Nr. 12 Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag, 15. Januar 1957 Erl Heim tag Md), autz« Sonntags and Feiertag» Beilagen. Die *jnu|tnerte ©tenenei ftamiltenblättei Heimat tm Bild Die Scholl» Monalz-Vezugrprelr: Mit 4 'Beilagen NM. 1.95 Ohne illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bet Nichterschetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernfprechanfchlüffe anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfttStsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schrisileitung und SeschSfisftelle: Schulftratze 1 Annahme von Anzeigen für Oie Miltagsnummer bis 8* ,.UHr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text« anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg. 25"^ mehr. 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Wir fahren seit Jahren mit synthetischem Benzin oder mit Gemischen aus heimischem Benzin, deutschem Benzol und deutschem Spiritus, die leistungsfähiger, beständiger und klopffester sind als irgendein Naturbenzin. Von den zwei Millionen Tonnen Leichtkraftstoffen, die Deutschland im Jahre 1935 verbrauchte, waren bereits 925 000 Tonnen, also 45 v. H., im Inland erzeugt. Dieser Anteil steigt unaufhaltsam von Monat zu Monat, und binnen 15 Monaten werden wir unseren gesamten Bedarf an leichten Treibstoffen im Inland decken können. Nun hat in den letzten Jahren der Dieselmotor durch seine überlegene Wirtschaftlichkeit immer mehr an Bedeutung gewonnen.Da wir in der glücklichen Lage sind, die verschiedensten Rohstoffquellen (Steinkohle, Braunkohle, Torf usw.) zu besitzen, wird die Entwicklung solcher Dieselmotoren gefördert, die hinsichtlich der Kraftstoffqualität möglichst anspruchslos sind. Schließlich haben wir noch die deutsche Erdölproduktion von einer halben Million Tonnen im Jahr, die uns mit Benzin und hochwertigem Schmieröl versorgen. So wertvoll diese Erdölvorkommen auch sind — die Basis der künftigen Kraftstoffversorgung wird die Kohle sein, und zwar nicht nur in Deutschland. Auch England erstrebt heute bereits die Unabhängigkeit seiner Kraststofs- üer^prcyng auf Steinkohlenbasis, trotz der Oel- reserven, die es in Ueberseegebieten besitzt. Aber auch Frankreich, Italien, Japan, selbst Amerika gehen zur Kohlenverflüssigung nach deutschem Vorbild und deutschen Verfahren über — es läßt sich nicht mehr leugnen, daß die scheinbar so unermeßlichen Erdöloorräte der Welt knapp zu werden drohen. Die Entwicklung zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands ist also nicht nur ein Gebot der Stunde oder eine Folge augenblicklicher Devisenschwierigkeiten, sondern eine Aufgabe, die wir im Interesse unserer wie kommender Generationen auf alle Fälle einmal hätten lösen müssen. Die Wissenschaft ersetzt heute nicht nur Rohstoffe, die knapp zu werden drohen, sondern sie hat vielfach Kunststoffe geschaffen, die dem Naturprodukt weit überlegen sind. Ein Beispiel hierfür ist die deutsche Erfindung des synthetischen Kautschuks aus Kalk und Kohle. Wir sind eben dabei, die Herstellung von synthetischem Kautschuk in großem Umfange aufzunehmen. Auf der letzten Automobil-Ausstellung haben wir Reifen aus „Buna", synthetischem Gummi, gesehen, die Zehntausende von Kilometer gelaufen und bedeutend geringer abgenutzt waren als gleich lang in Betrieb gewesene Reifen aus Naturkautschuk. Man braucht kein Prophet zu sein, um diesem wunderbaren Erzeugnis deutschen Erfindergeistes einen ähnlichen Siegeszug vorauszusagen wie den Farben aus Steinkohlenteer, dem Rübenzucker, dem Stickstoff, dem Salpeter und der Kunstseide — alles Stoffe, die einmal als „Ersatz" gegolten hatten! Und der Preis? Jedes Erzeugnis war einmal teuer» so lange es sich im Versuchsstadium befand: Aluminium stand lange Zeit höher im Preis als Gold, und für ein Kilo Stickstoff mußte man noch 1913 dreizehn Mark anlegen, während es heute denselben Betrag in Pfennigen kostet. Zusammengefaßt: Die Versorgung des deutschen Kraftverkehrs mit Treibstoff, Schmieröl und Gummi ist durch die Leistungen unserer Wissenschaftler auf lange Sicht gesichert. Wie steht es nun mit den Metallen? Mit den Lager- und Vergütestoffen? Hier ist die Lage ähnlich wie beim Erdöl: Was vor Jahr und Tag noch als unerschöpflich galt, droht in absehbarer Zeit knapp zu werden — Chrom, Blei und Zink zum Beispiel. Aus die Dauer wird man hier nach neuen Legierungen und Verfahren suchen müssen, mit denen man das gleiche Ergebnis wie bisher, aber ohne Verwendung von „Luxuswerkstoffen" erreichen kann. Auch auf diesem Gebiet ist der Fortschritt unaufhaltbar. Die Techniker suchten und fanden bereits Legierungen ohne Zinn, die widerstandsfähiger und weniger empfindlich sind als die bisherigen Weißmetallager. Sie fanden neueVergütungsverfahrenfürStahl, mit denen man die Verwendung von Chrom und Nickel einfchränken ober zum Teil überflüffg machen kann. Dabei konnte vereinzelt der Herftellungs- prozeß fo beschleunigt werden, daß das neue Produkt bei gleicher Güte noch billiger wird als--das alte! Erne Revolution der Technik wird durch die Verwendung neuer Kunststoffe an Stelle von Metallen eingeleitet. In erster Linie handelt es sich dabei um Kunstharze — früher Abfallprodukte der Steinkohlenchemie, heute Rohstoffe von höchstem Wert. Sie werden unter hohem Druck und Hitze gepreßt. Es gibt heute bereits nur wenig Ge- örauchsgegenstände, die man nicht aus ihnen her- Oie Bolschewisierung in Güdfrankreich. Lokale Sowjets haben im französisch-spanischen Grenzgebiet die Macht in der Hand. P a r i s, 14. Jan. (DNB.) Die Meldung des DNB. über die chaotischen Zustände in Süd- s r a n k r e i ch , die von einem Teil der französischen Presse mit einer Ironie ausgenommen wurde, hinter der sich in Wahrheit die Unruhe und Verärgerung über das Aufdecken der französischen Machenschaften zugunsten der spanischen Bolschewisten versteckt, findet heute eine weitere Bestätigung durch eine Veröffentlichung der rechtsstehenden „Action F r a n g a i s e“ unter dem bereits kennzeichnenden Titel: „W er kommandiert in Perpignan?" In Perpignan, so heißt es in dem Artikel, sei die Erregung in den amtlichen Kreisen über die Veröffentlichung des Pariser Korrespondenten des DNB. sehr groß. Als Folge sei der Präfekt von Perpignan dringend nach Parisbefohlen worden, wo er am Mittwoch vom Innenminister empfangen worden sei. Vor seiner Abreise aus Perpignan habe er auf der Präfektur die Abgeordneten der Handelskammer von Perpignan und die Vorsitzenden der Berufsverbände empfangen. Dieser Organisationen wollte er sich nämlich bedienen, um die französische Rechtspresse zum Sündenbock zu machen. Ihr wolle man vorwerfen, daß sie aus politischen Gründen übertrieben habe. Weder die Handelskammer, noch die Verufs- verbande feien aber in die Falle gegangen. Sie hätten im Gegenteil zugegeben, daß es völlig 3 u f r e f f e, wenn behauptet worden fei, daß Sie Kontrolle an der Grenze den kommuni st ifchen Organisationen über la ff en fei. Das Blatt führt bann im einzelnen aus, daß die Pässe nicht nur durch den Präfekten ausge- händigt wurden, sondern durch den Inhaber des Cafes „Continental" in Perpignan, einem Spanier namens Guastavi. Jeder Lastkraftwagen oder jeder Kraftwagen, der sich nach Spanien begeben wolle, nehme vorher vor dieser halbamtlichen Präfektur Aufenthalt. Für alle Grenzangelegenheiten hatten tolsäch- tich lokale Sowjets das Kommando in die Hand genommen. Auf dem Grenzbahnhof Ce r b e r e unterschreibe der Genosse Cruzel die Geleitscheine, lasse Warensendungen und Freiwillige passieren, oder halte sie an oder weise sie zurück. Der staatliche Grenzsonderkommissar habe nichts zu melden. In P e r t h u s habe kürzlich die Mobile Garde einen bewaffneten Milizsoldaten auf französischem Gebiet angehalten. Er sei auf das Polizeikommissariat geführt worden. Dort aber habe man ihn auf das Einwirken der lokalen Sowjets sofort wieder freigelaffen. Auch in Bvurg-Hadame sei der staatliche Sonderkommissar ohnmächtig. Der lokale Sowjet bedeute alles, und die Mörder von Puigcerda könnten, wie es ihnen gefalle, nach Frankreich kommen. Auf der neutralen Straße von Llivia fei der Pyrenäen-Vertrag verletzt worden. 300 bewaffnete Milizen aus Puigcerda hätten diese Straße benutzt, um nach Llivia zu kommen und dort Einwohner zu ermorden. Der lokale Sowjet und der sozialistische Abgeordnete Rons hätten verhindert, daß die Mobilgarde ihre Pflicht habe tun können. Auch im kleinen Grenzbahnhof Las Illas feien kürzlich Angehörige der Guardia Civil aus Spanien eingetroffen, die auf Veranlassung des Gemeindevorsitzenden nach Perpignan weiter geleitet worden seien. Kurze Zeit daraus sei eine bewaffnete Patrouille der katalanischen Anarchisten auf dem Grenzbahnhof eingetroffen. Sie habe sämtliche Häuser nach den geflüchteten Angehörigen der Guardia Civil durchsucht. Erst dann seien sie unter Drohungen gegen den Gemeindevorsteher auf spanisches Gebiet zurückgekehrt. Heber diesen Bahnhof sei auch seinerzeit die Ladung des Pulver- waggons gegangen, der in Eine ausgeladen wurde. Der Inhalt fei von 200 bis 300 Mänern nach Spanien getragen worden. Wer, fo fragt das Blatt, habe in jener Nacht die Mobilgarde an dieser Stelle der Grenze zurückgezogen? Man habe in der Angelegenheit des Pulverwaggons einen Komparsen verhaftet, aber der lokale Sowjet von Eine, der in Wirklichkeit alles gemacht habe, sei nicht beunruhigt worden, ebensowenig, wie die Bürgermeisterei dieser Stadt. 3n Perpignan gingen Milizen in Uniform in den Straßen der Stadt spazieren und belästigten die Frauen. Ein städtisches Gebäude, nämlich das frühere Militärkrankenhaus, diene allen roten spanischen Freiwilligen als Kaserne. Sie würden dort offen von der Stadt verpflegt. 3n dem städtischen Krankenhaus sei ein Pavillon reserviert für die Kranken, die aus dieser Kaserne kämen, und für Angehörige aller Nationalitäten, die von der roten Front zurückkämen. Der Präfekt von Perpignan sei verpflichtet, sich dem Gesetz des lokalen Sowjets und der Genossen Roque und G u i s s e t zu unterwerfen. Anderenfalls würde ein Telephonanruf aus Paris nachhelfen. Bisher lebte die Menschheit in dem Glauben, daß der Bolschewismus, wenn er in einem anderen Lande versuchen sollte, die rote Fahne zu hissen, genau so Vorgehen würde wie in der Sowjetunion; also Revolution, Bildung von Sowjets und damit Bildung eines Sowjetstaates. In Spanien ist ähnlich verfahren worden, in Frankreich wird jedoch nach einem ganz anderen System gearbeitet. Hier ist die französische Demokratie benutz! worden, um in den an Spanien grenzenden Gebieten überall örtliche Sowjets zu bilden, die nach außen hin als V o l k s f r o n t a u s • schüsfe getarnt sind, ihre Weisungen aber von Moskau beziehen. Im allgemeinen versuchen diese Ausschüsse, die die aktive Unterstützung der Roten in Spanien betreiben, legal zu bleiben, d. h. keine Revolution zu entfachen. Darob ist man in Paris beruhigt, denn nur dort kann von einer Revolution gesprochen werden, wo geschossen wird, so meint man. In Wirklichkeit wird Süd- und Südwe st frankreich bereits bolschewi - stisch umgemodelt, es wird ein roter Apparat aufgezogen, der bereits ziemlich fest die Mach! in Händen hält. Es wird also ein ganz neues Verfahren angewandt, sozusagen die bolschewistische Revolution g er ä u s ch l o s, aber um so zielsicherer betrieben. Doch alles geschieht im Zeichen der Volksfront, was eben heißt, daß Sozialisten und Radikalsozialiften die Verantwortung teilen, obwohl sie nur Steigbügelhalter der Moskauer find. Trotz dieser ganzen Entwicklung, insbesondere der jüngsten Ereignisse in Perpignan, glaubt man in Paris immer noch der Welt weißmachen zu können, daß in Frankreich alles in bester Ordnung sei, eine bolschewistische Gefahr nur als Phantasieprodukt im Kopfe mancher Leute bestthe und die Sowjetrussen sich wie artige und anständige Leute verhielten. Der vorstehende Bericht zeigt dagegen, wie die Lage in Südfrankreich in Wirklichkeit ist, daß nämlich dort das bolschewistische Chaos durchaus auf dem Marsche i st und diese Entwicklung erneut die eindringlichen deutschen Warnungen vor der Pest des Bolschewismus bestätigt. Botschafter Kran^ois-poncet bei Lebrun Paris, 14. Jan. (DNB.) Der Präsident der Republik, Lebrun, hat am Donnerstagnachmittag den französischen Botschafter Fran» xois-Poncet empfangen. Heime für die Hitler-Lugend! Ein Aufruf des Führers. ADOLF HITLER Die Erziehung der Jugend ist eine der wichtigsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates» Ich erwarte daher, dass alle zuständigen Stellen der Bewegung und des Staates die Hitlerjugend in ihrem Bestreben, unserer Jugend zweckmässige Heime zu beschaffen, unterstützen. Der Tagesbefehl des Jugendführers des Deutschen Reichs zur Eröffnung des Werbefeldzuges hat folgenden Wortlaut: Die Heime der Hitler-Jugend sind S ch u 1 u n g s- stätten wahrer Volksgemeinschaft. Wer mithilst, unserer Jugend Heime zu bauen, erfüllt eine nationalsozialistische Pflicht und dient damit dem Willen Adolf Hitlers! stellen könnte. Das Gehäuse des Volksempfängers: Kunstharz. Telephonhörer, Telephongehäuse: Kunstharz. Dutzende, Hunderte von Gebrauchsgegenständen: Bleistiftspitzer, Aschenbecher, Federhalter, Zigarettenbehälter — alles aus Kunstharz. Warum nicht auch Türklinken aus diesem Wunderstoff, wenn heute schon so gut wie alle elektrischen Armaturen und Schalter und Fassungen daraus herge- stellt werden? Warum nicht Leitungsrohre aus Kunstharz? Kunstharz rostet nicht. Diese Stoffe sind zudem einfach zu bearbeiten, sie unterliegen keinen Witterungseinflüssen, sie brauchen keinen Anstrich — auf dje Dauer sind sie allen anderen bekannten Werkstoffen wirtschaftlich überlegen. Der Begriff Ersatz läßt sich auf diese Kunststoffe nicht mehr anwenden. Hier handelt es sich um Neuschöpfungen, die einen unleugbaren Fortschritt und eine Bereicherung der Technik darstellen. Spätere Generationen werden uns dafür dankbar sein, daß wir heute schon diese Aufgaben lösen, denn in irgendeiner Form hätten sie einmal an diese Probleme Herangehen müssen. Es ist ja mit absoluter Sicherheit vorauszusagen, daß der erhöhte Bedarf und teilweise auch der Raubbau an Naturschätzen zu einer Verknappung der Naturstoffe führen müssen. Natürlich kann diese Neuordnung und Umstellung nicht von heute auf morgen erfolgen — vier Jahre sind für die Erfüllung des Rohstvffplans vorgesehen. Das ist aber auch der Unterschied gegen die Ersatzstoffwirtschaft während des Krieges: Damals mußte unter allen Umständen in kürzester Frist Ersatz für fehlende Rohstoffe beschafft werden, während heute unter Einsatz einer hohen hochentwickelten Wissenschaft und Technik der Staat eine Entwicklung auf lange Sicht lenkt, die nicht nur die wirtschaftliche Unabhängigkeit erbringen soll, sondern gleichzeitig den Fortschritt der Technik beschleunigt und den wirtschaftlichen Wohlstand hebt. Bis dies erfüllt ist, werden wir freilich manchmal etwas haushalten müssen. Auf dem Gebiete der Motorisierung heißt das, daß zeitweise der überflüssige Verbrauch an Kraftstoff und Gummi etwas einzuschränken ist, wobei die Betonung auf dem Wort „überflüssig" liegt. Man darf eben nicht vergessen, daß das Tempo der Motorisierung noch schneller war als das Tempo des Aufbaues der neuen Rohstoff Industrien? Oie Volkspolizei der Zukunft. Der gesamte Mannschaftsersatz aus der SS. Berlin, 14.Jan. (DNB.) Der Chef der Ordnungspolizei, General D a I u e g e, besichtigte am Donnerstag die ihm unmittelbar unterstellte Reichspolizei-Offiziersschule in Berlin-Köpenick. Dor etwa 200 Offiziersanwärtern — Teilnehmern des fünften Lehrganges, unter denen sich als Gäste auch sechs chinesische Polizeioffiziere befinden — hielt General Daluege eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Als kurz nach der Verkündung der Wehrhoheit Einheiten der Landespolizei in das Heer übernommen wurden, habe sich für die Polizei die dringende Notwendigkeit ergeben, dafür zu sorgen, daß die durch diese Uebernahme entstandenen Lücken wieder geschlossen würden. Aus diesem Grunde seien die Lehrgänge für Offiziersanwärter eingerichtet worden. Die Teilnehmer dieser Kurse bildeten den ersten Grundstock für das neue deutsche Polizeioffizierskorps. Heute fei der Augenblick gekommen, wo der Neuaufbau der deutschen Polizei beginne. In absehbarer Zeit werde entsprechend dem Willen des Führers und des Reichsführer SS. und Chefs der deutschen Polizei der g e s a m t e M a n n- schaftsersatz der Polizei aus den Reihen der SS. gestellt. Damit sei die Gewähr gegeben, daß in Zukunft der deutsche Polizeiwachtmeister weltanschaulich eine klare Stellung gegenüber dem Staat einnebme. Der Nachwuchs für das Polizeioffizierskorps werde aus den SS.-Führerschulen Bad Tölz und Braunschweig kommen. Die polizeiliche Ausbildung werde aus den Polizeioffiziersschulen erfolgen. Damit sei garantiert, daß die deutsche Polizei auf das engste mit der Bewegung verbunden werbe. AieVankvonZlankreichimDienstderVolschewisteil Eine Frage an den Gouverneur der Bank. Paris, 15. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die 5)al- tung und die Praxis, die die B a n k v o n F r a n k- r e i ch gegenüber dein in Spanien von den Bolschewisten geraubten Staatsgold annimmt, das dann nach Paris geschleppt worden ist, haben bereits wiederholt die Besorgnis verantwortungs- bewußter französischer Kreise heroorgerufen und, lme „Jour" am Freitag bemerkt, auch in London einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Das gleiche Blatt spricht heute von neuen eigenartigen Machenschaften der Bank von Frankreich zugunsten der roten Macht- Haben von Valencia. Nach dem Währungsgesetz vom 10. Oktober v. I. dürfen Borschüsse auf Gold nur noch von der Bank von Frankreich gewährt und diese Operativ- Katalonien unter soivjetrnUcher Knute. Eine englische Bestätigung. London, 14. Jan. (DNB.) Daß die wirklichen Machthaber Kataloniens Bolschewist enhSuptlinge sind, die eigens zu diesem Zweck aus der Sowjetunion importiert wurden, bestätigt am Donnerstag der „Evening Stan- dard". Auf Grund überzeugenden Beweismalerials einer aus Barcelona nach England gekommener» Persönlichkeit stellt das englische Blatt nochmals ausdrücklich fest, daß der Bolschewistenhäuptling und Leiter des Novemberumsturzes in Sowjetruhland Wladimir Antonow-Owfejenko als Generalkonsul in Barcelona die Gewalt in Kata - Die Anarchie in Valencia. Verschwörungen. — Polizei gegen hungernde Frauen. — Bolschewistische Theorien undurchführbar. Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) lieber die tollen Zustände im kommunistisch-anarchistischen D a - l e n c i a verlautet von der französisch-spanischen Grenze, daß man in der katalanischen Hauptstadt jetzt sogar einer Verschwörung gegen einige rote Rädelsführer von Valencia auf die Spur gekommen sei. Diese Verschwörung richte sich besonder gegen den Häuptling Prieto und gegen die rote Furie Passionaria. Prieto ist besonderer Vertrauensmann des sowjetrussischen Botschafters Rosenberg. Anarchisten, so heißt es, hätten einen Sabotageakt an dem Flugzeug vorbereitet, mit dem Prieto nach Bilbao fliehen wollte. Die Anarcho-Syndikalisten von Barcelona sollen besonders ungehalten darüber sein, daß der rote Oberhäuptling Cabellero der „P a s s i o n a r i a" einen Posten in seiner „Regierung" geben wolle. Sie hätten daher beschlossen, sich dieser Frau zu entledigen. Auch in der katalanischen Bevölkerung steigt die Unzufriedenheit ständig. Es mehren sich die öffentlichen Kundgebungen, bei denen Plakate mitgeführt werden mit'Aufschriften, wie „Wir wollen mehr Brot und weniger Politik". Bei einer der letzten Demonstrationen wurde einer Abordnung versprochen, daß mehr Lebensmittel verteilt würden, sobald die Dampfer eingetroffen seien. Die Menge war aber mit diesem Bescheid nicht zufrieden, sie heulte und pfiff so, daß Polizei einaesetzt wurde. Mehrer Frauen wurden von der Polizei verletzt und zahlreiche Demonstranten festgenommen. In einer Gewerkschaftsversammlung in Barcelona erklärte dieser Tage ein Gewerkschaftler ganz offen, daß die kollektivistischen Methoden und Theorien sich in Spanien nicht durchführen lassen würden. nen müssen im Wochenbericht der Bank vermerkt werden. Allerdings hat sie die Ermächtigung, in besonderen Ausnahmefüllen das Bevorschussungsrecht auch Privatbanken zu überlassen. Das Blatt fragt nun, ob tat Gouverneur der Bank von Frankreich nicht von dieser Ermächtigung zugunsten einer Bank Gebrauch gemacht habe, die nur eine maskierte Einrichtung der Sowjet-Regierung sei. handele es sich nicht um die gleiche Bank, die alle Finanzoperationen der Bolschewisten von Valencia durchführe? Das Blatt fügt hinzu, daß die erste Ermächtigung der erwähnten Art für Rechnung des bolschewistl- schen Spaniens bereits erfolgt sei. Ionien völlig in händen habe. Sämtliche Verordnungen und Erlasse des katalanischen sogenannten „Parlaments", sogar die Rede der Bolschewiken, die sich „Minister" neunen lassen, mühten dem sowjetrussischen Generalkonsul zur Begutachtung vocgelegt werden. Auch die Anführer der roten Horden nähmen häufig mit ihm Fühlung. Antonow-Owfejenko spreche nicht spanisch, lerne aber zur Zeit katalanisch und halte bereits in dieser Sprache Reden in hehversammlungen, um den roten Mob zu immer neuen Gewalttaten anzufeuern. Er führte als Beispiel die Lage der Barcelo- ner Straßenbahn-Gesellschaft an, die nach sowjetrussischen Ratschlägen „umorganisiert" worden ist. Da sich das Personal dieser Bahn den Gewinn teilen dürfe, seien, so erklärte der Redner, die Fahrpreise nicht nur nicht herabgesetzt, sondern das Material habe inzwischen auch stark gelitten. Freimaurer-Hüse für die Hofen. Pariser Enthüllungen. Paris, 14. Januar. (DNB.) Die rechtsstehende Wochenschrift „Gringoire" erklärt, daß in den französischen Freimaurerlogen, vor allem in dem Tempel des „Großen Orients", Gelder für die spanischen Bolschew ist e n gesammelt würden. Auch habe der französische „Große Orient" ein Mitglied seines Ordensrates mit dem echt französischen Namen Z a b o r o w s k i nach Spanien entsandt, der alle dortigen angeschlossenen Logen aufsüchen und über die Verteilung der Gelder, Waffen und Munition Bericht erstatten soll. Der Bundesrat der Großloge von Frankreich habe als seinen Vertreter in Valencia den italienischen Emigranten Pietro N e n n i von der Loge „Nuova Italia" benannt, der als Mitglied des Vollzugsausschusses der Zweiten Internationale an der Madrider Front auch noch den Posten eines politischen Hauptkommissars der „Internationalen Brigade" bekleidet. Vor der Pariser Spartakus-Loge habe der Logenbruder Marcel Pivers am 7. Januar einen Vortrag gehalten, in dem er auf die Zahl, die Güte und die Bedeutung des Kriegsmaterials und der Munition hingewiesen habe, die man „unter der Hand den spanischen Freunden habe zukommen lassen". Die Pläne für die französischen „Bloch-Flugzeuge" befinden sich seit langem in Barcelona, und nunmehr sei dort auch der erste „spanische Apparat" dieses Typs hergestellt worden. Grund eines internationalen JK bkom - mens über den Zeitpunkt der Jnkraf.^ung dieser Bestimmung. Portugals Antwort in London. London, 14. Januar. (DNB.) Die Antwort der portugiesischen Regierung auf die Note, die Großbritannien in der Freiwilligenfrage den fünf interessierten Mächten gesandt hat, wird zur Zeit von den maßgebenden Stellen in London geprüft. Sie wird in amtlichen Kreisen als „e r - m u t i g e n b" bezeichnet. Es handelt sich um die erste bisher eingegangene Antwort. Holländische Werber unter Anklage. Amste rd am , 14. Jan. (DNB.) Am Donnerstag wurden zwei Marxisten wegen Werbung von F r e i w i l l i g en für eine fremde Kriegsmacht nach eingehender Untersuchung der Kriminalpolizei unter Anklage gestellt. Sie werden bezichtigt, holländische Arbeitslose für die internationale Brigade" im roten Spanien angeroorben zu haben. Besprechungen bei Baldwin. London, 14. Januar. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hatte am Donnerstag eine Besprechung mit Außenminister Eden über die internationale Lage. Später empfing Baldwin den Besuch des Ersten Lords der Admiralität Sir Samuel Hoare. Freigegeben. Berlin, 14. Jan. (DNB.) Die Besatzungen und F a h r g ä ft e der vor kurzem von deutschen Seestreitkräften als Vergeltungsmaßnahme beschlagnahmten roten spanischen Damp- f e r „Martha Junquera" und „Aragon" sind frei- gegeben worden. Die Besatzung des Dampfers „Martha Junquera" wurde am 11. Januar vom Kreuzer „Königsberg" an der nordspanischen Küste abgegeben, während die Besatzung des Dampfers „Aragon" vom Panzerschiff „Admiral Graf Spee" am 12. Januar vor Malaga abgesetzt wurde. Erfolg Francos an der Balaaa-Fronf. Eine strategisch wichtige Küstenstadt besetzt. Salamanca, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Vom Sonderberichterstatter des DNB. Am Donnerstag begann an der Malaga-Front die seit längerem vorbereitete große Offensive der nationalen Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Der heutige Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca teilt mit, daß die nationalen Truppen nach einer glänzend durchgeführten Operation und siegreich bestandenen Kämpfen die strategisch wichtige Küste n- stadt Estepona besetzt haben. Die Bolsche- Berlin, 14. Jan. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley nahm am Donnerstag Gelegenheit, im großen Sitzungssaal des Zentralbüros seinem engeren Mitarbeiterstab und sämtlichen Amtsleitern der DAF. den von ihm aufgestellten Arbeitsplan für das Jahr 1937 in großen Linien darzulegen. Nach einem Dank für die von den einzelnen Aemtern der DAF. im abgelaufenen Jahr geleistete erfolgreiche Tätigkeit und einer grundsätzlichen Erörterung allgemeiner Fragen des Etats, in deren Rahmen auch die weiteren großen Möglichkeiten des „KdF."-Werkes Behandlung fanden, sprach Dr. Ley über die von ihm verfügte neue Gebiets» aufteilung in der Gesamtorganisation der DAF. Sie ist das Ergebnis einer gesunden, alle starren Formen ablehnenden Entwicklung des gewaltigen Aufgabenkreises der DAF. und berücksich- Als im Jahre 1931 der Münchener Glaspalast und mit ihm ein reicher Schah an Gemälden deutscher Romantiker, vom Feuer zerstört, in Schutt und Asche sank, war gleichzeitig auch die damals sog. moderne Kunst in sich zusammengefunken, gleichsam um einer von vielen erwünschten neuen reinen deutschen Kunst Platz zu machen. Der Führer war es, der schon, als verflossene Regierungen sich über die Schaffung einer neuen Stätte der Kunst nicht einigen konnten, den Entschluß gefaßt hatte, der deutschen Kunst ein neues Haus zu bauen. Bei der Machtübernahme waren die Pläne, geschaffen von dem leider so früh dahingegangenen genialen Architekten des Führers, Prof. Dr. Ludwig Troost, längst gereift, und so konnte darauf, festlich umrahmt vom „Tag der deutschen Kunst" 1933 an schönster Stätte Münchens der Grundstein zum Haus der deutschen Kunst gelegt werden. Wenige Monate nur noch, und München, die „Hauptstadt der deutschen Kunst", wird erneut zu einem Jubelfest rüsten, in dessen Mittelpunkt d i e feierliche Einweihung des nun erffan- denen herrlichen Tempels der Kunst durch den Führer stehen wird. Dann ist auch, freudigst erwartet von vielen tausenden von Kunstschaffenden und Kunstbeslissenen, der Zeitpunkt gekommen, an dem der Führer das Haus seiner Bestimmung übergeben und die erste Ausstellung, die „Große deutsche Kunstausstellung 1937" im haus der deutschen Kunst zu München eröffnen wird, um dem deutschen Volke einen Querschnitt durch das gesamtdeutsche Kun st schassen der Gegenwart vor Augen zu führen. Denn in einer überwundenen Zeitepoche häufig nur ein bestimmter Kreis von Künstlern ober nur Angehörige bestimmter Künstlervereine ober Kunstrichtungen zu besonberen Ausstellungen Zulassung fanben, so sollen bie Schäben auch dieses Systems nunmehr endgültig ausgemerzt werden, im haus der deutschen Kunst werden sie jedenfalls nie Eingang finden. Reben einem kleines Kreis von Künstlern, deren Werke gewissermaßen den Grundstein für die Ausstellung bilden, soll es allen deutschen lebenden Künstlern ermöglicht werden, die Ergebnisse ihres Kunstschaffens und Zeug- wisten ließen in ihren Befestigungen und Schützen- grüben eine große Anzahl von Toten und viel Kriegsmaterial zurück. An der Madrider Front ist keine Lageveränderung eingetreten. Bei Las Rozas unternahmen die Kommunisten einen Angriff, der jedoch blutig zurückgewiesen wurde. Auch an den übrigen Fronten herrschte geringe Gefechtstätigkeit. Die Zahl der roten Ueberläufer ist wiederum gestiegen. Marxistischer Schwindel- Nicht ein einziger deutscher Soldat in Spanisch-Marokto. L o n d o n , 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wenn es eigentlich kaum verlohnt, noch einmal auf die angebliche deutsche militärische Betätigung in Marokko einzugehen, so sei, um das Bild einer gewisse n- losenHetzezu vervollständigen, noch einmal registriert, daß die internationalen Pressevertreter, die jetz^ Spanisch-Marokko bereisten, ausnahmslos feststellen müssen, nichts von alledem, was zu Beginn dieses Jahres die Welt in Aufregung versetzt hat, sei wahr. Die Sonderkorrespondenten der „Times" und der „Daily Mail", die Spanisch- Marokko ungehindert bereisen konnten, haben, wie aus den Donnerstag-Ausgaben dieser Blätter hervorgeht, auch nicht einen einzigen deutschen Soldaten entdecken können. In wessen kranken Gehirnen diese Nachricht entstanden ist, darüber gibt der Vertreter der „Daily Mail" einen interessanten Hinweis. Meldungen über eine deutsche Betätigung in Spanisch-Marokko sind, so sagt dieses Blatt, von Marxisten in Casablanca erfunden worden, um Unruhe zu stiften und aus Angst davor, daß Franco noch weitere acht Bataillone von Marokko nach Spanien entsenden konnte. Lnverschämthett jüdischer Emigranten. Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Unter der Überschrift „Die Unverschämtheit der deutschen Emigranten" besaßt sich die „Action Fran^aise" mit einer Notiz in dem berüchtigten Juden - Emigrantenblatt „Pariser Tageszeitung", in der die deutschen Emigranten aufgefordert würden, sich zahlreich an einer Fahnenweihe für das Bataillon Thälmann in Spanien zu beteiligen. Schon zu lange, so bemerkt die „Action Fran^aise", mißbrauche die Pariser Tageszeitung die französische Gastfreundschaft. Man müsse die Unverschämtheit bewundern, mit der dieses Blatt sich erlaube, eine rein kommunist i s ch e Kundgebung als eine französi - sche zu bezeichnen. Man müsse sich anderseits fragen, ob eine französische Regierung, die diesen Namen verdiene, es dulden könne, daß ein Haufen Juden und sozial-kommunistischer Fremder sich in die französische Politik einmischten. tigt selbstverständlich in besonderem Maße die Notwendigkeiten des neuen Vierjahresplanes. Sie dient der Sicherung des sozialen Friedens, der Hebung des Lebensstandards und leitet damit eine weitere Entwicklungsstufe aussichtsreich ein. Der Schluß der fast dreistündigen Ausführungen Dr. Leys war Darlegungen über den ferneren Ausbau der Werkscharen, deren Bedeutung im Rahmen der Betriebsgemeinschaft und der Behandlung wichtiger Schulungsfragen gewidmet. Auch das neue Jahr werde die DAF. geschlossen bereit finden, auf dem Fundament der Gemeinschaftserziehung ihrer Millionen Mitglieder den ihr bisher übertragenen Aufgaben nicht nur gerecht zu werden, sondern auch ihre Einsatz- fähigkeit gegenüber allen künftig an sie herantretenden Anforderungen zu ertneifen. msfe ihres könnens im Haufe der deutschen Kunst zur Schau zu bringen. Einem ausdrücklichen Wunsche des Führers zufolge, soll nun neben den im Reiche ansässigen deutschen Künstlern auch allen deutsch st ärn- migen im Ausland lebenden künstlern die Beteiligung an der Ausstellung e rrn ü g l i ch t werden. 3m Hinblick auf die damit verbundene erhebliche Erweiterung des Teilnehmerkreises der Ausstellung und geleitet von dem Wunsche, den in Frage kommenden Künstlern Gelegenheit zu geben, für die Ausstellung noch Reues zu schaffen, wird der S ch l u ß z e i t p u n k t für die Anmeldung von Werken auf den 2 0. Februar 1 937 verlegt. Auf die entsprechend geänderten Ausstellungsbestimmungen wird ausdrücklich hingewiesen. Möge nun jeder deutsche Künstler im Reiche und im Auslande sein Bestes geben für die „Deutsche große Kunstausstellung 1937 zu München", die dazu berufen sein wird, von der Schönheit und Größe zeitgenössischer deutscher Kunst Zeugnis abzulegen. Haus der deutschen Kunst (Reuer Glaspalast), Anstalt des öffentlichen Rechts in München." Namhafte Künstler berufen. München, 15. Jan. (DNB.) Die Verwaltung des „Hauses der deutschen Kunst, (neuer Glas- palaft)" veröffentlicht zu dem vorstehenden Aufruf noch folgende Notiz: Nachdem die Frage der Besetzung der Reichskammer der bildenden Künste durch die Berufung des bisherigen Vizepräsidenten der Kammer, Akademieprofessor Adolf Ziegler, München, zum Präsidenten der Kammer erledigt ist, hat der Äaatskommissar des „Hauses der deutschen Kunst", Gauleiter und Staatsminister Adolf Wagner, München, auf Vorschlag des „Hauses der deutschen Kunst" Akademieprofessor Adolf Ziegler, sowie Akademieprofessor Friedrich W a ck e r l e uni) Professor Conrad Hommel dazu berufen, als Sachverständige an dem die Eröffnungsausstellung im „Haus der deutschen Kunst" zu treffenden kunstfach- lichen Fragen mitzuarbeiten. Frankreichs Verbot der FreiwiAgen-Werbung. Heute Reratuna der Regierungsvorlage in der Kammer. Paris, 14. Jan. (DNB^ Ministerpräsident Blum legte Donnerstag nachmittag der Kammer die Gesetzesvorlage über das Freiwilli - genverbot vor und beantragte gleichzeitig das Dringlichkeitsoerfahren. Mit Ausnahme der Kommunisten, die ihre schlechte Laune nicht verbergen konnten, beschloß die Kammer, bereits am morgigen Freitagnachmittag in die Beratung der Vorlage einzutreten. Artikel 1 der Vorlage bestimmt, daß die Regierung ermächtigt ist, auf dem Wege von Gefeheserlassen, die von einem Ministervat beschlossen werden, Maßnah- men zu treffen, die geeignet sind, Anwerbungen und Anwerbungshandlungen von Personen für die kämpfenden Parteien in Spanien und in den spanischen Besitzungen einschließlich der spanischen Einflußzone in Marokko auf dem Gebiet, das der Souveränität und Autorität Frankreichs untersteht, zu verhindern. Weiter soll die Abfahrt und Durchreise von Personen verhindert werden, die in die Reihe der kämpfenden in Spanien einzutreten wünschen, desgleichen die Verpflichtung französischer Staatsangehöriger, die sich außerhalb des französischen Gebietes befinden, für die in Spanien kämpfenden Parteien. Artikel 2 sieht vor, daß Verstöße gegen dieses Verbot mit Gefängnis von ein bis sechs Monaten und Geldstrafen doii 100 bis 10 000 Francs ober mit einer dieser beiden Strafen geahndet werden. Der Auswärtige Ausschuß der Kammer trat unverzüglich in die Beratung der Vorlage ein. Er ernannte den sozialistischen Abgeordneten G r u m b a ch zum Berichterstatter und beauftragte ihn, ein günstiges Gutachten abzugeben. Der Ausschuß für Zivilgesetzgebung und der Auswärtige Ausschuß der Kammer waren gemeinsam zusammengetreten, um den Ministerpräsidenten und den Außenminister anzuhören. Leon Blum und D e l b o s erläuterten den Ursprung und die verschiedenen Verfügungen der Ge- setzesvo''lage gegen die Freiwilligenwerbung. Der Ausschuß für Zivilgesetzgebung, der den Abgeordneten Vidal zum Berichterstatter ernannte, hat die Vorlage der Regierung bereits angenommen und auf Vorschlag des Abg. Mallarme die Gefängnisstrafen für Vergehen gegen dieses Gesetz erhöht. Die Beqründuna. In der Begründung zu dem Gesetzentwurf über das geplante Verbot von Freiwilligenanwerbungen für Spanien heißt es u. a., die Regierung fei der Meinung, baß das Verbot möglichst schnell in Kraft treten müsse unter der Bedingung, daß ein entsprechendes Verbot gleichzeitig in allen in Frage kommenden Ländern durchgeführt werde. Es fei notwendig, daß die Regierung in der Lage sei, zur gleichen Zeit wie die anderen Regierungen und zu einem noch festzusetzenden Zeitpunkt im Interesse des europäischen Friedens alle Maßnahmen zu ergreifen, die nützlich sein würden, um den eingegangenen Verpflichtungen volle Wirksamkeit zu geben. Darum fordere die Regierung von dem Parlament die Uebertragung der Befugnisse, gegebenen» falls und während eines Zeitraumes von sechs Monaten die zur Verhinderung von Freiwilligenanwerbungen und ihrer Abreise nach Spanien notwendigen Maßnahmen zu treffen. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, forderte Ministerpräsident Blum in der gestrigen Sitzung der zuständigen Kammerausschüsse, daß die öffentliche kammeraussprache am Freitagnachmittag so kurz und begrenzt wie möglich gehalten werde, um den einstimmigen Willen des Parlaments zu betonen, dieselben Verbotsmaßnahmen zu ergreifen, wie die anderen in Frage stehenden Länder auf Die Deutsche Arbeitsfront im neuenZahr Dr. Ley über die neue Gebietsaufteilung der DAI. Aufruf! An alle deutschen Künstler im Reiche und im Auslande. Der Führer ehrt deutsche Seehelden. Die Namen der neuen Zerstörer Z1 bi« Z10 vom Führer genehmigt. revolutionären Angriffen, über Hebungen im Stra« ßenkampf, die Kontrolle der Landstraßenkreuzun- gen, die Verbindung zwischen den Ueberwachungs- posten und dem Streifendienst. Andere Punkte betreffen die Einfchüchterung der Untentschlossenen, die Bespitzelung der Offiziere und ihrer Familien durch die Ordonnanzen. -,/Ä Der erste 1625-Tonnen-Zerstörer in Dienst gestellt. In Kiel wurde am Donnerstag der erste 1625-Tonnen-Zerstörer „Z1 Leberecht Maaß" in Dienst gestellt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 14. Jan. (DNB.) Am 14. Januar 1937 ist im Marinearsenal in Kiel der e r st e Z e r st ö - r c r der Kriegsmarine „ZI" in Dienst gestellt worden. Der Führer und Reichskanzler hat ihm den Namen „L e b e r e ch t Maaß" verliehen, in Erinnerung an den Konteradmiral Leberecht Maaß, der am 28. August 1914 als Zweiter Admiral der Aufklärungsschiffe und Erster Führer der Torpedoboote im Gefecht bei Helgoland an Bord seines Flaggschiffes „S. M. S. Cöln" den Heldentod fand. Für die später zur Indienststellung kommender, weiteren Zerstörer hat der Führer und Reichskanzler nachstehende Namen genehmigt für: „Z 2" „Georg Thiel e": zur Erinnerung an den Korvettenkapitän Thiele, gefallen am 14. Oktober 1914 als Chef der 7. Torpedo- boots-Halbflöttille. „Z 3" „9)1 a i) Schul tz": in Erinnerung an den Korvettenkapitän Schultz, gefallen am 23. Januar 1916 als Chef der 6. Torpedobootsflottille. „Z 4" „Richard Bcitze n": in Erinnerung an den Kapitänleutnant Beitzen, gefallen am 30. März 1918 als Chef der 14. Torpedoboots-Halbflottille. „Z 5" „Paul Jacobi": in Erinnerung an den Korvettenkapitän Jacobi, gefallen am 12. Februar 1915 als Chef der 17. Torpedoboots-Halbflottille. „Z 6" „Theodor Riedel": in Erinnerung an den Korvettenkapitän Riedel, gefallen am 31. Mai 1916 als Chef der 6. Torpedoboots-Halbflottille. „Z 7" „Hermann Scho emann": in Erinnerung an den Kapitänleutnant Schoe- mann, gefallen am 1. Mai 1915 als Chef der Torpedobootsflottille „Flandern". „Z 8" „L e o Heinemann": in Erinnerung an den Korvettenkapitän Heinemann, gefallen am 5. November 1918 als 1. Offizier des Linienschiffes „König" bei Verteidigung der Flagge. „Z 9" „Wolfgang Schenke r": in Erinnerung an den Leutnant zur See Schenker, gefallen am 5. November 1918 au] Linienschiff „König" bei Verteidigung bei Flagge. „Z10" „Hans Lody": zur Erinnerung an Oberleutnant zur See der Reserve Lody in London am 6. November 1914 im Dienst für das Vaterland gefallen. Der Einsatz der Rollkommandos oll so erfolgen, daß jede Gruppe außerhalb ihres gewöhnlichen Lebensbereiches wirkt, „um nicht von Gefühlsduseleien gehemmt zu e i n. (!) Schließlich finden sich noch 93eftimmungen über die Versorgung der Aufständischen durch Plünderung der großen Warenlager. Während der ersten Woche eines Aufstandes soll allgemein die Abgabe von Nahrungsmitteln an die bürgerliche Klasse verboten werden, da sie ja zu Hause eigene Vorräte ür den Notfall zur Verfügung habe. Kommunisten in Wien verhaftet Wien, 14. Jan. (DNB.) In den letzten Wochen wurden in Wien mehrere Funktionäre der kommunistischen „Roten Hilfe" festgenom - men. Unter den Angehaltenen befinden sich auch ein bekannter, im Jahre 1934 aus einem Bezirksgericht entsprungener ehemaliger sozialdemokratischer Parteifunktionär, mehrere Kreisfunktionäre des Wiener Gebietes und eine Anzahl Kreisfürforgerinnen. Bei einer Haussuchung im Büro des Sekretariats wurden große Mengen Druckschriften und Provaganda- material sowie gefälschte Personalausweise vorgefunden. 26 Personen sind in Haft genommen worden. Moskaus Frucht in Amerika. Neuyork, 14. Jan. (DNB.) Das in Flint (9Nichigan) liegende Kontingent der Nationalgarde wurde auf Anordnung des Gouverneurs auf 2300 Mann erhöht, da der Streik in der Automobilindustrie immer größeren Um» ang annimmt. Die Soldaten sind in Schulen und Tanzsälen untergebracht worden. Die Zahl der durch den Streik bei den General-Motors-Werken arbeitslos gewordenen Arbeiter ist auf etwa 13 5 0 0 0 gestiegen, nachdem zwei weitere Chevrolet-Werke wegen Materialmangels fchließen mußten. Die jüdische Gchmeling-Hehe in Neuyork. Ministerpräfident Göring in Nom Oie Sowjetunion ein Kriegslager. Der Berner „Bund" über die sowjetrussischen Kriegsrüstungen. Armee würde allerdings nicht viel sagen, wenn ihre Bewaffnung so rückständig geblieben wäre, wie sie es noch 1930 war. Inzwischen sind aber zwei Fünfjahrespläne ins Land gegangen, die ausschließlich Rüstungszwecken dienten. Die Sowjetregierung prahlte damit, sie besitze die größte Luftflotte der Welt. Neuerdings baut sie auch die Hochseeflotte aus, wobei besonderes Gewicht auf den Bau von Unterseebooten gelegt wird. Gleichzeitig mit der materiellen Rüstung und der kiriegsindustrialisie- rung erfolgte ein intensiver Eisenbahn- b a u, und zwar sowohl im Fernen O st e n, als auch an der Westgrenz e. 3n den letzten Monaten des Vorjahres ist auch der Bau von Autostraßen von Moskau an die polnische Grenze mit Abzweigungen an die Grenzen von Lettland und E st l a n d, in Angriff genommen worden. Aehnliche Straßen werden auch über die Sowjet-Ukraine bis an die Grenze von Rumänien geführt. Neben diesen eigentlichen Rüstungen ist auch erhöhtes Gewicht auf die Vorbereitung der zivilen Bevölkerung für den Krieg gelegt worden. Das Fallschirmabfpringen bezeichnen die bolschewistischen Zeitungen als einen Nationalsport der Sowjetunion. Bekanntlich beabsichtigen die Sowjetstrategen, im Kriegsfall diese Kunst weitgehend zu verwenden, sowohl in Gestalt von Truppenlan- R o m , 14. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Generaloberst Göring begab sich nach einer kurzen Rundfahrt durch die Straßen des archäologischen Viertels ins Q u i r i n a l, wo er, begleitet von Oberst Bodenfchatz, von Seiner Majestät, K ö - nig Victor Emanuel III., Kaiser von Aethiopien. in Audienz empfangen wurde. Zur gleichen Zeit traf Frau Göring mit ihrer Schwester, begleitet von Frau A11olico, der Ge- Ministerpräsident Generaloberst Göring, der mit seiner Gemahlin auf feiner Urlaubsreife in Rom angekommen ist, wurde auf dem Bahnhof der italienischen Hauptstadt von Mussolini persönlich begrüßt. Die Bevölkerung Roms bereitete dem deutschen Reichsminister einen begeisterten Empfang. Man sieht Hermann Göring und weiter rechts Gräfin Edda C i a n o, den Duce, Graf Cianound Frau Emmy Göring nach der Begrüßung auf dem Bahnhof Termini in Rom. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bern, 14. Jan. (DNB.) Das Berner Blatt „Der Bun d" veröffentlicht interessante Darlegungen eines Sonderberichterstatters über die sowjetlussischen Kriegsrüstungen. Der Berichterstatter schreibt u. a.: Blickt man auf die Politik der Sowjetunion im vergangenen Jahre zurück, so fällt einem nicht nur das aggressive Gebaren der Mos - kauer Regierung nach außen und ihr offenes und unverfrorenes Eingreifen in die Angelegenheiten fremder Staaten auf, sondern auch der fieberhafte Ausbau der Roten Armee und überhaupt aller für das Kriegswesen in Frage kommenden Faktoren. Im Sommer 1936 wurde die Friedensstärke der Roten Armee durch Herabsetzung des Einberufungsalters auf rund zwei Millionen Mann erhöht. Man darf wohl sagen, daß, so lange die Well bestehl, noch niemals ein Staat in Friedenszeiten so viele Soldaten unter den Waffen hatte, wie die Sowjetunion. Das alte Kaiserreich Rußland hatte im Frieden nur 1 200 000 Mann unter den Waffen, wobei in dieser Zahl die Gendarmerie und Polizei mit eingeschlossen waren, während die zwei Millionen Sowjetsoldaten lediglich die reguläre Rote Armee bilden; die über 200 000 Mann des Jnnenkommissariats (GPU.) und die sonstigen militärischen und halbmilitärischen Verbände sind dagegen eine Truppe für sich und werden in den Armeeregistern nicht geführt. Die rein zahlenmäßige Verstärkung der roten mahlin des italienischen Botschafters in Berlin, und von dem Ministerialdirigenten Dr. G r i tz b a ch im Schloß zur Audienz bei Ihrer M a j e st ä t der Königin Helene ein. Ministerpräsident Generaloberst Göring legte Donnerstagvormittag 11 Uhr am Grabe des Unbekannten Smdaten einen großen mit einer Hakenkreuzschleife geschmückten Lorbeerkranz nieder. düngen im Rücken des Feindes, als auch zur Entsendung von kommunistischen Agitatoren hinter die feindliche Front. Man kann die Frage aufwerfen, wozu diese fieberhaften Rüstungen, die auf Losten der bereits bis aufs Blut ausgepreßten Sowjetunter- lanen vorgenommen werden, noch führen können. Das für die reine Verteidigung nötige Maß habe sie schon feit Jahren überschritten, denn die Sowjetunion ist strategisch viel günstiger gelegen, als alle europäischen Großmächte und brauchte infolgedessen nicht einmal die Friedensstärke der französischen Armee zu besitzen. Die Rüstungen Moskaus müssen daher als ausgesprochen offensiver Jtafur angesprochen werden. In Osteuropa ist man sich dieser Tatsache, auch wenn man es nicht überall offen eingesteht, bewußt. Wie lange wird es aber noch dauern, bis sich endlich auch Westeuropa vergegenwärtigt, daß sich i m Osten unseres Kontinents eine dräu- ende Wolke zusammenballt, die einmal unsere ganze 2000jährige Kultur zusammenhageln könnte? Zersetzungsarbeil der Sowjets. Paris, 14.Jan. (DNB.) Die Veröffentlichung des „E ch o d e P a r i s" über die von der technischen Dienststelle der französischen kommunistischen Partei in Zusammenarbeit mit der Komintern aufgestellten Richtlinien zur Bolschewisierung des spanischen Heeres werfen ein außerordentlich bezeichnendes Licht auf die internationale b o l- fchewiftifche Wühlarbeit. Aus dem Dokument, das den spanischen „Genossen" bekanntlich schon im April des Vorjahres übermittelt worden war, sei im einzelnen noch folgendes angeführt: Verstärkung der Stoß- und Ueberwachungslrupps vor den Kasernen. Die noch nicht bewaffneten Trupps fallen Maschinenpistolen erhalten. Aufstellung von „Einbruchsabteilungen", die unter dem Befehl von aktiven Offizieren, die für die Sache gewonnen werden könnten, stehen. Im Ernstfall muß die „Einbruchsabteilung sofort mit den Kafernenausschüsfen Verbindung au nehmen. Aufstellung von Listen, die alle zwei Tage vom Kasernenausschuß überprüft und ergänzt werden kann. Alle, vom Soldaten bis zum höchsten Offizier, müssen in einer der nachstehenden vier Gruppen mit Namen eingetragen werden: a) Feinde, b) Neutrale, c) Freundlichgesinnte und d) Anhänger. Im Falle des Aufstandes müssen die Feinde sofort „ausgeschaltet" (!) werden. Die weiteren Punkte betreffen die Ueberroadjung der Neutralen, auch nach einem geglückten Aufstand, ferner die Verbindung einer aufständischen Kaserne mit der Außenwelt und die Gehorsamspflicht. Dann folgen Vorschriften für die Angriffstruppen, die Generäle unschädlich zu machen haben. Die e Angriffstruppen bestehen aus drei oder zehn Mann, von denen mehrere mit Maschinenpistolen ausgerüstet sein müssen. Es wird darauf hingewiesen, daß Generäle zwei Adjutanten und einen Sekretär zur Seite haben und daß es daher besser ist, sie in der Wohnung aufzusuchen. Jeder Widerstand müsse un- n a ch s i ch t l i ch gebrochen werden. Weiter folgen die Anweisungen über die Vorzüge der Flankenangriffe bei Straßenkreuzungen, über die beste Verwendung der Maschinenpistole, über die Errichtung von MG.-Nestern zur Bekämpfung von Kasernen, deren Soldaten sich der Aufstandsbewegung nicht anschließen, die Einsetzung von mit MGs. ausgerüsteten Lastkraftwagen, die Uniformierung aufständischer Zivilisten, um deren Verbrüderung mit den Soldaten zu erleichtern, die Festnahme der gegnerischen politischen Führer und die Festsetzung der Kapitalisten in „Schutzhaft". Don den Kapitalisten sollen Kontoauszüge angefordert werden. Auch die Anhänger und die der Sache freundlch gesinnten Mlitärper- sonen müßten genauestens überwacht werden, denn sie hätten (zugunsten des Aufstandes) schon einmal Verrat geübt und seien also zu einem zweiten Verrat, diesmal an den Aufständischen, wohl fähig. Ferner folgen Vorschriften über die Aufstellung und Ausbildung der Miliz, die Abwehr von gegen» Neuyork, 14. Jan. (DNB.) Die jüdische Boykotthetze gegen den Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen Braddock und Schme- l i n g steht allem Anschein vor einem kläglichen Zusammenbruch. Die erste Belehrung mußten die Drahtzieher der Hetze von der Neuyor -- ter staatlichen Boxkommission hinneh- men, die fidi am Mittwoch weigerte, zum Protesttelegramm der „Anti-Nazi-Liga" überhaupt Stellung zu nehmen. Eine weitere wirkungsvolle Belehrung wurde Samuel,Untermeyer und seinem Anhang durd) den Präsidenten der Neuyorker „Citizens Protective League", M e r t i g, erteilt. Mertig erklärte, daß „die Boykottbewegung" mit allen amerikanischen Ansichten über sportsmännlichen Geist und fair play in Wider- sprach steht. Kleine volitische Nachrichten. Der Führer empfing am Donnerstag vom Reichsbund der Kinderreichen den Bundesleiter Wilhelm Stüwe und seine Mitarbeiter Dr. Babel, Heiberg und S ch m a l f u ß. Dem Führer wurde das in einem Meisterstück sächsischer Handbinde arbeit von Hand auf Pergament beschriebene „Bekenntnis des Reichsbundes der Kinderreichen Nürnberg 1936" überreicht. * Die Adjutantur des Stabschefs teilt mit: Der Stabschef der S A. nimmt an dem Erinnerungstreffen in Lippe am 17. Januar teil. Der Stabschef ist mit dem entscheidenden Wahlkampf persönlich aufs engste verbunden gewesen. Als Sohn dieses Landes führte er in schwerer Kampfzeit die Obergruppe VII, zu deren Bereich damals auch der Freistaat Lippe gehörte. * SS.-Brigadeführer Henze in Berlin ist unter Ernennung zum stellvertretenden Polizeipräsidenten vom Reichs- und preußischen Minister des Innern mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Polizeipräsidenten in Kassel beauftragt worden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Die vom Atlantik eingedrungene Störung hat fid) auf das europäische Festland weiter vorgearbeitet und unserem Bezirk in großer Ausdehnung Meder» schlüge gebracht. Diese Niederschläge bestanden im Gebirge zunächst aus Regen, sind jedoch im Laufe der vergangenen Nacht in den mitteldeutschen Gebirgen in Schnee übergegangen. Dem Zustrom milder Meeresluft aus dem Westen stehen noch immer Zuströme kälterer atlantischer Luft aus dem Osten gegenüber, die sich über Deutschland treffen und daher auch weiterhin unbeständiges Wetter bedingen. Aussichten für Samstag: Vielfach neblig, sonst meist bewölkt und auch zeitweilig Niederschläge, im Gebirge teilweise Schnee, bei veränderlichen Winden wieder etwas kälter, nachts Frost. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des unbeständigen Wetters mit einzelnen Niederschlägen, nachts Frost. Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags —0,5 Grad Celsius, abends 0,4 Grad; am 15. Januar: morgens 0,9 Grad. 9Naximum 0,9 Grad, Minimum heute nacht —0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Januar: abends — 0,2 Grad; am 15. Januar: morgens 0 Grad. — Niederschläge 9,2 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedr. Wilh. Lange (erkrankt). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. D. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich iu Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. // Aus aller Welt Der Führer beim Jubiläumskonzerl des Berliner Lehrergesangvereins. Das Jubiläumskonzert des Berliner Lehrergesang-- Vereins in der Philharmonie in Berlin am Donnerstag erhielt seine besondere Note durch die Anwesenheit des Führers, der damit den bekannten und seit 50 Jahren bewährten Pionier deutscher Volkssangeskunst ganz besonders auszeichnete. Der Führer, in dessen Begleitung sich u. a. Reichspressechef Dr. Dietrich und Oberführer Wiedemann befanden, wohnte dem Konzert mit dem Vorsitzenden des Berliner Lehrergesangoereins, Rektor Brauner, in der Ehrenloge bei. Die Konzertbesucher bereiteten dem Führer, als er völlig unerwartet erschien, herzliche Ovationen, die sich auch in der Pause und nach Schluß des Konzertes wiederholten. Die Mitglieder des Lehrergesangvereins erwiesen sich an diesem Ehrenabend der 50jährigen Geschichte ihres in ganz Deutschland bekannten und geschätzten Chors würdig und boten unter Leitung des Chordirektors der Staatsoper Karl Schmidt ein auserlesenes künstlerisches Programm, das den begeisterten Beifall des ausverkauften Hauses fand. Reichspolowettbewerb „Vier Jahre Aufbau". Die kommende Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit", die in diesem Jahr das große politische Ausstellungsereignis Deutschlands ist, wird nun auch alle deutschen Photoamateure zur Mitarbeit aufrufen. Im Rahmen dieses großen Reichsphotowettbewerbes „Bier Jahre Auf- b a u", den der Reichsbund deutscher Amateurphotographen e. D. und das Reichsamt Deutsches Volksbildungswerk der RSG. „Kraft durch Freude" unter Förderung des Reichsministers für Dolksauf- klärung und Propaganda veranstaltet, werden die Amateure zeigen, daß sie diese vier Jahre des Aufbaues mit offenen Augen erlebten und mit ihrer Kamera im Bild festhielten. Die Wettbewerbsbedingungen werden in den nächsten Tagen der Oef- fentlichkeit übergeben werden. 100. Geburtstag des Mitbegründers der höchster Farbwerke. Am 16. Januar jährt sich zum 100. Male der Geburtstag eines der Gründer der Farbwerke norm. Meister, Lucius & Brüning, Höchst a. M. Dr. Adolf von Brüning wurde 1837 zu Ronsdorf bei Elberfeld geboren. Durch seine Verdienste um die vaterländische Industrie, durch seine mit großem Wohlwollen gegen seine Mitarbeiter gepaarte Energie und durch sein offenes und soziales Wesen hat er sich ein Denkmal gesetzt. Die Tradition des von ihm geleiteten Werkes lebt noch in dem heutigen Höchster Werk der IG. Farbenindustrie fort. Jugendliche Einbrecherbande in Kassel festgenommen. Der Kasseler Kriminalpolizei gelang es, eine Einbrecherbande festzunehmen, die schon seit längerer Zeit ihr Unwesen treibt. Es handelt sich um vier junge Burschen, denen es darauf ankam. sich Mittel für ihr anspruchsvolles Nichtstuerleben zu verschaffen. Bei der Aushebung des Diebesnestes ging der Kriminalpolizei auch ein berüchtigter Vogelfänger ins Garn, der den Vogelfang feit Jahren gewerbsmäßig betrieben hat; außerdem noch ein 20jähriges Mädchen, das seinen in Süddeutsch- land wohnenden Eltern daoongelaufen war. Jüdischer Anwalt wegen Parleienverrals zu Gefängnis verurteilt. Der jüdische Rechtsanwalt Hermann Kugel- m a n n stand vor der Großen Strafkammer in „Spitzbuben und böses Gesindlein Zum Tage der Polizei: 16. und 17. Zanuar. Don Matter Schwerdtfeger. Wir können uns heute bei unserer gut organisierten Polizei kaum noch eine Vorstellung machen, wie schwierig die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung in früheren Jahrhunderten gewesen ist. Wir erinnern uns des bösartigen Streichs, den Till Eulenspiegel den Nürnberger Scharwächtern spielte; aber das ist nicht nur ein Schwank! Um das Jahr 1600 konnte der Rat von Berlin keine Wachleute mehr in den Dienst bekommen, „da sich ihrer viele unterstehen und bei nachtschlafender Zeit lärmen, schreien, schelten, die Häuser anlaufen und stürmen, die Wache verspotten, jagen, anfallen und schlagen"! Die ganze Machtlosigkeit der Obrigkeit zeigt sich in dem Fall K o h l h a a s. Wenn wir uns frei machen von dem Bild des Rechtsbrechers aus Rechtsgefühl, das Kleist in seiner klassischen Novelle gezeichnet hat, bleibt... ein Pferdehändler, der zwei Kurfürsten den Krieg erklärt und mordend, sengend und raubend durch die Lande zieht! Diese Zuchtlosigkeit und Verwilderung ist die Ursache für die blutigen Strafen, mit denen tief bis ins 18. Jahrhundert hinein auch geringfügige Vergehen belegt wurden. Neben dem Einfluß starrer theologischer Dogmen war es die Absicht der A b - s ch r e ck u n g , die zur Ahndung an Leib und Leben bewog, denn dem mittelalterlichen Staatswesen fehlte die Möglichkeit, durch eine tüchtige Polizei Gut und Leben seiner Bürger zu schützen, eine umfassende, allgemeine Sicherheit zu schaffen. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war die Festhaltung in Zucht- und Arbeitshäusern als Strafe unbekannt, und Friedrich der Große erst untersagte die Verhängung der Todesstrafe für einfachen Diebstahl. „Den Dieb soll man hängen", heißt es in einem märkischen Rechtsbuch aus der Zeit Johann Ciceros, „alle Mörder und diejenigen, welche Pflüge rauben oder Mühlen bestehlen, die soll man allzumal radebrechen. Wer Gestohlenes hütet, den soll man richten wie den Täter selbst". Aus einer Aufstellung, die von 1399 bis 1448 reicht, können wir ersehen, daß in diesem Zeitraum 121 Menschen hingerichtet worden sind; neun Frauen wurden lebendig begraben, vierzig Räuber und Pferdediebe gehängt, ein Falschmünzer verbrannt, sechs Kirchenräuber aufs Rad geflochten, darunter einer, der mit Pechruten ein paar Groschen aus einem Gotteskasten geangelt hatte. Durch den Dreißigjährigen Krieg verwilderte das öffentliche Leben vollends, und auch die harten Rechtsordnungen der Folgezeit vermochten das nur schwer zu ändern. So häuften sich unter König Friedrich I. die Diebstähle derart, daß man sich entschloß, demjenigen der zur Festnahme eines Diebes verhalf, den vierten Teil des Gestohlenen zu überlassen. Anläßlich der Leichenfeier der Königin Sophie Charlotte (1705) wurde „durch Trommelschlag und Affigirung" bekannt gemacht: „Nachdem zu besorgen, daß viele Spitzbuben und ander böses Gesindlein sich einschleichen möchten, . wird ernstlich befohlen; das jeder Einwohner schul- ‘big seyn soll ein Verzeichnis zu machen derjenigen Personen welche bey ihm logieren und solches dem hiesigen Commendanten einliefern" Niemand sollte sich nach zehn Uhr des abends auf der Gasse zeigen, weil man befürchtete, das schwarze Tuch könnte mische Küche" ein. Im Jahre 1701 berichtete Leib- n i z nach Hannover von dem Lehrling eines Berliner Apothekers, der einige Mariengroschen in Gold verwandelt haben sollte, dann aber verschwunden sei. Dieser Apothekerlehrling war I. F. Bött- ge r, der später dadurch berühmt wurde, daß es ihm gelang, aus einem Ton der Meißener Gegend weißes Porzellan zu brennen. Den Goldmacher C a j e t a n ließ Friedrich I. an einem mit Goldpapier beklebten Galgen aufhängen. Selbst Friedrich der Große bezahlte vorübergehend eine Goldmacherin, die Frau Nothnagel, und machte sogar Aufzeichnungen über die Regimenter, die er mit dem alchemistisch gewonnenen Gold errichten wollte! Ganz verschwunden ist diese Gattung heute noch nicht. 1931 erläuterte einer vor dem Münchener Schöffengericht seine Theorie der Schwingungen, die die „transmutatio metallorum" ermöglichen sollte; wenige Monate vorher hatte ein Färbergeselle bei Düsseldorf vom Kartoffelhändler bis zum Neuyorker Bankier Gläubige gefunden, denen er mit Hilfe eines Akkumulators und einer Hand voll Gartenerde Blech in reines Gold zu verwandeln versprach. Doch das sind Ausnahmen. Das Ansehen der „hohen Kunst" ist geschwunden, seitdem nur bettelnde Zigeuner alten Leuten ein paar Mark „zur Bezauberung" abschwatzen. Sebastian Brants kluges Wort mag noch immer richtig fein: ,chie wellt die will betrogen seyn", aber das „drum werde sie betrogen!" endet heute fast immer auf der Anklagebank. gestohlen werden, mit dem die Straßen, durch die der Trauerzug gehen sollte, ausgeschlagen waren. Daß derartige Befürchtungen ihren Grund hatten, zeigt die Tatsache, daß dem König selbst einmal das Bettzeug gestohlen wurde. „Weiß man sich fast nicht zu hüten führ die Diebe!" schrieb er seiner Schwiegermutter, „aber dieses ist von Weibesleuten geschehen". Sein Nachfolger, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ging mit aller Strenge gegen das Verbrecherunwesen vor und spielte zuweilen in Berlin selbst den Polizeimeister, Trunkenbolde, Bettler, liederliches Gesindel eigenhändig verprügelnd; einen adeligen Rat, der für die Salzburger bestimmte Gelder unterschlagen hatte, ließ er kurzerhand vor der Tür des Sitzungssaales aufhängen. Dennoch mußte er erleben, daß von ungetreuen Schloßbeamten für 100 000 Taler Münzen aus seinem Medaillenkabinett entwendet wurden. Eine Gruppe von Betrügern, die damals das Land unsicher machten, ist heute fast verschwunden: die Goldmacher. Eine Straße im Norden Berlins erinnert noch an Thurneysser, den Adepten Johann Georgs. Der Große Kurfürst richtete Johann Kunckel auf der Pfaueninsel eine , chy- Kassel unter der Anklage, bis zum 24. September 1934 als Anwalt in einer Rechtssache beiden Parteien gedient zu haben. (Vergehen nach § 356 Abl.1 StGB.) Die Große Strafkammer verurteilte den An- walt entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wegen Parteienverrats zu acht Monaten Gefängnis. Heues Wasserflugzeug der französischen Kriegsmarine. Dieser Tage wurden die ersten Flugversuche mit einem neuen französischen Wasserflugzeug „Lateccoere 582" erfolgreich abgeschlossen. Dieses Wasserflugzeug ist für die französische Kriegsmarine bestimmt. Der Apparat ist mit drei Mistral- Meyer-Motoren ausgestattet, hat einen Aktionsradius von 2000 Kilometer und kann zwei Tonnen Nutzlast bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 280 Stundenkilometer befördern. Französisches Militärflugzeug abgestürzt. Ein Wasserflugzeug des französischen Militärflughafens Hourtin stürzte aus unbekannter Ursache über einem See ab. Don den vier Insassen wurden zwei getötet, die beiden anderen leicht verletzt. Hochwasserschäden in USA. Wolkenbrüche verursachten in den Staaten Illinois, Missouri. Indiana und Ohio Hochwasser und Ueberschwemmungen. Mehrere Ortschaften sind durch die Fluten vollkommen abgeschnitten. Viele Wohnhäuser, Fabriken und andere Gebäude, die in der Nähe von Flüssen liegen, wurden zerstört oder beschädigt. Zahlreiche Farmen mußten geräumt werden. Kirche und Schule. Landkreis Gletzen. I Hausen, 11. Jan. Die Kirchen st ati st it für die Kirchengemeinde Hausen vom Jahre 1936 weist folgende Zahlen auf: Getauft wurden 13 Kinder, konfirmiert 10 Kinder. Getraut wurden sechl Paare. Kirchlich beerdigt wurden 9 Gemeindemitglieder. Die Gottesdienste waren besucht von 159t Männern und 3193 Frauen. Am heiligen Abend* mahl nahmen 320 Männer und 393 Frauen teil An freiwilligen Gaben wurden 716 Mark aufge» bracht. Wie in den vergangenen Jahren fanden auch in 1936 Familienabende statt. Der Frauenchor beteiligte sich eifrig bei allen kirchlichen Veranstaltungen. So wirkte er auch wieder bei dem Himmelfahrtgottesdienst auf dem Schiffenberg mit. Auf seine Anregung fand am ersten Weihnachtsfeiertagnachmittag ein Weihnachtskinderbeschergottesdienst statt, der in der Gemeinde großen Widerhall fand. Auch im vergangenen Jahre wurden gemeinsame Abende zwischen Frauenschaft und Frauenhilfe gehalten. Am 3. März hatte Dekan Schmidt (Grünberg) eine Einsichtnahme in den Religionsunterricht vorgenommen. Sporiami „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (für Männer und Frauen gemeinsam): Lyzeum, Dammstraße, nur für Mitglieder der DAF. 18.15 bis 19.15 Uhr, offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen (für Männer und Frauen gemeinsam): Volksbad, Seltersweg, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Wilhelm Damm im 28. Lebensjahre plötzlich von unserer Seite gerissen. Emmy Blum. 265 D Gießen, Gau-Odernheim, den 14. Januar 1937. 0215 Herrn Jakob Reuschling Herr Wilhelm Damm Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. Januar, nachmittags 3 Uhr statt. 267 D Verkäufe Gießen, 14. Januar 1937. 257 D Postkarten bei Brühl Wir suchen einen Familie Familie Familie mit Handelsschulbild. Schriftliche Angebote unter 262 D an den Gießener Anzeiger. Für 1. Februar nicht zu junges, zuverlässiges Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Gg. Heinr. Schirmer. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, meinen lieben, treusorgenden Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat. muß scheiden. Am 13. Januar 1937 wurde nach Gottes Ratschluß unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Am 13. d. M. verschied nach schwerer Krankheit mein treuer Mitarbeiter, unser lieber Arbeitskamerad Der Verstorbene war fast 14 Jahre für unsere Firma tätig und hat sich durch seinen Fleiß und seine vorbildlichen Charaktereigenschaften unser aller Anerkennung und Sympathien erworben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. tiefer Trauer: Konrad Damm Christian Kasper Karl Damm Braver Junge im Alter von 14 bis 18 Jahren, für Stallarbeit, evtl, als Melkerlehrling gesucht. Oberschweizer Reiter Iomo seblungen für Küche und Hausarbeit gesucht. Gießen 2soD Gr. Steinweg 7. Garten am Rodtberg zu verkaufen. Schr.Ang. unter 0219 an d. G.A. 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Krumm Babnhofstr.401, Gott dem Allmächtigen hat es gefallen meinen lieben Mann, den treusorgenden Vater seiner beiden Kinder Wilhelm Vogel Friedhofsgärtner durch einen plötzlichen, schweren Unglücksfall, im Alter von 34 Jahren, in die Ewigkeit abzuiufen. In tiefer Trauer: Hedwig Vogel, geb. Harbusch und Kinder nebst allen Angehörigen. Daubringen, den 13. Januar 1937. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 16. Januar, nachmittags um 3 Uhr statt. WIMM« sucht gute Stellung in kleinem Haushalt eventl. Tagesstellung. Schr.Ang. unter 260D a. d. G. A. Junge gebildete Engländerin sucht 'Aufnahme in guter deutsch. Familie gegen Erteilung von englischem Unterricht und Hilfe im Haus. Kleines Taschengeld erwünscht. Schr.Ang. unter 264Dand.G.A. preiswert zu ver» kaufen. 021 • Löwer Neustadt 4. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 '■BeUe billig' Pelz-Reparaturen vswDM.Liebler Asterweg 16. 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Selbst als die Uhr zum Schlage ausholt, stürmt noch ein Herr in mittleren Jahren die Treppe hinauf, und anscheinend hat er Glück, denn er kommt nicht gleich wieder zurück. Damit ist es offenbar auch zu Ende. Die Späterkommenden machen zwar ärgerliche Gesichter, was ihnen jedoch nichts mehr nützt, denn die Poft ist darauf angewiesen, ihren Dienstbetrieb pünktlich einzuhalten. Abend für Abend ist der Vorgang derselbe. Da kommt der Geschäftsbote mit fliegendem Mantel, wie von allen Furien gehetzt. Da trippeln die Ladenmädchen in höchster Eile, da prescht ein Friseurlehrling im Laufschritt heran, und in letzter Minute fährt noch ein Lieferwagen vor, dem schweißtriefend ein Mann im Berufskittel entsteigt. Alle Haben das gleiche Ziel, alle find nur von einem Gedanken beherrscht: den Postschalter zu erreichen, ehe der Zugang gesperrt wird. Die Post hat eine unendlich wichtige Aufgabe im drängenden Getriebe der Gegenwart, und abends, kurz vor 18 Uhr, tritt die Bedeutung dieser Aufgabe wenigstens für eine Weile sichtbar in Erscheinung. Jene gemächlicheren Tage der gelben Postkutsche, wo der Schwager über Berg und Tal sein Horn erschallen lieh und die Rößlein zu diesen Klängen munter ihres Weges zogen, sind längst vorbei. Heute besorgen motorisierte Fahrzeuge, die Dampfkraft moderner V-Züge und die spielende Schnelligkeit des Telegraphs in kürzester Frist einen postalischen Auftrag, zu dem damals Wochen notwendig gewesen wären. Um so erforderlicher ist es allerdings, daß sich die Auftraggeber jenem Dienstplan anpassen, den die Post mit minuttöser Genauigkeit einzuhalten sich bemüht, um ihre Aufgaben pünktlich und reibungslos durchzuführen. Der Hochbetrieb am Abend ist jedenfalls dazu angetan, nachdenkliche Betrachtungen darüber anzustellen, welch großartig aufgebauter und peinlich genau arbeitender Apparat die Post in unserer Zeit geworden ist. Wieviel Menschenhände und Menschenhirne tagtäglich beschäftigt sind, um die Beziehungen der Geschäftswelt und der Menschen untereinander durch Ueberbrückung der Entfernungen in einer Weise 311 ermöglichen und gewährleisten, die ein Höchstmaß an Organisation und an Leistung darstellen. Und deshalb lohnt es sich auch schon, für eine Weile zuzuschauen, wenn abends, kurz vor 18 Uhr, das Portal der Poft zu einem begehrenswerten Ziel hastender Zeitgeng Dornottren. Tageskalendec für Freitag. Stadtheater: 20 bis 23 Uhr „Carmen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Fridericus." — Lichtspiel- Tjaus, Bahnhofstraße: „Der Hund von Baskerville." — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung der Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Professor Otto Dill. Sladtlheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die mit Spannung erwartete Erstaufführung von „Carmen", Oper von Pr. Me- rimee und G. Bizet statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Paul Wal- t e r. Spielleitung führt der Intendant. Die Partie der „Carmen" singt Hildegard I a ch n 0 w. Die Partie des „Don Jose Ernst August Waltz. Weiterhin wirken mit: Friedel Fornallaz, Ilse Las- kus, Maria Perry; Gustav Bley, Alfons Forstner, Wilhelm Greif, Paulus Kuen, Max Schneider-Oest, der verstärkte Chor und die Tanzgruppe. Die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung liegt in den Händen der Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Karl Löffler schuf die Bühnenbilder. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi E n d r i ch. Ernst Bräuer hat die Leitung der Chöre. Die Vorstellung findet als 16. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr Oie Beschäftigung älterer Angestellter. Vom Arbeitsamt Gießen wird mitgeteilt: Auf Grund der fünften Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über die Beschäftigung älterer Angestellter vom 3. November 1936 sind grundsätzlich alle Betriebe und Verwaltungen mit zehn und mehr Angestellten verpflichtet, dem zuständigen Arbeitsamt auf Formblatt AE 5 bis 15. Januar 1937 zu melden, wieviel Angestellte sie am 4. Januar 1937 ständig beschäftigten. Eine Reihe von Betrieben ist dieser Anordnung noch nicht nachgekommen. Um denselben Gelegenheit zur Abgabe der Meldung zu geben, wird die Einreichungsfrist bis 20. Januar 1937 verlängert. Eine weitere Aufforderung ergeht nicht mehr. Das Formblatt AE 5 wird vom Arbeitsamt zur Verfügung gestellt. Glatteis als Verkehrsstörung. Das starke Glatteis, das durch den während des ganzen gestrigen Tages niedergegangenen Regens und durch die kalte Erde hervorgerufen wurde, machte sich als Verkehrsstörung sehr unangenehm bemerkbar. Die Kraftfahrzeuge mußten mit äußerster Vorsicht geführt werden, und selbst dann geschah es noch, daß mancher Wagen den Bäumen an der Landstraße bedenklich nahe geriet. Oftmals machte schon das Anfahren erhebliche Schwierigkeiten, da die Räder auf dem glatten Pflaster keinen Halt fanden. Viele Kraftfahrer konnten sich nur dadurch helfen, indem sie Sand unter die Räder streuten. Ganz besonders kritisch gestaltete sich in den ersten Morgenstunden die Situation in der Frankfurter Straße. Zahlreiche Fahrzeuge konnten die Steigung nicht überwinden und blieben mitten am Berge stehen. Wenn sich die Kraftfahrer dann bemühten, ihre Fahrzeuge vorwärts zu brin- ocn, so taten sie es doch meist vergeblich, denn die Wagen bewegten sich eher um sich selbst, denn vorwärts. Als eine schwere Verkehrsstörung erwies sich ein Möbelwagen mit Anhänger, der die Fahrbahn im unteren Teil der Frankfurter Straße geraume Zeit blockierte. Sehr störend machte sich das Glatteis auch für den Omnibusverkehr der Reichsp 0 ft bemerkbar. Zwar konnten die Arbeiter aus den Orten Hörnsheim, Hochelheim, von Erda, Fellingshausen, Crumbach, von Annerod usw. nach Gießen an die Arbeitsstätte gebracht werden. Die Mittagsfahrten aber mußten ausfallen, da das Glatteis für die Omnibusse zu unmittelbarer Gefahr geworden wäre. Erst am Abend wurden die Fahrten wieder ausgenommen. Auch heute morgen mußte der Verkehr eine Einschränkung erfahren, indem zum Beispiel die Fahrt nach Erda nicht durchgeführt werden konnte, sondern der Omnibus nur bis Fellingshausen vordrang. Der Wagen, der heute morgen um 7.30 Uhr in Gießen ankommen sollte, war um 8.30 Uhr noch nicht zurück. Ein Blick in das Einwohner-Meldeamt. M so daß der Beamte von seinem Arbeitsplatz aus jede Karte sofort erreichen kann. Es ist nicht jedermann bekannt, daß es zu den Aufgabengebieten des Einwohner-Meldeamtes gehört, die Führung und Berichtigung wichtiger Listen durchzuführen. Das Einwohner-Meldeamt führt Jmpflisten, in denen alle Impflinge zu erfassen sind, in der Schulliste sind alle schulpflichtigen Kinder registriert, und alle Fortbildungsschulpflichtigen sind Das Einwohner-Meldeamt ist ein wichtiges Teilgebiet der Arbeit unserer hiesigen Polizeidirektion. Wie vielfältig sind die Aufgaben, die diesem Amt zudiktiert sind und in welch vielfältiger Weise dient es der Bevölkerung!? Jeder Umzug, jede An- und Abmeldung muß hier bearbeitet werden, jeder Volksgenosse oder seine Familie ist in der umfangreichen Kartothek erfaßt, immer wieder ist diese Kartothek der Ausgangspunkt und die Grundlage für Ausweise, die den Volksgenossen für diesen und jenen Zweck ausgestellt werden müssen. Das wesentliche Kennzeichen unseres hiesigen Einwohner-Meldeamtes sind die umfangreichen Kartothektische, die sehr An einem der Kartothektische unseres hiesigen 'Einwohner-Meldeamtes. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) praktisch angelegt, sind und einen raschen Heber» blick gestatten. Diese Kartothektische sind aber auch gleichzeitig Schreibtische, deren Schreibpulte über den Kartenblättern leicht hin- und herzuschieben sind, listenmäßig erfaßt. Ein neues Aufgabengebiet ist dem Einwohner-Meldeamt mit der Angliederung des sog. „Wehrdezernates" geworden. Dieses Wehrdezernat hat alle wehrpflichtigen Männer zu erfassen, um die militärischen Aushebungen und Musterungen reibungslos durchführen zu können. Selbstverständlich ist der Dienst des Einwohner- Meldeamtes an der Bevölkerung nur dann möglich, wenn jeder Volksgenosse seiner Anmeldungspflicht beim Zuzug, beim Umzug oder beim Wegzug restlos genügt. Die Fußgänger scheinen sich sehr tn Acht genommen zu haben, den die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz brauchte im Laufe des gestrigen Tages nicht in Anspruch genommen zu werden. Bessere Leistungen auf der Schreibmaschine. Von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben: Zwölf Millionen Schreibmaschinen werden zur Zeit in Deutschland verwendet. Aber wieoiele Maschinenschreiber bedienen ihre Schreibmaschine richtig? Der „Tipper" auf der Schreibmaschine sucht mühsam die Buchstaben zusammen. Seine Arbeit ist nicht organisiert, darum verschwendet er seine Arbeitskraft und macht sich unnötige Mühe. Man stellte fest, daß die Finger der „Tipper", d. h. der Maschinenschreiber, die nur wenige Finger zum Maschinenschreiben benutzen, in einer Minute einen Weg von 14 Meter zurücklegen. Der Maschinenschreiber aber, der seine Arbeit zweckmäßig durch das „Tastschreiben" gestaltet, braucht dagegen nur vier Meter. Beim richtigen Maschinenschreiben nimmt der Körper eine gesunde Haltung ein, die Augen bleiben ruhig auf die Vorlage gerichtet. Der Tastschrei- ber kann genau auf den Inhalt des Geschriebenen achten. Der Kräfteverbrauch ist weitaus geringer. Höchstleistung und Berufsfreudigkeit sind die Ergebnisse. Wir müssen heute mit unserer Arbeitskraft sparsam umgehen, deswegen muß der „Tipper" verschwinden, der unnötigerweise seine geistige und körperliche Arbeitskraft vergeudet. An alle Maschinenschreiber muß daher der eindringliche Ruf ergehen: Stellt euch auf das Tastschreiben um! Diese Art Maschinenschreiben wird bei der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft gelehrt, die, wie aus der Anzeige zu ersehen ist, heute abend in der Oeffentlichen Handelslehranstalt einen Lehrgang für Anfänger, Fortgeschrittene und einen Kursus Kurzschrift und Maschinenschreiben kombiniert, eröffnet. * ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Stammiete für Dienstag, Mittwoch und Freitag betrifft eine Bekanntmachung des Stadttheaters im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. Amtsgericht Gießen. Der Angeklagte H. B. aus Frankfurt a. M. fuhS am 12. Oktober 1936 um die Mittagszeit mit seinem dreirädrigen Lieferwagen durch Lich. Er überquerte eine Kreuzung und überließ einem dort fahrenden Fuhrwerk nicht das diesem zustehende Varfahrtsrecht, wodurch es zu einem Zusammenstoß kam. In der auf feinen Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen lieber- tretung der Reichs-Straßenverkehrsordnung (lautend über 25 Mark, evtl, fünf Tage Haft) stattgefundenen Hauptverhandlung ergab sich, daß der Fahrer des Fuhrwerks ebenfalls nicht vorschriftsmäßig gefahren und ein geringer Sachschaden entstanden ist. Das Gericht ermäßigte daher die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe auf 15 Mark, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit drei Tagen Haft zu verbüßen ist. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. än/lanniiutlopf^ Wer vorwurfsvoll die Stirne runzelt, wenn Schaumwein angeboten wird, der ift „von gestern"? Heute ist Schaumwein das Festgetränk für Zedermann! SCHAUMWEIN ßrincit. frtyHxLrLri! „Fridericus." Gloria-Palast. Das Leben der großen Deutschen Schiller, Friedrich, Luther und List hat den Dichter Walter von Molo als Problem künstlerischer Gestaltung lange imb eingehend beschäftigt. Er gelangte dabei auf sehr verschiedenen Wegen zum Ziel: das Bild Schillers hat er, aufbauend und ausbreitend, in einer groß angelegten Entwicklung in den vier Bänden feines Romans vor dem deutschen Volke errichtet; Die Gestalt Friedrichs drängte sich ihm, ganz anders, mit allen Ausstrahlungen und. weltgeschichtlichen Zusammenhängen, in einer Vision zusammen, für die in einem einzigen, verhältnismäßig schmalen Bande Raum war: bei vollkommener Einheit Des Ortes und zeitlich zusammengerafft im rasenden Ablauf weniger Stunden verdichtet sich ihm -Erscheinung und Schicksal des großen Königs- an -einem entscheidenden Wendepunkt des Siebenjahn- «gen Krieges; das ist historisch und unhistorisch zu- -gleid) insofern, als Molo mit dichterischer Freiheit und Wahrheit die Dinge schärfer konzentrierte, als les rein geschichtlich gerechtfertigt erscheint; aber in idieser atemraubenden Verdichtung erlebt man die menschliche und sittliche Größe Friedrichs, sein staatsmännisches und militärisches Genie, die Schicksalswende Preußens, das aus dem Siebenjährigen Kriege den Aufstieg zur Großmacht erzwang, mit einer hinreißenden Folgerichtigkeit und Ueberzeu- gungstraft. Die Schilderung fetzt sich, ganz impres- fioniftisch, aus einem Mosaik von Szenen zusammen, das in der Darstellung der Entscheidungs- fchlacht seinen Abschluß und seine Krönung findet, «iner Darstellung übrigens, die zu den großartigsten künstlerischen Beschreibungen einer Schlacht in Der neuen deutschen Literatur zu zählen ist. Man kann nur wünschen, daß in gleichem Maße, wie der Roman den Film angeregt und befruchtet hat, umgekehrt der Film wiederum den Blick zurücklenkt auf das Werk, dem er seine Entstehung verdankt. Walter von Molo selbst schrieb mit Erich Krohnke zusammen das Drehbuch; der Aufbau unb die eigentümliche Technik des Romans kamen Der Sehweise und den Erfordernissen des Films außerordentlich entgegen: auch der Film arbeitet mit solchen kurzen Szenen und Bildern, mit einem sprunghaft verbindenden und Beziehungen herstellenden Wechsel der Schauplätze, so vom Lager und Schlachtfelde Brücken schlagend zu den Hofen von Wien, Paris und Moskau. Uebrigens hat man die Vorlage nicht sklavisch übernommen und vor der Kamera in Bilder aufgelöst: es sind neue Szenen and Motive hinzugekommen, und erst gegen Ende nähert sich das Drehbuch dem Roman wieder so, daß man die Herkunft des einen aus dem andern gewahr wird. Manches ist zusammengezogen, verwandelt, vereinfacht. Wilhelmine, die im Buche nicht erscheint, kommt zu kurzem Besuch ins Feldlager des Bruders; die Kaiserin, die Zarin, die Pompadour tauchen auf. Verhältnismäßig wenig umgeformt wurden bj^ Szenen mit Mampe, mit dem österreichischen Unterhändler (der im Roman Neipperg heißt), mit den Generalen vor der Schlacht. Geblieben ist, über alle Umwandlungen hinaus, die innere Haltung und Tendenz: den König an der Wende seines Schicksals und als unerschütterlich willensstarken Ueberroinber unb Bezwinger seines Schicksals zu zeigen — im Kampfe um bie Behauptung seines Staates unb um ben Frieben; hier greift ber Film in ein paar knappen Silbern zum Schluß nach über ben Roman hinaus, in benen er bas Aufbauwerk bes Königs nach bem Kriege wenigstens anbeutet. Der Regisseur Johannes Meyer hat sich in seiner Regie, welche die intime Dialogszene wie ben Einsatz großer Menschenmassen beherrscht unb bewältigt, bem im Roman vorgezeichneten Stil mit geschickter Einfühlung unb kluger Verwaltung seiner Mittel angepaßt; rein bilb- mäßig scheinen roieberum, wie in früheren Fribe- ricus-Filmen, gelegentlich auch berühmte Gemälbe als Mobell gedient zu haben, so etwa die Tafelrunde und das Flötenkonzert (beides hier nicht in Potsdam, sondern beim Baron Warkotsch). Als den König sieht man natürlich wieder Otto Gebühr, der mit ben Jahren immer selbstverstänblicher, innerlich unb äußerlich, in bie Gestalt hineingewachsen ist. Verblüffen!) wirkt immer aufs neue bie Porträtähnlichkeit der Maske, aber Gebühr hat auch begriffen unb zu verwirklichen verstauben, worauf es Molo in seiner Gestaltung ankam: Friebrich in seiner menschlichen Größe unb feiner menschlichen Schlichtheit zu zeigen, am Wenbepunkt feines Lebens, in jenen Schicksalsstunben, wo die Entscheidung über Rettung ober Untergang an feibenen gäben hing. Eine seiner stärksten und unmittelbarsten Szenen ist die kurze Begegnung mit der geliebten Schwester aus Bayreuth, bie von Hilbe Körber zart unb feinfühlig gegeben wirb. Aus bem riesigen Personal lassen sich nur bie markantesten Gesichter und Gestalten herausgreifen: Käthe Haack als Maria Theresia, hübscher unb zierlicher, als wir die Habsburgerin van zeitgenössischen Bildern kennen; die Dagvver, elegant und scharmant radebrechend als Pompadour in Paris; in einer winzigen Szene, aber ungemein scharf und plastisch charakterisiert, die Straub als Zarin Elisabeth: die Höflich in ihrer einfachen Menschlichkeit als Mutter eines preußischen Deserteurs; Westermeier derb, zuverlässig, berlinerisch als Musketier Damian Mampe; Bernhard Minetti, sehr pointiert, elegant und geschmeidig in der zwiespältig schillernden Rolle des Grafen Wallis. Von den vielen Uebrigen feien noch genannt: Carola Höhn, Will Dohm, Paul Klinger, Walter Janssen, Paul Dahlke und Ernst K a r ch 0 w. — Die Musik (Marc Roland) verwendet stilvoll die Motive der alten Armeemärsche und eines königlichen Flötenkonzertes. — (Syndikat.) * Im Beiprogramm sieht man die Wochenschau mit dem Jahresrückblick 1936 unb einen textlich unb bilblich bemerkenswert gut rebigierten Kulturfilm von Aachen Hans Thyriot. Das Kolibri-Nest. Von Johan Lnzian In ben deutschen Winterwäldern gibt es jetzt die Goldhähnchen, bie auf ihren Streifzügen verschneite Fichten nach Insektenlarven burchsuchen. Sie find außer ben Zaunkönigen unb Blaumeisen wohl bie kleinsten Vögel auf ber kalten Welt, unb es kann uns ein Trost sein, baß selbst so zarte Wesen am Leben bleiben, munter sind und durch die schweren Zeiten kommen. In den südamerikanischen Wäldern ist es um diese Zeit Sommer. Die Bäume sind gewaltige Blütenfträuße, hoch in den Himmel gestreckt: blau der Veilchenbaum, feurigrot die Akazien, wie Trompetenstöße aus Licht die gelben Lapachos... Und durch all ben Blütenrausch schwirren bie Kolibris, bie kleinsten Vögel in dieser üppigen Welt. Sie haben ein opalenes Feberkleib, grün unb alt- golden schimmert es, jede winzige Feder ist mit einer unbegreiflichen Liebe geschaffen. Ihr Flug ist ein heiteres Schwirren, ein kleiner Scherzlaut, wenn sie aus bem Stillstehen in ber Luft vor einem Blütenkelch mit einem Sprung davonschwirren unb abermals stillstehenb im Flug ben langen rosa Schnabel in die Honigröhren tauchen ober ein verklebtes Insekt herausholen. Unter meinem Dache, an einem rostigen Enbe Draht, hat ein Kolibri sein Nest gemacht. Es ist ein Seibengespinst, ist wie ein Knäuel Spinnweb, so groß wie eine Kinberhanb. Und in bem Nest liegen vier Eier, nicht größer als Erbsen. Aber ist es nicht wunderbar, daß in diesen winzigen Kügelchen schon ein Herz zu pochen beginnt, und ist es nicht doppelt wunderbar, daß dieses zarteste Leben sich ganz in die Nähe eines Menschen getraut, obgleich es im Urwald tausenderlei Möglichkeiten hätte, sich zu verstecken, sicher vor jeder Gefahr? Nein, es mußte gerade der Draht unter meinem Hüttendach sein... Es dauerte kaum vierzehn Tage, dann waren die Jungen ausgeschlüpft, der Kolibri träufelte ober stopfte ihnen mit seinem nabelspitzen Schnabel bie erste Nahrung in bie stummen Schnäbel. Kein Laut im Nest, kein Geschrei und Gepiepse. Schweigendes Erwarten der Mutter, schweigendes Aufnehmen der Nahrung... Und eines Tages war das Nestchen leer, es hängt nun verlassen da am rostigen Draht. Draußen in den Blütenwolken höre ich das heitere Schnarren und Schwirren, es kommt nicht mehr zu mir unter das Dach. Dennoch, es war da, es war da als ein Zeichen des Vertrauens, es war da, wenn ich von einem Ritt durch die Wälder heimkehrte und dieses heiße Land verfluchte: dann weckte es mich aus der dösenden Schlaffheit mit dem kecken Flügelton. Unb es war in meine Hanb gegeben, wenn ich auf stumpfe Tiere mit ber Peitsche eingeschlagen hatte: bann war bas winzige Leben zum Greifen nahe über mir, ich hätte alles mit zwei Fingern zerquetschen können. Aber ich tat es nicht. Unb so ist es überall auf ber Welt, bas Zarteste ist oft auch bas Mutigste, und wie Laatse sagt: Das Zarteste auf Erden überwindet das Härteste auf Erden ... Zeitschriften. — Die altbekannte hessische Zeitschrift „Hessen- land", die jetzt im 47. Jahrgang erscheint, will in neuer Form als kurhessische Heimatzeitschrift Vergangenheit und Gegenwart Kurhessens, seine Geschichte, seine Kultur, Kunst unb Literatur, aber auch Wirtschaft, Handel, Landwirtschaft, Gewerbe, Natur und Leben, insbesondere die Kunde vom hessischen Volke in den Kreis ihrer Betrachtung ziehen. Der Inhalt des letzten Heftes ist reichhaltig. Dr. Walter Kramm steuert einen mit ausgezeichneten Abbildungen versehenen Aufsatz über Hessische Barockplastik bei. Es folgen u. a. Prof. L. Berthold: Dreschersprüche in Hessen unb Nassau; Dr. Wolfgang Schüller: Kurhessen und sein Hanbwerk; Dr. Burkhard von Lepel: Die Ehrenhalle der Armee von Hessen-Kassel; H. Bender: Das Christkindchen im Perftal (mit Abbildung); Besprechungen, Bücherschau, Aus der Heimat, Personalien, Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte unb Lanbes- kunde. Der Verleger unb Herausgeber Dr. C. Hitze- roth (Marburg) hat für bie Herausgabe bie Mitarbeit von Dr. Fritz Uhlhorn (Marburg) und Sr< Helmut Kramm (Kassel) gewonnen. Auf dem Lande ist die Brandgefahr noch größer, die Mahnung: ^,Sch s in der Stadt. Das Rauchen in Ställen und | Helft Feuer verhüten! als in der Stadt. big ab. Diese wenigen Beispiele zeigen, daß für jeden einzelnen die Möglichkeit besteht, zu einem Teil zur Feuerverhütung beizutragen. An jeden ergeht ' .Schützt Leben und Sachwerte! In Räumen, in denen ein Ofen- oder Herdfeuer oder eine Gasflamme brennt, oder die mit solchen Räumen in Verbindung stehen, dürfen brennbare Flüssigkeiten nicht benutzt werden. Geflickte Sicherungen an elektrischen Anlagen sind immer gefahrbringend. Durchgebrannte Sicherungen dürfen daher niemals durch Drähte oder Nägel ersetzt werden, sie sind sofort gegen neue Sicherungen auszuwechseln. Fehlende Unterlagen unter Oefen, fehlende Ofenbleche, schadhafte Feuerungstüren, undichte oder fehlende Reinigungstüren an Schornsteinen, Risse in Schornsteinen, unoorschriftsmäßig aufgestellte Oefen und unvorschriftsmäßig angelegte eiserne Ofenrohre führen oft zu Bränden. Jeder Hauseigentümer lasse daher regelmäßig alle Feuerstätten und Schornsteine durch einen Fachmann nachsehen und die festgestellten Mängel rechtzeitig beseitigen. Das Spielen von Kindern mit Streichhölzern ist stets mit Feuersgefahren verbunden. Streichhölzer sollen daher immer so aufbewahrt werden, daß Kinder sie nicht erreichen können. Feuerverhütung-eine volkswirtschaftliche Pflicht Zum Tag der deutschen Polizei 1937. Scheunen und das Betreten dieser Räume mit offenem Licht kann leicht unabsehbare Folgen haben. Eine besondere Gefahr für das Land ist der Blitz. Die Blitzgefahr ist aus dem Lande größer als in den Städten. Jedes Haus auf dem Lande, jedes landwirtschaftliche Gehöft, sollte dahe? -fe. t einer von einem Fachmann vorschriftsmäßig y.-^cllten Blitzableiteranlage versehen sein. Wichtig ist auch die Verhütung von W a l d - und Heidebränden. Der Wald, der einen beträchtlichen Teil unsers Volksvermögens bildet, ist Gemeingut aller. Es liegt daher im eigensten Interesse eines jeden, unsere schönen deutschen Wälder vor Vernichtung durch Feuer zu bewahren. Zahlreiche Waldbrände sind auf Unvorsichtigkeit und Fahrlässigkeit zurückzuführen und könnten bei einiger Vorsicht vermieden werden. Im Sommer darf im Walde überhaupt nicht geraucht werden! Beim Abkochen im Freien ist größte Vorsicht zu üben, nur an freien und windgeschützten Stellen, abseits vom Walde darf ein Feuer entzündet werden. Beim Verlassen der Feuerstätte muß das Feuer vollständig gelöscht werden; in der Asche dürfen sich keine Funken mehr befinden, damit nicht etwa aufkommender Wind sie weitertragen kann. Am besten deckt man die Feuerstellen mit nasser Erde vollstän- Tierschutz — aber kein Echmierschutz! Glatteis-aber kein Beinbruch. Angesichts der betrübenden Tatsache, daß in Deutschland jährlich über 400 Millionen Mark an Sachwerten durch Brände vernichtet werden, viele hundert Menschen bei Bränden ihr Leben verlieren und viele Tausend- dabei schweren Schaden an ihrer Gesundheit erleiden, sollte jeder deutsche Volksgenosse in der Stadt oder auf dem Land, zu der Einsicht kommen, daß auch er zu einem Teil dazu beitragen muß, Brände zu verhüten. Ieder Brand zerstört deutsches Volksvermögen! Auch wenn die Verluste des vom Brande Betroffenen durch Versicherung gedeckt sind, ist doch der Schaden, der dadurch der Allgemeinheit durch Vernichtung von Volksvermögen zugeführt wird, durch nichts wieder gutzumachen. Feuersbrünste bedeuten fast immer Lebensgefahr, Zerstörung von Hab und Gut, sowie Not und Armut für den einzelnen. Durch Brände werden Altertümer und Kunstwerke vernichtet, die niemals zu ersetzen sind; durch Brände werden häufig auch Betriebsstörungen in Fabriken und Werkstätten verursacht, die einen Ausfall von Arbeitsmöglichkeiten für Hunderte von Arbeitern bedeuten. Die Vernichtung von Rohstoffen durch Schadenfeuer würde sich heute ganz besonders ungünstig auf die Durchführung des Vierjahresplanes der Reichsregierung auswirken. Jeder Deutsche muß daher von der Richtigkeit des Satzes überzeugt werden: „Feuerschadenverhütung ist besser als Feuer- schadenvergütun g". Nur wenige Volksgenossen wissen, daß die alljährlichen Verluste durch Schadenfeuer zum größten Teil vermieden werden können, da nachgewiesener- mclßen drei Viertel aller Brände durch Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit verschuldet sind und bei richtigem Verhalten des einzelnen verhütet werden könnten! Aber nur beim planmäßigen, tatkräftigen Vorgehen aller Volksgenossen in der Brandverhütung können auch auf diesem Gebiete Erfolge erzielt werden, wie sie uns auf anderen Gebieten, z. B. bei der Bekämpfung von Epidemien und Seuchen, beschieden gewesen sind. Wenn auch Schadenfeuer nicht ganz zu vermeiden sind, da stets durch Blitzschlag, Material- fehler und Betriebsvorkommnisse Brände verursacht werden können, so kann ihre Zahl durch sachgemäßes Verhalten des einzelnen Volksgenossen beim Umgänge mit Feuer und Licht und feuergefährlichen Stoffen doch ganz erheblich eingeschränkt werden. Die genaue Kenntnis aller Brandgefahren und Brandurfachen in Haus und Hof, in Wald und Feld, ist die unerläßliche Voraussetzung für Feuerverhütung. Im Haushalt werden immer wieder dadurch Brände hervorgerufen, daß glühende Asche in Holzoder Pappkasten geschüttet wird, daß Glut aus dem Kochherd oder dem Zimmerofen auf einer Schaufel durch die Wohnung getragen wird, daß flüssige Brennstose z>l nah an Feuer ad gestellt öder gar zum Anmachen ins Feuer gegossen werden. Aus dem Ofen können glühende Kohlenstückchen heraus- fallen und den Fußboden ober den Teppich in Brand setzen. Elektrisch geheizte Bügeleisen, die unbeaufsichtigt unter Strom stehen gelassen werden, führen fast täglich zu Bränden. Sehr häufig werden auch Brände durch glühend gewordene eiserne Oefen oder Ofenrohre verursacht, wenn brennbare Gegenstände in ihrer unmittelbaren Nähe stehen oder lagern, wie Möbelstücke, Betten ober Gerümpel auf dem Hängedoben, über ben das Ofenrohr des Badeofens führt. Zahlreiche Brände sind auf das Betreten von Böden und Kellern mit unbewahrtem Licht zurückzuführen. Wenn elektrisches Licht nicht vorhanden ist, sollen beim Betreten dieser Räume nur geschlossene Laternen mit Kerzen, besser noch elektrische Taschenlampen benutzt werden. Auf keinen Fall soll man, auch wenn der Aufenthalt nur kurze Zeit dauert, ein Streichholz zur Beleuchtung benutzen. Unkenntnis beim Umgänge mit brennbaren Flüssigkeiten, namentlich mit Benzin beim Reinigen von Kleidungsstücken, hat schon manchen Unglücksfall herbeigeführt. Jeder muß wissen, daß Benzin leicht verdunstet, und daß die entweichenden Dämpfe sich leicht entzünden und dünn schwere Explosionen auslösen können. Von dem derzeitigen stellvertretenden Leiter der Polizeidirektion Gießen, Polizeiverwaltungsoberinspektor Beate, wird uns folgendes mitgeteilt: Wir befinden uns in der Polizeiaufklärungswoche. In erster Linie gilt unsere Aufklärung der Jugend. Wo es notwendig ist, soll die aufklärende Arbeit | auch an die Erwachsenen unserer Stadt Gießen herangetragen werden. Und — liebe Volksgenossen und Volksgenossinnen — es ist nötig, auch einmal eine mahnende Bitte Vorbringen und dabei gleichzeitig hoffen zu dürfen, daß diese Zeilen genügen, um Mißstände zu beseitigen, deren Abstellung ein großer Teil unserer Einwohnerschaft mit Freude begrüßen würde. Unsere Stadt und ihre Einwohner erfreuen sich des Besitzes vieler treuer und schöner Hunde. Das ist recht und aut so. Wie ist es schön, einen treuen Hund als Beschützer, Führer oder als Freund, der selten enttäuscht, sein eigen nennen zu können. Jeder einigermaßen edeldenkende Mensch wird das ihm gehörige und anvertraute Tier, insbesondere die auch mit guten Gaben ausgestatteten Hunde, liebevoll und pfleglich behandeln. Das Tier wird durch treue Anhänglichkeit seinem Herrn danken. Hunde, liebe Mitbürger, müssen aber auch erzogen sein. In letzter Zeit sind von vielen Seiten Klagen über das Verunreinigen der Straßen, insbesondere der Gehsteige, durch Exkremente von Hunden bei der Polizei eingelaufen. Leider sind diese Klagen berechtigt. Auch unsere Beamten haben die gleichen Beobachtungen gemacht und sind deshalb angewiesen, gegen diesen ekelerregenden und der Sauberkeit der Straßen ins Gesicht schlagenden Mißstand mit aller Strenge vorzugehen. Wenn es, was leider vorkommt, noch Hundebesitzer gibt, die ihre Schutzbefohlenen, an der Leine führend, ihre nicht nur kleinen, sondern auch großen Geschäfte auf die Bürgersteige machen lassen, so ist dies im Hinblick auf die den Fußsteig begehenden Personen — gelinde gesagt — sehr unfair und tadelnswert. Die Hunde sollen und müssen so gezogen sein, daß sie ihre Notdurft an weniger zu beanstandenden Stellen als gerade auf die Bürgersteige verrichten. Jedem Tier und besonders dem Hund ist dies bei einigermaßen Erziehungsarbeit beizubringen. Wo nicht — das sind seltene Fälle — haben die Besitzer dieser Hunde die Pflicht, ihre Tiere an die für derartige Auswürfe geeigneten Stellen zu führen oder führen zu lassen. Da wir uns noch in der Aufklärungswoche befinden, sollen diese kurzen Zeilen dazu dienen, alle Volksgenossen, die Hunde besitzen, zu bitten, ihr Augenmerk auf diesen Uebelstand zu richten und alles zu tun, daß diese unschöne, leider vielfach zur Gepflogenheit gewordene Unart recht bald und für immer hier verschwindet, widrigenfalls wir uns leider genötigt sehen, auf Grund des § 7 der Polizeiverordnung, betr. die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. 4.1929, strafend vorzugehen. * Das gestern unverhofft eingetretene Glatteis hat leider wieder bewiesen, daß es viele Hauseigentümer und Besitzer von bebauten und unbebauten Grundstücken gibt, die entgegen dem § 3 der Polizeiverordnung, betr. die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießne vom 15.4.1929, ihre Bürgersteige und sonstigen Grundstücke vom Eis erst befreien, wenn sie hierzu höflichst von einem Polizeibeamten aufgefordert worden sind. Dieses Gebaren, durch das vielleicht Menschen infolge Ausgleitens auf der nichtgestreuten Eisfläche zu schwerem Schaden kommen, ist falsch und unverantwortlich. Neben gerichtlicher Bestrafung können auch noch zivilrechtliche Forderungen entstehen. Die Polizei hat leider nicht die Beamten und auch nicht die Zeit dafür, jeden säumigen Hauseigentümer oder Besitzer eines sonstigen Grundstückes persönlich auffordern zu lassen, streuen zu wollen. Das Streuen hat nicht nur einmal am Tage zu erfolgen, sondern so oft sich die Notwendigkeit hierzu ergibt. Die Polizeidirektton Gießen und alle ihre Beamten bitten deshalb die gesamte Einwohnerschaft der Stadt Gießen, im Interesse aller ihrer Mitbürger und nicht zuletzt im Interesse der möglichsten Verhinderung von Unglücksfällen ihre Staatsbürgerpflicht bezüglich des zuverlässigen Streuens der beeisten Bürger- und Fahrsteige zu erfüllen und sich dabei des Dankes aller Volksgenossen und Volksgenossinnen gewiß zu sein. Uundsunkproararnm Samstag, 16. Ianuar. 6 Uhr: Choral. — Margenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Auf zum Staatsjugendtag. Sanitätsprüsung für das Leistungsabzeichen. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu? 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Prinz Karneval in Sicht! Aufmarsch des Narrenstabes. 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu . . 15.30: Die Königsberger Lektion! Hörspiel. 16: Froher Funk für alt und jung. Bunter Nachmittag. 18: Unsere Polizei musiziert anläßlich des Tages der deutschen Polizei. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Aus dem Füllhorn der Heiterkeit. Ein bunter Abend aus der Scheffelhalle in Singen Oberhessen. 40 Jahre Freiwillige Feuerwehr 7l eder-Bessingen. £ Nieder-Bessingen, 13. Januar. Am 17. Januar sind es 40 Jahre, daß sich in unserer Gemeinde entschlossene Männer fanden, bie eine freiwillige Feuerwehr gründeten. Der erste Kommandant der Wehr war Georg H a u, der die Wehr bis 1925, fast 30 Jahre, während aller guten und schweren Jahre geführt hat. Zum Dank und als Anerkennung wurde er, der heute noch sehr rüstig ist, zum Ehrenkommandanten ernannt. Außer ihm leben noch 15 weitere Gründer, die auch alle über 30 Jahre aktiv in der Wehr tätig waren und dafür bereits ausgezeichnet wurden. Es sind dies die Kameraden Konrad K l ö s , Heinrich Roth VI., Heinrich Lutz IV., Heinr. Klos III., Heinr. Lotz II., Johann Walther VII., Philipp Damm, Georg Roth VII., Jobann L o tz I., Wilhelm Lotz III.. Heinr. Roth VII., Wilhelm Fach, Adam R o t h I.. Heinrich Zimmer, Johann Schloß inger. Von den Kameraden, die feit der Gründung der Wehr angehören, ist Kamerad Georg Roth VII. heute noch aktiv tätig. Während dieser vier Jahrzehnte hat die Wehr in manchem Ernstfälle eingreifen müssen. So wurde die Wehr zu Großbrän- den nach Lich, Ettingshausen und Nonnenroth gerufen, wo sie tatkräftig eingreifen mußte. Der derzeitige Kommandant Otto Brück führt die Wehr seit 1925 und ist sie bei ihm in bewährten Händen. Lonvkr-tH (Diesen ♦ Wieseck, 15. Jan. Dieser Tage begann hier der e r ft e Luftschutzlehrgang für 60 Teilnehmer. Der Schulungsleiter der Ortsgruppe Gießen des Reichsluftschutzbundes, Dr. Die h l, eröffnete den Lehrgang; anschließend sprach Bürgermeister Euler über die Aufgabe des Luftschutzes und seine Bedeutung. Dann folgten die Vorträge über Sinn, Zweck und Organisation des Luftschutzes. * Lollar, 15. Jan. Der Geflügel- und Brieftauben - Zuchtverein Lollar veranstaltet am Samstag und Sonntag in Lollar eine große Geflügelschau. Weit über 200 Tiere fast aller Rassen und Farbenschläge werden sich dem Urteil zweier bekannter Preisrichter zu stellen haben, nachdem die hiesigen Züchter bereits auf den vergangenen großen Schauen in Marburg, Frankfurt und Leipzig mit ihren Tieren hohe Auszeichnungen errangen. Zahlreiche Ehrenpreise von den Buderus« schen Eisenwerken, der Gemeinde, der Ortsbauernschaft, von privaten Firmen und Geschäftsleuten werden für die Züchter verdiente Anerkennung bedeuten. * Daubringen, 15. Jan. Der hiesige Gärtner Vogel, der bei der Friedhofsverwaltung in Gießen beschäftigt war und dieser Tage bei der Heimfahrt zu Rade nach Daubringen von dem Anhänger eines Lastkraftwagens gestreift und zu Boden geworfen wurde — wobei er einen schweren Schädelbruch erlitt — ist gestern an den Folgen der erlittenen Verletzung in der Chirurgischen Klinik zu Gießen erlegen. ch Ettingshausen, 15. Jan. Bei der dieser Tage abgehaltenen Holzversteigerung wurden für je zwei Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 23 bis 24 Mark, Buchenrundschstt 18 bis 19, Buchenknüppel 15 bis 17, Buchenreisig (50 Wellen) 9 bis 10, Kiefern-Rundscheit 10 bis 12, Kiesern-Knüppel 8 bis 9,50, Fichten-Rundscheit 10 bis 12 und Fichten-Knüppel 6 bis 8 Mark. ■y Watzenborn-Steinberg, 14. Januar. Die Schäfereiaese 11s ch a ft Watzenborn hielt dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung ab. Vorsitzender (Salzmeister) Karl Happel V. gab den Jahresbericht bekannt. Die Mitgliederzahl ist auf 26 angewachsen, der Schafbestand ist um 50 Stück gestiegen und zählt jetzt 160 Tiere. < Ällendorf (Lahn), 14. Jan. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde gestern der letzte Altveteran der Kriege 1866 und 1870/71, der Rentier Heinrich Häuser, zu Grabe getragen. Mit ihm ist gleichzeitig auch der älteste Einwohner unserer Gemeinde von uns gegangen. Er stand im 91. Lebensjahr und war noch bis vor kurze Zeit geistig und körperlich überaus rüstig. Der hiesige Kriegerverein gab seinem ältesten Mitglied das Ehrengeleit, ebenso auch eine uniformierte Militärkapelle. Lehrer Faber sprach für den Krieger- Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Vas fremde Gesicht. Vornan von Caren. 17 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Als Serge zu mir zurückkam, war er noch immer bleich, aber nicht aus Zorn, sondern eher aus Erschöpfung. 5)aft du ihn endlich gehen lassen? fragte ich ihn. Aber er schüttelte nur wie abwesend den Kopf, das ist leichter gesagt als getan, Kind. Leute wie Monno lassen sich nicht einfach rauswerfen. Du verstehst das nicht. Aber er läßt sich bei dir entschuldigen, und du wirst ihn in Zukunft kaum mehr zu sehen bekommen. Ich verstand wirklich nicht, aber ich sagte mir, es wäre besser, die Geschichte jetzt ruhen zu lassen und lieber später einmal darauf zurückzukommen. In vierzehn Tagen sollten wir heiraten, in aller Stille, beinahe heimlich, wie ich es gewünscht hatte. Wenn ich seine Frau bin, wird er vielleicht eher auf mich hören, dachte ich. Ach, wenn ich gewußt hätte..." Evelyn stockte und warf einen beinahe ängstlichen Blick auf Alland, der ihr in teilnehmendem Schweigen zugehört hatte. Sie strich sich mit einer müden Gebärde über die Stirn. „Manchmal ist mir, als ob all das Frühere, auch wenn es nur erst ein paar Wochen zurückliegt, gar nicht wirklich wäre, gar nicht zu meinem wahren Leben gehörte. Es ist, als wäre das alles nur ein Traum gewesen, ein immer bebrücfenberer Traum, aus dem man voller Angst erwacht — und bann plötzlich bist du ba unb bas wirkliche Leben, die wirkliche Liebe, und alles ist gut... Aber wenn ich bann ben Zeitungsausschnitt ansehe, ben ich dir gezeigt habe, bann weiß ich gleich roieber, baß es nicht gut ist — unb niemals mehr gut werben kann." Sie starrte, wie von töblicher Mübigkeit befallen, verzweifelt vor sich hin. Er mußte alle ärztliche Selbstbeherrschung auf- wenben, um seine Erschütterung vor ihr zu verbergen. Mit sanfter Eindringlichkeit begann er das weitere Geschehen aus ihr herauszufragen. „Du hast es ja schon gelesen, es steht ja alles in der Zeitung", versuchte sie zuerst gequält auszuweichen. Aber dann, nach und nach, vermochte Alland sich doch aus ihren stockenden Worten die Ereignisse jenes Tages deutlich zu machen, der eigentlich für ihre Hochzeit bestimmt gewesen war. * Evelyn ist, um ihren Verlobten, der sie zum Standesamt abholen will, ja nicht warten zu lassen, schon eine ganze Stunde früher bereit, als notwendig ist. Sie steht fertig angezogen in dem eleganten Nachmittagskostüm, bas sie sich zur Trauung hat machen lassen, am Fenster unb schaut zerstreut auf bie Straße. Plötzlich fährt sie auf von dem Geräusch eines heftig bremsenben Autos. Schon zu spät...? Nein, ein frember Wagen, unb ber Mann, ber eben hastig aussteigt, ist auch nicht Ostrowski, sonbern Monno, ben sie in den letzten zwei Wochen wirklich kaum mehr zu Gesicht bekommen hat. Was will er hier, heute, jetzt? Wenn er eine Botschaft zu bringen hat, kann es nur eine Unheilsbotschaft sein. Was ist geschehen...? Sie ruft es dem Eintretenden entgegen, kaum daß sie sein erregtes Gesicht im Türrahmen sieht. Er antwortet mit erkünstelter Ruhe: „Noch nichts — aber es wird in ein paar Minuten geschehen! Die Polizei hat eben Ostrowskis Haus in ben Champs-Elysöes umstellt, um ihn zu verhaften! Wegen irgenbeiner Betrugsanzeige vermutlich, ober es ist sonst etwas los — es gibt ja Auswahl genug. Ich hatte mich heute zufällig verspätet, sonst säße ich auch in ber Mausefalle. In einer Viertelstunbe vielleicht wird bie Polizei auch hier sein. Sie müssen fliehen, sofort, mein Auto steht drunten. Es ist keine Minute zu verlieren!" Evelyn hat bas Gefühl, als ob ein Erdbeben plötzlich ben Boben unter ihr aufgerissen hätte. „Unb — Serge?" stößt sie hervor. „Der wirb sich schon irgenbrote herausziehen — bei seinen Verbinbungen! Aber wir müssen ver- schwinben, ja, Sie auch, bas ist bas einzige, was wir im Moment für ihn tun können. Ich handle gewissermaßen in feinem Auftrag." Einen Augenblick ist in ihr der Gedanke aufgeblitzt: „Wenn bas alles womöglich nur Theater ist?" Aber nein, bas wäre zu sinnlos. Seine Aufregung ist echt. „Wohin fahren wir?" fragt sie mit einer Ruhe, bie sie selbst erstaunt, als sie schon neben Monno im Auto sitzt, dessen Verdeck er vorsorglich hochgeschlagen hat. „Nach Marseille, zu guten Freunden", antwortet er, ohne bas Auge von ber Straße zu lassen, wäh- renb er ben Wagen mit möglichster Geschwindigkeit durch ben bichten Verkehr steuert. „Gut, aber erst fahren wir durch die Champs- Elyses", bestimmt sie kühl, als ob sie einem Chauffeur eine Anweisung gäbe. „Ein Wahnsinn", stößt er zwischen den Zähnen hervor, „benfen Sie, ich mache Witze? Aber meinetwegen!" Mit einer verächtlichen Grimasse steuert er gegen bie Elysees zu. Doch kurz vor bem Ziel müssen sie in eine Seitenstraße abbiegen. Die Hauptstraße ist durch Ueberfallwagen ber Polizei gesperrt. Monno tritt auf ben Gashebel, so baß ber Wagen einen Sprung macht, und wendet dabei einen Augenblick Evelyn sein Gesicht zu, in dem nichts als höhnischer Triumph zu lesen ist. In dieser Sekunde wird ihr blitzartig klar: „Das alles ist sein Werk, er hat bie Polizei auf Ostrowski gehetzt, aus Rache vielleicht ober einfach, weil er mich haben wollte." Unwillkürlich macht sie eine Bewegung nach bem Türgriff, als wolle sie aus bem fahrenben Wagen springen. Es ist nur eine vage Geste, bie Monno aber sofort richtig beutet. Ohne sie anzusehen, ohne bie Hänbe vom Volant zu lassen, sagt er in ruhigem Unterhaltungston, als handle es sich um bie selbstverständlichste Sache ber Welt: „Eine oerbammt unangenehme Geschichte, auch für Sie, Mabemoiselle. Natürlich wirb kein Mensch Ihnen glauben, daß Sie nichts von unseren Geschäften gewußt haben. Unb wenn man erst mal in Untersuchungshaft sitzt... In Marseille kann man ziemlich spurlos verschwinden unb erst einmal abwarten, wie bie Sache läuft. Schließlich haben wir auch gute Freunde in ber Kriminalpolizei unb sogar in ber Staatsanwaltschaft. Man muß sie nur zu benützen verstehen." ♦ Man kann die Strecke Paris—Marseille in 18 Stunden fahren, mit einem guten Wagen unb einem Fahrer, wenn man nirgenbs länger Station macht, als nötig ist, um in irgenbeinem kleinen Laben etwas Mundvvrrat zu kaufen oder irgendwo Benzin aufzufüllen. Sie hatten unterwegs kaum mehr als das Notwendigste gesprochen. Und Evelyn war halbtot vor Aufregung und Müdigkeit, als sie gegen fünf Uhr morgens durch das noch ziemlich menschenleere Marseille fuhren, dessen Straßen man, ohne anzuhalten, durchquerte. Die eigentlich« Stadt lag schon beinahe hinter ihnen, als Monno plötzlich von ber breiten Avenue be Prabo in ein« schmale Seitenstraße abbog unb halb vor einem unauffälligen Privathaus hielt. Evelyn sah, haH schlafend, einen merkwürdigerweise schon zu fo früher Stunde völlig angekleideten Diener daß Gittertor Öffnen. Man schien sie erwartet zu haben. Ein Stubenmädchen in weißem Häubchen nahm Evelyns kleinen Tvilettenkoffer in Empfang, der. schon für die Hochzeitsreise gepackt, bei der Flucht noch im Auto Platz gefunden hatte. Man ging eine teppichbelegte Treppe hinauf, das Mädchen öffnete die Tür zu einem kleinen, aber hübsch möblierten Fremdenzimmer. „Wünschen Madame vielleicht ...?" Nein, Evelyn wünschte gar nichts, als zu schlafen. Und im übrigen war sie nicht „Madame", sondern Mademoiselle. Das höflich-verdutzte Gesicht des Mädchens war der letzte Eindruck, den sie noch in ihren wie eine Ohnmacht tiefen Erschöpfungsschlaf hinübernahm ... Als Evelyn aufwachte, mußte sie sich mühsam zurechtfinden. Wo war sie überhaupt? Was hatte sie gestern eigentlich erlebt? Gestern — ober wann ...? War biefe Dämmerung Morgen ober Abenb? Langsam kehrte ihr bie Erinnerung zurück. Die Armbanduhr zeigte halb sechs, sie mußte fast zwölf Stunden geschlafen haben. Was mochte inzwischen alles geschehen sein ... Sie war noch nicht ganz angetleibet, als es vorsichtig an bie Tür klopfte unb bas Stubenmädchen erschien, ein Tablett mit Tee unb Sandwiches in ber Hanb. Ob Mabame vielleicht erst eine Tasse Tee nehmen wollten? Monsieur Monno erwarte Mabame unten im Salon. Evelyn spürte plötzlich Hunger, aber sie nahm sich nur eben bie Zeit, im Stehen eine Tasse Teß zu trinken und ein Sandwich hinunterzuwürgen, ehe sie mit Herzklopfen die Treppe hinunterlief. Gewiß hatte Monno schon Nachrichten aus Paris! (Fortsetzung folgt!) öJ.Jpori 1ch das noch M en, dessen Strck rte. Die eigens ihnen, als de Prado in * , bald vor emefl 6* W' i & - ’S»“’® 'AnM-»' Boxer die Liste an. Turnvverein Lollar beim Geräte- marinsckaffskampf in Heuchelheim. Der Turnverein Lollar nahm am vergangenen Sonntag mit zwei Mannschaften an dem Kreis- Gerätemannschaftskamps in Heuchelheim teil. Die aktive Mannschaft in der Besetzung W. Grote, E. Deibel, W. Moos und W. B i e r a u konnte dabei den ersten Sieger stellen, und zwar mit 689 Punkten. Der Erfolg der Lollarer war um so höher zu werten, als zwei Turner mit Verletzungen antraten und außerdem die Turner durchweg am Abend vorher beim Winterfest aktiv mitwirkten. In der Einzelwertung stellte W. Bierau mit 180 Punkten vor Hardt 18-16 Gießen mit 179 Punkten den ersten Sieger. Moos, Deibel und Grote folgten auf den nächsten Plätzen. In der Unterstufe errang unter zwölf Mannschas. ten die Mannschaft des Turnvereins Lollar den hier !> 60 Teil. Wuppe @ic, Dich, er. $ürger, 10n des Luft. Jn V,1, "d n > o11 or ver» J m Lollar eine Are fast aller 'ch dem Urteil \en haben, nach, l °en nergtmge. Frankfurt und 'Zeichnungen er» 1 den Buderus, der Ortsbauern« Geschäftsleuten Anerkennung be- letr hiesige Gärt, »fsverwaltung in r Tage bei der en von dem An- 'eist und zu 8o- ■ einen schweren i den Folgen her rurgischen Klinik i Bei der dieser igerung meide Preise erzielt: Buchenrundsch'it 17, Buchenreiiig inbfäeit 10 bis ichten-RuMcheit ns 8 Warf. g, 14. Januar. Watzenborn rffmnMng ad. appel V. gab Miederzahl ist ftanb ist um 50 0 Tiere. an. Unter großer rurbe gestern der 1866 und 1870/71, u Grabe getragen, älteste Einwohner igen. Er statt' im is vor kurze Zeit Ästig. Der hieM en MMd das formierte Militär- für den flrieger- Hier abschneiden! I ^uar. auch Qn. M d bieTvNit Sn'!?’ anim n. 9 e r. h”""9b.r 47*!! vii. 55?s NSG. Zum ersten Male wird ein Appell der politischen Führer eines Gaues dezentralisiert durchgeführt und in den Kreisen durch Einzelappelle ersetzt. Das hat seinen Grund darin, daß unter Berücksichtigung der Jahreszeit der Gau Hessen- Nassau keinen geschlossenen Kundgebungsraum aufweist, der die Massen der Parteigenossen zu sas- Jn einer Rangliste, die Amerikas Doxsportzettung, „Der Ring", alljährlich im Januar veröffentlicht, stellt das Neuyorker Fachblatt im Schwergewicht Max Schmeling an die erste Stelle. Ihm fol» | gen Joe Louis und dann erst Weltmeister James I. Braddock. Schmeling steht sogar allein in der Gruppe 1, während Louis und Braddock der zwei- I ten Gruppe zugeteilt wurden. Als zweiter Euro- Der Ehrenpreis wird im allgemeinen zusammen!^" erfreut .sicher Schotte Benny Lynch mit dem vollen Geldberrag gestiftet. Dieser fann : ^mpatbum geteilt werden, wenn mehrere einer Auszeichnung j ™ Fliegengewicht auf den ersten Platz gesetzt. An würdige Bewerbungen vorliegen. Der Reichsminister der Luftfahrt prüft, welche Bewerbungen einer Aus- - 5. Sieg. Für die Mannschaft bedeutet dies einen Oesfent-1 Achtungserfolg. Dem Verein braucht also um seinen Nachwuchs nicht bange zu soM. verkohlt als Leiche auf. Wie das Unglück geschehen ich, läßt sich nicht genau feststellen. Da die Ofentür offen war und vor dem Ofen ein Stuhl stand, ist es möglich daß sich die Frau vor den Ofen gesetzt hat und dabei die Kleider Feuer fingen. Die Frau versuchte dann offenbar ins Freie zu kommen, kam aber nicht weiter als an die Tür, wo sie zusammenbrach und verbrannte. Da sich ihr Mann schon vorher im oberen Zimmer zu Bett begegeben hatte, ljat er von dem Unglück nichts gemerkt. »'JÄT? ihaupll Dfcer Arft f*"* Ä !$•' t ew erlDarte * '■ „ ,» l Bad Selters, 13. Jan. Am gestrigen Dienstag, um 11.15 Uhr, ereignete sich am Ortsausgang unseres Dorfes nach Ranstadt zu ein Unfall. Ein aus Richtung Selters kommendes Personenauto überholte kurz vor der Kreuzung ein Fuhrwerk. Im gleichen Augenblick kam aus Richtung Stockheim ein Motorradfahrer und fuhr gegen das Auto. Der Motorradfahrer wurde besinnungslos in die nahestehende Gastwirtschaft Lenz gebracht, er sand sich aber kurze Zeit danach wieder an der Unfallstelle ein. Auto und Motorrad wurden stark beschädigt. Die Schuldfrage ist noch zu klären. Kreis Schotten Laubach, 14. Jan. Die gestern im „Solrn- ser Hof" üoroenommene erste städtische Brenn» Holz-Versteigerung erfreute sich eines guten Besuches. Auch waren viele Steigerer von auswärts erschienen. Die Gebote lagen über den vorjährigen. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 1. Klasse 9 Mark je Raummeter; Buchenscheit 2. Klasse 5,50 Mark; Eichenscheit 4 bis 4,50 Mark; Esche 4,50 Mark; Fichte 2. Klasse 3 bis 4 Mark; Buchenknüppel 6 Mark; Hainbuchenknüppel 3,50 bis 4,50 Mark; Eichenknüppel 2,50 bis 3 Mark; Eschenknüppel 3 bis 3,50 Mark; Buchen- reifer 3. Klasse 80 Pf. je Raummeter. — In unserem Städtchen findet am Montagabend eine Verdunkelungsübung statt, und zwar von 17.30 Uhr auf die Dauer von einer Stunde eine „Vereinfachte Beleuchtung" und von 18.30 bis 20 Uhr ein „Völlige Verdunkelung". In Zusammenarbeit mit dem Reichslustschutzbund und der örtlichen Polizeistelle wurden die für die Verdunkelung notwendigen Maßnahmen besprochen. Eine Bekanntmachung, die jedem Haushalt zugestellt wird, gibt der Einwohnerschaft die näheren Richtlinien für die Uebüng. Wirtschaftsgeld. Der Mann muß der Frau ein entsprechendes W. geben, damit sie ihrer Verpflichtung, das gemeinschaftliche Hauswesen zu leiten, nachkommen kann. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen des Mannes und der tatsächlichen Lebenshaltung der Eheleute. Bestimmend für den Zuschnitt des Haushaltes ist aber der Ehemann; die Frau braucht seiner Entscheidung nur dann nicht zu folgen, wenn sich diese Entscheidung als ein Mißbrauch seiner Rechte als Ehemann darstellt. S. Taschengeld, Schlüsielgewalt. Wisent, mächtiges Wildrind, das in Deutschland ckusgestorben war in Schutzgebieten, wie z. B die Schönheide jedoch neuerdings wieder eingesetzt worden ist. Wismut, rötlich-weißes Metall das in einer Legierung mit Blei Kupfer. Nickel und Zinn als Spiegelbelag verwendet wird. Witwe. Witwer. Bezeichnung für eine Ehefrau, die ihren Mann oder einen Ehemann, der seine Frau durch Tod verloren hat Die Zeit, in der von der Witwe ooer dem Witwer Trauerkleidung getragen wird ist wesentlich abgekürzt. Nach angeme^ener Zeit können Geselligkeiten und öffentliche Veranstaltungen besucht werden, während der Takt es verbietet an Lustbarkeiten teilzunehmen Bei einer Wiederverheiratung mutz auf die Kinder weitestgehend Rücksicht genommen werden. Die Aufgabe Kindern die Mutter oder den Vater zu ersetzen, ist sehr dankbar ver- Eine bemerkenswerte Entscheidung hat ein schlesisches Gericht getroffen, das einen Fußballspieler, der während des Spieles einen den Ausgleichstreffer feiner Mannschaft bejubelnden Zuschauer eine beleidigende Aeußerung zurief, zu 30 Mark Geldstrafe oder sechs Tagen Gefängnis verurteilte. In Der Begründung hieß es u. a., daß ein Spvrtsmann im Dreß wie ein Soldat in Uniform in besonderem Maße verpflichtet sei, Selbstbeherrschung und Disziplin zu üben und daß das von dem Angeklagten tteretn ehrende Worte des Nachrufs, und auch Bürgermeister Faber, der für die Gemeinde, der der Verstorbene über 30 Jahre treu aedient hatte, einen Kranz niederlegte, fand Worte oer Anerkennung und des Dankes. Als letzter Gruß schloß sich eine Ehrensalve an, während der Ortsgeistliche in seine? Grabrede den Toten zu würdigen wußte. < Allendorf (Lahn), 15. Jan. Die Generalversammlung des hiesigen Turnvereins hatte sehr guten Besuch aufzuweisen. Dem Bericht des Dereinsführers war zu entnehmen, daß man mit den Erfolgen des vergangenen Jahres zufrieden sein konnte. .___ , , . * Hungen, 15. Jan. Am Mittwochabend wurde hier der Radfahrer Johann Weicker von Lich von einem unerkannten dunkelbraunen Personenkraftwagen angefahren und stürzte dabei zu Boden. Er erlitt erhebliche Hautabschürfungen. Kreis Bübingen. § Nidda, 13. Jan. Ein Schlosserlehrling aus dem Nachbardorf Kohden wollte gestern in der Harbstraße mit seinem Fahrrad an einem Milchfuhrwerk (noch kurz vor dem Ueberholen des Milchfuhrwerks durch einen Personenkraftwagen) vorbeifahren er streifte aber dabei das Fuhrwerk und geriet unter den Wagen. Geistesgegenwärtig wälzte sich der junge Mann zur Seite, so daß nur fein rechter Oberschenkel überfahren wurde. Der bedauernswerte junge Mann erlitt allerdings noch so e r h e b l i ch e V e r l e tz u n g e n, daß er sofort zum Arzt gebracht werden mußte. Q Nidda, 13. Jan. Unlängst wurde die zweite T e i l f a n a l i f a t i o n in den niedrig gelegenen Stadtteilen durch die Gerbergasse, Kuhgasse, Marktgasse, über den Marktplatz, hinaus bis zur Schloh- aajfe und Mühlstraße beendet, wodurch etwa 25 Arbeitern auf über drei Monate Arbeit und Brot geschaffen wutde. Seit Errichtung dieser Anlage sind die lästigen Wasserpfützen in den genannten Straßen, anschließenden Plätzen und Hofreiten beseitigt. Zugleich führte man auch die Abwässer von Dachkandeln, aus Küchen usw. in das Hauvtrohr von 60 Zentimeter Durchmesser. Durch Auffüllen mit dem bei der Rohrlegung entbehrlich gewordenen Steinmaterial wurden die kanalisierten Straßen in horizontale Lage gebracht, wodurch das Straßenbild verbessert wurde. Allerdings war nun auch die Erhöhung einiger Hof- und Hauseingänge notwendig. gegen Hunger und Kälte. Ehrenpflicht jedes einzelnen ist es, die Winterhilfsabzeichen zu erwerben und feine Spende in die Haussammellisten einzutragen Die Hausfrau kocht an den festgesetzten Sonntagen das Eintopfgericht und führt das dadurch ersparte Geld ans Winterhilfs- werk ab. Wintersport, Skilauf, Eislauf Rodeln usw gewinnt mit Recht von Jahr zu Jahr an Beliebtheit. Ausgiebige körperliche 'Betätigung in Der frischen klaren Winterluft hat sich als gesundheitlich mindestens ebenso wertvoll erwiesen, wie ein Urlaub im Sommer. Wirbelsäulenverkrümmung siehe Rückgratverkrümmung, Skoliose Wirkwaren, Stoffe, Strümpfe u. Trikotagen die aus ineinander- greifenden Maschen gewirkt sind. Die technischen Vorrichtungen Der Wirkerei ermöglichen es. nahtlose Strümpfe herzustellen und mancherlei Gewebe, die sich im Gebrauch als außerordentlich zweckmäßig erweisen. Bei gewirkten Strümpfen kann man Maschen, die gefallen sind, wieder aufnehmen lasten. Um sofort ein Weiterfallen zu verhindern, betupft man die gefährdet« Stelle mit nasser Seife. Wirsing, Welsch- u Savoyerkoh! genannt, Kopfkohl mit krausen Blättern, Der weniger anspruchsvoll ist als Die anDeren Kopfkohlarten. Grüne und gelblichgrüne Sorten. Wohlschmeckend. S. Gemüse, s. Kohl. Lpd. Dieburg, 14. Jan. In Mosbach ereignete sich am Mittwochabend gegen acht Uhr ein schweres Brandunglück. In einem Doppelhaus in der Mühl gaste wohnten auf Der einen Seite die alten Eheleute Friedrich Schlett und auf der anderen Die Explofiion ereignete sich in Dem über Dem deren Sohn mit seiner Familie. Plötzlich Kesselhaus der Fabrik errichteten Betonsilo, in dem merkten letztere starken Brandgeruch. Als sie in der Die in Dem Betrieb anfallenDen Späne gesammelt Wohnung Der Eltern nachsahen, bot sich ihnen ein und automatisch zu der Feuerstelle gleitet ’Jen- furchtbarer Anblick. Das Zimmer war mit Rauch Die sich hierbei entwickelnden Holzstaubgase sind stark | gefüllt, und aus der Tür schlugen Die Flammen explosionsgefährlich, unD vermutlich Durch Hinzutre- ~ - -...... • — - ten eines Funkens aus Dem Maschinenhaus entstand Die Explosion. Der Betonturm barst vollständig auseinander, und zentnerschwere Betonbrocken wurden weit in die Umgebung geschleudert. die neuerdings den einheimischen Skivereinen angehören. Im L a n g l a u f wird wohl Rudi Bender vom Hoherodskopf seinen langjährigen Siegeszug fortsetzen, wenngleich ihm in Weyl- Gießen und Waldschmidt-Wetzlar ernsthafte Gegner erwachsen sind. Der Sprunglauf wird wohl von dem Oesterreicher Burg st einer (Skiklub Gießen) gewonnen werden. Jedoch werden Bender-Hoherodskopf, Müller und Weyl vom Skiklub Gießen ein ernsthaftes Wort mitreden. Der T o r l a u f über etwa 2000 Meter Länge und 200 Meter Gefälle wird die stärkste Besetzung, sowhol an Zahl als auch an Leistung aufweisen. Hier wird der Skiklub Wetzlar mit einer Reihe erstklassiger Teilnehmer antreten, von denen der Augsburger Dr. Jng. Pfeiffer und der aus dem Riesengebirge stammende Dr. Ruff besondere Beachtung verdienen. Die Gießener Abfahrtsläufer mit Dr. Lotz, Poppert, Weyl, Althaus, Burgsteiner, Dörfner, Jüngst, Hagenauer werden bestimmt bei der Entscheidung um die ersten Plätze mitreden. Der SA.-Rachrichtensturm-Gießen wird beim Torlauf vom Start Hoherodskopf bis zum Ziel Breungeshain eine Leitung legen, die die Zeitnahme der einzelnen Läufer auf fernmündlichem Wege ermöglicht. Bevor der erste Probesprung über die neu hergerichtete Sprungschanze durchgeführt wird, werden der Kreisfachamtsleiter und der Leiter des Skiklubs Gießen die Umbennenung auf „Wilhelm- Wodaege-Schanze" vornehmen und somit einen Mann ehren, dessen weitschauende Arbeit den riesigen Aufschwung des Skilaufes in unserer Heimat veranlaßte. Um allen Volksgenossen die Möglichkeit zu bieten, diesen Tag aus allernächster Nähe im weißen Gelände mitzuerleben, wird der Skiklub Gießen auch für Nichtmitglieder und Nichtskiläufer den ermäßigten Omnibus-Fahrpreis gewähren. DieLnüvilklungdesArbeifseinsatzesimDezember im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen. Fwd. Frankfurt a. M., 14. Jan. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Ende Dezember wurden von den Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen insgesamt 94 323 Arbeitslose gezählt, davon waren 10 261 oder 10,9 v. H. Frauen. Demnach standen zu diesem Zeitpunkt 12 427 Volksgenossen weniger in Arbeit als zu Beginn des Monats, aber 60 400 mehr als im Dezember 1935. Mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit war in Anbetracht der Jahreszeit bestimmt zu rechnen, es ist jedoch erfreulich, daß diese noch nicht halb so groß ist als im Vorjahr, in dem sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um rund 24 800 erhöhte. Die verhältnismäßig günstige Entwicklung im Dezember ist auf die außerordentlich milde Witterung zurückzuführen, die die Fortführung des größten Teils der begonnenen Außenarbeiten gestattete. Ungünstig beeinflußt wurde der Arbeitseinsatz durch die Lage der Weihnachtsfeiertage und des Jahresbeginns. Aus diesem Gründen waren insbesondere Nokstandsarbeiter und Angehörige verschiedener Außenberufe zum Feiern gezwungen. Auch wurden geplante Neueinstellungen im allgemeinen bis nach Neujahr zurückgestellt. Der Zugang von 12 427 Arbeitslosen erstreckte sich ausschließlich auf Männer, während bei den Frauen eine Abnahme um 558 zu verzeichnen war. Die Saisonberufe Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und Verkehrsgewerbe einschließlich der in den entsprechenden Grup- gen beschäftigten Ungelernten wiesen eine Zunahme um fast 8700 Arbeitslose auf, das sind fast 70 v. H. der Gesamtzunahme. Dagegen nahm die Forstwirtschaft noch über 5000 Arbeitslose aus den verschiedensten Berufsgruppen zum Holzfällen auf. Die von der Konjunktur abhängigen Berufe wurden von der rückläufigen Bewegung kaum berührt. In verschiedenen Berufsgruppen war sogar noch eine Abnahme der Arbeitslosigkeit festzustellen, insbesondere hat sich die Zahl der arbeitslosen Ange st ellten weiter vermindert. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. rNitlagsbörfe: Sehr still. Frankfurt a. M., 14. Jan. Infolge des schwachen Ordereinganges lag die Börse bei Eröffnung nahezu geschäftslos und auch nach den ersten Notierungen, die am Aktienmarkt uneinheitlich einsetzten, vermochte sich keine Belebung durchzusetzen. Der Krupp-Abschluß mit 4 o. H. Dividende, die erste Ausschüttung seit 14 Jahren, konnte sich wegen der Geschäftsstille kaum zur Geltung bringen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hielten sich die Abweichungen meist innerhalb eines Prozentes. Am Montanmarkt blieben verein. Stahl mir 120,50 gut behauptet, dagegen verloren Rheinstahl 1,75 v. H., Hoesch 1,75 v. H., Mannesmann, Har- pener und Buderus bis 0,65 v. H., Mansfelder lagen 1 v. H. fester. Am Chemiemarkt bröckelten IG.-Farben auf 169,25 bis 169 (169,75) ab. Der Elektromarkt verzeichnete vorwiegend Abschwächungen bis zu 1 v. H., Gesfürel und Schuckert verloren je 1,50 v. H., während Licht und Kraft 1,25 v. H. anzogen auf 152,75. Motorenwerte lagen unverändert, von Maschinenaktien gewannen Rheinmetall 1 o. H. Im einzelnen eröffneten Deutscher Eisenhandel 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 1 v. H. und Reichsbank 0,25 v. H. schwächer, Nordd. Lloyd 0 40 v. H. freundlicher und Deutsch-Atlanten-Tel. mit 118,75 (116,65). Der Rentenmarkt hatte auch nur kleines Geschäft, die Haltung blieb aber ausgesprochen freundlich. Altbesitz unv. 117,40, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. leichter mit 126,25. Von Freiverkehrs- Renten Kommunal - Umschuldung 90,90 (90,75), Zinsvergütungsscheine 95 (94,75), Rhein. Städte- Altbesitz 117, do. Süddeutsche 117,25, beide etwa 0,50 bis 0,75 v. H. höher. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt klein und auch die Kursveränderungen waren gering. Die führenden Werte, wie Verein. Stahl und JG.-Farben, unterlagen kleinen Schwankungen. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen uneinheitlich. Fest waren von Maschinenaktien Eßlinger mit 106 (104,50), Moenus Maschinen gestrichen Geld, Taxe 103 (100,75), Muag 138 (137,75). Im Freiverkehr lagen Adlerwerke schwächer mit 98,75 bis 100,75, sonst nannte man Pokorny 126 bis 128, Wayß & Freytag 128,50 bis 130,50, Growag 92 bis 93, VDM. 152 bis 154. Tagesgelü unv. 2,50 v. H. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse eröffnete in sehr ruhiger Haltung und hatte auch im weiteren Verlaufe nur kleines Geschäft, da Kauforders fehlten, auch Angebot lag nicht vor. Trotz der starken Geschäftsstille blieb die Haltung am Aktienmarkt gut behauptet, während am Rentenmarkt weitere Nachfrage vorlag. Von Aktien kamen Moenus Maschinen nach der Geldstreichung des Mittags der Schätzung entsprechend mit 103,40 (100,75) zur Notiz. Im übrigen wichen die Kurse gegen den Berliner Schluß nach beiden Seiten nur gering ab. Von Renten stiegen Kommunal-Umschuldung bei einigem Geschäft auf 91 bis 91,05, auch Zinsoergütungsscheine waren mit 95,10 gefragt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Jan. Auftrieb: Großvieh — (am 7. Januar 107 Stück), Kälber 725 (663), Hämmel und Schafe 223 (227), Schweine 377 (816). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 56 bis 65 (am 7. Januar 56 bis 65), b) 41 bis 55 (42 bis 55), c) 35 bis 40 (38 vis 40), d) 27 bis 34 (30 bis 37). Hämmel b2) 46 bis 48 (48), c) 41 bis 45 (43 lns 47), d) 36 bis 40 (38 bis 42). Schafe a) 32 bis 38 (38 bis 40), b) 24 bis 30 (30 bis 35), c) 15 bis 22 (20 bis 25). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe langsam, ausverkaust. Schweine wurden zugeteilt. Schweinemarkt in Buhbach. * B u tz b a ch , 14. Jan. Der heutige Schweinemarkt war mit 375 Ferkeln beschickt. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueberstand. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Tiere 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 18 bis 22 Mark, aber 8 Wochen alte 22 bis 26 Mark pro Stück. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a. M. | Berlin Schluß- furs Schluß?. Abeno- börse Schluß- fürs Schluß! Mittag börse Damm 131 14 1 13 1 14-1 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,13 101,13 101,13 101,13 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 98,25 98,25 98,25 98,25 5,/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 102,75 102,65 102,7 4%% Hessische Volksstaat von 1929 99 99 — 99 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100 100 100,2 100 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 117,4 117,4 117,4 117,4 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 130,75 130,75 — — 4/2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 97,25 97,25 97,25 — 5y2% Hess. Lcmdes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101,5 101,2 — — 4/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 97,5 97,5 — — 41/2% Preuß. Gold-Komin. R. 20 95 95 95 95 4yz% Darmstädter Komm.-Lan- deSbank R. 6................ 93,75 93,9 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. _ — 123 123,4 4’/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 97,25 97,25 97,25 97,25 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 95 95 _ — 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,4 101,4 _ — 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,65 101,65 101,75 — Steuergutlchein-Verrechnungskurs 110,13 110,13 110,2 110,2 5% Goldmexikaner von 1899 .... 9,85 — 9,75 — 4% Österreichische Goldrcnte.... — 17,5 17,13 17,13 4,2% Österreichische Silberrente. — — 1,65 1,5 4'/r Ungarn Staats von 1913 .... 5,75 5,75 5,75 5,55 4% Ungarische Goldrente....... 6,7 6,6 6,6 6,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 5,5 5,4 5,4 5% Rumänen von 1903......... — — 6,25 9,65 6,25 4'/2% Rumänen Gold von 1913.. —- 9,45 9,5 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 5,4 — 5,4 5,3 —— — — — 4% Türken Bagdad 11.......... — —— — —— 2 y4% I. Anatolier.............. 21,75 21,5 21,75 21,5 A.G. für Verkehrswesen......6 124,5 124,5 124,9 124,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 41,5 41,4 16,5 Hamburg-Amerika Paket......0 16 16,5 16,25 Norddeutscher Lloyd..........0 15,75 16,25 16 16,5 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 126,4 126,25 126,25 126,4 ReichsbanL................. 12 188,75 189 188,5 188,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 126,4 — 126,65 126,25 Commerz- und Privat-Bank ... 4 111 111 111 111 Deutsche Diskonto............4 114 114 114 114 Dresdner Bank..............4 107,75 107,75 107,75 107,75 Frankfurt o. M. Berlin Schluß- fürs Schluß'. Abend börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Damm 13.1 14 1 13 1 14 1 Accunmlatoren-Fabrik...... . 12 202 202 202,5 202 AKU=fturtftfeibe........... .. 0 52,75 53 52,75 52,75 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 138,25 137 138,5 136,5 Bemberg................. .. 0 107,5 108 107,13 107,75 Bekula................... .. 8 165 165 165,13 165,25 Buderus Eisen............. .. 4 122,75 121,25 122,25 122 Gement Heidelberg......... .. 7 163 162 — —• Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —— Chade A.-C................ .. 9 227 227 227 227 Gonti Gummi............. . 11 172,25 172,5 172,25 172,5 Daimler Motoren.......... .. 5 124,5 123,5 124,4 123,9 Dessauer Gas............. .. 4 — — 112,65 112 Deutsche Erdöl............ .. 5 150 150 150,25 149,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 262 261 —— — Deutsche Linoleum......... . 10 167 166,5 167 166,4 Elektrische Lieferungen...... .. 6 138 138,25 138,5 138,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 151,5 152,75 151,5 169,75 152,75 I. G. Farben-Jndusttte..... .. 7 169,75 168,75 169 Felten & Guilleaume....... .. 6 140 139 139,75 139 Gesfürel.................. .. 6 147 146 146,5 146 Th. Goldschmidt........... .. 5 130,5 131 130,5. 131 Gritzner Maschinen......... .. 0 32,4 32,5 32,4 32,65 Harpener................. 2Vi 152,5 151,5 152,5 151,75 Hoesch Eisen............... 3/2 120,25 119 119,75 119 Philipp Holzmann......... .. 6 140 139,25 140 139,9 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 184 177 Ilse Genüsse.............. .. 6 150,5 149 150,5 148,25 Kali Aschersleben.......... .. 5 135,75 136 136,75 135,75 Klöcknerwerke ............. 4y2 126,5 126,5 126,5 126,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 143,5 143,65 Lahmeyer............... .. 6 124,5 124 124,5 124 Mainkraft................. .. 4 95,75 95 —— — Mannesmann............. .. 3 120,13 119,75 120 119,75 Mansfelder Bergbau....... 614 154,5 155,5 155 155,5 Metallgesellschaft........... .. 5 155,5 155,25 155,5 155,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 89,5 88,75 Rheinische Braunkohle...... . 12 225 224,25 224,5 224,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 136 134,25 136 134 Rheinstahlwerke............ .. 6 153,25 151,25 152 151 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,75 129,65 129,5 129'5 Rütgerswerke ............. .. 6 139,5 139,5 139,65 139,5 Salzdetfurth Kali.......... ’iy» 178 177 178,75 177,5 Schuckert & Co............. .. v 162 160 162 160,25 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — 102,25 101,65 Siemens & Halske......... .. 8 200,5 199 201,5 199 Süddeutsche Zucker......... . 10 204,75 203 205 — Vereinigte Stahlwerke..... 354 120,4 120,25 120,4 120 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 57,5 56,5 57,13 56,75 Westeregeln Alkali.......... .. 5 136 134 134,5 134 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 160,25 158,5 160 157 Otavi Minen.............. . 0,6 25,65 25,25 25,65 25,25 Devisenmarkt 13. Januar 14.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos Airer 0,757 0,761 0,757 0,761 Brüssel..... 41,97 42,05 41,97 42,05 Rio de Jan.. 0,151 0,153 0,151 0,153 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,57 54,67 54,52 54,62 Danzig..... 47,04 47,14 47,04 47,14 London..... 12,22 12,25 12,21 12,24 Helsingfors.. 5,395 5,405 5,395 5,405 Patts...... 11,625 11,645 11,615 11,635 Holland..... 136,18 136,46 136,14 136,42 Italien..... 13,09 13,11 13,09 13,11 — Frankfurt O.21L 13. Januar 14.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Japan...... 0,707 0,709 0,708 0,710 Jugoslawien. 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo....... 61,42 61,54 61,37 61,49 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49 05 Lissabon.... 11,095 11,115 11,095 11,115 Stockholm... 63,00 63,12 62,95 63,07 Schweiz.... 57,12 57,24 57,09 57,21 Spanien.... 17,98 18,02 17,73 17,77 Prag....... fj 671 8 689 8,661 8,679 Budapest ... Neuyor! .... 2,488 2,492 2,488 2,492 Vertin Wöchnerinnenfchutz 878 Wochenbett langt aber viel Geduld und noch mehr Liebe. Stellt es sich heraus, daß sie sich an den neuen Ehepartner nicht gewöhnen können, obwohl dieser alles versucht hat, Vertrauen und Zuneigung zu erwerben, so ist es besser, die Kinder in einem Schulheim erziehen zu lassen. Wochenbett ist die Zeit nach der Niederkunft der Frau, in der sich die durch die Geburt veränderten Organe wieder zurückbilden müssen. Gleich nach Beendigung der Geburt macht sich bas Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf geltend. Zur Vermeidung von Störungen find peinlichste Reinlichkeit sowie sachgemäße Pflege notwendig. Lärm, Gemütsbewegungen, überflüssige Besuche sind fernzuhalten. Die Nahrung muß kräftig, aber leicht verdaulich sein. Fette und stark gewürzte Speisen sind zu vermeiden. Wenn kein Fieber vorhanden ist (zweimal täglich messen), darf die Frau etwa vom vierten Tage an auf kurze Zeit das Bett verlassen, richtig auf- stehen aber erst am zehnten Tage. Schonung mindestens vier Wochen lang, keine schweren Arbeiten verrichten, da sonst dauernder Schaden entsteht. Wochenbettkosten, s. Entbindungskosten. Wochendibbel, siehe Mumps. Wochenende, die Zeit von Samstag (Sonnabend) nachmittag bis Sonntag abend, soll der Ausspannung und Erholung auch für die Hausfrau dienen. Bei schönem Wetter macht man nach Möglichkeit einen Ausflug, zu dem rechtzeitig alles vorbereitet fein mutz. Wer es sich leisten kann, soll in jedem Falle mit seiner Familie am Sonntag außer Hause essen, um die Hausfrau zu entlasten. Ist dies nicht möglich, so soll man sich am Sonntag mtt schnell zubereiteten Speisen begnügen und den sogenannten Sonntagsbraten an einem anderen Wochentag genießen. Wochenfieber, s. Kindbettfieber. Wochenhilse wird den Ehefrauen von krankenversicherten Arbeitnehmern, Töchtern. Stief- und Pflegetöchtern von Versicherten, die mit diesen in häuslicher Gemeinschaft leben, gewährt, wenn die Wartezeit erfüllt ist. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer in den letzten zwei Jahren vor der Niederkunft seiner Frau insgesamt mindestens zehn Monate versichert war, wovon mindestens sechs Monate auf das letzte Jahr treffen müssen. Die Krankenkasse gewährt die Ent- bindunaskosten (Pauschfatz) und Stiügeld. Wochenmarkt s. Markt. Wöchnerinnenschutz. Wöchnerinnen dürfen binnen sechs Wochen nach ihrer Niederkunft in Betrieben nicht beschäftigt werden (ausgenommen in der Land-, Forst- uno Hauswirtschaft). Zur Wiederbeschäftigung ist der Nachweis erforderlich, daß seit der Niederkunft sechs Wochen verfloßen sind. Außerdem können Wöchnerinnen für wettere sechs Wochen die Arbeit verwei- Freude am Wintersport, ganz gleich, welchen Sie betreiben, ob Skilauf, Rodeln oder Eislauf: wichtig ist immer die Ausrüstung. Prüfen Sie rechtzeitig, ob Ihre Schneeschuhe, Schlittschuhe, Rodelschlitten in Ordnung sind. Ergänzen und erneuern Sie das, was notwendig ist, bei J* D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Gtadttheater-Miete. Stammiele. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Stammmiete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannessttahe 3, zu erfolgen, und zwar: * 255C Wontag, den 18. Januar, von 10 bis 13 Uhr für die Dienstag-Wieter, Dienstag, den 19. Januar, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Wittwoch-Wieter, Mittwoch, den 20. Januar, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Freitag-Mieter. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kaffe des Stadtth aters Gießen erfolgt Ueberfenbung der Mietkarten. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt: für Dienstag für u. Mittwoch: Freitag: Familienlogen mit 5 Plätzen 30 RM. 35 RM. Familienlogen mit 4 Plätzen 20 „ 20 „ Sperrsitz Reihe 1—7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze Sperrsitz Reihe 8—11,1. Rang Reihe 3—6 und Logenrückplätze Sperrsitz Peihe 12—15,2. Rang Reihe 1 Mitte Sperrsitz Reihe 16—18,2. Rang Reiye 2 und 3 2. Rang Reihe 4 und 5 und 10 „ 8 „ 5 M 4 „ 10 „ 8 „ 5 „ 4 „ vordere Seitenreihe 3 „ 3 „ Die Einlösung muß vor der 17. Vorstellung erfolgt sein. Gießen, den 10. Januar 1937. Der Oberbürgermeister. 9.23.: Dr. H amm, Bürgermeister. Holzversteigerung. Dienstag, den 19. Januar 1937, norm. 10 Uhr, werden aus den Forstorten Struthwald und Kohlstrauch (Autobahn) des Schutzforstes Busecker Tal im Gasthaus „Zum holländischen Hof" in Beuern versteigert: 1,80 fm Eiche, Stämme Kl. 2 und 3, und 0,9 rm Eiche, Gartenpfosten (2,20 m lang). Scheiter rm: Buche 36, Eiche 6. Knüppel rm: Buche 104, Hainbuche 5,6, Eiche 60 und Fichte 10. Reisig rm: Buche 105 und Eiche 24. 263D Nähere Auskunft erteilt Revierförster Keil in Beuern. Londorf, den 14. Januar 1937. Forstamt Rabenau. Hur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 2251 Zai Jedem Radio nur die Südwestdeutsche Rundfunkzeitung, d. Heimatblatt f. d. Hörer des Frankfurter Senders. Bestellen Sie letzt bei Ihrem Briefträger oder dem Postamt. Verlag der SRZ, W. Herget, Frankfurt a.M., Blücherstr.20 Empfehlungen schon von 3 RM. an Leder-IM Gießen Neustadt 43. 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