V '.‘»v. t ' >y'<:" ■äV «’ 0< •:*'*■'-*’/■* . -. ,M. ■■»•• -, Ä \; e • ■' v’■ ■; MMMEM M- Ä > ■ • M * ?; ><•>■: W; ägLZ: ; IMW ■ vi k H M j DU * i i ;??i M ^WW '.HÄ Montag, 13. September 1957 Nr. 213 Erstes Blatt 187. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Ut)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dort). löereinbg.25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Eelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. 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Trommelwirbel klingt auf, die Standarten und Fahnen setzen sich in Bewegung und bilden einen mächtigen Block, der durch den breiten Weg ..... t, um dann zu beiden Seiten Der Große Appell der SA., SS., des NSKK. und in diesem Jahre zum erstenmal auch des NSFK. im Luitpoldhain auf dem Nürnberger Parteitagsgelände gehört seit dem ersten Nürnberger Parteitag im Jahre 1927 zu einem Höhepunkt der Reichsparteitage. Als in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Marschkolonnen auf dem weiten Platz des Luitpoldhains einmarschierten, lagen leichter Dunst und eine dünne Wolkenschicht über Nürnberg. Aber gerade als sich die Tribünen zu füllen begannen, riß die Wolkendecke an einzelnen Stellen durch, und Über dem Dutzendteich schimmerte der Schein der Sonne durch. In 34 breiten Kolonnen hatten die Marschblocks der SA., der Schutzstaffeln, des NSKK Ausstellung genommen Eigene Marschblocks bildeten in diesem Jahre zum erstenmal die Nationalsozialistischen Fliegerkorps und die Teilnehmer an den Kampfspielen. Das leuchtende Rot der Fahnen teilte die 34 Kolonnen ab, während die Standarten an ihrer Spitze dem ganzen gewaltigen Bild einen wirkungsvollen Abschluß gaben. Der 18 Meter breite,, mit Granitplatten belegte Mittelweg, der die Führertribüne mit dem Ehrenmal verbindet, ist freigeblieben und wird von den Männern der SA.-Standarte „Feldherrnhalle" umsäumt. Vor dem Ehrenmal liegt ein mächtiger Kranz bereit Links und rechts auf den Galerien lodern Opferfeuer, und gegenüber auf den Ecktürmen der Ehrentribünen breiten die mächtigen, 7 Meter hohen Bronzeadler ihre Schwingen. Auf den weit ausladenden Stufen der Führertribüne haben die Standarten und Fahnen Aufstellung genommen, denen bet Führer an diesem Tage die gefaßt sind wir, alle nach einem Befehl, unüberwindlich, aufgelöst in einzelne gar nichts! Wir wollen aber auch in Zukunft Deutschland sein! Die Fahnenweihe. Mit dem gleichen stürmischen Jubel, mit dem die Ansprache des Führers fast bei jedem Satz begleitet wurde, dankten die Teilnehmer dem Manne, der ihnen alles ist, für die Worte, die ihnen neue Kraft und neuen Kampfeswillen gegeben haben. „Deutschland, Deutschland über alles ..." klingt es brausend über das Feld. Dann schreitet der Führer, begleitet von der Blutfahne, aus die Gruppe der neuen Standarten und Fahnen zu, um diesen die Weihe zu geben. Während der Führer jede dieser neuen Standarten und Fahnen mit der Blutfahne berührt, erklingt das Horst-Wessel-Lied, und eine Abteilung Artillerie schießt Salut. Die Heldenehruna. Dann erleben die fast 200 000 Menschen, die am Luitpoldhain versammelt sind, jene Minuten, in denen der Führer, nur gefolgt vom Stabschef der SA und vom Reichsführer SS., langsam auf dem 240 Meter langen Mittelweg zu dem Ehren- I mal schreitet. 200 00Ö Menschen denken jetzt an die Toten, die gefallen sind für Volk und Reich aut den Schlachtfeldern des Krieges und in den Kämpfen um die neue Freiheit. Leise klingt über das Feld die ernste Weife „Deutschland trauert Als der Führer an den Stufen des Ehrenmals angekommen ist, machen die 120 000 Mann kehrt, entblößen die Häupter und richten die Augen auf die Ehrenstätte. Standarten und Fahnen senken sich, und auf den Tribünen hebt alles die Arme zum Gruß der toten Helden. Wehmutsvoll erklingt das Lied vom guten Kameraden, während der Führer den Kranz am Ehrenmal niederlegt. Langsam kehrt der Führer mit seinen beiden Begleitern auf dem Mittelweg zur Tribüne zurück, hinter ihm wird die Blut sahne getragen: dann folgen die Tausende von Fahnen und Standarten. In 28er-Reihen werden sie auf die Terrassen gebracht, die in weitem Bogen den Haupttribünen vorgelagert sind. Auf Befehl des Reichsführers SS rückt die SS.-Ver- fügunqstruppe dicht aufgeschlossen von links und rechts 'her in den Luitpoldhain ein, vereinigt sich vor dem Ehrenmal und marschiert bann in 32er- Reihen auf bem Mittelweg auf. Nun spricht ber Führer. Die Rede des FMers. nen, und ihr werdet ihnen genau so fanatisch treu ergeben folgen, wie wir alle einst dieser Hakenkreuzflagge gefolgt sind. Die Fahne ist wirklich mehr als ein äußeres Zeichen. Wenn alles zu wanken beginnt, dann wird der einzelne durch den Blick auf sie aufgerichtet, und er erkennt wieder seine heilige Pflicht. Und das ist heute vielleicht notwendiger als in den Jahren vor uns. Um uns herum tobt der Feind, den wir im Innern Deutschlands mit Fäusten zu Paaren getrieben haben. Wieder sehen wir um uns das Zeichen unseres alten Widersachers, der die Völker verwirrt. Was ist da notwendiger, als daß wir alle uns erst recht u m u n - fer Siegeszeichen scharen. Und wir wissen, daß in diesem Ringen um Deutschland auch für alte Zukunft nur dieses Zeichen siegreich sein kann! Es ist das Symbol nicht nur unseres Kampfes und damit unseres Sieges, sondern vor allem das Symbol unseres Blutes! Männer! Diele von euch sind vor zehn Jahren hier gestanden. Damals versuchte genau so die Sonne durch den Wolkenschleier durchzudringen wie heute. Was hat sich seitdem gewandelt! Nur zehn Jahre, und ein Volk hat die tiefste Veränderung erfahren, die ihm im Laufe vieler Jahrhunderte zuteil geworden ist. Ihr mögt daran ersehen was Glaube, Zuversicht, Tapferkeit, Mut, Treue und Gehorsam vermögen! Wenn ihr die neuen Standarten jetzt empfangt, dann seht ihr in ihnen die Gebote dieser Tugenden! Zusammen- Es ist sehr selten, daß in der Geschichte dem Kampf einer Generation ein solcher Erfolg belieben ist, denn es ist mehr geschehen als nur eine Wiederauferstehung unseres Volkes, es ist eine große geschichtliche einmalige Reusa r m u n g eingetreten. Wie ich schon am Beginn dieses Parteitages erklärte, daß nicht Behauptungen, sondern Tatsachen das Entscheidende sind, so wird auch diese Reuformung unseres Volkskörpers durch T a t s a ch e n bewiesen und belegt. Und eine der stärksten Tatsachen seid wieder ihr! 3n euch zeigt sich ganz sichtbar die Umwandlung unseres Volkes in ein neues Gebilde. Was ift das doch vor uns für ein zerrissener hausen gewesen, und was ist dieses Volk heute für ein Block geworden! Vor zehn und fünfzehn Jahren haben sich diese Menschen untereinander kaum mehr verständigen können, und heute folgt die ganze deutsche Ration einem Kommando, einem Der Führer spricht zu den Kampfformationen der Bewegung. Appell und Fahnenweihe im Nürnberger Luitpoldhain. , Männer ber nationalsozialistischen Kampfbewegung! "Vor zehn Jahren sinb wir fast an bem gleichen Morgen wie heute z u m e r st e n m a l hier angetreten. Seitbem hat sich nicht nur dieser Platz geweitet, sonbern auch bie Bewegung^ Da, wo früher Tausenbe stauben, stehen fetzt Zehntausenbe. Nur etwas ist gleichgeblieben: b e r G e ist der sie damals hergeführt hat, ist heute noch ber- selde Es ist ein anberes Deutschlanb geworben — aber nicht, weil der Herr uns etwa ohne unser Zutun ftei gemacht hätte, sonbern weil der Allmächtige uns in unserem Kampf um bie Freiheit segnen konnte. , . Wenn bieses Deutschlanb heute so vor uns steht, bann ist es d ° s V - rdienst d - r na 1 ton al- sozialistischen Bewegung. Sie hat das deutsche Volk herausgerissen aus tiefster Mutlosigkeit Verzagtheit und Unsicherheit, und hat ihm wieder einen festen Mut, einen starken Glauben und eine unerschütterliche Sicherheit gegeben An der Spitze der Männer, die diese Umwandlung entgegen dem Willen unzähliger Feinde ermöglichten standen die Männer der nationalsozialistischen Ka m p f o r g a n i s a t i o n e n. Man hatte früher leicht reden, daß mit geistigen Waffen gekämpft werden sollte, während der Gegner mit Brachialgewalt bem Einbruch bes Geistes Befehl! Der Mensch benötigt auf seinem irdischen Lebensweg äußere sichtbare Symbole, die .hm vorange- ttaaen werden und denen er nachzustreben vermag. Das heiligste Symbol ist für den Deutschen immer die Fahne gewesen: sie ist kein Stuck Tuch, son- ? * „ Vff Neberzeugunq, Bekenntnis und damit Der- Vfid) uni 3Älangen Jahren bes Ringens ist -u» b i - Fahne 0 O r a n g e i r a g - n worben, bie^h eütebes Deutlchen Reiches Flaage i» Untoeinbar und verwaschen, ganz unr-pra!-n- atw waren diele Feldzeichen unstres Kampfes. Unb hart, „io haben wir sie geliebt unsere Fahne bie nickts zu tun hatte mit dem Verfall ber Nation. Fnnhern bie uns wie ein Sonnenschein einer fonbern D, {f ren Zukunft erschien! Manchesmal sehen wir sie auch heute noch, diese älteften ^turmfahnen ber Partei, ganz verwaschen und Der» bwÄo^em^ uns alle leuchtende Sterne. 45 cm p ■,"13.65 -„'S 3.95 breit, 4 ty p. m _ nbr.ÄgO p. m ^,w höneo H H -0.45 p.m w .'S 5.35 . p‘m ..p-01 einen Widerstand entgegensetzte. Würde es sich nur um den Geist allein gehandelt haben, wäre Deutschland nie so tief gesunken; der Geist hat in unserem Volk zu allen Zelten versucht, das Richtige zu fordern und bas Richtige zu tun. Aber gegen bieten Geist ber Vernunft hat sich bie Ver- chwörung von Gemeinheit unb Niedertracht gestellt, hat sich bie Gewalt aufgerichtet. Sie wollte nicht, baß in unserem Volk Vernunft unb Einsicht einkehren Unb als bie ersten Männer aufstanben, um mit mir unb hinter mir bie Vernunft einer Volksgemeinschaft zu prebigen, ba teilten sich uns bie Interessenten ber Volkszerrissenheit nicht mit geistigen Waffen, sonbern mit bem brachialen Mittel ber Gewalt entgegen. Wir Ralionalsozialisten unb damaligen Frontkämpfer aber bäumten uns dagegen auf und waren entschlossen, dieser Gewalt gegen die Vernunft die Gewalt der Vernunft entgegenzusehen. Und diese Gewalten der Vernunft, das waren die Sturmabteilungen meiner Partei, eine feste Faust gegen den, der es wagte, mit Gewalt den Feldzug des Geistes und der Vernunft zu ver- hindern. Ihr alle kennt diesen anderthalb Jahrzehnte lang dauernden Kampf, in dem wir langsam mit unseren isloöe 1.91 jreit, ""2.10 sehr gro- n®2,55 p.m b**w „für eiten, *2.15 breit, p -3.95 y 5.95 iMe :: iss % 1.98 2.35 ™:2.J5 w 2.45 in 2.95 ehe 7° 3.25 "m 3.30 4.10 Beim Appell in der Luitpoldarena weihte der Führer neue Standarten, indem er sie mit dem Tuch der Blutfahne der Bewegung berührte. (Aufnahme: Scherl-Bilderoienst-M.) Die Ansprache des Stabschefs. Nachdem der Führer wieder auf die Tribüne zu- rückgekehrt war, richtete Stabschef Lutze folgende Worte an ihn: „Mein Führer! Vor zehn Jahren standen wir hier zum ersten Male in der Luitpold-Arena vor Ihnen zum Appell angetreten. Damals noch klein an Zahl, aber schon eins und fanatisch im Glauben an Sie, mein Führer, und an ihre Mission Mit diesem Glauben und diesem Fanatismus hatten wir damals die neuen, von Ihnen geweihten Standarten übernommen und sind mit diesen Standarten zum ersten Male durch die deutschen Gaue marschiert mit dem unbeugsamen Willen, diese Standarten, die unsere Zeichen des Glaubens und des Kampfes waren, zu Standarten des Sieges zu machen. Und heute stehen dieselben Standarten wieder vor Ihnen, mein Führer, und dieselben Männer. Wenn auch die Zahl großer wurde, sie sind doch dieselben geblieben wie damals. Sie haben den Glauben an Sie, mein Führer, den stahlharten Willen von damals und dieselbe Treue wie damals. (Heil-Rufe.) Sie sind ebenso fanatisch in ihrem Glauben wie das Häuflein, das 1927 vor Ihnen stand. Daran können auch die nichts ändern, die uns antireligiös, Neuheiden unb gottlos nennen Wir kennen diese Heuchler Es sind dieselben, die damals. als wir die Straße freimachten für den Nationalsozialismus und uns zur Wehr setzen mußten gegen die gottlosen Bolschewisten, von „Naziterror" und „brauner Pest" faselten. Und darum dürfen wir, mein Führer, an dieser für uns heiligen Stätte, in dieser Feierstunde fragen: Wer ist denn religiöser9 Diese Männer, die täglich durch ihr Handeln unb burch ihren Einsatz für anbere unb für bas Ganze täglich ihre Nächstenliebe zeigen, ober bie, die zwar viel davon reden, aber sonst nur nörgeln und oerneinen9 Wer ist gottloser, diese Männer, die den ganzen Tag von früh bis spät ihre Pflicht tun in ihrem Beruf, in ihrer freien Zeit, aber nur eins kennen: Dienst für ihr Volk, an ber Gemeinschaft, in bie sie göttliche Bestimmung hineingestellt hat, bie mit einem Wort alles, was sie von Gott bekommen haben — Geist unb Körper —, nur dafür einsetzen was ihnen Gott selbst als das Höchste bezeichnet hat, für ihr Volk und für ihr Vaterland? Oder sie, die zwar das Wort Gottes immer im Munde führen, aber das von Gott selbst geschaffene Werk, nämlich unsere völkische Gemeinschaft, dauernd stören oder Sabotieren? Nein, meine Kameraden, wir wissen, daß Gott nicht bei denen ist, bei den Heuchlern und Phari- I Sie haben uns begleitet in der Zeit eines fanatischen Ringens, und heute sind sie vor uns aufgezogen als die Symbole des von uns erlittenen Staates und der erkämpften deutschen Volksgemeinschaft. Wenn ich euch nun neue Standarten übergebe, bann werbet ihr in ihnen nichts anberes sehen als bie Ergänzung unserer alten Sturmfah- nationalsozialistischen Fäusten ben Wiberstand ber Gegner brachen, Ort um Ort eroberten, ben roten Terror beseitigten unb bamit erst dem Einzug des Geistes die freie Bahn verschafften. Das ist euer geschichtliches Werk! Dieser Kampf hat nicht nur feine blutigen Opfer gefordert, sondern vor allem seelische, innere Opfer. Wie viele von euch mußten es auf sich nehmen, jahrelang wie Verfemte in diesem Deutschland zu leben, das doch niemand mehr geliebt hat als ihr. Viele von euch haben diesen Kampf erkaufen müssen mit dem Verlust von Stellung und Brot. Und jahrelang habt ihr nicht nur die brutale Gewalt des organisierten Mobs, sondern die mit diesem Mob verbündete Staatsgewalt gegen euch gehabt. Es schien säst aussichtslos, gegen diese Verschwörung von Niedertracht, Unvernunft und Macht sich durchzusetzen. Wenn dieses Wunder dennoch gelang, dann ist es der F e st'i g k e i t des Glaubens unserer Partei zuzuschreiben, in erster Linie derTreue ber Männer, die m i t m i r gingen, obwohl sie mich vielleicht gar nicht einmal kannten, nicht einmal gesehen hatten Wir haben alle gemeinsam nur etwas besessen: eine unbändige Liebe zu unserem Volk und einen unerschütterlichen Glauben an seine Wiederaufer st ehung. Und heute ist Deutschland wirklich roieberauferftanben, aufer- ftanben als unser Werk' Die Helbenehrung im Luitpolbhain. Das Lieb vom guten Kameraben erklingt, bie Blut sahne ber Bewegung senkt sich vor bem Mahnmal, bas ber Führer, ber Stabschef ber SA. unb ber Reichsführer SS. grüßen. — (Aufnahme: Scherl-Bilberbienft-M.) : 1.5» ch :i.li 12.15 113.25 13.35 'M 15.90 16.36 säern, sondern bei denen, die wirklich die V o l l - strecker seines Willens sind. Wäre es nicht so, so ständen wir heute nicht hier angetreten mit unseren siebreichen Standarten. Das ist unser Glaube, mein Führer, und von diesem Glauben lassen wir nicht. (Begeisterte Zustimmung.) Meine Kameraden! Mit diesem Glauben haben wir vor zehn Jahren die Standarten übernommen und sie yinausgetragen. Mit diesem Glauben übernehmen wir die neuen und eben vom Führer geweihten und übergebenen Standarten heute am Reichsparteitag der Arbeit, und damit ist uns die Parole für das nächste Jahr gesetzt. Wir tragen sie selbst vor uns her: Glauben und Arbeit, und dazu unsere älteste Parole: Kampf. Glauben an den Führer, Arbeit an seinem Werk und Kampf für die Weltanschauung bis zum letzten Atemzug. Unser Führer Adolf Hitler — Sieg-Heil!" Begeistert stimmen die 120 000 Männer auf dem Aufmarschfeld und die Zeugen dieser Feierstunde auf den Tribünen in dieses Sieg-Heil auf den Führer ein. „Deutschland erwache", gespielt von drei SS.- und SA.-Musikzügen, beschließt die eindrucksvolle Feierstunde. Als der Führer die Tribüne verläßt, werden ihm wieder begeisterte Huldigungen dargebracht. Dann kehren die Standarten und Fahnen zu ihren Einheiten zurück, und die Marschblocks machen sich bereit, um den großen Marsch durch die Stadt und am Führer vorbei anzutreten Der Vorbeimarsch vor dem Führer. Aus dem Adols-Wler-pIch. Der Ehrentag der Männer der SA., der SS., des NSKK. und des NSFK. fand seinen Ausklang in dem großen Vorbeimarsch vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz. Fenster, Balkone und Dächer aller Häuser waren bis auf den allerletzten Platz besetzt. Unter den ersten Ehrengästen befanden sich die Vertreter der fremden Mächte. Dann kamen zwei Wagen mit faschistischen Führern, die mit lauten Heill-Rufen empfangen wurden. Auch der Bruder des fpanischen Staatschefs Franco war Gegenstand herzlicher Kundgebungen. Es kamen die Reichsleiter, die Reichs- Minister, die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile und viele andere bekannte Persönlichkeiten. Um 11.30 Uhr kündigten brausende Heill-Rufe das Rahen des Führers an. Minutenlang anhaltender Jubel ging durch die Menschenmenge, als der Führer die Front der Tribünen abschritt, wobei er besonders die Schwerkriegsbeschädigten und die Angehörigen der Ermordeten der Bewegung grüßte. Aus einem Fenster schwenkten italienische Schwarzhemden zwei große italienische Fahnen dem Führer zum Gruße entgegen. Die Fahnen nahezu aller SA.-Stürme -vus dem ganzen Reich marschierten am Sonntagvormittag auf dem Adolf-Hitler-Platz am Führer vorbei. (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.) ■ W 1 i z W X z Bi ■ 4 ■ X . Der Führer hat sich zu seinem Wagen begeben und nun begann der Vorbeimarsch. An der Spitze schritt Stabschef Lutze mit allen Amtsund Abteilungschefs der Obersten SA.-Führung. Die B l u t f a h n e wurde ehrfurchtsvoll von der Menge begrüßt. Den Teilnehmern der NS.« K a m p f s p i e l e war die Ehre geworden, als erste Gruppe marschieren zu dürfen, an ihrer Spitze der Reichssportführer. Stabschef Lutze schwenkte ein und nahm rechts vom Führer Aufstellung. Es folgten der Marschblock der Obersten SA -Führung, die Reichsführerschule der SA. und das Hilfswerk Nordwest. Dann kamen mit ihren Standarten und Fahnen die SA.-Gruppen Franken, Hansa, Bayerische Ostmark, Ostmark, Ostland, Nordsee, Niedersachsen, Pommern, Berlin-Brandenburg, Nordmark, Südwest, Mitte, Sachsen, Niederrhein, Schlesien, Thüringen, Westmark, Kurpfalz, Westfalen, Hochland, Hessen. Zum Schluß donnert brausender Jubel über den Platz. Er gilt dem SA.-Obergrup- penführer Hermann Göring, der an der Spitze der Wachstandarte „Feldherrn- Halle" als deren Chef am Führer vorbeimarschiert und dann seinen Platz vor der Blutfahne einnimmt. Der nun folgende, fast eine halbe Stunde währende Vorbeimarsch des N a t i o n a l s o z i a l i st i - schen Kraftfahrkorps, bringt eine andere Note in die Parade der Kampfverbände. Die große Aufgabe der Ausbildung des Nachwuchses und die Verbundenheit des Korps mit der Jugend kennzeichnend folgende zwei Krafträder, an Deren Beiwagen eine Jungvolk- und eine HJ.-Fahne flattern, und je etwa 30 Krafträder und Beiwagenmaschinen, die von Jungen der Motor-HI. und von Männern der Motorlehrstürme Berlin und München im Sturzhelm und grünen Fahranzug prachtvoll aus- gerichtet gefahren werden. Die Hörnerklänge des Musik- und Spielmannszuges begleiten den Vorbeimarsch des Korpsführers Hühnlein, der gerade an seinem Geburtstag dem Führer seine Formation vorführen kann und den Vorbeimarsch von 95 Standarten und 540 Sturmstandern. Der Schulblock und der Block des Verkehrserziehungsdienstes eröffnen in gleicher mustergültiger Haltung den Marsch der Formationen. Bisweilen unterbrechen einige Glieder von Angehörigen der Kraftbootstandarte in weißen Mützen die langen Reihen Der schwarzen Sturzhelme. Nun kommt das Nationalsozialistische Fliegerkorps unter Generalleutnant Chri- stiansen. Der stramme Parademarsch der jun- aen Männer in dunkelgrauer Feldmütze löst stärksten Beifall aus. Wenige Minuten später beherrscht schon das Schwarz der SS. die Straße des Vorbeimarsches. Der Reichsführer SS. Himmler und oie Chefs der fünf Hauptämter < V$l Unter den Ehrengästen beim Vorbeimarsch vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz am Sonntagvormittag sah unser Kameramann hier (von links) neben italienischen Gästen Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generalleutnant Milch und Reichsarbeitsminister Seldte. (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.) schreiten vorbei. Weithin vernehmbar ist der Marschtritt der schwarzen Bataillone, und im Verlaufe einer knappen Stunde haben 19 000 Angehörige des Schwarzen Korps Adolf Hitler ihren Gruß entboten. Dann kommen die SS.-Totenkopfverbände mit Gruppenführer Eicke an der Spitze, eine Truppe, die wohl ihresgleichen sucht und die mit stürmischem Beifall überschüttet wird. Hierauf senkten die Kommandeure der Standarten der SS.-Verfügungstruppe ihren Degen vor dem Führer. Beschluß und Höhepunkt dieses Marsches bildet die Leib standarte Adolf Hitler, geführt von Obergruppenführer Sepp Dietrich, in weißem Lederzeug unter den Klängen des Lieblingsmarsches des Führers. Der viereinhalbstündige Vorbeimarsch ist beendet. Von den Tribünen eilt alles zum Führer hinüber, den endlose Heil.'-Rufe umbrausen. Der ganze Platz ist von einer wogenden Begeisterung erfüllt, als Adolf Hitler mitten durch die ihm zujubelnde Stadt zum Deutschen Hof zurückkehrt. Oas Diplomatische Korps auf der Nürnberger Burg. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, lud die auf dem Reichsparteitag anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger der fremden Mächte au einem Essen auf die Nürnberger Burg, zu dem deutscherseits die Reichsleiter der NSDAP, der Reichsaußenminister und andere führende Männer des nationalsozialistischen Deutschlands erschienen waren. Ferner empfing Rudolf Heß den Delegationsführer der auf dem Reichsparteitag anwesenden italienischen Abordnung, Unterstaatssekretär B a st i a n i n i, und den stellvertretenden Chef der Auslandsorganisatton der faschlstischen Partei, Graf Thaon di Revel. Oer Dank des Führers. Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Das Führer« korpsderPartei war am Sonntagabend Gast des Führers im Hotel „Deutscher Hof". Im Verlauf des Abends gab der Führer seinem Dank Ausdruck für die in diesem Jahre von allen Gliederungen der Bewegung so hervorragend geleistete Arbeit für den Reichsparteitag. Dieser Dank gelte über den versammelten Kreis hinaus allen Parteigenossen, die mitgeholfen haben, daß dieses gewaltige Werk gelingen konnte. Ehrung der Sieger im Reichssportwettkampf der HI. Nürnberg, 12. Sept. (DNB.I Auf dem Fah. nenhügel im Zeltlager der Hitler-Jugend in Nurn- berg fand durch Öen Reichsjugendführer, Baldur von Schirach, die Ehrung der Sieger im Reichssportwettkampf der HI. statt. Reichssportführer Obergebietsführer von Tschäm- mer und Osten konnte dem Reichsjugendführer melden, daß die Kämpfe ergebnis- und leistungsmäßig die Erwartungen übertroffen haben. Anschließend sprach Baldur von Schirach und bezeichnete die Sieger in diesem erstmaligen großartigen Wettkampf als die Pioniere der modernen und neuen Leibeserziehung. Mit der Ehrung der Sieger verband er die Verleihung der höchsten Auszeichnung der HI., des Goldenen Ehrenzeichens der HI., an Oberbannführer Klein als den Organisator aller HJ.-Veranstaltungen auf dem diesjährigen Parteitag und besonders des vorbildlichen Zelt- lagers in Langwasser. Die Fortsetzung des Parteikongresses. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Der Parteikongreß nahm am Samstagnachmittag seinen Fort- ging. Der Stellvertreter des Führers gab zunächst dem Amtsleiter Dreßler-Andres das Wort, der im Auftrage von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Rechenschaftsbericht der Deutschen Arbeitsfront verlas. Während des Berichtsjahres habe das Leben der schaffenden Menschen durch die Tätigkeit der Reichsbetriebsgemeinschaften eine Erhöhung des Lebensstandards auf allen Gebiet en erfahren. Der schaffende Mensch werde im neuen Deutschland nicht nur geschützt, ihm werde sein Recht auf menschenwürdige Behandlung und aiiftänbige Lebensführung gewährleistet. Vier große Gebiete der sozialen Betreuung habe die DAF. zur Hebung des Lebensstandards erkoren: „Kraft durch Freude", Volksgesundheit, Berufserziehung, Wohnungs- und Siedlungsbau. „Kraft durch Freude" habe das Völk in Bewegung gebracht. Insgesamt würden 61% Millionen Menschen durch KdF. erfaßt In diesem Winter würden 30 000 deutsche Arbeiter nach dem Mittelmeer fahren, auch die Madeira-Fahrt werde durchgeführt werden. Insgesamt würden in diesem Jahr 9 Millionen Menschen durch Reisen und weitere 2 Millionen durch Wandern in Marsch gesetzt. In den vier Gauen Bayerische Ostmark, Köln-Aachen, Karlsruhe und Hamburg seit mit den Reihenuntersuchungen der gesamten schaffenden Volksgenossen begonnen worden. Eine starke Förderung habe der Bau von Siedler stellen Eigenheimen und Wohnungen erfahren: insgesamt seien 1937 251 000 Wohneinheiten durch die Tätigkeit der DAF. dem schaffenden deutschen Volk dienstbar gemacht worden. Die von der DAF. errungenen Erfolge hätten auch im Auslande den Wunsch rege werden lassen, mit uns in Verbindung zu treten und unsere Einrichtungen näher kennenzulernen. Ein Erfolg dieser Arbeit sei das zwischen Cianetti und Dr Ley abgeschlossene Austauschabkommen, dessen praktische Äuswirkun- gen schon sichtbar würden. Zur Vermögenslage der Deutschen Arbeitsfront wird ausgeführt, daß bis heute alle Ausgaben einschließlich der Baukosten aus den taufenden Einnahmen gedeckt worden seien. Zudem könnte noch monatlich eine Mil- lion Mark zurückgelegt werden, so daß das Vermögen der Deutschen Arbeitsfront als ständig wachsende Rücklage angesehen werden könne. Das Vermögen einschließlich des gesamten toten und lebendigen Inventars betrage abzüglich aller Belastungen und Abschreibungen heute nahezu eine halbe Milliarde Mark, so daß bei einer Rückschau auf die letzten vier Jahre behauptet werden könne, daß aus einem bankrotten Trümmerhaufen mit völlig zerfahrener Finanzgebarung eine lebensvolle Gemeinschaft aller Schaffenden geworden sei. Die bann folgende Rede des Staatssekretärs Reinhardt war ein eindrucksvoller Rechenschaftsbericht zu den großartigen Leistungen der Bewegung bei ihrer vierjährigen Aufbauarbeit. Die Arbeitslosigkeit wurde fast restlos beseitigt, die soziale und wirtschaftliche Not der deutschen Menschen ist weitgehend überwunden, über 38,4 Milliarden Reichsmark wurden bisher für diesen Gesundungsprozeß aufgebracht! In vier Jahren wurden 1 118 000 neue Wohnungen errichtet Eines der sichtbarsten Zeichen der erfolgreichen Arbeit der nationalsozialistischen Staatsführung ist die Erhöhung des deutschen Volkseinkommens in vier Jahren um die Hälfte! Trotz dieser gewalttgen finanziellen Leistungen, so stellte Staatssekretär Reinhardt weiter fest, ist der Haushalt des Reiches im Gleichgewicht geblieben und wird es auch weiterhin bleiben. Hand in Hand mit dieser erfolgreichen Wirtschaftspolitik ging eine planvolle und zielbewußte Bevölkerungspolitik. Durch einmalige und laufende Kinderbeihilfen wurde den kinderreichen Familien in jeder Hinsicht geholfen. Reinhardt kündigte in diesem Zusammenhang eine neue Verordnung an, durch die der Kreis der Beihilfeberechtigten noch sehr stark erweitert wird. Ebenso werden mit Wirkung vom 1. Oktober die Bedingungen zur Gewährung eines Ehestandsdarlehens bedeutend eingeschränkt, so daß vor allem in der Frage der Rückzahlung der Darlehen eine große Erleichterung ein« tritt. Reichsarbeitsführer hier! erstattete als letzter Redner des Tages den Rechenschaftsbericht über die materielle Arbeitsleistung und den wirkungsvollen Einsatz des Reichsarbeiksdienstes im kehlen Jahre. Es konnten 37 000 Hektar Bauernland regelmäßigen Hochwasserüberflutungen entzogen werden, umfangreiche Umlegungsmaßnahmen, Rodungen usw. wurden durchgeführt, so daß allein durch die Landeskulturarbeiten ein jährlich wiederkehrender Mehrertrag erzielt wurde, der für die Ernäh - rung von rund 50000 Volksgenossen ausreicht. Dazu kommt die Anlage von Siedlungsstellen, umfangreiche Hilfe bei Katastrophen und Die jährlich laufende Erntenothilfe. „Der Ueberblicf über diese Arbeitsleistungen", so erklärte Reichsleiter Hier!, „beweist erneut, daß der Reichsarbeits- dienst auch rein wirtschaftlich gesehen, was an sich durchaus falsch wäre, keine unproduktive Einrichtung ist, sondern daß das vom Staat in diese Einrichtung gesteckte Kapital sich auch wirtschaftlich gut verzinst und amortisier t." Eindringlich hob der Redner hervor, wie notwendig die Durchführung der allae- meinen Arbeitsdienstpflicht auch für bie weibliche Jugend sei, wobei man auch nicht die innerpolitische Bedeutung der Arbeitslager der weiblichen Jugend vergessen dürfe, denn in ihnen werde rassisch angewandter Nattonalsozia- lismus oorgelebt und von dort aus in die Familien hineingetragen. Ueberaü müsse die allgemeine Arbeitsdienstpflicht etwas Selbstverständliches werden wie die Schulpflicht und wie die Wehrpflicht, denn wie jedes Jahr von neuem der Gärtner das Unkraut ausrotten müsse, so müsse durch den Arbeitsdienst in jedem Jahr von neuem das Unkraut des Klassengeistes und der materialistischen Arbeitsauf- faffung ausgerottet werden. Gerade die Ausnahms- iofigfeit fei die Voraussetzung der volkserzieherischen und volksverbindenden Wirkung des Arbeitsdienstes. Entscheidend für die Lösung des Problems des Arbeitsdienstes fei es gewesen, daß die Arbeitsdienstpflichtigen sich als Soldaten der Arbeit im Ehrendienst für ihr Volk fühlten, und wenn der Dienst auch hart und streng sei, so seien alle Arbeitsmänner doch mit Freude bei ihrer Sache, so sie ihren Sinn und Zweck einsehen gelernt haben. Der starke Beifall, der dem Reichsarbeitsführer iür feine Ausführungen zuteil wurde, zeigte, wie >och die Leistungen der Arbeitsmänner vom deut- chen Volk eingeschätzt werden. Der Parteikangreß wurde dann auf Montag vertagt. Riesenfeuerwerk und fröhliches Biwak beschlossen den Samstag. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Den prachtvollen Abschluß des Samstags des Retchspartei- tages der Arbeit bildete das glanzvolle Feuerwerk, wie es prächttger bisher nirgends gezeigt worden ist. Als die Nacht hereinbrach, loderten die Flammen in. den Feuerschalen auf der Zeppelinwiese auf und zahlreiche Scheinwerfer tauchten die beiden Fronten der Tribüne und ebenso die des bereits fertiggestellten Teiles der neuen Kongreßhalle auf dem jenseitigen Ufer des Dutzendteiches in flutendes Licht. Zu Beginn des Feuerwerkes war an dem riesigen Gelände kein Platz mehr frei. Rund eine Million Volksgenossen waren Zeugen dieses festlichen Abends. Riesige Feuersäulen in allen Farben stiegen in den dunklen Abend hinauf. Sterne funkelten am Himmel, und riesige Aehren senkten sich herab zur Erde. Dazwischen dröhnten dumpfe Kanonenschüsse. Die prachtvollen bunten Feuerbilder fanden immer wieder stürmischen Beifall. Den Höhepunkt des Lagerlebens der in den großen Zeltlagern untergebrachten Reichsparteitagsteilnehmer bildeten am Samstagabend die fröhlichen Biwakfeiern bei loderndem Feuer. Zahlreiche Diplomaten, Politiker und hohe Offiziere der Wehrmacht wohnten dem luftigen Treiben als Gäste bei. Auch die Führer der Gliederungen, Stabschef Lutze, Reichsführer SS. Himmler, Korpsführer Hühnlein, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Korpsführer Christiansen ließen es sich nicht nehmen, einige Stunden im Kreise ihrer Kameraden am Lagerfeuer zu verbringen. — Am brennenden Holzstoß hielt Korpsführer Hühnlein inmitter seiner Männer und Der Ehrengäste eine von tiefer Begeisterung für die Ziele und die Arbeit des Korps getragene Ansprache. Vorbeimarsch deutscher Zurigvolkführer vor Mussolini. Rom, 12. Sept. (DNB.) Die Schlußparade des Sommerlagers Campo Dux, in dem 26 000 Faschisten aus allen Provinzen Italiens einen Schulungskursus abgehalten haben, hielt Mussolini am Sonntagnachmittag ab. Eröffnet wurde die Parade durch die als Gäste von Staatssekretär Ricci in Rom weilenden 450 deutschen Jungvolk- führer, die, Spielmanns, und Musikzug voran, mit ihren Fahnen am Duce vorbeimarschierten, der mit der erhobenen Rechten grüßte. Die Meldung wurde ihm von Gebietsführer ßanganfe erstattet, dem Mussolini seine volle Anerkennung aussprach. Deutschlands Jugend bekennt sich zum Führer. Die Kundgebung der Jugend im Stadion. Unser Bild zeigt den gewaltigen Fahneneinmarsch vor dem Führer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W K M Wil sie das Gelöbnis ablegen zu dem Deutschland, das wir heute erstritten haben. Deutschland Sieg-Heil! Die Vereidigung. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Der bedeckte Himmel der beiden letzten Tage ist am Vormittag des Samstags durch leichtes Regenwetter abgelöst worden. Das aber hat der Freude der Hitler- Jugend auf diesen Tag keinen Abbruch tun können, die im Alten Stadion in 14 Marschblocks im Jnnenfeld aufmarschiert ist und die hohen Ränge des gewaltigen Ovals bis auf den letzten Platz besetzt hält. Links und rechts neben dem Mittelfeld der Tribünen hat die M a r i n e - H I. in Blau und Weiß Aufstellung genommen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist oberhalb der Tribünen ein Abschlußbau für die Fanfarenbläser und die Fahnen errichtet. Beide Seiten werden vom B D M. flankiert. Die große Ehrentribüne und die beiden daneben liegenden Blocks sind für Zuschauer reserviert. Im Mittelfeld stehen die Trommler und Fanfarenbläser des Jungvolkes und der Spielmanns- und Musikzug der HI. Vor dem Marschblock sind die Parieianwärter aus der HI. angetreten, die heute vereidigt werden. Zur Seite der vorgebauten Rednerkanzel steht die Abordnung der faschistiscben Jugend in ihren weiß ausgeschlagenen schwarzen Umhängen. Als der Reichsjugendführer eintrifft und chm Meldung erstattet ist, kann das Kommando zum Ablegen der Zeltbahnen gegeben werden. Der Regen hat aufgehört. Auf ein Kommandowort ist das Stimmengebrause verstummt, und einige Augenblicke später, während schon der Badenweiler Marsch aufklingt, erscheint Der Führer. Kaum ist er in das Blickfeld der' Jugend getreten, brausen ihm vieltausendstimmige Heilrufe entgegen, die erst verstummen, als der Reichsiugendsührer vor den Führer tritt, um ihm 48 000 Hitlerjungen und Jungvolk und 5000 BDM.- Mädchen, unter ihnen 11500 Parteianwärter, zu melden. Der Führer dankt dem Reichsjugendführer und wendet sich an die Jugend: „Heil meine Jugend!" „Heil mein Führer!" schallt aus frischen Kehlen die Antwort, und wieder schlägt dem Führer in Heilrufen ohne Ende das Herz der deutschen Jugend entgegen. Fanfaren rufen von den Türmen, und unter den Toren der Schmalseite des Stadions ziehen die Bannfahnen, die Junabannfahnen und die Gefolgschaftsfahnen in das Innere, während die Jugend das Lied anstimmt: „Aus, hebt unsere Fahne!" Vor der Ehrentribüne ziehen die Fahnen im Gegenzug aneinander vorbei. Das Rotweiß der HJ.- Fahnen mischt sich mit dem Schwarzsilber der Jungvolkfahnen und löst sich wieder auf, um dann aus den Stufen Gegenüber der Haupttribüne in ach! Fahnensäulen Aufstellung zu nehmen. Dann schwingt eine Stimme durch den weiten Raum: „Zu kämpfen sind wir gewohnt; denn aus dem Kampf sind wir gekommen. Wir wollen die Füße fest in unsere Erde stemmen, und wir werden keinem Ansturm erliegen. Und wir werden neben dir stehen, wenn diese Stunde jemals kommen sollte. Wir werden vor dir stehen, zur Seite und hinter dir, und wir werden unsere Fahnen hochhalten. Dann mag unser alter Widersacher versuchen, gegen uns anzutreten und sich wieder zu erheben. Er mag sein Sowjetzeichen vor sich hertragen. Wir aber werden in unserem Zeichen wieder siegen." Die Partei - anwärter schließen sich mit dem Gelöbnis an: Volk den Sinn für die wirkliche Freiheit gibt und daß sie ihm das Gefühl für die Ehre wach hält! Wir wollen sie nicht bitten, daß sie uns die Freiheit schenkt, sondern daß sie uns nur a n st ä n d i g sein läßt, damit wir selbst uns jederzeit die Stellung in der Welt erkämpfen, die ein freies Volk benötigt! Ihr seid nun die deutsche Staatsjugend. Allein niemals wird die Führung dieser Jugend eine andere sein als die, die aus der nationalsozialistischen Idee und Bewegung gekommen ist! Auch heute schon seid ihr ein unzertrennlicher Bestand- teil dieser Idee und dieser Bewegu n g. Sie hat euch geformt, von ihr habt ihr das Kleid, und ihr werdet ihr dienen euer ganzes späteres Leben! Das ist das Wunderbare, daß in euch das Glied der Erziehungskette unseres Volkes geschlossen wird. Mit euch beginnt sie, und erst wenn der Deutsche in das Grab sinkt, wird sie enden! Noch niemals war in der deutschen Geschichte eine solche innere Einigkeit in Geist, Willensbildung und Führung vorhanden. Das haben viele Generationen vor uns ersehnt, und wir sind die glücklichen Zeugen der Erfüllung. In euch aber, meine Jungen und Mädchen, sehe ich die schönste Erfüllung dieses jahrtausendelangen Traumes! So wie ihr heute vor mir steht, so wird einmal in Jahrhunderten Jahr für Jahr die junge Generation vor den dann kommenden Führern stehen. Und immer wieder wird Jubelnd und in tosender Begeisterung stimmt die versammelte Jugend in den Heilruf ein, der wie ein Sturmwind über das weite Stadion braust. In mustergültiger Disziplin aber verstummt sie, als der Stellvertreter des Führers vortritt, um die Vereidigung der aus der HI. stammenden 18jährigen vorzunehmen. „Hitlerjungen, die ihr angetreten seid zum Eide, so sagt Rudolf Heß, ihr seid die er st en, die hier in Nürnberg auf dem Reichsparteitag in die Partei Deutschlands ausgenommen werden. So wie ihr werden von nun ab Jahr fürIahr, Generation für Genneration in Nürnberg auf dem Reichsparteitag die Jungen unseres Volkes, die reif und würdig sind, in die große Schicksalsgemeinschaft ausgenommen, in die große politische Kampfgemeinschaft der Auslese des deutschen Volkes. Ihr sollt nun wirken in der PatU, wirken im Geiste der alten Kämpfer, ihr werdet diesen Geist mit euch tragen und sollt ihn später übertragen auf die Jungen, die wieder nach euch kommen, den Geist der Öpferbereitschaft, des Einsatzes bis zum Letzten, der Hingabe zum Letzten. Jrh sollt mithelfen zu wachen und zu wirken in der Partei, daß Deutschland, daß das deutsche Volk nie wieder zurucksinkt in die Zeiten der Schmach und der Schande^ Ihr sollt mithelfen zu wirken, daß unser Deutschland weiter aufsteige zu Größe und Schönheit. Ihr sollt wirken für das Höchste, was uns gegeben, für unser Volk und seinen Führer Ihr werdet nun einen heiligen schworen. Seid euch dessen bewußt! Einen Eid, den Ihr halten müßt, komme was da wolle. Wer sich zu schwach fühlt, diesen Eid zu halten, soll nicht mitschworen. Niemals wird dem Nachteil erwachsen, der bann meldet, daß er nicht geschworen habe und der dadurch nicht ausgenommen ist in die Partei. Wehe aber dem, der schwört und seinen Eid nicht hält! Die jungen Parteianwärter sprachen dann dem Stellverteter des Führers die Worte der Eidesformel nach: ,Lch schwöre bei Gott diesen heiligen Eid! Ich werde meinem Führer Adolf Hitler allezeit treu und gehorsam fein. Ich will als Barteigenosse im Dienste der Gemeinschaft des deutschen Volkes gewissenhaft und opferbereit meine Pflicht erfüllen für die Größe und Ehre der deutschen Nation, so wahr mir Gott helfe!" Als der Eid gesprochen ist, wendet sich Adolf Hitler ihnen zu: „Heil, meine jungen Parteigenossen!" „Heil, mein Führer'" donnert ihm als Antwort entgegen. Das Sieg-Heil des Reichsjugendführers auf Den Führer findet ein vieltausendstimmiges Echo. Dann klingt das Fahnenlied der HI. auf. Das Kommando „Stillgestanden! Augen rechts! Fahnen hoch!" ertönt. Der Präsentiermarsch er- klingt, und nun schreitet der Führer, begleitet von Baldur von Schirach, Rudolf Heß, dem Stabsführer Lauterbacher, dem Ehrenführer der HI. Admiral von Trotha und den jeweiligen Gebiets- führern durch die Marschblocks, die schnurgerade ausgerichteten Reihen entlang. Führende ausländische Militärs bei den Wehrmachtsmanövern. Berlin, 11. Sept. (DNB.) Der Oberbefehls- Haber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v o n Blomberg, hat in Erwiderung der in diesem Jahre in Großbritannien, Italien und Ungarn genossenen Gastfreundschaft führende militärische Persönlichkeiten dieser Staaten zur Teilnahme an den Wehrmachtsmanövern, die in diesem Monat in Mecklenburg und Pommern stattfinden, eingeladen. Der Einladung werden folgende hohe Offiziere Folge leisten: Großbritannien: Feldmarschall Sir Cyrill 2) euere 11, Chef des Reichsgeneralstabs, General J r o n- f i b e , Kommandierender General, Luftmarschall Sir Arthur Longmore, Kommandeur der Wehrmachtsakademie. — Italien: Marschall Bado g l i o , Generalstabschef der Wehrmacht, General Pariani, Unterstaatssekretär und Ches des Generalstabes des Heeres, Flottenadmiral C a • nagnari, Unterstaatssekretär und Ches des Generalstabs der Kriegsmarine, General Valle, Unterstaatssekretär und Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General Russo, Staabschef der faschistischen Miliz. — Ungarn: General der Infanterie Röder, Honvedminister, General der Infanterie Ditöz S o n y i, Oberbefehlshaber der Hon- ved, Feldmarschalleutnant Ditez von Ratz, Chef des Generalstabs der Honved. booten Das Abkommen von Ayon schließt Moskau von der Mittelmeerkontrolle aus Spannungen ergeben werden. Man müsse sich z. B. vorstellen, was sich ereignen könne, wenn ein britisches Kriegsschiff ein U-Boot versenken würde. Wenn die englische Flotte sich zur Verteidigung von Handelsschiffen anderer Staaten verpflichte, so beschwöre sie damit neue internationale Verwicklungen heraus. In der „Times", der „Morning Post" und dem „Daily Telegraph" kommt der Wunsch zum Ausdruck, daß sich Italien nunmehr an dem Patrouillensystem beteiligen möge. Mit großer Befriedigung wird festgestellt, daß S o w j e t r u ß - land von der Mittelmeerpatrouille ausgeschlossen ist. 71 y o n, 12. Sept. (DRV.) lieber den Inhalt des Arrangements von Nyon wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben. Die Einleitung stellt fest, daß die teilnehmenden Regierungen bei der Vereinbarung von besonderen Kollektiv m a h n a h m e n gegen Piratenhandlungen von Unterseebooten den Parteien in Spanien nicht das Recht 3u- gestehen wollten, die Rechte von Kriegführenden auszuüben. Das Abkommen sieht vor, daß die Seestreitkräfte der teilnehmenden Mächte gegen jedes Unterseeboot vorgehen und, wenn möglich, zerstören werden, das entgegen den Regeln des internationalen Rechtes, wie sie im Londoner Flottenvertrag von 1930 festgelegt find, Handelsschiffe angreift, die keiner der in Spanien kämpfenden Parteien gehören. Sie werden ebenso gegenüber einem Unterseeboot handeln, das in der Nähe eines Punktes angetroffen wird, wo kurz vorher ein Schiff angegriffen wurde, falls die Umstände den Schluß zulassen, daß der Angriff von diesem Unterseeboot herrührt. 3m westNchen Mittelmeer bis Malta unter Vorbehalt der Zone des Tyrrhenischen Meeres, das den Gegenstand besonderer Bestimmungen bilden kann, obliegt die praktische Durchführung der Kon- ferenzbefchtüsse der e n g l i s ch e n u n d f r a n z 0 - sifchen Flotte. 3m östlichen lUittel- meer obliegt die Durchführung den 6 u ft en- ff a a f e n für ihre Hoheitsgewässer. Muf J)°?et See wird sie ausgenommen für das Uorianlcpe Meer, der englischen und der französischen Flotte übertragen. Die Regierungen der anderen Küstenstaaten leisten diesen Flotten nach Maßgabe ihrer Mittel den verlangten Beistand und gestatten ihnen besonders, die von ihnen beenden Häfen zu benutzen. Um die Durchführung dieser Bestimmung zu erleichtern, wird kein Un - terieeboot der feilnehmendenMachte ;ne uiiftelmeer auelaufen, außer im SaaeV« Begleitung durch ein Bebermafiertoiff oder in gereiften ;u Uebungsjroetfen bestimmten 5onen Die Machte werden die Anreefenheit eines ausländischen Unterseebootes in ihren h°- heitsgereässern nicht plaffen, °uh°r .m Falle der Seenot oder, wenn das Unterseeboot sich in Begleitung eines anderen Schisses befindet und an der Oberslüche sähet. Sie reerden Deen Hande s- fdiiffen gereifte vereinbarte Haupt st recken im Mittelmeer empfehlen. Der Führer richtete nun folgende Worte an die deutsche Jugend: Meine Jugend! London hofft auf Teilnahme Ztabens. L 0 nd 0 n , 12. Sept. (DNB.) Die englische Presse drückt im allgemeinen ihre Zufriedenheit mit dem auf der Konferenz in Nyon erzielten Abkommen über den Schutz der Mittelmeerschiffahrt aus. Der „Obseroer" erklärt aber, daß die wirkliche Ursache der Unsicherheit im Mittelmeer die bisherige Verweigerung der Kriegführendenrechte sei. Wenn die spanischen (Streitparteien das Recht hätten, Schiffe zu durchsuchen und unter Umständen zu beschlagnahmen, dann wären sie nicht veranlaßt, der Konterbande verdächtige Schiffe anzugreifen. Die Anerkennung der Kriegführendenrechte würde die Sicherheit der Mittelmeerschiffahrt wieder Herstellen. Eine gleiche Behandlung für die beiden spanischen (Streitparteien sei mehr und mehr eine dringende Notwendigkeit. Der völlige Unsinn, Valencia immer noch als „spanische Regierung" zu bezeichnen, sei eine Gefahr für den Frieden Europas geworden. „Sunday Times" rechnet, daß in der nächsten Woche in Genf Besprechungen über die Verhinderung von Angriffen durch Ueberwasserschiffe und Flugzeuge statt- finden werden. Der „Sunday Expreß" glaubt, daß sich aus der Abmachung möglicherweise neue Die Beratungen In Nyon ßefialteten sich sehr 'rfiroierig da von s 0 w j e t r u s s l s ch e r Seite mehrere Forderungen g e st e 11 t wurden. Die* aber abgelehnt wurden. Die entscheidende Wendung der Beratungen wurde dadurch herbeia^ führt daß der jugoslawische Vertreter P u r 11 s ch für die Balkan-Entente, also auch die Türkei, einen Vorschlag machte, der d i e Grundlage der chließlich erreichten Einigung bildete. Puritsch sprach dabei Die Hoffnung aus, daß die zur Konferenz eingeladenen Küftenstaaten des Mittelmeeres (Italien) sich den Beschlüssen der Konferenz anschließen möchten. Die Vorschläge der Balkan-Ententc wurden vom bulgarischen Ministerpräsidenten unterstützt. Dem auf Grund der Vorschläge ausgearbeiteten Entwurf stimmten alle Teilnehmer zu mit Ausnahme Litwin ow- Finkelstein, der ihn lediglich ad referendum annahm. Auf Wunsch der Sowjetvertreter, die sich von der Ausübung irgendwelcher Polizeibefugnisse im Mittelmeer ausgeschlossen sahen, wurde noch beschlossen, daß die Anliegerstaaten des Schwarzen Meeres das Recht haben ollten, sich über die notwendigen Schritte zu ver- tändigen, falls die Freiheit des Verkehrs im Schwarzen Meer durch die Tätigkeit von Unterseegefährdet werden sollte. Das Abkommen oll in Kraft treten, sobald es von den beteiligten Regierungen unterzeichnet ist. lieber die Art der Fühlungnahme mit Italien sind noch keine genauen Angaben gemacht worden, doch wurde angedeutet, daß, wie auch die Stellungnahme Italiens sein möge, die Unterzeichnung durch die Teilnehmer der Konferenz von Nyon wahrscheinlich in einer öffentlichen Schlußsitzung am Dienstag erfolgen werde. Der französische Außenminister D e l b 0 s erklärte Pressevertretern, daß England und Frankreich für die Hvchseestraßen im Mittelmeer verantwortlich seien, und daß die Kontrolle durch 60 Zerstörer, 35 englische und 25 französische ausgeübt werde. Für Italien dessen Mitarbeit er als sehr erwünscht bezeichnete, sei d a s Tyrrhenische Meer vorgesehen. „Mögen wir sterben, Unseren Erben Gilt dann die Pflicht: Es zu erhalten Und zu gestalten: Deutschland stirbt nicht!" Der Aeichsjugendsührer wendet sich dann zum Führer: „Mein Führer! Seit dem letzten Parteitag haben Sie der Jugend, Ihrer Jugend, mein Führer, so viele und starke Beweise Ihres Vertrauens geschenkt, daß unser aller Herzrn voll sind von Dankbarkeit und die Worte fehlen, dieser Dankbarkeit Ausdruck zu geben. Sie haben mit Dem Hitler-Jugend-Gesetz vom 1. Dezember 1 936 die Erfahrungen und Er- kenntnisse unserer Arbeit für alle Zeiten zum Programm einer deutschen nationalen Erziehung erhoben. Sie haben die Adolf-Hitler-Schule geschaffen, den Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend, und Sie haben jetzt zu Beginn dieses Jahres ausgerufen zur Heimbeschas- f u n g s a k t i 0 n der Hitler-Jugend. Der Dank der Jugend steht hier vor Ihnen: es sind die Parteianwärter, die in den kommenden Jahren in der NSDAP, ihre nationalsozialistische Pflicht tun werden. Wenn ich sie so anfehe, diese meine Kameraden, dann weiß ich nicht, ob ihre Baier reich ober arm sind. Aber ich weiß, daß sie Die jungen Nationalsozialisten sind. Ich weiß nicht, ob sie katholisch ober protestantisch sinb. Aber baß sie an Gott glauben, bas weiß ich. Das soll ber Dank fein an Sie, mein Führer, baß hier eine Jugend steht, bie burch nichts zu erschüttern ist in ihrer Treue unb in ihrem Glauben. Dieser Tag ist ein düsterer Tag. Als wir heute früh aus unseren Zelten fuhren, ba rauschte ber Regen hernieber. Da bachten wir baran, baß wir ja zu Ihnen kommen, unb ba ging bie Sonne auf in unseren Herzen, unb so wirb es immer sein, mein Führer, wenn Sie zur Jugenb kommen unb bie Jugenb zu Ihnen! Heute morgen erfuhr ich von unseren Wetterpropheten, daß wir zur Zeit bie Wetterlage Vb beiden. Das sei eine Mischung von gani \ä)led)t unb chlecht. Nun, meine Jungen unb Mädchen. Diese Wetterlage hat Deutschland 15 Jahr e 1 a n g gehabt! Und auch die Partei hatte diese Wetterlage! Heber ein Jahrzehnt hat über dieser Bewegung bie Sonne nicht geschienen. Es war ein Kampf, bei Dem nur bie Hoffnung siegreich fein konnte, baß am Enbe eben boch bie Sonne über Deutschland aufgehen werbe. Unb sie ist aufgegangen! Wenn ihr heute hier steht, bann ist es einmal gut, daß euch bie Sonne nicht anlacht. Denn wir wollen hier ein Geschlecht erziehen nicht nur für bie Sonnen-, fonbern vor allem f ü r bie (Sturm tag e 1 (Stürmischer Jubel unb immer roieber anlchwel- lenbe Heilrufe.) Die Jugenb, bie heute heranwachst, wirb nicht mehr wie früher zum Genuß, fonbern zu Entbehrungen, zu Opfern, vor allem aber zur Zucht eines gefunben widerstandsfähigen Körpers erzogen, benn wir glauben nun einmal, daß ohne einen solchen Körper auf bie Dauer auch ein gefunber Geist bie Nation nicht beherrschen kann. Wir wollen immer unb immer roieber Die Vorsehung nur um eines bitten: baß sie unser Volk gesund und recht fein läßt, daß sie unserem Oie französischen Verpflichtungen aus dem Nichteinmischungsabkommen. Paris, 11. Sept. (DNB.) Havas verbreitet eine Meldung, in der es u. a. heißt: ,Hn einer Rede, die in Nürnberg gehalten worden ist, wurde die Haltung Frankreichs hinsichtlich der Einhaltungder internationalen Verpflichtungen betreffend das Verbot der Lieferung von Kriegsmaterial an Spanien angegriffen. Ein Dokument von unbestreitbarer Autorität hat bie Loyalität ber französischen Regierung in dieser Hinsicht bereits bezeugt. Der am 25. August von dem internationalen Nichteinmischungsbüro dem Londoner Ausschuß vorgelegte Bericht über das Funktionieren des Kontrollsystems an ber französisch-spanischen Grenze betont, baß keine Verletzung bes Nichteinmischungsabkommens bezüglich ber Ausfuhr von Waffen unb Kriegsmaterial nad) (Spanien festgestellt worben ist" * Die treffenden Worte, die Reichsminister Dr. Goebbels über bas grausame Treiben bes bolschewistischen Verbrechertums in ber Welt unb be- jonbers jetzt in Spanien fanb, lösten überall lebhafte Zustimmung aus. Die Heranziehung von Stimmen aus ber französischen Presse bebeutete natürlich keineswegs eine Stellungnahme zu ber Frage ber Loyalität ber französischen Regierung bezüglich ihrer Pflichten aus bem Nichteinmischungsab- kommen. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik unb für Die Bilder: Dr. Fr W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel D A. VIII. 37: 9090. Druck unD Verlag: Brühlsche UnioerfitätsDrucferei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf unb Samstags 15 Pf, mit ber Illustrierten 5 Pf mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 00m L Juni 1935 gültig. keinen Statt Karten GLORlfl Ihre Vermählung zeigen an: | Heute Montag: Neuaufführung! | 5933 A [Vermietungen | [Stellenangebote Von der Reise zurück 5935 D Karl Günther 5934 A | Mietgesuch? Mb-en Mb-en für Küche und Verkäufe Drogerie Kreuzplatz 10 PALAST Giessen Elend und die Hoffnungslosigkeit des fchen Volkes zur Voraussetzung, organisiert Moskau diese n u n gs l o s l g k e i t schon seit französi- Deshalb hoffvielen Rudolf Oamerau, pfarrverwalter Hilde Oamerau, geb. Schulze Gießen/Lahn Seltersweg 1 Japan setzt das Bombardement der südchmesischen Küste fort. Paris, 12. Sept (DJtB.) Am Samstag kurz nach 22 Uhr erfolgte ungefähr gleichzeitig je eine Explosion in den Räumen des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes in der Rue presbourg und in den Räumen des Verbandes der pariser Metallindustrie in der Rue Voifsiere. Es handelt sich um Sprengstoff- a n s ch l ä g e. Der Schaden ist außerordentlich groß. Zwei p o l i z e i b e a m t e, die vor dem Gebäude des Arbeitgeberverbandes Mache hielten, liegen unter den Trümmern begraben. Man befürchtet, daß es noch weitere Opfer gegeben hat, da nach Aussagen eines Fußgängers im Augenblick der Explosion einige Personen an dem Gebäude vorbeigingen. Bisher wurde lediglich bekannt, daß am Samstag gegen 18 Uhr bei den Pförtnern der beiden Gebäude je zwei Pakete abgegeben worden find mit der Bemerkung, daß es sich um Grammophonplatten handele. Roch fehlt von den Verbrechern jede Spur. Den ganzen Sonntag über haben beim Ministerpräsidenten, im Innenministerium und beim Polizeipräsidenten von Paris ununterbrochen Besprechungen statt- gesunden, um, wie Ministerpräsident Lhautemps erklärt, mit allen Mitteln die Hintergründe des Attentats aufzuklären und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Kriegsheim/Rheinheffen bei Dorms (Pfarrhaus) seit un- Denken Sie an das Edelweiß rädern starker Temperaturrückgang, der stellenweise bis zu 16 Grad betrug. Auf der Zugspitze sank das Thermometer am Samstag bis auf 8 Grad unter N u l l. Da die Niederschläge auch in mittleren Personenwagen- ßaraga abl.Oktob.1937 int Anwes. Diez- straße 14 zu vermieten. Näheres Ehr. Jnderthal Seltersweg 55. Jahren. Phase auf Phase habe sich Moskaus plan vor den Augen der Franzosen abgerollt, die nur zu oft blind sein wollten. Als Leon Blum das seinerzeit „in die Ferien schicken der Legalität- verherrlicht habe, habe man diese Formel spaßig gefunden. Dann seien die F a - brikbesehungen gekommen und man Oie kirchliche Trauung fand am 11. September 1937 in Äadenheim/Rheinhessen statt das den vegetarischen neuzeitlichen Haushalt lernen will, gesucht. Zu erfrag. i.Gietz.Anz. 5943p Man befasse sich noch mit Hypothesen. In den ter- roristis.chen und anarchistischen Kreisen, die doch Spezialisten dieser Art von Attentaten seien, habe man noch keine Feststellung oderhaus- s u ch u n g durchgeführt. Am Sonntag hätten zahlreiche Straßenredner in der Umgebung der zerstörten Häuser Ansammlungen heroorgerufen und mit ihren tendenziösen Reden glauben machen wollen, daß das Attentat von den Unternehmeroerbänden organisiert worden sei. Diese Art von Straßen- propraganda sei aber die typische Methode der kommuni st ischen Partei. Der „Jour" erinnert daran, daß im November 1936 das Gebäude des französischen Unternehmerverbandes von über hundert Marxisten gestürmt und verwüstet worden sei. Masaryks Zustand verschlimmert. Prag, 12. Sept. (DNB.) Die vom Krankenbett des tschechoslowakischen Altpräsidenten M a s a r y k auf Schloß Lana kommenden Berichte lauten stündlich e r n st e r. Das Fieber steigt, die Lungenentzündung ist im Fortschreiten. Im ganzen Lande sind alle Bergnügungs- veranstaltungen abgesagt worden. Junge [ 04536 Fahrkuh (Simmentaler) in 3 Wochen kalbend, zu verkauf. 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Run fei der Augenblick da, wo die Illegalität zum Verbrechen auswachse. „Epo- que“ verweist darauf, daß taufende spanischer bolschewistischer Spezia- listen für Bombenanschläge auf französischem Boden weilten, und daß es in der kommunistischen Partei Verbrecher gebe, die schon hundertmal Blut fließen ließen. ,Jour" berichtet, daß die Untersuchung noch durch ist eine weitere Verzögerung in der Klärung des Zwischenfalles trotz der englischen Ungeduld oorauszusehen. Japanischer Vorstoß in Nordchina. Tokio, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ostasien- dienst des DNB.) An der Peiping—Suiyuan-Bahn stießen japanische Kavallerie- und Jnfanterieoor- huten gegen Tatung (etwa 250 Kilometer westlich von Peiping) vor, wo sich die chinesischen Truppen nach schwachem Widerstande ergaben. Mit Tatung verliert die chinesische Schansi-Armee eine wichtige Operationsbasis. Gleichzeitig stieß eine andere japanische Abteilung bis Kwangling südöstlich Tatungs vor. Durch dieses Manöver beabsichtigen die Japaner, die nach den Kämpfen in Kalgan auf das Bergland südlich Kalgans zurückgegangenen chinesischen Truppen einzukreisen. Japanische Durchbruchsversuche in Schanghai. Schanghai, 12. Sept. (DNB.) Im Raum von Schanghai sind die japanischen Vorbereitungen jetzt soweit gediehen, daß Durchbruchsversuche größeren Stils durch die chinesischen Linien auf einer Breite von rund 5 Kilometer mit dem Mittelpunkt Panghang (nordwestlich von Schanghai) begannen. Die japanischen Truppen konnten einen Kilometer westlich über Panghang hinaus auf der Straße nach Liushang vorgeschoben werden. Das japanische Ziel ist das Zurückdrängen des Gegners auf die Zwischenverteidigungsstellung Luiho — Lotien — Liuhang — Tazang — Kianwan bis zur Grenze der Niederlassung. Die Chinesen haben den Raum von Kianting — Nanziang ausgebaut. ßarane Irei! Löb erste. 3.104537 LICHTSPIELHAUS | Ab heute Montag: Er verteidigt Millionen! Alljährlich werden durch Ratten u. Mäuse Millionen werte vernichtet! Hausfrauen l schützt das Volksvermögen, behütet euch selbst vor Schaden und Verlust — durch wirksame u. erfolgsichere Abwehr! Bewährte Mittel, um jedes Ungeziefer zu vernichten, halte ich auf Lager. Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Fachdrogisten beraten. Donnerstagnachmittag 60 Stunden lang fast unterbrochen geregnet. Verbunden damit war Bombenanschläge auf Gebäude pariser Arbeitgeberverbände Außerordentliche Beunruhigung in Frankreich. Mädchen-Pensionat ■ Ein reizvolles Filmspiel nach dem erfolg- ■ reichen Bühnenspiel „Prinzeß Dagmar“ 1 mit Angela Salloker I Attila Hörbiger Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche I NapKIÜQQD von3bls 20v-H- erhalten Sie bei wieder- llQbillQdOü holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Die Blätter veröffentlichen Aufrufe des Ministerpräsidenten Chautemps und anderer verantwortlicher Männer zur Bewahrung von Ruhe und Disziplin. Obwohl bisher keine Spuren entdeckt und auch keine Ueberreste der Höllenmaschinen gefunden wurden, die einen Hinweis auf die Täter geben könnten, sind die meisten Zeitungen auf Grund der Erklärungen der Polizei der Ansicht, daß es sich um „ausländische B 0 m - b e n" handele und daß die Höllenmaschinen keinesfalls von einzelnen Personen hergestellt worden fein können. Ferner sollen die Explosivstoffe, mit denen die Bomben geladen waren, aus Pulverfabriken herrühren, die für die Kriegs- i n d u st r i e arbeiten. Auf welche Weise aber die Höllenmaschinen nach Frankreich gekommen sind, darüber tappt man noch vollkommen im Dunkeln. Die erste polizeiliche Untersuchung soll ergeben haben, daß die Art der verwendeten Sprengstoffe in Frankreich sehr selten, wenn nicht sogar unauffindbar sei. Während die Volksfrontpreffe versucht, die Bombenanschläge als „faschistische Provokation" erscheinen zu lassen, stellt „Echo de Paris" fest, daß seit langem schon der Plan der von Moskau gewollten und subventionierten Revolution klar vorbereitet sei. Diese Revolution habe aber das Dr.Fram lieber Arzt Zwangsversteigerung Dienstag, den 14. Sevt., nachm. 2 Uhr, sollen im Verfteigerungs- lokal Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obig. Lokal),zwangsweise gegen sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 2 Herde, 2 Spiegel, 3 Brief- markenauswahlhefte, 1 Schaubek- Briefmarkenalbum, 1 Schneider- näbmaschine, Anzugstoffe,1 Schau- fenfterausstellungsemrichtung,eine Rotzhaarzuvfmaschine, 1 Vervielfältig.-Apparat, 1 Ständerlampe, 1 Radio, 1 Herrenanzug, 1 Damenmantel, 1 Kleid, 1 Teppich. Bestimmt wird versteigert: ein Spiegel, ein Schreibtisch, eine goldene Uhr. 6946d Sphapniann Zerichtsvollz. i. Gienen, ObUurlllflllll Wiesenstr. 2. Tel. 3108. Ordentliches, zull erlass. [5926D MWH das kochen kann, f. sofort gesucht. Lagen als Schnee niedergingen und die vorange- gangenen Tage trockenes Wetter geherrscht hatte, hat das Ansteigen der bayerischen Flüsse keine schärferen Formen angenommen. Im Gebirge ist oberhalb von 1500 Meter eine ziemlich geschlossene Schneedecke zu verzeichnen, was aber nicht von langer Dauer sein dürfte. scher Wilhelm F i l ch n e r und Haack die indo- Filchner auf dem Wege nach Kaschmir. London, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" meldet aus Delhi, daß die deutschen For- chinesische Grenze überschritten haben und sich nun auf dem Wege nach Leh und Srinagar in Kaschmir befinden. Spielende Kinder verursachen verheerendes Grohfeuer. In einer Scheune des Bauern Wittky in Huskischken (bei Pillkallen, Ostpr.) brach ein G r 0 ß- feuer aus, das mit rasender Geschwindigkeit um sich griff und auch die Nachbargebäude erfaßte. Insgesamt fielen dem Feuer vier Wohnhäuser, sieben Ställe und drei Scheunen zum Opfer. Es verbrannten außer den Vorräten über 50 Schweine und Ferkel sowie ein Bulle. Sieben Familien sind obdachlos geworden. Das Feuer wurde durch Kinder verursacht, die mit Streichhölzern spielten. Riesiger Waldbrand in Südfrankreich. Ein großer W a l d b r a n d in der Nähe von Avignon nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Die Ortschaften Merindol und Börrys mußten bereits geräumt werden. Militär, Feuerwehr und Bevölkerung kämpfen mit allen Mitteln gegen eine weitere Ausdehnung des Brandes, doch greifen die Flammen, aufgepeitscht von heftigen Mistralwinden, noch weiter um sich. Beim hochzeilsschiehen schwer verunglückt. Bei einem Hochzeitsschießen in Ober* Bessenbach bei Aschaffenburg ereignete sich ein Unfall. Der Schuß ging zu früh los und verletzte die beiden Schwäger des Bräutigams, die Brüder Anton und Rudolf Spatz, schwer. Bei beiden ist das Augenlicht gefährdet. Dem Anton Spatz ist die volle Ladung ins Gesicht gegangen. Er hat außer den bedenklichen Augenverletzungen schwere Fleischwunden im Gesicht und Schädelverletzungen daoon» getragen. Zwei Tote bei einem Autozusammenstoß. Zwischen Köln und Bonn stießen am Sonntag ein Autobus mit einem Privatkrastwagen aus bisher ungeklärter Ursache zusammen. Die beiden Insassen des Privatwagens, die aus Köln kamen, starben auf dem Transport ins Krankenhaus. Don den Fahrgästen des Autobus wurden mehrere durch Glassplitter leichter verletzt. Die beiden Wagen brannten vollkommen aus. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch das Zusammentreffen warmer subtropischer und kalter arktischer Luftmassen hat sich im Ostseegebiet ein kräftiger Wirbel entwickelt. In Ost-, Nord- und Mitteldeutschland hat sich eine außerordentlich erhebliche Niederschlagstätigkeit eingestellt. Im Westen des Reiches kam es dagegen bei wechselnder Bewölkung nur zu Schauertätigkeit. Inzwischen hat sich uns von Westen her ein neuer Wirbel genähert, so daß nicht nur weiterhin mit unbeständigem kühlem Wetter, sondern zunächst auch mit verstärkter Niederschlagstätigkeit gerechnet werden muß. Aussichten für Dienstag: Nach verbreiteten Niederschlägen wieder wechselnd bewölktes Wetter mit Schauern bei lebhaften über West nach Nord drehenden Winden kühl. Lufttemperaturen am 12. September: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 13. September: morgens 8,4 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. September: abends 14,8 Grad; am 13. September: morgens 12,4 Grad. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Meiler M öonöfarren zu verkauf. (04539 Neuenweg 34. | Empfehlungen | Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert ML Liebler Kreuzplatz 2. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Keine Zeugnisse in Urschrift 'vnbern nur Zeugnis- abjchristen dem Br- werbungSIchretben bet- legen — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müflen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Ranieri und Anschrift des Bewerbers tragen l Fräulein oder Frau die Interesse hat für die neuzeitliche Küche, im Kochen bewandert ist, und sich evtl, durch Einrichtung ein. ve- getarisch.Sveise- tisches in Gießen eine Existenz schaffen will, ge- sucht.Schriftliche Ang. unt. 5942D andenGieß.Anz. Eine Frau mit einer zweifelhaften Vergangenheit erlebt die große Liebe. Der Kampf mit der rücksichtslosen Umwelt und der Konflikt mit dem eigenen Herzen werden mit äußerst. Kraft durchgefoch ten Winter-Rübsen Winter-Wicken Welsches Weidelgras Incarnatklee (zugelass. Handels-Saatgut) Landsberger Gemenge empfiehlt eessA SanMUliii Bahnhofstraße, Telephon 3403 Tokio, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach Mitteilungen aus Marinekreisen haben japanische Kriegsschiffe die chinesische Südküste erneut beschossen. Der chinesische Schiffsverkehr zwischen Honkong und Kanton ist gelähmt. Ferner wurden wirkungsvolle japanische Luftangriffe auf die Kanton -Hankau- Eisenbahnlinie und auf die Kauluna-Linie durchgeführt. Japanische Kriegsschiffe beschossen in der Bias- Bucht östlich Hongkong die chinesischen Befestigungsanlagen. Auch Matrosen wurden dort g e - landet. Das Pulvermagazin und ein Teil der Festungsanlagen wurden zerstört. Ebenfalls in der Provinz Kwantuna wurde die Radio st a- tion der chinesischen Marine bei Pinghai zerstört. Die darüber vorliegenden Meldungen geben die durchschlagende Wirkung dieser Aktionen auf die Versorgung der Chinesen mit Kriegsmaterial hervor, dabei wird allerdings betont, daß eine ernstliche Schädigung der englischen Wirtschaftsinteressen durch die Ueberwachung der chinesischen Schiffahrt und die Bombardierung der Kaulung-Linie und der Kanton-Hankau-Eisen- bahn unvermeidlich sei. Der britisch-japanische Zwischenfall. Die Untersuchung über die Beschießung des britischen Botschafters noch nicht abgeschlossen. Tokio, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zu den Untersuchungen der japanischen Marine über die Beschießung des britischen Botschafters durch japanische Flugzeuge gab der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes eine Erklärung. Danach ergaben sich zwischen den Aussagen der japanischen Flieger und den britischen Angaben gewisse Aehn- lichkeiten, wobei aber die Zeit und Ortsangaben nicht überein ft immten. Es bestehe die Möglichkeit, daß die japanische Regierung um genauere Zeit- und Ortsangaben durch britische Zeugen ersuchen werde, bevor sie eine endgültige Antwort auf d i e britische Note über den Zwischenfall abgeben könne. Hier- Haus per sofort gesucht. 594-v Hotel Hopsest» Gießen. Zwei tücht.,ehrl. MW f. Haus u. Küche bei hohem Lohn sofort gesucht. Gasthaus zurKrone .Nidda. 5939D iBäckerei u. Kon- Ängeb. ü. 5937V ditorei Euler,, an d. Gieß. Anz.^Ludwigsvlatz 3.1 I Beiprogramm und Fox-Ton-Woche I Spielzeiten: | 4, 6, 8.30 Uhr; Sonntags 3, 5.30, 8 30 Uhr | (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! litte mii6eiiilil «10 Bniiono Eine allgemeinverständliche Darstellung der For ichungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit vrattischen Veriuchsanleitungen oonTr Werner wische!. Leiter der fsorschungsstelle für Tieneelen künde am Westfälischen Zool Garten zu Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb NM 3.r>0 — ftn 'eher (Siebener Buchbandluno erhält'ick Hugo Betmöület Verlag, öerllu MlerselUe Nr. 213 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Montag, 13. September 1937 O DK OieIahrestagung der Deutschen Arbeitsfront HemannGöring sprichtzu den deutschenArbeitern ge- Ar- die Ar- daß Deutschland soll stolz, frei und ehrlich bleiben tön- nen, und dem deutschen Arbeiter soll das tägliche Brot immer gesichert sein. Das ist der Sinn des Vierjahresplanes. (Stürmischer Beifall) Wenn im Rahmen des Vierjahresplanes überall neue Fabriken und neue Anlagen entstehen, dann werden wir auch den deutschen Arbeiter nicht vergessen, der den Tag über schwer gewerkt und gearbeitet hat und dann Erholung braucht, und so wie die Fabriken emporschießen, so werden auch gesunde und schöne Siedlungen im Dritten Reich entstehen, in denen sich der deutsche Arbeiter wieder zu Hause als Deutscher und nicht mehr als Entwurzelter fühlt. Ihr braucht auch nicht das Geschwätz zu glauben von der vorübergehenden Hochkonjunktur, der Rüstungskonjunktur, die nur jetzt im Gange sei, der dann wieder das Elend der Erwerbslosigkeit folgen müsse. Die Rüstung beansprucht nur einen geringen Prozentsatz der deutschen Arbeit, der für die deutsche Wirtschaft Sie äußert sich in allem: in „Kraft durch Freude", in den Wohnungsbauten, in der Berufserziehung, sie äußert sich in der Volksgesundheit, vor allem aber in dem Zusammenwirken von Vetriebsführern und Gefolgschaftsmitgliedern. Das Zweite ist die Steigerung der Produktion. Wir haben allen Gegnern bewiesen, daß alles das, ob „Kraft durch Freude", ob „Schönheit der Arbeit", ob Wohnungsbau, ob Urlaubsverlangen, ob Volksgesundheit, ob Lehrwerkstatt, alles was wir verlangt haben, kein Luxus ist, sondern höchste Wirtschaftlichkeit. Denn die Betriebe, die uns gefolgt sind, sind heute in der Produktion ihren Konkurrenzbetrieben z. T. um 30 v. h. voraus, da macht sich das, was sie dafür ausgegeben haben, hundert- und tausendfach bezahlt. Und drittens: wir haben ein gesundes Volk im Werden! Wenn es uns gelingt, jeden Deutschen jedes Jahr einmal zu „überholen", dann behaupte ich, daß der Bruch der Leistungsfähigkeit des schaffen- den Menschen nicht mehr bei 40 Jahren, sondern wesentlich später liegen wird. Wir werden es erreichen, daß auch die älteren Volksgenossen noch lebendig und leistungsfähig sind. Deutsche Arbeitsfront. Es war aber weiter unsere Aufgabe, dem wollen wir vom Boden reden, wenn wir diese Erde verneinen. Wir glaubten an einen (Bott; wir lassen uns diesen Gottensglauben nicht nehmen und rauben und wenn sie tausendmal sagen: „Ihr seid gottlos." Daß wir das alles heute tun dürfen, ist ein für Menschenhirne und für den Rechenstift unfaßbares Wunder. Das kann nur der unerforschliche Wille eines Gottes, daß er uns als kleine Menschen aus dem Volke, Arbeiter, Bauer, Handwerker, aus der breiten Masse dazu bestimmt hat, dem Führer zu helfen. Auch er war ein Namenloser, den das Schicksal zur Führung seines Volkes bestimmt hat. Das ist nur der Glauben — das Wissen um einen Gott. Aber ich lehne es ab, diesen Gott durch die evangelische oder katholische Klassenbrille zu sehen. Wir glauben an einen Gott! Und gerade dieses Wissen um die göttliche Ordnung, die göttlichen Gesetze, die Lebensgesetze, die Gesetze der Rasse, der Energie, der Kraft, das gibt ja die Liebe zu dieser Erde. So möchte ich Ihnen ein ungeheueres Glücksgefühl mitgeben. Ich wünsche Ihnen, daß Sie das auch haben mögen. Denn bann erst kommt wirklich die Kraft, all das meistern zu können, was uns erwartet. Und so wollen wir schließen im Gedenken an unseren Führer, der uns das alles gab, ohne den wir nichts, aber auch gar nichts find. Adolf Hitler, unserem Führer, Sieg-Heil! aber wurde aus der Organisation der Gewerkschaften? Sie wurden mit Recht beseitigt, nachdem die Führer sowieso schon stiften gegangen waren. Was wurde aus dem Geld, soweit noch etwas übrig gelassen worden war? Run, es wurde in treue Obhut genommen, um im Interesse des Arbeiters verwendet zu werden. Aber auch für die Führung entstand die Frage: Was sollen wir je mit dieser Organisation anfangen? Die Arbeiter waren noch erfüllt von der Idee, die wir bekämpften. Sollten wir sie nun abseits stehen lassen? Das hätte bedeutet, von vornherein auf die Idee der Volksgemeinschaft zu verzichten. Deshalb war es selbstverständlich, daß wir d en deutschen Arbeiter wieder suchten, daß wir um seine Seele warben und ihn wieder zum Deutschen machten, daß wir ihn eingliebetfen in die deutsche Volksgemeinschaft. Und heute wißt ihr, meine Arbeitskameraden: Wenn wir von Ort zu Ort gingen, von Stadt zu Stadt, wenn wir dreimal an einem Abend sprachen, ging es uns nicht nur um den Stimmzettel, das war eine vorübergehende Erscheinung Wir haben auch nicht im Sinne parlamentarischer Art geworben. Nein, wir haben um den Bruder, um den deutschen Menschen, wir haben in erster Linie um dich,' den deutschen Arbeiter, als dem wertvollsten Gut Deutschlands gerungen. Wir wollten, daß er wieder deutsch wurde. Wir wollten es in euer Gehirn brennen, daß ihr nicht trieb zu einer lebendigen Zelle gemacht, wo alle, die im Betriebe schaffen, teilhaben, vom Unternehmer bis zum Laufjungen. Es ist eine einzige Schicksalsgemeinschaft. In Deutschland ist es mit dem Klassenkampf und ständischen Aufbau und allem Zwiespalt endgültig vorbei. 3. Wir mußten gan$ neue Methoden finden. So entstand der Wettkampfgedanke — der Reichsberufswettkampf, der Leistungswettkampf mit dem Leistungsabzeichen —, der heute das Wertvollste überhaupt darstellt. Dieser Gedanke greift jetzt immer mehr um sich. Auf jedem Gebiet finden Wettkämpfe statt. Für die Laxen und Faulen, die sich so an die Syndici gewöhnt hatten, ein sehr unbequemes Mittel. Wenn sie heute noch nicht mft- machen, im nächsten Jahr müssen sie, aber ganz sicher im übernächsten Jahr. Die Gefolgschaft läßt ihnen keine Ruhe, ihr Ehrgeiz läßt ihnen keine Ruhe. Ein Wettbewerb und Wettkampf wird dem anderen folgen. Wir haben erreicht, daß sich von 2,1 Millionen Jugendlichen 1,8 Millionen in diesem Jahre am Reichsberufswettkampf freiwillig beteiligt haben, eine 90prozentige Leistung! Wir haben es erreicht, daß von 90 000 in Frage kommenden Betrieben 75 000 sich zum Leistungswettkampf gemeldet haben. So wollen wir es! Der Erfolg unserer Arbeit liegt vor Ihnen offen: die lebendige Gemeinschaft. zer Kerl und Führer bist, dem sie vertrauen können. (Leidenschaftlicher Beifall.) So haben wir beiden Seiten gepredigt, und weil damals nun eine Organisation geschaffen werden mußte, die diese Betriebsgemeinschaft einerseits erst wieder schaffen konnte und die anderseits die wissen Sonderinteressen, die nun einmal jede beit hat, zusammenfassen sollte, entstand Auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront in der Kongreßhalle: der Führer, Hermann Göring und der Gauleiter von Franken, Julius Streicher. (Scherl-M.) „Soldaten der Arbeit." In seinen Schlußworten gab Dr. Ley der lieber» zeugung Ausdruck, daß, wenn wir so weiter arbeiten, der jahrtausendalte Kampf, der unser Volk Millionen und Abermillionen Menschen kostete, der unser Volk mehrmals an den Abgrund brachte, nicht umsonst gewesen sein wird: ein neues Reich wird erstehen für Jahrhunderte und Jahrtausende. Solange wir überhaupt Geschichte machen, ist es der ewige Kampf zwischen Licht und Sonne und Lebensbejahung auf der einen Seite und Schuld, Zusammenbruch, Schutt und Asche, Himmel und Hölle und Lebensverneinung auf der anderen Seite. So lange dieser Kampf nicht entschieden ist, werden die Völker leiden. Das ist alles Tarnung, alles Maske was Parteien oder Gewerkschaften geheißen hat Es ist der Jude, ist die Jehova-Auffassung von jenem rächenden Gott, der die Hölle, das Fegefeuer als äußerste Mittel gebraucht, um Menschen gefügig zu machen für machtpolitische Zwecke einiger Sadi- ten und weiter nichts. Den Völkern die Lebens- reude zu nehmen, das Rückgrat zu brechen, das ist ein Ziel. Wie wollen wir Sozialisten fein, wenn wir diese Erde verneinen, wie dem Volke helfen, wenn wir vom Jammertal dieser Erde reden, wie dem Arbeiter helfen, wenn wir die Arbeit als Folge des Sündenfalls im Paradiese von Adam und Eva ansehen. Wie wollen wir vom Vaterlande reden, denn das Vaterland ist ja von dieser Erde. Wie Unter ungeheuerem Beifall betrat dann He r- mann Göring das Rednerpult. In seiner Rede führte er u. a. aus: Meine lieben Parteigenossen und Arbeltskame- raben! Wenn wir uns der Segenmart freuen bur= fen so ist es doch notwendig, einen Blick in tue Vergangenheit zu tun, um zu erkennen, welche gewaltige Wandlung Deutschland durchgemacht hat, und welch ein Wunder die Vorsehung uns dadurch beschert, daß unser Volk leben in Einigkeit, leben und arbeiten darf. Da das Millionenheer der Arbeitslosen auf 6% Millionen gestiegen war. da die Klassen gegeneinander standen, J^or& &ie Straße beherrschte und schließlich der Abgrund nur noch um Haaresbreite sich nicht nur vor Deuftch- llind sondern in erster Linie vor dem deutschen Arbeiter auftat. In diesem Augenblick kam die Entscheidung. Der Marschtritt der braunen Bataillone mar schon so fest und stark geworben, ha6 die Stellung zum Sturm reif war. Als dann der Führer das Steuer des Reiches übernahm, lag ein Chaos auf allen Gebieten vor uns Ueberall mußte aufgebaut und zur Organisierung der gemeinsamen Kraft geschritten werden. Ich verstehe es wenn in der deutschen Arbeiterschaft große Sorgen entstanden, wie sie sich nun zu der nationalsozialistischen Erkenntnis emftellen sollte, und was sie von dieser neuen Erkenntnis zu erwarten hatte. Was aus der deutschen Arbeiterschaft geworden Ist. ist jedem einzelnen schnell klar geworden. Aus dem Arbeiter wurde mit einem Wort ein Deutscher! (Stürmischer Beifall.) Was eine Klasse für euch seid, nicht ein Stand für euch. Wir wollten in eure Herzen hämmern, daß ihr das Fundament des deutschen Volkes darstellt, auf dem allein wieder Deutschland aufgebaut wer- den konnte. (Stürmischer, minutenlanger, jubeln- der Beifall.) Nachdem der Arbeiter als Volksgenosse in der Gemeinschaft des Volkes stand, gehörte er mit allen feinen Arbeitskameraden gemeinsam in die Betriebsgemei nfchaft. Ihr Sinn ist daß der Arbeiter seine Arbeitsstätte nicht mehr als eine Stätte ansieht, in die er nur mit Widerwillen hineingeht, sondern daß er sich mit feinem Betrieb mitbeteiligt und mitverpflichtet fühlt. Er soll mit Stolz auf das Werk sehen, das in feinem Betrieb geschaffen wird. Er soll sich als ein Teil des Ganzen fühlen und verstehen, daß nur das Ganze in gemeinsamer Arbeit gedeihen kann, daß nicht einzelne Persönlichkeiten auf Kosten der anderen leben dürfen. Er soll aber auch verstehen, daß wir uns nicht allein an ihn, den Arbeiter wandten, sondern daß wir den gleichen leidenschaftlichen Appell auch an den Arbeitgeber gerichtet haben Ebenso wie wir dem Arbeiter sagten, du mußt weg von deinem marxistischen und internationalen Geschwätz, du muht wieder ein deutscher Arbeiter werden, bereit, den deutschen Betrieb und die deutsche Arbeit zu stützen, so mußten wir dem Betriebsführer sagen: Du muht weg von deinem Klüngel, dich herauslösen aus deinem Standesdünkel, aus deiner Interessensphäre, du muht zusammenstehen mit deinen Arbeitern und muht ihnen vor allem zeigen, dah du ein gan- beitgeber und Arbeitnehmer klar zu machen, es der Sinn der Betriebsgemeinschaft ist, höchste Leistung zu vollbringen. Man kann eine Leistung nur vollbringen durch Arbeit, und arbeiten kann man nur, wenn man in Frieden gelassen wird. Es war die erste Voraussetzung, daß an Stelle von Aussperrungen und Streiks endlich der soziale Friede trat. Wir wollten dem Arbeiter nicht das Recht der Vertretung seiner Interessen nehmen; aber wir sahen in einem Streik nicht die Vertretung seiner Interessen, sondern schwerste Schäden für das deutsche Volk. (Beifall.) Es war aber genau so unerträglich, daß aus irgendwelcher Rücksicht, aus Besitz- oder Prestigegründen etwa ein Unternehmen sich eine Aussperrung noch erlauben konnte. Bei- b e 5 ist undenkbar im Dritten Reich, in einem Volk, das die Volksgemeinschaft als höchstes Gut erachtet. An die Stelle von Streiks und Aussperrungen trat der Friede. Meine deutschen Arbeiter! Blickt doch auf euere Arbeitskameraden in a nb e • ren ßänbern, wie die Gemeinschaft zerrissen wird, wie Streiks und Aussperrungen dort toben, wie Jnteressenkämpfe andere Völker zerfleischen. Welch gewaltige Gegensätze! Arbeitgeber und Arbeitnehmer können nur in der Zusammenfassung Erfolge erzielen, niemals aber in der Gegensätzlichkeit. Der Klassenkampf ist für ewig in Deutschland vorbei. Entstanden ist die Volksgemeinschaft und in der Volksgemeinschaft die Betriebsgemeinschaft als Zelle der arbeitenden Menschen, die alle gemeinsam Hand anlegen, um das gemeinsame Werk zu vollbringen. Die Gesetze der Kameradschaft müssen über alles gestellt werden. Abgelehnt werden muß all bas, was Mißtrauen bedeutet. Heraus aus den Betrieben muß das Denunziantentum und das Mißtrauen. Jeder einzelne muß guten Willen mitbringen und auch von dem anderen annehmen, daß er es ehrlich meint. (Lebhafter Beifall.) Es ist ganz selbstverständlich, daß Fehler Vorkommen und daß nicht alles auf einmal jedem einzelnen recht gemacht werden kann. Ueberall da, wo sich Mißstände zeigen, müssen wir diese abändern und versuchen, es besser zu machen. Wir wissen selbst, wir fangen erst an. Es kommt aber aar nicht darauf an, meine deutschen Arbeiter, ob alles sofort in Ordnung gebracht wird. Es kommt nur darauf an, ob die Führung den Willen hat, alles in Ordnung zu bringen. (Beifall.) Natürlich geht nicht alles reibungslos. Auch in der Deutschen Arbeitsfront. Das verlangt auch niemand. Wenn sich hier und da in den Betrieben noch Menschen finden, die von dem Gedankengut des Nationalsozialismus noch nicht ganz erfaßt sind, so müßt ihr versuchen und alles daranfetzen, ihnen die großen Ziele klarzumachen. Die Polizei und die Geheime Staatspolizei haben dafür zu sorgen, daß der bolschewistische Terror und die jüdische Hetze nicht über unsere Grenzen gelangen. In den Betrieben aber seid ihr diejenigen, meine deutschen Arbeiter, die den Arbeitskameraden zur deutschen Volksgemeinschaft zu erziehen haben. (Beifall.) Nun noch kurz einige Worte zum Vier fahr es- plan, damit ihr wißt, in welcher Richtung mir marschieren wollen. Wir wollen mit dem Vier- jahresplan nichts weiter, als die Sicherheit für das Deutsche Reich schaffen. Der deutsche Arbeiter solle wissen, daß für feine Arbeitsstätte gesorgt ist, daß genügend Arbeit da ist, daß für eine ausreichende Ernährung und für die notwendigen Güter gesorgt wird, daß wir unabhängig sind von den Krisen in der Welt und daß keine Macht Deutschland zu demütigen vermag. Wir überwanden den Klassenkampfgedanken ab- j folut, ebenso den ständischen Aufbaugedanken. Der } Arbeiter glaubt an uns und vertraut feiner Füh- , rung. Es gibt keinen anderen Weg als den Aufbau, , aus der Zelle geboren, aus der Schickfalslebenszelle ; des Betriebes und der Ortsgruppe. Alles, was glaubt, ein Eigenleben neben der Partei fuhren zu können und zu müssen, wird untergehen. Als ich die Betriebsappelle verkündete, erforderte ihre Durchführung einen heißen Kampf. Heute finö fie eine Selbstverständlichkeit Auch der Ausbau der W e r k f ch a r e n stieß zunächst auf Schwierigkeiten. Heute wissen wir es genau: Was würden wir aus die Dauer machen, ohne einen soldatischen Kern m der Betriebsgemeinschaft zu haben; dann wäre das alles eine leere Phrase. Wenn wir vom Soldaten der Arbeit sprechen, dann müssen mir verlangen, daß solche Soldaten der Arbeit sichtbar vorhanden sind, daß alles im gleichen Schritt und gleichem Geist zum Marschieren antritt. Die Betriebsgemein- schaft ist erst vollkommen, menn auch die Betriebs- sührer in der Werkschar stehen. Gleichen Schritt und gleichen Tritt, gleiches Gepäck und gleiches Marschieren: dann sehe ich äußerlich nicht mehr, ob das ein Arbeiter oder Unternehmer ist. Dr Len ging auf das Verhältnis von Partei und Staat ein, wobei er folgende drei Aufgaben als solche der Partei herausstellte: das Do k zu erziehen um die Dolksführung aufzubauen, die natürlichen'Interessengegensätze im Volke auszuglelchen und an keinem Problem achtlos oder gar feige vor beizugehen. Der Staat sichert die (Stellungen öie ine Partei erobert hat. Er Gesetz was sich als hundertprozentig richtig erwiesen hat, und wacht darüber, ob diese Gesetze beachtet w - den. Dafür hat der Staat seine Machtmittel Poll zei und den Beamtenapparah Den letzten Enftche d, äs « zwischen Partei und Staat niemals gebem Br als Partei als Arbeitsfront dürfen uns keine richter- liche Funktion keine Exekutiv- und kerne gesetz- ge^eristhe Gewalt anmaß'en. Wir sind !Verätz mir gleichen aus, mir erziehen, mir reden gütlich 6 . wir sind Propagandisten, mir stnd die Redn^, die Prediger, mir sind die Soldaten, mir marschieren und ziehen die anderen mit. . „ Dr Ley stellte hierzu abschließend fest, daß. 1 Die Arbeitsfront durch ihren Aufbau eine Einrichtung der Partei ist. Sie kommt von der Partei ihre Richtlinien, ste schöpft aus dem Quell der Partei neue Kraft. Sie holt sich aus der Partei ihre Autorität. Nicht allem, daß alte Parteigenossen die Arbeitsfront wdren, genügt, iinf/r Qri ift alles, mas in Deutschland Menschen führt, außer der Armee, unter die klare Befehlsgemalt der Parte, zu brmgen 2 Der Aufbau der Arbeitsfront ist deshalb ge nau entsprechend der Partei. Wir haben den Be- Nürnb er g, 11. Sept. (DNB.) Die Werktätigen aus allen Berufen, Arbeiter aus den Fabriken, Gruben und Kontoren füllten schon lange vor Beginn der Tagung der DAF. die roeite Kongreßhalle im Luitpoldhain. Vor der Stirnmand hatten Gruppen der Werkscharen mit den Fah- nen der DAF. Aufstellung genommen. Kurz vor Beginn der Tagung mürben die Fahnen der 3 0 nationalsozialistischen Musterbetriebe mit dem goldenen Ehrenzeichen der Arbeitsfront feierlich in die Halle geleitet. Das Reichssinfonieorchester spielte unter der Leitung von Professor Franz Adam das „Vorspiel für eine nationalsozialistische Feier" von Karl Ehrenberg. 300 Werk- scharmänner fangen dann das Lied „Wir sind des Werktags Soldaten." Der Reichsobmann der NSBO., Hauptamtsleiter Claus Selzner, eröffnete die Jahrestagung der Arbeitsftont mit herzlichen Begrüßungsmorten. Besonders fein Gruß an die Vertreter der Wehrmacht mit Generalfeldmar- schall d o n Blomberg an der Spitze und die Ankündigung, daß mit dem Führer auch Generaloberst Göring zu den deutschen Arbeitern sprechen merde, mürbe mit einem Sturm bes Beifalls unb ber Begeisterung ausgenommen. Dann erariff der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. L e y das Wort. DerAechenschaMerichlDr Leys Als ich im April 1933 vom Führer den Auftrag bekam, die Gemerkfchaften zu übernehmen, ist es nicht so geroefen, als ob mir nun ein fertiges Programm gehabt hätten, sondern der Auftrag des Führers lautete, die Gemerkfchaften zu übernehmen. Was daraus zu machen märe blieb mir überlaf- fen. Als ich nach der Uebernahme der Gemerkfchaften nach einigen Tagen zum Führer kam und ihm meldete, ich hätte alle Gemerkfchaften übernommen, und nun märe es mohl an ber Zeit, daß mir burch bas Gesetz verankert unb staatlich als Arbeitsfront bie Anerkennung bekommen mürben, jagte mir ber Führer in feiner väterlich gütigen Art: „Wir mollen einmal abmarten, was aus die- fem Wechselbalg wirb." Der bamalige Zustanb war: Klaffenkampf in Reinkultur, vertreten burch bie Gewerkschaften unb bie Srbeitgeberoerbänbe, st ä n b i s ch e r Aufbau, also auch nichts anberes als gewissermaßen Klassenkampf nur in einer anberen Tarnung. Ohne bie tatkräftige Hilfe bes Führers märe bie DAF. nicht aufzubauen geroefen. Er verhinberte es auch, baß wir als Marxisten verdächtigt würben, weil wir natürlich notgedrungen bie fünf Millionen Gewerkschaft- ter aufnehmen mußten — an sich rassisch unb menschlich gesehen bestes Material. Viele von ihnen sinb heute Amtswalter, Block- ober Zellenwalter. Die Gewerkschaftsfinanzen waren auch völlig verworren, bie Banken hatten nur noch für brei Tage liquibes Gelb, Schulben überall. Dann kam jener 1. Oktober, wo alle Verbände unter eine Verwaltung und eine Finanzhoheit gestellt wurden. Die Einnahmen sanken da- mals um mehr als die Hälfte. Widerstand von innen und außen trat ein; wir haben uns nicht beirren lassen. Die Einnahmen der DAF. sind inzwischen aus 32 Millionen Mark monatlich gestiegen. Der Beitragseingang beträgt 98 v. h. des Beitrages selbst uns bisher hatte die DAF. noch jedes Jahr eine Million Mitglieder Reuaufnahmen gehabt. nicht entscheidend ins Gewicht fällt. Der Führer hat größere Pläne. Lin Deutsches Reich in Stolz und Würde, Schönheit und Zweckmäßigkeit soll nach dem Willen des Führers aufgebaut werden. Das gehl nicht in zehn Jahren; dieses gewaltige Arbeitsprogramm sichert dem deutschen Arbeiter auf Jahrzehnte hinaus seine Existenz, Arbeit und Brot. Was den Lohn anlangt, so muß er gehalten werden. Wo der Lohn unerträglich war, wurde er gebessert und durch Zulagen erhöht. Das ging natürlich nicht bei allen Branchen. Unsere unermüdliche Sorge wird es sein, hier den sozialen Ausgleich zu schaffen. Vor allem aber werden wir darauf achten, eifern die preise fe st zuhalten, damit die deutsche Ernährungs- und Versorgungslage auch weiterhin jene ruhige, sichere und stetige Kurve des Aufstiegs aufweist, wie es bisher der Fall gewesen ist. Damit nun die Leistungen gesteigert werden und damit auch der Ehrgeiz geweckt wird, haben wir den Berufswettkampf und den Leistungs- wettkampf eingeführt, den Berufswettkampf vor allem für die Jugend, die Lehrlinge. Es ist ganz selbstverständlich, daß sich die Deutsche Arbeitsfront, d. h. die Partei, ganz besonders um die Lehrlinge kümmert. Wenn man mir sagt, das sei in erster Linie Anaelegenheit des Fachwissens und der fachlichen Ausbildung, so will ich euch eines in die Erinnerung zurückrufen: Facharbeiter besten Ausmaßes hat Deutschland immer gehabt, auch in der Zeit des Niederganges; aber was nützt das, wenn sie, von anderen verhetzt, das Vaterland ablehnten, wie das früher der Fall war, und wenn sie in ihrer Gesinnung internationale Proleten wurden. Das Entscheidende ist überall, daß erst einmal der Charakter des jungen Arbeiters gebildet wird und daß er unlöslich Deutschland verschworen ist. Damit wir aber beide vereinen, Charakter und Qualität, haben wir den Berufswett- kampf eingeführt. Jeder Betrieb hat die Pflicht, sich in vollem Umfange daran zu beteiligen, denn es ist Pflicht jedes Unternehmers, unerläßlich dafür zu sorgen, daß der Lehrling als Nationalsozialist und Deutscher erzogen wird. Auf der anderen Seite wollen wir durch den Leistungswettkampf den Betrieb in feiner Gemeinschaftsleistung steigern. Hier soll der Betriebsführer zeigen, daß es ihm nicht nur um das Materielle, sondern auch um das Ideelle zu tun ist, daß er alles das unterstützt, was wir von ihm fordern. Es kommt dem Betrieb, der Arbeiterschaft und damit der Arbeitsleistung zugute. (Stürmiscyer Beifall.) Ihr deutschen Arbeiter: Seht aus den Führer! Ist er nicht der erste Arbeiter der Nation? (Lang- unhaltender stürmischer Beifall.) Seht seine Arbeitslast vom Morgen bis in die Nacht? Diese Arbeit ist Arbeit für ein ganzes Volk. Welche gewaltigen Probleme hat er zu tragen, welche Kraft des Handelns gehört dazu, diese gigantischen Entschlüsse zur Tat werden zu lassen, welche Sorge lastet auf seinen Schultern. Was bedeuten euere Sorgen dagegen, so groß sie im einzelnen sein mögen! Es sind Sorgen des Alltags. Hier aber liegt die Sorge für die Zukunft und die Größe unseres Volkes auf den Schultern des einen Mannes. Zu ihm könnt ihr Vertrauen haben wie zu einem der Eurigen. Er selbst ist von euerem eigenen Fleisch und Blut. Ähr müßt aber auch euer ganzes rückhaltloses Vertrauen, euere Liebe, euer ganzes Herz dem Führer darbringen, weil er es versteht, und weil er es braucht. Wie oft hat er gesagt, daß er seine Kraft aus euch schöpft. Er hat dem deutschen Arbeiter, der heimatlos und wurzellos war, ein Vaterland gegeben, hat euch wieder hineingestellt in das deutsche Volk hat euch wieder Arbeit und Brot gegeben, euch die Heimat neu geschaffen. Deutscher Arbeiter! Nun denke und entscheide selbst. Einst lautete der Schlachtruf: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Heute heißt er: Deutscher Arbeiter, stehe zu Deutschland, deinem Land der Größe, der Herrlichkeit und der Zukunst! (Minutenlange, brausende Heilrufe.) Der Führer, der mit brausenden Heilrufen empfangen worden war, richtete dann an die Zehntausende tn der Halle versammelten Arbeiter eine Ansprache, die von den Teilnehmern an der Tagung von stürmischen Kundgebungen begleitet und mit einem gewaltigen Jubel ausgenommen wurde. Der Führer wies zu Beginn seiner Ansprache darauf hin, daß die große Zahl der Verpflichtungen, die der Reichsparteitag nun einmal mit sich bringe, ihm nur einen kurzen Besuch auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront ermögliche und er daher seinen Freund, Parteigenossen Göring, gebeten habe, an seiner Stelle zu sprechen. Aber es sei ja völlig gleichgültig, wer aus dem Führerkorps der nationalsozialistischen Bewegung spreche. Denn jeder werde und könne nur dasselbe sagen, weil das, was zu sagen sei, nicht eine eingelernte Rede, sondern die Wiedergabe des Glaubensbekenntnisses des Nationalsozialismus darftelle. Der Führer sprach dann in sehr eindringlichen Worten über die Volkwerdung der deutschen Nation, über das Zueinanderftnden der Menschen, über den Willen zum Sozialismus und zur Volksgemeinschaft, die es mit allen Mitteln zu verwirklichen gelte. Er betonte, daß bis zur Erreichung dieses Zieles noch viele Jahre vergehen würden, weil nun einmal mit menschlichen Schwächen gerechnet werden müsse und die Ueberwindung dieser menschlichen Schwächen eine große Erziehungsarbeit sei, die man nicht in wenigen Jahren lösen könne. Was in wenigen Jahren habe getan werden können, das sei getan worden. Das wüßten gerade die deutschen Arbeiter. Klassenhochmut und Klassenhaß seien äußerlich zwar ausgerottet, aber erst die junge Generation werde völlig frei sein von den Resten dieser beiden Eigenschaften, die einmal das ganze deutsche Volk verhetzt und fast dem Untergang ausgeliefert hätten. Es gebe gewiß noch manchen Widerstand zu Überwinden, und die schlimmsten Widerstände seien nicht einmal die sachlichen, sondern die eingebildeten, die auf der Tradition oder liebgewordenen Ueberliefe- runqcn, Auffassungen und Meinungen beruhen. Anter stürmischem, nicht endenwollendem Beifall erklärte der Führer: „Aber auch Gewohnheiten kann man wandeln, und wenn es einmal Gewohnheit war, Prolet oder Bourgeois zu fein, so wird es einmal eine Gewohnheit werden, nur Deutscher zu sein. Die deutschen Menschen müssen wieder einander näherrücken und Tuchfühlung miteinander gewinnen. Das kommt alles nicht von ungefähr, das muß erzogen werden, wir haben früher viele Stände gehabt, In denen das Standesbewußtsein gezüchtet wurde. Jetzt haben wir auch einen Stand, die Deutsche Arbeitsfront, die die Aufgabe hat, dem deutschen Volk das Bewußtsein anzuerziehen, zum Stand der arbeitenden deutschen Menschen zu gehören. Das ist eine ganz wunderbare Aufgabe. Und wenn mancher an dem Erfolg zweifelt, so kann ich nur sagen: W i r werden das Ziel erreichen!" Langanhaltender stürmischer Beifall bekräftigte diese Feststellungen. „Der Mensch ist das Ergebnis einer Jahrhunderte, Jahrtausende langen Erziehung und muß neu geformt werden. Wir selbst erziehen uns noch fortgesetzt. Wenn jede Generation mit dem gleichen Ernst an die Aufgaben herangeht, die ihr gestellt sind, wie wir es tun, dann muß es gelingen, und dann wird es auch gelingen." (Erneute Beifallsstürme.) „Das ist der tiefe Sinn dieser größten Arbeiterorganisation. Sie soll den Klassenkampf im deutschen Volk ausrotten, und sie soll der vernünftigen Erkenntnis Bahn brechen, daß Stirn und Hand, Intelligenz und Kraft nun einmal zusammengehören, weil sie sich ewig ergänzen und ergänzen müssen. Das wird gelingen, weil es gelingen muß, und weil ich an die Vernunft des deutschen Volkes glaube. Ich stände sicherlich nicht von Ihnen, wenn ich nicht einst als Soldat den absoluten Glauben an den Wert unseres Volkes und gerade an den des deutschen Arbeiters gewonnen hätte. (Bei diesen Worten springen die Zehntausende auf, und bereiten dem Führer eine nicht endenwollende begeisterte Kund- Paris, 12. Sept. (DNB.) Die Deutsche Kulturwoche in Paris hat am Sonntag mit der Aufführung von „Tristan und Isolde" ihren Abschluß gefunden. Die deutsche Kunst hat einen begeisterten Widerhall gefunden. Ihre außerordentliche Wirkung spiegelt sich in den langen Berichten der französischen Presse der verschiedensten Richtungen wider. Staatssekretär Funk, unter dessen Schirmherrschaft die Veranstaltung durchgeführt wurde, äußerte sich sehr befriedigt über seine Eindrücke. Der Präsident der Republik, Lebrun, Mitglieder der Regierung und zahlreiche führende Vertreter aus Kunst und Wissenschaft hätten den Gedanken der Deutschen Kulturwoche als sehr glücklich bezeichnet. „Verschiedene politische Persönlichkeiten haben mir gegenüber", so erklärte Staatssekretär Funk, „zum Ausdruck gebracht, daß sie im Interesse der deutschfranzösischen Verständigung eine Vertiefung des gegenseitigen Kulturaustausches außerordentlich begrüßen würden." Staatssekretär Funk erkannte dankbar die weitgehende Unterstützung an, die der Polizeipräfekt von Paris der Ku'lturwoche zuteilwerden ließ, und stellte fest, daß er auf größtes Interesse für die Aufgaben, die der Führer der deutschen Kunst gestellt hat, gestoßen sei. Immer wieder hatte er Aufschluß über die Organisation der Reichskulturkammer und die taatspolitischen Aufgaben der Kunst im national» ozialistischen Deutschland geben müssen. Der Prä- ident der Akademie und der Präsident des franzö- ischen Autorenverbandes hätten den Wunsch aus- zesprochen, der deutsch-französische Kulturaustausch möge weiterhin durch sichtbare Veranstaltungen gepflegt und verstärkt werden. Die Aeußerungen der Pariser Presse zu der Auf- ührung von Wagners „Tristan und Isolde" m Rahmen der Deutschen Kulturwoche in Paris sind nicht weniger begeistert und anerkennend als zu den bisherigen Leistungen der Staatsoper, der Bayreuther Oper und des Philharmoni- schen Orchesters. Die Aufführung von „Tristan und Isolde", so schreibt das „Echo de Paris", sei ein Triumph V. A. Ueberblicken wir die letzten Jahre national- sozialistischen Tat- und Aufbauwillens, so sehen wir, daß uns neben neuen Werk st offen, die bisher unbekannt waren, Wissenschaft und Technik auch erheblich erweiterte Verwendungsmöglichkeiten längst bekannter heimischer Erzeugnisse geschenkt haben. In beiden Fällen aber handelt es sich um vollwertigen Ersatz von Bodenschätzen oder Erzeugnissen, die wir nicht oder in nicht ausreichender Menge besitzen, und deren Einführung aus dem Auslande daher einen unnötigen Aufwand an Devisen beansprucht. Der Ausdruck neuer Werkstoff ist allerdings nur sehr bedingt richtig und ist genau genommen nur auf ganz wenige Erfindungen anzuwenden wie etwa auf Buna, den synthetischen Gummi, der uns unabhängig vom Naturprodukt tropischer Gebiete macht. Aber schon, wenn wir an Glaswolle denken, an Holzgas, Kunstharz oder Vistra faser, sehen wir, daß es sich lediglich um einen technischen oder chemischen Fortschritt handelt, der uns neue Wege der Nutzanwendung eines an sich sehr vielseitigen, aber lange bekannten Rohstoffes wies. Der Wert der Entdeckungen und Erfindungen wird dadurch in keiner Weise herabgesetzt, im Gegenteil wird die Volkswirtschaft sie heute mehr denn je mit Freude und Dankbarkeit begrüßen. So ist etwa die K u n st s e i d e durchaus nicht aus der Not der Zeit geboren. Sie ist noch ein Kind des vergangenen Jahrhunderts und hatte schon vor dem Kriege ihre Kinderkrankheiten überwunden. Ihre eigentliche Geburt fällt in das Jahr 1886, als Graf Chardonnet die erste Kunstseidenfabrik gründete. Lange vor ihm, nämlich 1734, gab bereits Reaumur, dessen Thermometer heute jedem Schulbuben geläufig ist, die erste Anregung dazu, künstlich eine Spinnfaser zu erzeugen. Auch die Zellwolle, die jüngere Schwester der Kunstseide, ist kein neuer Rohstoff. Neu ist lediglich ihr Name. Sie hat kurz nach dem Kriege begonnen, sich ihren Martt zu erobern. Es war aber die Pioniertätigkeit deutscher Firmen, die die deutsche Zellwolle, die „Vistra" in Deutschland und auf dem Weltmarkt einführte. Erst als immer mehr deutsche Zellwollsorten auf dem Markt erschienen, als Aceta, Cuprama, Flox, Rhodia und Zehla hinzukamen, hat man diese neue Rohstoffgruppe unter der Bezeichnung „Zellwolle" zusammengefaßt, und gebung.) „Das sind meine Kameraden! Ich habe sie erlebt, meine Kämpfer, die für Deutschland ihr Leben so oft in die Schanze aeschlagen haben, und die jederzeit bereit sind, ihr Leben für ein Ideal einzusetzen. Ich habe damals aus dem Gemein- schaftserlebnls des Weltkrieges die Ueberzeugung gewonnen, daß alle Vorwürfe, die man fo oft gegen den deutschen Arbeiter erhoben hat, zu unrecht erfolgt sind. Wir müssen nun dieses große Gemeinschaftserleben in unsere große Lebensgemeinschaft hineintragen und jedem einzelnen die Ueberzeugung geben, daß er im Rahmen der Volksgemeinschaft unersetzbar ist und seine Tätigkeit jedem einzelnen zugute kommt. Das ist der letzte Sinn der Deutschen Arbeitsfront." Wenn ich den Idealismus nicht gehabt hätte, dann wäre das heutige Reich nie entstanden. Ich erwarte darum von Ihnen allen, daß Sie sich voll einsehen und daß auch Sie Idealisten sind. Je mehr eine Führung idealistisch denkt und handelt, um so mehr wird auch das Volk mit Idealen erfüllt sein und an diese Führung glauben. Ich aber werde ewig glauben an das Ideal eines einigen deutschen Volkes!" Minutenlanger stürmischer Jubel der Männer der Stirn und der Faust dankt dem Führer für seine packenden und aufrüttelnden Worte. gewesen. In feinem Augenblick tjabe Elmendorfs in seiner Stabführung den Gedanken des großen Meisters dem allzu menschlichen Wunsch geopfert, sich persönlich in den Vordergrund zu stellen. Martha Fuchs als Isolde sei eine gute Schauspielerin und eine einzig dastehende Sängerin. Zum Ueberfluß sei sie noch eine schone Frau, die in hervorragender Weile der schweren Rolle der Isolde Leben gegeben habe. Die Inszenierung und die Kostüme seien mit sicherem Geschmack und seltener Intelligenz gewählt worden. Der „Matin" betont, daß die Aufführung von einer gleichmäßigen Vollkommenheit gewesen sei. Die Zuschauer, die das Theater bis auf die Treppenstufen füllten, hätten ihrer Begeisterung mit einer noch nie erlebten Einstimmigkeit und Macht Ausdruck gegeben. Diese Anerkennung habe einmal dem Orchester, dann aber auch Martha Fuchs gegolten, einer der schönsten, wenn reicht der schönsten Isolde überhaupt, die Paris je gehört habe Die französische Presse äußert sich ebenso günstig über die Aufführung der Strauß-Oper „Ariadne auf Naxos". Der Musikkritiker des „Figaro" meint, die Musikfreunde von Paris hätten alle Veranlassung, sich über diese für Frankreich neue Aufführung zu freuen und von ihr begeistert zu fein. „Ariadne auf Naxos" fei vor allem anderen ein für Musiker selbst bestimmtes Werk, das bester und geschmackvoller als von Künstlern der Berliner Staatsoper nicht hatte gesungen und dirigiert werden können. Das „Petit Journal" spricht zunächst über die gesamte Deutsche Kulturwoche, aus der Frankreich nur lernen könne. Alles müsse man loben, von den berühmtesten Dirigenten Furtwängler, El- m e n b o r f f und Krauß bis zu dem einfachsten Chorsänger. Die Vollkommenheit des Ensembles sei zweifellos noch hervorragender gewesen, als es die Einzelleistungen selbst schon waren. Man könne die „Ariadne"-Aufführung als die Krönung einer wundervollen Woche bezeichnen, von der die Musikfreunde ein wertvolles Andenken bewahren würden. dieser Name ist das einzige, was heute dem Der- braucher neu gegenübertritt. Man wählte das Wort „Zellwolle", weil es klar und verständlich die Herkunft dieses Rohstoffes von der pflanzlichen Zellulose ausdrückt und außerdem auf die wollartigen Eigenschaften aufmerksam macht. Das Ausland erkannte bald, daß diese deuffche Erfindung bahnbrechend werden würde und bemühte sich, nun auch seinerseits Anschluß zu finden, und in allen Ländern, die eine Textilindustrie besitzen, wurden Zellstoff-Fabriken gegründet, nicht zuletzt gerade in den Ländern, die an Rohstoffen reich sind, wie etwa die Vereinigten Staaten an Baumwolle. Zellulose ist ein Urftoff, der sich in jeder Pflanze, jedem Baum, jedem Halm und jedem Blatt befindet. In der P a p i e r h e r st e l l u n g ist sie längst bekannt. So ungeheuerlich aber die Leistung ist, der Seidenraupe ihr Geheimnis abgelauscht zu haben, die größte volkswirtschaftliche Bedeutung der Nachahmung des von ihr entwickelten Fibroins durch die Viskose beruht vielleicht gerade darin, daß von dem deutschen Holz als neuzeitlicher Rohstoffgrundlage nicht so sehr das Nutzholz als hauptsächlich das sogenannte Brennholz, also das unwertige Holz verbraucht wird. Bei der jährlichen Ernte des Nutzholzes fallen unvermeidlich riesige Brennholzmengen an, die bisher, selbst in wirtschaftlich günstigen Jahren, stets schwer abzusetzen waren. Noch niemals hat eine Notwendigkeit bestanden, in Deutschland auch nur einen Raummeter Brennholz aus dem Auslande einzuführen. Im Gegenteil kam es oft genug vor, daß solche Holzsortimente in abgelegenen Waldgebieten mit nur sehr geringem Nutzen verwertet werden konnten. Deshalb sieht es ja auch die deutsche Forstwirtschaft, besonders das Reichsforstamt und der Ausschuß für Technik in der Forstwirtschaft beim deutschen Forstverein, als ihre vornehmste Aufgabe an, auch das Brennholz wie das übrige unwertige Holz mit dem für die deutsche Wirtschaft größten Wert nutzbar zu machen. Der Technik gelang es so, aus dem minderwertigen Holz gerade etwa der Rotbuche, die vielfach verästelt, schlecht gewachsen, ja verkrüppelt erscheint, die Zellulose für die Herstellung der Viskose und damit der Distrafaser zu gewinnen. Auch das schlechteste und ästigste Durchforstungs- Holz, ja die Abfallstoffe der Tischlereien und der Sägewerke können in einem neuzeitlichen, durch Die Deutsche Kuliurwoche in Paris als Mittlerin des Kulturaustausches. Eine Unterredung mit Staatssekretär Funk.-Die pariser presse ist begeistert. Reue Werkstoffe und neue Verwendungsmöglichkeiten der alten. Von Dieter von der Schulenburg. absteigende Vergasung arbeitenden Heizkessel (Generator) oder nach Verkohlung des Holzes in Meilern oder fahrbaren Oefen als Holzkohle zu einem Ire ioftoff verwandelt werden, der zum Antrieb von stehenden oder beweglichen Motoren dienen kann. Dabei besitzen Holz und Holzkohle eine Reihe von technischen Eigenschaften, die sie für Treibstoffzwecke besonders geeignet erscheinen lassen. Neu ist auch, das Holz als Nähr - und Futterstoff zu verwenden, um den Futterbedarf der deutschen Landwirtschaft zu befriedigen, wenn durch Dürrejahre Not an natürlichen Futtermitteln vorliegt. So stellt die Holzverzuckerung eine außerordentlich weitgehende, neue Ausnutzung des Rohstoffes Holz dar. Neu ist ferner die Erfindung von Glasgespinsten wie von Glaswolle zu Jsolierzwecken. Einmal geht es um das Problem eines schlechten Wärmeleiters, dann aber auch um die Abdichtung des Schalles, Glas als Rohstoff hat damit eine weitere, ast unbegrenzte Verwendungsmöglichkeit erhalten. Die aus ihm hergestellten Matratzen und Decken haben uns heute praktisch von kanadischem Asbest und portugiesischem Kork unabhängig gemacht. Neben der zumindest gleichwertigen Isolierfähigkeit der Glasgespinste sind aber noch ihre weiteren Eigen- chaften von unschätzbarem Wert. Als anorganischer Stoff zeigen sie keine Veränderungen ihrer Struktur, sind brennsicher, säurebeständig, völlig unemp- indlich gegen Wasser, faulen also nicht wie Kork und werden nicht von Ungeziefer, weder von Motten, noch von Ratten und Mäusen angefreffen. Zu den Werkstoffen, deren Verwendungsmöglichkeiten heute unbegrenzt sind, und zu deren fabrikatorischer Herstellung eigentlich jetzt erst unsere Chemie und Technik die Wege wies, obwohl die Erftn- duna bereits 1872 von Adolf vonBaeyer gemacht wurde, gehört auch das Kun st harz, das aus der Verbindung von Phenol, aus der Verkokerei von Steinkohle gewonnen und von dem Holzkohlendestillat Formaldehyd zusammen mit einem Kataly- ator wie Ammoniak im Wärmeverfahren entsteht. Es gibt fast keinen Gegenstand des täglichen Bedarfs, der nicht durch ein einfaches Preßverfahren, praktisch gesehen, aus Kunstharz hergestellt werden könnte, vom elektrischen Steckkontakt zum Becker der Thermosflasche mit Schraubengewinde, vom Aschenbecher, Zigarettenetui und Zigarrenkasten zum Radiobehälter, von Röhren in beliebiger Länge gezogen zur Wandbekleidung. Gerade hier ist es als vollwertiger Ersatz von Nutzholz wieder von Bedeutung, das für andere wichtige Dinge frei wird. Zudem ist auck Kunstharz ebenfalls feuerfest, es brennt nicht, es schmilzt höchstens und ist daher etwa für die Innenausstattung von Ozeandampfern als Kabinenbekleidung schon aus Sicherheitsgründen dem Holz vorzuziehen. Durch Zusatz von Anilinver- fahren bei der Fabrikation ist auch überdies jede Farbe, jede Maserung zu erhalten. Endlich ist Kunstharz als bestes Bindemittel bei der Bürstenindustrie an Stelle des löslichen Knochenleims oder in Verbindung mit Textilien von größtem Wert. Von Jahr zu Jahr wird ein Werkstoff, den wir in erster Linie nur vornehmlich in der Feinmechanik kannten, in der chemisch-technischen Industrie unentbehrlicher, das Porzellan. Es ist ein guter Ersatz für Metalle, an denen es uns fehlt, wie z. B. Messing. Don Retorten, Schalen, Behältern, Rohren bis zur Kapillarstärke, von Isolatoren und anderem aber einmal ganz abgesehen, ist es heute kaum noch tragbar, wenn etwa Türklingen an Stelle von Hart- porzellan oder Kunstharz aus Messing hergestellt werden. Die Hygiene würde überdies nur dabei gewinnen, denn eine Türklinke aus Hartporzellan ist bedeutend leichter und einfacher mit Warmwasfer zu reinigen als mit irgendeinem Putzmtttel. Aenderungen im Zulassungsrecht für Aerzte. Im Reichsgesetzblatt wird die dritte Verordnung über die Zulassung von A e r z t e n zur Tätigkeit bei den Krankenkassen veröffentlicht. Die Verordnung paßt das Zulassungsrecht für Aerzte der durch die Reichsärzteordnung vom 13. Dezember 1935 auf dem Gebiete des allgemeinen Arztrechts geschaffenen Neuregelung an. Gleichzeitig bringt sie die Vorschriften, die Anforderungen an die Reinheit d e s Blutes enthalten, mit den betreffenden Vorschriften des Reichsbürgergesetzes und seinen Durchführungsverordnungen in Einklang. Unter den sonstigen Aenderungen sind solche über die Auswahl unter den Zulassungs- beroerbern und die Vorschriften über die außerordentliche Zulassung hervorzuheben. Sie tragen den gegenwärtigen praktischen Bedürfnissen Rechnung. Schafhaltung in Kleinbetrieben. ZdR. In den letzten 50 bis 60 Jahren hat die Zucht von Schweinen, Rindern und selbst von Geflügel zugenommen, nur die Schafhaltung ging stark zurück. Statt 25 Millionen Schafen in den 70er Jahren wurden 1934 nur noch etwa 3,4 Millionen gehalten. Das könnte leicht zu der Auffassung führen, daß für Schafe kein Platz mehr sei; das aber ist durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil. Wo andere Haustiere nicht mehr gehalten werden können, da findet das Schaf immer noch feine Nahrung. Der Wiederaufbau unserer Schafhaltung ist heute eine volkswirtschaftlich wichtige Aufgabe, damit ein größerer Teil unseres Wollbedarfs als bisher aus_ eigener Er- zeugung gedeckt werden kann. Natürlich läßt sich das nicht von heute auf morgen durchführen, aber jedes Jahr muß uns einen Schritt weiterbringen. Auch die neueste Schafzählung zeigt wieder eine Zunahme des Schafbestandes, und zwar um 367 000 Tiere, also um 7,4 v. H. Damit besitzen wir heute rund 2 Millionen Tiere mehr als 1933. Erfreulich ist, daß vor allem die Zahl der schafhaltenden ^Betriebe um rund 17 000 auf 273 000 gestiegen ist. Es halten aber noch längst nicht alle Bauern und Landwirte Schafe, die dazu wohl imstande wären. Gerade der Kleinbetrieb muß sich noch in weit stärkerem Maße als bisher für die Schafhaltung einsetzen. Nur dann kann es gelingen, die Wollerzeugung entscheidend zu steigern. Stink- und Tranengasbomben in Reuyorker Kinos. In 20 Neuyorker Lichtspielhäusern wurden am Sonntag Anschläge mit Stink- und Tränengasbomben verübt. Die Besucher stürzten panif- artig auf die Straße. Dabei kamen mehrere Personen zu Fall und wurden verletzt. Man vermutet, daß die Täter in einer Gewerkschaft von Filmvorführern zu suchen sind, die mit den Lichtspieltheaterbesitzern im Streit liegen. , Itr. 215 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag. 15. September 1957 Unsere oberhessische SA. in Nürnberg. Brief aus dem Zeltlager Langwasser an den Gießener Anzeiger. Die „Verstauung" in die einzelnen Abteile des DA.-Sonderzuges nach Nürnberg am Freitagnach- ?lttaVrn ®ie&en ging rasch vonstatten. Nachdem oie „Abschiedszeremonie" mit den Zurückgebliebenen erledigt war, machte man es sich in den Abteilen gemütlich In Friedberg und in Bad-Nauheim stiegen die Kameraden der anderen oberhessi chen Standarten zu. Die Stimmung nahm mit jedem Kilometer, der uns Nürnberg näherbrachte zu° muntere Reden flogen hin und her, alte Lieder erklangen, kurzum, man hatte den Alltag zu Hause gelassen. ’ 1 Die Fahrt ging über Hanau — Aschaffenburg nach Gemünden. Dort kurzer Aufenthalt, der gerade dazu ausreichte, das erste „Bayrische" zu kippen. tonnten die Kameraden, die zum erstenmal nach Nürnberg fuhren, den schönen Spessart, durch den wir bei Dunkelheit fuhren, nicht bewundern ?ne1cbln^amera,ben ber Vorjahre. In Würzburg' 10.15 Uhr gab es nochmals Gelegenheit, den Durst zu stillen, dann ging die Fahrt weiter nach Nürnberg, das wir gegen 1-3.45 Uhr erreichten. Streckens ^tnter Sonderzug lag auf der ganzen Nach einem etwa 3 Kilometer langen Marsch erreichte die Spitze der Gruppe Hessen das Zelt- la g e r L a n g w a s s er. In der Abteilung „Gruppe Hessen , Hechenberger Straße, Zelt Nr. XII/10 be- 30g öic SA -Standarte 116 Unterkunft. Unser Straßennachbar ist die Gruppe Hochland Kameraden von echtem Schrot und Korn. Bald' wurde das Lager aufgesucht, und man ruhte zum erstenmal wieder in Nürnberg. Von Schlaf kann eiqent- lich nicht gut gesprochen werden, denn unaufhörlich ruckten die SA.-Gruppen mit Spielmanns- und Musikzügen ein. Samstag früh bei Tagesgrauen wird es wieder lebendig im Zelt. Unaufhörlich klatscht der Regen hernieder. Nach erfolgter „Morgenwäsche" brausen schon die ersten Lastwagen heran, die Kaffee, Brot Butter und Marmelade ausladen, und mit Hochgenuß geht's an die erste Arbeit, das Kaffeetrinken Nun ist Freizeit, Langwasser wird eingehend besichtigt, Kameraden anderer Gruppen besucht. Freundschaften aufgefrischt, Ansichtskarten geschrieben; man bummelt io in Langwasser herum. Zu sehen gibt es überall etwas, denn noch immer marschieren Gruppen auf Gruppen ein. Es scheint, das Lager sei nun belegt, aber immer und immer verschluckt die gewaltige Größe des Lagers die Massen. Trotz dem Nichtstun vergeht die Zeit schnell, denn alles ist anders und muß doch gesehen werden. Die Verpflegung ist sehr gut und reichlich. Der Appetit und die Stimmung sind vorzüglich. Die Musikzüge sorgen ebenfalls für Unterhaltung, und so läßt es sich im Lager gut leben. Das Lagerleben hat gegen Nachmittag seine höchsten Formen angenommen. Auch die Bierzelte werden bereits in Augenschein genommen, denn man muß doch schließlich in seiner „Heimat" Bescheid wissen. Allzu rasch geht der Samstag zur Neige. Am Spätnachmittag durchfuhr Stabschef Lutze, stürmisch von seinen SA.-Kameraden umjubelt, die Straßen des Lagers. Auch Ministerpräsident Göring und Reichsminister Dr. Goebbels ließen es sich nicht nehmen, ihre alten Kampfgenossen in Langwasser zu besuchen, und wo sie hinkamen, da gab es einen wahren Aufruhr vor Freude und Begeisterung. Das ganze Lager „stand Kopf". Nach Eintritt der Dunkelheit fand das herrliche Schauspiel des Feuerwerks statt, das etwa % Stunden dauerte. Feuergarbe auf Feuergarbe schoß zum Himmel empor, in den prächtigsten Farben leuchtend, und steigerte sich zum Höhepunkt eines Trommelfeuers. Man konnte gar nicht genug Augen haben, um alles zu übersehen. Kaum war dieses abgebrannt, so nahm auch schon das große Feuerwerk vor dem Führer seinen Anfang, das vom Lager aus ebenfalls gut zu sehen war und über eine Stunde währte. Die Wirkung dieses Feuerwerkes war durch die weitere Entfernung eigentlich noch imposanter und wuchtiger. Um 10 Uhr Zapfenstreich. Ausruhen für den an Anstrengungen reichen Sonntag hieß die Parole. Es dauerte nicht lange, bis im Zelt der 116er Ruhe herrschte, und jeder träumte wohl schon von dem ihm bevorstehenden Tag, an dem er dem Führer ins Auge sehen darf. Erstes Gießener Karpfen-Angeln- ein Erfolg. J Ä d Viele Zuschauer säumten beim Karpfenangeln die Ufer des Teiches an der Schlageteranlage. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Vom Standpunkt beider Veranstalter dieses ersten öffentlichen Preisangelns aus kann man wohl sagen, daß es nicht nur eine gute Beute, sondern auch über alles Erwarten einen außerordentlich starken Besuch gab und daß dieser große Fischzug als durchaus wohl gelängen bezeichnet werden darf. Als am gestrigen Sonntag die Rakete den Beginn des Preisangelns ankündigte, standen nicht nur die zahlreichen Mitglieder der Vereine der Sportfischer an den Ufern entlang, sondern auch viele erwartungsvolle Volksgenossen, denen ein lebhaftes Interesse von den Gesichtern abzulesen war. Die vielfach in ihrer grünen allsportlichen Kleidung stehenden oder sitzenden Angler schauten nach dem Wind und den aufkommenden dunklen Wolken und sahen die leichte Bewegung des Wassers, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Für viele Fischer war diese Gelegenheit sehr willkommen, weil sie hier einmal etwas anderes Getier als in ihren heimischen Gewässern angeln konnten; sehr viele hatten großes Glück. Es gab spannende Momente, wenn die Bewegungen auf der Wasserfläche eine günstige Fang- gelegenheit verrieten und wenn es der Geschicklichkeit des Anglers gelang, einen prächtigen Kerl an die Schnur zu bekommen und ihn trotz allem Zappeln und Sträuben dem nassen Element zu entreißen. Es kamen Karpfen in der Schwere bis zu acht Pfund zum Fang. Die zum Ziel gefetzte Quantität war allzu rasch erreicht worden und schon nach knapp dreiviertel Stunden konnte der Wettstreit beendet werden. Die Fische wurden sofort sachgemäß in verschiedene Behälter gebracht und zur Aufbewahrung in geeignete Räume geschafft. Nach dem Abschluß des Preisangelns dankte der Bezirksvorsihende ^Rudolf Nöhr des Reichsoerbandes deutscher Sportfischer allen an dem Wettbewerb beteiligten Sportfischern und sagte ihnen, daß sie stolz auf ihre guten Erfolge sein könnten. Er machte sie auf die Unterschiede der Sportgelegenheit an ihren Wassern und an diesem offenen Gewässer aufmerksam und betonte, daß durch die Möglichkeit des Fischens anderer Fischarten und unter den Augen einer so großen Zuschauerschar sich praktische Erfahrungen für eine sportgerechte Betätigung sammeln ließen. Der Erfolg war sehr zufriedenstellend. Das Angeln hatte gezeigt, daß der Karpfen in diesem Jahre früher als sonst in die Tiefe gehe und mit feinem Laichgeschäft beainne. Es sei darum gut, daß der Teich nun abgefangen werde. Von den noch im Teich befindlichen 6—8000 Jungkarpfen würden nur noch etwa 1000 wieder eingesetzt, während die übrigen den einzelnen Vereinen oder Interessenten für Zuchtzwecke überlassen würden. Das Preisangeln werde im nächsten Jahre wiederholt. Der Bezirksvorsltzende dankte auch der Stadt Gießen und insbesondere dem Leiter des Fremdenverkehrsvereins Bürgermeister Professor Dr. Hamm für diese Möglichkeit des Preisangelns. Bürgermeister Professor Dr. Hamm zeigte sich sehr erfreut über den Erfolg dieser Veranstaltung und ganz besonders über das rege Interesse der Gießener Bevölkerung. Er dankte den Sportfischern für die tätige Mithilfe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Einrichtung des Preisangelns in Verbindung mit dem Karpfenfeft, das dieses Jahre zum erstenmal in Gießen begangen werde, viele Jahre überdauern möge. Daran knüpfte er den Wunsch für einen guten Werbeerfolg der Sportfischer an. Die Sportfischer setzten sich anschließend im „Frankfurter Hof" noch zu einem „Flscher- umtrunE" zusammen. Den Wettbewerb des Karpfenangelns bestritten drei Vereinigungen. Der Verein der Sportangler fing bei dem gestrigen Angeln Karpfen im Gewicht von insgesamt 92 Kilogramm, der Angler-Sportverein Gießen erzielte 63 Kilogramm und der Fischwaid-Klub 9 Kilogramm Mit der 9. Division im Manöverkrieg an der Eder. Erster Begegnungkampf Mischen Blau und Not Haubern, zwischen Frankenberg und Frankenau, 9.45 Uhr vormittags. (Drahtbericht von unserem im Manövergelände weilenden Schriftleiter.) Bei schönem Spätsommerwetter stehen wir auf einer Höhe zwischen Frankenberg und Haubern. Bereits bei der Anfahrt trafen wir am Ausgang von Frankenberg die ersten Aufklärungskräfte von Rot. Bald darauf machen wir die erste Begegnung mit vorgeschobenen Postierungen von Blau. Auf der Höhe westlich Hauberns befindet sich der Dioisionsgefechtsftand. Der Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant Qßwald, begrüßt die Vertreter der Presse und zahlreiche Ehrengäste. Noch während seiner kurzen Begrüßungsworte überfliegt ein Aufklärungsflieger den Standort der Division und wirft Meldungen ab. Generalleutnant Qßwald gibt der Presse in großen Zügen einen Ueberblicf über die Annahme der Uebungs- l a g e. Anschließend gibt Major Lange vom Stab der 9. Division eine eingehende Aufklärung über die Gefechtslage. Danach ist in großen Zügen zu sagen, daß der Gegner Blau, dargestellt durch das in der Gegend von Krankenberg verstärkte Infanterie-Regiment 116 mit zugeteilten Truppen verschiedener Waffen, aus der Gegend von Kirchhain in allgemein nordwestlicher Richtung in Richtung Frankenberg vorstößt und seine vorgeschobenen Aufklärungs- und Sicherungskräfte heute früh um 6 Uhr die Sicherungslinie von gestern abend überschritten haben. Rot kommt aus nordwestlicher Richtung nach der Uebungsannahme aus dem Sauerland, ebenfalls im Marsch mit allgemeiner Richtung auf Frankenberg. Rot hat die Aufgabe, die Üebergänge der Eder bei Frankenberg für seine Kräfte freizuhalten. Blau dagegen soll die (Eberübergänge bei Frankenberg in Besitz nehmen. Die Lage ist so, daß gegen 9.45 Uhr mit den ersten Gefechtshandlungen im Raume zwischen Haubern und Frankenberg zu rechnen ist. Man hört bereits verschiedentlich MG.- Feuer aus der Gegend von Frankenberg. Die Sichtverhältnisse sind für die Beobachter sehr gut so daß auch die Luftaufklärung wertvolle Aufschlüsse bringen kann. Im Uebungsgelände sieht man viel Zivilbevölkerung, die mit großer Spannung dem interessanten Manöverkrieg folgen wird. LehleMhnungzurEnlriimpelungderDachböden Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: Durch eine Anzahl Artikel in der Preffe ist die Bevölkerung auf die Notwendigkeit der Entrümpelung hingewiefen worden. Nicht nur im Sinne des Luftschutzes, sondern auch im Sinne des Vier- jahresplanes ist es Pflickt eines jeden Volksgenossen, alles überflüssige Altmaterial abzuliefern. Die Befreiung von diesen Sachen übernimmt die NSV, soweit das Gerät für sie brauchbar ist und außerdem noch der Reichsluftschutzbund, Fernsprecher Nr. 2607, und jeder seiner Amtsträger. Es wird jedoch darauf hingewiefen, daß auch der freiwillige Verkauf zulässig und in keiner Weise behindert oder verboten ist. Am 1. September 1937 ist die 3. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgefetz in Kraft getreten. Nach § 1 ist in Gebäudeteilen, die bei Luftangriffen im besonderen Maße der Brandgefahr ausgesetzt sind, verboten: 1. Das Aufbewahren von Gerümpel. 2. Das übermäßige und feuerficherheitswidrige Ansammeln von verbrauchbaren Gegenständen. 3. Das Abstellen anderweitig unterbringbarer oder schwerbeweglicher Gebrauchsgegenstände. Verstöße hiergegen sind strafbar. In nächster Zeit werden durch Polizeibeamte Kontrollen in den Häusern durchgeführt. Es wird erwartet, daß es nicht nötig ist, gegen Säumige auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen vorzugehen. Heute beginnen wir in den Kamilienblättern mit dem Abdruck des Romans „Eugenie Grandet" von Balzac. Sn dieser gleichermaßen rührenden und erschütternden Liebesgeschichte aus der französischen Provinz finden wir ein Stück der großen menschlichen Komödie, deren Gestaltung sich Balzac zur Lebensaufgabe gemacht hatte. Clara Schumann. Zu ihrem Geburtstage am 13. September. Wenn man in den Briefen und Tagebuch-Aufzeichnungen dieser unvergleichlichen Frau und Künstlerin blättert, entsteht ein Frauenleben, von dem man m Wahrheit sagen kann, daß es zu den höchsten Hohen, aber auch in tiefstes Elend geführt hat. Die kaum 13jährige Clara Wieck unternahm bereits mit ihrem Vater und Lehrer, dem berühmten Musikpädagogen Friedrich Wieck, zahlreiche Konzertreisen. Wo die kleine Künstlerin erschien, wurde sie nut Beifall überschüttet. Man pries ihr inniges Spiel und prophezeite ihr eine große Zukunft — eine Weissagung, die sich aufs schönste bewahrheitet hat. Und noch etwas anderes begann m diesen frühen Jahren zu reifen. Die Zuneigung zu Robert Schumann, der als Schüler Wiecks täglich im Hause verkehrte und mit Clara alle Freuden und Leiden teilte. Noch waren sie in geschwisterlicher Liebe miteinander verbunden — der 23jährige Jüngling und das 14jährige Mädchen. Aber diese frühe und'innige Freundschaft, das gemeinsame künstlerische Erleben und das grenzenlose kindliche Vertrauen zueinander hat den Grundstein zu der später so reichen und innig-geistigen Lebensgemeinschaft gelegt Der ehrgeizige Vater Wieck, der nur von der Idee besessen war, Clara eine glänzende Künstlerlaufbahn zu bereiten, hat später kein Mittel unversucht gelassen, die beiden vom Schicksal füreinander bestimmten jungen genialen Menschen auseinanderzubrlngen. Aber Claras Liebe hat allen Widerstanden getrotzt, sogar dem Willen des verehrten Vaters. Zehn Jahre, erfüllt von Haß, Lüge und Verleumdung, mußten die Liebenden umeinander kämpfen, bis sie endlich vereint waren. # , Dann aber kam das grenzenlose Gluck, gekrönt durch die reiche Schaffensperiode von Robert Schm manns schönsten Kompositionen. Auch Clara hat sich erst in ihrer Ehe zu der reifen und vollendeten Klavierspielerin entfaltet, deren Name noch heute unvergessen ist. Was sie in diesen Jahren geleistet hat, scheint für die Kräfte einer Frau fast kaum tragbar. Die Liebe wuß sie wunderbar beflügelt haben Denn neben den eigenen künstlerischen Ber- pflichtunqen, dem täglichen lieben, Stundengeben und zahlreichen Konzertreisen pflegte das Kunstler- ehepaar ein gastfreies Haus. Und die immer wachsende Familie — Clara schenkte ihrem Mann sieben Kinder — beanspruchte sie nicht weniger als der außerordentlich empfindsame Robert Schumann, der überall ihre Hilfe und ihre volle kritische Bereitschaft für sich forderte. Diese Jahre des Glückes waren, wie Clara selbst einmal gesagt hat, so reich, weil sie Jahre des Kampfes waren. Kampf um die künstlerische Anerkennung und Kampf um die wirtschaftliche Existenz. In der Liebe Robert Schumanns aber fühlte sich Clara für alles entschädigt. Doch bald zeigten sich mit Roberts Erkrankung die ersten Wolken. Ein grausames Geschick riß den genialen Musiker aus dem Kreis der Seinen und umfing ihn mit der Nacht des Wahnsinns. Wer kann das Leid der unglücklichen Clara in den folgenden zwei Jahren ermessen, die Robert Schumann nach jenem unseligen Sturz in den Rhein in einer Irrenanstalt zubrachte, bis der Tod ihn erlöste. Fast drohte die nimmermüde Frau zu zerbrechen. Aber die Pflichten riefen. Sieben unmündige Kinder waren auf ihre Tatkraft angewiesen. Und Clara hat alles tapfer auf sich genommen. Sie hat ihre Kinder erzogen, ihnen ein glückliches Elternhaus bewahrt. Sie hat Stunden gegeben und konzertiert, um die dringendsten wirtschaftlichen Sorgen abzuwehren, wenn es auch oft über ihre Kräfte ging. Wenn sie in jenen Jahren immer wieder an die Qeffentlichkeit trat, so tat sie es nicht, um Ehre und Lorbeeren sur sich zu sammeln. Sie war nur von dem emen Gedanken beseelt, für Robert Schumanns Werk zu werben und zu wirken, um ihm den Namen zu erringen, der ihm gebührte. Wohl konnte sie einen Kreis wertvoller, gütiger und hilfsbereiter Menschen um sich sammeln, und sogar eine tiefe Freundschaft zu dem getreuen Johannes Brahms hat mr bas Leben reich und schön gestaltet. Auck die wirtschaftlichen Sorgen wurden in ihrem Alter durch die ehrenvolle Berufung als Professorin an die Berliner Hochschule für Musik von ihr genommen. Und wo d'e Künstlerin erschien, wurde sie gefeiert und umjubclt. Dankbar hat sich Clara Schumann dieses schönen Lebensabends gefreut, aber im tiefsten Innern war sie einsam geblieben seit jenem Tage, da man Robert Schumann zur letzten Ruhe gebettet hatte. Im Bewußtsein eines so reichen Lebens, umgeben non Liebe und Freundschaft und in der Sehnsucht natfi ihrem über alles geliebten Gemahl, verzehrten sick kaum merkbar die Kräfte, bis Claras Leben eines Tones leise und sanft erlosch. Während die Psingst- alocken des Jahres 1896 von den Türmen Bonns das Fest einläuteten, hat man Clara Schumann zu Grabe getragen. Lisa Peck. „Knochen" und „Hunde" werden geheilt. Aus der Werkstatt des Briesmarkendoktors Stunden und Stunden fitzt der Briefmarkenfreund über feiner Sammlung. Vorsichtig legt er Blatt um Blatt um, verweilt bei dieser oder jener Marke einen Augenblick und läßt sich von dem eigenartigen Reiz seiner ein Stück Weltgeschichte darstellenden Schätze bezaubern. Und dabei ist es trotz aller Sorgsamkeit geschehen; eine wunderschöne alte Bergedorf hat einen Riß bekommen, guer durch. „So ein Pech!" klagt er seinem Freund fein Leid. „Nun ist sie völlig wertlos, und ich kann sie zu den Knochen' und »Hunden' werfen." Aber der Freund weiß Rat. „Durchaus nicht wertlos. Wozu gibt es den Briefmarkendoktor?" Und dann packen sie sorgfältig die beschädigte Bergedorf ein und ziehen los, in einen der Berliner Vororte. In einer stillen Seitenstraße finden wir den Mann, der unter zünftigen Sammlern im Rufe eines kleinen Zauberers steht. Ganz hoch obön unter dem Dach liegt fein Arbeitsstübchen; denn Störung verträgt feine Arbeit, die jeden anderen kribbelig machen würde, nicht. Aus dem Lautsprecher ertönen leise und beruhigende Walzerklänge. An den Wänden hängen schöne alte Kupferstiche. Des „Briefmarkendoktors" andere Leidenschaft sind nämlich alte Stiche, und er besitzt manch gutes Stück. Tiefgebeugt fitzt er über feinem Arbeitstisch Zwischen Fläschchen, Messern, Pressen und Schälchen liegen Marken aller Zeiten und Länder. Lauter Knochen" und „Hunde", — das ist unter Sammlern der Fachausdruck für diese Verwundeten. „Sie sind arg zugerichtet", heißt es, „aber sie werden alle wieder ganz. Ein Unmöglich gibt es nicht, dazu hat man seine Erfahrung. Sehen Sie diese »Bayern 1 Kreuzer'. Die ganze Ecke fehlt, muß also ergänzt werden." Mit kundigem Griff hat der Bnefmarkendoktor aus einem Stapel ein Stück gleichwertiges Papier ausgewählt. Es wird angefeuchtet und dann mit scharfen Messern so lange geschabt, bis es der Stärke der Marke entspricht, die in gleicher Weise vorgearbeitet ist. Mit ganz dünnem Leim wird bie, Ecke angefügt und in einer Presse getrocknet. Und dann nimmt dieser Künstler seines Faches einen ganz dünnen Pinsel zur Hand. Mit feinen Strichen ergänzt er die auf der Ecke der Marke fehlende Zeichnung, so fein und sauber, daß man mit dem bloßen Auge einen Unterschied nicht zu erkennen vermag. Bei einer anderen Marke dann als letztes die Zähnung. Bis auf ein Zehntelmillimeter genau wird sie mit dem Zähnungseisen gestochen. In neuer Schönheit erstrahlt die „Bayern 1 Kreuzer". Andere folgen ihr, eine alte Hamburg und eine stark beschädigte wertvolle englische Marke. Die Arbeit ist nicht leicht, nur bei Tageslicht kann gearbeitet werden. Und so ist auch die Tagesleistung der Jahreszeit entsprechend ganz verschieden. Elf Jahre übt der Briefmarkendoktor schon seinen Beruf aus, und in diesen elf Jahren sind mit Ausnahme der beiden Farbfehldrucke von Spanien und Baden alle Marken Europas, einschließlich der größten Seltenheiten, durch seine Hände gegangen. Wir wollen wissen, worauf es bei dieser übergenauen Arbeit besonders ankommt. Und wir werden belehrt: „Wer auf diesem Gebiet Gutes leisten will, muß ein feines Fingerspitzengefühl und einen absoluten und verläßlichen Farbensinn haben, dazu muß er über ein umfangreiches und tiefgehendes philateliftifches Wissen verfügen. Im übrigen: Mein Beruf ist keine Kunst, die sich erlernen läßt, — er ist Begabung." „Und die Arbeit selbst?" — „Macht mir sehr viel Freude, und ich habe mich noch nie über Arbeitsmangel beklagen müssen." — Man glaubt es gern. Unzählige Briefe bedecken den Arbeitstisch, aus allen Gegenden Deutschlands und aus aller Welt haben sich schon Sammler in ihren Nöten an den Briefmarkendoktor gewandt. Denn nur wenige gibt es in der Welt, die die gleiche Arbeit leisten können, in Berlin drei bis vier, in Paris einge hervorragende Könner und in Wien einen besonders begabten Spezialisten. Sie arbeiten zur Freude aller Briefmarkenfreunde, und was sie schaffen, hat nichts mit Fälschungen zu tun. Wenn natürlich auch eine unbeschädigte Marke wertvoller ist, — eine, die durch die Hände des Briefmarkendoktors ging, ist immerhin gleichwertig einer mit leichten Fehlern. Und vor allem — sie ist schöner und ansehnlicher geworden, kann wieder die Zierde einer jeden Sammlung sein. Von diesem ästhetischen Standpunkt aus betrachtet auch der Briefmarkendoktor seine Arbeit. A. N. Aus -er Gta-1 Gießen. Kartoffelfeuer... Es ist etwas Heimeliges um die Dämmerstunde des Septembertages. Kaum dringen die ersten Abendschatten in das langsam schwindende Tageslicht, so erfüllt sich die Luft mit jenem blaugrauen Schein, der alle Konturen verschwimmen macht. Etwas unendlich Weiches und Zartes scheint dann die Landschaft einzuhüllen, das die Schritte in den Gassen dämpft und selbst den Verkehrslärm um einige Grade ruhiger werden läßt. Die farbigen Lichter an den Fassaden der Geschäftshäuser verleihen im Verein mit den hell erleuchteten Läden den Straßen im Innern der Stadt ein eigentümlich reizvolles Aussehen, so daß ein Bummel um diese Stunde einem kleinen romantischen' Abenteuer gleicht. Aber während hier allmählich das von gewaltiger elektrischer Energie gespeiste Licht die Oberhand gewinnt, flammen in den Gärten und vor den Toren die roten Signale der Kartoffelfeuer auf. Der beizende Rauch des brennenden Krautes zieht in langen Schwaden zum Horizont und sättigt die Luft mit dem herben Geruch der Reife. Sie geben dem scheidenden Tage ein besonders stimmungsvolles Gepräge, diese Kartoffelfeuer, und durch nichts wird dem Stadtbewohner so sehr die Tatsache nahegebracht, daß die Ernte von den Feldern heimgebracht ist und daß die schöne Jahreszeit zur Neige geht. Wo indessen auch die Kartoffelfeuer brennen, ob in den kleinen Hausgärten, in der Schrebergartenkolonie oder weiter draußen am Rande der Stadt: überall sind eifrige Bubenhände dabei, das Feuer zu schüren. Sie sammeln mit froher Emsigkeit alles nur irgendwie erreichbare Kraut und Reisig und türmen es auf den Brandherd. Es geht ein geheimnisvoller Zauber von einem solchen Feuer in der Abendstunde aus, dem sich kein richtiger Junge entziehen kann. Deshalb sind die kleinen braunen Fäuste, die das Feuer schüren, auch keinen Augenblick untätig. Und zu der flinken Behendigkeit der Arme und Beine gesellt sich die des Mundwerks. Denn der Meinungsaustausch ist eine ebenso wichtige Sache: er gilt den schmorenden Früchten im Feuer. Es ist ein großartiger und beglückender Augenblick, wenn aus der Feuerasche die verkrusteten, heißen Kartoffeln gesucht und dann verspeist werden. Etwas von dem naturnahen Leben unserer Urväter steckt noch in diesem Vorgang und macht ihn besonders reizvoll. Und wer möchte etwa mit nörgelnder Erwachsenenmiene dabeistehen und das Idyll ftöjen, das zu dieser Jahreszeit gehört wie der Nebel über den Wiesen und das Geschrei der Zugvögel in den Nächten. Kartoffelfeuer sind die Fanale des früchteschweren Herbstes, und wo sie brennen, da offenbart sich die Romantik dieser To''.', die an Leuchtkraft ihresgleichen sucht. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen-Pensionat". «— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gauner im Frack". — Herbstmarkt (Messe). NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". „KdF.-Mieke" für das Sladttheater. Sämtliche KdF.-Betriebswarte von Gießen, Heuchelheim, Klein-Linden, Wieseck und Leihgestern werden gebeten, spätestens bis Dienstag, den 14. b. 2TL, die neuen Richtlinien für die ,KdF.-Mieten" auf unserer Dienststelle abzuholen. 5932V .Für Interessenten, die nicht einem Betrieb angehören, werden die neuen Richtlinien für die „KdF.- Mieten" außer in der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, auch bei Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Gießener Anzeiger und Verkehrsbüro abgegeben. Winzerfest 1937 in Gießen. 2lm 25. und 26. September 1937 führen wir vorstehende Veranstaltung in der Gießener Volkshalle durch. Diejenigen Wirte, die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind und Interesse haben, ein Wein- oder Kaffee-Büfett zu übernehmen, können auf der Kreisdienststelle vorbeikommen, um die näheren Bedingungen zu erfahren. Meldeschluß 13. 9. 37. 5941V Sonderzuge zum Erntedankfest auf dem Bückeberg. Zu dem Staatsakt auf dem Bückeberg fahren wir in Verbindung mit der Landesbauernscyaft folgende Züge: I .Zug: Abfahrt am 2.10. abends in Frankfurt am Main, Ankunft Grohnde (am Bückeberg) am 3.10. vormittags. Abfahrt ab Grohnde am 3.10. abends, Rückkunft am 4.10. früh. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, in Gießen zuzusteigen. Teilnehmerpreis ohne Verpflegung 7,— R7N. 2 . Zug: Abfahrt am 1.10., abends, in Frankfurt am Main., Rückkunft am 5.10. in Frankfurt a. M. abends. Teilnehmerpreis einschließlich Verpflegung und Unterkunft 21,50 RW. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle Gießen entgegen. Wieder Messe auf Oswaldsgarten. Die Schausteller haben wieder auf Oswaldsgarten Einzug gehalten. In kurzer Zeit hatten sie ihre Buden und ihre „Geschäfte" aufgebaut, und am Samstag begannen die Orgeln und die Lautsprecher wieder mit ihrer heftigen Klangfülle den Platz zu beherrschen. Es gibt wieder allerlei zu sehen und zu hören. Haases Achterbahn nimmt wieder einen großen Teil des Platzes für sich in Anspruch, und in runden Gondeln gleitet die Jugend mit größtem Vergnügen über die kurvenreiche Bahn. Neben der Achterbahn gibt es, ebenfalls von Haase, etwas Neues zu sehen, und zwar das Karussell mit der Mondrakete. Selbstverständlich zeichnet sich diese Bahn durch große Schnelligkeit aus und kommt allem Sensationsbedürfnis entgegen. Noch vieles andere wird auf der gegenwärtigen Messe die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Ein russisches Rad lockt, vor Glücksbuden rufen die Lautsprecher zum Kauf der Lose auf, für Süßigkeiten ist wieder ausreichend gesorgt, und für die Kinder gibt es an den fliegenden Ständen mancherlei hübschen Kleinkram. Angehende Kraftfahrer können auf der elektrischen Autobahn ihre Fähigkeiten entdecken, und in vielen Schaubuden offenbaren sich den erwartungsvollen Besuchern alle möglichen und unmöglichen Wunder der Welt. Für die Kinder ist wieder das Karussell mit den winzigen Motorrädern und Autos da, in denen sich "die Kleinsten schon „so groß" vorkommen. Die Messe hatte bereits am Samstag guten Besuch aufzuweisen, und am gestrigen Sonntag in den Abendstunden herrschte auf Oswaldsgarten ein beängstigendes Gedränge. ♦ ** Verschönerung der Straßenfront imSeltersweg. In etwa sechswöchiger Bauzeit hat die Straßenfront unseres Hauptgeschäftsviertels an der Ecke Seltersweg/Plockstraße eine bedeutende Verschönerung erfahren. Das SchuhhausWald- s ch m i d t, das seit 1926 den Eckladen an jener Stelle besitzt, hat durch die bauliche Erweiterung seines Ladenraumes und durch moderne Gestaltung der Eckfronten der Schaufenster dem Gesicht dieses Straßenteils eine wesentlich bessere Note als bisher gegeben. Der Entwurf des Um- und Erweiterungsbaues wurde von dem Architekten mit glücklicher Hand in die Tat umgesetzt und die fast ausschließlich von Gießener Handwerksmeistern geleisteten Arbeiten in vortrefflicher Weise durchgeführt. Dadurch hat die Ladenfront der Firma, aber auch der große Verkaufsraum ein durchaus modernes Gepräge erhalten, das man getrost mit großstädtischem Maßstab messen kann. Der jetzige Um- und Erweiterungsbau stellt in der Geschichte des Schuhhauses Waldschmidt einen bedeutsamen Markstein dar, denn innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit war es dem Senior der Firma vergönnt, sein Unternehmen aus kleinsten Anfängen zu der heutigen geachteten Höhe emporzuführen. Noch im Jahre 1904 bestand das Unternehmen aus einer kleinen Schuhmacherei. Im Jahre 1907 wurde es durch den Einbau eines Ladens im Hause Friedrichstraße 3 zum Verkauf von fertigen Schuhwaren erweitert. Im Jahre 1920 machte das Anwachsen des Geschäftsbetriebes die Verlegung in ein größeres Ladengeschäft im Hause Friedrichstraße 14 notwendig. Aber bereits im Jahre 1926 genügten auch diese Räume den Anforderungen nicht mehr, so daß das Geschäft nach der Ecke Seltersweg/Plockstraße verlegt werden mußte, die nunmehr durch den modernen Erweiterungsbau an Stelle des bisherigen, räumlich immer enger gewordenen Ladens ein wesentlich schöneres Geschäftslokal enthält und in der jetzigen Gestaltung in den Schaufenstern umfassende Schaumöglichkeiten, im Verkaufsraum viel Platz für den Publikumsverkehr bietet. Aus der engeren Heimat. Generalversammlung des Geschichts- und Altertumsvereins Alsfeld. <£ Alsfeld, 9. Sept. Im Sitzungssaals des Rathauses hielt der Geschichts- und Altertums verein der Stadt Alsfeld nach mehrjähriger Pause wieder eine Mitgliederversammlung ab im Hinblick darauf, daß der Verein in diesem Jahre auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken kann. Oberstudiendirektor Dr. Hainer, der zur Zeit die Geschäfte des Vereins führt, gedachte in seinem Bericht über die Entwicklung und Tätigkeit des Vereins in den abgelaufenen 40 Jahren zunächst der großen Verdienste des im vergangenen Jahre verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Kommerzienrat R a m f p e ck, der nahezu 40 Jahr den Verein geleitet hatte. Aus dem Bericht von Dr. Hainer war zu entnehmen, daß der am 9. September 1897 gegründete Verein wertvolle Arbeit in der Erforschung der Heimat- aeschichte der Stadt Alsfeld und des Kreises Alsfeld und in der Sammlung wertvoller heimatgeschichtlicher Gegenstände geleistet hat. Von besonderer Bedeutung ist das von dem Verein geschaffene Heimatmuseum, das sich heute über den Rahmen der gewöhnlichen Heimatmuseen der kleineren Städte heraushebt und eine wertvolle Sammlung von über 3000 Einzelgegenständen aufweist, die in den sämtlichen Räumen des Hochzeitshauses eine würdige Stätte gefunden haben. Daneben wurde eine Museumsbücherei mit etwa 3000 Einzelnummern in den letzten Jahren eingerichtet. Dr. Hainer bezeichnete die hier ehrenamtlich geleistete Arbeit als ein hervorragendes Beispiel oes Gemeinschaftssinnes der Alsfelder Bürger, ohne den dieses Werk nicht hätte geschaffen werden können. Auch die weitgehende Unterstützung des Vereins durch die Stadtverwaltung, die alljährlich einen Zuschuß von 600 RM. leistet, wurde dankend anerkannt. Die durch den Rechner des Vereins, Kaufmann Jul. Waldeck, vorgetragene Rechnung vom Rj. 1936/37 wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Verein zählt zur Zeit 205 Mitglieder. Auf Wunsch der Mitgliederversammlung erklärte sich Oberstudiendirektor Dr. Hainer bereit, das Amt als Führer des Vereins für ein weiteres Jahr zu übernehmen. Künftig wird die Anstellung von ausgebildeten Fremdenführern namentlich für den Besuch des Museums in Erwägung gezogen. Landkreis Gießen. # D a ubringen, 10. Sept. Bei der hier üurchgeführten Schweine - Zwischenzählung wurden folgende Bestände festgestellt: Ferkel unter acht Wochen wurden 87 gezählt, Tiere von acht Wochen bis zu einem halben Jahr wurden 109 und Schweine, ein halbes bis ein Jahr alt, 342 fest- gestellt. Zuchtsauen wurden 23 gezählt. * A l t e n - B u s e ck, 13. Sept. Am gestrigen Sonn- tagoormittag stürzte der Kaspar S e u l i n g von hier in seiner Scheune so unglücklich ab, daß er mit einem Oberschenkelbruch von der Gießener Sanitätskolonne des Roten Kreuzes in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. * Watzenborn • Steinberg, 13. Sept. Am heutigen Montag kann der weithin bekannte oberhessische Ziegenzüchter P h i l i p p III. von hier in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der betagte Mann hat sich in vieler Hinsicht bewährt. Er stammt aus einer, seit dem 15. Jahrhundert in Watzenborn-Steinberg ansässigen Bauernfamilie, die über viele Jahrzehnte hinweg die Ortsbürgermeister stellte. Schon frühzeitig widmete sich der Jubilar der Kleintierzucht; er interessierte sich schon in früher Jugend für Kaninchen- und Bienenzucht, widmete sich später der Zuchtvervollkommnung des Vogelsberger Viehes, seine intensivste Tätigkeit widmete er aber der deutschen weißen Edelziege. Er zählt zu den Begründern des Ziegenzuchtvereins für den Kreis Gießen, dessen Geschäfte er lange Zeit führte. Er ist Mitglied der Körkommission und arbeitet im Ziegen- züchteroerband für Hessen als Vorstandsmitglied. Für seine Förderung der Ziegenzucht zeichnete ihn der Reichsverband der Ziegenzüchter mit der bronzenen und der silbernen Verdienst-Medaille aus. Seit 1905 gehörte er dem Landwirtschaftskammer- Ausschuß für die Provinz Oberhessen an. Auch im Leben der Gemeinde war Philipp sehr tätig. Er wirkte als Bullenhalter und Fleischbeschouer, betätigte sich im Geflügel-Zuchtoerein, im Obst- und Gartenbau-Verein, und im Landwirtschaftlichen Lokal-Verein; er ist eifriger Sänger und treues Mitglied im Krieger-Verein. 5 Steinbach, 13. Sept. Arn morgigen 14. (September vollendet Pfarrer i. R. Wilhelm Kraemer sein 7 0. Lebensjahr. Er war von 1923 bis 30. April 1933 Pfarrer von Steinbach und Albach und trat am 30. April 1933 nach mehr als 40jäh- rigem Dienst in den Ruhestand. Pfarrer K r a e - m e r, der seinen Wohnsitz jetzt in Darmstadt hat, erhielt von den Kirchenvorständen von Steinbach und Albach ein Glückwunschschreiben, ebenso haben die kirchlichen Vereine von Steinbach, die Evangelische Frauenhilfe und der Evangelische Frauenchor ihrem langjährigen Vorsitzenden und Gründer ihre Glückwünsche zum 70. Geburtstage übermittelt. ch L i ch, 13. Sept. Die Beerdigung des fruf so tragische Weise ums Leben gekommenen Geschäftsführers der Licher Tonwerke, Hch. Schmidt VIII., fand am Sonntagnachmittag statt. Ein großes Trauergefolge aus unserer Stadt und der Umgebung gab dem Verstorbenen das letzte Geleite. Die Grabrede hielt Stiftspfarrer Naumann. Die Sprecher der Vereine legten unter Würdigung der Verdienste des Verstorbenen Kränze nieder, so Sangesbruder R i n ck e r (Nonnenroth) vom Sängergau 12 für Ministerialrat Ringshausen, für die Provin- zialwaltung des Sängerbundes und den Sängerbund „Chattia", Rektor i. R. Erb (Lich) für die Licher Tonwerke, Johann Heß für die Gefolgschaft der Tonwerke Lich, Direktor Rehberg für die Fachgruppe des Verstorbenen, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen) für die Licher Bank, Karl Volz für den Turnverein Lich, die „Liedertafel" Marburg, die am Grabe ihres Ehrenmitgliedes auch sang, der Gesangverein „Heiterkeit" Gießen, der Männergesangverein Kirchhain und die Sangesbrüder von der „Cäcilia", die ebenfalls am Grabe gesungen hatten. * Villin gen, 10. Sept. Zu einer Feier besonderer Art versammelten sich am Samstag Vorstand und Aufsichtsrat der „Landwirtschaftlichen Kredit- und Bezugsgenossenschaft von Dillingen und Umgebung". Es galt, zwei rührige' Mitbegründer und langjährige Vorstandsmitglieder zu ehren, die aus Gesundheitsrücksichten ihr Amt zur Verfügung stellen mußten: den seitherigen Rendanten Wilhelm Koch II., der 34 Jahre lang in vorbildlicher Weise die Geschäfte der Kasse geführt hatte, und das Vorstandsmitglied Gg. Zimmer IV., beide aus Dillingen. Beide wurden zu Ehrenvorstandsmitgliedern ernannt. Direktor Zimmer überreichte ihnen die Ehrenurkunden und den wohlverdienten Ruhesessel. Er dankte ihnen im Namen der ganzen Genossenschaft für ihre in jeder Beziehung lobenswerten Leistungen zur Förderung des ländlichen Genossenschaftswesens. Q] Birklar, 8. Sept. Die hiesige NS. - Frauenschaft unternahm am vorigen Sonntag einen Ausflug nach Heidelberg. Die Fahrt ging über Bad-Nauheim zunächst nach Darmstadt, wo mehrere Besichtigungen stattfanden, sodann weiter nach Heidelberg. In der Neckarstadt wurden ebenfalls zahlreiche Besichtigungen vorgenommen, die den Fahrtteilnehmern viel Neues und Sehenswertes brachten. Sehr befriedigt von der Fahrt, die der hiesigen Frauenschafts-Leiterin Marie Engel zu verdanken ist, kehrten die Teilnehmerinnen am Abend hierher zurück. s. Lang-Göns, 12. Sept. Um auch bei großer Trockenheit für die Bekämpfung eines Schadenfeuers gerüstet zu sein, wurde auf Beschluß der Gemeindeverwaltung von Maurermeister Sauber nahe bei der Brücke in der Mohrgasse eine kleine Sperrmauer errichtet, die mit einer Schleusenvorrichtung versehen werden soll. Das sich dadurch ansammelnde Wasser des Gönsbaches kann bei einem etwaigen Brande große Dienste tun. — Am Samstagabend wurde von der Gaufilmstelle neben dem bekannten tönenden Wochenbericht aus aller Welt der schöne Film „Standschütze Bruggler" gezeigt. Der Besuch der Veranstaltung war gut. Kreis Wehlar. * Königsberg, 10. Sept. Gestern nachmittag ereignete sich im Bergwerk ein Unfall. Der 40jäh- rige Bergmann Wilhelm Pfeiffer verunglückte, erlitt einen O b e r s ch e n k e l b r u ch und einen Beckenbruch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Untmiwiw! Roman von Bernhard Lanzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 14 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ausgetretene Stufen aus verwittertem Sandstein führten in den Keller hinunter. Feuchte Kühle wehte aus dem Dunkel herauf. Wieder eine schwere eichene Tür, bann tat sich bas riesige Gewölbe vor ihnen auf. Wolfgang v. Achenbach blieb im Eingang stehen und hielt die Kerze hoch. Flackernd wehte ihr Schein durch das Dunkel hin, ohne es aber in seiner ganzen Ausdehnung durchdringen zu können. Wie eine riesige Höhle aus Urzeiten lag die Tiefe des Gewölbes vor ihnen. Sie traten ein. Fässer verschiedener Größen lagen aus ungefügen Holzblöcken. An den Wänden standen Wein- und Vorratsschränke. Hoch oben, an der Hofseite, äugte dunkel eine Anzahl vergitterter Fenster herab. Wolfgang v. Achenbach trat auf ein altes Weinfaß von beachtlicher Größe zu, das in der Mitte des Gewölbes lag. „Um Sie gleich mit dem Hauptstück bekannt zu machen: es ist das sogenannte Schwedenfaß." Interessiert und fragend sah Annelore ihn an. „Eine merkwürdige Bezeichnung. Hat sie historischen Ursprung?" „Ja. Das alte Schwedenfaß hat seine Geschichte. Wenn es Sie interessiert, erzähle ich Ihnen, was die Familienchronik darüber berichtet." „Ach ja", bat Annelore. „Historische Dinge interessieren mich sehr. Sie sind ja immer irgendwie von Bedeutung, und man läßt sich gern mal von dem romantischen Hauch vergangener Zeiten einspinnen." Wolfgang v. Achenbach zog einen niedrigen Schemel heran, auf dem Annelore Platz nahm. „Das Schwedenfaß hat seinen Namen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Der damalige Achenbach war durch Schwedenhand gefallen. Die Ruine draußen im Park — ich erzähle Ihnen ein andermal davon — gibt heute noch Zeugnis davon. Die Mutter verwaltete den Besitz für den Heranwachsenden einzigen Erben. Noch war das Schloß bisher vor dem Schlimmsten bewahrt geblieben, aber an einem wundervollen Herbsttage schien sich auch sein Schicksal erfüllen zu sollen." Wolfgang v. Achenbach stellte den Leuchter nieder. „Ich kann Ihnen die Begebenheit nur mit meinen Worten schildern. Sie können sie bei Gelegenheit in der Chronik selbst nachlesen." Er lehnte sich gegen das Faß. Der flackernde Schein der Kerze glitt über sein scharfes, aber im- mer noch straffes Gesicht. Ein kurzer Augenblick des Nachdenkens, dann begann er: »Wie ein glutroter Ball hing an jenem Tage die Abendsonne tief am westlichen Himmel. Ihr Licht rann wie ein flüssiger Feuerstrom über das Land, rötete die Silberstämme der Birken am Rande des Waldes und fing sich in den dunklen Zinnen des Schlosses. Regungslos wie eine Bildsäule stand der alte Leuthold, der den Wächterdienst versah, auf dem Turm. Sein weißes Haar lohte in der Abendsonne. r Hand über die Augen gelegt und spähte in das Land hinaus. Die Augen des Alten waren noch klar und scharf wie die eines Falken. Sie gemährten in der Ferne der abendlichen Ebene eine Staubwolke, die zusehends größer wurde. Einen Augenblick verharrte Leuthold noch auf seinem Posten, dann wandte er sich plötzlich um und stieg eilig die gewundene Treppe hinab. In der dämmerkühlen Halle erwartete ihn die greise Schloßherrin. Aufrecht stand sie in der Mitte des weiten Raumes und sah ihm voll heimlicher Unruhe und Sorge entgegen. ,Sie kommen!* meldete der Alte mit harten, ernsten Blicken. »Eine knappe halbe Wegstunde sind sie noch entfernt/ Die Schloßherrin wurde blaß und verschlang die Hände ineinander. ,Da sei uns der Himmel gnädig!* Der Schwed' ist da! hatte ein Jnstmann des Schloßgutes, der am Tage zuvor in der Stadt gewesen war, bei seiner Rückkehr berichtet. Die Meldung hatte Schrecken und Entsetzen hervorgerufen. Seit vielen Jahren hausten die fremden Söldner schon im Lande. Verwüstete Felder, zerstörte Häuser, leere Scheunen und Ställe, Blut und Feuer zeichneten den Weg, den sie genommen hatten. Nur Hunger und Armut, Jammer und Leid ließen sie zurück. Es hieß, die feindlichen Herren säßen in Osnabrück zusammen an einem Tisch, um Frieden zu machen. Aber immer noch zogen einzelne (Streif» scharen plündernd durch das ausgesogene Land. So war es kein Wunder, daß das gemeldete Nahen der Rotte tödlichen Schrecken auslöste. »Sorg' für Essen und Trinken, Leuthold*, raffte sich die Schloßherrin endlich auf. ,Gib den besten Wein, den wir im Keller haben. Vielleicht, daß sie es gnädig mit uns machen.. .* Der Alte verschwand, um den Auftrag auszuführen. Dann stieg er in den Keller hinab. Ein heller Pfiff hatte Troll, den Hofhund, der struppig war wie ein wilder Schwedenrtziter, herbeigerufen. Schweifwedelnd und mit klugen Augen trottete das treue Tier neben dem Alten hin. Leuthold öffnete die Tür zum Weinkeller und ging auf eins der Fässer zu, das Schwedenfaß hier. In diesem Fasse reifte seit Jahren ein Burgunder, der seinesgleichen suchte. Der gefallene Schloßherr hatte ihn zum Hochzeitswein für feinen Sohn bestimmt. Der Herr war nicht mehr, aber feinem Willen sollte trotzoem Genüge geschehen. Nein, diesen Wein bekam der Schwede nicht! Lieber mochten ihn die Fugen des steinernen Kellerbodens trinfen! So dachte der alte Leuthold. Dor Tagen schon hatte er den Hahn in das Spundloch des Fasses getrieben. Tag für Tag hatte er sich stundenlang mit dem Hunde im Keller auf» gehalten. Niemand wußte, was sie dort getrieben hatten. Jetzt schlug der Alte mit den Knöcheln der harten Rechten gegen bas Faß. Nein, diesen herrlichen Burgunder bekam der Schwede nicht! Dann beugte er sich zu dem Hunde herab. »Jetzt gilt es die Generalprobe, Troll — zeig, was bu gelernt hast! Ich könnt' es selber tun, aber es rnöcht' vielleicht das Leben kosten. Wär' nicht eben viel daran verloren, aber unsere Frau braucht uns noch — und der blutjunge Herr auch.* Er beugte sich herab und lockerte den Hahn ein wenig. Dann richtete er sich wieder auf. »Troll — faß an!* .Der Hund schoß heran und stellte sich auf die Hinterläufe. Das scharfe, kräftige Gebiß wurde sichtbar, die Zahne schlugey in das Holz. Ein drehender Ruck — der Hahn stand offen. Ein roter (Strom färbte den Steinboden. Rasch bückte Leuthold sich und schloß den Hahn' wieder. »Brav, mein Troll!* lobte er und holte eine feiste Wurst unter dem Lederschurz hervor. Indessen trabte die Reiterschar donnernd über die Schloßbrücke. Das blaugoldene Schwedenbanner flatterte im Abendwind. Es waren wilde, verwegene Gestalten, die von den schnaubenden Rossen sprangen und, des Befehls zum Plündern gewärtig, sich um den Anführer scharten. Mit scharfen, prüfenden Blicken sah Gyllenborg, der Anführer, sich in dem leeren Schloßhof um. Da drängte sich ein fünfzehnjähriger Knabe durch den Kreis und trat vor ihn hin: »Es ist alles bereit. Wenn die Herren sich stärken wollen —* Ueberrafcht und mit deutlichem Spott sah Gyllenborg auf ihn herab. »Bist du etwa der Herr dieses wohlgenährten Besitztums?* lachte er. Der Knabe, der Enkel der Schloßherrin, sah ihm aufrecht und furchtlos ins Gesicht. »Nach bin ich's nicht. Aber ich hoff' es dereinst zu werden. Sofern der Schwed' mir soviel übrig läßt —* Gyllenborg verschlang es für einen Augenblick das Mort. »Du führst eine kecke Sprache, Bursche!* erwiderte er dann. »Hat der Herr Vater weniger Mut als du, daß er dich ins Feuer vorschickt?* »Der Vater ist nicht mehr. Er fiel durch Schwe- denhand. Im Märzen jährt es sich zum fünften Male.* Gyllenborg lockerte sich das Wams. »Und wer führt jetzt das Regiment im Haus?* »Des Vaters Mutter. Sie läßt Euch bitten, mit dem furheb zu nehmen, was Küche und Keller Euch bieten können. Ihr werdet zufrieden fein/ (Menborg tauschte einen Blick mit seinem Spieß- gesellen Kellgren. Ein kurzer Wink hielt die beute- lüsterne Schar vom Plündern ab. Man folgte dem Knaben m den Saal, in dem in aller Eile die Tafel hergerichtet worden war. Dort hob nun ein lärmendes Schmausen und Trinken an. Der Wein floß in Strömen. Fortsetzung folgt Große Tage der NG.-Kampfspiele in Nürnberg mtte auch das Keulenweit- 176 Gummiware« und jede Erhebender Schlußlag im Verein des Führers Schanzenbecher gewann die 800 m in 1:59,2, und auch der Schlesier Malick blieb noch 7io Sekunden unter der 2-Minuten-Grenze, die vor geraumer Zeit noch für die „ganz Großen" ein ernster Prüfstein war. Ruhr-Niedrrhein hatte in der Staffel Pech, der erste Wechsel klappte nicht, und die Staffel mußte distanziert werden, obwohl sie in 43,8 als Erster das Ziel erreichte. So kam Berlin in 43,9 zum Sieg vor Württemberg mit 44,9. Glänzende Leistungen gab es auch im Weitsprung, wo alle sechs Mann glatt über die 6-m-Grenze kamen. Der hervorragend veranlagte Bongen (Ruhr-Niederrhein) blieb im Kugelstoßen mit seiner Borkampfleistung von 16,57 m (!) siegreich. Den Speerwurf gewann der Badener Zehnter mit 55,86 m. Ausgezeichnete Leistungen hatte auch das Keulenweitwerfen aufzuweisen. Sieder (Württemberg) siegte mit 76,62 m. Spritzen ist leichter als Gießen. Bei einem größeren Garten erspart der Gummischlauch viele Wege. Die Bewässerung des Gartens geht damit viel schneller. Auch Gummischlauch gibt es bei Häuser. Ebenso die Armaturen dazu, den Schlauchwagen und Rasensprenger. Z. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. liches Bild war es, diese herrliche deutsche Jugend, die hier in vielen schweren Kämpfen den Beweis ihrer Wehrfähigkeit erbrachte und um den Lorbeer des Siegers stritt, strahlenden Auges vor ihrem Führer stehen zu sehen. Stabschef Lutze meldete dem Führer die angetretenen Sieger und Kampfspielteilnehmer, wendete sich an seine Kameraden und sprach ihnen im Namen des Führers Dank und Anerkennung aus. Doch auch Der Steher-Länderkampf Deutschland gegen Holland, der bei regnerischem Wetter in Frankfurt a. M. ausgetragen wurde, endete mit einem deutschen Siege von 31:16 Punkten. Schön, Island und Umbenhauer vertraten die deutschen Farben. Keine Sorge um den Leichtathletik-Nachwuchs. Wenn die alte Garde unserer Leichtathleten einmal vom Kampfplatz abtritt, dann wird sie dies in aller Ruhe und Zuversicht tun können, denn hinter ihr marschiert in breiter Front ein Nachwuchs, der berufen ist, einmal nicht nur die Bresche auszufüllen, sondern mit Leistungen aufzuwarten, die die der „Alten" in den Schatten stellen werden. Das i st die Entdeckung der Jungmeisterschaften der 1. NS.-Kampfspiele in Nürnberg! Wir sind stolz darauf, daß dies gerade auf den Kampfspielen geschah. Ein phantastischer Anblick die Entscheidung des 100-m-Laufes: Sechs Mann fast geschlossen im Ziel, die ersten vier in genau 11 Sekunden: Schneider (Ruhr-Niederrhein), Eitel (Berlin), Huth (Hessen-Nassau) und Arndt (Berlin) schafften dies. Der Saarpfälzer belag, der aus Kautschuk Zement hergestellt ist. Gummihandschuhe sollte Hausfrau hauptsächlich für Arbeiten besitzen, bei denen die Hände angegriffen werden, wie beim Herrichten von Obst zum Einmachen. Die Handschuhe dürfen nicht prall ansitzen, vor dem Überziehen sollen die Hände mit Talkum gepudert werden. Ehe man die Handschuhe weglegt, müßen sie gesäubert werden. Eummilack, (Schellack) Harz ostindischer Feigenbäume, wird zum Kitten von Porzellan, zum Leimen von Holz und mit Boraxlösung als Firnis verwendet. Gummimantel haben den Nachteil, daß sie nicht genügend lüften, so daß man in ihnen leickt schwitzt wobei sie innen feucht werden. Man reinigt Gummimäntel mit Wasier, Schmutzflecke mit Salmiakwasier. Alte Gummimäntel können zu Haushaltsschürzen umgearbeitet werden. Gummiringe zum Abdichten von Konservengläsern werden durch Abreiben mit Glyzerin wieder weich und geschmeidig. Eummischläuche sollen nicht für Gasanschlüße verwendet werden. Schadhafte Stellen an Gummischläuchen werden mit Leukoplast umklebt. Gummischürze, zweckmäßige Schutzkleidung im Haushalt, die leicht gesäubert werden kann. Man nimmt dazu warmes Sei- fenwaßer und läßt sie nachher an einem kühlen Ort aufgehängt Mit dem gestrigen 3. Bahnradrennen beschloß der Radfahreroerein 1885 Gießen die diesjährige Radrennsaison. Es verdient in diesem Zusammenhang heroorgehoben zu werden, daß der Radfahrerverein 1885 mit seinen Veranstaltungen im sportlichen Leben unserer Stadt in vorderster Front steht. Der Name unserer Stadt ist durch die Veranstaltungen des Vereins im besten Sinne in der deutschen Radsportgemeinde bekannt geworden. Leider war die gestrige Bahn-Radveranstaltung auf dem Waldsportplatz trotz des günstigen Wetters nicht so gut besucht, wie die Veranstaltungen vorher. Den Austakt der gestrigen Rennen bildeten wiederum die Vorläufe zu dem Flieger-Hauptfahren. Leider fielen vier der gemeldeten Fahrer aus. Prinz und Frey von Köln sowie Hölper und Harre von Dortmund kamen durch einen Autounfall bei Siegen nicht nach Gießen. Die Kämpfe bestritten deshalb folgende Fahrer: Schorn, Horn, Kartenberg, Fücker, Ruland, Breuer und Schneider (sämtlich aus Köln), ferner Grundlage und Hellwig aus Münster und die Gießener Neumann (1885), Stange, Haßler, Bock und Eberhard (Germania). Die vier zuletzt genannten Fahrer nahmen bei dem Rennen als Aktive teil. In den Vorläufen zu dem Flieger-Hauptfahren qualifizierten sich Grundlage, Fücker, Neumann und Schorn als erste Sieger sowie die Fahrer Kartenberg, Breuer, Ruland und Schneider als zweite Sieger für die Zwischenrunden. Die für die ausgefallenen Fahrer eingestellten Jugendlichen konnten sich in den Dorkämpfen gegen die Aschenbahnspezia- listen noch nicht bewähren. Im ersten Zwischenlauf, den Grundlage, Neumann, Ruland und Kartenberg bestritten, konnte sich leider auch der 85er Neumann nicht durchsetzen und kam dadurch nicht in die Endläufe. Der zweite Zwischenlauf mußte wiederholt werden, da Schorn Reifenpanne hatte. In der Wiederholung wurde überraschenderweise Schorn von Schneider im Ziel abgefangen. Um Handbreite zurück passierte er als Zweiter das Ziel. Dadurch kam Schorn auch nur in den Lauf um den dritten und vierten Platz, wurde dabei Dritter vor Kartenberg. Fücker sicherte sich den ersten Platz vor Grundlage. Das vorgesehene Punktefahren der Jugend wurde abgesetzt. Dafür fuhren die Aktiven. Das Rennen führte über 15 Runden, mit Wertung jeder dritten Runde. Schorn lag auch hier bei der ersten Wertung im Hintertreffen. Dann aber stieß er vor und brachte alle weiteren Wertungen an sich. Er verausgabte sich dabei nicht einmal, ließ es auch bei knappen Vorsprüngen bewenden. Schneider war übrigens sein härtester Konkurrent in allen Rennen. Als Einlage gab es das V o r g a b e f a h r e n. Schorn und Fücker hatten zu verfolgen. Die übrigen Fahrer hatten verschieden große Vorgaben bis zu einer halben Runde. Das ganze Rennen führte über 8 Runden. Schorn arbeitete sich bald nach vorne, überholte das ganze Feld, aber in der Zielkurve stieß überraschend Schneider vor und fing Schorn auch hier knapp ab. Fücker hatte bereits in der zweiten Runde aufgegeben. Das Mannschaftsfahren über 50 Ki- Das 3. Gießener Vahnradremien. Eindrucksvoller Sieg von Schorn-Neumann im Mannschaftsrennen. Hier abschnelden! 4 trocknen. Einen Ritz beßert man mit Isolierband aus. Gummischube, mit Eummimaße und Aspyaltlack überzogene Schuhe, verhindern das Eindringen von Näße. Es ist jedoch ungesund, Gummischuhe im Zimmer an den Füßen zu laßen. Beschmutzte Gummischuhe werden mit Waßer abgewaschen und mit einem Wollappen trocken gerieben. Damit sie nicht brüchig werden, empfiehlt es sich, sie von Zeit zu Zeit mit Glyzerin abzureiben. Schadhafte Stellen werden mit in Spiritus gelöstem Kolophonium überstrichen. Löcher flickt man mit einem entsprechend großen Stück Kautschuk, das mit Terpentin befestigt wird. Gummistrümpfe aus porösem Gummi werden getragen bei Krampfadern, oft auch zur Erzielung einer besseren Veinform. Die Strümpfe müßen genau passen, sollen am besten unter dem Knie abschließen Das Fleisch darf an den Rändern nicht vorquellen, da sie sonst eine unangenehme Stauung verursachen. Vor dem Anlegen der G. pudert man die Haut zweckmäßig leicht ein. Gummiwäsche mit Zelluloid überzogener Wäschestoff wird mit einem Radiergummi gesäubert. Man kann sie auch mit Seife eingerieben länger in kaltes Waßer legen und nach dem Abspülen vorsichtig trocknen laßen. Gummiwaren aus galvanisiertem Kautschuk werden mit Sal- miakwaßer gereinigt, und mit Glyzerin geschmeidig gehalten. Gute Leistungen bei den Aktiven. Ein ähnliches Bild wie bei den Jugendmeisterschaften vermittelten die Kämpfe der Leichtathletik- Senioren. Im 1 0 0 - m - L a u f konnte nur noch das- Zielgericht die Entscheidung treffen. Konze (Wuppertal) lag knapp vor Neckermann (Mannheim) und Gillmeister (Stolp) — für alle drei wurde die gleiche Zeit von 10,7 gestoppt. Ein Rennen auf Biegen und Brechen waren die 4 0 0 m, die Lt. Höl- ling in der guten Zeit von 49,2 vor Kisters (Düsseldorf [49,4]) gewann Mit Ausnahme des Nürnbergers Böhm blieben alle unter 50 Sekunden! Herrlichen Kampf brachten die 15 0 0 m. Dompert brachte sich „unterwegs" durch einen plötzlichen Vorstoß nach vorn, und als er 150 m vor dem Ziel zum Spurt ansetzte, waren Raff und Syring bald geschlagen. Die Zeiten: 4:04,0 für Dompert, 4:04,4 für Raff und Syring. Olympiasieger Wöllke gewann das Kugelstoßen überlegen mit 15,47 m vor Trippe (Düsseldorf) mit 15,02 m. Kullmann (Karlsruhe) verbesserte sich wieder und siegte mit 63,13 m im Speerwerfen vor Heinßen (Breslau [62,49 ms). Den Weitsprung schließlich sicherte sich Feldw. Leichum mit 7,25 m vor dem Dortmunder Völmke (7,08 m). Entscheidungskämpfe der Schwimmer. Die entscheidenden Schwimmkämpfe wurden im Nürnberger Stadion bei regnerischem Wetter und niedrigster Wassertemperatur ausgetragen, so daß Höchstleistungen nicht erwartet werden konnten. Eine überraschend gute Form legten die Gladbecker Schwimmer an den Tag; Simon konnte über 100-m- Rücken Meister Schlauch (Gera) bezwingen, und die 200-m-Brust verlor Heina gegen den erfahrenen Hamburger Sietas nur deswegen, weil er beim Anschlag etwas zu langsam war. Der Bremer Fischer holte sich die 100-m-Kraul in genau 60 Sekungen, und der Berliner Arendt gewann die 400-m-Kraul nach Kampf gegen den Dortmunder Bachmann. Glück hatte der Bremische SV. in der Staffel, denn die in gleicher Zeit eingekommene Mannschaft von Düsseldorf 09 mußte distanziert werden. Ganz ausgezeichnete Leistungen bot der Nachwuchs in den entscheidenden Kämpfen um die Deutschen Jugendmeisterschaften. Der Schlesier Sabotta z. B. gewann die 100-m-Kraul in 1:03 Minuten, Kühne (Mittelelbe) holte sich die 100-m-Brust in 1:16,9, und der Frankfurter Minnich war über 200-m-Brust in 2:57,7 erfolgreich. Süddeutschland Dasserballsieger! Das an Ueberraschungen so reiche Wasserballturnier der NS.-Kampfspiele brachte auch im Endspiel eine Niederlage des Favoriten. Süddeutschland gewann gegen Mitteldeutschland mit 6:3 Toren, wobei die Entscheidung erst in der Verlängerung erzwungen wurde. Der Endkampf der Säbelfechter. Die entscheidenden Kämpfe im Säbel-Mannschaftsfechten wickelten sich in der Exerzierhalle Fürth ab. Von den vier an der Endrunde beteiligten Mannschaften — SS. Berlin, SA. Hessen, SS. Main und SS. West ■— waren erwartungsgemäß SS. Berlin und SA. Hessen eine Klasse für sich, und diese beiden Mannschaften bestritten auch den eigentlichen Endkampf, in dem die Berliner SS.-Fechter knapp mit 9:7 Siegen die Oberhand behielten. Im Kampf um den dritten Platz behauptete sich SS. Main mit 12:6 über SS. West. keine Endkämpfe im Boxen. Schweren Herzens entschloß man sich, die Endkämpfe im Boxen nicht durchzuführen. Der Tanzring ist nicht überdacht und war durch den anhaltenden Regen nicht verwendungsfähig. Ebenso fiel das Wasserballspiel um den dritten Platz zwischen Niedersachsen und Niederrhein der Ungunst der Witterung zum Opfer. Zwei große schwere Gepäckmärsche. Wenig günstig waren die Witterungsbedingun- gen, als am Samstagfrüh die beiden großen Gepäckmärsche auf dem Waldgelände Schmausenbuck gestartet wurden. Schon in der Nacht hatte ein starker Regen eingesetzt, der während des ganzen Vormittags anhielt und so die natürlichen Anforderungen, die Gelände und Austragungsart den Gepäck- märschlern stellten, noch steigerten. Die Uniformen saugten das Wasser aus, wurden schwerer und schwerer und die Stiefel der Marschierenden sanken tief in den weichen Grund ein. Nach dem Grundsatz der Wehrerziehung ist gerade der 20-Kilometer-Gepäckmarsch, die letzte Uebunq des so überaus schwierigen Mannschafts- Fünfkampfes, nur als Mittel zum Zweck gedacht. Nicht die reine Marschleistung steht hier im Mittelpunkt; für den Führer der elfköpfigen Einheit kommt es vielmehr darauf an, seine Männer in der bestmöglichen körperlichen Verfassung an die etwa 200 Meter lange Kampfbahn heranzuführen. Außerdem galt es, eine Reihe von Einsatzübungen zu bestreiten. Mit einer kaum zu überbietenden Leistung wartete die SA.-Gruppe Westmark in dieser vielseitigen Prüfung auf. Allein schon mit der reinen Marschzeit von 2:40,2 Stunden (einschließlich Entfernungschätzen) setzte sie sich an die Spitze; darüber hinaus aber löste sie ihre Aufgaben auf dem Kampffeld in 5:10,3 Minuten als einzige der gestarteten Mannschaften fehlerfrei. Der nach den ersten vier Uebungen des Mannschafts-Fünfkampfes sicher in Front liegende Arbeitsgau 13 (Magdeburg- Anhalt) benötigte als Marschzeit 3:06:.50 Stunden, für die Ueberwindung des Kampffeldes 6:30 Minuten. SA. siegt im Mannschafts-Fünfkampf Die ganz ausgezeichnete Leistung der SA.- Mannschaft (Gruppe Westmark) in der letzten Uebung verhalf der SA. zum Gesamtsieg im schwierigsten aller wehrsportlichen Wettbewerbe, dem Mannschafts-Fünfkampf. Mit 653 Punkten wurde die fünfte Uebung für die SA.-Männer gewertet, so daß mit insgesamt 926 Punkten ein überlegener Enderfolg errungen war. Die Mannschaft des SS.- Oberabschnitts Mitte erhielt für ihre Gepäckmarschleistung 405 Punkte und kam mit 623 Punkten in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz vor der NSFK.-Gruppe Berlin und der Ordnungspolizei (Jnsp. Berich Hamburg). Die durch begeisternde Leistungen und vorbildlichen Mannschaftsgeist bis nach der vierten Uebung in Front liegende Mannschaft des RAD. (Arbeitsgau 13 Magdeburg-Anhalt) hatte das große Pech, sich beim Orientierungsmarsch zu verlaufen. Darauf schieden die Arbeitsmänner aus dem Wettbewerb aus. In regelmäßigen Abständen waren die zum DeutschenWehrwettkampf der Klasses, der sich lediglich auf einen 15-Kilometer-Gepäck- marsch beschränkt, gemeldeten Mannschaften von Schmausenbuck aus auf die Reise geschickt worden. Auch ihre Strecke enthielt Sonderausgaben, die aus Entfernungsschätzen und einem Orientierungsmarsch bestanden. Zum Abschluß wurden je zwei der 37- köpfigen Mannschaften über die Kampfbahn zur Einsatzübung geschickt. Gerade dieser „Sturmangriff" stellte an die Führer der Einheiten die höchsten Anforderungen und vermittelte den Zuschauern ein großartiges Bild. Der 15-Kilometer-Mannschafts - Gepäckmarsch die einzige Uebung des Deutschen Wehrwettkampfes der Klasses, wurde von der SS, 16. Kompanie, Standarte „Deutschland" Ellwangen, gewonnen. Auf den zweiten Platz kam die Mannschaft des Reichsarbeitsdienstes, Arbeitsdienstgau 321 Kaiserslautern vor SA., NSKK., Polizei und NSFK. Das Ergebnis: Der Führer hat durch seine Anwesenheit am Schlußtage den großartig verlaufenen Kämpfen, die in der Welt einzigartig sind und durch die das deutsche Volk seinen Willen zur Wehrfähigkeit und zur Leibeserziehung kundtat, die letzte Weihe gegeben. Diese drei Tage in der alten ehrwürdigen Stadt der Reichsparteitage haben den deutschen Sport in neue Bahnen gelenkt. Sie gehen nun als Meilensteine in die Geschichte der deutschen Leibesübungen ein. Begeisterung um die Wehrsportkämpfe. Der Samstag als Schlußtag brachte wetter". Wolken fegten eilig über das Alte Stadion, wie es in Zukunft heißen wird, und ein langsam rieselnder Dauerregen tat ein übriges. Das kühle und regnerische Wetter brachte zwar nur wenige Zuschauer, aber das war auch gar nicht nötig, denn im flaggengeschmückten Stadion befanden sich schon seit den frühen Morgenstunden Tausende von begeisterten Zuschauern, die, selbst „Aktive", die großen Leistungen ihrer Kameraden um so besser zu würdigen verstanden. Von den hohen Masten wehten die Hakenkreuzbanner. Der Musikzug der SA.-Standarte Feldherrnhalle schmetterte laute Marschweisen in das weite Rund, und kurz vor Beginn der Kämpfe ließ sogar der Regen nach. Als dann die Sonne zeitweilig durchbrach, entstand eine begeisternde und alles mitreißende Stimmung, die ihren Höhepunkt erreichte, als wahrend der Wehrsportkämpfe der Führer im Stadion eintraf. 40 000 sprangen von den Sitzen und jubelten dem Schöpfer der NS-Kampfspiele zu Unter den Augen des Führers kämpften die Mitglieder der Formationen mit letztem Einsatz in Den wehrsportlichen Wettbewerben. 3m 3000-Me- ben Millionen Männern, die in härtesten Vor- und Ausscheidungen ebenfalls ihre ganze Kraft bewiesen und das Beste hergaben, galt sein Dank. Die Sieger aber forderte er auf, weiter an sich zu arbeiten und durch ihre Leistungen die Kameraden mit nach vorn zu ziehen. Er wiße, so erklärte der Stabschef, daß sie nicht um äußere Anerkennung, nicht um Lohn ae- kärnpft hätten, sondern für den Mann, der unser Führer ist, für einen Mann des Kampfes, des Einsatzes und der Kraft um der Nation willen. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer und dem Gesang der Lieder der Nation klangen die 1. Nationalsozialistischen Kampfspiele aus. lometer sah die Mannschaften in folgender Zusammenstellung im Rennen: Schorn - Neumann, Grundlage-Hellwig, Stange-Haßler, Kartenberg- Fücker, Ruland - Wirtz und Breuer - Schneider. Es war bei diesem Rennen wieder so, wie bei allen Rennen, in denen Schorn startete. Er nahm alle Spurts für sich in Anspruch. Schon nach der 4. Wertung waren Schorn - Neumann kaum mehr einzuholen. Die Gießener Fahrer Stange-Haßler und Bock - Eberhard (Germania Gießen) konnten in diesem Rennen noch keine großen Lorbeeren ernten. Bock und Eberhard mußten schon in der 30. Runde aufgeben, Stange und Haßler fielen kurz vor der 4. Wertung einer Ueberrunbung durch das ganze Feld zum Opfer. Pech hatte Fücker, der einmal in der Ostkurve aus der Bahn getragen wurde, hart gegen einen Baum geriet und für fünf Runden neutralisiert werden mußte. Dann trat er wieder vollwertig ein. Neumann (Gießen) zeigte sich bei diesem Rennen wieder von seiner besten Seite und bewies erneut, daß er zur besten westdeutschen Klasse gehört. Er hielt mit großer Zuverlässigkeit und Fähigkeit den Platz meist an der Spitze des Feldes und verschuf damit Schorn immer wieder einen guten Start für seine Spurts. Aber auch er wurde von Schorn immer wieder gut in das Rennen gebracht. Im Verlauf des Rennens stürzte dann noch der Gießener Haßler, der durch Horn ersetzt wurde. Zum Schluß des Kampfes schloß das Feld über viele Runden dicht auf und es gab dauernd einen heftigen Kampf. Das Tempo verschärfte sich. Es kam auch zu einigen Behinderungen, die jedoch glimpflich abliefen. So wie alle vorhergegangenen Wertungen, so sicherte sich auch Schorn die letzte Wertung und damit sich und seinem Partner den von vornherein unbestreitbaren Sieg. Schorn und Neumann wurden zum Schluß herzlich gefeiert. Das Rennen, das über 50 Kilometer führte, wurde von der siegreichen Mannschaft in einer Stunde und 34 Minuten zurückgelegt. Oie Ergebnisse: Flieger-Hauptfahren: 1. Fücker (Köln), 2. Grundlage (Münster), 3. Schorn (Köln), 4. Karten- berg (Köln). Punktefahren über 15 Runden: 1. Schorn (Köln) 21 Punkte: 2. Schneider (Köln) 10 Punkte; 3. Neumann (Gießen) 9 Punkte; 4. Hellwig (Münster) 5 Punkte. Vorgabefahren: 1. Schneider (Köln); 2. Schorn (Köln). Mannschaftsfahren über 50 Kilo« m e t e r: 1. Schorn-Neumann 45 Punkte; 2. Breuer- Schneider 24 Punkte; 3. Kartenberg-Fücker 16 P.; 4. Grundlage-Hellwig 9 Punkte; 5. Ruland-Wirtz 5 Punkte. ter-Lauf zum Deutschen Wehrwettkampf Klasse B siegte die SA. in 11:07 Minuten vor der SS. (11:13,3) und der Polizei (11:18,2). Die Zeiten gewinnen an Wert, wenn man berücksichtigt, daß von den 37 Mann starken Mannschaften immer nur der letzte Läufer gewertet wurde. Im Gesamtergebnis des Wehrwettkampfes behielt aber die Polizei (Ordnungs-Polizei Berlin) ganz knapp gegen SA. und RAD. die Oberhand. — Der Mannschaftswehrkampf, der aus einem 100-Meter-Hinder- nislauf mit anschließendem Handgranatenzielwerfen bestand, wurde eine Beute des Reichsarbeitsdienstes, und auch im 1 500 - M e t er -P a tr o u i ll e n - lauf endete die Vertretung des RAD. in Front. — Sehr spanend verlief auch die 2000-Meter- Hindernisstaffel, die sich die SS. vor RAD. und Polizei sicherte. Zwischen den einzelnen Wettbewerben gab es großartige Vorführungen, von denen besonders die Boxoorführungen der SA.-Standarte Feldherrnhalle, an denen 112 Paare beteiligt waren, qroßen Eindruck hinterließen. Viel Beifall fand auch wieder das Reckturnen der deutschen Olympiakämpfer. Festlicher Ausklang. Die Titelkämpfe waren beendet, da erschienen die Sieger aus den Kampfspielen der Hitler-Jugend und den 1. Nationalsozialistischen Kampfspielen in ihrer Sportkleidung im Jnnenraum des festlich geschmückten Stadions. Ihnen folgten die Männer der Kampfformationen der Bewegung in mustergültiger Ausrichtung. Den Beschluß bildete unter Vorantritt ihres Spielmanns- und Musikzuges die Standarte Feldherrnhalle mit ihren Fahnen. Ein unvergeßEummifußboden Eummifußboden, ein sehr haltbarer und praktischer Fliesen- kein Wirtschaft August September j I 176 Guter Glaube Frankfurt a. M. Berlin 10-9 10.9. 126,25 6 Devisenmarkt Berlin — Zranksurt a 2H Deutsche 2)i-3lonto. Dresdner Ban!.., 79,5 127,5 126,25 78,25 79,5 127,75 Schluß- furd 0,718 5,694 61,94 48,95 11,19 63,55 57,25 16,98 8,681 2,493 Schluß- kurs 206,25 117,4 123,5 105 206,5 134 117,5 123,75 105 204,5 134 117,4 123,5 105 0,720 5,706 62,06 49,05 11,21 63,67 57,37 17,02 8,699 2,497 206,5 117,5 123,75 105 127 47 79 80,25 127,65 6 7 6 7 4 9 10 127 79 80 127 65 4 Hainburg-Südarn. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Palet......0 norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Schluß Mittag, börse 11 9. 22? 146,4 148,13 168 125,5 Daium Aceumulatoren-Fabrik 14 Aschaffenburg Zellstoff 6 Bemberg...................0 Bekula 8 Buderus Eisen 5 Gement Heidelberg 7 Gement Karlstadt 6 Gonti Gummi.............. 12 Daimler Motoren 6% Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl 5 Deutsche Gold, und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Selten & Guilleaume 6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt 6 Gritzner Maschinen 0 Harpener.................sy2 Hoesch Eisen 3% Philipp Holzmann 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse 6 Kali Aschersleben 4 Klöcknerwerke ............. 4% Kurswerte und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft 4 Mannesmann V/2 Mansfelder Bergbau 7 Metallgesellschaft.............6 Orenstein & Koppel 0 Rheinische Braunkohle 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke 6 Gießener Spieler verschiedener Vereine, da eine vollständige Vereinsmannschaft noch nirgends besteht. Da die Gießener fast durchweg bereits eine längere Ausbildung in Schule oder Universität genossen haben, ist anzunehmen, daß sie sich ihrer Aufgabe gut entledigen werden. FUßball-Ireundschastskämpfe in Hessen In Hessen, wo die Punktekämpfe erst am 19. September beginnen, gab es eine ganze Reihe von Freundschaftsspielen. Hanau 93 zeigte sich Reichsbahn-Viktoria Aschaffenburg mit 2:0 (1:0) überlegen, und der Spielverein Kassel wahrte seine Würde als Gaumeister in einem überlegen geführten Treffen gegen Kurhessen Kassel, das er mit 7:2 recht eindrucksvoll beendete. Hermannia Kassel zeigte sich dem neuen Gauliga-Vertreter BC. Sport Kassel mit 1:0 gewachsen, Kewa Wachenbuchen schlug Phönix Vilbel 3:2, und der VfB. Groß- Auheim verlor gegen 1860 Hanau mit 2:4. Auch der letzte Probegalopp der Fuldaer Mannschaften gelang daneben. Die Borussen verloren beim SC. Eschwege mit 2:3 und die Germanen zogen beim FV. Horas mit 0:1 den kürzeren. Sportverein 1920 Lollar. Collar II — Wißmar I 4:2 (2:0). Beide Mannschaften trafen sich gestern auf dem Sportplatz in Lollar und lieferten sich ein schönes Spiel. Die Lollarer fanden sich sofort und waren jederzeit überlegen. Obwohl sich die Gästestürmer als sehr schnell und geschickt entpuppten, blieb ihnen der Erfolg m der ersten Halbzeit doch versagt. Mit 2:0 für Lollar ging es in die Pause. In der zweiten abgießen, diesen abkochen und wieder auf G. geben, zwei- bis dreimal wiederholen. Eingemachte Gurken in zugebundenem Topf aufbewahren. — Zu Senf gurken wählt man die größeren Traubengurken. Früchte schälen, mit Silberlöffel teilen, Kerne entfernen, in Stücke schneiden, zwölf Stunden in Salz stehen lasten, dann mit oben angegebenen Kräutern einschichten, mit abgekochtem Essig begießen usw. s. 0.! — Zuck er gurke: wie Senfgurken vorbereiten. dieStücke in Salzwaster aufkochen, dann Essig mit Zucker, auch Nelken und Zimt verkochen und diese Flüssigkeit auf die Gurken filtrieren. Nach 3 Tagen erneut aufkochen. Gustav, männl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „Stabkämpfer". Guter Glaube. Kauft man von einem Nichteigentümer eine Sache in dem Glauben, die Sache gehöre dem Verkäufer, so erwirbt man das Eigentum. Man braucht also die Sache dem wahren Eigentümer nicht zurückzugeben; z. B. ich kaufe von einem Bekannten einen Ring in dem guten Glauben, der Ring gehöre ihm. Stellt sich später heraus, daß der Ring dem Verkäufer nur geliehen war. so brauche ich den Ring an den früheren Eigentümer nicht wieder herauszugeben. Eigentum erwirbt der nicht, der weiß oder den Umständen nach annehmen muß. daß dem Verkäufer die Sache nicht gehört. Man erwirbt trotz guten Glaubens das Eigentum an einer Sache nicht, die dem Eigentümer Gurgeln Eummiwaren kittet man mit in Spiritus aufgelöstem Guttapercha. Gurgeln gehört mit zur täglichen Mundpflege. Will man sich nicht eines der bekannten Mundwässer taufen Jo gurgelt man am besten mit Wasserstoffsuperoxyd (ein Teelöffel auf ein Glas Master), auch mit Salzwaster Bei Halsschmerzen kann man mit Kamillen- ober Salbeitee gurgeln oder mit Emser Salz. Möglichst weit hinten und möglichst lange gurgeln! Gurke, wärmebedürftige Pflanze, die früh in Gewächshäusern und Frühbeeten gezogen wird. 3m Freiland erst Mitte Mai an warmen Plätzen säen; angebracht sind: nahrhaftes Erdreich, Bewästerung Dunggüsse und Bodenbedeckung; bewährt hat sich das Einstutzen des Haupttriebes über dem 4. Blatt: es entwickelt sich so kräftiger Nebentrieb. Ranken nicht' knicken oder betreten da eine Saft- stockung die E. bitter werden läßt. Lange Früchte: Salat- oder Schlangengurke, kurze Früchte: Traubengurke Rohe Eurkenab- reibungen auf Haut bekannt als Schönheitsmittel Gurken einmachen: die kleinen Schlangengurken werden als Essiggurken eingelegt, gewaschen, 12 Stunden in Salzwasser gestellt. getrocknet in einen Stein- tops geschichtet, Eewürzzugabe: Dill. Senfkörner Fenchel, Meerrettich, in Würfel geschnitten, und Lorbeerblätter. Mit ungekochtem Weinestia drei Tage lang bedeckt stehen lassen; dann Esti'g Schlußk. Abend börse 11.9. RM. RM. Schwefelsaures Ammoniak 0,42 0,43 Kaliammoniak (gekörnt) Ammonsulfatsalpeter 0,42 0,43 (Leuna-Montan) 0,45 0,46 Kalkammonsalpeter 0,48 0,49 Kaliammonsalpeter 0,48 0,49 Kalksalpeter IG. 0,62 0,63 Natronsalpeter Kalkstickstoff 0,64 0,65 (geölt und ungeölt) 0,64 0,66 Perlkalkstickstoff für 1 kg Stickstoff Nitrophoska IG. A 0,69 0,71 Richtpreis Stickstoffkalkphosphat IG. 14,44 14,56 Richtpreis 12,61 12,76 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk Abendbörse Schluß- kurs Schlußk Mittag börse Datum 10.9 11-9 10 9. 11.9. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,5 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,4 99,4 99,4 99,4 4*/2% Deutsche Reichsschatzanwei- hingen von 1935 .. ...... —- — —— 4*/2% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,25 Jungen von 1935, II. Folge ... Wi% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,25 99,25 99,25 99 fungen von 1936, I I I. Folge .. 99 99 99 5*/2% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 105,5 iy2% Hessische Volksstaat von 1929 100,25 100,25 100.25 100,25 Deutsche Reichspostschatz von 100,4 1934 I...................... 100,4 100,4 100,6 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. 99,65 99,65 99,65 99,65 Retchsanleihe-Altbesitz.......... 127,5 127,5 127,7 127,7 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 136,75 136,75 1 September Amtliche Rmieruno Am» ch. Rvtieruua «.•!( Br-.-. ■flcir Br>e> 0,747 0,751 0,747 0,751 41,96 42,04 41,97 42,05 9,161 0,163 0,161 0,163 47.00 47,10 47,00 47,10 55,01 55,13 55,03 55,15 47,00 47,10 47,00 47,10 12,32 12,35 12,325 12,355 5,4°. 5.46 5,45 5,46 8,801 1,819 8.871 8,889 136,99 137,2"/ 137,08 137,36 13,09 13,11 13,09 13,11 10.September 11 .September Amtliche Rolierunq Gelt | Brief Amtliche Votierung Geir | Bries mm Berlin 0 5 >0 15 )1 15 15 13 25 LäM- tuti 5,69 L8 iS & L i6 '5 15 i5 17 4 4 Frühkonzert. borgen. 10: 10.45: Sport* Mjutung des '2: mittags« m Tendebe« konzert. 14: nleiter. Aus )perette. 15: i>er deichen Zeitgeschehen jedem etwas Wer vieles . 20.55: Ein« is 0.45: Von Sitten. Musik 188 140 120,75 151,75 166,5 131,5 153,5 165,5 137,75 155,5 145,75 52,4 172 125,25 152 170 140,25 118,25 134,25 163 127,75 s ,57ß 231 130 156,75 131,9 151,9 159 174,5 93, 217,2 201- 117-2 59,4 118 157,7 53,25 WlLg> bock, 119. 22? 146,4 118,13 168 125,5 3örfe. lvidende an. 188 139,9 120,75 150,75 167 130,5 152,5 164,4 136,5 154 143 52,25 173 123,25 150,25 140,4 118 133,25 160 127,5 120-75 113,4 Ü L 150J 157,25 Ä !l» "‘if 117-5 10-9. 227" 149 150,5 168 125 25 K uene^ach ^tQer?etk 144 Zierte (er 6°6et l=9=n ®e. 15 ,(115,50) Ouf 150,50 , ^Danqe. °";us®ärts lu b-* te C' e Cb» «O O s. Cb» te ss w £* Cb* E E =5 « ö) o e o s 3 ' O o E n; ■ olF ^=2 r-7 ßOÖ £ S ui E e §.= bSeSJM Isü xltij 2 E £” O E 3 :C"° o ^22^ § « ■ilftWÜ O Z < s L ID e-H o. n E O fZi u» o c o c o ^E [:S :O rc ^3 to JO e a» K a b.* Q ‘0- a c « r R 5^ 3 >-> T3 E-s-L iilll itiä -r «» 2 bO> •3 M R ä E a Te" "e ct± ö O cy toy c? ti) c s Willi sijia S WZ üza t-, -13C-ror>r-2roo-cl-,t‘ o eEICP -s 3 2.22 ts^ !5V c" 5 % q 3 2 o s 3 3 3 3 5 03 S S 2.*? 5? 8 2r 3 3 ° 3 8 o' e a-ts, £-ts3 2.y ff)f?3 2. © a~" ct © ro CP* 8 = 6 3’ UH »’ctS 3 Cp o öd" 5© 3 Q 8- $3 3'3*«'L 3 3 3 CTto 2:o q eras1 «2 E 2-3-2 S-Ä» g ö £ 3X o: 8 3 3 0 2. *® 3 3 ® ©©§’§ 2 o- <5 Sä» b a^ 3 o-Z. o CTO ©C7» 15 §^@3 S^slsaac re 5 3 3™ 3 "o* B 3*55 g’S 3 3 s*.3 a-Ä -Ä>§ CT 8 —3' to ^8 S gfs •a 3 3 LS igi CT — — O 3 8 -3 3 61 3 (J)' 3 2. o A* a- in 2 21 2. 3 2.3 5 S3 5 5.-2 §or>Z ÖO to s 3 3 ma s “‘3' 3 3 <2 cs3 ä& 3 D o W a Söl^ 61 A3 S Cflui DZI 3—o 3 8 S s§ 8 2 5 3? 33© r Z3.H« 3 x* o 8 o 3 ~ag ° — 2 3 6152 3 3 3'S' Q 8 8 •3**3 Ö3 8.^0 12’8 3 8 3 — o 8 S CS^to» 2 A>2 2.3 3 3 3 3 ?3 a,° s 3 g-9 SSg^sa e —'S* o Ä» ,rs 2 2.Ä 3 2 Sato 8 •2.3 e ä s? S? to 2 SB «8 ™32 t!-Q3ogr- 3 3 o 5» ä'seä 2 o A 3 o 3- 3 3* g|e| 3 D2 33 gas 3-8 o MO D2-2 p8 5® o: —ti-er' u» f ®ÖS*8£ CX Q. o o (51 o 3 o -c *1 er 33Sf er£ ° d»'2 3- 3 2. S-'5’© tL2 3 a^p s &8 ° Qto P p m 2 «Sl’1 3 l S —§3* s — o" O .a-Z. _________ - - »JS- 3 P -»Co n 3 3 >2 © er M) 2*. ° 3 —-H, vS 5 3 ö o ro 3 Z-Z.^CTZ-Ä» M'S*. 5 2 ®!3o.8?a2 "3*0 ^"3 C c 3 3 ga-cr ö- .v v ^3-D d" S' E .Ä»ca o 3 2 o ! 2 o 3 8 3 3 ° e™ C E 5^ ZA 3 3* A3 Wo-Z 2'33-2 w275 0)2 5" 3g 8 L 3® CT o&ön — 2 s 33- 3tsgac§ 3 s WUZs 5gg O or 3-^S * 3 § 8§3 sS^CTge to 5. "ti y o Km-3 KZ b5^5£P * ~ 8 »g.CTg'a'S.g B u» 3 to ‘cg3*ö3 -MLsA^Z'S ’S 8 8 s 8 3 8 8 cp 3 8 ; 8 3 8 K" 2« 2.Z 3 3. 8 o u> 8 r? «> Z3 8 «o 5 3 2 S|g CT"3: I«- ■■ re 5'3- a-s y (51. 2 2 8c 3 Q. 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