Rr. 186 Erstes Blatt 187. Zahrgang Donnerstag, 12. August 1Q57 krfchemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 ' Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen poftschecklonto: Zranlfurt am Blain 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleilung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 7O mm Breite 5V Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Symbol der Heimat. „Deutschland, Deutschland, über alles!", so schallte es zehntausendfach über den Schloßplatz der schlesischen Hauptstadt, als zum Abschluß des großen Sängertref fens die 30 000 Ausländsdeutschen in jubelnder Begeisterung den Führer «umringten. Von allen Teilnehmern dieses Sänger- ffestes wird übereinstimmend versichert, daß dieses in seiner Eindringlichkeit geradezu erschütternd wirkende Bekenntnis der Ausländsdeutschen zu ihrer Heimat und zum Führer den Höhepunkt der Ver- sanstaltung gebildet habe. Es waren Stunden, da man sich so recht bewußt wurde, daß das Deutschtum in der Welt um die Bande weiß, die es mit (feinem Mutterlande verbinden, es waren Stunden, 5a unsere auslandsdeutschen Brüder deutlich spürten, daß sie jetzt nicht mehr allein stehen, daß Deutschland an sie denkt und für sie eintritt. Kurze Zeit nur noch trennt uns von dem großen Treffen der Ausländsdeutschen, das Ende dieses Monats in der Hauptstadt Württembergs feinen Anfang nimmt. Diese Reichstagung Ber Ausländsdeutschen, welche gewissermaßen den Auftakt zum Reichsparteitag bildet, stellt mehr als nur eine Tagung dar, denn hier wird erneut aller Welt kundgetan werden, daß unsere Brüder in der gganzen Welt sich ihrer Verantwortung, auf Vorposten für bas Deutschtum zu stehen, vollauf bewußt sind, und daß sie keine schönere Aufgabe kennen, als für dieses Ziel ihre ganzen Kräfte einzu- »etzen. Ueber 1OOOO Ausländsdeutsche □us allen Ländern, in denen Deutsche wohnen, werden nach Stuttgart kommen: Aus dem Fernen Osten, aus Niederländisch-Jndien, aus Australien, Ost-, Süd- und Westafrika, aus Aegypten, Süd-, Mittel- und Nordamerika, sowie aus allen europäischen Staaten. Führende Männer aus Staat innb Partei haben bereits ihr Erscheinen zugesagt .unb werben in mehreren großen Kunbgebungen zu Öen Auslandsbeutschen sprechen. Von ber Stabt Stuttgart selbst sinb bereits alle Vorbereitungen getroffen, um ben auslanbsbeutschen Säften alles so behaglich unb so angenehm wie möglich zu machen. Ob wir nun an bas Deutsche Volksheim Ober bas Auslanbbeutsche Mäbchenheim. bas Aus- >andbeutsche Frauenheim ober bas Heim für beutsche RRiicfroanberer benfen, alle biefe Einrichtungen verfolgen bie Aufgabe, bie Auslandsbeziehungen Stutt- Darts zu förbern unb ben Gästen bie in Stuttgart corbanbenen Einrichtungen kultureller unb wirtschaftlicher Art zu aünftigen Bedingungen zugänalich ;,u machen. „Den Millionen beutfcher Volksgenossen in aller Welt soll Stuttgart in alle Zukunft Sym- vol ihres Elternhauses, Symbol ber deut- chen Heimat sein" Diese Worte, bie Stuttgarts Oberbürgermeister an bem Tage sprach, ba ber Führer ber schwäbischen Hauptstabt den Ehrennamen ,,Stadt der Auslanddeutschen" verlieh, sollen sich bei diesem Treffen der Auslanddeutschen erneut bewahr- Kjeiten. Wenn nun Ende August diese Tagung der Aus- sanddeutschen ihren Anfang nimmt, wenn nicht nur Stuttgart, sondern das ganze Reich ihnen im Gefühl einer tiefen Verbundenheit einen herzlichen Empfang bereitet, bann wirb nicht jeder daran denken, daß dies noch vor einem halben Jahrzehnt nicht möglich gewesen wäre. Denn wie stand es noch »ar fünf Jahren um unser Auslanddeutschtum? Es war zersplittert und zerklüftet in unendlich viele Verbände und Vereine es stand den Dingen in der Heimat ohne Interesse und Anteilnahme gegenüber, wobei dieser Vorwurf nicht so sehr den Au«land- iseutschen selbst, als vielmehr die damaligen Macht- | ioaber in Deutschland trifft, bie es nicht verstauben, Brücken von ben Deutschen aller Welt zur Heimat I ;u schlagen, ja, bie es meist auch sogar gar nicht wollten, baß zu enge Beziehungen zwischen bem Auslanbbeutschtum unb ber Heimat bestauben, weil iie, in pazifistischen Gedaukeugäugeu befangen, fürchteten, baß man ihnen ben Vorwurf einer „nationa- iftifcfeen Politik" machen würbe. Unb treibt nun bie Regierung Adolf Hitler eine „nationalistische Politik", wenn sie sich der Auslanddeutschen so beson- >ers annimmt? Jeder weiß, daß wir nur das eine Ziel im Auge haben: unseren Brüdern im Ausland jtets zum Bewußtsein zu bringen, daß sie Angehörige ber großen beutschen Volksgemeinschaft sind, i aß sie bie Aufgabe haben, in ihrer neuen Heimat «ets ihr Deutschtum hochzuhalten, aber auch streng unb genau bie Sitten unb Gesetze ihres Gastlaubes ' m achten. Schon lange vor bem 30. Januar 1933 unternahm :iine kleine Anzahl entschlossener Nationalsozialisten m allen ßänbern, in benen Deutsche wohnen, ben Versuch, ber unheilvollen Zersplitterung bes Deutschtums Einhalt zu gebieten und die beutschen Menschen m ber Bewegung Abolf Hitlers zu sammeln, um so ■ »ie nationalsozialistische Volksgemeinschaft aufzurich- sen. Am 1. Mai 1931 würbe in Hamburg bie A u s» andsorganisationderNSDAP. gegründet, bie unter Führung ihres Leiters, ber selbst Austaubbeutscher ist, im Laufe weniger Jahre runb WO Gruppen ber NSDAP, im Ausland schuf. Selbstverständlich können in die Reihen der Aus- Fmdsorganisation nur Reichsdeutsche ausgenommen werden. Die nationalsozialistische Arbeit für bas Aus- xmbsbeutschtum wirb im Sinne unb im Geiste bes Friedens geleitet. Zehn Gesetze hat bie Auslands- •rganifation für Auslaubsbeutfche aufgestellt, bereu irftes lautet: „Befolge bie Gesetze bes Lanbes, des- $n Gast zu bist", unb bereu zweites heißt: „Die Politik beines Gastlanbes lasse besten Bewohner machen. Dich geht bie innere Politik eines fremden Laubes nichts an. Mische dich nicht in biefe, a:ud) nicht gesprächsweise!" In biefen Punkten heißt es bann weiter: „Bekenne bich stets unb überall als Darteigeuoste, mache dem neuen Deutschland Ehre, iiieh in jedem Deutschen draußen deinen Dolksge- WWM Gurova-Rundflllg mit der „LliMmvusine". (Scherl-Bilderdienst-M.) Dienstag früh stieg auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin bas Messerschmitt-Flugzeug 108, ein Fabrikat ber Bayerischen Motorenwerke, zu seinem Europaflug auf. Es heißt „Taifun", ist azurblau unb ein Resteflugzeug mit vier Sitzen. Ueber das Ziel des Fluges wurde zunächst Stillschweigen bewahrt. Als aber im Laufe bes Dienstag bie Meldungen von der Landung des „Taifun" eintrafen, erst aus Riga, dann aus Helsinki und weiter aus Hamburg, da bestätigte sich bas Gerücht, baß dieses Flugzeug nichts mehr unb nichts weniger zum Ziele habe, als einen Rundflug um Europa. Erst war das Unternehmen vom Wetter begünstigt, allerdings wurde die Fahrt schwieriger über Finnland und Schweden, über Schleswig- Holstein muhte man zeitweise sogar bis auf 50 Meter heruntergehen. Trotzdem ist alles am ersten Tage programmgemäß verlaufen: abends kurz nach 19.30 Uhr, war man auf dem Flugplatz Le Bour- get und hatte 3350 Kilometer hinter sich Die vier Insassen des „Taifun" waren guter Dinge und besichtigten noch die Weltausstellung, vor allen Dingen das Deutsche Haus. Mittwoch, morgens um 5 Uhr, stieg die Messerschmitt-Maschine schon wieder auf mit der Richtung nach Mailand, Rom, Belgrad, Budapest und Berlin. 24 Stunden vorher war das Flugzeug in 250-Kilometer-Geschwindigkeit pro Stunde über die Ostsee und das Nordland gebraust, nun ging es im stolzen Fluge schon über bie Alpen unb ben Apeninn. Um 20.30 Uhr am Mittwochabend konnte „Taifun", von Budapest kommend, nach Zurücklegung einer Gesamtstrecke von etwa 6500 Kilometer wieder auf bem Flughafen Tempelhof landen Sicherlich eine prächtige Leistung, die ohne viel Geräusch organisiert wurde, ein glänzendes Zeugnis für die deutsche Technik. In Bescheidenheit aber hat der Flugkapitän Brindlinger dieses Flugzeug eine „Serienmaschine" genannt, mit der man allerdings alles machen könne. Der Rundflug hat gezeigt, daß der Traum von der „fliegenden Limousine , von dem „Auto der L u f t", von dem Reiseflugzeug in Erfüllung gegangen ist. Ausgerüstet mit einem reihenmäßig yeraestellten Motor, dem achtzylindrigen Argus-^d-lO-OMotor, hat die „Taifun" trotz überwiegend schlechten Wetters ihr gestelltes Flugprogramm eingehalten und — was für den Erfolg eines Reiseflugzeuges mit ausschlaggebend ist — eine große Wirtschaftlichkeit in den Betriebskosten gezeigt. Würden doch die reinen Betriebskosten für die rund 3500 Kilometer lange Strecke des ersten Tages bei vier Flugteilnehmern nur 75 Mark je Person betragen. Flugkapitän Brindlinger betonte besonders, daß die weite Strecke trotz insgesamt nur zwei dis drei Stunden Aufenthalt keineswegs ermüdend gewesen sei. Man habe gemütlich im Flugzeug schlafen können, habe seine Mahlzeiten dorr eingenommen, sich in 4000 Meter Hohe mit Mundharmonikaspielen unterhalten und sich sogar während der Fahrt rasiert, da der kurze Aufenthalt auf den Flugplätzen keine Zeit dazu übriggelassen habe. Ueberall, wohin die „Taifun" gekommen sei, habe man ihr eine glänzende Aufnahme bereitet. Nach dem Abflug von Paris hätten die Flugteilnehmer aus 180 Kilometer Entfernung und aus großer Höhe den Anblick der Schweizer Alpen genießen können Großes Lob spendete der Flugkapitän auch dem Argus-Motor. Die Maschine entwickelte eine Höchstgeschwindigkeit von 305 Kilometer und eine Reisegeschwindigkeit von 260 Kilometer. Die von ihr in zwei Tagen zurückgelegte Strecke würde bei anderen fahrplanmäßigen Verkehrsmitteln einen Zeitaufwand von 8 bis 11 Tagen beanspruchen. nassen und hilf ihm, sei nicht nur Mitglied, sondern auch Mitkämpfer, schließe dich deinen Parteigenossen an!" Der Auslandsorganisation verdanken wir es, wenn nunmehr das Deutschtum in der gesamten Welt wieder in engster Verbindung zur Heimat steht, der Auslandsorganisatton verdanken wir es, wenn rund 30 Millionen Deutsche in allen Landern ber Erbe jetzt roieber mit heißem Herzen ben Aufstieg ihres Vaterlanbes unter feiner neuen Führung verfolgen. Was früher niemals für möglich gehalten war, ist jetzt Tatsache geworben: bas Auslanbsbeutschtum bilbet einen feften Block, bas Auslanbsbeutschtum lebt jetzt im Geist nationalsozialistischer Volksgemeinschaft, es kommt an den großen Feiertagen der Nation zusammen, uni von seiner Treue zur Heimat Zeugnis abzulegen. Wenn am 1. Mai in ben Hauptstädten Brasiliens und Argentiniens je rund 20 000 Deutsche zusammenkommen und wenn bei großen politischen Ereignissen, wie z.B. bei Wahlen, sich das Auslandsdeutschtum in überwältigendem Maße beteiligt unb für ben Führer stimmt, bann sprechen diese einzelnen Beispiele für bie Kraft, welche ein geeignetes Volkstum ausströmt. Es ftnb in ben letzten Jahren von den Deutschen in aller Welt Leistungen vollbracht worden, die eben nur aus der Volksgemeinschaft und der Zusammenarbeit aller heraus geschaffen werden konnten Ob wir an die zahlreichen Heime denken, die in gemeinsamer Arbeit errichtet wurden ober an die Schulen und Sportplätze ob mir auf die Lei- stungen bes Winterhilfswerkes bmweifen überall tritt uns di- Partei entgegen, welche die Deutschen ,u einer Einheitsfront zufammengefchloffen und Standesdünkel unb Klafsenhaß beseitigt hat. Die Zabrestaouna des Deutschen Auslandinsiitutes. Stuttgart, 11. Aug. (DNB.) Als erste öffentliche Veranstaltung ber Jahrestagung unb 2l>Jahr- feier bes DAI. fanb Mittwoch abenb im Beisein her Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht, der Organisationen, der Reichs- und Länderbehor- den sowie zahlreicher auslandsdeutscher Volksgenossen im Haus des Deutschtums ein Begrüßung s- abenb statt. Nach einem von ben Sängern des bekannten beutschen Sängervereins Arion aus Brooklyn mit großem Beifall wiedergegebenen Männerchor „Mein Vaterland" hielt ber Leiter bes DAI. Prof. Dr. Cfaki, eine Begrüßungsansprache. Er wies auf bie schwierige Lage eines Teiles bes Auslandsbeutschtums hin. Dabei schilberte er hauptsächlich bas furchtbare Schicksal unserer beutschen Volksgenossen in Sow- jetrußlanb unb Sowjetspani en. Die außerorbentlich große Anteilnahme ber führenden Männer von Partei unb Staat an ben Fragen bes beutschen Volkstums betätige, daß auch das DAI. mit seiner Arbeit auf dem richtigen Wege sei. Stürmisch begrüßt überbrachte bann ber Vertreter ber beutschen Volksgrupven Europas Kunbt (Prag) beren Grüße unb Glückwünsche. Er bankte dem Deutschen Auslandsinstitut, der Stadt der Ausländsdeutschen Stuttgart, dem Land Württemberg unb bem Reich für bie feinen auslanbsbeutschen Ka- meraben zuteil roerbenbe Gastfreunbschatt unb betonte, baß bie lebenbige Seele bes beutschen Menschen bas einzige Bindeglied mit dem deutschen Mutterlande darstelle. Der übrige Teil bes Abenbs würbe in bem mit Lampions besonders stimmungsvoll beleuchteten Hof des Deutschtumshauses verbracht. Die He'chew-itkawpfe der GA. Wie die NSK. meldet, ergeht am Donnerstag gegen 20 Uhr durch den Stabschef über alle deutschen Sender ein Aufruf zu den Reichswe11 - kämpfen der SA. in Berlin vom 13.—15. August. Der Stabschef wird dann mit allen Gruppenführern und Amtschefs der Obersten SA.-Führung am Grabe des Sturmführers Horst Wessel auf dem Nikolai-Friedhof einen Kranz nieder- legen. Danach begibt sich der Stabschef mit ben Gruppenführern zum Ehrenmal Unter ben Linben, um bort einen Kranz für bie toten Hel- ben bes Weltkrieges niederzulegen. Die Stanbarte „Felbherrnhalle" 'wirb mit 1200 Mann bie Ehrenparabe stellen. Am Pariser Platz nimmt ber Stabschef ben Vorbeimarsch ber Standarte „Felbherrnhalle" ab. — Gemeinschaftsarbeit. Ausländische Gäste, die ihren Aufenthalt in Deutschland benutzen, um charakteristische Leistungen und Arbeiten des neuen Reiches kennenzulernen, sind besonders angetan von gewissen Gemeinschaftsarbeiten, die außerhalb der herkömmlichen privatwirtschaftlichen Rentabilität zu stehen scheinen. In den letzten Tagen hat es wieder zwei Beispiele für olche Leistungen gegeben, nämlich die Errichtung eines Siedlerdorfes im Sprottebruch und bie Fertigstellung eines Teiles einer Alpentraße süblich vom Tegernsee. Im ersten Fall war es ber Arbeitsbien st, ber bereits einen beträchtlichen Teil ber Sumpflanbschast an ber Sprotte trockenlegte unb bamit beutsches Ackerland schuf. Der Bau ber Alpenstraße in Oberbayern ist eine Gemeinschaftsarbeit ber S A Es gab eine Zeit, in ber man sich wirtschaftliche Tätigkeit nicht vorstellen konnte, ohne bas innerhalb weniger Jahre eine zahlenmäßig nachweisbare Rentabilität gesichert war Zu benjenigen Wirtschastsvorhaben, bie erst nach einer langen Reihe von Jahren Erträge unb einer angemessenen Verzinsung abwerfen, gehören Deblanbreguüerung unb Verkehrswege. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer wirtschaftlicher Erschließungen, die erst nach vielen Jahren rentabel werden, unb bei benen es überhaupt zweifelhaft ist, ob sie je bas hineingesteckte Kapital unb bie aufgeroanbte Arbeit lohnen werben. Solche Erschließungsarbeiten sinb u. a. ber Bau von Bergwerken in solchen Gebieten, bie geologisch noch wenig erforscht sinb, unb bei benen baher ber Reichtum unb bie Mächtigkeit ber Mineralvorkommen noch nicht erwiesen sinb. Das neue Deutschland) hat bereits vor einiger Zeit, als bie Wieberherstellung ber Wehrhaftigkeit noch nicht möglich war, burch Einführung bes Ar- beitsbienftes bas befonbere Verhältnis hervorgehoben, in bem ber einzelne zur Gesamtheit, also zu Staat unb Volk steht. Fast anderthalb Jahrzehnte lang war bas beutsche Volk bes Dienstes an ber Gesamtheit entwöhnt. Die Folge konnte nur sein, baß sich Eigennutz unb Reib breit machten, und daß selbst geringfügige Opfer für bie Gesamtheit als brückend empfunden unb bekämpft würben. Die Einglieberung einer wachsenden Zahl junger Leute in den Arbeitsdienst und später die Verallgemeinerung dieses Dienstes für die gesamte männliche Jugend hat wesentlich dazu beigetragen, das nationalsozialistische Empfinden in den Herzen der Heranwachsenden Generation lebendig zu machen. Wenn jetzt mehr als 200 000 junger Männer in den Arbeitsdienst eingegliedert werden, so schafft das eine Tradition, die bei jedem neuen Jahrgang stärker werden wird. Daneben wird auf solche Weise eine nationale Arbeitsmannschaft geschaffen, die von ber Staatsführung eingesetzt werben kann, ohne baß der strenge Maßstab privatwirtschaftlicher Rentabi- lität angelegt zu werden braucht. Alle großen Völker der Geschichte haben Gemeinschaftsarbeiten geleistet, die wahrscheinlich auch von Kritikern als „unwirtschaftlich" bezeichnet worden sind, die aber für spätere Generationen in der verschiedensten Weise vom Segen gewesen sind. Im Sprottebruch ist das Dorf von 40 Gehöften, das auf Sumpfboden entstanden ist, nach dem Reichsführer des Arbeitsdienstes, dem Staatssekretär Hierl, mit dem Namen Hierlshagen belegt worden. Aus Schlesien, £)Äenbur$, den Westprovinzen, Süddeutschland und Thüringen hat man sich bie 40 Bauernfamilien ausgesucht, bie mit 114 Kinbern Einzug in bie neue Heimat gehalten haben. Weitere große Teile bes Sprottebruchs harren ber Trockenlegung unb bamit ber Umrycmbkung in bäuerliches Kulturlanb. Eines ber größten beutschen Oedland- gebiete wirb bamit ber landwirtschaftlichen Erzeugung bes Reiches bienftbar gemacht. Bis zur großzügigen Regulierung bes gesamten Flußsystems ber Ober wirb ein Teil bes Sprottebruchs zum Schutze bes Kulturlanbes als Überschwemmungsgebiet un- oeränbert im gegenwärtigen Zustanb bleiben müssen. In vielen anberen Gegenden Deutschlanbs sinb bem nationalsozialistischen Reich ähnliche Aufgaben gestellt. Nicht überall ist ber Boben völlig unergiebig; in vielen Fällen hanbelt es sich nur barum, ben Boben zu höherer Ergiebigkeit zu bringen. Die Urbarmachung von Oedland schafft Ersatz für ben Bobenaufwanb, ber für anbere Zwecke, nämlich für Flugplätze, Truppenübungsplätze unb Reichsautobahnen, getrieben werben muß. Wie stets, wenn man ein Problem ernstlich in Angriff nimmt, werben neue Möglichkeiten auftauchen, wenn man ben einzelnen Fragen zu Leibe geht. Es ist baher töricht, wenn eine unfreunbliche Auslandskritik behauptet, bie öffentliche Arbeitsbeschaffung sei am „Ende ihres Lateins". Aehnlich wie bei ber Urbarmachung von Oeblanb liegen bie Dinge im Strafe en= unb Wegebau. Nach ber strengen privatwirtschaftlichen Regel heißt es: Ein Straßenbau lohne sich nicht, weil bie zu erschließenbe Gegenb zu arm sei, — unb bie Gegend sei eben so arm, weil sie durch keine leistungsfähigen Wege mit Mittelpunkten des Verbrauchs verbunden sei. Wenn man nicht resignieren will, muß man an einer Stelle den Faden aufgreifen. Es gibt wenige Gebiete in Deutschland, die keine wirtschaftlichen Möglichkeiten bieten würden, wenn man sie verkehrspolitisch mit anderen Reichsteilen verbindet. Es ist also lediglich eine Frage der Tatkraft und volkswirtschaftlichen Empfindens, wenn die in reicher Fülle vorhandenen Möglichkeiten benutzt werden sollen. Cr. Mr noch eine halbe Million Arbeitslose Die Wirtschaft weiter aufnahmefähig. — Nie vorhandenen Kräfte zum großen Teil nicht mehr voll einsatzfähig. Oie Durchführung des Crntevanktages. Hameln, 11. 2lug. (DNB.) Am Mittwochvormittag trat im Landratsamt zu Hameln die Organi- sationslei t u ng des Erntedanktages zu ihrer ersten Arbeitstagung unter Vorsitz von Ministerialrat (Butterer zusammen. An Der Tagung nahmen neben Vertretern zahlreicher Partei- und Behördenstellen auch sämtliche Landesstellenleiter des Reichspropagandaministeriums teil, um dort an Ort und Stelle die umfassenden Dorbereitungsarbeiten zu dem großen Staatsakt des deutschen Volkes am Erntedanktag kennenzulernen. Ministerialrat G u 11 e r e r erörterte in großen Zügen den geplanten Ablauf der verschiedenen Veranstaltungen. Im Mittelpunkt steht wie in früheren Jahren hie große Rede des Führers, und ebenso wird die Wehrmacht sich in größtem Stile unter Einsatz aller Teile des Heeres, der Luftwaffe und der Marine an der Großkundgebung beteiligen. Abends wird der Führer die Bauern- und Landarbeiterabordnungen in der Kaiserpfalz zu Goslar empfangen, während am Vortage Reichspropagandaminister Dr. Goebbels die Bauern und Landarbeiter in Hannover begrüßt. Anschließend an die Tagung im Landratsamt begaben sich die Teilnehmer nachdemBückeberg, wo sie sich von der tiefgreifenden Umgestaltung des Aufmarschgeländes persönlich überzeugen konnten. Die Tagung wurde am Nachmittag in Hannover fortgesetzt. Besonders eingehend wurde mit den zuständigen Stellen der Reichsbahn die Frage der Sonderzüge erörtert. Man rechnet schon heute mit ungefähr 2 0 0 Sonderzügen der Partei, des Reichsnährstandes und der NSG. KdF. Am Donnerstag findet die Tagung ihren Abschluß in Goslar, wo die Vorbereitungen zu dem großen Empfang in der Kaiserpfalz im einzelnen durchgesprochen werden. DesichiigungSreise des Reichsinnen- ministers nach Güddeuischland. Berlin, 11. Aug. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick wird am 14. und 15 August an den Veranstaltungen . zur Feier des 20jährigen Bestehens des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart und Schwäbisch-Hall teilnehmen und an beiden Orten zu den Ausländsdeutschen und Volksgenossen sprechen. Im Anschluß wird Reichsminister Dr. Frick in Begleitung des Staatssekretärs Pfundtner und mehrerer Abteilungsleiter und Referenten feines Ministeriums am 16. und 17. August eine Besichtigung Der Einrichtungen der Staats- und Gemeindeverwaltung in Württemberg und Baden vornehmen und zu diesem Zweck außer den Landeshauptstädten auch eine Reihe von Gemeinden und Landkreisen besuchen. Dabei wird der Minister Gelegenheit nehmen, mit den Reichsstatthaltern und Innenministern der beiden Länder d i e schwebenden Fragen der Staats- und Gemeindeverwaltung zu erörtern. Den Abschluß der Reise des Ministers wird ein Besuch in Sigmaringen bilden. Bestlose Auswertung der Abfaltstoffe. Berlin, 11. Aug. (DNB.) Die Erfassung und Verwertung der Alt- und Abfallstoffe aus dem Müll wird jetzt besonders geregelt. Eine Anordnung des Beauftragten für den Dierjahresplan verpflichtet alle deutschen Gemeinden mit mehr als 3 5 0 0 0 Einwohnern, dafür zu sorgen, daß fortlaufend und dauernd eine rest - lose Aussortierung ihres Mülls zur Erfassung aller darin enthaltenen Alt- und Abfallstoffe, soweit sie noch verwertbar sind, erfolgt. Mit dieser verstärkten Durchführung der Müllaussortierung werden die Maßnahmen auf dem Gebiete der Sammlung von Altmaterial in den Haushaltungen keineswegs hinfällig. Das Schwergewicht der Altstofferfassung liegt nach wie vor bei der Haushaltssammlung. Die Müllaussortierung wirkt nur ergänzend, um auch diejenigen Materialien der Wiederverwendung zuzuführen, die für die Haushaltssammlung weniger geeignet sind. Lebensmittelindustrie als Käufer des Bauern. Die deutsche Lebensmittelindustrie ist als Käufer von Nahrungsmitteln einer der wesentlichsten Abnehmer Der Deutschen LanDwirtschaft. Allein im letzten Wirtschaftsjahr betrug Der Wert Der lanD- wirtschaftlichen Erzeugnisse, Die Die Lebensrnittel- inDuftrie verarbeitet hat, 1,8 MilliarDen Mark, bei einem gesamten GroßhanDelswert Der von Der LanDwirtschaft gewonnenen Erzeugnisse von 9,7 MilliarDen Mark. Die größten Abnehmer in Der Lebensmittelindustrie sinD Die Getreidemüh- l e n. Der Wert Der Rohstoffe, Den Die Getreidemühlen von Der LanDwirtschaft bezogen haben, belief sich auf 800 Millionen Mark. Es folgen Dann Die FleischwareninDustrie mit 300 Millionen Mark, Die B r o t i n D u st r i e mit 195 Millionen Mark unD Die Süßwarenindustrie mit 130 Millionen Mark. Die Milchindustrie ist mit 66 Millionen Mark am Absatz beteiligt. An letzter Stelle stehen Die Mineralwasser- i n D u ft r ue mit 2 Millionen Mark, Die W e r - mutmeininDuftrie mit 2 Millionen Mark unD Die EssenzinDustrie mit 1,5 Millionen Mark. DaöBeichsmieteu- u. Mieterschutzqesetz. V.A. Das Reichsmietengesetz vom 24. März 1922 regelt Die Höhe Der Mieten. Das Mieterschutzgesetz vom 1. Juni 1923 will Den Mieter vor einer unberechtigten KünDigung schützen. Nachdem beide Gesetze durch Die DerorDnung vom 22. April 1936 neu gefaßt rourDen, sinD nun auch Die Bestimmungen Der bekannten VerorDnung des Preiskommissars zu beachten. Soweit Wohnungen Dem Reichsmietengesetz unterliegen, bleibt Diese Regelung grunDsätzlich unberührt. Aber es Darf keine höhere als Die gesetzliche Miete neu vereinbart werben. War am 18. Oktober 1936, Dem Stichtag Der PreisverorDnung, eine hö- Here Miete vereinbart, so Darf sie weiterhin geforDert oerDen. Bei allen anDeren Räumen jeDoch müssen auch neue Mietverträge den Mietzins als obere Grenze beibehalten. Der an Diesem Tage galt. Nur ausnahmsweise sinD Erhöhungen zulässig, z. B. Dann, wenn Der Benutzungswert sich wesentlich änDert oder Der Mietwert Der Räume Durch sonstige Veränderun- gen gestiegen ist. Auch Die nachweisliche Erhöhung Der Lasten kann zu einer Mietsteigerung führen. Bei MeinungsverschieDenheiten haben Die Preisbildungsstellen über Einzelanträge auf Erhöhung Der Miete zu entfcheiDen. Zum Beispiel können Mietsteigerungen Dann berechtigt fein, wenn eine Sammelheizung ober eine elektrische Lichtanlage eingebaut würbe, so baß kein Zweifel über eine Steigerung bes Mietwertes besteht. Berlin, 11. Aug. (DNB.) Die Zahl Der Arbeitslosen ist im Juli roieber um 86000 zurückgegangen unb beträgt nur noch 563 000. Die Wirtschaft ist trotz bes anhaltenben Rückganges Der Arbeitslosigkeit noch immer aufnahmefähig. Die geringe Zahl Der noch vorhandenen Arbeitslosen erschwert Den Arbeitseinsatz: Teils sinD Die vorhanDenen Kräfte überhaupt nicht mehr voll einsatzfähig, teils gehören sie anDeren Berufen an als Denjenigen, Die drin- genDen KräftebeDarf haben. Der überroiegenDe Teil Der noch vorhanDenen volleinsatzfähigen Arbeitslosen sitzt überDies in einigen von Den Bedarfsge- bieten entfernten JnDustriegebieten unD Großstäd- ten. Der Arbeitseinsatz kann Darum, abgesehen von Der normalen Entwicklung, nur noch in Den seltensten Fällen Zug um Zug, Das heißt aus Der örtlich vorhanDenen Reserve beruflich geeigneter Arbeitsloser unmittelbar erfolgen. Die Aufnahme f r e m D b e r u f I i d) e r Arbeit ist für Den noch vorhanDenen Rest an Arbeitslosen zum befonDeren Kennzeichen Der gegenwärtigen Lage geworden. Die Dringlichkeit Des BeDarfs wirD dadurch gekennzeichnet, Daß es gelingt, auch beruflich nicht voll einsatzfähige ober überhaupt nicht mehr voll einsatzfähige Arbeitskräfte in fteigenber Zahl in Arbeit zu bringen. Durch ben Rückgriff auf bie Arbeitslosen in ben noch stärker belasteten Jndustriebezir- ken entfiel über bie Hälfte Des Rückganges, nämlich I Paris, 12. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der „Jour" beschäftigt sich mit Der Frage, wie weit Die Kohl en Versorgung im tommenDen Winter gesichert sei. Nach der Einführung Der 28-Stunden- arbeitswoche in Den Kohlenbergwerken habe Der BergwerksverbanD Der Regierung sagen lassen, Daß er Den BeDürsnissen Des Landes nicht entsprechen könne. Nach langen VerhanDlungen sei es Dem Staatssekretär für Bergwerke gelungen, für Die Monate September unb Oktober zwei z u - ätzliche Arbeitstage einzufügen. Es fei jedoch zu befürchten, daß diese Maßnahme nicht genüge. Die Kohlenerzeugung in Frankreich befinde ich im Rückgang. Die Durchschnittsleistung je Tag und Arbeiter habe im Vergleich zum Vorjahre um 90 Kilo abgenommen. Im Departement Pas-de-Calais um etwa 150 Kilo. Die Folgen feien eine außerordentliche Steigerung der Kohle ne in fuhr. Allein auf diesem Posten t)abe die ranzösische Handelsbilanz einen Fehlbetrag von einer Milliarde Franken zu verzeichnen. Die französischen Kohlenbergwerke machten den Versuch, bie Lage durch M e h r e i n st el l u n - gen zu verbessern. Die Arbeiterzahl sei in Der Paris, 11. Aug. (DNB.) Der „Jour" berichtet aus Barcelona, daß am Dienstag auf den b ol- ch e w i ft if ch e n Oberhäuptling Company s in Barcelona ein Anschlag verübt worben sei. Companys sei mit einem leichten Streif- chuß bavongekommen. Dagegen habe ein „Polizist" chwere Verletzungen erlitten. Aus Valencia, Barcelona unb Mabrib verlaute gleichzeitig, baß bie geheimnisvolle Zusammenkunft zwischen Negrin, Prieto unb Companys nicht z u ben erwarteten Ergebnissen geführt habe. Negrin habe Companys heftige Vorwürfe wegen ber Niederlage an der Aragonfront gemacht, worauf Companys erwidert habe, daß Katalonien „frei und unabhängig" fei und Valencia gegenüber keine Rechenschaft geben brauche. Das „Journal" berichtet, daß in Katalonien das Durcheinander mehr und mehr zunehme und die „Kontrolle" Valencias sich kaum noch bemerkbar mache. Selbst bie auslänbifchen Journalisten begännen unter bie „Reinigungsaktion" zu fallen, bie von ben Sowjets in Barcelona eingeleitet worben fei. Sechs von ihnen befänben sich weg en Spionage ober Hochverrates im G e - f ä n g n i s , so ber Korresponbent bes „News Chro- nicle" unb des „Manchester Guardian", ferner ein Vertreter belgischer Zeitungen und der Vertreter des Genfer Pressedienstes. Bereits vor einigen Monaten sei der Korrespondent des Stockholmer „Socialdemo- craten" verschwunden und bald Darauf Dessen FreunD, Der Nachforschungen eingeleitet hatte. * 5n Albacete haben in der Nacht zum Mittwoch neue schwere Zusammen st öße zwischen Oas Regime des Faschismus. Soziale Gerechtigkeit führt zurBerfchmelzung von Volk undStaat. Catania, 11. Aug. (DNB.) Nach Der Einweihung unD Besichtigung verschieDener Verwal- tungsgebäuDe hielt Mussolini vor Der Bevölkerung von Catania um Umgebung eine Ansprache, Die von stürmischen Kundgebungen unterbrochen mürbe. Sizilien hat schon vor Jahren bewiesen, so sagte Mussolini, baß es im Grunde genommen schon immer ganz fafchistisch dachte. Als reine Mittelmeerrasse haben die Einwohner Siziliens die aus dem Osten kommenden aufrührerischen Theorien als aeschichtswidrig und gegen den Aufbau ber Menschheit gerichtet abgelehnt. Sie wollten von biesem ungefunben Hirngespinst nichts wissen, ba sie Die großen Grundsätze, auf Denen sich Das Leben Des Volkes aufbauen muß, feit Den fernsten JahrhunDerten in sich tragen. Unter Hinweis auf Die Einweihung Der Kasernen Der Jungfafchisten unD auf Den Beginn Der Bauarbeiten für Den Justizpalast betonte Mussolini, Daß einer Der Hauptpunkte Der faschistischen Lehre Die 44 000 von insgesamt 86 000, auf Die Drei Landesarbeitsamtsbezirke Sachsen, Rheinland und Schlesien. Am vordringlichsten war im Monat Juli Der Arbeitseinsatz in Der LanDwirtschaft. Auch bei Den JnDustrien, Die vornehmlich im Dienste Der Aufbauarbeit Des Vierjah - resplanes stehen, hält Der starke BeDarf an Arbeitskräften an. Die Gesamtzahl Der Unterstützungsempfänger ging im Juli um 59 000 zurück; Die Zahl Der von Der Reichsanstalt Unterstützten sank um 49 000 auf 303 000, Die Der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen um 10 000 auf 64 000. Die Zahl Der n i ch t- unterstützten Arbeitslosen betrug Enbe Juli 196 000; sie ist gegenüber bem gleichen Zeitpunkt bes Vorjahres (322 000) zwar erheblich zurück- gegangen, jeboch ist ber Anteil ber nichtunterstützten Arbeitslosen bauernb gestiegen, er beträgt jetzt 34,8 v. H. aller Arbeitslosen. Es hanbelt sich hierbei in erster Linie um bie Arbeitslosen, bie bereits währenb bes Laufes ihrer Wartezeit, also vor Einsetzen bes Unterstützungsbezuges wieder vermittelt werden können. Die anteilmäßige Zunahme ist ein Beweis Dafür, Daß Die sogenannte unechte Arbeitslosigkeit, also Der Personenkreis Derjenigen, Die einen kurzfristigen Arbeitsplatz wechseln, einen immer be- DeutenDeren Anteil an Der Gesamtzahl Der Arbeitslosen ausmacht. Zeit von Mai 1936 bis Mai 1937 um fast 14 000 auf 236600 erhöht worDen; trotzDem habe Die Erzeugung abgenommen, während sie in Belgien, Deutschland und Polen stieg. Diese Abnahme wirkte sich im Zusammenhang mit der Abwertung des Franken natürlich auf den Kohlenpreis ungünstig aus. Gegenüber 1936 seien die Kohlenpreise um 50 bis 55 v. H. gestiegen. Letzten Endes sei also Der Verbraucher dazu verurteilt. Den Fehlbetrag zu decken. Wiederaufnahme des Krastdroschkenverkehrs in Paris. Paris, 12. August. (DNB. Funkspruch.) Die Verhandlungen beim Arbeitsminister um eine Schlichtung des Streiks im Kraftdroschke ngewerbe haben zu einer Einigung geführt. Der Kraftdroschkenverkehr wird heute in normaler Weise wieder ausgenommen. Die Einigungsformel sieht die Erhöhung des Grundgehaltes der Fahrer um 25 v. H. vor. Anarchisten, Kommunisten und Mitgliedern der „Internationalen Brigade" stattgefunden. Nach einem heftigen Straßengefecht besetzten die Anarchisten das Telephongebäude, brachten Maschinengewehre in Stellung unb eröffneten ein lebhaftes Feuer auf ihre Widersacher. Der Bolsche- wisten-„Oberst" M a n g a b a würbe zum „Militärgouverneur" von Albacete gemacht. Als erste Maßnahme verhängte er ber. Kriegszustand über Albacete unb verfügte, bie wichtigsten Punkte ber Stadt, vor allem die öffentlichen Gebäude und den Bahnhof, zu besetzen. Nach neuen blutigen Gefechten wurden Die Anarchisten aus dem Telephon- gebäuDe vertrieben. Ztalien protestiert beim Tlichteinmischungsausschuß. Rom. 11. Aug. Kenner der Verhältnisse überraschend ist es nun Ende Juni in Bagdad gelungen den so lange vergeblich versuchten Ausgleich herbeizuführen, wobei der türkische Außenminister, der vor seinem Teheraner Besuch sich in Bagdad aufhielt, wobl gute Vermittlerdienste geleistet haben mag. Nachdem Anfang Juli der iranische und der irakische Außenminister ein die Zwistigkeiten am Schatt-el- Arab angeblich begrabendes Abkommen unterzeichnet hatten, war auch endlich das Gesamtwert des Diererpaktes abschlußreif geworden Es erhebt sich nun die Frage, welche praktischpolitische Bedeutung dieser neu erstandenen Interessengemeinschaft für die Erhaltung des Friedens zukommt. Gewiß müssen vom Ueberschwang der vom orientalischen genius loci beflügelten Tischreden, die den Vertrag von Saadabad als ein Ereignis von weltgeschichtlicher Tragweite priesen, Abstriche gemacht werden, wenn seine tatsächliche Bedeutung objektiv ergründet werden soll. Auf der anderen Seite ist es wirklich ein politisches Ereignis, das die Beachtung der Welt verdient, wenn sich vier Staaten, die einen Flächeninhalt von über 3,5 Millionen Quadratkilometer einnehmen, was der Oberfläche Europas ohne Rußland, die Randstaaten, Skandinavien und die britischen Inseln entspricht, zu einem „Block des Friedens" zu- sammenschließen. Mögen diesem Gebilde auch zweifellos geopolitisch, weltanschaulich und rassenmäßig starke widerstrebende Kräfte lnnewohnen, und stellt es auch keine einheitliche islamische Blockbildung gegenüber dem Westen dar, die manche Leute darin erblicken wollen, so bedeutet die schließliche Besiegelung des Ausgleiches manchmal bedrohlich gewesener Spannungen doch ein moralisches Instrument, das, wenn es geschickt gespielt wird, ähnlich wie die B a l k a n u n i o n, die ebenfalls der türkische Außenminister zustande brachte, sich möglicherweise einmal nützlich erweisen kann; und zwar nicht nur in Einsicht auf das Verhältnis der vier Länder untereinander, die an den verschiedenen gegenseitigen Grenzen nicht ungefährliche Pulverfässer stehen hatten, sondern vielleicht auch in größerem raumpolitischen Rahmen, da ähnlich wie der Balkan auch der vordere Orient von jeher als eine der Wetterecken der Weltpolitik betrachtet werden kann. Es würde deshalb ungerecht sein, allzu sehr nach Schönheitsfehlern zu fahnden und darüber das darin beschlossene unstreitige Verdienst zu übersehen, daß auf Vorschlag der klugen und verantwortungsbewußten Leitung der iranischen Außenpolitik vier Staaten das Opfer der Beteuerung brachten, nicht mehr an alten Zwist denken zu wollen und damit ein neues Sicherheitsventil an dem Kessel anzubringen, in dem die politischen .Leidenschaften der Welt brodeln. Viel wird auch darum gerätselt, welche Groß- imächte wohl hinter dem Pakt stehen und ob man Inun im Kreml oder im Foreign Office dies Ereig- inis auf die Habenseite des Hauptbuches schreiben ldürfte. Eine solche Fragestellung ist müßig. Mag es «auch wahr sein, daß Rußland nach dem Weltkriege Durch Zusammenschluß der asiatischen Mächte einen won der Ägäis bis an die chinesische Grenze reichenden neutralen Gürtel zwischen sich und die britischen Jnteressenzonen zu legen bestrebt war, miag sich vielleicht auch England lange Zeit gegen Die Geburt dieses Paktes gesträubt und nun nach- zgegeben haben, weil es empfand, sich nicht länger Dem Zwang der Entwicklung widersetzen zu kön- men, so war es doch das ureigene Kind der unabhängigen vorderasiatischen Staaten, das in Saada- 8bab aus der Taufe gehoben wurde. Das höchste »Gut, das sich diese Länder nach dem Weltkrieae iiteilweise mit der Waffe in der Hand erkämpften, ist ihre Unabhängigkeit und man wünscht sie sich um jjeden Preis». auch den von tragbaren Opfern, zu erhalten, vor allem hofft man, nie wieder wie m früheren Zeiten zu Schachfiguren im Spiel der ^Großmächte herabzusinken, welche die Feindschaften iimb Eifersüchteleien ber Orientstaaten untereinander oft genug als Faktoreü in ihre eigene Rechnung i sinsetzten Gerabe auch, um ■ biefe Gefahren in alle | Zukunft zu bannen, zog man ben magischen Kreis 1 Des Paktes von Saadabad. Gleichzeitig ist er ein [ leuchtendes Zeichen für bie starken Kräfte, bie in i Dem jungen orientalischen Nationalismus lebenbig I i'inb. Was vorausschauende Staatsmänner im Laufe i Der Zeiten stets vergeblich versuchten, nämlich b i e I gegenseitigen Spannungen ber brei Rassengruppen, der Türken, Jranier und Araber des Zweistromlanbes, bie unter ben gleich- gearteten geographischen unb geopolitischen Lebens- vebingungen Vorberasten bevölkern durch Sammlung unter bem allen gemeinsamen grüßen Banner des Propheten zum Ausgleich zu «ringtn, ist nun ben nationalistischen Regierungen dieser Völker gelungen, bie jedes von ihnen in sich selbst stark machten. All diese Erfolge waren Grund I ijenufl, ben Abschluß des Paktes, ber ein Vertrag iad) mobernem westlichen Muster ist, mit frohem Mäserklingen und schönen Frauen, die ihre Kind- eit noch im Dunkeln des Harems verbrachten, in linem orientalischen Schloß auf westliche Art zu ®iern. Sie Londoner Lustmanöver. Die Verteidigung blieb erfolgreich. London, 12. Aug. (DNB Funkspruch.) In London und Umgebung fand am Mittwochabend «er zweite Teil die wegen ungünstiger Witterungs- ''erhältnisse verschobenen Flieger-Abwehr- ibungen statt An diesen Hebungen nahmen 340 Flugzeuge teil, und zwar dienten 200 der Verteidigung und 140 bem Angriff Neun Angriffsziele aaren ben angreifenden Fliegern aufgegeben. 42 Luftangriffe sind im Gebiet ber ßonboner Dock- inlagen durchgeführt worben Die Mehrzahl ber ungreifenben Flugzeuge näherte sich Lonbon aus restlicher unb nordwestlicher Richtung in einer ’löbe von 3000 Metern, um bann beim Angriff auf Äe Ziele auf 300 bis 600 Meter nieberzugehen. "labet kam es zu 37 Luftkämpfen. Soweit "nan bis jetzt festgestellt hat, sollen bie v e r l e i - Ngenden Streitkräfte im Ausmachen ber Angreifer einen vollkommenen Erfolg er= ; -:elt haben Allerbings würben sie von einer aus- chr?iven beilegen - Lichtbilder unvBewerbungsunter- lagen müflen tut Her- meidung von Verlusten auf der Rüchette Warnen und Anschrift oeS Bewerbers tragen I Win rar BOto und eventl. Mithilfe im Haushalt bei bester Verpflegung sofort gesucht. Schriftliche Angebote u. 5280D an den Gießener An z eiger erb et. Das frnmroh- Mei in Gießen, Web- larerWeg 11, direkt a. Bahnhof, mit 8-10 Fremdenzimmer, alsbald z. verpacht. Näh. A. Becker, Keplerstrabe 9. Tel. 3804. [52740 I Mietgesuche | Junges, kinderloses Ehepaar sucht sofort Heine mööl. Wohnung auch Mansarde, mit eigen. Kochgelegenheit und Bad. Schr. Angebote u. 5267D an d. Gieß^ Anz. Statt Karten! 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T ir bitten unsere verehrten Leser deswegen freund- lchst um Entschuldigung, auch müssen wir gestehen, b:ß uns einige seiner Aeußerungen derartig poetisch- mwahrscheinlich oorkamen, daß wir nach der Rück- kchr unseres Redaktionsmitgliedes erst das Konver- fittionslexikon der Schriftleitung befragen mußten; jiine Ausführungen haben wir in Fußnoten beiff fügt. Trotz der „poetischen" Einkleidung der Worte ds Weltenbummlers scheint in ihnen doch ein wah- rr Kern zu stecken. Wir veröffentlichen jetzt also 0) ne weitere Einleitung das erste authentische Ko- retkn-Jnterview-Stenogramm: „Herr Redakteur, sieh mich nur an, Ich bin ein gar geplagter Mann! Bin ich im Dienst auf meiner Fahrt, Dann bleibt kein Aerger mir erspart! Frag' jeden, der Frau Sonne kennt, Sie führt ein strenges Regiment! Ist man von ihr noch weltenfern Und sieht sie nur als kleinen Stern, Dann fängt das Kommandieren an! Den Weg, den sie sich ausersann, Den schreibt sie haargenau uns vor, Und wehe dem, der ihn verlor!^ Ich trete als ein alter Mann Gemächlich meine Reise an. Doch bald heißt's: „Nutze deine Zeit! Der Weg zur Sonne ist noch weit!" Dann muß ich wandern, hasten, laufen, Darf nimmer ruhn, mich nie verschnaufen. Ach, wenn das noch das Ganze wär'! Doch wird die Fahrt mir gar so schwer Gemacht von manchem andern Stern? Die fingen mich ja gar zu gern. Da muß ich mich so drehn und winden Um noch den rechten Weg zu finden. Bald muß ich springen, bald mich bücken, Um Jupiters gewalt'gen Tücken Und des Saturn verborgnen Schlingen Und vielen andern bösen Dingen Mit krummen Listen zu entgehn. Und dabei wird man noch gesehn! Manch Sternengucker schaut durchs Rohr, Als tanzte ich ihm etwas vor! Hab' ich mich dann, geplagt, geschunden, Noch grade mal so durchgewunden, Dann heißt es nicht: „Der ist geschickt!" Sie schrei'n: „Die Rechnung wird verzwickt! Bis wir den Weg, den der da macht, Bestimmt und zu Papier gebracht, Das dauert Monate und Tage. Der böse Stern macht uns viel Plage!" Sie mögen sich nur ruhig quälen. Was müssen sie mich denn so schmälen? Schon schickt die Sonne Boten her: „Wo denn mein neuer Mantel mär r Ich trüg' ihn kaum fünfhundert Jahr/" Ich sage richtig, wie es war: „Solch eine Fahrt im Weltengraus Hält nicht der beste Mantel aus." Da hat sie mich glatt ausgelacht: „Hab doch auf deine Sachen Acht; Manch Stern, dem du zu nah gekommen, Hat sich ein Stück von dir genommen Und sich daraus zu Scherz und Pracht Sternschnuppenfeuerwerk gemacht? Im Weltraum ist der Rest verweht, Wie bist du liederlich, Komet!" Als ich dann nah zu ihr gerannt? Hat sie mir auf den Kopf gebrannt. Mir ward zehntausendmal so warm, Wie du es kennst, daß Gott erbarm! Mein Haar wuchs rasch und fürchterlich Und sträubte nach der Sonne sich. Da sandte sie viel lichte Pfeile, Die kämmten es zurück in Eile Und woben draus die kreuz und quer Den neuen Mantel um mich her. Bald stöhnte ich: „Genug, genug!" Da schrie sie: „Komm herbei im Flug! Ich will doch aus der Nähe sehn, Wie dir dein neu Gewand mag stehn!" Da saust' ich los, ich armes Tier, Als wär' der Teufel hinter mir. Fast wär' ich an sie angerannt Und wäre ganz und gar verbrannt. Welch Glück, daß sie mich doch nicht fing! Ich flitzte tausendmal so flink Wie eine Kugel aus dem Rohr Und kam mir doch noch langsam vor. Drei Stunden ging der tolle Flug8 Halb um die Sonne. Das ist genug! Das macht mir kein Kollege nach, So gut verstehe i ch mein Fach. Wie mich die Sonne da gequält, Das ist nicht eben kurz erzählt. Zehn Bücher könnt' ich davon schreiben, Doch ärgert's mich, drum laß ich's bleiben. Bor Hitze barst mir fast der Kopf Und dicht und dichter ward mein Schopf, Und schließlich wallte mir das Kleid, Vierzig Millionen Meilen weit? Sie lachte: „Da, du alter Tor, Der Mantel hält wohl länger vor!" Da braust' ich auf. Das litt' ich nicht... Gleich fuhr mir Lohe ins Gesicht Von einer Riesenfackel Glut. Jetzt war's vorbei mit meinem Mut. Nahm alle Kraft noch mal zusammen. Floh und entwich den Höllenflammen. Auf Erden hat man mich gesehn' In hellem Glanz am Himmel stehn. Kein Stern ward so mit Recht bestaunt, Kein Schweif. Da ward ich gut gelaunt. Oft machten mich die Leute lachen. Was hingen sie mir an für Sachen! Ich brächte Krieg und Pest und Tod Und Katzensterben und Hungersnot. Ach Gott, was sind die Menschen dumm! Ich kam vor Mattigkeit fast um Und hatte wirklich keine Zeit Für so ein bißchen Erdenleid, Zog weiter meine Bahn einher, Bald sah mich auch kein Menschlein mehr." M. L. 1 Die nach dem Newtonschen Gesetz wirkende Anziehungskraft der Sonne zwingt die Kometen, Parabeln oder Ellipsen zu beschreiben. Da diese sehr langgestreckt sein können und die Sonne in einem Brennpunkt steht, so kann sich ein Komet weit von der Sonne entfernen und ihr anderseits auch recht nahe kommen. In der Sonnenferne ist die Geschwindigkeit des Schweifsternes gering, in der Sonnennähe sehr beträchtlich. 2 Durch die Anziehungskräfte der Planeten, besonders des Jupiter und Saturn, wird die Bahnform abgeändert, manchmal sehr wesentlich. Die Berechnung ^dieser „Störungen" ist ein schwieriges Kapitel der Astronomie. 3 Die Umlaufszeit des Kometen 1843 betrug etwa 500 Jahre. „Mantel" heißt, aus der kosmischen Sprache übersetzt, „Schweif" des Kometen. 4 Teilchen eines Kometen, die der Erde zu nahe kommen, werden von ihr so stark angezoaen, daß sie bei ihrer rasenden Bewegung durch die Atmosphäre wegen der Reibung an der Luft sich entzünden und verbrennen. Wir sehen dann eine Sternschnuppe. 6 Bei der Annäherung an die Sonne bewirkt deren ungeheure Hitze, daß sich im Kern des Kometen Ausstrahlungen bilden, die zunächst nach der Sonne hin gerichtet sind. Der Strahlungsdruck der Sonne treibt sie aber zurück; sie erscheinen als Kometenschweif. Je näher der Komet der Sonne kommt, um so größer wird der Schweif. 6 Der Komet 1843 näherte sich der Sonne so stark, daß er mit ungeheurer Geschwindigkeit die Zone ihrer Ausstrahlungen (Protuberanzen) passieren mußte. 7 Die Länge seines Schweifes betrug etwa 300 000 000 Kilometer. 8 Das Auftreten eines Kometes rief früher allerhand abergläubische Vorstellungen hervor, deren Liste sich beliebig ausdehnen läßt. 9 Der Komet Finsler ist (durch das Schicksal seines Vorgängers gewarnt??) vorsichtiger. Er wird sich von der Sonne in achtungsvoller Entfernung halten. Seine Reise wird darum weit weniger dramatisch verlaufen, auch wird er uns kein besonders prächtiges himmlisches Schauspiel bieten. Die neue Lustpostliste. Die soeben von der Reichspost herausgegebene neue Luftpostliste ist schon ein recht stattliches Kursbuch, das nicht weniger als 64 Seiten umfaßt. Wer hätte noch vor einem Jahrzehnt gedacht, daß in verhältnismäßig kurzer Zeit Luftlinien in so großer Zahl beflogen würden, daß man ohne einen Wegweiser durch die Anschlüsse, die Abflugs- und Ankunftzeiten nicht mehr auskommen könne. In geradezu atemraubendem Tempo hat sich der internationale Luftverkehr entwickelt. Und noch immer treten neue Linien hinzu. Gibt es doch eine Fülle von Gebieten, die auf einen Anschluß an das Luftfahrtnetz warten und im Laufe der Zeit auch erhalten werden. Wenn die Luftpostliste auf die Bedürfnisse der Luftpost abgestellt ist, so ist sie doch gleichzeitig auch für den Benutzer des Flugzeugs als Reisemittel brauchbar, denn es sind nur wenige Linien und Flugzeuge, die ausschließlich der Post- beförderung vorbehalten sind. Es ist nicht uninteressant, einen Blick in dieses Kursbuch zu werfen, dem eine doppelte Streckenkarte beigelegt ist. Die eine umfaßt das deutsche Flugnetz mit seinen Anschlüssen über die Reichsgrenze hinweg, die andere zeigt uns die wichtigsten außereuropäischen Luftpostlinien, also das Weltflugnetz mit seinen hauptsächlichsten Verbindungen. Schon dieses Netz, das nur die Hauptstrecken erkennen läßt, ist recht imponierend. Nach Einzeichnung aller nationalen Linien würde es äußerst engmaschig werden, aber noch nicht engmaschig genug, um nicht das Einschieben weiterer Linien zu gestatten. Gleich einem Eisenbahnkursbuch sind dann nacheinander die Verbindungen mit den Flugzeiten und Anschlüssen aufgeführt. Doch damit hat sich die Reichspost nicht begnügt. Sie hat im Verkehr mit den außereuropäischen Ländern die Zeitgewinne eingezeichnet. Bis zu 25 Tagen geht der Gewinn in einzelnen Fällen! Das sind Einsparungen, die sich schon sehen lassen können und die in unserem Zeitalter der Eile merklich zu Buch schlagen. (Vunft und Wissenschaft Der Erfinder des Duralumins gestorben. Der Erfinder des Werkstoffes Duralumin, Dr.- Jng. e. h. Alfred Wilm, ist auf seinem Berghofe im Riesengebirge einem Herzschlage erlegen. Er besaß als Metallurge und Erfinder in der gesamten Welt einen Ruf. Wilm wurde 1869 in Niederschellendorf in Schlesien geboren. Er studierte Chemie in Breslau und ging nach kurzer Tätigkeit in Charlottenburg, Gleiwitz und Kassel als Assistent an die Universität Göttingen, der Traditionsstätte von Professor Wöhler, dem Entdecker des Aluminiums. Nach dreijähriger Tätigkeit und nach kurzer Arbeit in einem Düsseldorfer Laboratorium für hüttenmännische Untersuchungen übernahm er ein großes Laboratorium in Essen. Von Essen wurde er als Metallurge an die Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen nach Neubabelsberg berufen. Hier gelang es Wilm, in systematischer Arbeit den Aufbauwerkstof „Duralumin" zu erfinden. Die Sicherheit der Flugzeuge und Luftschiffe ist diesem von Wilm erfundenen Werkstoff zu verdanken. Tag für Denkmalpflege und Heimatschuh. Vom 30. August bis 2. September findet in M ü n st e r i. W. der „Tag für Denkmalpflege und Heimatschutz" statt, der vom Deutschen Bund H e i m a t s ch u tz und vom Deutschen Denkmalpflegetag gemeinsam veranstaltet wird. Die Tagung beginnt Montag, den 30. August, mit der Eröffnung der Ausstellung des Landesmuseums „Neue Siedlungen in Westfalen" und den Ausstellungen „Der Maler Derick Bacgert und sein Kreis", „Schlösser und Gärten Westfalens", „Das alte Stadtbild von Münster" und „Das schöne Westfalen". Eine große Reihe von Vorträgen über die verschiedenen Gebiete der Heimatpflege sind vorgesehen. Der letzte Tag ist Fahrten mit Besichtigungen in das Sauerland, Industriegebiet sowie Besichtigungen der Wasserburgen vorbehalten. Die Fahrten enden in Soest, wo die Tagung nach einem Empfang durch die Stadt und mit der Aufführung der „Westfälischen Bauernhochzeit" von Karl Wagenfeld ihren Ausklang findet. Händels „Herakles" auf der Dielrich-Eckarl-Freilichtbühne. Im Rahmen der 700-Jahrfeier der Stadt Berlin wird am 15. und 19 August auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne auf dem Reichs- Doe jki des fiilfswerke» „Mutter und Kind": ein starke» unö gesundes deutsches Volk. fportfeld Händels Oratorium „Herakles" aufgeführt. Die szenische Darstellung dieses Tonwerkes, die schon im vorigen Jahre bei den Olympischen Spielen die Massen begeisterte, wird wieder von Dr. N i e - decken-Gebhard eingerichtet und voraussichtlich in der gleichen Besetzung wie 1936 durchgeführt. Als Solisten wirken mit Gerhard Hüsch (Herakles), Emmi Leisner (Dejanira) und Adelheid A r m h o l d (Jole). Die musikalische Leitung hat Professor Stein, als Orchester wirkt das verstärkte Landessinfonie-Orchester Gau Berlin mit; der Chor wird etwa 1000 Sänger und Sängerinnen umfassen. 50 Jahre Duisburger Sladllhealer. Duisburg feiert in diesem Jahre ein Doppeljubiläum seines Theaters: Dor 50 Jahren hat die Stadt das Theater in eigene Regie übernommen, und vor 25 Jahren wurde das große Opernhaus eröffnet, das seit 1921 mit eigenem Spielkörper geführt wird. Aus Anlaß dieses Jubiläums wird die neue Spielzeit mit einer Festwoche vom 25. September bis 3. Oktober eingeleitet. Sie beginnt mit einer Neuinszenierung des „Rosenkava -- Her" von Strauß, der eine Morgenfeier mit der Uraufführung des Sinfonischen Tanzspiels von Julius W e i s m a n n und festliche Opern-, Operetten- und Schauspielaufführungen folgen. Mit Richard Wagners „Meistersingern" schließt die Jubiläumswoche. Shakespeares Römerdramen geschlossen in Bochum. Die 2. Deutsche Shakespeare-Woche, vorn 9. bis 15. Oktober, in Bochum erhält ihren Schwerpunkt durch die für die deutsche Bühne erstmalige zyklische Gesamtaufführung der Römerdramen. Neben diesen Werken, „Titus An- dronikus", „Julius Caesar", „Coriolan", „Antonius und Kleopatra", gelangen weiterhin „Romeo und Julia" und als Abschluß „Die luftigen Weiber von Windsor" zur Aufführung. Die Inszenierung dieser Werke besorgt Intendant Dr. Saladin Schmitt. Die Bühnenbilder entwarf Johannes Schroder, Hamburg. Die Musik schrieb Emil Peeters. Die Aufführungen werden eröffnet durch ein Gastspiel der Kölner Oper mit Verdis „Falstaff". Brief eines Ferienmüden. ^on Peter Bauer. Mn schweres Gewitter hat vorhin das Dorf über- raodjt. Es kam mit grauschwarz geballtem Gewölk iter die Höhen wie ein überlegenes Kriegsheer, aus Meissen erbarmungsloser Umzingelung es kein Ent- tiinen gibt. Vor ihm her fegte der Sturm durch iii Gassen, Staub in Wirbeln über die Gärten peit- i mb, daß abgerissene Rosenblätter in mein Fenster vchten und, da ich es schließen wollte, plötzlich )i fer Falter wie hereingeworfen an die Gardine llctschte, wo er jetzt noch wie betäubt sitzt. Ls ist ein Trauermantel, Liebste. Ich weiß nicht, b dir der düstere Falter mit seinen dunkelbraunen :Mitschwingen, die eine blaugefleckte schwarze Borte r hellgelbem Saum einfaßt, schon begegnete. Die SHterböen hatten ihn wohl, noch ehe er einen Ecilupfwinkel gefunden, aus feinen schattigen Berg- teirEen mit Gewalt talwärts geschwemmt, und viel- tiyt wäre er wie ein müder, abgekämpfter Schwimme In den wilden Sturmstrudeln untergegangen, Yale er zuletzt nicht das Glück gehabt, von einem ibirmütigen Anschlag auf mein Fenster mitgerissen m)i so überraschend geborgen worden zu fein. Seine Flügel hängen ein wenig wie ausgerenkt, so daß sein frilict mein Gefühl dunkler Schwermut, das ich In Tagen nicht loswerde, noch steigert. .Nit schleifenden Schwingen meiner einsamen 3(i°[e streife ich. Liebste, bergauf und talab durch Eichende Wälder und zwischen abgemähten Fluren, ti( schon wieder der Pflug aufreißt. Ich sehe die Syfel der schlanken Stämme zu zärtlicher Berüh- ni'.g zueinander drängen. Ich sehe den Liebestanz Hemer Insekten über dem heißen Atem letzter Som- nrblumen. Wenn ich am Berghang ausgestreckt ii Ü)er Sonne ruhe, brummeln die Hummeln zu den s ?n Glocken des Fingerhuts, schrillen die Heu- hseckenmännchen hartnäckig und heftig ihre ©eigen» Ländchen für eine Geliebte, kichern und pure In üe helläugigen Wasser einer Quelle übermütig ein» eitler nach und werden des frohen Spiels nicht nüDe. Wo ich wandle und raste, ist zärtliche Zwie- Iwache und glückliche Zweisamkeit. Nan muß schon zu zweien sein. Liebste, um eine Landschaft wie diese glückhaft schauen und erleben zu Innen. Es scheint mir zuviel Schönheit für einen cliin und darum bedrückt mich das Schweigen, das ft mir aufzwingt, und stimmt mich schwermütig. 6ewiß würden wir, schrittest du an meiner Seite, reit in Redseligkeit verfallen, aber deine auf» I st^ende Hand in der meinen, deine kleinen Aus- ifi? des Entzückens, deine staunend hingerissenen und wieder zu mir zurückkehrenden Blicke sagten mir alles. Gemeinsam eines großen und tiefen Erlebnisses teilhaftig zu werden, ist höchstes Glück, ist Gnade, die wie aufhellender Himmel die überwältigende Musik eines Wetters in die erhebenden Stimmen verklärender Schlußakkorde ausklingen läßt. Wir wären wie Kinder, die mit heißen Wangen vor einer Bühne sitzend das Märchen sehen. Auf dem Heimweg würden wir unsere übervollen Herzen voreinander ausschütten. Ich muß dir gestehen. Liebste, daß ich das alles vorausgeahnt und vorausgefürchtet habe und nur darum abgereist bin, weil ich zuversichtlich hoffte, daß dein Urlaub genehmigt und dein Nachkommen sich nur um ein paar Tage verzögern würde. Mich mit dir Fernen jetzt über die Reize und den Reichtum dieses gottbegnadeten Erdenwinkels unterhalten zu wollen, wäre vergebliches Beginnen. Man kann nur Bekanntes schreiben: daß die Rosen immer nod) duften, und der Atem der kleinen Reseden köstlich sei. Aber versuchte ich dir das weite aus Bergen und Mulden tiefgefaltete Gewand dieser Landschaft zu beschreiben, du wüßtest doch nichts von ihrer wahren Schönheit, die sich nur schauenden Augen enthüllt und mit allen Sinnen erleben läßt. Licht, Luft, das Atmosphärische, das Seelische vermögen Worte nicht einzufangen. Doch selbst wenn ich über dieses Unvermögen Herr würde, Liebste, ich vermittelte dir nur ein verfälschtes Bild, seitdem ich weiß, daß du nicht kommst und die Unlust der Einsamkeit die Schwingen meiner Seele gelähmt hat wie die des Falters am Vorhang. So steht mein Entschluß fest: ich reise ab. Morgen, wenn du diesen Brief lieft, bin ich bereits unterUnd so der Trauermantel noch bis dahin mein schwermütiger Zimmerkamerad geblieben ist, bringe ch ihn mit, damit du siehst, w,e ,ch hier gewesen bin und über mich lachen kannst. Aber tch werde mitiachen, wenn der Folter stiegt. Gehen alle Kühe dumm aus? Das Antlitz der Tiere Jedes Tier hat feinen eigenen, ganz persönlichen Gesichtsausdruck. Nur die mangelhafte Beobachtungsschärfe läßt uns Menschen sagen, em Schaf sehe aus wie das andere, der Kopf einer jeben Kuh ei eben dumm, und alle Tiger glichen sich bis m die weißen Kreise an den Ohren. Wenn man einen Vormittag lang auf der Pferdekoppel sitzt, merkt man verblüffend schnell, wie verschieden Gesichtsausdruck und Körperhaltung bei jedem dieser Jährlinge sind; am zweiten Tag wird der aufmerksame Tierfreund auch schon Temperament und Charakter der jungen Pferde unterscheiden können. Eines ist allerdings unerläßlich, wenn man das Antlitz der Tiere ergründen will: wir müssen uns freimachen van den Schlagworten der Vermenschlichung. Kein Walroß ist ein schnauzbärtiger, Münch- chener Bierkutscher; das Kapuzineräffchen ist wirklich nicht die wiedergeborene Tante Eulalia, und im Fuchs stellt sich ebensowenig ein unerfreulich pfiffiger Nachbar dar wie in dem faltentriefenden Mopsgesicht ein vergrämter Büromensch. „Der Tiere König ist der Löwe!" Sieht man das mähnenumwallte Haupt eines erwachsenen Löwen an, wird man gar zu leicht zu dieser Begriffsbestimmung hingelenkt: ein hoheitsvoller Ernst spricht aus dem scharf geprägten Umriß; bernsteingelb und in weite Fernen sehend strahlen die Augen. Dennoch — wie falsch ist das alles! Die Mähne trägt der Löwe keineswegs als königliche Zier; sie ist ein elastischer Panzer im Brunftkampf mit dem Rivalen, ein Schutz beim Durchkriechen von Gebüsch, Felsspalten und dornigen Hecken. Der Löwe lebt zumeist im Flachland, muß seine Nahrung aus großer Entfernung erspähen; daher sind die Augen weit gestellt und nicht deswegen, weil sie „königlich" über uns Menschen hinwegsehen. Wir sollen nicht immer unterstreichen und übertreiben, wenn es gilt, Tiere verständlich zu machen. Noch eines behindert die rechte Erforschung eines Tiergesichts — die wehleidige Sentimentalität. Da ruft jemand beim Anblick eines Schimpansenbildes mitleidig: „Augen, wie traurig seid ihr! Tiefe Sehnsucht nach dem Urwald spricht aus eurem Blick!" In Wirklichkeit aber hat der junge Schimpanse sein höchst vergnügtes Spieltollen nur deswegen unterbrochen, weil feine grenzenlose Neugier den schwarzen Photokasten ergründen will und vor allem das glitzernde Glasauge der Optik. Es kann leicht geschehen, daß der „tieftraurige Urwaldsohn" blitzschnell nach vorn stoßt und im Uebermut die verlockende Herrlichkeit an sich reißt. Ich glaube, es ist einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen Mensch und Tier, daß wir Kulturmenschen gelernt haben, unser Antlitz zu beherrschen und nach Wunsch zu verstellen, während das Gesicht des Tieres — so wie bei unseren Menschenkindern — ein ungetrübter Spiegel seines Wesens ist. Ruhe, Wachsamkeit, Angst, Wut, Zärtlichkeitsverlangen; diese Regungen drücken sich einwandfrei klar in jedem Tiergesicht aus, und über der Artgleichheit, die begreiflicherweise allen Eseln anhaftet, zeigt sich doch im Gesichtsausdruck eines jeden einzelnen, ob er bislang mehr gute oder mehr betrübliche Lebenserfahrungen gesammelt hat. Paul Eipper. Dom Bedeutungswandel in der Sprache. Wörter wie Taler, Mutter, Bruder, Schwester, Sonne werden, wenn auch in abgewandelter Form, seit langer Zeit in genau derselben Bedeutung verwendet wie heute. Es erscheint uns als selbstverständlich, daß jedes Won unserer Sprache sei e für alle Zeit feststehende Bedeutung hat, ober die Sprachgeschichte zeigt, daß zahlreiche, im täglichen Leben häufig gebrauchte Wörter im Laufe der Jahrhunderte einen Bedeutungswandel durchgemacht haben der teilweise bis zum genauen Gegenteil des früheren Sinnes führte. Eine Reihe von Beispielen werden in „Reclams Universum" angeführt. Unser „schlecht" hat jetzt eine ausgesprochen tadelnde Bedeutung, während es noch von Luther im Sinne von „schlicht" und »recht" gebraucht wurde. Vielfach ist eine Verengung der früheren Bedeutung festzustellen. „Schneider" hieß einst jeder, der etwas schneidet, wie wir es noch aus Haarfchneider oder Geldschneider kennen. Wir denken bei „Schneider" aber nur noch an den * leiöermacber, der Stoff zerschneidet und früher Zeugschneider hieß. Seltener hat sich diese Deutung eines Wortes auch erweitert. So war „ein bißchen" früher nur ein kleiner Biß und konnte nur in Verbindung mit eßbaren Gegenständen gebraucht werden, während wir ohne Bedenken auch von einem „bißchen Liebe" fprechen. Häufiger noch ist ein Bedeutungswandel im Wert eingetreten, und zwar nach der guten wie nach der schlechten Seite hin. Eine Veredlung der Wortbedeutung liegt zum Beispiel bei „Marschall" vor, das aus den allen Wörtern „Mähre" und »Schalk" zufammengeseht ist und eigentlich Pferdeknecht bedeutet. Die Verschlechterung der Wortbedeutung ist überhaupt weit häufiger als die Veredlung. „Gift" war noch im Mittelaller jede beliebige Gabe (wie noch heute in „Mitgift"), „gemein“ bedeutete noch bei den Kia sikern soviel wie „allgemein', „Dirne" war dasselbe wie heute „Mädchen", „Fräulein" war nur dem Adel Vorbehalten, ebenso wie „Dame", „Gefindel" war dasselbe wie „Gesinde" (Dienerschaft), „Wucher" xd.'T jeder Geldertrag (Zins', „Mähre" war ein durchaus edles, ja ritterliches Pferd. Urenkel mit seinen vier Urgroßmüttern. W / I MMMMf 2« Ein seltenes Bild, das vier Urgroßmütter mit ihrem Urenkel zeigt. Es ist der kleine Fritz Ossenbühl aus Tecklenburg in Westfalen. Er hat das Glück, daß alle seine vier Urgroßmütter noch bei guter Gesundheit am Leben sind. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichte der Freikorps 1918-1924 Vor uns liegt ein 372 Seiten starkes, reich mit Bildern und Karten ausgestattetes Buch, aus dem uns das hohe Lied des heldenhaften deutschen Soldatentums in vollen Akkorden erklingt. Das Buch heißt „Geschichte der Freikorps 1918 bis 19 24". Nach amtlichen Quellen, Zeitberichten, Tagebüchern und persönlichen Mitteilungen hervorragender Freikorpsführer ist es von E d - gar v. Schmidt - Pauli, dem Verfasser des im Jahre 1930 erstmals erschienenen und viel gelesenen Buches „Männer um Hitler", geschrieben worden. Die Anregung zu dem Buche hat der bekannte frühere Freikorpsführer, jetzige Brigadeführer der NSKK.-Motorbrigade Berlin, Hubertus von A u l o ck gegeben, der dem Werk auch ein Geleitwort gewidmet hat. Erschienen ist das Buch im Verlag Robert Lutz Nachf., Stuttgart; es kostet kartoniert 7,25, in Leinen gebunden 8,50 RM. - (574) - Gerade in diesen Tagen und Wochen, in denen die Weltpest des Bolschewismus erneut jedem in aller Deutlichkeit erkennbar wird, verdient dieses Buch besondere Beachtung. Zwar ist dem politischen und kulturellen Verbrechertum des Moskauer Kreml und der Komintern, dank der unvergänglichen Großtat unseres Führers Adolf Hitler und seiner nationalsozialistischen Bewegung, der Griff nach Deutschland und dem deutschen Volke mißlungen, und aufmerksam wacht unser Deutschland in tiefer Dankbarkeit für seinen Führer Adolf Hitler darüber, daß das bolschewistische Gift nicht wieder Eingang findet in unser Volk. Aber wenn wir auch dieser Gefahr glücklich entronnen sind, so hat uns dieses Buch über die Geschichte der Freikorps doch immer noch viel zu sagen, denn mit Recht wird unter Hinweis auf die tragischen Ereignisse von 1919 bis 1923 betont: „Die Freikorps wurden das Rückgrat des erwachenden Widerstandes gegen Ehrlosigkeit und Zerstörungssucht, Klassenhaß und Kommunismus, Internationale und Judentum" Männern wie Schlageter, Graf v. d. Goltz, Kapitän Ehrhardt, Frhr. von Lüttwitz, v. Aulock, Ritter v. Epp, Frhr. v. Matter, Major Bischoff, Rud. Berthold, General Maercker und allen ihren verdienstvollen Mitkämpfern im Baltikum, gegen Spartakus im roten Berlin von 1918 und 1919, in Nord- und Mitteldeutschland, gegen den Kommunismus in München, im Westen Deutschlands, in Hamburg, im Ringen um Oberschlesien und besonders am Annaberg, in den Kämpfen während des passiven Ruhrwiderstandes, bei dem ersten Versuch einer nationalen Erhebung, im Widerstand gegen die Separatisten usw. wird in diesem Buche ein unvergängliches Dank- und Ehrenmal gesetzt. „Es ist eine Geschichte der Freikorps im Ganzen gesehen, plastisch zusammengehämmert, unter Fortlas- sung alles Unwesentlichen, mit dem großen politischen Panorama und der deutschen Not als erklärendem Hintergrund. Die Welt des neuen Deutschland, des Dritten Reiches offenbart sich hier auf» rüttelnd und erhebend." Diese Ankündigung des Buchprospekts findet der Leser in dem packend geschriebenen, besonders eindringlich zu den Herzen der alten Soldaten sprechenden Buche voll bestätigt. Edgar von Schmidt-Pauli hat sein Geschichtswerk in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt „Freikorpsgeist" lernt der Leser die Entstehung der Freikorps rennen, und er gewinnt dabei viele neue und wertvolle Blicke auf dieses wichtige Stück deutscher Geschichte der ersten Nachkviegsjahre. Der zweite Abschnitt behandelt die Tragödie des Baltikums, und zwar im ersten Teil „Die politischen Kulissen der militärischen Bühne", im zweiten Teil „Die Kämpfe der Freikorps". Erschüttert, mit heißem Herzen und mit stärkster Sympathie für jene opferfreudigen Männer im feldgrauen Rock des immer wieder in Kampf und Not bewährten deutschen Soldaten, die alle dort oben im Baltikum "nd auch von dem volksfremden System in der Heimat um ihr gutes Recht betrogen wurden, folgt der Leser dieser schlichten Tatsachenschilderung. Der dritte Abschnitt „Die Freikorps in Deutschland" ist in seinem ersten Teil den Freikorpskämpfen im Jahre 1918/19, im zweiten Teil dem Jahre 1920, im dritten Teil den Kämpfen im Jahre 1921 und im vierten Teil dem Ringen im Jahre 1923 gewidmet. In diesem Abschnitt wird klar und eindringlich erkennbar, welche großen Verdienste um Volk und Vaterland sich die Männer der Freikorps 'm Kampf gegen den innerdeutschen bolschewistischen Feind erworben haben. Ein Schlußwort und zwei Listen der Freikorps bilden den Abschluß des Buches. „Heber das Geschichtliche hinaus ist das Buch ein hvhes Lied der großen Deutschlandidee der Freikorpskämpfer. Es erfüllt zugleich eine Dankespilicht der Nation in würdigster Weise." Auch dieser Feststellung des Buchprospekts kann man sich vollinhaltlich anschließen. Und man kann nur noch dem Wunsche Ausdruck geben, daß dieses ausgezeichnete Geschichts- und vortreffliche Soldatenbuch viele Leser finden möge, nicht nur bei den alten Soldaten, sondern vor allem auch bei unserer kämpferischen deutschen Jugend, überhaupt in allen Kreisen unserer Volksgemeinschaft. Ernst Blumschein. Wirtschaft. Schleunige Düngerbestellung sichert rechtzeitige Versorgung. Fwd. Noch ist es Zeit, den Rat zu befolgen: Zögert nicht mit der Beschaffung der Handelsdüngemittel für die Herbst- bestellung! Es soll damit niemand anderem gedient werden, als euch selbst! Dieser Rat ist heute zeitgemäßer als je; denn die fortschreitende Belebung der Wirtschaft bringt gesteigerte Ansprüche an die Transportmittel. Die Wagengestellung der Reichsbahn ist infolgedessen nicht mehr so schmiegsam und anpassungsfähig an den unregelmäßigen Transportbedarf, wie früher. Die vorhandenen Wagen müssen restlos und laufend zur Bewältigung des Verkehrs herangezogen werden. Man kann keine Eisenbahnwagen mehr in Reserve stehen lassen, die dann bei stoßweißem, außerordentlichem Bedarf eingesetzt werden können. Solch stoßweißer Bedarf, der jedes Jahr bei der Beförderung von Düngemitteln vor der Herbstbestellung auftritt, muß verteilt werden. Der Verbraucher hat nun die Wahl, ob er die Verkeilung der Bahn überlassen will oder ob er sie selbst bewirkt. Wenn bei der Bahn mit einem Male ungewöhnlich große Anforderungen von Güterwagen gestellt werden, aber nicht genug leere Wagen vorhanden sind, bann muß natürlich ein Teil der Verladungen zurückgestellt werden, bis genügend Wagen frei werden. Mit anderen Worten, der Verbraucher muß warten, bis feine Lieferung an die Reihe kommt. Das kann da- zu führen, daß der auf den Dünger wartende Verbraucher seine Arbeitskraft vor der Herbstbestellung eine Zeitlang brach liegen lassen muß und daß der Dünger zu spat in den Boden kommt und dadurch in seiner Wirkung beeinträchtigt wird. Wenn der Verbraucher solche Schäden und Mißhelligkeiten vermeiden will, muß er frühzeitig, also bann bestellen, wenn bie anberen noch zögern. Dann kommt er mit feiner Bestellung zum Zuge, bevor ber allgemeine Andrang ba ist, er bekommt seine Düngemittel prompt innerhalb ber gewohnten Lieferfrist und kann sich mit allem, mit dem Abfahren und mit dem Ausstreuen, aufs beste einrichten. Diese Mahnung zum Frühoezug ist jetzt auch deshalb am Platze, weil man außer den gesteigerten Ansprüchen an den Wagenpark ber Eisenbahn zum Düngemitteltransport auch einige anbere berartige Beanspruchungen mit Sicherheit ooraussehen kann Infolge ber frühzeitigen Ernte unb ber Preisverhältnisse wirb Brot-, Futter- und Jndustriegetreibe in diesem Jahre früher als sonst die Schienenwege belasten. Im Spätsommer und Herbst sind alljährlich die kleinen und die großen Herbstmanöver, die ebenfalls ihre Ansprüche an die Eisenbahn stellen, und schließlich wird im September der Reichsparteitag in Nürnberg durch die Beförderung der Hundertausende von Teilnehmern den Wagen- und Lo- komotivpark der Eisenbahn, sowie die Abstellgleise in weitem Umkreis von Nürnberg mit Beschlag belegen, was Verzögerungen bei den übrigen Transporten erfahrungsgemäß unvermeidlich werden läßt. Wer daher sichergehen will, bestelle möglichst frühzeitig, zumal dadurch für alle Beteiligten die Arbeit günstiger verteilt und erleichtert wird. Beförderung und Einlagerung von Getreide. Fwd. Der Getreidewirtschastsverband Hessen- Nassau teilt mit: Auf Grund der Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft, Berlin betr. die Bestimmungen für das Getreidewirtschaftsjahr 1937/38 vom 1. 7.37 ordne ich mit Zustimmung der HVDG. und F. an: 1- W erkverkehr: Sofern die Beförderung von Getreide^ nicht zu Wasser ober mit ber Eisen- bahn ausgeführt wirb, genehmige ich den Transport mit anderen Fahrzeugen: a) für Erzeuger bis zu 20 Kilometer, soweit Pferdefuhrwerke benutzt werden; b) für Mühlen mit eigenen ober fremden Fahrzeugen bis zu 20 Kilometer unb den Transport aus den Ortschaften, in denen den Mühen das Kundenwagenfahren seitens der Wirtschaft- ichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen erlaubt worben ist; c) für Verteiler mit eigenen ober fremben Fahrzeugen bis zu 20 Kilo- n?^er Für die festgesetzte Entfernung gilt bie tat» ^chl'sh 3urucfgelegte Wegstrecke vom'Lieferort bes Verkäufers aus gerechnet. 2. Getreibelagerbe stäube bei ben Mühlen: Ich erteile hiermit allgemein den Mühlen bis auf weiteres bie Erlaubnis, bie für zwei Monate benötigte Verarbeitungsmenge von Roggen und Weizen auf Lager zu nehmen. Soweit diese Menge erreicht ist, stelle ich anheim, in begründeten Fällen Einzelanträge auf Erhöhung der Lagermenge schriftlich beim Getreidewirtschaftsver- banb einzureichen. Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Mein-Maimsche Börse. Mttagsbörse abbröckelnd. Frankfurt a. M., 11. Aug. Die anhaltend sehr schwache Kundschaftsbeteiligung ließ an der Börse keine Unternehmungslust aufkommen, zumal auch jegliche Anregung aus der Wirtschaft fehlte. Infolgedessen vollzog sich die Kursfestsetzung sehr zögernd, und ganze Gebiete des Aktienmarktes tagen mit Ablauf der ersten Börsenstunde noch ohne Anfangsnotiz. Die wenigen zunächst notierten Papiere bröckelten infolge der Geschäftslosigkeit meist um Hundertbruchteile ab. Am Montanmarkt eröffneten Hoefch mit 125,50 (125) unb Rheinftahl mit 157,40 (157,75). Die Farben-Aktie lag mit 167,50 (167,65) knapp gehalten, andere Chemiewerte waren ohne Geschäft. Auch am Elektromarkt fehlte es an An- fangsfurfen, nur Schuckert mit 176,13 (176) unb Mainkraft mit uno. 95,50 gelangten zur Erstnotiz. Im einzelnen setzten Reichsbank mit 214 (215), BMW. mit 150 (149,50), Daimler mit uno. 142, Moenus-Maschinen mit 122,50 (122,75), Bemberg mit uno. 157,50, Westbeutsche Kaufh. mit 60,25 (60,13) und Cement Heidelberg mit 167,75 (167,40) ein. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Geschäftstätigkeit sehr begrenzt, und nennenswerte Veränderungen ergaben sich kaum. Die später notierten Werte bes Aktienmarktes lagen überroiegenb 0,25 bis 0,75 v. H. unter gestern, Scheibeanstalt verloren 1 v. H. auf 267,50, Ehlinger Maschinen 1,75 v. H. auf 118, anbererfeits lagen Felbmühle Papier 0,75 v. H. höher mit 149,25. Am Einheitsmarkt wurden Kalter Brauerei gesucht, von Großbankaktien Commerzbank weiter nachlassenb auf 117,65 (117,75). Don Renten ermäßigten sich Kommunal-Um- schuldung bis auf 94,75, Reichsbahn-VA. kamen mit 127,90 (128) xur Notiz. Die heute eingeführten fünf- prozentigen Union Rhein. Braunkohlen Kraftstoff wurden bei nicht sehr großem Umsatz mit 102,50 notiert. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse lag sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt nahezu geschäftslos. Den meisten notierten Papieren lag kein Umsatz zugrunde. Trotz ber Geschäftsstille erwiesen sich die Kurse als widerstandsfähig. Rückgänge im Ausmaß von 0,25 bis 0,50 d. H. hatten Harpener mit 179, Hoefch mit 125,25, von Elektroaktien Licht & Kraft mit 156,50 und Elektr. Lieferungen mit 136. Etwas hoher gefragt wurden Buderus mit 130,25 (130) und Laura- hütte zum Berliner Kurs von 21,40 (21,25). Sonst notierten u. a. IG.-Farben mit 167,75, Demag mit 150,90, Scheideanstalt mit 267,50, Moenus mit 122,50, Schuckert mit 176, DDM. mit 176.50, A(8. für Verkehr mit 128, Mannesmann mit 125,25 unb Rheinstahl mit 157,50. Am Einheitsmarkt gingen Mein. Hyp. Bank auf 122,75 (123) und Schantuna nach Unterbrechung auf 133 (134) zurück. Von Ren. ten wurden 5proz. Hoefch mit uno. 102,50, 4,5proz. Krupp mit uno. 99,50 und 6proz. JG.-Farben mit 134,25 (134,40) notiert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W19 211 W 20 213, Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,70, W16 29,80, W 19 29,80, W 20 30,15, Roggenmehl Typ? 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95 R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfest, preise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber geh'. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- unb Roggenstroh drahtgepreßt 3,00. do. gebündelt 2,20 bis 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. August. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 906 Rinder (127 Ochsen, 137 Bullen, 438 Kühe, 204 Färsen), 696 Kälber, 76 Härnrnel, 37 Schafe, 2V Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis £ Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Härnme! 42 bis 50, Schafe 36 bis 45, Schweine 53 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Ziegenbolkversteigerung in Gießen. Die erste diesjährige Ziegenbockversteigerung der Landesfachgruppe Hessen-Nassau und der &reis= sachgruppe Gießen der Ziegenzüchter in der Rhein- Main-Versteiaerungshalle in Gießen war ein überragender Erfolg für die oberhessische Ziegenzucht. Aus der oberhessischen Zucht der Weißen deutschen Edelziege war durchschnittlich sehr gutes Zuchtmaterial an Vatertieren aufgetrieben. Von 145 aufgetriebenen Ziegenböcken wurde der des Züchters Karl Stark, Ettingshausen, der 1., weitere 23 Tiere der 2. Wertklasse zugeteilt. Die Vatertiere zeichneten sich durchweg durch gute Formen und Leistungen aus. Bei der Versteigerung machte Tierzuchtdirektor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, auf das durchweg hochwertige Tiermaterial aus ben oberheffifchen Zuchten aufmerksam und forderte trotz des starken Interesses keine übertriebenen Angebote. Die Versteigerung verlief bei sehr flotten Angeboten sehr rasch. Alle Tiere wechselten ihre Besitzer. Der Absatz erfolgte nach Baden, Bremen, Mitteldeutschland, Darmstadt, Wiesbaden, ins Taunus-, Dill- und Unterlabngebiet und nach Oberhessen. An dem Gesamtumsatz von rund 19100 Mark und einem Durchschnittspreis von rund 135 Mark je Stück ergibt sich das beste Bild für den außerordentlichen Erfolg dieser ersten diesjährigen Gießener Versteigerung. In der Wertuckgsklasse 2 ergab sich sogar ein Durchschnittspreis von rund 185 Mark. Den Spitzenpreis von 320 Mark erzielte Züchter Karl Stark, Ettingshausen. Käufer war die Gemeinde Wallenrod. In der 2. Wertungsklasse wurde ein Höchstpreis von 240 Mark — Züchter Ernst Mehl, Holzheim, Käufer die Stadt Lau- dach —, in der 3. Wertungsklasse ein solcher von 310 Mark — Züchter Friedrich Kautz, Oberau, Käufer die Gemeinde Hattenrod — erzielt. Insgesamt wurden zwei Tiere mit mehr als 300 Mark, 11 Tiere mit mehr als 200 Mark, 44 mit 150 Mark und mehr, 49 mit 100 bis 150 Mack und der Rest mit 50 bis 100 Mark abgesetzt. Die Werlklasseneinleilung. Wertklasse I: Karl Stark, Ettingshausen. Wert kl ässe II: Chr. Wagher III, Großen- Buseck; Will). Lahn, Echzell; Hch. Mogk I., Echzell; Wilh. Keil II., Ettingshausen; Hch. Bernhardt, Gro- ßen-Linden; Heinr. v. Eiff, Laubach; Friedr. Schilling, Klein-Karben; Wilh Wedemann II., Eberstadt; Otto Jäger, Laubach; Ludwig Scheid IV., Großen-Buseck; Karl Pitz II., Steinberg; Wilhelm Pfeiffer, Großen-Buseck; Karl Peter, Laubach; Heinrich Münster, Hattenrod; Johs Karl Becker, Angersbach; Ernst Köhler Bettenhausen; Johs. Geisel II., Leusel; Hch. Großer IV., Großen-Bu'eck; Ludwig Scheld V., Großen-Buseck; Otto Käsbera, Griedel; Ludwig Scheld V. und Heinrich Größer lV., beide Großen-Buseck; Friedrich Trechsler I., Lich; Wilhelm Haas IV., Annerod; Karl Kimm, Rain- rod; Ernst Mehl, Holzheim; Konrad Georg, Rain- rod (Bes. Gemeinde Brauersschwend). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben hie Hohe der zuletzt oeichlosfenen Dividende an. ______________________ Reichsbankdiskont 4 v H Lombardzinsfuß 5 o H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß- futfl Schlicht Abend- börie ’ Schluk- turs Schluß Mittag börse Schluß- »urS Schlicht. Abend börie Schluß kurS Scblubk. Mittag- börie Datum 10 R. 1L8. 10.8. 11-8. Daium 10-8. 11 8 10 8 | 118. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 4¥t% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 *%% Deutsche Reichsschahanwei» sungen von 1985, 11. Holge ... 4%% Deutsche Reichsichayanwei- sungen von 1936, III. Holge .. 5%% Dvung Anleihe von 19.30 .. 4%% Hessische BolkSstaat von 1929 4Vi% Deutsche Reichspostichatz von 1934 I..................... 101,8 99 99,65 99 105,25 100,25 100,5 101,8 99 99,65 99 105,13 100,25 100,5 99,75 128,1 135,5 99,5 101.25 99,5 98,5 134,13 99 75 98,75 101,85 102,2 111,05 128 89 94,75 127,75 214 135,5 117,65 125 105 101.8 99 99,65 99 105 100,75 99,75 128,4 136 99,5 98,75 134 25 100 102 111,2 128.13 46 89 94 128,13 214,5 136 117,75 125 105 101,75 99 99,65 99 105 100,25 100,7 99,75 128,25 99,5 99,5 98,75 134,25 102 111,2 128,4 88,5 95 127,75 214 136 117,65 125 ins Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg...................0 Betula.....................8 Buderus Eisen......... 5 dement Heidelberg........... 7 157,5 169,75 130,65 167,4 190 142 151 268,5 167 136,5 156,75 167,65 141,75 155,5 150 179 125 142 136,5 95,5 125,65 159 131,4 157,75 135,5 150 176 218 206 121 60,13 121 164 32 151 157,5 169,5 130,25 167,75 199 142 151 267,5 166,5 136 156,5 167 75 141.5 155 149,9 179 125,25 153 142 120,5 136,5 129,25 95,5 125,25 158,75 131,5 157.5 134,75 150 176 217,5 296 120,5 60 163.5 32,15 228 152,5 158,25 169,25 130,25 190,13 142,5 119 150,75 167 136 4 156,4 '68,25 141,75 155,5 150 179,5 125,25 152 142 120 136,75 166,25 125,65 150,25 158,5 118,25 234 131,75 '58,25 135,25 149,9 176,5 98 216,25 207 120,75 60.25 121,5 163,25 32 228 151,5 157 168,5 130 190,5 141,9 118,5 151,4 167 136,13 1564 161 142,5 155 149,75 53,13 179,4 125.75 153 172,5 142.75 120,5 137 166.75 130 125,13 150 158-25 117,5 233.5 132 157,4 135 149.9 163,5 176,5 98 218.25 207 120,13 60 163,25 32,25 Cement Karlstadt ............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6*4 Defiaue: Gas ............... 4 Deutsche Erdöl ..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... O Harpener................. 8% Hoesch Eisen............... 8/, Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................ 6 Kali Aschersleben ............ 4 Klocknermerke ............. 4*4 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............. 4*/z Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgelelllchafi............ 6 Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro...........6 Rhetnstahlwerke.............. 6 Rbeinisch-Vestfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kalt............ 6 Schuckert L Co.............. 7 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske ........ 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke...... 4¥t Westdeutsche Kaufhof......... O Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhof ............ 6 CtflDi Minen .............0,6 4 ¥2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I................ 99,75 128,4 Reichsanleihe» Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten......... 135,5 101,25 98,5 134,13 99,75 98,75 101,85 102,2 111,05 128,25 89 93,25 128 215 117,75 195 105 i¥i% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldvse. R. 12 ..... Wi% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpse.............. Wi% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19............ 4 ¥2% Preutz. Gold-Komm. R. 20 4*4% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6 .. Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte l............. 4¥2% Franks. HhP- Goldpse. R. 15 4¥t% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3................ 5¥i% Franks Hyp. Liouidatton Goldpse................... 6¥2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergütschein-'Verrechnungskurs A G- für Berkehttweien .... Oft Haniburg-Siidam. Dainpsschtfs 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Dorz.-Akt. 7 RetchSbant................. 12 Berliner Handelsgesellschaft 6H Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 5 Dresdner Bank.............. 4 Deoifenmarfl Berlin — SranHurl a ZR 10-AuguN Il-Auguil 10 Augutt 11 August Amü'ch. Ronerun | •Br-i Imtl di'- Roiierune | Brie! Amtliche Rotieruim «en I Bn- ?>muicyeRoi'eiung «p'r I iNnfl Buenos Aires............. 0,752 41,86 0,166 47,00 55,36 47,00 12,405 5,485 9,341 137.17 13,09 0,756 41,96 0,168 47,10 55,50 47.in 0,752 41,89 0,166 47,00 55,36 47,00 12,40 5,485 9,336 37,21 13,09 0,756 41,97 0,168 47,10 55,48 47,10 12,43 5,495 9,354 '37,49 13,11 Brüssel................... ^JUUUII................... u, ri 1 5,694 62,32 48,95 11,265 63,96 57,13 16,98 1.651 2,489 i,723 5,706 62,46 49,05 11,285 64,08 0,721 5,694 62,32 48,95 11,26 63,93 57,15 16,98 8,651 2,489 U, IM 5,706 62,44 49,05 11,28 64,05 57.27 17,02 1,669 2,493 Rio de Janeiro............ Loten.................... Kopenhagen............... Danzig ................ Oslo ................... Wien.................... Lissabon................. nrf f)ol rn London ............. .... 1 ?, 435 HellingforS................ ^pnniprt . 2 /, ZD 7,02 669 ,493 Laris.................. 9,359 137,45 13,1' Prag .................. Bu.aoest................ Neuyork.................. Holland ................. Italien..................* lk.186 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, August 1937 Heist der Gießener HI. durch OMlierberMellmg Aufruf an die Bevölkerung der Stadt Gießen. Aus -er Stadt Gießen. Erholung in der Urlaubszeit. Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es im Sprichwort, und zu keiner Zeit tritt die Wahrheit Ineses Satzes so in Erscheinung, wie in den Tagen iifs Urlaubs. Es soll tatsächlich Leute neben, die sich >cht auf die Ferien freuen. Es ist ihnen unange- ehm, wenn sie aus ihrer täglichen Arbeit, aus dem Egelmäßigen Gang der Geschäfte herausgerissen werden. Sie sind froh, wenn der Urlaub vorbei ist nd sie wieder in ihrem Berufe stehen. Wir wollen offen, daß dies nur Ausnahmen find. Nein! Wollen wir nicht untergehen in dem All- ■3Q, wollen wir nicht zu einer Gewohnheitsmaschine werden, dann müssen rott eine Erholungspause einigen. Da ist das' Wochenende. Es ist gewissermaßen ein Trennungsstrich zwischen den einzelnen ^ageskärnpfen, eine Atempause, in der wir frische Ulst und Sonne aufnehmen können, um für die liächsten fechs Tage gerüstet zu sein. Aber der Ur- liub ist doch etwas anderes. Er soll eine Generalmusterung unserer seelischen und leiblichen Kräfte Erstellen. Deshalb dürfen die Urlaubstage nicht :«rfchwendet werden. Wir müssen sie ausnutzen bis :jr letzten Minute. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir uns nun mch für die Ferien einen genauen Plan entwerfen. Wir müssen nur prüfen, was wir am nötigsten «rauchen. Es ist nicht wahr, daß das planlose faulenzen — der Wunsch vieler Volksgenossen — las richtige ist. Gar zu oft stellen wir dann am ttzten Urlaubstage fest, daß wir doch verschiedenes lütten erledigen können, daß wir uns gar mancher- I i vorgenommen hatten. Dann kommt der Aerger iE)er die Faulenzerei und die Reue. In den Ferien müssen wir einmal links herum ! den. Alles, was an den Alltag erinnert, muß aus- «schaltet werden. Die Urlaubstage dürfen nicht nfach verlängerte Sonntage fein. Das gilt auch 'ür viele, die eine Reife antreten und dabei alles mitschleppen, was ihnen das Leben zu Hause an- «nehm macht. Da müssen auch der Hund, das Grammophon, manchmal sogar der Kanarienvogel, mit. Und dann wird sich in der Sommerfrische ge- oau so eingerichtet, wie zu Hause. Wer so reist, tat nichts von seinem Urlaub. Die Ferien müssen schlagartig alle Lebensgewohn- teiten verändern, auch die menschlichen Beziehun- Em dürfen sich nun lockern. Wer mit seinen Nerven herunter" ist, erholt sich am besten in einer ganz ; iberen Luft, in einer anderen Umgebung, am ! icchersten allein. Die Eltern sollen froh sein, wenn iure Kinder nun allein in die Ferne streben. Getrennt verlebte Ferien können oft von größtem ; Nutzen sein. Jeder hat ja seine besonderen Wünsche, । imb -die können am ersten erfüllt werben, wenn er inen Urlaub allein verbringt. Der eine braucht stille, ber anbere will sportliche Leistung, der dritte "teselligkeit. Manche finden die einsame Heide am chönsten, wieder änderte wollen das Meeresrauschen Ären. Auch die Daheimgebliebenen können sich prächtig «-holen, wenn sie ihren Tagesplan einmal umstel- 1 n. Wer am frühen Morgen gern im Bett bleibt, ter gebe sich einen Ruck und fange an, Frühauf- sxher zu werden. Er wird es sicher nicht bereuen, ^ii unfern Wäldern, in unfern Tälern, überall kön- ien wir uns ergehen und die Natur genießen. Es i.uß ja nicht immer im Hochgebirge fein. Bald t üht wieder die Heide, auch bei uns. Sollen nur ! e Bienchen hinausfliegen an den Waldesrand und ten Duft des Thymians und des Heidekrautes ein- dmen? Jeder Urlauber ist eingeladen, aber, wenn's i2ht, am frühen Morgen. Dann werden die Ferien mit jedem Tage schöner, und alle schöpfen neue i. rast bis zum nächsten Jahre! H. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Alarm in Peking". Volksgenossen! Hart wie Kruppstahl und flink wie Windhunde sollen die deutschen Jungen werden: so verkündete es der Führer 1935 auf dem Reichsparteitag. Die Hitler-Jugend folgt dem Ruf des Mannes, dessen Namen sie trägt. Im sportlichen Leistungskampf werden die besten einer Kameradschaft ermittelt. Diese Spörtler kämpfen um die gefolg- chaftsbeste Kameradschaft. Die Auslese geht weiter! Auf dem Bannsportfest werden wieder die besten Sporteinheiten des ganzen Bannes ermittelt. Diese treffen auf dem Gebietssportfest mit den Sportmannschasten der anderen Banne zusammen und kämpfen um die Teilnahmeberechtigung für die NS.-Kampfspiele anläßlich des Reichsparteitages! So vollzieht sich von unten heraus eine gesunde Auslese und eine steigende sportliche Leistung aus der Gemeinschaft! Die hiller-Jugenb des Gebietes 13, f)effen-Jlaffau, veranstaltet nun ihr Ge- b i e 15 f p o r t f e ft, ihre Ausfcheidungskämpfe für Nürnberg am 2 1. und 22. August 1937 in Gießen. Nach Frankfurt und Darmstadt ist in diesem Jahre Gießen dazu, ausersehen, die größte Veranstaltung jugendlicher Lebensformung in seinen Mauern zu beherbergen. Damit hat die Hitler-Jugend des Bannes 116 und darüber hinaus die Bevölkerung der Stadt Gießen eine große Verantwortung übernommen. Gilt es doch, am 21. und 22. August 1937 etwa 1500 Kameraden aus dem ganzen Gaugebiet zu v e r k ö st i- Der gestrige Mittwoch brachte den Hitler-Urlauber- Kameraden wieder eine Fülle von Erlebnissen. Bereits gegen 7.30 Uhr kamen sie im Omnibus in der Nachbarstadt Butzbach an. Zunächst wurde ein Rundgang durch die Stadt unternommen und bann die Kirche, bas Heimatmuseum unb bie alten Befestigungsanlagen mit bem Hexenturm besichtigt. Die Teilnehmer lernten babei alle Reize bes kleinen Stäbtchens kennen. Dann wurden einige Betriebsbesichtigungen burch- geführt. In ber Schuhfabrik Rumpf hatten bie Ka- meraben Gelegenheit, ben vielfältigen Arbeitsvorgang ber Schuhfabrikation vom Leberlaaer bis zur Versanbabteilung zu verfolgen. In ber Lanbmaschi- nenfabrif von Tröster lernten sie ben Herstellungsgang von Bobenbearbeitungs-, Säe- unb Erntemaschinen kennen. Am Nachmittag würben bie Besucher burch die Arbeitshallen ber Bamag-Meguin- Werke geführt. Die Besichtigung ber brei Betriebe ließ die ürlauberkameraben erkennen, welch'hohe Bedeutung auch dem kleinen Städtchen Butzbach im Wirtschaftsleben unserer engeren Heimat zukommt. Als Besonderheit brachte der Tag auch eine Besichtigung der Zellenstrafanstalt. Der Leiter ber Anstalt, Oberregierungsrat Bausch, hielt einleitend einen kurzen Vortrag, in bem er einen Ueberblicf über bie Formen des Strafvollzugs gab unb Einzelheiten ber Lebenshaltung ber Gefangenen schilberte. Er wies besonbers barauf hin, baß bie Haltung ber Gefangenen naturgemäß streng, aber in aller Gerechtigkeit erfolge. Bei bem Runbgang burch bie Anstalt gewannen bie Urlauber-Kameraben einen starken unb nachhaltigen Einbruck von ber Institution, bie ber öffentlichen Orbnung unb Sicherheit dient. Die Besucher konnten sich auch besten bewußt werben, daß die Beamten, die hier Dienst zu tun haben, auf keinem leichten Posten stehen. Im Lause des Nachmittags wurde auch ein Ausflug auf den Schrenzer gemacht und dort oben, angesichts des herrlichen Ausblickes über bie Wetterau, eine Stunbe ber Ruhe gepflegt. Einige Kameraben aber schloffen sich wissensburstig bem Archivar ber gen unb zu beherbergen. In Erinnerung an bie oft bewiesene Opferbereitschaft wenben wir uns an bie Gießener Bevölkerung: Wir bitten Euch, liebe Eltern und Freunde der Hitler-Jugend, helft uns, die 1500 Kameraden unterzubringen. Stellt uns Quartiere zur Verfügung und tragt damit bei, das Gebietsfport- feft harmonisch zu gestalten. Wir bitten, bie Quartiermelbungen auf unserer Dienststelle, Wartweg 19, abgeben zu wollen, ober uns unter F. 3171 anzurufen. Im Interesse einer reibungslosen Durchführung bieser Quartierbeschaffung bitten wir diejenigen Volksgenossen, bie bereits einen Qartierschein ausgefüllt haben, von einer nochmaligen Melbung absehen zu wollen. Allen, bie uns helfen, banken wir im Voraus für ihre Unterstützung! Heil Hitler! Bannführung 116 ber Hitler-Jugend. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Betr.: Führertagung aller Unterbannführer, Ge- folgfchaftsführer, Stellenleiter des Bannes und Führerschaft des Standortes Gießen. Am heutigen Donnerstag, 12. August, findet im Heim der Gefolgschaft 2/116 (Gießen-Nord), Walltorstraße 38, eine wichtige Führertagung statt. Alle Unterbannführer, Gefolgschaftsführer, Gefolgschafts- Geldverwalter, Stellenleiter des Bannes, sowie die gesamte Führerschaft des Standortes Gießen haben hieran teilzunehmen. Besprochen wird das Gebietssportfest. Stadt Butzbach an, der sie an den Limes führte, ihnen die germanischen Wohnstätten der Freisassen, die vielen Hünengräber und schließlich auch die Nachbildung des römischen Wachtturmes zeigte, der hoch oben beherrschend auf dem Schrenzer steht. Der nachfolgende lebhafte Gedankenaustausch über das, was hier aus deutscher Vergangenheit vor das geistige Auge trat, war den teilnehmenden Kameraden eine große Freude. Zu abendlicher Stunde fand man sich im „Hessischen Hof" zu einem Kameradschaftsabend ein, an dem die Bevölkerung zahlreich teilnahm. Bürgermeister Dr. Mörschel hielt eine herzliche Ansprache, der Urlauber-Kameradschaftsführer Hell- w i g sprach über den tieferen Sinn der Urlauber- Kameradschaft und rühmte die überaus gastfreundliche Aufnahme in Butzbach. Der Mufikzug der SA.- Standarte 222, der Gesangverein „Orpheus-Ein- trachs", sowie die Turnerinnen trugen zur Verschönerung des Abends bei. Eine besondere Freude wurden den Urlauber- Kameraden durch ein Geschenk der Stadt Butzbach zuteil. Jeder Kamerad erhielt ein prächtiges Bild vom Rathaus zu Butzbach. Bürgermeister Dr. Mörschel versah diese Erinnerungs- und Ehrengabe mit einer kurzen Widmung. Quote 1:50000. Ein günstiges Verhältnis, nicht wahr? Wo aber soll es im Leben eine zahlenmäßig so hohe Heber- legenheit geben! Es sei verraten: In der Luftschutz- Lotterie 1937! Für ein Doppellos zum Preise von 1,— Mark können Sie einen Betrag von 50 000 Mark gewinnen, für ein Einzellos von 50 Vf. 25 000 Mark. Sie werden sagen, daß die Wahrscheinlichkeit, den Haupttreffer zu machen, sehr gering fei. Gewiß, den Haupttreffer kann nur einer machen, aber es gelangen ja über 75 000 Gewinne und Prämien mit zusammen 200 000 Mark zur Ausspielung. Die Gewinne werden in bar ohne Abzug ausgezahlt. Kampf gegen Verkehrssünder. Das Kommando ber Schutzpolizei gibt, wie In den Wochen vorher, auch für die Zeit vom 30. Luli bis einschließlich 5. August eine Statistik über das Einschreiten der Polizei gegen Verkehrssünder heraus. Nach dieser Aufzeichnung wurden gegen Führer von Fuhrwerken drei Verwarnungen bzw. Belehrungen ausgesprochen. Radfahrer wurden in 60 Fällen verwarnt und belehrt; 23 Radfahrer gelangten zur Anzeige. Kraftfahrzeuglenker wurden in 36 Fällen zur Anzeige gebracht, außerdem wurden 32 Verwarnungen bzw Belehrungen ausgesprochen. In der Berichtswoche wurden neun Fußgänger zur Anzeige gebracht und 140 warnend oder belehrend auf die Verkehrsoorschriften hingewiesen. Bei dieser Gelegenheit macht die Polizei erneut darauf aufmerksam, daß nach den Vorschriften des § 32 der Reichsstraßenverkehrsordnung geschlossene Verbände der Wehrmacht, der Polizei, der NSDAP, und ihrer Gliederungen, Leichenzüge und Prozessionen nur durch Fahrzeuge des Feuerwehrdienstes unterbrochen ober sonst in ihrer Bewegung gehemmt werben dürfen. Vereidigung beim E.-Bataillon. Ein neuer Ausbildungslehrgang des Ergänzungs- Bataillons des Jnf.-Rgts. 116 hat in diesen Tagen seinen Dienst angetreten. Aus diesem Anlaß fand gestern wiederum eine Feier ber Vereidigung auf dem Gleiberg statt. Zwar der Marsch und der Aufstieg zum Gleiberg waren manchem der Kameraden unter bem Stahlhelm nicht leicht, aber im Schatten ber Bäume unb in ben kühlen Räumen waren die Anstrengungen bald vergessen. Zur Dereidigungsfeier traten die Soldaten im Viereck an. Der evangelische Militärgeistliche Pfarrer A u s f e l d sprach über die hohe Bedeutung des Eides, den ber Solbat im Dienste für bas Va- terlanb abzulegen hat, unb wies auf bie Forderung ber Pflichterfüllung unb ber ber Treue hin. bie den Soldaten vor allem auszeichnen müsse. Nach Gebet und Lied hielt der Bataillonskammandeur, Major Junker, eine Ansprache. Auch er wies auf die Bedeutung des Eides und auf die Aufgaben hin, die dem Soldaten gestellt sind. Er ließ die Soldaten aber auch .bewußt werden, angesichts -der alten Mauern und ber herrlichen Lanbschaft zu Füßen bes Gleibergs, wie sehr sie ihrem Dater- lanbe oerbunben fein müssen. Er schilberte ferner bie Engen Verbinbungen zwischen Politik unb Sol- .batentum unb betonte, baß eine wahrhaft heroische Politik immer solbatisch gewesen sei. Der Rebner umriß bann in großen Zügen bie beutsche unb bie europäische militärische Lage unb führte schließlich bie Gebauten feiner Männer zum Führer hin, ber als Vorbilb unter uns lebt unb bem wir nachzueifern haben. Die Solbaten schwuren bann ben Eib auf ben Führer. Nach bem Sieg-Heil auf ben Führer unb ben Liebern ber Nation entwickelte sich im Hofe ber Burg ein reges Leben. Musik ber SA. unb Darbietungen ber jungen Bühnenkünstler, bie gegenwärtig auf ber Burg im Lager finb, unterhielten bie Solbaten in schönster Weise. Konserven für die NGV. NSG. In ber Zeit ber größten Fruchternte steht bie Lanbbevölkerung in höchstem Arbeitseinsatz. Es gilt, bie reife Frucht, bie in Acker unb Garten steht, zu bergen, teils für ben eigenen Bedarf, teils auch für die, bie keinen Acker ober Garten ihr eigen nennen. Es ist bie Zeit des Einmachens. Die Hausfrauen decken ihren Winterbedarf an Gemüse unb Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, ^Schonung des rZahnschmelzes, angenehm mik der u. erfrischen^ der Geschmack* „Tag her Stobt Vuhbach" ber Hilter-Urlauber. 2 104 50 pf. Oie große Tube, 25 Pf. die kleine tubc^. Ä Klaus aus dem Busch. Von Willi Steinborn. Damit fing es an: eines Tages kam seine große Schwester burch ben Garten gerannt, ihr Haar slat- tirte, sie schwang ein Stück Papier, sie schrie, Klaus lärstanb nicht, bann verstaub er, bas Wort mit bem eigentümlich gezogenen schrillen i, unb es hieß Krieg. Er war damals noch ein Knirps, kaum daß sie in ber Schule nach bem i auch bie anberen Buch- faben durchgenommen hatten. Darum bedeutete es eigentlich schon etwas und genug für ihn, daß er mit i»m Wort und feiner Schreibweife ohne Hilfe fertig zZ werden trachtete. Aber wie er es sich auf feine Schiefertafel hingemalt hatte, Krieg, genügte es ihm doch nicht, vielmehr spürte er danach eine ganz ungewohnte glutvolle Neugier zu wissen, was es hinter ollen Buchstaben mit dem Wort auf sich habe. Und e- gab sich diesem Forschungsdrang um so lieber hin, as ein als Vorgefühl verkleideter Wunsch ihm ein- r bete, er werde dort endlich das große, außerordent- lche Abenteuer erleben, das jeder Junge sucht. Zunächst wurde er jedoch enttäuscht, denn sie viohnten in der Mitte des Reichs, hingegen ber Krieg c ng fern bei ben Grenzen um; fo konnte Klaus ihn r cht sehen. Burschen, Männer, bie allenthalben aus Staus unb Tor auf bie Straße traten, Tücher unb tränen auf bem Bahnhof, bie ununterbrochene Reihe ter Züge auf ber sonst meist langweilig leeren Strecke, bas war gewiß aufregenb, aber es war nur ^lubehör, er selbst, ber Krieg, war es nicht. Auch in ten folgenben Geschehnissen zeigte er sich nirgenbs einstweilen persönlich. Allmählich glaubte Klaus, er r erde ihn überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Doch ganz plötzlich war er gegenwärtig. Zwar lalle er sich nicht öffentlich lange zur Schau gestellt, ; f mbern war heimlich erschienen und auch bereits i ieber fort, als bie Nachricht sich verbreitete, aber tennorf) blieb er anroefenb, in einem freilich anbern, 1 ngegen nicht weniger wirklichen Sinne, fo baß Sülaus ihn trotzbem besichtigen konnte. Er war, hieß es, am frühen Vormittag, als bie Hnber in ben Klassenzimmern saßen, bie Dorfstraße mm Bahnhof, Postamt heraufgeschritten, war auf ten Kauflaben zugegangen — bie Frau besorgte im, der Mann „stand im Felde" — eingetreten, er butte sich mit einer Hand auf den Ladentisch gestützt, tee Frau einen Augenblick prüfend angeschaut, da Hütte er nicht erst zu reden brauchen. Sie war von feinem Blick gegen das Warenregal zurückgewichen, gi fünfen, immer die entsetzten Augen auf ihn geratet, bis zuletzt es ihr unwiderruflich war eben- s'llls ohne zu reden, mit einer Frage etwa ihrerseits. Als Klaus dies» vernahm, daß der Kaufmann „geblieben" und ber Krieg bageroefen fei, es ber Frau zu sagen, ließ es ihn nicht ruhen. Er mußte sie sehen: es war ihm gewiß, baß er i h n in ihr sehen würbe, benn sein Blick hatte auf ihr geruht, sie somit persönlich gezeichnet. Das war auf einmal viel mehr als er noch erhofft hatte: Klaus kannte bas Zeichen für ihn, in Gestalt von fünf Buchtaben auf ber Schiefertafel ober auf bem Papier, jetzt würbe er bas Zeichen von ihm erschauen unb also ihn persönlich — welches Kinb erkennt nicht in ihren Zeichen bie Dinge selber? — er würbe ihn erschauen nicht anders wie diese Frau, die das Vorrecht genoß, die erste hierorts zu (ein, die ihn kennengelernt hatte. Klaus erwarb sich nach ber großen Pause, in ber bie Kunbe laut geworben war, einen Tabel, eine Ohrfeige unb eine Tracht Prügel, bennoch hielt ihn bas einbringlichfte Mittel, zur Ordnung zu mahnen, nicht länger dabei als das sanfteste. Und als die Turmuhr den Unterricht beendete, entwich er, obwohl die Aufgaben für den nächsten Tag noch nicht fertig gestellt worden waren: der ihn verfolgende Donnerruf erreichte ihn bereits nicht mehr. Es war alles vorbedacht, Klaus brauchte nicht zu zaudern, wie er trabend dem Laden immer näher kam. Nur tiefer, bis beinahe zum Schmerz mußte er atmen, um den Rumor in feinen Schlafen und am Halse zu überwinden, ben seine zunehmende Erregung vor bem Augenblick bes Abenteuers verursachte. ... ., „ . Als er vor ber Schwelle ftanb, griff er schnell noch einmal, wie schon oft währenb bes Unterrichts, in bie Hosentasche. Ja, er fühlte >hn, er war noch brinnen, ber Groschen. Auf biefen Groschen hatte er einen Plan aufgebaut. Es beruhigte ihn wun- bersam, ihn jetzt auzufassen er behielt ihn gle'ch m ber Hanb. Nun konnte gewiß nichts mehr fehlschla- qen es war nur noch erforberlich emzutreten. für einen Groschen Bonbons! — gab es einen unver- änglicheren Vorwand, den wahren Grund seiner Gegenwart zu verschleiern? Fern horte Klaus die ersten andern Jungen aus der Schule Einige rie- en feinen Namen. Da drückte er bie Klinke meber. Der Laben war leer unb still. Klaus vernahm bas Geräusch seiner oorftrebenben Fuße au bem fiohboben. Das machte ihn unsicher, er hatte sich bisher niemals mit solchem Bewußtsein vernommen. Doch stellte er sich schließlich an ben Derkamsttsch mie er es gewöhnt war, er legte bie Hanb mit dem Gelb auf bie Platte unb wartete. Die Luft lag kühl unb merkwürbig fremb im Raum. Ein Frösteln schauerte über seinen Rucken, unb seine Knie wollten, unerklärlich, anfangen zu bibbern, er mußte sie mit Willensgewalt bändigen. Draußen lärmten inbes seine Kameraben vorüber. Auf einmal büntte ihn, er stehe schon eine Ewigkeit allein und unabgefertigt. Wenn sie nicht kommt! stieg es ihm auf. Wenn sie mich überhört hat! Eine große Ratlosigkeit unb Angst bemächtigte sich seiner. Denn sich bemerkbar ober heimlich bavon zu machen, schien ihm aus irgend einem Grunde völlig unooll- bringbar ... Da knackte ein Türschloß, und sie stand ihm gegenüber. Er hatte sie herbeigewünscht, jetzt erschrak er. Klaus erschrak todtief. Statt durch ihr Erscheinen seines Zustands enthoben zu sein, fühlte er sich tiefer hinein gedrängt, bis in das unterf^ Verließ feiner Ratlosigkeit und Angst geworfen in so heftigem und unerbittlichem Wurf, daß ihn schwindelte. Er vermochte nicht Gruß unb Forberung hervorzubringen, aus stummem Entsetzen nur starrte er sie unverwandt an. War das jenes Abenteuer aus feinen Träumen? Klaus konnte, weil sich ihm die Welt immer noch drehte, in einer unheimlichen Unaufhaltbarkeit, und es ihm zudem norm Gesicht zu flifnmern begann, nichts mehr deutlich erkennen. Aber er hatte es ja bereits in der Sekunde ihres Eintritts eindeutig erkannt: das Abenteuer war es nicht, dem er gegenüber stand, es war etwas ganz anderes, unendlich viel Gewaltigeres und vorerst absolute Uebermacht! Auch die Frau sagte nicht. Sah sie ihn überhaupt noch? Ein flüchtiger Blick hatte ihn gestreift, dann waren ihre Augen in eine ungeheure Ferne geglitten, dort verharrten sie. Da wünschte Klaus plötzlich, weit fort zu fein von dieser Stelle. Aber wie sehr er auch zu vergehen und unsichtbar zu verschwinden begehrte, er beschwor seine Leiblichkeit nicht zu Aether, sie blieb, was sie war, ein kleiner Schuljunge, leibhaftig ihm, dem Krieg in feiner Leibhaftigkeit gegenüber, unb nicht anbers konnte er einigermaßen unverbächtig fliehen als auf bem Weg über bie zu oerlangenben Bonbons. Da sagte er es benn, unb er mußte breimal ansetzen, es wollte ihm ber Laut nicht gelingen, er sagte gurgelig: Bonbons! Wie er es ausgesprochen hatte, schien ihm, er habe einen Frevel verübt, ber nur mit bem Tobe recht zu bestrafen sei. Dor dem Angesicht dieser Frau!, in dieser Stunde, wollte er gegen einen Groschen Bonbons einhandeln — denn woher sollte sie wissen, daß es ihm nicht darum zu tun war! Bonbons? fragte sie nach einer Pause. Unb bas war bas schlimmste: sie fragte nicht mit schnierzens- vollem, leibgetöntem Vorwurf, fonbern völlig sachlich, nur wie in einer sachlichen unbegreiflichen 23er« rounberung barüber, baß es offenbar auch jetzt noch möglich sei in ber Welt, Bonbonappetit zu verspüren. Klaus brachte es nicht über sich, ja zu sagen, zu nicken, einzig er ließ ben Groschen auf ben Tisch klappern, nahm bie Hanb weg, da lag er sichtbar vor ihr. Sie sah ihn an. Mit einem war, was vorher in ihrer Stimme gewesen, nun in ihrem Blick: abermals bie entsetzlich sachliche leibenschafts- lose unbegreifliche Verwunberung. Das ertrug Klaus nicht mehr. Nein, nein, rief er kläglich, unb in verzweifeltem Entschluß stürzte er zum Laben hinaus. Er fiel bie Treppe hinunter, babei schlug er sich Kinn unb Knie wunb, er sprang auf, galoppierte bie Straße abwärts, zum Dorf hinaus. Erft als er völlig außer Atem war, kehrte ihm bie nüchterne Besinnung roieber. Er sah sich um. Er befanb sich am roeibenbeftanbenen Altwasser bes Flusses. Er kroch tief in einen Busch hinein. Dort blieb er bis zum Abenb hocken. Klaus, aus welcher Schule kommst bu jetzt unb wie siehst bu aus? sagten bie Leute, als sie ihn mit bem Ranzen, um biese Zeit, blutig und schmutzig auf dem Heimweg trafen. Er ließ sich nicht aufhalten, er antwortete nicht. Er stapfte unentwegt vorwärts — ein Knirps, doch irgendwie jäh erwachsen, unb durch die kindlich-phantastische Welt eben erst hindurchgebrochen unb nun schon in ber wirklichen marschieren!), als kenne er sich seit jeher in ihr aus unb habe immer gewußt, daß es vor allem zwecklos sei, auszureißen unb sich in Büschen zu verstecken. Zeitschriften. — Die „Siren e", bie illustrierte Zeitschrift bes Reichslustschutzbunbes, hat zwei ihrer Mitarbeiter auf eine Deutschlanbreise geschickt, um bie Amtsträger bes RLB. bei ber Arbeit zu beobachten. Die ersten Dilbberichte führen nach Hessen-Nassau unb zeigen, wie vorbilblich in ben einzelnen Dörfern für ben Ernstfall geübt wirb. Das interessante Heft bringt außerbem einen Bilbbericht über Angriffsflugzeuge ber beutschen Luftwaffe, Photos von ber Flakarttllerieschule Wustrow, bie Fortsetzung ber Artikelreihe „Unser Haus wirb luftgeschützte unb einen weiteren Sonberbericht über Bombenangrifte unb Luftschutz in Spanien. Zum Jahrestags bes Kriegsanfangs bringt bas Heft einen bebilderten Artikel über Ostpreußens schwerste Zeit 1914—1915. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. 22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Mich interessiert viel mehr, wie dir der gestrige Ausritt mit Fräulein Lorenz bekommen ist." „Weißt du das auch schon wieder? — Danke, er ist mir ausgezeichnet bekommen. Aber ich habe dich schon einmal gewarnt, mir nicht nachzustellen!" „Warum wunderst du dich, wo du mir gegenüber nicht ehrlich bist? Was soll ich denn sonst tun? Warum sagst du mir nicht, daß du die Kleine liebst, daß du alles daran setzt, sie für dich zu gewinnen, so wie du damals alles daran gesetzt hast, mich zu gewinnen? Würdest du es offen zugeben — nun gut, so gäbe es eben wieder einmal einen Kampf, wie letztes Jahr mit der Engländerin, aber mir wäre dabei wohler als bei diesem stummen, hinterhältigen Abwarten und Lauern und nicht wissen, woran man ist. Außerdem: Wenn ich schon trotz der drei Jahre, die wir uns kennen und — lieben — nicht auf deine Treue bauen kann, möchte ich es doch wenigstens auf deine Ehrlichkeit können. Aber mir scheint —" „Erlaube, Irina, ich bin durchaus ehrlich. Von Liebe ist zwischen mir und der Kleinen gar keine Rede, wir haben nur einen kleinen Flirt miteinander —" Irina lacht bitter auf: „Deine Flirts kenne ich! Mit mir hast du auch geflirtet!" Michailow stampft leise mit dem Fuß auf: „Jawohl!" sagt er fast erbittert, „mit dir habe ich auch geflirtet, und es wäre auch dabei geblieben, wenn du dich nicht —" „--mir an den Hals geworfen hättest, wolltest du sagen, nicht wahr, Igor? Sag's ruhig! Ich weiß es ja ohnehin, daß du es denkst. Obwohl es nicht wahr ist, obwohl ich die Beweise in der Hand habe, wie du mich bedrängt hast. Oder willst du nicht mehr wissen, daß ich meine Stellung in Riga deinetwegen aufgeben mußte? Und bist du mir vielleicht nicht nachgefahren, nein? Hast du mir nicht in Budapest Szene über Szene gemacht, bis ich vom guten Kemsky abließ und mit dir ging? Nun gut, es wäre ja auch möglich, daß es von deiner Seite nur Hunger auf ein Abenteuer mit einer Frau war, die dich leider, leider vom ersten Tag an geliebt hat und — noch heute — liebt. Aber selbst wenn es so gewesen wäre, nur so: dann bleibt doch die Tatsache bestehen, daß ich dir damals von Mustergrößen. ?" Eßt Seefische auch im Sommer! „Also gut, ich, gebe 31 pflichtet bin. Ich hab« iß das auch nie abgestritten! Wespen- 20.30 Uhr Auf- Wir- „Haben Sie gut geschlafen — Obst; Brotaufstrich aller Art wird eingekocht. Diele Volksgenossen jedoch sind noch nicht in der Lage, sich so für den Winter einzudecken, wie es wohl notwendig wäre. Hier greift die NSV. wieder ein und trifft Vorsorge für den Winter. Schon seit mehreren Jahren wird in diesen Monaten eine Gemüse- und Obstsammlung durchgeführt, die auch in diesem Jahre wieder lebhaft im Gange ist. Das gute Ergebnis des vorigen Jahres war auf die schöne Zusammenarbeit der NS.-Volkswohlfahrt mit der NS.- Frauenschast zurückzuführen. Ueberall werden in diesen Wochen Früchte und Gemüse gesammelt und von der NS.-Frauenschast eingekocht. In den waldreichen Gegenden, vor allem des Westerwaldes, werden und wurden Waldbeeren gesammelt, dazu kommen Spenden, aber die NSV kauft auch Gemüse und Obst für diese Aktion an. In den Dörfern ist die Frauenschaft unablässig tätig, um einzukochen, was die NSV. dann im Winter an Konserven verteilen kann. Wo die NS.-Frauenschaft nicht crusreicht, werden auch noch die Konservenfabriken herangezogen. Schließlich ist doch der Schlaf das halbe Leben. Für die Gesundheit ist es von größter Wichtigkeit, daß genügend geschlafen wird. Wer das nicht kann, gefährdet sich. Schlaf ist Ausspannung für den ganzenKörper, Erholung für Nerven und Sinne, Zeit des Wiederaufbaues. Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Kinder sollen zumindest zehn Stunden, Erwachsene sechs bis acht Stunden schlafen. Der Schlaf soll möglichst ruhig und tief sein. Deshalb nicht zu dicht vor dem Schlafengehen das Abendessen einnehmen, nicht zu schwer und zu fett essen. Die völlige Entspannung wird am besten erreicht, wenn man möglichst flach liegt, ohne Keilkissen, mit einem kleinen Kopfkissen. Man soll ja nicht sitzen, sondern eben liegen! Mit Federbetten soll man nicht verschwenderisch fein. Am besten ist es, sie als Unterlage auch im Winter zu vermeiden. Sie Hitzen zu sehr. Gut ist eine warme Matratze, als Zudecke Wolldecken. Sehr wichtig, daß ein Fenster offen und immer frische Luft im Schlafzimmer ist. Aber keine Zugluft. Bei sehr feuchtem Wetter, oder Nordostwind Vorsicht mit dem offenen Fenster. Wer an Schlafsosigkeit oder schlechtem Einschlafen leidet, der kontrolliere sich, ob die Füße warm sind. Dann soll er ein heißes Fußbad nehmen. Vielleicht aber liegt es auch am zu schweren Essen. Alle, die nicht gut einschlafen, sollen vor dem Schlafen ein wenig spazieren laufen. Das tut gut. Wasche dich kalt ab und lege dich ohne abzutrocknen ins Bett. Es muß einerfi dabei aber ganz warm sein. Oder man lege einen Wadenwickel an. Ein Handtuch wird zu einem Drittel naß gemacht und gut ausgewrungen, dann fest um die Wade gelegt, daß die trockene Hälfte die feuchte vollkommen bedeckt. Dann geht es gut mit dem Schlafen, es drückt kein Alp, und kein Traum wird schrecken! Hilft aber all das nicht, dann ist irgend etwas nicht in Ordnung, dann soll man sich mit einem Arzt unterhalten. H.S. Gießener Wochenmorklpreise. * Gießen, 12. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 22, gelb 15 bis 22, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 12 bis 22, Zwiebeln 10 bis 12, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Frühäpfel, kg 15 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 35 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 38, Dörrobst 20 bis 35, Pflaumen, 15 bis 20, Zwetschen 12 bis 15, Mirabellen 25 bis 35, Renekloden 20 bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 47, Salat 8 bis 9, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken Wi bis 2, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 625: Umsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zah- ZdR. Noch ist die Aufgabe für die Hausfrau, den Haushalt volkswirtschaftlich verantwortungsbewußt zu führen, verhältnismäßig jung. Jede Hausfrau muß wissen, daß sie ein Peil der gesamten Rädergruppe Haushalt ist und daß die große Rädergruppe Haushalt wiederum zusammen mit den anderen Rädergruppen, wie Landwirtschaft, Handwerk, Industrie usw. erst das gesamte Räderwerk der Volkswirtschaft ausmacht. Die Anforderungen, die an das Verhallen der Frau gestellt werden, beschränken sich jedoch nicht allein auf ihre Tätigkeit als Käuferin der Nahrungsmittel, es kommt auch sehr viel darauf an, in welcher Weife die Güter, die sie in ihren haushalt hereinholt, behandelt und verbraucht werden. ** Feuerwehr beseitigt ein n e st. Arn gestrigen Mittwoch gegen Albert Lyk gehört nicht zu den Menschen, die etwas auf die lange Bank schieben; auch nicht einen Entschluß wie die Ueberschreibung des Gutes auf Sabine. Obwohl ihm doch der Trumpf, den er damit in der Hand zu haben glaubte, schon während des nächtlichen Gesprächs mit Renz ein wenig zwi» schen den Fingern zerronnen ist. Ihm sind inzwischen auch leise Zweifel an sich selbst gekommen: narrt er sich nicht nur, wenn er sich emredet, er überschreibe das Gut nur, um damit Renz endgültig oder doch in Sabinetz ent- scheidenden Jugendjahren von chr fern zu halten? Ast es nicht vielmehr so, daß er sich nun noch sicht, barer, stärker, machtvoller in Sabines Leben ein» schalten möchte? Ja, hat er nicht schon, wenn er stch diese Zukunft vorstellte, gleich neben Sabine, der Gutsherrin, sich selbst vorgestellt, den väterlichen Freund, den stets willkommenen Gast, den Gönner, den unentbehrlichen Ratgeber, den nun wirklich ge- meinsame Interessen mit ihr verbinden? Den, wenn schon nicht mehr, so doch Sabines nie versiegelnder Dank beglücken wird? Ja, Lyk macht sich nichts vor, Lyk sieht nicht nur durch andere hindurch, wie ihm so oft nachgesagt wird, sondern auch in der eigenen Brust kennt er sich erstaunlich gut aus, und er ist mutig genug, oor sich selbst Farbe zu bekennen. Aber das heißt in diesem Fall durchaus nicht, daß ihn die Erkenntnis der allerinnersten Motive seiner Handlungsweise nun etwa zurückschrecken ließ — oh, nein, der Entschluß, Sabine das Gut zu überschreiben, ist da und wird ausgeführt. Sv setzt er sich denn, wenige Tage nach der nächtlichen Unterredung mit Renz, hin und schreibt an seinen Anwalt und Notar Doktor Conrad Wünsch. Wieder zwei Tage danach hat er ein langes Tele- pbongefpräd) mit Berlin, und dann taucht Wün ch plötzlich selbst auf. Sabine ist die erste, die ihm begegnet. Sie sitzt gerade auf der Wiese neben dem Weg und hat den Svitz in Behandlung, der sich einen Dorn in die Bfote gezogen hat. Wünsch, der sie nur einmal flüchtig in Lyks Haus gesehen hat, bleibt verblüfft stehen: ist das blühend ausfehende Mädchen wirklich Sabine Lorenz? Wenn Lyk sich da nicht verliebt hat ... Sabine sieht auf, und ihr geht dunkel durch den Sinn, daß sie diesen Menschen schon gesehen hat. Aber wo? Da jedoch Wünsch jetzt liebenswürdig den Hut zieht und etwas von „glänzend erholt haben" murmelt, fällt es ihr plötzlich ein: er ist Lyks Rechtsanwalt. Und kindlich und enttäuscht fügt sie still für sich hin: Noch ein Mann! Fortsetzung folgt mußte die Feuerwache nach der Dolkshalle ausrücken. Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Brand, sondern um die Beseitigung eines Wespennestes. Die angriffs- und stechlustige Wespen- Hausfrau und Schädlingsbekämpfung Allgemeine Schulung im pflanzen, und Dorratsschutz. aesellschaft machte sich für die Spaziergänger und für die Anwohner sehr unliebsam bemerkbar, und sie konnte nur dadurch beseitigt werden, daß die Feuerwache mit ihren Apparaten gegen sie vorging. Nach etwa viertelstündiger Arbeit konnte die Wache zum Depot zurückkehren. ** Unfälle. Das achtjährige Söhnchen des hiesigen Friseurs Meißner, Neustadt 36, erlitt einen Bruch des rechten Oberarms. — Der 16 Jahre alte Lehrling Wilhelm Werner, Kleine Mühl- gaffe wohnhaft, trug bei einem Sturz in eine Glasscheibe schwere Schnittverletzungen am linken Unterarm davon. Die Verunglückten mußten zur Behandlung in die Klinik gebracht werden. Von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau gehen uns die folgenden Ausführungen zu: Von einem gewissen Vorurteil befangen, schränkt die Hausfrau in den heißen Sommermonaten den Seefi schverbrauch ein. lieber das „Warum" ist sie sich selbst nicht ganz klar. Einmal hört man die Ansicht, daß Fisch im Sommer leicht verdirbt und deshalb fein Genuß nicht ratsam sei; eine andere Auslegung geht dahin, der im Sommer gefangene Fisch fei überhaupt nicht bekömmlich. Beide Gründe sind nicht stichhaltig. Gerade in den Sommermonaten befinden sich die Fische im besten Ernährungszustand und bieten demgemäß in ihrem Fleisch eine besondere hochwertige Nahrung. Seefisch ist einweißreicher als Fleisch und dazu so leicht verdaulich, daß er sogar von magenschwachen Personen und Kranken sehr gut vertragen wird. Außerdem enthält sein Fleisch das für die Wiederherstellung und den Aufbau der Nerven so wichtige Lecithin. Es ist wohl richtig, daß Fisch in ungekühltem Zustand — wie auch anderes Fleisch — nicht lange haltbar ist. Jede Besorgnis aber, deshalb beim Händler in der Stadt nicht mehr ganz einwandfreie Ware zu bekommen, ist vollkommen unbe- immer mit meinem ersparten Geld geholfen habe und daß du auch deine jetzige Existenz mir verdankst, Igor Michailow, mir! Verzeih', wenn ich es sage. Wo wärest du wohl, wenn ich dich nicht hierher geholt hätte?" Michailow windet sich unter dieser Anklagerede: ' )u, daß ich dir zu Dank ver- Jrina läßt von ihm ab, sie hält den Kopf gesenkt, wie in tiefem Nachdenken. Dann hebt sie den Blick, ihre blauen Augen glühen wie bei einer Fieberkranken, ihr großer, schöner Mund zuckt schmerzhaft: „Küsse mich, Igor." Mickailow legt gehorsam, aber nicht übermäßig leidenschaftlich die Arme um Irina, zieht sie an sich und küßt sie. Aber mitten im Kuß stößt Irina ihn hefttg von sich und wendet sich mit einer zornigen Gebärde voll Abscheu und Schmerz von ihm ab: „Du Schuft!" zischt sie, „selbst deine Küsse schmecken nach Lüge!" „Aber Irina!" „Schweig', ober ich schlage dich mitten in dein lächelndes Gesicht, du! Und das sage ich dir, wenn du etwa falsch geschworen hast, wenn du---" Da tut sich die Tür auf, und Exzellenz Caselli wird von dem Stubenmädchen in ihrem Wagen hereingefahren. Die alten klaren Augen sehen sekundenlang forschend von einem zum anderen. Dann sagt sie lächelnd: „Hat es wieder einmal Meinungsverschiedenheiten zwischen Ihnen gegeben? Ja? Guten Abend, Michailow, ich freue mich, daß Sie gekommen sind — — wir haben ja neuerdings ziemlich selten das Vergnügen. Sollte Ihnen etwa Inna deswegen die Meinung gesagt haben, so gestehe ich, daß sie es in meinem Auftrag getan hat. Ich komme nämlich sehr ungern um mein Spielchen. Und ohne Sie..." Michailow beugt sich über die Greisenhand und küßt sie demütig: „Leider hat mir Irina über viel Schlimmeres die Leviten gelesen, verehrteste Exzellenz!" Er wirft einen spöttischen Blick zu Irina hin, die sich am Tisch zu schaffen macht. „So, so? lieber Schlimmeres?" „Ja", sagt Mickailow laut und anzüglich; er richtet sich auf und schiebt den Krankenwagen an den Tisch heran, „ja, Exzellenz, Irina wünscht nicht, daß ich sie ein klein wenig mehr verehre, als es zwischen Detter und Kusine üblich ist. Wie finden Sie bas?" Aber das Lachen der alten Dame, auf das er gerechnet hat, bleibt aus. Es entsteht vielmehr zwischen diesen drei Menschen eine lange peinliche Stille, während der die Exzellenz mit instinktiver Herzlichkeit nach Irinas Hand greift und sanft darüber hinstreicht. Irina lächelt sie tapfer an, obwohl ihr die Augen voll Tränen stehen. „Spielen wir doch ..sagt sie heiser. Es ist geradezu unverständlich, wie wenig Wert man früher auf positive Kenntnisse in der Haushaltsführung legte. Während man von dem letzten Arbeiter eine gewisse Vorbildung verlangte, hielt man eine gründliche, den Ergebnissen neuzeitlicher Ernährungs- und Haushaltslehre entsprechende Ausbildung der Mädchen für ihren künftigen Hausfrauenberuf im allgemeinen nicht füx erforderlich. Das hat sich heute geändert. Man erkennt jetzt, wie wichtig gerade der sparsame, sachgemäße Verbrauch die durchdachte Vorratshaltung und der Vorratsschutz sind. In mancher Hinsicht verstanden sich unsere Großeltern besser als wir auf diese Dinge, lebte in ihnen doch noch mehr Achtung vor dem Wert, der in den Nahrungsmitteln steckt. Unsere Zeit lehrt uns wieder, in jeder Ware das Erzeugnis unserer Heimaterde und die Arbeit unserer Bauern und Landwirte zu ehren. Wit der Dankbarkeit für alles, was wir auf unserem kleinen, uns von der geschichtlichen I Amtsgericht Gießen. Der H. O. aus Gießen war durch Strafbefehl zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt worden, weil er wiederholt seine Ehe- frau beleidigt hatte. Im Beisein von anderen Leuten hatte er ihr den Vorwurf gemacht, sie habe von einem anderen ein Kind. Zwei Zeugen konnten in der gestrigen Verhandlung auf seinen Einspruch hm unter Eid aussagen, daß der Angeklagte die Aeußerungen gemacht hatte. Das Gericht verurteilte ihn daher unter Kostenbelastung zu der gleichen Strafe, wie im Strafbefehl. Der F. M. aus Beuern war durch Strafbefehl an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von acht Tagen zu einer Geldstra fe von 40 Mark verurteilt worden, weil er am 23. März in der Waldgemarkung Allendorf eine einem anderen gehörige Rodhacke weggenommen haben sollte. Gegen den Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt und die ihm zur Last gelegte Tat bestritten. Auf Grund der Beweisaufnahme konnte das Gericht ihm die strafbare Handlung nicht nachweifen. Die Aussage eines Waldarbeiters reichte zur Uebersührung des Angeklagten nicht aus, da der Zeuge noch nicht einmal genau angeben konnte, daß er den Angeklagten mit einer Hacke gesehen hatte. Auch der als Zeuge vernommene Bürgermeister hält es für nicht möglich, daß der Angeklagte, der in guten Verhält- nissen lebt, eine Hacke im Werte von 4 Mark stiehlt. Außerdem hatte ein Geselle den Angeklagten ohne Hacke nach Hause kommen sehen. Das Gericht sprach rinnen praktische Hilfe und Anregung durch Lehrgänge zu geben. Zunächst werden die Lehrerinnen der Landwirtschaftsschulen, die Siedlerberaterinnen usw. geschult. Wer sich bewährt, wird zur Weiterschulung ins Land geschickt. Man versucht, in den Dörfern die geschicktesten Bäuerinnen ausfindig zu machen, um ihren Nachbarinnen zu helfen und praktisch zu beweisen, was geändert und gespart werden kann. Die vielen kleinen Mühen des ' baues werden ihre große volkswirtschaftliche 1 hing nicht verfehlen. „Ich Pfeife aber auf dies Zugeben! Ich will das dafür, was mir zukommt, die Sicherheit und das Gefühl, zu dir zu gehören! Was bliebe mir denn sonst in meinem Leben, wenn nicht das, Igor Michailow? Sag' doch selbst: was bliebe mir noch? 5)ab’ ich nicht um deinetwillen mit meiner Mutter gebrochen und mit allen Menschen, die mir nahe- ftanben, Schluß gemacht? Halte ich es hier nicht nur aus, weil du hier dein Unterkommen hast?" Michailow hält sich wütend die Ohren zu: „Nun gut, nun güt, ja, das alles hast du getan, aber habe ich dich je darum gebeten?" Irina lehnt sich fester gegen den Tisch. Sie erblaßt, ihre schmalgeschnittenen Augen werden noch schmaler: „Nein, das hast du allerdings nicht." Michailow atmet tief auf: „Was willst du also?" Irina sind die Tränen nahe, als sie dann fragt: "Ach will nur wissen, ob ich noch zu dir gehöre? Warum gibst du nicht zu, daß du meiner überdrüssig bist, daß du die andere liebst? Ich spüre es doch! Ich sehe es! Was soll nun geschehen? Soll ich wieder die Augen zumachen und beiseite stehen und warten, bis bas Strohfeuer in dir erloschen ist. und du zu mir zurückkornrnst, oder---" Arina packt ihn bei den Schultern und schüttelt ihn heftig, die Finger in den Stoff seiner Jacke gekrallt. „So rede doch, Igor! Laß dies alberne kacheln sein, mir ist wirklich nicht zum Lächeln zumute! Aber Michailow zuckt nur die Achseln: „Ich kann nur immer dasselbe sagen, daß ich überhaupt kein Wort von dem, was du da redest, verstehe. Was geht dich der kleine Flirt mit der kleinen Lorenz an? Was hat er mit uns zu tun?" • 3rLnr ÄTt D°r Aufregung: ,Jst es denn nur em Flirt? Kannst du mir dein Ehrenwort geben, daß es nicht mehr ist? Schwörst du mir’s?" „Täubchen, ich schwöre bir’s. Bei allem, was mir heilig ist.' "Und wir bleiben beieinander? Immer? Was auch kommen mag?" Michailows Augen gleiten gelangweilt über Irinas aufgelöstes, bebendes Gesicht hin: „Solange das Schicksal es nicht anders bestimmt..." „Liebst du mich denn noch ehr wenig, Igor?" „3rina, habe ich je etwas anderes behauptet?" gründet. Unsere Seefischflotte ist mit den aller- modernsten Kühleinrichtungen ausgerüstet. Der einkommende Fang wird sofort fachmännisch behandelt und in den Kühlräumen untergebracht. Eigens für den Fischtransport gebaute Kühlwaggons, eingerichtet für eine Geschwindigkeit von 90 Kilometer je Stunde, nehmen die Fracht auf und bringen sie in kurzer Zeit bis in die entlegensten Städte. Es wird also alles getan, um den Verbraucher auch im Sommer mit bester frischer Ware zu versorgen. Die Hausfrau in der Stadt braucht deshalb nicht zu verzichten, sondern sie kann sorglos den beliebten und billigen Seefisch weiterhin auf den Tisch bringen. Seefisch, besonders mariniert, in verschiedenster Zubereitung, mit Gemüse oder gemischten Salaten angerichtet, gibt ein herrliches, gut schmeckendes und gesundes Essen. — Wir wollen nachstehend einige empfehlenswerte Zubereitungsarten nennen: Einige Beizen zum Marinieren von Seefisch: Am besten bereitet man die Beize immer am Abend vorher und legt den Fisch über Nacht hinein. Ist der Fisch für den Abend bestimmt, so genügt es, wenn er am Vormittag in die Beize gelegt wird. Durch das Beizen verliert der Fisch etwas den Geruch. Rote Rübenbeize: Zu Saft von ein- vorsehung bestimmten Stück Erde an Schätzen hervorbringen können, muh eine bis ins Letzte erfahte und durchdachte Betreuung der Nah- rungsmittel Hand in Hand gehen. Durch Kampf dem Verderb und Schädlingsbekämpfung bei unseren Nahrungsgütern müssen mit Hilfe einer geeigneten Schulung der Frauen die jährlichen Milliardenoerluste an Nahrungsmitteln gestoppt werden Diele Wege sind hier bereits erfolgreich beschritten worden. Nun hat der Reichsnährstand in Zusammenarbeit mit der Reichsfrauensührung angefangen, die Erfahrungen des Pflanzen- und V 0 r r a t s s ch u tz e s gemeinsam auszuwerten und auch die Frauen mit ihrer Anwendung zu betreuen. Seit Jahrzehnten arbeiten schon die Biologische Reichsanstalt und mit ihr verschiedene landwirtschaftliche Versuchsanstalten im Reich an der Bekämpfung der Schädlinge. Die Helfer und Laboranten dieser Stationen sind vorwiegend Frauen. Diesen erprobten Kräften wurde jetzt die Einrichtung der allgemeinen Schulung der Frauen im Pflanzen- und Vorraksschuh übertragen. Hierdurch ist es möglich geworden, weitesten Kreisen der Stadtfrauen und der Bäue- gelegten Rüben gibt man etwas Essig oder Zitro- nensaft ober Weißwein und gießt die Brühe kalt über den Fisch. — Saure Milchbeize (auch von Buttermilch): In saure Magermilch gibt man zwei Nelken, ein Lorbeerblatt, eine feingeschnittene Zwiebel, etwas Pfefferkraut und Basilikum. — Wurzel- ober Rotweinbeize: Billigen Rotwein, Wasser unb Essig mischt man zu gleichen Teilen, bazu gibt man eine kleine Sellerie- und Pastinakwurzel, eine Petersilienwurzel, Zwiebel, gelbe Rübe, alles fein geschnitten, bann etwas Cor- beer, Thymian, Pfefferkraut, Zitronenschale und Basilikum. Das Ganze kocht man zehn Minuten langsam, läßt es erkalten und gibt es über den Fisch- M urinierter Seelachs: Den vorgerichteten Fisch legt man mindestens fünf Stunden in Wurzelbeize, reibt ihn bann mit etwas Salz unb Pfeffer ein, legt ihn in eine Kasserolle in etwas heiße Milch unb bünftet ihn unter Zugabe von Beize langsam auf, gibt unter beständigem Schla- gen etwas glatt gerührten Weichkäse dazu unb gibt bie Sauce über ben angerichteten Fisch. Dazu Salz- kartoffeln ober Gerstengraupen. Schellfisch mit Meerrettig: Den geputzten Fisch legt man über Nacht in saure Milch- beize, würzt ihn mit Salz, gibt ihn bann in eine Kasserolle mit etwas heißer Milch unb bünftet ihn unter Zugabe von Beize fertig. Dann nimmt man ihn heraus, passiert bie Sauce, binbet sie mit etwas Mehl, gibt fein gehackte Küchenkräuter dazu, schüttet bie Sauce über ben Fisch unb streut geriebenen Meerrettig barüber. Man kann ben Meerrettig auch in bie Sauce geben. Kabeliau auf Jägerart: Den mit etwas Senf eingeriebenen Fisch legt man über Nacht in Wurzelbeize, gibt noch einige Wacholberbeeren dazu. Dann gibt man ihn auf ein Sieb zum Abtropfen, bann in eine Kasserolle in etwas heiße Milch unb bünftet ihn unter öfterem Begießen mit der Beize fertig. Dann nimmt man ihn heraus, legt ihn auf eine Platte, passiert bie Sauce, gibt etwas Tomatenmark bazu unb etwas glatt gerührten Weichkäse. Man gibt die Sauce über den Fisch unb reicht Kartoffeln dazu. Mit grüner Sauce: Man gibt den geputzten Fisch in Rote-Rüben-Beize und macht ihn fertig wie angegeben. Dann bereitet man folgende Sauce. 250 Gramm Weichkäse drückt man durch ein Sieb, gibt bann Salz, Pfeffer unb soviel saure Milch dazu, als man bie Sauce dick haben will, rührt glatt, fügt sehr reichlich feingehackte Kräuter, Kapern, Essig- ober Gewürzgürkchen unb nach belieben noch etwas Zitronensaft ober Essig bazu. — Diese Sauce schmeckt sehr ersrischenb und ist sehr bekömmlich. lungsmrttel für Juli 1937. — 626: Anordnung 36 der Ueberwachungsstelle für Leberwirtschaft (Ver- roenbung von Leber als Werkstoff) vom 10. August 1937. — 627: Anorbnung ber Fachgruppe Polsterer- und Sattlerbedarf der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel betr. Festsetzung Die Dorschronik 229 Kapaun Aus -er engeren Heimat allen Als weitere wichtige keinen fünft Ie= Bronze flocken. Während der dürfen Kanarienvögel Zug bekommen. Kandelaber, lat., meist mögensvorteil konnte er also nicht erlangen und mutzte daher freigesprochen werden. Straßenlaternen werden als K. bezeichnet. Kandieren, das Überziehen eingemachter Früchte oder Wurzeln (Ingwer) mit Zucker. Landkreis Gießen. Lollar, 11. Aug. In anerkennenswerter Weise bemüht sich die Gemeinde immer wieder um die Verschönerung des Straßenbildes. Nachdem man vor einiger Zeit einen recht verwahrlosten Platz am Bahnübergang durch eine Grünfläche ersetzte und an einer anderen Stelle Mauer und Zaun als Abschluß gegen die verkehrsreiche Adolf-Hitler-Straße aufführte, wurden nun vor einigen Tagen in derselben Straße verschiedene Bänke aufgestellt. Besonders nach Feierabend ruht sich hier mancher von der Arbeit des Tages aus. — Das neue Stellwerk am hiesigen Bahnhof, welches sich seit längerer Zeit im Bau befand, wurde in Betrieb genommen. Technische Vervollkommnung und weitaus bessere Uebersicht über die Geleisanlage bilden seine Vorzüge gegenüber dem alten Stellwerk. Gleichzeitig wurden auch verschiedene Signale ausgewechselt. , # Daubringen, 11. Aug. Die hiesige Krieger- und Schützenkameradschaft veranstaltete am Sonntyg ein Uebungsschießen. Die höchsten Ringzahlen erreichten Heinrich Bl er au und L. Mohr II. mit je 106 Ringen bei zehn Schuß freihändig. Am kommenden Sonntag findet ein Bezirkswettschießen statt. gfs Allendorf a. d. Lda., 11. Aug. Unsere Frauen sch ast fuhr am Sonntag nach Bad- Nauheim. Die Leiterin der dortigen Frauenschaft, Frau Kerber, empfing die Teilnehmerinnen, und unter ihrer Führung betrachteten die Frauen die Sehenswürdigkeiten und das rege Kurleben Bad- Nauheims. Dollbefriedigt kehrten alle am Abend Großen-Buseck, 11. Aug. Der neue Entsaftungsapparat der Frauen schäft wurde an mehrere Frauen zum Geleekochen verliehen. Die Sachbearbeiterin für Volkswirtschaft-Hauswirt- schaft zeigt gern seine Verwendung und beantwortet alle Fragen über Einkochen und über jede Der- wertungsart von Gemüse und Obst. gfs. Annerod, 11. Aug. Zu der Jugendgruppe, die hier im Frauenwerk aufgestellt wurde, haben sich bis jetzt acht Mitglieder gemeldet. Die Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Reinigung von Mänteln, Anzügen, Uniformen V. A. Nur zum kleinsten Teil sind Brände durch elementare Katastrophen wie Blitzeinschlag verursacht und nur in kleinem Umfang Folge von Brandstiftungen. Im letzten Jahre z. B. wurden etwa 600 Brandstifter dahin gesteckt, wohin sie gehören, hinter Schloß und Riegel. Am meisten brennt es, well eine Gedankenlosigkeit zur Unachtsamkeit und zur fahrlässigen Brandstiftung geführt hat. Vier Fünftel aller Brände sind die Folge eines leichtsinnigen und fahrlässigen Verhaltens. Aus dem Schatz der praktischen Erfahrungen haben wir hier für jedermann 10 Regeln zusammengestellt, die jedermann beachten sollte. 1. Brand zerstört die Volksgemeinschaft. Was die einen aufbauen, lassen die andern abbrennen. Jede dritte Stunde findet ein Volksgenosse durch Brandunglück den Feuertod. Jährlich entsteht ein Brandschaden von 400 Millionen RM. Damit könnte man 40 000 Siedlungshäuser errichten. 2. Brand erschwert d i e deutsche Nahrungsfreiheit. Zwei Drittel aller Brand fälle ereignen sich auf dem Lande. Dem Werte nach brennt jeden Tag ein Dorf ab. Von den verbrannten Lebensmitteln könnte man laufend 200 000 Volksgenossen ernähren? . 3. Brände können zum großen Teil vermieden werden! 75 v. H. aller Brände sind auf das Verhalten der Menschen der möglichen Gefahr gegenüber zurückzuführen, sind fahrlässige Brandstiftung, also zu vermeiden! 4. Ordnung ist die halbe Brandverhütung. Ordnung in Haus und Hof erzieht zur Umsicht, bedeutet Vorbeugung, läßt feuergefährliche Zustände rechtzeitig erkennen. Benzin, Petroleum oder andere feuergefährliche Stoffe gehören unter besonderen Verschluß. „Eintritt verboten!" Holz, Kohlen oder andere leicht brennbare Dinge gehören nicht in die Nähe von Feuerstätten, Badeöfen und dürfen nicht unter Txeppen aufgestapelt werden. An die Tür zum Hof, zur Werkstatt, zu Stall und Scheuer: „Rauchen verboten!". Stube, Küche und Hof sind keine Aschenbecher, Scheuern keine Garagen, Speisekammern keine geeigneten Räume für Benzin. 5. Beseitige das Gerümpel, bevor es brennt! Altes, verstaubtes, ausgedörrtes Gerümpel brennt wie Zunder und ist die beste Nahrung für herumfliegende Funken. Der Funke eines benachbarten Schornsteins, ein achtlos fortgeworfenes Streichholz genügen zur Brandstiftung! 6. Bewacht das Feuer! Haltet die Feuerstätten in Ordnung! Klapprige Türen, undichte Ofenrohre und Schornsteine, Aschenkasten aus Holz oder Pappe, eine Schaufel, die Glut verstreut, sind gefährliche Brandstifter! Kohle, Holz hinter Dren und Herd gestapelt, Wäsche, Kleider an den Ofen gehängt, Bügeleisen allein gelassen — sind feuergefährliche Zustände! Oefen mit Petroleum oder gar Benzin anmachen, den Gashahn des Nachts offen lassen grenzt — genau so wie im Bett rauchen oder in der Nähe einer offenen Flamme mit Benzin umgehen — an Selbstmord! 7. Bjewacht das Licht! Offene Lampen und Lichte in Werkstatt, Stall oder Scheuer, elektrische Anlagen, die bereits elektrisieren, Sicherungen, die mit Nägeln ober Draht selbst geflickt werden, erhöhen die Brandgefahr! Elektrische Beleuchtung überall, zumindest elektrische Taschenlampen zum Muß es denn brennen? Oie Hauptursache: Dummheit und Fahrlässigkeit. — Zehn gute Regeln zur Brandverhütung. rische Kerzenhalter aus oder Marmor. Aber auch große Ei, Vogelbiskuits oder Hafer- ' ....... Mauser Hier abschneiden! I mundartliche Lieder sollen nach Möglichkeit mit ~ ......... ' Die grüßungsworten des Landesverbandsleiters Reidel erstattete Kassenwart Kaufmann die Rechnungsablage. Landesoerbandsleiter Reidel stellte nach einem Rückblick auf die rege Tätigkeit im ab- gelaufenen Jahre fest, daß ab 1. Oktober a u ch ämtliche Haus chlachtungen unter die Fleischbeschau allen Als weitere wichtige Maßnahme wurde die Ueberführung der Fleisch- oeschauer in die Angestelltenoersicherung bekannt- fiegehen. Die "bisher bestehenden kleineren Bezirke «ollen demnächst zu größeren Gruppen zusammen- zefaht werden. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten sprach Oberoeterinärrat Dr. Stein über „Fleischbeschau und Hausschlachtungen." Tagung der hessischen Fleischbeschauer. Lpd. Friedberg, 11. Aug. Die diesjährige Landestagung der Landesgruppe Hessen des Neichs- oerbandes deutscher Fleischbeschauer und Trichinen- chauer fand in Anwesenheit des -Reichsoerbands- eiters Bode (Berlin) hier statt. Nach den Be- Kandis, Kristalle von raffiniertem Zucker, die leicht husten- lösend wirken und daher für die Kinder als Süßigkeit zu empfehlen sind. Mit Kandiszucker wird auch Brusttee gesüßt. Kaneel, aus Ceylon stammender weißer Zimt, in manchen Gegenden übliche Bezeichnung für jede Zimtsorte. Kanevas, franz, gitterartig gewebter, steifer Stoff, der als Unterlage für Kreuzstichstickerei oder Eobelinarbeiten dient. Kaninchen, dem Hasen verwandtes Nagetier, das seines Fleisches und Felles wegen gezüchtet wird. Die Haare der Angorakaninchen werden zu Wolle verarbeitet. Das Fleisch hat einen süßlichen Geschmack, es wird wie Hase ober als Gulasch zubereitet. Kaninchen tragen etwa 30 Tage und werfen von März bis Oktober jede fünfte Woche vier bis zwölf Junge, von denen man nicht mehr als sechs aufziehen läßt. In dieser Zeit erhält die Häsin Haferschleimsuppe, Brennesieln und Löwenzahn. Als Futter dienen sonst Eemifteabfälle Rüben, Mais, Gras und Heu. Kaninchen müssen in sauberen, trockenen und lichten Stallungen gehalten werden, es genügt eine große Kiste mit Draytgitter und Strohbelag der häufig erneuert werden muß. Kanna, s. (Sanna. Kaolin, Porzellanerbe, aus der Porzellan hergestellt wird. Kapaun, kastrierter und gemästeter Hahn. ihn daher mangels Beweises frei. Die Kosten des Verfahrens fallen der Reichskasse zur Last. Der H. K. W. aus Gießen war wegen Betrugs angeklagt. Er sollte im Januar 1937 eine Bestellung bei einer Sauerländer Firma aufgegeben und von vornherein nicht die Absicht gehabt haben, die gelieferten Waren zu bezhlen. Auf eine Offerte hin, bei der die Lieferungsbedingungen n. A. „Nachnahme ober bar im voraus" aufgebrucft waren, hatte er ' Waren in Höhe von rund 30 Mark bestellt. Die angekommene Nachnahmesendung hatte er wieder zurückgehen lassen, da er nicht in der Lage war, auf einmal zu bezahlen und auch geglaubt hatte, die Firma würde ihm, wie andere Firmen dies tun, die Ware auf Kredit liefern. Die Lieferfirma hat die Ware auch wieder zurückgenommen. Die für die Bestrafung wegen Betrugs erforderliche Absicht der Verschaffung eines rechtswidrigen VermögenSvor- teils konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Er hat gleich nach Ankunft die Sendung wieder zurückgehen lassen, und hätte die Sendung auch ohne Bezahlung nie erhalten. Einen rechtswidrigen Ver- niebergelegt werben, baß eine größere Anzahl, etwa 30 bis 40 Sätze, zunächst in bet Aussprache ber alten Leute unb bann in ber Form ber jüngeren Generationen in möglichst genauer Mundarttreue aufgeschrieben werben. Auch bas Bauernhaus muß in ber Chronik seinen Platz finden, Grund- riffe ber ältesten Höfe, Art unb Architektur bes Hausbaues, Fachwerk, Schmuck, Inschriften. Das noch tätige Hanbwerk im Dorf muß ebenso erwähnt werben, wie bas ausaestorbene Dorfhand- werk. Das gleiche gilt für bie für bie Dorfwirtschaft in Frage tommenben Industriezweige. Den Hauptteil ber Dorfchronik nehmen bie Hausblätter ein, die die Grundlage eriner Bevölkerungsforschung auf örtlichem Boden bilden. Sie sind bie Grundlage der Fami- l i e n f o r s ch u n g. Die Kenntnis von der Geschichte aller Familien eines Dorfes ergibt ein lückenloses Bild der Geschichte der Bevölkerung. Meist wird die Bevölkerung eines Dorfes auf wenige Wurzelfamilien zurückgehen, so daß praktisch das ganze Dorf verwandt ist? Die Wurzelfamilien sind fast immer jene Bauernfamilien, die heute noch auf dem alten Dätererbe sitzen. Jedes Haus des Dorfes erhält ein Hausblatt, in dem Straße, Hausnummer, Hausname, Hauswappen, der heutige Besitzer, die Namen der früheren Besitzer, Angaben über Baujahr, Bauzeit, Bauherr unb Bauhanbwerker verzeichnet finb. Auch bie Geschichte bes Hauses unb seiner Bewohner, sowie Einzeldarstellungen sollen auf bem Hausblatt niebergeschrieben werben. Unb schließlich soll ber Chronik auch noch eine genaue Aufstellung ber Einwohner- unb Schulkinberzahl beigegeben werben. Alle Teile ber Cyronik sollen nach Möglichkeit burch Lichtbilder ober Zeichnungen eine wertvolle Ergänzung erfahren. Wenn auf biefe Weise bas volks- unb kultur- kunbliche Material zussmmengetragen unb von kundiger Hand sachgemäß geordnet ist, wird man überrascht fein, wie viele Wege zur Heimatkunde sich öffnen. Den größten Nutzen wird das Dor selbst haben. Für die Dorfschule ist die Chronik eine unerschöpfliche Duelle der Heimat- und Volkskunde. Für den Dorfgemeinschastsabend bietet die Chronik eine wertvolle Materialsammlung, die auszuarbeiten und allen zur Kenntnis zu bringen eigentliche Aufgabe des Dorfgemeinschaftsabends für lange Zeit bilden wird. So ist die D o r f ch r o- n i k schönster Dienst ber D o l k s t u m s p f l e g e unb bamit wertvoller Sau ft ein beim Bau bes Dritten Reiches. LPD. Nach einer Vereinbarung zwischen Reichsminister 2) a r r 6 unb Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wirb nun in allen beutschen Dorfgemeinden eine Dorfchronik angelegt. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat es übernommen, in einer großen Aktion die Dorfchronik in den Gemeinden einzuführen. Es wird in ber Hauptsache zunächst bie Aufgabe bes Lehrers sein, bas vorhandene Material zu sammeln unb zu sichten. Bürgermeister, Ortsgruppenleiter unb ber Beauftragte bes Volksbilbungswerkes sollen zusammen mit bem Dorfchronisten eine Arbeitsgemeinschaft bilben, bie alles volkskunbliche unb heimatliche Gut zur Dorfchronik zusammenstellt. Die Dorfchronik soll nicht allein die Geschichte des Dorfes enthalten, sondern auch Schilderungen der Gegenwart. Sie soll zunächst den Leser mit dem Dorf in seinem heutigen Zustand bekannt machen. Die ersten Seiten sollen Lichtbilder des Dorfes, wie es heute ist, zeigen. Daran schließt sich alles wichttge über die Lage des Dorfes, Grundbuchblatt, Meßtischblatt, Luftbild usw. Einen weitaus größeren Raum erfordert bann bie eigentliche Dorfgeschichte. Sie beginnt mit .ber Vorgeschichte, soweit sie aus alten Straßen, Flurteilen, Schanzen, Gräben ober Erbfunben fest- bestellt werben kann. Die Frühgeschichte wirb sich in ber Hauptsache mit ber Entstehung bes Dorfes :unb ben ersten geschichtlichen Duellen, sowie bem Manien beschäftigen. Das Mittelalter bringt bann für viele Dörfer bas Lehnswesen, bas in seiner be- jonberen Art zu schildern ist. Aus ber Ritter^eit iwirb es in allen beutschen Dörfern viel zu berich- tten geben, Besitzoerhältnisse, Gerechtsame, Bauern- • abcl, Kreuzzüge usw. Das Dorf im Dreißigjährigen :Krieg wirb sicherlich in vielen Chroniken ein eigenes Kapitel einnehmen. Heber bie nachfolgenbe «Pest, Seuchen, Verheerungen wirb bei alten Bauern inoch manches in mündlicher Überlieferung von «Geschlecht zu Geschlecht erhalten sein. Heber bie er» sschreckenbe Bevölkerungsbewegung werben bie Kir- ichenbücher Auskunft geben. Die Dorfgeschichte ber Neuzeit wird wohl lkaum Schwierigkeiten bieten. Hier wird ber Besitz- ovechsel zu schilbern fein, Bauernbefreiung, Bevölkerungsbewegung, Teilnahme bes Dorfes an ben deutschen Einigungskämpfen. Wiederum ein besonderes Kapitel wirb „das Dorf im Weltkrieg" ein» nehmen. Teilnehmerzahl, Kriegswirtschaft, Heimkehr mnb Einzelerlebnisse von Kriegsteilnehmern werden chier Platz finden. In keiner Dorfchronik darf die »Ehrentafel des Dorfes fehlen, in der bie Helden bes Weltkrieges, ber Bewegung und die Opfer der Ar- Ibeit einen Ehrenplatz finden. Die Schilderung der jüngsten Zeit wird sich imit der Neuordnung im Dorf beschäftigen, der Be- tfämpfung der Arbeitslosigkeit, bem Winterhilfswerk, Der Entwicklung ber NSDAP, im Dorfe, Gründung Der Ortsgruppe, erste Kämpfer, Entwicklung ber >SA., SS., HI., BDM. unb ber NS.-Verbände. Wilder von nationalen Feiern werden für die kommenden Geschlechter eine wertvolle Ergänzung des Textes bilden. Erweitert unb vervollstänbigt wirb die Dorfge- sschichte durch die Schul- unb Kirchenge- schichte. Von befonberer Bebeutung ist bie sorgfältige Erforschung ber Flurnamen, bie oft genug ibie wichtigsten kulturkunblichen Aufschlüsse bieten. Hier ist nicht allein die gebräuchliche Form, sondern vor allem die alte und mundartliche Form wichttg. Der Geist des Volkes offenbart sich am deutlichsten in den Heberlieferungen von Glauben, alten Bräuchen, Sagen, Sitten, Märchen, Liedern, Tänzen, Spielen, Sprichwörtern, Bauernregeln und besonders in der Volkssprache. Dieses weite Gebiet der Volkskunde muß mit besonderer Liebe durchforscht werden. Die Bräuche zu den hohen Festen, Neujahr, Ostern, Pfingsten, Erntefest usw. sind hier aufzuzeichnen. Alte Inschriften, Zaubersprüche, Sagen, Märchen und Rätsel sind zu sammeln. Alte Volkslieder, auch Kinderlieber und Jahren gepflanzten Lindenbäume gut, daß sie bald den nötigen Schatten spenden können. A Htphe, 11. Aug. Zu dem gestern schon kurz gemeldeten Tode des 96jährigen Landwirts Georg Friedrich Beltz er ist noch zu berichten: Er war nicht nur der älteste Einwohner unseres Dorfes, sondern bes ganzen Kirchspiels Trais-Horloff-Htphe- Jnheiben unb der ganzen Umgebung. Auch in ber weiteren Umgegenb war er bekannt als ber „a 11 e Drehe r". Denn als in ber Nachkriegszeit bie Spinnräder roieber zu Ehren kamen, brachte man sie ihm von weither zur Instandsetzung: gab es doch bamals kaum noch Drechsler, bie bavon etwas verstauben. Er war bis in sein hohes Alter sehr lesefreudig, es gab kaum noch einen Band unserer Volksbücherei, ben er nicht kannte. Erstaunlich war auch sein Erinnerungsvermögen, so baß man ihm wertvolle Kenntnisse aus ber Ortsgeschichte ver- banft. Bis in seine letzten Jahre hatte er sich eine berounbernsroerte Gesundheit und Frische bewahrt, obwohl er schon von schweren Schicksalsschlägen betroffen wurde und mehrere erwachsene Enkelkinder vor sich ins Grab sinken sah. Kreis Alsfeld. —Homberg, 11. Aug. Der Betriebsführer der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie AG., Werk Nieder-Osleiden, hatte die 240 Mann starke Gefolgschaft am Samstag zu einer Kameradschaftsfeier in ihrer Gemeinschaftshalle eingeladen. Nachdem Betriebsführer H a g e n m e y e r die Gefolgschaft begrüßt hatte, gab Gefolgschaftsmitglied Pfeil, Homberg, einen Rückblick über den im verflossenen Jahr gemachten Bettiebsausflug an den Rhein. Die Darbietungen, der aus der Gefolgschaft zusammengestellten Kapelle und Vorträge einiger Betriebsangehörigen trugen zur Ausschmückung der in allen Teilen kameradschaftlich verlaufenen Feierabendveranftaltung bei. Essen und Getränke standen reichlich zur Verfügung. Text und Melodie aufgezeichnet werden. Volkssprache soll in der Weise in der Chronik Ein Treuhänder, wie er nicht sein soll. Lpd. Frankfurt a. M., 11. Aug. Das Schöffengericht befaßte sich mit Veruntreuungen, die von dem vierzigjährigen Jakob Schott began« aen worden waren. Der Angeklagte war Geschäftsführer der Revisions-Treuhand- und Steuerberatung G. m. b. H., „Treuha n b" unb verwaltete ein Haus in ber Sckweizerstraße, dessen Eigentümer auswärts woynt. Er unterschlug oem Besitzer eingegangene Mietbeträge, unb zwar nach Schätzung eines Sachverständigen 2900 Mark. Die Verhandlung ergab, daß bei dem Angeklagten in höchst lässiger Weise Buch geführt wurde. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis st rafe von 1 Jahr, 2000 Mark Geldstrafe und erließ ein dreijähriges Berufsverbot. Der Angeklagte wurde sofort in Haft genommen. 200 Zentner Stroh verbrannt. Kinder spielten mit Streichhölzern! —'— Homberg, 11. Aug. Auf einem Acker m der Nähe des Bahnhofs Neuhaus bei Homberg waren ungefähr 200 Zentner Stroh, •ie dem Landwirt Fett aus Homberg gehörten, umfgefchichtet. Gestern spielten Kinder mit Streichhölzern an diesem Strohhaufen, ber m Branb geriet. Das ganze Stroh würbe vernichtet. Unfälle auf dem Lande. Die Ehefrau Elisabeth bes Schuhmachermeisters Wggner von Stumpertenrob zog sich burch Änön unglücklichen Sturz einen Dberarnwrud) zu — Das breijährige Söhnchen bes Bergmanns Zchneibmüller von Nieder-Ohmen erlitt Hwere Verletzungen am linken Bein, sowie Prel» ’ungen unb einen Bluterguß. Die Frau unb bas -ind mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen (»bracht werden. jungen Mädchen werben sich gemeinsam üben im Singkreis, beim Volkstanz unb bei Leibesübungen, um die Pflichtabende ber Frauenschaft zu verschönern. / = Steinbach, 11. Aug. Arn Montag geriet der Landwirt Karl Horn VII. unter sein Fuhrwerk und wurde ein Stück rnitgeschleist. Friedrich Schmitt hielt das Fuhrwerk an und zog den wie durch ein Wunder unverletzten Mann heraus. Q] Großen-Linden, 11. Aug. Am Sonntag besichtigten die Mitglieder des Obst- und Gartenbauoereins die Obstanlagen, an denen die Winterspritzung, die Vorblüten-, Nachblüten- unb Sommerspritzung vorgenommen worben war. Der Erfolg ist sehr gut. Die Aepfel finb gesund, die Bäume haben ein frisches Aussehen. Es wäre ehr zu wünschen, toenn bie Spritzungen an allen Bäumen in ber Gemarkung vorgenommen würben. Besonbers hervorzuheben finb bie Obstanlagen bes C. Dem, bem keine Arbeit zuviel ist, unb der ba= ür in biefem Jahre reichlich belohnt wirb. — Die Ernte ist, außer Hafer, bereits eingefahren. Die Dreschmaschinen laufen seit 14 Tagen, so daß schon ein Teil Roggen qebroschen ist. A Großen-Linben, 11. Aug. Vor einiger Zeit würbe ber größte Teil ber Bahnhofstraße zwischen Moltkestraße und Frankfurter Straße, sowie bie Berg st raße burch bie Gemeinde gründlich erneuert unb mittels Teer-Kalt- verfahrens gebeckt. Es war dies durch bie Ausbesserung vieler Wasserleitungshausanschlüsse notwendig geworben. Besonbers begrüßt wirb, baß burch dieses Verfahren bie Staubplage st a r k geminbert worben ist. Aus bemselben Grunbe würbe nunmehr auch ber große Schulplatz v o r bem neuen Schulgebäude mittels des gleichen Teerverfahrens gebeckt und gewalzt, so baß er jetzt einen gesunbheitlich einroanbfreien Aufenthaltsort unserer Schüler während ber Pausen bietet. Hoffentlich entwickeln sich auch bie vor einigen Kammgarn Kammgarn, langfädiges Wollgarn, bei dem die kurzen Fäden ausgekämmt sind. Es ist besonders haltbar, Kammgarnstoffe sind daher sehr dankbar. Kampfer, kristallinischer Stoff, aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnen aber auch chemisch hergestellt, wird im Haushalt hauptsächlich zur Mottenbekämpfung verwendet, in der Medizin bei Schwächeanfällen Kampferspiritus, Lösung von Kampfer Ht Spiritus und Wasser, dient zu Einreibungen bei Hexenschuß und Muskelschmerzen. Kanarienvogel, Finkenart von den Kanarischen Inseln, die durch Züchtung gelb geworden ist. Bekannte Sänger sind die Harzer voller. Kanarienvögel können 20 Jahre alt werden. Zur Zucht kann man ein Pärchen, aber auch einen Hahn und drei Weibchen zusammensetzen. Als Futter gibt man Kanarien- samen, Rübsamen, Hanfsamen, grüne Salatblättchen Apfelscheiben sowie ab und zu gekochtes Jl.-Sport scjHgmbgri95F 191222 225198 259616 282619 a It ir Der spiele 142613 155400 179346 215702 237673 266978 289416 315735 341761 354960 377849 164396 206331 270100 309030 354254 384701 130345 168282 232089 275444 318322 356000 387336 116772 146016 165283 199118 220907 246565 280927 293907 321357 343659 360702 386251 132718 175129 233612 284162 321136 363511 396966 127375 146559 171334 201322 221452 253750 282659 303276 321915 344064 370452 387173 136861 182381 240832 288511 331620 373601 122785 139022 186902 253007 289992 339707 376082 114562 138765 171126 184573 197016 220015 250725 280035 305839 340003 399452 116144 149957 174738 185410 198496 224248 256062 287370 309345 366651 399957 120769 157694 176403 193266 207202 229382 262141 299919 319022 378907 392498 121146 43476 53123 249396 60316 180228 30691 133764 310635 107357 280099 35920 150312 204596 282379 17428 132333 148820 179344 205793 235555 256618 287979 315691 329659 353931 374505 397478 I48734 I92438 260305 307110 346450 379701 144003 164884 195406 220714 245053 280050 290110 316308 342674 360398 378454 101075 130473 148095 172682 205421 231824 254116 286022 309743 326224 349741 373868 395649 119938 152195 175050 190014 199656 225431 259631 297336 318422 374712 107523 128136 169127 179437 194274 215888 237087 270508 302973 320492 382845 dc dk al bi b« w m 2 n ei B 109235 138175 170406 184014 194303 216684 246656 278257 304868 333753 387172* Kußballklub 1926 Großen-Buseck. Zum ersten Spiel nach der Sommersperre tritt am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft des F. C. 1926 zu einem Freundschaftsrückspiel bei dem Sportverein in Grüningen an. Wenn auch im Vorspiel ein schöner Sieg errungen wurde, so darf man das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Grüningen stellt eine Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Allerdings sollte mit einem knappen Sieg der Einheimischen zu rechnen sein. 2 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 5000 RM. 10 Gewinne zu 3000 RM 321185 328194 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Wfet Mb Ittels' l«gl Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klaffen-Lotterie Herumleuchten im Haushalt, vermindern die Brandgefahr! 8. Bewache deiner Kinder Hand! Es geschehen am Tag 13 Brände durch Kinderhände. Jeden Tag kommen drei Kinder durch die Fahrlässigkeit der Erwachsenen in den Flammen um. Untersucht die Taschen der Jungen nach Streichhölzern. 75 o. H. aller Kinderbrandstiftungen erfolgen durch das Spiel mit dem Streichholz! 9. Brand st iftung wird bestraft — auch bei Fahrlässigkeit. Im letzten Jahr Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! ei al 1! C le mi । es t wurden 1200 fahrlässige Brandstifter verurteilt! 10. Erste Hilfe i st die b e st e Hilfe! Feuerlöscher in Haus und Hof, Löschfässer mit Löscheimern, Sandkisten und Decken in Räumen mit Motoren oder Betriebsstoffen haben schon oft den Ausbruch eines großen Brandes verhütet. In jedem größeren Anwesen oder in mehreren zusammengenommen sollte ein Hydrant sein. Jeder sollte wissen, wie am schnellsten die rettende Feuerwehr herbeizurufen ist. Kopf verloren ist alles verloren! H. Sch. Kmeftrümpfe gerade für warme Tage das Richtige! Frei und unbeengt fühlt man sich darin, denn der Strumpfhaltergürtel ist überflüssig geworden! ‘Kl •Ofli I3u6 Rundstrecke bei Pescara vorgesehen, die fast 26 Kilometer lang ist. Unweit der Ostseeküste kämpft zur gleichen Zeit die Elite der europäischen Motorrad-Rennfahrer auf der 14,5 Kilometer langen, trapezähnlichen Rundstrecke von Saxtorp. Zwei Klassen- und zwei Rundenrekorde sowie der absolute Rekord befinden sich in deutschem Besitz. 53 Fahrer kommen aus 12 Nationen. Der Große Preis von Schweden des vergangenen Jahres brachte jenen Aufsehen erregenden Erfolg der deutschen 500-ccm-BMW. unter Ley und Gall. Ley und Gall haben in Pope-Eng- land (Norton), Taruffi und Aldrighetti-Jtalien (Gi- lera) und Sunqvist-Schweden (DKW.) ihre gefährlichsten Gegner Eine weitere deutsche Fabrik-Mannschaft geht in der 250er-Klasse über 319,44 Kilometer in den Wettbewerb: Auto-Union-DKW. mit Winkler und Kluge. Nachdem die DKW. am vergangenen Sonntag in Hohenstein-Ernstthal die Excelsior von Wood und Manders so klar geschlagen haben, brauchen sie auch in diesem Rennen niemand zu fürchten. In der 350er-Klasse wird die Velocette mit Mellors, Thomas und Anderson auf den ersten Plätzen zu finden sein. Auswahlturnen der hessischen Turnerinnen für Greiz. Am 22. August werden in Greiz erstmals die Deutschen Meisterschaften im Zwölfkampf der Turner und im Achtkampf der Turnerinnen durchgeführt. Es sind dazu aus dem ganzen Reiche 60 Turner und 60 Turnerinnen zugelassen. Die Gaue haben in Ausscheidungsturnen ihre Besten ermittelt. Im Gau Hessen fand nun — nachdem die gau- besten Zwölfkämpfer für Greiz kürzlich in Kassel ermittelt worden sind — in Marburg das Auswalturnen der Frauen in Verbindung' mit einem Lehrgang im Frauenturnen statt. Fünf der anwesenden Turnerinnen kamen in die engere Wahl. Der Achtkampf setzt sich zusammen aus drei volkstümlichen (leichtathletischen) und fünf Geräteübungen. In den leichtathletischen Uebungen erwies sich Aenne Schwarz (Dillenburg) mit 47 Punkten als Beste. Else B u b s e r (Oberstedten) und Ella Schmidt (Friedrichsdorf) erreichte je 43 Punkte. ' An den Geräten holte sich Else Bubser als sicherste < Turnerin, die mit sehr ausgeglichenen Leistungen I aufwartete, 92 Punkte, x Margret Seim (G i e - i Ken) brachte es auf 85,5 Punkte, Aenne Schwarz i (Dillenburg) auf 82,5 Punkte. In der Gesamtwertung ergab sich folgende Rang- ( folge 1. Else Bubser, Oberstedten, 136 P.; 2. Aenne Schwarz, Dillenburg, 129,5 P.: 3. Margret Seim, Gießen, 120,5 P.; 4. Luise Weiß, Großen- Linden; 5. Ella Schmidt, Friedrichsdorf. Da der Gau Hessen nur eine Turnerin nach Greiz entsenden kann, ist somit Else Bubser unsere Vertreterin. Als Ersatz werden dann Schwarz und Margret Seim gemeldet. Liesl Bach bei den deutschen Kunstflug- Meisterschosten. 1.45 1.25 Moderne Muster 1.45 1.25 Gine Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinveritändl ehe Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit vraktischen Ver'uchsanleitungen von Dr. Werner Fnchel, Lener der ^orschnngsttelle für Tierseelen- runde am Westfalnchen Zoologischen Garten zu Münüer 14 1 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden NM. 3.60 ftn iedei Gießener Buchhandlung erhältlich. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde Auftakt der Reichsweitkämpfe der SA. Pistolenschießen für den modernen Fünfkampf. Die Eigenschaften des modernen Fünfkampfes, die ihm in ihrem soldatischen Wert von vornherein die Aufnahme in das sportliche Programm der SA. gesichert haben, bringen es mit sich, daß die ersten Uebungen bereits vor Beginn der eigentlichen Reichswettkämpfe in Angriff genommen wurden. Das Pistolenschießen wurde — wie bei der Wehrmacht erstmals in diesem Jahr — in zwei Klassen ausgetragen. In Klasse A werden die Uebungen des Olympischen modernen Fünfkampfes erledigt, während in Klasse B statt des 5-lt bttebe: ieintr iörack Biber Wirt fijragi lidaß haben Sie viel Kartoffeln zu schälen? Und alles mit der Hand? Das macht viel Arbeit. Sie können es leidjter haben. Denn letzt gibt es eine Kartoffelschälmaschine, mit der Helfet doch “nmal an be? W. Geben Sie sich diesen idealen I. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Frdr.Teipel MARKT 16 Hbete i in f 86er Hiebe I! lich! A Wd Mbes itttrid M 6e be wi be l-h ha wj ien nrd n« Turnverein Wieseck führt als Jubiläumsanläßlich seines 75jährigen Bestehens am kommenden Sonntag auf dem Wiesecker Waldsportplatz ein Fußballblitzturnier durch, an dem sich namhafte Vereine beteiligen. Es sind anregende Spiele in der A--, B- unfr Jugendklasse zu erwar- ten. Außerdem finden Werbespiele der Wiesecker Mannschaften gegen Auswahlmannschaften statt. lOrg, imerb iibetri Hont Melh Ittert, -pilicl Blot Aoi'i Kör, iniäm Wben :'bont »Nied »Wirf Uben »Wes? mn s «Kits «Nb 2 Gewinne zu 10000 RM. 217865 4 Gewinne zu 5000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 20 Gewinne zu 2000 RM. 120491 129293 ------ aber sehr viel auf die Lage, die Größe der Wohnungen (Klein- und Mittelwohnungen sind z. Zt. mehr gesucht als Großwohnungen) und die steuerlichen Lasten an. Daher sich vorher genau über alles erkundigen, ebenso über den baulichen Zustand (s. Hauskauf). Kapok, Samenhaare einer ostindischen Pflanze, die als Polsterung dienen. Kaputt, entbehrliches hebräi- Fremdwort für entzwei, zerbrochen, zu Grunde gerichtet. Kapuze, lat., Bedeutung Kopfteil, am Mantel oder Umhang beseitigtes Bekleidungsteil, mit dem man Kopf und Hals bedecken kann. Kapuzinerkresie, Einjahrsblume sur Garten, Fensterkästen, Ballone und Vasenschmuck geeignet. Samen im April ins Freie säen Rankende Sorten werden vis 2 m lang. Beliebt ist die nicht rankende K für ©arten» beete. Die unreifen Früchte wer- e_Q19 eingemacht und als „falsche Kapern" verwendet. Karaffe, italienische Bezeichnung 'Ur eine bauchige Elasflasche mit Glasstöpsel. Karamel, braun gebrannter Zucker, der bei Süßspeisen verwendet wird aber auch bitter gebrannt als Färbemittel für Fleischbrühe und Tunken. Karat. Gewichtseinheit für Edelsteine und Gold, etwa 0,2 g Karausche, Bauernkarpfen, grätenreicher aber wohlschmeckender Süßwasserfisch zu dessen Abart der Goldfisch gehört. In Dortmund werden am Wochenende die Deutschen Kunftflug-Meisterschaften ausgetragen, bei denen Liesl Bach als einzige Frau in Wettbewerb tritt. (Schirner-M.) FußbaUabteilung des Turnvereins Wieseck. 264204 291032 352126 20468 55832 109622 165917 225056 277363 281908 »u 300 RM" 14787 20207 33500 93?23 40273-59688 60502 692.56 91566 nJJ£®S®inne ru 500 RM 7388 13274 21301 31045 35819 35824 39466 48570 62083 63412 67262 67312 75160 101830 108629 110404 113677 ------ 124661 125630 ------ ------ ------ 26 Gewinne zu 2000 RM. 122441 144639 166403 171667' 287201 288302 292542 376550 54 Gewinne zu 1000 RM 15766 66072 69704 78637 79701 92379 '55887 160561 164375 169307 173695 222049 226523 251066 266870 278302 291nc7^ 334036 372676 381467 386496 Gewinne ,u 500 RM 249 3890 4341 29194 33916 42195 49101 49218 69119 71435 ?q?7r«76«U £n!£9834 148786 180718 189031 ------- 194756 214006 214348 215001 222732 228769 229417 234823 256262 258226 262142 266723 269588 274575 277303 300310 311695 314853 336329 33?893 362251 362656 367294 368117 371258 376553 379257 Kapern, vor der Entfaltung abgewelkte Blütenknospen des am Mittelmeer heimischen Kapernstrauches, die in Salzessig eingemacht sind. Unechte Kapern werden aus den Früchten der Kapuzinerkresse oder den Knospen der Sumpfdotterblume hergestellt. Kapitalanlagen. Es ist unwirtschaftlich. größere Summen Geldes zu Hause längere Zeit aufzubewahren; außerdem ist die Gefahr des Verlustes (des Einbruchdiebstahls, Brandes usw) sehr groß. Man legt das Geld am besten bei einer sicheren Bank oder Sparkasie an. Man kann auch Wertpapiere kaufen, die Zinsen, Renten, Dividende abwerfen, z. B. Aktien, Kuxscheine Coldpfandbriefe. Je höher der Zinssatz und die Gewinnaussichten sind desto größer ist meist auch das Risiko. Daher Vorsicht beim Kauf von Wertpapieren; man soll sich stets durch einen zuverlässigen Vankfachmann beraten lasten. Man kann sein Kapital auch in Hypotheken oder Grundschulden anlegen. Genügende Sicherheit bieten derartige Kapitalanlagen meist nur, wenn sie an erster Rangstelle stehen, mindestens aber innerhalb der ersten Hälfte des Erundftücks- wertes liegen (s. Mündelsicherheit). Man überzeuge sich daher stets vorher, wie hoch die bereits bestehende Belastung des Grundstückes im Grundbuch ist. Eine unter Umständen vorteilhafte Kapitalanlage ist auch der Kauf von „Rentehäusern" (Miethausern); dabei kommt es 60 Gewinne zu 1000 RM 5850 16014 17139 29965 38928 39745 43803 47565 49184 63732 92957 106415 132639 155388 ------ ------ 193025 203542 235637 317470 333410 345320 350729 371066 dö I oVv Nundiunkprogramm. Freitag, 13. August. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch — Gymnastik. 630: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 11: Hausfrau hör' zu! 11.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind — Kleinmatrosen auf See. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. Unsere Heringsflotte auf Fang. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21.15: „Der Titan". Szenen um Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Samstag, 14. August. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Hausfrau hör zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 12: Mittagskonzert.13: Nachrichten, Nachrichten aus dem Sendebezi--^. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Klingendes Mosaik. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15 30: Lustiger Ehestreit. Heitere Szene von Hans Balzer. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage aus Amsterdam: Dorrennen und Zwischenläufe um die Europameisterschaft im Rudern. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: „Bei der Waldshuter Chilbi". 20: Nachrichten. 20.10: „Bei der Waldshuter Chilbi". 21.15: Das kleine Funkorchester spielt zum Tanz. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert. \ 230 I eu' I hab ein 6i al 6- Schauboxen ist kein Sport! Die in letzter Zeit bei den Ring» und Boxkämp. fen auf Jahrmärkten, Rummelplätzen, in Gastwirt- schäften und bei ähnlichen Gelegenheiten beobachteten Mißstände haben den Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei dazu veranlaßt, der Polizei Richtlinien für die Ueberwachung dieser Schauveranstaltungen zu geben. Danach sollen Roheiten und Ausschreitungen sowie grobe Täuschungen des Publikums unterbunden werden. Allgemein ist das Ringen oder Boxen gewerbsmäßiger Ring- oder Boxkämpfer mit Personen aus dem Publikum verboten. Weiter sind die sogenannten „Damenboxkämpfe" verboten, weil sie gegen die allgemeine Auffassung von öffentlichem Anstand und öffentlicher Sittlichkeit verstoßen. Kurze Sportnotizen. Das „5. Braune Band von Deutsch- land" wird am 31. Juli 1938, um 16 Uhr, auf dem Rennplatz in München-Riem entschieden. * Unsere Wasserball - Nationalmannschaft siegte in einem Trainingsspiel gegen Bayern 07 in Nürnberg glatt mit 8:0 (4:0). * Der Große Straßenpreis von Frankfurt a. M., der auf einer 170 Kilometer langen Strecke mit Start und Ziel an der Sachfenhäuser Warte, ausgetragen wird, hat eine sehr gute Besetzung auch aus dem Reich erhalten. i , Gewinne 300 RM 839 2283 3607 4168 8949 17722 25547 33815 44835 45488 7^11° 6222j 59671 63647 64648 66963 67184 7^L 89898 90898 92418 93645 !01393 104550 104914 ------ ------ Im Gewinnrade verblieben: 2 '00M0", 2 zu je 50U0O0, 2 zu je 800000, 2 "zu U •55S°'.o2 *U ,c 100000, 2 zu je 50000, 10 zu je 30000, 18 zu je 20000, 80 zu ie 100«>0, 162 zu je 6000, 334 zu je 8000, 832 zu je 2000, 2586 zu je 1000, 4234 zu je 500, 8704 zu'je 300JU?nrf. TßldWriß des MNMljes jüchsfopnrinnauF zdÄSk ein Boppciios Ml Pfe flfjM «J J fifj finär^cilfls Bnf 25.000