M.215 Erstes Blatt 18Z. Jahrgang Mittwoch, 15. September IM Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Di»Scholle Monat» vezugrprei»: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: 5rankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerel «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8‘/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. Ermahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ausklang auf dem Nürnberger Parteitag kann aui dieses Ausländische Journalisten beim Wrer Starker Eindruck von der Volkstümlichkeit Adolf Hitlers. Bertrauensband zwischen Volk und Wruna Rudolf Heß spricht zum Jührerkorps der Partei. Parole Deutschland! Die Fanfaren der nationalsozialistischen Heerschau sind verklungen, die monumentalen Bauten und Aufmarschräume der Nürnberger Feierstätte liegen verlassen da, die Hunderttausende der deutschen Kampfformationen sind in ihren heimischen Wirkungskreis zurückgekehrt. Aber während schon der Alltag mit seinen kleinen Sorgen und Freuden uns alle wieder umfängt und beschäftigt, bleibt doch das strahlende Bild des Reichsparteitages noch lange vor unserem geistigen Auge. Ob wir nun aktive Teilnehmer der Nürnberger Volksversammlung waren oder die Ereignisse am häuslichen Lautsprecher verfolgten, in jedem Falle werden wir die Wirkung des herrlich gestalteten Festes unserer völkischen Gemeinsamkeit auch im persönlichen Leben verspüren, in jedem Falle werden wir uns bemühen, in einer zusammenfassenden Rückschau noch einmal den Sinn dieser vielfältigen Kundgebungen, Vorführungen und Reden zu ergründen, eine Form zu suchen, die das Neuartige und Charakteristische des diesjährigen politischen Generalappells treffend zum Ausdruck bringt. Auch das Ausland ist an dieser Deutung, wenn auch oft mit unzulänglichen Mitteln, stark beteiligt, denn Nürnbergs Parole dringt ja nicht nur in alle Winkel unseres Vaterlandes, sondern strahlt auch weithin über die Welt. Aber wie die Erlebnisfülle dieser Tage bändigen, wie aus den tausend Sinneseindrücken und geistigen Momentaufnahmen die große Linie herausfinden, die über den Schnittpunkt des Heute die Vergangenheit mit einer erstrebten Zukunft verknüpft? Adolf Hitler selbst hat in seiner Schlußrede, die das Ergebnis der abgelaufenen Woche zusammenfaßte und die Energien der Nation auf die entscheidenden Probleme der kommenden Zeit hinlenkte, die Feststellung getroffen, daß der Reichsparteitag der Arbeit wiederum einen Fortschritt bedeute gegenüber dem des Jahres 1936. Verfolgen wir also noch einmal die Gedankengänge des Führers im kurzen Abriß, um so von einer höheren Warte aus eine Uebersicht über die sich drängenden Erscheinungen des nattonalen und internationalen Lebens zu ge- Berlin, 14. Sept. (DNB.) Die Berichte die eine Reihe ausländischer Journalisten über ihren Empfang durch den Führer au der Nürnberger Burg am Sonntag verosfent lcht haben, lassen erkennen, daß freimütige Aussprache mit dem Führer und Reichskanzler des neuen Deutschlands einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Die italienische gibt ihre Berichte über diesen Empfang in grnfcter Aufmachung wieder. Auch m den englischen Matternrehmen die Schilderungen hierüber' brn g Raum ein. Ebenso geben die Pariser Blatter an erster Stelle ausführliche Darstellungen von der Begegnung der ausländischen Pressevertreter mit dem Führer des neuen Deutschlands. Das Echo m k!« nm«. rikanifchen Zeitungen, vor allem m b n SlTunorteV Blättern, ist 1-hr gr°b> Aber au* in der übrigen Weitpresse findet der Empsang der aüsländifchen Presseoertreter beim Führer aller- ftäBeionb$er“d’tiUefSbeein6ru£tt war ber in Nürnberg weilende Sonderberichterstatter der ch a ° a s ° g e n- tur Der Berichterstatter schlldert, tme der Führer ^bte'7nd'e7g°en^Z°?d7r L Ät aus dem Kunden- Wege ^zur Bur-, hm°usgesah-n^e. M^enae^ge drängt habe. Die Begeisterung die er erlebt habe, sei nicht nur ein uon^underttau- jcnden in Uniform, von Zwllisten, Frauen und vielen anderen ihre Leistungen zeigten, waren immer wieder von zahlreichen Zuschauern umlagert. Das Freilichtkino, die Waldbühne, die Kasperl-, Handpuppen- und Marionettentheater, das Variete des Reichsautozuges des Propagandaamtes der DAF., sie alle hatten täglich einen ungeheuer starken Besuch aufzuweisen. Nach den Klängen von Schallplatten, die von Georg Erich Schmidt über den „KdF.^Stadt-Sender" auf der „Welle Frohsinn und heitere Laune" angesagt wurden, drehten sich die Paare auf den Tanzflächen. Die Volkssportstände konnten beim Schießen, Lanzenstechen, Stangeklettern u. a. eine außerordentlich starke Beteiligung aufweisen. Wenn trotz des starken Andranges der Verkehr reibungslos durchgeführt werden konnte, so ist das in erster Linie der unermüdlichen Arbeit der Werkscharen zu verdanken, die für die KdF.-Stadt den Ordnungsdienst übernommen hatten. Am Montag fand das Volksfest „Kraft durch Freude" seinen Abschluß. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der mit seinen Gästen, so oft es seine Zeit erlaubte, mitten unter den fröhlichen Besuchern der Stadt saß, stattete ihr auch am letzten Abend seinen Besuch ab. Noch einmal rollte das riesige Programm mit seinen über 3000 Mitwirkenden vor den unzähligen Besuchern ab. Noch einmal herrschte Jubel, Frohsinn und heitere Laune. Dann schlossen sich die Tore dieser Stadt, in der sieben Tage lang Freude ihre Heimstätte gefunden hatte. winnen. Am Anfang seiner Kongreßbotschaft stand die Kennzeichnung des heutigen Deutschland, dann weitete sich der Blick zu einer großen, historisch begründeten Weltschau, richtete sich auf die besonderen Aufgaben, die unsere Nation in der internationalen Gegenwartspolitik zu erfüllen hat, und führte schließlich' zurück zur Geschichte und inneren Entwicklung unseres eigenen Volkes, das nun feine endgültige Bestimmung gefunden hat — im germanischen Reich deutscher Nation! lieber die Jahrtausende hinweg spannt sich so der Bogen der nationalsozialistischen Geschichtsdeutung, und an seinem Anfang wie an seinem Ende steht die Parole Deutschland. Aber gleich wie wir unser Volk als ein Ewiges in der Zeit verankert sehen, so steht es auch für uns als ein Gottgefchaf- fenes im Mittelpunkt des Raumes. Der gewaltige Rundhorizont, den Adolf Hitler ableuchtete, ließ in uns immer wieder die Erkenntnis wach werden, daß eirte andere politische Weltordnung als die vom natürlichen Lebensrecht und Lebenswillen der Volker getragene weder denkbar noch durchführbar ist. Immer bildet das eigene Volk als blutsmäßige, organisch gewachsene Einheit die Grundlage jeder weitergreifenden, übernationalen Organisation. Wie nun diese fundamentale Erkenntnis in unserem eigenen Lande verwirklicht worden ist, das hat Adolf Hitler auf eine glänzende Weise formuliert: „Noch niemals ist die geistige Zielsetzung und Willensbildung unserer Nation so identisch gewesen mit den natürlichen Pflichten zur politischen Selbstbehauptung wie heute. Noch niemals ist im deutschen Volk die Weltanschauung gleich gewesen mit den ewigen Lebensgesetzen der Natur und damit auch der Nation und ihren Lebensbedingungen!' Hier sehen wir in der Tat das Geheimnis des geschichtlichen Erfolges unserer Bewegung. Ev. Der Führer verlaßt UWera. Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Am Dienstag verließ der Führer wieder die Stadt der Reichs- Parteitage. Auf ber Fahrt °°m Deutschen §°f zum fiauptb<*nf)of bereitete bie Bevölkerung ebenso rote die vielen Parteitagsgaste dem Führer b eg e - ft e r t e Huldigungen. Auf dem ®abnfteig schritt der Führer unter den Klangen der Lieder der Nation die Front der Ehrenabteilung berS S - Standarte „Deutschland ab. ^ur Verabschiedung hatten sich u. a. eingefunden: Gauleiter Streicher, SS-Obergruppenführer S ch m a u - s e r, Hauptdienstleiter Schmeer, Generalbaum- spektor Professor Speer, Oberbürgermeister Liebel Mit dem Führer verließ auch sein Stellvertre- ter, Reichsminister Rubols Heß, Nürnberg. Prinz Chichibu dankt dem Führer. Die entscheidende polittsche Führung Deutschlands hat eine 15jährige und längere harte polittsche Schule hinter sich und ist dennoch in ihrer Gesamtheit biologisch jung, vor allem aber ist sie in ihrem Wesen, in ihrer Art, die Probleme dieses Lebens anzusehen und anzupacken, naturbedingt jung. Sie ist nicht jung „geblieben", sondern sie ist jung als Lebenselement. Damit haben wir Deutsche, ganz zu schweigen von der geschichtlichen Einmaligkeit eines Adolf Hitler, einen politischen Führungsgehalt, der das ganze deutsche Volk mit einem instinktsicheren Gefühl beglückt. Dieses Gefühl des Volkes findet auch hier auf dem Parteitag in der Kette der Heilrufe und dem Jubel des Grußes, der jedem einzelnen der politischen Führer gilt, einen wunderbaren Ausdruck. Diese Liebe des Augen sehen." Die Vertrauensverblndung zum Volk habe sich auch bewährt. Ein Werk dieses Vertrauens sei es, daß heute im deutschen Volk kein Boden mehr sei für künstliche Verwirrungen und Panikstimmungen. „Niemand in Deutschland denkt mehr gleich an das Gespenst der Hungersnot, wenn einmal — aus Gründen, die jeder kennt etwa vorübergehend Butter oder diese und lene Fleischsorte mal etwas knapp ist. Mit anerkennenswertem Verständnis sind die deutschen Frauen auf die Anregungen für den vermehrten Verbrauch solcher Nahrungsmittel eingegangen, die reichlicher vorhanden sind. Es ist erstaunlich, wie leicht manche Schwierigkeit überwunden wird, wenn es gelingt, Vernunft und Opferbereitschaft zu mobilisieren! Vernünftig und opferbereit ist das deutsche Volk. Und es läßt sich in allen wichtigen Fragen von der Partei mobilisieren, weil es Vertrauen hat zu seiner Führung. Es hat sich gezeigt, daß die Masse unseres Volkes neuerdings immer mehr zu d e n Führern der Partei geht, um sich Rat zu holen. Auch dies ist ein Zeichen, daß das Vertrauen zur Bewegung immer weiter im Wachsen ist. Sorgen Sie, daß auch kunsttg Vertrauen gestärkt wird." Berlin, 14. Sept. (DNB.) Aus Anlaß der An- Wesenheit des Prinzen Chichibu von Japan aus dem Reichsparteitag gab der Stellvertreter des Führers im Gästehaus des Grand-Hotels in Nürnberg einen Tee-Empfang, an dem außer dem Prinzen und feiner Begleitung der japanische Botschafter in Berlin, der Relchsfuhrer SS. Himmler, Botschafter von Ribbentrop Herzog Carl Eduard v o n S a ch s e n - C o - bürg und Gotha, Professor Haushofer, die Staatssekretäre Dr. Meißner imb do n Mackensen und andere teilnahmen. Nach dem Empfang begab sich der Prinz mit seiner Begleitung ium Flugplatz Nürnberg, von , wo er den Flug nach Bremen antrat, um sich auf dem Damp- uns!" „Er muß erkannt werden", so hatte Dr. Goebbels seiner Warnung hinzugefügt, um auf das unglückliche Spanien hinzuweisen als das Land, das ich der Bolschewismus zum Experimentierfeld feiner weltrevolutionären Methoden ausgesucht hat, um von dieser neuen Basis aus Westeuropa aufzu- rollen und schließlich die Mitte des Erdteils in die Zange nehmen zu können. Der Führer selbst hat in seiner Schlußrede vor dem Nürnberger Parteikongreß mit der ihm eigenen einprägsamen An- chaulichkeit und Nachdrücklichkeit der Welt, soweit ie Ohren hat, zu hören und Augen hat, zu sehen, die Zeichen gedeutet, an denen der Feind erkannt werden muß, wenn man ihn schlagen will. Der Führer hat die westeuropäischen Optimisten, die aus Bequemlichkeits- oder Zweckmäßigkeitsgründen den internationalen Charakter des Bolschewismus betreuen und in der Sowjetunion einen Staat sehen nächten, wie jeden anderen auch, dessen innere Beratung sie nichts angeht, er hat alle diese naiven, begriffsstutzigen ober denkfaulen Zeitgenossen mit Ernst darauf hingewiesen, daß ja niemand anders als der Bolschewismus selbst die Weltrevolution als A und O seines Programms auf feine Fahne geschrieben hat und daß feine Häuptlinge in Moskau und feine Sendboten in aller Welt nicht müde werden, als letztes und höchstes Ziel all ihrer Bemühungen den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung mit Hilfe einer Unterhöhlung ihrer wirtschaftlichen Grundlagen, durch Terror und blutigen Aufstand der brotlos gewordenen Massen zu verkünden. Das ist das einheitliche Schema, nach dem, von einer Zentrale aus angesetzt und geleitet, überall der Angriff gegen die Völker des abendländischen Kulturkreises, gegen ihre rasseeigenen Führungen und alles, was ihr Charakter- und Lebensbild bestimmt, geführt wird. Der Führer bezeichnete als Träger dieses revolutionären Bolschewismus das Judentum, das dank der besonders gelagerten politischen Struktur des russischen Staates mit seinem Zwiespalt zwi- schen einer zahlenmäßig dünnen nichtslawischen Führerschicht und der großen Masse der zu einem unförmlichen Staatenkoloß zusammengezwungenen slawischen Völker hier in Rußland den geeigneten Boden fand, sich die Führung des nationalrussischen Proletariats zu erschleichen und an seiner Spitze die bisher herrschende Fuhrerschicht zu verdrängen, womit in der Geschichte Rußlands nur die Diktatur einer fremdrassigen Minorität durch eine andere gleichgeartete ersetzt wurde. Der Führer gab so- bann eine ungemein eindringliche Ueberschau auf ' den Entwicklungsprozeß bes Eindringens ber jübi- schen Rasse burch bie feinen Kanäle ber Wirtschaft in bie politische Führung ber abendländischen Völker, einen sich mehr als hunbert Jahre zurück- erstreckenben Prozeß, besten letzte Phasen wir heute erleben, wenn überall, wohin wir auch schauen mögen, ber Jube sich zum Führer bemokratischer Volksbewegungen aufschwingt, bie nach Sturz bes dynastischen Regimes mit Hilfe einer wirtschaftlichen Katastrophenpolitik immer radikalere Formen annehmen und durch bie bekannten Volksfronten das Gift der Anarchie und bes Bolschewismus in immer breitere bürgerliche Volksschichten tragen, um biefe im nahenben Entscheibungskampf zur Gegenwehr untauglich zu machen. So tritt immer wiebel bas Jubentum als Zerstörer ber nationalen Pro» buftion um politischer Ziele willen auf. Die Opfer ber wirtschaftsvernichtenden Politik bes Judentums, bas Heer der erwerbslosen Arbeiter und Angestell- Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Am letzten Tag bes Reicbsparteitages versammelte sich die gesamte höhere Führerschaft der Partei im Nürnberger Opernhaus, wo, wie alljährlich, Rudolf Heß zu ihnen sprach. „Hier", so erklärte er, „fühlen wir uns so recht als bie Gemeinschaft der alten Kämpfer, als Glieder, die insgesamt das Rückgrat der Bewegung darstellen, als Träger des reinsten Nationalsozialismus. Jedesmal ist jeder um ein Jahr älter geworden, hat wieder feinen Anteil geopfert für den Ausbau des neuen Staates, hat er seinen Teil beigetragen zur Erzielung der Erfolge des vergangenen Jahres. Mit um so berechtigterem Stolz ch jeder immer wieder dem Führer in die eben." Die D e rt r a u e n s v e r b i nd u n g Oer Friedensstörer. Der Parteitag der Arbeit ist zu Ende. Noch einmal hat der Führer in seiner großen Schlußrede vor dem Parteikongreß bas große Zentralproblem unserer Zeit behanbelt, bas vor ihm schon die Reichsleiter Alfreb Rosenberg, Dr. Goebbels und Dr. Dietrich von besonderen Fragestellungen her angeschlagen hatten: Wie steht die Welt zum Bolschewismus? Und die Antwort war eine erschütternde Mahnung an die europäischen Völker, angesichts der ungeheuren Gefahr, die der abendländischen Kulturgemeinschaft von dem zersetzenden Gift des Bolschewismus her droht, nicht ebenso töricht wie überheblich die Augen zu verschließen vor den überall in der Welt hell emporflammenden Fanalen des bolschewistischen Revoluttonsbrandes, andern sich endlich in letzter Stunde auf ein Minimum von Solidarität zu besinnen gegenüber einer todbringenden Seuche, deren Bazillen das lebenzerstörende Gift von einem Volkskörper in den andern tragen. Deutschland ist immun gegen den bolschewistischen Krankheitskeim, so hat der Führer in Nürnberg unter der jubelnden Zustimmung von Hunderttausenden dankbarer deutscher Volksgenossen erklären können, die alle schon etwas davon gespürt haben von dem rasenden Verfall eines von der bolschewistischen Pest befallenen Volkskörpers, der elend zugrunde gehen muß, wenn nicht zur rechten Zeit ein kluger und mutiger Arzt die Anzeichen der Krankheit erkennt und, wie Adolf Hitler es in Deutschland tat, rücksichtslos ausbrennt, was schon angefault und krank ist. Deutschland ist immun, aber es hat trotzdem das höchste Interesse daran, daß sich gegenüber der weiteren Ausbreitung des bolschewistischen Gifts eine Abwehrfront sich der Größe der Gefahr bewußt gewordener Völker bildet, denn Deutschland kann nicht leben ohne die Gemeinschaft europäischer Kulturnationen, eine Boi- schewisierung Europas würde für Deutschland eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten, weil es seiner wirtschaftlichen Struktur nach auf den Güteraustausch mit seinen Nachbarn angewiesen ist. Deshalb bedeutet der Kampf gegen den Bolschewismus auch jetzt noch eine Lebensfrage für Deutschland, das ihn innerhalb der eigenen Grenze schon vor vier Jahren niedergerungen hat. Deshalb kann Deutschland nicht aufhören, laut seine Mahnung in die Welt hinaus zu rufen: „Der Feind ist mitten unter Volkes zu empfinden, die letzlich über uns alle hinweg d e m F ü hr e r gilt, dennoch aber auch uns trifft, ist ein so unendlicy großes Geschenk! — Ein Geschenk, wofür wir die Dankbarkeit nur dadurch bezeugen können, daß wir immer von neuem das Letzte aus uns he raus holen, um würdig zu fein, sie aufzunehmen und weiterzuttagen für den Führer. Eine kämpferische, treue und damit wahre Kameradschaft für Adolf Hitler zu sein — das ist unseres Glaubens erstes Gebot! Uns allen fei und bleibe die Stärke der Kameradschaft der Gradmesser für die Stärke der Persönlichkeit. Die NSDAP, ist die größte Kameradenge- meinschaftder Geschichte. Lassen Sie dieses Wort stehen über dem neuen Arbeitsjahr, in das Sie nun hineingehen, dem neuen Arbeitsjahr für den Führer, für Deutschland. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley brachte den Dank aller mit herzlichen Worten zum Ausdruck. Die Führerschaft der Partei grüßte zum Abschluß der Tagung mit einem dreifachen Sieg-Heil den Führer. fer „Bremen" nach England einzuschiffen. Prinz Chichibu hat aus Bremen an den Führer das folgende Telegramm gerichtet: „Im Begriff, das deutsche Reichsgebiet zu verlassen, ist es mir ein Bedürfnis, Ew. Exzellenz meinen herzlichsten Dank für jede mir erroiefene Liebenswürdigkeit auszusprechen und meiner dankbaren A n - erfennung für die Aufmerksamkeiten, die mir von der Reichsregierung und aus allen Kreisen des deutschen Volkes bezeugt wurden, Ausdruck zu geben. Ich scheide von hier mit dem Gefühl der Bewunderung des gewaltigen Aufstieges Deutschlands, sowie mit den innigsten Wünschen für das Wohlergehen Ew. Exzellenz und für das Blühen und Gedeihen des zu neuer Macht erstandenen Deutschen Reiches. Prinz Chichibu von Japan." Ausklang des Volksfestes „Krast durch Freude". Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Tag für Tag hatte das Volksfest „Kraft durch Freude" in der KdF.-Stadt am Dalznerweiher den Besuch von 100 000 Volksgenossen. Täglich waren die Hallen in den Nachmittags- und Abendstunden gefüllt, und regelmäßig mußten sie wegen des großen Andranges gesperrt werden. Die zwölf Podien, auf denen die Sportler, die Volkstumsgruppen und all die Kindern ungeheurer Beifall gewesen, sondern ein brodelndes Ueberschäumen von Begeisterung und Freude, die sich sehr stark von der einfachen Neugierde hinzulaufender Zuschauer unterschieden habe. Die Volkstümlichkeit Adolf Hitlers in Nürnberg fei ungeheuer, und das Ansehen des Führers des Dritten Reiches fei noch im Steigen begriffen, wenn das überhaupt noch möglich fei. Ueberall feien aus den geöffneten Fenstern photographische Apparate auf Adolf Hitler gerichtet gewesen, und überall hätten sich die Arme zum Gruß erhoben. In seinem fast im Schrittempo fahrenden Wagen habe der Führer unermüdlich den Beifall und die Grüße beantwortet. Wenn man einige Schritte durch den menschlichen Korridor gefahren fei, fo fei man nach wenigen Augenblicken buchstäblich betäubt von dem Jubel der Deifallrufenden gewesen, die neben dem Wagen herschntten, und erst dann zurückblieben, als das Auto den Burggraben überguert hatte. Auch der Vertreter der „New York Times" unterstreicht, daß das Vertrauen des deutschen Volkes zum Führer besonders deutlich zu beobachten gewesen fei, als er hinter dem Wagen des Führers durch die dichtgedrängten Straßen und Gaffen Nürnbergs zur Burg gefahren fei. Hier ist, so faßt der Korrespondent feine Eindrücke zusammen, ein neuer Glaube geboren, ein Glaube an ihn, den Führer. fcn sind das Reservoir, aus der das Judentum die Armee der Weltreoolution rekrutiert, mit dessen Hilfe es die Weltherrschaft zu erobern gedenkt. Der Führer wies wiederholt darauf hin, daß Deutschland, wenn es auch selbst den Bolschewismus in seinen Grenzen ausgerottet habe, doch an dieser Entwicklung höchst interessiert sei, weil es als ein Glied der großen europäischen Kultur- und Staatengemeinschaft nicht ohne ernste Sorge für das eigene Leben ruhig zusehen könne, wie ein Volk nach dem anderen, auf deren Zusammenarbeit auch Deutschlands Existenz beruhe, von dem bolschewistischen Gift angesteckt werde und ihm zu erliegen drohe. Hierauf gründet sich auch Deutschlands Interesse an den Vorgängen in Spanien. Deutschland kann auch anderen Mächten nur rein wirtschaftliche Interessen zugestehen, wie es für sich selbst auch nur solche in Anspruch nimmt. Niemals aber kann es dulden, daß Spanien eine Filiale Moskaus wird. Mit schärfstem Nachdruck unterstrich der Führer die Grundauffassung deutscher Außenpolitik: „Wir sehen in jedem Versuch einer weiteren Ausbreitung des Bolschewismus in Europa grundsätzlich eine Verschiebung des europäischen Gleichgewichts." Die britischen Staatsmänner, die offenbar geneigt sind, diese Grundthese deutscher Außenpolitik als Ausfluß einer weltanschaulichen Marotte auf die leichte Schulter zu nehmen, wurden eindringlich darauf hingewiesen, daß wir an der Verhinderung einer solchen Gleichgewichtsverschiebung zu Gunsten Mos- kaus genau so ernstlich interessiert seien, wie England an der Aufrechterhaltung des bestehenden Kräfteverhältnisses im Mittelmeer oder in der Nordsee. Dabei sehen wir für uns selbst die Gefahr einer Ausbreitung des Bolschewismus in Europa, wie schon anfangs betont, vorwiegend auf wirtschaftlichem Gebiet. Wir brauchen den Güteraustausch mit unseren Nachbarn und würden uns einer wirtschaftlichen Katastrophe gegenübersehen, wenn eine Bolschewisierung Europas diesem Güter- austausch ein Ende machen würde. Diese Tatsache ist auch das beweiskräftigste Argument gegen die vom Ausland immer wieder gemachten törichten Vorwürfe, als ob wir mit unserem viel verkannten Dierjahresplan die Errichtung einer sich selbst genügenden Nationalwirtschaft anstreben wollten. Wir wünschen im Gegenteil unfern Außenhandel so rege zu gestalten wie nur möglich, aber er muß auf Gegenseitigkeit beruhen und uns in die Lage versetzen, die Rohstoffe, die unsere Industrie benötigt, und die Lebensmittel, die wir zur Ernährung unseres Volkes brauchen, soweit mir sie nicht im eigenen Lande haben, auf dem Weltmarkt zu kaufen. Der Bolschewismus müßte zwangsläufig diesen Güteraustausch unterbinden, wie er überhaupt e i n Fremdkörper ist in der Gemeinschaft europäischer Kulturnationen, zu deren Fortschritt er keine einzige Leistung kultureller oder wirtschaftlicher Art beigesteuert hat, während die Glieder der großen europäischen Völkerfamilie sich im Verlaufe einer jahrhundertealten gemeinsamen Geschichte sich gegenseitig ungeheuer befruchtet haben und, wie der Führer hervorhob, allen Grund hätten, sich gegenseitig weniger zu hassen als zu bewundern. Europa kennt nun Deutschlands Einstellung zum Bolschewismus. Es hat noch einmal aus dem Munde des Führers vernommen, daß das nationalsozialistische deutsche Volk jedem Versuch eines Eingriffs in seine Souveränität mit allen Mitteln entgegentreten wird. Wer sich unterstehen sollte, diese Gefahr an Deutschland von außen heranzutragen, mag wissen, daß der nationalsozialistische Staat sich auch die Waffen geschaffen hat, um einen solchen Versuch blitzschnell niederzubrechen und mit einem andern Fanatismus für feine Existenz kämpfen wird als das bürgerliche Reich von einst. Diese Worte des Führers sollten alle diejenigen ausländischen Katastrophenpolitiker zum Nachdenken anregen, de- ren Gedankenspielereien noch mit Verhältnissen rechnen, die dank der Tatkraft und Umsicht des nationalsozialistischen Regimes endgültig vorbei sind. Deutschland will nichts als den Frieden, das hat wieder der Parteitag in Nürnberg gezeigt, dessen großartige Veranstaltungen nicht ohne Grund unter das zukunftweisende Symbol der Arbeit gestellt worden waren. Deutschland braucht den Frieden und wünscht nichts sehnlicher, als in Gemeinschaft mit den andern europäischen Kulturnationen ohne die planmäßige Störung des weltrevolutionären Bolschewismus feine ganze Kraft dem nationalen Aufbau und dem Austausch wirt- schaftlicher und kultureller Höchstleistungen widmen 3U können. Möge Europa die Warnung begreifen, die wiederum von Nürnberg hinausging und das seinige tun zur Sicherung eines wahren Völker- friedens. Dr. Fr. W. Lange. Zur Kolonialfrage. Eine verständige Erklärung wird berichtigt. London, 14. Sevt. (DRV.) Die Londoner Abendpresse veröffentlicht eine Erklärung des Oberkommissars für die südafrikanische Union in London, T e Water, der sich auf einer Reise durch Kanada befindet, er glaube, daß die südafrikanische Union bereit fein würde, sich an einem allgemeinen Abkommen über die Rückgabe der früheren deutschen Kolonien an Deutschland zu beteiligen, wenn das nicht auf Kosten ihrer Sicherheit ginge. Südafrika würde bereit fein, sich mit Deutschland an einen Konferenztisch zu sehen, er glaube, daß eine annehmbare Lösung sowohl für Deutschland wie für die Mandatsmächte gefunden werden könnte. Allerdings hat Te Water dem Evening Standard auf telephonische Anfrage betont, daß er feine Mitteilung al 5 Ferienreisender gemacht habe. Die Erklärung stelle lediglich seinen persönlichen Standpunkt dar. Die Reuter-Agentur gab eine entsprechende Berichtigung heraus. Danach habe Te Water erklärt: „Soweit die Kolonialfrage betroffen ist, ist es meine persönliche Ansicht, die ich schon lange vertrat, daß die Nationen nicht mehr länger zögern sollten, im Geiste der Vernunft und Mäßigung den Standpunkt Deutschlands in Frage wie in allen anderen Fragen, die den Weltfrieden stören, zu prüfen". Der Teilungsplan für Palästina. Polens Interesse an der jüdischen Einwanderung. Genf, 14. Sept. (DNB.) Der Völkerbundsrat genehmigte den Bericht des Mandatsausschusses über d i e Verwaltung Palästinas und Transjordaniens. Das Gutachten über den englischen Teilungsplan wurde einer befände- ren Prüfung vorbehalten. Eden ersuchte den Rat um die Ermächtigung, die Einzelheiten des Teilungsplanes, wenn möglich in Zusammenarbeit mit Juden und Arabern, auszuarbeiten. Der französische Außenminister Delbos äußerte feine Sympathie für die englischen Vorschläge. In Palästina bestehe eine besondere Lage, die die MandatSmacht allein richtig beurteilen könne. Der polnische Außenminister Beck betonte das besondere Interesse Polens an Palästina. Die jüdische Auswanderung sei für Polen ein Komplex ernster wirtschaftlicher und sozialer Fragen, ähnlich wie für andere Länder Mittel- und Osteuropas. Das Judentum habe sich aus „historischen und gefühlsmäßigen Gründen" auf die Einwanderung nach Palästina eingestellt. Die Hauptsorge der polnischen Regierung sei es, daß Palästina, welches auch immer sein künftiges Regime fein möge, eine möglichst große Aufnahmefähigkeit für die jüdische Einwanderung erhalte. Der Vorsitzende des Mandatsausschusses stellte fest, daß der Ausschuß mit der englischen Regierung in drei Punkten einig sei, nämlich der Undurchführbarkeit des gegenwärtigen Mandats, den Grundsatz der Teilung und der Schaffung eines besonderen Regimes für die heiligen Stätten. Dagegen feien hinsichtlich der B e - fchränkung der Einwanderung für die Dauer der Verhandlungen über ein neues Palä- ftinaftatut Einwendungen zu machen. Das arabische Zentralkomitee in Jerusalem sandte ein Telegramm an den Völkerbund, das die schärfste Ablehnung jedes Teilungsplanes, der in Palästina einen Judenstaat schaffe, mitteilt. Die Araber fordern völlige Unabhängigkeit im eigenen Lande, Einstellung jedes Versuches, in Palästina ein „jüdisches Nationalheim" zu schaffen, die Einstellung der jüdischen Einwanderung, das Verbot, an Juden Land zu verkaufen, und schließlich die Aufhebung des britischen Mandats über Palästina, sowie den Abschluß eines Freundschaftsoertrages zwischen dem arabischen Palästinastaat und England. Italien fordert Gleichberechtigung. Das Ergebnis der Mittelmeer-Konferenz für Italien unannehmbar. Rom, 14. Sept. (DRV.) Die Antwort Italiens auf die englisch-französische Einladung zur Ueber- nafjme der von der Ryonkonferenz festgesetzten Ueberwachungsmahnahmen im Tyrrhenischen Meer ist dem englischen und französischen Geschäftsträger überreicht worden. Die Rote besagt, daß die faschistische Regierung das Arrangement der Konferenz von Ryon und das pro memoria der beiden Geschäftsträger vom 13. September geprüft hak. „Aus diesen Schriftstücken ergibt sich", so heißt es, „daß Italien infolge feines Beitrittes zur Ausübung der von der Konferenz festgesetzten lleberwachungs- maßnahmen nur das Tyrrhenische Meer überlassen wird, während praktisch die gleiche Maßnahme im ganzen Mittelmeer den Flotten Englands und Frankreichs anvertraut wird. Die Lage, die sich daraus für Italien ergeben würde, erscheint unannehmbar. Seine lebenswichtigen Interessen im Mittelmeer und die Tatsache, daß auf feinen Verkehrslinien der größere Verkehr sich abspielt, führen zu der Forderung, daß Italien eine Stellung völliger Gleichberechtigung mit jeder anderen Macht in jeder Mittelmeer- z o n e erhält." Die italienische Antwort ist, wie in dem Kommunique milgeteilt wird, im Einvernehmen mit der Reichsregierung erfolgt. „Die Mttelmeerpolizei" Eine Rundfunkrede Edens über das Ergebnis von Nyon. London, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Eden hielt von Genf aus eine Rundfunk- Rede über die englischen Sender. Die Lage und die Llusdehnung des Mittelmeeres habe klar gemacht, daß unorganisierte Bemühungen zur Abwehr der U-Boot-Angriffe nur zu Verwirrungen führen und ihren Zweck verfehlen würden. Deshalb seien kollektive Beratungen mit dem Ziel einer schnellen kollektiven Maßnahme notwendig gewesen. Jedes Patrouillenschiff sei nach dem Ergebnis der Konferenz von Nyon jetzt berechtigt, zum Gegenangriff überzugehen und wenn möglich, jedes Diraten-U-Boot zu vernichten. „Wir glauben", so schloß Eden, „in Nyon dem U-Boot-Piratentum im Mittelmeer ein Ende gemacht zu haben. Wir haben eine Polizei aufgestellt." Wen irgend ein U-Boot wieder versuchen sollte, eine Schwarzfahrt zu unternehmen, bann werde es die verdiente Strafe erhalten. Die Blätter betonen, daß die Verhandlungen jetzt in Genf fortgesetzt werden. Dabei werde die italienische Haltung eine „wesentliche Rolle spielen". — Die „Times" meint, aus der Formulierung der in Rom abgegebenen Erklärung gehe hervor, daß es sich nicht um eine endgültige Absage Italiens handele. Italien habe sich lediglich geweigert, unter den ungebetenen Umständen mitzumachen. — „Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß England und Frankreich irgendwelche Abänderungen im vorgesehenen Patrouillensystem für unmöglich hielten. Auch in Paris fehlt es nicht an Stimmen, die immer noch die Möglichkeit einer Beteiligung Italiens an der französisch-englischen Flottenzusammenarbeit im Mittelmeer erhoffen. Die Forderung Italiens auf eine absolute Gleichberechtigung mit den anderen Mächten biete keine unüberwindlichen S ch w ierigkeiten für eine Einigung zwischen Frankreich, England und Italien. — Der Berichterstatter des „Figaro" in Nyon betont, daß die Festigkeit Enalands keineswegs den Wunsch ausschließe, mit Italien zu verhandeln. — Der Korrespondent der „Epoque^ meldet, daß in dem Wortlaut des Abkommens bezüglich der für die Patrouillen feftaelegten Gebiete eine Aende - rung der Maßnahmen vorgesehen sei. Dies lasse die Möglichkeit zu, Italien einen bedeutenderen Anteil, als ursprünglich vorgesehen, an der Überwachung zu geben. — Der ,Lour" meint, eine italienische Beteiligung sei um so wünschenswerter, als die Sowjets in glatter Erpressung machten, indem sie erklärten, daß die soeben übernommenen Verpflichtungen sie nicht daran hindern würden, ihre Kriegsschiffe im ö st - lichen Mittelmeer kreuzen zu lassen. Sow- jetrußland operiere um so dreister mit Einschüchterungen, wenn es wisse, daß die Mittelmeermächte uneinig seien. Falls eine Übereinstimmung erzielt werden könnte, würden die sowjetrussischen Kriegsschiffe jedenfalls weniger geneigt fein, oie Dardanellen zu durchfahren. An her Schanghai-Front. Don unserem H-Berichterstaiier. (Nachdruck verboten.) Schanghai, Ende August 1937. Soeben erreicht uns der erste Briefbericht eines zuverlässigen Augenzeugen der japa- nisch-chinesisch en Kämpfe um Schanghai. Die Schriftleitung. Es hat fast zwei Wochen gedauert, bis es Ihrem Vertreter möglich war, die erste Fahrt an die Schanghai-Front zu machen. Tage, in denen schwerer Artilleriewechsel, Maschinengewehrfeuer und Detonationen der Minenwerfer hörbar waren, Nächte, in denen der Himmel über den Stadtteilen Hongkew, Tschapei und Pangtsepu auf Kilometer rot glühte, lagen hinter uns. Auch heute ist die Situation nicht so, daß man ungefährdet durch die Kampfzone gehen kann. Panatfepu ist nach wie vor nicht zu betreten, da hier oer Stra- ßenkampf im Kleinen fortwütet. Doch Hongkew und Tschapei soll man nach einer Version, stahlhelmbewaffnet, erreichen können. So treten mir die Fahrt an. Einige geographische Bemerkungen zuvor: Schanghai hat zwei Niederlassungen, die französische und die sogenannte internationale. Erstere ist von den Kampfhandlungen völlig unberührt. Wo sie an chinesisches Stadtgebiet grenzt, ist sie hermetisch a b g e f p e r r t, nach der internationalen Niederlassung zu stehen heute für den Fall eines chinesischen Durchmarsches durch diese Niederlassung schwere Sandbarrikaden und spanische Reiter. Zu der internationalen Niederlassung gehören die vorgenannten drei Stadtteile Hongkew, Tschapei und Pangtsepu, die sämtlich durch einen breiten Fluß, den Sutschau Creek, von dem übrigen Teil der Niederlassung abgetrennt sind. In diesen drei Bezirken ist die japanische Bevölkerung, etwa 30 000 Mann, an gesiedelt, diese Teile unterstehen im Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung dem japanischen Schuh, außerdem sind Engländer, Amerikaner und Italiener, schließlich das Dvlunteer Corvs beteiligt. Gegen diese fo- genannten japanischen Distrikte richten sich die Angriffe der Chinesen. An der Garden Bridge, die den Sutschau Creek überquert, find starke Posten der Engländer und gegenüber solche der Japaner aufgezogen. Wir werden nach woher und wohin gefragt, doch da wir einen Ausweis des Landungskorps vorweisen können, ist ungehinderter Durchgang. Die breite Straße, die hinter den Schuppenanlagen längs führt, ist zunächst völlig unbeschädigt. Kaum Spuren von Einschlägen. Nach zehn Minuten stoßen wir auf die ersten starken japanischen Posten. Sie halten eine Brücke über einen kleinen Fluß besetzt und haben sich dort verschanzt. Hier ift~ d e r Eingang nach Yangtsepu, wir müssen links abbiegen und sind jetzt m dem eigentlichen javanischen Wohnviertel. Die Straße, die wir jetzt passieren, hat stark unter Artilleriefeuer gelitten. Dächer sind durchschlagen, die kleinen zwei- stückigen Häuser sind nach der Straße zu ausge- brachen, die Läden sämtlich zertrümmert. Vor zwei Wochen noch sah man hier vor den Restaurants japanische Mädchen in ihren bunteh Gewändern stehen, sie kicherten fröhlich hinter uns her. Heute liegt eine drückende Stimmung über dem Ganzen. Männer durchstöbern die Trümmer. Durch eine offene Flügeltür sieht man in ein japanisches Restaurant. Doch wenige Häuser weiter ift alles wie'zuvor. Wo kettle Zerstörungen mehr sino, sitzen die Leute wieder vor ihren Häusern und plaudern, gehen die Frauen über die Straße und haben eingekauft, fieht man nur dann und wann einen japanischen Posten. Die strahlende Sonne tut ein übriges, fast vergessen zu lassen, daß hier Krieg ist, daß noch am Abend zuvor, am Vormittag des gleichen Tages, schwere Einschläge aus dieser Richtung hörbar waren. Wir stoßen weiter vor — wirklich wir kommen uns vor wie auf Patrouille, und sind erstaunt, daß sie so glatt, so ungestört verläuft. Straßenzug auf Strahenzug, das gleiche friedliche Bild, nur geringe Beschädigungen. Wir müssen gestehen, daß wir nie geglaubt hätten, soweit ungestört vorge- lanaen zu können. Denn nach den vorliegenden Meldungen müßten wir uns jetzt bereits seit längerem in d e r eigentlichen Kampfzone befinden. Dann biegen wir in die breite North Szechuan Road ein. An der Ecke die erste japanische Barrikade. Aus Tischen und Stühlen, aus den Holzverkleidungen der chinesischen Läden hat man Unter st än de gebaut. Hier ist das sogenannte Vergnügungsoiertel Schanghais, hier sind die vielen Tanzlokale mit Chinesinnen, Koreanerinnen und auch Japanerinnen. Mancher Junggeselle entbehrt heute einen äbendlichen Rundgang, wenn er, durch die Polizeistunde gezwungen, um zehn Uhr hinter eigenem Schloß und Riegel fein muß. Don hier ab weiter nördlich bis zu der japanischen Kaserne hin sollen die schwersten Kämpfe im Distrikt Hongkew-Tschapei stattgefunden yaben. Das ist unschwer festzustellen. Haus an Haus weist schwere Beschädigungen auf. Die Fenster sind ausaeschossen. In den Asphalt sind Granattrichter geschlagen, wenn auch feftzustellen ist, daß die chinesische Artillerie nicht sehr stark gewesen sein kann. Zu größeren Bränden ist es nirgends gekommen. Maschinengewehrfeuer und Gewehrfeuer haben den Schaden verursacht. Wir untersuchen 5)0113 für Haus, um später denjenigen, die es wissen möchten, mitteilen zu können, oaß die und die Unterhaltungsstätten noch unversehrt sind. In den Vorräumen des sowjetrussisch inspi- rierten Kinos, das gleich außerhalb der Settlement« Grenze liegt, haben sich Japaner eingerichtet. Die Toten sind von den Straßen fortgeräumt. Nur Splitter, verkohlte Dalken, hin und wieder ein demoliertes Möbelstück, das ift alles, was zwischen den einzelnen japanischen Barrikadenstellungen liegt. Diese sind nach oben geschützt gegen Fliegerangriff, obwohl festzustellen war, daß die chinesischen Flugangriffe in den letzten Tagen durch die Japaner mehr und mehr unterbunden wurden. Aus der Nähe hören wir das Feuer einer japanischen Batterie. Wir fahren darauf zu, direkt auf die javanische Kaserne, um die manche heftigen Kämpfe stattgefunden haben, und die fast in den Besitz der Chinesen gelangt sein soll. Wir wissen nichts Genaues über den Ablauf der Kämpfe, doch wir müssen jetzt feststellen, daß auch das Vorgelände der Kaserne in den Händen der Japaner ist. Man gewährt uns ohne Umstände Einlaß in das festungsähnliche Gebäude, man erlaubt uns hinzugehen, wohin wir wollen, man erlaubt uns zu photographieren, was wir wollen. Der Adjutant des Kommandeurs der japanischen Landungstruppen hat die Freundlichkeit, uns zu empfangen. Unsere Unterhaltung wird nur unterbrochen von dem Gezwitscher zweier Sittiche und dem Donnern einer Batterie, die direkt vor der Kaserne steht. Der Adjutant meint, daß man zwei neu einrückenden chinesischen Divisionen, die einen Stellungswechsel vornehmen, einen kleinen Empfang bereiten wolle. Er berichtet bann, daß sich die „Fische" — damit ist das Landungskorps gemeint — recht wohl auf dem Lande fühlten. Er erzählt von der Schwere der Kämpfe. Beispielsweise an dem großen Norbbahnhos sei jeder artilleristische Angriff sehr schwierig gewesen, da die Grenze der Internationalen Niederlassung unmittelbar daneben verlaufe, und man diese nicht habe in die Kämpfe einbeziehen wollen. Aus der Unterhaltung klingt deutlich heraus, daß man einen entscheidenden Erfolg errungen hat, insofern, als die Chinesen nirgends endgültig in die japanischen Stellungen eint)ringen konnten. Daß man vor allem auch sehr sicher ist, obwohl, nach japanischer Angabe, bas Stärkeoerhältnis zehn ZU eins gegen die Japaner war. Man zeigt uns bann noch einen gerabe erbeuteten chinesischen Tank, amerikanischer Herkunft. Alles in allem verstärkt sich ber Eindruck, daß die chinesischen Truppen zweifelsohne sehr tapfer gekämpft haben, daß sie immer wieder oorgeganaen find — zwei ihrer besten Divisionen sollen sich hier verblutet haben — doch daß ihre Unterlegenheit im Material zu stark war. Anders ist ihre Erfolglosigkeit bei derart zahlenmäßiger Überlegenheit nicht zu erklären. Man sagt uns, daß wir erst jetzt die eigentliche Kampfzone erreichen, und dies auf eigene Gefahr tun. Wir unsererseits müssen dabei fcftfteüen, daß ber Aufenthalt in biefem Kriegsgebiet unzweifelhaft angenehmer ist als in unserem „frieblichen" Settlement, wo wir keine Minute und keine Stunde wissen, was sich ereignen kann, um dann plötzlich Bombeneinschläge zu erleben, die bas Leben unb bas Blut von Hunberten forbern. Hier wissen wir, baß die Kugeln pfeifen, hier sehen wir in unmittelbarer Nähe einen Granateinschlag, ber bas schon zertrümmerte Gelänbe nochmals in Branb schießt. In kleinen Häusern haben sich die japanischen Befehlsstände eingenistet. Die Soldaten, denen wir begegnen, sehen frisch, wenig abgespannt aus unb wenn mir uns auch nicht verstehen, so lachen wir uns sreunblich an — vielleicht weil ziviler Besuch boch wohl eine etwas ungewöhnliche Sache in diesem Kampfgebiet ist. In einem japanischen Gartenrestaurant erleben wir die letzte oder erste, wie man will, Etappe. In dem großen Holzbau hat ein Granattreffer ein- geschlagen. Unter den vornübergefallenen Trümmern, die so etwas wie ein Schutzdach bilden, ruhen sich die Mannschaften aus. Ein Flieger zieht seine Kreise am Himmel, er ist sehr hoch. Kein Schuß sucht ihn zu erreichen. Man sagt uns, daß die chinesische Aktivität erst nachts einsetze, weil eben ihr Materialmangel groß sei, weil die Chinesen feine* Flieger hätten, und weil ihre Operationen deswegen nach ihrer Meinung nachts erfolgreicher fein würden als am Tage. Von hier aus sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu den chinesischen Stellungen. Die Japaner haben sich in einzelnen Gebäuden eingerfiftet, haben sich hinter Mauern verschanzt, ohne selbst Stellungen auszuwerfen. Wir versuchen an einem kleinen Fluß langsam vorzubringen. Rechts ist eine Mauer, links das Wasser und drüben ist Niemandsland, sind Trümmer, hinter denen irgendwo die Chinesen ihre Stellungen gebaut haben. Fünfzig Meter vor uns liegt jetzt die vielumstrittene „Brücke der acht Charaktere". Wir biegen rechts in ein Gehöft ein, um so im Schutz ber Einzäunungsmauer die vorberste Stellung der Japaner, eben an jener Brücke zu erreichen. Zwei Panzerwagen stehen hier. Acht Schützen liegen hinter Barrikaben, unter Dächern aus Holztüren. Die Stahlhelme finb mit Laub getarnt, die Panzerwagen ebenso. Hundert Meter vor der Stellung liegen auf der Straße zwei tote chinesische Soldaten, keiner kann sie zur Stunde holen. Mit den Fingern weisen die japanischen Posten auf einige Ruinen: dort liegt der Feind. Als wir zurückkehren, wissen wir, daß wir trotz Bombardements der Internationalen Niederlassung und trotz der dort verbreiteten Schrecken zum erstenmal Begegnung mit dem wahren Schanghai-Krieg gehabt haben. Japan warnt den Völkerbund vor einer Einmischung. Tokio, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes hat zum Appell China san den Völkerbund eine Erklärung veröffentlicht. Sie besagt, es fei deutlich erkennbar, daß China mit entstellten Tat» a ch e n operiere und durch fein Vorgehen die Lage verschlimmere. Der Sprecher warnt den Völkerbund, auf einer solchen Grundlage sich in den Streit einzumischen. Japan wolle Chinas Einigung nicht verhindern, es wünsche lediglich, daß diese Einigung im Interesse des Weltfriedens auf einer gefunden Grundlage erfolgt. Japans Politik fei darauf gerichtet, China zu einer Neuorientierung zu veranlassen und eine grundlegende Bereinigung feiner Beziehungen zu Japan in die Wege zu leiten. Da China bisher gerade das Gegenteil davon gemacht habe, fo ent- prächen die japanischen Maßnahmen ber internationalen Gerechtigkeit, ber Menschlichkeit unb der Selbstverteidigung. Der Sprecher ift ber lieber- zeugung, daß beibe Länber in absehbarer Zukunft allein im Stanbe finb, eine Lösung für die Probleme auszuarbeiten, und zwar mit Mitteln, die den tatsächlichen Umständen entsprächen. Das Hauptquartier der japanischen Nordchina. Front gibt den Beginn einer neuen japanischen Of- enfioe an der Eisenbahnlinie Peiping—Hankau lefannt. Die Kampffront tjat eine Ausdehnung von 50 Kilometer. Der erste Erfolg war die Erstürmung der chinesischen Stellungen bei der Stadt Kuan, etwa 50 Kilometer südöstlich von Peiping. Als Ziel der neuen Offensive wird eine Anpassung der zurückgebliebenen Frontlinie an der Peiping—Hankau- Bahn an dem bereits weiter vorgeschobenen Frontabschnitt ber Tientfi n—P ukau - Dahn be- zeichnet. Deutsches Jungvolk in Rom u n g a r i - Wahlvorspiel in Amerika. Ein Oberster Bundesrichter der Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan beschuldigt. Angst vor einem Erntedankfest. Konrad Henlein darf im sudetendeutschen Leitmeritz nicht reden Kunst und Wissenschaft. Alma Moodie nach Frankster» Prüfen. , Die hervorragende Geigerin Alma Moodie (Köln) wurde als Leiterin einer M e i st e r - klasse für Violinspiel an die neue Musikhochschule der Stadt Frankfurt a. M (T)r. Hochs Kori- servatorium) verpflichtet Frau Mogdie, die im In- und Ausland unter den Geigern der Gegenwart eine führende Stelle einnimmt, wird ihre Tätigkeit bereits im laufenden Wintersemester beginnen. ♦ Alma Moodie, in Australien geboren — ihr Vater war schottischer, ihre Mutter irischer Her. kunft — wurde auf dem Brüsseler Konservatorium ausgebildet und musizierte als Dreizehnjährige be- reits mit Max Reger zusammen. Die Künstlerin ist, als Gast des Gießener Konzertvereins, den hie- figen Musikfreunden persönlich bekannt und in bester Erinnerung. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit an das glanzvolle Programm, in dem sie vor einigen Jahren hier Pfitzner (e-woll-Sonate op. 27) und Reger (ä-woII-Sonate), Händel, Sarasate und de Falla spielte. eine i ^ushington, 15. Sept. (DRB.) Präsident Der Roosevelt erließ am Dienstag für alle im Staatsbesitz befindlichen Handelsschiffe der Vereinigten Staaten ein Verbot, Waffen, Munition oder anderes Kriegsmaterial nach China oder Japan zu transportieren. Alle anderen Handelsschiffe unter der Flagge der Vereinigten Staaten können die Beförderung von Waffen, Munition oder anderem Kriegsmaterial nach China oder Japan auf eigenes' Risiko durchführen. In der Erklärung wird' ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Frage der Anwendung der Neutralitätsakte vorläusig nicht berührt werde. Die Regierung werde die Entwicklung im Fernen Osten auch weiterhin von Taa zu Taa überprüfen. Nationaler Vormarsch in Asturien und Leon. Salamanca, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Im nationalen Heeresbericht vom Dienstag heißt es: An der A st u r i e n - F r o n t wurde unser Vormarsch fortgesetzt und die großen, durch Wetter und Gelände verursachten Schwierigkeiten überwunden. Der Gegner wurde aus allen Stellungen vertrieben, wo er versuchte, unseren Siegeszug aufzuhalten. Unsere Streitkräfte stürmten den Ort Mazuco südlich von Llanes. Ferner sind die Berge im Westen von Pena Vieja besetzt worden. Auch an der Leon-Front haben unsere Truppen ihren Vormarsch fortgesetzt und die Ausläufer der Bergkette Celleros erreicht. die Tatsache, daß einem Juden ein für das Volksleben so wichtiges Lehrfach übertragen wurde, besonders zum Ausdruck kam. Ueber dem größten Dorlesungssaal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, lag eine merkliche Spannung und Unruhe, als Rektor Thunberg im Beisein von etwa 20 Professoren seine Einführungsansprache begann. In dem Augenblick, als sich der Rektor unmittelbar an Katz wandte, brach ein H u st e n - sturm los, der sich noch steigerte, als Katz selbst am Rednerpult erschien und in gebrochenem Schwedisch antwortete. Laute Protestrufe und Lärm erfüllten den Hörsaal, und gruppenweise begannen die Hörer den Saal demonstratio zu verlassen. Die Demonstranten, die sich in der unteren Halle der Hochschule versammelten, wurden auf Wunsch des Rektors auf die Sttaße gedrängt, wo Katz beim Verlassen der Hochschule mit Pfiffen verabschiedet wurde. Mit Hilfe der Polizei beendete man schließ, lich die Kundgebungen auf der Straße. Thomas Masaryk t- Gin Leben der Illusionen. Von unserem (An.)-Benchierstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prag, den 14. September 1937. Sicher hat es niemand dem jungen Thomas Masaryk, dem südmährifchen Kutschersfohn, an E Wiege gesungen, daß er einst Gründer eines selbständigen Staates seines Volkes und dessen erster Präsident werden würde, und doch ist sein Leben ein Leben der Illusionen gewesen. Es ge- hört zu den Ironien der Weltgeschichte, daß es der alte österreichische (deutsche) Pollzeidirektor von Brünn, Le Monnier, war, der dem jungen, wegen einer Gymnasiastenliebe mit dem consilium abeundi vom Brünner Gymnasium verwiesenen Masaryk als Hauslehrer das weitere Studium am Wiener akademischen Gymnasium ermöglicht hat demselben Masaryk, der später das Wesentlichste zur Zertrümmerung des alten Habsburgerstaates beitragen sollte. So wie das tschechische Volk als iolches fein Wiedererwachen aus dem Born der deutschen Romantik schöpfte, verdankt Masaryk ausschließlich der deutschen Wissenschaft seine zweifellos hervorragende geistige Bildung. Das Stu. arn der Wiener Universität wurde ihm durch die Anstellung als Hofmeister im Hause des Gene- ralrates Sch l e f i n g e r der Anglo-österreichischen -oflnf ermöglicht. Zum Doktor promoviert, vollendete er seine Studien an der Leipziger Universi- tat, in welcher Zeit er auch feine künftige Frau, öie Amerikanerin Garrigue, kennenlernte, deren Namen er von da an als zweiten Vornamen trug. Dozent wurde Masaryk wiederum an der Wiener Universität. Zur Veröffentlichung seiner ersten Schrift über den Selbstmord streckte 'ihm sein deutscher Freund Oelzelt 5000 Gulden vor. Selbstverständlich, daß Masaryk seine Werke zu- nächst in deutscher Sprache erscheinen ließ. Seine erste tschechische Schrift hat er erst mit dreißig Jahren veröffentlicht. Das Sommerlager Campo Dux wurde in Rom mit einer Parade von 26 000 Jungfaschisten vor Mussolini abgeschlossen. Die in Italien weilenden 450 deutschen Jungvolkführer durften mit ihrem Musikzug die Parade eröffnen. (Scherl-Bilderdienft-M.) — Am Dienstag, vormittag haben sie am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Ehrenmal der gefallenen Faschisten Kränze niebergelegt. Im Kapitol wurden sie von dem Gouverneur von Rom empfangen. Den Jungvolkführern wurden herzliche Kundgebungen bereitet. Leitmeritz, 14. Sept. (DNB.) Die Sudetendeutsche Partei hatte um die Genehmigung eines Erntedankfestes nachgesucht. Hierbei sollte auch Konrad Henlein sprechen. Die Behörde hat dieses Fest verboten, da es weiter nichts als eine politische Kundgebung sei, die der Verbreitung der Ideen der Sudetendeutschen Partei diene. Ein großer Teil der Einwohnerschaft von Leitmeritz und ein überwiegender Teil der Bevölkerung der nächsten Umgebung, so heißt es in bem Bescheid weiter, fei Anhänger „demokratischer Ideen", die mit den Grundsätzen der Sudetendeut- chen Partei im Widerspruch ständen. Die Stadtgemeinde Leitmeritz werde außerdem zu mehr als einem Drittel von der Bevölkerung tschechoslowakischer Nationalität bewohnt. Gegen dieses Verbot wurde Berufung eingelegt. Daß es auf solchen Voraussetzungen basiert, zeigt die Tatsache, daß bei den letzten Wahlen am 9. Mai 1935 nicht weniger als 7 9 v. H. der Bevölkerung des Leimeritzer Gebietes ihre Stimme der Sudetendeutschen Partei gaben. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich des 40. Geburtstages von Ge« neral der Polizei D a l u e g e sandte Reichsminister Dr. Frick folgendes Telegramm: „Zu Ihrem heu» tigen 40. Geburtstag spreche ich Ihnen, lieber Par- teigenosse Daluege, zugleich mit meinem Donk für Ihre wertvolle Aufbauarbeit im Rahmen des Reichsinnenministeriums meine herzlichen Glück- wünsche aus. • Die 31 Kilometer lange Teilstrecke Limbach — Ulm —Dornstadt der Reichsautobahn Statt- aart—München wurde am Dienstag d e m Der- kehr übergeben. ♦ Der bisherige holländische Gesandte in Brüssel, Dr. Patijn, ist zum Minister des Auswärtigen ernannt worden. Bisher wurde das niederländische Außenministerium vertretungsweise durch den Ministerpräsidenten Dr. Colijn verwaltet. ♦ Der Papst hat Kardinal Pedri Segura y Saenz zum Erzbischof von Sevilla er- nannt. Kardinal Segura war bis zum Mai 1931 Erzbischof von Toledo und Primas von Spanien. Nach der marxistischen Revolte wurde er zum Ver- lassen des Landes gezwungen. ♦ In Frankreich ist die Großhandelsziffer im Vergleich zur Vorwoche um 2,7 v. H. von 589 auf 605 gestiegen. Diese Bewegung ist auf das Steigen der Getreidepreise und Rohstoffe zu- ruckzuführen. * 2Bie die englische Presse meldet, sind bei einem Kraftwagenunfall in der Nähe von Athen der Britische Geschäftsttäger in Athen Patrick R o- berts und der englische Vizekonsul in Bagdad Xrapman ums Leben gekommen. ♦ Der englische Kriegsminister Hore-Belisha ist m einem Militärflugzeug zur Teilnahme an den ranzösischen Manöoern abgeflogen. Masaryk ist das lebendige Beispiel dafür, wie recht der Führer hat, wenn er jeden Versuch einer Germanisierung Nichtdeutscher grundsätzlich und schärfstens ablehnt. Denn Masaryk blieb ein treuer Sohn feines Volkes, der allerdings von Anfang an die ihm von Deutschen geschmiedeten geistigen Waffen zur Bekämpfung dessen anwandte, was man damals im deutschfeindlichen Lager, der Wahrheit sehr wenig entsprechend, als die „Vorherrschaft der Deutschen in Oesterreich" zu bezeichnen pflegte. Allerdings war der Nationalismus Masaryks keineswegs Der übliche. Gerade aus der deutschen Wissenschaft schöpfte er seinen Glauben, dem tschechischen Volke durch Wahrheit und Wirklichkeitssinn eher dienen zu können, als durch den damals wie heute landläufigen Chauvinismus. So kam Masaryk zur Bekämpfung der sogenannten „Königinhofer Handschrift", deren Fälschung er wissenschaftlich bewies. So kam er geistig dem Hus- fitentum immer näyer, dessen evangelische Losung „Die Wahrheit siegt" er zu feinem Leitspruch erwählte. So kam er auch zur Gründung einer eigenen tschechischen Partei, der tschechischen Realisten, als deren Führer er Aur Bekämpfung der Habs- burger-Herrschaft sehr bald ganz neue und viel gefährlichere Waffen anwendete als feine Vorgänger. Sein Auftreten für die nationale Selbstverwaltung und Autonomie, für die „kleinen unterdrückten Völker" überhaupt, schuf ihm bald einen Namen über die Grenzen der Monarchie hinaus. Ueberflüssig, darauf hinzuweisen, daß es wiederum eine Ironie der Weltgeschichte ist, daß derselbe Ma- faryk als Staatspräsident faktisch gegen all das handeln mußte, wofür er in den Vorkriegsjahren gekämpft hatte. Dieser Zwiespalt im Wesen des Masaryk vor und nach dem Kriege tritt durch die einzige Tatsache in helles Rampenlicht, daß er noch in seinem zur Propaganda gegen die Mittelmächte bestimmten Buche „Das neue Europa" während des Weltkrieges schrieb: „Die politische Selbständigkeit ist für eine sich der Bedeutung ihres Selbst bewußte, gebildete Nation eine Lebensnotwendigkeit; eine politisch unfreie Nation wird bisher auch im entwickeltsten Kulturstaate unterdrückt, wirtschaftlich und sozial ausgebeutet. Je denkender ein Volk ist und je energischer, desto schwerer trägt es die frembe Oberherrschaft; und es kommt vor, daß der politisch Herrschende weniger gebildet, weniger tüchtig ist, als das untergebene Volk" Daß Masaryk die Fortführung des Weltkrieges '„bis zum Weißbluten" wollte, schreibt er selbst in •feinem Buche „Die Weltrevolution": „Als die Frie- 'idensangebote begannen, trug ich dem Präsidenten !Wilfon meine Ueberzeugung vor, daß der Krieg moch weitergeführt werden und daß die Alli- iierten die deutsche Armee zur Waffenstreckung zwingen und gegebenenfalls in Berlin einziehen sollen." Damals schrieb Masaryk auch: „Die Miliz wird iffür die Demokratie ein ausreichendes System der Verteidigung sein." Es ist ihm und feinem Volke mach der Staatsgründung gar nicht eingefallen, die Miliz wirklich einzuführen, ebensowenig wie für Sie dem tschechoslowakischen Staate einverleibten rnichttschechischen Volksgruppen der damalige Satz Masaryks in die Tat umgesetzt wurde: „Eine' ehrlich vurchgeführte nationale Autonomie, Anerkennung ver Sprache in der Schule, im Amte und im Parlamente würde in manchen Fällen, besonders für nationale Minderheiten, genügen." Wir wissen, daß itrft unlängst wieder von der entscheidenden Stelle im Staate Masaryks verkündet wurde, daß man Ne uy o r k, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Vereinigten Staaten ist über Nacht ein heftiger politischer Streit entbrannt, der im Hinblick auf öas in Amerika besonders heikle Rassenproblem auch die nächstjährigen Kongreßwahlen beeinflussen kann. Im Mittelpunkt dieses Konflikts steht der kürzlich erst vom Bundessenat bestätigte O b e r ft e Dundesrichter Black, der zur Zeit in England weilt. Die amerikanische Presse beschuldigt den -"n^^^^ionale Autonomie mH den Deutschen Tschechoslowakei nicht verhandeln werde. Masaryk war Realpolitiker genug, sehr bald nach baf? ivn ro1 leinthd) fmb. Selbst demokratische Kundgebung der tschechischen Sokol-Ge- Blätter fordern den Rücktritt Blacks, der seinerzeit meinde an. Um 12 Uhr setzte auf Anordnuna Präsidenten Roosevelt auf Lebenszeit zum des Erzbischöflichen Ordinariats das feierliche Ge- £?erVetl Bundesrichter ernannt worden war. „Sun" läute aller Kirchenglocken der Prager Erzdiözese N «.t, daß an der einwandfreien Klärung des ein. Auf Schloß Lana wurde die Totenmaske Ma- Konfliktes 20 Millionen Katholiken, 14 Millionen saryks abgenommen. Der Präsident der Republik » un« 5 Millionen Juden interessiert seien. Dr. Benesch, der in den letzten beiden Taaen dsosident Roosevelt lehnte eine Stellungnahme auf Schloß Lana weilte, ist nach Praa Auruck- „Begründung ab, daß ihm amtlich von einer gekehrt H * Mitgliedschaft Blacks bei Ku-Klux-Klan nichts * bekannt fei und daß die Rückkehr des Bundes- In Wien hat der Tod Masaryks angesichts der Es-, engen Verknüpfung seiner Persönlichkeit mit der u pU.?'^an eJP..e[!Q($ amerikanischen Geschichte des alten Oesterreich starken Widerball P^rgerkneg m den Sudstaaten gegründeter na- gefunben. Das Neuigkeitsweltblatt unterstreicht. baM ° e r © e b e i m b u n d. Nach bem Masaryk im Bunbe mit ber mefflirhen ^rpimmiroroi I Weltkriege nahm er den Kampf gegen das Ueber« O e ft er r c i ch-Unga rn ?erstö?t^habe Die I ^»nehmen des Einflusses der Neger, der Juden, Beziehungen mit ihr hätten ibn mm Rubm» eines Katholizismus und der radikalen Ge- Staatengründers und auf den Präfidentenfeffel der fä)°ften auf. Heute ist Ku-Klux-Klan über die neuen tschechoslowakischen Republik verholfen deren qan3en Bereinigten Staaten verbreitet das Selbstbestimmungsrecht der Völker betrieben Waffenausfuhrverbot p immu n« ch t n ich ?g e ! °chte hab'? Ma! fÜl* ÖltlCdf 0111^6 Staatsslhsffe, saryk habe die Fehler, die er an dem Bau der alten 1 1/11 österreichischen Monarchie getadelt habe, auf feine eigene Staatsgründung übertragen. — e ft e r Lloyd" schreibt, daß Masaryk einer der Staatsmänner war, der für die Zertrümmerung des ta u s enojährigen ungarischen Stephansreiches in erster Linie verantwortlich war Ohne Masaryk wäre vielleicht der neue tschechische Staat niemals entstanden. Heute, am Todestage des Staatspräsidenten, befinde sich die tschechoslowakische Republik in einer schwierigeren Lage als je seit ihrer Geburt k - :: W Pommern und Mecklenburg. Deutscher Mensch in deutscher Landschaft. Von Friedrich Griese. Man könnte der Meinung sein, daß keine der deutschen Landschaften durch alle jene Kriege, denen sie im Laufe der Zeit ausgesetzt waren, härter getroffen worden sei als gerade Pommern. Kennzeichnend dafür ist vor allem die Geschichte der Stadt Stralsund. Es gibt kaum ein Gemeinwesen, das sich mehr der Gewalt des Dreißigjährigen Krieges ausgeliefert sah; es gibt auch feine, das sich tapferer und aufopferungsvoller gewehrt hätte. Es half nichts, daß. Wallenstein zuletzt selber erschien und wochenlang versuchte, diese Stadt, die ihm in Verfolgung bestimmter Pläne wertvoller als jede andere erschien, unter seinen Willen zu zwingen. Sie ergab sich nicht. Später war sie den Schrecken des Nordischen Krieges ausgesetzt; Preußen, Dänen und Sachsen stürmten, an der Spitze der Preußen Leopold von Dessau. Wieder später fiel in ihren Mauern Ferdinand v. Schill. Auch andere, kleinere Städte haben jede Kriegsunbill immer wieder erfahren müssen. So berichtet ein zeitgenössischer Geschichtsschreiber von der Stadt Pasewalk, daß sie während des großen Religionskrieges nach Niedermetzelung der kleinen schwedischen Besatzung und der meisten wehrfähigen Bürger von den Kaiserlichen geplündert worden sei, die Uebriagebliebenen „geprügelt, gemartert und alles, was sie noch auf der Welt hatten, herfür zu geben genötigt. Endlich ward Feuer an vielen Orten an- aelegt, und ging also die feine Stadt mit der schönen Marienkirche, Schule und Rathaus und den Mühlen im Rauche in die Lust auf und blieben nur gar wenige Häuser bestehen." Aehnliche Berichte gibt es von vielen Städten Pommerns; das Ergebnis ist aber fast immer, daß sie die schreckliche Bedrängnis abgewehrt oder sie wenigstens überstanden haben. Als leuchtendes Beispiel brauchen wir uns nur der Stadt Kolberg zu erinnern und jener Männer, die diesen Namen unsterblich gemacht haben. Wenn wir uns den pommerschen Menschen so, wie er geworden ist, vorzustellen versuchen, dann dürfen wir dabei nicht übersehen, daß der Bewohner dieser Landschaft auch ohnehin in einem harten Leben stand, von den trüben Erfahrungen jener Kriegsläufte ganz abgesehen. Soweit er Der Küste oerheimatet war und seinen Unterhalt von dorther suchen mußte, war das Gewerbe der Fischerei immer sehr schwer und gefährlich für ihn. Obendrein war es ein sehr mühsames; und aus alledem ergab sich, daß seine Heimat ihn wohl zur Härte und Entschlossenheit erzog, aber auch zur Genügsamkeit. Daß ihm dabei milder und guttätiger Sinn nicht abging, betont ein heimatlicher Schriftsteller. „Sie erquicken gern den Dürftigen, der sich einmal zu ihren Hütten verirrt; denn unter ihnen selbst ist selten jemand so untüchtig oder so verlassen, daß er die Hilfe Fremder in Anspruch zu nehmen genötigt wäre." Für den Bewohner der Städte und Dörfer weiter ins Land hinein darf ferner nicht überfehen werden, daß die Art der Landschaft ihn nicht gerade zu einem geselligen und heiteren Leben erzog. Pommern ist vorwiegend eben; wohl kann diese Ebenmäßigkeit des Bodens räumig und mächtig wirken, und an vielen Stellen wird man daran gemahnt, daß von Mecklenburg herüber hier die Brücke nach dem noch räumigeren Osten weitergeht, aber sie ist ihrer ganzen Art nach doch mehr gehalten und herb als gelockert und aufgeschlossen. Dies alles formte den pommerschen Menschen in seiner Schwere, Zurückhaltung und Geradheit, die oftmals dem nicht Einheimischen äußerst unbequem erscheint. Sie brachte in den aufeinanderfolgenden Geschlechtern auch jene Treue und Entschlossenheit hervor, die schon Friedrich den Großen veranlaßte, in seinem Testament seinen Nachfolgern den Rat zu geben, sich vorzüglich auf die pom- mersche Nation zu verlassen und diese als eine der ersten Stützen des preußischen Staates anzusehen. Wenn wir dies alles überlegen: die Erprobung des Menschenschlags durch eine gleichsam immerwährende Kriegszeit, die nebenhergehende weitere Erprobung durch den oft mühseligen und harten Alltag, die Weite und Mächtigkeit der Landschaft, wenn wir weiter überlegen, daß Pommern auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft mehrere mindestens zu ihrer Zeit bedeutende Männer her- oorgebracht hat — den Dichter Friedrich Scherenberg, den Kunsthistoriker Franz Kugler, den Dichter und Schriftsteller Robert P r u tz, den Maler Theodor Hildebrandt —, daß es außerdem die Wirkungsstätte anderer berühmter Männer war, unter anderen lebten hier Ludwig Giesehr e ch t und Karl Löwe, dann möchte man wünschen, daß Die pommersche Landschaft unserer Zeit mehr geistige Stimme bekommt, daß die Menschen, die dort heute gewiß als Künder dieser Landschaft vorhanden sind, sich mehr und deutlicher und stärker vernehmen lassen. Vielleicht ist dazu für die Zukunft ein innigeres und äußerlich mehr hervortretendes Zusammengehen mit der mecklenburgischen Nachbarlandschaft nötig. Nicht, als ob für Pommern ein solches Zusammengehen lebensnotwendig wäre, als ob dieses Zusammengehen dem Künder pommerscher Landschaft erst die Möglichkeit gäbe, sich vernehmen zu lassen, aber es ist doch denkbar, daß ein Betonen ähnlicher oder gleicher landschaftlicher Gegebenheiten befruchtend wirken könnte. Denn auch der mecklenburgische Mensch hat feine Formung mit erhalten durch die immer wiederholten bitteren Kriegsnöte, die über fein Land dahinzogen. Auch in seiner Landschaft wütete das Geschmeiß fremder Kriegsvölker, zerstörte Städte und ließ zahllose Dörfer vom Erdboden verschwinden, als ob sie niemals vorhanden gewesen wären. Auch der Mensch seines Landes mußte, so weit er diesen Kriegen nicht zum Opfer fiel, diese Erprobung seiner Art auf sich nehmen, an ihr zu Grunde gehen oder sie bestehen. Es gibt auch außerdem der gleichen Vorbedingungen genug. Wie der pommersche Küstenfischer, stand auch der Anwohner der mecklenburgischen Ostseeküste täglich in einem harten und mühsamen und gefährlichen Beruf, der in einer völlig unmißverständlichen Art Gesicht und innere Haltung dieser Menschen bildete. Es ist weiterhin nicht zu übersehen, daß land- hinein für das Mecklenburgische ähnliche und oft gleiche Vorbedingungen vorhanden find wie für das Pommersche. Auch für Mecklenburg gilt, daß Ebenmäßigkeit und räumige Dehnung das Bild des Bodens weithin bestimmen. Hier wie dort ist dieser Boden nicht immer ertragreich. Heide- und Moorgebiete sind vorhanden, und der Mensch, der sich in ihnen angesiedelt hat, bekommt von hier aus Formung und Artung seines Wesens, in Pommern wie in Mecklenburg. Für beide gilt, daß die Menschen der Landschaft dem Unheimischen nicht immer leicht verständlich, daß sie zurückhaltend, herb und zuweilen abstoßend erscheinen. Gewiß hat jede Landschaft ihr eigenes Gesicht, und man soll dort nicht gleichmachen wollen, wo Verschiedenheiten vorhanden sind, aber auf das Grundsätzliche und Letzte und Artbildende gesehen, ergibt sich für beide doch, daß sie Glieder eines in ganz bestimmter Art gebundenen Raumes find. Wie die Dinge lagen — und gegenwärtig noch liegen —, ist es aber so, daß sie sich äußerlich und innerlich noch nicht genug zueinander hingefunden haben. Der Grund hierfür liegt natürlich auch darin, daß Menschen einer so gebundenen Landschaft auch immer in sich gebunden fein werden und also auch immer nur wenig geneigt find, die verbindende Brücke zu betreten. Außerdem hätten bei einem solchen innigeren Zusammengehen beide noch eine besondere Aus- aabe. Pommern könnte seiner ganzen Art und Lage nach mehr die Verbindung nach dem Osten hin werden, während Mecklenburg nach der anderen Seite mehr verbindend sein könnte, als es bisher immer wieder einmal der Fall war. Denn wir wollen — bei aller Betonung eigener landschaftlicher Art — nicht vergessen, daß unser Blick doch immer auf die allen gemeinsame große deutsche Landschaft gerichtet fein muß. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 14. Sept. An den vergangenen Sonntagen wurde hier das Preisschießen durchgeführt. Die besten Schützen waren Heinrich Sauer, L. Fuchs und Wilhelm ©paar. # Ir e i 5 (Lumda), 14. Sept. Dieser Tage wurde hier das Preisschießen beendet. Die drei besten Schützen waren Georg Schneider, Heinrich H e 11 ch e und Römer. 0 Beuern, 14. Sept. Die Schulkinder unseres Dorfes sammeln jeden Morgen Fallobst. Die NS.-Frauenschaft kocht Gelee daraus. Bis jetzt konnten bereits 160Pfund Gelee an die NSV. abgeliefert werden. Die Schulkinder haben sich auch für ein weiteres gemeinnütziges Werk zur Verfügung gestellt. Sie rupfen den Flachs, der von der Gemeinde angebaut wurde und besorgen auch das Riffeln. — Im Bemühen um die Dorfver - fchönerung werden gegenwärtig die Rinnen der Hauptstraße umgepflastert. Diese Aktion soll in den kommenden Jahren systematisch überall durchgeführt werden, so daß mit der Zeit alle alten Rinnen verschwinden werden. ch Lauter, 14. Sept. Die Drescharbeit in unserem Orte ist diesmal früher als in anderen Jahren abgeschlossen worden. Der Kömerertrag war gut. Die Dreschmaschine hat das Dorf verlassen. — In unserem Orte wurde eine Obst» sammelstelle errichtet, die an Heinr. Traum zur Verwaltung übertragen wurde. — Eine der ältesten Einwohnerinnen unseres Ortes, Charlotte WLehner, vollendete dieser Tage ihr 7 9. Lebensjahr. Demnächst kann Karl Mebus I. in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 3. Geburtstag feiern. Langsdorf, 14. Sept. Durch den Kreis- feuerwehrinfpektor Bouffier (Gießen) fand hier die alljährliche Besichtigung der F r e i ro i I [ i a e n und der Pflichtfeuerwehr statt. Drei Aufgaben wurden der Wehr gestellt: je eine Hebung im iZußexerzieren und im Geräteexerzieren und ein Brandangriff war vorzuführen. Der aufsichtführende Beamte war besonders mit dem Geräteexerzieren und dem Zustand aller Feuerwehrgeräte zufrieden. Kreis Alsfeld. aö. Ruppertenrod, 13. Sept. Zum Flur- schütz der hiesigen Gemeinde wurde Karl Burg IV. ernannt, nachdem der seitherige Flurschütz Her- mann Schlosser von seinem Amte gurütfgetreten war. — Dieser Tage versteigerte Die Gemeinde die Zwetschen. Die Ernte fiel so knapp aus, wie man es hier seit langen Jahren nicht gesehen hat. Die Früchte sind in diesem Jahre auch von nicht besonderer Qualität. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Deutschland bleibt vorerst an der Südseite der lebhaft vom Atlantik ausgehenden und über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit. Bei dem Vorüberzug der einzelnen Wirbel werden land- regenartige mit schauerartigen Niederschlägen wechseln. Gelegenlich einsetzende Besserung wird nur vorübergehend bleiben. Die Temperaturen werden im allgemeinen etwas höher liegen als in der letzten Zeit. Aussichten für Donnerstag: Bel lebhaften südlichen bis westlichen Winden wechselhaft und zu Niederschlägen neigendes Wetter, Mittagstemperaturen zwischen etwa 15 und 20 Grad. Lufttemperaturen am 14. September: mittags 14,9 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 15. September: morgens 10,3 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. September: abends 13,7 Grad; am 15. September: morgens 12,4 Grad. — Niederschläge 5,4 mm. — Sonnenscheindauer 1,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Sm* Reif ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. im 77. Lebensjahr. — Ihr Leben war Lieben und Sorgen für Andere. Verkäufe Giefien/Lahn, Ludwigsplatz 2. Die Beisetzung fand in Nassau a. d. Lahn statt 5965 D [Stellenangebote im 65. Lebensjahr Gießen, Friedberg. MarkHna. den 15. September 1937 gesetztes Tagesmädchen 5976 D Mehr Freude an der Natur Nach langen, schweren Leiden entschlief am 13. September meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Unerwartet entschlief am 8. September 1937 in festem Glauben an ihren Erlöser unsere liebe Mutter, Schwester, Großmutter und Tante Kataloge bei Brühl, Gießen In tiefem Schmerz; Heinrich Hahn und alle Angehörigen das alle Hausarbeit u. Kochen versteht, u. gute Zeugnisse besitzt, von alter. Dame für Ans.Ökt. gef. Hitlerwall 21 v. In tiefer Trauer im Namen der Verwandten: Helene Anthes, geb. Schwenck Ludwig Anthes, Pfarrer Willi Schwenck, Oberstfeldmeister Margarete Schwenck, geb. Hoppe Frau Prof. Fr. Mehlis, geb. Doerr Christian Doerr, Oberst a. D. Hansludwig Anthes Friedolf Schwenck. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 16 September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Frau Katharine Hahn geb. Malkemus Helene Schwenck, geb. Doerr Majors witwe Inhaberin des bayr. Ludwigkreuzes für geleistete Kriegsdienste Besonders Tonßlon Versand n. Auswärts, billige Idpulull |/«nf Frankfurt Main, Muster frei Haus *Wpi Allerheil.Str.87. Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugntt». abichrtften oem Be- werbungsichr«'tben beilegen ! — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müssen ;ur 8ernt eibung von Verlusten aus Der Rückseite Warnen und Ütnschritt des Bewerbers tragen I Metzger- Lehrling ebrL,3.1.10.1937 nach Darmstadt gesucht. Schrift!. Ang. um. 04473 an o. Gieß. Anz. Tücht., zuverläss. Tüchtige Srifeufe bei hoh. Gehalt gesucht. 6963D Salon Gath Gießen Bahnhofstr. 62. Tüchtige, zuverlässige Hausgehilfin im Kochen bewandert, für 2- Personenhaush. sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 5869Da.d.G.A. Junges,sauberes Halbiags- M'dchen gesucht. 697sD Fröbelstraße23I Ordentliches MM zum 1.10. gesucht. Hitlerwall 47 p Zuverlässiges Zages- mädchen für klein. Haushalt zum 1. Okt. gesucht. 04664 Moltkestr. 12 I. (Stellengesuche Gebildetes Mädchen 18 I., aus gutem Haus,wünscht sich zu betätigen und sucht pass. Wir- kungskr. 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Zeht, wo Sie ohnehin für fierbft und Minter neue, wärmere Kleidung brauchen, jeht ist Die richtige Zeit, Das Zeh- lenDe zu ergänzen, fielen Sie sich in Den nächsten Tagen unverbindlichen Hat bei Ihren gewissenhaften Vekleidungsfachleuten KÖHLER Das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knabenkleidung Gießen Seltersweg 17 5988 A Ur. 2’5 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Mittwoch, 15. September W37 Aus dem Reiche der Frau. Der bescheidene Hering. Von Frida Aisch, Bad-Nauheim. Von jeher ist der Hering der Fisch, der immer ein bißchen von oben herab angesehen wurde. Und Hering galt für das Allerbilligste, was es gab. Heut ist es aber anders, und wir freuen uns sehr über die reichen Heringsfänge, die wir zur gefunden Nahrung brauchen, und bereichern unfern Küchenzettel gern damit. Zuerst die frischen oder „grüne n" Heringe. Um den Seefischgeruch zu entfernen, waschen wir sie gründlich in kaltem Wasser, dem wir einen Eßlöffel Wasserstoffsuperoxyd auf einen Liter zugesetzt haben. Dann macht man sie zurecht, wie es das Gericht verlangt. Frische Heringe in Tomatengelee. Den gewaschenen Heringen schneiden wir ein feines Streifchen am Bauch entlang mit der Flosse ab, breiten sie auseinander und nehmen sie aus. Dann breiten wir sie noch mehr auseinander und entfernen die große Mittelgräte, indem wir sie durch leichten Druck auf dem Rücken Stelle für Stelle ablösen. Kopf, Schwanz und Flossen werden entfernt. Wir legen die Fische nebeneinander in eine irdene Schüssel, gießen kochenden, etwas gezuckerten Essig darauf und lassen sie zugedeckt im Rohr gar Ziehen. Dann wird der Essig abgegossen und nach Geschmack gekochtes Tomatenmark dazugegeben. Auf einen halben Liter Flüssigkeit gibt man 3 Blatt aufgeweichte weiße Gelatine und zum Schluß einen Eßlöffel grob gehackte Senfgurfen. lieber die in tiefer Schüssel eingepackten Fische kommt die Tunke. Alles muß erstarren. Mit Bohnen- oder grünem Salat als Abendbrot. Gebratene grüne Heringe. 1. Art. Frische Heringe schuppen, ausnehmen und waschen, dann mit einem Tuch abtrocknen, einsalzen und mit reichlich Zwiebeln in Scheiben in beliebigem Fett auf beiden Seiten braten. Das Bratfett wird mit Würfelbrühe durchgekocht, samt den Zwiebeln über bie Fische gegeben und Schalkartoffeln dazu gereicht. Besonders liebevoll bereiten die Greifswalder ihre in der ganzen Welt berühmten Bratheringe: Sind die Fische zurechtgemacht und gewaschen, werden sie sorgfältig getrocknet und in Mehl gewälzt. Hierzu eignet sich gut Type 1050. Dann wird Del in der Bratpfanne stark erhitzt und die Heringe von beiden Seiten scharf gebraten. Dabei muß man die Küchentür fest zumachen, sonst erlebt das ganze Haus unsere Kochkünste mit. Dann tut man die Heringe vorsichtig, um das Zerfallen ZU verhüten, in die Terrine. Das Bratfett wird mit Essig abgelöscht, mit Pfefferkörnern, Lorbeerblättern, Neugewürz und, wer's liebt, auch Zwiebelscheiben über die Heringe gegeben. Mindestens 24 Stunden müssen diese durchziehen, ehe sie den höchsten Wohlgeschmack erreichen. Gefüllte Heringe als Mittagessen. Die sauber geschuppten Heringe werden gewaschen, die Flossen beftupft und der Kopf abgeschnitten. Durch das Loch am Kopf werden sie vorsichtig ausgenommen: sie zerreißen leicht. Aus zwei eingeweichten und wieder ausgedrückten Brötchen, einem Ei, einem Eßlöffel Butter und soviel gehackten Kräutern, daß alles ganz grün aussieht, wird die Füllung gemacht: Petersilie, Schnittlauch, wenig Estragon, Kerbel, Liebstöckelblatt, Zwiebellauch. Die Füllung wird wenig gesalzen und einen Hauch gepfeffert und durch das Loch am Kopf nicht zu stramm eingesüllt. In eine längliche Mehlspeisform, sie muß vorher eingefettet sein, packt man die Fische ein, gießt Apfelwein darauf, bis sie bedeckt sind, und brät sie in etwa 15 Minuten im Ofen fertig. Man kann auch ein Küchenwunder oder dergleichen nehmen. Kleine, neue Kartoffeln kochen wir mit der Schale fast gar, übergießen sie mit kaltem Wasser gießt dies sofort wieder ab, ziehen schnell den Kartoffeln die Haut ab, garen sie in bereitgehaltenem kochendem Wasser und schwenken sie, nachdem sie abgegossen sind, in wenig frischer Butter mit gehackter Petersilie durch. Fische und Kartoffeln so zurechtgemacht sind einfach köstlich. Aus besonders großen frischen Heringen machen wir Rollmöpse. Fetzt weiß jedes Kind, was das ist, aber früher! Als meine Schwiegermutter noch ein junges Mädchen war, stand einmal in der Kottbuser Zeitung: „Rollmöpse, das Stück 10 Pfennig". Die ganze Familie überlegt, was das wohl sein könne. „Sehr groß kann es für 10 Pfennig nicht sein!" meint der Großvater. Das Mädchen wird ausgeschickt, um diese wunderliche Sache zu beschaffen. Sie nimmt vorsorglich ein Netz, einen Korb, einen Teller, eine Tüte, eine Schüssel und einen Bindfaden mit, kommt nach einem Weg von zwei Stunden wieder und hat zum allgemeinen Vergnügen einen „säuern Hering" mitgebracht! Also: Nach dem Säubern ziehen wir dem Hering die Haut ab. Dann werden die Fische in Filets geteilt, die Gräten entfernt und die Flicke auf einem Brett ausgestrichen. Man bestreut sie mit Salz und Pfeffer, legt dünne Scheiben Salzgurken darauf oder feingewürfelten Meerrettich und Senfkörner. Die Rollmöpse werden fest zusammengerollt und mit einem Wurstspeiler zugesteckt. Dann schichtet man sie in Steintöpfe fest aufeinander. Essig wird mit Lorbeerblättern, Pfeffer- und Pimentkörnern aufgekocht und kalt über die Rollmöpse gegossen: er muß einen Fingerbreit Überstehen. Bis zum Gebrauch mit Glaspapier zubinden. Frische Heringe als einfaches Mittagessen. Die gesäuberten, gewässerten Fische müssen in Salzwa'sser, dem etwas Essig zuaesetzt wurde, gar ziehen. Wir bräunen wenig gewürfelten Speck mit kleingeschnittenen Zwiebeln, geben einen Eßlöffel von unferm neuen Haushaltmehl, Type 1050, daran, und ist es bräunlich, kochen wir mit Fleischbrühe (Würfel) ein kündige Tunke. Diese wird abgeschmeckt mit Zitronensaft, etwas Mostrich, in dem wir eine Wenigkeit Bienenhonig verrührt haben, dann salzen. Heiß über den Fischen anrichten. Gewickelter Hering: Der grüne Hering wird auf dem Rücken der Länge nach aufgeschnitten, die Mittelgräte und die Flossen entfernt, auf ein Brett gelegt und die Innenseite mit dem Messer glatt gestrichen. Auf dieses Flick legt man ganze, entftengelte Petersilienblätter und Scheiben von hartgekochten Eiern, streut wenig Salz und Pfeffer darauf und wickelt eine Rolle, die man mit einem Faden zubindet. Die fertigen Rollen werden einzeln in Leinenläppchen eingepackt. Unterdessen hat man Wasser mit Lorbeerblatt, Pfeffer- und Pimentkörnern, einer Zwiebel, einem Brühwürfel zum Kochen gebracht. Hier hinein kommen die Paketchen, verarbeiten. Ein kleiner §opf Salat wird fein ge- Frohsinn als Unterrichtsfach schnitten. Ein hartes Ei, eine gekochte rote Rübe, JVfijrfi ein mürber Apfel, eine, Pfeffergurke und eine kleine . in her ersten deutschen RSV.-Irauenschule. frische Gurke, ein Eßlöffel Kapern aus Holunber- PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS mit haben Büffelhornknöpfe. H. wir un» Le- der Er Den Haushalts- und Volkspflegerinnen stehen besondere Lehrräume, große Gemeinschaftsküchen, Wasch- und Plättstuben zur Verfügung. Aber auch eine „Kleinküche" ist da. Sie dient dazu, daß die jungen Seminaristinnen lernen, auch für den an Zahl kleinen Haushalt zu kochen und das gering« ügige Hausstandsgeld gut einzuteilen: sollen doch gerade die Haushalts- und Dolkspflegerinnen später den bescheidenen Verhältnissen der betreuten Volksgenossen gewachsen sein! Es versteht sich von selbst, und braucht deshalb wohl nur gestreift zu werden, daß alle Schülerin- nen dieser NSV.-Frauenschule auch weltanschaulich gründlich geschult werden. Sind doch diese Schülerinnen später die Trägerinnen nationalsozialistischer Sinnesart und Haltung, die ihrerseits durch Lehre und Beispiel auf die deutsche Jugend einwirken ollen. So dient denn auch der ehemalige, heute noch mit ungefügem Stückwerk „verschönte" Festsaal des alten Hotels als Gemeinschaftsraum für Feiern, Reigentänze, Liedersingen und Gymnastik. Aus Gabardine sind die drei heute gezeigten Regenmäntel. Der Mantel links ist in enganschließender Form, doppelreihig zu knöpfen, gearbeitet Der breite Kragen, der Gürtel sowie sämtliche Kanten sowie die aufgesetzten Taschen sind breit abge- st e p p t. Der einreihig zu schließende Mantel in der Mitte hat eine Passe, Aermelaufschläge, einen beeren, eine Scheibe heller und eine Scheibe dunkler Braten, ein Stückchen Pökelfleisch werden grob gewiegt und mit dem Salat vermengt, dann von einem marinierten Hering Streifen schneiden, alles zusammenmischen und mit Del, etwas Essig, einem halben Glas Johannisbeersüßmost, leicht gepfeffert, durchziehen lassen. Dies ist auch ein gutes Restebegräbnis. Guten Appetit! In anderen Räumen dieser Frauenschule, einst von Frau Maria Keller gegründet, seit 1934 von der NSV. verwaltet und seit Mai dieses Jahres in ihrem Besitz, sieht man Buben und Mädel, die schon größer sind, und die unter der Leitung einer Kindergärtnerin spielen und basteln. Allerliebst sieht es in den in bunten Farben gehaltenen Zimmern aus, die mit ihren Spielzeugschränken und Puppenecken wahre Kinderparadiese' sind. In einer der Zimmerecken steht sogar ein Kaufmanns« laden, in dem man für getrocknete Kirschsteine und Pflaumenkerne allerlei Begehrenswertes erstehen kann! Aber selbst diese Zimmerecke wird noch von einer anderen, viel umschwärmten Ecke übertroffen, weil in ihr ein Zwergenwohnstübchen mit Fensterscheiben und Gardinen, mit Stühlchen und Tischchen aufgebaut ist. Das macht den kleinen Mädeln natürlich großen Spaß, in diesem Stübchen zu hantieren, zu waschen und aufzuräumen. Denn alle Geräte, wie Waschbecken, Kanne, Eimer, Besen und Schrubber, sind im Zwergenformat vorhanden. Man reißt sich darum, in diesem Stübchen zu fegen und Staub zu wischen! Aber keine der kleinen eifrigen Puppenmütter merkt etwas davon, daß es sich hier „spielend" zur künftigen Haustochter und zum späteren Hausmütterchen selbst erzieht. Doch nicht alles ist spielend leicht. In einem Kindergartenzimmer muß sich eine lernende Seminaristin recht plagen, um ein blondes Trotzköpfchen zum Mitspielen zu bewegen. Hier beginnt die Kunst der Kinderbehandlung! Und so hat auch dieses Eigenbrödelchen wenigstens als „Lehrobjekt" ihr Gutes. * Da nun auch ein Kinder hort in dieser Frauen- schule eingerichtet ist, in dem die schulpflichtigen Kinder bis zum 14. Lebensjahr sich nachmittags auf- halten, um bei ihren Schularbeiten beaufsichtigt zu werden, und um dann nachher kameradschaftlich miteinander zu spielen, zu basteln, zu fingen, oder um ficf) im Lesezimmer in ein schönes Buch zu vertiefen, so können sich die jungen Schülerinnen dieser sozialen Lehranstalt in allen „Kindeszeitaltern" bewegen und sich so an Drt und Stelle das gesamte Rüstzeug für die spätere Praxis erwerben. Zu alledem gehört natürlich auch, daß die Schü- lerinnen selbst spielen, fingen und basteln können. Alles das will gelernt fein! Um das Basteln kunstgerecht zu erlernen, wird den Schülerinnen von geprüften Werklehrerinnen in einem großen, hellen Werkstattraum besonderer Unterricht gegeben. Zum Teil sieht dieser Raum wie eine Tischler- und Buch- binderwerkstatt aus; zum andern Teil wie ein Künstler-Atelier. Fastnachtsmasken grinsen von den Wänden, während von den vielen Borten und Re- galen Plastiken und bunte Holzfigürchen grüßen. In einem großen Schaukasten konnten wir auch die preisgekrönten Arbeiten der Schülerinnen bewundern; wir sahen hier manch kleines Kunstwerk handwerklicher Präzisionsarbeit. Noch ein anderer Schaukasten erregte tfhfere Aufmerksamkeit: in ihm lagen Bilderbücher, wie sie im Ausland, so in Frankreich, England und Amerika, ür die Kleinen und Kleinsten des Landes herge- teilt werden. Sehr reizvolle Studien könnte man an Hand dieser Kinderbilderbücher aus aller Welt machen! Und es ist recht klug, auch unsere deutschen Kindererzieherinnen einen Einblick in den Wesens- unterschied der kindlichen Seele anderer Völker gewinnen zu lassen. geifterunq und des Glaubens an Deutschlands und feinen Führer. drb. Die NSV.-Frauenschule in Thale ist ein Internat. Alle Schülerinnen wohnen, essen, schlafen und lernen in dem Schulhause, das dafür Platz genug bietet. Es ist eine frohe Gemeinsamkeit, die hier verbracht wird. Immer wieder stießen wir, ob Lehrerinnen, Schülerinnen oder Kindern auf erm Rundgang begegneten, auf Frohsinn und bensfreube, so daß man glauben mochte, auch Frohsinn würde als Unterrichtsfach gelehrt, wird auch gelehrt. Aber wiederum nicht an der Schultafel, sondern durch das Beispiel der Be« Freude an schöner Wäsche. 15 on Dagmar Köhler. Schon im Mittelalter war der Wäscheschrank der Hausfrau das gewichtigste Stück in der Aussteuer. Das Vermögen eines Mädchens wurde nach den Leinenschätzen abgeschätzt — Schmuck und Möbel kamen erst in zweiter Linie. Auch unsere Eltern und Großeltern „stapelten" voller Stolz Bett- und Leibwäsche in den Schränken auf, und ich kann mich noch genau erinnern, daß meine Mutter mir erzählte, sie habe in den ersten Wochen ihrer Ehe immer Mühe gehabt, über den überreichen Schatz im Wäscheschrank die Uebersicht zu behalten. Die Mode ändert sich. Nicht nur die Kleidermode, sondern auch die Wäschemode. Gerade der Geschmack in bezug auf Bett- und Leibwäsche hat eine grundlegende Aenderung erfahren. Wir ..stapeln" nicht mehr Berge von Wäschestücken in unserer Lade auf, wir kaufen nicht mehr Dinge, die „ein ganzes Leben lang" halten sollen. Dies ist aber nicht etwa ein Bekenntnis zur Minderwertigkeit, nein, die Qualität der Wäschestücke ist gleich geblieben, wir legen uns nur nicht fest auf bestimmte Formen. Die Grundform der Bettwäsche ist im wesentlichen gleich geblieben: Bettuch, Ueberschlaglaken, Kopfkissen und Bezüge. Aber man vermeidet hier unnötige Rüschen und Spitzen, überreiche Verzierungen und Knopfschmuck Schlichte Formen und Linien haben sich als praktisch erwiesen. Bettwäsche, die mühsam zu bügeln ist, ist unpraktisch und hält nicht. Man kennt heute bei der Bettwäsche sogenannte „Tagesstreifen", d. h. Kissenbezüge und Ueberschlaglakenstreifen, die nur tagsüber aufgelegt werden. Alle Phantasie, alle Liebe zur Garnitur kann die Frau bei der Leibwäsche anwenden. Schon seit Jahren ist man von dem langweiligen Weiß abge- wichen. In allen Farben prangen jetzt die zierlichen Stücke der Leibwäsche. Auch gemusterte Wäsche hat viel Anklang bei der Frau gefunden Die Hemdhose ist das wichtigste Wäschestück. Praktisch und leicht, mit feiner Handarbeit verziert ober mit Rüschen besetzt. Man soll sich auch bei der Leibwäsche hüten, zu komplizierte Schnitte und zu viel Verzierungen zu verwenden Je schlichter das Wäschestück gearbeitet ist, um so besser sitzt das Kleid. Praktisch ist es, alle Wäschestücke mit verstellbaren Achselbändern zu arbeiten. Es sieht häßlich aus, wenn Wäschestücke über den Ausschnitt des Kleides ragen. Verwendet man seidene Achselträger, so arbeite man sie zum Ausknöpfen, damit beim Waschen die Bänder nicht mit Waschlauge in Berührung kommen. v DerWerkzeugkasten imHaushalt. Von Gert Wilkens. Mit dem Werkzeugkasten ist es wie mit der Hausapotheke: sie ersparen dem, der sie besitzt, Geld. Auch im tadellosen Haushalt gibt es immer wieder Kleinigkeiten zurechtzubasteln. Ein Brett geht los, eine Schraube ist einzusetzen, eine Verzierung springt ab... Dann genügen ein paar Hammerschläge, ein paar Griffe mit Zange ober Meißel, ein wenig Hantierung mit ber Säge — und alles ist roieber in Drbnun'g. Gewiß taugt nicht zu allen Reparaturen bie Hanb ber Hausfrau ober des Hausherrn; vieles muß der erfahrene Handwerker in Dränung bringen. Aber die Kleinigkeiten kann man sich schließlich selbst besorgen. Wer sich einen Werkzeugschrank anschafft, wähle ihn nicht zu klein. Sind auch die unterzubringenden Werkzeuge zuerst nicht so zahlreich, so muß man doch damit rechnen, daß die Instrumente mit ber Zeit über Hammer unb Meißel, Bohrer unb Zange hinaus ergänzt werben. Wichtig bei ber Auswahl ist, baß nur bas Beste bevorzugt wirb. Unzureichenbes Hanbwerkszeug in ber Hanb bes Laien gibt niemals eine gute Arbeit. Unb hoppelte Anschaffungen stellen sich noch teurer. Natürlich muß ein Werkzeugkasten ebenso in Drb= nung gehalten werben wie bie Hausapotheke ober ber Nähkasten. Die Haushaltungen, in benen sich nie ber Hammer einstellt, wenn man ihn braucht, in benen sich nie ber paffenbe Nagel finbet, in denen sich die Beißzange überall dort aufhält, wo sie niemand sucht, sind zahlreich genug. Zur Anschaffung seien über das Allernötigste hinaus noch dringend empfohlen: Zollstab. Fuchsschwanzsäge, Feile, Schraubenzieher, Schraubenschlüssel und Blechschere. Mit großem Vorteil wird man sich Hammer, Schraubenzieher unb Feilen in verschiebenen Größen anschaffen. Nägel, Schrauben unb Haken sollten immer in ben wichtigsten Größen sortiert vorhanben sein. telbreit abgesteppt. In Raglanform mit besonbers weitem Rücken ist bas Mobell rechts geschnitten. Zu seiner Herrenform passen gut ber Kragen, bie ein« gearbeiteten, schräggestellten T a - s ch e n unb bie Steppnähte. Sämtliche brei Mäntel Kaum haben wir bas Haus ber in bem lieblichen Harzort Thale gelegenen sozialen Frauenschule ber NSV. betreten, ba schallt uns auch schon frohes Kinberlachen entgegen. Das rührte daher, weil in diesem Hause, das eine Vielzahl von Frauenseminaren in sich birgt, gewissermaßen am „lebenden Dbjeft" gelehrt unb gelernt wirb. Wie anbers sollten denn auch bie zukünftigen Jugenbleiterinnen, Kinbergärtnerinnen, Hortnerinnen, Kinber-, Haushalt- unb Volkspflegerinnen, bie hier geschult unb ausgebilbet werben, in bie Geheimnisse ber Kinbes- unb Menschenseele einbringen? Auch kann niemanb von ber Wanbtafel ablesen, wie man Säuglinge „bünbelt" unb wie man ihnen bas hungrige Mäulchen mit Milchbrei stopft. Da muß schon ein Säuglingsheim vorhanben sein. Unb so sieht man benn auch im ersten Stock biefes ehemaligen „Hotel Zehnpfunb", bes Schauplatzes Fontanefcher Romane, burch breite Glasfenster hindurch in hohe, Helle Zimmer, in denen sich rund 18 Säuglinge ihres Daseins freuen. man zieht vom Feuer und läßt sie zehn Minuten darin garziehen. Dann herausnehmen. Erst nach vollständigem Erkalten auswickeln, in Scheiben schneiden und als Brotbelag ober mit Mayonnaise anrichten. Sieht reizenb aus. Frische Heringe in Del z u marinieren. Die gesäuberten und abgezogenen Heringe werden einen Tag leicht eingesalzen. Dann wäscht man sie ab und schneidet sie in zwei bis drei Teile. Mit Pfeffer, Salz, Muskat, Piment, Lorbeerblatt, Senstörnern, Paprikaschoten in einen Topf packen unb mit gutem Dlioenöl, wie es augenblicklich überall zu haben ist, übergießen. Nach zwei Tagen zu gebrauchen. Hält sich etwa acht Tage. — Diese mari- kleinen Kragen unb große, aufgesetzte Taschen Klappe. Auch seine Nähte sinb wie sein Gürtel mit» 4 OJL-tfpont Die Handball-;« eisklaffe in der Runde 1937/38 fim fl r.L v .....X *• äuwuui|« atamerao, wo Dl t DU? 22. be9 In- H°usen war reich- Haltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. 184 Iußball-Mannschasten im Sportkreis Gießen. nungen ein ausgezeichnetes Meldeergebnis aufzuweisen. Don den 160 Meldungen fallen allein 60 auf die Klasse der Ausweisfahrer. Mit 100 Nennungen hat die Klaffe der Lizenzfahrer eine großartige Besetzung erfahren. Eine starke „Streitmacht" entsenden diesmal die Neckarsulmer Fahrzeugwerke, die sich durch Fleischmann, Mellmann und Hentze vertreten lassen. Die drei großen Fahrer starten sowohl in der 350er als auch in der 500er Klasse. Die Auto-Union hat den bekannten Berliner Petruschke, der in der 250er Klasse startet, und S) e r a für die Halbliterklasse gemeldet. Ihre aussichtsreichsten und stärksten Fahrer hat sie aber ohne Zweifel in den beiden Seitenwagenklassen zur Stelle, bei dem 5). Kahr- mann, der bisher bei keinem Schottenrennen fehlte, und Schumann um den Titel eines Entgegen allen Erwartungen hat die Zahl der gemeldeten Mannschaften den Stand des vrgange- nen Jahres weit überschritten. Nicht nur die Jugend, sondern auch die aktiven Mannschaften treten diesmal stärker in den Vordergrund, während die 1. Kreisklasse auf Grund der bestehenden Bestimmungen auf ihrem Stand stehen blieb. Man kann feststellen, daß eine ganze Reihe von Vereinen den Spielbetrieb neu ausgenommen hat; andere wieder haben ihren Mannschaftsbestand ver- größern können. Schwierigkeiten hat auch diesmal wieder die Eingruppierung der vielen Mannschaften gemacht. Aus grundsätzlichen Erwägungen heraus hat man große Staffeln vermieden. Auch das ist, wie sich ergeben hat, nur im Interesse der Vereine gelegen. Eine Ausnahme in dieser Beziehung bildet nur die Bezirksklasse, die mit ihren elf Teilnehmern starker denn je besetzt ist. Die endgültige Einteilung lautet wie folgt: 1. Kreisklasse. Staffel 1: To. Grüningen, To. Hausen, To. Holzheim, To. Lang-Göns, Mtv. Gießen. Staffel 2: To. Dutenhofen, To. Dornholzhau- ^^Tv.^t^^benheim, To. Groß-Rechtenbach, To. 2. Kreisklasse. r Staffel 1: To. Mendorf, To. Münchholzhausen II, To. Dutenhofen II, To. Atzbach. ra-S?a7iC!r2: Alzheim H, To. Lich, Mtv. Gießen II, To. 1846 Gießen. -Staffel 3: To. Ehringshausen, Tv. Katzen- surt II, To. Nauborn, Standarte J 33, Sturmbann I J 33, To. Wetzlar II, Tuspo Niedergirmes II. Staff el 4: Tv. Londorf komb., Tv. Ruttershau- ; len' Standarte 116, Sturmbann 1/116, Tv Wik- ! mar. ' ° D^e erste Forderung, die wir an ein Bild stellen müssen, ist die, daß es einen Gedanken, eine Idee Derforoert. Es muß von sich aus etwas aussaaen ohne daß es einer Unterschrift bedarf. Der erste Funken zu dieser Idee kann nun auf ganz verschiedene Art ausgelöst werden, sei es draußen in Natur oder auch bei der Arbeit ober gar am Sdjreibtifrf), An Stoff fehlt es uns nicht. Der ist vorhanden — er ist überall und so mannigfaltig, « E das Leben selbst; sei es, daß wir es mit einer Landschaft zu tun haben oder mit dem Menschen m VetnÄr «?’rbclt tagtäglich auf Schritt und -tritt ist der Stoff um uns. Bei der Gestaltung der Bildidee gilt es nun an einem (gegenftanb, der sich immer als eine Fülle von Erscheinungen, sei es als Landschaft, als Mensch oder als Arbeitsvorgang, darstellt, das Wesentliche «Kennen und als Motiv herauszustellen. So wird sich beispielsweise für die Darstellung eines Menschen unter einer ganzen Kompanie ^?- m..den Kopf heraussuchen, der das Willens- hrinoi Männlich-Soldatische am besten zum Ausdruck einer Pnnhrf^Hn "Reicht, UM die Stimmung einer Landschaft wlederzugeben, an ihr einen ver- ^d melancholischen Wolkenhimmel beson- man HchUh' f fl?bcrl' Dazu gehört aber, daß ^ch in den Gegenstand, den man darstellen will, mit allen Fasern des Seins vertieft und immer ml?’damit man sich auch von ihm m £e der Phantasie eine ideale Vorstelluna SCnlRtunn" wenn man di- Bildidee fo nc$ H i df ö t* nXrtA A1 • X M r1 man daran 9 • ouch die äußere Form zu geben. Ham fc9 ?Jr. ".ns zunächst mit dem Bildauf- bau. Zu ihm gehört einmal die Raumverteilung, also ba.f;™9 'w Vorder- Mittel- und Hintergrund des Bildes steht, zum andern die Linienführung. So ist es z. B. gerade bei Gegenlichtaufnahmen nicht gleich- gültig, welchen Standpunkt ich bei der Aufnahme einnehme, wenn sich die Schatten auf der Bildfläche wirkungsvoll verteilen sollen vsiacye ?Ur DOn M ästhetischen Seite wäre b?^ 4" farmen, sondern auch von der technischen Seite. Vor allen Dingen spielt hier die Be- leuchtung eine große Rolle. Am eindringlichsten wird diese Frage bei der Kunstlichtphotographie, w" es : emem selbst in die Hand gegeben ist, den Beleuch- । Mngsme.ster zu spielen, draußen im Freien dagegen j muß man die Jahres- und Tageszeit genau ab- ' paffen und feststellen, wann das Licht am günstig- i o°n Wichtigkeit, daß man den ( richtigen Filter und die richtige Platte wählt In I bleuem Zusammenhang möchte ich Professor W Hege erwähnen, der für seine schönen Griechen- ' Nachstehend die ersten sechs Sieger jeder Abtei* lung: Aktive Turner, 9-Kampf, Geräteturnen: 1. Walter Bierau 172 P.; 2. Waldemar Grote 166 P.; 3. Wilhelm Moos 161V? 4. Ernst Deibel 161 P.; 5. Werner Jungjohann 142V2 P.; 6. Werner SchmulDach 132V, Punkte. Jugend, 7-Kampf, Geräteturnen:' 1. Walter Ruhl 129 P.; 2. Walter Deußing 120V* P-: 3. Karl Dietz 117 P.; 4. Erich Hofmann 114V* P-: 5. Hugo Heibertshausen 114 P.; 6. Werner Klinkel 110 Punkte. Volksturnen für Aktive, 8-Kampf: 1. Otto Dietz 145 P.; 2. Helmut Großhaus 139 P.; 3. Willi Munzert 134 P.; 4. Wilhelm Moos 130 P.; 5. Fritz Geißler 102 P.; 6. Fritz Rohrbach und Walter Bierau je 98 Punkte. Dolksturnen für Jugendliche, 4> Kampf: 1. Heinrich Ferber 93 P.; 2. Alfred Barschel und Erwin Junker je 80 P.; 3 Georg Schmidt 68 P.; 4. Walter Seipp 62 P.; 5. Werner Klinkel 61 P.: 6. Karl Dietz und Hugo Heiberts- hausen je 60 Punkte. Die Vereinswanderpreise errangen Walter Bierau, Otto Dietz und Walter Ruhl. JRunbfunfprogramm Mittwoch. 15. September. landbilder Jnfrarotplatten verwendete und erst damit diese wundervolle Stimmung der südlichen Land- schast herausarbeitete. Die Technik — das ist das Handwerkliche in der Photographie, und das ist vielleicht für manchen der mehr künstlerisch veranlagt ist, das Schwierigste. Aber die Technik kann man erlernen, genau so wie man sich das handwerkliche Rüstzeug für die Ausübung der Malerei oder der Musik erwerben kann. Man sieht, es ist ein langer Entwicklungsprozeß, öcn so em einfaches Bild, will es als Kunstwerk gewertet fein, zu durchlaufen hat, und einer unserer großen Lichtbildkünstler, Dr. Paul Wolff, hat irgendwo einmal darüber gesagt: „Ein gutes Bild versteht sich nicht von selbst, es will erarbeitet, mit den (Sinnen erfühlt, ja erkämpft fein." Qs ist eine Arbeit, die noch am besten der eines Filmregisseurs zu vergleichen ist, der ja auch Bild- vorwurfe zu gestalten hat, der auch immer wieder neue Einstellungen versucht, verwirft und selbst noch am fertigen Filmband „schneidet". Ehr. und zeigt, daß die Annahme, daß die Re- ligion des Heeres sich von der Religion des Volkes unterschiede, nicht stimmt. Das Dokument hat den Titel „renale Duranum“ und hat 43 Eintragungen, wahrend von der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts bis zur Mitte des vierten bisher nicht ein einziger römischer Kalender bekannt war Er ist daher für die römische Religionsgeschichte von großer Bedeutung. Zeitschriften. Ein römischer Seeteslalende!-. Ein neu aufgefundener Papyrus, der jetzt auf der Ausstellung beim Internationalen Kongreß der in Oxford gezeigt wird, füllt eine geschichtliche Lücke. Das arg zerfetzte Stück, bas etwa $2 cmJm Geviert mißt, mürbe bei Ausgrabungen in Sura=(£uropu3 am Euphrat gefunden. Der englische ^lehrte A. S. Hoey hat den Papyrus aus über -oruchstücken zusammengesetzt, und danach zeigte sich, bah es ein Verzeichnis der römischen Heeres- festtage war, ba$ in vier Spalten geschrieben mar. -Oer Papyrus stammt aus dem dritten Jahrhundert Am Sonntag wurde auf dem Waldfvortplatz irt Lollar das Abturnen des Vereins für Leibesübungen Lollar 1883 durchgeführt. Nach einer Ansprache des Dereinsdietwartes E. Schmidt an die Wettkampfteilnehmer und Kampfrichter begannen die Wettkampfe. Bei den Kämpfen wurden schöne Leistungen gezeigt, die Zeugnis ablegten von dem eifer der Teilnehmer und der ernsten Arbeit, die im Laufe des letzten Jahres durch den Verein, insbesondere von den Turn- und Sportwarten geleistet wurde. Lang-Göns — Tv. Pohl-Göns 8:6 (4:4). Das Ergebnis besagt alles! Lang-Göns ist in feinen Leistungen sehr viel besser geworden, wahrend die Gäste, die einstmals eine so gute Rolle Pleiten leider immer mehr zurückgehen. Es ist schade, denn gerade Pohl-Göns war wegen feiner hervorragenden Leistungen weit über die Grenzen öer engeren Heimat hinaus bekannt. Ed. Jä tzbach Tv. Dutenhofen 12:16 (5:1). Eßbach stellte eine Mannschaft, die zum größten Teil aus jungen Spielern bestand und die gegen die Spielweise der Gaste nicht aufkommen konnte. So ist es verständlich, daß die Niederlage schon von vorneherein besiegelt war, wenn auch noch zu Halbzeit eine klare Führung bestand. SD- Ä£ro fborf — To. Beuern 15:4 (7:4). Die Krofdorfer verfügen zur Zeit wieder über eine ausgezeichnete Mannschaft, die auch diesmal wie- der bewies, daß sie keinen Gegner ihrer Klasse zu furchten braucht. Trotz der Niederlage bewies aber auch Beuern ein solides Können. Tv. Wißmar — To. Hausen 18:12 (7:9). Der erste Start der nunmehr in der 1. Kreisklasse 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen B. Vorrunde 1937/38. 26. September: Steinberg 2. — Leihgestern, Hungen — 1900 2., Großen-Linden — VfB.-R. 2., Garbenteich — Lich, frei: Steinbach. 3. Oktober: Leihgestern — Garbenteich, 1900 2.— Steinberg 2., Steinbach — VfB.-R. 2., Lich — Hungen, frei: Großen-Linden. 10. Oktober: Garbenteich — 1900 2., VfB.-R. 2. — Lich, Steinberg 2. — Großen-Linden, Hungen — Steinbach, frei: Leihgestern. 17. Oktober: 1900 2. — Leihgestern, Steinbach — Garbenteich, Großen-Linden — Hungen, Lich — Steinberg 2., frei: VfB.-R. 2. 24. Oktober. VfB.R. 2. — 1900 2., Hungen — Steinberg 2., Garbenteich — Großen-Linden, Leihgestern — Steinbach, frei: Lich. 31. Oktober: Steinbach — Lich, Großen-Linden — Leihgestern, Steinberg 2. — Garbenteich, Hungen - VfB.-R. 2., frei: 1900 2. 7. November: Lich — 1900 2., Leihgestern — VfB.-R. 2., Garbenteich — Hungen, Steinbach — Großen-Linden, frei: Steinberg 2. 14. November: 1900 2. — Steinbach, VfB.-R. 2. — Steinberg 2., Großen-Linden — Lich, Hungen — Leihgestern, frei: Garbenteich. 28. November: Garbenteich — VfB.-R. 2., 1900 2. — Großen-Linden, Steinbach — Steinberg 2., Lich — Leihgestern, frei: Hungen. Die Termine der 2. Kreisklasse folgen. 160 Nennungen für ,3Runh um Schotten". NSG. Das Motorradrennen „Rund um Schotten", das nach dem Ausfall des Feldbergrennens die größte motorsportliche Veranstaltung im Gau Hessen-Nassau gworden ist, hat mit über 160 Nen- Dom Schöpferischen in der Photographie. Oer Weg zum bildnerischen Kunstwerk. s ^m?^b heute so oft darüber geklagt, daß es in Der Photographie zu einem gewissen Stillstand ge= fornmen sei. Und die Bilder aus Ausstellungen und in Amateurzeitschriften scheinen auch wirklich zu bestätigen, daß die Amateurphotographie augenblicklich eine gewisse Krise durchzumachen hat. Fragt man nun einmal nach dem Grund, so glaube ich, und die Erfahrung scheint dies zu bestätigen, daß es einzig und allem am Amateur selbst liegt und an der Art unö Weise, wie er arbeitet Denn wenn in einer bekannten Fachzeitschrift von einem Amateur, der 3U unJeren besten zählt, bei der Auseinandersetzung mit diesem Problem darüber geklagt wird, daß er feine Beute mehr mit heim bringe, obwohl er nie ofme Kamera aus dem Hause gehe, so glaube ich f‘n,d,m,t Bestimmtheit aus dieser Arbeitsweist schließen zu können, daß sich nämlich dieser und wohl die meisten Amateure zu viel auf den Zufall ver- assen und nicht planmäßig arbeiten. Sie sind zwar immer von dem Gedanken besessen, ein gutes Bild ?u machen aber sie hoffen, daß es ihnen der Tag in feinem bunten Wechselspiel in den Schoß wirst ohne daß sie etwas dazu zu tun brauchen Wer so photographiert, hat das Wesen der Photographie als Kunstgattung noch nicht erkannt, denn darum geht es auch bei dem Amateur: um die Ausübung einer Kunst. Und wo hat es jemals ein Kunst- werk gegeben, das mühelos und ohne Arbeit entstanden wäre? Sie haben alle feilen und verbessern und immer wieder Hand anlegen müssen, bis das ShmftmcrMn seiner letzten Reinheit erstrahlte, alle, Maler, Dichter, Bildhauer und Musiker. Gewiß, man kann auf einem Spaziergang viele Motive antreffen, von denen es sich lohnt, eine Auf- mihme zu machen. Man kann Glück haben mit dem Sonnenstand und mit mancherlei anderen Dingen von denen ein gutes Bild abhängt. Aber ist damit ein Dauererfolg gesichert? Nein, die Photographie ist als Kunst denselben Gesetzen unterworfen, wie alle anderen Künste, und es macht dabei gar nichts aus, daß sie zu einem guten Teil Technik ist. Wenn ich nun im Folgenden aufzuzeigen versuche, wie der Weg von der Bildidee zum fertigen Kunstwerk beschaffen fein soll, so sage ich damit eigentlich gar nichts Neues, sondern folge nur den ausgetretenen Pfaden in anderen Kunstgattungen. t IT, "Der Naturforscher", vereint mit । L^ur und Technik". Hugo Bermühler Verlag, : Berlin-Lichterfelde N. Ein vielseitiger Rohstoff für unsere Ernährung und Industrie ist die Sojabohne, ble m den fernöstlichen Ländern angebaut wird. Ueher die Versuche mit Sojabohnenanbau auf heimischem Boden berichtet Eurt Fritzsche im Sep, temberheft in einem bebilderten Aussatz, der die wissenschaftlichen Grundlagen eines Teiles unserer ?trtna?,Fy^5.fra6en streift. Apotheker Frömming veröffentlicht einen Bericht über die Beziehungen der Kartoffelfchädlinge zu ihren Nährpflanzen. Dr. Remohl veröffentlicht neue Beobachtungen an mehreren Zwillingspaaren und kann Neues darüber berichten, wie weit die Fingerabdrücke bei eineiigen und zweieiigen Zwillingen übereinstimmen, ferner darüber, wie es um die Vererbbarkeit der Neigung zu Zwillingsgeburten steht. Gute Photos geben die Belege dazu. Zu den hervorragenden Aufnahmen von Ernst Krause von den Bozener Erdpyramide» macht Professor Dr. W. Gothan bemerkenswerte Ausführungen. Als Beispiel für bas Zusammen- wirken von Erbanlage und Umwelt behandelt der Züchtungsforscher Otto Wilde die Färbung des Marderkaninchens und zeigt an Hand von Aufnahmen, wie fein die Erbanlagen durch die Tempe. ratur und andere Umstände reguliert werden, lieber die tropische Riefenblume „Titanenwurz" berichtet unter Beigabe schöner Ausnahmen Dr. H. Borriß Der Zoologe Dr. v. Frankenberg gibt einen Bericht über die Aufzucht von Blattlauslöwen der nicht nur Jnsektenkundige interessieren dürste' sondern allgemeinbiologisch bemerkenswert ist ' Aus dfm Gebiete des Naturschutzes gibt Dr. H. W Frick- toger eine beherzigenswerte Anregung über und Vogelschutz . Kleine Beiträge aus allen Üen ie4m'piAfr d,hn95Cm9e?nf^C au5 den verschieden- ften Zweigen der Naturwissenschaften, die An- regung zur Naturbeobachtung, die Bücherschau und die immer gern gesehene Preisfrage runden das [i Qu» lich unglücklich. Man muß der Mannschaft aller» dings zugute halten, daß sie Ersatz in ihren Reihen hatte, der sich nicht fand, während die Platzmannschaft in ausgezeichneter Verfassung war. Bis zur Halbzeit konnten die Gäste noch gefallen, sie fielen aber dann immer mehr auseinander und mußten schließlich den Einheimischen einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg überlassen. Kreisauswahlmannschaft — Tv. Wehlar 12:10 (7:5). Vor einer großen Zahl von Zuschauern standen sich am Sonntag auf dem Platz des To. Lützellinden die beiden Mannschaften zu einem Werbe'fpiel gegenüber. Wenn auch die Leistungen auf beiden Seiten nicht restlos beftiedigen konnten, so sah man doch ein jeder Zeit anständiges und flottes Spiel, das schon auf Grund der Torausbeute für die richtige Stimmung sorgte. Beide Gegner träten mit Ersatz an. Die Kreis» rnannschast mußte ihre beiden Verteidiger ersetzen und auch die Läuferreihe umstellen. Dadurch war es verständlich, daß während des gesamten Spieles ost Lücken blieben, die fast immer zu Toren führen mußten, obwohl Wenzel im Tor hielt, was zu halten war. Auch im Sturm tauchten verschiedentlich (vor allem in der zweiten Halbzeit) Mängel auf, die sich auch nur ungünstig auf das Spielgeschehen auswirken konnten. Immerhin gab es manchmal schöne Momente, die dann auch von den wurf- geroaltigen Stürmern verwertet wurden. Wetzlar kam trotz der 10 Gegentore nicht an die Leistung des Gegners heran. Der Mannschaft fehlte noch mehr als der Elf des Kreises der innere Zusammenhalt und die Schußkraft. Lediglich dem Umstand, daß die gegnerische Hintermannschaft zeitweilig zu weit aufrückte, ist es zu danken, daß das Ergebnis so günstig gestellt werden konnte. Das Spiel konnte trotz allem gefallen. Beide Gegner befleißigten sich eines anständigen Spieles. Das Abturnen in Lollar. Jugendklasse. Staffel 1: Tv. Heuchelheim, Mtv. Gießen A, Spv. 1900 Gießen, Tv. Krofdorf. Staffel 2: Mtv. Gießen B, Tv. Krofdorf B, To. Dutenhofen, Tv. Lützellinden. Staffel 3: Tv. Beuern, Tv. Holzheim, Tv. Hausen, Tv. Lich. Stoffe l 4: Tv. Grüningen, Tv. Hochelheim, Tv. Lang-Göns, Tv. Oberkleen. Staffel 5: Tv. Kotzenfurt, Tv. Nauborn, Tv. Wetzlar, Tuspo Niedergirmes A und B. Staffel 6: Tv. Münchholzhausen, Tv. Garbenheim, Tv. Dornholzhausen, Tv. Gr.-Rechtenbach. * 2)er vergangene Sonntag stand im Zeichen des Spieles der Kreismannschaft. Darüber hinaus üeferte sich eine Reihe von Mannschaften spannende t»6 nnf V I 5V Dillenburg, To. Ewersbach, Tv. Mandeln To. Oberscheld, Sturmbann II/J 33, Sturmbann 11/88 Dillenburg mit 3 Mannschaften Dieses Jahr nehmen 184 Mannschaften an den Verbandsspielen des.Sportkreises Gießen teil. Diese Zahl bedeutet gegenüber dem Vorjahre eine Steige» rung von 10 v. H. Besonders erfreulich ist dabei, daß diese Steigerung nicht in erster Linie darauf zuruckzuführen ist, daß die einzelnen Vereine mehr Mannschaften gemeldet haben als im vergangenen 2ahre, sondern daß viele neue Vereine hinzugekommen sind. Weiterhin haben viele Turnvereine Fußballadteilungen ins Leben gerufen, die jetzt 3um ersten Male an den Spielen teilnehmen. Aus Aießen sind zwei SA.-Mannschaften gemeldet. Stark fördernd hat sich die Tatsache ausgewirkt, daß in den einzelnen Gemeinden Sportplätze errichtet worden sind, die eine einwandfreie Durchführung der Spiele gewährleisten. Insgesamt ist aus der ganzen Linie eine ft arte Belebung des Fußballsportes festzustellen. Die Zahlen für die einzelnen Klassen sind fol- aende: In der Bezirksklasse spielen 11, in der 1. Kreisklasse 52, in der 2. Kreisklasse 41 Mannschaften. Außerdem nehmen noch 80 Jugendmann- schaften an Den Pflichtspielen teil. Innerhalb der 1. Kreisklajse sind 6 Gruppen gebildet, und zwar im politischen Kreise Gießen 2, Wetzlar 2, Dill 1 unD Alsfeld 1. Die 2. Kreisklasse ist dementsprechend gealiedert. Aus der B e z i r k s k l a s s e mußten zwei Stadt- verelne, VfB.-Reichsbahn Gießen und !lleichsbahn- Turn- und Sportverein Dillenburg, absteigen. An ihre Stelle sind zwei Landvereine getreten. Ein Beweis dafür, daß Die Spielstärke Der Landvereine sich von Jahr zu Jahr hebt. Durch die Mitwirkung der abgestiegenen Stadtvereine in der 1. Kreisklasse erwartet man eine Hebung Der Spielstärke Dieser Klasse, obwohl Dabei nicht verkannt werben darf, daß viele Vereine der 1. Kreisklasse in ihrem spielerischen Können hinter dem der Bezirksklassenoer- eme nicht zurückstehen. Es sind daher gerade in den Ae'sklafsen bei der Ausgeglichenheit der meisten Mannschaften gute Spiele zu erwarten. Die Jugendmannschaften weisen die gleiche Teilnehmerzahl wie im vergangenen Jahre auf. ! So muß vielleicht auch der Weg beschaffen sein Der einmal zu einem einheitlichen, nationalen Stil in Der Photographie führen wird, ein Ziel, das immer wieder gerade durch die internationalen Ausstellungen erstrebt wird. Auch was auf der letzten „Deutschen II. Internationalen Schau der Amateur- photographen" im Oktober v. I. In Frankfurt a. M gezeigt wurde, gab ja feinen Einblick in die Kunstregeln und in Das künstlerische Wollen einer geschlossenen Zunft, sondern nur Einblick In den Geschmack einer breiteren Schicht, wie sich der Kritiker einer bekannten Tageszeitung sehr richtig ausdrückte. Wei! aber die Herausbildung eines neuen Stils nur dem Künstler gelingen wird, habe ich mit diesem Aussatz noch einmal Die Wichtigkeit des Schöpferischen in der Photographie herauszustellen versucht. August Wagner, Lich. deutschen Straßenmeisterei kämpfen werden. Allerdings führt Kahrmann nach drei Meisterschaftsläufen mit solch großem Vorsprung, daß ihm die Meisterschaft in Der lOOOer-Klafse Der Seitenwagen kaum zu nehmen sein wird. In der 6 0 0er K la s s e der Seitenwagen hatte der beim Schleizer-Dreiecks-Rennen tödlich verunglückte Braun Die Führung mit 10 Punkten, die bis jetzt noch von keinem Fahrer erreicht wurden. Von bekannten Fahrern, die am „Rund um Schotten" teilnehmen, sind noch zu nennen: Kohfink auf Norton, in öer E l st auf Norton, Detert - ft a u ft auf NSU., Zimmermann auf NSU., Bock auf Norton, Faistenhammer auf Douglas, Weyres auf Harley Davidson u. a. m. Die 16 Kilometer lange Strecke „Rund um Schotten" befindet sich in einer ausgezeichneten Verfassung. Sie gilt mit recht als eine der schönsten und besten deutschen Straßenrennstrecken. Angesichts Der Verbesserung Der Rennstrecke werden auch Verbesserungen der Fahrzeiten erwartet. Den vorjährigen Streckenrekord stellte der inzwischen verunglückte Steinbach auf DKW. mit 120,6 stkm auf. Im Verlauf des Rennens wird der Rennfahrer Bäumer auf einem Mercedes-Rennwagen einige Schaurun- Den auf Dem Schottenring fahren. 12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus Dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nach- richten. 14.10: Eins ins andere ... 16: Bunter Funk. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Durch Busch und Prärie. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende- bezirk. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unter» 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen A. Vorrunde 1937/38. 26. September: VfB.-Reichsbahn — Rodheim, Alten - Buseck — SA.-Kampfgemeinschaft, Heuchelheim — Wieseck, Rüddingshausen — Lollar 2. 3. Oktober: VfB.-R. — Klein-Linden, Wieseck — Alten-Buseck SA.-Kampfgemeinschaft — Großen- Buseck, Rodheim — Rüddingshausen, Lollar 2. — Heuchelheim. 10. Oktober: Rüddingshausen — VfB.-R., SA- Kampfgemeinschaft — Lollar 2., Heuchelheim — Alten-Buseck, Großen-Buseck — Wieseck. 17. Oktober: VfB.-R. — Großen-Buseck, Rod- Yeim — SA.-Kampfgemeinschaft, Wieseck — Rüd- dlngshausen, Alten-Buseck — Lollar 2., Klein- Linden — Heuchelheim. 24. Oktober: SA.-Kampfgemeinschaft — Klein- Lmden Heuchelheim — VfB.-R., Lollar 2. — Rod- heim, Rüddingshausen — Alten-Buseck. Oktober: Großen-Buseck — Rüddingshausen, DsB.-R. - Wieseck, Alten-Buseck - Klein-Linden' Rodhelm — Heuchelheim. 7. November: Alten-Buseck — VfB.-R., Lollar 2 — Wieseck, SA.-Kampfgemeinschaft — Heuchelheim, Klein-Linden — Großen-Buseck. A^mber: VfB.-R. - SA.-Kampfgemein- Großen-Buseck — Rodhelm, Heuchelheim — Rüddingshausen, Wieseck — Klein-Linden. 28. November: Rüddingshausen — SA.-Kampf» aemeinschast, Rodheim — Wieseck, Klein-Linden — Lollar 2., Großen-Buseck — Alten-Buseck. 5 Dezember: SA.-Kampfgemeinschaft — Wieseck, ®f. 7" Heuchelheim — Großen- Bu eck, Kl^n - Linden — Rüddingshausen, Alten- Bufeck — Rodheim. 12 Deaember: Rodheim — Klein-Linden, Großen- Buseck — Lollar 2. Hr. 215 Drittes Malt Kleßener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Mittwoch, 15. September 1957 Das Ringen um die Gder-Llebergänge im Manöver der 9. Division Nächtlicher Siraßenkampf in Krankenberg. — In andauerndem Regen Kämpfe an der Eder. Blau gewinnt auf breiter Krönt alle Llebergänge. (Von unserem im Manövergelände weilenden Schriftleiter.) Frankenberg, 14. Sept. 1937, 5 Uhr früh. Die verflossene Nacht hat dem sonst so ruhigen Städtchen Frankenberg einen Betrieb gebracht, an den die Bevölkerung noch lange zurückdenken wird. Bon den Anwohnern der Hauptverkehrsstraße und der Zugangsstraßen aus den Nachbarorten dürften wohl nur ganz wenige Schlaf gefunden haben Denn die ganze Nacht hindurch ist viel los. Zunächst gibt es kurz vor Mitternacht auf der Hauptstraße vorm Stadteingang von Bottendorf her, bis in die Stadtmitte hinein, lebhaften Gefechtslärm. Blau hat einen starken Stoßtrupp auf mehreren Fahrzeugen in die Stadt vorgeworfen, um dort mit Rot „reinen ihren Fahrzeugen durch die Straßen. Kolonnen marschieren. Die Motoren der Kraftfahrzeuge machen einen Heidenlärm. Kurz und gut: es tritt deutlich in Erscheinung, daß umfangreiche Vorbereitungen für Die Gefechte am folgenden Morgen und den kommenden Vormittag im Gange sind. Gegen 3% Uhr früh recht sich in der Hauptstraße Frankenbergs, in Süd.- Nord-Richtung, eine Fahrzeugkolonne an die andere. Eine schmale Strecke auf der anderen Straßenseite ist für den Fährverkehr freigelassen. Unaufhörlich ist das Hin und Her im Gange. Dann kommt auch Bewegung in die Fahrzeugkolonnen, sie rücken in nordwärtiger Richtung weiter vor. Aber andere Jnfanterie-Regi- Nordwärts Frankenberg a.d.Eder, 14. Sept., 12 Uhr. Indessen kann von einer eigentlichen Ruhe im Städtchen nicht gesprochen werden. Andauernd rasseln motorisierte oder bespannte Truppenteile mit folgen in unaufhörlichem Strom in gleicher Richtung. Zwischendurch müssen sich die motorisierten Meldefahrer ihren Weg mit aller Fahrkunst suchen. Kraftwagen haben auch alle Mühe, sich durchzuschlängeln. Hinzu kommt, daß die Fahrzeuge mit abgeblendeten Lichtern fahren. Straßenbeleuchtung ist so gut wie nicht vorhanden. Der alte Feldsoldat wird bei der Beobachtung dieses Betriebes an Vormarsch-Erlebnisse des großen Krieges erinnert. Zu seiner Freude kann er auch hier die Wahrnehmung machen, daß der ganze militärische Apparat vortrefflich funktioniert und alle Soldaten trotz der starken Strapazen während der letzten 24 Stunden mit Generalleutnant O ß w a l d (rechts) mit General S ch n i e w i n d t (als Schiedsrichter weißes Band an der Mütze) am Kartentisch. Um 5 Uhr verlassen wir im Kraftwagen Frankenberg zur Fahrt in nordwärtiger Richtung nach V i e r m ü n d e n zu. Der Regen geht unaufhörlich hernieder. Dazu pfeift ein empfindlich kühler Morgenwind. Und unter diesen wenig günstigen Umständen haben die Kampftruppen beider Parteien die ganze Nacht hindurch in ihren Stellungen in Wald oder Feld zubringen müssen, da der Kampf auch nachts im Gange blieb. Bald hären wir beiderseits der Eder MG.-Feuer. Halbwegs nach Viermünden zu sieht man vereinzelt Schützentrupps durch die Wiesen an der Eder springen. Nicht weit davon entfernt ist ein Laufsteg über die Eder gebaut, der aus einigen schmalen Stangen zwischen Floßsäcken besteht. Wir passieren auf dem Laufsteg die Eder und finden am jenseitigen Ufer, dicht an die Böschung der Bahn in Richtung Korbach angeschmiegt, Teile des II. Bataillons unseres Gießener allem Schwung und in . • ' prächtigem, soldatischem Geist dabei sind. Wenig erfreulich ist es aber, daß gegen 4 Uhr leichter Regen einsetzt, der bald stärker wird. Ein Blick vom Stadtrand hinaus ins Gelände zeigt alles in rabenschwarzer und regenschwerer Finsternis. Tisch" zu machen. An den Ost-Eingängen der Stadt sitzt nämlich Blau. In der Stadtmitte hat Rot noch allerlei Postierungen, um die Zugangswege zur Eder zu sichern. Die llebergänge über die Eder selbst befinden sich gleichfalls noch in der Hand von Rot. Der Stoßtrupp von Blau wird beim Eintritt in die Stadt von Rot angeschossen. Wie der Blitz sind die Männer von Blau von ihren Fahrzeugen herunter. Lebhaftes Schützenfeuer wird im Handumdrehen von dem rasenden Knattern der MG.s übertönt. In schneidigem Anlauf stürmt Blau die nächtlich dunkle Hauptstraße hinauf, dabei ständig in starkem Feuerkampf. Die Gegenwehr von Rot ist nach kurzer Zeit niedergekämpft. Der Stoßtrupp Blau geht an den östlichen Stadteingang zurück. Die Posti'erungen von Rot sind verschwunden. Wenige Minuten später durchschreiten stärkere Kräfte von Blau, die Infanterie mit aufgepflanztem Seitengewehr, das Städtchen Frankenberg, das sie bis zum Bahnhof hin und bis in die Nähe der Eder-Uebergänge in Besitz nehmen. Die Schießerei zwischen Rot und Blau über die Eder hinweg geht aber noch eine ganze Weile weiter. Erst lange nach Mitternacht tritt so etwas wie „Ruhe" ein. m ents 11 6, die hier bereits über die Eder gekommen sind. MG.-Feuer von dieser Truppe, die zu Blau gehört, ist hinauf nach der steilen Höhe des Waldes gerichtet, die sich noch im Besitz von Rot befindet. Don oben schießt Rot mit lebhafter Feuerkraft seiner MG.s den Berghang hinab gegen den Feind. Die Mannschaften haben zum Schutz vor dem Regen ihre Zeltbahnen umgehängt, durch die sie in dem Gelände gut getarnt sind. Aber von unten her ist alles nur eine Nässe. Wir gehen über den Laufsteg über die Eder zurück zum O st u f e r u. treffen bald darauf an dem steilen Wald ab hang ostwärts der Eder, unmittelbar an der Die von den Hanauer Pionieren gebaute Bockbrücke über die Eder. ■ - Floßsackbrücke für leichtere Kolonnen im Bau auf der Eder. Landstraße nach Viermünden, die Pioniere a u s H a n a u , die dort in höchster Gefechtsbereitschaft liegen. Es dauert nicht lange, so geht denn auch hier der Kriegstanz los. Mittlerweile ziehen aber gegen 6 Uhr einige Flieger über ben mutmaßlichen Stellungen von Rot ihre Kreise, schwach von MG.-Feuer befuntt. Ob die Flieger bei dem anhaltend niedergehenden Regen viel gesehen haben werden, dürfte wohl fraglich sein. Die Hanauer Pioniere haben im Straßengraben an der Landstraße in kurzen Abständen mehrere leichte MG.s in Stellung gebracht. Diese Waffen werden verstärkt durch überhöht in Stellung befind» Hrfje schwere MG.s. Mächtige Floßsäcke liegen zum Uebersetzen über die Eder einstweilen in dem dichten Niederholz gut verborgen bereit. Zwischen den MG.s von Rot und Blau, hier vertreten durch die Hanauer Pioniere, geht wiederholt der Kampf los, der aber auf beiden Seiten mehr der- Verschleierung dient. Punkt 6.30 Uhr bricht der Angriff der Hanauer Pioniere als Stoßtruppe von Blau los, um den Uebergang über die Eder zu erzwingen. Die schweren und die leichten MG.s der Pioniere geben starkes Dauerfeuer, das von Rot zunächst nur ganz schwach erwidert wird, um dann überhaupt keine Gegenwehr mehr zu finden. Unter dem Schutze des starken MG.-Feuers preschen die Hanauer Pioniere mit ihren großen, schweren Floßsäcken vor zur Eder. Im Nu schwimmen diese Ungetüme von Fahrzeugen auf dem Was- fer. In wenigen Sekunden sind die Fährmannschaften der Pioniere übergesetzt. Nun stürmen auch schon in kleinen Gruppen die Infanteristen, 116er aus Gießen, heran. Das Uebersetzen der unaufhörlich nachfolgenden Jnfanteriegruppen geht mit fast un- glaublicher Schnelligkeit vor sich. Die Pioniere voll- bringen die prächtige Leistung, innerhalb von zehn Minuten auf mehreren Floßsackfähren eine ganze Kompanie Infanterie und einen Zug schwerer MG s uberzusetzen. Nach kurzem Sammeln stößt die Infanterie gegen den hohen Berg vor, auf dessen Spitze noch kurz vorher Rot gesessen hat. Aber Rot hat, wie sich bald zeigt, inzwischen seine Stellung geräumt. Die Infanterie von Blau klettert den sehr steilen und sehr hohen Berg unter großen Mühen, aber in unaufhörlichem Vorwärtsdringen hinan, wahrend tief unten im Tale die Pioniere immer neue Kräfte der Infanterie übersetzen. Idyll an einer Feldküche der Gießener Artilleristen. K i Nächtliche Patrouille von Rot läßt sich in Frankenberg von Einwohnern einen Fingerzeig gebens zV I >a daß eine restlose Klärung nicht mehr herbeizuführen war. Das Urteil lautete wegen schwerer Urkundenfäl- schung in Tateinheit mit Betrug, sowie fortgesetzter Unterschlagung auf eine ©efamtgefängnis- jtrafe von zwei Monaten und zwei Wochen, wobei dem Angeklagten zugute gehalten wurde daß er bisher noch unoorbestraft ist. Im Falle der Untreue erfolgte Freispruch. Schöffengericht Gießen. ' Testern hatte sich der G. H. aus Lingelbach vor ' dem Schöffengericht zu verantworten. Die Anklage lautete auf Betrug, schwere Urkundenfälschung und Unterschlagung. Dem Angeklagten wurden folgende Delikte zur Last gelegt: Im Jahre 1936 war er als Reisender einer Flensburger Firma im hiesigen Bezirk tätig. Er fälschte dabei einen Bestellschein auf fünf Liter Emulsion-Lebertran auf den Namen eines Landwirts in Nieder-Gemünden, obwohl dieser den Angeklagten noch nicht einmal kannte. Daraufhin ließ er sich von seiner Firma die Provision auszahlen, die er einsteckte. Eine Firma aus Frankfurt, für die der Angeklagte ebenfalls als Reisender tätig war, schädigte er um 260 RM., indem er bei 35 verschie- denen Kunden Gelder einkassierte, die er in seine Tasche wandern ließ. Eine dritte Firma aus Marktbreit, für die er auch reifte, schädigte er um 29 RM. dadurch, daß er auch hier einkassierte Kundengelder nicht abführte. Der Angeklagte konnte in diesem Falle nachweisen, daß er eine Gegenforderung von 24 RM. hatte, die er auf diese 29 RM. verrechnete. Der Schaden ermäßigte sich somit auf 5 RM. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, daß er auch hier eine Unterschlagung begangen, ba er keine Inkassovollmacht hatte. In diesen drei Fällen war der Angeklagte vollkommen geständig. In einem wei- teren Punkte lautete die Anklage auf Untreue. Der Angeklagte war von einem Oelhändler W. aus IBrauerschwend, in dessen Dienst er stand, beauf- in dem die Herrschaftsräume lagen. Dort machte er slch in gänzlich überflüssiger Weise an Den alten, rissigen Efeustämmen in Der Nähe des Eingangs zu schaffen. Suse betrachtete ihn interessiert, während sie mit ihrem Gatten herankam. Anscheinend war es ein Angestellter des Schlosses. Aber der Mann war ihr fremd, er konnte erst feit kurzem hier tätig fein. „Jetzt wandte er sich um und machte eine knappe, lässige Verbeugung. Seine etwas unsteten Augen maßen Suse mit einem DurDringenben Blick, der wie eine Zudringlichkeit wirkte und ihr ein tiefes Rot des Unwillens ins Gesicht trieb. Hochmut war etwas, was Suse nicht kannte. Jetzt aber zog es wie eisige Abwehr über ihr Gesicht. Mit einer Bewegung, die deutliche Gering- schätzung 3um Ausdruck bradjte, warf sie den Kopf zurück. Eine Geste, die dem Fremden eine nochmalige, Diesmal aber reichlich unterwürfige Verbeugung abnötigte. Sie nahm keine Notiz davon. Die verschneiten Eseustämme schienen auf einmal nicht Das geringste Interesse mehr für Den Fremden zu haben. Mit eiligen Schritten ging er über den Hof zurück. Wolfgang v. Achenbach und Stefan hatten ge- rade das etwas verspätete Frühstück eingenommen und waren eben dabei, die eingegangene Neujahrspost zu lesen. Nachdenklich legte Stefan ein längeres Schreiben auf Den Tisch zurück, als Suse und Vollrath eintraten. Sufes Gesicht zeigte noch immer einen leisen Schimmer von Unwillen. Als man Die Neujahrswünsche ausgetauscht und Platz genommen hatte, begann sie denn auch gleich: „Wer ist denn das strohblonde Exemplar von Schloßbewohner, das uns da eben auf dem Hof begegnete, Onkel?" Wolfgang v. Achenbach muhte sich erst besinnen. „Ach, das wird Wolfersdorfs gewesen fein, der neue Inspektor. Ich habe meinen alten Diekow für Zwei Monate beurlaubt und zur Kur fortgeschickt. Das Rheuma macht ihm sehr zu schaffen. Es wird Überhaupt Zeit, eine neue Kraft zu seiner Unter- Nutzung heranzubilden. Wolfersdorfs ist der Neffe eines Freundes von ihm, und ba alles ein bißchen rasch ging, hab' i^ mich nicht lange besonnen. Ob Dor Mann roi ) ür uns geeignet ist, muß sich erst erweisen. Zum Frühjahr wird er ja Gelegenheit haben, zu zeigen, was er kann. Aber warum fragst du?" Suse zog Die Lippen ein. „Ein unangenehmer Mensch ...!" „So? FinDest du? Eine ähnliche Bemerkung machte Fräulein Annelore neulich schon." Suse verließ Das Thema sofort wieder. „Annelore —? Hat sie wieDer Dienst?" „Nein, sie ist seit gestern nachmittag zu Hause. Aber nach Tisch kommt sie wieder." „Schade. Ich war am zweiten Feiertag oormif- tags bei ihr traf sie aber nicht an. Sie war zum Dienst befohlen worden!" Stefan sah kurz herüber. „Dienst ist Dienst ...!" Seine Gedanken schienen bereits andere Wege zu gehen. Immer wieder kehrte sein Blick zu Dem schreiben zuruck, Das vor ihm auf dem Tische lag. „Unangenehme Nachrichten?" forschte der Großvater schließlich. „Das nicht", gab er nachdenklich zurück, „aber ich werde wirklich Daran denken müssen, den Oberarzt an Den Nagel zu hängen." „Der Ansicht bin ich schon lange Du reibst dich ja dabei auf. Deine Privatklinik nimmt dich wahrhaftig genügend in Anspruch." „3a, es wird mir zuviel. Ich kann es nicht möhr schaffen. Die Klinik läßt sich unschwer vergrößern, Räumlichkeiten sind ja genug da. Ich habe erst dieser Tage wieder ein paar leichtere Fälle ableh. nen müssen. Aber hier weiß ich wirklich nicht, was 'ch tun soll. Ich habe vorgestern schon abgeschrieben. Aber nun schreibt Der Mann, ein Konsul Bruckner Mieder. UnD zwar so dringend, daß ich nicht aut nochmals ablehnen kann. Seine Frau hat durch einen Autounfall das Augenlicht eingebüßt und will, wie er schreibt, von keinem anderen als von mir operiert werden, da ich ihr warm empfohlen worden sei. Das ist natürlich nicht bestimmend für mich. Aber der Mann scheint in großer Sorge Zu sein. Und wenn man vielleicht helfen kann Ich werde wohl doch eine Ausnahme machen müssen. Der Konsul will allerdings für ein paar Wochen hier mit Aufenthalt nehmen, aber das ließe sich ja leicht einrichten." ' 1 1 * . wenn der Mann so dringend schreibt, wirst du auch kaum anders können." Fortsetzung folgt Die nächste Anklage wegen schweren Diebstahls sowie Diebstahls oder Hehlerei richtete sich gegen Den mehrfach einschlägig vorbestraften A. Sohl aus Treysa. Dieser hatte im Sommer dieses Jahres eine Tanzmusik in Gleinenhain besucht und nächtigte in öer darauffolgenden Nacht in einer Scheune. Am anderen Morgen stellte ein Einwohner aus dem benachbarten Wahlen fest, daß fein Hühnerstall er- brachen war und ihm zehn Hühner fehlten. Der Verdacht richtete sich sofort gegen den Angeklagten, öer aber auch in Der Hauptoerhandlung die Tat auf das entschiedenste bestritt. Er wurde jedoch da- •A ■ W' M -pW AM ,/LW M t A, 15’' Grauer Star Arische Gurken fein geschnitten sind leichter verdaulich als dicke Scheiben. Mit einem Gurkenhobel erzielen Sie dünne Scheiben. Dabei aber geht das Schneiden noch viel schneller als mit der Hand. Häuser zeigt Ihnen Gurkenhobel in verschiedenen Arten auch mit mehreren Messern. 3- B. Häuser, Stehen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Hier abschneiden! I Grasflecke können aus Stoffen in den meisten Fällen mit Spiritus oder Salmlakwasser entfernt werden. Grasmücke, Singvogel von etwa Sperlingsgröße, in der Farbe kaum davon.unterschieden, läßt sich als Stubenvogel züchten. Gratifikation, Iat.z Belohnung, Vergütung, in vielen Firmen eine besondere Zuwendung an die Angestellten, entweder zu Weihnachten oder beim Jahresabschluß. E. sind lobnsteuerpslich- tig und zwar beträgt die Lohnsteuer bei einem ledigen Arbeitnehmer 16 %, bei einem Verheirateten ohne Kinderermäßigung 10 %, bei Kinderermäßigung für ein Kind 8 %, für zwei Kinder 6 %, für drei Kinder 3 %, für mehr als drei Kinder 1 %. Von der Lohnsteuerpflicht bestehen genau festgelegte Ausnahmen. Grauer Star, Trübung der Augenlinse oder ihrer Kapsel. Das Sehen wird dadurch stark beeinträchtigt, zunächst sieht der Kranke wie durch einen Schleier oder wie durch Rauch, bei voll ausgebildetem grauen Star überhaupt nicht mehr. Wenn der Sehnerv gesund ist, geschieht die Heilung durch den Augenarzt mittels einer ziemlich einfachen Operation: die Linse wird aus dem Auge entfernt. Der Starkranke muß dann eine sog. Starbrille tragen, sieht aber wieder sehr gut. Meist eine Alterserscheinung, kann aber auch infolge Verletzungen oder angeboren vorkommen. Granitmarmor Eranitmarmor, grauer Marmor, der vielfach zu Grabmalen verwendet wird. Eranulationsgewebe, charakteristisches, gekörnt (daher der Name) aussehendes Gewebe, das aus kleinsten Fleischwärzchen besteht, bei der Wundheilung, Geschwürheilung und bei chron. Entzündung gebildet wird und sich in Narbengewebe umwandelt. Graphik, (von griech. Schreiben) Sammelbegriff für Kupferstiche, Holzschnitte und Lithographie. Graphit (griechisch, Schreiben), Kohlenstoff, der zu Bleistiftminen verwendet wird und zum Schmieren von Metall, bei quietschenden Türangeln Mit Spiritus angerührten Graphit kann man zum Schwärzen von Eisenöfen und Eisenherden verwenden. Graphologie, griechisch, Handschriftdeutung, kann zweifellos Aufschlüsse über die Veranlagung und den Charakter eines Menschen geben. Die Handschrift wird aber durch so vielerlei Umstände beeinflußt, daß diese Deutung allein nie über das Schicksal eines Menschen entscheiden darf. Der Handschriftendeuter ist ebenfalls ein Mensch und daher bei seiner Deutung Stimmungen und Einflüssen unterworfen, die das Ergebnis ungünstig beein- flusien können. Die Feststellung, ob Geschriebenes von einer bestimmten Hand stammt (z. B. bei anonymen Briefen), ist vom Schriftsachverständigen fast mit Sicherheit zu treffen. durch überführt, daß eine Zeugin ihn im Morgengrauen beobachtete, wie er, mit einem Schlosseranzug über seinem Sonntagsanzug bekleidet, einen schweren Sack schleppte. Außerdem beobachtete ihn der Feldschütz, als er sich in der Gegend des Friedhofs herumtrieb. Der Angeklagte suchte sich zunächst zu verstecken, wurde jedoch von dem Feldschütz gestellt. Auf die Frage, was er hier suche, erklärte der Angeklagte, er habe in einem Dorfe in der Nachbarschaft Hühner gekauft. Davon seien ihm drei eftigegangen, die er an dieser Stelle vergraben wolle. Der Feldschütz gab sich mit dieser Auskunft zufrieden. Als wegen dieser Sache bei dem Angeklagten Ermittlungen vorgenommen wurden, stellte sich heraus, daß er im Besitze eines Postens Damenwäsche war, über deren Herkunft er keine glaubhaften Angaben machen konnte. Auch gestern in der Haupt- verhandluna behauptete er, die Sachen von einer Tante in Kassel geschenkt erhalten zu haben. Die Tante hatte dies im Vorverfahren in Abrede gestellt, verweigerte jedoch gestern die Aussage. Einen Teil der Gegenstände hat der Angeklagte an eine Freundin verschenkt und auch bei dieser zugegeben, daß die Sachen aus einem Diebstahl herrührten. Diese Zeugin schränkte jedoch ihre Aussage so sehr ein, daß ein Nachweis der Schuld nicht möglich war. Der Polizeibeamte, der seinerzeit in Kassel die Tante des Angeklagten vernommen hatte, bestätigte zwar, daß die Tante damals bestritten habe, die Sachen ihm geschenkt zu haben. Diese Aussage konnte, obwohl sie sachlich den Angeklagten belastete, prozeßrechtlich nicht verwertet werden, da der Beamte die Zeugin auf ihr Aussageverweigerungsrecht hinzuweisen verabsäumt hatte. Der Angeklagte konnte daher nicht in diesem Punkte überführt werden. Das Urteil lautete wegen schweren Diebstahls im Rückfall auf zwei Jahre drei Monate Zuchthaus. Bezüglich der Kleider mußte Freispruch erfolgen. Große Strafkammer Gießen. Sodann hatte sich der Heinrich Keller aus Ober-Seernen wegen Unterschlagung und genossenschaftlicher Untreue zu verantworten. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Der Angeklagte war in den Jahren 1925 bis 1935 als Rechner der Landesbezugs- und Absatzgenoffenschaft in Ober- Seernen tätig. Bei einer Revision im Jahre 1935 wurde festgestellt, daß der Warenbestand um etwa 9000 Mark geringer war, als buchmäßig vorhanden sein mußte. Der Angeklagte konnte über den Verbleib der restlichen Summe keine Aufklärung geben. Gr gab lediglich an, von seinem Vorgänger einen Fehlbetrag von etwa 300 Mark übernommen zu haben, den er, da er als Schwerkriegsbeschädigter rmd Lungenkranker um seine Existenz gefürchtet habe, in seinen Büchern mitgeschleppt habe. Dem stand jedoch die Tatsache gegenüber, daß sich der Fehlbetrag im Laufe feiner Amtstätigkeit auf rund 9000 Mark erhöht hatte. Der Angeklagte bestritt entschieden, sich Gelder der Genossenschaft widerrechtlich angeeignet zu haben, mußte allerdings zugeben, daß er die Bücher unrichtig geführt hatte und, um den Jstbestand mit dem Buchbestand in Einklang zu bringen, in dem Warenbestand eine erheblich größere Menge aufgeführt hatte, als ip Wirklichkeit vorhanden war. Darüber wurden noch Unrichttgkeiten in der Addition festgestellt, die merkwürdigerweise gerade die Differenz zwischen Jst- und Sollbestand deckten. Unter Zugrundelegung dieser Unstimmigkeiten fertigte der Angeklagte sodann die Bilanz an, die er dem Vorstand der Genossenschaft zur Unterzeichnung vorlegte. Auf Grund dieser Abrechnung zahlte die Genoffenschaft mehrere 2ahre lang eine höhere Dividende aus, als in Anbetracht der Geschäftslage angemessen war. Darüber hinaus räumte sich der Angeklagte einen Kredit in Höhe von 1700 Mark ohne Wissen des Vorstands ein, den er allerdings na* und nach abdeckte. Im übrigen hat der Vater des Angeklagten die fehlende Summe restlos ersetzt, so daß effektiv der Genossenschaft kein Schaden erwachsen ist. Der Vertreter der Anklagebehörde bezeichnete den Angeklagten als restlos überführt und wies insbesondere darauf hin, daß er gar feine Veranlassung gehabt stabe, für die Verfehlungen anderer Angestellten seine Haut zu Markte zu tragen, so daß lediglich aus dem Verhalten des Angeklagten der zwingende Schluß zu ziehen sei, daß der Angeklagte die Falschbuchungen vorgenommen habe, um seine eigenen Verfehlungen zu decken. Demgegenüber hielt die Kammer den Angeklagten bezüglich der Unterschlagung nicht für restlos überführt, da trotz eines ausführlichen Sachverständigengutachtens eine Klärung bezüglich der Verwendung der fehlenden Summe nicht zu erzielen war. Es konnte daher in seinem Verhalten nur eine genossenschaftliche Untreue erblickt werden, da er durch feine Manipulationen vereitelt hatte, daß die maßgebenden Organe der Genossenschaft schon früher einschreiten und dadurch weiteren Schaden abwenden konnten. Das Urteil lautete demgemäß wegen fortgesetzter genossenschaftlicher Untreue im Sinne von §§ 146, 147 des Genofsenschaftsgesetzes auf a ch t Monate Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe. Wiüschast. 2Rini)ermorff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 218 Stück Großvieh, 41 Fresser und 62 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 400 bis 520 Mark, 2. Qualität 300 bis 370, 3. Qualität 170 bis 240; Rinder xk= bis Vijährig 70 bis 100, Vi- bis 2jährig 120 bis 180, tragend 280 bis 410; Kälber bis 2 Wochen 25 bis 35, bis 4 Wochen 40 bis 50, bis 6 Wochen 55 bis 65 Mark. Marktoerlauf: ruhiq. Nächster Markt: 26. September. Rhein-Mainische Börse. Aktien überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 14. Sept. Während von der Kundschaft vielfach kleine Käufe erfolgten, setzte der berufsmäßige Handel seine Abgaben fort, die bei der starken Zurückhaltung vorwiegend zu etwas schwächeren Kursen am Aktienmarkt führten. Die Ausschläge nach beiden Seiten betrugen etwa 0,50 bis 1,50 v. H. Befestigt waren u. a. Hapag mit 80 (78,50), IG.-Farben mit 165 (164), wobei das hier vorliegende Angebot von der Berliner Arbitrage ausgenommen wurde, ferner stiegen AEG. auf 128,40 (127,25), Deutsche Erdöl auf 152,50 (152), Feldmühle Papier auf 147 (146,50) und Westdeutsche Kaufhof auf 59,25 (59). Etwas ftär» fere Rückgänge hatten Reichsbank mit 206 (208), Rheinmetall-Borfig mft 152,75 (154,50) und Metallgesellschaft mit 154 (155,13). Der Montanmarkt lag durchgehend 0,50 bis 1 v. H. leichter. Bis 1 v. H. niedriger zur Notiz kamen außerdem Rütgerswerke mit 149,50, Scheideanstalt mit 265, Bemberg mit 149,65, Demag mit 148,75. Nach den ersten Notierungen ergaben sich meist weitere Abbröckelungen, IG.-Farben 164,50 nach 165, Verein. Stahlwerke 117,25 nach 117,75. Der Rentenmarkt lag bei ruhigem Geschäft weiterhin behauptet. Kommunal-Umschuldung 94,90, Reichsaltbesitz 127,50, 5praz. Verein. Stahl 101,40 (101,50). Am Pfandbriefmarkt war der Umsatz bei behaupteten Kursen klein, Liquidationswerte wichen etwa 0,13 v. H. ab. Auch die übrigen festverzinslichen Werte lagen bei kleinem Geschäft meist unverändert. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft mehr und mehr zusammen, es herrschte ausgesprochene Zurückhaltung. Die Kurse am Aktienmarkt bröckelten vielfach weiter um Prozentbruchteile ab. Auch die erst später notierten Werte lagen zumeist 0,50 bis 1 v. H. niedriger, darüber hinaus verloren Mansselder 2 v. H. auf 151, Akkumulatoren Hagen 1,50 v. H. auf 225, höher lagen Conti- Gummi mit 188 (186,75), Nordd. Lloyd mit 80,50 (80). Im Freiverkehr wurden Adlerwerke Kleyer, die ab morgen amtlich notiert werden, mit 114,75 und 115 (114,50) um gesetzt. Im übrigen nannte man etwa die letzten Kurse, das Geschäft war auch hier sehr klein. Abendbörse still. Die Abendbörse lag auf allen Gebieten überaus still, doch konnten sich die Kurse im ganzen etwa behaupten. Die Entwicklung war weiterhin etwas Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt oejchloffenen Dividende an. _______________________Reichsdankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 oH Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Frequenz 1 93 6: 24000 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin $*iu&E ®»-* börie fura hörte Schluß- fürs Schluß?, ’jlbeno hörte Schluß, Mittag hörte Durum 13-9 14 9 13 9 149 Saturn 13-9. 14.9. 13.9. 14-9. 6% Deutfche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 iV2% Deutsche Reichsschatzanwei- 99.4 99,4 99,4 99,4 fungen von 1935 ............ V/i% Deutsche Reichsschahanwei- — — fungen von 1935, II. Holge ... 4%% Deutsche Reichsschahanwei- 99,25 99,3 99,4 99,3 jungen von 1936, III. Folge .. 99 99 99 99 6*/2% Doung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,25 105.5 105,5 4 September Amtliche Rvtieruna Gelt | Bries Amtliche Rvtierung Gelt | Brie» 0,719 0,721 0,720 0,722 5 694 5,706 5,694 5,706 61,98 62,10 62,07 62,19 48,95 49,05 48,95 49,05 11,20 11,22 11,250 11,235 63,59 63,71 63,68 63,80 57,25 57,35 57,25 57,37 16,98 17,02 16,98 17.02 8,681 8,699 8,681 8,699 2,493 2,497 2,493 2,497 Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3888. Schriften kostenlos • 4 September Amtliche Rmieruna 'Mefr | Briet 13 Septemhel Ämii'ch. Rotterum Brigitte Horney, Paul Hartmann, Bernhard Minetti, Friedrich Benter Regie und Buch: Hans H. Zerlett Nach seinem „Truxa"-Erfolg warHans H.Zerlett dazu berufen, den Film . Revolutionshochzeit“ zu schaffen. Er hat die Aufgabe großartig gelöst., Revolutionshochzeit“ ist ein Meisterwerk. 5987 A Beiprogramm . Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr 0,747 41,97 0,160 47,00 55,07 47,00 12,335 5,455 8,891 137,10 13,09 0,751 0,747 42.05 41,97 0,162 0,161 47,10 47,00 55,19 55,14 47,10 47,00 12,365 12,35 5,465 5,46 8,909 8,911 137,38 137,21 13.11 13,09 0,751 Japan.................... 42,05 Jugoslawien .............. 0,163 £$io ................... 47,10 Wien..................... 55,26 Lissabon.................. 47,10 Stockholm................ 12,38 Schweiz.................. 5,47 Spanien.................. 8,929 Prag..................... 137,49 Budapest................. 1.3,11 Neuyork................. Vogtsehe Piivat-Handelsschule Gießen, Goclhe$tr.32 ...und zum Bauen A b e r m an n unregelmäßig. Von Montanwerken lagen je 0,50 v. H. leichter Buderus mit 125,50, Rheinstahl mit 155 und Deutsche Erdöl mit 152, um ebensoviel gingen Rütgerswerke auf 149,75 und Deutsche Linoleum auf 166 zurück. Gesfürel ermäßigten sich um' 1 v. H. auf 153. Maschinenaktien lagen unverändert, Moenus 125, BMW. 153, Demag 147,75, Jung- Hans 134, auch chemische Papiere blieben behauptet, IG.-Farben 164,50, Scheideanstalt 265, Goldschmidt plus 0,50 o. 5). mit 143. Don Kuxen erhöhten sich Gewerkschaft Deutschland auf 410 (390) RM. Adlerwerke Kleyer waren vor der Einführung in den amtlichen Verkehr zu 115 v. 5). gesucht. Der Rentenmarkt war bei behaupteten Kursen ohne Geschäft; 4,5proz. Krupp 98,65. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: 835 Kälber (gegen 602 am letzten Dienstagsmarkt), 181 (212) Hämmel und Schafe, 2280 (1722) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (am 7. 9. 62 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 44 bis 50 (45 bis 50), d) 27 bis 40 (35 bis 40), Hämmel b2) 47 bis 52 (45 bis 52). c) 43 bis 46 (40 bis 44), d) 37 bis 42 (34 bis 39), Schafe a) 36 bis 44 (35 bis 40), b) 25 bis 35 (27 bis 34), c) 20 (15 bis 26), Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), Sauen gl) 56 (56), g2) 54 (54). — Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. AA-Tiere über Notiz. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. Der Obst- markt hatte weiterhin befriedigendes Geschäft, auch die Anlieferungen hielten sich auf der bisherigen Höhe. Besonders Aepfel und Birnen werden reichlich angeboten, nur in Tafelbirnen lind die Zufuhren vorläufig noch ungenügend. Ebenso kann der weiterhin lebhaften Nachfrage nach Weintrauben nicht voll entsprochen werden, da zunächst nur mäßige Anlieferungen aus Italien erfolgen. In Pfirsichen wird das Angebot schwächer, auch in Zwetschen lassen die Zufuhren weiter nach, doch konnte der Bedarf restlos gedeckt werden. In Nüssen ist das Angebot lebhafter geworden. Don Südfrüchten werden Zitronen lebhaft begehrt, während Bananen ruhiges Geschäft haben. Am Gemüsemarkt blieb das Gesamtangebot gut. Etwas schwächer war es in Spinat, Wirsing und Salat in Auswirkung der bisherigen Trockenheit, die Bohnenernte ist beendet. Das Geschäft verlief lebhaft, teilweise zogen die Preise leicht an. Dagegen konnten Tomaten infolge des sehr reichlichen Angebots wieder nicht restlos untergebracht werden. Total betrunken am Steuer. LPD. M a i n z , 14. Sept. Wie die Polizeidirektion Mainz mitteilt, wurden am Sonntag zwei Polizeibeamte in der Augustinerstraße auf einen Personenkraftwagen aufmerksam, dessen Fahrer in tot al betrunkenem Zu st and durch mehrere Straßen der Stadt fuhr. Der Fahrer stand derart unter dem Einfluß des Alkohols, daß er bei seiner Festnahme in den Armen der Polizei buchstäblich einschlief. Er wurde zwecks einer Blutentnahme nach dem Städtischen Krankenhaus Mainz verbracht. Er war so stark betrunken, daß er erst na ch24StundenseinenRausch einigermaßen ausgeschlafen hatte. Es ist nur dem Zufall zu verdanken, daß durch das unverantwort- liche Benehmen des Fahrers kein Verkehrsunfall entstanden ist. Nach den verschärften Bestimmungen des Reichsführers SS. und des Chefs der Deutschen Polizei ist Trunkenheit am Steuer und im Straßenverkehr als kriminelles Verbrechen anzusehen, weshalb der Fahrer dem Schnellrichter oorgeführt wurde. Dieser nahm ihn in eine Haftstrafe von zwei Wochen. Auch wurde die Entziehung des Führerscheins beantragt. Kreis Friedberg. < Münzenbera, 9. Sept. Der seit über einem Jahr in Angriff genommene Neu- und Erweiterungsbau der Wetterauer Käserei, Wilhelm Weiß. Münzenberg, sieht nunmehr seiner Vollendung entgegen. Durch das Bauprojekt fanden viele Volksgenossen Arbeit. Weit über zehntausend Handkäse in allen Größen und Formaten verlassen heute jeden Tag die hiesige Käserei. — Durch die B r o m b e e r e n s a m m l u n g der Schuljugend war es dem NS.-Frauenwerk möglich, 8 0 Pfund Gelee zu kochen und der NSV zur Verfügung zu stellen Demnächst wird auch das Frauenwerk für die NSV, einkochen. Ihre Verlobung geben bekannt Amanda Römer Walter Rinn Heuchelheim, den 15. September 1937 Schillerstraße 3 Am Aollerbusch 6 04561 Ihre Vermählung geben bekannt Baumwollwaren Interl.-Schlüpfer 1 nr zweifädig.........!•/ V Mietgesuche Flaufch-Schlüpferi qa mit Seidendecke— l.OU für Herbst und Winter Gießen, den 15. September 1937 Porolastik- i) An Wollschlüpfer.. L.Lm 5975 D Wollschlüpfer Q nn kräftige Qualität.. 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Oktober d. J. entgegen. (Fernsprechnummer 2851.) 5964A Gießen, den 14. September 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. rungen des Nervensystems einhergeht. Sehr gefährlich ist die sog. Kopfgrippe, eine Krankheit eigener Art, die schwere, unheilbare Nervenerkrankungen zur Folge haben kann. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt etwa drei Tage, kann aber auch kürzer sein. Kinder sind möglichst vor Erippe- ansteckung zu bewahren. Vorbeu- gung und Verhütung ist fast unmöglich. Nach überstandener Grippe sich möglichst schonen da Ruckfälle häufig sind. Gefürchtet bei G. sind vor allem Nachkrank- heiten wie Herz-, Nieren-, Lun- generkrankuna. Jede wirkliche Grippeerkrankung ist eine ernste Krankheit und bedarf ärztlicher Behandlung. Größenwahn, krankhafte Überschätzung der eigenen Person kommt bei Geisteskrankheiten vor, z. B. bei Paralyse, bei Schizo- xhrenie. Die Kranken glauben, übermenschlich klug, unheimlich kräftig zu sein oder halten sich Grausamkeit bei Kindern, ein unbewußter Naturtrieb, der in normalen Fällen durch Belehrung leicht bekämpft werden kann^ z. B. durch das Sprichwort „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz." Stellt man bei Kindern eine ausgesprochene Freude am Quälen anderer und an richtigen Grausamkeiten fest, so ziehe man den Arzt zu Rate. Grazie, entbehrliches lateinisches Fremdwort, bedeutet „Anmut". Greisenkrankheiten, siehe Alterserscheinungen. Grieben, die Rückstände beim Ausschmelzen von Schweinefett zu Schmalz. Grieben können zu Brot oder zum Kartoffelbraten benutzt werden. Grieß, zu kleinen Körnchen gemahlener Weizen, Reis oder Mais, der beim Kochen seine Form behält, wenn er langsam der kochenden Flüssigkeit beb gegeben wird. Man verwendet ihn für Suppen, Puddings und Klöße. Zusammenbackender Grieß ist verdorben und meist madig. Erimäsienschneiden der Kinder ist meist eine Untugend, die dem Nachahmungstrieb entspringt. Auch in diesem Falle hilft lieöe- volle Belehrung. Hat das Gri- masienschneiden nervöse Ursachen oder wird es durch Schmerzempfindungen hervorgerufen, so wende man sich an den Arzt. 4-Zimm.-Wohn. Löberstr. 1 im 1. Stock ist vom 1. Cftober ab zu vermieten, d.Wohnungkann nach Rücksprache im unter. Stock besichtigt werder. All. Nähere dort zwisch. 4 u. 5 Uhr täglich zu erfahr. Bewerbungen um Vermietung schriftlich unter 5984 D an den GietzerAnzeiger. 2 Zim-iiH mit Küche, Mitte der Stadt, per 1. Oktob. zu vermieten. Schriftl. Anfr. unt. 04569 an d. Gieß. Anz. (Vermietungen | tiMotag. m. Küche, Bade- zimm.,Balkonu. LoggiwVorderh. Parterre, sofort, und 2 Zimmer mit Küche ab 1. Okt. zu vermiet, frankfurter Straße 29. Ib883d 2-3-Äer- Mhnullg zu miet, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04565 an d. Gieß. Anzeig. 2 mal 2'ZmJolni zu miet, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 5981D an den Gieß. Anz. 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