ar. 2^0 Erstes Matt 187. Jahrgang Donnerstag, H- Oktober 1957 $r)d)etnt täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: ßrantfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /,Uhrdes Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 5 Deutschland garantiert die Unverletzlichkeit Belgiens. Ein deutsch-belgischer Notenaustausch. Berlin, 13. Off. (DNB.) heute mittag sind im Auswärtigen Amt die nachstehenden Noten des Reichsministers des Auswärtigen Freiherrn von Neurath und des belgischen Gesandten Vicomte Jacques Davignon ausgetauscht worden: Auswärtiges Amt. Berlin, den 13. Oktober 1937. Herr Gesandter! Im Namen der deutschen Regierung habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz folgendes mitzuteiten: Die deutsche Regierung hat mit besonderem Interesse Kenntnis von den öffentlichen Erklärungen genommen, die die belgische Regierung zur Klärung der internationalen Stellung Belgiens abgegeben hat. Sie hat ihrerseits wiederholt, insbesondere durch die Erklärung des Deutschen Reichskanzlers in seiner Rede vom 30. Januar 1937, ihre Auffassung in dieser Hinsicht zum Ausdruck gebracht. Andererseits hat die deutsche Regierung Kenntnis genommen von der Erklärung der Königlich Britischen und der französischen Regierung vom 24. April 1937. Mt Rücksicht darauf, daß der Abschluß eines zur Ersetzung des Paktes von Locarno bestimmten Vertrags noch geraume Zeit in Anspruch nehmen kann, und in dem Wunsche, die friedlichen Bestrebungen der beiden Länder zu stärken, hält die deutsche Regierung es für angebracht, ihre Haltung gegenüber Belgien schon jetzt zu präzisieren. Zu diesem Zweck gibt sie folgende Erklärung ab: 1. Die deutsche Regierung hat Akt genommen von der Auffassung, der die belgische Regierung auf Grund ihrer eigenen Zuständigkeit Ausdruck gegeben hat, nämlich: A. daß sie in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen gedenkt, B. daß sie entschlossen ist, die Grenzen Belgiens mit allen ihren Kräften gegen jeden Angriff und jede Invasion zu verteidigen, zu verhindern, daß das belgische Gebiet für einen Angriff gegen einen anderen Staat als Durchmarschland oder als Operationsbasis zu ( Lande, zur See oder in der Luft benutzt wird, und zu diesem Zwecke die Verteidigung Belgiens in wirksamer Weise zu organisieren. 2. Die deutsche Regierung stellt fest, daß die Unverletzlichkeit und die Integrität Belgiens für die Weslmächte von gemeinsamem Interesse find. Sie bestätigt ihren Entschluß, diese Unverletzlichkeit und Integrität unter keinen Umständen zu beeinträchtigen und jederzeit das belgische Gebiet zu respektieren, ausgenommen selbstverständlich in dem Fall, daß Belgien in einen bewaffneten Konflikt, in den Deutschland verwickelt ist, bei einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion mitwirken würde. 3. Die deutsche Regierung ist bereit, ebenso wie die Königlich Britische und die französische Regierung, Belgien Bei st and zu gewähren, falls es Gegen ft and eines Angriffs oder einer Invasion sein sollte. Ich benutze auch diesen Anlaß usw. Freiherr von Neurath. Die befische Antwort. Belgische Gesandtschaft. Berlin, den 13. Oktober 1937. Herr Minister! 3m Auftrag meiner Regierung habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz folgendes mitzuteilen: Die Königliche Regierung hat mit großer Genugtuung von der Erklärung Akt genommen, die ihr heute von der Reichsregie, cung mitgeteilt worden ist. Sie spricht ihr dafür ihren lebhaften Dank aus. Ich benutze ufw. Vicomte Jacques Davignon. Eine amtliche Erläuterung. Zu dem vorstehenden Notenwechsel wird von z u- ständiger Seite folgendes mitgeteilt: Die deutsche Note verfolgt den Zweck, den deutschen Standpunkt hinsichtlich der internationalen Stellung Belgiens zu klären, solange e s n o cy nicht zum Abschluß eines neuen W e st- Paktes gekommen ist. In dem Nheinpakt von Locarno war die internationale Stellung Belgiens so geregelt, daß ihm die Integrität seines Gebietes garantiert wurde, daß es aber zugleich, ebenso wie England und Italien, v e r- vflichtet war, im Falle eines deutsch-französischen Konflikts auf die Seite der einen oder anderen Kriegspartei zu treten. Seit dem Ausscheiden Deutschlands aus dem System les Rheinpaktes und feit der Einleitung diplomatischer" Dorverhandlungen über den Abschluß eines neuen Westpaktes hat die belgische Regierung, wie sie in verschiedenen Verlautbarungen auch öffentlich zum Ausdruck gebracht hat, den Standpunkt vertreten, daß die besondere Lage Belgiens es erfordere, die Garantierung seiner Integrität künftig nicht mehr davon abhängig zu machen, daß Belgien auch seinerseits entsprechende Garantieverpflichtungen übernähme. In Verfolgung dieses Standpunktes hat die belgische Regierung es erreicht, daß Frankreich und England, die in ihrem Verhältnis zueinander wie auch im Verhältnis zu Belgien bis zum Zustandekommen des geplanten neuen Westpaktes noch den alten Rheinpakt als verbindlich ansehen, auf alle von Belgien im Rheinpakt übernommenen Verpflichtungen verzichtet haben Das ist, wie erinnerlich, in einem öffentlich bekanntgegebenen Notenwechsel vom 24. April d. I. geschehen. Die Reichsregierung hat dem von der belgischen Regierung bekundeten Willen zu einer Politik der Unabhängigkeit und des Gleichgewichts von Anfang an volle Sympathie entgegengebracht. Insbesondere hat in diesem Sinne der Führer und Reichskanzler in seiner Reichstagsrede vom 30. Januar d. I. bereits die Erklärung abgegeben, daß Deutschland bereit sei, die Unantastbarkeit Belgiens anzuerkennen und zu garantieren. Da sich zur Zeit nicht absehen läßt, wann die Verhandlungen über einen neuen Westpakt, in dem auch die Frage der internationalen Stellung Belgiens zu regeln sein würde, zum Abschluß gebracht werden könne, hat es die Reichsregierung für angebracht gehalten, die vom Führer und Reichskanzler erklärte Bereitschaft Deutschlands s ch o n j e tz t in einem förmlichen diplomatischen Akt der belgischen Regierung gegenüber zu verwirklichen und zu präzisieren. Die in der neuen deutschen Note enthaltene Erklärung der Reichsregierung geht von der Tatsache aus, daß die belgische Regierung aus eigenem freienEntschluß ihren Willen proklamiert hat, in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen und mit allen Kräften zu verhindern, daß belgisches Gebiet von einem angreifenden Staat als Ope- rattonsbafis benutzt wird. Auf Grund der Feststellung, daß die Unverletzlichkeit und die Integrität Belgiens für die Weslmächte von gemeinsamem Interesse sind, übernimmt die Reichsregierung in der Erklärung sodann die Verpflichtung, biefe Unverletzlichkeit und Integrität unter keinen Umständen zu beei- trächtigen und jederzeit das belgische Gebiet zu respektieren. Diese Verpflichtung ist nur an eine einzige Bedingung geknüpft, eine Bedingung, die sich im Grunde von selbst v e r st e h t. Deutschland würde Belgien gegenüber seine Handlungsfreiheit wiedergewinnen, wenn Belgien in einen Krieg, in den Deutschland verwickelt wäre, militärisch a u f die Seite der Gegner Deutschlands t r e t en sollte. Das würde natürlich nicht nur dann der Fall sein, wenn belgische Streitkräfte auf der Seite unserer Gegner mitkämpften, sondern auch dann, wenn sich die belgische Regierung — etwa auf Grund der Zugehörigkeit Belgiens zum Völkerbund — bereitfinden sollte, belgisches Gebiet den feindlichen Streitkräften als Durchmarschland oder als Operationsbasis zur Verfügung zu stellen. Ferner hat die Reichsregierung, entsprechend der Ankündigung des Führers und Reichskanzlers, mit ihrer Verpflichtung, die Unverletzlichkeit und Integrität Belgiens zu respektieren, die Versicherung verbunden, Belgien auf seinen Wunsch Bei st and zu gewähren, falls es Gegen ft and eines Angriffs oder einer Invasion sein sollte. Mit dieser Erklärung hat die Reichsregierung dem von der belgischen Regierung selbst eingenommenen Standpunkt in einer so klaren und eindeutigen Weife Rechnung getragen, daß für Zweifel irgendwelcher Art kein Raum mehr bleibt. Belgien hat die uneingeschränkte Gewißheit erhalten, daß es, solange es nicht bei einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion mitwirkt, von jeder militärischen Aktion Deutschlands verschont bleibt, und daß es, falls es von anderer Seite angegriffen werden sollte, auf den vollen Beistand Deutschlands rechnen kann. Die Reichsregierung darf für sich in Anspruch nehmen, mit diesem uneigennützigen großzügigen Schritt einen neuen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens geleistet zu haben. Sie glaubt aber ferner zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß dieser Schritt auf die Entwicklung der gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien einen -günstigen Einfluß ausüben wird. Belgiens Politik der ilnabhängigkeit. Außenminister Spaak sieht in der deutschen Erklärung einen wertvollen Beitrag zur Konsolidierung des Friedens. Brüssel, 13. Okt. (DNB.) Der deutsche Gesandte Freiherr von Richthofen wurde Mittwochvormittag von dem belgischen Außenminister S p a a k empfangen. Im Anschluß daran empfing Außenminister Spaak die belgische Presse. Der Minister drückte seine größte Befriedigung über die deutsche Erklärung aus und hob hervor, daß damit ein wertvoller Beitrag zur Konsolidierung des Friedens in Europa geleistet worden sei. Die belgische Regierung sehe in der deutschen Erklärung die Folge der Unabhängigkeitspolitik Belgiens, die im Auslande immer mehr gewürdigt werde. Unter Hinweis auf die Tatsache, daß es bis jetzt noch nicht möglich gewesen sei, den Locarnovertrag durch einen anderen Vertrag zu ersetzen, was nicht an dem Verschulden Belgiens liege, bemerkte der Minister, daß die deutsche Erklärung einen einleitenden Charakter in dem Falle habe, daß es gelingen sollte, das belgische Statut durch ein neues allgemeines Abkommen zu regeln. Die belgische Regierung werde es an Bemühungen hierzu nicht fehlen lassen. Der Minister betonte weiter, daß a n d e n Völkerbundsoerpflichtungen sich nichts geändert habe; er unterstrich den in der ehrlichen deutschen Erklärung enthaltenen Vorbehalt, wonach die Belgien gewährte Zusicherung nicht gilt, wenn Belgien sich an einer militärischen Aktion gegen Deutschland beteilige. Der Minister sprach die Erwartung aus, daß die öffentliche Meinung in Belgien die Anstrengungen anerkenne, die die belgische Regierung gemacht habe, um Belgien ein Statut der Unabhängigkeit zu geben, das nichts zu tun habe mit dem Neutralitätsstatut der Vorkriegszeit. Dieses Statut bringe für Belgien auch Pflichten mit sich, und zwar in erster Linie die Pflicht, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Verteidigung des Landes zu sichern. Das Echo in Lochen. Ein neues Element der Sicherheit. London, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" begrüßt den deutschen Schritt. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß die deutsche Erklärung ein Schritt in der richtigen Richtung sei. Jede Maßnahme, die, wenn auch nur in einem kleinen Teilgebiet, den Frieden bringe, sei zu begrüßen. Die deutsche Erklärung bringe ein neues Element der Sicherheit nach Westeuropa. Sie werde daher von allen denen begrüßt werden, die auf dem Standpunkt stünden, daß der Frieden schrittweise erreicht werden müsse. Das Nachlassen der Spannung irgendwo müsse zu diesem Prozeß beitragen. Es sei eine Zusicherung gegeben worden, die nicht nur für Belgien, svndern auch für England und Frankreich wich- t i g sei. Die „Times" hält es ferner für bedeutsam, daß in der deutschen Erklärung das Wort „Neutralität" nicht vorkomme, denn Belgien wünsche nicht Neutralität, sondern Unabhängigkeit. Belgien habe allen Grund, mit der Erklärung zufrieden zu sein. Es fühle, daß es seine Stellung gestärkt habe. Das englische Volk aber, das sich verpflichtet habe, Belgien zu verteidigen, habe ebenfalls allen Grund, die Erklärung zu begrüßen. Italien unterrichtet. Berlin, 13. Oft (DNB.) Angesichts des besonderen Interesses, das der heute vollzogene deutsch-belgische Notenwechsel natürlicherweise bei den übrigen Weslrnächteu finden wird, wird von zuständiger Seite darauf hingewiesen, daß d i e italienische Regierung über die deutschbelgischen Verhandlungen fortlaufend unterrichtet worden ist. Eine neue Rede Roosevelts. Washington, 13. Oktober. (DNB.) Präsident Roosevelt hielt eine Rundfunkrede, die sich in ihren wesentlichen Teilen mit Fragen der Innenpolitik beschäftigte. Erst zum Schluß kam Roosevelt auf die Außenpolitik zu sprechen. Die Bereitwilligkeit Amerikas, an der N tz u n m ä ch t e k o n s e r e n z teilzunehmen und einen Ausweg aus dem Konflikt in China zu suchen, sei ein Beispiel für eine mögliche Zusammenarbeit. Die Entwicklung der Zivilisation und des menschlichen Wohlergehens sei von der Annahme gewisser grundlegender Anstandsregeln abhängig, die die Beziehungen der Menschen untereinander ordneten. Die Entwicklung des Weltfriedens fei ebenso davon abhängig, daß die Nationen solche Anftandsregeln akzeptierten, deren Verletzung dem Wohlergehen aller Völker schade. Roosevelt schloß damit, daß der gesunde Menschenverstand Amerikas mit ihm übereinstimme, daß Amerika den Krieg hasse, den Frieden erhoffe und daher aktiv den Frieden suche. Sicherung desIn'edens. Von unserer Berliner Schristleiiung. „Die deutsche Regierung hat weiter Belgien und Holland versichert, daß sie bereit ist, diese Staaten jederzeit als unantastbare neutrale Gebiete anzuerkennen und zu garantieren." Dieser Satz aus der Reichstagsrede des Führers und Reichskanzlers vom 30. Januar 1937, der damals mit Recht in der Welt als ein politischer Akt von größten Wirkungsmöglichkeiten erörtert wurde, bildete die erste Stufe zu einer politischen Basis, auf der sich einmal das Gebäude eines schon so oft umstrittenen und von gewissen Mächten immer wieder zu Fall gebrachten Westpaktplanes erheben könnte. Nunmehr hat Deutschland durch den deutsch-belgischen Notenaustausch jener ersten Stufe eine zweite im Wege der Vorleistung hinzugefügt; die belgische Unantastbarkeit wird in einem feierlichen diplomatischen Akt durch die Reichsregierung ausdrücklich bekräftigt und nur eine einzige selbstverständliche Ausnahme gemacht für den Fall, daß Belgien sich in einem Kriege auf die Seite der Angreifer Deutschlands schlage oder ihnen sein Gebiet für den Durchmarsch zur Verfügung stellen sollte. Dieser Fall aber scheidet seit der bekannten Erklärung König Leopolds II. von Belgien über die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der belgischen Politik aus der Betrachtung aus. Mit dieser Anerkennung der belgischen Unverletzbarkeit durch Deutschland kommt eine Entwicklung zum Abschluß, die Belgien selbst aus dem System der Bündnisse und der Verpflichtungen herausgehoben hat. Belgien war nach dem Kriege durch das Militärabkommen von 19 2 3 an Frankreich gebunden. Als Frankreich das Bündnis mit Moskau schloß, erweckte dieser Rückfall in die französischen Vorkriegskoalitionen in Belgien die Besorgnis, daß man f ü r ganz fremde Ziele bluten solle. Diese Abneigung hat dazu geführt, daß zunächst im Juli 1936 der belgische Außenminister Paul Henry Spaak sich für eine unabhängige belgische Politik und für den nachbarlichen Frieden aussprach. Am 14. Oktober 1936 fand in Brüssel ein Ministerrat statt, in dem König Leopold die Wendung der belgischen Politik ankündigte. Der König sagte u. a.: „Ein Bündnis, selbst wenn es rein defensiver Nptur ist, führt nicht zum Ziel, denn so schnell auch die Hilfe eines Verbündeten erfolgen könnte, so würde sie doch erst nach dem blitzartig vor sich gehenden feindlichen Einfall einsetzen können. Um gegen den ersten Stoß anzukämpfen, würden wir in jeder Lage allein sein. Deshalb müssen wir eine ausschließlich belgische Politik verfolgen. Diese Politik muß entschlossen darauf abzielen, uns aus den Streitigkeiten unserer Nachbarn herauszuhalten. Sie entspricht unserem nationalen Ideal". Damit war die neue belgische Politik ausgesprochen. Belgien wies die Uebernahme neuer internationaler Verpflichtungen zurück. Es war bereit, Gegenstand einer Garantie zu sein, aber selbst wollte es nicht mehr Bürge sein und die Verstärkung seiner Armee wurde nur vorgenommen, um sich selb st zu verteidigen für den Fall, daß es unmittelbar angegriffen werde. In Paris empfand man sehr lebhaft, daß dem französischen Bündnissystem ein harter Schlag versetzt worden war, aber man bemühte sich zunächst, diese Sachlage zu vertuschen. Generalstabsbesprechungen, so hieß es, würden auch fernerhin zwischen englischen, französischen und belgifchen Militärs erfolgen. Belgien werde ferner gemäß Artikel 16 der Völkerbundssatzung an Sanktionsmaßnahmen, die vom Völkerbund verhängt werden könnten, teilnehmen und das Durchmarschrecht den Truppen eines dritten Staates, die an einer „kollektiven" Aktion teilnähmen, gestatten. Ein französischer Fragebogen sollte Belgien vorgelegt werden, und Belgien sollte sich mit England und Frankreich solidarisch erklären. In England beurteilte man die Sachlage ruhiger. Man wies darauf hin, daß Belgiens neue Politik durch die Tatsache mitbestimmt worden sei, daß in Frankreich die Volksfront-Regierung Leon Blums eine Schwenkung nach der bolschewistischen ISeite hin vorgenommen hätte. Belgien aber sei Gegner des französisch-sowjetrussischen Bündnisses. Die belgische Presse, mit Ausnahme gewisser marxistischer und franzosenfreundlicher Organe, aber trat nachdrücklich für die Haltung des Königs ein, und schließlich sahen sich die englische und die französische Regierung genötigt, in ihrer Erklärung vom 24. April die Befreiung Belgiens von allen Verpflichtungen ihnen gegenüber anzuerkennen, die sich aus dem Vertrag von Locarno oder aus den in London nach feiner Aufhebung durch den deutschen Schritt am 19. März 1936 getroffenen Vereinbarungen ergäben. Sie erklärten aber gleichzeitig, sich an ihre Beistandsverpflichtungen für Belgien gebunden zu halten. Das Werben um Brüssel hat, gestützt auf diese einseitige Beistandsbereitwilligkeit, auch in der Folge nicht aufgehört und man konnte der Ansicht sein, daß die Stellung Belgiens dadurch schief zu werden drohte. Die deutschen Zusicherungen geben der belgischen Politik nunmehr eine tragfähige Basis für die in Brüssel gewünschte Gleichgewicht spolitik. Darin liegt die große internationale Bedeutung des deutsch-belgischen Notenaustausches. Es muß heute vor allem daran erinnert werden, daß dieses erfreuliche Ergebnis der deutsch-belgischen Verhandlungen, durch das ein eXvaiger künftiger Westpakt weder ersetzt noch präjudiziert werden soll, vorbereitet worden ist durch das deutsche Memorandum an die Locarno ° Unterzeichner vom Günstige Aufnahme in der belgischen Preise LondonfürdenMchieinmischungsausschuß Tanganyika (ehemals Deutsch-Ostafrika): * Kam Gegenüber dem neuen Skandal in Prag, dessen für Deutschland beleidigender Inhalt bereits einen Vorläufer in einem ähnlichen Zwischenfall von 1935 hat, ist vor allem festzustellen, daß d i e tschechische Regierung sich in gewisser Weise Tage. Und der Sturm wird nicht auf den Sitzungssaal beschränkt bleiben, sondern seine Fortsetzung draußen im Lande finden, wo man täglich allen möglichen tschechischen Schikanen ausgesetzt ist. Diese Schnarren werden sich, wie wir die Tschechen kennen, verstärken, sie werden sich in ihrer verstärkten Form nicht auf die Slowaken beschränken, sondern auch auf die anderen Minderheiten ausdehnen, was man dann eine ganz kluge Staatspolitik nennt. Tschechen hat er sich nicht herangewagt. Natürlich werden die Slowaken mit ihrem Antrag kein Glück haben. Denn die Prager Regierung wird schon dafür sorgen, daß er sein Ziel nicht erreicht. Wichtiger ist indessen, daß die Slowaken wieder vorstoßen und den Tschechen unbequem zu werden beginnen. Bei der von Prag geübten Minderheitenpolitik allerdings kein Wunder. Die Herbstsession des tschechischen Parlaments verspricht also recht stürmische Tschechischer Minister eröffnet deutschfeindliche Kunstausstellung in Prag Brüssel, 13. Okt. (DNB.) Die ersten Kommentare der belgischen Presse erwecken den Eindruck, daß die deutsche Erklärung von der öffentlichen Meinung in Belgien äußer st günstig ausgenommen worden ist. „Libre B e l g i q u e" schreibt, die deutsche Erklärung sei geeignet, die Stellung Belgiens in bemerkenswerter Weise zu festigen. Die belgische Unabhängigkeitspolitik habe durch diese Erklärung Deutschlands ihre endgültige Weihe erhalten. Vor einiger Zeit schon hätten sich Frankreich und Großbritannien vor den neuen Auffassungen der belgischen Außenpolitik verneigt. Vor einigen Tagen hätten die kleinen und mittleren Staaten in Genf der belgischen Unabhängigkeitspolitik ihre Anerkennung gezollt, indem sie Belgien in triumphaler Weise in den Völkerbundsrat gewählt hätten. Der Kreis schließe sich nunmehr durch die Zustimmung Deutschlands. — Die Wirtschafts- und Börsenzeitung „L ' E ch o de la Bourse" schreibt, die deutsche Erklärung sei geeignet, die Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland zu verbessern. Sie stelle darüber hinaus einen Faktor der Befriedung von großer Tragweite dar. Sie könne der Ausgangspunkt für neue Besprechungen zwischen den Mächten bilden, denen die Wiederherstellung der Sicherheit in Westeuropa am Herzen liege. Maßlos gehässig ist das Urteil ber reaktionären nationalistischen Zeitung „Nation B e l g e", die sich in ihrem krankhaften Haß gegen Deutschland zu der Behauptung versteift, für Belgien gebe es nur eine Friedenssicherung, und diese bestehe in einem zerstückelten, schwachen, in sich zerrissenen Deutsch- polnische personal-pfarreien in Danzig. Danzig protestiert gegen Verletzung seiner Patronatsrechte. Danzig, 13. Okt. (DNB.) Am Sonntag ist i n zwei Danziger Kirchen, die von Polen gebaut sind und mit polnischen Geldern unterhalten werden, von der Kanzel verkündet worden, daß sie die Rechts st ellung von polnischen Personal - Pfarreien erhalten haben. — Damit sind diese Kirchen aus dem organisatorischen Zusammenhang der örtlichen Pfarreinteilung des Danziger Bistums gerissen. Denn polnische Pfarrer, die mit dem Danziger Senat keinerlei rechtliche Beziehungen haben, sondern Privatleute sind, erhalten die volle Selbständigkeit für alle plarr- amtlichen Angelegenheiten. Bisher waren die durch die polnische Initiative entstandenen Kirchen nur für diejenigen polnischen Staatsangehörigen zuständig, die sich von selbst ihrer Seelsorge unterstellten. Nach der vom Papst genehmigten Einrichtung von Personal-Pfarreien würden polnische Pfarrer in Danzig aber die Möglichkeit habem sich in der gesamten katholischen Bevölkerung zu betätigen. Da die in Danzig lebenden polnischen Pfarrer in den politischen Organisationen eine führende S te l l u n g einnehmen, ist zu befürchten, daß sie innerhalb der katholischen Bevölkerung in Danzig Polonisierungsarbeit betreiben. Der Präsident des Senats hatte a n den V a t i k a n ein Telegramm gerichtet, in dem er schärften Protest gegen diese Maßnahme einlegte und bat. sofort dem Bischof von Danzig Anweisung zu geben, die Personal-Pkarreien wieder aufzuheben. In einer Unterredung zwischen dem Präsidenten Greiser und dem Bischof von Danzig, Graf O'Rourke, wurde die vorläufige Aufhebung der beiden polnischen Personal-Pfarreien 'durch den Bischof von Danzig z u g e s a g t. Der Bischof hat ein Schreiben an die beiden, von dieser Entscheidung betroffenen polnischen Pfarrer in Danzig gesandt, in dem er ihnen Mitteilung davon macht, daß der Senat der Freien Stadt Danzig in Rom V r o t e st gegen die Dekrete der Errichtung der Personal-Pfarreien eingelegt habe, wodurch die Wirkung der Dekrete bis auf Weiteres suspendiert werde. Oie Slowaken stoßen vor. Wenn auch der Name des slowakischen Volkes im Namen des tschechischen Nationalitätenstaates verankert ist, so bedeutet das noch längst nicht, daß die Slowaken die gleichen Rechte wie das tschechische „Staatsvolk" besitzen. Sie waren seinerzeit nur gut genug, sich in eine Verschwörung gegen die Doppelmonarchie einzulassen, sie glaubten auch daran, daß der in Pittsburgh (USA.) während des Weltkrieges mit ihnen abaeschlossene Vertrag nach Zerstörung der Habsburg-Monachrie erfüllt werden würde. Statt dessen setzte sofort ein scharfer Kampf gegen die Slowaken ein, der bis heute nicht nach- hat. Vor zwanzig Jahren ist nun der tschechische Nationalitätenstaat gegründet worden, Grund genug für die Slowaken, sich mit alten Versprechungen und ihrer Nichterfüllung zu beschäftigen. Das ist jetzt im „Slowak". dem Organ des Slowakenführers Hlinka, geschehen. Hlinka hat den Tschechen eine historische Vorlesung gehalten, hat aber gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß die Slowaken zum Zeichen ihres nicht gebrochenen Kampfeswillens im Parlament einen neuen Antrag zur Herstellung der politischen Autonomie der Slowakei stellen werden. Zwar hat der Zensor in dieser Nummer des „Slowak" wild gewütet, aber an das Kernstück der Abrechnung mit den 7. März 1936, durch das Deutschland aus den bekannten Gründen das Locarno-Abkommen aus- kündigte und zugleich die W ' e d e r h e r st e l l u n g seiner vollen Souveränität über das Rheinland mitteilte. Das Memorandum schlug u. a. beiderseitige entmilitarisierte Zonen und NichtangriffspaktegegenüberFrank- reich und Belgien auf die Dauer von 25Jahren sowie einen Luftpakt vor. Deutschland kam also schon damals als erstes Land den wiederholt geäußerten belgischen Wünschen nach außenpolitischer Unabhängigkeit und Selbständigkeit entgegen. Dabei war man sich auf deutscher Seite durchaus darüber klar, daß die Verpflichtungen Belgiens aus der Genfer Dölkerbundssatzung vor allem hinsichtlich wirtschaftlicher und militärischer Zwangsmaßnahmen auf Grund des berüchtigten Artikels 16 der Völkerbundssatzung über die Sanktionspflicht und das Durchmarschrecht für Belgien eine Belastung seiner eigenen Wünsche bedeuteten, eine Belastung, deren zwingender Charakter von Belgien bestritten, von Frankreich aber um so lauter betont wurde. Auch die französisch-englische Erklärung vorn 24. April 1937 über die bereits erwähnte Entlassung Belgiens aus seinen Locarno- Verpflichtungen unterstrich nachdrücklich jene Bindungen Belgiens an die Genfer Satzung. Schon drei Tage nach jenem deutschen Memorandum erfuhr die Welt aus der Kammerrede des belgischen Ministerpräsidenten vom 10. März 1936 auf wie günstigen Boden die deutschen Vorschläge bei der belgischen Regierung gefallen waren: „Die Vor- - schlüge des Kanzlers Hitler enthalten Gedankengänge, die konstruktiver Art sind und für uns ein großes Interesse haben." Am 14. Oktober 1936 erfolgte dann die oben bereits angeführte Erklärung des Königs der Belgier über die Unabhängigkeit der belgischen Außenpolitik. Aber obwohl die Sachlage nunmehr für Frankreich und England vollkommen klar sein mußte, konnten sich diese beiden erst ein halbes Jahr später, am 24. April 1937 zu einer zustimmenden Erklärung entschließen. Der deutsch-belgische Notenaustausch stellt einen wirklichen Beitrag zur Sicherung des Friedens im Westen Europas dar, der um so höher anzuschlagen ist, als er deutscherseits geleistet wurde, ohne daß irgendwelche Sondervorteile verlangt worden sind Gleichzeitig ist damit ein neuer Beweis für die von Deutschland immer vertretene These erbracht worden, daß Verhandlungen über konkrete Einzelfragen zwischen den unmittelbar Beteiligten rascher und vollkommener zu einem Ergebnis führen als die vage verschwommene Idee von der sogenannten kollektiven Friedenssicherung. Die Belgien gegebenen Zusicherungen bedeuten auch keine Absage an den Gedanken eines Westpaktes. Sie nehmen lediglich eins seiner Probleme vorweg und regeln es in einer alle Beteiligten zufriedenstellenden Weife. Sie verbauen also den Weg zum Westpakt nicht, sondern schaffen für ihn wesentliche Voraussetzun- gen und fördern gleichzeitig die gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien. Deutschlands Kolonien als Rohstofflieferanten. Von Euqen Siebert. Das Grundproblem der Kolonien, die Dersor- gung des Mutterlandes mit tropischen Roh st offen, wird von den Nationen, die London, 13. Okt. (DNB.) In der heutigen Kabinettssitzung wurde hauptsächlich die neue Lage besprochen, die durch die italienische Stellungnahme zu der Anregung von Dreierbesprechungen über Spanien gegeben sei. Eden hat ausführlich den Standpunkt der französischen Regierung in der Freiwilligenfrage dargelegt. Die Minister sollen zu dem Ergebnis gekommen sein, daß ein neuer Versuch gemacht werden müsse, um zu einem Abkommen über Spanien zu gelangen. Aber der Zustand in Spanien dürfe, wenn die jetzt angestrebten Verhandlungen ergebnislos verlaufen sollten, nicht länger andauern. Im Einvernehmen mit Frankreich solle dem Nichteinmischungs-- ausschuß eine neue Chance gegeben werden, um das Freiwilligenproblem zum Abschluß zu bringen. Die Londoner Morgenpresse rechnet damit, daß für Freitag oder Samstag eine Sitzung des Nichteinmischungsausschusses ei'nberu- fen werden wird. „Daily Telegraph" meint, England und Frankreich würden im Ausschuß abermals versuchen, eine Einigung über den briti- lchen Plan vom 15. Juli herbeizuführen. Sollte danach eine größere Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seiten zurückgezogen sein, so sollten beiden Parteien die Rechte Kriegführender zugestanden werden. Man würde auf äußerste Beschleunigung der Beratungen drängen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, daß eine bestimmte Frist gefordert werden würde. Beide Staaten würden vielmehr auf dem Standvunkt stehen, daß, wenn feine Aussicht sei, innerhalb einer kurzen Frist zu einem Übereinkommen zu gelangen, sie andere Maßnahmen er- Die Nutzbarmachung der Rohstoffe der ehemals deutschen Kolonien wird deshalb nicht intensiv betrieben, weil die,Mandatsländer selbst an Rohstoffen Ueberfluß haben, während Deutsch« greifen könnten. Gleichzeitig würden Beratungen | ^MeMhl' S*!' London und Paris abgehalten werden Ler d^Ba'umL Ä1°'nsti7°k°L würde^ auck^die^Redrohunn^ kommen oder Anbaumöglichkeiten von Gespinst- ^ndi.n^nipnDer- fasern. Der Wirtschaftswert der Kolonien muß von nnn ÄnS ble 58efe^un0 einem Volke, das keine Rohstoffgebiete hat, natür- Times" hetnnf h.mfnfL0’ fr -rf* iich weit höher als von anderen Nationen veran- Re'aieruna »o hri?« fR ®erten< Während ein Kolonialgebiet von ffitnri her 9i r h o 41 o „ x A $y> ; * t - etwa der Größe Kameruns durch Eisenbahnen usw. m i f rh n nnsnusfrhnffe« nefieUt t-U erst in etwa 40 Jahren erschlossen werden konnte Mail^ will^ missen hnfc 'Tr^nfreirh nn^erenf" unb gewaltige Geldsummen und Arbeitskraft dafür nh, habe, notwendig waren, ist es heute, wie das italienische Minorcabesetzen entweder in der Form eines fU1 eit3Vüräerereit d-urck^Kra?? internationalen Abkommens oder in der Form einer ^hrlinipn imhb w w JJ’ gemeinsamen Flottenpatrouille. Das Kabinett habe ' sich jedoch nicht zu Maßnahmen dieser Art bereit I bfLn^f 9pinfpfa»nh !^se^"'Äiln'McüU m^n^da?No°w? F' Wirtschaftskrise di Ausbeut? von Rohstoffen in den r u"ß l and f W Ä Kolonien vernachlässigt KaulsAk, Baum- kch7n würdet D^skustion sicherlich leb h a N u n d während Deutschland von solchen Weltmarktstimweitschweifigwerden mungen frei war. „News Chronicle" erklärt, über die Frage einer Nehmen wir nur die Rohstoffproduktion der ehe. gemeinsamen englisch-französischen B e s e tz u n g wals afrikanischen deutschen Besitzungen und von Mi norca herrsche Uneinigkeit zwischen Lon- vergleichen wir die koloniale Rohstoffproduktion der don und Paris. In London glaube man, daß eine Mandatsgebiete mit der deutschen Rohstoffeinfuhr, solche Anregung nur indirekt mit den spanischen dann wird sich ergeben, was vom Gerede der Man- Ereignissen in Beziehung stehe und es sich vielmehr datsbesitzer, die ehemals deutschen Kolonwlgediete in erster Linie um eine Angelegenheit der franzö- waren wertlos, zu halten ist. Nach ihren Statisti- sischen Verteidigung handele. In der Praxis werde ^en führte aus: das wohl bedeuten, daß England den Versuch machen werde, den Gedanken möglichst lange, wenn möglich für immer, unberücksichtigt zu lassen. uns in Versailles unsere Kolonien fortgenommen haben, gern übersehen. Deutschland habe bis vor dem Kriege keinen Nutzen aus seinen Kolonien ge- , s s- r r =. , k i rx s. «zogen. Das Deutsche Reich könne überall kau- 7’ H°^us,bruchen c n ■ und daher habe es keine Kolonien nötig. Die nationalistische Blatt lediglich ,n der Gesellschaft des Rückgabe der deutschen Kolonien als Weg zur Lo- k° rn w uni st, sch e n Parteiorgans, das den |ung äe5 Rohstoffproblews sei daher gar nicht not- Außenminister Spaak wegen seiner Politik an- wendig so heißt es 9™!*-,®i= "?rr.!?i!che Presse äußert sich zu- @5 ist NUN nicht wahr, daß die ehemaligen deut- ruckhaltend und halt besonders di- Feststellung für Kolonien al- Rohstofflieferanten für Deutsch, wichtig, daß die Volkerbundsoerpslichtungen durch [anb jn Betracht kämen. Ein Blick auf die von d,e Vereinbarung m,t Deutschland nicht abgefchwacht ^n Mandatsländern veröffentlichten Ausfuhrziffekn wvroen leiem zeigt dies. In mühsamer Arbeit hatten Deutsche Die flämisch« Zeitung D- Stand aard da- Z in ben bcr Reichsflagge unterstehenden Ge- gegen erinnert an die P-rw,cklungen die ft» für °biekn Afrikas Plantagen angelegt, Eifenbahnen h sranzosifch-sowietruffifchen Bund- gebaut, di- Zivilisation jener Gebiete gesichert und nnHtonncn- ®e.r unf-lig- Militär- gehoben. Deutschland hatte aus seinen Kolonien von pakt zwischen Moskau und Paris hatte Bedien >n Anfang an gewisse Mengen Rohstoffe erhalten, üie önn-n Lr°R^ir,k°be 'ÄH™ Laufe der Ä-chre immer umfangreicher wurden, können. Dieser Pakt und die Erfahrungen. die Sei- gn ber Don zggg bj5 igiz stieg dis Ausfuhr S LI u.n'erer Kolonien an Rohstoffen von 17 auf über "Nias.ber ®runbe bar' ble ben 150 Millionen Reichsmark und die Ausfuhr wäre BSÄS ft-EE E » äs ssu-js srs Erfordernissen der geographischen Lage Belgiens öie Ausfuhrwerte ' 2..... übereinstimmt. Diese Politik sei künftig eine Poli - mastpn- ° tif strenger Unabhängigkeit und tat- D sächlicher Neutralität. Belgien lehne sich künftig nicht mehr einseitig an eine Macht an, es wolle in Frieden leben mit allen seinen Nachbarn. . Sollten Verwicklungen entstehen, so werde Belgien ’'Äect # in eigener Souveränität entscheiden, , welches seine Haltung sein müsse. Die belgische L?e ^ranfs' Politik bestehe ausschließlich darin, den Krieg von Japanische l)en den Grenzen Belgiens fernzuhalten Zusammen in RM Prag, 13. Okt. (DNB.) Das Blatt der Sudetendeutschen Partei, „Die Zeit", meldet: In Anwesenheit des Ministers für Schulwesen und Volksaufklärung, Dr. Franke, wurde gestern in den Räumen des „Kunstvereins Manes" in Prag die Ausstellung „Der heutige Manes" eröffnet. Die Ausstellung enthält eine ganze Serie von deutschfeindlichen Karikaturen Minister Dr. Franke hielt die einleitende Ansprache. Der Rektor der Kunstgewerbeschule, Dr. Jaromir P e c i t a , nannte den Verein Manes „einen Wächter des freien Kunstschaffens". Unter den Augen des Ministers wurden als die Erzeugnisse dieses Kunstschaffens u. a. eine Reihe von Tuschzeichnungen Frantisek Bidlos gezeigt, die die Person des deutschen Reichskanzlers schwer verunglimpfen. Verunglimpfungen des Deutschen Reiches stellen ferner die Zeichnungen dar, die Antvnin P e l v ausstellt. Eine von ihnen, die auch in dem offiziellen Katalog der Ausstellung ab- gebiibet ist, bringt unter dem Schlagwort „W i l - f o n 5 Frieden" in Abscheu erregender Weise die Gerippe zweier gefallener deutscher und italienischer Soldaten auf das Papier, die vor einem auf dem Liktorenbündel und dem Hakenkreuz aufgespannten Stacheldraht niederstürzen. Ueber ihnen schwebt der Geist Wilsons. Andere Zeichnungen zeigen Schreckge st alten deutscher Soldaten, die mit dem Hakenkreuz auf den Stahlhelmen als „Unhold" und „Kriegspolypen" die Welt verheeren. Eine Photomontage stellt einen ordengeschmückten deutschen General mit einem Fischkopf dar und ist mit den Worten „Ein Frieden liebender wilder Fisch" und anderen Schmähversen überschrieben. Eine andere Photomontage John Heartfields, der, wie andere Aussteller, schon bei einer früheren Manes-Ausstel- lung Anstoß erregte, bildet zwei SA-Männer ab, die mit aufgepflanztem Bajonett ein großes Stück Rindfleisch tragen, das mit folgendem Vers überschrieben ist: „Ich bin ein fremdstämmiges Beefsteak; ich habe deutsche Magen geschändet", „Fort mit dem Beefsteak" ist ber Titel dieses „Kunsterzeugnisses". mit der Tendenz der Aussteller identifiziert. Ein Mitglied der tschechischen Regierung, ein amtierender Minister hat die Ausstellung mit einer Ansprache eröffnet, obwohl gerade ihm in seiner Eigenschaft als Bildungsminister weder die geistige Haltung der Aussteller noch ihre Produkte ugbefannt fein konnten. Ferner scheint uns, daß niemand sich mit der deutschen Nachrüstung auch nur auf dem Gebiet der Karikatur befassen sollte, der gegenüber Europa ein so schlechtes Gewissen haben muß wie die Tschechoslowakei auf Grund ihrer enormen Rüstungsgeschäfte einerseits und auf Grund ihrer Beteiligung an dem Moskauer Einkreisungspakt andererseits. Wir haben es von amtlicher tschechischer Seite, darunter auch gerade von den maßgeblichsten Männer drüben, in regelmäßigen Abständen immer wieder versichern hören, welch großen Wert die Tschechoslowakei auf ein ausgeglichenes nachbar -! liches Verhältnis zu Deutschland lege. Angesichts so schwerer Herausforderungen jedoch, wie sie in jener Ausstellung und in dem höchst befremdenden Verhalten des tschechischen Bildungsministers liegen, müssen jene tschechischen Versicherungen noch mehr an Wert verlieren, als das auf Grund des Problems ber Sudetendeutfchen ohnehin schon der Fall ist. Wir fragen, welch ein Höllenlärm sich in der Tschechoslowakei erheben würde, wenn auch nur die leiseste Verunglimpfung gegen sie in Deutschland erfolgen würde, noch dazu unter Beteiligung maßgeblicher Stellen — sofern etwas derartiges im neuen Deutschland überhaupt öenfbar ist. Rechnet man zu diesen afrikanischen Schätzen die Die unglaubliche Schmutzigkeit verschiedener Mach- Erträgnisse der ehemals deutschen Kolonien in b er roerfe scheint sehr wohl in verantwortlichen Kreisen ISüdsee hinzu, so ergibt sich noch ein sprechende- empfunden $u merben. ©o hat ber Minister res Bilb. Das wertvolle Ergebnis ber Kokospalme, s- e verschiedene Karikaturen, welche aus- die Kopra, wirb hauptsächlich in bem ehemals ländische Staatsmänner betreffen, bei seinem Rund- deutschen Schutzgebiet Neuguinea, auf Samoa usw. gang b e a n ft a n ö e t. Daraufhin wurden schließlich angebaut und hätte fast 77 v. H. des gesamten beut- z w e i b e r wiberlichen Schmierereien schen Einfuhrbebarfs an Kopra im Jahre 1933 ge» 1 ’ x misten ber Zerrbilber, in benen betft. Weiter mußten wir Phosphate aus ben peutfajlanb und Italien aufs gemeinste Vereinigten Staaten von Nordamerika, aus Alge- beleidigt werden, sind aber in ber Ausstellung be - rien unb Franzosisch-Marokko einführen, während lass e n worben. Es scheint also für maßgebende wir unseren Bebarf sehr gut aus ben Phosphat- tschechische Kreise fragwürdig zu fein, ob man es lagern ber ehemals beutschen Insel Nauru hätten nur bei einem V e r s u ch einmanbfreier Haltung becken können, besten Phosphatlager in Dorkriegs- belasten (oll, ober ob man die hetzerischen Ent- zeiten burch beutsche Unternehmer erschlossen rour« gleisungen ganz unterbinden will. Es ist jedoch den. Wir hätten, sehen wir von Baumwolle, Kup- em grundlegendes Erfordernis wirklicher Kultur, fererzen usw. ab, im Jahre 1933 bereits einen ganz b?.^. mc?n au5 ber Prager Ausstellung alle An- erheblichen Teil unseres Rohstoffbedarfs aus den stößigkeiten entfernt. l ehemals deutschen Kolonien decken können, wenn unserer Kolonien folgender- 1930 1931 1932 Millionen 1933 7,845 5,037 4,206 6,616 220,0 132,3 112,3 105,9 14,3 14,9 13,9 15,6 10,7 12,8 13,9 25,9 220,5 145,6 98,3 131,5 1928 1933 Tonnen Tonnen Sisalhanf 33 500 66 900 Baumwolle 4 971 5156 Erdnüsse 10 800 19 500 Kautschuk 34,2 — Kopra 9 470 8 288 Kaffee 6 706 12 922 Reis 4 063 6 394 erun (französisches unb englisches Mandar- 1928 1933 Tonnen Tonnen Palmkerne 34 380 40 028 Palmöl 6 417 10168 Kautschuk 2160 290 (!) Kaffee 7 520 Kakao 12 894 20 789 fr. Bananen 247 16 810 Togo: 1928 1933 Tonnen Tonnen Palmkerne 46 136 6 359 Palmöl 1328 648 Baumwolle 2 045 1037 Kapok 175 163 Kaffee 3,3 8,7 Kakao 6 317 6 986 S üdwest: 1928 1933 Tonnen Tonnen Kupfererze 60 000 21 500 Vanadiumerze 4 064 1184 Karakulfelle 124,7 447,2 Rinbvieh 31 000 42 500 Stücr Schafe, Ziegen 88 000 134 000 „ wir dort die Souveränität ausgeübt hätten. Und zwar betrug an: Kakao 1933 die Einfuhr in Deutschland 78 000 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 32 439 „ also Anteil an der deutschen Einfuhr 41,5 v. H. Kaffee 1933 die Einfuhr in Deutschland 130 000 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 13 452 „ also Anteil an der deutschen Einfuhr 10,4 v. H. Kopra 1933 die Einfuhr in Deutschland 121 000 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 94 080 also A n t e i l an der deutschen Einfuhr 77,7 v. H. pflanzlichen Deien und pflanzlichen Fetten 1933 die Einfuhr in Deutschland 87 681 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 10 816 „ also Anteil an der deutschen Einfuhr 12,3 v. H. Sisalhanf 1933 die Einfuhr in Deutschland 44 500 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 66 900 „ Ueberfchuß über deutsche Einfuhr 57 v. $). Phosphaten 1933 die Einfuhr in Deutschland 688 228 Tonnen Ausfuhr aus ehemaligen Kolonien 734 550 „ Ueberfchuß über deutsche Einfuhr 6,6 v. H. Uebrigens hat auch, ohne diesen hohen Anteil zu kennen, den Rohstoffe aus deutschen Kolonien haben würden, wenn sie noch unser wären, der konservative Unterhausabgeordnete Oberstleutnant Sir Arnold Wilson in einem Briefe an die „,Times" vom 29. September 1936 gesagt: Wenn Deutschland in der Lage gewesen wäre, von 1914 an eine ständige fortschrittliche Entwicklung seiner Kolonien in Gang zu halten, dann würde Deutschland, selbst in -em bescheidenen Ausmaß, das England in den angrenzenden Kolonien erzielt habe, jetzt aus seinen afrikanischen Kolonien einen doppelt so hohen Hundertsatz seiner Einfuhren beziehen wie England aus seinen Kolonien in Afrika. Weder England noch Frankreich sind überhaupt in der Lage, den ehemaligen deutschen Kolonien einen wirtschaftlichen Auftrieb durch die Tätigkeit des weißen Mannes zu geben. In Togo und dem französisch gewordenen Teil Kameruns hat Frankreich syrische Händler eingeführt, die sich zu einer wahren Landplage entwickelten, im ehemaligen Deutsch-Ostafrika dringen die Hindus immer stärker auf Kosten der Europäer vor. Als dort das deutsche Privatvermögen von den Briten mit einem geschätzten Wert von 659 Millionen Mark versteigert wurde, fanden sich nicht genug Engländer, um zu bieten, und so ging der weiße Besitz für das Spottgeld von 27 Millionen Mark in die Hände von Farbigen über. Erst 1925 wurde den Deutschen dort die Rückkehr gestattet, aber England hat gegen alles Völkerrecht die in Deutschost übliche Rupienwährung durch die englische Schillingwährung e^otzt, das Tanganyikagebiet, also die frühere deutsche Kolonie, ist zollpolitisch und postalisch m i t Britisch-Ostafrika verbunden worden, die Briefmarken tragen den Kopf des britischen Königs, was nur in den englischen Kronkolonien üblich ist. Oer Legitimismus in Ungarn Der ungarische „Kleinbauernsührer" Tibor von Eckardt hat sich zusammen mit der „Vereinigten christlichen Opposition" und der „Demokratischen Partei" für die Restauration der Habsburger in Ungarn eingesetzt. Tibor von Eckhardt ist Führer der sogenannten Partei der kleinen Landwirte, geht in verschiedenen fremden Gesandtschaften ein und aus und bat enge Tuchfühlung mit dem in Ungarn sehr mächtigen Judentum, das sich hier ebenso wie in Oesterreich von „rot" oder „rötlich" zu „schwarzgelb" durchmausert. Der ungarische Reichsverweser hat sich erst vor wenigen Tagen sehr deutlich auf die Achse Berlin—Rom gestellt, deren Bedeutung für den europäischen Frieden er wirksam unterstrich. Die Erklärung Tibor von Eckardts steht in schärfstem Widerspruch zu der Auffassung der ungarischen Regierung und des Reichsverwesers selbst, was naturgemäß die Bedeutung der ausgesprochenen Rechtsgruvpen für die ungarische Regierung erhöht. Diese Wandlung deutete sich schon vor kurzem an, als ein Strafverfahren aegen den Führer einer ausgesprochenen antisemitischen Rechtsgruppe vertagt wurde Man nimmt an, daß der jetzt von legitimistischer Seite auf der ganzen Linie eingeleitete Kampf für den Restaurationsgedanken zu einer schärfer umrissenen Frontenstellung in den grundsätzlichen innenpolitischen Fragen führen wird, wobei ein offener Bruch zwischen allen national eingestellten Kreisen und Tibor von Eckhardt selbstverständlich sein wird. ______ Der Einsatz deutscher Werkstoffe. Das erste Jahr des Vierjahresplans planmäßig verlaufen. Oberst Löb zieht Bilanz. Berlin, 14. Oft. (DRB.) Im Berliner Zoo fand eine Kundgebung der Technik „Deutsche Werkstoffe" statt. Der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, Oberst Löb, übermittelte zunächst die Grüße des Schirmherrn der Veranstaltung, des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und legte dann die Zusammenhänge dar, in denen die deutschen Werkstoffe als Rückhalt des industriellen Teiles des Vierjahresplans stehen. Ausgehend von den genügend vorhandenen eigenen Roh st offen, wie Kohle, Steine, Erden und Holz, zeigte der Redner, daß der deutsche Boden auch genügend Metalle enthalte, was leider noch viel zu wenig bekannt sei. Er wies dabei auf die Eisen - und Kupfervorräte in Deutschland hin, die allein ausreichen würden, Deutschlands Bedarf in absehbarer «Zeit zu decken. Dennoch könne die Erfassung aller dieser Vorräte nicht zur Deckung des Bedarfes genügen, da es infolge des Mangels an menschlicher Arbeitskraft nicht möglich sei, die Förderung in dem durch die Industrialisierung bedingten notwendigen Tempo durchzuführen. Daher komme den Austausch- maßn ahmen eine große Bedeutung zu, um die Einfuhr devisengebundener Schwermetalle nach Möglichkeit zu verringern. Hier ständen die Leichtmetalle, insbesondere Aluminium und Magnesium, sowie Steine und Erden, Porzellan und Glas, aber auch Holz und das große Gebiet der deutschen K u n st st o f f e zur Verfügung. Gerade die Kunststoffe seien ein Gebiet von derart ungeheurer Bedeutung, daß es gar nicht abzusehen sei, wohin der technisch genügend geplante Einsatz noch einmal führen werde. Wenn die Propaganda für sie noch nicht besonders groß aufgemacht worden sei, so liege dies daran, daß die Erweiterung und der Ausbau der Rohstoffgrundlage für diese Grundstoffe noch nicht völlig beendet seien. Diese Entwicklung schreite jedoch täglich fort. Beim Holz liege das Problem darin, die notwendigen Mengen von Nutzholz aus seiner jetzigen Verwendungzu Brenn zwecken herauszunehmen und sie durch die reichlich vorhandenen a n - deren Brennmaterialien wie Kohle und Torf zu ersetzen. Von den 24 Millionen Feftmetern, die jährlich nur durch den Schornstein gejagt werden, müßten die notwendigen Mengen abgezweigt werden, um sie mittels der vorhandenen technischen Verfahren nützlicheren Zwecken zuzuführen. Der aus dem Holz gewonnene Zellstoff als Grundlage für Papier sowie für die Zellwolle bilde eine viel wertvollere Rohstoffgrundlage, so daß die Umstellung auf die erwähnten anderen Vetbren- nung&materialien nationale Pflicht sei. Aus diesem Grunde würde es daher möglich sein, auf dem Holzgebiet autark zu werden. Der Redner streifte sodann die Probleme der Kautschuk- und der Mineralölproduktion. Bei letzterer betonte er, daß Deutschland mit dieser Produktion einer Entwicklung voranschreite, die zwangsläufig in der ganzen Welt infolge des allgemeinen Nachlaffens der nationalen Erdölvorräte einsetzen werde. Nach Abschluß des er st en Jahres desVier- jahresplanes könne er feftstellen, daß die Bilanz dieses ersten Jahres außerordentlich g u t sei. Alles sei planmäßig gelaufen, fast jeder Tag habe etwas Neues gebracht, was dazu angetan fei, die nicht immer geringen Sorgen, die aus der verantwortlichen Durchführung dieser Fragen sich selbstverständlich ergeben, zu verringern. Der vorn Führer mehrfach bekundete Wille, den Vierjahresplan allen Widerständen und Gewalten zum Trotz durchzuführen, gebe auch für die weiteren Jahre des Vierjahresplanes allen Beteiligten die erforderliche Kraft und Zuversicht, um fein Gelingen zu gewährleisten. DieHauplstadiSmyuansvondenZapanernbesetzi To (io, 14. Ott. (Ostasiendienst des DNB. Funk- spruch.) Nach mehrtägigen heftigen Kämpfen haben japanisch-mongolische Truppen die Hauptstadt der innermongolischen Suiyuan-provinz, K weis ui, eingenommen. Die Stabt kweisui liegt an der wichtigen Suiyuan-Katgan-Eisenbahn, nur 100 Kilometer entfernt vom Endpunkt p a o f a u am Oberlauf des Gelben Flusses, kweisui stellt in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht ein Haupt- zentrum des chinesischen Einflusses in der inneren Mongolei dar. Seine geographische Lage wird gekennzeichnet durch die steil abfallenden Schansi-Berge auf der einen und die 1000 Meter höher gelegene innermongo- tische Steppe aus der anderen Seite. Es be- hertscht die wichtige, zum Steppengebiet der innermongolischen Ebene führende paß st raße, die nordwärts in eine Jahrhunderte alte Karawanen- strahe zur Auhenmogolei ausläuft. Mit diesem japanischen (Erfolg wird die Südgrenze der von den Sowjets beeinflußten Außenmongolei aus weite Strecken den. militärischen Einflüssen Japans ausgesetzt, was, wenn auch durch die Wüste Gobi behindert, sich auf das gesamte Fernosi-Sowjet-Der- teidigungssystem auswirken dürfte. Die japanischmongolischen Truppen setzten bereits ihren Marsch in westlicher Richtung auf den Eisenbahn-Endpunkt paotau fort. Japanische Kreise erwarten nun einen starken Aufschwung der plane zur Bildung einer autonomen inneren Mongolei durch Zusammenfassung der Tschachar- und Sui- yuan-provinzen unter dem japanfreundlichen Kurse des Fürsten Teroang. Friedensappell aus Mdchina. Peiping heißt wieder Peking. P e i p i n g, 13. DEL (DNB.) Durch eine Entschließung der Kommission zur Aufrechterhaltung der Ordnung, an deren Spitze General Tschiang- tschaotsung steht, wird die Stadt Peiping wieder Peking heißen. Damit wird auch äußerlich das Ende der Kuomintang-Herrschaft in Nordchina bezeichnet, die hier 1928 an die Macht kam. Die Kommission ruft gleichzeitig das chinesische Volk auf, an die Regierungen Chinas und Japans zu appellieren, die Feindseligkeiten einzustellen. Freundschaft zu schließen und wirtschaftlich zusammenzuarbeiten. Eine Fortsetzung des Kampfes würde nur beide Länder schädigen und könnte zum Untergang Chinas führen, wobei dann die Kommunisten die einzigen Nutznießer sein würden. Rassische und kulturelle Bande verknüpften Japan und China und wirtschaftlich seien sie beide abhängig voneinander. Friede zwischen China und Japan bedeutet Frieden im Fernen Osten und in der ganzen Welt. * Im Bereich der Tientsin—Pukau-Bahn eroberten die Japaner am Mittwoch Tehtschau und Pingyuan, zwei bedeutende Städte im westlichen Teil der Provinz Schantung. An der Peking— Hankau-Bahn erreichten die Japaner Nangtzek- w a n, die Grenzstadt zwischen den Provinzen Hopei und Schansi und den Ort T s ch u a n g t u in der Nähe des Passes, der im Norden von Niangt- zekuan das Tor zur Schansiprovinz bildet und durch den auch die Bahnlinie Schishiat- schuang—Taiyuan führt. Die japanischen Flugzeuge halten die zurückweichenden chinesischen Truppen in dauernder Unruhe. Mehrere Ortschaften an dieser Bahnstrecke und der Peiping—Hankau-Bahn wurden von ihnen bombardiert. Vertiefung der deutsch-japanischen Beziehungen. Tokio, 13. Okt. (DNB.) Maßgebende japanische Kreise hielten in Anwesenheit des ehemaligen Außenministers Arita, des Admirals Kiyo- träne Abo und des ehemaligen Justizministers Ohara eine Konferenz ab, die der Vertiefung des deutsch-japanischen Antikomintern-Abkommens diente. Es wurde beschlossen, eine Feier zum Jahrestag des Abschlusses des Antikominternabkommens vorzubereiten und zur Förderung der freundschaftlichen deutsch- japanischen Beziehungen und zur Vertiefung des Antikomintern - Abkommens Pressevertreter zu entsenden. Bolschewistische Angriffe an der Aragonfront abgewiefen (Salamanca, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch meldet aus 21 ft u r i e n : An der Südfront gingen unsere Truppen von den südlichen Höhen des Trabe-Ge- birges aus, durchbrachen die feindlichen Linien und besetzten die Sierra Migues. — An der Ostfront überschritten sie den Pilona-Fluß im Süden von Arriondas, umzingelten diesen nur noch 65 Kilometer von Oviedo entfernten Ort und besetzten mehrere Dörfer und Höhen. An der Front vor Madrid griff der Gegner am Dienstagabend und Mittwoch wiederholt unsere Stellungen bei Cuesta de la Reina (Aranjuez) an, wurde aber zurückgeschlagen. Es wurden 153 Gefangene gemacht. An der Aragonfront verbesserten unsere Truppen im Abschnitt Sabina- nigo ihre Stellungen. Zwei feindliche Angriffe wurden zurückgeschlagen. Im südlichen Teil des Ebro-Gebirges griff der Geg- ne.r mit ungeheurer Heftigkeit an, wurde aber an allen Stellen zurückgewie- f e n.Der Angriff auf Fuentes wurde mit starkem Artilleriefeuer zurückgewiesen Zehn Tanks wurden von uns außer Gefecht gefetzt, nachdem bereits am Dienstag neun Tanks von den nationalen Truppen erbeutet worden waren. Mehrere bolschewistische Jagdstaffeln wurden von zwei nationalen Jagdstaffeln zurückgetrieben, wobei zwei bolschewistische Flugzeuge abstürzten. Auf der Verfolgung gelang es der nationalen Jagdstaffel 10 weitere bolschewistische Flieger abzuschießen. Bei einem erneuten Angriff wurden elf bolschewistische Flugzeuge abgeschossen. Der Mittwoch war für die nationalen Truppen an der Aragonfront ein siegreicher Tag gewesen. Das Beileid des Führers zum Tode des Großherzogs Ernst Ludwig. LpD. D a r m st a i> f, 13. Oft. Dec Aührer Hal an die Familie des verstorbenen Grohherzogs Ernst Ludwig von Hessen folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Eurer königlichen Hoheit und den Angehörigen Ihres Hauses spreche ich zu dem schmerzlichen Verlust, der Sie betroffen hat, meine aufrichtige Teilnahme aus. Gez.: Adolf Hitler." Der Stellvertreter des Führers telegraphierte an den Erbgrohherzog: „Zum Tobe Ihres verehrten Herrn Vaters, des Großherzogs, mein aufrichtiges Beileid. Ich erinnere mich immer gern des seinerzeitigen persönlichen Zusammenseins in München, bei dem ich den Verstorbenen auch als Mensch kennen und hoch schäl- z e n lernte. Gez.: Rudolf Heß. Weitere Beileidstelegramme gingen ilo. ein von Ministerpräsident Generaloberst Göring, Generalfeldmarschall von Blomberg, Generaloberst Frei Herrn von Fritsch, sowie von den Königen von Italien, England, Schweden, Griechenland, Norwegen, Dänemark und von dem Prinzregenten von Jugoslawien. Der Herzog von Windsor besichtigt die Ordensburg Erössinsee. Berlin, 13. Okt. (DNB.) Dem Wunsch des Herzogs von Windsor, eine der drei Ordensburgen der NSDAP, zu besichtigen und Näheres über die Führerauslese der Partei zu erfahren, wurde durch eine Fahrt zur Ordensburg Erössinsee in Pommern entsprochen. Der Herzog fand dabei auch Gelegenheit, die Autobahn Berlin — Stettin kennenzulernen. Auf der Fahrt ließ er sich von Reichsleiter Dr. Ley über die Planung und Ausführung der Straßen des Führers unterrichten. Auf der Weiterfahrt, der sich auch einige englische und amerikanische Pressevertreter anschlossen, und bei einem kurzen Aufenthalt in Stargard begrüßte die Bevölkerung den Herzog und Reichsleiter Dr. Ley überall herzlichst. Am Burgtor von Erössinsee hatten Ehrenbereitschaften der Burgbesatzung Aufstellung genommen. Nach dem Abschreiten der Front wurde das Gelände der Ordensburg eingehend besichtigt. Reichsleiter Dr. Ley erläuterte die Zweckbestimmung der einzelnen Bauten. Bei dem gemeinsamen Essen saßen am Tisch des Herzogs und Dr. Leys die Junker, ihre Erzieher und Lehrer und Bereitschaftsführer. In zwangloser Unterhaltung konnten dem Herzog weitere Aufschlüsse über das Leben auf den Ordensburgen der Partei gegeben werden. Die Rückkehr nach Berlin erfolgte im Sonderflugzeug Dr. Leys. Der Herzog, der selbst Pilot ist, verbrachte einen Teil des Fluges am Führerstand, bei dem Ju 52-Führer Flugkapitän Gundelfinger. Neue Jugendherbergen in Hessen-Nassau. NSG. Im (Bau Hessen-Nassau, einem der meist- besuchtesten Wandergebiete des Reiches, werden am Sonntag, dem 17. Oktober, fünf neue oder umgebaute Jugendherbergen ihrer Bestimmung übergeben, und zwar in Büdingen mit nunmehr 70, in Katzenellnbogen mit 40 Betten, in Oppenheim mit 60 Betten, Schloßborn mit 80 und Schlüchtern mit 80 Betten. Die Herbergen in Büdingen und Schlotz- born wurden erweitert, die in Oppenheim und Katzenellnbogen neueingerichtet, während die Herberge in Schlüchtern ausgebaut wurde. Gegen Jahresende wird auch das Richtfest der neuen Jugendherberge Sandplacken begangen werden. Wie sehr der Besuch der Jugendherbergen zugenommen hat, beweist die Steigerung der Uebernachtungen von 260 000 im Jahre 1933 auf 335 000 im Jahre 1936. Für das laufende Jahr kann bereits eine weitere Steigerung von 10 v. H. vermerkt werden. Im einzelnen haben die .Jugendherbergen unserer Umgegend im Jahr 1936 folgende Uebernachtungsziffern gehabt: Alsfeld 742, Balduinstein 648. Biedenkopf 1266, Büdingen 1088, Butzbach 1691, Diez 3441, Dillenburg 1179, Bad Ems 4136, Gedern 500, Gelnhausen 1963, Gersfeld 11 725, Gießen 4838, Hachenburg 5589, Herborn 2093, Herchenhain 6771, Ho- cZem scka^endm ^OSRAM-E LAMPEN Gutes, reichliches Licht macht den Menschen schaffensfroh und leistungsfähiger. Veraltete, verbrauchte und geschwärzte Lampen, auch Lampen von zu geringer Dattstärke, geben schlechtes Licht, das unfroh macht und häufig Anlaß zu Unfällen und mangelhafter Arbeit gibt.Verbessert die Beleuchtungsanlagen, fragt den Elektrolicht-Fachmann wegen Verwendung von innenmattierten Fede OSramM-Lampen, Packung trägt diese Marke. GLDRlfl aue in nfi ie hTng.-voare# Veberrlerfen Pt lei, Sommer- Neuis Donnerstag: Braves, ehrliches Erstaufführung! in kinderlosen Laden. Patenwein elegant und doch fußgerecht 1.05 SCHUHHAUS Festweine 36er Edenkoben. Kirchberg LICHTSPIELHAUS Riesling natur 7, Fl. 1.15 Fest-Schaumwein H. 2.50 Traubensaft:::, h 0.95 6701 A iPOLßST Giessen l 'M Haushalt gesucht Schr.Angeb.unt. 6708Da.d.G.A. nach China steht mit 1,1 an der Spitze. Die Gesamtausfuhr im August nahm gegenüber Juli um 85 v. j). und gegenüber August 1936 um 125 v. H. zu. * Der Bürgermeister von Den Haag hat ein Der- b o t gegen die Aufführung des Stückes „D e r T a g des Urteils" von dem amerikanischen Marxisten Eimer Riche erlassen, da der Verfasser mit diesem Stück nur die eine Absicht verfolge, gegen die Deutschen zu hetzen und die deutsche Regierung zu beleidigen. Auch die Bürgermeister von Rotterdam und Amsterdam haben die Aufführung dieses üblen amerikanischen Hetzstückes verboten. 4-Zimmer-Wohn. Mk. 57 — Nähe Bahnhof per 15 Nov.37 zuverm. Schr.Ankr. unter 6709 D an den Gießen.Anz.erb. 36erGau Odernheimer Lieberg ....Liter-Fi.o.ei. Kleine voliü'sche Nachrichten. - Das englische Königspaar kehrte von schloß Balmoral in Schottland, wo es einen zehn- wochigen Erholungsaufenthalt genommen hatte, n a d) Lo ndon zurück. In seiner Begleitung befanden sich die beiden Prinzessinnen sowie die Herzogin von Glouchester. Weiter traf der britische Außenminister Eden wieder in London ein. Er war über das Wochenende Gast des Königspaares auf Schloß Balmoral gewesen. * Die durch die neuen deutsch-französischen Waren- und Zahlungsabkommen eingesetzten ständigen Regierungsausschüsse werden am 26. Oktober in Köln zu ihrer ersten Tagung zusammentreten, um die Anlaufperiade der am 1. August 1937 in Kraft getretenen Abkommen zu überprüfen. Den Vorsitz führen Direktor Alphand vom französischen Ministerium für Handel und Industrie und Botschaftsrat Hemmen vom Auswärtigen Amt.' * Die Ausfuhr von Flugzeugen und Flugzeugteilen aus d e n Vereinigten Staaten von Amerika belief sich im August d. I. auf insgesamt 5,1 Millionen Dollar. Die Ausfuhr Aus aller Wett. SiebenTodesopfer einer Eck lagwetter- expiosion auf Zeche „Nordstern". 2luf der Schachtanlage ».Nordstern" 1/2 Sirchen- feld-horst bei Esten ereignete sich in der ttadjf zum Donnerstag eine Schlagwetterexplosion, die sieben Tote und zwei Leichtverletzte forderte. Die Befahrung der Oertlichkeit wurde unmittelbar nach der Explosion durch die Bergbehörde, die Zechenverwaltung und den Vertrauensrat vorgenommen und die Rettungsarbeiten unter Einsatz der Grubenarbeiter Rhein-Elbe und Nordstern unter Mitwirkung der haupkstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführl. Die Leichen konnten geborgen werden. Die Explosion ist mit großer Wahrscheinlichkeit daraus zurückzuführen, daß der Elektriker, der als Schlosser aushalf, vor Aufnahme der Arbeit an der unter Spannung stehenden Beleuchtungsanlage eine vorschriftswidrige und daher verbotene Behelfsbe- leuchkung hatte anschließen wollen. Bei diesem Versuch sind die Schlagwetter entzündet worden. Reichsfachfchule für das Gaststättengewerbe. In Heidelberg wurde die Reichsfachschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe ihrer Bestimmung übergeben. Im Verlauf der Eröffnungsfeier wurde all denen gedankt, die sich für das Gelingen des für die Gastronomie wichtigen Projektes durch persönlichen und finanziellen Einsatz verdient gemacht haben. In der Reichsfachschule wird der tüchtigste Berufsnachwuchs seine Ausbildung erfahren. Der Leiter des deutschen Handels in der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Feit, nannte die Schule einen wertvollen Bestandteil des gesamten Berufserziehungswerkes der DAF. und übergab sie dem von ihm ernannten Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Berufserziehung im deutschen Gaststättengewerbe. Internationale Leistungsschau des Friseurhandwerks. Auf der Internationalen Leistungs - schau des Friseurhandwerks sprach Reichs- organisationsleiter Dr. L e y über die Bedeutung des Zusammenschlusses des deutschen Handwerks in der DAF. und nahm die Ehrung der Sieger aus dem internationalen Mannschaftsfrisieren um den Wanderpreis des Deutschen Handwerks vor. Die deutsche Mannschaft Weller und Sudars (Berlin) erhielt den ersten Preis. Die Siegermannschaft erhielt die von Dr. Ley gespendete, aus Silber getriebene und mit Bernsteinplatten ausgelegte Kassette als Wanderpreis. Zweiter wurde die Mannschaft der Schweiz I (Meistermannschaft). Dritter die Mannschaft der Schweiz II (Gehilfenmannschaft), Vierter Ungarn. Den Preis für die beste Einzelleistung im Mannschaftswettkampf, die vom Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. gestiftete goldene Uhr, erhielt Weller (Berlin). ein junger Arzt zu Hilfe und wird dabei in einen Cand. theol. sucht zum 1.November ruhiges Zimmer mögt, mit Zen- tralheiz.Schristl. Preis-Angebote u. 66951) an den Gieß. Anzeiger. 36er Forster Schnepfenflug natur.......................i/i Fl. 1.45 getauft wurde, erstand unter der tatkräftigen Justo- Regierung bei Beschäftigung von 2500 Arbeitern in Tag- und Nachtschicht in einer Rekordzeit von 105 Tagen, nachdem 157 Gebäude niedergerissen worden waren. Vom „Platz der Republik" an, dessen Mittelpunkt ein großer Obelisk ziert, wird die Straße halbiert und erhält eine Gesamtbreite von 140 Meter. Mit fünf Fahrbahnen weist sie unterirdische Autoparkplätze für 1000 Wagen, U-Bahn- Anschlüsse und Tunnelstraßen auf. Ihre Großartigkeit wird erhöht durch Parkanlagen mit Springbrunnen und Scheinwerferbeleuchtung bei Nacht. Am Tag der Einweihung zeigt die „Avenida nueve de Julio“ mit allen anderen Hauptstraßen zur Feier des „Tages der Rasse" ein Flaggenmeer, in dem sich zahlreiche Hakenkreuzfahnen befinden. Die Stimmung wird gesteigert durch Militärkonzerte, eine festliche Illumination und öffentliche Tanzflächen. Eingeschlossene Bergleute glücklich geborgen. In Gleiwitz ging in der Hedwig-Wunsch-Grube im Borsigwerk eine Kohlenstrecke z u Bruch. Zwei vor Ort arbeitende Füller wurden eingeschlossen, doch konnte eine Verständigung mit ihnen durch Klopfzeichen hergestellt werden. Nach 34 Stunden konnten die beiden eingeschlossenen Bergleute dank dem tatkräftigen Vorgehen der Rettungsmannschaften und dem schnellen Fortschreiten der Aufräumungsarbeiten unversehrt geborgen werden. Der Filmkomponist Walker Gronostay f. Im Alter von nur 31 Jahren starb der bekannte Filmkomponist Walter G r o n o st a y an einem Leberleiden. Gronostay war ein hochbegabter Musiker, dem wir u. a. die Musik zu den Filmen „Reifende Jugend", „Glückskinder", „Die Nacht der Verwandlung", „Lady Windermeres Fächer", „Die Stadt Anatol" und „Jugend der Welt" zu verdanken haben. Die Musik zum „Katzensteg", der Verfilmung von Sudermanns Roman, hat ejr nicht mehr vollenden können. inbergei;/ , Rheinberger / RECTOSAN W M RECTOSÄ Heute Donnerstag: ErstaufführungI Assistenzarzt Dr. Kilder mit Joel Maccrea, Barbara Stanwyck u. a. m. I Einer Mutter, die ihr entführtes Kind sucht, kommt Stunde gesucht. Avrechst.Freitag Seltersroeg 36, - i —— 6?o?d Uhr durchgehend. Ein Mörder und Ziktlichkeitsverbrecher . zum Tode ve. rteilk. Das Liegnitzer Schwurgericht verurteilte den fünfmal, darunter mit Zuchthaus, vorbestraften Arthur Kracke aus Bunzlau wegen Mordes, fortgesetztem Sittlichkeitsoerbrechen und fortgesetzter versuchter Abtreibung zum Tode und zu drei Jahren drei Monate Zuchthaus sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Kracke hatte 1929, obwohl verheiratet und Vater von zwei Kindern, mit der verwitweten Frau Wickel in Bunzlau Beziehungen ausgenommen. 1932 schloß er sich der kommunistischen Partei an. 1933 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat mit Zuchthaus bestraft und 1934 entlassen. Seitdem unterhielt er mit der 1921 geborenen Ilse Wickel, wie er zugab, unerlaubte Beziehungen. Solche auch mit den beiden anderen Töchtern der Wickel und mit feiner eigenen 14jährigen Tochter unterhalten zu haben, bestritt er. 1935 will Kracke erfahren haben, daß Ilse Wickel von ihm ein Kind erwarte, worauf er Abtreibungsversuche unternahm Schließlich erdrosselte er das Mädchen in seiner Werkstatt. Die Leiche steckte der Rohling in deinen Sack und fuhr sie auf einem Karren zum städtischen Müllabladeplatz. Die beiden Schwestern der Ermordeten veranlaßte der Verbrecher, ohne daß sie etwas ahnten, den Karren schieben zu helfen. An der Müllgrube angekommen, beauftragte er die beiden Mädchen mit Besorgungen, während er die Leiche verscharrte. Jüdischer Betrüger in Warschau mit Zuchthaus bestraft. Vor dem Warschauer Bezirksgericht fand einer der sensationellsten Prozesse der letzten Zeit, in dessen Mittelpunkt der Direktor des jüdischen Beerdigungsinstituts „Letzte Hilfe" Mordet Pin kert stand, seinen Abschluß. 31 /•• Jahre Zuchthaus und 10 000 Zloty Geldstrafe lautete das Urteil für zahllose Betrügereien, die dieser „König der Toten", wie Pinkert allgemein genannt wurde, an seinen Rassegenossen begangen hat. Der Jude war in den Warschauer Nachtlokalen ein bekannter Gast, der für sein freudenreiches Leben Unsummen ausgab. Pinkert wußte aus dem Ritus seiner Rasse Kapital ZU schlagen, und die reichen Juden zahlten gern und gut, wenn sie ihre Entschlafenen streng nach dem jüidchsen Zeremoniell bestattet wußten. So nahm der „König der Toten" für eine Leichenwaschung, die religiöse Sekten umsonst besorgten, 30 Zloty, so lieferte er „palästinensische Erde" zur Totenfeier, die in Wirklichkeit Warschauer Weichselerde war, und so brachte er, den rituellen jüdischen Vorschriften entsprechend, die Toten gegen entsprechende Bezahlung unmittelbar nach ihrem Hinscheiden unter die Erde, indem er sich von verschiedenen jüdischen Aerzten die Totenscheine vordatieren ließ, um die Landesbestimmungen zu umgehen. Seine Rassegenossen wollten ihn im Gerichtssaal lynchen, als sie von diesen Betrügereien hörten. Die beiden Aerzte, die Pinkert bei den Betrügereien geholfen hatten, ebenfalls Juden, wurden zu je 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Eröffnung einer prachtstraße in Buenos Aires. Vor Hunderttausenden eröffnete Präsident I u st o m Buenos Aires die erste 500 Meter lange Teilstrecke der größten und prunkvollsten Weltstadt- straße in Argentinien, Diese erste Teilstrecke der „Avenida nueve de Julio“, wie die Prachtstraße deutschenWEIN! Keine Zennnisse in Urschrift iont>ern nm Zeugnis- abidiriften Dem Be- werbungsichreiven bet legen — Lichtbilder uncSeroerbun.jöuntet» Htgen müllen vroß. uiw. entf. Mdchen p»Wau ä, in finberloien für morgen® eine =4'*’93®,Fr' x'“enkel Nr 740 Zweites Blaff Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, ’4. Oktober |<)37 Bücheriisch. — Marschall Pietro Badoglio: Der abessinische Krieg Mit einem Vorwort von Benito M u s j o l l n i. Aus dem Italienischen übertragen von Dr. E Dollmann, mit vier Panoramen. drei Tafeln, drei Faksimilia und neun Karten der Kriegsschauplätze in Tasche Preis kart. 7 Mark, in Leinen geb 9 Mark Verlag C. H Beck in München. — (237) — Wir haben hier vor einiger Zeit das Kriegsbuch des Marschalls de Bono besprochen, das die Vorbereitungen zum italienischen Feldzug in Abessinien und die ersten Kampfhandlungen bis zur Schlacht von Makalle schildert. Das Buch des italienischen Generalstabschess Marschall Badoglio schließt sich unmittelbar an Es beginnt mit der Uebernahme des Oberbefehls in Ostafrika, entwickelt den operativen Grundgedanken des Marschalls, der einen lediglich hinhaltenden Krieg mit dem Ziel, den Gegner zu zermürben und zu zerstreuen, verwarf und stattdessen in einer großen wohlvorbereiteten Schlacht die schnelle und völlige Vernichtung des Feindes anstrebte. Das war auch schon aus politischen Erwägungen notwendig, um den von England inszenierten Sanktionsfeldzug des Völkerbundes sich nicht erst voll auswirken zu lassen und zu verhindern, daß Italien während noch seine Kräfte in Ostafrika festgelegt waren, sich in Verwicklungen mit europäischen Mächten hinein- aezogen sah. Wir alle wissen noch, mit welcher Kühnheit und welcher Energie Marschall Badoglio seinen strategischen Plan folgerichtig zur Durchführung brachte. Das ist in diesem Buche bis ms einzelne mit der gleichen Offenheit und Klarheit, die wir schon tn dem Buch de Bonos bewundert haben, dargestellt worden von der ersten Schlacht in Tembien bis zum vernichtenden Schlag am Aschangi-See und dem Marsch auf Addis Abeba, der den Krieg in Abessinien so überraschend schnell und damit für die italienischen Waffen wie für die italienische Politik gleich erfolgreich beendete. Der Duce sagt in seinem Vorwort zu dem Buch des Marschalls: „Badoglio gebührt Dank, daß er bis Zur Verwegenheit gewagt hat . . Dieser Krieg darf sich mit vollem Recht faschistisch nennen, denn geführt und siegreich beendet worden ist er in faschistischem Geiste: mit Schnelligkeit, Entschlußkraft, Opferwillen, Mut und übermenschlicher Widerstandskraft." Das ist auch der Eindruck dieses Buches, das ganz schlicht und phrasenlos in dem klaren, einfachen Stil, der den großen Soldaten aller Nationen eigen ist, berichtet, wie eine schwierige strategische Aufgabe durch äußerste Entschlossenheit glücklich gelöst wurde. Das ausgezeichnete, den Charakter der Landschaft ungemein plastisch und eindrucksvoll wiedergebende Bildmaterial, die in besonderer Tasche beigefügten Karten und viele im Wortlaut angehängte Armeebefehle des Marschalls unterstützen das Studium dieses für die moderne Kriegführung so lehrreichen Feldzuges. Dr Fr. W Lange. — Walter von Hollander: Oktober. Roman 290 Seiten Brosch 3,80 Mark, Leinen 5 Mark Im Propyläen-Verlag, Berlin. — (263). — Dieser Roman, der zuerst unter dem Titel „Stimme aus der Tiefe" in der Zeitschrift «Die Dame" erschien, ist, was seine äußere Form betrifft, nicht in der üblichen Art in Kapitel gegliedert, sondern merkwürdigerweise in Wochentage, das heißt, er schildert die Vorgänge vom 1. bis zum 31. Oktober: während dieses Monats Oktober (es ist kein Zufall, daß es gerade der Oktober ist, nicht März ober Juni) in einem beliebigen Jahr nach dem Kriege in Berlin erfüllt sich das Schicksal seiner Gestalten. Die wichtigste unter ihnen ist der Maler Zylvercamp; er steht aus der Höhe seines Könnens und Schaffens, er hat diesen äußersten Scheitelpunkt vielleicht sogar schon Überschritten, er steht an der Schwelle des Alters, aber überdies und dennoch zwischen zwei Frauen, zwei gleichermaßen geliebten und für ihn notwendigen — ein ungewöhnlicher Mann ein Künstler von hohem Rang, eine ausgeprägte und eigenwillige Persönlichkeit, ein Mensch an der Wende, vor, der letzten großen Entscheidung seines Lebens Man kann hier wohl nur einen Umriß oder äußersten Grundriß der Fabel geben: der Leser muß das Buch auf sich wirken lassen. „Der Mensch, dies ist" — mit Hollanders Worten — „die Lehre des Romans, wird vom Schicksal nach seinem Vermögen eingeschäßt und muß nach feinem Vermögen bezahlen Wer große Einsichten hat, tragt große Verantwortungen Wer viele Kräfte hat, der muß viel Kraft einseßen Das Tröstliche ist nur, daß, wenn der Menfch den Ruf des Schicksals versteht, wenn er die Mahnung und die Strafe annimmt wenn er fein Leben feinen innersten Gesehen gemäß zu führen beginnt, er auch aus dem dunkelsten Abgrund wieder heraufgeholt wird " Hollander, den wir unseren Lesern vor einiger Zeit mit seinem „Liebesroman" in der Unterhaltungsbeilage vor- gestellt haben ist ein kluger und kulticherter Erzähler. ein Kenner der Menschen und des Lebens an der großen Stadt in der er zu Haute ist Auch In diesem neuen Buche wird man Svenen finden, welche die beste Berliner Romantradition aufzunehmen bestimmt scheinen- wer Fontane kennt und liebt, der wird auch Hollanders Stil, seiner Welt, feinen Menschen und ihren Problemen Verständnis unb Sympathie entgegenbringen. Hans Thvriot. — Günther Heid: Goethe als Mensch und Deutscher 74 Seiten Rütten und Loening Verlag, Potsdam. — (262) — Die kleine Schrift, die zuvor vom gleichen Herausgeber für die Gesellschaft der Goethesreunde in Hamburg zusammengestellt worden ist, betrachtet Goethe unter einem neuen Gesichtspunkt von unserer Gegenwart aus: m Hinblick nämlich auf eine gewisse, wohlverstandene Aktualität zahlreicher Aeußerungen von ihm wie über ihn, fein Werk und feine Persönlichkeit. Sie zeigt etwa, im ersten Teil, Goethes Ansichten iber Erziehung, zum Gedanken der Tat, über die Staatspflichten, über den Liberalismus, über die rrofee Zeit, — Goethe als deutschen Menschen und Propheten kommender Ereignisse und Erscheinungen i- alles belegt aus mündlichen und schriflichen Aeuße- rungen, aus Gesprächen, Briefen und Werken. Der (Weite Teil ergänzt das so gewonnene heute noch vielfach übersehene Bild im gleichen Sinne durch Aeußerungen über Goethe. Zeugnisse der Zeitgenossen wie der Nachgeborenen, von Eckermann, Schiller, Hölderlin und Beethoven bis zu Mussolini, Hitler, Goebbels und Rosenberg — Das Ouellen- oerzeichnis, das in die Zusammenhänge der angezogenen Stellen einführt, wird manchen Leser zu neuer Goethe-Lektüre anregen. Hans Thyriot — Max Dauthendey: Die a ch t Gesichter am Biwasee Japanische Liebesgeschichten. Neuausgabe in Geschenkausstattung. 185 Seiten In Seidenlemen 2,80 Mark Verlag Albert Langen/Georg Müller, München 1937 — (218) — Das schönste Buch, das Dauthendey von seiner Reise um die Erde mit heimgebracht hat, ist die Novellensammlung „Die acht Gesichter am Biwasee." Die japanischen Liebesgeschichten sind unmittelbar aus dem Geiste und der Seele Japans heraus entstandene Erzählungen, die überraschend zeigen, wie sehr sich Dauthendey in das Wesen dieses Volkes versenkt hat Ein fernes Land der Träume und Wunder erschließen die zarten Bilder In den Stimmungen dieser Landschaft, dem flatternden Flug der Wildgänse über den Wassern dem sonnigen Himmel, der Musik des Windes oder dem Abendrot über dem Biwasee, aus dem Gesang des Nacht- regens, dem Glockenklang der Tempel oder dem Leuchten des Abendschnees werden die Leidenschaften und Schicksale dieses Volkes lebendig: Sagen von Liebesfreud und Liebesleid, Heldenlieder kriegerischer Geschlechter, Märchen von seltenen Künsten und Anekdoten von schelmischen Abenteuern. 6 . A M Oer Mensch und das Werk. Wir blättern in e nem Bilderbuch der deutschen Arbeit. Feinmechaniker bei der Arbeit an einem Mikroskop in den Werkstätten von Ernst Leitz, Wetzlar. (Aufnahme: Dr. Paul Wolff und Tritschler, Frankfurt a. M.) Gin neuer Ailas. — Der Brockhaus-Atlas- Die Welt in Bild und Karte Preis in Ganzleinen 20 Mark, Halbleder 25 Mark. (Sonderausgabe als Atlasband des „Neuen Brockhaus" für die Bezieher dieses Werkes bis zur Aufhebung des ermäßigten Vorbestellpreises 18 Mark in Ganzleinen, 22 Mark in Halbleder.) Verlag F A Brockhaus. Leipzig Mit über 10 000 Abbildungen und Karten im Tert und auf etwa tausend einfarbigen und bunten Taseln und Kartenseiten, sowie einem zerlegbaren Modell. — (259) — Man könnte überrascht sein, daß in einem auf nur 5 Bände insgesamt bemessenen kleinen Konversationslexikon — wenn man diesen gebräuchlichen Namen für den neuen Brockhaus der sich „A l l b u ch" nennt einmal anwenden will — für den Atlas ein ganzer dicker Band vorgesehen wurde: aber diese Einteilung wird sofort verständlich, wenn man einmal in' diesem Atlasband geblättert hat und daraus ersieht, daß er selbst tatsächlich schon ein kleines Allbuch ist. Denn er gibt ja nicht nur die üblichen physischen und politischen Karten, die wir aus der Schulzeit gewohnt sind, in einem Atlas zu finden, sondern ganz ausführliche kartographische Darstellungen über die geologische Erdgeschichte über die Entstehung und Verteilung des Klimas, über Flora und Fauna auf dem gesamten Erdball Er geht weiter ein auf wirt- schafts- und verkehrsgeographische Einzelheiten über die Handelsstraßen, Hauptverkehrslinien, Verteilung der Industrien, der Bodenbestellung, ferner der Bevölkerungsdichte, der konfessionellen, sprachlichen, volklichen Gliederung usw Außerordentlich ins einzelne gehend ist natürlich das Kartenmaterial für das Deutsche Reich. Hier sind besonders wertvoll die zahlreichen kleinen Spezialkarten für besonders häufig gebrauchte Landschaften, z. B. Reisegebiete, wie das Siebengebirge, Oberbayern u. a. und die großen Städte. Nebenbei lausen auch hier besondere Karten wirtschaftsgeographischer und statistischer Art. Bei den dem europäischen und überseeischen Ausland gewidmeten Karten ist besonders wertvoll der häufige Hinweis auf die deutschen Siedlungen im Ausland, die oft in besonderen Karten zur Geltung kommen. Eine Besonderheit zeichnet den Atlas vor allen anderen uns bekannten aus, er gibt zwischen den Karten auf Kunstdruckpapier hergestellte sorgfältig ausgewählte und rote» bergegebene Bilder die den Inhalt der Karten gleichsam im einzelnen plastisch uns vor Augen stellen. So wenn z. B. hinter den Karten über die Florareiche und die Pflanzendecke der Erde vier Tafeln mit Abbildungen über die verschiedenen Pflanzenformationen eingeschaltet sind, die uns nun im einzelnen sieben Bilder aus tropischen Wäldern, acht aus tropischen Savannensteppen und -wüsten, sieben weitere aus Wäldern der gemäßigten Zone und schließlich sechs Bilder aus Gebirge, Heide, Sumpfwald und Tundra zeigen Das ist eine Neuerung, die wohl auf den ersten Blick hin über den Begriff, den man »m allgemeinen mit dem Atlas verbindet, hinausgeht, der jedoch »m Zusammenhang mit dem Zweck dieses Atlasbandes als Teil eines Gesamtlexikons, des sog. Allbuchs, durchaus sinngemäß erscheint und zweifellos eine Entlastung der übrigen Bände des Allbuchs bedeuten wird Besonders zu begrüßen ist noch ein historischer Teil des Atlasbandes, der ebenfalls reiches Bil- bermaterial als Ergänzung der einzelnen Karten bringt Auch hier bemerken wir mit besonderer Freude den Wert, den man auf eine ausführliche Darstellung des Auslandsdeutschtums gelegt hat. Aber auch die schönen Karten über die Entwicklung der verschiedenen großen Kolonialreiche und eine eindrucksvolle Erdkarte über die Entdeckungen verdienen besonders genannt zu werden. Der Weltkrieg mit seinen verheerenden politischen Folgen ist sehr ausführlich dargestellt worden. Auch eine Karte über die Entwicklung des Völkerbundes verdient unser Interesse. Zum Schluß finden wir eine Reihe historischer Spezialkarten für die Entwicklung verschiedener Reiche, darunter auch eine Karte, die das In bielem Buche *), welches das einzige Wort „Arbeit" als Ueberschrift trägt, ist ein großartiges und eigentlich unerschöpfliches Thema angeschlagen: das Wort hat in unfern Tagen einen neuen Klang und einen neuen Sinn bekommen: es kann als das einfachste Symbol des Wiederaufstieges in unferm Volke begriffen werden, es bezeichnet eines der großen Gemeinschaftsgüter der Nation, in dessen Besitz und dessen Segen alle untereinander verbunden sind, und erst vor kurzem hat der Führer auf dem Bückeberg mit diesem einen Wort alle Kraft und allen Reichtum Deutschlands umschrieben Den weitaus größten Teil des umfänglichen und gediegen ausgestatteten Bandes nehmen die ganzseitigen Aufnahmen ein, die wir der Meisterhand des Frankfurter Photographen Dr Paul Wolff und seines Mitarbeiters Alfred Tritschler zu verdanken haben, es ist em Bilderbuch im schönsten und ernsthaftesten Sinne, ein Bildbericht auch, in dem sich die große und glückhafte Entwicklung unseres wirtschaftlichen Lebens vom Jahre 1933 bis heute spiegelt. Wir tun an der Hand des Lichtbildners einen Gang durch die tausend und aber tausend Stätten der Arbeit in Deutschland. Das Buch stellt, wenn man es so ausdrücken will, in seiner Bilderfolge eine sehr umfassende, künstlerisch und technisch vorbildliche Werkreportage dar: es führt den Begriff der Industrielandschaft dem staunenden Betrachter vor Augen, der auf diesen Blättern einen tiefen Blick in die Welt der modernen Technik und der modernen Maschinen tut. Aber entscheidend im Aufbau des Buches und im Ausschnitt der Photographien ist nicht die Industrielandschaft an sich, nicht die Maschine als solche, so bemerkenswert, ja bewundernswert beide *für sich *) Arbeit. Von Dr. Paul Wolfs und seinem Mitarbeiter Alfred Tritschler, 200 ganzseitige Tiefdruckbilder, 32 Seiten Text von Paul Ehrhardt und Dr Paul Wolff, hochgeprägter Delament - Einband mit zweifarbigem Schutzumschlag. 12,50 RM. Gemeinschaftsverlag H Bechhold Verlagsbuchhandlung, Frankfurt a M., Volk und Reich Verlag, (3 m. b. H., Berlin. — (241) — und absolut betrachtet auch sein mögen — sondern der Mensch in der Industrielandschaft, der Mensch an der Maschine, die von Menschengeist und Menschenhand regierte und nutzbringend gelenkte Maschine, der Mann am Werk, im großartig gleichbleibenden Rhythmus seiner Werte schaffenden, Segen bringenden Arbeit — in der Fabrik, in der Werkstatt, im Labor. Wer dieses Buch durchblättert, tut einen Blick ins Gesicht des schaffenden Deutschen in allen Provinzen unseres Vaterlandes: da ist der alte Weber aus dem Riesengebirge (ein wundervoll eindringliches Porträt, mit dem die Bilderfolge anhebt), der schwäbische Schuhmacher, der rheinische Küfer, der Edelsteinschleifer aus Jdar-Oberstein, der Porzellanmaler und der Drucker der Elfenbeinschnitzer aus dem Odenwald, der Wetzlarer Feinmechaniker, die bayerische Spinnerei-Arbeiterin, der Werkmann an der Autobahn und am Ankermast des „Grafen Zeppelin", der Kumpel im Ruhrgebiet, der Autoschlosser und der Schwarzwälder Uhrmacher, die Spulenwicklerin in der Radiofabrik, die Laborantin und der Hüttenarbeiter Dies macht etwa, mit wenigen Worten, den Inhalt des Buches aus, dem der knappe Text Charakter und Richtung gibt: Paul G Ehrhardt schrieb die Einleitung und schlug den Ton an, auf den das Werk gestimmt ist. Dr. Paul Wolff berichtet in drei knappen und aufschlußreichen Abschnitten — „(Streit'", „Gleichberechtigung", „Wunder!" — aus der Berufsarbeit vieler Jahre. Den Schlußtext bildet ein Auszug aus der Führerrede vom 30 Januar 1937 und eine Betrachtung von Dr Paul Wolff über das Thema „Werkphotographie, eine Zukunftsaufgabe!" Wer das Ganze mit Aufmerksamkeit und Andacht auf sich wirken läßt, wird bemerken, wie Text und Bilder aufeinander abgeftimmt sind und sich zur Einheit fügen. Hier haben wir ein Buch, welches die Meisterschaft eines unserer besten Photographen in bestechender Form aufs neue bestätigt, ein Werk, das uns tröstlich stimmt, uns stolz macht und voll Vertrauen der Zukunft des Landes entgegen sehen läßt. Wir wünschen es in viele Häuser und Hände. Hans Thyriot. Vorbringen Frankreichs nach Osten zu zeigt, eine sehr eindringliche Illustrierung des französischen Hegemoniestrebens seit 700 Jahren. Berücksichtigt sind auch erfreulicherweise die geschichtlichen Entwicklungen Asiens und Amerikas. Auch die altamerikanischen Reiche Südamerikas haben eine besondere Kartendarstellung gefunden. Fast das Wichtigste an einem Atlas ist das Namensverzeichnis. Soweit wir feststellen konnten, ist es zweckmäßig und übersichtlich angeordnet, so daß es den Gebrauch der Karten wesentlich erleichtert. Das handliche Lexikonformat des Atlasbandes wird seinen häufigen Gebrauch in Beruf und Familie fördern. Fr. W. Lange. Für die Krau. — Das mit einem Geleitwort der Reichsfrauen- führerin G. Scholtz-Klink erschienene „Deutsche Frauenliederbuch" (Bärenreiter - Verlag, Kassel) — 248 — hat sich bereits in mehreren Auflagen praktisch bewährt und ist in über 100 000 Exemplaren verbreitet. Als Ergänzung zu der einstimmigen Singausgabe mußte eine Klavierausgabe, eine Chorausgabe und eine Hausmusikausgabe erscheinen, ferner ein billiges Tertheft zu 20 Rpf. Die Hausmusikausgabe (90 Rpf.) bringt eine sorgfältige Auswahl von Liedern der einstimmigen Ausgabe nach ihrer besonderen Eignung für vornehmlich instrumentalen Stil. Die Sätze (von Fritz Dietrich, Werner Gneist, Walther Hensel, Walther Kiefner u. a.) sind leicht ausführbar für alle Melodieinstrumente, auch wenn ihre Spieler nur geringe technische Fertigkeiten besitzen Die Hausmusikausgabe ist für die musizierfreudigen Gruppen in Frauenschasten und Arbeitsdienst gedacht, — Nach den Vorschlägen des Beyer-Bandes 366 Wollenes für das Spielkind" (Beyer- Verlag, Leipzig-Berlin, Preis 0,80 RM.) ist es nicht schwer, auch wenn man nur wenig geübt ist, ein Kinderkleid selbst zu arbeiten. Die klaren Anleitungen machen das Arbeiten leicht Man findet in dem Heft, teilweise bunt dargestellt, alles, was Kinder von 2 bis 6 Jahren brauchen. Ein großer Schnitt- und Arbeitsbogen liegt dem Heft bei. Ä- wm J&MckftmksnMUM, MAGGI5 Fleischbrühe Aus der engeren Heimat. Zieichstrachlentreffen 1938 in Marburg. LPD. Marburg, 13. Okt. Vor einigen Tagen sand in Marburg eine Tagung sämtlicher Gausachstellenleiter für deutsche Trachtenpflege und Landsmannschaften statt. In dieser Sitzung wurde darauf hingewiesen, daß das Marburger Land das größte geschlossene Trachtengebiet Deutschlands ist, und daß demzufolge für das große Reichstrachtentreffen 1938 kein besserer Ort als Marburg gefunden werden könne. Der Beschluß kam einstimmig zustande. Als Zeitpunkt ist die erste Hälfte des Monats Juni 1938 vorgesehen; der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. Bezirkssparkasse Nidda. 5 Nidda, 13. Okt. In der Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Nidda wurde über das Geschäftsjahr 1936 folgendes bekanntgegeben: Der Gesamtumsatz betrug 40 999 501 Mark, die Bilanzsumme 5 233 322 Mark. Im Bericbts- jahr wurden 801 Sparkonten /teu errichtet, so daß Ende 1936 8466 Sparbücher mit 4 452 384 Mark im Umlauf waren. Im Kontokorrentverkehr wurden 121 neue Konten errichtet. Die Kontokorrentguthaben betrugen Ende 1936 541 781 Mark. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, sowie das Rechnungsergebnis in 1936 und die statistischen Zahlen zeigen regen Geschäftsgang im Berichtsjahr und erbringen den Beweis dafür, daß dank der tatkräftigen Staatsführung unseres Führers und des damit allgemein wiedergekehrten Vertrauens auch die Bezirkssparkasse Nidda in jeder Beziehung eine beachtliche Stärkung erfahren hat. Die Gemeindeoertreter wurden zur regen Mitarbeit ermahnt. Gerade ihnen obliege die besondere Pflicht zur Mitarbeit umsomehr, als die Gemeinden als Träger der Bezirkssparkasse zu betrachten und daher besonders interessiert seien. Landkreis Gießen. A Heuchelheim, 13. Okt. Die Vorführungen der G a u f i l m st e l l e waren seither im Saale der Wirtschaft „Zum Treppchen". Da dieser Saal an Spielabenden häufig dicht besetzt und nicht ausreichend war, hat man jetzt zu den Lichtspielveranstaltungen die geräumige Turnhalle genommen. Diese gewährt ausreichenden Platz bei mehr Beweglichkeit, und durch das bequeme Sitzen werden die Stunden der Filmvorführung zu angenehmen, zumal, wenn gute Filme gezeigt werden. Das war bei der heutigen Veranstaltung wieder der Fall. Es wurde der Großtonfilm „Der Kurier des Zaren" gezeigt, der von Anfang bis zum Schluß die sehr zahlreich Erschienenen in Spannung hielt. Auch die Beifilme waren von großem Interesse. ! G r o ß e n - L i n d e n, 13. Okt. Eine stattliche Zahl von Mitgliedern des Zweigoereins „H ü t t e n b e r g" vom D H C. fand sich am Sonntag zusammen, um eine Wanderung durch den schönen Herbstwald zu unternehmen. Vom,Bahnhof Großen-Linden führte der Weg über Leihgestern auf dem alten Schiffenberger Weg am Forsthaus Baumgarten vorbei nach Hausen, wo eine kurze Kaffeepause gehalten wurde. Leichter Regen war inzwischen niedergegangen. Auf dem Heimweg, der über Watzenborn-Steinberg führte, herrschte wieder helles, klares Wetter. Auf den Wiesen und im Walde konnten zahlreiche Pilze gesammelt werden, so daß diese Wanderung nicht nur sehr schön, sondern auch recht „nahrhaft" war. s. Lang-Göns, 13. Okt. Im Monat Oktober können wieder zwei der ältesten Einwohner unseres Dorfes ihren Geburtstag begehen. Am 2. des Monats vollendete Johannes Karl Rompf, Obergasse, sein 8 0. Lebensjahr, und am 17. Oktober wird Kirchenvorstandsmitglied Konrad Velten, Obergasse, 8 4 Jahre alt. Beide sind körperlich wohl etwas behindert, geistig aber noch von großer Frische. Bemerkenswert ist, daß unser Mitbürger Joh. Karl Rompf der fünfte Einwohner von Lang-Göns ist (darunter eine Frau), die in diesem Jahre das 80. Lebensjahr überschreitet. Im Dezember wird auch Konrad Rudolph, Obergasse, 80 Jahre alt. Der Jahrgang 1857 scheint also ein ganz besonders gesunder zu sein. — Bei der Zwischenzählung der Schweine wurden folgende Zahlen festgestellt: Zuchtsauen 149, Zuchteber 57, Schweine 1375. Die Zahlen vom März 1937: Zuchtsauen 121, Zuchteber 12, Schweine 1265. * Holzheim, 13. Okt. Bei der Arbeit im G e - meindesteinbruch verunglückte heute der Arbeiter Ernst Klee von hier. Der bedauernswerte Mann mußte von der Gießener Sanitätsklonne mit einem Unterschenkelbruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden. I Hausen, 11. Okt. Am gestrigen Sonntag fand im Saale der Wirtschaft Fink eine O b st - a u s st e l l u n g des hiesigen Gartenbauvereins statt. Der Vereinsführer, Bürgermeister Göbel, konnte eine große Anzahl von Besuchern begrüßen. Baumwart Schön von Lich sprach über Obstbaumpflege. Auf langen Tischen konnte man das ausgestellte Obst nicht nur sehen, sondern auch wirklich bewundern. Denn es war wertvollstes Ausstellungsobst, das hier zu sehen war, was um so mehr ins Auge fiel, als die Hausener Gemarkung nicht erstklassiger Boden ist. Auch wurde der Fortschritt zwischen den Ausstellungen vor Jahren und der gestrigen festgestellt, was in erster Linie der rührigen Aufklärungsarbeit des Gartenbauvereins zu danken ist. Besonders bewundert wurde ein prachtvoller Blumenaufbau, den der Rechner des Vereins, Altbürgermeister Happel, mit großem Eifer und gutem Geschmack zusammen- gestellt hatte. So kann der Gartenbauverein mit Genugtuung auf diese Ausstellung zurückschauen in dem Bewußtsein, daß seine aufklärende Arbeit und dienstbereite Hilfe auf fruchtbaren Boden gefallen ist. 4= Lauter, 12. Okt. Gegenwärtig ist hier die Dickwurzernte in vollem Gange. Der Ertrag ist dieses Jahr ein guter. — Die erste Eintopf- sammlung ergab hier den Betrag von 24,65 Mark. — Gestern gegen 21 Uhr wurden die hiesigen Einwohner durch Feueralarm geschreckt. Zum Glück stellte es sich bald heraus, daß es sich nicht um einen Ernstfall handelte, sondern daß Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) erschienen war, um die Schlagfertigkeit der hiesigen Wehr zu erproben. In seiner Begleitung befand sich Regierungsrat Dr. Fuhr vom Kreisamt Gießen. Als Brandherd war die Scheune des Landwirts O. Zimmer, als Brandursache Blitzschlag angenommen worden. Im Anschluß an die Uebung hielt Regierungsrat Dr. Fuhr die Kritik. Er sprach der Wehr für ihre Einsatzbereitschaft das höchste Lob aus, denn bereits nach zehn Minuten, nachdem er dem Wehrführer die Mitteilung gemacht hatte, war die Wehr völlig einsatzbereit an der Brandstelle. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Vertreter des Kreisamts feine Ansprache. Kreis Alsfeld. Ctl Burg-Gemünden, 11. Okt. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hat sich entschlossen, eine Kartoffeldämpfungsan^ läge anzuschaffen, die von Hof zu Hof und, da mehrere Dörfer der Genossenschaft angehören, von Dorf zu Dorf gefahren werden soll. Die Dämpfungskosten belaufen sich je Zentner auf 30 Pf. EÜ Bleidenrod, 11. Okt. Die Dreschmaschine konnte nun auch in unserem Orte ihre Tätigkeit einstellen. Der Körnerertrag entsprach den Erwartungen. Die Kartoffelernte brachte ebenfalls gute Erträge. Vor allem befriedigten Böhms ,,Ackersegen" und „Priska". Gegenwärtig werden die letzten Weizenäcker bestellt. Viele Bauern sind mit der Errichtung von Futtersilos beschäftigt. Im Zuge der F e l d b e r e i n i g u n g wurde durch eine Abteilung des Reichsarbeitsdienstes Burg-Gemünden eine größere Hohl geschleift und dadurch zehn Morgen wertvolles Ackerland gewonnen. Die durch die Arbeiten geschädigten Anlieger erhielten das gewonnene Land bis zur endgültigen Regelung durch die Feldbereinigung kostenlos zur Nutzung überlassen. D e ck e n b a ch, 14. Okt. Am kommenden Sonntag kann unser Einwohner Johannes Reiß II. seinen 7 9. Geburtstag begehen. Der hochbetagte Mann hat im Jahre 1881 beim Jnf.-Regt. 116 seiner Militärdienstpflicht genügt. Kreis Wetzlar. # Wißmar, 11. Okt. Nach Aufzeichnungen in der D o r f ch r o n i k stand in früherer Zeit im Wißmarbachtal ein Hof, der in späteren Jahren durch Kriege und Brandschatzungen der Zerstörung anheimfiel. An der Stelle, an der der Hof gestanden haben mag, wurden dieser Tage bei Ausschachtungsarbeiten 18 S i l b e r g e l d st ü ck e in der Größe der gegenwärtigen Fünfmarkstücke gefunden. Die Jahreszahlen der Prägung weisen in die Jahre von 1620 bis 1680 zurück Die Wappenbilder der Geldstücke sind verschieden. — Am gestrigen Sonntag überflogen zwei Freiballone unser Dors in der Richtung nach Wieseck. Bei der Jugend löste der seltene Anblick große Freude aus. Einer der beiden Ballone flog sehr niedrig, und die Insassen, drei Personen, machten sich durch Winken und Zurufe bemerkbar — Die Kartoffelernte in unserer Gemarkung brachte dank des Saatgutwechsels hohe Erträge. — Am Samstagabend wurde durch die G a u f i l m st e l l e im Saale von Wolf bei gutem Besuch der Film „Der Kurier des Zaren" gezeigt. __________ Nundfunkprogramm Freitag, 15. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Auf dem Jahrmarkt ist es wunderschön. 11.40: Deutsche Scholle. 12. Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Bitte einschalten — Adolf Gondrell plaudert und das kleine Funkorchester spielt. 20: Deutsches Konzes 22: Nachrichten (auch aus dem Sende- b^ikk), 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Gallusmarkt in Grünberg. Der erste Tag. + Grünberg, 13. Oktober. Während auf dem oberen Teil der „Käswiese" schon Ende der vorigen Woche ein Teil des Juxplatzes aufgebaut wurde, so daß der Sonntag schon Eröffnungsvorstellungen brachte, entstand am Dienstagnachmittag, nachdem Marktmeister Frank die Verlosung der Krämerstände vorgenommen und auch der Juxplatz noch weiteren Zuzug erhalten hatte, bald eine kleine Zeltstadt, so daß das gewohnte äußere Bild des Gallusmarktes fertig war. Wenn auch die Zahl der Krämerstände nicht die Höhe des Vorjahres erreichte, so war dagegen der Juxplatz besonders reichhaltig ausgestattet: Konditoreien, Eisbuden, Schießhallen und Verlosungsstände waren mehrmals vertreten, ferner Kalperltheater, Zirkus, Tierschau, Schiffsschaukel, Karussell, Raketensahrt zum Mond und die Fahrt an der Todeswand; hier erwiesen sich die beiden letzten als die Hauptanziehungsnummern. Günstiges, d. h. trockenes und mildes Herbstwetter, das den ganzen Tag über anhielt, war eine gute Vorbedingung für den Markt, dem auch der Nebel am Morgen keinen Abtrag brachte. Schon früh begann der Auftrieb zum Schweine - und Viehmarkt. (Siehe besonderen Bericht im Wirtschaftsteil.) Um 9 Uhr begab sich die Kapelle Horst zum Bahnhof, um von dort aus ihren Marsch durch die Stadt nach dem Gallusmarktplatz anzutreten, um durch ihre Marschmusik die Volksfeststimmung einzuleiten. Um die Mittagszeit setzte starker Zustrom von Marktbesuchern ein, besonders die um diese Zeit eintreffenden fahrplanmäßigen und die eingelegten Sonderzüge waren hieran stark beteiligt, ebenso war eine Anzahl großer Kraftomnibusse, die aus den verschiedensten Richtungen in mehrfacher Fahrt verkehrten, stark mit der Heranbrin- gung der Marktbesucher beschäfttgt. Es dürfte schwer sein, eine genaue Schätzung der Besucher, die nach Tausenden zählten, vorzunehmen, da sich diese sowohl auf den Markt, als auch auf die Stadt verteilen und ein fortwährendes Hin und Her stattfindet. Doch war die allgemeine Feststellung, daß die Besucherzahl die des Vorjahres übertraf. So entwickelte sich von der Mittagszeit ab das gewohnte Bild des Gallusmarktes: eine unablässig hin- und herwogende Menge in den langen Gassen der Verkaufsstände und besonders stark auf dem Juxplatz, dann das Hin und Her vom Markt zur Stadt, um dort Geschäftshäuser oder Gastwirtschaften zu bevölkern. Bei dem. günstigen Wetter hatten diesmal Juxplatz und Verkaufsstände auf dem Markt wohl größeren Betrieb, als die Geschäftshäuser in der Stadt. Die erwähnte größere Zahl der Marktbesucher brachte jedoch auch ihnen guten Zustrom, ebenso den Wirtschaften, Metzgereien und Kaffeestuben. Hier hatte dieses Jahr die Stadtverwaltung auf Wunsch der Marktkommission Einheitspreise für Speisen und Getränke festsetzen lassen, um beiden Teilen, den Wirten und den Gästen, gerecht zu werden. Jedenfalls dürften die Geschäftsleute der Stadt, und wohl noch mehr die auf dem Markt, gemessen an der größeren Besucherzahl, mit dem finanziellen Ergebnis zufrieden sein. Am späten Nachmittag begann in fünf Sälen der Stadt der Tanz, der bis in die späte Nacht hinein andauerte und dem die Jugend der Umgegend stark huldigte. Die Marktwache und die durch auswärtige Kräfte verstärkte Polizei fand bis zum Abend keinen Anlaß zum Eingreifen. Der zweite Markttag (Donnerstag) bringt die Fortsetzung des Krämermarktes und der Volksbelustigung, außerdem die Verkündigung der Sieger und die Preisverteilung im W e t t - bewerb der Schüler um den besten Vierzeiler zum Lobe des Grünberger Gallusmarktes. Daß der Wettbewerb Anklang gesunden hat, beweisen die 121 Einsendungen aus Grünberg und 26 Orten der näherem nud weiteren Umgebung. Ein Dutzend Geldpreise und noch zahlreiche Trostpreise in Gestalt von Freifahrten am Karussell stehen für die glücklichen Preisträger zur Verfügung. Am Sonntag wird in der Turnhalle die Ziehung der G a l l u s m a r k tv e r l o s u n g vor sich gehen und der Juxplatz seine Abschiedsvorstellungen bringen. MWisljWMU! Roman von Bernhard Lonzer. Ukheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 41 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Stumm gehorchte Wolfersdorfs. Vorsichtig hoben die beiden Männer Gloria auf und trugen sie davon. Stefan leuchtete. Man wählte den bequemeren Weg, aber immer wieder kam ein leises Stöhnen von Glorias Lippen, wenn eine Unebenheit des Bodens den Schritt der Männer unsicher machte. Stefan ließ sie in ihr Zimmer tragen und ging sofort daran, den Fuß zu untersuchen „Der Knöchel scheint gebrochen zu sein", erklärte er. „Sie können natürlich nicht hierbleiben. Ich werde einen Kollegen anrufen, der Sie in seiner Prioatklinik behandeln kann." Er wandte sich dem Förster zu. „Bitte, Lohmann, sagen Sie Friedrich, daß er sofort den Wagen fertig macht." Zögernd und schuldbewußt kam Wolfersdorfs von der Tür heran. „Es tut mir sehr leid, Frau Konsul ..." Gloria gab keine Antwort. Auch Stefan schwieg. Stumm wandte Wolfersdorfs sich ab und verließ das Zimmer. Stille herrschte für ein paar Sekunden zwischen den beiden Zurückbleibenden. „Es ist glücklicherweik" uoch gut abgegangen", unterbrach Stefan das Lu-weigen. „Wie sind Sie denn dorthin gekommen?" „Ich hatte keine Ruhe und bin spazierengegangen. Aber ich verstehe das alles noch nicht — wie kam denn Wolfersdorfs dazu —?" „Er hat gewildert. Es wird ihm natürlich nicht um das Wud selbst zu tun sein, er ist wohl nur von einer hemmungslosen Jagdleidenschaft beherrscht. Immerhin, er ist ein übler Bursche. Seine Rolle hier ist damit ausgespielt." Mit einem finsteren Blick sah Gloria zu ihm auf. „Nicht nur die seine, Stefan. Auch die meine ..." „Nun, das ist natürlich kein Vergleich." „Aber es kommt auf dasselbe heraus. Ja, Stefan, nun ist es doch so weit — nun muß ich gehen — wir werden uns nicht Wiedersehen .." „Aller Voraussicht nach nicht. Aber es ist gut so, Gloria." „Gut ...! Es ist schwer, daran zu glauben. Gut ist nur, daß du wieder Gloria zu mir sagst, Stefan ..." „Warum soll ich es 'm dieser Stunde nicht tun ...!" „Du bist mir nicht mehr böse, Stefan? Du denkst nicht mehr schlecht von mir?" „Nein, Gloria, ich bin dir nicht böse. Niemand kann für sein Herz. Und wenn dir daran gelegen ist, daß ich dich im guten Andenken behalte, dann sei deinem Manne eine gute Frau. Er verdient es. Kannst du mir das versprechen, Gloria?" Sie umfaßte sein Gesicht mit einem langen Blick. ,Lch will es dir versprechen, Stefan." Dann griff sie nach seiner Hand. ,Zch wünsche dir alles Gute, alles Glück ..." Er konnte nichts darauf erwidern. Glück — alles Glück . .! Das gab es nicht für einen Menschen, der Stefan von Achenbach hieß! „Dann leb' also wohl, Gloria", sagte er mit fremd klingender Stimme. „Und — soll ich deinem Mann telegraphieren?" Langsam glitt ihre Hand aus der seinen. Sie sah in die Ecke des Zimmers. „3a, Stefan", kam es leise von ihren Lippen. 15. Langsam schlichen die Tage auf Schloß Achenbach dahin. Ein geheimer Druck lastete auf den Bewohnern. Selbst Fräulein v. Birkhammer machte den Eindruck eines verschüchterten Vogels. Sie hatte Annelore gegenüber einmal eine scheue Frage gewagt, aber nur ein trostlos-kümmerliches Lächeln zur Antwort bekommen. Stefan zog sich nach dem Abendessen stets sofort wieder zurück. In den ersten Tagen nach des Maskenfest war ihm der Gedanke, Annelore täglich um sich haben, mit ihr sprechen, und arbeiten zu sollen, unerträglich erschienen. Ein paarmal hatte er sich vorgenommen, ihr zu sagen: Sie haben keine Freude mehr an Ihrer Arbeit, Fräulein Hildach. Ich will sehen, daß ich Ihnen behilflich sein kann, etwas anderes zu finden Aber jedesmal, wenn er dazu angesetzt hatte, war ihm der Mut wieder gesunken. Er verstand das er[t als er Annelore zum erstenmal mit vollem Bewußtsein wieder ansah. Mit einiger Ueberraschung stellte er fest, daß sie sich in dieser Zeit merkwürdig verändert hatte. Man konnte beinahe annehmen, daß sie im stillen litt. Vielleicht waren es die veränderten Verhältnisse, die drückende Atmosphäre, die jetzt im Hause herrschte. Sie war ja sehr feinfühlig und machte sich vielleicht Vorwürfe, daß sie den Anlaß dazu gegeben hatte, wenn sie auch nicht anders gekonnt hatte. Sie tat ihm leid, aber es war ihm unmöglich, ihr gegenüber wieder einen wärmeren, versöhnlichen Ton zu finden. Und es war ihm unmöglich, sich länger als unbedingt notwendig in ihrer Nähe aufzuhalten. Wolfgang von Achenbach hatte den Dingen eine Zeitlang schweigend und grollend zugesehen. Eines Tages, als er mit Stefan etwas M verhandeln hatte, ging das Herz aber doch mit ihm durch. Stefan wollte das Arbeitszimmer wieder verlassen, aber er hielt ihn zurück. „Einen Augenblick, ich habe noch etwas Persönliches mit dir zu sprechen." Sie standen sich mitten im Zimmer gegenüber. Wolfgang von Achenbach holte ein paarmal tief i Atem, dann fuhr er fort: „Nicht etwa aufbrausen oder den Gekränkten spielen, bitte! Ich muß jetzt Klarheit haben, unter allen Umständen; denn so geht es nicht mehr weiter. Du brauchst mir keine Erklärungen zu geben, wenn du nicht magst, aber ich frage dich aufs Gewissen: bist du der Anlaß zu den veränderten Verhältnissen?" Ohne Empfindlichkeit sah Stefan ihn klar und fest an. „Nein!" Klar und fest hatte auch die Antwort geklungen. „Nicht ...?" setzte der Großvater ihm unsicher entgegen. „Zweifelst du an meinem Wort?" „Natürlich nicht. Aber — ja, du willst also sagen, daß Annelore daran schuld ist —?" „Nein. Sie kann so wenig dafür wie ich." Der Großvater sah ihn ohne Verständnis an. „Ja, aber — keiner von euch soll schuld daran sein — ich weiß ja nicht, was vorgefallen ist, aber wenn es so ist, dann kann es sich doch nur um irgendein Mißverständnis handeln." Stefan zuckte die Achseln. „Mißverständnis? Nach meiner Auffassung ist die Sache sogar sehr klar und eindeutig." Aufgeregt tat Wolfgang von Achenbach ein paar Schritte durch das Zimmer. Dann blieb er wieder vor Stefan stehen. „Das verstehe ein anderer! Laß uns doch mal darüber reden, wie es sich gehört. Sag' doch ruhig, was vorgefallen ist, damit man sich ein Bild, machen kann. Vielleicht kann man dann auch raten und aufklären." Stefan hob den Kopf. „Ich kann nicht darüber sprechen, Großvater. Jetzt noch nicht. Laß es dir einstweilen genügen, daß keiner von uns schuld daran ist." Mißverständnis! Das Wort saß fest. Auch Suse hatte es Neulich gebraucht. Der Verstand wollte das Wort und die Möglichkeiten, die es in sich barg, ablehnen, aber es lag Stefan noch am Abend in den Ohren, als er sich wieder auf sein Zimmer zurückgezogen hatte. Und auf einmal hatte er den brennenden Wunsch, mit Suse sprechen zu können. Vielleicht war das nur eine augenblickliche Wallung, aber wenn sie jetzt hier gewesen wäre, hätte er sich wirklich überwunden, offen mit ihr über die Angelegenheit zu sprechen. Die Gelegenheit dazu ergab sich sehr bald. Stefan war nach dem Abendessen mit dem Großvater in ein Gespräch über jagdliche Dinge geraten und hatte sich länger als sonst aufgehalten. Bevor er sein Zimmer aufsuchte, trat er noch einmal vor das Tor hinaus. Der Märzsturm jagte aus der abendverhangenen Ebene her. Sturm, der den Frühling auf seinen Schwingen trug! Stefan ließ sich das Haar zerzausen, es tat ihm wohl. Sturm tat immer wohl. Nur nicht der Sturm, der Blüten hinwegfegte! Ein hellgrauer Wagen glitt auf der schnurgera- den Pappelallee heran. Suse kam und hielt den Wagen an, als sie Stefan gewahrte. „So spät noch und bei dem (Sturm?" begrüßte er sie. „Der stört mich so wenig wie dich. Und da der Herr Gemahl heute seinen Klubabend hat und das Grillenfangen eine elend langweilige Geschichte ist, zumal jetzt — na, da bin ich nun eben da. Aber du kannst dich ruhig umdrehen, wenn du mich nicht sehen willst und wenn es dir leid tut, mich bereits gesehen zu haben. Gern siehst du das Gewissen ja doch nicht kommen." „Das Gewissen? Du hast sehr rätselhafte Ausdrücke manchmal; denn im allgemeinen läßt du es an Deutlichkeit wirklich nicht fehlen." „Gott sei Dank! Meistens tut es ja auch bitter not. Fall Stefan von Achenbach zum Beispiel! Und damit hast du auch schon die Erklärung: ich bin für dich doch so etwas wie das Gewissen. Oder etwa nicht?"'' „Eine kleine Selbstüberschätzung! Und eine erhebliche Verkennung meiner Wenigkeit! Aber streiten wir uns nicht darum. Es ist ja gleichgültig, wer von uns beiden recht hat. Uebrigens — bescheidene Anfrage —: ist es nur die Langeweile, die dich heute herführt?" Sie suchte forschend in seinen Augen. „Das kann ich erst beantworten, wenn ich wieder nach Hause fahre." „Wieviel Zeit würdest du erforderlichenfalls für mich opfern wollen?" Sie hob die schmalen Schultern. „Stunden. Leider aber bin ich überzeugt, daß es ein zweckloses Opfer sein würde." „Ja, wenn du es nicht darauf ankommen lassen willst —" „Ach!" sagte sie und zog die Lippen ein. Dann richtete sie sich wieder auf. „Also, laß uns vernünftig sein, Stefan. Selbstverständlich bin ich für dich da. Die Herrschaften werden auch ohne meine Gesellschaft auskommen." (Sie fuhr den Wagen langsam auf den Hof, ohne ihr bekanntes Hupensignal zu geben. Dann stiegen sie zusammen die Wendeltreppe im Turm hinauf. Stefan schob in seinem Arbeitszimmer einen Sessel zurecht. Suse nahm Platz. „Also, bitte! Womit kann ich dem Herrn dienen?" Stefan brannte sich umständlich eine Zigarre an. „Viel Zweck wird es kaum haben, aber man will doch keine Möglichkeit außer acht lassen. Also, du sprachst neulich davon, daß es sich bei der — bei der Geschichte nur um ein Mißverständnis handeln könne. Derselben Ansicht ist auch mein Großvater. Obwohl ich alle Ursache habe, das Gegenteil anzunehmen, würde ich doch gern mal hören, woraus du deine Ansicht gründest." J Schluß folgt. nr. 240 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Donnerstag, l4. Oktober 1957 Der stellv. Reichsstudentenführer spricht. — (Aufnahme: Neuner.) Bei der Siadt Gießen zu Gast erziehung Studenten überbrachte Grüße des tenführers der deutschen erörterte. Er einleitend die Reichsstuden- Nicht jeder Student komme an die Universität und wisse sofort und in allen Stücken, was not gewesen seien, hätte man sich gefragt, was an ihre Stelle treten würde. Und da sei gerade in Gießen festzustellen, daß ein neues Leben der Kamerad- schastsstudenten schon im letzten Semester begonnen hätte. Es sei von jeher der Wille des Nationalsozialismus gewesen, die jungen Menschen aus den Asphaltwüsten herauszuholen und sie in die land- schaftsoerbundene kleinstädtische Universität zu bringen. In der kleinen Universität kenne einer den anderen, gute Verbindung und Kameradschaft bestehe zwischen Professoren, Studenten, Universität und Militär mit der Stadt. Nur durch dieses gegenseitige Verstehen bekomme der junge Mensch eine richtige Lebensanschauung. Leider sei es in der kurzen Zeit dieses Besuches nicht möglich gewesen, gerade das schöne Hinterland und die herrliche Umgebung von Gießen den Studenten zeigen zu können. Denn das Gebiet um Gießen von der Lahn bis zum Rhein, Wetterau und Vogelsberg fei ein großer Garten, an dem man sich im Sommer und Winter erfreuen könne. Oberbürgermeister Ritter erklärte den jungen Studenten noch, warum er sie gerade zu einem Glase Patenwein eingeladen hätte, denn auch durch d>e Uebernahme eines Patenortes drücke sich die die Führung der Arbeiterbewegung in die Hände der Juden geraten. Der Student habe um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auch nicht die Gefahren erkannt, frie aus konfessionellen Spaltungen sich ergeben mußten. Um 1880 sei noch einmal eine neue völkische Bewegung entstanden, der aber auch die zielbewußte Führung versagt geblieben sei. In der Folge gerieten die Studenten außerdem in das Fahrwasser des Materialismus. Noch einmal sei Langemarck ein Lichtblick gewesen, wo der Student ebenso groß zu sterben wußte, wie jeder andere Volksgenosse. Für die Gegenwart und alle Zukunft habe der Student dem Volke vorzuleben. Entscheidend sei, daß das deutsche Volk keinen 9. November 1918 mehr erlebe. Es gelte zu wissen, daß man sich in allem und jedem als Deutscher zu fühlen habe. Erst jene Studenten, die aus dem Kriege zurück- kamen und sich vom Tode beurlaubt fühlten, gründeten in Würzburg die Deutsche Studentenschaft und wollten die Gesinnungsgemeinschaft aller Stu- Am gestrigen Nachmittag waren die Studenten des Reichslagers auf dem Gleiberg Gäste der Stadt Gießen. Eine Omnibus-Rundfahrt brachte sie durch Gießen und in die nähere Umgebung-, besonders wurden die beiden Kliniksviertel, das Studentenhaus und die Universität besichtigt. Auch ein kleiner Abstecher nach dem Schiffenberg wurde gemacht. Am Abend trafen sich die Kameradschaftsführer im Saale des Hotel Schütz, wo sie von Oberbürgermeister Ritter begrüßt wurden. Der stellvertretende Reichsstudentenführer Pg. Horn, München, war zu diesem Kameradschaftsabend nochmals zurückgekommen. Oberbürgermeister Ziffer gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Kameradschaftsstudenten gerade an einer kleinen Universität zu einem Schulungslager zusammengekommen seien. Die kleineren Universitätsstädte hätten früher sehr viel gegolten und würden auch heute eine bedeutende Rolle spielen, denn die Studenten würden einer solchen Stadt nicht nur das Gepräge geben, sondern bedeuteten außerdem einen wirtschaftlichen Faktor Nachdem die Verbindungen weg , , . Scheel und führte dann u. a. aus: denten. Aber immer noch sei die völlige Einigung der Studenten nicht gelungen. Erst dem Nastonal- sozialistischen deutschen Studentenbund, zunächst Kampsformation der Partei, sei es beschieden, das große Eimgungswerk m der deutschen Studentenschaft zu vollenden. In jenem Kampfe um Deutschlands Freiheit, gemeinsam mit den Führern und seinen Männern, lernten die Studenten (wenn es auch anfänglich nur wenige gewesen seien) den deutschen Arbeiter kennen. Heute werde durch neues Leben, durch neue studentische Formen und Gehalte der früher bestehende Gegensatz zwischen Arbeiterschaft und Studententum überbrückt Der Studentenkameradschaftsführer im N S- D St B. habe das neue deutsche Studententum formen zu helfen, und zwar so, daß es nicht mehr in die Gefahr gerate, zu einem oolksfremden Aka- dernikertum zu werden. Bereits #im ersten Semester müsse sich der junge Student kämpferisch zeigen, unbeschränkt seine Fähigkeiten für das deutsche Volk einsehen, bereit sein, alte Fähigkeiten bis zum äußersten zu entwickeln, Mann zu werden und wahrhaft deutscher Mensch. Es dürfe keine Ueberheblichkeit und keinen falschen Stolz mehr geben. Der Student müsse soldatischen Geistes sein, bereit, sich einzufügen. Der Kameradschaftsführer habe den zur Universität kommenden Studenten davon zu überzeugen, daß er nicht „Freistudent" sein könne. Der Kameradschaftsführer müsse Idealist sein und freiwillige Gefolgschaft an sich zu ziehen wissen. Es gehe um geistige Entscheidungen, um die Entwicklung von starken Persönlichkeiten, nicht um geistige Nivellierung. Der Kameradschaftsführer müsse die gefährlichen Mächte erkennen, die die Einheit des Volkes ständig und heimtückisch bedrohten. An seinen Kameraden müsse er von innen her zu bauen verstehe^. Der junge deutsche Mensch warte geradezu ' darauf, von innen her angesprochen zu werden. Der deutsche Student, der viele Kenntnisse und tiefe Erkenntnisse sich aneignen dürfe, habe doppelte Verpflichtung, müsse mehr leisten, er müsse aber auch fröhlich sein können, dürfe auch einmal über die Schnur hauen, aber er müsse sich immer wieder finden. Von ihm sei gefordert Ritterlichkeit und unantastbare innere Haltung. An diesen Zielen mitzuarbeiten, so schloß der Redner, sei große und dankbare Aufgabe des Kameradschaftsführers deutscher Studenten. Der Vortrag wurde von den Zuhörern mit größter Aufmerksamkeit und mit starkem Beifall ausgenommen. Studentische Kameradschastserziehung Oer stellvertretende Reichsstudentenführer auf dem Gleiberg. Am gestrigen Mittwoch weilte der stellv. Reichs- ftudentenführer Horn, München, bei den Studenten auf dem Gleiberg, die dort zum Zwecke der Kameradschafts - Schulung für geraume. Zeit in einer Lagergememschast versammelt sind. Der stellv. Reichsstudentenführer hielt im Saale des La- aers einen Vortrag, in dem er grundsätzliche Fragen der Kameradschafts- tue. Es gehe heute nicht mehr an, daß sich ein Student in den ersten Semestern austobe. Der Student der Gegenwart habe kein Recht zu bummeln, denn er sei mehr ats jeder andere Volksgenosse der Gesamtheit des deutschen Volkes verpflichtet. Es gehe nicht allein um „Berechtigung", nicht allein um das Bestehen der Examina, oder gar um die Vorarbeit für eine zukünftige Pensionsberechtigung. Vielmehr fei ernste Vorbereitung auf den zukünfti- fien Beruf notwendig. In vielen akademischen Berufen sei gesteigerte Verantwortung zu tragen, meist auch für viele andere Menschen. Dafür könne der Student nicht hart genug sein Entscheidend sei, daß er beitrage zu den gesamtvölkischen Aufgaben in nationalsozialistischem Geiste. Es gelte die'Aufgaben erfüllen zu helfen, die dem ganzen Volke gestellt feien. Das sei auch immer den Besten der Studenten, die als Suchende zur Hochschule kamen, die den tiefen Sinn des Lebens in der Erfüllung großer Aufgaben sahen, bewußt gewesen. Die Studenten der Zeit der Freiheitskriege fanden sich in Freikorps für die Idee des Reiches und für das Ziel, ein einiges Volk zu werden. Diese Bewegung sei damals einzig und allein von Stu- Denten getragen gewesen. Sie erfüllten ihre Aufgaben vorbildlich. Ihr Geist habe aber im Volke mcht tief genug Wurzeln schlagen können. Die Studenten aus der Zeit der Freiheitskriege hätten auch ^azu beigetragen, in den Burschenschaften dem studentischen Leben neue gemeinschaftsbildende Form u geben. Die Idee der Einheit sei also schon zu mancher Zeit und früher im Kreise der Studenten gepflegt worden. Immer sei dabei der Geist ent- Heidend gewesen. Auch die heutige Studentenschaft müsse begreifen, daß es nicht Unehre bedeute, eine Fahne aufzugeben, wenn es darum gehe, zu einer größeren Fahne und zu größerer Einheit vorzustohen. In seinen weiteren Ausführungen erinnerte der Redner an die Entwicklung des deutschen Studen- Itrntums bis zu Bismarck und zur Reichsgründung. Leider feien die Studenten während der Entwicklung der Industrie in Deutschland an der jungen Arbeiterbewegung, die in ihren Anfängen durch- (115 national gewesen sei, verständnislos vorbei- trgangen. Gerade zu Beginn der Arbeiterbewegung habe man dort nach einer Führerschaft aus dem li.genen Volke gesucht, die aus der Studentenschaft scätte berauswachsen können. An Stelle dessen sei Verbindung zwischen Stadt und Land aus. Am Schlüsse seiner Begrüßungsrede trank er auf einen guten Erfolg der Lagerarbeit, die darauf hmziele, die vom Reichsstudentenführer Dr. Scheel angegebenen Wege der Kameradschaftserziehung zu marschieren. Oer stellv. Reichsstudentenführer Horn dankte dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen im Namen seiner Kameraden für die freundlichen Begrüßungsworte und sagte, daß die Studenten gern jede Gelegenheit wahrnehmen, um mit führenden Männern der Partei, Behörden oder Wirtschaft zusammen zu sein. Dann machte der stellv. Reichsstudentenführer interessante Ausführungen über die Kameradschaften und betonte den Zweck der Reichslager, die eben in den verschiedenen deutschen Gauen von der Reichsstudentenführung durchgeführt würden Die Lager hätten den Zweck, die künftigen Ka- meradschaftsführer so heranzubilden, daß sie nachher in der Lage seien, andere junge Menschen hinter sich zu bringen. In den Lagern wolle man keine Probleme wälzen, sondern sich zunächst vertraut machen mit dem Land, in dem das Lager § Vor dem Einseifen die Haut mit NIVEA geschmeidig machen, dann ist das Rasieren ebenso schmerzlos wie ein Haarschnitt liege. Man wolle auch sehen, was gerade die Universität Gießen für das Leben des Landes bedeute. Das Bestreben der Reichsftudentenführung gehe dahin, den jungen Studenten in engen Zusammenhang mit der Bevölkerung zu bringen, ihn aus 8er Abgeschlossenheit herauszunehmen und ihn mitten hineinzustellen in das Leben der deutschen Menschen. In seinem späteren Beruf sei der Student immer für Menschen verantwortlich, deshalb müsse er Menschen kennengelernt haben Deshalb freue man sich immer, wenn bei Schulungslagern, die richtunggebend sein sollen, Männer der Partei und Behörden der Lagerleitung Gelegenheit geben, Land und Menschen kennenzulernen. Als Student müsse man sich damit abgeben, was eigentlich die Aufgabe des Lebens fei. Die Kameradschaften seien keine Diskussionsklubs, und man wolle sich nicht nur mit ernsten Dingen beschäftigen, sondern man wolle auch frohe Stunden erleben Die Häuser der Kameradschaft sollen auch nicht einer Abgeschlossenheit dienen, sondern Mittelpunkt des Lebens einer Kameradschaft fein. Der Student solle auch ruhig in die Gaststätten hinausgehen, froh sein und das neue studentische Leben zeigen. In dieser ernsten Zeit könne man natürlich nicht verlangen, daß noch einer Verständnis für besoffene Menschen aufbringe, aber für fröhliche Menschen hätte heute jeder Verständnis. Wenn der deutsche Student heute auch ernst geworden fei, so habe er niemals den Frohsinn verlernt, denn Freude gebe Kraft zum Arbeiten. Die den Kameradschaftsführern anvertrauten jungen Kameraden wolle man nicht zu Muckern und Philistern erziehen, sondern sie in Dinge der Erholung führen. Es werde bald die Zeit kommen, wo der Student der sein werde, der durch seine Haltung nach außen mit dazu beiträgt, ein neues Leben in die Universitätsstadt zu bringen. Man suche auch ganz bewußt die Verbindung zu den Familien der Stadt und wolle durch gemeinschaftliche Veranstaltungen mit dazu beitragen, die Menschen der Der» scksiedensten Berufe zusammenzubringen. Die heutige studentische Jugend verstehe unter dem Begriff Volksgemeinschaft etwas anderes als Schulterklopf- sozialismus. Gemeinsam werde mit den Stürmen marschiert, der Student löse einen Arbeiter für einen zusätzlichen Urlaub an feiner Werkstelle ab, und bei der Mitarbeit werde sich schon eine Gemeinschaft herauskristallisieren. Die Männer setzten sich heute. Am Wrldwaffer. Von Otto Bischer. . Die dunklen Libellen, die durch die Sonnenflecken Der dem Wasser schwirrten, schimmerten genau so crüngolöen wie die Rückenfedern des Schwarz- (swrches. Wenn dieser einen langsamen Schritt über iie Steine machte, durch den glitzernden Wider- syein der Bachwellen, leuchteten die tiefroten Ständer, der lange Stechschnabel wie eine warme Blüte ind blitzten metallen die langen, schmalen Federn Din Rücken und Hals. Und doch war der Wald- si!orch in seiner dunklen Unbeweglichkeit des graugrünen Dämmerns der Waldschlucht kaum erkenn- bir, denn er verschmolz mit einem Schwarz in all d-m jungen Grün, dem Braun der Stämme, dem Lunkel tiefer Wasserstellen beinahe vollständig. Von Zeit zu Zeit machte er einen Stelzschritt dlcrch das Gestein des Baches, dabei musterte er scharf das Wasser. Bemerkte er unter einem der jlidjen Steine eine quirlende Bewegung ober gar bis Schwanzflosse einer lauernden Forelle, bann fegte er rasch ben Fuß borthin unb wenn bie Foul le erschreckt aus bem Versteck fuhr, stieß blitzschnell bir Schnabel zu unb schon würbe ber glitzernbe F sch hochgeworfen, um im Kehlsack zu verschwin- bin- Rings in ben Schluck;twänben trillerten bie Fin- leri, flöteten bie Drosseln und rucksten die Tauber. fj«er unten im Dämmerdunkel aber war es still, nur die Wellen lispelten, manchmal zeterte auch ein Zaunkönig oder eine Wasseramsel machte zwit- Idiernt) ihre Bücklinge. Stanb dann die Sonne genau im Scheitelpunkt der Schluchtwände, so glitt regelmäßig ein schwarze" Schatten durch das satte Grün des Wipfel- bcches, senkte sich, und schon ftänberte die Störchin luben ihm im Bachbett. Dann schwang sich der Lchwarzstorch auf, um den Platz auf den Eiern des Horstes, oben in dem Wipfel einer mächtigen Eiche in der Steilwand einzunehmen, solange die Ssährtin sich sättigte. Das Geriet, wo der Schwarzstorch seinen Stand- Oti hatte, war ein geräumiger Kessel, der, talzu von itnei engeh Felswänden abgeriegelt, keinen Ein- |li g gewährte. Der Fußsteig, der den Bach herauf- jiiinrte, war gezwungen, weit vor dem Felstor den f)cng aufzusteigen, um die Klamm zu umgehen. 6( kam es, daß nie einer der wenigen Menschen, lii ben Fußsteig benutzten, ben Schwarzstorch in feiner Einsamkeit aufstörte, unb auch bas Wild fand fidi hier beim Bache nur selten zur Tranke ein, Diil die felsigen Schluchthänge ungünstige für einen Wechsel waren. Die Tage flössen wie die Jahre, seit die Schwarzstörche hier ihren Sommereinstand hatten, in ungestörten Frieden für sie hin. Jeden Tag konnten die Jungen des Storchen- paares die Eierschalen aufbrechen, denn es ging schon dem Juni zu, und überall zirpten die Jung- vögel der Drosseln, Finken und Meisen im Walde. Da schallte eines Morgens ein unbekannter, ferner Ton das Tal herauf. Er wiederholte sich, wurde allmählich lauter, und bald vernahm der Schwarzstorch ein Pochen und Scharren, in das sich die Stimmen vieler Menschen mischten Aber noch fühlte sich der Schwarzstorch nicht beunruhigt, denn obwohl die Stille feiner Einsamkeit unterbrochen war, schien bie heimliche Abgeschiebenheit boch nicht unmittelbar bebroht. Aber nach einigen Tagen war ber Lärm schon so stark geworben, baß ber Schwarzstorch beschloß, über bie Wipfel zur Umschau aufzusteigen, obgleich er sich nicht gerne im Hellen Tageslicht zeigte. Er brauchte nicht lange zu fliegen, da sah er schon, wie eine ganze Anzahl Menschen sich langsam durch den Wald bewegte, hinter sich einen kahlen Streifen zurücklassend. Er wußte sogleich, baß bies eine Straße war, bie einzig ben Menschen gehörte, unb ber zu nahen immer eine Gefahr in sich schloß. Unb biefe Straße kam genau auf ihr Gebiet zu. Nun waren auch bie Jungen ausgefchlüpft, bie sie nicht mehr verlassen konnten. Den Jungen bie Atzung zu beschaffen, zwang sie zu ftänbiger Regsamkeit, was bie Gefahr, gesehen zu werben, vergrößerte. Dennoch blieben sie in ihrem heimlichen Gebiet, hielten sich aber noch mehr versteckt unb wenn sich bas Storchenpaar traf, gab es kein fröhliches Schnabelklappern, sondern nur scheue Blicke, die zur Vorsicht mahnten. Die Jungen brauchten noch nicht viel Nahrung. Diese fand sich leicht unter den riesigen Lattichblättern im Schemmland längs des Baches, wo es in Unmengen Würmer und Schnecken gab. Hier hielt sich der Waldstorch verborgen, wenn er aber aufftieg, um den Jungen das Futter zu bringen, glitt er vorsichtig zwischen den dichten Wipfeln hin, damit er ja nicht bemerkt werden könne. Ganz nahe war schon das Wühlen und Scharren gekommen. Jeden Augenblick fürchtete ber Wald- storch Menschen längs bes Baches auftauchen zu sehen. Doch halb merkte er, daß die Straße nicht in der Talsohle weitergeführt wurde, sondern dort, wo der Kessel durch die Felswände abgesperrt war, den Berg hinanstieg. Das bewog ihn zum Ausharren in seinem Versteck. Er baute auf feine dunkle Schutzfarbe und der Schärfe seiner Augen, die jede Bewegung erfaßten und alles Verdächtige sogleich zu deuten vermochten. Die Störchin aber vertrug die Unruhe und ständige Angst nicht, sie schweifte unstet umher unb zeigte sich nur am Abenb, wenn ber Lärm verstummt war unb am Morgen, bevor bie Arbeit begann. Nun waren bie Menschen mitt ihrer Tätigkeit bis bicht über ben Kessel gelangt. Das Tal war erfüllt vom Getöse, manchmal bonnerten Baumstämme nieder, dann wieder knallten Steine den Hang herab — dann duckte sich der Schwarzstorch, machte sich zum Abflug bereit, unb hielt boch aus, seine Einsamkeit hartnäckig zu oerteibigen Die Störchin war gänzlich geflohen. Selten nur unb verängstigt wagte sie sich an ben Horst, die Jungen hastig zu füttern, so daß die Ernährung der Brut beinahe vollständig dem Storchenvater überlassen blieb. Dieser wich nicht. Er vertraute dem Waldwinkel, der ihn schon viele Jahre beschützt hatte, und war bereit, eher selbst unterzugehen, bevor er den Horst unb bie Jungen, bie er nur von hier aus oerteibigen konnte, verließ. Doch es geschah ihm nichts, obwohl einzelne der großen Felsblöcke bis zum Bache niederdonnerten. Von dort oben, wo sie den Weg bauten, verschlossen die Baumwipfel den Einblick in ben Kessel unb auch ben Horst entbecfte niemand. Bis dann der Schwarzstorch zu seiner Erleichterung feststellte, daß sich die Menschen mit ihrer Arbeit wieder vom Kessel entfernten, immer höher bergauf ben Hang an= fteigenb. Dan war es langsam still geworden. Nur zeitweilig polterte oben ein Wagen hin, klangen verwehte Menschenstimmen, doch das waren Laute, die keine Drohung mehr in sich schlossen, die einer fremden Welt angehörten, welche die feine nicht zu beeinträchtigen vermochten. Friedlich träumten Wald unb Bach unter ber steilen Julisonne. Die Jungen stauben schon aufrecht im Horst unb begrüßten freudig den Vater, wenn er ihnen die Nahrung brachte, lind am Horst traf auch der Schwarzstorch eines Tages die Störchin, die sich wieder eingefunden hatte. Mit Schnabelgeklapper erzählten sie sich von der ausgestandenen Angst und schlossen aufs neue den Bund fester Zusammengehörigkeit, dem nun auch die Jungen angehörten. Später dann, als sie noch viele Sommertage mit den Jungen im Wildwasser hinstelzten, um diese im Fischen zu unterweisen, reckten sich oft noch die Schwarzstörche hoch auf, schüttelten das Gefieder unb schlugen mit ben Schwingen, als müßten sie noch immer ihre Freube über die wiedergewonnene Heimat bezeugen. Ihre so friedlich verborgene Heimat, die ihrer Heimlichkeit ganzes Glück 'war, die sie schon fast verloren und doch wieder einzig für sich errungen hatten. Zeitschriften. — Im Oktoberheft der Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, KG., Berlin W 30) werden „Wachstumsabläufe im Säuglingsalter und bie Verhütung ber Entwicklungsstörungen" eingehenb behanbelt. Auch ber übrige Inhalt des Heftes, das mit einer Anzahl hübscher Bilder geschmückt ist, ist für die Mutter und Hausfrau, für die Säuglingspflegerin, Kindergärtnerin ufw. interessant und lehrreich. Einiges aus dem Inhalt: „Vererbung unb Erziehbarkeit", „Wenn Kinder essen sollen", „Ein Kinb schenkt". „Das Männlein auf der Drachenschnur", „Auch eine Schulaufgabe". ßod)fd)ulnad)hd)fen. Zu ordentlichen Professoren wurden ernannt: die Dozenten Dr.-Jng. habil. Walter Pflaum an der Technischen Hochschule Berlin (Schiffsmotoren); Dr. Dr. Gottlieb Soehngen an der Staatlichen Akademie Braunsberg (Fundamental-Theologie). Dem Dozenten für Pflanzenbau unb Pflanzenzüchtung, Dr. Josef Knoll, bisher an ber Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim, ist unter Ernennung zum Ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Acker- und Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Leipzig übertragen worden. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden: Professor Dr. phil. Arthur Wehnelt an der Universität Berlin (Physik) und Professor Dr. phil. Franz Arthur Schulze an ber Universität Marburg (Physik) wegen Erreichung der Altersgrenze. Entgegen einer früheren Melbung, daß Professor Dr. Karl Willi Wagner von der Technischen Hochschule Berlin auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt sei, wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß Professor Wagner sich als Ordinarius in der Fakultät für Maschinenwesen nach wie vor im Amte befindet. Professor Dr. Carl-August Fischer, Ordinarius in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Königsberg, ist auf seinen Antrag aus dem Staatsdienst entlassen worden. jleich welchen Berufes sie sind, zusammen und er- ennen sich gegenseitig an. Die Kameradschaften wollten versuchen, in Zu- Zunft auch den letzten Schritt für die deutsche Frau zu schaffen, daß der Begriff Gesellschaft verschwinde zu Gunsten der Volksgemeinschaft. Zu den Der- anstaltungen der Kameradschaften würden Mädels nur nach dem Gesichtspunkt der Anständigkeit und nicht nach der Stellung der Eltern eingelaoen werden. All dies werde schneller erreicht, je kleiner eine Stadt sei. Der Wille der deutschen Studentenschaft müsse von selbst dahin gehen, die kleine Universitätsstadt zum Studium zu bevorzugen. Früher sei es der Freistudent gewesen, der in die Großstadt gezogen sei, um dem Genuß nachzugehen, die anderen hätten wegen einer engen Bindung schon die kleinen Städte besucht. In Zukunft müßten gerade die Universitäten in den kleineren Städten zu den Waffenschmieden des Geistes werden, denn zu einem starken Heer gehörten auch aeistige Waffen. Eine große Erziehungsausgabe habe sich der Reichsstudentenführer gestellt, und alle müßten mithelfen, dieses Ziel zu erreichen. Er freue sich feststellen zu können, daß die Studentenschaft gerade in Gießen auf dem besten Wege zu dem gesteckten Ziele sei. Auch der Studentenführer Frank meldete, daß sie in Gießen die Aufgabe schon meistern würden. Bei einem fröhlichen Kameradschaftsabend blieb man noch bei frohem Lied und Wort zusammen. Aus der Stadt Gießen. Albumverke. (Eine Blütenlese aus hessischen Büchern. Schon unsere Urahnen kannten jene schönen Bück- lein, in denen — mehr oder minder in „Schönschrift — die Gefühle der Freunde oder Freundinnen niedergelegt oder gute Ratschläge, um das böse Leben zu meistern, freiwillig und reichlich gegeben wurden. Jene alten Bücher mit den überschwenglichen Versen in zierlich gestochener Schrift sind jetzt oft ein Schatz der Museen, wo sie von uns Nachfahren gebührend bewundert werden. Nimmt man nun solche Bücher von heute in die Hand, so zeigt es sich, daß manche Mädels — denn auf die hat sich jetzt diese Sitte (oder Unsitte?) beschränkt — in der Wahl ihrer Sprüche ziemlich wähl l o s verfahren, und daß sich ihr Geschmack keineswegs gebessert hat. Allerdings spreche ich jetzt nur von den frühesten Jahrgängen, später zeigt sich deutlich das Bestreben, etwas „Besonderes" zu schreiben, und das Hinzufügen des Verfassers rechtfertigt oft die Auswahl. Da sitzt so ein kleines, munteres Menschenkind und müht sich, seine schönsten Buchstaben zu malen. Die Mutter hat Linien gezogen, das rosa Zünglein malt mit. So, nun ist der Vers fertig, und die Unterschrift „Zum ewigen Andenken an Deine Dich liebende Amanda" kommt dran. Aber wehe, wenn sich plötzlich ein kohlrabenschwarzer Klex auf dem blütenweißen Papier eingefunden hat! Dann gibt es Tränen und obendrein noch Schelte von der Mutter, Radierversuche, die die Sache nur schlimmer machen oder womöglich ein Loch zurücklassen! Wer erinnert sich nicht an diese Begebenheiten seiner Kindheit? Und was lesen wir schließlich? Mit einem sanften hellblauen Engel daneben? „Das Leben ist wie eine Zwiebel, es reizt zu Tränen, doch schmeckt es nicht übel!" während auf der anderen Seite steht: „Weine, — nie entweiht die Träne das erhabenste Gesicht, Fühlen ist der Menschheit Ehre, aber unterliege nicht!" Ich blättere weiter: x „Wandle bis zum späten Alter nur auf Rosen Deinen Pfad, und genieße jede Freude, die die Welt für Menschen hat." Nun, die Schreiberin ist nicht gerade engherzig! Und auch der Wunsch: „Sei einmal jung und blühend nur, doch dann fürs ganze Leben!" geht auf Ganze! Eine Menschenkennerin schrieb folgende Worte: „Aus Freundschaft! Elfriede, lerne Menschen kennen, denn sie sind veränderlich, die Dich heute Freundin nennen, schimpfen morgen über Dich!" Hoffentlich hat die Besitzerin des Buches diese Wahrheit nicht an der Schreiberin selbst erlebt. Eine andere Seite: „Trage frisch des Lebens Bürde, Arbeit heißt des Mannes Würde!" Armes Weib! Die du arbeiten mußt ohne Würde! Etwas überschwenglich schien mir ein „treuer Ku- fang" zu sein: „Willkommen, schöne Jungfrau, Du Wonne der Natur, Mit Deinem Blumenkörbchen willkommen auf der Flur!" während zwei Lebensverächterinnen geschrieben hatten: „Das Leben ist eine Hühnerleiter, man kommt vor lauter Dreck nicht weiter." und „Gibt Dir das Leben einen Puff, so weine keine Träne, lach Dir ein Aestchen, setz Dich druff und baumle mit die Beene." Immer aber werden Liebe und Freundschaft gepriesen: „Wie sich zwei Täubchen küssen, die nichts von Falschheit wissen, so rein, so fein soll unsre Freundschaft sein." oder: „Bricht das Herze auch entzwei, bleibt es noch in Stücken treu!" Etwas merkwürdig, aber sicherlich gut gemeint, ist folgender Wunsch: „Auf einsamer Mauer wächst einsames Moos, und Dir, liebe Frieda, ein glückliches Los!" Aufruffür dasWinterhilfswerk1937/38 Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes ist der Ausdruck des sozialistischen Wollens der nationalsozialistischen Staatsführung. Nachdem es in wenigen Jahren gelungen ist, die Arbeitslosigkeit auf ein Minimum zu beschränken, und nachdem Millionen von Volksgenossen wieder die Möglichkeit gegeben wurde, ihr Brot selbst zu verdienen, hilft nunmehr die sozialisttsche Gemeinschaft des ganzen Volkes den Aermften der Armen über die schwerste Zeit des Jahres hinweg. Diese gemeinsame Tat, der alle Kreise des Volkes volles Verständnis entgegenbringen, findet besonderen Widerhall bei den deutschen Arbeitern und Angestellten, die ehemals in jahrelanger Erwerbslosigkeit größte Not am eigenen Leib verspüren mußten. Um auch in diesem Jahre das Winterhilfswerk zu einem vollen Erfolg werden zu lassen, soll wiederum jeder einzelne 10 v. H. der aus seinem Lohn und Gehalt berechneten EinkommensKuer zur Verfügung stellen. Die Betriebsführer behalten diese Beträge ein und führen sie an das Winterhilfswerk ab. Der nationalsozialistische Staat stellt heute nach außen hin einen festen Block dar. Die sozialistische Gemeinschaft des ganzen Volkes bildet hierzu das Fundament. Unser Opfer aber ist der Ausdruck unseres Dankes an den Führer. Heil Hitler! Becker, Gauobmann der DAF. Oie Deutsche Arbeitsfront im Angriff. Der nächste Samstag und Sonntag bringen Groß-Einsatztage für die Deutsche Arbeitsfront. Als erste sammeln die Walter und Warte der DAF. und die Betriebsführer und Dertrauensräte der Betriebe für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1937/38. Auf allen Straßen, in allen Betrieben und Haushalten bieten sie die schönen Sammelabzeichen an und fordern von jedem Volksgenossen das Opfer, das er geben kann. Keine Gabe ist zu klein, aber auch keine Spende kann groß genug sein. Es gilt den gemeinsamen Einsatz des ganzen deutschen Volkes für den großzügigen Aufbau des nationalsozialifttschen Deutschland. Keiner schließt sich dabei aus! An die Bauern und Landwirte. NSG. Nach einem arbeitsreichen Sommer rückt der Winter heran. Wenn es auch gelungen ist, die Zahl der Arbeitslosen auf ein Minimum zurück- zudrängen, so bleibt auf der anderen Seite doch noch viel unverschuldete Not zu lindern. Der Führer ruft deshalb jeden einzelnen auf, nach feiner Leistungsfähigkeit an der Linderung dieser Not mitzuwirken. So ergeht auch in diesem Jahre wieder der Ruf an die deutschen Bauern und Landwirte, das Dinkerhilfswerk durch Kartoffel- und Ge- treidefpenden zu unterstützen. In dem Freiheitskampf des deutschen Volkes hat der deutsche Bauer und Landwirt schon manches Opfer bringen müssen. Die Behebung der Arbeitslosigkeit bedeutet Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande. Ungunst der Witterung hat manchen um den vollverdienten Lohn seiner Arbeit gebracht. Aber trotz alledem darf auch der Bauer und Landwirt mit seinen Spenden zum Winterhilfswerk 1937/38 nicht zurückstehen, denn es gilt im Kampf um Deutschlands Wiederaufstieg der Einsatz des letzten Mannes und der letzten Kraft. Deutsche Bauern und Landwirte, helft mit am Werk des Führers! Spendet Getreide und Kartoffeln im Rahmen der erlassenen Richtlinien! Eure Spenden sollen sein ein Ausdruck des Dankes gegenüber Führer und Reich und ein erneutes Bekenntnis zu echter deutscher Volksgemeinschaft. Der Gaubeauftragte für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes: Haug. Der Landesbauernführer: Dr. Wagner. während die Aufforderung: „Lebe glücklich, lebe heiter, wie der Floh am Blitzableiter" kurz und verständlich ist. Aber nicht nur an die Gegenwart, nein, auch an die fernste Zukunft haben die Schreiberinnen gedacht: „Wenn Du einst als Großmama im Lehnstuhl fitzst beim Großpapa, fo denk in Deinem stillen Glück an Deine Rosemarie zurück." oder: „Wenn ich einst gestorben bin, geh zu meinem Grabe hin und schreib leise in den Sand: Ach, die hab' ich auch gekannt!" Eine neunmalkluge Neunjährige schrieb: „Verliebe dick oft, verlobe dich selten, heirate nie!" Und wo bleibt dann der Geburtenzuwachs? „Das Leben ist nichts als ein Weg, um etwas zu werden." steht auf einem anderen Blatt. Die kleine Zehnjährige, die diesen Spruch schrieb, wird ihn wohl auch nicht ganz verstanden haben. Und so ist es eine Aufgabe der Eltern und Erzieher, auf die Kinder einzuwirken, daß sie Häßliches und Unverstandenes ablehnen. Emma Louise Stoltenberg. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe kann lügen." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Assistenzarzt Dr. Kilder." — VDA. Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr, Neue Aula, volksdeutsche Kundgebung. ^DltDeutrdicflröcttofront NSG. „Kraft durch Freude-, Kreis Gießen. Theatervorstellung „Große KdF.-Miete" Gruppe I, 2. Vorstellung. Samstag, den 16. Oktober, 20 Uhr: „Die Dorothee-, Operette. Preise 1,20 und 1,— RW. Karten durch die Betriebswarte und Kreisdienststelle, Schanzenftraße 18. 6711D BOM- u. ZM.-Untergau 116, Gießen. Arbeitsgemeinschaft der Führer und Führerinnen der Hitler-Jugend und des B 1)211. Arn 20. Oktober beginnt die Arbeitsgemeinschaft der Führer- und Führerinnenschaft der Hitler- Jugend von Gefolgschaftsführer, Fähnleinführer und Mädel- und Jungmädelgruppenführerin an. Alle Mädel- und Jungmädelgruppenführerinnen treten am 20. Oktober, 19.50 Uhr, an der SS.- Standarte an, außerdem die Stabsmitglieder des M.- und JM.-Untergaues und die Schulungsleiterinnen der Wochenendschulungen. Es spricht ein Mitarbeiter vom Rassenpolitischen Amt. Düsseldorf-Fahrt der J2N.-Führerinnen. Es wird noch einmal durchgegeb^n, was mitzubringen ist: Tornister mit Decke, Eßgeschirr, Besteck, Trinkbecher, Schlafsack, Waschzeug, Schuhputz, zeug, Turnschuhe, warmes (Berchtesgadener) Jäckchen, Regenmantel, Fahrtenbluse für die Bahnfahrt, weiße Blusen für Düsseldorf, Brotbeutel, Verpfle- gung für den ersten Tag; 1 Suppenwürfel (Ochsenschwanz), 3 Bouillonwürfel, % Pfund Dauerwurst. Fahrtengeld und Mitgliedausweis nicht vergessen! Antreten: 10 Uhr morgens am Bahnhof. Kurs in Schloß Dehrn. Zu dem Kurs vom 24. bis 29. Oktober in Schloß Dehrn sind den Gruppenführerinnen die Beur- laubungsanträge zugegangen, die sofort den betref« fenden Führerinnen zuzustellen sind. Es unter- schreiben zuerst die Eltern und bann die Schule bzw. der Arbeitgeber. ASV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Betr.: DHW.-Pfundspenden. Die Sammlung wird Mittwoch, 13., und Donnerstag, 14. d. M., von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Diejenigen Volksgenossen, die sich im Laufe des Sommers nicht an dem Lebensmittel-Opferring beteiligt haben, werden gebeten, sich nicht auszuschließen, da die Pfundspende restlos dem WHW. zugeführt wird. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Betr.: DHW.-Anträge. Bedürftige Volksgenossen, die seither noch keinen WHW.-Antrag auf WHW.-Unterstützung gestellt haben, werden gebeten, während der Dienststunden, die täglich von 15 bis 18 Uhr festgelegt sind, auf unserer Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, vorzusprechen. Unterlagen, die Auskunft über die wirtschaftliche Lage geben, sind vorzulegen. Don der Universität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Assistent Dr. Hans Gläser in Gießen ist durch das Reickserziehungsministerium mit der Abhaltung von Vorlesungen über Sportmedizin an der Universität Gießen beauftragt worden. 40Zahre im Dienste der Allgemeinheit. Am heutigen 14. Oktober kann der Vorsteher des Postamts II (Stadtpost), Postinspektor Georg Scheuer, in voller Frische auf eine 40jährige Dienstzeit zum Besten der Allgemeinheit zurückblicken. Der Jubilar hat beim Infanterie-Regiment 116 in Gießen gedient und ging nach zwölfjähriger Dienstzeit als Kompaniefeldweoel aus dem Militärdienst ab. Er trat in den Postbienst über unb mürbe zunächst in Essen verwandt, von wo er nach bem Kriege auf seinen Wunsch nach Gießen versetzt würbe. Seit jenem Zeitpunkt war er ununterbrochen bei der hiesigen Post tätig, unb zwar beim Postamt I in ber Bahnhofstraße, seit etwa vier Jahren als Vorsteher bes Postamts II (Stabt- poft). Bei feinen Dienstvorgesetzten unb bei allen seinen Berufskameraden genießt ber Jubilar hohe Wertschätzung, ebenso kann er sich wegen seiner hervorragenden Eigenschaften unb wegen feines vortrefflichen Charakters in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Sympathien erfreuen, »eine Ar- beitsfameraben auf ber Stabtpost überraschten ihn heute Morgen durch schönen Schmuck seines Arbeitsplatzes, und sie brachten ihm dabei in herzlicher kameradschaftlicher Verbundenheit ihre Glückwünsche dar. Dem Jubilar wird heute auch in ber Bevölkerung ein herzliches Gebenken mit aufrichtigen Glückwünschen sicher sein. Oie Eröffnung der Deichsautobahn. In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilungen über bie Eröffnung ber Reichsautobahnstrecke Bad- Nauheim—Gießen am kommenden Sonntagvormit- taa fei heute noch vermerkt, daß an ber Feier etwa 1500 am Bau beschäftigte Arbeiter unb Ehrengäste in etwa 500 Wagen, ferner geschlossene Abteilungen aller Gliederungen unb Verbänbe unb natürlich auch bie Bevölkerung ber umliegenden Orte des Kreises Gießen teilnehmen werden. Die Aufmarschleitung der Formationen hat Obersturmbannführer Münker von ber SA.-Brigabe 147 (Oberhessen). Die Absperrung übernimmt bie SA. Die Fahrt über bie neue Reichsautobahnstrecke im Anschluß an bie Eröffnungsfeier wirb mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 bis 40 Kilometer erfolgen. Der Bevölkerung der Orte in ber Nachbarschaft ber Reichsautobahn sei empfohlen, sich entlang ber Reichsautobahnstrecke aufzustellen, um von bort aus bas interessante Bilb ber Vorbeifahrt in allen Teilen sehen zu können. Auf den Brücken über bie Reichsautobahn werben HI., BDM. unb Jungvolk mit ihren Fahnen Aufstellung nehmen. * Die Direktion der Städtischen Betriebe läßt am kommenden Sonntag bei genügender Beteiligung die beiden städtischen Omnibusse zu ber Eröffnung ber Reichsautobahnstrecke Bab-Nauheim — Gießen fahren. In dem Fahrpreis von 2.— RM. pro Perfon ist bie Beförberung vom Lubwigsplatz über Steinbach unb bann auf ber Reichsautobahn bis Bab-Nauheim und zurück zum Lubwigsplatz einbegriffen, in biefem Rahmen auch bie Teilnahme an ber Eröffnungsfeier bei Steinbach. Anrnelbun» gen müssen bis Samstag mittag erfolgen. Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt ein in der Zeit vorn 1. Okto» ber bis 7. Oktober einschließlich: gegen Rabfahrer mit 10 Anzeigen; gegen Führer von Kraftfahrzeugen mit 33 Anzeigen; I gegen Fußgänger mit 19 Verwarnungen unb Belehrungen. Giandort-Deitjagd am 13. Oktober. Für ben morgigen Freitagnachrnittag, 15. Oktober, legt bie 13. (IG.) Kompanie Jnf.-Rgt. 116 eine weitere Stanbort-Reitjagb an. » Stellbichein: 14.50 Uhr Felbwegekreuz 600 Meter ostwärts Haltepunkt Launsbach. Halali: 800 Meter nörblich Babenburg. Sammelplatz für Zuschauer: Badenburg. Verlauf der Strecke: 600 Meter Wiesengelände mit zwei Stangensprüngen und einem Graben- sprung. Ueberqueren des chauffierten Feldweges nördlich Launsbach im Schritt. Wiesenstrecke mit vier Gräben und zwei Stangenhindernissen. Schritt- bzw. Trabreprisen mit Ueberqueren der Straße Gießen—Wißmar, Wiesenstrecke mit einem Stangensprung, einem Heckensprung, Durchreiten der Lahn an der Badenburg, Wiesenstrecke mit einem Wassergraben und Stangensprung als Schlußsprung und Auslauf. Länge: 3,5 Kilometer. Neue Regelung des Arbeitseinsatzes von Maurern und Zimmerern. Die Durchführung staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsamer Bauvorhaben macht eine Regelung des Arbeitseinsatzes der Maurer und Zimmerer nach einheillichen Grundsätzen erforderlich. Aus diesem Grunde hat der Präsident der Reichsanstalt mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers und des Reichswirtschaftsministers unter dem 6. Oktober 1937 eine Anordnung über den Arbeitseinsatz von Maurern und Zimmerern erlassen. Danach dürfen mit Wirkung vom 18. Oktober 1937 in privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen aller Art Maurer und Zimmerer nur eingestellt werden, wenn eine schriftliche Zustimmung bes Arbeitsamts vorliegt. Diese neue Anorbnung für Maurer unb Zimmerer paßt sich inhaltlich weitgehend den Vorschriften an, die auf Grund der Metallarbeiteranordnung vom 11. Februar 1937 bereits für Metallarbeiter bestehen. Die besonderen jahreszeitlich bedingten Verhältnisfe im Baugewerbe machen jedoch gewisse Abweichungen erforderlich. Aus diesem Grunde ist in der neuen Anordnung bestimmt, daß bie Zustimmung zur Einstellung eines Maurers ober Zimmerers nicht erforberlid) ist, wenn bie Einstellung in ber Zeit vom 1. Dezember bis 28. Februar erfolgt, unb sie ist weiter nicht erforberlid), wenn bas letzte im Arbeitsbuch eingetragne Arbeitsverhältnis wegen Arbeitsmangel gelöst worben ist. Maurer bzw. Zimmerer im Sinne ber neuen Vorschriften sind solche Personen, die nach ben Ein- I tragungen im Arbeitsbuch als gelernter Maurer bzw. Zimmerer anzusehen finb. Die Zustimmung ist von bem Arbeitsamt zu erteilen, in besten Bezirk bie letzte Arbeitsstätte bes Maurers ober Zimmerers liegt. Der Antrag auf Zustimmung ist vom Unternehmer, ber bie Einstellung beabsichtigt, bei biefem Arbeitsamt zu stellen. Verstöße gegen bie neuen Vorschriften zur Regelung bes Arbeitseinsatzes der Maurer und Zimmerer sind unter Strafe gestellt. Die neue Anordnung ist in Nr. 232 bes Reichsund Preußischen Staatsanzeigers vom 9. Oktober 1937 veröffentlicht. Bekämpfung des Hupens! Aus einer Strafverhandlung des Amtsgerichts Gießen, berichteten wir gestern, der Täter habe Signal gegeben, „obwohl damals Hup-Verbot herrschte". Dies ist — wie ber Pressedezernent bes Amtsgerichts Gießen uns schreibt — irreführend. Ein allgemeines Hup -Verbot bestand niemals und besteht auch jetzt nicht. Anderseits darf aber nur bann gehupt werben, wenn es erforberlid) ist, um einen unmittelbar gefährdeten anderen Verkehrsteilnehmer zu warnen. Bekämpft wird daher mit allen Mitteln das unnötige Hupen, insbesondere das Hupen derer, die, um sich freie Bahn zu schaffen, grundfätzlich vor jeder Kreuzung Signal geben, bann ungehemmt über die Kreuzung hin- überfahren und auf diese Weise eine erheblich größere Gefahr bedeuten, als wenn sie ohne Signal vorsichtig an jede Kreuzung heranfahren. Es ist bezeichnend, daß in dem fortgeschrittenen Amerika der Wagen, ber z. B. in eine bevorrechtigte Dor- fahrtsstraße einfährt, vorher völlig anhalten muß und erst dann wieder anfahren darf. Wenn derartige Anordnungen bei uns noch nicht bestehen, so muß um so mehr auf die eigene Rücksichtnahme des einzelnen Kraftfahrers gerechnet werden. Gietzener Dochenmarktprette * Gießen, 14. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45. Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Falläpfel, % kg 5 bis 6 Pf., Birnen 5 bis 20, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis stück PALMOLIVE * SEIFE verwenden: , gibt eine r^ine Haut, einen warten Teint! jro* 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ♦ ** Arbeitsvergebung. Das Hessische Straßenbauamt Gießen schreibt die Erd-, Betonung Fahrbahnarbeiten zur Beseitigung des schienengleichen Ueberganaes bei Block Ober-Mörlen zwischen den Ortschaften Rieder-Mörlen und Rieder- Weisel zur Vergebung aus. Es handelt sich dabei um sehr umfangreiche Arbeiten bzw. Lieferungen. ** Derkehrsunfall. Am gestrigen Mitt- wochmittag ereignete sich in der Kaiserallee ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Raofahrer, bei dem der Radler glücklicherweise mit leichten Verletzungen am Kopfe davonkam. Die polizeilichen Ermittlungen wurden alsbald vor- genommen. ** Harmonika - Spielabend im Caf6 Leib. Die Spielgruppe Gießen-Marburg-Lollar veranstaltete im Caf6 Leib unter Leitung von Musiklehrer R u r t s ch (Marburg) einen Harmonika- Spielabend, der erneut die große Volkstümlichkeit dieser Instrumentalmusik bewies. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, und die Zuhörer verfolgten die vielen Darbietungen mit großer Auf- merksamkeit und dankten mit lebhaftem Beifall. Die Abendveranstaltung brachte Tanzmusik, Kompositionen aus deutschen Operetten, sowie eine Anzahl Volksweisen. Die Spielgruppe Gießen-Marburg- Lollar, ein Orchester von stattlicher Stärke, erwies sich als ausgezeichnet geschult und ließ erkennen, daß neben einer guten technischen Vorbereitung auch großer Wert auf die Ausschöpfung der Stimmungswerte in den einzelnen Kompositionen erreicht wurde. Man hörte viele bekannte Kompositionen, ferner einige Musikstücke vom Leiter des Orchesters, Musiklehrer R u r t s ch. Reben den Darbietungen des Orckesters brachte der Abend auch eine Reihe solistischer Vorträge, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, ferner Darbietungen eines Sextetts, mit dem bewiesen wurde, daß die Handharmonika sowohl als Hausmusikinstrument, wie auch als Instrument, um größere Gemeinschaften zu erfassen, geeignet ist. Der Abend der Spielgruppe gestaltete sich sehr anregend. 29,10, W19 29,10, W 20 29,45, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfutter- mehl 13,60. Weizenkleie W13 10.75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00 bis 3,30, do, gebündelt 2,70 bis 3,00. Tendenz: Ruhig. Schweine- und Rindviehmarkt auf dem Grünberger Gallusmarkt. + Grünberg, 13. DEL Auftrieb: 650 Ferkel, 8 Pferde, 3 Stück Rindvieh. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 12 bis 14 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 19 bis 28 Mark. Bei lebhaftem Handel wurde fast ausoerkauft. Ein jähriges Rinb wurde ZU 105 Mark verkauft. Da in den letzten Jahren keine Pferde aufgetrieben waren, hatte man wohl auch diesmal nicht damit gerechnet, so daß hier die Käufer fehlten. Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Derbindlichkett der Schr'ftleitung., Eine Slammlisch-Gesellfchafl. Es ist zu unterscheiden zwischen Sozialrente, die von den Versicherungsträgern (Landesversicherungsanstalt, / Reicks- versicherungsanstalt für Angestellte usw.) gezahlt, und zusätzlicher Unterstützung, die auf Grund gesetzlicher Bestimmung bei Hilfsbedürftigkeit von den Fürsorgeverbänden aus öffentlichen Mitteln gewährt wird. Diese ist zurückzuerstatten, falls der Unterstützte zu hinreichendem Einkommen oder Vermögen gelangt. Die Erben haften grundsätzlich für die gewährten Unterstützungen in Höhe des Nachlasses. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Wirtschaft. Nhein-Mainische Börse. ZUitfagsbörfe erholt. Frankfurt a. M., 13. Okt. Die Börse war am Aktienmarkt bei etwas lebhafteren Umsätzen im Anschluß an die Abendbörse weiter erholt. Auf dem ermäßigten Kursstand setzten Rückkäufe der Kulisse ein, außerdem war die Kundschaft wieder mit Anlagekäufen im Markt. Angebot lag kaum noch vor, vor allem wurden keine weiteren Auslandsverkäufe mehr beobachtet. Starke Beachtung fand der deutsch-belgische Notenaustausch hinsichtlich der Unverletzlichkeit der belgischen Grenze. Außerdem wirkten die letzten Ausführungen des Reichsfinanzministers in Bezug auf die Konjunkturlage in Deutschland nach. Im Durchschnitt stellten sich Erholungen von 1 bis 1,50 v. H. ein. Lebhafte Käufe erfolgten besonders in den in letzter Zeit stark gedrückten Montanwerten. Hoesch 125 (123,40), Verein. Stahl 116,40 bis 117 (115,25), Mannesmann 118,90 bis 119,50 (118,40), Rheinstahl, Klöckner und Ilse Genuß zogen bis 1 v. H. an. Gut erholt waren ferner Zellstoffwerte, Wald- Hof 152,50 (150,75), Aschaffenburg mit 141,40 (139,50), ferner stiegen Bemberg auf 143 (140,65), und von Schiffahrtsaktien Hapag um 3 v. H. auf 83,50. Chemieaktien kamen mit Ausnahme von Rütgers, die 1,25 v. H. verloren, bis zu 1,50 v. H. höher zur Notiz, im gleichen Ausmaß befestigt waren Maschinen- und Elektrowerte. Am Rentenmarkt blieb die Tendenz weiterhin freundlich, es lagen wieder kleine Anlagekäufe vor, die bei meist behaupteten Kursen befriedigt wurden. Reichsaltbesitz 128,65 (128,60), Kommunal- Umschuldung 94,80, Städte-Altbesitz 133,50 bis 134, Wiederaufbauzuschläge 80,75. Größere Umsätze vollzogen sich in einzelnen unnotierten Industrie-Obligationen, besonders in 5prozentigen Essener Steinkohle. Im Verlaufe machte die Erholung des Aktienmarktes weitere Fortschritte, da weitere Aufträge der Kundschaft eingelaufen waren. Bei ver- hältnismäßia lebhaften Umsätzen ergaben sich zumeist neue Besserungen bis 1 v. H. Besonders Mon- tanaftien blieben gefragt, Hoesch 126,25 nach 125, Vereinigte Stahl 119 nach 116,65, Mannesmann 120,40 nach 119,25, Klöckner 128,25 nach 127,75, ferner erhöhten sich JG.-Farben auf 162,25 nach 161,25, Bemberg auf 144,50 nach 143, Gesfürel auf 150 nach 149, AEG. auf 126 25 nach 125,75, Moe- nus Maschinen auf 124 nach 122,75 und Daimler auf 138,75 nach 137,75. Von erst später notierten Werten gewannen Schuckert, Licht & Kraft und Feldmühle Papier bis 1,50 v. H., während Bekula 1 v. H. nachgaben auf 167. Von Bankaktien lagen Commerzbank 0,25 v. H. höher mit 120. Abendbörse fest. An der Abendbörse machte die Tendenzbesserung Fortschritte. Es lagen weiter einige Käufe vor, und bei recht lebhaften Umsätzen stellten sich an den Aktienmärkten durchschnittliche Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. ein. Neben den kräftigen Erholungen an den Weltbörsen wirkte der deutsch- belgische Notenaustausch günstig nach. Lebhafteres Interesse verblieb weiterhin am Montanmarkt im Zusammenhang mit wieder günstigen Dioidenden- erroartungen bei Hoesch. Mannesmann 120,50 bis 120,65, Vereinigte Stahl 118,50 bis 118,40, Buderus 124,50, Hoesch 126,25, Klöckner 129,25, Harpener 177. Sehr fest lagen Aschaffenburger Zellstoff mit 143,50 (141,40), außerdem hatten bemerkenswerte Erhöhungen Elektrische Lieferungen mit 130,25 (129), Felten mit 134,75 (133,50), Holzmann mit 153 (151,50), Rheinmetall mit 149 (148,25), Rüt- gerswerke mit 146 (144,25) und Scheideanstalt mit 264 (263), wobei es sich teilweise um Angleichungen an Berlin handelte. Die Farbenaktie erhöhte sich auf 162,50 (162,25), auch Bemberg weiter erhöht auf 145 (144,50). Don Schiffahrtswerten kamen Nordd. Lloyd wieder zur Notiz mit 84,50 (81,50 am 12.10.). Im Freiverkehr ergaben sich ebenfalls weitere Erhöhungen bei teilweise lebhafteren Umsätzen. Verein. Fränk. Schuh 74 bis 75 (73), Dingler Maschinen 87,75 bis 88 (87) und Katz & Klumpp wurden zu unverändert 107,50 gesucht. Die Rentenmärkte lagen still und unverändert. Kommunal-Umschuldung 94,80, 6=o. H.-JG.-Farben 130,75, Reichsbahnoor- zugsaktien 128,50, 4,5-v. H.-Krupp 99,25 (99,13). Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 14. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1493 Rinder (353 Ochsen, 212 Bullen, 619 Kühe, 309 Färsen), 609 Kälber, 139 Hämmel, 82 Schafe, 399 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen lKalbinnen) 35 bis 44, Kälber 36 bis 65, Hämmel 30 bis 50. Schafe 15 bis 45, Schweine 51 bis 55 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 13. Okt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 189, R 15 192, R 18 196, R19 198 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlub- kurS Schluß'. Abend- börje Schlutz. kurs Schluß! Mittag börse Schluß- kurs Schluß?. Abend börie Schluß- kurs Schluß? Mittag» börie Datum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche RetchSanl. von 1934 4¥z% Deutsche Relchsschatzanwei- sungen von 1935 . .. . . 4*4% Deutsche Reichsschatzanwet- hingen von 1935, II. ftolge ... <¥2% Deutsche Neichsichatzänwei- sungen von 1936, III. Folge .. 5¥2% Voung Anleihe von 1930 .. <¥2% Höllische Volksstaat von 1929 4¥2% Deutsche Reichspostichatz von 1934 I...................... 12.10. 101,6 99 99,5 99 105,5 100,4 99,65 128,6 99,5 101,25 99,5 98,75 98,25 135,15 99,75 98,75 101,6 101,6 111,13 127,25 80,5 81,5 128,75 200 119,75 124,5 114,75 13-10- 101,5 99,25 99,5 99 105,25 100,4 99,65 128,65 99,5 101,25 98,5 135,2 99,75 98,5 101,75 101,9 111,13 127,5 84 84,5 128.5 201,5 120 124-5 114,75 Deutle 12-10- 101,5 99 99,5 99 105 100,5 99,65 128,65 136 99,5 99,5 98,75 135,4 99,75 101,75 111,25 127 45,5 80 81 128,75 200,13 135,25 119,75 124,5 114,75 nmarfl 13-10 101,6 99-25 99,5 99 100,5 99,65 128.7 99,5 98,75 135,75 99,75 101,75 127,5 47 83 83,5 128,75 202 135,25 120 124,5 114,75 Berlin Dai um Arcumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg...................O Bekula............... 8 Buderus Ellen...............5 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt ............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6ft Dessauer Gas............... 4 Deutsche ErdSl ..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum ......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 3- G. Farben-Jndustrie.......7 12.10. 139,5 140 65 168 121,5 169 185 137 146,5 261,5 162 130 151 160,75 133,5 148,25 141,25 50,25 174,5 123,4 150,5 136 127 126,9 95,5 118,4 152 149 229.5 126 147,25 131,5 145,5 162 164,5 211,5 201 115,25 57 113,5 150,75 13.10. 224 143,5 145 167 124,5 169,5 185 139,25 148,5 264 161,75 130,25 152,25 162,5 134,75 150 143,5 49.75 177 126,25 153 136,5 115,13 129,25 126,75 95,75 120,65 153 150 230 126 149,25 132,4 146 162 166,5 213,75 200,5 118,4 58 25 114 152,5 31,4 12.10. 222,5 138 140,13 167,5 121,25 184,5 137,5 119,25 146,75 162,25 129,5 151 160,5 132,5 147,13 141,13 50 174,75 123,25 150,25 164 135,25 114,75 127 156.13 12.6 117,75 152,75 149 108.75 230 126,5 147,13 131,25 144,13 162 164,25 94,13 212,25 115,25 57 113,4 151,5 31,13 13-10. 225 142,5 145,25 167,5 123,75 185 139,25 120,5 147,75 161,5 130 152,5 162,13 134.75 149,75 143 50,25 177,25 126,25 153 163,25 136 128,5 157 125,75 120,25 153 149 111,9 230 - 149,5 132,25 146 161,5 166,25 95,5 214,5 118 58,13 153,5 31,5 4¥2% Deuts von 1936 Retchsanleihe Oberhessen Auslos.-Re che Reichsbahnschatz -Altbesitz.......... örovinz-Anleihe mit chten............. 4¥r°/» Hess. Goldvfe. R 5 ¥2% Hess. Liqu. Gold 4¥2% Preuh Golbpfe. R 4¥2% Vreuß <¥2% Darm desbank R. Deutsche Kon AuSlos.-Re 4 ¥2% Franks 4 ¥2% Franks Obl. 2 3.. 6 ¥2% Frank Goldvfe... LandeSbk. Darmstadt 13.............. GeSfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzuer Maschinen........... O Harpener............ 8ft Hoesch Eifen............... 3 ft Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klocknerwerke ............. 4ft Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 Mainkrast................... 4 Mannesmann.............*¥2 Mansselder Bergbau ......... 7 Metallgesellfchafl............. 6 Ctenftein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinsiahlwerke..............6 Rbeinisch-Vestfälische Elektro .. 6 NütgerSwerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert &do.. ............. 7 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske...........0 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 4ft Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Woldhof............6 Otavi Minen .......... 0,6 — Frankfurt a M LandeS-Hyp.-Bant Pfe............... . LandeSpfdbr.-Anst. .19...... Gold-Komm. R. 20 ltädter Komm.-Lan 6................ tm.-Sammel-Anleihe jjte I........ ..... Hyp. Goldvfe. R. 15 Hyp. Gold-Komm. Hyp. Liquidation 6¥2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutichein-Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6 ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 RetchSbonk................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 ft Commerz, und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............5 Dresdner Bank....... 4 12-Oktober 13. Oktober 12. Oktober 13. Oktober Amtliche ’Jk’uerun - »inu et).--Jtotieruno Amtliche Avueruno Amtliche'Aouetuna inpir Br Bell «Brei Reit Brms tflpic Bne Buenos Aires............. Brüssel................... 0,747 0,751 0,747 0,751 Japan.................... 0,718 0,720 0,718 0,720 41,99 42,07 42,01 42,09 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro ............ Loten.................... Kopenhagen............... Danzig.............. ... 0,149 0,151 0.148 0,150 Oslo ................... 62.05 62,17 62,05 62,17 47,00 55,12 47,10 55,24 47,00 55,12 47,10 55,24 Wien..................... Lissabon.................. 48,95 11,215 49,05 11,235 48,95 11,215 49,05 11.235 47,00 47,10 47.00 47,10 Stockholm ................ 63,65 63,77 63,65 63,77 London.................. 12,345 12,375 12,345 12,375 Schweiz.................. 57,31 57,43 57,30 57,42 Helsingfors................ 5,46 5.47 5,46 5,47 Spanten.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 8,317 8,333 8,347 8,363 Prag..................... 8,706 8.724 8,706 8,724 Holland 137,71 137.99 137,67 137,95 Budapest................. Italien................... 13.09 13.11 13,09 13,11 Neuyork................. 2,491 2,495 2,491 2,495 6700 l) Gießen (Bahnhofstr. 29 l), Frankfurt a. M. (Bockenheim. Anlage la), den 13. Oktober 1937. Die Trauerfeier findet statt in der Kapelle des Neuen Friedhofes am Freitag, 15 Oktober, nachmittags 2 Uhr. — Die Beisetzung erfolgt in aller Stille. Unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Wilhelmine Schmidt Wwe. geb Schmidt ging heute im Alter von 76 Jahren von uns. Ihr Leben ging auf in Ai beit und Pflichterfüllung für die Ihrigen. Die trauernden Kinder. Gebrauchte teelo« zu kauf, gesucht. Schr.Augeb.mit Preis unt. 05080 an d. Gieß. Anz. Verschiedenes! Wer liefert 5 bis 10 Zentner Schlehen frisch, zu 7 Pf. d. Pfund. Sofort. Angebote an W. Schilling Hildburghausen Thüringen IötosD Goldbergweg 1. Beamten-jomilie nimmt Schüler(in) in Pension Arbeitsvergebung. Für den Umbau der Reichsstraße 3 zur Beseitigung des schienengleichen Ueberganges bei Block Ober-Mörlen zwischen den Ortschaften Nieder- Mörlen und Nieder-Weisel sollen die Erd-, Betonend Fahrbahnarbeiten auf Grund der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB.) im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. 6694D Es handelt sich um rund 50 000 cbm Erdbewegung, 1600 qm Gestück, 5500 qm Dorprofilierungsarbeiten Einstreudecke), 4900 qm bestehendes Pflaster zweimal umpflastern, 170 cbm Stampfbeton für einen Durchlaß, 4500 qm Feldwegbefestigung usw. Die Angebotsoordrucke können ab 15.Oktober 1937 iuf unserem Amt in Gießen, Hitlerwall 371, zwilchen 8 und 12 Uhr solange Vorrat reicht, gegen Ermattung eines Betrages von 3,— RM. abgeholt »erden. Die Pläne liegen zur Einsichtnahme offen. Am ZHonfag, dem 18. Oktober 1937, findet eine örtliche Führung statt. Treffpunkt 10 Uhr an der Blockstelle Ober-Mörlen. Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: .Angebot auf Beseitigung des schienengleichen Ueber- panges bei Block Ober-Mörlen" bis zum 25. Oktober 1937, um 11 Uhr, cuf unserem Amt in Gießen portofrei einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart ter erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist bis 15. November 1937. Gießen, den 14. Oktober 1937. Hessisches Straßenbauamt' Gießen. UonhläoCO von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder lidCniäüuü holten Veröffentlichungen einer Anzeige! | Verkäufe 300 ccm DKW. zu verkaufen. Anzusehen bei L. Münch, 05O86 Lmdenstruth. Gut erhaltener Puppenwagen Puppenlüche Puppenstube usw. zu verkauf. Scltersweg 35. KleineAnzetgen im Gießener Anzeiger werben von Tausenden beachtet und aeleie« | Kaufgesuche Gut erhaltene Vorschriften ent- sprechende liffli-Iennis- Wlle zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisangab. unt. 6706D an d. Gießen. Anzeig. Schriftl. Antrag, unter 05085 an den Gießen. Anz. Benoten viermal v. 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Der arbeitende Mann von 70 kg Gewicht braucht täglich zur Ernährung etwa 118 gr Eiweiß, 50 gr Fett und 500 gr Kohlehydrate; die Frau von 60 kg Gewicht 94 gr Eiweiß, 45 gr Fett und 400 gr Kohlehydrate; ferner benötigt der Körper außer Wasser eine Reihe von anderen Stoffen wie Karbonate, Phosphate, Salze sowie schließlich die lebenswichtigen Vitamine, deren Fehlen Krankheiten hervorruft. Ernst, männlicher Vorname germanischer Herkunft mit der Be- deutung: Der Ernste, Besonnene, weibliche Form Erna, abgeleitet Ernestine. Erntedankfest, ein germanisches Fest, das seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird. Der Sinn des Festes ist, die Verbundenheit von Stadt und Land darzutun. Bauern und Arbeiter ernähren uns. Erpressung liegt vor, wenn man einen anderen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, um sich oder einem anderen einen Vermögensvorteil zu verschaffen, auf den man keinen Anspruch hat. Erpressung ist es daher nicht, wenn man sein Recht mit den gesetzlichen Mitteln zu verfolgen droht, z. B. der Gläubiger droht seinem Schuldner mit Klage, wenn er nicht zahlt; der Mieter droht auszuziehen, wenn der Vermieter die Wohnung nicht richten läßt, die Hausangestellte droht mit Kündigung, wenn sie keinen höheren Lohn bekommt. Erpressung liegt aber vor. wenn jemand von einer Eyefrau Geld verlangt mit der Drohung, bei Verweigerung des Geldes dem Ehemann von einer Liebschaft der Frau Mitteilung zu machen. Bei Erpressungsversuchen wende man sich vertrauensvoll an seinen Anwalt oder an die Polizei. S. a. Entführung. Eselsbrücke, deutsche Übersetzung aus fremdsprachlichen Werken, die von trägen Schülern benutzt wird. Essig, saures Gewürz und Konservierungsmittel, das durch Esiiggärung aus weingeisthalti- gen Flüssigkeiten, durch Verdünnen von gereinigter Essigsäure oder von Essigessenz mit Wasser gewonnen wird Essig muß einen Gehalt von mindestens 3,5 und höchstens 15 Gramm wasierfreier Essigsäure in 100 ccm enthalten. Speise- und Tafelessig enthält mindestens 3,5 Gramm, Einmach- esiig mindestens 5 Gramm. Dop- pelessig mindestens 7 Gramm, dreifacher Essig (Essigsprit) mindestens 10,5 Gramm. (Eilig ist auch mit aromatischen Mlanzen- stoffcn versetzt als Dill-Estragon, Kräuter- ober Gewürzesiig erhältlich. Man kann solchen Würzessig durch Übergießen der entsprechenden Kräuter mit heißem Essig und Ziehenlassen selbst Herstellen. Die Aufbewahrung von Essig geschieht zweckmäßig in dunklen Flaschen Beim Kochen verflüchtigt sich die Esiigsäure, weshalb Esiig warmen Speisen Groß-Einkauf von 30 OOO (Ldeka-Geschästen bietet dem Verbraucher besondere Vorteile SJl.-tfport Neuer Erfolg desNeitstalles der SA.-Gruppe Hessen. NSG. An dem Reit- und Fahrturnier, das in der Zeit vom 8. bis 10. Oktober in Kaiserslautern durchgeführt wurde, und zu dem 500 Nennungen vorlagen, beteiligte sich auch der R e i t st a l l d e r S A.- Gruppe Hessen mit seinen Nielseitigkeits- und Sprungpferden. Es galt an allen drei Tagen, gegen starke Konkurrenz zu starten. Mit insgesamt 16 Placierungen, darunter zwei erste, mehrere zweite und dritte Plätze, hat der Reitstall der Gruppe Hessen unter Führung von, Standartenführer Wehner bewiesen, duß er auch den schwersten Anforderungen gewachsen ist. Der Erfolg ist besonders deswegen anerkennenswert, weil dieser Stall erst vor kurzer Zeit neu aufgestellt worden ist. Kurzschwerter statt Olympia-Eichen. ' Schon lange Zeit beschäftigt sich das Organisationskomitee für die XII. Olympiade mit der Frage, wie man die Olympiasieger noch besonders ehren könne. Zunächst wollte man die Berliner Eichbäumchen als Vorbild nehmen und den Siegern kleine Gingkobäumchen überreichen. Inzwischen hat man sich jedoch eines anderen besonnen. Nach dem Ergebnis einer Preisfrage werden wahrscheinlich den siegreichen Männern Kurzschwerter, den siegreichen Frauen Spiegel in altjapanischem Stil übergeben werden. Die Schwerter sind 19 cm lang und werden von Tsunahiro, dem 23. Meister aus der als Schwertschmiede berühmt gewordenen Familie Masamune in Kamakura hergestellt. Japanisch und Englisch Hauptsprachen. Wie aus Tokio gemeldet wird, werden Japanisch und Englisch die Hauptsprachen der XII. Olympiade 1940 sein. In Uebereinstimmung mit den olympischen Bestimmungen sind jedoch für den offiziellen Schriftverkehr mit dem IOK. usw. auch Deutsch und Französisch zugelassen. Die Ausschreibungen erscheinen sogar außerdem noch in italienischer und spanischer Sprache. Königsschießen des Schützenvereins Gießen. Der Schützenverein Gießen hielt sein Abschießen für 1937 verbunden mit dem Königs- und Becherschießen ab. Die Königswürde errang unter starker Konkurrenz August D a u st e r. Kronprinz wurde Georg Schilling, 1. Ritter Heinrich Ruckstuhl, 2. Ritter Ernst Wagner. Die Sterne wurden geschossen von Heinrich Appel, Willy Georg, Wilh. Horn, Heinrich Dippel, Georg Schilling, Karl Köhler und Konrad Dreyer. Die Becher wurden von folgenden Schützen errungen: Oberbürgermeister - Dr. - Keller - Becher: Willy Schilling, 47 R.: Heinrich-Schmidt-Ge- dächtnis-Becher: Ernst Wagner, 39 R.; Otto- Seelig-Becher: Heinrich Appel, 34 R.: Gustav- Frey-Becher: Konrad Dreyer, 37 R.; Adolf- Möhl-Becher: Heinrich Appel, 40 R.: Heinrich- Münch-Becher: Willy Bette, 34 R.: Hans-Ham- mermann-Becher: Willy Georg (für den besten Tiefschuß auf Karton). Die Sport-Abgabe-Ehrenscheiben errangen: auf 175 Meter Heinrich Dippel, auf 100 Meter Otto Schönau. Es kostet ein Geld denn zu jeder Dose der dauerhaften Büffel-Wachse gehört noch ein fettdichter Handschuh. Da bleiben beim Beizen u. Einwachsen Ihre Hände blitzsauber. So gut und billig wie bisher 7 J J Fabrikniederlagen: Drog. H. Elges, Germania-Drog. C. Seibel.______6o2iV Obst-und Gartenbauverein Gietzen Anmeldung des Bedarfs an Fichtendeckreisig bis zum 24. Oktober 1937. Preis pro Welle 45 Npf. ab Verteilungsstelle. eeoeD Der Vereinsführer: Junker. ...und zum Bauen Ibern ann echte ÄlpCIlKr älllCr - TCC „St. Bernhard" aus 30 verschiedenen bewährten Pflanzenstoffen — hält das Blut frisch und rein, unterstützt die Verdauung, wirkt wohltuend auf innere Organe. Seit über 35 Jahren in der unverändert bekannt guten Qualität Große Packung 1.— Mk. — Proben, Prospekte etc. kostenlos in den Fachgeschäften, wo ,St - Bernhard* - Tee - Schilder aushängen. 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Estragon, ausdauerndes Küchenkraut, das als Pflanze im April zu setzen ist. Borzüglich geeignet zu Salat und zur Herstellung vor Kräuteressig. Estrich, fugenloser Fußboden aus Asphalt, Zement oder Lehm. Etagenheizung, eine Einrichtung, die es ermöglicht, von der Küche aus durch Warmwasserröhren die gesamten Wohnräume zu heizen. Etamin, sehr dünnes Gazegewebe aus Baumwolle, häufig auch aus Wolle und Seide. Kann zu Kleidern, Gardinen usw. verwendet werden. Extraktivstoffe Eugen, männl. Vorname (griech.) Bedeutung: der Wohlgeborene. Eukalyptusöl, in Hustenbonbons enthalten, wird auch zum Einatmen bei Katarrhen der Luftwege angewandt. Euter, die zwischen den Schenkeln der Huftiere liegenden Milchdrüsen werden in manchen Gegenden geräuchert und wie Schinken gegessen. Eva, weibl. Vorname (hebräisch) mit der Bedeutung: das Leben oder Mutter des Lebens. Examen, lat., entbehrliches Fremdwort für Prüfung, Schulprüfung. Die Reifeprüfung, Abi- turium, Absolutorium, wird am Ende der neunklassigen höheren Schule abgelegt und ist Vorbedingung für Hochschulstudium. Exmission (Exmittierung) ist die zwangsweise Entfernung durch den Gerichtsvollzieher aus einem Gebäude oder Grundstück (siehe Räumung). Experiment, entbehrliche lateinische Bezeichnung für Versuch. Explodierende Stoffe siehe entzündliche Waren. Extemporale, schriftliche Schülerarbeit, die ohne Vorbereitung und ohne Hilfsmittel angefertigt werden muß. Extrakt, lat., Auszug, Bezeichnung für ausgezogene und eingedampfte Nahrungsmittel, wie Fleischextrakt, Malzextrakt. Extraktivstoffe, Stoffe, die beim Kochen von Nahrungsmitteln sich im Wasier lösen, bei Rindfleisch in der Fleischbrühe. 122 Jederzeit ein guter Helfer. Ob Sommer oder Winter — ein Elektro-Kühlschrank leistet immer gute Dienste. Immer sorgt er für eine gleichbleibende Temperatur bei der Aufbewahrung der Speisen und schützt sie so vor Verderb. Lassen Sie sich von Hauser bei der Anschaffung eines Elektro-Kühlschranks beraten. 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Die Krönung des Schützenkönigs und die Verteilung der Preise fand abends im Schützenhause statt. Der Vereinsführer gab ein anschauliches Bild der im Sommerhalbjahr geleisteten und errungenen Erfolge. Er dankte den Schützen für ihren vorbildlichen Eifer und ihre guten Leistungen und ermahnte zu weiterer sportlicher Leistung. Zugendfußball im VfB-Reichsbahn. VfB.-R. 1. Jugend schlägt 1900 1. Jugend 6:0 (1:0). Nach langer Zeit standen sich wieder einmal beide Mannschaften am Sonntag auf dem Waldsportplatz im Kampf um die Punkte gegenüber. Die Grünweißen, die in den letzten Pflichtspielen immer den Sieger stellten, erwiesen sich auch diesmal als die stärkere Mannschaft. Die Gäste vom Trieb konnten in der ersten Hälfte noch einigermaßen standhalten. Die zweite Spielhälfte wurde ihnen aber zum Verhängnis. Sie wurden in ihrer eigene Hälfte zurückgedrängt. Besonders Schlitz I als Mittelläufer war es, der feine Mannschaft immer nach vorn warf, und seine Leute freispielte. Die Erfolge können dadurch nicht ausbleiben. Mit diesem Siege behauptet auch weiterhin die 1. Jugend die Tabellenspitze. Die 3. Jugend war auch an diesem Tage nicht zu schlagen, und kehrte aus Klein-Linden mit einem schönen 3:1-Siege nach Hause. Fußball in Staufenberg. Staufenberg I — Daubringen I 1:2. Bei diesem Lokalkampf des vergangenen Sonntags standen die Staufenberger leider wieder mit einigen Ersatzleuten im Feld. Die Elf konnte das Spiel jedoch jederzeit offenhalten. Der größere Eifer der Gäste machte sich aber doch bemerkbar, und der Erfolg blieb ihnen nicht versagt. Knapp mit 1:2 Toren konnten sie das Spiel für sich entscheiden. Der Kampf wurde sehr ritterlich geführt. — In einem Spiel der 1. Jugend von Staufenberg gegen die 2. Jugend von Wieseck fiel der Sieg klar mit 1:5 Toren an die Staufenberger. Dabei wurde noch manche schöne Torgelegenheit ausgelassen. Kurze Sportnotizen. Die SA.-Brigade 35 Leipzig wird auch am 3. Julius-Streicher-Gepäckmarsch über 25 Kilometer teilnehmen. Wenn die Leipziger auch am 24. Oktober erneut siegen sollten, würde ihnen der Wanderpreis des Frankenführers, den sie schon zweimal gewannen, endgültig zufallen. ♦ Drei englische Radrennfahrer — Victor Mills, Paul William und Harry Hill — sind in Mailand eingetroffen, um auf der schnellen Vigo- relli-Rennbahn Weltrekordoersuche zu unternehmen. * D i e Islington Corinthians trugen tin der Schweiz ein Fußballspiel bei künstlicher Beleuchtung gegen den FE. Bern aus. Die Engländer siegten mit 4:1 (2:1) Toren. ♦ Irmgard Rost wartete bei den englischen Hallen-Tennismeisterschaften nach ihrer Niederlage im Gem. Doppel mit einem Siege im Fraueneinzel auf, wo sie die Engländerin O'Connell 7:5, 6:1 überlegen schlug. Auch im Doppel setzte sich Irmgard Rost bei den englischen Hallentennismeisterschaften durch. Zusammen mit der Britin Nuthall schlug sie das Paar Smith-Gow 6:4, 6:2. * Erwin Kleyer, der langjährige Leiter der Sportabteilung der Adlerwerke, die in zahlreichen in- und ausländischen Wettbewerben so erfolgreich abgeschnitten haben, begeht in diesen Tagen sein 25jähriges Berufsjubiläum. heißt ein neuer großer Roman, den Maria v. Kirchbach für die „Berliner Jllustrirte“ schrieb. Es ist die Geschichte einer glühenden Leidenschaft^ der abenteuerlichen Liebe eines französischen Sergeanten zu einer jungen Engländerin, zwischen denen als unerbittliches Geschick die Rivalität ihrer Nationen steht. Die Begebenheiten spielen in aufgeregter Zeit unter französischen Kolonial-Soldaten, Beduinen und einem bunten Gemisch von Europäern am Rande der Zivilisation. Schauplatz der Handlung ist eine Stadt in Ägypten, eine Villa zwischen tropischen Gärten, ein orientalisches Kabarett und die Wüste Afrikas. Lesen Sie mit! Der Abdruck beginnt heute in der berliner Mustrirlm e FEINDIN" zern I MS- - rinschns i lichten. p । ziani! täff!6 •£tiW Balistisch •wollen, j . Mei । gestellt gen n JJtol find, । gefn i die St 8 bleib, TOas 6it Wer Tirol Der! Deutsche Mutsche fl M F Miellur aLohn t bet biet deut war. Lim Cafti Srund i Fran Msgem 11!”™ i hroeizs/agi sr p. Achte d Ji» an R !Mn Dor 6«r bas s» Rech, £ M-n, Mordn «Wfc ir SJ dieser ■ M und ' große S j»n?nid' HÄ? stark« jW'ubrt. V'Ä CThnort War D, /ebsfü III SInfN I \ De ijfci ' Ifei' 'in I I ii, .«rat,k > -taiÄ'