Nr. 86 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 14. April M7 Gießener Anzeiger &Ä AGG A.« "’M »4b A< A A« K**ÄGS Heimat im Bild Die Scholl. ■ MBB ■ fi W M Jg W M M M -;A WM MM yiBl jfi W 1 > !▼ Srundpretse für, mm höhe Monats Bezugspreis: ■ Kg B H ELr W W 0L< W M WWW H^F MÄH ® Jr H für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM. 1.99 1Ä WWW HT W W ®T W W W H Hl Ä W W W Hf H Breite 7 Rpf.. für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 M |Ä_ $yj Hä1 Ihä 68 4: ,- >.??« W ■ wB B W UU H BSk H anzeigen von70mmBrette Zustellgebühr .. , -.25 V B W W ®T W B W B WU ^W< 50Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen U W V v ” ™ ~ vorh Bereinbg.25°/„ mehr. V -rn.Stz.gtt Srun°»r..,-: SM General-Anzeiger siir Bberhessen SM 8rani,ur« am Main H6s6 vruckl und Verlag: vrühl'sche UnioersttStsvuch- und Steindruckerei «.Lauge in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe r Mengenabschlüsse Staffel B Frankreichs schwerste Stunde Bor 20 Jahren begann an der Westfront eine der blutigsten Schlachten des Weltkrieges: die D o p - pelfchl'acht an der Aisne und in der Champagne vom 16. April bis 27. Mai 1917. In der Rückschau auf diese Frühjahrsschlacht treten heute manche Erschein-ungen und Folgerungen klarer Dor unser Blickfeld. Sie zeigen uns, daß damals vielleicht eine große Stunde verpaßt wurde. Die Situation zu Eingang des Jahres 1917 war für die Mittelmächte trotz des Sieges über Rumänien nicht gerade gut zu nennen. Für die deutsche Heeresleitung ergab sich die Notwendigkeit, das erstarkte Stellungssystem im Westen durch eine „elastische Verteidigung" zu ersetzen. In einem kühnen Entschluß, dessen Folgen zunächst noch nicht abzusehen waren, mußte durch Rücknahme der Front eine Verbesserung der Abwehrstellung durchgeführt werden. Die Einbuchtungen und Vorsprünge, die in der Sommeschlacht entstanden waren, verlangten eine Begradigung. Aus der Notwendigkeit wurde eine geniale strategische Bewegung, als die deutsche Heeresleitung am 16. März die Truppen mit unerreichter Schnelligkeit und disziplinierter Ordnung in die im Winter vorbereitete „S i e g f r i e d st e l l u n g" überführte. Nur auf diese Weise gelang es, die große Frühjahrsoffensive, die von dem neuen französischen Oberbefehlshaber, General Ni o eile, feit langem geplant und nun mit aller Kraft durchgeführt wurde, nicht nur aufzufangen, sondern die feindlichen Heere im Vorgelände in von den Franzosen unbemerkt verlassenen Stellungen verbluten zu lassen. Als Nioelle merkte, daß der ursprüngliche Offensivplan durch die Zurücknahme der deutschen Stellungen zerstört war, ging er sofort zu neuen Angriffsbewegungen über. Gegen den Widerstand des französischen Kriegsministeriums und einzelner Unterführer wußte Nivelle seine Pläne durchzusetzen. Am 2. April eröffnete Marschall H a i g das siebentägige Vernichtungsfeuer. Am 6. April i entbrannte auf der ganzen, etwa 60 Kilometer langen Front, die Artillerieschlacht. Am Abend des 15. April endlich gab General Nivelle den Angriffsbefehl. Die feindlichen Heere hatten anfänglich gewisse Erfolge, doch wie Haig schon binnen drei Tagen die Erfolglosigkeit seines Vorstoßes einsehen mußte, so gelang es auch den fünf Armeen Nivelles — etwa 1,5 Millionen Soldaten in 55 Divisionen mit 5500 Geschützen und 200 Tanks — nicht, die deutsche Front zu durchstoßen. Schon am zweiten Tag stockte der Angriff und nutzlos schien jedes weitere Anrennen gegen die starke Abwehrstellung der Deutschen. Die Operationen der nächsten Wochen brachten nur einen unbedeutenden Geländegewinn, das war der einzige Erfolg. Und als die Deutschen am 7. Mai sogar zum Gegenangriff übergehen konnten, da hatten die Engländer mit 180 ÖOO und die Franzosen mit 130 000 Verlusten eine der größtangelegten Offensiven verloren. Das war „Frankreichs schwerste Stunde". Nivelle -wollte nicht zugeben, daß sein Durchbruch ebensy gescheitert war wie der seines Vorgängers Joffre. Er glaubte, unbekümmert um die entsetzlichen Blut- vpfer, zu neuen Vor st äßen rüsten zu können, als ihm von einer Seite Halt geboten wurde, an die er am wenigsten gedacht hatte. In vielen Divisionen des französischen Heeres brachen schwere Meutereien aus; die Presse und das Parlament liefen Sturm gegen die rücksichtslose Kriegsführung Nivelles, und am 15. Mai mußte Pain- l e d e , der französische Kriegsminister, Nivelle seines Amtes e n t h e b e n.' Die französische Oeffent- tichkeit war durch diese nutzlosen Blutopfer ungeheuer erregt Noch während der Schlacht hatte ein französischer Abgeordneter, der die Front besuchte, einen dringenden Appell an den Kriegsminister gerichtet, von der Hoffnungslosigkeit einzelner Generale berichtet und ausgerufen: „Noch sind erst 27 Divisionen geopfert worden, noch sind 32 Divi- ! sionen zu retten. Bewahren Sie, Herr Minister, die Blüte unserer Armee vor nutzlosem Verbluten und befehlen Sie die Einstellung des Angrifts!" Die Regierung weigerte sich jedoch, dem Generalstab n den Arm zu fallen. Unmittelbar aufmerksam auf diesen Fehlschlag wurde die französische Bevölkerung, als auf dem Pariser Nordbahnhof ein La- zurettzug längeren Aufenthalt nehmen mußte. Die Menge, die die ersten Sieger vom Chemin des Dames begrüßen wollte, sah hier zum erstenmal i»a5 unerbittliche Antlitz des Krieges, schmutzstar- renbe Männer mit blutbefleckten Notverbänden, manche sogar mit offenen Wunden. Das französische Oberkommando hatte mit einem Abgang von 10 000 verwundeten gerechnet, aber bereits in den ersten Neun Schlachttagen wurden in den überfüllten Feldlazaretten, in denen sich chaotische Zustände ent- öicfetten, über 100 000 Verwundete ge- .öhlt. Als diese Dinge durchsickerten, wuchsen die Meu- isreien innerhalb der für den weiteren Angriff be- jrimmten Dvisionen, und selbst die strengsten Maßnahmen der Heerführer konnten nicht verhindern, laß zahlreiche Kontingente die Waffen wegwarfen. Unterstützt wurde diese Aufstandsbewegung durch len Beginn der bolschewistischen Revolution, die ihre Wellen auch nach Frankreich schlug. Wie ein Alpdruck lastete in diesen Tagen auf der ftanzösischen Heeresleitung die Frage: Wird es gelegen, die Meuterei vor dem Feind geheimzuhal- fen? In dem Ministerrat mußte der Kriegsminister kennen, daß zwischen Soisson und Paris im Augenblick nicht mehr als zwei zuverlässige Divisionen standen. Die pazifistische Propaganda hatte sch vervielfacht. Die Lage in einzelnen Departements war zeitweise so bedrohlich und die Haltung d>r dort in Garnison stehenden Bataillone so zwei- f lhaft, daß Senegalneger angefordert werden muß- Der Kunstbeirachter als Propagandist deutscher Kultur. Vorträge auf der Bochumer Theatertagung der HI. Unter den während der BvchumerTheater- tagung der HI. behandelten aktuellen Fragen war die der Kunstbetrachtung von besonderem Interesse. Ueber das Prinzip der Kunstbetrachtung im Sinne des ministeriellen Erlasses sprach Pg. Körber vom Propagandaministerium. Durch die Stellung des Kunstbetrachters zwischen Volk und Kulturstand sei er ein Propagandist für die deutsche Kultur geworden. Diese Entwicklung von dem unter der liberalistischen Pressefreiheit oft würdelosen Zustand bis zur heutigen Berufung des Schriftleiters habe mit der Schaffung einer zeitgemäßen, die Kunst fördernden Kunstkritik einen Schlußstein erhalten. Zwischen Künstler und Schriftleiter sei dadurch das Verhältnis einer Kameradschaft hergestellt, der alle Eigenschaften der besser- wissenden oder gar bösartigen Kritik fehlen. Damit werde auch der im Ausland sogar erhobene Vorwurf, es werde jede kritische Aeußerung in Deutschland niedergehalten, zurückgewiesen. Kunstbetrach- tung sei eine Angelegenheit des Könnens, des Charakters und der inneren Berufung, nicht ein Kampf gegen, sondern für und mit d em Künstler. Wie sie beschaffen sein soll, dafür könne eine Norm nicht aufgestellt werden, hier gelte das Wort: „Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nie erjagen." Aus den Reihen der HI., so schloß Pg. Körber, wachse der vollkommene Kunstbetrachter heran, deren es heute schon eine ganze Anzahl gebe. Dann sprach der Chefdramaturg des Bochumer Stadttheaters, Walter Thomas, über die Kunstbetrachtung vom Standpunkt des Theaters aus. Er verlangt den Kunstbetrachter, der sich in den Dingen des Theaters auskennt und für das Theater ein Herz mitbringt. Aus den Erfahrungen der journalistischen Praxis heraus kam Wolf B r a u m ü l - ler zu der Feststellung, das Primäre einer Kunstbetrachtung sei der Charakter, den ein Werk auf das Ethische der nationalsozialisttschen Weltanschauung hin in sich trage. An die Referate schloß sich eine rege Aussprache, in der Obergebietsführer Cerff grundsätzlich erklärte, die HI. suche ihre Forderung, an der Gestaltung der deutschen Kultur mitzuwirken, weder mit machtpolitischen Ansprüchen noch rein organisatorisch zu begründen, sondern mit der leidenschaftlichen Hingabe, mit dem Zuführen neuer Kräfte in das große Werk der deutschen Kultur. Er bekannte sich unter stärkstem Beifall zu dem Grundsatz einer einheitlich deutschen Kultur. Ihre Mittler und Vermittler müßten in erster Linie vom Wollen und von der Gesinnung getragen sein. * Eine Rede des Geschäftsführers der Reichstheaterkammer, Gauleiter Frauenfeld, behandelte die praktische und organisatorische Arbeit der Reichstheaterkammer. Darüber hinaus gab sie einen interessanten Einblick in die Nachwuchserziehung in den Bühnenberufen. Schließlich betonte Gauleiter Frauenfeld, daß der Schauspieler nicht nur die fachlichen Voraussetzungen seiner Rollen kennen, sondern auch auf geistigem und weltanschaulichem Gebiet seinen Mann stellen müsse. Jugend und Kunst, so betonte Frauenfeld weiter, sind eine Frage, die besonders betrachtet werden muß. Es ist nicht richtig, wenn zwischen diesen beiden ein Kompromiß geschlossen wird. Alter ist Weltbe- trachtung, Jugend aber i[t Weltgestal- tung! Das Alter will auf der Bühne eine Ergänzung seines alltäglichen Lebens, die Jugend will aber die Steigerung ihrer Begeisterung. Nicht nur in ruhigen, sondern auch in kämpferischen Zeiten bemächtigt sich die Jugend des Theaters. Zur Frage des Kunsterlebnisses führte Gauleiter Frauenfeld aus, daß bei unseren Großeltern und Urgroßeltern ein Kunstwerk noch ein äußerst einprägsames Erlebnis gewesen ist allein deshalb, weil es diesen Menschen selten geboten wurde. Die Einprägsamkeit dieses Kunsterlebnisses war ihr ganzes Leben hindurch wirksam. Auch in der Kultur haben wir die Möglichkeit, uns bei Fröhlichkeit und Lachen zu erholen, ahne uns deshalb Vorwürfe oder Gewissensbisse machen zu müssen. Mag unser Volk an ma- ttittellen Gütern auch noch so arm. fein, schloß Gauleiter Frauenfeld, uns bleibt doch als kostbarster Schatz unsere Kultur und unsere Kunst. Deutschland und die Weltwirtschaft. Der Reichsfinanzminister spricht in Kopenhagen. Kopenhagen, 13. April. (DNB.) Zu Ehren des Reichsfinanzministers Graf Schwerin von Krosigk gab Außenminister Dr. Munch Dienstag mittag ein Essen, zu dem außer dem deutschen Gesandten der dänische Finanzminister Haussen und Land- wirtschastsminister B o r d i n g geladen waren. Der Reichsfinanzminister sprach am Dienstagabend vor der Deutsch-Dänischen Kulturvereinigung in Kopenhagen über deutsche Finanz- und Wirtschaftsprobleme. Der Minister schilderte zunächst die besondere Lage, in die Deutschland durch die sinnlose Nachkriegspolitik geraten sei. Die beim Zusammenbruch der Reparationen übriggebliebene Auslandsschuld von etwa 22 Milliarden Reichsmark konnte auf dem an sich gegebenen Wege, nämlich der Leistung zusätzlicher Güter und Dienste, nicht abgetragen werden. Das gleiche müsse auch für die noch jetzt bestehende Auslandsverschuldung angenommen werden, die zur Zeit etwa die Hälfte ausmache. Deutschland könne die Schwierigkeiten für feinen Außenhandel oder seine Rohstoffversorgung nicht durch einseitige Handlungen, z. B. monetäre Maßnahmen, beseitigen. Es sei nicht nur mit der zu hohen Auslandsverschuldung belastet, sondern besitze auch keine Gold - und Devisenreserven zum Abbau des bestehenden Schutzsystems. Die Erfahrungen der letzten Währungsangleichungen feien wenig ermutigend gewesen. Der Minister gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland durch technische Vervollkommnung bestehender und Erschließung neuer Rohstoffquellen im eigenen Land einen Beittag zur Lösung des Weltproblems gerechterer Verteilung der Roh ft off g rundlagen liefern und dadurch dem wirtschaftlichen und politischen Frieden der Welt dienen würde. Der Minister ging sodann auf die Umwälzung ein, die die Wiederingangsetzung der Produktion in Deutschland mit sich gebracht hätte, und wies auf die finanz- und kreditpolittschen Maßnahmen und Erfolge, die sich hieraus ergeben hätten, hin. Diese Erfolge seien nicht auf ein „Wunder", sondern auf die einheitliche Lenkung und den ziel bewußten Einsatz der vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten zurückzuführen. Trotz der neu hinzutretenden riesenhaften Aufgabe der Wiederwehrhaftmachung Deutschlands und der dadurch bedingten neuen Spannungen sei die Kreditausweitungsgrenze nicht ungebührlich überschritten worden. Diese Grenze sei bedingt durch die Steigerungsfähigkeit der Gesamtproduktions-, Verbrauchs- und Arbeitskraft des Volkes, aber auch durch die Entschlossenheit, eine neue Inflation zu vermeiden. Eine bessere Rohstoffverteilung könne wesentlich zur Milderung der Spannungen beitragen. Der Minister schloß mit einem Appell, der deutschen Lage Verständnis entgegenzubringen, da ohne gegenseitiges Verständnis wirklicher Friede in der Welt nicht möglich sei. Deutschland wolle sich als gleichberechtigte Nation in friedlichem Wettbewerb mit anderen Volkern einen angemessenen Lebensspielraum sichern. Wenn auch die Methoden umstritten seien, das Ziel selbst könne nicht beanstandet werden. ten. Die revolutionäre Agitation in Frankreich drohte Regierung und Volk sowie das Heer vollkommen lahmzulegen. Es ist später P e t ai n gelungen, in der verzweifelten Armee die Moral und Disziplin durch harte Maßnahmen wieder herzustellen. Die Frage ergibt sich, warum auf deutscher Seite diese schwerste Stunde Frankreichs nicht zu einem entscheidenden Gegenangriff ausgenutzt wurde. Bei einer solchen Betrachtung ist zunächst festzustellen, daß man auf deutscher Seite leider nicht über die Tiefe und den Umfang der moralischen Katastrophe auf der Gegenseite unterrichtet war. Frankreichs Schicksal hing in diesen beiden Monaten Mai und Juni 1917 an einem seidenen Faden. Es war eine Verkettung schicksalbaft bedingter ober unglücklicher Umstände, die Deutschland hinderten, die Stunde zu nutzen. Die deutsche Oberste Heeresleitung hatte sich im Winter 1916 entschlossen, im Westen defensiv zu kämpfen und sich auf keine Experimente einzulassen. Ludendorff selbst schreibt in seinen Kriegserinnerungen, daß die D. H. L. erst spät den Umfang der französischen Ohnmacht klar gesehen habe. Aber die allgemeine Hochspannung ließ die O. H. L. nicht zu dem Entschluß kommen, einen Durchbruch auf Paris zu versuchen. Die ungeheure Belastung, der Führung und Truppe auf deutscher Seite im dritten Kriegsjahr ausgesetzt waren, ergibt sich aus der Schilderung Ludendorffs über diese Monate, in der er u. a. sagt: „Im April und Mai des Jahres 1917 hat uns trotz unseres Siegens in der Aisne-Champagne-Schlacht allein die russische Revolution vor Schwerem bewahrt". Noch bedeutungsvoller aber war die Tatsache, daß gerade in diesen Tagen, als der französischen Republik der Boden unter den Füßen wankte, dem Präsidenten Poincarä die Dokumente in die Hand gespielt wurden, die den Kriegsverrat belegen, der von Kaiser Karl und seinem Schwager, dem Prinzen Sixtus van Bourbon- Parma in die Wege geleitet wurde. Nicht minder kamen einer Erholung Frankreichs nach diesen schweren Schlägen die Diskussionen der deutschen Mehrheitsparteien über die Kriegsziele und den „Verständigungswillen" zustatten. „Krieg, nichts als Krieg", das war die Parole, die Cl^menceau angesichts dieser Tatsachen in der Kammer ausgeben konnte. Bilder aus dem Norden. Von unserem B.-Berichierstailer. Nachdruck verboten! Kopenhagen, April 1937. Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen — meinen die dänischen Karikaturenzeichner. Der dänische Staatsminister S t a u n i n g ist zu offiziellen Besuchen nach London gereist, und schon liegen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Haaren. 100 000 Arbeiter hatten sich schon zum Streik gerüstet, weil die Arbeitgeberverbände einen Vermittlungsvorschlag des Schlichters abgelehnt hatten. Die Arbeiter waren mit dem Vorschlag einverstanden gewesen» das heißt vielmehr: ihre Gewerkschaften. Auf der Grundlage dieser einseitigen Ablehnung sollte also Dänemark in Arbeitsunruhen gestürzt werden, die wahrscheinlich katastrophale Folgen für das Land gehabt hätten. Stauning hatte nicht viel Ruhe am ersten Tage seines englischen Aufenthaltes. Die Pausen zwischen den diplomatischen Frühstücken mußte er zu Telephongesprächen mit seiner Regierung benutzen, und das Ergebnis war, daß das Kabinett wie schon im Vorjahr durch ein Ausnahmegesetz den Streik verbot und auch die Arbeitnehmer zur Annahme des Schlichtungs- Vorschlages zwang. „Nazimethoden" — heulten di- Kommunisten, aber sonst ist natürlich das ganze Land mit dieser vernünftigen Losung des Konflikts hochzufrieden. Dänemark hat schon Schwierigkeiten genug, seine Wirtschaft nach allen Seiten abzubalancieren, und ein Massenstreik konnte gerade noch fehlen. Auch König Christian von Dänemark hätte sich für sein 25jähriges Regierungsjubiläum, das er am 15. Mai begeht, wahrscheinlich nicht gerade ein in Streikkämpfe verwickeltes Volk gewünscht. So aber sieht es ganz so aus, als sollte sich dieser Gedenktag zu einer wirklich nationalen, überparteilichen Kundgebung gestalten. Der König ist über alle Maßen beliebt, seine Einfachheit, sein Witz, seine Ruhe sind Eigenschaften, die alle Dänen — wenn sie sie selbst nicht haben — jedenfalls bei anderen bewundern. Die letzte Anekdote von „Christian" erzählt, daß der König im Schlosse Kronborg — Hamlets Schloß — von einem allzu kecken Jungen „angef'allen" wurde, der ein Autogramm erbat. „Ich kann leider nicht schreiben, mein Junge", sagte der König fteundlich und ging weiter, während dem kleinen Dänen der Mund offen stehen- blieb. Einen sehr gefährlichen Unfall, der ihm in diesen Tagen zustieß, klärte König Christian durch seine Geistesgegenwart Auf einer seiner täglichen Spazierritte durch die Stadt scheute das Pferd und stürzte, der König wurde auf den Fahrdamm geschleudert, er konnte gerade noch verbindern, daß er unter das Tier geriet. Ohne eine Miene zu verziehen, stand König Christian auf, belehrte nicht sonderlich unfreundlich einen Bäcker, der durch das heftige Zuschlägen einer Autotür den Unfall verschuldet hatte, über den begangenen Fehler, bestieg das nervöse Pferd und ritt weiter. Eine Röntgenuntersuchung zeigte, daß die eine Schulter erheblich verletzt war. Trotzdem.ritt der König am nächsten Tag wie immer spazieren. Und das gefällt den Kopenhagenern verständlicberweise ausnebmend gut. Dieser berühmte tägliche Spazierritt wird in einem Film festgehalten werden, der anläßlich des Jubiläums gedreht wird, und der das Leben des Königs darstellen soll. König Christian reitet dazu einen andern Weg durch die Stadt, der Weg wird so gelegt, daß die bekannten und besonders schönen Bauwerke Kopenhagens, das Rathaus, das Schloß Amalienborg, die Börse als Hintergrund erscheinen ... immer praktisch . * Eine große Rolle spielen in der dänftchen Hauptstadt die Fremden, die Kovenhagen besuchen. Jede Zeitung hat einen Spezialisten, dem die Ausforschung der Besucher und die Klarlegung ihrer Anschauungen über Politik, Liebe und dänisches Butterbrot obliegt. Ein Zittern ging durch den zarten Leib Kopenhagens, als dieser Tage die Tatsache bekannt wurde, daß der berüchtigte „Tiger K i d", ein früherer ..Mitarbeiter" des amerikanischen Gangsters Al Capone in Dänemark aufgetaucht sei. Dennoch fanden sich hundert unerschrockene Kopenhagener, die das Hotel des Gangsters belaaer- ten, um ihm evtl, zu Diensten sein zu dürfen. Der merkwürdige Besucher hatte nämlich „unter der Hand" mitteilen lassen, daß er auf amerikanischen Banken ungezählte Millionen liegen habe, die auf die Abholung warteten. Er selbst könne leider nicht in die USA. zurück, aus naheliegenden Gründen nicht, aber er wolle einem Dänen gern die notwendige Vollmacht übergeben. Die Begeisterung über dieses großzügige Angebot schwand schnell dahin, als bekannt würde, daß die Volizei im La"fe einer Unterredung mit dem Freund Capones festgestellt hatte, daß er im Besitz eines Barkapitals von 2.50 Kronen sei. ..Große" Verbrecher müssen Geld haben, sonst können sie nicht imponieren, und tief enttäuscht verließ „Tiger Kid" den trockenen Baden Dänemarks. während sich die Dänen neuen Sensationen zuwandten. * Eine große, wenn auch recht unerfreuliche Sensation bot dar dautsch-dänisch" Bor abend, der vom Sportklub Hermod in Kopenhagen veranstaltet wurde. Im Mittelnunkt des Abends stand die Begegnung des deutschen Olymviasieaers int Schwergewicht Herbert Rung e' ((Elberfejb), der zum Gegner den alten Kämven Peter Jöraen- s e n erhalten hatte. Zur Freude des Publikums begann das Treffen sehr harmonisch und idyllisch: Englische Kritik am Völkerbund. Sie Gefährlichkeit automatischer Militärsanktionen gegen einen „Angreifer". der Kopenhagener erhielt zu seinem 30. Geburstag, der auf diesen Kampfabend fiel, einen großen Blumenstrauß und teilte ihn sofort mit dem Deutschen. Der deutsche Olympiameister war großzügig genug, sich mit einer Art Vorführung zu begnügen und nach «iner für den Dänen schlimmen ersten Runde den Kampf ganz leicht und „ungefährlich" zu gestalten. Diese Fairneß wurde ihm übel vergolten: die drei dänischen Punktrichter bekamen es tatsächlich fertig, den ganz überlegenen Sieger Runge zum — Verlierer zu erklären — eine Entscheidung, die beim Publikum und in der Presse gewaltige Empörung heroorrief. Für diejenigen, die möglicherweise dem Boxsport immer noch nicht die viel gerühmten erzieherischen Eigenschaften zuerkennen wollen, wäre die Anwesenheit bei der anschließenden internen Feier für die deutschen' und dänischen Boxer lehrreich gewesen. Obwohl Runge und alle Deutschen im Saal „vor Wut und Aerger schäumten" — eine Haltung, die jeder aktive Sportsmann gut verstehen wird —, erhob sich der junge Elberfelder an der Tafel, beglückwünschte feinen Gegner zum „Sieg" und zum Geburtstag und forderte die deutschen Sportslameraden auf, ein dreifaches Hurra auf den Dänen auszubringen. Dieses „Hoch" war eine Geste von überwältigendem Eindruck, der Deutsche wurde stürmisch gefeiert, und ein früherer dänischer Boxmeister pries in feiner Weise den deutschen Olympiasieger als den großen Boxer und den hervorragenden Sportsmann, als der er sich erwiesen habe. Solange deutsche Sportsleute solche Niederlagen im Auslande so hinnehmen können, braucht uns um Siege nicht bange zu sein. London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht eine von mehreren bekannten Politikern verschiedener Parteien unterzeichnete Zuschrift, in der zur Frage der Reform des Völkerbundes Stellung genommen und hierbei besonders das Sanktionsproblem berück- ichtigt wird. Die Unterzeichner erklären, die gegenwärtige internationale Spannung sei zweifellos in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß der Völkerbund nicht in der Lage gewesen sei, irgendeines der gegenwärtigen Weltprobleme zu lösen. Er sei unfähig gewesen, die Grenzen, die zugegebenermaßen „ungesund" seien, abzuändern, den „wirt- chaftlichen Nationalismus" zu mildern ober die Rüstungen zu begrenzen. Er sei ebenso unfähig gewesen, Deutschland, selbst als dieses noch eine Republik gewesen sei, die Gleichberechtigung zu gewähren, die sein natürliches Recht sei. Die Forderung, England solle sich nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf automatische militärische Sanktionen festlegen, anstatt den Völkerbund zu einem Faktor der Gerechtigkeit unter den Nationen auszugeftalten, bedeute daher lediglich, die Gefahr einer-Explosion zu vergrößern. Eine solche Politik müsse unvermeidlich die Welt in zwei militärische Bündnissysteme aufteilen, von denen das eine den Status quo unterstützen, das andere aber seine Revision fordern würde. Eine Reform des Völkerbundes könne nicht darin bestehen, ihn in ein internationales Kriegsministerium zu verwandeln. Sie müsse vielmehr darauf abzielen, zu beweisen, daß der Völkerbund ein wirksames Instrument für die Beilegung internationaler Streitigkeiten durch friedliche Mittel und die Beseitigung von Kriegsursachen sei. Die „Times" schreibt dazu u. a., daß sich die universalen Verpflichtungen der Völkerbundssatzung auf die Annahme gestützt hätten, daß der Völkerbund auch eine universale Mitgliedschaft besitze. Unter den heutigen Umständen würde em unbegrenzter Versuch, die Strafklauseln in Kraft zu fetzen, den Krieg garantieren. Die Maßnahmen gegen einen Angriff könnten nicht für jeden Einzel- faÖ und im voraus feftgelegt werden. Es könne lediglich gesagt werden, daß ein Angriff alle dem Frieden verpflichteten Nationen angehe. Genf sei nicht ein Kriegsministerium, sondern ein Außenministerium, das über außergewöhnliche Mittel und Möglichkeiten für eine Aussöhnung verfüge. Ihre Anwendung und Ausschöpfung werde nicht leicht fein, aber es bestünden gute Gründe, um den Völkerbund als ein Instrument zu behandeln, das durch friedliche Mittel für friedliche Zwecke eingefetz't werden könne. Wo steht das deutsche Zugendherbergswerk? Ein Fahrtenbericht von süddeutschen Jugendherbergen. i. Dr. Rudolf Vogel hat für uns an der Jugendherbergsbesichtigungsfahrt der Reichsjugendführung teilgenommen und schildert hier feine Eindrücke. Jugendherbergen darf man im Grunde genommen nicht „bereifen". Man muß sie sich eben so erwandern wie die Berge. Mit dem Auto und allen modernen Bequemlichkeiten, geschützt vor Wind und Wetter, reichlich versehen mit allem, was eine liebenswürdige und erfahrene Reifeleitung an Bequemlichkeiten ausdenken kann, das konnte eigentlich nur Mittel zum Zweck fein, in einem möglichst kurzen Zeitraum, Schriftleitern einen umfassenden Einblick in die Neuschöpfungen des deut- chen Jugendherbergswerkes zu geben. Bei dieser Gelegenheit: die Veranstaltung von Pressefahrten großen Stils ist eine Kunst, eine Bewährungsprobe. Zu bekennen, daß sie in vollem Umfange bestanden wurde, ist eine mehr als angenehme Pflicht. Wenn man in Tübingen, am Walchen - e e, in Berchtesgaden, den drei Hauptpunkten unserer Fahrt, leider nur für kurze Stunden das frohe Treiben der Pimpfe, der Mädchen und Jungens beobachten kann, packt einen die Sehn- ucht wieder nach jenen Zeiten, da man selbst mit dem Tornister durch die deutschen Landschaften pilgerte und abends um einen billigen Schlafplatz kämpfte. Was die ältere Generation des Wandervogels, die hündische Jugend sich mühsam erftritt in tausend kleinen Einzelgefechten mit widerstrebenden Gastwirten und Bauern, das ist heute durch die kraftvolle Energie und den zielbewußten Ein- atz der Hitler-Jugend zu einem Werk des deut- ch e n Volkes geworden, ja geradezu zu einem Symbol des Strebens der deutschen Jugend. Der Autobus rollt in die Hölderlinstadt Tübingen, durch die engen Gassen an der Universität vorbei, das Neckartal hinunter, vor einen schönen, geräumigen Bau. Die Terrasse des Hauses umspült der Fluß, den soviel deutsche Dichter befangen. Der Blick geht hinauf zum Hohen-Tübingen, zur Kirche, zu den schönen Villen am Bergeshang, den leicht geschwungenen Brücken über das Wasser, den eben aufbrechenden Knospen der Bäume. Alles das, was unter dem Begriff deutscher Romantik zusammengefaßt werden lärm an Eindrücken auf empfängliche Gemüter, wirkt hier auf uns ein, und täglich auf die vielen hundert Jungen und 'Mädchen, die nicht nur als Wandergäste einzeln oder in Gruppen übernachten, sondern in diesem kombinierten I u - gendheim und Jugendherberge den Mittelpunkt ihres Lebens sehen. Und dann die Fahrt bei .lichtem Sonnenschein im Vorfrühling durch die Rauhe Alb mit ihren dunklen Wäldern, durch das alte Ulm, wo der Oberbürgermeister die Gäste in der historischen „dürftigen Stube" empfängt, quer durch das Allgäu, bis am Horizont, in den roten Schein der Abendsonne phantastisch eingehüllt, die schneeigen Gipfel der Alpenkette vor uns auftauchen. Dunkle Seen, behäbige Dörfer. Tausend neue Bauten unterwegs, Moorkolonien im Wachsen, frische Gräben dllrch das Ried, ein einziges Bild eines mächtigen A u f b a u w i l l e n s bis ins letzte Dorf hinein spürbar. Blinkende Fläche des Kochelsees, nächtliche Fahrt die Serpentine der Kesfelbergftraße hinauf über den Paß hinweg zum Walchensee! Die zweite Station ist erreicht: Jugendherberge Urfeld am Walchensee. Sie haben uns an diesem Abend in Urfeld gezeigt, wie diese prächtigen Jungens und Mädels in der HI. und im BDM. heimisches Brauchtum pflegen. Es waren die Jungen aus der Bergwerksstadt Penzberg. Sie fangen und spielten unbekümmert mit jener den Oberbayern eigenen Sicherheit und Begabung fürs Theaterspielen. Frisch, freudig und mitreißend. Und wem lachte bas Herz nicht bei den immer neuen Schnaderhüpferln und Schuhplattlern? * Wer wird von den Teilnehmern den ersten Ausblick bei Sonnenaufgang in den allerersten Morgenstunden von der Galerie rings um die Stockwerke der Jugendherberge über den stillen See, die weißen Nebelwolken darüber, die dunklen Wälder der Vorberge und die leuchtenden Schnee- und Eismassive in der unbeschreiblich klaren Lust vergessen? Für Großstadtmenschen, in deren Herz doppelt die Sehnsucht nach der verlorenen Nähe der Natur wühlt, eine unvergeßliche Stunde der Andacht und der Beglückung. Um wieviel größer der Wunsch, möglichst vielen deutschen Kindern, Mädchen und Jungens, in den empfänglichsten Jahren des Lebens dieses Glück der Stunden tiefster und reinster Freude und Naturverbundenheit zu wünschen. Wir kennen keine Jugendherberge, die sich an Schönheit der Lage, an Unmittelbarkeit der Berührung mit der Natur mit dieser vergleichen ließe, die erst im vergangenen Jahr unter schwierigen Umständen erstellt wurde und heute eine Zierde nicht nur des deutschen Jugendherbergswesens, sondern überhaupt Deutschlands ist. * Durch einen lachenden Morgen bei strahlendem Sonnenschein durch das Alpenvorland an den großen Seen vorbei auf der unvergleichlichen Autobahn mit dem steten Blick auf die neuschneebedeckten Alpenketten nach Reichenhall und Berchtesgaden zu brausen, ist in jedem Falle ein Erlebnis, dessen Wucht in den engen Schluchten, die die herrliche deutsche Alpenstraße zwischen Rosenheim und Berchtesgaden durchläuft, unvergleichlich gesteigert wird. An der Strub, ein wenig über Berchtesgaden selbst, schaut die neu erbaute Adolf-Hitler- Jugendherberge in Berchtesgaden über dieses Tal, ohne das sich niemand, der es einmal gesehen, Deutschland ferner denken kann. Es ist hier anders als am Walchensee: geräumiger, repräsentativer, sozusagen die Visitenkarte des Jugendherbergswerkes und einer neuen Leitung der Reichsjugendführung: „Seht her. So stellen wir uns im Endziel deutsche Jugendherbergen und -Heime vor". Mustergültig in der Lage und in der Ausstattung, ein Weg ins Neuland. Es ist die unvergleichliche Lage zu Füßen des Watzmann inmitten der grünen Ueppigfeit von Wiesen und Wäldern und strömenden Quellen und Bächen, die diesem Platz seine besondere Bedeutung gibt. Es fährt niemand nach solchen Eindrücken gern wieder die Alpenstraße zurück, die Autobahn nach München in die Großstadt, ohne den heißen Wunsch und die Sehnsucht im Herzen: einmal muß du wieder zurück. Einmal werden unsere Kinder all dies erwandern und erleben, was das neue Deutschland bahnbrechend in der ganzen Welt als unvergleichliches Geschenk seiner Jugend geschaffen hat. (Ein zweiter Bericht folgt.) KvMeßmMMu-aberohlielMs In der Hauptstadt Sowjetrußlands soll Ende Juli ein Internationaler Geologen- kongreß stattfinden. Die Preußische Geologische L a n d e s a n st a l t, die zur Teilnahme an dieser Tagung aufgefordert worden mar. hat es abgelebt, ihre Vertreter nach Moskau zu schicken. Man braucht über diese selbstverständliche Tatsache eigentlich nicht viel Worte zu verlieren, da aber die Handlungsweise von Einrichtungen des nationalsozialistischen Staates im Ausland nur allzi? gern und allzu oft „mißverstanden" wird, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Deutschland selbstverständlich eine internationale geologische Zusammenarbeit in keiner Weise ablehnt. Die vergangenen vier Jahre seit d/r Machtergreifung dürften ja auch in hinreichendem Maße bewiesen haben, wie sehr dem Nationalsozialismus an einer wissenschaftlichen Aussprache zwischen den Gelehrten und Forschern aller Nationen gelegen ist. Niemals zuvor wurden im Reiche so viele wichtige Kongresse und Tagungen internationaler Art abgehalten, und niemals haben sich die Vertreter deutscher Wissenschaft geweigert, an internationalen Treffen auf fremdem Boden tätig teilzunehmen. Auch an dem Internationalen Geologenkongreß würde die deutsche Wissenschaft teilgenommen haben, wenn er nicht ausgerechnet in der Sowjetrepublik abgehalten würde, jenem Lande, in dem noch kurz zuvor eine Anzahl Angehöriger des Deutschen Reiches unter falschen Beschuldigungen und völlig grundlos von der GPU. eingekerkert wurde. Man kann uns schlechterdings nicht zumuten, diese völkerrechtswidrigen und jedem internationalen Anstand hohnsprechenden liebergriffe durch die Entsendung einer offiziellen Delegation gewissermaßen noch zu sanktionieren. Kein Volk, das etwas auf feine Ehre hält, würde eine solche Verhaltungsweise verstehen. Dies zur Klarstellung für übereifrige Kritiker im Ausland. Ev. Erfolge bolschewistischer Propaganda in England. London, 13. April. (DNB.) Der Dekan von Canterbury, Dr. Johnson, dessen Spanienreife in englischen Regierungskreisen als durchaus unerwünscht bezeichnet worden war, befindet sich augenblicklich in Madrid. Er hat es nicht für notwendig gefunden, auf seiner Informationsreise durch Spanien auch die durch die nationalen Truppen befreiten Gebiete zu besuchen, in denen gerade auch nach dem Urteil englischer Reisender Ruhe und Ordnung herrscht und wo er auf Grund unwiderleglichen Materials das Wüten des bolschewistischen Untermenschentums hätte studieren können. Stattdessen hat er sich nach einem kurzen Aufenthalt bei den baskischen Bolschewisten in Durango direkt nach Madrid begeben und über den dortigen bolschewistischen Rundfunksender eine Ansprache gehalten, die eine einzige Lobeshymne auf die Peiniger öe's spanischen Volkes darstellte. Er erklärte, daß er das Programm der Bolschewisten hinsichtlich der Schulen, der Hospitäler, der Landwirtschaft usw. für „bewundernswert" halte und daß die bolschewistische Herrschaft in Spanien die Verwirklichung einer sozialen Ordnung verspreche, „die den Absichten Christis näher komme". „Daily Expreß" weist darauf hin, daß der sog. „Internationale Friedensfeldzu g", eine neue Organisation unter der Leitung von Lord Cecil, ein enges Bündnis mit dem Bolschewismus unterhalte. Die Organisation erhalte monatlich 100 Pfund von der Sowjetunion und werde außerdem von der kommunistischen Internationale unterstützt, Lord Cecil behauptet jedoch, daß ihm von den kommunistischen Hintergründen nichts bekannt sei. Im Vorstand der Organisation seien keine Kommunisten. Der englische Volkerbundsverband, dessen Präsident Lord Cecil ebenfalls ist, wird demnächst in der Londoner Albert-Halle eine Massenversammlung abhalten, um den „internationalen Friedens- feldzug" zu propagieren. Der japanisch-englische Zwischenfall beigelegt. London, 13. April. (DNB.) Im Unterhaus konnte Außenminister Eden erklären, daß der sog. Keelung-Zwischenfall zwischen England und Japan b e i g e I e g t sei. Es handelte sich um Mißhandlung britischer Matrosen durch japanische Polizeibeamte. Eden erklärte, daß der Generalgouverneur von Formosa den unerfreulichen Zwischenfall bedauert und gleichzeitig Schritte angekündigt habe, um eine Wiederholung zu verhindern. Der Generalgouverneur habe den beteiligten Polizisten einen Verweis erteilt, weil sie Hand an einen in Untersuchung befindlichen Matrosen gelegt und einerrt britischen Offizier gegenüber eine unangebrachte Sprache geführt haben. Der britische Konsul habe dem Generalgouverneur versichert, daß er auf die Mitarbeit britischer Behörden bei der Verhinderung ähnlicher Zwischenfälle in Zukunft rechnen könne. Eden schloß, er nehme an, das Haus stimme mit ihm darin überein, daß man mit der Beilegung dieses Vorfalls zufrieden fein könne. Aegyptens Kapitulationen. Die beteiligten Mächte zum Verzicht bereit. Das Uebergangsregime. Montreux, 13. April. (DNB.) Die Kapitulationskonferenz hielt eine zweite öffentliche Sitzung ab, in der der englische Delegierte Captain Wallace erklärte, die britische Regierung sei seit Jahren der Ansicht, daß die Kapitulationen a u f gehoben werden müßten. Das Endziel sei ein Zustand, in dem die ägyptische Regierung gegenüber den Ausländern auf gesetzgeberischem und gerichtlichem Gebiet die gleiche Handlungsfreiheit wie die Regierungen anderer Länder genießen. Niemand könne sich jedoch vorstellen, daß so weitgehende Veränderungen sofort einträten. Die natürliche Lösung wäre es, ein Uebergangs- regime einzuschalten. Nach englischer Auffassung sollte dieses von angemessener, wenn auch nicht ungebührlicher Länge sein. Der französische Vertreter de T e s s a n erklärte, Frankreich freue sich aufrichtig darüber, Aegypten von den seine Souveränität noch beengenden Schranken befreit zu sehen. Man würde aber der Wirklichkeit nicht Rechnung tragen wollen, wenn man nicht sorgfältig den Rahmen umschreibe, in dem die Ausländer die Aufgabe fortsetzen könnten, die ihnen im Leben Aegyptens zukomme. Dies setze gewisse Elemente voraus, die, vollkommen vereinbar mit der vollen Souveränität Aegyptens, den Interessierten die Gewißheit gäben, daß ihre Bemühungen Nicht vergeblich seien. Solche Elemente seien das Personalstatut, Handel und Schiffahrt, gewisse Bestimmungen strafrechtlicher und steuerlicher Art, freie Ausübung des Kultus und Statut der Schulen und Krankenhäuser. Schließlich müßten auch die wohlerworbenen Rechte gewahrt bleiben. Der Vertreter Italiens, Graf Aldrovandi M a - r e 5 c o 11 i, erklärte, die italienische Regierung verstehe die Bestrebungen des ägyptischen Volkes, das stets unter der Führung einer aufgeklärten Dynastie und weiser Staatsmänner gestanden habe. Die italienische Kolonie in Aegypten hoffe, daß das neue Regime die geschichtlich begründete Zusammenarbeit zwischen Italien und Aegypten noch fördern werde. Nachdem sich noch eine Reihe weiterer Vertreter — durchweg zugunsten der ägyptischen Forderungen — geäußert hatte, nahm die Konferenz eine Anzahl von Vorschlägen zur Geschäftsordnung ohne Aussprache an. Bis auf weiteres wird die Konferenz nur Kommifsionsfitzungen abhalten unter dem Vorsitz des Norwegers Hanssons zur Prüfung der Frage der Gerichtsorganisation. Marxistischer Gewerkschastsierror in Frankreich. Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Auf Veranlassung des Bürgermeisters einer Ortschaft bei Paris ist die streikende Belegschaft eines Jndustriewerkes aufgefordert worden, über den von den Marxisten im Werke ange- 2?otbereitungen für den Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes Samstag, den 1.2Hai 1937. Die in den vergangenen Zähren liegen Vorbereitungen und Durchführung zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes in der Hand der Kreisleitungen der NSDAP. Die Kreisleiter haben ihre Kreispropagandaleiter mit den Vorbereitungsarbeiten beauftragt. Die Kreispropagandaleiter haben — zusammengesetzt aus allen in Frage kommenden Stellen — einen Arbeitsausschuß gebildet. Sondervorbereitungen für den 1.7Nai durch Betriebe oder Organisationen können nur nach Rücksprache mit den Kreispropagandaleitern der NSDAP, durchgeführt werden. Die Stunde der Übertragung der Rede des Führers wird rechtzeitig bekanntgegeben. Es sind verschiedentlich Anträge bei mir eingegangen mit der Bitte, am 1. 2Nai Betriebsausflüge nach auswärts machen und die Rede des Führers irgendwo bei einer fremden Ortsgruppe anhören zu können. 3d) bitte dringend darum, gemeinsame Ausflüge nach auswärts erst nach dem Gemeinschaftsempfang der Führerrede antreten zu wollen, da sonst die Harmonie der gemeinsamen Aufmärsche gestört wird. Die Einzelprogramme der 36 Kkeise des Gaues Hessen-Nassau werden durch die zuständigen Kreisleitungen der NSDAP, rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt- gegeben. Gez.: Müller-Scheid Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichs- minifteriums für Volksaufklärung und Propaganda. __——___ zettelten Streik a b z u st i m m e n. Das Ergebnis war bezeichnend. Don den abgegebenen 172 Summen Haden 171 gegen den Streik und nur einer für den Streik gestimmt. Die 600 Mann starke Belegschaft einer.Papierfabrik in Schweighausen bei Straßburg ist wegen neuer Lohnforderungen in den Ausstand getreten und hat die rote Fahne auf dem Werkgebäude gehißt. Die Arbeiter der Schlachthöfe von Bordeaux find ebenfalls in den Ausstand getreten. In Lori ent streiken die Angestellten und Arbeiter der Städtischen Gaswerke. Sie haben das Werk besetzt und erklären, daß, wenn ihre Forderungen nicht bewilligt würden, die Stadt abends ohne Gas sei. ReichsorganifallonsieiterDr.Ley znni Dankopfer der Ration. Berlin, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Zur Durchführung des zweiten Dankopfers der Nation, dessen Listen in diesen Tagen von der SA. öffentlich aufgelegt wurden, hat, wie die NSK. meldet, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einen Aufruf erlassen. Darin heißt es u. a.: Es ist wie im Vorjahre der Wille des Führers, daß sein Geburtstagsgeschenk auch in diesem Jahre wieder zum Ausdruck nationalsozialistischen Gemeinschafts- und Aufbauwillens werden soll. Die Spenden, die jeder Volksgenosse Adolf Hitler zu seinem Geburtstag in die Hand legt, sollen Bausteine werden, schaffenden deutschen Menschen würdige und schöne Heimstätte n zu geben und sie mit der Heimaterde zu verwurzeln. So wird der Dank der Nation an den Führer zugleich zum vornehmsten und edelsten Ausdruck auch'des Dankes und opferbereiter Kameradschaft gegenüber den Männern, die im Kriege Blut und Gesundheit opferten, weiterhin denen gegenüber, die im Kampf um das Dritte Reich in der vordersten Front standen, und schließlich gegenüber den kinderreichen Familien, die mit die wichtigsten Träger deutscher Zukunft sind. Dr. Ley in Nom. Mit dem Grotzkrenz des Kronenordens ausgezeichnet. Rom, 13. April. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley traf am Dienstag, wenige Minuten vor 12 Uhr, auf dem römischen Flughafen Littorio ein. Präsident Gianetti und Vertreter sämtlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände waren zugegen. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompanie überreichte eine Arbeiterabordnung dem Reichsleiter einen Rosenstrauß. Der erste Nachmittag war Besuchen beim Außenminister Grafen Siano, beim Parteisekretär Starace und beim Korporationsminister ßantini gewidmet. Dr. Ley besichtigte die Waffenfabrik Breda. Beim Rundgang wurde Dr. Ley überall unter stürmischen Heil-Rufen auf den Führer, auf den Duce und die deutsch-italienische Freundschaft begrüßt. Dr. Ley ist vom König von Italien das Großkreuz des Kronenordens verliehen worden. Parteisekretär Starace gab seiner großen Genugtuung über die Verleihung dieser seltenen Auszeichnung Ausdruck, mit der der Leiter der Deutschen Arbeitsfront und ihre so erfolgreiche Tätigkeit von ganz Italien geehrt werde. Dr. Ley legte an dem Ehrenmal der für die faschistische Revolution Gefallenen einen mit den Farben der Bewegung geschmückten Lorbeerkranz nieder. Der Heichsbarikpräsident in Brüssel. Brüssel, 13. April. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. S ch a ch t ist mit einem Sonderflugzeug in Brüssel eingetroffen. Er wurde auf dem Flugplatz von dem deutschen Gesandten Freiherrn von Richthofen und dem Landesgruppenleiter der NSDAP, begrüßt. Zu seinem Empfang war auch der Gouverneur der Belgischen Na- Uonalbank, Franck, erschienen. König Leopold empfing den Reichsbankpräsidenten in Audienz. Im Anschluß daran erstattete der Reichsbankpräsident dem Gouverneur der Nationalbank, Franck, einen Besuch ab, der den beiden Notenbank- Präsidenten Gelegenheit zu einer längeren Aussprache gab. Daran schloß sich ein Frühstück, an dem zahlreiche Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens teilnahmen. Der Hochverratsprozeß Roffaml. Der Sachverständige hält den Angeklagten für eine „verstiegene Persönlichkeit", aber voll verantwortlich. Berlin, 13. April. (DNB.) Im Hochverratsprozeß gegen die katholischen Priester vor dem Volksgerichtshof erstattete ein medizinischer Sachverständiger, der Rossaint seit dem vergangenen Jahre laufend beobachtet hat, sein Gutachten. Schon unter seinen Vorfahren sind geistig und seelisch unnormale Erscheinungen festzustellen. Die Schwester wird von den Aerzten als eine „hysterische Psychopathin" bezeichnet. Bei Rossaint liege eine angeborene reizbare Nervenschwäche vor, die sich körperlich in Müdigkeit und Schlaflosigkeit und geistig in herabgesetztem Konzentrationsvermögen und Willensschwäche äußere. Er stehe zu keinem Menschen in herzlicher Verbundenheit, Humor und Freude seien ihm völlig unbekannte Begriffe: er sei eine „verstiegene Persönlichkeit". Eine verminderte geistige Zurechnungsfähigkeit im Sinne von § 51 Absatz 1 oder 2 des StGB, liege nicht vor, so daß der Angeklagte als strafrechtlich voll verantwortlich anzusehen sei. R o s s a i n t verlas dann darauf eine schriftlich festgelegte Erklärung. Er habe nicht beabsi^rigt, die hochverräterischen Bestrebungen der Kommunisten zu unterstützen und mit ihnen eine Einheitsfront aufzurichten. Er nimmt dann seine alte, durch nichts bewiesene These der Missionstätigkeit unter den Kommunisten auf, indem er wörtlich sagt: „Ich habe vielmehr ein Stück meiner Lebensarbeit darin gesehen, den Kommunismus in der von mir für richtig gehaltenen Form zu bekämpfen." Er müsse allerdings zugeben, daß er aus persönlicher Schwäche und, weil er damals den Nationalsozialismus abgelehnt, sich zu falschen Handlungen habe treiben lassen, die er bedauere! Meine politische Nachrichten. In der Presse "ist vor einigen Tagen die Mitteilung verbreitet worden, daß die Prinzessin Mafalda von Hessen, die Gemahlin des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen, in Berlin von einem Sohn entbunden worden sei. Diese Nachricht beruht, wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, auf einem Irrtum. * Reichsminister Rust sprach zu den in Athen ansässigen deutschen Volksgenossen über Deutschlands Werden und Aufstieg. Der Minister gedachte des bevorstehenden Geburtstages des Führers und dessen unermüdlicher Arbeit um das Wohl Deutschlands. * Am Mittwoch bringen sämtliche Reichssender in der „Stunde der jungen Nation" „Kohle und Erz — Stahl und Eisen". Es spricht Geheimrat Kirdorf, der am 8. April seinen 90. Geburtstag feierte und vom Führer persönlich geehrt wurde. * Im Danzig-polnischen Abkommen vom 5. Januar 1937 über die Ausnutzung des Danziger Hafens ist vorgesehen, daß der Senat in Besprechungen mit den polnischen Wirtschaftskreisen, die am Hafenverkehr und Hafenumschlag beteiligt sind, prüfen wird, ob und welche Erleichterungen und Vorteile den genannten Kreisen geschaffen werden können. Demgemäß haben am 13. April polnische Wirtschaftskreise' unter Führung von Generaldirektor Wachowiak entsprechende Vorschläge zur Erörterung gestellt. Der Senat hat mit diesen Besprechungen Senatsrat Hoffmann beauftragt. * Eine Anzahl von englischen Abgeordneten und Straßenbausachverständigen hat eine Einladung angenommen, das moderne deutsche Straßenbauwesen zu studieren. Lord Wolimer und Lord Allen of Hurtwood waren kürzlich zu einem persönlichen Besuch Dr. Todts nach Berlin gekommen und hatten auch verschiedene Reichsautobahnen besichtigt und befahren. Da in englischen Wirtschaftskreisen das Interesse für die deutsche Motorisierung außerordentlich ist und man sich von der Art, wie Deutschland diese Fragen gemeistert hat, auch für den englischen Verkehr und Straßenbau wertvolle Anregungen verspricht, ist die Einladung zustande gekommen. * In Gegenwart des Ersten Lords der Admiralität lief in Birkenhead an der Liverpooler Bucht der neue Flugzeugträger der britischen Flotte „Art Rayal" vom Stapel. Dar Schiff ist rund 260 Meter lang und hat eine Wasserverdrängung von 22 000 Tonnen. Es kann 7 0 Flugzeuge aufnehmen. ♦ Das holländische Verteidigungsministerium hat vier Unterseeboote in Auftrag gege- b en. Die neuen U-Boote werden eine Wasserverdrängung von 950 Tonnen über Wasser und 1200 Tonnen unter Wasser haben. Jedes Boot hat zwei Motore mit je 2500 PS und soll eine Schnelligkeit von 19,5 Seemeilen je Stunde entwickeln. * Der erste Massenflug amerikanischer Marineflugzeuge von Kalifornien n a ch H a w a i ist erfolgreich beendet worden. Zwölf Maschinen mit 78 Mann Besatzung an Bord trafen, von San Diego kommend, in Honolulu ein. Die 2553 Meilen (4723 Kilometer) lange Strecke wurde in 21 Stunden 25 Minuten zurückgelegt. * Der italienische Ministerrat beschloß die Schaffung eines „Grenzwachkorps". lieber die Aufgaben dieses Korps werden noch keine näheren Angaben gemacht. Kunst und Wissenschaft. GroßerErfolg der deutschen Amazonas- Iary-Expedition. Die deutsche Amazonas-Jary-Expe- d i t i o n hat einen großen Erfolg errungen. Schulz-Kampfhenkel ist aus dem Forschungsgebiet des oberen Jary zurückgekehrt und hat den Amazonas-Strom wieder erreicht. Damit ist die erste Süd-Nord-Durchquerung Brasilianisch-Guyanas auf dem Jary- Strom, vom Amazonas bis zur Grenze von Cayenne, gelungen. In 53tägiger Kanureise durch menschenleeres Urwald-Flußgebiet erreichten die Forscher die Jagdgründe der Oayama-Jndianer. Haven Sie „genaue Bahnzeit"? Oie Zeitdienst-Uevermittlung der, Re chsbahn Um Bruchteile von Sekunden. — In einem kleinen Zimmer der Reichsbahndirek- tion Berlin, zweifenstrig und nur mit dem notwendigsten Mobilar versehen, befindet sich das Wunderwerk, das sämtliche Uhren auf deutschen Bahnhöfen die so wichtige genaue Zeit übermittelt. Rechts und links stehen große Schalttafeln, die fast bis zur Decke reichen, mit einer Unzahl von Hebeln. Uhrticken tönt in die Stille. Bedächtig schwingen die Pendel dreier großer Uhren in ganz gleichem Takt hin und her. Schnell die Gelegenheit wahrgenommen. Hier kann man seine Uhr um die berühmte Minute regulieren, die das Zuspätkommen verursacht. Alle drei Uhren, eine Hauptuhr und zwei elektrische Uhren, stimmen auf Bruchteile einer S e - k u n d e überein. Von hier aus erhalten täglich sämtliche Uhren im Bereich des Reichsbahnnetzes die „genaue Bahnzeit". Bereitwillig gibt der Leiter der Zeitdienstübermittlung Auskunft über das Wunderwerk: „Schon fünf Minuten vor acht Uhr morgens ruht auf sämtlichen Leitungen der Reichsbahn der gesamte Telegrammverkehr; denn pünktlich zur Sekunde, zwei Minuten vor acht Uhr, betätigt die große „MEZ.-Uhr" — sie zeigt die genaue mitteleuropäische Zeit — den ersten Kontakt zum Rufzeichengeber, an den die Fern- und Bezirksleitungen im ganzen Reich angeschlossen sind. Selbstverständlich schalten sich die Morseapparate ein und nehmen das MEZ.-Zeichen des Gebeapparates auf. Länger als eine Minute lang ergeht in Morsezeichen der Ruf MEZ. .., MEZ. .., MEZ. .., bis dann genau 50 Sekunden vor acht Uhr ein zweiter Kontakt in Tätigkeit tritt, der den Gebeapparat ausschaltet. Auf den Morseapparaten im ganzen Reich erscheint bas eigentliche Zeitzeichen als langer Strich. Auf die Sekunde, wenn die MEZ.-Uhr 8 Uhr ist, wird der Strich unterbrochen, und diese Unterbrechung ist für jede angeschlossene Stelle der Deutschen Reichsbahn das Zeichen, daß es in diesem Augenblick ganz genau 8 Uhr, 0 Minuten, 0 Sekunden ist. Sechs Sekunden nach 8 Uhr erscheint noch einmal ein mehrmaliges MEZ. als Schlußzeichen. Dann ist die tägliche Zeitdienstübermittlung beendet. Sämtlichen Bahnhöfen ist eine einheitliche Zeitangabe übermittelt worden, die Bahn- Hofsuhren können nach ihr eingestellt werden, und so ist die Gewähr gegeben, daß sämtliche U h - ren a u f deutschen Bahnhöfen die gleiche Zeit anzeigen." Bis in die entferntesten Winkel unseres Vaterlandes wird so die genaue Bahnzeit allmorgendlich übermittelt, lediglich München hat eine selbständige Zeitdienstanlage für Bayern und Württemberg, während Karlsruhe um 8 Uhr die genaue MEZ.-Zeit erhält und sie um 8.30 Uhr durch ganz Baden weitergibt. „In diesem Raum befindet sich auch die Hauptuhrenzentrale für den Reichsbahndirektionsbezirk Berlin", fährt der Leiter der Zeitdienstübermittlung fort. „Eine elektrische Uhr und eine Re- serveuhr mit mechanischem Werk schicken in Abständen von einer halben Minute Stromimpulse zu den einzelnen Uhrenzentralen auf den wichtigsten Bahnhöfen in der Nähe, Schlesischer Bahnhof, Friedrichstraße usw. Doch nicht nur die Zeiger der Reichsbahnuhren im Bezirk Berlin roeroen durch die Stromimpulse aus der Hauptuhrenzentrale fort- bewegt. Auch die in der Berliner Einheitszeitgesellschaft zusammengeschlossenen Unternehmen, in der Hauptsache die Berliner Verkehrsgesellschaft, erhalten täglich von hier die genaue Zeit." Auf die Sekunde kommt es hier an. Und da die drei Uhren der Hauptuhrenzentrale — sie besitzen ein mechanisches Gehwerk von größter Ganggenauigkeit — durch die Belastung'der Gehwerke, durch Kontakte und durch äußere Einflüsse kleine Abweichungen aufweisen können, hat man noch ein Wunderwerk, das unter allen Umständen zuverlässig ist, eine astronomische P r ä z i s i o n s p ende l u h r von höchster Genauigkeit. Im tiefen Keller, in einem Raum, der keinen Erschütterungen ausgesetzt ist und stets die gleiche Temperatur von 25 Grad und gleichen Feuchtigkeitsgehalt der Luft aufweist, steht die astronomische Uhr, die für den Gang aller Uhren maßgebend ist. In Zwischenräumen von etwa 40 Sekunden zieht sie sich selbst elektrisch auf. Durch eine Pendelsteuerung ist sie mit den drei Uhren in der Zeitdienstangabe verbunden und sorgt durch einen Elektromagneten dafür, daß die drei Pendel mit dem ihrigen gleichen Takt halten. Die Zeit der astronomischen Uhr wird mit der der Neubabelsberger. Sternwarte und dem Nauener Zeitzeichen verglichen. Ein Registrierapparat zeigt durch Lochung' auf einem Papierstreifen die einzelnen Zeiten nebeneinander an, auch die der astronomischen Uhr, der MEZ.-Uhr und der Betriebshauptuhr. So kann man durch Vergleichen der Lochungen die genaue Zeit bis auf kleinste Bruchteile einer Sekunde ermitteln. Schon bei Abweichungen von einer Zehntelsekunde wird die astronomische Uhr durch Auflegen dünner Silberplättchen auf das Pendel reguliert. Das Zimmer der Zeitdienstangabe bleibt den ganzen Tag verschlossen. Die Einrichtungen von größter Genauigkeit machen die Hand des Menschen überflüssig. Nur frühmorgens, wenn man auf allen deutschen Bahnhöfen die genaue Bahnzeit erwartet, ist ein Mechaniker anwesend. Er soll im Falle einer Störung das Zeitzeichen durch einen Handmorseapparat übermitteln. Aber der Handmorseapparat ist noch nie in Tätigkeit gewesen. Pünktlich und ohne jede Störung haben bisher noch stets-die Uhren auf den Bahnhöfen die genaue Bahnzeit erhalten. Und das ist unumgänglich notwendig, da schon jetzt bei den immer hoher werdenden Geschwindigkeiten der Züge in den dienstlichen Fahrplänen nach Bruchteilen von Minuten gerechnet wird. Adolf N e s s. Mächtige Stromschnellen waren dabei zu überwinden, was nur durch die außergewöhnliche Trockenzeit des vergangenen Jahres und das dadurch bewirkte starke Sinken des Wasserstandes im Dezember möglich war. Oberhalb des Nebenflusses Cu- ruapi trafen sie mit Oayama-Jndianern zusammen, die sie zu Begleitern gewannen. Mit 35 Oayama- Jndianern drangen sie zum Flusse Ku vor, in dessen Quellgebieten man auf Pfahlbaudörfer der Oayapi-Jndianer stieß. Von diesem primitiven Stamm der zur Tuwi-Sprachgruppe gehörenden Indianer wurden umfassende Sammlungen angelegt. Begehrteste Tauschwaren waren Salz, Glasperlen, Angelhaken, Messer. Die Quellen des Oaya- pock wurden an der Grenze Französisch-Guyanas passiert. Beim Aufbruch zur Rückreise erkrankte Schulz-Kampfhenkel schwer an Dysenterie und Fieber. Indianer geleiteten die Bvotsslvtte durch die Stromschnellen stromab. Nach dreiwöchiger schwerer Talfahrt war der Amazonas erreicht. Alle Sammlungen, die Filme und Photos, die ersten aus dieser Gegend, die Karten und Tagebuchaufzeichnungen sind wohlerhalten. Der Gesundheitszustand Schulz-Kampfhenkels hat sich gebessert, der gleichfalls erkrankte Gert Kahle ist bereits wiederhergestellt. Die Forscher sind zur Zeit mit der Vorbereitung ihrer bevorstehenden Heimreise beschäftigt. Die Breslauer Tagung der Rönlgen-Aerzte. Die wissenschaftliche Sitzung der Tagung der Deutschen Röntgen-Gesellschaft wurde von Schmidt-Rohrbach mit einem Vortrag über die Erkennung der Lungentuberkulose und die Bedeutung der röntgenologischen Untersuchung für Erkennung und Behandlung dieser Krankheit eingeleitet. Großes Interesse wrckie ein von Böhme- Rostock vorgeführter Fikn, der die in der Erschlaffungszelt des Herzens erfolgende Auffüllung desselben und die Blutbewegungen in den Zentralvenen demonstrierte. — lieber Untersuchungen über die Schluckvorgänge und die Schluckwege berichteten von P a l u g y,a y - Wien und Dahm-Köln. Albrecht-Frankfurt a. M. gab einen umfassenden Ueberblick über die gesamte Untersuchungstechnik. Der erste Verhandlungstag zeigte, aus "welch hoher Stufe die Röntgendiagnostik heute steht und daß sie sich'in wenigen Jahrzehnten zu einer selbständigen Wissenschaft entwickelt hat. Der Adlerschild des Deutschen Reiches für den Altmeister der deutschen Meteorologie. Der Führer und Reichskanzler hat dem seit vielen Jahren in Graz lebenden berühmten Meteorologen Geheimen Admiralitätsrat Prof. Dr. Wla-' bi mir Köppen den Adlerschild des Deutschen Rei-' ches verliehen. Schild und Urkunde wurden dem Gelehrten, der im 91. Lebensjahr steht, im Grazer deutschen Konsulat feierlich überreicht. Konsul Drubba würdigte in einer Ansprache die überragenden Verdienste des Altmeisters der deutschen Meteorologie und händigte Prof. Köppen mit den besten Glückwünschen des Führers, des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern, des Botschafters von Pap en, sowie im eigenen Namen die Urkunde aus. Köppen dankte herzlich für diese seltene Ehrung. — Prof. Köppen, der Reichsdeutscher ist, ist 1846 in Petersburg geboren. Die 1883 erfolgte Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft ist sein Verdienst. Auf faft allen Gebieten entfaltete er die größten wissenschaftlichen Leistungen. Mehr als 44 Jahre hat er der deutschen Seewarte in Hamburg in hervorragendem Maße gedient. Seit 1924 lebt Prof. Köppen in Graz. Noch heute ist der Gelehrte wissenschaftlich tätig. Zur Zeit gibt er mit einer Reihe von in- und ausländischen Forschern das große Handbuch der Klimatographie in fünf Bänden heraus. Aus aller Wett. Wettwirtschaststag in Frankfurt a. M. In Frankfurt wird die Deutsche Weltwirtschaftliche Vereinigung vom 6. bis 14. Mai 1937 ihren 14. Deutschen Weltwirtschaftstag durchführen. Mit der Wahl der Stadt Frankfurt wird die Bedeutung gerade des Rhein-Main-Ge- bietes für die Weltwirtschaft deutlich zum Ausdruck gebracht. Diese Frage wird auch in einem Referat des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Prof. Dr. Lüer behandelt werden, nachdem vorher der Generaldirektor des Alsthom-Konzerns, A. D e- toeuf (Paris) und eine führende deutsche Persönlichkeit über die Lage und Aussichten der Weltwirtschaft im allgemeinen gesprochen haben werden. Eröffnet wird die Arbeitstagung durch den Präsidenten der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee. Im Rahmen der Sondertagungen in der Aula der Frankfurter Universität wird das Thema: Weltluftverkehr, unter Leitung von Staatssekretär Koenigs, von dem Direktor der Deutschen Zeppelin-Reederei Kapitän Dipl.-Jng. Lehmann, dem Ministerialrat Thomas vom Reichspostministerium und Prof. Dr.-Jng. Pirath (Stuttgart) behandelt werden. Im Anschluß daran referieren Prof. Dr. Prion (Berlin), der Mitinhaber von I. Henry Schroeder, Frank C. Tiarks (London), und Generaldirektor der Societe Generale, Paris, Ardant, über den internationalen Kapi- taloerkehr. In einer öffentlichen Kundgebung im Saalbau werden sich Gouverneur i. N. Dr. Schnee, Generaldirektor A. Defoeuf und Professor Dr. Carl Liier mit dem Thema: „Warum Weltwirtschaft?" auseinandersetzen. Ein „Hessischer Abend" als kameradschaftliches Zusammensein vereint die Teilnehmer im Frankfurter Palmengarten. Studienfahrten in die nähere und weitere Umgebung, Werksbesichtigungen führender Industrie- und Wirtschaftsbetriebe, weitere Referate und r4n Wartburgabend in Eisenach beenden den 14. Weltwirtschaftstag. Exemplarische Strafe für einen Verleumder. Eine exemplarische Strafe verhängte die Große Strafkammer Wiesbaden über einen 69jährigen Mann wegen wissentlich falscher Anschuldigung zweier Wiesbadener Aerzte. Der Angeklagte war 1929 auf der Straße zu Fall gekommen und hatte sich einen doppelten Kniescheibenbruch zugezogen. Er kam in das Städtische Krankenhaus, wo der leitende Arzt eine Operation vornahm. Der Angeklagte will heute noch an Lähmungserscheinungen leiden, die er auf falsche ärztliche Behandlung zurückführt. Er stellte wiederholt Schadenersatzansprüche gegen die Stadt Wiesbaden, drang damit jedoch nicht durch. Obwohl dem Angeklagten die Haltlosigkeit seiner Vorwürfe klargemacht waren, stellte er erneut gegen die beiden Aerzte Strafanträge. Wie die Verhandlung ergab, kam es dem Angeklagten lediglich darauf an, aus feinem Unfall Kapital zu schlagen. Der medizinische Sachverständige bezeichnete den Angeklagten als Psychopathen, aber strafrechtlich für voll verantwortlich. Mit Rücksicht auf die Schwere der falschen Anschuldigungen verurteilte die Strafkammer den Angeklagten zu sechs Monaten Gefängnis. Riesiger Brand wütet in einem Eichsseld-Dors. In einem Gehöft in Kreuzeber (Eichsfeld) brach ein Brand aus, der sich, durch starken Wind begünstigt, mit riesiger Geschwindigkeit über das halbe Dorf ausdehnte. 27 Gebäude, darunter drei Wohnhäuser, sind ein geäschert worden. 23 Familien haben Hab und Gut verloren. Große Vorräte an Futtermitteln, viele landwirtschaftliche Maschinen, Schweine, Schafe und Hühner kamen in den Flammen um. Zufällig kam auf einer Uebungsfahrt eine Wehrmachtsabteilung aus Mülhausen durch das Dorf, die sofort eingriff. Auch SA., SS., NSKK., TN. aus allen umliegenden Ortschaften nahmen mit den Wehren die Rettungsarbeiten auf, so daß das Großvieh in Sicherheit gebracht werden konnte. Gauleiter Reichsstatthalter Sauckel traf an der Unglücksstätte ein. Die NSV. stellte vorläufig 25 000 Mark für die betroffenen Familien zur Verfügung. Die Brandursache ist noch nicht festgestellt. 120 Mann vom Reichsarbeitsdienst begannen mit den Aufräumungsarbeiten. „Graf Zeppeli«" nach Südamerika unterwegs. Das Luftschiss „Graf Zeppelin" ist am Dienstag um 20,47 Uhr bei günstigem Wetter unter Führung des Kapitäns W i t1 e m a n n von Friedrichshafen aus zu feiner ersten diesjährigen Südamerikafahrt gestartet. An Bord befinden sich 21 Fahrgäste, darunter Professor K e m p f f, der bekannte Pianist aus Potsdam. Die jüngsten Reisenden sind das dreijährige Töchterchen und der 13jäh- rige Sohn des brasilianischen Handelsattaches in Berlin. „Graf Zeppelin" erreichte am Mittwochmorgen um 6.30 Uhr die französische Westküste bei der Mündung der Gironde. Unfall auf einem englischen Schießplatz. Auf dem englischen Schießplatz von Bisley ereignete sich ein eigenartiger Zwischenfall. Als eine Kompanie schottischer Gardisten in der Nähe des Schießplatzes vorbeimarschierte, erhielt sie plötzlich kleine R^ucher-Hns V0^!ia "Rauclien Schild hang besser ;ie aber nach schmeckt pan.n Kaffee stets sollte man ^ennen ; Lr.KB ---- * aQ ni e ß e n» »m’TmiiWi'nlffifjfiä KM 'r^irue- yesüeflt man. Maschinengewehrfeuer. Ein Gardist wurde getötet. Die übrigen Soldaten konnten sich nur dadurch retten, daß sie sich zu Boden warfen. Die Militärbehörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Französisches Dorf von einem Erdrutsch bedroht. Bei dem kleinen Ort Chomettes in der Nähe von Bonneville (Departement Haute-Savoie) ist eine Fläche von etwa zehn Hektar ins Rutschen gekommen. Die Bevölkerung mußte zum Teil mit ihrem Hab und Gut aus ihren vom Erdrutsch bedrohten Häusern ausziehen. Jude wegen Rassenschändung und Verbrechens gegen das keimende Leben verurteilt. Am 1. März war der Jude Walter Baer, der sich in Düsseldorf als .^Frauenarzt" betätigte, wegen R as s e n s ch ä n d u n g zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Bei diesem Verfahren hatte die Untersuchung ergeben, daß sich der Jude seit mehreren Jahren in einer Reihe von Fällen des Verbrechens gegen das keimende Leben im Sinne des § 218 StGB. (Abtreibung) schuldig gemacht hatte. Er hatte sich deshalb vor dem Düsseldorfer Schwurgericht ZU verantworten. In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, konnten dem Angeklagten sieben Abtr^ibungsfälle nachgewiesen werden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Gefängnis. Diese Strafe wurde in eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren umgewandelt. Diese Strafe und die am 1. März wegen Rassenschande verhängte Strafe wurden zu einer Gesamtzuchthausstrafe von drei Jahren und drei Monaten zusammengezogen. Terrorakte einer Sekte in Brikischkolumbien. Die Polizeibehörden in Nelson sahen sich gezwungen, umfangreiche Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen gegen das Treiben der „Söhne der Freiheit" zu ergreifen, einer Sekte, die sich feit einigen Tagen in Britisch-Kolumbien durch Terrorakte hervortut. Nachdem diese Sekte in den letzten Tagen fünf Schulen und vier öffentliche Gebäude durch Brandbomben eingeäschert hat, drohte sie jetzt, die Brücken der kanadischen Pazifikbahn zu sprengen. Diese Terrorakte sind angeblich Protestmaßnahmen der Sekte gegen die kanadischen Erziehungsmethoden. Die „Söhne der Freiheit" sind die bekannte Sekte der „Duchoborzen" („Geisteskämpfer"), die sich 1740 in Rußland gebildet hat und gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Kanada ausgewandert ist. Zwei Reger gelyncht. In Grenada (Mississippi) holte eine aufgeregte Volksmenge zwei Neger, die des Mordes an einem weißen Geschäftsmann angeklagt waren, aus dem Gefängnis heraus und lynchte sie in der Nähe der Mordstelle. Die Neger wurden an einen Holzpflock gebunden und verbrannt. Eine geheime „Privatpost" in Warschau aufgedeckt. In Warschau wurde eine geheime „Privatpost" entdeckt, die ein Kaufmann auf Grund von Verträgen mit fünf größeren Banken der Hauptstadt betrieb. Die Banken übergaben dem illegalen Po st Unternehmer täglich mehrere tausend Briese, vorwiegend Benachrichtigungen über die Fälligkeit von Wechseln. Bei Beförderung durch die Poft kostet eine solche Benachrichtigung einschließlich des Rückscheines 30 Groschen das Stück, während die jetzt aufgedeckte „Privatpost" nur acht Groschen für jeden Brief verlangte. Bei der Durchsuchung der Wohnung des privaten „Posthalters" wurden mehrere tausend Briefsendungen vorgefunden. Abgesehen von dem Strafverfahren wird die Postverwaltung voraussichtlich eine Entschädi - gungsflage anhängig machen, da sie einen außerordentlich hohen Schaden erlitten hat. Die Opfer eines Familiendramas in Rordböhmen. Ein furchtbares F a rn i l i e n d r a m a , das vier Menschen das Leben kostete, spielte sich in Neukrei- bitz bei Warnsdorf (Nordböhmen» ab. Dort fand man in seiner Wohnung den 36jährigen Heinrich Kinder mann, seine 34 Jahre alte Ehefrau Emma sowie seine im Alter von 6 und 13 Jahren stehenden Söhne mit durchschnittenen Kehlen auf. Während Kindermann im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag, waren die Frau uitb die Kinder 4 I * '< Av sX'.r 1 M L & I TOLjg tobt ptxßmc >x tke. Abbey Churck 0pMetminsi$rori.thg - , ; lL*dau oPMmiJOS? ^^IL> u u ; JlEm-IMmW.. WU CORONAT1ON OF UDW MA THEIR MAJESTIES WWW E?V KING GEORGE VI & QUEEN ELIZABETH >Y Commatvi oh Lite Kbtg.the Em4 MacehaL ) \s diiwted tc uwtic _ — — — *6/7 M ■f *’■••? »Vi*i M ■Kl ■r. Jetzt ha^ . «eit Der i -iS ! die 8ru ' l>; ; "e-a* ' Ä ; D'e N° " Freund. M einen wirkli^ • wenn man I oernachta^öt rächt sich 7 iLr „$erL , Sprunge, die hat es verjai NähMsch'ne sich wie W nimmt bieN : eineW* muffen mj* jeder Nahmict Jahr ein Petr j Die Nähmas s Neihe hilssmr , erleichtern uni ist zunächst d ohne vorzuhel - bindet die be 2 Millimeter i steppt den h ' erste Naht gc die Hälfte de Besonders, : Frühlingsklei ‘ merfuh de passen, daß ■ Schlitz des ? j viel und nie kommt es t gleichzeitig a diesem Fall und hat daro Bruch des 6 keine Mühe, 1 z. B., Einsatz ■ eine hausfra. 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April, nachm. 2 Uhr statt. 2617 D Nur erste Kräfte sucht. 01931 Löberstr. 11 vt. IMMER DEN BODEN wenig Arbeit - großen Erfolg. nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 81 Jahren von seinem schweren mit Geduld ertragenem Leiden durch den Tod erlöst Heute morgen wurde unser herzensguter, treusorgender Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Hauchdünn einwachsen, sofort nachpolieren und schon habenSie einen fabelhaften, harten Hochglanz, den Sie sogar nass wischen können und der wochenlang anhält, ohne daß Sie neu einwachsen müssen. Verlangen Sie aber Die trauernden Hinterbliebenen.- Katharine Roth Wwe. Heinrich Roth Dai id dec Witz! - das Ei des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus Kassenlieferant, Seltersweg 33 für kumts. Kleiderstoffe, kunstseidene Damen- und Herrenwäsche vergeben. Es werden solche Vertreter!innen-bevorzugt, die bereits bei der Privatkundschaft eingeführt sind. Angeb. an Otto Schmerbach. 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Kartoniert 3,50 RM., in Leinen gebunden 4,80 RM. — (87) — Das Buch will das Leben dem schöner machen, der's versteht, alt zu werden und doch jung zu bleiben. Venzmer verheißt keine Wunderdinge, er ist auch kein Apostel, der krampfhafte Hebungen oder Kuren predigt ..., er bleibt aber auch nicht im Schildern der Tatsachen stecken, verliert sich nicht in philosophische Gedankengänge, sondern will helfen. Als Witwe mit erw. Sohn sucht 3V-—4-Zlmm.- Wohnung in guter Wohnlage für sofort ob. später. Preis NM. 70 bis 75.-. Schr.Angeb. mit genauer Wohn.- Skizze u. Größ.- Ang. der Räume unter 01933 an den Gieß. Anz. kann ihrer Hauptversammlung neben wieder 8 v. H. Dividende noch eine Sonderausschüttung von ebenfalls 8 v. H. Vorschlägen. Die Zahlung dieser Sonderdividende wird von ihr mit einer einmaligen Umsatzerhöhung begründet. 8 v. 5). werden in bar ausbezahlt und 8 v. H. gehen an den Anleihestock. Für das letzte Zwischengeschäftsjahr wurden bereits 8 v. H. Dividende verteilt, wovon damals 4 v. H. in bar ausgeschüttet und 4 v. H. dem Anleihestock abgeführt wurden. Für das Geschäftsjahr 1936 wird nach ausreichenden Abschreibungen ein Reingewinn von 254 000 Mark ausgewiesen, für das sechsmonatige Zwischengeschäftsjähr lag einschließlich 22 670 Mark Vortrag ein Gewinn von 176 022 Mark vor. Das Ausland trinkt wieder mehr deutsches Vier. Die deutsche Brauwirtschaft hat die in den Jahren 1935 und 1936 erzielten Ausfuhrerfolge im lausenden Jahre nicht nur aufrecht erhalten, sondern noch weiter ausbauen können. -In den Monaten Januar und Februar haben die deutschen Brauereien insgesamt 45 351 Hektoliter Faß- und Flaschenbier ausgeführt. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres bedeutet das eine Mehrausfuhr von 13 508 Hektoliter. Von der Bierausfuhr in den ersten zwei Monaten 1937 entfallen 19182 Hektoliter auf die Flaschenbier- und 26169 Hektoliter auf die Faßbierausfuhr; im Vergleich zu den Monaten Januar und Februar des Vorjahres bedeutet das eine Steigerung der Flaschenbierausfuhr um 10 410 Hektoliter und die Faßbierausfuhr um 3098 Hektoliter. Wertmäßig Aussichten für Donnerstag: Zeitweilig aufheiternd, doch meist bewölkt und wiederholte Regenfälle, Tagestemperaturen zwischen 10 bis 15 Grad, überwiegend östliche Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer der unbeständigen und zu Niederschlägen geneigten Witterung. Lufttemperaturen am 13. April: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 11,9 Grad; am 14. April: morgens 10 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum heute nacht 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. April: abends 13,3 Grad; am 14. April: morgens 10,2 Grad. — Sonnenscheindauer 6,9 Stunden. Diese Krone, die ganz aus Platin besteht und in der Mitte den berühmten Diamanten Koh- i - n o o r trägt, wird die Königin Elisabeth bei der Krönung im Mai aufs Haupt gesetzt bekommen. (Associated-Preß-M.) Kartenspieler machen Aktionären eine Freude. Es muß allseits wieder mehr Karten gespielt werden, denn die Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabriken AG. in Altenburg in Thüringen berichtet über mehr Absatz und Erfahrene f)ßii5iNltetin 47 Jahre, iuebt f. bald Stellung. Schr. Ang. unter 01928 a.d.G.A. Erfahr., fleißiges Mädchen für halbtags ge- Von einer soliden Firma wird sofort die Vertretung Herzinnigen Dank sagen wir hiermit allen, welche uns in unserem großen Leid ihre Anteilnahme bekundeten. Die Hinterbliebenen. I. d. N.: Marie Noll. STo.'VonwKipper 90/100 PS, ®ie= sel,40x8'/2"be- reift, gen. rep., wie neu, 5To.-Vomag,5Mlr. Type 5 Cz, Linkssteuerung 70 P8, Benzin- Motor, (event. Flaschengas) Elast. 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Er zeigt die Wege zu einer gesunden Lebensführung, zur richtigen körperlichen und seeli- chen Hygiene und weist damit die Wege zur erfolgreichen Bekämpfung vorzeitigen Alterns. — Robert Henseling: Sternbüchlein fürdas Jahr 193 7. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Gehestet 1,50 Mark. — (22) — Ein schmales Heftchen, äußerlich anspruchslos und dabei vollgepstopft mit einer Fülle von Wissen, denn hier erhält man Bescheid über alles, was am Sternhimmel im Jahr 1937 vorgeht, was man beim Mond, bei Fixsternen und Planeten, an den Finsternissen oder Sternschnuppen beobachten kann. Robert Henseling versteht es, die verwickelten Dinge der astronomischen Errechnungen in seinem Sternbüchlein so klarzustellen, daß jeder, der sich mit Aufmerksamkeit und Liebe in das Büchlein vertieft, alles verstehen kann. Eine Menge ausgezeichneter Bilder, monatlicher Sternkarten usw. erleichtern das Verständnis. Für die Güte des Sternbüchleins ist der beste Beweis, daß es jetzt schon im 26. Jahrgang erscheinen kann. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche einer trockenen Ostströmung konnte sich auch am Dienstag noch vorwiegend freundliches Wetter erhalten, wobei die Sonneneinstrahlung die Temperaturen vielfach bis über 20 Grad im Schatten ansteigen ließ. Inzwischen haben sich auch von Frankreich her Tiefdruckstörungen nach Deutschland verlagert, die durch das Gegeneinandersühren verschiedenartiger Luftmassen auch bei uns wieder große Unbeständigkeit bedingen. Wenn auch kein ausgesprochen unfreundliches Wetter zu erwarten ist, sa wird doch stärkere Regenbereitschaft eintreten, welche durch die Sonneneinstrahlung noch verstärkt wird. bereits t 0 t. Heber den Anlaß der furchtbaren Tat wird bekannt, daß sich der 6jährige Sohn beim Spielen mit einem Regenschirm ins Auge gestochen hatte und daß die Verletzung so schwer war, daß man in der Reichenberger Klinik die völlige Erblindung des Knaben voraussagte. Diese furchtbare Nachricht scheinen sich die auch sonst vom Schicksal schwer heimgesuchten Eheleute so zu Herzen genommen zu haben, daß sie beschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Drei Todesopfer eines Boolsungluc^ in Oberitalien. Eine Barke mit Ausflüglern ist nuf dem Tessin infolge der starken Strömung gegen einen Pfeiler der Autobahnbrücke Mailand—Turin gestoßen und gekentert. Alle sieben Insassen fielen ins Wasser. Ihre verzweifelten Hilferufe wurden am Ufer gehört, doch war kein Boot in der Nähe, um ihnen Hilfe zu bringen. Zwei Frauen und ein junger Mann sind ertrunken, während vier gute Schwimmer das Ufer erreichten. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Vier Schwerverletzte bei einem Erbschaftsstreit. In der Ortschaft Busch bei Kapellen kam es zwischen fünf Brüdern, die im früheren elterlichen Haus zum Zwecke einer Aussprache über Erbschaftsfragen zusammengekommen waren, zu einem heftigen Streit. Es handelte sich um die Verteilung von Ländereien und Möbelstücken. Als einer der Brüder den anderen unehrliche Absichten vorwarf, kam es zu Handgreiflichkeiten, die in der Scheune fortgesetzt wurden. Mit Messern und Heugabeln gingen die Brüder aufeinander los. Der älteste Bruder flüchtete schließlich, aber die Auseinandersetzung zwischen den Zurückgebliebenen nahm damit noch kein Ende. Nachbarn, die auf den Lärm hin schließlich hinzueilten, bot sich ein schreckliches Bild: Alle vier Raufbolde hatten schwere Verletzungen davongetragen und mußten dem Krankenhaus zu- geführt werden. Die englische Königinnen-Krone. betrug die deutsche Bierausfuhr in der Berichtszeit 1,44 Mill. RM. gegen 1,04 Mill. RM. 1936. Büchertisch. | Vermietungen"] • 6-7-310101.- WWW H. St., m. Balk. u. Gartenanteil per 1. 7. z. verm. Näheres: (0182s Hindenburg- wallltt,Tel.3024 6-Zimmer- wohnung m. Küche u. Bad m. reicht. 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Vor allen Dingen muß die Frühjahrsgarderobe instand sein, damit man beim ersten warmen Sonnenschein von den Wrnter- sachen Abschied nehmen kann. Nun, dieser Abschied wird keiner Frau schwer fallen, denn die bunten Frühlingsstoffe warten auf Verarbeitung! Die Nähmaschine ist der Hausfrau treuester Freund. Aber sie verlangt auch, daß man sie wie einen wirklichen Freund behandelt, sie duldet nicht, wenn man sich nicht um sie kümmert, wenn man sie vernachlässigt — wenn man ihr untreu wird! Sie rächt sich — indem sie krank wird! Plötzlich schlägt iLr „Herz" nicht mehr regelmäßig, es macht Sprünge, die Maschine streikt! Oder: die Hausfrau hat es versäumt, für die „Schönheitspflege" ihrer Nähmaschine etwas zu tun. Sie hat die feinen Ritzen und Fugen nicht geölt, und der Staub hat sich wie Puder auf alle Teile gelegt. Auch dies nimmt die Nähmaschine mit Recht übel, sie verlangt eine Sorgfältige Pflege. Rostflecken an der Maschine müssen inil Petroleum entfernt werden, es bekommt jeder Nähmaschine gut, wenn man ihr einmal im Jahr ein Petroleumbad verabreicht. Die Nähmaschine stellt der Hausfrau eine ganze Reihe Hilfsmittel zur Verfügung, die das Arbeiten erleichtern und vor allen Dingen Zeit sparen. Da ist zunächst der Kapper, mit dem man Nähte, ohne vorzuheften, nähen kann. Die erste Naht verbindet die beiden Stoffteile von denen der untere 2 Millimeter übersteht, miteinander, die zweite steppt den hochstehenden Saum fest, nachdem die erste Naht geglättet ist. Der Kapper spart also gut die Hälfte der Arbeitszeit. Besonders beliebt bei den keinen und zarten Frühlingskleidern sind schmale Säume. Der Säume r f u ß verhilft uns dazu, nur muß man aufpassen, daß der Stoff richtig in den gedrehten Schlitz des Fußes geschoben wird, so daß nicht zu viel und nicht zu wenig Stoff gefaßt wird Oft kommt es beim Krägelchennähen vor, daß man gleichzeitig auch Spitze mit annähen möchte. In diesem Fall legt man diese unter den Säumerfuß und hat darauf zu achten, daß die Spitzenkante im Bruch des Saumes liegt So hat die Hausfrau gar keine Mühe, Spitzen in Stoff einzusetzen. Die Angst z. B., Einsätze in Wäschestücke zu nähen, die oft eine Hausfrau davon abhielt, fällt nun weg. Zu den beliebten „Tausendfüßlern" der Nähmaschine gehört auch der E i n f a s s e r. Um ganz gleichmäßige Schrägstreifen zu schneiden, bedient man sich einer Schrägstreifenführung, die auf die eine Spitze der Schere geschoben wird. Man knifft Len Schrägstreifen zuerst zur Hälfte, schneidet ihn Ipitz und führt ihn in den Einfasser, bis die Nadel ihn faßt, legt den einzufassenden Stoff bis zum Bruch des Schrägstreifens ein und steppt ihn an. Schmale Blenden können auf diese Weise gleichzeitig genäht und aufgesteppt werden. Der Kräusel er sollte auch bei jeder Nähmaschine vorhanden sein, denn er kräuselt nicht nur feen Stoff oder die Spitze, er näht auch gleichzeitig noch einen Einfaß-Streifen oder ein Bärtchen zum Decken mit an. Durch Umstellen näht er auch Plisseefalten. Lohnliste und Haushaltsiitte. V. A. Wir heißen Lohn den Ertrag einer Arbeit, die einmal für das Ganze in einer bestimmten volkswirtschaftlich geregelten Ordnung an einer bestimmten Stelle im Arbeitsprozeß geleistet wurden, und der Lohn steckt in einer Tüte, auf der es genau und ordentlich drauf steht, was man und was man nicht bekommt, weil es wiederum an das | Ganze zur Aufrechterhaltung einer sozialen Vorsorge zurückgeht. Auch für die Steuer natürlich. Nach dem Muster der Lohntüte hat sich in vielen gut geleiteten Haushalten ein gewisses „Tütenprinzip" eingeführt. Kluge Hausfrauen, die Ordnung l im Haufe halten wollen, sagen: Man nehme — 11m Ordnung in die Einteilung des Wirtschaftsgel- des zu bekommen —, Tüten oder Briefumschläge. Man beschriftet sie mit: Miete, Licht, Gas, Elektri- (ität, Löhne, Spezialabgaben usw., kurz, mit all i en Posten, die regelmäßig und jeden Monat zu bezahlen sind. Gleich, wenn das Wirtschaftsgeld lommt, immer den betreffenden Posten in die be- I treffende Tüte. Dann hat alles seine Ordnung. Man !«ann'sich noch eine Reihe von Tüten machen, tn ! ie das hineinkommt — auch monatlich verteilt — ■ was für Anschaffungen im laufenden Jahr bestimmt | ijft. Es wird sich schnell Herausstellen, daß diese Tüten einen gelinden Zwang zur Sparsamkeit und Ärdnung ausüben. Das Wichtigst ist natürlich da- 1 bei, das Geld von vornherein so einzuteilen, daß ] leine Anleihe von einer Tüte zur andern möglich i t. Es soll eben ein bestimmtes Gesetz der Tüten ||ür die vorsorgliche Hausfrau bestehen. Eine Tüte dabei wird eine besondere Rolle spie- |l*n, weil sie die Beträge enthält, die mit Rücksicht cuf die besonderen Schicksalsschläge in diese Tüte lineinfommen. Das ist die Schicksalstüte. Die muß ha sein. Sonst ist die Planung unvollkommen und man hat nicht an das Wichtigste gedacht — an die uorforgliche Sicherung von Leben und Gesundheit ter Familie. Sie verstehen jetzt schon, was damit gemeint ist. £ict)t eine Tüte, wie man sie manchmal auf den Jahrmärkten bekommt. Dort zieht sie ein Papagei rver sonst ein komisches Tier aus einem Kasten ; hsraus. Darin steckt ein Zettel, auf dem Ihr per- f. nliches Schicksal ausgeschrieben steht Das ist ein bller Schwindel, mit dem ohne viel Mühe und Ar- Ifeit Geld verdient wird. Die Schicksalstüte, die wir meinen, das ist die, die wir.selber dazu gewählt haben, unsere Spar- und Vorsorgetüte. Auf ihr sisht das Wort: Lebensversicherung. Natürlich — das ist klar, man kann auch mit dieser Tüte Schick- ftlsschläge nicht abwenden. Aber man kann wenigst ns durch eine Lebensversicherung sie in ihren äußeren Härten mildern. Wenn einmal eine solche litte da ist und regelmäßig vom Wirtschaftsgeld in \\* die Prämie für die Lebensversicherung hmein- k mmt, dann stehen Frau und Kinder im Falle des Indes ihres Ernährers nicht ohne Mittel da. Sie hiben Ordnung gehalten, und vorgesorgt und nun I i)uben sie eine schöne Hilfe. Erlebt der Vater aber IcEbft die Auszahlung der auf einen bestimmten Termin gelegten Lebensoersicherungssumme, dann ist es um so schöner. Dann heimst er den Lohn seiner Voraussicht noch zum eigenen Genüsse em. Die Lebensversicherung stellt die Verbindung mit anderen vorsorglichen Menschen her, die sich freiwillig in der Gemeinschaft der Versicherten zum gemeinsamen Gefahrenschutz zusammengeschlossen haben. Laß fein Vrol umlommen! V. A. Nichts umkommen zu lassen, alle Reste von Speisen zu verwerten, das ist die wirksame Maßnahme der deutschen Hausfrau in Stadt und Land, um im Kampf gegen den Verderb von Nahrungsgütern mitzuhelfen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Speisereste vom Mittagstisch für Abendbrotgerichte oder Nachspeisen neu herzurichten, Möglichkeiten, die von den einsichtigen und verantwortungsbewußten Hausfrauen ja feit langem erfolgreich angewendet werden Darüber hinaus sollte die Hausfrau aber darauf achten, daß in ihrem Haushalt auf keinen Fall Vier Kinderkleider aus Kattun zeigt heute unsere Modeskizze. Das groß karierte Kleid (1) ist in ab= wechselnd grabe und schräg lausenden Bahnen geschnitten. Es hat vorne wie hinten je zwei Falten, zwei aus dem Schnitt entstehende Taschen und halblange Puffärmel. Den rückwärtigen Verschluß bilden kleine, schwarze Kugelknöpfe, der schmale 'Gürtel ist aus Lackleder. Das rosa Kleidchen (2) erhält seinen Reiz durch die fortlaufenden, einseitig gelegten Falten das Kostbarste, das tägliche Brot verdirbt. Wie ost findet man Brotschnitten vertrocknet und verschimmelt in irgendeiner Ecke, in Schränken oder irgendeinem Schubkasten. Sie schneidet ihrer Familie und häufig ihren Angestellten das Brot und gibt es ihnen zur Arbeitsstelle mit. Der eine oder andere hat an diesem Tage gerade nicht die richtige Eßlust und wirst das Brot weg, eine Unsitte, die leider noch heute stark verbreitet ist. Die Hausfrau aber kann mithelfen und dafür Sorge tragen, daß alle Familienangehörigen und alle Kostgänger wieder die Ehrfurcht vor dem täglichen Brot bekommen. Sollte also jemand sein Brot nicht mehr aufessen können, so scheue er sich nicht, das Brot zurückzugeben. Jede deutsche Hausfrau wird sich über eine solche Haltung freuen und das zurückerhaltene Brot einer nützlicheren und wertvolleren Bestimmung zuführen, als es das Vertrocknen oder das Verschimmeln darstellt. Es muß sich heute jeder darüber klar sein, daß er nicht allein für sich lebt, sondern daß er für sich und seine Handlung der deutschen Volks- und Schicksalsgemeinschaft gegenüber verantwortlich ist. Es wird auf den Schultern, an den Aermeln und an dem Gürtel durch Perlmutterknöpfe geschlossen. Aus hellblau-weiß-kariertem Material ist das einfache Kleidchen (3) mit den Knopfleisten am Ausschnitt, den Aermeln und den Taschen. Das Krägelchen ist aus weißem Pique. Das Hängerchen (4) mit den Abnähern und den Schulterstücken an der Passe ist aus hellgelbem Kattun mit weißen Kringeln. Das Krägelchen und die schmalen Blenden an den Puffärmeln sind aus weißem Leinen. H. Unser letztes Wmtergemüse. Äon Knda Aisch, Bad-Nauheim. Es dauert Heuer länger als sonst, daß der Frühling uns frisches Grünzeug für den Kochtopf liefert. Um so dankbarer halten wir das noch vorhandene alte Wintergemüse in Ehren. Freilich: Es hat an Schmackhaftigkeit eingebüßt. Da müssen wir mit unserer Kochkunst nachhelfen und kochen einmal etwas anderes als sonst. Außerdem: Erst wenn alles gut aufgegessen ist, wird gut Wetter! Wir wollen mit unserm Kochen helfen, daß die Frühlingssonne endlich kommen kann. „Kohl" und „Kohl" kann sehr zweierlei sein. Kochen wir einmal Weißkraut mit Süßmost: Ein Kilo Weißkraut wird feingeschnitten wie immer und mit ganz wenig Wasser und Salz fast weich gekocht. Das Wasser muß einkochen. Dann gibt man ein Glas Apfelsüßmost daran, schneidet einen Apfel mitsamt der Schale kurz und klein, mischt ihn darunter und schmeckt mit Zitronensaft etwas säuerlich ab. Alles kocht noch einige Minuten. Das Süßmostkraut ist ein Mittelding zwischen Sauerkraut und Schmorkohl und schmeckt gut zu gebratenem Fisch oder Fleisch. Aber es gibt auch ein selbständiges Mittagessen, wenn wir dazu Salzkartoffeln reichen, die mit ein wenig brauner Butter beträufelt sind. Haben Sie schon einmal versucht, Lauch w i e Koteletts zu braten? Da wo die Blätter anfangen, sich zu teilen, schneiden wir den Lauch ab. Die festen Stangen kochen wir in Brühe oder Salzwasser fast weich. Dann nehmen wir sie heraus und teilen sie den langen Weg in Hälften. Zuerst wälzen wir sie in unserem neuen Weizenmehl Type 1050, dann inHzerklopftem, verdünntem Ei und in geriebenem Brot. Mit etwas Pfeffer und Salz bestreut braten wie sie wie Koteletts. Sie sind eine gute Beilage zu Kartoffelbrei. Leiterchen mit Lauch. 500 Gramm ungepökelte Schweindrippchen, sogenannte „Leiterchen", werden wenig gesalzen, knapp mit Wasser bedeckt aufs Feuer gesetzt. Dann schneidet man etwa 4 bis 6 mittelgroße Lauchstangen in fingerdicke Scheiben, packt sie auf das Fleisch, deckt zu und kocht alles weich. Jetzt nehmen wir von der Brühe eine Kleinigkeit ab, lassen dies abkühlen, verrühren einen kleinen Teelöffel hellen Honig darin und schütten dieses Anrührsel zu den Leiterchen. Man gibt sie mit Salzkartoffeln zu Tisch. Auch die Gelben Rüben haben schon sehr an Geschmack verloren:» sie schmecken sozusagen nach nichts. Dem können wir gut abhelfen. Sind die Rüben feingeschnitten, geben wir etwas Fett in den Topf, die Rüben darauf, gießen eine Spur Wasser ZU und kochen sie knapp weich. Etwas von der Koch- brühe nehmen wir ab und lassen es abkühlen. An das Gemüse geben wir eine Helle Mehlschwitze zum Binden und zum Schluß die abgekühlte Brühe, in der wir etwas Bienenhonig verrührt haben. Auf einen Liter Gemüse rechnet man einen gestrichenen Teelöffel Honig. Der Honig bringt alle erschlafften Lebensgeister ber, Rübchen wieder zu sich und das sonst so fade Essen schmeckt wieder würzig. Wer fürsorglich einen Petersilientopf auf dem Küchenfenster stehen hat, kann es sich leisten, etwas gehacktes Grün daran zu tun. Auch eine Anzahl Rettiche haben wir gut überwintert. Nur fangen sie an, etwas hart zu werden, und einige wollen schon austreiben. Als Brotbelag sind sie nicht mehr so schnell zu verwerten. Darum verzehren wir sie als Gemüse. Wir tun ein Stückchen Schweinefleisch zu unterft in den Kochtopf. Darauf kommt eine ordentliche dicke Schicht Rettich. Er ist abgeschält und auf dem Krauthobel zu ganz feinen Scheibchen geschnitten. „Wer lang hat, läßt lang hängen" und gießt eine Tasse Fleischbrühe darüber, sonst tute etwas Wasser auch. Jetzt kommt ein kleines Glas dunkles mildes Bier dazu. Alles kocht miteinander zugedeckt fertig. Wenn wir durchwachsenes Schweinefleisch nehmen, ist das Essen in spätestens einer Stunde gut. Ein Anrührsel von braunem Mehl der Type 1050 gibt dem Essen den letzten Pfiff. Schwarzwurzeln auf Imkerart. 750 Gramm Schwarzwurzeln werden geschält, in Stückchen geschnitten und sofort in leichtes Essigwasser gelegt. Knapp mit Wasser bedeckt, kochen sie mit etwas Salz und einer Spur FeU weich. Das Wasser ist jetzt fast ganz verkocht. In zwei Eigelb verquirlt man einen Teelöffel Honig, einen Eßlöffel Weinessig, eine Spur weißen Pfeffer und zwei Eßlöffel frische Butter. Dann schmeckt man alles mit etwas Salz ab und läßt an warmer, nicht heißer Herd- stelle die Schwarzwurzeln darin ein paar Minuten ziehen. Die Tunke muß dick werden und stocken, darf aber nicht kochen. Eine gute Abwechslung bietet uns auch der Sauerkraut-Auflauf, dessen Vorschrift wir einer jungen Freundin verdanken. Eine Auflaufform oder Gas-Kuchenform wird leicht ausgefettet. Auf den Boden kommt eine Schicht in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln, darauf geben wir eine Lage Sauerkraut. Dies haben wir vorher angedünstet. Daraus folgt eine diftme Lage in Ringelchen geschnittene Zwiebeln. Wer Zwiebeln gerne ißt, soll nicht damit sparen, denn sie sind neben Gelberüben unser nahrhaftestes Gemüse. Eine Untertasse voll kleingeschnittene Fleischreste, Schinken- oder Pökelfleischwürfel, kleingeschnittene Frankfurter Würstchen streuen wir als „Seele" des Ganzen darüber. Nun folgen wieder Sauerkraut, Zwiebeln und zum Schluß wieder eine Schicht Kartoffeln. Obenauf verteilen wir ein paar Fettflöckchen auf der Oberfläche und gießen über alles eine Tasse Milch. Jetzt backen wir den Auflauf entweder im Bratofen oder zugedeckt auf dem Gas wie einen Kuchen. Er braucht 45 Minuten bis eine Stunde. Die letzten Edelkastanien werden uns noch überall angeboten. Folgende Zubereitungsart gibt ein schönes Mittagessen, wenn wir Apfelmus ober Backpflaumen dazu geben. 1000 Gramm Kastanien kerbt man übers Kreuz an der Spitze ein und kocht sie in Salzwasser, bis sie sich von außen weich drücken lassen. Dann schält man sie ab und gibt sie in folgende Tunke: Ein Eßlöffel Butter, ein Teelöffel Zucker, eine Prise Salz, wird leicht gebräunt und mit einem viertel Liter Wasser wieher auseinandergekvcht. In ein viertel Liter süße Milch quirlt man einen Eßlöffel Weizenmehl Type 1050, kocht alles gut durch und zieht vom Feuer. Mit etwas abgenommener Tunke verrührt man einen Eßlöffel Honig und gibt ihn in das Ganze zurück. Mit dem Honig darf das Gericht nicht mehr kochen, sonst zerstören wir seine Fermente. Schüdlinasbelämpsung im Haushalt So sehr wir uns dem Frühjahr entgegensehnen — der Hausfrau bringt es zunächst erst einmal eine Anzahl von Arbeiten, die viel Ueberlegung und Umsicht erfordert. Die warme Jahreszeit bringt mit ihrem Sonnenschein auch allerhand Insekten und andere Kleintiere zu froher Lebendigkeit hervor, was zwar den Vögeln willkommen ist, der Hausfrau aber mancherlei Sorgen bereitet. Für sie heißt es, etwaigen verlustreichen Folgen durch Schädlinge rechtzeitig vorzubeugen. Dazu ist jetzt gerade die rechte Zeit. Bei dem Großreinemachen, bei der Durchsicht der alten Wintersachen, bei dem vielerlei Umhängen und Umräumen läßt sich so etwas am leichtesten und besten miterledigen. Die Schränke, die der Aufbewahrung der noch brauchbaren warmen Kleidungs- und Wäschebestände dienen sollen, werden besonders sorgfältig gereinigt und bann die Kleidungsgegenstände ebenfalls in gereinigtem Zustande darin untergebracht, denn Reinlichkeit ist die erste Schutzmaßnahme gegen Motten. Diese dürfen unter keinen Umständen den Sommer herrlich und in Freuden von den guten Wollsachen, dem Schal und den Handschuhen leben können. Besonders ist auch auf die Pelze zu achten, die am besten unter völligem Luftabschluß übersommert werden. Von dem Schlafzimmer geht es zur Küche und zur Speisekammer. Auch hier warten auf die Hausfrauen die verschiedensten Vorsichtsmaßregeln. Häufig ist das Nachkalken der Speisekammerwände angebracht; man läßt es am besten ausführen, wenn man die Speisekammer ohnehin zum Frühjahrsreinemachen bis zum letzten Stück ausgeleert hat. Vielleicht taucht dabei wurmstichiges Holz bei den Abstellbrettern auf: man entferne es, damit nicht noch mehr Holz in Mitleidenschaft gezogen wird. Ein neues streichen und Lackieren, ein Bekleiden mit Wachstuch bient gewiß ber größeren Reinlichkeit, bie ja bie erste Vorbebingung für bie Bekämpfung schädlicher Insekten ist. Die schadhafte Gaze am Fenster ist vor Beginn der Hauptfliegenzeit in Ordnung zu bringen. Ebenso überprüfe man die Glasglocke, die der Fernhaltung ber Fliegen bei Wurst- unb Fleischwaren bient Gegen Mäuse, bie sich gern in ber Küche unb in ber Speisekammer einzustellen pflegen, hilft immer noch am allerbesten bas sorgfältige Verschmieren aller Ritzen, bie sich in den Ecken dieser Räume manchmal zeigen. • Wenn auch die Hausfrau manche dieser Arbeiten nicht allein ausführt, so soll sie doch die treibende Kraft für die Ausführung all dieser Vorsichtsmaßnahmen sein. Die Hausfrau bedenke, daß die vorsorgliche Schadenverhütung dem eigenen Haushalt nur wenig Mühe und Geld kostet, daß dagegen der nicht verhinderte Schaden ihr und ber Gesamtheit große Verluste verursacht Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS AUS KATTUN 1' z JF'U V:': Jy ■ . 4/ u Wirtschaft der errechnungsver- Vieherlös usw.) geschehen.' 04 Weißmüller gehaltenen Welt- Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. in in 2 0 0 deutsche VII. Akademischen dem von Johnny rekovd. * Studenten werden zu den Weltspielen vom 21. bis 29. 1937 oorzuoerlegen. Die bäuerlichen Betriebe in den holzreichen Gebieten unserer Landesbauernschaft müssen sich in ihrer Betriebsführung fo einstellen, daß sie den neuen Zahlungsbedingungen in finanzieller Hinsicht Rechnung tragen können. Bisher konnte der Bauer oder Landwirt aus den Erträgnissen der Ernte sein Brenn- und Nutzholz beschaffen; dies muß jedoch nunmehr aus den laufenden Einnahmen (Milchgeld, gibt Auskunft: 266: Neufassung der Bestimmungen über die Nebenkosten des Warenverkehrs (RE 50/37 D. St.). — 267: Verordnung über die vorläufige Anwendung einer Vereinbarung zum Abkommen über den deutsch-schweizerischen Verrechnungsver- Zuteilungen von Geflügelmais. Fwd. Für Geflügelhaltungen ohne wirtschaftseigene Futtergrundlage ist demnächst mit Zuteilungen von Futtermais zu rechnen. Vorerst werden die Betriebe berücksichtigt, die Zwischen der Reichsjugendführung (Amt für Leibesübungen) und dem Deutschen Rrichsbund für Leibesübungen (Reichsfachamt Boxen) ist folgende Vereinbarung über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Jugendboxens im Rahmen des vom Jugendführer des Deutschen Reiches mit dem Reichssportführer abgeschlossenen Vertrages vom 1. August 1936 getroffen worden. 1. Es besteht Einigkeit, daß die Grundschule des Boxens für alle Hitlerjungen und in den Vereinen des Fachamtes Boxen zusammengeschlossenen Jugendlichen einheitlich sein muß. 2. Nach dieser einheitlichen Grundschule wird das Jungvolk durch die Boxlehrer und Uebungsleiter der einschlägigen Vereine des DRL. im Boxen unterrichtet. Der Box-Unterricht ist für alle Jungvolkangehörige ab 13 Jahre Pflicht, sofern die Durchführung gewährleistet ist. Innerhalb der Grundschule der Leibesübungen können im Sommer ein Uebungsnachmittag und im Winter zwei Uebungs- nachmittage vorwiegend mit der Boxschule ausgefüllt werden. Boxwettkämpfe sind für Angehörige des Jungvolks grundsätzlich verboten. 3. Die im Jungvolk begonnene Ausbildung in der Boxschule wird innerhalb der Grundschule für Leibesübungen der Hitlerjugend fortgesetzt. 4. Angehörige der Hitlerjugend, die über die Grundschule des Boxens hinaus sich freiwillig zum Boxkampfsport melden, treten den Jugendabteilungen des zu ihrem Wohnort günstig gelegenen Vereins bei und obliegen ihrem Sport in den Uebungs- ftätten des betreffenden Vereins. 5. Jugendwarte der Vereine werden in Auswirkung des Vertrages vom 1. August 1936 in Zukunft nur noch im Einverständnis mit dem zuständigen HJ.-Führer bestellt. Sie sind von dem Vereinsfuh- rer mit der Durchbildung der Boxschule im Deutschen Jungvolk, sowie in der Hitlerjugend und für die Ausbildung von jugendlichen Dereinsangehörigen im Boxkampfsport beauftragt und dem Vereinsführer für die enge Zusammenarbeit mit der HI. verantwortlich. 6. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen ist bestrebt, so viel als möglich Uebungsleiter in der Grundschule des Boxens an der Reichsakademie zu schulen, das Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit dem Reichsfachamt Boxen des DRL. ein Lehrbuch für die Grundschule des Boxens sobald wie möglich herauszugeben. 7. lieber die Möglichkeit, den Vereinen eine kleine Anerkennungsgebühr für die Benutzung der Trainingsgeräte zu zahlen, erfolgt Vereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt. Der Chef des Amtes für Leibesübungen in der Reichsjugendführung: gez. Dr. Schlünder. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen i. A. Leitet des Reichsfachamtes Boxen: gez. Dr. Metzner. in Stolp; Hertha-BSC. Berlin — Werder Bremen in Berlin. Gruppe III: VfB. Stuttgart — Wormatia Worms in Stuttgart; Spv. Kassel — SV. 05 Dessau in Kassel. Gruppe FV: Fortuna Düsseldorf — 1. FC. Nürnberg in Düsseldorf; VfR. Köln — SV. Waldhof in Koblenz. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Lollar I 1:2 (0:1). Zu einem wirklichen Freundschaftsspiel trafen sich die Mannschaften von Heuchelheim und Lollar am Sonntag auf dem Heuchelheimer Sportplatz. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. In der ersten Halb^ssit hat Heuchelheim den Wind zum Bundesgenossen und war auch während dieser ganzen Zeit feldüberlegen. Durch die Ueberkombi- ncition des Jnnensturmes aber wurden die sicherten Gelegenheiten ausgelassen. Ein Vorsprung von einigen Toren für die Platzbesitzer wäre in der ersten Hälfte gerecht gewesen. Aber wie schon so oft, fiel die Führung trotz Ueberlegenheit der Einheimischen an die Gäste. Bei einem unerwarteten Durchbruch der Gäste mußte sich Heuchelheims Schlußmann geschlagen bekennen. Eine Ausgleichsmöglichkeit für Heuchelheim bot sich in Form eines Elfmeters, aber der Halblinke Stemel schoß weit vorbei. Mit 1:0 für Lollar war Halbzeit. Nach dem Wiederanstoß drängten zunächst die Gäste. Doch Heuchelheims Verteidigung war auf dem Posten und klärte immer wieder mit weiten, sauberen Abschlägen. Als dann der Rechtsaußen der Platzbesitzer im gegnerischen Strafraum gelegt wurde, konnte Heuchelheim durch den verhängten Elfmeter ausgleichen. Jetzt bekommen die Gastgeber wieder Oberwasser. Es entstanden vor dem Heiligtum der Gäste die brenzlichsten Situationen. Aber durch die Unentschlossenheit der Heuchelheimer Innenstürmer und nicht zuletzt durch die vorzügliche Leistung des Gästetorhüters ging auch diese Drangperiode der Platzherrn erfolglos vorüber. Schon hatte man sich mit einem 1:1-Unentschieden abgefunden, als Lollar in den letzten Minuten durch einen groben Deckungssehler des Heuchelheimer linken Läufers den Sieg an feine Fahne heften konnte. Die beiden Außenstürmer der Heuchelheimer, die aus der Jugend entnommen waren, boten noch mit die beste Stürmerleistung. Vorher spielte die 2. Jugend gegen die 3. Jugendmannschaft vom DfB.-R. Gießen und verlor unverdient hoch mit 2:5. August nach Paris entsandt. Das Programm ist um fünf Sportarten erweitert worden und umfaßt diesmal nicht weniger als 15 Sportarten. * Zehn deutsche Fahrer, also eine vollständige Nationalmannschaft, entsendet der Deutsche Radfahrer-Verband zu der in der Zeit vom 30. Juni bis 25. Juli stattfindenden „Tour de France“. Kußball um die Deutsche Meisterschaft. Dritter Sonntag der Gruppenfpiele. Die Favoriten haben sich auch am zweiten Sonntag der Gruppenspiele zur deutschen Fußball- Meisterschaft nichts vormachen lassen; es sieht ganz o aus, als sollte der erste Teil der DFB.-Meister- chaft ohne Sensation verlaufen. Aus der Reihe ge- prungen ist lediglich Württembergs Meister VfB. Stuttgart, der in Dessau auf der Strecke blieb und mit Wormatia Worms nicht gleichen Schritt halten konnte. Die Schwaben liegen nach dieser Niederlage jedoch noch nicht aussichtslos im Rennen, die Gruppenspiele, nach der Punktwertung ausgetragen, geben ja jeder geschlagenen Mannschaft Gelegenheit, sich wieder zu erholen. Und was dem einen heute passiert, kann dem anderen morgen zustoßen. Von sechzehn Meisterschafts-Bewerbern sind bis jetzt noch fünf ohne Niederlage, wieviel werden es nach dem 18. April sein, an dem der erste Teil der Gruppenspiele beendet wird? — Der Spielplan am Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sonntag hat folgendes Aussehen: Gruppe I: BC. Hartha — Hamburger SV. Dresden; Beuchen 09 — Hindenburg Allenftein Beuthen. Gruppe II: Viktoria Stolp — FC. Schalke Die Hitler-Jugend lernt Boxen Ern Abkommen von großer Bedeutung. einem entsprechenden Zusammenschluß angehören, wie dem Reichsverband deutscher Kleintierzüchter und seinen Fachgruppen, dem Reichsbund der Kleingärtner, dem deutschen Siedlerbund, Reichsgruppe Reichsbahn Kleinlandwirtschaft, der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter, der Reichsfachgruppe landwirtschaftliche Geflügel- und Herdbuchzüchter und Reichsfachgruppe Brieftaubenwesen. Diese Verbände stellen ihren Mitgliedern in den nächsten Tagen Maisbezugsscheine zu, auf Grund deren der Mais von einem Verteiler bezogen werden kann. Die Berechtigung zum Bezüge des Maises ist nicht übertragbar. Der Bezugsberechtigte ist verpflichtet, die Kontrolle seines Betriebes bezüglich der Verwendung des Maises zu dulden. Die Lieferung des Maises erfolgt über Verteiler und Großverteiler zu festgesetzten Terminen. Der Mais darf nur zur Verfütterung an Geflügel im eigenen Betriebe des Bezugsberechtigten verwandt und darf insbesondere durch die Geflügelzüchter nicht weiteroeräußert werden. Es ist vorgesehen, darüber hinaus auch denjenigen Geflügelhaltern Älais zur Verfügung zu stellen, die bei dieser Verteilung durch die oben bezeichneten Verbände nicht ersaßt werden.• Im Rahmen der verfügbaren Mengen werden hier besonders die futterarmen Gebiete eine Berücksichtigung finden. * * Brauerei Steinhäufer-Windecker A G., Friedberg. Die zum Braubank-Konzern gehörende Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1935/36 nach 80 000 (70 000) Mark Gesamtabschrei- bungen mit einem Reingewinn von 8747 Mark (25 464 Mark, der zur Beseitigung des in gleicher Höhe bestandenen Verlu^ortrages verwendet worden war). Es wird die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. Dorgenommen, offenbar mit Hilfe von Bankkrediten, da der vorhandene Reingewinn dazu nicht ausreicht. * Cornelius Heyl A G., Worms. Aus dem Reingewinn von 335 424 (48 614) Mark werden 6 v. H. Dividende auf die Vorzugsaktien A und 3 v. H. auf die Vorzugsaktien B ausgeschüttet und 90 000 Mark zurückgeftellt für einen Dividenden- ausgleichsfonds zur Garantie einer Dividende von 3 v. H. Die Stammaktien bleiben dividendenlos. Im neuen Jahr verläuft, wie der DHD. noch erfährt, die Entwicklung in der gleichen Richtung wie in den letzten Jahren, durch organisatorische Maßnahmen verbessert sich die Rentabilität. Mein-Mainische Börse. Mllagsbörse fest. Frankfurt a. M., 13. April. Angeregt durch weitere kleine Käufe der Kundschaft verstärkte die Börse ihre feste Haltung. Das Geschäft war unter Berücksichtigung der Angebotsverhältnisse recht lebhaft. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Die gestern den Markt stark belebenden Sonde'rbewegungen waren heute kaum vorhanden. Anfangs erfolgten seitens der Kulisse einige Abgaben, doch wurden die leichten Rückgänge wieder ausgeglichen. Von Montanaktien waren Mannesmann mit 121,40 bis 121,25 (121) und Verein. Stahl mit 117,65 bis 117,75 (117,50) etwas lebhafter, Klöckner gewan- Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Markt- verlauf: Kälber verteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine zugeteilt. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 13. April. Der Frankfurter Pferdemartt hatte nur einen mittleren Auftrieb von 250 Tieren, auch der Besuch seitens der Landwirtschaft war infolge der günstigen Witterung nur gering. Trotzdem entwickelte sich der Handel zufriedenstellend, und etwa zwei Drittel der Gesamtzufuhr haben den Besitzer gewechselt. Die Preise bewegten sich für leichte Gedrauchspserde zwischen 700 bis 900, für Hunsrücker Pferde zwischen 1000 bis 1200, für schwere belgische Jmportpferde zwi- chen 1700 bis 1900 Mark. Einzelne Tiere wurden über Notiz bezahlt. Für Schlachtpferde bestand nur geringes Interesse. — Der nächste Pferdemarkt wird am 11. Mai abgehalten. Die Industrie- und Handelskammer Gießen kehr, — 268: Ausnahmertaris für die Fischindustrie. 269: Einzahlungskurse für Postanweisungen aus Deutschland nach dem Ausland. — 270: Umsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel. — 271: Ausblick auf die Breslauer Messe vom 5. bis 9. Mai. Die Zahlung der Holzgelder. Fwd. Nach einem Erlaß des Reichsfinanzmini' sters vom 8. Dezember 1936 darf vom Wirtschaftsjahr 1938 an die Ausgabe der Holzabfuhrscheine grundsätzlich nur noch gegen Barzahlung erfolgen. Als Uebergang zu einer Regelung im Wirtschaftsjahr 1937 ist der seitherige allgemeine Stundungstermin vom 11. November 1937 auf den 15. August FußbalMub 1926 Großen-Buseck. Klein-Linden I — Großen-Bufeck I 1:2. Nach den drei schönen Siegen, am Karfreitag in Steinbach (2:3), am 1. Feiertag in Wieseck (2:4) und am 2. Feiertag gegen Sportverein Grüningen (8:0) wurde nun ein neuer Sieg sichergestellt, und zwar gegen die spielstarke 1. Mannschaft des Tv. Klein- Linden, die in der ersten Kreisklasse eine sehr große Rolle spielten. Klein-Linden hatte Anstoß. Mit dem Wind spielend verschaffte sich Buseck eine kleine Feldüberlegenheit, die aber trotz des guten Einsatzes im Sturm nichts einbrachte, bis in der 25. Minute der rechte Flügel sich gut durcharbeitete und der Halbrechte unhaltbar zum Führungstreffer einschoß. Klein-Linden setzte mit einem Gegenangriff ein, so daß der gute Tormann mehrmals eingreifen mußte. Nach der Pause wurde eine gutgetretene Ecke der Platzbesitzer durch einen schönen Kopfstoß des Mittelläufers zum Ausgleich eingeköpft. Durch diesen Erfolg angefeuert, setzten sie alles auf eine Karte, so daß die gute Hintermannschaft alle Hände voll zu tun hatte, um sich aus dieser Lage wieder zu befreien, was ihr auch gelang. Ein Generalangriff der Busecker endete mit dem harten Angehen. Der Elfmeter brachte bas entscheidende Tor. Trotz der Anstrengungen der Platzbesitzer wai nichts mehr zu erreichen. Jugendableilung. Einen schönen Sieg errang auch die 1. Jugendmannschaft in Lollar gegen die dortige 2. Jugend. Trotzdem die Platzbesitzer in der ersten Hälfte 2:1 führten, gelang es den Busecker Jungens, in der 2. Halbzeit durch geschlosseneres Spiel einen 2:6- Sieg mit nach Hause zu nehmen. £XR£., Kachamt 2, Kußball. Jugendgruppe Gießen. Am Sonntag werden folgende Pflichtspiele ausgetragen: Klein-Linden — Leihgestern; Steinbach — VfB.- Reichsbahn II (in Lich); Alten-Buseck — Großen- Buseck; Spielvereinigung 1900 Gießen HI — Lollar II; Heuchelheim II — VfB.-Reichsbahn IV. Spiele um bie Gruppen m ei st ersch ast: Turnverein Wieseck — Rüddingshausen. Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine und haben den Schiedsrichter anzufordern. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26, nur für PL. der NSDAP. Ortsgruppe Nord, 20.15 bis 21.45 Uhr. Kurze Sporirwtizen. Peter Fick schwamm bei den O8A.-Hallen- meisterschaften in Newhaven die 100 Pards Kraul in 51,6 und blieb damit nur um G/io Sekunden über neu 1 v. H. auf 126,25. Chemische Papiere zogen 0,25 bis 0,50 v. H. an, Elektrowerte waren durchschnittlich im gleichen Ausmaß höher, stärker erhöht RWE. mit 128,65 (127). Maschinen- und Motorenwerte fanden weitere Nachfrage, MAN 124 (123,50), Eßlinger 116 (115,25), Muag 150,50 (149,75), Rhemmetall fest mit 151,75 bis 152,25 (150,25), Daimler 137,25 bis 138 (138,13), BMW. 148,50 bis 149 (148). Bon Einzelwerten stiegen Hanfwerke Füssen auf 105,50 bis 105 (103), Deutsche Linoleum auf 179,50 (178), Bemberg auf 113,75 (113), AG. für Verkehr auf 134,25 7133,50). Allgem. Lokal und Kraft zunächst 154 (155), dann 154,50. Reichsbank uno. 197,75, ebenso Hapag mit 17. Im Verlaufe stellten sich am Aktienmarkt überwiegend weitere Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ein, das Geschäft blieb ziemlich lebhaft. Stärker erhöht waren BMW. mit 150 nach 149, ferner Siemens mit 200,50 (198) und MAN mit 127,50 nach 124. AEG. erhöhten sich auf 43,40 nach 43, lebhaft Westdeutsche Kaufhof mit 60 bis 60,25 nach 59,65. Am Einheitsmarkt war die Haltung weder fest, Seilindustrie Wolff 116 rat. (112), Faber & Schleicher 75 rat. (73). Bankaktien, besonders Hypothekenbanken, blieben gesucht. Am Rentenmarkt stiegen Kommunal-Um- schuldung auf 93,20 nach.93,10. Von Goldpfandbriefen Rheinische 99,25 (99), die übrigen unverändert, Kommunal-Obligationen teilweise wieder gestrichen mangels Materials, Liquidationspfandbriefe zumeist unverändert. Stadtanleihen bei größeren Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. fester, etwas niedriger 4,50vH. Heidelberg mit 96,50 (96,75). Die heute eingeführten Dekosama-Saar-Ausgaben kamen mit 90,50 rat. bei lebhaften Umsätzen zur Notiz. Industrie-Obligationen lagen ebenfalls etwas höher. Tagesgeld uno. 2,25 v. H. Abendbörfe behauptet. Infolge des kleinen Ordereinganges hatte die Abendbörse nur wenig Geschäft, zumal die Kulisse etwas Zurückhaltung zeigte, wohl im Zusammenhang mit der morgigen Bilanzsitzung bei JG.-Far- ben; man rechnet mit unverändert 7 v. H. Dividende. Die Grundtendenz blieb jedoch fest, und die meisten zur Notiz gekommenen Papiere lagen gegen den Berliner Schluß gut behauptet. Einige Spezialpapiere konnten sich weiter erhöhen, so MAN auf 128 (127,50), Aschaffenburger Zellstoff auf 141,25 (140,50), Th. Goldschmidt auf 137 (136,50), Bemberg auf 115 (114,13), ferner waren Holzmann 1 v. H. über Berlin gesucht mit 151,50. IG.-Farben lagen mit 169,25 (169,40) knapp behauptet, auch einzelne Montanwerke und Maschlnenaktien lagen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. unter den höchsten Mittagskursen, Buderus 128,75, Klöckner 126, Mannesmann 121, Rheinstahl 160,75, Muag 150,75, Jung- hans 131,25. Von Bankaktien gewannen Dresdner Bank 0,25 v. H. auf 104,50. Renkest lagen sehr ruhig, Kommunal-Umschuldung gingen auf dem ermäßigten Mittagsstand von 93,15 und zu 93,13 um. 4,5proz. Krupp-Obligationen stiegen auf 99 (98,75), einige andere Industrie-Obligationen lagen behauptet. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13.April. Auftrieb: Kälber 1097 (gegen 843 am 6. April), Hämmel und Schafe 63 (37), Schweine 5463 (5229). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (60 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 41 bis 50 (41 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 50 (48 bis 52), c) 40 bis 46 (—). Schafe a) 40 bis 45 (44 bis 46), b) 28 bis 38 (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50), Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag. börse Datum 12-4. 13-4. 12-4. 13-4. Datum 12-4. 13-4. 12-4. 13-4. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsänl. von 1934 5%% Doung-Anleche von 1930 .. 41/2% Hessische Volksstaat von 1929 4>/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 101,3 98,9 104,25 99,65 98,5 122,25 133,65 98,75 101,5 98,75 97,25 128,65 99 101,4 101,25 110,3 133,5 17 17,25 126,9 197,75 128,75 113,4 117,75 103,5 101,4 98,9 104 99,75 98,75 122,4 133,75 98,75 101,25 97,25 128,75 99 101,4 101,4 110,3 134,5 17 17 126,9 197,75 113,5 117,75 104,5 101,4 98,9 103,9 99,65 100,7 98,5 122,2 129 99 101,4 110,25 133,75 44,25 17,13 17,25 126,75 197,5 129,25 113,4 117,75 103,5 101,4 98,9 104 99,75 101 98,75 122,5 133,25 99 129,5 99 101,5 110,25 134,5 44,5 17,13 17,13 126,9 196,9 129,25 113,5 117,75 104,25 Accumulatoren-Fabrik.......12 AKLMtunftfeibe.............0 Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ghade A.-C..................9 Conti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............ 5 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................. 6 Th. Goldschmidt .............5 GÜtzner Maschinen........... 0 Harpener.................2% Hoesch Eisen...............3%, Philipp Holzmann........... 6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Stii!i Aschersleben.............5 Klvcknerwerke............. 4’/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6/2 Metallgefellschaft.............5 treustem & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro........ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali..........7% Schuckert L Co...............6 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 bereinigte Stahlwerke...... 3y2 Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 Olavi Minen...............0,6 210 140 113 166,25 127,75 194,65 137,75 115,65 150 178,75 135,25 152,25 169,4 143 150 135 45 161 119,75 151,75 167,65 145,75 124,5 125,9 148,5 126 121 158,5 155 93,25 228 135,9 161,25 127,65 147 165 166.75 97,9 199,5 a 200 117,5 59,25 123,75 160 32,5 210,5 141,25 115 166 128,75 167 195,75 138 150 260 179 135,25 152,25 169,25 144,5 150 137 46,25 160,75 120 151.5 145 125 126 125,5 95 121 154,75 232 136 160,75 123,65 147,5 168,5 166,5 200,5 200 117,9 59,75 124,5 159 32,1 210 139,75 113 166 127,75 166,25 194,75 138,13 150,25 260,5 178 134,5 152 169,5 142,5 150,5 135 44,75 161 119,5 151,5 145 123,75 125,25 125,5 94,75 121 158 155,5 230 136,25 161 127,5 146,5 165 166,75 198 200 117,5 59,5 122,5 159,25 32,3 210,9 140,5 114,5 166 129 195,75 137,75 115,65 150 179 135,5 152 169,4 144,25 150,25 136,75 46,5 161 119,75 ' 150,5 169,75 144,75 125,25 126,25 149 125,75 121 158 154,75 94,25 231,75 137 161 127,9 147,4 168,5 166,4 98,5 200.25 200 117,75 59,75 125 160 32,25 4’/2% Deutsche Reichsbahnscksatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesch.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12...........:.. 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4’/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4'/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihc Auslos.-Nechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. N. 15 4%% Franks. Hyp. Gold-Komm. £61. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein- B errechnungskurs 6% Goldmerikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4>/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6% Rumänen von 1903......... 4Y2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II .......... 2%% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. C Hamburg-Amerika Paket...... Norddeutscher Lloyd.......... Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Diskonto............ Dresdner Bank.............. 12.April 13.April 12 April 13.April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amiliche Notierung Geld | Bries Geld Bries Geld | Bries Geld | Bries Buenos Aires .... 0,754 0,758 0,755 0,759 Japan.................... 0,710 0,712 0,710 0,712 Brüssel.......... 41,96 42,04 41,96 42,04 Jugoslawien».............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro ... 0,153 0,155 0,153 0,155 Oslo.................... 61,31 61,43 61,40 61,52 Polen........... ......... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen...... 54,43 54,58 54,55 54,65 Lissabon.................. 11,075 11,095 11,08 11 ,10 Danzig.......... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,90 63,02 63,00 63,12 London ......... 12,20 12,23 12,215 12,245 56,65 56,77 56,68 56,80 Helnngfors....... Paris........... 5,39 5.40 5,395 5,405 Spanien.................. 16.98 17,02 16,98 17,02 11,115 11,135 11 ,11 11,13 Prag..................... 8,656 8,674 8,651 8,669 Holland......... 136,24 136,52 136,26 136,54 Budapest................. —- — —* — Italien....... ......... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,490 2,494 2,489 2,493 ttr.86 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, (4. April (YZ7 Hochschulnachrichten. worden. Mit dieser Erweiterung des städtischen Orchesters hat der Personalausbau des Stadttheaters sein Endziel erreicht. Nachdem vor zwei Jahren die eigene Oper eingeführt, in diesem Jahr ein Berufschor und eine Berufstanzgruppe dem Theater angegliedert wurden, ist nun durch den Ausbau des Orchesters die Grundlage für einen mustergültigen und vollwertigen Theaterbetrieb gegeben. a e r t, der seit 1935 entrichtete Ordinarius für Systematische Theologie an der Universität Berlin, vollendete in diesen Tagen sein 7 0. Lebensjahr. Geheimrat Lütgert wirkte früher in Greis»« wald und in Halle: von seinen Arbeiten seien genannt „Das Reich Gottes nach den synoptischen Evangelien" und das vierbändige Werk über die Religion des deutschen Idealismus. Professor Dr. Ferdinand Heuckenkamp, Or» dinarius für romanische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald, beging dieser Tage seinen 7 5. Geburtstag. Prof. Heuckenkampr Arbeiten liegen auf dem Gebiete der französischen, insbesondere der provenxalischen Literatur Der Führer und Reichskanzler hat den nichtbeamteten außerordentlichen Professor an der Universität Tübingen Dr. Max Schwarz mit Wirkung vom 1. 4.1937 zum ordentlichen Professor für Ohren-, Hals- und Nasenheilkunde in der Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt ernannt. Gleichzeitig ist er zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Ohren-, Hals und Nasenkrankheiten an der ......... öem sie gefördert werden, nicht weil sie etwas geleistet haben, sondern einfach, weil sie jung sind. Das ist stets vom Uebel. Zunächst muß zähe gearbeitet werden. Als wir begannen, ist es uns nicht einen Augenblick in den Sinn gekommen, an der Zukunft der Bildhauerei zu zweifeln. Wir haben an unsere Sache geglaubt und haben gearbeitet... Und warum soll das heute anders sein?" Und lächelnd fügt er hinzu: „Bon mir möchte ich jedenfalls sagen, daß die Bildhauerei im Grunde das einzige ist, was ich gelten lasse." „Ich glaube", fährt er fort, „die jungen Künstler, die etwas können, haben keinen Grund, verzagt zu sein. Die bildende Kunst lebt, und es fehlt ihr, so sehr die Masse durch den Film und andere Dinge in Anspruch genommen ist, nicht an Widerhall, auch gerade in der jungen Generation nicht. Es kommen immer wieder junge Menschen zu mir, die einmal bei mir gewesen sein wollen. Stets freue ich mich darüber, — denn es ist mir ein Beweis, daß sehr wohl Interesse für die Plastik vorhanden ist." Carl Dietrich Carls. Oer Gkagerrak-plah wird fertiggestellt. Seit etwa drei Wochen sind Arbeiter damit beschäftigt, den Skagerrak-Platz vor der Neuen Pesta- lozzischule in den Eichgärten entsprechend den bereits vor längerer Zeit angefertigten Plänen zu verwirklichen. Es sind in diesen Tagen zwei große Mauerflanken entstanden, die die repräsentative Anlage nach der Straße zu abschließen. Zwischen diesen Mauerteilen wird gegenwärtig eine breite Treppe angelegt, die zu der zukünftigen Wasserfläche hinabführt, die sich in einer Länge von etwa 70 Meter zwischen der Straße an der Pestalozzi- schule und der Schlageterstraße erstrecken wird. Unmittelbar unterhalb der Treppe wurde ein kleiner Sockel geschaffen, der nach der Fertigstellung der Gedenkstätte den bronzenen Lorbeerkranz tragen wird, der nach der Füllung des Beckens mit Wasser unmittelbar über die Wasserfläche zu liegen kommen wird. Das seemännische Symbol der Totenehrung, der Kranz auf dem Wasser, findet also hier eine schöne Darstellung. Am anderen Ende der Gedenkstätte, also unmittelbar an der neugeschaffenen Schlageterstraße, wird ebenfalls eine Treppe zur Wasserfläche geführt. Die Gedenkstätte vereinigt sich in ihrer symmetrischen Anordnung harmonisch Im Zuge der Neugestaltung und Vereinheitlichung des deutschen Kulturlebens ist aus Veranlassung des Gauleiters ein großzügiges Projekt m unserem Gau zum Abschluß gekommen. Das städtische Orchester Gießen, das bisher nur 23 ständige Musiker verpflichten konnte, wurde auf 50 Mann erhöht und steht im Sommer als Kurorchester dem Hessischen Staatsbad Bad- Nauheim zur Verfügung. Damit erhält die Stadt Gießen zum erstenmal ein ständiges K u l t u r o r ch e st e r, das den größten musikalischen Aufgaben gewachsen ist. Das Orchester spielt in der Winterspielzeit ständig mit 36 Mann und wird bei größeren Konzerten und Opern auf 50 Mann erhöht. In Bad-Nauheim spielen im Winter 14 Mann, die zur Ergänzung Gießen zur Verfügung stehen. Die Leitung des städtischen Orchesters wurde dem 1. Kapellmeister des Stadttheaters Paul Walter übertragen, der im Laufe des Sommers 25 Konzerte in Bad-Nauheim dirigieren wird, während sonst das Orchester im Sommer dem Nauheimer Generalmusikdirektor untersteht. Die neuverpflich- tetey Musiker wurden in sorgfältigster Auslese zum Wieseck, Heuchelheim und Klein-Linden eingerichtet, späterhin sotten noch andere Orte der Gießener Umgebung einbezogen werden. Der jetzige Gießener Schlachtviehmarkt wird bei wöchentlicher Durchführung jedesmal einen Auftrieb von etwa 100 bis 120 Stuck Groß- viel), 200 Schweinen und 140 Kälbern bringen, die in der Viehverfteigerungshalle zum Verkauf kommen werden. Um unsere Viehoersteigerungshalle Rhein-Main auf dem Äiehmarktplatz für diese neue Aufgabe in vollem Ausmaß verwendungsfähig zu machen, ist ein Ausbau ihrer jetzigen Einrichtungen erforderlich. Es werden geeignete Um- und Auslademöglichkeiten für die Tiertransporte mit der Bahn oder mit Lastwagen geschaffen, ferner ist eine Schweinehalle mit Schweine-Buchten, insbesondere auch Eberstallungen, für den neuen Zweck herzurichten, während die Stallungen für Großvieh in der Viehmarkthalle schon vorhanden sind. Weiterhin sind Viehwagen für Großvieh und Kleinvieh zu schaffen, damit das Verwiegen des Viehes an Ort und Stelle möglich ist. Zu- und Abfahrtsstraßen, die den veterinärpolizeilichen Vorschriften entsprechen, müssen gleichfalls hergerichtet werden. Die Ausbauarbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden, damit alle Neueinrichtungen in etroa sechs bis acht Wochen, also etwa bis zum l.Juli, zur Verfügung stehen und der Schlachtoieh- marktbetrieb dann beginnen kann. Nach dem Abschluß dieser Ausbau-Arbeilen zur Errichtung einer allen Erfordernissen entsprechenden Schweinehalle wird der Gesamtbau unserer Gießener Viehmarkthalle den modernsten Anforderungen entsprechend und dadurch in praktischster Weise eingerichtet sein für die Zwecke der Landwirtschaft und der Viehverwer- lung; sie wird dann durch die wöchentlichen Wärkte einen weiteren bedeutsamen Beitrag zur Hebung der heimischen Viehzucht und zur Vertiefung der Beziehungen zwischen unserer Stadt und der heimischen Landwirtschaft leisten. Die Anlieferung des Schlachtviehes wird jeweils am Montagnachmittag erfolgen, am Dienstagvormittag wird der Markt stattfinden. Das aufgetriebene Schlachtvieh wird vom Montagnachmittag bis Dienstag vormittag in den Stallungen der Viehmarkthalle eingestallt werden, es ist am Dienstag in unmittelbarem Anschluß an den Markt entweder im Gießener Schlachthof, oder in den behördlich zu- gelassenen Privatschlachthäusern zu schlachten. Küchenabfälle zur Schweinemast. Die Stadtverwaltung ist jetzt auch damit beschäftigt, in Gemeinschaft mit der N S. - V o l k s - wo h l f a h r t in Gießen die Verwertung der Küchenabfälle der Haushaltungen zur Schweinemast zu organisieren. Es ist zunächst ins Auge gefaßt, etwa 200 bis 250 Schweine zur Mast einzustellen. Die Stadtverwaltung leistet als ihren Beitrag die Bereitstellung des erforderlichen Transportmaterials für die Sammlung der Küchenabfälle, während die Einstallung der Schweine Aufgabe der NSV. sein wird. Das Einsammeln der'Küchenabfälle wird' ebenfalls unter der organisatorischen Leitung der NSV. durchgeführt werden. Skadlverwallung und NSV. rechnen bei diesem Plane, der ein bedeutsamer Beitrag unserer Gießener Volksgemeinschaft zum Gelingen des Vierjahresplans sein wird, aus die tatkräftige Mithilfe aller Haushaltungen, insbesondere auf die verständnisvolle Förderung durch die Hausfrauen, denen die Ausgabe erwachsen wird, die zur Tierfütterung geeigneten Küchenabfälle bestmöglichst zu sammeln und aufzubewahren, bis die Abholer erscheinen. Daß diese Abfälle, die zur Verwertung im städtischen Haushalt ja doch nicht mehr in Betracht kommen, im Interesse der guten Sache kostenlos abgegeben werden, versteht sich natürlich von selbst. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Betriebs steht heute noch nicht fest. Seit 1904 lebt Kolbe in Berlin. Er habe es für seine Kunst für notwendig gehalten, äußert er, in Deutschland zu leben und nicht jahrelang irgendwo im Ausland. Obgleich es natürlich verlockend fei, irgendwo in einer paradiesischen Umgebung sein Atelier zu haben, sei er nach Berlin- gekommen. Anfangs habe ihm die Landschaft um Berlin wenig gefallen, aber bald habe er sich mit ihr abgefunden. Er habe sich in Berlin stets wohl gefühlt und sei von dem Leben in der Großstadt in seinem Schaffen niemals behindert, sondern im Gegenteil angespornt worden. Im Verlaufe des Gespräches spüre ich bald, daß Kolbe kein Freund der grundsätzlichen Erörterungen ist. Das Schaffen ist ihm zu einer Selbstverständlichkeit geworden, der gegenüber es im Grunde keine Fragen gibt, sobald man in sich selbst Klarheit gesunden hat. Als von dem Verhältnis des Bildhauers zum Architekten die Rede ist, unterstreicht Kolbe, wie beglückend es sei, mit einem kompromißlosen Architekten zusammenzuarbeiten, und wie erschwerend, wenn der Architekt unsicher und kompromißlerisch sei. „Wenn man nur wüßte, was die Leute haben wollen!" habe einmal der Architekt geseufzt, mit dem ex zvsammenarbeitete. Darauf habe er ihm erwidert: „Mir ist das wichtigste, wenn ich weiß, was ich will! Und so sollte es bei Ihnen doch wohl auch sein!" Ein klares, für das Wesen des Künstlers aufschlußreiches Wort. * Die Frage des Bildhauernachwuchses und feiner Zukunft berühre ich: „Bei jungen Bildhauern stößt man manchmal auf merkwürdige Zweifel, ob sich in der Plastik heute noch Wesentliches aussagen lasse. Mit einem jungen begabten Bildhauer sprach ich, der lange Zeit ernstlich die Frage erwog, ob er nicht die Bildhauerei an den Nagel hängen und sich dem Film zuwenden solle" „Mit jungen Bildhauern", bemerkt Kolbe dazu, „komme ich nicht allzu viel in Berührung. Im Gegensatz zu meinem Freund Scheibe, öer gerne betreut und lehrt, habe ich mich nie entschließen können, Schüler um mich zu haben. Es würde mich vom eigenen Schaffen ablenken. Dabei habe ich es vor Jahren auch abgelehnt, eine Meisterklasse an der Akademie zu übernehmen . .. Daß junge Bildhauer unsicher sind und schwankend, verstehe ich nicht. Es mag wahr sein, daß in unserem Zeitalter die bildende Kunst durch das Vordringen der Technik in die Enge getrieben worden ist. Aber das bedeutet doch nicht, daß sie resignieren müsse ... im Gegenteil ... Vielleicht wurden und werden die jungen Künstler manchmal allzu sehr verwöhnt, in- Frankfurter Universität ' ernannt Der Direktor der Chirurgischen Klinik der Um- versität Marburg, Professor Dr. Klapp, ist von der Gesellschaft der Aerzte in Wien zum korrespondierenden Mitglied ernannt worden. Geh. Konsistorialrat Professor D. Wilhelm Lüt- UHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen i897D mit dem Schulgebäude. Der Eindruck der Geschlossenheit wird außerdem noch dadurch verstärkt, daß für die Mauerteile dieser Gedenkstätte das gleichfarbige Klinkermaterial verwandt wurde, aus dem auch die Schule gebaut ist. Zu beiden Seiten des Teiches wird eine passende Baumreihe erstehen, die im Laufe der Jahre zu einer schönen Allee heranwachsen wird. Die diesjährigen Fünfziger — nämlich die jetzigen Mitglieder der Alterskameradschaft 1887/1937 und diejenigen Alterskameraden, die der Vereinigung noch beitreten wollen — werden die Bäume zu dieser Allee stiften. . Frühere fünfziger Kameradschaften Haden durch die Fassung von Quellen oder Brunnen, oder durch die Errichtung von Gedenksteinen usw. ihrem Altersjahrgang ein bleibendes Denkmal in der engsten Heimat errichtet. Die Fünfziger 1887/37 wollen diese Allee am Skagerrak-Platz als ihr Jahrgangsdenkmal der Allgemeinheit schenken und zugleich damit — da doch der größte Teil der Alterskameraden ehemalige Frontkämpfer sind — den vor dem Feinde gefallenen Kameraden des Weltkrieges in kameradschaftlicher Treue und Dankbarkeit ein Ehrenmal setzen. Die Absicht dieser Stiftung ist dem Herrn Oberbürgermeister zur Kenntnis gebracht worden, und er hat diesen Beitrag der diesjährigen Fünfziger für den Skagerrak-Platz als sinnvolle Stiftung gerne angenommen. Die Auswahl und die Art der Anpflanzung der Bäume wird natürlich allein von der maßgebenden Stelle der städtischen Verwaltung bestimmt werden. Umgestaltungen an der Ecke Kaiserallee-Licher Straße. Vebeutlamer Ausbau des Gießener Musiklebens Das städtische Orchester spielt in Bad-Nauheim. Teil aus berühmten deutschen Orchestern verpflichtet. Nachdem die Verbindung zwischen dem Stadttheater Gießen und dem Kurtheater Bad-Nauheim auf dem Gebiete des Schauspiels sich seit Jahren bewährt hat, ist nun auch die Möglichkeit gegeben, Oper und Operette vom Stadttheater Gießen in Bad-Nauheim zu spielen. Auch hierüber ist schon für den Sommer ein Vertrag zustande gekommen, nach dem zunächst sieben musikalische Werke im großen Kurhaussaal gegeben werden. Die Reihe eröffnet bereits am 15. April „Zarewitsch". Vorgesehen sind ferner die Operetten: „Der Bettelstudent", „Die Dorothee", „Nacht in Venedig" und die Opern: „Die verkaufte Braut", „Der Wildschütz" und „Martha". denken. Auch auf der Academie Julien in Paris interessierte mich nur das Zeichnen, nicht im geringsten die Bildhauerei, die unmittelbar nebenan betrieben wurde. Ich t)aite mir vorgenommen, um jeden Preis ein Maler zu werden. Sehen Sie hierher ..." Er führt mich auf den Gang hinaus. Dort hängt ein mittelgroßes Bild, ein Ausschnitt aus einer figürlichen Komposition: drei bräunlich getönte Akte, die ausgesprochen plastisch empfunden sind. Gegenüber mehrere kleine, zart getönte Landschaften. „Um 1900 begann ich zu modellieren, und diese Arbeit vollzog sich von Anfang an so selbstverständlich, als hätte ich nie etwas anderes getan. Eine der ersten Arbeiten übrigens, ein Knabenkopf, erhielt einen Preis. Einige Jahre betrieb ich Bildhauerei und Malerei nebeneinander. Dann begriff ich, daß es ein Unding ist, Bildhauer und Maler gleichzeitig sein zu wollen, trotz Renoir, der im Älter noch Plastiken schuf, und trotz Michelangelo, der ja im Grunde auch immer mehr Bildhauer als Maler gewesen ist. Seither lag der Weg klar vor mir. Elch hatte das gesunden, was ich bisher entbehrt hatte: das Körperliche — die Form ..." * Kolbe führt mich durchs Atelier, und ich habe nun Gelegenheit, die Figuren, alte und neue, deren eine die andere an Reinheit und Kraft und Adel übertrifft, einzeln zu betrachten. Währenddessen spricht Kolbe von seinen letzten Arbeiten, einer Wächter- Figur, die er im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums geschaffen, und einer Gruppe für die Masch- see-Anlagen in Hannover, für die er in einem Wettbewerb den ersten Preis erhielt. Beide Arbeiten haben ihm sichtlich Freude gemacht. Von seinen frühen Arbeiten, die sich zeitlich um die berühmte „Tänzerin" gruppieren, scheint Kolbe einen gewissen Abstand gewonnen zu haben. Immer mehr hat er sich der Monumentalplastik zugewandt. Gegenwärtig arbeitet er an einer neuen Fassung des „Zarathustra", da die erste, die er lange unter den Händen behalten hat, seinen Vorstellungen nicht mehr entspricht. Kolbe zeigt mir seinen glasüberdeckten Arbeitsplatz im Freien, wo er im Sommer arbeitet. Neben dem schönen Atelierhaus, das er sich 1929, nachdem er viele Jahre eines der üblichen Ateliers in einem Mietshaus bewohnt hatte, in nächster Nähe der Heerstraße erbaut hat, hat er sich einen kleinen Ausstellungshof anlegen lassen. Dort stellt er seine Bronzen auf, ujn ihre Wirkung im Freien zu überprüfen und ihr notwendiges Maß feftzuftellen. Denn für die Ausstellung im Freien sind die meisten seiner Figuren geschaffen. Gießen baut weiter auf. HI.-Heim wird geplant. - Ein Gießener Gchlachtviehmarkt im Entstehen begriffen. Verwertung der Küchenabfälle zur (Schweinemast. - Gtraßenverschönerung im Ostviertel. Unsere Stadtverwaltung unter der Leitung von Oberbürgermeister Ritter hat alle Maßnahmen getroffen, um das kommunale Aufbau- Programm der bisherigen Jahre auch im städtischen Haushaltsjahr 1937, das vom 1. April ab läuft, weiter fortzuführen. Dabei legt die Stadtverwaltung besonderes Gewicht auf die Schaffung von öffentlichen Einrichtungen, die einerseits der Arbeit zum Besten unserer jungen Generation durch das Werk der HI. dienen sollen, anderseits darauf gerichtet sind, die wirtschaftliche Entfaltung unseres Gemeinwesens weiter voranzubringen und auch wertvolle Beiträge zur Verschönerung des Stadtbildes zu liefern. Der Grundzug dieser Maßnahmen ist darin zu erblicken, mit Einsatz aller Möglichkeiten unserer Stadt immer wieder neue Beiträge zum großen Aufbauwerk unseres Führers zu liefern und dadurch der Volksgesamtheit im Rahmen unserer Gießener Volksgemeinschaft zu dienen. HZ.-Heim wird geplant Von der dringenden Notwendigkeit, unserer Gießener HI. ausreichende und würdige Räume zur fruchtbaren Entfaltung ihrer Kräfte'zu schaffen, ist die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Ritte r an der Spitze überzeugt. Der Oberbürgermeister sieht es daher auch als eine seiner vordringlichsten Amtspflichten an, mit allen Kräften der Stadt dahin zu wirken, daß unsere HI. in möglichst naher Zeit ein allen Änford^rungen entsprechendes Heim zur Verfügung gestellt wird. Der Oberbürgermeister hat zu diesem Zwecke dem Stadlbauamt Auftrag gegeben, Pläne zum Bau eines Heims der Hitler-Jugend auszu- acbeiten und ihm baldmöglichst vorzulegen. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe soll darauf geachtet werden, daß die HI. durch ihr Heim alle Möglichkeiten an die Hand bekommt, um ihren großen Aufgaben im Dienste des Führers und der nationalsozialistischen Erziehungsarbeit an der Jugend im Rahmen der örtlich gegebenen Möglichkeiten voll entsprechen zu können. Man darf damit rechnen, daß diele Vorarbeit zur Schaffung eines Gießener .HJ.-Heimes von allen beteiligter) Amtsstellen mit Eifer geleistet wird. Nähere Mitteilungen können natürlich erst dann gemacht werden, wenn der von dem Herrn Oberbürgermeister erteilte Auftrag in den Einzelheiten seiner Planungen durch das Stadtbauamt vorliegt. Mit Genugtuung ist es aber schon heute zu begrüßen, daß die Stadtverwaltung, dank der Initiative des Oberbürgermeisters, mit Tatkraft an die Lösung dieser Aufgabe herangeht. Wer die Verhältnisse kennt, ist nicht im Zweifel darüber, daß unsere Stadt alle Veranlassung hat, unserer Gießener HI. und ihren Dienststellen ein allen Erfordernissen genügendes Heim zu schaffen. Die gegenwärtigen Unterkunstsverhältnisse der HI. sind durchaus ungenügend, gründliche und weitausschauende Äbhilfe ist dringend notwendig. Don der Gchlachtvieh-Derteilungsstelle zum Mittelmarkt Unter Benutzung der im vorigen Jahre errichteten Viehverfteigerungshalle auf dem Gießener Viehmarktplatz wird nunmehr der Ausbau des Gießener Viehmarktes kräftig in Angriff genommen. Zunächst handelt es sich um die Einrichtung einer sog. Schlachtvieh-Verteilung s st e l l e, die im Laufe der Zeit zu einem Mittelmarkt ausgebaut werden soll. Der Betrieb der Schlachtvieh-Verteitungssielle Gießen wird vorerst für die Orte Gießen, Atelierbesuch bei Georg Kolbe. 3um 60. Geburtstage des Künstlers am 15. April. Ein Atelierbesuch bei Georg Kolbe erschließt eine Welt, die — unweit des hastenden Berliner Verkehrs — friedvoll um e i n Erlebnis kreist, das Erlebnis der Menschengestalt. Der menschliche Körper, feine Rundung und Fühlbarkeit, das Formenspiel der ruhenden oder gegeneinander bewegten Glieder, der Straffung oder Lösung der Muskeln, vereinigt auf sich Kolbes ganzes Schauen, Sinnen und Schaffen. In Kolbe, dessen Figuren alle Welt kennt, verkörpert sich am sichtbarsten und reinsten die eine der beiden grundverschiedenen Haltungen, die in der .deutschen Plastik heute nebeneinander herrschen. Man kann seine Kunst, die ungetrübte Bilder der Menschengestalt von ewiger Jugend und Schönheit schasst, rückhaltlos lieben und bewundern und braucht doch die andere Wesensform deutscher Kunst wicht zu verleugnen, deren starker Ausdruckswille «den schicksalbeladenen Menschen darstellt, dessen Seele und Gestalt den Grundgewalten des Lebens «ausgesetzt ist. Statt eine Erscheinungsform der deutlichen Kunst gegen die andere ins Feld zu führen, »vollen wir froh fein, daß uns beide gehören: Gestalter des Ausdrucksvollen und Gestalter des Schämen, Formaufwühler und Formfestiger. „Nur keine Fragen, bitte!" wehrt Kolbe lächelnd Sb, als ich das große Helle Atelier betrete und er mir die Hand reicht. Ich lasse Schreibblock und Blei- ckift schleunig verschwinden, um keinen weiteren Argwohn zu erregen. Nachdem ich die zahlreichen grö= Ben Figuren, die in dem günstigen Atelierlicht be- «onders klar vor mich hintreten, mit einem ersten Blick gestreift und unter ihnen den Zarathustra und kn Entwurf zum Beethoven-Denkmal entdeckt habe, erinnere ich mich meiner Aufgabe und bitte Kolbe, mir zu sagen, wie er als junger Künstler den Ueber- cang von der Malerei zur Bildhauerei gefunden i abe. Aber da sollte man hören, wie mir der (in wenigen Tagen) Sechzigjährige, dessen Frische die Hohl der Jahre Lügen straft, temperamentvoll die Gegenfrage stellt: „liebergang nennen Sie das? ... 2as war ganz einfach: ich erkannte, daß ich als Maler nicht begabt war, und da wurde ich Bild- Icuer ..." Dann fügte er hinzu: „Ich hatte in meiner Ju- $snb viel gezeichnet. Wie es so geht, besuchte ich in Dresden und München zunächst die Zeichenklasse, t^ne auch nur mit einer Silbe an Bildhauerei zu Eine weitere Veränderung wird das Straßenbild an der Ecke Kaiserallee und Licher Straße erfahren. Aus unumgänglichen Notwendigkeiten heraus muß dort eine Transformatorenanlage erstellt werden. Diese Notwendigkeit gibt den äußeren Anlaß zu einer Umgestaltung, die zugleich eine Verbesserung des Straßenbildes im Gefolge haben wird. Die Transformatorenanlage soll an der Ecke Licher Straße — Nahrungsberg erstehen, aber nicht etwa nur in der Form eines technischen Zweckbaues, sondern es soll ein kleines Häuschen erstellt werden in ähnlicher Form wie am Oswaldsgarten. Allerdings soll dieser Neubau unter sorgfältiger Wahrung des Charakters feiner Umgebung entstehen. Das Haus wird zu einem kleinen Teil Friedhofsgelände in Anspruch nehmen. Die Fried- ' Hofsmauer fällt auf der Länge von einigen Metern । und die Steine werden dazu benutzt, um die I Außenmauer des neuen Hauses aufzuführen, fo daß Woche derIungmädel. Die letzte Woche vor dem Geburtstag des Führers steht noch einmal ganz im Zeichen des Jahrganges 1927. Unsere Jungmädel haben am 11. April gemeinsam mit den Anwärterinnen zur Eröffnung der Jungmädelwoche die Fahne gehißt. Als äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit trägt die gesamte Hitler-Jugend Uniform und Kluft bis zum 20. April. Am Mittwoch der Woche der Jungmädel finden zum erstenmal Heimnachmittage der Anwärterinnen statt in dem Heim, das die andern Kameradinnen ausgeschmückt haben. Es sei noch einmal gesagt, daß nur der gesamte Jahrgang 1927 ausgenommen wird und die Mädels aus dem Jahrgang 1926, die im vorigen Jahre durch ihre Klassenzugehörigkeit vom Staatsjugend- tag abgehalten wurden. Durch die Schulen ist das Aufnahmematerial an die Anwärterinnen gegangen, das dann von den jeweiligen Gruppenführerinnen gesammelt wurde und die Mädel somit vorläufig eingegliedert sind. Um den Eltern einen Einblick in das Jungmädelleben zu geben, findet am Sonntag, 18. April um 20 Uhr ein Elternabend im Cafe öeib statt. Line glückliche Jugend ist die Vorbedingung für ein lebensfähiges Volk! Auch dein Junge gehört in das Deutsche Jungvolk, dein Vlädel in den Jungmädelbund! Am Montag um 17 Uhr ist auf dem Brandplatz die Aufnahmefeier mit der Uebertragung der Rede des Reichsjugendführers. Am Geburtstag des Führers werden die 14jähri- gen in den BDM. überwiesen. Diese Feier wird innerhalb der Gruppen um 19.30 Uhr durchgeführt. Gchießwarte-Arbeitstagung des Deutschen Reichskriegerbundes. Der Deutsche Reichskriegerbund (Kyffhäuser), Landesverband Hessen, hatte am Sonntag die Kreisschießwarte des Landesgebietes zu einer Arbeitstagung im Hotel Schütz zu Gießen einberufen. Landesgebietsschießwart Junge berichtete zunächst über das verflossene Schießjahr, das für den Reichskriegerbund einen Erfolg auf der ganzen Linie brachte. Ueberall, wo die Wettkämpfe durchgeführt wurden, haben die Kreisschießwarte voll und ganz ihre Schuldigkeit getan und durch vorbildlichen Einsatz mit zu dem großen Erfolg beigetragen. So wird auch das neue Schießjahr 1937 den Kyffhäuser- bund auf dem Posten finden. Landesgebietsführer, Generalleutnant a. D. Fett, sprach sich in anerkennenden Worten über den Schießsport im Landesverband Hessen aus und kam anschließend auf die Neugliederung des Bundes zu sprechen. Der Landesverband Hessen blieb dabei fast unberührt und mußte lediglich die Gebietsteile Limburg-Oberlahn und weitere dreizehn Kameradschaften an einen anderen Landesverband abgeben. Die Neugliederung bringt naturgemäß auch eine teilweise Umstellung des seitherigen Aufgabengebietes mit sich, doch war sie auf Grund der Entwicklung der letzten Jahre notwendig geworden. Sie bedeutet den Auftakt zu einer Neuentwicklung mit einem Aufgabengebiet, das die seit Jahren ersehnte volle Anerkennung der Arbeit der alten Soldaten bringen wird. So muß das Hauptaufgabengebiet, der Schießsport, auch in diesem Jahre vorwärtsgetrieben werden, und die alten Soldaten werden weiterhin ihre Pflicht tun und die Blicke nach vorne richten. Landesgebietsschießwart Jünge gab anschließend einen Ueberblick über die Organisation des Schießsportes innerhalb der Kreisverbände und der einzelnen Kameradschaften. Für den Bund kommt weiterhin nur das Kleinkaliberschießen in Betracht, das mit größtem Eifer und in edlem Wettstreit mit der Wehrmacht, den Soldatenbünden und den Gliederungen der Bewegung durchgeführt worden ist, und überall erfreuliche Fortschritte zeigte. Das Schießen auf Ehrennadeln soll besondere Beachtung finden, denn es ist der alleinige Gradmesser für die Leistungen innerhalb der einzelnen Landesverbände. Die neu eingesetzten Gebietsinspktionen werden den Schießbetrieb in Zukunft fördern und übermalen. Kan.erad Jünge gab dann einen Ueberblick über den Aufbau des Schießsportes und die Tätigkeit der Schießwarte. Die Zahl der Schützengruppen hat im vergangenen Jahre erfreulicherweise stark zugenommen. Der Schießdienst muß in allen Kameradschaften aufgenommen werden. Auch die letzte Mannschaft muß erfaßt werden, denn das Schießen bringt die abwechselungsreiche Belebung in den Kameradschaftsdienst und bedeutet für manchen abgelegenen Ort ein Ereignis für die ganze Bevölkerung. Das Wettkampfschießen 1937 wird mit geringen Aenderungen wie in früheren Jahren zum Austrag kommen. Diesmal erwartet der Bund den 100pro- zentigen Einsatz aller Männer. Kreisschießwart U th, Homberg, berichtete anschließend aus feinen reichen organisatorischen Erfahrungen über die Durchführung der Wettkämpfe in seinem Kreis und gab manchem Kameraden wichtige Anregungen über die Dorbereitungsarbeiten zum Wettkampf. Nach gemeinsamen Mittagessen wurde die Tagung fortgesetzt und wichtige organisatorische Fragen besprochen. Landesgebietsführer, Generalleutnant a. D. Fett sprach das Schlußwort und gab feiner Ueberzeu- gung Ausdruck, daß gerade der Schießsport dazu angetan sei, der Öffentlichkeit zu zeigen, daß der Reichskriegerbund auf dem Posten ist und seinen Mann steht. also die äußere Veränderung nicht sehr wesentlich in Erscheinung treten wird. In diesem Neubau soll aber nicht nur die Transformatorenstation untergebracht werden, vielmehr soll aud) eine Wartehalle für die Fahrgäste der Straßenbahn damit verbunden sein, schließlid; ein Verkaussladen für Erfrischungen und eine Bedürfnisanstalt. Durch diese Zusammenfassung wird gleichzeitig eine Verschönerung des Straßenbildes direkt an der Ecke Licher Straße und Kaiserallee erreicht. Die jetzige Bedürfnisanstalt fällt. Der Verkaufsstand (Kaiserallee) wird ebenfalls entfernt. Auch der große eiserne Mast, der dort steht, soll einen anderen Platz erhalten. Voraussichtlich wird auch für die jetzige Persiluhr eine andere Lösung gefunden. Die Straßenhalbinsel an dieser Stelle wird dann etwas verkürzt und damit mehr Platz für den gesteigerten Verkehr gewonnen. Gleichzeitig wird dieser Platz dann zu einer Grünanlage von klarer Form umgewandelt, so daß das gesamte Bild erheblich freundlicher fein wird, als es bisher der Fall war. Gute Aufbauarbeit. Unsere Volksgenossen werden mit Genugtuung und Anerkennung von diesen neuen Aufbauwerken der Stadtverwaltung Kenntnis nehmen. Sie werden auch daraus wieder die Ueberzeugung gewinnen, daß ein frischer und kräftig vorwärtsstrebender Geilt, unermüdliche Tatfreudigkeit und weit ausschauender Blick die lebendig wirkenden Antriebskräfte find, die unsere Stadtverwaltung unter der Führung von Oberbürgermeister Ritter nach den fruchtbaren Gesetzen des Nationalsozialismus einsetzt, um für unser Gemeinwesen und darüber hinaus für die Gesamtheit unseres Volkes gute Aufbauarbeit zu leisten, die alle Anerkennung verdient. B. Aus der Stadt Gießen. Die ersten Schwalben. Heimlich, wie der Lenz feinen Einzug über Nacht gehalten hat, find auch die ersten Schwalben wieder gekommen, lieber dem jungen Grün der Wiesen tummeln sie sich, eifrig auf der Jagd nach Fliegen, dicht über dem Wasserspiegel der Bäche dahinschießend, eine Mücke erhaschend, um sich mit kräftigem Flügelschlag wieder in den Himmel hinaufzuschwingen, in Sonnennähe, ihrem Schöpfer nahe. Ein Bild, ohne das man sich unsere Heimat im Frühling nicht vorstellen kann. Die Schwalbe, die zuerst zwischen dem 1. und 15. April bei uns eintrifft, ist die Rauch- oder Stallschwalbe. Oberseite und Kropfgürtel sind blauschwarz mit metallischem Schimmer, die Kehle ist rostrot, die Unterseite rost- gelb. Sie gilt als Frühlingsbote, und nach altem Glauben schützt sie das Haus, an dem sie nistet, vor Feuersgefahr. In der Hauptsache aber kommt den Schwalben auch eine große hygienische Bedeutung zu, denn sie leisten Ungeheueres in der Vertilgung von Fliegen, die oft die Verbreiter von Krankheiten, besonders der Maul- und Klauenseuche, sind, insofern als sie den abgesonderten Speichel der kranken Tiere auf die gesunden übertragen. Ein Verwandter unserer Rauch- und Stallschwalbe ist der große Mauersegler. Er trifft viel später bei uns ein, lange nachdem es Frühling geworden ist, die Sonne bereits heiß herniederbrennt und Fliegen und Mücken in reichen Mengen vorhanden find. Er läßt sich Zeit mit seiner Rückreise, denn nicht als Heimat gilt ihm das deutsche Land, sondern nur zum vorübergehenden Aufenthalt. Nur in der Luft vollzieht sich sein Dasein, und ohne äußere Not geht er niemals zur Erde hernieder. Rasch wie sein Flug, geht auch die kurze Zeit seines Aufenthaltes bei uns, etwa drei Monate, vorüber, ausgefüllt mit Fliegen, Fressen, Brüten. In das schmucklose Nest legt das Seglerweibchen seine länglichen, weißen Eier und zieht hier die Brut hoch. Bald sind die Jungen flügge und wetteifern den Alten in allen Künsten nach. Aber eines Tages hört man sie nicht mehr. Still ist es über Stadt und Land geworden. Die Segler find wieder fortgezogen, weit fort über Länder und Meere, nach den unendlichen Weiten afrikanischer Steppen. Wir aber harren mit Sehnsucht des Tages „übers Jahr", wenn die Schwalben wieder kommen. M. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Die Dorothee". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Herrscher". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Rächer". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr Bibel- und Bekenntnisabend im Johannesfaal, Vortrag von Missionar Walther. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung der Operette „Die Dorothee" von H. Hermecke und A. Vetterling statt, die am Sonntag mit großem Erfolg zum ersten Male aufgeführt wurde. Musikalische Leitung: Kapellmeister Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Leitung der Chöre: Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Vorstellung findet als 27. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr; Ende: 22 Uhr. Gießener Konzerk-Verein. Für einen Solistenabend am kommenden Sonntag, 18. April, hat der Konzertverein den weltberühmten Geiger Vasa Prihoda gewonnen. Pressestimmen sprechen von den Wunderleistungen dieses Künstlers, die nicht mehr ans Märchenhafte grenzen, sondern märchenhaft sind. Der „Völkische Beobachter" nennt ihn den größten Könner unter allen Geigern der Welt. Der Künstler wird von dem deutschen Pianisten Otto A. Gräf begleitet. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Betr.: Jugend herbergssammlungam 17. und 18. 4. Die Gefolgfchaftsführer sowie die Führer der Sondereinheiten haben sich umgehend mit den zuständigen Örtsaruppenamtsleitern der NSV. betr. der Jugendheroergssammlung am 17. und 18.4. 1937 in Verbindung zu setzen (siehe Rundschreiben vom 13.4.). Betr.: Veranstaltung des Reichskriegerbundes am 18. 4. 1 93 7. Am Sonntag, 18. 4., findet in Gießen im Katholischen Vereinshaus um 20 Uhr ein Lichtbildervortrag statt, an dem Pg. Kratz aus Freienseen über Hochseeflotte, Unterseebootkrieg und eigene Erlebnisse sprechen wird. Eintritt für HJ.-Kameraden 20 Pf. Betr. Sommeruniform. Ab 15.4. haben alle Jgg. die Sommeruniform der Hitler-Jugend zu tragen. Betr.: Ueberführung des DJ. in die HI. in Gießen. Zur Ueberführung des DJ. in die HI. tritt der Unterbann Gießen am 19.4. am Brandplatz an. Jede Gefolgschaft hat fünf Fackeln mitzubringen. Betr.: Unterführerschulung des Unterbannes 1/116. Zur Unterführerschulung haben alle Gefolgschafts-, Schar- und Kameradschaftsführer sowie Sportwarte an jedem zweiten Freitag- abend um 20.15 Uhr am Heim der Gefolgschaft 2/116, Walltorstraße 38, anzutreten. 1. Schulungsabend: 16.4. , Betr.: Unterbannführer 11/116. Während der Dienstzeit bei der Wehrmacht des Unterbann» führers Schneider ist bis zu seiner Rückkehr Gefolgschaftsführer Karl Heintz, Winnerod, als stellvertretender Unterbannführer beauftragt. Versammlung der Ortsgruppe Gießen-Ost. Arn kommenden Freitag, 16. April, 20.15 Uhr, im Saale des Cafs Leib, öffentliche Versammlung. Es spricht Kreisleiter Pg. Wilh. Thiele, M. d. R., (Biedenkopf). Alle Volksgenossen sind zu dieser Versammlung eingeladen. Eintritt frei. NSDAP, und ASL. Gießen-Ost. Die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Ost be« findet sich jetzt Kaiserallee 2. Dienststunden: Dienstags und Freitags von 20 bis 22 Uhr, und Sprechstunden des NS.-Beraters jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 20 bis 22 Uhr. Betr. Lebensnnttel-Opfercing. Die Sammlung wird Dienstag, 13., und Mittwoch, 14. April, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Pfundspenden während des Sommerhalbjahres dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommen sowie für die Unterstützung der Zeltlager Verwendung finden, und ich bitte, die Mitgliedschaft während des ganzen Jahres aufrechtzuerhalten. Ortsgruppe Gießen-Miite. Betr. Pfundsammlung. Arn Mittwoch, 14. April, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- aesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Einzeichnung bereitzuhalten. Ortsgruppe Gießen-Nord. Betr. pfunbfammlung. Am Mittwoch, 14., und Donnerstag, 15. April, wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Ortsgruppe Gießen-Süd. Aml für Volkswohlfahrk. Am Mittwoch, 14., Donnerstag, 15., und Freitag, 16. April findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Süd die Lebensmittel-Opferringsammluna durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft wind gebeten, die Spenden bereitzuhalten. NG.-Krauenschast. Am Donnerstag, 15. April, findet in der Aula des Gymnasiums ein Vortragsabend statt. Es spricht die baltische Dichterin Frau Muniex- Wroblewska. Wir machen die Mitglieder der Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks darauf aufmerksam. Osk öie klitsche flrbeitofronl ’ N.§.-6emeinlchaft „Kraft durch freudc" Aml Reisen, Wandern und Urlaub. Tagesomnibusfahrt an die Edertalsperre. Am Sonntag, 18. April, führen wir eine Omnibusfahrt an die Edertalsperre durch. Der Teilnehmerpreis beträgt 5 Mark. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Skandal um Or.Bandergruen Nornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 11. Auf der Bühne erscheint eine junge Dame in einem tief ausgeschnittenen Abendkleid, und an einer langen Leine zottelt ein Zebra hinter ihr her. Aber es ist kein echtes Zebra, denn das könnte keine so furchtbar komische Bewegungen vollbringen. „Da stecken ja zwei Männer drin, nein, so was!" Gisch lacht aus voller Kehle, sie hat noch nie etwas so Lustiges gesehen. Die Dame beginnt nun mit ihrem Zebra einen Dressurakt vorzuführen. Eine Weile klappt die Sache, aber dann wird das Tierchen eigensinnig, es schüttelt den Kopf, stampft ägerlich mit den Beinen und galoppiert auf eigene Faust auf der Bühne umher. Als es nach mancherlei Zwischenfällen sein eigenes Hinterteil Huckepack trägt, bekommt Gisch vor lauter Lachen einen Erstickungsanfall. Emil fitzt neben ihr und findet die ganze Sache albern. „Ein mäßiges Programm! Ich begreife nicht, daß du über den Blödsinn so lachen kannst." „Und ich begreife nicht, daß du so wenig Spaß verstehst!" gibt Gisch zurück „Mir gefällt es. Allerdings bin ich nicht so gebildet wie du." Es ist nicht das erstemal an diesem Abend, daß sie sich wegen irgendeiner Nichtigkeit zanken. Schon während der Herscchrt gab es Krach, und kaum waren sie in Leipzig angekommen, da gerieten sie sich schon wieder in die Haare. Das erstemal war es wegen einer alten Katze, die Emil überfahren hatte, und hernach gab das Problem der Zimmerbestellung die Ursache ab. „Nein, mein Lieber, wir sind noch lange nicht verheiratet." An diese Tatsache hatte Gisch den jungen Mann nachdrücklich erinnern müssen. „Aber es wäre billiger gewesen!" „Darauf kann ich in diesem- Falle keine Rücksicht nehmen!" Und jetzt also wegen des Zebras. Ueberhaupt findet Emil feine Braut merkwürdig verändert, es ist ein aufsässiger Geist in ihr, eine recht unbequeme Eigenwilligkeit, die er bisher noch nie an ihr bemerkt hat. Sie ist auf eine unangenehme Art selbständig geworden; aber das wird sie sich wieder abgewöhnen müssen, solche Mätzchen kann Emil Knack nicht vertragen. Nach dem Zebra tritt ein Zauberkünstler auf, der zieht sich einen Taler nach dem andern aus der Nase, bringt aus seinem leeren Zylinder eine Katze, einen Zwergpinscher und drei Kanarienvögel zum Vorschein, dann stopft er das piepsende und miauende Dierzeug wieder in den Hut zurück, macht Hokuspokus, kippt den Hut um — weg! Als die beiden um halb zwölf Uhr das Varietö verlassen, haben sie seit dem Zebra noch kein Wort miteinander gesprochen. Emil winkt einer Taxe. „Wir fahren doch ins Hotel? Ich bin müde." „Nee, Gisch, wir bummeln noch ein bißchen." „Ich will aber schlafen gehen!" „Bitte, wenn du durchaus willst — ich kann dich nicht hindern." Das Mietauto hält vor den beiden. „Na, dann viel Vergnügen!" sagt Gisch, dreht sich um und will allen Ernstes ihre eigenen Wege gehen. Mit ein paar Schritten hat Emil sie eingeholt. „Hör' mal. Gisch, ich hab' das jetzt wirklich satt. Das hat man also davon, wenn man sich bemüht, bir eine Freude zu machen. Schließlich hätte ich ja die Reise auch allein machen können." Gisch blickt ihn an. Sie sagt nichts. Dann geht sie mit ihm an den Wagen zurück und steigt ein. Es ist ja gar nicht wahr, denkt sie, während die Bilder der nächtlichen Straßen an ihr vvrüber- gleiten. Es ist nickst wahr, daß er es tat, um mir eine Freude zu machen. Er hat mich bloß mitgenommen, um sich mit mir zeigen zu können. Und weil er mich für sich haben will. Und weil er möchte, daß ich ihm zu Dank verpflichtet bin. Was würde wohl Dr. Vandergruen sich denken, wenn er mich jetzt sähe? Zwölf Stunden nur ist es her, seit ich ihm gegenübersaß, seit er mich ansah und mir sagte, daß ich ein entzückendes Mädchen sei. Ob er das jetzt auch noch sagen würde? Ich bin schlecht, ich bin ein ganz schlechter Mensch. Warum habe ich mich überhaupt zu dieser Reise überreden lassen? Was bedeutet mir eigentlich dieser Mensch, der da neben mir sitzt? Das kann doch gar nicht das sein, was die Menschen Liebe nennen? Ich will nach Hause. Ich will fort, ich will wieder zu Hause fein, in meinem Bett liegen, ich will morgen früh wieder in der Fabrik sein. Warum bin ich bloß mitgekommen? Ich verliere doch meine Arbeit, es ist ja Wahnsinn! Ich will nach Hause. — Der Wagen hält. „So, Kindchen, nun hören wir uns eine nette Musik an, tanzen ein bißchen und trinken eine Flasche Wein dazu — wirst sehen, wie rasch deine miese Stimmung verflogen ist!" Gisch nickt und dann steht sie in einem verqualmten Raum, verschwiegene Pärchen sitzen in Nischen, lautlos gehen die Kellner über dicke Teppiche. Im hinteren Teil des Raumes spielt eine Streichkapelle auf, dort ist auch das Tanzparkett. In der Nähe der Musik ist gerade eine ganze Tischgesellschaft am Aufbruch. Emil besetzt sofort die freiwerdenden Plätze. „Schwein gehabt!" lacht er. „Was? Hier wollen wir bleiben und uns eine Hütte bauen." Ich will aber nach Berlin zurück, denkt Gisch, während sie auf einem kleinen Rokokosofa Platz nimmt. Emil setzt sich neben sie und legt den Arm um ibr^ter. „Na, Kleines, ist es nicht entzückend Gisch nickt. Und plötzlich fällt ihr Blick auf einen Herrn, der ganz allein die gegenüberliegende Nische besetzt hält und das Mädchen über den Rand seiner Zeitung hinweg aufmerksam mustert. „Wie lange hast du in München zu tun? Werden wir auch die Berge sehen? Denke dir, ich war noch nie im Gebirge." „Der fremde Herr schaut sie immer noch an. Es stört ihn nicht im geringsten, daß sie ihm zurecht- weisende Blicke zuwirft. Emil hat ihr eine Antwort gegeben, aber sie hat nicht darauf geachtet. „Reifen, weißt du, so von einem Erdenfleck zum andern, das wäre überhaupt meine Leidenschaft." Sie starrt wie gebannt auf das Muster der Ti ch- decke. „Kannst du haben. Gisch, wenn du einmal meine Frau bist. Unsere Hochzeitsreise--" Nun muß sie doch wieder hinübersehen. Und der Herr schaut sie immer noch an. Jetzt legt er die Zeitung weg, lächelt diskret, es ist eine Frechheit. Der Mann, ein älterer Herr schon, hat ein überaus markantes Gesicht, stark ausgeprägte Backenknochen, einen herrischen Mund, ein kräftig ent- wickeltes Kinn. Er raucht eine Zigarette aus einer halblangen Bernsteinspitze. Die Kapelle beginnt einen Walzer zu spielen. Der fremde Herr steht auf, kommt langsam herüber, deutet vor Emil eine knappe Verbeugung an und bittet Gisch um den Tanz. Sie wirft einen hilfesuchenden Blick auf Emil. Der erhebt sich sofort. „Bedauere, ich habe mit der Dame den Tanz bereits verabredet." "Dh, bitte!" lächelt der Fremde und geht an seinen Platz zurück. Der Tanz lockert Gisch ein wenig auf. Sie wird gesprächig, lacht ein paarmal und läßt es ruhig geschehen, daß Emils Mund einmal ihre Wange streift. Als sie an den Tisch zurückkehrt, beginnen sie die Augen des Fremden sofort wieder zu verfolgen. Das kann einem allmählich auf die Nerven gehen. Was bildet sich der Mann ein? Er sieht doch, daß sie in Begleitung ist! Ein Tango Hingt auf. Wieder erhebt sich der Fremde, legt bedachtsam seine Zigarette auf den Aschenteller und schlendert gemächlich heran. „Nun, mein Fräulein, dieser Tanz dürfte noch nicht vergeben sein!" Gisch steht auf, es ist eine Schwere in ihren Knien. Der Fremde nimmt ihren Arm und führt sie zum Tanzparkett. „Warum wollten Sie vorhin nicht mit mir tanzen?" „Sie haben doch gehört, es war--" Der Mann lacht kurz auf, sehr überlegen, wie man über ein Kind Iadj)t, das eine ungeschickte Antwort gibt. (Fortsetzung folgt.) - '' m W /z dM : ".■ GUM Maoaw , ys?* x:MWEWO Aus der engeren Heimat Heinrich Weigel, Wilhelm Volkrnann und i=0fl. w-os b°. der %u!a ?tatt. Gs unter» Mr btt trh bat» 15. April, i'Nord die auen Mr- egen. Uhr Gie- id Freitag, pe Gießen- I durch die chaft wird Spenden Ichast ein. beten, den 3 kenntlich ' Einzeich- °n 20 bis ters jeden 20 bis Günstige Entwicklung der (Sparund Darlehenskasse Klein-Linden. * Klein-Linden, 13. April. Am Samstag fand im Turnerheim die ordentliche Jahreshauptversammlung der Spar- und Darlehenskasse Klein-Linden statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Bürgermeister Fischer, gedachte zunächst in ehrenden Worten eines verstorbenen Mitgliedes. Anschließend trug der Rechner Leib die Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung vor, die einstimmig genehmigt wurden. Aus diesem Bericht war zu entnehmen, daß die Kasse im verflossenen Jahr eine starke Aufwärtsbewegung erfuhr. Die Anzahl der Geschäftsanteile betrug im Anfang des Berichtsjahres 183, am Ende 269, damit stieg die Haftsumme der Mitglieder von 91 500 auf 134 500 Mark. Die Einzelhaftsumme beträgt 500 Mark, der Geschäftsanteil 50 Mark. Den Geschäftsbericht erstattete Direktor Fey. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind der Genossenschaft 125 Mitglieder beigetreten, und zwar 111 aus der ehemaligen Raiffeisengenossenschaft und 14 sonstige. Durch Tod schieden vier Mitglieder aus. Am Schluß des Geschäftsjahres zählte die Kaffe 260 Mitglieder, gegen 163 am Anfang. Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen der Verschmelzung mit der hiesigen Raiffeisengenossenschaft und einer durch die Maßnahmen der Regierung bedingten verstärkten Bautätigkeit. Der Gesamtumsatz im Berichtsjahr betrug 1 091 000 Mark. Das ist der höchste Umsatz der Genossenschaft seit deren Gründung und gegenüber dem Vorjahr mit 828 000 Mark eine Steigerung um 263 000 Mark. Der Stand der Spareinlagen betrug am Ende des Jahres 188 742,13 Mk., eine Steigerung gegenüber dem Vorjahre um 16 908,20 Mark. Hierzu kommen die Spareinlagen der ehemaligen Raiffeisengenossenschaft mit 26.905,68 Mark, also eine Gesamtsteigerung von 43 843,88 Mark, so daß die Gesamtspareinlag'en am Ende des Geschäftsjahres 215 647,81 Mark betra- Zeit" in Berlin vom 29. April bis 2 0. Juni. Zu dieser Ausstellung fährt die NSG. „Kraft durch Freude" in Verbindung mit der Gaupropagandaleitung der NSDAP. Sonderzüge nach Berlin, und zwar: 1. Zug: KF 5105 vom 21. Mai bis 24. Mai, 2. Zug: KF 5016 vom 11. Juni bis 14. Juni. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Uebernachtung, Eintrittskarten zur Ausstellung und einer Gemeinschaftsveranstaltung 17,50 Mark. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. Oeffentliche Sitzung der Gießener Ratsherren. f 8«d(rn ^S-sjjh, Ning" Nn. ’N ®e. a|s S-ll. gen. Bemerkt sei noch, daß infolge der erhöhten Bautätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres aus Spareinlagen 20 000 Mark zurückbezahlt wurden. Der Kleinfparmarkenoerkehr erbrachte 7720 Mk., die Schulsparkasse 2495,45 Mark neue Spareinlagen. Der Dank hierfür gebührt dem rührigen Kassenboten Wilhelm Deibel, und der Lehrerschaft, besonders Frl. Gärtner, die sich in den guten Dienst stellten. Für Um- und Neubauten standen 13 Kreditanträge zur Genehmigung, die mit 10 900 Mark restlos befriedigt werden konnten. Der Stand der festbefristeten Darlehen und Hypotheken betrug am Bilanztag 107 271,15 Mark, das ist gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 19 429,21 Mark. Hierunter fallen die übernommenen Ausleihungen der ehemaligen Raiffeisengenossenschaft mit 21 387,71 Mark. In laufender Rechnung waren am Bilanztag an Schulden 86 700,12 Mark vorhanden, gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 1117,42 Mark. Die Guthaben in laufender Rechnung betrugen 13 701,40 Mark, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 4413,44 Mark. Bei der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar hat die Genossenschaft am Bilanztag ein Guthaben von 31 447,20 Mark, eine Steigerung gegen das Vorjahr um 19 092,00 Mark, außerdem bei andern Kreditinstituten ein solches in Höhe von 3235,00 Mark. lieber die Verteilung des Reingewinnes von 1086,67 Mark wurde folgendes einstimmig beschlossen: Auf die Geschäftsanteile werden 5 v. H. Dividende aüsgezahlt. Dem Winterhilfswerk werden 10 Mark, der Volksbücherei Klein-Linden 10 Mark und der Kleinkinderschule 20 Mark überwiesen. Der Rest wird nach Abzug der Unkosten für die Generalversammlung je zur Hälfte der Betriebsrücklage und dem Reservefonds gutgeschrieben.. Die Vorstandswahl brachte die einstimmige Wiederwahl des Direktors Wilhelm Fey. Auch die satzunggemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder mb Mitt- Qit durch- ibpQddjen SB M daß Wvtfjus 6 kommen ■ Sennen» chaft mähten. e. beschaffung, die stattgehabte und die in Aussicht stehende Maiszuteilung und die im Herbst in Gießen stattfindende große Gaugeflügelausstellung den breitesten Raum ein. Nicht nur aus unserem Gau, sondern aus allen Teilen Deutschlands werden Züchter diese Schau beschicken und besuchen. Darüber hinaus wird die Schau so aufgebaut und durchgeführt werden, daß sie auch gerade für die große Masse der ländlichen Geflügelhalter ein Musterbild der modernen Geflügelwirtschaft wird. Amtsgericht Gießen. Der L. K. aus Gießen hatte sich gestern vor dem Amtsrichter wegen Unterschlagung zu verantworten. Es wurde ihm zur Last gelegt, am 5. März sich fremde bewegliche Sachen, die er in Besitz hatte, rechtswidrig angeeignet zu haben. Ein anderer hatte ihm einen Barscheck über 200 RM. ausgehändigt, den er auf der Bank einlösen sollte. Er hatte daraufhin das Geld abgehoben, es aber nicht dem rechtmäßigen Eigentümer abgeliefert, sondern es für sich behalten und in Frankfurt a. M. verjubelt. Der Angeklagte war in der Hauptverhandlung geständig. Da er sich eines groben Vertrauensbruchs schuldig gemacht hatte, bereits dreimal vorbestraft ist und das Geld für sich verjubelte, obwohl seine Familie sich in Not befindet, verurteilte ihn das Gericht zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Strafmildernd kamen sein Geständnis und die Tatsache, daß er schon zehn Jahre sich gut geführt hatte, in Betracht. 33 Tage der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet. Große militärische Parade am LO.April. Anläßlich des Geburtstages des Führers und Reichskanzlers am 20. April werden die Truppen des Standorts Gießen am Vormittag dieses Tages um 11 Uhr auf dem Trieb zwischen der Volkshalle und der Artilleriekaserne zu einer großen militärischen Parade antreten. Nach dem Abreiten der Front durch den Divisionskommandeur, Generalleutnant O ß w a l d , wird der Vorbeimarsch der Truppen vor dem General als Standortältesten erfolgen. An dem Vorbeimarsch werden alle berittenen Truppenteile des Standorts zu Pferde teilnehmen. Der Vorbeimarsch wird an der Grünberger Straße in der Richtung von der Volkshalle nach der Artilleriekaserne stattfinden. Morgens um 6 Uhr wird das Große Wecken durch die Spielleute und das Musikkorps des J.-R. 116 durch die Stadt marschieren. Mittellose Wehrpflichtige erhalten Wegegeld. Bei der Einberufung von Wehrpflichtigen zur Ableistung des Wehrdienstes ergebe» sich Fälle, in denen die Einberufenen nicht über die notwendigen Geldmittel zur Zahlung der Fahrkosten verfügen. Wie der Reichsinnenminister in einem Erlaß feststellt, können solche Einberufene für die Reise vom Aufenthaltsort bis znm Gestellungsort ein Wegegeld erhalten. Der Einberufene hat rechtzeitig einen entsprechenden Antrag bei seiner Gemeinde unter Vorlegung seines Gestellungsbefehles zu stellen. Kaufmännischer Verein Gießen. Die Jahreshauptversammlung des Kaufmännischen Vereins von 1873 fand am Montag im Hause des Vereins am Wernerwall statt. Mit den Begrüßungsworten verband der Dereinsführer Kaufmann Heinrich Erle einen Nachruf für die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder, insbesondere für das Mitglied und den Hausverwalter des Vereins, den Gastwirt Joh. Rinn, der fast 40 Jahre dem Verein treu gedient hat. Aus dem vom Schriftführer K. H. Kuhl vorgebrachten Jahresbericht über das 64. Geschäftsjahr des Vereins ging u. a. hervor, daß außer einer umfangreichen kulturellen Betätigung das Jahr ruhig verlaufen ist. Der Verein beklagt das Ableben feiner Mitglieder G. Schad, W. Denninghoff, F. Slbüßler, Louis Frech und I. R i n n. Er umfaßt heute noch etwa 170 Mitglieder. Der Verein konnte dem Mitglied Schneider zum 50. Geburtstag, den Firmen I. B. Noll und Gg. PH. Gail zum 125jäh- rigen Bestehen gratulieren, außerdem hat er der Deutschen Stenographenschaft anläßlich des Leistungsausschreibens zum Stenographentag einen wertvollen Preis zur Verfügung gestellt. Die Hauptaufgabe sah der Kaufmännische Verein in der Sicherung der in althergebrachter Weise mit dem Goethe- dund durchgeführten kulturellen Veranstaltungen in der Universitätsaula, für die er im letzten Berichts- teler Der. jahr wieder etwa 900 Mark aufgewendet hat. Durch diese finanzielle Förderung sind die für die Stadt Gießen so wertvollen künstlerischen Veranstaltungen, die Dichterabende und die Vorträge erhalten geblieben. Prokurist M o o tz erstattete den Kassenbericht, der geordnete und gesunde finanzielle Verhältnisse auswies. Nach einigen Anregungen aus der Versammlung wurde vom Rechnungsprüfer Kaufmann Fuhr Entlastung beantragt, die der Dereinsführer Erle mit Worten des Dankes und der Anerkennung für die Verdienste des Rechners Mootz verband. Weiterhin wurde von der Versammlung der neue Mietvertrag mit der Höheren Privatschule, die über mehr als 100 Schüler verfügt und daher alle Räume des Vereinshauses in Benutzung nimmt, besprochen und genehmigt, wobei mit Genugtuung festgestellt wurde, daß dadurch dieses Haus seiner ursprünglichen Bestimmung als Schulhaus wieder ganz zugeführt wird. Nach einer kurzen Aussprache schloß der Vereinsführer die Hauptversammlung mit dem Treugruß an Führer und Volk. * ** Der Geflügelzuchtverein Gießen hielt, wie man uns berichtet, bei Mitglied Henkel am Samstag seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Bauer und der Schriftführer T h Ü n - k e n berichteten über die Vereinsarbeit im verflossenen Jahre. Der Rechner Willi Brauer gab den Rechnungsabschluß bekannt; ihm wurde Entlastung erteilt, nachdem die Rechnungsprüfer Gröninger und Hergert die mustergültig geführte Rechnung geprüft und in bester Ordnung befunden hatten. Von der umfangreichen Tagesordnung nahmen neben der Aufnahme neuer Mitglieder die Futter- Ferner fanden die neuen Einheitssatzungen einstimmige Annahme. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 13. April. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsum verein hat eine Saatgutreinigungsanlage geschaffen und bei Wagnermeister Wilhelm Nicolai ausgestellt. Während der Aussaatzeit ist die Anlage täglich in Betrieb und steht allen Landwirten zur Verfügung. — Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront hielt eine Versammlung ab, die unter der Leitung des Ortsgruppenwalters Heinrich Schnegelsberg stand. Der Kreisschulungswal- ter der DAF., Jung (Gießen), sprach über die soziale Lage der Arbeiterschaft während der Systemzeit und stellte dem in wirkungsvollem Gegensatz die Vereinigung aller Berufe in der Organisation der Deutschen Arbeitsfront gegenüber. Seine Ausführungen wurden sehr beifällig aufgenommen. - Daubringen, 13. April. Der hiesige Spar- und Vorschußverein hielt bei Gastwirt Schäfer seine Generalversammlung ab. Zunächst wurde der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder gedacht. Dem Jahresbericht und der Rechnungsablage war zu entnehmen, daß der Verein eine günstige Entwicklung genommen hat. Der Umsatz betrug 379 091 RM., gegenüber 343 006 RM. im Vorjahr. Die Spareinlagen stiegen von 158 560 auf 175 993 RM. Die Kleinsparkonten wiesen für das vergangene Jahr 9811 RM. auf, davon entfielen 2420 RM. auf die Schulsparkasse. Die Jahresrechnung wies in Aktiva 199 533 RM., in Passiva 198 155 RM. aus, so daß der Reingewinn 1398 Reichsmark beträgt. Die Gewinnverteilung wurde in folgender Weife beschlossen: die Geschäftsanteile werden mit 6 v. H. vergütet, 50 RM. werden dem Verein „Krankenpflege" und 25 RM. der Schule überwiesen; der Rest wird zu gleichen Teilen oem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Die durch Los ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Adam Stein und August Weimer wurden wiedergewählt. Die Kasse trat der Viehverwertungs- gesellschaft bei. Direktor A l b a ch gab zum Schluß bekannt, daß der Zinsfuß für Hypotheken auf 5 v. H. ermäßigt sei. # Climbach, 13. April. Ein langgehegter Wunsch der Einwohnerschaft unseres Ortes, die Schaffung eines Kriegerehrenmals, geht nunmehr in Erfüllung. Mit den ersten Dorbereitungsarbeiten ist bereits begonnen worden. Das Denkmal soll inmitten des Dorfes errichtet werden; der Platz wird nach den Vorschlägen von Regierungsbaurat Kuhlmann (Hessisches Hochbauamt Gießen) ausgestaltet werden. D Allendorf a. d. Ld a., 13. April. Am Samstagabend veranstaltete die Ortsgruppe der NSG. „Kraft durch Freude" in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe der NS. Frauenschaft, unter Mitwirkung der Bauernspielschar Alten-Buseck, in der Stadthalle einen wohlgelungenen, stark besuchten D o r f g e - meinschaftsabend. Ortswart Keil eröffnete den Abend mit einer kurzen Begrüßungsansprache. Dann folgten die beiden Stücke „Die Honigküche" und S. M. 465 oder der Kroppehannes." Beide Stücke wurden mit viel Humor gegeben. Einen wesentlichen Teil zum Gelingen des Abends trug die hiesige Feuerwehrkapelle durch den Vortrag von schneidigen Märschen bei. — Dieser Tage erfolgte die Aufnahme der Schulrekruten. 32 Kinder, 14 Knaben und 18 Mädchen traten den ersten Schulweg an. <£ Saasen, 13. April. Die hiesige Land- wirtfchaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Karl Schepp ihre Jahreshauptversammlung ab. der stellv. Direktor Paul Schmitt gedachte zunächst des verstorbenen Direktors Heinrich Münch V. Der Ge- Am kommenden Samstag, um 16 Uhr (4 nachmittags), wird eine öffentliche Sitzung der ßener Ratsherren im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, stattfinden. Auf der Tagesordnung steht die Berufung eines weiteren Beigeordneten unserer Stadtverwaltung. schäftsbericht ließ eine Aufwärtsentwicklung der Genossenschaft erkennen. Die Rechnung war geprüft und in Ordnung befunden. Vorstand und Aufsichts- -------, ----o -..... ~ -..... — rat wurde Entlastung erteilt. Zum ersten Vorsitzen- Heinrich Ufer wurden einstimmig wiedergewählt. I den wurde der Ortsbauernführer Max Münch ge< Sandwich 429 Sattelnase Hier abschneiden! kann natürlich kein Sarkom erkennen, bei jedem Anzeichen einer Eeschwulstbildung gehe et auf jeden Fall zum Arzt; denn eine in den Anfangsstadien bereits durchgeführte Behandlung kann bei Sarkom unter Umstanden lebensrettend sein. Sarkophag, griech., Bedeutung: Fleischverzehrer, ursprünglich Bezeichnung für einen Steinsarg. Satin, Atlas, Gewebe, das durch verstreute Schußkreuzung eine glänzende Oberseite hat. Satingewebe werden aus Seide, Kunstseide, Wolle, Halbwolle und Baumwolle sowie Kreppgarn hergestellt (Kreppsatin). Bei Seidensatin muß man sich erkundigen, ob er gewaschen und gebügelt werden darf, sonst reinigt, man ihn in Waschbenzin, ebenso Kunft- seidensatin. Baumwollsatin kann gewaschen werden. Satte, flache, irdene oder gläserne Schale zum Aufstellen von Milch, die abgerahmt oder sauer werden soll. Sattelnase, der Nasenrücken ist an der Nasenwurzel abnorm stark eingesunken. Ist diehäufigeFolge von Syphilis, wobei durch die syphilitischen Geschwüre Teile des Knochens und Knorpels der Nase zerstört werden. Dadurch sinkt das ganze Nasengerüst ein. Kann aber auch entstehen durch Verletzungen („Boxernase"). Die kosmetische Operationstechnik ist heute so weit vorgeschritten, daß derartige Fehler durch künstlichen Einsatz eines Nasenrückens ausgeglichen werden können. uhren ähnelt. Ist eine Folge einer narbigen Einziehung bei Magengeschwür. Die damit Behafteten können nur wenig elfen, da der Magendurchgang sehr verengert ist. Sandwich, engl., zwei zusammen- aelegte, entrindete Weißbrotschei- ben mit Butter und Belag. Sandwichs werden gewöhnlich zum Nachmittagstee gereicht. Sanitär, von lat. fanitas = die Gesundheit, sind alle Einrichtungen und Maßnahmen, die auf die Erhaltung der Gesundheit hin- zielen. St^ Abkürzung von Sankt, lat., Bedeutung: heilig. Santos, brasilianische Hafenstadt, nach der der Santos-Kaffee benannt ist. Saphir, blauer Korundedelstein, auch blauer Topas und Turmalin genannt. Sarafan, Nationaltracht der russischen Bäuerinnen. Bekannt ist das Lied vom roten Sarafan. Sardelle, gesalzene, Anchovis, kleiner Herrngssisch. Sardine, affenartiger Fisch, der in Öl eingelegt wird. Unechte Sardinen sind eingelegte junge Heringe oder Sprotten. Sardinen werden in der geöffneten Dose auf den Tisch gebracht. Sarkom ist eine sehr bösartige Geschwulst, wird laienhaft auch gewöhnlich als Krebs be^ichnet Kommt schon in jungen Lebensjahren vor und zeigt außergewöhnlich starke Neigung zum Wuchern und zur Bildung von Tochtergeschwülsten. Der Laie iber ft W Mal wei^ mb. Ebertal' n wir eine i. Der Teil' gen nimmt r Jahre lenflerf M *Ä Me-Eimichlimgen Gasherde, Wasch» u. Spültische KKolbTThörner Aachs. Ludwigstraße 40 soiaa Ruf 3355 Gartenkies aller Art prompt und billig C.Rübsamen Fernsprecher 3659 222eD Auch fertige Übergangs- und Gabardinemäntel 2605 A s- * । B * ■n. Uni legi«611 Frechhell- it ein übel' gte Backe"' kräftig A e aus einer spielen. ^1 rüber, n und dB uf Snnl. -habe 0 ib B rf es nW Jre *■* O »* a s llllllllllllllllllllllllllllll (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund WMkes reue» Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- oab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). 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Juli feiert der Schottener Männerchor das Fest seines 100jährigen Bestehens. Hierüber berichtete der Vereinsoorsitzende H. Grandhomme. Am Festsamstag findet abends in der Turnhalle ein feierliches Konzert mit offiziellem Begrüßungsabend statt. Am Festsonntag früh am Ehrenmal feierlicher Gottesdienst. Später Gruppensingen in der Festhalle, Militärkonzert, Festzug, Volksfest. Montags Nachfeier mit Kinderfest. Die Ausschüsse sind stark mit den Vorbereitungen für das Fest beschäftigt. Vom 9. bis 12. August wird der bekannte Schottener Sommermarkt abgehalten. Mitte August folgt eine Urlauberfahrt, Ende August das Bergturnfest auf dem Hoherodskopf. Am 19. September findet das große Motorradrennen „Rund um Schotten" statt. Vor Weihnachten ist großer Weihnachtsmarkt mit gewerblicher Schau vorgesehen. Für die Stadtverschönerung wird vieles getan. Die Straße nach Gedern wird völlig ausgebaut, mit Kleinpflaster versehen, eine neue Mauer vom zweiten Pfarrhaus bis zur neu hergestellten Niddabrücke errichtet. Gegenüber dem Postamt wird eine neue Anlage geschaffen und dort auf dem alten Turnplatz ein Jahndenkmal errichtet. Die Waldanlagen in der Spieß, an der Marienruhe, mehrere Ruhebänke werden erneuert. Das HJ.- Heim wird in diesem Jahre erbaut, ebenso wird auch das neue Heimatmuseum der Oeffentlichkeit baldmöglichst übergeben werden. Eine Aussprache erfolgte über das Thema Fremdenverkehrswerbung und über die dabei einzuschlagenden Wege. Ein neuer örtlicher Prospekt wird demnächst herausgegehen werden. Die Verkehrsverbindungen müssen verbessert werden. Die Durchgangsstraße Schotten— Nidda—Frankfurt, auf der wohl der meiste Verkehr nach dem Vogelsberg geht, bedarf stellenweise starker Verbesserungen. Die Kraftpost Schotten— Gonterskirchen soll über Laubach geführt werden, damit zwischen Schotten und Laubach gute Verbindung besteht. Zur sachgemäßen Führung durch die Stadt werden Fremdenführer zur Verfügung gestellt. Das' Problem der Feldbereinigung im Vogelsberg und in der Gemarkung Schotten wurde berührt und eine Reihe wichtiger Punkte noch besprochen. Dann wurde die Tagung in üblicher Weise geschlossen. Der Arbeitseinsatz im Bezirk Hessen im März. Starkes Sinken der Arbeitslosenziffer. LPD. Frankfurt a. M., 13. April. Mit der Besserung der Witterung in der letzten Hälfte des Monats März setzte schlagartig ein sehr großer Bedarf an Arbeitskräften, insbesondere von feiten der Saisonbetriebe, ein. Das hatte ein st a r k e s Absinken der Arbeitslosenziffer um rund 22 600 zur Folge. Die Arbeitsämter zählten Ende März nur noch 77 618 Arbeitslose, also fast ein Viertel (genau 22,5 v. h.) weniger als zu Beginn des Monats. Somit ist der Stand der Arbeitslosigkeit Ende März dieses Jahres nur noch um rund 3300 vom niedrigsten Stand im Sommer des Vorjahres (Ende September 74 327) entfernt. Die außerordentlich günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes ist vorwiegend auf die Aufnahmefähigkeit der Saisonaußenberufe zurückzuführen, von denen das Baugewerbe mit einer Abnahme um über 6100 Facharbeitern und 2650 Bauhilfsarbeitern an der Spitze steht. Es folgen die Berufsgruppen „Industrie der Steine und Erden" mit einer Abnahme um rund 1890, „Verkehrsgewerbe" mit rund 1250 und „Landwirtschaft" mit 730 Arbeitslosen. Von den Konjunkturgruppen hqtten die Berufsgruppen „Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung", „Holz- und Schnitzstoffgewerbe" und „Bekleidungsgewerbe" eine Abnahme um je über 900 Arbeitslose aufzuweisen. Auch in allen übrigen von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Erwähnenswert ist eine Besserung des Arbeitseinsatzes in den Angestelltenberufen (Abnahme rund 860 Arbeitslose). Der Arbeilseinsah besserte sich nicht nur in allen Verufsgruppen, sondern auch in allen Arbeitsamtsbezirken. Verhältnismäßig am stärksten trat diese Besserung in den ländlichen Bezirken hervor; so lag die Abnahme im Bezirk Hersfeld mit 61,2 v. h.» im Korbacher Bezirk mit 75,3 v. h., im Bezirk Gießen mit 52,7 v. h. und im Bezirk Marburg mit 51,8 v. h. weit über der durchschnittlichen Abnahme im Landesarbeitsamtsbezirk von 22,5 v. h. Wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen, hat auch die Zahl der von der Reichsanstalt Unterstützten erheblich abgenommen; sie ging im Laufe des Monats März um 16175 auf 49 052 Hauptunterstützungsempfänger zurück. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen verminderte sich ebenfalls erheblich, und zwar um 1711, so daß Ende März nur noch 12 746 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose vorhanden waren. Am Schluß des Monats März waren 7208 Notstandsarbeiter eingesetzt, das sind 1414 mehr als Ende Februar. wählt. Dessen Stellvertreter wurde Karl Schäfer. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Das Einheitsstatut wurde gutgeheißen. Zum Schlüsse beschäftigte man sich noch 'mit Fragen der Saatgutreinigung. ch B o l l n b ach , 13. April. Am Sonntag feierten Ludwig Schmitt III. und seine Ehefrau Katharina, geb. Döring, das Fest der G o l d e n e n H o ch- z e i t. Der Jubilar steht im 79., seine Frau im 77. Lebensjahr. Aus der Ehe gingen vier Söhne und zwei Töchter hervor. cxd Eberftadt, 1$. April. Zur Förderung der Seidenraupenzucht in unserer Gemeinde werden gegenwärtig auf dem Dorf-Giller Berg Maul- b e e r )t r a u d) e r gepflanzt. Es wurden 1000 Setzlinge beschafft. — Die Hitler-Jugend veranstaltete im Saale des „Deutschen Hauses" einen Volksgemeinschaftsabend, der die Aufführung dreier Theaterstücke brachte. Auch Mundartgedichte wurden vorgetragen. Die Darbietungen fanden starken Beifall. — Der Anbau von Flachs wird auf Anregung des Ortsbauernführers von den Bauern und Landwirten gemeinschaftlich durchgeführt. Es werden etwa drei Morgen freigewordenes Pachtland mit Flachs bestellt. — In unserem Orte wurde ein zehntägiger Melk- f u r j u 5 abgeschlossen. Leiter des Kursus war Melklehrer Fey. In seinen abendlichen Vorträgen im Saal der alten Schule spraä) der Kursusleiter über Jungoiehaufzucht, zweckmäßige Fütterung, Futterberechnung und die Bekämpfung von Tierkrankheiten. Außerdem zeigte er lehrreiche Filme. Der Kursus war von 25 Personen besucht. * Langd, 13. April. Am Sonntag fand hier im Saale von Becker die feierliche Uebergabe der Kyffhäuserfahne an die hiesige KrLege r k a m e r a d s ch a f t statt. Kameradschaftsführer Söll hieß die Teilnehmer willkommen. Anschließend sprach der Kreispropagandaobmann Kamerad K ö h r e s über den tiefen Sinn der Kameradschaftspflege und über die Bedeutung der soldatischen Disziplin. Im Auftrag des Kreisverbandsführers übergab Kamerad Köhres die Fahne und forderte auf, sie in Ehre zu halten in der Erinnerung an die zwei Millionen gefallener Kameraden. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Redner. Kameradschaftsführer Döll übernahm die Fahne und gelobte im Namen seiner Kameraden unverbrüchliche Treue zu Führer und Volk. Unterabteilungs-Propagandaobmann Kamerad W a h l i g hielt einen Vortrag über die Aufgaben des Kyffhäuser- bundes und den Kameradschaftsgedanken. Kreis Alsfeld. < D e ck e n b a ch , 13. April. In einem Stein- bruch bei Nieder-Ofleiden ereignete sich dieser Tage ein schwerer Unfall. Dem Steinrichter Heinrich Semmler von hier sprang beim Zerkleinern von Steinen ein Stück ins Gesicht und traf ihn so hart am rechten Auge, daß der Mann den Verlust des Auges beklagen muß. Der Arzt ordnete die sofortige Ueberführung in die Klinik nach Gießen an. Preußen. Von herabfaltendem Gestein erschlagen. Lpd. Dillenburg, 13. April. Der 38jährige Bergmann Hermann Schmidt aus Eisemroth wurde auf der Grube „Tagebau" durch herabfallendes Gestein verschüttet und konnte trotz der sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten niä;t mehr lebend geborgen werden. Der Knappe Willi Peter, der mit Schmidt zusammen arbeitete und an dessen Seite schon drei seiner Kameraden auf die gleiche Weise den Tod fanden, erlitt einen Nervenzusammenbruch. Wieder ein Kind verbrüht. Lpd. Biedenkopf, 13. April. Das zweijährige Söhnchen des Landwirts Hans A f f m a n n in Hartenrod stürzte in einem unbewachten Augenblick in einen zur Bereitung von Viehfutter mit kochendem Wasser gefüllten Eimer und zog sich so schwere Verbrühungen zu, daß es unter qualvollen Schmerzen am darauffolgenden Tage starb. Zwei Hochzeitsgäste fahren in den Tod. LPD. Dietz (Lahn), 13. April. Ein verheirateter Mann aus Oberneisen an der Aar namens August Moos und der Lehrling Karl Sahmer aus Oberfischbach befanden sich morgens auf der H e i m- fahrt von einer Hochzeit. Unterwegs rannten sie in der Nähe von Rettert mit dem zur Fahrt benutzten geliehenen Motorrad in einer Kurve gegen einen Baum. Beide erlitten schwere Schädelbrüche und waren bald t o t. Keffelexplosion in Frankfurt. Vier Arbeiter zum Teil schwer verletzt. LPD. F r a n f f u r t a. M., 12. April. Am Mon- tagmittag ereignete sich in einem Betriebe im Norden der Stadt eine K e s s e l e x p l o s i o n , die wahrscheinlich auf Uederdruck zurückzuführen ist. In dem Raum, in dem der Kessel explodierte, befanden sich zur Zeit der Explosion mehrere Arbeiter, von denen ütcr, zweiMänner und zweiFrauen, zum Teil schwer verletzt worden sind. Sie haben Verbrennungen am Rücken, im Gesicht, an den Händen und an den Armen erlitten. Nach Feststellung des Arztes sind die Verbrennungen zweiten Grades, es besteht aber bei keinem der Verletzten Lebensgefahr. Durch die Explosion ist an dem Gebäude kein Schaden entstanden, In dem Kessel befand sich Zucker, der durch die Explosion auslief. „Sie ZRfli&en." Eine Verbrecherbande von der Polizei unschädlich gemacht. Lpd. Frankfurt a. M., 13. April. Nach langer, mühevoller Arbeit gelang es der' Kriminalpolizei, eine Reihe von Personen fe st zunehmen, die in der „Herberge zur Heimat" ihr lichtscheues Gewerbe betrieben. „Die Raben" — wie sie genannt wurden — nahmen Neuzugereisten mit leeren Versprechungen ihre letzten Kleidungsstücke ab und stifteten die Bestohlenen dann zu strafbaren Handlungen an. Auf das Konto dieser üblen Burschen kommen sämtliche während der Reichsnährstandsschau im letzten Jahre begangenen A beraubungen, Fahrraddiebstähle und andere Straftaten. Bei dell Festgenommenen — es handelt sich um den Philipp Martin, genannt Fips, Andreas Härtlein, genannt Bayerseppl, Franz Schönik und Ludwig Reinhold — wurde auch eine Anzahl Pfandscheine über versetzte Schmucksachen, Kleidungsstücke und Wäsche beschlagnahmt. Die Eigentümer dieser Sachen konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Das Publikum wird deshalb zur Mitarbeit aufgefordert. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Granatsplitter nach 20 Zähren ausgespuckt. LPD. Alzey, 13. April. Einem Kriegsteilnehmer aus Nieder - Olm war im Jahre 1917 ein Granatsplitter in den Kopf gedrungen, der bisher nicht entfernt werden konnte. Als der Mann jetzt wegen einer Kiefererkrankung ärztlich behandelt wurde, spuckte er plötzlich bei einem Erstickungsanfall den Granatsplit- t e r aus. Auto vom überfahren. LPD. Frankfurt a. M„ 13. April. Am Montag um 18.16 Uhr wurde auf dem unbeschrankten Wegübergang der Reichsstraße Dieburg — Hanau zwischen den Bahnhöfen Niederolm und Oberolm ein Auto von einem Personenzug erfaßt und zertrümmert. Der Fahrer und die drei Insassen wurden leicht verletzt. Xundfunkprogramm. Donnerstag, 15. April: 6 Uhr: Harre meine Seele — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. <8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Musik für jeden soll es sein. Sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein! 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für jeden soll es sein. Sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein! 14: Nachrichten. 14.10: Musikalisches Bilderbuch. 15: Volk und Wirtschaft. Das „gefährliche" Pfandhaus. 15.15: Kinderfunk. 16: 1. Komponisten aus dem Gau Westmark stellen sich vor (V): Gustav Rudel. 2. Operettenkonzert. 17.30: Nordische Schicksale (II). 17.45: Das aktuelle Buch. Das Buch der deutschen Kolonien. 18: Blaskonzert. 19: Volksmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Schneeflöckchen. Oper von N. Rimsky- Korssakoff. 22: Nachrichten — Grenzecho. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Satzhase Satzhase, Bezeichnung für die setzende, werfende Häsin. Sattler, Handwerker, der Sättel, aber auch alle sonstigen Lederarbeiten anfertigt. Sauce, franz., Fleischsaft, gebräunte Butter oder sonstige flüssige Beigabe zu Speisen. Deutsche Bezeichnung: Tunke. Durch eine liebevoll zubereitete Sauce gewinnen die meisten Speisen erst ihren Geschmack. Man soll daher in die übliche Einheitssauce durch Zutaten an Gewürzen Abwechslung bringen. Frische Gemüse schmecken besser in Butter gedünstet. als in einer Tunke aus Butter und Mehl. Saucenflecke entfernt man wie Fettflecke. Sauerampfer, wird im Garten angebaut. Aus den Blättern Suppen bereiten, auch Zugabe zu Spinat. S. kommt als Unkrautpflanze vor und zeigt dann Kalkmangel des Bodens an. Sauerbrunnen, Säuerling, kohlensäurehaltiges Mineralwasser Sauerkraut, aus Weißkohl hergestellt. Dieser wird eingesalzen und dadurch eine Gärung hervorgerufen, die Milchsäure erzeugt. S. ist kalkreich, deshalb sehr gesund, knochenaufbauend und auf die Nervensubstanz wirksam, günstig für Nieren- und Zuckerkranke. Roh genossen, sehr wertvoll für Darmtätigkeit. Zugabe von Wein- und Wacholderbeeren geschmacksverfeinernd. öfteres Aufwärmen verringert den Nährwert Saugbehandlung Sauermilch, Dickmilch, Stockmilch, durch Bakterien gesäuerte und geronnene ungekochte Milch, die ihrer Milchsäurebakterien wegen sehr bekömmlich ist. Milch säuert schneller, wenn man bereits gesäuerte Milch hinzufügt. Man ißt Sauermilch vielfach mit Zucker, Zimt und geriebenem Schwarzbrot. Gequirlt gibt sie ein erfrischendes Getränk. Sauerstoff, Element, färb-, ge- ruch- und geschmackloses Gas, das etwa den vierten Teil der Luft ausmacht, das Mensch und Tier zum Atmen benötigen. Sauerstoffmangel wirkt tödlich. Da die Pflanzen Sauerstoff ausscheiden, ist die Luft in Wäldern besonders angenehm und gesund. Sauerteig, gärender Teig, bei dem Zucker in Alkohol und Kohlensäure zersetzt ist und der daher bei Schwarzbrot als Treibmittel verwendet wird. Sauer- teiA wird zu diesem Zweck dem friichen Teig zugesetzt. Sauerwerden, Zersetzung von Nahrungsmitteln durch Bakterien. Sauer gewordene Speisen sind gesundheitsschädlich und müsien vernichtet werden. Eine Ausnahme macht saure, ungekochte Milch. Saugbehandlung, eine Methode zur Behandlung von Furunkeln, Abszessen usw. Eine Glasglocke, die mit einem Gummiballon in Verbindung steht, wird mit dem unteren glatten Rand fest an die Haut Über den Furunkel usw. gestülpt. Durch Zusammenpressen 430 Einfach mit Sandpapier abreiben ... Meistens geht das, um einen Fleck, eine Verschmutzung zu entfernen. Darum sollte in Ihrem Haushalt immer etwas Sandpapier vorrätig fein. Fein, mittel und grob gibt es in Sandpapier. Auch das bekommen Sie bei Häuser sehr billig. J. 23. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Donnerstag, den 15. April 1937, abends 8.30 Uhr Vortragsabend der Ortsgr. Gießen des VDA. in der Aula des Gymnasiums Die baltische Dichterin Mia Municr-Woblewska spricht über Schicksal deutscher Geschlechter im Baltikum Eintritt frei! 2618 l) zieren Ihr Schlafzimmer und schaffen Ihnen wohltuenden Schlaf. Im Bett soll es behaglich sein. Wir möchten Ihnen dazu helfen Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht LRöhrMo. Bahnhofstraße 4 1 SäsMoIIeln Hochzuchten: Juli, frühe, krebsfest Flava, mittelfrühe, krebsfest Industrie, späte empfiehlt 26iiA SainenbaDs Heb. Halm Bahnhofstraße, Telephon 3403 Slejgiediei oder DanneiiiMeii Moltkestraße 6 hält Sprechstunden nach vorheriger Vereinbarung ab __2615 D Donnerstag, den 15.Avril,nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Urkund Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Berftcigernngslvkal, Neuenweg Nr. 28, dahier), zwangsweise gegen Barzahlung: 2 elektr. Kühlschränke, 3 Personenwagen, 10 Autoreifen, verschied. Kannen Autoöl usw., 2 Grammophone mit Platten, 1 Klavier, 2 Kassenschränke, 1 Warenschrank, 2 Bücherschränke, 1 Kommode, 1 Küchenbüfett, 2 Kautscbe, 1 Chaiselongue, 4 Sessel, 1 Ladentheke, 1 Ladenkasse, 1 Tischchen, 1 Ausziehtisch, 5 Diplomatenschreibtische, 38 Stühle, 5 Schreibmaschinen, 2 Nähmaschinen, 1 Korbgarnitur, 1 Damenarmbanduhr, 1 Kollier, 1 Eßservice, 1 Friseurtoillette, 1 komvl. GlaSverschlag, 1 Tür mit Glas, 8 m Lichtleitung, 11 Särge, 1 Hobelbank, 1 Bohrmaschine, 20 Wärmflaschen, 1 Nübenschneidina- schine,3^bstvressen.30Türschlösser, 25 Kastenschlösser, 2ß0 Türbnnder, 240 Mausefallen, 25 Butterkühler, 15Verdunstschalen,20Besteckkästen,' 192 Reibeisen, 3 Fleischmaschinen und 35 Möbelgriffe. 2619d LNöll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I, Ruf 3239 UIFDRC DRUCKSACHEN VVKRDE Brühl, Gießen Morgens Boäenßelzen - nachmittags Besuch Und Ihre Hände und Fingernägel ---? 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