inb5. * die Mb. mit ‘fiten den ?*anö Niere tyen, de» 3gb. 'Ofteiv We, Kk. Lehr r die )atte, eiten iche. gener rnmal N L eit. Erna eer, Emmi Erna Dis. 13,91 2. A. feit* , 4,86, 3 e n: 3. Sl. t. E. Dis* Dch* emmer Sek. aroein )od)> t 1,54 ®em* erstem Meter, chwarz 5: 1. erftein Tunn» ßer- Sieg Auch u be. jt die letzlar. nar in ie die mschast t aber n zum leiftung en, auf, ütjrung en be» ldes» i San« .7 unb b durch geleitet, 'Bethel) schließt >r Mar- Bürgel n Saal nit den iteiibent ber aus Jlonfag* qlieder- ientliche ne senbach) r ($er; be Auf' . Früh' i 8.30: rau, höc i. U-4;): >n Leitz' dis dem stachnch' lolt UJÖ **< hörfplel- i- Früh' JO?®? i. Schul' DeuE B Nr. 239 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 13. Moder 1937 Lrlcheml täglich, außer Sonntags und Feiertags vetlaaen: Die Illustrierte Eietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe -unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- nchten: Anzeiger Sietzeu Postscheckkonto: jrankfurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche UniverfitSttdruckerei R. Lange in Sießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B auf der Insel Handel treiben. Im 18. Jahr- uiit Das tausendjährige Island heute. Don unserem 6 S.-Serichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Reykjavik, September 1937. Als im Jähre 1930 die germanische Kulturwelt Ins tausendjährige Bestehen des isländischen Älthipg", des alte ft en Parlamentes der Welt, feierte, wurde die nordische Feuerinsel Lwas mehr in der europäischen Presse erwähnt als iswöhnlich. Seitdem ist Island wieder eine terra mcognita für den Durchschnittseuropäer. Man hat !fch an die romantische Vorstellung gewöhnt, daß ie Insel der Edda, der germanischen Sagen- und tötterwelt, von Fischern und Bauern bewohnt sei, d-e in althergebrachter Weise ihrem Gewerbe nach- gchen, und nur als im Juni 1937 die isländischen Thingwahlen oorgenommen wurden, röstete man etwas mehr auf diese Insel, da das Wahlergebnis zeigte, daß die modernen und nur r Deutschland überwundenen Gegensätze auch auf Lr Insel der rund 115 000 Einwohner lebendig fnd. Von den Parteien ist die größte die k o n - s rvatioe Selbständigkeitspartei, die r: nd 24 000 Stimmen auf sich vereinigte, aber in- sllge der Verteilung der Zusatzmandate weniger T andate erhielt als die rund 14 500 Stimmen zäh- Inöe Fortschrittspartei. Die Bauern- rnrtei erhielt 3500, die Kommuni st en 5000, fr? Sozialdemokraten 11 000 Stimmen. 3 ese 16 000 der roten Internationale zugefallenen Kimmen zeigen, daß Island in den Hafenstädten - das Innere ist fast unbesiedelt — alle Span- it ngen und Gegensätze aufweist, die die moder- nm Großstaaten zerreißen, soweit sie politischen und wirtschaftlich noch im Banne der liberalistischen ÄLltauffassung stehen. Die Bewohner der Hafenstädte sind unter dem Einfluß der modernen Technik des Fischfanges f a st ^Amerikanern geworden, d. h. die Lebens- aijffassung des Amerikanertums hat sich mehr und mhr der Isländer bemächtigt. Die reichen Fisch- I giünde Islands haben in den meist unschönen und kliiinen Hafenstädten eine Industrie veranlaßt, die F.chöle und Fischmehl erzeugt und eine Arbeiter- csnft besitzt, die, durch Klassenkampfhetzer aufge- vi'gelt, finster und haßerfüllt alles ablehnt, was icti anderen Volksteil heilig ist: Ueberlieferung, Hbpen- und Rassestolz, Betonung des Germanischen TD Heldenhaften. An und für sich ist das Arbeiten in den engen, vom Fischgeruch überwallten Fabri- •e> nicht erfreulich. Die Arbeit wird als Fluch emp- ii'.ben, und der Verkehr mit den Seeleuten aller tntio^ien hat diesen Teil des Jsländertums moder- I ie« Irrlehren zugänglich gemacht, die ihre zer- efsnde Wirkung deutlich zeigen. Die Arbeiter un- rr cheiden sich fast gar nicht von den englischen, die «r eitenden Frauen und Mädchen ahmen in Tracht ur» Haltung die Amerikanerinnen nach und sind gänzlich Zivilisationsprodukte geworden, die in eiiem bunten Fähnchen, im Bemalen der Gesichter uiui im Kinobesuch das Lebensideal erblicken und fid vollständig vorn Kulturboden Altislands los- geSst haben. Dieser Volksteil entspricht so gar nicht Den Bilde, das sich die Fremden von der isländische Bevölkerung machen, und nur das Blond der Haire und das Blau der Augen zeugen von ihrem 'Ermanentum, das sie sonst der internationalen !f-ase opfern. trotzdem ist der Isländer, sieht man von jenen r.üschen Elementen ab, durchweg ein Mensch, der io;- äußerer Armut sehr gebildet und auf sein .'lmanentum und auf seine Sippe stolz ist. Man iwet in den kleinen, einsamen Siedlungen sehr ochig nicht nur Grammophon und Rundfunk, son- bo auch Goethe und andere Heroen der Geistes- «is«enschaften und der Literatur, und da das Wegenetz auf der Insel hervorragend ausgebaut worden ist lebt der Bauer zwischen Gletschern, rauschenden Oa serfällen, rauchenden heißen Quellen und klaren Seen wie ein alter germanischer Heerkönig, der leinen Hof bestellt und trotzdem Verbindung mit tilei hat, was die germanische Kultur hervor- brachte. Hier findet man auch das tiefste Verständ- iib für das Deutschland Adolf Hitlers, und die 8el e, mit der das Deutschtum als artverwandt be- irecetet wird, kommt oft in rührenden Zügen zum 1 Abdruck. D ese selbstverständlichen und stolzen Naturen ha- auch politisch immer einen Freiheitssinn be- der schließlich Island eine gewisse Unabhän- it eingtragen hat. Als im Jahre 871 die Wi- ■r mit der Besiedlung des menschenleeren Lan- begannen, machte sich bald die Notwendigkeit, iZisttz und Ordnung aufrechtzuerhalten, bemerkbar, Hflb im sechzigsten Jahre der „Landnahme" schuf Lei „isländische Solon" Uljljotr ein Landrecht rnb'das Althing, das in Thingvellir, einer Lava- bm?, die noch heute den Isländern heilig ist, all- Wch abgehalten wurde. Hier wurde das Althing zae nem Fest, das neben der politischen und wirt- haföichen Wegfindung auch das Ideal der Körper- leos den freien Männern nahe brachte, etwa wie jitzt in Deutschland geschieht. Ring- und Ball- bieit usw. wurden geübt und mancher Zweikampf >asg?fochten, da Zweikämpfe ein wichtiges Mittel iler Rechtsfindung waren. Die norwegischen Kö- g? brachen diese Verfassung im Jahre 1264, aber ihrer Entmündigungsversuche handelten die ?i5lir der eifrig mit der Hanse, und zwar brachten die Deutschen Kaufleute den Isländern Weizen, Nv;csn usw. und tauschten dafür Fische, Eiderdau- iir et unb Schwefel. Als die Dänen das Erbe der egerkönige antraten, kamen böse Zeiten. Im 2 ifci 1602 wurde der Handel ein dänisches Mo- rop. Nur der Däne, aber nicht der Isländer Welche Umstände fiihrien zur „Hmdenburg"ckalastrophe? Professor Dieckmann von der Lilienihal-Gefettschast berichtet über die Forschungsergebnisse im Untersuchungsausschuß. München, 12. Okt. (DNB.) In der Hauptversammlung der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung in München erstattete Professor Dr.-Jng. Max Dieckmann (München) einen Bericht über die elektrischen Untersuchungen aus Anlaß der „Hindere- b u r g" - K a t a st r o p h e. Er führte u. a. aus: Der von dem Reichsmlnister der Luftfahrt ernannte deutsche Untersuchungsausschuß zur Klärung der „Hindenburg"-Katastrophe weilte vom 14. bis 28. Mai in Lakehurst und bearbeitete anschließend in der Heimat eine Reihe von Fragen weiter, wobei es gelang, experimentell unter Zugrundelegung der bei der Landung vorliegenden Verhältnisse die „Hindenburg"-Katastrophe als Folge des Zusammentreffens ungünstiger natürlicher Umstände zu reproduzieren. Die Landung des Luftschiffes in Latehurst wurde wegen mäßig-starker örtlicher Gewitterzone verschoben, dann aber auf Anraten des Stationsleiters in Lakehurst doch vorgenommen. Beide Haltetaue waren bereits gefallen, und bis etwa 15 Sekunden vor dem 18.25 Uhr offenkundigen Unglück wurde von keinem Zeugen irgendwie etwas Auffälliges wahrgenommen. Mit Eintritt etwa der letzten 15 Sekunden bemerkten einige Zeugen in der Gegend des Schiffes, wo die Vertikalflosse in den Schiffsrücken einmündet, eine rötlich feurige Erscheinung, die aber durchaus keinen gefährlichen Eindruck machte. Dieser Erscheinung folgte nach Abl'auf der geschätzten Sekundenzahl ein heftiger, offener Flammenausbruch großen Ausmaßes, gleichzeitig ging ein starker Stoß durch das ganze Schiff. Das Feuer breitete sich nun von dem Entstehungsort außerordentlich schnell aus, wobei das von den Flammen eingehüllte Heck zuerst zur Erde ging. Während der Katastrophe fiel leichter Regen. lieber eines herrschte namentlich nach den Aussagen von Dr. Eckener im Untersuchungsausschuß wohl Einigkeit, daß nämlich in den allerletzten Minuten der Fahrt im hinteren Teil des Schiffes Wasserstoff aus einer Zelle ausgetreten ist. In diesem Zusammenhang ist folgendes wesentlich: Wenn Traggas aus den Ueberdruckventilen oder beim Navigieren aus den Manövrierventilen austritt, so sorgt normalerweise eine überaus reichlich bemessene, mit dem Fahrwind und der Kaminwirkung arbeitende Belüftungsanlage dafür, daß das Was- strstoff-Luftgemisch in allerkürzester Zeit auf vorgeschriebenem Wege aus dem Luftschiff entfernt wird. In den kritischen Minuten lag das Schiff aber still, die Entgasung blieb im wesentlichen auf die Kaminwirkung beschränkt, und es darf deshalb mit der zeitweiligen Anwesenheit von Wasserstoff-Luftgemisch höherer Konzentration über einer Gasaustrittsstelle unter dem Außenhüllenstoff im First des Schiffes gerechnet werden. Damit war die für die Möglichkeit einer Zündung notwendige Hauptbedingung gegeben; denn nur, wenn gleichzeitig zündfähiges Gemisch und eine Zün- dungsursache wie Feuer, Sprühentladung, Funken oorltegen, kann es zu einer Katastrophe kommen. Nun haben die inzwischen abgeschlossenen Beobachtungen und Versuche ergeben, daß man auch die zweite Hauptbedingung, die Möglichkeit des Auftretens zündfähiger Funken auf Grund lustelektrischer Erscheinungen und der Baustoffe des Schiffes in Lakehurst als vorhanden annehmen darf. So kann man zur Landezeit in Lakehurst das Zusammentreffen folgender Einzel- u m st ä n d e als gegeben annehmen: 1. Es war wahrscheinlich zündfähiges Gemisch unter dem First des hinteren Teiles des Luftschiffes, begünstigt dadurch, daß wegen des Stittiegens des Schiffes Fahrtwindventilation fehlte oder herabgesetzt war. 2. Es regnete, und gerade dieser Teil des hinter- Jrn Kongreßsaal des Deutschen Museums wurde die Hauptversammlung der Lilien- t h a l - G e s e l l s ch a ft für Luftfahrtforschung eröffnet. Präsident Kommerzienrat Professor Karl Bosch leitete die Hauptversammlung mit dem Hinweis auf die Bedeutung der Gesellschaft ein und dankte allen Förderern. Im Namen des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, des Schirmherrn der Gesellschaft, begrüßte Staatssekretär General der Flieger Milch die Erschienenen und gedachte des Führers. Der Geschäftsführende Präsident, Ministerialrat B ä u m k e r , hieß den Stellvertreter des Führers willkommen, ging dann auf die Aufgaben der Gesellschaft ein und machte Mitteilung von einem von der Gesellschaft veranstalteten Preisausschreiben für Arbeiten über Flugzeugbau, Flugmotoren, Flugfunk- wesen und Luftwaffenwesen. Er dankte dem Reichsminister Rust für die Stiftung. Für die Zukunft habe sich die Gesellschaft eine neue Aufgabe gestellt, die Aufrechterhaltung persönlicher Verbindungen zu den Angehörigen der Opfer der im Kampf um den Fortschritt der Luftfahrttechnik verunglückten Flug- zeugbesatzungen. Die Versammlung erhob sich, als die Namen derer verlesen wurden, die seit der Gründung der Gesellschaft im Dienste der Luftfahrtforschung gefallen sind. Der Geschäftsführende Präsident gedachte ehrend des Führers der deutschen Luftwaffe im Weltkriege, des erblindeten Generalleutnants Thomsen, Ehrenmitgliedes der Lilienthal-Gesellschaft. Ministerialrat B ä u m k e r schloß mit dem Hinweis darauf, daß nur der Glaube an die Zukunft die großen Fortschritte der Menschheit zu schaffen vermöge. Otto Lilien- thal habe das Beispiel gegeben. Generalmajor übet nahm die Verleihung der Lilienthal- Gedenkmünze an folgende Persönlichkeiten vor: schiffes kann als der feuchteste Teil betrachtet werden. 2Han kann also mit äußerlich feuchten Stellen rechnen. 3. Es war eine h o ch t a n - düng ausgeführt worden, d. h. das Potential- gefalle über dem Schiff und damit das Durch- griff-Feld war größer, als wenn es eine Tief- landung gewesen wäre. 4. Zur Zeit der Landung fand ein Nachgewitter statt; während dieser Zeit erfährt das Potentialgefälle erfahrungsgemäß sehr rasche und sehr große Aende- rungen. 5. 3tn Regen wurden die halteseile immer nässer und leitender. — Würde ein einziger dieser fünf Punkte in Lakehurst gefehlt haben, so würde eine Zündung nicht haben eintreten können. Prof. Dr.-Jng. Otto Mader (Dessau), Dr.-Jng. Archur B e r g er (Stuttgart), Dipl.-Ingenieur Fritz N a l l i n g e r (Stuttgart), Prof. Dipl.-Ingenieur Willy Messerschmidt (Augsburg). Dr. phil. C. Krauch, Chef der Abteilung „Forschung und Entwicklung" im Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe in Berlin, gab ein Bild der Arbeit, die von der Forschung zur Verwirklichung des Vierjahresplanes geleistet worden ist. Im Anschluß an den Vortrag von Prof. Dr. Dieckmann über die Untersuchung der „Hindenburg"-Katastrophe wies Ministerialdirigent Muehlig-Hofmann darauf hin, daß der Verlust des „Hindenburg" als eine Fügung höherer Gewalt betrachtet werden müsse und daß alle Stellen, die zu einer Abwehr von Anschlägen in Betracht gekommen seien, ihr Menschen-- möglichstes getan hätten. Weiter sprach der Leiter des Aerodynamischen Instituts in Cambridge (USA.) Prof. Dr. I. C. Hunsaker über „Die Entwicklung des Ueberseeluftverkehrs". Im Verlaufe der Hauptversammlung empfing der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß die ausländischen Teilnehmer, begrüßte sie und unterhielt sich besonders angeregt mit Dberjt Lindberg h. Anschließend beglückwünschte Rudolf Heß die mit der Lilienthal-Geöenk- münze Ausgezeichneten. Flieger-Stabsingenieur Friedrich Hucke (Berlin) sprach über „Die Entwicklung des Blindfluges und feine Bedeutung für die Luftfahrt". Die (Einführung der systematischen Schulung für den Blindflug sei entscheidend für die Weiterentwicklung des deutschen Luftverkehrs. Der Direktor der deutschen Lufthansa, Freiherr von Gablenz, der vor kurzem von seinem Pamirflug wieder glücklich heimgekehrt ist, gab wertvolle Anregungen aus seinen reichen Erfahrungen im Blindflug. 3m Dienste des menschlichen Forischntts. HauptversammlungderLilienthal-GesellschastfürLustfahrtforschunginMünchen. hundert wurde die Insel von Erdbeben und vulkanischen Ausbrüchen schwer heimgesucht, die Einwohnerzahl sank um ein Fünftel. Jrn Jahre 1800 wurde das Althing aufgehoben und damit war die altisländische Freiheit gänzlich vernichtet. Aber zähe kämpfte das Volk um die Wiedergewinnung feiner Freiheit. Jrn Jahre 1854 fielen die letzten Schranken des Handelsmonopols, im Jahre 1871 erhielt das Land eine Verfassung, 1903 eigene Minister, 1911 eine eigene Universität und 1918 wurde ein Abkommen mit Dänemark getroffen, wonach bis 1943 der dänische König nur einen Teil der auswärtigen Vertretung und der Staatsführung hat. Im übrigen ist das Land selbständig, und es ist ftaglich, ob 1943 die Neurgelung wenigstens die bisherige Art beibehält, da viele Isländer für eine völlige Selbständigkeit eintreten. Bedenklich für alle einsichtigen Isländer ist aber die zunehmende Amerikanisierung des Landes. Die Parlamentarisierung reißt Abgründe auf, die sich kaum überbrücken lassen, und vor allem ist, genau wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, eine zunehmende Derstädte- r u n g mit allen ihren Folgen innerhakb von zwei Jahrzehnten eingetreten. Die Hauptstadt Reykjavik umfaßt rund ein Drittel aller Einwohner: die Altstadt mit ihren schlichten Häuschen und dem Thinggebäude ist längst überholt durch die Betonbauten der Neustadt, und in der Umgebung wachsen die Landhäuser, ebenfalls aus Beton, -aus dem Boden und verschandeln die großzügige Gegend. Ein großstädtischer Bar- und Rummelbetrieb würdigt die alten Volkstrachten zu berufsmäßigen Schaustellungen herab, und der Ausländer, der altisländische Eigenwüchsigkeit sucht, ist enttäuscht und angeekelt von Verfallserscheinungen, die sich ganz offenkundig zeigen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war Island eine Insel des Bauerntums. Fast 95 v. H. der Bevölkerung war landwirtschaftlich tätig. Heute sind es nur 40 v. H., und mit dem Bauerntum schwindet die Ueberlieferung. Die Kriminalität ist gestiegen und die Geburteneinschränkung hat einen derartigen Umfang angenommen, daß sich gewichtige Stimmen gegen die Gefahr eines Aussterbens der Nachkommen der alten Wikinger erhoben haben. Nur noch 469000 Arbeitslose. Bereits starker Rückgriff auf die beschränkt Einsatzfähigen. Berlin, 12. Okt. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit: Die Zahl der Arbeitslosen ist im September um 40 000 zurückgegangen, sie beträgt jetzt nur noch 469 000. Die Zahl der Beschäftigten hat allerdings keine entsprechende Erhöhung mehr erfahren, sondern ist u m rund 30000 zurückgegangen. Hierbei handelt es sich um eine alljährlich wiederkehrende Erscheinung: die Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten geht durch Tod und Invalidisierung monatlich um rund 50 000 zurück. In den Frühjahrs- und Sommermonaten wird diese Tatsache durch den Eintritt des neuen Jahrganges Schulentlassener überdeckt; vom Herbst ab tritt sie dagegen voll in die Erscheinung. Dazu kommt im Herbst das Ausscheiden insbesondere solcher weiblicher Arbeiter und Angestellter, die nur in den Sommermonaten in Saisongewerben tätig sind, dann aber wieder in die Familie zurückkehren. Einen gewissen Einfluß mag auch schon der Wechsel der Jahrgänge in der Wehrmacht gehabt haben. Bei dem Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 40 000 ist die ft'a r k e Beteiligung der nur örtlich Einsatzfähigen und der N i ch t v o l l e i n f a tz f ä h i g e n bemerkenswert. Sie waren in diesem Monat am Rückgang fast ebenso stark beteiligt wie die Volleinsatzfähigen und zugleich Ausgleichsfähigen. Der zusätzliche Bedarf beruhte zum großen Teil auf fürs® friftigem Einsatz für Saisonarbeiten (Hackfruchternte), für die in erster Linie örtlich ansässige Arbeiter herangezogen werden. Die Volleinsatzfähigen und zugleich Ausgleichsfähigen werden auch weiterhin nur langsam abnehmen, da sie fast ausschließlich nicht aufnahmefähigen Berufen angehören. Von den 469 000 Arbeitslosen sind 157000 nicht mehr volleinsatzfähig, und zwar 61 000 Facharbeiter, 17 000 Angestellte und 79 000 Ungelernte. Das sind rund ein Viertel aller Facharbeiter, ein Sechstel aller Angestellten und über die Hälfte aller Ungelernten. Von den restlichen 312 000 Volleinsatzfähigen find nur 7 0000 auch außerhalb ihres Wohnortes einsatzfähig. Insgesamt beträgt die Belastung im Reich jetzt 7,1 Arbeitslose auf 1000 Einwohner. Die Gesamtzahl der Unterstützten der Reichsanstalt ging auf 244 000 zurück. Die Zahl der Notstandsardeiter beträgt nur noch 52 000, die überwiegend in den Grenzgebieten angesetzt sind. Ausländsdeutsche und Volksdeutsche. Gegen irreführende Verdächtigungen in Frankreich. Berlin, 12. Okt. (DNB.) In Paris hat eine Tagung der Auslands franzosen stattgefunden, an der neben dem Präsidenten Lebrun eine Reihe von Ministern und andexen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilgenommen haben. In einer Sitzung, die von dem Unterftaatsfefretär im Kolonialministerium geleitet wurde, wurde eine Entschließung angenommen, in der Einspruch g e gen eine etwaige Rückgabe d e r politischen Oberhoheit über irgend eines der französischen U e b e r f e e g e b i e t e , die einen unveräußerlichen Teil Frankreichs bildeten, erhoben wurde. Zur Verhinderung einer Beschnei- öung des französischen Kolonialreiches werde nötigenfalls alles getan werden. So irreführend der sachliche Inhalt dieser Entschließung, soweit Mandatsgebiete betroffen werden, auch ist, so würden wir doch großzügig darüber hinweggehen können, wenn nicht am gleichen Tage der Präsident dieses Verbandes, Senator Verenger, zugleich Vorsitzender des Auswärtigen Senatsausschusses, den Versuch unternommen hätte, indirekt die deutsche Auslandsorganisation zu verdächtigen durch die Behauptung, Deutschland zähle zu seinen Ausländsdeutschen auch alle jene, die deutschen Ursprungs seien, obgleich sie staatsrechtlich einer anderen Nation angehörten, während die Zahl der Auslandsfranzosen knapp 800 000 ausmache. Die Dienststelle des Chefs der Auslandsorganifa- tion im Auswärtigen Amt hat dazu erklärt, Gauleiter Bohle habe wiederholt mit allem Nachdruck klargestellt, daß die Auslandsorganisation der NSDAP, und er als Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt nur die Ausländsdeutschen, d. h. die Deutschen im Auslande mit reichsdeutscher Staatsangehörigkeit, erfasse und im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft beeinflusse. Die Zahl dieser Ausländsdeutschen betrage, da eine genaue Statistik wegen des Fehlens der Konsulats-Matrikel nicht möglich sei, nach Schätzungen rund 1,5 bis 2 Millionen. Wenn darüber hinaus die Volksdeutschen in Europa und Uebersee bei aller Treue zu ihrer neuen Heimat ihr deutsches Volkstum nicht verleugnen und kulturelle Beziehungen zu dem Land ihrer Väter aufrechterhalten wollten, so sei das, da jede Assimilierung fremden Volkstums große Nachteile in sich berge, ein in internationalen Verträgen verbrieftes Recht und Voraussetzung dafür, daß diese Menschen überhaupt wertvolle Bürger ihres Staates fein könnten. Mit Fragen dieser Volksdeutschen befasse sich die Auslandsorganisation aber nicht. Vor den Wahlen in der Sowjetunion. Schemmanöver um die „Demokratisierung". Moskau, 12. Oft. (DNB.) Durch Verordnung des Zentralvollzugsausschusses werden die „W a h - len" zum Ober st en Rat der Sowjetunion auf den 12. Dezember festgesetzt. Die Meldung entbehrt nicht eines gewissen Reizes, wenn man sich daran erinnert, daß sich der Bolschewismus lange Jahre als der geborene Feind der „Demokraten" europäischen Stiles aufspielte und die „Diktatur des Proletariats" proklamierte. Die große Schwenkung begann im Zusammenhang mit der westeuropäischen Bündnispolitik der Sowjetunion und der V o l k s f r o n t t a k t i k der Komintern. Der Parteikongreß 1934 brachte die erste Verlautbarung von einer „Demokratisierung". Ende 1936 wurde die neue Verfassung mit ihren „Segnungen" vom Sowjetkongreß „angenommen" — zu einer Zeit, als die Blutwelle mit den Schauprozessen und Erschießungen am laufenden Band begann. Die Vorbereitung dieser „Wahlen" wird durch eine Agitationskampagne größten Ausmaßes eingeleitet, um die völlig passive Bevölkerung an die Wahlurne zu bringen. Wie die sog. „freie Willenskundgebung" aussehen wird, läßt sich bereits erkennen. In jedem Wahlbezirk — 579 Wahlkreise sind vorgesehen — hat der Wähler eine Auswahl von Kandidaten, die allerdings sämtlich von der Kommunistischen Partei aufgestellt sind, nachdem sie auf ihre „Zuverlässigkeit" geprüft worden sind. Stalin wütet gegen die alten Bolschewisten. Bolksbildungskomnrissar Bubnow seines Postens enthoben. Moskau, 12. Oft (DNB.) Nach einer sowjet- amtlichen Mitteilung wurde der Volkskommissar für Volksbildung, Bubnow, seines Postens enthoben, da er „seine Aufgabe nicht bewälttgt und systematisch die Erziehungsarbeit untergraben habe". Zu seinem Nachfolger wurde der Vorsitzende des Leningrader Vollzugs- Ein Kind erzählt. Von Wera Wagenschein Wir geben im Folgenden einige Proben aus dem im Verlag von Pfister & Schwab, Gettenbach bei Gelnhausen, erschienenen Buche „E i n K i n d erzählt", von Wera Wagenschein: eine Gießenerin berichtet hier von den ersten Eindrücken und frühen Erlebnissen in ihrer Vaterstadt. Das Bänd- chen wird bei vielen unserer Leser besonderem Interesse begegnen. Nun kommt der Nordwind. Er wirbelt Blätter und Vögelchen durch die Luft, wir können sie kaum unterscheiden. Die Stare hocken in der kahlen Ulme wie große schwarze Nüsse. Sie quirlen immer leiser, und ich stehe und horche auf die letzten einzelnen Rufe, wie hoch und süß sie sind. Wir gehen mit Lisa nach Klein-Amerika, draußen an der Kuhle, wo die Kinder Schlittschuhe haben, und ich kniee mich und sehe die Mauslöcher an. Sie haben weiße Kränze von Rauhreif-Kristallen. Da sitzt nun überall etwas Warmes drunter und atmet ... Drüben der Schiffenberg sieht vor dem Himmel so aus wie eine weiße Krone auf hellblauer Seide. Ich gehe ihm ein Stückchen entgegen. Am Klingelbach ein Rabe, der schreit au au, vor lauter Kälte; doch er verbeugt und schwingt sich hin und her und hat etwas Freude im Sinn. Aus dem Nebelwald kommt silberner Meisengesang, und ein Hagebuttenstrauch steht da mit grauen Vögelchen und roten Beeren. Ein Reh geht im Schnee. Es scharrt und findet etwas Gutes, ißt es ruhig auf und sieht sich um nach dem Walde. — Ein Hase läuft immer auf mich zu, als ob ich gar nicht wäre. L ♦ Ge geht mit mir, wenn ich zum Alten Zahnkoch muß, wo es so furchtbar weh tut Auf der Straße faßt Ge meine Hand. Er lacht ein bißchen und sagt: du drückst ja die Arme so an dich und hüpfst wie die Nähmaschine, vor lauter Angst. Wenn es dann beinahe vorbei ist, und der Alte Zahnkoch an den Glasschrank geht, ganz gebückt mit seinen weißen Haaren, und sich niederbeugt, um mir Schokolade zu holen, dann sehe ich über mir in der silbernen Kugel schon Ge, wie er ganz klein und umgedreht unten auf und ab geht und hinaufschaut. Und der alte Zahnkoch sieht mich so freundlich an und sagt: aber von Süßem gehen die Zähne kaputt...! Dann schenkt er mir Schokolade, und ich mache einen Knix und wische mir die ausschusses, Tjurky, eine „neue", bisher kaum bekannte Persönlichkeit ernannt. Obwohl Presseangriffe und Anzüglichkeiten gegen Bubnow seit Jahren zur Tagesordnung gehörten, kommt dessen Absetzung doch überraschend. Die Begründung weist darauf hin, daß auch diese Maßnahme im Zusammenhang mit der großen Säube- runyslawine steht Bubnow, ein alter Berufsrevolutionär aus der nächsten Umgebung Lenins, war schon seit einigen Jahren auf das Erziehungskommissariat abgedrängt, während er früher eine bedeutende Rolle in der Parteihierarchie und in.der Roten Armee gespielt hat. Im Bürgerkrieg leitete Bubnow eine zeitlang die militärischen Operationen an der kaukasischen und der ukrainischen Front, später war er lange Jahre Mitglied des „revolutionären Kriegsrates" und Chef der politischen Verwaltung. Bubnow war ferner einer der letzten überlebenden Mitglieder jenes ,chistori- schen" bolschewistischen Zentralkomitees von 1917, das die Oktoberrevolution geleitet hat. Von den 24 damaligen Mitgliedern dieses Komitees sind nun am Vorabend des 20. Jahrestages der bolfckewisti- schen Revolution zehn eines natürlichen oder unnatürlich en Todes gestorben und weitere zehn von Stalin beseitigt oder erschossen worden. Das nationale Spanien bleibt selbständig und unversehrt. Eine Erklärung des spanischen Staatschefs. Burgos, 12.Okt. (DNB.) Das nationale Spanien beging das Fest der Rasse. Die Hauptfeier sand in Burgos im Beisein des Staatschefs General Franco, des deutschen und des italienischen Botschafters sowie des Regierungsausschusses statt. Aus allen Gegenden des nationalen Spaniens waren etwa 30 000 in der Universitäts-Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossene Studenten herbeigeeilt. Die Straßen waren mit Tausenden von Fahnen geschmückt. Vor der Tribüne des Generals Franco standen Ehrenformationen. Der deutsche Botschafter von Stohrer wurde von der Menge mit erhobenem Arm und minutenlangen Hochrufen auf Adolf Hitler und auf Deutschland begrüßt. Die Kapelle spielte das Deutschland-Lied. General Franco, der das blaue Hemd der Falange trug, hielt eine Ansprache. Am „Dia de la Raza", so sagte er, können wir mit Stolz unseren Brüdern und Schwestern in Südamerika und der übrigen Welt ein Beispiel von Opfermut, von Heldentum, von Siegesoertrauen und Arbeitsamkeit geben, welche Tugenden die Grundlage des neuen Staates bilden. „Ich wende mich nun an die Regierungen in der Well und an die Länder, die den Kampf im nationalen Spanien, den Sinn unserer Freiheitsbewegung nicht kennen, und die von Gebietsabtretungen in Spanien sprechen. Solche Nachrichten sind falsch und haben ihren Ursprung bei den Freimaurern und den internationalen Geheimorga- nifationen. Die Machthaber von Valencia sind es gewesen, die den berüchtigten Vertrag von San Sebastian abschlossen, laut dem Marokko und die Balearen ausländischen Mächten angeboten würben, um damit Spanien auseinanderzureihen und zu zerstören. Die ausländischen Regierungen brauchen keine Sorge zu haben: Spanien wird selbst dafür sorgen, dah eine Aufteilung oder Verkleinerung seines Lebensraumes nicht stattfindet. Auch wird es feine Selbständigkeit nie und nimmer aufgeben. Mögen die Journalisten aller Welt, mögen ausländische Studienkommissionen zu uns kommen und unsere Jugend anschauen, so wie sie ist und Irrtümer ausmerzen. Alle Ausländer, die zu diesem Zwecke nach Spanien kommen, werden alle Erleichterungen erhalten, um sich ein objektives Urteil bilden zu können. Das große und starke Spanien gehört einer ritterlichen Rasse an. Die Anarchie, welche im bolschewistischen Spanien herrscht, und die Ordnung und Zufriedenheit bei uns kann auch demjenigen nicht verborgen bleiben, der, mit allen Vorurteilen behaftet, das nationale Gebiet besucht." Mit dem Hinweis darauf, daß mit dem Erwachen der fpanifc^n Juaend dem Nieder- gana Spaniens während der letzten Jahrzehnte Einhalt geboten worden fei, und daß für Spanien nunmehr eine neue geschichtliche Epoche anbreche, schloß General Franco. Oie spanische Sprache im deutschen Schulunterricht. Reichsminister Rust spricht auf dem Fest der presse der ibero-amerikanischen Kolonien in Berlin. Berlin, 12. Oft. auch eren ^chl jt| e mit. «chiond schulen •enL ’m ge. «ellung 'en an. «prichl. ^chen > meinet ch die ameri, r Sepflegt germani Buenos persönlich; Leben btr des fried, lstauschez, luden' ’kanischeir ’nes W- nd -och- ’ ^ugenb beitragen, eundschch. nteinanber der U Iragat olumbiei ifibent b: besonder ibero--QiF! en AM Spanien- tit eint: Watt. )iebler, London Bevor !N (h rächte de len Sieb iwsW Mnl/che anderer jgar un- erstün> rt seien >en Teil! hieg=i (tBrit.C1? -r braut-, Neuser der HM m De n NM ; Freck'. 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Oso69 Alicenstrasre 4 I mit denen er jahrelang die Umgebung Braunschweigs unsicher gemacht hat, den Rechtsanwalt Hans K o t h e aus Königslutter und den Drogisten Kimme aus Gifhorn ermordet. Im Tunnel aus dem D-Zug gestürzt. Im Eisenbahntunnel zwischen Norheim und Niederhausen wurde der Kaufmann Ferdinand F i l l- m a n n aus Birkenfeld schwer verletzt auf dem Bahnkörper aufgefunden. Fillmann hatte eine Geschäftsfahrt nach Bad Kreuznach unternommen und ist auf der Rückfahrt aus dem Saarbrückener Schnellzug gestürzt. Fillmann wurde sofort in ein Kreuznacher Krankenhaus gebracht, wo er kurz nach der Einlieferung g e st o r b e n ist. Eine französische Stadt durch eine Ehlorgaswolke in Panik verseht. Ein furchtbare Panik entstand in der Nacht zum Dienstag unter der Bevölkerung des nordfranzösischen Städtchens F l e r s - B r e u c o , auf das sich mitten in der Nacht eine Wolke von Chlor-, gasen gelegt hatte. Mehrere tausend Einwohner fluchteten entsetzt aus der Stadt. Erst gegen Morgen wurde die Chlorgaswolke von dem aufkommen- den Wind wieder aufgesogen. Glücklicherweise sind Todesfälle nicht zu beklagen. Doch sämtliche Bewohner hu st en ununterbrochen. 60 Arbeiter der chemischen Fabrik konnten wegen Vergif- tungserschemungen chre Arbeit nicht antreten. Das Vieh, das die Nacht hindurch in den Ställen geblieben war, leidet ebenfalls an starker Chlorqäs- verglftung. Die Aerzte haben alle Hände voll zu tun, und die einzige Apocheke mußte zentnerweise Heilmittel Herstellen. Eine Untersuchung ergab, daß ein Eisenbahntra nsportwagen, der nahm am Sonntag eine Besichtigungsfahrt zu dem Geflübelzuchtverein Kirchhain (Kr. Marburg). Rege Beteiligung von über 40 Teilnehmern zeugte davon, mit welchem Interesse die Züchter in Lollar an ihrem Lieblingssport hängen. Bei schönstem Herbstwetter ging es frühmorgens mittels Omnibus über Marburg dem Ziele zu. In Kirchhain erwartete die Lollarer ein herzlicher Empfang. Dann wurde im Hotel Mofebach gemeinschaftlich an dem Eintopfessen teilgenommen. Anschließend widmete man sich dem Hauptzweck der Fahrt, der Besichtigung der Zuchten des Kirchhainer Vereins. Was 'hier den Lollarer Züchtern geboten wurde, war in allen Stücken musterhaft. Nicht allein die Qualität der Tiere, sondern auch die Zuchtanlagen der einzelnen Züchter waren vorbildlich. Besonderes Aufsehen erregte die dort in Blüte stehende Laufentenzucht, durch welche Kirchhain weltbekannt ist. Hunderte von Tieren in allen Farbenschlägen erfreuten das Auge der Züchter. Mancher Reichssieger konnte bewundert werden. Auch alle Hühnerrafsen, besonders Italiener und Weißhauben in allen Farben, waren zu sehen. Leider schlug wie immer allzuschnell die Abschiedsstunde. Nach kurzem gemütlichem Beisammensein im Vereinslokal mußte die Heimreise an-1 getreten werden. Nach herzlichem Abschied und dem Versprechen, daß der Verein Kirchhain im kommenden Jahre den Besuch in Lollar erwidern wird, ging es wieder dem schönen Marburg entgegen. Dort wurde noch schnell der Tiergarten besichtigt und dann der Heimat zugesteuert. Alle werden noch lange an diese wohlgelungene Fahrt zurückdenken. # Staufenberg, 12. Oft. Heute wurde die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, die 93jährige Das Oottordiplom erneuert =■ Nidda, 1. Oft. Wie wir bereits berichteten, konnte am 16. August d. I. Sanitätsrat Dr. Koch sein goldenes Doktorjubiläum feiern. Das erneuerte Doktordiplom wurde jetzt anläßlich einer Tagung des ärztlichen Kreisvereins im Kur- chaus in Salzhausen in feierlicher Weise durch den Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Gießen, Prof. Dr. ©eifer überreicht, der dabei in einer Ansprache der Verdienste des Jubilars als Arzt und Heimatdichter gedachte. Das Diplom hat folgenden Wortlaut: „Die Medizinische Fakultät der Landesuniversität zu Gießen gedenkt des Tages, an dem sie vor 50 Jahren Herrn Sanitätsrat Dr. Reinhard K o ch in Nidda zum Doktor der Medizin ernannt hat, und erneuert dem wahren Arzt, der immerdar in Liebe und Treue zu Land und Volk Oberhessens gestanden hat, dem oberhessischen Dichterarzt voll feinsinnigen Humors, dem alten Studenten unserer Alma mater, der „Gaisse" und seine Professoren „auch net vergesse hat", nach altern Brauch das Diplom. Gegeben zu Gießen unter dem Rektorat des Professors für Forstwissenschaft Dr. phil. Gustav Bader und dem Dekanat des Pro- fesiors für Hygiene Dr. med. Seifer." Bei der Arbeit tödlich verunglückt. * Butzbach, 12. Oft Der Arbeiter Josef Weil aus Oppershofen verunglückte in der Nähe von Nieder-Weifel bei Straßenbauarbeiten dadurch tödlich, daß er unter Sie Stein- und Schienenladung eines umfallenden Feldbahn-Kippwagens geriet Der bedauernswerte Mann erlitt so schwere Verletzungen, u. a. einen Wirbelsäulenbruch, daß er im Johanniter-Krankenhaus in Nieder- Weisel verstarb. Bon seinem Fuhrwerk überfahren * Winnen (Kreis Marburg), 12. Oft. Der 54 Jahre alte Landwirt Georg Wißner von hier verunglückte heute mittag auf der Landstraße Londorf—Allendorf a. d. Lda. dadurch, daß er beim Durchgehen seiner beiden Pferde infolge Scheuens vor einem Motorradler von dem Wagen herabsprang, um die Bremse anzuziehen, dabei aber unter den Wagen fiel. Die Räder des mit Kies schwerbeladenen Wagens gingen dem bedauernswerten Manne über d i e Beine, wobei er allerlei Verletzungen, u. a. auch einen Unterschenkelbruch, erlitt. Die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen brachte den Verunglückten nach der Chirurgischen Klinik m Gießen. Der Marburger Studentenvater 80 Jahre alt. LPD. Marburg, 12. Oft. Der hier im Ruhestand lebende frühere langjährige Oberbibliothekar an der Universitätsbibliothek, Professor Dr. Wilhelm Fabricius, beging am Dienstag in außerordentlicher Frische seinen 8 0. Geburts - tag. Der Jubilar, aus Groß-Umstadt in Hessen gebürtig, ist neben seinem Hauptberuf auch als Verfasser zahlreicher Abhandlungen auf dem Gebiete der Unioersitäts- und Studentengeschichte, besonders derjenigen der deutschen Korps, weit bekannt geworden. Seine stete Hilfsbereitschaft den Studenten gegenüber hat ihm den Ehrentitel „Studentenvater" eingetragen. Landkreis Gießen. * Lollar, 12. Oft. Der Geflügel- und . Vrieftaubenzuchtverein Lollar unter- ! # Daubringen, 12. Oft. Der hiesige G e - sangoerein „Sänger tust" veranstaltete bei Gastwirt Schäfer einen Unterhaltungs- und Kon- zcrtabend, dessen Einnahme dem Winterhilfswerk zugewiesen wurde. — An unserer. Haltestelle der Reichsbahn wurden Erneuerungsarbeiten durchgeführt: insbesondere wurde der Warteraum durch verschiedene Handwerksmeister neu ausgestattet. — Bürgermeister Deines zeichnete dieser Tage im Saale Schäfer einige Feuerwehrleute für 25jährige aktive Tätigkeit aus. Das Reichs-Feuerwehr-Ehren- zeichen 2. Klaffe erhielten Oberbrandmeister W. Braun III., Oberfeuerwehrmann Heinrich Schä - s e r VI. und Feuerwehrmann Just. Wagenbach. # Mainzlar, 12. Oft. Auch in unserem Orte fand dieser Tage bei Gastwirt Koch ein Winzer- f e st statt, das gut besucht war. Bei Musif, Tanz und Gesang verliefen die Stunden in bester Stimmung. )( Llch, 12. Oft. Am Mittwoch, 13. Oktober, kann der Bahnwärter Heinrich Sann mit seiner Ehefrau Marie Katharine, geb. Wehrum, das Fest der Silberhochzeit feiern. < Birklar, 12. Oft. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein sein Ab- jchlußschießen dieses Jahres auf dem Schützenstand ab. Als erster Sieger ging aus dem Wettbewerb der Landwirt Heinrich Seibert (Birklar) mit 36 Ringen hervor, Den 2. bis 6. Sieg erhielten weitere Schützen mit 35 Ringen. 1-2 Simmet mit Küche für sofort oder später gesucht. Schrift!. Angeb. unt.05067 an ben Gieß. Anz. erbet. Aeltere Frau sucht ein groß. Zimmer mit Küche oder2 kleine mit Küche zu mieten. Schr.Angeb.unt. 04921 a.d.G.A. Burgwirt ein Winzerfest, bei dem von den zahlreichen Besuchern dem Patenwein eifrig zugesprochen wurde. Simmer gesucht gut möbliert möglichst mit fließendem Wasser, für jung. Herrn, der zirka 2 Monate als Volontär hier tätig sein wird. Nähe Selterstor—Frankfurter Straße be- vorzugt. u5o66 MkeWMo. Postfach 94 Gießen. KleineAnzeigen <“iyeuuiem.yin= 'm Gießener Anzeiger gabeseith.Tätig- m^rden von Saufen ber feit U. 6661 D an beachtet unb aelelen. 1 fc. Gieß. Anzeig. 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