187. Zahrgang xr.wl Erstes Blatt 187. Zahrgang Mittwoch, 14-Zull 1057 sss /2T*a£*a**a**M<*6b«« ®=mnli _ ... 5l«lkrl.,®«elTt1..qem.Tt. LWA General-Anzeiger für Oberhe en KMU ^ten Anzeiger Giestev V I 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. $rontw am main 11686 vruck und Verlag: vrühl'fche UmversttStsvuch- und Stemdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel ö Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen rung, nachdem sie sogar die volle Unterstützung der sozialen Massenparlei, einer bisherigen Oppositionspartei, zugesagt bekommen hat, zur Durchführung ihrer Nordchina-Polilik mit der geschlossenen Einheitsfront aller Volk streife rechnen. Düsseldorf, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Eine nächtliche Feierstunde, die allen Beteiligten ein Erlebnis wurde, und die, da sie auf alle Reichssender übertragen wurde, rund eine Million Angehörigen eines ganzen Gewerbes Sammlung und Aufrichtung gab, wurde in der Nacht zum Mittwoch auf der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" durchgeführt. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y sprach hier zum ersten Male zu den gesamten Schaffenden des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes Deutschlands, das 300 000 Betriebe umfaßt. Im großen Festsaal der Ausstellung und im großen Hauptrestaurant hatten sich 4000 Betriebsführer und Gasthausangestellte versammelt. Als Dr. Ley gegen 1.30 Uhr den Hauptfestsaal betrat, wurde er herzlich begrüßt. Nach einer feierlichen Einleitung durch einen Werkschar-Musikzug und Sprechchöre eröffnete der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft „Handel , Feit den Reichsbetriebsappell und meldete Dr. Ley,'daß rund 300 000 Betriebsführer mit ihren Gefolaschaftsmitgliedern aus den deutschen Gaststätten in Düsseldorf und im Reich dem Appell beiwohnten. Tokio, 13. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Bei Nanyuan, südlich von Peiping, kam es zwi- chen japanischen und chinesischen Truppen zu Ge- echten. Drei Japaner sanden den Tod. Politische Kreise in Tokio bezeichnen, so heißt es, eine friedliche Lösung der ernsten Lage als ausgeschlossen, da die neuesten Meldungen von einer Mobilisierung der Zentral- armee und der Luftwasfe, sowie deren Vormarsch nach Norden sprechen. wie ein offizieller Bericht des Kriegsministeriums meldet, find in Peiping zahlreiche Verhaftungen und Mißhandlungen japanischer Staatsbürger und Beamter erfolgt. * Das deutsche Wunder. Dr. Ley spricht in einem Reichsbetriebsappell des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes. Die Nachricht von der Konzentration der ch i n e - fchen Luftflotte im Flughafen von Loyang Flucht aus peiping. D a i r e n 13. Juli. (DNB. Ostasiendienst des DNB.) Das Personal der Filiale der s ü d m a n d - schurischen Bahn in Peiping hat diese Stadt verlassen und wird noch am heutigen Dienstag in Dairen erwartet. Aus Peiping hat inzwischen eine Massenflucht reicher Chinesen in Richtung Tientsin eingesetzt, da angeblich Nanking die allgemeine Mobilmachung angeordnet habe. Die chinesische Regierung hat den Vertretern der ausländischen Mächte in Peiping empfohlen, den Abtransport ihrer dort lebenden Staatsangehörigen in die Wege zu leiten, da die chinesische Regierung ihre Sicherheit nichr mehr gewährleisten könne. „Alle Vorbereitungen für den Ernstfall." Tokio, 14. Juli. (DNV. Funkspruch. Ostasien- diensl des DNB.) Auf einer vom Ministerpräsidenten K o n o e einberufenen Versammlung der parlamentarischen Vizeminister und Berater berichtete 6 a z a m i, der Hauptsekretär des Kabinetts, über die e r n st e Lage in N o r d chi n a und forderte zu enger Zusammenarbeit aller Ministerien in Anbetracht der drohenden Entwicklung auf. Die Ver- ammlung beschloß, das gesamte Volk für die Durchführung der von der Regierung emgeschlage- nen Politik in Nordchina zu gewinnen und alle Vorbereitungen für den Ernstfall zu treffen. Im Lande finden zahlreiche Versammlungen von Partei- und Wirtschaftsführern statt, die alle die einmütige Unterstützung der von der Regierung eingenommenen festen Haltung im Nord- china-Zwischenfall betonen. Somit kann die Regie- Japanische Flottenverstärkungen. S ch a n g h a i, 13. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Im Hafen von Schanghai, wo die Japaner bereits einen Kreuzer, zwei Zerstörer und ein Kanonenboot zusammengezogen haben, trafen am Dienstag zwei weitere japanische Zerstörer ein. . In den Hafenplätzen der F u k i e n - Provinz sind japanische Kriegsschiffsverstärkun- gen zum Schutze der dort lebenden Japaner em- getroffen. 10000 Japaner in Nordchina. Schanghai, 13. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Wie die chinesische Presse behauptet, sollen sich zur Zeit in Nordchina mindestens 10 0 0 0 japanische Soldaten befinden, die durch Heranholen von Verstärkungen aus der Mandschurei und aus Japan in Kürze auf das Doppelte verstärkt werden sollen. Wie die Presse weiter ausführt, seien hiermit die im Boxer-Protokoll zuge- lassenen Ist-Stärken von Seiten der Japaner überschritten worden. Friedliche Lösung ausgeschlossen? Geschloffene Front aller Volkskreise Japans. Präsident Generaloberst Göring hat dem Ministerpräsidenten Köhler, der sich letzt wieder in vollem Umfange feinen besonderen Aufgaben a.s badischer Ministerpräsident, sowie als Finanz- und Wirtschaftsminister widmen wird, in einem Handschreiben seinen Dank für die von ihm im Rahmen des Vierjahresplanes geleistete wertvolle Arbeit ausgesprochen und sich vorbehalten, die reichen Kenntnisse und (Erfahrungen bes bad.schen M>- nisterpräsidenten auch weiterhin dem Dieriahres- plan nutzbar zu machen. Ministerpräsident Generaloberst Göring hat folqenbe, der geschäftlichen Entwicklung entspre- chende Aenderungen der O r g anlsation des Dierjahresplanes verfügt: I Zur Pflege der Außenhandelsgeschäfte ist die „Geschäftsgruppe für Außenhandelsgeschäfte" gegründet worden. Ihre Leitung hat Ministerpräsident Generaloberst Goring dem Major a. D. Eberh. v. Iagwitz übertragen. Aufgabe dieser Geschäftsgruppe ist es, unbeschadet der grundsätzlichen und allgemeinen Betreuung des Auslandes durch die hierfür zuständigen Ministerien und durch die Geschäftsgruppe für Devisen - deren Zuständigkeiten unverändert bleiben ".die geschäftliche Ausfuhrtätigkeit im einzelnen nach leder Richtung hin zu fördern und zu beleben. Die Geschafts- gruppe für Außenhandelsgeschäfte steht m enger Verbindung mit der Auslandsorganisatwn der NSDAP. fischen — । -,------- , - - (Nordwestchina), wo angeblich auch das chinesische Hauptquartier errichtet werden soll, hat in Japan ungemein stark gewirkt. Dazu mag beigetragen haben, daß bei gelegentlichen Zusammentreffen die japanischen Truppen sich gegen die zahlenmäßig sehr viel stärkeren Chinesen nicht aus den ersten Anhieb haben durchsetzen können. Immerhin haben die Japaner einen schon ziemlich dichten Einkreisungsring um die nordchinesische Hauptstadt Peiping (Peking) gezogen. Tokio hat die fünfte Division aus Japan bereits nach China übersetzen lassen und die zehnte Division auf Kriegsfuß gebracht. Dabei muß freilich in Betracht gezogen werden, daß die japanischen Truppen in Nordchina und in der Mandschurei auf einem räumlich sehr großen Gebiet unter nicht gerade leichten Umstanden ihren Dienst zu erfüllen haben. Diese Truppen werden unter dem Namen „Kwantung- Armee" zusammengefaßt, so genannt nach dem Sitz des Stabes auf der Halbinsel Kwantung, deren größter Hafen das einmal berühmte Port Arthur ist. Angesichts dieser Beanspruchung der Kwantung- Armee läßt es sich verstehen, daß Japan zusätzliche Truppen bereitstellt. Umgekehrt sind naturgemäß auch die Chinesen sehr eifrig und suchen an Verstärkungen alle erreichbaren Truppen heranzuziehen. Die japanische Regierung hat jetzt zwei Maßnahmen getroffen, die großes Aufsehen erregen Sie hat die Provinz-Gouverneure nach Tokio berufen, um ihnen die patriotische Pflicht zur nationalen Einigkeit ans Herz zu legen, und außerdem mit den zehn leitenden Wirtschaftlern Japans „die einschlägigen Fragen" erörtert. Solche Maßnahmen werden gewöhnlich nur in Zeiten getroffen, „die zum Zerreißen gespannt sind , aber sie pflegen auch noch immer, angesichts so brenzlicher Lagen, als letztes Droh- und Druckmittel verwendet zu werden. II. Die Geschäftsgruppe R o h st o f f v e r te i- l u n g ist nach dem Ausscheiden des Ministerprast- denten Köhler aus der Organisation des Vierjahresplanes a uf g e l ö st worden. III. Für die bisher in der Geschäftsgruppe Rohstoffverteilung bearbeiteten Angelegenheiten der Eisen- und Stahl Bewirtschaftung ist eine besondere Geschäftsgruppe gegründet worden. Zum Leiter dieser Geschäftsgruppe und zum Generalbevollmächtigten für die Eisen- und Stahlbewirtschaftung hat Ministerpräsident Generaloberst Goring den Oberst des Generalstabes von Hannecken ernannt. IV Die übrigen Arbeitsgebiete der Geschäfts- gruppe Rohstoffoerteilung sind den in Betracht kommenden anderen Geschäftsgruppen überwiesen worden. Demgemäß werden nunmehr bearbeitet: 1. Die bisher in der Geschäftsgruppe Rohstoffoerteilung bearbeiteten Außenhandelsgeschäfte von der Geschäftsgruppe für Außenhandelsgeschäfte, 2 die Aufgabe der Verdrängung des Holzes durch die Kohle von dem Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe, 3. die Erfassung und Bearbeitung des gesamten nichtlandwirtschaftlichen Zwecken (Schweinemast) dienenden Altmaterials einschl. der Mull- Verwertung durch einen besonderen Kommissar, 4. die bisher in der Geschäftsgruppe Rohstoffver- teilung verarbeiteten Nichteisenmetalle und sonstige Rohstoffe von der Geschäftsgruppe Devisen. schwerfälliger geworden, aber ste habeni m kei em Augenblick eine rückläufige Bewegung gehabt. Alle Versuche ber Roten, bas Gesetz des Handelns wie- ber an sich zu reißen, fmb °n dem WiberftanbswÜ. [en an dem Opfermut der Soldaten Francos gescheitert. Auch die Madrider Offensive, mit der die Bolschewisten den Jahrestag des spanischen Kne- ge° feiern wollten, wurde im Feuer der nationalen 6oPhäbeÄ alles Recht zu ber Mfnun3, bafe ber ft r ei heilstampf ber f P a n t f cf) e n 51:a- t i o n zu einem enbgültigen Siege über bte Machte ' Bewerbens fuhren wirb. Denn auf ber Jben- fchen Mbinfel wirb heute ganz Europäer- t e i d i g t. Aenderulisen jm Vierjahresplan. ™ „Hin 13 Juli. (DNB.) Der Beauftragte für ben^Sierjatjrespian, TOinifterpräfibent Seneraloberft Krina hat den badischen Ministerpräsidenten, Finanz" unb Wirtschaftsminister Pg. Walter K äh- [er auf seinen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1937 von dem von ihm gleichzeitig ausgeubten Amt als Leiter der Geschäftsgruppe Nohstoffver- teilung des Vierjahresplanes entbunden, da Ml- nferpräfibent Köhler fi* auf bte Dauer außer- ftanöe sah, die beiden Tätigkeiten bei den stelgen- v Vplinioruchunqen nebeneinander auszuuben, bah T Aufgabe habet notleibet. Minister- Dr. Ley betonte in seiner Rede zunächst, daß es immer wieder notwendig sei, das Deutschland der Ohnmacht und des Verfalls vor der Machtübernahme ins Gedächtnis zurückzurufen, um den gewaltigen Wandel des deutschen Volkes in den vergangenen vier Jahren zu verstehen, den man das deutsche Wunder nennen könne. Der Reichsorganisations- leiter erläuterte dann im weiteren Verlaus seiner Ausführungen den Begriff der Ehre und des Führer tu ms. „Wir Deutschen haben nun eine Ehre, die Ehre der Leistung, der Wahrhaftigkeit und der Treue. Der Führer einer Gemeinschaft muß immer und überall die Sorgen der Gefolgsleute zu seinen eigenen Sorgen machen. So verlange ich von dir, Unternehmer, daß du dich in der S o r g e u m d e i n e G e f o l g s- leute von niemanden übertreffen laßt . Dr. Ley erinnerte dann die Männer und Frauen des Gaststättengewerbes, die täglich mit anderen Menschen in Beziehung kommen, daran, daß ste gerade in dieser Berufsstellung dem neuen Deutschland unendlich viel helfen können. In ihrer Haltung müßten sie alles dienerische ablehnen, stolze deutsche Menschen sein und ihre Pflicht tun. Die Unternehmer des Gewerbes bat Dr. L e y, ihr besonderes Augenmerk auf die sozialen Verhältnisse ihrer Mitarbeiter zu richten. Die Gewerkschaften hätten sich früher um diese Dinge nie bemüht. Gerade im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sei, sozial gesehen, sehr viel gutzumachen; so in der Unterkunfts- und Urlaubsfrage; in der Nachwuchsfrage fei es ähnlich. In all diesen Dingen, rief Dr. Ley den Betriebsführern zu, „laßt euch nicht nötigen, sondern fange t s e l b st a n". Dr. Ley schloß den Appell mit einem Bekenntnis zur Freude und einem Treuegelöbnis zum Führer. Mit dem gemeinsamen Gesang der Lieder der Deutschen klang die eindrucksvolle nächtliche Feierstunde aus. „Gute Beziehungen zu Deutschland und Italien." L o n d o n, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der Flottenschau im Kanal, die die Schlagkraft der Unterseeboots- und Luftwaffe bewiesen haben soll, fordert die „D a i l y Mai l" die Schlußfolgerung daraus zu ziehen, daß nämlich England mit äußerster Geschwindigkeit bis zur Grenze seiner nächsten Fähigkeit aufrüsten, sich aus allem Streit heraushalten und in gute Beziehungen zu Deutschland und Italien kommen müsse. Die Anzeichen wüchsen, daß eine solche englische Außenpolitik auf realistischer Grundlage sich schon anbahne. Die jüngsten Vorgänge auf internationalem Gebiet ließen schon eine Würdigung des Standpunktes von Deutschland und Italien erkennen. Der nüchterne praktische Sinn Chamberlains mache sich bemerkbar. Sein klarer Blick und seine Behandlung gefährlicher Probleme gewännen ihm schnell das Vertrauen des ganzen Landes. Mehrheit der spanischen Menschen ergriffen wurde. One diese nationale und soziale Erneuerung des ßristes, ohne diese Hinwendung zur Idee des $c t e r I a n d e s , zur Idee der gemeinsamen Lp f e r b e r e i t s ch a f t im Dienste der Volks- g famtheit, die gerade dem individualistisch iranlagten Spanier besonders schwer fallen muß, vire auch die militärische Schlagkraft der Armeen Fancos bald erloschen, würde das verwaltungs- irißige und wirtschaftliche Aufbauwerk der natio- nlen spanischen Regierung nicht jene Festigkeit er- r cht haben, die es heute besitzt. Niemals auch tire die Bewegung über ihre ersten Anfänge in Marokko, in Sevilla, in Burgos, Daladolid, Saragossa und Pamplona hinaus gelangt, wenn nicht il e Träger von dem lodernden Feuer echter Be- gi sterung für eine große und gerechte Sache «füllt gewesen wären. Wie war doch die Situation vor einem Jahr? 5r der Nacht vom 12. zum 13. Juli 1936 wurde Kl[D0 Sotelo, der nationale Führer und ehe- Ein Ireiheitskamps. Am 16. Juli jährt sich zum erstenmal der Tag, an dem General Franco das Zeichen zum Freiheitskampf des spanischen Voltes gegen die bolschewistischen Unterdrücker gab. Mnn wir heute in einem Rückblick auf zwölf Monate grauenvollster Entzügelung, aber auch elttsten Heldentums in diesem Krieg die Frage stillen, welches denn das Ergebnis dieses beifpiel- lcen Geschehens ist, so steht wohl als erste Ant- ujrt vor unseren Augen die Tatsache, daß heute dri Fünftel des spanischen Gebietes unter der ord- nnden, segenstiftenden Hand des nationalen Staats- ck fs leben, während vor einem Jahr zu Beginn dr Erhebung außer den Kanarischen Inseln und Marokko nur ganz geringfügige Landesteile sich dn nationalen Generälen angeschlossen hatten, ^eilich, dieser gebietsmäßige Erfolg des nationalen fi-eiheitskampfes ist nur ein äußeres Zeichen der panischen Revolution. Wichtiger und weittragender die innere Umwandlung, von der die milige Minister im Kabinett Primo de Reveras, kmtückisch von marxistischen Polizeibeamten er- mrdet. Seinen Leichnam ließ man auf der Straße lügen. Es war sowohl den roten Hetzern, die hinter dlr damaligen Regierung standen, als auch den na- lifmafen Widerstandskreisen in der Armee klar, daß bi; ser Mord der Auftakt zur entscheidenden blutigen il. seinandersetzung zwischen den gegnerischen Kräf- jeti fein sollte und würde. Aber diese Kräfte waren bomals sehr ungleich verteilt, sie waren auch in ifren Vorbereitungen für den bevorstehenden Kampf Mht gleich weit gediehen. Die Parteien und Orga- mctionen der Linken hatten, vorwärtsgetrieben von in Agenten Mos^-is, den ärmeren Teil der Be- Ekerung, große Teile der Arbeiterschaft, der Armee, ir Marine, der Polizei und der Verwaltungs- m^ane planmäßig verseucht, sie hatten sich in der Iren Regierung, die am 16. Februar 1936 durch di sogenannten Dolksfrontwahlen unter schärfstem Trror gebildet war, ein machtpolitisch und propa- ocridistisch gleich wertvolles Instrument geschaffen, uri den Vorteil der ersten Stunde auf ihre Sette zu bringen. Denn überall im Auslande und teilweise auch in Spanien selbst galt dieses rote Kabinett als Ü< „legale Regierung", obgleich die Stimmabgabe des nationalen Bevölkerungsteiles künstlich unterbinden worden war und die Linke dennoch nuf w D. H. der abgegebenen Stimmen erhielt. Wie virksam diese durch den ungeheuerlichsten W ah l - d trug geschaffene Waffe bei der Beeinflussung bcc Weltöffentlichkeit gewesen ist, das haben wir bei alien politischen und diplomatischen Verhandlungen nm den spanischen Konflikt zur Genüge erlebt. Vom allen Auaenblick der Erhebung an haben es die wischen Weltblätter ebenso wie die Zeitungen, die ^'Zweiten und der Dritten Internationale zur Jtirfügung stehen, geschickt verstanden, die eigent- jid>e Ursache des Krieges zu verdecken und dafür lern General Franco alle Schuld aufzuladen. Noch beute will man in den sogenannten neutralen Staa- jen die Wahrheit nicht sehen, verschließt man Augen M Ohren hartnäckig vor der historisch feststehenden Icllsache, daß schon Lenin Spanien als den Schauplatz der nächsten bolschewistischen Revolution bezeichnete, daß seit Jahren schon die Abgesand- tem Sowjetrußlands in b i e spani sch e ^"publik eindrangen, um ste für den Um- frirfr reif zu machen, daß schon wenige Tage nach B .ginn des nationalen Freihettskampfes die f r an - -i'sische Volksfront begann, Waffen und Munition über die französische Grenze zu transpor- littren, daß dann später die Konsuln und Botscbaf- ter öer Sowjets mit zynischer Offenheit die Lei- Imq Rot-Spaniens in die Hand nahmen, daß unter ihrem Befehl Tausende von Kirchen und Klöstern zerstört, Zehntausende von Nonnen und Priestern, oori Frauen, Kindern und Greisen in viehischer W-ise hingeschlachtet wurden, daß unersetzliche Kultur schätze vernichtet oder verramscht wurden, daß es ni£)t Spanier, sondern Juden, Freimaurer, Zuhälter. Zuchthäusler und anderes Verbrechergestndel mrert, die die eigentliche Herrschaft im „republikanischen" Spanien ausübten. Dies alles will und wollte man tn der „neutrale" Welt draußen nicht sehen, und vur Deutschland Men und Portugal stellten sich vorbehaltlos au bit Seite des völkischen e ch t e s, das m Manien gegen den Machtanspruch des bolschewisti- kten Weltfeindes verteidigt wird. Die Entwicttung bat unserem Gefühl und unserer Vernunft Recht oeaeben. Die spanische Nationalbewegung, die an- äiglid) von den Ereignissen überrascht wurde und di trofcbem mit einem Vorsprung von wenigen 5:unben die Initiative ergriff, erfocht zunächst irn ncrwärtsstürrnenden Bewegungskrieg. dann irn ma terial- und menschenEschlingenden Stellungskamp 2eg auf Sieg. Die Operationen sind langsamer, Heute Lteberreichung des englischen Vorschlages. Boischasterbesuche bei Eden. London. 13. Juli. (DNB.) Der englische Auhenminister empfing im Laufe des Dienstagnachmiltag den deutschen, den italienischen, den französischen und den s o w j e t - russischen Botschafter, und zwar in Abständen von je einer halben Stunde. Auhenminister Eden hat den Botschaftern mitgeteilt, dah er ihnen im Laufe des Mittwoch die englischen k o m p r o m i h v o r s ch l ä g e übermitteln werde. * Mit jener Pünktlichkeit, die in der englischen Außenpolitik gegenüber Freunden ungeschriebenes Gesetz ist, erfolgte der neueste Umfall Herrn Edens in der spanischen Frage. Zuerst hatte man sich in London auf die französische ultimative Drohung mit der Oeffnung der Grenze, die man in italienischen Blättern durchaus treffend als Erpres- sungsversuch charakterisiert finden konnte, in sehr besorgter Geschäftigkeit gezeigt. Dann gab man sich den Anschein, als werde Frankreich seine Drohung angesichts der englischen Arbeit an einem Kompromißvorschlag wenigstens bis zur VeröffenUichung des englischen „Vermittlungsoorschlages" nicht verwirklichen. Keinesfalls aber wollte man in London offiziell an den Ernst des französischen Vorgehens glauben oder gar die Pariser Ankündigung billigen. Kaum aber hat Frankreich alle Maßnahmen zur Beseitigung der internationalen Kontrolle an der Südgrenze getroffen und England vor eine vollendete Tatsache gestellt, da findet plötzlich Herr Eden vor der Oeffentlichkeit des Unterhauses das französische Vorgehen (wörtlich!) „vernünftig in Anbetracht dessen, was sich an der portugiesischen Grenze ereignet hat". Was sich dort ereignet haben soll, darüber verliert Herr Eden freilich kein einziges Wort, was sich ja schließlich wohl angesichts jener Serie von Sympathiekundgebungen für Rotspanien in Gestalt der Anfragen von der Linken des Hauses auch erübrigt. Eine Minute später bestätigt der englische Außenminister der französischen Regierung, ihre Grenze sei „immer noch geschlossen". So arbeiten sich London und Paris in die Hände. Entsprechend dürfte wohl der Londoner Vorschlag aussehen. Bonden spanischen Kampffronten Salamanca, 14. Juli. (DRV.) Im nationalen Heeresbericht vom Dienstag heißt es: Front von B i s c a y a : Ein feindlicher Angriffsversuch auf Castro Allen wurde gleich bei Beginn zurückgewiesen. Front von Madrid: Der Druck des Feindes, dessen Stoßkraft durch die Niederlagen der vergangenen Taae stark erschüttert scheint, hat wesentlich nachgelassen. Unsere Truppen haben mehrere Schützengräben erobert, wo der Feind eine große Anzahl Gefallener zurückließ. Front von Aragon: Mehrer feindliche Stellungen im Abschnitt von Albarracin wurden eingenommen. Tätigkeit der Fliegerei: Unsere Flieger und die Luftabwehr haben acht bolschewistische Flugzeuge abgeschossen. Mehrere sowjetrussische Piloten wurden gefangen genommen. Den Bolschewisten stehen die pariser Türen offen. Paris, 13. Juli. (DNB.) Chautemps hat am Dienstagnachmittag den Pariser Vertreter der spanischen Bolschewisten empfangen. Die „Liberte" teilt im Zusammenhang mit den Forderungen der Sowjetrussen und der französischen Kommunisten auf völlige Oeffnung der Pyrenäengrenze mit, daß in Kürze der ehemalige Außen- minister Valencias del V a j o, jetziger Volker- bundsdelegierter, nach seinem Besuch in London auch in Paris eintreffen werde. Das Blatt fragt, ob man del Dajo das Ohr leihen werde, wenn er erneut in Paris den gleichen Druck ausüben wolle, den schon kürzlich der „Chef" der spanischen Bolschewisten, N e g r i n, ausgeübt hat. „Petit Journal" Tageszeitung der französischen Gozialpartei. Paris, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich des französischen Nationalfeiertages erscheint das „Petit Journal" zum ersten Male unter der politischen Leitung des Obersten b e ja 0 c- q u e als Tageszeitung der französischen Sozialpartei des la Rocques. De la Rocque ergreift selbst in einem Leitartikel das Wort. Es komme ihm darauf an, die Krankheiten zu heilen, an denen heute Frankreich leide, das Gleichgewicht des wirtschaftlichen und sozialen Lebens wiederherzustellen und die innerpolitischen Mißverständnisse zu klären. Die Pflicht einer großen Partei sei es, offen und frei zu sagen, was sie fürchte und was sie erho.fe. Sie müsse eine Panik vermeiden, auf der anderen Seite waren und versuchen, die nützlichen Bestrebungen einander näherzubringen. Kontrolle in die Etappe geschickt. Oie ausländischen Kontrolleure brauchen sich nicht mehr zu vergewissern." Paris, 13.Juli. (DNB.) Entsprechend der Note, die der französische Botschafter in London dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses überreicht hat, ist die internationale Kontrolle an der spanisch-französischen Grenze heute mittag suspendiert worden. Die ausländischen Kontrolleure haben sich auf Anweisung von Oberst Lunn nach Perpignan begeben, wo sie neue Anweisungen abwarten werden. Ihre Kontrolle ist aufgehoben, aber die Nichteinmischungsverpflichtungen, die Frankreich übernommen hat, werden geachtet, und die Ueber- wachung der Grenze bleibt, wie es heißt, dieselbe. Die ausländischen Kontrolleure brauchen sich jedoch nicht mehr zu vergewissern, daß alle Maßnahmen zum Zwecke einer wirksamen Kontrolle getroffen sind. Portugal bleibt Rechtsstaat. Lissabon, 13. Juli. (DNB.) Das portugiesische Blatt „D i a r i o de M a n h a" schreibt zu dem französischen Beschluß auf Aussetzung der internationalen Kontrolle an der Pyrenäengrenze, während sich Frankreich gemäß seinen eigenen Pressestimmen auf die Seite der Valencia-Bolschewisten schlage und ihnen moralische und materielle Unterstützung jeder Art gewähre, halte sich Portugal gewissenhaft an alle eingegangenen Verpflichtungen bezüglich der Nichteinmischung. Der portugiesische Staat lege Wert darauf, ein R e ch t s st a a t zu sein, und sehe seine Ehre im Halten eingegangener Verpflichtungen. Für Portugal gehe die Nichteinmischung weiter, ob mit oder ohne Kontrolle, und so lange nicht zwingende Gründe des Staatswohles eine Aenderung der einmal gefaßten Haltung erforderlich machten. Bomben statt poflbeutel. So wird den Valencia-Bolschewisten geholfen! Berlin, 13. Juli. (DNB.) Dem „Führer" in Karlsruhe wird gemeldet, daß die französische Luftfahrtgesellschaft Air France den Kauf einer beträchtlichen Anzahl neuester amerikanischer Flugzeuge an die Spanienbolschewisten vermittelt habe. Wie das Blatt aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat die Air France vor wenigen Tagen eine Lieferung von 20 einmotorigen amerikanischen Bellanca-Apparaten erhalten. Die Apparate stellen den Typ des modernsten mittleren Bombers dar und entwickeln die außerordentliche Geschwindigkeit von 450 Stundenkilometer. Gekauft wurden die Apparate als „Postflugzeuge", obgleich es eine bekannte Tatsache ist, daß die halbamtliche französische Luftfahrtgesellschaft nach ihren Statuten nur die Erlaubnis hat, Flugzeuge französischer Produktion zu fliegen. Mit dem Ankauf der 2 0 amerikanischen Bomber, die inzwischen schon in Valencia eingetroffen find, ist, wie der „Führer" schreibt, nicht nur eine vollkommen sichere und schon in der Praxis hinlänglich erprobte lieber« führung von Kriegsflugzeugen in das spanische Kriegsgebiet vorgenommen worden, sondern auf dem Umwege über Frankreich konnte überhaupt erst auch das amerikanische Waf- fenausfuhroerbot für Spanien umgangen werden. Offerte Moskaus au den Vatikan. Kommunistischer Lobgesang für pacelli. — Frankreichs Moskowiter möchten ein politisches Gchachergeschäst. Paris, 13. Juli. (DNB.) Das kommunistische Zentralorgan „H u m a n i t e" benutzt die Ausführungen des Kardinalstaatssekretärs Pacelli bei der feierlichen Weihe in Lisieux zu einem Leitartikel, der allgemeine Verwunderung erregt hat. Der Chefredakteur Peri fühlt sich in höchsteigener Person bemüßigt, die Wichtigkeit des Besuches des päpstlichen Legaten in Frankreich zu unterstreichen. Er hebt insbesondere hervor, daß der Besuch des päpstlichen Legaten schon unter dem Volksfrontkabinett Blum beschlossen worden sei. Das Kommunistenblatt hebt weiter hervor, dah Pacelli betont habe, der Papst wäre selbst nach Paris gekommen, falls seine Gesundheit ihm das gestattet haben würde. Es sei ein großes Ereignis, daß der päpstliche Legat gerade in dieser Stunde Frankreich und feiner Volksfrontregierung seinen Gruß entbiete. Der Besuch stelle auch eine Art Warnung an die französischen Katholiken dar, sich auf die Seite des Faschismus zu stellen. Das Blatt fühlt sich bann weiter bemüßigt, auf den Artikel 124 der Sowjetverfassung hinzuweisen, der allen Bürgern alle Freiheit des Glaubens gebe. Es verschweigt allerdings, daß in S o w- jetrußland Kirche und Christentum mit (Stumpf und Stiel in der gleichen Form ausgerottet worden sind, wie das heute in Spanien geschieht. Die plumpdeutliche Art und Weise, in Der das Kommunistenblatt für Vatikan und Kirche eintritt, hat allgemein Aufsehen erregt. Es kommt hinzu, daß die gleiche Zeitung bekanntlich bei jeder Gelegenheit den spanischen Bolschewisten Beifall geklatscht hat, die Tausende von Kirchen verbrannt, Tausende von Nonnen geschändet, neun Erzbischöfe auf den Scheiterhaufen gestellt und Tausende von Priestern unter grausamsten Umständen umgebracht haben. Der Besuch des Kardinalstaatssekretärs P a c e l l i in Frankreich wird von den dortigen bürgerlichen Politikern mit zwiespältigen Gefühlen betrachtet, denn sie befürchten eine Durchbrechung der „laizistischen" Tendenz der französischen Innenpolitik, wenn der Vertreter des Papstes allzu freundlich begrüßt wird. Um so auffallender und für den Abgesandten der Kurie kompromittierender wirkt der Umstand, daß das Organ der Kommunisten, die „H u m a n i 16", dem Besuch aus dem Vatikan einen besonderen Begrüßungsarti- k e l widmet. Was mag sich der'Kardinalstaatssekre- tär bei den „Begrüßungen" des roten Blattes denken ober was werben bie spanischen Katholiken unb ihre Bischöfe (soweit sie noch leben) dazu sagen? Dort hat man Kirchen und Klöster geschändet, die Toten aus den Gräbern gerissen, die Priester ermordet, Bischöfe auf dem Scheiterhaufen verbrannt, Nonnen vergewaltigt und getötet. Die Zahl der ermordeten Geistlichen in Spanien während dieses einen Jahres geht in die Zehntausende. Und die gleichen Leute, die solche Greuel auf dem Gewissen haben, erdreisten sich, in Paris den Abgesandten des Papstes mit heuchlerischer Freundlichkeit zu begrüßen! Vielleicht erklärt sich des Rätsels Lösung daraus, daß damit der Vatikan für eine deutschfeindliche Politik gewonnen werden söll. In Deutschland gibt es zwar keine Greuel, wie in Spanien und in Sowjetrußland, aber einen Staat, der auf Ordnung hält, und den der Bolschewismus haßt. Gegen dieses nationalsozialistische Deutschland sind den Kommunisten alle Verbündeten willkommen, und wenn es der Staatssekretär des Vatikans selbst ist. Daß es diesem und dem von ihm vertretenen Staat bzw. dem Papst nur im höchsten Grade peinlich sein kann, wie ein guter Freund von der Pariser Filiale desselben sowjetrussischen Bolschewismus angesprochen zu werden, der in Spanien die größten Massengreuel der Neuzeit verursacht und die römisch-katholischen Priester in Sowjetrußland selbst bis auf einen ausgerottet hat — Berlin, 13. Juli. (DNB.) Der Lobgesang, den der Häuptling des kommunistischen Zentralorgans „Humanite" auf die Ausführungen des Kardinalftaatssekretärs Pacelli bei den Einweihungsfeierlichkeiten in Lisieux angestimmt hat, hat in j)er Berliner Presse ein lebhaftes Echo erweckt. So schreibt unter obiger Überschrift der „A n - griff": Man merkt die Absicht, die die kommunistische „Hurnanitö" hat, wenn sie sich jetzt bemüßigt fühlt, Herrn Pacelli Loblieder zu fingen. Aber es verwundert nicht, denn treu den Moskauer Methoden ist den französischen Bolschewisten jedes Mittel recht, das auf das Ziel hinführt. Zweifellos wird Chefredakteur Peri mit der gleichen Bereitwilligkeit im gegebenen Moment den Erzbischof aufgeben unb auf den Scheiterhaufen schicken, wie er ihn heule als Schrittmacher der kommunistischen Wünsche auf den Schild erhebt. Das ganze ist eine Stimmungsmache gegen Deutschland,-und zweifellos hat bei der Geburt dieses Artikels der Wunsch Pate gestanden, den Vatikan für die Volksfrontregierung zu gewinnen. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt u. a.: Es ist allmählich geradezu psychologisch interessant, wie viel an irreführenden Redensarten die Kommunisten heute der katholischen Kirche vorzusetzen wagen. Schätzt man im Lager der Priestermörder die Vergeßlichkeit des Heiligen Stuhls wirklich so hoch ein? Das Schauspiel das können wir dem Kardinalstaatssekretär freilich nachfühlen. Aber vielleicht fragt er sich nach jenem unerbetenen Freundschaftserguß der Moskowiter doch, ob die von ihm, P a c e l l i, geleitete Poli - t i k nicht doch mit falscher Front kämpft, wenn sie sich zwar zu einem entschiedenen Auftreten im Fall Spanien nicht entschließen kann, sich aber um so mehr mit der angeblichen Einengung der Religionsfreiheit durch den Nationalsozialismus und mit der indirekten Inschutznahme gewisser Sittlichkeitsverbrecher beschäftigt. Wir erinnern in diesem Zusammenhang auch an das Versagen heg Vatikans gegenüber den Ausfällen des Kardinals Mundelein. Es ist klar, daß dergleichen Dinge den Bolschewismus nur dazu ermutigen können, auch den Vatikan in feine Spekulationen einzubeziehen. Vielleicht fragt sich Pacelli gelegentlich auch einmal, was ihm wohl von den Moskowitern widerfahren wäre, wenn es das Unglück gehabt hätte, Bischof in Rotspanien statt Kardinalstaatssekretär zu sein. Li. das diejenigen, die Tausende von Geistlichen, darunter Kardinäle, viehisch hingeschlachtet haben, nun so tun, als jubelten sie den Vertretern des Papstes zu, ist eine Grimasse b e r Heuchelei, die schon diabolische Züge aufweist. Was man da in Frankreich vorhat, läuft mehr oder weniger auf summarisches Kompromiß, ja Bündnis zwischen den Radikalsozialisten und Freimaurern einerseits und dem französischen politischen Katholizismus andererseits hinaus. Ob die Kirche mit der Billigung dieser Politik nicht dem Todfeind der christlichen Kultur und Religion, ja jeder Religion überhaupt, dem Bolschewismus, Handlangerdienste leistet, wird früher oder später grausame Wirklichkeit lehren. Die spanische Lehre hätte eigentlich genügen müssen. Die „Berliner Nachtausgabe" schließt ihren Kommentar mit der Feststellung: Man kann wohl erwarten, daß das offizielle Organ des Vatikans, der „Osfervatore Romano", der Welt mit aller Entschiedenheit die offizielle Erklärung abgibt, ■JL Chefredakteur der kommunistischen „Humanste ' seine vom Blutder spanischen Geist- l i ch e n b efleckte Hand nicht in die Hand eines hoben Vertreters der katholischen Kirche legen darf. Sollte allerdings der „Osfervatore Romano" den Artikel der „Hurnanitö" ohne solche Antwort vorübergehen lassen, so müßte man befürchten, daß die Manner, die für die Polittk der katholischen Kirche „Französische Kommune empfiehlt flch für schwarzrote Koalition." Wie die Priestermörder und Kirchenstürmer heucheln! verantwortlich sind, sich auf einem bösen Irrweg befinden. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Der Widersinn der europäischen «Situation kann nicht stärker beleuchtet werden, als durch die Tatsache, daß das Blatt der Bolschewisten, der Kirchen« stürrner, der Gottlosenpropaganda, der P r i e st e r rn ö r d e r sich dem Vertreter des Heiligen Stuhls zu nähern versucht. Hätte Kardinal Pacelli das Unglück gehabt, vor einem Jahr in Madrid ober Barcelona zu fein, so würbe er vorausgesetzt, baß er überhaupt ben damaligen Massenschlächtereien entgangen wäre — mit Abscheu Anbieberungsversuche von biefer Seite her ab» schütteln. Die Politik des Vatikans ist auf einer irrtümlichen, objektiv falschen Grundeln- st e l l u n g zu ben europäischen Orbnungsmäch- ten in vielfach bedenklich engen Kontakt mit Mächten geraten, deren erklärte Mission oder faktische Bindungen sie zu grundsätzlichen Gegnern jeglicher christlichen Aufgabe stempeln. Es wäre völlig unvereinbar mit dem üblichen Urteil über bie Qualitäten vatikanischer Politik, wenn man sich beim Heiligen Stuhl nicht über bie irre= parabelen Schöben klar sein sollte, bie ein auch nur flüchtiger freunbschaftlicher Kontakt mit ber Sphäre ber „Humanitö" in ben Seelen zahlloser wirklich Gläubiger anrichten müßte. Die „Humanite" jeben- falls scheint sich ber Hoffnuna hinzugeben, bie Gottlosenpolitik b es Kreml vernebeln, wenn nicht gar vergessen machen zu können. Oder ist es offener Hohn, wenn sie in ihrem Artikel ben Starb in al an bie Sowjetoersassunger- innert, bie allen Bürgern alle Freiheiten des Glaubens gebe? SozialdemokratenfürLhantemps. Paris, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Nachtsitzung bes Marseiller Kongresses ber sozialbernokratischen Partei- bie ben Abschluß ber biesjährigen Tagung bilbete, stand wieberum im Zeichen zahlreicher Meinungsoerschiebenheiten. Zunächst würbe burch Hanbaufheben über ben Wiebereintritt einer Reihe von Freunben bes Führers ber Linksextremisten, Marceau Piver t, in bie sozialbemokratische Partei abgestimmt. Hierbei kam es im Kongreßsaal wieber zu Tumulten. In einigen Ecken begannen sich bie Kongreßteilnehmer mit Föusten unb Schimpfreben zu traktieren. Blum versuchte immer wieber burch Orbnungsrufe bie Ruhe im Saal wieberherzustellen. Aus einigen Ecken ertönte jeboch bie Internationale, unb halb würbe bieses Lieb von allen Anwesenden mit erhobener Faust weiter gesungen. Erst als es verklungen war, gelang es Blum, sich von der Tribüne herab Gehör zu verschaffen. Er forderte bie Anwesenden auf, nach „außen hin" (!) zu zeigen. Nach der Ansprache Blums schritt dann die Versammlung zur Abstimmung. Nachdem bereits am Dienstagnachmittag der Entschließungsentwurf mit 19 gegen 13 bie Teilnahme sozialdemokratischer Minister an einem Kabinett unter radikalsozialer Führung gebilligt hatte, nahm der Kongreß mit 3484 gegen 1866 Stimmen diesen Beschluß des Ausschusses an. E inst i m m i g wurde vom Kongreß eine Entschließung zum Krieg in Spanien angenommen, die sich, wie zu erwarten, für die volle Anter st ühung der Valencia-Bol- s ch e w i st e n ausspricht und volle Freiheit für die Versorgung mit Waffen und Munition fordert. Die dritte Entschließung legt die Kampfmittel der Partei für bie Zukunft fest. Sie würbe von Marceau Pivert heftig angegriffen, ber sich gegen bie Finanzmaßnahmen unb gegen bie „reaktionäre" Haltung bes «Senats aussprach. Sie fanb schließlich mit einer Mehrheit von 2949 Stimmen Annahme. Kommunisten stürmen ein nationales Parteilokal. Paris, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) In dem Pariser Vorort B o u l o g n e griffen am Dienstag um 21.30 Uhr 1500 Kommunisten bas Parteilokal ber französischen Sozialpartei be la Rocque an unb belagern es bis zum Augenblick noch. Die Polizei wurde alarmiert und hat sich in das betreffende Viertel begeben. Nähere Einzelheiten wurden bis 6 Uhr nicht bekannt. Nach der Auflösung des großen Vorbeimarsches auf dem Place de la concorde kam es auf den großen Boulevards bis in die Gegend des Re- publique-Platzes zu parteipolitischen Kundgebungen. Ernstere Zwischenfälle wurden jedoch nicht gemeldet. Katholischer Pfarrer leistete Beihilfe mrRaffenschande Die kirchlichen Anfsichtsstellen versagten wieder. Berlin, 12. Juli. (DNB.) Mit welcher Willkür sich gewisse Kreise ber römisch-katholischen Kirche über bie Bestrebungen bes nationalsozialistischen Staates Hinwegsetzen, bewies eine Verhanblung, bie vor bem Moabiter Einzelrichter am Montag gegen ben 57 Jahre alten katholischen Pater Ulrich Kaiser von ber St. Paul-Kirche in Berlin-Moabit burchgeführt würbe. Der Angeklagte hatte am 31. März 1935 bie kirchliche Ehe zwischen einem evangelisch getauften Iuben unb einer beutschblütt 6 e n F r a u geschlossen, ohne baß zuvyr die standesamtliche Trauung erfolgt war. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die nationalsozialistische Anschauung in Rassefragen bereits Allgemeingut bes gesamten beutschen Volkes geworben war. Dem Angeklagten war burchaus bekannt, baß von feiten ber Standesämter bamals in Fällen wie bem vorlie- genben schon mehrfach bie Genehmigung zur Eheschließung verweigert worben war. Auch in bem zur Anklage stehenben Falle hatten bas zu- ftänbige Stanbesamt unb auch bas preußische Justizministerium bie Genehmigung versagt. Es mußte K. also banach bekannt sein, daß staatlicher- seits ein Interesse bestaub, baß biese Ehe nicht ge- schlossen würbe. Er wußte weiter, baß ein anb e- rer katholischer Pfarrer biese Eheschließung ab gelehnt hatte. Trotzdem glaubte er sich Darüber Hinwegsetzen zu können und begründete sein Verhalten vor Gericht mit der Ausrede, daß in diesem Falle ein „sittlicher Notstand" im «Sinne bes § 26 des Konkordats vorgelegen habe unb be- rief sich barauf, baß bas Paar schon jahrelang in r 5 t, e 5 e b 11 n h *• e, n - i- ie in Jlofl’ hes den Ne- zeige' em tag te>- er r* en llkür irche ffl ,d>- egei id) it. < nS11 die is°h >lü' stau- ,h z" An' [ der i> ndel orlie' 3 $ W sf »gn* t. * Wv Galavorstellung Ver Volksfront Hochwasser im Erzgebirge daß sich Afghanistan ihm über kurz oder lang an- schließen würde. Das ist jetzt geschehen. Der Pakt von Saadabad vom 8. Juli 1937 faßt einen neuen Viermächteblock zusammen, der sowohl nach Jnnerasien wie nach Arabien einen wichtigen Brückenschlag bedeutet und da die angeschlossenen Staaten den Orientalismus modern abgewandelt haben, ein Zeichen dafür ist, daß die mohamedani- schen Staaten unbeeinflußt von europäischen Groß- staaten ihre Politik und ihre Wirtschaft entwickeln werden. Nach den Schwierigkeiten, die die Franzosen in Syrien hatten, und der Opposition nicht nur der Juden, sondern auch der Araber Palästinas gegen das von den Engländern beibehaltene System der Zerteilung dieses arabischen Landes kommt die Bildung dieses Viermächteblockes zur rechten Zeit, um dem Widerstand der Araber gegen die britische Palästinapolitik den nötigen Rückhalt durch vier mo- hamedanische Großmächte zu geben. Das stille Ringen um die wirtschaftliche Beherrschung der Rohstoffquellen, wie um die politische Sicherung der Landbrücke zwischen Europa und Indien, Afrika und Asien ist damit in eine neue Phase getreten. Es ist unwahrscheinlich, daß die britische Politik in diesen Auseinandersetzungen schon ihr letztes Wort gesprochen hat. dem sich das Pemen-Land anschloß. Saudi-Arabien wieder näherte sich den Aegyptern und machte durch seinen Vertrag den beiderseitigen Streitigkeiten em Ende. Neben diesen zweiseitigen Verträgen wurden Nichtangriffspakte konstruiert. Im Jahre 1935 wurde zwischen der Türkei, Iran und dem Irak ein solcher Vertrag paraphiert, und es hieß. Das Ziel -er österreichischen Politik Eine Vede des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg. Optimismus über die künftige Entwicklung Europas Ausdruck, indem er erklärt, daß seiner Ueberzeugung nach der Gedanke der notwendigen Erhaltung des Friedens in allen europäischen und außereuropäischen Regierungen fest verwurzelt sei. Kunst und Wissenschaft. Begeisterung in Köln über den Besuch der deutschen Kriegsschiffe. Seit 25 Jahren sind zum erstenmal wieder deutsche Kriegsschiffe, und zwar die 1. Räumbootflottille der Kriegsmarine, den Rhein heraufgekommen. Viele Zehntausende Zuschauer verfolgten mit jubelnder Begeisterung die Auffahrt der Flottille, und in Köln umsäumten riesige Menschenmengen die Rheinufer, um der Ankunft beizuwohnen. Hier sieht man das Räumboot-Begleitschiff „Ziethen" nach dem Festmachen in Köln; im Hintergrund der Kölner Dom. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Herbst-Neuerscheinungen im Berrnühler-Verlag. Der Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde kündigt folgende Neuerscheinungen für den Herbst 1937 an: Eugen Schuhmacher: Unter Sabel- schnäblern und Seeschwalben. Beobachtungen und Naturkunden aus der Vogelwelt der deutschen Nordseeküste. 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmem In deinen gebunden 3,90 Mark. - Werner Siebold. Mi offenen Augen. Drei Jungen und em Madel entdecken ihre Waldheimat. Etwa 140 Seiten Text und acht Tafeln mit Naturaufnahmen. Gebunden 3 Mark. — Professor Dr. G. Hinze. Das Biber-Buch. Etwa 80 Seiten Text und ■etroa ßfi UKbildunaen nach Natururkunden des deutschen BiberuaterG^mtmann Behr. In Seinen g^nben etwa 3 Mark. — Neuauflagen: Reichsstelle für Naturschutz: Taschenbuch de rin D_e u t schänd aeschützten Pflanzen. Mit 72 mehr- farbigen Tafeln und 160 lederten. 2. Auslage In Leinen gebunden 7,50 Mark, m Mappe (tafeln lofe) 7,M Mark. - Margarete Bo,e: Serien, t a a eauf Sylt. Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Sarges, 82 Seiten. 3 °er- beHerte Auflage. Karton. 0,90 Mark Halbleinen- band 1 35 Mark. — Martin Sahes: Elche zwi- icken'Me er und Memel. 3. Auflage (8. bis 12 Tausend). Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers. In Leinen gebunden 3,60 Mark. Goethe-Medaille für den Dichter Eberhard König. Der Führer und Reichskanzler hat durch Erlaß nnm 29 Juni 1937 dem Dichter Eberhard K o n l g in Berlin-Frohnau die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. einige Fälle zur Sprache, die zwar inzwischen verjährt, aber für das lasterhafte Treiben des Angeklagten typisch sind. Aus den Bekundungen eines früheren Mitbruders ging hervor, daß der Angeklagte schon im Jahre 1927 ein „V e r h a l t - nis" mit einem Barbier hatte, der zeitweilig im Kloster beschäftigt war. Dieser wurde damals nach jedem Besuch im Kloster von Konetzki reich mit Schinken und Wurst versehen. Don besonderer Sitten- und Gewissenlosigkeit zeugte ein Fall, in dem der „Barmherzige Bruder sich einen Mann als Opfer seiner widerlichen Neigungen ausgesucht hatte, der durch eine Rückenmarkquetschung schwer gelähmt war und sich nur im Rollstuhl fortbewegen konnte. Zur weiteren Anklage zählte ein Vergehen an einem ehemaligen Mitb rüder der erst 24 Jahre alt war, als er Konetzki in die Hande fiel. Dieser junqe Mann wurde als Zeuge vernommen, und es war erschütternd zu hören, wie er das Verhalten des Angeklagten schilderte. Der Zeuge erklärte, daß er damals sehr verwirrt gewesen fei und den Angeklagten gefragt habe, was er nun nach der unzüchtigen Handlung machen solle, da er doch am anderen Tage zur Kommunion gehen wolle. Daraus habe ihm der Angeklagte gesagt, das , sei nicht so schlimm. Er brauche nur früher aurzu- stehen und vorher noch einmal zur Beichte zu gehen. Der Zeuge schloß seine Darstellungen damit, daß er durch diese zum Himmel schreiende Einstellung veranlaßt worden sei, die ewigen Gelübde nicht abzulegen und aus dem Orden auszutreten. Bemerkenswert ist wiederum -i)ie Tatsache, daß die Ordensoberen von den Verfehlungen des Angeklagten Kenntnis hatten und ihm auch zweimal schriftlich mit der Ausstoßung aus dem Orden gedroht haben. Es wurde aber dennoch keine ernstliche Maßnahme ergriffen, sondern man beließ es bei „Strafversetzungen" in andere Niederlassungen. Das Gericht erkannte wegen Verbrechens gegen 8 174 Ziffer 3 in zwei Fällen und wegen Verbrechens gegen § 175 in zwei Fällen auf zweieinhalb Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust unter Anrechnung von zwölf Monaten Untersuchungshaft. Die schweren Regengüsse in den letzten Tagen haben alle Flüsse und Bäche des Erzgebirges in reißende Wasser verwandelt. Unsere Aufnahme zeigt den Zusammenfluß der Zschopau und Flöha bei Flöha, der einem riesigen See gleicht. In dem tiefer gelegenen Ort stehen d^e Häuser zum Teil so weit unter Wasser, daß ein Notverkehr eingerichtet wurde Die Getreide elder und Wiesen sind weithin überschwemmt und überall ist großer Schaden (Setreioefeioer entstanden. - (Scherl-Bilderdienst-M.) wilder Ehe zusammengelebt habe. Dieser „sittliche Notstand" hat aber tatsächlich zur Erfüllung der Konkordatsbestimmung überhaupt nicht vorgelegen — es waren z. B. keine Kinder vorhanden —. und das bischöfliche Ordinariat äußerte auch deshalb Bedenken, als der Angeklagte sich an diese Stelle wandte. Bezeichnend war aber wiederum die Taktik, die von feiten des Ordinariats hier ein- geschlagen wurde. Auf die telephonische Anfrage, wie er sich zu verhalten habe, brachte der zuständige Sachbearbeiter zwar seine Bedenken zum Ausdruck, erklärte aber schließlich, daß er dem Angeklagten selbst die Verantwortung überlassen müsse und stellte ihm anheim, so zu handeln, „wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren" könne. Pater Kaiser schloß darauf nach dieser jesuitischen Auskunft die Ehe Der Staatsanwalt betonte, daß der Angeklagte von Glück sagen könne, daß sich der Fall nicht nach dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre ereignet habe. Denn sonst hätte er sich vor einem anderen Gericht wegen B e i h i l f e z u r R assen- schände verantworten müssen, die er ja tatsächlich geleistet habe. Er habe dadurch entgegen dem Geist des neuen Staates gehandelt, und deshalb müsse ihn die höchstzulässige Strafe treffen Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz drei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte ihn zu dieser Strafe. Gelahmter als Opfer eines „Barmherzigen Bruders". 2 V2 Jahre Zuchthaus für einen verkommenen Frater Breslau, 13. Juli. (DNB.) Dor der Großen Strafkammer fand am Dienstag ein weiterer Prozeß wegen Sittlichkeitsverbrechens gegen einen früheren Angehörigen des Ordens der Barmherzigen Brüder statt. Die Anklage richtet sich gegen den 1897 geborenen Franz Konetzki, genannt Frater Gallikanus, der dem Orden im Jahre 1921 beigetreten ist. Zuerst kamen in der Hauptverhandlung „Manager Blum“ führt die reizenden Steuergirls vor. Ein böser Tanz, der vor dem französischen Volk in diesen Tagen auf geführt wird. In langer Reihe marschieren die neuen Steuererhöhungen auf, und Blum fuhrt sie an. Erhöhte indirekte Steuern auf Tabak, Streichhölzer ufw., neue schwere Lasten, die gerade den Arbeiter treffen, dem durch das ganze Theater der Volksfront Sand in die zlugen geftreut wird. Der Karikaturist der französischen Zeitung „Dictoire" läßt vor dem Publikum die „fiskalischen" Girls, die „Steuergirls", auftreten. Leon Blums wirtschaftliche und soziale Experimente im Volksfrontkabinett waren es ja auch, die die neuen Lasten erforderlich machten. Er ist es, der mit der Volksfront dafür die Verantwortung tragt. — (Scherl-M.) Die mohammedanischen Staaten von Kabul bis i Kairo haben sich durch Pakte nach dem europäischen Muster der Beistands- und Nichtangriffspakte geeinigt, und zwar bezwecken diese Pakte unter Wahrung der vollen Souveränität jedes einzelnen Staates die Aufrechterhaltung einer einheitlichen Front in der Außenpolitik. Am Donnerstagabend wurde in Schloß Saadabad der Nichtangriffspakt zwischen Afghanistan, Iran, Irak und der Türkei unterzeichnet. Diese letzt bei Teheran unterzeichneten Vertragsabschlüsse gehen schon auf eine feit langem erprobte gemeinsame Linie in der Außenpolitik zurück, die im wesentlichen die erwachenden mohammedanischen Staaten von dem Einfluß Europas distanzieren möchte. Denn der hauptsächliche Einfluß wurde in Afghanistan sowohl durch S o w j et- ruß l a n d wie durch England, in Iran durch beide Mächte, bis zum Eintritt Persiens in die Reihe der modernen Staaten, ausgeübt, während die moderne Türkei sich zunächst mehr Sowjetrußland anschloß und das Irak als das Land der Euphrat und Tigris hauptsächlich zunächst unter britischem Einfluß gestanden hat. Alle diese vier Staaten bekunden mit den Nichtangriffspakten, daß sie sich jeder Einflußnahme einer auswärtigen Macht auf ihre Geschicke entziehen. In London, das so oft die Rivalitäten der arabischen Länder gegeneinander ausnutzte, macht man gute Miene zu einem doch dem englischen Prestige abträglichen Spiel, weil den Engländern nichts anderes zu tun übrig bleibt. . Die erste Anregung ging von der Türkei aus, die im Jahre 1921 unter Kemal Pascha gerade im Unabhängigkeitskampf auf die Feindschaft der Versailles-Mächte gestoßen war. Damals war Moskau das politische Mekka dieser Staaten. Vertreter der Türkei, Afghanistans und Irans trafen sich dort und schlossen zweiseitige Freundschaftspakte. Aber der europäische Westen hielt den Bestand der Mächte, die sich aus den alten mohamedanischen Reichen mit neuen Männern gebildet hatten, für durchaus unsicher und legte diesen Freundschaftsbündnissen kein besonderes Gewicht bei. Die Türkei und das Irak waren zunächst so verfeindet, daß jede Berührung unmöglich schien, bis im Jahre 1926 dennoch ein Freundschaftsvertrag zustande kam und 1928 dieser Vertrag durch einen Wirtschaftspakt über enge Zusammenarbeit ergänzt wurde. Gleichzeitig schloß das Irak im Jahre 1931 einen Vertrag mit Transjordanien und tm Jahre 1936 einen Pakt mit Ibn Saud von Arabien, Von Kabul bis Kairo. Das vorderasiatische Bündnisnetz.-Ein neuer Viermächteblock. Wien 13. Juli. (DNB.) Die Union der Korrespondenten der auswärtigen PresseWien gab zu Ehren des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg ein Frühstück, an dem Staatssekretär für Aeußeres Dr Schmidt, der Leiter des Bundespressedlen- stes Oberst Adam und zahlreiche Presseattaches, darunter der Pressebeirat der deutschen Gesandt- °Trink,pruch des Präsidenten der Union Reed (London), ergriff Vmideslamler Dr. Schuschnigg das Wort. Er erklärte, daß man von der österreichischen Politik keine u? b ° r r a s ch u n g ° n zu erwarten brauche. Das Ziel Jer die Erhaltung des Staates und die Besserung der Lebensmöglichkeiten der Bevölkerung. Die Aus- faffuna so erklärte Dr. Schuschnigg weiter, oatz man s^ch zum Neuaufbau des Staates aus irgen - einer Kollektion ein Rezept her ausgesucht habe, fe falsch Es sei falsch, wenn man behauptet Die Enzyklia Quadragesimo 2hmo das Rezept Neuaufbaues des österreichischen Staates. Das, was in Oesterreich unternommen werde, sei der Versuch, die Demokratie und den Parlamentarismus zu reformieren. In diesem Zusammenhang kam der Bundeskanzler auch auf die Forderung nach W a h len in Oe st erreich zu sprechen und sagte, "^ttacy £ eäKssm «ÄS SAFäääsAs Äege?Än. Ich weiche bte= ?em Wunsch nicht aus. Natürlich w l r f mb f ür Im n M e n aber nicht isoliert für einen Sektor, Adern für alle, nicht nur für einen Teil, sondern auch für bie anderen, für alle Berufsstande gleich- Erst wenn die neue B e rfa s su n g endgültig fertiaaefteüt sei werde, so erklärte Dr. Schuschnigg w- ?? der Augenblick gekommen sein, zu beurteilen was sich bewährt habe und was resormbedurstig sei. Der Bundeskanzler gab dann noch seinem PA XL fiseNCt Aus aller Wett. Bernd Rosemeyer in Berlin begeistert empfangen. Dem großen Erfolg, den die deutschen Rennfahrer im größten, schwersten und interessantesten amerikanischen Automobilrennen erringen konnten, entsprach der Empfang, den die begeisterten Berliner Sportfreunde den Fahrern und ihren Helfern, vor allem dem Gewinner des Vanderbilt-Pokals Bernd Rosemeyer und dem Rennleiter Dr. Feuereisen bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof Zoo bereiteten. Hunderte hatten sich vor dem Bahnhof eingefunden. Als der Sonderzug des Norddeutschen Lloyd einlief, mußten Bernd Rosemeyer, seine Gattin Frau Elly Beinhorn - Rosemeyer und die anderen Auto-Union - Fahrer eine Salve der Begeisterung über sich ergehen lassen. Im Nu war Rosemeyer von Blumenspenden überschüttet. Vor lauter Händedrücken und Glückwünschen kam er nicht dazu, von seinen Eindrücken zu erzählen. Statt seiner berichtete Elly Beinhorn den Vertretern der Presse über das große Auftreten des deutschen Automobil-Rennsports in der neuen Welt. Der Empfang in Amerika sei außerordentlich herzlich gewesen. Die Amerikaner hätten gute Fahrer, die mit ihrer Fahrweise das Rennen zu einem phantastischen Spiel gestalten halfen. Explosion einer Azelylenslasche. Auf dem Betriebsbahnhof des Dortmunder Hauptbahnhofes platzte aus bisher noch nicht geklärter Ursache eine Azetylenflasche Dabei erlitten zwei Schlosser und ein Werkmeister so schwere Brand- wunden, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden mußten und noch nicht vernehmungsfähig find. Unmittelbare Lebensgefahr soll jedoch nicht bestehen. Durch den Luftdruck zersprangen zahlreiche Fensterscheiben der großen Betriebsbahnhofshalle. Im übrigen ist der Sachschaden aber nur gering. Der Betrieb hat keine Störung erlitten. Wädchenmörder Kretschmer legt ein Geständnis ab. Der dieser Tage festgenommene H. Kretschmer hot nach längerem Leugnen eingestanden, die elfjährige Schülerin Margot Böttger in Magdeburg in der Nacht zum 6. Juli ermordet zu haben, nachdem er an dem Kind ein Sittlichkeitsverbrechen begangen hatte. An der Tat sind weitere Personen nicht beteiligt. Der regen Mitarbeit der Bevölkerung ist es zu verdanken, daß der Mörder von einem Gendarmeriebeamten nach verhältnismäßig kurzer Zeit festgenommen werden konnte. Eisenbahnunglück bei Budapest. In der Nähe vom Budapest bei der Bahnstation Veeses ereignete sich ein E i s e n b a h n Zusammenstoß. Ein Personenzug fuhr in voller Fahrt in einen Güterzug hinein, der in zwei Teile zerrissen wurde. Hierbei wurden zwei Personen getötet und acht schwer verletzt. Ein Hilfszug, der unverzüglich zur Hilfeleistung aus Budapest entsandt worden war, hatte ebenfalls einen Unfall. Er überfuhr einen Bauernwagen, dessen zwei Insassen auf der Stelle getötet wurden. Französisches Militärflugzeug abgestürzt. In der Nähe von Valence sur Rhone stürzte ein französisches Jagdflugzeug auf dem Fluge von Perpignan nach Dijon ab. Der Flugzeugführer wurde auf der Stelle getötet. 28 Kinder bei einem Autounfall in Litauen verletzt. In der litauischen Kreisstadt Utena ereignete sich ein Kraftwagenunfall, bei dem 28 Kinder verletzt wurden. Die Kinder sollten zur Teilnahme an einer sportlichen Veranstaltung mit Lastkraftwagen in einen Nachbarort befördert werden. Als ein mit 90 Kindern besetztes Auto eine Kurve durch fuhr, löste sich eine Seitenwand des Wagens, so daß fast alle Kinder auf die Straße stürzten. 28 Lpd. Frankfurt a. M., 13. Juli. Vor der großen Strafkammer begann am Dienstagvormittag die Verhandlung gegen den 27jährigen Otto Risch und seinen 29jährigen Angestellten Anton Stockhausen, die beide der fortgesetzten gemeinschaftlichen Urkundenfälschung und des Betrugs, Risch auch des Konkursvergehens beschuldigt werden. Risch ist geständig, seit Dezember 1936 435 Wechsel über 150 000 Mark gefälscht und seinen Gläubigern oder Banken zur Diskontierung weitergegeben zu haben. 427 Unterschriften hat er selbst gefälscht, in acht Fällen lieh er Unterschriften auf Wechsel von dem Mitangeklagten fälschen. Der Angeklagte Risch war seit Jahren im Holzhandel tätig und übernahm seinerzeit den Filialbetrieb einer Berliner Firma in Kelkheim im Taunus. In den letzten Jahren befaßte er sich mit der Herstellung von Halbfertigfabrikaten und auch fertigen Möbelwaren. Anfänglich ging das Geschäft gut, es wurden monatlich Umsätze von 50 000 bis 70 000 Mark erzielt; die Belegschaft betrug 80 Köpfe. Durch Zahlungseinstellungen und Konkurse von Schuldnern und die Uebernahme von Lieferungsaufträgen für schlechtstehende Firmen, die ihre Wechsel am Fälligkeitstag nicht einlösen konnten, geriet der Angeklagte in Schwierigkeiten. U m s i ch über Wasser z u halten, wurden die Wechselfälschungen begangen. Im Februar d. I. kündigte Stockhausen seine Stellung, und bald danach kümmerte sich Risch in seiner verzweifelten Lage nicht mehr um den Betrieb und dachte an Selbstmord. Die gefälschten Wechsel hatte man durch Striche gekennzeichnet. Risch wird auch der Gläubigerbenachteiligung bezichtigt, weil er Barbe- von ihnen wurden verletzt, die meisten trugen Arm- unb Beinbrüche davon. 60 Flugzeuge suchen Amelia Earhart. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, die vermißte amerikanische Fliegerin Amelia Earhart noch lebend aufzufinden, äußerst gering ist, ist das amerikanische Flugzeugmutterschiff „Lexington" zur Durchführung einer letzten großen Suchaktion in der Nähe der Howland-Jnsel eingetroffen. 60 Flugzeuge sind auf- geftiegen, um das ganze in Frage kommende Gebiet von insgesamt 93 250 Quadratkilometern noch einmal gründlich abzusuchen. Offenbar hält man es nicht für ausgeschlossen, daß sich die Fliegerin unter Umständen auf eine der zahllosen unbewohnten Inseln oder Korallenriffe retten konnte und dort ohne Möglichkeit einer Verständigung mit der Außenwelt auf Hilfe wartet. träge von 7500 Mark und 6400 Mark an Verwandte gab, als es mit dem Unternehmen zu Ende ging. Außerdem soll er als Arbeitgeber einbehaltene soziale Versicherungsbeiträge der Angestellten und Arbeiter in Höhe von 7000 Mark nicht abgeliefert haben. In der Verhandlung spielte hauptsächlich die Frage eine Rolle, wie sich die Schuld zwischen den beiden Angeklagten verteilt. Risch behauptete, daß der bei ihm seit Jahren tätige Mitangeklage 60 bis 70 Wechsel gefälscht habe, während dieser bekundete, daß er lediglich acht Wechsel mit einem gefälschten Akzept versehen und eine Anzahl anderer nur ausgefüllt habe. Risch behauptete, daß die Anregung, Wechsel zu fälschen, von S. ausgegangen sei, aber S. erklärt, daß bei Besprechungen über die Lage Risch zuerst von Wechselfälschungen gesprochen habe und daß er, S., dann zustimmend geäußert habe: „Dann müssen wir eben Wechsel machen." Ais die Zustände drückend wurden, wollte Risch den Mitangeklagten als Teilhaber gewinnen, aber S. lehnte ab. „Wenn ich etwas Glück habe, werden wir durchkommen", meinte Risch, der bald danach dem S. mitteilte, daß er sich auf eine Unterbilanz von 120 000 Mark gefaßt machen könne. Es kam zwischen beiden Angeklagten damals zu harten Auseinandersetzungen, und als Risch S. einen Idioten nannte, trat dieser von seiner Stelle zurück. Allein konnte Risch die Lage nicht mehr meistern; er bekümmerte sich von Anfang März nicht mehr um das Geschäft. S. führt den Zusammenbruch zum Teil auch darauf zurück, daß Risch vielen Kunden bedeutende Nachlässe gewährt habe. In der Beweisaufnahme wurde die Frage berührt, ob Risch ein luxuriöses Leben führte; es ergaben sich aber hierfür keine Anhaltspunkte. Ein mit der Konkursverwaltung betrauter Zeuge be- Für 150000 Mark Wechsel gefälscht! 421 falsche tlnierschnsten. kündete, daß der Konkurs am 12. März d. I. er» öffnet wurde, zwei Tage nachdem sich Risch der Polizei gestellt hatte. Es werden etwa noch 40 000 Wart hereinzube- kommen sein bei einer Schuldenlast von 300 000 Mark. Die Außenstände von 50 000 Wart sind abgetreten. Die Buchführung war nicht in Ordnung. Das Gericht verurteilte beide Angeklagte wegen fortgesetzter gemeinschaftlicher Urkundenfälschung und Betrugs, Risch auch wegen Konkursverbrechens nach § 239 des Konkursgesetzes, Risch zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust, S. zu neun Monaten Gefängnis. Beiden Angeklagten wurden je vier Monate der Untersuchungs-. haft auf die Strafe angerechnet. In der Urteilsbegründung wurde u. a. darauf hingewiesen, daß sich die Möbelfabrik in eine Wechselfabrik verwandelt habe. Angesichts des Umfangs der Fäfchunoen, durch die die kaufmännische Ehre erheblich in Mißkredit geraden sei, hätten Risch keine mildernden Umstände bewilligt werden können. Beide Angeklagten nahmen die Strafe an. IBdter&mdif des Reichsivelkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt lieber Westeuropa hält, besonders in der Höhe, die Zufuhr feuchter Meereswarmluft weiter an. Da sie über der über dem Festland liegenden kühleren Luftmasse zum Abgleiten gezwungen wird, stellt sich stärkere Bewölkung ein, wobei die Niederschlagstätigkeit aber gering bleiben wird. Mit dem späteren Nachströmen wieder kühlerer Luft ist mit Ueber= gang zu Schauerniederschlägen zu rechnen. Aussichten für Donnerstag: Anfangs meist noch heiter, dann zunehmende Bewölkung und zeitweise teils gewittrige Niederschläge, warm und schwül, südliche bis südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 24,2 Grad Celsius, abends 20,2 Grad; am 14. Juli: morgens 18,3 Grad. Maximum 25,2 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juli: abends 22,1 Grad; am 14. Juli: morgens 18,6 Grad. — Sonnenscheindauer 7,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr Einzelverkaufspreis 10 Ps und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Balthasar Bierau ist am 12. Juli im 79. Lebensjahre entschlafen. Gießen (Dammstraße 27), den 14. Juli 1937. Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 15. Juli, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 4706 D Durch einen Unglücksfall verschied am 10. Juli unser lieber Amtsgenosse Herr Studienassessor Heinrich Kliehm. 4707 D 5-Zimm. Wohn. und zum Bauen Margarete Bierau, geb. Müller und Angehörige. Mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel brednerstr. 38 Wehrum. 4715d Der Lehrkörper des Realgymnasiums zu Gießen. Angelberger, Oberstudiendirektor. mtl. 60 RM. fof. zu vermiet, durch Büro Kirchner Bleichstr. 18 H. Weg,alsbald,ev. z. l.Okt. z.verm. Näheres Büro 5-Zeer- Wohnung billig v. sofort zu vermieten. Schriftl. Ang. unter 03517 a.d. Gießener Anzeiger erb. Graue beseitigt Orfa Haar* f,lasc,he 1 80, extra stark 2.50 naare unschädlich! Sich Wirkung Drog. Elges, Selters weg 68a 457ev Löwen-Drog. Ki Ibinger, Seltersw.69 Drog. Winter hoff, Kreuzplatz 10. Tief erschüttert stehen wir am Grabe dieses vortrefflichen jungen Kollegen, den ein grausames Geschick allzufrüh aus unseren Reihen gerissen hat Als begeisterter Turn- und Sportlehrer im neuen Geist war er seinen Schulern Vorbild und Kamerad, und noch vor 8 Tagen konnte er bei der Jahrhundertfeier unserer Anstalt sein erstaunliches Können und sein Lehrgeschick Tausenden von Zuschauer» beweisen. Wir werden mit seinen Schülern dem lieben Kameraden ein treues Andenken bewahren. Wiesenstraßes EckeMoltkestraße schöne 03519 6-Zimm.-IVohnung l.Stock, mit Bad und Balkon zum 1. Okt. ob. später zu vermiet. Näh. daselbst 2. Stock. 3-Zimin.-Wohnung ges. gr. Räume, neu herg.^.Zubehör, Heiz. u.ro. Mass., l.Stock, in Bahnst, v. Gieß. frei.Schr.Ang.u. 03523 and.G.A. M-Zimnbtoog. mit Bad,Zentr.- Heizung z.verm. Nah. Friedrich- itrafoe 531. 4mD Garage ab 1. 8., sowie trockene Lager- u. Bodenräume zu verm. [03459 Rodb. Str. 50. 4708 D Stellenangebote Ganzleinenband RM.4.80. 4684 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund» vreis von 5 pf. MrdieMllimeter» »eile veröffentlicht Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff. Umgang mjt Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3 60 Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br.RM.1.20, geb.RM. 1.80 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Geschützt-durch Kälte Nichts kann verderben, Speisen und Getränke bleiben im elektr. Kühlschrank u. Eisschrank frisch u. wohlschmeckend. Eine gute Auswahl in diesen Helfern im Kampf gegen den Verderb finden Sie bei I. B. HAUSER ießen, am Oswaldsgarten Fernruf Nummer 2145-2140 Älterer AMllMkl möglichst mit Kenntnissen der Nahrungsmittel, gesucht zum 1. Oktober 1937 oder früher. Handgeschriebene Angebote u. 4711D an den Gieß. Anz. erb. Schöne geräum. 4-Zimmer- Wohnung mit Heizung in unser. Hause Franks. Str. 1II zu vermiet. 4705D Heinrich Hettler Kond. und Cafö. | Mietgesuche | 4-5-Zimm.-Wohn. zu miet, gesucht. Schr.Arveb.unt. 03516 a.d.Gieß. Anzeiger erbet. ZweiZimmer evtl, ein großes, eins, möbliert, in der Stadtmitte zuml.Augustge- sucht. Schr. Ang. unt.4709Da.den Gießen. Anzeig. Suche sofort gut möbl.ZImmer Schriftliche Angebote u. 4713D an den Gießener Anzeiger erbet. Fast neuer Mim zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 4714V j Kaufgesuche"| Grobes geräumiges Mll$- tas in nur best. Lage der Stadt gegen bot 311 laufen oö. jumielengeWUt Schriftliche Angebote u. 4717D an den Gießener Anzeiger erbet. Gebe. Schreibtisch zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt.03524 an hen Gießen. Anzeig. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger Verden von Taulenden beachtet und gelelea ANMWIZ abzugeb.Bestell. erb.wirp.Postk ob.an d.Blerver- lagMichel.Wall- torta. 71,5.2479 DampfsägewerkLollar B.NuhnA. 6., Lollar Leichtbauplatten „Heraklith“ Isolierplatten Isoliermittel H. Glatthaar SSohn Frankfurt. Str. 19 DItthlstraße 18 Telefon [i541d Nr. 3144'3145. (Stellengesuche) Helfet, maotoen (43 Jahre) sucht Stellung i. klein, ruhig. Haushalt. Schr.Angeb.unt. 03520 and.G.A. 18jährig. kinderl. Mädchen vom Lande sucht zuml.Aug.Stell, r.Privathaushall Schr.Angeb.unt. 03522 a. d. G. A. | Verkäufe | Frische zetteln. Mer stehen günstig z. Verkauf bei l 03515 Max Kreiling Biehhandlung Heuchelheim Schillersiraße 5. Celegeoheitskaall Gut erhaltenes, modern, elegant. Schlafzimmer m best. Ausführ, bestehend aus 2 Betten, 3teilig. Kleiderschrank, Spiegeltoilette, 1 Sessel und 2 Stühlen für 700 RM abzugeben. Schriftl. Angeb. unt. 03521 a.den Gieß.Anzeig.erb Keine Zengniise in Urschrift wndern nur Zeugnis, abichriften dem Be- werbungsichreiben bei. legen 1 — Lichtbilder undBewerbungSunter- lagen müssen zur Ver. meidung von Verlusten aus ver Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Suche zum Eintritt am 1. Aug. Haiiwdcto in Metzgerei und Wirtschaft Schriftl. Angeb. unter 4700D an denGieß.Anzeig. Tüchtiges Mädchen gesucht. 03501 Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. Tüchtige Aushilfe für 3-4 Wochen gesucht. 47i6d Mühlstraße34H Führ- leistet« mit Lastwagen u.Pferden übernimmt 4409D Ernst Valentin, Gießen, Hinter denSchießgärten Nr. 19. Tel. 2830 | Verschiedenes"! An-und Verkauf von Lumpen, Eisen, Papier, Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wird abgeholt. 02090 H. Schneider Neuenweg 6 Telephon 3187. Gutes Klavier stundenw. bill. z. verm.Schr.Anfr. u.03513a d.G.A. 15 000 M. aus Privathand auf 1. Hypothek (Geschäftshaus) gesucht. Schriftl. Angebote unter 03499 a. d.G.A. Der A-H.-Verband der Landsmannschaft Chattia betrauert das Ableben seines lieben Bundesbruders Heinrich Kliehm Studienassessor am Realgymnasium zu Gießen, aktiv 1928-1933. l. A.: Dr. Boeck. ttr.161 Zweites Blatt Mittwoch. U-Zuli 1957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) er sich immer nur erst die Möglichkeit erkämpft, eine weit größere Aufgabe anzupacken. Zugelassen ist er zur „Reifeprüfung", jetzt — muß er sie noch bestehen. Ttessee-Ausnahmen. Mit der Kamera aus dem Meeresgründe. Einen der aufregendsten und abenteuerreichsten Berufe der Welt hat der Amerikaner Captain John D. Craig, Spezialist für Tiefsee-Filmaufnahmen. Seine Aufnahmen sind uns bekannt aus Filmen wie „Kannibalen der Tiefe", „Schatzinsel", „Trader Horn", „Menschenfressende Haie". Er selber plaudert in einer englischen Zeitschrift von seinen Erlebnissen: „Unsere Unterseeaufnahmen wurden nicht von der Taucherglocke aus gemacht. Wlr zogen uns Taucheranzüge an und ließen uns hinunter, bewaffnet mit wasserdichten, drucksicheren Kameras meiner eigenen Erfindung. Der Gedanke dabei war, uns frei zu bewegen, um so nah wie möglich an die aufzunehmenden Objekte heranzukönnen. Manchmal kamen wir ihnen aber auch ein bißchen zu nah. Zunächst aber mußten mir einmal tauchen lernen. Japanische Seefarmer waren unsere Lehrer, die buchstäblich ihr Leben damit fristen, ihre Ernte auf dem Grunde des Ozeans zu bauen. Diese Ernte besteht in einer Seepflanze namens Sargossa, aus der wertvolle Arzneistoffe gewonnen werden. Geduld haben sie, diese Japaner! Sie brauchen vier bis neun Jahre, um den Meeresboden von zerstörerischen Parasiten zu reinigen, bevor die Sargossapflanze geerntet werden kann. Sie erzielen hohe Preise für ihr Produkt und verdienen es, denn sie setzen ständig ihr Leben aufs Spiel. Es war eine harte Schule, um die gefährliche Kunst des Tiefseetauchens zu lernen, aber die Japaner waren gute Lehrer und brachten mir manchen Trick bei, der später mehr als einmal mein Leben rettete Dabei war ihre Ausrüstung ganz primitiv. Niemals werde ich die Aufregung meines ersten Besuches auf dem Meeresgrund vergessen. Ich stand in meinem Taucheranzug, mit Stiefeln von 7 Kilo an jedem Fuß und 18 Kilo Gewicht auf Brust und Rücken, in meinem Helm, der mich vollkommen von der übrigen Welt abschloß, da klopfte mir jemand auf die Schulter und machte mir Zeichen, mich fallen zu lassen. Die Wasser schlossen sich über meinem Kopf und während ich tiefer und tiefer sank, wurde das Gewicht meiner Kleider leichter und leichter. Dann fing mein Trommelfell an zu dröhnen, und ich hatte das Gefühl, mein Kopf müsse platzen. Durch zwei- oder dreimaliges tiefes Atemholen konnte ich den Druck erleichtern. Endlich berührten meine Füße den Grund. Man hatte mich gelehrt, mindestes zwei Minuten lang nicht die leiseste Bewegung zu machen, damit mein Körper sich an den Druck gewöhnen könnte. So konnte ich nur stillstehen und um mich starren. Die fabelhaften Wesen des Ozeans kamen herbei, um mich zu begrüßen; kleine Fische, riesengroße Fische, alle traut vereint zum Empfang. Sie hatten keine Angst. Sie schienen mich für irgendeinen anderen armen Fisch zu halten. Das Licht war trüb und von grünlicher Färbung und verursachte mir ein gruseliges Gefühl beim Anblick von schlammigen Aalen, die sich dich zu meinen Füßen ringelten, von scheußlichen Krabben und Austern, die von den Felsenriffen starrten. Eine silbrige Wolke von Quallen flutete mir zu Häupten vom Wiegen des Wassers sanft auf und nieder geweht wie das langhaarige Seegras mir zu Füßen. Aber was mir von allem den tiefsten Eindruck machte, war die unendliche Stille, die dort unten herrschte. Es war so still, daß es fast schmerzte. Nach einer Weile fühlte ich einen kleinen Ruck an meiner Leine, das Zeichen dafür, daß ich wieder hinaufgewunden werden sollte. Seitdem habe ich Hunderte von Malen getaucht, und etwas habe ich jedesmal gelernt. Aber niemals habe ich den ersten Fehler vergessen, der beinah mein Leben gekostet hatte. Ein Taucher, der etwa hundert Meter tief getaucht ist, muß beim Auftauchen sechsmal Station machen, und braucht im ganzen einundeineviertel Stunde. Sogar bei einer Tiefe von 35—40 Meter, und wenn er nur eine halbe Stunde unten geblieben ist, muß er in längeren Absätzen auftauchen. Zehn Meter unter der Oberfläche muß er vier Minuten verweilen, bei sechs Meter acht Minuten und bei drei Meter dreizehn Minuten. Es ist eine kalte, öde Angelegenheit, am Ende einer Leine wie ein Köder im Wasser zu baumeln, besonders bei schwerer See. Wenn man nicht ein tüchtiger Seemann ist, kann man leicht seekrank werden, — jawohl, in feinem Taucheranzug.. Aus der Wett des Films. Die Hochschule der Leinwand. Meisterwerke des Kulturfilms. Der deutsche Film hat nicht nur die Ausgabe, an der völkischen Erneuerung und Schulung unserer Nation mitzuwirken, er ist auch nicht allein für die kurzweilige Unterhaltung da, sondern seine schier unerschöpflichen Mittel der technischen Gestaltung öffnen ihm ständig neue Gebiete, die besonders der Kulturfilm wahrnehmen muß Der Kulturfilm war lange Jahre das Stiefkind des Films, er wird, auch heute noch oft scheel angesehen, wenn er im Programm ausgiebig vertreten ist. Diese Ablehnung und Abneigung, die vor wenigen Jahren noch so stark ausgeprägt war, daß ein großer Teil der Besucher erst nach Ablauf des Vorprogramms im Filmtheater erschien, bildete eine natürliche Folge feiner zu doktrinären Gestaltung Sicher hat die Einschaltung des Tons dem Kulturfilm unserer Tage mancherlei Vorteile und Verbesserungen gegenüber dem Stummfilm gebracht, aber der Hauptnachteil vieler Kulturfilm ist bestehen geblieben, nämlich ihre Unfähigkeit, einen Besucher, der sich nur unterhalten lassen will für die wertvolleren Zwecke des Kulturfilms so unwillkürlich zu überzeugen, daß aus dem vorher gleichgültigen Besucher ein interessierter Beobachter wird. * Die Hauptaufgabe des Kulturfilms wird immer die Belehrung bleiben Um aber die Belehrung und Schulung bei dem unterhaltungslustigen Besucher zu erfüllen, muß man die Belehrung in einer Form bieten, die unterhält und je nach dem Thema vielleicht auch spannend wirkt. Hierzu gehört eine völlig neue Auffassung der Kulturfilmgestaltung. Die erste Bedingung ist, daß das zu behandelnde Thema, sofern es von irgendeinem Spezialwissen ausgeht, bildlich, darstellerisch und in der Besprechung so wiedergegeben wird, daß der ungeschulte Besucher verstandesmäßig folgen kann und von den Grundgedanken überzeugt wird. Es kommt nicht darauf an, dem Besucher eine interessante Bildreihe zu zeigen, sondern er muß sich aus dem Gezeigten ein geeignetes klares Wissen bilden können, das von Dauer ist. Die zweite mehr auf die „Werbung" des Besuchers ausgehende Bedingung ist, das Thema im filmischen Sinne interessant und fesselnd zu gestalten, es auszuschmücken. Der Kulturfilm muß dem „normalen" Unterhaltungsfilm ähnlich werden, indem man eine Art Handlung mit gefühlsmäßigen Wirkungen entstehen läßt, die sich verbindend und leicht um den belehrenden Kern schlingt. Diese Aufgaben sind im wesentlichen vom Drehbuchverfasser bzw. vom Spielleiter zu erfüllen. ♦ Es ist erfreulich festzustellen, daß der Kulturfilm in jüngster Zeit mit wachsendem Verständnis diese Mittel anwendet und inzwischen einige Arbeiten aufweist, die man als ideal bezeichnen kann. Aus dieser Reihe sei die Serie „Grenzen der Technik" herausgegriffen, die die Kulturfilme „Weltraumschiff I startet" als Zukunftsfilm, „Die Himmelsleiter" als astronomischen Film, und „Ein Meer versinkt", als aktuellen technischen Film umfaßt. Unter ihnen gab der Film „Ein Meer versinkt" die schwerste Aufgabe zu lösen, da er nicht nur ein allgemein interessierendes Problem der Gegenwart behandelte, sondern in seiner drehbuchmäßigen und filmischen Gestaltung Geopolitik, Geophysik und Meteorologie, also Spezialwissenschaften ausgeprägtester Form verarbeiten mußte. Nun sind aber die Filmbesucher keine Fachwissenschaftler, sondern Arbeiter, Handwerker, Soldaten, Angestellte, und selbst unter den akademisch gebildeten Besuchern dürfte nur ein verschwindend geringer Prozentsatz die angeführten Wissensgebiete beherrschen Man hat das Thema hervorragend zu lösen verstanden, denn der Film vermittelte nicht nur in hochinterssanter, für jeden Besucher verständlicher Form naturwissenschaftliche und geopolitische Belehrung und Aufklärung, sondern wurde auch ein geradezu phantastischer Film, sozusagen ein „Reißer", wenn man diese Bezeichnung für einen wissenschaftlichen Film anwenden will * Und wie erfolgt die Lösung? Zunächst umkleidete man das Thema mit einer alltäglichen filmischen Handlung, indem eine Konferenz derjenigen Staaten aufgezogen wurde, die an dem Projekt interessiert sein konnten. Wir sehen im Film einen Konferenzsaal, in dem sich die Vertreter und Sachverständigen zusammenfinden, und ein großes Modell, das das Projekt in einer verblüffend naturgetreuen Ausführung zeigt. Wir sehen und hören darauf den Verfechter des Projektes sprechen, wir sehen und hören den Sachverständigen Stellung nehmen, aber der Film übernimmt nicht nur die Wiedergabe der Reden und zeigt nicht nur das Projekt in den einzelnen Stadien seiner Entwicklung, sondern bringt gleichzeitig auch die bildliche und symbolhafte Wiedergabe aller bedeutenden Einzelpunkte des Projekts. Man ließ also das Projekt Wirklichkeit werden und zeigte sein Werden, seine Gefahren und seinen Untergang bildlich an einem naturgetreuen Modell unter Anwendung aller technischen Mittel und Tricks, die dem Film so reichhaltig zur Verfügung stehen. ♦ Mit diesem Film von 25 Minuten Laufzeit erhielt der Besucher nicht nur eine restlos überzeugende Uebersicht über das gigantische Projekt mit all seinem Für und Wider, sondern aus dem Reich der Naturwissenschaften eine wunderbar einleuchtende Darstellung vom meteorologischen Geschehen in der Atmosphäre, von dem Einfluß des Golfstroms auf das europäische Wetter und eine Vorstellung von dem geheimnisvollen Wirken und Wüten der vulkanischen Kräfte im Erdinnern. Alles dieses in Verbindung mit dem Thema „Ein Meer versinkt", wobei es sich um den Plan einer Senkung des Mittelmeerspiegels handelt. * Die Form, in der dieser Kulturfilm gestaltet wurde, ist richtunggebend. Sie wirft die Frage auf, ob auf diese Weise nicht zahlreiche wichtige wissenschaftliche, kulturelle und soziale Themen dem Volk filmisch näher gebracht werden können. Wie der Unterhaltungsfilm in Kurzfilmen es versteht, in unaufdringlicher Form Aufklärung über Heiratsschwindel, Kurpfuscherei, Wahrsagenunfug und dgl. zu vermitteln, indem er die „Aufklärung" mit einer spannenden, humorvollen, jedenfalls aber einer schlichten, aus dem Leben gegriffenen Handlung verbindet, so müßte auch der Kulturfilm sich einer wissenschaftlichen Aufklärung und Schulung zuwenden. Es sei nur als Beispiel auf die gesundheitliche Beratung hingewiesen, für welche die Medizin zahllose Versionen zur Verfügung stellen könnte, gar nicht zu reden von kultur- und weltpolitischen Themen, volkskundlichen Aufgaben und dergleichen. Es ist ein ungeheuer reichhaltiges und interessantes Gebiet, das sich der Film noch erobern kann Wir wollten an dieser Stelle nur skizzieren, welche Wege der Kulturfilm zu gehen hat, und wie vielversprechend Ansätze schon gemacht worden sind. Es bedarf keiner weiteren Erörterung, daß der Kulturfilm jede nur denkbare Unterstützung finden wird, wenn er feine Aufgabe einer „Hochschule auf der Leinwand" in der Ausrichtung auf das Volksganze durchführt, wie es bei den erwähnten Beispielen in vorbildlicher Weise geschehen ist. Walter Lammert. Vor dem französischen Kriegsgericht. 7 / S / vj2y < N y ' V ) iWM M Eine Meisterleistung deutscher Technik stellt die im Bau befindliche Reichsautobahnbrücke bei Stadtroda, westlich von Gera, dar. Bei einer Spannweite von 138 m und einer Höhe von 64 m wird sie eine Gesamtlänge von 240 m haben. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) wollte man den Danzigern geben, dazu für dauernd Freistellen für junge Danziger Künstler an der Berliner Akademie. Der Rat der Stadt Danzig schlug alles aus. Aber erst, als auch der Versuch fehlschlug, König Friedrich Wilhelm III. zu einem Gewaltspruch gegen die Stadt zu bewegen, konnte Danzigs kostbarster Kunstschatz nach mehr als neunjähriger Abwesenheit am 16. Dezember 1816 auf seinen alten Platz zurückkehren. Das Distichon, das auf kleiner Tafel an des „duytfchen Hanns" un- vergänglichem Werk angebracht ist, kündet den Abschluß seiner seltsamen Schicksale: „Als das ew'ge Gericht des Kleinods Räuber ergriffen, gab der gerechte Monarch uns das Erkämpfte zurück." A. N. S.Jl.-tfport Gießener Abendsportfest. Die leichtathletischen Abendwettkämpfe, die von der Ortsgruppe Gießen im DRL. veranstaltet werden und am vergangenen Mittwoch infolge Unbenutzbarkeit der Sportplätze ausfallen mußten, werden diesen Mittwoch nachgeholt (Universitätssportplatz). Sämtliche Meldungen sind aufrechterhalten worden. Auch Tommy $arr kneist' Vom Londoner Obergericht wurde am Dienstag das Gesuch des englischen Boxmanagers Sydney Hüll, den britischen Schwergewichtsmeister Tommy Farr durch gerichtliche Verfügung daran zu hindern, vor seinem vereinbarten Kampf mit Schme- ling öffentlich zu boxen, nach längerer Verhandlung aus formaljuristischen Gründen abgewiesen. Farr kann also seinen Plan verwirklichen, am 14. Juli nach Neuyork zu reisen und dort gegen den amerikanischen Meister, den von Max Schmeling schwer zusammengeschlagenen und durch k. o. besiegten „Weltmeister" Louis, zu kämpfen. Der Grund für diesen Gerichtsentscheid dürfte darin zu suchen sein, daß der Vorvertrag zwischen Farr und Schmeling anscheinend nicht die Klausel enthält, die dem britischen Meister ausdrücklich verbietet, vor seinem Kampf mit Schmeling einen anderen Gegner anzunehmen. Soweit man in deutschen Boxsportkreisen unterrichtet ist, hat Hüll, der Farr zu seinem schnellen Emporkommen durch Verpflichtung erstklassiger Gegner für ihn verhalf, den Waliser bis Ende September „unter Vertrag", d. h. ohne die Einwilligung Hulls darf Farr nicht kämpfen! Es erübrigte sich also wenn Farr ein anständiger Sportsmann wäre, dem Verträge etwas gelten, bei Abschließung des Schmeling-Farr-Kampfes noch die Klausel einzufügen daß der Brite in der Zwischenzeit nicht öffentlich boxen dürfe. Er weiß, daß er einen Vertragsbruch begeht, wenn er gegen Louis und nicht gegen Schmeling antritt. Doch das berührt ihn wenig; genau wie wenige Wochen vor ihm Jimmy Braddock, gilt ihm der Dollar mehr als das gerade in Großbritannien immer wieder geforderte „fair play“, die ungeschriebenen Gesetze des Sports. Farr ist also mit dem amerikanischen Feigling Jimmy Braddock auf eine Stufe zu stellen! OieIrrfahrt -es „Jüngsten Gerichts". Oanzigs kostbarster Kunstschatz. Aeue hervorragende Streitenflug-Leistungen. Erfolgreicher zehnter Tag der Iihön. 1473. Seit vier Jahren lagen die Hansestädte in einem fast ununterbrochenen Kampf zur See mit England. Mit Kaperbriefen versehen, kreuzten auch Danziger Schiffe in der Nordsee. Da erfuhr um die Osterzeit der Danziger Schiffsführer Paul B e - necke, daß ein mit wertvollen Gütern befrachteter feindlicher Schiffszug von Sluys nach England unterwegs sei Er folgte den beiden Schiffen bis in feindliches Gewässer, griff sie am Dienstag nach Ostern mit seinem „Peter von Danzig" an und kaperte die Galleyde „St. Thomas". Die Ladung — sie hatte einen Wert von 480000 Talern — wurde in Beschlag genommen und zunächst auf Hamburger, dann auf Bremer Gebiet gebracht. Und bei der Bergung der Ladung fand man, wohlverpackt in einer Küste, das Altarwerk, das fast 350 Jahre hindurch den wechselvollsten Schicksalen unterworfen war. Unter sicherem Geleit wurde das Kunstwerk auf dem Landwege über Pommern nach Danzig gebracht. Ueberall wurde es als ein nicht von Menschenhand stammendes Wunder betrachtet, und als Paul Benecke mit seiner Beute im Kloster Oliva anlangte, wurde ihm ein festlicher Empfang bereitet. Die drei Reeder aber, denen der „Peter von Danzig" gehörte, stifteten das Bild für den Altar der St. Georg-Brüderschaft. * Der Kampf um das Bild begann. Es stellte sich heraus, daß das Meisterwerk Memlings — als solches ist es später einwandfrei festgestellt worden — von Angelo Tani, der die Interessen der Mediceer in Brügge vertrat, für den Altar einer Kirche in Florenz bestimmt und auf dem Wege dorthin gewesen war. Karl der Kühne legte sich ins Mittel, aber seine Bemühungen, von den Danzigern die Rückgabe des Kunstwerkes zu erlangen, blieben erfolglos. Und ebenso fruchtete es nichts, daß Papst Pius IV. auf Betreiben der Brüder Juliano und Lorenzo Medici und anderer Florentiner seinen „geliebten Sohn", den „Piraten" Paul Benecke, den die Chronik „en hart Sevogel" nennt, in den Kirchenbann tat; „de von Danske behelden de gudere und orageten dar nyscht na". Danzigs kostbarstes Kleinod war bald berühmt in ganz Europa. Kunstkenner und Kunstfreunde machten weite Reisen, um es zu sehen, und nicht wenige kamen in der stillen Hoffnung, den wertvollen Kunstschatz in ihren Besitz bringen zu können. Wir wissen, daß Kaiser Rudolf II. die beträchtliche Summe von 40 000 Goldgulden bot und daß der Kurfürst von Sachsen 20 000 Taler geben wollte. Und auch Peter der Große von Rußland, der das Bild auf der Durchreise gesehen hatte, ließ im Jahre 1716 durch den Fürsten Dolgorucki mit dem Rat der Stadt langwierige Verhandlungen über den Ankauf des Bildes führen. Doch den Danzigern war ihr Kleinod um keinen Preis feil. Fast hundert Jahre später. Das Schicksal Preußens schien besiegelt. Am 26. Mai 1807 war Danzig in die Hände der Franzosen unter Marschall L e f e b r e gefallen, und am 30. Juni traf Denon, der Direktor des Musee Napoleon, in der Stadt ein. Er forderte im Auftrage des Kaisers die Herausgabe des Bildes an Frankreich, und drei Tage später, am 3. Juli 1807 — am Vortage hatte das benachbarte Kolberg seine. Belagerung siegreich überstanden —, mußte das „Jüngste Gericht" den Weg nach Paris antreten. Dort wurde es im Louvre aufgestellt, und es gibt manches Zeugnis für die zauberhafte Wirkung, die es dort ausübte. Napoleon war nach seiner Rückkehr von Elba abermals geschlagen. Der Friedensschluß vom 20. November 1815 entschied auch über das Schicksal des „Jüngsten Gerichts". Zusammen mit anderen Kunstschätzen — auch der Siegeswagen vom Brandenburger Tor befand sich darunter —, deren Rückgabe Preußen zur Bedingung gemacht hatte, trat Memlings Meisterwerk die Rückreise nach Berlin an. Der Kampf um das Bild begann von neuem. In Berlin plante man die Gründung eines Nationalmuseums und machte alle Anstrengungen, das „Jüngste Gericht" dafür zu erwerben. 20 000 Taler und eine gute Kopie der „Sixtinischen Madonna" Auch der zehnte Wettbewerbstag der Internationalen Rhön stand im Zeichen hervorragender Leistungen, die unter den schwierigsten meteorologischen Verhältnissen — beginnend mit schwachen Aufwinden über der Wasserkuppe — erreicht wurden. Bereits um 6 Uhr wurde der Startbetrieb eröffnet, aber bis gegen 11.30 Uhr erwiesen sich alle Bemühungen, in der Luft zu bleiben, als aussichtslos. Erst dann gelang es dem Deutschen Späte, günstigen Aufwind zu bekommen, und nun folgten Schlag auf Schlag alle übrigen Wettbewerbsteilnehmer. Den Zuschauern, die in dichter Kette den Startplatz umsäumten, bot sich ein schönes Bild an diesem Wettbewerbslage. Es währte bis nahezu 17 Uhr, ehe die ersten Landemeldungen eintrafen, aus denen ersichtlich war, daß der Dienstag eine erneute Leistungssteigerung gebracht hatte. Zum erstenmal glückte dem Tschechoslowaken Prachar mit 91 Kilometer ein längerer Flug bis nach Coburg, mit dem er seinen Stand in der Wertung verbesserte. Gleichzeitig stellte er mit diesem Flug einen neuen Landesrekord auf. Der Pole Barnowski führte einen Streckenflug von 247 Kilometer bis nach Wostracin (Tschechoslowakei) durch. Der Schweizer Müller kam bis nach Michelfeld (96 Kilometer); die Engländerin Price landete nach 100 Kilometer bei Schwürbitz und ihr Landsmann Wells, sowie der Schweizer Baur erreichten den Flughafen Bayreuth (132 Kilometer). In der Tschechoslowakei landeten auch der Deutsche Dittmar und der Engländer Watt. Während Heini Dittmar bis Taus (244 Kilometer) flog, landete der Engländer nach 178 Kilometer bei Eger. Nach der Oberpfalz wurde der Pole Brzezina getrieben, der in Winkelarm bei Weiden niederkam und 217 Kilometer Luftlinie zurücklegte. Nach den bisher vorliegenden Landemeldungen hat wieder der Deutsche Ludwig Hofmann mit 299 Kilometer (Arnsdorf) die längste Tagesstrecke erreicht. Die Oesterreicherin Emmy von Roretz kam nach 45 Kilometer nur bis Althausen, während ihr Landsmann v. Lerch zum ersten Male einen größeren Streckenflug durchführte und nach 155 Kilo- US - EuropasGelä'n-efahrer-Elitebei-erenglischenGechstaaesabrt 3- Sorftner und Möhr-7 Är“ die deutsche Silber, et, die als einzige weibliche Teilnehmerin seiner LH^!n^ fort. sprengt. 193 Fahrer erleb taten ihre Mitfnnho ___- . ,« ... Erster Tag der Gechsiagefahri. Sie sprengt. — 193 Fahrer erledigten ihre Aufgabe einwandfrei els wurden mit 1 bis 90 Strafpunkte müSer ^nen als einziger Deutscher Berg- Den ersten Tag der internationalen Motorrad- Sechstagefahrt in Wales überstanden alle drei für den Trophäen-Wettbewerb gemeldeten Nationalmannschaften strafpunktfrei. Die Deutschen BMW.- Fahrer Stelzer, Kraus-Müller und M e i e r, der sich als vollwertiger Ersatz für Henne erwies, kamen wie auch die englischen Vorjahrs- fieger Rowley, Brittain und Waycott und die tschechoslowakische Mannschaft Vitvar, Stanislav und Juhan mit sicherem Zeitvorsprung durchs Ziel. Strafpunktlos blieben auch die deutschen Silber- vasenfahrer. Dagegen wurde auch die zweite NSKK.- Klubmannschaft durch Ausfall von Hegendörfer ge- Zweite Etappe mit Hindernissen Der Ablauf des zweiten Tages bei der internationalen Motorrad-Sechstagefahrt wurde durch ^.^6e unliebsame Zwischenfälle beeinflußt. Durch die Möglichkeit asphaltierte Straßen zu benutzen Ä Zeltverluste wieder wettgemacht werden Zahlreiche Fahrer wurden von Zwischenfällen be- troffen, so daß es ihnen sehr gelegen kam, später richtig aufdrehen zu können. Die drei Trophäen- Mannschaften von Deutschland, England und der ?r66t,n" Unä Ichw.U» »I. eint 6er SRSMÄ S St m “ ,*Ä7rr* IIÄ-St. »Ä begonnen. die Motorradfahrerin Ilse Thour, r "" Tschechoslowakei blieben weiter strafpunktfrei. mit Gaßern Zeitvorsprung durchs Ziel. Dabei blieben gerade die deutschen und englischen tüS» D°£ Hindernissen nicht verschont. Meier der Ersatzmann für Henne, mußte einen Kupplungsbruch beheben, auch Krauß baute an gelorfTrt batten"'Derf?iebene Schrauben St-- hatten. Brittain aus der enalifdien Trn- fuI’r', um einen anderen Wett- ©reiben, fefefp nßor k ; n sma;c l ^l" • fin einen ^uftraff'JmLh Irrfahrt mit gebrochener schäften lind nns deutschen Klubmann- ouf sieben zusammengeschrumpft Im ntd)t aUäu fQgroar °uch die zweite Tages,chlkise meter bei Kemnath im Fichtelgebirge landete. Der Deutsche Späte setzte seinen Apparat bei Arnbrück im Böhmerwald (265 Kilometer) auf. In der Dauerwertung führt der Defterrei» cher Frena, der auch bereits dreimal einen Tagespreis erhielt und am Montag einen Flug von nahezu zehn Stunden durchführte, vor Murray (England) und Baur (Schweiz). Die Engländer Murray und Fox, die am Montag in einem Doppelsitzer einen Dauerflug von 9:20 Stunden schafften, werden diese Leistung zur Anerkennung als internationalen Rekord bei der FAJ. anmelden. Kurze Sportnotizen. In zwei Teilstrecken wurde die 11. Etappe der Tour de France von Nizza nach Marseille am Dienstag entschieden. Die erste Tagesstrecke von Nizza nach Toulouse über 169 Kilometer gewann der Belgier Meulenberg vor seinem Landsmann und dem Deutschen Wengler in der gleichen Zeit von 5:25:14 Std. Der zweite Teil von Toulouse nach Marseille über 65 Kilometer brachte einen Mannschafts-Wettbewerb. den die Belgier die mit fünf Fahrern als erste am Ziel eintra'fen, ebenfalls gewannen. In der Gesamtwertung führt weiterhin der Belgier S. Maes vor dem Franzosen Lapsbie. * Der Reichssportf ührer von Tscham- mer und O ft e n begibt sich vom 16. bis 28. Juli siach England, um einmal hervorragenden Persönlichkeiten des englischen Sports einen Besuch abzu- ftatten und zum anderen Erfahrungen auszuwerten, die sich aus den Olympischen Spielen ergeben haben. Rundsunkproqramm Donnerstag, 15. 3u(i. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8: Zeitangabe, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Gymnastik. 8.30: Von Kassel: Kurkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Nur Koblenz: Nachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagsmusik vom Deutschen Eck. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert vom Deutschen Eck. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei 15: Für unsere Kinder. 15.15: Volk und Wirtschaft. 16: Musik am Nachmittag. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Das haben Sie noch nicht gehört! Neueste Unterhaltungsmusik. 20: Im Ueberschwang der Melodie. 21: Nachrichten. 21.15: Konzert. Freitag, 16. 3ulL 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau hör SU! 9.45: Mutterturnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Abrichten, anschließend aus dem Sendebezirk: Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das pfeifen die Spatzen von den Dä- 1J15v Volk und Wirtschaft. Der Kaiser- Wilhelm-Kanal, der größte im Weltverkehr. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Chorkonzert. Werbe- singen für das Deutsche Sängerbundesfest in Bres- c In Zeitgeschehen im Funk. 19: Stuttgart spielt auf 20: Konzert. 21: Nachrichten. 21.15:'Sieg der Melodie (I); Meisterwerke der Orchestermusik'. Jung der Uebertragum Griechenland. - ..Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 529: Genehmigungsfreier Verkehr m sk weißen Edelmetallegierungen mit geringem Goldanteil für Dentalzwecke. — 530: Bekanntmachung über die Einführung eines neuen 93er» rabrens 3ur Erlangung bedarfsscheinpflichtiger Roh- ftoffe für Wehrmachtsaufträge. - 532: Asisnahme- für ben deutsch-polnischen Güterverkehr — 533 Deutsch-Rumänischer Expretzgutoerkehr. — 534: ^■9iq Rbi59li?9en Kachelöfen und Kachelherde W. m - 335: Neue Wirtschaftsregelung ~ 536: Veröffentlichung des Ab- „owmens über den deutsch-schweizerischen Verrech- s37: Neuordnung der griechischen 37 4teiMUr ?as Einfuhrsemester vom 1. Juli ? 7115 31 Dezember 37. - 538: Gesetzliche Rege- r Übertragung von Einfuhrrechten in 1-) e,'i 539: Zusätzliche Einfuhr für die 12. Internationale Messe in Saloniki. — 540- An- Stahl"?cäVn ^b^°chungsstelle für Eisen und rohr? »n^EÄ^^beschrankung für Muffendruck- s Uu"b ..Abflußrohre aus Gußeisen; Verweil- StahrÄ• U\9 . Abflußrohre aus Eisen, Stahl und Eisenbeton). — 541: Tarifordnung xut Regelung des Urlaubs in den Betrieben des (eher» 6er 542 Mb^hroErbeS Wirtschaftsgebiet Hessen. !>runs der Tarifordnung für bie ran» ■(t's“n9S’3.nb“(lrie' - 543: Abände- 3nbuftrie Xar,fortnun9 fur die Berufsbekleidungs. M.16I Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch,U.Zuli vollbringen. Auch in reinen Kraftübungen sind wunderbare Leistungen zu verzeichnen, und ganz besonders sind im Schwimmen und Tauchen die Südseeinsulaner nicht zu überbieten. Daß von ihnen das Crawlen stammt, mit denen auch unsere Schwimmer die größten Schnelligkeiten erzielen, ist bekannt. Bei der Jahrhunderte alten engsten Verbundenheit der Südseeinsulaner mit dem Meere ist es verständlich, daß sie an Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer alle anderen Völker übertreffen. Von ihren außerordentlichen Leistungen im Tauchen wird berichtet, daß auf Tonga Taucher einen schweren Stein drei Meter unter Wasser über eine Strecke von 70 Meter zu tragen hatten. Zeitschriften. — Alles, was die junge Mutter über die künstliche Ernährung des Säuglings und über die Zubereitung der Nahrung wissen muß, findet sie in einer Artikelfolge der- Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30). Das neue Heft enthält außerdem interessante Beiträge wie „Das neue Brüderchen", „Unsere Ernährungsgewohnheiten und die deutsche Nahrungsfreiheit", „Eine Hühnerfarm entsteht", „Neuerungen an Holzwaschgefäßen" usw. Zahlreiche hübsche Bilder veranschaulichen den Text. — Im Juliheft der Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15, Einzelpreis 0,70 3JIEJ bespricht u. a. Joachim Römer an Hand von 36 Photos die Zigeunerfrage. Alle Versuche, die Zigeuner in Deutschland durch Ansiedlung zu nützlichen Gliedern der Volksgemeinschaft zu machen, haben sich als verfehlt erwiesen, weil die rassische Veranlagung der Zigeuner ein Einfügen in ein geordnetes und arbeitssames Leben nicht gestattet. — Ein sehr interessanter Aufsatz „Die Bedeutung der Erbkrankheiten bei unseren Haustieren" von Dr. W. Koch zeigt, daß in der Haustierzucht heute Fragen im Vordergrund stehen, die mit denen der Nassenhygiene des Menschen vergleichbar sind. — Dr. H. Brandt gibt wertvolle Anregungen zur Frage: „Wie sorgen wir für ausreichenden akademischen Nachwuchs?" — Die Kurzberichte „Aus Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik" sowie Buch- und Zeitschriftenbesprechungen beschließen das Heft. 6ochftbulttas eben will er sein. Der Appetit soll nicht gemäch- äch erst beim Essen kommen: vorher schon soll er >a sein, vorher schon soll die Zunge theoretisch »chwelgen in allem, was sie nun gleich schmecken wird. Zum ersten Frühstück am Morgen, zum „Frokost", gibt es noch nicht ganz so vielerlei: die dicke Hafergrütze mit Sahne gibt es, Kaffee oder Tee und ein IZebäck, das wir hier „Wiener Brot" oder „Plundergebäck" nennen. Aber dann zum zweiten, das dann gegessen wird, wenn wir, ein wenig südlicher, zu Mittag essen. Dem Schweden kommt es ja reichlich aus nächster Nähe auf den Frühstückstisch. Fische und Krusten- liere von der Küste: Steinbutt, Tarbutt, Heilbutt, Notzunge, Seezunge, Sandzunge, Schollen, Kabliau, Schellfisch, Dorsch, Aal, Heringe, Makrelen — wenn man dies alles nur eins unters andere schreibt, ist is ein Gedicht. Darunter stehen natürlich noch: Hummer, Taschenkrebse, Seekrebse, Krabben — und der Schwede weiß nicht nur das eine vom andern mit der Zunge gut zu scheiden: unter den Heringen cllein kennt er 40 Arten auf 40 Arten zubereitet. Auch in nächster Nähe seines Frühstückstifches scnd die großen Wälder, aus denen Nehe, Elche, Renntiere und Hasen kommen, Birkhühner, Schneehühner, Rebhühner, Fasanen, Schnepfen, Wild- mten und Eidergänse. Und der Schwede versteht es, mit dem, was er in feiner Heimat bekommt, etwas anzufangen. Sem ,6möregasborb" ist, ich sagte es schon, eine einzige Verführung für das Auge. Du nimmst dir selbst von einem Nebentisch im Restaurant Teller und Bestecke und gehst damit zu : en Herrlichkeiten hin, die ausgebreitei» liegen. Ein gehendes" Smöregasbord nennt man das oei :em „sitzenden" steht alles vor dir auf dem Tisch. Uber dieses „gehende" Smöregasbord ist wenigstens o beliebt wie das andere. Wer möchte das auch icht, mit Teller und Besteck um so einen großen Usch rundherum wandern und nehmen was ihm iehagt. Nicht nach gedruckten Speisekartenvokabeln i bnbern aus dem Vollen: ein Stuck Schweinsrucken in Gelee nimmst du oon hier, ein PE Scheiben Nenntierschinken dazu, und einen Schritt weiter !ch°n versllhrt dich ein lartarbeefftcat, wieder dem besteck zu bewegen, eine Lammkeule vielleicht oder l«salzene Gans in bibberndem Ich sage dir, wenn du nicht geübt bist m solchem getrunken. Und wer jemals dieses Schnapslied mitsang, wer jemals in Schweden war, dem wird es bei diesem Wort „Smöregasbord" wie ein Rieseln über die Zunge laufen. Sportliche Rekorde bei den Naturvölkern. In den Tagen der Olympischen Spiele wurde in einer Sonderausstellung im Museum für Völkerkunde zu Berlin der Sport der außereuropäischen Völker gezeigt. An diese anknüpfend gibt Leonhard Adam in der „Deutschen Rundschau" eine Uebersicht über die Leibesübungen und sportlichen Spiele, die es außerhalb des heutigen Sportbetriebes der Kulturvölker in der Welt gibt. Er zeigt darin, daß nicht nur in einigen Fällen wie beim Kajak der Eskimos und Kanu der Indianer die Urformen beinah unverändert von Naturvölkern übernommen wurden, sondern daß sich zu fast allen Sportarten gleichartige oder doch sehr ähnliche Beispiele bei ihnen finden. Dabei haben es einige Naturvölker in manchen Sportformen zu Leistungen gebracht, die die Sportleute der kultivierten Völker auch in ihren Höchstleistungen nicht erreichen. Wir greifen einige solche Fälle heraus. Wenn bei den Olympischen Spielen der Marathonlauf einen der Höhepunkte bildete, so zeigt sich, daß die besten Läufer der Welt, die an Ausdauer auch den Olympia-Sieger übertreffen, die Tarahumara-Jndianer im Norden Mexikos find. Hier veranstalten Mannschaften mehrerer Dörfer miteinander Wettspiele, bei denen die Läufer mit ihren bloßen Füßen einen Holzball vor sich hinstoßen. Dieser Holzball ist ein Sinnbild der Sonne, und er soll die Ausdauer und Geschwindigkeit der Läufer magisch beeinflussen. Und so bewältigen diese Indianer im Dauerlauf ohne Pause Strecken von 273 Kilometer, mehr als das sechsfache des Marathonlaufes! In der Nacht beleuchten Frauen und Mädchen ihren Weg mit Fackeln, und es bietet sich dem Beobachter ein zauberhafter Anblick. Nicht minder großartige Leistungen werden vom Springen bei Eingeborenen erzählt. Bei den Wa- tussi im ostafrikanischen Ruanda find die Sprungleistungen verblüffend: aus kurzem Anlauf erreichen die Männer nicht selten Höhen von 2,50 Meter, während bei den Spielen der Neger Johnson mit 2,08 Meter den Sieg davontrug. Der Pferdesport ist in irgendeiner Form bei fast allen Völkern verbreitet, die sich des Pferdes überhaupt bedienen, und manche Völker verbinden mit meisterhaftem Reiten bei festlichen Anlassen Reiterkunststücke, wie sie bei uns nur die besten Akrobaten Aus den Gießener Gen'chtssälen Aus -er Stadt Gießen y ■ ti Die r »• 45 ^ortle^ung. (Nachdruck verboten.) ' r iK - . F auf hinzuwirken, daß die dort an manchen Häusern befindlichen Hecken nicht höher als etwa 50 bis 60 des Fahr- Kreuzungen dar- dci im liebe nur eng O M (ein EirJ B Sm ■ Lerg . un ob ®u, lehr I. 2, Sriii II? besitz !| ■■ Som: II» $d)u: ijt V, & Zentimeter sein dürfen, um den Lenkern von Fahrzeugen die Uebersicht in die Straßenkreuzungen bzw. in die angestrebte Fahrtrichtung nicht zu erschweren. Auch diese Anregung soll weiter verfolgt werden. Bürgermeister Prof. Dr. Hamm schloß die Versammlung mit herzlichen Dankesworten für die rege Mitarbeit und mit der Zusicherung, daß der Verkehrsverein auch weiterhin alle Kräfte einsetzen werde für eine erfolgreiche Fremdenoerkehrswer- bung im Dienste unserer Stadt. ** B e i Musterung das Arbeitsbuch m i t b r i n g e n. Bei der Musterung haben die Gestellungspflichtigen ihr Arbeitsbuch zwecks (Eintragung der Arbeitsbuchnummer in den Wehrpaß vorzulegen. Die Betriebsführer sind daher verpflichtet, ihren Gefolgschaftsmitgliedern das Arbeitsbuch für Musterungszwecke auszuhändigen. >150 nieb 0,5(] ton W II btt 165 N brr : 6,2 uir Hamm sagte zu, diese Anregung dem Herrn Oberbürgermeister und der Leitung des Elektrizitätswerkes zuzuleiten. Schließlich wurde noch die Anregung gegeben, am Klingelbach eine Hecke zu schaffen, die den Vögeln Nistgelegenheit bietet und sogleich auch der Uferbefestigung dient. Ferner wurde der Wunsch geäußert, zur Sicherung Verkehrs an Straßenecken und -Ki kirlle S1 0e W ujib ii 5' B 14 fjflll ■ 4 , * ilbei M Jö ooi lPr 10( noi können, daß die Jugend auch nach den Wandertagen noch „groß in Form" ist und wohlbehalten zurückkehrt. Als Abschluß des Marsches findet eine kurze Kundgebung auf dem Brandplatz statt und dann werden die Hitlerjungen und die Pimpfe wieder bei Vater und Mutter einkehren. Vergeßt im Gommer nicht die Sammlung von Altmaterial. Der Altwarenhändler mit der grünen gestempelten Binde kommt auf dem Lande alle vier Wochen in die Ortschaften des Kreises. Ihm wird das gesammelte Altmaterial ausgehändigt. Was sammelt die Hausfrau? Was sammeln der Mann und die Kinder? Die Mutter hat im Keller eine Kiste mit Lumpen ausgestellt. Da hinein tut sie alle Stoffabfälle aus Wolle, Baumwolle, Kunstseide oder Leinen. Verbrauchte Kleider, die ganz abgetragen sind, verbrauchte Wäsche und Strümpfe, Abfälle von der Hausschneiderei und Stoffreste, aus denen niemand mehr etwas arbeiten kann, das alles wandert in die Lumpenkiste, dazu Verpackungsmaterial aller Art, alte Säcke, Putzlumpenreste und Bindfaden. Der Mann sammelt außer den Tabakresten und Zigarrenspitzen vor allen Dingen das Altmetall. Was findet sich da im Laufe der Zeit alles an! Alte Messinghähne, Beschläge aller Sorten, alte Lampen, verbrauchte Glühbirnen, bis zu den großen Gegenständen, wie alte Oefen und Badewannen. Kleine Metallsachen, wie Tuben, Flaschenhülsen, auch von Milchflaschen und Silberpapier sammeln die Kinder. Diese kleinen Gegenstände werden von der HI. abgeholt. Der Vater aber ist noch verantwortlich für Felle und Häute, für Flaschen und für altes Papier. Der Inhalt der Papierkörbe, alte Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, letztere ordentlich gebündelt, das alles gehört zum Altpapier und ist sehr wichtig, denn wir müssen für unseren Bedarf noch altes Papier aus dem Ausland einführen. Vor allen Dingen ist bei der Sammlung des Altmaterials Ausdauer und Stetigkeit nötig, damit eine regelmäßige Belieferung an die wiederverarbeitende Industrie stattfinden kann. F. K. Turnlehrer Kliehm tödlich verunglückt. Einem schweren Unfall fiel dieser Tage ein hoffnungsvolles junges Menschenleben zum Opfer. Turnlehrer Studienassessor K l i e h m, vom hiesigen Realgymnasium, stieß dieser Tage, als er sich mit einem Kameraden und mit dem Fahrrad unterwegs befand, zwischen Friedberg und Nieder-Flor- stadt mit einem Autobus zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß Kliehm, der aus Nieder-Florstadt gebürtig ist und zu seinen Eltern nach Hause fahren wollte, einen doppelten Schädelbruch erlitt und bet feiner Einlieferung in das Krankenhaus zu Friedberg an den Folgen der schweren Verletzungen verstarb. Sein Begleiter erlitt nur leichtere Hautabschürfungen. Unser hiesiges Realgymnasium, für dessen Jubiläumsfeier sich der so hart und rasch aus dem Leben Gerissene noch lebhaft eingesetzt hatte, verliert in ihm einen tüchtigen Kameraden. 1«2 ausgesehen haben: zwei Soldaten, ein bayerischer Jinb ein russischer, so Hand in Hand auf der obersten Treppenstufe ... denn sie hat ja immer noch die Uniform anaehabt. Damals hab ich noch ein Stück besser ausgeschaut wie heut", lächelte Ameiser kümmerlich. „Warst ein sauberer Bursch dazumal", übertrieb gogg voll Herzenshöflichkeit. „In dich hat sich ein Mädel schon vergucken können." „Meinst?" „Wenn ich dir sag'." • "Siehst du, das hat vielleicht auch die Donka gedacht und ist mir deshalb gut gewesen", schwelgte der Ameiser in feiner (Erinnerung. „Oder glaubst daß es bloß Mitleid war?" „Aus Mitleid macht so was keine." „Ja, und dann ist das halt so weitergegangen, und am Morgen war sie verschwunden. Ich hab' auch nicht gewußt, wohin. Ich hab' nie etwas von ihr gehört. Wie ist sie denn gestorben?" „Ganz manierlich, Ameiser. Wenig Schmerzen, fast gar keine, und ich und die Anna waren um lIe herum. Sie hat zwar deinen Namen nicht genannt die Donka war eine großartige und feine ?IaU' ?as ^ss' ich mir nicht nehmen, aber ich bin fidjer sie hat gern an dich zurückgedacht. Und was die Anna betrifft, so mußt du ihr halt Zeit lassen, V ,n das Neue hineinzufinden. Wird schon recht Muß dir einen schönen Stoß gegeben haben, wie ?Ur?a^am°l5 im Sprechzimmer von mir erfahren haft. Ich gönne ihr, daß sie jetzt den Martl be- ^mmt; bei bem ist sie gut aufgehoben. Und der ^Slfra?"1 * QUd) n'llf)t Of)nC- ®ie ^ägt es denn „Du, mit der ist es sonderbar. Die ist jetzt viel besser zum Haben. Sie schimpft nimmer so viel, blofe brummen tut sie. Eine richtige Wohltat. Oft kl- ,,d) der Gsodmair muß' das doch recht schon beigebracht und ihr liebreich eingegeben haben meil fte letzt so ganz anders ist. Ach, Josef, weil wir schon beim Beichten sind — ich hält' noch was auf dem Herzen." 1 .. "Schieß los: das geht jetzt in einem Aufwaschen hm , spornte ihn Fogg an. „Leicht wird mir's nicht, aber es muß fein E«; handelt sich um den Tutschek B "Was um den?" rief Fogg erstaunt. Der Ameiser nickte schuldbewußt. limg I Imi fa, I < ! A! «Ü Chty Ni ■ Liail. ft ft M Ne „Hast etwa gar du —?" „Freilich hab' ich. Siehst,, das ist so zugegangen. Ich bin damals auf meinem Dienstgang über Land durch das Mühlhölzel gekommen und denke gerade an den Sternmoser, der ein Strafporto zu zahlen hat. Da hör' ich auf einmal streitende Stimmen in der Nähe. Ich laufe rasch hin, weil es mich interessiert hat, wer da so einen Spektakel macht, und stelle mich hinter einen Busch. Ich seh' die Anna und den Verwalter. Das Mädel macht ihm Vorwürfe, daß er sie verführt hat und jetzt sitzenläßt. Plötzlich reißt sie einen Revolver aus der Schürzentasche, schreit etwas, spuckt den Tutschek an, schießt aber nicht, sondern läuft wie eine Wilde davon, dicht an mir vorbei, ohne mich zu sehen, und läßt den Revolver fallen. Ich heb' ihn auf und sause aus den verdatterten Tutschek zu. Und dann hat sich alles so schnell abgespielt, daß ich es selber nimmer weiß. Ich hab' den Tutschek angeschrien und ihm vorgehalten, daß er ein Lump ist, wenn er das macht, und daß die Anna mein Kind ist unb baß ich bas nicht auf ihr sitzenlasse. Da hat er mir eine freche Antwort gegeben, und in meinem Zorn und in meiner Aufregung habe ich losgedrückt Vom Zielen war keine Rede. Dann bin'ich der Anna nach: denn ich hab' gemeint, sie tut sich ein Selb an. Aber ich hab' sie nicht mehr gefunden Dann bin ich eine Zeitlang kreuz und quer gelaufen hab den Revolver ins Wasser geworfen und bin oabei ausgerutscht. Daheim hab' ich mir nicht getraut, Die feuchten Kleider auszuziehen, damit die Afra nichts merkt. Am nächsten Morgen hab' ich schon herumgehustet und mit den Zähnen geklappert. und die Erkältung war fertig. Und wie es weitergegangen ist, weißt du ja selber. Und was ich sonst durchgemacht habe, frag nicht. Ich, wo was tun fann, hab' plötzlich einen Menschen auf dem Gewissen! Und bas mit der M °uch gedrückt. Daß man dich hnfe’iA gehabt hat, weil es dein Revolver war, hab ich erst gestern von der Anna erfahren. Kannst 3o cl? % hott' wich schon gemeldet H°nl°ss°n. aber ich war ja Ppinpn R* ^lbtvt dagelegen, und die Afra hat ^lwufer getan von allem, so gut sie anber- f^hrhp9 i*1 ?-er Äuge umgehen kann. Von der er- untergeht ^ulgkeiten, unb wenn die Welt gestrigen Hauptoerhandlung ein im großen unb ganzen gutes Leumunbszeugnis aus und konnte auch keinerlei übermäßige Geldausgaben des An- geklagten feststellen. Eine amtsärztliche Untersuchung ergab, daß der Angeklagte infolge einer beginnenden Gehirnkrankheit vermindert zurechnungsfähig ist. Auf Grund des Beweisergebnisses ließ schon der Vertreter der Anklagebehörde die Schuldfrage offen und stellte die Entscheidung dem Gericht an» heim. Die Kammer hatte ebenfalls die lieber» zeugung, daß dem Angeklagten ein Verschulden nicht einwandfrei nachgewiesen werden könnte und kam auch hier zu einem freisprechenden Urteil. Amtsgericht Gießen. Der H. B. aus Lollar hatte sich gestern vor dem Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßen-Verkehrsord» nung zu verantworten. Der Angeklagte fuhr im April dieses Jahres von Dutenhofen nach Klein- Linden. Auf der Straße, die an diesem Tage sehr stark belebt war, streifte er einen in einer Fußgängergruppe stehenden jungen Mann unb verletzte ihn am Oberarm. An einer zweiten Gruppe fuhr er beim Ueberholen so bicht vorbei, daß bie Passanten sich nur burch einen Sprung in den Straßengraben in Sicherheit bringen konnten. Obwohl die Ähab' mein Holz bezahlt!" verwahrte sich der ^jej ' ,,anad) nur ba5 Zeug auf, fei so gut, entnahm dem geöffneten Umschlag einen großen Bogen, auf dem bie Worte gekritzelt waren: „Ich denke, mir sind quitt, Herr Ameiser!" Fortsetzung folgt Die Anna hat mir auch erzählt, daß der Tut- schek ins Bein geschossen war und daß er sich wieder zusammengerappelt hat. Ich bin todfroh dar- über, das darfst du glauben. Josef, du kannst dir keinen Begriff machen, was man aussteht, wenn einem fo was passiert. Die reine Hölle ift’s. Jede ' Minute glaubst du, der Gendarm kommt zur Tür herein unb holt dich. Ein Stein ist mir vom Her» £en daß der Tutschek seine geraden Glieder behalt unb nicht gestorben ist." „Freilich" murmelte Fogg, und die vielen Gedanken zersprengten ihm fast den Kopf. Sieh mal an — die Anna! Hat also doch was Ernstliches mit dem Verwalter gehabt, die Kröte! Und meinen Re» Doloer stibitzt hat sie auch! Und mir die Schweine» ret emgebrocft. Na, wart, der werd' ich bas Lederzeug anftreichen! Und der Ameiser, der tut, als rn b's fünf zählen könnte, macht solche Geschichten! Mit der Donka, mit dem Tutschek. Zum Gluck ist wenigstens alles gut hinausgegangen. Ein Dusel wie Ferdinand ... Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der K. Sch. aus Heuchelheim bei Büdingen wegen Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten. Dem Angeklagten, der auf einem Gutshof tätig war, wurde zur Last gelegt, im Sommer 1936 einen 10jährigen Knaben in sein Zimmer gelockt und mit ihm unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Der Knabe erzählte den Vorfall seinen Eltern, die daraufhin Anzeige erstatteten. In der Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte entschieden, sich an dem Jungen irgendwie vergangen zu haben. Er gab lediglich zu, daß dieser chn ab und zu in seinem Zimmer besucht und auch einmal von ihm 20 Pf. erhalten habe. Das Geld habe er dem Jungen aber nur deshalb gegeben, weil dieser ihm manchmal bei Besorgungen behilflich gewesen sei. Im übrigen bezeichnete der Angeklagte die Anzeige als einen Racheakt der mit ihm auf demselben Hof beschäftigten Mutter des Jungen, mit der er verfeindet sei. Demgegenüber blieb der Junge auch in der Hauptverhanolung bei seinen Angaben. Die Kammer schenkte jedoch den Aussagen des Jungen, der von seinen Lehrern als wenig wahrheitsliebend geschildert wurde, keinen Glauben und sprach den Angeklagten mangels Beweises frei. Die nächste Anklage wegen Urkundenfälschung im Amt richtete sich gegen den 63jährigen W. M. aus Ranstadt. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Auf eine anonyme Anzeige hin nahm der Gendarm bei dem als Zeuge vernommenen Metz- germeister K. aus Ranstadt eine Kontrolle vor. Er fand dabei in der Wurstküche Schweinefleisch vor, das gerade bearbeitet wurde. Auf die Frage des Gendarmen, wieviel Schweine der Metzger geschlachtet habe — es stand diesem in der fraglichen Woche nur ein Schwein zu — erklärte er, es handele sich um e i n Schwein. Da der Gendarm diesen Angaben nicht traute, deckte er den Kessel auf und stellte dort zwei Lungen fest. Der Metzger- meister erklärte, die eine Lunge stamme von einer Ziege, mußte jedoch, als der Gendarm weiter in ihn drang, zugeben, daß er noch ein zweites Schwein geschlachtet habe. Da der Gendarm eine Schwarzschlachtung vermutete, begab er sich sofort zu dem Fleischbeschauer und fragte diesen, wieviele Schweine der Metzgermeister geschlachtet habe. Der Angeklagte. erklärte hierauf zunächst ebenfalls, es handele sich um ein Schwein, mußte jedoch auf die Vorhaltungen des Beamten hin zwei Schlachtungen zugeben Der Beamte bauftragte ihn bann, fein Tagebuch zu holen. Da der Angeklagte zu lange wegblieb, folgte der Beamte ihm in ein anderes Zimmer unb traf ihn gerade dabei an, wie er im Tagebuch in der Rubrik des Metzgermeisters eine 1 in eine 2 umänderte. In der Tatsache, daß er, obwohl zwei Schlachtungen vorgenommen worden waren, nur eine eingetragen hatte, erblickte der Vertreter der Anklagebehörde eine Falschbeurkundung im Amt und beantragte eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr unb 4 Monaten. Der Angeklagte, ber im übrigen ben Sachverhalt zugab, behauptete bem- gegenüber, baß der (Eintrag vollkommen in Ordnung gewesen sei und er die zweite Schlachtung lediglich aus dem Grunde noch nicht eingetragen hätte, weil der Metzgermeister noch nicht bie nötigen Unterlagen beigebracht hätte. Er habe ben (Eintrag jeboch sofort nachholen wollen, sobald bie Bescheinigungen nachgebracht würben. Diese Einlassung bes Angeklagten war nicht zu «überlegen. Jnsolgebessen kam bas Gericht auch in biesem Falle zu einem Freispruch mangels Beweises. Weiterhin ftanb der K. S. aus Höckersborf vor der Großen Strafkammer. Die Anklage lautete auf Unterschlagung im Amte und Untreue. Bei dem Angeklagten, ber über 30 Jahre die Gemeindekasse in Höckersborf gewissenhaft verwaltet hatte, würbe gelegentlich einer Revision im Sommer vorigen Jahres ein Fehlbetrag von rund 1500 Mark festste stellt. Der Angeklagte stellte in der gestrigen Hauptverhanblung ganz entschieben in Abrebe, sich an bem Gelb ber Gemeinde vergriffen zu haben. Er gab an, daß ihm infolge einer Krankheit die Verhältnisse über den Kopf gewachsen seien, so daß er nicht mehr ordnungsgemäß Buch habe führen können, lieber den Verbleib des Geldes konnte er feine Auskunft geben. Im übrigen lebte ber Angeklagte in benfbar guten Verhältnissen (er nennt rund 120 Morgen sein Eigentum) und hat auch ben Schaben binnen wenigen Tagen wieder ersetzt. Der Ortsbürgermeister stellte dem Angeklagten in der Fogg wollte schon losplatzen, ba fiel ihm gerade UA//chtzeitig ein, daß er einen Kranken und vom Schicksal bereits ziemlich Geschlagenen vor sich hatte, und er brummte nur: „Der Tutschek fat sich in öciner 2pfare ganz anständig benommen. Er hat oich nicht verraten, obwohl der Untersuchungsrichter >hm mächtig zugesetzt hat. Ich war übrigens norbin broben unb habe ihm meinen letzten Besuch qe- Gesuchte ist jetzt geheilt, unb morgen trüb fahrt er weg, ins Böhmische. Will einen Ver- walterposten cyif einem anbern Schloß ber Fürstin antreten. Den finb wir los. Der hat bie Nase voll oon Schellenberg. Du, ba fällt mir gerabe ein er hat mir ja einen Brief für bich mitgegeben. Wirb eine Gasrechnung fein. Da." Er zog ein weißes Kuvert dusche und hielt es bem Ameiser hin. „Vielleicht hast bein Brennholz von ber letzten Versteigerung her noch nicht bezahlt?" Von der Geschichte der Schulferien. Ferien — Ruhetage, Feiertage! Welches Kinber- herz schlägt nicht höher, wenn es ihrer gebenkt! Gar mancher Schulbub, manches Schulmäbel streicht schon wochenlang vor ben großen Ferien allabenb- lich ben verflossenen Tag auf bem Kalender möglichst dick aus unb sieht mit glänzenben Augen, wie der unburchstrichenen Tage immer weniger werben. Aber auch ber gestrenge Herr Lehrer sehnt sich nach der Frei- unb Erholungszeit. Unb boch ist bie Erkenntnis, baß eine solche Freizeit sowohl Lehrern wie Kinbern wirklich not tut, noch nicht gar alt. So waren zum Beispiel zur Zeit Friebrichs des Großen in Berlin noch nicht einmal bie festgelegten freien Mittwoch- unb Samstagnachmittage üblich. Bis weit ins 16. Jahrhunbert hinein gab es Ferien, wie wir sie heute kennen, an ben Schulen überhaupt nicht, es würben stets nur einzelne Tage frei- gegeben. Die Festsetzung bieser schulfreien Tage geschah, je nach Orten verschieben, burch die kirchlichen ober die Gemeindebehörden. In ber Regel hatten die Schüler frei an ben Tagen, an benen Jahrmärkte abgehalten würben, am Erntedankfest, an ben Kirchweihen, bei benen meist brei bis vier Tage gefeiert würbe, häufig auch in ber lustigen Fastnachtszeit. (Noch heute finben wir im Rheinland vielfach den Brauch, baß minbe- ftens am Fastnachtsbienstag, oft auch am Rosenmontag schulfrei gegeben wirb.) Die Zeit bes Jahrmarkts schreibt auch bie älteste Schulorbnung bes grauen Klosters in Berlin für die Schulferien vor, währenb in einer Schulorbnung des Gymnasiums zu Norbhausen aus bem Jahr 1583 folgendes geschrieben steht: '„Ob man woll ben praeceptoribus gönnet, baß sie bisweilen ruhe haben unb remissiones, mus boch solches auch seine maße haben, bamit bie fnaben nicht vorwenet ober nicht zu sehr verseumet werben. Demnach sollen alle anbere Ferien, bie inen bie Collegae gemacht, genz- lich abgeschnitten sein, on allem fotgenbe, welche inen sollen oorgunnet werden, nemlich:..." Hier folgt bie Angabe einiger frei zu gebender Tage. Im allgemeinen blieb bie Festlegung bieser Tage jeboch bem freien Ermessen ber einzelnen Schulleiter überlassen. Sicher ist, daß es sich stets nur um einige Tage handelte — vielleicht wie bei den ja heute noch vielfach auf bem Lanbe üblichen „Kartoffelferien" um aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen eingefchobene schulfreie Tage — und nicht um wirkliche Ferien, die der Ausspannung, der Erholung von Schülern und Lehrern bienen sollten. Solch eigentliche Ferien gab es keinesfalls vor dem 17. Jahrhundert, und Verordnungen über die Zeiten der Schulferien brachte im allgemeinen wohl erst das 19. Jahrhundert. Der Kampf um die Festsetzung des Beginns der großen Schulferien ist ja augenblicklich wieder in vollem Gang, nachdem er — seltsam genug — vor gerade fünfundzwanzig Jahren besonders heftig getobt hat. E. B. Vornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Goldfieber". Hitler-Jugend und Pimpfe kehren zurück Die Hitlerjungen unb bie Pimpfe, die am Freitag ber vorigen Woche zur Ferienfahrt in den Spessart vuszogen und — wie aus den Fahrtenberichten bisher zu lesen war — viel Schones erlebt und gesehen haben, kehren am morgigen Donnerstag mieöer zurück. Sie benützen dabei wieder ben Son- benug, ber sie schon nach Wächtersbach, bzw. nach Gelnhausen gebracht hatte. Der Zug läuft um 16.11 Uhr in unserem hiesigen Bahnhof ein. Die jungen werben sofort nach ihrer Ankunft in Gießen M ihrer ganzen Wanberausrüstung einen kurzen Marsch durch einige Straßen ber Stabt machen, unb bie Eltern werben sich dabei bavon überzeugen „Wirb dich vielleicht interessieren, wie das mit mir unb ber Donka war? In ber Nacht, wo wir mit ihr aus bem Graben zurückgekommen finb, habt ihr im Quartier ein Mordstheater angefteUt «Jungen, getanzt, auch ein biffel gesoffen: grab' luftig war s. Unb vorher haft bu bie Poft ausge- teilt. Die Donka hat mitgetan, um euch nicht zu kranken. Mir war aber gar nicht nach (Baubium ^Lustigkeit zumute. Ich hab' mich hinausge- schlichen unb auf bie Treppe gesetzt. Plötzlich, wie ich so bafttze, kommt bie Donka unb will wissen was mit mir los ist. Am Anfang hab' ich herum- aebruckst, aber mit ber Zeit hat sie alles doch recht schon aus mir herausgezogen. Daß ich keine Poft bekommen hab', baß ich nie ein Paket kriege, daß sich niemand daheim um mich abkümmert und daß mir alles schiefgeht im Leben. Ich hab's nicht sagen wollen, aber sie hat eine so gute Art zu fragen gehabt, daß man ihr bas Herz hat orbentlich auftun Müssen." „Ja. ja, bie Donka!" nickte Fogg. Er konnte sich das schon vorstellen, ben Ameiser mit seiner harten, liebelosen Jugend damals, mit seiner Verlassenheit im Leben und seinem Pech. Als schwächlicher Sohn einer Dienstmagd war er von jeher der Schuhabstrelfer und Sündenbock für andere gewesen. Auch die Donka war ihm in diesen Minuten ganz nahe und greifbar. „Erzähle weiter, Ameiser^ „Ja, also, und dann hat mich die Donka getröstet, hat mir gute Worte gegeben und gesagt, das mit der Handgranate sei schneidig von mir gerne- sen, unb ich sei ein netter Mensch, unb sie ftünbe auch allein auf ber Welt unb habe viel burchge- macht. Wie man eben so zueinanber ttnbet. Und grab gut ist sie gewesen unb gar r ,t stolz unb völlig zutraulich. Unb bann finb wir fwei halt so bagesessen unb haben uns an ben Hänben gehalten unb eine Zeitlang gar nichts gesagt. Muß komisch Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. tz UHL Seltersweg Nr. 67 ■ ad IO Telephon Nr. 3170 | eparaturen l897D W Fußgänger sich verkehrswibrig verhalten hatten, burfte ber Angeklagte nicht ebenfalls mit verkehrs- wibrigem Verhalten antworten. Das Gericht kam daher zur Bejahung der Schulbfrage unb erkannte auf 25 Mark Gelbstrafe. Die Kosten bes Verfahrens hat ber Angeklagte zu tragen. Ebenfalls wegen Uebertretung ber Reichsstraßen- Verkehrsorbnung hatte ber F. A. aus Heuchelheim burch Strafbefehl eine Geldstrafe von 50 Mark erhalten. Hiergegen legte er Einspruch ein, ber gestern verhandelt wurde. Der Angeklagte fuhr im November 1936 einen Lastzug die Fernverkehrsstraße Frankfurt a. M.-^Gießen. Bei Großen-Linden über» holte er kurz vor einer Kurve einen anderen Lastzug. In diesem Augenblick kam von ber anberen Seite ein britter Lastzug gefahren. Um nicht biesem nicht zu kollibieren, riß ber Angeklagte bas Steuer nach rechts, fo baß er unmittelbar vor ben überholten Lastzug zu fahren kam. Die Folge davon war, daß der überholte Lastzug von hinten auf ihn auffuhr. Der Sachschaden war nicht bedeutend. In der Hauptverhandlung gab der Angeklagte den Sachverhalt zu, machte jedoch geltend, der entgegenkommende Fahrer habe die Kurve zu sehr geschnitten, daß er hierdurch gezwungen worben sei, sich kurz vor ben überholten zu setzen. Das Gericht war ebenfalls der Ansicht, baß ben entgegenkom- menben Fahrer die größere Schulb treffe, hielt aber ben Angeklagten für mitschulbig unb ermäßigte daher bie Strafe auf 25 Mark. Ausklang desGchottenerSänizerfestes ^Schotten, 13. Juli. Am Montagmorgen mußten unsere amerikanischen Sangesfreunbe, bie eine europäische Sängerfahrt nach Paris, Genf, Rom Venebig, Wien, Breslau, Berlin ufw. mit bem Brooklyner Avion Gesangverein unternehmen, mteber abreifen. Zum Abschieb hatte sich ber ganze - Jor emgefunben, ber einige Abschiebslieber >ang. Bürgermeister unb ber Führer bes Männerchors sprachen herzliche Abschiebsworte, Dirigent Boer- g e r m a n n vom Neuyorker Schottener Männerchor bankte für all bie vielen Ehrungen unb bie rührende Gastfreundschaft. In ihrem schweren Kampf um das Deutschtum drüben in der neuen Welt feien sie nun durch die Fahrt in die alte Heimat wieder kräftig gestärkt worden, das Freundschafts- band zwischen den beiden Vereinen Schotten und Neuyork sei unlöslich verknüpft worben. In ber Hoffnung auf ein bemnächstiges Wieberfehen nahm man Abschied. — Auf dem Festplatz fand ein scbö- nes Fruhkonzert statt, bei ber die Militärkapelle fpielte. Mittags ging ein großer Festzug, bei dem wieder sämtliche Festwagen mitfuhren, burch bie Straßen ber Stabt auf ben Festplatz. Spiele ber Kinder unb kleine Wettkämpfe folgten, mit einem großen Volksfest klang bas so harmonisch verlaufene großen Volksfest klang bas Fest bes Vereins aus. Der Arbeitseinsatz im Juni im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen Lpd. Frankfurt a. M„ 13. Juli. Die Presse, stelle des Landesarbeitsamts Hessen 127 128,5 127,25 127,4 fcamburg-Südam. Dampfschiff. 0 »— — 47 lainburg-Ainerlka Polet......0 19 18,9 19 19 «’tbbcut[d)er Lloyd..........0 20,9 20,65 20,65 20,65 r«utsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 127,4 127.5 127.5 127.4 ßetchSbank................. 12 213,5 | 213,5 213,5 213,75 "liner Handelsgesellschaft . 6% — 181,9 132 ^>Mmerz. und Privat-Bank... 6 114,13 114,25 114,13 114,25 putsche Diskonto............ 5 121,25 ! 121,5 121,25 121,5 "Lsdner Bank...... 4 105 105 Vevift 105 nmarf 105 Verl Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend, börse Schluß- kurS Schlußk Mittag, börse Darum 12.7 13 7 12.7 13 7 Accumulatoren-Fabrtk...... 14 233 — 233 — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 145,75 145,75 145,75 146,25 Bemberg................. .. 0 148,75 152 >48.5 152 Bekula................... .. 8 164,5 164,75 165 165,5 Buderus Eisen............. .. 5 130,25 131,5 130,13 131,5 Cement Heidelberg......... .. 7 159,25 160 •— — Cement Karlstadt.......... .. 6 —— — — —— Conti Gummi............. 12 191,75 190,25 191,75 190,75 Daimler Ptotoren.......... 6 ¥2 138,5 138,25 138,25 138,5 Dessauer Gas ............. Deutsche Erdöl............ .. 4 .. 5 153,25 154 128,75 153,5 128,5 153,75 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 262 261,5 — — Deutsche Linoleum......... Elektrische Lieferungen...... Elektrische Licht und Kraft... 10 . 167 167 167 168 .. 6 .. 7 135,75 155,25 135,75 155 135,5 156 135,5 156,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 166,25 166,75 166,25 166,25 Felten & Guilleaume....... .. 6 138,5 139 139 139.4 Gesfürel.................. .. 7 154,75 154,7? 154,25 154,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 149,25 148,65 149.25 148.65 Gritzner Maschinen......... .. 0 51 51,25 51 51,65 Harpener................. 8% 182 182 182 182 Hoesch Eisen............... 3-4 128,13 128,9 128,13 128,75 Philipp Holzmann......... .. 8 149,5 150,25 149,5 150,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — —— —— Ilse Genüsse.............. .. 6 142 143,25 — 143,25 Kali Aschersleben.......... .. 4 — — — — Klöcknerwerke ............. 4¥2 141 141 140,75 140,65 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 165,25 164 75 Lahmeyer ................ .. 6 —— 127 125,5 127,5 Mainkraft................. .. 4 — 96 — — Mannesmann............. 4-4 126,25 128 126,13 127,75 Mansselder Bergbau....... .. 7 — — — 154 Metallgesellschaft........... .. 6 155,5 156 155,5 156 Orenstein & Koppe!........ .. 0 — — 116 116,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 234 233,75 233,5 233,25 Rheinische Elektro.......... .. 6 — — — — Rheinstahlwerke............ Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 159,25 159,25 159,4 159,25 .. 6 135,25 135,25 135,25 135,1- Rütgerswerke ............. .. 7 152,5 — 152,75 152.75 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 165 167 165,5 166, S Schuckert L Co............. .. 7 179,75 179,5 180.25 179,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — — 100,4 100,5 Siemens & Halske......... .. 9 — 222 222,25 222 Süddeutsche Zucker......... . 10 — — 209,5 — Bereinigte Stahlwerke...... 4 ¥2 123,25 124,13 123 124 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 60 61 60,13 60,! Westeregeln Alkali.......... .. 4 124,5 124 — 124 Zellstoff Waldhof.......... Otavt Mine».............. 161,5 —— 161,9 161 . 0,6 — 31 ,65 31,75 31,5 — Arankfnrt a 2R 12.Juli 13 Jul Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geir Brie, Gelt Brie ^üenos Aires............. 0,752 0,756 0,752 0,756 Dussel................... 41,93 42,01 41,92 42,00 Jo de Janeiro............ Q | | Q r*\ A f rx I I Cs n--Vertrauenssachei Eine gute Dauerwelle Udll “ I W y I I tz I I kann nur von ersten Fachleuten auagetührt werden I Kosten!, fachmänn. Beratung bei Seltersweg 63 Fernsprecher 4026 Spezial-Parfümerie Richard Koch • Gießen Herren- und Dam en-Frise urmeister Stadttheater Gießen Anfang 15.45 Uhr 3625 D 4712D ausgeführt von der gesamten Kapelle d. I.-R. 116 unter Leitung v. Herrn Musikmeister Wohlfarth Anteilkarte und Rückvergütungskarte sind bis zum 17. Juli 1937 abzuliefern Eintritt 30 Pfennig 4/18 D Dachziegel aller Art Glasziegel ßactigapge Isolierrae H.G'.atthaar&Sotin Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Telef. 3144/3145 Verbrauchergenossenschaft e. G. m. b. H., Gießen Habe mich in Großen-Buseck als prakt.Tierarzt niedergelassen Einfamilienhaus 'N angenehmer, ruhiger Lage Bad-Rauheims 4 Zimmer, Küche, Keller, Waschküche), mit Heizung und Garten ist zum 1 August d. I. preiswert zu verkaufen. Angebote unter B.N.9 (463BD) sind alsbald an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers zu richten. Mnnhlöoon von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder- lidLIilduuU holten Veröffentlichunaen einer Anzeige! Freitag, den 16. Juli 1937, 20.15-22.15 Uhr Einmaliges Gastspiel Gustav Jacoby Deutschlands größter Humorist Großer heiterer Abend Preise von 0.50 bis 2.50 RM. 4704D 7tlarmeladeködyen ! Mit GEG-Jamello billig und zuverlässig in 10 Minuten! 40-g-Beutel....nur RM. 0.22 20-g-ßeutel....nur RM.0.12 Alle anderen Einmach - Artikel zu bekannt billigen Preisen Fernruf 68 bei Gastwirt Brück 93514 VoranzeigeI Sonntag, den 18. Juli 1937 großes Militärkonzert auf dem Schiffenberg Und zum Einmadien... auch in diesem Jahr wieder den guten Quambusdi sEssig der in 5- und 10-Ltr.-Korbflaschen in allen Geschäften zu haben ist. Original - Fabrikabfüllung der Essigfabrik QUAMBUSCH- Gießen. 'Denkt In diesen ^rniewodyen auch anö kN. •> HtBrio £ r V’1 In M Me IttDN U WM c MM ir «nur ne: ta, io 11*: ( miß zwi Wg hc brn Reg limil wdp A Mr eine l Hetzen Italer Iljin bei üia sehlsi I’rj i :er . W gege M mir. ch'orl zu । Mn Wst uiitrer p iMhi te Iß । i I । I .*