Montag, 15. Februar 1957 187. Jahrgang M. 58 Erster Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen =•‘35 A** A*t M**A A* A A*4 es8 (nwK^n^r /IWtnpT ss Mtt 4 ‘Beilagen H9JL 1.95 ■ ■ K W MU WU M W WU H JeT B3 H 9 K& Ej K ■ Hk W anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte . 1.80 V ■ M ■ W ■ ®L V'' ■ . L 1, H BL W 50 Npf..Platzvorschrist nach Zustellgebühr.. , -.25 ^^F W ■ ^^F W M ■ vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. S? «iwln^SRummera UP “^F «rmStzlglc 6runi>pretfe: infolge höherer Gewalt aa Stellen-, Vereins-, gemem- BZM General-Anzeiger für Oberhessen WM DottfAerffonto- behördliche Anzeigen 6Rpf. gtmtnurt am Main 116« vruL und Verlag: vrühl'sche UniverfilatrVuch- und Steindruckerei R.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Lchulstratze 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Einheitliche Ausrichtung der Kulturarbeit imGau Hessen-Aassau. Auftrag an den GaupropagandaleiierMüller-Scheid auf der Gauleiieriagung in Wiesbaden Der Anstatt am Samstag. NSG. Die Kundgebung des Gaues Hessen-Nassau nahm am Samstag in Wiesbaden mit einer Betriebsfeierstunde im Werk Dyckerhoff und Wicking in Mainz-Amöneburg ihren Auftakt. Dichtungen von Standartenführer Schumann und Herbert Böhme lagen der von Bruno Hellberger geschaffenen musikalischen Ausgestaltung zugrunde. Werkscharkapelle, Hellertion, Landsknechtstrommeln, der Chor des Betriebes kündeten von Glauben und Gefolgschaft. Der Gebietsführer der Hitler-Jugend, Oberbannführer Brandt, sprach zu der Gefolgschaft. Ein neues Geschlecht wächst in Deutschland heran. Schon mit 10 Jahren stehen Junge und Mädel zur Pflicht. 2Äe nationalsozialistischen Menschen der Zukunft zu schaffen, gilt unsere Arbeit. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Willy Becker zeigte das Ringen der jungen Generation auf allen Gebieten. Neue Dome werden erstehen, Dome der Arbeit, die die Arbeit in der Kultur unseres Volkes als das hinstellen, was sie sein soll. Wir sind stets ein heldisches Volk gewesen und werden es stets bleiben. Unser Führer gibt uns ein neues Arbeitsleben, ein neues sozialistisches Zusammenstehen, ein neues Kulturleben, das Gemeingut des ganzen Volkes ist. Das Bild des Zusammenstehens der Hitler-Jugend, der Werkscharen, der Männer im Arbeitskleid, das diese Feierstunde zeigt, ist ein Sinnbild unseres Glaubens. „Uns sind Altkr die Stufen der Feldherrnhalle ..." Die Sondertagungen. Im Kurhaus Wiesbaden setzte dann der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner den Zweck dieser Tagung auseinander. Er betonte, daß damit keine Uniformierung geschaffen, sondern lediglich Zersplitterungen und Überschneidungen vermieden werden sollen. Gaupropagandaleiter Wilhelm MÜlker - S ch e l d begrüßte seine Mitarbeiter, auf dem Gebiet der Propaganda im Gau Hessen-Nassau, um zahlreiche Fragen zu klären, die sich aus der Arbeit der ihm untergeordneten Dienststellen ergeben haben. Mein die Aufzählung der Beispiele bewies, wie vielfältig die Anforderungen sind, die an die Amtsleiter der Kreispropagandaleitung gestellt werden. In der Sondertagung der Kreisobmänner der Deutschen Arbeitsfront und der Kreiswarte der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wies der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Becker auf die Zusammenfassung der kulturellen Arbeit durch den Gau hin. Unsere Vorfahren hatten einen einheitlichen Kulturwillen, der durch fvemde Einflüsse zerstört wurde. Der Führer aber will das deutsche Volk zu sich zurückführen. So wird der Ausdruck der nordischen Seele zur ewigen Voraussetzung. Diese neue Kultur ist blut-, hoben» und gei st bedingt. Sie muß von unten herauf wachsen und verlangt die Anspannung aller Kräfte. Der Gebietsführer der Hitler-Jugend Oberbannführer Brandt schilderte, wie die Hitler-Jugend dieses neue Arbeitsgebiet anpackt. Feierstundengestaltung, Dorfgemeinschaftsabende, Volkstanz, Lied und Dichtung stehen im Mittelpunkt. Durch die Wertarbeit soll das Empfinden für Umgebung und Raum wiedergeweckt werden, ein Streben, das ja auch die Deutsche Arbeitsfront durch ihr Amt „Schönheit der Arbeit" in ihr Arbeitsfeld einbe- zieht. Auf der Sondertagung der HI. im Pau- linenschlößchen betonte der Kulturabteilungsleiter Bannführer Stünke, daß gerade die HI. die einheitliche Ausrichtung der gesamten Kulturarbeit im Gau aufs herzlichste begrüßt, da sie ja selbst schon in einer Vereinbarung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Zusammenarbeit der Gliederungen begonnen hat. Die HI. will zunächst einmal in Abendsingwochen die Grundlage für große Veranstaltungen schaffen. Das Volk muß erst einmal aufgeschlossen werden, und das Lied ist dazu das beste Mittel, da es die größte Gemeinsamkeit schafft. Der Tanz ist keineswegs verpönt, im Gegenteil erhofft die HI. langsam eine neue und ihr gemäße Form. Entschieden aber wandte sich Bannführer Stünke gegen die verfälschte Auffassung so mancher „Volksapostel", die in der Wiedererweckung alter Trachten das höchste Ziel der Dolkstanzarbeit sehen. Der stellvertretende Gauleiter umriß nochmals die Bedeutung der Zusammenfassung aller kulturellen Bestrebungen des Ga u e s. Es ist selbstverständlich nicht so, daß nun die eine oder die andere Gliederung bevormundet werden soll, gerade die HI., die von der Partei als Träger der Zukunft bezeichnet wird, soll selbständig arbeiten können. Die Partei will nur d i e Leistung der ganzen Kulturarbeit in die Hand nehmen. Schon längst ist der Standpunkt überwunden, der die Muskelkraft als allein entscheidend angesehen hat. Es hat sich immer gezeigt, daß der Charakter entscheidend ist, und deshalb gilt es ihn zu stärken. Feierstunde der Hitlerjugend. NSG. Der zweite Tag der Gaukulturtagung wurde durch die Morgenfeier der Hitler- Jugend eingeleitet. Im Mittelpunkt der von Musik, Lied und Spruch umrahmten Feierstunde stand die Rede des stellv. Amtschefs Kultur der Reichsjugendführung, Obergebietsführer C e r f f. Das Problem, das Volk der Kunst wieder zuzuführen, so erklärte er, kann nicht durch verbilligte Eintrittskarten gelöst werden. Nur eine systematische Erziehungsarbeit, die die Kulturveranstaltung nicht mehr zum gesellschaftlichen Ereignis, sondern zum völkischen Gemeinschaftserlebnis stempelt, führt zum Ziel. Arbeiter und Jugend sind dazu berufen, die kulturelle Arbeit auf breitester Basis vorwärts zu treiben. Es kommt dabei nicht darauf an, dem einfachen Arbeiter sofort das Verständnis und Erlebnis einer Beethooenschen Symphonie zu vermitteln, sondern ihn über das einfachste und primitivste Kulturschaffen bis zum Erlebnis großer Kunstwerke zu lenken. Die Haupttagung. Inzwischen hatten die Amtsleiter der Gauleitung, die höchsten Führer sämtlicher Gliederungen, die Vertreter der Wehrmacht, an ihrer Spitze der Kommandierende General des XII. Armeekorps, General der Kavallerie, Fre iherr Kreß von Kressen stein, der Regierungspräsident Pfeffer von Salomon, und die Führer des Arbeitsdienstes im kleinen Saal des Kurhauses Platz genommen. Prachtvoll stimmte sich der einfache Schmuck der leuchtenden Fahnen, das dunkle Rot hinter dem Rednerpult mit dem stilisierten Silberadler, das Grün des Pflanzenschmucks mit dem lebendigen Bild der vielen Uniformen ab. Gedämpfte Musik klang durch den hohen Raum bis der Gauleiter Platz genommen hatte Kreisleiter Römer eröffnete die Tagung, die schon zu Anfang alle Anwesenden in dem gemeinsam gesungenen Lied „Volk ans Gewehr" zusammenschloß. Der Gauleiter behandelte ausführlich die liberalistische Auffassung vom Wirken der Kultur innerhalb eines Volkes und bewies, daß es sich um den Kulturbol- schewisrnus handeln mußte. Besonders wies er in diesem Zusammenhang auf den jüdischen Einfluß im deutschen Kulturleben während der Systemzeit hin und erklärte am Beispiel des Führerwortes „der Jude hat noch keine Kultur' begründet, aber schon hunderte vernichtet", die Zielsetzung des Judentums: das geistige Chaos. Betont wandte er sich gegen die falsche Lehrmeinung ehemaliger liberalistischer Größen, daß unsere Vorfahren keine Kultur besessen hätten. Dem steht klar gegenüber die Tat des Führers, der das deutsche Geistesleben vom jüdischen zurück zu dem Quell des artbewußten Volkstums führte. „Niemals hat der Führer", so führte der Gauleiter aus, „uns ein materielles Ziel gestellt, er hat uns vielmehr gelehrt, die Welt als Deutsche anzuschauen. Darin auch ist die Gebundenheit des gei- tigen Lebens an das Leben der Nation festgelegt." Nach einer kurzen Behandlung des nationalsozialistischen Ausbauwerkes, daß nur auf dem Boden der deutschen Kultur entstehen konnte, schloß der Gauleiter mit den Worten: „Der Führer gibt uns die Weisung und Lenkung in der Kulturarbeit. Klar ergibt sich daraus auch der Weg, den wir in Hessen-Nassau zu gehen haben." Der Gaupropagandaleiter stellte an den Anfang seiner Rede die Verkündung der ersten praktischen Maßnahmen im Zuge einer einheitlichen Leitung und Zielrichtung der nationalsozialistischen Kulturarbeit im Gau Hessen-Nassau. Der Auftrag des Gauleiters heißt klar: Der Gaupropagandaleiter übernimmt die Führung in allen kulturellen Fragen und betreut die einzelnen Organisationen; er trägt dem (Bauleiter gegenüber die alleinige Verantwortung! Zur Durchführung wird folgendes ungeordnet: 1. ' NSDAP, wird der neugegründeten Haupt- st e l l? Kultur der Gaupropagandaleitung angeschlossen. 2. Die Landesleiter der Reichskulturkammer find vorgesehen für Interessengebiete ehrenamtlich in der Hauptstelle Kultur eingegliedert zu werden. 3. Dem Gaupropagandaleiter wird in Zukunft ein Gaukulturrat zur Seite stehen, zusammengesetzt aus: den Landesleitern der Reichskulturkammer, Intendanten der Theater, Vertreter der Wissenschaft, Kunst usw. 4. Der Auftrag des Gauleiters an den Gaupro- pagandaleiler wird sinngemäß auch auf die Kreispropagandleiter übertragen, denen ihrerseits ein Kreiskulturrat beratend und informierend zur Seite steht. Durch die Personalunion des Gaupropagandaleiters mit dem Amt des Landesstellenleiters hat er die Belange des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda im Gau Hessen-Nassau wahrzunehmen. Der Reichsminister ist aber auch gleichzeitig Präsident der Reichskulturkammer, die für die gesamte Kulturpolitik in Deutschland verantwortlich zeichnet. Diese Befugnisse sind ebenfalls regional aufgeteilt und werden von den Landes- kulturwaltern, wieder in Personalunion mit dem Gaupropagandaleiter, ausgeübt. „Die Uebertragung der neuen Aufgabe gibt mir Gelegenheit vor diesem Kreise einmal eine Reihe von weiterbreiteten Unklarheiten zu beseitigen, die gerade in führenden Schichten noch sehr häufig fest- gestellt werden können"; damit leitet Parteigenosse Müller-Scheld zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Kulturwillen über. Wir haben eine Zeit überwunden, die man später einmal das Zeitalter der Begriffsverwirrungen nennen wird. Es ist unerhört schwer, sich über die primitivsten Dinge zu einigen, sogar bei Menschen, die den gleichen Bildungsgang hinter sich haben. Diese Zeiterscheinung ist auch heute noch nicht — das muß einmal ausgesprochen werden —, restlos beseitigt. Wir müssen dahin kommen, alles auf die denkbar einfachste und plausibelste Formel zu bringen. Wir haben keine Zeit, immer und immer wieder über ästhetische und ethische Begriffe uns von neuem auseinanderzusetzen. Das gibt ja u n fe r e r Wehrmacht, in der der gute Geist des alten Heeres wieder auferstanden ist, die ungeheuere Sicherheit, daß über gewisse Dinge überhaupt nicht mehr diskutiert zu werden braucht. Es gibt ein Gebiet, auf dem kein Streit möglich ist: das ist die Wissenschaft! Dort gilt nur der Beweis! Eine Reihe von philosophischen Schwätzern jedoch haben mit gekünstelter Kompliziertheit zahllose Anschauungen auf den Kopf gestellt. Besonders auf dem Gebiete der Kulturpolitik ist die Verwirrung am schlimmsten gewesen. Das Wort Kultur ist in der Nachkriegszeit von diesen pilosophischen Schwätzern geradezu mißbraucht worden. Alle möglichen Kreise haben es für ihre Zwecke in Anspruch genommen, ohne daß man wirklich von Kultur hätte reden können. Was ist nun eigentlich Kultur? Das Wort kommt von cultura, das heißt pflegen, aufbauen. Wenn man diese ursprüngliche Bedeutung zugrunde legt, kommt man am sichersten zum Eigentlichen hin: was ist es. ha* in einem Volk, einer Gemeinschaft der Pflege bedarf? Was ist das lebenswichtigste und schicksalsmächtigste Element? Die Gesinnung! Das heißt, das Sinnen und Trachten, losgelöst von allen Zweckmäßigkeilen, die Zielrichtung; das, was ein Wensch will und wohin er sein ganzes Leben ausrichtel. Die Kultur wird oft verwechselt mit der Zivilisation, einem Begriff, der neben der Kultur besteht, der zu ihr kein Gegensatz ist. In diese beiden Begriffe kann man das ganze menschliche Leben einspannen, durch ihre Erkenntnis erhält man eine klare Weltanschauung, d. h. das Vermögen die Welt auf bestimmte Weise anzuschauen. Auch hier Wechsel in der Gaupresseamts-Leitung. G. W. Müller als Adjutant des NeichspropagandaministerS Or. Goebbels nach Berlin berufen. NSG. Arn gestrigen Sonntag fand in Wiesbaden eine Pressekonferenz der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und des Gaupreffeamtes statt, auf der der Gauleiter den bisherigen Gaupreffeamtsleiter und Referenten I der Landesstelle G. W. Mül - l e r mit überaus herzlichen Worten verabschiedete und als feinen Nachfolger den Schriftleiter, SA.- Obersturmführer Uckermann einführte. Der Gauleiter führte etwa ans: Zum ersten Mal war es der Gau Hessen-Nassau, der in einem Gaupresseamt die gesamte Presse zusammen- aßte. Dadurch wurde die Kampfkraft gleichmäßig angesetzt und Angriffe wurden zentral pariert. Die Rückschau beweist, daß damals der richtige Weg beschritten wurde, da durch das Gaupresseamt über die Ansicht einzelner die Erfordernisse des Volkes gestellt wurden. Als nach dem Scheiden des früheren Gaupresseamtsleiters der Gauleiter vor die Frage gestellt wurde, einen neuen Leiter für das GPÄ. zu bestellen, fiel ihm die Wahl nicht schwer, da er den Parteigenossen G. W. Müller nicht nur als Schüler, SA.-Mann, Student und SS.- Mann kannte, sondern auch als den Referenten I der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Warum sollte er trotz seiner Jugendlichkeit nicht auch ein fabelhafter Gaupresseamtsleiter werden! Damit war die Personalunion zwischen Gaupresseamt und Landes stelle erreicht. Einer kurz darauf erfolgten Berufung konnte sich Parteigenosse G. W. Müller entziehen,' aber der neuen ehrenvollen Berufung zum Adjutanten des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels konnte er sich nicht entziehen. So tritt er eine unerhört verantwortungsvolle Stellung an, die ein großes Können und ebenso hohes Wissen verlangt, Voraussetzung ist aber d i e kämpferische Haltung. Mr sind stolz, daß er diese Berufung bekam, wenn wir ihn auch nicht gern missen. Aber auch dort wird er sich bewähren und ich bitte ihn, sich immer als einer der unseren zu fühlen. Die Nachfolgeschaft war auch schnell geklärt, da der Schriftleiter des Frankfurter Dolksblattes, SA.-Obersturm- führer Uckermann sich ebenfalls bereits im Gau bewährt hat. Auch er hat den Kampf der Bewegung bereits in jungen Jahren miterlebt, und zwar in Berlin, wo er im Ringen um feinen Beruf zum „Angriff" kam. Mit dem Willkommensgruß im Gaustab: „Möge auch er in die Fußtapfen feiner Vorgänger treten und als Nationalsozialist seine Pflicht tun" und die Zusammenarbeit der Presse weiter sicherstellen, schloß der Gauleiter. Auch der Gaupropaganda- und Landesstellenleiter Müller-Scheld dankte feinem scheidenden Referenten, der ihm schon zu Anfang der Gründung der Landesstelle zur Seite gestanden hat. Parteigenosse G. W. Müller dankte dann vor allem dem Gauleiter, der ihn in so jungen Jahren mit so großer Verantwortung betraut hat. Ebenso dankte er dem Gaupropagandaleiter, für den es damals ein „Wagnis" bedeutete, den „Studenten- Müller", der so oft eigene Wege ging, zu feinem Referenten zu berufen. Besonders betonte er, daß er das Glück gehabt habe, in dem (Bauleiter einen väterlichen Berater und in dem Parteigenossen Müller-Scheld einen Freund gehabt zu haben. Nur schweren Herzens scheide er aus dem Gau, in dem er die Anfänge der Bewegung erlebt hat, wo er helfen durfte und wo zwischen Partei, Staat und Presse ein kameradschaftliches Verhältnis erreicht worden war. Der neue Gaupreffeamtsleiter, Parteigenosse Uckermann, umriß dann ebenfalls mit ganz kurzen Worten, wie er sein Amt zu fuhren gedenkt. Als Nationalsozialist übernehme er das Amt m der gleichen Pflichterfüllung wie bisher. Die zurückliegenden Erfolge bestimmten auch weiterhin den Weg. Auch hier komme es, wie bet aller Arbeit, auf den Charakter an, das habe gerade die Entwicklung der Presse vom Geschäftssinn weg zum Einsatz für Führer und Volk bewiesen. Wegweisend sei der Einsatz des Gauleiters. Im Hinweis auf die Blutopfer der Bewegung, deren Idee vollendet werden müsse, versprach er, die Arbeit des Gau- presseamtes leiten zu wollen. 0.® »Her. Der bisherige Gaupreffeamtsleiter Georg Wilhelm Müller, der nunmehr einer ehrenvollen Berufung als persönlicher Adjutant des Herrn Propagandaministers nach Berlin Folge leistet, ist 1909 in Konigshütte (Oberschlesien) geboren. 1929 bestand er die Reifeprüfung am Kaiser-Friedrich- Gymnasium in Frankfurt a. M. und widmete sich dann dem Studium der Rechte an den Universitäten Rostock, Marburg, Kiel und Frankfurt a. M- 1933 legte er ine erste juristische Staatsprüfung ab und wurde dann Pressereferent der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. G. W. Müller gehört ’um Kreise der ältesten Kämpfer des Nationalsozialismus im (Bau Hessen-Nassau. Schon 1924 war er Mitglied der NS.-Jugend, trat 1926 als Obersekundaner in die SA. ein, wurde 1929 Mitglied des Nationalsoizalistischen deutschen Studentenbundes. Als Hochschulgruppenführer und Führer der Frankfurter Studentenschaft von 1933 bis 1934 vollzog er den völligen Neuaufbau dieser Organisation. 1200 Studenten wurden damals in die SA. und SS. übernommen. Seit 1930 gehört G. W. Müller der SS. an, 1934 wurde er Gauabteilungsleiter und Oktober 1935 Leiter des Gau- preffeamtes. G. W. Müller, der seit 1927 an den Reichsparteitagen teilgenommen hat, ist Inhaber des goldenen Ehrenzeichens der Partei, des Gauehrenzeichens 1923 und des Ehrenzeichens des Nationalsozialistischen deutschen Studentenbundes. G. W. Müller hat es als Pressereferent der Landesstelle und Gaupreffeamtsleiter verstanden, zur gesamten Presse des Gaues ein vertrauensvolles und kameradschaftliches Verhältnis herzustellen, das in der engen Zusammenarbeit zwischen Landesstelle und Presse die besten Früchte getragen hat. gibt der Ursprung des Wortes Zivilitation die Erklärung der Bedeutung: civjs d. i. der Burger, ein Mensch, der in einer Burg wohnt, die als Schutz vor Angriffen in Notzeiten entstanden ist. Aus Ansiedelungen um die BFrg sind die Dörfer und schließlich die Städte entstanden. Zivilisation enthält also all das, was sich aus dem Zusammenleben vieler Menschen auf einem verhältnismäßig engen Raum ergibt: nämlich eine ganz bestimmte Ordnung für die Menschen, wenn sie miteinander leben wollen: also etwas rein Zweckmäßiges, etwas zweckmäßig Notwendiges: denn von Jugend ist der Mensch nicht gut, wie gedankenlose Schwärmer meinen, sondern eher egoistisch. In der Gesellschaft setzt sich zunächst der Stärkste und Brutalste und nicht der Beste durch: deshalb sind die Gesetze zivilisatorische Notwendigkeiten. Die Momente der Zivilisation sind so zahlreich, — und hier brachte Pg. Müller-Scheld eine Reihe von teils überraschenden Beispielen —, daß ihre Uebertonung und Entwicklung zur diktatorischen Macht klar erkennbar wurde. Bon den drei Faktoren der Kultur: Religion, Wissenschaft und Kunst wurden besonders von der Wissenschaft die Erziehung und die Kunst untersucht. Bei der Erziehung müssen zwei Ziele unterschieden werden: 1. ein zivilisatorisches Ziel, das rein zweckmäßig bedingt ist, und 2. ein kulturelles Ziel, das dort beginnt, wo jene äußerliche Zweckmäßigkeit aufhört und einer höheren Einsicht Platz macht. In der Kunst kommt vor allem dem Theater die größte Bedeutung zu, weil es der Brennspiegel aller Künste ist, weil hier alle Künste vereint zur Darstellung gelangen können. Früher zeigte diese Kulturstätte ein verzerrtes Bild, während wir heute fordern, daß dort der Mensch lebt, wie er nach unserer Auffassung sein soll. Die ganze Nachkriegsatmosphäre ist ein einziges Wogen und Gären im Volk, bis endlich der Führer der ruhende Pol wird. Kunst ist für uns Fanfare: Warnung und Anfeuerung. Kunst als Schmuck und Verschönerung kommt für uns erst in zweiter Linie. Ls hat einmal ein deutscher Dichter gesagt: „Wenn Bücher auch nicht gut oder schlecht machen, besser oder schlechter machen sie doch!" Das gilt analog für alle Kunstgebiete. Das kulturelle Leben ist, einmal ganz nüchtern gesagt, so zu bewerten wie das Training für den Sportsmann: Immer und immer wieder die innere Haltung und Kraft stärken und spannen. Es wird in Zukunst so sc daß I n te ressen losigkeit der führenden Schichten aller Gebiete an kulturellen Dingen kompromittierend ist! Wie viele Menschen sind auf den Anschauungen ihrer Jugend stehengeblieben; deshalb sind durch eine ununterbrochene Werbung, Training die Menschen auf ein Höch st maß innerlicher Kraft vorzubereiten. Wenn Kultur Pflege der Gesinnung ist, dann ist sie unzerreißbar verknüpft mit der Raff e. Der Einwand, daß es gar keine deutsche Rasse gibt und damit auch keine deutsche Kultur, ist hinfällig. Es gibt eine Reihe von Rassen in Deutschland, die in ihren Eigenschaften und den damit verbundenen ethischen Begriffen das barftetten, was nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Völkern als deutsch empfunden wird. Parteigenosse Müller- Scheld ging dann auf die verschiedenen Rassen im deutschen Volke ein und zeigte ihren Wert am geistiaen und seelischen Gehalt der einzelnen Rassen. Im deutschen Volk lebt aber noch ein anderes Volk: das jüdische! Und in ihm wurzelt eigentlich der tiefere Sinn unserer Rassenfrage. Nicht weil mir einen Schuldigen suchen, sondern weil sie, die Juden, unsere Höherentwicklung störten, weil sie das ganze kulturelle Leben an sich gerissen hatten und wir zu ersticken drohten, deshalb sind sie bei uns unmöglich, deshalb haben wir uns auf die blutmähige Zusammengehörigkeit wieder besonnen. Der Kampf Adolf Hitlers ist in seiner letzten Deutung nichts anderes als ein Ringen um bie deutsche Kultur. Diese Aufgabe lösen zu Helsen, ist unser Ziel. Alle Bemühungen und alle bisherigen Erfolge sind umsonst, wenn es uns nicht gelingt, eine Umwandlung des Sinnens und Trachtens der Menschen herbeizuführen. Wo wir sehen, daß der alte Geist sich wiedereinzuschleichen versucht, müssen wir auf der Wacht sein und wenn es not tut, rücksichtslos vorgehen und zuschlagen. Parteigenosse Müller-Scheld ging dann ausführlich auf Einzelheiten der kommenden Kulturpolitik im Gau Hessen-Nassau ein. Er zeigte die kulturellen Institutionen der Partei, wie sie verankert sind in der Deutschen Arbeitsfront (der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die im Gau Hessen-Nassau vorbildlich für das ganze Reich ist!), dem Reichsnährstand, dem Reichsarbeitsdienst, der Hitlerjugend, der SA., der SS. usw. Als erste große Aufgabe wurde dem Gaupro- pagandaleiler die Durchführung einer Gaukulturwoche übertragen. Sie wird wahrscheinlich Ende Oktober oder Anfang Tto- oember im Gau Hessen-Nassau stattfinden. Eine Ausstellung, ein Musikabend, ein Theaterabend und zahlreiche kdF.-Veranslaltungen bilden das Gerippe dieser Gaukullurwoche. Das Programm des Reichssenders Frankfurt wird sich ebenfalls in ihren Dienst stellen. Vis in die Kreisstädte werden die hervorragendsten Künstler unseres Gaues zu Gastspielen geschickt, um allen Volksgenossen die Möglichkeit eines Kunsterlebens von hohem Niveau zu geben. „Der Kampf Adolf Hitlers birgt in sich eine unerhörte Verpflichtung für alle politisch und kulturell Tätigen", so schloß der Gaupropagandaleiter. „Wir wollen leben und bestehen, getreu dem Worte Friedrich des Großen von der Unsterblichkeit Preußens, das wir auf das Dritte Reich anwenden: Möge es dauern bis an das Ende der Zeiten!" Im dichtgefüllten Deutschen Theater zu Wiesbaden sahen die Tagungsteilnehmer das Lustspiel von Hinrichs: „Petermann fährt nach Madeira", das mit reichem Beifall ausgenommen wurde. Ein großer Volkstumsabend in sämtlichen Räumen des Paulinenfchlößchens vereinte die noch anwesenden Teilnehmer unter dem Motto „Altes und junges Volkstum um Rhein und Main" noch lange in geselligem Zusammensein. Das deutsch-polnische Wirtschaftsabkommen um zwei Jahre verlängert. Warschau, 14. Febr. (DNB.) Die deutschpolnischen Wirtschaftsverhandlungen haben zu einer Verlängerung und Ergänzung des bisherigen Abkommens um zwei Jahre, also bis zum 28. Februar 1939, geführt auf der Basis eines jährlichen Warenaustausches in einer höhe von 176 Millionen Zloty. Die Kontingente für die deutschen Ausfuhrwaren werden den wirklichen Absatzmöglichkeiten und Marktverhältnissen angepaßt. Auch Erleichterungen in den Zollbestimmungen sind vorgesehen. Die technische Abwicklung der Warenverrechnung wird auf polnischer Seite durch die Gründung des staatlichen Derrechnungsinstitutes erleichtert. Dem deutschen Film wird in größerem Ausmaß als bisher der polnische Markt erschlossen. Auch aus dem Gebiete der Holzeinfuhr nach Deutschland dürfte der deutschen Forderung entsprochen werden. Wegen des Abschlusses eines o b er s ch le si s ch e n Eise nh ü tte n a b k o m- mens beginnen neue Verhandlungen in Berlin. Heuer pariser Kgenseldzug gegen Deutschland. 3m Stile der Marokko-Campagne. — Was will Frankreich in Osteuropa? Berlin, 15: Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Paris gemeldet wird, bringt die französische Presse plötzlich sehr einheitliche Meldungen über angebliche deutsche Staats st reich- pläne aus Danzig. So wird behauptet, daß Deutschland beabsichtige, Danzig zu besehen und dem Reiche einzuverleiben, und so den Frieden in Osteuropa zu gefährden. In anderen Meldungen heißt es wieder, daß bei dem augenblicklichen Jagdbefuch des Generalobersten Göring und des Danziger Senatspräsidenten Greiser in Polen die Einzelheiten der Ueber- leitung der Danziger Souveränität auf Deutschland besprochen werden würden, havas läßt sich im Zusammenhang damit aus Warschau melden, daß man in dortigen politischen Kreisen eine derartige Entwicklung durchaus für möglich halte und sensationelle Vorschläge des Generalobersten Göring an Polen anläßlich seines Besuches erwartet werden' würden. * Dazu schreibt der „Deutsche Dienst" u. a.: Bei diesen phantastischen Kombinationen, die wieder einmal die Aufmerksamkeit der Welt auf Deutschland lenken und Deutschland als Unruhestifter hin- stellen sollen, handelt es sich um die gleichen französischen Zeitungen, die bereits durch ihre Marokkohetze vor der ganzen Welt blamiert und bloßgestellt sind, und die trotzdem offenbar aus ihrer Blamage noch nichts gelernt haben. Denn es ist wohl noch nicht lange her, daß die mit großen Mitteln aufgezogene Marokkohetze der französischen Presse vor der ganzen Welt als ein plumpes übles Lügenmanöver entlarvt wurde, das inszeniert worden war, um den Frieden in Europa zu stören. Die französische Regierung hat seinerzeit Anlaß genommen, von dieser Lügenhetze der französischen Presse deutlich abzurücken und ausdrück- lich den französischen Friedenswillen zu betonen. Um so erstaunter wird die Weltöffentlichkeit fein, daß nach dem Zusammenbruch der französischen Marokkohetze nunmehr Danzig offenbar das n e u e Objekt der Phantasie gewisser französischer Journalisten im Stile der Sowjetagentin Mme. T a b o u i s, des Juden Pertinax - Grünbaum vom „Echo de Paris" und ähnlicher fragwürdiger Existenzen sein soll. Die neue Hetze trägt deutlich den Stempel ihrer Herkunft an der Stirn: Sie ist ganz sicher wiederum ein Sow- jetprodukt, und jene französischen Zeitungen, die für das neue Manöver gewonnen wurden, werden zweifellos ihren klingenden Lohn in französischen Franken von der Sowjetbotschaft in Paris bereits empfangen haben. Deutschland und Polen aber müssen es sich energisch verbitten, daß eine Frage, die zwischen beiden Staaten läng st ihre Regelung gefunden hat und nur Deutschland und Polen angeht, von den ewigen Kriegstreibern in Europa dazu benutzt wird, unter Einmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten erneut den Versuch zu machen, die guten Beziehungen zwischen benachbarten Völkern zu trüben. Auch das französi - s ch e Volk dürfte an derartigen Machenschaften keinerlei Interesse haben, und nur einem Staat wird mit solchen Manövern gedient: Der Sowjetunion, die von ihren inneren Schwierigkeiten offenbar durch die Entfesselung des neuen Lügenfeldzuges ablenken will, und kein Mittel unversucht läßt, selbst unter großem finanziellen Einsatz, die Welt immer wieder mit neuen politischen Märchen zu überraschen. Die Gpanienpotttik der französischen Volksfront. Sozialistisches Vertrauensvotum für Blum. Paris, 15. Febr. (DNB. Funkspruch.) Vor dem sozialdemokratischen Landesparteitag erklärte Ministerpräsident Blum, Frankreich habe m i t keiner Mittelmeermacht ein geheimes Abkommen abgeschlossen. Für die allgemeinen internationalen Probleme gebe es nur eine mögliche Lösung, nämlich eine Ueberwachung, um den Kriegsmaterialschmuggel zu unterbinden. Sollte diese Ueberwachung sich als unwirksam Herausstellen oder sollte es Vertragsverletzung geben, dann werde Frankreich Nein zu sagen wissen. Die Versammelten nahmen eine Entschließung an mit 4642 Stimmen gegen 702 bei 33 Enthaltungen, in der der Regierung und dem Ministerpräsidenten das Vertrauen ausgesprochen wird. Die Entschließung zur spanischen Frage gab zu einer Auseinandersetzung zwischen den Abgeordneten G r u m b a ch und dem stark linksstehenden Parteisekretär Zyromski. Zyromski hatte die Regierung aufgefordert, ihre Haltung in der spanischen Frage noch einmal zu prüfen und normale Beziehungen zu den bolschewistischen Machthabern in Spanien aufzunehmen. Grumbach brachte dagegen Die Verjudung des Staatsapparates der Sowjetunion. Berlin, 13. Febr. Der jüdisch eingestellte Teil der Weltpresse und alle jene, die die Geschäfte der „Volksfronten" und der Komintern besorgen, verschwenden viel Mühe, den jüdischen Charakter des Bolschewismus zu „widerlegen". Demgegenüber verdienen, wie vom „Institut zum Studium von Bolschewismus und Judent um" mitgeteilt wird, folgende Angaben besonders fest- aehalten zu werden, die auf amtlichen bolschewistischen Quellen beruhen und deren Richttgkeit nicht abgestritten werden kann. Soeben erschien in Moskau das vom Außenkommissariat herausgegebene diplomatische Jahrbuch der Sowjetunion. Danach sind in dem Volkskommissarenrat folgende Mitglieder Juden: Litwinow, Volkskommisiar des Auswär- tigen; Rosengolz, für den Außenhandel: Ljubimow, Isidor Ewstignejsohn, für die Leichtindustrie: Kaga- nowitfch, Lasar Mosessohn, Verkehrskommissar: Kalmanowitsch, Moses Josefsohn, Kommissar der Sowchosenwirtschaften: Weizer Israel Jakobsohn, für den Innenhandel: Kaminski, Grigor Nahumsohn, Dolksgesundheitskommissar. Dazu kommt noch der neue Kriegsindustriekommissar Ruchimowitsch, Moses Leosohn. Wo sich die Führung nicht direkt in jüdischen Händen befindet, dort werden die Geschäfte von den zahlreichen jüdischen, zur Ueberwachung eingesetzten Helfern geführt. So herrschen in der Staatskontrolle die beiden Vertreter des Präsidenten: Belenki, Sa- chan Mosessohn: und Roisemann, Boris Anisimsohn; im Kriegskommissariat: der allmächtige Stellvertreter des Kommissar und politische „Erzieher" der Armee Gamarnik, Iwan Borrissohn; im Jnnenkom- miffariat: Bermann, Matwej Davidsohn: und Agranow, Jacob Saulsohn: im Volkskommissariat der Schwerindustrie: Gurewitsch: im Volkskommissariat ür Forstwirtschaft: Gantmann, Bensian Nctthan- ohn: und Kogan, Lasa Josefsohn: im Volkskommis- ariat für die Verbrauchsindustrie: Belenki, Markus Nathansohn; und Levitin, Markus Philippsohn; im Landwirtschaftskommissariat: Gaister, Aron Jsrael- sohn: im Finanzkommissariat: Lewin, Ruwim Ja- cobsohn: und Kagan, Owsej Jsraelsohn. Ein besonderes Kapitel bildet das Außenkommissariat sowie der Außenhandel. Das Kommissariat des Genossen Litwinow-Finkelstein ist nicht nur im Haupt, sondern auch in allen seinen Gliedern mit Juden durchsetzt. In der Moskauer Zentrale herrschen folgende Juden: Beresow, Lasar Emmanuelsohn: Jlinski, Jacob Simonsohn: Stern, Lewin, Weinberg, Zuckermann, Bregowski, Michael Samuelsohn: Marmorstein, Plotkin, Markus Abrahamsohn: Rosenblum, Morchtin Jeronin Markussohn: Jaroschewski, Michael Jefimsohn. Nicht minder verjudet ist die Vertretung der Sowjetunion im Auslande. In Amerika herrschen die Jugen: Trojanowski (Botschafter), Umanski, Gochmann: in Belgien Ru- binin (Gesandter): in Spanien Moses Rosenberg: in Finnland Asmus: in Frankreich ist der erste Mitarbeiter des Botschafters der Jude Hirschfeld: in England wird die Sowjetunion durch die Juden Maiski, Kagan und Epstein vertreten: in Italien durch Stein, Helfand und Fridgout; in der Tschechoslowakei durch Tumanow und Schnittmann: in Lettland durch Brodowski; in Litauen durch Karski; in Norwegen durch Jakubowitsch usw. Wo die Leitung der diplomatischen Vertretung sich in nichtjüdischen Händen befindet, dort sitzen Juden an zweiter und dritter Stelle. Das gleiche Bild bietet die Besetzung der Außenhandelsvertreter. Das Gesamtbild ist damit so klar wie nur möglich: Nicht nur die Sowjetregierung, die Spitzen der Verwaltung, die Zentralstellen im Lande und der sonstige Beamtenapparat, sondern auch die bolschewistischen Vertretungen im Ausland sind fest in jüdischen Händen — hier zur Erhaltung und zum Ausbau der Basis der Weltrevolution, dort zu ihrer Förderung und praktischen Durchführung. „©äuberunaMttion" auch unter den Wolgadeutschen. Moskau, 14. Febr. (DNB.) Die nach dem Theaterprozeß überall in Gang gefetzte „Säuberungsaktion" hat auch auf die Wolgadeutschen Gebiete übergegriffen. Die Lokalzeitung „Nachrichten" spricht von der Sabokierung des Einsatzes von B e r I i n , 13. Febr. (DNB.) Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" veröffentlicht einen Bericht ihres Moskauer Korrespondenten, der dazu beiträgt, das Rätsel um die Selbstbezichtigungen zu lösen. Die Seelenfolter der armen Opfer der Tscheka unterscheidet sich in manchen Fällen kaum von den Methoden der Hexenprozesse im Mittelalter, wird abe; mitunter auch sehr „modern" mit den neuesten Errungenschaften der Technik und der Medizin betrieben. In Einzelfällen politischer Art arbeitet man zunächst mit der „Licht- und Temperatur- k u r". Die Zelle der Häftlinge wird 30 Minuten lang ganz grell erleuchtet, um in den nächsten 30 Minuten in tief ft e Finsternis gehüllt zu werden, 30 Minuten bis 40 Grad Hitze und darüber, um innerhalb weniger Minuten die Zelle für eine halbe Stunde in einen Eiskeller zu verwandeln. Dieses „Spielchen" wird wochenlang Tag und Nacht fortgesetzt. Zu den harmlosesten Druckmitteln gehören die stockfinsteren U n - gezieferkammern, in denen die Gefangenen Tage und Wochen zubringen müssen. Die „Quetschkammer n", die auf 40 Grad erhitzt werden und in die die Gefangenen massenweise hineingequetscht werden, daß sie eng aneinandergedrückt nur stehen können, sind ebenfalls sehr beliebt. Die anderen körperlichen Folterungen, die meistens durch chinesische und lettische Kommuni st e n ausgeführt werden, können wegen ihrer Scheußlichkeit nicht erwähnt werden. Diejenigen Gefangenen, die man für d i e großen Theaterprozesse benutzen will, werden besonders zurecht gemach t". Jedem ausländischen Beobachter ist das schemenhafte Wesen der Angeklagten in den sowjetistischen Schauprozessen aufgefallen. Im Auslande hat man daher viel von Massenhypnose gesprochen. Englische Zeitungen schrieben von Einspritzungen, durch die die Angeklagten willenlos gemacht worden waren. Diel näher liegt aber die Vermutung, daß die Untersuchungsbehörde ihr Ziel durch Verabreichung v o'n Luminalpräparaten erTraktoren in den Kollektivbetrieben. An vielen Orten herrschten in der Verwaltung und im Parteiapparat schwerste Mißstände. „Mißachtung der Be- schwerden der Kolchos-Bauern und Unterdrückung jeder Selbstkritik" seien an der Tagesordnung. In einem Bezirk seien ferner die Mittel verschleudert worden, die für die Hebung der Rindviehzucht an- gefetzt waren. Einzelne Funktionäre feien abgesetzt ober verhaftet worden. Das Blatt klagt dann ganze Dörfer des „chauvinistischen Verhaltens" gegenüber Tataren und Kirgisen an, die in jüngster Zeit von der Svwjetregierung in rein deutschen Dörfern an ft eile verschickter „Kulake n" an gesiedelt wurden. Aus der Saratower Zeitung „Kommunist" erfährt man, daß ein Teil der Leitung des Parteiausschusses im Wolgadeutschen Gebiet a b g e s e tz t worden ist. Auch hier heißt es, daß sich „Trotzkisten und andere Schädlinge" in leitende Parteiorgane „eingeschlichen und Schädlingsakte vollführt" hätten. reicht hat. Zurechtgemachte Luminalpräparate sind völlig geschmacklos und können daher jedem Essen und Getränk beigemengt werden, ohne daß das Opfer etwas davon merkt. In sehr kleinen Dosen wirkt Lumina! auch nicht als Schlafmittel, sondern erzeugt nur halbe Müdigkeit, Schlappheit. Wenn man mehrmals täglich das Gift verabfolgt und diese „Kur" einige Wochen durchführt, kann man den ftärfften Menschen zu einer Marionette machen. Der Psychiater kann durch Luminalpräparate, verbunden mit entsprechender suggestiver Behandlung, unheilbar Irre auf Wochen von ihren Wahnideen befreien. Die Luminalpräparate dienen dazu, den Irren zu beruhigen, um ihn dann einer suggestiven Bearbeitung zugänglich zu machen. Was der Wissenschaft zum Wohle der Kranken gelungen i£t, kann nun leider auch im umgekehrten Sinne angewandt werden. Selbst wenn der Gefangene in der GPU. gleich von Anfang an in einen Hungerstreik treten sollte, trinken muß er auf jeden Fall. Wenn man ihm zunächst S a l z w a s s e r (auch eine von der Tscheka sehr häufig angewandte Methode) gibt, wird er später desto ausgiebiger z u dem mit Sumina! präparierten Was - s e r greifen. Seine Willenskraft läßt nach, er beginnt auch zu essen und wird immer mehr zu einer willenlosen Marionette, die dann täglich mit den gleichen Suggestivfragen bearbeitet wird und nach einigen Wochen „prozeßreis" ist. Zur Beschleunigung der „Kur" und zur Anreizung der Phantasie in Selbstbezichtigungen werden noch Haschischpräparate gegeben. In der Opiumbehandlung war die Tscheka fast schon seit ihrem Bestehen mit Recht berüchtigt! Wenn wir in den Theaterprozessen häufig erlebten, daß die Angeklagten weit über das verlangte Geständnis hinaus sich in den unmöglich st en Selbstbezich- t i g u n g e n ergingen, so daß der Staatsanwalt ganz verzweifelt den Redestrom des „Geständigen" abzubremsen versuchte, ist diese Erscheinung wahrscheinlich auf Nachwirkungen von Haschischpräparaten zurückzuführen. 'It ie hie GM. ihre Opfer „prvzeßreis" macht. Das Rätsel der Selbstbezichtigungen in den Moskauer Schauprozeffen. einen sehr viel g e s chm einigeren Wortlaut ein, der Landesrat begrüße es, daß die Regierung ihre Treue zur Politik der kollektiven Sicherheit und zum unteilbaren Frie - d en zum Ausdruck gebracht hätte. Er stelle aber gleichzeitig fest, daß die Nichteinmischungspolitik, nicht die gewünschten Ergebnisse gezeitigt habe und dieser Zu st and nicht länger andauern könne, weil er den internationalen Frieden und den Bestand des „republikanischen Spaniens" in Gefahr bringe. Der Landesrat fordere deshalb die Regierung auf, ein wirksames Kontrollsystem aufzustellen. Sollten diese Bemühungen nicht zu greifbaren Ergebnissen führen, so müsse die Regierung die Wiedererlangung ihrer Handlungsfreiheit in Erwägung ziehen. Der Antrag Grumbachs wurde gegen den Antrag Zy- romfki mit erdrückender Mehrheit angenommen. Nationaler Vormarsch östlich -es Parama-Fluffes. Frauen und Kinder von den Bolschewisten als „Soldaten" eingesetzt. Salamanca, 15. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Madrider Division setzte ihren Vormarsch östlich des Parama-Flusses fort und drängte d i e Bolschewisten trotz starken Wider st an- des zurück. Im Unterabschnitt von San de Dacos wurde ein heftiger Gegenangriff abgeschlagen. Als Folge des gestrigen Angriffes wurden 117 tote Bolschewisten, unter ihnen ein weiblicher „Oberleutnant", geborgen und beerdigt. Im Abschnitt Carabanchel wurden 88 tote Bolschewisten, darunter ein Hauptmann, ein Oberleutnant und ein Leutnant, geborgen, ferner Kinder von 13 bis 14 Jahren, die völlig bewaffnet und augenscheinlich als „vollwerttge Soldaten" verwendet worden waren. An der Front von Motril (Andalusien) wurden den Bolschewisten erhebliche Niederlagen beigebracht. Die Landstraße Malaga—Motril ist überfüllt durch zurückkehrende Flüchtlinge und übersät mit übelriechenden Lumpen, die von den flüchtenden Bolschewisten am Wege zurückgelassen wurden. Zahllose tote Maulesel und umgestürzte Automobile sind ein Beweis der überstürzten Flucht der bolschewistischen Horden. Die aus den neubesetzten Küstenortschaften nach Malaga zurückkehrenden Familien bieten ein erschütterndes Elendsbild, da die Bolschewisten auf ihrem Rückzug alle Ortschaften ausplünderten. In Velez Malaga sollen über 1500 nationale Persönlichkeiten ermordet worden sein, in Eoin 400, in Malaga selbst über 8000, darunter vier Geistliche, die lebendig verbrannt wurden. Gefangene wurden in Malaga nackt durch die Straßen getrieben, und Bolschewisten haben die abgeschnittenen Ohren ihrer Opfer im Knopfloch getragen. Ein besonderer Beweis der Roheit und Entmenscktheit ist, daß in den Straßen Malagas mit Köpfen Enthaupteter Fußball gespielt wurde und Frauen dazu Beifall klatschten. Es war ein tägliches Schauspiel, daß nationalgesinnte Personen erschossen und bie Leichen ins Meer geworfen wurden. w. 'reffen. ’M«?’ sL K bQn??* . in9c^nübet • n 7«" ..." ^ut. « b(r 'iS?'01' hl 1 btm Ellen B d°b L ! wm $o|(n '“Mtabetn , schlapp, 5* «ft net, ° durchsührt. " Zu einer ^Präparate tDuer Behang 7-n Bahn. Plenen dazu, un einer lug, wachen. Waz en gelungen ^kehrten nenn der Te> '9 an in einen ! er auf jeden aal|er(audj jemanbte Me, ^giebiger zu rten ®Q(« ’ nach, er be« wehr zu einer glich mit den ird und nach i f" ist. Zur unreizung der werden noch in der vpiuni- on seit ihrem n mir in den H die Ange- ändnis hinaus lbstbezich. Staatsanwall .Geständigen' ‘inung mal)r« Wd)präpara- ßortiaui ein, jerungihre tinen Liren Frie- Lr stelle aber ischungspolitik, itigt habe und andauern Frieden und iikanischen Der Landesrat ein wirksames liefe Bemühun- m führen, so :ertangung ng ziehen. Der en Antrag Zy' genommen. mrsch Flusses. SolschewW letzt. 8. 8«rfrtj Vormarsch ost- drängte d> Widerstan n San de Dacos "riff abge- 'toriffes* «ndttD« ; orgen «tz? tot( mürben. 88 , tann, «n D « il (üN*! «olnl 'I' ÄH SÄ enÖ5!(VtiNen alle MO ’rö «000 dar- über^er- »- Ls« Hollands Zriiegriiäi. Der holländische Autzenminister zur Führerrede. A m st e r d a m , 14. Febr. (DNB.) Außenminister de Graeff hat in der Ersten Kammer die Stellungnahme der niederländischen Regierung zu dem Teil der Führerrede dargelegt, in dem der Führer die deutsche Bereitschaft erklärte, Holland und Belgien als unantastbare neutrale Gebiete anzuerkennen und zu garantieren. De Graeff erklärte, daß die niederländische Regierung die in diesem Angebot zum Ausdruck kommenden guten Absichten voll würdige. Holland könne jedoch hinsichtlich der Unantastbarkeit des niederländischen Staatsgebiets mit einem anderen Lande einen Vertrag nicht abschließen, da die Unantastbarkeit des niederländischen Staatsgebietes für die Niederlande eine Aktion sei, die sich nicht zum Gegenstand eines durch die Niederländer abzuschließenden Vertrages eigne. In Berliner unterrichteten Kreisen hort man hierzu, daß diese Auffassung Hollands keineswegs im Gegensatz zu der von Deutschland vertretenen Ansicht über die freie Willens- bestimmung anderer Staaten stehe. Der Führer hat in seiner Rede, auf die die Erklärung de Graeffs Bezug nimmt, ja auch ausdrücklich betont, daß das Zustandekommen einer solchen Abmachung von dem Wunsche Hollands abhänge. Die deutsche Bereitschaft, die Unantastbarkeit Hollands ebenso zu garantieren, wie die Belgiens, macht natürlich da Halt, wo Hollands Auffassung von seiner Stellung im internationalen Leben dazu gelangt,einen Wunsch in der Richtung des deutschen Angebotes nicht auszusprechen. Man hat in Deutschland voll st es Ver st ändnis für die holländische Auffassung, da der Führer in seiner Rede in anderem Zusammenhang davon gesprochen hatte, daß jeder Staat über feine eigene Sicherheit und über ihre Form und Ausmaße selb st zu entscheiden habe. Für Deutschland sei einzig wichtig, vor aller Oesfentlich- keit eindeutig klar dargelegt zu haben, daß es z u jeder Form und jeder Art bereit ist, die holländische Unverletzlichkeit zu garantieren und damit das Geschwätz von einer angeblich anderen deutschen Auffassung ein für alle Male gründlich erledigt zu haben. Oesterreichs innere Vrobleme. Bundeskanzler Schuschnigg spricht zur Vaterländischen Front. Wien, 14. Febr. (DNB.) Im Haus der Bundesgesetzgebung sand ein Generalappell der Vaterländischen Front statt, bei dem der Frontführer, Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, auch die politischen Beziehungen zu den anderen Völkern umriß, wobei er das besonders gute Verhältnis zu den Staaten der Römer Protokolle unterstrich. Zum Abkommen vom 11. Juli mit dem Reich erklärte der Kanzler, es bedürfte keines Hinweises, daß die österreichische Regierung entschlossen sei, alles daran zu setzen, diese Beziehungen zu vertiefen. Mit großer Freude stelle überdies die österreichische Staatsführung die Uebereinstimmung mit der Auffassung des Kanzlers des Deutschen Reiches hinsichtlich der notwendigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit im mitteleuropäischen Raume fest. Bei aller staatlichen Souveränität fühlten sich die Oester- reicher als gerade echte Deutsche. In den Mittelpunkt der innerpolitischen Betrachtungen stellte Dr. Schuschnigg die Frage der R e- stauration. Angesichts der verschiedenen Deutungen, die das Habsburger Problem in letzter Zeit im Auslande erfahren habe, formulierte Dr. Schuschnigg die Haltung der österreichischen Staatsführung folgendermaßen: 1. Das Wecken und Wachhalten der Ehrfurcht vor den großen geschichtlichen Werten typischer österreichischer Tradition ist im Geiste der Front gelegen. 2. Die Frage der S t a a t 5 f o r m in Oesterreich wird einzig und allein und ausschließlich vom Volk Oesterreichs entschieden, und zwar auf dem Boden der Verfassung. 3. Die monarchistische Propaganda hat sich in den außenpolitischen Rahmen des heutigen Oesterreichs einzufügen. Das österreichische Volk im gegebenen Fall zur Entscheidung zu rufen, ist ausschließlich Sache der Führung von Staat und Front. Breiten Raum widmete Dr. Schuschnigg dann der Frage der Aussöhnung der nationalen Opposition mit der Staatsführung. Der Bundeskanzler erklärte zu den Plänen eines vereinsmäßigen Zusammenschlusses aller nationalen Elemente, daß man angesichts der unruhigen Zeitläufe es für unzweckmäßig halte, diesen Gedankengängen Raum zu geben. Allein die Tatsache, daß viele Persönlichkeiten mit klangvollen Namen, die den Vereinsvorschlag mit unterzeichnet hätten, hohe Stellen in der Vaterländischen Front innehätten, sei ein Beweis für die Bereitwilligkeit der verantwortlichen Stellen für re st lose Aussöhnung mit den früheren weltanschaulichen Gegnern. Eine solche aber könne nur auf dem Boden der vaterländischen Front erfolgen, bei der besonders der Befriedung mit den Nationalsozialisten dienende Referate geschaffen werden sollten. Auch für den österreichischen Nationalsozialisten, erklärte Dr. Schuschnigg mit Nachdruck, fyabe als oberster Grundsatz zu gelten: das Bekenntnis dur Realität und Selbständigkeit des österreichischen Vaterlandes, die Anerkennung der Mai-Verfassung von 1934 und der Verzicht jeder politischen Tätigkeit außerhalb der Vaterländischen Front. Weitere Versuche, zur Ordnung zu rufen, würden nicht gemacht. Wer illegal sein wolle, müsse auch das unweigerliche Risiko der Folgen auf sich nehmen. Der Bundeskanzler gab Zahlenmaterial über das Ausmaß der politischen Amnestie bekannt. Danach wurden nach dem 11. Juli 16 350 Personen begnadigt. Am 1. Februar befanden sich noch 1162 Personen in Strafhaft, davon 725 Nationalsozialisten. Don diesen wiederum wurden 574 nach dem 11. Juli von den Gerichten abgeurteilt. Die Beisetzung der beiden Spanienkämpfer in Bukarest Bukarest, 13. Febr. (DNB.) Die Beisetzung der beiden in Spanien im Kampf gegen den -o.o lsch e w i s m u s gefallenen rumänischen Freiwilligen gestaltete sich zu einer großen nationalen Kundgebung. Alle Bevölkerungsklassen, sowie Abordnungen aus allen Teilen Rumäniens gaben den gefallenen das letzte Geleit. Die Mitglieder der -Partei „Alles für das Land", der früheren „Eisernen Garde", waren kn Ihren Grllnhemv^ti fn geschlossenen Formationen erschienen, ebenso die Braunhemden des Feuerhakenkreuzes und die Blauhemden der National-christlichen Partei. An der kirchlichen Feier nahmen auch die Präsidenten der nationalchristlichen Partei, der Vertreter der spanischen-Nationalregierung, der deutsche Gesandte, der italienische Gesandte Sola und auch Vertreter der polnischen, jugoslawischen und fapanischen Gesandtschaften fetf. Gesandter Dr. Fadricius legte an den Särgen einen Kranz mit der Hakenkreuzschleife nieder. Der Erzbischof nahm die Einsegnung vor. Der Ordnungsdienst wurde von Staffeln der früheren Eisernen Garde besorgt. Die Beisetzungsfeier, die in vollem Einvernehmen mit der Regierung erfolgt, verlief in voller Ordnung. Treffende Argumente für die deutsche Koloniatfor-erung. London, 14. Febr. (DNB.) „Sunday Chro- nicle" veröffentlicht einen Aufsatz Beverley N i - cf) o 15 über die deutsche Kolonialforderung. Wie kommt es, so fragt Nichols, daß jedes andere Land in der Welt mit Ausnahme Deutschland Kolonien besitzen darf? Wie kommt es, daß Holland ein großes Kolonialreich hat, aber nicht Deutschland? Warum dürfen Polen und die Tschechoslowakei über nationale Minderheiten herrschen, nicht aber Deutschland? Wie lange wird die große deutsche Nation noch auf uns hören, wenn wir ihr versagen, dieselben Rechte zu haben, die wir jedem Holländer und Portugiesen zugestehen. Wir haben das deutsche Kolonialreich g e st o h l e n. So hart das Wort klingen mag, es entspricht den Tatsachen. Die deutsche Kolonialverwaltung vor dem Kriege rief größte Bewunderung von Männern wie Theodor Roosevelt und Cecil Rhodes hervor! Nichols erinnert dann diejenigen Engländer, die behaupten, daß Deutschland seine Kolonien auf normalem Wege im Kriege verloren habe, daran, daß Deutschland sich nur auf Grund der 14 Punkte von Präsident Wilson in die Friedensverhandlungen eingelassen habe. Diese Punkte, die unter anderem eine unparteiische Regelung der Kolonialforderungen vorsahen, seien aber in Versailles in brutaler Weise verletzt worden. Er sei nicht ein Freund der Deutschen, er sei aber ein Freund der Gerechtigkeit. Es sei eine unverschämte Lüge, wenn man behaupte, daß Deutschland die Eingeborenen militarisieren würde, wenn man ihm die Kolonien zurückgäbe. Deutschland habe seine schwarzen Untertanen niemals militarisiert. Frankreich hingegen militarisiere nicht nur seine schwarzen Untertanen, sondern es habe sogar schwarze Truppen nach Deutschland gesandt und damit eine Erbitterung zurückgelassen, die niemals ganz ausgelöscht werden könne. Marschall Fach habe sogar geprahlt, daß Frankreich im n ä ch st e n Kriege eine Million schwarzer Truppen zur Verfügung haben werde. Auch die Behauptung, daß die Kolonien von keinem wirtschaftlichen Wert für Deutschland sein würden, sei unsinnig. Es sei eine alte Tatsache, daß der Handel immer der Flagge folge. Wenn Deutschland Kolonien besäße, dann könnte es seine eigene Währung für den K a u f von Rohstoffen verwenden. Ferner sei die Erklärung, daß Deutschland nicht geeignet sei, Kolonien zu haben, eine B e l e i d i g u n g, die nur zum Kriege führen könnte. Ein Mann wie Theodor Roosevelt habe einst aefagt, daß Deutschland in seinen Kolonien eine Arbeit verrichte, die für die ganze Welt von Nutzen sei. Die Entdeckungen deutscher Wissenschaftler und Chemiker seien es zu großen Teil gewesen, die die Eindämmung der Tropenkrankheiten, wie Malaria und Schlafkrankheit, ermöglicht habe. Abschließend weist Nichols auf die Worte Lord Snowdens hin: „Es ist ganz unmöglich, zu glauben, daß die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen möglich ist, solange England, Frankreich, Belgien, Portugal und Italien große Kolonialgebiete besitzen, während eine Nation wie Deutschland aller 'Expansionsmöglichkeiten beraubt ist." Brotgetreide wird nicht verfüttert. llmtauschaktion — Futtergetreide gegen Roggen. Berlin, 13. Febr. (DNB.) Der Appell an das deutsche Landvolk, sich seiner staatspolitischen Pflicht bewußt zu sein und das Ablieferungssoll für Brotgetreide zu erfüllen, hat in a l l e n deutschen Dörfern ein nachhaltiges Echo gehabt. Zahlreiche Landesbauernschaften konnten melden, daß bereits jetzt schon vielfach die Ablieferungen in der vollen Höhe des Ablieferungssolls erfolgt sind. Dabei läuft die Frist, innerhalb deren die Brotgetreideablieferungen beendet fein müssen, erst am 28. Febr. 1937 ab. In manchen Dörfern ist es nun so, daß die Erzeuger, die bereits ihr Soll voll erfüllt haben, noch über d i e Höhe ihres Ablieferungskontingents hinaus Roggen zür Verfügung haben. Es verstößt gegen den Sinn des deutschen Kampfes um die Nahrungsfreiheit, wenn diese Roggenmengen vom Getreideerzeuger verfüttert werden.'Der Vierjahresplan, zu dem der Führer das ganze Volk aufgerufen hat, verlangt vom deutschen Volk auch, mit den Nahrungsgütern gewissenhaft umzugehen. Deshalb können diese Roggenmengen viel besser dazu verwendet werden, die deutschen Brotgetreide- b e st ä n d e auch über dieses Jahr hinaus zu sichern. Um jedoch die Bauern und Landwirte andererseits ausreichend mit Futtermitteln zu versorgen, soll nunmehr eine großzügige U m - t a u s ch a k t i o n eingeleitet werden, an der sich alle Erzeuger beteiligen können, die ihr Liefersoll voll erfüllt haben. Die Abwicklung dieser Aktion wird sich so vollziehen, daß die Verteiler den Bauern und Landwirten für ihren Roggen die g l e i ch e M e n g e F u t t e r m i t- t e l zur Verfügung stellen. Jeder Bauer oder Landwirt, der sein Liefersoll erfüllt hat, wird also die Möglichkeit haben, ohne jeden Preisverlu st seinen überschüssigen Roggen gegen Gerste, Mais oder Maisfuttermehl einzutauschen. Da diese Aktion bezweckt, der Brotversorgung in weitestgehendem Maße Brotgetreide zu sichern und der deutschen Landwirtschaft erhebliche Futtermengen zuzuführen, also mithelfen soll, Deutschlands Kraft für die Durchführung des Vierjahresplanes zu stärken, ist es selbstverständliche Pflicht, daß von dieser Umtauschmöglichkeit jeder Bauer und Landwirt Gebrauch macht. Das gilt um so mehr, als Ministerpräsident Generaloberst Göring und der Reichsbauernführer bereits eindringlich und wiederholt das deutsche Landvolk auf seine große Verantwortung für die Brotversorgung hingewiesen und eindeutig gefordert haben, daß Brotgetreide nicht verfüttert wird. Die Umtauschaktion wird der Landwirtschaft die Erfüllung dieser Pflicht wesentlich erleichtern. Die Reichsstelle für Getreide hat die Einzelheiten der Umtauschaktion in einem Merkblatt zusammengefaßt, das in der Fachpresse alsbald veröffentlicht werden wird und von jedem Verteiler bei der Reichsstelle für Getreide bezogen werden kann. Der Aufbau der Berufsausbildung. 3m Herbst 1937 zum erstenmal Berufswettkampf der Gesellen. Berlin, 13. Febr. (DNB.) Zur Neuordnung der Ausbildung und Erziehung, wie sie unter anderem in der Verkündung der Adolf-Hitler-Schulen und der Uebernahme der Berufserziehung durch die DAF. zum Ausdruck kommt, erklärte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dem Hauptschriftleiter des „Angriff" u. a.: „Wir geben den deutschen Menschen nicht mehr aus der Hand, wir nehmen uns seiner, an, sobald er zur Schule kommt, und wir helfen" ihm und führen ihn, solange seine Arbeitskraft nur irgendwie gefördert und entwickelt werden kann. Unser Plan, bei dessen Verwirklichung wir in enyster Fühlungnahme mit dem Reichs- erziehungsmlnisterium arbeiten werden, muß immer bei der Volksschule beginnen. Die Volksschulzeit muß verkürzt werden, aber sinnvoll verkürzt, so daß ein allmählicher Uebergang von der Schule in den Beruf erfolgt und die Berufsberatung und Berufsfindung unter der betreuenden Hand von HI. und DAF. geschieht. Bereits im 7. Schuljahr beginnt die B e - ru f s e r zi eh u n g. In den Schulen werden Werkstätten errichtet, an denen die örtlichen Handwerksmeister mitwirken. Hier wird der Schüler an die beiden Grundstoffe, Holz und Eisen, herangebracht. Wir nennen das die Robinsonklasie. Hier zeigt sich ob einer mehr für grübelnde, bastelnde, feinmechanische Arbeit neigt oder mehr zur harten disziplinierten Handarbeit, die sich am Eisen auswirken will. In dieser Klasse findet die Berufsberatung statt. Das 8. Schuljahr ist bereits das erste Jahr der Berufslehre. Dem Schüler wird bereits ein Meister am Ort zu- geteilt. Der theoretische Unterricht in der Schule läuft weiter, und der Lehrer behält die Aufsicht über den Schüler. Er wird etwa täglich eine bis zwei Stunden theoretischen Unterricht geben, wie er für jeden schaffenden Menschen nützlich ist, x. B. kaufmännisches Rechnen, Schreiben von Geschäftsbriefen, Anlegen einer einfachen Buchhaltung, Kalkulation, Materialberechnung usw. In der Gemeinschaftswerkstatt der Schule wird außerdem wöchentlich ein paar Stunden weiter gearbeitet. Im dritten Jahr kommt der junge Mensch ganz zum Meister in die Lehre, das vierte Jahr sieht ihn in den Werkstätten der DAF. oder der Industrie vder des Handwerks, wo die Spezialistenausbildung erfolgt. Völlig neu wird die Gesellen- und M eister- Prüfung geregelt. Ich habe gerade mit dem Gebietsführer Axmann vereinbart, daß im Oktober dieses Jahres der erste Reichsberufswettkampf für Gesellen beginnt. Wer diesen Berufs wettkampf eine festgesetzte Anzahl von Jahren bestanden hat, soll ohne besondere Prüfung Geselle werden, wobei natürlich nach Lei - stunaen gemessen wird. Ebenso wird der Meistertitel durch eine weitere Teilnahme am Gesellenwettkampf erworben, ebenfalls unter Verzicht auf die bisherigen Meisterprüfungen. Wir haben das Gesellenwandern eingeführt. Es hat sich so bewährt, daß mir von jedem Handwerker, ehe er Meister wird, ein Jahr Gesellenwanderung verlangen müssen. Als Spitze dieses Fachschulneubaues sehe ich die Meisterschulen an. Sie sollen dafür sorgen, daß eine gleichmäßige Güte des Handwerkertums im ganzen Reich erzielt wird. Nur wer eine dieser Meisterschulen besucht hat, kann als Fachlehrer von der DAF. anerkannt und eingesetzt werden. Wir sehen, daß wir mit diesem Fachschulaufbau Zeit gewinnen und die Tüchtigsten wirklich nach oben bringen. Es soll nicht mehr so sein, daß tüchtige Facharbeiter und Handwerker erst mit 30 Jahren an eine Familien- gründung Herangehen können. Wir wollen junge Väter und junge Mütter als Eltern vieler Kinder. Lehrer und Bewegung. Eine Rede des Reichswatters Wächiler. Würzburg, 14. Febr. (DNB.) Auf der Gau- tagung ber mainfränkischen Erzieher legte Gauleiter Fritz W ä ch t l e r, der Reichswalter des NS.-Leh- rerbunbes, Gründe dar, weshalb auch eine grundsätzliche Umstellung der Schularbeit erfolgen müsse. Er bezeugte der Lehrerschaft, daß sie schon jahrzehntelang vor der Machtübernahme sich gewehrt habe dagegen, daß die Schule eine reine Wissenschaftsschule sein solle; sie strebte schon immer die Charakterschule an. Als dritter Erziehungsfaktor sei zu Elternhaus und Schule die Hitler-Jugend hinzugekommen, für die gerade die Lehrerschaft vollstes Verständnis und eine stets opferbereite Hand gehabt habe. Die Lehrerschaft habe in den Jahren 1934, 1935 und 1936 der HI. in jährlicher Steigerung 8541 Mark, 190 000 Mark und 280 000 Mark zugewendet. Die wenigen, die sich bisher von den Schulungskursen immer noch ferngehalten hätten, würden das nachholen müssen. Wer glaubt, in konfessionellen Verbänden noch eine Stütze finden zu müssen, für den ist kein Platz Im NSLV. und auch nicht in ber deutschen Schule. Der NSLB. umfaßt 97 v. H. aller deutschen Erzieher; davon sind 94 000 mämmliche Mitglieder Hoheitsträger der Bewegung und ebenso 34 000 weibliche Mitglieder. 100 v. H. der Mitglieder gehören der NSV. an. Lehrer aller Schulgattungen sind als Hoheitsträger Repräsentanten der Bewegung geworden. Erfolgreicher Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit. Auswirkungen des Hilfswerks „Mutter und Kind". Berlin, 13. Febr. (DNB.) Dor den Reichsund Gauamtsleitern der NS.-Dolkswvhlfahrt um- riß Hauptamtsleiter Hilgenfeldt die Tätigkeit des Hilfswerks „M utter und Kind" im Kampfe gegen die Säuglingsfterblichkeit, in der Jugend- erholungspflege, in der Mütterfürsorge, in der Kindergartenarbeit und durch das NS.-Schwestern- wesen zur Gesunderhaltung und Kräftigung unseres Volkes. Bereits jetzt kann feftgefteUt werden, daß die Säuglingssterblichkeit erheblich nachgelassen hat. Im Jahre 1932 starben 7,9 v. H. (im Reichsdurchschnitt) der Kinder im 1. Lebensjahr, im Jahre 1936 jedoch nur 6,8 v. H. Dieser Rückgang der Säuglingssterblichkeit bedeutet, daß jährlich 52 000 Kinder dem deutschen Volke erhalten bleiben. Wenn darüber hinaus noch die Tätigkeit der 3 2 0 0 0 Beratungsstellen des Hilfswerks „Mutter und Kind" gewertet wird, so ist festzustellen, daß im Jahre mindestens 150 000 weitere Kleinkinder vor Gesundheitsstörungen und sonstigen schädigenden Einflüssen, die sich auf das Leben auswirken, bewahrt bleiben. Vier Direktoren der Reichsbahn zu Ministerialdirektoren ernannt. Berlin, 13. Febr. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat in Durchführung des Gesetzes zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Deutschen Reichsbahn vom 10. Februar 1937 die Abteilungsleiter der im Reichs- und Preußischen Verkehrsministerium ausgegangenen Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn, die Direktoren der Deutschen Reichsbahn Paul Treibe, Dr.-Jng. e. h. Max Leibbrand, Werner Bergmann und Alfred Prang zu Ministerialdirektoren ernannt. Ministerialdirektor Treibe leitet die Verkehrs- und T a r i f a b t e i I u n g, Ministerialdirektor Leibbrand die Betriebs - und Bauabteilung, Ministerialdirektor Bergmann die maschinen ° technische und Einkaufsabteilung und Ministerialdirektor Prang die Finanz- und Rechtsabteilung. Rücktritt des Reichskirchenausschuffes. Berlin, 13. Febr. (DNB.) Der Reichskir- ch e n a u s s ch u ß hat am Freitagnachmittag seinen Rücktritt erklärt. D^r Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten hat den Rücktritt angenommen. Ein Verordnungswerk zur Belegung der kirchlischen Verhältnisse auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 wird am Montag, den 15. ds Mts., im Reichsgesetzblatt veröffentlicht werden. Hayaschi vor dem japanischen Beichöickg Tokio, 15. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der japanische Reichstag nahm die Regierungserklärung Hayaschis entgegen. Der Ministerpräsident stellte fest, daß er die gesamte Politik auf der unerschütterlichen kaiserlichen Verfassung als Staatsgrundgesetz aufbaue. Die gegenwärtige Lage verlange gebieterisch die Stärkung der Wehrkräfte des gesamten Volkes, was die Entschlossenheit eines jeden einzelnen Japaners und den kräftigen Schaffenswillen der Gesamtwirtschaft vor- aussetze. Notwendig sei ferner die stetige (Erneuerung des Verwaltungssystems, das in vielen Teilen den Anforderungen nicht mehr entspreche. Die Regierung erwarte Verständnis unh Opfer der gesamten Nation, wenn allmählich und ohne radikale Eingriffe überholte Einrichtungen beseitigt würden, die einer gesunden Entwicklung zum Besten des Volkes entgegenstehen. Wetterbericht des Reichswetterbienskes. Aosgabeort Jranffurt Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weitere Fortschritte gemacht. Dabei hat sich in der Höhe bei uns schon allgemein eine Süd west- bis Westströmung hergestellt, die mildere Meeresluft heran- sührt und den Witterungscharakter zunehmend unbeständiger gestaltet. Aussichten für Dienstag: Vielfach künftig und meist stark bewölkt, zunehmende Nieder- fchlagsneigung, bei ansteigenden Temperaturen südliche bis südwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West voraussichtlich zunehmend milderes und unbeständigeres Wetter. Lufttemperaturen am 14. Februar: mittags 1,5 Grad Celsius, abends 0 Grad; am 15. Februar: morgens 0,2 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum heute nacht —0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Februar: abends 0,7 Grad; am 15. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,9 Stunden. Winlersporl-Deklerberichl. Vogelsberg, Hoherobskopf: Nebel — 3 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —1 Grad, 12 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pappschnee. Sauerland. Winterberg: Nebel, — 0 Grad, 45 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sport gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 2 Grad, 80 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sport gut. Alpen. Schneefernerhaus: Bewölkt, —7 Grad, 6,40 Meter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut. Nimm Dir fest vor: Keinen Abend ohne Chlorodont BgLORIr Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 15. Februar 1937. 1033 D Lichtspielhaus Gießen || Ab heute Montag: Der Schicksalsweg einer Mutter, deren Leben im Alter von 67 Jahren. Opfer und Verzicht bedeutet Hauptrollen: Statt Karten M, Heute | Dienstag | in großer Auswahl 1046 A Gießen, den 15 Februar 1937 1047 D !ltah \h ML Stadttheater Aktentasche mitJnhalt in der Krofdorf.Straße verloren. Gegen Belohn, abzugeben aufb. Fundbüro. [0777 Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen danken herzlich Elisabeth Rabe, geb. Ochs nebst Angehörigen Dissertationen liefert Brühl'sche Druckerei In tiefer Trauer: Elise Wagner, geb. Neeb und Kinder. Hella Müller - Francoise Rosay - Henri Presles Beiprogramm u. Fox-Ton-Woche. Tägl. 4,6,8.30 Uhr der ame- Beschättsdrucksacheo Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brüh!, '8orp, iir in ui die leit «nm 8in® I baupt ^6.. ■ ßrperschasts I Die NW I I Bewachsen- I jtl erklärt! J jere die Erl \i Hellen, l pd M Be I Wende Ein | A besonder I fi aemeinve! M Berstä eines Steuer kAielge sud) im Ein! faffen. In eir km Ermesse! I] eie sie zu er f| ks nationa Lfüieuerge I Aeuerpslichti genossen. Es und jedes E Pflichtiger si suchen oder a ner Bestimm Pachtungen erlegt wurde neuen Aussc Staat und | Selbsthilfe i chen, wenn dere Verhol D/e neuen < biet im wefe. un Nitylinie. M auf. rW auch W/rftigi Sy (ein, we nüinkommi .njergem Hn. 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Motor, 1 Eisenstange, 1 Photoavvarat, 1 Eismaschine, 1 Bohner, Anzug- und Kleiderstoffe.-Bestimmt werden versteigert: 1 Ladeneinrichtung, 1 Protos-Haartrockner. 1035D Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33, Tel. 3108 3-4-Zimmer- ohnung in gutem Hause per 1. April oder 1. Mai zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 1043D a. d. Gieß. Anz. erbet. v; Nr.38 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 15. Zebruar (937 Vie Einkommensteuererklärung. i In diesen Tagen ist einer Gruppe von Einkom- ■ mensteuerpslichtigen von den Finanzämtern das - amtliche Formular zugestellt worden, das bis Ende Februar vollständig ausgefüllt zurückzureichen ist. Das Formular ist das Ergebnis nicht nur eingehender Überlegungen, sondern auch j oieljähriger praktischer Erfahrungen. Jedes Wort । des Formulars ist überlegt. Veranlagt werden nur ! diejenigen Einkommensbezieher, deren Einkommen ( nicht bei der Lohnsteuer in voller Höhe steuerlich j erfaßt wird. Veranlagt werden also nur die Ve- - zieher von Einkommen aus selbständiger Tätigkeit } aus Vermietung, Verpachtung, Kapitalertrag usw. < Zu den Veranlagten gehören also alle Geschäfts- j leute und die Angehörigen freier Berufe. Die letzte ( große Aenderung der Einkommensteuer geschah im ( Dezember 1934. Da dieser Termin nur wenige Wo- j chen vor der Einreichung der nächsten Steuerver- , anlagung war, entschloß sich das Reichsfinanzmini- , sterium, den Inhalt der neuen Gesetze in „Richt- > linien" niederzulegen. Diese Einrichtung hat sich , so bewährt, daß sie Anfang 1936 wiederholt wurde ] und auch Anfang 1937 ihre Fortsetzung fand. , Soeben hat das Reichsfinanzministerium „Richt- ! linien für die Veranlagung der Einkommensteuer und Körperschaftssteuer" herausgegeben, die nicht . nur die neuen Erfahrungen des letzten Steuerjahres I und die seit Erlaß der vorigen Richtlinien ergangenen Finanzurteile berücksichtigen, sondern überhaupt das gesamte Gebiet der Einkommen- und Körperschaftssteuer erläutern. Die Richtlinien sind, da sie vollständiger geworden sind, zu einem stattlichen Oktavheft von 150 Seiten angewachsen. Dabei sind ganze Abschnitte, die früher erklärt wurden, ausgelassen, nämlich insbesondere die Erläuterung der sogenannten Steuertabellen, in denen für jede Einkommensgruppe und für jeden Familienstand die im Jahre zu entrichtende Einkommensteuer abgelesen werden kann. Ein besonderer Vorzug der Richtlinien ist es, daß sie gemeinverständlich gehalten sind, und nicht zu ihrem Verständnis und zu ihrer Anwendung nicht eines Steuergelehrten bedürfen. Es ist nicht leicht, die Vielgestaltigkeit des Lebens, wie es sich auch im Einkommen ausdrückt, in Paragraphen zu fassen. In einer großen Zahl von Fällen mußte es dem Ermessen der Finanzämter überlassen bleiben, wie sie zu entscheiden haben. Der oberste Grundsatz des nationalsozialistischen Steuerrechts ist die Steuergerechtigkeit. Sie gilt nicht für den Steuerpflichtigen, sondern auch für alle Volksgenossen. Es wird als Schädigung der Gesamtheit und jedes Einzelnen anerkannt, wenn ein Steuerpflichtiger sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen oder auch unter falscher Auslegung vorhandener Bestimmungen auch nur zum Teil den Verpflichtungen entzieht, die ihm vom Gesetzgeber auferlegt wurden. Auf der anderen Seite würde es der neuen Auffassung von der Rolle des Einzelnen im Staat und von 'der Bedeutung der Familie, der Selbsthilfe und der Unterstützungspflicht widersprechen, wenn keine Möglichkeit gegeben wäre, besondere Verhältnisse zu berücksichtigen. Die neuen Richtlinien enthalten auf diesem Gebiet im wesentlichen die Bestimmungen der früheren Richtlinien, klären nur im einzelnen einige Zweifel auf. So sollen Einkommensteile, die der Bezieher auch ohne gesetzliche Verpflichtung a n bedürftige Angehörige zahlt, anrechnungs- fähig sein, wenn sie einen gewissen Prozentsatz seines Einkommens übersteigen, mithin also als „außergewöhnliche Belastung" gelten müssen. Selbstverständlich ist Vorsorge getroffen, daß auf diese Weise nicht größere Einkommensteile der Besteuerung entzogen werden können. Wer beispielsweise einem verarmten Verwandten die Hälfte seines ziemlich hohen Einkommens als „Unterstützung" zahlt, und wer die sichere Aussicht hat, die dahin gezahlten Beträge zum großen Teil später auf dem Wege der Erbschaft zurückzuerhalten, wird beim Finanzamt mit einem entsprechenden Antrag nicht durchdringen. Wer jedoch monatelang an schwerer Krankheit darniedergelegen hat und in sei-1 Oberhessischer Kunstverein. Forscher als Künstler. Die am Sonntagvormittag eröffnete neue Ausstellung des Kunstoereins nimmt unter dem Stichwort „Forscher als Künstler" in chrer Zusammensetzung und ihrem Charakter eine Sonderstellung ein und unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was gemeinhin in diesen Räumen gezeigt wird. Die neue Kollektion gliedert sich in zwei voneinander unabhängige Gruppen und umfaßt erstens: hundert Originalzeichnungen und Aquarelle Sven H e - dins, Stockholm, von seinen zahlreichen Reisen durch Asien bis zum Jahre 1927; zweitens: 38 Originale von Forschungsreisen aus dem Besitz des Deutschen Museums für Länderkunde in Leipzig. Es handelt sich demnach hier nicht um reine Malerei, mcht um eine künstlerische Produktion „an sich" oder um ihrer selbst willen, die ja ihrer innersten Natur nach zwecklos ist, keinem irgendwie gearteten Ziele dienend, sondern in sich selbst begründet und legitimiert; es handelt sich vielmehr, besonders was die zweite Gruppe angeht, um eine in gewissem Sinne angewandte Kunst, das heißt um eine mehr oder minder künstlerisch empfundene Bildnerei im Dienste der Wissenschaft: als deren Helferin, Begleiterin, Illustratorin. * Das Thema spiegelt sich am einfachsten und sinnfälligsten in der an zweiter Stelle genannten Gruppe von Originalen aus verschiedener Hand, die den bildhaften Niederschlag mehrerer Forschungsreisen darstellen, kaum ästhetisch zu werten, vielmehr als Ansichten, kolorierte Kartenausschnitte, farbig-plastische Wegemarken länderkundlicher Forschungsreisen. Es kommt offenbar weniger auf künstlerische Eigenwerte als auf wissenschaftliche Anschaulichkeit und Genauigkeit an, wenn wir hier etwa die langgestreckten, peinlich exakt auf alle Einzelheiten der Landschaft bedachten Ansichten der Vulkanberge von Chile oder Bolivien betrachten, die Gletscher von Antisana, die ecuadorianische Küste, den Chimborasso-Gipfel, eine altindianische Grabstätte in Peru oder eine Kaffeepflanzung in Venezuela. * Diel lebendiger und persönlicher ist naturgemäß der Eindruck, der von dem zuerst genannten, interessantesten Teil der Kollektion ausgeht, von den Zeichnungen und Aquarellen Sven Hedi ns. Wahrscheinlich wird nicht wenigen Besuchern schon der Tatbestand an sich überraschend sein: viele wer- nem Einkommen empfindlich geschädigt worden ist, darf bei der Steuererklärung des nächsten Jahres mit Aussicht auf Erfolg den Antrag stellen, daß ihm die durch die Krankheit entstandenen Unkosten für ärztliche Behandlung, Medikamente und Pflege vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Ein Staat wie Deutschland, der durch eine schwere politische und wirtschaftliche Krise hindurchgegangen ist und sich mühsam den Weg zum Aufstieg bahnt, kann nicht ohne weiteres auf erhebliche Teile seiner öffentlichen Einkünfte verzichten — selbst wenn sich gegen einzelne Steuer- und Abgabenarten erhebliche sachliche Bedenken gellend machen lassen. Dies ist beispielsweise für den Satz von 6V2 v. H. bei der Arbeitslosenversicherung geltend gemacht. Im neuen Deutschland, das die Arbeitslosigkeit fast völlig überwunden hat, werden aus denjenigen Summen, welche die Arbeitslosenrente übersteigen, große öffentliche W i r ts ch a f t s v 0 r h a - oen finanziert. Auch eine Ermäßigung der Einkommensteuer ist in absehbarer Zeit nicht möglich. Ebensowenig hat sich bisher ein besonders dringender Wunsch, der im Reichsfinanzministerium herrscht, erfüllen lassen, nämlich die Einarbeitung der Bürger st euer in den Einkommensteuertarif. Die Büraersteuer kommt den Gemeinden zugute und steht damit außerhalb des Verteilungssystems, das für die Einkommen-, die Körperschafts- und Umsatzsteuer gilt — eines Verteilungssystems, das neben dem Reich auch die Länder und Gemeinden berücksichtigt. In den neuen Richtlinien heißt es an verschiedenen Stellen, daß bei der Anwendung der Schutzbestimmungen für den Steuerzahler nicht kleinlich verfahren werden darf. Die Grenzen, innerhalb deren besondere Verhältnisse berücksichtigt werden können, sind daher für die Finanzämter nicht unbedingt bindend, sondern nur Richtlinien, die sie ihren aus freiem Ermessen zu treffenden Entscheidungen zugrunde zu legen haben. Der Erfolg der alljährlich wiederkehrenden „Richtlinien" hat das Reichsfinanzministerium in der Erwartung bestärkt, daß sich durch vollständige und gemeinverständliche Erläuterungen die allgemeine Steuermoral heben läßt. Kleine politische Nachrichten. Das Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP, teilt mit, daß das vorläufige Ergebnis der 4. E i n - topfsammlung des Winterhilfswerkes 1936/37 5 450 676,05 RM. beträgt. * Der Führer und Reichskanzler hat den bisherigen deutschen Geschäftsträger, General a. D. F a u p e l, zum deutschen Botschafter bei der spanischen Nationalregierung ernannt. General Faupel ist durch den Reichsmmister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, vereidigt worden. * Am Samstagabend hat der langjährige schwedische Gesandte in Berlin, Exzellenz a f W i r s e n , der nach Rom berufen wurde, die Reichshauptstadt verlassen. Zum Abschied hatten sich die Botschafter Italiens, Frankreichs, der Türkei, der Sowjetunion und Chiles, ferner der stellvertretende Staatssekretär D i e ck h 0 s f und der Chef des Protokolls eingefunden. * In Köln traf Exzellenz Tullio Gianetti, der Präsident der Confederazione Fascista Lavoratori dell'Jndustria, ein. Der verdiente italienische Arbeiterführer, der Mitglied des Großen Faschistischen Rates ist, .wird sich als Gast der D A F. eine Woche in Deutschland aufhalten und in Begleitung von Dr. Ley die wichtigsten Einrichtungen dieser Organisation studieren. Exzellenz Cianetti nahm im Hotel „Exzelsion", vor dem mein Doppelposten der SS. aufgezogen war, Wohnung. Gegen eine Mitgliederversammlung der D e u t- schen Vereinigung in Grudn 0 b e i Neu- 1 komische! (ehemalige Prov. Posen) wurde ein iSprengstoffanschlag verübt. Sämtliche den nicht gewußt haben, daß sich der weltberühmte schwedische Asienforscher und Deutschenfreund in solchem Umfang und — wie man hinzufügen darf — mit einer so undilettantischen Sicherheit und Selbstverständlichkeit, gleichsam nebenbei, auch noch als Zeichner und Aquarellist betätigt. Auch hier ist die bildnerische Arbeit naturgemäß einem höheren Zweck untergeordnet, ist illustrativ, erzählend, beschreibend, textbegleitend gedacht. Aber die überwiegende Mehrzahl dieser Blätter zeigt dabei ein durchaus eigenes Gesicht, persönlichen Stil, künstlerische Haltung; das war gewiß gerade in einer solchen Bildersammlung nicht von vornherein zu erwarten. Sven H e d i n gibt auf diesen hundert teils farbig angelegten, teils schwarzweißen Blättern ein reizvolles Panorama, eine Art von selbstgemachtem Bilderbuch zu seinen großen Reisen, worüber er in berühmt gewordenen Werken be- : richtet hat. Auf allen Blättern besticht die den genialen Forscher kennzeichnende Genauigkeit und ; Schärfe der Beobachtung, die Gabe, das Wesentliche und Charakteristische eines Modells herauszuarbeiten, — daneben aber auch die Leichtigkeit und ' Sicherheit der linearen Haltung, der Pinselführung und der Farbgebung, was alles durchaus nichts . Aengftliches, Unfertiges oder Problematisches an [ sich hat. * * Der Schauplatz, der hier vorgeführt wird, ist groß und weit; die Szenerie ist fernstes, feindliches, in- : nerstes Asien. Ueberraschender und lebendiger 1 noch als solche Augenblickseindrücke von den geo- - graphischen Stationen seiner Reisen wirkt das un- ' gemein vielgestaltige, ethnographische Bild, das sich ' in der Sammlung Hedins vor unseren Blicken ent- ' faltet: Kommandant von Pamir; armenischer = Junge; Bettel-Lama; Tibetaner mit Gebetsmühle; f Jüdin aus Afghanistan; mohammedanischer Neger; = Araber aus Bagdad; afrikanischer Scheik; kurdische f Tänzerin; tibetanische Kinder; kirgisische Frau; " rumänisches Schulmädchen — und so fort: eine r überaus reizvolle und aufschlußreiche Porträtgale- - rie, die künstlerisch und volkskundlich gleicherweise ? fesselnd und anregend auf den Beschauer einwirkt. 1 Mit Lächeln und Rührung wird man zwischen all diesen Zeugnissen eines großartigen und vielfach grundlegenden wissenschaftlichen Lebenswerkes . die beiden ungelenken Kinderzeichnungen des be- rühmten Mannes aus dem Jahre 1872 betrachten; \ man sieht darauf, daß sich seine Phantasie schon 1 damals mit Reisen, mit Ausfahrt und Wiederkehr 2 beschäftigt hat. Hans Thynot. Fensterscheiben des Versammlungsraumes gingen in Trümmer. Der Versammlungsteilnehmer bemächtigte sich eine Panik. Die polnische Polizei fahndet nach den Tätern, von denen bisher jede Spur fehlt. * Zusammenstöße zwischen der Gewerkschaft der Autoarbeiter und Gewerkschaftsgegnern haben den Gouverneur des amerikanischen Bundesstaates Indiana bewogen, tausend Nationalgardisten nach Anderson zu entsenden und den Ausnahme- z u st a n d zu verhängen. Die Nationalgarde hielt eine Autokolonnen mit 300 Gewerkschaftsanhängern aus Michigan an und führte im Hauptquartier der Gewerkschaft in Alexandria eine Razzia durch, wobei Gewehre und Patronenkisten in ihre Hände fielen. * Zum erstenmal besuchten König Georg VI. und d i e Königin die östlichen Viertel von London, in denen die ärmere Bevölkerung wohnt. Der König folgte damit einer Tradition, die von seinem Vater begonnen und von seinem Bruder fortgesetzt worden war. Die Bevölkerung bereitete dem Königspaar einen herzlichen Empfang. Am Sonntag reifte der Generalstabschef der Roten Armee, Marschall Jegorow, nach K 0 w n 0 , der Hauptstadt Litauens, ab. Von dort wird er Riga und Reval aufsuchen. Kunst und Wissenschast. Gemeinsame Musikerziehung von HI. und „Kraft durch Freude". NSG. Die Vereinbarung zwischen der Hitler- Jugend Hessen-Nassaus und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" über die kulturelle Zusammenarbeit zeigt jetzt ihren ersten Erfolg. In der Woche vom 14. bis 21. Februar findet in der Jugendherberge zu Rüdesheim ein Musikschulungslager statt, das die Musikreferenten der HI. und des Jungvolks, die Musikreferentinnen des BDM. und die Singwarte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude^ zu gemeinsamer kultureller Arbeit zusammensührt. Das Lager, das unter Leitung des Musikreferenten der Gebietsführung, Scharführer Dr. Hans K n a b, steht, wird den etwa 60 Teilnehmern Aufklärung bringen über die Gestaltung der Musikarbeit des Jahres, der Rundfunkarbeit, der Volksgemeinschaftsabende und Feierstunden und wird die technische Voraussetzung für das Singen, Musizieren, Sprechen und das Laienspiel schaffen. Professor Müller-Blatt au spricht über das Thema „Alte Musik und wir", während Professor Roedemeyer Sprecherziehung lehrt. Die Referate des Hauptreferenten für Fest- und Freizeitgestaltung in der Reichsjugendführung, Unterbannführer Raeck, über das Laienspiel und des Kulturabteilungsleiters, Bannführer S t ll n k e, über die Kulturarbeit vermitteln das für die gemeinsame Arbeit notwendige Rüstzeug. In gemeinsamer Aussprache werden Theaterfragen erörtert, während sich in den Heimabenden die Theorien des Tages gleich praktisch bewähren können. Besondere Beachtung verdient der für die Blockflötenspieler eingerichtete Kursus und die gemeinsame Ausarbeitung einiger Kantaten. Geistiges Rüstzeug für das werktätige Volk. Werbung für das Fachbuch ist Arbeit am geistigen Rüstzeug des werktätigen Botkes. Möge daher jeder schaffende Volksgenosse einsehen, daß es seine Zache ist, um die es geht, und daß er der Volksgemeinschaft und sich selber hilft, wenn er in diesen Tagen den an ihn ergehenden Huf nicht überhört. Dr. Goebbels. Acht Jahre Gasthausesser...! Für und gegen Zisch. Großer Könner, kleine Neste.—Zwei Millionen Berufstätige essen in Kantinen. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes hat einen Sonderberichterstatter in Berliner Gaststätten entsandt, um die Mitwirkung der Gasthausküchen an der Verbrauchslenkung und die Verkürzung der Speisenkarte, die feit dem 1. Januar vorgenommen worden ist, in ihrer Wirkung auf die Gasthausbesucher festzustellen. In der nachfolgenden Reportage ist das Ergebnis dieser Untersuchungen niedergelegt. Am „Alex". Mittags 1 Uhr am Alexanderplatz in Berlin. Eisenbahnzüge donnern über die weitgespannten Brücken, Straßenbahnen und Autos überqueren in ununterbrochener Folge diesen weiträumigen Verkehrsmittelpunkt, dem nicht zuletzt große und kleine Gaststätten das Gepräge geben. In ihnen treffen sich zur Mittagsstunde Tausende berufstätiger Menschen, um ihre Mahlzeiten einzunehmen. Wer das betriebsame Berlin beobachten will, kann sich keinen besseren Platz aussuchen, als diesen Brennpunkt des großstädtischen Verkehrs. Aber auch wer einmal feststellen will, inwieweit die Berliner Gasthausküche sich in den Dienst der Verbrauchslenkung gestellt hat und wie der Gasthausbesucher auf die Verkürzung der Speisenkarte reagiert, muß in eines der großen Eßlokale gehen, die hier seit Jahr und Tag ihren Sitz haben. 2500 bis 3000 Mittagsportionen teilt das Lokal täglich aus, das wir zunächst aufsuchen. In den weitläufigen, behaglich eingerichteten Räumen ist jeder Tisch um die Mittagsstunde besetzt. Schon am Eingang und an den Wänden der verschiedenen Säle fallen uns große Plakate ins Auge, auf denen preiswerte Saisongerichte besonders an- Erika und die Schreibmaschine. Von Erich Grisar. Papa, ich will auf dein' Schoß. Papa hat keine Zeit. Was machst du denn? Papa arbeitet. Was arbeitest du denn? Papa schreibt eine Geschichte. Was für eine Geschichte? Von Rotkäppchen? Nein. Von Wolf und die sieben Geißlein? Auch nicht. Schreib doch mal von Wolf, Papa. Ich hab das doch so gerne. Papa muß was anderes schreiben. Was denn? — Nun könnte das gleiche Frage- und Antwortspiel wieder von vorn beginnen, aber inzwischen hat Klein-Erika sich besonnen und sie rüst: Papa, ich will Tipp-tipp machen. Papa hat keine Zeit. Och komm doch, so wie gestern. Gestern hat sie auf meinem Schoß gesessen, ich habe einen Brief dabei geschrieben, der war voller Tippfehler. Nie wieder, hab ich mir vorgenommen. Aber ich habe es mir ja nur vorgenommen. Schon sitzt sie wieder auf meinem Schoß. Papa, zeig mir doch wieder I und O. Ich habe ihr gestern I, O, A und E auf der Maschine gezeigt. E und A hat sie vergessen, aber I und O weiß sie noch. Immer wieder plappert sie, daß ist ein I und das ist ein O. Das ist ein I und das ist ein O. Und sie vertut sich nicht ein einziges Mal. Ich bin richtig stolz darauf, und rechne in Gedanken schon nach, wie lange es dauernd wird, bis sie das Alphabet kann, wenn sie jeden Tag zwei Buchstaben lernt. Inzwischen ist Klein-Erika aufs neue auf die Entdeckungsreise gegangen. Guck da, Pappa, eine Windmühle, sagt sie plötzlich. Ganz erstaunt blicke ich hin und richtig, sie tippt auf das große X, und das sieht wie eine Windmühle aus. Und hier ist ein Hut, sagt sie, damit meint sie das D. Hier ist eine Mütze, das ist das große P. Planmäßig gehen wir jetzt die Buchstaben durch und nun muß ich hören, daß das O für sie ein Ball ist; weil ich ihr aber auch wieder gesagt habe, daß es ein O ist, ist alles was rund ist, ein O. Das Q und das G und das C. Das U wieder ist ein Hufeisen. Das A eine Leiter, das J ein Stock und Y ein Trichter und das F ist eine Fahne. Und weil ich inzwischen auf die Idee gekommen bin, ein Feuilleton daraus zu machen und fleißig aufgepriesen werden. Mehrere Fischgerichte in verschiedener Zubereitung. Hasenbraten mit Rotkohl herrschen heute vor, und wie ein Blick auf die essenden Gäste zeigt, haben die Werbeplakate an den Wänden ihre Wirkung nicht verfehlt. Wir bestellen uns selbst, nachdem wir an einem bereits besetzten Tisch noch Platz gefunden haben, eine Portion Fischbratklops, der lecker und appetitlich aussieht und ausgezeichnet schmeckt. Der typische Fischgeruch fehlt vollkommen, so daß man beim Servieren kaum weiß, ob man ein Fisch- oder Fleischgericht vor sich hat. Bei dieser Art der Zubereitung ist es kein Wunder, wenn dieses Haus, wie uns später der Küchenmeister erzählt, seinen Fischumsatz in letzter Zeit um das Doppelte steigern konnte. Zubereitung und wirksame Werbung gehen hier mit angemessener Preisgestaltung Hand in Hand und sorgen dafür, daß auch die Gasthausbesucher immer mehr ein Fischessen aus der Speisekarte wählen, der man die Lurchgeführte Verkürzung noch gar nicht anmerkt. Unser goldgelber Fischbratklops mit ebenso appetitlich aussehender Beigabe erregt bald die Aufmerksamkeit unserer netten Tischnachbarin, die sich an einer riesigen Hasenkeule mit Rotkohl gütlich tut. Schnell kommen wir in ein Gespräch mit ihr und erfahren zu unserer Verwunderung, daß sie als berufstätige Frau seit a ch t Jahren in Gaststätten zu Mittag ißt und noch niemals ein Fischgericht gewählt hat. „Fisch riecht so sehr! Fisch hält nicht vor", und was dergleichen Ausflüchte mehr sind, bekommen wir von ihr zu hören. Sie hat es mehr mit einem handfesten Stück Fleisch gehalten, weil sie bei einer Wirtin wohnt, die in der Woche dreimal Fisch schreibe, was sie mir erzählt, dreht sie den Spieß um, und als ich wieder frage, was ist das? sagt sie keck, das weiß ich doch nicht, sag mir lieber, was das ist. Und nun muß ich ihr zeigen, was ich da geschrieben habe. Papa schreibt alles auf, was du gesagt hast, sage ich zu ihr. Hast du auch die Windmühle ausgeschrieben? Da ist sie doch. Richtig, da ist sie. Und das ist der Stock. Laß mich auch mal tipp-tipp machen. Auf einmal fällt ihr das wieder ein. Nun, wo ich mitten in meinem Artikel bin. Na, meinetwegen, schon wegen dem guten Tip, den du mir gegeben hast. Und ich erfülle ihr den liebsten Wunsch, sie darf tippen ajeirnadhsq ..., mnshuriehraget. So, jetzt ist es genug. Laß mal sehen. Lauter kleine Buchstaben. Na, was weiß so ein Kind vom Umschalten. Nicht so voreilig, lieber Vater. Papa, das ist ja ganz anders, als hier drauf steht, sagt sie plötzlich. Das ist ja gar keine Leiter und kein Hut. Doch mein Kind, siehst'du: A, das ist die Leiter. Und hier ist der Hut D. O ja, Papa. Jetzt ich. Na, meinetwegen, aber nur einmal. Ich schalte um und richtig, sie tippt ein großes A. Eine Leiter. So, nun mußt du aber bei Mutti gehen. Die hat schon darauf gewartet und kommt zu Vatern in die Stube. Na, was macht ihr da? Tipp, tipp, Mutti. So? Papa schreibt alles auf, was ich gesagt hab. Guck hier. Dies ist eine Mütze, dies ist ein Hut und dies eine Windmühle, und sie findet die Buchstaben tatsächlich in meinem Artikel wieder. Au, das wird aber fein, sagt die Mutti. Wird es auch, sagt die Kleine, und sie geht zur Mutti. Gleich komm ich wieder, Papa, sagt sie dann zu mir. Woll! Dann mache ich wieder tipp tipp. Woll! Bleib bloß da, denke ich mit treusorgendem Vaterblick, aber ich sage es nicht, sonst habe ich zu meinem Tippunterricht auch noch ein Heulkonzert entgegenzunehmen. Als Honorar sozusagen. Denn meine Tochter ist wie der Vater. Ohne Honorar tut sie nichts, und es ist selbstverständlich, daß sie am Ertrag dieser Arbeit mindestens mit einer Tafel Schokolade beteiligt ist. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Georg Wetzel, Direktor des Instituts für Entwicklungsmechanik in Greifswald und gleichzeitig Ordinarius in dir Medizinischen Fakultät in Halle, ist wegen Erreichens der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. kocht, „nach dem dann das ganze Haus riecht". Wir begreifen, daß dieser häufige Fischduft unsere Nachbarin bisher davon abgehalten hat, im Gasthaus noch Fisch zu essen. Sie weiß ja nicht, daß die moderne Küche längst über diese Kinderkrankheiten in der Fischzubereitung hinweg ist. Und überzeugt sich an Hand einer Fischprobe sehr schnell davon, daß ihr Vorurteil unbegründet war. Als wir aufstehen, haben wir eine jahrelange Verächterin der Fischnahrung bekehrt. Bei den Feinschmeckern. Vom Alexanderplatz führt uns unser Weg in die Berliner Prachtstraße Unter den Linden, wo wir ein Speiserestaurant aufsuchen. Inzwischen ist der Hauptansturm der Mittagsgäste vorüber, und wir können uns gleich- in ein längeres Gespräch mit dem Küchenmeister einlassen. Das anders zusammengesetzte Stammpublikum dieser Gaststätte hat auch andere Verbrauchsgewohnheiten. Wie uns der Küchenmeister versichert, ist bei seiner Kundschaft ein erhöhter Fischkonsum neuerdings nicht festzustellen, weil seine Gäste schon immer Fischnahrung bevorzugt haben. Hier weiß man, wie hochwertig und nahrhaft der Fisch ist. Schon seit Jahren entfallen von den 500 bis 800 Portionen, die täglich ausgegeben werden, ein Drittel auf Fisch-, ein Drittel auf Wild- und Geflügel- und ein Drittel auf Fleischgerichte. Der Gast, der hier verkehrt, ißt nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit den Augen. Durch nette Garnierung und Zurichtung wird der Fisch preiswert und in immer neuen Variationen vorgesetzt. Die Ausführungen des Küchenmeisters finden wir bestätigt durch die vorliegende Tageskarte, die allein 20 verschiedene Fischgerichte enthält. Kleine Speisekarte — kleiner Verderb. Der Leiter des Gaststättengewerbes hat mit der Verkürzung der Speisekarte den Kampf gegen den Verderb wirksam unterstützen wollen. Zweifellos haben sich viele mittlere und kleinere Gaststätten durch eine unnatürliche Aufblähung der Speisekarte übernommen, besonders dann, wenn die notwendigen technischen Voraussetzungen in der Küche f ü r Kühlung und Frischhaltung nicht gegeben waren. Für diese Gasthäuser wirkt sich die Verringerung der Zahl der Gerichte nicht nur werterhaltend aus, sondern auch betriebswirtschaftlich vorteilhaft. Der Umfang ihrer Speisenkarte ist wieder auf ein gesundes Maß zurückgeschraubt worden. Die Küchenmeister in den Häusern, die über vorbildliche Kühlanlagen verfügen, behaupten allerdings, daß bei ihnen auch eine umfangreiche Speisenkarte keinen Verderb im Gefolge hat. Maß- Sebend sind immer das persönliche Können und die msicht des Küchenmeisters und seiner Mitarbeiter. Und es trifft wohl den Kern der Dinge, wenn uns an einer Stelle gesagt wurde: „Großer Könner — kleine Reste! Kleiner Könner — große Reste!" Und in den Kantinen? Um das Bild abzurunden, besuchen wir noch eine der 1600 Kantinen in Groß-Berlin, und zwar die einer großen Druckerei im Zentrum der Stadt, mit täglich 600 bis 700 Portionen. Im ganzen Reich haben wir etwa 19000 Kantinen mit etwa 2 Millionen Mittagsgästen. Die Werkskantinen sind somit ein außerordentlich wichtiger Faktor für die tägliche Ernährung des schaffenden Volkes und spielen bei der Verbrauchslenkung eine überaus große Rolle. Weitgehend werden hier, wie uns der Kantinenwirt versichert, neben finanziellen auch e r n ä h r u n g s w i r t s ch a f t- l i ch e Rücksichten bei der Aufstellung des Wochen-Speisezettels genommen. Als Beispiel dafür wird der Herbst des vergangenen Jahres angeführt mit seinen großen Kohlvorräten, an deren Verwertung sich auch diese Kantine durch abwechslungsreiche Kohlgerichte beteiligte. Beim Fisch sehen die Dinge hier etwas anders aus. Der Schwerarbeiter, der den Hauptteil der Gäste ausmacht, weiß wohl, daß der Fisch bekömmlich und nahrhaft ist. Wenn er trotzdem Fleischgerichte bevorzuat, so deshalb, weil er der Meinung ist, daß der Fisch „nicht so lange vorhält". Allerdings muß unser Kantinier auf unsere Einwände zugeben, daß er die verschiedenen neuzeitlichen Fischgerichte in Verbindung mit Gemüsebeigaben bisher kaum seinen Gästen vorgesetzt hat. Wir hoffen mit ihm, daß auch er bei seinen Gästen künftig der Fisch „mehr vorhalten" wird, wenn erst mal — wie beim Fleisch — Gemüse aller Art dazu gegeben werden. Erich Borkenhagen. Feuerwehrtagungen in Gießen. Der amtliche Kreisfeuerwehrtag. — Der ^14. Frühjahrsverbandstag. Aus Anlaß des gestrigen amtlichen Kreisfeuerwehrtages und des Frühjahrsverbandstag es waren die Bürgermeister des Kreises und die Wehrführer der Freiwilligen- und der Pflichtfeuerwehren des Kreises Gießen bereits am Vormittag nach Gießen gekommen, um auch an den Vorführungen des neuen Fuhexerzierens der Feuerwehren teilzunehmen. Punkt 10 Uhr marschierten die Teilnehmer unter Vorantritt der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lollar vom Oswaldsgarten nach dem Schulhof der Pestalozzischule. Unter dem Kommando des Kreisfeuerwehrführers Bouffier fanden dort die Vorführungen des neuen Fußexerzierens statt. Brandmeister Schwabe (Lollar) zeigte hier mit einem Drittelzug das Exerzieren nach den neuen Bestimmungen für die Feuerwehren. Alle Uebungen zeugten'von guter Disziplin und echtem Feuerwehrgeist und wurden von allen Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Auch das anschließende Exerzieren der Wehrführer und deren Stellvertreter zeugte von guter Disziplin und großem Interesse an der Sache unserer Feuerwehren, denn es gab jedem die Möglichkeit, alles praktisch selbst durchzumachen. Hierbei sei nur kurz erwähnt, daß verschiedene Kameraden, die in letzter Zeit die Feuerwehrfachschule in Mainz besucht haben, sich dort ihr Können und Wissen gut bereichern konnten. Nach den Exerzierübungen marschierten die Feuerwehrkameraden zur Stadt zurück, um das Mittagessen einzunehmen. Es war erfreulich, daß sich eine größere Anzahl am öffentlichen Eintopfessen im Eafä Leib beteiligte, trotzdem sich viele schon vor längerer Zeit in heimischen Gaststätten zum Mittagessen angemeldet hatten. Am Nachmittag fand dann im Katholischen Vereinshaus der amtliche Kreisfeuerwehrtag statt. Regierungsrat Grein eröffnete die Tagung und begrüßte den Vertreter des Oberbürgermeisters, Brandinspektor Lenz, den Vertreter des Kreis- amtsleiters der NSV., die Presse. Ferner übermittelte er die Grüße der Brandversicherungskammer, die am Erscheinen verhindert sei, des Landesfeuerwehrführers sowie der Kreisleitung. Kreisfeuerwehrführer Bouffier als Kreisfeuerwehrinspektor erstattete nun den Jahresbericht, der demnächst ausführlich veröffentlicht wird und dem wir vorläufig einiges entnahmen. Er ging zunächst auf die Besichtigung der Wehren ein und gab hierbei das Ergebnis bekannt. Auch die Anzahl der stattgefundenen Brände sowie Blitz- chläge sind genau angegeben. Die Kommandowech- el innerhalb der Gemeinden sind dem Kreisamt ofort zu melden, auch ist der Löschwasserversorgung die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Alarm in Lich, der ohne Kenntnis der Stadtverwaltung durch den Kreisfeuerwehrführer durchgeführt wurde, hatte einen sehr guten Erfolg. Bei dieser Gelegenheit erwähnte Kreisfeuerwehrführer Bouffier, daß bei vorkommenden Bränden der Wehrführer immer sofort an die Brandstelle zu eilen habe, um dort die notwendigen Anordnungen zu treffen. Die Hydranten sind immer in bester Ordnung zu halten, ebenso ist der Instandhaltung der Geräte und des Gerätehauses die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Äerleihung von Auszeichnungen für verdiente Feuerwehrmänner ist durch Reichsbestimmung neu geregelt, und damit fallen alle früheren Bestimmungen. Kreisfeuerwehrführer Bouffier machte noch auf den Besuch der Feuerwehrfachschule in Mainz aufmerksam, auch ging er noch einmal kurz auf den Kreisfeuerwehrtag in Lollar ein. Im Kreis Gießen bestehen nun 43 Freiwillige Feuerwehren, die alle dem Kreisverband angehören. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter im Feuerlöschwesen schloß er seine Ausführungen. Regierungsrat Grein ist mit dem Feuerwehr- wesen im Kreis Gießen zufrieden und wies auf den bestehenden echten Feuerwehrgeist hin. Sein Dank galt dem Kreisfeuerwehrinspektor für seine rege Arbeit, aber auch den Bürgermeistern für die finanzielle Unterstützung der Wehren, sowie den Wehrführern, deren Stellvertretern und den Wehrmännern für das Opfer, das sie bringen. Zum Punkt 2 der Tagesordnung, Referat über das Gesetz über Feuerlöschwesen, nahm Regierungsrat Grein das Wort. Er führte u. a. folgendes aus: Die Entwicklung auf dem Feuerlöschwesen hat einen schönen Verlauf genommen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr wurde bereits immer der Einsatz der Persönlichkeit verlangt, das, was wir heute von jedem Volksgenossen verlangen müssen. Alle Freiwilligen Feuerwehren sind als öffentliche Wehren anerkannt .und tragen das polizeiliche Hoheitsabzeichen. Das Vereinsmäßige tritt nun hinter dem Polizeimäßigen zurück. Er dankte dem Brandmeister Schwabe (Lollar) bei dieser Gelegenheit für die guten Vorführungen am Vormittag. Die Feuerwehr ist eine Polizeitruppe, das ist natürlich so aufzufassen, daß es nur im Sinne der Feuerlöschpolizei ist. An verschiedenen Beispielen erläuterte der Neuer die Möglichkeit der polizeilichen Gewalt der Feuerwehren. Heber die Satzungen gab Regierungsrat Grein genaue Auskunft. Bei der letzten Verdunkelungsübung wurden Feuerwehrleute zur Regelung des Verkehrs verwandt, dies darf nicht fein. Ferner gab er noch ein Ausschreiben der Landesregierung bekannt. Den Gemeinden wurde empfohlen, die Mittel zur Feuerwehrfachschule aufzubringen, auch bat Regierungsrat Grein, in den Gemeinden, in denen noch keine Freiwilligen Feuerwehren bestehen, solche zu gründen. Kreisfeuerwehrführer Bouffier behandelte noch einige feuerwehrtechnische Fragen. Dabei kam er auf die Abgabe der Nachweise, die Pressewarte der Wehren, die Schriftführer, die gemeldeten Uebun- gen usw. zu sprechen und verlangte von allen Pünktlichkeit. Auch die Beschaffung der notwendigen Geräte, die Behandlung der neuen Uniformen, die Absperrmaßnahmen bei Bränden, bie Benützung von neuem Schlauchmaterial, die Trockentürme, die Anbringung von Rückstrahlern an den Fahrzeugen wurde erwähnt. Die besondere Sammlung der Freiwilligen Feuerwehren am Tag der Deutschen Polizei fand den Dank des Feuerwehrführers. Es folgten noch einige Anfragen über Unterbringung von Kraftfahrzeugen, Eintragung ins Vereinsregister usw., die alle beantwortet werden. Für Unfälle wird die kollektive Versicherung empfohlen. Nach einer kurzen Tagungspause begann der diesjährige 14. Irühjahrsverbandstag. Kreisfeuerwehrführer Bouffier begrüßte zunächst die Vertreter von Partei, Staat, Stadt und gab die Tagesordnung bekannt. Da der Jahresbericht bereits in der amtlichen Tagung gegeben wurde, erübrigte sich die Wiedergabe. Schriftführer B r e i t h e r verlas die Niederschrift vom 14. Herbstverbandstag in Lollar. Den Kassenbericht erstattete Rechner Rohrbach, ihm wurde Entlastung erteilt. Der Kreisverband zählt heute 43 Freiwillige Feuerwehren mit 2258 aktiven Feuerwehrleuten. Der Jahresbeitrag wurde auf 20 Pfennig für jedes aktive Mitglied festgesetzt. Beim Punkt Vorstandswahl dankte Kreisfeuerwehr- sührer Bouffier und im Namen des Kreisverbandes und Kamerad Fritz Wenzel für feine Aufopferung und für feine gute Amtsführung als langjähriger Kreisfeuerwehrführer. Auch gab er feine (Ernennung zum Ehrenfeuerwehrführer bekannt. Auch dem Schriftführer Kamerad Breither, der sein Amt auf Grund seines Alters niedergelegt hat, dankte der Kreisfeuerwehrführer für feine Arbeit: er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Als Nachfolger für Kamerad Breither wurde Kamerad Schmück, Freiw. Gailfche Feuerwehr Gießen, bestimmt. Anträge lagen von der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf a. d. Lda. zur Uebernahme des Herbftverbandstages 1939 und von der Freiw. Feuerwehr Watzenborn-Steinberg für 1938 vor. Für den Herbstoerbandstag 1938 wurde Watzenborn-Steinberg beftimmt. Der Herbstoerbandstag 1937 findet am 7. und 8. August in Nieder-Bessin- gen statt. Kamerad Wenzel dankte für die freundlichen Worte und zugleich auch feinen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit in den langen Jahren feiner Tätigkeit. Kamerad Breither dankte ebenfalls für die ihm erwiesene Ehrung. Brandmeister Münch von der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr gab noch bekannt, daß Kamerad Breither am 8. Februar dieses Jahres auf eine 25jährige aktive Tätigkeit in der Wehr zurückblicken kann. Kreisfeuerwehrführer Bouffier gibt sodann die Kreiseinteilung bekannt. Der Führer des 1. Abschnittes ist: Kamerad Schelm (Lollar), Stellvertreter Schwalm (Lollar); 2. Abschnitt: Seifart (Grünberg), Stellvertreter Seipp ((Ettings* hausen): 3. Abschnitt: Zimmer (Lich), Stellvertreter Köhler (Hungen). Der Provinzialseuerwehrtag findet am 19. und 20. Juni in Büdingen statt. Als Vertreter von Büdingen war der stellvertretende Kreisfeuerwehr- führer Klein erschienen, der nachttäglich noch begrüßt wurde. Kreisfeuerwehrführer Bouffier gedachte der verstorbenen Kameraden, deren Gedenken mit dem von der Kapelle gespielten Liede vom guten Kameraden in üblicher Werse geehrt wurde. Zum Schluß dankte der Kreisfeuerwehrführer den Bürgermeistern, die am Aufbau der Feuerwehren mitgearbeitet haben, den Vertretern der Partei, des Staates, der Stadt, der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, dem Musikzug, dem Fußdienst mit dem Wunsche, daß das Gegebene auf fruchtbaren Boden falle. Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Tagung. Sparbüchsen nachsehen! Silbergeld wird aufgerufen. Vom 1. April 1937 an gelten Silbermünzen zu 1 Mark und 1 Reichsmark, sowie 5 Reichsmark aus den Jahren 1924 bis 1932 nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel. Jedermann darf nach dem 1. April 1937 diese Münzen also zurückweisen. Nur wenige öffentliche Kassen nehmen die Einwechslung nach diesem Zeitpunkt noch vor, aber auch nur bis zum 30. Juni 1937. In zahlreichen Sparbüchsen befin* den sich sicherlich noch solche in den nächsten Mona- ten wertlos werdende Silbermünzen. Jeder sollte seine Sparbüchse nachsehen und die in Betracht kommenden Münzen zur rechtzeittgen Einlösung aussondern. Rundfunkprogramm Dienstag, 16. Februar. 6 Uhr: Ein' feste Burg ist unser Gott. Morgen, spruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. Deutscher im fremden Land! (Eine Hörfolge. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast? Bach — Beethoven — d'Jndy. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Frauenfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Die junge Kolonne! Aus neuem, deutschem Schaffen. 18: Konzert. 19: Junger Sozialismus! 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der. Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Tsching-Bumm! Wir spielen Tanz- musik! 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Nachrichten der DAF. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 13. Fedr. Auch der letzte Börsentag dieser Woche brachte keine Belebung des Geschäfts, da der Auftragseingang sich in engsten Grenzen hielt. Indessen ist die Abschwächung an den Aktienmärkten zum Stillstand gekommen, und die Haltung war so ziemlich behauptet. Die wenigen zunächst notierten Papiere wichen nach beiden Seiten um 0,25 bis 0,50 o. H. durchschnittlich ab, wobei mäßige Erhöhungen überwogen. Montanaktten tarnen durchweg behauptet zur Notiz, Verein. Stahl 118 (117,75), Rheinstahl 150,50 (150), Klöckner 125,50 (125,40), Ilse Genuß 143 (143,25), Hoesch unverändert 116,25. IG. Farben bröckelten leicht ab auf 167,65 bis 167,50 (167,90). Am Elek- tromarft notierten vorerst nur Siemens mit 196,75 (197,25). Maschinenattien setzten 0,25 bis 0,50 v. H. höher ein, so Muag und Moenus, aber Rheinmetall 0,75 v. H. gedrückt. Daimler Motoren gingen auf 125,50 (127) zurück, BMW. auf 141 (141,50). Sonst eröffneten im einzelnen Reichsbank mit 184,25 (185,25), Westdeutsche Kaufhof mit 55,40 (55), Ph. Holzmann mit 142,50 (142,75), Hanfwerke Füssen mit 98,50 (98) und Süddeutsche Zucker mit unverändert 199. Der Rentenmarkt lag sttll. Während Kom- munal-Umschuldung mit 91,70, Städte-Altbesitz mit 122 und Reichsbahn-VA. mit 123,90 behauptet blieben, bröckelten Reichsaltbesitz auf 120,40 (120,50) ab. Auch im Verlaufe war das Geschäft am Aktienmarkt äußerst klein, die Kurse wiesen kaum Veränderungen zum Anfang auf. Vereinzelt ergaben sich mäßige Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., Hoesch 116,50 nach 116,25, Reichsbank 184,75 nach 184,25. Die erst später notierten Werte lagen größtenteils behauptet oder 0,25 bis 0,50 v. H. über gestern, nur Mansfelder 2,13 v. H. niedriger mit 158,50. Am Kassamarkt lagen einige Werte weiter fest, Rhenser Mineral 74 (71), Dürrwerke Rattngen 73 (70), Memeler Zellstoff 55 (52), Aschaffenburger Buntpapier 86 (83,50). Renten lagen später fast geschäftslos und unverändert. Am Pfandbriefmarkt war die Nachfrage ruhig und die Kurse wiesen kaum Veränderungen^ auf. Von Stadtanleihen notierten Darmstädter etwas schwächer 26er 95 (95,50), 28er 96 (96,25). An Auslandsrenten bröckelten Silbermexikaner weiter ab, 5 v. H. 8,75 (9), 3 v. H. 8,50 (8,75), ferner Bulgar. Tabak anleihe 8,50 (9). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraufttieb: 1136 Rinder (236 Ochsen, 166 Bullen, 589 Kühe, 145 Färsen), 632 Kälber, 90 Schafe, 4093 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 35 bis 48, Schweine 48,50 bis 52,50 Mk. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe langsam. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 105: In Zukunft in Lettland Einfuhrgenehmigungen ohne Sonderbewilligungen des Devisenausschusses. — 106: Umsatzsteuerumrech- nungssätze auf Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für Januar 1937. — 107: Aenderung der Tarifordnung für die Berufsbekleidungsindustrie im Deutschen Reich. — 108: Unterzeichnung eines Protokolls über die Regelung des Warenverkehrs mit der Tschechoslowakei. — 109: Anordnung des Reichs- Virtschaftsministers zur Herbeiführung einer einheitlichen Organisation im graphischen Gewerbe. — 110: Anordnung ZV 9 über Spinnstoffverarbeitung für Verdunkelungsstoffe. — 111: Anordnung Nr. 8 der Ueberwachungsstelle für Mineralöl (Genehmigungspflicht für die Regenerierung von gebrauchten Mineralölen). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend» börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Saturn 12-2. 13.2. 12-2. 13-2. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,25 101,25 101,2 101,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,13 98,13 98,13 98,25 5y2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 103 103 103,1 4Yi% Hessische Bolksstaat von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von 99,5 99,5 — 99,5 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz — — 100,3 100,3 von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanlethe-Mtbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 120,5 120,4 120,5 120,5 Auslos.-Rechten.............. 47i% Hess. Landesbk. Darmstadt 133,5 133,5 133,5 — Goldpfe. R. 12.............. 5y*% Hess. Landes-Hyp.-Bank 98 98 — — Liqu. Goldpfe............... Preuß. Landespfdbr.-Anst. 101,25 101,25 — — Goldpfe. R. 19.............. — 98 98 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/1% Darmstädter Komm.-Lan- 96 96 96 — desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe 95,25 95,25 — — Auslos.-Rechie I.............. 126,75 127,25 127,13 127,5 47i% Franks. Hyp. Goldpfe. N. 15 471% Franks. Hyp. Gold-Komm. 98 98 98 98 Obl. 2 3.................... 57i% Franks. Hyp. Liquidation 95,75 95,75 — — Goldpfe..................... 57i% Rheinische Hyp. Liquidation 101,5 101,5 — — Goldpfe..................... 101,65 101,65 101,9 101,9 Steuergutschein-Berrechnungskurs 110,3 110,3 110,4 110,4 5% Goldmexikaner von 1899 .... 8,75 — 8,5 15,3 — 4% Oesterreichische Goldrente.... —— 15,3 15,3 4,2% Oesterreichische Silberrente. 1,2 ——- 1,3 1 ,3 47i Ungarn Staats von 1913 .... — 5,25 5,25 5,25 4% Ungarische Goldrente....... 6,25 6,2 6,2 6,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— — 5,2 5,2 5% Rumänen von 1903......... 6,35 6,3 6,4 6,4 4'/r% Rumänen Gold von 1913.. 9,325 —— 9,4 9,4 5,4 4% Einheits-Rumänen......... 5,4 5,4 5,3 4% Türken Bagdad l........... —» —— — 4% Türken Bagdad II.......... — —— •— —— 2%% I. Anatolier.............. — — A.G. für Verkehrswesen......6 126 126,5 126,4 126,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 42,75 42 Hamburg-Amerika Paket......0 16,4 16,13 16,5 16,13 Norddeutscher Lloyd..........0 17,25 17,25 17 17,25 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 123,9 123,75 123,9 124 Reicbsban!................. 12 185,25 185 185,25 185 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 131 131 Commerz» und Privat-Bank ... 4 114,5 114,5 114,5 114,5 Deutsche Diskonto............4 117,5 117,5 117,5 117,5 Dresdner Bank..............4 106 106,25 106 106,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Lchlußt. Mittag« börse^ Datum 12-2. 13.2. 12-2. 13.2. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 195,5 195 195,5 195,25 AKU=Sunftfeibe........... .. 0 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 138,5 •— 138,5 137 Bemberg................. .. 0 111,25 112,25 111,5 112,65 Bekula................... .. g 168,25 168,25 168,75 169,25 Buderus Eisen............. .. 4 119 119 118,75 119,25 Gement Heidelberg......... .. 7 158 158 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — Ghade A.-G................ .. 9 228 — 228 — Conti Gummi............. . 11 173 172,75 172,75 172,5 Daimler Motoren.......... .. 5 127 126 125,25 126,13 Dessauer Gas............. .. 4 — —— 117,25 116,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 143 143 143 143,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 265 265 — —— Deutsche Linoleum......... . 10 169 169 169 168,9 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,5 135,75 135 135 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148,5 167,9 148 148,13 147,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 167,5 167,13 167,4 Felten & Guilleaume....... .. 6 137,75 138 137,75 138 GeSfürel.................. .. 6 142 142 142,5 143 Th. Goldschmidt........... .. 6 127 127,25 127 128 Gritzner Maschinen......... .. 0 43,65 42,9 43,9 43,13 Harpener ................. 2 71 151 151 151 152 Hoesch Eisen............... BVt 116,25 117 116 117,25 Philipp Holzmann......... .. 6 142,75 142,5 143,25 142 Ilse Bergbau.............. .. 6 —— 177,5 — Ilse Genüsse.............. .. 6 143,25 143 143,5 143,5 Kali Aschersleben.......... .. 5 139,25 138,75 139,5 138,5 Klöcknerwerke............. 47i 125,4 125,5 125,75 126 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 141,75 142 Lahmeyer................ .. 6 — 124,75 125,25 125 Matnkraft................. .. 4 93,75 93,75 —— —— Mannesmann............. .. 3 117,5 118 117,13 118 Mansfelder Bergbau....... 67t 160,65 159,5 159 158,25 Metallgesellschaft........... .. 6 153 153,5 152,5 152,75 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 88,5 89 Rheinische Braunkohle...... . 12 220,25 221,25 220 221,25 Rheinische Elektro.......... .. 6 Rheinstahlwerke............ .. 6 150 150,5 150 151 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 130,5 130,75 130,25 130,9 Rütgerswerke ............. .. 6 141,5 142,5 141 142,5 Salzdetfurth Kall.......... 17i 179 179,5 Schuckett & Go............. .. 6 161 162 161,25 162,25 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 95,25 95,5 Siemens & Halske......... .. 8 197,25 198 197 199 Süddeutsche Zucker......... . 10 199 199 199 199 Bereinigte Stahlwerke...... 671 117,75 118 117,65 118,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 55 56 55 56 Westeregeln Alkali.......... .. 6 136 136 137 135,75 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 154 155 154,5 155,25 Ltavi Minen.............. . 0,6 24 23,4 24 23,65 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. DL Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro Polen................... Kopenhagen Danzig................... London ... Helsingfors Paris.................... Holland Italien 12-Februar 13 • Februar 12-Februar 1Z. Februar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Nollerung Geld | Bries Ami tiche Notierung Geld 1 Bries 0,750 0,754 0,749 0,753 Japan.................... 0,707 0,709 0,707 0,709 41,93 42,01 41,92 42,00 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,151 0,153 0,151 47,04 0,153 Oslo..................... 61,16 61,28 61,13 61,25 47,04 47,14 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 54,34 54,44 54,32 54,42 Lissabon.................. 11,05 11,07 11,05 11,07 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,75 62,87 62,72 62,84 12,17 12,20 12,165 12,195 Schweiz.................. 56,74 56,86 56,70 56,82 5,37 5,38 5,37 5,38 Spanien.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 11,59 11,61 11,575 11,595 Prag..................... 8,651 8,669 8,656 8,674 135,63 135,91 135,24 135,52 Budapest................. — 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 N Ueater: Kiurch Fi ki Knther-Bi Mweg: „B ?-Ntrafce: herein, Tu Whing „Fc N d-k U K.' Set" Bht EzschB W Ä"."‘ & L U1”® KZ fein!in &e, 5 oerworre Mten. D>es> Lin, dem du I Ölung der " E Pfeisende U GeklapA Ln -olzabsa 11 Mädchen o Ijrief in ben, Lppe hat ge' k Straße zu hnfel lanM Ö das lichte h tut. Man hren W v° W krampft jos bißchen U verfluchtet U Wbeln I Urner 9W Welt mit ihr Bereits ihre i hurten, einer W der Lich । Jen Autos an U bringt mh MMg schon । harren liberal ! Im herab. Di Wkreis Dii «leiten lnnqfa' farbenfelbes. üorbnng aus« des Taaes en An einer S Hers sichtbar. ’Borbangbunfe 'ampe: her Wb Sa mit Dei Roman v Fortsetzung. Er tanzte mii Wie das | * e'ner Tür, Wl eine Tr ft“hi Mr überlegte: PNt mar m PNe einla P®*r einmal R nickte nu rl?nt fein, bi der Tale 15 unb niem K »oUte Frc IJ? er legte Wrn, bat: 15. Schauen" h I?6 lich. £ " l’e M k'W» ihr, k "'h St K plante 7 d'e sich v Ö^Mn k ^bem Bunb er ir ha ?Qnnrc tje k ftnl Iw?® k!* bei Rä ihü Re f 'K 4s. 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Bttltn 12.2. )5 130-25 199 197 195,25 137 112,65 169,25 119,25 !S 25 19 58 Schluß- hm 195,5 138,5 111,5 168,75 118,75 l. r > 143 ,75 ,75 ,75 118 172, 126,1 116,75 143j5 168,9 135 147,75 167,4 138 143 128 ^152 "1 143,5 138, 126 142 125 118 158,25 152,75 89 221,25 Miw» bock, 13-2. 199 I0{ 137 ,25 i0,5 1,75 12,5 162 Z 118 56 136 155 23,4 75 26 43 65 69 75 48 ',5 38 142 ,25 2,9 151 117 199 i’M 155,75 155,’ 23,55 228 172,75 125,25 117,2 143 169 135 148,13 167, 137,7 142,5 127 43,9 151 116 143,25 177,5 143,5 139,5 125, 152.5 88,5 220 150 Ä ’d I» 9 ]lii 161,25 >52.25 95-25 )99 ai A 09 06 28 05 1)7 87 86 48-85 11.Z 62.72 56,70 17.48 'M s *2 ä li Kr.58 Drittes Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 15.§ebruar 1957 Aus Der provinzialhauptstadt Stunde im Zwielicht. In der Ferne, wo an trüben Tagen Dunst und Nebel den Gesichtskreis abschließen und bei Hellem Wetter der Himmel wie ein riesiges Zeltdach an die Erde angeoflockt zu sein scheint, säumt eine blau- schwarze Wolkenschicht wie eine mächtig aufragende Gebirgswand die Landschaft, lieber dieser dunklen Mauer glüht ein wundersamer Farbenreichtum, als sei das schmale Band eines Regenbogens in die Breite auseinandergespannt. Eine wasserhelle Klarheit ist der besondere Reiz dieser Farben, die zwischen einem satten Pfirsichrot und einem zarten Blaßgrün sich zu immer helleren Tönen so zauberisch verwischen und ineinanderfließen, daß nirgends eine abgegrenzte Stufe ins Hellere hinauf entsteht. Oberhalb dieses leuchtenden Aquarells trägt der Himmel, fast schon im Zenith, schwere blauschwarze Wolkengürtel. Licht und Dunkel scheinen wie bei einer Waage im Gleichgewicht noch einander gewachsen zu fein. Da und dort blühen in den blaugrauen Tiefen des Horizonts, die von Minute zu Minute nachdunkeln, die gelben Lichter einzelner Laternen auf wie goldene Vögel, die, vom Boden aufgeflattert, rasch auf- gebaumt sind. Die tosende Brandung der Verkehrsflut scheint in die Ebbe einer Stille hinüberzuwechseln. Der verworrene Lärm von der Straße her setzt aus und läßt die Einzelgeräusche um so stärker hervortreten. Dieser lange schwere Schritt verrät einen Mann, dem die Müdigkeit in den Gliedern sitzt. Die Richtung der Halle gibt an, daß das rasche Getrappel eines pfeifenden Jungen ihm entgegenkommt. Das helle Geklapper kleiner Schritte, das von winzigen hohen Holzabsätzen herrührt, läßt mit Sicherheit auf ein Mädchen oder eine Frau schließen. Jetzt ist ein Brief in den Briefkasten geworfen worden: seine Klappe hat geklirrt. Das Ohr genügt, um das Leben der Straße zu erfassen. Es ist ein Zeichen, daß das Dunkel langsam das Uebergewicht bekommt, wenn auch das lichte Farbenfeld am Himmel noch so sieghaft tut. Man denkt an eine herabgebrannte Kerze, deren Docht vor dem Hinsinken ins Verlöschen noch einmal krampfhaft aufflammt. Das bißchen Helle in meinem Zimmer verrieselt und verflüchtet sich, als würde es von den Wänden und Möbeln aufgefogen Die blühende Clivie in meiner Nähe wirkt allmählich qefpenfterbaft. Sie ähnelt mit ihren langen gespreizten Blättern, die bereits ihre Farbe verloren haben und schwarz wurden, einer riesigen vielbeinigen Spinne. Grell huscht der Lichtschein eines drunten vorüberfahrenden Autos an den Wänden und der Decke entlang und bringt mir zum Bewußtsein, wie tief die Dämmerung schon eingehrocben ist. In der Nachbarschaft knarren überall die Fensterläden, und Jalousien ratfern herab Die Laternen bekommen einen größeren Lichtkreis Die blauschwamen Gürtel am wimmel gleiten langsam über die Ränder des verblassenden Farbenfeldes. Sie werden wie ein dicht geraffter Vorhang auseinandergezerrf und machen dem Spiel des Taaes endgültig ein Ende. An einer Stelle, durch das Oebrlicht meines Fensters sichtbar, schimmert im Riß des iäh geborstenen Dorhangdunkels die erste, rötlich strahlende Himmelslampe: der Abendstern. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Hlonfag. Stadtheater: 15 Uhr „Charleys Tante" (NSG. „Kratt durch Freude")-, 20 bis 22 Uhr Tanzabend des Günther-Balletts München. — Gloria-Palast Seltersweg: „Blinde Passagiere". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Mutterschaft". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung „Forscher als Künstler" — Oeffentlicher Eintopf in Gießen. ii* L« WM"» * » t Oben: Starker Besuch am Mittagstisch. — Unten: Blick auf die Ausgabe des Essens. — (Aufnahmen [2|: Pfaff, Gießen.) Nunmehr hat auch die Bevölkerung von Gießen am gestrigen Sonntag das erste öffentliche Eintopfessen erlebt, nachdem andere Städte unserer Provinz auf diesem Wege schon vor einigen Wochen vorangegangen waren. Diese Neuerung des Eintopfessens fand guten Zuspruch. In den drei Speiselokalen, dem Studentenhaus, dem Klub und im Caf6 Leib, herrschte reger Betrieb von Volksgenossen aus allen Schichten und Berufen, die gemeinsam das Eintopfessen aus den Feldküchen einnahmen. Es gab ein vortrefflich gekochtes Pichelfteiner mit Fleisch, dessen Zubereitung der Kunst der Feld- küchen-Köche alle Ehre machte. Die Portionen waren so reichlich bemessen, daß sie von manchen Speisenden nicht bewältigt werden konnten. Die Mädels vorn BDM. sorgten durch flottes Aufträgen der Speisen dafür, daß die Mittagsgäste bis zum Auftauchen des Suppentopfes auf den Tischen keine Wartezeit zu bestehen hatten; diese flotte, freundliche und sehr aufmerksame Tischbedienung durch die Mädels vom BDM. verdient alle Anerkennung, die den eifrigen Helferinnen die Gewißheit geben darf, daß sie an dem vollen Erfolg des ersten öffentlichen Eintopfessens in Gießens einen wesentlichen Anteil haben. Das Musikkorps unseres Jnf.-Regts. Nr. 116 und der Musikzug der SA.-Marinestandarte 34 hatten sich in anerkennenswerter Bereitwilligkeit der guten Sache zur Verfügung gestellt und bereiteten den vielen Tischgästen durch flotte und gute Tafelmusik eine ausgezeichnete musikalische' Unterhaltung. An allen Tischen konnte man frohe Gesichter, vortrefflichen Appetit und beste Stimmung beobachten, gleichzeitig auch die erfreuliche Feststellung machen, daß der Gedanke der Volksgemeinschaft und der engen Verbundenheit auch mit den wirtschaftlich hilfsbedürftigen deutschen Brüdern und Schwestern das starke Band ist, das die deutschen Menschen im Geiste des Führers und seines Werkes umschließt. Zur weiteren Festigung und Vertiefung dieses großen Gewinnes unserer Zeit war auch das gestrige gemeinschaftliche öffentliche Eintopfessen ein bedeutsamer Beitrag. Die Kreisführung des WHW. Gießen kann das gestrige öffentliche Eintopfessen, bei dem aus elf Feldküchen rund 3200 Portionen Essen abgegeben wurden, als einen vollen Erfolg verbuchen, der zu berechtigtem Stolz allen Anlaß gibt. Einmaliges Gastspiel des Günther - Balletts, München. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet der „Große Tanzabend des Günther-Balletts, München" mit dem eigenen modernen Tanz-Orchester, statt. Das Günther - Ballett wurde auf der Internationalen Tanz-Olympiade Berlin 1936 mit der höchsten Anerkennung ausgezeichnet. Ihre künstlerischen Leiter waren am Eröff- nungsfefkspiel der XI. Olympiade Berlin 1936 in hervorragendem Maße beteiligt. Die Gruppe hat eine eigene Musik und ein eigenes, nur von Gruppenmitgliedern gespieltes Orchester. Dieses Gastspiel findet außer Miete statt und beginnt um 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß das Gastspiel zu den üblichen Schauspielpreisen stattfindet. Wunschkonzert der Wehrmacht am 10 März. NSG. Zugunsten des Winterhilfswerkes veranstaltet die Wehrmacht am 10. März in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt ein Wunschkonzert in Kassel. Die Schirmherrschaft haben übernommen Gauleiter Staatsrat Weinrich und der Kommandierende General des IX. AK., General der Artillerie D o l l m a n n. Durch die Übertragung des Reichssenders Frankfurt ist weiten Kreisen der Bevölkerung Gelegenheit gegeben, an dem künstlerischen Ereignis teil- zunehm'en und an der Gestaltung der Musikfolge durch Aeußerung von Wünschen mitzuwirken. Wünsche sind schriftlich unter dem Kennwort: „Wunschkonzert" an das Generalkommando IX. AK., Abt. I c, Kassel, Friedrichsplatz 17, einzusenden unter gleichzeitiger Angabe, daß eine Spende, deren Höhe der Opferfreudigkeit des einzelnen überlassen wird, auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M., Nr. 4820 des Gen.-Kdo. IX. AK., Abt. I c, eingezahlt wurde. Erinnerung an Zerd Adolf Kehrer. Am 16. Februar jährt sich zum 100. Male der Geburtstag des einstmaligen Direktors der Universitäts-Frauenkliniken Gießen, dann Heidelberg, Geheimer Rat Professor Dr. Ferdinand Adolf Kehrer, der von 1861 an an der hiesigen Universität und von 1872 als Direktor der Frauenklinik wirkte. Er war 1837 in Guntersblum (Rheinhessen) als Sohn eines praktischen Arztes, der später hier Kreisarzt und Medizinalrat mar, geboren, besuchte hier das Gymnasium und die Universität, war praktischer Arzt, zugleich Assistent und Prv- sektor am hiesigen anatomischen und physiologischen Institut unter Professor Eckard. Nach Ablehnung von Berufungen nach Zürich und Erlangen folgte er einem Ruf an die Heidelberger Universität. Mit dem Namen Ferdinand Adolf Kehrer sind zwei Großtaten in der Frauenheilkunde verbunden: die Reformierung des Kaiserschnitts durch eine von ihm erdachte, zum erstenmal am 25. September 1881 im Dorfe Meckesheim bei Heidelberg bei einer Zwergin ausgeführte Operation, die noch heute allgemein im Gebrauch ist und seitdem Hunderttausenden von Müttern und Kindern das Leben ge- Rödgens ältester Einwohner feiert Geburtstag. * Rödgen, 15. Febr. Am heutigen Montag, 15. Februar, kann der älteste Einwoyner unserer Gemeinde, L. Spuck, in geistiger und körperlicher Frische seinen 9 2. Geburtstag feiern. Der hoch- betagte Mann war lange Zeit bei der Reichsbahn als Rottenführer tätig. Er war mit dabei, wie das zweite Gleis der Main-Weserbahn gelegt wurde und auch beim Bau der Strecke Gießen—Fulda. Der Greis war im Laufe feines arbeitsreichen Lebens verschiedentlich ausgezeichnet worden, und zwar besonders für feine Treue im Dienst der Reichsbahn. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anz.) Das Mädchen mit dem Giiberhaar. Roman von Anny von panhuys. 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er tanzte mit ihr seitlich ab durch einen Gang, als müsse das so sein, stand gleich darauf mit ihr vor einer Tür, die er öffnete. Er sah schwach erleuchtet eine Treppe, sah eine Aufschrift, die meldete, es ging hier zur Galerie. Er überlegte: Vielleicht waren Zuschauer oben, vielleicht war man oben allein. Er sagte einladend: „Wollen wir uns das Durcheinander einmal von der Galerie aus betrachten?" Sie nickte nur. Warum nicht? Es mochte ganz amüsant fein, das Zuschauen von oben. Auf der Galerie brannte nur eine träge Glühbirne, und niemand befand sich hier, niemand. Deshalb wollte Franziska Karsten umkehren. Aber er legte ihr fest den rechten Arm um die Schultern, bat: „Kommt, schöne Dame, wir wollen doch zuschauen." Sie ließ sich, wenn auch etwas zögernd, fort- ziehen. Es ging von dem Fremden eine Macht aus, gegen die sie sich nicht wehren konnte, nicht wehren wollte. Er schob ihr einen Stuhl zurecht, sich einen anderen an ihre Seite, flüsterte leise: „Wir sind jetzt zwei Einsame abseits von den vielen Menschen, zwei, die sich wvhler fühlen allein." Franziska antwortete nicht. Sie dachte, das ist ja alles nicht recht, was ich tue, ich dürfte mich nicht mit dem Fremden absondern, aber sie blieb sitzen, und er sprach auf sie ein, erzählte ihr phantastisches Zeug, sprach von der großen Welt, in der er mit ihr leben möchte, sprach von weiten Reisen und nannte pe immer zärtlicher: Schöne Dame! Sie lauschte lächelnd, dachte: Die paar Stunden heute nacht sind der Roman meines Lebens! und als er ihre Rechte nahm und sie küßte, empfand sie ein Glücksgefühl, das sie noch niemals vordem empfunden. Er sann belustigt: Das Komteßlein schien ihm nicht zu zürnen, auch wenn er dreister wurde, und der junge, frische Mund reizte ihn. Er zog sie plötzlich vom Stuhle, zog sie in die Nähe der kleinen Glühbirne, und ehe sie noch begriff, was er tun wollte, hatte er ihr schon blitz- geschwind die Maske abgerissen. Er sah in ein schönes, weiches Gesicht mit feinen, geraden und großen grauen Augen von schmalen dunklen Brauen überstrichelt Ein reizvolles Gesicht, ein bezauberndes Gesicht. Die Stimmung riß ihn hin. Schon lag Der schlanke Körper in feinen Armen, schon preßten sich eine Lippen fest und zwingend auf ihren Mund. Franziska wollte sich wehren, aber auch jetzt konnte sie es nicht. Die Musik, der Sekt betäubten ie, der Mann gefiel ihr zu sehr, sie war machtlos und ließ sich willig küssen. Das Diadem hatte sich dabei gelockert, jetzt fiel es zu Boden, aber keiner von beiden merkte es. Plötzlich erklang von der Treppe her eine Stimme: „Bist du auf der Galerie, Fränze?" Das Mädchen riß sich aus den Armen des Mannes, antwortete leise: „Ja, Eva, ich bin hier, wir wollten uns das Fest von oben aus betrachten." Rotkäppchen erstieg die letzten Stufen, eilte auf Franziska zu, umfaßte die Blonde, und Günther Grevenstein verstand von dem, was sie sagte, nur die Worte: Nähkathrin, Großmutter schwer krank! Die Blonde schien zu erschrecken. Sie reichte ihm die Hand. „Gute Nacht, Domino, ich muß jetzt fort, meine Großmutter ist schwer erkrankt." Er glaubte nicht an die kranke Großmutter. Es war sicher zwischen den beiden verabredet worden, sich durch irgendeinen bestimmten Satz zu verständigen, daß es Zeit für sie war, das Fest zu verlassen. Der allgemeinen Demaskierung wollte das abenteuerlustige Komteßlein, das sich so willig hatte küssen lassen, natürlich aus dem Wege gehen. Er reichte ihr die Maske. „Zur Verhütung, schöne Dame!„ Jammerschade, daß wir uns schon trennen müssen." Eva Zoll fragte: „Wo ist das Diadem?" Franziska strich über ihr Haar. „Ich muß es verloren haben, aber mit Suchen dürfen wir uns jetzt nicht aufhalten. Ich lasse morgen nachfragen, ob es gefunden wurde, schließlich ist's doch etwas ganz Nebensächliches." Sie hastete schon die Treppe hinunter, hatte anscheinend bereits vergessen, daß sie noch eben in den Armen des Mannes geruht, der ihr nachsah, aber keinen Versuch machte sie zurückzuhalten. Er dachte flüchtig, vielleicht war es doch wahr, das mit der kranken Großmutter, und schließlich morgen früh reifte er weiter, er durfte sich nicht mehr allzu lange im Lande aufhalten. Wenn der Vater von Tilli Bergschlag erst dahinter kam, daß er ihn um zwanzigtausend Mark erleichtert, ohne an die Gründung einer Musikschule und an die Verheiratung mit seiner Tochter zu denken, konnte er sich möglicherweise auf allerlei ernstliche Unannehmlichkeiten gefaßt machen. Innerhalb Deutschlands durfte er vorläufig an keine Verlobung denken. Sonst wäre es vielleicht sogar möglich gewesen, bei einem reichen Komteßlein sein Glück zu versuchen. Sein Fuß stteß gegen einen Gegenstand, der dabei ein wenig flirrte. Er zog sein Feuerzeug aus der Tasche, sah das Diadem auf den schmutzigen Dielen. Die Schone mit dem herrlichen silberblonden Haar hatte gar keinen Wert auf das Suchen nach dem Schmuckstück gelegt, was bewies, daß es nicht echt war. Zum Maskenball gehörte falscher Schmuck, dann brauche man beim Verlieren keine besondere Wichtigkeit davon zu machen. Er wollte das hübsche, so echt funkelnde Diadem zum Andenken an den heutigen Abend behalten, und wenn es ihm später gelegentlich ab und zu in die Hände geriet, an die Küsse denken, die er auf den jungen frischen Mund gedrückt. Er stieg langsam die Treppe hinunter, verließ durch einen Seitenausgang den Saal. Der Maskenball kam ihm töricht und gewöhnlich vor, seit die schlanke Gestalt im schweren, silberdurchwirkten, blauen Seidenkleid gegangen war Er gab den Domino zurück und suchte sein Zimmer auf. Er fühlte sich jetzt sehr müde. Er hatte zu viel getrunken, seine Gedanken taumelten durcheinander. Er stellte seinen kleinen Reisewecker und legte sich dann bequem im Bette zurecht. Die Musik aus dem Theatersaal, die bis in sein Zimmer drang, störte ihn nicht im geringsten. Er schlief ein, und seine Lippen flüsterten noch leise: Schöne Dame aus verschollener Zeit 3. Als Franziska Karsten, in ihren Mantel gehüllt, einen Schal über dem Haar, ins Freie trat, stand die Nähkathrin da und empfing sie mit den Worten: „Deine Großmutter ist sehr krank, Fränze, sonst hätte ich dich nicht geholt." Franziska war es, als fiele hier draußen in der kalten Februarnacht etwas von ihr ab, das einer ihr bisher unbekannten süßen Betäubung glich. War sie es denn wirklich gewesen, die sich eben noch von einem Manne hatte küssen lassen, den sie zum erstenmal in ihrem Leben gesehen? Nähkathrin wagte sich etwas weiter vor in der Vorbereitung Franziskas auf das Geschehene. „Diesmal hat es deine Großmutter gleich ordentlich gepackt, der Doktor sagt —" Franziska erfaßte trotz aller Besorgnis um die Großmutter eigentlich erst jetzt ganz richtig, um was es ging. Es mußte wirklich sehr schlimm um ihr Großchen stehen, daß sie zugegeben, sie zu holen. Sie fragte, von jäher Anast geschüttelt: „Was sagt der Doktor? Ist es gefährlich? Großmutter klagt nie, aber ich merke, sie leidet oft." „Der Doktor sagt —", setzte Kathrin Höker wieder an, aber sie brachte die fromme Lüge, die dem jungen Mädchen noch für kurze Zeit die Wahrheit verbergen sollte, nicht über die Lippen. Sie duckte sich förmlich ein in den dicken alten Flauschmantel, und murmelte: „Sie ist tot, Fränze. Es ging schnell, sagt der Doktor, sie hätte einen leichten Tod gehabt." Franziska Karsten schrie nicht auf, sie bgann auch nicht zu meinen, sie war ganz erstarrt vor Schreck und Grauen. Großmutter war gestorben, während sie zum Maskenball gegangen! Sie hatte ihr kein liebes Work mehr sagen können, und kein Abschiedsblick war ihr mehr zuteil geworden. Sie fragte fröstelnd und abgerissen: „Wann starb sie?" Sie lauschte dem Klang ihrer eigenen Stimme nach, so fremd schien sie ihr. Nähkathrin brachte ihre Lüge vor, wie sie vergebens an die Tür geklopft und wie der Hauswirt mit seinen Schlosserinstrumenten die Tür gewaltsam geöffnet. Der Arzt sagte, es müsse gegen zehn gewesen sein, als sie starb, berichtete sie und dachte dabei an die vielen Hundermarkscheine, die sie gut versteckt hatte, dachte an das gestohlene Geld, das ihr die Angst vor einem sorgenvollen Alter nehmen sollte. Sie bereute nicht, was sie getan, sie fühlte sich nur unsicher. Franziska aber grübelte gequält, sie hatte getanzt, hatte Sekt getrunken, hatte sich küssen lassen, und keine Ahnung hatte sie heimgerufen. Ihr war zumute, als trüge sie eine entsetzlich schwere Bürde auf den Schultern, als läge eine harte Hand auf ihrem Herzen. Stumm schritt sie neben der kleinen Verwachsenen her, in ihr war Schmerz, der sie förmlich betäubte, aber keine Träne stieg in ihre Augen. Sie begriff sich selbst nicht, sie sehnte sich doch nach Tränen. Endlich war das Haus erreicht, schon auf dem Flur standen Nachbarn, und vorwurfsvolle Blicke kamen der Armen entgegen. Sie horte sagen: So was läuft auf Maskenbällen herum und derweil stirbt die arme alte Frau mutterseelenallein! Sie ging auf die Sprecherin zu. „Es war der erste und einzige Maskenball meines Lebens, und Großmutter hatte mir zugeredet!" Sie lief die Treppe hinauf, stürzte ins Zimmer. Der Doktor war noch da er reichte ihr die Hand. „Mein herzlichstes Beileid, Fräulein Franziska!" Sie gab ihm mechanisch die Hand, aber ihre Augen ruhten auf dem stillen Gesicht der alten Frau, die immer gut zu ihr gewesen, und die sie nun doch ohne Abschied verlassen hatte. Jetzt kamen ihr plötzlich die Tränen, drängten sich übermächtig unter den langen Wimpern hervor. Wild aufschluchzend sank Franziska vor dem Lager der Toten zu Boden. Die Nähkathrin bemühte sich sehr um sie. Sie hatte ja keine Reue, aber ein bißchen gutmachen wollte sie doch. Sie blieb die ganze Nacht bei der Verzweifelten, tröstete sie, so gut sie konnte. Am nächsten Morgen ging Franziska an den Schreibtisch. Sie sagte zu Kathrin Hofer: „Das Begräbnis wird viel Geld kosten, Großmutter hatte dreitausend Mark, davon muß ich nehmen Sie soll schön beerdigt werden." (Fortsetzung folgt!) zulassen, zum aktiven Wehrdienst heranaezvgen. .Herbst 19 Geburtsjahrgang 1915: Die Ersatz- szu leisten. Oberheffen Landkreis Gießen. Deutsche Technik imZeichen desVierjahresplans deutschen Technik, die insbesondere bei der weite- 17 Frauen traten neu ein, so daß jetzt im ganzen B ren großen Steigerung der deutschen Produktion 48 Frauen in unserem Dorfe dem Ruf des Führers F und dem damit verbundenen erheblichen Anwach- gefolgt find. Am vergangenen Mittwoch fand der kl sen des Verbrauchs sehr wichtige Aufgaben zu er- erste gemeinsame Heimabend statt. -Die g< füllen hat. Frauenschaftsleiterin Frau S ch n e ck e r begrüßte se füllen hat. die neu Eintretenden und ermahnte sie, im Geiste ** Wiederaufnahme des Schulunterrichts. Der Schulunterricht an den Volksschulen in unserer Stadt, der in den vergangenen vier Wochen zweimal Unterbrechungen von je acht Tagen erfahren mußte, konnte heute morgen in vollem Umfange wieder ausgenommen werden. Fälle von Diphtherie-Erkrankungen hatten in den vergangenen Wochen die Schließung der Schulen notwendig gemacht. Fünfzigpfennigstücke abgesetzt hatte. Durch die Umsicht einer Geschäftsfrau in Fechenheim konnte der Betrüger gestellt werden. Bei dieser Frau hatte der Fälscher, der täglich seine gesamte Fabrikation in kleinen Geschäften absetzte, abends eine Kleinigkeit gekauft und sich das Wechselgeld herausgeben lassen. Die Frau erkannte aber die Fälschung und (Sin Falschmünzer festgenommen. Eine getarnte Werkstatt für falsche Fünfziger. Frankfurt, 13. Febr. (Lpd.) Vor einiger Zeit wurde hier ein Falschmünzer festgenom- men, der seit Monaten in der Umgebung falsche unseres Führers willig und treu mitzuarbeiten im Dienste für die Volksgemeinschaft. Lieder und Vorträge wechselten miteinander ab. Bei Kaffee und Kuchen saßen die Frauen noch lange in fröhlicher Kameradschaft beisammen. — Am Freitagmorgen wurde auch auf unserer Schule die HI. - Fahne durch Jungbannführer T a e s l e r gehißt. Lieder und Gedichte leiteten die Feierstunde ein. Dann hielt der Jungbannführer eine Ansprache. Er ermahnte die Jungen und Mädel, treu und tapfer ihre Pflicht zu erfüllen, damit die einst als die Garanten der Zukunft das große Werk unseres Führers weiter- führen könnten. Er übergab die neue Fahne der Schule. Eine Ansprache des Lehrers und das Lied der Jugend beschlossen die würdige Feier. △ Großen-Linden, 14. Febr. Die Generalversammlung des Ob st - und Gartenbauvereins fand unter Leitung des Altbürgermeisters Lang bei Gastwirt Schaum statt. Frl. Harter von der Landwirtschaftsschule in Gießen hielt einen Vortrag über „Anlegung und Düngung der Hausgärten", der vielen Gartenbesitzern zur Belehrung diente. Anschließend fand eine Gratis-Verlosung von Obstbäumen und Gartengerät statt. Die Versammlung war sehr gut besucht: eine Anzahl Besucher meldete sich zum Beitritt im Verein an. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß in diesem Jahr geplant sei, die Versuchs- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim im Rheingau zu besichtigen. * Lang-Göns, 15. Febr. Am letzten Samstag konnte auch auf unserm neuen S ch u l g e - Ibäude die Fahne der Hitler-Jugend gehißt werden. Alle Schüler und Schülerinnen der Oberklassen hatten in Uniform Aufftellung genom- I men. Unterbannführer Taesler (Gießen) wies in beherzigenswerten, mahnenden Worten auf die Bedeutung der Fahne hin. Schulletter Herbst sprach das Schlußwort. Mit dem Gesang des Liedes der Hitler-Jugend schloß die Feier. Kreis Friedberg. )( Griedel, 11. Febr. Die Arbeiten an der IReichsautobahn haben auch in den Winteraufgabe, die im Rahmen des Vierjahresplans liegt. I Sie geht hierbei davon aus, daß es Einzelaufgaben gibt, die für den Vierjahresplan von Nutzen fein können und für deren Durchführung ein Betrag von genannter Höhe ausreichend ist. Die Wahl geeigneter Vorschläge, die bis zum 28. Febr. eingereicht werden sollen, hat die Gesellschaft den Leitern der einzelnen Institute und ihren Mitarbeitern überlassen. Irauenschast Giehen-Ost. Die Verteilung der Ehrennadeln an die Frauen, die vor 1933 zur Bewegung standen, vereinte die Frauenschaft Gießen-Ost zu einer schlichten Feier Ein Satz der ersten Symphonie von Haydn, gespielt von Frau Strack und Musiklehrer Hahn, leitete über zu der Ansprache der Leiterin. Aussprüche des Führers über die Mitarbeit und die Treue der Frauen in der Partei, sowie sttmmungsvolle Gedichte begleiteten die Verteilung der Ehrenzeichen. Eine Sonate von Mozart, die reichen Beifall fand, beschloß den ersten Teil des Abends. Am Schluß verkündete Frau Schäfer die freudige Mitteilung, daß die Frauenschaft Gießen-Ost schon über 100 Frauen zum Eintritt in das Frauenwerk gewonnen habe. Der Dank für diesen schönen Erfolg gebührt den Blockfrauen, die von Frau zu Frau geworben haben. Der Beamte im Dienste des Volkes Kameradschastsabend der Fachschaft der Semeindebeamten. sich diese Erfolge zum Wohle der Dolksgesamcheit großem Interesse den lehrreichen Ausführungen und zum Besten des Einzelnen auswirken, lenkte des Redners. , .. er die Aufmerksamkeit seiner Hörer auf die großen § Lumd a, 13. Febr. Im Anschluß an die Fuh- Aufgaben des neuen Dierjahresplanes. In den rerrede vom 30. Januar führte die hiesige R S.- Mittelpunkt dieser Betrachtungen stellte er die viel- Frauenschaft eine erfolgreiche Werbung fälligen Aufgaben und Leistungsmöglichkeiten der für das Deutsche Frauen werk durch. Die dienstpflichtigen Jahrgänge Ein aufschlußreicher Ueberblick. Jahrganges 1915. Jahrgang 1917: Er hat sich im Frühjahr 1937 zur polizeilichen Erfassung anzumelden und im Sommer 1937 zur Musterung zu stellen. Die Ersatzreservisten I des Jahrganges haben vom Herbst 1937 an ein Halbjahr Reichsarbeitsdienst reifet hat, und die Erfindung der eugenischen Steril 'i'ung zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (1 ), die Kehrer schon zu diesem Zweck gefordert hatte und die besonders im heutigen Deutschland hohe Bedeutung gewonnen hat. NeuerLaudesführer des Sparerbundes. In der am Sonntag von Reichsführerratsmitglied H. Lorenz-Gießen eröffneten Ortsgruppenführertagung des Landesverbandes Hessen des Sparerbundes erstattete Reichsoerbandsführer Pg. Freiherr Wolff von T o d e n w a r t h - Berlin eingehend Bericht über die Lage des Sparerbundes und seine Zukunftsaufgaben. Insbesondere befaßte er sich mit der neuesten Entscheidung des Landgerichts Berlin vom 28. 1. 1937 bett. Sparerbund, wonach dem Reichsverbandsführer nach Einführung des Führerprinzips laut der Sparerbundsreichssatzung vom 18. April 1934 allein das Recht zusteht, die Landesverbandsführer zu ernennen. Am Schluffe seiner über zweistündigen Ausführungen ernannte der Reichsoerbandsführer an Stelle des nach Breslau versetzten Ministerpräsidenten a. D, Prof. Dr. Werner das Vorstandsmitglied der Gießener Sparerbundsortsgruppe, Gerichtsassessor Dr. Danner, zum kommissarischen Landesführer von Hessen. Die Ernennung fand bei den anwesenden Ortsgruppenführern einmütige Zustimmung. Stiftung zur Förderung des Vierjahresplans. Die Gießener Hochschulgesellschaft hat beschlossen, auch an ihrem Teil dazu beizutragen, den Vierjahresplan des Führers und Reichskanzlers zu fördern. In einem an die Leiter der wissenschaftlichen Institute der Universität Gießen gerichteten Rundschreiben hat sie mitgeteilt, daß sie einen Preis bis zu 5000 RM. aussetze für die Lösung einer Teil- DNB. Im Reichsgesetzblatt, Teil I, Seite 186, ist die Anordnung über die Erfassung und Musterung 1937 für den aktiven Wehrdienst und Reichsarbeitsdienst vom 4. Februar 1937 veröffentlicht. Um den einzelnen Wehrpflichtigen den Ueber- blick zu erleichtern, wann er zur Erfüllung des aktiven Wehrdienstes und des Reichsarbeitsdien- ftes herangezogen wird, werden nachstehend sämtliche Geburtsjahrgänge aufgeführt, die zur Zeit von der Wehrpflicht und Reichsarbeitsdienstpflicht berührt werden. . . Geburtsjahrgang 1912 wird m Ostpreußen vom Herbst 1937 an zum aktiven Wehrdienst herangezogen, deshalb vorher polizeilich ersaßt, gemustert und ausgehöben. Geburtsjahrgang 1913 wurde im Vorjahr polizeilich erfaßt und gemustert. Die Ersatzreservisten I des Jahrganges werden, soweit noch nicht geschehen, in diesen und den kommenden Jahren zur kurzfristtgen Ausbildung in der Wehr- * Annerod, 14. Febr. Die Vertrauensfrau der Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft, Frau Gerhard, veranstaltete hier mit Hilfe der Frauenschaft einen Kochlehrgang. Es wurde die Zubereitung verschiedener Gerichte von Matte und abwechslungsreiche Eintopfgerichte vorgeführt. Die 35 Teilnehmerinnen waren eifrig dabei, alle Kostproben fanden viel Anklang. Die Kochvor- schriften wurden verteilt, damit zu Hause die neuen Speisen selbst ausprobiert werden können. T Lollar, 14. Febr. Die Kreisschulfilmstelle ließ im hiesigen Lichtspielhaus für die hiesige Schule sowie die anderen Schulen des Spielbezirks, Ruttershausen, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar, zwei Filme lauten: „Jugend der Welt" und „Sport der Soldaten". Der erste zeigte in zum Teil ganz prächtigen Aufnahmen Bilder von den Wettkämpfen der Winterolympiade in Garmisch- Partenkirchen, während der zweite zeigte, welch großes Gewicht bei der militärischen' Ausbildung heute auf alle Zweige des Sportes gelegt wird, um aus dem jungen Menschen einen einsatzbereiten, hochwertigen Soldaten zu machen. Beide Filme | wurden von der Jugend mit großem Interesse auf- Welche Möglichkeiten die deutsche Technik in sich schließt und zum Segen für unsere Volksgemeinschaft der Verwirklichung dienstbar machen wird, zeigte der Vortragende in einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung unserer Technik im Verlaufe der letzten Jahre, die uns technische Umwälzungen von größtem Ausmaß gebracht haben, ferner an Hand eines Ueberblicks über die Entwicklungsgeschichte der für die Technik bedeutsamen Leipziger Messe, insonderheit der Technischen Messe und ihrer wesensverwandten Messeeinrichtungen (Mustermesse, Baumesse, Bugra). Von dieser Grundlage ausgehend konnte er die eindrucksvolle Mitteilung machen, daß die Technische Messe allein ein Drittel der gesamten Leipziger Messe darstellt und schon hieraus die überragende Bedeutung der deutschen Technik nicht nur im Rahmen der Leipziger Messe, sondern auch im Bereiche der gesamten deutschen Wirtschaft zutage tritt. Im einzelnen machte der Vortragende dann mit den Leistungen und Ausgaben unserer Technik beim Ausbau der deutschen Rohstoffwirtschast unter Einsatz der neuen deutschen Werkstoffe bekannt. Dabei betonte er besonders, daß diese neuen deutschen Werkstoffe nicht etwa als minderwertiger Ersatz gegenüber früherem Rohmaterial anzusehen sind. Die Hörer gewannen weiterhin eine überzeugende Vorstellung von der guten Verwendungsmöglichkeit der deutschen Treibstoffe, von der Bedeutung unseres Maschinenbaues und der Elektrowirtschaft, ferner von den wichtigen Aufgaben und Erfolgsmöglichkeiten unserer Ausfuhr und ihrer mannigfachen Wirkungen zum Nutzen unserer gesamten' Volkswirtschaft. Auch dabei wird es unserem Volke von großen Nutzen fein, daß die neuen deutschen Werkstoffe dank der gründlichen deutschen Arbeit höchsten Wert auf die Dauer und gute Beständigkeit der Produkte besitzen. Die Technische Messe im Rahmen der Leipziger Messe bringt dafür überzeugende Anschauungsbeispiele in Hülle und Fülle, sie stellt einen Rechenschaftsbericht des deutschen Ingenieurs über seine Arbeit und feinen Beittag zum Aufstieg unseres deutschen Volkes dar. Denn die Technische Messe hat nicht nur für den Kauf- Vergangenheit in die Zukunft hineinmarschieren. Die Praxis beweise schon jetzt, daß das deutsche Volk auf dem richtigen Wege fei. Der deutsche Mensch habe einsehen gelernt, daß er nicht auf der Welt fei, um nur an sich zu denken, sondern daß er seinem Volke und Vaterlande zu leben habe. Die Größe des Erfolges der Revolution könne man nur ermessen an der Gründlichkeit der Umstellung der Gedanken. Jeder Mensch müsse erkennen, daß der einzelne nichts sei, das Volk alles, daß es ihm nicht gutgehen könne, wenn es dem Volke nicht gut gehe. Heute erkennen wir, daß das Volk das Beste und Heiligste ist, weil es das Ursprüngliche, das Gesunde und das zum Leben drängende ist. Alle seien wir Diener am Volke und vor allem der Beamte müsse sich als Diener am Volke bekennen. Früher habe der Beamte auf seine wohlerworbenen Rechte gepocht, jetzt kenne er nur Pflichten gegenüber Führer und Staat. Er schwöre dem Führer Treue und werde ihm damit persönlich verpflichtet. Diese persönliche Treue zum Führer stehe im Vordergrund der neuen Beamtengesetzgebung. Wesentlich neu im Reichsbeamtengesetz sei die Verpflichtung gegenüber der NSDAP., die der Beamte genau so hoch zu halten habe wie die Verpflichtung gegenüber dem Staat. Die ganze Abfassung des Reichsbeamtengesetzes sei so gehalten, daß sie die Schaffung einer neuen Beamtenschaft fördere, die in unverbrüchlicher Treue zum Führer stehe und Polizei übergeben wurde. Die Polizei hatte nach der Fälscherwerkstatt schon feit Monaten gesucht. Sie konnte schließlich ermitteln, daß der verhaftete Fälscher sich im Hainer- weg ein altes Wässerhäuschen gemietet hatte, das er angeblich als Werkstatt zur Herstellung von Fußmatten benutzte. Zum Schein richtete er hier auch eine solche Werkstatt ein, die hauptsächlich als Lagerraum für Rohmaterial diente. In sicherem Versteck aber bewahrte der Betrüger alle Werkzeuge auf, die bei der Falschmünzerei verwandt wurden. Warum Brot in Küchenabfällen? Die heutige Zeit hat uns die Augen geöffnet für den Zusammenhang von Landwirtschaft und Haus- wirtschaft. Wir wissen heute, daß wir in unseren Ansprüchen an die Ernährung wieder bescheidener werden müssen. Wir hatten uns in den letzten Jahrzehnten allzusehr daran gewöhnt, vieles zu bevorzugen, was nur durch Einfuhr zu beschaffen war, während wir uns heute wieder mehr und mehr von dem ernähren wollen, was der deutsche Boden gut und reichlich bietet. Wir wissen heute ferner, daß die Städter als Verbraucher tätig Mitarbeiten müssen beim Ringen des deutschen Bauern, um die Nahrungsfreiheit, um das Auskommen mit dem Vorhandenen und Erreichbaren. Darum führen wir auch den „Kampf dem Verderb". Daß wir dabei noch manches lernen müssen, zeigen die Erfahrungen der Städte, die in letzter Zeit dazu übergegangen sind, die Sammlung der Küchenabfälle zu organisieren. Im Durchschnitt befindet sich nämlich unter 100 Zentnern Küchenabfällen ein Zentner vertrocknetes Brot. Man sollte es kaum für möglich halten, daß heute noch soviel Brot einfach weggeworfen wird. Das in einer Zeit, in der der deutsche Bauer alle Kräfte anspannt, um die Ernährung des Volkes sicherzustellen! macht herangezogen. .. Geburtsjahrgang 1914: zuruckgestellte Dienstpflichtige haben sich erneut zur Musterung zu stellen. Sie werden, soweit die Verhältnisse es reservisten I des Jahrganges haben im allgemeinen den Reichsarbeitsdienst geleistet. Ein Teil von ihnen dient bereits in der Wehrmacht. Die übrigen Ersatzreservisten I werden vom Herbst 1937 an zum aktiven Weyrdienst herangezogen. Bisher Zurück- gestellte haben sich erneut zur Musterung zu stellen. Sie werden, soweit die Verhältnisse es zulassen, zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Geburtsjahr gang 1916: Die Ersatzreservisten I des Jahrganges leisten im allgemeinen im laufenden Winterhalbjahr 1936/37 oder im kommenden Sommerhalbiahr 1937 Reichsarbeitsdienst. Sie werden voraussichtlich erst vom Herbst 1938 an zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Sofern hierfür schon im Herbst 1937 Bedarf besteht, wird er aus Den im ersten Vierteljahr 1916 Geborenen gedeckt werden. Für die Zurückgestellten des Geburtsjahrganges gilt das Gleiche wie für die des gebung Deutscher Technik im Zeichen des Vierjahresplanes. Wie stark das Interesse an diesem i Thema und an den Aufgaben des Dierjahresplanes ist, beweist die Tatsache, daß die Aula fast vollständig besetzt war und zu den Besuchern auch sehr viele Frauen und Mädchen gehörten. Kreisdienststellenleiter Schaffner vom NS.-Bund Deutscher Technik, Bezirk Gießen, konnte in seiner kurzen Einführungsansprache als Vertreter der (Bauleitung Pg. Stöhr, ferner zahlreiche Vertreter der Partei und Wehrmacht, sowie die vielen Männer und Frauen, ferner eine große Zahl junger Volksgenossen als Träger der deutschen Zukunft begrüßen. Als Zweck der Veranstaltung bezeichnete er das Streben, alle deutsche Volksgenossen zu Freunden, Förderern und Mitkämpfern der Technik im Dienste der Volksgemeinschaft zu machen. Kreisamtsleiter Cronjaeger vom Amt für Technik bei der Kreisleitung Wetterau sprach sodann als Vertreter des Kreisleiters. Er hob hervor, daß die Technik die zweckmäßige und richtige Einsetzung der Kräfte und Fähigkeiten des einzelnen und ihre geordnete Verwendung im Dienste der Gemeinschaft darstellt. Als gutes Beispiel wies er auf die Gewinnung und Verarbeitung des Eisens bis zum letzten Gebrauchsstück hin, uno er machte dabei deutlich, in weich' weitem Ausmaß die Gemeinschaft aller schaffenden Volksgenossen schon an diesem einen Produkt der deutschen Erde als Arbeiter und Verbraucher interessiert und beteiligt ist. Don diesem Schulbeispiel ausgehend stellte er weiter die Beherrschung der Naturkräfte als bedeutsamen Teilabschnitt der Technik in den Vordergrund des Jnterefses, um schließlich, auch an Hand dieses Richtpunktes, die große Bedeutung der Gemeinschaftsleistung zu betonen, die alle deutschen Volksgenossen, Bauern, Arbeiter und Soldaten, nicht nur zu Nutznießern, sondern zu Schöpfern der Technik macht. Oberingenieur Haneke vom Leipziger Meßamt hielt sodann einen fesselnden Vortrag über die deutsche Technik im Zeichen Les Vierjahresplanes. Nach einem kurzen Hinweis auf die gewaltigen Erfolge der nationalsozialifti- fchen Staats- und Dolksfüyrung in den ersten vier Der Kreisabschnitt Gießen der Fachschaft 13 (Gemeindebeamten) im Reichsbund der Deutschen Beamten hielt am Samstag im „Aquarium" einen Kameradschaftsabend ab, der von musikalischen Darbietungen der Kapelle K r e n g e l umrahmt war. Kreisfachschaftswalter Pfeil gedachte zunächst der acht in der letzten Zeit verstorbenen Kameraden. Besonders begrüßte er den erschienenen Oberbürgermeister Ritter. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des Gauschulungsleiters des Amtes für Beamte der NSDAP, und Gausachbearbeiters der Fachschaft 13 im RDB., Pg. Böcher, der die fundamentale Voraussetzung für die neu zu schaffende Beamtenschaft in der nationalsozialistischen weltanschaulichen Geisteshaltung begründete. In überzeugenden Ausführungen machte er die Größe und das Ausmaß der nationalfozialistifchen Revolution verständlich. Genau so, wie überwältigende Gedanken erst nach Jahrhunderten in ihrer ganzen Tiefe begriffen würden, so sei auch heute noch nicht daran zu denken, daß der Nationalsozialismus von der ganzen Welt schon jetzt verstanden werde. An charakteristischen Beispielen ließ der Redner erkennen, welche Anstrengungen notwendig sind, um einen so tiefgreifenden Gedanken wie den der na- ttonalsozialistischen Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Deshalb seien es keine leeren Schlagworte, wenn die Bewegung immer wieder angetrieben werde mit der Parole: Der Kampf geht weiter! Im Kampfe sei uns der Führer das beste Vorbild. Daß der Kampf weitergehen müsse, ergebe sich aus vielen Notwendigkeiten, wie z. B. der Beschränktheit des unserem Volke zur Verfügung stehenden Lebensraumes. Es könne keine schönere Tätigkeit geben, als hinter dem Führer her zu marschieren. Die Jugend werde einmal ohne Belastung mit der mann, sondern auch fü» den Ingenieur größte Bedeutung, und sie verdient daher die besondere Beachtung der Gesamtheit unseres Volkes. Kreisdienststellenleiter Schaffner unterstrich noch in einigen Punkten die Darlegungen des Vortragenden und betonte dabei, daß das deutsche Volk auch nach dieser Richtung hin dem Führer größten Dank schulde, den es durch weitere treue Gefolgschaft urtb stets einsatzbereite Mitarbeit an den Aufgaben des Dierjahresplanes befunden könne. Mit dem Gruß an den Führer fand die Kundgebung ihren Abschluß. monaten gute Fortschritte gemacht. In beiden Abschnitten zwischen unserem Orte und Gambach einerseits und Griedel—Nieder-Mörlen andererseits konnten die vorgesehenen Planierungen in vollem Umfange erledigt werden. Gleichzeitig wurden die Betonunterführungen, soweit es die Win- terfälte zuließ, fertiggeftellt. Gegenwärtig sind alle Arbeiten in vollem Gange. Besonderes Erstaunen erregt bei den Zuschauern die mächtige Brücke, die zur Zeit aufmontiert wird und über die Straße Butzbach—Griedel, die Bahnlinie Butzbach—Lich und einen Bach führt. Die Spannweite beträgt 35 Meter. Zehn mächtige Träger von 1,20 Meter Stärke sollen einmal das gewaltige Gewicht der Straße tragen. Das Eigengewicht beträgt je 500 Zentner. Nicht weniger als 20 000 Nieten werden benötigt, um dem eisernen Teile der Brücke die Festigkeit zu verleihen. Seit Weihnachten sind die Arbeiten im Gangs und werden voraussichtlich erst nach Ostern beendigt sein. In derselben Weise wie diese große Brücke wird auch an dem eisernen Un- tergeruft der Ueberführung an der Straße Butzbach—Gambach gearbeitet. Nach Fertigstellung dieser Brücke wird die aus Holz errichtete Notbrücke überfällig, und die Feldbahnen, die ununterbrochen Erd- und Sandmengen zur Dammaufschüttung anfahren, werden alsdann den endgültigen Weg nehmen. Einige Schwierigkeiten bereiten die Betonarbeiten, die entstanden, um einen etwa zwei Meter breiten Bach auf eine Länge von rund 60 Meter zu kanalisieren. Die geringe Zahl der Arbeitslosen, die in unserem Dorfe und den umliegenden Gemeinden vorhanden waren, haben restlos an der Autobahn Beschäftigung gefunden. ging dem Mann nach, der bald in einem anderen Geschäft verschwand und ebenfalls einen falschen Fünfziger in Zahlung gab. Die Geschäftsfrau entlarvte den Täter, der zunächst ausrückte, aber nach einer aufregenden Jagd festgenommen und der 50 Jahre So'dot. Jubiläum des Generalleutnants a. D. v. Oibhnann. LPD. Darmstadt, 12. Febr. Am heutigen Freitag sind es 50 Jahre her, daß Generalleut- nant a. D. n. Gibt mann in die Armee eintrat. Er hat am Chinafeldzug teilgenommen und war von 1903 bis 1914 Hauptmann und Major im Leib-Garde-Jnfanterie-Regiment 115. Im Weltkrieg kommandierte er das Infanterie-Regiment 28 und gehörte später der Reichswehr an, aus der er 1928 ausschied. Früher Leiter des Hasfia-Derbandes, leitete er bis aeaen Ende 1936 den Landesverband Kurpfalz im Kyffhäuferbund. Diener des Volkes fei. Anschließend an die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Pg. Böcher sprach. üieien »üben und Kreisamtswalter des Amtes für Beamte der I v < >. Wunicb erweckt haben es ebenfalls zu NSDAP., Pg. Oberzollinfpektor Heß, einige an- Tadels denSletit^ spornende Worte an die Kameraden, die er zu elf- IP ^E^t?huu s e^n, $14. gebt. Durch die nger Mitarbeit aufrief. Der weitere Verlauf des ovtsaruvve Alten-Bufeck (Busecker- und öumbatal) A^nds diente der Pflege des Kameradschaftsgeistes, ^igf hier gegenwärtig die Grundschulung der Blockwarte und Luftschutzhauswarte. Bei dem letzten Schulungsabend sprach Luftschutzlehrer Eberle von Lollar über „Das Verhalten der Bevölkerung bei Luftangriffen und die Aus- Aui Einladung der Kreisleitung Wetterau, Amt Jahren der Aufbauarbeit des Führers, sowie nach gaben der Frau im ländlichen Luftschutz". Die zahl- für Technik, des NS.-Bundes Deutscher Technik, einigen zahlenmäßigen Beispielen dafür, wie stark reich erschienenen Manner."^.^ouen sollen mtt Bezirk Gießen, der Reichsgemeinschaft technisch- ***** I nrnfeom Interesse den lehrreichen Ausführungen wissenschaftlicher Arbeit (RTÄ.) und der Deutschen Arbeitsfront versammelten sich am gestrigen Sonn- tagoormittag zahlreiche Männer und Frauen in der Neuen Aula der Universität zu einer Kund- »'i Ml. Der i ISO. ", «Ohres M ■uten AM Musschreit Äi40e 5-> h> ^Wbau ' ""allen»»' tiennf* ftulonirf Ld 5or|d)W; £igt,nl9' aui* 01,1 c Deut! S 'S SS 9 I-d. 6e je M die Lose Luch am Sai n Deutschen Mjchaften - al nur für G Mte in Al Itt Nacht hatt M. Von bei bi nur vier, kbel zum .nö alle Wechs Iit hauptcmzi Auer und E Der große Staffel blieb cis, da wede :L. Ruhpoldii || Rann W Ä M«87 Mdvn Meis Mskanzli «d guten C hqii Jäge N Mger (J Nus in de Sieg errang bayerischen! kl gruppe Fl v"Mgölog *6,t öligen ü l l^lnne >, Hiss''“’“’ @ 13216; ffl 22290 26867; blto o.lnne 1) Ä 3602011 § L- ; Volkstüml I ™ rachbebilderte 1 Bondin verseh 3iisse. 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Ruhpolding deutscher Staffelmeister 313221 385715 schauer und Ehrengäste war. Der große Kampf bei der 4 mal 10-Kilometer- Staffel blieb bei den bayerischen Mannschaften aus, da weder Partenkirchen noch Sonthofen den SC. Ruhpolding zu gefährden vermochten. Mit der Mannschaft 3. Schreiner, 5). Speckbacher, 21, Zeller und 21 Speckbacher erfochten die Ruhpoldinger in 3:20:05 einen überlegenen Sieg und holten sich neben dem Meistertitel den Ehrenpreis des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Sehr guten Eindruck hinterließen die Hirsch- berger Jäger, die mit Obers. Feist, Gefr. Gustl Adolph, Jäger Günther Adolph und Obers. Günther Meergans in der Mittelgebirgsgruppe in 3:25:55 den Sieg errangen und damit noch sämtliche anderen bayerischen Mannschaften hinter sich ließen. In der Gruppe Flachland siegte die Skigilde Rot- >e- 2n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 NM. gezogen 25458 31522 62241 64091 74463 83685 97013 Truthabn. Puter, als Braten «ehr geichäßter großer orientalischer Hühnervögel, der auch in Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abtellungen I und II Gewinnauszug 5. Klaffe 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klaffen-Lotterie Deutschland auf Eeflügelhöfen gehalten wird. Alte Tiere eignen sich nur noch zum Kochen. Man erkennt sie an den rötlichen, horn- artigen Beinhäuten. Tschardas, Csardas, sehr lebhafter ungarischer Tanz. Tuch, Bezeichnung für glatte Wollgewebe aus Streichgarn, das so verarbeitet ist, daß die einzelnen Fäden nicht mehr zu erkennen find. Gute Tuche find weich, haltbar und werden beim Gebrauch nicht glänzend. Köpertuche, Crois6 und Halbtuche haben Baumwollkette. Man reinigt Tuche durch Bürsten. Flecke entfernt man mit Benzin oder Fleckwaffer. Tube, Behälter aus dünnem Zinkblech für Zahnpasten, Kreme usw. Tuberkulose ist eine durch den sog. Tuberkelbazillus hervorgerufene Infektionskrankheit, die als Volksseuche unzählige Opfer fordert Die Tuberkulose wird hauptsächlich durch Einatmen der Tuberkelbazillen weiterverbreitet. Tuberkulosekranke Menschen sollen daher selbst im Interesse ihrer Mitmenschen besonders vorsichtig sein mit dem Anhusten und Änniesen anderer Personen. Auch der Auswurf enthält Tuberkelbaiillen und ist deshalb sehr ansteckend. Jeder Mensch kann infolge der Infektion an Tuberkulose erkranken, wenn aber in einer Familie mehrere Fälle von Tuberkulose vorgekommen find, so besteht eine erhöhte Krankheitsbereitschaft, die Infektion wird viel schwerer über- Bei Katarrh Husten Älfthma wirkt auch in veralteten Fällen der auffallend schleimlösende Kemni-AskWa-Tee harnsäurelösend. Zu haben in all. 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Der Körper kann von heute auf morgen auf „alkoholfrei" gesetzt werden ohne daß irgendwelche Ausfallserscheinungen auftreten. Wegen T. kann entmündigt werden, wer infolge gewohnheitsmäßigen starken Alkoholgenufies leine Angelegenheiten nicht mehr zu besorgen vermag oder sich und seine Familie der Gefabr des Notstandes ausietzt. S. Entmündigung Unverbesserliche Trunksucht ist Scheidungsgrund. Trunkenheit ist kein Strafausschließungsgrund. Wenn ein gewohnheitsmäßiger Trinker infolge dieser Leidenschaft eine strafbare Handlung begangen hat. kann er neben der Strafe in eine Trinkerheilanstalt bis zur Dauer von 2 Jahren verbracht werden. 54 Gewinne zu 1000 RM. 31825 43054 47543 67793 64223 66012 74331 75553 85846 97522 106486 132163 146232 150529 182352 187757 196436 222905 239669 241868 245907 252514 287845 288677 323010 358704 386326 112771 119009 134396 149682 165618 1AI E D Ct C DRUCKSACHEN WCKDE Brühl. Gießen Hier abschneiden! 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Verbandsmannschaften — Äin Altenberg ausgezeichnetes Wetter. In cht hatte es 10 Zentimeter Neuschnee gc geben. Don den 25 gemeldeten Mannschaften fehl ten nur vier, als morgens 9 Uhr bei leichtem Nebel zum Start aufgerufen wurde. Start, Ziel und alle Wechsel lagen am Raupennest, das wieder der Hauptanziehungspunkt für die meisten Zu- 99695 101196 101228 1 05972 1 09147 ' ------ ------ 115324 116297 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlars- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Deutscher Sieg im Boxländerkampf gegen polen. Den siebten deutschen Ländersieg ergab der achte Borländerkampf zwischen Deutschland und Polen, der vor 8000 Zuschauern in der Dortmunder West- salenhalle abgewickelt wurde. Mit 11:5 wurden die polnischen Gäste geschlagen. Bon den acht ausgetragenen Kämpfen hat Deutschland sieben gewonnen. Rappsilber (Bantamgewicht) und Dixkes (Leichtgewicht) wurden geschlagen und Voigt (Halbschwergewicht) erreichte ein Unentschieden, während Kaiser, Miner, Murach, Baumgarten und Runge ihre Kämpfe gewannen, Murach sogar vor der Zeit. 0er Nürburg-Ring wird verbessert. Deutschlands größte und zugleich schwerste Auto- Prüfstrecke, der Nürburg-Ring, wird gegenwärtig einem Umbau unterzogen, der an den gefährlich- ten Stellen vorgenommen wird. Mit den bekann- esten Rennfahrern und den Rennleitern der deut- chen Automobilfabriken wurden die Gefahrenpunkte eingehend besprochen und die Fahrer machten auf Grund ihrer Erfahrungen entsprechende Berbesse- rungsoorschläge. 350 Arbeiter sind mit der Verbesserung einiger wichtiger Punkte beschäftigt, zu denen die sogenannten Sprunghügel am Segelflugplatz und am Wippermann gehören. Durchgreifende Aenderungen sind auch zwischen Annatal und Hohe Acht in Aussicht genommen. Nacht-Suchfahri der Motorgruppe Hessen. Am 20./21. Februar. NSG. Nach der erfolgreichen Beendigung des Sportjahres 1936 eröffnet die Motorgruppe Hessen des NSKK. das Sportjahr 1937 mit einer interessanten Nacht-Suchfahrt am 20./21. Februar 1937. Die Ausschreibungen für die Nacht-Suchfahrt sind Weiß Berlin mit Gützlaff, Fliege!, Comes und W. Gützlaff in 3:50:57. Glanzvoller Abschluß am Sonntag. Allenberg in winterlicher Pracht. Altenberg bot schon am frühen Morgen das Bild eines großen Tages. Sonderzug auf Sonderzug rollte an, auf den Zufahrtsstraßen krochen die langen Schlangen der Autobusse und Kraftwagen nach Altenberg und von dort zur Sachsenschanze. Die Gasthöfe waren überfüllt. Eine herrliche Wintersonne beschien das bunte Bild. Zahllose Fahnen schmückten den Ort wie die Kampfstätte. Auf besonders hergerichteten Plätzen standen Feldküchen zum Eintopfsonntag. Mit großer Freude wurde ein riesiger Zug Sudetendeutscher von Zinnwald kommend begrüßt. Schon eine Stunde vor Beginn belagerten 25 000 Menschen die Schanze, und als das Springen eröffnet wurde, stand eine Menschenmenge von über 40 000 Personen an der Sachsenschanze. Ein unvergleichlich schönes Bild bot sich dem Beschauer vom Ablaufturm aus dar, der mit den Fahnen des Reiches geschmückt war. Die Schanze befand sich in bester Verfassung. Die Lautsprecheranlage funktionierte ausgezeichnet, und von Anfang an herrschte Hochstimmung. Als zwischen Kombinattons- und Spezialspringen eine Pause eingelegt wurde, stürmte alles mit großem Hallo zu den Feldküchen, wo es Gulasch mit Makkaroni und heißen Tee gab. 89985 w-.w. _____ _____ ___ 98436 102721 105442 107205 103695 ----- ------ 128172 352 Gewinne zu 300 RM. 10925 12462 13985 15558 enommen. sche Mnßigtt. ! Lor einiger 3fil ' r festgen°°' I Umgebung W > ?. Durch die > nheim fonnk -r Frau hatte du •e Fabrikation^ - ehe herausgeben M ie Fälschung in einem flg lls einen W Geschäftsfrau enl lommen und lckerwerkstattU iemietet hutte^ Bnz-m tttB enafrf*; äuge« MW “S 1 maS oer typ as " iriiifl rfcS SinhdlW r 3$ um 1,1 li> le"! 3n beiden Ad, und Tambach 3rien anderen anierungen in gleichzeitig nnir» i it es die Mn. bärtig sind alle eres Erstaunen tige Brücke, die )er die Straße ; Butzbach-Lich leite beträgt 35 'n 1,20 Meter e Gewicht dec beträgt je 500 Nieten werden der Brücke die achten sind die aussichtlcch erst )en Weise wie i eifernen Um Straße Ach- igstellung die« tete Notbrücke inunterdrvchen Schüttung an- igen Weg nehmen die Beton» etwa zwei Me» in rund 60 Weiht der Arbeits- len umliegenden n restlos an dec Bei dem Kürturnen am Nachmittag konnte Großenlinden seinen Vorsprung vor Sinn und ebenso Sinn vor Wetzlar weiter vergrößern. Das Ergebnis. 1. Sieger Tv. Großen-Linden mit 1508 Punkten; 2. Sieger To. Sinn mit 1422V2 Punkten; 3. Sieger Tv. Wetzlar mit 1371V2 Punkten. Als beste Einzelturner erreichten Richard Seth (Tv. Großen-Linden! 344V2 Punkte, Adolf Lenz (Tv. Sinn) 320V2 Punkte und Karl Swoboda (Tv. Sinn) 308V2 Punkte. Nach einer schlichten Siegerehrung durch den Kreisoberturnwart Schüler fand die Veranstaltung ihr Ende. Gerätewettkampf Julda - Gießen - Wieseck - Marburg. Im Rahmen der Mannschafts-Rundenwettkämpfe der Geräteturner innerhalb des Gaues Hessen kam gestern im Turnergarten zu Marburg der erste Wettkampf der Gauklassenmannschaften aus dem Turnverein Wieseck, Turnverein 1846 Gießen, der Turngemeinde Fulda und dem Turn- und Sportverein Großen-Linden — Wetzlar — Sinn. Gestern wurde in der Turnhalle zu Großen- Linden der Veroinsmannschaftskampf im Geräteturnen der Gauklasse (Oberstufe) der Turnvereine Wetzlar, Sinn und Großen-Linden ausgetraaen. Vormittags wurde unter Leitung des Kreisober- turnwarts Paul Schüler (Wetzlar) und ber Kampfrichter Jung (Wetzlar), Schaaf (Sinn) und Weitershaus (Großen-Linden) mit den Pflichtübungen begonnen. Nach einer Mittagspause wurde das Turnen (Kürübungen) fortgesetzt. Der Besuch des Nachmittagsturnens war gut. Der Vereinsführer des To. Gr.-Linden begrüßte die Gälte und besonders die auswärtigen Turner. Dabei führte er u. a. aus, daß Mannschaftskämpfe in Großen-Linden nichts Neues feien. Dieser Kampf weiche jedoch von den früheren Kämpfen ab, weil er von dem Fachamt Turnen angeardnet und eine Pflichtübung an allen Geräten vorgeschrieben sei. Nach der Pflichtübung stand die Mannschaft von Großen-Linden mit 930 Punkten an erster Stelle, es folgte Sinn mit 870 und Wetzlar mit 838 Punkten. einmal rauschte der Beifall auf, dann strömten die Massen wieder Altenberg zu. Siegerehrung. Starken Zustrom fand am Sonntagabend die Siegerehrung vor der Altenberger Schule. Unter Vorantritt von Baron Le Fort, dem Reichsfach, amtssportwart, ging es über den Markt in Alten- berg, wo die HI. Fackelspalier bildete, zur Schule Der Festplatz war in gleißendes Schemwerferlicht getaucht, und dort nahm in Vertretung des Reichssportführers Dr. Mehlborn-Dresden die Sie- gerehrung vor. Immer wieder brauste der Beifall auf, wenn die Namen der Sieger verlesen wurden. Noch einmal feierte man Schlesiens großen Triumph in den 50 Kilometer und in der Kombination, Bayerns hervorragende 18-Kilometer-Staffellaufer, und der Jubel wollte kein Ende nehmen, als drei Sachsen die Preise des Spezialspringens in Empfang nahmen. Die Führerehrung und die Hymnen der Nation waren der Ausklang der großen Altenberger Meisterschaftstage, die allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben werden. Christi Cranz FZE.-Wettmeistenn im Abfahrtslauk Christi Cranz, die deutsche Olympiasiegerin, gewann am Samstag bei den rI8-Weltmeisterschaf- ten in Chamonix den Abfahrtslauf der Fauen in 5:17,0 vor der Schweizerin Nini von Arx-Zogg (5:21,1). Dritte wurde Käthe Grasegger, Siebte List Schwarz und Achte Lisa Resch. Weniger glücklich waren unsere Männer, von denen Rudi Cranz als Bester nur den 10. Platz belegen konnte. Pfnür wurde vor Wörndle Elfter und Guzzi L a n t s ch n e r belegte den 14. Platz. Sieger wurde hier der mit der Strecke bestens vertraute Franzose Emile Allais in 4:03,2 vor seinem Landsmann Lafforgue und dem Italiener Sertorelli. Beide Läufe wurden während eines ungeheuren Schneesturmes durchgeführt. Birger Ruud siegt im Spezialspringen. Der norwegische Olympiasieger im Skispringen, Birger Ruud, sicherte sich bei den ersten Weltmeisterschaften der FIS in Chamonix auch den Sieg im Spezialspringen. Mit Sprüngen von 60,5 und 65,5 Meter gewann er unter 38 Bewerbern vor seinen Landsleuten Reidar Andersen, Sigurd S 0 l l i d und Sigurd H a a n e s. Fünfter wurde der österreichische Jungmann Bradl vor Krauß- Deutschland. Körner-Deutschland kam auf den 15. Platz. herausgegangen und die Nachfragen aus den Fahrerkreisen des NSKK., der Wehrmacht und der übrigen Verbände und Organisationen sind erfreulich groß. Die Fahrt verspricht also auch in diesem Jahr wieder einen vollen Erfolg. Als Standorte sind diesmal drei Plätze festgelegt: Frankfurt a. M. —Dillenburg—Kassel. Nacht-Suchfahrt — d. h. Orientierungsfahrt bei Nacht. Also sind dabei gleich drei schwere Aufgaben auf einmal zu lösen: 1. eine möglichst geschickte Orientierung im Gelände; 2. die Ueber- windung von Geländehindernissen, die gerade in der jetzigen Jahreszeit besonders zahlreich und schwierig sind und 3. das alles bei Nacht! Dazu gehört schon ein gesundes Orientierungsvermögen nach der Karte und große fahrtechnische Leistung; zum Sieg wird also nur der kommen, der mit dem Kopf fährt. Die zu befahrende Strecke wird erst am Start bekanntgegeben, ja und wohin? Das muß sich jeder selbst heraussuchen. Der Fahrer muß einen genauen Fahrtplan entwerfen und gut rechnen können. Er muß entscheiden: wo habe ich die besten Straßen, wo sind schwierige Strecken, wie erreiche ich die nächste Konttolle ohne nennenswerten Zeitverlust bei geringster Fahrtleistung? Und das alles muß sofort nach dem Start entschieden werden, denn Zeit ist das Kostbarste auf einer solchen Fahrt. Die Bewertung hat der Fahrer selbst in der Hand. Es entscheidet die Höchstleistung im Verhältnis zu den übrigen Leistungen. „Zwanzig Kontrollen liegen in der Gegend verstreut. Hier, nimm deine Karte, fahr los und suche die meisten auf. Je mehr du findest um so besser für die Wertung. Aber ja nicht die 10 Stunden Fahrtzeit überschreiten, das bringt Strafpunkte." So lautet die Aufgabe für den Fahrer. Die Motorgruppe Hessen wünscht allen Fahrern gute Fahrt! Unsere wackeren Kämpfer werden sicherlich wieder zeigen, daß sie ihr Fahrzeug zu meistern wissen. Das Kombinationsspringen. Im Kombinattonsspringen gab es zwei Durch- gänae, zu denen 51 Springer antraten. Zunächst I wurden Weiten zwischen 35 und 45 Meter erüelt, und erst allmählich wurden bei halbem Anlauf die Weiten gesteigert. Bayerns Meister Haselberger, mit schlechter Langlaufnote, kam auf 31 Meter, dann Bogner auf 45 Meter. Auf dem 6. Platz dahinter ging Günther Meergans über die Schanze, mit 47,5 Meter starken Beifall erzielend. Oberjäger Feist (Hirschberg) sprang sich mit 51 Meter in die vorderste Reihe. Schöne Haltung zeigte Altmeister Ermel bei 47 Meter. Die Spannung wurde riesengroß, als zum zweiten Durch- aana angetreten wurde, mußte er doch die Entscheidung bringen. Eisgruber sprang jetzt 52 Meter, Ermel 48 Meter, Haselberger stürzte bei 54 Meter und dann kam Bogner auf 48 Meter. Kaum konnte man den Sprung von Meergans erwarten. In sausender Fahrt kam der Hirschberger über den Schanzentisch, flog in wunderbarer Haltung durch die Luft, um bei 52 Meter aufzusetzen. Brausender Jubel von allen Seiten: der neue Deutsche und Heeres-Skimeister war da! Schädlich vollbrachte dann noch mit 53 Meter den weitesten Kombinationssprung, und dann ging man nach kurzer Pause zum Spezialspnngen über, das Eisgruber außer Wettbewerb mit einem 67-Meter-Sprung eröffnete. 35 Mann traten hierzu an. Auch hier würde mit mittlerem Anlauf gesprungen. Meinet zeigte einen großartigen 59er, Schneidenbach zeigte eine kaum zu überbietende Haltung, Weisheit stürzte bei 60 Meter, ebenso Haselberger. Bei den Jungmannen gefiel Anton Neu-Oberam- mergau sehr gut mit 58 Meter. Der zweite Durchgang brachte noch eine leichte Steigerung. So landete Meine!, den viele für den Sieger hielten, bei 61 Meter, Haselberger bei 59,5 Meter, Schneidenbach in blendender Haltung bei 58 Meter, Altmeister Recknagel bei 51 Meter. Jungmann Pfeffer stürzte bei 61 Meter, Klöpfer-Oberstdorf bei 56 Meter. Großartig wieder Neu mit 58,5 Meter. Vor dem dritten Durchgang gab der Altenberg verlassende Reichssportführer den Oberjäger Günther Meergans als neuen Deutschen und Heeres-Skimeister bekannt. Meine! sprang 59,5 Meter, Schneidenbach zeigte mit 61 Meter den schönsten Sprung des Tages. Anton Neu brachte dann das Kunststück zuwege, mit 63 Meter den weitesten Sprung des Tages zu erzielen. Der Sieg im Spezialspringen fiel aber an Schneidenbach (Vacha). Noch XMlM1 J das führende fachgeschäft in glas-und por^ellanwaren _ Kleineres Einfamilienhaus in Gießen zu kaufen gesucht» Angebote erbittet E. 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Bei Beginn des Kampfes setzten sich zunächst die Gießener und Wiesecker Turner an die Spitze, mußten sie aber bald an die Marburger abgeben, bie besonders im Längssprung über das Pferd hervorragende Leistungen zeigten. Erfreulich war die Feststellung, daß das Turnen an den Ringen gute Fortschritte gemacht hat. Am Reck mußte leider ein Gießener Turner infolge einer Armverrenkung aus- scheiden; seine Mannschaft hielt jedoch mit nur vier Turnern bis zum Schluß des Kampfes aus. Rach den Vormittagskämpfen standen die Punktzahlen wie folgt: Fulda 652, Gießen 605%, Wieseck 671%, Marburg 697 Punkte. Spannend gestaltete Bei dem gestrigen Spiel der Handball-Bezirks- klasse, Staffel' Gießen, mußte nun auch der Tabellenzweite, Tuspo 03 Wetzlar-Niedergirmes, die Ueberlegenheit der Spielvereinigungsleute anerkennen. Wenn es auch den 1900ern nicht in allen Phasen des Spielverlaufs gelang, diese Ueberlegenheit zu dokumentieren, so geht doch alles in allem der 9:5-Sieg in Ordnung. Das Fehlen von Berg und Fock wirkte sich schließlich doch aus. Trotz des stark aufgeweichten Bodens entwickelte sich sofort ein flottes Spiel. Die Gießener fanden sich besser zurecht als die Gäste und gingen bereits in der zweiten Minute durch Schüler in Führung. Wenig später erhöhte Höing durch Strafwurf auf 2:0. Im Anschluß an schön vorgetragene Angriffe ließen dann Färber und Höing ein drittes und viertes Tor folgen. Das wurde der Tuspo-Mannschaft doch zuviel, und sie versuchte aufzuholen. Enders im 1900er Tor war jedoch auf dem Posten. Bald hatten die Platzbesitzer wieder das Kommando übernommen und zeigten ein Spiel, das die noch zahlreich anwesenden Zuschauer begeistern konnte. Das durch Winden erzielte fünfte Tor sowie ein Schrägwurf von Höing als Nummer 6 waren die Früchte dieses guten Zusammenwirkens. Niedergirmes blieb jedoch nach wie vor noch gefährlich und erzielte kurz vor der Pause durch einen flachen Weitwurf das erste Gegentor. Nach dem Wechsel entwickelte sich zunächst verteiltes Spiel. Immer deutlicher machte es sich bemerkbar, daß die 1900er nicht mehr so sicher in ihren Aktionen waren. Dagegen legten sich die Gäste mächtig ins Zeug und kamen durch zwei Strafwürfe und zwei weitere gut placierte Bälle auf 6:5 heran. Es waren nur noch zehn Minuten zu spielen! Die Spielvereinigungsleute setzten noch einmal Dampf auf — die Girmeser glaubten das durch rauhes Spiel erwidern zu müssen und verloren einen Mann durch Herausstellung — und dem Halblinken Winden gelang es, den recht guten Gästetorhüter noch dreimal zur Kapitulation zu zwingen. 1900II. — Tuspo W.-Niedergirmes II 2:1. Die zweiten Mannschaften kreuzten in einem Gesellschaftsspiel die Klingen. Die Blauweißen siegten knapp, aber in Anbetracht der vielen Lattenwürfe verdient. Handballkämpfe um den Adlerschild. Altenstadt: Württemberg—Westfalen 4:6 (4:3). Bamberg: Bayern—Brandenburg 4:3 (3:2). Kiel: Nordmark—Baden 9:8 (5:5). sich der in den Nachmittagsstunden durchgefuhrte Endkampf. Besonders ansprechende Leistungen wurden in der Körperschule, am Barren und am Reck geboten. Nach den Kürübungen am Barren hatten Fulda 721, Gießen 676%, Wieseck 756% und Marburg 778% Punkte, nach dem Turnen am Querpferd Fulda 766%, Gießen 732%, Wieseck 835% und Marburg 857 Punkte, nach der Körperschule Fulda 829%, Gießen 771, Wieseck 869% und Marburg 892% Punkte. Marburg konnte sich durch gute Leistungen immer an der Spitze halten und mit dem Reckturnen den Kampf mit 976% Punkten für sich entscheiden, gefolgt von Wieseck mit 947%, Fulda 909% und Gießen (nur vier Turner) mit 834 Punkten. Die zwischen dem Turnen an den einzelnen Geräten eingelegten Darbietungen der Marburger Turnerinnen (Gymnastik und Tanzformen) gaben den zahlreichen Zuschauern einen Einblick in em Uebungsgebiet des Frauenturnens. Die besten E i n z e l t u r n e r des Wettkampfes waren S ch ö f f m a n n (Wieseck) mit 216, L. Herbert (Gießen) mit 208%, H. Herbert (Gießen) mit 206%, W. Fink (Marburg) mit 203, Ernst Fink (Marburg) mit 201% und Otto Hanebuth (Marburg) mit 201% Punkten. Stettin: Pommern—Südwest 2:7 (1:2). Essen: Niederrhein—Hessen 4:2 (2:1). Aachen: Mittelrhein—Sachsen 6:5 (2:1). Königsberg: Ostpreußen—Mitte 7:21 (1:9). Görlitz: Schlesien—Niedersachsen 7:10 (5:4). Hessen hielt sich tapfer. Die Mannschaft des Gaues Hessen, die ohne große Aussichten nach Essen gefahren war, hielt sich sehr gut und zog sich mit dem für Handballverhältnisse knappen Ergebnis von 2:4 sehr gut aus der Affäre. Vor 1500 Zuschauern gab es bei prächtigem Wetter ein ansprechendes Spiel, bei dem sich die Mannschaften allerdings durch den aufgeweichten Boden nicht recht entfalten konnten. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900-Alsfeld 6:1. Zu dem Gesellschaftsspiel der Blau-Weißen gegen den Sportverein Alsfeld hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge eingefunden, die, ob des unerwarteten Fehlens von Klages zwar etwas enttäuscht, doch befriedigt wurde, durch den spannenden Verlauf des Spieles, wozu in erster Linie das Ergebnis beitrug. Zu Beginn des Kampfes spielten die Blau- Weißen die in den letzten Spielen wiederholt festzustellende Ueberlegenheit heraus. Diesmal blieben auch die Erfolge nicht aus. Bereits in der achten Minute stand das Spiel 1:0 für die Platzbesitzer. Vorübergehend gestaltete sich das Treffen ausgeglichener. Als Sack auf 2:0 erhöht hatte, waren es die Gäste, die nun teilweise mehr vom Spielverlauf hatten. Dieses Bild war auch nach der Pause noch einige Zeit festzustellen. Während dieser Zeit gelang es dem Mittelstürmer aus 2:1 zu verkürzen, als er einen von Rahm abprallenden Ball aus nächster Nähe einschob. Hierauf änderte sich der Verlauf merklich. 1900 wurde mehr und mehr überlegen und die Erfolge, die sich einstellten, waren zum Tel Ergebnisse durchdacht durchgeführter Kombinationen. Ranft war es, der in der 75. Minute auf 3:1 verbesserte. In der 80. Minute schloß sich Sack mit dem vierten und schönsten Tor an. Die beiden anderen Treffer brachte Löbsack auf sein Konto, die er in der 85. und 88. Minute erzielte. Die Gäste haben nicht enttäuscht. Unter Berücksichtigung der Gegner in der Gruppe Alsfeld ist das Können recht annehmbar und es wäre keine Ueberraschung, wenn die Elf in der nächstjährigen Serie in die Bezirksklasse aufrückt. Ihr bester Mannschaftsteil war der Sturm, der sich manchmal recht gut in Szene zu setzen wußte. Die Blau- Weißen konnten nur teilweise befriedigen. Mitunter lief das Spiel recht verständnisvoll, während es manchmal in völlige Zerfahrenheit verfiel. Die Hintermannschaft war ohne Tadel. Die Läuferreihe Erhard, Heilmann, Lehrmund hatte gute und, schwache Momente. Zu Beginn und am Schluß war ihr Spiel am wirksamsten. Im Sturm war Sack die treibende Kraft. Löbsack litt noch an seiner Verletzung. Die rechte Seite mit Ranft und Garth kam erst in der zweiten Hälfte zur Geltung. Mohr (Gießen) war als Schiedsrichter sehr sicher. JußbaU der Gauliga-Mannschasten. SpD. Kassel vor der Meisterschaft. In der hessischen Fußball-Gauliga brachte der Sonntag eine wichtige Vorentscheidung mit dem Treffen des Tabellenersten, SpV. Kassel, mit seinem Verfolger, Hessen Bad Hersfeld. Der Spielverein siegte und holte sich damit zwei wichtige Punkte, die ihn der Meisterschaft ein erhebliches Stück näherbringen. Sechs Punkte trennen il)n_ jetzt von Hersfeld und Germania Fulda, die ihr Spiel gegen Kur- hefsen Marburg mit viel Glück 2:1 gewann. Die zur Meisterschaft notwendigen Punkte zu holen, dürfte den Kasselern um so leichter fallen, als von den vier noch auszutragenden Spielen zwei gegen die unrettbar dem Abstieg verfallenen Tabellenletzten Kurhessen Marburg und SpDg. Niederzwehren gehen. Im dritten Spiel des Sonntags unterlag Kewa Wachenbuchen knapp gegen Borussia Fulda. Aus anderen Gauen. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 2:2; Wormatia Worms — Kickers Offenbach 4:3; Union Niederrad — FK. 03 Pirmasens 2:2; Sportfr. Saarbrücken — SD. Wiesbaden 3:2; Bor. Neunkirchen — SD. Saarbrücken 3:3. Gau Bayern: Wacker München — DfB. Fngolstadt-Ringsee 0:0; FC. 05 Schweinfurt gegen NSG. Unter dem Motto „Der 4. Reichsberufswettkampf im Bild" ruft die Gaujugendwaltung der Deutschen Arbeitsfront gemeinsam mit der Gebietsführung der Hitler-Jugend die gesamte schaffende Jugend des Gaues Hessen-Nassau zu einem „P h o t o w e 11 b e w e r b" auf. Für den Wettbewerb gelten folgende Bestimmungen: 1. Teilnahmeberechtigt sind alle männlichen und weiblichen Teilnehmer des 4. Reichsberufswettkampfes und alle Angehörigen der Hitler-Jugend, Gebiet 13, und des Bundes Deutscher Mädel, Obergau 13. 2. Für den Wettbewerb gelten als Motive alle Begebenheiten des 4. Reichsberufswettkampfes, wie Kundgebungen, Wettkampfplatz, Wettkämpfer bei der Arbeit usw. In jedem Bild muß die Idee des Reichsberufswettkampfes zum Ausdruck kommen. 3. Alle Bilde müssen die Größe 9X12 haben und Hochglanz abgezogen sein. Den Bildern ist das unveränderte Negativ beizufügen. 4. Jeder Teilnehmer in dem Wettbewerb kann sich mit einer beliebigen Anzahl von Aufnahmen beteiligen. Jedes Bild ist mit einem besonderen Kennwort zu versehen. Dieses Kennwort ist auf einen neutralen verschlossenen Briefumschlag, in dem die vollständigen Personalangaben des Einsenders enthalten sein müssen, zu schreiben und der Sendung beizufügen. 5. Die Bilder und Negative sind sauber und sicher verpackt bis zum 15. März 1937 an die Gaujugendwaltung der DAF., Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69 bis 77, einzusenden. Die Sendung muß das Kennwort „Photowettbewerb" gut sichtbar tragen. Bayern München 1:4; DfB. Coburg — 1860 Mün- chen 3:3; 1. FC. Nürnberg — BC. Augsburg 5:1. TilÄ-Tennis. Ueberlegene 1900er-5iege Die gestern durchgeführten Tifchtennis-Derbands- spiele im Gau XII sahen die Mannschaft der Spielvereinigung 1900 in ausgezeichneter Form. Sowohl der TTC. Rot-Weiß Bad-Nauheim, der für Hanau 93 eingesetzt worden war, als auch der To. Lich mußten sämtliche Spiele an die Gießener abgeben. Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Boxen, Schulsaal der Schillerschule, Schillerstraße, 20.30 bis 21.45 Uhr. Allgemeine Körperschule, Gymnasium, Bismarckstraße — nur für PL. der NSDAP. Orts- gruppe Gießen-Süd — 20.15 bis 21.45 Uhr. Reiten — für Männer und Frauen gemeinsam — Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 Uhr. WeitereWinterfport-Weitmeisterschaften 3m Eiskunstlauf ... Felix Kaspar sicherte sich nach seiner in Prag errungenen Europameisterschaft nun in Wien auch den Titel eines Weltmeisters im Eiskunstläufen vor Graham Sharp-England und Elemer von Tertak- Ungarn. und im Eisschnellauf. Staksrud - Norwegen gewann die in Oslo durchgeführte Weltmeisterschaft im Eisschnelläufen in der Gesamtwertung (nach vier Läufen) vor Wa- senius (Finnland) und dem Oesterreicher Max Stiepl. Die 1500 Meter gewann Engnestangen-Nor- wegen vor M. Staksrud, während über 10 000 Meter Stiepl vor Wasenius und Staksrud erfolgreich war. 6. Bilder, die zum Wettbewerb eingesandt werden, dürfen noch nicht veröffentlicht sein. Alle eingesandten Bilder und Negative gehen in den Besitz der Gaujugendwaltung der DAF. und der Hitler-Jugend über. Die Bilder können nach dem Ermessen der genannten Dienststellen verwendet werden. 7. Die Bilder werden von einem besonderen Ausschuß bewertet. Dem Ausschuß gehören an: Gau- Propagandaleiter und Landeskulturwalter Müller- S ch e l d ; Dr. Paul Wolf, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 48; Obermeister der Photo- grapheninnung A. Herold, Hafenstraße 4; Parteigenosse Willi Roth, Photographische Anstall Lauterwasser; Parteigenosse A. Kruthoder, Photographische Anstalt; Parteigenosse Ebert,» Gaupropagandawaltung; Parteigenosse Otto Nielsen, Gaubetriebsgemeinschaftswalter der RBG.8 Druck; Unterbannführer Heinz Becker, Sozialabteilungsleiter der Gebietsführung der HI.; Unter- bannführer Wilhelm Sauer, Gaujugendwalter der DAF. 8. Der Fachausschuß entscheidet endgültig unter Ausschaltung des Rechtsweges. Die Bewertung btt Bilder und die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt in der ersten Hälfte des Monats März 1937. Als Preise sind vorgesehen: 1. Preis: eine Nord- landscchrt mit „KdF.". 2. und 3. Preis: eine achttägige „KdF."-Fahrt. 4., 5. und 6. Preis: Sachwerte in Höhe von je 25 Mark. 7. bis 10. Preis: Sachwerte in Höhe von je 15 Mark. 10. bis 20. Preis: Bücher nach freier Auswahl im Werte von 8 bis 10 Mark. 20. bis 50. Preis: Trostpreise im Werte von 3 Mark. Handball: 1900 - Wetzlar-Aiedergirmes 9:5. pholoivettbewerb zum 4. Mchsberufsweltkamps. Als 1. Preis winkt eine Nordlandfahrt! TM 526 Tür wunden, daher kommt es, daß es geradezu tuberkulöse Familien gibt. Kinder sind besonders empfindlich gegen Tuberkelbazillen So ist eine Infektion im Säuglingsalter immer gleichbedeutend mit einer Erkrankung an Tuberkulose, während im späteren Alter eine Infektion gar nicht bewußt werden kann und oft spurlos für den Beteiligten ausheilen kann. Erst vielleicht durch eine zufällige Röntgenaufnahme sieht man die Reste der überstandenen Infektion. Fast jeder Erwach,ene, besonders in den Städten, hat schon einmal eine Infektion mit Tuberkelbazillen durchgemacht. Meistens betrifft die Infektion die Lungen, es entsteht die überaus häufige Lungentuberkulose. Verdächtige Anzeichen sind Fieber, Husten. Nachtschweiße und Gewichtsabnahme. In solchen Fällen befrage man unbedingt den Arzt. Auch an anderen Organen kann sich die Tuberkulose zeigen, so gibt es Knochen- und Gelenktuberkuläse, Hauttuberkulose. Offene Tuberkulose ist keine besondere Art der Tuberkulose, es ist bloß der Ausdruck dafür, daß Tuberkelbazillen mit ausgehustet und ausgespuckl werden, wodurch eine unheimliche Ansteckungsgefahr gegeben ist. Vor Tuberkulose kann man sich am besten schützen durch Meiden jeder Infektionsquelle. Das ist besonders bei Säuglingen wichtig. Wenn die Mutter an offener Tuberkulose leidet, so ist das ein Grund, daß sie nicht stillen darf. Auch bei Hausangestellten für Kinder überzeuge man sich, daß keine Tuberkulose besteht. Selbstverständlich sind bei Kindern eine richtige Ernährung, viel Licht und Lust, gesunde Wohnverhältnisse außerordentlich wichtig, denn je kräftiger ein Kind ist, desto besser kann es der Krankheit trotzen. Auch bei der Auswahl der Kindermilch lasse man Vorsicht walten, denn auch durch die Milch tuberkulöser Tiere kann die Tuberkulose übertragen werden. Dank der ausgezeichneten Tuberkulosefürsorge und der allgemeinen Sozialpflege ist die Tuberkulosesterblichkeit in den letzten Jahren doch erheblich zurückgegangen. Tüll, gazeartiges Netzgewebe aus Seide ob. Baumwolle, mit sechseckigen Maschen. Tüll mit Eitter- muster dient als Unterlage zu Stickereien. Gewaschener Tüll wird mit Zuckerwasser gestärkt und aufgespannt. Tüllstickerei eignet sich in der Hauptsache für Zierbeckchen ober kleinere Kleibergarnituren. Das Muster heftet man unter ben Tüll uiib zieht es in ben Maschen mit Seibengarn nach. Tünche, zum Anstrich von Wänden und Decken in Wasser verdünnter, gelöschter Kalk, mit ob. ohne Farbzusatz, ber von Kalk nicht zerfressen wirb. Tür. Heute zieht man glatte Türen ben Rahmentüren vor. In Türen, bie in schlecht beleuchtete Flure führen, setzt man Glasfüllungen ein. Türen, bie eine Schwelle haben, schützen vor Zug. Klemmenbe Türen muß Tür zu! Es zieht! Mit einem Schlage hört der ewige Aerger mit der offenstehenden Tür auf, wenn Sie einen Türschließer anbringen. Es gibt keine Zugluft, und die Raume bleiben warm. Ein guter Türschließer ist gar nicht so teuer bei ” ' j. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Geschmackvoll _ ... _ . - vornehm Familien-Drucksache Persönlich bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten schnell und zu müßigen Preisen arühl’sche Druckerei. SchulstraBe 7, Anruf 2251 Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klasseu-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 5. Ziehungstag 13. Februar 1937 In der heutigen Dormlttagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 1OOOO RM. 196009 6 Gewinne zu 5000 RM. 5436 128464 257789 10 Gewinne zu 3000 RM. 153266 290781 307675 331067 387878 30 Gewinne zu 2000 RM. 10347 13683 15236 21031 22023 22199 101964 104502 116416 172582 238113 296966 329812 351601 354823 66 Gewinne zu 1000 RM. 5377 10821 28135 49406 50260 59780 69612 69743 69795 77455 86355 104781 137253 140706 148491 163156 164000 176149 177453 183602 223714 237244 266325 276499 276822 282493 294917 295409 307314 313593 320517 341526 346584 104 Gewinne zu 500 RM. 5545 7163 24853 35849 37699 43906 47624 59013 71210 73117 85641 91161 94020 107524 111425 127600 137696 144360 146705 147560 156430 159807 160374 173332 189112 195841 196586 198753 210319 212595 213487 214813 215888 230977 242807 246768 254063 263595 286849 304519 304946 311560 321349 337582 345478 356770 362406 374691 376497 384104 393015 398867 382 Gewinne zu 300 RM. 289 2469 4320 12216 14780 22788 24660 27585 28519 28647 30267 36879 37794 38677 40333 40424 41331 42508 43561 46847 52956 53927 54552 59213 61368 63516 64834 67477 67902 69225 70231 71335 72285 74948 77031 79352 80343 80865 83329 85276 87379 87913 88311 89771 93314 95183 95644 97010 100117 110527 110705 112855 114556 114880 117950 119933 122920 124876 126495 128594 129558 132339 132440 132637 133294 133975 134333 134844 136433 137438 137501 140567 141135 144173 144559 145697 145827 151612 153218 154086 166147 156576 159285 160948 163285 171250 171977 176977 179436 179719 180024 181234 181244 184103 186070 189164 192282 192828 193655 195116 199342 202789 203694 205544 209165 210342 211460 212716 218636 220298 225580 225938 226197 226404 226579 228121 228889 229336 232731 235715 236070 239307 243723 245060 245388 251556 258036 259086 263662 265480 266968 267875 268812 269168 270804 271460 271746 271961 272746 273632 274477 274612 279499 279804 283315 283741 288567 291906 292211 293502 294129 296229 297126 297965 300540 300872 301018 302000 308075 308097 310029 314279 319868 320601 321386 321430 322270 325789 326264 327805 329631 331177 331275 347173 353637 354347 358246 358254 365644 368107 369172 372215 384078 384244 384996 390230 391784 392400 397693 396471 398713 IfcrzinMeBlediwaren gute, schwere Ausführung < Borrmann £ 1 Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 RM. 49978 254468 6 Gewinne zu 3000 RM. 13360 345848 368926 14 Gewinne zu 2000 RM. 40864 47207 122980 127729 247604 273393 344747 60 Gewinne zu 1000 RM. 828 15304 40829 50270 57609 112667 127796 127914 141716 150702 159551 160628 174242 176439 198507 209881 236739 239152 262737 269578 275683 285231 300514 302196 316069 321690 343349 355670 379301 394345 108 Gewinne zu 500 RM. 6837 8362 47167 59599 62901 66425 67698 84124 92500 99445 99983 100650 100704 108588 115085 138948 139067 150362 151225 184973 188941 200165 201042 201525 209803 216227 222977 234610 246063 248182 253330 254238 266930 272585 273689 296879 300950 303076 306348 307510 313790 321901 329822 331001 333371 339225 347002 356805 359402 370671 373761 381507 384133 386563 304 Gewinne zu 300 RM. 1965 3208 7639 11077 12284 14025 20198 20461 21152 22050 23932 29507 32348 33271 34264 38320 40014 40319 42849 43781 44860 46049 48406 57624 57702 61021 66241 66971 68414 70165 76544 78412 80286 81615 84447 84663 84895 86023 88175 88747 88757 95399 99378 101483 102309 106866 108812 111832 116928 121917 122767 144604 148399 150532 152111 163545 163757 168660 170039 171370 176025 176462 179525 182748 184485 187520 187534 189314 193785 194217 194502 198212 198417 199959 201262 203807 208617 208769 209934 213281 215439 216701 223768 226030 226956 228167 234572 234716 235772 239933 240746 244057 250297 256340 256576 259673 260017 262414 266936 268537 273576 278807 279143 279426 281117 283691 288249 300^78 300649 301692 305239 307042 307447 309072 311286 312107 313728 313805 315801 321981 322217 323883 327656 333490 ! 337411 339028 343034 353656 353993 355412 358134 361352 361612 363214 363460 368262 i 370966 374541 376713 377337 378021 379022 381114 382240 383326 384667 385841 386109 389622 390211 391794 397454 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 8 '0000, 2 zu je 100000, 2 zu ie 75000, 4 zu je 50000, 6 zu je 30000, 14 zu je 20000, 74 zu je 10000, 156 zu je 5000, 312 zu je 3000, 782 zu je 2000, 2452 zu je 1000, 4040 zu je 500, 16220 zu je 300 Mark.