Danzigs Volksdeutsche Aufgabe. Gauleiter Forster auf der Stuttgarter Kundgebung des Deutschen Auslandsinstituts. Stuttgart, 13. Aug. (DNB.) Zu einer erhebenden Kundgebung für die auf Dorvosten des Deutschtums im Osten stehende urdeutsche Stadt Danzig gestaltete sich die Danzig-Feier- stunde im Rahmen der diesjährigen Jubiläums- taguna des Deutschen Auslandsinstituts in dem vollbesetzten Festsaal der Liederhalle. Nach der Ausführung der Festkantate „Held'sche Feier" des schwäbischen Dichters und Sänger der SA. Gerhard Schumann durch die Kulturabteilung der Hitlerjugend des Gebietes 20 und durch das Orchester des Reichssenders Stuttgart, stellte Gauleiter F o r- st e r das Problem Danzig in kultur- und staatspolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht in den Mittelpunkt seiner Darlegungen. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Besiedlung und Kultivierung des europäischen Ostens durch das Deutschtum kam er auf die großen Kulturleistungen des Deutschen Ordens, seine Blütezeit und seinen Zusammenbruch zu sprechen. Er schilderte, wie im Laufe der Geschichte immer wieder fremdes Volkstum die Hand nach deutschem Land aus- gestreckt hatte und rechnete scharf mit dem Versailler Diktat ab, das den deutschen Osten in einer geradezu widersinnigen Weise nach jeder Richtung hin zerrissen hat. Mil Nachdruck betonte Forster, daß Danzig, obwohl es vom Reiche abgelrennt worden ist, urdeulsch, wie es war, auch u r - deutsch geblieben ist. Er erläuterte, wie aus der kerndeutschen Stadt ein sogenannter Freislaal mit eigenen Grenzen, eigener Regierung und eigener Verfassung, aber ohne jede eigene Wehr, ohne eigene Verkehrsmittel, ohne eigene Finanzhoheil und bergt gestattet worden sei. So sei Danzig geschaffen worden, um einen ewigen Zankapfel zwischen Deutschland und Polen zu bilden. Erst dem Nationalsozialismus blieb es Vorbehalten, die Atmosphäre zwischen beiden Staaten zu bessern. Ohne Adolf Hitler und den Nationalsozialismus wären Gebiete wie das Saargebiet und Danzig auf ewige Zeiten für das Deutschtum verloren gewesen. (Stürmischer Beifall.) Bis 1933 habe es der Völkerbund verstanden, die vielen Streitfragen zwischen Deutschland und Polen auf die lange Bank zu schieben. Als die Nationalsozialisten dann an die Regierung gelangt seien, habe Danzig sofort versucht, mit Polen sich zu verständigen. Der nationalsozialistischen Regierung sei es dann gelungen, diese Verständigung zustandezubrinben. Heute sei es so, daß sämtliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Danzig und Polen aus der Welt geschafft wurden durch die gegenseitige Aussprache von Mann zu Mann. Polen wisse, daß es am Deutschtum in Danzig nichts mehr ändern könne, und auch wir wüßten, welche Verpflichtungen wir gegenüber Polen hätten. Zum Schluß zeigte der Gauleiter in großen Zügen die verschiedenen Ursachen auf, die zur Notlage Danzigs auf wirtschaftlichem Gebiete geführt haben Mit der Aufforderung an jeden deutschen Volksgenossen, die schöne deutsche Stadt Danzig und den deutschen Osten zu besuchen, beendete Gauleiter Forster die Feierstunde. „Deutschtum im Olten— Vollwett Europas " Eine Ausstellung in Stuttgart. Stuttgart, 12. Aug. (DNB.) Die Ausstellung „De utschtum im Osten — Bollwerk Europa s", die aus Anlaß der Jahrestagung und 20-Jahrfeier des Deutschen Auslandinstitutes im Gebäude am Jnterims-Theater-Platz aufgebaut worden ist, wurde in Anwesenheit des Gauleiters Forster (Danzig) eröffnet. Nach einem Mufikvor- trag einer Arbeitsdienstkapelle begrüßte Oberbürgermeister Dr. S t r ö h l i n die Erschienenen. Die DAI. in Stuttgart sei sich der Bedeutung des Ostens für den Bestand und die Sicherheit des Reiches stets bewußt gewesen. Das Institut habe es immer als eine seiner vornehmsten Aufgaben angesehen, im deutschen Volk das Bewußtsein dafür zu stärken, wie eng das Schicksal des deutschen Ostens mit dem Gesamtschicksal des Reiches verbunden ist. Gauleiter Forster sprach den Dank aller Danziger Volksgenossen dafür aus, daß Danzig in den Mittelpunkt der Ausstellung gestellt wurde. Danzig könne seinen schweren Kampf überhaupt nur bestehen in dem Bewußtsein, daß ganz Deutschland hinter ihm steht. Gerade die Ausstellung „Deutschtum im Osten — Bollwerk Europas" zeige den Deutschen in Danzig, daß man sie im Reiche nicht vergesse. Danzig habe auf dem Wege zur Verständigung zwischen dem Reich und Polen den ersten Schritt getan, wie diese Stadt in den vergangenen Jahrhunderten schon so oft die Brücke zum Osten gebildet habe. Gerade heute falle Danzig im Abwehrkampf gegen den Bolschewismus eine Aufgabe von größter Tragweite zu. Danzig habe nicht nur das deutsche Volkstum in diesem abgetrennten Lande zu erhalten, sondern habe darüber hinaus die Aufgabe, dieses Land Moskau, 12. Aug. (DRV.) 3n den letzten Wochen Hal eine neue, offenbar planmäßig durchgeführte Verhaftungswelle eingesetzt, von der eine große Zahl in der Sowjetunion wohnhafter fremder Staatsangehöriger erfaßt worden ist. Bei den deutschen Reichsangehörigen handelt es sich meist um Spezialisten, Handwerker, Fachleute und dergleichen. Von ihnen wurden durch die GPU. in Moskau 14, in Leningrad 9, in Kiew 3, in Nowosibirsk 5, in Tiflis 2, in Charkow 25 verhaftet. Unter den übrigen verhafteten Ausländern befinden sich allein etwa 140 Ungarn. Mit diesen neuen Verhaftungen erhöht sich die Zahl der in der Sowjetunion gefangenen Reichsdeutschen auf rund 200, wobei leider Grund zu der Annahme besteht, daß die Gesamtzahl der verhafteten Reichsdeutschen die befannfgegebe- nen Fälle noch weit übertrifft. Was die zahllosen bereits im Herbst vorigen Jahres in Moskau, Leningrad und anderen Orten verhafteten Reichsdeutschen betrifft, so befinden sie sich, abgesehen von 15 Ausgewiesenen, nunmehr schon neun Monate hinter Gefängnismauern, angeblich in „Untersuchungshaft", ohne daß auch nur in einem einzigen Fall von den Sowjetbehörden die Besuchserlaubnis für ihre Angehörigen oder Vertreter deutscher amtlicher Stellen erteilt worden wäre. Die neuen zahlreichen Verhaftungen in der Sowjetunion lebender Deutscher, die bezeichnenderweise an den verschiedenen Orten fast gleichzeitig vorgenommen wurden, zeigen, daß es sich um eine systematische Aktion handelt. Die große Mehrzahl der Opfer wird rein schematisch in Bausch und Bogen als spionageverdächtig bezeichnet. Angesichts dieser ernsten Sachlage hat die deutsche Botschaft in Moskau von neuem die nachdrücklich st en Vorstellun- g e n bei der Sowjetregierung erhoben. nicht zu einem Einfa 1 lstor bolsche - wistischer Tendenzen werden zu lassen. £)ie3ebeutung der Deutschen Ostmesse. Königsberg, 13. Aug. (DNB.) Der Gauleiter von Ostpreußen, Oberpräsident Koch, sprach im Reichssender Königsberg über die vorn 15. bis 18. August stattfindende 2 5. Deutsche O st - messe in Königsberg. Mit einer Zahl von 2400 Firmen und nicht weniger als elf Staaten als Aussteller fei die Deutsche Ostmesse die zweitgrößte internationale Messe in Deutschland. Sie diene als Tor für den Warenverkehr mit dem Osten. Sie habe aber auch die Aufgabe, auf dem Wege der Außenhandelsbeziehungen eine verständnisvolle und friedliche Zusammenarbeit unter den Völkern zu pflegen und zu fördern. Abgesehen vom Außenhandel werde die Deutsche Ostmesse in diesem Jahre insbesondere noch von einem zweiten Gesichtspunkt beherrscht, das sei der Einsatz für die Durchführung des V i e r- jahresplanes der deutschen Wirtschaft. Die neuen deutschen Werkstoffe würden hier zum erstenmal auch vor die internationale Wirtschaftsführung in einer Geschlossenheit treten, wie sie bisher noch nicht gezeigt worden sei. T.oMen-Säuberung in Mittelasien. Alle Spitzenfunktionäre der Turkmenischen Sowjetrepublik abgesetzt. Moskau, 12. Aug. (DNB.) Die „Turk- menskaja Iskra" berichtet von einem sensationellen Strafgericht in der turkmenischen Sowjetrepublik, dem fast alle bisherigen Spitzenfunktionäre Sowjet-Turkmenistans zum Opfer gefallen sind. Anfang August hatte eine Tagung des Turkmenischen Zentral-Exekutivkomitees stattgefunden, auf der der bisherige Präsident der turkmenischen Sowjetrepublik, A i t a k o w , als „Staatsfeind und Trotzkist" verhaftet und a b g e f e tz t wurde. Weiter wurden als verhaftete „Spione, Chauvinisten, Bucharinisten und Trotzkisten" für abgesetzt erklärt: der Vorsitzende des Volkskommissaren Rates der turkmenischen Sowjetrepublik Ataba- j e w, der stellvertretende Vorsitzende Sakharow, der stellvertretende Präsident des turkmenischen Zentralen Exekutivkomitees Umanski, sowie acht Mitglieder. Nachdem bereits in den letzten Tagen ein entsprechendes Strafgericht in den beiden übrigen mittelasiatischen Sowjetrepubliken T a d j i k i st a n und U s b e k i st a n vorgenommen worden war, ist nun also auch die turkmenische Sowjetrepublik an die Reihe gekommen. Die Ausmaße der Verhaftungsaktion unter der Eingeborenen - Bevölkerung in Sowjet-Mittelasien läßt schon auf eine überaus gespannte Lage in den dortigen Gebieten schließen. Einige weitere Verlautbarungen der turkmenischen Presse berichten von der Aushebung zahlloser „Saboteure- und Spionennester" in Industrie, Finanzwesen, Gerichtswesen usw. der turkmenischen Sowjetrepublik, sowie von chauvinistischen Unruhen unter der studentischen Jugend. An Stelle des verhafteten und abgesetzten Aitakow wurde der bisherige Landwirtschaftskommissar B a • tyr Atajew als Präsident der turkmenischen Sowjetrepublik eingesetzt. Moskau toitfl 200 Reichsdeutsche ins Gefängnis. Nachdrückliche Vorstellungen der deutschen Botschaft. Uscher Zweifel schließlich doch erfolgreich durchgesetzt hat. Die Messe trägt internationalen Charakter, wenn es auch die geographische Lage Königsbergs mit sich bringt, daß sich vor allem die Rand- st a a t e n des ehemaligen Nordwestrußlands und Skandinavien interessieren. Die günstige zentrale Lage Königsbergs für diesen geographi chen Raum bringt es mit sich, daß die ausländischen Besucher regelmäßig auch untereinander Geschäfte „tätigen". In diesem Jahr werden Sonder- chauen der neuen deutschen Werkstoffe auch der Königsberger Messe eine starke Eigenart geben. Inzwischen rüstet sich die Geschasts- welt bereits auf die bevorstehende L e l p z l g e r Herbstmesse, die zwischen dem 29. August und 2 September stattfindet. Sie wird erneut zu einer Leistungsschau Gelegenheit bieten die dartut, wie unermüdlich im neuen Deutschland gearbeitet wird. Soweit sich heute übersehen laßt, wird die Leip- ,iaer Herbstmesse nicht nur wieder viel Neues bie- tTfoniern di/Zahl her Aussteller w.rd gc- aen das Vorjahr wieder eine Zunahme erfahren. Das Vertrauen der internationalen Wirtschaft zur deutschen Leistung drückt sich darin ebenso aus, wie die Zuversicht, mit der der deutsche Unternehmungs- aeist trotz aller Wirren und Unruhen im Auslande sich der friedlichen Aufbauarbeit widmet Der Zustrom, der in Leipzig zu erwarten ist, hat sogar der Messeleitung Veranlassung gegeben, dafür Sorge zu tragen, daß vor allem die Käufer aus dem In- und Auslande nicht allzu sehr durch die Sehleute behindert werden. Auch in Leipzig wird wie in Königsberg eine übersichtliche Schau aller Erzeugnisse zu finden sein, die aus deutschen Werk st offen hergestellt sind. Und diese Leistungsschau sowohl im Osten des Reiches wie im Zentrum ist auch ein Beweis dafür, daß die deutsche Wirtschaft nicht deshalb voll beschäftigt ist, weil sie, wie in gewissen anderen Ländern, nur für die Aufrüstung tätig ist, sondern die deutsche Arbeit dient dem technischen und wirtschaftlichen Fortschritt auf allen Gebieten. Im Vergleich dazu hat England zwar zur Zeit die Höchstleistung seiner Eisen- und Stahl-Erzeugung zu verzeichnen, aber es zählt fast immer noch 1,3 Millionen Arbeitslose. An dieser Stelle ist vor einigen Wochen schon einmal auf die Bedeutung der sehr guten, zum Teil ausgesprochen reichlichen Ernte in den Vereinigten Staaten — in minderem Maße auch in Kanada — hingewiesen worden. Die Maisernte der Vereinigten Staaten liegt allein 82 v. H. höher als die normale Ernte. Bis auf geringe Restbestände ist die Brotgetreideernte nun eingebracht. Ebenfalls ausgesprochen gute Ergebnisse verspricht die Baumwollernte, wenn nicht noch im letzten Augenblick ein Schädlingskäfer Verwüstungen anrichtet. Entsprechende Alarmmeldungen werden aus den Baumwollgebieten verbreitet, müssen aber mit einer gewissen Zurückhaltung ausgenommen werden, da die Amerikaner sehr gern mit solchen Sensationsmeldungen gegen einsetzende Preisrückgänge angehen. Charakteristischerweise ergießt sich schon eine Sturmflut von Beschwörungen auf den Präsidenten Roosevelt, er möge doch durch reichliche Beleihung der Ernte den Preisdruck auf den Markt mindern helfen; Roosevelt hat bei dieser Gelegenheit aber noch ein Schäfchen zu scheren. Das Oberste Bundesgericht hat vor einigen Monaten seine Landwirtschaftsgesetzgebung für verfassungswidrig und ungültig erklärt, in der der Anbau Beschränkungen unterworfen war. Roosevelt erklärt sich jetzt zur Kredithilfe bereit, aber nur unter der Bedingung, daß die Anbaubestimmungen, wenn auch vielleicht in geänderter Form, wieder in Kraft treten. Die fast überreichliche Ernte erlaubt ihm jetzt, die Farmer als Sturmtruppe gegen das ihm nicht besonders „grüne" Oberste Bundesgericht auszuspielen. Der von Amerika ausgehende Druck auf die Mais-, aber auch Gerste- und Roggenpreise, ist bei der deutschen Dersorgungslage natürlich so viel wert wie ein ausgiebiger Landregen im rechten Augenblick. ir.187 Erstes Blatt Freitag, (3. August 1957 187. Jahrgang L i gezogen ann. gen Bay, Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B l 310635 107357 280099 । 35920 160312 204696 282379 1 17^? s S! , 336OO . gf56® 16 109235 138’$ 19<3 ö 4 Frank, • f langen llenhauser gute Le. fymnaftif, achrichten. Ntnt und aus See. Wen aus 14: Nach. 15: Volk Fang. 16; Funk. 19: 010: Un. §enen um n. 22.15: Tanzmusik. 'eutsch, '«us den, Gymnastik, achrichten. M: haus- achrichten. ichten aus 14: Nach- Volk und ere Szene Als Ein- Zwischen- ibern. 18: )aldshuter t Waldsester spielt ichten aus len Sonn- ll«, ioi»! tz ’S -rscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Silagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild -Die Scholle Monatr-vezugspreis: Bitt 4 Beilagen RM.1.95 vhne Illufttierte w 1.80 Zustellgebühr. . „ —.25 Auch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern mfolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: jiranffurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vruhlsche UniverfitSttdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleiiung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Vie siebtes in derWirtschafi aus? 6s ist eine scheinbar nüchterne, tatsächlich aber eine sehr aufschlußreiche Feststellung, wenn auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes bie Zahl der A r - b-itslofen für Mitte Juli mit 563 000 angegeben b rd. Diese Zahl wird heute nicht mehr ftimmen, tun es ist als sicher anzunehmen, daß die Wirtschaft, die überall noch Bedarf an Arbeitskräften hüt, aus diesen 563 000 alles herauszog und zieht, nis für eine Arbeitsleistung noch brauchbar ist. In bn etwa 500 000 Arbeitslosen, die heute vielleicht «ich gezählt werden, steckt eigentlich alles, was nicht n. hr brauchbar für die regelmäßige Arbeitsleistung if so daß sich annehmen läßt, daß nunmehr alle butschen Volksgenossen einen Arbeitsplatz gefunden hüen. Gewiß haben nicht alle Wirtschaftsgruppen er.e gleichmäßige Deckung finden können, denn der Exitzenbedarf an gelernten Arbeitskräften ist größer dii das Angebot. Das hängt mit der verfehlten E-zialpolitik der Systemzeit zusammen, die zwischen g ernten und ungelernten Arbeitern keinen Unter* Med machte, die auch wenig Wert darauf legte, e ien tüchtigen Stamm gelernter Arbeit für alle 5 rufe heranzuziehen. Lassen wir noch einmal Tatschen und Ziffern sprechen: Am 15. Februar 1933 b rüg die Zahl der Beschäftigten rund 12 Millionen, b hrend die Zahl der Arbeitslosen, soweit sie ange- nlldet war, 6 Millionen überstieg. In Wirklichkeit ij die Zahl der Arbeitslosen höher gewesen, denn is Jahr 1932 verzeichnet einen starken Rückgang ir industriellen und gewerblichen Erzeugung auf dsn Gebieten. Wir können ruhig annehmen, daß d Zahl der Arbeitslosen bei 6,5 Millionen gelegen hck, so daß es dieses große Heer war, auf das sich b Ankündigung des Führers und Reichskanzlers er 4 Februar 1933 bezog, daß es die nächste und ir ' e Aufgabe nach der Machtergreifung fei, inerh ilb vier Jahren alle Ärifev'*'fer in den Wirt- finftsprozeß wieder einzureihen. Das Ziel ist nun weicht. Nicht auf einmal, sondern in einem harten, ah?r willensstark erkämpften Fortschritt von Jahr zr.Jahr. Die Zahl der Beschäftigten übersteigt heute H Millionen, enthält allerdings auch die jungen Lute, die nach der Schulentlassung in das Erwerbslosen übertreten. Die große Wirtschaftsmaschine dutschland ist in vollem Gange, ist auch, wie wir offen, auf Jahre hinaus voll beschäftigt. Sie wird <5aiud) bleiben. Diese Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft segelt sich auch auf dem Kapitalmarkt wie- b?:. Vor allem dadurch, daß das neugebildete Ka- xilol immer stärker zur Anlage in fest ver- zinslichen Werten drängt. Hier ist es be- foiiders der P f a n d b r i e f m a r k t, der eine starke Anziehungskraft ausübt, so daß an der Berliner Airse viele Pfandbriefausgaben nur noch in Strich- 0: d notiert werden können. Der Gesamtumlauf an P'indbriefen und Kommunal-Obligationen betrug GiDe 1932 rund 12 Milliarden Mark, von denen 9,: Milliarden Mark auf Pfandbriefe entfielen, der t auf Kommunal-Obligationen. Es ist zu ver- sie: en, daß 1933 darin zunächst keine Aenderung eirrrat, zumal ein Teil der im Auslande unterge- bnichten Pfandbriefe in das Inland zurückströmte. A-r 1934 begann sich der Aufstieg der deutschen Botschaft darin auszuwirken, daß auch die Nach- fra^e nach Pfandbriefen stieg, mit dem Ergebnis, H am 30. Juni 1937 der Gesamtumlauf an Hf. ndbriefen und Kommunal-Obligationen die Gi-nme von 14.3 Milliarden Mark erreicht hat. Das tautet eine Zunahme von 2,3 Milliarden Mark H "’napp dreieinhalb Jahren, was um fo mehr ins Hewicht fällt, als das neugebildete Kapital sowie s Kapital überhaupt über reichliche Anlagemög- fi“eiten verfügt. ’ Mt der Durchführung der Verbrauchslenkung islDer Einzelhandel in die vorderste Reihe bes öffentlichen Interesses gerückt. Dem Arbeitsbericht der Pflichtorganisation kommt daher er= litte Bedeutung zu.' Die Pflichtorganisation um- fcx über 537 000 Betriebe; weitere 300 000 Be- tiiae des Genossenschaftshandels sowie des Milch-, Lutz-, Musikalien-, Antiquitäten- und Blumenhan- dl und des ambulanten Gewerbes sind anderweitig -organisiert. Der soeben erschienene Jahresbericht »ictt deutlich den wachsenden Einsatz der Einzel- ynLelsorganisation in die Wirtschaftsführung. Der durchschnittliche Organisationsbeitrag je Mitglied bihägt 20,22 RM.' Besonders erfolgreich war die Qrnanifation in der Bereinigung der Wettbewerbs- ar 'ältniffe, der Akttvierung der Werbung und der bitiiebswirtschaftlichen Weiterbildung der Einzel- hMels-Kaufleute. Kontenplan- und Treuhand- jfen haben die kaufmännische Kalkulation geför- dcr.. die noch durch eine allgemeine Buchführungs- püicht unterbaut werden soll. Im Rahmen der Dcrktordnung hat der Einzelhandel eine klarere $3 :tion durch die vom Reichswirtschaftsminister ir. Schacht ausgestellten Grundsätze erhalten, daß Irlich alle Marktregelunaen bei der Produktion cr^fetzen seien, um die Ware möglichst billig an bin Einzelhandel heranzubringen: bei diesem habe b ■'n ein lauterer, aber scharfer Wettbewerb einen n toi gen Preisstand für den Verbraucher zu be- ur'ien. Neben vielen anderen Fragen wie z. B. bin Werkshandel, die Behördenrabatte, das Kredit- Ä’fin usw. sind es vor allem die Fragen der Han- bi? pannen, bei denen der Einzelhandel teilweise | ij schwierige Situationen geraten ist. Mit fort« spickender Marktordnung in der Erzeugung einer* und verbesserter Kostenrechnung im Einzel- bm iel anderseits kann aber auch hier mit einer bi Ligen Lösung der Fragen gerechnet werden. tin diesem Sonntag wird die 2 5. Deutsche l tm e s s e in Königsberg eröffnet, die mit ihrem £.blläum beweist, daß sie sich trotz mancher skep- Lieber eine halbe Million Besucher Jenny Kammersgaard in Berlin. Attentat nur ein persönlicher Racheakt ist, oder ob es politische Hintergründe hat. Die Leichen der er» mordeten Offiziere wurden in der Nacht von Mitt« woch auf Donnerstag von Mossul mit einem Son« Verzug nach Bagdad übergeführt, wo das Staatsbegräbnis unter Beteiliounq des gesamten diplomatischen Korps und der Regierung stattfand. Die Regierung des Irak ist völlig Herr der Lage. Die Stadt Bagdad wurde militärisch gesichert und sämtliche Straßen mit Militärposten besetzt Die Garnisonen von Mossul, Kirkuk und Basrah haben der Regierung treue Gefolgschaft zugesichert. Einige Offiziere der Garnison Bagdad wurden verhaftet, da man sie mit der Mordtat in Zusammenhang bringt. Die Televhonverbindung und der Eisenbahnverkehr mit Mossul waren zeitweise unterbrochen. Die Manöver auf Sizilien. Rom, 12. Aug. (DNB.) Die großen italienischen Sommermanöver auf Sizilien haben in der Nacht zum Freitag begonnen. Sie dauern bis nächsten Dienstag. Zwei Tage später finden dann die Paraden des Heeres und der Flotte statt. Am selben Tage wird Mussolini in Palermo eine politische Rede halten. Der König und Kaiser sowie der Kronprinz sind bereits im Hauptquartier von Castel- vetrano nahe der Südküste Siziliens eingetroffen. In den Hauptabschnitten der Manöver wird sich auch Mussolini im Hauptquartier aufhalten. Zahlreiche Minister, Unterstaatssekretäre, Senatoren, Abgeordnete, sowie hohe Parteipersönlichkeiten weilen im Manövergelände. in der Ausstellung „Entartete Kunst". München, 12. Aug. (DNB.) Der Zustrom zu der Ausstellung „Entartet» Kunst" in München hielt auch in der letzten Woche unvermindert an, so daß die Gesamtzahl der Besucher schon a u f eine halbe Mi l l i o n angestiegen ist. Täglich wiederholt sich dasselbe Schauspiel, daß Hunderte schon in der Frühe vor der Eröffnung der Ausstellung auf Einlaß warten. Den ganzen Tag über herrscht in den Räumen der Ausstellung Hochbetrieb. Besonders zahlreich sind jetzt in der Zeit der Hauptfremdenverkehrssaijon in München die ausländischen Besucher der Ausstellung, von denen man immer wieder Aeußerungen der Anerkennung darüber hören kann, daß Deutschland auf dem Gebiete der Kunst eine großzügige Säuberunasaktion durchgeführt hat, die allen anderen Ländern als Beispiel dienen könne. Die zahlreichen Ausländsdeutschen, die im Anschluß an das Deutsche Sängerbundesfest nach München kommen, insbesondere aus Oe st erreich, äußern sich in Worten tiefster Anerkennung darüber, daß ihnen hier Gelegenheit gegeben wurde, einmal die Auswüchse einer vergangenen Pseudo-Kunst-Epoche in einer systematischen Sammlung zu sehen und zu erkennen, was für ein Verbrechen diese sogenannte Kunst der Verfallszeit war. deren Klexereien obendrein damals von den Steuergroschen des Volkes für staatliche Kunstinstitute eingetauscht wurden. * Die Tausende von Besuchern, die seit Eröffnung! der Ausstellung „Entartete Kunst" durch die vielen Räume geströmt sind, in denen man nur die schlimmsten Auswüchse der Verfallzeit an den Pranger gestellt hat, haben mit eigenen Augen gesehen, mit welch frechem Zynismus man sie einst geblufft hat, als Kunstkritik und Kunsthandel in einträchtigem Hand-in-Hand-Arbeiten es unternahmen, dem Volk einzureden, daß gerade das eben „moderne Kunst" sei, was sich hier als übelste Sudelei produziert, die ihr technisches und künstlerisches Unvermögen hinter dreist zur Schtu getragener Tendenz oder bizarrer Kleckserei, die jede Form mißachtet, verbirgt. Man braucht sich nur ein Weilchen von der Menge treiben zu lassen, um zu erkennen, daß das deutsche Volk sein Urteil Über diese Art „Kunst" eindeutig gefällt hat. Wenn trotzdem einige ausländische Blätter es fertigbringen, ihren Lesern das Märchen aufzubinden, die vielen deutschen Besucher wollten in dieser Ausstellung nur noch einmal, zum letzten Mal, sogen, „moderne Kunst" sehen, so ist das eine ebenso törichte wie plumpe Verdrehung der Tatsachen Die vielen Ausländer, die in diesen Tagen die Münchener Ausstellung besucht haben, sollten doch ihren Zeitungsredaktionen daheim einige Urteile gesunden Geschmacks mitteilen, die sie zu jeder Stunde und in beliebiger Auswahl von den deutschen Besuchern der Ausstellung hören können, wenn sie nur wollen. Hier ist ein reiches und fruchtbares Betäti- schen Blätter, der Wahrheit den Weg frei zu machen. —L. Die Aordatlantik-pwbefliige der Lustbansa. ■ j ■ ■ .. In Travemünde startete das Wasserflugzeug „Nordmeer" zur ersten Etappe seines Nordatlantik-Fluges. Unser Bild zeigt das Wasserflugzeug „Nordwind", das Schwesterflugzeug des „Nordmeer". Die beiden Maschinen sind die größten Zweischwimmerflugzeuge der Welt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Reichsweitkämpfe -er SA. Gemeinschastsleistung im Vordergrund. ?! I t Die junge dänische Schwimmerin Jenny Kammersgaard, die das Kattagatt in einer Breite von 90 Kilometer in 29 Stunden durchschwamm, kam zu Besuch nach Berlin, wo sie auf dem Flughafen freundlich begrüßt und von dem Reichssportführer eingeladen wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geburtstagstrubel in Berlin. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Zum Beginn der Reichswettkämpfe der SA. hielt Stabschef Lutze über die deutschen Rundfunksender eine Ansprache, in der er die große Aufgabe der körperlichen Erziehung in der SA. darlegte. Stabschef Lutze führte aus: Die Reichswettkämpfe, die die SA. vom 13. bis 15. August d. I. auf dem Sportfeld in Berlin durchführt, sind das Ergebnis monatelanger pflichtbewußter und harter Arbeit, die nach dem alten Grundsatz der Sturmabteilungen freiwillig und uneigennützig geleistet wurde. Als der Führer die SA. mit der Durchführung der Nationalsozialist ischen Kampfspiele in Nürnberg beauftragte, da empfanden wir SA.-Männer es als eine Selbstverständlichkeit, daß gerade die SA. auf dem wichtigen Gebiet der körperlichen Erziehung eine große Aufgabe gestellt erhielt, die des Einsatzes der Besten wert ist. Nach dem Willen des Führers schickt sich die SA. heute an, ihr Bekenntnis zum Wehrgeist, zum Wehrwillen und zur Erhaltung der Wehrhaftigkeit und der Wehrkraft in die Tat umzusetzen. Ein starker Geist, ein tiefer Glaube und ein stahlharter Körper, das ist es, was den echten deutschen Mann ausmacht. Deutschland braucht harte, entschlossene und entschlußfreudige Männer, die bereit sind, Verantwortung zu tragen, Männer, wie wir sie einst in der Kampfzeit sahen, Männer, die sich auf sich selbst und auf ihre Kräfte verlassen können. Es ist notwendig, den Willen zur Wehrhaftma- chung zu erhalten und zu vertiefen, ihm Aufgabe und Ziel zu geben, wenn er das ganze deutsche Volk bis zum letzten durchdringen soll. Während man in vergangenen Zeiten dem Sport um seiner selbst willen huldigte und den Einzelkörper in den Mittelpunkt stellte und nur auf Höchstleistungen sah, fordern wir die körperliche Ertüchtigung der breiten Massen weil wir dem großen und hehren Gesamten dienen wollen, für die Erhaltung der Wehrkraft unseres Volkes, nicht nur einige, sondern alle zu erfassen. Damit lehnen wir Spitzenleistungen im Sport nicht rundweg ab, wie der Nationalsozialismus überhaupt Höchstleistungen nie seine Anerkennung versagt hat. Sie dienen dazu, auf allen Gebieten die Gesamtdurch- schnittsleistung zu haben. Wenn wir trotzdem unsere Ausgabe darin erblicken, in erster Linie die B r e i- t e n a r b e i t zum Erfolg zu führen, so deshalb, weil eine erfolgreiche Breitenarbeit das Entscheidende ist. Es ist selbstverständlich, daß der Gemeinschaftskampf einen besonderen breiten Raum im Sportprogramm der SA. einnimmt. Wir arbeiten an uns, um der Gemeinschaft zu dienen. Nicht die einzelne Spitzenleistung ist dabei das Wesentliche, sondern die Gemeinschaftsleistung. Die wehrsportlichen Uebungen sollen den Mut und die Kraft stählen, sollen die jungen Männer abhärten. Kämpferischer Einsatz und Anstrengung sollen verlangt werden, aber das Entscheidendste ist, daß der Mann nicht erschöpft und ausgepumpt am Ziel anlangt, sondern bis zum Schluß und gerade am Schluß die gute soldatische Haltung bewahrt. Der letzte Ma nn, fo hat es der Führer befohlen, soll durch körperliche Erziehung dazu gebracht werden, einsatzbereit und einsatzfähig zu bleiben. Wenn heute der junge deutsche Mann seine Mili- tärdienstzeit erledigt hat, so ist dann der Dienst, den Volk und Vaterland verlangen, noch nicht erfüllt. Jetzt beginnt wieder die Arbeit der Sturmabteilungen. Sie formt den jungen Menschen weiter. So wie die SA. in der Kampfzeit Kopf und Hand, Stirn und Faust, auf Jahrzehnte zerrissen, ja durch Feindschaft geprägt, au einer Einheit zusammenbrachte, so wird sie durch die Kampfspiele und die durch sie bedingte körperliche Ertüchtigung am deutschen Menschen zusammenschweißen Geist und Körper, Wehrwille und Wehrkraft, um dadurch wieder gestärkt zu fein für den Kampf und die Arbeit an unserem ewigen Deutschland. Der Stabschef am Grabe Horst Wessels. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Als Auftakt der Reichswettkämpse der SA., die vom 13. bis 15. August in Berlin ausgettagen werden, fand am Donnerstagabend am Grabe Horst Wessels auf dem Nikolai-Friedhof eine Gedenkfeier statt, an der der Stabschef mit allen Gruppenführern und Amtschef der Obersten SA.-Führung teilnahmen. Vor dem Friedhof hatte die W a ch st a n - barte „F e l d h e r r n h a l l e" in Stärke von 1200 Mann mit Musik und Spielmannszug Aufstellung genommen. Zu beiden Seiten des Weges, der zum Grabe Horst Wessels führt, bildeten Männer der Standarte ein dichtes Spalier. Neben dem Grabe hielten SA.-Männer der Horst-Wessel- Standarte mit der alten Sturmfahne die Ehrenwache. Während die Klänge des Liedes vom guten Kameraden gedämpft und feierlich über den Friedhof hallten und sich die Hände zum deutschen Gruß erhoben, legte Stabschef Lutze den riesigen Kranz an der Grabstätte nieder. Auch das Fliegergeschwader „H o r ft Wessel" gedachte durch seinen Kommandeur, Oberstleutnant O st e r k a m p f, durch einen Blumenstrauß des deutschen Freiheitskämpfers. Im Anschluß an das feierliche Gedenken marschierte die Wach standarte Feld- herrnhalle, von Fackelträgern begleitet, zum Ehrenmal Unter d e n Linden, wo der Stabschef zu Ehren der toten Helden des Weltkrieges ebenfalls einen Kranz nieöerlegte. Vom Ehrenmal nahm die Standarte ihren Weg zum Pariser Platz, wo die Feierstunde mit einem Vorbeimarsch am Stabschef ihren Abschluß fand. Das Magdeburger pilsudski-Haus wird nach Warschau gebracht. Warschau, 13. Aug. Der „Expreß Poranny" will von dem Vorsitzenden des polnischen Frontkämpferverbandes General G a r e ck i erfahren haben, daß das P i l s u d s k i - H a u s , das die Stadt Magdeburg dem polnischen Staat zum Geschenk gemacht hat, auseinonbergenommen und auf dem Wasserweg Elbe—Nordsee-Ka- Das Festkleid der Berolina. Von unserer Berliner Schristieiiung. Was kann man am Vorabend des Berliner Geburtstagstrubels wohl besseres tun, als dorthin zu gehen, wo Berlin noch wirklich alt? Zwar: dorthin, wo Berlin noch siebenhundert Jahre att ist, das kann man nicht mehr. Das kann keiner mehr! Dafür haben die beiden großen Brände Berlins in den Jahren 1376 und, 1380 zu gute Arbeit verrichtet. Nur sechs Häuser blieben damals stehen. Aber auch sie stehen schon feit vielen Jahrhunderten nicht mehr. So muß man denn zufrieden fein, wenn man in Berlin wenigstens eine Stätte findet, an der sich — sagen wir mal — die Zeitgenossen Friedrichs des Großen einst nach getaner Arbeit am Feierabend zum Umtrunk einfanben. Ob man eine solche Stätte noch finben wird? Man findet sie! Seltsamerweise in dem Augenblick, in dem man sich auf den Weg gemacht hat, die neue Stadtschleuse zu Füßen des an den Spreekanal stoßenden Reichsbankneubaus zu besichtigen. Nachdem man diese, nur für den Sport- und Kleinfahrzeugverkehr gebaute Spree-Schleuse in Augenschein genommen und schnell noch einen Blick auf die historische Jungsernbrücke geworfen hat, die zur Freude aller Berliner nun doch nicht (wie geplant) abgerissen wurde, will man sicy schon zum Gehen wenden. Da aber geschieht's, daß man vor einerrmehr als 150 Jahre alten Gaststätte Berlins steht, deren verträumte Romantik einladend genug ist, um sie aufzusuchen. Dunkel und von dem Tabaksqualm vieler Generationen gebräunt ist der Schankraum, in dem man etwas zögernd an einem alten Eichentisch Platz nimmt. Gewohnheitsgemäß bestellt man eine „Molle" Bier. Da aber muß man sich belehren lassen, daß es ein so „neumodisches" Getränk hier nicht gibt, daß Bierhahn und Kohlesäureflaschen etwas Unbekanntes sind, kurzum, daß es hier nur — Flaschenbier gibt. Und zwar nur „Stangenbier", also jenes obergärige Bier, an dem sich schon un- ere Vorfahren gütlich taten und mit dem sie sich auch die Nase durchaus genügend begossen haben. Doch nun hilft's nichts! Nun will man auch einen richtigen, alten Berliner Getreidekümmel haben, einen, wie er dort auf den geschnitzten Regalen hinter dem mit einem niedrigen Geländer versehenen Schanktisch in dickbäuchigen Flaschen des sachver- tändigen Gastes harrt. Beides wird gebracht und mit einem „Wohl bekommt" auf den Tisch gestellt. Und indem man das Glas mit dem uralten Getreidekümmel in die Hand nimmt und mit seinem Tischnachbar aus der Sperlingsgasse angestoßen hat (Wenn du das wüßtest, Wilhelm Rabe!), fühlt man sich unversehens in die Zeit des alten Fritzen zurückversetzt und denkt nur noch dieses: Was würde „Er" zu seinem Berlin agen, das sich so gewaltig zu feiner 700jährigen Jubelfeier rüstet. Doch nicht immer kann man in einer romantisch- verräucherten Kneipe aus dem Jahre 1779 fitzen und vor sich hin träumen. Gebieterisch ruft die Gegenwart des 20. Jahrhunderts. Und sie ist schön, diese Gegenwart! Besonders dann, wenn sich wie in diesen Tagen der Vorfestwoche ein blauer, wolkenloser Himmel über sie wölbt und die Sonne ihre goldenen Strahlen, vielleicht etwas zu heiß, auf einen Wald von Fahnenmasten scheinen läßt. Wald von Fahnenmasten! Seltsam, welche Gefühle solch ein Wald von Fahnenmasten auslösen kann! Aeußerte sich doch beim Anblick des Aufbaues dieser Fahnenmasten ein biederer und allen Anschein nach recht nüchterner Berliner so: „Hätte ich für jeden Fahnenmast in Berlin eine Mark in der Tasche — ich wäre ein gemachter Mann!" Wie gesagt: ein recht nüchterner Ausspruch! Aber es stimmt: Unzählige Fahnenmaste sind in den Straßen Berlins wie riesengroße, weiße Geburtstagslichte aufgesteckt worden. Man muß sich nur wundern, wie es gelingt, eine immer wieder neue Abwechslung in die Ausschmückung Berlins zu bringen. Seit den Tagen der Olympiafeier 1936 find wir — und auch die Besucher aus dem Reich — gar sehr verwöhnt. Dennoch ist das Festkleid, das sich Frau Berolina diesmal zugelegt hat, ganz besonders schön! Bedenkt man nun noch obendrein, daß sich die Feftstraßen Berlins von dem weit draußen im Westen gelegenen Reichssportfeld bis .zu den weit draußen im Osten gelegenen Stadtbezirken Treptow und Stralau hinziehen, nun so — ja — so muß schon zugeben, daß der Gedanke, für jeden Fahnenmast eine Mark in der Tasche zu haben, doch etwas durchaus verlockendes ist. ♦ Aengstlich veranlagte Gemüter werden vielleicht überhaupt schon im Stillen besorgt gefragt haben: Was kostet das alles?! Ist das alles nicht viel zu kostspielig? Auch hier sind die Worte des Nürnberger Oberbürgermeisters vortrefflich angebracht, der auf die Frage, ob die Bauten des Nürnberger Parteitagsgelände nicht sehr viel kosteten, schlagfertig antwortete: „Wer hat einst gefragt, was die Akropolis in Athen kosten würde?" Gewiß! Das Festkleid der Frau Berolina ist nicht etwas so dauerhaftes wie das Nürnberger Reichsparteitaggelände. Aber, ganz davon abgesehen, daß die Summen, die jetzt und zunächst aus dem Berliner Stadtsäckel abfließen, zu gegebener Zeit schon wieder hineinfließen werden, auch die Freude, die dieses 700jährige Jubelfest Berlins in allen Schichten der Millionenbeoölkerung der Reichshauptstadt auslösen wird (und dazu noch bei den Gästen und KdF-Besuchern Berlins), auch diese Freude wird sich „bezahlt" machen! Denn — zum Glück! — sind wir heute soweit, erkannt zu haben, daß ein fröhliches, lachendes Jasagen zum Leben uns am ehesten für den Kampf ums Dasein stark macht, und daher Volksfeste und Jubelfeste immer zur rechten Zeit und immer gelegen kommen. Und darum: auf in den Geburtstagstrubel Berlins, wer immer auch Lust hat, an ihm teilzunehmen. H. D. nal—Ostsee—Weichsel nach Warschau transportiert werden soll, wo es als Erinnerungsstätte wieder aufgestellt werden soll. General Go- recki unterstrich, daß die Geste der Stadt Magdeburg die polnische Nation mit großer aufrichtiger Dankbarkeit erfüllt habe. Zu der feierlichen Eröffnung des Hauses in Warschau werde der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Kramer eingeladen. Zwei hohe Militärs des 3raf ermordet. Ruhe in Bagdad. Bagdad, 12. Aug. (DNB.) Der Generalstabschef des Irak, General Bekir S i d k y . und der Chef der Luftflotte, Mahmud Ali Jawaud, wurden Mittwoch abend in Mossul ermordet. Man vermutet, daß der Mord aus politischen Gründen geschehen ist. General Bekir Sidky und seine Begleitung befand sich auf der Reise nach Ankara, um an den türkischen Manövern teil« zunehmen. Sie hatten die Fliegerstation in Mossul besichtigt. Ein einfacher Soldat, der vor einem Zelt Posten stand, soll plötzlich auf den Generalstabschef angelegt und ihn mit drei Gewehrschüssen nieder- gestreckt haben. Der Ehes der irakischen Luftflotte, der den General zu schützen versuchte, wurde von zwei weiteren Schüssen des Attentäters tödlich getroffen. Soldaten der Fliegertruppe, die den Attentäter lynchen wollten, konnten nur mit großer Mühe oon der Polizei und von Offizieren des Standortes daran gehindert werden. Man weiß nicht, ob das UM ' M- M / •v<>. 1 :WX< <: • M ■ > ■.»,:■-Mi MOM? t I ■ * 'M»' I z>j5 'TN?" UH > Li#' einer do sie )e. - Ausbruch! sind in bin e Geburti- iß sich nur nieder neue ns zu briül ■ 1936 finb n Reich - Meid, bas l ganz bi- obendrein. bem weit eld bis ju iB^1 IM \o 7 ebante, für Tasche zu romantisch 1779 sitzen . ruft di, >e ist schön m sich mii lauer, mol- die Sonnt 5 ZU heih. einen läht he Tefühtt tosen kann! 'Ques dies» ischein nach ) für jeden r Tusche - ist, oder r;» ein«"1 S2 . 1D0 D®' nfl en vielleichi ragt habe^ licht viel z- >5 Nürnbei' ebracht, bn Nürnberg n, schätz it, was bn gewiß! D°! t etwas |i fisparteitaf n, daß di< >m Berlin" t schon wii* ibe, die bif >n Schicht lptstadt W Gästen ufl kreude mm i Mck! - en, daßeir' ien uns oj stark nw immer jj rnrnen- Berlins, nen. n-M‘ KP * » ®artn F «*{S inj*w Oie ersten schweren Kämpfe in China I Norden Schanghais, wo nach chinesischer Darstellung japanische Seesoldaten die chinesischen Dertei- m -,r: Pinkon (offen Franzosen haben dies jedoch abgelehnt. Niederlassuna n. Jnsolgedessi en sei zwischen dem Aus aller Wett. Auf übermittelt. board" muß. digungslinien angegriffen haben sollen. Don den japanischen Landungstruppen wurde mitgeteilt, daß Teile dieser Truppe wegen Eröffnung des Feuers durch chinesische Truppen auf den japanischen Distrikt der Niederlassung T s ch a p e \, nach erbitterten Kämpfen zwischen Japanern und Chinesen in den Ort eingedrungen sind. Zur Verstärkung der ausländischen Garnison holen die Franzosen Truppen aus Saigon herbei, und die Amerikaner haben ein Regiment nach Manila in Marsch gesetzt. Die Oberbefehlshaber der ausländischen Streitkräfte mit Ausnahme der Japaner bildeten einen gemischten Dertei- digungsausschuß und beschlossen, für den Ernstfall eine Einheitsfront zu bilden. Die Japaner haben bei der Verwaltung der französischen Niederlassung angefragt, ob sie den japani- ------ r H n r f H n n für nnhnenbta schen Streitkräften den Durchmarsch durch die Hai eine w e i t e r e D e r st a r ku n g für notwenmg c/an3Ör:(dle Niederlassuna aeroähren würden, falls bajt^ öa die Verhandlungen zur Entfernung er ^ine^ Saasen, 12. Aug. Ein Motorradsah- r e r von hier unternahm in Gesellschaft von zwei Mitfahrern im Beiwagen eine Fahrt in den Vogelsberg. Auf der Heimfahrt rannte der Motorsoll sie zum Kochen, Backen, Anrühren von Tunken ufw. herangezogen werden. Durch die soeben ergangene Anordnung des Reichsnährstandes wird allen an der Trin^milch- versorgung beteiligten Molkereien und Verteilern die Verpflichtung auferlegt, die Verbraucher neben der Vollmilch mit entrahmter Frischmilch zu versorgen. Die Molkereibetriebe haben also entrahmte Frischmilch entsprechend den Anordnungen der Verteiler und Großverbraucher gleichlaufend mit der als Trinkmilch verteilten Vollmilch an die Verteiler oder Großverbraucher zu liefern. Molkereien, in denen die benötigte entrahmte Milch nicht in ausreichenden Mengen anfällt, müssen beim Milchwirtschaftsverband die Zuweisung einer entsprechenden Menge beantragen. Die Abgabe an die Verbraucher erfolgt grundsätzlich lose, ein Zuschlag für Abfüllen in Flaschen darf nicht erhoben werden. Es wird weiter vorgeschrieden, daß entrahmte Frischmilch genau so sorgfältig ausgewählt und behandelt wird, wie die für den gleichen Verwendungszweck bestimmte Vollmilch. Die Abgabe an den Verbraucher darf nur nach oorangegangener Pasteurisierung und Tiefkühlung erfolgen. Im übrigen gelten für die Pasteurisierung entrahmter Frisch- I milch bei Abgabe als Trinkmilch die entsprechenden I für Vollmilch erlassenen milchgesetzlichen Bestimmungen. Der Verteiler hat für entrahmte Frisch- milch, die zur Abgabe an den Verbraucher bestimmt ist, im Höchstfälle 8 Pfennig je Liter zu be- zahlen. Dazu kommt dann die für Vollmilch übliche Verteilungsspanne für den Verkauf, ab Laden und frei Haus. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, daß der Aufwand an Arbeit und Trans- Portmitteln bei beiden Milcharten gleich ist. Im einzelnen erfolgt die Festsetzung der Preise durch die zuständigen Preisbildungsstellen. Nunmehr ist alles geschehen, um dem Verbraucher nicht nur eine preiswerte, sondern auch eine haltbare entrahmte Frischmilch zu liefern. Doppelherz für alle, die sich matt und elend fühlen — tür alle, die gesund und kräftig bleiben wollen. Flasche RM. 1.95. 3.70 und 4.65 Stets frisch ab Fabrik Drog. Bornemann, Giefeen Bahnhofstraße 17 S294A Kleine Probeflasche auf Wunsch gratis! DieHiüer-Urlauber-kameradschast„Deiilschland" als Gast der Stadt Gießen auf Burg Gleiberg. 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