Kr.lOO Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, iZ.Mai (957 (6r|d)etra ttig Itd), autz« Sonntags and Feiertags Beilagen: Vie 3Ilu|trierte Gietzenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugsprets: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche UnwersttStsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für öie Miltagsnummer bis 81 /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen DonTOmm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/0 mehr. Erinähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Krönung König Georgs VI. Ein Weltreich huldigt seinem Herrscher. — Millionen umsäumen die Festsiraße bei der Rückkehr des Krönungszuges zum Buckinghampalast. Erstes Bildtelegramm von der feierlichen Krönung König G e o r g s VI. in der Westminsterabtei. Man sieht den König mit der Krone auf dem Thron. Vor ihm kniet einer der Peers, die ihm nach dem Treueschwur die Hand küßten.-— (Scherl-M.) H U ;«• •-•■X ... Bsm 7WW IW :• I H: Der Einzug in die Westminster Abtei. In der gleichen Reihenfolge, in der die Gäste des Königshauses und die Teilnehmer an der Krönungsfeierlichkeit die Residenz verlassen haben, treffen sie in d e r K ir ch e ein, empfangen von den Zeremonienmeistern in ihren farbenfreudigen goldstrotzenden Gewändern. Alle Mitglieder des englischen Hoch ad eis tragen über der traditionellen Kleidung, den kurzen weißen Hosen und Strümpfen der Herren, den weißseidenen oder nur zart- qetönten Kleidern der Damen große purpurrote und hermelinbesetzte Umhänge mit großem Schulterkragen aus dem gleichen edlen Pelzwerk. Die Länge der Schleppen, die Breite des Hermelinkragens sowie auch die Kronen des Hochadels sind je nach den fünf Adelsklassen verschieden. Dahinter schreiten die Pagen, die die Kronen tragen. Bei den Prinzessinnen und Herzoginnen kommen Schleppenträger hinzu. Es ist ein Bild von wahrhaft mittelalterlichem Glanz, denn der Hof, die Würdenträger, der Adel, die Ritterschaft der höchsten Orden, die Geistlichkeit, die Zeremonienmeister, Herolde, Bannerträger und Pagen, ja selbst die Palastwächter, die Scholaren und die Chorknaben tragen farbenfrohe, kostbare Brokatstoffe, Samt und Seiden, je nach dem Rang besetzt mit feinem Pelzwerk und edlen Steinen. Aber auch die G ä st e in ihren goldbestickten Diplomatenröcken oder den Paradeuniformen mit Ordensband und Schärpen, die exotischen Fürstlichkeiten in ihren leuchtenden Gewändern, die Damen mit wahren Schätzen an funkelnden Edelsteinen, Diamanten, Halsketten, Arm- Ireifen und Ringen fügen sich eindrucksvoll in den Rahmen dieses königlichen Festes ein. Am Eingang zu der angebauten Empfangshalle wird das Königspaar von dem Adelsmarschall, dem Herzog von Norfolk, empfangen. Dann be- cibt sich der Zug, den die hohe Geistlichkeit an= führt, in das Innere. Als das Königspaar die Schwelle der Abtei überschreitet, stimmt der Chor Len Psalm an: „Wir wollen in das Haus Gottes treten". Das Königspaar nimmt die Staatssessel vor der Königsloge ein. Zu beiden Seiten des Königs stehen die Bischöfe von Durham und Bath, vor ihm der Träger des Staatsschwertes, der Marquis von Zetland,'hinter ihm der Oberhofkämmerer und Erste Zeremonienmeister. Zu beiden Seiten der Königin stehen die Bischöfe von Plackburn und Albans, hinter ihrem Sessel die Herzogin von Northumberland und weiteres Gefolge. Der Krömmgseid. Als die festlichen Klänge des Psalms verklungen sind, hallen Fanfarenstöße durch das hohe Kirchengewölbe. Der Erzbischof von Canterbury wendet sich zusammen mit dem Lordkanzler, dem Großkämmerer und dem Adelsmarschall unter An- lührung des Ersten Herolds an den versammelten Adel urtb die Vertreter des Volkes, die Mitglieder der Parlamente. Entblößten Hauptes tritt der König neben den Krönungsstuhl, und der Erzbischof ruft mit lauter Stimme aus: „Sirs, ich stelle euch hier König Georg, eueren unbestrittenen König »or, dem ihr die Huldigung darzubringen und euere Dienste anzubieten gekommen seid. Seid ihr willens, das zu tun?" Die gleiche Frage richtet der Erzbischof nach Süden, Westen und Norden, und Knter Fanfarenstößen donnert es ihm entgegen: ^Gott erhalte König Georg." Wie diese Zeremonie, so ist auch die nun folgende der Eidesleistung, der Salbung und der Krönung aus den Jermanischen Bräuchen, die die Angeln und die wachsen mit in das Jnselreich gebracht haben, über- nommen und über 1500 Jahre alt. Der Erzbischof l.eht zum König und richtet an ihn in der alter- liimlichen Weise die Frage: „Ist Euere Majestät bereit, den Eid auf sich zu nehmen?" Weithin vernehmbar antwortet der König: „Ich will es", Md er verspricht feierlich, die Völker des Britischen Deiches, seiner Besitzungen und des Indischen Reimes nach ihren jeweiligen Gesetzen und Sitten zu agieren und nach seiner Macht dafür zu sorgen, tafe in allen Urteilen Recht und Gerechtigkeit in Gnaden geübt werde. Er gelobt, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, die Gesetze Gottes fnö die wahre Verkündung des Evangeliums, die \ ^formierte, protestantische Religion, die Niederlas- bng, die Lehrsätze und den Gottesdienst der Kirche ron England ausrechtzuerhalten und zu beschützen, i)r alle jene Rechte und Vorrechte zu erhalten, die i)r zustehen. Salbung und Krönung. Unter atemloser Stille tritt der König an den j 2ltar, legt seine Hand auf das Evangelium und || spricht: „All das, was ich versprochen habe, werde Dich tun und halten, so mir Gott helfe!" Dann || Unterschreibt er die vorgeschriebene Parlamentsakte U Und nimmt dann ohne Mantel und Staatsmütze H bm Krönungsstuhl Ebuarbs bes Bekenners ■ ein. Vier Ritter bes Hosenbandordens tragen ben H Thronhimmel, in besten goldenes Tuch silberne ■ Adler eingestickt sind, herbei. Dann salbt der 1 Erzbischof von Canterbury dem König das Haupt, W de Prust und die beiden Handflächen, was der Chor feierlich mit dem „veni creator spiritus“ begleitet. Als das Oberhaupt der englischen Kirche wird der König nun mit den Gewändern eines Diakonen bekleidet und mit den goldenen Sporen berührt. Er gürtet sich selbst mit dem Staatsschwert, die königlichen Gewänder werden ihm angelegt, er empfängt den Reichsapfel, das Zepter und den Ring als Zeichen der königlichen. Würde. Den Reichsapfel übergibt er dem Dean" von Westminster und nimmt dafür ein zweites Zepter in Empfang. Vom Altar holt der Erzbischof von Canterbury die funkelnde Krone Eduards des Bekenners, schreitet zum Throne und setzt sie dem König auf. Im gleichen Augenblick schmettern die Trompeten und Fanfaren, dröhnen die Trommeln, lösen die Kanonen im St.- James-Park einen Königssalut von 21, die im Tower einen solchen von 62 Schüssen. Die Peers und die hohen Würdenträger setzen gleichfalls ihre Kronen auf, und wie ein einziger Schrei schallt es durch die Kirche, wird von den Massen draußen und in aller Welt ausgenommen: „G o t t e r h a l t e den König!" Die Huldigung der Stande. Der Erzbischof und die Bischöfe knien nieder, um dem König als erste zu huldigen. Für das königliche Haus huldigt der Herzog von Glou- cester der Majestät mit den Worten: ,Lch werde Euer Lehnsmann mit Leib und Leben und mit irdischer Verehrung. Treue und Wahrheit will ich Euch entgegenbringen auf Leben und Tod gegen jede Art von Menschen, so helfe mir Gott!" Die Prinzen königlichen Geblüts erheben sich einzeln, berühren die Krone auf dem Haupte Seiner Majestät und küssen seine linke Wange. Hieraus knien die anderen Peers des Reiches nieder, legen ihre Kronen ab und erweisen ihre Huldigung, während der Chor eine festliche Hymne anstimmt. Die Herzöge, die Marquis, die Earls, die Viscounts, die Barone folgen, und während ein Vertreter jedes Standes vor den König hintritt, knien die anderen an ihren Plätzen nieder, um Treue und Gefolgschaft zu geloben. Zuletzt aber huldigt d a s Volk, das zum Zeugen des historischen Aktes wurde, seinem König, indem es erneut unter Trommelwirbel und Trompetenschall in den Rus ausbricht: „Lang lebe König Georg!" Die Krönung der Königin Die Königin schreitet nun zum Altar und kniet in den Betstuhl, der vor dem Krönungsstuhl errichtet ist. Vier Herzoginnen tragen den Baldachin herbei, der Erzbischof salbt auch sie mit heiligem Oel, steckt ihr den Ring an und krönt sie. Zugleich mit der Königin setzen die weiblichen Mitglieder des Hofadels ihre 'Kronen auf. Der Erzbischof reicht der Königin das Zepter und den elfenbeinernen Stab mit der Krone, um sie dann, begleitet von den Bischöfen, am König vorbei, dem auch sie ihre Huldigung erweist, zu ihrem Platze zu führen. Dann nimmt das Königspaar das Abendmahl. Der Chor stimmte das feierliche Tedeum an, während König Georg VI. und die Königin Elisabeth in der St. Eduards-Kapelle die Gewänder wechseln. Hier wird der König mit der Staatsrobe, einem acht Meter langen kostbaren, hermelinverbrämten Purpurmantel, und der Reichskrone bekleidet. Mit dem Kreuzeszepter und dem Reichsapfel kehrt er auf den Thron zurück. Auch die Königin hat nun die eigentliche Krönungsrobe, eine einzige Koblenz, 12. Mai. (DNB.) Wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg verurteilte das Koblenzer Schwurgericht am 3. Mai ben Ordensbruder Qunbram aus ber Klosternieber- laffung Waldbreitbach ber Franziskanergenossenschaft zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. In der Begründung betonte das Gericht, daß es wenig Fälle gebe, in denen eine derartige Scheußlichkeit abzuurteilen gewesen sei. Ein armer kranker Junge von 18 Jahren sei durch die Mißhandlung des Angeklagten gestorben. Es handelte sich um ben Zögling Albert Stoll, einen vollkommen hilflosen Krüppel, der in dem Kloster Waldbreitbach ein grauenvolles Martyrium durchmachen mußte. Da er weder gehen noch sprechen konnte, war er einzig auf die Betreuung der Klosterbrüder angewiesen. Am 17. März 1936 hat der Bruder G u n b r a m diesen seiner Obhut unterstehenden kranken und hilflosen Menschen in der rohesten und unmenschlichsten Weise mißhandelt und dadurch dessen Tod verursacht. Vor Gericht versuchte sich dieser merkwürdige Krankenpfleger dadurch herauszureden, er habe dem Jungen nur einige „Ohrfeigen" versetzt, doch waren diese so stark, daß Stoll gleich danach laut und andauernd zu röcheln begann. Bei der Obduktion ber Leiche wurden andere schwere Verletzungen festgestellt, die der Angeklagte damit zu erklären versuchte, daß Stoll gestürzt sei, als er einen Augenblick das Zimmer verlassen hatte. Er wollte sich auch dadurch herausreden, daß er behauptete, er sei ausgerutscht, als er Stoll zur Badewanne trug, wobei der Zögling mit großer Gewalt in öie Badewanne gefallen sei. Der Rohling gab zu, er sei selbst einfach zur Ruhe gegangen, nachdem der dauernd heftig röchelnde Stoll zu Bett gebracht worden war. Am folgenden Morgen habe er gehört, daß Stoll tot war. Die medizinischen Sachverständigen haben bei der Leichenöffnung festgestellt, daß schwere innere Verletzungen die Todesursache bei Albert Stoll waren. Die Verletzungen konnten nur durch außerordentlich heftige und andauernde Schläge hervorgerusen worden fein. Der anatomische Befund hat eindeutig erwiesen, daß ber Zögling einzig und allein an den Folgen einer sehr rohen und brutalen Behandlung gestorben ist. Kostbarkeit, angelegt.. Würdig und prächtig, erhaben und feierlich wie die ganze Zeremonie ist auch der Ausklang. Als ber König und die Königin die Kirchs wieder betreten und sich der Krönungszug zum Ausgang formiert, singt der Chor vielstimmig dis alte Königshymne, fallen die Menschen in der Abtei und die Tausende und aber Tausende in den Straßen ein: „Laßt uns mit Herz und Stimme fingen: Gott erhalte unseren König!" Drei Mionen jubeln dem Herrscherpaar zu London, 12. Mai. (DNB.) Der Rückmarsch des Krönungszuges von ber Westminster-Abtei, bei dem eine zehn Kilometer lange Strecke burch die Straßen des Londoner Zentrums zurückgelegt wurde, bot ein überwältigendes militärisches Schauspiel. 25 000 Mann Fußtruppen neben ben berittenen Truppen, bie bereits am Hinmarsch zur Westminster-Abtei teilgenommen hatten, gaben dem neugefrönten Königspaar das Geleit. Längs der Strecke standen weitere 40 000 Mann Truppen in ihren neuen blauen Uniformen Spalier. Hinter den Spalierketten wartete eine gewaltige Menschenmenge, die auf drei Millionen geschätzt wurde, auf die Rückkehr des Königs. Lautsprecher hatten überallhin bie feierliche Zeremonie in ber Westminster-Abtei überfragen. Als bie Krönung verkündet wurde, erhob sich die Menge zunächst schweigend und brach dann in Jubel und Hochrufe aus, in die vom Tower her die Salutschüsse dröhnten. Als sich dann der Zug bald nach 14 Uhr von der Westminster-Abtei aus in Bewegung setzte, läuteten von allen Kirchen die Glocken. Das trockene Wetter, das während des Hinzuges des Krönungszuges zur Westminster-Abtei herrschte, hielt leider nachmittags nicht mehr an. Als die Spitze des Zuges in den Hyde-Park einbog, setzte ein leichter Regen ein, der sich im Laufe des Nachmittags immer mehr verstärkte, ohne aber die Stimmung der Menschenmassen zu deeinttächtigen. Heerschau des Empire. Der zurückkehrende Krönungszug bot ein ungeheuer farbenprächtiges, eindrucksvolles Bild. An der Spitze marschierten bie Truppenabteilungen ber Dominien unb Kolonien, unter denen besonders bie Inder und Burmesen mit ihren bunten Turbanen und weißen ober khakifarbenen Beinkleidern hervorstachen. Weitere Kolonialtruppen, Matrosen, eine Abteilung ber neuseeländischen Luftflotte in hellblauen Uniformen und besonders die prächtigen Gestalten der kanadischen „Mounties" ('berittene Polizei) in ihren roten Jacken und Wildwesthüten, das Gewehr im Arm, riefen Bewunderung und Beifall hervor. Indische Offiziere, die brühmfe Elitetruppe der Sikhs, gelbe Senegalesen unb eine Abteilung ber berühmten Bengali Lancer vervollständigten ben Vorbeimarsch der Kolonialtruppen. Einen hervorragenden Eindruck hinsichtlich Disziplin und Menschenmaterial vermittelten die Abteilungen der englischen Luftwaffe, Auf eine Anfrage ber Familie Stoll schrieb Bruder C a n i s i u s folgenden Brief: „Geehrte Familie Stoll! Wir erhielten Ihren Brief vom 30. März unb hoffen, baß inzwischen die beiden Photos von der Aufbahrung Alberts dort eingetroffen sind. Heute berichten wir Ihnen gern Näheres über das so unerwartete Ableben Ihres lieben Sohnes Albert. Albert ist nicht länger krank gewesen, hat abends noch am Tisch mitgegessen, wenige Stunden später stellte sich Erbrechen ein, infolge seiner Verhinderung beim Schlucken geriet ein Teil des Erbrochenen in die Luftröhre, so daß innerhalb weniger Stunden infolge Sauerstoffmangels der Tod eintrat. Unser Herr Pater hat ihm noch die heilige Oelung gespendet, wonach man mit Bestimmtheit annehmen kann und darf, daß seine reine Seele bereits im Himmel unter den Seligen sich befindet und wir somit einen Fürsprecher bei Gott haben. Albertchen war im ganzen Haus bei allen Brüdern und Kranken sehr beliebt, und hatten wir alle ohne Ausnahme unsere Freude an ihm. Wir gönnen ihm von Herzen das große Glück, das ihm nunmehr zuteil geworden ist, in der Anschauung Gottes. Das dürfte auch für Sie, liebe Eltern, der beste Trost fein. Letzten Endes ist ja der Himmel, bie Anschauung Gottes, unser aller Ziel und freuen wir uns mit jedem einzelnen, der das hohe Ziel erreicht hat. Gewiß ist es hart, besonders für die Eltern, wenn der liebe Gott ein so großes Opfer fordert. Ader auch die liebe Gottesmutter mußte dieses große Opfer Gott bringen, und sie hat es mit vollkommener Ergebung in ben heiligen Willen Gottes gebracht. Möge sie, die Mutter der Schmerzen, deren Fest wir vorgestern feierten, Euch trösten in Euerem großen Leid, denn sie als Mutter des Sohnes Gottes weiß wohl am besten, was es heißt, ihr Kind sterben zu sehen, denn sie hat mehr gelitten wie je eine Mutter, und sie ist jederzeit bereit, alle zu trösten, die in ihrer Betrübnis zu ihr kommen und ihr Herzeleid vor ihr ausschütten. Indem ich Ihnen mein herzliches Beileid ausdrücke, grüßt Sie bestens Bruder Canisius." Man braucht dem nur noch hinzuzufügen, daß Bruder Canisius sich nicht mehr in Deutschland befindet, sondern es vorgezogen hat, seine Schritte nach R o m jju wenden. Einen hilflosen Zögling zu Tode mißhandelt. Ein Nachspiel zum Prozeß des Waldbreitbacher Iranziskanerbruders Gundram. die mit geschultertem Gewehr im Zuge marschierten. Ihnen folgte Kompanie um Kompanie der britischen Territorialarmee, ferner Abteilungen der erst im letzten Jahre geschaffenen Ergänzungsreserve in blauen Uniformen und Kontingente aller Regimenter der regulären Ar- m e e, unter denen besonders die schneidigen Schotten mit ihren bebänderten Mützen und bunten Röcken hervorstachen. Der militärische Zug wurde schließlich durch Abteilungen der Artillerie, die Feldgeschütze mit sich führten, und durch die berittenen Truppen, darunter Ulanen, Husaren und Leibkürassiere, abgeschlossen. Ihnen folgte die Wagenprozession der Minister aus den Dominien und Kolonien sowie der eingeborenen Fürstlichkeiten. Brausender Beifall erhob sich, als der Wagen mit Ministerpräsident Baldwin erschien. Nach den Mitgliedern der königlichen Familie, die in prächtigen, goldverzierten Glaskutschen und nunmehr mit ihren Kronen geschmückt dahinrollten, kamen die berittenen Adjutanten des Königs, zahlreiche kommandierende Generäle, Admiräle und zwei Feldmarschälle der britischen Armee. Als schließlich die goldene Staatskutsche mit dem neugekrönten Herrscher- p a a r den Zug abschloß, erhob sich in der Menge ein unbeschreiblicher Jubelsturm. Volksfest im Hegen. Gegen 16.30 Uhr langte das Herrscherpaar wieder im Buckingham-Palast an, und langsam zerstreuten sich die Menschenmassen. Der ununterbrochen niederströmende Regen zwang Tausende, die gern aus den Straßen weitergefeiert hätten, zur Rückkehr nach Hause. Aber viele Unentwegte, die sich selbst durch den Regen nicht abschrecken ließen, verblieben im Stadtinnern, wo das Volksfest bis Mitternacht fortgesetzt wurde. Die deutsche Kolonie hatte die Gelegenheit, von der Terrasse der Botschaft auf Einladung des Botschafters den ersten Teil des Krönungsumzuges mitzuerleben. Ganz ohne Unfälle ist der Krönungstag nicht vorübergegangen. In rund 10 000 Fällen mußte das Rote Kreuz Hilfe leisten. 87 Zuschauer wurden von den Krankenwaben in die nächstliegenden Hospitäler gebracht. Ein Zuschauer, der die Nacht im Freien verbracht hatte, ist in dem Augenblick, in dem sich der Krönungsumzug näherte, einem Schlaganfall erlegen. Biel Mitgefühl hat in London der Unfall eines Mädchens erweckt, das in einen 20 Meter tiefen Aufzugsschacht fiel und kurz darauf in den Armen seiner Eltern, die aus der Westminster-Abtei gerufen werden mußten, im Krankenhaus verschied. König Georg an alle britischen Völker. Die Rundfunkansprache des neugekrönten Herrschers. Bevor der neu gekrönte König sich mit feiner Rundfunkansprache an alle Völker des britischen Weltreiches wandte, brachten die leitenden Männer der Dominien und der britischen Kolonien dem König über den Rundfunk ihre Huldigung dar. Einige befanden sich in London und sprachen von hier aus, die Stimmer anderer aber kam über Tausende von Kilometer von der anderen Erdhälfte. Als erster sprach Generalleutnant Hildyard von den Bermudas-Inseln. Ihm folgten der Vertreter Neufundlands, dann die Premierminister Kanadas, Neuseelands, A u st r a l i e n s und Burmas. Darauf huldigte der'V i z e k ö n i g von Indien dem neuen Königspaare und versicherte ihm von Indien aus die Ergebenheit der indischen Völker. Als letzte Empire- Ministerpräsidenten sprachen dann die von Süd- Rhodesien und von Südafrika. Den Abschluß bildete Baldwin mit einer Huldigung der enasten Heimat. Anschließend sprach der König vom Buckingham-Palast zum ganzen Empire. Er wies darauf hin, daß vor ihm niemals ein englischer König die Gelegenheit gehabt habe, an seinem Krönungstage mit all seinen Völkern in deren Heimat zu sprechen. Niemals habe diese Zeremonie aber auch eine so große Bedeutung gehabt; denn die Dominien seien jetzt freie und gleiche Partner des Weltkönigreiches. Für viele Millionen sei die Krone das Symbol der Einigkeit. Auf ihm, dem König, laste jetzt die Aufgabe, die Ehre und Unantastbarkeit des Weltreiches aufrechtzuerhalten. Das sei eine schwere Verantwortung. Aber die Tatsache, daß die Vertreter des Empire ihm in der Westminster-Abtei zur Seite gestanden hätten, gebe ihm Vertrauen. Die älteren Formen der Krönung, so fuhr der König fort, stammten von fernen Zeiten, der innere Gehalt sei aber immer neu. Seine Aufgabe erhalte ihren Adel im Dienste für andere. Er habe sich zusammen mit der Königin an seiner Seite mit Worten höchster Feierlichkeit dieser Aufgabe gewidmet. Mit Gottes Hilfe wollten beide, König und Königin, ihre Pflicht erfüllen. Die Schlußworte König Georgs VI. waren: „Ihr werdet dann hoffentlich sehen, wie viel unser freier Zusammenschluß für uns bedeutet, wie sehr unsere Freundschaft untereinander uns mit allen Nationen der Erde der Sache des Friedens und des Fortschritts dienen kann. Die Königin und ich werden den heutigen Tag immer im Herzen tragen. Wir wollen uns des Vertrauens würdig erweisen, das uns beim Beginn unserer Regierung umgibt. Ich bitte euch von ganzem Herzen! Gott segne euch alle!" ♦ Der Platz vor dem Buckingham-Palast war trotz des schlechten Wetters den ganzen Tag über von Menschenmassen umlagert geblieben, die immer wieder die Nationalhymne sangen und in Sprechchören den neuen König zu sehen verlangten. Im Laufe des Nachmittags und Abends traten der König und die Königin mehrmals, gefolgt von der gesamten königlichen Familie, in vollem Krönungsornat auf den Balkon, was unbeschreiblichen Jubel der Menge auslöste. Der Austlana. DieBevötterung bis in die frühen Morgenstunden auf den Beinen. London, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das große Volksfest der englischen Königskrönung ist zu Ende. Trotz des schlechten Wetters und der zeitweiligen Regenschauer feierte die Menschenmenge noch bis indie frühen Morgen st unden des heutigen Donnerstag unter freiem Himmel und die Straßen und Plätze der englischen Hauptstadt boten ein Bild ausgelassensten Treibens. Das Zentrum Londons war am Mittwochabend für den F a h rz e u g v e r k e h r völlig abgesperrt, so daß die Massen freie Bahn hatten und sich zwanglos aus den Straßen vergnügen konnten. Das Bildtelegramm zeigt den Krönungszug beim Verlassen des Buckingham-Palastes zur Krönung in der Westminsterabtei. Acht Windsor-Schimmel zogen die goldene Staatskarosse. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MO ' ifb M-r,; - -------------—-------- MN A > ■ Singend und jubilierend mit bunten Bändern und Abzeichen in den englischen Nationalfarben ge- chmückt und mit Lärminstrumenten aller Art ver- ehen, zogen sie durch die Straßen. Jmprovi- ierte Kapellen und Straßenmusi kan- t e n spielten zum Tanz auf, an dem sich arm und reich, Zivilisten und Soldaten, alte und junge Leute, beteiligten. Als besonderes Zugeständnis hatten die Behörden gestattet, daß die Stehbierhallen, die sonst chon um 23 Uhr geschlossen werden, bis Mitternacht geöffnet blieben, während in zahlreichen Hotels und Gaststätten noch die ganze Nacht gefeiert wurde. Die Polizei ließ dem Treiben freien Lauf und nur in vereinzelten Fällen waren berittene Polizisten zum Einschreiten genötigt. Viele Lichtspieltheater waren bis 4 Uhr g e - öffnet und zeigten die Filmaufnahmen von der Krönungsfeierlichkeit. Auch in den Provinzen, bis in die entlegensten Städte und Ortschaften, wurde der Krönungs- tag durch große Volksfeste abgeschlossen. Auf den Hügeln und Berggipfeln in ganz England und Schottland wurden Freudenfeuer entzündet und Fackelzüge bewegten sich durch die Straßen und Städte. In einigen Städten wurden ganze Ochsen auf einem öffentlichen Platz geschlachtet und das Fleisch unter die Bevölkerung verteilt. Bildtelegramm von der goldenen Staatskarosse mit dem König und der Königin auf dem Wege zur Krönung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 4 i xW ■ M - MZ -E || j Pressegesinnung bei uns und bei den Andern. Hannover, 12. Mai. (DNB.) In einer von den drei niedersächsischen Landesstellen des Reichspropagandaministeriums in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der nordwestdeutschen Zeitungsverleger veranstalteten Tagung sprach der Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Presse SA- Gruppenführer Wilhelm Weiß über Tagesfragen der deutschen Presse. Es sei in ausländischen Pressemeldungen wiederholt zu lesen, daß es der deutschen Presse nicht mehr möglich sei, eine objektive Meinung zum Ausdruck zu bringen. Zur charakteristischen Beleuchtung dieser Behauptung beschäftigte sich Pg. Weiß mit der bekannten Greuel- geschichte, die der Vertreter des Reuterbüros über die angebliche Zerstörung Guernicas durch deutsche Bomben in die Welt gesetzt hatte Kennzeichnend für die Auffassung von Pressefreiheit, die in außerdeutschen Redaktionsbüros herrscht, sei ein Schreiben des Reuterbüros an den „Völkischen Beobachter", in dem sich folgender Satz findet: „Nach englischer Auffassung hat der Korrespondent in Bilbao und der in Salamanca gleicher Weise die Pflicht, die Ansichten der zuständigen Behörden auf beiden Seiten weiterzugeben, ganz gleich, ob diese Pflicht seinen eigenen privaten Ansichten entspricht." Der Redner wies darauf hin, daß es einmal eine Zeit gegeben habe, in der die englische Presse noch nicht die Verpflichtung gespürt habe, „objektiv" die Ansichten beider Seiten ihren Lesern bekanntzugeben. Das war im Weltkrieg, als Deutschland gegen eine Welt von Feinden, aber zugleich auch gegen den gewaltigsten Verleumdungs- fel'dzug kämpfen mußte, den die Welt jemals erlebt hat. Zweitens sei es sehr interessant, daß das Reuterbüro in dem Augenblick eine besondere Verpflichtung zur Objektivität zu haben glaubt, in dem es darum geht, die europäische Kulturwelt vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu schützen. Ein französischer Politiker habe offen erklärt, daß ihm eine entartete Presse lieber wäre als eine „gefesselte". Dieses Bekenntnis sei die beste Rechtfertigung für die nationalsozialistisch Pressereform, die die Gesinnung und die Idee in den Vordergrund der Pressearbeit gestellt habe. Die deutsche Presse könne heute schon mit Stolz auf die Leistungen der letzten Jahre zurückblicken, sie habe mit Erfolg dazu beigetragen, daß der nationalsozialistische Staatsaufbau' so rasch und so wirksam habe durchgeführt werden können. Die deutsche Presse lebt! Und darum hat sie auch eine Zukunft. Wir wollen in diese Zukunft hineinmarschieren mit der Idee Mols Hit« lers im Herzen, über und vor uns aber die Fahne des neuen Reiches! Heue Attentatspläne der Marseiller Königsmörder? Paris, 12. Mak. (DNB.) Die Verhaftung eines der engsten Mitarbeiter des kroatischen Ustachi- Terroristen Fawelitsch namens Stephan Ma- r u s i t s ch , der bald eine zweite Verhaftung eines bisher noch nicht namentlich bekannten Mithelfers folgte, hat die französische Sicherheitspolizei augenscheinlich auf die Spur eines geheimnisvollen Attentatsplanes gebracht. Die Polizei hat bei den Verhafteten 9 Höllenmaschinen ge- funden. Die Presse fragt nun, ob neue Attentate der kroatischen Terroristen auf französischem Boden vorbereitet werden sollten. Man weist auf den bevorstehenden Besuch des Prinzregenten Paul von Jugoslawien hin. Das Attentat von Marseille steht plötzlich wieder in trauriger Er- innerung. Auch der bisher unaufgeklärte Bombenanschlag auf den Schnellzug Bor- beäug — Marseille, der sich vor einigen Tagen ereignete, taucht wieder auf. Man [ragt, ob die Ustachis vielleicht die „Brauchbarkeit" ihrer neuen Höllenmaschinen ausprobieren wollten. Der Mann, bei dem die neun Bomben gefunden wurden, ist im Besitz eines argentinischen Passes. Seine wirklichen Personalien sind noch unbekannt. Er hielt sich bei Freunden verborgen. Die Polizei kam ihm dadurch auf die Spur, oaß sein Name i n einem Notizbuch des Stephan Maru- s i t s ch verzeichnet war. Wegen der bevorstehenden Ankunft des Prinzregenten Paul sind bereits zahlreiche jugoslawische Geheimpolizisten in Paris. Die Verhaftung Marusitsch soll auf Grund einer „Der- dächtigenliste" der juaoflawifchen Polizei erfolgt sein. Der „Paris Soir,Y will wissen, daß neben den Ustachis noch eine zweite Gruppe von Attentätern, eines balkanischen Geheimbundes, einen Anschlag vorbereitet hatte. Schwere politische Zusammenstöße in Dublin. Dublin, 12. Mai. (DNB.) Am Vorabend der englischen Königskrönung kam es in Dublin zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und irischen Republikanern, die trotz eines vom irischen Justizminister erlassenen Verbotes Protestkundgebungen gegen die Krönung veranstalteten. Obwohl große Polizeiaufgebote in der Stadt zufammengezogen ro arbeit waren, versuchten die Republikaner Kundge- b u n g e n zu veranstalten. Als die Polizei einfchritt, kam es im Stadttnneren zu Straßengefechten. Die Polizei war verschiedentlich genötigt, Schüsse über die Köpfe der Menge abzugeben und mit dem Gummiknüppel vorzugehen. Der irische Landtag, in dem am Dienstagabend die Aussprache über d i e neue irische Verfassung stattfand, war von einer dichten Polizeitruppe umgeben. Die Aussprache über das Gesetz, durch das praktisch die Oberherrschaft der englischen Krone über Irland abgeschafft und der Freistaat zu einer Republik erklärt wird, würde am heutigen Krönungstag fortgesetzt. Spaniens nationale Miliz. Salamanca, 12. Mai. (DNB.) Der Staats- ches und Parteiführer General Franco hat 3 u m Befehlshaber der nationalen MiliZ General Monasterio ernannt. Zu Unterführern der nationalen Miliz sind die bisherigen Obersten des Heeres R a d a und G a z a p 0 ernannt worden. Die nationale Miliz stellt die Kampfgruppe der neuen Einheitspartei dar, die aus den Kampfgruppen der ehemaligen Bewegungen der Falangisten und R e q u e t e s heroorge- gangen ist. Oberbefehlshaber der nationalen Mil'Z bleibt General Franco. Gleichzeitig hat Genera Franco angeordnet, daß alle im Hinterland Dienst tuenden Ordnungs- und Hilfstruppen, deren Mitglieder den alten Parteien angehörten, der nationalen Miliz unterstellt werden sollen. ein <5 in 0I5 iunq? Hfrfn GM h id'Mn. ein ■ 11 "i'iim nls Solb 3:iu?rn ins 1 Iw Kife und b ™ Hebungen. 91' Ne aufarnr Ble im fcfiönüen * eigentlich her? 5 Lande wärst" T ich auch nicht. ‘ ®JS habe ich n ?|Ä in S“W Mz (mt bk Unter”™ i r *Tn Oie Nt" 1 ist 1 I \4' M Wei ?,b«s W b 1 -»l-nde auf L„ rÄK',!' i ritt Kftid S'E SA Dänemark ist E ein Sömg.6 Lrt d°- d-m» E alten monord) iiffl lieht es ein Mschählen W unVnniöa Senn König Her alten prunto flieranbrine, in, durch die fest Ktnf fahren ®m Huldigung darbrin ftrzen kommt. 6 >er König an der Äanben, die ost »lisiühren mußte, Kroßen der Welt Neutralität" sitzen König schwieriger im Großen wie 1 >:e Zahl her Ank tzjeg (einer 25(01)r Eie berühmteste 1 gigt ihn als eine Stellung wohl mit Der König hörte, Licht ging, eine ( Begleiter äußern: ftn drehte sich der Dame um und sag: löer Ausländerin: irtjürft natürlich d Ihem geistreichen jMutionären" 9 'Bei dieser Volks 1 dch der König gri |’n wird, mit bei l't schwierig, bei tutoritat bes $ Honig Christian hip.em uierjiel tone im Burghc litte um ein A ■ in Knaben freu IK< Glicht: „Or ME MM SM keOYte iM WD -MW ■■' s-r.'Hy* MW /‘y: — and, an dem (brifthn als Soldat teilnahm, kam er mit einem (i ten Bauern ins Gespräch. Der Alte dampfte aus Huer Pfeife und besah sich interessiert die militäri- st)»n Hebungen. Nachdem der Prinz und der Bauer eine Weile zusammengestanden hatten, fragte der Lite im schönsten jütlündischen Dialekt: „Wo bist bi eigentlich her? Du siehst nicht so aus, als ob du 03m Lande wärst". „Nein", sagte der Prinz, „das bin ich auch nicht. Ich bin Kopenhagener." „Siehst b.:, das habe ich mir gedacht. Was ist denn nun b in Vater in Kopenhagen?" „Ja, der hat eine ganz (lite Stellung." „Verdient er denn ordentlich?" „Ja, bis geht ganz gut." „Na", schloß der Bauer zufrieden die Unterhaltung ab, „da kann er ja lachen", worauf Christian nachdenklich sagte: „Ja, vielleicht haben Sie Recht." — Unvergeßlich ist dem ausländischen Zuschauer, der bin Festlichkeiten bei der Eröffnung der Klein-Belt- Arücke vor zwei Jahren beiwohnte, die Freude, bic das Gesicht des Königs verklärte, als die Zehn- loufende auf den grünen Hängen am Ufer des Belts in stürmische Hochrufe beim Anblick Christians aus- ne iW laftung eins ’ scheu Ustch iephan Mül aftung eins s n Mithelfer! olizei äugen leimnisoollei Polizei ha! hinen ge> ie Attentate chem Boten auf ben be> egenten 5 Sittentat uriger (Fr- it %OTH‘ utz %or» ft oor einigen in fragt, ob irteif" ihr" wollten. Dkl 1 .sunden w Passes. Seim || bekannt. N j i Polizei faß >in Name r ; an | levorstehendk' i bereits M in Paris.D d einer X Wie* >4 K von W bes, einen - Vorabend & Ä er°^un?J! lolizeieA; rsfe au’le.’w -i 4 Wer ist lustschuhpflichtig? Berlin, 10. Mai. Wie bereits gemeldet wurde, sind zur Durchführung des Luftschutzgesetzes die ersten Durchführungsverordnungen ergangen: Die ordentlichen Polizeibehörden haben die für den Luftschutz-Warndienst, den Sicherheits- und Hilfsdienst, den Werkluftschutz, den Selbstschutz und den erweiterten Selbstschutz notwendigen Kräfte aus dem Kreis der l u f t s ch u tz p f l i ch t i g e n Personen durch polizeiliche Verfügung heranzuziehen. Paragraph 2 des Luftschutzgesetzes verpflichtet alle Deutschen und alle juristischen Personen, die im Deutschen Reich Sitz, Niederlassung und Vermögen haben, zu Dienst- und Sachleistungen sowie sonstigen Handlungen, DuLungen und Unterlassungen, die zur Durchführung des Luftschutzes erforderlich sind. Die Heranziehung verpflichtet zur gewissenhaften Erfüllung aller Dienstobliegenheiten, insbesondere zur Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und Hebungen. Zur Luftschutzdienstpflicht dürfen nicht herangezogen werden: 1. Personen, die der Allgemeinen Wehrpflicht unterliegen, soweit sie nicht durch die Wehrersatz- Dienststellen als unabkömmlich zugunsten des Luftschutzes erklärt werden. 2. Personen, die., zwar der Allgemeinen Wehrpflicht nicht unterliegen, aber für Zwecke der Kriegsführung anderweitig benötigt werden. 3. Personen, die nach § 3 des Luftschutzgesetzes nicht in Frage kommen (wegen Lebensalters oder Gesundheitszustandes, oder Heranziehung zu anderen wichtigen Arbeiten für die Volksgemeinschaft). Zum Luftschutzdienst unfähig sind Personen, die mit Zuchthaus bestraft, die nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte, die den Maßregeln der Sicherung und Besserung unterworfen sind, die durch militärgerichtliches Urteil die Wehrwürdigkeit verloren haben oder die wegen staatsfeindlicher Betätigung gerichtlich bestraft sind. Juden können auf den Gebieten des Werkluftschutzes, des Selbstschutzes und des erweiterten Selbstschutzes zur Luftschutzdienstpflicht herangezogen werden, wenn es zum Schutz ihrer Person oder ihres Eigentums notwendig ist. Darüber hinaus ist ihre Heranziehung nur auf Grund besonderer Bestimmungen der zuständigen Minister zulässig. Heber Vergütungen und Entschädigungen für Leistungen verlangter Dienste werden Bestimmungen noch erlassen werden. Einstweilen wird bestimmt, daß dem Luftschutzdienstpflichtigen bei Lehrgängen von mehrtägiger Dauer Tage - und Hebernachtungsgelder oder freie Hnterkunft und Verpflegung sowie Reisekosten, bei Hebungen von mehrstündiger Dauer Fahr- und Zehrgelder sowie Gelder für die Abnutzung eigener Kleidungsstücke gewährt werden. Soweit Ausbildungsoeranstaltungen und Hebungen nicht außerhalb der Arbeitszeit stattfinden können, sind die Luftschutzdienstpflichtigen zur Erfüllung ihrer Luftschutzdienstpflicht bis zur Höch st dauer von 14 Tagen im Jahr zu beurlauben. Der Hnternehmer hat daraus nicht das Recht der Kündigung. Bei Hebungen bis zur Dauer von zwei Arbeitstagen behält der Angestellte ober Arbeiter gegenüber dem Hnternehmer Anspruch auf Zahlung seiner Bezüge, wobei eine Möglichkeit zur Nacharbeit noch geschaffen werden soll. Die Frage der Anrechnung im Urlaub ist sinngemäß nach den Bestimmungen für militärische Hebungen geregelt. Zur Luftschutzdienstpflicht herangezogene Personen haben bei polizeilichen An- und Abmeldungen ihre Verwendung im Luftschutz anzuzeigen. Schutzräume sind im gesamten Reichsgebiet zu schaffen. Die Schutzraumanlage besteht aus Gasschleuse, Schutzraum, Abortraum. Bei größeren Anlagen mit mehreren Schutzräumen kann die Einrichtung von Geräteräumen auch von Auftichts-, Ruhe- und Sanitätsräumen erforderlich werden. Der einzelne Schutzraum soll nicht mehr als 50 Personen aufnehmen. Für jeden Schutzrauminsassen müssen drei Kubikmeter Luftraum vorhanden sein. Die Schutzräume sind so zu bemessen, daß die nach Ausruf des Luftschutzes in einem Gebäude wohnenden oder arbeitenden Menschen vollzählig untergebracht werden können. Kleine politische Nachrichten. Obwohl Präsident Roosevelt empfohlen hatte, den freiwilligen Arbeitsdienst zu einer dauernden Einrichtung zu machen, beschloß das amerikanische Unterhaus eine Verlängerung auf nur zwei Jahre. Die Gegner des Präfidentenvor- fchlages erklärten, es sei jetzt nicht an der Zeit, den fteiwilligen Arbeitsdienst, der mit einem jährlichen Aufwand von 345 Millionen Dollar ebensoviel wie die Armee und Marine koste, zur dauernden Einrichtung zu machen. Frau Margarethe Frick, bi? Gattin des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern, Dr. Wilhelm Frick, wurde am Mittwoch von einem Sohn entbunden. Die japanische Wohltätigkeitsstif- t u n g Harada hat in Tokio 5000 Pen eingezahlt als Spende für die Hinterbliebenen der bei dem Untergang des Luftschiffes „Hindenburg" ums Leben Gekommenen. Dem Präsidenten Hisada der Wohltätigkeitsstiftung ist der Dank der Reichsregierung übermittelt worden. Wegen Verbreitung von Falschmeldungen über Italien ist die römische Vertreterin des „News C h r o n i c l e", Frau Mackenzin, von der italienischen Polizei aufgefordert worden, Italien zu verlassen. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Himalaja-Mannschaft in Kaschmir. Die deutsche Himalaja-Mannschaft teilt mit, daß sie am 1. Mai in Bombay gelandet ist. In Bombay fanden die Deutschen die Nachricht vor, daß das große Gepäck, das schon einen Monat vorher äb- gesandt worden war, richtig in Srinagar angekommen ist, und daß die Träger unterwegs sind, um mit den Bergsteigern in Srinagar zusammenzutreffen. Der Engländer E. O. Shebbeare, ein alter Freund der deutschen Bergsteiger, der schon 1929 und 1931 die deutschen Himalaja-Unternehmungen gefördert und begleitet hatte, und der auch diesmal wieder mitgehen wollte, mußte leider absagen, da er dienstlich unabkömmlich ist. An seiner Stelle wird Leutnant Smart sich den Deutschen anschließen. Bei der Ankunft in Bombay wurde die deutsche Mannschaft vom deutschen Konsul und von der deutschen Kolonie herzlich begrüßt und konnte dank deren Unterstützung schon am gleichen Tage die Eisenbahnfahrt an den Fuß des Himalaja antreten. Sie hofft, sehr bald in Srinagar anzukommen und unverzüglich weitermarschieren zu können. Zeitschriften. — Im Maiheft der Deutschen Rundschau (herausgeg. von Rudolf Pechel und Paul Fechter) ist der Aufsatz Walther Pahls über Italien, den Islam und das Mittelmeer von aktuellstem Inter- esse. Wolf Goetze würdigt in seinem Aufsatz zum Problem der Weltgeschichtsschreibung Persönlichkeit und Werk Oswald Spenglers. Paul Fechter untersucht an Hand des künstlerischen Werkes von Wer- ner Scholz den Einfluß des Ueberbimenfionalen in Film unb Photographie auf die moderne bildende Kunst und unser Verhältnis zu ihr. Ein nicht so bekannter Lebensabschnitt Cosima Wagners, Verlöbnis und Ehe mit Hans von Bülow, wird in einem interessant bebilderten Aufsatz von Max Millen- kovich-Morold geschildert. Anregende Randbemerkungen und eine literarische Rundschau beschließen das gehaltvolle Heft. — Langenscheid t’s English Monthly Magazine und Le Journal fran^ais Langenscheidt bringen Berichte über Tagesereignisse — die Krönung in London, die internationale Ausstellung in Paris —, fesselnde Erzählungen, nette Plaudereien, spannende Abenteurergeschichten und viel Scherz und Humor, Rätsel und eine Uebersetzungsaufgabe. Auch die Sprache des Kaufmanns ist berücksichtigt. Der Inhalt ist selbst bei geringen Vorkenntnissen ohne weiteres zu verstehen, denn alle weniger bekannten Ausdrücke und Wörter sind neben dem Text in Randnoten übersetzt und erläutert. Das Lesen wird viel Freude bereiten, und ohne daß man es merkt, erweitert und vertieft man dabei sein Englisch und Französisch. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 144/ 3362 D Vertreter: Emil Schmall, Biergroßhandlung und Eisfabrik, Gießen, Frankfurter Straße 7, Telephon 3883 Statt Karten Mein innigstgeliebter Mann, unser treuer Bruder, Schwager und Onkel Richard Horz wurde uns heute durch einen jähen Tod entrissen Emmy Horz, geb. Wagner Grünberg (Hessen) „Hessischer Hof“, den 11. Mai 1937. 02441 In tiefer Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Mai, nachmittags 2 Uhr statt Am 12. Mai verschied nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabethe Größer Witwe, geb. Lang im 61. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Heinrich Größer Anna Größer Familie Heinrich Mohr Hausen, den 12. Mai 1937. Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Mai, nachmittags 2'/, Uhr statt. Junger, intelligenter Kaufmann möglichst 23 bis 24 Jahre, zum sofortigen Eintritt in Elektrobranche in Wetzlar gesucht. Schriftl. Bewerbungen unter 3374D an den Gießener Anzeiger erbeten. ■bWaneo cide uium.&aare, Leberflecken Bickel,Sommer - vrosi. ufro. entf. u. Gar. k. immer ,vtnn B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svreclm.Freitag Gießen, Am Biegelpfad 32, 9 — 7 Uhr durchgehend. HütbläffC von 3 bis 20 v. 6. erhalten Eie bei wiederholten Aufnahmen einer Anzeig» Vermietungen Große sonnige 6-Zimmerwohnung mit eingerichtet. Bad, im besten Zustand im Zentrum zu vermiet. Schr. Anhagen unter 3309 D an denGieß.Anzeig. Mietgesuche Ruhig. 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[02154 Kl in her Son v a. 5m 3' tamrn«" ®enj 6Ä*' Wiche" und I K-.ne« len si- «udV den U MM ' Die Keller werden 3®^ Kalk lötet die prüft werden, - die Gaze M ersten Fliegen ein, die d.e Bo 3m Laute de borben. 8« 01 schon von aM ist Der Inhalt qemölbt Hal ft" ob sie noch gut ineladen- 6d)immelfd)id)t neu mit Emm einer zwei pro) um neue Schi säure ist vollk doch bis zu 1' fjaite Behälter, sollte man im ben«mittel nid, setzen Ein Glc schein Material mittel Nicht b schaden muß m Alle leeren f Soiieckautfässei und was sich s Einigung aus i ßiiil gut austrc Auch die r e f in"" 'm Kckler v Dbft im Obstkel sicht Wieviel t iich, wenn die ausgeschieden Wichtig ist j Räucher!« neu abdichtet reibt man mil ie in sauber ammen mit orgiältige um t)ier weiteren Bon hl Es wir Gerecht Und dc Ist me i°g> unser liebe h mir ieijei ^r denken n !in Zeit ober de wn an den „ kann der (ei wicht ihn bie 3 * kr bat bu G'l,s Hein. SQ fe St it «ne Im,, ** beide MneSnufp, „ i[f is S 6"fe ™ S'eSen d-b "m -- not 6,m ä v'e ein ö ?Qn miß £’ Per hernnk lei Wn fr'. । Jienie 7'°°>-i V'^orb 'n tote «b *rbem8a"«e bWhQ5> gibt L Oabej , lliis x. e,ner M'eben hi Men e, ^Tba^Sie Kr.lOO Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag. i^.Mai (957 Aus dem Reiche der Frau. Generalmusterung in den Vorratskammern Von Marie Luise LüDdecke V. A. Im Frühjahr muß auch in Öen Vorratskammern Generalmusterung gehalten werden. Alle Schränke. Regale. Behälter usw. sollten nach Möglichkeit heroorgeholt und an die Sonne gebracht werden. Die meisten Vorratsschädlmge sind lichtscheu und sttzen in den Ritzen der Schränke: daher ist eine gründliche Säuberung mit Sodawasser angebracht. Soweit die Behälter schadhaft sind, müssen sie auch repariert oder erneuert werden. Für jeden Vorrat von Obst Kartoffeln, Gemüse sind zweckmäßige Lagervorrichtungen, wie Obsthorden und Kartoffelkisten empfehlenswert. Die Keller und Vorratsräume selbst werden zweckmäßig neu geweißt und geschwefelt. Kalk tötet die Bakterien Dabei kann gleich geprüft werden, ob an den Fenstern und Schränken die Gaze fehlt oder undicht geworden ist. Mit den ersten Fliegen stellen sich nämlich auch die Maden ein, die die Vorräte aufs neue gefährden Im Laufe des Winters ist sowieso manches verdorben. Bei den Einmachgläsern kann man oft schon von außen erkennen, ob der Inhalt noch gut ist. Der Inhalt der Büchsen, deren Deckel sich gewölbt hat. sind schnell zu öffnen und je nachdem, ob sie noch gut sind, zu verbrauchen Alle M ar - meladen - und Gelee glaler, die eine Schimmelschicht aufweisen, müssen gesäubert und neu mit Einrnachecellophan belegt werden, das in einer zweiprozentigen Ameisensäure getränkt wird, um neue Schimmelbildung zu verhüten. Ameisensäure ist vollkommen gesundheitsunschädlich: ist es doch bis zu 1 v H. im Raturhomg enthalten. Schadhafte Behälter, wie Glasgefäße und Steinguttopfe, sollte man im Interesse der darin verwahrten Lebensrnittel nicht wieder verwenden, sondern ersetzen Em Glas oder Steinguttops ist aus deutschem Material eher zu ersetzen als die Nahrungsmittel Nicht der Geldschaden, sondern der Sachschaden muß maßgebend sein Alle leeren Fässer wie Bohnen-, Gurken-, Sauerkrautfässer, leere Flaschen, Eimer, Büchsen und was sich sonst angesammelt hat. müssen zur Reinigung aus der Dorratsstube heraus und an der Lu't gut austrocknen. Auch die restlichen Gemüsevorräte. die w"' 'm Keller m Sand eingebettet haben sowie das Obst im Obstkeller bedarf einer gründlichen Durchsicht Wieviel verfault von diesen Schätzen alljährlich, wenn die kranken Elemente nicht rechtzeitig ausgeschieden werden. Wichtig ist jetzt im Frühjahr auch, daß man die Räucherkammer nachsieht und nötigenfalls neu abdichtet Räucherschinken und Räucherspeck reibt man mit Alkohol und Schinkensalz ein, bringt ie in sauber gewaschene Beutel und hängt sie zu- ammen mit den Dauerwürsten luftig auf. Eine orgfältige und häufigere Nachprüfung wird auch hier weiteren Schaden verhüten. Der knusprige Braten. Von Frida Aisch, Äad-Nauheirn. Es wird mit Recht ein guter Braten Gerechnet zu den guten Taten: Und daß man ihn gehörig mache. Ist weibliche Charaktersache. sagt unser lieber Wilhelm Busch. Und mir setzen hinzu: Aber knusprig soll er sein. Wir denken nicht an die Riesenbraten der früheren Zeit oder der großen Hotelküchen, sondern sozusagen an den .,Familienbraten" Ach, wie verschieden kann der sein! Ist er noch so knusprig gewesen, weicht ihn die Tunke wieder auf. Eine Ecke ist zäh wie Leder geblieben. Das Stück bekommt der große Bub. Er hat die besten Zähne und bekommt immer alles klein. Das aufgeweichte Unterste erhält Ur- chen — für ihre porzellanernen. So ist aus der Not eine Tugend geworden — Aber was allen vor- fchwebte bei dem Gedanken an den Festtagsbraten: Aeußere Knusprigkeit vereint mit innerer Zartheit — war ein Traum. Dann ist es schon das beste, wir schmoren das von allen Seiten angebratene Fleisch zugedeckt gar und gießen dabei ab und zu etwas Wasser daran, um es vor dem Anbrennen zu behüten. So wird es wenigstens durch und durch weich. Ein ganz anderes Gesicht erhält dasselbe Stückchen Fleisch, wenn wir es in heißes Fette legen. Der Topf, in dem wir es garen, muß fo eng fein, daß ihn das Fleisch an den Seiten fast ausfüllt. Fett muß soviel sein, daß es den Braten bedeckt. In diesem Fett wird das Fleisch bei großer Hitze schnell braun gebraten. Das Fleilch bleibt saftig, weil sich die Poren sofort schließen Natürlich bleibt eine Menge Fett übrig. Dies wird bann anderweitig verwandt,' je nach dem was für Fleisch darin gebraten war, an Gemüse oder als Brotaufstrich oder ähnlich. Ist das Fett ganz abgeschöpft, so wird der Bodensatz als Tunke zurechtgemacht Aber die große Schattenseite dieser Art Zubereitung: schmecken tut dieser Braten wohl gut. aber nicht jeder Magen ist wie ein Koffer, in den man alles stopfen kann, was man will. Wieviel Wärmeeinheiten muß der Körper hergeben, um diese Nahrung sich nutzbar zu machen! Wieviel davon geht ungenutzt verloren, und wieviel verdorbene Mägen sind die Folge. Drei Tage nichts wie Hafergrütze bringen wohl die Sache in Ordnung, aber sie sind kein Feiertagsspaß. Die schlechte Laune dauert, und Geld gekostet hat es außerdem. ... Wir machen es anders Wer schon einmal Fleisch vom Spieß gegessen hat, weiß, was gut schmeckt. Der Witz dabei ist, daß die Oienhitze von allen Seiten an das Fleisch heran kann. Nicht etwa das Fett, das ist dabei ganz Nebensache, — nicht das Fett gibt den Ausschlag. Der Braten dars, wenn er von allen Seiten knusprig werden soll nicht auf dem Boden einer Pfanne liegen Wir legen ihn hohl auf das Einsatzgitter der Pfanne. Das Stuck Fleisch kann 2 bis 2^/2 Kilo wiegen. Es wird ganz zart gesalzen und mit den Gewürzen emgerieben Dann schieben wir es, so hoch es geht, in den heißen Bratofen. Paßt die Pfanne nicht in die Schiene, bauen wir Ziegelsteine oder ähnliches unter. Jetzt brät das Fleisch ohne Fett mit sich selber, bis die obere Seite braun ist. Dann kehren wir es um. ohne Löcher hineinzupicken, und braten die andere Seite auch braun. Die Länge der Bratzeit hängt von der Dicke des Fleisches ab. Ein Finger dick braucht etwa zehn Minuten. Durch das Gitter tröpfelt der Fleischsaft. Ist der Ofen sehr heiß kann man ein paar Tropfen, aber nur Tropfen. Wasser während des Bratens in die Bratschüssel geben. Tut man mehr Wasser hinein, weicht der aufsteigende Dampf die Kruste wieder auf. Der Saft muß am Boden fitzen, die paar Tropfen Wasser sollen das Anbrennen verhüten. Läßt sich das Fleisch nicht mehr eindrücken, ist dex Braten gut. Der herausgeflossene Saft kann kalt als Fleischgelee zum Brot gegeben werden oder man gießt etwas Buttermilch oder Sahne daran und macht eine Tunke fertig. Das Fleisch ist innen zart rosa, die Kante von allen Seiten knusprig, und wir haben den köstlichsten Braten, den wir uns denken können. — So, jetzt ist die ganze Familie mit Kind und Kegel versorgt, und wir wollen nun an die anderen denken. Jeder hat nicht einen Bratofen, braucht auch Fernen, weil er bloß allein ist, aber Braten will er auch gern essen. In solchem Fall bereiten wir das Fleisch in der Tüte. Ein großes Schnitzel, ein kleines Brätchen von etwa 500 Gramm, auch ein junges Täubchen oder ein Hühnchen, das nicht mehr als 750 Gramm wiegt, läßt sich io braten Das Schnitzel Großblumige Stoffe für Nachmittagskleider ist die Parole im Sommer 1937. Das Modell links in unserer Skizze ist aus maisgelbem Chinakrepp mit weißen und dunkelblauen Blüten. Der dreiviertellange Raglanärmel ist ziemlich eng, die Blusenvorderteile sind leicht gezogen. Der Rock ist glockig in vier Bahnen geschnitten und mit einem Sattel der Bluse angesetzt. Schmales, blaues Ripsband, eine Rüsche aus weißem Kreppgeorgette und ein blauer Blütentuff am Ausschnitt sind der Ausputz des flotten Kleides. Aus schwarzem, mit großen gelben Rosen bedrucktem Chiffon ist das Kleid wird gut gehackt, dann zusammengeschoben, daß es dick wird, leicht gewürzt und in Pergamentpapier einfach eingewickelt. Es kommt in em enges Töpfchen und brät mit ganz wenig Wasser ohne Fett. Es muß immer dicht am Anbrennen sein. Besteht diese Gefahr, kommt teelöffelweise Wasser dazu. Ist alles schön braun, entfernt man das Papier und hat nun den köstlichen kleinen Braten. Hühnchen und Täubchen werden sauber gemacht. Das Täubchen kann eine Füllung erhalten, das Hühnchen nicht. Herz, fieber und Magen stopfen mir hinein, lose, mit grüner Petersilie. Es würde sonst vielleicht nicht durchbraten Wir salzen ebenfalls ganz wenig, sonst ist nachher der Fleischsaft zu stark. In Pergamentpapier gewickelt, mit Faden zugebunden, wird es wie das andere Fleisch mit einer Spur Wasser aufgesetzt und muß zugedeckt braten. Ist es säst gut, nehmen wir es aus dem Papier und lassen es noch offen ein bißchen nachbraten Versuchen Sie es. Sie sind entzückt Diese Art der Zubereitung ist auch ohne Salz für Diätküche schmackhaft und befördert angenehm die schlanke Linie. „Drum wird mit Recht ein guter Braten Gerechnet zu den guten Taten " in der Mitte. Den Boleroschnitt der Bluse begleitet ein schmaler Volant aus dem Kleidmaterial. Der Ausschnitt ist hinten wie vorne spitz. Der Rock ist glockig in sechs Bahnen geschnitten, der breite Gürtel ist schwarzes Samtband. Das Unterkleid ist aus schwarzem Satinkrepp. Das einfache, jugendliche Kleid rechts ist aus hellblauem, schwarzgemustertem Kreppmaroc. Der Vier-Bahnenrock ist glockig geschnitten, der kurze Rablanärmel sehr weit eingesetzt. Der Halseinsatz ist aus weißem Krepp- aeorgette, der Gürtel und die Schleifen sind aus schwarzer Lack sei de. H. Blumenschmuck am Fenster V. A Blumen stimmen heiter und froh. Sie sind Boten der Natur. An ihnen können wir Werden und Wachsen miterleben. Wer nur einmal das Wunder erlebt hat, wie aus kleinen Samenkörnchen große, strahlende Blumen wurden, der wird ihnen den Platz am Fenster, auf dem Balkon, in der hellen Zimmerecke nicht verwehren. Die Tage werden wärmer der Frühling, der bis jetzt nur aus dem Kalender seinen Einzug hielt, cheint nun doch seine Herrschaft antreten zu wollen. Ueberall in den Gärten blühen die ersten Frühlingsblumen, und fleißige Hände regen sich auf jedem kleinen Stückchen Erde Jetzt beginnt nicht nur für den Gartenbesitzer die Arbeit, sondern auch ür alle Hausbewohner ist die Zeit gekommen, die Blumenkästen aus dem Keller ans Lickt zu bringen. Die Erde muß aufgelockert und oftmals begossen werden, damit sie wieder fieben spenden kann. Dann erst können mir mit dem Pflanzen anfangen. Es gibt so unendlich viele Blumen, die für den Fenster- und Balkonschmuck geeignet sind. Die Wahl ist gar nicht fo leicht. Wenn mir aber das Praktische mit dem Schönen verbinden wollen, dann werden wir uns zuerst an die Blumen halten, die unbeein- lußt von Nachtfrösten schon jetzt ihre Bluten er« chließen. Zu ihnen gehört das Stiefmütterchen, das wir zu dem reizendsten Blumenschmuck zählen können, den wir überhaupt besitzen. Natürlich müssen wir die sogenannten Frühblüher be- chaffen, die schon blühen, wenn sich bei ihren Schwestern kaum die ersten Knospen zeigen Ist doch gerade bei den Stiefmütterchen die Auswahl an Farben überreich! Werden die Tage etwas wärmer, dann können wir auch schon das Blaßblau der Vergißmeinnicht zu den satten Farben der Stiefmütterchen hinzufügen. Aber auch die Geranien gehören zu den idealen Balkonpflanzen. Sie brauchen nicht soviel Hege und Pflege und schaffen doch große Freude mit ihrer verschwenderischen Farbenfülle, die vom herrlichsten Rubinrot und fiachsrosa zum Orange herüber- wechselt. Solange die Tage noch nicht warm genug sind, müssen die vorjährigen Pflanzen, die im Keller überwinterten, an bas Tageslicht gebracht werden. Sie müssen sorgfältig beschnitten und an einen kühlen, hellen Platz gestellt, ab und zu begossen werden. Zeigen sich die ersten jungen Triebe, dann müssen die Pflanzen in frische Erde gesetzt werden, die man am besten mit Hornspänen mischt. Wenn die Frühlingssonne recht warm scheint, kann man die Kästen ins Freie stellen, denn für jeden Sonnenstrahl find die Pflanzen dankbar. Nur am Abend müssen unsere Schützlinge an einen wärmeren Platz gebracht werden, denn einen Nachtfrost können die kleinen, zarten Triebe doch noch nicht vertragen. Stehen die Pflanzen aber erst erwachsen und in erstrahlender Blütenpracht, dann braucht man nicht mehr so sehr auf sie aufzupassen. Dann können sie die prallste Sonne vertragen, ohne etwas von ihrer Frische und ihrer Farbe einzubüßen Später können wir zu den grellroten Geranien süßduftende Petunien, tiefblaue Glockenblumen ober Fuchsien pflanzen. Besonders bei den Fuchsien gibt es so unenblich verschiebene Arten. Da sind die einfachen und die gefüllten, die aufrecht wachsenden, die Ampel- und Hängefuchsien und die traubenförmigen mit langen Blütenbüscheln. Auch haben sie eine sehr reichhaltige Farbenskala. Man darf nur nicht vergessen, sie schon jetzt fräftig zu beschneiden ihnen Humus-Erde zu geben und in das Gießwasser etwas mineralischen Dünger zu streuen. Blumen geben unseren Balkonen, ja sogar unserem ganzen Hause ein sonntägliches Aussehen. Und auch die Betreuung, die sie verlangen, ist ein Quell der Freude. Man verschmähe auch nicht den Rat des Blumenhändlers. Körperpflege im Frühling. So wie wir durch Umstellung unserer Ernährung auf reichlichen Gemüse- und Salatverbrauch unserm inneren Körperhaushalt bei seiner Wiedererneuerung zu Hilfe kommen, können wir auch äußerlich diese Verjüngung und Auffrischung durch eine zweckmäßige und regelmäßig angewandte Körperpflege unterstützen. Auch dazu bedarf es kaum anderer Mittel, als sie uns die Natur darbietet. Durch die mannigfachen winterlichen geselligen Beanspruchungen, die ein spätes Schlafengehen zur Folge haben, hat unsere Gesichtsfarbe gelitten. Kein besseres Mittel zu ihrer Auffrischung als ein tägliches Luftbad am offenen Fenster, wenn wir keinen Garten haben, in der ersten Morgen- frische. Ein paar Tiefatmungen, einige leichte gymnastische Uebungen und wir haben unserem Körper den belebenden und erfrischenden Sauerstoff zugeführt, den er braucht, um die Stubenblässe zu überwinden. Es ist in den letzten Jahren vielfach Mode geworden, sich ein gesundes Aussehen durch Bestrahlung mit Höhensonne zu verschaffen. So wertvoll eine solche Behandlung zu Heilzwecken sein kann, so töricht ist es, diese mit künstlicher Hilfe erworbene „gesunde Gesichtsfarbe" als Zeichen wirklicher Gesundheit anzusprechen. Wahre Gesundheit erlangt man nur auf natürlichem Wege, so wie unsere jungen Sportlerinnen, die sich wirklich in freier Luft tummeln, nicht aber durch oft übermäßige Anwendung von Bestrahlung oder Präparaten, die uns „Naturbräune" versprechen Neben der Luft ist es das Wasser, das die tr- schlaftten Poren zu neuer lebhafter Tätigkeit anregt. Bäder, Waschungen, Abreibungen, dazwischen einmal eine gründliche trockene Äbbürstung des Körpers verhelfen der Haut zu besserer Atmung und erhöhen dadurch unser Wohlbefinden. Die Beachtung einiger Baderegeln steigert die Wirkung der Wasseranwendung. Kalkhaltiges Wasser — wir erkennen es daran, daß sich in der Badewanne ein rauher Ansatz bildet — ist für die Haut sehr schädlich. Wir befreien es von dieser Substanz durch Zusatz von Borax. Zufätze von Pfefferminzkraut oder Fichtennadelextrakt im Bad erhöhen seine erfrischende Wirkung und sind nervenberuhigend. Sehr empfehlenswert ist es, an das Bad eine Massage mit Eukalyptusöl anzuschließen. Man soll den Körper stets von unten nach oben abtrocknen, d. h. von den Fußspitzen zu den Schultern auswärts^ Diese Methode ist besonders Nervösen und Blutarmen zu empfehlen, denen ein sehr eneraisckes Reiben nicht zuträglich ist, da es einen zu starken Reizzustand der Haut verursacht. Gegen starke Mattigkeit und dementsprechendes Aussehen werden Kindergärtnerin ans dem BM NSG. Mit der Zeit der Frühjahrsfelddestellung öffnen sich auch wieder die Tore der Erntekindergärten. Vielen ein noch fremder Begriff, find sie draußen auf dem Land zum großen Teil eine nicht mehr wegzudenkende Hilfe, in vielen Gemeinden eine dringende Notwendigkeit geworden. Der Mangel an landwirtschaftlichen Arbetts- und Hilfskräften fordert den restlosen Einsatz der Bäuerin bei der Feldarbeit, Viehbesorgung usw., demgegenüber steht vielfach die Sorge um die Pflege und Aufticht der Kleinkinder. So war es nur selbstverständlich, daß man daran ging, sie in sogenannten Erntekindergärten, die den ganzen Sommer geöffnet sind, unterzubringen, und die Bäuerin auf diese Weise wirksam zu entlasten. .. Das setzte natürlich voraus, daß eine genügende Anzahl von Kindergärtnerinnen bereit war, Erntekindergärten zu übernehmen. Die zahlreichen Anforderungen, die in letzten Zeit und von Tag zu Tag dringender an den BDM. ergingen, stellen ihn vor eine zwar nicht neue, aber große Ausgabe, für die sich unsere Mädel freubig und gerne bereit stellen. ' Warum aber gerade BDM.-Kindergartnennnen? Die NSV., die hier ihren Anspruch erheben kann und muß, suchte das Problem des Kindergartens nickt nur pflegerisch, sondern auch gleichzeitig erzieherisch zu lösen. Denn wo ein früheres System nur die Notwendigkeit der „Kinderbewahranstalt" sah, weiß der heutige Staat, dessen Beauftragte die NSV. ja ist, um die tiefere Aufgabe des Kindergartens, gleich ob in der Stadt oder auf dem Land. Sie ist nicht mehr so sehr Fürsorge, sondern wohl Vorsorge, ist Dienst an der erbgesunden Familie und Erziehung zur Gemeinschaft. Man wende nicht ein, daß es abwegig sei, das Kind an „politische" Probleme heranzuführen und ihm damit die Unberührtheit und Unbekümmertheit seines Kindseins zu nehmen. Es liegt uns ganz fern, das Kind „politisch" zu erziehen. Was ihm mitgegeben wird, ganz erlebnismäßig, an den kleinsten Dingen des Alltags erprobt, das ist eine Erziehung, die die nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätze in sich trägt. Wahrheitsliebe, Mut, Treue und Kameradschaft. Wenn hier schon die Liebe zum Führer, das Wissen um die Gemeinschaft des Volkes genährt und gepflegt werden, dann sind diese Dinge den jungen Menschen bereits selbstver stündlich und wesenseigen geworden, wenn Beruf, Schule und Leben ihre Forderungen stellen. Darüber hinaus aber will der Kindergarten ein Treuhänder der Volksgesundheit fein. Wem könnte die NSV. diese vielseitige und verantwortungsvolle Aufgabe leichter übertragen als der Mädelorganisation, die — fest im Nationalsozialismus wurzelnd — feine Sortierungen au allen Gebieten des Lebens zu verwirklichen bestrebt ist. Das BDM.-Müdel, jahrelang in der Einheit des BDM., in der BDM.-Haushaltungsschule, im fianbbienft der HI., oder im Arbeitsdienst geschult und ausgerichtet, bringt die Voraussetzungen mit, die es befähigen, den Wirkungskreis des Kindergartens nicht nur als Beruf, sondern als eine große völkische Aufgabe und Verpflichtung zu sehen. Mas sollen wir tragen 7 PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS DEN SOMMER 1937 fl 1 i Salzbäder empfohlen, sowohl als Voll- roie | auch als Teilbad. Für ein Gesichtsbad nehme man drei Eßlöffel Salz auf eine Schüssel kaltes Wasser. Die Sommersprossen, die für Frauen mit besonders zarter Haut eine unerwünschte Beigabe des Sommers sind, sind möglichst nicht erst nach ihrem Auftreten zu bekämpfen, sondern durch Vorbeugen am Entstehen zu verhindern. Vor allem ist es nölig, sich nicht den Strahlen der Frühlingssonne auszusetzen, die viel gefährlicher find, als die Sommersonne. Zeigen sich trotz aller Vorsicht die ersten braunen Pünktchen, sind zu ihrer Beseitigung oder doch Abschwächung pflanzliche Säfte ost sehr wirksam. Sehr zu empfehlen ist die Anwendung frischen G u r k e n s a f t s , der eine bleichende Wir- tung hat. Täglich zweimal Aufschläge auf die betroffenen Stellen, die etwa eine halbe Stunde liegen müssen, hilft besonders, wenn man das Mittel frühzeitig anwendet. Auch frischer Zitronensaft, mit einem Wattebausch aufgetupft, ist von bleichender Wirkung. Hinterher muß die Haut mit einer fetthaltigen Krem eingerieben werden. Nimmt man Zitronensäure, ist sie zu verdünnen; auf ein Teil Zitronensäure 20 Teile Wasser. Albanien als politischer Faktor. Von unserem ch.-Miiarbeiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tirana, im Mai 1937. Der Besuch des italienischen Außenministers Graf C i a n o in der albanischen Hauptstadt Tirana, der Ende April stattgefunden hat, lenkt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf diesen Balkanftaat, der zwar seiner Größe und Bevölkerungszahl nach der kleinste überhaupt in Europa ist, dem aber dank feiner geographischen Lage trotzdem eine nicht zu unterschätzende politische Bedeutung zu- kommt. Betrachtet man die politische Entwicklung Albaniens in den Jahren der Nachkriegszeit, so zeigt sich die auffallende Tatsache, daß immer wieder von den verschiedensten Seiten der Versuch gemacht worden ist, gerade Albanien als Stützpunkt für ganz bestimmte politische Bestrebungen zu benutzen. Es war vor nunmehr 13 Jahren, im Jahre 1924, da versuchte zuerst der Bolschewismus sich Albaniens zu bemächtigen und es als Stützpunkt für eine allmähliche Bolfchewisierung des ganzen Balkans zu benutzen. Da zu jener Zeit die kroatische Frage im benachbarten Jugoslawien krisenhafte Formen angenommen hatte und da — auch anderwärts im Südostraum gerade die Nationalitätenfrage und ihre unbefriedigende Regelung Spannungen hatte entstehen lassen, so versuchte sich die bolschewistische Propaganda geschickt zu tarnen, indem sie in Albanien unter dem Schlagwort „Schutz den unterdrückten Nationen" zu arbeiten versuchte. In Albanien selbst waren damals noch die Verhältnisse ziemlich ungeklärt. Auf der einen Seite sympathisierten im Norden des Landes die katholischen Stämme mit dem benachbarten Jugoslawien, wofür T.an sich angeblich auch in Belgrad stark interessierte und im Süden war Griechenland besonders an der Minderheitenfrage stark interessiert, während von jenseits der Adria Italien Einfluß zu nehmen versuchte, Albanien als Brückenkopf für seine Balkanpolitik zu gewinnen. Diese starken Spannungen machte sich nun der im Solde Moskaus stehende Fan Noli zunutze und bildete ein ihm ergebenes Kabinett, natürlich auf dem Wege über eine Revolte. Fan Noli hatte sich vorher der Unterstützung Moskaus versichert, das ihm seinerseits Geld und Waffen versprach, wenn Fan Noli, der sich zum Befreier der unterdrückten Nationen machen wollte, bereit wäre, Albanien zum Aufmarschgebiet des Bolschewismus zur Eroberung des Balkans werden zu lassen. Ein Vertrauter Fan Nolis wurde damals nach Moskau als Gesandter Albaniens geschickt, während Sowjetrußland seinerseits den Generalstabsoberst Krakowecki mit einem Stab von mehr als dreißig Mitarbeitern als Gesandten nach Tirana schickte. Dieser Mann war es, der damals in Albanien Banden organisierte, die oft über die Grenze gingen und in Jugoslawien Attentate verübten, durch die die bestehenden Spannungen nur weiter verschärft werden sollten in der Hoffnung, daß auf diese Weise Unruhen Zustandekommen könnten, die durch bolschewistische Propagandisten geschürt, sich über den ganzen Balkan verbreiten sollten. Nur dem raschen und energischen Eingreifen des damals noch jugendlichen Ahmed Z o g u, der im Dezember 1924 als Befreier Albaniens in Tirana einzog, ist es zu danken, daß jene bolschewistischen Pläne unausgeführt blieben und daß Albanien, aber auch der übrige Balkan, von ernsteren Wirren verschont blieb. Später war es bas faschistische Italien, das Albanien ausersehen hatte als Stützpunkt für feine politischen Pläne. Natürlich waren Zielsetzungen und Methoden grundsätzlich anders. Die italienische Politik wollte ja weder Albanien noch den übrigen Balkan in Unruhen stürzen, es wollte auch niemanden unterjochen und unterdrücken. Für Italien galt es damals nur, ein Gegengewicht zu schaffen gegen d i e französische Bündnispolitik, die Frankreichs Hegemonie im Südoften verewigen sollte. Gleichzeitig war aber Italien bestrebt, die Entwicklung Albaniens auf allen Gebieten zu fördern. So wurden gute Straßen gebaut', die das ganze Land durchziehen, es wurden Flugverbindungen eingerichtet, durch die Albanien die bis dahin völlig fehlenden Verbindungen mit dem übrigen Europa erhielt und es wurde auch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit in die Wege geleitet, die es dem völlig kapitalarmen Lande ermöglichte, die notwendigsten Arbeiten und Maßnahmen für eine Europäisierung des Landes durchzuführen. Es war daher nicht verwunderlich, wenn Albanien diese Mitwirkung Italiens an feinen Aufbaubestrebungen gern sah, und wenn es Wert darauf legte, diese Beziehungen auch durch den Abschluß formeller Freundschaftsverträge zu unterbauen. Daß dabei Albanien mit offenen Augen darüber wachte, daß seine nationalen Interessen unbedingt gewahrt blieben, das zeigte sich vor einigen wahren, als Italien den Versuch machte, in den fruchtbarsten Gebieten des Landes italienische Bauern anzusiedeln. In diesen Bestrebungen erblickte Albanien eine Gefährdung der Entwicklungsmöglichkeiten feiner eigenen Bevölkerung, und fo widersetzte es fick ienen italienischen Versuchen, was zu einer zeitweiligen Entfremdung zwischen Tirana und Rom führte. Doch wurden diese Meinungsverschiedenheiten rasch überwunden, und so konnte Italien seine Politik der Zusammenarbeit mit Albanien bald wieder reibungslos durchführen. In der Zeit der Spannungen im Mittelmeerraum während des abesjinischen Krieges zeigte es sich, von welch großer Bedeutung Albaniens Freundschaft für Italien war. Denn der Ausbau des südalbanischen Hafens Valona und die Befestigung der vor Valona gelegenen Fel- eninsel Sasseno gab Italien die Möglichkeit, die das Mittelmeer mit der Adria verbindende Straße von Otranto abzusperren, wodurch seine Aktionsfähigkeit gegenüber einem etwaigen Gegner im Mittelmeer gewaltig gestärkt und vergrößert wurde. In diesen kritischen Zeiten zeigte ich die ganze große Bedeutung Albaniens als politischer Faktor. Hatte seinerzeit Moskau erkannt, daß Albanien der bestgeeignete Ausgangspunkt für das Vortragen einer bolschewistischen Aktion auf dem ganzen Balkan war, so sah man in Rom die Bedeutung Albaniens zuerst in seiner Lage als Brückenkopf für die Verankerung einer Bündnispolitik auf dem Balkan und später in der Zeit der Spannungen im Mittelmeer in seiner Eigenschaft als zweiter Torflügel für die Absperrung der Adria. Deutlich zeigen diese Tatsachen, daß Albanien, wenn es auch räumlich und bevölkerungsmäßig nur ein kleines Land ist, doch durch seine geographische Lage zu einem politischen Faktor von allergrößter Wichtigkeit wird. In der letzten Zeit nun, die eine fo weitreichende politische Neuentwicklung auf dem Balkan Überhaupt brachte, hat auch für Albanien ein neuer Abschnitt seiner politischen Entwicklung begonnen. War früher das Verhältnis Albaniens sowohl zu I u - goslawien als auch zu Griechenland zeitweise ein äußerst gespanntes, was eben nicht zuletzt auf die Auswertung seiner geopolitischen Lage durch andere politische Kräfte zurückzuführen war, so hat vor allem das jüngfte Abkommen zwischen Belgrad und Rom auch auf das Verhältnis Albaniens zu feinem Nachbarn starken Einfluß ausgeübt. Dies kam deutlich zum Ausdruck in den verschiedenen politischen Erklärungen des kürzlich neu gewählten albanischen Parlamentes. So antwortete das Parlament auf die Thronrede des Königs Ahmed Zogu besonders zu den Ausführungen des Königs über die Außenpolitik, wonäch die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarstaaten das Hauptziel der albanischen Politik seien. Hier ist also nicht nur von Italien die Rede, sondern in gleichem freundschaftlichem Tone auch von den übrigen Nachbarn, also von Jugoslawien und von Griechenland. In diesem Zusammenhang verdient auch noch ein anderes Ereignis der albanischen Politik Beachtung, nämlich die soeben vom Kongreß der orthodoxen Kirchen der Balkanstaaten beschlossene Anerkennung der Selbständigkeit der orthodoxen Kirche Albaniens. Zwar hatte die orthodoxe Kirche Albaniens schon vor fünfzehn Jahren ihre Selbständigkeit erklärt, doch war dieser Beschluß vom Qekumenischen Patriarchat bisher nicht anerkannt worden. Nunmehr erhält auch die albanische als letzte Landeskirche auf dem Balkan ihre Selbständigkeit. Für Albanien bedeutet dies grundsätzlich die Anerkennung der Gleichberechtigung auch auf kirchenpolitischem Gebiet und damit die Beseitigung eines weiteren Spannungsmomentes, das sich bei manchen Gelegenheiten in der Vergangenheit fühlbar gemacht hatte. Wenn nun der italienische Außenminister Graf C i a n o die albanische Hauptstadt besuchte, so kam er als Freund zu einem in jeder Beziehung gleichberechtigten und selbständigen Staate, zu einem Staat, der kraft feiner geographischen Lage und kraft feiner guten Beziehungen zu seinen Nachbarn nicht mehr bloß Brückenkopf ist, sondern vielmehr Brücke und Bindeglied von der apenni- nischen hinüber zur Balkanhalbinsel. Schach-Ecke. Bearbeitet von K. Helling. Eine Mattaufgabe. 8 5 8 Die abgebildete Stellung entstand in einer Simultanpartie H. — Bogoljubow. Schwarz hat eine ausgezeichnete Angriffsstellung und kann in wenigen Zügen mattsetzen. Was zieht Schwarz am stärksten? Gegen Dame und König. 8 8 6 6 3 2 2 ■ « b e f g h Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Petrow — Pirc beim Kampf Lettland — Jugoslawien in München. Schwarz hat sich eine beherrschende Figurenstellung aufgebaut und ist jetzt in der Lage, diesen Stellungsvorteil auf elegante Art in Materialvorteil umzuwerten. Was zieht Schwarz am stärksten? Lösung der Schachaufgabe „Eine ZTlaftfombination“. Weiß: Kgl, De7, Tc5, Tg3, Ba3, b2, 12, g2, h5 (9). Schwarz: KH8, Dd4, Td8, Le4, Ba6, b5, e6, f7, h7 (9). 1. Tc5—e5. Weiß droht Df6 matt. Nach 1. ... Dd4Xe5 käme 2. De7Xd8 matt, und auch 1. ... Td8-^g8 würde das Matt mit 2. Df6+ Tg7. 3. DXg7 nur wenig verzögern. Nach dem Deckungszug 1. ... Le4—g6 würde Weiß mit Df6+ nebst h5Xg6 einen ganzen Turm mehr behalten und leicht gewinnen. Lösung der Schachaufgabe „Ein Scheinopfer". Weiß: Kbl, Df2, Tdl, Tel, Lh5, Ba2, b2, c2, g4, H2 (10). Schwarz: Ke8, Dg5, Td5, Th8, Le7, Ba6, b5, d6, f7, f6, h6 (11). 1. TelXe7 + , Ke8Xe7. 2. Df2—a7+, Ke7—d8. (Nach Ke6 oder Ke8 käme die vernichtende Fortsetzung DXf7 + .) 3. Da7-b8+, Kd8-d7. 4. Db8 —b7+, Kd7—d8. 5. TdlXdS, und Weiß hat bei fortdauerndem Angriff eine Figur gewonnen. Die Narrenkappe. Schwieriger Fall. Folgendes Drama hat sich vor vielen fangen Jahren in einem schlesischen Dorf abgespielt: Ein stark angeheiterter Mann schlug im Dorfkruge Krach und wurde kurzerhand vom Wirt auf die Straße geworfen. Dabei verletzte der Mann sich am Kopf. Deswegen fand vor Gericht ein Termin statt. „Warum", fragte der Amtsrichter, „wandten Sie sich denn nicht, um den Betrunkenen aus Ihrem Lokal zu entfernen, an den Ortsschulzen?" „Das bin ich selbst", sagte der Wirt. „Dann hätten Sie den Gemeindepolizisten holen lassen müssen ..." „Das ging auch nicht, Herr Amtsrichter — das war der Betrunkene." Die Schwierigkeit. „Herr Doktor", sagte der Patient, „ich leibe an einem merkwürdigen Schmerz. Wenn ich mich vorwärts beuge, meine Arme ausstrecke und dann eine halbkreisförmige Bewegung mit ihnen ausführe, fühle ich jedesmal einen scharfen Stich an meiner linken Schulter." „Ja, aber", sagte der Arzt verwundert, „warum in aller Well machen Sie denn solche Bewegungen?" Der Patient sah ihn nachdenklich an: „Herr Doktor", meinte er, „wenn Sie eine andere Art wissen, wie ich in meinen Mantel hineinkommen soll, dann sagen Sie mir es bitte." Der Spiegel im Urwald. Ein afrikanischer Eingeborener fand eines Tages ein Stückchen Spiegel. Er hob ihn auf, blickte hinein und murmelte bestürzt: „Mein armer toter Vater!" Er nahm die Seltenheit mit nach Hause, versteckte sie in einem Winkel seiner Hütte und schaute täglich hinein, indem er vor sich hinmurmelte. Sein seltsames Gebahren erregte schließlich den Verdacht seines Weibes. Eines Tages durchsuchte sie den Winkel und fand den Spiegel. Sie blickte hinein, wurde sehr zornig und rief: „Also das ist bas häßliche Frauenzimmer, hinter dem er jetzt her ist." G.Jl.'fpOTt „fiunb um die Anlagen." Großstaffeltag am 23. Mai. Die Ortsgruppe Gießen des DRL. führt auf Anordnung des Gaues XII des DRL. am Sonntag, 2 3. Mai, zur Werbung für die Leibesübungen und den sportlichen Wettkampfgedanken einen Groß- ftnffellauf durch. Wie im vorigen Jahre, so soll auch in diesem Jahr der Groß st affellauf „Rund um die Anlagen" in Gießen zu einer machtvollen Kundgebung für den Gedanken der körperlichen Ertüchtigung im deutschen Volke werden. Alle Turn- und Sportvereine, sowie Universität, Wehrmacht, SA., SS., NSKK., Marine-SA., Arbeitsdienst, Luftsportverband und HI. sind aufgefordert, zu diesem Lauf Mannschaften zu melden. Es wird in folgenden Klassen gelaufen: Hauptk 1 asfe A (offen für Männer der rasen- sporttreibenden Turn-, und Sportvereine und Universität): Etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenaufteilung: 200, 200, 400, 1000, 400, 200, 200, 200, 100, 100 Meter. Klasse B (offen für Männer für die übrigen Reichsbundvereine, z. B. Schützenverein, Skiklub, Ruderklub „Hassia", die Radfahrervereine usw.): Etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenausteilung wie Klasse A. Sonderklasse für Formationen (Wehrmacht, SA., SS., NSKK., Marine-SA., Arbeitsdienst, Luftsportverband, HI.): etwa 3000 Meter, 10 Läufer; Streckenaufteilung wie Klasse A. Jugendklasse (offen für männliche Jugend, Jahrgang 1919 und jünger): Etwa 3000 Meter, 15 Läufer; Streckenaufteilung: 100, 100, 100, 100, 200, 200, 1000, 400, 200, 100, 100, 100, 100, 100, 100 Meter. Frauenklasse (offen auch für die weibliche Jugend): Etwa 1000 Meter, 10 Läuferinnen; Streckenaufteilung 10X100 Meter. Der Start für alle Klassen, außer der Frauenklasse, befinden sich an der Straßenecke Hitlerwall- Gartenstraße, der der Frauenklasse ist an der städtischen Waage im Horst-Wessel-Wall. Ziel am Stadttheater. • Die Durchführung des Staffellaufes erfolgt nach folgendem Zeitplan: 11 Uhr Start der Frauenklasse; 11.15 Uhr: Start der Jugendklasse; 11.30 Uhr: Start der Sonderklasse für Formationen; 11.45 Uhr: Start der Klasse B; 12 Uhr: Start der Klasse A. Für die 1. Sieger jeder Klasse wird eine Erinnerungsurkunde ausgegeben. Außerdem kommen für die Klassen A, B und Sonderklasse für Formationen Wanderpreise zum Austrag. Die Wanderpreise müssen dreimal hintereinander aber fünfmal außer der Reihe gewonnen werden, ehe sie in den endgültigen Besitz der Vereine übergehen. Abschluß und Ausklang bildet ein gemeinsamer Aufmarsch aller Staffelmannschaften im Anschluß an den letzten Lauf vor dem Stadttheater. Sünf Tore in Echwein'urt. Manchester City schlägt deutsche Auswahl 3:2 (2:2). Das mit 18 000 Zuschauern ausoerkauste Willy- Sachs-Stadion in Schweinfurt war am Mittwoch der Schauplatz des dritten Spieles zwischen der englischen Meistermannschaft von Manchester City und einer deutschen Auswahl. Nch den beiden unentschiedenen Ergebnissen in Duisburg (0:0) und Wuppertal (1:1) kamen die Briten am Mittwoch in Schweinfurt mit 3:2 (2:2) zu ihrem ersten und verdienten Sieg. öte BezirksNaste am kommenden Sonntag. Burg — Bissenberg. Arn ersten Feiertag fjnbet in der Bezirks klasse nur eine Begegnung start. Da die Burger auf eigenem Platze geschlagen sein wollen, so müßten sich diesmal die Bissenberger besser anlassen, als in den letzten Spielen. ' Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Niedergirmes — Steinberg. Heuchelheim — Offenbach. Die Teutonen von Watzenborn-Steinberg haben am Sonntag wieder einen schweren Gang. Niedergirmes tritt in stärkster Aufstellung an, und da sie auch noch bas Spiel auf eigenem Platze haben, so wird Steinberg nicht drum herum kommen, am kommenden Sonntag ihre zwei ersten Verlustpunkte zu buchen. Die Heuchelheimer haben bis jetzt keinen Punkt erobern und werden sicher am (Sonntag gegen Offenbach ihren ersten Sieg verzeichnen können, zumal sie auf eigenem Platze bas Spiel bestreiten. Fußballklub 1926 Großeu-Buseck. GroßeN'Buseck I — Klein-Linden I 3:3 (2:2). Am Sonntag standen sich diese Mannschaften in Großen-Buseck zum fälligen Rückspiel gegenüber. Die Gäste stellten eine kampfkräftige und schnelle Mannschaft, deren Hauptstärke die Hintermannschaft war. Die Mannschaft spielte einen soliden Fußball und zeigte schönes Zusammenspiel, doch fehlte es dem Sturm an der letzten Entschlossenheit, um zu Erfolgen zu kommen. Einzig der Linksaußen überragte seine Nebenmänner und konnte wiederholt gefährlich werden. Die Einheimischen, in der ersten Halbzeit mit nur zehn Mann, mußten Ersatz für zwei der besten Spieler einstellen und waren nicht in bester Verfassung. Die einzelnen Spieler gaben wohl ihr Bestes, doch vermißte man im Spiel den Zusammenhang. So kam es zu keinen einheitlichen Aktionen, und nur durch schöne Einzelleistungen konnte ein Unentschieden erzielt werden. Gportamt »Kraft durch Freude^. Heute folgende Kurse: Leichtathletik, llnioerfitäts - Sportplatz am Kugelberg (für Männer und Frauen gemeinsam), 19.15 bis 20.45 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße 26, 20 bis 21 Uhr. Reiten, llnioerfitäts - Reitinftitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Tennis, Tennisplätze am Schützenhaus (für Männer und Frauen gemeinsam), 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr. Allgemeine Körperschule, Universitäts- Sportplatz am Kugelberg (Betriebs - Sportkursus Heeresbauamt), 17 bis 18.30 Uhr. Kirche und Schule. Dienstnachrichten der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen. Epnh. Ernannt wurden mit Wirkung vom 1. Mai 1937 ab: Der Pfarramtskandidat Helmut Kaiser aus Kamberg (Nassau) zum Pfarrvikar in Michelbach, Dekanat Bad Schmalbach; der Pfarramts- kandidat Julius Gebhard aus Mainz zum Pfarr- oerwalter der Pfarrei Essenheim bei Mainz; der Pfarramtskandidat Karl Baumann aus Darmstadt zum Pfarrverwalter der zweiten Pfarrei Reichelsheim bei Groß-Umstadt; der Pfarramtskandidat Erich Brückmann aus Ermenrod bei Alsfeld 3um Pfarrverwalter der Pfarrei Meiches bei Alsfeld; der Pfarrverwalter Heinrich Nagel zu Meiches zum Pfarrverwalter der Pfarrei Kriegsheim bei Worms; der Pfarramtskandidat Willi Pfeif» f e r aus Ortenberg zum Pfarrvikar in Bingenheim. Dekanat Hungen; der Pfarramtskandidat Karl Philipp aus Steinberg bei Gießen zum Pfarrvikar in Wimpfen; der Pfarramtskandidat Hermann Stoppler aus Ennerich (Oberlahnkreis) zum Pfarrverwalter der Pfarrei Burg-Gräfenvde, Dekanat Friedberg; der Pfarrer Richard Zimmer zu Dauernheim, Dekanat Büdingen, zum Pfarrer der Pfarrei Beienheim, Dekanat Friedberg. JiunOfunfprogramm. Freilag, 14. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Mutter spielt und turnt mit dem Kind. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Marsch auf Madrid. 15.45: Aus alten Handwerkerstuben. 16: Konzert. 17: Unterhaltungskonzert. 17.40: Der Arzt hat das Wort! Schnupfen und feine Folgekrankheiten. 18: Musik zum Feierabend. 19: Abendlicher Liederreigen. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungsmusik. 21: „Der Etappenhase". 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Samstag, 15. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert.. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12:Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Rückantworten — Wunschkonzert. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Singend wollen wir marschieren ... 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Sportschau. 18.30: Militärkonzert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 20: Nachrichten. 20.10: Weißt du noch? 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik zum späten Abend. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wirtschaft Berlin Frankfurt a. 9JL Berlin — Jrantfur! a Itl. Devifenmarkl 40 °/o in der Zeit bis zum 3. 6.1937 mit Gebr. Arnhold. I. Dreysus & Co. Dresdner Bank. Mendelssohn & Co. Braunschweigische Staatsbank. (Leihhausanstalt). E. Heimann. Eichborn & Co. C. G. Trinkaus. 1. Der Zeichnungspreis beträgt 98%% Sal. Oppenheim jr. & 1.5). Stein. Cie. 2. 21. 6.1937 5. 7.1937 20. 7.1937 mit von eine zuzüglich 4'/-°/o Stückzinsen vom 1. 5.37 (einschl.) bis zum Zahlungstage B. Metzler seel. Sohn & Co. Vereinsbank in Hamburg. M. M. Warburg & Co. Badische Bank. reußische Staatsbank (Seehandlung). Berliner Handels-Gesellschaft. Die Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers. Spar- und Girokassen und Kreditgenossenschaften bei den Zeichnungsstellen vorgenommen werden. Früherer Schluß des Zeichnungsgeschäfts bleibt vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können insoweit berücksichtigt werden, als dies mit beih Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens Sächsische Staasbank. Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. Hardn & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Reichs-Kredit-Gesellschaft Westholsteinische Bank. Aktiengesellschaft. Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Vereinsbank. Oldenburgische Landesbank (Spar- u. Leihbank) A.-G. Mecklenburgische Depositen- und Wechselbank. Württembergische Bank. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Deutsche Landesbankenzentrale Aktiengesellschaft. H. Aufhäuser. Bayerische Staatsbank. Merck, Fink & Co. Staatliche Kreditanstalt Oldenburg (Staatsbank). Thüringische Staatsbank. Delbrück Schickler & Co. Deutsche Girozentrale 2(6enb6orfe guf behauptet. Im Abendbörsenverkehr war das Geschäft klein. Die Nähe der Feiertage verursacht etwas Zurückhaltung. Die Tendenz blieb aber unter dem Einfluß erneut sehr günstiger Nachrichten aus der Industrie fest, und die meisten der zur Notiz gekommenen Papiere blieb gegen den Mittagsschluß gut behauptet. Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 hatten unter Verrechnung von Stückzinsen (siehe Ziffer 4). Die Börsenumsatzsteuer trägt der Zeichner. Zeichnungen Derben in ber Zeit Dom 13. bis 29. Mai 1937 bei den in ber Anlage zu biesem Angebot genannten Banken, Bankfirmen unb deren beutschen Zweignieberlassungen währenb ber üblichen Geschäftsstunben entgegengenommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H Aktiengesellschaft. Bayer & Heinze. Sächsische Bank. „ 20 °/o „ 20 °/o und „ restl. 20 °/o u. ä. Rheinstahl mtt 156, Hokzmann mH 154,25, Goldschmidt mit 136, Jui.ghans mit 135,50, Ges- fürel mit 151, Hanfwerke Füssen mit 110,75, ELG. mit 136,25 und am Einheitsmarkt Frankfurter Hof mit 83,50. Knapp behauptet waren Buderus mit 126 (126,50), Harpener mit 163 (163,50), Deutsche Erdöl mit 153 (153,75), Conti Gummi mit 188,25 (188,75). JG.-Farben notierten unverändert 164,50, ebenso Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse befestigt. Frankfurt, 12. Mai. Die Börse zeigte am Aktie n m a r k t neben einer befestigten Tendenz eine leichte Zunahme des Geschäfts, ba sowohl von der Kundschaft, als auch vom Handel kleine Käufe er» folgten. Die Stimmung wurde unterstützt durch günstige Abschlüsse, ferner wirkten die in den letzten Tagen vorgelegenen Mitteilungen aus der Industrie und Wirtschaft nach. Im Durchschnitt ergaben sich Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. Bemberg-Aktien konnten sich auf eine bessere Beurteilung des Ab- schlusses um 2,25 auf 119,25 erholen. Von Elektroaktien gewannen Schuckert 2 v. H. auf 172 und Siemens 1,25 v. H. auf 204,50. Lebhaftes Geschäft hatten auf den Abschluß Daimler Motoren mit 141 bis 141,50 (139,50), BMW. 155,75 (155), außerdem erhielt sich Nachfrage nach Maschinenaktien bei Erhöhungen bis 1 v. H. Am Montanmarkt lagen die Anfangserhöhungen bei 0,25 bis 0,50 v. H., lebhaft waren Mannesmann mit 128 bis 128,75 (128). Vermehrtes Interesse fanden auch wieder JG.-Farben mit 164,50 bis 164,25 bis 164,75 (163,75). Zellstoffpapiere notierten 0,50 bis 1 v. H. höher. Etwas niedriger lagen Kali Aschersleben und Reichsbank. Der Rentenmarkt lag im Zusammenhang mit der morgen beginnenden Zeichnung der Reichsanleihe ruhiger, aber durchaus freundlich. Kommu- nal-Umschuldung 94,05 bis 94,10, Altbesitzanleihe 125,75 (125,65), Reichsbahn-DA. 123,75 (123,50), Städte-Allbesitzanleihen 129,75 bis 130. Im Verlaufe wurde das Geschäft am Aktienmarkt ruhiger und die Kurse unterlagen kleinen Schwankungen. Gegen den Anfang wiesen sie jedoch nur kleine Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten auf. Höher waren u. a. BMW. mit 156,25 nach 155,75, Westdeutsche Kaufhof 62,65 nach 62,50, Deutsche Erdöl 152,75 bis 153,25 nach 153, etwas leichter Hoefch mit 121,25 nach 121,50, Mannesmann 128,25 bis 128,50 nach 128,75. JG.- Farben 164,50 nach 164,75. Von später notierten Werten Goldschmidt weiter nachgebend auf 135,50 (136,50), höher Conti Gummi mit 187,50 (186,25), Akkumulatoren 225 (224). Am Einheitsmarkt gingen Effektenbank auf 79,25 (80) zurück, eine Reihe Jndustriepapiere lagen 1 bis 2 v. H. höher. Renten blieben ziemlich still, Kommunal-Um- schuldung 94 bis 94,05. Der Pfandbriefmarkt lag still unb unoeränbert, auch Stabtanleihen. Weiter gesucht blieben Dekosama Neubesitz mit 40,50 rat. (40,25). Höher waren ferner Oberhessen Provinz mit 138,13 (137,65). Im Freiverkehr waren Ablerwerke Kleyer mit 113,75 bis 115,75 uiweränbert und vom Abschluß unberührt. Schwächer lac^n Geiling Sekt mit 57,25 bis 58.75 (—1,50 v. H.). Weiter gesucht blieben Elsäß. Badische Wolle mit 60 bis 61 unb Schuh Berneis mit 57 bis 58. Tagesgelb unv. 2,25 v. H. — Deutsche Kommunalbank —. Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Gebrüber Bethmann. Frankfurter Bank. Hallescher Bankverein, von Kultisch, Kaempf & Co. Kommanbitgesellschaft auf Aktien. Westfalenbank Aktienaesellschaft. Norbbeutsche Kreditbank Rückzahlung des aufgenommenen Wechselkredites abgezweigt. Der Hypothekenbestanb stieg auf 11,37 (8,24) Millionen Mark. Die Gewinnrucklage ber Bausparer erhöhte sich auf 39 726 (29 200) Mark. Enbe 1937 erfolgt hieraus bie erste satzungsgemäße Verteilung an die gewinnberechtigten Bausparer in Höhe von 0,6 v. H. ber Sparguthaben. Das Sparguthaben der noch nicht zugeteilten Bausparer zeigt 11,33 (8,5) Millionen Mark eine Steigerung rund 30 v. H. Die Liquidität ber Kasse ergibt Ueberbecfung von 0,492 Millionen Mark. Reichsbank. P Bank ber Deutschen Arbeit A. G. S. Bleichröber. bei berjenigen Stelle, welche bie Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen unb Vollzahlung vor biefen Terminen finb zulässig; von ben Zeichnungsstellen fest zugesagte Beträge können auch schon vom ersten Zeichnungstage ab beglichen werben. Bei Teilzahlungen werben im allgemeinen nur burch 100 teilbare Nenn betrüge abgerechnet. Die Zeichnung braucht erst geleistet zu werben, wenn bie Summe ber fällig geworbenen Teilbeträge wenigstens einen Nennbetrag von RM. 100,— ergibt. Auf Wunsch ber Zeichner werben jeboch auch geringere Nenn betröge als RM. 100,— abgerechnet werben. Die Zeichner erhalten zunächst nicht übertragbare Kasfenquittungen, gegen beren Rückgabe später bie Stücke burch bie Zeichnungsstellen ausgegeben werben. 5. Die Lieferung ber 4^2 °/o Reichsschatzanweisungen von 1937, Zweite Folge, erfolgt balbmäglichst. Im Mai 1937. Berlin, Altona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresben, Düsselborf, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baben), Köln, Leipzig, München, Olbenburg i. £)., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar. 4'/?/° WWU WWKWW ttS NMWSWlM.ZMM rückzahlbar zum Nennwert in den Jahren 1947-1952 MlMWIWN Zur Fortführung ber von ber Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich SOL 600 000 000,- 41/1°/„ auslosbare Schatzanweisungen von 1937, Zweite Folge. Die Schatzanweisungen lauten über RM. 100, 500, 1000, 5000, 10 000 und 20 000. Sie sind vom 1. Mai d. I. ab mit 4*/2 °/o jährlich verzinslich. Die Zinsen werden halbjährlich am 2. Mai und 1. November j.J. gezahlt, erstmalig am 1. November 1937. Die Schatzanweisungen dieser Folge werden mit je Ve in den Jahren 1947 bis 1952 ausgelost. Die Auslosungen werden in der Weise bewirkt, daß in den Jahren 1947, 1948, 1950, 1951 je 17, in den Jahren 1949 und 1952 je 16 der Endziffernpaare 00 bis 99 gezogen' werden; als ausgelost gelten aus jedem Wertabschnitt alle Schatzanweisungen, deren Nummer in den beiden letzten Stellen (Zehner und Einer) eines der gezogenen Ziffernpaar hat. Diese werden im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgemacht. Die ausgelosten Schatzanweisungen sind an dem auf die Auslosung folgenden 2. Mai — erstmals am 2. Mai 1947 — zum Nennwert rückzahlbar. Die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge zu einem früheren Zeitpunkt, jedoch nicht vor dem 2. Mai 1942, bleibt vorbehalten. Auf Antrag können die gezeichneten Schatzanweisungen in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Die neuen Schatzanweisungen des Deutschen Reiches sind gemäß § 1807 BGB. mündelsicher. Sie können im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im Lom- bardoerkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Einführung der 4TI2 °/o Reichsschatzanweisungen von 1937, Zweite Folge, an den deutschen Börsen wird alsbald nach ihrem Erscheinen veranlaßt werden. Von ben vorstehenb bezeichneten RM. 600 000 000,— 4'/-°/° auslosbaren Schatzanwei- jungen von 1937, Zweite Folge, finb RM. 100 000 000,— bereits fest gezeichnet worben. RM. 506 000 600,- 4'///» auslosbare Schatzanweisungen des Deutschen Reichs von 1937, Zweite Folge, werben hiermit im Auftrage bes Reichs burch bas unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter ben nachfolgenben Bebingungen aufgelegt. Ieichnungsdedingungen Oie neue Aeichsanleihe. Das Zeichnun^sangebot auf die neuen 4,5pro- zentigen auslösbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, zweite Folge, rückzahlbar zum Nennwert in ben Jahren 1947 bis 1952, wird jetzt veröffentlicht. Die Zeichnungen werden vom 13. bis 29. Mai zum Zeichnungspreis von 98,75 v. H. angeboten. ♦ D i e Hessische Beamtenbank e. G.m. v. H., Darmstadt, berichtet über ein Anwachsen ihres Mitgliederbestandes um 120 auf 5776 (im Vorjahre 5656). Nach dem Geschäftsbericht tyat sich die Genossenschaft weiter günstig entwickelt. Der gesamte Jahresumsatz ist von 72,7 Millionen Mark um rund 900 000 auf 73,6 Millionen Mark gestiegen. Die Eigenmittel der Gefolgschaft belaufen sich auf rund 0,54 Millionen Mark. Die Zahlungsbereitschaft der Genossenschaft ist weiterhin günstig, die flüssigen Mittel haben sich gegenüber dem Vorjahre um rund 65 000 Mark auf 0,70 Millionen Mark erhöht, während die täglich fälligen Verbindlichkeiten um rund 36 000 Mark auf 0,84 Millionen Mark gesunken sind. Die Vermögensaufstellung zeigt auf der einen Seite 70 585,10 Mark Kassenbestand, 380 989 Mark Wertpapiere, 543 606 Mark Bankguthaben, 1 340 284,05 Mark Schuldner, 276 301 Mark Grundstücke und Gebäude und 27 213,75 Mark Sonstiges. Auf der anderen Seite 1 052 000,03 Mark Gläubiger, 1 134 479,82 Mark Spareinlagen, 352 707,80 Mark Geschäftsguthaben, 60 408 Mark Reserven, 30123,73 Mark Rückstellungen und Sonstiges, 9260,16 Mark Reingewinn, der auf die gesetzlichen Rücklagen, Sonderrücklagen, Sterberücklagen, Unterstützungsrücklagen und Hausinstandsetzungsrück- lagen verteilt und zum Teil auf neue Rechnung vorgetragen wird. In der Gewinn- unb Verlustrechnung werben u. a. ausgewieseni Zinsen und Provisionen 48 340,17 Mark, Unkosten 95 585,87 Mark, soziale Abgaben 4927,12 Mark, Abschreibungen 25 770,47 Mark; andrerseits Zinsen unb Provisionen 166 207,82 Mark, Erträge 20 935,62 Mark. In der Hauptversammlung stellte Direktor Burger fest, baß das Ergebnis des Geschäftsjahres 1936 befriedigte. Die Bilanz und die vorgeschlagene Verteilung des Reingewinnes wurden einstimmig genehmigt und dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt. * Bausparkasse Mainz A G. In ber Hauptversammlung ber Bausparkasse Mainz AG. würbe ber Abschluß für das Geschäftsjahr 1936 einstimmig genehmigt. Aus einem Gewinn von 32 637 (34 119) einschließlich 2626 (2304) Mark Vortrag werden wieder 8 v. H. Dividende verteilt. Zum Vortrag verbleiben 2367 Mark. Der aktive Bestand an Bausparverträgen zeigt nach Abzug der Stornos pp. einen Nettozuwachs um rund 15,1 Millionen auf 86,71 (71,62) Millionen Mark, was einer Steigerung von rund 21 v. H. entspricht. Hierbei sei zu beachten, daß der gesamte Vertragsbestand fast restlos bereinigt wurde durch Auslösung aller schwachen und nichtfinanzierten Verträge. Hierdurch erfuhren auch die rückständigen Erträgnisse eine Ermäßigung auf rund 22 700 (117 400) Mark. Die Gesamtzuteilungssumme erreichte rund 20,0 (14,27) Millionen Mark. Die Zuteilung des Jahres 1936 mit 5,73 (4,89) Millionen Mark ergibt eine Steigerung von über 40 v. H. Außerdem wurden aus der Zuteilungsmasse rund 157 000 Mark zur anteiligen Frankfurt a. M. | Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kure Schluß! Mittag börse Dalum 11 5 125 11 3 12 5 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 101,9 101,65 101,65 101,65 99,25 99,25 99,25 99,25 5%% Doung Anleihe von 1930 .. 104,25 104,4 105 104,5 4Vz% Hessische Bolksstaat von 1929 4’/2% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 100,75 99,75 100,75 99,75 100,75 1934 1...................... 101 ty2% Deutsche Reichsbahnschag 99,13 99,13 99,13 99,13 von 1936 1.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... 125,65 125,75 125,65 125,9 Oberhessen Provinz^Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 137,65 138,13 — —— 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12............;. 99,25 99,25 —■ — sy2% Hess. Landes-Hhp.-Bank ßtqu. Goldpse............... 101,3 101,3 __ — 4Vi% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 99 99 Goldpse. R. 19.............. 99 99 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- 98 98 97,9 98 98 desbankR. 6................ 97,9 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 131,75 132,13 Auslos.-Rechte I........... 131,75 132 4'/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 454% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 Obi. 2 3................... 98,25 98,25 - 1— 554% Franks. Hhp. Liquidation Goldpse..................... 101,7 101,7 _ 554% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,75 110,4 101,75 110,75 101,75 101,75 Steuergutschein-Verrechnungskurs 110,9 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... —— — —— — 4,2% Oesterreichische Silberrente. —— —— — — । 454 Ungarn Staats von 1913 .... — —— —— —— 4% Ungarische Goldrente....... - — — — — | 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 1 5% Rumänen von 1903......... - —— — — ! 454% Rumänen Gold von 1913.. — — — — । 4% Einheits-Rumänen .......... — —— — —1 ; 4% Türken Bagdad 1........... -II — _ — 4% Türken Bagdad II .......... _ _ _ - - 2*4% I. Anatolier.............. _ _ _ _ A.G. für Verkehrswesen......6 132,5 133 132,75 133,13 Hambnrg-Südam. Dampfschiff. 0 — — — 46,5 Hamburg-Amerika Paket...... 0 17,5 17,5 17,4 17,4 । Norddeutscher Lloyd.......... 0 | Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 17,75 17,75 17,75 17,75 123,65 123,75 123,5 123,5 Reichsbank................. 12 204,75 205 204,75 204 7 i Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 130,5 130,5 . Commerz- und Privat-Bank... 4 112,65 112,65 112,65 112,65 1 Deutsche Diskonto............ 4 117,25 117,25 117,25 117,25 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Schluß- hir6 Schluß!. 'Abend börse Schluß- turs Schluß!. Mittag« börse' Datum 11.5. 12-5 11.5- 12 5. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 226 225 226,5 /XK »Kunstseide........... .. 0 —- — Aschaffenburg Zellstoff...... Bemberg................. Bekula................... .. 8 .. 0 .. 8 144 117 165 145 119,25 165 144 117,4 165,25 119^25 165,4 Buderus Eisen............. .. 4 125,5 126 125,25 128,5 Cement Heidelberg......... .. 7 160 160 —■ — dement Karlstadt .......... .. 6 175 175 — — Chade A.-E................ .. 9 — — — —" Conti Gummi............. . 11 186,25 188,25 186 187,5 Daimler Motoren.......... .. 5 139,5 141,5 140,75 141,5 Dessauer Gas............. .. 4 — — 118,5 118,5 Deutsche Erdöl ............ .. 5 152,5 153 152,25 153 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 264 264 — —— Deutsche Linoleum......... . 10 1-8,13 178 178,4 178 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136,25 136,25 136,25 138 Elektrische Licht und Kraft.. .. 7 147.65 148,75 148,25 149 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 163,75 164,5 163,75 164,5 Felten & Guilleaume....... .. 6 141,75 142,25 142 142,25 Gesfürel.................. .. 6 151 151 151,13 151 Th. Goldschmidt........... .. 5 136,5 136 136,5 138 Grihner Maschinen......... .. 0 — 45,9 46,5 162,5 45,65 Harpener................. 2Z4 162,5 163 162,5 Hoesch Eisen............... 31/? 121,5 122 121,13 121,5 Philipp Holz mann......... .. 6 153,5 154,25 153 154 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 179 179 Ilse Genüsse.............. .. 6 143 144,25 143,5 143,5 Kali Aschersleben.......... .. 5 — 119,25 120 119,5 Klöcknerwerke ............. 4'4 130,75 130,75 130 130,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — —— 153,4 153,75 Lahmeyer................ .. 6 124,13 124,9 124,25 124,5 Mainkraft................. .. 4 98 98 — — Mannesmann............. .. 3 128 128,5 128 128,5 Mansfelder Bergbau....... 6'4 —— — 157,5 158,5 Metallgesellschaft........... .. 5 154,25 153,5 154,75 154,13 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 104 104,25 Rheinische Braunkohle...... . 12i 230,25 229 230 228,25 Rheinische Elektro.......... .. 6 131,5 132 —— Rheinstahlwerke............ .. 6 155,25 156 155,65 156 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 126,5 128,25 126 5 128,25 Rütgerswerke ............. .. 6 150 150,5 150,5 150,5 Salzdetfurth Kali.......... 7y2 160 160 160,25 159,75 Schuckert & So............. .. 6 170 171,75 170 172 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 98,65 99,65 Siemens & Halske......... .. 8 203,25 204,5 204,5 206 Süddeutsche Zucker......... . 10 syz 200 200 200 200 'bereinigte Stahlwerke...... 118,13 118,25 117,9 118,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,4 62^5 62,65 62,5 Westeregeln Alkali.......... .. d H9,5 119,5 119 65 119 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 160,5 160,5 160,5 160,75 Ltavi Minen.............. . 0.6 31,4 31,25 30,9 11 .Mai 12 Mw 11. Mai 12 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amiliche Notierung Geld Brie, Geld Briei Gelb Bcie> Geld Briei Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,755 0,759 Japan.................... 0,715 0,717 0,715 0,717 Brüssel................... 41,99 42,07 41,98 42,06 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,160 0,162 0,161 0,163 Oslo.................... 61,76 61,88 61,79 61,91 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 54,90 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 . Kopenhagen............... 54,88 54,98 55,00 Lissabon.................. 11,16 11,18 11,165 11,185 Danzig............... ... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm................ 63,36 63,48 63,39 63,51 i London................... 12,29 12,32 12,295 12,325 Schweiz.................. 56,94 57,06 56,98 57,10 ! Helsingsor»................ 5,435 5,445 5,435 5,445 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 1 Paris.................... 11,14 11,16 11,145 11,165 Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 Holland.................. 13,670 136,98 136,82 137,10 Budapest................. — — — — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,489 2,439 2,489 2,493 Reichsbank mit 205 und Daimler mit 141,50. Im Freiverkehr blieben Adlerwerke Kleyer zum Mittogskurs etwas beachtet. Von Renten erhöhten sich 6prozent. IG.-Farben um 0,13 v. Sy auf 136,65, Reichsbahn-VA. gegen Berlin um 0,25 v. S). auf 123,75, 4,5proz. Krupp notierten unv. 98,50, ebenso 4,5proz. Stadt Hanau mit 98. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Mai. Am Getreidegroßmarkt trat keine Veränderung der Marktlage ein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste—. Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,80, W 16 29,90, W 19 29,90, W 20 30,25, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Wcizen- futtermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 12. Mai. Bei einem Auftrieb von nur 200 Pferden, der aus Zuchtstuten und Arbeitspferden der warm- und kaltblütigen Rasse bestand, nahm der Pferdemarkt bei schwachem Besuch einen ruhigen Verlauf. Die Preise bewegten sich auf der gleichen Höhe wie beim April-Markt. Der Markt wurde geräumt. Es wurden u. a. bezahlt: für leichtere Laufpferde 400 bis 500 RM.. volljährige mittelschwere Arbeitspferde 900 bis 1000 RM., norddeutsche Kutschpferde 1300 bis 1400 RM., schwere belgische Arbeitspferde 1500 bis 1700 RM. Schlachtpferde l.Qual. erbrachten je 50 Kilogramm Schlachtgewicht 32 bis 34 RM., 2. Qualität 27 bis 29 RM. Der nächste Pferdemarkt findet am 8. Juni statt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1132 Rinder (205 Ochsen, 171 Bullen, 615 Kühe, 141 Färsen), 438 Kälber, 15 Hämmel, 25 Schafe, 1134 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 16 bis 43, Färsen 28 bis 44, Kälber 38 bis 65, Hämmel 40 bis 52, Schafe 40 bis 46, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark, — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Starker Rückgang -er Arbeitslosenzahl. 3m Bezirk Hessen Ende April nur 64000 gegen 113000 zur gleichen Zeit Vorjahres. LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Die Beschäftigung entwickelte sich auch im April in allen Arbeitsamtsbezirken überaus günstig, obwohl durch die den ganzen Monat fast ununterbrochen andauernden Niederschläge die Arbeiten in den Außenberufen, insbesondere in der Landwirtschaft, nur teilweise durchgeführt und deshalb die Einsatzmöglichkeiten nicht voll ausgenutzt werden konnten. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 13 564 oder 17,5 v. £). des Standes von Ende März auf 64 037 zurück, während im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres von den Arbeitsämtern noch 113 120 Arbeitslose gezählt wurden. Die Zahl der Ende April bei den Arbeitsämtern gemel- deten 64 037 arbeitslosen Volksgenossen, unter denen sich 10 195 Frauen befanden, liegt nunmehr bereits um rund 10 300 unter dem im vorjährigen Sommer erreichten Tiefstand. Wie schon im Vormonat, war naturgemäß auch im April die Abnahme am größten in den Saison- Außenberufen, denen 8365 arbeitslose Volksgenossen zugewiesen werden konnten. Die Konjunktur- und sonstigen Gruppen nahmen jedoch ebenfalls in beträchtlichem Umfange Neueinstellungen vor, und zwar kamen rund 5200 Arbeitslose in diesen Gruppen in Arbeit. Davon entfielen auf das Metallgewerbe rund 700, auf die Gruppe Holz- und Schnitzstoffgewerbe rund 800, auf das Bekleidungsgewerbe rund 440 und auf die Gruppe Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, die mit einem starken Bedarf an Kräften für die beginnende Kur- und Badesaison hervortrat, rund 390 Arbeitslose. Die Zahl der arbeitslosen Angestellten ging um 180 zurück. Die Arbeitslosigkeit in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken, insbesondere in den ländlichen, ist nunmehr auf einen seit langem nicht erreichten niedrigen Stand herabgedrückt worden: so zählte das Arbeitsamt Korbach Ende April in seinem Bezirk nur noch 55, das Arbeitsamt Dillenburg 300, Wehlar 374, Marburg 606, Hersfeld 609, Fulda 786 Arbeitslose. Die Zahl der von der Reichsastalt Unterstützten ging im Monat April von 49 054 auf 36 936, das ist um 12118 Hauptunterstützungsempfänger, zurück. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende April von den Arbeitsämtern 11 809 gezählt, das sind 951 weniger als Ende März dieses Jahres. Bei Notstandsarbeiten wurden 6151 Volksgenossen beschäftigt gegenüber 7220 am 31. März 1937. in der Weltanschauung gibt der Hochschule des Dritten Reiches ihr besonderes Gepräge und ihre besondere Aufgabe. Nationalsozialistische Weltanschauung ist nichts Fremdes, nichts Erlerntes, sondern die Sprache unseres Blutes, das uns allen gemein ist. Der Student an der hohen Schule, der jugendliche Kämpfer ist der reinste Bekenner dieser Sprache. Die Aufgabe der Hochschule des Dritten Reiches ist, die Stätte zu sein, an der am reinsten und klarsten unserer nationalsozialistischen Weltanschauung gelebt wird. Eine schwere, aber für den deutschen Menschen die schönste Aufgabe; sie kann nicht von einem, sie kann nicht von wenigen, sie kann nur von der ganzen Hochschule erfüllt werden. Alle die vielen Wege von ehemals führen auf eine gerade, sonnenbelichtete Straße, auf der ein Volk hinten einem einzigen Banner marschiert, dessen Träger Deutschlands Jugend ist. In der vordersten Reihe sehen wir das gläubige Gesicht des deutschen Studenten. Damit dieses Werk ganz gelingt, hat unser Führer die Studenten-Kamvfhilfe geschaffen. Das ist der Hochschulblock, in dem sich Alt- und Jungakademiker in dem Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung die Hand reichen. Das in der NS- Studentenkampfhilfe geeinte deutsche Akademiker- tum ist das Rückgrat in dem' Kampf um die Hochburg der nationalsozialistischen Weltanschauung und ist zugleich die Form, in der diese Aufgabe ihre Erfüllung findet. Diejenige Hochschule, die diese Aufgabe nicht erkennen sollte, hat in unserem nationalsozialistischen Deutschland keine innere Daseinsberechtigung mehr. NS .Studentenkampfhilfe Altherrenbund der deutschen Studenten. Amtes Siudenienkampfhilfe der Gießener Siudenienführung Von Dr. Herrmann, Lener des Mit dem Sommer-Semester 1937 beginnt an den deutschen Hochschulen, insbesondere an unserer Hochschule, ganz im Stillen sich ein gewaltiger Umbauprozeß zu vollziehen. Als im vergangenen Jahrhundert die Sehnsucht nach einem einigen Deutschland erwachte, als hohe Ideale die stürmische Jugend zu trotzigen Beken- nern formte, da fanden sich viele Formen zur Verwirklichung dieser Ideen. Wir alle kennen die große Bedeutung, die den korporativen Verbänden in diesem Ringen zukommt. Für diese Jugend war es damals genau so selbstverständlich, für die eigene Mannesehre, wie für Deutschlands Ehre mit ihrem Leben einzustehen, wie es unsere Kämpfer für unser Drittes Reich getan haben und fernerhin jeder Deutsche tun wird. Für die Ehre als höchstes Gut des nordischen Menschen einzustehen, ist eine blut- gebundene Selbstverständlichkeit unseres Volkes. Was einst Wunschtraum des deutschen Volkes war und von wenigen als Lebenshaltung geübt wurde, ist heute durch das völkische Erwachen Besitz des ganzen Volkes. Weil das völkische Lebensgefühl immer wieder an den deutschen Hochschulen erlebt wurde, darum ist Deutschland stolz auf die Vergangenheit seiner hohen Schulen. Um was damals gerungen wurde, ist heute Wirklichkeit. Die Einheit Die erste Großkundgebung der NS.-Studenten- kampfhilfe findet am heutigen Donnerstag, 13. Mai, 20 Uhr, im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München statt. Außer den Führern des Altakade- mikertums nehmen an der Veranstaltung die Gau- studentenführer und die örtlichen Studentenführer teil. Es sprechen: Gauleiter Wagner, der Leiter der NS.-Studentenkampfhilfe, und Reichsstudentenführer Dr. Scheel. Die Rede des Reichsstudentenführers wird nach den Abendnachrichten (etwa 2-2.20 Uhr) von den Reichssendern München, Berlin, Königsberg und Frankfurt a. M. übertragen. Kreis Alsfeld. -L Groß-Felda, 12. Mai. In unserer Gemeinde wurden 1000Maulbeer st räucher an- gepflanzt, um so die Vorbereitungen für eine Seidenraupenzucht zu treffen, die im Rahmen des Vierjahresplanes auch hier in Angriff genommen werden soll. Literfl. o. Gl. Rheinhessen S & F-Spezial-Kaffee 125-g-Paket 55 Beutel 6 Beutel 8 Magnet-Pucdingpulver Mandel- und Vanille-Geschmack ... Schokolade-Geschmack........... Himbeer-Syrup gar. rein...........soo g 75 1 , Flasche . 1.65 ' , Flasche. 90 Karaffe. 60 S & F-Haushalt-Mischung 125-g-Paket 60 S & F-Rekord-Kaffee .....125-g-Paket 65 S & F-Juwel-Mischung .. 125-g-Paket 75 3368 A 1936er Mitteler Gipfel Mosel,1/, fi.o.gi. 80 1936er Liebfraumilch Rheinhessen................. . V, Fl. o. Gl. 1.10 Deutscher Wermut......Literfi. o. gl 85 Deutscher Wermut weiß...1/, Fl. o Gl. 1.10 Für den Ausflug Oelsaroinen y4Club 30 mm bunt.... 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Kein Wunder also, daß die Nachricht wie eine Bombe einschlug: das Haus soll verkauft werden. Der Hausmann vom Untergeschoß überbrachte sie, bat, sich zu einer Besichtigung bereitzühalten und fügte die düstere Befürchtung hinzu: „Hoffentlich bringt der neue Wirt nicht seinen eigenen Hausmann mit!" Und das war der Auftakt. Kauflustige über Kauflustige erschienen. Sie traten einzeln, agentenbegleitet, zu Ehepaaren oder gleich familienweise auf und durchwallten das Haus, das all feine Geheimnisse von den Speisekammern bis zu den Schlafstuben entschleiern mußte. Und in jedem Stockwerk wurde die ängstliche Frage gestellt: „Hoffentlich beabsichtigen Sie nicht, in meine Etage zu ziehen?" worauf meist eine ebenso ausweichende wie diplomatische Antwort gegeben wurde. Es blieb jedoch meist bei einer einmaligen Besichtigung. Trotzdem konnte man nicht mehr mit Richard Strauß' Lied von „dem stillen Frieden dieses Hauses" singen. Mal kamen die Kauflustigen in der Stunde des Mittagessens, das dann, auf dem Herd wartend, seine pünktliche Frische verlor. Mal verhinderten sie das Mittagsschläfchen, mal platzten sie in ein wichtiges Telephongespräch, mal in einen musikalischen Teenachmittag; mal weckten sie das Baby von unten aus tiefstem Schlaf, das seine Empörung noch lange nach Abzug der Invasion herausbrüllte, währerkd der Dackel von oben, mit dem ahnungsvollen Instinkt seines Geschlechts, ununterbrochen und wütend bellte, solange die Fremden das Haus durchwanderten. Um so schweigender mußte dafür die erwachsene Tochter der Mittelwöhnung leiden, die gerade in der Badewanne saß, als sie zu ihrem Schrecken Stimmengewirr vor ihrer unverschlossenen Tür vernahm. Hinaus aus der Wanne und Abriegeln war die erste, zurück ins Wasser die zweite Handlung. Aber nun ging die Sache nicht weiter, denn die Käufer liefen hin und her durch die wenigen Räume, so daß auch die Mutter nicht wußte, wie sie ihr Schäfchen ins Trockene bringen sollte. Es wurde ein Bad von Badereisenlänge. Endlich schien es aber verkaufsernst zu werden. Eine Dame erschien zweimal hintereinander, dann mit ihrem Sohn, der aber nur frühmorgens Zeit hatte, woraufhin alle Hausfrauen um 6 Uhr aufstanden, um die Fremden nicht auf unqemachte Betten und Waschtische und behagliche Frühstückstische sehen zu lassen, deren Kaffee 'inzwischen kalt werden würde. Zum vierten Male erschien die Dame mit Verwandten, die nur abends Zeit hatten, wobei die Tochter wieder im Bad saß und schwieg, während unten das geweckte Baby und oben der Dackel vernehmlich protestierten. Danach trat die Dame von ihrer Kaufabsicht zurück. Das Haus aber atmete auf. Denn sämtlichen Parteien, die im Geist schon nach dem gefürchteten Möbelwagen gegriffen hatten, machten sich klar, daß Häuser nicht so flott wie warme Semmel abgehen. Und so wird die eine Hausfrau nun wohl doch ihre Küche streichen lassen, die andere neue Gardinen kaufen und die dritte perennierende Stauden auf ihr Gartenbeet pflanzen, wahrscheinlich. Nur die Tochter schließt sich jetzt immer beim Baden ein. Sicher ist sicher. E. v. M. Vor-noiizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Etappenhase". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Manja Va- lewska, das Schicksal einer Jugendliebe". — Licht- Oie Autobahn als Quelle der Heimatforfchung. Immer weiter bahnen sich die Straßen des Führers ihren Weg durch deutsche Lande. Ohne Rast schaffen viele Hände deutscher Arbeiter, unterstützt von den modernsten Maschinen. So schnell auch alle diese Werke der Vollendung entgegengehen, so wird doch in keiner Weise deutscher Gründlichkeit und Wissenschaftlichkeit Abbruch getan. Es nimmt uns darum nicht wunder, daß auch die H e i m a t f o r - schung durch die'Autobahnanlagen in jeder Hinsicht wesentlich gefördert wird. Wie einst beim Bau der Eisenbahnen unendlich lange Schnitte deutsche Lande durchzogen, so vermitteln uns in unserer Zeit die Autoba hm bauten auf Jahrzehnte hinaus einen Querschnitt durch das Geschehen von unseren Tagen bis hinaus in fern st e Vergangenheit. Neben erdgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Feststellungen fallen durch die Erdarbeiten wertvollste kulturgeschichtliche und rassenkundliche Belegstücke an. Schon gleich nach dem ersten Spatenstich wurde die Sorge um diese Funde den einzelnen deutschen Denkmal- pslegern anvertraut. Die überall erfolgreiche Arbeit hat auch in unserem engeren Heimatbezirk wertvolle Stücke hinzugefügt, über die nachstehend berichtet werden soll. Von der Gemarkung Nieder-Weisel bis nach Garbenteich durchläuft die Autobahn das Ende der Wetterau. Kurz vor Garbenteich schneidet sie den Pfahlgraben, die einstige Grenze des alten Römerreiches, tief im Herzen deutscher Lande. Es ist . weit gefehlt, daß in diesem Abschnitt der Autobahn ein Nachlassen der Funde beobachtet würde. Ganz im Gegenteil, schon auf Nieder-Weise- l e r Gebiet hat man mehrere Gräber aus dem Ende der Früheisenzeit, also etwa 500 v. Ehr., angeschnitten, die einen guten Beitrag zur Stammes- geschichte dieser Zeit geliefert haben. Damals war unsere engere Heimat heiß umstrittenes Kampfgebiet keltischer und germanischer Volksstämme. Die riesigen Wallburgen, z. B. Dünsberg und Glauberg, sind wohl die machtvollsten und heute noch am besten erkennbaren Zeugen dieses lange hin- und herwogenden Krieges. Während vom Niederrhein bereits um 800 v. Ehr. germanische Stämme Besitz ergreifen, verbleibt die Wetterau und zumindest deren südlicher Teil noch bis um 200 v. Ehr. in den Händen der Kelten. Ob die reichen Spuren der zwischen 1200 und 800 v. Ehr. überall in der Wetterau und bis hinauf nach Kassel anzutreffenden Urnenfelderkultur uns in ältere Zeitabschnitte der keltischen Volksstämme führen, ist bislang noch ein Problem. Sicher ist nur, daß gerade von der Urnenfelderkultur viele Male Gräber und Siedelungen angeschnitten worden sind. So in Nieder-Weisel, in Griedel, in Gambach und schließlich auch in Holzheim. Die mächtigen Tonfässer aus diesen Fundstellen werden der in der Neuordnung begriffenen vorgeschichtlichen Abteilung des Oberhessischen Museums in Gießen eindringlich einen Stempel aufdrücken. Zusammenfassend für diesen Zeitabschnitt sei nur gesagt, daß durch das Autobahnwerk unsere Kenntnis der verschiedenen Gefäßformen ganz wesentlich erweitert worden ist. Wohl den wichtigsten Beitrag haben die über mehrere Monate sich erstreckenden Ausgrabungen der staatlichen Denkmalpflege bei dem Dorfe G r i e- d e l ergeben. Bei Ausschachtungsarbeiten beobachtete man, daß an manchen Stellen der Boden fast schwarz erschien, gegenüber dem sonst braungelben Löß. Bei näherem Zusehen bestätigte sich dann auch die Vermutung vorgeschichtlicher Wohn- stätten. Wer zuerst glaubte, mit einigen solchen schwarzen Verfärbungen sei der Fall erledigt, hatte sich getäuscht. Fast über 200 Meter der Bahn wurden nach und nach durchforscht. Hundert fleißige Hände, die sonst nur Kippwagen auf Kippwagen mit Erde füllten, wurden hier in den Dienst der Heimatforschung gestellt. Planmäßig wurde der obere, vom Pflug durch Jahrhunderte verwählte Boden abgedeckt, und dann konnte man schon aus dem braungelben Boden die schwarzen Grundrisse der Hütten sich abheben sehen. Hier war durch den Bau der Autobahn der Teil eines Dorfes der jüngeren Steinzeit aufgedeckt. Keine alte Urkunde kündete von dieser uralten Siedelung, sondern allein durch den Spaten sind der Heimatgeschichte einige neue Abschnitte hinzugefügt worden. Schon oberflächlich konnten unendlich viele Scherben, zum Teil glatte, unoerzierte, und zum Teil mit Bändern verzierte geborgen werden. Nach den bandverzierten Scherben 'spricht der Wissenschaftler mangels eines anderen Volksnamens von dem bandkeramischen Volke. Man kann sogar die Bo- denzeugnisse dieser Bandkeramiker durch Süddeutschland hindurch bis nach Böhmen und Ungarn verfolgen. Es ist ferner auch klar, daß man rein kunstgeschichtlich betrachtet eine Reihe bandkeramischer Stile aufzeigen kann, und daß viele davon von einfachen Mustern zu reicher gegliederten entwickelt worden sind. Ein kleiner Beweis dafür, wie ungeheuer wichtig auch der kleinste Scherben für die Heimatgeschichte und darüber hinaus für die gesamte deutsche Volksforschung werden kann. Nicht nur ein Scherben, sondern sogar ein kleines Stückchen gebrannten Lehmes von bor einstigen Hüttenwand kann uns wertvolle Aufschlüsse geben. Sei es, daß das Flechtwerk der Wände, oder die Kratzputzmuster, öder seien es die Einschüsse von Häcksel, oder die Abdrücke von Getreidekörnern, alles das zeigt uns nur, wie ungeheuer wichtig selbst das nichtigste Ding werden kann. Nach Aufarbeitung des in mehrmonatigem Schaffen geborgenen Materials wird man weit besser den Wert dieser Funde einschätzen können. Zur Zeit läßt sich aber sagen, daß die Griedeler Siedelung zum ersten Male für einen der frühesten Abschnitte der B a n d k e r a mi k k u l tu r Funde geliefert hat, und daß von hier aus die Verbindung zu bereits früher bekanntgewordenen noch besser geknüpft werden kann. Die Autobahn schneidet nur einen geringen Teil des einstigen Dorfes. Wir find noch nicht einmal sicher, ob wirklich große Bauernhöfe angeschnitten worden sind. Der größte Teil erstreckt sich in Richtung Butzbach und harrt zukünftiger Ausgrabungen. Es ist auch , nicht die Aufgabe der Autobahn, vollkommene Ansiedelungen der Vorzeit zu ergründen, allein durch die breiten Schnitte gelangen wir zur Kenntnis vieler neuer Siedelungen und Grabstätten, deren weitere Untersuchung abseits von der Bahn in günstigeren Zeiten vorgenommen werden kann. Durch die Autobahn wird aber die Denkmalpflege in die Lage versetzt, für kommende Jahrzehnte eine weit bessere Planung ihrer Ausgrabungen durchzuführen. Von Wichtigkeit für unseren engeren Heimatbezirk ist die Durchschneidung des Pfahlgrabens bei Garbenteich geworden. Auch hier war es möglich, durch zwei Schnitte Aufschluß über die Konstruktion dieses großen Walles zu erhalten. Durch die Schnitte wurde nicht nur die zuerst geschaffene Anlage eines kleinen Gräbchens mit Pali- sadenzaun, sondern auch der erst um 180 n. Ehr. geschaffene Wall festgestellt. Es konnte ferner beobachtet werden, daß das Material für diesen Wall fast ausschließlich aus dem vorgelagerten tiefen Spitzgraben gewonnen worden ist. Viele Kleinfunde, Münzen, Scherben und bearbeitete Steine erweitern Tag für Tag unsere Heimatgeschichte. Sie befestigen aber auch die Ansicht, daß an den Straßen des Führers überall der Sinn hierfür mehr denn je erwacht ist. spielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, von dem man spricht". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. Sladttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung des Erfolges „Der Etappenhase", Lustspiel aus der Kriegszeit, von Karl Bunje, statt. Spielleitung: Heinrich Hub. Diese Vorstellung findet gleichzeitig als 19. Vorstellung für NSG. „Kraft durch Freude" statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Was ist mit unseren Störchen los? Die staattich anerkannte Vogelwarte Rossitten, die seit Jahren mit der internationalen Storchen- bestandsaufnahme beschäftigt ist, hat an ihre ständigen Mitarbeiter und Gebietsreferenten ein Rundschreiben gesandt, aus dem hervorgeht, daß bis heute nur etwa ein Drittel des Brutbestandes des weißen Storches (Hausstorch) gegenüber dem Jahre 1935 zurückgekehrt ist. Während sich nach den Erhebungen vom Jahre 1934 ab der Storchenbestand in den deutschen Provinzen von Jahr zu Jahr hob und im Jahre 1936 seinen Höhepunkt erreichte, ist bislang nur ein Drittel der vorjährig anwesenden Storchenpaare zu den Horsten zurückgekehrt. Nachforschungen in Afrika, von dort aus dieses Rätsel zu lösen, sind bereits im Gange, haben aber noch nicht zu einem greifbaren Resultat geführt. Jedenfalls ist nicht mehr anzunehmen, daß sich diese merkwürdige Erscheinung im Jahre 1937 noch wesentlich ändern wird. Nun ist es wichtig, zu erfahren, ob auch in anderen deutschen Gauen eine ähnliche ober gleiche Wahrnehmung gemacht wurde. In Gebieten, in denen bisher nach keine trabitioneüe Bestandsaufnahme gemacht worden ist und wo infolge der landschaftlichen Eigenart und der Unerschlossenheit des Landes ein so gewaltiger Apparat nicht aufgezogen werden kann, sollte man das Verfahren der Stichprobe anwenden und einen sog. „Musterkreis" einrichten, der durch eine Stelle der unteren Naturschutzbehörde zu betreuen wäre. Wenn wirklich 1937 ein starker Bestandssturz stattgefunden hat, wird man das aus den Vergleichen mit den vor- unb vorvorjährigen Verhältnissen, an bie sich bie Leute bestimmt noch erinnern können, leicht ermitteln können. Für bas Land Hessen hat der Landesbeauftragte für die Internationale Storchenbestandsaufnahme, Dr. Fischer (Gießen), der bereits 1931 und 1934 die Landeserhebungen durchgeführt und ausgewertet hat, für 1937 eine abermalige Storchenzählung beginnen lassen. Diejenigen Bürgermeistereien des Landes Hessen, in deren Gemeinde im Jahre 1937 ein Ausbleiben des angestammten Storchenpaares festgestellt worden ist, werden ersucht, durch Postkarte ihre Wahrnehmungen an den Landesbeauftragten für Internationale Storchenbestandsaufnahme in Hessen, Dr. Karl Rudolf Fischer, Gießen, Friedrichstraße 6, gelangen zu lassen, um der Vogelwarte Rossitten über die Lage in Hessen berichten zu können. Förderung des Seidenbaues. Im Aufbau des Seidenbaues konnte auch unser Kreis weitere Fortschritte machen. Zahlreiche Ge- vlab oder braun - was wählen Sie? Sieht nicht ein braungebrannter Mensch viel gesünder und sportlicher aus? Also: wer sein Aussehen verbessern will, bräunt sich mit Sonne und Nivea! Aber genügend stark und nach Bedarf wiederholt einreiben! Der Anruf. Von K. X Neubert. Nach dem Essen hatte sich die kleine Gesellschaft in die sogenannte „gemütliche Ecke" zurückgezogen. Plötzlich schrillte das Telephon im Zimmer nebenan. Der Hausherr eilte an den Apparat. Während er sich noch am Telephon unterhielt, wandte sich die Dame des Hauses lächelnd an einen jüngeren Herrn, der in ihrer Nähe saß: „Eben fällt mir etwas ein. Ich muß Sie ja um Entschuldigung bitten, Herr Hohmann. Ich habe neulich, als Sie anriefen, so schnell Schluß gemacht, nicht wahr?" Der Herr lachte. „Allerdings, ©ie schienen mir etwas nervös. Ich bedauere, wenn mein Anruf ungelegen kam." „Sie konnten es ja nicht wisten. Sie werden aber begreifen, warum ich so nervös war. Dabei habe ich noch nie so auf einen Anruf gewartet wie gerade damals. Mein Mann verhandelte in der Stadt wegen eines großen Auftrages, von dem für uns viel abhing, und er hatte mir versprochen, mit mir zu verreisen, wenn es klappen würde. Nach erfolgtem Vertragsabschluß wollte er mich sofort anrufen. Da können Sie sich denken, wie ich auf diesen Anruf gewartet habe. Als ich annehmen konnte, daß es sich schon entschieden haben mußte, lief ich unruhig in der Wohnung umher, und manchmal blieb ich am Telephon stehen und dachte: Wenn es doch läuten würde! Und wirklich — da läutete es. Zitternd nahm ich den Hörer ab —" „Und dann war ich es nur!" warf der Herr ein. „Nein", seufzte die Dame in Erinnerung an jenen Tag. „Es war eine Freundin, die mir eine langweilige Geschichte von ihrem kranken Hund erzählte. Ich war froh, als sie endlich aufhörte. Zehn Minuten hatte sie gesprochen." — „Und sicher kam mein Anruf gleich danach? Ich begreife Ihre Enttäuschung." „Ihr Anruf kam noch lange nicht", lachte die Dame jetzt. „Es war' an diesem Nachmittag wie verhext. Alles schien sich verschworen zu haben, mich anzurufen. Sonst ist das Telephon nachmittags oft recht still, aber an jenem Tage klingelte es immer wieder. Und jedesmal dachte ich: das ist Hugo! Und jedesmal war es ein anderer. Einmal war es ein Fehl anruf, dann wieder ein Weinhändler meines Mannes, der gerade einen Boten in unsere Gegend zu schicken hatte und bei dieser Gelegenheit anfragte .. Alle riefen sie an, nur mein Mann nicht. Es mußte also nicht geklappt haben. Die große Chance war hin! Da klingelte noch einmal das Telephon; wieder erfüllte mich Hoffnung; ich stürzte an den Apparat. Diesmal waren Sie es!" „Ich Unglücksrabe!" „Als ich den Hörer auslegte, hörte ich jemand an der Wöhnungstür schließen. Es konnte nur mein Mann fein. Ich hörte, wie er in der Diele umständlich feinen Mantel auszog. Armer Kerl! dachte ich. Nun kommst du so sang- und klanglos zurück! Ich bezwang meine eigene Enttäuschung, um ihn trösten zu können. Dann ging die Tür auf, und Hugo stand da, strahlend, mit einem Blumenstrauß und kleinen Paketen. — ,Es hat geklappt', schmunzelte er. Na, Sie können sich denken, wie ich ihm an den Hals flog. Nachher wollte ich natürlich wissen, warum er nicht angerufen hatte. Da schimpfte er mächtig los. Viermal habe er angerufen, aber es fei immer besetzt gewesen. Da habe er es denn aus- gegeben und sei abgefahren." Die Dame blickte ihren Gast lächelnd an. „Verstehen Sie es nun?" Ein anderer Herr, der in dieser Runde saß und ebenfalls der Erzählung gelauscht hatte, nahm nun nachdenklich das Wort: „Merkwürdig! Mir ging es einmal umgekehrt. Ich hatte einmal Angst, daß das Telephon klingeln könnte." Er warf seiner jungen, hübschen Frau, die sich eben mit dem Hausherrn unterhielt, einen Blick zu. „Wollen Sie es nicht erzählen, Herr Doktor?" fragte die Hausfrau. „Meine Frau — wir waren damals noch nicht lange verheiratet — lag in der Klinik. Eine Operation war nötig geworden. Ich hatte sie noch in die Klinik begleitet. Als ich ging, winkte sie mir zu. Lange hatte ich dieses Bild vor meinen Augen. Jeder Mann wird sich in solcher Situation seine Gedanken machen ... Bei der Aufnahme hatte die Schwester nach meiner Telephonnummer gefragt. In dieser Nacht nach der Operation meiner Frau wache ich plötzlich auf und kann nicht mehr em- schlasen. Ich mache Licht. Das Bett neben mir ist leer. Mein Blick fällt auf das Telephon, das nebenan steht. Wenn es jetzt klingelt! muß ich auf einmal denken. Wenn es jetzt klingelt, dann muß etwas mit Inge geschehen sein! — Mir wird heiß bei dem Gedanken, daß das Telephon läuten könnte. Hockt es nicht da wie ein Tier, das sich zum Sprung duckt? Ich drehe mich um, ich kann das Telephon nicht mehr sehen. Ich lösche das Licht, aber nun spüre ich das Telephon wie ein lebendes, als hole es schon Atem, um im nächsten Augenblick loszu- schreien. Wie lang die Stunden sind, wenn man zittert, daß das Telephon läuten könnte! Aus einem $alb= schlummer fahre ich manchmal empor und lausche. Hat es nicht geklingelt? Vielleicht war es ein Radfahrer auf der Straße. Das Telephon rührt sich nicht. Ich lege mich wieder hin, schließe die Augen, schlafe ein. Aber dann — dann klingelt es. Es ist, als fei die Zimmerdecke auf mich niedergebrochen. Ich habe das Gefühl, alle Glieder gebrochen zu haben. Aber ich springe auf. Da klingelt es wieder, schrill und nah. Ich packe den Hörer. Ja? stoße ich heiser hervor. Da höre ich die ruhige Stimme eines Freundes. Ob ich ihm zehn Mark borgen könnte? Die Angst fällt von mir ab, die Spannung weicht einem Gefühl der Erleichterung. Ich kann sogar schon schimpfen. Mußt du mich dazu mitten in der Nacht anrufen? frage ich und atme auf. Er lacht: Mitten in der Nacht? Du bist ja gut! Ich blicke auf die U'br. Es ist neun Uhr morgens. Ich habe lange geschlafen. Die Jalousien hängen noch vor den Fenstern. Darum ist es noch so dunkel. In der Diele liegt schon die Post. Der Bote hat sie durch den Türschlitz geworfen, und ich habe es nicht bemerkt. Ich muß gegen Morgen in einen tiefen Schlaf gesunken fein. Natürlich habe ich ihm die zehn Mark zugefagt. Er mag sich gewundert haben, wie rasch, wie freudig. Dann ziehe ich die Vorhänge hoch. Die Sonne bricht ins Zimmer. Alles sieht so freundlich aus. Soßar das Telephon." Der Erzähler schwieg. Seine Frau war zu ihm heranaokommen. „Wovon erzählst du?" fragte sie. Er lächelte, nahm ihre Hand und küßte sie ... Lichtspielhaus: „Der Mann, von dem man spricht". Dieser Film, den sich das Lichtspielhaus für fein Feiertagsprogramm ausgesucht hat, wirkt auf die Lachmuskeln des Beschauers unwiderstehlich. Es handelt sich um einen Ulk oder Schwank, um die auf dem Theater wie im Film gebräuchliche Gattung zu nennen, dessen Komik im wörtlichen Sinne unbeschreiblich ist: man kann sie nicht beschreiben oder begründen, sie ergibt sich unmittelbar aus der Situation, die nur gesehen, nicht erzählt, das Zwerchfell reizt. Man muß an jene zahllosen amerikanischen Kurzfilme denken, die vor Jahren, meist noch stumm und unter dem irreführenden Sammelbegriff des Lustspiels, das Beiprogramm fast aller deutschen Kinos füllten. Die ließen sich auch nicht oder nur sehr unzulänglich erzählen; die Wirkung der besten von ihnen beruhte auf dem gleichen Prinzip. Die „Handlung" war dort genau so belanglos wie hier: sie diente in beiden Fällen nur zur Erzeugung von grotesken und unwiderstehlich zum Lachen reizenden Situationen. Der einzige Unterschied ist der, daß wir bessere und elegantere Schauspieler einzusetzen haben als jene Hollywood- Schwankregisseure. Rühmann, Lingen und Moser: bas ist ein Komikerterzett, wie man es nicht alle Tage miteinander agieren sieht. Rühmann ist der Mann, von dem man spricht; oder der Mann, der nicht nein sagen kann: dies ist eben die Ursache des ganzen Abenteuers. Er spielt einen Studenten, der statt ins Examen „aus Gefälligkeit" mit einem guten Bekannten ins Schwitzbad geht, dort ein- schläft, feinen Termin verpaßt, relegiert und vom erzürnten Erbonkel vor die Wahl gestellt, eines von den drei Mädchen zu heiraten, die er nicht mag: er nimmt, jäh verliebt, die vierte, die er auf lebensgefährliche Weise kennenlernt; sie ist die Tochter eines Zirkusdirektors, und der will nur einen Schwiegersohn, der auch Arttst ist. Also wird Rühmann, der Student, Arttst: die Generalprobe mit seinem Diener, Lingen, der ihm assistiert, ist verblüffend und erschütternd. (Die Leute lachen Tränen dabei.) Schließlich tritt der Anwärter siegesgewiß bei seinem zukünftigen Schwiegervater an: mit einem Flohzirkus kann nicht viel passieren. Aber er soll eine Löwengruppe vorführen. Das ist der Höhepunkt des durchaus amerikanisch empfundenen Witzes: der „Dompteur" führt tatsächlich richtige Löwen vor, guten Mutes, mit Erfolg und in dem Glauben, Clowns in Löwenhäuten vor sich zu haben; er ahnt nicht, daß der eifersüchtige Bändiger die Clowns vor der Vorstellung eingesperrt, die wilden Biester aber wirklich in die Manege gelaßen hat. Dies ist der Schlußeffekt, die* Krönung des Ganzen und — wir sagten es schon — nicht näher zu beschreiben. Rühmann spielt, was er eigentlich immer spielt, einen notorischen Pechvogel, das Opfer seiner Gutmütigkeit, mit seinem muffigsten Gesicht, aber mit der verbissenen Energie des wahrhaft Liebenden. Das ist sehr schön. Lingen entfaltet vor allem in der großen Probeszene ungeahnte artistische Talente, er macht den „Untermann", er singt, er stept, er wackelt mit seinen ausdrucksvollen Ohren und treibt auch sonst den unglaublichsten Hokuspokus. Moser ist das Gegenstück dazu: er macht den Onkel, geladen von Temperament und Nervosität, dauernd im Affekt und kurz vor dem Zerspringen. Auch sehr schön. Unter E. W. Emos einfallsreicher und geschickt arrangierender Spielleitung wirken ferner Gustl Huber idie Königin der Luit), Heinz S a l s n e r (Zirkusdirektor) und Gerhard Dienert (Löwendompteur) mit. — Siegel Monopol-Film G. m. b. H. * Es war ein großer Heiterkeitserfolg. — Das Beiprogramm bringt neben der neuen Fox-Woche einen luftigen Kurzfilm „Augenzeugen" und hübsche Aufnahmen von Katzen und Kätzchen. Hans Thyriot. meinden, z. T. auch private Interessenten, pflanzten in diesem Frühjahr Maulbeeren an, um so für später die Grundlage für die Aufzucht der Seidenraupen zu schaffen. Interessenten unseres Kreises, die sich durch den Seidenbau eine zusätzliche Einnahme verschaffen rvollen, wird empfohlen, bei ihrem Bürgermeister nachzufragen, ob in der Gemeinde schon eine Anpflanzung vorgenommen wurde. Auch die Reichsfachgruppe Seidenbauer ist bereit, hierüber Auskunft zu erteilen und aufklärende Schriften über den Seidettbau zuzusenden. Sie weist auch die Bei- spielsraupereien nach, in denen am Seidenbau interessierte Personen in den Monaten Juli und August geschult werden. An einem solchen etwa sechs Tage umfassenden Kursus sollte jeder teilnehmen. In Kürze beginnen die diesjährigen Zuchten. Die Seidenbauer unseres Kreises müssen die Seidenspin- nerbrutbestellungen, sofern noch nicht geschehen, schnellstens der Reichsfachgruppe Seidenbauer e. D. im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter, Berlin W 9, Potsdamer Straße Nr. 134, abgeben. Die Dollausnutzung aller Maulbeeranlagen durch Seidenraupenzucht ist eine nationale Pflicht. Sollte ein Besitzer von Maulbeeren hierzu nicht in der Lage sein, so ist gleichfalls eine Meldung der Reichsfachgruppe Seidendauer zu erstatten, die nach Möglichkeit für die Ausnutzung sorgen wird. Schweres Verkehrsunglück. Am gestrigen Mittwochspätnachmittag ereignete sich auf der Landstraße nach Rödgen in der Nähe der früheren Ausflugsstätte „Zur Waldeslust" ein schweres Verkehrsunglück. Dort rannten zwei Motorradler bei dem Versuch, ein aus einem Waldweg auf die Landstraße herausfahrendes Lastauto zu kreuzen, in voller Fahrt auf das Lastauto auf. Dabei stürzten die Motorradler so unglücklich, daß beide schwer verletzt wurden. Der Motorradführer, der Gastwirt Fritz Fuchs aus Garbenheim bei Wetzlar, kam unter die Räder des schweren Lastautos, die ihm über den rechten Oberschenkel hinweggingen und so schwere Verletzungen hervorriefen, daß dem bedauernswerte Manne in der Chirurgischen Klinik das Bein abgenommen werden mußte. Ein auf dem Motorrad mitfahrender Soldat namens Hubert Scheer erlitt einen Oberschenkelbruch. Beide Verunglückte wurden von der Sanitätskolonne vom Deutsche Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht. Hier liegt Fuchs noch in ernstem Zustande darnieder. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 13. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, VA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^2, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, XA kg 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben, alte, 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Spargel 25 bis 50, Unterkohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15, Kartoffeln, alte, /2 kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, K« kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 45, Zwetfchenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Salat 20 bis 30 Pf., Oberkohlrabi 18 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, neue, 15 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Freitag, 14. Mai, begehen der Rentner Karl Hartmann und Ehefrau Elise, geb. Ziehn, dahier, Sonnenstraße 5, in geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. ** Ausbruch der Rotlaufseuche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebestand des Karl Faber in Gießen, Neuenweg 5, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeordnet. ** Regimentstreffen des ehem. Res. - Inf.-Rgts. 4 41. Das ehemalige Ref.-Jnf.- Rgt. 441 (Oberst Rudolph) veranstaltet am 7. und 8. August in Gelnhausen seine 2. Wiedersehensfeier. Anmeldungen erbittet die Kameradschaft ehern. Res.-Jnf.-Rgt. 441 in Gelnhausen, Holztor 17. ** Kameradschaftsabend der Bahn- meisterei I Gießen. Man berichtet uns: Die Belegschaft der Bahnmeisterei I Gießen veranstaltete am Samstag im oberen Saale des „Schipkapaß" einen zahlreich besuchten Kameradschaftsabend. Der Detriebsführer, techn. Reichsbahnoberinspektor Kaiser, begrüßte die Kameraden mit herzlicher Aufforderung zur Pflege guter Kameradschaft und gemeinsamen Einstehen in Ausübung ihrer schweren Berufsarbeit. Ganz besonders wies er darauf hin, daß gerade die Bahnunterhaltung die Grundlage für den späteren tüchtigen Berufseisenbahner ist. Die gründliche Erlernung der mannigfaltigen Arbeiten in der Bahnunterhaltung ist die Vbraus- setzung für die spätere Anstellung im unteren Be- Der Einladung der Kreisleitung Wetterau zu einer Kundgebung in der Gießener Volkshalle am gestrigen Mittwochabend waren, wie das schon zur Regel geworden ist, wiederum so viele Volksgenossen gefolgt, daß die große Halle von Männern und Frauen vollbesetzt war. Der Verlauf der Kundgebung gestaltete sich wiederum außerordentlich eindrucksvoll. Nach den einleitenden flotten Märschen des Musikzuges der SA.-Standarte 116 und nach der feierlichen Einbringung der Fahnen, leitete Kreispropagandaleiter Schmelz die Kundgebung mit herzlichen Gedenkworten an die Kameraden unserer Volksgemeinschaft ein, die bei dem Unglück des Luftschiffes „Hindenburg" im Dienst der deutschen Arbeit ihr Leben Hingaben bzw. an ihrer Gesundheit geschädigt wurden. Er betonte aber auch, daß unser Volk sich durch diesen Schickscllsschlag nicht abhalten lassen wird, weiter mit aller Tatkraft an der großen Aufgabe zu arbeiten, der die Männer in Treue gedient haben. Eine Minute ehrfürchtigen amtenbetriebsdienst. Die Hauskapelle (Berufskameraden Sturm und Schmehl) wartete mit schönen Musikstückchen auf, die sich mit humoristischen Vorträgen und gemeinschaftlichen Gesängen in flotter Weise ablösten. Der schön verlaufene Kameradschaftsabend hat bei allen den Wunsch laut werden lassen, baldmöglichst einen weiteren solchen Abend folgen zu lassen. bin. Mit überzeugenden Worten machte er dabei feinen Zuhörern klar, daß ebenso wie der erfolgreiche bisherige Verlauf der Arbs-its- und Erzeugungsschlacht auch auf dem neuen Aufgabengebiet des zweiten Vierjahresplans des Führers der Einsatz aller wissenschaftlichen, geistigen, physischen und moralischen Kräfte unseres Volkes den erstrebten Erfolg haben wird, nämlich unser Volk auch in seiner Versorgung mit lebenswichtigen Rohstoffen freizumachen von dem Ausland, das für uns alles Wohlwollen und Verständnis vermissen läßt. In diesem Zusammenhänge kam der Redner auf den Kampf gegen die Weltgefahr des Bolschewismus zu sprechen, wobei er unter stärkster Zustimmung der Versammlung die Tatsache unterstrich, daß die Beseitigung des Bolschewismus in Deutschland und dessen 'Zurückdrängung der Weltgefahr einzig und allein dem Nationalsozialismus zu verdanken ist, der sich mit aller Wucht kämpferisch gegen diese Pest gewandt hat, während andere Menschen immer nur Worte machten und salbungsvolle Reden führten. Er betonte dabei u. a. auch die enge Willens- und Weggemeinschaft zwischen Italien und Deutschland, die eine unübersteigbare Barriere gegen den Bolschewismus bilden und für einen Völkerbund keinerlei Verständnis oder Bedürfnis empfinden, solange dort ein jüdischer bolschewistischer Pertreter wie Lit- winow-Finkelstein das Wort führt. Am Schlüsse seiner Ausführungen wandte sich der Redner mit großer Entschiedenheit gegen politisierende Kirchenvertreter, denen er in eindrucks- voller Art das praktische Christentum des Nationalsozialismus und dessen Verwirklichung auf vielen Gebieten des Lebens entgegenhielt. Er betonte dabei nachdrücklich, daß der Nationalsozialismus in keiner Weise gegen die christlichen Kirchen eingestellt oder vorgegangen sei, daß er der Kirche aber die Verpflichtung zuweise, nur in ihrem eigenen Bereich zu arbeiten, während die Dinge des Staates und des Volkes, vor allem auch die Erziehung der Jugend im Geiste des Nationalsozialismus, ausschließlich Sache der Staatsführung find. Mit Genugtuung erwähnte der Redner, daß diese Haltung des Staates auch bei einsichtigen Männern der Kirche volle Anerkennung findet und dort das grundlose Geschwätz von angeblicher Feindschaft des Staates gegen die Kirche keinerlei Billigung erfährt. Mit der Aufforderung an alle Volksgenossen, sich immer in fester Geschlossenheit zusammenzuscharen und in der Gefolgschaft Adolf Hitlers treu mitxu» marschieren zum Wohle des deutschen Volkes, schloß der Redner seine mit langanhaltendem stürmischen Beifall aufgenommene Rede. Der freudige Sieg-Heil-Gruß an den Führer bildete den Schluß der Versammlung. Der große Bauplatz -es deutschen Volkes. Kundgebung der Partei in der Volkshalle. Schweigens wurde den Opfern dieses Unglücks gewidmet. Hierauf sprach der Reichsredner, Gauinspekteur Holzkämper, über die politischen Fragen unserer Zeit. Er legte dabei ausführlich dar, warum die Partei die Volksgenossen immer wieder zu Versammlungen und Kundgebungen aufruft, warum die Sprecher der Bewegung immer wieder ins Volk gehen und es mit dem politischen Geschehen bei uns und in der Welt bekannt machen. Seine Darlegungen, die durch prächtigen Humor und geistvolle, witzige Schlagfertigkeit durchsetzt waren, weckten in den Tausenden von Zuhörern sehr häusig überaus starkes Echo, das sich oft in stürmischen Beifallsäußerungen bekundete. Mit Nachdruck wandte sich der Redner gegen die unnützen, die Aufbauarbeit des Führers nur erschwerenden Schwätzereien von Menschen, die mit dem großen Geschehen und dem gewaltigen Gedankengut des Dritten Reiches geistig und willensmäßig nicht Schritt halten, oder nicht mitkommen können. Er stellte jenen Schwätzereien in überzeugender Weife die großen Erfolge der bisherigen nationalsozialistischen Aufbauarbeit gegenüber und verglich dabei in fesselnder Weise den deutschen Aufbau unter der Führung Adolf Hitlers mit einem großen Bauplatz, auf dem alle Männer am Bau in emsiger Weise werken und sich mühen, gute und auf. unübersehbar lange Zeit dauernde Arbeit leisten, während mißvergnügte tatunluftige Müßiggänger am Wegrand stehen, die Besserwisser markieren, ohne aber selbst zu schaffen, ober fruchtbare konstruktive Arbeit leisten zu können. Unter häufiger starker Zustimmung der Versammlung lehnte der Redner derartige Zaungäste am großen deutschen Bauplatz mit Entschiedenheit ab und stellte ihnen gegenüber fest, daß die an dem großen Bau Adolf Hitlers schaffenden Menschen nichts anderes tun, als der 67-Millionen-Familie des deutschen Volkes eine neue und schönere Heimat zu schaffen, die zum Segen dieser Volksfamilie ausschließlich im Geiste und nach dem Willen des Führers geformt und ausgestaltet wird. In packenden Worten legte er dann bar, auf wievielen Gebieten des Lebens unseres Volkes erst burch ben Führer und feine Arbeit ben beutfchen Menschen wieder wertvoller und schöner Lebensinhalt gegeben worden ist. In diesem Zusammenhänge wies er auf die gewaltigen Erfolge des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit hin, erinnerte an die Wiederaufrichtung unserer herrlichen deutschen Wehrmacht, erwähnte die großartigen Leistungen des Winterhilfswerks und die ständige segensreiche Tätigkeit der NSV., das fruchtbare Wirken von „Kraft durch Freude", die beispiellosen Erfolge der Erzeugungsschlacht und noch manche andere Ereignisse auf dem Wege der großen Wende zum Besseren, den wir bisher unter Adolf Hitlers Führung zum Segen des deutschen Volkes beschritten haben. Sodann lenkte er den Blick der Volksgenossen auf die großen Aufgaben und die bisher schon erzielten bedeutsamen Erfolge des zweiten Vierjahresplanes Hundertjahrfeier und Gleibergfest 1937. Vorstandssitzung und Generalversammlung des Gleibergvereins. Anläßlich her Tagung des Gleiberg-Vereins am Samstagnachm'ittag gab der mit der Leitung der Erneuerungsarbeiten in der Burg Gleiberg beauftragte Bauinfpektor Mohr (Gießen) Gelegenheit, sich über den Stand der Renovierungen auf Dem Gleiberg zu orientieren. Die bis zur Jubiläumsfeier im Juni fertigzustellenden Arbeiten haben eine stilechte Wieberherstellung bes . Kaiser-Saales, bes Luxemburg- und des Vorstands-Zimmers zum Ziel. Trotz der knappen Geldmittel soll doch eine erhöhte Wirkung erzielt werden, so daß die Burg durch die repräfentablen Räume wieder zum Anziehungspunkt für die Volksgenossen der näheren und weiteren Umgebung werden wird. Bei dieser Neuordnung wird auch das große Gemälde des jetzt noch in Düsseldorf lebenden Malers Wille einen wirkungsvollen Platz erhalten. Gleichzeitig wird das Vörstandszimmer alle Erinnerungen an die bisherigen Vorstandsmitglieder, sowie die Funde auf dem Gleiberg aufnehmen, so daß es gleichsam zum kleinen Museum des Gleibergs erweitert wird. In der der Generalversammlung vorangegangenen Vorstandssitzung stellte sich Kreisdirektor Dr. Lotz (Gießen) als neuer Porsitzender des Gleiberg-Vereins vor und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dadurch eine alte Tradition wieder aufgelebt ist. Es hat sich als notwendig erwiesen, daß der bisherige Vorstand erweitert wird. Bei der in Vorbereitung befindlichen Statutenänderung wird darum gleichzeitig eine Umänderung des Vorstandes in den geschäftsführenden Vorstand und in den Beirat vorgenommen werden. Dabei soll der Beirat so umfangreich erweitert fein, daß alle für die Förderung des Gleibergs in Betracht kommenden Persönlichkeiten in maßgeblichen Stellungen der Partei und privater Organisationen in diesen berufen werden sollen. Kreisbirektor Dr. Lotz bankte bem bisherigen stellv. Vorsitzenden Direktor M e n k e n (Kinzenbach) für die außerordentliche Förderung und Aufbauarbeit, die dieser dem Gleiberg gewidmet hat. Direktor M e n f e n gab den Empfindungen der Mitglieder des Vereins über die Ueb er nähme des Vorsitzes durch Kreisdirektor Dr. Lotz Ausdruck. Die Mitglieder find sehr erfreut darüber, daß dadurch die alte Tradition im Verein wieder ausgenommen wurde und daß der Verein in dem neuen Vorsitzenden einen warmen Förderer seiner Bestrebungen gesunden hat. Direktor Renten ging bann auf die bisherige Zusammensetzung des Vorstandes ein, dem folgende Herren angehören: Kreisbirektor Dr. Lotz (Gießen) als 1. Vorsitzender; Regierungs-Baurat Hildebrand (Dillenburg), Lehrer P r a ß (Krofdorf), Studienrat Fabel (Wetz- lar), Bauinfpektor Mohr (Gießen), Bürgermeister Rinn (Heuchelheim), Hochfchulgruppenführer Frank (Gießen), Dr. W a l b r a ch (Gießen) und Direktor M e n k e n (Kinzenbach). Als Vertreter der Aufsichtsbehörde gehört auch Landrat G r i l l o (Wetzlar) mit zu dieser Führerschaft. Es ist nun beabsichtigt, auch die Kreisleiter Dr. Hildebrandt (Gießen) und Haus (Wetzlar), Oberbürgermeister Ritter (Gießen) u. a. in den Beirat zu berufen. Durch Hochschulgruppenführer Frank und Ge- richtsreferendar Adam wurde u. a. noch auf die enge Verbundenheit des Gleibergs mit der Gießener Studentenschaft hingewiesen, die zu einem Pegriff wurde, so daß beide, Gleiberg und Gießener Studentenschaft, ohne einander nicht zu denken wären. Durch die Initiative der Gießener Studentenschaft ist auch die Burg Gleiberg zu einem der ersten nationalsozialistischen Schulungslager geworden. Mit Dankesworten an alle Mitarbeiter und an die Mithelfer an der Erhaltung der schönen Heimatburg, die, obwohl sie territorial zum Kreise Wetzlar gehört, nicht aus dem Gießener Stadtbild fortzudenken ist, schloß der Vorsitzende, Kreisbirektor Dr. Lotz, die Vorstanbssitzung. Im Anschluß daran wurde die Generalversammlung eröffnet, bei der Kreisbirektor Dr. Lotz den zahlreich erschienenen Mitgliebern die Veränderung im Vorstand bekanntgab, wobei er betonte, baß diese Ehre nicht seiner Person, sondern bem Amt, das er FÜR BLONDES HAAR ’ Das Haar wird schöner die Frisur hält besser! KAMILLOFLOR LKALIFREI 30 PFG. BRUNETAFLORi — Skandal um Dr.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 39. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich fragte nun Herrn Tuff gestern vormittag, ob ich nicht auch etwas bekäme für mein Schweigen. — Natürlich, erwiderte Tuff, wie wäre es mit fünftausend? — Sagen wir das zehnfache! entgegnete ich. Sein Gesicht kannst Du Dir vorstellen. Während er noch nach Worten suchte, fuhr ich fort: Herr Tuff, sagte ich, lassen Sie alle Hoffnung fahren. Sie kriegen die Bude nicht. — Wieso nicht? will er wissen. — Weil ich nicht verkaufe, und wenn Sie mir eine halbe Million geben. — Nun, so allmählich dämmerte es ihm. Er wird klein und immer kleiner. ,Ueberhaupt rate ich Ihnen, lieber Herr Tuff, bald zu verduften. Und den Griens können Sie gleich mitnehmen/ — Na, den Spektakel kannst Du Dir vorstellen. Wenn mir am anderen Tag mein Notar nicht beigesprungen wäre, wäre ich wohl mit dem Aufruhr nicht fertig geworden. Die Pensionsgäste stellten sich natürlich auf meine Seite, und so wurde bas große Reinemachen schließlich burchgeführt. Jetzt ist es erst richtig schön geworben hier. Griens ist geflogen, ebenso die Köchin, eine freche Person> der ich dahinterkam, daß sie die Ware viel billiger eingekauft hatte, als sie sie berechnete. Der Notar hat mir als Ersatz eine sehr tüchtige Kraft besorgt, die Gäste sind vom Essen begeistert und möchten am liebsten gar nicht mehr weg. Ich habe fast alle Betten belegt, obwohl die Hauptsaison schon vorüber ist. Daß es Arbeit in Hülle und Fülle gibt, kannst Du Dir vorstellen, um so mehr, als ich den Ehrgeiz habe, meinen Gästen ein wirkliches Zuhause zu geben. Trotzdem, liebe Mary, fürchte ich die Stunden des Feierabends. Denn da überkommt mich das Bewußtsein, daß meinem Leben der eigentliche Inhalt fehlt. Ich bin doch noch so jung. Ich muß Dir Vorwürfe machen, well Du in Deinem Brief von Doktor Vandergruen geschrieben hast. Bitte, erinnere mich nicht mehr an ihn. Ich sehe ja heute alles mit anderen Augen an. Ich war es, die ihm Unrecht tat, die ihn im Stich ließ, als er auf mich wartete. Ich hätte an jenem Nachmittag daran denken müssen, daß er gerade aus der Haft zurückgekehrt war, daß er aufgewühlt, verstört, aus bem Gleichaewicht gerissen war, unb baß sich bie Spannung seiner Nerven eben entladen mußte. Ich hätte mich bemütigen sollen. Wie armselig war mein Stolz! Nein, Mary, laß es sein, es gibt keinen Weg zurück. Doktor Danbergruen lebt in seiner Welt, bie niemals die meine werden könnte. Denn niemals könnte ich auf dieses neue Leben verzichten. Hier in Hohenheim ist meine Heimat, hier will ich bleiben. Keine Macht der Welt wird mich mehr von hier lösen können. Bloß, weißt Du, ich müßte Kinder haben, damit meine Arbeit einen Sinn bekäme. Nun leb für heute wohl, Mary, und laß bald wieder von Dir hören. Herzliche Grüße auch an Herrn Imhoff!" „Tja, da ist guter Rat teuer! Ein heillos verwickelter Fall!" Mary faltet den Brief zusammen. „Man kann nichts tun. Man kann bloß auf die Zukunft hoffen. — Aber nun muß ich gehen, damit dein guter Ruf keinen allzugroßen Schäden leidet. Deine Wirtschafterin zieht schon jedesmal die Nase hoch, wenn sie mir die Tür öffnet." „Ja, tut sie das? Dann müßtest du eigentlich noch bleiben. Denn es wäre doch kein--Nanu, wer will so spät noch zu mir?" Die Klingel ist kaum verhallt, da wird die Tür aufgerisscn und Dr. Vandergruen stürzt herein. Er sieht furchtbar aus. Das Haar hängt ihm wirr ins bleiche Gesicht, bie Züge finb vor Schmerz verzerrt, der Knoten feiner Krawatte sieht jämerlich aus. „Doktor, um Gottes willen, was ist mit Ihnen?" Stefan blickt ben Fragenben an, mit irren Augen, feine Arme heben sich, verweilen eine Zeit in ber Schwebe unb fallen kraftlos wieder herab. Mary leat den Hut wieder beiseite, den sie bereits aufgesetzt hatte. Dann rückt sie einen Stuhl zurecht und drückt den Willenlosen hinein. Da keine dritte Teetasse zur Hand ist, füllt sie die ihre und schiebt sie ihm zu. „Trinken Sie, Herr Doktor!" Stefan Vandergruen nickt dankbar unb trinkt in hastigen, gierigen Zügen. „Es ist — ein Unglück geschehen. — Maria — ist — ach!" Er schlägt verzweifelt die Hände vors Gesicht, ein trockenes Schluchzen ringt sich aus seiner Kehle. Bert legt erschüttert die Hand auf Stefans Schulter. Stefan streicht mit der Hand mehrere Male über seine Stirn. „Beim Ueberqueren der Straße — ich wollte sie noch zurückreißen — aber--Während der Ueberführung ins Krankenhaus ist sie gestorben —" Die beiden schweigen. Sie fühlen, daß es eine Roheit wäre, jetzt armselige Trostworte zu jagen. Als Stefan ausgetrunken hat, gießt Mary wieder ein unb stellt eine Schale mit Gebäck vor ihm hin. Er nimmt mechanisch und ißt. „Verzeihen Sie mir, baß ich meine Verzweiflung zu Ihnen getragen habe, aber ich — mußte — irgenb jemand--" „Wir sind Ihnen dankbar, Doktor! Und — Sie dürfen jetzt den Mut nicht verlieren. — Wenn Sie hierbleiben wollen, auf der Couch liegt es sich sehr vequem." „Nein, nein, danke! Ich will nun wieder gehen, ich muß nach Hause." Mary blickt rasch ihren Verlobten an. „Wir werden Sie begleiten. Ja? Das dürfen Sie uns nicht abschlagen!" „Wenn Sie durchaus wollen!" versuchte Stefan zu lächeln, aber es wird nur eine verzerrte Grimasse. — Schweigend schreiten sie zu dreien durch die nächtlichen Straßen, in denen das Leben noch mächtig pulst. Die Leuchtreklamen schreien ihre Schlagworte aus, aus ben offenen Fenstern fingen die Lautsprecher, die Stadtbahnzüge bonnern 4£er die Viadukte, an ben Straßenecken brüllen bie Zeitungsverkäufer, überfüllte Straßenbahnen poltern vorüber, unb broben ist der Himmel, die schweigende, weite Nacht. Endlich gelangen die drei an Dr. Dandergruens Haus. Stefan holt ben Schlüssel aus ber Tasche. „Haden Sie vielen Dank für die Begleitung!" „Soll ich bei Ihnen bleiben?" „Nein, danke! Ich mochte lieber allein jein. Haben Sie keine Sorge, ich werde mich schon wieder zurechtfinden." — „Das ist furchtbar!" beginnt Mary, während sie ihren Arm in den chres Perlobten schiebt. „Ja, es wird sehr schwer für ihn fein. Er hat sehr an feiner Schwester gehangen. Jetzt ist er ganz allein." B „2ch werde Gisch eine Drahtnachricht schicken, „Ich habe auch schon daran gedacht." „Ja, jetzt braucht er sie. Wenn jemand ihm jetzt helfen kann, bann ist es Gisch." „Du meinst, daß sie zu ihm kommen soll? — Aber das geht doch nicht. Sollen die Klatschmäuler wieder Wasser auf ihre Mühlen bekommen?" „Mein Gott, Bert, bas ist doch jetzt nebensächlich. Es geht darum, dem Mann zu helfen, daß er wieder an das Leben glaubt. Er geht ja zu Grunde, wenn man ihn allein läßt!" „Da magst du recht haben. Ob aber Gisch kommen wird? Denk an ihren Brief!" „Sie wirb kommen." Sie suchen das nächste Postamt auf und Mary füllt das Telegrammformular aus. „maria vandergruen tödlich verunglückt. man)." „Weiter nichts?" wundert sich Bert. „Willst du nicht anfügen, daß sie Herkommen soll?" „Nein, so genügt es!" * Die Depesche kommt am frühen Morgen in Hohenheim an. Gisch steht, mit einer weißen Schürze geschmückt, in der Küche und hilft der Köchin, die Frühstücksportionen fertig zu machen. „Der Kuchen ist Ihnen wieder prächtig gelungen", lobt sie. Das Zimmermädchen tritt ein. „Die Dame auf Zimmer neun fühlt sich nicht wohl. Sie wünscht das Frühstück auf ihr Zimmer." „Schon, nehmen Sie es gleich mit! Unb kümmern Sie sich ein wenig um die Dame! Sehen Sie ab und zu nach ihr!" (Fortsetzung folgt!) bekleidet, gilt. Durch das Aufleben dieser Tradition werde der gute Geist der Zusammengehörigkeit, der schon vor der Reichsreform beim Gleibergverein besteht, sich wie bisher über alle Grenzen Hinwegsetzen: denn der Gleiberg gehört weder den Hessen, noch den Preußen, sondern beiden zugleich. Er gehört zum Stadtbild Gießens, wie er dem Kreis Wetzlar gehört, und beide sagen: er ist unser! So soll es auch in Zukunft bleiben. Der Vorsitzende widmete den beiden verdienten Förderern des Gleibergs, Geheimrat Prof. Dr. Sommer und Louis Frech, einen herzlichen Nachruf und gedachte der bei dem großen nationalen Unglück für das Vaterland ums Leben gekommenen deutschen Offiziere, Mannschaften und der Passagiere des Luftschiffes „Hindenburg", denen zu Ehren sich die Versammlung von ihren Plätzen erhob. Dr. Lotz dankte nochmals Direktor M e n k e n für die bisherige Führung und selbstlose Förderung des Vereins und der Burg und gab dem Wunsche Ausdruck, daß er mit derselben Liebe und Freudigkeit auch weiterhin dem Verein seine Mitarbeit widmen möge. Der Vorsitzende appellierte an die Heimatliebe und an die Opferfreudigkeit aller Volksgenossen in Gießen und in Wetzlar, durch ihren Beitritt zum Verein mitzuhelfen, daß dieses alte Wahrzeichen großer deutscher Vergangenheit, das seit altersher zum Wahrzeichen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden für diese schöne Landschaft wurde, erhalten werden kann. In seinem Tätigkeitsbericht über das verflossene Vereinsjahr warb Direktor M e n k e n in beredter Weise für die Aufgaben des Gleibergvereins, der auch im letzten Jahre wieder ganz erhebliche Geldmittel für Erneuerungsarbeiten ausgegeben hat. Er dankte darin für jede dem Verein gewährte Unterstützung, ganz besonders für die Mithilfe von Oberbürgermeister Ritter, Gießen, durch die es möglich wurde, die jetzt in Arbeit befindlichen Erneuerungen zu beginnen. Ganz besonders hob er die wertvolle Unterstützung des Vertreters der Aufsichtsbehörde, des Landrats G r i l l o, Wetzlar, hervor, der dem Verein mit Rat und Tat stets opferbereit zur Seite stand. Da seit 1879 keine Renovierungen vorgenommen waren, ließen sich die jetzigen Erneuerungsarbeiten nicht aufschieben. Durch Dank und Anerkennung aus. In gleicher Weise wurde die verdienstvolle Mitarbeit von Bauinspektor Mohr, der schon seit 36 Jahren die Erneue- runasarbeiten an der Burg leitet und vor seiner Versetzung in den Ruhestand noch eine durchgreifende Renovierung durchführen möchte, gewürdigt. Direktor Menken berichtete über die Hundertjahrfeier und das Gleibergfest 1937. Er wies aus die von dem Heimatforscher Lehrer Praß verfaßte Festschrift hin, die das Interesse am Gleiberg wecken soll und gab bekannt, daß am 4. Juni in Gießen die erste Aufführung des Volksstückes „Zur Spießpforte" erfolgen wird. Die zweite Ausführung findet am 5. Juni in Krofdorf und in Wißmar statt. Am Sonntag, 6. Juni, wird auf der Burg das Gleibergfest abgehalten. Auf Wunsch von Landrat G r i 11 o ist die Wiederholung der Festspielaufführung anläßlich des Wetzlarer „Ochsenfestes" am 19. Juli vorgesehen. Das von Oberstudiendirektor Philipp (Friedberg) nach geschichtlichen Forschungen von Lehrer Praß verfaßte Volksstück bietet einen Einblick in die Geschichte des Gleibergs. Lehrer Praß hob hervor, daß dem Führer des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, Ministerialrat Ringshausen (Darmstadt), die Schirmherrschaft für das Gleibergfest angetragen wurde, der bei der Aufführung in Gießen sprechen wird. Das Fest auf dem Gleiberg wird als großes Dolks- und Heimatfest ausgebaut werden, so daß es geeignet erscheint, zahlreiche Besucher anzuziehen. Rektor a. D. Müller (Gießen) überbrachte die Grüße des Schwesteroereins vom Schiffenberg und betonte die Verbundenheit beider Bestrebungen. Direktor Menken regte an, wie am Schiffenberg in Zukunft eine Maifeier auf dem Gleiberg und bie nächsten Generalversammlungen als Familienfeste an Sonntagen abzuhalten, um auch den Mitgliedern der ländlichen Ortsgruppen Gelegenheit zur Teilnahme zu bieten. Mit dem Dank und Gruß an den Führer wurde die arbeitsreiche Tagung geschlossen. Aus der engeren Heimat. Iahresfest der evangelischen Kirchen- undFrauenchöre des Dekanats Giehen. § Watzenborn-Steinberg, 11. Mai. Am Sonntag wurde das Jahresfestder Kirchen- und Frauenchöre des Dekanats Gießen in unserer Gemeinde gefeiert. Das Fest nahm in unserer großen Volkshalle einen mustergültigen Verlauf. Kurz vor 13 Uhr begann die Hauptprobe, in der Volkshalle für die gemischten Chöre, geleitet von Musiklehrer Nebe 1 ing (Gießen), in der Wirtschaft von Sommer für die Frauenchöre, von Finanzsekretär Sommer von hier geleitet. Schon um 13 Uhr strömten die Besucher in die mit den Fahnen und Hoheitszeichen des Dritten Reiches geschmückte Volkshalle, wo um 13.30 Uhr der Festgottesdienst seinen Anfang nahm. Der hiesige Posaunenchor unter Führung von Karl Philipp leitete die Feier ein. Den Altardienst versah unser Ortsgeistlicher, Pfarrer G o n t r u m. In der Festpredigt sprach Propst Knodt (Gießen) über die Aufgaben der Kirchenchöre als singende Gemeinde. Der Gottesdienst erfuhr eine besondere Bereicherung durch die Mitwirkung der vereinigten Frauenchöre mit mehr als 300 Sängerinnen unter Leitung von Chormeister Sommer von hier. Die vereinigten gemischten Chöre mit mehr als 600 Sängern und Sängerinnen sangen unter Leitung von Musiklehrer Nebelinh (Gießen). Die mehr als 2000 Personen zählende Festgemeinde beteiligte sich mit Choralgesang, den der Posaunenchor begleitete. Um 16 Uhr wurde mit Posaunenchorvortrag die Nachversammlung eröffnet. Sie war noch stärker besucht, als der Festgottesdienst: wohl 2500 Besucher wohnten der Feier bei. Die vereinigten Frauenchöre sangen zu Beginn. Pfarrer Weisel die Zusammenarbeit mit der Tagespresse konnte für diese Dinge Verständnis in weitesten Kreisen geweckt werden. Nachdem im Sommer, wie überall, auch auf dieser Burg der Lager- und Schulungsbetrieb ruhte, sind seit dem Herbst 1936 wieder eine ganze Reihe von Lager- und Schulungs- Wochenendkursen durchgeführt worden. Nachdem kürzlich die politischen Leiter des Kreises Wetzlar hier geschult wurden, kommen in den nächsten Tagen die Bürgermeister des Kreises Wetterau hierher. Somit ist es eine der schönsten Aufgaben der Burg geworden, die weltanschaulichen Gedanken im Volke zu verankern und dadurch dem Werke des Führers zu dienen. Nachdem die Erneuerungsarbeiten besprochen wurden, wies der Bericht auf das nächste Hochziel, die Erneuerung der Räume des Albertusbaues hin. Dazu gehört der Ausbau der Räume für das Schulungslager zur Aufnahme von 50 bis 60 Personen. Das Schulungslager war eines der ersten im neuen Deutschland. Lehrer Praß ergänzte diese Angaben über die Schulungslager und führte u. a. aus, daß 1238 Uebernachtungen getätigt wurden. Der von Lehrer Praß vorgebrachte Kassenbericht gab Aufschluß über geordnete Verhältnisse. Durch Sparsamkeit konnten einige Mittel zur Abtragung der restlichen Schulden erübrigt werden. Im Laufe des Jahres hofft der Verein in der Lage zu fein, feine letzten Verbindlichkeiten völlig abzulösen. Der Voranschlag für das kommende Jahr sieht wieder erhebliche Mittel für Erneuerungsarbeiten vor. An dem Beispiel von Krofdorf und Gleiberg zeigte Lehrer Praß, daß es möglich fein muß, auch in den Orten um den Gleiberg herum neue Mitglieder für das Erhaltungswerk zu gewinnen. Bauinspektor Mohr berichtete über die Renovierung des Kaisersaales, des Luxemburg- und des DorstaNdszimmers und gab eine Üeberficht über die im kommenden Jahr notwendigen Ausbesserungsarbeiten. Nachdem noch auf die Abänderung der Statuten und die Vorstandsneuwahl hingewiesen worden war, sprach der Vorsitzende Dr. Lotz dem Maler P r e s- b er, der schon die Renovierung der Burg Breitenstein geleitet hatte, für seine bereitwillige Mitarbeit Spratts Kücken Futter I ÄS» Balkon. denn je- pchöuet kdenn je: Blusen! iieto J245C/37 Manhläoon von3bis20v-Hierha,tenSiebeiwieder- lläCniaSSe dollen VeMenllivliungen einer Anzeige! GIESSEN SELTERSWEG 81 3366A Seltersweg 18 3309A Fernsprecher 2467 Freitag ■ 20—22.15 Uhr Lustspiel von Frank. Preise 3282 D 20-22.30 Uhr 32. Freit.-Miete Die Kleider Prpjcp v. 0.60-3.00 Mk. v 0.60-3.00 Mk. 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Primus, der erste Geiger einer Kapelle, falls er gleichzeitig die Kapelle dirigiert, auch Stehgeiger genannt. Primitiv, entbehr!, lat. Fremdwort für einfach, unbeholfen. Primiz, lat., die erste Mesie eines neugeweihten katholischen Priesters. Primus, der beste, erste Schüler der Klaffe. Printen, Brenten, hartes Peffer- kuchengebäck, das mit mancherlei Gewürz wie Anis, Nelken, Zimt und Sirup statt Honig zubereitet ist. Prinzipal, lat., entbehr!. Fremdwort für Lehrherr, Betriebsfüh* rer, Geschäftsinhaber. Privatlehrer, Lehrer, die in Familien oder Privatanstalten Unterricht erteilen und staatlich dazu berechtigt sind. Privat, lat., was den einzelnen Menschen persönlich angeht, privatim geheim. Privatschulen, unter staatlicher Aufsicht stehende Schulen, die keine eigene Prüsungsberechti- gung haben. Privatschulen sind für oie Kinder zu empfehlen, die durch Krankheit in ihrer Klaffe nicht mehr mitkommen würden. Pro, lat. — für. Probe, kleine Menge einer Ware, die geprüft werden soll. Probieren, entbehr!. lat. Fremdwort für versuchen, prüfen. Produkt, lat., Erzeugnis, auch in der Zusammenstellung „Landesprodukte", entbehr!. Fremdwort, dafür Landeserzeugnisse, ebenso kann man jederzeit für Produktion Erzeugung, für produktiv Werte erzeugend, für produzieren erzeugen, berstellen, hervorbringen, vorführen und für Produzent Erzeuger, Hersteller sagen. Profil, Seitenansicht des Gesichtes, aber auch der senkrechte Querschnitt eines Körpers, beispielsweise eines Bilderrahmens. Profit, franz, entbehr!. Fremdwort für Vorteil, Gewinn. Programm, griech., Anzeige, Ankündigung, Darlegung, Vortragsoder Veranstaltungsfolge. Projekt, lat., Bedeutung = Plan, Entwurf. Prolog, griech., Vorspruch, Vorspiel, Eroffnungsgedicht. Pro mitte, lat., Bedeutung = vom Tausend, l%o oder p. m. bedeutet 1 vom Tausend. Proportion, lat., Bedeutung = Ebenmaß, Gleichmaß, gut proportioniert, ebenmäßig gestaltet. Prosa, lat., die ungebundene Rede im Gegensatz zur Poesie, die llch bestimmter Versmaße bedient, davon prosaisch, alltäglich. Prospekt, lat., Bedeutung = ausführliche Anzeige eines Badeortes oder eines geschäftlichen Unternehmens. Proszeniumloge, lat., die Loge, die der Bühne am nächsten gelegen ist. Menn das Heizen nicht mehr lohnt ... aber es doch zu kühl im Zimmer ist, dann steht Ihnen im Petroleumofen eine billige Heizquelle zur Verfügung. Ein Liter Petroleum brennt 7 Stunden. Sehen Sie sich bei Häuser die Petroleumöfen einmal an. 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 3372 V (Heuchelheim) der Dekanatsvertrauensmann der Kirchenchöre, begrüßte die erschienenen 22 Chöre und die vielen Festbesucher. Besonders herzlichen Gruß entbot er dem jüngsten Verein, dem Frauenchor von Garbenteich, der zum erstenmal an einem Jah- resfest der Kirchenchöre teilnahm und der beim Einzelsingen mit einer recht beachtlichen Leistung auswartete. Pfarrer W e i | e i sprach dann über die Bedeutung der Kirchenchöre. Dekan Sattler (Wieseck) dankte in seiner Ansprache allen Mitwirkenden. Herzliche Dankesworte widmete er auch der gastfreien Gemeinde, die sämtliche auswärtigen Besucher zum Kaffee eingeladen hatte. Dann begann das Singen der Chöre, von den Festbesuchern mit größter Aufmerksamkeit ausgenommen. Folgende Chöre traten zum Einzelsingen an: Frauenchor Großen-Buseck (Dirigent Pfarrer Müller), Kirchenchor Treis a. d. Lda. (Chormeister Becker), Kirchenchor Allendorf a. d. Lahn (Lehrer Kimmel), Frauenchor Steinbach (Chormeister Schleuse), Kirchenchor Heuchelheim (Pfarrer Weisel), Frauenchor Hausen (Chormeister Sommer), Kirchenchor Oppenrod (Chormeister Ernst Nicolai, Großen-Buseck), Kirchenchor Beuern (Chormeister Schomber), Frauenchor Alten-Buseck (Chormeister Schreiner), Frauen- und Mädchenchor Klein-Linden (Lehrer Rau), Frauenchor Garbenteich (Chormeister Schäfer), Kirchenchor Burkhardsfelden (Altbürgermeister Albach), Choraloereinigung Gießen (Lehrer Simon), Kirchenchor Leihgestern (Chormeister Häuser, Steinberg), Frauenchor Reiskirchen (Chormeister Möbus), Kirchenchor Klein-Linden (Chormeister Germer), Frauenchor Petrusgemeinde Gießen (Lehrer Kröll), Kirchenchor Großen-Linden (Lehrer Römer), Gesamtgemeinde Gießen (Musiklehrer Nebe- ling), Kirchenchor Allendorf a. d. Lda. (Lehrer Heil), Kirchenchor Lich (Lehrer Stein), Kirchenchor Watzenborn-Steinberg (Finanzsekretär Sommer). Sämtliche Leistungen standen auf beachtlicher Höhe. Man konnte bei allen Chören feststellen, daß Sänger und Dirigenten sich bemühen, bestes Liedgut darzubieten. Den Dank an alle faßte der Orts- geistliche in seinem Schlußwort zusammen. Mit einem Massenchor der gemischten Chöre klang das Fest aus. Die sehr reichliche Kollekte des Festgottesdienstes und der Nachversammlung ist für die Arbeit der Kirchenchöre bestimmt. Landkreis Gießen. ch Heuchelheim, 12. Mai. Die Gemeinde Heuchelheim hat auf dem Wiesengrunde, der soa. Kuhweide, eine Jungviehweide errichtet, Die jetzt in Betrieb genommen wird. 40 Stück Jungvieh sind auf die Weide gebracht worden, um dort den Sommer zu verbringen. Das Gelände ist 40 Morgen groß. gfs. Großen-Buseck, 13. Mai. Hier wird in kurzer Zeit eine Mütterberatungsstelle eingerichtet, bei der jede Mutter sich unentgeltlich Rat und Auskunft über alle Fragen in gesunden und kranken Tagen, über sich und ihr Kind holen kann. Auch ein Kindergarten wird in nächster Zeit eröffnet, was die Mütter, die mitten in der Frühjahrsarbeit stehen, begrüßen werden. — Am 1. Mai gedachte die Frauenschaft der Alleinstehenden und Kranken, denen von den Amtswalterinnen Blumen und kleine Päckchen gebracht wurden. Den Muttertag feierte die Frauenschaft mit den Alten und den Eltern der Kriegsteilnehmer und verbrachte bei gemeinsamen Liedern und abwechslungsreichen Vorträgen frohe Stunden der Kameradschaft. < Ettingshausen, 12. Mai. Schon vor längerer Zeit wurde der Plan gefaßt, einem langgehegten Wunsche der Allgemeinheit und insbesondere der Schuljugend Rechnung zu tragen und ein Schwimmbad zu bauen. In einer Besprechung würde beschlossen, noch in diesem Jahre den Bau eines Schwimmbades vorzunehmen, das sich sehen lassen kann. Allerdings ist man sich noch nicht darüber klar, an welcher Stelle es errichtet werden soll. Auf alle Fälle hofft die Ettingshäuser Jugend zuversichtlich, daß ihr Wunsch nun in Erfüllung geht und daß auch bald der erste Spatenstich getan wird. — Die Pfundsammlung für den Monat Mcki hatte wiederum ein recht schönes Ergebnis. In der Ortsgruppe wurden 78 Pfund Lebensmittel gesammelt, und zwar in Ettingshausen 28, in Queckborn 31 und in der Zelle Münster 19 Pfund. D Lich, 12. Mai. Auch in diesem Jahre wird der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lich wieder einen Blumenschmuckwettbewerb seiner Mitglieder durchfuhren. Diese Wettbewerbe erfreuten sich in den verflossenen Jahren immer regen Interesses unserer Einwohnerschaft. Oie Untersuchung der „Hindenburg^-Katastrophe. Der „H i n d e n b u r g" - A u s s ch u ß , der am Dienstag weaen der Trauerfeier seine Arbeiten unterbrochen hatte, nahm am Mittwoch die Vernehmungen der Zeugen wieder auf. Leutnant Tyler, der die Landungsmannschaft befehligte und im vergangenen Jahr als Beobachter der amerikanischen Marineluftfahrt eine Fahrt des „Hindenburg" mitmachte, sagte aus, daß die erste Stichflamme ungefähr zwei Meter breit und drei Meter hoch gewesen sei. Der Zeuge ist der Ansicht, daß der Stichflamme eine Explosion vorausgegangen ist, die sich unmittelbar vor der hohen Flosse und etwas oberhalb der Längsachse des Luftschiffes ereignet haben müsse. Tyler bezeugte, daß die Landungsseile trocken waren, also keinesfalls als Leiter für statische Elektrizität dienen konnten. Auf befragen erklärte er, daß er von einer Spätzündung bei den Heckmotoren nichts bemerkt habe. Das Neuyorker Polizeipräsidium hat bekanntgegeben, daß es den Untersuchungsbehörden drei seiner besten Detektive zur Verfügung gestellt habe, die sämtlich Spezialisten für Explosivstoffe seien. Die Detektive haben angeblich den Sonderauftrag erhalten, festzustellen, ob Sabotage bei der' Katastrophe eine Rolle gespielt hat. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Während über Mitteleuropa noch immer milde und feuchte Meeresluft von Südwesten herangeführt wurde, die wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen gewittrigen Schauern brachte, ist über Osteuropa von Süden her ein starker Vorstoß subtropischer Warmluftmassen erfolgt, der zu zunehmender Störungstätigkeit führen dürfte. Damit wird auch bei uns die Wetterlage eine langsame Umgestaltung erfahren. Vom Atlantik her werden allmählich kühlere Luftmassen als bisher uns zugeführt, dabei wird das Wetter auch noch vielfach Aufheiterungen zeigen, die auch weiterhin zu Schauern führen. Aussichten für Freitag: Vorübergehend stärker bewölkt, sonst noch vielfach aufheiternd, Neigung zu Schauern, langsame Abkühlung, mäßige westliche Winde. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt und leicht unbeständig, im allgemeinen kühler. Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 13. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 20,7 Grad, Minimum heute nacht 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 15,5 Grad; am 13. Mai: morgens 12,3 Grad. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. 3371 A te Donnerstag: tauff ührung " Beiprogramm and Üfa-Ton-Woche — Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. Sonn- n. Fe iertag 3, 5, 8.30 Uhr bis I. Feiertag einschl. diese» IIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIII"' (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund Belanfihtes Men Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter, schriften, Namensaji» qab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Dild- folgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am De- obachten ist ein wert- volles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühIer Verlag Berlin-Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllll lieber Naturschutz und Naturkunde des Hugo Bermiihler Verlages, Berlin-Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher". Protein 384 P. T. Protein, stickstoffhaltige Eiweißkörper, die in Tieren und Pflanzen vorhanden und für die Ernährung von großer Wichtigkeit sind. Prothesen, griech., künstliche Glieder bei Arm- oder Beinverlust. Prooenceöl, das feine, fast geruchlose Olivenöl, das als mildes Salatöl verwendet wird. Proviant, lat., der Mundvorrat bei Soldaten und bei Ausflügen oder Wanderungen. Provisor, lat., Gehilfe des Apothekers, der sein Staatsexamen gemacht hat. Provisorisch, entbehrliches lat. Fremdwort für vorläufig. Prozent, lat., Bedeutung vom Hundert. l°/o oder p. c. bedeutet 1 v. H. Das Prozent-Rechnen sollte vor allem jede Hausfrau beherrschen, da es im Alltagsleben große Bedeutung hat. Prügelstrafe sollte bei Kindern nur dann angewandt werden, wenn es unumgänglich notwendig ist, aber niemals im Zorn nach der zu bestrafenden Tat und nur auf den bewußten Körperteil. Prunel, franz., atlasartiger Kammgarnstoff. P. S. Abkürzung von Postscrip- tum, lat., Bedeutung = Nachschrift. P. S. Pferdestärke, entspricht der Kraft, die imstande ist, 75 kg in einer Sekunde einen Meter hoch zu heben. Pseudonym, griech., Bedeutung = falscher Name, Deckname, unter dem jemand, der nicht bekannt werden will, schriftstellerische Arbeiten veröffentlicht. Ähnlich bedeutet anonym, namenlos. Daher anonymer Brief und anonyme Spende. Psittakosis = Papageienkrankheit, siehe dort. Psyche: Geist, Seele; psychisch: auf das Seelenleben bezüglich, seelisch, geistig. Psychologie: Seelenlehre, Psychopath: Geisteskranker, Psychiater: Irrenarzt, Psychiatrische Anstalt: Irren- Heilanstalt. Psychoanalyse: Aufdeckung seelischer Vorgänge und verborgener psychischer Zusammenhänge aus Erinnerungen, Träumen und einer gewissen „Generalbeichte" des Kranken. Die Ps. wurde in ihrer Bedeutung lange überschätzt. Heute in ihre Grenzen zurückgewiesen. Psychopathen sind geistig abnorme Menschen infolge erblicher Anlage. Die Psychopathenfürsorge beschäftigt sich mit der Beobachtung und Erziehung psychopathischer Kinder und Erwachsener. Es gibt eigene Heime für Psychopathen. Manchmal wird der krankhafte Zustand erst durch verbrecherische Handlungen offenbar. Durch die Psychopathenfürsorge sollen derartige Menschen günstig beeinflußt werden. P. T. prämisso titulo, lat., Bedeutung = nach Vorausschickung des Titels, ähnlich wie P. P. überflüssige Form zu Beginn eines Briefes, bei dem man sich der Anrede nicht sicher ist. DAS FÜHREN DE FACHGESCHÄFT iNjSkAS-UND POR^ELL ANWAREN ~ ■ W ~G 1 E N in R E\j ZPLAT1" agt mein Mann oft scherzhaft von meiner Küche. Dabei habe ich nur einfache weiß lackierte Möbel. Aber ich pflege sie mit Seifix. Seiflx macht alles glänzend, was glänzen soll — natürlich vor allem die Böden! S\ mnÄ** wirklich ^£he/os0. spiegelt^ X 90 SelfiX gibt es in fünf Farben! Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße 49 Gießen. OooA Slragula- Teppichen. 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