Rr. 265 Erstes Blatt 187. Zahrgang Zrettag, 12. November 1037 Lrlchemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspretr: Mit 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Hrontsurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreife für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzoorschrift nach vorh. Bereinbg.25°/^. mehr. Ermühigte Srundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Rumänien vor der Wahl. Von unserem (K Gch.)-Berlchterstatter. (Nachdruck verboten.) Bukarest, November 1937. Langsam lichten sich die Nebel, die über dem Bukarester politischen Leben liegen. Mit mathema- ischer Sicherheit rückt der Tag der lang erwarteten l Di e g i e r u n g s k r i s e näher. Am 6. November ibends kehrt der König von seinem Jagdausflug n die Tschechoslowakei zurück Nach einer Galgen- rist wird er den Ministerpräsidenten Tatarescu mpfangen und den Rücktritt der Regie- u n g entgegennehmen, dieser Regierung der Libe- alen Partei, die am 14. November genau vier i Jahre am Ruder wäre. Bis zum 15 November d i e neue Regierung gebildet sein, deren rste Ausgabe die A u f l ö s u n g des Parlaments und die Durchführung der Neuwahlen ift, denn die Verfassung schreibt vor, daß die Wah- len einen Monat später durchgeführt werden. Also hierüber gibt es keine Zweifel mehr. We- ^ntlich schwieriger ist das zweite Problem: Wer bll die Wahlen durchführen — eine Uebergangs- egierung, die nach den Wahlen wieder verfchw'in- >et, oder das Kabinett, das die nächsten vier Jahre der regiert? Wie stets, so wird auch diesmal von !er Opposition das neutrale Wahlkabine tt gefordert, das dem Ausgang der Wahlen :l)ne Sorge gegenübersteht, daher die beste Gewähr i-ir Verhütung von Mißbräuchen und Fälschungen üetet. Viel Aussicht hat diese Zwischenlösung nicht. Grunde drängt alles nach der endgültigen ösung, und von den bekannteren Parteiführern rüröe niemand für ein paar Minuten Ministerpräsident spielen wollen mit der Gewißheit, Platzhalter i nes anderen zu sein. Dann soll dieser andere gleich ^stimmt werden! Hinzu kommt die Erwägung, daß die Bestellung h s künftigen Ministerpräsidenten aus den Reihen b r Führer einer großen Partei den Ausgang der ^.EUwahlen weitgehend im voraus bestimmt. Das rumänische Wahlgesetz schlägt der Partei, die 41 v. $). aller Stimmen erhält, zwei Drittel der ^aarlamentssitze zu. Niemand zweifelt daran, daß d e Liberalen oder die National zara- ni st e n 41 v. S). der Wähler für sich buchen kön- n n, je nachdem, ob die einen oder die anderen die tinmenbe Regierung stellen. Beide Parteien halten i£) die Waage, und man braucht noch nicht an ^zulässige Wahlbeeinflussung zu denken, es genügt es natürliche Schwergewicht, das bei der Regie- mng liegt und ihr den Zulauf sichert. Das Gesetz des rumänischen Parteilebens ver- langte, daß sich die Liberalen in die Opposition zu- ürkziehen und ihren stärksten Gegnern, den Natio- m lzaranisten, das Feld der kommenden vier Jahre ! iil erlassen. Aber es scheint, daß dieses eherne Gesetz bis steten Wechsels diesmal keine absolute Gültig- h t hat. Nach außen wird das Gesicht gewahrt: Imtarescu hat vor der Liberalen Partei er- j flürt, die Mission der Regierung nähere sich ihrem Erde. M i h a l a ch e, der Parteiführer der Natio- mllzaranisten, hat die Leistungsschau des jetzigen Nnisterpräsidenten, der vor allem (und mit Recht) ms die wirtschaftlichen Erfolge seiner Regierungs- tciigkeit Hinweisen konnte, mit den Worten bean- limdet, daß Tatarescu eben eine gute Zeit erwischt >°be, und hat seinerseits seinen Anspruch ange- m ldet. Und nun wartet alles auf die Entscheidung. Die? Entscheidung aber liegt beim König. fitönig Earol, der sich streng an die Verfassung (ü, hat keine leichte Aufgabe. Er, der über den i li r t e i e n steht und das Beste des Landes will, irfte gegen die Betrauung Mihalaches starke Be- euken haben. Es ist unverkennbar, daß die Na- lilmalzaranisten einen starken Linksflügel haben ins dem Gedanken der Volksfront huldigen, j lern steht die starke Rechts st römung des Lan- 2?; entgegen, die heute doch so kräftig ist, daß sie !l licjt mehr übersehen werden darf. Bekannt sind 3i$ engen Beziehungen Titulescus zu den Na- tosalzaranisten. Die Außenpolitik Titulescus aber ist für Rumänien erledigt, und wenn Mihalache iiitut dafür Garantien bietet, daß die Außenpolitik fein er Regierung auf der seit Titulescus Ausbootung leschlagenen Linie bleibt, so sinken seine Aus- ; Wen. Es besteht die weitere Möglichkeit, der nationalen Strömung durch eine Regierung der Hetzten Folge zu geben. Ernster Anwärter wäre Ti ida-Voeood mit seiner Rumänischen Ziont. Die Front allein ist nicht tragfähig, es irii^te etwas dazu kommen, und daran scheitert die Üezierungskähigkeit der Rechten, daß sie sich nicht züsummensindet, sondern lieber einander befehdet. 2i- National - Christliche Partei (Cuza Gaga), die bei den Wahlen wahrscheinlich den drittln Platz einnehmen wird, hat noch weniger Aus- sih en als Vaida-Voevod, und die Partei „Alles fii- das Land" die frühere Eiserne Garde (Co- Ibleinu) ist zu extrem, als daß sie in Frage käme, obwohl die Partei jetzt zum ersten Male seit ihrem ! Hetzen an den Wahlen teilnimmt. Bas bleibt anderes^ übrig als eine neue Re - gi, r u n g der Liberalen? Die Partei hat hoch diesen vier Jahren nicht schlecht abgeschnitten, fii hat keinesfalls abgewirtschaftet. Wenn nichts toteres übrigbleibt, wird sie zweifellos bereit sein, wj er zu regieren. Ob mit denselben Ministern, das if ine andere Frage: sicher wird mancher Perso- vnwechsel erfolgen. Aber wenn die Liberalen wie- diriommen, dann mit Tatarescu, der ein ü.o-m der jüngeren liberalen Generation ist und bcs Vertrauen des Königs genießt. Anfangs sprach mir auch von einer Erweiterung der Regierungs- t)cii5 durch Hinzunehmen einer anderen Partei. Deutsches Flugzeug fliegt Schnelligkeit«! -ÄV eltrekord. EhefpilotOr.WurstererreichtmitMefferschmitt-FlugzeugStundengeschwindigkeit von 610,21 Kilometer gegen bisher 567,115 Kilometer. Berlin. 11. Roo. (DNB.) Die deutsche Luftfahrt hat am 11. November 1937 einen stolzen Erfolg errungen. Es ist Deutschland zum erstenmal möglich gewesen, den internationalen Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge in seine Hand zu bringen. Der Rekord ist nach den internationalen Abmachungen über eine gerade Strecke bei Augsburg von dem Ehef- piloten der Bayerischen Flugzeugwerke Dr.-Ing. Wurster mit einem Messerschmitt-Flug- zeug vor der Aeronautiqe Internationale (F.A.I.) geflogen worden, und zwar mit einer Durch- s ch n i 11 s g ef ch w i n d i g k e i t von 6 10,21 km/st Den bisherigen internationalen Rekord für Landslugzeuge hatte der Amerikaner Hughes auf „Hughes Special" inne, und zwar mit 567,115 km/st. Die Leistung des Ehefpiloten Wurster ist um so höher zu bewerten, als der Flug nach den internationalen Bestimmungen in einer höhe von nicht über 50 Meter geflogen werden muhte. Der Erfolg kann die deutsche Luftfahrtindustrie mit um so größerem Stolz erfüllen, als Deutschland hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeit noch ziemlich weit hinter Frankreich) Italien und den Vereinigten Staaten zurückstand. Es war nur möglich durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Flugzeugwerken, der Firma D a i m l e r - B e n ;, die den Motor DB600 lieferte, und den heddernheimer Kupferwerken in Frankfurt a.M.» die die Erfolge des Vierjahresplans. Der Voranschlag des ersten Jahres überschritten. Halle, 11. Nov. (DNB.) Im Rahmen einer arbeitspolitischen Tagung der Deutschen Arbeitsfront hielt Oberst Loeb, der Leiter des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, einen Vortrag über die industrielle Wirtschaft im Vierjahresplan. Oberst Loeb kennzeichnete den Vierjahresplan im Zusammenhang mit der Gesamtheit der Aufgaben, die der Führer bei der Machtergreifung gestellt hat. Im Rahmen dieser Aufgaben ist die deutsche Wirtschaft in eine Bewegung gekommen, die beispiellos ist. Als einen Maßstab dafür nannte Oberst Loeb die in den letzten vier Jahren zu verzeichnende Steigerung der Steinkohlenförderung an der Ruhr um 60 v. H. Wir können, so fuhr er fort, der Zukunft mit so großer Zuversicht entgegensehen, weil wir eine große Anzahl von positiven Punkten in die Waagschale zu werfen haben: Eine arbeitsame Bevölkerung, die sich nicht im Klassenkampf verplempert, Chemiker und Techniker, die gezeigt haben, was aus dem Wenigen, das wir haben, alles noch herauszuholen ist, und weil wir die Regierungsform haben, die imstande ist, Schwierigkeiten zu überwinden, wie sie sich uns heute noch entgegenstellen. Der Staat hat sich nicht mit der Feststellung der begrenzten Rohstoffbestände begnügt, sondern ist mit Erfolg an die Ausweitung der eigenen Erzeugung herangegangen. Die Grenze einer solchen Ausweitung liegt nicht im Materiellen, sondern allein in dem Maß der vernünftig ausgewerteten männlichen Schaffenskraft. Hinsichtlich der Eisenmetalle lasse sich der Nachweis führen, daß eine weitgehende Ablösung durch Leichtmetalle, Holz und Kunststoffe möglich ist unter Gewinnung wesentlicher prakti- Doch weder Vaida-Voevod noch Georg Bratianu mit seiner Gruppe der liberalen Dissidenten dürften dazu Lust haben, und die Liberalen auch nicht. So sieht das Schlachtfeld der rumänischen Innenpolitik im Augenblick aus. Endgültig läßt sich nichts voraussagen, denn — der König hat nach dem Rücktritt der alten Regierung fünf Tage Zeit, den Parteien Gelegenheit zu geben, ihre Verantwortung für das Land zu beweisen. Wiederaufnahme der englisch- iialienischen Fühlungnahme. London, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter berichten über den Besuch, den der britische Botschafter in Rom Außenminister Ciano abgestattet hat. Die Blätter sind sich darüber einig, daß das Gespräch, sich um Die Einleitung von Verhandlungen über eine englisch-italienische Annäherung gedreht Haven dürste. „Times" schreibt, daß nach Ansicht italienischer Beobachter die Atmosphäre für eine Wiederaufnahme der englisch-italienischen Gespräche sich gebessert habe. Die Londoner Korrespondenten der italienischen Zeitungen messen der Aussprache zwischen dem italienischen Botschafter in London und Unterstaatssekretär Vansittart große Bedeutung bei. Ihre Berichte sprechen von einem bedeutsamen Stimmungsumschwung eines großen Teiles der verstell-Luflschraube geliefert haben. Die ftommif- fion hat den Rekord bereits der F. A. I. gemeldet. Wurster ist einer der erfolgreichsten deutschen Einflieger. Er hat auch längere Zeil an der Erpro- bungsslelle der Luftwaffe in Travemünde gearbeitet. Der absolute Weltrekord wird von dem Italiener A g e l l o mit einem Wasserflugzeug gehalten. und zwar mit einer durchschnittlichen Stundengeschwindigkeit von 708 Kilometer. Der stolze Erfolg der deutschen Luftfahrt hat den Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst G ö - ring, veranlaßt, an die Bayerischen Flugzeugwerke in Augsburg und an die Firma Daimler- Benz in Untertürkheim folgendes Telegramm zu richten: „Zu dem hervorragenden Erfolg, den Sie Ihrer zielbewußten gemeinsamen Entwicklungsarbeit verdanken, beglückwünsche ich Sie herzlichst und bitte Sie, meine besondere Anerkennung Ihrer Gefolgschaft zu übermitteln. Es erfüllt mich mit stolzer Freude, daß die deutsche Luftfahrt in den wenigen Jahren des Wiederaufbaues eine s o hervorragend eS pitzen lei st ung erringen konnte. Ich bin überzeugt, daß Ihnen dieser Erfolg ein weiterer Ansporn für die Zukunft sein wirh." Weiter hat der Reichsluftfahrtminister dem Chefpiloten Dr. W u r st e r in einem Telegramm Anerkennung und Glückwunsch zu der hervorragenden fliegerischen Bestleistung, die uneingeschränkten Einsatz und hohes Können verlangt, ausgesprochen. scher Vorteile. Der geringste Grund für eine Einfuhr in früherem Umfang sei hinsichtlich der Steine und Erde zuzugestehen. Auf dem Gebiete des Holzes werden wir auch autark werden, zumal wenn wir uns der Tatsache erinnern, daß die Verwendung von Holz zum Brennen unsinnig ist. Mit Genugtuung konnte der Redner auf beträchtliche Fortschritte Hinweisen, die noch ständig in Qualität und Verarbeitung der Zellwolle zu verzeichnen sind. Aehnlich wie hier sei auch beim Kautschuk nicht einzusehen, warum es nicht möglich sein sollte, einen Stoff künstlich herzu- stellen, der in seinen verschiedenen Ausführungen für unsere wirtschaftlichen Zwecke besser geeignet ist, als das zufällige Erzeugnis der Natur, das ursprünglich auch andere Aufgaben hatte. Endlich hat der Vierjahresplan uns einen unermeßlichen Vorsprung auch in der Treibstoff- frage verschafft, mit dem die heute noch glücklichen Erdölländer sich ebenfalls eines Tages werden auseinandersetzen müssen. Oberst Loeb schilderte, wie die Herstellung mancher Austauschstoffe in Abfall- und Nebenerzeugnissen bereits wieder die Grundlage für andere Kunststoffe gebe. Er stellte fest, daß der unerhörte Jmportzwang, der in der Vergangenheit auf uns lastete, zu beseitigen ist. Die erste Jahresbilanz des Vierjahresplanes hat ergeben, daß der Voranschlag um ein Weniges sogar überschritten wurde. Das gibt uns die Gewißheit, daß wir das Wort des Führers einlösen können: Kein Einfluß von innen oder außen werde uns an der Durchführung der Grundgedanken unseres Aufbauprogramms hindern. britischen Oeffentlichkeit gegenüber Deutschland und Italien und glauben an die Möglichkeit einer Neuorientierung der britischen Politik. „Daily Mail" hält es für möglich, daß Chamberlain auf Grund der Unterredung mit Gras Ciano und dem englischen^ Botschafter in Rom ein persönliches Schreiben an Mussolini über die augenblicklichen Probleme und die englisch-italienischen Beziehungen richten konnte. „Italien ergreift die Initiative zu Verhandlungen mit England", so kennzeichnet das Pariser „Petit Journal" die Besprechung des Grafen Ciano mit dem englischen Botschafter in Rom. London suche die Liquidierung der spanischen Angelegenheit, die Verringerung der italienischen Marine in Libyen und die Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer zu erreichen. Rom dagegen wünsche die Anerkennung seines Imperiums und die Beendigung jeglicher Unterstützung der Politik Moskaus durch England. Der römische Berichterstatter des „Matin" meint, Graf Ciano habe dem englischen Botschafter gesagt, daß Italien das Recht habe, vor Eröffnung dieser Besprechungen gewisse Bedingungen zu stellen. Italien wolle als ein Teil eines granitenen Blockes betrachtet werden. Jeder Versuch, der mittelbar oder unmittelbar auf eine Schwächung der Achse Berlin-Rom oder des antikommunistischen Dreier-Abkommens abziele, würde nur das Gegenteil bewirken. Wie sieht es in derWittschaftaus? So erfreulich es klingen mag, daß d i e G e • f a m te r n t e des Jahres 1937 uns den Rekordertrag der Nachkriegszeit an Stärkewerten und den zweithöchsten Ertrag an Eiweiß bringen wird, so ist doch kein Grund, befriedigt die Hände in den Schoß zu legen. Es ist nicht nur zu bedenken, daß noch immer eine gewisse Einfuhr an Nahrungs- und Futtermitteln notwendig bleibt, um den vollen Bedarf zu decken. Da der Rekordertrag der inländischen Ernte nicht im Getreidebau, sondern im Hackfruchtbau erzielt worden ist, sind Anpassungen in der Ernteverwertung und Umstellungen der menschlichen und tierischen Ernährung nötig, die dieser Tatsache Rechnung tragen. Die Haltbarkeit von Kartoffeln und Rüben ist am größten nach der Verarbeitung auf Trockenprodukte. Wirtschaftlich liegt hier die größte Schwierigkeit darin, daß es sich wegen der geringen Haltbarkeit von Rüben und Kartoffeln um ein Saisongewerbe handelt, das nur wenige Monate mit Rohstoffen versorgt werden kann, und feine Kapazität nach den Höchstansprüchen des ersten Angebotsstoßes richten muß. Während nun Zuckerrüben ganz vorwiegend auf Zucker verarbeitet werden, ist die Gefahr des Verderbs bei Kartoffeln sehr viel großer; um so wichtiger ist die Frage, wie der große Segen der Kartoffelernte für die menschliche Ernährung so genutzt werden kann, daß auch hier Kartoffeln an Stelle von Getreide, also von Brot- und Teigwaren treten. An erster Stelle steht da wohl die warme Mittagsmahlzeit an Stelle der Stullen in der Betriebskantine. Wichtig ist ferner das warme Abendbrot mit Kartoffeln an Stelle des kalten Aufschnitts in Norddeutschland, und Kartoffelspätzle statt Mehlspätzle in Süddeutschland. * Die neue „Tarifordnung zur Regelung der Ar- beitsverhältnisse bei ungünstiger Witterung auf den Baustellen der Gesellschaft Reichsautobahnen und der Wehrmacht im Winter 1937/38" bringt für die darin erfaßten Arbeiter eine Sicherung gegen Wetterausfälle, die die schon bestehende noch übertrifft. Die Schlechtwettersicherung wurde im Jahre 1934 zum erstenmal durch Tarifordnung eingeführt. Der Bauarbeiter im Dienst der Reichsautobahnen und der Wehrmacht erhielt durch die damalige Regelung eine Lohngarantie für 32 Stunden je Woche. Die Regelung galt für die Zeit vom 1. November bis zum 30. April: Der durch Schlechtwetter- aussälle notwendig gewordene Lohnausgleich konnte durch Vor- oder Nacharbeit, die sich aus"diesen Zeitraum verteilte, vollzogen werden. Erst wenn das nicht gelang, trat der Unternehmer mit der Bezahlung der wegen Schlechtwetter nicht geleisteten Arbeit in Vorlage und erhielt vom Bauherrn Ersatz. Aus den Reichsautobahnen ist es gelungen, in den vergangenen Jahren den Schlechtwetterausgleich zu vollziehen, ohne daß dadurch die Kostenberechnung umgestürzt worden wäre. Die Deutsche Reichsbahn berichtet soeben von einer außerordentlichen Anspannung des Güterverkehrs im September. Auch diese Erscheinung ist durch die anhaltend günstige allgemeine Wirtschaftslage bedingt. Der Güterwagenpark der Reichsbahn wurde namentlich für den Versand von Brennstoffen und industriellen Erzeugnissen und infolge des beginnenden Herbstverkehrs auch für Obst, Gemüse, Kartoffeln, Brotgetreide, Mehl usw. in erhöhtem Maße in Anspruch genommen. Wenn den hohen Anforderungen an den Wagenpark nicht in vollem Umfange entsprochen werden konnte und ein Ausfall in der Wagengestellung von im ganzen etwa 2,8 v H. hingenommen werden mußte, so ist das zum Teil mit darauf zurückzuführen, daß die Reichsbahn zur Durchführung der Wehrmachts- Übungen außergewöhnliche Leistungen übernehmen mußte, und daß da und dort der Verkehr so plötzlich anstieg, daß die Sendungen von den Empfängern nicht fristgemäß abgenommen werden konnten. Daraus ergaben sich Stauungen und unnütze Wagenaufenthalte, die in verschiedenen Fällen nur durch Zulaufsperren beseitigt werden konnten. Auch sonst mußten Maßnahmen ergriffen werden, die einen schnelleren Umlauf der Wagen gewährleisten. Diese Auswirkungen des Wirtschaftsaufsschwunges sollte alle Unternehmer und diejenigen, die Güterwagen in Anspruch nehmen, dazu veranlassen, durch eigene Vorkehrungen die entleerten Güterwagen möglichst umgehend wieder in Verkehr zu bringen. Auch im Personenverkehr wird noch über einen außergewöhnlich starken Fernverkehr berichtet, und zwar übertraf er wiederum den vorjährigen. Auf die Einstellung von Aushilfsarbeitern in der Bahn- unterhaltung und auf die Verkehrssteigerung ist es auch zurückzuführen, daß der Personalbestand der Reichsbahn von 724 237 auf 730115 Kopfe stieg. * Die Lage auf dem Eis en markt blieb auch im letzten Monat, wie bereits seit einiger Zeit, unvermindert lebhaft. Die inländische Nachfrage nach Eisen- und Stahlerzeugnissen aller Art ist nach wie vor groß. Wenn auch zwar die Lieferschwierigkeiten noch nicht ganz beseitigt werden konnten, so hat man aber jetzt die Kinderkrankheiten des neuen Kontingentsoerfahrens überwunden. Die Belieferung der SlonfroIInummeraufträge war nach einem Bericht in „Stahl und Eisen" durchweg gut. Die Bedarfsanforderungen der Kontingentsträger gingen bei den Werken in dem bisherigen Umfange weiter ein. Trotz der noch etwas unübersichtlichen Verfassung und der gesunkenen Nachfrage auf den Eisen- a u s f u f) r mär 11 e n beschloß die Internationale Rohstahlgemeinschaft auf ihrer Warschauer Tagung, den Preisstand zu halten und der Marktabschwächung durch mengenmäßige Beschränkung der Ausfuhr entgegenzutreten. Sie setzte darum die Ausfuhrmengen von 526 000 Tonnen auf 450 000 Tonnen herab. Die Preise blieben dagegen unverändert. Diese Politik bedeutet, daß das Kartell die jetzigen Ausfuhrpreise, die seit langem zum ersten Male wieder über den Inlandspreisen liegen und daher für die Werke keinen Verlust bedeuten, unbedingt halten und nicht beim ersten Nachlassen der Nachfrage in den Preisen zuruckgehen will, zumal die Zurückhaltung der ausländischen Käufer vielfach spekulativen Charakter hat. Deutschland kann mit dieser Ausfuhrpolitik nur einverstanden sein, sichert sie doch seinen Werken die dringend notwendigen auskömmlichen Preise. Die deutsche Ausfuhr von Walzprodukten hat sich von 289 851 Tonnen im Juli auf 185 371 Tonnen im Septemder vermindert, und zwar infolge der Zunahme des deutschen Eisenbedarfs. Dementsprechend ist auch aus innerwirtschaftlichen Gründen eine Zunahme des Erz- bedarfs zu verzeichnen, die Wege des Vierjahresplanes, die deutschen Eisenerzquellen zu erschließen, sind daher absolut zweckgegeben. Der Konjunkturrückschlag in den Vereinigten Staaten scheint schärfer zu sein, als gemeinhin angenommen wurde Aus allen Zweigen der Industrie und des Einzelhandels kommen geradezu schwarzseherische Berichte. Die Stahlproduktion hat allein im Oktober 10 o. 5). ihres Umfanges eingebüßt und blieb unter der des Jahres 1936. Die Preiserhöhungen, zu denen die Industrie durch das Roofeoeltsche Sozialprogramm und durch das Anziehen der Rohstoffpreise gezwungen wurde, stoßen auf einen sehr starken Käufer st reik. Heute ist es drüben so, daß, genau wie in den Zeiten der schlechtesten Konjunkturperiode, der Käufer der Wirtschaft den Preis diktiert und nicht umgekehrt Das wird mit Recht von den liberalistischen Wirtschaftspolitikern der USA als ein zweites Menetekel für die amerikanische Wirtschaft aufgefaßt, und die Kapitalflucht aus Amerika, der schlechte Stand des Dollars vervollständigen das Bild des allgemeinen Mißtrauens Einst war der Golddollar der Magnet, nach dem sich alles richtete. Seitdem der Roofeoeltsche Papierdollar eingeführt wurde, ist er das Schmerzenskind der Weltwirtschaft und eine dec Quellen der Währungsunruhen geworden * Es ist fast unbekannt, daß in den letzten Jahren auf dem Balkan erfolgreiche Versuche gemacht worden sind, Baumwollkulturen anzulcgen und einen Teil des Baumwolloerbrauches aus Eigenem zu decken. An und für sich verträgt die Baumwolle keine Trockenheit und ist sehr frostempfindlich. Aus diesen Gründen kommt ein Teil der höhergelegenen Lagen für den Anbau von Baumwolle überhaupt nicht in Betracht, aber in Südserbien, in Rumänien, in Griechenland und Bulgarien gibt es noch große Flächen, die zur Baumwollkultur vorzüglich geeignet sind. Die Ernteergebnisse für 1937 sind durchaus befriedigend. In Griechenland wurden 1932 7500 Hektar Baumwolle angebaut, im Jahre 1937 aber fast 80 000 Hektar, und heute wird der Bedarf der griechischen Textilindustrie an Baumwolle zu 60 o. H. aus eigenen Kulturen gedeckt. In Rumänien gedeiht die Baumwolle vor allem in der Dobrudscha und im Bezirk Oltenia. Aber die Anpflanzungsversuche wurden erst in den letzten zwei Jahren in größerem Umfange vorgenommen, und zwischen die Baumwollstauden wurde, um das. Risiko zu vermindern, Mais gesät. In der abgelaufenen Kampagne wurden 30Ö0 Hektar mit Baumwolle bepflanzt. Einen überaus starken Auftrieb haben die bulgarischen Kulturen zu verzeichnen, und zwar wurden 1937 61 188 Hektar mit Baumwolle bepflanzt gegen 50 058 Hektar im Vorjahre. Die bulgarische Baumwollerzeugung ist seit 1932 auf das Zehnfache gestiegen! In Südslawien wurden 3500 Hektar Baumwolle angepflanzt und in diesem Jahr 800 Tonnen Baumwolle geerntet. Der Ertrag ist erstklassig, denn im Durchschnitt wurden 800 Tonnen reine Baumwolle gegen 300 Tonnen im Vorjahre erzielt. Für Jugoslawiens Textilindustrie ist das noch wenig, aber der Weg zur Selbstversorgung ist entdeckt worden. Schanghais Zukunft. Tokio, 12. Nov. (DNB Funkspruch.) Die japanischen Truppen haben nach mehrtägigen heftigen Kämpfen N a n \ i a n g (20 Kilometer nordwestlich von Schanghai) erobert. Es befanden sich hier die sehr stark ausgebauten chinesischen Verteidigungslinien, auf die sich die Chinesen während der großen Offensive aus Schanghai zurückgezogen hatten. Nachdem die Japaner auch Nantao und Putung besetzt haben, dürfte der Donnerstag wohl der letzte Großkampftag in Schanghai gewesen sein. Das Hauptkampfgebiet ist jetzt weit von Schanghai weg nach Westen zu verlegt worden. Die chinesische Hauptlinie verläuft vermutlich von Kuinsan— Sutschau—Kasching, also vom Pangtse über das Seengebiet bis zur Hangtschaubucht. Für die Internationale Niederlassung in Schanghai, die völlig von den Japanern eingekreist ist, ergibt sich jetzt eine ganz neue politische und wirtschaftliche Lage Die japanische Zeitung von Schanghai, „Todo Schimbun", erhebt nachstehende Forderungen: Unterdrückung antijapanischer Bewegungen, Maßnahmen gegen politische Intrigen. Ausweisung aller chinesischen politischen Verwaltungsorgane aus der Internationalen Niederlassung, Verstärkung der japanischen Vertretung im Stadtrat, Revision der zwischen den Chinesen und dem Konsularkorps abgeschlossenen Landverfügungen, Durchbrechung des englischen Monopols in der Polizeidirektion. Falls die Behörden der Internationalen Niederlassung die Erfordernisse der Lage verkennen würden, würden die japanischen Organe gezwungen sein, Maßnahmen zur Sicherung der vollkommenen Neutralität der internationalen Konzessionen zu ergreifen. Der Oberkommandierende des japanischen Expeditionskorps in Schanghai, General Matsui, verwies auf kommunistische Umtriebe und auf chinesische, in Zivilkleidung in die Internationalen Nie- oerlassungen gelangte Soldaten, die hinter der japanischen Front Gefahren heraufbeschwören könnten Er beabsichtige nicht, die gegenwärtige Lage einseitig auszunützen Die Japaner würden jedoch die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Störungen ihrer militärischen Belange zu verhindern. * Unter der Überschrift „W a s wird das näckste Ziel fein" schreibt „Pomiuri Shim- bun . der chinesische Konflikt sei nur ein Glied in der fortschreitenden Entwicklung der Weltgeschichte. Die Beendigung des augenblicklichen Streites könne vielleicht ein Anfang viel ernsterer Dinge fein. „Jeder Japaner fühlt mehr und mehr, daß der eigentliche Gegner des gegenwärtigen Streites nicht China selb ft sei. Aber nichts Endgültiges kann getan werden, bevor dieser Skandal um Leon Blum. Oer ehemalige französische Ministerpräsident wird beschuldigt, Gelder der Auslandspropaganda für Parteizwecke verwendet zu haben. Parts, 11 Nov. (DNB.) Jrn Auswärtigen Ausschuß der Kammer kam es wegen des Propagandafonds des Außenministeriums zu einer lebhaften Aussprache. Der ehemalige Ministerpräsident F l a n d i n erklärte, er erkenne die Wichtigkeit dieses Fonds an, aber der Ausschuß müsse die Gewißheit haben, daß diese Kredite einzig und allein für den Auslandspropagandadienst und nicht etwa zur Subventionierung „gewisser Nachrichtenagenturen" verwendet würden. Flandin hat damit darauf angespielt, daß die Regierung Blum seinerzeit auf die Nachrichtenagentur Radio Einfluß genommen hatte Durch Schaffung neuer Verwaltungsratsposten in dieser Agentur hatte man einige politische Freunde des sozialdemokratischen Parteiführers und damaligen Regierungschefs untergebracht Die „Epoque" schreibt, Flandin fordere eine Kontrolle über den Propagandafonds, der von Leon Blum seiner eigentlichen Bestimmung entzogen worden sei. Es handele sich darum, zu wissen, ob größere Beträge des Geheimfonds für die Propaganda der Volksfront oder bester gesagt zur Unterbringung einiger „Kreaturen Leon Blums" abgezweigt worden seien. Das „Petit Journal" will wissen, daß jeder der so versorgten Freunde L6on Blums 150 000 bis 200 000 Franken jährlich beziehe. Nach diesem Keulenschlag möge Leon Blum nun ruhig seinen Gesetzesvorschlag über die Presse und Kontrolle ihrer Einkünfte wieder aufgreifen! * Die Enthüllung, daß Leon Blum auf die Nachrichtenagentur „Radio" — sie hat mit dem Rundfunk nichts zu tun und ist rein politischer Art — Einfluß genommen und in ihrem Aufsichtsrat Freunde mit Gehältern zwischen 150 000 und 200 000 Franken untergebracht hot, ist in Frankreich mit erheblichem Staunen und Befremden ausgenommen worden. Einmal sind die Gehälter für französische Verhältnisse, besonders gemessen an den Gehältern der Beamten und Offiziere, phantastisch hoch und zweitens schlägt das Verfahren des früheren Ministerpräsidenten und jetzigen stellvertretenden Ministerpräsidenten seiner eigenen puritanischen Gesetzesvorlage ins Gesicht, wonach Zeitungen verpflichtet sind, ihre Buchhaltungsbelege vorzuweisen. Damit sollten fremde Einflüsse ausgeschaltet werden. Nun ist Leon Blum dabei ertappt, Staatsgelder für reine Futterkrippen verwandt zu haben. Dieser Tage hat erst eine tschechische Zeitung enthüllt, daß ein Neffe L 6 on Blums an der Spitze von einem Konsortium levantinischer Juden Sowjetspanien mit Benzin und Petroleum beliefert Und vor einigen Monaten meldete die belgische Polizei, daß der Sohn des bekannten französischen Gewerkschaftsführers Jou- h a u x verhaftet worden ist, weil er in Belgien Waffen- und Munitionsankäufe zugunsten Rotspaniens „tätigte". Zwei privatbahnen verstaatlicht. Die Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschast und die Braunschweigische Landes- Eisenvabngeselljchast werden Eigentum des Reiches. Berlin, 11. Nov. (DNB.) Der Reichs- und preußische Verkehrsminister hat sich entschlossen, die L ü b e ck - B ü ch e n e r E i s e n b a h n g es e lisch a f t und die Braunschweigische Landeseisenbahn-Gesellschaft in das Eigentum des Reiches zu überführen. Für diese Entschließung war maßgebend, daß die Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft wichtige Reichsbahnstrecken verbindet; ihre organische Eingliederung in das Netz der Deutschen Reichsbahn war deshalb aus Verkehrs- und Betriebsgründen eine schon seit langem erkannte Notwendigkeit. Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesell- schaft hat in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Errichtung neuer Jndustrieunter- nehmungen im mitteldeutschen Raum weitere richtige Verkehrsaufgaben erhalten, zu deren Bewältigung die Ueberführung der Gesellschaft in die Hand des Reiches erforderlich ist. Die Verstaatlichung dieser beiden Privatbahnen bedeutet indessen keine Abkehr von dem vom Reichsver- kehrsministerium vertretenen Grundsatz, daß die Privat- und Kleinbahnen auch in Zukunft in ihrer Selbständigkeit erhalten bleiben sollen. Es handelt sich vielmehr hier um Ausnahmefälle, in denen die Eingliederung in die Deutsche Reichsbahn aus den angegebenen besondereen Gründen unabweisbar ist. Die Verstaatlichung soll bei beiden Gesellschaften nach § 253 des Aktiengesetzes durch U e b e ft r a = gung ihres Gesamtoermögens auf das Deutsche Reich unter Ausschluß der Abwicklung durchgeführt werden. Damit gehen die Aktiva und die Passiva auf das Deutsche Reich über. Die G e - f o l g \ cf) a-f t wird unter Vermeidung von Nachteilen und sozialen Härten in den Reichsbahndienst übernommen. Die Aktionäre, die seit Jahren keine regelmäßige Dividende erhalten haben, sollen durch Umtausch ihrer Aktien in Reichsbahnschatzanweisungen 1936 im Verhältnis 1:1 abgefunden werden, so daß sie in Zukunft eine regelmäßige Verzinsung von 4’/2 v. H. bekommen Die Ueberführung der Lübeck-Büchener Eisenbahn und der Braunschweigischen Landesbahn in den Besitz des Reiches erinnert an das Verhältnis zwischen Staat und Verkehrswesen, das im Laufe der Jahrzehnte immer enger geworden ist. Die ersten Eisenbahnen waren Privatbahnen, aber von Anfang an sicherte sich der Staat die Oberaufsicht über die Betriebsführung, vor allem mußte er die Konzession für Neubauten erteilen. In Preußen ist die Verstaatlichung der meisten Eisenbahnen in dem Jahrzehnt nach 1878 durchgeführt worden. Die preußischen Staatsbahnen waren das Rückgrat der Finanzen des Staates und wurden später, nach 1918, der Grundstock der Reichsbahnen. Daneben sind aber immer noch stattliche Reste des privaten oder Kleinbahnwesens erhalten geblieben. Meist handelte es sich um Linien rein lokalen Charakters, vielfach auch um Schmalspurbahnen. Wenn der Staat sich nicht entschließen konnte, eine solche Strecke zu bauen, so schlossen sich wohl Provinzen, Kreise und Gemeinden zur Errichtung einer Kleinbahn zusammen. Das Streckennetz der Privatbahnen umfaßt heute 4500 Kilometer, das der Kleinbahnen 14 500 Kilometer, das ist ein Viertel des Netzes der Reichsbahn. Zweifellos leisten diese Verkehrswege besonders für ländliche Bezirke eine wichtige Funktion. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß sie an der Konjunktur nicht denselben Anteil nehmen konnten wie die Reichsbahn. So wurde auf der kürzlich in Goslar abgehaltenen Tagung der „Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen" mitgeteilt, daß 122 dieser Unternehmungen einen Betriebsfehlbetrag aufweisen, also der Hilfe bedürfen. Trotzdem wird das Verkehrsministerium an seinem Grundsatz festhalten, die Kleinbahnen bestehen zu lassen, wenn auch im Einzelfall finanzielle Förderung notwendig sein sollte. Die nun durch Verfügung des Reiches in den Besitz der Reichsbahngesellschaften übergehenden normalspurigen Bahnen von Lübeck—Büchen und Braunschweig-Land ragen aus der Reihe ähnlicher Unternehmungen heraus. Das Reich ist an ihnen schon jetzt mit 86 bzw. 76 v. H. des Aktienkapitals beteiligt. Es besitzt also die qualifizierte Mehrheit der Gesellschaften und kann den Uebergang in den Reichsbesitz durch Beschluß in der Gesellschafter-Versammlung herbeiführen. Die Lübecker Bahn ist eine der ältesten, die Konzession stammt noch aus der dänischen Zeit des Lauenburger Landes, sie bildet auch die Durchgangsstrecke für den Verkehr von Hamburg nach Skandinavien. Noch kürzlich machte sie von sich reden, als dort erstmalig ein Versuch mit zweistöckigen Wagen durchgesührt wurde. Sie beschäftigt 1133 Beamte und Angestellte sowie 1500 Arbeiter. Die Braunschweiger Bahn ist etwas länger, hat aber nur 237 Angestellte und Beamte sowie 395 Arbeiter. Ihre Bedeutung liegt darin, daß sie ein Gebiet durchschneidet, das einer industriellen Entwicklung entgegengeht. Das dürfte der Hauptgrund für die Uebernahme durch das Reich fein, denn die Planung der neuen Wirtschaftsräume erfordert eine entsprechende Entwicklung des Schienenverkehrs. Die Lübecker Bahn hat seit 1929 keine Dividende verteilt, damals waren es 5 v. H., die Braunschweiger Strecke war ebenfalls meist ohne Ueberschuß, 1936 wurden 2 v. H. verteilt Diese Ergebnisse waren aber mir möglich, weil das Reich auf die Beförderungssteuer verzichtet, was übrigens bei vielen Privat- und Kleinbahnen der Fall ist. Durch seinen Mehrheitsbesitz der Anteile hätte das Reich schon früher diese Strecken erwerben können, es hat darauf verzichtet, da früher die Reichsbahnen als Pfand für die Reparationen belastet waren. Wenn das Reich beschlossen hat, den Kleinaktio- nären für ihre Anteile Reichsbahnschatzanweisungen zum Kurse von jetzt 99,6 v. H. mit einer Verzinsung von 4,5 v. H. auszugeben, so wird man sagen können, daß sie einen guten Tausch machen. Ebenso erfreulich ist, daß die Reichsbahn die Angestellten, Beamten und Arbeiter durchweg übernehmen will und sich dadurch in derjenigen sozialen Haltung betätigt, die im nationalsozialistischen Staat selbstverständlich ist. Gegner nicht in seine Schranken verwiesen ist." „Dieser wahre Gegner, der die Mächte gegen Japan aufhetzen oder einen Zwischenfall zwischen Japan und Sowjetrußland herbeiführen könne, sei England. Krisis in dermexikanischenpeiroleumindustrie. Mexiko-Stadt, 11. Nov (DNB.) In der mexikanischen Petroleumindustrie bereitet sich eine Zuspitzung der Lage vor Da ein Schiedsspruch der Regierung wird erwartet, der den Forderungen der in der Petroleumindustrie beschäftigten Arbeiter vermutlich jehr entgegenkommen wird, erklären die Gesellschaften schon jetzt, über ihr Angebot nicht weiter hinausgehen zu können. Nach den großen Streiks von Ende Mai und Anfang Juni hatten die Gesellschaften Lohnerhöhungen im Betrag von 20 Millionen Peso jährlich zugestanden, während von der Arbeiterschaft 26 Millionen Peso gefordert wurden. Es liegt die Vermutung nahe, daß die Gesellschaften, in die ein Kapital von 400 Millionen Dollar investiert ist, s i ch gänzlich aus Mexiko zurückziehen werden. Mit diesem Schritt würden sie den Tendenzen der Regierung entgegenkommen, die auf eine Verdrängung ausländischer Gesellschaften hinarbeiten. Oie brit schen Handelsagenten für das nationale Spanien. London, 11. Nov. (DNB.) Das englische Außenamt teilt mit: „In Anbetracht der Tatsache, daß eine zufriedenstellendere Fühlungnahme als die bisher bestehende zwischen der britischen Regierung und den Behörden des Gebietes unter der Kontrolle von General Franco zum Schutze ihrer Staatsangehörigen und zur Wahrung der Handelsinteressen in den beiden Gebieten wünschenswert ist, ist man übereingekommen, daß ein Agent der britischen Regierung für diese Zwecke ernannt werden soll, der in Salamanca oder an einem anderen Ort seinen Wohnsitz haben und daß entsprechend die britische Regierung einen Agenten General Francos in London erhalten soll, der' die gleiche Aufgabe hat. Außer diesem Agenten werden Unteragenten in beschränkter Anzahl an anderen Orten ernannt werden, worüber die beiden Parteien sich noch einigen werden. Die Aufnahme eines Agenten in London ft eilt in keiner Weise eine Anerkennung der Behörden in dem Gebiete unter der Kontrolle des Generals Franco dar, und keine Partei wird diplomatischen Status gewähren oder ernwrtcn, daß ihren Agenten ein solcher zu- gestanden wird." Brasilien. Der Kamps gegen den Kommunismus wird fortgeführt. Rio de Janeiro, 11. Nov. (DNB.) Der innenpolitische Umschwung in Brasilien hat nirgends zu politischen Zwischenfällen oder Ruhestörungen geführt. Der Kampf, den die brasilianische Regierung dem Kommunismus angesagt hat, wird planmäßig weitergeführt. Bisher sind 8 7 0 Personen verhaftet worden, die direkt oder indirekt mit Moskau in Verbindung standen. Die letzt verkündete Verfassung führt die Todesstrafe für Umsturz, Landesverrat und Mord wieder ein. Präsident Dr. Gentulio Vargas, der die neue Bundesverfassung Brasiliens erließ. (Scherl-M.) Sämtliche brasilianischen Gouverneure haben sich mit dem Bundespräsidenten solidarisch erklärt, ausgenommen die von Bahia und Pernam- buco, wo sogenannte Internen toren vom Bundespräsidenten eingesetzt worden sind. Auch im Staate Rio de Janeiro ist eine solche „Inter- vention" vorgenommen worden. * Die Einführung der neuen brasilianischen Verfassung hat in Paris beinahe Bestürzung her» vorgerufen. Ein Teil der Volksfrontpresse ist so hysterisch, zu behaupten, daß Deutschland seine Hand im Spiele gehabt habe. Der „Tenips" ist der Ansicht, daß der Staatsstreich großes Aufsehen Hervorrufen werde. Jedenfalls bleibe Vargas allein Herr der Lage. Die blutigen Ereignisse vom November 1935 hätten zur Genüge bewiesen, daß die brasilianische Regierung die kommunistischen Machenschaften mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen müsse. Von da bis zur Beseitigung einer in Kraft befind- liehen Verfassung durch einen Federstrich und zur Aufzwingung der Diktatur sei eine große Spanne. Diese Spanne scheine Präsident Vargas mit Entschlossenheit überschritten zu haben. Das jetzt in Brasilien beginnende Experiment werde besonders interessant. Denn mit diesem Versuch träten das korporative System und faschistische Methoden in einem der wichtigsten süd- amerikanischen Länder in Erscheinung. Man glaubt in Paris, daß Präsident Vargas den Beschluß einer Verfassungsänderung gefaßt habe, weil es ihm nicht möglich gewesen sei, sich 1938 von neuem als Kandidat für d i e Präsidentschaf t s w a hl,e n aufzustellen. Das neue Regime könne sich nur dann zu einer totalitären Form hin entwickeln, wenn es die rückhaltlose Unterstützung der Jntegralisten (Grünhemden) finde. WaffenftiUftandsfeiern in London und Paris. In stillem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges ruhte Donnerstag in ganz England in der Zeit von 11 Uhr bis 11.02 Uhr der gesamte Verkehr. Hornsignale kündeten die zwei Minuten an, während derer die Menschen auf den Straßen stehen blieben und in allen Betrieben Englands die Arbeit ruhte. Zur selben Zeit fand am Londoner Gesallenen-Ehrenmal, dem Kenotaph, eine Gefallenenehrung statt, an der der König in der Uniform eines Feldmarschalls, mit der Königin und den Prinzessinnen des königlichen Hauses teilnahm. Kaum hatten die Schweigeminuten begonnen, als ein Mann die Kette der den Kenotaph umstehenden Ehrenkompanie der Manne durchbrach und Schmäh- rufe auf den König ausstieß. Die Blätter melden, daß die Menge über den Störenfried sehr entrüstet gewesen sei und nach Abschluß der Schweigezeit gerufen habe: „Tötet ihn, tötet ihn!" Die Polizei konnte den Mann jedoch in ein Hospital bringen, wo feftgefteüt wurde, daß es" sich um einen im September aus einem Asyl für Geisteskranke entkommenen Geistesgestörten handelte Auch in Paris fand wie alljährlich am 11. November in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, zahlreicher Vertreter der Regierung und hoher Persönlichkeiten aus Politik und Militär die Feier des Waffenstillstandstages am Grabmal des unbekannten Soldaten statt. Bereits kurz nach 9 Uhr begann am Triumphbogen am Etoile-Platz der Aufmarsch der Verbände, dem gegen 11 Uhr ein Vorbeimarsch der Truppen, der Frontkämpfer und Kriegsverletzten folgte. Während des Truppenvorbeimarsches kam es an den Champs Elys^es zu einigen Zwischenfällen. Aus der zahlreich versammelten Menge ertönten Rust wie „Nieder die zweijährige Dien st' pflicht", die sofort mit Rufen „Es lebe die Armee" beantwortet wurden. Kurz danach kam es zu einem Handgemenge zwischen Anhängern der Sozialpartei und Mitgliedern der Action Fran- ?aise. polen feiert seinen Unabhängigkeit«!««. Warschau, 11. Nov. (DNB.) Zum erstenmal wird der polnische Unabhängigkeitstag am 11. November als offizieller Staatsfeiertag gefeiert. Die Straßen der Hauptstadt find mit den Hoheitszeichen der polnischen Republik geschmückt. Einen besonders festlichen Anblick bietet die historische UjaZ- dowski-Allee, in der der Staatspräsident als Oberster Befehlshaber der polnischen Armee und Marschall Rydz-Smigly die Parade der polnischen Wehrmachtsformationen abnahmen im Beisein der Regierung, der Generalität und anderer hoher Würdenträger des Staates und der Kirche sowie her Diplomaten und Militärattaches der fremden Länder. Gegenüber der letzten großen Parade im Sommer vor König Carol von Rumänien sind die motorisierten Spezialformationen und ferner die Tank- und die Flugabwehr weiter verstärkt worden. Diö L. _ !■ en Dom M im P 1 and feint tler. Gegner angegriffen hatte, wurden die Leichen von oben, d 100 Die deutsche Botschaft in London hat 6859 V Arctic ist — nach umwälzend neuem Verfahren hergestellt — „reiner u 3 Jugendführer grüßen wir Sie in Ehrfurcht und Dcnkbarkeit und geloben treue Arbeit im Dienste an t) - heldischen Idealen unseres Volkes. Gez.: Gene- imajor Freiherr von Grote; Baldur von h i r a ch , Jugendführer des Deutschen Reiches". Der Führer und Reichskanzler antwortete: „Den Per, Mg her. r Staat;. )e. Jeden. • Die bin- r 0 im Arbeitsausschuß Langemarck vereinigten Front- kanpfern und Jugendführern danke ich für die iße, die ich in dankbarem Gedenken an die jungen Quoten von Langemarck herzlich erwidere. Adolf beladen, ging ich im grellen Vollmondlicht über die Jnfel nach Bitte. Nachts um zwei Uhr; denn die Stunden waren unsichtbar und unmerkbar verflossen. Tausend Erinnerungen drangen aus der Vergessenheit ins Bewußte: von dem Eindruck der Werke und Aufführungen auf mich, den Berliner Studenten, vor fünfundzwanzig Jahren. Der Taumel befriedigter Wissens- und Erlebnisbegierde begleitete mich durch die überhelle Nacht. Der nationalspanische Heeresbericht vom 11. November meldet von der Aragon- Front, daß im Abschnitt San Pedro—Wallfahrtskirche eine Erkundung durchgeführt wurde, wobei die Nationalen Gefangene machten und Kriegsmaterial erbeuteten. Vier rote Milizen liefen zu den Nationalen über. — Bei einer anderen Stellung, wo der gefallenen Milizen geborgen. Kunst und Wissenschaft Deutschland dankt für britische Hilfe bei Ailchners Rettung. Zahrestagung der NSG. »Kraft durch Freude" und der Reichs-Kulturkammer. ÜA.GUUM OBk ^KTIBNGBSELLSCHAET HAM BJJ turschwankungen des Winterhalbjahres (von 4-15° bis 30°) besitzt. Jetzt Ist Einfüllzeit für Besuche bei Hauptmann Zum IS. Geburtstag des Dichters am 15. November Von Hans Hartmann. werbe! ersuch) ) fafr. tigftenib1 ton M i Be'Ws , weil ti in neuen [ibtiv e ReM Jorm h iterslützun: in einem Schreiben an den britischenStaats- sekretär für auswärtige Angelegenheiten den aufrichtigen Dank der deutschen Regierung für die vielfältigen und erfolgreichen Bemühungen der britischen und britisch-indischen Behörden für die Befreiung des deutschen Forschungsreisenden und Nationalpreisträgers Dr. Filchner und seines Begleiters Haack zum Ausdruck gebracht. In dem Schreiben sind namentlich erwähnt der britische Generalkonsul in Kafchgar, Major P a ck m a n und der britische Dizekonsul Gillett, deren besondere Bemühungen entscheidend zu dem Erfolg des Rettungswerkes beigetragen haben. Dizekonsul Gillett konnte bereits im Frühjahr dieses Jahres auf einer Dienstreise Dr. Filchner und seinen Begleiter Haack in Khotan sprechen, was für die beiden Deutschen eine große moralische Hilfe in ihrer monatelangen und gefährlichen Haft bedeutete. Nachrichten, die von Dr. Filchner aus Indien vorliegen, besagen, daß nicht nur die wissenschaftliche Ausbeute der Expedition über die ursprünglichen Erwartungen hinausreicht. Dr. Filchner ist damit beschäftigt, in freundschaft- :ro i«. i des5' \ n girier Mc. j MM n jlanbs int Londonei eine A. y in dtk nigin uni teilnahT innen, ois mstehknitn nb ter rM hr eiÄ"» leigezeW. al brin^ ien im 6«' cke entfoir* amll-S m der w erung Militär c Irabm° ott. Der- S' r» Men' A önten , Dien!! lebe ' danach ction ö181 jfeiWW a«iS s'fe t Einen," or'M xM nt als ■ Hobe, w, - »r o-e m )ie neue fr—>»— v , , , <, erl-M ferlichen Gestaltung der Tagung beitragen. Am A:end findet eine Festaufführung der Beethoven- e D;er „Fideli o" im Deutschen Opernhaus statt. Kleine politische Nachrichten etoa 30 000 Jugendlichen, die den Abschuß der militärischen Vorführungen bildeten, setzte- sich aus geschlossenen Formationen der ver- jc ebenen Organisationen der militärischen Vorbe- . fttung, aus studentischen Verbänden, Sportver- ' Der eiien und kirchlichen Jugendverbänden zusammen. Wnbs I den Abteilungen fiel der starke Anteil der weib- otjigen litjen Jugend auf. An der Parade haben sich die \^egib Jigendorqanisationen der Nationaldemokra- ^0 plan " m __-f- : ,u x tno? r eh"1’ k »lit ® e l«U ft er em. * I Tus Anlaß der Anwesenheit des Reichspostmini- jpee Dr. Ohnesorg in München gab der Ober- bii«]ermeifter einen Empfang, dem außer dem Mi- rilfDr zahlreiche Teilnehmer Der 21. Post- und Tele- ;rcphenwissenschaftlichen Woche, darunter zahlreiche Poitbeamtc, die Träger des Goldenen Ehrenzeichens uni des Blutordens find, beiwohnten. * Jn Anwesenheit des Reichsministers des Innern Dr. F r i ck empfing die Nordische Verbindungsstelle in ihrem Heim den Vertreter der Stockholmer ichwedisch-deutschen Vereinigung Ge- lenl de 'Champs. Unter den Erschienenen be- Mikte man die Gesandten Fürst Bismarck, Dr. eli^oe und Aschmann vom Auswärtigen Amt, Hechssportführer von Tschammer und Osten und Hechsärzteführer Dr. Wagner. * > er diplomatische Vertreter der Republik Polen fate den Danziger Senat gebeten, darüber wachen, daß die Verordnungen über die via a tsjugend und gegen die Neubildung »en politischen Parteien nicht mit den Hegten der Danziger Staatsangehörigen polnischer ßeikunft in Widerspruch ständen. Der Präsident bks Senats hat versichert, daß durch die Verord- Berlin, 11. Nov. (DNB.) Die N S. - G e - IMinschaft „Kraft durch Freude" und In Reichs kulturkammer werden ihre dies- ja rige gemeinsame Jahrestagung am 2 6. No- v!wb e r im Deutschen' Opernhaus zu Berlin- Eiarlottenburg durchführen. Bei dem Festakt, der UTL 12 Uhr beginnt, werden der Präsident der Mchskulturkammer, Reichsminister Dr. G o e b - bils, und der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Mchsorganisationsleiter Dr. Ley, das Wort neunen. Das Philharmonische Orchester unter L- tung von Generalmusikdirektor Prof. Dr. Böhm (Dresden) und Generalmusikdirektor Prof. Eugen I? ch u m (Hamburg) wird gemeinsam mit Prof. Gorg K u l e n k a m p f f als Solisten und Staats- ffaufpieler Friedrich Kayßler als Sprecher zur licher Fühlung mit den indischen Vermessungsbehörden die Ergebnisse seiner Arbeit auszuwerten. Seine Expedition hat somit einen ausgezeichneten Beweis verständnisvollen Zusammenwirkens auf dem Gebiete der Wissenschaft geliefert. Dichter besuchen das Auslandsdeutschtum. Im November werden von den deutschen Kolonien und Ortsgruppen der NSDAP, in aller Welt Veranstaltungen im Anschluß an die Woche des Deutschen Buches durchgeführt, zu denen deutsche Dichter aus dem Reich ins Ausland fahren. So werden in Skandinavien Ludwig Tügel, Friedrich Griese und Wolfgang Goetz aus ihren Werken lesen. In London wird ein Vortrag von Hans Grimm stattfinden, während in Paris der Staatspreisträger Friedrich B e t h g e vortragen wird. In Italien spricht Hans Z ö b e r l e i n und «£im fieln anftfinDigee Deutfdiet kann fidi jmWm &em Huf des wsiW. Sammlers ent- jiehcn, Denn et ficht im Dienste Der Volksgemeinschaft. Hans Friedrich Blunck unternimmt eine Reise zu unseren deutschen Volksgenossen in Griechenland und in der Türkei. In Südosteuropa werden Gerhard Schumann, Hans Christoph K a e r - g e l und Karl Goetz sprechen. Ferner finden an verschiedenen Orten Buchausstellungen statt. Alle diese Veranstaltungen dienen der Aufgabe, die Verbindung des Auslündsdeutschtums mit dem geistigen Leben der Heimat zu stärken. Um die Schachweltmeisterschaft. Die 1 5. P a r t i e im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen A l j e ch i n und E u w e endete nach dem 62. Zuge durch ewiges Schach mit remis. Der Stand lautet mithin Aljechin 9 und Euwe 6 Punkte. Aus aller Wett. Schnee im Thüringer Wald. Am Mittwoch setzte im Thüringer Wald der erste Schneefall ein, der auf dem Jnselsberg eine Höhe von 4 Zentimeter erreichte. Donnerstag früh wurden auf dem Jnselsberg Temperaturen von — 3 bis —1,6 Grad gemessen. Die tiefste Temperatur meldete die Sternwarte Jena für das Gebiet außerhalb des Thüringer Waldes mit —2 bis —1,6 Grad. Eine Bluttat nach 18 Jahren gesühnt. Das Hanseatische Sondergericht verurteilte den jetzt 45jährigen Heinrich Schulz aus Harburg wegen Mordes an dem H r l j s p o l i z e i- beamten Lehnert in Harburg zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Schulz war kurz nach dem am 12. Februar 1919 erfolgten Mord verhaftet worden, jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt, weil der gegen ihn vorliegende Verdacht nicht zum Beweis erhärtet werden konnte. Erft 1937 gelang es, den T a t - beweis gegen Schulz so zu führen, daß er erneut fe st genommen werden konnte. Es stellte sich dabei heraus, daß Schulz beim Hühnerdiebstahl überrascht worden war, wobei er den Hilfspolizeibeamten erschoß. Schwerer Flugzeugunfall bei Warschau. Das planmäßige Verkehrsflugzeug Krakau — Warschau versuchte in der Nähe der Ortschaft Mysidla notzulanden. Hierbei ging die Maschine in Trümmer Vier Personen kamen dabei ums Leben. Sieben wurden verletzt. Der Unfall ist höchstwahrscheinlich auf den Nebel zurückzuführen, der die Sicht außerordentlich erschwerte. 500 Bergarbeiter in einer japanischen Kupfergrube verschüttet. In einer Kupfergrube bei Kaizuma in der Provinz Nagano wurden 500 Bergarbeiter durch einen Erdrutsch verschüttet. Die Rettungsarbeiten gestalten sich außerordentlich schwierig. hundertjährige Zigarren. Bei der Entrümpelungsaktion in einem Ort in der Nähe Andernachs wurde auf dem Speicher eines Hauses ein in alte Zeitungen verpacktes ansehnliches Paket gefunden. Beim Oeffnen stellte man fest, daß die Zeitungen die Jahreszahl 1827 trugen und der Inhalt des Packens aus „gut abgelagerten" Zigarren bestand. Es handelt sich um insgesamt 450, zu je 50 Stück gebündelte Zigarren, die etwas an- gedunkelt, aber knüppelhart waren. Bei einem Versuch der über 110 Jahre alten Zigarren brannten sie mit schöner, grauweißer Asche ab, waren sehr mild im Geschmack bis zum Schluß, wo sie zerbröckelten und strohig schmeckten. ttn „Nationale Partei" nicht beteiligt, wei in ci zelnen Verbänden der Linken auch Juden mit- Mrschierten. Vielleicht ist es auf das unfreundliche Nwemberwetter, vielleicht auch auf die innenpoli- ivrije Spannung zurückzuführen, wenn die Anteil- Achme des breiten Publikums an diesem militäri- jcfm Schauspiel diesmal weniger stark als früher erchien. Anders ist es, nachdem ich den „Till Eulenspiegel" gelesen hatte, wenige Wochen später. Düster liegt das Riesengebirge vor mir. Der Herbststurm wütet. Es dunkelt schon früh. Aber hell leuchten die Lichter in dem Hause in Agnetendorf, das in manchen seiner Teile fast burgartig wirkte. Es gilt, zunächst das wohleingerichtete Archiv zu besichtigen. Da liegen und stehen in vielen Kasten und Schubladen und Regalen die Werke des Dichters, ihre Uebersetzungen in viele Sprachen, die Fülle der Kritiken — nicht nur die guten! — Briefe, die sich auf die Werke oder Aufführungen beziehen. Jahrzehnte werden aus diesen Papieren lebendig. Wer gewohnt ist, in allen Dingen das Einfach- Menschliche zu sehen, wer glaubt, daß die Dichter berufen sind, anderen Menschen das Leben zu deuten und ihnen ungewußte Wahrheiten zu verkünden — der wird in der warmen und herzlichen Art nur die Bestätigung dafür finden, daß er recht hat: es gilt bei ihm die Ebene, auf der man sich mit ihm aussprechen kann, ohne befürchten zu müssen, daß man unterwertig bleibe. Jedes künstliche Höherschrauben in Wort und Gedanke erweist sich als überflüssig, und wir erleben, wie es Dem Dichter gelingt, nicht nur in seinen Werken das Ewig-Menschliche auszusprechen, indem er es neu formt, wie auch in der vertrauteren Aussprache alle Gegenstände der Welt zu leuchten anfangen. Wiederum war es Frau Hauptmann, die zwischen den Männern manche Fäden des Verstehens und Der Bindung spann. Unmittelbar und heiter war die Freude des Dichters Darüber, daß ich Die Aufgabe erfüllt und den „Till Eulenspiegel" gelesen hatte und bereit war, über das mit ihm zu sprechen, was er mir gegeben hatte. Mögen andere aus ihm einen Olympier, den Goethe unserer Zeit stilisiert haben — Dem Erlebenden ist er Der Dichter, Der Denker, Der Mensch. ölten M ’ Regierm: ' chasltt. £ Arctic Das berühmte Winter-Oelf Arctic I. z. sofort'? M», ,uch ® oelfil” ar . °m Un den Führer und Reichskanzler wurde e V ocnArbeitsausschußLangemarck folgern "Ei' Telegramm gerichtet: „Im Namen der im Ar- d ksausschuß Langemarck vereinigten Frontkämpfer Der Mensch sucht sich den Platz, wo er leben will, nicht von ungefähr. Ist er ein Dichter und zudem frei in der Wahl seines Aufenthaltsortes, wird es ihm besonders wichtig sein, wo er lebt. Leben heißt: morgens in ein Stück Natur von bestimmter Prägung hineinsehen, mittags Das Glühen Der Sonne über Dem Meer, Dem Berg, Dem Wald erleben, abends die Symphonie der Farbe erfahren! Seelischer Aufmerksamkeit wird es gelingen, aus der Wahl des Wohnortes auf den Gehalt eines Menschen zu schließen; er wird beides — Seele und Natur — harmonisch gespiegelt finden, indem eines auf das andere bezogen, nicht von einander zu trennen ist. Das ist auch bei Gerhart Hauptmann der Fall. Man kann von zwei Seelen in Gerhart Hauptmann sprechen, Die sich in zwei Landschaften, in Hiddensee und in Agnetendorf, spiegeln. Ich klopfe an dem einsamen, namenlosen Tore in Hiddensee an, das dem Fremden auffällt und hinter dem sich, im Zauber Der nordischen Landschaft, Wald und Weg, Haus und Arbeitsstätte verbirgt. Der Diener führt mich in Das große, mit verführerischer Raumkunst ausgestattete Arbeitszimmer. Man möchte fast sagen, es hanDle sich um einen Arbeitssaal. Da kommen auch schon Gerhart Hauptmann, den ich am Vormittage bereits besucht hatte, und Rudolf Binding heran, und indem es langsam dunkelt, beginnt ein stundenlanges, unvergeßliches Zusammensein, zu dem sich Frau Margarete gesellt, die als einzige Frau dem härteren Sinn der Männer ein Gegengewicht zu bieten vermag. Während sich die ReDen zuweilen im Dickicht schwierigerer Dinge verlieren und Gerhart Hauptmann sich Den schäumenden Trunk in den Becher gießt (bei den anderen tut es der Diener), weiß Frau Hauptmann, klug einspringend, Die Fäden des Gespräches zu entwirren und alles wieder aufs Einfache, Selbstverständliche zurückzuführen. Was wir sprachen, ist hier nicht zu erörtern. Es handelte sich um eine Reise des Geistes in deutsche und andere Länder, zu den Werken des Dichters (manchmal der Dichter), zu den geistigen Hintergründen, auf denen sie erwuchsen. Eine Frage blieb nachhaltig: Gerhart Hauptmann fragt mich, ob ich seinen „Till Eulenspiegel" kenne. Nicht genau? Nur flüchtig? Dann werde es aber Zeit; Denn das fei jein gedanklich wichtigstes Werk. Mit der Aufgabe nungen Die Rechte Der Danziger Staatsangehörigen polnischer Nationalität nicht berührt würden. ♦ Am 10. November wurde in Anwesenheit eines Vertreters der Schulaufsichtsbehörde in Marienwerder eine private Schule mit polnischer Unterrichtssprache und gyrnnasiialem Lehrplan eröffnet. Die Eröffnung ist ein Zeichen für das Entgegenkommen, das dem Schulwesen der polnischen Minderheit im Deutschen Reiche bewiesen wird. Anläßlich des 68. Geburtstages des Königs von Italien und Kaisers von Aethio- p i e n fanden in allen italienischen Städten militärische Feiern statt. In Rom wurde die Militärparade in Anwesenheit Mussolinis, Der Mitglieder Der Regierung und führender Persönlichkeiten von Partei und Staat ab geh alten. Der König von Belgien hat Den früheren liberalen Justizminister Janson gebeten, sich über die Möglichkeiten einer Lösung Der Regierungskrise zu unterrichten und ihm nach seiner Rückkehr aus London am 19. November Bericht zu erstatten. Gleichzeitig hat Der König Den bisherigen Ministerpräsidenten van Zeeland ersucht, mit Der bisherigen Regierung die Geschäfte weiterzuführen. König Leopold wird in London Besprechungen über Die internationale Lage haben. Der Sonderberichterstatter des Londoner Blattes „Daily Telegraph and Morning Post", Pembroke Stephens, wurde in Schanghai, während er die militärischen Operationen vor Nantau von der Grenze der französischen Niederlassung aus beobachtete, durch eine verirrte Maschinengewehrkugel tödlich getroffen. _______ ch im C1S1 ,reißbarc q un^rre‘ ten Momr pn ’ ri: Im 50. Geburtstage des verstorbenen ersten Chefs lit befind Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant J ver, legte im Auftrage des Reichsministers der ' ~ Lrtfahrt der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, ■ Tv, t neralleutnant Stumpff, am Grabe auf dem nhpn ?• Wldfriedhof zu Klein-Machnow Kränze nieder. n ' Aich das Kampfgeschwader, das den Namen des Kreroigten trägt, gedachte des Tages. Generalleut- nait Wever starb am 3. Juni 1936 den Fliegertod. Mit160 Stundenkilometer durch Deutschland. Am Führerstand des Zernschnelltriebwagens. Von Adolf Neß. Der planmäßige Schnelltriebwagenverkehr in Deutschland ist soeben nach einer kurzen Pause wieder ausgenommen worden. Von Berlin nach Leipzig m 76 Minuten, nach Nürnberg in 43/« .Stunden, nach Frankfurt in 5 Stunden und 5 Minuten — das sind Leistungen, die sich sehen lassen können Aber sie werden nicht etwa mit dem Flugzeug vollbracht — es sind die Zeiten, die ein moderner Fernschnelltrieb- wagen der Deutschen Reichsbahn benötigt, um die Reisenden nach der Stadt an der Pleiße, der Stadt der Reichsparteitage oder der Stadt am Main zu bringen. Es hat wohl schon jeder einmal eines dieser neuesten Verkehrsmittel gesehen, die mit höchster Geschwindigkeit Deutschland durchqueren und in immer größerem Maße in den Verkehr eingesetzt werden. Hellfarben glitzernd jagen sie Tag für Täg über die Schienenstränge, und wo sie von den Neugierigen bestaunt werden, die sich jedesmal zu den Durchfahrtszeiten pünktlich einstellen, da gibt es stets ernsthafte Auseinandersetzungen über die Durchschnittsgeschwindigkeiten, die eines dieser modernen technischen Wunder erreicht. Die unmöglichsten Vermutungen und Behauptungen werden dabei aufgestellt, man überschätzt und unterschätzt. Da war es schon besser, einen der Männer aufzusuchen, die am Führerstand des Fernschnelltriebwagens stehen, um Genaueres zu erfahren. In einem amtlichen Gebäude, abseits von einem der großen Berliner Bahnhöfe saßen wir uns gegenüber. Bereitwillig erhielten wir auf unsere Fragen Auskunft. „4 4 Meter lang ist der Doppelwagen", hieß es, „und er bietet Platz f ü r 7 7 Personen. Der Antrieb erfolgt diesel-elektrisch durch zwei Motoren von je 410 PS für jeden Wagen. Die Geschwindigkeit? Um davon eine Vorstellung zu bekommen, muß man wissen, daß der Wagen in jeder Sekunde seine eigene Länge, also 4 4 Meter zurücklegt. Eine Fahrt von Berlin nach Leipzig dauert also nicht länger als 76 Minuten, und die Einbuße von einer Minute Fahrzeit bedeutet einen aufzuholenden Rückstand von rund brci Kilometer." Man überlegt: 44 Meter in der Sekunde! Das sind in der Minute 2640 Meter und in einer Stunde genau 158,4 Kilometer, rund 160 Kilometer. Das ist auch tatsächlich die Höchstgeschwindigkeit, die der Fernschnelltriebwagen erreicht. Die Frage liegt nahe, nach welcher Strecke der Triebwagen seine Höchstgeschwindigkeit erreicht und auf welche End- fernung er zum Halten gebracht werden kann. Was die Bremsen angeht, so erfährt man, daß neben der Luftbremse eine Magnetschienenbremse vorhanden ist, und daß der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 160 Kilometer etwa 640 M e - t e r beträgt. Zudem ist der Fernschnelltriebwagen durch die induktive Zugbeeinflussung gesichert. Sie wirkt selbsttätig, wenn ein auf Halt stehendes Signal nicht beachtet worden ist. Auf seine Höchstgeschwindigkeit kann der Wagen schon nach etwa fünf Kilometer gebracht werden. Soviel von den rein technischen Dingen. Es erscheint selbstverständlich, daß der Führer eines Fernschnelltriebwagens eine besondere Ausbildung durchzumachen hat, ehe er zum ersten Male auf dem Führerstand steht. „Da wir vom Dampfbetrieb kommen", werden wir belehrt, „haben wir eine vierteljährige Sonderausbildung erhalten, der eine Nachausbilüung für den Wagen selbst folgte. Dazu mußte eine besondere Prüfung für jeden Motor abgelegt werden. Ob besondere Eignung erforderlich ist? Gute Nerven und eine unerschütterliche Ruhe muß der Fahrer haben, darf sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen!" Schon eindreiviertel Stunden vor Abgang muß der Führer anwesend sein. Dor jeder Fahrt wird der Wagen in allen seinen Teilen sorgfältig untersucht, alle beweglichen Teile werden gut abgeölt, die Steuerung und der Laufweg des Motors jedesmal genau geprüft. Wenn dann die Fahrt beginnt, dann stehen dem Führer und seinem Begleiter, der die hintere Anlage des Triebwagens zu überprüfen hat, Stunden angestrengtester und verantwortungsvollster Tätigkeit bevor. Angespannt bis zum Aeußersten steht er auf seinem Stand, weder rechts noch links geht fein Blick, durch nichts läßt er sich ablenken. Seine ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf den vor ihm liegenden Schienenstrang, denn durchschnittlich alle zwei bis drei Minuten ist ein Signal zu beachten. Es ist eben fein Beruf, der irgendwelchen Nebengedanken Raum läßt. Und wenn von den etwas über 40 Dienststunden, die der Führer des Fernschnelltriebwagens in der Woche Dienst zu tun hat, auch nur etwa vier bis fünf Stunden reiner Fahrzeit auf den Tag entfallen — in diesen Stunden werden allergrößte Anforderungen an ihn gestellt, ist er bis zum letzten in Anspruch genommen. Das Gefühl größter Verantwortung läßt kein anderes Denken bei ihm aufkommen neben dem Bestreben, den Triebwagen sicher und pünktlich an fein Ziel zu bringen. Das wissen auch die Reisenden. Hatte man anfänglich eine gewisse Scheu vor dem neuen Verkehrsmittel — sie ist jetzt überwunden. Die Züge sind heute stets gut besetzt und werden von allen, die es eilig haben, geschätzt. Die Fahrt ist gleichmäßig und ruhig, und für die Bequemlichkeit und die leiblichen Bedürfnisse der Reisenden ist ebenfalls aufs beste gesorgt. Im Speiseraum werden von einem Koch und meheren Kellnern einfache Speisen und Getränke zur Verfügung gehalten. Die für unsere Unterhaltung vorgesehene Zeit ist fast verstrichen. Noch aber wollen wir wissen, wie es möglich ist, sich ohne Schwierigkeit an die überdurchschnittliche Geschwindigkeit zu gewöhnen, mit der der Triebwagen seinem Ziele zujagt.^ Die Antwort klingt beruhigend: „Das Steigen der Geschwindigkeit von den 120 Stundenkilometer, die ein PD-Zug fährt, auf 160 Kilometer ist nicht sehr zu merken. Man hat sich schnell daran gewöhnt. Und Zwischenfälle während der Fahrt — offengestanden, ein solcher Gedanke ist mir noch nie gekommen. Daß sich hin und wieder ein Bussard oder ein anderer Vogel an den splitterfreien Scheiben des Führerstandes das Gemck bricht, kann man ja schließlich nicht als aufregenden Zwischenfall bezeichnen. Das spielt sich in Sekundenschnelle ab, und der Reisende merkt nichts davon. Im übrigen hat sich das Wild, das in der ersten Zeit geradezu in den Wagen hineinlief, heute an uns gewöhnt und sieht dem sausenden Triebwagen nur noch staunend nach — genau wie die Menschen." „Freiwillige der Flieger- undLustnachrichlentruppe." Das Luftkreiskommando 4 Münster gibt bekannt: Infolge regen Zustromes an Freiwilligen ist die Einstellung bei der Flieger- und Luftnachrichtentruppe im Luftkreis 4 f ü r das Frühjahr 1938 abgeschlossen. Es ist zu erwarten, daß bei dem zahlreichen Eingang von Gesuchen in kurzer Zeit die Annahme von Freiwilligen auch für den Herbst 19 3 8 beendet sein wird. Abschlußmeldetermin ist der 5. Januar 1938, weil die Freiwilligen der Geburtsjahrgänge 1915 und jünger vor der Einstellung, d. h ab 1. April 1938 ihrer Arbeitsdienstpflicht noch genügen müssen. Zur Vermeidung verspäteter Anmeldung und dadurch bedingter Ablehnung und Zurückstellung ergeht daher die Aufforderung zur baldigen Vorlage von Gesuchen an folgende Annahmestellen: a) Fliegertruppe: Flieger-Ersatzabteilung Detmold, Flieger-Ersatzabteilung Quakenbrück, Flieger-Ersatzabteilung Handorf bei Münster; b) Luftnachrichtentruppe: Luftnach- richten-Ers.-Komp. Gütersloh. Die Verpflichtung geht über 4% oder 2 Jahre und kann bei besonderer Eignung auf 12 Jahre ausgedehnt werden. Die Einstellung erfolgt zunächst bei den Flie- ger-Ersatzabteilungen bzw. Luftnachrichten-Kompanien Gütersloh ober Münster. Die Dienstzeit bei den Flieger-Ersatzabteilungen beträgt 6 Monate. Anschließend erfolgt Versetzung zu den Fliegertruppenteilen. Bevorzugt eingestellt werden die Angehörigen des NS.-Flieger-Korps und die sonstigen im zivilen Flugwesen tätigen Personen. Ferner sind bevorzugt alle technisch vorgebildeten Freiwilligen (Motorenschlosser, Feinmechaniker, Elektriker, Mechaniker, Schmiede, Schlosser, Installateure, Kraftfahrer, Zeichen- und Vermessungspersonal). Den Gesuchen ist beijufügen: a) Freiwilligenschein (erhältlich bei der polizeilichen Meldebehörde) oder beglaubigter Auszug über Seite 1 und 3 bis 5 des Wehrpasses ober ber Wehrstammkarte; b) Lebenslauf; c) zwei Paßbilder. Deutliche Anschrift des ständigen Wohnsitzes. Weitere Auskünfte beim Wehrbezirkskommando ober Wehrmeldeamt. Professor Rajewski, ber mit ber Leitung des neuen Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biophysik in Frankfurt a. M. beauftragt würbe. — (Donath-M.) Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. In einem Zwischenhoch kam es in der vergangenen Nacht zu starken Ausstrahlungen, bie zu verbreiteten Frösten Anlaß gaben. Inzwischen hat die über Skandinavien hinwegführende Wirbeltätigkeit nach Deutschland übergegriffen und bringt von Norden her auch unserem Gebiete neue Witterungsverschlechterung. Am Ostrande des atlantischen Hochdruckgebietes verbleiben wir auch weiterhin im Zufuhrbereich kalter Luftmassen und im Einflußbereich der Tiefdruckstörungen. Aussichten für Samstag: Vielfach dun- ftig, sonst weiter bewölktes Wetter mit lebhaften Winden aus West bis Nord, ziemlich kalt. Aussichten für Sonntag: Noch immer unbeständig und kalt, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 11. November: mittags + 5,4 Grad; abends —0,8 Grad; am 12. November: morgens —1,4 Grad. Maximum 4- 6,4 Grad, Minimum heute nacht —4,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends + 4,2 Grad; am 12. November: morgens + 2,3 Grad. — Sonnenscheinbauer 0,7 Stunden. Hauptlchriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. B&M-Kleidung mit all ihren Vorzügen, moderne, vornehme Linien, tadel lose Verarbeitung, wertvolles Stoffmaterial Ulster und Ulster-Paletots 33.- 44.- 55.- 66.- 77.- 88.- Straßen- und Sport-Anzüge 35.- 46.- 58.- 65.- 72.- 85.- Gesellschaftsanzüge 69.- 78.- 85.- 95.- Cheviot-Sportmäntel, Gabardinemäntel, Sportstutzer, Lodenjoppen, Knaben- und Burschenkleidung, alles zu bekannt niedrigen Preisen! Brückners Mund Seltersweg 31 Herren- und Knabenkleidung, Berufskleidung 7400 A JOCHHEIM. -A | Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! . . , geeignet für jeden Brennstoff BO RR MAN N 5: Gießen Neustadt 5 Ruf 4165 Cum&ntang könnenSefioMeiben, dem der X Dauerbrand , Herd brennt ohne Bedienung bh^20sMen! Empfehlungen Reinige Dein Blut! Von Anfang November bis Anfang Dez. ist die beste Zeit mit Winlerhoifs Blutreinigungslee in Paketen zu 1 Mk., Probe- Pakete zu 5O=), eine Blutreinigungskur durchzuführen. Siefühlensich leicht, gesund und arbeitsfreudig. Beginnen Sie Sofort I 7i48A I Drogerie Kreuzplatz 10 | Vereine Antreten zur Rekruteo- Vereidigungsleier am 13.Nov. 1937 punkt 10 Uhr amSammelvlatz der Arbeits- Gemeinschaft Greß. Solbaten- kameradschasten omCieölgOenfmoi. Gießen, Marktstraße 27 ________________________7423 D 1 Posten Kleiderstoffe einfarbig und kariert 1.45 0.95 0.68 1 Posten Waschsamte in guten Qualitäten 2.25 1.95 1.35 Stadttheater Heute Samstag | 20.00-22.30Uhr Mein Sohn, der Herr Minister 734? D Preise: RM. 0.60—3.00 20.00-22.80Uhr Zum letzt. Male Drei alte Schachteln Operette von Walter Kollo. Preise: RM. 0.80-2.50 Herren-Wäsche deutsche Wertarbeit in bester Bielefelder Ausführung ist nicht teurer — aber wertvoUer. Stoffe und Verarbeitung sind einwandfrei und zuverlässig Sie finden eine selten gebotene Auswahl bei Friedrich Levermann (riehen, Seltersweg 71 Spezialgeschäft f. Bielefelder Herren- Wäsche 6925 D Dissertationen liefert Brühl'sche Druckerei MeineAnzeigen NN Gießener Anzeiger werben von Tausenden beachtet und gelesen. Arbeitsvergebung. Für den Neubau von 46 Dolkswohnungen am Leimenkauter- und Läufertsröderweg sollen vergeben werden: 7399D 1. Glaserarbeiten. 2. Schreinerarbeiten. 3. Schlosserarbeiten. 4. Verputz- und Anstreicherarbeiten. 5. Installationsarbeiten. 6. Elektrische Installationsarbeiten. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebote auf Vordruck, ber bei uns erhältlich, sind bis zum Verdingungsterrnin am Samstag, dem 20. November 1937, vorm. 10 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen, den 12. November 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. n. <$. o. Marinebund Marinekamerad,chaft Gießen. Samstag, den 13.Nov., 10.20Uhr Aullel.WMiitMekeMgllng Lckükenbaus. - Abends 20.15 Uhr Monatsversammliing. 7408d Deutscher Biologenverband, Ortsgruppe Gießen. Gießener Hochschulgesellschaft Oberhessische Gesellschaft für Natur u. Heilkunde, Naturwissenschafti. Abt. Sonntag , 14. November 1937, 18o. t. im Saal des Studentenhauses, Leihgesterner Weg 7422V Herr Dr. Nicolaus Peters, Leiter der Relohestelle für Walforsimung, Hamburg. Deutschland fängt wieder Wale (mit Lichtbildern v. der ersten deutschen Walfang-Expediton 1936-37 in die Antarktis) — Eintritt frei Ankel Meesmann Henneberg Antreten z. Teilnahme an der Rekruten- Vereidigung am 13.Novemb. 9.30 Uhr, Sonnenstraße Kameradschafts' heim). - Abends 20.15 Uhr 17401V Monatsversammlnni) | Kaufgesuche | Silber- Münzen auch anderes Altsilber kauft zu Höchstpreisen in jeder Menge, auch aus Privathand, das 7079D Zwillingswerk Frankfurt. Kaiserstraße 1, Nahe Salzhaus. | Verschiedenes! Goldene llamen- Armbanduhr verloren! Geg Belohnung ab^ugeben a. d Fundbüro. 7404D Deutsche Arbeitsfront AEG. -Kraft durch Srenhe' Samstag, den 13. November. Froher Tanzabend im Cafe Leib Anfang 20,30 ühr (Antritt einschließlich Tanzgeld 50 Pfennig. 7420 A Druckschriften In getalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehrJnduatrle und Bewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert dufch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Mehr Lveude an dev Llaiuv tmcd) Bevmühlev-Viiihev! Samstag u. Sonntag ^/RheinischeMusik 7 Rheinische Lieder / 05668 \ Im Ausschank rheinische Weine u. Ihring-Melchior-Bier Hell Export • Dunkel süß * Kaffee • Gute Küche Tönt der Pausenplifl im merke. Gern ich mich am „KAISER’S“ stärke! Versuchen Sie: 125 g Beliebte Sorte 50 Pf. Marke Kaffeekanne 60 Pf. Kaffeekanne extra 70 Pf. und weitere vorzügliche Mischungen 3°/o Rabatt in Marken KAI SERS ckeas^fe. Bezugsquelle fuh, Lebensmittel Nr. 265 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Freitag, l2. November (937 LangemaMeier der Gießener Studentenschaft. stadt ausschließlich zentralisiert, sondern nach Möglichkeit auf die Städte des Gaugebietes verteilt- auch in allen Kreisen werden in der Zeit vom 13 bis 20. November kulturell wertvolle Veranstaltungen im Rahmen und nach den Richtsätzen des Gesamtprogramms der Gaukulturwoche stattfinden. Die Eröffnung der großen Ausstellung auf dem Frankfurter Festhallengelände soll nur der Auftakt sein für eine ganze Reihe ähnlich gearteter Darbietungen im ganzen Gaugebiet. Aus dem bereits veröffentlichten Ueberblick über die Gau-Ausstellung wird jedermann ersehen haben, daß es darauf ankam, ein Gesamtbild zu entwickeln: alle Gebiete des kulturellen Schärens, wie es in den sieben Einzelkammern der Reichskulturkammer organisatorisch zusammengefaßt ist, sind berücksichtigt und werden in charakteristischen Beispielen vertreten sein: Theater und bildende Kunst, Schrifttum und Bresse, Musik, Film und Funk im Rhein-Main- Gebiet. Aus den L a n d e s t a g u n g e n der Einzelkammern werden führende Persönlichkeiten unseres kulturellen Lebens, wie der Präsident der Reichsmusikkckmmer, Professor Dr^ Peter Raabe, der Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, Gauleiter Frauenfeld, der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Reichsamtsleiter K r i e g l e r, und (in einer Dichterlesung) Staatsrat Hanns I o h st, Präsident der Reichsschrifttumskammer, das Wort ergreifen. Wie die große Ausstellung selbst ein höchst farbiges und vielgestaltiges Bild kulturellen Lebens in unserem Gaugebiet vermitteln wird — innerhalb der Arbeitsgebiete der einzelnen Kammern werden beispielsweise Gemälde und Plastiken gezeigt, Modelle der Landeskultur (Riedrode, Rosengarten, Allmendfeld), Theaterdekarationen, Kostüme und Noten, Filmlehrschau und Fernsehvorführungen geboten —, so werden die über das Gaugebiet verteilten Einzelveranstaltungen auf die Arbeit der verschiedenen großen Kult'urgebiete im Besonderen eingehen. So kommt unter dem Leitwort „Um der Menschheit große Gegenstände" das Theater des Rhein-Main-Geknetes gleich am ersten Tage im Frankfurter Schauspielhause mit einer Veranstaltung zu Worte, die als Querschnitt und Ausschnitt gedacht ist und auf den Zuschauer wirken soll; die Bühnen des Gaugebietes werden Szenen aus großen klassischen Schauspielen und aus bedeutsamen Werken des zeitgenössischen dramatischen Schrifttums zur Aufführung bringen. Ein F e st k o n z e r t von hundert Kammermusikern rhein-mainischer Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Hermann Äbendroth im Großen Hause des Hessischen Landestheaters zu Darmstadt wird unter Mitwirkung bedeutender Solisten Werke deutscher Mei- Sonderzüge zur Gau-Kulturausstellung NSG. Um den Besuch der großen Gaukulturausstellung, die in einer einmaligen, vorher nie gezeigten Zusammenfassung einen Leistungsquerschnitt durch das gesamte kulturelle Schaffen des Rhein- Main-Gebietes gibt, jedem Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau zu ermöglichen, läßt die Gaupropagandaleitung in Verbindung mit der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" 12 Sonderzüge nach Frankfurt a. M fahren Der Fahrpreis der Züge Studententum in einer Front marschiere für das deutsche Volk Das deutsche Studententum sei zu einem starken Sproß des Dritten Reiches geworden. In den Kameradschaften, als der neuen studentischen Gemeinschaftssorm, werde der Student unter die Zucht der nationalsozialistischen Lebensgesetze gestellt, nach denen zu allen Zeiten die besten Männer unseres Volkes in freier Verantwortung gelebt hätten Pflicht, Ehre, Freiheit, Opfermut, Einsatzbereitschaft, Führer, Vorbild seien alte germanische Tugenden, die heute wieder lebendig geworden seien So wollen wir am 11 November, dem Tag von Langemarck, das die Studentenschaft zum Wallfahrtsort der deutschen Jugend gemacht habe unserem Führer unverbrüchliche Treue und nie wankende Gefolgschaft geloben So werde auch das ewige Vermächtnis derer, die so heiß am Leben hingen, wie wir, und die sich opferten auf dem Altar der Nation, erfüllt Dem Manne, der den Geist eines neuen Langemarck in die Herzen der deutschen Jugend gebracht hat, dem Führer Adolf Hitler Sieg Heil! Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied und der Ausmarsch der Fahnen beschlossen die würdig verlaufene Feierstunde Gestern nachmittag nahm eine Mannschaft des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenhundes vor dem 116er Denkmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz Aufstellung, wo der Studentenführer einen Kranz zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen mederlegte Zur gleichen Stunde legte der stellv. Reichsstudentenführer Pg. Horn auf dem Ehren- friedhoi in Langemarck für die gesamte deutsche Studentenschaft einen Kranz nieder und in allen Universitäts- und Fachschulstädten legten ebenfalls die Studentenführer Kränze nieder Mit diesem Akt war die Langemarck-Gedenkfeier der Gießener Studentenschaft beendet. \ Händel und einem Satz aus der Trauersinfonie von Loccatelli würdig die Feier ein. Der Schwertspruch von Walter Flex wurde vorgetragen, und ein Chor von Studenten sang das Lied: „Nichts kann uns rauben .nach einer Vertonung von Professor Dr. Temesvary. Stubentenführer Frank hielt die Langemarck-Rede. Er begrüßte zunächst die zahlreich erschienenen Vertreter von Partei, Wehr- wacht und Behörden. Besonders galt sein Gruß einigen Mitkämpfern von Langemarck, die zur Feier gekommen waren, ferner dem Bereichsführer Rhein des Reichsstudentenführers, Sturmführer Groß, dem Rektor der Universität Professor Dr Baader, den Vertretern der Partei, Dr Baumgärtner von der Gauleitung und Kreisleiter Backhaus. Dann hieß er die Vertreter der Gliederungen willkommen Insbesondere wurden noch die Offiziere und Mannschaften der Wehrmacht begrüßt, an ihrer Spitze Generalmajor Wil - l i ch als Vertreter des alten Heeres Generalmajor i. R Mohr und die Abordnungen der Soldatenbünde und Kameradschaften Am 9 November, so führte Studentenführer Nach dem Willen des Führers ist die Deutsche Studentenschaft Träger und Gestalter der Langemarck - Feiern in den deutschen Hoch- und Fachschulstädten. Am gestrigen Tage fand, wie an allen Universitäten, auch in Gießen die Lange- morck-Feier statt. Festlich war die Neue Aula der Ludwigs-Universität geschmückt, und an dem Ehrenmal der Universität hielten Studenten im schlichten Braunhemd Ehrenwache. Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Feierstunde nahm ihren Anfang mit dem Fahneneinmarsch der Organisationen. Das Collegium musicum leitete mit einem Marsch von Die Kranzniederlegung am 116er-Denkrnal: Im Vordergrund der Rektor Professor Dr. Baader, daneben der Studentenführer Frank mit der FahnengruMe. I Symphonie schöpferischen Lebens. Zur Gaukulturwoche. Was Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in seiner Ansprache zur Eröffnung der von der Reichskammer der bildenden Künste veranstal- ieten Gau-Ausstellung in der Gießener Volkshalle ' im März dieses Jahres ankündigte, wird jetzt mit t inem groß angelegten Programm verwirklicht: am !3. November wird die erste G a u k u l t u r w o ch e i> e 5 Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt j icierlich eröffnet. Wenn im Zuge der nationalsozia- '! Mischen Aufbauarbeit in Deutschland das gesamte !. iulturelle Leben und Schaffen der Nation in der j Reichskulturkammer zusammengefaßt von ihr be- i ireut und geleitet wird, so kann das nicht bedeuten, laß damit die einzelnen Gaue der eigenen kultur- II schöpferischen Initiative und Verantwortung ent- i| loben werden sollen — im Gegenteil: Veranstal- s iimqen größten- Stiles wie beispielsweise der Tag ler deutschen Kunst, die Woche des deutschen Bu- ii fies oder die alljährlich stattfindenden Reichstheater- ,! schwachen, die ihrem Wesen nach selbstverständlich sür das gesamte deutsche Reichsgebiet bedeutungs- loll, kulturell verpflichtend und richtunggebend sind unb bleiben werden, müssen als außerordentliche unb also verhältnismäßig vereinzelte Leistungen gewertet werden; was hier erarbeitet und gezeigt loirö, muß — im engeren Raume — ausgenommen ! Derben von den Kulturtagungen der einzelnen । Gaue. Der Gedanke der Leistungsschau kehrt hier ;i tüieber in einer Form, die vom landschaftlichen Ge j präge und dem geistigen Charakter des einzelnen 1 Baues bestimmt wird. Leistungsschau und Rechenschaftsbericht über das kulturelle Schaffen auf allen Bebieten — das sind auch die Grundprinzipien, rad) denen das Programm der Gaukultur- voche Hessen-Nassau zusammengestellt mürbe. Es soll hier gezeigt werden, welchen Weg dos kulturelle Leben, das künstlerische Schaffen in rnserm Gau in den letzten Jahren auf allen Gebeten eingeschlagen hat; dies soll nicht einem | Feinen Kreise etwa nur von Künstlern oder interessierten Laien, sondern der gesamten Bevölkerung tu Gaugebiet vor Augen geführt werden Auch lier gilt der immer wieder verkündete Leitsatz, daß he Kunst heute in Deutschland nicht eine Privat- l ebhaberei und die Sache einiger Weniger, sondern dne Angelegenheit des ganzen Volkes ist; diesem (iebanfen entspricht bie Organisation im einzelnen, die das Programm nicht etwa in der Gauhaupt- Frank bann u a. aus, habe das gesamte deutsche Volk der ersten Blutzeugen der nationalsozialisti- fchen Bewegung gedacht. Der 11 November, als der Tag von Langemarck, sei ein Markstein in der Geschichte des deutschen Studententums Langemarck sei Symbol für die soldatische Haltung deutscher Männer, für das Gefühl höchster Pflichterfüllung, für die nie versagende Vaterlandsliebe, |für deutsches Heldentum. Der Geist von Langemarck 'ebe heute in unserer Jugend, Langemarck sei geblie- K den in der studentischen Jugend über Zeiten hinweg, in denen Vaterland und Heimat, Mut und ' Heldentum, Opfersinn und Tatkraft nichts weiter l larfteUten als abstrakte Begriffe. Langemarck habe '»gelebt im 9 November 1923, habe gelebt in Män- iiern wie Horst Wessel und Schlageter. Langemarck ’joUe und werde ewig ein Mahnmal für uns fein. Nach diesen Worten erklang die Weise des Liedes vom guten Kameraden, die Fahnen senkten sich und die Versammelten gedachten der gefallenen Helden. Der Studentenführer und der Rektor be= Haben sich mit der Fahnengruppe des Studenten- i»undes in die Ehrenhalle der Universität und leg- icn an der Tafel der gefallenen Kameraden einen Lorbeerkranz nieder. Nach dieser Ehrung fuhr Studentenführer F r a n f m seiner Rede fort. Der Geist von Langemarck war Einigkeit und Geschlossenheit. Der größte Dank für ilie Helden von Langemarck sei, daß das deutsche ist um 75 v. H. ermäßigt, so daß jeder Volksgenosse sich an der Fahrt beteiligen kann. Außerdem zahlen die Teilnehmer an den Sonderzügen einen verbilligten Eintrittspreis in die Ausstellung von nur 0,50 Mark. Melde sich jeher fqjort bei der zuständigen Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu den Sonderzügen an! Die Züge ab Gießen. A b Gießen werden an den beiden kommenden Sonntagen, 14. und 21 November (für 1,45 Mark nach Frankfurt und zurück) folgende Züge gefahren. 9.05 Uhr ab Gießen, 9.28 ab Butzbach, 9.40 ab Bad-Nauheim, 9.48 ab Friedberg, 10.06 ab Vilbel-Nord, 10.24 an Frankfurt a M Zu diesen Zügen werden Anschlußzüge gefahren: 7.59 Uhr ab Dillenburg, 8.40 ab Wetzlar, 8.53 an Gießen; 7.17 Uhr ab Biedenkopf, 8.22 ab Marburg, 8.57 an Gießen; 9.01 Uhr ab Hungen, 9.40 an Friedberg. Die Rückfahrt dieser Züge ab Frankfurt am Main erfolgt um 21 10 Uhr mit Anschlußzügen nach Hungen (ab Friedberg), an 23.15 Uhr, ferner nach Marburg und Biedenkopf bzw Wetzlar und Dillenburg. Außer den Sonderzügen gibt die Reichsbahn am Donnerstag, 18., und Freitag, 19 November, Sonntagsrückfahrkarten aus die jeweils von 0 Uhr bis 3 Uhr des nächsten Tages gelten. Diese Sonntagsrückfahrkarten berechtigen nur dann zur Rückfahrt, wenn sie von der Geschäftsstelle der Ausstellung abgestempelt sind. Die Fahrkarten sind von allen Bahnhöfen erhältlich, die normalerweise Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a M ausgeben. Aus der Giadi Gießen. Zehn Gebote für Tierhalter. Lpd. Tierhaltung bedeutet die Uebernahme wichtiger Pflichten Diese werden in dem Reichs-Tier- schutz-Kalender für 1938 folgendermaßen formuliert: 1. Halte keine Tiere, wPnn du nicht wirkliche Liebe zu ihnen haft, denn sie benötigen Pflege zu ihrem Gedeihen und Wohlbefinden 2. Halte keine Tiere, bevor du dich über ihre Eigenart und ihre Bedürfnisse, ihre Seelenregungen, kurz, ihre Lebens- und Wohlseinsbedingungen gründlich unterrichtet hast. Sie vergelten dir dein Verständnis tausendfach. 3. Halte keine Tiere, wenn du nicht soviel Zeit hast, ihre Sprache verstehen zu lernen Der Hund spricht zum Beispeil deutlich mit Stimme, Ohren, Schwanz, den Augen und dem ganzen Gesicht; das Kaninchen mit Ohren und Schwänzchen; der Vogel mit besonderen Lauten in seiner Stimme, mit Lock-, Warn-, Bitt-, Freude-, Angstlauten 4. Halte keine Tiere als Spielzeug Junge Tiere sind Hilfs- und pflegebedürftig wie Kinder. Erwachsene Tiere sind achtunggebietend und haben ihr Eigenleben Sie sind Eltern ihrer Kinder mit den gleichen Sorgengefühlen wie Menscheneltern 5 Halte keine Tiere, nur um dir damit Vergnügen oder Kurzweil oder Nutzen zu verschaffen, sondern behandle sie als deine Lebenskameraden, um ihnen aus Gerechtigkeit und Güte ein möglichst angenehmes Dasein zu bereiten Sie verdienen es. Jedes Tier ist gut, falls es der Mensch nicht böse geneckt gereizt, geärgert oder auf andere Weise mißtrauisch gemacht hat. 6 Halte keine Tiere, wenn du dir nicht zur Bedingung machen willst „Erst versorge ich sie, dann setze ich mich zu Tisch, denn sie sind Gefangene, ich aber bin frei" Freiheit ist das höchste Glück jedes Geschöpfes. Du nimmst es dem Tier, wenn du es einsperrst Verschaffe allen deinen Tieren reichlich Luft, Wärme und freie Bewegung, sonst werden sie krank. 7. Halte keine Tiere, weün dir nie der Gedanke kommt, womit mache ich ihnen eine besondere Freude; einen Leckerbissen sollen sie haben, eine kleine frohe Abwechslung; denn sie schätzen das genau so wie du. 8. Halte deine Tiere, wenn du vergessen willst, daß sie, falls sie bir'zur Nahruna dienen sollen, ihr kurzes Leben für dich opfern. Schon darum haben Fie ein Recht darauf, daß du ihnen durch gute Behandlung und Pflege das Leben so angenehm wie möglich machst. 9. Halte keine Tiere, wenn du nicht begreifen tannft daß sie oft dankbarer, treuer, anhänglicher und ehrlicher als mancher Mensch sind, und daß sie d'r Beschützer, Freund, Begleiter und uneigennütziger Diener sein können. 10. ' Halte nur dann Tiere, wenn du ernstlich gewillt bist, alle die Pflichten gegen deine Tiere ge- wisienhaft zu erfüllen, die sie als lebendige, auch angst- und schmerzempfindende Wesen von dir zu ihrem Wohlbefinden erwarten dürfen. Nimm dich der Hilfbedürftigen an, lehre es auch deinen Nächsten; das ist wahres Menschentum Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Mein Sohn, der Herr Minister". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Mustergatte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das große Abenteuer" — Stadtkirche: 20.15 Uhr Gemeindabend des Evangelischen Bundes. — „Die gesunde, frohe Küche" 13.30 Uhr und 20 Uhr Vortrag im „Burghof" Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum letztenmal .Mein Sohn, der Herr Minister" Lustspiel von Andre Birabeau Spielleitung Dr. Erich Schumacher Die Vorstellung findet als 8. Vorstellung der Freitag-Miete statt Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Das Polnische Nalional-Ballett im Stadttheater. Am Sonntag, 14. November, findet im Gießener Stadttheater ein einmaliges Gastspiel des Polnischen National-Balletts Parnell statt, das sich auf einer Europatournee befindet Von dem Polnischen Natio- nal-Ballett wurde der erste Preis der „Weltmeisterschaft" errungen. Das Programm enthält alle Tanzdichtungen in der gesamten Olympia-Besetzung, ohne irgendwelche Kürzungen. Der Verkauf der Karten hat bereits stark eingesetzt. Das Gastspiel beginnt um 20 Uhr. — Außer Miete Konzertverein Gießen. * Der Gießener Konzertverein weist darauf hin, daß der Liederabend der Meistersängerin Gertrude P i tz i n g e r am morgigen Samstag, um 20 Uhr, in der Universitäts-Aula stattfindet. Die Künstlerin ent[tcqnmt der sudetendeutschen Heimat Auch vom Volksdeutschen Standpunkte aus sollte ihr Konzert Beachtung finden. Em unvergeßliches Erlebnis nennen Pressestimmen den Besuch ihrer Konzerte. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Vetr.: Wochenendschulungen im Bann 116 am 14. November Die Unterbanne 1/116, 2/116 und 4/116 haben am kommenden Sonntag, 14 Nov., Unterbannschulungen durchzuführen. Die Unterbannschulung d"s Unterbannes 1'116 findet in Gießen (Heim der MHI.), die des Unterbannes 2/116 in Großen- Buseck (Heim der HI.), die des Unterbannes 4'116 im HI.-Heim in Lollar statt. Die Wochenendschulungen beginnen um 8 Uhr und bauern b;5 17 Uhr. Genaue Anweisungen über die Durchführung dieser Schulungen geben die Unterbannführer. Vetr. Lesung von ^'Oberführer Staatsrat Hanns )ohst in Gießen am 15. November Am kommenden Montag, 15. November, 20 Uhr. wird in der Neuen Aula der ---Oberführer, Staatsrat Hanns I o h st, Präsident der Reichsschrift- fter — Beethoven, Schubert, Weber und Richard Wagner — zu Gehör bringen Auf einer festlichen Äulturtagung b e r Partei in Mainz, wo Gaupropaganbaleiter S t ö h r unb Gaukulturwart Go nr ab sprechen werben, sollen die Richtlinien für die kulturelle Arbeit im Gau während des kommenden Winters gegeben werden Eine fröhliche Veranstaltung der NS-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" im Mainzer Stadttheater wird sich unter dem Motto „Bunt ist die Welt der Bühne" an die Kulturtagung anschließen; hier werden sich Musiker und Solisten aus Orchestern und Theatern des Gaugebietes in einer reichen Vortragsfolge vereinigen: Ausschnitte aus Opern von Weber, Puc- cini und Verdi, aus Operetten von Strauß, Lehär und Künnecke stehen auf dem Programm. Neben diesen repräsentativen Veranstaltungen, die sich als Höhepunkte in dem farbenreichen Bilde der großen Leistungsschau darstellen werden, wird der Bevölkerung in allen Kreisen des Gaues der tiefere Sinn und die verpflichtende Aufgabe der Kulturwoche in Morgenfeiern, Konzertabenden, Filmvorführungen, Werkskonzerten, Volkstumsabenden ufw. zu einem lebendigen Erlebnis werden; u. a. wird auch der Tag der deutschen Hausmusik unter Mitwirkung der Hitler-Jugend im Rahmen der Kulturwoche eine festliche Ausgestaltung erfahren. Der hier gegebene Ueberblick über die Veranstaltungen — für Gießen ist u. a. eine Feierstunde der Wehrmacht im Stadttheater auf dem Programm verzeichnet — kann und soll nicht erschöpfend sein; er wird aber gezeigt haben, worauf es ankommt: die Gaukusturwoche wird der große Appell aller kulturell Schaffenden im Gebiet Hessen-Nassau sein, sie wird in der Summe ihrer Veranstaltungen einen Querschnitt durch das geistige Leben und Schaffen unserer Landschaft geben, sie wird die lebendige Beziehung und die innere Verbundenheit von Volk und Kunst in unserer engeren Heimat in gleicher Weise bekunden, wie das die auf das gesamte Reichsgebiet bezogenen Kulturveranstaltungen in den letzten Jahren immer wieder haben erleben lassen. Dr Hans Thyriot. Zeitschriften. — Eine neue, größere Hansestadt Hamburg ist im Entstehen In der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" schreibt Prof Dr. Rud Schmidt über Hamburgs deutsche Aufgabe; ein aufschlußreicher Bildbericht „Aus Hamburg wird Großham- burg" schildert in Bild und Wort an Hand einer Karte die neueste Entwicklung der Stadt. Die Hamburger Kunst kommt mit einer bebilderten Würdigung Richard Kuöhls, eines Hamburger Meisters der Bauplastik zu ihrem Recht — Ein Artikel über vorgeschichtliche Funde in der Umgebung von Posen, eine Würdigung der Werke und.der Persönlichkeit Gerhart Hauptmanns zum 75 Geburtstage und eine Bildseite „Von den Bühnen" schließen sich an. Lichtspielhaus: „Das große Abenteuer." Diesen Film schrieb Georg Hurdaleck nach dem Roman „Mädel, warum fährst Du nach Berlin?" von Harald Baumgarten Das Drehbuch — vielleicht auch schon der Roman selbst mir kennen ihn nicht — enthält alle Bestandteile die. in geschickter Dosierung, Mischung und Aufmachung, die erfolgversprechenden Ingredienzien zu einer spannenden Unterhaltung bilden: Liebe und Eifersucht, einen lange ungeklärten Kriminalfall, eine abenteuerliche Schwarzfahrt Übers Meer von Neuyork nach Deutschland, den ewigen Theaterzauber hinter den Kulissen, die glanzvolle Ausstattung einer großen Revue; außerdem als musikalisches Leitmotiv ein hübsch gesetztes, einfaches Lie- beslied, gesungen von Maria A n b e r g a ft : sie ist das kleine Mädel mit der großen Liebe und dem großen Abenteuer, und sie spielt das sehr überzeugend, herzlich und schlicht, im geeigneten Augenblick sogar mit Humor Ihr Partner ist Albrecht Schoenhals, ein Schauspieler, der für diese Rolle und für eine bestimmte Art von Filmen überhaupt wie geschaffen scheint, gepflegte Erscheinung, guter Charakter, gewinnendes Lächeln; anständig, ritterlich und im gegebenen Moment durchaus in der Lage, einen Berufsboxer von bedrohlichem Format und Aussehen mit einem einzigen Haken auf die Bretter eines öffentlichen Lokals zu legen. Das sieht jeder gern. Charlotte Susa gibt, elegant und raffiniert, die intrigante Gegenspielerin zwischen den Kulissen. In den kleineren Aufgaben sieht man eine ganze Reihe hübsch pointierter Figuren, Otto Wernicke zB als Kri- minalrat, Gustav Wa ' dau als Musikprofessor. Obern ar als Revuetheaterbirektor. Erich Fieb - l e r als Kapellmeister unb Paul Westermeier (Chauffeur Schliffke). — Regie führte, lebendig, beweglich, mit guter Bildwirkung, Johannes Meyer. — (Märkische-Panorama-Schneider.) ♦ Im Beiprogramm läuft u. a. ein Kulturfilm „In Nordafrika" und ein Vorspann zum „Volksfeind" mit Heinrich George. Hans Thyriot. die VDA.-Ägend bilst den AvslandsdeuWen Die Üntergausportwartin. an. am Sonntag, 14. Nov., um 9.15 Uhr am Heim in Lollar an. Alle evtl. Beurlaubungen den hiermit aufgehoben. Führer vom Dienst: Biehl. an, die Mitglieder des Soldatenbundes Standort Gießen sind zum Antreten um 10.30 Uhr am Schutzenhaus befohlen. leutnant O ß w a l d , beginnen. Sodann wird der Standortälteste die Front abschreiten. Hieraus werden die Fahnen und die Standarte zu ihren Trup- ßen die Vereidigung. Hieraus folgt, nachdem die Fahnen und die Stan- Lindenplatz, Brandgasse, Landgraf-Philipp-Platz. Nach dem Abbringen der Fahnen marschiert die Fahnenkompanie von der Zeughauskaserne durch die Senckenbergstraße, Hitlerwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Sicher Straße zur Bergkaserne zurück. Die Truppenteile rücken vom Trieb aus direkt nach den Kasernen ab Alle Volksgenossen haben die Möglichkeit, der festlichen / militärischen Feier als Zuschauer beizuwohnen. Als Platz für die Zuschauer ist der Abschnitt des Triebs längs der Grünberger Straße, also gegenüber dem Schützenhaus bis zur Höhe des Endpunktes der Straßenbahngleise, vorgesehen. Den Anordnungen der Absperrkommandos ist unbedingt Folge zu leisten. Es wird erwartet, daß der feierliche Akt der Vereidigung nicht durch lautes Sprechen und Rufen gestört wird. Schließlich sei noch daran erinnert, daß die Organisationen der alten Soldaten ihre Mitglieder zur vollzähligen Beteiligung an der Feier aufgerusen haben. Die Angehörigen^ der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften treten um 10 Uhr am Liebig-Denkmal zum Abmarsch nach dem Trieb ** Zeugen gesucht. Gießen teilt uns mit: Einige tödlichen Verkehrsunfall am ein von Lollar kommender Personenkraftwagen, vermutlich hellen Anstrichs, an der Unfallstelle an. Die Insassen dieses Autos werden gebeten, bei der Kriminalpolizei Gießen vorzusprechen oder ihre Anschrift umgehend mitzuteilen. ** R i ch t i g st e l l u n g. In der gestrigen Vornotiz Über den Vorlesungsabend des Staatsrats Hanns I o h st ist durch einen Setzfehler in der drittletzten Zeile der 13. November genannt worden. Richtig muß es heißen 1 5. November. ** Arbeitsoergebung. Das Hoch- und Tiefbauamt schreibt die Vergebung zahlreicher Handwerkerarbeiten für den Neubau der Volkswohnungen am Leimenkauter- und Läufert«röderweg aus. aebaude des Dwlponskommanoeurs Ujeuggt lu.iuuiic uCiCluiyL > kaserne) zurück. Der Marsch der Fahnenkompanie Der bedeut ame Tag wird mit dem Abholen der geht jetzt durch folgende Straßen: Kalserallee, Lud- tumskammer, aus eigenen Werken lesen. Den HI.- Kameraden stehen ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 0,30 RM. zur Verfügung. Die benötigten Karten müssen als Sammelbestellung von dem Kassenleiter des Goethebundes, Pg. Lohr, Gießen, Kaiserallee 23, Anruf 3261, bezogen werden. Unterbann 1/116 (Gießen). Am kommenden Samstag und Sonntag findet des Divisions-Kommandeurs (Zeughauskaserne) eingeleitet. Die Fahnenkompanie mit der Regimentsmusik marschiert so frühzeitig aus der Bergkaserne ab, daß sie mit den Feldzeichen um 10.15 Uhr von der Zeughauskaserne aus zum Trieb ab- rücken kann. Marschweg: von der Zeughauskaserne durch die Landgrafenstraße, Hitlerwall, Moltke- straße, Kaiserallee zum Trieb bei der Volkshalle. Dort wird die Fahnenkompanie mit den entrollten Fahnen und der Standarte um 10.50 Uhr einmarschieren, nachdem um 10.40 Uhr die Aufstellung der Truppen beendet ist und bis dahin alle Gäste ihre Plätze eingenommen haben müssen. Die Feierstunde wird mit der Meldung der gesamten Truppenaufstellung durch den Kommandeur des JR. 116 an den Standortältesten, General- und der Jugendgruppe des NS.-Frauenwerkes, sowie die Gäste. Studienrat Dr. S e y b o l d erläuterte den Begriff der Grenze und führte den Beweis dafür, daß nur ein Fünftel unserer Reichsgrenzen wirkliche Abgrenzung des deutschen Volkes von fremden Völkern bedeutet, während vier Fünftel mitten durch deutschen Boden und deutschen Lebensraum gehen. Hinter ihnen leben in Europa etwa 20 Millionen Deutsche, die durch die fremde Staatsangehörigkeit für uns zu Ausländsdeutschen wurden. In vielen Einzelschilderungen berichtete er von dem Kampf dieser deutschen Volksgenossen um ihr Deutschtum. In eingehender Weise legte er die Begriffe Auslandsdeutscher und deutscher Staatsbürger im Auslande dar und hob die Bedeutung des „Volksbundes für das Deutschtum im Auslands" (VDA.) hervor. Er appellierte an das Pflichtgefühl des Innerdeutschen gegenüber den Brüdern, die jenseits der Grenzen täglich im Volkstumskampf stehen, und forderte zu tätiger Mithilfe für diese auf, damit sie durch ihr Aushalten den deutschen Lebensraum, auf dem schon ihre Vorfahren gelebt haben, erhalten. Daß diese Pflichterfüllung in erster Linie in der Erhaltung ihrer Lebensexistenz durch Arbeitsbeschaffung und schließlich auch in dem Opfer und in dem Besuch dieser Volksgruppen bestehen müsse, war die eindringliche Forderung dieses Abends, der mit einem Aufruf von Frl. E m m e l i u s zur Mithilfe an der Aufklärungsarbeit der Jungortsgruppe und zu regem Absatz der auslandsdeutschen Handfertigkeiten beschlossen wurde. NSDAP. - Ami fnr Äolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Betr. Kleidersammlung. Am 16. November wird in unserer Ortsgruppe durch die NS.-Frauenschaft eine Kleidersammlung durchgeführt Es können brauchbare und unbrauchbare Kleidungsstücke gespendet werden. Die Blockwalterinnen der NS.-Frauenschaft werden zunächst feststellen, was gestiftet werden soll. Diese Sachen sind dann am 15 November zum Abholen bereitzuhalten, so daß am 16 November die Spenden von Wagen der Wehrmacht an den Wohnungen der Blockwalterinnen abgeholt und zur Sammelstelle gebracht werden können. Die Hausfrauen werden gebeten, alle entbehrlichen und unbrauchbaren Kleidungsstücke dem WHW. zur Verfügung zu stellen. freier Eintritt im O erbessi ^en Mus-um während der Gaukulturwoche. Aus Anlaß der Gaukulturwoche Hessen-Nassau (13. bis 21. November) sind die Museen im Gau bei freiem Eintritt jedermann zugänglich. Auch das Oberhessische Museum und die Gailschen Sammlungen im Alten Schloß werden während der Gaukulturwoche jedem Besucher bei freiem Eintritt die Besichtigung der Museumsschätze gestatten. Das Museum ist an Sonntagen in der Zeit von 11 bis Dolkshalle, Ostseite. Jeder Schar- und Gefolgschaftsführer bringt für beide Tage Karte, Skizzenblock und Kompaß mit. Der Sonntagnachmittag bleibt für die Einheiten zur Abnahme des Leistu'ngsabzeichens frei. Hnterbann IV/116. Zur zweiten Führerschulung des Unterbannes 4/116 treten alle Gefolgschaftssührer, Scharführer, Kameradschaftsführer und Gefolgschaftsmitarbeiter HZ., O3., NOM., IM. Sozlalstelle. Betr.: Uniform - u. Wäschebeschaffung. HI- wer- Gefs. Rekrutenvereidlgung in Gießen Die Anordnungen für den ^erl u der Feier. haben getrennt für jeden Einzelfall zu erfolgen und sind möglichst vom Einheitsführer(in) gegenzuzeichnen. Vollzugsmeldung an die Sozialstelle bis zum 25.11.37. BDM - u. ^M.-ttnternou 116, Gießen. Betr.; Einführnngsabend in den „Wildschütz". Oper v. Lorhing. Am Donnerstag, 18. 11., 20 Uhr, findet in der Turnhalle der Schillerschule der Einführungsabend in den „Wildschütz" statt, unter Mitwirkung von Kapellmeister Walter. Dramaturg Winkel, Fornal- loz, Bley, Greif. Nur Mitglieder des HI.-Theaterrings nehmen daran teil. Eintritt gegen Ausweis. Betr.: Dichterabend Hanns Iahst. Am 15. November lieft Hanns Iohst in der Aula der Universität. Wir treffen uns um 19.15 Uhr am Hauvteingang der Universität. Die Karten zu —.30 RM. sind bis zum 13. 11 auf dem Untergau zu bestellen. Betr.: BDM.-Bolkslanzgruppe. Alle, die bei der Volkstanzgruppe sind, treten Freitag, 12.11., mit Turnzeug an der Goetheschule Die Kriminalpolizei Augenblicke nach dem Samstag, 6. November, gegen 17.45 Uhr^ auf der Landstraße Gießen— Lollar, kurz vor Lollar, hielt nach Zeugenaussagen 13 Uhr geöffnet, an Wochentagen ist der Besuch nach vorheriger Anmeldung ohne weiteres möglich. In diesem Zusammenhang sei auch auf unser Gießener Völkerkundemuseum im Neuen Schlosse hingewiesen, das in Anbetracht dessen, daß die Frage des deutschen Anspruchs auf Kolonien in ein neues Stadium getreten ist, besonderes Interesse für sich in Anspruch nehmen darf. * Zu einem sinnvollen Ausdruck der Opfer- und Einsatzbereitschaft für die Ausländsdeutschen wurde der von der VDA.-Iungortsgruppe Gießen am gestrigen Donnerstag im Studentenheim veranstaltete Gemeinschaftsabend. Die Gießener VDA.« Mädels bewiesen durch die von ihnen selbstgefertig- ten und für die auslandsdeutschen Kinder bestimmten Kleidungsstücke und durch den Verkauf aus- landsdeutscher Handarbeiten die richtige Erkenntnis für die wirksame Hilfe, die wir den Volksgenossen in den fremden Staaten gewähren müssen, wenn sie die Scholle, auf der schon ihre Vorfahren lebten, behaupten sollen. Die Ausstellung der Strick- und Näharbeiten für die Kleinsten der Ausländsdeutschen bewies viel Liebe und Sorgfalt, die die Gießener Mädel im letzten Halbjahr für diese Weihnachtsgrüße aus dem Reiche aufgebracht haben. Eine von Frau Emme- lius und ihren Töchtern betreute Ausstellung aus- landsdeuftcher Handarbeiten aus Estland, Siebenbürgen, Südtirol und Ungarn, die schöne Holzschnitzereien, Leder-, Häkel-, Glas- und andere Gegenstände umfaßte, fand reg?s Interesfe. Unter diesen Arbeiten befand sich auch der sud eiend euftche Freundschaftsbecher mit der bekannten Aufschrift: „Ihr gabt uns Brot in größter Not". Im Mittelpunkt des von Chorgesängen und Gedichtvorträgen stimmungsvoll umrahmten Abends stand ein Vortrag von Studienrat S e y b o l d über das Thema „Warum VDA.?" Zuvor begrüßte die Leiterin der Iungortsgruppe, Frl. Erna Emme- lius, die Vertreterinnen der NS.-Frauenschaft - ----- ....._ - • o CIlCl t uppc,ii luiit. XJ““1 *'•!*—• ------I - ---V , - - . *■' r, Scharführer, Gefolgschaftssührer, Schießwarte, Ge- nach dem Kriege werden bei dieser Feier Soldaten. kompame die Feldzeichen wieder zum Dien|t= ländesportwarte, Geldverwalter und die Führer der unseres Standortes wieder auf die Fahnen bzw. die' gebäube des Divisionskommandeurs (Zeughaus- Sondereinheiten des Standortes Gießen mit Unter- Standarte vereidigt. | kaserne) zurück. Der Marsch der Fahnenkompanie führer. I Der bedeutsame Tag wird mit dem Abholen der [ geht jetzt durch folgende Straßen: Kaiserallee, Lud- Zeitplan: Samstag: Antreten 20 Uhr, Heim der Fahnen und der Standarte aus dem Dienstgebäude, wigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Marine-Gefolgschaft. Sonntag: Antreten 8.15 Uhr: ~ -----> .....'w Am morgigen Samstag, 13. N o v e m b e r ,'darte wieder an den rechten Flügel der Fahnen- 11 Uhr, findet auf dem Trieb, unmittelbar bei tompanie gebracht sind, der Vorbeimarsch der Fah- ber Dolkshalle, also auf bem vorderen Teile des, nenkompanie vor dem Standortältesten. Wahrend . großen Aufmarschplatzes, vor bei Liebiashöhe, bie dieses Vorbeimarsches verbleiben die übrigen Trup- zweite Wochenendschuluna des Unterbannes Vereidigung der Rekruten Oer Gie - pen, die Gäste und die Zuschauer auf ihren Plätzen. Es nehmen daran teil: Kameradschaftsführer, & e n e r Truppenteile statt. Zum ersten Male Nach dem Vorbeimarsch bringt die Fahnen- rfiihror fflpfnlrrfrhnttemihrpr (^Hvpfemnrtp fflp* «aavSav. Kai hiofa»- fönrhntan fnmnnnip hip ^pfhipirhpn wieder XUm Dienlt- Die Sozialwarte(innen) stellen bis spätestens , penteilen gebracht. 20. November bei ihren zuständigen NSV.-Orts-> . Nach kurzen Ansprachen ber beiden Militargelst- gruppen Anträge auf Beschaffung von Uniform- lschen und des Standortaltesten erfolgt die feier- unb Wäschestücken (keine Ausrüstung!). Die Anträge W 23ereibtgung. D°s Sieg-Heil auf ben Führer, • 1 ■ - • * — - ~ ' ' • Reich und Volk, und die Nationalhymnen beschlie- Vlandme setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Freiherr« von Reitzenstein Copyright by Carl Ouncker 23 Fortsetzung «Nachdruck verboten.) Aber Blondine bezog das auf die Tatsache, daß sie eben gebeten hatte, ausgehen zu dürfen. Sie war überreizt, denn es lag ihr viel auf dem Nerven; und sie hatte nach durchwachter Nacht ben ganzen Tag geschuftet, so baß sie besonders empfindlich war. Natürlich, wenn sie einmal an sich selbst dachte, so nahm man bas übel! Sie legte Wert barauf, alles, was man etwa heute abenb noch von ihr erwarten könnte, zu er« lebigen. So kam sie spät bei ihrer Mutter an. Frau Hertel war nicht zu Hause. Da Blandine sie heute abenb unbedingt noch sprechen mußte, fragte sie bei Herrn Schmittke an, wohin sie wohl gegangen sein und wann man sie zurückerwarten könne. Und nun kam das Dümmste: bie Mutter war hier eingelaben worden. Denn Herr Schmittke hatte Geburtstag. Es war als Duenja eine ganz schwerhörige alte Dame zugegen. Die gehörte zu ben Menschen, bie zu gebrauchen waren. Schon vor dreißig Jahren war sie Trocken- wohnerin im, Hause gewesen. Und sie kannte Herrn Schmittke seitdem. Deshalb begriff sie, daß Gänsebraten und Bowle, Festschmuck und Grammophon und sie selber nur Frau Hertel zu ehren da waren. Sie setzte sich am Radioapparat fest und ließ ihn derart brüllen, daß Herr Schmittke guten Grund hatte, Frau Hertel ins Nebenzimmer zu führen. Er nötigte sie in einen Sessel und schenkte ihr immer mehr Bowle ein. Er machte sich in bescheidener Weise angenehm. Und Frau Hertel, die gern gut trank und aß, und deren Leibgericht Gänsebraten war, taute auf in bem angenehmen Gefühl, umsorgt zu sein uyb ihre einzige Tochter gut versorgt zu wissen. Und nun kam diese unglückselige Blondine. Mehr hätte sie gar nicht stören können. Herrn Schmittke blieb sein Heirotsontrog m der Kehle stecken. Und Frau Hertel sah sofort, daß etwas los war und sicher etwas Unangenehmes. „So, nu mal raus mit der Sprache, mein Kind. Was is dir?" „Es ist — du kommst doch morgen früh zu Frau Molny, Mutter. Da wollte ich dir vorher sagen, daß ich heut dort gekündigt habe." Frau Hertel erschrak. Es war jahrelang ihr Traum gewesen, Blondine in dos elegante Sjaus von Frau Molny zu bringen, und nun zerstörte das Mädchen mutwillig diesen schönen Traum. „Und wie kommst du dazu?" Blondine hatte sich natürlich ihre Worte vorher zurechtgelegt: „Ich möchte mir wieder einen größeren Wirkungskreis suchen." „Hast du noch nid) genug von der Rackserei in der Klinik? Ihr immer mit eure großen Wirkungskreise! Was is denn da schon, wenn du 'n paar Tischtücher mehr rausgibst?" „Mutter!" rief Blandine vorwurfsvoll. „Ich bin müde, Kind, und finde heut nicht mehr die richtjen Worte. Aber was ich meine ist: was nützt euch jungen Dingern der schönste große Wirkungskreis, wenn ihr euch doch bloß auspumpt und kaputt arbeitet. Frisch und hübsch sollst du bleiben! Denn früher ober später wirst bu doch heiraten." „Ich kenne aber keinen, weder für früher noch für später." Es sollte scherzhaft klingen, aber es klang gereizt. „Wart's man ab, mein Kind. Einen brauchst bu schließlich nur. Das mag bich trösten. Aber ben sollste in einem feinen Haus kennenlernen. Denn in einem jroßen Teich fängt man jroße Fische." Jetzt hatte Frau Hertel sich zum erstenmal Der« schnappt, unb sie ärgerte sich darüber. Einen Augenblick später hatte auch ihre Tochter Grund, sich über sich selbst zu ärgern. Denn auch Blondine entwischte ein vorschneller Ausruf: „Bei Engemanns etwa? Solchen Lassen will ich gar nicht haben." Sie biß sich auf bie Lippen. „Was haste gegen Engemanns?" fragte Frau Hertel sofort mißtrauisch. Aber ihr Mutterstolz auf ihr wohlgeratenes Küken war immer wach: „Ober behandeln sie dich etwa, wie wenn du nicht dazu gehörst?" Nun hätte Blondine ja sagen können: bei ben einzigen Gesellschaften, bie sie geben, darf ich nicht babei fein. Aber sie war ehrlich genug, bas nicht zu tun. Denn darum ging sie ja nicht von ihnen fort. ,Hch will mich so jung noch nicht in einem Privathaushalt gewissermaßen zur Ruhe setzen, Mutter. Ich will noch zulernen. Deshalb muß ich in einen großen Betrieb." Frau Hertel seufzte. „Entweder bin ich heut abend zu müde, um dich zu begreifen, ober ich verstehe euch junge Menschen überhaupt nicht mehr." Sie sah so bekümmert und plötzlich so alt aus, daß sie Blandine leid tat. Am liebsten wäre sie der Mutter, die sich so sehr um sie sorgte, um den Hals gefallen, und hätte sie getröstet: Ich habe schon für mich selbst gesorgt, und deshalb muß ich handeln wie ich es tue. Aber sie wollte auf keinen Fall das gute Verhältnis der Mutter zu Frau Molny trüben. Deshalb war sie ja gerade hier. Sie wollte eine plausible Erklärung geben, damit ihre Mutter ßucienne auch weiter unbefangen gegenübertreten konnte. Da Mutter und Tochter sich nicht miteinander aussprechen konnten, so sprachen sie aneinander vorbei. An diesem Abend gab es die erste große Verstimmung zwischen ihnen. Frau Hertel war zum erstenmal, seitdem ihre Tochter erwachsen war, ernsthaft und nachhaltig böse auf sie. Und nun konnte Blandine ihr schon gar nicht mehr von Harry Engemann sprechen. Für Harry Engemann war es auch kein Glückstag. Den ganzen Tag konnte er Blandines nicht habhaft werden. Dagegen erhielt er um Mittag einen Brief von dem Mann, an den er an einem Abend zehntausend Mark verloren hatte. Der Brief enthielt eine so deutliche Mahnung, daß er leider gar nicht mißzuverstehen war. Wenn Harry nicht bezahlte, würde er sich bas Gelb von Frau Molny holen. Nötigenfalls bie Gage direkt aus dem Filmbüro. „Unsinn", sagte Lange, als Harry ihn in feiner Angst um zwölf Uhr mittags aus bem Schlaf klingelte. „Don ben Filmfritzen kann er gar nichts wollen. Aber komm lieber mal her, bamit wir bie Sachs schaukeln." Kommen. Aber wie, wenn man kein Fahrgeld hat? Harry ging in die Garage unb sah auf die Benzinuhr. Unsinn, er war gestern feit hinter Pots- „Mit Zeppelin und Kondor über Südamerika." Zweiter Vortragsabend der Gesellschaft für Lrd- und Völkerkunde. Dor einem stattlichen Kreis von Mitgliedern unb Gästen der Gesellschaft für Erd- unb Dölkerkunbe sprach gestern Prof. Dr. Scheu (Königsberg) über eine Reise nach Südamerika und seine Eindrücke, wie sie sich aus den Perspektiven des Zeppelins und des Flugzeuges, aber auch aus den Perspektiven des Kraftfahrzeuges ergaben. In feiner Weise wußte der Redner zunächst feine Reise mit bem Luftschiff „Hindenburg" zu schildern, bie in ununterbrochener Fahrt bis nach Rio be Janeiro führte. An Hand von Bildern (Luftaufnahmen) zeigte er einige hervorragende Punkte, die das Luftschiff ansteuerte (Gibraltar, Pernambuco, Rio be Janeiro) unb beschäftigte sich bann eingehend mit ben Formen brasilianischer Wirtschaft, insbesondere aber auch mit der Form der Kolonisation des riesigen Landes. Er führte seine Zuhörer im Geiste nach Bahia, jener Stadt, bie noch charakteristisch die Kennzeichen der südamerikanischen Kolonisation nicht nur in ihrer städtebaulichen Anlage, sondern auch im Stile der Häuser erkennen läßt. Man folgte dem Redner die Küste entlang nach Rio Santos unb schließlich auf der Fahrt im Auto durch die Landschaften Sao Paulo, Parana unb Rio Grande do Sui. Der Redner erläuterte die Formen des Anbaues der Baumwolle des Zuckerrohrs, des Tabaks, des Kaffees und des Kakaos sowie bie weltwirtschaftliche Bedeutung dieser Kulturen. Mit großem Interesse hörte man, wie gerade der Tabakbau auf streng wissenschaftlicher Grundlage gepflegt wirb und wie es gerade deutsche Wissenschaftler sind, bie sich hier besten Ruf erwarben. Der Redner sprach ferner von der immensen Fruchtbarkeit der unter tropischem Klima liegenden Landstriche, von dem System der Aufteilung des Landes in riesige Areale und schließlich über die Kulturarbeit, die insbesondere von deutschen Farmern in südamerikanischen Staaten geleistet wurde. Sehr anschaulich wußte bann der Vortragende von seiner Luftreise zu erzählen, die ihn in einem der dort planmäßig verkehrenden deutschen Iunkers- flugzeuge von Rio Grande do Sui aus über die Pampas an bie Hochflächen der Anden führte, er schilderte ferner einen phantastischen Flug von Mendoza aus nördlich entlang bie Kordilleren und schließlich bie Ueberguerung der Kordilleren in 7000 Meter Hohe zwischen Mendoza und Santiago de Chile. Mit einem herrlichen Bilde, das die Stabt Santiago im Vordergrund unb bie steil sich auf« bauenden Kordilleren im Hintergrund zeigte, und mit der Würdigung der überragenden Leistungen deutscher Piloten und deutscher Flugzeuge schloß der Redner seinen anregenden Vortrag. Kreis-Gcfliiqel'ckau in Aroßen-Bnseck. wg. Großen-Buseck, 12. Nov. Vom 12. bis 14. November findet in der hiesigen Turnhalle, durchgeführt vom hiesigen Geflügelzuchtverein, die 5. Kreisgeflügelschau des Kreises Gießen statt. An der Ausstellung beteiligen sich 78 Aussteller mit insgesamt 311 Tieren der verschiedensten Rassen (Hübner, Tauben, Enten ufro.). Als Preisrichter sind M o g k (Echzell), Seipp (Rüsselsheim) bnb Peil (Heskem) verpflichtet worden. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung verbunden. Landesfachgruppenvorsitzender Gg. Äckermann wird einen Vortrag über die Bedeutung der Geflügelzucht halten.' Auch ein Film über Geflügelzucht wird gezeigt. Landkreis Gießen 5 Steinbach, 12. Nov. Die älteste Frau unseres Dorfes, Frau Maria Sophia Schneider, geb. Reufchling, Witwe des am 28. 10. 1923 verstorbenen Ackermannes Karl Schneider, kann am morgigen Samstag ihren 89 Geburtstag feiern (geb. 13.11.1848). Frau Schneider erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer guten Gesundheit, gepaart mit körperlicher unb geistiger Rüstigkeit, unb ist noch von früh bis spät im Haushalte ihres Sohnes Georg Jakob Schneider tätig. Aus ihrer Ehe, die sie am 14.5.1868 schloß, gingen 9 Kinder, 6 Söhne unb 3 Töchter hervor. Der jüngste Sohn starb im jugenblichen Alter, alle anderen Kinder sind noch am Leben. Hier in Steinbach lebt noch eine Tochter, bie Ehefrau des Flurschützen Atzbach, alle anderen Kinder sind außerhalb verheiratet. bam im Reservetank gefahren. Vier Eßlöffel sind höchstens noch drin. Er sah in die Reservekanister. Natürlich, Herr Lüdtke hatte wieder mal nicht vorgesorgt. Alles leer. Dann sah er auf bie Benzinuhr von Luciennes Wagen. Aha, heute getankt. Beiläufig schlenderte er ins Haus zurück. Beiläufig stellte er fest, daß Franz Lüdtke beschäftigt war. Dann suchte er einen Schlauch und begab sich wieder in bie Garage. Rasch schraubte er an Luciennes Wagen ben Deckel vom Tank, steckte den Schlauch hinein und sog das Benzin an. Es war eine mühsame Arbeit. Und eine Gemeinheit war es von seiner Frau, daß er sich nicht einmal Benzin kaufen konnte. Aber mit allerlei Kniffen füllte er wenigstens so viel in seinen eigenen Tank, daß er abfahren konnte. Bei Lange bekam er zwar einen Rat. Aber als er die Sache am Abend richtig besah, hatte er sich für acht Wochen Lust geschaffen und dafür einen Wechsel über vierzehntaufend Mark ausgestellt. Von diesem Wechsel wußte er ebensowenig, wie er ihn jemals bezahlen sollte, wie er es von der Spielschuld wußte. Ida unterbrach seine traurigen Gedanken. „Es ist ein Blumenstrauß und ein Brief für gnä’ Frau abgegeben worden. Wolley Herr Doktor quittieren?" Und das war Stones Absage an ßucienne Molny. Obwohl Harry nicht viel von ihrem Beruf verstand, mußte er das doch eine ganz große Niete nennen. Das Schlimmste aber stand ihm noch bevor, als feine Frau im ßaufe des Abends erklärte, daß ihre (starlaufbahn beendet fei. Und das sagte sie ihm so, ohne jede Rücksicht, ohne jede Vorankündigung. Chargenspielerin, bas bedeutete für Harry eine Einschränkung, von ber er sich noch gar keine Vorstellung machen konnte. Kein Wagen mehr f?7 ihn — soviel wurde ihm bald klar. Kaum Taschengeld. Weniger Bedienung. „Du weißt ja, baß wir schon lange über unsere Verhältnisse leben." Unsinn, bachte Harry. Woher soll ich bas wissen? Er hatte nie barüber nachgedacht. Er hatte es als ßaune von ßucienne genommen, wenn sie ihn immer kürzer hielt. (Fortsetzung folgt) Gau-Sängerfest im Sommer 1938 > Hießen. Durch das 12. Deutsche Sängerbundesfest in Breslau hat die Männerchorbewegung neuen Antrieb bekommen, und durch die Anwesenheit des Führers erhielten die Bestrebungen des Deutschen Sängerbundes hohe Anerkennung. Die Gauführung des Gaues äII Hessen-Darmstadt (Hessischer Sängerbund) des Deutschen Sängerbundes hat nun bestimmt, daß das nächste, also das dritte Hessische Gausängerfest in Gießen in der Zeit vom 29. Juli bis 1. August 1938 abgehalten wird. Der Plan der Gauführung geht dahin, an den Festtagen all den Tausenden von Sangesbrü- dern, die nicht in der Lage gewesen sind, das Bundessängerfest in Breslau mitzuerleben, einen lebendigen Eindruck des bisher gewaltigsten Festes der Männerchorbewegung dadurch zu vermitteln, daß die Gestaltung des Musikalischen in Breslau als Richtschnur für das kommende Fest übernommen wird. In keiner Weise soll damit Breslau etwa nachgeahmt werden, sondern man will nur die Ausdruckskraft und die Erlebnistiefe, insbesondere der Gaufeierstunüen, auch in kleineren Rahmen beweisen. Die Vorbereitungen zu dem 3. Gausängerfest sind in Angriff genommen worden. Vorsitzender des Haupt- und geschäftsführenden Ausschusses (Festausschutz) ist Schulrat Born (Darmstadt). Die Festleitung in Gießen liegt in Händen des Sängerkreisführers Karl Müller (Gießen). Die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse wurden ebenfalls schon berufen, und zwar zum Vorsitzenden der Aufmarschleitung Vereinsführer Heinrich Ley (Gießen), des Bau- und Ausschmückungsausschusses Amtmann Wettläufer (Gießen), des Empfangsausschusses Vereinsführer Adam Neurath (Gießen), des Finanzausschusses Amtmann Martin (Gießen), des Musikausschusses Professor Dr. Te- mesvary (Gießen), des Prefseausjchusses Schriftleiter Schuster (Gießen), des Verkehrsausschusses Oberinspektor Müller (Gießen), des Wirtschaftsund Vergnügungsausschusses Oberinspektor Gilbert (Gießen), des Wohnungsausschusses Vereinsführer U h r h a n (Gießen), des Verpflegungsausschusses Dereinsführer Herbert (Gießen). In der ersten Sitzung der Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse mit der Festleitung wurde der bisher festliegende Verlauf des Festes bekanntge- gsben. lieber 10 000 Sänger werden zu dem 3. Gau- jängerfest erwartet. Als Festort wurden die Volkshalle und der Trieb bestimmt. Neben einer großen Veranstaltung in der Volkshalle, einer Gaukundgebung auf dem Oswaldsgarten und einer Gaufeierstunde in der Volkshalle ist Volkssingen auf Straßen und Plätzen vorgesehen. Außerdem ist mit dem Sängerfest ein großes Gemeinschaftsfest auf dem Festplatz und ein Feuerwerk verbunden. Der Wunsch der Gauführung Hessen-Darmstadt des Deutschen Sängerbundes geht dahin, Gießen in den Tagen des Gausängerfestes zu einer singenden Stadt zu machen. Gießen freut sich, Feststadt zu sein, und wird sich der Ehre würdig erweisen. Wirtschaft. Mein Mainische Börse. Mttagsbörse fest. Frankfurt a. M., 11. Nov. Die Börse verstärkte chre feste Haltung und brachte am Aktienmarkt im Anschluß an die Abendbörse weitere Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1,50 v. H. Von der Kundschaft lagen weitere Anlagekäufe vor, auch die Kulisse war mit Meinungskäufen im Markt, doch standen auch einige Abgaben gegenüber, so daß die Umsatztätigkeit, insbesondere zu den ersten Notierungen, lebhaft war. Später wurde das Geschäft ruhiger. Die optimistischere Beurteilung der gesamten Lage dürfte auch heute wieder den Anreiz gegeben haben. Angebot bestand im Gegensatz zur Allgemeintendenz für Anleihestockwerte, später zeigte sich allerdings auf ermäßigtem Stand wieder Kaufinteresse. Reichsbank 210 bis 210,25 (210,50), Akkumulatoren 227 (229,50). Montanaktien lagen durchweg 0,50 bis 0,75 v. H. fester, Buderus gewannen 1,50 v. H. Kaliaktien verzeichneten Steigerungen bis 2 v. H. Stärkere Erhöhungen verzeichneten ferner Feldmühle Papier mit 139,25 (137), Demag mit 147,75 (144,75), Bemberg unter Schwankungen mit 142,50, 141,50 bis 142,50 (140,50) und Daimler Motoren mit 137,75 (136). Im übrigen erstreckten sich die Erhöhungen gleichmäßig aus alle Marktgebiete. IG. Farben lagen mit 157,75 (157,50) nur mäßig höher. Erhöhte Nachfrage zeigte sich für Bankaktien, insbesondere einige Hypothekenbank- werte erschienen mit Plus-Zeichen. Der Rentenmarkt war ebenfalls weiter fest. Reichsaltbesitz 131,30 (131,25), Reichsbahn-VA. etwa 129,40 (129,13), Kommunal-Umschuldung unverändert 94,85. Am Pfandbriefmarkt dauerte die Nachfrage an, so daß Goldpfandbriefe wiederum rationiert und zum Teil gestrichen wurden. Kom- munal-Obligationen notierten z. T. 0,25 v. H. höher, dagegen verkehrten Licsuidatianspfandbriefe uneinheitlich bei Abweichungen bis 0,25 v. H., Rheinische 0,40 v. H. erholt auf 102,13. Stadtanleihen zogen verschiedentlich leicht an. Auch Industrie-Obligationen blieben gefragt. Im Freioerkehr gingen späte Schuldbuchforderungen mit 99,50, Städte-Altbesitz mit 133,50 und 4 v. H. Rentenbank-Ablösungsscheine mit 93,50 um. Der Freiverkehr war bei festeren Kursen lebhafter. Wayß & Freytag 144 bis 146, Elsass. Wolle 81,50 bis 82,50, Schuh Berneis 73 bis 74, Verein. Pinsel 73 bis 74, Katz & Klumpp 105 bis 107, Dingler 85 bis 86 und Feist Sekt 70 bis 71. Tagesgeld wurde leicht erhöht auf 2,50 (2,25) v. H. Abendbörse gut behauptet. An der Abendbörse erfolgten weitere kleine Käufe der Kundschaft, womit die teilweise leichten Abgaben seitens der Kulisse ausgeglichen wurden, so daß die Haltung auf dem erhöhten Stand allgemein gut behauptet blieb. Das Geschäft war nicht beson- oers lebhaft. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, doch ergaben sich im großen und ganzen nur kleine Abweichungen. Der meist etwas niedrigere Berliner Stand konnte aber voll behauptet und teilweise leicht überschritten werden. Etwas belebter waren IG. Farben mit 158,13 bis 158 bis 158,13 (157,75). Montanaktien notierten unverändert, Hoesch 0,25 v. H. leichter mit 125,50. Maschinenaktien zogen größtenteils noch etwas an. MAN. 135,75 (135,50), Daimler 137,50 (137,25), Eßlinger 118 (117,75), Moenus 122,50 (122,25), Rheinmetall 146,25 (146), Junghans 128 (127,50), dagegen gingen Demag um 1,50 v. H. zurück auf 146,25, lagen aber 0,25 v. H. über Berlin. Elektroaktien notierten vorwiegend behauptet. Leicht ermäßigt waren Feld- mühle Papier mit 138,75 (139,25), Bemberg mit 141,50 (142), Conti Gummi mit 192,50 (193). Von Hypothekenbankaktien erhöhten sich Pfälzische um 1 v. H. auf 109, Rheinische um 0,25 v. H. auf 154,25, Meininger unverändert 122,25. Am Rentenmarkt fliegen Altbesitzanleihe auf 131,65 (131,20). Von Jn- ouftrie-Obligat'ionen notierten 4Ve v. H. Elektrowerke AG. von 1937 unverändert 99,25, 4V» v. H. Krupp unverändert 99,75 und Farben-Bonds unverändert 131. Kommunal-Umschuldung wurden mit unverändert 94,85 bewertet. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Nov. Auftrieb: Großvieh 1657 (gegen 2143 am letzten Donnerstagsmarkt vom 4.11.), darunter 316 (386) Ochsen, 191 (209) Bullen, 818 (1088) Kühe, 332 (460) Färsen. Kälber 505 (590), Hämmel und Schafe 132 (65), Schweine 187 (1397). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: a) 44 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (38 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 38 bis 39 (38 bis 39), c) 34 (32 bis 34), d) 26 bis 27 (26). Kühe a) 42 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 17 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis, 44 (43 bis 44), b) 36 bis 40 (39 bis 40), c) 29 bis 35 (35). Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (34 bis 40). Hämmel b2) 44 bis 50 (40 bis 45). Schafe a) 32 bis 45 (—). Schweine a) 54 (55), bl) 54 (55), b2) 54 (55), c) 53 (54), d) 50 (51). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel lebhaft, Schafe langsam. Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 11. November. Der heutige Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 217 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 13 bis 18 Mark, 8 bis 13 Wochen alte 18 bis 25 Mark. Marktoerlauf gut, fast ausverkauft. Schweincmarkt in Nidda. * Nidda, 11. November. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen rund 400 Ferkel zum ! Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Tiere 10 bis 11 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 18 Mark, ältere Tiere 25 bis 30 Mark. Das Geschäft verlief flott, es verblieb nur geringer Ueberftanb. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 v H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß kurs Schluß. Abend- börie Schlub- kurs Schlicht Mittag börfe Schluss kurs Schluss. Abend börie Schluss- kurs Schluß!. Mittag, börie ©dIU III 10.11. 11.11. 10-11. 1111 Tom m 10.11. 11.11 ■ 10.11 11.11. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 19 101,65 101,65 101,65 101,65 Aceumulatoren-Fabrik....... 14 229,5 227,25 230 227,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99,2 99,2 99,2 Aschaffenburg Zellstoff........6 140 141,5 140,65 142 P/,% Deutsche Reichsschahanwei^ Bemberg...................O 140,5 141.5 140,25 141,75 ——— 168,25 168 168,65 168,75 ct>. •Jti-iietui a Amu ch.-Notierung AmuicheRvuerung ztmutdje tvtierung w Velr Br- (fli'i r Br>e> Weit Bries .«e'r Bin Buenos Aires ............. 0,736 0,740 0,736 0,740 Iavan.................... 0,722 0,724 0,722 0,724 Brüssel ... ............. 42.13 42.21 42,12 42,20 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5 706 :lhn he Foneiro ____........ 0 L3ß 0.138 0.136 0.138 Oslo .................. 62,21 62,33 62,19 62,31 stnlen ___........... 47,1 n 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,'26 55,'38 55^25 5M7 Lissabon.................. 11,25 11,27 11,245 11,265 Danzig.................. 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 63,82 63,94 63,80 63,92 London .................. 12,38 12,41 12,375 12,405 Schweiz.................. 57,37 57,49 57,25 57,37 HelsingsorS................ 5,475 5,485 5,475 5,485 Spanien.................. 5,48 15,52 15,48 15,52 Paris .................... ft.417 8,433 8,417 8,433 Prag..................... 8,701 8,719 8,711 8,729 Holland .................. 137 137,56 137,14 137,42 Buvävell................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuvork................. 2,475 2,479 2,478 2,482 Von Winter 1939 nicht vergessen! jawohl, das ist kein Druckfehler, wir wollen Sie mit diesem fjinroeis nur recht deutlich daran erinnern dci der stnschas- fung Aires neuen Wintermantels an die fjalt- bathrit zu denken Denn Sie wollen ihn doch mindestens im Winter 1939 noch tragen.Vei uns ist auch in dieser fjinsicht vorgesorgt und wie preisgünstig,das zeigen diese Deispiele. Wmicr-Mftcr aus flottgem.Fischgrät- oder Noppenstoffen 38.— 47.— 56.— 68.— 78.— 87.— Lonäerklasse 96.— 108.— 118.— 124.— 136.- UlttenPaletots ganz auf Atlas gefüttert 32.— 46.— 58.— 66.— 78.- 87.— Stutzer (Ueberjovven) 19.50 28.— 39.— 48.— 56.— 64.— Stratzenanzüge, Svort- anzüge, Lodenmäntel, Regenmäntel/Kleidung für Knaben und für alle Berufe zu kleinen Preisen u.ganz gr.Auswahl So gut sind Sie bedient bei den gewissenhaften Dekleidungsfachleuten 7389 A KÖHLER Gießen / Eckhaus am Seltersweg Eigene Maßschneiderei für Uniformen u. Zivil Ms M Kragenschuhe 36 42 a i-E RM. 1.33 Kragenschuhe mit Columbia-Sohle Gr. 36/42 RM. 2.65 Der beliebte Filzabsatz- Hausschuh mollig warm 3.45 Laschenschuhe Gr. 36/42 RM. 1.25 Gr. 43 46 RM. 1.65 Eb WI RD KAI Handtaschen und Stadttaschen kauft man preiswert bei 7392A Leder-Röhrig, Gleiten. Neustadl 43 TZ fxünurui Muhhaus La 7391 A arcg Gieren, llllllllllllllllllllllllllllll Einspaltige Kleinanzeigen werben zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter- teile veröffentlicht lllillHIIIIIlllllllllllilllll ■ Hier abschneiden! 4 Camembert Charleston len. Während der Wachstumszeit reichlich gießen. Camembert, vollfetter Weichkäse, dessen Herkunft die französische Normandie ist. Canna, indisches Blumenrohr, eine Blüten- und Blattpflanze, die, einzeln und in Gruppen gepflanzt, im Rasen schön wirkt. Die Knollen sind nicht winterhart und werden wie Dahlien behandelt. Pflanzung der schon angetriebenen Knollen Ende Mai. Caramel, gebrannter Zucker, der zum Färben von Soßen oder auch bei Süßspeisen verwendet wird. Carbonnade, vielfach noch gebräuchliche, französische Bezeichnung für das Rippenstück des Schweines. Carcinom s. Krebs. Carola, weibl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „die Mannhafte". Caspar (Kaspar), männl. Vorname, nach einem der Heiligen drei Könige. Cayennepfeffer, kleine scharfe Früchte, die von der Insel Cayenne stammen, ähnlich den Paprikaschoten. Cecilie. weibl. Vorname, lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Blinde". Cellophan, durchsichtige, bruchfeste, in Wasser nicht lösliche Haut aus Zellstoff, ein immer mehr beliebtes, sauberes Verpak- kungsmittel, kann auch statt Pergamentpapier beim Einmachen verwendet werden, wenn man das angefeuchtete Cellophan über den Einmachtopf legt und fest- bindet. Cello, Violincello, Streichinstrument, das auf einem Dorn steht und beim Spiele zwischen den Knien gehalten wird. Celsius. Wärmegrad bei der Einteilung des Thermometers vom Gefrierpunkt bis zum Siedepunkt in 100 Grade, im Gegensatz zu Reaumur, bei der die gleiche Spanne in 80 Grad aufgeteilt ist. Chalzedon, Halbedelstein, dessen bekannteste Abarten Onyx, Karneol, Heliotrop und Moosachat sind. Chamois, französ., Gemse, entbehrliches Fremdwort für „gern» senfarbig" oei Leder und anderen Stoffen. Champagner, Weiß- und Rotwein aus der Champagne, gewöhnlich aber der moussierende Champagner (Schaumwein). Champignon, beliebter Speisepilz, wird in heizbaren Kellern, Schuppen und Frühbeeten gezüchtet. Wildwachsende Ch. sind nicht so weiß wie die gezüchteten. Sind von Oktober ab aus Wiesen zu finden. Vorsicht: nicht verwechseln mit Knollenblätterpilzen! Champignontunken mit Eiern zu Kalbfleisch sind Leckerbissen. Changeant, entbehrliches franz. Fremdwort für „wechselnd". Changierende Seide hat z. B. den deutschen Namen Schillertaft. Der Farbwechsel wird dadurch erzielt, daß Kette und Einschlag des Gewebes von verschiedener Farbe sind. Chapeau claque, franz., Klapp- Hut, zusammenklappbarer Zylinderhut. Charleston, nach der gleichnamigen Stadt benannter Negertanz, Butterbrokpapier — nach Blaß. Jawohl, denn mit dem neuen Melitta-Butterbrotpapier-Abreißautomat läßt es sich genau nach Maß abreißen, und dabei ist es immer schön sauber und appetitlich aufbewahrt. 3. B. Häuser» Gießen, am Oswaldsgarken, Fernsprecher 2145/2146. G. A.-Gpori. , Deutscher Hockey-Sieg über Frankreich Das internationale Pariser Hockey-Turnier anläßlich der Weltausstellung wurde am Donnerstag mit den beiden letzten Begegnungen abgeschlossen. Wenn auch Deutschlands Elf schon nach den beiden ersten Spieltagen als der unwiderrufliche Sieger feststand, so brachte man am Donnerstag doch dem Zusammentreffen zwischen Deutschland und Frankreich größtes Interesse entgegen. Der Kampf selbst war dann auch ganz dazu angetan, die Gemüter der zahlreich versammelten Zuschauer in Wallung zu bringen: mit 2:0 führten die nach ihrem bisherigen Versagen im Rahmen des Turniers überraschend starken Franzosen zur Pause, und als dann auch noch ein dritter Treffer fiel, schien die deutsche Niederlage besiegelt zu sein. Aber es kam ganz anders: unsere Elf raffte sich zu einem machtvollen Endspurt auf und bezwang den Gegner noch glatt mit 5:3. — Im zweiten Spiel schlug Belgien die Schweiz knapp mit 1:0 (0:0). Fußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse. VfB.-Reichsbahn Gießen I gegen S A. - Kampfgemeinschaft Gießen I: Auf dieses Lokaltreffen ist man sehr gespannt. Nach den bis letzt vom VfB. gezeigten Leistungen könnte mit einem Siege der Grünweißen gerechnet werden. Großen-Buseck — Rodheim: Die Mannschaften sind als gleichwertig anzusprechen, Großen- Buseck hat den Vorteil des eigenen Platzes. Heuchelheim — Rüddingshausen: Heuchelheim hat eine gute Kampfmannschaft und sie wird sich von Rüddingshausen die Punkte nicht nehmen lassen. WLes eck — Klein-Linden: Bei diesem Spiel wird sich zeigen, ob die Mannschaft von Wieseck, trotz allem 'Mißgeschick, doch noch siegen kann. 1 9 0 0 Gießen II — Steinbach I: Die Leute vom Trieb werden sich auf eigenem Platze die Punkte von Steinbach nicht abnehmen lassen. VfB.-R. Gießen II — Watzenborn-Steinberg II: Hier werden die Grünweißen gegen die Teutonen ohne großen Kampf bestehen können. Großen-Linden — Lich: Die Licher haben zwar Ersatz in ihren Reihen, aber sie werden nicht so ohne weiteres dem Platzbesitzer die Punkte überlassen. Man rechnet sogar mit einem Siege der Licher. 2. Kreisklasse. Grünberg — Lehnheim: Grünberg sollte dieses Spiel gewinnen, wenn die Spieler es nicht zu leicht nehmen. Oppenrod — Mu sch en he im: Die Mu- schenheimer scheinen an Kampfkraft verloren zu haben, sie könnten aber das Spiel bei einigem Siegeswillen für sich buchen. Treis — Geilshausen: Hier werden sich die Geilshäuser anstrengen müssen, wenn sie an der Spitze der Tabelle bleiben wollen. Heuchelheim II — Daubringen I: Die Daubringer werden auf dem Platze in Heuchelheim kaum gewinnen können. Rodheim II — 19 00 Gießen III: Wenn die 1900er in Rodheim vollzählig antreten, so sollte es ihnen gelingen, die Punkte mit heim zu bringen. SA.-Kampfgemeinschaft Gießen II gegen Wißmar I: Diese beiden Gegner haben noch nicht zusammen gespielt. Grüningen — Staufenberg: Beide Gegner haben noch nicht viel gezeigt. Grüningen hat mehr Aussichten. Weitere Rekordversuche EystonS. Der englische Kapitän Eyston gibt sich nicht geschlagen: in zehn Tagen wird er auf dem Salzsee bei Bonneville erneut versuchen, den absoluten Schnelligkeitsweltrekord für Bodenfahrzeuge zu brechen. Bisher übertraf Eyston seinen Landsmann Campbell zwar schon mehrfach, aber Beschädigungen am Wagen hinderten ihn jeweils an der erforderlichen Rückfahrt. Wie die genaue Nachrechnung ergab, hat Eyston bei seinem letzten Versuch am Samstag 500,015 kmst erreicht: er hat also zum erstenmal die 500 kmst überschritten. Nundfunkprogramm Samstag, 13. November. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Fruy- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd. 10: Schulfunk. 10.30: Eröffnungsfeier der Alemannischen Kulturtagung. 11.40 Gauwachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Frohe Musik zum Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Drehbühne. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Kameraden, die Trompete ruft... 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19’10: Platzkonzert. 20: Frankfurter Funkbrettl. Ein bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung ) k. L. in k. Der Kurs bezieht sich auf den fünffachen Nennwert, in Ihrem Falle also 5 X 25 = 125 Mark X 130 °/o = 157,50 Mark. Voraussetzung für diese Wertberechnung ist, daß das Aufwertungspapier aus Ablösungsanleihe und Auslosungsrecht besteht. NICHT WEINEN! Wir gehen ja in den GLORIA-PALAST um den GOLDFEDER-FILM zu betrachten. Er läuft von heute bis zum 18. Nov, Polsterwerkstätte A.WEHRHEIM Löberstraße 17 ' ■ vf- . Geh. Imheuser Das Fadigesdiäft 7397 A für Damen» und Mäddienklefidung GMMDWM ffir .jede Figur ■ von schlank bis zu den großen i Weiten - immer mit Bedacht | auf die modische Forderung: ' jugendlich sei die Linie! Da- ruber hinaus gut in der Qua- 7390 A Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Verdunklung!Inr Mäm-veriiiw . wirken ganz radikal Papier t-J rx** rx D M Hora-Patronen u. Zelio - Giftkörner Umhüllungen 7403 d Pappen J.Weinert kg.,Gießen Neuenweg 9 Fernruf 3615 Samenhaus Heb. Hahn Bahnhofstraße [7217A] Tel. 3403 Haben Sie offene Füße? schmerzen? Nucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die leit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, ichrrkerzstillende Heilsalbe ßmrfarin" Erhält!, in allen „UvNIdllN ■ Avotheten. TB50v • ..und zum Bauen Aber man n Arrsese Salats in eigener Küche liergesiellt werden alle mit Lea- und Penins Sauce abgeschmeckt. MltEie einen versuch! Täglich frisch Hering-Salat mit Atay. 125 g 30 j Ataties-Salat........125 g 30 4 Fleisch-Salat mit May. 125 g 35 Geflügel-Salatm.Atay. 125 g 40 9tohkost-Salatm.Sahne 125 g 25 «5 Nohkost-Sal. m.AnanaS 125 g 30 ->) Florida-Salat........125 g 30 ' Krabben-Mayonaise .. 125 g 40 Hummer-Mavonaise .. 125 g 70 Mäusbnrg 15 74oeA Tel. 3612 Charlotte 72 Chippendale Werbe-Drucksachen ’iefert Brühl'sche Druckerei gute HohnerI Mietgesuche 2-Ä-Win. oder 2 gr. Zim., im Zentrum ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 05569 and.Gieß. Anzeiger erbet. Stellenangebote Braves 7405V Mädchen vom Lande für denHaushaltges. Frau Göü, Büdingen, Kantine des M. G. Bat. 3. 7 und eine Adresse dafür, die zuverl ässig ist - und nicht teuer! ab' K-V / Carl Sommer Gießen / Bahnhofstraße 14 Das Haus der zufriedenen Kunden! der während der Inflation auch in Deutschland eingeführt wurde. Charlotte, weibl. Vorname aus dem französischen Charles = Karl abgeleitet. Deutsche Form dafür Karla. Chartreuse, berühmter französischer Kräuterlikör, der von Kar- täusermönchen hergestellt wird. Chassis, Untergestell des Kraftwagens im Gegensatz zur Karosserie Chateaubriand, französische Bezeichnung für in Scheiben gebratenes Rinderfilet. Chatelaine, franz Wort mit der ursprünglichen Bedeutung Ka- stellanin. bezeichnete die Eürtel- kette, an der früher die Frauen ihre Schlüssel trugen. Heute noch üblich für ein kurzes Band aus Seide oder Metall an der Taschenuhr, das der Herr beim Abendanzug sehen läßt, überflüssiges Fremdwort: dafür Uhrband. Chaudeau, französisch, wörtlich „durch Wasser gewärmt" warme Schaumspeise aus Wein, Zucker, Zitronensaft und (Eiöottern, die im heißen Wasserbade geschlagen wird und hohen Nährwert besitzt. Chesterkäse, vollfetter Hartkäse, stammt ursprünglich aus England, die Färbung (orange) i|t künstlich. Cheviot (engl.), gezwirnter Wollstoff aus Kammgarn oder Streichgarn, blau oder durch die Garnfarben gemustert. Streichgarnstofs ist mehr lodenähnlich. Cheviot ist sehr dankbar und verliert bei Anzügen nicht die Form. Reinigung mit Seifenwasser und Salmiak oder Benzin. Chevreau, entbehrliches franz. Fremdwort für weiches Ziegenleder, das zum Oberleder der Schuhe verwendet wird. Chianti, italienischer Rot- oder Weißwein in dünnhalsigenKorb- flaschen. Chiffon, franz., bedeutet wörtlich „Lumpen", deuliche Bezeichnung Seidenmull oder Weichtuch, feinfädiger, glatter, ichir- tingähnlicher Stoff aus Seide, Kunstseide oder Baumwolle. Chiffre, franz., entbehrliches Fremdwort für Ziffer, bestimmtes Kennzeichen, unter dem man sich bei Zeitungsanzeigen ohne Angabe seiner Anschrift, Anfragen oder Angebote zugehen läßt. Chikane ist die — unzulässige Ausübung eines Rechtes mit dem alleinigen Zweck, einen anderen zu schädigen. Chinchilla, südamerikanische Wollmaus, deren graues, kostbares Fell zu Pelzwerk verwendet wird. Die Nachahmung durch einen pelzartigen Wollstoff wird ebenso benannt Chinin, spezifisches Mittel gegen Malaria, überhaupt gutes Fieber- und Grippemittel von sehr bitterem Geschmack. Auszug aus Chinarinde. Chintz, ursprünglich bedruckter ostindischer Kattun heute ein bedruckter Baumwollstoff, der in der Hauptsache zu Dekorations- 'zweckcn verwendet wird. Chippendale, prunkvoller, englischer Möbelstil besonders be- Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Kampf dem Verderb durch Färben und Reinigen Ihrer Garderobe Harmonika Mi KW Klavier, Klub u.diaton.Modelle ?iinflerharmonikavonMk.5.50an S billige Handharmonikas einreihig von Mk. 12.— zweireihig von Mk. 20.— an Sportmodelle, zweireihig in Kotier, von Mk. 20.- an in guter Qualität Mundharmonikas in allen Tonarten u. Preislagen Musik-Mier gegründet 1857 7394 D Gießen, Neuenweg 10 Preislisten bitte zu verlangen Knoblauch-Beeren „Immer jünger“ enthalten den seit über 1000 Jahren bekannten echten bulgar Knoblauch in konzentriert, leicht verdaulicher Form. Bewährt bei: ■rterien- verkalkung hohem Blutdruck. Magen-, Darmstörungen. Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- u. geruchlos. Monatspackung 1.- M. Zu haben: Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf Str. 39; Drog. E. Karn, Schulstiabe. ?048 v ütlKWW-hWl verreist 13.-28. November Vertreter die Herren: Dr. Geyer Dr. W Klein (ab 18. 11.) Dr. Mehl 05570 Dr PI och San -Rat Dr. Schliephake radikalen ÜMckMÜlWg wie Ratten und Mäuse Zeliokörner.tiiftweizen u. sämtliche nach den neuesten Erfahrurfg. zusammengesetzte Eeücia-Ungeiicierpräparate erhalten Sie stets frisch in der Fach-Drogerie 7396A BORNEMANN Gießen, Bahnhofstraße 1*7 Sicher stehen leichter gehen' Das ist der Vorteil, den Ihre Kinder haben, wenn sie von den ersten Gehversuchen an Jahr für Jahr ADA-ADA- Kinder-Schuhe tragen. Sie werden Buben und Mädels jeden Alfers richtig an- gepafjt bei Inh.: Karl Baier Gießen, Marktstraße 9-11 7398 A