Dienstag, 15.3uni 1957 UrJ56 Erstes Blatt 187. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Ericyein, «ügltch. autzei flh Annahme von Anzeige» Sonntage and Feiertage jflHF ” " für Oie Mtttagsnummer Beilagen; Die 3Ilu)tnert* M k ▲ A A. ▲▲ A A AA bis8»/.UHr des Vormittag» ZM mtent Mtütl MZZ S9M v/IV||Vllvl 441 LlVIUVl st«s« von einzelnen Nummern ErmShlgte (Brunöpretfe: infolge höherer Gewalt __ Stellen-, Vereins», gemein- MZM General-Anzeiger für Oberheffen kMW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Sranifurt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche UuIoerfilStr-vuch- und Steiadrockerei R. Lange In Gießen. Schriftleitung und SeschäftLftelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabschiün-Staffel 8 Auf dem Wege zum deutschen Nationaltheater. Eine grundlegendeRede von Or. Goebbels während derReichsiheaierfestwoche in Düsseldorf. Rückblick und Programm. Die Rede von Reichsminister Dr. Goebbels während der großen Kundgebung der Reichstheaterkammer in Düsseldorf darf als der Höhepunkt der vierten Reichstheaterfestwoche an Rhein und Ruhr gewertet werden. Sie war von grundlegender Bedeutung sowohl in ihrer Rückschau auf das bisher in kultureller Hinsicht — insbesondere auf dem Gebiet des deutschen Theaters — Erreichte als auch im Ausblick auf die kommenden Aufgaben, von denen ein sehr wesentlicher Teil bereits in Angriff genommen ist und der Verwirklichung entgegengeht. Was mit den bisherigen Theaterfestwochen in Dresden, Hamburg und München, mit den Festspielen in Bayreuth und Heidelberg und der Grabbe- Woche in Detmold begonnen wurde, wird in diesen Tagen in sechs Städten im Westen des Reiches folgerichtig, erfolgreich und zielstrebig fortgeführt und ausgebaut. Die alljährlich stattfindenden Theaterfestwochen sind als die Rechenschaftsberichte über den künstlerischen und sozialen Stand der neuen deutschen Theaterkultur aufzufassen, und es ist bemerkenswert und von tieferer Bedeutung, daß diese Rechenschaftsberichte nicht von der Reichshauptstadt aus erfolgen, sondern in der deutschen Provinz abgelegt werden: das mag ein Sinnbild sein für den landschaftlichen Reichtum, die Vielgestaltigkeit und die Leistungshöhe des deutschen Theaters und der deutschen Schauspielkunst auch außerhalb von Berlin: die oft geschmähte „Provinz" ist im deutschen Bühnenleben wieder zu einem respektablen Begriff, ja zu einem Ehrennamen geworden, auf den wir stolz sein dürfen, weil er bedeutende und nachhaltig wirkende Kraftfelder unseres kulturellen Lebens bezeichnet. Die Düsseldorfer Rede von Dr. Goebbels enthielt eine Reihe von Gesichtspunkten, auf die immer wieder hingewiesen worden ist und hingewiesen werden muß, weil in ihnen die Grundpfeiler unseres gesamten völkisch - kulturellen Denkens und Schaffens zu begreifen sind. Die Neuordnung unseres gesamten Lebens seit der Machtergreifung hat auch die Beziehungen der Nation zur Kunst im weitesten Sinn grundsätzlich umgestaltet. Kunst kommt von Können, und die Kunst wurzelt im Volke. Sie muß daher notwendig Ausdruck eines Volkstums sein und ebenso notwendig immer wieder zum Volke zurückkehren und an das Volk sich wenden, wenn sie nicht den Boden unter sich verlieren will. „Ihre Wirkungen", so führte der Minister aus, „können international sein, ihr Ursprung aber liegt im Volkstum." Wie weit wir uns in Deutschland von diesen Grundeinsichten hatten entfernen können, wurde in einem Rückblick auf die Zustände vor der Machtergreifung in Erinnerung gebracht. Es wurde aber auch an die große, verpflichtende Theateroergangenheit unseres Volkes erinnert: ein Deutscher war es, der uns die „Hamburgische Dramaturgie" schenkte, und die Deutschen sind von jeher „ein theaterbesessenes Volk" gewesen. Die Aufgaben, die sich aus solcher Besinnung ergeben, liegen nicht allein auf künstlerischem, sondern ebenso sehr auch auf einem im weitesten Sinne sozialen Gebiete. Wir haben, wie der Minister ausführte, in den hinter uns liegenden Jahren die breiten Massen dem Theater gewonnen und dem Theater damit den Widerhall verschafft, ohne den es nicht leben kann; dem Volk aber den Weg zu seiner eigensten Kunst und Kultur gewiesen und geebnet. Eine kulturelle Tat von hoher nationaler und sozialer Bedeutung ist endlich mit der auf breiteste Grundlagen gestellten Altersversorbung der Kunstschaffenden unseres Volkes in Angriff genommen worden. Gerade die Künstler haben immer unter dem Mangel einer ausreichenden Versorgung ihres Lebensabends bitter zu leiden gehabt, und es ist viel Jammer und unverschuldetes Elend bei den altgewordenen deutschen Künstlern zu finden gewesen. Dergleichen ist einer großen, ihrer kulturellen Rufes bewußten Nation unwürdig: deshalb find die von Dr. Goebbels in Düsseldorf verkündeten Maßnahmen auf das herzlichste begrüßt worden. Was mit der Zwei-Millionen-Stiftung „Künstlerdank" im Herbst begonnen wurde, wird fortgeführt und ausgebaut. Und was für das Theater erreicht ist, wird sinngemäß und gerechterweise auf alle Kunstzweige und alle Kunstschaffenden in Deutschland ausgedehnt werden. Hand in Hand mit der Altersversorgung wird, wie der Minister weiter ausführte, auch eine Neugestaltung des Vermittlungswesens gehen, eines Gebietes, auf dem manches im Argen lag und vieles bereinigt und gebessert werden kann und muß. Nächst dem deutschen Theater ist dann der deutsche Film als Arbeitsfeld der neugefchaffcnen Altersversorgung in Aussicht genommen. So ist neben dem künstlerischen ein soziales Programm errichtet und zum Teil schon verwirklicht worden, das für unser kulturelles Leben von außerordentlicher Tragweite ist. Mit seiner endgültigen Durchführung werden wir einen entscheidenden Abschnitt auf dem Wege zum deutschen Nationaltheater erreicht haben. hth. Dr. Goebbels wies nach, daß es mit Hilfe einer weitgespannten Organisation und vor allem durch die NS.-G. „KdF." und die NS.-Kulturgemeinde in kaum geahntem Umfange gelungen ist, die breiten Massen ins Theater ^urück- zuführen und sie nach langer Zeit wieder mit ihm zu befreunden. Er fand stürmischen Beifall, als er dabei unter witzigen und schlagenden Vergleichen betonte, daß mit dieser Heranführung der Massen an die Kunst keineswegs eine Senkung des Niveaus verbunden war. Es sind für die Volkstheater, die ganz und gar nicht eine Konkurrenz für die anderen Theaterunternehmen bedeuten, Besuchermassen gewonnen worden, die bis dahin ein Theater überhaupt noch nicht von innen gesehen hatten, „fiat das Theater vielleicht gelitten", so fragte der Minister unter allgemeiner Heiterkeit, „seitdem die sogenannte Theaterkritik verschwunden ist? Sind deshalb die Darsteller schlechter und die Dichter besser geworden?" Und noch ein anderer Gesichtspunkt ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Mit der Heranführung der breiten Massen an das Theater hat die Bühne ihren bisherigen asozialen Charakter verloren. Denn man kann nicht auf di? Dauer von den breiten Massen erwarten, daß sie durch ihre Steuern Theater mitsuboentionieren sollten, wenn sie niemals die Möglichkeit haben, das Theater auch zu besuchen. „Wenn es einer Staatsführung gelingt", so sagte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung, „die Massen des Volkes mit den für sie bis dahin unerreichbaren Errungenschaften der Kultur und Zivilisation zu versöhnen, indem sie sich selbst daran beteiligen, dann verliert der Staat seinen kapitalistischen Einschlag und er wird im höchsten Sinn des Wortes s o z i g l i st i s ch." Sehr nachdrücklich verwies der Minister auf die Notwendigkeit, zur rechten Zeit auch im Theater durch leichtere Ko st Erholung und Entspannung zu bieten und in diesen Dienst auch die moderne Technik zu stellen, ohne die Millionen überhaupt nicht an die Kunst herangeführt werden können. Eine Sorge bereite indirekt die Frage des Nachwuchses, vor allem deshalb, weil sich gezeigt habe, daß die angehenden Künstler oft nicht den rechten Willen zum Lernen mitbrächten. Lernen sei aber eine wichtige Voraussetzung und die dafür aufgewendete Zeit sei nicht vergebens für spätere Jahre. Es könne nicht Aufgabe der Reichstheaterkammer sein, als Schutzengel hinter jedem angeblich verhinderten Genie zu stehen, das sich lediglich auf seinen guten Willen und auf sein Gefühl beruft. Dann wandte sich Dr. Goebbels dem großen und ernsten Problem einer ausreichenden Altersversorgung des kunstschaffenden Menschen überhaupt und des Bühnenkünstlers im besonderen zu. Er führte in diesem Zusammenhang aus: Mehr als jeder andere Beruf leidet der der Kulturschaffenden, besonders aber der der Bühnenschaffenden darunter, daß für den Künstler, der seine Fähigkeiten meist nur kurze Zeit ausnutzen kann, im Alter keine ausreichende Sicherung und Versorgung vorhanden ist. Es ist eigentlich wunderbar, im Zauber der Bühnen von ergriffenen Zuschauern bejubelt zu werden und „der Gottheit nahe" zu sein; aber hinter diesem Glanz stehen später allzu oft Jammer und Elend und das erschütternde Bild des alternden, in Not versinkenden, auf die allgemeine Mildtätigkeit angewiesenen Künstlers. Die Altersversorgung ist dabei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles und soziales Problem von höchster Bedeutung, dessen Lösung dazu beitragen muß, den Bühnenschaffenden den Abgang von der Bühne zu erleichtern und der nachdrangenden Jugend den Weg frei zu machen. Bei der Machtübernahme fanden wir über den Altersschutz im Rahmen der Angestelltenoersicherung nur Ansätze zu einer Versorgung, die der besonders gelagerten Berufsunfähigkeit bei den Bühnenschaffenden gerecht zu werden versuchten. Ich habe daher vor etwa einem halben Jahr dem Schau- rungspieldirektor Ludwig Körner die Ausgabe gestellt, geeignete Vorschläge zu einer Altersversorgung und ihrer weiteren Sicherung zu machen. Um die schwerste Not zu lindern, habe ich im Herbst aus den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Summe von 2 Millionen Mark als „Künstle r d a n k" bereitgestellt, mit dessen Leitung und Durchführung ich . den Generalintendanten Staatsschauspieler Eugen Klöpfer beauftragte. (Beifall.) Die Anträge beim „Künstlerdank" haben ein überaus trauriges Bild von der Notlage der alternden und berufsunfähigen deutschen Künstler aufgezeigt, so daß ich mit allem Nachdruck die Errichtung einer ausreichenden Altersversorgung verlangt habe. Ich habe den deutschen Bühnenschaffenden heute folgendes bekannt zu geben: 1. Die Altersversorgung der kul- turschaffenden wird durchgeführt! Für das Theater steht sie! (Lang anhaltender, stürmischer Beifall begleitet diese Mitteilung.) 2. Zur Durchführung der Altersversorgung der Bühnenschaffenden habe ich veranlaßt, daß die Pflichtversicherung aller am deutschen Theater Bühnenschaffenden beschleunigt durch eine bereits im Entwurf vorliegende GloßzligigeAllersveksoWngdekdeMenKünstler Eine soziale Kulturtat ersten Ranges. Düsseldorf, 14. Juni. (DRV.) Die Reichstheaterfestwoche, die am Sonntag in Köln ihren Anfang nahm und an der sechs Städte des Westens mit Aufführungen und Kundgebungen teilnehmen, wurde am Montagnachmittag in Düsseldorf mit der großen Kundgebung der Reichstheaterkammer fortgesetzt, auf der, nachdem die Klänge des „Festlichen Ausklanges" von Ludwig L ü r m a n n , gespielt vom städtischen Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Balzer, verklungen wartzn, mit begeistertem Beifall begrüßt, Reichsminister Dr. Goebbels das Wort ergriff. Er wies darauf hin, wie sehr der nationalsozialistische Staat zu den durch die Kunst aufgeworfenen Problemen eine ganz andere Stellung einnehme, als die Vergangenheit das tun konnte und wollte. Der Staat Adolf Hitlers habe eine revolutionäre Umgestaltung unseres Denkens auch insofern gebracht, als er bewußt nicht primär vom Einzelnen, sondern von der Gesamtheit ausgehe und alle Dinge des öffentlichen und privaten Lebens nach ihrem Nutzen oder ihrem Schaden für das Dolksganze werte. Es sei im nationalsozialistischen Staat eine der ersten Aufgaben der Kulturführung gewesen — und diese Aufgabe sei mit allergrößtem Erfolg gelöst worden — Kunst und Künstler wieder in die unumgänglich notwendige enge Beziehung zur Nation und zur Dolksgesamtheit zu bringen und den unmodernen, reaktionären l‘art-pour- llart-Standpunkt zu überwinden. Worin sich aber keine Zeit von der anderen unterscheide, das sei die tiefe Erkenntnis, daß der Künstler gewissermaßen ein Liebling der Götter fei, ein Wensch, dem das Schicksal die Gnade geschenkt habe, dem Ausdruck zu verleihen, was Millionen nur dumpf ahnten und fühlten. Schließlich habe er zu den Bahnbrechern einer neuen Zeit gehört. Begnadet durch feinen Instinkt und mehr von Herzen als vom Verstand geleitet, eite er der Zeit um Jahrzehnte voraus. Darum auch hätten große Teile des deutschen Künstlertums kämpfend mit an der Spitze der nationalfoziatistifchen Bewegung gestanden. Der Künstler fei gewissermaßen der berufene Sprecher der Volksseele und die Kunst selbst sei dadurch sowohl für den, der sie ausübe, wie aber auch für den, der sie genieße, etwas heiliges und Verpflichtendes. Man könne ihr nur ganz dienen oder gar nicht, und wer ihr mit Eifer folge, gehorche einem dämonischen Ur- trieb. Dr. Goebbels legte dar, daß die Kunst, in der sich der tiefste Wesensausdruck eines Volkes widerspiegele, im Grunde nicht international sein könne. „Ihre Wirkungen können international sein, ihr Ursprung aber liege im Volkstum. Immer entspringt der Künstler tiefstem und echtestem Volkstum, und nur unter dieser Voraussetzung hat die Kunst als solche die Nation in ihrer Gesamtheit anzusprechen vermocht, und ihre materielle wie ideelle Existenzgrundlage und Existenzberechtigung erwiesen." Der Minister erinnerte an die Zustände, die in den Jahren von 1918 bis 1933 im deutschen Theater herrschten, weil man diesem Grundsatz nicht Rechnung trug, wie die Massen vom Theater in die Varietes und Kinos abwanderten, wie so das Theater sein tragendes Fundament verlor und sich mehr und mehr von dem Ideal entfernte, eine „moralische Anstalt" im Sinne Schillers zu sein, wie die Dramen öde und die Theater leer wurden, wie die Juden sich des Theaters als eines durchschlagenden Propagandamittels in der Produktion wie in der Kritik bemächtigten und wie fo ein allgemeiner Verfall einsetzte. „Die Probleme des Theaters waren längst nicht mehr die des Volkes. And dabei sollte es doch gerade den Menschen suchen und in ihm die Ration darstellen, die große 3Uu- sions- und Phantasiegestalterin sein, die die Menschen zu erheben und zu erschüttern weih und sie zum Lachen und Weinen bringt. Ls wird ewig ein stolzer Ruhmestitel für uns bleiben, daß es ein Deutscher war, der die „hamburgische Dramaturgie" schrieb und damit erst dem Theater fein Wesensgefüge gegeben hat. Darum sind wir auch auf dem Gebiete des Theaters anderen Völkern weit voraus. Wir find ein theaterbefefsenes Volk und haben als solches einen Vorsprung erreicht, den es zu hatten gilt. Mit stolzer Befriedigung können wir fefffteUen, daß uns auf dem Wege zum deutschen Rationaltheater in vierjähriger Aufbauarbeit der äußere Erfolg bereits recht gegeben hat. Der innere Erfolg wird uns in absehbarer Zeit ebenso recht geben müssen." Tarifordnung eingeführt und ein Sondertreuhänder dafür bestimmt wird. 3. Ich werde weiterhin im Verordnungswege veranlassen, daß zur wirtschaftlichen Sicherung dieser Altersversorgung alle deutschen Theater der Altersversorgung eine Kulturabgabe von durchschnittlich je fünf P f en- n i g für die verkaufte Karte zuführen. Es ist Vorsorge getroffen, fo erklärte der Minister unter lebhaftem Beifall, daß die Etats der Theater durch diese Abgabe nicht belastet werden, und die Eintrittspreise, insbesondere die niedrig st en Preise, keine irgendwie spürbare Verteuerung erfahren. 4. Der Ergänzung der Altersversorgung dient die Schaffung von weiteren Altersund Erholungsheimen, die im Gange ist und in einem Falle bereits in kürzester Zeit durchgeführt werden dürfte. Damit hat der nationalsozialistische Staat eine Kulturtat vollbracht, die in keinem Lande der Welt ein auch nur annäherndes Vorbild (stürmischer, immer wieder aufbrausender Beifall) besitzt. Nachdem jetzt die Sehnsucht der Besten einer traditionsreichen deutschen Kunst ihre Erfüllung gefunden hat, die ausreichende vom Staat garantierte Altersversorgung aller bühnenschaffenden deutschen Menschen, schließt sich der Ring zwischen Volk und Künstler. Damit gibt das Volk dem Schauspieler an seinem Lebensabend zurück, was er mit seinem Herzen und Können dem Volk gegeben hat, als Dank für ein Leben, das der Kunst gedient hat. (Starker Beifall.) Was ein Jahrhundert nicht erreichte, was Verständnislosigkeit der Systemzeit und Unzulänglichkeit der Maßnahmen nicht schafften, das wurde in knapp einem halben Jahr für das Gebiet der Reichstheaterkammer Vollendung. Aber wir werden auf dem einmal beschrittenen Wege weitergehen! Wenn die Altersversorgung der Bühnenschaffenden vollendet ist, wird die Altersversorgung sämtlicher anderer Kulturschaffenden mit Energie in Angriff genommen werden, obwohl ich weiß, daß hier die Schwierigkeiten besonders groß sind. Ebenso wie dem Schauspieler soll die Nation auch dem Dichter, dem Musiker und dem bildenden Künstler ihren Dank für das Große und Schöne, das sie dem Volke gegeben haben, dadurch abftatten, daß olle Künstler mit Hilfe eines kleinen, im einzelnen kaum sichtbaren nationalen Opfers vor unverschuldeter Not und Sorgen des Alters bewahrt werden, die gerade in diesem Beruf — eben aus Berufsgründen — besonders oft zu finden und besonders schwer zu tragen sind. Die gleiche Sorge und Aufmerksamkeit wie der Altersversorgung wurde von mir der Arbeitsvermittlung zugewendet. In dem abgelaufenen Jahre erwies es sich als richtig, von der zentralisierten Monopolstellung des Bühnennachweises abzugehen. Unter beschränkter Beibehaltung der bisherigen Vermittlungsform wird die Reichstheaterkammer eine größere Anzahl freier provisionsberechtigter und von der Reichstheaterkammer auf das genaueste kontrollierter Einzelvermitt- l e r zulassen, so daß damit der wirtschaftliche Erfolg durch die Vermittlung auf das Können und auf die Leistung gestellt ist. (Beifall.) Der Minister teilte mit, daß als nächstes Gebiet der Altersversorgung der Film in Aussicht genommen sei. „Es ist vielleicht das beglückendste Gefühl für jeden, künstlerisch empfindenden Menschen, zu wissen, daß an der Spitze des nationalsozialistischen Reiches ein Mann steht, der ebenso Künstler wie Staatsmann ist. Er hat dieser Zeit den dynamischen Schwung gegeben, und von seinem Geist und seiner Haltung müssen die Stücke getragen sein, die in Deutschland vor die Oeffent- lichkeit kommen. Höchste Aufgabe der deutschen Bühne wird es sein, dem Nationalsozialismus in dem großen historischen Werk der Umformung und Erziehung unseres Volkes, in dem wir begriffen sind, zu helfen. Dann wird die Bühne auch in Wahrheit wieder eine Tribüne der Zeit sein." „Ich möchte die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen", so schloß Dr. Goebbels, „ohne im Namen des ganzen deutschen Theaterpublikums den Bühnenschaffenden dafür zu danken, daß sie auf ungezählten Abenden und auf ungezählten Bühnen auch im vergangenen arbeitsreichen Jahr unsere Herzen immer aufs neue entzündet haben. Sie sind für uns alle Freudenbringer und Kraftspender gewesen. Auch ich selbst möchte dem aus tiefstem Herzen meinen eigenen Dank hinzufügen. Wir wollen auch im kommenden Arbeitsjahr wiederum das Ziel ins Auge fassen — es bleibt ewig dasselbe —, dieses alte und doch immer wieder neue Ziel: Das deutsche Volksund Nationaltheater!" Dr. (Goebbels spricht in Worms. RSG. Am kommenden Samstag, dem 19. Juni, spricht der Reichspropagandaleiter der RSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, auf einer Riesenkundgebung in Worms. Worms ist bereits dadurch in den Wittelpunkt des Interesses gerückt, weil die Aufführung der von der Gauleitung Hessen - Rassau vorbereiteten Ribelun - gen-Fe st woche am Samstag, dem 20. Juni, in die Reichstheaterfestspielwoche eingegliedert wurde und deren machtvoller Abschluß fein wird. Durch die Kundgebung am 19. und die Aufführung am 20. Juni soll die große geschichtliche und kulturgeschichtliche Bedeutung der uralten Stadt Worms mit allem Rachdruck unterstrichen werden. „Eingegangen in das Sowjetparadies." Volkskommissare, rote Diplomaten und Generale, ausländische Kommunistenführer. 108 Namen, die für sich selbst sprechen Stalins neuestes Auimieil. Lon unserem Tl.-Äerichierstatter. Nachdruck verboten! Moskau, 13. Juni 1937. Das lähmende Grauen, das ir den letzten Tagen über Moskau und der ganzen Sowjetunion lag, hat sich am Freitag spätabends in einem der Dcr- samml^ngssäle des Kreml in einem drohenden Ungewitter entladen. Hinter verschlossenen Türen, vor denen ganze Kompanien der Stalin ergebenen Kosaken- und Mongolentruppen Wache hielten, zündete der Blitz, und der Donner rollt weithin hörbar über Europa und die ganze Welt hinweg. Was in diesem geheimnisvollen Kremlsaal im einzelnen vorging, wird wohl ein Rätsel bleiben. In ihm saßen Generale der Roten Armee zu Gericht über Generale der Roten Armee — Kameraden über Kameraden! Die Namen der einen und die der anderen Partei? Gewiß, sie sind wesentlich — wesentlich vor allem für jene Verurteilten, die nach der neuesten Formel der abgekürzten Sowjetjustiz „Gefangen — gestanden — gehangen" die Betroffenen find — und zwar heute betroffen sind. Aber morgen? Wer weiß, ob nicht bei diesem Tempo der Ausübung des Sta- linschen Faustrechts schon der heutige Ankläger Woroschilow oder der Marschall Blücher oder der alte Budjonny an der Reihe ist? Denn waren nicht auch Tuchatschewski und Kork und U b o r e w i t s ch noch gestern die „großen erhabenen Kämpfer der unbesiegbaren Roten Armee" die „treuen Helfer des großen Stalin und die Wahrer seiner Ideen"? Wurde Tuchatschewski nicht der „Adler der Bürgerkriegskämpfe" und „der unermüdliche Kämpfer um die Schlagkraft der Roten Armee" genannt? War G ar mani k nicht „Stalins treuester Schüler und Helfer, der sich die Liebe der ganzen Armee erworben hat"? Und Ubore- witsch, der Mann, der auf dem nach dem sowjetamtlichen Standpunkt besonders gefährdeten Poften des Oberkommandierenden in Weißrußland stand, war er nicht derjenige, „bei dem sich der Schutz der Sowjetgrenzen in den besten Händen befand"? Und die anderen, die Kork, die Eide- mann, die Primakow und I a k i r, die Feldmann und P u t n a — standen sie nur deshalb 10, 15 und mehr Jahre auf ihren verantwortungsvollen Posten, um jetzt als einfache Spione, als „Kettenhunde der Faschisten", als „niedrige Kriechtiere, für die die Kugel zu schade ist", entlarvt zu werden? Man wird diesem Rätsel des Stalinschen Regimes, das heute zu Dutzenden jene hinmordet, die noch gestern zu den größten Söhnen der Revolution gehörten, immer verständnislos qegenüberftehen. Wollte man selbst der amtlichen Begründung des Sowjetgerichts folgen, so müßte man sagen, daß es wahrlich ein merkwürdiger Staat ist, der an seiner Spitze Jahrzehntelang Verräter und Betrüger, Spione und Saboteure hat. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Köpfe, über die die herrschende Kaste in dem „Musterstaat des Bolschewismus" verfügt, doch nicht so groß, daß man sich die Amputation eines nach dem anderen feiner hervorragenden Vertreter leisten könnte. Denn noch ist das Blut dieser neuen acht Opfer des Stalinschen Machtwahns nicht trocken, da hört man schon von neuen Verhaftungen unter den Prominentesten der Prominenten, — und während man in den Kellern der GPU. die acht Kommandeure der Roten Armee erst seelisch und moralisch vernichtete, um sie dann noch phpsisch zu vernichten, bereitete sich der Jnnenkom- missar Jeschow bereits daraus vor, die n ä ch st e Garnitur „reif zu machen". Außer Rykow, Bucharin, Jagoda, Rakowski, Karacho n und anderen werden auch Namen heute noch offiziell als „amtierend" bezeichneter Personen aus der nächsten Umgebung der Regierung und Stalins selbst genannt — — man weiß nicht, wo diese furchtbare Schlange der Verhaftungen und Einkerkerungen, der Geständnisse und der Hinrichtungen einen Abschluß finden soll. Fassungslos und erschüttert wird die Welt vor diesem neuen Bluturteil stehen, — ebenso fassungslos, wie es der Sowjetbürger ist, „der Mann auf der Straße" in Sowietrußland, der das grauenhafte Schicksal der acht Kommandeure noch roeniaer verstehen kann, als die Hinrichtung der 16, mit Sinowjew und Kamenew an der Spitze im Herbst vergangenen Jahres, oder der 11 mit Pjatakow im Februar, oder der ungezählten Tausende, die seitdem jeden Tag aufs neue geopfert wurden und noch werden. Wer an dem Samstag nach dem Urteilsspruch Gelegenheit hatte, durch die Uliza Gorkogo zu gehen, eine U-Bahnfahrt zu machen oder die Fahrgäste in der Straßenbahn zu beobachten, wird den Eindruck nicht vergessen, den auf ihn die irren und gequälten Blicke der Mitreisenden machten, wenn sie sich zufällig bei der Lektüre der kleinen Notiz über die Verhandlung gegen die Generale in ihrer Zeitung ertappt fühlten. Aengstlich schweiften ihre Blicke umher, als wäre es bereits ein Verbrechen, von der Tatsache überhaupt zu wissen, scheu und mit forschenden Augen ringsum wurde das Blatt gefaltet und wegqesteckt, und hatte man gar den Mut, so einen Unglücklichen anzusprechen, so bereute man fein Vorhaben bald wieder, wenn man in diese verängstigte Augen sah, die nur die stumme Bitte aussprachen, daß ihm keine Ungelegenheiten bereitet werden. W i e unter einem lähmenden Druck befindet sich das Land, und war die Erregung über die bisherige Praxis der Sowjet- justiz schon groß, ja, wurde die Unruhe mit jeder neuen Säuberungsaktion von neuem gesteigert, so wird dieser neuerliche Blutsvruch wie ein Vprhäng- nis empfunden. Denn der „Mann auf der Straße" hat ein feines Gefühl für die Ungerechtigkeiten der Stalinschen Despotie — und so viel steht fest, daß das Regime sich weder in der Partei noch im Volke — noch wohl auch in der Roten Armee selbst Freunde damit gewonnen hat. Es wird einer kommenden Geschichtsforschung überlassen bleiben müssen, den Sinn dieser neuen Bluturteile zu enträtseln. Gegenwärtig sträubt sich noch das ganze menschliche Empfinden gegen die „Begründung", die das Generalsgericht dem Spruch beigegeben hat, und auch nach dem Armeebefehl des Kriegskommissars wird die Angelegenheit nicht klarer. Den Verurteilten wird „Konspiration mit dem Feinde, Gegenrevolution. Spionage. Bestrebungen zur Errichtung eines Staates der Gutsbesitzer und Kapitalisten" — nun. und was sonst der im Kompendium für Sowjetstaatsanwälte ständig wiederkehrenden Beschuldigungen geaen Staatsverbrecher noch sind, zur Last gelegt. Ist die Sowjet- regierung in der Tat so naiv, anzunehmen, daß das Ausland ihr hier folgen und diesem „Gericht" Glauben schenken wird, daß die „neun mal verfluchten Verurteilten" wieder einmal mit — dem faschistischen Ausland konspiriert haben? Ist es nicht geradezu grotesk, anzunehmen, daß ein Feld- marfchall und sieben der höchsten Kommandeure der Berlin, 14. Juni. (DNB.) Wie die Oberhäuptlinge und Häuptlinge der Sowjetunion, die in ihren Reden einst mit großen Worten das „Sowjetparg- dies" feierten, gegeneinander wüten uiid sich gegenseitig abschlachten und ins Gefängnis stecken, zeigt am besten nachstehende Aufstellung von 108 Namen der „in das Sowjet-Paradies Eingegangenen". Das Verzeichnis erstreckt sich wohlgemerkt nur auf d i e letzten zehn Monate und erfaßt nur d i e Bonzen in leitenden Stellen. Die vielen Tausende von Opfern des bolschewistischen Schreckensregiments in den mittleren und unteren Posten bleiben unerwähnt. Es wurden erschossen: Am 1. Februar 1937: 1. Pjatakow, Stellvertretender Volkskommissar für die Schwerindustrie. 2. Serebrjakow, ehemaliger Sekretär des Zentralkomitees der Partei und ehemaliger Eisenbahnkommissar. 3. Mu r a l ow, Führer des Oktoberumsturzes in Moskau. 4.D r o b- n i 5, ehemaliger roter Diktator des Donezbeckens. 5. Lifschitz. 6. Bogusla wskij. 7. Knja- zew. 8. Ratajtschak. 9. Norkin. 10. Schestow. 11. Turok. 12. Puschin. 13. G r a s ch e. Am 12. Juni 1937: 14. Tuchatschewski, Marschall der Sowjetunion, 2. Stellvertreter Woroschilows als Volkskommissar für die Landesverteidigung. 15. Jakir, I. E., Kommandeur des Kiewer Militärbezirks. 16. Ubore witsch, I. P., Kommandeur des weißrussischen Militärbezirks. 17. Kork, A. M., Kommandeur der höchsten Militärakademie. 18. Gibemann, R. P., Präsident des Wehrverbandes Ossoviachim. 19. Feldman, B. M., Chef der Hauptverwaltung des Ge- neralstabs der Roten Armee. 20. Primakow, W. M., stellvertretender Oberkommissar des Leningrader Militärbezirks. 21. Putna, W. K., ehemaliger Militärattache in Berlin und London. Erschossen in der Nacht zum 25. August 1936: 22. Sinowjew, ehemaliger Leiter der Dritten Internationale. 23. Kamenew-Rosen seid, ehemaliger Vertreter Lenins im Rat der Voltskommissare und ehemaliger Vorsitzender des Moskauer Sowjets. 24. Jewdokimow, Sekretär des Nordkaukasischen Gebietskomitees. 25. Smirnow, ehemaliger Landwirtschaftskommiffar. 26. Bakajew. 27. Matschkowski. 28. Terwagajan. 29. Dreizer. 30. Holzman. 31. Reingold. 32. Pikel. 33. Olberg. 34. Baerman. 35. David. 36. Lurje, Nathan. 37. Lurje, Moizes. Am 31. Mai hoben sich das Leben genommen im Zusammenhang mit den darauf folgenden Verhaftungen in der Raten Armee: 1. Gamarnik, I. B. Weiter haben sich das Leben genommen: 2. Chandjar, Sekretär der K. P. Armeniens. 3. Tomskij, Leiter des Generalrats der Gewerkschaften. 4. Karlow, Tschekist, Mitarbeiter Jagodas. — In Verbannung geschickt seit dem 1. Februar 1937: 1. Sokolnikow, G. I., für zehn Jahre, ehemaliger Finanzkommissar, Botschafter in London, stellvertretender VK. für die Holzindustrie. 2. Radek, Karl B., für zehn Jahre, außenpolitischer Leitartikler der „Jswestija". 3. Stroilow, M. St., für acht Jahre. 4. Arnold, W. DZ-, für zehn Jahre. Verhaftet und verschollen: 1. Jagoda, DK. für Armee — unter einer Decke mit dem Feinde ge- teckt haben sollen? Denn es handelt sich doch nicht'um den Erstbesten bei diesen Verurteilten, es handelt sich samt und sonders um Parteimitglieder und im Sinne der bolschewistischen Regierung um außerordentlich verdiente Männer, denen hier das Schimpflichste vorgeworfen wird, — ja, die dies alles „gestanden" haben sollen — was man einem Staatsbürger und einem Soldaten vorwerfen kann! Tucha- tfchewfki, der Marschall der Sowjetunion und ehemalige zweite Kriegskommissar, hat das Sowjetrußland der ersten Bürgerkriegsjahre von der Bedrohung durch die „Weißen" befreit, er besiegte Denikin und Koltschak, er baute als Nachfolger Trotzkis die Rote Armee aus und er galt als der ahigste militärische Kopf der Sowjetunion und als der kommende Hauptkommandierende aller roten Streitkräfte „für den Ernstfall". Uborewitfch und Jakir, die Kommandierenden von Weißrußland und der Ukraine, waren nach Tuchatfchew- ki die ersten militärischen Persönlichkeiten des Lan- )es als Taktiker und Strategen, Gamarnik, der ich seiner Verhaftung rechtzeitig durch Selbstmord entzogen hat, war über ein Jahrzehnt der politische Erzieher der Armee, Kork bereitete als Leiter der Militärakademie die Offiziere des roten Generalstabes doc, Eidemann brachte die Mitgliederzahl des Offoaviachim, dem die „Militarisierung der Psyche der Bevölkerung" oblag, auf über 13 Millionen Mitglieder, Feldmann als Chef der Personalabteilung im Kriegskommissariat und Primakow als stellvertretender Kommandierender von Leningrad — alle diese Leute sollen einfache Spionagedienste getrieben und „zur Schwächung der Sowjetmacht" Eisenbahnkataftrophen herbeigeführt haben? Nein, die Leute im Kreml muten wahrhaftig dem Europäer zu Diel gu, wenn sie glauben, ihm derartige Märchen aufbinöen zu können. Freilich bleiben die Hintergründe dieser grausigen Blutnacht im Kreml vorläusig im Dunkeln und man kann nur vermuten, daß die Verurteilten Stalin im Zuge seiner neuerdings durchgeführten Repolitisierung der Armee unbequem geworden sind. Seit Jahr und Tag war bekanntlich auch im Ausland die Auffassung weit verbreitet, daß die „Demokratisierung der Sowjetunion" fortschreite, daß eine „Verbürgerlichung" mehr und mehr an Boden gewinne und daß vollends nach dem Beitritt 3um Völkerbund die Moskauer Regierung den Bolschewismus „eigentlich nur noch als Aushängeschild benutze". Wenn man im Ausland die deutschen Warnungen bisher verlachte oder sie als eine „loaische Folgerung aus der ganzen deutschen Politik^ ansah, so — nun, so wird man jetzt eines Besseren belehrt. Denn was die Armee anlangt, so waren zumindest Tuchatschewski, Kork, Uborewitsch die Exponenten jener „Verselbständigung", die seit einigen Jahren betrieben wurde. Ihr stärkstes Rüstzeug war eben das Schlagwort der „Demokratie", das Stalin als Köder den westlichen Mächten hinaeworfen hat und auf das diese prompt hereingefallen sind. Sowjetdemokratie und Demokratie, wie man sie etwa in England auffaßt, das sind Dinge, die grundverschieden sind. In der ganzen inneren Entwicklung des bolschewistischen Staates läßt sich in den innere Angelegenheiten: 2. Rykow, VK. für das Verbindungswesen; 3. Bucharin, Redakteur der „Jswestija": 4. Beloborodow, der Zarenmörder: 5. Rajewskij, Hauptredakteur des „Journal de Moscou": 6. Sergej Sedow, Sohn Trotzkis; 7. Rakowski, ehern. Sowjetbotschafter in London; 8. Bron ft e i n , Verwandter von Trotzki; 9. Hjin, Sekretär Postyschews; 10. S e - maschko, ehern. VK. für das Gesundheitswesen; 11. Prokofjew, ehern, stellv. VK. für innere Angelegenheiten; 12. Pafchukaris, ehern, stellv. Justizvolkskommissar; 13. Ljadow, Direktor des Kleinen Theaters; 14. L. Marjassin, Vorsitzender der Staatsbank; 15. K o z j u b i n f t i, Vorsitzen- der des Sowjets der DK. in der Ukraine; 16. Tschlerow, Jurizkonsult der Pariser Botschaft; 17. Arkus, stellv. Direktor der Staatsbank; 18. Tschislow, verantwortl. Vertreter des Gewerkschaftsbundes d. UdSSR.; 19. Stawkow; 20. Nuku- jewfkij; 21. Budin; 22. Fedin; 23. Kuzmin; 24. G1 eserow, stellv. Justiz-DK. Weißrußlands; 25. Lomin ad je, ehern. Mitglied des Präsidiums der Komintern. Ausländische Kommunisten: 26. Mün- London, 15. Juni. (DNB.) Unter der Überschrift „Die A chs e Genf —Moskau" veröffentlicht „Evening Standard" einen bemerkenswerten Aufsatz des früheren. britischen Botschafters in Japan, Sir Francis Lindley, in dem es heißt, daß die Zulassung von Sowjetruhland in Genf dem Völkerbund einen tödlichen Schlag erteilt habe. Entgegen der Annahme mancher Kreise in England sei der Völkerbund, der heute für alle praktischen Zwecke nur drei wichtige Staaten, nämlich England, Frankreich und Sowjetrußland, umfasse, nicht in der Lage, den Frieden Europas zu bewahren. Diejenigen Leute, die es gern glauben möchten, behaupteten, daß die Sowjetregierung nicht mehr bestrebt fei, die Weltrevolution zu fördern oder sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Bedauerlicherweise sei aber nicht ein wahres Wort an einer solchen Entwicklung in Sowjetrußland. Die Komintern werde großzügiger denn je von der Sowjetregierung finanziert, und k o m m u n i - stische Agenten seien in Indien und anderswo so stark beschäftigt, wie sie es kaum jemals zuvor gewesen seien. Die Ausbildung von Personen aller Nationalitäten in der Technik des Terrors, des Straßenkampfes und Massenmordes werde in den bekannten Zentren in Sowjetrußland ebenso intensiv wie bisher fortgesetzt, und das Fertigprodukt werde nach jedem Lande ausgeführt, das ein günstiges Absatzgebiet verspricht. Mehrere Provinzen Chinas seien bereits b o 1 ■ letzten Monaten Schritt um Schritt verfolgen, wie Stalin zwar einerseits das Schlagwort aufrechtzuerhalten gezwungen ist, das ihm die Freundschaft des Äuslandes eingebracht hat — auf der anderen Seite aber rücksichtslos und „mit dem Schwert der proletarischen Revolution" alle verfolgt, die ihn etwa beim Wort nehmen wollen. Wie in der Partei noch „einige Zehntausende Staats- feinde" auszumerzen sind, die es gewagt haben, unter diesem Schlagwort auch etwas zu verstehen, so ist jetzt, wie die „Krasnaja Swesda" bereits ankündigt, auch in der Roten Armee eine gründliche Säuberung durchzuführen, um mit jenen „Feinden des Regimes" aufzuräumen, deren einzige Schuld es ist, daß sie des Glaubens waren, der Despot würde auch zu seinem Worte stehen und die Zügel etwas lodern. Inwieweit darüber hinaus sich noch in dem Zirkel der Unzufriedenheit auch alle jene gesammelt haben, die — an sich wohl die heterogensten Elemente — irgendwie etwas an der bestehenden Ordnung auszufetzen hatten, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Wir Deutsche, insbesondere soweit wir diese Dinge aus der nächsten Nähe beobachten können, haben gewiß keinen Grund, etwa für die Hingerichteten Sowjetwürdenträger eine Üanze zu brechen. Wir stellen lediglich Tatsachen fest und versuchen, unsere Erklärung dafür zu finden. In Paris, Prag und anderswo dürfte man aber Anlaß haben, sich über die Moskauer Vorgänge eigene Gedanken zu machen. 3m Femen Osten 95 Todesurteile vollstreckt. Monstreprozesse, die man in Moskau mit Schweigen übergeht. Moskau, 15. Juni. (DNB.) Wie die jetzt in Moskau eingetroffene Chabarowsker Zeitung „Ti- choufelnskaja Swiesda" vom 4. Juni mitteilt, hat im fernöstlichen Teil der Sowjetunion vor dem Sondergericht des Obersten Militärgerichtshofes der Sowjetunion ein vierter Monstreprozeß ftattgefunben, wobei wieder Eifenbahnange- stellte, diesmal der Amur-Bahn, des „Trotzkismus" angeklagt und der Spionage zugunsten Japans bezichtigt wurden. Auch diesmal wurden alle Angeklagten, 29 an der Zahl, 3 u m Tode verurteilt. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. Es sind also im Verlaufe von drei Wochen im Gebiet von Chabarowsk im ganzen 95 Todesurteile voll st reckt worden. Auch dieses vierte Bluturteil im Fernen Osten wird von der Moskauer Presse mit Stillschweigen übergangen. Es wirft auf die gegenwärtig in den sowjetrussischen Grenzgebieten herrschende Atmosphäre ein höchst bezeichnendes Licht. Nosengotz seines Amtes enthoben. Moskau, 14. Juni. (DNB.) Die Sowjet-Tele- graphenagentur teilt mit, daß der Volkskommissar für Außenhandel Rosengolz durch Regierungsverordnung seines Postens enthoben worden sei und „eine andere Tätigkeit" übernehmen zenberg. 27. Eberlein. 28. Karola Hegger. 29. Strahler. 30. Rocher. 31. Tschessonj. 32. Max Neumann. 33. Remmele. 34. Ferezesch. 35. Steni-Domskij. 36. Kossak. 37. Bratos. 38. Arenstein. 39. Pastamakas. Georgische Parteiführer: 40. Beridse, ehemaliger Vorsitzender des Sowjet der Volkskommissare Georgiens. 41. Bersenischwili. 42. Tschichladse. 43 Chachanow. 44. Marschania. 45. Sarkissow. 46. Kadeljaki. 47. Gaswiani. 48. Tumanow. 49. Akrr- tawa. 50. Dzigraschwili. 51. Kazarow. 52. Anajin. 53. Mudryj. 54. Zisserowitsch, Geschäftsführer in der Abteilung für Volksaufklärung in der Rep. der Wolgadeutschen. 55. Mielik, Leiter der Partei und Sowjetkontrolle Tadshikistans. 56. Nemkow - ff i, verantwortlicher Führer des Leninschen Jugendbundes. 57. Friedland, Schriftsteller. 58. A w e r d a ch, Schriftsteller. 59. Dubinin, Schrift- steiler. 60. G a j d u k, Redakteur des weißrussischen Staatsverlages. 61. Gulajan, Mitglied des Sowjets der VK. Armeniens. 62. Jegazawan, VK. für das Erziehungswesen Armeniens. 63. S m y s n y , Sekretär Tuchatschewskis. s ch e w i f i e r t, und die chinesischen kommunistischen Armeen würden von sowjetrussischen Organisatoren und mit sowjettussischem Gelbe aufrecht erhalten. Es fei unerfindlich, wie angesichts all dieser Tatsachen die erwähnten Leute glauben könnten, daß sich Sowjetrußland als mächtiger und wertvoller Verbündeter gegen die potentiellen Feinde Englands bewähren könnte. Für die Sowjettegie- rung seien alle anderen Regierungen und besonders die demokratischen Regierungen Feinde, die mit allen verfügbaren Mitteln vernichtet werden müßten. Es sei unberechenbar, was der Sowjetpakt den Franzosen bereits an Moral gekostet habe. Die Moskauer Millionen, die so verschwenderisch nach Frankreich geliehen worden waren, hätten mehr dazu beigetragen als die deutsche Aufrüstung oder das Anwachsen der deutschen Bevölkerung, um Frankreich gegen einen Angriff zu schwächen. In Moskau habe man große Hoffnung, daß der Kampf für die Weltrevolution s i ch nördlich der Pyrenäen ausdehnen werde. Es müsse jedermann klar sein, daß es, solange sich Sowjetrußland im Völkerbund befinde, ein Wahnsinn wäre, sich auf den Völkerbund zu verlassen. Es gebe noch gefährlichere Formen des Angriffes als die offene Kriegsdrohung, nämlich die a u f w ü h 1 e - rische Unterminierung derjenigen Einrichtungen, von denen die ganze Stärke Englands ab« hänge, die geheime Finanzierung von Aufständen und industriellen Unruhen und die Ausbildung von Sachverständigen in der Technik des Kiasfenkampfes. werde. Welcher Art diese anderweitige Tättgkeit sein soll, wird jedoch nicht vermerkt. Rosengolz, „alter Bolschewist und Parteimitglied seit 1905", bekleidete feit 1922 verschiedene höchste Posten der Volkswirtschaft und Diplomatie. Seit dem Bestehen des Außenhandelskommissariats (1930) war Rosengolz Volkskommissar für Außenhandel. Die plötzliche Amtsenthebung Rosengolz' im gegenwärtigen Moment gibt hier zu allerlei Vermutungen Anlaß. Steuern und Preiserhöhungen. Blum sucht nach Hilfe aus dem Defizit. Paris, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Dem Parlament soll ein Sondergesetz unterbreitet werden, das der Regierung die Ermächtigung erteilt, Steuern und Abgaben so umzugestalten, daß sie etwa 5 Milliarden Franks Mehreinnahmen erbringen. Die Regierung soll weiterhin ermächtigt werden, durch Notverordnung sowohl auf den Konsum wie auf das E i n- kommen und die Vermögen erhöhte Steuern zu legen. Unter anderem beabsichtigt man, die Eisenbahn- und Posttarife sowie den Benzinpreis zu erhöhen. Unterrichtete Kreise weisen darauf hin, daß die Maßnahmen mit der Abwertung vom 1. Oktober v. I. zu erklären feien. Die Maßnahmen auf dem Geld- und Devisenmarkt scheinen sich jedoch nicht auf eine Devisenkontrolle erstrecken zu sollen. Die Regierung beabsichtigt offenbar, dem Dreier« Abkommen zwischen Frankreich, England und USA. treu zu bleiben und scheint lediglich Mittel und Wege gesucht zu haben, um die Ausfuhr fron« zösischer Kapitalien ins Ausland einer ftrengeren Ueberwachung zu unterstellen. Bankspekulattonen sollen an die normalen Grenzen der wirtschaftlichen Bedürfnisse des Landes gebunden bleiben. Die Regierung wünscht, ermächtigt zu werden, von der Bank von Frankreich eine Erhöhung ihres Vorschusses an den Staat zu verlangen, um auf diese Weise der Spekulation zu begegnen. Die Vorschüsse sollen um etwa 10 Milliarden ausgedehnt werden. Das „Echo de Paris" will wissen, daß die im März ernannten Beisitzer im Devisenausgleichsfonds R i st und Beaudoin, durch einen Brief an den Ministerpräsidenten ihren Rücktritt erklärt hätten. Die „Action Fran^aise" meint, der ebenfalls zurückgetretene jüdische Direktor der „Bank von Paris und der Niederlande" Horace F i n a 1 y werde demnächst wohl zum Generalkontrolleur der französischen Banken ernannt werden. Bald könne man in den Pariser Straßen „Israel überall" rufen. Die Bank von Frankreich hat ihren Diskontsatz, der am 28. Januar 1937 um 2 v. H. auf 4 v. H. heraufgesetzt wurde, um weitere 2 v. H. auf 6 v. H. erhöht. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring besichtigte unerwartet die Luftwaf- fenftanborte der Insel Sylt und die nach dort zum Luftschießen kommandierten Kampfstaffeln. M der Sowjetunion darf es kein paktieren geben Ein britischer Diplomat warnt England vor der revolutionären Gefahr des Bolschewismus. „@oeflje als Erzieher." Kulturpolitische Rede des ReichöjugendführerS in Weimar. Weimar, 14. Juni. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, eröffnete im Nationaltheater die Weimarer Festspiele der deutschen Jugend. In diesem Jahre sei, so führte er aus, nicht nur die Jugend der höheren Schulen, sondern auch die Jugend, die sich in ihrem Beruf als Tüchtigste bewährt hat, aus allen Teilen des Reiches nach Weimar berufen. Jahr für Jahr soll eine auserlesene Schar unserer Jugend für eine Woche durch die Straßen von Weimar wandern, abends von edlem Spiel erhoben werden, um schließlich dankbaren und ehrfürchtigen Gemütes von Weimar zu scheiden. In Goethes Wahlverwandtschaften stehe das Wort: „Männer sollten von Jugend auf Uniform tragen, weil sie sich gewöhnen müssen .gemeinsam zu h a n d e l n !" Zu einer Zeit, als Deutschland aus drei Dutzend Staaten bestand, habe Goethe die innere Schau einer einheitlichen idealen deutschen Nationalerziehung besessen. 1813 habe Goethe gesagt: Glauben Sie ja nicht, daß ich gleichgültig wäre gegen die großen Ideen Freiheit, Volk und Vaterland", und sechs Jahre später: „Deutschland ist und bleibt auf ewig das wahre Vaterland meines Geistes und Herzens." Unter Hinweis auf solche deutschen Bekenntnisse Goethes sagte Baldur von Schirach u. a.: Es scheint mir nun einmal an der Zeit, daß wir jenes deutsche Nationalheiligtvm, das Werk und Leben Goethe, für uns bedeuten, entschlossen zu verteidigen beginnen gegen alle, die Goethe schmähen und damit — sprechen wir es einmal offen aus — Deutschland und sich selbst preisgeben. „Eine Zeit, die den Gesichtskreis der Deutschen erweitert und mit einer Fülle neuer Ideen gesegnet hat, wird gut daran tun, die Vergangenheit mit derselben Dankbarkeit zu begreifen, die wir für uns und unser Werk von den Kommenden erhoffen." Ausführlich behandelte Baldur von Schirach vor allen Dingen wie gerade dieser große Künstler und Gelehrte sich gegen die abstrakt und im wirklichen Leben unfähige und zu einer gesunden Sinnlichkeit beziehungslose Gelehrtenwelt gewandt habe. Goethe habe festgestellt, daß ein Drittel aller Gelehrten und Staatsdiener seiner Zeit körperlich schwächlich gewesen sei, und habe die Hoffnung aus- gedrückt, daß Deutschland in einem Jahrhundert dahin gebracht werde, nicht mehr abstrakte Gelehrte und Philosophen, sondern Menschen zu besitzen. Dor allem für die geistig arbeitende Jugend habe Goethe immer das körperliche Gleichgewicht in der Betätigung gefordert. Als Greis, so berichte Eckermann, habe Goethe selbst noch wie ein Sportsmann im Garten seines Hauses mit Pfeil und Bogen geschossen. Goethe habe die Entwicklung zugunsten unserer modernen Leibeserziehung mehr als man es weiß, beeinflußt. Und wenn man diese Seite seines Wesens kenne, so erschließe er sich uns als die vollkommene erzieherische Persönlichkeit. Der Redner ging im folgenden auf die Gott- und Naturverbundenheit des Großen von Weimar ein, die ihm von der dogmatischen Gehässigkeit oder der Mode die Bezeichnung eines „großen Heiden" eingebracht habe, da die vergangene Zeit nicht die Fähigkeit besessen habe, ein religiöses Gefühl auch außerhalb der kirchlichen Bekenntnisse zu erkennen. Die heutige Jugend beginne wieder in zunehmendem Maße Gott in einfacher und klarer Gläubigkeit zu erleben. Ein tiefes Wort Goethes lasse das verständlich erscheinen: „Keine Religion, die sich auf Furcht gründet, wird bei uns geachtet!" Nietzsche habe gesagt, daß Goethe nicht nur ein guter und großer Mensch, sondern eine Kultur fei. Adolf Hitler habe die Ehrfurcht gelehrt und damit die großen Geister der Nation beschworen, die gegenwärtigen und die vergangenen. Der Reichsjugendführer rief der deutschen Jugend zu: „Du handelst im Sinne des Mannes, dem du dienst, wenn du den Inhalt alles dessen, was der Begriff Weimar und Goethe umschließt, in dich aufnimmst, und in einem neuen und tapferen Herzen ein- schließt." „Gebt mir vier Lahre Seit." Ein neues spannendesBuch des stellvertretendenpreffechefs derReichsregierung Berlin, 12. Juni. (DNB.) Im Eher-Verlag ist soeben ein Buch erschienen, das den Titel trägt „Gebt mir vier Jahre Zeit — Dokumente zum ersten Dierjahresplan des Führers". Das Buch, dessen Verfasser der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Alfred Jngemar Berndt, ist, gibt in 16 Kapiteln einen spannenden Rechenschaftsbericht über die ersten vier Jahre nationalsozialistischer Staatsführung. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Buch ein Geleitwort gegeben. Das Buch bringt keine trockene Zahlenbilanz und ist nicht im Stile von Generaloersammlungsberichten aeschrieben, sondern frisch und lebendig. In klassischer Weise ist jedem einzelnen Kapitel ein Bild dessen vorangestellt, was die Regierungen der Novemberrepublik auf den einzelnen Arbeitsgebieten versprachen und welches Ergebnis sie nach 14 Jahren aufzuweisen hatten. Daran schließt sich die Aufzeichnung dessen, was in vier Jahren im nationalsozialistischen Staat geleiftet worden ist. Diel von Dem, was in den letzten vier Jahren geschah, ist im Gedächtnis vieler noch lebendig. Ungeheuer viel aber ist der Öffentlichkeit bisher überhaupt nicht zum Bewußtsein gekommen, ist überhaupt nicht bekannt geworden. So ist es ein Verdienst des neuen Buches, zum ersten Male einen fast lückenlosen Uederblick gegeben zu haben über all das, was das Dritte Reich in diesen vier Jahren an Erfolgen aufzuweisen hat. Um sich über die Leistungen einer Epoche ein Urteil bilden zu können, muß man den allgemeinen Abstand von dieser Zeitepoche gewonnen haben. Dieser Abstand von den Geschehnissen der letzten vier Jahre fehlt den Menschen unserer Tage noch. Um so überraschter und verblüffter werden sie fein, wenn sie aus dem Buch „Gebt mir vier Jahre Zeit" erfahren, was tatsächlich in vier Jahren geschaffen werden konnte. Sie werden aus dem Buch weiter entnehmen, daß zur Aufzeichnung der Geschichte der ersten vier Jahre des Dritten Reiches mehr Raum gehört als zur Aufzeichnung der gesamten Geschichte des Deutschen Reiches von der Jahrhundertwende bis zum Weltkrieg oder von der Novemberrevolte bis zur Machtergreifung Adolf Hitlers. Die Garantiesorderungen der Kontrollmächte. Berlin, 14. Juni. (DNB.) Wie bereits gemeldet, haben die im Falle des verbrecherischen Ueber- falls auf das Panzerschiff „Deutschland" in London zwischen dem britischen Außenminister und den Botschaftern Deutschlands, Italiens und Frankreichs am 11. und 12. Juni geführten Verhandlungen zu einer Verständigung geführt, bei der folgende Beschlüsse gefaßt wurden: Den beiden spanisch en Parteien wird folgende Mitteilung gemacht werden: a) Beide Parteien werden ersucht, eine ausdrückliche Versicherung abzugeben, daß sie fremde Kriegsschiffe auf hoher S e e und anderswo respektieren und das Nötige veranlassen werden, daß ihre Lust- und Seestreitkräfte diese Versicherung einhalten. b) Um zu vermeiden, daß fremde, an der Kontrolle teilnehmende Kriegsschiffe, wenn sie in den Häfen der einen oder anderen Partei liegen, versehentlich angegriffen oder beschädigt werden, werden die beiden Parteien ersucht, sich mit den Mächten über eine L i st e spanischer H ä - f e n, die als Basis für ihre Kontrollschiffe dienen sollen, sowie über die Abgrenzung von Sicherheitszonen zu verständigen. c) Die beiden Parteien werden davon in Kenntnis gesetzt, daß jeder Verstoß gegen die vorgenannten Zusicherungen und jeder Angriff auf die für die Seekontrolle verantwortlichen fremden Kriegsschiffe von den vier Seekontrollmächten als eine alle gemeinsam angehende Angelegenheit angesehen werden wird und daß die vier Mächte, unbeschadet der von den Streitkräften der tatsächlich angegriffenen Macht für notwendig erachteten sofortigen Selbstverteidigungsmaßnahmen, sich sofort untereinander über die gemeinsam zu ergreifenden Schritte verständigen werden. Sie werden dabei die Ansichten berücksichtigen, die die betroffene Regierung natürlicherweise zum Ausdruck zu bringen berechtigt ist. Bei Vereinbarung des Wortlautes dieser Mitteiluna an die beiden spanischen Parteien war man hinsichtlich des zu c) gefaßten Beschlusses darüber einig, daß die vier Mächte sich verpflichten, s o schnell wie möglichzum Zweckeder Beratung der durch die Lage bedingten angemessenen Schritte zusammenzutreten. Ebenso war man darüber einig, daß alle vier Mächte sich in jeder Weise bemühen werden, bei dieser Beratung ein befriedigendes Uebereinfommen zu erzielen. Für den Fall jedoch, daß innerhalb einer den Umständen des jeweiligen Falles angemessenen Frist eine Einigung nicht erzielt werden sollte, herrschte Einverständnis darüber, daß für jede der vier Mächte eine neue Lage geschaffen fein würde, hinsichtlich deren sich jede von ihnen ihre Haltung Vorbehalten müßte. Die vier Mächte sind ferner übereingekommen, daß es ihr gemeinsames Ziel sei, ein Höchstmaß von internationalem Vertrauen zu schaffen, sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch der Unparteilichkeit des Kontrollsystems. Sie wünschten den neutralen und internationalen Charakter dieses Systems zu betonen. Sie erklärten sich demgemäß bereit, dem Nichteinmischungsausschuß unverzüglich praktische Vorschläge zur Durchführung dieses Zieles zur Prüfung zu unterbreiten. 0er britische Konsul in Bilbao vermißt. San Sebastian, 15. Juni. (DNB.) Die bri= ttsche Regierung hat ihre Konsuln in Santander und Bilbao zurückberufen. Der brittsche Konsul in Bilbao konnte jedoch nicht aufgefunden werden, weshalb die im dortigen Hafen eingelaufenen englischen Torpedoboote ein Landunaskorps in d i e Stadt geschickt haben mit Der Aufgabe, den Konsul zu suchen. Brennende Dörfer zeichnen die Rückzugslinie der Bolschewisten. San S e b a st i a n , 15. Juni. (DNB. Funkspr.) Der nationale Heeresbericht meldet von der Front von Vizcaya: Der siegreiche Vormarsch unserer Truppen wurde energisch weiter fortge- f ü h r t. Hierbei konnten die Höhenzüge bei Santo Domingo und von San Roque besetzt werden. Außerdem konnten wir bedeutende Stellungen in der Umgebung von Galdecano und am Fluß Jbai- zabal in unsere Hand bringen. Ferner wurde die Stellung von La Cruz de Lemoa von uns erobert. Legionäre haben den Ort Mungia besetzt und dort die Kirche sowie das Rathaus in Flammen vorgefunden. Die Bolschewisten hatten im Verfolg ihrer alten Taktik in der Mehrzahl aller Dörfer, die von uns besetzt wurden, die hauptsächlichsten Gebäude in Brand gesteckt. Die Legionäre sind von Mesia bis zur Flußmündung bei Plencia oorgedrungen. Spanienbolschewisten plündern britische Bankkonten. London, 14. Juni. (DNB.) Getreu der bolschewistischen Hebung, beim Herannahen der Franco- truppen Geld und Geldeswerte ins Ausland zu verschieben, hat man Geld und Wertpapiere der drei größten Banken von Bilbao „beschlagnahmt", um es dann mit dem englischen Dampfer „Sea Bank" in Sicherheit zu bringen. Nun hat der britische Botschafter einen Brief der drei geschädigten Bankdirektoren erhalten, in dem diese Darauf aufmerksam machen, daß es sich bei Dem gestohlenen GelD zum Teil um britisches Eigentum hanDele. Die Direktoren, Die sich im nationalspanischen San Sebastian de- finDen, forDern Die englische Regierung auf, Die Gelder und Wertpapier, Die „ohne Zustimmung ihrer Dl ■Wlt'e u. werden vollk. neu hergerichtet. Schr. Ang. unt. 4076Da.b G.A. In Wieseck schöne 3-Zim.-Wohng. (Neubau) sofort Damen-Hemden »nr Juvena-Rokoko.....Z.Zu Geschäftsst. des möbl. od leeres Gieß.Anz. 4122D Zimmer mit Küchenben. «L Hier Schr. An geb. u. mit kl. Küchen- 02990 a. d.G.A. 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Bestellungen durch alle Buchhandlungen OiroBermüli er rerlnQ.Ber’lnEiftmf. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat mit dem Aufbau eines starken, weit nach Norden greifenden ostatlantischen Hochdruckgebietes eine durchgreifende llmgeftaltung erfahren. Deutschland verbleibt an seiner Ostseite im Bereich einer kühleren West- bis Nordwestströmung, die bei wechselnder Bewölkung Anlaß zu wiederholten, meist schauerartigen Niederschlägen geben wird. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt, Auftreten einzelner schauerartiger Nieder- schlüge, lebhafte westliche bis nördliche Winde, tagsüber nur mäßig warm. Lufttemperaturen am 14. Juni, mittags: 24,3 Grad, abends: 17,5 Grad: am 15. Juni, morgens: 16,3 Grad. Maximum 24,6 Grad, Minimum 10,6 Grcll). Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. | Kaufgesuche Rentabl. Haus zu kauf, gesucht. Anzahlg. 10 000 RM. Angeb. an Büro-Kirchner' Bleichstr 18.4123V Eiserne Bettstelle zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 03002 a.d.G.A. Nachlässe von z vi- 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Ameise | Empfehlungen | kommen, mit ihnen der große Heerführer des Weltkrieges und Schutzherr des Waffenrings der deutschen Kavallerie, Generalfeldmarschall von Mackensen. 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Ilse pflegte ihren Mann mit rührender Sorgfalt. Als junge Ehefrau sah sie ihren ganzen Stolz darin, ihm alles besonders schön zu machen. Morgens bekam Peter seinen Kaffee, und neben die Zeitung legte sie dann gleich die schön belegten Schnitten für die Arbeit. Er sollte ganz frische Schnitten haben, deshalb warf sie jede erste Scheibe vom Brot immer beiseite. Der ganze Brotkasten war schon voll alter, vertrockneter Brotscheiben. Gerade war sie dabei, wieder eine Scheibe altes Brot in den Brotkasten zu werfen, da stieß sie mit einer ungeschickten Bewegung den ganzen Kasten um. „Was ist denn das, lauter altes Brot?" Ihr Mann sah sehr böse aus und wollte ganz genau wissen, was sie mit dem alten Brot anfinge. „Das bekommt unsere Nachbarin für ihre Hühner. Du sollst doch immer nur frisches Brot mitbekommen." Zum erstenmal sah sie ihren Mann ernstlich böse werden: „Für die Hühner läßt du so viel gutes Brot umkommen. Schäme dich, Ilse! Ich hätte dir etwas mehr Vernunft zugetraut." Danach verließ ihr Mann zum erstenmal ohne Gruß das Haus. Die Nachbarin wunderte sich sehr, daß sie von Ilse nicht mehr die vielen Brotabfälle bekam; denn von dem Tage an ging keine Schnitte Brot mehr in Ilses Haushalt verloren. Be. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Peter im Schnee". — Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße. Gastspiel Nazi Eisele. „Lachen ist Leben!" — unter diesem Worte wird am kommenden Sonntag in der Volkshalle Nazi Eisele und seine bayrische Singspieltruppe aus Garmisch-Partenkirchen einen Sturmangriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer unternehmen. Diese Truppe bringt eine heiteres Programm in bunter Folge, das an Abwechslung kaum zu überbieten ist. Der Leiter der Truppe, Ignaz Eisele, im bayrischen Volksmund kurz „Nazi" genannt, ist eine außerordentlich vielseitige Figur. Der Künstler spielt nicht nur fast alle Instrumente, sondern er vertont auch seine Chöre und Lieder selbst. Außerdem ist er noch Verfasser von zwerchfellerschütternden Kurzsketschen. Dieser Abend dürfte ein Triumph der Heiterkeit und des Humors werden. NSDAP., Gießen-Nord. Hilfskassenbeiträge für Männer der SA., Reiter- SA., Marine-SA., SS., NSKK., die im Ortsgruppenbereich wohnen, werden am Mittwoch, 16. Juni und Donnerstag, 17. Juni, im Cafe Leib gezahlt und zwar für Juli, August, September 1937. Es gehört sich für einen jeden Angehörigen einer Parteigliederung, daß er pünktlich seiner Beitragspflicht nachkommt. Wer verhindert ist und niemand schicken kann, dem ist am 21. Juni auf der Geschäftsstelle, Marburger Straße 20, letztmals Gelegenheit geboten, Zahlung nachzuholen. Schnell gekauft ist halb gewonnen! Nehmt Lose der Arbeitsbeschaffungs-Lotterie. Wieder sind die braunen Glücksmänner aufge- gogen und seit zwei Wochen hat auf den Straßen und Plätzen der deutschen Städte das bei allen beliebte heitere Spiel mit dem ernsten Sinn „Arbeitsbeschaffung" begonnen. Wohl haben wir vernommen, daß erstmals die Arbeitslosenziffer unter eine Million gesunken ist und wir alle haben uns über diesen gewaltigen Erfolg gefreut. Wenn sich damit der Endsieg, den letzten Mann in Arbeit gebracht zu haben, schon an- kundigt, so werden sich Wenige Gedanken darüber gemacht haben, wieviele Kräfte Zusammenwirken Unsere Hessen in Hamburg. Ein Bericht von Ereignissen und Erlebnissen. Unseren hessischen Trachtengruppen war in den Tagen ihres Hamburger Aufenthaltes noch manches schöne Erlebnis ve- fchieden. Ueber den Empfang in Hamburg berichteten wir bereits. Am nächsten Tage des Aufenthaltes in der großen Stadt an der Wasserkante wurden die Gruppen schon am frühen Morgen an ihrem Sammelplatz von einer stattlichen Menschenmenge begrüßt. Die Kapelle von Watzenborn - Steinberg war sofort wieder fleißig bei der Hand und bald gab es einen improvisierten Tanz, an dem sich auch die Zuschauer beteiligten. Dann fuhren all die Burschen und Mädchen zum Tierpark Ha- genbeck, wo sie im Zeit- Unsere hessischen Trachtengruppen bei einem Besuch im Hamburger Hafen. (Aufnahme: Gg. Heß.) DM • W-i raum von drei Stunden alles Sehenswerte in sich aufnahmen. Nachher gab es Freizeit und am Nachmittag erlebten unsere Hessen eine interessante Fahrt durch die Fleete. Die Kapelle spielte lustige Weisen und lockte damit Angestellte und Arbeiter an die Fenster der Lager und Büros. Den Abschluß des Tages bildete eine Fahrt durch den Stadtpark und dann noch ein Besuch des berühmten Vergnügungsviertels St. Pauli. Der Freitag, der 3. Tag des Hamburger Aufenthaltes unserer .hessischen Trachtengruppen, brachte dann die offizielle Eröffnung der Reichstagung. Da die Heldenehrung erst um zwölf Uhr begann, reichte die Zeit noch zu einer Hafenrundfahrt. Zur Heldenehrung sahen sich unsere Hessen inmitten tausender von Volksgenossen, die die Trachten der verschiedensten deutschen Landschaften trugen. Die heimische Gruppe fand eine außerordentlich günstige Aufstellung und viele hatten die Gelegenheit, dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Hand zu drücken. Nach der Mittagspause traten die Gruppen zu Tanz und Musik aus einem Grünplatz an. Das offizielle Tanzen und Singen fand im.Stoltenpark statt, wo unsere Hessengruppen in ihren Vorträgen abgelöst wurden durch eine Musikgruppe der SA. Der Nachmittag brachte außerdem, allerdings bei heftigem Gewitter, einen Besuch der herrlichen gärtnerischen Anlagen des Hamburger Friedhofes Ohlsdorf. Am Abend traf man sich in der „Bullenhuser Schleuse", in der Gemeinschaft mit Hamburgern und den Oesterreichern in ihren Trachten. Am Samstagmorgen brachten die Hessen ihrem Landesobmann B e ck e r ein Ständchen. Das vorgetragene Lied „Der Bauer ist ein Ehrenmann" brachte alle Zuhörer in helle Begeisterung Dann fuhren alle Burschen und Mädchen in den stets zur Verfügung stehenden Omnibussen zur Probe der Tänze nach der „Hanseatenhalle" Am Nachmittag folgte man gern der offiziellen Einladung in den Zoo. Dort trafen unsere Hessen die Trachtengruppen vieler Nationen. Besonders befreundeten sie sich mit schwedischen, dänischen und französischen Teilnehmern der Reichstagung. Es ergab sich ein durchaus gemütliches Beisammensein und weil man sich durch die Sprache nicht verständigen konnte, tat man es mit Zeichen. Am Abend weilten unsere Oberhessen im Elbbad Blankenese und erholten sich während einiger Stunden von den mannigfachen Strapazen der vergangenen Tage. Um neun Uhr hieß es im Bette sein, damit jedermann zum Festzug am anderen Tag in „bester Form" war. Der Sonntag brachte den Höhepunkt des Hamburger Aufenthaltes, leider aber auch den Abschluß. Begeistert nahmen an diesem Tage alle am Festzug teil, der schöner und glanzvoller wohl kaum gedacht werden konnte. Hamburg bot sich im schönsten Sonnenschein dar und im Schmuck der Fahnen aller Nationen. Die Gruppen, insbesondere auch unser hessischer farbenfreudiger Aufzug, wurden stürmisch umjubelt. Der gesamte Eindruck des Hamburger Aufenthaltes unserer Burschen und Mädchen aus dem Hüttenberg, dem Schützer Land, dem Hinterland, der Marburger Gegend und aus dem Odenwald war der, daß in der Herzlichkeit der Aufnahme, in der Vorzüglichkeit der Organisation, in der Verpflegung und in der Begeisterung, die die Stadt beherrschte, eine Steigerung nicht denkbar war. Georg Heß, der Führer unserer heimischen Trachtengruppe sah sich veranlaßt, allen denen, die sich um unsere Hessen so sehr bemüht haben, herzlichen Dank zu sagen. * Am gestrigen Montagfrüh sind die hessischen Burschen und Mädels wieder in Gießen eingetroffen. Doller Freude über die schöne Reise und vor allem erfüllt von dem eindrucksvollen Erlebnis, schildern sie die Hamburger Tage. mußten, um dieses Ziel zu erreichen und wieviel noch geschehen muß, um auch für den Letzten Arbeit und Brot zu schaffen und vor allem die geschaffenen Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn jeder Volksgenosse, vor den ein Glücksmann der Arbeitsbeschaffungs-Lotterie hintritt, auch nur einen Augenblick an das Geleistete und an die noch zu leistende Arbeit denkt, dann darf es kein Zögern geben und nebenbei noch bemerkt: Schnell gekauft ist halb gewonnen! Das Programm der Hundertjahrfeier der Gießener Nealanstalten. Die Gießener Realanstalten, Oberrealschule und Realgymnasium, feiern in den Tagen des 3., 4 und 5. Juli 1937 das Jubiläum ihres 100jährigen Bestehens. Für diese Feier liegt folgendes Programm vor. Der Samstag, 3. Juli, bringt in den Räumen des Gesellschaftsvereins einen Begrüßungsabend des Realgymnasiums. Der Bearüßungsabenv der Oberrealschule findet im Cafe Leib statt. Am Sonntagmorgen werden vor den Ehrentafeln der Schulen Gefallenen-Gedenkfeiern abgehalten. An» schließend findet in der Neuen Aula der Universität der gemeinsame Festakt statt. Der Abend sieht die Schüler, die ehemaligen Schüler und deren Angehörige bei einer großen Familienfeier in der Volkshalle vereinigt. Der Montag, 5. Juli, wird zum Teil durch ein Sportfest ausgefüllt sein, das auf dem Universitätssportplatz stattfindet. Während der Tage des Jubiläums und zu bestimmten Stunden am' Sonntag, wird Gelegenheit gegeben fein, die Schulen und Sonderausstellungen zu besichtigen. Im Hinblick auf die Feiern ergeht an alle ehemaligen Schüler, die noch keine Einladung erhalten haben, die aber am Wiedersehensfest im Kameradenkreise teilnehmen wollen, die Bitte, den Direktionen ihre Anschrift mitzuteilen. Bäuerliche Buchführung. Im Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassait sind seit der Auflösung der ehemaligen Buchstelle der Hauptabteilung II fünf Privatbuchstellen tätig, von denen sich zwei in Oberhessen, je eine in Starkenburg und Rheinhessen sowie eine fünfte in Frankfurt a. M. befinden. Es handelt sich für Oberhessen um die Landwirtschaftliche Buchstelle Appel, Büdin-, gen, Bahnhofstraße 29, Landwirtschaftliche Buchführungs- und Betreuungsstelle Heinrich Nebhuth, Bad-Nauheim, Hermann-Göring-Straße 44. Die genannten Buchstellen sind dem Reichsver- band für das landwirtschaftliche Buchführungs-, Be- treuungs- und Schätzungswesen e. V., Sitz Berlin, angeschlossen, der seinerseits dem Reichsnährstand ungegliedert ist. Die Buchstellen unterstehen der Kontrolle des ReichsverbandeS und sind auch dem zuständigen Oberfinanzpräsidenten als zuverlässig bekannt. Es erscheint deshalb zweckmäßig, wenn sich alle Bauern und Landwirte, die auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zur Buchführung verpflichtet sind, einer der gekannten Buchstellen anschließen, die auch in steuerlicher Hinsicht ihre Auftraggeber beraten und bezüglich der Wirtschaftsberatung mit der Landesbauernschaft Hand in Hand arbeiten. Gießener Dochenrnarktpreise. * Gießen, 15. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, 112 kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10,5, Klasse B 10, Klasse C 9,5, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, grün, 1/2 kg 12, Weißkraut 12, gelbe Rüben, das Bündel 13 bis 15, rote Rüben 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel, 1. Sorte 35 bis 42, 2. Sorte 22 bis 27, 3. Sorte 15 bis 18, 4. Sorte 7 bis 8, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 38 bis 60, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln, alte, 1k kg 5 Pf., 5 kg 46 Pfennig, 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, 1/2 kg 12 bis 15 Pfennig, Pfirsiche 60, Aepfel, ausländische, 80, Kirschen 40 bis 55, Stachelbeeren 25, Erdbeeren 30 bis 60, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 40, Einmachgurken 15 bis 40, Oberkohlrabi 7 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, ^Schonung des 'Zahnschmelzes, angenehm milder u. erfrischen-, der Geschmack. 25 pf. die Kleine lube^ Schlemmerei mit Erdbeeren. Eine „Liebesgeschichte" von Lieselotte Eckerh Das ist nun schon lange so zwischen uns: Jedes Jahr zu Sommers Anfang treffen wir uns irgendwo und essen Erdbeeren. Weiter nichts? Nein, weiter nichts! Aber das ist viel! Nicht, weil vielleicht einer von uüs darum oft viele Stunden auf der Bahn liegt, nicht, weil das Geld für diese Reise immer irgendwo hergezaubert werden muß, wenn eines Tages die Karte kommt: „Die Erdbeeren sind reif!" — sondern weil man dann irgendwo zusammen durch das Gewühl eines Marktplatzes geht und tief den Duft der Erdbeeren einzieht, die frisch gepflückt und feucht vom Tau in schmalen Körben glänzen, ober weil man sich in aller Frühe von einem Bauernmädel einen Korb voll in die weite Schüssel schütten läßt, daß das Zimmer erfüllt ist von Wald, Wiese und jungen Morgen. * Das alles ist das Präludium zu diesem Spiel, mit dem wir unseren Sommer feiern. Ueber allem liegt ein spielerischer Ernst, vielleicht nennt Ihr ihn schrullig oder verträumt... laßt gut sein! Wir wissen um starke Stunden voll gespannten Willens und kennen ihren Wert, aber wir kennen auch den Zauber, der in diesem Tag schwingt, frei von strengem Gedanken, unser Lebensgefühl auf diese sommerliche Höhe steigert. Laßt gut sein! Nicht au die Dauer kommt es an, nur auf das Ausfchopfen! Und so laßt ihn sich freuen, wenn er ihr zusieht, wie sie die reife Frucht mit der Zungenspitze zerdrückt ... Erdenfülle und Sonnenwärme... Er lacht: „Weißt du noch, Liebste, als wir auf den Knien - rutschend einen ganzen Schlag leer aßen oben im Bayrischen Wald? als wir im Garten unter den Sträuchern lagen und den frischen jungen Morgen in uns hinein aßen?" — Ob sie das weiß! Warme, runde, vollkommene Stunde... * Abends gesellt sich dann der Wein zu der Frucht. Lange wird gewählt, unter den Rieslingen von Rhein und Mosel, gepreßt aus Beeren bei deren später Lese Gesang und Unterhaltung der Wmze- rinnen ruhen mußte. Dann holen w,r die Maser, ein altes Urgroßmutterglas mit einem zärtlich geritzten Wort für sie, und ein fein geschliffenes für ihn Beide verjüngen sich nach oben hin, damit der Duft konzentriert herausströmen kann beide sind farblos, damit man den Sonnentropfen funkeln sieht: Dann geben wir die Erdbeeren hinein tröpfeln den Wein darauf und spuren, wie Saft und Duft der Erde aus dieser edlen Frucht hochqmllt. Und nun trinken! Nicht nur mit dem Gaumen, auch mit Auge und Nase, daß man spürt, wie sich der Strauß von Duft löst in erdiger Heiterkeit. Trinken, sehen, riechen, fühlen... ein unbegrenztes Schwelgen hebt an, und dann steigt in diese abgründige Schlemmerei fein und zart der Geist. Erfüllt bis in die Fingerspitzen von Glück und Wohlsein, lächelnd in herrlichem Ernst, spüren wir den Kreis, der diese schwingende Stunde begrenzt. Das ist das Spiel, mit dem wir unfern Sommer feiern, das ist der Augenblick, in dem Beginn und Ende eins sind. Pflanzen als Znseklensünger. Sonnentau und Venusfliegenfalle. Auf norddeutschen Mooren wächst hie und da noch der seltene Sonnentau, ein unscheinbares, gelb blühendes Pflänzchen mit eigenartig rundlichen Blättern. Auf diesen sitzt eine große Anzahl von schneckenfühlerähnlichen Gebilden, die in einen Drüsenknopf enden, der einen Tropfen fiebrigen Stoffes absondert. Da purrt ein Insekt herum, setzt sich auf die Blätter — und bleibt kleben. Alles Zappeln und Strampeln verschlimmert nur die unfreiwillige Haft; denn die „Schneckenfühler" krümmen sich alle — durch den chemischen Reiz, den das Insekt ausübt, veranlaßt — nach dem Opfer hin und halten es gefangen. Während der Sonnentau sich also regelrechter „Leimfliegenfänger" bedient, gibt es auch Pflanzen, die wirkliche und wahrhaftige Fliegenklatschen an ihren Blättern ausbilden, wie die Venusfliegenfalle, die auf den Torfmooren Karolinas ihr heimtückisches Wesen treibt. Zwei harmlos auseinander geklappte Blatteile, die am Rand mit einer Art Reusengitter versehen sind, schlagen blitzschnell zu, wenn sich eine Fliege auf sie gesetzt hat und öffnen sich erst wieder, wenn das Tier „verdaut" ist. Der Sonnentau und die Venusfliegenfalle fangen immerhin ihre Beute noch ganz „weidmännisch", denn, wenn der Apparat nicht blitzartig funktioniert, hat die Fliege alle Aussichten, noch zu entweichen. Es gibt nun aber auch Gewächse, die die „Hinterlist und Gemeinheit" auf die Spitze treiben, denen die Beute regelrecht ins Maul fliegt und die lediglich die Verdauungsarbeit damit haben. Das find die heimtückischen Schlingen- und Fallgrubensteller! Da wuchert beispielsweise in kleinen stehenden Gewässern der Wasserschlauch oder die Utricularia. Sie besitzt fein zerschlitzte Blätter, so wie das bei Unterwasserpflanzen üblich ist. und hat vor dem Blattende kleine, grüne Blasen, die der harmlose Laie gutmütigerweise als Früchte ansprechen wird. Aber diese Blasen enthalten keinen Kern wie eine „anständige" Frucht, sondern sind mit Wasser gefüllt und besitzen eine viereckige Deffnung, die durch eine Ventilklappe verschlossen ist. Diese Klappe ist elastisch gespannt und öffnet sich nur nach innen. Am unteren Rand des Deckels sitzen vier kleine Borsten, die frei ins Wasser hinaus ragen und die den ganzen Klappapparat in Alarm versetzen, wenn ... Halt, wir müssen das richtig der Reihe nach aufzählen: Dort wo die Utricularia wächst, tummelt sich im Wasser' eine große Anzahl kleiner Krebse, Wasserflöhe, Cyclopse und wie sie alle heißen. Diese Tierchen haben die Angewohnheit, nicht schön geradeaus zu schwimmen, sondern sie „eiern", wie man so sagt, im Wasser herum. Bei diesem Torkeln ist es unausbleiblich, daß das Tier auch mal die kleinen Borsten an der Klappe berührt. Das aber wirkt wie ein Signal: der Deckel der Blase öffnet sich ruckartig durch die Hebelwirkung der Borsten, und, durch eine rein physikalisch erklärbare Entspannung der Blasenwände, wird das Tier schluckartig ins Blaseninnere befördert. Darauf springt die Klappe wieder in die Ausgangsstellung zurück, weil nun der Blasendruck wieder der alte ist, und verwehrt dem Krebschen die Flucht. Einmal an die Borsten gestoßen, hat das Tier nicht die geringste Aussicht, zu entkommen; denn mit der unheimlichen Sicherheit einer an Wallacesche Romane erinnernden Mordmaschine spielt sich der Fangprozeß von Anfang bis zum tragischen Ende ab. Nicht so todsicher, aber doch nicht weniger heimtückisch arbeiten die Fallgruben der Kannen- sträucher, die ihre Opfer sogar erst noch durch süße Säfte einlaben, Platz zu nehmen. Die Blattspreiten dieser Pflanzen sind nämlich zu tiefen, oft mit einem Regendach versehenen Hängekrügen ausgebildet, die an ihrem oberen Rand einen verlockenden Honig ausscheiden. Wehe dem Insekt, das dieser Lockspeise nicht widerstehen kann: es rutscht auf der verteufelten Glätte aus und fällt ins Innere der Kanne. Nicht genug des grausamen Spieles: auf dem Grund der Kanne steht eine wässrige Flüssigkeit, in der die Insekten ihr Todesbad nehmen können. Und herausklettern aus dem Schlund? Das geht nicht: denn die Kannenwände sind mit einem aalglatten Wachsüberzug ausgestattet! Wozu alle diese sinnreichen Einrichtungen? Kann die Pflanze nicht die Nahrung aus dem Boden und aus der Luft beziehen? Anscheinend genügt für manche Arten der Stickstoff in Form von Ämmo- niumoerbinbungen nicht; gerabe bie Pflanzen, bie im sauren Moorboben gebeihen sollen, brauchen bereits chemisch gebunbenes, phosphorhaltiges Eiweiß — unb diese Verbindung erhalten sie dadurch, daß sie Tiere fangen! So bienen auch die scheinbar teuflischen Fanggeräte der Pflanzen der Erhaltung des Lebens und find — in ihrer Eigenart betrachtet — sogar schön, sinnreich und wunderbar; denn wir sehen, daß das Blatt der Pflanzen eine sehr komplizierte Metamorphose eingehen kann, deren letztes Geheimnis nicht vom Standpunkt der Nützlichkeit aus entschleiert werden wird. Dr. H. F. Das geheimnisvolle Schiff. In Portsmouth gelangt jetzt die Schaluppe „Ze- brine" zur Versteigerung, die eine merkwürdige Geschichte hat. An einem Oktobermorgen des Jahres 1917 sah ein Frachtdampferkapitän das Schiff, das auf der Höhe von Cherbourg auf dem Meere trieb. Der Kapitän gab die gewöhnlichen Signale. Als die Schaluppe keine Antwort gab, glaubte er, ein höchst verdächtiges Fahrzeug vor sich zu haben unb machte Melbung, worauf brei englische Kriegsschiffe sich zur Verfolgung des geheimnisvollen Seglers aufmachten. Die große Kraftentfaltung war aber überflüssig; denn als man die Schaluppe eingeholt hatte, ^bemerkte man, daß augenscheinlich keine lebende Seele an Bord war. Das Schiff trieb auf der See dahin, ohne Kapitän und ohne Mannschaft. Offiziere gingen an Bord und stellten fest, daß niemand auf Deck war, niemand bei den Maschinen oder sonst wo im Inneren des Schiffes. Dabei waren aber in den. Mannschaftsräumen die Tische hergerichtet, als ob die Matrosen gerade eine Mahlzeit einnehmen wollten. Die Schaluppe wurde nach Portsmouth geschleppt. Die englische Admiralität unternahm sofort Nachforschungen, um festzustellen, um welches Schiff es sich handelte. Alle Ermittlungen führten jedoch nicht zum Ziel. Man fragte sich, ob die „Zebrine" vielleicht von einem deutschen Unterseeboot gestellt war, das die Mannschaft in Gefangenschaft abgeführt hätte. Aber auch die deutsche Regierung, die Nachforschungen machte, konnte weder über das Schiff noch über die Besatzung etwas feststellen. ftocbfdiuinacbricbfen. Professor Dr. Carl Watzing er, Ordinarius für klassische Archäologie an der Universität Tübingen vollendete das 6 0. Lebensjahr. Watzinger, der sich 1904 habilitiert hatte und ein Jahr später zum Extraordinarius ernannt worden war, wirkte von 1909 bis 1916 als Ordinarius an der Universität Gießen. Als Nachfolger von Prof. I. N o a ck hat er dann über zwei Jahrzehnte lang in Tübingen eine fruchtbare Tätigkeit entfaltet. denn mit Opekia wird die Marmelade billiger. Ohne Opekta nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben. Aus der engeren Heimat Aus den Gießener Gerichtssälen sich «Nachdruck verboten.) 21 Fortsetzung. i, ging es munter Stunden später spart.' aus von Sie mir bezeichneten Stellen nachgraben müssen, sollen sich selbst überzeugen." „Also du meinst, daß es was rvird, Josef?" ver gewisserte sich der Fenzl. „Jawohl, das meine ich", erwiderte ihm Fogg, und seine Augen glänzten. Der Fenzl stieß ein Gejuchze aus, daß die goldgeränderten Tassen im Glasschrank klirrten. „Los, Manner! Wir packen's!" Sie schulterten ihre Werkzeuge und schritten, ein seltsamer und vielbestaunter Zug, nach der Kuhleiten. Sie spuckten in die Hände und warfen an den Stellen, die Dolschi ihnen bezeichnete, das Erdreich aus. Weil sie alle neugierig waren, voran und wie im Akkord. Zwei kam die Anna und brachte in einem Korb einen Fro wie ge brachte gen. 2 schwach zeigte 1 Großoe Kurse 0,50 o. (164,55 markt j uno. 12 121,75 (153,75) aktien 3 ferner r Westdeu (132), 3 und Ze markt s denen l mit ein Rückgäi mitteik mit etr Werten 77,50 (i 3m 3 Nein. 1« bis 145 den W 1934 1 „Wir können zufrieden sein. Es sind zwei ganz große Nester und zahlreiche schöne Adern da. Ich will Ihnen das nachher noch genau erklären. Das eine Nest hat zwei bis zehn Meter Mächtigkeit und erstreckt sich in einer Länge von fünfzig Meter. Es liegt nur ziemlich tief. Aber das tut nichts, wenn die Anlage einmal funktioniert." „Großartig!" murmelte Fogg und atmete auf. „Vielleicht gehen wir jetzt einen Bissen essen; dann können Sie mir gleich raten, wie ich die Sache am 22: Nachrichten. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 436: Dritter Kursus für Absatzwirtschaft des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware in Nürnberg vom 18. bis 23. Juni 1937. — 437: Berichtigung zur Verordnung über die Preisbildung für Kiefern-Stamm- Holz für das Forstwirtschaftsjahr 1937 vom 4, Mai 1937. — 438: Neues Reiseabkommen mit den Niederlanden. vier Kameraden geschickt. „Das sind nämlich meine Vertrauensleute hier. Ich habe sie auf die Kuhleiten bestellt, damit sie mir beim Nachgraben helfen. Sie sehen dann gleich mit eigenen Augen das Ergebnis", erläuterte Fogg. Es dauerte nicht lange, und die vier rückten an. Der Ameiser, auf dessen Erscheinen er kaum gehofft hatte, besaß zufällig seinen dienstfreien Nachmittag. Der Bürgermeister hatte den Marti mitgebracht, der Wirt seinen Knecht und der Fenzl seine drei ältesten Sprößlinge. Es war eine ganz stattliche Anzahl von hilfreichen Händen. „Paßt auf, Manner!" begann Fogg. „Ich habe eine Neuigkeit für euch. Ich habe auf der Kuhleiten Graphit entdeckt, und der Herr Doktor Dolschi war so liebenswürdig, das heute nachzuprüfen. Ihr kennt doch Graphit? Graphit ist eine wertvolle Sache. Man verwendet ihn in den Gießereien, für Schmierzwecke bei Maschinen, in der Galvanoplastik, kurz, da und dort in der Technik. Vor dem Krieg hat der Zentner zwanzig Mark gekostet. Nach den Feststellungen des Herrn Ingenieurs soll es sich um ein recht ergiebiges Lager handeln. Stellt euch mal vor, wenn man das nun abbauen könnte! Herrschaftseiten, das wäre eine Gelegenheit für Schellenberg! Denkt mal, was das für Arbeit und Verdienst gäbe! Ich brauche das nicht weiter auszumalen, ihr begreift mich gut. Und jetzt ziehen wir miteinander hinaus und graben ein paar kleine Dersuchsschächte, damit ihr euch selbst davon überzeugen könnt, was an der Geschichte Wahres ist." Brief Adt fd Bon zwischc Täter richtete dann die Waffe gegen selbst und erschoß sich. Rundfunkprogramm Mittwoch, 16. Juni. 6.30: 8.10: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Da schmunzelt der Gartenfreund! Allerlei Winke und Kniffe. 15.15: „Unscheinbare Schönheiten am Wegesrand in unserer Heimat". 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhalt tungskonzert. 17.30: Ferienträume, heitere Szenen. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Abendkonzert. Als Einlage: „Der dankbare Patient" und andere heitere Geschichten. besten anpacke." „Aber vorher möchte ich Ihnen noch den Beweis liefern, daß Sie sich auf meinen Apparat verlassen können. Sie bestellen einige Leute, die an den Fogg war Feuer und Flamme. Sie fuhren zum Doktorhaus, und ein Kind der Nachbarschaft wurde mit einem Zettel zu Foggs nahmen, rieten ihm von seinem Vorhaben ab. Am anderen Morgen wurde festgestellt, daß die Pfosten der Schlotzhauerschen Einzäunung stark beschädigt waren. Der Angeklagte bestritt entschieden, der Tater gewesen zu |ein. Das Gericht Wtt ihn aber für überführt, da der Angeklagte einmal diese Äußerung gemacht hatte und zum anderen mit dem Ge- schädigten verfeindet ist. hierzu kam noch, daß der Angeklagte auch bei seinen zwei Vorstrafen, die er ebenfalls zunächst abstreiten wollte, immer die Taktik verfolgt hat, nur soviel zuzugeben, als ihm unbedingt nachgewiesen werden konnte. Auch in diesem Falle hielt jedoch das Gericht eine geringere Strafe als angemessene Sühne und ermäßigte die Gefängnisstrafe von sechs auf vier W o ch e n. s Weg« 18 llhr 500 A Sl1 dng M--t und bei sehen-/ Lahnkre Kreisfa- aus das der gut ein 0p Die! Ma' peri, chelmuf pelein, Dietricl Sie tor, Dietlap 1900, 1 1900. On Wetzlar den Fii „heute abend acht Uhr findet im Saal zur ,Sonne' eine Versammlung statt zwecks Gründung einer Genossenschaft zur Ausbeutung des auf der Kuhleiten vorkommenden Graphitlagers, hierzu ist die gesamte Einwohnerschaft Schellenbergs höflichst eingeladen. Eintritt frei. Kein Bierzwang. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Die Einberufer: Stefan Gsodmair, Dr. Josef Fogg." Diese Bekanntmachung schellte der Gemeindediener Leidl an den vier üblichen Plätzen mit lauter und gemessener Stimme aus, indem er sich eines o vorzüglichen hochdeutsch bediente, daß sein ver- torbener Lehrer sicher seine Helle Freude daran gehabt hätte. Dann ging er würdevoll heim zu einer Drehbank; denn er war Drechsler. Die neugierigen Köpfe der Schellenberger verschwanden aus Fenstern und Haustüren. Ein höllisches Tempo hatte der Fogg-Josef, das mußte ihm der Neid lassen. Zuerst und sofort nach jener erfolgreichen Versuchsgrabung hatte er im Beisein Dolschis seine vier Vertrauensmänner bearbeitet. Er klärte sie auf, riß sie mit und gewann sie schließlich, nachdem er die Bedenken Gfodmairs und Kerns sturmreif geredet hatte. Am nächsten Tage hörte man dorsauf, dorfab nichts anderes als Graphit, Graphit, Graphit. Manche sprachen es mißtrauisch aus, manche begeistert, die meisten aber ohne Ueberschwang und abwartend. Sodann hatte Fogg die Einberufung dieser Versammlung betrieben, die gleichsam das Fundament für alles Weitere war. Er hatte dem Leidl zwei Zigarren geschenkt, damit er gut und laut spräche und nicht die Hälfte verschlucke, wie es seine Art war. So, und nun war es glücklich so weit. Fortsetzung folgt. Reichsbahn konnte dieser Tage der Reserve-Lokomo- tiv-Führer Willi Ude, Gnauthstraße 32, zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand ein Appell statt, bei dem der Jubilar, neben zahlreichen Aufmerksamkeiten seiner Arbeitskameraden, die Auszeichnung durch den Amtsvorstand entgegennehmen konnte, der ihm das Buch des Führers „Mein Kampf" überreichte und ihm außerdem die Glückwünsche der Dienstbehörden übermittelte. ** 40 Jahre treuer Mitarbeiter. Am heutigen Dienstag, 15. Juni, kann Herr August Höchner auf eine 40jährige Tätigkeit in der Firma Jean Dem & C o., G. m. b. h., Gießen, zurückblicken. Herr höchner, der im 58. Lebensjahre steht, ist Sudetendeutscher und in der kerndeutschen Stadt Asch in Böhmen geboren. Er verbrachte feine Lehrzeit in dem größten Ziegeleibetrieb Westböh- mens. Als junger Mann, zur Zeit der Badeni- krawalle und der böhmischen Sprachenvervrdnungs- streitigkeiten im Wiener Parlament, siedelte er wegen seiner deutschvölkischen Gesinnung und Betätigung auf Anraten aus Kreisen Schönerers, nach Deutschland über. Am 15. Juni 1897 trat August höchner bei der Firma Jean Dem & Co. ein. In Anerkennung seiner Kenntnisse und seiner Leistungen für die Firma wurde er im Jahre 1909 zum Prokuristen bestimmt. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für seine Firma widmete er sich frühzeitig auch dem Verbandsleben und war nach dem gelangten, stahlen Wurst und Schinken und verspeisten unter anderem auch noch im Keller des betreffenden Hauses Brot, Milch und die bereits für Sonntag zugerichtete Soße. Auf dem Küchenboden lagen rund herum abgebrannte Streichhölzer, womit sich die Unholde zurechtgeleuchtet hatten. — In unserer Gemarkung ereignete sich in vergangener Woche ein Unfall. Die Frau des Fleischers Wilhelm Wingefeld stürzte beim Laden eines Heuwagens ab und erlitt erhebliche Verletzungen. Blutiger Ausgang einer Erbstreitigkeit LPD. Offenbach, 14. Juni. Am Montag ereignete sich in Offenbach eine schwere Bluttat. Ein 36 Jahre alter Mann namens Fischer war mit seiner Schwester wegen einer Erbschaftssache in Streit geraten. Im Verlauf dieses Streits zog er plötzlich einen Revolver und erschoß seine Schwester. Die bei dem Streit anwesende Frau des Täters wurde durch Zufall leicht verletzt. Der Dom elektrischen Strom getötet. Lpd. Friedberg, 14. Juni. Auf bisher unbekannte Weise kam am Montagvormittag der Monteur Lippold vom Ueberlcmdwerk im hiesigen Polytechnikum mit dem elektrischen Strom in Berührung und war auf der Stelle tot. Der Tod im Master. Lpd. Büdingen, 14. Juni. Der 22jährige Wilhelm Spielmann aus Lißberg ertrank beim Baden in einem Ausgleichweiher unterhalb des Kraftwerkes Lißberg. Der Mann, der als guter Schwimmer bekannt war, machte einen Kopfsprung ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Von zwei hitlerjungen wurde er nach kurzer Zeit ans Land gebracht. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein Gehirnschlag hatte dem Leben des jungen Mannes ein Ende gesetzt. Landkreis Gießen. s. Lang-Göns, 14. Juni. Wilhelm Römer und Frau Anna, geb. Heß, Holzheimer Straße, konnten am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit feiern, nachdem erst vor einigen Wochen die Eltern der Frau Römer das goldene Ehejubiläum begehen durften. Zahlreiche Glückwünsche wurden ihnen zuteil. — In unserer Gemarkung, die rund 1500 Hektar umfaßt, wurden bei der Bodenflächenerhebung für 1937 (von 1936 in Klammern) folgende Zahlen festgestellt: Roggen 125 Hektar (133), Weizen 139 (121), Gerste 57 (72), Hafer 139 (134), Kartoffeln 145 (160), Dickwurz 110 (116), Klee und Luzerne 99 (110), Wiesen 150 (148), zusammen 964 Hektar. Die Gemeindewaldungen umfassen rund 400 Hektar. Der Rest verteilt sich auf Oedland, Wege und Hofreiten. — Unser Mitbürger Landwirt Konrad Johannes Drücket, Schmittgrabenstraße, kam am 18. Juni in äußerst guter körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar kann noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten und fährt fast täglich ins Feld. Leider hatte der Jubilar dieser Tage das Ableben seiner Gattin zu beklagen. — Am letzten Samstag wurde hier in der Turnhalle von der Gaufilmstelle der Film „Der Verräter" gezeigt. Außerdem liefen zwei Beifilme und eine Ufa-Tonwoche. Der Besuch der Veranstaltung war sehr gut. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 14. Juni. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde hier bei dem Arbeiter Heinrich Rahn eingebrochen. Die Einbrecher, die durch ein Fenster zur Speisekammer her bei den tatsächlichen Feststellungen des erstinstanzlichen Urteils. Allerdings hielt das Gericht eine geringere Strafe für ausreichend und erkannte auf drei Monate Gefängnis. Teilweisen Erfolg hatte auch die Berufung des R. Sch. aus Heuchelheim, der vom Amtsgericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen wegen Sachbeschädigung verurteilt worden war. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte hatte mit mehreren anderen in einer Heuchelheimer Wirtschaft bis in die Nacht hinein gezecht. Sie gingen dann gemeinsam bis zu der Ecke des Schlotzhauerschen Anwesens, wo man sich trennen wollte. Dabei fragte der Angeklagte die anderen Zeugen: „Was gebt ihr mir, wenn ich dem Schlotzhauer die Mauer umwerfe?" Die Zeugen, die diese Aeußerung nicht ganz ernst kann. Das Gericht schloß sich im wesentlichen den Ausführungen des Verteidigers an und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 1 Monat und 2 Wochen, wobei dem Angeklagten 1 Monat und 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet wurden. Von einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sah das Gericht ab, um dem Angeklagten die Rückkehr in das bürgerliche Leben nicht zu erschweren. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Große Strafkammer Gießen. Arn Freitag und Samstag vergangener Woche hatte sich der E. L. aus Nieder-Gemünden vor der Großen Strafkammer des hiesigen Landgerichtes zu verantworten. Die Anklage legte ihm Unterschlagung im Amte zur Last, und zwar soll der Angeklagte, der als Steueruntererheber das Holzgeld der Gemeinde Nieder-Gemünden einzog, hiervon einen Betrag von 336 Mark für sich behalten haben. Der Angeklagte bestritt entschieden, sich an den ihm anoertrauten Geldern vergriffen zu haben. Er gab lediglich zu, daß er in der damaligen Zeit — Dezember 1935 bis Januar 1936 — infolge Arbeitsüberlastung und Krankheit den nötigen Ueber- blick über die gesamte Kassenlage verloren habe. Die Beweisaufnahme, in der u. a. der Bruder des Angeklagten Bekundungen über dessen finanzielle Lage machte, gestaltete sich sehr umfangreich und nahm beide Derhandlungstage in Anspruch. Die Sache wurde daher auf kommenden Freitag vertagt. Kleine Strafkammer Gießen. Die Eheleute Sch. in Gießen sind seinerzeit wegen Mißhandlung ihres 7jährigen Kindes vorn Amtsgericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von vier bzw. sechs Monaten verurteilt worden. Während der Ehemann seine Strafe anerkannte, legte die Ehefrau Berufung ein, die am Freitag vor der Kleinen Strafkammer in Gießen verhandelt wurde. In der Hauptoerhandlung machte der Ehemann, der nunmehr als Zeuge auftrat, von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Es blieb da- Kriege viele Jahre Vorstandsmitglied der Gruppe Westdeutschland des Bundes deutscher Betonwerke. Auch auf anderen Gebieten betätigte er sich erfolgreich. So war er langjähriger Unterrichtsleiter der Stenographie an der kaufmännischen Fachschule in Gießen. In der keramischen Branche gilt August höchner als anerkannter Fachmann. ** Jahresausflug des Eisenbahnervereins. Der Eisenbahnerverein Gießen und Umgegend unternahm am gestrigen Sonntag mit einem Sonderzug, der gegen 8 Uhr den Gießener Bahnhof verließ, unter stärkster Beteiligung seiner Mitglieder und deren Familienangehörigen seinen Jahresausflug. Er führte diesmal nach Bingen, wo die Teilnehmer gegen 11 Uhr anlangten. Mit Gesang und Musik wurde in die Stadt einmarschiert. Diele der Reiseteilnehmer suchten die reizenden landschaftlichen Schönheiten der Umgebung auf; einige stiegen hinauf auf die höhen des Rochusberges, andere besuchten den herrlichen Bingerwald, viele aber unternahmen Fahrten auf dem Rhein. Das Nationaldenkmal auf dem Niederwald war ebenfalls das Ziel vieler Teilnehmer. Gegen Abend entwickelte sich in den Lokalen der Stadt Bingen rheinisches Leben. Bei Wein, Gesang und Tanz kamen alt und jung in heiterste Stimmung, so daß nach Ansicht vieler die Heimfahrt viel zu frühe angetreten werden mußte. In später Abendstunde gelangten die Fahrtteilnehmer glücklich im Gießener Bahnhof an. MKlUMllWkWil Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b h. Berlin „Du, Ameiser, heut ist ein prima Tag für mich. So einer gehört vergoldet. Magst noch einen Kirsch? Doppelt genäht hält besser. Und da sind fünf Mark. Wieder ein Geld, von dem die Frau nichts weiß. Mach dir einen guten Tag damit!" „Ich dank' dir halt schön, Josef! Aber soviel hätte es nicht gebraucht. Ist was Gescheites drin- gestanden? Das ist recht. Die anderen schimpfen immer, wenn ich einen Brief für sie habe." „Wie lange bist du denn schon bei der Post? Ich denke, du bist Schuster?" „Weißt, mit der Schusterei ist's nimmer recht weit her. Und wenn kein Geld ins Haus kommt, werden die Weiber spinnegiftig, vorab meine Alte. Da hab' ich die Postbotenstelle angenommen. Ist eine arge Lauferei, laß dir sagen. Aber ein sicheres Einkommen ist es doch. Ich muß jetzt um ein Haus weiter. Pfüat di, Josef!" Nach dem Essen holte Fogg „Schorschi" aus dem Stall und fuhr an die Bahn. War doch eine rechte Wohltat, so ein Wagen. Zwar war „Schorschi" das Derrottetfte Gefährt in ganz Niederbayern und hatte Launen wie eine Primadonna, aber wenn er in Schuß war, sauste er los wie ein Achtzylinder. Ehrgeiz hatte er, das mußte man ihm lassen. Fogg bootete den Ingenieur ein und steuerte zurück nach der Kuhleiten. „Also hier liegen die Goldfelder von Alaska", sagte Dolschi. Sie umschritten erst einmal das ganze Gelände und besichtigten den aufgelassenen Steinbruch. Dann packte der Ingenieur den Apparat aus dem Lederköfferchen und setzte ihn an verschiedenen Stellen an. Er machte sich fortwährend Notizen und rauchte eine Zigarre um die andere. Fogg lief wie das fünfte Rad am Wagen mit und hatte Herzklopfen. Wie denn anders? Es hing ja so viel vom Ausfall dieser Untersuchung ab. Nach geschlagenen zwei Stunden, die Fogg wie zwei Tage vorkamen, versorgte Dolschi seinen Apparat wieder in den Koffer und meinte paffend: Schwurgericht Gießen. Gestern stand der R. Schl, aus Wetzlar wegen Meineids vor dem Gießener Schwurgericht. Der Angeklagte hatte im Oktober v. I. in einem Ehescheidungsprozeß vor der 2. Zivilkammer des hiesigen Landgerichts unter Eid ausgesagt, er habe mit der beklagten Ehefrau in keinerlei ehewidrigen Beziehungen gestanden. So habe er ihr insbesondere ben Verlohungsring. der den Anstoß zur Scheidungsklage des Ehemannes gab, nur über einen Sonntag zur Aufbewahrung gegeben. Es seien auch zwischen ihnen keinerlei Zärtlichkeiten ausgetauscht worden, sie hätten weder auf du und du gestanden, noch seien sie Arm in Arm spazieren gegangen. Von einer späteren Eheschließung zwischen ihnen sei ebenfalls nicht die Rede gewesen. Der Angeklagte mußte jedoch schon in dem damaligen Termin seine Aussagen bezüglich des Derlobungsringes widerrufen. Es wurde daher ein Verfahren wegen Meineides gegen ihn eingeleitet. Vor dem Untersuchungsrichter hatte der Angeklagte zunächst ganz entschieden in Abrede gestellt, daß er noch in einem anderen Punkte seiner Aussage die Unwahrheit gesagt habe. Die Ermittlungen gestalteten sich daher recht schwierig. Der Angeklagte legte jedoch in der gestrigen hauptverhandlung überraschenderweise ein umfassendes Geständnis ab und gab darüber Hittaus noch sogar ehebrecherische Beziehungen zu. Der Vertreter der Anklagebehörde wies in längeren Ausführungen auf die Pflicht zur Wahrheit vor Gericht hin und beantragte gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von 1% Jahren sowie die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Der Verteidiger beantragte, dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen, da er einmal völlig unter dem unheilvollen Einfluß dieser Frau gestanden habe und zum anderen ihm auch der gesetzliche Milderungsgrund des § 157 StGB, zur Seite stehe, wonach eine Strafermäßigung dann eintreten muß, wenn die Richtigkeit der Aussage für einen Zeugen selbst eine Verfolgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens nach sich ziehen kleinen Imbiß. Brot, Wurst, Flaschenbier. Sie verteilte den Inhalt, dann ging sie mit gerunzelter Stirn wieder davon. Der kurze Rock schlug um ihre schöngedrechselten Beine. Der Martl sah ihr verzückt nach. Daß sie ihn gestern so schnöde behandelt und einfach sitzengelassen hatte, war schon wieder vergessen bei ihm. Vielleicht war es ihr schlecht geworden? Was wußte man denn. „Hast schon das Neueste von der gehört?" fragte dem Fenzl sein Aeltester brotkauend. Er und der Martl arbeiteten an demselben Loch. „Sie hat was mit dem Tutschek. Der Schellori hat sie heute früh aus der Derwalterwohnung kommen sehen." „Das ist gelogen!" brauste der Martl auf. „Fragst halt den Schellori selber!" erwiderte der andere achselschupfend. „Der Schellori sagt, er hat nicht schlafen können mit seinem Asthma, und da ist er gegen das Schloß zugegangen, und da hat er sie herauskommen sehen so gegen vier." „Der Schellori ist ein alter Depp!" „Aber seine Augen sind gut, laß dir sagen. Ich wollt', ich hält' solche. Bei uns kann ja keiner einen H uster tun, ohne daß es die ganze Gemeinde erfährt. Ich versteh' gar nicht, wie sie gerade an den Böhm hingerat'. Aber umsonst hat der sie uns nicht ausgespannt, Brüder!I Dem werd' ich halt wieder das Gesims abräumen müssen. Ich besinn' mich schon die ganze Zeit, was man dem antun kann." Der Martl biß auf seinem hellblonden Schnurrbärtchen herum und schwieg. Daß du so was machst, Anna, hält' ich nicht von dir gedacht! grübelte er traurig. An diesem Brocken hab' ich eine Zeitlang zu kauen. Er stürzte sein Bier hinunter, griff nach dem Pickel und hieb auf das Gestein los, daß die Funken sprangen. Sie waren bereits durch die Erdkrume durch. Der vom Fenzl ließ sich mehr Zett. Er schlang gemütlich den letzten Bissen hinunter, setzte einen Schluck Bier darauf und sagte: „Eine Saubere ist die Anna schon, hast g'hört. Die gefallt nicht bloß dir und dem Tutschek. Aber mit den Weibern hier hat sie's verdorben. Was meinst, was es wegen der Krach und Komödi und Eifersucht seit gestern abend gibt? Wenn die noch länger in der ,Sonne' geblieben wär', wür's schon da losgegangen. 215er so haben sich's die Weiber auf den Heimweg aufge- 9J.Jpor< Äreisauswahlelfmannschasten Gießen - Marburg 4 :2 (2:1). Wegen der herrschenden Hitze war das Spiel auf 18 Uhr gelegt worden und es hatten sich ungefähr 500 Zuschauer auf dem Platze der Spielvereini- S 1900 Gießen eingefunden. Alles unentwegte inger, die sich auch durch die allzu große Hitze nicht abhalten ließen! Sie wurden nicht enttäuscht und bekamen wieder einmal ein gutes Spiel zu sehen. Man wurde bei diesem Spiel an die frühere Lahnkreisliga erinnert. Vor dem Spiel sprach der Kreisfachwart den Spielern den Dank des DRL. aus dafür, daß sie sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellen und somit durch die Tat ein Opfer zu bringen verstehen. Die Mannschaften spielten in der Aufstellung: Marburg: Wirges, Marburg VfB.: Schup- pert, VfB., Fernbacher, VfB.: Rueff, Fischer, Kachelmuß, alle VfB. Kurh.: Ortwein, Ockersh., Eppelein, VfB., Scherer, Ockersh., Borfutzki, VfB., Dietrich, VfB. Kurheffen. Gießen: Happel, Watzenborn-Steinberg-, Doktor, Naunheim, Kramer, VfB.-, Zielberg, SV. 05, Dietlav, SV. 05, Krämer, VfB.; Best, 1900, Sack, 1900, Timm, SV. 05, Radtke, VfB. Bergmann, 1900. In der 10. Minute konnte Timm vom SV. 05 Wetzlar nach einer guten Vorlage von Best (1900) den Führungstreffer erzielen. In der 20. Minute verbesserte Sack (1900), der trotz seiner Verletzung spielte und somit ein Opfer im wahrsten Sinne des Wortes brachte, das Resultat für die Gießener Mannschaft auf 2:0. Hierbei reklamierten die Marburger Abseits. Aber nach der Regel ist nur dann Abseits zu geben, wenn der angreifende Stürmer bei der Ballabgabe abseits gestanden hat. Aber Vach war schneller als die anderen und konnte durch sein blitzschnelles Eingreifen ein einwandfreies Tor erzielen, das der Schiedsrichter auch anerkannte. In der 30. Minute holte der Halblinke Borfutzki vom VfB. Kurh. Marburg auf 2:1 auf. Nach der Halbzeit drängte die Marburger Mannschaft, konnte aber gegen die gute Hintermannschaft der Gießener nicht öufkommen. Ungefähr in der 20. Minute konnte Timm vom SD. 05 wieder auf 3:1 für die Gießener erhöhen. Ein unhaltbares Tor erzielte Eppelein vom VfB. Kurheffen in der 35. Minute. Aber noch keine Minute später war es wieder Timm vom SV. 05, der für die Gießener Mannschaft das Torverhältnis auf 4:2 verbesserte. Etwas später verursachte Fischer vom VfB. Kurh. einen Elfmeter, einen etwas harten Elfmeter, der aber großzügig von den Gießenern verschenkt wurde. Noch zu erwähnen ist, daß die Marburger im Feldspiel etwas überlegen waren, jedoch im Sturm versagten. Alles in allem wurde ein technisch gutes Spiel vorgeführt und die Zuschauer verließen befriedigt den Platz. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse still. Frankfurt a. M., 14. Juni. Die Börse lag, wie gewöhnlich zum Wochenbeginn, sehr still uni) brachte auf allen Märkten nur geringe Veränderungen. Die Kundschaftsbeteiligung blieb weiterhin schwach. Da es auch sonst an Anregungen fehlte, zeigte der Handel keine Unternehmungslust. Im Großoerkehr des Aktienmarktes wichen die Kurse nach beiden Richtungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. U. a. notierten: JG.-Farben 164,25 (164,50), Deutsche Erdöl 156 (156,50), am Montanmarkt Harpener 172,25 (am 11. Juni 171,50), Hoesch unv. 126, Mannesmann 123,65 (124), Verein. Stahl 121,75 (122), von Elektrowerten Gesfürel 153,25 (153,75), Schuckert 170,25 (169,65), von Motorenaktien BMW. 150,50 (150), Daimler 137,75 (137,50), ferner von Einzelwerten Reichsbank 211,25 (212,25), Westdeutsche Kaufhof 61,13 (61,50), Bemberg 131,65 (132), Rheinmetall unv. 149,50, Moenus unv. 118 und Zellstoff Waldhof 161,25 (161). Der Einheitsmarkt sah neben einigen festen Spezialwerten, von denen Leder Spier auf die Dividendenoerdoppelung mit etwa 120 bis 125 (100) geschätzt wurden, auch Rückgänge, so bei Gebr. Adt auf die Verwaltungsmitteilung über die unbegründete Kurssteigerung mit etwa 70 bis 75 nach 78,75. Don unnotierten Werten fetzten Beck & Henkel ihre Steigerung auf 77,50 (74,50) fort. Im Verlaufe blieb das Geschäft überwiegend klein. Etwas lebhafter lagen IG.-Farben mit 165,50 nach 164,50 und Th. Goldschmidt mit 142,50 bis 143 (141). Im übrigen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Don den erst später zur Notiz gekommenen Werten zogen Mainkraftwerke auf 100 (99) an, dagegen gingen Buderus auf 126,75 Brief (128) zurück. Am Einheitsmarkt kamen Gebr. Adt schließlich mit 73 (78,75) zur Notiz. Don Renten schwankten Kommunal-Umschuldung zwischen 94,05 bis 94,10, Altbesitz 126,13 (126,25). Am Pfandbriefmarkt zeigten Liquidationspfand- briefe mäßige Deränderungen. Van Stadtanleihen 4,5proz. Darmstadt v. 26 97 (97,50), 4,5proz. Mainz von 28 97,50 (97,75). Abendbörse still. Auch die Abendbörse bot auf allen Gebieten ein sehr stilles Bild, da die Zurückhaltung fortbestand. Die Haltung war aber gut behauptet und die meisten der nur wenig notierten Papiere zeigten gegen den Berliner Schluß etwa 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse. JG.-Farben 165,50 (165,13), Th. Goldschmidt 143,50 (143), Scheideanstalt unverändert 262,50. Von Montanwerten Verein. Stahl 121,50 (121,25), Mannesmann 123,50 (123,40), Harpener 172 (171,50), Deutsche Erdöl unv. 156,25. Don Maschinenaktien stellten sich MAN. auf 134 (133,50), Muag auf 146,50 (146,40), und Junghans auf 133,50 (133), von Motvrenwerten BMW. 151 (150,50). Am Einheitsmarkt zogen Kalter Brauerei noch leicht an auf 59 (58,75), Wulle Brauerei gewannen 2 v. H. auf 55. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft. 6proz. JG.-Farben unv. 135,90, 4,5proz. Krupp unv. 99,50 und Kommunal-Um- schuldung 94,10. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 993 Kälber, 40 Schafe und Härnrnel, 5262 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 45 bis 52 Mark, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 14. Juni. Bei dem heutigen stattgefundenen Schweinemarkt waren insgesamt auf- getrieben 272 Ferkel, 115 Händlerschweine. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 22 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 22 bis 26 RM. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von etwa 70 Stück. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Buenos Mres . Brüssel Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... HelsingforS.... Paris........ Holland...... Italien....... Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Schluß- kure Schluß!. Abend, börse Schluß- kurs Schlußk Mittag. börse Datum 12-6. 146. 12-6 14-6. Daium 12 6. 14.6 12 6 | 14.6 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4Vi% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 . -......... 4y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ... 4y2% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, Hl. Folge .. 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 4VZ% Hessische Volksstaat von 1929 *y2% Deutsche ReichSpostschatz von 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 6%% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe............... 4yt% P reust. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4yt% Preust. Gold-Komm. R. 20 4y»% Darmstädter Komm.-Lan- deSbankR. 6 ................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. HYP. Gold-Komm. CBL 2 3.................... 6%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutichein-Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6 54 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 ReichLbank................. U Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 5 Dresdner Bank.............. 4 101,75 99 99,13 99 104,75 99,75 100,85 99,13 126,25 136 99,25 101 98 97,9 133,4 99,5 98,25 100,75 101,25 110,7 125,75 18 18,65 125,5 131,5 113,25 118,75 105 101,65 99 99,25 99 105 99,75 100,75 99,13 126,13 99,25 101 99 98 97,9 133 99,5 98,25 100,75 101,13 110,7 126 18 18,5 125,5 211,25 113,25 118,5 105 Devise 101,65 99 99,13 99 99 101 99,13 126.3 134 98 133,25 99,5 101,13 126,25 45,75 18,25 18,9 125,4 212 131 113,25 118,75 105 nmarf 101,65 99 99,25 99 99 99,75 100,75 99,13 126,3 99,25 99 98 133,4 99,5 101,25 110 8 126 4 46,5 18,13 18,4 125,4 211,5 131,4 113,25 118,5 105 Berlir Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eisen............... 5 Eement Heidelberg........... 7 Cement Karlstadt ............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Piotoren.......... 6’/2 Dessauer Gas ............... 4 Deiitsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Färben-Industrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel........... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Griyner Maschinen........... 0 Harpener................. 8'/z Hoesch Eisen............... 3'/z Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................ 6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke .......... • • 4V2 KokSwerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............. 4'/z Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel.......... 0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rdeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert L Co............... 7 Schultheis Payenhoser........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......4’/z Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhof............6 Ltavi Minen...............0,6 — Jrantjurt a. 2U. 234 139 132 165,5 128 156,5 189,5 137,5 156,5 262 163,5 135,5 154 164,75 137,5 153,75 141 63 126 149,25 141 115,25 137 124,5 99 126,5 156,5 153 157,5 131,5 147 154 169.65 203 122 61,5 115 161 140,75 131,65 165,25 126,9 156,5 190 137,75 156,25 262,5 163,5 135 153 165.5 137,25 153,5 143,5 62,9 172 125,5 149 141,5 115,25 136,5 124 100 123,5 152,75 158 132,75 147 156 170,25 215,75 203 121,5 61,13 115,75 161,25 31,75 234 139 132,25 165,75 128,5 189,25 137,5 119 156.5 163,75 135,5 154 165 137,25 154,5 141,5 62,65 173,65 126 149,25 141,25 115 136,5 156 124,25 123,5 157 152,5 107,65 231 135,5 157,75 131 146,75 154 170,25 102,75 217 203,5 121,75 61 25 116 160,5 31,5 234,5 140,5 132 165,75 128,5 190 137 119 156,25 163,4 135 153 165,13 137,5 153,5 143,5 62,5 171,5 125,9 148,75 175 141 115,13 136,75 155,5 123,4 151 152.5 107,75 232 136 158 132,9 146,5 155,75 170,25 102,9 216,5 121,25 61,25 115 161 31,9 12.Jun 14. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briei Gelb Brie 0,762 0,766 0,762 0,766 42,13 42,21 42,13 42,21 0,165 0.167 0,165 0,167 47,10 47,20 47,10 47,20 55,00 55,12 55,00 55,12 47,10 47.20 47,10 47,20 12,32 12,35 12,32 12,35 5,45 5,46 5,45 5,46 ' 11,11 11,13 11,11 11,13 137,29 137,57 137,29 137,57 13,09 13,11 13,09 13,11 12 ■ Juni 14. Ium Amtliche Notierung A in iliche Notierung Geld Brie> Gelb Brie! Japan.................... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 LSIo ................... 61,91 62,02 61,91 62,03 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,19 11,21 11,19 11,21 Stockholm ................ 63,52 63,64 63,52 63,64 Schweiz.................. 57,14 57,26 57,16 57,28 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8,671 8.689 8,671 8,689 Budapest................. — —— — — Neuyork.................. 2,498 2,502 2,498 2,502 1000-Hanau 7:12. Spielvereinigung 1900 im Handball-Aufstiegspiel unterlegen. Das am Samstag auf dem Platz der Spvgg. 1900 durchgeführte Spiel gegen den MSV. Hanau hatte infolge feiner großen Bedeutung eine stattliche Zuschauerzahl angezogen. Nach dem Sieg der Spiel- oereinigungsleute im Handballblitzturnier hatte man diesen in diesem wichtigen Spiel unbedingt etwas zugetraut, zumal die beiden Soldaten Winden und Ferber wieder zur Unterstützung der Mannschaft zur Verfügung standen. 1900 wählt die Sonne zum Bundesgenossen. Hanau hatte Anstoß. Bereits bei diesem merkt man, daß sich die Soldaten aus Hanau vorgenommen hatten, zu siegen. Schon nach 2 Minuten war denn auch durch den Rechtsaußen das erste Tor fällig. Kurze Zeit später fiel durch den Mittelstürmer das zweite Tor. Dann setzte 1900 seinen überragenden Schüler ein, der unhaltbar davonzog und zum ersten Gegentor einwarf. Die Verteidigung von 1900 konnte es jedoch nicht verhindern, daß die Hanauer nach etwa 20 Minuten mit 4:2 in Führung gingen. Dann war es Ferber, der für 1900 auf 3:4 herankam. In diesem Augenblick war für 1900 die Zeit gekommen, die Spieltaktik umzustellen. Bereits am Anfang des Spieles hatte der Schiedsrichter eine grobe Regelverletzung eines Hanauer Spielers allzu gering bestraft und fo konnte er es nicht vermeiden, daß das Spiel zeitweise in einen regelrechten Körperkampf ausartete. Es war eindeutig erkennbar, daß 1900 nicht die Absicht hatte, sich in gebührender Form zu revanchieren. Bei einer gleichharten Spielweise wäre vielleicht ein anderes Ergebnis erreicht worden. Die Blauweißen brachten es so nicht dazu, dem Spiel eine Wendung zu geben. In die Pause ging es mit dem Ergebnis 5:3 für Hanau. Wer erwartet hatte, daß sich das Spiel auch jetzt noch ändern könne, wurde abermals ent« täuscht. Unter Einsatz der ganzen Körperkraft erhöhten die Soldaten aus Hanau auf 9:4 und damit war der Sieger dieses Kampfes nicht mehr fraglich. Höing hatte das 4. Tor geworfen. Ein weiteres Tor für Hanau wurde erzielt und Berg, dem sonst so sicheren und schußgemaltigen Torschützen gelang endlich ein Erfolg und damit für 1900 das fünfte Tor. Dann warf kurz darauf Winden das sechste Tor. In dieser Zeit machte sich bei den Hanauer Spielern eine sichtbare Nervosität bemerkbar. 1900 drängte dauernd und war in dieser Drangperiode unbedingt tonangebend. Die Hanauer versuchten das Spiel hmauszuziehen und damit das günstige Ergebnis zu halten. Trotzdem gelang es ihnen aber noch, das 12. Tor zu werfen. Kurz, etwa 3 Minuten vor Schluß des Spieles, konnte Berg noch einmal das Ergebnis günstiger gestalten. Ein herrlicher Stürmerlauf wurde mit einem wuchtigen Torwurf abgeschlossen. Damit war das Endergebnis von 12:7 für die Hanauer Mannschaft erreicht. Die Gießener Mannschaft wurde offenbar das Opfer unglücklicher Spielverhältnisse. Sie hat damit ein wichtiges Spiel verloren, doch im Rückspiel gegen Kirch-Göns kann der alte Stand wieder hergestellt werden. Man hofft, daß die Spielvereini- gungsteute das Rückspiel gegen Kirch-Göns gewin- nen und damit wieder eine Punktgleichheit, mit Hanau erreichen. Wir sind davon überzeugt, daß 1900 dieses Spiel gewinnen kann, nur muß sich die Mannschaft eben auf den Sieg einstellen. Der T a b e ll e n st a nd ist jetzt: MSV. Hanau 4 Spiele = 5:3 Pkte. Spvgg. 1900 Gießen 3 Spiele = 3:3 Pkte. Tv. Kirch-Göns 3 Spiele = 2:4 Pkte. Gießener Leichtathleten im Kamps um die Kreismeiflerschasten. Mit dem gestrigen Sonntag sind auch die diesjährigen Kreismeisterschaften der Leichtathleten unter Dach und Fach gebracht worden. Wenn auch die Hitze zeitweise recht drückend war, so ist das herrliche Sommerwetter für gute Leistungen in der Leichtathletik doch wie geschaffen. Wir hatten in unserer Vorschau berichtet, daß das Meldeergebnis überaus befriedigend ausgefallen fei. Dadurch, daß die Kämpfe auf die Vormittags- und die Nachmittagsstunden ausgedehnt waren, konnten, infolge der großen Hitze, zwischen den einzelnen Hebungen, die zum Teil von denselben Leuten bestritten wurden, kleine Pausen eingelegt werden. Die Abwicklung der Veranstaltung vollzog sich reibungslos. Während einige Ergebnisse hervorragend waren, wurden in vielen Konkurrenzen nur Durchschnittsleistungen erzielt. Wenn gerade in den Laufwettbewerben sehr gute Zeiten erreicht wurden, so spricht das nur für die gute Verfassung der Läufer; denn die Bahn war vollkommen aufgewühlt und viel zu weich. Für'den 10 0 - Meter - Endlauf hatten sich qualifiziert: Luh, Zschucke, Klenk (alle VfB.-R. Gießen), Koch, Fr. Mieritz (beide Spvgg. 1900 Gießen), und Moos (Tv. Lollar). Gleich der erste Start klappte, und den Zuschauern bot sich ein herrlicher Kampf. Es siegte in diesem harten Rennen M i e - ritz in 11,4 Sekunden mit 0,50 Meter vor Luh, der etwa Handbreite vor Moos einkam. In der Reihenfolge Zschucke, Koch und Klenk liefen die übrigen durchs Ziel. Einen weiteren schönen und spannenden Kampf brachten die 2 00 Meter. Im Endlauf standen: Härle (R. T. u. Spv. Dillenburg), Mieritz (Spvgg. 1900), Zschucke und Möll (beide VfB.-R. Gießen). In der für diese schlechte Bahn hervorragenden Zeit von 23,6 Sekunden setzte sich auch der 100-Meter- Sieger Mieritz vor Härle, Zschucke und Möll durch. Möll, von dem man nach den Vorjahresleistungen gerade über 200 Meter mehr erwarten konnte, befindet sich offenbar nicht im Training. Die unregelmäßige Bahn machte sich dann besonders nachteilig in den Mittel- und Langstrecken bemerkbar. Im 800 - Meter - Lauf siegte, nachdem die ersten 400 Meter in 58 Sekunden zurückgelegt waren, Peters (Spvgg. 1900) in 2:03,7 Minuten vor Erwin Reidel (Tv. Heuchelheim) 2:09,6 Min., Jmmel (Spvgg. 1900) 2:12,2 Min. und Pfaff (VfB.-R.) 2:14,4 Minuten. Als besondere Leistung verdient dann noch der 15 00 - Meter - Lauf hervorgehoden zu werden. K l e e m a n n und Peters (beide Spvgg. 1900) liefen ein hervorragendes Rennen und erreichten schließlich die sehr gute Zeit von 4:14,2 Minuten (Kleemann) und 4:14,3 Min. (Peters). In den übrigen Wettbewerben waren die Leistungen, wenn man von Kilo und Luh absieht, die "beide aber schon viel mehr gekonnt haben, nur Durchschnitt. Luh scheint sich, nach seinen letzten weniger guten Erfolgen im Kugelstoßen, dem Hammerwerfen zugewandt zu haben. 10 0 Meter: 1. Mieritz, Spvgg. 1900, 11,4 2. Luh, VfB.-R., 11,5; 3. Moos, Tv. Lollar, 11,5 Sek. — 2 0 0 Meter: 1. Mieritz, Spvgg. 1900, 23,6; 2. Härle, TuSp. Dillenburg, 23,8; 3. Zschucke, VfB.-R., 24,0 Sek. — 400 Meter: 1. Härle, TuSp. Dillenburg, 54,5; 2. Fischer, VfB.-R., 55,4; 3. Adam, Spvgg. 1900, 57,5 Sek. — 8 0 0 Meter: Hier abschneiden! I Nagelbürsten 329 Nahrungsrmttelvergrftung in ein Stück Seife. Nägel rosten nicht, wenn man sie rotglühend in kaltem Leinöl abschreckt. Eingerostete Nägel bestreicht man vor dem Ausziehen mit Petroleum. Nagelbürsten müsien nach Gebrauch immer gut gereinigt und getrocknet werden. Zweckmäßig für eine gründliche Reinigung ist warmes Sodawasier oder das Einlegen in kaltes Salzwasser. Nagelfleisch, Bezeichnung für gepökeltes und geräuchertes Rindfleisch, das wie Schinken als schmackhafter Brotbelag gegessen wird Nagelkasten, Bezeichnung für den Handwerkskasten, der neben den verschiedenen Nagelsorten die notwendigsten Handwerkszeuge enthält. Sollte in keinem Haushalt fehlen. Zum Nagelkasten gehören Säge Hammer Zange, Schraubenzieher Meißel, verschiedene Vobrer Holz- und Eisenfeile Nägel der verschiedenen Größen, Holzschrauben und Draht Mit dreiem Vorrat an Werkzeug kann man sich bei dringenden Vorkommnissen helfen. Größere und schwierigere Arbeiten aber überlasse man dem Handwerker. Nagelpflege soll bereits kleineren Kindern beigebracht werden Es gehört dazu, daß die Nägel nach jedem Waschen am besten mit einem Nagelreiniger aus Holz oder Bein gesäubert werden und daß das Nagelhäutchen zurückgeschoben wird. Das Häut, chen soll zur Nacht eingefettet werden. Bei dieser Behandlung wächst es nicht auf dem Nagel fest, braucht also auch nicht abgeschnitten zu werden, was vielfach zu Verletzungen führt. Das Kürzen der Nägel wird besser durch Feilen als durch Abschneiden vorgenommen. Fußnägel schneidet man gerade, damit sie an den Seiten nicht einwachsen. Bei eingewachsenen Nägeln feuchte Verbände und Salben. Wird damit kein Erfolg erzielt, muß der Nagel vom Arzt entfernt werden. S. Niednagel. Nahewein, Weine aus einem Nebental des Rheins, sind süßer, teilweise auch schwerer als Rheinweine. Nahrungsmittelfälschungen sind heute selten, da die Nahrungsmittel überwacht und Fälschungen streng bestraft werden. Wer gefälschte Nahrungsmittel feststellt, z. 23. verwässerte Milch, melde es unter Vorlegung einer Probe der PoUzei oder dem nächstgelegenen Nahrungsmittel- unteriuchungsamt. Nahrungsmittelvergiftung. Ver- giftungserscheinungen. die entstehen durch die Aufnahme zersetzter oder verunreinigter Nahrung (Fleisch. Wurst Fisch, Hummer. Bohnen usw.). Erscheinungen: Kopfschmerz, Schwindel Fieber, manchmal Krämpfe, be- londers in der Wade. Durchfall, starke Magenschmerzen. Sofort Arzt rufen; bis dieser kommt, Den Kranken zum Erbrechen bringen, Einlauf, laues Wasser oder Milch trinken lassen, Branntwein, starken schwarzen Kaffee. Kalte Übergießungen. Die Vergiftung tritt entweder einige Stunden oder Tage nach dem preiswert: Immer frisch und gut: \deka}-Ka ffe e 1. Peters, Spvgg. 1900, 2:03,7; 2. Neidet, E., Td. Heuchelheim, 2:09,6; 3. Jmmel, Spvgg. 1900, 2:12,2 Min. — 1500 Meter: 1. Kleemann, Spvgg. 1900, 4:14,2; 2. Peters, Spvgg. 1900, 4:14,3; 3. Woode, VfB.-R., 4:28,8 Min. - 5 0 0 0 Meter: 1. Neidet, Franz, To. Heuchelheim. 16:24,4 Min.; (Hans Neide! aufgegeben). Hochsprung: 1. Braun, Spvgg. 1900, V59 Meter; 2. Moos, Tv. Lollar, 1,56 Meter; 3. Dr. Hopfenmüller, Spvgg 1900, 1,56 Meter. — Weitsprung: 1. Klenk, BfB.-R., 6,20, 2. Moll, BfB.- Reichsbahn, 5,90; 3. Munzert, Zu Qollar 5,67 Meter — Dreisprung: 1. Moll, BfB.-R., 11,64; 2. Munzert, To. Lollar, 11,16; 3. Petersen, LfB.-R., 11,12 Meter. — Stabhochsprung: 1. Dietz, Tv. Lollar, 2,68; 2 Munzert, Tv. Lollar, 2 60- 3 Nies, BfB.-R., 2,23 Meter. — Speerwerfen: 1. Dr. Jakob, BfB.-R., 50,09; 2. Dietz, Tv. Lollar, 42,19; 3. Dr. Hopfenmüller, Spvgg. 1900, 40,74 Meter. — Hammerwerfen: 1. Luh BfB.-R., 3676; 2. Dr. Hopfenmüller, Spvgg. 1900, 27,97; 3. Klotz- Kraftklub Gießen, 27,83; 4. Funk, Kraftklub Gießen, 21,15 Meter - D i s k u s- werfen: 1. Kilo, Spvgg. 1900, 39,41; 2. Luh, DfB.-R., 37,61; 3. Niemann, Spvgg 1900, 31,36 Meter. ' — Kugelstoßen: 1. Luh, BfB.-R., 13 04 2. Kilo, Spvgg. 1900, 12,55; 3. Franz, BfB.-R., 11,69 Meter. _ 4X 100-Meter-Staffel: 1. VfB.-R. Gießen 46,6; 2. Spvgg. 1900 Gießen 46,9; 3. Tv. Heuchelheim 49,8 Sek. — 4X400-Meter-Staf- fel: 1. VfB.-R. Gießen 3:49,6; 2. Spvgg. 1900 Gießen 3:52,8 Min. — 4X1500-Meter- Staffel: 1. Spvgg. 1900 Gießen 18:09,2; 2. DfB.-R. Gießen 18:42,4 Minuten. Am kommenden Sonntag finden nun in Kassel die Gaumeisterschaften statt und wir hoffen, daß sich auch einige Vertreter unseres Kreises erfolgreich durchsetzen. Näheres werden iwr noch berichten. ÄfB.-Neicksbahn Gießen. DfB.-R. Liga — Sportfreunde Wehlar 12:0 (4:0). Zu diesem Spiel hatten sich verhältnismäßig wenige Zuschauer eingefunden, die aber von der Leistung der Gäste sehr enttäuscht wurden. Unverantwortlich war es, daß die Sportfreunde mit so zahlreichem Ersatz antraten. Eine Niederlage stand dadurch von vornherein fest, daß diese aber so hoch ausfiel, hätten selbst die größten Optimisten vom VfB.-R. nicht erwartet. Die Grünweißen hatten folgende Elf zur Stelle: Nuppel, Möhl, Krämer, Sauer, Thron, Berlebach, L. Schmidt, Radtke, Kramer, Godglück, Schlitz. Trotzdem die Mannschaft stark verjüngt war, lieferte sie ein großes Spiel. Die jugendlichen Spieler Möhl und Godglück paßten sich vorzüglich der Mannschaft an und hatten großen Anteil an dem Siege. Das Spiel, welches von Offenbacher (Gießen) gut geleitet wurde, begann mit forschen Angriffen der Grünweißen. Bereits in der 9. Minute konnte Kramer den Torwart zum ersten Male schlagen. Das zweite Tor erzielte Schlitz, der einen Weitschuß losließ, der über den Torwart ins Netz rollte. Das dritte Tor fiel durch einen Schuß von Schmidt; der Ball prallte vom Verteidiger ins Tor. Das schönste Tor schoß Schlitz aus günstiger Lage. Nach Halbzeit war DfB.-R. drückend überlegen und setzte sich in des Gegners Hälfte fest. Erfolge konnten nicht ausbleiben. Fünf Tore von Radtke, eins von Schlitz, je eins von Godglück und Schmidt waren die Ausbeute der Ueberlegenheit. Watzenborn-Steinberg — DfB.-R. I 2:0. Die Grünweißen gastierten am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Watzenborn-Steinberg, traten mir mit 9 Mann an und mußten sich verdient geschlagen bekennen. Den Gießenern schien außerdem noch das Spiel vom Vorabend in den Knochen zu liegen, so daß die Niederlage nicht weiter verwunderlich erscheint. Oie Opieripiele im Handball! Die Opferspiele im Fachamt Handball haben leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nicht allein, daß durch die große Hitze keine Zuschauer auf die Plätze zu bringen waren, eine Anzahl Mannschaften traten auch ohne Grund nicht an. Die zum Austrag gelangten Spiele selbst nahmen einen guten Verlauf, so daß ohne Ausnahme spannende Kämpfe zustandekamen. Das heiße Wetter machte, wie festgestellt wurde, den Teilnehmern anscheinend wenig aus. To. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen 12:12 (6:5). Obwohl die Platzbesitzer nicht komplett antreten konnten, lieferte die Mannschaft ihrem alten Rivalen aus der Bezirksklasse einen vollkommen gleichwertigen Kampf. Man konnte immer wieder feststellen, daß sich besonders die jungen Kräfte, die neu eingestellt wurden, sehr tapfer schlugen und daß es Lützellinden für die Zukunft nicht bange zu sein braucht. — Die Jugend, die auf ihre besten Spieler verzichten mußte, verlor verhältnismäßig hoch 5:12 (3:7). To. Wißmar — To. Ruttershausen 15:3. Erstmalig seit langer Zeit konnte die Mannschaft der Wißmarer wieder einmal wirklich gefallen. Die Spieler standen ihren Mann trotz des Wetters und schlugen ihren gewiß nicht schlechten Gegner einwandfrei. Die Wniffe der Sludenlenwetikälnpfe. Beim Universitätssport- fest wurde am Samstag zum ersten Male in Gießen das Basketballspiel gezeigt. In diesem' Spiel, das von den Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, konnte die Mannschaft der Höheren Privatschule den Sieger stellen. Hier sieht man die Spieler im Bemühen, den Ball in den Korb zu bringen. i r ■ i Die Wettkämpfe der Studenten, die am Sonntagnachmittag aus Anlaß der 330-Jahrfeier der Universität auf dem Universitäts-Sportplätze stattfanden, zeitigten folgende Ergebnisse: Fünfkampf: 1. Peter Pitzen, 3281,6 P.; 2. Schloßhardt, 2687,5 P.; 3. Friemann, 2608,0 P. Fünfkampf für Dozenten: 1. Dr. Loh, 2519,8 P.; 2. Dr. Bockenbach, 1978,6 P.; 3. Dr. Schuppener, 1800,2 Punkte. Mannschaftsmehrkampf: 1. Medizinische Fachschaft, 11441,3 P.; 2. Naturwissenschaftliche Fachschaft, 10 012,8 P.; 3. Kulturwissenschaftliche Fachschaft, 9856,3 Punkte. Dreikampf: 1. Emil Winter, 1603,4 P.; 2. Karl Haibach, 1543,9 P.; 3. Gg. Hüfner, 1486,3 P. 200-Meter-Lauf: 1. Wolfg. Mayer, 24,2 Sek.; 2. Willi Bell, 25,6 Sek.; 3. Willi Staab, 26,0 Sekunden. Keulenweitwurf: 1. Dr. Jakob, 67,95 Meter; 2. Schloßhardt, 64,65 Meter; 3. Weigel, 63,60 Meter. Kugel st oßen: 1. Luh, 13,28 Meter; 2. Pitzen, 11,78 Meter; 3. Winter, 11,34 Meter. Dreikampf der Studentinnen: 1. Frl. Weber, 189 P.; 2. Frl. Albrecht, 154 P.; 3. Frl. Lasius, 140,5 Punkte. Hochsprung:!. Pitzen, 1,67 Meter; 2. Mayer, 1,56 Meter; 3. Krämer, 1,51 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: 1. Medizinische Fachschaft, 47,9 Sek.; 2. Kulturwissenschaft!. Fachschaft, 48,5 Sek.; 3. ältere Turnlehrer, 49,0 Sek. 100-Meter-Lauf: 1. Pitzen, 11,1 Sek.; 2. Luh, 11,8 Sek.; 3. Bell, 12,5 Sek. Weitsprung: 1. Pitzen, 6,06 Mtr.; 2. Mayer, 6,03 Meter. Speerwerfen: 1. Dr. Jakob, 47,76 Meter; 2. Schloßhardt, 40,20 Meter; 3. Borck, 39.22 Meter. „Ball über die Schnur",: Dozentenschaft gegen ehem. Turnstudenten 35:35 (16:17). Faustball Studentenschaft — Dozentenschaft 21:15. Handballspiel: Universität Marburg gegen Universität Gießen 7:5. Hochschul-Wettkampf der Universitäten Marburg und Gießen: Gesamtergebnis: Gießen 8917,2 Punkte; Marburg 9341,2 Punkte. Baskettball: Universität Gießen — Höhere Privatschule 3:4 (2:2). Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Am Sonntagabend starb unerwartet mein lieber, guter Schwager (einziger Bruder meines unvergeßlichen Gatten) Komponist und Kapellmeister Paul Buchwald im 61. Lebensjahre Die tieftrauernde Schwägerin: Margarete — Willi von Moellendorff Wwe. Gießen, den 14. Juni 1937 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 16. Juni 13.15 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt __________________________________4127 D Nahrungsverweigerung 330 Name Genuß der verdorbenen Nahrung auf. Nahrungsverweigerung. Die N. wird wegen völliger Essensunlust oder aus Wahnvorstellungen verursacht. Behandlung: Zunächst abwarten, bei auftretender Schwäche ärztliche Behandlung mit Darmeinläufen. Sondenfütterung usw. Naht beim Nähen. Es gibt vier Arten von Nähten, die einfache Naht, die Kappnaht, die über- gestepple Naht und die gewendete oder französische Naht. Bei der einfachen Naht wird der Stoff rechts auf rechts gelegt und zusammengenäht. bei der übergesteppten Naht wird die Kante am Stoff klein umgeheftet und dicht am Rand genäht, bei der gewendeten oder französischen Naht wird der Stofs zunächst von links auf links zusammen- aenäht, umgewendet, die Naht knapp beschnitten und dann noch einmal von rechts genäht. Bei der Kappnaht wird der Stoff auch rechts auf rechts gelegt, aber der untere. Teil steht über. Nach dem Nähen wird der überstehende Stoff umgekippt und nochmals eine Naht genäht. Nahtverbindungen bei Handarbeiten. Die einzelnen Teile heftet man auf Kartenstreifen in dem Abstand, in dem man die Verbindung haben will, und nun beginnt man die sogenannte Hohlnaht, mit der man die Stoffteile verbinden will. Man führt die Nadel mit dem Garn von einem Stück zum andern einmal hin und her. umwickelt dann den gespannten Faden vier- bis fünfmal und zieht die Nadel innerhalb des Saumes ein Stück weiter und wiederholt. Man kann natürlich z.B. Quadrate zu Tischtüchern durch Häkeln verbinden. Name. Die Frau bekommt mit der Verheiratung den Familiennamen des Mannes. Als Witwe führt die Frau ebenfalls den Namen ihres verstorbenen Mannes. Wird die Ehe aus alleinigem Verschulden der Frau geschieden, so kann ihr der Mann die Führung seines Namens untersagen. Die Frau bekommt dann wieder ihren Mädchennamen. Die Untersagung muß durch öffentlich-beglaubigte Erklärung (notarielle oder gerichtliche Beurkundung der Erklärung) vor dem Standesbeamten erfolgen, vor dem die Ehe geschlossen worden ist. Die geschiedene Frau kann ihren Mädchennamen auch annehmen, wenn sie nicht oder nicht allein für schuldig erklärt ist. War die Frau schon vor der geschiedenen Ehe verheiratet so tann sie auch den Namen ihres früheren Ehegatten wieder annehmen, wenn sie nicht allein für schuldig erklärt wurde. Die Erklärung der Wiederannahme des Namens muß in öffentlich beglaubigter Form vor dem Standesbeamten erfolgen, vor dem die Ehe geschloßen worden ist. — Kinder bekommenden Familiennamen des Vaters, uneheliche den der Mutter (s. aber nachfolgende Ehe). Ist oder war die Mutter verheiratet, so bekommt das uneheliche Kind den Mädchennamen der Mutter. Der Ehemann kann den unehelichen haben Sie ein Ramenschild? Sie erleichtern andern das Suchen nach Ihrer Wohirung, wenn an Ihrer Wohnungstür ein Namenschild angebracht ist. Sie bekommen bei Häuser Ihr Namenschild in jeder Größe aus Messing und Emaille. Diese, wie auch alle anderen Schilder kosten nicht viel. 3. 23. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Iapoten laoetenhaus Aelinstlel Goetbestr.7 l Hinter der Hagebankl Gestoch scharte Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur HM. 186-. Schon f. 8.30 mtl. 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