Hr. 62 Erster Blatt 187. Jahrgang Montag, März 15.1937 (Er|d)eiRv t6g ltd), autzer Sonntags and Feiertag» Beilagen: Die 3llu|trtert» Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl« Monars-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.8C Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanjchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Siegener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfttats Such- und Stcinörudcrd v. Lange in Gießen. 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Manche Publizisten haben die Gedanken Moellers ausgesponnen, aber leider haben Moeller selbst und seine Nachfolger die Tatsachen, wie sie uns die Bevölkerungs- statistik sehr eindeutig und klar vor Augen führt, übersehen. Jung ist ein Volk nur bann, wenn e s w ä ch st. Stillstand der Geburtenzahl bedeutet Rückgang, und Rückgang bedeutet hier so unerbittlich wie nirgends sonst den langsamen Tod, dem ein Ueberaltern naturgemäß vorangeht. Die Lage in den osteuropäischen Ländern ist verschieden. Aus der Tatsache, daß Völker wie die Esten und Letten erst seit 1918 in die Geschichte eingetreten sind, ihre Jugend zu folgern, ist deswegen verkehrt, weil gerade sie am meisten Gefahren ausgesetzt sind, die die eigene Staatlichkeit mit sich brachte: Verstädterung, Landflucht, langsame Industrialisierung, Übermäßiaes Nachahmen westlicher Zivilisation, damit verbunden Lösung aus natürlich gewachsenen Bindungen, moralischer und damit biologischer Verfall, Beschränkung der Kinderzahl usw. — Erscheinungen, wie wir sie von 1918 bis 1933 deutlich genug am eigenen Leibe zu spüren bekommen haben, wenn die Ursachen auch vielfach andere waren. Estland kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, nächst Frankreich die niedrigste Geburtenziffer aufzuweisen. Die Esten mit 992 520 Menschen hatten schon 1929 einen Geburtenunterschuß von 1,3 je Tausend. Eine Zahl, die in den letzten Jahren noch angestiegen ist. Der einzige Teil der estländischen Bevölkerung, der einen geringen Zuwachs zu verzeichnen hat, sind die Russen (92 656) mit 4,6 je Tausend. Die Deutschen Estlands (16 346) hatten schon 1929 einen Unterschuß von 10,8 je Tausend. Sie sterben schnell aus. Im gleichen Verhältnis stehen die Zahlen über Altersaufbau, Sterblichkeit usw. Man sagt nicht zu viel, wenn man die Esten als ein oussterbendes Volk bezeichnet. In Lettland liegen die Dinge ähnlich. Während die Bevölkerung Lettlands — mit Ausnahme der Deutschen, die schon seit 1881 aussterben — bis 1927 zunahm, weisen die Zahlen von 1928 bis 1935 ein langsames, aber stetiges Absinken auf. Die Letten hatten noch 1927 einen Geburtenüberschuß von 5,3 je Tausend. Im Jahre 1933 waren es nur noch 4,27 (eingeschlossen die fruchtbarsten Gebiete Ostlettlands), für die Stadt Riga wurden schon 0,6 je Tausend berechnet. (Für die Deutschen in Lettland läßt sich schon 1933 ein Geburtenausfall von 3 je Tausend nachweisen.) Daß man diese Dinge in Lettland erkannt hat, beweist ein Aufsatz in der lettischen Armeezeitung „Latvijas Kareivis", in dem auf die Gefahren dieses Rückganges hingewiesen wird. 1930 wurden noch zwei Kinder je Ehe festgestellt, 1933 nur noch ein Kind. Die Ursachen sind auch in Lettland: steigende Landflucht, Auflockerung natürlicher Bindungen und nicht so sehr wirtschaftliche als seelische Momente, nämlich das Erlahmen des Willens zum Kinde. Auch die Letten sind ein sterbendes Volk, das im Jahre 1990 27,8 o. H. der heuttgen Kinderzahl verloren, dafür 62,9 v. H. der Alten und Arbeitsfähigen gewonnen haben wird. In Litauen liegen die Verhältnisse günstiger. Die Zahlen für die Geburtenüberschüsse schwanken zwar, doch standen sie 1928 mit 17,4 je Tausend für die Litauer unvergleichlich höher als in Lettland und Estland. Auch die Deutschen Litauens (etM 40 000) hatten mit 14,3 je Tausend einen erheblichen Geburtenüberschuß, der dieser deutschen Volksgruppe vorläufig ihren Bestand sichert. Diesen grundlegenden Zahlen entsprechen die anderen über Altersaufbau (Kinder bis 14 Jahren sind dreimal mehr vorhanden als Alte über 60 Jahren), Siedlungsweise (in Städten 10,2 v. $)., auf dem Lande 83 v. H., bei den Deutschen 58,1 v. ch.; von den 16 000 Deutschen Estlands leben 13 000 in den Städten!) u. a. m. In den letzten Jahren hat die steigende Wirtschaftsnot Litauens, die besonders die Landbevölkerung betrifft, einen Rückgang des Geburtenziffern herbeigeführt. Auch hier also Rück- schrttt, nicht, Wachstum. Auch die Tschechen sind kein wachsendes Volk. 1925 wiesen sie einen Geburtenüberschuß von 8,16 je Tausend auf, 1929 nur 4,97 je Tausend, also fast die Hälfte weniger! Daneben ist allerdings die Zahl für bie Sudetendeutschen von 6,31 (1925) auf 2,92 (1029) gefallen und hat heute schon den absoluten Nullpunkt erreicht. (Tuberkuloseerkrankungen von sudetendeutschen Kindern im 1. Vierteljahr 1935 um 42 v. H. gestiegen!) Auch die Slowaken gehen zurück. (Von 16,29 je Tausend 1925 auf 14,31 je Tausend 1929). Dagegen sind die P o - len in stetem Anwachsen. (1928: 16,9 je Tausend, 1929: 17,2 je Tausend.) Auch die Ukrainer (1928: 21,3 je Tausend, 1929: 21,4 je Tausend) und Weißrussen sind im Wachsen, während bas Deutschtum Polens zurückgeht. Vergleicht man mit biesen Zahlen die des Deutschen Reiches für 1932 (4,3 je Tausend) und 1934 (7,1 je Tausend), so ergibt sich ein beträchtlicher Unterschied. Diese Zahlen sprechen eine sehr eindringliche Sprache und lassen erkennen, welche Völker des Ostens jung und welche alt sind. Denn nicht irgendwelche geistigen Theorien über jung und alt, sondern die lebendige Kraft entscheidet im Völkerleben. Die Kriedensaufgabe der Frontkämpfer. EinRückblickaufVieBerlinerKriegsteilnehmer-Tagung -pichotmahntdiestanzösischepreffe. Paris, 15. März. (DNB.) Henry P i ch o t, der Vorsitzende des größten französischen Kriegsteilneh- rner-Verbandes Union Föderale erklärte einem Vertreter der „Republique" u. a., daß die französische Presse sich so verhalten habe, wie sie es von dem internationalen Kriegsteilnehmer-Treffen in Berlin verstanden. Wann werde man, sv fragt Pichvt, in Paris aufhören, bie Innenpolitik mit der Außenpolitik z u vermengen, und eine Frage, die mehr als alle anderen Ruhe und Maß fordert, polemisch zu behandeln. — Die Berliner Tagung war international. Warum darüber schreiben, als sei sie eine französisch-deutsche Aussprache gewesen? Es handelt sich nicht darum, zu wissen, ob die Berliner Tagung einen Einfluß auf die französisch-deutschen Beziehungen haben könnte, sondern ob sie unter Umständen die Beziehungen Deutschlands mit der Gesamtheit der anderen Länder beeinflußen und wenn möglich eine große Internationale der Frontkämpfer begründen könnte. Jeder habe seine Aufgabe: Die Regierungen, die Politiker, die Diplomaten und die Kriegsteilnehmer, die ihre Aufgabe durch das gemeinsame Bekenntnis, daß sie den Krieg nicht wiedersehen wollten, Umrissen hätten. Das sei eine Erklärung, deren Gutgläubigkeit weder angezweifelt werden könne noch dürfe. Es fei plump, zu behaupten, daß niemand nach Deutschland gehen könne, ohne eingewickelt zu werden. 3m vorliegenden Falle bedeute das soviel, daß man die Kriegsteilnehmer von 13 Ländern als dumm bezeichnet. Die Führer des Dritten Reiches hätten sich als Kriegsteilnehmer benommen. Weil sie nicht versucht haben, ihre Gaste in den Dienst Deutschlands zu stellen, habe man versucht, ihren Erklärungen jeden Wert abzusprechen. Das sei kümmerlich. Das wenigste, was man tun könne sei. sie für aufrichtig zu halten. Die Kriegsteilnehmer der 14 Länder, die sich den Satzungen des Internationalen Komitees angeschlossen haben, können sich nicht immer nur auf Kundgebungen beschränken, sondern müßten sich einmal an einen Tisch setzen und etwas sagen. Die Partie sei nicht für alle gleich, aber sie sei nicht verloren, solange es herzhafte Männer gäbe, um sie zu spielen. Und wenn sie verloren gehen sollte, hätte man wenigstens die Ehre gerettet, leidenschaft- l i ch den Frieden gewollt zu haben. Echneider-Eseuzot nationalisiert. Paris, 13. März. (DNB.) Jrn Gesetzblatt ist eine Verordnung erschienen, die die Kriegsmaterial herstellenden Fabriken der Schneioerwerke in Creuzot natioalisiert. Die Fabriken und Spezialmaschinen zur Kriegsmaterialherstellung von Schneider & Cie. werden zugunsten des französischen Staates enteignet. Die Ueber- nahme der Betriebe durch das Kriegsministerium wird an einem noch festzusetzenden Zeitpunkt erfolgen. Der marxistische „Populaire", das Blatt oes Ministerpräsidenten, begrüßt diese Maßnahme als Verwirklichung eines weiteren Punktes des Volksfrontprogramms. Südafrikas Rüstungsp'äne. London, 14. März. (DNB.) Wie „Sunday Dispatch" meldet, äußerte sich der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w zu den Rüstungsplänen der Union. Die Pläne umfassen eine B e - feftigung der Robben-Insel in der Tafelbucht, die industrielle Mobilmachung und die Errichtung von W a f f e n f a b r i f e n. Die Südafrikanische Union benötige 1000 Flieger und 750 Flugzeuge. Ferner solle eine mechanisierte Landstreitmacht von 50 000 Mann mit einer Tankabwehrtruppe sowie Artillerie- und Gasabwehreinheiten gebildet werden. Die Reserve solle aus weiteren 50 Ono Mann bestehen. Englische Bergarbeiter über das Sowjet-Paradies. London, 14. März (DNB.) Eine Abordnung englischer Bergknappen, die soeben von einer Reise durch Sowjetrußland zurückgekehrt ist, faßt ihre Eindrücke in einer öffentlichen Erklärung zusammen, die in der Feststellung gipfelt, daß sie in Sowjetrußland entgegen den Lobpreisungen jüdisch-bolschewistischer Agitatoren nichtdas „kommende Himmelreich" gefunden habe. In dem Bericht wird u. a. auf die kümmerlichen Wohnungsver- hältniffe, die haarsträubenden hygienischen Zustände und die beinahe unbefahrbaren Straßen im „Sowjetparadies" hingewiefen. Die Abordnung geißelt schließlich die Heranziehung von Frauen zu schwerer Arbeit in den sowjetrusfischen Bergwerken. Zuffolims Besuch in Libyen. Als Freund des Islams gefeiert. R o m , 15. März. Der Duce begab sich am Sonntag von Cyrene über Barce nach B e n g h a s i. In allen Orten wechselten Reiterspiele der Araber mit volkstümlichen Darbietungen der Frauen und Kinder italienischer Kolonisten ab. Große Kundgebungen wurden Mussolini besonders in Barce und Tokra zuteil, wo er immer wieder als der Freund und Beschützer der Mohammedaner gefeiert wurde. Gegen Abend kam der Duce mit der langen Automobilkarawane feines Gefolges und den 150 Journalisten, die feine Fahrt begleiteten, in Benghafi, der Hauptstadt der Provinz Cyre- naica, an. Unfreundliches Echo in London. London, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter berichten ausführlich über die Triumphfahrt Mussolinis durch Libyen. Aus den Erklärungen Mussolinis werden die Stellen stark herausgehoben, wonach Italien Freund und Beschützer des Islam sei und die Gegenüberstellung des religiösen Friedens in Libyen und der Unterdrückung der Araber in Palästina und anderen -Teilen Afrikas und Vorderasiens werden von der Presse stark herausgestellt. Der „Daily Telegraph" ergeht sich in gehässigen Ausfällen gegen Italien und schreckt auch vor Verunglimpfungen der kolonialen Tätigkeit Italiens in Libyen und Abessinien nicht zurück. * „Voce d'Jtalia" betont, die Reise sei ein Beweis der Stärke und der Macht wie zugleich der Kultur und des Friedenswillens des faschistischen Italiens. Nach der militärischen und politischen Durchdringung seien die Vorbedingungen zur zielbewußten friedlichen kolonisatorischen Tätigkeit gegeben. Eine neue Gemeinschaft zwischen Italienern und Eingeborenen werde sich wie in Libyen so auch in Aethiopien verwirklichen lassen, und das um so schneller, je mehr sich ausländische Provokateure in unsauberen Machenschaften ergingen. Der Duce habe mit feiner Libnen-Reise den Frieden zwischen den Völkern und Geistern feierlich bestätigt. Dieser Tatsache sollten aber auch alle die Rechnung tragen, die die imperiale Reise des italienischen Regierungschefs nur durch die Brille ihres eigenen Grolls und ihrer merkantilen Kurzsichtigkeit zu sehen vermögen. Fünf katholische Vikariate für Aethiopien. Rom, 14. März. (DNB.) Zur endgültigen Regelung der religiösen Organisation der katholischen Kirche in Aethiopien soll das Kardinalskollegium beschlossen haben, das Gebiet von Aethiopien i n fünf Vikariate einzuteilen, die mit den staatlichen Verwaltungsbezirken übereinstimmen. Zum Oberhaupt dieser fünf Vikariate soll vom Vatikan ein päpstlicher Legat ernannt werden. Bisher unterstanden die Organisationen der katholischen Kirche in Aethiopien dem päpstlichen Legaten für Aegypten, Palästina, Arabien und Transjordanien. Den fünf Vikariaten fällt die Aufgabe zu, die römisch-katholische Bevölkerung von Abessinien, in der Hauptsache also die italienischen Siedler, Militärpersonen und Beamten, seelsorgerisch zu betreuen, während die Eingeborenen, die der koptischen Kirche angehören, nach wie vor der Kongregation der Kirche des Ostens unterstehen. Die deutschen Hochschulen in der Tschechoslowakei. Prag, 13. März. (DNB.) Nach der Ablehnung eines Entwurfes des Prager Unterrichtsministeriums über eine Neuregelung der Hochschulangelegenheiten hat das Ministerium neuerlich einen Entwurf den deutschen Hochschulen zugehen lassen. Der Senat der deutschen Universität in Prag und die Professoren-Kollegien der beiden deutschen technischen Hochschulen in Prag und Brünn stellen fest, daß der neue Entwurf die verfassungsmäßig gewährleistete Lehr- und Lernfreiheit an den deutschen Hochschulen völlig untergräbt, weil er das freie Vorschlagsrecht des Professorenkollegiums bei Besetzung von Lehrstühlen unterbindet. Es kann nach dem Entwurf jeder Vorschlag des Professorenkollegiums abgelehnt und bei einer Neubesetzung der Vorschlag "einer Fachkommission eingeholt werden, die in ihrer Mehrheit aus tschechischen Professoren besteht, während bei der Besetzung einer Lehrkanzel an tschechischen Hochschulen kein Mitglied der Fachkommission den deutschen Hochschulen entnommen wird. Der Entwurf müßte also allmählich den deutschen Charakter der Hochschulen austilgen. Ebenso unmöglich sind Disziplinarverfahren gegen deutsche Hochschulprofessoren vor Disziplinarsenaten m i t nichtdeutschen Mitgliedern, der einzige Staat, der einen Vergleich mit der Tschechoslowakei zuläßt, Belgien, kennt bei Hochschullehrerernennungen nur einen Vorschlag der Fakultät und hat Überdies peinliche Vorschriften zur Verhütung des Einflusses der anderen Nationalitäten auf die Besetzung von Lehrstühlen getroffen. Volksiumskampf im osteuropäischen Raum. Die volksPolitischeBedeutung derSiedlung. S t u 11 g a r t, 15. März. (DNB.) Auf der Tagung des Bundes deutscher Osten stellte Professor Dr. Oberländer (Königsberg) den volkspolitischen Gedanken in den Mittelpunkt. Er schilderte, mit welcher starken Zielstrebigkeit z. B. der W e l t b u n d der Polen, der Polnische Westmarkenbund sowie die polnische See- und Kolonialliga für die Behauptung, Stärkung und Ausdehnung des polnischen Volkstums arbeiteten. Diplomingenieur R. Jung wies besonders darauf hin, wie zäh und zielbewußt der Tscheche seine nationalen Ziele verfolgt. Kreisleiter Reiter, M. d. R., sprach über „S a ch - fen als Grenzlan d". Landesgruppenleiter H a r 11 i e b (Breslau), ließ in seinem Vortrag „Dolkstumskampf in Schlesien" die Lage der Volksgruppen in diesem für das deutsche Volk außerordentlich wichtigen Grenzland erkennen. Eine zweite Rede von Professor Dr. Oberländer umriß noch einmal zusammenfassend die für das deutsche Volk wichtigen Aufgaben des BDO. Das Grenzland dürfe nicht als etwas aufgefaßt werden, das am Rande der Dinge liege; gerade an den Grenzen des Reiches gehe es stets um den Bestand und die Zukunft unseres Volkes. Im Zusammenhang mit den Fragen des deutschen Ostens unterstrich der Redner die Notwendigkeit einer richtigen und planmäßigen Förderung der Siedlung. Aus den Erfordernissen des Lebens heraus müsse dies geschehen ohne jede bürokratischen Hemmungen, denn die Siedlungsfrage fei unlöslich verbunden mit der Erhaltung der Kraft unseres Volkes, die gerade für den Grenzlandkampf von entscheidender Bedeutung fei. Eingehend sprach Professor Oberländer dann über die Judenfrage im gesamten osteuropäischen Raum. Das osteuropäische Judentum erweist sich als der b e ft e Propagandist des Bolschewismus. Bemerkenswert sei dagegen, daß das echte Bauerntum in ganz Osteuropa antisemitisch denke. Darum sei erforderlich, in ganz Osteuropa über das Wesen des Bolschewismus eine klare Vorstellung zu schaffen. Entscheidend aber für die deutsche Grenzlandpolitik werde sein, in unserem Volke wirkliches Verständnis für den volks- politischen Gedanken zu schaffen. Ein lebendiges Band zwischen dem Osten und dem Westen müsse geschaffen werden. Das Deutschtum in Lettland. Wachsende Zusammenarbeit der deutschen Volksgruppe. Riga, 15. März. (DNB.) Die Tagung der Zen- tralorgonifation der deutschen Volksgruppe in Lettland, der „Deutsch - baltischen Volksgemein s ch a f t", stand im Zeichen des ungebrochenen Lebenswillens des Deutschtums in L""' mb. Aus allen Berichten ging hervor, daß trotz. _r Schwierigkeiten in mühevoller Kleinarbeit eitle geschlossene lebflfbige Volksgemeinschaft, di» >fUe Deutschen Lettlands umfaßt, geschaffen tu "-"Der Präsident der „Deutsch-baltischen Volksgen^inschaft, Muen - del, stellte fest, daß der Wille zur Einigung bei allen deutschen Volksgenossen in Lettland gewachsen sei. Es habe sich ein gangbarer Weg der p r a k- tischen Zusammenarbeit aller deutschen Jugendgruppen gefunden. Die Mit- aliederzahl der Deutsch-baltischen Volksgemeinschaft fei gegenüber 1935 auf das Doppelte (auf über 20 000) gestiegen. Im Zusammenhang mit der von der Staatsführung Lettlands angeiünöigten Begründung einer l e 11 l ä n d i f ch e n Kultur- Cammer habe er in einer Eingabe an den Staatspräsidenten bargelegt, baß bas "kulturelle Leben der deutschen Volksgruppe in Lettland nur dann gc dcihen könne, wenn wenigstens die noch heute bestehenden deutschen kulturellen Organisationen ungeschmälert weiter arbeiten könnten. Kulturautonomie erschöpfe sich nicht in Schulautonomie. Kulturautonomie bestehe vielmehr in der Möglichkeit der Pflege völkisch-kulturellen Lebens in vollem Umfang dieses Wortes Die Wirtschaftslage der deutschen Volksgruppe in Lettland zeige leider eine ständige Verschlechterung. Viel Sorge bereite die Tat- sache, daß eine große Anzahl deutscher Volksgenossen in Lettland nicht in der Lage sei, Erwerb und Beschäftigung zu finden, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu verdienen. Der deutschen Jugend in Lettland gelinge es nur sehr schwer und nur zu einem geringen Teil, nach Beendigung der Schule und Berufsausbildung sich in Öen normalen Wirtschaftsprozeß einzugliedern. Hier müßten alle Anstrengungen gemacht werden, um Abhilfe zu schaffen. Das Militär-ienstju-iläum des Reichskn'egsmmisters. Der Führer ernennt den Generalfeldmarschall zum Chef des Infanterie-Regiments Nr. 23. Berlin, 13. März.. (DNB.) Die 40. Wiederkehr des Taaes, an dem Reichskriegsminister Generalfeldmarschall Werner von Blomberg in das deutsche Heer eintrat, wurde am Amtssitz des Ministers am Tirpitz-Ufer durch einen schlichten Festakt begangen. Ein Doppelposten hatte feit heute früh am Eingang zum Reichskriegsministerium Aufstellung genommen. Das ebenfalls dort gelegene Wohngebäude zeigte die Ministerflagge. Gegen 11 Uhr marschierte die von der Wacht- truppe gestellte Fahnenkompanie mit den Traditionsfahnen des Füsilier-Regiments Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73, in das der Jubilar vor vierzig Jahren als Leutnant eingetreten war, sowie je eine Ehrenkompanie der Kriegsmarine und der Lustwaffe auf dem Hof des Kriegsministeriums auf. Kur vor 11 Uhr traf derFührer und Reichskanzler ein, von stürmischen Heil-Rufen begrüßt. Im großen Saal des Reichskriegsministeriums war die gesamte Generalität und Admiralität erschienen. Es waren anwesend die Oberbefehlshaber der Gruppen 1 bis 3, der kommandierende General des III. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis III, der Flottenchef, die Amtschefs der Oberkommandos des Heeres, der Kriegsmarine und Luftwaffe, der Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium mit dem Abteilungschef des Wehrmachtsamtes, der Kommandeur der Wehrmachtsakademie und der Präsident des Reichskriegsgerichtes. Ferner waren zugegen eine Abordnung des Infanterie ° Regiments Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73 sowie ein Vertreter des Offiziers-Vereins und der Kameradschaft des ehemaligen Füsilier-Regiments Nr. 73. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. B l o m- b er g, begrüßte die anwesenden Offiziere. Unmittelbar darauf erschien der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht mit den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr v. Fritsch, Generaladmiral Dr. h. o Ra e- der und Generaloberst Göring. Oer Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sprach sodann dem Generalfeldmarschall seine Glückwünsche aus. In seiner Ansprache würdigte der Führer einleitend die großen geschichtlichen Wandlungen, die sich in den vergangenen vier Jahrzehnten in der Welt und in Deutschland vollzogen haben. Von Anfang an sei es der Wille der NSDAP, gewesen, eine neue starke Wehrmacht und die politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Daß diese Neugestaltung der deutschen Wehrmacht reibungslos und ohne Erschütterung gelungen sei, und daß das alte Heer und die junge Partei sich gefunden hatten, sei die Erfüllung seines tiefsten Herzenswunsches und zugleich das große Verdienst des Reichskriegsministers. Eine Armee könne nicht im luftleeren Raum leben, sie müsse auf dem Boden einer Weltanschauung stehen. Daß die Truppe zur nationalsozialistischen Weltanschauung geschlagen werden konnte, sei dem Verständnis und der grenzenlosen Loyalität des Reichskriegsministers zu verdanken. Rur auf dieser Grundlage sei es möglich gewesen, die großen Entschlüsse zu fassen, die zur Reugeburt der deutschen Wehrmacht führten. Anknüpfend an die Verdienste der Reichswehr äußerte der Führer: „Ich darf das Eine wohl sagen; die heutige deutsche Armee, sie wäre — abgesehen von den unendlichen sachlichen und auch seelischen Leistungen der einzelnen Chefs der Wehr- machtsteile — in dieser kurzen Zeit nicht denkbar gewesen ohne den Generalfeldmarschall von Blom- ergl Das ist geschichtliche Tatsache!" Dafür danke das ganze deutsche Volk dem Generalfeldmarschall, in der deutschen Armee werde der Name des Reichskriegsministers für immer weiterleben. Er bleibe auch in Zukunft der erste Treuhänder der Wehrmacht. Der Führer gab darauf dem Generalfeldmarschall die Ernennung zum Chef des Infanterie-Regiments 73 bekannt und beglückwünschte ihn zu seinem Jubiläum. Generalfeldmarschall von Blomberg dankte dem Führer mit bewegten Worten, lieber allem Wandel der Zeit hinweg, so betonte er, hätten sich die Ideale und Tugenden des deutschen Soldaten nicht gewandelt. Diesen Idealen zu folgen, sei für jeden Soldaten Pflicht und Wille. Daß die Wehrmacht jetzt miedet hocherhobenen Hauptes ihre Pflicht erfüllen könne, sei das unsterbliche Verdienst des Führers. „Und wenn ich Ihnen nun meinen tiefempfundenen Dank sage für den heutigen Tag, dann erweitert sich dieser Dank zum Dank und Gelöbnis der ganzen Wehrmacht." Die Parade. Nach Beendigung des Festaktes verabschiedete sich der Führer von dem anwesenden Führerkorps der Wehrmacht. Der Reichskriegsminister gab ihm dis zum Ausgang des Gebäudes das Geleit. Der Generalfeldmarschall nahm dann in seiner Wohnung die Glückwünsche der Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile sowie die ihm vom Heer, von der Kriegsmarine und von der Luftwaffe dargebrachten Geschenke entgegen. Inzwischen hatten die Fahnen- und Ehrenkompanien am Tirpitz-Ufer Paradeaufstellung genommen. Beim Erscheinen des Reichskriegsmini- fters erstattete der Kommandierende General des III. Armeekorps, General der Infanterie von W i tz l e b e n, Meldung. Der Reichskriegsminister schritt därauf in Begleitung des Generalobersten Freiherrn von Fritsch, des Generaladmirals Dr. h. c. Raeder und des Generalobersten Göring unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front ab. Bei dem anschließenden Vorbeimarsch, den der Reichskriegsminister mit seiner Begleitung von einem erhöhten Podium aus abnahm, überflogen drei Flugzeugstaffeln den Schauplatz der Ehrung. Die Glückwünsche. Um die Mittagsstunden fanden sich die Doyens der Militär-, Marine- und Luftattache-Korps beim Reichskriegsminister ein, um ihre Glückwünsche zu überbringen. Es schlossen sich an der Leiter der Abteilung Wehrmacht der Deutschen Arbeitsfront und der Leiter des Bundes der Wehrmachtsbeamten. Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Generalfeldmarschall von Blomberg aus Anlaß seines 40jäyrigen Militärjubiläums zum Chef des Infanterie-Regiments 73 ernannt in Erinnerung daran, daß am 13. März 1897 der damalige Leutnant Werner von Blomberg in das Füsilierregiment 73 in Hannover eintrat. Das Regiment war nach dem siegreichen Kriege des Jahres 1866, in dessen Auswirkung Hannover Preußen einoerleibt wurde, aus vstpreußischen Kompanien neu aufgestellt worden. 1881 wurde Prinz Albrecht von Preußen, der Kommandierende General des X. Armeekorps, zum Chef des Regiments ernannt. 1889 wurde auch das Regiment nach ihm benannt. 1899 wurde dem Füsielierregiment 73 noch zur Aufgabe gemacht, die Tradition des Garde- und des 7. Infanterieregiments der alten hannoverschen Armee zu pflegen. Diese Truppen hatten sich unvergänglichen Ruhm durch die tapfere Verteidigung der von England im spanischen Erbfolgekrieg erworbenen Festung Gibraltar in den Jahren 1779 bis 1783 und durch ihr tapferes Verhalten in der Schlacht von Belle-Alliance 1813 erworben. Als Zeichen der ihm neu verliehenen Tradition trug das Füsilierregiment 73 als Helmschmuck außer dem Schriftband „Mit Gott für König und Vaterland" das Schriftband „Peninsu- lar-Waterloo" und außerdem einen blauen Tuch st reifen am A e r m e l mit der Aufschrift „Gibralta r". Das Füsilierregiment 73, eines der jüngsten preu- zischen Regimenter und doch zugleich unter der Verpflichtung bester deutscher Soldatentradition stehend, hat sich im Weltkrieg hervorragend bewährt. Unter den Kriegsfreiwilligen dieses Regiments war der junge Student Ernst Jünger. Kein besseres und bleibenderes Denkmal konnte diesem Regiment, das nach seinem tapferen Verhalten an der Westfront „d i e L ö w en von Perthes" genannt wurde, gesetzt werden, als in dem Kriegstagebuch des späteren Leutnants und Stoßtruppführers Ernst Jünger, das unter dem Namen „In Stahlgewittern" den kommenden Generationen den Heroismus deutscher Soldaten im Weltkriege bezeugen wird. In der Re- aimentsgeschichte heißt es, daß Prinz-Albrecht-Füsi- liere immer gern dahin gestellt wurden, wo besonders schwere Kampfaufgaben der Lösung harrten, und daß ihr trotziger Mut und ihre zähe Standhaftigkeit in allen Kämpfen stets Ursache erheblicher Weiterhin übermittelten die Mitglieder des Reichskabinetts ihre Glückwünsche. Reichsminister Dr. Goebbels beglückwünschte den Generalfeldmarschall auch in einem Schreiben, in dem es heißt: „Sie können mit Stolz auf die vergangenen vier Jahrzehnte ihres Dienstes am deutschen Volk und an der wehrhaften Nation zurückblicken. In Ihnen verehrt die gesaptte nationalsozialistische Jugend den Typ des deutschen Soldaten, der in der Weltanschauung des Nationalsozialismus verankert, dem Führer an erster Stelle geholfen hat, das große Werk der Wiederauftüftung der deutschen Nation in Angriff zu nehmen und hoffentlich in Bälde endgülttg zu vollenden." Ferner erschienen der Reichsführer SS. Himmler, der Reichsarbeitsführer Hier!, Korpsführer Hühnlein, Reichssportführer von Tschammer und O st e n ; für den Soldatenbund General der Infanterie a. D. Freiherr Seutter v. Lätzen, für den Reichstreubund Oberpräsident Schwede (Koburg). Mehrere fremde Armeen, zahlreiche Or- ganisattonen und Persönlichkeiten des Auslandes gedachten telegraphisch des £gges. Unter den zahlreichen Glückwünschen befand sich auch das nachstehende Telegramm des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley: „An dem Tage, an dem Sie, Herr Generalfeldmarschall, auf eine 40jährige hervorragende militärische Laufbahn in Krieg und Frieden zurückblicken können, dankt Ihnen auch das werk» tätige deutsche Volk für den Aufbau der Wehrmacht des Dritten Reiches, den Sie im Auf- trage des Führers zur Sicherung der deutschen Friedensarbeit durchgeführt haben. Unter dem Schutze dieser Wehrmacht ist auch der deutsche Arbeiter wieder zum freien Mann im freien Reiche geworden, der mit Stolz erkennen darf: Arbeiter und Soldat haben eine gemeinsame Ehre! Der Deutschen Arbeitsfront und meine aufrichtigsten Wünsche gelten Ihnen am heutigen Tage und begleiten ihre weitere Lebensarbeit. Verluste waren. Im Jahre 1914 kämpfte das Regiment im Verband des X. Armeekorps, von 1915 ab im Verband der 111. Jnfanterie-Devision. Das Jahr 1914 ist gekennzeichnet durch die Namen: Lüttich, Gerpinnes, Guise, Petit Morin, Marne, Orain- ville. Der Beginn des Jahres 1915 brachte dem Regiment durch den unerhörten Widerstand gegen einen dreifach überlegenen Angriff nach einer Artillerievorbereitung des Gegners, den — wie der oberste Kriegsherr den Offizieren des Regiments persönlich bestätigte — die Welt noch nie gesehen hatte, seinen Ehrennamen „Die Löwen von Perthes". Und nun folgt der blutig stolze Kranz von Namen: Les Eparges, Monchy und Douchy, Com- bles, Guiqemont, Laux bis zu den Kämpfen des Jahres 1928: Cambrai, Puisieux au Mont, Favreuil. Die Gestalt des Leutnants im Füsilierregiments 73, Ernst Jünger, erscheint in dem hymnischen Gedicht seines Bruders Friedrich G?org als die Gestalt des Weftftontkämpfers schlechthin. „Wie etn Gräber im Erdreich erschienst du, umhüllt von der Erde, Bis zum Stahlhelm mit Schlamm flandrischer Weiden bespritzt. Wie ein Arbeitsmann kamst du, bedeckt von dem Schmutze der Werkstatt, Blaß von dem Mühsal der Schlacht tratft du im Rauche hervor." An diese Gestalt hat der Generalfeldmarschall v. Blombergam Volkstrauertag 1937 erinnert, als er sagte: „Möge besonders unsere Jugend sich das Antlitz des Infanteristen von 1918 vor Augen halten; möge sie die Runen fleischgewordener Pflichterfüllung zu deuten verstehen; denn größeres Heldentum weiß die Geschichte nicht zu berichten, als es jene unbekannten Männer bewiesen, die nach tausend Schlachten und Entbehrungen, vor sich den übermächtigen Feind, hinter sich die zusammenbrechende Heimat, ohne Aussicht auf Sieg still in den Tod gingen." Das, was der Generalfeldmarschall mit diesen Worten allen jungen Regimentern der neuen Wehrmacht und der ganzen deutschen Jugend zur Pflicht machte, steht nun mit besonderer Eindringlichkeit vor dem Infanterie-Regiment 73, das eine der stolzesten soldatischen Traditionen besitzt und dessen Chef nunmehr der Generalfeldmarschall von Blomberg ist. Beschlüsse des Wettrundfunkvereins. Systematische Verteilung der Kurzwellen. Berlin, 13. März. (DNB.) Am Schluß der Berliner Arbeitstagung gab der Weltrund- funkverein einen Bericht aus. Die Technische Kommission unter Vorsitz von Braillard (Brüssel) prüfte die genaue Lage der europäischen Wellenlängen und brachte Maßnahmen für die Behebung der im Landwellenbereich noch vorhandenen gegenseitigen Störungen in Vorschlag. Die von der Kontrollstelle durchgeführten Messungen zeigen in dem für den Rundfunk benutzten Kürzwellenbereich einen Zustand, der immer beunruhigender wird. Die Kommission schlug als wirksame Abhilfe einen Plan für d i e systematische Welle n d e r t e i I u n g, der die ganze Welt umfaßt, vor. Der Rat beschloß, den Post- und Telegraphenverwaltungen die Ausarbeitung eines solchen Planes auf der im Jahre 1938 in Kairo stattfindenden Weltkonferenz für Fernmeldewesen anzuempfehlen. Die Rechtskommission unter Vorsitz von Dr. S o u r e k (Tschechoslowakei) hatte vornehmlich die Fragen Fernsehen und Urheberrechte sowie Fernsehen und Tonfilm behandelt. Die Kommission kam zu der Folgerung, daß Bildsendungen nur eine Ergänzung der Tonsendungen bilden, und Fernsehen nur eine Form des Rundfunks Üarftellt und daher in den Tätigkeitsbereich der Rundfunkorganisationen gehört. Der Verein beschloß, die Frage der Rechte und Pflichten des Rundfunks gegenüber Schriftstellern, Verlegern und Ausübenden ganz allgemein zu überprüfen. Es dürfe nicht verkannt werden, daß der Rundfunk auf Grund der wichtigen kulturellen Aufgaben, die er täglich erfülle, als ein öffentlicher Dienst zu betrachten fei, dessen Tätigkeit nicht erschwert werden darf. Um die Möglichkeiten für die Benutzung des Rundfunks als Instrument der gegenseitigen Annäherung noch umfassender zu gestalten, beschloß der Rat auf Vorschlag Dr. von Boeckmanns, einen Austausch von Schrift st ellern und anderen Persönlichkeiten vorzunehmen, die besonders in der Lage sind, ihre in fremden Ländern gemachten Erfahrungen darzustellen und ihre Beobachtungen der Heimat in ihrer Muttersprache über den Rundfunk des Gastlandes schildern. Die nächste Weltringsendung wird in der dritten oder vierten Oktoberwoche von Nieder- ländisch- Indien veranstaltet. Die künftigen europäischen Konzerte, die der Weltrundfunkverein vorbereitet, wurden wie folgt festgelegt: Anfang September 1937 Schweiz, Mitte Oktober Italien, Anfang Dezember Finnland, Mitte Januar 1938 Holland, Anfang März Irland, Mitte April Norwegen und Anfang Juni I u - goslawien. Außerdem wurde beschlossen, am Neujahrstag 1938 eine neue Kundgebung zu veranstalten, an der alle europäischen Aundfunk- organifationen teilnehmen sollen. Neuifchlands Ostasienhandel. Aufgaben der deutschen Seeschiffahrt. Hamburg, 13. März. (DNB.) Zu dem tra- ditionellen Liebesmahl des Ostasiatischen Vereins Hamburg—Bremen im Uhlenhorster Fährhaus hat- ten sich zahlreiche führende Männer des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und Wissenschaft aus dem ganzen Reiche eingefunden. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller überbrachte die Grüße der Reichsregierung und befaßte sich vor allem mit dem Vierjahresplan. „Leute, die uns den Dierjah- resplan übel nehmen, so führte er u. a. aus, erinnern verzweifelt an die betrübten Lohgerber. In der Propaganda gegen den Vierjahresplan erblicken wir die Enttäuschung bestimmter internationaler Kräfte darüber, daß es trotz Weltkrieg und Versailler Vertrag, trotz Enteignung unseres Auslands- vermögens unb, der Wegnahme unserer Handelsflotte nicht gelang, uns die beiden wichtigsten Lebenselemente zu nehmen: Den Export, der Millionen unserer Volksgenossen Brot gibt, und den Import, den wir für uns und unsere Arbeit in der Welt brauchen. Man nahm uns damals so- aar das technische Mittel zur Bewältigung unseres Außenhandels, unsere Handelsflotte. 'Es' hat sich gezeigt, daß kein Wind so schlecht ist, daß er nicht etwas Gutes bringt. Wenige Jahre nach dem Kriege hatten wir wieder eine Handelsflotte aufgebaut, die fast durchweg aus Schiffen neuester Bauart bestand. Unsere Seeschiffahrt gibt im ostasiatischen Gebiet ein schönes Beispiel vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit und die in dieser Fahrt eingesetzten Schiffe gehören zu den schnell- sten und schönsten, über die unsere Reedereien verfügen. Zahlreiche Linien zeugen von den Möglichkeiten, die der weite ostasiatische Raum und seine großen Völker unserem deutschen Außenhandel die- ten. Kann man ernsthaft glauben, daß wir heute diese Anstrengung machen, um sie morgen in Die Löwen von Gibraltar und Perthes. Aus der Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 73. W - 1 .....— • IK 1 n ; l w SM W i Der Führer beglückwünschte Generalfeldmarschall von Blomberg. Rechts General- admiral Raeder, Generaloberst G ü r i n g und Generaloberst FreiherrvonFritsch. einem nicht verstandenen Vierjahresplan aufzugeben? Ich bin so optimistisch, zu behaupten, daß wir mit vielen Artikeln, zu deren Neuschaffung uns die Not des deutschen Raumes zwang, Außenhandel treiben werden. Unmöglich ist es nicht, daß es mit unserem künstlichen Kautschuk und dem synthetischen Benzin eines Tages so gehen kann, wie es mit dem Indigo und anderen deutschen Farben ging. Wir schaffen uns heute in unserer Wirtschaft die Grundlage, die wir zum Leben unseres Volkes und zur. Zusammenarbeit mit dem Auslande brauchen. Wir freuen uns, daß gerade in Ostafien das Verständnis für unsere politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen im Wachsen begriffen ist. Der Aufbau des nationalen Spaniens. Das Programm der Falangisten. Salamanca, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Der stellvertretende Führer der Falange, Manuel Hedilla, hielt über den Sender von Salamanca eine Ansprache am Jahrestage der Verhaftung des Gründers der Bewegung Josä P r i m o de Rivera, dessen Schicksal noch ungewiß ist. Hedilla erklärte, die Falange werde Spanien in ein Land von Kleinbauern umwandeln. Die Menschenwürde und der Stolz des Arbeiters müßten geachtet werden. Das Interesse des Unternehmers müsse dem Staatsinteresse untergeordnet sein. Die Falange setze sich für die Eingliederung des Katholizismus in den Wiederaufbau Spaniens ein. Kirche und Staat müßten Zusammenarbeiten. Der Staat müsse aber vor Einmischungen der Kirche bewahrt werden. Die Falange wolle die ganze Nation am Staatsleben teilnehmen lassen. Die Kraft eines gemeinsamen Ideals sei größer als die Kraft eines Parteistaates. Das Herz des Volkes müsse durch Gerechtigkeit und Liebe gewonnen werden. Hedilla wandte sich gegen „gewisse konservative Kreise", denen er vorwarf, in einer Betrachtung der Vergangenheit stecken geblieben zu sein, und sich nicht um die Zukunft zu sorgen. Wenn die Tradition aufhöre, Tat in der Gegenwart zu sein, verwandele sie sich in einen Widerspruch. Hedilla ging auf das monarchistische Problem ein und fragte: Kann Spanien zugeben, daß es von einem Ausländer regiert wird, und man sein Schicksal durch Heiraten und Geheimverträge gestaltet? Wer regiere, müsse ein ganzer Spanier sein, reinen Blutes und reinen Willens. Erfolgreicher Sturmangriff amIarama. Toledo, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Ungeachtet des feit nunmehr vier Wochen andauernden schweren Unwetters haben die Truppen Francos wo immer es anging, weitere Operationen unternommen, um dem Feinde keine Gelegenheit zur Erholung zu geben. Völlig überraschend unternähmen sie jetzt auch auf dem rechten Flügel des I a r a m a - A b s ch n i t t e s zwischen Ciempozuelo und Kingarron, also von einer Stelle aus, die in der vergangenen Woche noch härtesten Angriffen der sog. „internationalen Brigade" ausgesetzt war, einen Sturmangriff, der zum Ergebnis hatte, daß die Front trotz des völlig aufgeweichten Geländes in strömendem Regen u m 3 Kilometer vorgeschoben werden konnte. Die Abhänge des Pingarron-Berges liegen nun außerhalb des Feuerbereiches der feindlichen Infanterie. Die spanischen Bolschewisten hatten auch hierbei zahlreiche Tote und Verwundete zu verzeichnen. Das schwere Unwetter, das die Schützengräben zu Wasserkanälen gemacht hat, und selbst moderne Raupenschlepper außerhalb der Wege förmlich versinken läßt, verhindern auch den ursprünglich geplanten Abtransport ' der schweren Artillerie der Bolschewisten aus Madrid, dessen noch vorhandene Verbindungswege zur Außenwelt gleichfalls so gut wie unbefahrbar geworden sind. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich Mit 80 Kilometer Geschwindigkeit gegen einen entwurzelten Baum. Bisher 13 Todesopfer geborgen. Paris, 13. März. (DNB.) Am Samslagnach- miltag ist bei Corquoy, einem Dorfe etwa 23 Kilometer von Bourges entfernt, der v-Zug Paris— Mont-Dore entgleist. Die Lokomotive, Tender, Packwagen und der erste Personenwagen fielen zur Seite. Die Ursache des Unglücks war der in der Gegend herrschende heftige Sturm, durch den ein Baum gerade in dem Augenblick auf die Gleise geworfen worden war, als der Zug herankam. Der Lokomotivführer war nicht mehr imstande, rechtzeitig zu bremsen. Die entgleisten Eisenbahnwagen sind völlig ineinandergeschoben worden, so daß man die Eisenteile an vielen Stellen auseinanderfchwei- ßen muß, um die Bergungsarbeiten durchführen zu können. Das Eisenbahnunglück hat bisher dreizehn Todesopfer gefordert, von denen zwei Frauen Aid ein Kind noch nicht identifiziert werden konnten. Wie das Unglück geschah. Der entgleiste O-Zug war in Paris mit Wintersportlern und Wochenendfahrern nach Mont-Dore abgegangen. Der Sturm hatte in einem Schloßpark unweit der Unglücksstelle eine mächtige Ulme entwurzelt. Der Baum war einen Abhang hinunteraerollt und hatte sich über die Schienen gelegt. Auf das weithin hörbare Krachen des stürzenden Baumes war der Schloßherr mit allen verfügbaren Leuten herbeigeeilt. Er benachrichtigte den nächsten Streckenwärter und versuchte, mit Sägen und Aexten den Baum zu zerlegen, um die Schienen frei zu machen. Leider stand bis zum Herannahen des l)-Zuges nur wenig Zeit zur Verfügung. Obwohl der Streckenwärter mehrere hundert Meter entfernt Knallkapseln als Notsignale auf die Schienen gelegt hatte, konnte der Zug nicht mehr angehalten werden. Die Explosion der beiden ersten Signalkapseln scheint der Zugführer im heulenden Sturm überhört zu haben. Als er schließlich die Gefahr erkannte und alle Bremsen zog, war es bereits zu spät. Die Lokomotive fuhr mit 80 Kilometer Geschwindigkeit gegen den Baumriesen und kippte nach wenigen Metern um. Der erste leichte Holzwagen dritter Klasse schob sich in den Tender. Sieben Abteile dieses Wagens wurden völlig zerstört. Ihre Insassen fanden den Tod. Die übrigen Wagen blieben unversehrt stehen. Bis um 1 Uhr morgens hatte man die 13 Toten aus den Trümmern hervorgezogen. Die Eifenbahnverwältung hatte schon vor mehreren Jahren die Beseitigung des verhängnisvollen Baumes beantragt. Der Besitzer hatte sich aber diesem Wunsche widersetzt. — Im Jahre 1917 hat unweit der jetzigen Unfallstelle bereits ein Eisenbahnunglück stattgefunden, das 13 Tote und etwa 50 Verletzte forderte. Schweres Gturmwetter in Frankreich. In ganz Frankreich, vor allem an der Westküste herrscht ein äußerst heftiger Sturm. Zahlreiche Verwüstungen wurden angerichtet. Wie gleichzeitig einsetzende Springflut der Tag-und-Nacht-Gleiche hat überall im gesamten Küstengebiet U e b e r - schwemmungen verursacht. Aus allen Teilen be-s Landes werden Unfälle infolge des Sturmwetters gemeldet. In der Nähe von Nizza stürzte Kunstbelrachlung und Kunsterziehung. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Adolf Ziegler, München, hat, worüber bereits berichtet wurde, in Berlin auf Einladung des Propagandaministeriums in der kulturpolitischen Pressekonferenz eine Rede gehalten, die sich zwar in erster Linie an die verantwortlichen Träger der Pre^earbeit auf dem Gebiete der bildenden Kunst wandte, darüber hinaus aber eine Reihe wertvoller Anregungen für die Kunstbe- trachtung überhaupt enthält. Die Redr vermittelt in gedrängter Form ein Programm Oer nationalsozialistischen Kulturpolitik auf dem Gebiete der bildenden Kunst, insbesondere wichtige Grundzüge der Kunstbetrachtung und ihrer erzieherischen Aufgabe und Wirkung. Professor Ziegler umfaßt den Begriff der bildenden Kunst in einem ganz großzügigen Sinne: sie erstreckt sich von der Architektur, Malerei und Plastik über das Kunsthandwerk bis hinein etwa in die moderne Zweckform des Autos, in der technische Sachlichkeit und Schönheit der Linienführung sich verbinden. Die Tätigkeit des Kunstbetrachters und Kunstberichterstatters wird als ein auf diesem Felde besonders wichtiges und verantwortungsvolles Amt gewürdigt: insbesondere die hohe volkserzieherische Mission der in der Presse geübten Kunstbetrachtung wird nachdrücklich unterstrichen; der deutsche Kunstbetrachter neuen Stils ist in erster Linie Kunsterzieher, Erzieher des Volkes zu künstlerischem Empfinden, zu seelischer Bereitschaft und innerer Empfänglichkeit für die Werte, die Künstler und Kunstwerk dem Volke bieten. Alle Kunstbetrachtung dient der Kunst und ist für die Kunst geschrieben, nicht dagegen. Professor Ziegler sagte u. a.: „Der Kunstbericht soll das Ergebnis eines geistigen Prozesses sein. Die kritische Haltung als ein Teil des Gesamterlebnisses gehört zum Produktionsprozeß, der im Grunde keinen Menschen in der Öffentlichkeit interessiert. Um das Beste herauszufinden, muß man allerdings ein inneres Leitbild vom Kunstwerk haben und das Kunstwerk mit künstlerischen Augen sehen können ..Diese Sehweise auf andere zu übertragen, wird die so schwierige wie lohnende Aufgabe des Kunstberichterstatters sein, der, selbst von der Leidenschaft zum Kunstwerk erfüllt, den unbefangenen Beschauer in die innerliche Welt und die künstlerische Wesenheit eines Kunstwerkes einführen will. Eine solche Betrachtung wird sich auch notwendigerweise berufen fühlen — statt der Auseinandersetzung mit schon ausgetragenen oder überholten Problemen — vom Gegenwärtigen des zu betrachtenden Werkes zum Zukünftigen, _3um Werdenden, zum Neuen in der Kunst hinzuführen, die Keime zu erkennen und aufzuweisen, die eine fruchtbare Entwicklung ankündigen. „Die Kunstpolitik der Verneinung", so sagte der Präsident wörtlich, „muß endlich einmal aufhören." An die Stelle einer historisierenden Kunstbetrachtung nach Stilen, Richtungen, Schulen setzt die junge nationalsozialistische Kunstpolitik eine Betrachtung der Kunstwerke, „als wären sie zeitlose Schöpfungen unseres Volkes". Aus dem Inhaltlichen des Werkes muß in der Betrachtung (und also auch in der Vorstellung und Phantasie des Ausnehmenden) das Sinnbild, der zeitlos gültige Gehalt und Wesenskern des Geschaffenen herauskristallisiert und empfunden werden können. Nach solchen Gesichtspunkten wird der Betrachter in der Fülle des zur Schau Gestellten leicht die Maßstäbe für die wegweisenden und zukunftsträchtigen Leistungen finden, die „ins Große, Einfache, Sinnbildhafte" führen. Lebendige Kunstpolitik wird Blick und Gefühl haben müssen für das Krankhafte, Erstarrte, Manierierte und Konstruierte, aus dem keine Entwicklung, keine Zukunft gedeihen kann. Junges Blut, junge Kraft und Leidenschaft soll der Kunstbetrachter zu erkennen sich bemühen, „selbst wenn es ihm mißfällt, daß die Dressur nicht vorhanden ist." Tradition ist gut und ist selbstverständlich, ober alles Lebendige „ist in fließender Bewegung". Und auf das Lebendige kommt es an, auch in der Kunst und her Kunstbetrachtung. „Was irgendwie einen künstlerischen Sinn innerhalb der begonnenen Neuordnung unseres Lebens besitzt, ... alles, was Baustein ist am Neubau unserer künstlerischen Vorstellung und einer musischen Lebensführung, muß einer zieloewußten Kunstpolitik in Zukunft von höchster Bedeutung sein." hth. Neue deutsche Architektur als Ausdruck der Staats- autorität. In Berlin fand das diesjährige S ch i n k e l f e st des Architekten- und Jngenieurverbandes statt. Auf dem Gebiet des Hochbaues wurde Regierungsbaureferendar G i e f e m a n n (Berlin) mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Die Schinkelplakette im Hochbau erhielt der Referendar Wilhelm N e v e l i n g (Berlin). Auf dem Gebiete des Wasserbaues erhielt den Staatspreis und die Schinkelplakette Gustav ein Milchwagen ins Meer, weil die Pferde während eines Gewitters scheu geworden waren. Der Kutscher und sein Begleiter fanden den Tod in den Wellen. In der Nähe von Versailles kenterte im Sturm ein Anglerkahn. Die beiden Insassen fanden den Tod. Bei Moissac war ein Sportsboot mit vier Ruderern und einem Steuermann trotz des schlechten Wetters zum Training ausgefahren. Das Boot kenterte. Alle Insassen bis auf den 14jährigen Steuermann konnten schwimmend das Ufer erreichen. Als einer der Ruderer erneut hinausschwamm, um den Steuermann zu retten, ertrank er. Auch der Steuermann fand den Tod. Das englische Motorschiff „Siloerlarch" ist aus offener See in Brand geraten. Das Schiff ist auf der Reise von Neuyork nach den Philippinen. Der Kapitän hat 808-Rufe ausgesandt. Endlich konnte durch den 08^.-Kreuzer „Louisville" Hilfe gebracht werden. Als das Kriegsschiff bei dem brennenden Dampfer anlangte, hatten die acht Fahrgäste bereits die Rettungsboote bestiegen. Sie wurden von her „Louisville" an Bord genommen. Es wird berichtet, die aus 44 Mann bestehende Besatzung habe sich geweigert, das Schiff zu verlassen, und erklärt, daß sie das Feuer weiter bekämpfen wolle. Die Gefahr, in der sich das brennende Schiff befindet, wird dadurch erhöht, daß seine Ladung aus Rohöl besteht. Großfeuer in einer ostpreußischen Mühle. In den Pinnauer Mühlenwerken in Wehlau brach ein Großfeuer aus. Der Brand entstand in der sogenannten Reinigung. Das aus Holz erbaute Gebäude stand sofort in hellen Flammen. Das Feuer griff auf die große Roggenmühle über und bedrohte dann eine Papierfabrik. Diese wurde aber durch den Einsatz der Feuerwehren des ganzen Kreises, zu denen auch die Königsberger Feuerwehr kam, gerettet. Ebenso konnte das Feuer an dem großen, viele tausend Zentner Roggen enthaltenden Silo, der auch entzündet worden war, abgelöscht werden. Was wissen E'e vom Jungvolk? Zum Eintritt der Zehnjährigen in das DI. In ganz Deutschland ist die Jungvolk- Werbeaktion 1937 im Gange. Und die Eltern des Jahrganges 1927 werden nicht nur bei sich selbst überlegen, sondern sie werden sich auch immer wieder an andere wenden mit der Frage: „Was tut und will das Jungvolk? Was wissen Sie vorn Jungvolk?" — Darüber, was man vorn Jungvolk wissen muß, gibt der folgende Artikel Auskunft. Neben hem Datum des Schuleintritts mit sechs Jahren ist der Zeitpunkt der Aufnahme der Zehnjährigen in das Jungvolk von einschneidender Bedeutung im Leben des jungen Menschen. Mit dem Eintritt in das Jungvolk öffnet sich ihm eine neue größere Welt, erlebt er eine Fülle neuer, bisher unbekannter Begriffe, bieten sich ihm im Zusammenleben mit vielen anderen Jungen und der Erfüllung des ersten Dienstes neue Möglichkeiten, neue Pflichten, neue Erfahrungen. Es ist die Welt des ersten Dienstes, es sind die ersten Forderungen der nationalsozialistischen Weltanschauung, die ihn behutsam leiten, formen und erziehen. Mit den vier Jahren, in denen der Jungvolk- junge Dienst tut, wird eine langsame und stetige Erziehung und charakterliche Formung Hand in Hand gehen. Was liegt näher, als daß in solch einem entscheidenden Augenblick die Eltern, die nun dem jungen Führer der nationalsozialistischen Jugend ein wichtiges Maß an verantwortlicher Tätigkeit einräumen, bekannt werden möchten mit dieser Organisation, mit ihrem Wesen und mit ihrer Aufgabe. Was ist das Jungvolk? Das Jungvolk ist eine Untergliederung der Hitler- Jugend und erfaßt die Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Wenn auch der Eintritt nicht Pflicht ist und keinerlei Zwang ausgeübt wird, so ist doch der Zustrom gerade der jüngsten Jahrgänge so groß gewesen, daß von einer fast vollständigen Erfassung gesprochen werden kann. Nach dem Ergebnis der Jungvolkwerbung des Jahres 1936 ist eine 95prozentige Beteiligung aller im entsprechenden Alter befindlichen Jungen und Mädel festzustellen. Nach ungefährer Schätzung hat das Jungvolk heute eine Mitgliedsziffer von 2,2 Millionen. Das Jungvolk ist in seiner heutigen Form ein getreues Abbild jener Erziehungsarbeit, die von der nationalsozialistischen Jugend vor der Machtübernahme als Ziel des Kampfes aufgestellt wurde. Das Jungvolk trennt sich bewußt von jeder Auffassung, die ihm nur eine Bedeutung als Parteijugend zuspricht. Es ist in der Verwirklichung feiner Ziele: der Aufhebung aller Unterschiede von Klasse, Rang und Stand zu einer wahrhaften Volksjugendbewegung geworden. Es ist eine Gliederung, deren hauptsächlichstes Ziel die Erweckung der Lebensfreude, die Pflege der Gesundheit an Leib und Seele ist und die eine in allen Fragen des Volkes natürliche Schulung erstrebt. Der Dienst bringt den 10- bis 14jährigen Jung- volkjungen, ihrem Wesen und ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung entsprechend keine unnötig scharfe Belastung, verlangt von ihnen keine militärisch strenge und starre Erfüllung aller Aufgaben, sondern ist in seinen ganzen Grundsätzen beweglich und der besonderen Wesensart des Alters angepaßt. Die Einheit, in der sich der gewöhnliche Dienst abspielt, ist der Jungzug mit 45 Jungen. Der wöchentliche Di en st besteht aus einem zweistündigen Heimabend, aus einem Sportabend oder -nachmittag, je nach der Jahreszeit in Turnhallen, auf Sportplätzen oder in Schwimmhallen. Dazu kommt noch zweimal im Monat Sonntagsdienst mit Fahrt und Lager. Lieber die Führung. Das, wodurch das Jungvolk ebenso wie die HI. sich von den bisher bekannten Jugendbünden — auch der anderen Länder — unterscheidet, ist das Prinzip der Selbstführung. Diese 2,2 Millionen Jungvolkjungen stellen aus ihren eigenen Reihen bzw. den Reihen der HI. ihre Führer. Diese Führerschaft wird nach strengen Richtlinien ausgesucht uno geschult. In mehr als30Führer- schulen im ganzen Reich und in einer großen Zahl von Kursen, Lehrgängen, Wochenendlagern und Führerzusammenkünsten werden diese jungen Führer wissensmäßig und charakterlich so vorbildlich ausgerichtet, daß man heute schon von einem neuen Typ des jungen Führers sprechen kann, der in Haltung und Pflichterfüllung seinen wenig jüngeren Kameraden ein wirksames Vorbild ist. Heimabend ist keine Schulstunde. In den Heimabenden wie auch in allen übrigen Dienststunden erfolgt keine sachlich wissensmäßige Unterrichtung irgendwelchen politischen Stoffes, wie auch überhaupt kein besonderer Lehrplan festgesetzt wird. Die Heimabende werden nach besonderen Richtlinien und Unterlagen der Reichsjugendführung von den Jungen und Führern selbst gestaltet, wie sie überhaupt angeregt sind, mit eigenem Eifer und eigener Dienstfreudigkeit ihre gemeinsamen Stunden auszugestalten. Vertrauen und Unterstützung derEltern. Gemeinsam mit den Eltern geht die Jungvolk- führerschaft an die Erfüllung jener großen Aufgabe Bin ich verschwenderisch? Frage: „Ich bin gewohnt, vebn Einkauf meiner Lollette- arMel nicht allzu übertrieben auf den Pfennig zu achten, weil hier alles von der Qualität abhängt. Mein Mann macht mir deshalb Vorwürfe. Sind sie berechtigt?“ Antwort: „Sie handeln richtig, wenn Sie einem Qualitäts-Erzeugnis wie Chlorodont den Vorzug geben, weil Sie wissen, daß zur Pflege Ihrer Zähne nur das Veste gut genug ist- Bei Chlorodont ist eben ieder Pfennig gut angelegt“ Haux (Frankfurt a. M.). Die Schinkelplakette wurde zuerkannt Rudolf Schwarze (Hiltrup) und Rudolf Unger (Hannover). Auf dem Gebiet des Eisenbahnbaues erhielt Horst Marfels (Berlin) die Schinkelplakette. Den Festvortrag hielt der Archäologe Prof. Dr. Rodenwaldt, der von 1916 bis 1922 als Ordinarius an der Universität Gießen wirkte, über „Die Bedeutung der antiken Baukunst für die Gegenwart." Das Reichssportfeld ähnelt in seinem Wesen mehr einem römischen Forum als einem griechischen Heiligtum. Römischem Geiste auch entspricht die Gestaltung des königlichen Platzes in München und der Baukörper der Nürnberger Kongreßhalle. Die Architektur wird wie in römischen Zeiten zu einem Ausdruck der Staatsautorität. Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wiffenschast. Der Neichsminister für Volksaufklärung und Propaganda veröffentlicht im Reichsgesetzblatt Aus- stihrungsbeftimmungen zum Deutschen Nationalpreis für Kun st und Wissenschaft, den der Führer und Reichskanzler am 30. Januar 1937 gestiftet hat. Der Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der Höhe von je 100 000 Mark verliehen. Die Verleihung geschieht alljährlich auf dem Reichsparteitag der NSDAP. Die Durchführung obliegt dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda im Einvernehmen mit dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Die Vorschläge für die Verleihung werden auf dem Gebiet der Kun st von den Präsidenten der Einzelkammern innerhalb der Reichskultur- kammer und auf dem Gebiet der Wissenschaft vom R e i ch s m i n i st e r für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gemacht. Unabhängig davon sind vorschlagsberechtigt für beide Gebiete: der Beauftragte des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung m der NSDAP., der Reichsorganisationsleiter, der Reichsjugendführer, der Reichsführer der SS., der Stabschef der SA., der Chef der Kanzlei des Führers, der Reichsarbeitsführer, der Leiter des Hauptamtes für Technik der NSDAP. Die Vorschläge werden vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda dem Führer und Reichskanzler eingcreicht. Dieser entscheidet über die Verteilung. Zugleich mit dem Geldpreis wird ein goldenes tragbares Ehrenzeichen sowie eine Urkunde ausgehändigt. ZahrestagungderDeutscheuGeseUschast für Kreislaufforschung. Die 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung in Bad-Nauheim wurde mit einem Begrüßungsabend eröffnet. Der Besuch der Jubiläumstagung war aus dem In- und Auslande erfreulich stark. Im Namen des Hessischen Staatsbades entbot Kurdirektor Freiherr von Wechmar den Teilnehmern einen Willkommensgruß; Professor Stadtler (Plauen), der Vorsitzende der Tagung, dankte. Die Tagung wurde im Kerckhoff-Jnstitut durch Professor Stadt! er eröffnet. Oberstes Ziel einer volksverbundenen Forschung sei es, der Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu dienen. Ebenso wie die früheren Tagungen werde auch diese auf dem Boden der praktischen Forschung stehen. Professor Dr. Reiter, Präsident des Reichsgesundheitsamts, übermittelte die Grüße und Wünsche des Reichsinnenministers Dr. Frick. Die Reichsregierung schenke den Arbeiten- der Gesellschaft große Aufmerksamkeit. Man wisse, daß die weiteren Forschungen mit Sicherheit zu einer Drosselung der zahlreichen Todesfälle durch Kreislauserkrankungen führen würden, und freue sich, in Bad-Nauheim eine Stütze für die praktische Forschung gefunden zu haben. Die Kreislaufforschung stelle nur einen Teil innerhalb her gesamten medizinischen Wissenschaft dar, zu der man Brücken schlagen wolle. Allerdings müsse man biologisch denken können und die entsprechenden Zusammenhänge verstehen. Die Zusammenarbeit sei nicht allein auf das Gremium der inländischen Forscher beschränkt, sondern greife auch auf die ausländischen Mitglieder über. Samstag fand im Kurhaus ein Festäbend statt, der feine besondere Note durch die Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger erhielt. Professor Dr. S t a b 11 e r umriß die Entwickelung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung. Kurdirektor Freiherr von Wechmar betonte, daß die Kreislaufforschung und Bad-Nauheim ein untrennbarer Begriff geworden seien. Dem bekannten Physiologen Geheimrat Otto Frank (München) wurde eine besondere Ehrung Zuteil. Im Medizinischen Institut enthüllte man eine Otto-Frank-Büste und überreichte dem Forscher die Karl-Ludwig-Gedenkmünze. Professor Dr. Koch und Professor^Dr. Weber (Bad-Nauheim) dank- ten Professor Frank für seine hervorragende Arbeit. Professor Frank würdigte das Andenken an Karl Ludwig, der den größten Einfluß auf seine Entwicklung gehabt habe. Oberheffen Oktober: Freiwillige und Verlobte Reiskirchen 1760 V (Hol' W m uW! Bessere i„0D 1 nnn,fiio. Kelne_ Zeugnisse 1 Stock, an ruhig. 1771 A an und zum Bauen Gretel Stumpf Walter Kröck , Alks für die Säuglingspflege Es muß ein Crapo-Drahtzaun her! Ein Zaun, der unverwüstlich ist in seiner Haltbarkeit und auch den Garten schützt vor den he-* kannten Kohldieben, doch sollte er vom Häuser sein. Er kennt sich aus, wird Sie beraten und Ihnen Qualität und Haltbarkeit demonstrieren können. Er weiß auch, warum er Ihnen zu Crapo-Draht rät, denn er hat ja seine jahrelangen Erfahrungen auf dem Gebiet und eben diese Erfahrungen sollten Sie für sich ausnutzen. Also wenn schon, dann einCrapo Drahtzaun von willige Feuerwehr: 17. Pflichtfeuerwehr. J. B. Häuser, Gießen am Oswaldsgarten, Fernruf 4145/46 gen gehen daher auf eine strenge Auslese bei den Rassen, bet der Züchtung des Bockes, der Wollbehandlung und auch beim Fleischabsatz. Die Gemeinden müssen zur Schafhaltung mobilisiert und ihnen die Gemeindeschäferei als die beste Form anernp« fohlen weren. Der Schäfer muß 1200 Mark Bar- lohn und seine Deputate bekommen, damit er verantwortungsvolle Arbeit leisten kann. Herden mit 200 Mutterschafen ist das Jdealziel. Zur intensiven Landwirtschaft gehört die Schafzucht und viele Bauern haben sich zu überlegen, ob sie das Rind nicht zugunsten des ertragreicheren Schafes abschaf- fen müssen. Zur Bekämpfung der Schafkrankheiten und zur Förderung der Wolle werden ab 15. April fünf motorisierte Badekolonnen eine große Hilfsaktion im kurhessischen und hessen-nassauischen Landesverband durchführen. seine aufopfernde und in jetzt noch nicht zu über- Förderung der hessischen in d.Löwen-Drogerie W. Eilbinger Na'ht. Seltersweg 69 17,^d Rheinländerin, in all. vorkomm. Hausarb. selbst., sucht zum 1. 4. Stelle als Stütze Gute Zeugnisse vorh.Schr.Ag.u. 01263 a.d.G.A. H.J. Baehr Immobilien * Frankfurter Straße 43 ’ ________________________________01346 in Urschrift londern nur Zeugnis- abfchriften dem Be- werbungsichretben beilegen i — Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Kamen und Anschrift des Bewerbers tragen! Hiesige Medizinal-Drogerie u. Photohandlung sucht zum l.April einen gewandten Lehrling mit nur guten Schulzeugnissen. Schr. Ang. unter 1768D a.d.G.A. mit weißer Brust und Pfötchen entlaufen. Abzugeben bei Wolf 01345 Lahnstraße 1311. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- , nähme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege aufrichtigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: W. Schick Fronhausen a. d.Lahn, den 15. März 1937. _________________________________________1775 D Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen sprach Züchter Wicke, Rudlos, dem Tierzuchtdirektor Dr. W a g n e r Gießen, herzliche Worte des Dankes für 2 foitem (Rüden) zu verkaufen. BabnhoMr. 47 (Laden), eia« Die westdeutsche Schafzucht will wieder tonangebend sein. Oie ersten Erfolge in Hessen und Nassau. - Hauptversammlung des Landesverbandes der Schafzüchter. Bin unter Nummer 3398 das Fernsprechnetz angeschlossen ihrer tiefen Bedeutung sehende Arbeit an der Tierzucht aus. ElN 01340 Glnfuönner- fuiöroogen mit Leitern und sonstig, landwirtschaftliche Geräte zu verkaufen. Wieseck,6ieß.Str.135 Neuwertiges Haus Mitte der Stadt gelegen, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres dUrch 01337 e.MoMmw ZNMWeWUl« Dienstag, den 16. März, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bezw. an Crt n. Stelle (Bekanntg. in ob. Lokal) zwangsweisegegcnsofortigeVar- zahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel, 4 Oefen, 4Herde, 2 Spiegel, eine Rechenmaschine, 1 Vervielfältigungsapparat, 2 Schaufenster- emrichtungen, 1 Auto, 1 Teppich, 1 Nähmaschine, 1 Elektromotor, Anzug- und Kleiderstoffe. 1761d Bestimmt wird versteigert: 1 Ladeneinrichtung. Scharmann Gerichtsvollzieher in Gießen Wernerwall 33, Tel. 3108 Heute frisch eintreffend: Grüne Heringe .... V2kg 0.55 tÄ^ual.5008 0-35 im Ausschnitt..... 500 g 0*40 empfiehlt Nachfolger Mäusburg 15 Rur 3612 Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen- Nassau hielt seine von Schafhaltern und Schäfern aut besuchte Hauptversammlung am Samstag bei Faulstich in Gießen ab, zu der auch der Landes- gefolgschaftswart der Schäfer, Lehr-Schäfermeister Wirth (Wetterfeld), erschienen war. Der Borsitzende widmete dem verstorbenen ersten Vorsitzenden, Fürstlich Lichschen Verwalter Büchse n s ch ü tz , dessen Name mit der hessischen Schafzucht immer verbunden bleibt, einen herzlichen Nachruf. Die Nachricht, daß Oberlandwirtschastsrat Tierzuchtdirektor Dr. Wagner (Gießen) die Geschäftsführung in jüngere Hände legen will, löste lebhaftes Bedauern aus. Seine großen Verdienste um die Schafzucht sollen gebührende Anerkennung finden. Zur Führung des Landesverbandes wurde S ch u ft e r (Häuserhof), zu dessen Stellvertreter S ch u d t (Mittelgründau) bestimmt. In dem Jahresbericht wurde auf die Bedeutung der Schafzucht hingewiesen. Die Tatsache, daß die seit den 80er Jahren zurückgegangene Schafzucht keiner anderen Tierzucht gewichen ist, sondern nur vernachlässigt wurde, beweist, daß das Ziel zu erreichen ist. Von den zur Erreichung der Bestände von 1920 (87 200) noch fehlenden 24 000 (1936: 63 000) Schafen entfallen rund 20 000 auf Oberhessen und 4000 auf Starkenburg. Für die Wichtigkeit der Vermehrung der Bestände spricht die Tatsache, daß von 6 Millionen Schafen je ein halbes Pfund Wolle mehr 3 Millionen Pfund Mehrerzeugung ausmachen. Durch die Reichskredite konnten in Hessen 5000 Schafe neu beschafft werden. Neben dem Hauptziel der Wollerzeugung kommt die Fleischversorgung. Das neue Tierzuchtgesetz beseitigt die Versteigerung der Lammböcke und regelt den Absatz der Zuchtböcke nur durch die Auktionen. Der Landesverband hat zur Förderung der Datertiere in Büdingen eine Bockweide geschaffen, die erstmals im April benutzt werden kann. In die Kommission zur Bonitierung der Wolle sind Tierzuchtdirektor Landwirtschaftsrat Dr. T o r n e d e (Biedenkopf) und S ch u st e r (Häuserhof) bestellt worden. Für die restlose Ablieferung der Wolle kommen schärfere Bestimmungen heraus. Die Schäfer wurden auf die Termine der zum ersten Male stattfindenden Hauptkörungen hingewiesen. Neben den Leistungsprüfungen der Stammherden hat Tierzuchtdirektor Dr. Tor ne de auch solche bei Gebrauchsherden mit gutem Erfolge durchgeführt. Durck) die Einteilung der Tiere in Wert- klassen ist Vorsorge gegen die lleberalterung getroffen worden. Zum Schluß wandte sich der Jahresbericht der Schäferfrage zu, wobei ausreichende Entlohnung gefordert wurde. Durch ein von Tierzuchtdirektor Dr. Wagner (Gießen) ausgearbeitetes Weidegesetz, das dem Reichsbauernführer zur Annahme vorliegt, soll die Weidefrage geregelt werden. Tierzuchtdirektor Dr. Wagner erteilte dann den Rechnungsbericht, der geordnete Verhältnisse auswies und der u. a. die große Förderung der Bockzucht durch Zuschüsse in Höhe von 11000 Mark erkennen ließ. Tierzuchtdirektor Landwirtschaftsrat Dr. Tarne d e, Biedenkopf, berichtete über die guten Erfolge der Schafzucht in Nassau. Der Schafbestand ist von 67 907 Stück 1933 auf 83 064 1935, gleich um 18,7 v. H. gestiegen und stand damit mit 50 v. H. über dem nur 12,8 v. H. betragenden Reichsdurchschnitt. 1936 stieg die Zahl auf 103 937, also um weitere 25 v. H. und betrug eine 140pro- zentige Steigerung gegenüber dem nur 10,4prozen- tigen Reichsdurchschnitt. Nassau steht mit dieser Förderung an beachtlicher Stelle. Die in 60 Ge- meindeschafereien durchgeführten Wollwägungen bedeuteten eine starke Anregung für die Schäfer. Durch Gemarkungsrundgänge wurden Gemeinden, heran, die dem deutschen Volke eine innerlich gesunde, charaktervolle, disziplinierte und auch in grundsätzlichen politischen Fragen vorgebildete Jugend geben will. Wie kann dies besser geschehen als in Gemeinschaft mit den Eltern. Der Reichsjugendführer hat oft genug betont, von welch großem Wert die Zusammenarbeit zwischen dem Führerkorps der HI. und den Eltern ist. Die Eltern werden immer wieder Gelegenheit haben, mit der Führerschaft alle sie berührenden Fragen zu besprechen. Die Jungvolkführer setzen je nach Notwendigkeit Elternaussprachabende fest, in denen in natürlichster Gemeinschaft alle Fragen der Erziehung und des Dienstes behandelt werden. Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Führern ist es, auch in persönlichsten Fragen gemeinsam vorzugehen. Darüber hinaus werden die Eltern Gelegenheit haben, bei Elternabenden und Veranstaltungen lustiger oder ernster Art oder bei Sportveranstaltungen sich selbst davon zu überzeugen, in welcher Form Dienst und Leben des Jungvolks vor sich gehen. Ertüchtigung ist kein Exerzierdienst. Einen großen Raum ix der Arbeit des Jungvolks nimmt die Ertüchtigung ein. Die Jungvolkführer- schaft handelt nach dem Grundsatz, daß ein gesunder Körper einen gesunden Geist bedingt, und daß körperliche Ertüchtigung und charakterliche und geistige Schulung einander unbedingt verwandt sind. So ist es selbstverständlich, daß sich ein Hauptteil des Dienstes in der körperlichen Ertüchtigung abspielt, die in solcher Planmäßigkeit und in solchem Umfang in der Welt bisher ohne Beispiel dasteht. Es sind alle Vorkehrungen getroffen, um eine einseitige und übermäßige Anstrengung, die etwa Schaden bei den in der körperlichen Entwicklung besonders empfindlichen jungen Menschen zeitigen könnte, zu vermeiden. Hier zieht das Jungvolk die Arbeit geschulter Fachberater heran. Ein besonders dem Jungvolk angegliederter Aerzte- ft a b sorgt für genaue Einhaltung aller in dieser Hinsicht ausgestellter Vorschriften. Die körperliche Ertüchtigung wird nicht übertrieben, vielmehr stützt sie sich auf den vorhandenen Spieltrieb des Jungen und fördert ihn zugunsten einer langsamen, körperlichen Abhärtung. Erziehung zum Nationalsozialisten. Die weltanschauliche Schulung ist auf leicht Faßliches, Anschauliches und Grundsätzliches abgestellt, das, aus dem Ideengut des Nationalsozialismus kommend, zur Allgemeinbildung gehören muß. Grundelement der weltanschaulichen Schulung ist das Erlebnis und der gesunde, starke Geist des Gemeinschaftslebens. Die Schulung ist der Besonderheit dieser Altersstufe angepaßt. Das Jungvolk berücksichtigt, daß die Eindrücke gerade in diesem Altersabschnitt einen nachhaltigen, ja manchmal entscheidenden Wert besitzen. Herbert Reinecker. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Infolge der Zusammenballung der Wirbeltätigkeit über dem Nord- und Ostseegebiet hat sich ein verstärkter Zustrom kalter Meeresluft eingestellt. Mit ihm setzte feit Sonntagabend unter heftigen Böen (teilweise Geschwindigkeit über 80 Stundenkilometer) sehr rasch wechselnde Bewölkung, sowie Abkühlung und Schauertätigkeit ein. Der Zustrom der kalten Meeresluft bleibt vorerst erhalten. Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur vereinzelten Schauern, bei kräftigen, teilweise böigen Winden aus West bis Nord weitere Abkühlung Aussichten für Mittwoch: Nach anfänglicher Beruhigung und Abkühlung wieder zunehmende Unbeständigkeit, nachts Frost. Lufttemperaturen am 14. März: mittags 6 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 15. März: morgens 4,7 Grad. Maximum 8,8 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. März: abends 4,5 Grad; am 15. März: morgens 3,9 Grad. — Niederschläge 3,9 mm. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. die noch keine Schafe halten, zu deren Anschaffung herangezogen. In einem Vortrag behandelte dann der Geschäftsführer des Kurheffifchen Landesverbandes, Dr. Linnenkohl, Kassel, die dringendsten Fragen zur Förderung der Zuchtbestrebungen. Er gab eine Fülle von praktischen Winken für zielbewußte Marschrouten hinsichtlich der Zuchtziele. Für eine erfolgreiche Aufzucht forderte er Ausmerzung aller neben dem schwarzköpfigen Fleischschaf und dem veredelten deutschen Landschaf noch bestehenden Arten und zugleich strenge Abgrenzung der beiden zulässigen Rassen. Die westdeutsche Schafzucht will wieder tonangebend sein! Sie muß den Vorsprung der anderen Gaue wieder einholen. Die Bestrebun- | Verschiedenes" Strilmpiß -Stricken u.-Anstricken Strickerei E»Bcd< Neustadt 45 Jnschöna-Walde gelegenen Landhaus wird zum 1.4., evtl, später, öflostoißter gesucht, die auch Gelegenheit erhält, sich in der Geflügelzucht u. im Garten mit zu betätigen. — Autzerd.wird ein MMWen nicht unt.18 Jahren, zum l.April gesucht. oi343 Dipl.-Landwirt W. Dornberger Waldhof Post tiutzoachOberh. Erfahrenes i76?d Bürgermeisterversammlung in Gießen. Arn kommenden Freitag, 19. März, findet in Gießen, im Restaurant „Zum kühlen Grund" wieder eine Bürgermeisterversammlung statt, die von der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages (Landesdienststelle Hessen/Hefsen-Nassau) veranstaltet wird. Studienrat Clotz und Regierungsrat Grein werden über die Arbeit des Reichsluftschutzes sprechen, ferner wird Derwaltungsinspek- tor Scheid über die Aufstellung der Haushaltspläne 1937 referieren, und schließlich wird man sich mit Fragen des Ausbaues der Landwirtschaftsstatistik beschäftigen. Die Versammlung beginnt um 15 Uhr. Landkreis Gießen. A Heuchelheim, 14- März. In der Turnhalle veranstaltete die e r st e K l a s s e einen Volksdeutschen Abend, der die Entlassungsfeier für die zur Entlassung kommenden Kinder einschloß. In einer kurzen Ansprache wandte sich der Klassenlehrer, Rektor K n a b, an die nun ins Berufsleben tretende Jugend und wies auf den weiteren Zweck der Veranstaltung hin, die eine Werbung zur Mitarbeit an den großen Aufgaben des Auslandsdeutschtums, fein soll. Der erste Teil der Dor- tragsfolge galt dem Eintritt dieser jungen Menschen in das Berufsleben, worauf Gedichte und ein Zwiegespräch hinwiesen. Der zweite Teil brachte packende volksdeutsche Spiele. Der Ruf der Millionen Ausländsdeutschen gilt jedem einzelnen von uns, nicht nur mitfühlend, sondern tätig helfend und an ihrem Schicksal mittragend zu sein. Alles, Gesang, Gedichte, Volkstänze-und die Theaterspiele, von den Kindern sehr gut aufgeführt, wurde von den die Turnhalle füllenden Zuhörern mit starkem Beifall ausgenommen. = Mainzlar, 13. März. Dieser Tage überflog eine große Schar Schneegänse unsere Gemarkung in der Richtung nach Nordosten. Hiesige Einwohner bemerkten außerdem am Wehr an der Lumda eine Möwe, die sich anscheinend in unsere Gegend verirrt haben mußte. "Y* Ettingshausen, 13. März. Gegenwärtig wird in unserer Gemarkung das Auslichten und Ausputzen der Qbftbäume, entsprechend einer Aufforderung der Bügermeisterei, vorgenommen. In absehbarer Zeit wird auch mit den Spritzungen begonnen, die zwei Mitglieder des Obstbauvereins durchführen werden. -ff L i ch, 14. März. Der Führer der Freiwilligen Feuerwehr Lich hat die diesjährigen Hebungen für die Freiwillige und die Pflichtfeuerwehr Lich wie folgt festgesetzt: 11. April: Freiwillige Feuerwehr; 9. Mai: Freiwillige Feuerwehr; 30. Mai: Pflichtfeuerwehr; 13. Juni: Freiwillige und Pflichtfeuerwehr; 11. Juli: Freiwillige Feuerwehr; 25. Juli: Pflichtfeuerwehr; 29. August: Freiwillige und Pflichtfeuerwehr; 26. September: Frei- Mieter zum 1.4. oder später zu vermiet.Schriftl. Angebote unter 1772V an den Gießen. Anzeig. 8 Ab 1. Avril leer. Simmet zu vermiet. Sep. (Sing. Zu erfrag. i. Gieß.Anz. 01339 Heuchelheim März 1937 csd Eberstadt, 13. März. Der Gesangver- e i n „L i e d e r k r a n z" hielt im Gasthaus „Zum deutschen Hause" seine Generalversammlung ab, in der nach der Begrüßung durch den Vereinssührer Müller der Rechner K. Albs zunächst den Kassenbericht erstattete. Die Kasse verzeichnete einen Nederschuß. Der Tätigkeitsbericht wies eine rege Arbeit des Vereins aus. Der langjährige Dirigent des Vereins, Chormeister Sarnes (Holzheim), legte am Schluß des Vereinsjahres aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Chorleiter wird für die Zukunft Lehrer Andres (Ober-Hörgern) sein. Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Karl Löbrich, H. Schmand und F. L ö d r i ch wurden die Sänger August Felsing, Hermann G ö r l a ch und Heinrich Diehl in den Vorstand berufen. . Rundfunkprogramm Dienstag, 16. INärz. 6 Uhr: Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! Johannes Brahms. 15: Volk und Wirtschaft. Die Bahn und die Bank des Reiches. 15.15: Frauenfunk: Kleine Beschwerden, die uns erreichten. Heitere Hörszenen. 16: Lieder von Hermann Reutter. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Der Sozialdienst. 18: Konzert. 19: Zu Besuch bei Osterhasen!" Jungmädel in einer Schokoladenfabrik. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Haydn-Mozart-Beet- hoven-Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht — Grenzecho. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 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Avril gesucht. 1757V Goethestraße 32 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholten Auf. nahmen einer 8üudai Nr.62 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, (5. Marz M7 Soldaten helfen dem Winterhilfswerk. Ein neuer glanzender Erfolg der iradilionellen Gemeinschaft von Goldat und Bürger in Gießen. — Feldkücheneintopf, Militärmusik und militärische Vorführungen bringen dem WHW. ausgezeichnete Hilfe. Schubert, Schumann, Beethoven. Zum IH.Drchesterkonzert des Gietzener Konzertvereins. Franz Schuberts Ouvertüre zu „Rosamunde" hatte ein eigenartiges Schicksal. Im Jahre 1820 hatte Schubert den Auftrag erhalten, für das Dekorations- und Maschinenstück „Die Zauberharfe", das als Benefizvorstellung aufgeführt werden sollte, die Musik zu schreiben. Besonders die Ouvertüre fand ihre Würdigung. Als dann 1823 die Verfasserin des Textbuches von Webers „Euryanthe", Helmine C h e z y, in kurzer Zeit (man spricht von fünf Tagen) das Schauspiel „Rosamunde" geschrieben hatte, übernahm auch Schubert hier den musikalischen Anteil. Bei der Aufführung ließ Schubert seine Ouvertüre zu „Alfonso und Estrella" spielen. Später veröffentlichte er die Ouvertüre zur „Zauberharfe" als „Rosamunde"-Ouvertüre. Ihrer ursprünglichen Bestimmung entsprechend, hat diese Ouvertüre thematische Beziehungen zu der „Zauberharfen"-Musik. Mit wuchtigen Akkorden, von Fermaten innegehalten, eröffnet sich das Andante. Das Thema, das nun von den Holzbläsern eingeführt wird, erfährt durch die Streicher eine Wendung nach Ges-dur. Rach klanglichem Entschwinden erheben sich massive Akzente des vollen Orchesters. Ein abermaliges Diminuendo führt jetzt zum eigentlichen Allegro. War die Einleitung mit ihren Ballungen ernst gerichtet, so erschließt sich jetzt eine heitere, ja, stellenweise anmutige Sphäre. Das graziöse Hauptthema wird zunächst von den Streichern gebracht und seine melodische Fortführung dem vollen Orchester gegeben. Rach einer feinsinnigen Ueberleitung führen Klarinette und Fagott das zweite Thema ein; die Begleitfiguren, die die Celli hier zu dem anfänglichen Orgelpunkt geben, gewinnen in der weiteren Entwicklung besondere Geltung. Der Schluß der Ouvertüre erhalt durch die Wendung vom 4/4= zum Vg-Takt besonderen inneren Schwung. — In der Folgezeit ist die „Rosamunde"- Ouvertüre unter den Jnstrumentalwerken Schuberts eines der volkstümlichsten und mit am meisten gespielten geworden. Der erste Satz von Robert Schumanns Klavierkonzert in a - m o 11 gehört als „Fantasie" für Klavier und Orchester einer früheren Schaffensperiode an. Darauf weist Schumann seinem Kompositionsverzeichnis von 1845 folgend hin: „Intermezzo und Rondo, (Finale) als Schluß meiner Fantasie für Pianoforte — als Konzert op. 54 erschienen." — Durch die Ergänzung des urfprün- lichen „Fantasie"-Satzes hat Schumann den Klavierspielern eine äußerst dankbare Aufgabe gestellt. Die Erfahrungen, die er in seinen vorausgegange- nen Symphonien gesammelt hatte, gaben ihm nun die Möglichkeit für die symphonische Durchdringung Lubka Kolessa (Klavier) wirkt als Solistin im 3. Orchesterkonzert mit. (Aufnahme: Foto Roma, Frankfurt a. M.) zwischen Solopart und Orchester, wenn auch Beethovens Ls-ckur-Konzert hier für ihn Richtung weisend gewesen ist. Das a-moII-Konzert ist kein Vir- tuosenkonzert in engerem Sinne; der Anteil des Klaviers hat weitgehende Selbständigkeit, er mischt sich dennoch organisch mit dem Orchester und namentlich in den figurierten Teilen sind die Themen des Orchesters innig mit dem Klavier verwoben. Der erste Satz (Allegro affettuoso) folgte in freier Abwandlung („Fantasie") der symphonischen Sonatenform. Im engen Anschluß aber an den & ■ k ;<- .MM Generalleutnant Oßwald (im Bilde links) faßt seinen Schlag. mittags auf dem Sportplatz. Einen eindrucksvollen Auftakt der großen Hilfsaktion unserer Soldaten für das WHW. brachte der teil. Den Abschluß des sinfonischen Teils des Konzertes bildete die Norwegische Rapsodie Nr. 3 von I. Svendsen. Die Zuhörer ließen es auch hier am verdienten Beifall nicht fehlen, der sowohl dem Dirigenten, wie auch dem gesamten Orchester galt. Die Musiker bedankten sich in einfacher Weise durch Die Tageslosung der Wehrmacht: A l l e Kräfte der Soldaten und der Bevölkerung für das WHW.ein'- z u s e tz e n , hat am letzten Eintopfsonntag und an seinem Vorabend — wie von vornherein als selbstverständlich in Gießen zu erwarten war — bei allen Volksgenossen stärksten Widerhall gefunden. Das beweist die große Beteiligung unserer Einwohnerschaft an sämtlichen Veranstaltungen der Garnison, aber nicht nur in rein zahlenmäßiger Hinsicht, sondern auch eindrucksvoll durch den inneren Schwung, mit dem alle Männer und Frauen, Jungens und Mädels mit ganzem Herzen hier bei der Sache waren. Selbst der gestrige unfreundliche Regensonntag konnte die Volksgenossen nicht abhalten von ihrer starken Beteiligung an den mannigfaltigen Veranstaltungen der Soldaten, sowohl am Vormittag, wie auch während des Nach- Erheben von den Plätzen. Die Leitung des Sinfonie- Orchesters lag in Händen von Musikmeister Dei- s e n r o t h vom Infanterie-Regiment 57. Der zweite Teil des Konzertes wurde in der charakteristischen Besetzung des Militärorchesters bestritten. Die Leituna hatte jetzt Musikmeister Linnemann vom Artillerie-Regiment 45. Die Programmfolge brachte den eindrucksvollen Königsmarsch von R. Strauß, bann die Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals" von Verdi und dann den bekannten unterhaltsamen Csardas aus der Oper „Der Geist des Wojewoden" von Großmann. Auch hier folgten die Zuhörer gerne und mit Begeisterung den Klängen und dankten immer wieder mit anhaltendem Beifall. Den Höhepunkt des Abends bildeten dann die Darbietungen des großen Militärorchesters in der Gemeinschaft mit Spielleuten und Fanfarenbläsern. Die Fanfarenbläser standen nun dekorativ und wie aus Erz gegossen zu beiden Seiten der Bühne, mit ihren wappentuch-geschmückten Fanfaren. Kesselpauken waren aufgestellt und die Spielleute hatten außerdem im Vordergrund mit ihren Trommeln und Pfeifen Aufstellung genommen. Der starke militärische Eindruck wurde noch dadurch erhöht, daß die Soldaten nun alle den Stahlhelm trugen. Die' Darbietungen des dritten Teiles des Konzertes wurden durch die „Rheinlandfanfare" eingeleitet, eine Komposition von Musikmeister Deisenroth. Zwei weitere Fanfarenmärsche, die in ihrer Klangkraft die ganze Volkshalle füllten, begeisterten die Zuhörer und lösten stürmischen Beifall aus. Dann folgte — nun ohne die Fanfaren und Kesselpauken — unter der Leitung von Musikmeister Wohlfahrt (J.-R. 116) noch eine Zusammenstellung verschiedener alter Märsche, die im Badenweiler Marsch ihren Höhepunkt und Ausklang fanden. Den großartigen Abschluß des Konzertes bildete dann der Große Zapfenstreich, dessen Schluß die Besucher des Konzertes stehend und mit zum deutschen Gruß erhobener Hand anhörten. Angeregt und sehr befriedigt von den starken Erlebnissen, die dieser Abend vermittelte, verließ wohl jedermann am Samstagabend die Volkshalle. Beim Ausgang wurde noch mancher Groschen den Sammlern des Winterhilfswerkes in die Büchse geworfen und damit auch in dieser Form der Dank für diesen Abend zum Ausdruck gebracht. Für die Stunden des Konzertes hatte sich die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, die mit vielen Helferinnen und Helfern einsatzbereit war. Die militärischen Vorführungen am Sonntagvormittag in den Kasernen unserer Infanteristen und Artilleristen fanden erfreulicherweise große Beachtung. Zwar war das regnerische Wetter den fesselnden Darbietungen gerade nicht besonders förderlich, aber es vermochte nicht im geringsten die Einsatzfreudigkeit und den militärischen Schneid unserer jungen Feldgrauen zu mindern, ebensowenig die Standhaftigkeit und das aufmerksame Interesse der vielen Besucher zu schmälern. Ueberall merkte man, daß es unseren Soldaten viel Freude bereitete, bei dieser Gelegenheit einmal vor den Volkgenossen im Zivilkleid durch einige Ausschnitte aus dem großen soldatischen Arbeitsgebiet zeigen zu können, was es heißt, moderner Samstagabend mit dem Großkonzert in her Volkshalle. Die Volkshalle war mit Flaggen des Dritten Reiches geschmückt, das Konzertpodium war eingefaßt vom Flaggentuch der Wehrmacht und frischem Grün. Die Lichterkette um Galerie und Bühne verbreitete festlichen Glanz. Schon lange Zeit vor dem Beginn des Konzertes war die Halle von vielen Volksgenossen besetzt, bald harrten über 3000 gespannt der Darbietungen des Abends. Zahlreiche Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen und der Behörden hatten sich eingefunden. Selbstverständlich waren auch viele Angehörige des Offizierskorps unserer Wehrmacht anwesend. Auch Generalleutnant O ß w a l d ließ es sich nicht nehmen, dem Konzert beizuwohnen. Den zahlreichen Konzertbesuchern bot sich mit dem Anblick der Bühne ein eindrucksvolles Bild. Das Orchester für dieses Groß-Konzert nahm fast den ganzen großen Bühnenraum ein, denn für das Konzert waren drei Mufikkorps zusammengefaßt worden und zwar das Musikkorps unseres Gießener Infanterie-Regimentes 116, das Mufikkorps des Infanterie-Regimentes 57 und das Trompeterkorps des Artillerie-Regimentes 45. Außerdem wirkten in einem Teil des Konzertes auch Angehörige der Spielmannszüge des Infanterie-Regimentes 116 mit. Die Folge der Darbietungen selbst gliederte sich in drei Teile. Eine seine und würdige Eröffnung fand die Reihe der musikalischen Darbietungen durch das Orchester in sinfonischer Besetzung. Da hörte man zunächst die Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz", die mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Dann folgte das Konzert für Klarinette in A-dur von Wolfgang Amadeus Mozart, das dem Unteroffizier M e r z in Gemeinschaft mit dem Orchester Gelegenheit gab, die Beherrschung seines Instrumentes zu beweisen. Starker Beifall wurde ihm zuLinks oben: Ein Blick auf die Bühne der Volkshalle während des Großen Militärkonzertes, das über 3000 aufmerksamen Zuhörern zu einem schönen Erlebnis wurde. Oben rechts: Mit großer Liebe setzten sich die Soldaten auch mit Platzkonzerten für die Sache des Winterhilfswerkes ein. Auf dem Kreuzplatz folgten viele Zuhörer, allem Regen und Wind zum Trotz, gerne den Weifen der Musik. Unten links: Den Zivilisten war gestern vormittag eine schöne Gelegenheit geboten, sich als Tankabwehrschützen zu betätigen. Geschossen wurde allerdings nur mit Kleinkaliber - Munition. Aber Spaß machte es doch! Unten rechts: Auf dem Waldsportplatz standen sich Fußball- und Handballmannschaften der Stadtvereine und der Wehrmacht gegenüber. Beide Spiele konnten die Soldaten gewinnen. Im Bilde: die Handballspieler. Im Vordergrund rechts die Elf der Wehrmacht. * tz l M WM geistigen Verlauf schaltet Schumann ein „Andante espressivo“ ein mit äußerst starker Gefühlsgebundenheit, das dem schwärmerischen Ergehen des Kla- vieres durch solistisch geführte Begleitinstrümente vertiefte Innerlichkeit gibt. Nach einer A-dur-Epi- sode erteilt der Kopfsatz in einer weit ausgeführten Kadenz vor Eintritt der Coda noch einmal dem Solisten ausschließlich das Wort. Abweichend von der üblichen Konzertform läßt Schumann nach dem ersten Allegro keinen ausgesprochenen langsamen Satz folgen. Als „Intermezzo" gibt er ein anmutig bewegtes Anclantino grazioso mit ausdrucksvoller Gesanglichkeit in feinem Mittelteil. Zu seinem Schluß läßt Schumann das Kopfmotiv des Eingangssatzes in den Holzbläsern anklingen und führt mit einer aufschließenden Streicherpastage in das von vollstem Lebensgefühl getragene Finale, das sich an die Rondoform anlehnt und beispielsweise in seinen rhythmischen Verschiebungen besondere Reize entwickelt. Hatte sich Beethoven mit seiner ersten Symphonie noch ganz auf den Boden der traditionellen Form gestellt, wenn auch hier schon einzelne Züge den Kommenden erkennen lassen, so ist die zweite Symphonie das Bindeglied zur „Eroika" hin. Noch fehlt zwar der programmatische Gedanke, der das Werden der „Eroika" entscheidend beeinflußt hat; aber der Musiker rüttelt an der Form, und mit romantischen Vorstößen prägt er dem lieber» kommenen sein eigenes Gesicht auf. Das Werk wurde im Sommer 1802 gelegentlich eines Erholungsaufenthaltes in Heiligenstadt bei Wien vollendet. Die vorhandenen Skizzen lassen ersehen, daß sich Beethoven schon in den vorausge- gangenen Jahren mit der Zweiten innerlich beschäftigt hat. Wenn wir bedenken, daß in diesem Zeitraum dem Meister die verhängnisvollen Folgen seines Gehörleidens zum Bewußtsein kamen, und angesichts der Tatsache, daß im Oktober nach der Symphonie in abgrundloser Verzweiflung Beethoven das Heiligenstädter Testament niederschrieb, so trägt doch die Zweite in ihrem Gesamteindruck noch nichts von der tiefen Gemütsdepression an sich, sondern sie erscheint uns im Gegenteil als froh und lebensbejahend. Allerdings lassen doch einzelne Momente einen Zusammenhang erahnen. Das bestätigte die Adagio-Einleitung der Symphonie. Die angeschlagene ruhevolle Eingangsstimmung wandelt sich zu einem rastlosen Grübeln nut wühlenden Passagen der Streicher, das sich m einem jähen Unisono-Aufschrei aller Instrumente (d-moll) Luft macht. Eine Vorausnahme, die in allerengster Verwandtschaft mit der Neunten steht. Es ist, als habe Beethoven damit seinem Inneren Befreiung und Beruhigung gegeben; denn nun kündet sich Friede an. Derselbe Ton, der den Aufschrei endete, wird zum Orgelpunkt einer Entwicklung des Sich-Findens. Der Meister ist wieder ganz Herr seiner selbst, das zeigt der Beginn des Allegro con brio; auch das zweite Thema ist m fanfarenmäßigem Aufsteigen von Tatkraft bewegt. Jedoch, wo wir uns am Abschluß der Themenaufstellung glauben, da bricht er mit scharfen verminderten Akkorden ab. Nach beklemmender Pause beginnen die Streicher, im Unisono mit dem Sechzehntel- Motiv des ersten Themas aus dem Pianissimo sich zum sforzato zu erheben, dann führt der Satz hin zur Durchführung. (Wiederum ein Zeugnis persönlichen Ringens mit Form und Ausdruck.) Die Durchführung ist anfangs von Dissonanzen getrübt; in ihrer weiteren Entwicklung ist sie bestimmt von innerem Ringen. Der Coda des Satzes gibt eine Episode mit chromatisch aufsteigenden Bassen gespannte Ballung. Das Larghetto ist einer der schönsten und eingängigsten Sätze Beethovens, ganz aus dem Erleben der Schönheiten der Welt in innerer Bereicherung geboren. Wenn auch zeitweilig kleine Schatten das Bild trüben wollen, so läßt sich doch das heitere Empfinden nicht zerstören. Das Scherzo erwächst aus überschäumendem Lebensgefühl mit jähen Wechsel von Forte und Piano im Anfang. Zwischen anmutigen Bläserthemen des Trios läßt eine kurze Entwicklung der Streicher einen Blick in das Innere des Meisters werfen. Das Finale wird einem straff akzentuierten, energiegeladenen Rhythmus eingeführt; fein Fortgang bekundet Lebenswillen. In der Coda lassen zwei Fermateinhalte den Niederschlag des Persönlichen in diesem an satztechnischen Schönheiten reichen Teil ersehen. — Als diese Symphonie in Wien gemeinsam mit der Wiederholung der Ersten zur Aufführung gebracht wurde, entschied man sich für das ältere Werk; ja, in Berlin sprach sogar eine kritische Stimme „von dreiviertel Stunden lang ausaefübr» ten Schwierigkeiten". Aber dennoch bat die Zweite den späteren Generationen ihren unvergänglichen Wert immer wieder aufs neue erwiesen. Dr. Hermann Hering. Sochschulnacknchten. Dem ao. Professor Dr. Hans Netter ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für phy- siko-chemische Medizin und physiologische Chenüe an der Universität Kiel übertragen worden. Soldat zu sein und alle Kräfte anzuspannen im Dienste der Waffe für Volk und Vaterland. Da war vom Befehlshaber bis zum letzten Mann alles ganz gehörig aus Draht, sämtliche Hebungen wurden mit bewundernswerter Exaktheit und bester Kenntnis der Waffe und aller Einzelheiten der Handgriffe ausgeführt und dadurch den gespannt folgenden Zuschauern ein sehr eindrucksvolles Bild von dem hohen Stand der Ausbildung unserer Soldaten gegeben. In der Bergkaserne sah man u. a. fesselnde Vorführungen eines Tak-Zuges mit allen dazugehörigen Fahrzeugen, ebenso eine kleine Feuergefechtsepisode zwischen einer Tak-Abwehr und einem Kampfwagen; ferner eine Hebung eines Zuges Infanteriegeschütze, und Zwar vom Anrücken her über das Einfahren in die Feuerstellung und den Feuerkampf bis zum Abrücken. Um das Uebungsbild vollkommen zu gestalten, wurde auch nicht an dem Einsatz von Uebüngsmunition gespart, so daß es gehörig krachte, ferner die Mannschaften in schärfstem Tempo durch die Gegend flitzten. Schließlich hatten die Besucher noch die Möglichkeit, nicht nur die Kasernen zu besichtigen, sondern sich auch allerlei militärische Hilfsmittel, wie Meßgeräte, Fahrzeuge, Stallungen usw. anzusehen. Wer Lust hatte, konnte für 10 Pf. auch einmal an einem Tak-Geschütz schießen. In der W a l d k a s e r n e konnte man sich die Hebung eines Maschinengewehrzuges bei verschiedenen Gefechtsmaßnahmen ansehen, ferner dem militärischen Funkdienst zuschauen. Auch hierbei bah laterte es tüchtig, um den „Krieg im Frieden" noch interessanter zu machen. Außerdem konnte man sich im Kleinkaliberschießen (3 Schuß für 10 Pf.) üben und ergötzen, wer wollte, namentlich die Kinder, konnte im Fuhrwerk über die Kasernenhöfe fahren, man konnte aber auch Reitübungen ansehen usw. Daß hier ebenfalls die Kasernenbesichtigung viele Interessenten fand, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Unsere Artilleristen zeigten auf dem Gelände des Trieb, das unmittelbar an das Kafernen- grundstück anschließt, den bei dem Artilleristentreffen schon einmal vorgeführten Gefechtseinsatz einer Batterie mit allen Einzelheiten, die dabei vom Aussuchen der Beobachtungsstelle über das Einfahren in Feuerstellung, das Feuern und bis zum Wiederabrücken erforderlich sind. Auch hier wurde durch die Verwendung von Hebungsmunition der Geschützdonner nicht nur in der Annahme gelassen, sondern zur Wirklichkeit gemacht. Zum Schluß folgte der Vorbeimarsch der Batterie vor dem Abteilungskommandeur. In der Reithalle war wiederum viel Interessantes bei den Reitvorführungen zu sehen. Die Kasernenbesichtigung fehlte auch hier nicht. Gerne spendeten alle Besucher am Eingang zu den Kasernen das für das WHW. bestimmte Heine Eintrittsgeld, außerdem ließen sie die von Sammlern herumgereichten Sammelbüchsen nicht unbenutzt vorbeitragen. Das Mitarkonzert auf dem Kreuzplatz durch das Musikkorps unseres I.-R. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt brachte den zahlreichen Besuchern gute Musik, die mit Dankbarkeit ausgenommen wurde. Wenn auch hier der Regen nicht fehlte, so musizierte doch die Kapelle mit allem Schneid in feiner Weise weiter, hörten die Besucher gerne zu und blieben standhaft auf ihren Plätzen, bis die letzte Darbietung verklungen war. Der gemeinsame Gintopf vereinigte um die Mittagsstunde alle Volksgenossen in Uniform und im Zivilkleid. Die Gemüsesuppe mit Rindfleisch und Kartoffeln, die es in den Kasernen und durch elf Feldküchen auch in den Familienhaushaltungen in der Stadt gab, war ganz vortrefflich zubereitet und schmeckte vorzüglich. Unsere Hausfrauen werden dabei sicherlich den Soldatenköchen alle gebührende Anerkennung für ihre Kochkunst gezollt haben. Viele Volksgenossen verspeisten ihren Eintopf in den Speisesälen der Kasernen, um auch einmal oder wieder einmal in der Kaserne zu essen. Andere sanden sich im Studentenhaus, im Klub ober im Cas6 Leib ein, um dort ihren an der Feldküche empfangenen Schlag zu verdrücken. An der Feldküche vor dem Studentenhaus nahm auch der Standortälteste, Generalleutnant Oßwald, selbst für feine Angehörigen und für sich den Eintopf-Schlag in Empfang, um ihn dann im Speisesaal des Hauses inmitten der völlig zwanglos beieinander sitzenden Volksgenossen zu verzehren. In anderen Speiseräumen der Gaststätten oder Kasernen saßen viele Offiziere ebenfalls inmitten der Volksgenossen vor ihrem Suppenteller. Die beweglichen Feldküchen fanden sich mit militärischer Pünktlichkeit von 11.30 Uhr ab in den Straßen der Stadt ein. Hornisten verkündeten mit weithin klingenden Trompetensignalen die Essenausgabe. Kaum waren die ersten Signaltöne verklungen, so konnte man Frauen, Töchter und Söhne, manchmal aber auch die Hausherren selbst mit Töpfen, Kannen, Schüsseln, Kochgeschirren usw. eilig den Feldküchen zustreben sehen. Der Betrieb war im Handumdrehen außerordentlich lebhaft. Manchmal hieß es sogar etwas Schlange stehen. Eifrig hatte der Soldat mit dem Schöpflöffel aus dem vollgefüllten Kessel zu pumpen. An einer Feldküche an der Ecke Frankfurter Straße ° Wetzlarer Weg tauchte zu unserer stillen Freude auch die Frau Sibylle Vielgeplagt auf. Sie forderte vor dem Herreichen ihres großen Suppentopfes den Mann mit dem Schöpflöffel auf, tief nach unten in den Kesses zu schöpfen, denn es fei ja im Gießener Anzeiger schon zu lesen gewesen, warum der Schöpflöffel so tief in den Kessel gesenkt werden sollte. Frau Sibylle konnte zufrieden sein, denn sie bekam in ihren Topf ganz gewichtige Brocken und dazu noch einen halben Schöpflöffel voll Suppe als Zugabe. Der unerwartet große Ansturm an die Feldküchen bekundete zwar das erfreulicherweise starke Interesse unserer Volksgenossen an der Soldatenküche, er hatte aber doch auch eine Auswirkung, die von der Wehrmacht selbst am meisten bedauert wird. Denn der gewaltige Andrang schon an der ersten Ausgabestelle jeder Feldküche riß rasch derart große Lücken in den Suppenvorrat, daß manche Feldküche schon ausverkauft war, bevor sie überhaupt eine zweite ober brüte Ausgabestelle hätte erreichen können. Zahlreiche Felbküchen fuhren darauf in schleunigem Tempo zu den Kasernen zurück und holten eine neue Ladung Essen. Aber auch dieser Vorrat war im Handumdrehen schon wieder aus- gegeben. Kurzum: Die Nachfrage der Volksgenossen nach dem Essen hatte ein Ausmaß angenommen, das von der Wehrmacht selbst, unter Einrechnung aller Möglichkeiten in so umfassender Weise nicht vorhergesehen werden konnte. Das an sich bedauerliche Ergebnis war, daß manche Familien leider — die Wehrmacht selbst bedauert dies recht sehr — kein Essen an der Feldküche fassen konnten, weil eben der gesamte Vorrat, ebenso auch die Essen- Reserve in den Küchenräumen in den Kasernen, schon in kurzer Zeit vollkommen ausverkauft war. Wir können unseren Lesern als den Standpunkt der maßgebenden Stelle mitteilen, daß man dort neben dem starken Bedauern über diese unvorhersehbare Erscheinung noch die Erkenntnis gewonnen hat, daß bei einer anderen Gelegenheit dieser Art ein noch weit größerer Einsatz der Küchen und aller Materialien getroffen werden muß und wird, um allen Ansprüchen in der erforderlichen Weise genügen zu können. Wir haben uns heute vormittag bei dem Stand- ortoffizier der Division nach dem Gesamtum - fang des Essensvorrats und der dazu benötigten Materialien erkundigt. Bei den Ermittlungen der Division ist aber sehr schnell ein so großes Ausmaß der Quantitäten in Erscheinung getreten, daß eine zahlenmäßige Aufstellung heute früh noch nicht möglich war. Wir werden diese Angaben noch berichten. (Aufnahmen [5|: H. L. Neuner, Gießener Anzeiger.) Gin Sport-Aachmittag bildete den Abschluß der Soldaten-Aktion für bas, WHW. Aus dem Walbsportplatz bes VsB.-ReichS- bahn stauben sich je eine Mannschaft der Wehr« macht und ber Stabt im Hanbball- bzw. Fußball- wettspiel gegenüber. Heber biefen Teil bes TageS berichten wir in, unserem heutigen Sportteil. Aus der Provinzialhauptstadt. Trachtenschau in der Westentasche. Eigentlich müßten wir Männer uns etwas schämen! Wie nüchtern und farblos sieht boch unsere Kleibung aus! Höchstens im heißen Sommer erlauben wir uns etwas mehr Buntheit. Von unfern Gesellschaftsanzügen wollen wir vollenbs schweigen; besteht boch in bem roürbigen Schwarz, bas uns umhüllt, kein Unte^rschied, ob wir zum Ball ober zum Begräbnis gehen. Wie anbers war es einst! Da strotzten auch wir Männer in ber Farbentracht des Regenbogens und konnten es nicht — bunt genug treiben. Aber wer kennt noch alle die bunten Trachten, die unsere Die nächste Reichsstraßensammlung bes Winterhilfswerks wird von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Vorfahren getragen haben, einerlei, ob es Könige ober Edelleute ober Bauern waren? Nicht jeber hat immer die Zeit, ins Museum zu gehen, um dort die deutschen Volkstrachten zu studieren. Zwar gibt es auch Bücher mit vielen mehrfarbigen Bildern, die uns in das Reich der Volkstrachten führen. Aber diese Bücher kosten wiederum Geld und sind auch oft zu umfangreich. Was also tun, um auf billige Weise ein wenig Trachtenkunde zu treiben? Die Aussicht, es tun zu können, ist gar nicht allzufern, lieber kurz ober lang, genauer gesagt: am 2 0. und 21. März werden wir alle Gelegenheit haben, unsere Kenntnisse in dieser Hinsicht bedeutend zu erweitern. Denn an diesen beiden Tagen werden viele, wunderhübsche Trachtenmännchen und Trachtenfrauchen auf uns zuspazieren und zwar in Gestalt von allerliebsten Porzellan- tigürchen, die uns das deutsche Winterhilfswerk durch die Arbeitsfront zum Kauf anbieten läßt. Im ganzen werden es zehn Porzellanfigürchen fein: eine Bückeburger Bäuerin, ein Schwarzwälder Mädchen, eine rheinische Winzerin, eine Berchtes- gabnerin, ein Mann in Vierländertracht, ein Friesen- fsicher, eine Spreewälderin, eine Schlesierin, ein Bauer aus der Schwalm und ein westfälischer Bauer- Das hübsche und erfreuliche an diesen Porzellanfigürchen ist, daß sie in Form und Farbe naturgetreue kleine Nachahmungen der genannten lands- männischen Trachten sind. Man kann also tatsächlich an ihnen seine Studien machen, kann reizvolle Vergleiche anstellen ynd, wenn man will, in der Familie einen kleinen Schönheitswettbewerb veranstalten. In diesem Falle darf man sich allerdings nicht damit begnügen, nur eine ober zwei dieser Trachtenfigürchen zu „erwerben". Sie sind ja aber auch so billig, baß man getrost alle zehn „Herrschaften" zu sich bitten kann. Zu tragen unb zu schleppen hat man an ihnen auch nicht viel. Man kann sie in ber hohlen Hanb ober in der Westentasche nach Hause tragen. Was mich betrifft, so werde ich es auf alle Fälle so machen. Ich schaffe mir eine Trachtenschau in ber Westentasche an und werde bann, in ihren Anblick versunken, darüber nachdenken, warum wir Männer der Gegenwart es unfern farbenfrohes Vorbildern eigentlich nicht nachmachen... Dornotizen. Tageskalender für Alonkag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Togger". — Licht« spielhaus, Bahnhofstraße: „Bettelstudent". Stadltheaker Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieberA Am 21. März, 11.30 Uhr, findet im Stadttheate^ die 12. Morgenfeier „Frülingsanfang" statt. Inters dant Schultze-Griesheim bringt Rezitationen aus Giono „Die Auferstehung des Brotes". DeP Chor des Stadttheaters singt alte unb neue Früh? lingslieber. Ferner geht „Äepfel unterm Hut" ini Szene. Ein Scherzfpiel von Rittervolk, Bauernjun? gens und einen braven Gaul nach Hans Sachs, neubearbeitet von Friedrich Forster. — Die Rollü bes „Ritter Neidhart Rabautz" spielt Heinrich Hub. Spielleitung Günter Winkel. Musikalische Leitung Ernst Bräuer. Don der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbuna hat am 22. Februar 1937 dem Dr. habil. Heinz Dombrowsky in Gießen die Dozentur für das Fach der Hygiene und Bakteriologie verliehen und ihn der Medizinischen Fakultät ber Universität Gießen zugewiesen. Kameradschastsabend alter unv junger Fünfziger. Es ist in Gießen seit mehr als einem halben Jahrhundert zur lokalen Tradition geworden, daß alljährlich die Fünfziger, d. h. die Männer, die in dem jeweils laufenden Jahre ihr 50. Lebensjahr vollenden, sich zu einer kameradschaftlichen Vereinigung zusammenschließen, deren einziger Zweck darin besteht, im Kreise der Altersgefährten gute Kameradschaft zu pflegen, alle Unterschiede der Berufe, der sozialen Stellung, der christlichen Konfession usw. strikte beiseite zu lassen, den schönen Gemein- schaftsgeist und die Verbundenheit von Mensch zu Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Günther Grevenstein aber war den ganzen Vormittag wie betäubt; es kostete ihn Anstrengung, vor Mabel zu verbergen, wie konfus er war, wie völlig durcheinander. Er atmete auf, als sie ihn mittags in Gnaden entließ und ihn erst zum Abend wieder verpflichtete, mit ihr ein Theater zu besuchen. Güncher brachte Mabel bis vor das Hotel, dann fuhr er nach dem Palais Rethel. Der Diener meldete ihm, daß ber Graf heute mittag nicht nach Hause kommen könnte. So begab sich Grevenstein allein zu Tisch. Aber ihm, bem fröhlichen Genießer, wollte heute bie Mahlzeit nicht munben. Er ftanb vor etwas ganz Unfaßbarem. Wie kam Tilli Bergschlag gerabe in bas Hotel Continental? Hanbelt es sich wirklich um einen Irrtum, ber sie in ben Salon Mabels geführt? Ober war bas nur eine Ausrebe unb ihr unvermitteltes Eintreten ein Trick gewesen? War sie auf feiner Fährte, unb wollte sie ihm mit ihrer Anwesenheit brohen? Sie hatte sich allerbtngs sofort auf eine Weise zurückgezogen, bie ihre Worte, sie hätte sich im Zimmer geirrt, völlig glaubhaft erscheinen ließen. Dennoch blieb bas Ganze geheimnisvoll unb fonberbar. Er ftanb vor Rätseln. Gestern tauchte bie Frau mit bem filberblonben Haar auf, bie er geküßt, nachbem er Tilli verlassen, heute war plötzlich Tilli Bergschlag selbst ba. Ein grotesker Zufall! ^ebenfalls mußte er es oermeiben, ins Hotel Continental zu gehen. Am besten wäre es, wenn es ihm gelänge, Mabel zu bewegen, bort auszuziehen. Unter irgendeinem Vorwanb, ben er noch erfinden mußte. Heute früh hatte man Nachricht vom Anwalt erhalten, baß bie französische Staatsbürgerschaft unb die Aboption binnen kurzem erreicht feien. Grevenstein holte tief Atem. Das Verbergen hinter einem anderen Namen schien gar nicht so einfach zu sein, wie er es sich vorgestellt. Damit ließ sich Vergangenes boch nicht so rasch bannen, wie er angenommen. Er trank hastig ein Glas von bem schweren Burgunder, ben ber Graf bevorzugte, unb nach bem nächsten Glase sah alles nicht mehr so schlimm aus. Die Hauptsache blieb, baß er nicht mehr in bas Continentalhotel gehen bürste, solange es Gäste beherbergte, bie nicht nach feinem Geschmack waren Das Durcheinanber, in bas er plötzlich geraten, fanb er jetzt fast komisch, zum mindesten aber interessant. Nur durfte man keine Angst haben. Sobald man Gefahren fürchtete, war man verloren. Alles beruhte ja nur auf blindem Zufall! Zufall war es, daß bie gemalten Gräfinnen Rethel bas Diabem trugen, bas er sich auf bem kleinen Maskenball in Deutschlanb angeeignet, das er als Andenken unterschlagen, nur als Andenken, weil er feine Ahnung von seinem Wert gehabt. Zufall war es auch, daß die Verliererin des Diadems plötzlich hier austauchte. Aber sie war eine reiche Frau und konnte das Schmuckstück leicht entbehren. Unb Zufall war es schließlich, baß Tilli Bergschlag zur selben Zeit in Paris erschien, wie Fraw Rabix. Aber alles war sofort wieber beim alten, wenn die beiden Frauen abgereift sein würden. Dann sah er keine Schatten mehr für feine Zukunft. Er trank noch ein drittes Glas von dem schweren Wein, und danach begab er fick nach oben, machte es sich auf der Chaiselongue feines Schlafzimmers bequem und schloß die Augen. Er schlief bald ein, unb im Traum hielt er plötzlich wieber bie Silberblonbe in den Armen, die ihm ihre Lippen bot 21. Der Graf saß m seinem Büro unb grübelte unb sann unaufhörlich. Er hätte Zeit genug gehabt, um zum Mittagessen nach Hause zu fahren, aber er befanb sich m einer Stimmung, die keine oberflächliche Unterhaltung mit Günther Grevenstein vertrug. Er sah heute überall, wo er ging unb ftanb, bie schöne Deutsche vor sich, bie ihm klargemacht, wie rücfftänbig man hier in ber Pariser Vertretung noch sei, bie allerlei Neuerungen forderte, und bie zubem einer anberen so ähnlich sah, bie tief in bas Dunkel ber Vergangenheit untergetaucht war. Er bewunderte die Schönheit und die geschäftliche Beschlagenheit der jungen Frau, aber sie quälte ihn mit Erinnerungen. Umsonst hatte er geglaubt, über der Situation zu stehen! Schließlich erhob er sich, weil er Hunger verspürte. Ganz in der Nähe befand sich ein kleines Restaurant, das er zuweilen aufsuchte. Dort ging er hin. Er nahm an einem Tisch Platz, der nach der Hofseite zu gelegen war, und erwiderte flüchtig den Gruß eines Herrn am Nebentisch, der scheinbar gleich ihm bas Bebürfnis empfanb, ein wenig abseits zu sitzen. Währenb er seine Vorspeise atz, bie ber Kellner eilfertig braute, überlegte er, wer wohl ber Herr am Nebentisch sein könnte, ber mehrmals etwas zudringlich zu ihm herüberschaute, wie er mit leichtem Mißfallen bemerkte. Aha, jetzt wußte er Bescheid! Es war Jacques Mortier, der Juwelier aus der Rue Royal, dessen eleganten Verkaufsraum er früher oft betreten. Der Graf lächelte ein wenig. Er war auch alt geworden, der Juwelier, ber früher ber Lieferant unb Berater vieler auslänbischer Fürstenhäuser gewesen unb wohl noch jetzt bie ersten Aristokraten Frankreichs zu seiner Kunbschaft zählen konnte. Als ber anbere wieder zu ihm hersah, nickte er ihm zu „Verzeihung, ich erkenne Sce erst jetzt, Herr Mortier. Wie geht es Ihnen?" Der Juwelier dankte: „Gut, Herr Graf, ich bin zufrieden, und Sie sehen so vorzüglich aus, daß man nicht erst zu fragen braucht" Damit wär die Unterhaltung zunächst beendet. Der Juwelier aß sein Menü, der Graf tat dasselbe, doch nachdem der Nachtisch verspeist war, den beide fast gleichzeitig erhalten hatten, erhob sich Mortier und trat an den Tisch des Grafen heran. „Ich bitte um Entschuldigung, Herr Graf, falls ich störe, aber weil ich Sie gerade treffe und mich seit kurzem etwas beschäftigt, was Sie vielleicht auch interessiert, wage ich die Störung." Der Graf wies auf den Stuhl neben sich. „Ich habe genügend Zeit, Herr Mortier." Mortier nahm Platz. „Also, Herr Graf, wie ich weiß, waren in Ihrem Besitz früher zwei wunderschöne und sehr kostbare Schmuckstücke aus Brillanten, Saphiren und Perlen. Ich habe öfter kleine Reparaturen daran gemacht, und schon mein Vater arbeitete für Ihre selige Frau Mutter mehrmals an dem Schmuck etwas um. Sie verkauften durch mich ein Halsband an die Fürstin Breda, von der es mir gerade jetzt wieder einmal zur Reinigung übergeben wurde, das Diadem des Schmuckes aber gehörte Ihrem verstorbenen Herrn Sohn, und Sie wußten nicht, wohin es gekommen, wie Sie mir einmal vor langen Jahren erzählten. Nun sind Teile davon aufgetaucht. Lose Steine! Ich kenne den eigentümlichen alten Schliff dieser Brillanten und Saphire sehr genau, und ein Irrtum ist ausgeschlossen." Der Graf fragte lebhaft: „Sie wollen damit sagen, daß diese wieberaufgetauchten Steine wirklich aus bem Diabem stammen?" »Ich weiß es, wie ich nochmals betone, ganz genau; jeber Zweifel ist ausgeschlossen", sagte ber andere. Der Graf fragte noch lebhafter: „Unb wozu brachte man Ihnen bie Steine? Man bot sie Ihnen zum Kauf an, nicht wahr?" Der Juwelier schüttelte oerneinenb ben Kopf. „Bewahre! Einen Brillanten soll ich in Ringform fassen, einen Saphir als Krawattennabel. Das Sonderbare aber ist weiter, baß ein Kollege ber Zugleich mein bester Freunb ist, unb besten Geschäft sich auf bem Boulevarb bes Italiens befinbei mir oon einem Herrn erzählte, ber ihm einen prachtvollen Brillanten unb einen Saphir, beibe von älterem Schliff, gebracht. Er zeigte mir, des Schliffes wegen, die Steine. Sie stammen ebenfalls aus dem Diadem. Ich entnahm schon vorhin Ihren Fragen, daß Sie mit der Sache nichts zu tun haben, Herr Graf, mit der Sache, die mir besonders zu denken gibt, seit ich neulich in London war und dort bei einem Geschäftsfreund einen modern gefaßten Ring fah, der auch einen der mir bekannten Brillanten enthielt, Als Verkäufer wurde mir ein Herr beschrieben, der meinem Auftraggeber auf ein Haar gleicht, aber dort einen ganz anderen Namen trug, als bei mir." Er zuckte bie Achseln. »Ihr Herr Sohn ist tot, vielleicht wurde ihm das Diadem entwendet, und man wagt erst jetzt, nach langen Jahren, an den Verkauf zu gehen? Der Graf war äußerst interessiert. „Sie meinen, so etwas wäre möglich?" Ihn durchzuckte der Gedanke, daß es dann viel- leicht nicht ausgeschlossen wäre, daß wenigstens ein paar der kostbaren Steine wieder in seinen Besitz kamen. Er konnte sie gut brauchen. ®?L31i!DeIj€r antwortete: „Natürlich wäre das möglich. Die Steine sind sehr wertvoll, und wenn jemand auf unrechte Weise in den Besitz des Diadems gekommen ist, konnte er zunächst kaum etmas öamit anfangen. Irgendein Hehler mag es erstanden haben unb hat dann nicht gewagt, es Vielleicht machen erst seine Erben bas Schmuckstuck zu Gelb. Es kann sich ja auch ganz anders verhalten, mir fiel nur bie überraschende Gleichheit der Steine auf." „2öie nennt sich denn der Herr, der Ihnen die ^annt 3Um Mfen brachte?" fragte ber Graf ge- »®r „nannte wohl absichtlich undeutlich einen Namen , der wie ,be Pierre* klang, aber, da er • ®teine nicht verkaufen wollte, konnte m hl*-fJr,?9en- Der Name bei meinem Londoner Geschäftsfreund lautete Moore. Ich gab bem 9^n eine Bescheinigung über ben Erhalt ber ^uroeien, unb übermorgen vormittag gegen elf Uhr türlirl'f ^imme mürbe unwill- ;r '„3$ bitte um Entschulbigung für bas, ?aslck) letzt sage aber denken Sie, Herr Graf, der r“ß“enbe Herr hat große Aehnlichkeit mit Ihnen, sogar einen Spitzbart trägt er wie Sie." 4.?0UH ^thel durchzuckte ber Gedanke an Gunther, doch verwarf er den Gedanken sofort als geradezu lächerlich. ' ' m{Se? Juwelier meinte: „Wenn man nur bestimmt wußte, ob da irgend etwas Unrechter spielt! Sonst kann man sich natürlich bösen Aerger holen." unheL®I?f JIar“bte i^-schan fest an ein Unrecht, und da er es für möglich hielt, Steine des Dia- berns zu erhalten, fragte er: „Wäre es nicht ein>u- WxV' mßnn er Zum Abholen zu Ihnen kommt? ' (Fortsetzung folgt!) Le,ff L ll dies y Gießen fff# t r'ffi Leib v. ' K Begmn « 1 fc'Ä H Achr-ch- Bit und zu n MMeK'S Kunti **■ W Hitler d °Mern fteudi w* ? •fcMnge richtet E 1884/1934 ijL Worte an ] k Versicherung' linfiH« -u d-' her weitere 5 DHgestimmten i Mmet. Die Mu Krengei sorg' Musikalische Dai Des Stadtheater Md das eben Wende Duarte »erz, Kohlen klin 16. März, Ne zu Gießer Sprenget in jugenb. Er fpri Varlei- e ÄS । Zu der morgige 'in tot Mshallk herzlih eine Neles Hchn-Nc •irirb die kunt 'Keicl,ssiallhalltt Lililritt frei. - Die Ba KT» k S=n lÄt RJw* W-»uchs 'S der 1 *,e im Sü X Si ?ildzKrer <’.Ä W ■Ä.?er dr-I 'Wessen wird > 10. »in t »*iits in Wattfialters pft als Landes' Mn war, ei oberhess Mtände bei 3**en.; SS'ti 'r Stauer °rzellan! e natur. n lonbg, °lle Der! in der krb Der. S9 nicht brachten. °nch so Je”" zu ?Pen le in der ch Hause le Fälle chau in n ihren um wir nfroherr Licht- eßen wirb r. n halben eben, bah er, bie in Lebensjahr n Dereini« jweck darin yte Käme- ier Berufe, Konsession n Gemein- Mensch zu Zhn-N di- Graf 0e‘ iir Wissen« am 22. Fe« irowsky er Hygiene Medizini- gewiesen. des Schlif' mfalls aus hin Ihren ts zu tun mir beson« ondon war en modem nr bekam- mürbe mir ggeber auf i anderen ie Achseln, ihm das jetzt, nach n.u > meinen, mnn viel« astens einen Besitz wäre das und wenn Beto, d'- ichst t«® r mag ewagt, es Erben das auch gonZ .rrafcherrde M ein-n er, da te konnte »Ä ’@U d-l itt Ihn-"' Sed°">- !tn lof«'1 .iS । unr* ^fchriebeH adttheate? tt. Äntetp Zitationen tes". Set :ue FrüL Hut" iü auernjun> J5_ Sachs, Die Rolls irich Hub. e ßeihrng Mensch zu Pflegen, kurzum ein gutes Stuck Arbeit in Dienste der Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen und des Gemeinwohls zu leisten. Wie xan uns erzählte, waren bis zur Jahrhundert- cenbe (1900) diese Zusammenschlüsse nur auf die ?borenen Gießener beschränkt, die von auswärts igezogenen Männer, die „Hergelaufenen", waren inon ausgeschlossen. Von 1900 ab ist aber auch iese Schranke gefallen, seitdem sind alljährlich die ÜnfZiger, die „Gießer Bube" und die „Hergelaufe- prn", in schönster Alterskameradschaft vereinigt. Diese Gemeinschaft von Alterskameraden ver- xnigte sich am Samstagabend im Cafe Leib zu xner schön verlaufenen Kameradschaftsfeier. Die Veranstaltung hatte der jüngste Fünfziger-Jahrgang 1W/1937 aus Anlaß der Weitergabe der von dem ünfziger-Jahrgang 1879/1929 gestifteten und seit- ?m von Jahrgang zu Jahrgang weitergegebenen iinfziger-Fahne hergerichtet. Neben den Mitalie- >rn des jüngften Fünfziger-Jahrgangs (1887/1937) itten sich auch so viele Mitglieder der früheren ünfziger-Jahrgänge eingefunden, daß der Saal is Cafe Leib von den alten und jungen Fünf- gern voll besetzt war. Zu Beginn erfolgte mit einer kurzen Feier die lleberreichung der Fünfziger-Fahne von dem Jahrring 1886/1936 an den Jahrgang 1887/1937. Im Hamen der vorjährigen Fünfziger sprach deren Vor- tztzender Karl Noll kurze Worte von Jahrgang m Jahrgang, denen der Vorsitzende des diesjährigen Jahrgangs Wilhelm Plank ebenfalls mit einer ftrzen Ansprache antwortete, in der er u. a. an je eingangs von uns erwähnte Tradition erinnerte, jie Ueberwindung der „Grenzscheide" zwischen den ,Gießer Buben" und den „Hergelaufenen" in die (rinnerung zurückrief, zu allezeit guter Kamerad- jhaft und zu nationalsozialistischer Hilfsbereitschaft ,nd Einsatzfreudigkeit im Geiste des Führers auf» ref und schließlich dem Führer und Reichskanzler Ldolf Hitler das von den alten und jungen Fünfzigern freudig aufgenommene Treuegelöbnis jarbrachte. Im Namen aller früheren Fünfzigerkahrgänge richtete der Vorsitzende des Altersjahr- eangs 1884/1934 Adam Wehrheim einige herzliche Worte an die Fünfziger-Junioren, in denen be Versicherung der guten Kameradschaft der alten fünfziger zu den Jüngsten besonders herausklang. Der weitere Verlauf der Feierstunde war der iohgestimmten kameradschaftlichen Geselligkeit ge- idmet. Die Musik unter Leitung von Musikmeister r e n g e l sorgte eifrig und ausdauernd für gute Musikalische Darbietungen. Die Angehörigen unseres Stadtheaters Kurt Richter, Paul Nieren jiinb bas ebenfalls aus Theatermitgliedern begehende Quartett der Herren Schuster, Frage rz, Kohl ermann und Uhl, am Klavier Herr Kopp, erfreuten durch ihre ausgezeichneten Darbietungen als Sänger bzw. Rezitator bzw. Quartettsänger in hohem Maße. Diese Künstlergemeinschaft setzte unter der sorgsamen Leitung von Kurt Richter ihr schönes Können eifrig zur Verschönerung der Stunden ein und bereitete damit den vielen Zuhörern eine lebhafte und dankbar begrüßte Unterhaltung. Heitere Gespräche und der Austausch von manchen köstlichen Erinnerungen unter den Alterskameraden füllten den weiteren Teil des Abends aus. Me deutsche Rrbcitofronr W * v •• ■> •:*. , ■». ■■ ? n.5.=GemEinfdiaft „firäfi durch freube" Amt Feierabend. Letzte Aufführung der Oper „Car- m e n". Wegen sehr starker Kartennachfrage für diese Vorstellung bringen wir die Oper „Carmen" zum letzten Male am Donnerstag, 25. März, im Gießener Stadttheater. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Die Eintrittspreise betragen 60 Pf., 1 Mark und 1,20 Mark. Die Betriebswarte geben möglichst umgehend die Bestellungen auf. * ** Versammlung des Kolonialbunds, Ortsverband Gießen. Der Reichskolonialbund, Ortsoerband Gießen, hielt am Samstag im „Kolonialheim" im Burghof eine Versammlung des Ortsoerbandes ab. Der Ortsoerbandsleiter E. Schneider konnte an diesem Abend an die Alt- mitglieder Mitgliedskarten ausgeben. Er ermahnte die Mitglieder, weiterhin tatkräftig werbend für den Bund einzutreten. Erfreulich sei es, daß in vielen Verbänden und Gruppen der koloniale Gedanke gepflegt werde, daß der Reichskolonialbund jedoch die einzige beauftragte Stelle sei, die die Mittel für die kulturellen und sozialen Aufgaben aufzubringen habe. Hier mitzuhelfen, sei Aufgabe jedes Volksgenossen, der einigermaßen hierzu in der Lage sei. An Hand einiger Lichtbilder veranschaulichte der Redner die Tätigkeit der Schwestern in den einstigen deutschen Kolonien. Andere Bilder zeigten Kirchen, Schulen und Missionsstationen. Im unterhaltenden Teil zeigte er noch Bilder vom Kriegsgefangenenlager (Camp Aus) der Südwester-Schutztruppe, wo diese nach ihrem Kamps auf verlorenem Posten vier Jahre ausharren mußte. Eine Neueinteilung des Ortsverbands mußte infolge des Anwachsens des Ortsoerbands vorgenommen werden. Nachdem die Hauskapelle noch einige flotte Märsche zu Gehör gebracht hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Großkundgebung mit Gauleiter Sprenger. Am 16. März. 20.30 Uhr. spricht in der Volks- falle zu Gießen Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in einer Großkundgebung der Hitlerjugend. Er spricht zur Elternschaft und daher Partei- und Volksgenossen erscheint alle! Zu der morgigen Großkundgebung um 20.30 Uhr ii der volkshalle sind alle Volksgenossen herzlich eingeladen. Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau, Oberbannführer Brandt, wird die Kundgebung eröffnen. Gauleiter und Keichsftatlhaller Sprenger wird zur HI. spre- chen. Eintritt frei. — Die volkshalle ist gut geheizt. Die Bann- und Jungbannführung 116. Hitler-Jugend Dann 116 Gießen. Sämtliche Gießener Einheiten müssen am 16. März um 19.55 Uhr an der Volkshalle angetreten sein. Die Marine-HI. hat pünktlich 19 Uhr an der Dolkshalle anzutreten. Die Mitglieder des Bannstabes müssen ebenfalls 19.55 Uhr an dem Schützenhaus angetreten fein. Kommando Scharf. Karl Ludwig Müller. Die Bann- und Jungbannführung bittet anläßlich der HJ.-Kundgebung mit Gauleiter und Reichsstatthalter als Redner die Betriebsführer, am Dienstag, 16. März, die Hitler-Jungen ab 18.30 Uhr zu beurlauben. Hitler-Jugend, Bann 116. BOM -Gruppe 1/116 Gießen-Süd Vetr. Kundgebung mit Gauleiter Sprenger. Die Gruppe tritt nicht um 19.45 Uhr an, sondern pünktlich 1 9.3 0 Uhr am Schützenhaus. Erscheinen jeder Jgn. ist Pflicht. Jagdliche Arbeitstagung in Gießen. Oie oberhessischen Kreisjägermeister und Leiter der staatlichen Iorstämter beraten in Anwesenheit des Landesjägermeisters. angepaßt fein, einen gefunden und artenreichen, aber den Bedürfnissen der Land- und Forstwirtschaft Rechnung tragenden Wildstand zu schaffen. Das bedeutete in der Praxis, daß in manchen Revieren wesentlich mehr Wild abzuschießen war als seither, während andere eine größere Aufnahmefähigkeit für Wild zeigen konnten, das ja mithelfen soll an der Volksernährung und 1 v. H. unseres gesamten Fleischbedarfes deckt. Es kommt nun darauf an, daß durch ganz einwandfreie, gründliche Bestandsaufnahmen der derzeitige Bestand an Reh- und Rot-, sowie Damwild festgestellt wird, um die Auswirkungen der seitherigen Abschuhpläne zu prüfen und daraus die Lehre zu ziehen, ob die Abschuhfestsehungen in Art und Ausmaß richtig waren oder einer Abänderung bedürfen. Diese sichere Grundlage zu schaffen, wird manchem vielbeschäftigten Jagdpächter nicht leicht fallen, weil Zeit dazu gehört, noch weniger wird es der können, der weit weg von seiner Jagd wohnt. Deswegen stellte der Chef der Landesforstverwaltung der Jägerschaft sein Forstbetriebspersonal zur Wildzählung 0ur Verfügung, das diese Bestandsaufnahme in Zusammenarbeit mit dem Jagdausübungsberechtigten durchführen soll. Die nötigen technischen Einzelheiten werden durch die Kreisjägermeister geregelt. Nachdem der Gaujägermeister noch auf die Bedeutung der im November 1937 in Berlin stattfindenden Internationalen Jagdaus st el- lung hingewiesen hatte, teilte er mit, daß die Gautrophäenfchau in Gießen auf den 17. und 18. April verlegt werden müsse. Er bat, überall für den Besuch dieses ersten Appells und dieser ersten Gesamtschau des Gaues 3U werben. Abschließend bat bann der Landesjäger- meister, es möge überall dafür gesorgt werden, daß der Forstbeamte sich auch jagdlich betätigen könne. Wenn Wald und Wild zusammengehörten und der Forstmann auch Jäger fein solle und müsse, sei es notwendig, daß ihm die Möglichkeit au Jagen auch eröffnet werde. Dann werde er um so eher seine Ausgabe der Jagd gegenüber erfüllen können. Ferner betonte der Landesjägermeister mit allem Nachdruck, daß es befremdend wirke, wie gering noch die Zahl der Uniformträger in der Jägerschaft sei. Wer in der Lage fei, sich eine Jagd ZU pachten, fei auch zur Beschaffung der einhelt- lichen grünen Tracht in der Lage. Der Jäger soll Von der Pressestelle des Gaujägermeisters für bberhessen wird uns berichtet: Am 10. März fand im Hörsaale des Universitäts- Forftinstituts in Gießen aus Veranlassung des Reichsstatthalters Sprenger in feiner Eigenschaft als Landesjägermeister für Hessen, der selbst zugegen war, eine Arbeitstagung statt, an der sämtliche oberhessischen Kreisjägermeister und bie umtsoorftänbe der staatlichen Forstämter der Provinz teilnahmen. Zum ersten Male also fanden sich, Die der Leiter der Tagung, Gaujägermeister Ober- prftmeifter Nicolaus, feststellen konnte, Jagd- unb Forstbehärben zu einer Tagung zusammen, leren Arbeitsgebiet rein jagdlich war. Zunächst sprach der Leiter des gesamten Jungjägerunterrichtes im Jagdgau Starkenburg- Rheinhessen, Oberstleutnant a. D. Trupp, über len Arbeitsplan, der in seinem Gau diesem Unterricht als Grundlage gegeben wurde. Das Reichs- jagbaefetz setzt bei jebem, ber neu in die Reihen der deutschen Jäger eintreten will, voraus, daß er st in Wissen und Können in einer Jägerprüsung rachweist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß nur diejenigen Jungjäger, die im Jägerhaus aufgewachsen sind oder sonst reichlich Gelegenheit hatten, jagdliche Beobachtungen zu machen und den Umgang mit der Waffe, die Führung des Hundes usw. zu lernen, den Anforderungen der Prüfung gewachsen sind. Da die Jägerschast aber aus einen vollwertigen Rachwuchs Wert legen muß, ist es Aufgabe Der Kreisjägermeister, für eine entsprechende Ausbil- iun-g der Prüflinge in Theorie und Praxis Sorge zu tragen. Es ergab sich dabei, daß im 3agbgau Starken- burg-Rheinhessen die gleichen Wege begangen wurden wie im Iagdkreis Gießen, in dem z. Zl. der zweite Jungjägerkursus läuft. Die kreis- jägermeister der übrigen kreise des Iagdgaues Oberhessen wurden angewiesen, im gleichen Sinne zu verfahren. Als weiterer Verhandlungspunkt nahm bie Äildzählung einen breiten Raum ein, bei des- stn Behandlung außer dem Versammlungsleiter vor allem ber Landesjägermeister, ier Landesforstmeister Dr. Hesse und der Stabs- mter des Landesjägermeisters, Oberforstmeister Schlich, das Wort ergriffen. Seit Verkündigung tos Reichsjagdgesetzes ist nunmehr drei Jahre nach Ünem bestimmten Abschußplan für Schalenwird (nur plches wird gezählt) gejagt worden. Der Abschuß- slan mußte der Zielsetzung des Reichsjagdgesetzes der Oeffentlichkeit gegenüber als solcher kenntlich fein. Sie verpflichtet ihn ihr gegenüber in feiner ganzen Haltung, sie verpflichtet ihn vor allem hinsichtlich ber Art der Jagbausübung. Und sie zwingt ihn geradezu zur Kameradschaft zu dem Manne, ber bas gleiche Kleid trägt. Diese Kameradschaft ist aber unbedingt notwendig, um zwischen allen Revieren Verhältnisse zu schassen, wie sie dem Gedanken des Reichsjagdgesetzes entsprechen. Die kreisjägermeisler wurden daher ange- wiesen, auf die Anschaffung der Uniform mit allem Nachdruck zu dringen und ferner die Jägerappelle in einer Form durchzuführen, die jedem Teilnehmer das Gefühl der Geschlossenheit aufzwingt. Die Pflege der zwangloseren, geselligen Kameradschaft soll auf dem anschließenden Kameradschafts- abend zu ihrem Recht kommen. Der Gruß an den Führer schloß die für die kommende Zeit außerordentlich wichtige und ergiebige Tagung. Wirtschaft. Oer Aerwaltungebericht der Reichsbank für 1936. Fwd. Der Verwaltungsbericht der Reichsbank gibt einen Ueberblitf über bie deutsche Gesamtwirtschaft, bie auch im Jahre 1936 unter dem Zeichen eines vornehmlich durch die großzügigen Maßnahmen der Reichsregierung bestimmten Aufstieges stand. Am Geldmarkt gelang es, bie verfügbaren Mittel immer umfassender in den Dienst ber großen öffentlichen Ausgaben einzuspannen unb daburch schädliche Rückwirkungen ber Zwischenfinanzierung auf die Gesamtwirtschaft hintanzuhalten. Auf dem Kapitalmarkt wirkten sich die feit dem Jahre 1933 planmäßig und folgerichtig durchgeführten Kontroll- und Einschränkungsmaßnahmen in der vorgesehenen Weise aus. Die Fundierung ber kurzfristigen Reichsoerpflichtungen würbe erfolgreich fortgesetzt unb burch entsprechende Entlastung der Reichsbank unb des Geldmarktes deren Fähigkeit zur weiteren Zwischenfinanzierung öffentlicher Aufträge immer wieder gewährleistet. Angesichts ber fortgesetzt günstigen Entwicklung der-Reichseinnahmen und -ausgaben ließ sich neben ber Funbierung eine verstärkte Tilgung der Reichsschulb aus laufenden Haushaltsmitteln ermöglichen. Die kapitalmarktpolitischen Maßnahmen in ihrer Gesamtheit sind getragen von dem Vertrauen der Bevölkerung in die öffentliche Währungs- und Finanzpolitik. Dies kam insbesondere in der stetigen Kursentwicklung der öffentlichen Anleihen und ber festverzinslichen Werte überhaupt zum Ausdruck. Die Devisenlage blieb im ganzen unverändert schwierig. Wie aus der Bilanz ersichtlich, haben sich die Anlagen der Bank in Jnlandwechseln, Wertpapieren und Lombarddarlehen um 857 Millionen, d. h. von rund 5,2 auf rund 6,0 Milliarden Mark, erhöht. Im ein^enen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um rund 1009 Millionen Mark zugenommen, dagegen haben sich die Bestände an Wertpapieren und Lombarddarlehen gegenüber dem Vor- jahre um rund 152 Millionen Mark verringert. Der Reingewinn ist von 152,6 Millionen auf 170 Millionen Mark gestiegen. Von den Ausgaben entfallen 97 Millionen Mark auf die Verwaltungs- foften, in denen auch 2 Millionen Mark für die aus Anlaß des Geburtstages des Reichsbankpäsidenten begründeten Hjalmar-Schacht-Stiftungen enthalten sind. Der Reingewinn wird mit 40 Millionen Mark ausgewiesen. Davon fließen 4,0 Millionen Mark in den gesetzlichen Reservefonds, 18 Millionen Mark fallen dem Reich zu, 10 Millionen Mark werden zur Ausschüttung der Dividende von wieder 12 v. H. verwendet, und zwar gelangen 8 v. H. -- 12 Millionen Mark an die Anteilseigner zur Auszahlung, während der Rest von 4 v. H. - 6 Millionen Mark von Gesetzes wegen dem Anleihestock überwiesen wird. Die Gesamtumsätze der Reichsbank betrugen im Jahre 1936: 919 741 (i. V. 807 120) Millionen Mark, und zwar in den Hauptgeschäftszweigen bei der Reichsbank 491 302 (434 299) Millionen Mark und hei den Zweiganstalten 316 654 (299 643) Millionen Mark. Der Zentralausschuß der Reichsbank ist für Dienstag, 16. März, 11 Uhr, einberufen worden. Es handelt sich um eine der üblichen Sitzungen des Zentralausfchusfes, die im Anschluß ap die ordentliche Generalversammlung der Anteilseigner stattzw- finben pflegt. Rhein-Mainische Börse. Still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 13. März. Auch die letzte Börse dieser Woche litt unter starkem Mangel an Kundschaftsaufträgen unb hatte dementsprechend sehr kleines Geschäft. Am Aktienmarkt mar die Kursentwicklung uneinheitlich unb stark vom Zufall abhängig. Im allgemeinen bewegten sich die Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Durchgehend) etwas schwächer lagen Montanaktien, wobei Klöckner 1,50 v. H. verloren auf 125, Mansselber 1 v. H. auf 153,50, Hoesch, Harpener unb Verein. Stahl gingen um je 0,75 v. H. zurück. Am Chemiemarkt wurden vorerst nur IG. Farben mit 169 (169,25) und Deutsche Erdöl mit 147 (148) notiert. Auch Elektropapiere wiesen nur wenige Erstnotierungen auf, Akkumulatoren 210 (211,50), Siemens 194,75 (195,50). Etwas befestigt waren Reichsbank mit 204,75 (204,25), AG. für Verkehrswesen mit 130,25 (129), Westdeutsche Kaufhof mit 58,50 (58) und Zement Heidelberg in Weiterwirkung der Dividendenerhöhung mit 164 (163). Bemberg kamen mit unverändert 115,75, Daimler mit 126,75 (127) unb Südb. Zucker mit 200 (200,25) zur Notiz. Der Rentenmarkt lag ebenfalls ruhig. Etwas freundlicher lagen Kommunal - Umschuldung mit 91,45 (91,35), Reichsaltbesitz mit 120,25 und Städte- Altdesitz mit 123,50 blieben unverändert. Von zertifizierten Dollar-Bonds 6 v. H. Preußen 62. Die unnotierten Industrie-Obligationen lagen still und behauptet. Im Verlaufe blieb die Geschäftstätigkeit am Aktienmarkt gering, auch die Kursveränderun- gen waren belanglos, meist konnten sich die Anfangsnotierungen behaupten, auch die erst später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen keine stärkeren Abweichungen auf. Schwächer waren jedoch RWE. mit 130,65 (132). IG. Farben leicht schwankend mit 168,75 bis 169,25 nach 169, AG. für 23er« 'hr weiter anziehend auf 131 nach 130,25. Der Schluß brachte eine Befestigung in Reichsbank, die bei größeren Umsätzen auf 207 nach 204,75 anzogen. Der Kassamarkt lag überwiegend fester. (Sehr. Adt 62 (60), Faber & Schleicher 74 (72,75), Pfälz. Hyp.-Bank auf die Dividendenerhöhung 100,50 (98,75). Mez Söhne sollen am Montag auf der Basis von 130 (zuletzt 120) notiert werden, Dürrwerke Ratingen etwa 90 (I. K. 87). Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1086 Rinder (223 Ochsen, 142 Bullen, 577 Kühe, 144 Färsen), 607 Kälber, 54 Schafe, 4992 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 34 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 48 bis 52, Schafe 40 bis 48, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zu- geteilt, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Hier ab schneiden! o Specht 477 Speiseröhre Specht, in Höhlungen morscher Bäume nistender Klettervogel, der auf Baumrinden trommelt, um Insekten, die er verzehrt, zum Verlassen ihrer Schlupfwinkel zu veranlassen. Man unterscheidet verschiedene Spechtarten, wie Schwarzspecht, Erauspecht, Grünspecht, Buntspecht. Speck, festes, unter der Haut fitzendes Fett des Schweines, das meist gepökelt und geräuchert wird. Fetter Speck besitzt großen Nährwert. Speckglanz, glanzende Stellen an Anzügen und Rockkraaen. Man entfernt den Speckglanz durch Bürsten mit verdünntem Salmiakgeist. Speckkäfer, Käferart, die als Ungeziefer Vorräte, Wolle, Pelzwaren und Sammlungen heimsucht. Speckkäfer sammeln sich auf altem Käse,.jo daß man sie fangen und vernichten kann. Speckstein, Mineral, das sich fettig ansühlt und aus dem Pfeifenköpfe geschnitten werden. Speckstein wird ferner als Schneiderkreide und als Poliermittel verwendet. Spedition, ital., Bedeutung: Güterversand und Eüterversandae- schäft. Die Firmen holen Güter im Hause ab und rollen Güter an. Speichel, die Mundflüssigkeit ist ein Gemisch der Absonderung der Speicheldrüsen und der Mundschleimdrüsen. Der Speichel enthält Fermente (s. d.). welche bereits die Verdauung oer Speisen beginnen. Daher ist es wichtig, daß die Nahrung immer gut eingespeichelt wird. Das geschieht durch Herumschieben des Bissens im Munde während des Kauens. Speichelfluß ist eine abnorm starke Speichelabsonderung, so daß der Speichel zum Munde herausläuft. Oft eine Begleiterscheinung von Blödsinn, kommt aber auch bei nervösen Storungen und bei örtlicher Reizung vor. Speichelfluß in mäßigen Grenzen beginnt oft schon beim Anblick oder beim Geruch besonderer Speisen („Das Wasser läuft im Mund zusammen"). Manchmal läßt sich der krankhafte Speichelfluß bessern ob. sogar heilen durch zweckmäßige Mundpflege. Speiseeis, andere Bezeichnung für Gefrorenes' f. d. Speisefette, zur menschlichen Ernährung geeignete natürliche Tier- und Pflanzenfette sowie künstliche Mischungen wie Kunst- fette und Margarine. Speisefolge, Reihenfolge unb Zusammenstellung ber Mahlzeiten soll nicht willkürlich sein. Die einzelnen Speisen müssen aufeinander abgestimmt werden, damit schwere und leichtere Gerichte, Fleischspeisen, Gemüse, Salate und Süßspeisen entsprechend abwechseln. Die allgemeine Speisenfolge Suppe, Hauptgericht, Nach- Usch mit Käje, Süßspeise od. Obst ist erprobt und erfüllt alle Erfordernisse einer gemischten Ernährung. Speiseröhre, ein etwa 25 cm langer und 1 cm weiter Schlauch, der zwischen Wirbelsäule und Luftröhre liegt, innen mit Schleimhaut ausgekleidet ist und die Beförderung der Speisen vom Mund Wehrmacht und Zivil im sportlichen Wettbewerb. Der gestrige Sonntagnachmittag brachte vor etwa 1200 Zuschauern auf dem Waldsportplatz ein großes sportliches Ereignis. Der Fußball- und der Handballmannschaft der Soldaten standen kombinierte Mannschaften der hiesigen Stadtvereine gegenüber. Die Handballmannschaft der Stadt rekrutierte sich aus den Spielern der Vereine Spieloereinigung 1900 und MTV., die Fußballmannschaft setzte sich aus Vertretern des VfB.-Reichsbahn und der Spieloereinigung 1900 zusammen. Der Waldsportplatz war mit den Fahnen der Wehrmacht, des Reichsbundes für Leibesübungen und der Vereine geschmückt. Das Spielfeld, das durch die anhaltenden Regenfälle in der jüngsten Zeit erheblich gelitten hatte, war im Laufe der vergangenen Woche unter starkem Einsatz der Soldaten in einen erträglichen Zustand gebracht worden. Trotzdem stellte der regennasse glatte Boden erhebliche Anforderungen an die Mannschaften. Haudballkamps: 8:7 für die Soldaten. Die Handballmannschaften der Wehrmacht und der Stadt traten gegenüber den Aufstellungen, die wir in der vergangenen Woche nannten, mit einigen Veränderungen an. Indessen machten sich die Ersatzeinstellungen nicht etwa nachteilig bemerkbar. Es kam ein außerordentlich flüssiges Spiel zustande, das reich an dramatischen Momenten war. Beide Mannschaften waren sich etwa gleichwertig, und es konnte sehr wohl sein, daß das Ergebnis ebenso knapp für die Stadtmannschaft lautete. In der fünften Minute fiel das erste Tor. Für die Stadtelf! Der Ball sprang an die Querlatte und von dort in das Tor. Wenn auch das Leder wieder herausrollte, so war der Erfolg doch unzweifelhaft. Die Soldaten ließen aber nicht lange auf sich warten und glichen bald aus. Ein Angriff auf der ganzen linken Seite wurde mit einem un- haltbaren Schuß abgeschlossen. Die Soldaten gingen nun sehr aus sich heraus und zogen auf 4:1 davon. Es schien zunächst so, als sollte der Stadtvertretung eine hohe Niederlage beschieden sein. Etz kam aber doch anders. Noch vor der Pause holten die Rot- Weißen Tor um Tor auf und zur Halbzeit stand das Spiel wieder ausgeglichen 4:4. Nach der Pause ging der Kampf in völliger Ausgeglichenheit weiter. Die Soldaten gingen wieder mit einem Tor in Führung, aber bald darauf glichen die Gießener wieder aus. Durch einen prächtigen Wurf erhöhte wieder ein Spieler der Wehrmacht auf 5:6; aber der Stadtkombination gelang abermals der Ausgleich. Dann aber holten die Soldaten in kurzen Abständen wieder zwei Erfolge heim und es sah so aus, als sollte es bei dem 6:8 für die Soldaten bleiben. Wenige Minuten vor Schluß zogen die Rotweißen auf 8:7 heran, zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr, obwohl er stets in der Luft hing. Die zweite Hälfte der zweiten Halbzeit mußten die Soldaten mit nur zehn Mann bestreiten, da einer ihrer Verteidiger herausgestellt wurde. Auf beiden Seiten war der Sturm der beste Mannschaftsteil. Bei der Stadtelf erwies sich die Läuferreihe schwächer als beim Gegner. Der Gießener Mittelläufer hielt sich immer' etwas zu viel bei der Verteidigung auf. Die Verteidigung der Soldaten war nicht sonderlich stark und' nur dadurch, daß der beste Mann der Stadtelf ständig hart behindert^wurde, konnten die Soldaten manchen Erfolg der Stadtelf vermeiden. Beide Torleute zeigten sich in bester Form und verhinderten ein zahlenmäßig höheres Ergebnis. Der Schiedsrichter Becker (Mtv.) leitete sehr gerecht und sicher. Wballkamps: 13:1 für die Wehrmacht! Während die Handballer den Soldaten noch einigermaßen gleichauf bleiben konnten, mußten die Fußballer die Ueberlegenheit der Militärmannschaft mit einer hohen Niederlage anerkennen. Dabei könnte als Entschuldigung angeführt werden, daß die Stadtmannschaft durch das Fehlen von Lippert, der plötzlich zur Teilnahme zum Spiel der Gaumannschaft in Nordhausen, abberufen wurde, und durch die dienstliche Verhinderung von Heilmann, eine völlige Umstellung erfahren mußte. Hinzu kam die Verletzung von Klages, die dieser in der 20. Minute erlitt, die sich ebenfalls nachteilig auswirkte. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß die Vertretung der Wehrmacht die in allen Teilen bessere Mannschaft war, was auch beim Antreten der kompletten Kombination der Stadt durch einen Sieg zum Ausdruck gekommen wäre. Der Beginn des Spieles ließ einen solchen Ausgang nicht annehmen. Wenige Augenblicke nach dem Anstoß stand es bereits 1:0 für die Stadtmannschaft. Beim ersten Angriff wurde Szponick von Leutheuser etwas hart gestoppt. Den hierfür verhängten Elfmeter verwandelte Szponick zum ersten Tor. Dieser Ueberraschungserfolg gab den Kombinierten einigen Auftrieb und es gelang ihnen, gegen die in ihren Aktionen wirksamen Soldaten das Spiel ziemlich offen zu gestalten. Verschiedentlich konnte auch mit etwas Glück der Vorsprung gehalten werden. Nachdem aber die Soldaten in der '15. Minute durch Schultheis den Ausgleich und wenig später durch Horn die Führung erzielt hatten, wär es mit dem Widerstand der Zivilisten vorbei. Sie wurden mehr und mehr in ihre Hälfte zurückgedrängt und kamen, da sie hierdurch stark zur Verteidigung gezwungen wurden, nur noch selten zu einem geschlossenen Angriff. Die Soldaten dagegen kamen immer mehr und mehr in Fahrt. Sack köpfte eine feine Flanke des Rechtsaußen ebenso fein zum dritten Tor ein. Nummer 4 brachte Schultheis auf sein Konto. Den fünften Treffer erzielte der Mittelläufer Bach, der in einem Alleingang drei Mann umspielte und dann selbst noch Rahn täuschte. Für das Halbzeitresultat sorgte Horn. Nach der Pause war dasselbe Bild zu sehen. Die Ueberlegenheit der Soldaten hielt unvermindert an. Teilweise wickelte sich der Verlauf ganz in der Hälfte der Kombinierten ab. Die gegnerische Verteidigung rückte bis zur Mittellinie auf und fing hier schon die wenigen Gegenangriffe auf. Es w7 • meinen geo. JWt. 3.60. — In leder Gießener Buchhandlung „ erhältlich. Aus Sperrholz, das mit Fournier überzogen wird, sind heute die meisten Möbel hergestellt. Spezial, lat., entbehr!. Fremdwort für einzel, besonders, fachlich, hauptsächlich, ausschließlich, Spezialgeschäft: Hauptgeschäft, Fachgeschäft. Spezialist: Fachmann, Spezialarzt, Facharzt. Spickaal, gesalzener und geräucherter Aal, wohlschmeckend, aber schwer verdaulich. Heute find Spiegel ohne Rahmen, mit geschliffenem Rand beliebter. Spiegel müßen so gehängt werden, daß kein direktes 12545 24998 38311 62117 64344 82528 75223 82528 _____ _____ _____ _____ 95476 95527 97673 101490 103092 ' 110434 ------ ------ ------ , 70 Gewinne zu 1000 RM. 8705 10659 11760 13301 32620 36374 38353 39319 55253 101283 132731 158102 167720 215718 210132 223307 225791 225907 286313 319978 ^482 325717 328561 334072 339195 342361 362r£?^L 365782 375183 384081 386451 391094 - - i9c°o '"ne zu 500 RM. 5598 18312 23502 27079 --------- 2 Gewinne zu ft 1000000, 2 zu je 3000, 14 zu je 2000, 16 zu ie 1000, 40 zu je 500, 154 zu je 800 M. Spendieren, ital^ entbehrliches Fremdwort für freihalten, stif- Sperliug, andere Bezeichnung für Spatz. Sperrholz, dünne Holzplatten, die in verschiedener Holzrichtung aufeinandergeleimt werden, damit die so entstehende Sperrholzplatte sich nicht verziehen kann. Sperber, Tagraubvogel, nicht viel größer als eine Taube, mit kurzen Flügeln und braunweißen Querstreifen auf der Brust. in das Speckstreifen zum Spicken von Fleisch eingespannt werden. Spiegel, poliertes Metall oder mit einer Silberschicht aus Silin den Magen besorgt. Es kommen vor: Erweiterungen der Speiseröhre (infolge Stauung oberhalb von einem Hindernis oder infolge von Nervenstörung. Kenntlich an Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme, Brechneigung und Schlingbeschwerden) Verengerung d. Speiseröhre (bei Ceschwulstbildung (Krebs) in der Speiseröhre. Die Kranken vermögen nichts mehr hinunterzuschluk- ken. Entzündungen der Speiseröhre, Verätzungen, Erweiterung der Venen der Speiseröhre (Anzeichen: Vlutbrechen). Alle Speiseröhrenerkrankungen sind ernste Erkrankungen und bedürfen unbedingt ärztlicher Behandlung. Speiseschrank, Aufbewahrungsschrank für Speisevorräte und Speisereste, muß immer sehr sauber gehalten und von Zeit zu Zeit mit übermangansaurem Kali ausgewaschen werden. Der Speiseschrank muß außerdem gut gelüftet und durch Fliegendraht oder Fliegengaze vor Fliegen geschützt werden. Spektakel, lat., entbehr!. Fremdwort für Lärm, Getöse. Spelz, Spelt, Dinkel, alte Ee- treidepflanze, deren Körner hauptsächlich zu Erünkern verarbeitet werden. Spickgans, zusammengerollte, gesalzene und leicht geräucherte Gänsebrust, die als Aufschnitt verwendet wird. Spickgans oder Spickbrust ist sehr fett und nicht leicht bekömmlich. ■nu. mal aus oiia ber= und Zinkamalgan hinterlegtes und meist gerahmtes Glas.