llr.UO Erster Blatt 187. Zahrgang 5rettag.14.Mai 1957 ifcrldjeim lüg Md), außo Sonntage and Feiertage Beilagen: Die Illustriert» Gietzener Familien blattet Heimat im Bild Die Scholl» Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.l.Bk> Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gichemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Drn» und Oerlag: vrühl'sche Unwersttätr vuch- und Steindruckerei 8. Lange in Stehen. Schristlettung und Seichäslsftelle: Schulftrahe 7 Annahme oon Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/.UHr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Npf.. für Text« anzeigen oon70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf.Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Aufgabe der NG.-Giudeuieukampfhilfe. Reichsstudeniensührer Scheel spricht in München: Oie alten studentischen Ideale sind heute Bekenntnis der ganzen Nation. München, 13. Mai. (DNB.) Im Kongreßsaal des Deutschen Museums veranstalteten der N S D. - Studentenbund und die NS. -Studen- tenkampshilfe eine Kundgebung. Reichsstuden- tensührer Scheel erklärte, der wesentlichste Zweck der Kundgebung sei, die Stellung oon Partei und Staat zur studentischen Erziehung klarzustellen, um so den Weg zur Mitarbeit aufzuzeigen. Dabei müsse festgestellt werden, daß die Korporationen zu ihrem Teil an der Erhaltung des deuftchen Volkes wertvoll st e Mitarbeit gelei st e t hätten. Im nationalsozialistischen Reich aber seien d i e alten Formen zu eng geworden. „Wenn wir aber erkennen, daß das Alte zu eng geworden ist und das neue Leben, das der Nationalsozialismus heraufführt, auch neue Formen braucht, so wollen wir heute feierlich erklären: Die alten Formen mußten weichen, aber die alten Ideale, die über ein Jahrhundert lang als feierliches Bekenntnis im deutschen Studententum lebten, die Ideale „Ehre, Freiheit, Vaterland" — „Einigkeit, Recht und Freiheit" — sie sind heute nicht mehr Ideale einzelner kleiner Gemeinschaften, sondern durch die Kraft und die Erziehungsarbeit des Nationalsozialismus Bekenntnis des ganzen deutschen Volkes geworden. Wir achten und ehren das Streben des deutschen Studententumes nach einem einigen Deutschen Reich. Wir achten und ehren die Kämpfer der Freiheitskriege. Wir achten und ehren die Barrikadenstürmer von 1848, und wir achten und ehren euch, ihr Lange- marck-Studenten und Freikorps-Kämpfer und bekennen uns zu all denen und fühlen uns mit ihnen verbunden, die in den dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte als deutsche Studenten nie den Mut verloren haben, sondern sich selbst unermüdlich und beharrlich im Glauben an die deutsche Zukunft der großen Idee des Vaterlandes und des Reiches in ihrem Handeln und Tun verpflichtet haben. Heute ist euer Wollen und Streben verwirklicht. Mögen die alten Formen vergehen, die Ideale sind geblieben, denn sie entsprechen unserer völkischen Art. Es gilt nicht, die Bünde und Verbände zu zerschlagen, sondern sie einzuschmelzen in den Schmelztiegel der deutschen Volksgemeinschaft. Das aber ist kein deutscher Mann, der heute sich persönlich von den vergangenen Auseinandersetzungen getroffen fühlt und daher meint, untätig und grollend beiseitestehen zu dürfen. Wer immer die Liebe zum deutschen Volk und zu seiner Ehre zum Leitstern seines Handels gemacht hat, wird niemals feine Mitarbeit an den Aufgaben des deutschen Studententumes von persönlichen Gesichtspunkten abhängig machen können. Die junge Generation des deutschen Stu- dentums fordere nun von den Alten Herren, daß sie sich mit in die Front e i n r e i h e n. Es komme dabei keineswegs nur auf die finanzielle Unter st ützung der Altakademiker an, sondern man erstrebe die idelle lebendige Verbindung zwischen den jungen Kameradschaften und den Alten Herren und damit ihre Beteiligung an den Aufgaben, die dem deutschen Studententum heute gestellt sind. Die bisher von den einzelnen Verbänden betreuten Arbeitsgebiete würden von der Studentenkampfhilfe übernommen und insbesondere die Volkstumsund Grenzlandarbeit in vertiefter Weise weitergeführt. Nach den Grundsätzen der Partei sei es nicht möglich, geschlossene Alte-Herrenmannschaf- ten aufzunehmen, sondern die Bewegung erwarte von jedem einzelnen ein Bekenntnis zur Idee. Die Bewegung mit ihren Gliederungen begrüße den Einbau der Alten Herren in die Gesamtausgaben des studentischen Lebens. Die junge studentische Mannschaft, vereinigt mit den Kräften des deutschen Hochschul- und Studentenlebens, die nicht in der Freundschaft und Geselligkeit allein die verpflichtende Grundlage ihres Studententumes erblicken, habe den Weg gefunden, auf dem sie marschieren werde. Das Ziel aber fti eine nationalsozialistische Hoch- und Fachschule und eine nationalsozialistische Wissenschaft im Dienste der Nation. Zum Schluß verlas der Relchsstudenlenführer unter lebhafter Zustimmung der Studenten und Altherren einen Erlaß des Stellvertreters des Führers vom 13.Ulai, nachdem die NS.-Studentenkampfhilfe die Aufgaben der bisher bestehenden Zusammenschlüsse und Vereinigungen an den deutschen hoch- und Fachschulen übernimmt und sprach im Kamen der gesamten deutschen Studentenschaft dem Stellvertreter des Führers den Dank für diese und die anderen in der Verordnung getroffenen Entscheidungen aus. Die gesamte deutsche Studentenschaft. getragen von dem Bewußtsein einer stolzen Tradition studentischen Kampfes um ihre Freiheit und ihr Vaterland, gelobten dem Führer und der nationalsozialistifchen Bewegung. daß sie immer unter den ersten zu finden sei. wenn es gelte, für die Grundlagen des heutigen Reiches, für die Ehre und Größe des deutschen Ansehens und der deutschen Wissenschaft einzutreten. Glückwünsche an den Relchsstudeittensijhrer. Reichsstudentenführer Pg. Dr. Scheel erhielt folgende Grußtelegramme führender Männer von Partei und Staat: Hühnlein, Korpssührer des NSKK.: Ich beglückwünsche Sie zu der nunmehr im nationalsozialistischen Geist und auf der Grundlage guter studentischer Tradition vollzogenen Einigung des deutschen Studententumes und der Alt-Herrenschaft. Das NSKK. wird auch weiterhin Ihre Bestrebungen unterstützen. Himmler, Reichsführer SS., ftüherer Alter Herr der Burschenschaft Apollo: Zu der Großkundgebung des NSD.-Studentenbundes und der NS.- Studentenkampfhilfe übersende ich meine aufrichtigsten Grüße und wünsche, diese Kundgebung möge ein Zeugnis des äußeren und inneren Zusammenwachsens des alten und neuen Studententums sein. Dr. Lammers, Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei: Den auf der heutigen Kundgebung der Nationalsozialistischen Studentenkampfhilfe versammelten alten und jungen Studenten entbiete ich meine kameradschaftlichen Grüße. Möge nunmehr das große Eintgungs- und Befriedungswerk gelingen, dem gegenseitigen Verstehen und freudiger Mitarbeit die wertvollen, einsatzbereiten und im Nationalsozialismus verwurzelten Kräfte in den Alt-Herrenschaften der alten waffenstudentischen Korporationen mit der im NSD.-Studentenbund geeinten neuen studentischen Jugend zu gemeinsamer Arbeit für das deutsche Volk und das Dritte Reich zu verschmelzen. In diesem Sinne wünsche ich der Kundgebung vollen Erfolg. Dr. Robert Ley: Zu Ihrer der Einigung dienenden Kundgebung sende ich Ihnen meine Grüße und die besten Wünsche zum Erfolg im Sinne nationalsozialistischer Gedankengebung Bo uhler, Chef der Kanzlei des Führers: Ich danke Ihnen für Ihre Einladung zur Teilnahme an der Kundgebung des deutschen Studententumes. Die Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten in London verhindert meine Anwesenheit. Ich wünsche Ihnen und Ihren Kameraden bei der Durchführung Ihrer Arbeiten für die Bewegung und für Sie persönlich einen vollen Erfolg. Sitzung des Altakademiker-Ausschusses Anläßlich der Kundgebung der NSD.-Studenten- kampfhilfe fand eine Sitzung des Altakademiker-Ausschusses der Reichsstudentenführung statt. Nach der Eröffnung durch den Amtsleiter der Reichsstudentenführung Dr. Dörfler sprach der Leiter des Ehrenausschusses, Pg. Trumpf, über die neue studentische Ehren- und Zweikampfordnung. Der Beauftragte für Verfassungsfragen und Studentenrecht, Dr. Sand- b e r g e r , erläuterte die neue studentische Disziplinarordnung, die in Kürze in Kraft gesetzt wird. Anschließend berichtete Reichsstudentenführer Dr. Scheel über seine erfolgreichen Verhandlungen mit den Führern der Altherrenoerbände der ehemaligen Korporationen, die hoffen lassen, daß sehr bald alle ehemaligen Korporationsstudenten wieder die Verbindung zur jungen studentischen Mannschaft bekommen werden. Sämtliche Mitglieder des Ausschusses, der zum größten Teil aus ehemaligen Korporationsstudenten besteht, die heute rückbaltlos hinter dem Führer stehen, zeigten sich sehr r freut über die bisher von der Studentenkampfhilse geleistete Arbeit. Oer Krönungszug in der Westminster-Abtei. * M < A MM ■ I Der feierliche Zug des Königs nach der Krönung durch die Westminsterabtei in die St.-Edwards-Kapelle. Der König (im Vordergrund) trug die Staatskrone, den Reichsapfel in der Linken und das Zepter in der Rechten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wie sieht es in der Wirtschaft aus. Die Länder der großen Kapitalien, England und Frankreich, haben in der letzten Zeit mit ihren Staatsanleihen ausgesprochenes Pech. Die innerpolitischen Verhältnisse in Frankreich mögen dafür die Ursache sein, daß der Sparer mit einem Gelde zurückhält, und die großen Schwierigkeiten bei der Unterbringung der letzten französischen Anleihe haben sogar die Regierung Blum davon abgeschreckt, das Experiment zu wiederholen. Aber auch London ist heute sehr zugeknöpft. Nach allem, was verlautet, ist höchstens ein Drittel der ersten Tranche der englischen Rüstungsanleihe von privater Seite gezeichnet worden. Es mag fein, daß die Königskrönung und deren psychologische Folgen die Zeichnungen in der City beschleunigt, auf jeden Fall kommt aber sogar der englischen Regierung diese Zurückhaltung der kapitalkräftigen Kreise vollkommen Überraschend. In Deutschland haben wir dagegen in ganz kurzer Zeit wieder an den Geldmarkt herantreten können, damit er neue Reichsanleihe zeichne. Die zweite Reichsanleihe in diesem Jahr wurde ab Donnerstag gezeichnet, sie beträgt wieder 600 Millionen Mark, von denen 100 Millionen bereits gezeichnet wurden. Die Bedingungen dieser Emission sind unverändert geblieben, nur die Laufzeit dieses Papieres geht bis zu 15 Jahren, sie nähert sich also den l a n g frist i g e n Anleihen. Da der Geldmarkt außerordentlich flüssig ist und der deutsche Staatskredit nach und nach das überflüssige Geld abschöpft und nicht plötzlich mit großen Forderungen an die kapitalkräftigen Kreise herantritt, da ferner im Verlauf des zweiten Vierjahresplanes die Wirtschaft blüht und immer mehr die staatliche Initiative sich auch privat auswirkt, so daß wir z. B. neue Werkstoffe schaffen konnten, bedeutet die Zeichnung dieser Anleihe eine sehr günstige Kapitalanlage, da das Papier beleihungsfahig und mündelsicher ist. Wie prompt der binnendeutsche Kapitalmarkt arbeitet, geht aus einer Kleinigkeit hervor: Die letzte Reichsanleihe wurde im März aufgelegt; ihre Einzahlungsfristen laufen zur Zeit noch; aber tatsächlich ist die Einzahlung (vielleicht bis auf einige wenige Kleinzeichner) schon längst beendigt, weil jeder Zeichner den natürlichen Wunsch hatte, sein Geld zu der höheren Verzinsung der Reichsanleihe anzulegen, als es zu billigerem Zinssatz bei den Geldinstituten stehen zu lassen. Wir verzeichnen noch, daß trotz irer 'Auflegung der neuen Anleihe die Standardpapiere des deutschen Rentenmarktes weiter ansteigen. Kommunal - Umschuldungsanleihe und Reichs-Altbesitzanleihe haben gerade in diesen Tagen neue Rekordkurse erzielt, so daß also keine Verkäufe alten Rentenbesitzes erfolgt sind, um Reichsanleihe zeichnen zu können. * Verschiedentlich konnten wir schon in unseren Wochenübersichten darauf Hinweisen, welch zuverlässiges Barometer des Wirtschaftsaufstieges die monatlichen Ausweise der Sparkassen über d i e Spareinlagen darstellen. Der Mensch fängt gemeinhin erst dann mit Sparen an, wenn er seine sonstigen Lebensbedürfnisse voll befriedigt hat. In Zeiten der Not und der Krise reichen die durchschnittlichen Bezüge des arbeitenden Volkes hierzu aber nicht aus. Ein einleuchtendes Beispiel für diese Vorgänge bildet der soeben herausgekommene Ausweis der Spareinlagen für den März 19 3 7. Insgesamt haben sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen im März um 81,2 Millionen auf 14,838 Mill. RM. erhöht. Von dem Einlagenzuwachs entfallen 33 Mill. RM. auf den Einzahlungsüberschuß, 35 Mill. RM. auf Zinsgutschriften und 13,1 Mill. RM. auf sonstige Buchungsvorgänge. Der Einzahlungsüberschuß von 33 Mill. RM. berechnet sich aus Einzahlungen in Höhe von 462 Mill. RM. und Auszahlungen im Betrage von 429 Mill. RM. Im Vergleich zum Vormonat find die Einzahlungen um 0,1 Mill. RM. und die Auszahlungen um 72,4 Mill. RM. g e» stiegen. Saisonmäßig konnte man nicht nur mit einer Zunahme der Auszahlungen, sondern auch mit einem Rückgang der Einzahlungen rechnen. Diese Entwicklung ist bedingt durch die Frühjahrsanschaffungen aller Bevölkerungskreise und durch den zusätzlichen Geldbedarf der Landwirtschaft anläßlich der Frühjahrsbestellung. Im März d.J. hätte diese Entwicklung eigentlich verschärft in Erscheinung treten müssen, da — im Gegensatz zu den beiden Vorjahren — das Osterfest, das stets besondere Ausgaben mit sich bringt, in den Berichtsmonat fiel und überdies die Spartätigkeit durch die Auflegung der neuen Reichsanleihe in gewissem Maße oon den Sparkassen auf den Wertpapiermarkt abgedrängt wurde. Wenn dennoch die Auszahlungen von Spareinlagen nur wenig über den saisonmäßigen Rahmen hinaus gestiegen und die Einzahlungen fast unverändert geblieben sind, so kann man daraus zweifellos er« kennen, daß sich die Spartätigkeit wieder auf einem höheren Stande bewegt als im Vorjahr. ♦ Aus den großen Geschäftsberichten dieser Woche fallen einige besonders ins Gewicht. Das Jahr 1936 war für die Reichsbahn das zwölfte und letzte Geschäftsjahr unter der Geltung des mit internationalen Bindungen ausgestatteten Reichsbahngesetzes. Durch die Erklärung des Führers vom 30. Januar 1937 und durch das Gesetz vom 10. Februar 1937 ist sie wieder restlos unter die unbeschränkte Hoheit der Reichsregierung zurückgekehrt. Der Start, den sie als freie Reichsbahn in das neue Geschäftsjahr nimmt, ist glücklich, weist sie doch für das Jahr 1936 einen Betriebsüberschuß aus, der ausreicht, um die Ausgaben der Ertragsrechnung einschließlich der notwendigen Rücklagen und Abschreibungen zu decken. Damit ist die Ertrags- rechnung zum ersten Male ausgeglichen, und mit geordneten Finanzen und einer hohen Leistungsfähigkeit kehrt die Reichsbahn unter die unmittelbare Hoheit des Reiches zurück. Die Einnahmen find gegenüber dem Höchststand 1929 noch um annähernd) 2ö o. H. zurückgeblieben, wahrend die Ler- kehrsleistung bereits wieder 92 o. H. des damaligen Standes erreichen konnte. Wenn trotz der starken Anregungen aus dem Personenverkehr die Einnahmen noch unter dem Höchststand von 1929 Zurückbleiben, |o liegt das zum Teil daran, daß die Reichsbahn beträchtliche Sondertarife und Vergünstigungen eingeführt hat. Wie weit diese Vergünstigungen gehen, geht aus der Tatsache hervor, datz 1936 6 8,4 o. H. a l l e r Reisenden zu ermäßigten Tarifsätzen befördert den. Angesichts der großen volkswirtschaftlichen Aufgabe, die das Unternehmen besonders im laufenden Jahre zu erfüllen hat — Mitwirkung an großen Bauvorhaben und an der umfassenden Umstellung auf roh- und werkstofflichem Gebiet — ist die Besserung der finanziellen Lage der Reichsbahn von hervorragender Bedeutung. Im Einklang mit der allgemeinen Wirtschasts- entwicklung zeigen die Berichte der Gesellschaften des Allianz-Konzerns für 1936 sowohl un Sach- wie im Lebensoersicherungsgeschäft einen weiteren AnsUeg. Unter den einzelnen Versicherungszweigen ist die Kraftfahrzeugversicherung mit einem Prämienaufkommen von 35 Millionen RM. zum größten Versicherungszweig geworden, ein Erfolg, der nicht zuletzt auf den Erlaß des Verkehrsministers zurückzuführen sein dürfte, daß einem Kraftfahrer der Führerschein zu entziehen ist, der mangels einer Haftpflichtversicherung nicht in der Lage ist, einen von ihm angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Während Transport-, Unfall- und M aschinenv er siche- r u n g in gesteigertem Maße für Schäden aufzukommen hatten, war der Schadenanfall in der Feuerversicherung günstig. Bei Einbruch-, Diebstahl- und Glasoersiche- r u n a war ein leichter Prämienrückgang zu verzeichnen. Bei der Allianz und Stuttgarter Lebensversicherung AG. war das Jahr 1936 durch eine wesentliche Steigerung des Einzelne rsiche- rungsgeschäfts und einen starken Rückgang der Gruppen-Sterbegeldversicherung gekennzeichnet. Die starke Zunahme der Lebensversicherungsabschlüsse beweist, daß der Gedanke der Vorsorge, der der deutschen Auffassung von Familienbetreuung und Verantwortlichkeitsgefühl für die Eigenen entspringt, sich immer stärker durchsetzt. Am 9. Mai jährte sich zum hundertsten Male der Geburtstag des Gründers der größten Automobilfabrik Europas, der Opelwerke, in Frankfurt am Main-Rüsselsheim, Adam Opel. Er wurde als Sohn eines Schlossers geboren. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren, die ihn u. a. auch nach Paris führten, widmete er sich zunächst der Nähmaschinenherstellung. Sodann folgte der Fahrradbau und schließlich der Automobilbau, der das Unternehmen auf die heutige Höhe geführt hat. Im Jahre 1924 ging Opel al, erste deutsche Kraftwagenfabrik zur Arbeit am laufenden Band und zum Grohserienbau über und schuf in dem bekannten arünen „Laubfrosch" den ersten volkstümlichen deutschen Wagen zu einem niedrigen Preise. Seitdem wurden in Rüsselsheim über 600 000 Kraftwagen hergestellt und damit nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa jeder Prvduktionsrekord Überboten. Mehr als 300 000 Wagen wurden vom Laubfrosch bis zum heutigen P 4 gebaut. In den letzten Jahren konnte auch die Autoausfuhr wesentlich gesteigert werden. Heute beschäftigt das Werk Adam Opels mehr als 21 000 Arbeitskräfte und stellt täglich im Durchschnitt mehr als 450 Kraftwagen her. Der D a i m l e r - B e n z - A G. ist es im Jahre 1936 gelungen, mit einer Umsatzsteigerung von rund dreißig vom Hundert umsatzmäßig den ersten Platz in der deutschen Auto- und Motorindustrie zu erringen. Diesen Erfolg verdankt sie großenteils dem starken Vordringen im privaten Jnlandgeschäft und der nochmaligen Ausweitung des Behördengeschäfts. Insgesamt wurde ein Umsatz von 295 Millionen Mark erzielt. Dabei hat Daimler-Benz auch die Ausfuhr wieder gut vorwärtsbringen können. Die diesjährige Automobil- und Motorenausstellung hat wesentlich dazu beigeiragen, die Arbeit an der Weiterentwicklung des Kraftwagens und Motors vor aller Welt zu zeigen und an den guten Umsätzen, die sowohl auf der Breslauer Süd-Ostmesse als auch auf der Posener Messe von der deutschen Automobilwirtschaft erzielt wurden, dürfte auch Daimler-Benz beteiligt sein. Die R u n d f u n k w i r t s ch a f t ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige überhaupt. Die Zahl der Rundfunkhörer und damit der Absatz an Rundfunkgeräten ist in beständigem Steigen begriffen. Um aber einer Ueberalterung der Rundfunkgeräte vorzubeugen, die durch die gute Qualität der deutschen Rundfunkgeräte durchaus gegeben ist, hat sich die Rundfunkwirtschaft im Einvernehmen mit der Reichsrundfunkkammer wie im vorigen Jahre entschlossen, eine sogenannte Umtauschaktion für alte Rundfunkgeräte in die Wege zu leiten. In der offiziellen Verlautbarung hierzu heißt es, daß in der Zeit vom 3. Mai bis 15. Juli einschließlich gebrauchte Empfangsgeräte und Lautsprecher in den Rundfunkgeschäften gegen ein neues Gerät umgc- tauscht werden können. Bei den umzutauschenden Geräten ist es gleichgültig, aus welchem Baujahr sie stammen oder ob die Herstellerfirmen noch bestehen oder nicht. Gegen Rückgabe des alten Gerätes oder Lautsprechers kann ein neuer Empfänger oder Lautsprecher zu e i n e m u m 1 5 v. H. v e r b i l l i g - t e n Preis, auch gegen Teilzahlung, bezogen werden. Ueber alle weiteren Einzelheiten gibt jeder Rundfunkhändler, bei dem auch die Liste der zum Umtausch freigegebenen neuen Gerätetypen ausliegt, genaueste Auskunft. Es besteht kein Zweifel, daß die Rundfunkhörerschaft von diesem Angebot weitgehend Gebrauch machen wird, so daß die deutsche Rundfunkindustrie einen neuen Auftrieb erhalten dürfte. Vom 5. April bis 7. Mai tagte in London unter Vorsitz von Ramsay MacDonäld die Internationale Zuckerkonferenz, die zunächst nur bekanntgab, daß das Abkommen unterzeichnet sei, aber Einzelheiten würden nicht veröffentlicht. Trotzdem ist nachträglich die Festsetzung der Ausfuhrquoten für den freien Markt bekanntgegeben worden. Sie belaufen sich auf 3 622 500 Metertonnen Davon erhält Kuba mit 940 000 Metertonnen den Hauptanteil, Holland mit Java zusammen geht noch darüber hinaus, und Deutschland darf 120000 Metertonnen ausfllhren. Das Kernstück der neuen Weltzuckerwirtschaft bildet der „freie Markt", der praktisch durch eine laufende internationale Ueberwachung der Weltzuckerwirtschaft verwirklicht wird. Die Haupt e i n fu h r länder für Zucker sind Großbritannien, die Vereinigten Staaten und China. Die Konvention bestimmt Produktionsbindungen zunächst für die Hauptverbraucher, dann enthält sie eine preispolitische Empfehlung, nach der die Mitglieder der Zuckerkonferenz aufgefordert werden, zu verhindern, daß eine Steigerung des Zuckerpreises entweder zu einer Mehrerzeugung oder zu einem Verbrauchsrückgang führt, und schließlich wurde unter Anerkennung der Tendenz der Großraumwirtschaft ein neues Gleichgewicht am Weltmarkt gesichert und der Ferne Osten als Gefahrenquelle möglichst ausgeschaltet, d. h. China als Verbraucherland wurde in engere Verbindung zum Haupterzeugerland Java gebracht. Die Weltzuckerwirtschaft kann jetzt gegen weitere Störungen als gesichert gelten. Nachklänge zur Krönungsfeier GrotzerErnpfang auf der derttschenBotschaft. London, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich der Anwesenheit der deutschen Abordnung zu den englischen Krönungsfeierlichkeiten hatten der deutsche Botschafter und Frau v. Ribbentrop am Donnerstagabend zu einem Empfang in der deutschen Botschaft geladen. Als Vertreter des Königs von England konnte der Botschafter sowie der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg den Herzog von Kent und dessen Gemahlin begrüßen. Mit ihnen waren f a st alle Abordnungen der bei der Krönung vertretenen mehr als 60 Nationen, der englischen Kronländer und Kolonien, zahlreiche Mitglieder des englischen Kabinetts und führende englische Politiker sowie fast das gesamte Diplomatische Korps und namhafte Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben der englischen Hauptstadt erschienen. U. a. Prinz und Prinzessin T s ch i t s ch i b u von Japan, Kronprinz Paul von Griechenland, der Graf von Flandern, Prinz Kyrill von Bulgarien, der Kronprinz von Saudi-Arabien, der französische Außenminister Selbes, der französische Generalstabs- chef G a m e l i n , der polnische Außenminister Beck, der türkische Ministerpräsident General I n a n ü , der tschechosloawische Ministerpräsident H odza, der ungarische Außenminister v. K a n y a und der kanadische Premierminister Mackenzie King. Von den Mitgliedern des englischen Kabinetts und führenden englischen Politikern sah man u. a. den Schatzkanzler Neville Chamberlain, den Außenminister Eden, den Lordsiegelbewahrer Halifax, den Kriegsminister Duff-Cooper, den Unterstaatssekretär im Foreign Office Sir Robert Vanfittart, den Ersten Seelord Chatfi e l d, Lord Londonderry, Lord Derby, den Bischof von London, den Lordmayor, den Herzog und die Herzogin von Marlborough, Lord Rothermere, den Herzog von Sutherland, den Reichsgeneralstabschef Sir Cyril De- v e r e l l, den Luftmarschall Lord Ellington, Lord Allen of Hurtwood, Sir Geoffrey Daw - s o n von der „Times". Von deutscher Seite nahmen an dem Empfang u. a. teil: Reichsleiter Bouhler, der Adjutant des Führers, Hauptmann a. D. Wiedemann, der persönliche Adjutant des Ministerpräsidenten Göring, Oberst Vodenschatz, der persönliche Adjutant des Stellvertreters des Führers, Leitgen, der persönliche Adjutant des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels, Ministerialdirektor Hanke, der Adjutant des Stabschefs Lutze, Gruppenführer Reimann. Den künstlerischen Höhepunkt des Abends bildete ein erlesenes musikalisches Programm, an dem die Kammersängerin Frida Leider und Margarete Klose sowie der Kammersänger Rudolf Bockelmann, sämtlich von der Berliner Staatsopfer, mitwirkten. Sie sangen, feinsinnig begleitet von Professor Michael R a u ch e i s e n , Lieder von Wagner, Schubert, Schumann, Brahms, Gluck und Wolf. Großer Erfolg der „Aheingold^-Auffühmng. In der Covent Garden Oper wurde am Donnerstagabend im Rahmen des Krönungsprogramms Wagners „R h e i n g o l d" aufgeführt, dem in den nächsten Tagen die weiteren Opern des Ring- Zyklus folgen werden. Die Aufführung unter der musikalischen Leitung von Wilhelm Furtwängler gestaltete sich zu einem großen Erfolg, an dem auch die führenden deutschen Sänger Rudolf Bockelmann (Wotan), Paul Schäffler (Donner), Fritz Wolff (Loge), Fuchs (Alberich), Erich Zimmermann (Mime), Ludwig Weber (Fasolt) und Margarete Klose (Fricka) einen starken Anteil hatten. Die Zuhörer zeigten ihre Begeisterung durch stürmische Beifallskundgebungen. Die Morgenblätter äußern sich mit größter Anerkennung zu der Aufführung. „Daily Telegraph" schreibt, daß die Oper wundervoll und ohne irgendeinen Mangel wieder- gegeben worden sei. Die „Times" spricht von einer idealen Aufführung. ■■■ M< L ... U ÄH W ||äfc Nachdem der König den Reichsapfel, den Krönungsring, das Zepter mit dem Kreuz und das Zepter mit der Taube erhalten hatte, nahm der Erzbischof von rrinterburn die Edwards-Krone vom Altar und fetzte sie dem König aufs Haupc. (Asfoeiated-Preß-M.) Deulsch-ilalienische Zusammenarbeit an der Befriedung Europas Außenpolitische Neve Graf Cianos.-Die Achse Nom-Berlin.-Spanien.-Der Westpatt. Italien und der Islam. Rom, 13. Mai. (DNB.) Außenminister Graf Galeazzo C i a n o hat in der Kammer zu den außenpolitischen Hauptproblemen Stellung genommen. Ausgehend von der Gefahr, daß sich Europa in zwei entgegengesetzte Lager spalten könnte, unter- trich der Minister die Tatsache, daß Mussolini seit der Uebernahme der Leitung der Außenpolitik immer hartnäckig das Ziel im Auge hatte, zu vermeiden, daß Europa sich in zwei feindliche Lager teilt und daß der Graben zwischen den Großmächten, den der Vertrag von Versailles schon tief genug gezogen hatte, unüberwindbar wird. 15 Jahre lang hat Italien versucht, eine Politik des Ausgleiches und der Zusammenarbeit zwischen jenen Ländern zu erleichtern, die der Krieg getrennt hatte, und hat zu diesem Zweck Europa wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, den materiellen und moralischen Bedürfnissen Deutsch- l a n d s entgegenzukommen, das im Rahmen des europäischen Wiederaufbauwerkes den ihm gebührenden Platz wie der einnehmen mußte. Man konnte vom deutschen Volk keine aufrichtige Mitarbeit erwarten, solange es unter der Last der Reparationen zerdrückt und in seiner Tätigkeit als souveräner Staat beschnitten blieb. Niemand kann in unserer Politik die Absicht sehen, gefährliche und bedrohliche Spaltungen herovrzu- rufen. Bei mehr als einer Gelegenheit hat die Politik Italiens und Deutschlands auf zwei parallelen Linien sich entfaltet. Besonders deutlich in bezug auf den Westpakt, in der Frage der Sicherheit Belgiens, in der österreichischen und in der Donaupolitik, ferner in der antibolschewistischen Stellungnahme, in den spanischen Angelegenheiten und besonders in der Nichteinmischungsfrage, in bezug auf die territoriale Integrität Spaniens und auf die Anerkennung der nationalen Regierung des Generals Franco. Wir haben feinen Block gebildet. Das politische System, das von Rom nach Berlin geht, ist eine Achse und nicht eine Scheidewand. Die Praxis hat bewiesen, daß die parallele Politik der beiden großen autoritären Staaten Europas einen höchst nützlichen Sicherheits- und Friedens- f a k t o r darstellt, einen Ausgangspunkt, auf den sich alle Kräfte, die die von der bolfche- wiftifchen Gefahr bedrohte Kultur retten und eine wirksame und dauerhafte Aufbauarbeit leisten wollen, In natürlicher Entwicklung ein- stellen werden ober bereits eingestellt haben. Die italienisch-deutsche Freundschaft hat die sozialen Schichten der beiden Länder bereits tief durchdrungen. Sie wird auch auf wirtschaftlichem Gebiet überall da, wo die beiden großen Nationen ihr wachsames internationales Verantwortungsgefühl beweisen können, durchgeführt werden. Bei der letzten Zusammenkunft in Venedig hat Italien seine Freundschaftspolitik gegenüber Oesterreich befestigt, das seinerseits die Protokolle von Rom und die deutsch-österreichische Vereinbarung vom 11. Juli 1936 als unabänderliche Hauptgrundlage seiner internationalen Tätigkeit beibehält. Mithin hat sich in der Freundschaft zwischen uns und Oesterreich nichts geändert. Wer diese Freundschaft in antideutscher Funktion sehen wollte, mag diese Hoffnung fahren lassen. Dem Faschismus liegt die Politik der „Extratouren" nicht. Wenn wir vor der Wahl einer Straße mit viel Umsicht und bedenklicher Ueberlegung vorzugehen pflegen, fo lassen wir uns, wenn die Entscheidung gefallen ist, nicht leicht vom Wege abbringen. Die Freundschaft mit Ungarn schlägt mit der Zeit und mit dem Gange der Ereignisse immer tiefer und stärker Wurzeln in den Herzen der beiden Völker, und in wenigen Tagen wird die ungarische Hauptstadt dem König und Kaiser begeistert zujubeln können. Nach einer kurzen Aufzählung der Gründe, die Italien zur formellen Anerkennung der Regierung des Generals Franco veranlaßt haben, erklärte Graf Ciano es für seine Pflicht, „auf die schweren Gefahren hinzuweisen, die von den periodisch wiederkehrenden Angriffen einer gewissen internationalen Presse, die gegenüber dem faschistischen Italien sich dauernd nur von einem Gefühl des Verärgertseins, des Hasses und von der Lüge leiten läßt, ausgehen. Wenn die jüngsten Wechselfälle einmal von der objektiven Geschichtsschreibung und nicht aus dem engen Gesichtswinkel einiger Zeitungen ausgezeichnet werden, dann wird man in endgültiger Form dokumentiert erhalten, daß die Leistungen des italienischen Freiwilligen in Spanien im Kampfe gegen die rote Tyrannei überall ganz auf der Höhe seines traditionellen Heldenmutes gewesen sind." Aebergehend zur Frage eines neuen ID e ff - Paktes erklärte Graf Ciano die Bereitschaft Italiens, „den Pakt zu erneuern und die alten Garantieverpflichtungen zu übernehmen, vorausgesetzt, daß b i e ursprüngliche, richtunggebende Struktur eine wesentliche Aenberung nicht erfährt. Das ist ber praktische Vorschlag, ben wir ben Mächten gemacht haben: Anstatt sich in doktrinären und vielleicht uferlosen Aus- einandersehungen über die Struktur neuer Sicherheitspakte zu verlieren, den alten Vertrag aufzunehmen, der sich bewährt hat, und ihn so zu modernisieren, daß er den Verhältnissen, die seit 1925 entstanden sind, entspricht. Das erste Ziel müsse darin liegen, ein Sicherheitssystem für Westeuropa wiederaufzurichten, das einen bestimmten Zweck und einen klar umriffenen Charakter haben müsse, um dauerhaft zu fein. „3n dieser Richtung werden wir Weiterarbeiten. Wir erklären jedoch, daß wir der Einberufung einer Konferenz solange nicht zustimmen werden, als nicht sorgfältig durchgeführte Vorarbeiten die unbedingte Gewähr für positive Resultate derselben geben.“ Der Minister bezeichnete das i t a l i e n i s ch - s ü b - slawische Abkommen als einen neuen Beweis für ben Anteil, ben Italien am Werke bes Wiederaufbaues nehme. Er erinnerte an feinen Be- juef) in Albanien, an bie Klärung, die in ben Beziehungen mit ber Türkei ftattgefunben habe, unb an die Herzlichkeit ber mit Griechenlanb, Rumänien unb Bulgarien bestehenben Be- Ziehungen. r der arabischen mohammebani- Ichen Welt unterhalte Italien bie besten unb freunbschastlichsten Beziehungen, was auf einer natürlichen Notwenbigkeit beruhe, ba bie arabischen x ^Ler-t$u Ler Entwicklung bes Mittelmeerlebens durch ihre fruchtbare unb intensive Tätigkeit beitrugen. „In unserer Jslampolitik braucht man nicht Elemente einer brvhenben Störung unb Untergrabung ber Stellung anderer Staaten zu suchen. Denjenigen aber, die behaupten, baß biefe öer Beziehungen mit ben Arabern emen Mangel an internationaler Solibarität bedeuten, kann man leicht antworten, baß einige obenbländische Mächte einen ganz an bereit Mangel an internationaler Soliba- rität bewiesen haben, als sie sich zur Verteidigung eines Sklavenhänblerregi- mesgegen bie Kultur Roms zusammen- schlossen. Das Echo in Paris. Paris, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) „Matin" kennzeichnet bie Rebe bes Grafen Ciano als gemäßigt, ruhig unb ausgereift, sowie als neue Beteuerung bes aufrichtigen Friebenswillens ber römischen Regierung. „Petit Parisien" schreibt, durch bie Bemerkung, baß bie beutsch-italienische Annäherung keiner Staatenblockdilbung gleichkomme, habe Graf Ciano Englanb unb Frankreich über ben Zweck ber heutigen beutsch-italienischen Fühlungnahmen beruhigen wollen. Die Rebe zeigte ben offenfunbigen italienischen Wunsch, aus ber k ü h- len Atmosphäre herauszukommen, bie bie französisch-italienischen Beziehungen in ben letzten Monaten gekennzeichnet habe Insofern könne bie Rebe mit Genugtuung unb Sympathie aufgenommen werben. Das „Journal" bemerkt, Graf Ciano habe sorgfältig alles vermieden, was bie Mißverstänbnisse mit Lonbon unb Paris verschär- fen könnte. Man könne einen Wunsch nach Rückkehr zu ben guten Beziehungen von 1935 herauslesen. tabinetts '?n u. q. hln- den e®Qbier 0 »Per, Sir Ro- $ht. r b Y, den °r, den rough, uther- )ri[ De, n9ton, I Dav)- PHä ; %rP5 ir«f »0 ,putzen, ■ralffQb5. tn a n ü Hm« er kana- ®mPfang Adjutant mann, äsidenten ersönliche . Leit- hspropa- rldirektor e, Grup, n Höhe- jikalijches Frida owie der , sämtlich Sie Jan« Michael Schubert, 1g. Donners- ■ogramms dem in >es Ring- unter der Furt- n Erfolg, nger Ru- er (Dom ch), Erich ifolt) und n Anteil mg durch lenblätter der Auf- die Oper wieder- in einer Patt. erklären einer in wer- Vor- ir posi- fch'siid' leuen Be> Werke der seinen )ie in den iden habe, enlano, enden > nedani' lösten und auf einer arabischen meerlebens tigteit btt' it braucht örung u" Staaten daß d'kl . Arabern üaritäf, ?e‘ daß emi9 andere» Solid" Lertes' (etrefl1 jUfdWBI* "neue »’ '”'w* >1* WS kreich ische»L ö dir in n tön"' M. Arn! lerU' fii( .5$ Heute Zusammentritt der britischen Reichskonferenz in London. London, 14. Mat. (DNB. Funkspruch) Im Londoner St.-James-Palast wird am Freitag die Weltreichskonferenz eröffnet. An den Besprechungen nehmen Vertreter Englands, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Südafrikas und Indiens teil, während Burma und Südrhodesien nur durch Beobachter vertreten sind. Der Irische Freistaat hat es ab gelehnt, an der Konferenz teilzunehmen. Der Vorsitzende wird Baldwin sein. Dann wird die Konferenz Unterausschüsse aufstellen zur Behandlung der verschiedenen Fragen, jedoch nicht für Fragen der Außenpolitik und der Landesverteidigung. Damit werden sich die Führer der Abordnungen in unmittelbarer Aussprache beschäftigen. Die „Time s" schreibt, daß die Umstände, unter denen die Weltreichskonferenz Zusammentritt, an die des Jahres 1911 erinnere, als die zunehmende internationale Spannung die britische Regierung gezwungen hätte, ihre Rüstungen neu vorzubereiten. Jedoch sei die gemeinsame Abscheu vor dem Kriege viel stärker als im Jahre 1911. Der britische Staatenverband habe den Wunsch, den Völkerbund zwecks Förderung der internationalen Zusammenarbeit wieder zu beleben. Das Blatt fordert eine Neuauslegung der Völkerbundssatzung, die allgemein annehmbar und unter den gegenwärtigen Zuständen anwendbar wäre. Es sei klar, daß keiner der britischen Staaten bereit wäre, eine automatische Verpflichtung, zum Krieg zu schreiten, anzuerkennen oder ohne weiteres an einem.Dölkerbundskrieg teilzunehmen. Selbstverständlich wurden sich die Dominien jede Entscheidung über ihre Beteiligung an einem Kriege Vorbehalten. Was die Zufammenarbeit' in Rüstungsfragen angehe, so spiele, z. B die B e - reitstellung und Verteilung von Luft- und Flotten st ützpunkten eine große Rolle. Ein starkes und einiges Weltreich könne es sich leisten, dem gegenwärtigen außenpolitischen Konfliktsstoff an die Wurzel zu gehen und hie Möglichkeit einer Vereinbarung in Westeuropa und anderswo auszuschöpfen. „Daily Telegraph" schreibt, daß der britische Staatenoerband einen wirklichen Völkerbund darstelle, über dessen Politik ein möglichst großes Mäß Dort Vereinbarungen erzielt werden müsse. In wirtschaftlicher Hinsicht sei bekannt, den Handel innerhalb des britischen Reiches soweit wie möglich auszubauen. Dieses Ziel sei vereinbart mit dem Wunsch Englands und der Dominien, ihre ausländischen Märkte zu vergrößern und damit den Welthandel zu fördern. Das Standbild Georgs II. in Dublin zerstört. London, 13. Mm. (DNB.) Das Reiterstand- bild König Georgs II. in Dublin wurde in den Morgenstunden des Donnerstag durch eine Bombe vollkommen zerstört. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Im November 1928 war schon einmal ein Anschlag auf das Standbild verübt worden. Das Attentat wurde anscheinend m i t Hilfe einer Bombe mit Zeitzündung ausgeführt. Die Durchführung läßt erkennen, daß die Täter Leute gewesen sein müssen, die im Umgang mit Sprengstoff geübt sind ■A - ■ - ™ x »/ 1 N M Englands Köntgspaar dankt für die Huldigungen vom Balkon des Buckingham-Palastes. In ihrer Mitte Prinzessin Elisabeth, die Thronfolgerin, und Prinzessin Margaret Rose. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Lustschiff jedem Flugzeug überlegen." London, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) In Zuschriften an den „Daily Telegraph" weisen englische Luftfahrtsachverständige auf die Vorteile des Luftschiffes gegenüber dem Flugzeug im Fernverkehr hin. Der Herausgeber der Zeitschrift „The Airship" Lord Ventry, schreibt u. a., daß die Luftschiffe den Fahrgästen größere Bequemlichkeiten boten und sich durch ihre G e - räuschlosigkeit und den ruhigen Gang auszeichneten. Ferner sei das Luftschiff in der Lage, ohne Gefahr die dichte st en Nebelbänke zu durchfliegen und jedes Wetter zu umgehen. Auch die Feuersgefahr sei gering, wenn die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Ein großer Vorteil der Luftschiffe gegenüber den geplanten Transatlantikflugbooten sei ferner das große Ladegewicht und die Reichweite. Schließlich müsse man sich daran gewöhnen, daß die beiden deutschen Luftschiffe „Gras Zeppelin" und „Hindenburg" bis Ende 1936 39348 Menschen ohne Zwischenfall befördert hätten. Auch ein mit Helium gefülltes Luftschiff wäre trotz der hohen Kosten und der etwas verringerten Hubkraft jedem Flugzeug weit überlegen. Kein Anhaltspunkt für einen Anschlag auf LZ. »Hindenburg". Das Neuyorker Polizeipräsidium hat bekannt- gegeben, die drei Detektive, die die Trümmer des Luftschiffes „Hindenburg" untersuchten, hätten keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, daß etwa durch eine Bombe oder ein Explosivgeschoß die Zerstörung des Luftschiffes verursacht worden wäre. Im Zusammenhang damit ist bemerkenswert, daß die Polizei in New Jersey auf Anfrage bestätigt hat, während der letzten Jahre sei wiederholt auf Flugzeuge in der weiteren Umgebung von Lakehurst geschossen worden. Auch der bekannte Transozeanflieger Clarence Chamberlin erklärte, kürzlich seien Anschläge auf zwei Flugzeuge verübt worden, der letzte am 2. Mai. Eines der Flugzeuge sei auf dem Flugplatz in Bendix mit durchschossenem Benzinzuleitungsrohr angekommen, das andere habe ein Loch im Flügel gehabt. Wie jetzt auch bekannt wird, wurde bereits 1930, als das Luftschiff „Los Angeles" noch im aktiven Dienst stand, auf dieses wie auch auf das Starrluftschiff „ZMC 2" in den Jahren 1928, 1932 und 1935 geschossen, als die Luftschiffe über das südliche New Jersey flogen. Die „Los Angeles" blieb unbe- 'chädiat, aber „ZMC 2" wies mehrere Schnßlöcher und Beulen auf. Die Flugbehörden haben auch mehrfach Beschwerden und anonyme Telephonanrufe erhalten, in denen die Flieger gewarnt wurden, nicht niedrig über New Jersey zu fliegen, sonst würden die erzürnten Bewohner sie mit Kugeln durchlöchern. ♦ Dr. Eckener erklärte nach der Ankunft der deutschen Untersuchungskommission in Neuyork amerikanischen Pressevertretern gegenüber, eine Aeußerung über das Unglück sei erst nach der Anhörung von Zeugen und der Untersuchung des Wracks möglich. Er dankte aufrichtig für die zahlreichen aus Amerika in Deutschland eingetroffenen freundschaftlichen Kundgebungen des Vertrauens zu den Luftschiffen. — Die deutsche Kommission hat sich bald nach der Ankunft nach Lakehurst begeben. * Nach Mitteilung der Aerzte, die Kapitän P r u ß behandeln, ist sein Befinden derart, daß direkte Lebensgefahr nicht mehr besteht. Der Erste Offizier des „Hindenburg", Sammt, durfte bereits am Donnerstag das Bett verlassen und konnte schon Besucher empfangen. Ebenfalls erfreuliche Mitteilung kommt aus dem Neuyorker Lenox-Hill-Kränkenhaus, in dem 13 Verletzte untergebracht find. Der aufopfernden Pflege der Aerzte und des Personals ist es gelungen, die mit schweren Verletzungen Eingelieferten soweit zu bringen, daß sie seit heute ebenfalls außer Lebensgefahr sind. Explosion auf einem britischen Zerstörer London, 13. Mai. (DNB.) Während einer Patrouillenfahrt zum Zwecke der Nichteinmischungskontrolle erfolgte an der Südküste Spaniens fünf Meilen von Almeria entfernt eine Explosion auf der Wasserlinie des Schiffes HMS „Hunte r". Ursache unbekannt. Es heißt, daß das Schiff von dem im Besitz der spanischen Bolschewisten befindlichen Zerstörer „Lazaga" in den Hafen von Almeria eingeschleppt worden sei. „Hunter" ist ein Zerstörer. Er hat eine Tonnage von 1400 Tonnen und steht erst seit 1936 im Dienst. Dazu meldet Reuter aus Gibraltar, es gingen Gerüchte um, daß die Explosion durch eine Mine oder durch „Bombardierung durch ein n a t i o n a l s p a n i s ch e s Flugzeug" verursacht worden sei. Die Zahl der Toten beträgt 8, die der Verwundeten 24. Der Kommandierende Admiral des 3. Kreuzergeschwaders wird auf dem Kreuzer „Arethusa" in Almeria erwartet. Das Flottillenführerschiff „Hardy" befindet sich auf dem Wege von Gibraltar nach dem Hafen von Almeria, in den der Zerstörer „Hunter" eingeschleppt worden ist. Alle Tugenden eines, guten Tabaks sind in dieser Cigarette vereinigt. C/G„ _ MUs M-rr-SM 1 Ä be- die Glückwünsche der Medizi- ! Für die Festtage .95 Photo — Kino, Kreuzplatz 9 Da greifen auch Sie gern zu: Paket 22 Pfq. Doppelpaket nurWfq. Bauer Fahrräder Heute 1 jCyb^na Dr.Thompson's Stadttheater DasJHtbewährte zum Scheuern, SchrubbenPufyen Am 13. Mai 1937 wurde im Reichsfinanzministerium von dem Königlich Niederländischen Gesandten, Dr. Ritter von Rappard, und von Ministerialdirektor Professor Dr. Hedding ein1 .95 .95 .50 -.75 -.75 -.40 -.75 -.85 -.75 1.15 Universität, sprach nifchen Gesellschaft der Doppelbe- und Vermögen und auf steuerlichem Ge- Der Stolz der Familie... Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Seidene Kniestr. mple........... S zdene Filet-Kniestrümpfe...... Knlestrttmpfe, Seide plattiert.... Elegante seidene Damennnterröcke Seidene Nachthemden........... Vertrag zur Vermeidung steuerung von Einkommen zur Regelung anderer Fragen biet unterzeichnet. 1.50 -.95 1.95 1.65 4.15 8.50 Vornehm I Geschmackvoll l Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zu mäBigen Preisen Brühl’sche Druckerei. Sckulstr. 7, Ruf 2251 folger in der Parteileitung bezeichnet hatte. Rykow, der einen Schlaganfall erlitten haben soll, liegt noch im Moskauer Krankenhaus: Bucharin soll sich bereits in der Verbannung befinden. Gießen, Kreuzplatz 15 k 3402 D j Hunderten bodenständig ist. In der Hauptsache aus Bauern und Handwerkern bestehend, hat sie aber auch zu allen Zeiten unserem Vaterlande viele be- deutende Männer geschenkt, insbesondere Soldaten, Wissenschaftler, Theologen und Aerzte. Ministerial- direktor i. R. Wittich in Berlin-Wannsee, Am Bir- kenhügel 10, beschäftigt sich seit einem Jahrzehnt mit der Erforschung dieser Familie- und hat 1930 einen Familienverband gegründet, der alle Zweige dieses weit verbreiteten Geschlechts umfaßt und alljährlich zu Pfingsten seinen Familientag abhält. In diesem Jahre tagen die Wittich-Familien an den beiden Pfingstfeiertagen in Weimar. Bucharin und Bykow im Geheiwverfahren verurteilt. Moskau, 13. Mai. (DNB.) Wie erst jetzt aus. Professor Iahder über- des Nationalsozialistischen Do- Große Palme und elektrischer Kühlschrank zu kaufen gesucht Schr.Angeb. mit Preisangabe u. 02458 a.d.G.A. WcAÜvV>eAL Der in Berlin weilende polnische Iustizminister Grabowski reiste nach Warschau zurück. Er ist vom Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, zum korrespondierenden Mitglied der Akademie ernannt worden. * Die deutsch-polnischen Unterhandlungen über die Regelung der Angelegenheit des Fürstlich Pleßschen Konzerns und die Regelung der Schulden dieses Konzerns haben zu einem Einvernehmen geführt. Die Vermögensobjekte des Fürsten von Pleß liegen sowohl in Polen als auch in Deutschland und sind in beiden Ländern zu Gunsten von verschiedenen, insbesondere deutschen Gläubigern stark belastet. Die Regierungen haben Richtlinien aufgestellt, die eine Grundlage für eine Ordnung der finanziell-wirtschaftlichen Verhältnisse im Pleß-Kon- zern bilden sollen. Bohnenstangen Erbsenreiser BaufflDlähle RosenDl&hle 1. Irisier Stelnstr.73.Tel.3581 Carl Sommer Gießen 3386A Bahnhofstraße 14 Das Haus der zufriedenen Kunden s a tz von Reichsmitteln erforderlich. Diese Mittel werden durch Belastung des aus dem Ausland eingeführten Rohkautschuks gewonnen werden. Der Zoll, der zunächst auf 125 Mark für einen Doppelzentner festgesetzt worden war, soll bei stärkeren Schwankungen des Rohkautschukpreises erhöht oder gesenkt werden, um den Inlandspreis für Rohkautschuk und damit auch die Preise für Kautschuk- Fertigerzeugnisse dauernd möglichst gleichmäßig zu gestalten. Die Einnahmen aus dem neuen Zoll dienen lediglich der Finanzierung der neu zu errichtenden Buna-Anlagen. Nach der Erfüllung dieser Zweckbestimmung ist die Wiederaufhebung des Zolles in Aussicht genommen. Kleine politische Nachrichten. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg stattete am Donnerstagvormittag dem Premierminister Baldwin sowie Außenminister Eden einen Besuch ab. Baldwin empfing ferner eine Reihe anderer ausländischer Vertreter. Der neue deutsche Botschafter in Washington, Dieckhoff, traf mit dem Dampfer „Europa' in Neuyork ein. Er wird der Nachfolger des Botschafters Luther. Mit ihm traf die deutsche Un- tersuchungskommi^sion ein. Im Beisein zahlreicher führender Männer aus Partei, Staat, Wehrmacht und Verkehrswesen wurde die neue Reichsautobahn Ham - b u r g—L übeck durch Generalinspektor Todt feierlich dem Verkehr übergeben. Büstenhalter, Seide mit Tüllspitze .... Büstenhalter, Atlasseide mit Tüllspitze Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeork canffurt Während an der Westküste Frankreichs eine vom Atlantik heranziehende Störung Eintrübung und Regenfälle brachte, hat der über Osteuropa erfolgte Vorstoß subtropischer Warmluft über der Ostsee ebenfalls Störungstätigkeit entwickelt. Die in unserem Bezirk am Freitag eingetretene Wetterberuhl- gung und Aufheiterung dürfte daher nur von vorübergehender Dauer sein. Unter dem Einfluß der östlichen Störungen werden wir allmählich in den Bereich einer kühleren Luftströmung geraten, wobei wieder Bewölkungszunahme und stellenweise auch Schauertätigkeit zu erwarten ist. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt mit häufigen Aufheiterungen, nur vereinzelte Schauer, etwas kühler. Aussichten für Sonntag: Vielfach aufheiternd, nur geringe Niederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 12,9 Grad: am 14. Mai: morgens 10,3 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum heute nacht 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 15 Grad: am 14. Mai: morgens 12 Grad. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. tannt wird, wurden im April die ehemaligen Limousine gut erhalten,geg. Kasse zu verkauf. Kraftfabrzeug- Revaratur E. Aßmann Hitlerwall Nr 7. Tel. 3248. Junger, gewissenhafter und fleißiger Reisender aus der Lack- und Farbenbranche in sofortige Stellung nach größerer Stadt Hessen-Nassaus gesucht. Schriftliche Angebote mit lückenlosem Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Lichtbild unter 3393D an den Gieß. Anz. erbeten Presse wurden auch sie Landesverräter" genannt. Auf der Plenartagung des Zentralkomitees der bolschewistischen Partei vom Anfang März des Jahres waren sie angeblich noch einmal zur „Selbstverteidigung" aufgetreten. Das Zentralkomitee hatte sie damals aus der bolschewistischen Partei ausgeschlossen und der GPU. übergeben. Nun ist in einem der Üblichen Geheim- verfirhreu der Stab über die letzten markanten Vertreter der früheren „Rechten" gebrochen worden. Bucharin ist der letzte bolschewistische „Politiker", den Lenin in seinem politischen Testament als Nach- Blütenzweig und Maisonne.... und tausend herzerfreuende Motive erwarten uns draußen! „Licht und Schatten“ machen hier Gegenlichtaufnahmen und raten Ihnen, das auch öfter zu tun! Die Bilder werden viel kontrastreicher, lebendiger und stimmungsvoller. Wie mans mit Erfolg macht, welchen Film man verwendet, das sagt Ihnen gern Zu Pfingsten Seidene Hemdchen Seidene Schlüpfer Büstenhalter......... „Rechtsoppositionellen" Bucharin und Rykow von einem Spezialkollegium der GPU. im geheimen Verfahren zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der Spruch ist nicht öffentlich bekanntgegeben worden. Schon seit dem Sinowjew-Prozeß wurden Bucharin und Rykow und ihr Anhang den dort verurteilten Radek, Pja- takow und Genossen als „Staatsfeinde" gleichgestellt und heftig verfolgt. In der Agitation der " " 1 ' " .Banditen, Mörder und brachte die Grüße .. _ _ ., „ , , e zentenbundes. Er betonte, daß sich die Teilnehmer zu einer kameradschaftlichen Aussprache zusammenfinden müßten. Professor Dr. Lampert dankte im Namen der Veranstalter der Stadt und der aus der uro^er e 2389A Bornemann, Gießen, Bahnboistr.17 er knipst die fa- belhafte[ten5'a- ABse™*» dien mit einer qans billigen Kamera * z 20—22.30 Uhr 3282 D 32. Freitag Miete Die Kleider meiner Fran Lustspiel von Frank. Preise von 0.60 bis 3.00 Mk. Gebrauchter MeriWkii Mk.18-20 zu verkaufen. 02468 Sonnenstr. 11 iV. Erfolg der ersten Frankfurter Konferenz im März vergangenen Jahres habe die Absicht bestärkt, damit eine ständige Einrichtung in Frankfurt zu schaffen. Professor Platzhoff, der Rektor der empfehle ich meine bekannt guten WEINE Liköre, Weinbrände, Sekt sowie Apfelsaft und Traubensaft Fritz Hahnemafln GIESSEN 3390 a Plockstrabe 12 Telephon 2196 Wer einen größeren Garten hat, braucht jetzt: Gummischlauch, Armaturen, Schlauchwagen, Rasensprenger. Diese und auch alle anderen Gartenoeräte sind billig bei J. B. Häuseri Gießen, a Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145 - 2146 Universität. Aufgabe der Konferenz sei das Ringen um eine neue deutsche Heillehre. 42. Hauptversammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft in Graz. In Graz ist die 42. Hauptversammlung der D e u t- schen Bunsen-Gesellschaft durch ihren Vorsitzenden, Geheimrat Schenk, eröffnet worden. Aus dem Deutschen Reich sind 300 Männer der Wissenschaft und Praxis erschienen. Viele Staaten sind durch bekannte Persönlichkeiten vertreten. Begrüßungsansprachen hielten Sektionschef Dr. Loe- b e n st e i n namens des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg, der steierische Landesstatthalter und andere. Nach dem Festakt begann die wissenschaftliche Arbeit. Im ganzen sind 60 Vorträge angemeldet. Familienverband Witttchsg). Eines der ältesten deutschen Geschlechter ist die Familie Wittich oder Wittig, die in He s s e n , Thüringen, Franken, Sachsen und Schlesien seit Iahr- 3um Verbot der hündischen Jugend. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Das Geheime Staatspolizeiamt weist darauf hin, daß durch Erlaß vom 8. Februar 1936 alle Gruppen und Vereine der bündifchen Jugend (Grohdeutscher Jugendbund, Deutschmeister Jungenschaft, Deutsche Jungenschaft vom 1. 11., Trucht, Deutsche Freischar, Stromkreis, Nerother Wanderoogelbund, Verein zur Erhaltung der rheinischen Jugendburg, das Graue Korps usw.) aufgelöst und verboten sind. Danach wird bestraft, wer sich im Sinne der aufgelösten Gruppen und Vereine betätigt, sie unterstützt, ihren Zusammenhalt aufrechterhält oder auf andere Personen, insbesondere auf Jugendliche, zum Zwecke der Fortsetzung der bündifchen Betätigung einwirkt. Einfuhrzoll für Rohkautsckuk. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Die Herstellung künstlichen Kautschuks (Buna) zu fördern, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Dierjahres- planes. Die beträchtlichen Kosten für die Erstellung der Buna-Anlagen können von der Industrie nur zum Teil aufgebracht werden. Um die restlose Finanzierung sicherzustellen, ist der Ein- Das stabile deutsche Marken- rad von spielend leichtem Lanf Alleinverkauf: Neustadt 20. — Beachten Sie meine Ausstellung Kirchenpl. 9 3394D LMM, tiiesHhieleen Innen können — sie machen eben in ihrerKleidung einen guten Eindruck und cer entscheidet immer. Doch jederwird dieses Kompliment hören, wenn er den Fachmann zu Rate zieht I Und daran zweifle ich nicht — auch Sie werden einst auf meine Fer- tigWeidung schwören! 1 In P a r i s ist als Folae der Erhöhung der Mehlpreise auch der Preis für das Kilogramm Brot auf 2,35 Franks heraufgesetzt worden. Streiks — Lohnerhöhungen — Preisheraufsetzungen, das sind die Folgen des marxistischen Dolks- frontexperiments. Kunst und Wissenschaft. Zweite Frankfurter Konferenz für medizinisch-naturwissenschaftliche Zusammenarbeit. 'In Frankfurt findet in diesen Tagen die 2. K o n- ferenz für medizinisch-naturwissenschaftliche Zusammenarbeit statt. Die Tagung beschäftigt sich mit der Erforschung und Praxis der Wärmebehandlung in der Medizin einschließlich Diathermie und Kurzwellentherapie. Die Konferenz wurde von dem Vertreter des Reichsärzteführers Professor Dr. Wirz und von Professor Dr. Ra j e w e s k y eröffnet. Bürgermeister Linder hieß die Teilnehmer willkommen. Der , Steyr- | Empfehlungen Limousine I ... ......... 8 40 PS in der Cubana- Werbe-Tüte - unser neues Angebotl Ein Einsteckbeutel mit 5 Zigarren In verschiedenen Facons - jede etwas anders Im Geschmack, jede aber sehr fein und mild im Aroma! und vor allem: vergessen Sie nkht den preiswerten Sommerhnt. Große Auswahl in allen Farben schon für R -i .2.75.Schöne kleidsame Modelle. Seidendreiecktücher nnd Langschals ... 1.25 -.95 =Sturm GIESSEN - MARKTSTRASSE 17 __________________________________________________3400 A Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder^ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Mlige jüngere Brall fiir Büro erfahren in Buchführung gesucht. Perfekt in Steno und Maschine erforderlich. WeMM wegzugshalber zu verkauf. o245o Näheres Büro Walltorstr. 43. Dunkel poliertes Schlaf- zimmer billig zu verkauf. Karl Stfllraih Asterweg 47 l^v national- Registrierkasse für 6 Nollen, gut erhalten, zu verkaufen. Schriftl. Anfragen unter 02459 an den Gießen. Anzeig. 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Von Brasilien kam das Menagerie-Schiff „City of Rayville“ in Neuyork mit einer Ladung prächtiger Exemplare der brasilianischen Tierwelt an, um den zoologischen Gärten der Vereinigten Staaten neue Vögel, Reptilien, Fische und Raubtiere zuzuführen. Während der Ueberfahrt hatte das Schiff, als es noch in den tropischen Gewässern war, ein aufregendes Abenteuer. Aus einem eisernen Käfig war eine sieben Meter lange Riesenschlange entflohen, ohne daß es zunächst jemand bemerkte. Plötzlich aber erschien sie in den Gängen, zwischen den Kisten, vor den Fenstern der entsetzten Mannschaft und vor den Passagieren und rief überall eine Panik hervor. Es erwies sich als unmöglich, sie wieder einzufangen, und der Kapitän ließ sie nur beobachten, da er annahm, daß die größere Kälte in höheren Breiten da^ riesige Tier bald lärmen würde. Das geschah auch in der Tat In dem Maße wie die Temperatur sank, kroch die Riesenschlange an Deck den Strahlen der Sonne nach, bis sie sich schließlich um eine Winde im Schiffvor- verteil wickelte. Dort blieb sie halb gelähmt während während der ganzen Fahrt bis zum Hafen. Hier erweckte der Tierbändiger E. S. Ward die Schlange mit einer starken Heizlampe, und dann gelang es ihm, mit Hilfe dieser Lampe, der das Reptil immer nachfolgte, sie in den Käfig, den man auf Deck aufgestellt hatte, zurückzubringen. Im Vorprogramm läuft ein Kulturfilm mit spanischen Landschaften, die Wochenschau und em Vorspann zu „Krach und Glück um Künnemann . Hans Thyriot. leistet. Sie stachen Fernsprechleitungen an, lauschten die Gespräche der einzelnen Stationen ab und gaben sie sogar über ihren selbstgebauten Zweiröhrenverstärker'in den Lautsprecher. Umgekehrt ärgerten diese auch die „Strippenzieher", indem sie in die angezapften Leitungen hineinsummten, morsten und sprachen. Darüber wäre es beinahe zur Keilerei gekommen. Sie versuchten sogar auch Rundfunkmusik auf die Leitung zu geben.'Das klappte aber nicht ganz. Wenn man bedenkt, daß alle Geräte von den Hitlerjungen in vielen Winterabenden selbst gebaut wurden und daß diese Hebung erstmalig die Brauchbarkeit ihrer Werkarbeit unter Beweis stellen sollte, so kann man sich die Freude der Hitlerjungen am Gelingen vorstellen. Alles hatte wirklich vorzüglich geklappt! Beim Blinken wurden trotz der sehr ein- kopf besetzt." — Solches und Aehnliches mehr konnten am Sonntagnachmittag Spaziergänger an der Rödgener Straße aus einem Lautsprecher hören. Und das kam so: Die Nachrichtenschar des Bannes 116 führte eine kleine Hebung mit dem Gerät durch, das sie sich im Winter zusammengebastelthatte: DieBlin- k e r bauten drei gut getarnte. Blinkstellen aus und waren bald eifrig an der Arbeit. Ein Blinkspruch nach dem andern wurde durchgegeben. Die Funker errichteten eine Morsehöranlage an zwei Stellen im Gelände in Das Staatstheater am Gendarmenmarkt erfüllt seine Aufgabe, die Meisterwerke großer klassischer Kunst zu spielen, Jürgen Fehling, dessen monumentaler „Richard IH."^Aufsehen er- Das Prado-Museum zu Madrid. Don Ernst v Niebelschiitz Die spanische Akademie für Geschichtskunde und das Komitee der Museumsoerwaltung des Prado erheben schärfsten Protest gegen die etwaigen Verkäufe gestohlener Gegenstände des spanischen Kunstschatzes, die als ungültig zu betrachten sind. Seit Monaten wird um die spanische Hauptstadt ein erbitterter Stellungskrieg geführt. Unermeßliche Kunstwerte drohen der Kulturwelt verloren zu gehen, u. a. auch die Gemäldegalerie des Prado-Mu- seums. Niemand weiß Sicheres über ihren Verbleib. Man spricht von großen Verkaufen nach Amerika, andere wollen wissen, daß der größte Teil der Gemälde in Valencia in sicherem Gewahrsam sei. Wie uns dünkt, haben wir zur Sorge mehr Anlaß als zur Hoffnung. Unter den großen europäischen Gemäldesammlungen nimmt der Prado — der Name bezieht sich auf eine schon von Lope de Vega besungene Wiese (pratum) — schon insofern eine Sonderstel- Heber allen Plänen für die Pfingstfeiertage seien die reichen Schätze des Oberhessischen Museums, der Gailschen Sammlungen und des Museums für Völkerkunde nicht vergessen. Viele Fremde werden während dieser Tage in Gießen weilen. Für diese, für alle daheimgebliebenen Volksgenossen wer- die Sammlungen im Alten und Neuen Schloß Spätgotische Madonna aus dem Kloster Arnsburg. (Aufnahme: Oberhessisches Museum.) an beiden Festtagen von 11 bis 13 Hhr zugänglich sein. Schon allein wenige Stücke lohnen den Besuch. Wir erwähnen hier besonders die vor wenigen Wochen unter fachkundiger Hand in Kassel wiederhergestellte sogenannte Arnsburger Madonna. Allein vier Hebermalungen mußten heruntergenommen werden, um die alten Farben wiederzugewinnen. Es ist klar, daß vieles durch den Zahn der Zeit vernichtet worden ist. Trotzdem ist das Meisterwerk durch die Restaurierung zu neuer Pracht wiedererstanden. Die Arnsburger Madonna ist in spätgotischer/ Zeit zwischen 1400 und 1430 entstanden. Sie ist wohl eines der bedeutendsten Stücke, das je von einem hessischen Meister geschaffen worden ist. Schon dieses Werk allein ist eines längeren Verweilens würdig. Darum noch einmal: Besucht an Pfingsten die reichen Gießener Sammlungen! Durch die Anteilnahme aller Volksgenossen kann die Neuordnung im Gießener Museum bestimmt weit besser und schneller vorwärts getrieben werden. bildete Krank e". Man kennt Aufführungen, die aus dem Moliereschen Spiel eine prosaischrealistische Krankengeschichte machen, in der die Medizinflaschen und Klistiere des Herrn Argan im Mittelpunkt stehen. Hier aber wird alles auf die Höhe einer reinen spielerischen Heiterkeit erhoben. Musik (von Mark Lothar) leitet das Spiel ein und begleitet es, Musik ist in der Verteilung der einzelnen Stimmen. Musik und Tanz gibt es am Ende des zweiten Aktes, als das von Moliere geforderte Ballett tzwirklich auf der Bühne erscheint, und das Szenenbild Rochus Glieses mit den wunderschön abgetönten Kostümen, gibt zahllose Gelegenheiten, immer neue und reizvolle Farben- Stimmungen zu entfalten, deren bunter Reigen die Handlung bis zum Ende durchzieht. Hier zeigt ein bedeutender Spielleiter, wie eine solche Komödie aus dem Geiste des Dichters beispielhaft anzulegen, aufzubauen und durchzuführen fei; wie man ausgelassen, toll, wirbelnd, grotesk und marionetten- haft spielen kann, ohne Stil und Kultur der Aufführung zu verletzen. Das beweisen auch die Mitwirkenden, Aribert Wäscher, der eingebildete Kranke, ein Komiker von hohen Graden; die mario- nettenhaft unbeteiligte Frau Pamela Wedekinds, die grotesken Aerztegestalten (Paul Bildt, Clemens Hasse, Albert F l o r a t h), der Bruder Will Dohms und das Liebespaar Lotte Bettes und Hannsgeorg Laubenthals, endlich die sprudelnd-übermütige Toinette Maria den regelmäßigen Einstellungen von Be- für die Führerlaufbahn im Reichsarbeitsdienst finden zum 1. Oktober 1937 zusätzlich Einstellungen von solchen Bewerbern aus dem Gau Hessen-Nassau statt, die zu diesem Zeitpunkt ihren war gewachsen. Jeder hat gemerkt, woraus es an» und was noch zu bessern ist. Dieser volle aber wird der Ansporn sein zu neuer Von tiefer Ehrfurcht vor Äort und Wesen des Werkes war auch Lothar M ü t h e l s Inszenierung von K l e i st s „A m p h i t r y o n" erfüllt, der zehn Jahre in Berlin nicht mehr gespielt worden war. Müthel ließ der Komödie, in der zugleich eine Tragödie verborgen liegt, ihre Zwiespältigkeit, ohne zu versuchen, das komische oder das tragische Element in der Auffühung stärker durchzuzeichnen, als es Kleist in der Dichtung tat. Zwei ssomiker von hohem Rang, Will Dohm als köstlicher Sosias und Aribert Wäscher als sprachlich außerordentlich präziser und darstellerisch hintergründiger Merkur, sowie Käthe Haack als Charis durften aus dem Vollen des Lustspiels schöpfen. In Günther H a - dank stand ihnen ein heftig ausbrechender Amphi- tryon und in Hilde Meißner eine Alkmene von antikischer Schönheit und demütig-stolzer Liebesfähigkeit gegenüber. In der Mitte ragte die prachtvolle Leistung Paul Hartmanns auf, der die Liebessehnsucht und die Hoheit des Gottes Jupiter mit strahlender Innerlichkeit und geschmeidiger Kunst der Versbeherrschung gestaltete, aber mit feinsten Mitteln der Mimik und des Tonfalls durch den Ernst der Worte die Schalkhaftigkeit des wissenden Verwirrers blitzen ließ. Die Aufführung, ergötzlich in ihrer zuchtvollen Komik und ergreifend in der tragischen „Verwirrung des Gefühls", ist ein Musterbeispiel für den werkgerechten Jnszenierungs- stil, den das S t a a t s 11) e a t e r für klassische Kunst herausgearbeitet hat. Johannes Jacobi. Zeitgenössisches und klassisches Lustspiel Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. neun Monate in Madrid weilte, dort Tizian kopierte, aber auch eine Unmenge eigner Bilder malte. Man kann sich also leicht vorstellen, mit welchen Raumansprüchen Rubens im Prado auftritt. Nur München kann einigermaßen damit konkurrieren. Aber damit nicht genug, hat Philipp II. auch in Italien riesige Bilderankäufe getätigt. Damals kamen die herrlichen Raffaels nach Spanien, darunter die „Madonna mit dem Fisch", neben der Sixtina in Dresden wohl das schönste Altargemälde des Meisters, und das köstliche Kardinalsporträt. Die Bourbonen haben die Galerie des Prado vor allem mit dem Werk eines großen spanischen Malers bedacht, des letzten von universaler Bedeutung: Francisco Goyas. Auch find sie es gewesen, die die lange in den verschiedenen Schlössern verstreuten und keinem profanen Blick erreichbaren Bilderschätze allgemein zugänglich gemacht und zu diesem Zwecke am Ostrande der Hauptstadt das Museo del Prado errichtet haben — als eine Ruhmeshalle des spanischen Namens, der wir wünschen, daß sie der erneuerten Nation erhalten bleiben und ihr dazu verhelfen möge, ihr ewiges Sinnbild wiederzufinden. ich wirklich empfinde ... und so habe ich während der Aufnahmen zu „Manja Valewska" viele wirkliche Tränen gemeint .. ■" Ausgezeichnet wirkt Peter Petersen als Graf Alexander; abermals spielt er den gleichen Figurentypus, mit dem er in „Maskerade" begann, den er in der „Kreutzersonate" wieder aufnahm. Man sollte diesem Darsteller einmal ein anderes, seiner starken Begabung und persönlichen Eigenart entsprechendes Tätigkeitsfeld erschließen; es würde sich gewiß lohnen. In Hans Schott-Schobinger lernen wir einen neuen jungen Darsteller kennen, der sich als Oginski sehr sympathisch einführt. Im Ensemble heben sich ferner die Tschechowa und Ernst D u m ck e mit charakteristischen Leistungen hervor. Auch die kleine Traudl S t a r k, die wir früher schon ausführlicher zu sehen bekamen (in dem Film „Seine Tochter ist der Peter"), ist in ein paar Kinderszenen dabei, während im dunklen Zuschauerraum schon heimlich die Taschentücher hervorgeholt werden. Giuseppe B e c c e schrieb eine weiche, melodiöse Begleitmusik. An der Kamera standen Otto Martini und Karel lung ein, als er ein völlig organisches Gebilde darstellt, in dem jeder Teil ein getreuer Spiegel der nationalen Geschichte des Landes ist. Diese Einheit ist der lebendige Kunstsinn und der leidenschaftliche Sammeleifer der spanischen Könige, die in ihrem Kunstgeschmack so ganz Ausdruck des spanischen Charakters waren, daß auch das spätere Anwachsen der Sammlung dem Nationalgeist, der großen Partien des Prado die Signatur gibt, nicht Abbruch zu tun vermochte. Bei den einheimischen Meistern versteht sich das von selbst; es ist keiner darunter, dessen mehr ernste als heitere, nicht selten zum Fanatismus geneigte Gemütsart sich nicht sogleich aufdrängte. Aber auch die Italiener und Altniederländer sehen in Madrid anders aus als in ihrem Ürsprungslande: herber und unbedingter. Man hat zuweilen den Eindruck, als hätten im Lande der Inquisition selbst Tizian und Rubens dem Geiste der Gegenreformation den Tribut gezollt. Dazu will es paffen, daß die Bilder der 'holländischen Genremaler fast ganz fehlen, und selbst ein Genius wie Rembrandt nur mit einem einzigen Werke vertreten ist. Das spanisch-habsburgische'Hofzeremoniell konnte diesen Bildern eines fremdgläubigen Volkes, die sich nicht einmal durch einen „Inhalt" empfahlen, keinen Zutritt in die Paläste Madrids gewähren. Ebenso tritt die deutsche Schule zahlenmäßig zurück, doch gehören die drei Dürer zu den anerkanntesten Perlen der Sammlung. Die Dürerbilder stammen aus dem Besitz Karls V., doch will das wenig besagen gegenüber dem Schatz von Gemälden Tizians, die dieser Monarch und sein Sohn Philipp II. zusammenbrachten. Ganz Venedig hat nicht so viele Werke des Meisters wie der Prado, diese größte und erlesenste Tizian-Sammlung der Welt. Das meiste ist auf Bestellung gemalt, so das Porträt ties Kaisers in ganzer Figur mit der Dogge und das großartige, auf dem Augsburger Reichstag entstandene Reiterbildnis des Sieaers von Mühlberg. Die berühmten mythologischen Gemälde des Venezianers hat der Herzog von Ferrara bei- gefteuert, der sich durch Hergabe seiner Tizians die Gunst des Kaisers zu erkaufen wußte. So hat fast jedes Bild feine Geschichte in der größeren des Herrscherhauses. Den größten Zuwachs erhielt der Kunstbesitz der Habsburger aber erst durch Philipp IV., den Mäzen des V e l a s g u e z. Von diesem „Maler ohne Publikum", der als Zeremonienmeister seines Königs fast ausschließlich für den Hof malte, sind gut drei Viertel seines Lebenswerkes heute im Prado-Mu- feum vereinigt: die glorreichste Offenbarung des spanischen Genius, die mir kennen. Neben Velasquez tritt fein nordischer Antipode Rubens, der 1638 Berlin, im Mai. I Ein altes Berliner Theater ist neu geworden: 1 die Kammerspiele, das neben dem Deutschen Theater in der Schumannstraße gelegene Haus, das in den letzten Jahren nur zu gelegentlichen Studio-Aufführungen benutzt wurde, ist wiederum ■ in die Reihe der regelmäßig spielenden Bühnen getreten, und m dem ersten Programmheft dankt Heinz Hilpert — dem jetzt außer dem Deutschen Theater auch die Kammerspiele unterstehen — dem Reichsminister Dr. Goebbels als dem Initiator und Förderer dieser Neugestaltung dafür, daß der Umbau so entzückend und schmuck geschehen konnte. Der Raum, der einst mit dunkelbraunem Mahagoni verkleidet war, was vor dreißig Jahren als „einfach und stilvoll" gelten mochte, ist jetzt in zarten und lichten mattgrauen Farben gehalten, und aus kristallenen Kronleuchtern rieselt das Licht über die Wandbilder, Figurinen und theatralische Symbole, die die Bestimmung des neuen Hauses ankünden: der heiteren Kunst zu dienen. Dieses „Theater der Vierhundert" wurde mit dem Lustspiel einer bisher unbekannten Engländerin eröffnet, mit Dodie Smiths Spiel „Der erste Frühlingstag". Neun Bilder aus dem Leben einer englischen Familie erzählen, wie Mutter und Vater, Kinder und Stubenmädchen durch die erste Frühlingsahnung ein wenig durcheinander gebracht werden, bis sich am Abend dieses Tages wieder alles ziemlich ins Gleichgewicht geschoben hat. Heinz Hilpert spürt den komischen und elegischen Schwingungen dieser dramatischen Plauderei sehr sorgsam und liebevoll nach, und es entsteht — unter Mitwirkung von Ernst K a r ch o w und Leopoldine K o n st'a n t i n , Lida Baarova und Hrsula Grable y, Hilde Volk und Wilfried Sey- ferth — ein Kammerspiel, das mit Heller Freude ausgenommen wird. Da also am Beginn der neuen Bühne die Leistung steht, sollte man für ihle Zukunst nicht zu fürchten brauchen. * Die Komödie von Dodie Smith ist für Deutschland eine Hraufsührung. 'Sonst aber scheinen die Berliner Bühnen, da es'nun in die Sommerspielzeit geht, nicht sehr geneigt, sich auf das Wagnis einer Premiere einzulassen, und auch das neue Werk Rolf Lauckners „Der Hakim weiß e s", das im Theater in der Saarland st raße unter der Leitung Heinz Dietrich K e n t e r s herauskommt, ist von manchen Aufführungen im Reich bekannt. Es empfiehlt sich auch hier durch gedankliche Tiefe, sprachliche Gepflegtheit und die Hngewohnlichkeit des Vorwurfs. Ein seltsamer Abenteurer erscheint in einer kleinen ostpreußischen Hafenstadt, wo er durch seine romantischen Erzählungen und weitgreifenden Pläne Hnruhe entfesselt; ein junger Mensch wird von der Hnternehmungslust des Fremden ergriffen, will seine Braut verlassen und dem Verführer nach Asien folgen. Die Kleinstädter träumen schon von großen baulichen Erweiterungen und von der Anlage eines Heilbades — da erscheint die Frau jenes Fremden und enthüllt ihn vor den Zuschauern als einen Phantasten, als einen Verwandten des Hjalmar Ekdal (aus Ibsens „Wildente"), der in Plänen und Entwürfen groß ist, aber vor der Wirklichkeit immer versagt hat. Während er seine Erfüllung in abenteuerlichen Träumen suchte und andere beglücken wollte, und ohne sich selbst helfen zu können, ist ihm sein Glück immer nahe gewesen: in dem festen und sicheren Wesen seiner Frau. Diese beiden Gestalten stehen in der Mitte der Aufführung: Christian K a y ß l e r und Maria P a u d l e r. „Manja Valewska Gloria-Palast. Die Wett des alten Rußland vor dem Kriege mit all ihrem Glanz und ihrer Pracht wird — wie schon so oft im Film — wieder lebendig als eigentümlich geschlossener, stimmungsreicher Schauplatz der Geschichte von Manja Valewska. Dies ist, wie das Programmheft berichtet, der erste filmische Versuch einer jungen Autorin, Maria Stephan, die das Buch schrieb und die künstlerische Leitung hatte. Eine Liebes- und Ehegeschichte. Das Mädchen, Manja liebt — vom Augenblick der ersten Begegnung an — einen jungen Offizier, dem Leutnant Jaro von Oginski; er will sie heiraten, aber fern Regimentskommandeur verweigert es ihm, als oer Leutnant im Glück seiner Liebe und im Leichtsinn feiner Jugend eine hohe Summe am Spieltisch verloren hat. Manja geht eine Vernunftehe mit dem sehr viel älteren Grafen Dalewski ein, kann aber Jaro nicht vergessen und sieht ihn auch wieder. Die Ehe bleibt, obwohl ein Kind geboren wird, unglücklich und endet schließlich mit der Trennung. Hn- miUelbar daraus wird Valewski erschossen aufgefmv den; Manja wird des Gattenmordes beschuldigt und in der öffentlichen Verhandlung trotz einigen günstigen Aussagen so schwerwiegend belastet, daß ihr Schicksal schon besiegelt scheint: da rettet sie die Aussage ihres Kindes, das allein die letzte Begegnung der Ehegatten miterlebt hat. Nun steht dem Gluck Manjas und Jaros nichts mehr im Wege. Dies ist der Hmriß der Handlung. Der Spielleiter Josef R o v e n s k y hat es verstanden, die eigenartig starke und lebendige Atmosphäre der russischen Vorknegs- roelt in seinen Bildern empfinden zu lassen, und hat eine Reihe von guten und einprägsamen Szenen geschaffen: der an Figuren, an Zwischenfällen und dramatischen Steigerungen reichen und spannenden Gerichtsverhandlung steht als die schönste und zarteste Szene des ganzen Films jene schon erwähnte erste Begegnung der Liebenden gegenüber, die unter merkwürdigen und leise erheiternden Begleitumständen vor sich geht Maria A n d e r g a st spielt die Gräfin Manja — als junges Mädchen erst dann als junge Frau und Mutter, fein und beseelt gleicherweise im Jubel des Liebesglücks rote wahrend der schmerzlichen Trennung. „Meine Freude war groß", so sagt sie selbst, „ate ich das Buch des Films in die Hand bekam. Die Rolle der Mania umfaßt in der Tat ein ganzes Lebensschicksal, und sie bot mir daher ungewöhnliche schauspielerische Wandlungs- und Entwicklungsmöglichkelten ... Es liegt in meiner Art, daß ich nur spielen kann, was einer Entfernung von drei Kilometer, um ihre im Henn erworbene Hor- fertigkeit auch im störenden Geräusch des Waldes und der Straße zu erproben. Erst wurden die Funksprüche „frei" durchgegeben, aber dann wurde die Sache etwas schwerer. Die wichtigsten Funksprüche wurden „verschlossen". Hier heißt es sehr achtgeben. Wird ein Fehler beim Verschlüsseln gemacht, dann kamt die Gegenstelle den Spruch schwer entziffern. Die Fernsprecher bauten und betrieben ein Fernsprechnetz. Da sie es noch nicht zu einem Klappenschrank gebracht haben, mußte die Vermittlung aus fünf Feldfernsprechern verschiedener Bauart behelfsmäßig aufgebaut werden. Der Auf- und Abbau der Leitungen aus leichten und schweren Feldkabeln ging mit erstaunlicher Schnelligkeit vor sich. Die Erzbastler von der Bastlerkameradschaft hatten regte? Z? oH tr ..sTt'c’iü g'e J M nach langem Ueberlegen etwas bejonderes ge- aktiven Wehrdienst bereits geleistet haben und nicht über 24 Jahre alt sind. Bevorzugt werden Bewerber, die bereits im Arbeitsdienst gedient haben. Gesuche sind nach Möglichkeit sofort, spätestens jedoch zum 1. August 1937 bei allen Arbeitsgauleitungen oder den Nachgeordneten Dienststellen des Reichsarbeitsdienstes einzureichen. Die den Bewerbungen beizufügenden Unterlagen sind aus dem Merkblatt „Führer- und Amtswalterersatz des Reichsarbeitsdienstes" zu ersehen, das von allen Dienststellen erlangt werden kann und bei den polizeilichen Meldebehörden zur Einsicht aufliegt. Aus -er Stadt Gießen. Abend im Mai. Gibt es etwas Schöneres als solch einen friedlichen Abend im Mai, wenn die Dämmerung langsam entschwindet und die milde Luft des Vorsommers die blühenden Sträucher in den Gärten und Anlagen fächelt? Gewiß ist die Stadt nicht immer verlockend und im Gewirr ihrer Straßen und Gassen häufig genua voll ermüdender Lebhaftigkeit, aber an einem solchen Abend im Mai kann sie strahlend schön und zärtlich sein wie ein junges Mädchen, das sich der ersten unbewußten Sehnsucht hingibt. Hoch spannt sich das Himmelszelt über der Stadt, und das Geflimmer der Sterne ist klar und rein wie sonst nur in kalten Winternächten. Es scheint, daß selbst die fast ruhelosen Geschäftsstraßen ein wenig Anteil haben an der atmenden Stille, mit der der Abendfrieden gegangen kommt. Die farbigen Lichter der Leuchtschriften an den Häuserzeilen glühen festlich bunt, und wo die Helligkeit der Stra- tzenlampen das zarte Grün eines Baumes umfaßt, wirft sie lichte Reflexe auf den Fahrdamm, die ein wunderliches Spiel mit dem Schatten treiben. Geruhsamer ist es um diese Zeit freilich in den Seitenstraßen und in den engen Gassen, wo die Fenster weit geöffnet sind und wo auf den Stufen vor den Haustüren die Bewohner halblaute Gespräche führen. Der Ausspann vom Werktag wird hier am fühlbarsten und es ist, als spende der Abend seine Stille von Haus zu Haus wie einen mildtätigen Segen. Die Gassen gleichen friedlichen Inseln, zu denen nur wie von weither das Hupen eines Autos dringt gleich dem Lebenslaut einer fernen Welt. Und doch liegen diese Inseln inmitten der Stadt, die tagsüber voller Hast und Unruhe ihr lärmendes Dasein erfüllt. Von den Gärten und Anlagen her aber dringt ein unbeschreiblich süßer Duft. Es ist der Flieder, der den Zauber seiner hochzeitlichen Pracht verströmt und damit dem schönen Maiabend jenes zarte Fluidum schenkt, das ihn um so liebenswerter macht. Mit dem Flieder wetteifert alles Blühen rings umher, von den weißen Kerzen der Kastanien bis zum vielfarbigen Bunt der Gartenblümchen. Doch der Duft des Flieders ist voll schwerer Süßigkeit und mit ihm atmet die Nacht in vollen tiefen Zügen. Leises Geflüster fopimt von den Bänken, Falter und Käfer schwirren in lustvollem Spiel und von irgendwoher erklingen die schwermütigen Weisen einer Ziehharmonika. Der Maiabend ist insgeheim voller zärtlicher Sehnsucht, die auch in der Stadt ihre Erfüllung sucht. Sch. Dorrwiizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Die Kleider meiner Frau". — Gloria - Palast, Selterswea: „Manja Dalewska, das Schicksal einer Jugendliebe . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, von dem man spricht". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholungdes Lustspiels „Die Kleider meiner Frau" von Waldemar Frank statt. Spielleitung der Intendant. Die Vorstellung sindet als 32. Freitag-Miete, als letzte Vorstellung der Freitag-Miete, statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Vortragsabend bei der NSKOV. Die Gießener Kameradschaft der NS.-Kriegs- opferversorgung hielt am Dienstag im „Burghof" einen Vortragsabend ab, der recht gut besucht war. Eingangs des Abends widmete Kameradschaftsführer Bon Hard dem Luftschiff „Hindenburg" und dessen Besatzung Worte tiefen Gedenkens. In die Ehrung dieser tapferen Luftschiffer wurden die gefallenen und verstorbenen Kameraden und die Toten der Bewegung eingeschlossen. Kameradschaftsführer B o n h a r d gab dann organisatorische Dinge bekannt. Er verwies auf die KdF.-Fahrten nach Berchtesgaden, dem Bodensee und an die Ostsee, für die bereits 70 Meldungen vorliegen. Infolge des 116er-Tages am 30. Mai findet der Sommerausflug mit Sonderzug nach Bad Homburg erst am 6. Juni statt. Von Bad Homburg aus sinden Omnibusfahrten nach der Saalburg statt, der Nachmittag ist den Teilnehmern freigestellt. Als Hinterbliebenenvertreterin ist kommissarisch Frau Zammert bestimmt, die am Donnerstag nach Pfingsten mit den Kameradenfrauen einen Ausflug nach dem Schiffenberg unternimmt. Nachdem noch über die Vererbung des Sterbe- gelbes und die Kriegerwitwenverschickung gespro- Oie Lebensmittelkontrolle in Oberhessen. Aus der Tätigkeit des Chemischen llntersuchungsamtes. Das Chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen — die mittlerweile aufgehoben wurde, wodurch dieses Amt für die Folge die Eigenschaft einer staatlichen Behörde erhielt — legt jetzt seinen Geschäftsbericht über die Tätigkeit im Jahre 1936 vor. Danach erstreckte sich die Arbeit des Untersuchungsamtes auf die amtliche Lebensmittelkontrolle in den Städten Gießen, Friedberg und Bad-Nauheim sowie in den Landkreisen Alsfelo, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten, ferner auf die Untersuchungen von Auslandswaren und Der- gällungsmitteln für die Zollämter, auf Untersuchungen für sonstige Behörden und für Private. Im Berichtsjahre 1936 wuroen insgesamt 3550 Untersuchungen ausgeführt. Diese verteilen sich auf Lebens- und Genußmittel sowie Gebrauchsgegenstände mit 3175 Proben mit 418 Beanstandungen, auf hygienische, physiologisch-chemische und gerichtliche Untersuchungen mit 153 Proben sowie auf technische Untersuchungen mit 22 Proben, die beiden letztgenannten ohne Beanstandungen. Von den untersuchten Proben bei Nahrungs- und Genußmitteln sowie Gebrauchsgegenständen entfielen 1681 auf Milch und Milchkonseroen (142 Beanstandungen), 570 auf Wasser und Mineralwasser (119 Beanstandungen), 202 auf Mehle, Back- und Teigwaren (47), 185 auf Essig, Gewürze, Spezereiwaren, Tabake (43), 155 auf Wurst- und Fleischwaren, Fische, Eier (8), 138 auf Bier und Branntwein (27), 67 auf Wein und Obstwein (8), 61 auf Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und Obstkonserven (15), 60 auf Butter und Käse (2), 33 auf Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade (7), 14 auf Margarine und sonstige Fette und Oele (0), 5 auf Gebrauchsgegenstände (0), 4 auf Zucker, Sirup, Honig (0). Von den hygienischen, physiologisch-chemischen und gerichtlichen Untersuchungen entfielen 107 auf Blut auf Alkohol, 18 auf Badewasser, 12 auf Organe auf Gifte, der Rest verteilt sich auf Vachwasser, Harn, Kaffeeaufguß auf Gifte, Arzneimittel, Futtermittel auf Gifte, Gifteier auf Phosphor, Kleiderstoffe auf Sperma, Marmelade auf Gifte, Sauerkraut auf Gifte, Schlamm, Zwetschenmus auf Zink. Von den technischen Untersuchungen entfielen 13 auf Mineralöle, 3 auf Treibstoffe, je 2 auf Futtermittel, Verputz, je 1 auf Kälteschutzmittel und Kesselstein. Zu den Ergebnissen der Lebensmittel-Untersuchungen wird in dem Tätigkeitsbericht u. a. folgendes gesagt: Mehle, Brot und Teigwaren. Wiederholt mußte festgestellt werden, daß die Mühlen nicht die Bestimmungen über die Ausmahlung von Getreide beachteten und Mehl mit zu geringem Aschengehalt in den Verkehr brachten. Frische Backwaren waren unter Verwendung von Margarine hergestellt, ohne daß diese Verwendung im Verkaufsraum zur Kenntnis des kaufenden Publikums gebracht war. Häufig wurden Milchbrötchen beanstandet, weil zur Herstellung nicht reine Vollmilch, sondern auch Wasser und Magermilch verwendet worden war. Eierteigwaren enthielten nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Eimengen und waren vielfach künstlich gefärbt. Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Ob st und O b st k o n s e r v e n. Dem Verkehr mit Speiseeis wurde wieder besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es konnte eine wesentliche Besserung gegenüber dem Vorjahre festgestellt werden. Beanstandungen betrafen zu geringen Eiaehalt bei Kremeisen und künstliche Färbung. Vereinzelt wurde Kupfer im Speiseeis festgestellt. Bei Limonaden war Verwendung von nicht deklariertem Süßstoff, sowie irreführende Bezeichnung zu beanstanden. Wurst, Fleischwaren, Fische, Eier. Hin und wieder wurde die Verwendung von Stärkemehl bei der Herstellung von Wurst festgestellt. In einigen Fällen erfolgte Beanstandung wegen übermäßigen Wasserzusatzes. Einige Wurstproben waren als verdorben zu bezeichnen. Die Verwendung verbotener Konservierungsmittel konnte in Wurst und Hackfleisch nicht festgestellt werden. Milch und Milchpräparate. Es wurden insgesamt 1681 Voll-, Vorzugs-, Marken-, Magermilch- und Sahneproben untersucht. Beanstandungen mußten in 142 Fällen erfolgen. Die Beanstandungsziffer beträgt in diesem Jahre 9 v. H. Gegenüber dem Vorjahre, in dem sie 13,6 v. H. betrug, ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Butter und Käse. Nachdem Bauernbutter fast gar nicht mehr in den Verkehr kommt, sind die Beanstandungen wegen zu hohen Wassergehaltes erheblich zurückgegangen. Verfälschungen mit Margarine wurden nicht festgestellt. Die untersuchten Käseproben waren nicht zu beanstanden. Wein und Obstwein. Acht Weine wurden wegen übermäßigem Wasserzusatz, Ueberzuckerung bzw. irreführender Bezeichnung beanstandet. Wasser und Mineralwasser. Die Zahl der Untersuchungen von Wasser und Mineralwasser war auch im Berichtsjahr wieder sehr groß. Im ganzen wurden 570 Proben untersucht, und zwar «197 Proben, bakteriologisch 99 Proben, und bakteriologisch 274 Proben. Eine große Anzahl von Wasserproben mußte aus hygienischen Gründen oder wegen zerstörender Wirkung auf Eisen bzw. Beton beanstandet werden. Das Wasser der zentralen Wasserversorgungsanlagen der Städte und Landgemeinden von Oberhessen unterlag nach wie vor in regelmäßigen Zeitabschnitten der'chemischen und bakteriologischen Nachprüfung. Das Wasser der Gießener hoch- und Nieder- drucklettung, das monatlich einmal bakteriologisch und jährlich einmal ausführlich chemisch untersucht wurde, entsprach in jeder Beziehung den Anforderungen, die man an ein gutes Trlnkwasser zu stellen pflegt. Das Badewasfer des Gießener Hallenschwimmbades, das nach dem Marburger System mit Kupfer und hypro- chloritlauge behandelt wird, wurde einer fortlaufenden Kontrolle unterzogen und festgestellt, daß die Anlage einwandfrei arbeitet. Nach vorstehendem Bericht mußten in diesem Jahre 418 Beanstandungen, d. h. 13,1 v. H. der im Verkehr erhobenen Lebens- und Genußmittel ausgesprochen werden. Gegenüber dem Vorjahre mit einer Beanstandungsziffer von 18,8 v. H. ist zwar eine Besserung im Lebensmitteloerkehr eingetreten, doch ist die Beanstandungsziffer immer noch sehr hoch, und eine scharfe Kontrolle des Lebensmittelverkehrs ist dringend geboten. Geschäftsbetrieb an den pfingstfeiertagen. Im Handelsgewerbe dürfen offengehalten werden: Bäckereien am 1. Feiertag von 14 bis 17 Uhr; Konditoreien an beiden Feiertagen von 14 bis 17 Uhr; Blumenhandlungen und Gärtnereien (als Handelsbetrieb) am 1. Feiertag von 9 bis 13 Uhr; das Austragen von Blumen ist gestattet am ersten Feiertag von 9 bis 13 Uhr; Friedhofsgärtnereien nur am 1. Feiertag von 8 bis 12 Uhr; Metzgereien für den Verkauf von Fleisch und Fleischwaren von 8 bis 10 Uhr; Milchhandlungen jedoch nur zum Verkauf von frischer Milch und Sahne von 6.30 bis 10.30 Uhr; Speiseeis- und Kaffeewirtschaften für den Verkauf von Sveiseeis über die Straße von 10 bis 19 Uhr; Verkauf von Obst, Blumen, Backwaren (Brezel, Salzstengel, Mohnstengel, Zwieback, Hartekuchen und Makronen), Süßigkeiten und Kastanien und Speiseeis auf öffentlichen Straßen und Plätzen, jedoch nur von einem festen Standplatz aus, von 11 bis 19 Uhr; Verkauf von Brezeln, Salzstengeln, kleinen Backwaren, Süßigkeiten, Kastanien und Blumen in Wirtschaften hausierend von 11 bis zu der für Gaststätten gültigen Polizeistunde; Zei- tungsgroßhandlungen am 1. Feiertag von 6 bis 10 Uhr; Verkauf von Druckschriften auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Wirtschaften hausierend von 6 bis 23 Uhr. In Industrie und Handwerk darf gearbeitet werden: In Bäckereien und Konditoreien am 2. Feiertag während einer Stunde in der Zeit von 4 bis 21 Uhr zur Vorbereitung des Werktagsbetriebes; Blumen- und Kranzbindereien am ersten Feiertaa von 8 bis 13 Uhr; in Werkstätten für Kraftfahrzeuge dürfen Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahre an allen Sonn- und Feiertagen mit dem Abschleppen und Bergen beschädigter Fahrzeuge, dem Ein- und Ausfahren der Fahrzeuge und der Wiederherstellung der Fahrbereitschaft unter besonderen Bedingungen, die bei der Polizeidirektion (Gewerbeabteilung) zu erfahren sind, beschäftigt werden; Einstellhallen für Kraftfahrzeuge, Garagen, sowie Tankstellen zur Abgabe von Bettiebsstoffen, Ersatzteilen und Zubehör für Kraftfahrzeuge unbeschränkt; Photographengewerbe nur am 1. Feiertag von 10 bis 14 Uhr; Molkereien und Milchgroßhandlungen, zur Belieferung der Kundschaft mit frischer Milch und frischer Sahne von 6.30 bis 12.30 Uyr; Friseurgewerbe am 1. Feiertag von 8 bis 11 Uhr; Badeanstalten bis 13 Uhr. Innerhalb der zulässigen Geschäfts- und Betriebszeiten dürfen Gehilfen/Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden. Oie Bahnhofsgaststätten im neuen Gewand. Lichte Farben und helle Wandbekleidungen haben das Bild unserer Bahnhofsgaststätte wesentlich verändert. In kurzer Zeit ist eine gründliche Erneuerung der Bahnhofsgaststätte 2. Klasse durchgeführt worden, die einladend und behaglich wirkt. Hohe hölzerne Wandbekleidungen, die von einem gefälligen Sims abgeschlossen werden, bringen eine vornehme Note in dieses Bild. Die hellen Fenstervorhänge fördern den lichthellen Eindruck der unter ungünstigen natürlichen Lichteinflüsfen stehenden Gosträume. Moderne Beleuchtungskörper mit dezenter Lichtwirkung erhöhen in den Abendstunden die Behaglichkeit der Räume, die jetzt durch eine Windtür von oem Bahnhofsvorraum getrennt werden. chen wurde hielt Kamerad Prof. Dr. Schmoll einen interessanten Vortrag über die Beteiligung hessischer Truppen an den Kämpfen Napoleons gegen Spanien in den Jahren 1808 bis 1812. Er schilderte die Strapazen der damals, vor über 100 Jahren, aus einem Regiment Infanterie und einer halben Batterie bestehenden sog. hessischen Brigade. Aus diesem Infanterie-Regiment Groß- und Erbprinz ist später das 4. Hessische Regiment Prinz Karl Nr. 118 hervorgegangen. In Gewaltmärschen, trotz unzureichender Ausrüstung, erreichten damals die Hessen Spanien und schlugen sich in 4 Schlachten und 50 schweren Gefechten. Von den mit den <5pa* niem verbündeten Engländern gefangengenommen, kehrten von der Brigade nach 6jähriger Abwesenheit von der Heimat nur noch 168 Infanteristen und 15 Artilleristen zurück; 14 Offiziere Und etwa 2000 Mann besiegelten ihre Hessentreue trotz des Kampfes für einen fremden Eroberer und nicht für ihre Heimat mit dem Herzblut. Dem Vortragenden dankte herzlicher Beifall. ** Verkehrsunfälle. Am gestrigen Nach- mittag wurde in der Nähe der Schanzenstraße ein Anwohner des Wernerwalls von einem Berliner Auto angefahren. Der bedauernswerte Mann erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und Verletzungen am Bein. — In der Licher Straße wurde ein 22 Jahre alter junger Mann von einem Pferd in die Hand gebissen. Die Wunde verschlimmerte sich so erheblich, daß der Mann mit einer Infektion zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. — Gestern Mittag stießen an der Ecke Grabenstraße-Bahnhofstraße ein Auto und ein Straßenbahnwagen zusammen. Zum Glück kamen Personen nicht zu Schaden, dagegen entstand einiger Materialschaden. *♦ D e r Pfingstfahrplan der Köln- Düsseldorfer ist gegenüber dem sonstigen Fahrplan wesentlich erweitert. Von Mainz finden an den beiden Feiertagen 15 Abfahrten statt, wobei für die Frühfchiffe besonders billige Pfingstaus- flugsfahrfcheine ausgegeben werden. In diesem Jahr gewährt die Gesellschaft auch an Pfingsten Gruppen ab acht Personen Fahrpreisermäßigung. 40. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Skandal um Dr.Vandergruen vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L S. Dann kommt der Hausdiener. „Da ist ein Telegramm für Sie gekommen!" "Ein Telegramm? Für mich? Geben Sie her!" Sie reißt es hafttg auf. lieft. Einen Augenblick Zittern ihr die Hände. „Maria!" flüstert sie. Dann wirst sie noch einmal einen prüfenden Blick auf den Anrichtettsch. „Ich glaube, Sie brauchen mich nicht mehr!" Sie verläßt das Haus und verschwindet im Wald. Planlos geht sie zwischen den Bäumen dahin. t "2)^ria — das hättest du ihm nicht antun bür» fen, JJtaria. Jetzt hat er gar niemanden mehr. Jetzt ift er ganz allein." 0 Ihre Schritte beschleunigen sich. In ihrer Miene spiegelt sich eme heftige innere Erregung. halbe Stunde später ist sie wieder zu Hause und laßt die Kochm sofort auf ihr Zimmer rufen. "Frau Schmitt, nehmen Sie Platz, ich habe etwas Wichttges mit Ihnen zu besprechen. — Ich muß noch heute dringend verreisen. Glauben Sie Ä/T L^img des Hauses bis zu meiner Rückkehr übernehmen können?" Frau Schmitt faltet vor freudigem Schreck beide Hande über dem wogenden Busen. „Wenn Sie mich meses Vertrauens für würdig halten__9 Ich werde mich bemühen, alles ordentlich zu machen!" packen " Gmma mir bann helfen, die Koffer zu 26. Mary hat aus Eisenach Gischs telegraphische Antwort erhalten und holt sie vom Bahnhof ab. „Mädel, wie du aussiehst! Wie schön du geworden bist!" Immer wieder muß sie Gisch anschauen, deren Zuge zu voller Schönheit erblüht sind und den Zauber reifer Fraulichkeit atmen. -'Wie geht es ihm?" fragt Gisch, während sie mit Mary das Bahnhofsgebäude verläßt. „Es ist ein Jammer, Gisch! Der Tod seiner Schwester hat ihn ganz auseinander gebracht." Gisch geht auf eine Taxe zu und öffnet den Schlag. Der Dienstmann verstaut den Koffer neben dem Führersitz. „Fahren Sie Breite Straße 64! — Steig ein, Mary!" "Aber Gisch, um Gottes willen, das kannst du nicht! Er läßt dich ja gar nicht ins Haus!" „Steig schon ein, Mary!" erwidert Gisch ungeduldig. Als sich dann der Wagen in Bewegung setzt, sagt sie: „Nun erzähl', Mary!" „Ich sage dir, er wird dich hinauswerfen!" Gisch lächelt verspielt. „Er hat mich schon einmal hinausgeworfen. Ein zweites Mal wird er es nicht tun." "Am Abend des Unglücks brachten Bert und ich chn nach Haufe, und es schien, als ob er das Schlimmste hinter sich hätte, aber als am anderen Morgen das Zugehmädchen zur Arbeit kommen wollte, ließ er sie nicht ins Haus. Ein Handwerker, der noch von Maria zu einer Reparatur des Küchenherdes bestellt worden war, wurde abgewiesen. Dem Briefträger wird nicht geöffnet. Die ganze Nachbarschaft ist in Aufruhr. Mich wundert, daß er heute morgen Bert eingelassen hat. — Gisch, es ist wahn- fmnig, was du vorhast. Ich wußte nicht, daß es so kommen wurde, sonst hätte ich dich, weiß Gott, in uneben gelaßen. Stell dir vor, er ist tief und fest Der Meinung, daß feine Schwester absichtlich den -ob gesucht hat, weil sie sich wegen seiner Neigung zu d,r zuruckgesetzt gefühlt habe. Es ist unter diesen Umstanden ausgeschlossen, daß du sein Haus be- treten kannst. Bert will heute mit einem Nerven- arzt sprechen." „Laß mich tun, Mary, was ich tun muß. Ich glaube an meine Aufgabe!" 65 fürchterlich bei ihm aus, Bert war entsetzt. &j.n durchaus nicht darauf gefaßt, eine mustergültige Ordnung oorzufinven." „Rasiert ist er auch nicht!" Gisch hat ein tapferes Lächeln. „Aber Mary! — Wann ist die Beerdigung?" „Morgen mittag! — Aber er will nicht daran teilnehmen!" Das Auto hält in der Breiten Sttaße. Gisch steigt aus. „Geh jetzt, Mary, er soll nicht wissen, daß du mitgekommen bist." Mary Hauck drückt ihrer Freundin beide Hände, sie muß mit aller Kraft ihre Erschütterung zurück- halten. „Alles Glück!" Dann entfernt sie sich eilig in der Richtung des Schloßplatzes. Gisch steht an der Haustür. Ihr Herz klopft zum Zerspringen. Sie klingelt. — Es rührt sich nichts. Beim drittenmal wird der Chauffeur, der den Koffer hält, ungeduldig. „Da ist wohl niemand zu Hause, Frollein!" „Stellen Sie den Koffer ab, ich will Sie nicht aufhalten." Der Chauffeur nimmt sein Geld in Empfang, de- steigt seinen Wagen und saust ab. Gisch klingelt ein viertes Mal. Endlich! Endlich hört sie von b rinnen näherkommende Schritte. Dann wird ein Schlüssel umgedreht. Langsam öffnet sich die Haustür zu einem schmalen Spalt. Stefans Kopf, vorsichttg spähend, wird sichtbar. Gisch muß die Zähne zusammenbeißen beim Anblick dieses bärtigen, bleichen, abgezehrten Gesichtes, das eher einem Toten, denn einem Lebenden zugehörig scheint. Stefan ist vom Anblick des Mädchens so überrascht, daß Gisch Zeit findet, durch die Tür zu schlüpfen. Den schweren Koffer vermag sie dabei nur mit Mühe zu schleppen. „Was — Wollen Sie? Was — unterstehen Sie sich?" „Ich — werde jetzt bei Ihnen bleiben, Doktor Dandergruen! Würden Sie mir helfen, den Koster nach oben zu bringen?" Stefan sieht sie an, seine Augen brennen sich in fte, keuchend geht sein Atem. „Fräulein Arne—hing — —! Sind Sie verrückt geworden? — Gehen Sie! Gehen Sie! Verlassen Sie sofort das Haus!" „Nein!" sagt Gisch und hält seinem Blick stand. „Geben Sie sich keine Mühe? Einmal ist es Ihnen gelungen. Diesmal bleibe ich hier. — Wollen Sie nicht mit anfassen? Der Koffer--" Sie spricht nicht zu Ende. Dr. Dandergruen hat sich mit einem Ruck umgedreht und ist gegangen. Eine Tür wird heftig zugeschlagen. Gisch faßt den Koffer und schleppt ihn mit vieler Mühe nach oben, in das Zimmer, das sie beim ersten Hiersein bewohnte. Das Besuchszimmer ist in leidlicher Ordnung. Auf dem Schrank steht noch ihr kleiner Koster. Sie nimmt ihn herab und öffnet ihn. Der Inhalt ist unversehrt, nur das Bild, das ihr Maria geschenkt hat, kann sie nicht mehr finden. Gisch tritt ans Fenster und blickt auf den kleinen Garten hinab. Dann atmet sie tief auf und beginnt ihre Reifekleider abzulegen. Sie zieht ein einfaches dunkles Hauskleid an und bindet eine Arbeitsschürze um. 3n der Küche sieht es grauenvoll aus. Ungewaschenes Geschirr steht in Haufen herum, in den Tiegeln sinden sich eingetrocfnete Speisereste, am Gasherd hasten Krusten von Rost und übergelaufener Milch, der Fußboden starrt vor Schmutz. Gisch reißt zunächst das Fenster aus, um den faden, muffigen Geruch loszuwerden, der den ganzen Raum erfüllt. Dann stürzt sie sich mit Todesverachtung in die Arbeit. Eine knappe Stunde später blitzt und funkelt alles vor Sauberkeit. Gisch blickt um sich. Ein be- friebigtes Lächeln spielt um ihre Lippen. Jetzt ist es Zeit, den Kaffee zu bereiten. Bahnen sindet sie im Küchenbord. Aber die Sahne ist verdorben, Brötchen und Butter fehlen. Sie setzt das Wasser zu, dann halt sie sich Geld aus ihrer Stube und macht sich, wie sie ist, auf den Weg zum Kaufmann. Der Schlüssel steckt innen an her Haustür. Sie sperrt auf, nimmt den Schlüssel an sich und schließt von draußen ab. — Auch das EßzimmK: bietet nicht gerade einen erfreulichen Anblick. Aber schließlich ist es soweit, daß auf sauber gedecktem Tisch der Kaffee dampft, wäh' rend von der offenen Gartentür yerein der Geruch von Blumen und Sonne bringt. (Fortsetzung folgt!) SJiXfpOYt Aus den Gießener Gerichissälen in eine Gerochen genommen worden. Vezirksverbandsiag des Mchstteubundes binger (Mannheim). Stuttgart (22. Mai): Sonn- 381 Poftausweiskarte e Aus her engeren Heimat Spülmit li Paket 18 Pfennig Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen letzten gegen Mann- P. Hansen (B. 93) Larsen (21. B.) für Küche und Haus Löst Fett und Schmutz spielend leicht, eine große Hilfe beim Aufwaschen und Spülen Deutsche Mannschaften für Berlin und Stuttgart. Für Berlin und Stuttgart, die beiden Spiele deutscher Nachwuchsmannschaften Fußballklub 1926 Großen-Buseck. 2lm zweiten Pfingstfeiertag ist die erste Mannschaft von Dreihausen in Großen-Buseck zu Gast. Im Dorspiel blieben die Einheimischen mit 2:1 knapper Sieger, und auch diesmal dürfte ihnen ein Erfolg beschieden sein, wenn sie sich zu einer guten Leistung aufraffen. Die Spielstarke der Gäste darf jedoch nicht unterschätzt werden. RM. die Strafe zu hoch sei, zumal er am nächsten Tage die 6.— RM. zurückgegeben habe. Das Gericht folgte den Einwendungen des 2lngeklagten und verurteilte ihn an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche zu einer Geldstrafe von 3 5.— R M. Der O. K. aus Gießen war durch Strafbefehl (2l. B.) (B. 93) O. Jörgensen (K.B.) Deutschland: Jakob (Jahn Regensburg) Janes Münzenberg (Fortuna Düsseldorf) (Alemannia 2lachen) Kupfer Goldbrunner Kitzinger Hier abschneiden! I (21. B.) (23.93) (Frem) T. Jensen $). Nielsen Deutschlands ilü. Länderkamps in Breslau Ziehen wir gegen Dänemark gleich? Mk. 1.— Mk., bis 1000.— Mk. 1,20 Mk. Porto. Bei telegraphischen Postanweisungen kommen noch die Telegrammgebühren hinzu. Postausweiskarte, von der Post gegen eine Gebühr ausgestellter Ausweis mit Lichtbild zum Empfang von Wertsendungen. Posteinlieferungsschein, von der Post ausgestellte Bescheinigung über aufgelieferte Einschreibe- Wert-, Nachnahme-Sendungen, Wertpakete usw. Gut verwahren, da bei Verlust der Einlieferung als Quittung dient. Postkarte, Papierkarte 14X9 cm, zu offenen Mitteilungen, Ortsverkehr Porto 5 Pf., Fernverkehr 6 Pf. Postpakete, im allgemeinen bis 5 kg schwer. Die Gebühren find nach Zonen gestaffelt, jede Zone wiederum nach Kilometern. Postlagernd, Vermerk auf Postsendungen, die vom Empfänger am Bestimmungsort selbst ab- aeholt werden. Der Empfänger hat sich dabei auf Verlangen auszuweisen. Für postlaaernde Pakete wird eine Gebühr erhoben. Postlagernde Sendungen dürfen auch unter Deckanschrift geschickt werden. Für solche Sendungen übernimmt jedoch die Post kerne Gewähr. Postnachnahmesendungen, nur zu- Äim Inland und nach Dan- ußer den Gebühren kommt noch eine Vorzeigegebühr von 20 Pf. hinzu. Postnumerando, lat., nachträgliche Zahlung im Gegensatz zu Pränumerando, Vorauszahlung. Thielsen Uldaler P. Jörgensen Kleven Söbirk ----- ----- - (A.B.) (Frem) S. Jensen Dänemark: (B. 93) Daß wir die Dänen keineswegs unterschätzen, geht am besten aus der deutschen Aufstellung hervor, die augenblicklich wohl nicht stärker zusammengestellt werden kann. Nach den Erfahrungen von Düsseldorf, Hannover und Zürich hat man für Breslau auf ein weiteres Mittelstürmer-Experiment verzichtet und den Waldhöfer Siffling wieder in das Angriffs-Zentrum gestellt. Siffling hat von allen Mittelstürmern, die zuletzt versucht worden sind, am erfolgreichsten abgeschnitten und auck gegen Italien auf diesem Posten beide Tore geschossen. Damit ist zwar dieses leidige Problem noch keineswegs restlos gelöst, aber mit Siffling ist die Gewähr für eine fließende Kombination gegeben, mit der wir den Schotten in Glasgow viel Respekt abverlangten und mit der wir auch vorher schon verschiedentlich glänzend zur Geltung gekommen sind. So ruht nicht die ganze Last des Aufbaues allein auf S z e p a n. Der Schalter Mentor findet durch Siffling und auch durch den infolge einer glücklichen Läuferlösung (Kupfer) für den Sturm wieder frei gewordenen Gellesch die nötige Entlastung, die der ganzen Mannschaft zugute kommt, lieber die übrigen Spieler sind weitere Worte nicht zu verlieren; sie sind vorläufig nicht zu ersetzen. Die Mannschaft Dänemarks setzt sich gleichfalls aus bewährten und in zahlreichen Kämpfen erprobten Spielern zusammen, von denen lediglich der rechte Läufer Carl Larsen erstmalig das Nationaltrikot trägt. Der Stil der Dänen ist „englisch", nur markieren die Verteidiger nicht so konse- guent die Außenstürmer, wie das bei ugs beispielsweise der Fall ist. Im Sturm ist vor allem der Angriffsführer P. Jörgensen zu nennen, aber auch Uldaler ist mit seinem großen Schußvermögen eine Gefahr für die deutsche Hintermannschaft. Dennoch müßte es bei aller Achtung vor dem Können der Gäste zu einem neuen deutschen Erfolg reichen. wegen gefährlicher Körperverletzung fängnisftrafe von drei Wochen genoi Gegen den Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt und behauptet, daß er von dem Verletzten gereizt und bedroht worden fei. Er war am 4.10.1936 in einer Gießener Gastwirtschaft gewesen. Er glaubte, durch einen Gast, mit dem er früher freundschaftlich verkehrt hatte, gehänselt worden zu sein. Er ging diesem auf die Toilette nach und versetzte ihm dort nach einer kurzen Auseinandersetzung Drei Schläge auf den Kopf, so daß der Mann eine Gehirnerschütterung davontrug. Das Gericht verurteilte den Angeklagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 25 Tagen zu einer Geld- ft r a f e von 7 5.— R M., da festgestellt wurde, daß der Angeklagte doch von dem Verletzten gereizt worden war und es so nur zu der Tat kam. Nach den Spielen gegen Holland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Schweiz wird die Serie der deutschen Fußball-Länderkämpse 1937 am Pfingstsonntag mit dem achten Treffen gegen Dänemark in der Breslauer Hermann-Göring-Kamps- bahn fortgesetzt. Unsere Nationalmannschaft hat seit Glasgow und Dublin kein Spiel mehr verloren, gegen Italien und Holland gab es jeweils ein 2:2- Unentfchieden, die übrigen Spiele wurden gewonnen, die Franzosen in Stuttgart mit 4:0 geschlagen. Hannover und Zürich brachten beide ein 1:0, doch löste der Erfolg über die Schweiz nicht die richtige Freude aus, da die deutsche Mannschaft nicht in einem Stil gewann, der überzeugen konnte. Der Kampf gegen Dänemark bildet noch nicht den Abschluß einer schweren Saison. Zwar tritt nach Breslau eine kleine Ruhepause für die Nationalmannschaft ein, aber dann beginnt mit den Ausscheidungsspielen zur Weltmeisterschaft ein neuer Abschnitt, und später sind noch Norwegen und Schweden unsere Gegner. Gegen Dänemark haben wir fast drei Jahre nicht mehr gespielt. Nach dem großen Erfolg in der Weltmeisterschaft 1934 fuhr unsere Nationalmannschaft im Herbst des gleichen Jahres nach Kopenhagen zum siebten Spiel gegen die Dänen, denen wir bis dahin auf eigenem Boden noch keine Niederlage beizubringen vermochten. Erst dieses letzte Spiel brachte uns mit 5:2 den ersten Erfolg in* Dänemarks Hauptstadt und damit zugleich den dritten Sieg über den Breslauer Gegner, der 1928 in Nürnberg mit 2:1 (erster Sieg) und 1931 in Hannover mit 4:2 geschlagen worden war. Viermal aber behielten die Dänen die Oberhand: 1912 in Kopenhagen 3:1, 1913 in Hamburg 4:1, 1927 in Kopenhagen 2:1 und 1930 in Kopenhagen 6:3. Drei deutschen Siegen stehen also vier Niederlagen gegenüber. In Breslau können wir demnach in der achten Begegnung mit Dänemark gleichziehen, jedenfalls in der Zahl der Gewinnspiele. Ob auch im Torverhältnis, ist noch ftaglich; denn Dänemark liegt mit 21:17 vorerst noch mit vier Toren Vorsprung klar in Führung. Die Dänen sind, wie wir, gelehrige Schüler der Engländer, mit denen sie mehrmals im Kampf standen. Olympischer Fußballfieger wurde Dänemark 1906 in Athen. 1908 in London und 1912 in Stockholm belegten die Dänen hinter England jeweils den zweiten Platz. Das Aufgebot für Breslau, wo die deutsche Nationalmannschaft ihren 140. Länderkampf bestreitet, lautet: (Sportamt »Kraft durch Freude^. Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26: 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen, Dolksbad, Seltersweg — für Männer und Frauen gemeinsam —: 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Reiten, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz: 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Jugendgericht Gießen Vor dem Jugendgericht hatte sich der 1920 geborene H. S. aus Merenberg, Kreis Oberlahn, zu verantworten. Er war angeklagt, 1936 in Mittelsmühl und anderen Orten in fortgesetzter Begangenschaft den von der obersten Landesbehörde zum Schutze von Volk und Staat erlassenen Anordnungen zuwider gehandelt zu haben. Er hatte sich an einer verbotenen Sekte, die „Sieben-Tage-Adventi- sten", und auch an verbotenen Zusammenkünften mit anderen der Sekte angehörigen Personen beteiligt. Weiterhin wurde ihm nachgesagt, daß er den Hitler-Gruß aus religiöser Einstellung heraus verweigere. Das Gericht oerurteilte ihn wegen Vergehens gegen § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2.1933 zu einer Gefängnis st rafe von einem Monat. Die Gefängnisstrafe gilt durch die Schutzhaft als verbüßt. Da der Angeklagte noch jugendlich ist, hielt das Gericht Erziehungsmaßnahmen für erforderlich, deren Auswahl dem zuständigen Vormundschaftsgericht überlassen bleibt. Mitgliederversammlung tagen, die insofern von größter Wichtigkeit ist, als den Mitgliedern Gelegenheit geboten wird, sich über Einzelheiten des für den 11. Juli oorgefegenen Sommerfestes zu äußern. Einige Bänke sollen auf Kosten des Vereins auf der oberen Burg aufgestellt werden. Nach der Sitzung nahmen die Vorstandsmitglieder Augen- schein von den im vergangenen Winter auf Kosten der Vereinigung vorgenommenen Derschönerungs- arbeiten, die allgemeine Befriedigung erweckten. * Lollar, 13. Mai. Das 6 Jahre alte Sohn- ch e n des hiesigen Drogisten Sommer stürzte so erheblich, daß es mit einem Unterschenkelbruch nach Gießen m die Klinik gebracht werden mußte. £ Leih gestern, 12. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Anschluß an eine Uebung ihre Jahresversammlung ab. Der Oberbrandmeister gab zunächst einen kurzen Bericht über die Tätigkeit der Wehr im vergangenen Jahre. Der Kassenbericht zeigte, daß der Rechner sorgsam und sparsam gewirtschaftet hat. Die Berichte wurden genehmigt und damit Entlastung erteUt. Nach Besprechung einiger interner Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Der neugebitöete Bezirksverband Kassel des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten, der über die ehemaligen Landesverbänve Hessen und Hessen-Nassau hinaus das Gebiet zwischen Main und Werra, Fulda und Sieg umfaßt, hielt am Sonntag seinen ersten Bezirksverbandstag in Gießen ab. Der Reichstreubund des Standortes Gießen bereitete den Gästen am Samstag einen anregend verlaufenen Kameradschaftsabend im Burg- caf6. Standortleiter Schwender hieß die auswärtigen Kameraden herzlich willkommen. In parfeniöen Ausführungen gedachte er der mit dem Luftschiff „Hindenburg" verunglückten Offiziere, Mannschaften und Passagiere. Bezirksverbandsleiter Schwarz (Kassel) dankte den Gießener Kameraden für die gastfreundliche Aufnahme. Das Mit» glied der Bundesleitung Z a b r o w s k i (Berlin) überbrachte die Grüße des Bundesleiters, Gauleiter und Oberpräfident Schwede (Koburg), und wies darauf hin, daß neben der fürsorgenden auch die gesellige Kameradschaft ein Hauptbestandteil des Reichstteubundes ist. Im Auftrage des Bundesleiters überreichte er dem Bezirksverbandsleiter Schwarz (Kassel) eine Ehrenurkunde und ein Bild des Bundesleiters mit eigenhändiger Widmung für treue Dienste im Reichstreubund. Unter der Leitung des Kameraden Derwaltungssekretär Ritter fand bann der Kameradschaftsabend einen harmonischen Aus klang. Am Sonntagvormittag eröffnete Bezirksverbandsleiter Schwarz (Kassel) den ersten Bezirks- oerbanbstaa des Bezirksverbandes Kassel, zu dem er neben dem Vertreter der Bundesleitung Z a b r o w s k i (Berlin) eine Reihe weiterer Ehrengäste begrüßen konnte. Standortleiter Schwender (Gießen) entbot der Versammlung die besten Grüße und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kameraden nach getaner Arbeit frvhe Stunden im schönen Gießen verleben mögen. Bezirksverbandsleiter Schwarz würdigte die Verdienste der Gießener Kameraden um die Vorbereitungen und sprach ihnen für den guten Geist und ihre vorbildliche Arbeit Dank und Anerkennung aus. Dann gedachte er der im letzten Jahr verstorbenen Kameraden, denen die Ehrenbezeugung erwiesen wurde. In einem grundlegenden Vor trag behandelte hierauf Kamerad Zabrowski (Berlin) das Verhält- nie zwischen Reichstreubund und Soldatenbund. Gegenüber allen falschen Formulierungen sei fest- aestellt, daß der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten der Zusammenschluß aller Kapitulanten der Wehrmacht, der Luftwaffe und der Marine ist. Er ist eine neben den übrigen Soldatenorganisationen, dem Soldatenbund, Dem NS.-Marinebund Kupfer (Solbbrunner Jttsmger rdn (Hanau); Haringer (München), Jansen (Statt- (Schwemfutt) (Bayern München) (Schwein urt) gader SC.); Bernard (Schweinfurt), Sold (Saar- Lehner ,Aellesch Siffling Szepan Urban grürfen), Schädler (Ulm); Malecki (Hannover), A. (Augsburg) (Schalke) (Waldhof) (beide Schalke 04) Schmitt (Frankfurt), Seitz (Kornwestheim), Hänel Schiedsrichter: Christ (Tschechoslowakei). (Hartha), Simetsreiter (München). Schöffengericht Gießen. Dor dem Schöffengericht hatte sich gestern der Jude Benni Grünebaum aus Düdelsheim zu verantworten. Er hatte im November 1936 in Düdelsheim in zwei Fällen versucht, in rechtswidriger Absicht sich einen Vermögensvvrteil zu verschaffen, und zu diesem Zwecke eine inländische öffentliche Urkunde verfälscht, um von ihr zum Zwecke einer Täuschung Gebrauch zu machen. Auf zwei Ursprungszeugnissen von Kühen hatte er die Daten verändert, aber von den so verfälschten Urkunden keinen Gebrauch gemacht. Er wollte sich damit steuerliche Vorteile verschaffen. Das Gericht verurteilte ihn, da er die Fälschungen zugab, wegen versuchter Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und legte ihm außerdem die Kosten des Verfahrens auf. Die L. K. aus Södel hatte Anfang 1936 in mehreren Fällen Briefe und Karten beleidigenden Inhalts geschrieben und diese Briese und Karten mit dem Namen einer anderen Person unterzeichnet. Sie wollte damit die andere Person in ihrem Ansehen herabwürdigen. Wegen dieser Tat hatte sie sich gestern wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Beleidigung vor dem Schöffengericht zu ver- antworten. Da sie bis zum Schlüsse hartnäckig leugnete, die Briefe und Karten geschrieben zu haben, aber durch das ausführliche Gutachten des Schriftsachverständigen einwandfrei überführt werden konnte, verurteilte sie das Gericht wegen Urkundenfälschung und Beleidigung zu einer G e - famtgefängnisftrafe von fünf Wochen. Außerdem wurden der Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Amtsgericht Gießen. Der A. M. aus Wörrstadt (Rheinhessen), der in Dors-Gill beschäftigt war, hatte einen Strafbefehl über 1 Woche Gefängnis erhalten, weil er unter falschen Vorspiegelungen sich von dem Ortsbauernführer in Lang-Göns 6.— RM. geben ließ und behauptete, von dem Ortsbauernführer in Dorf-Gill geschickt worden zu fein. Als Pfand hinterließ er dem Ortsbauernführer feine Papiere. Gegen den Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt mit der Begründung, daß wegen der 6,— Manchester City, wurden folgende deutsche schäften gestellt: Berlin (19. Mai): Buchloh; Schulz, Welsch (Neunkirchen); Zielinski, Rohde, Männer; Elbern, Rohwedder, Berndt, Fischer, Strie- Canbfreis Gießen. gfs.. Heuchelheim, 13. Mai. Ein ftoher Abschlußabend vereinte die Teilnehmerinnen am Lehrgang des Reichsmütterdienstes über Erziehung des Kindes mit den Mitgliedern der Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks in der Wirtschaft „Zum Treppchen". Nach einem gemeinsamen Lied und freundlichen Begrüßungsworten durch die Leiterin der Frauenschaft. Frau W o b k e r wurden lebende Bilder aus dem Leben des Kindes in Gemeinschaft mit der Mutter K. Die Mutter als Pflegerin an der Wiege, chem Spiel, die Mutter als Trösterin im Schmerz, zuletzt das Kind als Betreuerin der alten Mutter. Mit großer Aufmerksamkeit folgten alle den schönen Bildern, die passende Worte und Lieder begleiteten. Dann ergriff die Leiterin des Lehrganges ' das Wort und erklärte die einzelnen sechs Lehr- gänge des Reichsmütterdienstes. Frohe Lieder, Spiele und Scherz hielten die Teilnehmerinnen noch lange beisammen. A Staufenberg, 10. Mai. Gestern nachmittag fand auf der Burg eine Dorstandssitzung der Heimatvereinigung Staufenberg statt. Aus den ausführlichen geschäftlichen Verhandlungen ist hervorzuheben: Am Samstag, 22. Mai, soll die Pränumerando Postpäckchen dürfen ein Höchstgewicht von 2 kg haben und kosten 40 Pf. Porto. Postpaket, s. Paket. Postscheckverkehr. Die Zahlungen erfolgen durch Zahlkarte auf Postscheckkonto des betreffenden Empfängers. Das Porto ist wesentlich billiger. Poftvollmacht, stempelpflichtige Erklärung, durch die der Empfänger jemand anders ermächtigt, Postsendungen für ihn in Empfang zu nehmen. Potpourri, franz., Zusammenstellung verschiedener Musikstücke unter einem vestimmten Gesichtspunkt, z. B. Melodien aus verschiedenen Opern des gleichen Komponisten. Pottasche, kohlensaure Kaliumverbindung, die bei Lebkuchen als Treibmittel dient. Pottwal, Zahnwal, Seesäugetier aus desien Leibeshöhlen Walrat und Ambra gewonnen wird. Poudre de riz, franz., Bezeichnung für feinen Reispuder. Poularde, franz., junge gemästete Henne, die wegen ihres zarten Fleisches auch als Krankenkost geschätzt wird. P. P., Abkürzung des lat prae- missis praemittendis, d. h. „unter Vorausschickung des Vorauszuschickenden" (Titels), eine heute üverlebte Art, einen Brief ohne Anrede einzuleiten. Statt desien setzt man, falls eine persönliche Anrede nicht möglich ist, die Anschrift des Briefempfängers über den Briefanfang. Pränumerando, s. Postnumerando. und der Luftwaffenreserve, völlig selbständige Organisation mit eigener Finanz- und Wirtschatts- Hoheit. Er wird in dieser Selbständigkeit neben ben drei Soldatenorganisationen bestehen bleiben müssen, weil es sonst nicht möglich ist, die Aufgaben zu erfüllen, die ihm vom Reichskriegsministerium übertragen sind. Die Aufgabe des Reichstteubundes ist das Eintreten für die Zivilversorgung als der praktischsten und schönsten Kameradschaft, wie sie der Bund seit 40 Jahren pflegt. Die Mitglieder des Reichstreubundes gehören gleichzeitig einem der Soldatenbünde an, wie auch Die in diesen Soldatenbünden geführten Kapitulanten dem Reichstreubund angehören. Der Bundesleiter wünscht, daß der Reichstreubund mit den Soldatenorganisationen kameradschaftlich Hand in Hand arbeitet und daß die alten Soldaten im Reichstreubund die jungen Kameraden betreuen. Leitmotiv für alle Arbeit muß sein: Ich dien! Bezirksverbandsleiter Schwarz gab einen Ueberblick über die Entwicklung in den Organisationen. Standortleiter des Reichstreubundes sollen keine Kameradschaftsführer der Soldatenorganisa- tionen, aber in der Führung der Kameradschaften sein. Der Reichstreubund hat sich in den Kameradschaften zu betätigen. Nach einer Aussprache gab Kamerad Z ab row - s k i einen Ueberblick über die zivile Versorgung. Dabei betonte er, daß die Neuregelung, die den jungen Kameraden zugute kommt, nur möglich wurde, weil die alten Kameraden diesen mit ihren Erfahrungen zur Seite standen. Der Dorttagende betonte die gute Zusammenarbeit mit der Versorgungsstelle des Reichskriegsministeriums. Nach eingehender Besprechung der gesetzlichen Neuregelungen durch Bezirksverbandsführer Schwarz forderte dieser die Standortleiter auf, durch Zusammenarbeit mit den Standortältesten die jungen Kameraden frühzeitig zu veranlassen, dem Reichstteubund beizutreten, damit sie zeitig auf die Arbeit an sich selbst hingewiesen werden können und ihnen der Uebergang in die zivilen Berufe erleichtert wird. Heeresfachschuldirektor Dr. B u ch h o l tz (Gießen) sprach über seine Erfahrungen als Truppenunterrichtsleiter und zeigte Wege, auf denen erreicht werden muß, den Soldaten frühzeittg zur Fortbildungsarbeit anzuregen. Der Gießener Standort- älteste Generalleutnant Oßwald werde den ersten Versuch veranlassen, innerhalb der Kompanien Arbeitsgemeinschaften der mehrjährig Dienenden zu errichten, die eine Vorstufe für die berufliche Ausbildung darstellen und im Bewährungsfall im Heere eingerichtet werden sollen. THt dem Treugruß an den Führer und Obersten Befehlshaber, den Reichskriegsminister und den Bundesleiter wurde die Verbandstagung beschlossen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. .Frankfurt a. M., 13. Mai. Wenn die Unternehmungslust vor den Feiertagen im allgemeinen auch nur klein war, so war die Haltung der Börse weiterhin fest, und die meisten Kurse lagen erneut etwas höher, zumindest aber widerstandsfähig. Am Aktienmarkt waren einige Spezialbewegungen zu verzeichnen, die nach den ersten Notierungen auf den meisten Märkten weitere kleine. Kurserhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. auslösten. Stark gefragt waren Anleihestockwerte, so Reichsbank mit 208,50 (205), Siemens mit 207 (204,50), Akkumulatoren erschienen mit Plus-Zeichen und wurden mit 235 geschätzt (226). Bon Maschinen- oktien waren Moenus auf eine größere Kauforder gesucht und ebenfalls mit dem Plus-Zeichen versehen und 118,50 (115,75). Montanwerte konnten nach unverändertem Beginn meist leicht anziehen. Lebhafter waren wieder IG. Farben mit 165 bis 165,50 (164,50). Zellstoffaktien lagen bis 0,65 o. H. höher, ferner kamen Junghans mit 136,40 (135,50), Hanfwerke Füssen mit 111,25 (110,75), Kali Aschersleben mit 120,50 (119,25) und Hozmann mit 155,25 (154,25) zur Notiz. Etwas niedriger notierten Daimler mit 141 (141,50), Westdeutsche Kaufhof mit 62,25 (62,65), Rheinmetall, Rheinstahl und Felten mit je minus 0,25 v. H. Auch der Rentenmarkt war weiter fest. Altbesitzanleihe 126 (125,75), Kommunal-Umschuldung 94.15 bis 94,20 (94,05), Städte-Altbesitz unverändert 130. Im Verlaufe blieb die Tendenz fest. Das Geschäft am Aktienmarkt war aber ziemlich klein und beschränkte sich nur auf Spezialwerte. Von diesen Reichsbank weiter erhöht auf 210,50 nach 208,50, Siemens auf 209 nach 207, Akkumulatoren gestrichen. Weitere Erhöhungen hatten ferner Vereinigte Stahl mit 119,40 nach 118,25, Klöckner mit 131,50 nach 130,75, Hoesch mit 123 nach 122, IG. Farben mit 166 nach 165, Daimler aus 142 nach 141 erholt. Am Einheitsmarkt waren einige Industriewerte gesucht, so u. a. Grün & Bilfinger, Niederrhein. Leder, Dürrwerke Ratingen, Schöffer- hol-Binding. Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung bei lebhaften Umsätzen auf 94,25 nach 94,15. Stark gesucht blieben Neubesitzanleihen, Deko- sama 42,50 (40,50), Hamburger 31,13 (31), Neubesitz des Reiches im Freiverkehr etwa 18 bis 19 (17). Pfandbriefe und Stadtanleihen sowie Kom- munal-Obligationen bei ruhigem Geschäft unverändert. Liquidationspfandbriefe nicht ganz einheitlich. Von Industrie-Anleihen 5 v. H. Verein. Stahl 101,90 (101,50). 9 Abendbörse unverändert. Nach dem festen und lebhaften Verlauf des Mittags war das Geschäft im Abendbörsenverkehr ruhia, da der Handel in der Hauptsache bei der Kulisse lag, die weiteres, wenn auch nur kleines Interesse bekundete. Die Tendenz blieb unverändert fest, die Kurse lagen in den meisten Fällen gegen den Berliner Schluß unverändert. Darüber hinaus zogen Conti Gummi 0,50 v. H. an auf 190,25 (Frankfurt 188), ferner gewannen Holzmann 0,75 o. H. auf 156, Moenus Maschinen weitere 0,25 v. H. auf 118,75 und auch sonst ergaben sich mäßige Besserungen, u. a. für Montanwerte. Klöckner 132, Mannesmann 128,90, Rheinstahl 156, Verein. Stahl 119,40, Buderus 126. Gesfürel auf die Bilanzziffern 151,50 (151). Akkumulatoren wurden mit 237 (gestern 226) notiert. Schöfferhof-Binding stiegen auf 197 (194). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr5ankfurt a. M., 13; Mai. Auftrieb: Großvieh 1132 (gegen 932 am 5. Mai), darunter 205 (160) Ochsen, 171 (169) Bullen, 615 (477) Kühe, 141 (126) Färsen: Kälber 438 (316); Hämmel und Schafe 40 (22); Schweine 1431 (—). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (38 bis 41), c) 35 bis 36 (36); Bullen a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 36 bis 39 (39), c) 34 (34 bis 36); Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 17 bis 25 (16 bis 25); Färsen a) 43 bis 44 (41 bis 44), b) 40 (40), c) •35 (33 bis 35), d) 28 (28). Kälber a) 63 bis 65 (65), b) 59 (56 bis 59), c) 50 (41 bis 50), d) 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 53 (45 bis 46); Schafe nicht notiert. Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50); Sauen gl) 52,50 (52,50). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Fleischgroßmarkt. Angebot: 357 (132) Viertel Rindfleisch, 263 (137) ganze Kälber, 4 (10) Hämmel, 1072 (594) halbe Schweine, 4 (—) Kleinvieh. Notiert wurden in RM. je 50 Kilogramm: Ochsenfleisch a) 80, b) 69; Bullenfleisch a) 77; Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch I 81 bis 97 (78 bis 90), II 72 bis 80 (65 bis 77). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm 78, Flomen 80 Reichsmark je 50 Kilo. Marktverlauf: lebhaft. Der-nächste Viehmarkt findet am Mittwoch, 19. Mai, statt. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 13. Mai. Der Markt hatte einen Austrieb von 616 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 20 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 22 bis 28 Mark. Marktverkauf: schleppend, es verblieb Ueberstand. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 13. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 628 Ferkel aufgetrieben. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueberstand. Bis 6 Wochen alte Tiere kosteten bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 14 Mark, ältere Ferkel bis 18 Mark pro Stück. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin ___i___________ Schluh- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittag börje Saturn 12 5 13 5 12 5 13 5 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 101,65 101,65 101,65 101,65 99,25 99,25 99,25 99,25 5*/,% Doung-Anleihe von 1930 .. 104,4 104,5 104,5 104,9 4y2% Hessische Bollsstaat von 1929 99,75 99,75 — — 47i% Deutsche Reichspostschotz von 100,75 100,5 100,75 100,75 1934 I...................... 471% Deutsche Reichsbahnschatz 99,13 125,75 99,13 126,13 99,13 125,9 99,13 126,25 von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mit 138,13 138 Auslos.-Rechten.............. — — 4Vi% Hess. Landesbk. Darmstadt 99,25 99,25 Goldpfe. R. 12.............. — — — 57i% Hess. Landes-Hyp.-Bank 101,3 101,3 Liqu. Goldpfe............... — 47i% Breub. Landespfdbr..Anst. 99 99 99 Goldpfe. R. 19.............. 99 47i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98 98 98 98 47i% Darmstädter Komm.-Lan- desbanl R. 6................ 97,9 97,9 — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 132,13 Auslos.-Rechte l.............. 131,75 131,9 132,25 47i% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99,5 99,5 99,5 99,5 47i% Franks. Hyp. Gold-Komm. £61. 2 3.................... 98,25 98,25 — — &7i% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,7 101,5 — — 57i% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,75 101,75 101,75 101,65 Steuergutlchein-Berrechnungskurs 110,75 110,75 110,9 110,9 5% Goldmettkaner von 1899 .... .— — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... — — — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. 47i Ungarn Staats von 1913 .... — — _ — 4% Ungarische Goldrente....... — —— — —— 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 5% Rumänen von 1903......... — — — —— 47i% Rumänen Gold von 1913.. — — — — 4% Einheits-Rumänen......... — — — — 4% Türken Bagdad I........... — — —— —— 4% Türken Bagdad 11.......... — — —— — 27»% 1. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen ...... 6 133 133,5 133,13 133,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 46,5 —— Hamburg-Amerika Paket......0 17,5 17,5 17,4 17,75 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 17,75 123,75 17,9 123,65 17,75 123,5 18 123,75 Reichsbank................. 12 205 210,5 204,75 210,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 130,5 130,25 Commerz- und Privat-Bank ... 4 112,65 112,65 112,65 1'"65 Deutsche Diskonto............4 117,25 117,25 117,25 1 7 25 Dresdner Bank.............. 4 105 105 105 >05 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß?. Abend börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Dalum 12-5. 13.5 12-5 13.5 Accumulawren-Fabrik'...... . 12 226 237 226,5 237,5 AKU=Äunftfetbe........... .. O — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... Beinberg................. Bekula................... .. 3 .. O .. 8 145 119,25 165 146 121,5 165 145 119,25 165,4 146 121,75 165,25 Buderus Eisen............. .. 4 126 126 126,5 126 Gement Heidelberg......... .. 7 160 159,5 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 175 175 — — Chade A.-C................ .. 9 — — — — Gonti Gummi............. . 11 188,25 190,25 187,5 189,75 Daimler Motoren.......... .. 5 141,5 141,75 141,5 142 Dessauer Gas............. .. 4 — — 118,5 119,5 Deutsche Erdöl............ .. 5 153 153,75 153 153,75 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 264 265 — —— 2?eutidie Linoleum......... . 10 178 178,5 178 178,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136,25 136,25 136 136,13 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148,75 149,5 149 149,25 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 164,5 165,9 164,5 165,9 Felten & Guilleaume....... .. 6 142,25 142 142,25 141,75 Gesfürel.................. .. 6 151 151,5 151 151 Th. Goldschmidt........... .. 5 136 137,65 136 137,75 Gritzner Maschinen......... .. 0 45,9 46 45,65 46,5 Harpener................. Hoesch Eisen............... 2'/r 37i 163 122 162,5 123 162,5 121,5 162,5 123,5 Philipp Holzmann......... .. 6 154,25 156 154 155,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 179 — Ilse Genüsse.............. .. 6 144,25 144 143,5 143 Kall Aschersleben.......... .. 5 119,25 120,5 119,5 119,75 Klöcknerwerke............. 47z 130,75 132 130,75 132 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 153,75 154,5 Lahmeyer................ .. 6 124,9 124,75 124,5 124,5 Mainkraft................. .. 4 98 98,65 — — Mannesmann............. .. 3 128,5 128,9 128,5 128,9- Mansfelder Bergbau....... 67? 158,5 158,5 158,5 Metallgefellschaft........... .. 5 153,5 154,5 154,13 154 Orenstein & Kopvel........ .. O — — 104,25 104,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 229 — 228,25 231,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 131,5 131 — 132,75 Rheinstahlwerke............ .. 6 156 156 156 156 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 128,25 128,75 128,25 129 Rütgerswffrke ............. .. 6 150,5 150,5 150,5 151,75 Salzdetfurth Kali.......... 771 160 159 159,75 159,75 Schustert & Go............. .. 6 171,75 171,5 172 171,5 Schultheis Panenhofer...... .. 4 99,65 100,25 Siemens & Halske......... .. 8 204,5 209 206 209,25 Süddeutsche Zucker......... . 10 200 200 200 —— bereinigte Stahlwerke...... 3 7t 118,25 119,4 118,75 119,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,65 62,25 62,5 62,4 Westeregeln Alkali.......... .. 5 119,5 119,25 119 119,25 Zellstoff Daldhof.......... .. 6 160,5 161 160,75 160,9 Ltavi Minen.............. O.6 — 30,75 30,9 30,65 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 12.Mai 13 Ma« Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Brie> Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,755 0,759 Brüssel................... 41 ,98 42,06 42 01 42 09 Rio de Janeiro............ ö. 161 0.163 0 161 0 163 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54,90 55,00 54,96 55,08 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 London .................. HelsingforS................ 5,'435 5,'445 5'44 5,'45 Paris.................... Holland .................. 136,82 137,10 136,91 137 J 9 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 12 Mm 13 Mai Amtliche Notierung Amiliche Notierung Geld Brie> Geld Bries Japan.................... 0,715 0,717 0,717 0,719 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..................... 61,79 61,91 61,86 61,98 Wien..................... 48.95 49,05 48,95 49 05 Lissabon.................. 11 165 11,185 11,18 11,20 Stockholm................ J,39 63,51 63,47 63,59 Schweiz.................. 56,98 57,10 57,04 57,16 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 Budapest................. __ Neuyork.................. 2,489 2,493 2,491 2,495 Zrene Göbel Werner Lrinkwerth, Ingenieur beehren sich ihre Verlobung anzuzeigen Gießen Köln Schiffenberger Weg 24 llbierring 31, im Mai 1937 3383 D Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, schmerzstillende Heilsalbe ßontarin“ Erhält!. in allen „uenidnn . Apotheken. 1860v iiiiiiitiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man etellt eloh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäfts karten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten ele Ihnen BrUhl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Präzis 382 Primel Präzis, lat., genau, bestimmt, daher Präzisionsinstrumente, Präzisionswaagen usw. Pralines, franz, mit Likör oder Cremes gefüllte Bonbons, die mit Schokolade überzogen sind. Pranger, Schandpfahl, an dem im Mittelalter Verbrecher, aber auch zänkische und verleumderische Weiber als Abschreckung zur Schau gestellt wurden. Praxis, griechisch, Anwendung einer Kunst oder Lehre, daher ärztliche Praxis. Preißelbeere, auch Kronsbeere, wächst vornehmlich in Nadelwäldern; der kleine Strauch ähnelt der Heidelbeere und trägt immergrüne Blätter. Die roten Beeren werden als Kompott und zur Marmeladebereitung genommen. Zum Einmachen zehn Minuten in Läuterzucker kochen. Kompott schmeckt vorzügl. zu Wildbraten Preßglas, billigere Elassorte, mit Luftblasen und Unebenheiten, deren Muster nicht geschliffen, sondern gepreßt sind. Preßglas wird wie jedes andere Glas gereinigt. Preßhefe, haltbare entwäsierte Hefe, die zum Backen verwendet wird und zweckmäßiger als frische Hefe ist. Preßkohlen, Briketts mit Teer als Bindemittel gepreßte Braunkohle, Steinkohle oder Koks. Preßkopf, Preßsack, Schwarten magen, Sülzwurst mit großen Stücken Kopffleisch, Knorpeln usw., die in einen Schweinemagen gefüllt ist. Ist in der Füllung außerdem Blut vorhanden, so heißt die Wurst Blutpreßsack. Preßtorf, nach dem Stechen mit Maschinen in Formen gepreßter Torf. Pretiosen, franz., Bedeutung = Kostbarkeiten, entbehr!. Fremdwort für Geschmeide, Edelsteine usw. Prießnitz (Vinzenz, naturheilkundiger Bauer in Gräfenberg in Schlesien, 1790 - 1851) Umschlag: Einpacken des ganzen Körpers in ein nasies Laken, um das Wolltücher geschlagen werden zur Erzeugung feuchter Wärme. Primel, auch Himmelschlüssel genannt. Frühlingsblume. Viele Arten, die sich von April bis Juli im Blühen abwechseln. Zu den Primeln zählt auch die Aurikel. Primeln sind geeignet für Steingarten- und Wegkantenpflanzung. Primel verlangt als eigentliche Wald- und Wiesenpflanze humosen Boden, den wir im Garten durch Beigabe von Torf- und Pflanzenerde beschaffen. Durch Teilung oder Saat ziehen. Als dankbare Zimmerpflanze ist die Becherprimel geschätzt, die von November bis Frühling blüht. Nach Entfernung der Blütenschäfte und einer kleinen Ruhepause beginnt erneutes Blühen. Umpflanzen ist angebracht, ebenso Kunstdüngergaben im Gießwasier, auch wäh- Wie entkernen Sie Pflaumen? Mit einem Messer? Weit, weit schneller geht das mit einem Pflaurnen- Entkerner. Auch für Kirschen gibt es solche Entkerner. Sie kosten sehr wenig bei Häuser und sparen Ihnen viel Arbeit. Lassen Sie sich beide mal zeigen. J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgorlen, Fernsprecher 2145/2146. 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