Mdler'H.56 X * - - s 187. Jahrgang Montag, 15. November l<)37 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen oruA und Verlag: SrShlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange In Siehe«. Schriftleitung unö Seschäftrstelle: Schnlstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nr. 267 Erstes Matt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantsurt am Main 11686 Die feierliche Eröffnung der Gav-Kulturwoche Heffen-Aaffau 9er Gau-Kulturrat Hessen-Aassau Wie in anderm Zusammenhang bereits berichtet, verkündete Gauleiter und Reichsstatthalter $ p t e n- ger in seiner Rede zur Eröffnung der Gaukulturwoche die im Frühjahr dieses Jahres bereits in Aussicht gestellte erstmalige Verleihung des Gaukulturpreises, der alljährlich verteilt werden soll, und zwar jeweils abwechselnd an einen Kulturschaffenden aus einer der sieben Einzelkam- mern der Reichskulturkammer innerhalb des Rhein- INain-Gebietes, zur Auszeichnung eines besonders hervorragenden Einzelwerkes oder in Würdigung feines gesamten Schaffens. Voraussetzung für die Zuerkennung des Preises ist, wie der Gauleiter ausdrücklich betonte, daß das Werk des mit dem Gaukulturpreise auszuzeichnenden Künstlers in befon- derm Maße dem Volkstum und der Landschaft unseres Gaues entwachsen und verbunden sei. Die lliährliche Verleihung des Preises solle nicht nur .sttrf i iibö^ Der Gauleiter bei der Besichtigung der Ausstellung. Bon rechts nach links: Gaupropagandaleiter Stöhr, Gauleiter Sprenger, im Hintergrund Staatsryt Reiner und links vorn: stellvertretender Gauleiter Linder. — (Aufnahme: Schwarz. NSG.) NSG. Bei der Eröffnung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau gab der Gauleiter die Männer des G a u k u l t u r r a t e s bekannt, der der arbeitsfähige Beirat der Gauleitung in Fragen der künstlerischen und kulturellen Arbeit ist. Den Mitgliedern ist die ehrenvolle Aufgabe gestellt, ihren auf Erfahrung und Sachkenntnis gegründeten Rat auf besondere Aufforderung hin der Gauleitung zur Verfügung zu stellen. In den Gaukulturrat werden sachkundige und erfolgreiche Vertreter des künstlerischen Lebens berufen. Den Einzelmitgliedern können im Auftrage des Gauleiters festumrissene Aufgaben übertragen werden Ein besonderer Titel ist mit der Zugehörigkeit zum Kulturrat nicht verbunden. Der Gaukulturrat soll in erster Linie ein brauchbares und zuverlässiges Arbeitsinstrument in der Hand der politischen Führung des Gaues fein. Eine Berufung in den Gaukulturrat ist Ehre, sachliche Anerkennung und Vertrauensbeweis zugleich. Zu Mitgliedern des Gaukulturrates ernannte der Gauleiter zunächst die Landesleiter der sieben Einzel kammern der Reichskulturkammer: sichtbare Anerkennung, sondern vor allem auch Ansporn zu neuer kultureller Höchstleistung sein, sie solle die schöpferische Tätigkeit auf allen kulturellen Gebieten anregen und fördern. Der Preis für 1937, dessen Verleihung mit der Eröffnung der Gaukulturwoche in repräsentativer Form verbunden, wurde in höhe von 5000 IRarf dem Waler Georg Poppe in Frankfurt am Wain zuerkannt, dessen Werk in hervorragendem Wahe jene Merkmale der Volks- und Landschaftsverbundenheit aufweist, von denen die Rede war. Wir haben bereits im Bericht über die Gauausstellung auf das von Poppes Hand stammende monumentale Wandgemälde aufmerksam gemacht, welches — mit der Gestalt des Führers inmitten des schaffenden Volkes — einen der dem zeitgenössischen Kunstschaffen eingeräumten Säle beherrscht. IlK . Zu seht Nowsct 1W Der Raum der Presse auf der Ausstellung, die große Schauwand des- Gaupresseamtes der NSDAP. — (Aufnahme: Schwarz. NSG.) NSG. Die Reihe der großen Tagungen im Rahmen der Gaukulturwoche Hessen-Nassau wurde am Sonntagvormittag von der Tagung des Gaupresseamtes und der Reichspressekammer eingeleitet. Der Tagung gingen Einzeltagungen des Pressepolitischen Apparates der NSDAP, und des Reichsoerbandes der deutschen Presse voraus Auf der Tagung des Presse- politischen Apparates, an der die Kreis- Professor Dr. Lieser, Darmstadt-, Fichtmül- l e r , Darmstadt: Wartenberg, Frankfurt a. M.; Lehr, Frankfurt a. M.; Goebbels, Frankfurt a.M.; Dr. Meridies Frankfurt a.M.: Schmitt-Halin, Frankfurt a M. und folgende weitere Parteigenossen: Aus der Reichsrundfunkkammer: Intendant Fricke, Frankfurt a. M. Aus der Reichstheaterkammer: Generalintendant Meißner, Frankfurt a. M.; Generalintendant Everth, Darmstadt; Henny Trundt, Mitglied des Frankfurter Opernhauses. Aus der Reichsfilmkammer: Direktor des Ufa-Palastes Lux, Frankfurt a.M. Aus der Reichspressekammer: Hauptschriftleiter S t a e b e, Frankfurt a. M Aus der Reichsschrifttumskammer: Reichskultursenator, stellv. Generalintendant B e t h g e , Frankfurt a. M. Aus der Reichskammer der bildenden Künste: Maler Poppe, Frankfurt a. M., Kunsthändler Schumann, Frankfurt a.M.; Graphiker Sperzel, Frankfurt a. M. Aus der Reichsmusikkammer: Dr. Stichtenroth, Frankfurt a. M. stärken aber auch die Ueberzeugung und den Willen, gleichermaßen teilzuhaben an den schöpferischen Kräften und Leistungen, die mit der nationalsozialistischen Bewegung eine Blüte deutscher Kultur und Kunst bewegen sollen. Ein weiteres Merkmal der nationalsozialistischen Kulturwochen ist, daß sie die e n g e V e r - bindung zwischen Künstler und Volk Herstellen. Niemals ist eine Gaukulturwoche die Angelegenheit eines kleinen Kreises von Fachgelehrten und Sachverständigen, sondern immer und überall haben wir das Bestreben, mit allen Veranstaltungen eine Höchstzahl von Volksgenossen zu erfassen, und mit ihrer Teilnahme auch eine innere Anteilnahme an der Notwendigkeit unserer kulturellen Arbeit zu begründen und damit den Boden zu bereiten für die notwendige erzieherische Beeinflussung sowohl der Kunstschaffenden als auch der Empfangenden. Der Landeskulturwalter umriß dann in großen Zügen das gesamte Programm der Gau'kultur- woche, ihre großen festlichen Veranstaltungen und die Ausstellung der sieben Kammern, indem er die Deutung, die Parteigenosse Müller- S ch e l d der Gaukulturwoche gegeben hatte, voranstellte: Daß die Gaukulturwochen auf kulturellem der gute» iciie eben Aus- en Preis»1 irut 2251 Gebiet das sein sollen, was die großen Herbst paraden für die Soldaten bedeuten, eine Leistungsschau! Eine Leistungsschau, die sich über acht Tage hinzieht und die unter Beteiligung aller Kunstinstitute und Kultureinrichtungen sowie aller Kunstschaffenden ein Spiegelbild der geschaffenen Leistungen und der Auftakt einer reichen Arbeit des Winters und des nächsten Ihres sein wird Alle, die an der Kulturwoche mitgearbeitet haben, sind sich dessen bewußt, daß sie einer gemeinsamen übergeordneten Aufgabe dienen, denn es ist der letzte Sinn all unseres Strebens: unser Reich stark zu machen für seine Aufgaben in der Welt, unser Volk auszurüsten mit allen Kräften des Körpers, der Seele und des Geistes, gleichzeitig aber auch den Aermsten unserer Volksgenossen teilhaben zu lassen an dem, was wir ihm an Erhabenem und Schönem zu geben haben Gauleiter und Michsstatthalter Sprenger nahm dann das Wort, um den Aufschwung des gesamten kulturellen Lebens im Gau aufzuzeichnen. Er begann damit, daß die Kulturgeschichte der vergangenen Zeitalter nur die Registrierung der kulturellen Leistungen, aber nicht die Wiedergabe kulturellen Wollens sei. Der Führer, d. h. der Schöpfer und Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung, hat die Grundmauern zu einem neuen kulturellen Aufstieg gelegt und der Kulturpolitik die Wege im Rahmen der Gesamtausgabe des nationalsozialistischen Ausbauwillens gewiesen. Der Gau Hessen-Nassau ist stolz auf seine Arbeit und seine Erfolge. Im Gegensatz zur Zeit des Verfalls, in dem Kunst und Künstler verelendeten, füllen sich heute nach knapp fünr Jahren die Theater- und Konzertsäle wieder 'und durch die gigantischen staats- und wirtschaftspolitischen Aufgaben ist überall eine Besserung eingetreten. Für den Architekten haben die öffentlichen Bauten, die HJ.-Heime, Siedlungen, Heeres- und Industriebauten Aufträge gebracht. Für die Gartengestalter gaben die Reichsautobahn und die Wettbewerbe der Städte neue Möglichkeiten. Innenraumgestalter. Maler und Graphiker erhielten starke Förderungen durch Ausstellungen aller Art. Bildhauer und Kunsthandwerker bekamen Aufträge. Ebenso wie die bildende Kunst ist auch die Theaterkunst durch die vollkommene Neugestaltung des Spielplanes im nationalsozialistischen S'.ine im Aufschwung begriffen. Das Volk geht heute in die Theater! Die Theaterringe der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" haben eine segensreiche Tätigkeit übernommen und die Theaterringe der Hitler- Jugend führen die Jugend frühzeitig an das Theater heran. Durch die Gründung des Rhein- Mainischen G e m e i n d e k u lt u r v e r b a n- des haben sich auch die Städte in verstärktem Maße die Theaterkunst erschlossen. An über 20 Plätzen des Gaues fanden Freilichtspiele statt. Auf dem Gebiete der Musik zeigt ein reger Konzertbesuch, wie stark das Volk wieder an diesen Dingen interessiert ist. Im letzten Jahre konnte auch ein Die Stabt Frankfurt hat bei dem Wettbewerb für ein „Ehrenmal der deutschen mutier“ folgende Preise verteilt: 1. Preis: Bildhauer Wilhelm B e l z in Gemeinschaft mit Architekt Hans B e l z, Frankfurt am Wain. 2. Preis: Bildhauer Herbert Garbe, Frankfurt a. W. 3. Preis: Bildhauer Richard Werner, Frankfurt a. W. Die Stadt Darmstadt hat in einem Wettbewerb für ein „Schwimmerheim am Großen Woog“ folgende Preise verteilt: 1. Preis: Architektengemeinschaft Reg. - Baumeister Rudolf Dörr, Wiesbaden, und Reg.- Baumeifler Franz Hufnagel, Frankfurt am Wain. 2. Preis: Architektengemeinfchast Kamps und Koch, Altona. 3. Preis: Architekt Professor Peter Grund, Düsseldorf. Der Gauleiter schloß: „So wollen wir im Gau Hessen-Nassau vereint beweisen, daß wir, wie auf allen Gebieten, auch im kulturellen Leben unseres Volkes würdig sind, Gefolgsleute unseres Führers Adolf Hitler zu fein!" preffearntsleiter und Referenten der Gliederungen teilnahmen, sprachen Reichsamtsleiter Sünder- m a n n und Gaupresfeamtsleiter Uckermann über Fragen der Presfearbeit der Partei. Auf der Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Presse sprach der Hauptgeschäftsführer des RdP.. Dr. Henningfen. Die Teilnehmer an beiden Sondertagungen vereinigten sich anschließend zu der großen Pressetagung im Schauspielhaus, die von dem Rhein- Mainischen Landesorchester unter Leitung seines Dirigenten Cujs umrahmt war. Nach Eroffnungs- worten des Gaupresseamtsleiters Uckermann sprach für den verhinderten Reichshauptamtsleiter Rienhardt, SS.-Sturmbannführer Willi, über die Grundzüge der Reichspressekammer als Organisation aller Presseschaffenden. Reichelamtsleiter ©ündermontt/ der Etabsleiter des Neichspressechefs der NSDAP., befaßte sich dann mit den Ergebnissen der deutschen Presseneuordnung, deren vierjähriger Jahrestag gerade in diese Tage fällt. Er wies darauf hin, daß durch das deutsche Schriftleitergesetz und durch die nachfolgenden Verordnungen für das deutsche Verlagswesen eine in der ganzen Welt vorbildliche Regelung des Verhältnisses zwischen Schriftleiter und Verleger, zwischen dem Gestalter des gei- »Die preffe bleibt das Schwert der Bewegung." Tagungen der presse Hessen-Nassaus im Nahmen der Gau-Kulturwoche. lange gehegter Wunsch: die Gründung des Rhein- Mainischen Landesorchesters erfüllt werden. Das Orchester hat zwei Aufgaben: einmal als Parteieinrichtung in der Uniform der Bewegung Marschmusik zu machen und auf der anderen Seite als Landesorchester die höchste Kunst zu entfalten. Der diesjährige nationale Buchpreis fiel in unseren Gau, Filmtheater und Rundfunk sind Volkseinrichtungen geworden. Aus diesen Erfolgen glauben wir an den weiteren Aufstieg in den kommenden Jahren Wir haben auf neuer breiter Grundlage eine umfassende Aufbauarbeit zu leisten. Aus diesem Grunde wurde der Gaukulturrat gegründet, dessen. Mitglieder der Gauleiter hier verkündete. Im Anschluß daran gab der Gauleiter auch den er st en Träger des Gaukulturpreises, der dem Maler Poppe (Frankfurt) zuteil wurde, bekannt. Aber nicht nur der Gaukulturpreis ist Ansporn, sondern auch die Städte des Rhein-Main-Gebietes wollen in Wettbewerben Künstler und Kunst unterstützen. Dabei nahm der Gauleiter die Preisverteilung der aus Anlaß der Gaukulturwoche ausgeschriebenen Wettbewerbe der Städte Frankfurt und Darmstadt vor alle schädlichen und zerstörenden Einflüsse aus Kultur und Kunst fernzuhalten Der nationalsozialistische Staat hatte sich zur Ausgabe gemacht, den Boden zu bereiten auf dem eine blühende Kultur gedeihen soll Kultur kommt von cultura: Pflege und Bearbeitung des Bodens. Jeder Mensch weiß, welcher Fleiß und welche Mühe die Tätigkeit des Bauern erfordert, der den kargen Boden bearbeitet, und jeder Mensch ist auch zu gleicher Zeit erfüllt mit ehrfürchtigem Staunen vor dem Walten der Natur, die diese Arbeit segnet. Und so kommt in dieser Auffassung von Kultur und Kulturpolitik auch die tiefe Ehrfurcht zum Ausdruck, die wir vor dem Wirken des Geistes empfinden, der her Kultur nur den Weg bereiten soll Wir beanspruchen in künstlerischen Dingen keine Unfehlbarkeit, werden aber mit allen Wit- teln den Sah durchsetzen, mit dem wir den politischen Kampf gewonnen haben: Adolf Hitlers Wille ist Gesetz! Der Führer hat immer Recht behalten! Nie war seine seherische Kraft sichtbarer, nie hat sein Wille Gewaltigeres vermocht als da, wo er der deutschen Kunst seinen Zug zur Größe milteilte und aus diesem befruchtendem Einwirken eine Neugeburt deutscher Kunst sich ankündigt. Seine Rede auf den Kulturtagen der Reichsparteitage und bei den großen Festen deutscher Kunst sind unverrückbare Richtschnur für all unser Wirken. Die Gaukulturwochen sind aus dem Willen der Partei und des Staates entstanden, auf dem Gebiete lies kulturellen Schaffens zu führen und anzuregen. Selbstverständlich beansprucht hier die Bewegung, führend voranzugehen, und zwar aus Der Erkenntnis, daß das Fehlen einer einheitlichen Führung auf dem Gebiete der Kultur noch weniger -ntbehrt werden kann und zu einem noch größeren Thavs führen würde, als auf irgend einem anderen Gebiet. In der Kunst wäre es möglich, und wir er- , eben diese Versuche immer wieder, daß der weltan- chauliche Gegner geschickt getarnt eine Bresche in Die deutsche Erneuerungsbewegung schlagen will. Gaupropagandaleiter Stöhr fuhr fort, daß jeder Gau gemäß seiner Geschichte und seiner Landschaft und seiner kulturellen Bedeutung versuche, die Aufgaben der Befruchtung und Anregung b e s o n - ; j e r s 3>u gestalten und zu vertiefen. Wir sind glücklich, eine Gaukulturwvche in einem Gebiet durchführen zu können, welches wie kaum ein anderes auf ein jo reiches bodenständiges Kulturerbe zurück- ilicken kann. In allen Teilen unseres Gaues haben »ir Zeugnisse einer jahrtausendalten Geschichte und Kultur. Es seien nur unsere alten Städte und Dome, Gutenberg und Goethe Ullrich von Hutten mb Freiherr vom Stein genannt. In ihnen allen -uht die Verpflichtung, dieses Erbe zu mehren. Sie DieerstmaltgeVerlelhungbesGau-Kulturpreises Maler Geora Poppe, Frankfurt, erhielt den Preis für 1937. Der Festakt im Frankfutter Opernhaus. Im Frankfurter Opernhaus, dessen Stirnseite mit einem großen, in Schwarz-Weiß gehaltenen Wappen geschmückt ist, fand am Samstagoormittag die feierliche Eröffnung ber G a u k u l t u r w o ch e Hessen-Nassau 1937 durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger statt. Im ehrwürdig- festlichen Raum sah man zahlreiche geladene Gäste, Vertreter der Partei und der Wehrmacht, der Behörden, des kulturellen und des wirtschaftlichen Lebens. Der mit Grünschmuck und Blumen gezierte Bühnenraum wurde von einem riesigen Hoheitszeichen beherrscht. In einem weiten Halbrund rings um das Rednerpult hatten die Fahnenabordnungen der SA. und ff, der NSKK., der HI. und der politischen Leiter Aufstellung genommen. Nachdem das neugegründete Rhein-Mamische Landesorchester unter der Stabführung von Fritz Cuje die Feierstunde mit der Uraufführung des „Heldischen Vorspiels" von Friedrich Siebert eingeleitet hatte, wurde mit der Rezitation der „Künstler" von Schiller gewissermaßen das klassische Motto dieses Tages gesprochen: „Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben, bewahret sie ..." Gaupropagandaleiter und Landeskulturwalter Stöhr, der zum erstenmal als Landeskulturwalter Hessen- Nassau sprach, betonte, daß der Begriff Kulturwoche in der Vergangenheit ebensowenig bekannt gewesen sei, wie der Begriff eines Gaues. Beides feien na- tionalsoizalistische Schöpfungen und damit ein Ergebnis der nationalsozialistischen Revolution. In den Gaukulturwochen offne sich klar der Gegensatz zwischen der Geisteshaltung des vergangenen Jahrhunderts und unserer Weltanschauung. Der Staat libe- ralistischer Prägung hütete sich ängstlich davor, Einfluß auf das kulturelle Leben des deutschen Volkes zu nehmen. Er überließ die deutsche Kultur Juden und unseren Rassefremden, die das deutsche Kulturleben mit den uns bekannten Kulturschöpfungen „beglückten". Der Staat sah ruhig zu, wie dadurch das Volk vergiftet wurde, in dem die größten, alle Generationen überdauernden Künstler einst gewirkt hatten. Auf allen Gebieten des kulturellen Lebens grinste uns in dieser Zelt die Fratze eines zersetzenden, häßlichen und ungesunden Geistes an Aus diesem Rausch gab es ein böses Erwachen, als der nationalsozialistische Staat es seinem totalitären Charakter entsprechend unternahm, auf allen Gebieten das kulturelle und künstlerische Leben seines Volkes zu unterstützen und zu fördern. Der Staat griff ein und übte eine Aufsicht aus zu dem alleinigen Zweck, fügen Inhalts und dem Träger der wirtschaftlichen Verantwortung, getroffen worden »fei. Die gemeinsame, gleichwertige Verantwortung, die jeder Teil, Schriftleiter wie Verleger, trage, sei einer der wesentlichsten Impulse der Pressetätigkeit geworden. Der Journalist blicke auf den Zeitungsinhalt als auf fein Werk, der Verleger auf die Zeitungswirkung in den Massen, die ein Ergebnis der disponierenden, wagenden und wägenden Arbeit des Verlages fei. Reichsamtsleiter Sündermann befaßte sich dann eingehend mit aktuellen fragen der journalistischen Berufsarbeit und ging besonders aus die Anforderungen ein, die der Wunsch der Partei nach Popularisierung des politischen Zeitunhsinhaltes dem Pressemann stelle. Der Journalist müsse als der Erklärer des Weltgeschens den Volksgenossen den täglichen Blick in die Zeit und damit in die _ werdende Geschichte vermitteln. Für den Pressenachwuchs stellte er das Prinzip auf, daß der journalistische Beruf der jungen Menschen bedürfe, die aus einem inneren Idealismus heraus zu einem politischen Lebensberuf sich hingezogen fühlten, daß also gewissermaßen der „geborene Journalist" von heute ein „geborener Politiker" sein müsse. Für den jungen Nationalsozialisten, der eine solche Berufung und Begabung in sich fühle, werde der journalistische Beruf wahre Erfüllung einer hohen Lebensaufgabe bringen. Es sei nicht ohne tiefen Grund, daß zahlreiche führende Männer der Partei lange Jahre ihres Lebens als Journalisten tätig waren. Zwischen dem Nachwuchs der Parteiführerschaft und dem kommenden Pressenachwuchs werde — das könne schon jetzt gesagt werden — ein lebendiger Kontakt bestehen. Der Journalist von morgen werde ebenso wie der alte Parteijournalist ein kämpferischer Journalist, eine politische Persönlichkeit sein. Diese politischen Persönlichkeiten auszuwählen und sie in die politische Mission des Presseberufs einzuführen, das sei einer der größten Beiträge, die heute der Journalismus für die Zukunft zu leisten habe. Gauleiter Gyrena-r- führte aus, daß alle unsere Arbeit auf die Erziehung des Menschen gestellt sei. Unsere hohe Aufgabe sei, jeden Volksgenossen zu einem Nationalsozialisten zu machen. Eines der hervorragend^ Mittel sei dabei die Presse. Daher habe er auch oer Presseschau auf der Gaukulturausstellung das Motto vorangestellt: „Die Presse bleibt das Schwert der Bewegun g". Die Parteipresse habe einst ohne Pressemänner begonnen, aber jeder wußte, daß er nur dem einen Ziel zu dienen hatte: Volksgenossen zu gewinnen und ihnen das Herz für die Worte des Führers zu öffnen, und sie wieder zu einem deutschen Volk zu machen. Alle, die so zu der Presse kamen, trugen das Schwert der Bewegung. Wenn auch das Schwert manchmal im Zweikampf sehr schartig wurde, wurde es doch immer wieder scharf geschliffen. „Der Erfolg hat uns Recht gegeben. Möge sich die gesamte Presse in diese Linie hincinarbeiten und sich in diesen Dienst stellen: Schriftleiter und Verleger sind Griff und Klinge des Schwertes, sie bilden zusammen ein untrennbares Ganzes. Sie stehen im Dienst der großen Aufgabe, der Sicherung und Erhaltung der deutschen Volksgemeinschaft. Darum hat die Partei die Führung." Dr. Dietrich sagte einmal: „Wahrheit ist noch immer der beste Anwalt des Journalis- m u s". Auch der Führer sage die Wahrheit, ob diese angenehm oder unangenehm sei. Die Wahrheit werde sich eine Gasse in der Welt bahnen. Die Prcste habe die Aufgabe, das Schwert der Bewegung stets in die Waagschale zu werfen und so werde sie die Achtung aller Deutschen und die Achtung der ganzen Welt erwerben. Der Gauleiter schloß seine mit großer Zustimmung aufgenommenen Ausführungen mit dem Saß: '„Ihre Aufgabe ist es daher, dieses Schwert rein z u ha l - t e n" — Nach der gemeinsamen Tagung besichtigten die Presseamtsleiter und Pressereferenten der Gliederungen mit Reichsamtsleiter Sündermann die Ausstellung. Gauleiter Sprenger an Dr. Goebbels. NSG. Nach der Eröffnung der Gaukulturwoche sandte der Gauleiter folgendes Telegramm a n Reichsmini st er D r. Goebbels: „Um der Menschheit große Gegenstände." Rhein-Mainische Bühnen spielen im Frankfurter Schauspielhaus. Als die erste repräsentative Veranstaltung der Gaukulturwoche fand am Samstagnachmittag im! Frankfurter Schauspielhaus — in Anwesenheit des I Gauleiters und zahlreicher Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der staatlichen und städtischen Behörden — unter der künstlerischen Gesamileitung des Generalintendanten Hans Meißner, Frankfurt, eine Gemeinschaftsaufführung statt: fünf Bühnen des Rhein-Main-Gebietes spielten unter dem Leit- wort „Um der Menschheit große Gegen- stände" je eine Szene aus deutschen klassischen und zeitgenössischen Dramen. * Das Deutsche Theater Wiesbaden machte mit der großen Alba-Szene aus „E g - mon t" von Goethe den Anfang: die Szene gipfelt, wie man weiß, im Staatsgespräch zwischen Alba und Egmont und ist die entscheidende Auseinandersetzung zwischen der absolutistischen spanischen Machtpolitik und dem Freiheitswillen des niederländischen Volkes: sie endet mit der Gefangennahme Egmonts. In dem von Lothar Schenck v. Trapp großlinig geformten Szenenraum entwickelte Dr. Fr. S e b r e ch t s Regie mit wohlbedachter Steigerung und starker theatralischer Wirkung die Gegensätze: als Hauptträger des Staatsgesprächs erschienen Frank Falkners Alba, finster, tyrannisch, von schneidender Verstandeskälte, und Arno Hassen- pflug als Egmont sympathisch offen, männlich, einfach und edel, wohltuend unpathetisch. ♦ .Das Frankfurter Künstlertheater spielte in der Inszenierung von Fritz R. Werk- Häuser, unter der Spielleitung von Hugo Firmbach, eine Szene aus dem dritten Akt- von Grillparzers „Medea" — den tragischen Kampf der Heldin um ihre Kinder. Vor einem Szenenbilde von klassischer Ruhe und Größe entwickelte sich die Darstellung aus einem Largo der Stimmen zum Furioso eines unerbittlichen Schicksals. Neben dem von Hans-Martin Koettenich sehr maßvoll gegebenen Jason sah man in Lotte Neubauer eine jugendliche, mädchenhaft zarte Medea, die in der verhältnismäßig kurzen Szene eine bemerkenswerte Spannweite schauspielerischer Ausdrucks- und „Sehr geehrter Herr Reichsminister? Die erste Gaukulturwoche Hessen-Nassau ist eröffnet und im Anschluß daran die mit der Gaukulturwoche verbundene Ausstellung — D i e Leistungsschau des rhein-mainischen Kulturlebens — der Öffentlichkeit übergeben. Erblicken Sie, Herr Reichsminister, in den Veranstaltungen der Gau- Wandlungsfähigkeit erkennen ließ — von weicher Hingabe bis zum Ausbruch wilden Schmerzes und jäher Verzweiflung. Dann brachte das Mainzer Stadttheater die Rütli-Szene aus dem „T e l l". Dies ist eine der berühmtesten und von jeher eindrucksvollsten Szenen des deutschen Theaters und Dramas überhaupt, die dank ihrem nationalen Schwung, ihrer großartig zusammengefaßten Lei- jdenschaft der völkischen Freiheitsidee gerade in unserer Gegenwart lebendigsten Widerhall findet. Die Inszenierung von Hans Teßmer sah ihre Aufgabe und ihren Ehrgeiz in der Geschlossenheit eines durchgearbeiteten und wohlgegliederten Ensemble-Spieles, aus dem sich die Stimmen der Hauptsvrecher — etwa Hans M a h n k e als Stauffacher, Kurt Eilers als Melchtal, Heinrich Hub als Walter Fürst, Franz ßartens als Baumgarten — mit persönlich getöntem Wesensumriß und Sprachklang heraushaben. Besonders glücklich gestaltet schien uns der gemeinsame Schwur, dessen Wiedergabe mehr durch eine verhaltene, gedämpfte Leidenschaftlichkeit als durch das oft zu vernehmende donnernde Pathos des Theatersprechchores bestimmt war. * Nach der Pause zeigten die Städtischen Buhnen Frankfurt am Main unter der Spielleitung von Richard S a l z m a n n die 2 Szene des dritten Aktes aus dem Schauspiel „Marsch der Veteranen" von Friedrich B e t h g e, dem Staatspreisträger, Chefdramaturgen und stellvertretenden Generalintendanten des Frankfurter Schauspielhauses, den wir in Gießen als Autor des Kriegsdramas „Reims" kennengelernt haben. Die Szene ist für Stil und Haltung des Schauspiels ganz charakteristisch: im entscheidenden Dialog zwischen dem Gouverneur und dem Hauptmann Ko- pejkin als dem Wortführer der russischen Veteranen, die gegen Napoleon gekämpft haben und vergeblich auf Versorgung warten, sammelt sich hinter militärischer Knappheit und diplomatischer Kühle eine heftige Spannuna, die so innerlich begründet wie theatralisch zündend wirkt. In Hermann Schömberg und Richard S a 1 z m a n n waren die beiden Gegenspieler prachtvoll lebenbia charakterisiert: auch Franz Schneider (Minister) und Toni Impekoven (Major Rostow) müssen genannt werden. ♦ In einer ähnlichen geschichtlichen Sphäre und aus der gleichen männlichen Haltung erwuchs das Schauspiel „Ein Deutscher namens Stein" von kulturwoche den Willen Hessen-Nassaus, das reiche bodenständige Erbe der rhein- mainischen Kulturlandschaft nach den Forderungen des Führers und feiner Bewegung m e i t e r 3 u = entwickeln und diesen Gau teilhaben zu lassen an dem Gesamtkulturschaffen des Dritten Reiches. Heil Hitler! gez. Sprenger." Wilhelm Müller-Scheid. Das Hessische Landestheater Darmstadt spielte in der farbenreichen und sorgfältig schattierten Inszenierung von Franz E verth das Schlußbild, das wir bereits in einer Gießener Aufführung kennen lernten: die große Auseinandersetzung Steins mit dem Zaren Alexander und die Abweisung des non Napoleon bevollmächtigten französischen Generals. Auch diese ausklingende Szene in ihrer leidenschaftlichen Dialektik war von äußerst eindringlicher Wirkung: sie wurde beherrscht von Max Nemetz, der dem geächteten Reichsfreiherrn das gleichsam unterirdisch lodernde Feuer nationalen Ingrimms und preußischen Herrentumes, bei korrekter Haltung Schroffheit, unbeugsame Willensstärke und eine messerscharfe, aufpeitschende Beredsamkeit verlieh, die dennoch nie der kühlen Geistesklarheit entbehrte. Herr von Spallart, der früher in Gießen wirkte, gab elegant und beweglich den Zaren, Hans Magel den General Napoleons. — * Alle fünf Szenen wurden mit großem Beifall ausgezeichnet. Sie gaben jede für sich ein Bild von Stil und Eigenart der fünf Bühnen, alle zusammen einen lebendigen Eindruck von der Leistungshöhe des Theaters in unferm Gau. e Hans Thyriot. Was eine ssrau für einen Welfrekordfluq mitnimmt. Jean Batten, die australische Fliegerin, die vor kurzem einen neuen Rekord für den Alleinflug von Australien nach England aufgestellt hat und wegen ihrer großen Leistung außerordentlich gefeiert wird, erzählt in einem Nachwort zu ihren Berichten, was sie auf ihre große Reise als unbedingt notwendige Ausrüstung mitgenommen hat. „Ich wollte kein Risiko eingehen", erklärt sie, „und so nahm ich zwei Gegenstände mit mir, die mich bei allen meinen Flügen begleitet haben: meinen langen Schal und meinen Kamm. Alle beide sind meine wahrhaft treuen Begleiter. Fünfmal sind sie um meinem Hals und in meiner Tasche über den Aequator geflogen. Für einen so großen Flug ist natürlich die sorgfältigste Vorbereitung nötig. Ich nahm auch ein kleines Buch mit, das niemals aus meiner Tasche fortgelegt roirb und in bas ich alle Einzelligen jeher Strecke, bie wahrscheinlichen Ankunft- unb 2Ibfal)r3eiten, bie Routen, bie ich nehmen mürbe, falls schlechtes Wetter mich zur Aenberung meines Planes zwingen sollte, die Sonnenaufgangs- unb Untergangszeiten, bie Brennstoffmen. Gau ArbMemeinschast für DeutscheVolMnde NSG. Im Rahmen der Gaukulturwoche gründete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Gauarbeitsgemeinschaft für Deutsche Volkskunde Gau Hessen-Nassau, die die große politische Aufgabe zu erfüllen hat, arteigenes von artfremdem Volkstum zu scheiden. Darüber hinaus ist sie eine Waffe im Kampf um bie Reinheit der deutschen Gesinnung mit dem Endziel, das deutsche Volksleben nach unverfälschten Ueberlieferungen zu gestalten. Mit der Leitung der Gauarbeitsgemeinschaft wurde Gauschulungsleiter Ruder (Frankfurt) beauftragt. Der Leiter des Referats Schulung der „Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Volkskunde", Hauptsturmführer Dr. Strobel, machte längere Ausführungen über bie Aufgaben ber Arbeitsgemeinschaft. Aus allem, was uns heute so vielgestaltig entgegentrete, müsse bas alte, bas germanische Erbe herausgenommen werden aus dem, was im Laufe der Zeit verfälscht wurde. Die Männer, die der Arbeitsgemeinschaft angehörten, bildeten sich nicht ein, alles allein machen zu können ohne die Wissenschaft. Im Gegenteil. Sie arbeiteten aufs engste mit den wissenschaftlichen Stellen zusammen, die sich bereitwillig ba$u zur Verfügung gestellt hätten. Allerdings erhebe die Arbeitsgemein- schaft den Anspruch, der Wissenschaft den Weg zu zeigen, den sie in Erkenntnis der nationalsozialistischen Weltanschauung zu gehen habe. In ihrer Arbeit ließe sich die Arbeitsgemeinschaft von keiner Seite beeinflussen. Vor allem wandte sich Parteigenosse Strobel scharf gegen die unwissenschaftliche konfessionelle Verfälschung. Der tragende Pol unseres Volksglaubens sei der Glaube an bas göttliche Walten. Das göttliche Wunder sei dort zu finden, wo es sich offenbare. Die Stärke ber Volkskunde liege darin, daß wir der Stimme des Blutes folgen könnten und nicht, wie unsere Gegner, irgend etwas zu fälschen oder zu leugnen brauchten. In den weltanschaulich ausgerichteten Wissenschaften sei die Volkskunde die größte Waffe, die um bie Reinheit der deutschen Dolksgesinnung kämpfe. Endziel der Arbeitsgemeinschaft sei bie Gestaltung des deutschen Volkslebens nach unverfälschten Ueberlieferungen. Eine Mutter müßte es als ihre Pflicht betrachten, ihren Knidern nicht von biblischen Juden zu erzählen, sondern von deutschen Männern. Wir gestalten unsere Feiern aus ber Stimme unseres Blutes und aus unserer Kraft heraus. Niemals werden wir in den Fehler verfallen, krampfhafte Konten zu machen Hierauf gab Gauschulungsleiter Ruder den Aufbau der Arbeitsgemeinschaft bekannt. Sie besteht aus einem engeren Mitgliederring, der erroe;= ! tert wird durch Leiter der Referate, Verbindungs- ! männer der Gliederungen und durch Mitarbeiter 1 für Fachgebiete. 'Dem engeren Mitgliederring gehören an: Vom ^-Oberabschnitt Fulda-Werra: Sturmbannführer S ch w a l m , Leiter des Rasse- und Siedlungsamtes, vom ^-Ob^''abschnitt Rhein: ^-Scharführer Faust, vom Reichsarbeitsdienst, Arbeitsgau XXV: Arbeitsführer Biedenkapp, Gauunterrichtsleiter, von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau: Dipl.-Landwirt Seyberth, Sachbearbeiter in ber Hauptabteilung der Landesbauernschaft, vom HI.-Gebiet 13: 'Gefolgschaftsführer Wilhelm .Hopfner, vom BDM.-Obergau 13: Mädelringführerin Ortrud Roth. Die Leiter der Referate sind: Schulung: Heinz Kraus, 1 Gaustellenleiter im Gauschulungsamt, Feiergestaltung: Alwin Rüffel, Gauamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Abteilung Deutsches Volksbildungswerk, Volkstumsarbeit: Arbeitsführer Biedenkapp, Reichsarbeitsgau XXV, Wiesbaden, Wissenschaft: Professor F. K. Roede- metjer, Rektor an der Johann Wolfgang-Goethe- Universität in Franfurt a. M., Leiter ber Zentralstelle für Sprachpflege, Deutsche Akademie. Verbindungsmänner stellen die SA., DAF., der NSDStB., der NS.-Lehrerbund, der NSD.-Dozen- tenbund und das Rassenpolitische Amt. Der Gauleiter erklärte dann die Gauarbeitsgemeinschaft für gebildet und verpflichtete die Mitglieder durch Handschlag. Er dankte Gauschulungsleiter Ruder für die geleistete Arbeit und betonte, daß es eine Selbstverständlichkeit wäre, daß sich die Partei und ihre Gliederungen sowie die Behörden in den Dienst der Arbeitsgemeinschaft stellten. Jeder müsse ein Förderer dieser Arbeit sein, die einem Volk seinen Glauben wiedergebe unb von besten eigenem Geist erfüllt sei. Dieser Geist könne nur fein ber Geist Aböls Hitlers unb seiner Idee. Gesunde und billige ■ÄV ohnungen. Das großzügige Siedlungswerk des Gaues Hessen-Nassau. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hatte einen kleinen Kreis führender Männer eingeladen, unter denen sich auch Generalleutnant L e e b und Generalmajor Lohmann befanden, die großen Erfolg des nationalsozialistischen Siedlungswerkes im Gau Hessen-Nassau zu besichtigen. Es sollte gezeigt werden, wie sich der Nationalsozialismus in einem nie vorher gesehenen Maße für das Siedlungswerk einsetzt, um gesunde und für den einzelnen finanziell tragbare Wohnungen zu schaffen. Einmal müssen wir den Menschen aus ber ungesunden Großstadtwohnung in bie Heimstätten-Siedlung hinausführen und zum anderen ihn mehr an seine Arbeitsstätte heranbringen. Die neue Wohnung muß billiger und besser als bie alte Wohnung sein und ein Stück Gartenland aufweisen, durch das der Siedler eine Ernährungszulage erhält. Heute können wir bereits 6000 bezogene Siedlungshäuser melden. Außer den Einzelhäusern werden in den Siedlungen auch Mietwohnungen errichtet, die eine kleinere Gartenland Zuteilung aufweisen. Der erste Aufenthalt ber Fahrt galt der Besichtigung der S i ed l u n g s s ch u le bei Oberstedten. Hier sollen die Siedlungswarte und Siedlerfrauen, Architekten und Handwerker usw. mit all den Fragen oertraut gemacht werden, die an sie als Siedler oder als Baufachleute herantreten. Viele Siedler aus der Stadt haben nicht die ausreichende Kenntnis von der Kleintierhaltung und vom Gartenbau. Diese Lücke soll durch die Siedlerschule geschlossen werden. Der Schule ist das Universitäts-Institut für Bienen- kunde ber Polytechnischen Gesellschaft angeschlossen. Ein Institut für Kleintierkunde soll errichtet werden. Anschließend wurde bie Heimstättensiedlung „Frankfurter Berg" bei Bonames aufgesucht. In dieser Siedlung mit 90 fertigen und weiteren 60 im Bau befindlichen Häusern ist durch farbigen Verputz, durch Farbenunterschiede in der Dachbe- deckung, durch Fachwerkgiebel oder Holzverschalung ein Bild erreicht worden, das bei aller Einheitlichkeit ber Siedlung ein lebendiges Gesicht gibt. Am Frankfurter Berg konnte man das Streben nach dorfähnlichem Charakter der Siedlung erkennen. Ein 5)aus zeigt Muftermöbel, da die allgemein erhältlichen Möbel nicht immer in bie Siedlungen paffen, denn in die zweckmäßig eingerichteten Häuser gehören auch bie entsprechenden klaren, einfachen und soliden Möbel. In den Siedlungen ist ein Gemeinschaftsleiter tätig, ber bie Siedler in allen auftretenden Fragen betreut sowie Neusiedlern hel« send zur Seite steht. In der Siedlung Sossenheim 11, die auf ehemaligem Ziegeleigelände errichtet wurde, war der dorfähnliche, der Landschaft angepaßte Charakter der Siedlung besonders stark ausgeprägt. Das Gelände ist hier so hervorragend ausgenutzt, daß die Straßen in sich einen geschlossenen Raum bilden, der die Siedlung zu einer festen Gemeinschaft werden läßt. In Langen haben die Siedler über 1000 Quadratmeter Gartenland zur Verfügung. 82 Stellen sind bereits fertiggestellt, weitere 40 Siedlerstellen und 52 Volkswohnungen befinden sich im Bau und für den dritten, im Frühjahr beginnenden Bauanschnitt sind weitere 40 Häuser vorgesehen, so daß die gesamte Siedlung bald 200 Einheiten um= V 150-303 ein SUNLICHT Erzeugnis Normaldose Unverändert gut! Vim putzt alles Vim ist ausgiebig Vim ist sparsam 18» Doppeldose nur noch VA Pf. fassen wird. An den schonen, mit lebenden Hecken eingefaßten Straßen reihen sich die in den Farben des Verputzes, der Fensterläden, des Holzes und auf manche andere Weise verschieden gestalteten Häuser. Auch in Rüsselsheim wurde der nationalsozialistische Siedlungsgedanke in der dorfähnlichen, der Landschaft angepaßten Siedlungsanlage zum Durchbruch gebracht. Rüsselsheim wird eine der größten Siedlungen im Gau werdet!. Von 452 Stellen des Gesamtplanes sind 190 bereits bezogen, ber Rest ist im Bau ober steht vor Baubeginn. An den Knotenpunkten der Straßen werben größere Geschäftshäuser erstellt. Außerdem soll die Siedlung einen eigenen Sportplatz sowie großzügige Gemeinschaftsbauten erhalten. Die Siedlungen sind nicht Klassensiedlungen im Sinne der Novemberrepublik, sondern umfassen in einem gesunden Verhältnis Arbeiter, Angestellte und Beamte. In den Kindern der Siedlungen wächst ein neues Geschlecht heran, das die Gewißheit gibt, daß unser Siedlungswerk seine Aufgabe erfüllt. Kreisleiter und Gauamtsleiter tagen in Sonthofen. Berlin, 13. Nov. (DNB.) Wie die NSK. meldet, sind alle Kreisleiter und Gauamtsleiter der NSDAP, vom 15. bis .24. November zu einer Tagung auf der Ordensburg Sonthofen versammelt. Die Männer des obersten Führerkorps der Bewegung, die Reichsleiter der Partei und leitenden Persönlichkeiten ber Gliederungen werden das Wort ergreifen. Mit dieser Tagung wird gleichzeitig die Ordensburg Sonthofen, deren endgültiger Ausbau erst in zwei Jahren vollendet sein wird, mit allen inzwischen fertiggestellten Teilen der Anlage in Dienst gestellt. Während bisher nur in einem Baukomplex die Adolf-Hitler- Schule an der Arbeit ist, werden die rund 1500 gen, die ich auf jeder Station einnehmen mußte unb die lokalen Gesetze, eingetragen hatte. Da eine Landung in der Wüste immer zu den Möglichkeiten gehört, hatte ich eine große Menge Nahrungsmittel, Konserven von Fleisch, Milch, Zucker, Trauben, Datteln unb Drangen mitgenommen. Ferner waren in einem Kasten untergebracht ein Revolver, zwanzig Patronen, ein Angelstock für ben Fall, baß ich an einer Wasserstelle landen müßte, unb auch ein Zerstäuber zur Tötung der Mücken, denn diese Plagegeister waren für mich schreckliche Feinde, besonders bei den schwierigen Flügen über bie Wüste. Schließlich hatte ich noch zwei Koffer gepackt, von denen der eine ein Seidenkleid und zwei Paar Schuhe für den Fall, daß ich im Westen elegant aufzutreten hatte, während der andere ein Wollkleid enthielt und einen kleinen Strohhut, ber jetzt nur noch ein Fetzen ist, da er während der Reise in einem Werkzeugkasten lag. Ich mußte damit rechnen, daß ich in fünf Tagen einen vollständigen Wechsel der Jahreszeit durchzumachen hatte, während in Australien die Bäume in Blüte standen, sah ich in Europa den Herbst, besonders über dem Rhonetal das rote und braune Herbstlaub, und als ich in Croydon ankam, erwartete mich eine eingemummelte Menge, nachdem ich eine Woche vorher Sonnen- und Seebäder an ber australischen Küste genommen hatte. Aber wie köstlich ist doch die frische Luft von Croydon, wenn man fünf Tage im Flugzeug eingeschlossen war und den Benzinduft einzuatmen hatte .. Zeitschriften. — Die Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W. 30) bringt im November- Heft eine Abhandlung über: „Die geistige Entwicklung des Kindes und fein Bedürfnis zur Erziehung". In diesem lehrreichen Aufsatz lieft bie Mutter über Beginn unb Abschluß ber geistigen Entwicklung, über das Ziel der Erziehung, über die Entwicklung der Sinne, über die Ausbildung des Gedächtnisses und über die Wege der Erziehung. Das Heft bietet auch in feinem übrigen Inhalt viel Interessantes für junge Mütter unb allen, denen die Pflege eines Säuglings ober Kleinkindes anvertraut ist. So z. B.: „Mit Schere, Leim und Papier", „3m Kind erkennt man bie Mutter", „Kleine Augen sehen eine große Welt" usw. Auch in dem „praktischen Teil" wird die Mutter unb Hausfrau Anregungen finden, die ihr gelegentlich zugute kommen werden. Teilnehmer der Tagung als erste die Burg beziehen. Zum ersten Male ist es dabei möglich, die Kreisleiter und Gauamtsleiter gemeinsam zu erfassen, während diese Tagungen bisher für Kreisleuer und Gauamtsleiter getrennt teils auf Burg Vogelsang, teils auf der Ordensburg Crösfinsee, durchgeführt wurden. Neben dem verantwortlichen Dienst der Tagung, der die Teilnehmer an jedem Tage Zu drei bis vier Vorträgen un Saal der Burg versammelt, sieht die Tagungsfolge auch eine Reihe von künstlerischen Darbietungen vor. Gauleiter Bürckel zu den Neuaufnahmen in der Partei. Neustadt, 13. Novmber. Der Gauleiter des Gaues S a a r p f a l z der NSDAP., Bürckel, hat an d i e Beamten, die sich zum Eintritt in die NSDAP, gemeldet haben, eine Bekanntmachung gerichtet, in der es heißt: „Das rege Interesse der Beamtenschaft des Gaues Saarpfafz an der Partei, das durch die große Zahl der Anmeldung zwecks Aufnahme in die Partei zum Ausdruck kommt, wird anerkennend bei uns zur Kenntnis genommen. Ich halte es jedoch für richtig, daß mit diesem Interesse für die Partei auch zugleich wiederum ein Ka m e r a d sch a f t s d i e n it verbunden wird. Dieser Kameradschaftsdienst besteht nun darin, daß jeder obere und mittlere Beamte drei bzw. zwei anständigen Arbeitern die Möglichkeit der Aufnahme in die Partei geben muß, d. h. der obere Beamte hat für drei Arbeiter die Aufnahmegebühr und mindestens zwei Jahre die Parteimitgliedsbeiträge zu übernehmen, während der mittlere Beamte für zwei Arbeiter die gleichen Opfer zu bringen hat. Die Aufnahmen der hier in Frage kommenden Arbeiter werden durch die zuständigen Hoheitsträger in die Wege geleitet. Die Zustimmung zu diesen Bedingungen wird mit der Abgabe des Aufnahme-Antrages als gegeben betrachtet. Wo aus wirtschaftlichen Gründen die Bedingungen nicht eingehalten werden können, ist ein Antrag auf Entbindung hiervon bei dem zuständigen Kreisleiter zu stellen oder aber der eingereichte Ausnahme-Antrag zurückzuziehen." Der Hausgehilfinnen-Abzug bleibt. Halle, 13 Nov. (DNB.) Auf der arbeitspolitischen Tagung der DAF. in Halle teilte Staatssekretär Reinhardt mit, daß der durch die Steuerreform vom Herbst 1934 in das Einkommensteuergesetz übernommene Hausgehilfinnen- a b z u g entgegen den in letzter Zeit aufgetauchten Vermutungen in vollem Umfange aufrechterhalten bleibt. Insbesondere sei nicht beabsichtigt, diese Vergünstigung auf Verheiratete mit Kindern zu beschränken, weil es unter den Unverheirateten und den kinderlos Verheirateten sehr viele Gruppen gebe, die wiederum von einer Beseitigung dieser Vergünstigung hätten ausgenommen werden müssen. Vom Standpunkt der Verwaltungsvereinfachung aus wäre eine derartige Neuregelung nicht vertretbar gewesen. Dagegen erklärte der Staatssekretär, daß die B e w e r - tungsfreiheit für kurzlebige Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens, nachdem sie ihren Zweck voll erfüllt hpbe, nunmehr in Wegfall komme für Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. September 1937 bestellt worden sind. Eine spätere Wiedereinführung der Bewertungs- sreiheit sei ins Auge gefaßt, weil sie verwaltungstechnisch einfacher sei als die auf mehrere Jahre verteilten Steuerermäßigungen. Der bisherige Leiter des Personalamtes des Stellvertreters des Führers, Reichsamtsleiter von W u l f f e n , wurde als Ministerialrat in die Präsidialkanzlei berufen. Unerfreuliche Begleitmusik zum Besuch von Lord Halifax. Lleble Sensationshascherei englischer Zeitungen vergiftet die politische Atmosphäre. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Unter der lieber» schrift „Ungeeignete Methoden!" schreibt die Nationalsozialistische Parteikorresondenz u. a.: „Eine Reihe von ausländischen Zeitungen hat sich der Tatsache des bevorstehenden Besuches Lord Halifax' in Deutschland bemächtigt, um diesen Besuch in tendenziösen Kombinationen zum Objekt ihrer politischen Sensationsbedürfnisse oder konkreter Absichten zu machen und die Atmosphäre einer Aussprache z u vergiften, noch bevor sie stattgefunden hat. Sie unterschieben ihr Absichten, die — zum mindesten insoweit es die deutsche Seite angeht — nicht nur abwegig, sondern einfach albern sind. Bei den Unterhaltungen, die Lord Halifax in Deutschland mit maßgebenden deutschen Staatsmännern haben wird, sollte sichertich offen und freimütig über manches gesprochen werden. Wenn sich aber jemand der Hoffnung oder auch nur dem Gedanken hingibt, daß die politischen Freundschaften, die Deutschland mit Italien und Japan verbinden, Gegenstand der Diskussion sein könnten, dann zeugt das von einer völligen Verkennung der Lage. An der politischen Realität der Achse Berlin—Rom und des Antlkomintern- paktes mit Japan kann durch niemand gerüttelt werden! Darüber darf auch nicht der mindeste Zweifel bestehen! Auch die Unterstellungen, als ob Deutschland sich zu L i n - Wirkungen auf feine politischen Freunde bereit finden könnte, hinsichtlich solcher Angelegenheiten, die nicht uns, sondern ausschließlich diese Staaten angehen, müssen als völlig abwegig bezeichnet werden! In der Kolonilfrage hat die deutsche Oeffenttich- keit die Auffassungen, die darüber in London und Paris bestehen, zur Kenntnis genommen. Sie wird die weitere Entwicklung der Dinge abzuwarten wissen. Die kühne Behauptung, daß es Deutschland fei, das aus Anlaß des Besuches von Lord Halifax eine Annäherung an die We ft Mächte suche, um auf diese Weise endlich die großen Mächte zu der von ihm ersehnten Aussprache zu viert zu veranlassen, müssen wir vom deutschen Standpunkt dahin richtigstellen, daß das Reich von sich aus keine Beranlassung hat, sich nach dieser Aussprache zu sehnen, da ja keinerlei dafür * in Frage kommende Differenzen zwischen ihm und diesen Mächten bestehen. Auch bei dieser Unterstellung dürfte der Wunsch der Vater des Gedankens fein. JNinisterbesprechung in London. London, 14. Nov. (DNB.) Nach einer Besprechung zwischen Ministerpräsident C ha m b e r - la in, Eden und Lord Halifax wurde, so schreibt Preß Association, beschlossen, daß Halifax am Mittwoch nach Berlin reifen fall. Die drei Minister hätten alle Einzelheiten der Halifax-Reise erörtert. Man nehme an, daß auch d i e Möglichkeit einer Verschiebung der Reise erörtert worden sei, wie sie in der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz angebeutet worden sei. Eden kehre morgen nicht nach Brüssel zurück. Wann er fahre, stehe zunächst noch nicht fest. Es wird schließlich dementiert, daß der König von Belgien für die internationale Politik wichtige Besprechungen führen wolle und daß England in Spanien und im Fernen Osten zwecks Friedensschlusses intervenieren wolle. Oie Regierungskrisis in Rumänien. Tatarescu erneut mit der Kabinettsbildung beauftragt. Bukarest, 13. Nov. (DNB.) Der Parteiführer der Nationalzaranisten Jon Mihalache wurde Dom König beauftragt, die Neubildung der Regierung zu versuchen. Der König hat zur Bedingung gestellt, daß Mihalache sich die Mitarbeit Vaida-Vvevods („Rumänische Front") sichert. Mihalache gab den Auftrag zurück, da die Schwierigkeiten, mit Baida-Voevod zu einer Einigung zu kommen, unüberwindlich waren. König Earol betraute darauf erneut Tatarescu mit der Neubildung der Regierung. Die neue Regierung soll auf einer erweiterten polltischen Grundlage gebildet werden Tatarescu prüft die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen den Liberalen und den Gruppen Georg Bra- tianu und Junian. * Die Nationalzaranisten unter der Führung Mihalaches können als das Sammelbecken der politisch linksgerichteten Rumänen angesehen werden. Aus dem Kreise der Nationalzaranisten heraus ist in den letzten Monaten wiederholt der Versuch aemacht worden, auch in Rumänien eine Volks- frontpolitik in die Wege zu leiten. Die L i b e- raten dagegen, die bisher im Kabinett Tatarescu die Regierungsgewalt ausübten, sind seit dem Aufkommen der „Rumänischen Front" Vaidas und der „C h r i st l i ch n a t i o n a l e n Partei" Cuza-Gorgas zu einer Mittelpartei geworden, nachdem sie, solange das Zweiparteiensystem galt, die Rechte repräsentieren. Von der tatsächlichen Rechten unterscheiden sie sich aber darin, daß sie dem Parlamentarismus huldigen, während die Rumänische Front und die Christlichnationalen eine autoritäre Staatsführung unter Beiseiteschiebung der Parteien und des Parlaments fordern. Tatarescu, der bisherige Ministerpräsident, ein „junger Liberaler", hat nun stets versucht, durch geschicktes Taktieren vom Regierungsplatz her den Rechtsparteien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Darüber hat es mancherlei Streitigkeiten mit feiner Partei gegeben, die immer erst gefragt fein wollte. Aber Tatarescu regierte doch mindestens feinen Parteifreunden gegenüber gelegentlich „autoritär" • Verleumdungen des „Evening Standard" von der ASK. scharf zurülkgewiesen. Den Gipfelpunkt der tendenziösen Brunnenvergiftung erklimmen leider eine Reihe englischer Zeitungen. Der „E v e n i n g Standard" veröffentlicht unter der Ueberfchrift „Hitler bereit z u einem W a f f e n st i l l st a n d — Keine Forderung auf Kolonien für zehn Jahre, wenn er freie Hand in Mitteleuropa erhält" — eine Meldung, in der es u. a. heißt: „Die britische Regierung besitzt eine Information aus Berlin, wonach Herr Hirler bereit ist, wenn er nur die leichteste Ermutigung erhält, Großbritannien einen zehnjährigen W a f f,e n st i l l st a n d in derKolonialfrage anzubieten. Während des Waffenstillstandes wird die Frage von Kolonien von Deutschland nicht aufgeworfen werden. Als Entgelt für ein derartiges Übereinkommen erwartet Herr Hitler, daß die britische Regierung ihm freieHand inZentral- europa läßt. Es ist in London bekannt geworden, daß Hitlers Idee einer freien Hand in Mitteleuropa darin bestehe, daß Großbritannien nicht intervenieren wolle, wenn: 1. Deutschland auf freie Wahl oder ein Plebiszit in Oesterreich dränge; 2. Deutschland der Tschechoslowakei eine Forderung auf sofortige Anerkennung der Rechte der deutschen Minderheit in diesem Lande auf administrative Autonomie innerhalb des Staates und kulturelle Einheit mit dem Volk des Deutschen Reiches überreiche." Diese dreisten Vehaupkungen des „Evening Standard" stellen einen geradezu unglaublichen Versuch dar, die politische Atmosphäre unmittelbar vor dem Besuch von Lord Halifax in Berlin in einer Weise zu vergiften, die sie selbst in der Geschichte des westlichen Journalismus bisher selten ihresgleichen hat. Wir stellen fest: An den Behauptungen des „Evening Standard" ist kein wahres Wort! Sie sind von Anfang bis Ende Erfindung und damit bewußte Lüge. Nichts ist aber mehr geeignet, den Völkerfrieden auf das schwerste zu gefährden als derartige verantwortungslose Unterschiebungen, wie sie in dem geradezu niederträchtigen Schwindel des „Evening Standard" ihren Ausdruck finden. Deutschland hat seine kolonialen Forderungen durch den Mund des Führers der Welt zu wiederholten Malen mitgeteilt und hat dem nichts mehr hinzuzufügen. Seine mitteleuropäischen Beziehungen aber hat Deutschland durch Verträge geregelt. Es benötigt weder zu ihrer Auslegung noch zu ihrer Ergänzung einer fremden Hilfe, Belehrung oder Erlaubnis! Die ihm in so infamer Weise unterstellte Absicht, auf dem Wege des Kuhhandels durch den Verzicht auf Kolonien freie Hand in Mitteleuropa zu erhalten, kann man nur als eine dreiste journalistische Unverschämtheit bezeichnen, die nicht scharf genug zurückgewie- fen werden kann. Wenn der Besuch von Lord Halifax in einer solchen Atmosphäre erfolgt, erhebt sich die ernste Fruage, ob es nicht im Interesse der politischen Entspannung nützlicher wäre, im Augenblick ihn zu verschieben und vielleicht er st dann stattfinden zu lassen, wenn besonders in der britischen Presse jene Beruhigung eingetreten ist, die man in anderen Ländern mit den Worten Anstand und Wahrhaftigkeit zu umschreiben pflegt. NEUERBURG Ebbe und Flut den Wasserstand des Meeres beherrschen,so ist der Feuchtigkeitsgehalt einer Zigarette abhängig von der Trockenheit oder Nässe der sie umgebenden Luft. Da alle Schwankungen der Luftfeuchtigkeit aber die Tabakqualität beeinträchtigen,verwenden wir sorgsam abgedichtete TROPEN-PACKUNGEN. Sie schützen unsere Zigaretten vor dem ständigen Auf und Ab ihrer Umwelt und sichern ihnen einen konstanten Feuchtigkeitsgrad, sowie dem Raucher einen stets gleichbleibenden Genuss. GULDENRING CTHit Qoldmundfiitcl^ OVERSTOLZ (Dlpne S^tundjlücl^ RAVENKLAU 5 PF. MIT GOLOAAUNDSTUCK AUSLESE 6 PF. OHNE MUNDSTÜCK Bolksfronihehe gegen Polen. Ein nicht unerheblicher Teil der französischen Presse zieht wie auf ein gegebenes Signal gegen Polen vom Leder. Es sind, das sei voraufgeschickt, die Zeitungen, die sich von jeher darin gefielen, alle möglichen Lügen über Deutschland zu verbreiten. Diese Zeitungen gehören fast durchweg der französischen V o l k s f r o n t an. Wir wissen aber auch, daß die Verfasser all dieser Hetzartikel recht stattliche Bezüge aus den sowjetrussischen Fonds beziehen, die für diese Zwecke gebildet worden sind. Bediente sich Moskau bisher dieser Kreaturen in der französischen Journalistik, um die Weltöffentlichkeit mit irreführenden Nachrichten gegen uns aufzuhetzen, so versucht es jetzt das gleiche gegen Polen. Das geschieht m der Weise, daß die vom Solde Moskaus abhängige Pariser Presse aller Welt einzureden sucht, in Polen stehe ein Staatsstreich im faschistischen Sinne bevor. Selbst wenn das der Fall wäre, ginge es die Franzosen und ihre roten Bundesgenossen herzlich wenig an. Jedes Land kann sich die Staatsform geben, die es für die richtige halt. Doch abgesehen davon, haben wir es hier mit einem infamen Treiben der Sowjets zu tun, das von französischer Seite bereitwillig unterstützt wird, nur um neue Unruhe zu schaffen und einen europäischen Staat in den Augen anderer Nationen herabzusetzen. Denn die Pressehetze gegen Polen ist darauf abgestimmt, das, was den Polen unterschoben wird, als etwas Verächtliches hinzustellen. Wenn man in Warschau über die Pressehetze im Lager des französischen Bundesgenossen verstimmt und gereizt ist, dann haben wir dafür volles Verständnis. Auch dem polnischen Journalisten scheint jetzt endlich ein Licht aufzugehen. Denn jbie gleichen Warschauer Zeitungen, die noch vor wenigen Monaten die Lügenmeldungen der Pariser Volksfrontpresse über Deutschland unbesehen in ihre Spalten aufnahmen, erfahren nun am eigenen Leibe, was es heißt, sich von den Greuelrnachern im „Oeuvre", „Echo de Paris" und „Populaire" bedienen zu lassen. — Eine schlechte Ouvertüre für die osteuropäische Rundreise, auf der Herr Selbes auch die Hauptstadt an der Weichsel mit seinem Besuch beehren will! D. S. Drohendellmklammerung derChinesen vor uffdiau. Tokio, 15. Rov. (DRV. Funkspruch.) Die Tokioter Presse meldet in Extrablättern, daß die japanischen Truppen die Stadt T s ch a n g s h u, 40 Kilometer nördlich von Sutschau, an der Bahnstrecke Schanghai—Nanking, eingenommen haben. Die Truppen sind auch von Osten her durch die Besetzung der Stadt Kunschan ihrem Ziel Sutschau bis auf 30 Kilometer nahegerückt. Angesichts der Besetzung weiterer Orte wie T a i z a n g und Qui- s a n ziehen sich die Chinesen nunmehr auf Sutschau zurück und versuchen, mit allen Kräften der drohenden Umklammerung zu entgehen Die Stärke der chinesischen Truppen im Abschnitt nördlich der Bahn Schanghai—Sutschau wird auf 40 000 geschäht. Kunst und Wissenschast. Ausklang der Reichsmusiktage der HI. Die 3. Reichsmusiktage der HI., in deren Zeichen Stuttgart seit dem 11. November stand, fanden mit einem von der HI. gemeinsam mit der Wehrmacht und der NSG. „Kraft durch Freude" veranstalteten Gemeinschaftskonzert ihren Abschluß. Der Chef des Kultur- und Rundfunkamtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer C e r f f, überbrachte Grüße von Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsjugendführer von Schirach. Der Verlauf der Reichsmusiktage habe gezeigt, daß das musikalische Leben in der HI. so vielgestaltig sein könne wie die deutschen Menschen und die deutsche Landschaft. Sie hätten auch gezeigt, daß jede Abkehr von den völkischen Gefühlswerten auf die energische Abwehr der HI. stoße. Das künstlerische und kulturelle Schaffen sei so lange sinnlos, als es nicht gelinge, den einfach und natürlich empfindenden deutschen Menschen dafür zu gewinnen. In diesem Sinne wisse sich die HI. auf das engste verbunden mit den der Organisation „Kraft durch Freude" gestellten Aufgaben. In den mit „Kraft durch Freude" gemeinsam ins Leben gerufenen Musikschulen, die in den nächsten Monaten in vielen deutschen Städten eröffnet werden, werde die Jugend eine gründliche musikalische Erziehung erfahren. Mit Bezug auf die am 15. November beginnende Werbewoche der HI. für den Jnftrumentalunterricht wandte sich der Redner an alle Eltern mit der Bitte, die HI. in dieser Aufgabe zu unterstützen. Falsch sei es zu glauben, daß die soldatische Erziehung in der HI. mit einer Kunsterziehung unvereinbar sei. Oer Literarhistoriker Adolf Bartels 75 Jahre alt. Der Schriftsteller und Literaturhistoriker Adolf Bartels in Weimar vollendet am 15. November das 7 5. Lebensjahr. Er war der Vorkämpfer des völkischen Gedankens im deutschen Schrifttum, der Feind alles fremden Wesens. Seine Literaturgeschichte war der erste Versuch, deutsches Schrifttum von rassefremden Erzeugnissen zu trennen, zahlreiche Streitschriften dienen demselben Ziel. Bartels schrieb ein Schauspiel „M a r t i n L u - t h e r", er trat für Hebbel, Keller und Klaus Groth ein, lyrische Gedichte und Romane bezeichnen sein ferneres Schaffen. Auch die Heimatkunstbewegung hat ihm viel zu verdanken. Adolf Bartels stammt aus Wesselburen im Dithmarschen, wo auch die Wiege Friedrich Hebbels stand. Vom hohen Deich der Heimat aus konnte er die stolzen Worte sprechen: „Ich fühle, ich bin vom Nibelungenstamm, und um mich her ist Nibelungenland." Jahrelang ist Bsrtels ein Einsamer gewesen, die neue Zeit hat aber auch seine Anhängerschaft vermehrt, hat (Scherl-Bilderdienst-M.). ihm zur Würdigung und Anerkennung verhalfen. Der Führer und Reichskanzler verlieh ihm schon früher den Adlerschild des Deutschen Reiches. Der größte Stolz dieses aufrechten deutschen Mannes aber wird in dem Bewußtsein beruhen, den Anbruch eines nationalbewußten Zeitalters durch seine geistige Unabhängigkeit und seinen mutigen Kampf mit herbeigeführt zu haben. Die thüringische Gau- und Landeshauptstadt verlieh Professor Adolf Bartels in Würdigung seiner großen Verdienste um das Kulturleben Weimars zu seinem 75. Geburtstag am 15. November das Ehrenbürgerrecht. — Eine weitere Ehrung erfuhr Professor Bartels durch den Deutschen Schiller-Bund, der ihn als den Begründer des Bundes und der Weimarer Festspiele für die deutsche Jugend zu seinem Ehrenmitglied ernannte. So entsteht ein Atlas der devtsihen Pflanzenwelt. Eine Großtat deutscher WiffenschastSarbeit. Wie verläuft in Deutschland die Nordgrenze der Weißtanne und wie die Ostgrenze der Eiche'? Wo kommt in unserer Heimat die Eibe vor? Finden wir sie zum Beispiel noch in Ostpreußen, Thüringen, im Harz, in den Sudeten oder im Bayerischen Wald? Welche Landschaften Deutschlands weisen noch zusammenhängende Buchenbestände auf? Ist das Wollgras in Westpreußen oder in anderen Gebieten Deutschlands seltener geworden, als es früher war? Das sind nur einige von den vielen Fragen, die selbst ein guter Kenner der Pflanzenwelt unserer Heimat nur sehr ungenau beantworten kann. Sogar die Verbreitung eines Waldbaumes, wie zum Beispiel der Kiefer, ist bisher noch nicht kartographisch genau festgelegt. Dabei gehört Deutschland zu den pftanzenkundlich am besten durchforschten Ländern. Um nun die natürliche Verbreitung, den Grenzenverlauf, die innere Gestaltung der Lebensräume der die deutsche Heimat erfüllenden Pflanzen für alle Zeiten genau festzustellen, hat sich das Botanische Museum in Berlin-Dahlem entschlossen, die Pflanzenwelt Deutschlands kartographisch aufzunehmen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen die Grundlage für einen zuverlässigen pflanzengeographischen Atlas von Deutschland bilden. Die Leitung der pflanzengeographischen Kartierung Deutschlands war sich bei Beginn der Arbeit von vornherein bewußt, daß nur eine einheitliche, großzügige Organisation, eine auf lange Sicht angelegte Arbeit und vor allem die Erfassung und freiwillige Mitarbeit aller deutschen Pflanzenkenner das Schaffen eines pflanzengeographischen Atlanten von Deutschland gewährleisten können. Die Bitte zur Mitarbeit an diesem gewaltigen, aber doch so wichtigen Werk wurde begeistert ausgenommen. Pflanzenkenner aus ganz Deutschland boten sich als freiwillige Helfer an. Heute sind es über 1000 Volksgenossen aus allen Berufen, die sich selbstlos und unentgeltlich zu einer vorbildlichen A r - beitsgemeinschaft im Dienste der Erforschung unserer Heimat zusammengeschlossen haben. Im Arbeitszimmer des Leiters der pflanzengeographischen Sortierung hängt eine große Ueber- sichtskarte von Deutschland. Ein Blick auf die Karte läßt die bereits in Arbeit genommenen Gebiete erkennen und gleichzeitig die noch vorhandenen Lücken feststellen. Gegenwärtig wird ein Drittel von Nord- und Mitteldeutschland kartiert. Besonders gut werden Sachsen, Schleswig-Holstein, Oldenburg, Westfalen und Schlesien bearbeitet. Für Ostpreußen, Mecklenburg, Brandenburg und für Süddeutschland fehlt es noch sehr an Mitarbeitern. Meldet sich ein Pflanzenkenner zur Mitarbeit, so wird ihm eine gedruckte „Anweisung zur Ausführung der pflanzengeographischen Sortierung Deutschlands" zugesandt. Gleichzeitig wird für ihn eine Karteikarte angelegt, die die notwendigen Angaben über seine Mitarbeit enthält. Auch das vom Mitarbeiter als Arbeitsbezirk gewählte Gebiet wird hier wie auch auf der Übersichtskarte gekennzeichnet. Die „Anweisung" gibt dem Mitarbeiter erschöpfend Auskunft, wie er die pflanzengeographische Sortierung seines Arbeitsgebietes durchzuführen hat. Die genaueste deutsche Karte, das Meßtischblatt 1:25 000, bildet die Grundlage feiner Arbeit. Mit dieser Karte in der Hand ist nun der freiwillige Helfer am Werk, in seiner freien Zeit ständig unterwegs. Er beobachtet die Pflanzen der Wälder, Wiesen, Felder und Hänge, wandert durch die Heide und Moore, durchforscht Tümpel, Teichs und Seen, folgt dem Lauf der Bäche und Flüsse, notiert dabei immer alle Pflanzenarten, die er beobachtet, und fördert so in mühseliger und zeitraubender Arbeit die Erforschung der Pflanzenwelt unserer Heimat. 4 0 0 bis 8 00 Pflanzen- arten hat jeder Mitarbeiter zu beobachten und zu bearbeiten. Für jede im Meßtischblattgebiet vorkommende Pflanzenart ist ein besonderes Katalogblatt zu führen. Ein gut geführtes Katalogblatt soll eine kurze Beschreibung des Standortes und der Lebensäußerungen der Pflanze sowie Angabe ihres Volksnamens und ihre Beziehungen zum Brauchtum enthalten. Ueber ein Viertel des deutschen Bodens ist- mit Wald bedeckt. Unser Wissen von den einheimischen Waldgesellschaften, besonders von den Verbreitungsgrenzen der einzelnen Baumarten innerhalb Deutschlands ist aber noch sehr lückenhaft. Jeder Mitarbeiter hot daher die Waldbäume und Waldpflanzen bei der Aufnahme besonders zu berücksichtigen. 50 000 Katalogblätter sind bis jetzt bearbeitet und an das Botanische Museum zurückgesandt worden. Hier werden sie systematisch nach Arten geordnet, und zugleich werden für jedes Meßtischblattgebiet Verzeichnisse der in ihnen beobachteten Pflanze« angelegt. Später sollen alle Fundorte einer Pflanzenart in eine Karte von Deutschland eingetragen werden, so daß mir, dann genaue Verbreitungskarten aller Arten unserer Pflanzenwelt erhalte« werden. Die seit der Aufnahme der Kartierungsarbeiten verflossene Zeit ist noch zu kurz, um schon jetzt vollgültige Ergebnisse erwarten zu können. Aber die bis heute an diesem in seinem Aufbau und seiner Organisation einzigartigen Werk geleistete Arbeit läßt erkennen, daß der Wissenschaft wie der Praxis, vor allem der Land- und Forstwirtschaft und auch der Naturschutzbewegung, in diesem pflanzengeographischen Atlas von Deutschland eine großartige Hilfe ersteht. Heinrich Schulz. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum» schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyrwt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Umversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig Brakn " '^chier-Besieckt. ~^s'^3ef‘ugelschei‘en ■ Hohe Belohnung zahlen wir demjenigen, der uns den oder die Täter namhaft machen kann, die in der Nacht vom 12. auf den 13. November das an unserer Außenfront befindliche Schild Mitglied der Reichsfachgruppe der Maß- und Orthopädieschnhmachermeister mit Gewalt entfernten und indieWieseck warfen so daß wir diese strafrechtlich verfolgen können 05645 Ein Buch für den Naturfreund! Waldweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführung-text von k. Gerhard u. G. Wolff. Preis RM.4,80. „Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturschönheiten in sich auf- zunehmen, dem singen und klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten WerbeblStter: Zu beziehen durch jede Buchhandlung'. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Steinbach (Ernst-Ludwig-Straße), den 15, November 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, 17. November, nachm. 2% Uhr. statt. 05644 Am 13. November ist mein langjähriger treuer Lebensgefährte, unser herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Christoph Römer im 87. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Maria Römer, geb. Wißner Familie Heinrich Römer und Kinder. Wieseck, den 15. November 1937. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Nov., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhaus, Lichtenauerweg 8, aus statt. 7509 D Am 14. November entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter Pate, Bruder. Schwager und Onkel BORRMANN£ 2 Gießen, Neustadt 5, Rui 4165 - Maurerpolier im 70. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Müller, geb. Becker Familie Hch. Becker 7., Weißbindermeister. Wilhelm Müller Kletne Ain eigen 'M Gießener Anzeiger werden von Tausenden hnnrhtpf und aelf*i(,n | Verkäufe | Hochtrag., junge MlW w verkauf, loseie Rödgen Lange Ortsstr.25 Ein älteres pierd zu verkaufen. J. H. Preis Gießen 05634 WetzlarerWeg80 Gachs- Motorrad „Dürrkopp“ zu verkauf 05633 Wißmar Bcchnbosstr 151. GIESSEN - S E LT E RS W E G Stadttheater-Miete. Die Einlösung des dritten Abschnitts der Stamm- Miete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 7504C Donnerstag, den 18. November 1937, für die Arei- tag-Mieter, Freitag, den 19. November 1937, für die Diens- tag-Mieter, Samstag, den 20. November 1937, für die Mittwoch-Mieter in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung der Mietkarten. Die zu zahlende dritte Rate beträgt für Dienstag, Mittwoch und Freitag: Familienlogen mit 5 Plätzen . . 40,— RM. Familienlogen mit 4 Plätzen . . 30,— „ I- Ring.........12— „ II. Ring...... t . 8,— „ III. Ring . . . « . . - « b 6,— „ IV. Ring...... - . . 5,— „ V. Ring.........4,— „ Die Einlösung der 3. Rate muß vor der 9. Mietvorstellung erfolgt sein. Gießen, den 12. November 1937. Der Oberbürgermeister. Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 Rechnungen Briefblätter Briefumechläge Postkarten Geschäftskarten Zwangsversteigerung. 23% Am Montag, dem 13. Dezember 1937, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die der Postdirektor a. D. Gustav Haubach Witwe, Anna, geb. Schmidt, in Gießen 6 13 garten am untersten Riegelpfad, 515 qm Flur V, jtr. 9977/ioo, hofreite 31, Blatt 1431: Betrag der Schätzung 5150,— RM. zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band ~ Flur V, Nr. 100V,o» Grab- daselbsk (Liebigslraße 49) 761 qm 33 000,— RM. Zusammen 38150,— RM. Einheitswert (1.1.1935) = 35 000,— RM. Gießen, den 5. November 1937. 7503D Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Illlllllllllllllllllllllllllll Einspaltige Kleinanzeigen werden rum ermäßigten Grund- vreis von s Pf. für die Millimeter« »eile veröffentlicht iilllllllllllllililllllllllill 6 We iirta 41/»—5 kg ru verkauf. ,563i> Karl Heckrotb Wtmnar Nr. 79. | Kaufgesuche] Gebt .,gut erhalt. Klavier gegen bar v 'auf. gesucht Schr.Angeb.unt 05630 a.d.G.A. Wir machen Ihnen hierdurch die Mitteilung, daß wir von der Firma G. Helwie G.m.b. H., Frankfurt a. M., den Verkauf ihrer Spezialfabrikate Holzbeizen Mattierungen Polituren übernommen haben In Bezug auf die Güte der Helwigschen Fabrikate ist den Fachleuten nichts Besonderes zu sagen und bitten wir um regelmäßigen Besuch J.B. Häuser Tischlereibedarf 7511 v (Heben, am Oswaldsgarten niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimia BUSSTAG Fisch auf jeden Tisch Ruf 2467 - Gießen - Seltersweg 18 Frisch wie aus dem Netz! Ostsee-KabeljaUohne Kopf. Zoo g Ostsee-Kabeljau-Filet sehr schön, ohne Gräten....... 500 g Schellfisch ohne Kopf, geschuppt, 500 g 30 50., 48., Heilbutt im Schnitt....... 500 g 100 Grüne Heringe.......... 500 g 19 ., ferner: Rotxnnge, Goldbarsch - Filet, Steinbntt, Seezunge, Flußzander, Karpfen, Schiele und viele andere Sorten ...................................................................... i Zjy* Kaufen Sie den Fisch schon am : i Dienstag in den frühen Morgen- oder : : Mittagstunden. AmAbend ist meist großer ; = Andrang. Unsere lebendfrische Ware können : Sie ohne Bedenken aufheben .............................. 7507 A.