187. Jahrgang Giehener Anzeiger Spanien Ihr MD Das Echo in London und Paris .fett’ !che i Die H en en en in. IQ5 nb. en» W der iler Jen ein Die Zurückziehung der FreiwiWen Ein Zusahdokument über die Durchführungsrichtlinien. n. in nb ei, ie. nu ite nb ier E. Sofortige Aktion der britischen Regierung, die vom Ausschuh zu ermächtigen ist. 9. Die britische Regierung soll durch den Ausschuß ermächtigt werden, sofort mit den beiden Parteien in Spanien in Erörterungen über die folgenden Punkte eintreten: !. Die Einsetzung von Beamten in spanischen Häfen (Abschnitt 1 B. oben), s II. Die Zurückziehung ausländischer Freiwilliger (Abschnitt 7 oben) einschließlich der Einsetzung der Kommission in Spanien. III. Die Bedingungen, unter denen die Rechte Kriegführender zu gewähren sind (Abschnitt 3 oben). Deutsche Industrielle in Italien. Immer engere Kusammenarbeit der Industrien beider Länder. Rom, 15.Juli. (DRB.) Die deutsche Industriellenabordnung unter Führung von Staatssekretär Dr. Trendelenburg ist am Mittwoch in Venedig eingetroffen, wo am Donnerstag die erste im vergangenen Herbst vereinbarte Zusammenkunft deutscher und italienischer Industrieller beginnt. Zweck der Tagung ist die Verwirklichung einer immer engeren Zusammenarbeit der Industrien beider Länder. Die deutsche Delegation wurde auf dem Bahnhof von dem Präsidenten des faschistischen Jndu- striellenverbandes, ferner vom Oberbürgermeister, vom Provinzialsekretär der Partei, von Vertretern der italienischen Industrie und der Korporationen sowie vom Vertreter des deutschen Konsuls in Venedig begrüßt. So wird gegen DeuMIand gehetzt Plumpe Fälschung in Luxemburg ausgedeckt. Luxemburg, 14. Juli. (DBR.) In der ver- gangenen Woche hatte die linksradikale Monatsschrift „Reue Zeit" Dokumente veröffentlicht, die beweisen sollten, daß die D e u t s ch e K o l o n i e i n Luxemburg eine verkappte Bestechungs- und Spionagezentrale sei, die aus einem Geheimfonds u. a. an den belgischen Rexistenführer Leon De- gre lle 300 000 Franken ausgezahlt und auch an luxemburgische Blätter Unterstützungen überwiesen hätte. Die deutsche Gesandtschaft hatte die veröffentlichten Dokumente sofort als plumpe Fälschung bezeichnet. Auf Veranlassung der luxemburgischen Regierung eröffnete die Staatsanwaltschaft eine U n - t e r s u ch u n g , die nun zu einem sensationellen Ergebnis geführt hat. Ein gewisser R o s e l e t aus der Umgebung von Luxemburg wurde unter der Beschuldigung verhaftet, die betreffenden Dokumente hergestellt zu haben. Luxemburg dürfte infolgedessen einem aufsehenerregenden politischen Prozeß entgegengehen. Ä itz der Vorschläge. - Rekonstruktion des UeberwachungSsystems. A. : l Überwachung des Seehandels nach Spanien. s> Das System der Anbordnahme von Beob- durch Schiffe, welche spanische Häfen anlau- Englands Vorschläge zur Nichteinmischung. Kompromißlösung angeboten: teilweise Aenderung des Lleberwachungssystems. — Zuerkennung der Rechte als Kriegführende unter gewiffen Bedingungen. englischen Vorschläge (Stimmung. Der diplomatische Korrespondent des Blattes meint, daß die Aussicht auf Annahme des Planes sehr gering sei. Starke Zurückhaltung in Paris. Paris, 15. Juli. (DRB.) In zuständigen französischen Kreisen war mein am Mittwochabend mit einer Stellungnahme zu den Kompromißvorschlägen der englischen Regierung sehr zurückhaltend. Man beschränkte sich auf den Hinweis, daß das Schriftstück, das als von größter Wichtigkeit betrachtet werde, in Paris erst im Laufe des Nachmittags gegen 5 Uhr eingetroffen sei. Die diplomatischen Kreise wollen, bevor sie eine eingehendere Meinung abgeben, das Schriftstück erst orgfältig studieren.' Höchstwahrscheinlich werde man, wie von gut unterrichteter Stelle verlautet, über gewisse Punkte der englischen Vorschläge erst noch i n London Aufklärungen einholen, damit die Ansicht der Leiter der französischen Politik in voller Kenntnis der Sachlage festgelegt werden könne. Unter diesen Umständen werde es kaum möglich sein, vor Donnerstag, und zwar wahrscheinlich erst nach dem Zusammentritt des Kabinettsrates, der auf 17.30 Uhr einberufen ist, die Stellungnahme kennenzulernen, die die französische Regierung gegenüber den englischen Vorschlägen einzunehmen gedenke. Vielfach kommt in der Morgenpresse die Tendenz zum Ausdruck, daß der britische Vorschlag als Kompromiß kaum dazu geeignet sei, alle interessierten Lager zufriedenzustellen, sondern im Gegenteil eher eine ollgemein.e Unzufrieden- h e i t heraufzubeschwören. ÄichteinmWungsausschuß am Freitag. 7. a) Der Ausschuß soll einstimmig eine Entschließung für die Zurückziehung aller Personen aus annehmen, deren Evakuierung in dem B. Hietee Maßnahmen zur Lösung der gegenwärtigen tige und zur Schließung gewisser Lücken im Ueberwachungsplan. 3 Im die Politik der Nichteinmischung wirksamer a Wnben, sollen alle Regierungen, die am Nicyt- e nai chungsabkommen beteiligt sind, ^^nmn, d si: eide Parteien in Spanien einen Rechtsstano h rbr. der sie berechtigt, Kriegführende Rechte zur Eie cuszuüben in Uebereinstimmung mit Den -Uor= schch-n hierfür, aber unter den folgenden besonde- rip Bedingungen: , , s 2! >aß die Kriegführenden Listen für Konterbande trennen, die identisch sind mit den Listen verböte iNir Güter, die der Nichteinmischungsausschutz an- 9 «iitmen hat. Mit anderen Worten: Die Machte u«:b»i nur begrenzte Konterbandelisten anerkenne Dies wird jedoch sie nicht daran hindern, ge- tt)V?®üter zu denen hinzuzufügen, die gemäß dem ^^tiinmischungsabkommen als Konterbande angel’'Hst werden. Solche Hinzufügungen werden zum G tee-ftanb von Verhandlungen zwischen dem ge- siWIry Ausschuß und den beiden kriegführenden Wf en gemacht werden. |l Als Ergänzung zu a) werden beide Portelen brir_-r Ausübung der Rechte Kriegführender zur Übereinkommen, daß sie die Fahrt von Schiffen uMinDert gestatten, welche Beobachter an Bord Her und die Flagge des Nichteinmifchungsaus- M’ts führen. Dies wird jedoch nicht anwendbar fm wenn das Schiff im nicht neutralen Dienst b-Mtigt ist (z. B. Truppentransport oder Weiter ,9'ck oon Nachrichten), ober wenn der Bruch einer Wülede vorliegt, die in gehöriger Form notifiziert UM Ifektiv durchgeführt wird cl Da die internationale Schiffahrt zwischen an- ' beim» Ländern als Spanien in gewissen Gebieten der einen oder der anderen Partei beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um Verbindungslinien, Bodendienst auf Flugplätzen, Lieferungen, Ordonnanzen usw. (Ausgenommen ist Personal, das in anerkannten nichtspanischen ärztlichen, sanitären oder ähnlichen Einheiten dient.) 3. Personen, die als Instrukteure ober Berater bei den Streitkräften der einen oder anderen Partei tätig sind. 4. Personal, das in einer zionistischen Eigenschaft bei den Streitkräften der einen oder anderen Partei beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um Verbindungslinien, Marine- und Küsteneinrichtungen. 5. Personen, die bei der einen oder anderen Partei in Regierungsämtern oder anderen Verwaltungsbüros oder als deren Berater beschäftigt sind, wie z. B. bei der Eisenbahn, in Häfen, Docks usw. 6. Personal, das in irgendeiner Eigenschaft mit der Herstellung, Zusammensetzung oder Ausbesserung oon Kriegsmaterial (einschließlich Flugzeugen) das vom Nichteinmischungsabkommen erfaßt wird, beschäftigt ist. 7. Personal, das im Waffenhandel mit der einen oder anderen Partei beschäftigt ist. 8. Personen, deren Betätigung in irgendeiner Weise dazu angetan ist, den gegenwärtigen Konflikt zu verlängern ober zu verbittern (von einem Son- berunterausschuß zu definieren). 9. Kriegsgefangene, die von der einen oder anderen Partei festgehalten werden. Bericht des Technischen Unterausschusses empfohlen wird. b) Zu beiden Parteien in Spanien soll eine Kommission entsandt werden, um Vorkehrungen für die Zurückziehung und die Ueberwachung der Zurückziehung der in Frage stehenden Personen sobald als möglich zu treffen. c) Alle Regierungen sollen sich verpflichten, bet solchen praktischen Maßnahmen zusammenzuaroei- ten, die etwa für die Bewerkstelligung dieser Zurückziehung notwendig befunden werden sollten. D. Durchführung des obigen Programms. 8. Die britische Regierung schlägt vor, daß das obige Programm in den folgenden Abschnitten durchgeführt werden sollte: I. Einsetzung von Beamten in spanischen Ha,en und Zurückziehung der Flottenpatrouillen sobald als Einsetzung von Kommissionen, um Maßnahmen für die Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger zu treffen und diese zu überwachen, sowie Ausdehnung des Nichteinmischungsabkommens wie in Abschnitt 5) vorgeschlagen, die auf die in 1) vorgeschlagenen Maßnahmen so schnell wie möglich folgen soll. . r._, III. Die Anerkennung der Rechte Kriegführender soll wirksam werden, sobald der Nichteinmischungsausschuß festgestellt, daß die Maßnahmen für die Zurückziehung der ausländischen Staatsangehörigen befriedigend arbeiten und daß diese Zurückziehung tatsächlich beträchtliche Fortschritte gemacht hat. In Ergänzung dieser Vorschläge ist vom englischen Außenministerium ein weiteres Dokument veröffentlich worden. Es handelt sich um einen Vorschlag des Technischen Unterausschusses für Die Z u - rückziehung der Freiwilligen aus Spanien, auf den im Abschnitt 7 (a) der Vorschläge hingewiesen wird. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Personen, deren Zurückziehung empfohlen wird. Alle Personen in Spanien, den spanischen Besitzungen oder der spanischen Zone in Marokko sind der Zurückziehung unterworfen, falls sie am 18. Juni 1936 entweder Staatsangehörige, ober — wenn es sich um staatenlose Personen hudelt wohnhaft in irgendeinem Lande waren, dessen Regierung ein Teilnehmer des Nichteinmischungsabkommens ist, und, falls sie nicht den Beweis erbringen können, daß sie vor diesem Datum in Die Dienste einer der beiden Parteien in Spanien ein- getreten sind, wenn sie unter irgendeine Der folgenden Gattungen fallen: 1 Kämpfendes Personal von ,edem Rang, das den See-, Land- oder Luftstreitkräften einer der Parteien in Spanien angeschlossen ist, in diesen ober mit diesen Dienst tun. , 2. Personal, das mit der Aufrechterhaltung wichtiger Dienste im Zusammenhang mit Streitkräften zustellen, ob der echte und allgemeine Wunsch vorhanden sei, nach diesen Richtlinien einen wirklichen Fortschritt zur Wiederherstellung und Ausdehnung einer wirksamen Ueberwachung zu erzielen. Der Vorschlag, die K ü st e n p a t r o u i l l e durch internationale Beobachter in ben spanischen Häfenzu ersetzen, werde, falls er von Den beiden Streitparteien angenommen wurde, mit einem Schlag den Umstand entfernen, der zu den schweren Zwischenfällen im Mittelmeer geführt habe. Da dieser Vorschlag auch die Wiederherstell u n g d e r Landkontrolle mit sich bringe, würde er einen vollständigen Ring um Spanien herum zu Lande und zur See Herstellen. Nach Ansicht des diplomatischen Korrespondenten der „M o r n i n g P o st" wurden die be id e n Parteien in Spanien den Vorschlag der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen a b- lehnen, und der Plan würde wahrscheinlich auch in England und Frankreich aus inner» politischen Gründen auf Widerstand stoßen. Das führende Organ der Opposition, der „Daily Herald", macht mit allen Mitteln gegen Die gezwungen ist, in der Nähe der spanischen Küste vorbeizufahren, sollen von keiner Partei Schritte ergriffen werden dürfen, um die Passage neutraler Schiffahrt, die keinen Handel mit Spanien betreibt, zu behindern ober zu stören. d) Eine Regierung, bie Mitglied des Nichteinmischungsabkommens ist, hat das Recht, Schiffe, die ihre Flagge führen, in Fällen, in Denen Die unter a), b) und c) festgelegten Bedingungen nicht befolgt werden, gegen die Ausübung der Rechte Kriegführender zu schützen. , ,rr 4. Um den Transport von Waffen auf Schiffen zu verhindern, die das Recht haben, Beobachter an Bord zu führen, soll das Nichteinmischungsabkommen so ausgedehnt werden, daß es den Transport von Gütern, die auf Der Verbotsliste stehen, nach Spanien von jedem Hafen aus durch Schiffe verbietet, die die Flagge irgendeines der Teilnehmer am Abkommen führen. 5. Der Ausschuß wird die Mächte, die dem Nichteinmischungsausschuß nicht angehören, davon unterrichten, daß er die Absicht hat, den beiden Parteien zu den obengenannten Bedingungen die Rechte kriegführender Mächte zuzuerkennen und sie zur Mitarbeit aufzufordern, um die Politik Der Nichteinmischung wirksamer zu gestalten. Jede Regierung, die bereit ist, dem Nichteinmischungsabkommen beizutreten und den Rechtszustand als kriegführende Macht Den beiden Parteien zu den obengenannten Bedingungen zuzugestehen, soll eingeloden werden, für Schiffe, die ihre Flagge führen, van der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Beobachter in den eingerichteten Kontrollhäfen an Bord zu nehmen. 6. Der Ausschuß soll weiter die Frage der Verwendung ausländischer Flugzeuge durch die beiden Parteien erwägen, die Spanien mit eigener Kraft erreichen, und soll insbesondere die Möglichkeit eines Ersuchens an die beiden Parteien Spaniens prüfen, ausländische Beobachter in den besonders anzuführenden Flughäfen in Spanien anzunehmen. C. Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger. London, 14. Juli. (DNB.) Der N i ch t e i n - mifchungsausjchuß ist für Freitag, vormittags 11 Uhr, einberufen worden. Am Montag vor dem Unterhaus. London, 14. Juli. (DNB.) Arn kommenden Montag wird im Unterhaus eine außenpolitische Aussprache unter besonderer Berücksichtigung der englischen Kompromiß- Vorschläge an die Nichteinmischungsmächte stattfinden. Für die Regierung wird Außenminister Eden sprechen, für die Opposition der Vorsitzende der Labour Party A t l e e und der Liberale S i n- c l a i r. „3n voller Uebereinstimmung mit England." L o n.d o n , 14. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister teilte am Mittwoch auf Anfrage im Unterhaus mit, daß die Aufhebung der französisch-spanischen Grenzkontrolle durch die französische Regierung in voller Uebereinstimmung mit England erfolgt sei. J Jen, oU fortgesetzt werden. b Das Flottenpatrouillensystem soll aufgegeben uni ersetzt werden durch die Einsetzung internatio- nrilir Beamten in spanischen Häfen unter angemes- MD, fefa Sicherung mit Zustimmung beider Parteien. • SZite Beamten würden die Aufgabe zu erfüllen ha- wiedfr bM >ie bisher der Flottenpatrouille oblagen, d. h. nzeigs' sichrmstellen, daß die Bestimmungen des Planes ir: Zuzug auf die Anbordnahme von Beobachtern b<4lct werden. _ !!. Überwachung des Landhandels nach Spanien. System der Ueberwachung an den Land- gneij? n ist sofort wiederherzustellen. tnna.üSk uffes am 9. Juli ist die britische Regierung iw> v in em Ausschuß mit der Aufgabe betraut wor- ,len d'ldi, Vorschläge aufzusetzen, die darauf abzielen soll- inh, ten ie gegenwärtige Lücke im Kontrollplan zu J Mc en und es zu ermöglichen, die Politikder Mcckeinmischung fortzu setzen. Diese uni 2!!dc be ist nicht leicht gewesen. Denn alle Dor- in(: frifc die mit irgendeiner Hoffnung auf Erfolg vukgvracht werden konnten, müßten mcht nur die wmt luseinandergehenden Ansichten, Die zum Aus- diiku! gebracht worden waren, miteinander in Ein- — klllm bringen, sondern sie müßten auch ein wirk- iapr System der Nichteinmischung versprechen. ' Di britische Regierung hat sich jedoch der groß- fein 2ühe bei der Bewältigung dieser Aufgabe un- L; teilen und einen Plan ausgearbeitet, den sie hier- mck cn anderen im Ausschuß vertretenen Regie- mvm in der Hoffnung unterbreitet, daß er zu mer vereinbarten Lösung der gegenwärtigen q ? Schnürigkeiten führen möge. Indem sie ihn unter-- A biM, wünscht sie jedoch eine Bemerkung zu £ Er ist zugegebenermaßen ein Kompr o- u minzwischen verschiedenen Ansichten; er kann nur T © Hf Dir haben, wenn er von den in Frage kommen- Hi Regierung im Geiste einer Kompromiß- M b r i h dj a f t angenommen wird. Alle im Aus- ■ fdbuR vertretenen Staaten haben wiederholt den 'M Mich geäußert, daß die Nichteinmischung im spa- ,0Jni:titi Konflikt fortgesetzt werde. Sie haben nun- mieine Gelegenheit, diesen Wunsch in die Praxis uiRMtzen. Wenn nicht ein Geist größerer mter= 1Ue' mitraler Zusammenarbeit bewiesen wird, als er sich n der Vergangenheit gezeigt hat, wird dieser , Ploi sehlschlagen, und die Völker Europas werden sich i- ner neuen und unvergleichlich gefährlicheren £,ige gegenübersehen. Die britische Regierung er- ■ st ch daher die anderen im Nichteinmischungsaus- —I st lug Vertretenen Staaten dringend, diese Vorschläge fnlori zu erwägen und im Falle ihrer Annahme |1 einen Geist wahrer internationaler Zusammenarbeit billi üirer praktischen Anwendung zu ^zeigen. Hoffnungen uni» Nesnrchlnngen sich in Leitartikeln oder Stellungnahmen lhrer diplomatischen Korrespondenten mit Den englischen Kompromißvorschlägen. „ Der diplomatische Korrespondent der „Times schreibt u. a., die vorgeschlagene Zettordnung fei außer ordentlich wichtig, denn > bringe öie unumgänglichen Garantien einer A b - N»naiakeit der beiden Hauptoor- ichläge voneinander, "ämlich der Zuer- ennuna beschränkter Rechte als Kriegführende und der Zurück ichung ausländifcher Freiwilliger. Sie Begrenzungen, die auf die Kriegsrechte zur See gel?g wurden, wurden durch Vorkehrungen zur Weßung gewisser Lücken im Kontrollsystem aus- geglichen. _ . f Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" führt aus, man hoffe beim Zusammentritt des Nichteinmischungsausschusses fest- nr 162 Stiles Blatt 187. Zahkgang Donnerstag,IS.ZuN M? M ©tCnvlivi ZllBClGCr ms ‘‘“XlnTn41'*™ KP V W It^ng$e®inTg™e‘n. General-Anzeiger für Oberhessen ßWM »m: Anzeiger Gienen VW i • behördliche Anzeigen KRpf. .^»inllßss vruck und Verlag: vrühl'sche Universitäts.vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschästsftekle: Schulstratze 7 M-ngenabschlüss-Staffel s Llndon, 14.Juli. (DNB.) Die britische erung übergab am Mittwoch in London £ )ä|i Vertretern der Mächte des N i ch t e i n rn i - für churgsabkornrnens einen Kornprorniß- 'ses !ß>r!ch l a g zur Lösung der gegenwärtigen Krise, ein Düe sitische Regierung war bekanntlich in der letzte» eli Sitzung des Nichteinmischungsausschusses ein- - "tarig mit der Aufgabe beauftragt worden, einen chs, Vorschlag auszuarbeiten. Die Mitteilung Der nii’öen Regierung hat folgenden Wortlaut: ,.Lif der letzten Sitzung Des Nichteinmischungs- Deutsch-polnisches Abkommen über Oberschlesien. Berlin, 14. Juli. (DNB.) Wegen des mit dem 14. d. M. erfolgenden Ablaufes der 15jährigen Uebergangsfrift des Genfer Abkommens über Oberschlesien sind bekanntlich seit einiger Zeit Verhandlungen mit der polnischen Regierung gepflogen worden. Das Ziel dieser Verhandlungen war zunächst eine Regelung der Wirtschaftlich-technischen Fragen des Abkommens. Diese Verhandlungen sind am 14. d. M. zu einem gewissen Abschluß gebracht worden. Es handelt sich bei den zuletzt in Kattowltz geführten Verhandlungen hauptsächlich um die Geltungsdauer für die bereits getroffene zukünftige Regelung des G r e n z v e r k e h r s, die vereinbarungsgemäß bis zum 30. Juni 1938 Gültigkeit haben wird. Auf der Grundlage der bis dahin gewonnenen Erfahrungen wird später zu prüfen sein, inwieweit die vereinbarten Erleichterungen auch in Zukunft aufrechterhalten bleiben. Wegen der Regelung der Grenzübertrittszeiten haben die zuständigen Verwaltungs- und Zollbehörden sich vor kurzem geeinigt, wobei den berechtigten Interessen der oberschlesischen Wirtschaft, insbesondere auch der Grenzgänger Rechnung getragen worden ist. Soweit erforderlich, werden die für den Publikumsverkehr hauptsächlich in Frage kommenden Grenzstellen auch nachts geöffnet bleiben. Von deutscher Seite ist gemäß der sich aus dem Abkommen über Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr von 1931 ergebenden Möglichkeit der Grenzbezirk im deutschen Teil des früheren oberschlesischen Abstimmungsgebietes von 10 auf 15 Kilometer ausgedehnt worden. Die zuständigen Verwaltungsbehörden werden Weisung erhalten, bei der Ausgabe der an die Stelle der früheren Verkehrskarten in Zukunft tretenden Grenzausweise und Reisepässe möglichst entgegenkommend zu verfahren und die Gebühren dafür' möglichst niedrig zu bemessen. Um einen reibungslosen Austausch der Verkehrskarten gegen Grenzausweise und -Pässe zu ermöglichen, würden die Verkehrskarten noch bis zum 14. August d. I. benutzt werden können. Die bisher tätig gewesene Gemischte Kommission unter Vorsitz des schweizerischen Altbundesrates Felix C a l o n d e r stellt mit dem 14. d. M. ihre Arbeit ein. Dagegen wird das unter Vorsitz des belgischen Professors Georges K a e ck e n - b e e ck arbeitende Schiedsgericht für Oberschlesien die bei ihm anhängigen Fälle nach einem vereinfachten Verfahren noch zur Entscheidung bringen. Im Interesse der oberschlesischen Wirtschaft ist beabsichtigt, den deutsch - polnischen Warenverkehr über die oberschlesische Grenze, der bisher infolge der durch das Genfer Abkommen gewährten Zollfreiheit begünstigt worden ist, auch in Zukunft gewisse Förderung zu gewähren. Die Der- handlungen hierüber sind noch nicht abgeschlossen. Wegen des weiteren Aufenthaltes der Optanten und des zukünftigen Schutzes der beim Uebergang der Staatshoheit vorhanden gewesenen Rechte aller Art konnte eine Einigung in der auseinandergehenden Rechtsauffassung beider Staaten nicht erzielt werden. Der Wawel-Konflikt beigelegt. Oer Krakauer Erzbischof spricht dem Staatspräsidenten sein Bedauern aus. Warschau, 15. Juli. (DRV. Funkspruch.) Der Konflikt zwischen der polnischen Regierung und dem Krakauer Erzbischof ist durch Vermittlung des polnischen Außenministers, der den Staatspräsidenten in seinem Sommeraufenthalt in Jurata aufsuchte, b e i g e l e g t worden. Wie amtlich verlautet, hat sich der Krakauer Erzbischof durch Vermittlung des Vertreters des apostolischen Stuhls in Warschau in einem erneuten Schreiben an den Staatspräsidenten gewandt, in dem er den Wunsch zum Ausdruck bringt, seine Motive für die Ueberführung der'Leiche des Marschalls Pilsudski zu präzisieren. Als er dieses in seinem ersten Schreiben tat, habe er nicht beabsichtigt, in irgendeiner Weise dem Staatspräsidenten sowohl mit Rücksicht auf sein hohes Amt, wie angesichts der Gefühle, die er gegenüber feiner Person hege, zu verletzen. Sobald öffentlich bekanntgeworden sei, daß sein Standpunkt als eine Verletzung der Person und Autorität des Staatspräsidenten betrachtet werde, und sobald er erfahren habe, daß der Staatspräsident sich verletzt fühle, habe er das bedauert, und als Bischof und Staatsbürger fühle er sich verpflichtet, dem Staatspräsidenten gegenüber die ihm gebührende und unveränderliche Ergebenheit zu erklären und zu versichern. In der Verlautbarung heißt es weiter, daß bereits vorher der Krakauer Erzbischof festgestellt habe, daß die Königsgräber und die Gräber der großen Männer der polnischen Geschichte, die in den Grüften der Wawel-Kathedrale stehen, stets nicht nur ein kirchliches Heiligtum, sondern auch einen Schatz des nationalen Ruhmes darstellen. Weiter habe der Krakauer Erzbischof erklärt, daß die Särge der Könige, die für immer und endgültig in den Königsgräbern beigesetzt sind, sowie der Sarg des Marschalls Pilsudski nicht mehr von ihrem Ort entfernt werden sollen. Wenn eine Aenderung einmal unbedingt und ausnahmsweise nötig werden sollte, so könnte das nur noch nach einer vorherigen Verständiguna des Krakauer Erzbischofs mit dem Staatspräsidenten geschehen. Zum Schluß heißt es in der amtlichen Verlautbarung, daß der Staatspräsident unter diesen Bedingungen die Erklärung des Erzbischofs a n- nehme. Angesichts dieser Tatsache betrachtet die Regierung die ganze Angelegenheit als erledigt. „Gazeta P o l s k a" schreibt hierzu, man müsse die Anerkennung der Wawel-Grabstätten als gemeinsames Eigentum der Ration und der Kirche als eine Versicherung verstehen, daß die Krakauer Erzbischöfe in Zukunft nicht mehr eigenmächtig über die Grabstätten verfügen werden. DasMMderSudetendeutschen Don unserem S.O.-Äerichterstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Reichenberg, im Juli 1937. Das Prager Parlament hat seine Tore geschlossen. Zwei Jahre ist es nun her, daß die Bänke im Abgeordnetenhaus und Senat, wo früher eine bunte Vielheit von sieben oder acht sudetendeutschen Parteien ihren Sitz aufgeschlagen hatten, fast ausschließlich von einer einheitlich ausgerichte- ten, von klarem Willen geführten und im Schwung der Jugend zugkräftigen Gruppe besetzt sind: der Sudetendeutschen Partei Konrad Henleins. Es ist für den zufälligen ausländischen Besucher des gesetzgebenden Hauses an der Moldau immer wieder Gegenstand ungläubigen Staunens, daß in der Tschechoslowakei, in der es nach dem „berühmten" Memoire III an die Versailler Konferenz überhaupt nur verstreut siedelnde Deutsche gibt (J), die stärkste Partei des Staates überhaupt e j n e deutsche i st ! Wenn Konrad Henlein nichts' anderes erzielt hätte, als diesen erstmaligen und der ganzen Welt in die Augen springenden geschlossenen Aufbruch des Sudetendeutschtums, so könnte man damit zufrieden sein. Gerade jetzt sind vom „Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht" in Berlin im Rahmen seiner „Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht" die sämtlichen von der tschechischen Friedensabordnung in Versailles im Jahre 1919 überreichten Denkschriften (Memoires), elf an der Zahl, gesammelt herausgegeben worden. Im allgemeinen war davon bisher nur das Memoire III bekannt. Aus dem gesamten Inhalt dieser „Dokumente" — welchen Namen sie nur wegen der endgültigen Klarstellung der damaligen imperialistischen Denkweise der entscheidenden tschechischen Kreise verdienen — gehen insbesondere die „Gründe" hervor, welche man tschechischerseits den damaligen Entente-Machthabern vorzulegen wagte, um mit ihrer Hilfe die Einverleibung des sudetendeutschen Gebietes in dem neu zu errichtenden tschechoslowakischen Staat zu erlangen. Ein Hauptschlagwort der tschechischen Staatsmänner auch noch heute, das erst unlängst anläßlich der Zborow- feiern wieder in den Vordergrund gestellt wurde, ist die Behauptung, daß nur jene Ideen, die den Staat begründet haben, ihn auf die Dauer erhalten können. Diese Auffassung ist zumindesten für die Tschechoslowakei gefährlich, wenn man im Memoire I unter Punkt 3 des 7. Abschnittes liest, es sei „geschichtliche Aufgabe des tschechischen Volkes, notwendigerweise Todfeind der Deutschen" zu sein! Das ist aber schließlich eine Sache, die die Tschechen mit sich selbst abmachen müssen. Sie dürfen sich nur nicht wundern, wenn die Nachbarstaaten unter solchen Voraussetzungen aus ihrer Hut sind. Von gewissen Interessen ist die Behauptung des tschechischen Memvires III, daß die „Deutschen in Böhmen" deshalb 1919 kein Recht auf Ausübung des Selbstbestimmungsrechts gehabt hätten, weil sie „kein geeintes, organisiertes und in der Richtung auf ein bestimmtes Ziel geleitetes Element darstellten". Diese Behauptung ist natürlich für die Vergangenheit ebenso falsch, wie für die Gegenwart, denn die parteipolitische Gruppenbildung ist ja nach prominenter tschechischer Auffassung ein Kriterium der wahren Demokratie; zudem waren alle sudetendeutschen Gruppen und Parteien in der Zielsetzung — den Anschluß an das deutsche Gesamtvolk — völlig einig. Es ist gewiß richtig, daß die Tschechen mit Hilfe dieser bis in das Jahr 1933 andauernden politischen Spaltungen leichter mit den Sudetendeutschen umspringen konnten als heute, daß es ihnen nur auf diese Weise gelang, sie in zwei Teile zu zerschlagen — die Regierungsdeutschen und die Oppositionellen — von denen die ersteren die weitaus stärkeren, deshalb aber doch genau so ohnmächtig waren, wie die letzteren. Kein Wunder, daß die Sudetendeutschen unter solchen Umständen hilflos und wehrlos all dem ausgeliefert waren, was die Tschechen im Besitz der Parlamentsmehrheit zu beschließen und durch die von ihnen bestimmte Staatsverwaltung den Sudetendeutschen aufzuerlegen für gut fanden. Diel gefährlicher als die materielle Not, die infolge dieses Zustandes über die Sudetendeutschen in nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Belangen hereinbrach, war die seelische Gefährdung. Gegen die scheinbar zwangsläufige Entwicklung, die zu immer größeren Verlusten an Volksgütern führte, gegen die immer deutlicher werdende Rechtlosigkeit, gab es scheinbar kein Mittel. Die Sudetendeutschen wurden so moralisch zermürbt, sie verfielen dem Pessimismus und waren scheinbar gar nicht imstande, die Hoffnung zu hegen, man könnte vielleicht auch außerhalb ihres engeren Gebietes an ihren Geschicken Anteil nehmen. Sie wagten feinen Versuch mehr, die Weltöffentlichkeit an diesem unwürdigen Zustand einer Volksgruppe von dreieinhalb Millionen Menschen zu interessieren. Da vor 1933 — mit Ausnahme der nationalsozialistischen Bewegung — kaum ein Mensch im Deutschen Reich sich ernstlich auch nur moralisch für sie einsetzte, drohte die Entstehung eines gefährlichen Separatismus, der geneigt war, das Bestehen eines besonderen sudetendeutschen „Stammes" oder gar „Volkes", jedenfalls einer sudetendeutschen „Sonderkultur" anzunehmen. Das wurde mit einem Schlage anders, als die Tschechen die beiden sudetendeutschen nationalen Parteien gewaltsam auflösten bzw. einstellten, dadurch, allerdings wider Willen, sonst vielleicht unausrottbare parteipolitische und persönliche Verbohrtheiten aus dem Wege schafften und die Bahn frei machten für eine von grüner Wurzel aus völlig neu aufbauende Bewegung. Diese gewann durch die grundsätzliche Einheit in Führung und Handlung unter Konrad Henlein jene Stoßkraft, die nötig war, um auch den größten Teil der in kleine Parteisplitterungen scheinbar rettungslos verstrickten übrigen Sudetendeutschen zum Erwachen zu bringen. Es ist unstreitbar Konrad Henleins Erfolg, diesen Stoß in die verworrene Lage erfolgreich durchgeführt, den Sudetendeutschen eine noch nicht dagewesene einheitliche Willensausrichtung, damit neuen Mut und die Hoffnung gegeben zu haben, daß ihre Lage doch nicht von den Feindmächten allein abhängt, sondern, wenn sie nur gemeinsam wollen, doch von der eigenen Kraft bestimmt werden kann. Die Ausgliederung einer wirklichen Volksgemeinschaft gelang so in überraschend kurzer Zeit. Neben der politischen Bewegung, die nur aus gesetzlichen Gründen Formen einer Partei annehmen mußte, gewannen daraus alle völkischen Verbände, welcher Art immer, es gewann aber auch die Wirtschaft, denn zum ersten Male wurde in ihr die wirklich soziale Gesinnung wach; auch die Wirtschaftsführung erkannte, daß sie nur im Dienste am Volk gedeihen konnte. Man muß den neuen Glauben der Massen gesehen haben, wie er heute bei den sudetendeutschen Tagungen allenthalben zum Ausdruck kommt! Es ist wahrhaftig jener Glaube, der Berge versetzen kann. Man muß aber auch gesehen haben, wie die so erwachte Volksgruppe ihrem Führer Konrad Henlein in geradezu ergreifender Weise ihre Dankbarkeit für das Werk darbietet, das fein Verdienst ist. Wenn man den Zeitraum überschaut, der seither verflossen ist, wird man sich am besten darüber klar, wie sich die Lage der Sudetendeutschen auch im Tatsächlichen geändert hat. Konrad Henleins nie ermüdender Energie gelang die Aufrüttelung des Auslandes, es gelang, die Bürgen der Minderheitenschutzverträge an ihre Bürgschaft in dem Augenblick zu erinnern, wo der verpflichtende Teil seine Zusagen von 1919 nicht erfüllte. Tschechischerseits ist versucht worden, die sudetendeutsche Beschwerde an den Völkerbund über den bekannten, gegen den sudetendeutschen Arbeitsplatz gerichteten Erlaß des tschechischen Verteidigungsministers M a ch n i k als „ergebnislos" hinzustellen. Geradezu kindisch, denn es liegt doch auf der Hand, daß die tatsächlich erfolgte Zurückziehung des Erlasses nur auf diese Beschwerde zurückzuführen ist! Daß die Prager Regierung — wenn auch bisher bloß mit Versprechungen — sich auch bereit zeigte, der wirtschaftlichen Notlage der Sudetendeutschen ein gewisses Augenmerk zuzuwenden, daß der Staatspräsident in seiner Reichenberger Rede die nationalen Ungerechtigkeiten Z u g a b, die an den Sudeten deutschen begangen worden waren, daß schließlich die Regierung darüber hinaus den allerdings mit untauglichen Mitteln unternommenen Versuch machte, einiges davon wieder gutzumachen, wäre natürlich nie möglich gewesen, wenn das Sudetendeutschtum sich nicht unter Konrad Henlein wieder zu einer imponieren« Öen Macht emporgeschwungen hätte. Man erinnere sich nur daran, mit welchem Hohn die gesamte tschechische Presse ohne Ausnahme nach dem 28. Februar dieses Jahres über die damals von Henlein angekündigten nationalpolitischen Gesetzesanträge herfiel! Darüber sei überhaupt keine Diskussion möglich, so lautete damals der tschechische Widerhall. Als aber Ministerpräsident Hodscha von seiner Reise zu den englischen Krönungsfeierlichkeiten aus London zurückkehrte, mußte er plötzlich erklären, daß man über die unterdessen tm Parlament eingebrachten Anträge der Sudetendeutschen Partei reden werde und könne. Der Jni- tiatio-Ausschuß des Prager Abgeordnetenhauses, der darüber zunächst zu beraten hatte, hat einstimmig beschlossen, sie dem verfassungsrechtlichen Anschuß zur weiteren Behandlung zuzuweisen, und sogar das äußerst henleinseindliche „Ceske Slovo" konnte nicht anders als zugeben, daß, bei Lichte besehen, „manches an den Anträgen erwägenswert" wäre. Das ist eine andere Sprache, als man sie bisher von den Tschechen gewohnt war. Mag es nun unterdessen auch den kläglichen Re- ?c-r deutschen Regierungsparteien und ihren Bettelelen gelungen sein, bei ihren tschechischen Mehrheltspartnern die Gnade eines Aufschubes vor der Weiterberatung dieser Gesetze bis zum Herbst ju erwirken, mag es denselben störenden Kräften, die den Untergang vor Augen sehen, auch im letzten Augenblick noch möglich gewesen fein, einen eben» foldjen Aufschub für die feit Jahr und Tag fälligen G e m e indewahlen im sudetendeutschen Gebiet au erzielen: Das Gesetz des Handelns bestimmt doch Konrad Henlein, und es ist auf öie Dauer ausgeschlossen, die ernste Auseinandersetzung über die künftige Gestaltung des Zusammenlebens der einzelnen Völker und Volksgruppen in der Tschechoslowakei zu verhindern. Ebenso könnte es nur nackte Gewalt verhüten, daß endlich auch in den Gemeindeverwaltungen eines demokratischen Staates — und die Tschechoslowakei nennt sich ja mit Vorliebe einen „Leuchtturm der Demokratie" — der wahre Volkswille zum Ausdruck kommt. Die Welt ist aber heute aufgeklärt genug, damit ein derartiger Versuch als das erkannt würde, was er wäre, die Voransetzung der brutalen Macht vor den Rechtsgedanken und die Verweigerung der vertragsmäßigen verbrieften Rechte einer der bedeutendsten Volksgruppen Europas. Man stelle sich vor, irgendwer würde den an Zahl sogar geringeren Norwegern die Wahl ihrer eigenen Leute verbieten wollen! Wir möchten den Entsetzensschrei hören, der ob solcher Vergewaltigung durch die ganze zivilisierte Welt ginge. Mögen die Machthaber in Prag also entscheiden, wie sie wollen, das Ansehen ihres Staates in der internationalen Politik kann jeöemaüs nur durch eine gerechte Lösung wiederhergestellt werden. Da nun die Sudetendeutschen heute dank Konrad Henlein wirklich „ein geeintes, organisiertes und in der Richtung auf ein bestimmtes Ziel geleitetes Element" darstellen, wie es das Memoire III als erforderlich erklärt, kann man dieser Volksgruppe das Recht auf Selbstbestimmung nicht länger verweigern. Das ist die Schlinge, in der sich ihre Widersacher selbst gefangen haben. Die Sudetendeutschen sind friedliebend, sie haben keinen anderen Ehrgeiz, als auf dem von ihren Vätern ererbten Boden in Ruhe und Freiheit arbeiten zu können. Dies zu ermöglichen, ist im Rahmen der tschechoslowakischen Verfassung ohne Staatszertrümmerung auf Grund der Anträge Konrad Henleins durchaus möglich. Der Sinn der Sudetendeutschen steht nicht auf Umsturz, auf Grenz- änberung, Krieg und Katastrophe. Sie wollen, wie mit den anderen Völkern des Staates, auch mit den Tschechen friedlich Zusammenleben. Aber dieses Zusammenleben muß ein geordnetes sein und muß die Unterdrückung einer Volksgruppe durch eine zufällige Parlamentsmehrheit ausschließen. Es ist in die Hand der Prager Machthaber gegeben, diese ruhige Entwicklung des Staates und feiner: Bürger im Herbst anzubahnen und dadurch zu verhindern, daß diese oder jene Volksgruppe eines Tages vor der ganzen Welt unter Hinweis auf die absichtliche und gewaltsame Verhinderung einer solchen friedlichen Entwicklung eine andere Art der Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes fordern könnte. Europa soll feine Dinge selbst regeln. Keine amerikanische Initiative. Washington, 14. Juli. (DNB.) An Präsident Roosevelt ist in der Pressekonferenz die Frage gerichtet worden, ob er angesichts der ftänbig wie- derkehrenden Aeußerungen, er solle eine Friedens- oder Weltwirtschaftskonferenz einberufen, seine Stellungnahme nicht nochmals präzisieren wolle. Roosevelt bekräftigte darauf seine bekannte Einstellung, daß nämlich Europa seine politischen Probleme allein lösen m u ss e. Erst dann habe es einen Sinn, Amerika 3ur Mitarbeit an Weltwirtschaftsfragen heranzu- jieben. Zu dieser Mitarbeit ist Roosevelt grundsätzlich bereit, er hält aber die Einberufung einer Konferenz gegenwärtig für sinnlos. Diener am deutschen Volk. Erlaß des Reichsinnenministers. .B e rl i n, 1(1. Juli. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat den nachfolgenden Erlaß an alle Behörden, @e. meinden, Gemeindeoerbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts gerichtet: „Im Dritten Reich ist der Beamte Diener am deutschen Volk. Ihm hat er alle seins Kräfte, sein ganzes Können und Wissen zu widmen. Er steht deshalb zum einzelnen Volksgenossen nichj im Verhältnis des Vorgesetzten zum Untergebenen, sondern in dem eines Fürsorgers und Be.' r a t e r s, an den der Volksgenosse sich mit seine, Nöten, Sorgen und Zweifeln vertrauensvoll wenden soll. Mit dieser Stellung des Beamten ist jede unsachliche Schärfe und Schroffheit und jede Un. Höflichkeit im schriftlichen und mündlichen Verkehr mit den Volksgenossen unvereinbar. Ein solche; Verhalten wäre geeignet, das Vertrauen zum nq, tionalsozialistischen Staate zu erschüttern und fönntj wird es Ausländern gegenüber geübt, bei ihnez vom Dritten Reich falsche Vorstellungen erwecken und damit dem deutschen Volke schaden. Ich erwarte daher von der Beamtenschaft, daß fie jeden, der sich mündlich oder schriftlich an die Behörde wendet, wenn auch besttmmt, so doch höflich abfertigt, und von den Leitern der Behörden, öaj sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit (z. B. Ver. sammlungen der nachgeordneten Behördenleiter uni Beamten) in geeigneter Weise die unterstellte Bt- amtenschaft auf diese Gesichtspunkte Hinweisen." Deutsch-italienischer Zugendaustausch. Gegenseitige Besuchsfahrten. Berlin, 14. Juli. (DNB.) Die enge Zusammenai, beit zwischen der deutschen und italienischen Jugend, die vor kurzem durch den Besuch der 1300 italieni. schen Jugendführer-Anwärter der deutschen Oeffenl. lichkeit so eindrucksvoll vorgeführt worden ist, wird nunmehr, wie der Reichsjugend-Pressedienst mit. teilt, durch einen Besuch deutscher Jugend in Italien und italienischer Jugend in Deutsch land weiter fortgesetzt. Im Rahmen der deutsch-italienischen Jugendaustausches werden im Laufe des August 450 Hitlerjungen nach Italien fahren und dort ein Lager beziehen. Ende Juli kommen zu einem Besuch der deutschen Jugend 4 5 0 Avanguardisten nach Deutschland. Die italienischen Gäste treffen am 22. Juli in München ein. In den folgenden Tagen beziehen die jungen Italiener ein etwa zehn Tage dauerndes Lager in Nideggen in der Eifel. Dir Reise endet dann wiederum in München, von wo am 5. August die Rückfahrt nach Italien erfolgt Die Rechtsstellung der Juden im deutschen Schulwesen. Richtlinien des Reichserziehungsministers. Berlin, 14. Juli. (DNB.) Mit Erlaß vom 2. Juli 1937 hat der Reichserziehungsminister eint Zusammenfassung der Richtlinien über die Rechts- stellung der Juden im deutschen Schulwesen gegeben, nach denen bis zu einer späteren reichsgesetzlichen Regelung der Schulerziehung jüdischer Kinder zu verfahren ist. Der Erlaß geht davon aus, daß durch das Reichsbürgergesetz vom 15. September 1935 und die Erste Verordnung vom 14. vember 1935 zum Reichsbürgergesetz die Rechts- stellung der Juden im deutschen Reichsgebiet eint grundsätzliche Klärung erfahren hat. Hinsichtlich der Zulassung zum Schulbesuch ist zu unterscheiden zwischen den Pflichtschu- len (Volks- und Berufsschulen) und den Wahlschulen (Mittlere, höhere und Fachschulen). Die Zulassung der Juden zum Besuch der Pflichtschulen regelt sich nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen über die Schulpflicht. Soweit keine jüdischen Privatschulen vorhanden sind, oder von den Unterhaltsträgern der öffentlichen Schulen besondere öffentliche Schulen für Juden errichtet werden, nehmen die jüdischen Schüler an dem Pflichtunterricht der allgemeinen öffentlichen Schulen teil. Den Unterhaltsttägern der öffentlichen Pflichtschulen wird nahegelegt, mit schulaufsichtlicher Genehmigung besondere Schulen oder Sammelklassen für jüdische Schüler zu errichten. Für die Zulassung der Ingen zum Besuch der Wahlschulen bleiben die Bestimmungen des Gesetzes gegen die Ueberfüllundeutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 und die dazu ergangenen Ausführungsoorschriften maßgebend. Hiernach können jüdische Schüler in Höhe von 1,5 v. H. der gesamten Neuausnahmen zugelassen werden. Die Kinder von jüdischen Frontkämpfern sind in die Anteilzahl miteinzurechnen. Jüdische Mischlinge besuchen grundsätzlich die allgemeinen Volks-Unterrichtsschulen. Sie unterliegen auch bei der Aufnahme an Wahlschulen keinerlei Beschränkung. Den von zwei volljüdischen Großelternteilen abstammenden jüdischen Mischlingen ist auch der Besuch jüdischer Schulen oder Sammelklassen für jüdische Schüler gestattet, jebod) mit Vorsorge getroffen, daß sie in diesem Fall künftig nicht das Reichsbürgerrecht erhalten. Staatsangehörige jüdischer Misch' linge, die die allgemeinen Schulen besuchen, haben wie jeder andere Schüler an allen Veranstaltungen der Schule einschließlich besonderer Gemeinschaftsveranstaltungen außerhalb des schulplanmäßigen Unterrichts (z. B. Schulausflügen.. Besuch von Schullandheimen, Sportfesten u. bflt) teilzunehmen; sie sollen, da sie das Reichsbürger' recht erhalten können, grundsätzlich den anderen Schülern gleichgestellt werden. Jüdische Schü' l e r (§5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürger' recht) nehmen dagegen lediglich an dem lehrplan- mäßigen Unterricht teil. Von der Teilnahme an meinschaftsoeranstaltungen außerhalb des schulplan-- mäßigen Unterrichts sind sie ausgeschlossen. Zur Reifeprüfung als Nicht sch üle>' und zu den sprachlichen Ergänzungsprüfungen sind wie^ bisher jüdische Bewerber deutscher Staatsan» gehörigkeit nicht zugelassen. Sofern sie an einte nicht mit selbständigem Prüfungsrecht ausgestatteten Schule unterrichtet worden sind, können sie jedoih zur Ablegung der Reifeprüfung an einer öffentlichen höheren Schule zugelassen werden. Jüdischen Mischlingen ist die Ablegung der Prüfung in jedem Falle gestattet. Soweit an jüdischen höheren Schulen Reifeprüfungen sbgeha^ ten werden, sind die Abgangszeugnisse ausdrückliH als Zeugnisse jüdischer höherer Schulen zu kennzeichnen. In dem Abschnitt „Lehrerausbildung" heißt es in dem Erlaß: „Juden können nicht Lehrer oder Erzieher deutscher Jugend fein. Auch olsche Mischlinge sind künftig für den Beruf eines r? öte daß fiel ) n u n g | ich wohl schon von der Ruhe und Ord on: irr lik fr ilii rfüftii in??’ . milf e r J u 4.. U irli 0[j i • en! en m i! zi< ; lj H ijhV nei? W alii eilt1 : , it ie) W Selb neral Franco den Pressevertretern in herzlichen Worten für ihr Interesse an dem Befreiungskampf des nationalen Spaniens. Er nehme an, 1 Salamanca, 15. Juli. (DRB.) Staatschef General Franco hat am Mittwoch im Hauptquartier von Salamanca die dort anwesenden ausländischen Pressevertreter sehr herzlich empfangen und ihnen mitgeteilt, daß es ihnen gestattet sei, sich an die Madrider Front zu begeben, um von dort aus frei und wahrheitsgemäß an ihre Agenturen und Zeitungen zu berichten. Dort würden sich die ausländischen Pressevertreter davon überzeugen können, daß nach einer Woche wütender Angriffe der Boi- fchewisten deren Offensive zusammengebrochen und die Kämpfe so gut wie beendet feien. Die militärischen Operationen der Nationalen be° chränkten sich augenblicklich auf kleine Verschiebungen der Dorpostenstellungen. — Ferner dankte Ge- Budapest, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Minister des Innern v. S z e l l gab einem Vertreter des Ungarischen Telegraphischen Korrespondenzbüros eine Erklärung zur Minderheitenfrage ab, die er als „die ernsteste Frage des durch die Friedensverträge geschaffenen Mitteleuropas" bezeichnete. Das Minderheitenproblem sei für Ungarn in doppelter Hinsicht von Interesse, nämlich vom Gesichtspunkt der Millionen anderen Ländern angegliederten Ungarn, sowie vom Gesichtspunkt der auf dem verbliebenen Äandesteil lebenden ungarischen Staatsangehörigen nicht-ungarischer Muttersprache. Die ungarische Regierung sei stets bestrebt gewesen, ihren auf streng völkerrechtlicher Grundlage beruhenden Standpunkt hinsichtlich der im Ausland lebenden ungarischen Minderheiten allen in Betracht kommenden Instanzen bekanntzugeben und ihm nach Möglichkeit Geltung zu verschaffen. „Wir wünschten", so sagte der ungarische Innenminister, „niemals etwas anderes als daß, was sich die einschlägigen Verträge zum Ziel gesetzt haben, nämlich, daß unsere Mindecheilen im Besitz vollkommener politischer Freiheit ihre geistige und wirtschaftliche Kultur entwickeln und somit weiterhin bestehen können. Wenn auch diese Bestrebungen der jeweiligen ungarischen Regierungen nur selten von Erfolg gekrönt worden sind, so liegt darin keine eigene Unler- lassungsschutd. Die gegenwärtige politische Kräfteverteilung, die Organisation und die heutige Einstellung des Völkerbundes, denen gegenüber sich das Recht und die politische Zweckmäßigkeit nicht durchsetzen konnte, haben diesen sehr bedauerlichen Umstand geschaffen, der gewiß nicht zum Frieden beigetragen, sondern im Gegenteil sogar die Verbreitung des Geistes der Versöhnung verhindert hat. Die weiter verlautet, soll zu erwarten sein, daß schon die nächsten Tage die Bildung eines neuen Verwaltungsorganes für Rordchino einschließlich Ost-Hopei bringen werden. Das Programm sei dem von Ost-Hopei ähnlich. Es würde vermutlich die autonome Stellung dieses Besitzes als Teil Chinas vorsehen, jedoch unter Ablehnung der Berechtigung der Nankinger Regierung, für ganz Ehina zu sprechen, ferner die Be- kämpfung des Kommunismus und eine A n - lehnung an Japan, INandfchukuo und die provisorische mongolische Militärregierung. Der Ausgangspunkt der Südgrenze dieses Gebietes dürfte an der hoangho-Mündung liegen. Weiter wird bekannt, daß die japanischen Mili- tärbehörden ihre weitere Stellungnahme von der Reaktion der Nankinger Z e n t r a l r e g l e- r u n g abhängig machen wollen. Sie zeigen aber große Zuversichtlichkeit angesichts der Erwartung, e > * Wv ■ i Bolschewistische Niederlage bei Madrid. General Franco vor Pressevertretern. — Nationale Gegenoffensive. on ] bet merk , ihiic litt # I le"' ung] die! l!Lji Entspannung in Nordchina? Bildung „neuer Verwaltungsorgane" in Anlehnung an Japan geplant. Der französische Nationalfeiertag Große Parade. — Ausschreitungen der Dolksfrontler. n; en: daß sie in der nächsten Woche in Nordchina über fünf Divisionen verfügen werden. Japan friedensbereit. diutfchen Jugenderziehers ungeeignet. Zur Aus- b düng für den Beruf eines Lehrers oder Erzie- soll daher grundsätzlich nur zugelassen werden, für sich und, falls er verheiratet ist, für seine Hefrau den nach den.beamtenrechtlichen Vorschrif- [el erforderlichen Nachweis über die Reinheit des Kutes erbringen kann." ■ Zur Sicherung des Nachwuchses der Lehr- n ä f t e für jüdische Schulen hat sich jedoch jjic Minister Vorbehalten, bis zu einer später zu klaffenden Neuordnung einzelne jüdische Antrag- stiller (-innen) zur Ablegung der wissenschaftlichen Prüfung für das höhere Lehramt, zur Prüfung für Jcs Handelslehramt, sowie zur Prüfung für das sinstlerische Lehramt von Fall zu Fall vor besondere Prüfungsausschüssen zuzulassen, lieber die Zu- inimensetzung der Prüfungsausschüsse ergeht be- Lbere Bestimmung. Diese Ausnahmebestimmungen Liten nur für Juden, nicht für jüdische Mischlinge. "Unter Uebernahme der durch die Nürnberger Ge- tae geprägten Begriffe „Jude" und „jüdischer Mschling" bestimmt der Erlaß abschließend gründlich, daß überall, wo in bisherigen Erlassen der Msdruck „Nichtarier" verwandt ist, soweit durch Gsetze oder Verordnung nichts anderes bestimmt ist oder sich aus den Bestimmungen des Erlasses vM 2. Juli 1937 nichts anderes ergibt, darunter mr „Juden" zu verstehen sind. George Lansbury in Nom Die logische Folge dieser unserer Auffassung ist das Verhalten der ungarischen Regierung gegenüber den innerhalb der heutigen Landesgrenze lebenden Staatsangehörigen nicht ungarischer Sprache. Unter diesen steht an erster Stelle als die zahlenmäßig größte die ungarländisch - deutsche Minderheit, die in unverbrüchlicher Verbundenheit nicht nur mit dem ungarischen Staat, sondern auch mit der ungarischen Nation sich stets in der Vergangenheit, so gewiß in der Zukunft bewähren wird." „Der allgemeine Leitsatz unserer Minderheiten- Politik ist", so schloß der Minister, „daß Ungarn seine deutsc^n oder anderssprachigen Staatsangehörigen wenigstens so gut behandeln will, wie dies ungarischerseits von jenen Staaten erwartet wird, auf deren Gebiet Minderheiten ungarischer Muttersprache leben. Unsere einschlägigen Rechtsbestlmmungen stehen mit dieser Zielsetzung in vollkommenem Einklang, hieraus ergibt sich, daß Ungarn keine neuerlichen grundlegenden Verfügungen auf dem Gebiete des Minderheitenwesens zu treffen hat. Ls ist nur notwendig, daß die bisher erlassenen Bestimmungen im praktischen Leben restlos verwirklicht werden, und dies ist auch der vorbehaltlose feste Vorsatz der ungarischen Regierung. Dieser Vorsatz bezieht sich vor allem auf dieSchu l- frage, sowie auch darauf, daß die Regierung keine Bestrebungen zur Geltung kommen läßt, die gegen die Freiheit der Kultur und des Sprachgebrauches der deutschen und anders sprachiger Minderheiten gerichtet wären, wie dies vom Kultus- und Unterrichtsminister in einer Weise, die jeden Zweifel ausschließt, wiederholt erklärt worden ist." Ungarn und die Minderheitenverträge Erklärungen des ungarischen Innenministers. bas Gericht ließ Milde walten, da der Angelte sich sowohl während des Krieges, als auch pgfyer bewährt habe. Er habe sich stets emmanb= frei geführt und sich auch als strebsamer Arbeiter liefen. Auch fei er in feinen Straftaten nicht fcaeit gegangen, wie es manche feiner Mitbrüder jpcn hätten. Er gehöre zu der Zahl derer, die der Errnpfatmosphäre des Klosters zum Opfer gefallen Ri Aus diesen Gründen wurden dem Angeklag- h in weitgehendem Maße mildernde Umstände zu- tblligt. Er erhielt wegen Verbrechens gegen § 174 blatz 1 Ziffer 1 in Tateinheit mit Verbrechen § 174 Absatz 1 Ziffer 3 in sechs Fällen eine *efängnisftrafe von drei Jahren. Mmschen so schnell sittlich verderbt werden können, joseph L o i f i n g e r , 1889 in Neumarkt in der tierpfalg geboren, trat als Kriegsfreiwilliger in das &>r ein. Er machte den ganzen Krieg mit, wurde einmal schwer verwundet und kämpfte nach dem Hiedensschluß im Freikorps von Epp. 1922 trat er bei den Franziskanerbrüdern in Sigmaringen ein. Hier erregte aber der neue Ordens- hber unliebsames Aufsehen durch seine deutsche Hc innung, und man schickte ihn wieder weg. Nun leitet der Angeklagte zu seinem Unglück 1927 an die ;■«. Hninziskanergenossenschaft Waldbreitbach, in 1 Lien verschiedenen Niederlassungen, zuletzt in Daldniel, er als Bäcker und zeitweise auch als Lmnkenpfleger verwendet wurde. In Waldniel ™£ü machte er sich an die seiner Obhut unterstellten Jun- V \ 1 -..... ' " ' * .....— (Rdjts) vor seinem Hotel in Rom, als er sich zu Mussolini begab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Waldbreitbacher Sumys. Koblenz, 12.Juli. (DNB.) Vor der 3. Großen Gl-aftammer des Landgerichts in Koblenz saß der 48Lihrige Franziskanerbruder Joseph L o i f i n g e r, Scannt Bruder Flavian, auf der Anklagebank, ßoi» firmer entstammt einer achtbaren Familie und hat fidj als tapferer Soldat und als tüchtiger Handwer- !er erwiesen. Kaum aber war er auf seinem Lelm sw eg in den Dsinstkreis des Waldbr etlicher Klostersumpfes geraten, als es mit ihn bergab ging. Der Angeklagte hatte sich im Äster gewissenlos und gemein an deutscher Ju- ee-d vergangen, so daß sich auch in diesem Falle ietem Prozeßteilnehmer wieder der Eindruck auf- brongte, wie stark die eigenartige „Moral" dieser Stifter „abfärben" muß, daß durch sie achtbare fen mit schlüpfrigen Gesprächen heran, wobei es hin meistens zu unsittlichen Berührungen kam. Ser Gericht versuchte der Angeklagte mit dem alten nm Irirf zu arbeiten, er habe die jungen Leute „sexuell ie «Ulnaren wollen"! Die Pfleglinge selbst dachten ober über diese „Aufklärung" wesentlich anders, iitn sie beschwerten sich bei dem Bruder Vorsteher M hüb er. Hier tarnen sie allerdings wieder einmal ien.l bie falsche Adresse, da der würdige Klostervor- ü, I1; fielet selbst schon eine ganze Reihe ähnlicher B: Etheußlichkeiten auf dem Kerbholz hatte. Inzwischen fr ,, hn er es auch vorgezogen, nach Holland „überzu- $*' Hein". Von der verantwortlichen Stelle kam also W ' he Abhilfe, und so vergriff sich der verdorbene 3eri ’ Suticnträg-er im Saufe eines Jahres an einer gan- h " Reihe von Zöglingen. W ' ' ‘ W u.' Kleine politische Nachrichten 2er Präsident der Akademie für Deutsches Recht Z-t den Senatspräsidenten am Reichsgericht Dr. ndis und den Ministerialrat im Reichsjustiz- ^tftcrium Dr. Dr. Wilke zu Mitgliedern der »iabemie für Deutsches Recht berufen. Lie die Polnische Telegraphenagentur aus Moskau meldet, ist der Ministerialdirektor im Außen- ünmiffarlat, Selman, der sich besonders um bi; Ausländer zu kümmern hatte, seines Postens kihoben worden. Wie verlautet, soll Bekman »n h a f t e t worden fein. Paris, 14. Juli. (DNB.) Der heutige Nationalfeiertag stand ganz im Zeichen der Gro - 3 e n Parade. Während etwa 100 Militärflugzeuge in Gruppen zu sieben über der Stadt kreisten, piette sich die Parade auf dem Ehamps Elysöes im Beisein des Staatspräsidenten, fast sämtlicher Minister, des Königs Carol von Rumänien, des Sultans von Marokko und der Generalstabschefs des rumänischen und des jugoslawischen Heeres, sowie einer großen Anzahl von französischen und ausländischen bohen Militärs ab. Die Parade wird als bil größte feit dem Kriegsende bezeichnet. Die Truppen wurden von der nach Tausenden zählenden Men- chenmenge mit Beifall begrüßt. Die offiziellen Festlichkeiten klangen mit vier großen Feuerwerken in verschiedenen Stadtteilen aus. Alle staatlichen und städtischen Bauwerke waren bis Mitternacht festlich beleuchtet. Bis in die frühen Morgenstunden sah man Einheimische und Fremde in den Straßen tanzen. Doch nicht in allen Teilen der Stadt spielten sich die Festlichkeiten so ruhig ab. Kommuni st en und streikende Ga st wirtsange stellte feierten auf ihre Art, zu der nun einmal zerbrochene Stühle und Tische, zerschlagene Schaufensterscheiben und Geschirr gehören. Auf den großen Boulevards kam es am Mittwochabend zu verschiedenen Kundgebungen streikender Kellner, die sich zu Schlägereien auswuchsen. Am Opernplatz hatten sich die Streikenden das Friedenscafe zur Zielscheibe genommen; hier und bei anderen Cafes wurden die Schaufensterscheiben eingeschlagen und Einrichtungsgegenstände demoliert. In dem Pariser Vorort B o u l o g n e trieben die Kommunisten wieder ihr Unwesen vor einem Caf6 Tokio, 15. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien. dienst des DNB.) Ministerpräsident Fürst K o n o e legte auf einer Konferenz Ler Provinztalgouverneure unter Zurückstellung aller inner- politischen Probleme die Ursachen 'des letzten Zwischenfalls in Nordchina und die getroffenen Gegenmaßnahmen dar. Die Bedeutung der Konferenz wurde durch die Teilnahme des Kriegs- und des Marinemini st ers unterstrichen. Die Kriegs- und Marineminifter betonten, daß sie die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konfliktes noch nicht völlig aufgegeben hätten. Sie erwarteten jedoch im Ernstfälle die uneingeschränkte Unterstützung der Zioilverwaltung und forderten nachdrücklich die Aufklärung der Bevölkerung über die Notwendigkeit eines Einsatzes militärischer Kräfte in Nordchina Außenminister Hirota wiederholte den Hinweis auf Japans Friedensbereitschaft. Japan werde sich bemühen, auf diplomatischem Wege den Konfliktsstoff zu beseitigen. Er bqt, im Falle eines Scheiterns der Friedensbemühungen um Unterstützung und um die Opferbereitschaft der Gesamtbevölkerung. Chinesischer Protest abgelehnt. T o k i o , 14. Juli. (Dftaftenbienft des DNB.) Der Geschäftsträger der chinesischen Botschaft Pang Aushan überreichte einen formalen P r o t e st der Nanking-Regierung anläßlich des Nordchina-Zwischenfalles. Er verlangte die Zurückziehung der japanischen Truppen aus der Umgebung von Loukauchiau und die sofortige Abstoppung der weiteren Verstärkung der Nordchina-Garnison. Dizeaußenminister H o r i n o u ch i lehnte die Ent- gegennahme des Protestes a b und stellte die Gegenforderung, daß China umgehend die mit Japan getroffenen Vereinbarungen einhalte. Die Entsendung von Truppen nach Nordchina sei wegen der aggressiven Haltung der chinesischen Truppen notwendig. Die Beilegung des Konfliktes hänge allein von der Haltung Chinas ab. Oer japanische und der chinesische Botschafter bei Neurath. Berlin, 14. Juli. (DNB.) Der ja p a n i s ch e und der chinesische Botschafter in Berlin haben heute den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, aufgesucht, um ihn über die Lage in Nordchina Mitteilungen zu machen. Aus aller Wett. Reichsgerichtspräsident a. O. Walter Simons Potsdam, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Alter von 75 Jahren verstarb am Mittwochnachmittag in seiner Wohnung in Nowawes Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Walter Simons. Der Führer beglückwünscht eine hundertjährige. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Margaretha Stollenwerk in Calenberg (Kreis Schleiden, Regierungsbezirk Aachen) aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Aufgelöst und verboten. Auf Grund der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat hat der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei die Sekte „A p o st e l k i r ch e Johannes" (auch „Das Wiederkommen Jesu Christi, Meister in Jüngerscharen" genannt) mit sofortiger Wirkung für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst und verboten. Englische Volkshochschüler besuchen ein Zeltlager der HI. 80 englische Volkshochschüler trafen zu einem achttägigen Aufenthalt in Wiesbaden ein. Sie wurden vom Kurdirektor begrüßt. 11. a. besuchten die englischen Gäste das Sommerzeltlager der HI. im Rödelbachtal. Hier wurden sie von Landrat Herrchen begrüßt. Die Hitlerjungen und die eng- lischen Gäste fangen wechselseitig frohe Lieder, wobei die Engländer in deutscher Sprache den „Jäger aus Kurpsalz" fangen, was große Freude auslöste. Maffenvergiflung durch felbstgefammelle Pilze. Eine schwere M a s s e n o e r g i f t u n g hat sich in der bei Budapest gelegenen Ortschaft Dornony ereignet. Durch den Genuß giftiger Pilze erkrankten dort 49 Einwohner lebensgefährlich. Vier Personen sind bereits den Vergiftungen erlegen, fünf weitere schweben in Lebensgefahr. Auch die übrigen 40 Betroffenen mußten mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht werden. Eine sofort einge» , leitete behördliche Untersuchung hat ergeben, daß . diese Massenvergiftung auf den Genuß felbftgefam» i weiter Pilze zurückzuführen ist. USA.-Kegierung verbietet private Transozeanflüge. Nachdem jetzt das Schicksal der amerikanischen Weltfliegerin Amelia Earhart kaum noch fraglich 1 ist, hat die Regierung der Vereinigten Staaten, „Neuyork Journal" zufolge, ein transozeanisches Flugverbot für alle amerikanischen Privatflie g er erlassen. Wie erinnerlich, entstanden der Regierung der Vereinigten Staaten ungeheure Ausgaben bei den Versuchen zur Auffindung der im Stillen Ozean verschollenen Fliegerin Earhart. Kunst unO Wissenschaft. Heidelberger Festspiele 1937. Bei der Inszenierung der diesjährigen Reichsfestspiele in Heidelberg verfolgt Intendant Ingolf Kuntze ganz neue Absichten. Vor allem wird der Ensemblegeist gepflegt, dem sich Schau- fpieler von den besten deutschen Bühnen einfügen. Auch der bekannte Künstler hat neben der weniger bekannten jungen Kraft kleinere Rollen zu spielen. Dies garantiert den Ausführungen eine harmonische Geschlossenheit, wie sie an wenigen Bühnen mit Festspielcharakter erreicht wird. Als Regisseure werden dieser Ausgabe Oberregisseur S ch w e i ck e r t (München) für „Amphytrion , Generalintendant Walther Bruno I l tz (Düsseldorf) für „Romeo und Julia" und Heinrich George für den „Götz" gerecht. — Als künstlerischer Beirat ist Traugott Müller verpflichtet worden. Die Vorarbeiten für die bei der Eröffnung zur Ausführung kommenden Stücke sind nahezu abgeschlossen. Wie aus jeder Freilichtbühne spielt auch im . Heidelberger Schloßhof bas Wetter eine große Rolle. in der Nähe des Parteilokals der französischen Sozialpartei und belästigten die Gäste. Als die Polizei eintraf, zerstreuten sich die Kundgeber, kehrten jedoch in den Abendstunden wieder zurück und fangen vor dem Caf6 die Internationale. Um neue Zwischenfälle zu vermeiden, forderte die Polizei den Kaffeehausbesitzer auf, seine Tore zu schließen. In Le Mans mußte ein von Militär gebildeter Fackelzug schon nach kurzem Aufmarsch a u f g e I ö ft werden, da sich e x t r e m i st i s ch e Gruppen dem Zug angeschlossen hatten und die Internationale fangen. Die Truppen erhielten Befehl, unmittelbar in ihre Kasernen zurückzukehren. Zu wüsten Schlägereien und Schießereien kam es in Marseille. Hier hatten sich zwei Gruppen von Kundgebern in Bewegung gesetzt, eine mit nationalem, die andere mit marxistisch-kommunistischem Anstrich. Während die rechtsstehenden Verbände sich zum Gefallenendenkmal begaben, um dort einen Kranz niederzulegen, marschierten die Dolksfrontler vor das Polizeipräsidium, wo eine Abordnung eine Entschließung abgab. Während die über 10 000 Menschen zählenden Kundgeber, auf die Rückkehr der Abordnung wartend, die Straße sperrten, kam es zu ernsten Zusammenstößen, die aber von der Polizei zunächst beigelegt werden konnten. Als sich der Zug der Dolksfrontler aber unter Revolverschüssen wieder in Bewegung setzte, entstand eine Panik. Die Bilanz dieser Zusammenstöße stellt sich auf zehn verletzte Polizeibeamte und fünf andere, durch Revolverschüsse verletzte Personen, die sämtlich ins Krankenhaus übergeführt werden mußten. 15 Personen wurden verhaftet. P ei ping, 14. Juli. (DNB. Ostasiendienst des DNB) Don unterrichteter Seite verlautet, daß Verhandlungen, die um Mitternacht begonnen hatten, mit der Anerkennung neuen Sage durch die 38. Division endeten. Die Truppen dieser Division werden danach bis zur Neuordnung in ihren bisherigen Garnisonen verbleiben. Die 37. Division verweigerte bisher die Anerkennung der neuen Lage, doch dauern die Verhandlungen noch an. Bleiben sie ergebnislos, fo soll wie weiter verlautet, dieser Division ein ehrenvoller Abzug nach S ü de n zugestanden werden Sie würde dann voraussichtlich in Pao- ttngfu zu den Kräften der Nankinger Zentralregie- runq stoßen. Der Kommandeur der 38. Dwision und gleichzeitige Bürgermeister von Tientsin ist am Mittwoch mit dem Mittagszug nach seinem Amtssitz Tientsin zurückgekehrt. Nach Tientsm begab idi ferner der frühere Gouverneur der Kiangfu- Provinz, General Chi Hsiehjuan der in naher Zukunft noch eine wichtige Rolle m Nordchina spielen dürfte. jsbiil!! ant« . ei dB W\ \i afi1. id alt •' i *1 Ä r I im Hinterlande und von der B e g e i ft e r u n g ber an der Front kämpfenden nationalen Truppen und Freiwilligen hätten überzeugen können. General Franco sihloß feine Ansprache mit der Einladung an bie Pressevertreter, das neue Spanien auch nach Beendigung des Krieges zu besuchen, kennenzulernen und ihm ihr Interesse zu bewahren. Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch meldet von der Front vost'A r a g o n: Im Abschnitt Albarracin wurde die Gegenoffensive unserer Truppen fortgesetzt. Der Gegner, ber versuchte, die Ortschaft Albarracin zu umzingeln, wurde aus seinen Stellungen verdrängt. Der Feind hatte beträchtliche Verluste. 40 Milizleute haben sich mit ihren Waffen den Nationalen gestellt. Front von Madrid: Ein neuer Angriffsversuch des Gegners bei Brunete und Villanueva de Padilla ist wieder fehlgeschlagen, wobei er sehr starke Verluste erlitt. Luftwaffe: Vier bolschewistische Flugzeuge wur- I den abgeschossen. it frühere Führer der englischen Arbeiterpartei, irla -arge Lansbury, weilte während des Wochen- Dll öes in Rom, wo er von dem Duce zweimal tll .erpfangen wurde. In den Unterredungen hob /s| Mussolini die Einberufung einer neuen Friedens- . ', Inferenz als besonders wünschenswert hervor. Au chserem Bilde sieht man George Lansbury Doch ist Heidelberg in der glücklichen Lage, bei schlechtem Wetter auch den Königssaal im Schloß benützen zu können. Es wird dann stets „Phantalon und feine Söhne", das fröhliche Spiel von Paul Ernst, das durch den Erfolg des letzten Jahres feine Eignung als Kammerspiel bewiesen hat, aufgeführt. Die Leistungen der unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels im vierten Sommer stattfindenden Reichsfestspiele werden auch in diesem Jahre wieder vorbildlicher Höhepunkt des deutschen Freilichtspieles sein. Büchertisch. — Die Japanische Sphinx. Von Konteradmiral a. D. Johannes F. E. Meier. (Verlag Karl Poths, Frankfurt a. M. Geb. 2,85 Mark.) — 515 — Rach dem Willen des Verfassers soll das Buch „ein Beitrag zum Verständnis des Landes LPD. Wie es nun eben keine Freude auf Erden gibt, ohne daß, wie bei den Rosen, die Dornen gleich daneben stehen, so muß es der Mensch in Kauf nehmen, daß die schöne Sommerzeit von einer manchem wenig angenehmen Begleiterscheinung getrübt wird. Da sind z. B. die verschiedenen Insekten- arten, die uns in den Sommermonaten umschwärmen und mehr oder weniger zu Plagegeistern für Mensch und Vieh werden. Besonders lästig werden können Fliegen und Mücken, die gleichzeitig als gefährliche Ueberträger von Krankheiten anzusehen sind. Weniger dadurch, daß diese Insekten vorher auf Aas gesessen haben, als vielmehr dadurch, daß Mücken oder Stechfliegen kranke Menschen oder Tiere bereits gestochen und sich mit den Jnfektionsanregern beladen Huben, werden die Krankheitsstoffe dem gesunden Menschen übertragen. Die Re gen bremse oder blinde Fliege gilt als besonders gefährlich. Wissenschaftlich konnten noch nach 12 Tagen im Fliegenmagen Tuberkelbazillen festgestellt werden, während andere Fliegenarten noch vier Wochen lang Bak- und seiner Bewohner" sein. Wer diese fesselnde Arbeit mit der gebührenden Aufmerksamkeit liest, wird sein Wissen über Japan sehr bereichern, und er wird am Schlüsse der Lektüre feststellen können, daß die selbstgestellte Aufgabe des Verfassers in guter Weise gelöst ist. Admiral Meier gibt in dem Buche auf Grund langjähriger Studien und eigener Erfahrungen während seines Aufenthalts in den ostafiatl- schen Gewässern ein knapp umrissenes, aber aufschlußreiches und übersichtliches Bild der Entwicklung Japans in geographischer, geschichtlicher, kultureller und religiöser Hinsicht. Man lernt weiter in großen Zügen Wesen, Sitten und Gebräuche der Japaner, ihre landwirtschaftlichen, industriellen und kommerziellen Verhältnisse, ihre sozialpolitischen Bestimmungen usw. kennen. Ein Kapitel über „Imperialismus und Kriegsausfichten" bildet den Abschluß der interessanten Schrift. terien übertragen können. Selbst bei toten Fliegen erhalten sich Milzbrandbazillen lebensfähig. Auch Flöhe kommen als Bazillenträger in Betracht, wenn auch bei ihnen wie bei den Wanzen die Ueber- tragbarkeit sehr rasch erlischt. Es ist aber jetzt wieder die- Zeit zur Bekämpfung dieser Plagegeister gekommen. Aeußerste Sauberkeit in Haus und Hof ist oberstes Gebot, weil gerade durch Schmutz, Pferdemist und Kot diese Insekten angezogen werden. Häufige Reinigung muß auch dem Kehrrichteimer zuteil werden, in dem man zur heißen Jahreszeit keine Speisereste oder sonstige feuchte Stoffe hineinwerfen sollte. Bei Mückenstichen bestreicht man die betreffenden Hautstellen mit Salmiakgeist, essigsaurer Tonerde oder einem sonstigen zweckmäßigen Präparat, worauf Juckreiz und selbst Beulen bald verschwinden. Auch gegen die von Bienen, Wespen oder Hornissen verursachten Stiche hilft Salmiakgeist tresflich. Ein einfaches aber wirksames Mittel, um Fliegen von der Wohnung fernzuhalten, besteht darin, am Fenster eine Tomatenpflanze zu ziehen, während Mücken durch Verbrennen von zerknülltem Zeitungspapier und Zugluft vertrieben werden. Gegen zudringliche Ameisen verwendet man ein Gemisch aus gleichen Teilen Staubzucker und Borax oder einer Lösung von zwei Eßlöffeln Zucker und zwei Eßlöffeln Hefe in einem halben Liter Wasser aufgelöst, das man in flachen Tellern auf den Boden stellt. Zur Motten bekämpfung nimmt man Walnußblätter, Holunderblüten oder mit Petroleum oder Terpentinöl getränkte Lappen, die man zwischen Wollsachen oder Pelze bezw. zwischen Rücken- und Seitenlehnen der Polstermöbel steckt. Auch kann man diese Plagegeister der Kleiderkammer durch Büschel von Lavendel, Rosmarin oder getrocknete Apfelsinenschalen vertreiben. Ist man so mit den entsprechenden Bekämpfungsmitteln gegen die schädliche Jnsektenwelt versehen, dann können uns alle diese Plagegeister nichts mehr anhaben. Namentlich aber für die Ferien und Urlaubsreisenden empfiehlt es sich, vor Antritt der Reise die für die oben aufgeführten Fälle erforderlichen Mittel sich zu besorgen. Diese kleine Mühe bei geringen Unkosten wird sich durch ihre wohltätigen Wirkungen sehr gut lohnen. Das Wetter vom 15. bis 24. Juli. herausgegeben von der Forschungsslelle für langfristige Millerungsvorhersagen des Reichswellerdienstes in Bad Homburg vor der höhe am 14. Juli, abends. Der langsame Durchzug eines Kaltluftkörpers von Nordwest nach Südost hat das vordem bestandene freundliche Wetter unterbrochen und in Mitteldeutschland stellenweise ungewöhnlich große Niederschlagsmengen gebracht. Danach ist wieder Beruhigung eingetreten. Das Witterungsgepräge der nächsten zehn Tage läßt sich kurz folgendermaßen kennzeichnen: Im großen und ganzen freundlich, häufig heiter, warm, oft schwül, wiederholte verbreitete Gewitterstörungen mit nachfolgender leichter Abkühlung. Die Aufheiterung und Erwärmung wird in den nächsten Tagen von West nach Ost fortschreiten, aber bereits am Donnerstag können im Westen einzelne Gewitter auftreten. Die Gewitter werden teilweise, besonders im Westen und Süden, von starken Regenfallett begleitet sein. Die Sonnenscheindauer wird in dem zehntägigen Zeitraum fast allerorts 70 Stunden überschreiten. Die Zahl' der Tage mit Niederschlägen wird wahr.' scheinlich an vielen Orten, besonders im mittleren Norddeutschland, unter 5 bleiben. Wetterbericht des Reichswellerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich einheitlicher subtropischer Warmluft und zugleich begünstigt von absteigender Luftbewegung liegt über ganz Deutschland heiteres und sehr warmes Wetter. Durch vom Atlantik her neuerdings vordringende kühlere Luft, die teilweise Westeuropa schon erreicht hat, erfährt die Gewitterneigung eine weitere Verstärkung. Im großen und ganzen wird sich jedoch der Witterungscharakter freundlich gestalten, wobei die Temperaturen allerdings etwas niedriger liegen werden. Aussichten für Freitag: Wolkig bis hei. ter, gewittriger Regenschauer, Temperaturen etwa; zurückgebend, südwestliche bis östliche Winde. Aussichten für Samstag: Bei südwest, lichen bis östlichen Winden wolkig mit Ausheite. rung, örtliche Schauer, Temperaturen unverändert. Lufttemperaturen am 14. Juli: mittags 26,2 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 15. Juli: morgens 16,7 Grad. Maximum 26,8 Grad, Minimum heute nacht 16,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Juli: abends 23,6 Grad; am 15. Juli: morgens 18,6 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; fist den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt bet Anzeigen: i. V. Hans Thein D. A. VI. 37: 9101 Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf, mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstitgz 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig, 3m Kamps gegen die Plagegeister des Sommers Einfache und wirkungsvolle Mittel gegen Insekten. Statt Karten. im Alter von 64 Jahren. Allendorf a d. Lumda, den 15. Juli 1937. In tiefer Trauer: Karoline Häuser Die Beerdigung findet Freitag, den 16 Juli, nachmittags 2% Uhr statt. 4723 D Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, den 14 Juli 1937. Die Beeidigung findet am Freitag, dem 16. Juli, nachmittags 4 Uhr statt 03527 4732 D Herr Christoph Formhals 4730 D 4735 D Sieben 4733 A 4727 D Ruttershausen, den 15. Juli 1937. BORRMANNo Ruf 4165 Gießen, Neustadt 5 w Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber, herzens* guter Mann, unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Familie Georg Wagner Familie Otto Reitschmidt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Formhals, geb. Damm. Spar- und Vorschußverein Allendorf a. d. Lumda. Am 13. Juli 1937 starb infolge eines Herzschlages unser Direktor Durch seine großen Verdienste, die er sich als Vorstandsmitglied erworben hat, wird er uns unvergeßlich bleiben. Dentist Koch verreist bis 28. Juli 1937. Für die Hinterbliebenen.- Kath. Herbst Gestern abend 8 Uhr verschied nach langem schweren, mit Geduld ertragenen Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Gote und Tante Frau Leonore Schomber, geb. Jünger im Alter von 59 Jahren. Für die mnigeTeilnahme und für die Kranzspenden beim Hinscheiden meines Mannes sage ich allen meinen herzlichen Dank. Meline Wittich Gießen (A.d. Bahnhöfen 30), 14. Juli 1937. 03525 Bei Einsatz der Ernte kauft jede Menge Koggenfivoh Seeresveroslegungs - fjaiwmmf Teieobon 2951 _______________47201 Gestern abend verschied infolge Herzschlages Herr Christoph Formhals Gemeinderechner i R. und 1. Beigeordneter der Gemeinde Allendort/Lda. Allzufrüh wurde uns dieser ausgezeichnete pflichttreue Beamte entrissen, der seit über 37 Jahren in mustergültige! Weise seinen Posten voll ausfüllte. Aufrichtig ist unsere Trauer um den wertvollen Mann, der bei allen Gemeindeangehörigen Ansehen besaß und sich Achtung und Zuneigung sicherte. Er wird in unserem Andenken fortleben. Die Gemeindeverwaltung Allendorf an der Lumda. Krieb, Bürgermeister. Allendorf/Lda., den 14. Juli 1937. In tiefer Trauer: Wilhelm Schomber nebst allen Angehörigen. Reiskirchen, Rödgen, Schadenbach, den 15. Juli 1937. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 17. Juli, nachm.2 Uhr statt Vertreter: Dentist Theis, Ludwigstr. 60 BOI ifiesichlshaarei ^iiamenhan u.m.läst.Haarew. nur d.die von mir angew.,einz.sick. Meth. unt. l9ar. inun.mitd.Wurz. ichmerü.entfernt Frau B. Gulden, seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechstd. reden Areitag/Wiel en Am Riegelpad 32 9-7 Uln hiircfia. Ludwig Häuser Bäckermeister Für die überaus zahlreichen Beweise wohltuender Teilnahme beim Heimgange unseres 1b. Entschlafenen Ernst Herbst, Lehrer sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Plötzlich und unerwartet verschied am 13. Juli abends infolge eines Herzschlags mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder und Onkel der Gemeinderechner und Untererheber i. R. Christoph Formhals im Alter von 66 Jahren. M A I ÄCCÖ von 3 bis 20 vom Hundert erhalten Sie bei wie- I MCU-I liaOÖB derholten Veröffentlichungen einer AnzeigeI »lMMslWlS. ülöenö Samstag ZO.SOUhr imSchüüenliaus (Liederbücher mitbringen) 4720V tieschattsdrucksachen Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr.7 03538 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach langer, mit großer Geduld ertragener Krankheit meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante neu AU Gießen (Sonnenstr. 29), den 13. Juli 1937. Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Juli, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Knoch. Frau Elisabeth Knoch geb. Sonntag im Alter von 66 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Ur. 162 Zweites Blatt Donnerstag, 15. Zuli 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) „gewissen anderen Staaten" abgeschlossenen Bündnisverträge zu torpedieren verbuchten. Der Sinn dieser Auskünfte ist zu handgreiflich, um mißverstanden zu werden: Beruhigt euch. Tuchatschewski hat nichts von den Informationen, die ihr ihm hier in Paris über eure militärischen Geheimnisse, gegeben habt, an Dritte verraten, und mit ihm und seinen Genossen sind nicht Freunde der Bündnisse mit Frankreich, sondern Gegner vom Leben zum Tode gebracht worden. Solche Beruhigungspillen über die Zuverlässigkeit der russischen militärischen Schlagkraft haben aber keine rechte Wirkung. Das Mißtrauen ist da. Auch die Reden, die beim Empfang des neuen Sowjetbotschafters, der sein Beglaubigungsschreiben dem Präsidenten der Republik überreichte, gewechselt wurden, werden nur mit Achselzucken gelesen. Man weiß im französischen Generalstab — die Hinweise darauf vor dem Abschluß des Bündnisses waren deutlich — daß von allen technischen Einrichtungen in Rußland das Eisenbahnwesen am unzu- verlässigstei, weil stark heruntergewirtschaftet, ist. Darüber können auch die Modelle moderner Riesenbahnhöfe, die auf der Ausstellung aufgebaut sind, nicht Hinwegtäuschen. Die Russen prahlen ja auch ganz offen damit, die Eisenbahnen würden in einem Kriege kaum eine Rolle spielen. Es käme nicht mehr auf die sichere Bewältigung großer Truppentransporte an, sondern die Flugzeuge würden entscheiden, und deren besitze die Sowjetunion mehr als jede andere Macht. Als Illustration dazu dient der russische Junge, der sich mit strahlendem Gesicht am Modell die Begeisterung für das Sowjetflugwesen einpflanzen läßt. Alle Bilder, und ebenso der große Relief-Fries, der um die äußere Basis der Dorhalle läuft, zeigen die schönsten, gut gekleideten Gestalten, und allen Gesichtern sind Freude und Hingebung an das Dasein im Sowjetparadies auf- Ohrfeige. Ohne ein Wort zu sagen, machte er kehrt und ging davon. Zadrazil rieb sich entgeistert die Backe und blickte dem Dicken nach, bis er verschwunden war. Dann zuckte er die Achselch sammelte — noch immer leicht erstaunt — sein Werkzeug auf und ging, den vereinbarten Lohn für die Ausschachtung eines Brunnens zu beheben. Der Satz, daß das Bauerntum der Lebensquell unseres Volkes ist, stellt nicht nur Erfahrung und Tatsache fest, sondern deutet auch auf' eine wichtige Aufgabe hin, die dem Reichsnährstand gestellt ist: den Bauern zu blütsmäßigem Denken zu erziehen, seinen Sippensinn zu vertiefen und Klarheit darüber zu gewinnen, welche biologischen Kräfte in unserem Bauerntum ruhen. Weiter gilt es, dem einzelnen Bauern klarzumachen, welche Folgerungen er für sich persönlich aus den Ergebnissen der Sippenforschung und aus der Sippenpflege zu ziehen hat. Denn mit unserer sippengeschichtlichen Arbeit verfolgen wir das Ziel, aus der Vergangenheit der Geschlechter Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die Schwierigkeiten tauchen mit dem Augenblick auf, in dem der Jungbauer mit der Frage kommt: „Welche blutsmäßigen Werte besitzt mein väterliches und mein mütterliches Geschlecht?" Diese Frage wird in Zukunft noch mehr erhoben werden als bisher, wenn ein Bauernsohn und eine Bauerntochter zur E h e schreiten und jeder Klarheit haben will über den blutsmäßigen Wert des Ehegatten. Als das beste Anschauungs- und Erfahrungmaterial stehen uns zwei Hilfsmittel zur Verfügung: einmal die Ahnentafel, die durch Forschung in die Tiefe die Vorfahren des Bauerngeschlechtes feststellt und seine Leistungen ermittelt. Zweitens, durch Forschung in die Breite, die S i p p s ch a f t s t a f e l, welche anzeigt, wie sich das Blut der Sippe im Leben äußert. Die Anfertigung der Ahnen- und Sippschaftstafeln ist ein wichtiges Mittel, den Blutsgedanken im Bauerntum zu beleben. Denn jede Behandlung des Blutsgedankens setzt voraus, daß der einzelne vor allem Kenntnis von seinem eigenen Blute hat. Bei der Gattenwahl wird die Kenntms eines bestimmten Blutkreises am notwendigsten, da beide Ehepartner die ganze Sippe, mit deren Glied sie sich verbinden, kennen müssen. Es kann deswegen als Erfolg bezeichnet werden, wenn es dem Reichsnährstand gelungen ist, sowohl an den landwirtschaftlichen Schulen wie besonders an den Bauernschulen den Blutsgedanken durch die Aufstellung von Ahnen- und Sippentafeln oorwärtszutreiben. Bei dem Beginnen, durch Einzelforschungen von den Bauern und den Jungbauern die Ahnen- und Sippschaftstafel aufstellen zu lassen, ergab sich bald die Feststellung, daß bei Einzelforschung und Einzelarbeit, auf das Reichsgebiet übertragen, allein beim Bauerntum fast 200 Millionen Einzelangaben zu machen gewesen wären. Die bisher bei der sippen- kundlichen Arbeit gewonnenen Erfahrungen lehrten andererseits, daß es wirtschaftlicher ist und daß auch vollständigere und zuverlässigere Ergebnisse gewonnen werden, wenn zunächst einmal der gesamte Inhalt der wichtigsten sippenkundlichen Quellen, der pfarramtlichen und standesamtlichen R e g i st e r planmäßig aufgearbeitet und übersichtlich dargestellt wird. Als zuverlässigstes und wirtschaftlichstes Verfahren zur Aufarbeitung des sippenkundlichen Inhalts der Kirchenbücher hat sich das Familienblattverfahren erwiesen, das in einer bereits in mehreren Auflagen vorliegenden Schrift: „Der Weg zur Volksgenealogie" dargestellt wird und nach dem der Reichsnährstand die Bearbeitung der pfarramtlichen und standesamtlichen Register durchführen läßt. Danach besteht die fertige Arbeit aus dem sogenannten Familien- oder Sippenbuch, das sind aus alphabetisch geordneten Familienblättern zusammensetzt. Jedes dieser Familienblätter enthält alle wichtigen«Angaben, die in dem bearbeiteten Kirchbuch über je ein Elternpaar und dessen sämtliche Kinder gefunden werden. Das Verfahren der Verzettelung der Kirchenbücher nach dem Familienblattvordruck hat sich für die besonders nach biologischen und erbbiologischen Gesichtspunkten erfolgende bäuerliche Sippenforschung außerordentlich gut bewährt. Denn Vom Kirchenbuch zum Familienbuch Sippenbewußtsein und Vlutsgedanke im deutschen Bauerntum. Der alte Meister und der junge Dachs. Es ist immer so gewesen und muß wohl so sein, daß die jungen Künstler sich in einem starken Gegensatz zu denen befinden, die ein Menschenalter vor ihnen Erfolge und Ruhm geerntet haben. Die Jugend pflegt mit wesentlich anderen Augen zu sehen als das Alter, und in diesem Unterschied der Betrachtung beruht nicht nur bas, was man gemeinhin Fortschritt nennt, sondern eine immer wieder segensreiche Rückkehr zu den Anfängen künstlerischen Schaffens, die selbst auf einer hohen Stufe der Entwicklung nicht außer acht gelassen werden dürfen. Selbstverständlich kommt es oft genug vor, daß die Jungen ungerecht werden und die Meister, die ihnen im Wege stehen, verachten. Um so lustiger ist es, wenn sie wider Willen gezwungen werden, anzuerkennen, daß auch die vor ihnen Vieles gekonnt haben und manches, was ihnen selber schwerfällt. Ein hübsches Beispiel erzählt der rheinische Dichter Otto B r ü e s, der im Juliheft von Velhagen & Klasings Mona t s h« ft e n einen farbig bebilderten Aulsatz über den Düsseldorfer Maler Fritz Reusing schreibt. Vor etwa zehn Jahren saß Brües bei dem Düsseldorfer Wilhelm Schreuer, der mit einer ganz eigenen Wischtechnik alles, was er vor sich sah, auf die Fläche brachte. In jenem Gespräch drehte der kauzige Schreuer den Spieß um und schimpfte auf die jungen Künstler so heftig, daß er darüber sogar vergaß, sein Weinchen zu trinken. Es klopfte an der Tür, herein trat ein bekannter Maler, damals Wortführer der Opposition gegen den „Malkasten" und alles, was ein wenig vor ihm das Licht der Welt erblickt hatte, und sprach: „Meister, wenn das Rad von einem Karren schräg von einer Wurzel, auf die es gerollt ist, auf der Schräge eines Straßengrabens liegt — ich brauche das für em Bild — wie sieht sich's dann an?" Schreuer nahm ein Stück Kohle, zeichnete drei, vier Minuten und antwortete: „So!" Dann drückte er dem jungen Kameraden das Blatt in die Hand, ihn so verabschiedend, und brummte, nor sich hin: „Sonst kommen die Burschen nicht!" Skizzen aus Frankreich Don Dr. Paul Rohrbach. eine ganze Wand der Grube und stürzte mit lautem Getöse zusammen. — Staub! Dichter Staub! Als sich die Wolke verzogen hatte, zeigte es sich, baß die Grube wieder ziemlich- ausgefullt war Zadrazil stand eine Weile völlig erstarrt. Dann riß er jäh die Mütze vom Kopf, schleuderte sie mit einem Kraftwort der eingestürzten Wand nach und machte kehrt. Er statte wütend davon und verschwand — ohne sich noch einmal umzudrehen — hinter der Tür des nächsten Gasthauses. Bald nachdem Zadrazil verschwunden war, bog ein großer dicker Mann um die Ecke und schlenderte quer über den Platz. Plötzlich blieb er i^hen und riß die Augen auf. Er sah eine frisch ausgeschachtete Grube, die zur Hälfte einaestürzt war. Mitten aus den Sandmassen ragte einsam der Stiel eines Spatens hervor. Daneben lag eine Mütze. Der dicke Mann riß die Augen noch weiter auf und stöhnte. Ängstlich blickte er sich um -- nirgends war eine Menschenseele zu sehen. In der nächsten Sekunde sprang er mit einem gewaltigen Plumps in die Grube, ergriff den Spaten und zerrte ihn mit aller Straft aus der Erde Dann fing er an zu graben. Er grub mit Feuereifer. Rund um den dicken Mann herum häuften sich Berge von Sand, Lehm und Geröll. Allmählich verschwand er vollkommen in der Erde. Mit einemmal hielt er inne und bückte sich Da zwl chen dem Scknd war etwas, das sich wie Leinen anfuhlte. Er packte den Stoffzipfel mit beiden Fausten imd zog. Er keuchte und zog immer starker Plötzlich gab tue Geschichte nach - der Dicke landete mit einem heftigen Ruck auf seinem Hinterteil. Was er in der Hand hielt, war zweifellos eine Jacke. {Simmel — jetzt hab ich ihm den Kittel abge- zogen^chzte er verstört und schleuderte sie fort. Dann stürzte er sich von neuem auf den Spaten und grub mit verdoppelter Geschwindigkeit. Einige Zeit später tauchte Zadrazil am Rande der Grube auf und starrte fassungslos hinunter Der Dicke unten starrte ebenso fassungslos hinauf. Er hielt den Spaten in der Hand und stand bis zu den Knöcheln im Grundwasser. Keiner von beiden redete ein Wort Endlich warf der Dicke die Schaufel hm und kle - terte schnaufend aus der Grube. „Ist das Ihr Kittel?" fragte er und deutete auf die ßemenjatfe. Zadrazil nickte. Also waren Sie gar nicht verschüttet, wie? fragte der Dicke gepreßt Zadrazil schüttelte verständnislos den Kopf Der Dicke guckte ihn eine Weile stumm an. Dann holte er plötzlich aus und gab ihm eine schallende Zwei attrömische Villen in England. In Suffolk wurde eine der größten römischen Dillen, die bisher in diesem Gebiet gefunden wurde, ausgegraben, und man nimmt an, daß es sich um die Villa Faustinae handelt, die in römischen Reisebeschreibungen erwähnt wird. Es wurden eine Reihe von Gebäuden, die um einen Mittelhof gruppiert sind, ausgegraben. Besonders bemerkenswert ist ein Badehaus, das ausgezeichnet erhalten ist; die Pfeiler des Heizraums sind noch in ihrer ursprünglichen Stellung, ebenso der Zementboden des kalten Brausebades mit dem Bleirohr. 40 Münzen aus der Zeit von 141—393 n. Ehr. und reich verzierte Töpferwaren wurden gleichfalls gefunden. Die Wände der Gebäude find in den verschiedensten Farben gestrichen. Eine zweite Villa in Dorchester stammt aus dem 3. Jahrhundert und ist augenscheinlich das Haus eines der reichsten Bürger gewesen. Man sand auch hier Münzen und Schmuckstücke für Frauen, vor allem aber ein hervorragendes Mosaikpflaster, das zu den schönsten bisher in England gefundenen gehört. Auch in dieser Villa stellte man ein Heizungssystem fest. ck- sens, über die Fliegerei, über Kinderpflege, Filme, Theater usw. bewiesen. An wirklichen Erzeugnissen dieses so großartigen Schaffens ist aber sehr wenig zu sehen. Die ganze Tendenz geht dahin, zu zeigen, wie trostlos leistungsunfähig das alte zarische Rußland gewesen sei, und welche Fortschritte die Sowjetisierung gebracht habe. Dem steht aber die eine, alle prahlerische Propaganda erschlagende Tatsache gegenüber, daß unter dem Zarenregiment der russische Bauer schlecht und recht satt wurde, und daß reichlich Getreide exportiert werden konnte, während der Bauer jetzt hungert und die Getreideausfuhr viel geringer ist als früher. Auf der Ausstellung bekommt man eine fabelhafte Statistik über die Produktion von Traktoren und Mähdreschern — die Russen sagen dafür Kvm- baynen — für die Landwirtschaft, und es stehen auch ein paar solche Maschinen leibhaftig da. Was man aber nicht erfährt, ist, daß die meisten Traktoren nicht arbeiten, weil sie dauernd in Reparatur sind, und daß die Bauern die Kombaynen absichtlich unbrauchbar machen. Sie sind ihnen verhaßt, weil sie das gemähte Korn auch gleich ausdreschen und so den Sowjetkontrolleuren die Möglichkeit geben, der betreffenden Bauernschaft die „Staatsoerpflichtung" an Getreide sofort wegzunehmen. Vom Anteil der Bauern an der Ernte, der ohnehin mager genug ist, bleibt dann manchmal so gut wie nichts übrig. Also tut der Bauer alles, um unter der Hand die Teufelsmaschine unbrauchbar zu machen. Traktoren und Kombaynen sind mit dem Moment außer Gefecht gesetzt, wo irgendein Stück ihres Mechanismus fehlt. Sie stehen für gewöhnlich in besonderen Stationen für jeden Getreiderayon und werden zur Feldbestellung und zur Ernte in die bäuerlichen Kollektivwirtschaften, die sogenannten Kolchosen, geschickt. Es mangelt aber dauernd an bereitliegenden Ersatzteilen, so daß sie nicht repariert werden können, wenn der Mechanismus stockt. Dann hagelt es Anklagen gegen die „trotzkistisch-bucharinschen Banditen und Spione", die an allem Schuld sein sollen, nur der Bauer freut sich, daß er heimlich einen etwas größeren Anteil an dem von ihm gebauten Getreide in Sicherheit bringen kann. Die Propaganda im Sowjetpavillon arbeitet besonders mit Riesengemälden und farbigen Wandkarten. Auf einer solchen Karte von Rußland sind die Städte durch große farbige Edelsteine markiert, von denen man wohl annehmen kann, daß sie aus dem einstigen Zarenschatz oder aus den Tresors ermordeter Aristokraten stammen. Lenin und Stalin sehen — der letztere allein dreiund- s e ch z i g M a l — in Stein, Erz, Gips und bemalter Leinwand den Besucher an. Vor einem Kolossalbild, das Stalin im Kreise hoher Sowjetoffiziere darstellt, fühlt man sich an ein bekanntes Bild in einer Moskauer Galerie erninnert: Iwan der Schreckliche inmitten seiner Leibwächter und Bojaren. Es ist leibhaftig d e r r o t e Z a r, der da fitzt und über Köpfen, Hängen und Erschießen brütet. Vor einem anderen Gemälde, das den Marschall Woroschilow zu Pferde in kühner Feldherrn- haltung darstellt, hört man ein Gemurmel, hier müsse die Unterschrift stehen: Aus Urlaub vom Peloton! (So wird das mit der Erschießung beauftragte Kommando genannt.) In Paris wird erzählt, Stalin habe eine Denkschrift hergeschickt, um die französischen Befürchtungen zu zerstreuen, die Sowjetarmee könne durch Massenerschießung von Generalen an militärischem Wert eingebüßt haben; das sei nicht der Fall, durch die Reinigung sei nur ihre Schlagkraft erhöht und die Kampflust der Truppen nicht beeinträchtigt. In der Denkschrift soll weiter stehen, Tuchatschewski und die anderen Generale hätten keine militärischen Geheimnisse verraten, sondern sie seien erschossen worden, weil sie die i n n e r r u s s i s ch e n Verhältnisse kritisierten, der Beteiligung Rußlands am Völkerbund widersprachen und die zwischen Rußland und geprägt. Wer hie Wirklichkeit kennt, weiß es anders. Ein Hauptstück im Hintergrund des Ausstellungsraumes ist ein Modell des — angeblich im Bau befindlichen — Sowjetpalastes in Moskau. Er soll in einen 350 Meter hohen Turm auslaufen, und dieser soll noch durch eine 100 Meter hohe Statue Lenins, mit ausgerecktem Arm und geballter Faust, gekrönt werden: das höchste und kolossalste Gebäude der Welt. Rur ist es bisher erst eine Maquette, ein Modell. Durch diesen ganzen Propagandaaufbau schiebt sich fortdauernd eine dichte Menge von Besuchern, denen man ansieht, daß sie größtenteils zum Arbeiterstand gehören. Sie würde mehr Eindruck machen, wenn man nicht vermuten müßte, daß sehr viele davon von kommunistischer Seite kommandiert sind, um auf diese Weise zu imponieren. Sobald man näher hinhört, merkt man auch, daß es gegenüber diesem ganzen Aufbau von viel Schein und wenig Wirklichkeit nicht an Kritik fehlt. Man hatte mir erzählt, die russische Ausstellungsleitung habe ein Buch aufgelegt, um Lobsprüche der Besucher darin zu sammeln. Ich fragte eine der offiziellen Führerinnen auf russisch, wo dies Buch läge und merkte sofort, daß ich mit der russischen Anrede das höchste Mißtrauen erweckte. Das Buch läge da und da, hieß es. An der angegebenen Stelle aber war es nicht zu finden. Eine Eintragung darin sollte lauten: Fabelhafte Zahlenaufbauten, babylonische Türme, aber keine Zahl richtig! Vielleicht sind noch mehr solche Zeugnisse dorthin gekommen, und man hat das Buch lieber entfernt. Als ich den Russenbau verlassen hatte und zu den beiden Figuren hinaufsah, die ihn krönen und die Weltrevolution verkörpern sollen, wiederholte ich mir im Stillen die Worte: Sürete sans joie! Sicherlich ohne Freude! III. Frankreichs „freudlose Sicherheit". Im Gespräch mit einer französischen Persönlichkeit von Stand und Rang lenkte sich die Rede von dem Deutschen Haus auf der Ausstellung und seinem bevorzugten Platz auch auf das allgemeine Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland. Es ist eine ständige französische Vorstellung, daß Deutschland eine undurchschaubare unberechenbare Größe sei, daß von Deutschland her irgend welche dunklen Gefahren drohen, und daß es daher die Pflicht Frankreichs sei, immerfort an seine Sicherheit gegenüber Deutschland zu denken. Wir gingen miteinander durch die russische Ausstellung, und das Thema von der Bundesge- nossenschaft zwischen Frankreich und Sowjetrußland lag nahe. Ich fragte: „Was würde Stalin dazu sagen, wenn Deutschland und Frankreich sich eines Tages von Grund auf verständigten? Eine nicht mißzuverstehende Gebärde war die Antwort, aber sie fand ihre Fortsetzung in den Worten: „Wie die Dinge nun einmal liegen, ist das russische Bündnis für uns ein Sich.er- heitsfaktor, den wir nicht entbehren können — mais c’est une sürete sanr joie!“ Freudlose Sicherheit! Ist das nicht ein Wort, das zu denken gibt. Ich glaube, es gibt außerhalb der radikalkommunistischen Richtung nur wenige Franzosen, denen bei dem Bündnis mit Moskau von Herzen wohl ist. Man kann noch weiter gehen und sagen, daß heute über ganz Frankreich eine gewisse Atmosphäre von Freudlosigkeit liegt, und daß diese im Grunde von nichts anderem herrührt, als von der Intimität und damit auch Abhängigkeit, in dis man sich Moskau gegenüber begeben hat. Die entscheidende Schuld liegt bei dem Rein, das der französische Außenminister B a r 11) o u 1934 den deutschen Pakt- und Abrüstungsvorschlägen entgegensetzte. Ob es aus dem unüberwindlichen französischen Mißtrauen heraus geschah oder um auf jeden Fall Frankreichs militärische Superiorität in Europa zu behaupten, bleibe dahingestellt. Jedenfalls wandte sich der Kurs der französischen Politik dem Sowjetbündnis zu. Nachdem durch die Kammerwahlen von 1936 Die sozialistischen und kommunistischen Stimmen für die Mehrheitsbildung ausschlaggebend geworden waren, ergoß sich die Flut der Volksfrontgesetze über Frankreich, die mit dem einen Wort charakterisiert werden können, daß sie Wechsel ohne Dek - k u n g waren. Jetzt werden sie zur Einlösung vorgelegt, und die dazu erforderlichen Mittel zeigen sich als nicht vorhanden. Geht man aber der Frage auf den Grund, woher eigentlich die Linksmehrheit in der Kammer zustande gekommen ist, so ist die Antwort: Weil Moskau der französischen kommunistischen Partei die Weisung gab, sich in ihren Wahlaufrufen vaterlandsfreundlich und militärfreundlich zu tarnen. Damit hat Moskau das Spiel in die Hand bekommen, und damit hat sich zunehmend über Frankreich jene Stimmung gelagert, die man nicht besser kennzeichnen kann, als durch jene beiden Worte: sans joie. „Sürete sans joie" ist eine Devise, der man noch mit besonderer Skepsis begegnet, wenn man sich die Ausstellung im russischen „Pavil- I o n" angesehen hat. Sie ist von Anfang bis zu Ende nichts als Propaganda, die aber gerade durch ihre Ueberfteigerung ihre Unwahrhaftigkeit enthüllt. Es ist eine ständige Moskauer Redensart, Sowjetrußlands Aufstieg unter dem großen Stalin sei märchenhaft — märchenhaft in Technik, Wirtschaft und Kultur. Das sollen große überall angebrachte Diagramme über die Erfolge der Industrialisierung, über den Aufschwung des Schulwe- Wer andern eine Grude gräbt... Von peter Mattheus. Es war ein fürchterlich heißer Tag. Zadrazil — der kleine schmächtige Zadrazil — kam mit Hacke und Spaten auf der Schulter um die Ecke und machte auf dem freien Platz hinter dem Hause halt. Die Stelle, wo er den Brunnen graben sollte, war schon abgesteckt — genau em Meter im Geviert. Zwei Meter tief mußte man mindestens graben, um auf Grundwasser $u kommen. Zwei Meter —? Vielleicht auch drei! Zadrazil konnte sich nicht enthalten, bei dem Gedanken zu seufzen. Mißbilligend blickte er zur Sonne empor. Er warf sein Werkzeug auf den Boden und trocknete sich zunächst einmal die Stirn. Dann spuckte er — mit einem zweiten bekümmerten Seufzer m die Hände und fing an zu graben. Zuerst kam eine Schicht harter, verkrusteter,Erde — ausgedorrt und backig von der Hitze. Dann kam eine Schicht Sans, Dann Lehm, dann wieder Sand. Diesmal semkor- niger, lockerer Sand, der bei jedem Spatenstich in Massen nachrieselte. Nach einer Weile stieß Zadrazil den Spaten mit einer kräftigen Verwünschung in den Boden, streifte seine dünne Leinenjacke ab und beförderte sie mit Schwung zuoberst auf den Erdhaufen, der sich neben der Grube erhob. Er seufzte tief auf und arbeitete verdrossen weiter. Eine Schaufel Sand nach der anderen warf er aus der Grube heraus, beharrlich wie eine Baggermaschine. Er war schon fast einen Meter tief gekommen. Je länger er grub, desto deutlicher stieg eine Vi- fion Dor ihm auf - eine Vision, die sich immer mehr oerLeie und fch-iesilich die Gestalt eines schaumgekronten Glases Bier annahm. Wohin er auch blickte -L- überall sah er dieses verlockend gefüllte Glas vor sich. Bier! Kühles Bier! Die Vorstellung war geradezu qualvoll. Seme Zunge war wie trockenes Leder. Er schüttelte brummend den Kopf und» budd>elte verbissen weiter. Dann aber wurde Die Vision übermächtig Plötzlich schleuderte er den Spaten von sich und kletterte in überstürzter Hast aus der Grube. Er hatte es so ungeheuer eilig, daß er je gliche Vorsicht vergaß. In dem Augenblick, als er sich über den Rand der Grube schwang, spurte er, wie Das Erdreich unter ihm nachgab. Mit einem Satz rett er sich auf festen Boden und fuhr herum. Hinter ihm polterte es dumpsi Er sah gerade noch, w> seine Jacke in einem Strom von Sand und irro . brocken in der Tiefe verschwand. Dann loste sich die Reisefieber in Amerika. Nach einer vorläufigen Schätzung, die von dem amerikanischen Kraftfahrerverband aufgestellt wird, werden die amerikanischen Reisenden in diesem Jahre etwa 4500 Millionen Dollar ausgeben, eine Summe, die bisher auch nicht annähernd erreicht worden ist. Man schätzt, daß etwa 500 Millionen Bürger der Vereinigten Staaten sich auf die Reise begeben und wenigstens je hundert Dollar ausgeben werden. Dabei werden alle denkbaren Verkehrsmittel in Bewegung gesetzt, vom Kraftwagen mit angehängtem Wohnwagen bis zu dem bescheidenen -Zweirad, und alle Autostraßen des Landes sind überfüllt. In allen Bundesstaaten sind etwa 12 500 Touristenlager verstreut. Besonders schnell haben sich solche Lager gebildet durch die mit allen modernen Bequemlichkeiten ausgestatteten Wohnwagen, in denen es an fließendem Wasser und elektrischem Licht nicht fehlen darf. In Kalifornien, das von jeher das beliebteste Reiseziel der Amerikaner war, gibt es 1440 solcher Lager, in Texas 971, während Colorado trotz feiner prachtvollen Berglandschaften in den Rocky Mountains nur 413 aufweist. Minnesota, das Land der zehntausend Seen, steht an vierter Stelle mit 408 Lagern. die Kirchenbücher |inb nicht |ippen= oder geschlech- termäßig geführt, sondern in zeitlicher und getrennter Anordnung als reine Tagebücher für Taufen, Verehelichungen und Beerdigungen gedacht. Unsere Aufgabe ist es also, mittels des Familienblattuer- fahrens die kirchlichen Register in sogenannte Familien- oder Sippenbücher umzuarbeiten. In welchem Ausmaß die Arbeiten auf dem Gebiete der Verzettelung der Kirchenbücher und der Anlegung von Familienbüchern bereits ausgenommen sind, ist bisher noch wenig bekannt. So wurden von rund 1000 Gemeinden über 1500 Kirchenbücher In Arbeit genommen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen hat man immer wieder untereinander ausgetauscht. Sobald die Arbeit noch weiter vorgeschritten und die Zuverlässigkeit und Vollständigkeit deutlicher sein wird, mit der nach Fertigstellung der Derzettelungsarbeiten siv- penkundliche Anfragen jeden Umfangs beantwortet werden können, sollen diese ersten Arbeitsergebnisse noch weitere Früchte tragen Denn mit der Durchführung dieser Arbeit gewinnen wir zugleich Erkenntnisse, die auch vielen anderen Stellen zugute kommen. Es wird darum auch versucht, diese Stellen an der Finanzierung der Famillen- bücher zu beteiligen. Eine solche Riesenarbeit kann ja nicht in einem Jahre durchgeführt werden und endgültig auch nur bann, wenn alle Stellen ihr Unterstützung anaedeihen lassen. Besonders die Reichsstelle für Sippenforschung, als die berufenste Stelle im Reich für diese Arbeiten, hat die Verzettelung der Kirchenbücher nach dem Familienblattoerfahren stets energisch gefördert. .. n Das Familienbuch dient vor allem der Rettung, Erhaltung und Erschließung der wichtigsten sippen- kundlichen Quellen. Es bildet aber auch einen wesentlichen Bestandteil der Erforschung der Orts- und Heimatgeschichte wie der bäuerlichen Hof- und Sippengeschichte. Jedem Dorf soll mit dem Familienbuch ein Wink gegeben werden, aus dem die Blutszusammenhänge der Sippen und Geschlechter zu erkennen sind; «denn die Kenntnis dieser Zusammenhänge allein gibt die Grundlagen für em blutsmäßiges Denken und die daraus zu zieheiwen Folgerungen. ZdK* 1h ' ■». ■ r 01 Die Sieger des Vanderbilt-Pokals in Berlin begeistert empfangen. Am Dienstagabend trafen die deutschen Sieger im Autorennen um den Vanderbilt-Pokal in USA. wieder in der Reichshauptstadt ein. Eine große Menschenmenge begrüßte begeistert die erfolgreichen Rennfahrer. Einer der Ersten, die Rosemeyer die Hand schüttelten, war Rudolf Hasse, der Sieger von Belgien. Auf unserem Bilde sieht man von links: Bernd R o s e m e y e r mit seiner Gattin Elly Beinhorn-Rosemeyerund von Delius. — (Atlantic-M.) Klare deutsche Führung bei der Internationalen Rhön. Die letzte Landemeldung des Dienstags traf erst nach Mitternacht auf der Wasserkuppe ein. Der polnische Pilot Zabski war nach einem Fluge von 265 Kilometern nach Chudnitz in der Tschechoslowakei gelandet. Damit erhöht sich die Streckensumme des Dienstags, der bisher der leistungsreichste Tag der ersten Internationalen Rhön war, auf 3200 Kilometer und die Gesamtstreckensumme steigert sich aüf 10 549 Kilometer Unter den zahlreichen Zuschauern, die sich auch am Mittwoch wieder auf der Wasserkuppe einfanden, wohnte der Führer des Kyffhäuserbundes, SS.-Oberführer Reinhardt, den beginnenden Starts bei. Bis auf die beiden noch nicht zurückgekehrten Piloten Zabski und Heini Dittmar konnten alle übrigen Teilnehmer wieder in den Wettbewerb eingreifen. Eine ganze Reihe von Streckenflügen konnte ausgeführt werden; Unterfranken war das Ziel der meisten Piloten, d. h. der Wind brachte sie bis dahin. Die beste Tagesleistung stellte einmal wieder der Deutsche Ludwig Hofmann auf. Rach einem Fluge von 173 Kilometer landete er in Neumarkt, südöstlich von Nürnberg. Keiner der übrigen Piloten konnte nach den bisherigen Landemeldungen die 100 • Kilometer - Grenze überbieten. Hanna Reitsch setzte nach 94 Kilometer bei Bamberg auf und auch der Deutsche Kurt Schmidt kam nach 77 Kilometer in die Nähe von Bamberg, während Späte bei Zeil am Main nach 72 Kilometer Luftlinie niederging. Der Schweizer Sandmeier legte 65 Kilometer zurück und landete bei Rodach in Unterfranken. Seinen ersten größeren Streckenflug legte der Pole Szukiewicz zurück; sein Apparat trug ihn nach Veilsdorf (64 Kilometer). Mit einem Fluge von 56 Kilometer gelangte der englische Pilot Nei- lan nach Schweinshaupten. Der Pole Baranowski erreichte nach 43 Kilometer Heina und Baur (Schweiz) flog bis Koburg nach 77 Kilometer Flugstrecke. In der Einzelwertung führt weiter Heini Dittmar mit 1372,5 Punkten nach dem elften Wett- bewerbstag. In die Gesamtstrecke von 10 549 Kilometern, die bisher zurückgelegt wurden, teilen sich Deutschland mit 4586 Kilometer, die Polen mit 2247 Kilometer, die Schweizer mit 2194, die Engländer mit 839 und die Oesterreicher mit 572 Kilometer. <52R(3. bei der Internationalen Frankfurter Regatta. Die diesjährige 46. Internationale Frankfurter Ruderregatta, die am vergangenen Samstag und Sonntag auf der klassischen Gerbermühl-Rennstrecke inmitten der Stadt vom Frankfurter Regattaverein ausgetragen wurde, stand unter keinem günstigen Witterungsstern. Neben einzelnen Regenschauern, die herniedergingen, wühlte ein außerordentlich starker Westwind das Wasser auf. Es kam nicht selten vor, daß Bootseinheiten wegen übernommenen Wassers das Ziel nicht erreichen konnten und vorzeitig aufgaben. Am meisten hatten hierunter die kleinen Boote zu leiden, und man kann die Leistungen am besten ermessen, wenn man berücksichtigt, daß z. B. der Sieger im Jungmann-Einer für die 1950 Meter lange Strecke, für die man im allgemeinen etwas mehr als 7 Minuten benötigt, am Sonntag eine Zeit von 10 Minuten und 10 Sekunden in Anspruch nahm. Der Besuch war aber trotz der Witterungs- Unbilden sehr ansprechend. Außer sehr guten deutschen Mannschaften waren Ruderkameraden aus Frankreich, Lettland und England zum harten Wettstreit angetreten. Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 war mit zwei Booten auf dieser Hauptregatta beteiligt, konnte aber diesmal keine Siege erringen. Die Mannschaft Hermann Duill-Ernst Meister war zum 1. Senor-Zweier ohne Steuermann gemeldet worden. Ihre Gegner hierbei waren Berliner Ruderverein 1876 (Die erst kürzlich in Wien einen großen internationalen Sieg herausruderten) sowie RV. Hellas Offenbach und Oxford University Boat Club. Wohl führten die Gießener mit geringem Vorsprung bis etwa 1000 Meter, als dann aber auf dem zweiten Teil der Strecke die Wellenberge noch zunahmen, konnten sie auf dem ungewohnten Wasser ihre Position nicht mehr behaupten und mußten Berlin und Offenbach ziehen lassen, die auch in dieser Reihenfolge das Ziel erreichten. Gießen konnte noch durch einen famosen Endspurt bis auf eine halbe Sekunde an Offenbach herankommen. Friedel Jödt startete im 2. Einer und ruberte diesmal unter seiner gewohnten Form. Immerhin muß man auch ihm besonders als Leichtgewichtler das schwere Wasser zugute halten, und er konnte auch noch Walter Bruns von der Merseburger RG. auf den dritten Platz verweisen. Zum Siege reichte es diesmal nicht. Dan de Bergh vom Mainzer RV. holte sich den ersten Platz. GRG.-Paddler in Kassel erfolgreich. Zum ersten Male beteiligte sich am vergangenen Sonntag die Gießener Ruder-Gesellschast 1877 mit angeschlossener Paddelabteilung an einer Kanu- Neaatta, und zwar in Kassel. Sie hatte hierzu Helmut Z u 11 im Faltboot-Einer für Anfänger über 1000 Meter gemeldet. Wenn es auch hierbei noch nicht zum Siege langte, so ist der zweite Platz von Zutt hinter Kasseler Kanu-Club und vor Schweinfurter Turn- und Spiel-Gemeinschaft und PSK. Kassel schon ein sehr schöner Erfolg, zumal der Gießener in einem Boot älteren Jahrgangs das Rennen bestreiten mußte und seine Gegner sämtlich neue Boote zur Verfügung hatten. (Siebener Schwimmverein bei den Gaumeifferschasten stark vertreten. Wieder einmal mehr ist Marburg der Schauplatz der Meisterschaften im Gau 12. Bei gutem Wetter werden die Wettkämpfe im schonen Strandbad aus- getragen, bei ungünstigem Wetter im Hallenbad. /lud) der GießenerSchwimmverein wird wieder mit seiner Wettkampfmannschaft dabei sein. Leider hat der GSD durch Einzug zum Heer und zum Arbeitsdienst nicht mehr alle Kräfte zur Der- >"6ung, so daß er, entgegen früheren Jahren, weni- ger Wettkampfe belegen muß. In diesem Jahr wer- den folgende Schwimmer für Gießen um den Gausieg kämpfen: Im Kunstspringen steht der langjährige Gau- meister Schuler wohl immer noch an der Spitze unsere Gauelite Im 100-Meter-Kraulschwimmen Meisterklasse für Manner wird es abzuwarten ein mie sich Herbert gegen die Kasseler Kanonen Brehme und Klembke durchzusetzen vermag. Im 200-Meter- -öru|t|d)rotmmen darf man Mewes geaen Veilltöcker und Schmidtmann (beide Marburg) eine Sieges- ausfidjt einräumen. Schomber wird über sich selbst hinauswachsen müssen, wenn er im 100-Meter-Kraul für Manner bestehen will. Da die Iugendmeisterschaften gesondert ausgetragen werden, gibt es im Rahmen ber Gaumeisterschaften für Aktive nur wenige Iugendwett- fampfe. So starten für 100-Meter-Brust" Ortwein und Habrich, 100-Meter-Kraul Albold. Man darf annehmen, daß Ortwein und Albold unter den lr^en Jin?' während man das Abschneiden von Habrich ber zur Zeit feinen Arbeitsdienst absolviert, abwarten muß. Bei den Frauen steht Fräulein Schüler im Kampf um den Sieg im 200-Meter-Bruftschwimmen. Bei den Dameniugendbrustschwimmen starten für den GSV. Schilling, E. Plank und T. Plank. Man hofft, Fräulein Schilling unter den ersten zu sehen, ebenso Fräulein E. Plank. Außer diesen Einzelwettkämpfen werden noch die Staffelmeisterschaften ausgetragen. Die 4X100-Me- ter-Bruststasfel für Männer, die bisher schon fast traditionsgemäß vom Gießener Schwimmverein gewonnen wurde, wird dieses Jahr zwischen Kasseler Schwimmverein, Marburger Schwimmverein und Gießener Schwimmverein mit zäher Verbissenheit erkämpft werden müssen. Die Gießener Staffel steht mit Pascoe, Mewes, Ortwein und voraussichtlich Zimmer. Auch die Damenstaffel des GSV. wird mit der Besetzung Schüler, Schilling, E. Plank, T. Plank ihren Verein und die Stadt Gießen ehrenvoll zu vertreten wissen. Die Wasserballmannschaft wird wahrscheinlich eine Stadtmannschaft sein, die in folgender Aufstellung antritt: Schüler; Pascoe, Schomber; Ortwein (sämtlich GSV.); Köhlinger (To. 1846), Herbert (GSV.) und Dopfer (Tv. 1846). Große Tage des Reitsports in Dad-Ilauheim. Am kommenden Samstag und am Sonntag wird das Weltbad Bad-Nauheirn ganz im Zeichen des Reitsportes stehen, denn die Stadtverwaltung, das Generalkommando des IX. Armeekorps und der Frankfurter Reit- und Fahrklub veranstalten auch in diesem Jahre wieder auf dem Turnierplatz der „von-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn" ein großes Reit- und Fahrturnier. Das Turnier wird durch die Beteiligung des IX. Armeekorps eine bedeutende Steigerung. erfahren und in wesentlich größerem Ausmaß durchgeführt werden, wie die bisherigen Turniere. Die Zahl der Meldungen übertrifft die des Vorjahres um das Doppelte. Eine erlesene Auswahl der besten deutschen Spring- und Dressurreiter wird sich unseren heimischen Reitern stellen, die sich zu behaupten wissen werden. Viele große Namen des deutschen Reitsportes werden im Zusammenhang mit dem Bad-Nauheimer Turnier genannt werden können. Der wertvollste Wettbewerb wird die Vielseitigkeitsprüfung sein, die sich aus einer Dressurprüfung, einem Jagdspringen und einem Geländeritt zusammensetzt. Darüber hinaus wird das Turnier an beiden Tagen auch eine Reihe von Schaunummern bringen. Zu den Reitern gesellen sich Flieger, Maschinengewehr- und Kraftradzüge der Wehrmacht. Kraftradzüge aus Büdingen werden außerdem den Besuchern des Turniers die Verwendung des Motors im Gelände zeigen. 12. Etappe der „Tour de France". Aufgegeben in der Tour de France hat am Mittwoch der Italiener Bartali wegen Knie- und Halsschmerzen. Den ersten Teil der 12. Etappe von Marseille nach Nimes über 112 Kilometer gewann der französische Einzelfahrer Antoine in 3:39:37. Auf der zweiten Teilstrecke von Nimes nach Montpellier über 51 Kilometer zeichnete sich vor allem der Deutsche W e n g l e r aus, der von dem Schweizer Außenseiter Pedroli nur um Radlänge geschlagen blieb. In der Gesamtwertung führt weiterhin der Belgier S. Maes mit 80:15:45 Stunden vor Cape» bie. Bautz und Thierbach sind je einen Platz, auf den 14. bzw. 18. Platz, aufgerückt. In der Nationenwertung liegt Deutschland jetzt hinter Belgien und Frankreich an dritter Stelle. SA.-Slandarte 116 in Sporlweilkampsen. Großer Standarten-Gporttag in Gießen. Der kommende Samstag und der Sonntag sieht die Angehörigen der Einheiten der SA.-Standarte 116 auf breiten Fronten in Sportwettkämpfen auf den verschiedensten Sportplätzen im edlen Wettstreit. Eine Fülle der Wettbewerbe ist ausgeschrieben, und jeder SA.-Mann hatte nach der Vorarbeit in den Sportdienststunden der SA. die Möglichkeit, sich nun auch für die Beteiligung an den Wettkämpfen dieses Standarten-Sportfestes zu qualifizieren. Ein Blick auf den Zeitplan bzw. auf die Ausschreibung der Wettkämpfe läßt erkennen, daß es der sportlichen Betätigung in der SA. an Vielseitigkeit nicht mangelt. Am Samstagnachmittag (16 Uhr) werden auf den Schießständen im Hardtwäldchen der Einzelkampf und der SA.-Führerkampf im Kleinkaliberschießen und im Pistolenschießen begonnen. Gegen 18 Uhr beginnen die Schwimmwettkämpfe, und zwar an der Lahn am Pionier-Depot (Straße Gießen—Wißmar). Es gelangen Einzelkämpfe und das Schwimmen zum Vierkampf zum Austrag. Neben Schwimmwettkämpfen ist auch ein Floß- fackrennen vorgesehen. Die Wettbewerbe des Sonntags beginnen zu früher Stunde (6 Uhr) mit einem 1 0 - Ki 1 o - meter-Marfch für die Vierkämpfer. Der Abmarsch (im großen Dienstanzug ohne Gepäck) erfolgt am Standartenhof. Zu gleicher Zeit beginnt auf den Schießständen am Schützenhaus das Kleinkaliberschießen für den Deutschen Wehrkampf der Klasse B. Um 8 Uhr treten dann die Vierkämpfer ebenfalls auf den Schießständen am Schützenhaus zum Kleinkaliberschießen an. Um 8 Uhr wird mit dem 100-Meter-Lauf für den Deutschen Wehrkampf der Klasse B und für den Einzelkampf gestartet. Um 8.20 Uhr treten die Einzelkämpfer und die Teilnehmer am SA.-Führer- fampf zum Weitsprung und zum Handgranatenweitwurf an. Um 8.45 Uhr folgt das Speerwerfen für den Einzelkampf und um 9 Uhr der Handgranatenweitwurf für den Vierkampf. Zu gleicher Zeit werden auch der 4 0 0 - M e t e r - L a u f für den Einzelkampf, der Hochsprung für den Wehrkampf und der 3 0 0 0 - M e t e r - L a u f für den SA.-Führerkampf und den Deutschen Wehrkampf gestartet. Um1 9.40 Uhr wird zum 250-Meter- H i n d e r ni s l a u f für den Vierkampf angetreten. Gleichzeitig wird auch der Hochsprung-Einzel kämpf ausgetragen. Um 10 Uhr folgt der 1500-Meter-Lauf (Einzelkampf) und der Hangranaten-Zielwurf (Wehrkampf). Um 10.10 Uhr wird eine „Deutsche Staffel" gelaufen, um 10.20 Uhr treten die Mannschaften zum Tauziehen an, um 10.30 Uhr folgt die $ e n« belftaffel für Pioniere und Nachrich - t e n. Der Hindernislauf mit Handgranaten- Zielwurf, der über 100 Meter führt, wird um 10.40 Uhr gestartet. Um 11 Uhr folgt dann der 2 0 0 - Meter -- und um 11.15 Uhr der 4 0 0- Meter-Hindernislauf. Den Abschluß der Wettkämpfe bildet ein Handballspiel des Sani- tätsfturms gegen den Sturm 11/116, bei dem 2X15 Minuten gekämpft werden wird.-Die leichtathletischen Wettkämpfe werden durchweg auf dem Universitätssportplatz ausgetragen. Zu einem Teil der Wettkämpfe treten die Teil- nehmer im großen Dienstanzug an. Alle Mannschaften, wie auch die Einzelkämpfer, haben jeweils 15 Minuten vor ihrem Kamps auf dem Sportplatz bzw. auf dem Schießstand zu sein. Es steht zu erwarten, daß bei der regen sportlichen Tätigkeit, die die SA.-Einheiten gerade in jüngster Zeit entfalteten, mit interessanten Begegnungen zu rechnen ist. Das Standarten-Sportfest gibt jedermann Gelegenheit, sich über den körperlichen Leistungsstand der SA. ein Bild zu machen. Gießener Leichtaihielik-Abendsporlseff. Annehmbare Leistungen. — DVM.-Dersuche nur teilweise gelungen. Der Einladung der Ortsgruppe Gießen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zu einem Abendsportfest waren gestern die Spielvereinigung 1900, der VfB.-Reichsbahn und der Männerturnverein gefolgt. Die Wettbewerbe m;ren als Einzel- fämpfe und gleichzeitig als Versuch um die Deutsche Dereinsrneisterschast Klasse B ausgeschrieben (mit Ausnahme des 100-Meter-Laufes und des Kugelstoßens). Leider kamen für die Vereinsmeisterschaftswertung nur die Spielvereinigung 1900 und der Männerturnverein in Frage, da VfB.-Reichsbahn feine Mannschaft nicht vollständig zur Stelle hatte. Während die Spielvereinigungsleute mit 4916,05 Punkten eine einigermaßen ansprechende Leistung zustande brachten, blieb der Männerturnverein infolge Ausfalls zweier Läufer (800 und 3000 Meter) über 1000 Punkte dahinter und machte dadurch eine Wertung fast illusorisch. Davon abgesehen, gab es spannende Einzelkämpfe, allerdings nicht mit überdurchschnittlichen Leistungen. Einer großen Anzahl Wettkämpfer schien das Dillenburger Kreisfest noch in den Knochen zu stecken. Lassen wir die Ergebnisse sprechen: 10 0 Meter: 1. Herrmann, VfB.-Reichsbahn, 11.6 Sek.; 2. Mieritz, 1900, 11,6 Sek.; 3. Moos, SA.-Standarte 116, 11,7 Sek. Der erwartete scharfe Kamps zwischen Herrmann und Mieritz trat em, allerdings schoß der letztgenannte erst in den letzten zwanzig Meter bis auf Handbreite zu dem Sieger auf. 200 Meter: 1. Mieritz, 1900, 24,2 Sek; 2. Fehrenbach, MTV., 24,5 Sek.; 3. Schubert, MTV., 24,6 Sek. Es wurde, da es sich um einen Wettbewerb um die DVM. handelte in zwei Läufen gestartet. Mieritz und Fehrenbach erwiesen sich im ersten als die Besseren, während Schubert den zweiten gewann. 800 Meter: 1. Peters, 1900, 2:04 Min.; 2. Ammei, 1900, 2:10,8 Min.; 3 Pfaff, VfB.-Reichs- bahn, 2:11 Min. Die 2:04 Min. stellen eine der besten Tagesleistungen dar und sind um so höher bewerten, als Peters durch eine Verletzung behindert war. 30 0 0 Meter: 1. Kleemann, 1900, 9:32,6 Min.; 2. Immel, 1900, 9:56,8 Min.; 3. Pfaff, DsB.-Reichs- bahn, 9:59 Min.; 4. Richter, 1900, 10:04,9 Min. Das Rennen stand von vornherein im Zeichen eines Mannes: Kleemann. Bei stärkerer Konkurrenz hätte er eine noch bessere Zeit erzielen können. Die anderen gaben ber, was sie hatten. 4 XAaa° ’ m e t e r «<51 a f f e l: 1. Spielvereini- ?ung 1900 46,4 Sek.; 2. MTV 47,1 Sek Als erster kam V^B.-Reichsbahn durch's Ziel (45,9 Sek.), mußte aber infolge Überschreitens einer Wechsel- r?ita.n.3l,ßr! werden. Ueberhaupt ließ die Wechseltechmk bei allen Mannschaften zu wünschen Weitsprung: 1. Herrmann, VfB.-Reichsbahn, 6,29 Meter; 2. Fehrenbach, MTV., 5,74 Meter; 3. F. Koch, 1900, 5,70 Meter. Die einzig befriedigende Leistung brachte Herrmann zustande. Hochsprung: 1. Herrmann, DsB.-Reichsbahn, 1,58 Meter; 2. Braun, 1900, Krausch und Linden- struth, beide MTV., 1,53 Meter; 3. Dr. Hopfenmüller, 1900, 1,48 Meter. Diskuswerfen: 1. Kilo, 1900, 39,83 Meter; 2. Luh, DfB.-Reichsbahn, 39,36 Meter; 3. Herrmann, VfB.-Reichsbahn, 30,70 Meter. Hier muß man in Betracht ziehen, daß nur drei Versuche zulässig waren. Speerwerfen: 1. Herrmann, VfB.-Reichs- bahn, 48,84 Meter, 2. Lippert, 1900, 46,89 Meter; 3. Dr. Jakob, VfB.-Reichsbahn, 46,58 Meter. Eine hart umstrittene Sache war das Speerwerfen. Daß Lippert den Leichtathleten (Herrmann ausgenommen) das Nachsehen gab, war die Ueberraschung des Tages. Kugelstoßen:!. Luh, VfB.-Reichsbahn, 13,37 Meter; 2. Herrmann, VfB.-Reichsbahn, 12,27 Meter, 3. Kilo, 1900, 12,10 Meter. Luh stieß zwar beständig, ist aber von -seiner vorjährigen Form noch ein ganzes Stück entfernt. Büchertisch. — Jugend im Sturm. Von Fred-Erich Uetrecht. (Verlag Ullstein, Berlin. Kart. 2 Mk., gebö 2,85 Mk.) — (44) — Das Buch ist ein packender Bericht aus dem Leben der deutschen Jugend in den schicksalsschweren Jahren von 1917 bis 1933. Uetrecht erzählt die Geschichte zweier Jungens der Großstadt aus der Generation der Nachkriegsjugend, die aus verschiedenen sozialen Verhältnissen ftam- men. Diese Erzählung ist identisch mit der fiebms- bahn von Hunderttausenden von Jungens und Mädels in jenen Jahren des deutschen Niedergangs, ?ler<£uc5 be5 Einsatzes und Kampfes für die deut- Me Wiedergeburt in der Gefolgschaft des Führers. Verfall und Chaos des volksfremden Systems mit Öen furchtbaren Begleiterscheinungen auf allen Ge- ?le £? ""seres Volkslebens einerseits, Einsatzbereitschaft für die große Idee und Zielsetzung des Füh- rers, sowie der Beginn einer neuen, schöneren Gemeinschaft unseres Volkes andererseits werden von dem Denasser eindringlich herausgearbeitet und uns allen, die diese Jahre selbst miterlebten, nachdrück- hd) m Erinnerung gebracht. Der jetzt Heranwachsenden jungen Generation aber führt dieses Buch vor ?ugen, welche Bitternisse und schweren Schicksale ihr durch den Führer und sein Werk ferngehalten £°rrcnAnbZ ?°^m darf man wünschen, daß bie- fes Buch besonders bei unserer Jugend weiteste Verbreitung finden möge. Donnerstag, 15. Zuli 1937 ltr.162 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) der daß die Polizeibehörden bei Bekanntgabe t»en Hanbwerksburschen, Fuhrmannsflüche und alten Weibertratfch. Aus dem Laub der Linde aber tönt fräs Gezwitscher der Vögel, der Finken und Betrunkene Verkehrsteilnehmer werden namentlich angeprangert in der jauch- H. Wir gehen durch das stille Dorf. Die Menschen chlafen. Nur in den Ställen klirrt hier und dort rine Kette. Der Nachtwächter macht die Runde. Kein Ion ist hörbar. Nur unter der alten Linde rauscht )er Dorsbrunnen und sendet sein kühles, klares Wasser aus dem bemoosten Rohre. Sonntagskinder vernehmen nun, was er erzählt. Gar manches Geheimnis kündet er, Geschichten von Liebespaaren, muntere Gespräche von^rasten- Vefriedigung. Den weiteren Nachmittag verbrachten die Gefolgschaftsmitglieder in bester Stimmung bei Tanz und Gesang, der durch wohlgelunqene Aufführungen der Allendorfer, Alten-Vusecker und Rödger Vetriebs- angek^riger verschönt wurde. Gegen 20 Uhr wurde nach einem Sieg-Heil auf den Führer und den Reichsforstmeister Hermann Göring das Fest offi- zeit zu holen. Aber die Fahrten bedeuten nicht nur eine Erholung für uns, sondern sie bringen uns mit den Bewohnern verschiedener Gebiete in Deutschland in Berührung, und wir lernen ihre Sitten und Gebräuche kennen. Wenn wir in die deutschen Grenzgebiete fahren, bekommen wir einen Einblick in das schwere Leben der Grenzbevölkerung und können uns von der großen Aufgabe der Grenzlanddeutschen überzeugen. Auf den Fahrten Amseln ... So plaudert der Brunnen in der stillen Sommer- Nacht, und die Linde darüber säuselt und nickt mit hren Blättern. Die Sommernacht umfängt uns wie ein Traum, Gloria-Palast, Seltersweg: „Sonnenscheinchen". Gustav Jacoby im Stadttheater Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat Gustav Jacoby zu einem einmaligen Gastspiel am Freitag, 16. Juli, verpflichtet. — Alle, die Gustav Jacoby im Rundfunk gehört haben, werden zweifel- os den Wunsch haben, Gustav Jacoby einmal auf her Bühne zu erleben. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Vorstellung um 20.15 Uhr veginnt, Ende 22.15 Uhr. ___________________ Kulturfefi^ der Forstämter Frohe Freizeit der Diener unseres Waldes. BOM-Untergau 116. Wir gehen auf Fahrt! „Oh wandern, wandern meine Lust", so heißt es in einem alten, uns allen bekannten Volkslied. Auch heute ist es wieder so. Im Sommer sehnen wir uns danach, Stück für Stück unserer'Heimat und darüber hinaus Deutschland zu durchstreifen, um aus dem Erlebten neue Kraft für kommende Arbeits- amtlichen Ermittlungen über Straßenverkehrsunfälle an die Tagespreise den vollen Vor- und Zunamen sowie die Wohnung des Schuldigen, gleichgültig, ob es sich um einen Fahrzeugführer oder einen Fußgänger handelt, in allen Fällen anzugeben haben, bei denen nachweislich übermäßiger Alkoholgenuß zum Verkehrsunfall geführt hat. Ausgenommen bleiben Fälle, bei denen ganz besonders gelagerte Umstände eine Ausnahme notwendig machen. Genau so wie der gemeine Verbrecher, der ein Menschenleben oder die Vernichtung wichtiger volkswirtschaftlicher Werte auf dem Gewissen hat, an den Pranger gestellt wird, soll auch mit dem Verbrecher im Verkehr verfahren werden. Wer sich über die Gesetze der Verkehrsgemeinschaft hinwegsetzt, wird in Zukunft namentlich angeprangert werden, und er wird außer der gerichtlichen Bestrafung auch alle anderen Folgen seines verantwortungslosen Verhaltens zu tragen haben. Einige Nachtfalter taumeln vorüber. Ganz Ferne schlägt eine Nachtigall, hell und jend ... Dornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Bie Augen fallen uns zu, u-nd wir fühlen uns warm und geborgen wie einst in der Jugendzeit, als uns Die Mutter am Abend ins Bettchen brachte DNB. Durch den eindringlichen Warnungserlaß des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei vom 18. Mai 1937 ist die Polizei angewiesen worden, entsprechend den unheilvollen Auswirkungen mißbräuchlichen Alkoholgenusses im Straßenverkehr, Trunkenheit am Steuer und überhaupt im Verkehr als Verbrechen zu behandeln und die Schuldigen sofort in Haft zu nehmen. Wie sehr diese Maßnahme des Chefs der deutschen Polizei von allen verantwortungsbewußten Verkehrsteilnehmern verstanden und begrüßt wird, beweist die erfreuliche Tatsache, daß die Polizei bereits wiederholt von der Bevölkerung auf betrunkene Kraftfahrer aufmerksam gemacht worden ist und so Unheil verhüten konnte, bevor es zu folgenschweren Unfällen kam. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei ist jetzt in seinem verschärften Kampf gegen die Verantwortungslosigkeit im Verkehr einen Schritt weitergegangen und hat aus jener ersten Maßnahme die notwendige Folgerung gezogen. Soeben ordnet der Reichsführer SS. in einem Runderlah einheitlich für das ganze Reich an. wird die Jugend schon früh zur Selbständigkeit und Ordnung erzogen, denn ohne gewisse Disziplin, trotz aller Fröhlichkeit, ist die Durchführung einer Fahrt unmöglich. Die diesjährige Auslandsfahrt des BDM.-Untergaues 116 führt nach Südtirol. Die Teilnehmer können kaum den Tag erwarten, an dem sie dieses ihnen noch unbekannte Gebiet durchwandern dürfen. Außerdem werden von den einzelnen BDM.» Gruppen im Untergau noch kleinere Fahrten gemacht, die die Mädel für ein paar Tage aus ihrer täglichen Umgebung herausführen und ihnen die Schönheit ihrer Heimat zeigen. HI. und Pimpfe au« dem Speffart zurück. Es fei noch einmal daran erinnert, daß am heutigen Donnerstagnachmittag die Gießener Hitler- Jugend, die rund 1000 Mann stark Ende der vorigen Woche auf Ferienfahrt ging, um 16.10 Uhr mit einem Sonderzug von Gelnhausen bzw. Wächtersbach zurückkehren wird. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden sich die Fahrtengruppen formieren und durch die Straßen der Stadt zum Brandplatz marschieren. Bannführer Rohrbach wird dort in einer kurzen Schlußkundgebung di? Jungen verabschieden. Die Eltern, die um zahlreiche Beteiligung an dieser Kundgebung gebeten werden, können dann ihre Jungen „in Empfang nehmen". Geh. Medrzmalrat Prof. Or. Pfeiffer 70 Jahre att. Am 16. Juli begeht Geheimer Medizinalrat Dr. phil. und med. vet. h. c., Professor Dr. Wilhelm Pfeiffer, seinen 70. Geburtstag. Bis zu seiner Entpflichtung am 1. Oktober 1935 war er Ordinarius für Chirurgie und Augenheilkunde und Leiter der Lehrschmiede der Veterinär-Medizinischen Fakultät der Universität Gießen. Bereits im Alter von 32 Jahren erhielt er im November 1899 den Ruf als Professor an die Universität. Am Auf- und Ausbau der Veterinär-Medizinischen Fakultät ist der Jubilar maßgebend beteiligt gewesen. Als Wissenschaftler wurde er weit , über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus bekannt. Als Lehrer hat er eine Schule geschaffen, aus der ernste Forscher und gute T-ierärzte hervor- gegangen sind. Als Leiter der Chirurgischen Vete- ; rinärklinik und als Operateyr besaß er während seines Wirkens in dreieinhalb Jahrzehnten das volle . Vertrauen, die Achtung und Wertschätzung weiter [ Kreise. Mögen dem Altmeister der Veterinärchirurgie i noch weitere Jahrzehnte der Ruhe und Erholung : bei bester Gesundheit nach arbeitsreicher und von i Erfolg gekrönter Tätigkeit vergönnt sein. Das Deutsche Frauenwerk im Gau Hessen-Naffau. Vom Hessischen Forstamt Gießen wird uns berichtet: Die beiden Forstämter Gießen und Schif- senberg hielten zum Abschluß der diesjährigen Frühjahrspflanzperiode ihr sogenanntes „Kulturfest" ab. Im vorigen Jahre feierten die beiden Forstämter das Fest zum ersten Male gemeinsam, wobei das Forstamt Schiffenberg der veranstaltende Teil war. In diesem Jahre traf das Forstamt Gießen die Vorbereitungen zum Fest und hatte als Ort der Veranstaltung, die für alle Betriebsangehörige gut erreichbare Wirtschaft von Scheppers „Zum kühlen Grund" in Wieseck ausgemacht. Dort trafen sich fast 300 Gefolgschaftsmitglieder. Außer den Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeitern waren auch die Bürgermeister der waldbesitzenden Gemeinden und die Forstbeamten mit ihren Frauen erschienen. Ja sogar der gerade dienstlich in Gießen weilende Chef der hessischen Staatsforstverwaltung, Landesforstmeister Dr. k. c. Hesse, hatte es sich nicht nehmen Aus der Stadt Gießen. Sommernächte. Die Schatten werden länger, das Licht der Sonne iberstrahlt die vielen Lämmerwölkchen, die eng an- linandergedrückt am Himmel stehen. Sie werden ro- ijtg angehaucht und versinken dann ganz im Golde ses Himmelslichtes. Die Wiesen glänzen wie von Feuerflammen überweht. Die Bäume stehen schwarz imb still. Der Duft der schlafenden Blumen aber zieht burch die Luft ... Nun geht die Sonne schlafen. Zögernd kommt die stacht. Durch das Tal klingen die Abendglocken, hinter den Fechtern der kleinen Häuser erscheinen zrelle Lichtaugen und verschwinden wieder. Es ist ivie ein Husch. Die Hausfrauen hatten noch eine Kleinigkeit zu besorgen. Dann wird es überall dunkel. Ein Hoftor knarrt irgendwo, vom Hang her frören wir das Kreischen der scharf angezogenen Zremsen der letzten Ackerwagen. Schweigend stehen die Wälder an den Hängen, int) über sie hin zuckt des Mondes erster Strahl. Rüde ducken sich die Vögel in den Zweigen, das Wild kehrt heim von den taufeuchten Waldwiesen, und nur die Eulen spähen nach den huschenden Mäusen. Das Tal aber ist voller Klang, und erst Pie große Stille der Sommernacht macht das Ohr impfänglich für das Lied, das aus ungezählten Jahrtausenden aus den Bergen zu uns bringt. Es ft dasselbe Lied, das ein(t die alten Deutschen begleitete, als sie die Heimat verließen, und es ist das- Ijtlbe Lied, das sich mischte mit dem Kriegsgeschrei Ifrer Söldner und dem Jubelruf b?r heimkehrenden Jermanen ... Wer kann den Zauber einer solchen sommerlichen Mondnacht schildern? Das milde, freundliche Licht gleitet über die Höhen der Berge und strahlt auf Die menschlichen Wohnungen, die im Tale liegen. Hier und da bilden sich kleine Nebelballen, die sich langsam ausbreiten und die Wälder und die fruchttragenden Aecker auf den Hängen umschlingen ... Än dem Raine schimmert es hell. Ein Johanniswürmchen läßt sein bläuliches Licht erstrahlen. Dort noch eins. Auch auf der Straße sitzt eins, und dort liegt eins durch das nächtliche Dunkel. Warum suchten sie so hell? Ist dieses Licht auch ein Zeichen der Sehnsucht, der Liebe? ... Forstämter teilzunehmen. Während man in früheren Jahren den Wald nur unter der Brille der Rentabilität betrachtet habe, sei dies heute ganz anders. In erster Linie sei der Wald dazu da, die volkswirtschaftlich benötigten Holzsortimente in einem genügenden Umfange zu erzeugen und dem deutschen Volke eine Erholungsstätte von des Tages Mühe und Arbeit zu geben. Das käme am schönsten in dem Vorwort zum Naturschutzgesetz von 1935 zum Ausdruck: „Heute wie einst ist die Natur in Wald und Feld des deutschen Volkes Sehnsucht, Freude und Erholung." Daneben h/ibe der Wald noch weitere wichtige Aufgaben zu erfüllen, wie die zum Schutze der deutschen Landschaft durch Abschwächung der Winde und der Regelung des Wasserhaushaltes in der Natur^ Großes werde heute vom Walde und allem, die in ihm und durch ihn ihr Brot finden, verlangt. Wie schön sei es, zum Wohle des deutschen Vaterlandes an diesen großen Aufgaben mitzuarbeiten. Landesforstmeister Hesse dankte zum Schluß nochmals allen Forstbeamten für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit und insbesondere auch allen Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeitern, daß sie trotz der besseren Derdienstmog- lichkeiten in der Industrie dem Walde die Treue gehalten haben. Die gesunde Beschäftigung in Gottes freier Natur und der Gedanke, am Aufbau des zukünftigen deutschen Waldes mitzuarbeiten, seien des Einsatzes wohl wert und geben eine große innere NSG. Die Zahl der Mitglieder des Deutschen Frauenwerkes im Gau Hessen-Nassau betrug am 30. Juli 17 185. Es steht zu erwarten, daß sich diese Zahl in den kommenden Monaten noch bedeuten!) erhöht. Bis zum Einsetzen der Winterarbeit darf keine Frau mehr außerhalb dieser Gemeinschaft stehen. Entlassene Soldaten werden bevorzugt eingestellt. NSG. Die im Herbst 1937 aus der Wehrmacht ausscheidenden Soldaten sollen nach Möglichkeit sofort in das Erwerbsleben und vor allem in die freie Wirtschaft eingegliedert werden können. Besonders die Soldaten, die freiwillig über die aktive Dienstzeit hinaus gedient haben, sollen bevorzugt berücksichtigt und vor allem in Rüstungsbetrieben und anderen Lieferfirmen für die Wehrmacht untergebracht werden. Die Vorarbeiten dazu, die am 1. September abgeschlossen sein sollen, werden von den Fürsorgedienststellen im engsten Einvernehmen mit den Truppenteilen, sowie den Arbeitsämtern durchgeführt. lassen, zum Feste zu erscheinen. Zur Eröffnung der „Kaffeeschlacht" begrüßte Oberforstmeister Lipp im Namen des Forstamts Gießen die Erschienenen, insbesondere Landesforstmeister Dr. Hesse und Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der größten waldbesitzenden Gemeinde. Oberbürgermeister Ritter dankte im Namen der waldbesitzenden Gemeinden und sagte, daß er sehr gerne der Aufforderung zur Teilnahme Folge geleistet habe, wenngleich er auch — wie er Scherzes halber sagte — zuerst dachte, daß mit einem „Kultur-Fest Dr. Goebbels ins Handwerk gepfuscht würde. Er habe sich dann aber bald davon überzeugt, daß es sich hier um eine andere „Kultur" handle, um eine Kultur, die der steten Verjüngung des ewigen deutschen Waldes diene. Alsdann gab Landesforstmeister Dr. Hesse seiner Freude darüber Ausdruck, daß es ihm möglich Neicysjorjlmeich geworden sei, an dem Betriebsfest der beiden I ziell geschlossen. Pastorale mit Harfe. Von Hans Brandenburg. Der Knecht vom Nachbarhof ist herübergekommen und hat seine Harfe mitgebracht. Er hat sie vom Vater geerbt, aber sie nicht von ihm, der früh starb, i andern von einem anderen dörflichen Meister spielen gelernt, ohne Noten, nur nach dem Gehör. Es cst etwas Seltenes, auf dem Lande heute noch eine Harfe zu finden, etwas Merkwürdiges ist es nicht. Denn dies Instrument, das die Sphärenklänge herabholen soll, war vorlängst eines der profansten geworden. Begleiter von Wirtshausmusik in den Dörfern, von bettelndem Gassengesang in den Groh- tädten. Merkwürdig ist denn auch nicht, was der Bursche vorträgt und was sein Meister alles selbst A komponiert haben will, Märsche, Ländler, Walzer, Llusgefangenes, in gewohnten Fahrwassern herge- «chwernrntes Alltagsgut harmloser musikalischer Unterhaltung. Und ebertfo wenig merkwürdig ist Die Bauernfamilie, die zuhört, eine Bauernfarmlie wie «nöere auch, in einer überheizten Küche, bei Vier iänb bei elektrischem Licht. Allein, rote jener Diele Dinge zu spielen anhebt, bie genau so gut jeoe Zither roiebergibt, geschieht bie Verwandlung und Verklärung, die nicht Schwärmerei und sogenannte Poesie ist, sondern bie Heraufkunst bes tieferen, des »cchren unb eigentlichen Wesens. Die groben Arbeitsfinger zupfen bie Suiten, Das »och knabenhafte Gesicht, braun wie der Rahmen mb Schallboden, ist an ben Klang hingelehnt unb werteren, bie dunkle Locke hängt in bie niedrige, i5(att geschnittene Stirn, bie Brauen, breit gezogen, vielen über ben samten ausgeschatteten Augen- fröfjlen zu feiten bes festen Nasenbuges, über ben geschlossenen Libern, bereu lange schw^ze Wimpern gegen bie weiche sonnengestraffte Pstrsichrote der Wangen fiebern, ber Munb Hang mit gekräuselten Lippen töricht unb hingegeben halboffen unb bllbe ftumm bie Töne mit. „Davib spielte die Harfe lacht ber Bauer unb sagt in ernsthafter Schulsprache bie weiteren zugehörigen Sätze auf, bie ihm aus Der biblischen Geschichte im Gedächtnis blieben. Ja ber Lönig aus Hirtenstamme, den Psalter zuerst vernommen bei roeibenben Rmbern! Dieses leben- len Viehknechtes harrt kein Thron, aber er braucht tur erst einen Flaum um Kinn unb Lippe unb man vht, baß er schon längst wenige Schritte^ von h^r nit seinem uralten Saitenspiel im Chor ber Kirche jdeht unb bie Krone trägt. . . Unb was bort um ihn herum /ublUert oder andächtig schweigt, ist ebenso m biefer Küche um ihn i ersammelt. Kein Wort wie beutsch unb welsch, rote Gotik unb Barock sagt etwas anberes aus als über Oberfläche unb Zeitfirnis ober höchstens über wech- felnbe Wesensschau bes Volkes, in bem, wie in biesem bayerisch-schwäbischen Misch- unb Grenzstamme, alles gleichzeitig beieinanber lebt, was bie Kunst auseinanberlegte. Der Bauer unb bie Bäuerin treten im nahen Oberammergau geschnitzt, mit bem Brot, bas sie essen, vor bas Krippenkind, die Tochter ist eine schwäbische Mabonna, unb das kraushaarige Kinb, bas sie auf bem Schoß halt, unb bas bie Musik bes Bauernburschen mit einem Topfbeckel begleiten möchte, brauchte nur statt dessen die Becken zu schwingen, um, geflügelt über bem Simse schwebenb, engelrunb in ben Psalter Des fürstlichen Stammvaters einzufallen. (Sommerblumett. Von Kann Maria Wilde. In ber gläsernen Schale steht vor mir ein Strauß aus ftemmenb gelben, Dunkel- unb hellroten, weißen unb blauen, kleinen und großen Blüten und Blumen — sanft leuchten sie im Licht vor dem regnerischen, nächtigen' Dunkel im ^easterausschnitt — und lange saß ich davor, ben Kopf in bie Hand aelehnt unb leibenschaftlich ber süßen Anmut unb bem süßen Zimtduft hingegebem der mit ihrem Dasein bas ganze Zimmer zärtlich füllt. Alle lange gegangenen unb längst vergessenen Sommerwege tauchen in Gedanken wieder vor mir auf, an öeren Rand sie wuchsen und wucherten und blühten, hinter Zäunen oder zierlich in Beete gepflanzt — auf freiem Feld - vom Winde gestreichelt und von Schmetterlingen umgaukelt, jenen darten geflügelten Wesen, die so leuchtend unb voll Schmelz unb Duft finb wie sie selbst Der Regen plätschert herab - rinnt glitzernd an ber Fensterscheibe entlang bie gläsern in ihrer schwarzen Tiefe bie Nacht unb ben bunten, glühenben Blumenstrauß fpiegelt 2)a sind winzige, schneeweiße, bichtgefullte Rosettchen bar= unter mit rosigen Spitzen, bie betaubenb suß nach Vanille Duften? unb schwankende, großblättrige m einem satten, tiefen, samtigen Rot prangenbe B utenteller baneben auf harten, haarigen Stengeln, die bie schweren Köpfe sanft über ben gläsernen Ranb ber Schale neigen, zitternbe, hauchzarte Graser bazwischen mit zierlichen Rispen unb Knöspchen — unb manche Blumen, bie m ihrer glücklichen, sorglosen, farbensatten Glut ben hohen Hellen Sommer verkünden unb anbere, bie in ber hellrot unb weiß unb purpur gestreiften Anmut ihres Blütenkleides an die leise Schwermut bes Herbstes erinnern. Ich lausche bem weichen, bumpfen Stunbenschlag unb bem Regen, ber rinnt unb strömt unb in ber Dachrinne gurgelt, unb sehe aufmerksam ben bunten, herrlichen Strauß an, ber bie bunkle Regennacht mit Glanz unb Glut unb Duft füllt — unb ber bas Herz zum Nachbenken zwingt. Es war so viel klare, stille Schönheit ba gefangen in ber bauschigen Glas- schale, über bie sonst nur ber Nachtwinb gestrichen war, bas kühle Mondlicht rieselte ober bie Mittagsglut ber Sommersonne herabbrannte, bie fleischigen Stengel unb bas wuchernbe Kraut mit frischem, grünem Blut angefüllt, aus Millionen Poren Leben unb Lust trintenb unb atmenb — unb bie Glut ihrer Farben unb Anmut ihrer vielfältigen Formen unschuldig barbietenb Luft unb Licht unb Himmel unb Erbe! Unb nun verschwendete er sich für mich in der gläsernen Schale, vor dem Regendunkel prangend und leuchtend, der bunte, duftende Strauß — Blumen des trunkenen Sommers und des schwermütigen Herbstes nahe nebeneinander gereiht wie Freude und Traurigkeit im Kreislauf allen Lebens. Kleinigkeiten von unterwegs. „Der Tunnel ist aber sehr lang!" „Das scheint nur so, lieber Freund. Wir sitzen doch im letzten Wagen!" (Zürcher Illustrierte.) * Der Kontrolleur im Zug: „Das geht aber nicht, daß der Junge auf eine halbe Karte fährt, er hat ja schon lange Hosen an!" Die Mutter: „Oh, wenn es auf die Lange der Hosen ankommt, so bin ich es, die auf die halbe Karte fährt." (Söndagsnisse Strix, Schweden.) * Ein kleines Hotel in der Provinz. „Herr Direktor", ruft der Gast am Morgen empört, „ich habe eine Wanze in meinem Bett gefunden!" „Endlich! Die suchen wir schon ein halbes Jahr! (Wroble na dachu, Polen.) * Grüblis fahren nach Paris. Auf dem Nordbahnhof geht Grüblis Handtasche auf. Alles purzelt heraus. „Schrecklicher Anfang!" schimpft er Frau Grübli, stolz auf ihre Sprachkenntnisse, korrigiert ihn laut: „Anfang terrible!" (Schweizer Illustrierte.) * „Der Hahn, den ich gestern bei Ihnen verzehrte, hat mir aber schwer im Magen gelegen — in der Nacht um vier wachte ich durch ihn auf und konnte nicht wieder einschlafen." „Ja, ja, das war seine Zeit! Um vier Uhr morgens weckte er immer!" (Hemmets Journal, Schweden.) Ober: „Unsere Spezialität sind Schnecken, mein Herr." Gast: „Weiß schon, das letztemal hat mich eine bedient." (Hjemmet, Dänemark.) * Sörensen — eben von einer Jndienreise zurück- gekehrt — erzählt in einer Gesellschaft: ,,... Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich einmal ganz früh morgens einen Tiger in meinem Pyjama erlegt habe." „Mein Gott", sagte ein junges Mädchen aus der Zuhörerschaft, „wie mag der bloß da hineingekommen sein?" (Schweden.) * „Na, du warst in Paris, Bengt, wie waren die Verhältnisse da?" „Das weiß ich nicht so genau, Tante, ich hatte nur eines." (Söndagsnisse Strix, Schweden.) * „War es denn bei euch in den Sommerferien auch so sehr heiß?" „Heiß?? Die Bauern mußten ben Hühnern Eis zu fressen geben, bamit sie keine gekochten Eier legten!" („Der Igel", Oesterreich.) * Ein Deutscher reift in Dänemark. Beim Mittagstisch sitzt er mit einem dänischen Reisenden zusammen. Sie können sich beide nicht verständigen, also ist eine Unterhaltung ausgeschlossen. Nach dem Essen erhebt sich der Deutsche und sagt: „Maaahl- zeit!" — Hierauf steht der Däne auf, verbeugt sich und antwortet: „Paulsen!" (Hjemmet, Dänemark.) Hochschulnacknchten. Professor Dr. Leonhard Schultze-Jena, Ordinarius für Geographie an der Universität Marburg, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Schultze-Jena habilitierte sich 1899 in Jena, wurde dort zum Extraordinarius ernannt und übernahm 1908 den Lehrstuhl für Geographie. 1911 siedelte er nach Kiel über, seit 1913 wirkte er in Marburg. An der Universität Halle traten in den Ruhestand die ordentlichen Professoren Dr. Weg n e r (Deutsches Recht und Völkerrecht), Dr. I a h n (Wirtschaftliche Staatswissenschaften) und Dr. Tubandt (Physikalische Chemie). Oer Neuaufbau der Iagdbehörden im Land Hessen. Lpd. Der Landesjägermeister teilt mit: Nach der Auflösung der bisherigen Jagdgaue.Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen werden die Jagdbehor- ben im Jagdgau Land Hessen wie folgt aufgebaut: Landesjägermeister und Leiter des Jagdgaues: Reichsstatthalter und Gauleiter Jak. Sprenger. Stellvertreter: Stabsjägermeister beim Landes- jögermeister, Oberforstrat Karl Schlich, Darm- f Stabsleiter: Gaujägermeister Oberforstmeister Hans Rausch, Darmstadt. Stab: Gaujägermeister Oberforstmeister Karl N i - colaus, Gießen, Ehrengerichtsfragen. Jägermeister: Forstassessor Ludw. Roth mann, Darmstadt. „ Stabsamt: Jägermeister Lutz Bormann. Darmstadt, Stabsamt; Jägermeister Kaufmann Fr. Roder, Darmstadt, Kassenwesen. Ständige Mitarbeiter auf Sachgebieten: Jung' jäaerausbildung und Prüfungen: Oberstleutnant o.D P ru p p,Darmstadt; Rechtswesen: Oberlandes- aerichtsrat Hildebrandt, Darmstadt; Naturschutz: Professor Dr. Schmidtgen, Mainz; Presse und Propaganda: Studienrat E. Holzel, Gießen: Ausstellungen und Veranstaltungen: Forstmeister Schlotterer, Darmstadt; Hundewesen: Ingenieur August Pascoe, Dutenhofen (Oberh.); Schießwesen: Robert Hübner, Darmstadt; Lan^ wirtschaft: Gutsbesitzer Oppermann, Lohrbach (Oberh.) und Ortsbauernführer Walther, König- städten. ,, Die seitherigen beiden Ehrengerichte bleiben un- verändert bestehen. In der Einteilung der Jagdkreise und in dem Aufbau der Jagdkreise tritt keine Veränderung ein. Dem Landesjaqdrat treten als neue Mitglieder hinzu: Landforstmeister Dr. h. c. H e s s e, Darmstadt und Landeshauptmann Traupel, Wiesbaden. Sonderfahrt der Reichsbahn nach Bad-Kms. Man berichtet uns: Am 11. Juli veranstaltete die Reichsbahn unter Leitung von Reichsbahn-Oberinspektor K l i f f m ü l l e r eine verbilligte Sonderfahrt durchs Lahntal nach Bad Ems, die einen sehr guten Zuspruch aufzuweisen hatte, lieber 600 Fahrtteilnehmer konnte die Reichsbahn begrüßen. Das Wetter war zwar nicht einladend, aber trotzdem war der Aufenthalt in Bad Ems nicht verregnet, und die Kurverwaltung und der Verkehrsverein mit feinem Leiter Herrn Hutschen hatten sich in dankenswerter Weise große Milbe gegeben, den Fahrtteilnehmern die Stunden des Aufenthalts angenehm zu gestalten und ihnen die Sehenswürdigkeiten von Bad Ems zu zeigen. Auch hatte der Leiter des Bahnhofs Bad Ems, Reichsbahn- infpektor Müffing, ein Gießener, in dieser Richtung schon vorbereitende Arbeiten erledigt. Sofort nach Ankunft des Sonderzuges wurden die Fahrtteilnehmer in einzelne Gruppen mit Führer ein- ge teilt, für die ein in allen Einzelheiten festgelegtes Besichtigungsprogramm vorgesehen war. Auf diese Weise erhielten die Teilnehmer die besten Eindrücke von Bad Ems, seinen Kur- und Badeanlagen und seinen historischen Stätten. Die Reichsbahn hatte für diese Fahrt ein zwangloses Programm vorgesehen, jeder Fahrtteilnehmer kynnte nach Belieben die Stunden des Aufenthalts ausnutzen. Deshalb machten viels auch einen Abstecher nach dem nur 17 Kilometer entfernten Rhein, oder sie wanderten auf die Berge und freuten sich an herrlichen Ausblicken über das malerische Bild, „Das Vieh konnte nicht mehr gerettet werden." Schützt die deutsche Ernte und Erzeugung! ZdR. Wie oft liest man in Zeitungsberichten über Brande aus dem Lande den kurzen Satz: „Das Vieh konnte nicht mehr gerettet werden und kam in den Flammen um." Mit den Tieren werden nicht nur die Ergebnisse jahrelanger Aufzuchtarbett vernichtet, sondern meistens auch wertvolle Nahrungsmittel zerstört und der menschlichen Ernährung entzogen. Man hat ausgerechnet, daß die Lebensmittel, die in Deutschland alljährlich durch Schadenfeuer vernichtet werden, zur lausenden Ernährung von 200 000 Volks- genossen ausreichen würden. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß sich unter den verbrennenden Lebensmitteln — die Ursache der Brände ist in der überwiegenden Mehrzahl Leichtsinn und Fahrlässigkeit — auch in beträchtlichem Umfange Vieh und besonders Schlachtvieh befindet. Einen Begriff, was im einzelnen an Futter- und Nahrungsmitteln durch Brände auf dem Lande verloren geht, vermittelt z. B. der letzte Geschäftsbericht der Feuersozietät der Provinz Brandenburg. Danach verbrannten allein in der Mark Brandenburg im Jahre 1936 - 22 209 Zentner Heu, 21 047 Zentner Getreide, 132 Stück Rindvieh, 27 Pferde, 168 Schweine und Schafe und 1749 Stück Geflügel. Mit diesen von den Flammen verzehrten Lebensmitteln einer deutschen Provinz hätte sich ein Güterzug von 220 Wagen füllen lassen. Man hat sich so an den Ausdruck: „Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt" gewöhnt, daß man dabei allzu leicht vergißt, daß die ausgezahlten Versicherungsentschädigungen Volksvermögen darstellen, dessen Aufkommen die Gesamtheit tragen muh. Darüber hinaus aber müssen wir im Zeichen der Erzeugungsschlacht und des Vierjahresplanes erkennen, in wie hohem Maße diese beiden Maßnahmen zur Sicherung der deutschen Nahrungs« und Rohstoff-Freiheit durch Brandschäden gehemmt und gehindert werden. vrandschuh ist demnach in der jetzigen Zett Schuh der deutschen Ernte und deutschen Er- Zeugung. Gerade unsere Schlachtviehoersorgung hat alle Anstrengungen zu machen, damit der Fleisch- und Fettbedarf aus eigener Erzeugung gedeckt werden kann. Wir können es uns, ernährungspolitisch betrachtet, gar nicht leisten, unseren Viehbestand durch Brandschäden vermindern zu lassen. Aber schließlich sträubt sich ja auch, ganz abgesehen von der Volkswirtschaft, unser Mitgefühl mit den Tieren dagegen, sie qualvoll in den Flammen umkommen zu lassen. Wer einmal die furchtbaren Angst- und Schmer- zensschreie den Flammen nicht mehr zu entreißender Tiere gehört hat, vergißt sie sein ganzes Leben lang nicht, und sie werden ihm stets eine Mahnung sein, für den Brandschutz des Nutzviehs in umfassender Weise Sorge zu tragen. . Dazu gehört vor allem, daß sich die elektrischen Anlagen in und an den Ställen in Ordnung befinden, daß sie nicht mit offenem Licht, oder mit brennenden Zigaretten usw. betreten werden. Instandsehungsarbeiten an Schaltern und elektrischen Geräten lasse man stets nur vom Fachhandwerker vornehmen. Ferner ist darauf zu achten, daß sich das Heu nicht selbst entzünden kann. Der Blitzschutz für das Vieh ist von besonderer Wichtigkeit, entfallen doch 86 von allen Blitzein- schlügen und über neun Zehntel des gesamten, in die Millionen gehenden Blitzschadens auf das Land und landwirtschaftliche Betriebe. Im Stall müssen alle Eisenteile von größerer Ausdehnung, wie eiserne Pumpen, Brunnen, Tränkeeinrichtungen usw. an den Blitzableiter angeschlossen werden und sorgfältig geerdet sein. Die eisernen Ketten, an denen die Tiere befestigt sind, dürfen niemals mit der Ableitung verbunden sein. Die Blitzschutzmaß- nahmen müssen auch auf die Weide ausgedehnt werden. So ist es ratsam, die Eisendrähte der Einfriedigungen im Abstand von 40 bis 50 Metern durch einen Querdraht aus verzinktem Eisen miteinander zu verbinden und diese Querdrähte einen Meter tief als Erdung in den Boden zu versenken. Außerdem sollte sich auf jeder Weide für den Fall eines Gewitters ein Zufluchtschuppen mit Blitzableiteranlage befinden. G. E. D. das der gepflegte Kurort bietet. Wieder andere unternahmen eine Motorbootfahrt auf der Lahn oder, wie die Sängervereimgung Wieseck, eine Motorbootfahrt nach Stolzenfels und der Marksburg. Diele hörten auch den Klängen des vorzüglichen Orchesters zu. Die Heimfahrt brachte nochmals beste Eindrücke von dem schönen Lahntal, das vom Abteilfenster aus immer wieder abwechslungsreiche und reizvolle landschaftliche Ausblicke bot. Wie der Reiseleiter feststellen konnte, waren die Fahrgäste von der Reise ausnahmslos befriedigt. Kampf dem Krebs! Mit einem Aufklärungsvortrag und einer belehrenden Theateraufführung, die im Lass Leib stattfanden, begann auch in Gießen die Aufklärungsaktion der Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung, Kreis Wetterau. Der Kreissachbearbeiter, Stadtamtmann R o t h e r m e l, wies einleitend darauf hin, daß es neben der' Schadenverhütung an sich vornehmste Aufgabe der Reichsarbeitsgemeinschaft ist, den Menschen, das Volk vor Schäden an der Gesundheit zu bewahren. Oberarzt Dr. W i ß m a n n von der Universitäts-Frauenklinik gab dann in längeren Ausführungen einen Heber* blick über die Gefahr und die Art des Krebses. Seine Worte gipfelten in der Frohbotschaft, daß Krebs heute heilbar sei. Die vorherrschenden Volksmeinungen über den Krebs widerlegte er am bellen mit dem Hinweis darauf, daß das Reichsmimste- rium für Volksaufklärung und Propaganda bestimmt seine Arbeit hoffnungsvolleren Aufgaben zuwenden wurde, wenn es nicht durch diese Aufklärungsarbeit wertvolles Volksgut vor Schaden bewahren könnte. Wie umfangreich diese Schäden an der Volksgesundheit sind, machte der Arzt an Zahlenbeispielen klar. Es sei notwendig, daß jeder Volksgenosse sich in Abständen vom Arzt untersuchen lasse, um sich laufend über seinen Gesundheitszustand zu vergewissern. Als wichtigste Vorbeugung gegen jede Krankheit empfahl der Arzt namentlich für die Frau sorgfältigste Körperpflege und stete Körperbeobachtung. Die Voraussetzung für eine wirksame Krebsbekämpfung sei das rechtzeitige Erkennen, das nur der Arzt mit seinen Hilfsmitteln bewirken könne. Der Hinweis darauf, daß Krebs nicht ansteckend und auch nicht absolut per- erbbar ist, soll vor allem jede Aengstlichkeit im Volke bannen. Die moderne Wissenschaft sei so weit, daß sie durch Operation oder Bestrahlung Krebs, erkrankungen vollkommen heilen könne, wenn Er. krankte sich rechtzeitig vertrauensvoll an den Arzt wenden. Aus eigenes Praxis berichtete Dr. Wiß. mann über eine ganze Reihe erfolgreicher Krebs- behandlungen durch die Kliniken, die vertrauensvoll in die Zukunft schauen lassen und zu der Aufklä- rungsaktion ermutigen. Nur wenn jeder einzelne auf feine Gesundheit achte, werde es gelingen, ein gesundes und frohes Volk zu schaffen. Die ausgezeichneten Ausführungen Dr.Wißmanns fanden bann eine sehr eindrucksvolle Unterstreichung durch ein von der Deutschen Bühne für Volkshygiens Kassel aufgeführtes pädagogisch-hygienisches Zweck- drama. Iahrt der Vogtschen privat-Handelsschule ins Ruhrgebiet. Am Sonntag trafen sich in der Bahnhofshalle 70 Schüler und Schülerinnen der Vogtschen Prioat- Handelsschule mit ihren Lehrern, um unter Leitung des Schulleiters, Diplom-Handelslehrer H e y d e r, eine Fahrt ins Ruhrgebiet anzutreten. Der Zug brachte die frohe Reisegesellschaft in rascher Fahrt über Wetzlar, Siegen nach Köln Der dortige Aufenthalt wurde zu einer Besichtigung des Kölner Domes und der Kölner Altstadt ausgenutzt. Dann führte die Fahrt nach Düsseldorf. In der Joseph- Goebbels-Jugendherberge, die täglich 800 Heber* nachtungen zu verzeichnen hat, fand man gastliche Aufnahme. Noch am selben Tage wurde die Stadt besichtigt. Der zweite Tage brachte den Besuch der Ausstellung „Schaffendes Volk". In drei Gruppen unter Leitung je eines Lehrers bzw. einer Lehrerin besichtigten die Schüler diese einzigartige Schau deutschen Schaffens. Jrn Mittelpunkt der Betrach- tungen stand die Werkstoffschau mit ihren Neue, rungen auf dem Gebiet der Eisen-, Stahl-' und Leichtmetallbearbeitung, insbesondere aber mit den neuen deutschen Werkstoffen. Für den Abend blieb noch Zeit zum Betrachten der Gartenschau. Ein flotter Marsch in die — eine Stunde entfernte — Jugendherberge beschloß den eindrucksvollen Tag. Mit dem Postauto ging es am nächsten Morgen am Schlageter-Ehrenmal vorüber nach Duisburg- Ruhrort. Hier besichtigten die Fahrtteilnehmer auf einer Hafenrundfahrt den größten Binnenhafen Deutschlands. Heber Oberhausen und Mühlheim ging es dann nach Essen, vorbei an den Kruppschen Werken nach Essen-Werden am Baldeneysee. Hier wurde wiederum die Jugendherberge bezogen und bann wanderte man am Baldeneysee entlang. Der vierte Tag diente der Besichtigung der Stadt Essen. Die Grube Langenbrahm, die Kruppschen Werke und ein großes Warenhaus, dessen Dachgarten einen herrlichen Rundblick über die Stadt der rauchenden Schlote und Fördertürme gestattete, erregten beson» bere Aufmerksamkeit. Wohlbehalten kehrten alle die Fahrtteilnehmer zurück, erfüllt vom Erleben gigantischen deutschen Schaffens. Gießener Wochenmorktpreife * Gießen, 15. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 10, Geier, deutsche. Klasse C 9^, Wirsing, kg 18 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 15 bis MWjWMWM Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin. 46. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 22. Der Schellori, der alte Geizkragen, und noch einige, die ein bißchen was im Strumpf ober auf der Sparkasse hatten, stapften schwitzend die Kuhleiten hinaus. Die Sonne brannte wie ein weißglühendes Geschützrohr, und die trockene Erde zeigt Sprünge. Ein Wetter für einen gewaltigen Durst, ein Festwetter ganz einfach. Wenn nur das Gelb nicht so rar wäre. „Rein kennen tust sie nimmer, die Kuhleiten", röchelt der Schellori und zog pfeifend den knappen Atem ein. „Wenns d' bedenkst: Nichts als Steiner zuvor und Gras-, über das du dich haft ärgern müssen, und jetzt schaufeln s' blanke Geld aus'der Erde! Manner, was waren wir dazumal für Rindviecher!" Der Schellori hatte |o unrecht nicht. Von Gras war auf der Kuhleiten wirklich nimmer viel zu sehen. Im Hinteren Teil des Grubenfeldes lagen die überdeckten Eingänge zum Bergwerk, die beiden Schächte mit Massersührung, Pumpe und Förder- körben. Vorne, gegen die Büchlkamer Landstraße zu, waren große offene Schuppen aus dem Boden geschossen, die zum Aufstapeln und Sortieren des Roherzes dienten, ferner eine weitläufige Maschinenhalle, in der die Aufbereitung des Graphits erfolgte. Auch ein Lastauto war da, das das Fertig- erzeugnis an die Bahn brachte, und eine Baracke, die halb als Büro, halb als Verfanbraum diente. Die Anlagen waren durch blinkende Gleise verbunden, auf denen an gewöhnlichen Tagen die Kippwägelchen rollten. Es war schon berechtigt, wenn Fogg sich zuweilen die Hände verstohlen rieb. Das „Graphitwerk Schellenberg" war zwar nicht das größte im Bayerischen Wald, aber ein neuzeitlich angelegtes und vor allem ergiebiges. Das Landschaftsbild hatte natürlich nicht gewonnen durch all den Lärm, den Dunst, die zertrampelte, aufgeriffene Erde; aber was wollte das besagen gegenüber dem handgreiflichen Segen, der von der Kuhleiten ins Dorf floh? Seit zwei Tagen liefen die neuen Maschinen. Fogg hatte dreißig neue Erwerbslose einftellen können. Grubenarbeiter wurden benötigt, Werkzeug- und Maschinenschlosser, Zimmerleute, ein zweiter Chauffeur. Wer die ihm zugeteilte Arbeit nicht verstand, wurde von auswärtigen Fachleuten angelernt. Fogg hatte für heute eine Art Einweihungsfeier veranstaltet, und so herrschte denn ein stimmungsvoller Heberstuß an Tannenbäum- chen, an Birkengrün und leuchtenden Fahnen. Das Schönste waren Die frohen und dankbaren Gesichter, die Fogg rings um sich sah. „Jetzt muß er alle Augenblicke kommen, Josef", sagte neben ihm der Bürgermeister und meinte damit den Ingenieur, den Fogg emgelaben hatte, her kleinen Festlichkeit beizuwohnen, Der Gsodmair war heute ein bißchen aufgeregt. Er blickte unruhia die Straße entlang, und endlich nahte sich das Auto, eine fürchterliche Staubwolke wie einen Drachenschwanz hinter sich nachschleifend. Dolschis cremefarbener Wagen war grau überpudert. Der Ingenieur kam in Begleitung zweier Herren, von denen der eine der Bezirksamtmann, der andere ein Ober» regierungsrat aus München war. Fogg konnte sich sofort wieder entsinnen: Ach ja, bas ist her, bei dem ich damals abgeblitzt bin. Nach kurzer Vorstellung und Begrüßung führte Fogg seine Gäste auf der Kuhleiten herum, zeigte und erläuterte alles. Zum Schluß dankte er den Herren für ihr Interesse und vergaß nicht zu erwähnen, daß er an Dr.-Jng. Dolschi einen unermüdlichen, selbstlosen Berater gehabt habe und daß sein Plan nur durch das Eingreifen des Professors, her auf einer Reise befindlich und an der Teilnahme leider verhindert sei, in die Tat hätte umgesetzt werden können. „Hnd von sich sprechen Sie gar nicht?" meinte der Herr vom Ministerium lächelnd. Fogg zuckte die Schultern. Nach der Besichtigung hielt der Bezirksamtmann eine kleine Rede, und es kamen die Worte Privatinitiative, Tatkraft und Anerkennung darin vor. Dann verabschiedeten sich die drei, weil sie leider wieder in die Stadt zurück müßten. Vor dem Einsteigen schüttelte der Oberregierungsrat Fogg dieHand. „Sie haben uns ein tüchtiges Stück Arbeit abgenommen, Herr Doktor Fogg. Das muß belohnt werden. Die Straße zur Bahn ist sehr schlecht, lauter Schlaglöcher. Sie bekommen eine neue Straße. Damit bringen Sie auch den Rest der Arbeitslosen noch unter, Herr Bürgermeister", wendet er sich an Gsodmair. „Ich halte das für noch dringlicher als die Regulierung des Weißelbachs, um die die Gemeinde nachgesucht hat." „Das schon", meinte Gsodmair. Als das Auto abgefahren war, pirschte sich der Schellori an Fogg heran. Er röchelte, schnupfte und zwinkerte. „Also, Doktor, was meinst nachher? Könnt' man epper noch mittun? Wir haben’s uns jetzt überlegt. Ist doch eine gute Sache, die Kuh- leiten." „Nur her mit dem Geld! Aber es ist höchste Eisenbahn. Wenn ihr diesmal nicht einsteigt, fahrt der Zug euch vor her Nase weg!" Später zog die ganze Belegschaft geschlossen zu einer bescheidenen Nachfeier in die „Sonne". Als Fogg, der noch rasch einen Kranken besucht hatte, endlich nachkam und in den geschmückten Saal trat, rief ihm der Fenzl entgegen: „Da geh her, Josef; das ist unser Tisch." Der Bürgermeister, der Kern, der Martl und die Anna saßen bereits da. Der Fenzl knallte die Absätze zusammen und meldete militärisch: „Gruppe Fogg vollzählig bis auf einen Mann im Lazarett. Bier Mann und ein halber Kosak zur Menage angetreten." „Danke, weitermachen!" lachte Fogg. Die Wirtin und ihre beiden Töchter hatten alle Hände voll zu tun. Wenn es nichts kostete, liehen sich die Schellenberger mit Hunger und Durst nicht lumpen. Die Wirtin lächelte her Anna säuerlich zu und dachte: Was diese Hereingeschmeckts für ein Glück hat! Hat nichts, ist nichts und schnappt sich den Bürgermeistershof! Hätte das nicht den meinigen zwei passieren können? Der Martl war stillvergnügt und betrachtete andächtig seine Braut, die mit zierlichen Fingern aß. Der Gsodmair schob der Anna einen Trumm Kälbernes auf den Teller und brummte: „Nur ’rein, was das Zeug hält! Du darfst noch ein bissel wachsen, du halbe Portion; sonst paßt du nicht unter uns lange Lackel hinein." Er behandelte die Anna mit bärbeißigem Wohlwollen, durch das noch manchmal seine Enttäuschung über die 9000 Markt hindurchschimmerte. Nach dem Essssn stahl sich Fogg die Stiege hinunter und ging in den Obstgarten Ijinterm Wirtshaus. Es war ihm zuviel Rauch und zuviel Krach da droben. Er hielt eine ausgegangene Zigarre zwischen den Zähnen, die aus dem Kaufladen der Oberhimmer stammte und zerfleddert wie ein Besen war. Er schritt langsam und sinnend durch das Gras. Zuweilen bog er einen Zweig herab, ob er auch tüchtig angesetzt habe. Dann ließ er sich auf einem Balken Meder und blinzelte in den Himmel, der wie ein blaßblaues Seidentuch über die Gegend gespannt war. Um die blaugrünen Berghäupter war flirrender Dunst. Eine emsige Grille zirpte, und ein Heuschreck sprang schwerfällig durch die Halme. Es roch nach warmem Holz und nach trockener Erde. Fogg warf die Zigarre weg. Er war ein bißchen mühe, er hatte das jetzt öfters in der letzten Zeit, und überlegte: Das Gröbste ist geschafft, nun werde ich mir ein paar schöne Wochen machen. Das mit der neuen Straße würde eine große Wohltat werden. „Ach, da steckst du ja, Jost", sagte plötzlich die Anna hinter ihm und setzte sich neben ihn auf den Balken. „Ich habe dich überall gesucht. Also komisch ist das, du. Nun sollen wir zwei Hübschen einfach auseinander! Nicht, daß ich ungern hinübergehe zum Martl, aber leicht ist es eben doch nicht. Und was wird aus dir? Kann man den Josi allein lassen? Wird er mit der Fenzl-Regine zurecht« kommen?" forschte sie voll Besorgnis. „Es wird. Die Regine biege ich mir schon, wie ich sie brauche. Eine Anna wird sie freilich nicht werden", lächelte er. „Ja? Sieh mal, das ist nett von dir. Mit Lob« sprächen hast hu mich ja nicht gerade verwohnt, Jost. Ich weiß schon — Arbeitsüberhäufung und so. Ich mache ja nur Spaß." Durch ein Loch im nahen Apfelbaum tropfte Sonne auf ihr rötlich« braunes Haar. Die kleine Nase schnupperte angc« regt in die Lust und sog alles in sich hinein: Wärme und Heugeruch und den bitteren Duft des funkelnagelneuen Kleiderstoffes. Dann sah sie einem Käser zu, her an einer Skabiose herumturnte und immer wieder ins Gras fiel. Auf einmal sagte sie ^anz^ schnell: „Du solltest vir eine Frau zulegen, „Ja? Weißt hu mir vielleicht eine?" scherzte er. „Das nicht; ich meine nur so. Ohne Frau ist es doch fad", erwiderte sie errötend. Denn, der Stier Ajax fiel ihr ein und das, was hinterher war. Sie fand, daß sie Josi einmal sehr geliebt hatte; viel mehr als etwa den Marti. Um diese Gedanken zu verscheuchen, glitt sie zu einem anderen Gesprächsstoff über. „Denke, was mir hie Köchin von Engas» fers heute früh erzählt hat! Die zwei lassen sich scheiden. Uno der Professor zieht von Schellenberg fort. Der Möbelwagen ist schon bestellt, und hie Emerenz ist bereits überm Einpacken." „Die lassen sich scheiden? Du bist ja weg!" „Die Emerenz wird es doch wohl wissen, Josi/ ________ (Schluß folgt) denn mit Opekia wird die Marmelade billiger. Ohne Opekia nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben. 20, das Bündel 15, rote Rüben 18 bis 15, Spinat 25, Römifchkohl 12 bis 15, Bohnen, grün 20 bis 30, gelb 25 bis 30, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 12 bis 15, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, neue, >3 kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 6 bis 7 Mark, Frühäpfel, V) kg 38 bis 60, Pfirsiche 40 bis 50, Himbeeren 30 bis 35, Birnen 25 bis 30, Kirschen 35 bis 45, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 18 bis 20, Erdbeeren 50, Zwetfchen 45 bis 60, Mirabellen 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 20, Salatgurken 10 bis 30, Cinmachgurken 1 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf- Wirtschaft. Verbot von Nrastfahrzeuglustreifen an Gespannwagen. Fwd. Die Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest hat mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministers eine Anordnung Rr. 41 erlassen, nach der die Verwendung von Kraftfahrzeugluftreifen an Gespannwagen allgemein unterlagt wird. Die Verwendung von runderneuerten, sog. neuprotektierten Kraftfahr^eualuftreifen und die Weiteroerwendung von Krasifahrzeugluftreifen, die sich bei Inkrafttreten der Anordnung an Gespannwagen befinden, wird dagegen zugelassen. Die Anordnung wurde erforderlich, weil Hersteller und Besitzer von Ge- spannwagen dazu übergegangen sind, statt der für die besonderen Zwecke der Gespannwagen hergestellten Gespannwagenreifen die für höhere Leistungen gebauten und daher unter Berücksichtigung ihres Gehalts an deoisenpflichtigen Rohstoffen zur Bereifung von Gespannwagen nicht geeigneten Kraftfahrzeugluftreifen zu verwenden. Die Getreide-Ablieserungsscheine. Fwd. Der Vorsitzende des Getreidewirtschaftsver- bandes Hessen und Nassau teilt mit: Die Ausgabe von Getreide-Ablieferungsbescheini- gungen erfolgt im neuen Getreide-Wirtschaftsjahr durch die für den Verteiler zuständige Kreisbauern- jchaft und nicht mehr durch den Getreidewirtfcdafts- verband Hessen und Nassau. Diesbezügliche Anforderungen sind also an die zuständige Kreisbauernschaft zu richten. Im Getreidewirtschaftsjahr 1937/38 können die aus dem Getreidewirtschaftsjahr 1936/37 noch verbliebenen Getreide-Ablieferungsbescheinigungen, für Roggen (gelb), Weizen (blau), Industrieaetreide (grün) aufgebraudjt werden. Die roten Ablieferungsbescheinigungen 1936/37 (nichtkontingentiertes Getreide betreffend) dürfen nicht mehr verwendet ^werden. Bei der Verwendung der Ablieferungsbescheini. gungen 1936/37 ist folgendes zu beachten: Die Ablieferungsbescheinigungen für Roggen und Weizen sind nur dreifach auszustellen. Die in den betreffenden Blocks vorhandenen vier Ausfertigungen sind daher nicht mehr zu benutzen. Im Gegensatz hierzu werden für Industriegetreide nach wie vor vier Ablieferungsbescheinigungen ausgestellt und verwendet. Gemäß Anordnung der Hauptoereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft Berlin vom 11. Juli 1936, Abschnitt 'A Nr. 1, sind von den Kontingentsgetreide verarbeitenden Betrieben die mit den. Kon. lingentsmarken versehenen Ablieferungsbescheini. gungen binnen zwei Wochen nach Ablauf des Ge- ireidewirtschaftsjahres an den zuständigen (Betreibe* wirtschaftsverband einzusenden. Die in Frage kommenden Betriebe werden hiermit aufgefordert, bis pätestens 1. August 1937 dieser Verpflichtung nach- :utommen. Mit der Ueberfentiung der Ablieferungs- jcheine ist gleichzeitig die Gesamtmenge nach Kon- 'ingentsroggen und -Weizen getrennt anzugeben. Fwd. Rundfunkröhren. Preissenkung i ab 15. Juli. Schon vor einigen Monaten ist in enger Zusammenarbeit mit der Rundfunkempfängerindustrie und unter Zustimmung aller hieran internierten amtlichen und prioatwirtschaftlichen Stellen eine Senkung der Bruttopreise für Rund- funkrühren mit Wirkung vom 15. Juli 1937 an beschlossen worden. Diese Preissenkung ist auf alle Röhrentypen, die die Apparatebauer heute noch ver- wenden und darüber hinaus auch auf eine größere Anzahl älterer Typen, insgesamt aus 49 Einheiten ausgedehnt worden. Die durchschnittliche Preisherabsetzung beträgt rund 20 v. H. Besonders kräftig gesenkt worden sind Röhren, die für Bestückungs- Zwecke bevorzugt in Betracht kommen, und zwar um 25 dis 30 v. H. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse: Aktien fest. Frankfurt a. M., 14. Juli. Die Mittagsbörse eröffnete bei lebhafterem Geschäft als in den letzten Tagen am Aktienmarkt durchweg fest. Eine Spezialbewegung hatten bei großen Umsätzen IG. Farbenindustrie mit 167,65 bis 168 (166,75) zu verzeichnen, ferner AG. für Verkehr, die mit 129,50 bis 129,75 bis 130,50 (128,50) um 2 v.H. fester lagen. Interesse erhielt sich weiter für Montanwerte bei durchschnittlichen Erhöhungen von 0,25 v. H. Etwas stärker befestigt Hoesch mit 129,50 (128,90) und Vereinigte Stahlwerke mit 124,50 (124,13), dagegen Buderus 0,25 v. H. abgeschwächt. Von Elektrowerten lagen besonders Lahmeyer mit plus 1,75 v. H. fest. Bei Maschinen- und Motorenaktien hielten sich Die Erhöhungen im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. H. Von sonstigen Werten fliegen Bemberg um 0,50, Zellstoff Aschaffenburg um 0,75, Westdeutsche Kaufhof um 0,25, Gement Heidelberg um 0,50 v. H., dagegen Deutsche Erdöl 0,75 v. H. leichter. Am Rentenmarkt war das Geschäft vorerst noch ruhig bei behaupteten Kursen. Kommunal-Um- schuldung wurden mit 94,20 genannt, etwas leichter Rheinischer und Südd. Städte-Altbesitz. Weitere Nachfrage erhielt sich für 5prozentige Jndustrieobli- gationen. Der Verlauf der Börse war etwas ruhiger. Die Kurse am Aktienmarkt bröckelten auf kleine Gewinnmitnahmen eher leicht ab. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen im Ausmaße von 0,13 v. H. bis 0,40 v. H. über dem Vortagsstand. Etwas stärker erhöht Jul. Berger mit plus 0,90 vom Hundert. Die Freiverkehrkurse lagen nicht wesentlich verändert, etwas höher Dingler mit 87,25 (86,50), dagegen Ufa-Film 74 (75,40). — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörfe behauptet. An der Abendbörfe verlief das Geschäft ruhig. Am Aktienmarkt lagen die Kurse gegenüber dem Mittagsschluß nur wenig verändert. Die Abweichungen gingen meist über 0,25 o. H. nicht hinaus. Etwas stärkeres Interesse zeigte sich für AEG. mit 133 (132,25). Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur ruhiges Geschäft. Knapp behauptet lagen Kommunal-Umschuldung mit 94,15 (94,20). Weiteres Interesse erhielt sich für au Schweizer Franken lautende zertif. Bonds. Ge acht waren Badenwerk zu 87 (85), ferner 6 v. H. Eschweiler Gulden zu 86,50 (86). Farbenbonds kamen mit 134,50 zur Notiz. Mit Plus-Zeichen erschienen De- kosama-Neubesitz, Taxe 44,45. Irankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen W13 211, W16 214, W19 218, W 20 220; Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R19 196, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 30, W 16 30,10, W 19 30,10, W 20 30,45; Roggen- mehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50, plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Müh. lenfestpreife ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu, trocken, alte Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20; Heu, draht- gepreßt, 5,90, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,00, gebündelt 2,70. — Tendenz: ruhig. Arankfu ter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M-, 15. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 978 Rinder (125 Ochsen, 171 Bullen, 476 Kühe, 206 Färsen), 975 Kälber, 41 Hämmel, 31 Schafe, 142 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 37 bis 44, Kälber 35 bis 61, Hämmel 48 bis 52, Schweine 51,50 bis 55,50 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zuge- teilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 544: Einlösung von Zinsscheinen ausländischer Wertpapiere zugunsten von Ausländern. — 545: Umsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel. — 546: Gemeinsame Anordnung der lieber- wachungsstellen für Bastfasern und für Papier (Regelung der Verarbeitung von Spinnpapier und des Ein- und Verkaufs von Papiergespinsten und Papiergeweben). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluff- turß Schluffs. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittag- bbrse Schluff- fure Schlußk. Abend börse Schluff- kurS Schluff!. Mittag- bör>e Damm 13.7. 14.7 137. 14-7- Damm 13-7 14 7. 13.7 14.7 6% Deutschs Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 47i% Deutsche Reichsschatzanwei- sungcn von 193S .......... 47t% Deutsche ReichSschatzanwei- sungen von 1935. II. Folge •. • 47i% Deutsche Reichslchatzanwet- sungen von 1936, III. ?iolge .. 671% Bouna-Anleihe von 1930 .. 47i% Hessische Volksstaat von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 47i% Deutsche ReichSbahnschotz von 1936 I.................. Retchsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten.............. 47i% Hess. LandeSbk. Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 514% Hess. Landetk-Hyp.-Bank Liqu. Goldpse............... 47i% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 47i% Vreuh. Gold-Komm. R. 20 47i% Darmstädter Komm,-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 47i% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 47i% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 67i% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 67i% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Verrechnungtzkurs AG. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vor, .-Akt. 7 ReichSbant................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 ya Commerz- und Prtvat-Bank... 5 Deutsche Diskonto.....,,,..,. 6 Dresdner Bank......... 4 101,65 99 99,7 99 100 100,6 99,65 126,2 134,5 99,5 101,13 96,25 98 133,75 99,5 98,25 101,4 101,25 110,75 1128,5 18,9 20,65 127,5 213,5 114,25 121,5 105 101,65 99 99,7 99 100 100,6 99,75 134,5 99,5 101 98 133,75 99,5 98,25 100,4 101,5 110,9 129,75 19,26 20,75 127,4 213,5 114,4 121,25 105 101,65 99 99,7 99 100,75 99,7 126,25 98,25 134 99,5 101,5 110,75 127,4 19 20,65 127,4 213,75 132 114,25 121,5 105 101.65 99 99,7 99 99,9 100,75 99.65 126,4 99,75 98,25 133,75 99,5 101,5 110,9 130,25 19,25 20,9 127,4 213,75 132 114,4 121,5 105 Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg............... o Bekula.......... 8 BuderuS Eisen............... 6 Gement Heidelberg...........? Cement Karlstadt............ fl Konti Gummi.............. 12 Daimler Motoren......... 6% Dessauer Gas......... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber.... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Straft.....7 I. G. Färben-Industrie.......7 Reiten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 7 Th, Goldschmidt ............. 6 Gritzner Maschinen...........o Harpener................. 3'/r Hoesch Eisen............... 3*/2 Philipp Hol,mann ...........8 Ilse Bergbau....... 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke.............47z Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkrast................... 4 Mannesmann.............47i Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft........ « Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle....... 13 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kalt............6 Schubert L Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 SiemensL Halske ...........9 Süddeutsche Zucker..........10 Vereinigte Stahlwerke......47i Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhof........ 6 Otavi Minen........ 0,6 145,75 152 164,75 131,6 160 190,25 138,25 154 261,5 167 135,75 155 166,75 139 154,75 148,65 51,25 182 128,9 150,25 143,25 141 127 96 128 156 233,75 159,25 135,25 167 179,5 222 124,13 61 124 31 ,65 146,5 152,75 164,5 131,75 160,5 190,75 138,25 153,5 261 167,75 134,75 156 167 139,25 154,75 148,75 52,8 180 129 150 143 124,4 140,75 128,75 96 128 156,4 233,5 158,75 135,25 152,5 167 179,5 209 124 61,5 124 161,5 146,25 152 165,5 131,5 190,75 138,5 128,5 153,75 168 135,5 156,5 166,25 139,4 154,75 148,65 51,65 182 128,75 150,25 143,25 140,65 164 75 127,5 127,75 154 156 116,5 233,25 159,25 135,13 152,75 166,9 179,5 100,5 223 124 60,9 124 161,9 31,5 146,75 152,5 166 132 191 138,25 128,25 153,25 168 135,5 167,25 140 154,13 149 52,75 180 129 150,75 143 124,9 140,5 163,13 128,75 128 156 115,5 233,25 158,5 134,4 152,9 168,25 179,5 100,4 223 209,5 124 61,5 124,5 162 31,5 13. Jul« 14 Juli iz.Juu 14. Jul, Ainlliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gele Brie, Geld Briei Geld Bru» Gelb 1 Brie Buenos Aires .. 0,752 0,756 0,750 0,754 Japan.................... 0,718 0,720 0,717 0,719' Brüssel......... 41,92 42,00 41,89 41,97 Jugoslawien .............. 5,694 62,17 5,706 5,694 5,708 Rio de Janeiro . 0,166 0,168 0,165 0,167 Oslo..................... 62,29 62,10 62,22 Polen.......... 47,10 47,20 47,10 47,20 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen..... 55,23 55,35 55,16 55.28 Lissabon.................. 11,23 11,25 11,22 1.1,24 Danzig......... 47,10 47,20 47,10 47,20 Stockholm................ 63,77 63,89 63,69 63,81 London......... 12,37 12,40 12,355 12,385 Schweiz.................. 57,04 57,16 57,03 57,15 Helsingfors...... 5,47 5,48 5,465 5,475 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Parts.......... 9,665 9,685 9,655 9,675 Prag..................... 8,656 8.674 8,656 8,674 137,03 137,31 137,07 137,35 Budapest................. — — —- -*•* Italien......... 13.09 13,11 13,09 13,11 NeuYork.................. 2.490 2.494 2,489 2,439 GLORIrI Heute Donnerstag Erstaufführung PPLAST Geschmackvoll Vernahm Ptraönlloh Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Täglich 4, fl, 8,30, Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr Qieee 3 wesentlichen Clgeneoheften Oer guten Familien-Drucksache mit Alice Faye. Robert Young Ein ganz pikfeines Mandarinen-Chinesisch spricht der Liebling der Welt in seinem neuesten Film, der im Fernen Osten mit seinem malerischen Zauber spielt und ein Stück des Lebensweges einer kleinen Waise fesselnd schildert. leseA Jugendfrei! In deutscher Sprache! Auf der Bühne:———— Der rote Mephisto Die verblüffendste und erfolgreichste aller lliusionen. Shirley Temple der Liebling der Welt in: bietet Ihnen In eehlr»leh»h neuzeitlichen Aus. rUhrungeerten schnell und xu mäßigen Preisen Bfrührsche Druckerei, SohulstraBe 7i Anruf 8851 Besucht das 3. große Reit- und Fahr-Turnier 1937 in Bad-Nauheim auf der v.-Tschammer-u.-Osten-Kampfbahn Samstag, den 17. Juli 1937 Sonntag, den 18, Juli 1937 Beginn: 14 Uhr Eintrittspreise von RM, 0.50 Karten sind zu haben: Im Hapagrelsebüro und Verkehrsverein Gießen, Seltersweg 89. und an den Tageskassen am Turnierplatz. 4731 p Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Steuerbescheide über die gemeindliche Grundsteuer und Sondergebäude, steuer für das Rj. 1937 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, wird als Tag, an dem diese Bescheide als zugestellt zu gelten haben, hiermit der 12. Juli 1937 festgesetzt. Diejenigen Pflichtigen, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 13, anzuzeigen. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nur in den allerdringendsten Fallen und nach eingehender Begründung Gesuchen um Stundung oder Erlaß entsprochen werden kann. 4721C Gießen, den 12. Juli 1937. Der Oberbürgermeister: R l t t e r. Eine Offenbarung für jeden Tierfreund! IMIWMnölW Eine aUgememverständliche Darstellung frei For 'ckungsergebniste übet das Seelenleben der Tiere mit vraktiicken Beriuchsanleitungen oonTr Werner Kifdiel Leiter der ssorschungsstelle für Tierieelen- lunde nm Westfälischen Zool Garten zu Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb Wijjl 3.00. — ftn leder Gießener Buchhandlung erhältlich Hugo Bermüöler Verlag,MlluMlersellie Hier abschneiden! 4- o Leichenstarre 277 Leibbinde sein gesetzlicher Vertreter abschließen. Ein Vormund braucht zum Abschluß eines Lehrvertrages für sein Mündel die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes, wenn der Lehrvertrag für länger als ein Jahr abgeschlossen wird. Der Lehrvertrag wird regelmäßig schriftlich abgeschlossen und muß der entsprechenden Standesvertretung (z. V. Handwerkskammer) vorgelegt werden. Der Lehrherr ist verpflichtet, den Lehrling in allen einschlägigen Arbeiten zu unterrichten, der Lehrling muß seinen Kräften entsprechend im Be- trieoe Mitarbeiten. Mißhandlungen der Lehrlinge werden bestraft, dagegen hat der Lehrherr ein Züchttgungsrecht. Der Lehrherr hat dafür zu sorgen, daß der Lehrling keinen gesundheitlichen oder moralischen Schaden leidet; er mutz ihm die nötige Er- holungszeit einräumen. Außerdem muß er ihm Gelegenheit zum Besuch der Fortbildungsschule und der etwaigen Fachkurse geben. Ist der Lehrling in die häusliche Gemeinschaft des Lehrherrn ausgenommen, dann muß dem Lehrling auch Gelegenheit zum Besuch des sonntägi. lichen Hauptgottesdienstes gegeben werden. Lohn oder Taschengeld des Lehrlings richtet sich nach Tarif, Üblichkeit oder Vereinbarung. Die Vergütung steigt meist nach einer bestimmten Zeit. Leibbinde, Flanellstreifen oder gestrickt aus Wolle, wird bei Erkältungen der Unterleibsorgane über dem Leib getragen. Leibschmerzen. Sind es krampfartige Schmerzen, dann heiße Umschläge oder Auflegen von Heizkissen dazu Kamillen-. Pfefferminz- oder Baldriantee. Sind die Schmerzen vornehmlich in der rechten Unterbauchseite, an Blinddarmentzündung denken und sofort Arzt rufen! Auch bei Gallen-, Nieren- oder Blasenleiden können starke Leibschmerzen auftreten zu unterscheiden, um welche es sich handelt, den Arzt befragen! Siehe Kolik, Krämpfe. Durchfall! Leichdorn, siehe Hühnerauge! Leichenbefund ist das Ergebnis der ärztlichen Leichenöffnung. Leichenpflege. Nachdem der Tod eingetreten ist, die Augen zu- drücken Sofort dem Deftattungs- amt den Tod melden! Die Leiche flach lagern, den herabgesunke- nen Unterkiefer Hochbinden die Leiche bann mit einem weißen Tuch bedecken, Fenster offnen, duftende Blumen aufstellen und Räucherkerzen anstecken. Leichenstarre. Wenige Stunden nach dem Tode treten am Körper Veränderungen ein, die man als Leichenerscheinungen bezeichnet, so; Leichenkälte, Leich'enstarre, die gleich nach dem Tode oder erst nach einigen Stunden eintritt; Trübung der Hornhaut der Augen; Totenflecke — Verfärbung der Haut infolge Blutsenkung; Aufhören der Herztöne und der Reaktionen am Nervensystem; Aufhören der Atmung; Fäulnisgeruch. Nach jedem To- desfall hat eine Leichenschau zu erfolgen. Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir färben und reinigen Teppiche ' -V'.' ' . ' -• V' - b • v- ■ - . r- ■ ‘ ■ Aus der engeren Heimat iroi1 N Sprechstunden der Redaktion. [Stellenangebote Leinen . Dose 32 125 g 35 125 g 16 ,. .Schachtel ä 80 g 22 Stück 1 0 Italiener Ress 500 g 20 en Erfrschungs-Waffeln. ...i25g 25 95 l/i Fl. o. Glas 85 . Ltr.-Fl. o.Gl. 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Hoffentlich ist uns schönes Erntewetter beschieden! preiswert gegen Kasse abzugew Zwei Todesopfer eines Verkehrsunfalls. Unweit von Kassel ereignete sich auf der Straße von Rothenditmold nach Kirchditmold—Harleshausen ein schwerer Verkehrs Unfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein mit zwei jungen Männern besetztes Motorrad geriet auf der unübersichtlichen Straße unter einen Trecker. Einem der Fahrer wurde der Brustkorb eingedrückt, der andere erlitt schwere Kopfverletzungen und Brustquetschungen. Beide Verunglückte wurden in das Krankenhaus eingeliefert, wo sie ihren schweren Verletzungen erlagen. begrüßt. Anschließend wurden unter seiner Leitung die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt. Im Kurhaus sang der Chor vor vielen in- und ausländischen Gästen eine Anzahl Volkslieder, die von den Konzertbesuchern mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Dem Chorleiter Harnisch wurde Dank und dem Chor alle Anerkennung zuteil. Im Verlaufe des Tages machten die Sänger dann einen Ausflug nach Steinfurth, um dort die Rosenschau zu besuchen. Nachmittags versammelte man sich wieder in Bad-Nauheim mit den Mitgliedern der „Liedertafel" zu einem gemütlichen Beisammensein. Vereinsführer Karl Ruckelshausen dankte den Bad-Nauheimer Sängern für ihre Bemühungen um das Zustandekommen des Konzerts im Kurhaus. Sangesbruder Karl Häuser wies darauf hin, daß nun das Band der Freundschaft zwischen beiden Vereinen geschlossen sei, und er überreichte als äußeres Zeichen dafür der Bad-Nauheimer „Liedertafel" eine Plakette mit Widmung. Sangesbruder Plag nahm die Plakette entgegen, dankte für das Geschenk und versicherte, daß im Laufe dieses Jahres die „Liedertafel" zu einem Besuch in Watzenborn-Steinberg eintreffen werde. * Leihgestern, 14. Juli. Der 30jährige Kernmacher Heinrich Brück, der in einem Gießener Jndustriewerk tätig ist, erlitt durch einen Sturz eine schwere Gehirnerschütterung und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. * Lang-Göns, 14. Juli. Der etwa 24 Jahre alte Arbeiter Wilhelm B a u e r n f e i n d , der in einem Butzbacher Werk beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit Verletzungen an beiden Beinen und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. gfs. Allendorf (Lahn), 14. Juli. Unsere Gemeinde hat ein Feld mit Flachs angebaut, das von den Mitgliedern der Frauenschaft sauber- gehalten wird. — In der vorigen Woche sand hier in der Frauenschaft ein Süßmostkurs von der Bäuerlichen Werkschule aus statt. Der Abend war sehr gut besucht, und alle Teilnehmerinnen folgten der praktischen Vorführung mit lebhafter Aufmerksamkeit. gfs. Kesselbach , 14. Juli. Unsere Frauen- schast unternahm am Sonntag einen Ausflug nach der Amöneburg, der trotz des etwas unfreundlichen Wetters zahlreiche Beteiligung fand, da auch Mitglieder aus Londorf sich anschlosfen. Unterwegs herrschte die fröhlichste Stimmung, und am Abend trennten sich die Teilnehmerinnen mit der Versicherung, diesen Tag echter Gemeinschaft noch lange in Erinnerung zu bewahren. gfs. Odenhaufen, 14. Juli. Am Montag fand in der Frauen sch ast ein Kurzlehrgang über Süßmostbereitung statt. Fräulein Vogt aus Gießen zeigte praktisch die Entsaftung der Beeren und die weitere Verarbeitung. Alle Teilnehmerinnen folgten mit lebhafter Aufmerksamkeit. Die Leiterin der Ortsbäuerinnen, Frau Konrad, dankte zum Schluß im Namen der Frauen. 00 Ettingshausen, 13. Juli. In der Ortsgruppe Ettingshausen wurden bei der Pfund- Leihe Leihe. Nach dem Gesetz ist Leihe stets unentgeltlich. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch wird häufig auch ein Darlehen oder das Mieten einer Sache als Leihe bezeichnet. Eine Leihe gegen Entgelt wird aber rechtlich als Darlehen ober Miete behandelt. — Die entliehene Sache muß nach Gebrauch oder mit Ablauf der bestimmten Zeit wieder zurückgegeben werden. Ist keine Zeit ausgemachl. dann kann der Leihgeber die Sache jederzeit wieder zurückverlangen. Die Kosten der gewöhnlichen Erhaltung der Sache hat der Entleiher zu tragen (z. B Fütterungskosten eines entliehenen Tieres). Hat man verbrauchbare Sachen entliehen, z. V. Lebensmittel, so muß man dieselbe Qualität und Menge zurückgeben. Leihhaus. Siehe Pfandhaus. Leim, Tischlerleim, Klebemittel, das durch das Auskochen tierischer Knochen, Häute und Därme gewonnen wird. Leim ist in braunen Tafeln erhältlich, die 24 Stunden in kaltem Wasser weichen müssen, bevor man sie im Wasierbade erhitzt. Setzt man etwas Essig zu. so bleibt der Leim immer flüssig. Zusatz von Kreosot oder Salizylsäure verhindert das Faulen des Leimes Holz, dgs geleimt werden soll, muß gut gesäubert und geglättet sein. Beide Flächen werden dann dünn mit Leim bestrichen, aufeinandergepreßt und unter Druck gehalten. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den GießenerAnzeiger Hrjt vitlmi N& W Mi M schein als ls 3ist imstä Lchris uni) i die 9 auch Schweizerkäse mit Rinde Vollfettkäse, 45% Fett LT Limburger mit Rinde Halbfettkäse, 20% Fett LT Camembert „Marke Liebling' Vollfettkäse, 45% Fett i.T Feinkostkäse streichfähig Halbfettkäse, 20% Fett i.T trl< Son Sell mitt 6-'" und Nöte, die den Aufsichtsrichter plagen. Für die Friedberger Anwälte, die nahezu vollzählig erschienen waren, sprach Rechtsanwalt Schröder, der besonders das gute Einvernehmen betonte, das unter der Amtsführung des Jubilars zwischen Gericht und Anwaltschaft besteht. Im Namen der Beamten und Angestellten des Gerichts überreichte Justizinspektor Fröhlich ein Blumengebinde, dankte dem dienstaussichtsführenden Richter für seine Fürsorge und versicherte ihm des uneingeschänkten Vertrauens der gesamten Fachschaft. Amtsgerichtsdirektor Stumpf dankte bewegten Herzens für alle Ehrungen. Es fei, so meinte er, gemessen an seinem Wollen, des Lobes zuviel gewesen. Ein kurzer Rückblick, den er auf sein Leben gab, ließ erkennen, daß er, um seine Pflicht gegen Volk und Vaterland ganz zu tun, seine ganze Persönlichkeit einsetzen mußte. Die erhebende Feier klang aus in einem Sieg-Heil auf den Führer, den Schirmherrn des deutschen Rechts und der deutschen Beamtenschaft. Gemeinderechner Ehr. Formhalö * Allendorf a. d. L d a., 14. Juli. Unerwartet verstarb gestern der in weiten Kreisen beliebte und allgemein geachtete Gemeinderechner und Untererheber i. N. Christoph F o r m h a l s. Er erfreute sich bis in diese Tage einer guten Gesundheit, bis ihn gestern ein Herzschlag unvermittelt aus dem Leben riß. Der Verstorbene, der im Alter von 66 Jahren stand, hat von 1899 bis zu seiner Ruhe- standsoersetzung im Oktober vorigen Jahres, also nahezu 38 Jahre lang, die Gemeindekasse verwaltet. Die hiesige staatliche Untererhebestelle wurde von ihm seit dem 1. Oktober 1900 versehen. Ebenso betreute er bis Ende März 1936 die Ortsstellen der Orts- und Landkrankenkasse des Kreises Gießen. Die hiesige evangelische Kirchenkasse hatte in dem Dahingeschiedenen einen treuen Verwalter. Dem Spar- und Vorschußverein Allendorf a. d. Lda. diente er lange Zeit als Mitglied im Vorstand und in der letzten Zeit auch als Direktor. Sein Leben stand also ganz im Dienste der Gemeinschaft. Seine Korrektheit, sein allezeit freundliches Wesen, seine lautere Menschlichkeit schufen ihm ein Ansehen, das ihm weit über sein Grab hinaus bewahrt bleiben wird. Landkreis Gießen. T Watzenborn-Steinberg, 13. Juli. Der hiesige Männergesangverein „Eintracht" unternahm am vergangenen Sonntag mit 240 Reiseteilnehmern einen Ausflug nach Bad- Nauheim und Steinfurth. Die Watzenborn-Steinberger Sänger waren bei der Bad-Nauheimer „Liedertafel" zu Gast. Der gastgebende Verein hatte sich mit Erfolg darum bemüht, daß die Sänger von Watzenborn-Steinberg im Kurhaus ein Konzert geben konnten. Die Ausflügler wurden in Bad- Nauheim von dem Vereinsführer Plag herzlich Keine Zengnlsse in Urschrift loiwern nur Zeugnis- abichriften Dem Br- werbungsjchreiben beließen i — Lichtbilder unoBewerbungSunter- lagen müssen zur Ler» meidung von Berlusten aus der Rückseite Ra. men und 'Anschrift des Bewerbers tragen 1 p N £ «ter Eisbonbons gewickelt 125 g Zitronen- und Orangen-Schnitte 125 g Apfelsaft naturrein, alkoholfrei FI. o.OIas Traubensaft „Marke Perkeo“ Gut möbliertes Zimmer in gut. Lage per sofort von jung. Herrn für 4 Monate gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis unter 03531 an den Gieß. Anz. 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Heute morgen besichtigten sie unter Führung unsere Stadt und setzten dann ihre Wanderung über Höingen fort. Zwei Todesopfer eines Motorradunglücks. LPD. Wetzlar, 14. Juli. In der letzten Nacht find der 17 Jahre alte Ernst S ck) n e i d e r aus Niederbiel und der 19 Jahre alte Albert S ch r ö - d e k^aus Braunfels, die beide in Wetzlar beschäftigt waren und nach der Kirmesfeier in Niederbiel auf dem Motorrad nach Wetzlar zurückkehren wollten, in voller Fahrt mit der Maschine gegen ■einen Baum gefahren. Der Anprall war so furchtbar, daß die beiden jungen Leute auf der Stelle getötet wurden. Oienstjubiläum des Amtögerichts- direktors Stumpf in Friedberg. Mit einer schlichten Feier im würdig geschmückten Sitzungssaal des Amtsgerichts Friedberg beging die Justizverwaltung mit den Beamten und Angestellten des Amtsgerichts das 4Ojährige D i e n st j u b i l ä u m des Amtsgerichtsdirektors Stumpf, des dienftauffichtsführenden Richters bei dem Amtsgericht Friedberg. Landgerichtspräsident T h ü r e aus Gießen überreichte dem Jubilar die Urkunde, in der ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit den Dank und die Anerkennung für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste verbunden hat. Mit herzlichen Worten würdigte der Präsident die Persönlichkeit und das Wirken des Jubilars. Außerordentliche Arbeitsfreude und ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl find, wie der Landgerichtspräsident ausführte, die markantesten Züge im Charakterbild des Jubilars. Etwa die Hälfte feiner Dienstzeit war dem Strafvollzug gewidmet. Als Direktor des Landeszuchthauses Marienschloß und später als Direktor der Zellenstrafanstalt hat er Mustergültiges geleistet. Da sich bei ihm zur praktischen Erfahrung von jeher die Neigung zu wissenschaftlicher Vertiefung gesellt, wurde er in jenen Jahren zur Autorität auf dem Gebiet des Strafvollzugs, an dessen Ausgestaltung er durch umfangreiche schriftstellerische Arbeit regen Anteil nahm. Heute darf Direktor Stumpf mit Genugtuung feststellen, daß die Grundsätze, nach denen er allen Anfeindungen zum Trotz die ihm anvertrauten Anstalten leitete, allgemeine Anerkennung gefunden haben. Als Richter war der Jubilar in Darmstadt, Lauterbach, Alsfeld und Wöllstein tätig, und schließlich wurde er an die Spitze des Amtsgerichts Friedberg berufen. Hier bekleidete er auch die Aemter des Vorsitzenden des Arbeits- und Anerbengerichts und des Leiters der strafrechtlichen Arbeitsgemeinschaft für den südlichen Teil der Provinz Oberhessen. Seine vielgestaltige, verantwortungsvolle und unermüdliche Tätigkeit im Justiz- dienst hielt ihn nicht davon ab, seine reiche Arbeitskraft darüber hinaus in noch weiterem Umfang dem Vaterland zu widmen: Als begeisterter Soldat, der den Weltkrieg von Anfang bis zu Ende an der Front miterlebte und mit hohen Kriegsauszeichnungen bedacht wurde, ist er insbesondere im Kyfs- häuserbund in leitender Stellung tätig. Die Wünsche des Präsidenten, der dem Jubilar auch den Dank und die Anerkennung des Oberlandesgerichtspräsidenten in Darmstadt übermittelte, gipfelten darin, daß es Direktor Stumpf auch weiterhin vergönnt fein möge, in gleichem Geiste und mit gleichem Erfolg für Volk und Recht zu wirken. Amtsgerichtsrat Hoffmann feierte den Jubilar in poetischer Form und gedachte in einem weiteren Gedicht in launiger Weise der mannigfachen Sorgen *!ift einer 5 Mr, l‘3te Wen H d Wie n Mije 1 von 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. schriftliche Anfragen u. 4726D an den Gießener Anzeiger erbet. Motorrad - Ge- lände-Nejfen 2 Mn Walltorstr. 43/45 billig zu vermiet. Näheres 442(Jd Marbm ger Str. 24 Leim — guten Tischlerleim °b°ns°lls. Auch andere SpeM-Kl-bemittel, wie , B. Universal»» bekommen Sie bei Häuser. Damit können Sie so vieles w?- im Haushalt entzwei geht, wieder Heben. Eine Tube Universal.' Kitt kostet nicht viel bei 3- B. 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Leimringe werden im Herbst um die Stämme der Obstbäume gelegt, um das Weibchen des Frostspanners zu fangen. Dieses "iecht zur Eierablage in Baumkrone. im Frühjahr zerstören die kleinen Raupen die jungen Blätter. Wichtig ist, daß Leimringe fest um den Stamm gelegt werden und guter Raupenleim verwendet wird. Im März die Klebgürtel mit den „auf den Leim gegangenen" Schädlingen verbrennen! Leinen, Leinwand, Linnen. Gewebe aus Leinen od Flachsgarn, wird als Tisch- und Leibwäsche benutzt, da,das Gewebe glatt, fest und kühl ist und sich gut reinigen läßt. Reinleinen erkennt man durch Betupfen mit öl. der Fleck bleibt rund und das Gewebe wird durchsichtiger als bei Baumwollemischungen. Halbleinen hat Vaumwollkette und Leinenschuß. Zu Tischwäsche wird gern Leinendamast, ein in Mustern gewebter Leinenstoff gewählt, ein ganz leichtes Leinengewebe ist Leinenbatist Alle Leinenstoffe lassen sich gut waschen. 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