im Auftrag der Warenzentrale iibe[ die Aufgaben der Genossenschaften im zweiten Vierjahresplan. Der Vortragende dankte der Geschäftsführung, den Mitarbeitern und den Mitgliedern für ihre Mühewaltung. nsf. Watzenborn-Steinberg, 13. März. Die Gruppe Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk hielt mit der Frauenschaft ihren ersten Gemeinschaftsabend ab. Heber 70 Frauen waren erschienen, sogar die Frauenschaft Hausen hatte sich zahlreich eingefunden. Die Leiterin der Frauenschaft, Frau Baum, begrüßte Frau Schäfer aus Gießen, die inzwischen eine Anzahl Gerichte ausgepackt hatte. Alle lauschten aufmerksam den Ausführungen der Rednerin. Es sprach die Hausfrau zur Hausfrau über den Verbrauch der einzelnen Lebensrnittel, die Einschränkung des Fettverbrauchs bei der Kuchenherstellung zu Ostern und auch bei der täglichen Mahlzeit. Die ausgestellten Kostproben schmeckten vorzüglich, und alle waren von dem lehrreichen Abend sehr befriedigt. nsf. Garbenteich, 15. März. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft veranstaltete hier zwei gut besuchte Kochabende. Die Frauen waren ganz dabei und halfen bei der Bereitung der Gerichte, die nachher durch Kostproben begutachtet wurden. Auch die Kochvorschriften wurden dankbar angenommen. Auf allgemeinen Wunsch wird die Vertrauensfrau noch mehr Abende dieser Art vorbereiten. = Steinbach, 16. März. Am Mittwoch, 17. März, kann Frau Marie Gerhard, geb. Gerhard, in guter Gesundheit ihren 8 0. Geburts - t a g feiern. Ihr Mann, der Gastwirt Heinrich Gerhard I., ist schon vor 37 Jahren gestorben. Sie lebt in der Familie ihres Sohnes, des Gastwirts und Metzgermeisters Paulus Gerhard im Gasthaus „Zum Ritter". 5 Steinbach, 13. März. Am Donnerstagabend fand im Saale des „Einhorn" der Schlußabend der Evangelischen Frauen Hilfe und des Evangelischen Frauenchores Steinbach statt. Der Evangelische Frauenchor hatte, wie alljährlich, die Ausgestaltung des Abends Übernommen. Nach gemeinsamem Choralgesang hielt der Leiter beider Vereine, Pfarrer D ö l l, die Begrüßungsansprache. Auch im 21. Dereinsjahr konnte die Frauenhilfe ihre Arbeit tun und ebenso der Frauenchor den Gesang des geistlichen und weltlichen Liedes pflegen und der Kirchengemeinde dienen. Nach einem Begrüßungsgedicht, vorgetragen durch ein Chormitglied, fang der Chor feine beiden ersten Lieder unter der Stabführung feines bewährten Dirigenten Musikmeister Albert Schleuse, der feit Gründung des Chores das Dirigentenamt versieht: wohlverdienter Beifall lohnte die Sängerinnen. Es folgte das Laienspiel „Heimgefunden"; die Darstellerinnen (Mitglieder des Frauenchores) spielten mit großer Hingabe, die dankbare Zuhörerschaft, die dem Spiel mit größter Anteilnahme folgte, spendete wohlverdienten Beifall. Das Spiel klang aus in dem Liede „Wer nur den lieben Gott läßt walten", das gemeinsam von den Zuhörern gesungen wurde. Der Chor bot darauf die Chöre „Gott schütze dich" und „Vögeleins Abschied". Damit auch gesunder Humor zu Wort kam, folgte nun das heitere Spiel „Hier spukts". Große Freude und stürmischer Beifall waren die Zeichen, unter denen das Spiel stand. Mit zwei weiteren Liedern des Chores war der offizielle Teil des Abends beendet. Daß zwischen den einzelnen Darbietungen auch gemeinsame Lieder gesungen wurden, sei nebenbei bemerkt. In der folgenden Pause wurde der Kaffee eingenommen. Inzwischen war es Mitternacht geworden und damit der Geburtstag der Vereinsdienerin Frau E. Fink angebrochen. Mit herzlichen Worten wünschte der Leiter Frau Fink Gottes Segen zum neuen Lebensjahr und überreichte ihr ein Geschenk. Auf Wunsch des Geburtstagskindes fang man „So nimm denn meine Hände". Als letzte Darbietung sang darauf der Chor einen Kanon „Heim", der großen Beifall fand. Der Leiter sprach darauf das Schluß- und Dankeswort. In üblicher Weise wurde der Abend geschlossen. Eine Sammlung für das WHW. ergab 12,50 Mark. wg. Großen-Buseck, 15. März. Hier wurde in der Schule und auf dem Hofgut Esau der Reichsberufswettkampi der landwirtschaftlich tätigen Jungen und Mädchen von Großen- Die Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung. Weiterführung der Maßnahmen der Reichsregieruna DNB. Die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette und zur Regelung des Bezugs von Konsummargarine für die minderbemittelte Bevölkerung werden in den Monaten April, Mai und Juni 1937 fortgeführt. Die Stammabschnitte für die Fettoerbilligung enthalten, wie bisher, sechs Reichsverbilligungsscheine, wobei die Verbilligungsscheine B neben der Verbilligung noch einen Anspruch auf Zuteilung von je ein halbes Kilogramm Konsummargarine gewähren. Kurzarbeiter erhalten die Scheine in Zukunft durch die Fürsorgeverbände. Daneben werden wieder Margarine-Bezugsscheine (ohne Verbilligung) für solche Volksgenossen ausgegeben, die zwar keine Fettoerbilligungsscheine erhalten, aber nach ihrer wirtschaftlichen Lage auf den Bezug von Konsummargarine angewiesen sind. Bezugsberechtigt sind vor allem Personen, deren Lohn- und sonstiges Einkommen sich in der Nähe des doppelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält. In Bezirken mit niedrigen Richtsätzen kann die Aufsichtsbehörde als Einkommensgrenze für die Gewährung der Margarine-Bezugsscheine den dreifachen Richtsatz der öffentlichen Fürsorge festsetzen. Erfahrungsgemäß werden die Fettverbilligungs- fcheine nicht ausschließlich von Konsummargarine, sondern vielfach zum Einkauf anderer Fettwaren verwendet. Dies ist namentlich in Gebieten der Fall, in denen überhaupt weniger Margarine verbraucht wird. Um diesem unterschiedlichen Margarineverbrauch von den einzelnen Gebieten des Reiches Rechnung zu tragen, wird die auf die Scheine entfallende 'Margarinemenge um vierteljährlich ein halbes Kilogramm gesenkt: die Herabsetzung wird durch die Ausgabe eines Zusatzscheins ausgeglichen, der im Bedarfsfälle von Inhabern der Fettverbilli- gungs- und Margarinebezugsfcheine bezogen werden kann. Will der Inhaber des Fettverbilligungsscheines die Derbilligungsscheine B nicht zum Einkauf von Konsummargarine, sondern zum Einkauf anderer verbilligter Fettwaren (z. B. Butter, Schmalz, Speck, Käse, Wurst usw.) verwenden, so haben die Ausgabestellen vor der Aushändigung des Scheines die nicht benötigten „Bestellscheine" für Konsummargarine abzutrennen. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die von den Inhabern der Fettverbilligungsscheine nicht beanspruchte Margarinemenge anderen Volksgenossen zugänglich zu machen. Jtunöfunrproaramm. Mittwoch, 17. März. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Aus Gießen: Werkskonzert, ausgeführt von dem Werkorchester der Firma Bänninger G. m. b. H., Fittingsfabrik, Gießen. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.50: Landfunk. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. Schneebericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Zeitgenössische Unterhaltungsmusik. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Deutsche Heimat in Lied und Wort. Schriftsteller aus der Westmark stellen sich vor (II). Trude Gebhardt. Hochwasser. Erzählung aus dem Winzerleben. 16: Der Bauer im Liede. Bauernlieder, gesetzt von Ernst Duis. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Der Sportoortrag der Woche. Sport in den Betrieben. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Mädel im Dienst an der Gemeinschaft. 20.45: Stimmung, Frohsinn, heitre Laune! 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. Grenzecho. 22.30: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Gtadttheater-Miete. Sfammicfe. Die Einlösung des siebten Abschnitts der Stammmiete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 1781C Donnerstag, den 18. März, von 10 bis 13 Uhr, für die Freitag-Mieter, Freitag, den 19. März, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Dienstag-Mieter, Samstag, den 20. März, von 10 bis 13 Uhr für die Mittwoch-Mieter. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt lleberfenbung der Mietkarten. Die zu zahlende siebte Rate beträgt für Dienstag für u. Mittwoch: Freitag: sein. Gießen, den 13. März 1937. Familienlogen mit 5 Plätzen 20 RM. 20 RM. Familienlogen mit 4 Plätzen 20 „ 20 „ Sperrsitz Reihe 1—7, 1. Rang Reihe 1 und 2 6 „ 6 „ Sperrsitz Reihe 8—11, l.Rang Reiye 3—6 und Logenrück- plätze 5 „ 5 „ Sperrsitz Reihe 12—15,2.Rang • Reihe 1 Mitte 3 „ 3 „ Sperrsitz Reihe 16—18, 2. Rang Reihe 2 und 3 3 „ 3 „ 2. Rang Reihe 4 und 5 und vordere Seitenreihe 2 „ 2 „ Die Einlösung muh vor der 25. Vorstellung erfolgt Der Oberbürgermeister: Ritter. Gvüne geringe RM. 0.55 Heute I Mittwoch Stadttheater l‘/2 kg . . empfiehlt A.Moch Nachfolger Mäusburg 15 1774A Ruf 3612 20-22 Uhr Drittes Orchester- Konzert mit LubkaKolessa Preise von 1.00-3.00 RM. 19.30-21.45 Uhr 23. Mittwoch- Miete 17820 Zorn letzten Mal Wasser für Canitoga Schauspiel von Turner Preise von 0.60-3.00 RM. Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Mi-IMo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße49 Gießen. OooA Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darmn: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BieOenerAnzelger MMWriisW hei her Wnskrle- unl> yMMWiner Siehe« amSonntag, dem 25.Avril 1937, vormittags 9Uhr in den Räumen der Oestentlichen Handelslehranstalt Gießen, Wernerwall 11. Anmeldevordrucke bei der Kammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr von RM. 2 ist mit der Anmeldung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 61599 zu überweisen. Spätester Anmeldetermin: 12. Avril 1937. 17890 Zur 1422D Bodenbearbeitung und Düngung empfehle Torfmull Düngekalk Kunstdünger H. Trechsler Tel. 3581,Steinstr. 73 Klavier^ erstklassige Marke, schön, voller Ton, vollkommen neu befilzt, eckte Elfenbeinklaviat., schwarz poliert, selten giinst. Gelegenheit, mit 5 jähriger Garantie, für nur mt. 365.-zu verkaufen. Pianohandinng E. Zollinger, Klaviertechniker und -stimmer, Gießen,Wilsonstraße 5p.. Tel.3119 Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 30. Ziehungstag 15. Marz 1937 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den AbleUungen I und II beiden In der heutigen Schluß-Ziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 1000000 RM. 271935 2 Gewinne zu 3000 'JWl. 19829 14 Gewinne zu 2000 RM. 9339 74835 116672 131305 152790 332990 367121 16 Gewinne zu 1000 RM. 58972 141597 183789 304884 305486 315432 355852 382919 40 Gewinne zu 500 RM. 8035 17486 60669 62953 90786 97881 98358 112766 114426 116808 133615 181370 198823 212427 212968 236305 322173 323204 357192 377371 154 Gewinne zu 300 RM 1315 2210 7081 20296 21168 47132 49744 61752 63312 64375 68889 69510 69947 78571 102418 108234 110223 123231 126637 130833 134026 135505 136035 138505 145119 148499 161777 163452 164147 167229 171161 180276 180929 182452 191144 194589 201660 222239 222298 222505 222627 223682 224618 229829 232811 234929 235785 239702 240993 241398 242300 246718 257891 262256 268162 272091 279927 290736 293372 293700 302906 303508 304995 313383 326389 328267 332774 334002 335319 337990 360105 373431 379150 387112 387179 399516 399830 Die nächste Ziehung der 1 Klasse 49. Preußisch- Süddeutschen (275. Preuß.) Klassen-Lotterie findet nm 23. unb L4. April 1937 statt. Hier abschneiden! Soufflee 475 Spannstich bezeichnung für schelmische Liebhaberin. Soufflee, franz., Bedeutung-- aufgeblasen, Eierpfannkuchen m. geschlagenem Eiweiß. Souffleur, franz., Bedeutung-' Einbläser, Bezeichnung für den Vorsager bei Bühnenrollen. Souper, entbehr!, franz. Fremdwort für Abendessen, Abendbrot, Nachtmahl. Soutache, franz., dünne Schnüre, die als Besatz auf Kleider genäht werden. Deutsche Bezeichnung Litze. Souterrain, franz., Bedeutung: unter der Erde, entbehrt. Fremdwort für Kellergeschoß, Kellerwohnung. Souvenir, franz., Bedeutung: Erinnerung, meist in der Bedeutung von Reiseandenken gebraucht. Das Fremdwort ist ebenso entbehrlich wie der Kitsch, der früher als „Souvenir" verkauft wurde. Sozialversicherung s. Arbeitslosen-, Invaliden- und Krankenversicherung, Unfallversicherung. Sozius, lat., entbehr!. Fremdwort für Teilhaber, Genosse. Spachtel, Spatel, kleiner Spaten zum Auskitten von Fugen sowie Malergerät. Spachtelstickerei, Speichen- und Spinnenmuster in Spitzenstoffen. Spagat, bayerische und österreichische Bezeichnung für dünnen Bindfaden. Spaghetti, dünne, runde Nudeln, die in Salzwasser gekocht werden. ital. Nationalgericht. Spaghetti schmecken besonders gut mit Rinderbraten oder Tomatensauce. Spaliere, besondere Zuchtart für Obstbaume, meist vor Gartenmauern und Hauswänden. Müssen sachgemäß geschnitten und gepflegt werden. Spanferkel, noch saugendes Ferkel, im Alter von etwa drei Wochen, das im ganzen gebraten als Leckerbissen gilt. Spaniol, feiner spanisch. Schnupftabak Spanische Wand, bewegliche Wand aus kleinen Brettchen od. stoffbespanntem Rahmen, die als Wandschutz oder im Zimmer z. B. zum Verdecken eines Bettes aufgestellt wird. Spanische Weine, entweder trok- kene Manzanillaweine oder feurige, meist süße Weine wie Jerez, Tintillo, Alikante und Manza- naris. Die Malagaweine sind Likörweine, ebenso die Jerezweine Sherry. Spanisches Rohr, Schaft der Ka- lamuspflanze, aus dem Spazier- stocke gefertigt werden. Spankorb, aus breiten, dünnen Holzspänen geflochtener Korb, der besonders zum Verpacken von Obst verwendet wird. Spannrippe, vorderer Bauchteil des Rindes. Spannstich, sehr weit gearbeiteter Plattstich, der von unten nach oben gespannt wird. Es empfiehlt sich, Handarbeiten im Spannstich mit Hilfe eines Stickrahmens auszuführen, d. h. das Wie spart man Gas? Auf großer Flamme ankochen und mit der Sparflamme weiterkochen lassen. Das erspart sehr viel Gas. Die Gasherde von Häuser sind alle mit einem Sparbrenner ausgerüstet. Sehen Sie sich doch diese modernen Gasherde mal an bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. jer- :'al- ifo- im) Duseck und der weiteren Umgebung durchgeführt. 120 Prüflinge nahmen teil. — Am Sonntagnachmittag wurde in der neuen Schule auf dem Tal unter der Leitung der Handarbeitslehrerin Frau Schneider eine Handarbeitsausstellung abgehalten. Die Ausstellung fand reges Interesse. — Der Turnverein 1 8 9 9 hielt in der Wirtschaft „Zum Schützenhaus" seine Generalversammlung ab. Rechner Schmidt erstattete den Kassenbericht, der einen kleinen Ueberschuß aufwies; die Kasse wurde in Ordnung befunden. Aus dem Tätigkeitsbericht des Schriftführers Karl Rühl ging hervor, daß der Verein im vergangenen Jahre zahleiche turnerische Erfolge verzeichnen konnte. Dietmar! Wilhelm Schneider sprach über den Sinn der Dietabende. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und ihm durch die einstimmige Wiederwahl Vertrauen ausgesprochen. — Dieser Tage wurde die von der Gemeinde neubeschaffte Motorspritze in Dienst gestellt. An dieser Ueber- gabe nahmen zahlreiche geladene Gäste teil. Der Vertreter der Landesbrandkammer Schneid- müller-Darmstadt gab zuerst im Restaurant „Germania" eine eingehende Instruktion für die Bedienungsmannschaft. Anschließend wurde die Spritze am Brandweiher und dann an der Wasserleitung praktisch vorgeführt. Gleichzeitig erfolgte die Prüfung und Abnahme der Motorspritze. Die Leistung der Motorspritze löste allgemeine Zufriedenheit aus. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier wies darauf hin, daß die Gemeinde Großen-Buseck mit großer Beruhigung in die Zukunft sehen könne. Die neue Spritze setze die Busecker Wehr instand, selbst größeren Bränden energisch entgegenzutreten. Besondere Anerkennung sagte er dem Bürgennei- ster, der eine Anregung des Krelsamtes Gießen so rasch in die Wirklichkeit umsetzte. Bürgermeister R e b h o l z gab kurz die Gründe bekannt, die dazu führten, die Motorspritze im Interesse der Gemeinde anzuschaffen. Zum Schluß dankte der Führer der Freiwilligen Feuerwehr, Wilhelm Harbach I., dem Bürgermeister für das geschaffene Werk. (D Kesselbach, 13. März. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" hielt bei Mitglied S ch o m b e r seine Hauptversammlung ab, mif der gleichzeitig ein Familienabend verbunden war. Vereinsleiter S ch o m b e r erstattete nach der Begrüßung zunächst einen ausführlichen Jahresbericht, der erkennen ließ, daß sich der Verein bei allen innerhalb der Gemeinde veranstalteten nationalen Kundgebungen beteiligte. Mit gutem Erfolg nahm der Verein auch an den Veranstaltungen des Kreises Ohm-Lumdatal und am Wertungssingen in Londorf teil. Sechs neue Mitglieder, darunter auch Jugendliche, konnten gewonnen werden. Ferner wurde auf das mit großem Erfolg abgehaltene Wintervergnügen hingewiesen. Erfreulich 'war es, aus den Protokollen zu hören, daß der Besuch der Gesangsstunden sehr gut war. Eine Anzahl Sänger tonnte für regen Singstundenbesuch mit Ehrennadeln ausgezeichnet werden. Der von Rechner Weber erstattete Kassenbericht wies einen günstigen Abschluß auf. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden im Verlauf des Abends die Sangesbrüder Lehrer Schmidt, L. Wißner, B. Schaaf II., Valentin Hillgärtner und Wilhelm Faul- st i ch ausgezeichnet. Der bisherige Vereinswalter wurde einstimmig wiedergewählt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden noch verschiedene Anregungen für die Arbeit im neuen Jahr gegeben. Sangesbruder Becker empfahl gute Beteiligung beim Sängerbundesfest in Breslau. Nach der Erledigung des geschäftlichen Teiles blieb man noch geraume Zeit beim gemeinsamen Gesang von Volksliedern und Einzelvorträgen kameradschaftlich beisammen. ED Saasen, 15. März. Dieser Tage fand bei Gastwirt Wilhelm Schepp eine Mitgliederversammlung der Ortsgruppe der NSDAP, statt. Nach der Erörterung einiger Tagesfragen überreichte der Ortsgruppenleiter einigen Mitgliedern das Mitgliedsbuch. — Am Samstag gab das Saar-Volks theater in unserem Orte eine Vorstellung, die gut besucht war. Die Aufführung fand starken Beifall. Weitere Vorstellungen sollen folgen. — Bei einer dieser Tage hier abgehaltenen Grundstücksoersteigerung wurden durchweg gute Preise erzielt. * Queckdorn, 15. März. Der hiesige Gastwirt Johannes Sarnes und seine Ehefrau Marie konnten heute das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar konnte das Fest im Kreise dreier Kinder, einer Schwiegertochter und acht Enkeln begehen. Die beiden Schwiegersöhne sind leider schon verstorben. Der Jubilar betreibt feine Wirtschaft, die in bestem Rufe steht, noch heute selbst. Johannes Sarnes hat in den Jahren 1881 bis 1884 feiner Dienstpflicht beim Jnf.-Rgt. 116 genügt. * Holzheim, 15. März Heute ereignete sich hier im nahen Steinbruch ein Unfall. Der etwa 46jährige Vorarbeiter N e u s e l aus Obbornhofen verunglückte. Er erlitt einen Oberschenkelbruch und mußte durch die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 13. März. Der Reichsbund für Leibesübungen hielt in Gemeinschaft mit der Deutschen Sporthilfe in der Stadthalle eine Veranstaltung ab, die sich zu einer Werbung für die deutschen Leibesübungen gestaltete. Bürgermeister S ch w e i ck e r wies in einer Ansprache auf die Bedeutung der Leibesübungen hin. An Hand einer Lichtbildreihe lernte man die Aufgaben und Leistungen der deutschen Sporthilfe kennen, insbesondere die Heil- und Erholungsstätte Hohenlychen. In einem Schmalfilm wurden den Besuchern die Ereignisse der Olympischen Spiele in Berlin vor Augen gestellt. — Die hiesige NSDAP, hielt ihren Montasappell in der Stadthalle ab. Sämtliche Gliederungen der Partei waren vertreten. Ein Gedichtvortrag und ein gemeinsam gesungenes Lied leiteten den Abend ein. Anschließend sprach Kreisarzt Dr. W e tz b e r g e r (Alsfeld) über das Thema „Volk und Raffe". Preußen. Kreis Wetzlar. I Wißmar, 15. März. Die G a u f i l m ft e l l e der NSDAP, zeigte im Saale von Wolf für Kinder und Erwachsene den Film „Friesennot". Die Filmvorführungen (nachmittags und abends) waren sehr gut besucht. — Die hiesige Milchab - satzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Wolf ihre Jahreshauptversammlung ab, in der der Vorsitzende Z i ck zunächst über die gesetzliche Revision Bericht erstattete. Rechner K. Stroh gab die Bilanz bekannt, die in Ordnung befunden wurde. Der Geschäftsbericht ließ eine gute Aufwärtsentwicklung erkennen. Die Mitgliederzahl ist auf 92 gestiegen. Die Gesamtmenge der gelieferten Milch belief sich auf 427 468 Liter. An Frischmilch wurden im Orte 60 834 Liter verkauft. An die Molkerei Grieb in Gießen wurden 366 634 Liter geliefert, gegenüber 243 619 Litern im Vorjahre. Die Milch wurde im Durchschnitt mit 13 Pf. je Liter bezahlt. Der Reingewinn wurde dem Reservefonds zugewiefen. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herrn. Drommershausen, Georg Schäfer und Wilhelm Zick wurden H. Bittendorf, L. Wagner und R. Klein gewählt. Der Vorsitzende dankte den ausscheidenden Mitgliedern für ihre Arbeit. Wirtschaft Fwd. AG. Buderussche Eisenwerke in Wetzlar. Die Bilanzsitzung von Buderus in Wetzlar ist, wie der Fwd. hört, zum 19. dieses Monats angesetzt. Nach früherer Ankündigung könne man mit wieder 4 o. H. Dividende rechnen. Rhein-Mainische Börse. Alittagsbörse behauptet. Frankfurt a. M., 15. März. Die Börse war bei freundlicher Grundtendenz weiterhin sehr still, da die schwache Auftragserteilung der Kundschaft anhielt, wodurch auch der berufsmäßige Handel keinen Anreiz zu Eigengeschäften fand. Die fortlaufend bekanntwerdenden überwiegend günstigen Abschlüsse der Gesellschaften bleiben auf die Kursentwicklung so gut wie wirkungslos, verleihen aber der Gesamtheit immerhin Widerstandskraft. Am Aktienmarkt kamen die ersten Kurse wieder nur um Prozentbruchteile verändert zur Notiz, wobei jedoch mäßige Besserungen überwogen. Der Montanmarkt zeigte indessen meist nachgebende Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H., fest lagen Buderus mit 119,75 (118,50), auch Klöckner waren um 0,75 v. H. erholt. Von Kaliwerten büßten Westeregeln 2,25 v. H. auf 133,75 ein. Von chemischen Papieren blieben IG. Farben mit 169,25 unverändert, während Scheideanstalt 1 v. H. verloren. Am Elektromarkt setzten ELG. auf den Bilanzbericht 0,90 v. H. höher ein, Gesfürel gewannen 0,50 v. H. Lechwerke, Mainkraft und Schuckert blieben behauptet, Siemens bröckelten 0,50 v. H. ab. Auf den übrigen Marktgebieten gingen die Veränderungen nicht über 0,50 v. H. hinaus. Nachfrage fanden Aschaffenburger Zellstoff mit 134,50 bis 135,50 (134,25), AG. für Verkehr mit 132 (131), dagegen gingen Reichsbank nach der Befestigung am Samstagschluß um 1,25 v. H. auf 205,75 zurück. Der Rentenmarkt lag ebenfalls still. Altbesitzanleihe unn. 120,25, Städte-Altbesitz 123,75 (123,50), Kommunal-Umschuldung waren mit 91,40 (91,35) gefragt, ferner wurden von den unnotierten Industrie-Obligationen die Benzinwerte mit 102 v. H. gesucht. Reichsbahn-Vorzugsaktien plus 0,13 v. H. auf 125. Jrn Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt eng begrenzt, zweite Notierungen kamen kaum mehr zustande. Etwas höher lagen JG.- Farben mit 169,50 nach 169,25. Von erst später notierten Werten waren stärker verändert: Gebr. Junghans 128 (129,50), Th. Goldschmidt 126,50 (128). Andererseits wurden Eßlinger Maschinen höher gesucht, Taxe 113,50 (l. K. 110,75). Am Kassamarkt notierten Gebr. Adt mit 65 (62), Mez Söhne Freiburg kamen der Schätzung entsprechend mit 130 (zuletzt 120) zur Notiz. Der Rentenmarkt blieb geschäftslos. Kom- munal-Umschuldung schwankten zwischen 91,35 bis 91,45, Zinsvergütungsscheine wurden mit 96 gesucht, späte Schuldbuchforderungen mit 98,40 (98,50) nicht ganz behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag nahezu unverändert, einzelne Liquidationswerte wichen um 0,13 bis 0,25 d. Sy ab, von Kommunal-Obligatio- nen Nass. Landesbank 96,25 (96). Stadtanieihen notierten fast unverändert. Auch Industrie-Obligationen wichen nur geringfügig ab. Der Freiverkehr lag ruhig. Weiter fest Ufa Film mit 79,50 (78,50). Sonst nannte man Neue Wayß & Freytag 146 bis 148 und Adlerwerke Kleyer 108,25 bis 110,25. — Tagesgeld weiter leichter mit 2,75 (3) v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse war sehr still, die Haltung aber trotzdem widerstandsfähig. Den meisten zur Notiz gekommenen Papieren lagen jedoch nur geringe Umsätze zugrunde. Gegen den Berliner Schluß wiesen die Kurse nur unbedeutende Abweichungen auf. Etwas höher lagen einige Montanpapiere, ferner erhöhten sich IG. Farben auf 169,50 bis 169,65 (169,40). Mäßig höher lagen außerdem Westdeutsche Kaufhof mit 59 (58,50), Conti Gummi mif 189,75 (180), während Siemens auf 194 (194,75) und Buderus Eisen auf 119,25 (119,75) abbröckelten. Der Rentenmarkt war nahezu geschäftslos und unverändert. U. a. wurden notiert: 4,75 (1951) Verein. Stahlwerke 96,30, 6 v. H. IG. Farben 134,75, Reichs- bahn-VA. 125, Commerzbank 116, DD.-Bank 119,50, Dresdner Bank 106, Buderus 119,25, Harpener 151 Salzdetfurth Kali E 180, Mannesmann 119,13, Rheinstahl 159,50, Verein. Stahl 120, AEG. 39,40, MAN. 120,50, Conti Gummi 189,75, Daimler 126,50, Deutsche Erdöl 146,50, Scheideanstalt 262, IG. Farben 169,50 bis 169,65, Gesfürel 145,50, Goldschmidt 126,75, Holzmann 146, Lahmeyer 124, Moenus 107, Schuckert 166, Siemens E 194, Westdeutsche Kaufhof E 59, Hapag 17. Frankfurter Getreidebörse- Fra n k f u r t a. M., 15. März. Am Getreidegroßmarkt blieb es sehr still. Weizen ist nur in geringen Mengen erhältlich. Um den Bedarf an Weizenmehl decken zu können, sind weitere Zuweisungen nötig. Arn Roggenmarkt erwartet man aus der Umtauschaktion noch stärkere Zufuhren, die Nachfrage für Roggenmehl kann gedeckt werden. In Gerste und Hafer lag kein Angebot vor. Oelkuchen stehen aus einer zur Zeit laufenden Zuteilung zur Verfügung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 311, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,29, W 16 29,35, W19 29,35 W 20 29,70, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45 R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Müh- lensestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. März. Auftrieb: Großvieh 1086 (gegen 869 am letzten Montagsmarkt), darunter 223 (191) Ochsen, 142 (121) Bullen, 577 (442) Kühe, 144 (115) Färsen. Kälber 607 (510), Hämmel und Schafe 54 (71), Schweine 4992 (4766). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 8.3. 43 bis 45), b) 39 bis 41 (38 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 42 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (28 bis 33), d) 18 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (38 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 60 bis 65 (57 bis 65), b) 46 bis 55 (45 bis 55), c) 40 (40), d) 32 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 50 bis 52 (52), c) 42 bis 49 (48 bis 50). Schafe wurden nicht notiert a) (40 bis 46). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (48 bis 50,50). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zu- geteilt. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, aus- verkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. < Alsfeld, 15. März. Auf dem heutigen Schweine markt waren 303 Ferkel, darunter 106 Händlerschweine, aufgetrieben. Bei schleppendem Verkauf verblieb ein Ueberftanb von etwa 80 Tieren. Es wurden bezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 21 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 21 bis 25 Mark. IlDhOr Unflirirtlllft ll Hflhirhinho unterricfjten (Sie sich nm besten mit den allgemeinverständl. Büchern des.Hugo Bermiililer-Berlages.Berlin-Licbterfelde. Bitte verlangen XltUil llUlUifUJuij U. lAulUlllHiUv Sie noch beute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführlich bebilderte Werbeblatt „Freunde der 9?atur sind Freunde guter Bücher". Spannung 476 Spazierengehen jeweilige Muster wird in den Rahmen eingespannt und die Stiche werden gleichmäßiger, ohne daß man den Stofs zusammenzieht. Spannung des elektrischen Stromes wird in Volt ausgedrückt In Wohnungsanschlüssen find Spannungen von 110, 220 u. 380 Volt gebräuchlich Die Spannung ist am Elektrizitätszähler angegeben. Sie muß man beim Kauf von Birnen, Staubsaugern, Rundfunkempfängern und anderen elektr. Geräten angeben. Sparbrenner für Gasherde erfüllen nicht immer ihren Zweck. Vor dem Kauf prüfe man erst genau, ob sie wirklich weniger Gas verbrauchen, und erkundige sich gegebenenfalls bei dem Gaswerk. Sparen, das regelmäßige Zurücklegen kleiner, entbehrlicher Geldsummen, soll sich jedermann zur Pflicht machen. Der Satz: „Spare in der Zeit, so hast du in der Rot" gilt immer. Falsch ist es natürlich, sein Geld als totes Kapital in den Sparstrumpf zu stek- ken. Erspartes Geld gehört auf die Sparkasie, wo es vor jeglichem Verlust geschützt ist und Zinsen bringt. Es empfiehlt sich, auch Kindern ein Sparkassenbuch anzulegen und regelmäßig Beträge daraus einzuzahlen, damit sie nach ihrer Großjährigkeit zur Aussteuer oder zum Studium ob. zur Berufseinrichtung über eine bestimmte Summe verfügen können. Zu dem gleichen Zwecke können auch Versicherungen zu günstigen Bedingungen abgeschlossen werden. Spargel, Gemüsepflanze, deren unterirdische Stengelteile gegessen werden. Wächst nur in sandigem Boden. Erst 3 Jahre nach der Pflanzung kann Ernte erfolgen. Spargelplantage bringt 20 bis 25 Jahre Ernteerträgnisse. Von April bis Juni wird Sp. gestochen. der geringen Nährwert, wohl aber gesunde Salze enthält. Wirkt harntreibend, soll mit Vorsicht von Eichtikern gegessen werden. Zum Konservieren keinen frisch gedüngten Sp. nehmen, da er nicht hält. Sparkassen, gemeinnützige Anstalten, bei denen man auch die kleinsten Ersparnisse gewinnbringend anlegen kann. Spatz, andere Bezeichnung für Sperling, einen überall vorhandenen gesräßigen Vogel, der wenig Scheu vor Menschen zeigt. Beim Ueberhandnehmen u. wenn Spatzen großen Schaden im Garten anrichten, kann man sie abschießen oder in besonderen Spatzenfallen fangen. Das Fleisch ist eßbar. Spatzenecke siehe Faulecke. Spazierengehen, kurze Wanderung in frischer Luft ist für jeden Menschen erforderlich, der ans Haus gebunden ist oder durch feinen Beruf zu einer sitzenden Lebensweise gezwungen wird. Man soll jeden Tag, ganz gleich, bei welchem Wetter, in der freien Zeit einen bestimmten Spaziergang machen, der nicht einmal sehr ausgedehnt zu sein braucht, aber aus den Straßen der Stabt herausführen soll. ka.. Jahr spov meii riser in t Dun I )oi I Q K\A/ I I Q H--Vertrauenssachei Eine g u te Dauerwelle CIU w I VV v I I vx I I kann nur von ersten Fachleuten ausgeführt ................. ■ । ii ,..n । ... werden I Kosten), fachmänn. Beratung bei Fee“=Vr34o2S Richard Koch . Gießen Spezial-Parfümerie Herren- und Dam en-Frise urmeister GLORIr Heute Dienstag Erstaufführung! (t Ein Mann wagt alles.... und gewinnt Eine Emu tändelt und verliert Ein Mädchen kämpft sich durch und siegt Ein leidenschaftlicher Film, erfüllt von kraft vollem Ernst und lächelnder Verliebtheit! Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4,6,8.30, Sonntag 3, 5.30,8.30 Uhr Karl Ludwig Diehl 1 Olga Tdiechowa j Karin Hardt Große Besetzung - Glänzende Ausstattung — Perlende Musik und große Spannung kennzeichnen diesen Film von Format! 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