Samstag, I2.)uni 1937 nu3< Erstes Matt 187. Jahrgang Annahme von Anzeige« für öle Mittagsnummer bis M/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrist nach vorh Dereinbg.25°/^ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B iiranttur/am^main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Untversttatsvuch- und Steinöruderei R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chnlftratze 7 (fcr|d)eim tüg Md), außer Sonntags and Feiertag» Beilagen Die Mlustrrert, Gießener Familienblattei Heimat im Bild Die Scholl, Monats-Bezugspreis^ 9Jltt 4 ‘Beilagen NM 1.96 Ohne JUusttierte 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüfse unter Lammelnummer 225) Anschrift sür Drahtnach- richten Anzeiger Gietzen Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Landwirtschaft des 20.Jahrhunderts. Von Irithj Melzer, z. Zt. München. SowjelmarsOall Tuchatschewski und acht Generäle der flöten Armee wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. „Nach dem Abschluß des zweiten Vierjahresplanes wird Deutschland in der großen Masse über die modernsten mittel- und kleinbäuerlichen Betriebe der Welt verfügen." Mit dieser 'Feststellung hat der Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darre im Beisein des Führers und Reichskanzlers die 4. Reichsnährstands-Ausstellung in München als die bisher größte Agrarschau in Europa eröffnet. Jetzt, nach dem Abschluß der Ausstellung, können wir feststellen, daß tatsächlich alle Voraussetzungen gegeben sind, um dieses große Ziel zu erreichen. Es handelt sich bej den Methoden, die jetzt für die Agrartechnik in Deutschland ganz»allgemein zur Durchführung gebracht werden, darum, die breite Masse der Landwirtschaft aus dem 19. ins 20. Jahrhundert zu versetzen. Die gewaltigen Fortschritte der technischen Durchbildung der Industrie sind der Landwirtschaft bisher nur zum Teil zugute gekommen. Man soll das nicht falsch verstehen. Schon bisher hat die deutsche Landwirtschaft einen Leistungsdurchschnitt gehabt, der sich im Vergleich mit anderen Staaten wohl sehen lassen kann. Wir haben Getreideerträge, die auf die Flächeneinheit bald das Dreifache der Erträge in den Vereinigten Staaten ausmachen und die auch erheblich höher sind als etwa im fruchtbaren Frankreich. In manchen Spezialbetriebszweigen sind wir noch hinter einzelnen Nachbarländern zurück; das ist aber recht wesentlich darauf zurückzuführen, daß man sich in diesen Staaten auf einzelne Erzeugungsgruppen spezialisiert hat, während wir bei unserem weit größeren Gebiet auf einen Ausgleich zwischen den Erzeugungszweigen ausgehen müssen. In diesen Nachbarländern sind denn ja auch im Ablauf der Weltwirtschaftskrise die Rückschläge zu verzeichnen, die uns erspart geblieben sind. Wir haben auch heute eine große Zahl von Spitzenbetrieben in den verschiedenen Betriebsgrößen, die jeden Vergleich aushalten. Wenn jetzt aber der letzte Schritt zur Nahrungsfreiheit durch Schließung der noch vorhandenen Spanne zwischen heimischer Erzeugung und Verbrauch getan werden soll, so müssen die Millionen durchschnittliche landwirtschaftliche Betriebe auf die Höhe der Spitzenbetriebe gebracht werden. Dazu hält jetzt die Technik ihren stürmischen Einzug auf dem Lande. Deutschland wird den Beweis erbringen, daß die bis ins Letzte technisch durchgegliederte Landwirtschaft des 20. Jahrhunderts nicht die Großlandwirtschaft nach Art der amerikanischen Farmbetriebe und nicht das unpersönliche und seelenlose Kollektiv nach dem Muster der bolschewistischen Sklaverei ist. Es handelt sich vielmehr um den normalen Bauernbetrieb, an den die Technik so heranzubringen ist, daß der freie Leistungswettbewerb zwischen den einzelnen Höfen nicht ausgeschaltet wird. Die Veröffentlichung der Bedingungen sür die Durchführung des Leistungswettbewerbs des deutschen Landvolks hat gezeigt, daß die freiwillige Leistungssteigerung im großen Rahmen der Pflichterfüllung für die Volksernährung die treibende Kraft in der Erzeugungsschlacht ist. Diese Art der technischen Modernisierung ist nicht schematisch mit Traktorenkolonnen und mit der Organisierung von Getreidefabriken zu lösen. Die Art des Einsatzes ist im einzelnen ganz verschieden. Das ergibt sich schon aus der Verschiedenheit der äußeren Bedingungen des Klimas und der Boden- g^staltung, aber auch aus den Gepflogenheiten und der Stammesart in den einzelnen Landestellen und nicht zuletzt auch aus den Eigentümlichkeiten jedes Hofes. So werden wohl allgemeine Richtlinien und allgemeine Forderungen aufgestellt. Aber die Durchführung wird in jedem Fall anders sein müssen. Bei der Vielzahl der Erzeugungszweige sind denn auch die Maßnahmen, die vorn Reich und vom Reichsnährstand zur Beschleunigung des Tempos der Leistungssteigerung ergriffen werden, unendlich vielfältig. Nicht jeder Betrieb kann sofort alles auf einmal in Angriff nehmen. Ueberall ist auf dem Vorhandenen aufzubauen und von den gegebenen Möglichkeiten so Gebrauch zu machen, wie sich das in den natürlichen Ablauf des Wachstums von Tieren und Pflanzen einordnen läßt. Die Münchener Ausstellung hat bis in alle Einzelheiten einen Ueberblick darüber gegeben, was alles geschehen kann und in jedem einzelnen Hof auch innerhalb der nächsten vier Jahre geschehen muß, damit die letzte Leistungsmöglichkeit aus jedem Quadratmeter deutschen Bodens herausgeholt wird. Zwei Gesichtspunkte stehen aber obenan: Einmal gilt es, im großen Durchschnitt zwei Ernten im Jahr zu erstellen, wo bisher nur einmal geerntet wurde. Das setzt voraus, daß nur erstklassiges Saatgut verwendet wird, daß der Dieh- stapel von allen leistungsschwachen Tieren gesäubert wird, und daß die laufenden Kulturarbeiten mit der größten Sorgfalt vorgenommen werden. Sollte das nach den bisherigen Methoden, die noch aus der Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts stammen, bewältigt werden, so würde dazu eine außerordentliche Vermehrung der menschlichen Arbeitskräfte gehören Da wir nicht beliebig auf eine Reservearmee von menschlichen Arbeitskräften zuruck- greifen können, muß die Leistungssteigerung ohne sichtbare Vermehrung des menschlichen Arbeitsaufwandes möglich gemacht werden. Das ist die gewaltige Aufgabe des Einsatzes der modernen Technik Arbeitsersparnis, wo es nur irgend geht, steht an erster Stelle Ob die elektrische Pumpe auf dem Hof die stundenlange Arbeit des Wasser- TN os kau, 11. Juni. (DIW.) Die sowjetamiliche Telegraphenagenlur verbreitet eine Mitteilung, wonach „die durch die Organe der GPU. zu verschiedenen Zeitpunkten verhafteten früheren Kommandeure der roten Armee" Tuchatfchew- ki, Iakir, Uborewitsch, Kork, Eidemann, Feldmann, "Zrimakow und Putna heute, den 11. Juni, wegen „Verletzung ihrer Dien st pflichten und des Fahneneides, Landesverrates, Verrates der Völker der Sowjetunion, Verrates der roten Armee" vor ein besonderes Militärgericht gestellt werden sollen. Die Vorunler- uchung habe feftgestellt, daß die Angeklagten Schädlingsarbeit zum Zwecke der Schwächung der roten Armee durchgeführt und ferner „im Falle des Ueberfalles auf die Sowjetunion" die Niederlage der roten Armee erstrebt hätten in der Absicht, „die Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten" in der Sowjetunion wieder einzuführen. Alle Angeklagten hätten sich bereits dieser Verbrechen ür schuldig bekannt. Das Gericht bestehe aus depi Armeejuristen Ullrich als Vorsitzenden und folgenden Beisitzern: dem Armeekommandanten und Stellvertreter des Kriegskommissars A l k s n i s, den Marschällen Budjonny und Blücher, dem Generalstabschef Schapofchnikow und dem Armeekommandanten Below. Der Prozeß wird hinter verschlossenen Türen statt- finden. * Die acht Angeklagten sind zum Teil auch im Auslande bekannt. Der erst 44jährige Marschall Tuchatschewski gilt als einer der Schöpfer der roten Armee und als deren Generalissimus im Kriegsfälle. Den Armeekomyiandanten Iakir und Uborewitsch waren die beiden wichtigsten Militärbezirke der Sowjetunion (Kiew und Weißrußland) anvertraut. Kork, langjähriger Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks, war zuletzt Leiter der Moskauer Militärakademie, der Armeekommandeur Eidemann war Leiter des Massenwehroerbandes „Ossoaviachim". Feldmann und Primakow sind weniger bekannt. Der General Putna, der sich schon seit ungefähr einem Jahr in Haft befindet, war früher Militärattache der Sowjetunion in London und zuvor in Berlin. Die „Prawd a" redet von den 8 bisherigen Armeeführern nur noch als von „dreifach verfluchten, abscheulichen Spion'en und Landesverräte r n", die mit dllen Mitteln „die Macht der roten Armee untergraben wollten". In Kreisen hiesiger ausländischer Beobachter wird die Ansicht vertreten, daß die jetzt angeklagten Generale einen Staatsstreich geplant hätten, oder daß ihnen von feiten des Kreml das zum mindesten zugetraut worden ist. Die „Kraßnaja-Swesda" schreibt, die Angeklagten wollten die Sowjetmacht vernichten, die Arbeiter- und Bauernregierung stürzen und den Kapitalismus wiederherstellen. Die Prawda fordert schon jetzt die „schonungslose" B e - st r a f u n g der ' Angeklagten. An einem blutigen Ausgang des Prozesses ist um so weniger zu zweifeln/ als die Gerichtsverhandlung auf Grund des „Kirow-Gesetzes" vorgenommen werden soll, das für Fälle von Stantsöerrat und Terrorakten eine Verteidigung der Angeklagten vor Gericht verbiete und die sofortige Vollstreckung des Ur-, teils verlangt. • t ।_______ schleppens für das Vieh entbehrlich macht, oder ob der Ackerschlepper zusammen mit der Luftgummibereitung die Leistung der Zugkraft auf dem Hof mit einem Schlage verdoppelt oder ob wesentliche Arbeitsvorgänge bei der Kultur der Hackfrüchte von Maschinen geleistet werden, immer ist die Arbeitsersparnis das oberste Gebot. Dieser große Schritt des deutschen Landvolks in die Technik des 20. Jahrhunderts setzt naturgemäß auch eine enge Vertrautheit mit der Technik und überhaupt eine neue Haltung voraus. Die nächsten vier Jahre werden also für die Landwirtschaft auch mit einer intensiven technischen Schulung verbunden sein. Die moderne Maschine bedeutet ja nichts, wenn der Bauer sie nicht zu pflegen und richtig anzuwenden versteht. So nimmt die agrartechnische Schulung, die sich nicht nur auf den Nachwuchs beschränkt, einen breiten Raum in der Arbeit des Reichsnährstandes ein. Mit der Organisation der Wirtschaftsberater sind die wesentlichen Voraussetzungen bereits heute geschaffen. Man muß darüber klar sein, welche Anforderungen die Be- wälttgung derartiger volkswirtschaftlicher Leistungen an das Landvolk stellt. So bemüht sich der Reichsnährstand auch besonders um die menschliche Betreuung der Landarbeiter, Bauern und Landwirte. Moderne Agrarpolittk ist unvorstellbar ohne Festigung des Standesbewußtseins und ohne freiwillige Einordnung in die großen Bindungen der Nation. Auch die Freude muß im rechten Wechsel zur Arbeit auf dem Lande den Ausdruck bäuerlicher Art finden. Dem trägt u. a. die Pflege der Leibesübungen Rechnung, die schon seit einigen Jahren vom Reichsnährstand in einer eigenen Reichsschule ihre bäuerliche Prägung erfährt. Erst die Einheit von Körper, Seele und Geist entwickelt in der Landjugend die selbstverständliche Haltung der Bodenoerwurzelung und des Festhaltens an der Das Todesurteil Moskau, 12. Juni. (DIW.) Der oberste Gerichtshof der Sowjetunion verurteilte am Freitagabend alle acht angeklagten Sowjetgeneräle zum Tode durch Erschießen. Außerdem wurden die angeklagten acht Generäle der Militär- ränge für verlustig erklärt. Tuchatschewski wurde der Rang eines Marschalls der Sowjetunion aberkannt. * Stalin hatte die ältere Generation der Bolschewisten ausgerottet. Von den 24 Mitgliedern des Zentralkomitees der Bolschewistischen Partei von 1917 si.'nd 10 eines natürlichen Todes verstorben oder in den Bürgerkriegen umgekommen; 9 wurden durch Stalin beseitigt; sie wurden erschossen, eingekerkert oder verbannt. Von den fünf Ueberlebenden sind vier in untergeordneten Funktionen tätig, und nur Stalin bli «b anderSpitze, gebraucht seine Allmacht, um alle anderen Sowjetrussen einzuschüch- tern, und geht jetzt daran, seine eigenen Kreaturen zu vertilgen, nachdem die alte Garde des Bolschewismus, die Sinowjew und Kamenew, die Radek, Pjatakoff und Sokolnikow, die Bucharin und Rykow längst durch große Schauprozesse wegen Trotzkismus und anderer angeblicher Verbrechen verurteilt, erschossen oder verbannt worden waren. Die Tuchatschewski, Jagoda, Gamarnik und andere gehörten nicht zu der alten Oktobergarde des Jahres 1917, sondern sie waren unter Stalin aufgekommen, genossen bis jetzt dessen Vertrauen, um nun dessen Mißtrauen zum Opfer zu fallen. bäuerlichen Überlieferung, die wir brauchen, wenn die Bauernwirtschaft in der Technik des 20. Jahrhunderts nicht entseelt, sondern zu neuer Blüte gebracht werden soll. Deutscher Wald in Gefahr. Schärfste Disziplin zur Vermeidung von Waldbränden. Berlin, 11. Juni. (DJW.) Reichsforstmeister Hermann Göring erläßt folgenden Aufruf: Achtung! Deutscher Wald in Gefahr! Die Hitzewelle und ihre Nachwirkungen bedeuten höchste Brandgefahr für eine der wichtigsten Quellen der deutschen Rohstoffwirt- schäft, den deutschen Wald. Ich erwarte daher, daß jeder Volksgenosse alles tut, um diese Gefahr von unserem wertvollsten Volksgut und einer der stärksten Stützen des Vierjahresplanes abzuwenden. Dies gilt insbesondere für Ausflügler, die Erholung von der Alltagsarbeit im Walde suchen. Es ist vornehmste Pflicht jedes Volksgenossen, die erlassenen Verbote über das Rauchen, Feueranzünden usw. im Walde genau zu beachten. Nicht durch Vorsatz, sondern meist durch sträflichen Leichtsinn werden oft ungeheure Werte vernichtet. Jeder ist berechtigt, einen Frevler, der sich an unserem Walde versündigt, auf der Stelle fest zunehmen und zur Anzeige zu bringen. Wer einen Brand bemerkt, hat dies auf schnellstem Wege der nächsten Polizei- oder Kriegskommissar Woroschilow, der jetzt ein Vertrauter des Diktators Stalin wurde, ist wohl eine treibende Kraft zur Vernichtung der ehemaligen Oberbefehlshaber der Roten Armee. Aber weshalb werden sie vernichtet? Die Vorwürfe der Anklage und die Beschuldigungen der Sowjetpresse ließen erkennen, daß im straff organisierten Sowjetstaat die denkbar größte Korruption und Lumperei selbst die festesten Stützen des Sowjetdaches wie Hausschwamm zerfressen hätten. Die Verhaftungen einer Reihe von Botschaftern wie Rosenberg und Karachan, der Vorsitzenden der Volkskommissariate Rudsutka, Eliawa, Krestinski, die Verhaftungen ehemals deutscher Kommunisten und die unzähligen Festnahmen und Erschießungen untergeordneter Funktionäre des Sowjetapparates ließen, immer nach den offiziellen Anklagen, doch auf eine geradezu orientalische Fäulnis im Sowjetstaat schließen, wenn diese Vorwürfe auch nur einigermaßen begründet wären. Stalin aber gibt diese Dinge vor, um mit seinen Vertrautesten kurzen Prozeß zu machen, und die Furcht geht vor ihm her wie weiland vor dem Zaren Iwan dem Schrecklichen. Man kann diese Serie von sogenannten Gerichtsverhandlungen, in denen die Angeklagten unter irgendwelcher Einwirkung von unbekannten Mitteln sogenannte Geständnisse ablegten, sich in diesen Geständnissen selbst und auf das Offenkundigste widersprachen und Dinge behaupteten, die gar nicht geschehen sein konnten, weil die Angeklagten mit den angeschuldigten Personen überhaupt nicht in Berührung gekommen waren, auf ein Ereignis zurückführen. Stalin wurde mißtrauisch, als das Mitglied des Polit-Büros, der Leningrader Partei- Forst dien st stelle zu melden. Jeder muh sich an den Löscharbeilen beteiligen. Es ist st r e n g verboten: 1. Im Walde oder am Waldrand zu rauchen, 2. im Walde oder am Waldrand Feuer an- zumachen, 3. im Walde oder am Waldrand Feuer zu schlagen, Streichhölzer oder Feuerzeuge anzuzünden. Jedem, der gegen die zum Schuhe unseres Waldes erlassenen Bestimmungen verstößt, droht sofortige Verhaftung, schärfste gerichtliche B e- strafung, volle Haftung für den angerichteten Schaden. Heichsarbeitsdienst bekämpft einen Moorbrand. Während einer Befichtigungsreife des Reichs- arbeitsführers Hier! durch das Einsatzgebiet des Reichsarbeitsdienstes im großen Moorbruch bei Tilsit in Ostpreußen brach im südöstlichen Teil des ausgedehnten Bruches ein Moorbrand aus. Der Reichsarbeitsführer fetzte eine größere Zahl von Arbeitsmännern der nächsten drei Lager zur Bekämpfung des Moorbrandes ein. Außer dem Reichsarbeitsdienst wurden auch alle T o r f ar- beiter, ferner Zivilbevölkerung und sämtliche Feuerwehren der Umgebung eingesetzt. Der Brand, der eine Breite von etwa drei Kilometer einnahm, und in drei Stunden bereits 1 5 0 0 Morgen überlaufen hatte, wurde schließlich durch ausgeworfene Gräben a b - geriegelt. Die Arbeitsmänner, die übrigen Hilfskräfte sowie vor allem auch die Feuerwehrmänner bewiesen/ dabei höchste Einsatzbereitschaft. Bolschewistisches piratentum im Mielmeer. Vor neuen Provokationen Valencias. - Deutschland wird zupacken! San Sebastian, 12. Juni. (DNB.) Der bolschewistische Sender Bilbao teilt mit, daß eine neu zusammengestellte U-Boot jäger- floktille, die mit modernstem Material ausge- stattet und vorzüglich bewaffnet sei, ihre Tätigkeit in den spanischen Gewässern des Mitte l m e e r e s ausgenommen habe. Die Aufgabe dieser neuen Flottille, so heißt es in der Mitteilung weiter, bestehe darin, die spanischen Gewässer von allen ausländischen U-Booten, seien es nun deutsche oder italienische, zu reinigen. (!) Aus dieser Meldung des Senders Bilbao gehl unzweifelhaft hervor, daß die bolschewistischen Mörder neue Provokationen und neue Angriffe gegen deutsche und italienische Schiffe im Schilde führen. Die bolschewistischen Freibeuter sollen sich jedoch gesagt sein lassen, daß Deutschland jeglicher Herausforderung an jedem Ort und zu jeder Stunde zu begegnen wissen wird. Deutschland hak nach dem bolschewistischen Verbrechen von Ibiza gezeigt, daß es in keiner Weise gewillt ist, ruchlose Angriffe bolschewistischer Banditen auf deutsche Schiffe lediglich mit papiernen Protesten zu beantworten. Die geringste neue Herausforderung oder der kleinste Vorfall würde, das sollen sich die bolschewistischen Machthaber in Bilbao und Valencia gesagt sein lassen, zu einem blitzschnellen Zupacken Deutschlands führen. Der nationale Heeresbericht. St. Jean-de-Luz, 12 Juni. (DNB. Funk- spruch.) Der nationale Heeresbericht vorn Freitag meldet u. a. von der Front von Vizcaya: Die Aufheiterung des Wetters hatte zur Folge, daß die Kampfhandlungen wieder aufgenommen worden sind. Unsere Truppen haben die vom Oberkommando gesteckten Ziele erreicht. Es wurde die erste Linie des Befestigungsgürtels von Bilbao im Abschnitt vom Dizcaraui-Gebirge b e - setzt. Die Säuberungsaktion zwischen der ersten und zweiten Beseftigungslinie dauert an. Aotschasterbesprechung in London. London, 11. Juni. (DNB.) Nach den mehrstündigen Befprechungen des Außenministers Eden mit den Botschaftern Deutschlands, Italiens und Frankreichs wurde eine kurze Mitteilung ausgegeben, die besagt, daß „gute Fortschritte in der Richtung einer Abfassung eines Abkommentextes zwischen den vier Mächten gemacht worden sind". D< Kunst und Wiffenschast Ecuador protestierte in renden Persönlichkeiten und der Stadt begrüßt D< suc ari C d k. ir der italienischen Wehrmacht wurde. befii Ob japa fmb, der For der japc ar Han mit sulc öf b( t 0 b v W ge tD( F. mi bei 1. : gebi länt A Best unb in D6 8r Qi 6( lch hii lei % ri DO hei ris tnelli Deut mui genoi Dtic oer mal'u ften orbn wist' Aus halten. Die Ursache des Ablaufens der GitterwaM ist noch nicht festgestellt. Persuche, die ablausenden Wagen aufzuhalten, waren leider erfolglos. Der Führer des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Peter Raabe, empfing aus den Händen des Frankfurter Oberbürgermeisters die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. — (Scherl-Bilderdienst°M.) Unwetterkatastrophe in der Südpfalz. BOM.-Gruppe von Wasserfluten überrascht.-Zehn Mädel tot geborgen. Landau, 11.3unl. Freitag gegen Abend kam nach einem schweren Gewitter über der Süb- pfalz aus dem Modenbacher Tal eine Flutwelle in das Hainfelder Tal geschossen. Das bei Edesheim gelegene Schwimmbad, das aus dem Moderbach mit Wasser gespeist wird, wurde von den Fluten plötzlich überschwemmt. 3n den Badeanlagen befand sich eine Gruppe von etwa 40 BDM -Mädeln aus dem benachbarten Rhodt, die sich jedoch im Augenblick des hereinbrechens der Fluten nicht mehr im Schwimmbecken aufhielt. Die Mädel versuchten angesichts der Gefahr eine benachbarte Siedlung zu erreichen. Sie wurden jedoch von den Wassern erfaßt und bis zu der in nächster Rahe des Dorfes Edesheim gelegenen Mühle abgetrieben. Es wurden sofort SA.- und Wchrmän- ner aus Landau sowie Sanitätskolonnen und Feuerwehr aus den benachbarten Orten herbeigezogen. Bisher wurden 10 Mädel tot geborgen. Wie das Unglück geschah. Die Naturkatastrophe von Edesheim ist die größte, die seit Menschengedenken über die Südpfalz niederging. lieber die Gemarkungen von Hainfeld, Rhodt, Weyher und Edenkoben war ein Wolkenbruch niedergegangen. Das Wasser brach in Hainfeld ein und drang in die tiefer gelegenen Häuser bis zu einer Höhe von 2 Meter ein. Bon Hainfeld ergoß sich das Wasser durch das Bett des Modenbachtales, das eine Breite von nahezu 50 Meter annahm, in das tiefer gelegene Erlenbachtal. Es drang hier in das Edesheimer Schwimmbad mit großer Wucht ein. Die aus etwa 45 Mädeln bestehende Gruppe des BDM. aus Rhodt wollte sich retten, aber ein um das Schwimmbad gezogener Drahtzaun vereitelte L MH aufo M, mir Im PL ,giei auf 6ui ben bei kn (Bi Ät bt m bi (Reumanns unterstützt und regelt die firbeitßFrafl Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zusammengesetzt..Zu haben in den Apotheken für RM. L.SO die Packung. Sie reicht ca. l Monat. An Bord der dreimotorigen Junkers-Maschine „Hermann Göring" ist Reichskriegsminister Generalfeldmarschall d o n Blomberg zusammen mit seiner Tochter und seiner Begleitung in Florenz eingetroffen, wo er vom Dizepräfekten sowie füh- Die Regierung von Peru gegen den Einfall peruanischer Zivilgar- sekret' W Ml die > träfe" komm die ® unö Htoln Poste' Singel Arme tdn Note apati lungi lasse' nicht die wie1 unb gibt. Paso Nies' eines mer. Mit herzlichen Worten begrüßte Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs die Tagungsteilnehmer. Sein besonderer Gruß galt dem Vorstand des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, Präsidenten der Reichsmusikkammer Prof. Dr. Raabe, in dem die Gewähr gegeben sei, daß das Musikschaffen in Deutschlands niemals verbeamtet wird. Anschließend überreichte der Oberbürgermeister Professor Dr. Raabe die Goethe-Plakette mit einer kunstvoll ausgeführten Verleihungsurkunde. Pros. Raabe dankte für die große Ehre und appellierte an den Genius Frankfurts, Goethe, in dessen Sinne wir uns begeistern wollen. Tonkünstlerfest in Darmstadt und Frankfurt. Im Mittelpunkt des dritten T^ges der diesjährigen 68. Tonkünstler-Versammlung in Darmstadt stand ein „Tag des Volkes", der die neue Unterhaltungsmusik in demTZordergrund rückte. Die neue Unterhaltungsmusik wendet sich von der bisherigen Unterhaltungsmusik, die hauptsächlich aus „Salonmusik" ober meist schlechten Bearbeitungen von Opernmelodien bestand, bewußt ab und bildet eine neue, allgemeinverständliche Form schöner Musik, wie es Hermann Grabner in seiner „Fröhlichen Musik", Hans Lang in der „Glückwunschkantate" gelingt. Nicht minder wertvoll ist jene neue Unterhaltungsmusik, die altes Volksgut auf greift und in neuer Form lebendig macht, wie es Gerhard Maaß in seinen „Handwerkertänzen nach alten Zunftrufen und -Weisen für Orchester" vorzüglich gelingt. In interessanter Gegenüberstellung hatte man als Beispiel für die ältere Form der Unterhaltungsmusik vorher Gelegenheit, die „alten Weisen" mit den neuen zu vergleichen. Das Frankfurter Lenzewski-Quartett spielte im zweiten Kammermusikkonzert im Kleinen Haus des Hessischen Landestheaters ein Streichquartett in G von Wilhelm Maler, dem Pädagogen der Kölner Musikhochschule, und begleitete Rea G i n st e r in „Drei Liedern für Sopran und Streichquartett" von Adolf Pfänner. Drei wundervolle Goethe-Gesänge für Bariton, zwei Pauken, ein Horn und Harfe von dem Berliner Komponisten Hermann Simon fang Günther Baum. Ein ganz in romantischer Klangwelt lebendes Quartett für Klarinette, Violine, Viola und Cello beschloß die Kammermusikveranstaltungen. Die Tonkünstlerversammlung setzte nach den ersten 3 Tagen in Darmstadt ihre Veranstaltungen in Frankfurt fort. Sie begannen mit einem Empfang im Rö- Käthe Krauß, die bekannte Sportlerin, wurde zur Frauensportwartin des Sportamts Leichtathletik im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ernannt. — (Schirner-M.) Zeitschriften — Im Juni-Heft der Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, Berlin W. 30) wird jede junge Mutter, Säuglingsschwester, Kindergärtnerin usw. die neue Folge „Grundsätze der Ernährung" der Artikelserie „100 Worte Säuglingspflege" mit Interesse lesen. Auch vieles andere, worüber triften in Ecuador, wo die Grenzstadt Z o p o t i 11 o angegriffen und die Bevölkerung mißhandelt wurde. Es werden bereits Befürchtungen laut, daß dadurch der Chaco-Streit neu entfacht werden könnte, an dem die Standard Oil - Gesellschaft nicht uninteressiert fein soll. * Die britisch-indischen Behörden sollen nach Meldungen aus Simla mit dem aufständischen Stamm der Tori-Kael Waffen st ill st andsverhand- langen eingeleitet haben. Ein Vertreter der indischen Regierung hat von dem Aeltestenrat des Stammes die Freilassung der entführten Hindus, die Unterdrückung unruhiger und die Ausstoßung feindseliger Elemente gefordert. Trotz der Verhandlungen rückten die britischen Truppen weiter vor und besetzten zwei Orte. Aus aller Welt. Abschluß des 3nterna(ionalen Eifenbahnkongrefses in Paris. Der seit 31. Mai in Paris tagende Internationale Eisenbahnkongreh wurde abgeschlossen. An dem Kongreß nahmen Vertreter fast aller Eifenbahnverwaltungen der Welt teil. Die deutsche Abordnung, die sich aus führenden Män- nern der verschiedenen Arbeitsgebiete zusammensetzte, stand unter Führung des Reichsverkehrsministers Dr. D o r p m ü 11 e r. Gegenstand der Beratungen und des Erfahrungsaustausches waren wissenschaftliche Fragen der modernen Eisenbahntechnik, z. B. Konstruktion und Betrieb von Schnelltriebwagen, von schnell fahrenden Dampflokomotiven, Ausbau der elektrischen Zugführung und der Gleis- .chm-rr-" lvsigre n , tschechoslowakischen und rumänischen Darbietungen fortgesetzt. Den jugoslawischen Teil der Veranstaltung leitete ein Orchesterwerk etm der Synfonische Kolo" von Jacob Gotovao. Daraus folgten Volkstänze der jugoslawischen Trachten- grüppe zu Flöten- und Gesangsbegleitung. Starken Beifall fand ein lebhafter Stocktanz einer Männergruppe der rumänischen Trachtengruppe. Als Orchesterwerk erklang vorher die rumänische Rapsodie Rr 3 von Georg Enescu. Smetanas „Dysherad aus dem Zyklus ..Mein Vaterland" leitete die tschechoslowakischen Vorführungen ein, die u. a. Quadrillen brachten. Zwischendurch sang ein Bariton tschechische Volkslieder. Die slowakische Trachtengruppe zeigte anschließend Rundtänze, wie Polka Koblenz, 11.Juni. (DRB.) Vor der Großen Strafkammer standen am Freitag wiederum zwei Klosterbrüder, die sich schwere sittliche Verbrechen haben zuschulden kommen lassen. Der „Barmherzige Bruder" Thomas, eigentlich Joseph Zöller, ist erst 1924 in das Kloster der Barmherzigen Bruder in Montabaur eingetreten, um nach seiner eigenen Aussage „den Gefahren der Welt zu entgehen", denn er war bereits in f— ;------ führt worden. Die ewigen Gelübde legte er 1932 ab. Von 1927 bis 1933 hatte er in Montabaur anfangs Pensionäre und Lungenkranke zu pflegen und bekam später die Aufsicht über die Gärtnerei. Im Herbst 1928 kam sein Vetter, der damals 14 Jahre alt war, als Gärtnerlehrling zu Zwei weitere Gitilichkeitsprozesse gegen katholische Klosterbrüder. Die .landgiuppe „yiuicu , Volkstrachtengruppe und Mitglieder der Tanzgruppe des Tschechischen Nationaltheaters in Prag erschienen, um heimatliche Musik. Gesang und Tanz vor- Oie Hamburger Reichsiagung der RG.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" Volksfest, Musik und Tanz. Am Nachmittag fanden auf 38 verschiedenen Plätzen der Hansestadt sportliche Vorführung e n mit Musik und Tanz statt. Tausende hielten die Anlagen umsäumt, auf denen Sport- abteilunqen der Marinestation der Nordsee 'hr ausgezeichnetes Können zeigten. Hitlerjungen führten Florettfechten und BDM.-Sportgrupven Gymnastik und Tanz vor. Aus dem weiten Gelände des Hamburger Zoos fand ein großes Volksfest statt. Musikkorps der Wehrmacht spielten flotte Marsche. Darbietungen des Don-Kosakenchors und des Deutschen Sängerbundes vervollständigten das Pro- ^Äm^Äbend fanden in 22 großen Sälen M uf iE - und Tanzvorführungen mit den deutschen und ausländischen Gruppen statt. Im Zeichen nordischer Verbundenheit vereinigten sich m dem größten Saal der Stadt die Dolkstumsgruppen aus Schweden. Dänemark und Finnland Mit den Rheinländern, Saarländern und Mitgliedern der Nordischen Gesellschaft. Gesang und Tanz als Ausdruck kraftschöpfender Freude war der Leitgedanke des Abends an dem alle Nationen ihren Anteil hatten. Frohsinn und gute Laune ließ dieses glanzende Volksfest in herzlicher Verbundenheit und echter Lebensfreunde ausklingen. s Zu einem festlichen Ereigms gestaltete sich der F e st a b e n d in der Staat so per. An dem vorzüglichen Gelingen des Festabends war eine Reihe ausländischer und hamburgischer Künstler be- Die Arbeitslosigkeit aus ein Minimum gesunken Mr noch 114000 einsatzfähige Reserve. ffrontsoldatentreffen »Schütter an Schulter" in Oesterreich verboten. W i e n, 11. Juni. (DNB.) Das Linzer Volksblatt veröffentlicht eine Meldung, wonach das Treffen der alten Soldaten, das unter dem Motto .-Schulter an Schulter" am, 1. Ium in Wels in Oberösterreich österreichische und reichs deutsche Frontsoldaten vereinigen sollte, von den Sicherheitsbehörden verboten worden ist Zur Begründung dieses Verbotes fuhrt das katholische Organ nachstehende seltsame Aruiche ins Treffen ... „Oesterreich hat die Absicht sich treu an das Abkommen vom 11. Juli zu halten. Es wolle aber jede Gelege n h e i t v e rme i- den die eine Trübung des deutsch-österreichischen Verhältnisses dadurch herbeiführt daß Gaste aus dem Reich in i n n e r p o l i t i s ch e Auseinandersetzungen verwickelt werden Das Soldatentreffen in Wels stand unter dem Ehren- fckutz des Botschafters von P ap e n cs würbe mit einer Teilnahme von 30 000 österreichi chen und deutschen Frontsoldaten gerechnet. In Wels waren zu dieser Veranstaltung, deren Verbot von der Bevölkerung außerordentlich bedauert wird, bereits große Vorbereitungen getroffen worden. geben wird. — El Zusammenhang zr länder und der Fi Herzliches Willkommen in Vudapeft. Budapest, 11. Juni. (DNB.) Reichsaußenminister v. Neurath traf am Freitag um 18 Uhr im Sonderflugzeug auf dem B u d a p e st e r F l u g- platz ein. Ihm wurde von der ungarischen Regierung und der Bevölkerung der Hauptstadt em äußerst herzlicher Empfang bereitet. Zur Begrüßung hatten sich u. a. eingefunden- Ministerpräsident Daranyi, Außenminister v o n K a n y a der Budapester Korpskommandant Feldmarfchall- leutnant v. N a g.y, der deutsche Gesandte und die Gesandten Italiens, Oesterreichs. Bulgariens unö Jugoslawiens. Der Reichsaußenminister schritt unter den Klängen der deutschen und ungarischen Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie ab und begab sich dann in sein Hotel. In den Straßen hatten Frontkämpferverbände, Pfadfinder und Schulen Aufstellung genommen. Ueberall wurde der Reichsaußenminister mit stürmisch enHell- rufen begrüßt. Vor dem Hotel wurde Neurath von der deutschen Kolonie willkommen geheißen Am Freitagabend veranstaltete der ungarische Außenminister Konya ein Essen. AbsOied von Sofia. Der Reichsaußenminister besucht die deutsche Schule. Sofia, 11. Juni. (DNB.) Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers überreichte der Reichsaußenminister von Neurath dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenminister Klosse i w a n o f f das Großkreuz des Ordens vom D e u t f ch e n A d l e r. Der Reichsaußenminister besuchte dann dis neue deutsche Sch u l e, die größte deutsche Auslandsschule. Er brachte feine besondere Freude über das rührige und erfolgreiche Wirken der Kolonie, das durch das schone Schulgebäude und das Deutsche Heim sichtbar verkörpert werde, zum Ausdruck. Im Anschluß daran besuchte Freiherr von Neurath das Archäologische Landesmuseum. Gegen Mittag gab der deutsche Gesandte dem Reichsminister in seiner Wohnung em Frühstück im kleinen Kreise. Dann flog der Minister nach Budapest weiter. Berlin, 11. Ium. (DNB.) Der Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung stellt fest, daß feit Oer winterlichen Höchstbelastung im Januar die Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat krafttg zurückgegangen ist: im Februar um 243 000, im Marz um 366 000, im April um 285 000. Jrn „April wurde außerdem die Eingliederung des größten Teiles des neuen Jahrganges Schulentlassener in den Arbeitsprozeß vollzogen, so daß sich die Zahl der Be- schäftigten im Laufe dieses einen Monats um runö 950 000 vermehrte. Trotzdem hat sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai fortgesetzt: um 184 000 auf 776 000. In nur vier Monaten hat die Zunahme der Beschäftigung damit eine Hohe von über 2 Millionen erreicht. Der absolute Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai war am stärksten in Schlesien (—28 000), Rheinland (—25 000), Sachsen (— 24 000), Brandenburg (— 23 000). Von den 776 000 Arbeitslosen sind 192 000 nicht Hamburg 11. Juni. Am Freitagvormittag fand in der Musikhalle eine Arbeitstagung der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" statt. Reichsleiter Pg. Horst Dreßler-Andreß gab ein Bild der geistigen Grundlagen, von denen das große KdF.-Werk getragen werde Wenn „Kraft durch Freude" zu einer machtvollen Künderin des deutschen Kulturwillens geworden fei, so verdanken wir dies der Erkenntnis, daß die kulturelle Entwicklung eines Volkes und damit feine Größe und Zukunft bann als gesichert gelten können, wenn feine Erfolge getragen werden durch rassisch bedingte Weltanschauung, die durch eine fortschreitende Hebung des Lebensstandards auf allen Gebieten gekennzeichnet sei. Alle unsere Bemühungen haben daher stets auszugehen von den großen Leistungen unseres Volkes in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Die Deutsche Arbeitsfront ist es, der im nationalsozialistischen Staat die Aufgabe zugefallen ist, Hort der Sicherung und Steigerung des Lebensstandards des gesamten Volkes zu fein. „Kraft durch Freude" dient als Teil dieser Gesamtausgabe vor allem dem Erreichung des gestellten Zieles hinsichtlich des geistigen uno seelischen Lebensstandards. Der Reichsintendant des Deutschen Rundsunks, Dr. Glaßmeier, behandelte bann den Einsatz des Rundfunks in der Freizeit- und Feierabendye- staltung. Er betonte die große Kraft der Gemein- schaftsbildung, die im Rundfunk liege. „Ein gutes deutsches Rundfunk-Programm", so hob Dr. Glaß- meier unter starkem Beifall hervor, „ist die b e ft e Antikomintern-Propaganda, die es gibt." Es gelte, der oreiten Maffe des deutschen Volkes bessere und billigere Empfangs- gerate zur Verfügung zu stellen. Die Sendebezirke müßten teilweise neu gegliedert werden. Dr. Glasmeier betonte insbesondere den hohen Wert der Werkspausen-Konzerte und der zeitlichen Anpassung der Programmgestaltung an die Arbetts- und Freizeitstunden der schaffenden Volksgenossen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley empfing am Freitagabend im Uhlenhorster Fährhaus die Leiter der vielen in- und ausländischen Abordnungen sowie die zahlreichen Persönlichkeiten aus Deutschland und fast allen Ländern Europas, die an der Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch ihm. An diesen hat sich Bruder Thomas heran- gemacht, wenn dieser sich im Badezimmer gewaschen hatte, um nachzuschauen, ob der Junge sich auch wirklich einer gründlichen Reinigung unterzogen habe. Wie Bruder Thomas zugibt, wurden die übelsten Ausschreitungen stets am Dienstag begangen, denn am Mittwoch pflegte Bruder Thomas zu beichten, so daß er dann „ohne Makel" sein widerliches Treiben erneut beginnen konnte. Schließlich ekelte sich der Lehrllng derart, daß er zum Bruder Vorsteher Titus ^ing^ der dem Generaloberen, Bruder f ' " 1"1“ lute Gewißheit habe und unter Adolf Hitler auch haben könne, daß seine Spargroschen sich nicht wieder, wie in den unseligen Nachkriegsjahren, entwerten würden. Der fortgesetzte Rückgang der Arbeitslosenzahl und der aus der Wirtschaftsbelebung eingetretene stärkere Rohstoffbedarf stelle uns jetzt vor ganz andere Probleme als 1933. Es gelte jetzt, den Ausgleich zwischen den vorhandenen Kräften, die 1933 als brachliegende Reserven im Ueberfluß vorhanden gewesen seien, und. den zu lösenden Aufgaben herzustellen. Deshalb sei eine Rangordnung beim Arbeits-, Rohstoff- und Kapitaleinsatz notwendig. Unter diesem Gesichtspunkt bekomme die Frage der Kapitallenkung erhöhte Bedeutung. Der Minister stellte zum Schluß fest, daß die Sparkassen dank ihrer Erfolge als Kapitalsammelbecken zu einem wertvollen Instrument der Wirtschafts- ^und Finanzpolittk des Reiches geworden seien. w , Prof. Dr. Hettlage, Kämmerer der Reichshaupt- stadt Berlin, forderte, daß die Gewährver- bandshaftung auch bann beizubehalten sei, weny ein ausreichendes Eigenkapital für die Sparkasse einmal aus jährlichen Ueberschüssen an- gesammelt sein sollte. Viele Mißverständnisse in den Beziehungen zwischen Gemeinden und Sparkassen gingen von der Regelung der Personalverhältnisse aus. Die Personalhoheit der Gemeinde für die Sparkaffenbeamten und -angestellten sei unantastbar. Nehme die Sparkasse in großem Umfange den Zahlungsverkehr der Gemeindekasfe wahr, so habe sie Anspruch auf einen angemessenen Verwaltungskostenbeitrag. Hinsichtlich des für die Sparkassen bestehenden Gemeindekreditver- b o t e 5 sei eine gewisse Lockerung geboten. Professor Hettlage behandelte abschließend die vielgestaltigen Möglichkeiten, mit denen die Sparkassen an den Aufgaben der Gemeinde mitwirken können An der Spitze stehe die Förderung des Wohnungsbaues durch Hypothekengewährung. und Walzer. Die vierte Kulturveranstaltung des Auslandes brachte Aufführungen der Norweger, Holländer, Schweizer, Finnen und Friesen. Norwegen hatte eine Knabenkapelle mit einem zehnjährigen Dirigenten entsandt. Holland war durch drei Trachtengruppen vertreten. Die Tanzgruppe Gooi führte mimische Tänze vor, die in den lustigen „Sieben Sprüngen" gipfelten. Die friesische Gruppe besang die Arbeit der Schiffer und Bauern und zeigte den ftiesifchen Nationaltanz. Den schweizerischen Teil eröffneten Alpenhornbläser. Fröhliche Ländler zu Ziehharmonika Oboe iind Kontrabaß, Volks- und Jodellieder des Berner Jodel-Doppelquartetts und die Vorführungen der Fahnenfchwinger. Finnlands Trachtengruppe gab dem Abend einen harmonischen Ausklang. Ein gemischter Chor fang die Weisen aus dem Lande der tausend Seen und der ewigen Walder und voll Kraft und Anmut folgten die Volkstänze. Die Volksmusik war durch die Kantele, das finnische National- irftrument, vertreten. Zu ihren Klängen fangen zwei Runensänger die alten finnischen Volkslieder cher Titus ging, der bem wene- Hyazinth, Kenntnis gab. Dieser griff zu der bekannten Ausflucht: Er „versetzte" Bruder Thomas ins Herz-Jesu-Heim nach Fulda. Das Gericht erkannte auf zwei Jahre Gefängnis fekretär unö voraussichtliche Nachfolger Stalins, Kyrow, durch bas bolfchewifttsche Parteimitglied Nikolajew ermordet wurde. Don da an datieren die sowjetrussischen „Reiniaungskrisen". Und sie trafen nicht nur die Partei und jetzt acht Oberkommandierende der Roten Armee, sondern sogar die GPU., von der eine Anzahl erschossen wurde und deren Chef Jagoda, bisher der Bluthund Stalins, unter schimpflichsten Anklagen seines Postens enthoben wurde. Es mag fein, daß sich die Angeklagten als oberste Befehlshaber der Roten Armee darüber unterhalten haben, mit welchen Mitteln dem Blutrausch Stalins zu stoppen sei. Die Rote Armee ist, wie bei bem Charakter bes russi- fchen Volkes nicht weiter verwunderlich, durchaus apathisch und hat die Verhaftungen und Verurteilungen ihrer Obersten Heerführer über sich ergehen lassen. Vielleicht grassieren noch stärker als vorher nicht nur in der Roten Armee das Mißtrauen und die Furcht und die Empörung über Stalin, der wie ein Amokläufer blindlings feinen mißtrauischen und blutgierigen Instinkten gegen alle Welt nachgibt. Aber Stalin sitzt vorläuftg noch auf den Pajonetten; er hat die Macht, und das rufsische Riesenreich liegt wieder einmal unter der Knute eines launenhaften Despoten und seiner jüdischen Hintermänner. rt- 3aah auf Ausländer. Deutsche und japanische Konsulate sollen geschlossen werden. Moskau, 11. Juni. (DNB.) Die Verhaftungswelle in der Sowjetunion macht auch vor den aus Deutschland und Oesterreich emiariertenKom- m u n i ft e n, die seinerzeit mit offenen Armen ausgenommen wurden und die als Ausländer ohne Nationalität galten, nicht Halt. Der größte Teil ist verschwunden. Darunter, befinden sich ehemalige Anführer der KPD. und der Jungkommunisten und ehemalige kommunistifche Reichstagsabgeordnete. Die Spionenfurcht unter den Bolschewisten wächst in zunehmendem Maße. In jedem Ausländer wird ein Spion erblickt. Der Feldzug zugunsten der Ausweisung aller Auslän- b e r macht berartige «Fortschritte, baß es nach bem 1. Juli wohl feinen Auslänber mehr im Lande Ein Artikel der „Prawda" läßt den iwischen der Verfolgung der Aus- llvtl „„„ jurdjt vor Spionen klar erkennen. Wie aus unterrichteten Kreisen oeriautet, sind Bestrebungen im Gange, eine Reihe deutscher und japanischer Konsulate zu schließen Don den sieben deutschen in Sowjetrußland befindlichen Konsulaten sind vor allem die in Odessa und Wladiwostock betroffen. Welche japanischen Konsulate in Mitleidenschaft gezogen sind, ist noch nicht bekannt. Man hat die Schließung der Konsulate an die bolschewistischen Machthaber in Form einer „Anregung" herangebracht. Grundlage der Anregung ist, daß die meisten deutschen und japanischen Staatsangehörigen S o w j e t r u ß - and verlassen hätten und alle Wirtschaftsver- handlunqen gewöhnlich über Moskau liefen. Somit bestünde für diese Länder kein Bedürfnis, Konsulate in Provinzstädten zu haben. voll einsatzfähig. Eine weitere erhebliche Zahl umfaßt die Arbeitslosen, die wegen des Wechsels ihres Arbeitsplatzes kurzfristig beim Arbeitsamt gemeldet sind und am Stichtag als Arbeitslose miterfaßt werden. Ihre Zahl kann gegenwärtig auf etwa 200 000 geschätzt mcrben. Don bem Rest der 384 000 voll einsatzfähigen Ar- beitslofen kommen 270 000 Arbeitslose wegen Ortsgebundenheit (Familie, eigenes Heim) nur für den Einsatz am Wohnort in Frage. Diese Wohnorte sind aber ganz überwiegend die noch stärker belasteten Großstädte und Industriegebiete. Der Berufszugehörigkeit nach entfällt ein großer Teil dieser Arbeitslosen auf Berufe, in denen k e i n Mangel an Arbeitskräften herrscht. Rund 114 000 Arbeitslose stellen die bewegliche Reserve bar, auf die in den nächsten Wochen zuruck- gegriffen wird. Erfurt, 12. Juni. (DNB.) Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin o o n K r o s i g k sprach vor den Teilnehmern des Mitteldeutschen Sparkassentages. Der Minister hob die für die ersten vier Jahre nationalsozialistischer Wirtschaftsführung besonders kennzeichnenden Züge hervor: Das Vorwiegen des st a a t l i ch e n I n v e st i - tionseinsatzes, dessen Ziel sich zwar von dem der Arbeitsbeschaffung um jeden Preis zu dem der Wehrhaftmacyung und der Schaffung einer heimischen Rohstoffgrundlage gewandelt habe dessen Finanzierungsmethode aber zunächst noch die gleiche geblieben sei. Es habe sich aber von Jahr zu Jahr das Verhältnis zwischen Staatsinvestitlo- nen und Zunahme der Staatsoerschuldung gebessert, d. h. der Sachvermögenszuwachs übersteige in steigendem Maße den Schuldenzuwachs. Ferner se-i diese Zeitspanne ausgefüllt durch eine starke Entschuldung der Privatwirtschaft. Und endlich bessere sich auch das Verhältnis zwischen kurz- und langfriftiger Verschuldung. Die gesicherte Grundlage der Finanzierung der großen Staatsaufgaben sei durch die Bildung von Spar kapital und die Lenkung des gebildeten Kapitals ermöglicht worden. An dieser Kapitalbildung seien die Sparkassen durch das Ansammeln gerade der kleinen und kleinsten Spareinlagen in besonders starkem Maße beteiligt Das Anwachsen der Spareinlagen bei den Sparkassen von 1,5 Milliarden RM. zu Beginn des Jahres 1925 auf 14,5 Milliarden RM. zu Be- ainn des Jahres 1937 kennzeichne die volkswirtschaftliche Bedeutung der Sparkassen. Die alte Frage, ob Verbrauch ober Sparen ober, anbers ausgebrückt, Belebung der Konsumgüter- oder der Jnvestittonsgüterindustrie volkswirtschaftlich zweckmäßiger sei, könne nur nach der jeweiligen wirtschaftlichen Lage eines Volkes beantwortet werden. Für uns sei jedenfalls zur Zeit die Spartapt- ta Ibilbung das Vordringliche Um so wichtiger sei aber auch, daß der Sparer die abso- surMöbel.' führende 1^X11, 4 Fachgeschäft f BRANDPLÄTZ | Vermietungen Sehr geräumige 6-Zimm.-Wohnung m. groß. reichlich eingericht. Bad/ Küche, Mädchenzimmer u. sonst. gubehör wegen erietzung des jetzig. Inhabers baldigst zu vermieten. 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Angebote" sind — für jedes Los getrennt — in einem verschlossenen mit der Aufschrift: „Angebot auf ... für Landstr. ..." bis Samstag, den 19. Juni 1937, vorm. 10 Uhr, bei uns einzureichen, wo anschließend deren Oeff- nung erfolgt. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Juni 1937. Hessisches Straßenbauamt Gießen. Einmaliges Gastspiel Die gefeierte spanische Tänzerin Manuela del Rio Bekanntmachung. Betrifft: Vermietung der neuen Marktlauben. Die neuen Marktlauben, diV vorgesehen sind für den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren sowie Wildbret, auch im Ausschnitt, und Geflügel, sollen für die Zeit vom 1. VII. 1937 bis 30. VI. 1938 neu vermietet werden. Die Bedingungen für die Vermietung sind bei der Standzeichenstelle auf dem Wochenmarkt und im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18, erhältlich. Schriftliche Angebote sind unter Verwendung eines Angebotscheines in verschlossenem Umschlag mit der Aufschrift „Angebot zur INarkllaubenvermietung" versehen, bis spätestens zum 22. 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D. von Keifer. Die Aufgaben der Pioniere find außerordentlich vielseitig. Je mehr die Kriegführung von der Technik abhängig geworden ist, desto unentbehrlicher ist die Pionierwaffe als Helfer und Lehrmeister der übrigen Waffengattungen im Angriff wie in der Verteidigung geworden. Im Weltkriege, in dem d i e Technik zum ersten Male - eine ausschlaggebende Rolle spielte, zeigte es sich, daß die Friedensorganisation der Pioniere im alten deutschen Heer — bei den meisten Armeekorps nur e i n Pionierbataillon — nicht annähernd ausreichte, um den gewaltigen Bedarf an Pionierformationen und technischen Sondertruppen wie Flammenwerfern, Gastruppen, Sturmbataillonen und Mineurkompanien zu decken. Im neuen deutschen Volksheer ist daher die Pioniertruppe entsprechend ihrer Bedeutung sehr stark vermehrt worden. Jede Division besitzt ein teilweise motorisiertes Pionierbataillon, und außerdem gibt es noch vollmotorisierte Pionierbataillone, die den Armeekorps zugeteilt worden find. Beim Angriff haben die Pioniere die Aufgabe, den übrigen Truppengattungen den Weg über feindliche Sperrungen und natürliche oder künstliche Hindernisse hinweg zu ebnen. Breitere Wasserläufe können beispielsweise nur mit Hilfe des Pionierbrückengeräts überwunden, größere Geländesperrungen nur von den Pionieren mit ihrem Sprenggerät rasch und nachhaltig zerstört werden. Beim Sturm auf feindliche Stellungen schneiden sie bereits in der Nacht vor dem Sturm mit ihren Drahtscheren Lücken in die feindlichen Hindernisse, um Sturmgassen für die Infanterie zu schaffen, und begleiten dann die stürmende Infanterie in vorderster Linie, um unvorhergesehene Hindernisse schnell aus dem Wege zu räumen. Auch größeren Panzer- und Reiterverbänden, die selbständige taktische Angriffsausgaben zu erfüllen haben, z. B.'als voraeschickte Aufklärungsabteilungen oder in der Verfolgung des geschlagenen Feindes, wird man motorisierte Pionierabteilungen beigeben, um vom Feinde zerstörte Brücken wieder herzustellen oder neue Uebergänge zu bauen, Bahn- oder Telegraphenlinien, die von Wichtigkeit für die Verbindungen * des Feindes find, zu zerstören oder ähnliche technische Arbeiten auszuführen. In der Verteidigung und beim Rückzug haben die Pioniere wirksame Sperren gegen die verfolgenden feindlichen Panzerkräfte und sonstige motorisierte Truppen anzulegen, denBähnverkehr durch Sperrungen oder Sprengungen — letzteres nur, wenn kein erneutes Vorgehen beabsichtigt ist — zu lähmen, Hindernisse gegen die feindlichen Schützen zu bauen, der Infanterie beim Bau wichtiger Feldbefestigungen zu helfen und — ebenso wie beim Angriff — allen anderen Truppengattungen das Passieren von Gewässern nach Möglichkeit zu erleichtern. Im Stellungskrieg war der Pionier der beste Freund der Infanterie. Besonders zu Anfang, als die technischen Kenntnisse des Infanteristen noch nicht über den Bau der einfachsten Schützengräben und kleiner splittersicherer Unterstände hinausgingen, erlernte er von dem Pionier die Kunst des Stellungsbaues mit allen ihren Feinheiten, z. B. die Anlage bombensicherer Unterstände, entweder über Tage, wenn hoher Grundwasserstand ein Hineingehen in die Erde nicht erlaubt, oder im kunstgerechten Stollenbau nach Bergmannsart. Und wo der Feind uns gar zu nahe mit seinen vordersten Gräben „auf die Pelle rückte" und aus taktischen Gründen seine Entfernung ohne infanteristischen Angriff dringend erwünscht war, da hat sich die Miniertätigkeit der Pioniere mehrfach glänzend bewährt. In oft wochenlanger angestrengter Arbeit trieben sie ihre Stollen gegen die feindliche Stellung vor, um diese schließlich in die Luft zu sprengen. Bei einer solchen Sprengung auf der Vimy-Höhe im März 1917, die ich mit erlebt habe, mußten viele hundert Zentner Sprengstoff mehrere Nächte hindurch in angestrengter Arbeit durch Hunderte von Armierungsarbeitern nach vorne geschasst werden. Als alles zur Sprengung bereit war, wurde unser vorderster Graben vorübergehend geräumt, und gegen vier Uhr früh verkündete eine erdbebenartige, kilometerweit spürbare Erschütterung des Geländes die erfolgte Sprengung. Der feindliche Graben nebst seiner Besatzung war verschwungen, ein Trichter von kaum vorstellbaren Ausmaßen war an seiner Stelle entstanden. In der Hand der Pioniere liegt ferner der Bau und die Unterhaltung der Festungsanlagen an unseren Grenzen und die Ausbildung des erforderlichen Festungsbaupersonals. Diese Tätigkeit der Pioniere ist seit Hunderten von Jahren den stärksten Aenderungen unterworfen. Je stärker die Wirkung und Zerstörungskraft der feindlichen Artillerie und in neuester Zeit der Fliegerwaffe wurde, desto niedriger wurden die Wälle, Türme und Mauern der Befestigungsanlagen, desto tiefer wurde in die Erde hineingebaut. Ein heutiges Festungswerk ist von außen kaum noch zu erkennen, hebt sich nur ganz unauffällig vom gewachsenen Boden ab. Alles ist unterirdisch, die Mannschaftsräume, Munitionsdepots usw. Wie beim Bau solcher Befestigungsanlagen ist auch im Kampf um fie der Pionier unentbehrlich, mag es sich um Ueberbrückung von breiten Gräben, um das Hinwegräümen von Hindernissen, um unterirdische Sprengungen, um Wiederherstellung zerstörter Anlagen oder um den Neubau von befestigten Batteriestellungen handeln. Von dem Volksbuche „Was wir vom Weltkrieg nicht wissen" haben Major Walter I o st und Friedrich F e l g e r eine Neuausgabe besorgt, die im Verlag H. Fikentscher, Leipzig O 5, erschienen ist. Unter den zahlreichen interessanten Beiträgen dieses Buches, das wir bereits ausführlich besprochen haben, verdienen, die folgenden Ausführungen besondere Beachtung. Die neuen deutschen artilleristischen Gase wurden erstmals in der Flandernschlacht im Sommer 1917 verwendet. Sehr viel Gas wurde dann im Herbst 1917 in Flandern und vor Verdun verschossen. Die glänzendste Zeit des Artillerieaases aber rückte heran, als es zu den großen Angriffen im Jahre 1917 und 1918 verwendet wurde. Eine Art Vorbereitung bildeten die Angriffe in Rußland und Italien im Sommer und Herbst 1917, in denen die theoretischen und praktischen Erkenntnisse für große Angriffe gewonnen und verbreitet wurden. Das Gas diente hier in richtiger Erkenntnis vorwiegend dazu, die feindliche Artillerie für die Zeit des Angriffs auszuschalten. Im Osten und in Italien war die Gasverwendung verhältnismäßig einfach. Der feindliche Gasschutz war unvollkommen, die Gasdisziplin schlecht. Grünkreuz genügte in der Hauptsache. Die Erfolge waren gut. Weit schwieriger war der Gasangriff im Westen. Trotzdem beschloß man, bei den entscheidungsuchenden Angriffen des Jahres 1918 grundsätzlich Gas in großem Umfang anzuwenden. Dieser Entschluß war möglich, weil das Verständnis für Gasverwendung inzwischen allgemein sehr gestiegen war. Die Truppe forderte jetzt selbst Gas. Sie war nun so weit, einige Atemzüge eigenes Gas in Kauf zu nehmen. Dies war ja schließlich nur der Beweis, daß der Feind noch viel mehr abbekommen hatte. Einen ungefähren Anhalt, welche Rolle die Gasmunition bei den großen Angriffen spielte, geben die Verhältniszahlen der Ausstattung mit Gas- und Splittermunition. Das Verhältnis betrug größtenteils 4l/s:l, zu einem kleineren Teil 1:1. Die größere Zahl ist Gasmunition. Dabei war die Splittermunition großenteils nur Reserve für den Notfall. Von den Zielen der Gasbesihießung wurde das wichtigste, die Ausschaltung der feindlichen Artillerie, bei den vier großen Angriffen am 21. März, am 9. April, am 27. Mai und am 9. Juni gut, teilweise vorzüglich erreicht. Die feindliche Artilleriewirkung spielte in den entscheidenden Stunden meist eine verblüffend geringe Rolle. Man muß daraus schließen, daß teils die Geschützbedienung, teils die Be- Neben diesen allen Pionieren gemeinsamen Karnp- fesaufgaben werden einzelne Pionierbataillone noch in Sonderdienstzweigen ausgebildet wie im Ausschiffen und Landen von Angriffstruppen an offenen Küsten oder im Hochgebirgsdienst, im Bau von Brücken über Felsschluchten oder im Sprengen von Felsen über einer Gebirgsstraße, um diese für den Feind ungangbar zu machen. Und schließlich gilt der Kampf der Pioniere in Friedenszeiten dem Schutze der Bevölkerung gegen die Elemente bei Hochwasser oder bei Brandkatastrophen. Die technische A u s r ü st u n g der Pioniere entspricht ihren vielseitigen Aufgaben. Die „Pio- nier-Brückenkolonne", die „Pionier-Gerätestaffel", die „leichte Pionierkolonne" und die motorisierten „Maschinenparks" führen der Truppe alles erforderliche Gerät für Brückenbau, Hindernisbau, Sperrungen, Sprengungen und Erdarbeiten aller Art nach. Neben der technischen Ausbildung an all diesen vielseitigen Geräten, neben gründlichster Durchbildung im schwimmen, Rudern, Nehmen von Hindernissen usw. werden die Pioniere im Exerzieren und in taktischen Uebungen wie die Infanterie ausgebildet, fo daß sie jeglicher Kampfeslage gewachsen sind. Wie im Weltkriege, so wird erst recht in zukünftigen Kriegen keine größere Kampshandlung mehr denkbar sein ohne die Mithilfe der Pioniere. obachtung und Befehlsführung, teils wohl auch die Verbindungen gestört waren. Weniger durchschlagend gelang die Lähmung der feindlichen Infanterie und Maschinengewehre durch das Gas. Das ist begreiflich und war nicht unerwartet. Der Kampf konnte der eigenen Infanterie durch das Gas nur erleichtert, nicht erspart werden. Im ganzen hat zweifellos der Entschluß, das neue Kampfoerfahren für die großen Angriffe wesentlich mit auf verstärkten Gaseinsatz zu stützen, sich voll bewährt. Dies wurde offenbar auch von der Front erkannt. Die Gasanforderungen wuchsen ständig, besonders auch in der Abwehr in den letzten Monaten des Krieges. Die wachsende Bedeutung des artilleristischen Gasschießens veranlaßte alle Kriegführenden, chm ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Von den deutschen Bundesgenossen waren Türken und Bulgaren abhängig von deutschen Lieferungen, die aus TransportgrünÄen in einem für den Gaskrieg ausreichenden Umfange nicht erfolgen konnten; sie hätten auch bei der Eigenart der Kriegführung in der Türkei und aus dem Balkan nicht gelohnt. Der Gaskrieg kam hier nicht über unzulängliche Versuche hinaus. Mit größtem Eifer ahmten die O e st e r r e i ch e r das deutsche Vorbild nach. Das Gebirge, in dem das Gas nach der Kriegslage in erster Linie zur Verwendung kommen mußte, war jedoch weniger günstig für Gas. Auch andere Mängel, zum Beispiel die geringe Ausstattung an Artillerie, mögen die Bildung der erforderlichen Gasdichten manchmal verhindert haben. Von den Gegnern der Mittelmächte können Russen, Italiener und die kleineren Länder außer Betracht bleiben. Sie spielten auf diesem Kampfgebiet niemals eine Rolle. Um so heißer bemühten sich die Engländer und Franzosen, gegenüber den Deutschen nicht zurückzubleiben. Nicht weniger als fünfundzwanzig feindliche Gasstoffe sind deutscherseits bekannt geworden, nicht weniger als fünfzehn Gasgefchoßtypen hat der Franzose allein nach deutscher Kenntnis an die Front gebracht. Trotz allem aber gelang es dem Gegner nicht, die deutschen Kampfstoffe Grün, Blau und Gelb schnell nachzuahmen. Erst gegen Ende des Krieges trat er mit Gelbkreuz eigener Erzeugung auf. Die Fertigungszahlen erreichten in den letzten Kriegsmonaten nach feindlichen Quellen eine gewaltige Höhe. Das feindliche Gas kam aber an der Front nicht mehr recht zur Geltung. Taktisch haben weder Franzosen noch Engländer jemals die Höhe des deutschen Verfahrens erreicht. Ihnen fehlte die folgerichtige Gaskrieg vor zwanzig Jahren. Von General der Infanterie Hermann Geyer, kommandierendem General des V. Armeekorps Durchbildung des Gedankens der Massenverwendung. Nur selten hat das französische Artilleriegas größeren Einfluß auf bedeutendere Kampfhandlungen gewonnen, wie z. B. beim Kampf um die Laffaux- Ecke im Herbst 1917. Dem feindlichen Artilleriegas wurde in den letzten Kriegsmonaten viel Wirkung zugeschrieben. Das ist aber größtenteils Uebertreibung. Die deutschen Gasverluste in dieser Zeit entsprachen damals ebensowenig wie jemals früher den vielfach leichtfertig verbreiteten Gerüchten. Während das Blasoerfahren abftarb und das Gasschießen der Artillerie in den Mittelpunkt rückte, suchten die Erfinder, die Konstrukteure und die Taktiker nach immer neuen Wegen der Gasverwen- dung. Zwar blieb der französische Ursprung des Gaskampfes, die Verwendung in Hand- und Gewehrgranaten mit Recht völlig stecken, da auf diesem Wege ein Masseneinsatz mit der nötigen Gasdichte kaum zu erreichen war. Aus dem gleichen Grunde kamen auch die deutschen Versuche mit Minenwerfern nicht vorwärts. Wie jede neue Waffe entwickelten die Gaswerfer ihre volle Wirksamkeit erst auf Grund der Fronterfahrungen. Das schwächte — zum Glück für die Deutschen — ihre Wirkung anfangs ab. Später lernte man, sich wenigstens einigermaßen zu schützen. Die G a s w e r. f e r waren bald beliebter als das alte Blasverfah- fahren. Sie waren nicht auf ausgebaute Stellungen angewiesen, waren ziemlich unabhängig vom Wind und konnten in einer Nacht einbauen, abschießen und wieder verschwinden. Dabei setzte man oft mehr als 1000 Rohre gleichzeitig ein. Gegen Ende des Krieges gelang es, die Schußweite auf 3000 Meter zu steigern. Das erweiterte die Verwendungsfähigkeit gewaltig. Ueber die Erfolge der Gaswerfer können genaue Zahlen naturgemäß nicht gegeben werden. Bei dem deutschen Angriff in Italien im Herbst 1917 zählte man an einer Stelle, gegen die ein Gaswerferüberfall gerichtet gewesen war, über 500 Tote. Suchen wir die Wirkung des Gaskrieges von 1918 zu überblicken, so finden wir sie vielleicht am einfachsten in folgenden Zahlen veranschaulicht: 1. Die deutsche Munitionsfertigung brachte am Ende des Krieges über ein Viertel ihrer Geschosse als Gasgeschosse heraus, ohne daß damit die Forderungen der Front voll erfüllt werden konnten. Die Verhältniszahl der Gasmunition war daher noch im Steigen. Die Front hatte Vertrauen gefaßt. 2. Fast ein Drittel der Gefamtverluste des amerikanischen Heeres ist durch Gas verursacht. 3. In einem französischen Geheimbefehl wird die Summe der französischen Gasverluste für die Zeit vom 11. bis 20. August 1917, also eine Zeit, in der auf der französischen Front keine besonders große Operation vor sich ging, auf nicht weniger als 14 578 Mann angegeben, darunter 424 Tote. Rechnet man diese Zahl um auf die ganze Westfront, so kommt man auf einen Ausfall von mehr als 3000 Mann täglich allein durch Gas. Kein Zweifel kann heute mehr bestehen, warum man im Kriege die Greuellüge auf den Gaskrieg ausdehnte. Mit Humanität und Völkerrecht hat es jedenfalls nichts zu tun. Wenn wir, wie einwandfrei feststeht, unter den Wirkungen des Gaskrieges weit weniger gelitten haben als unsere Feinde, so liegt dies daran, daß wir technisch und taktisch in Gasangriff und Gasschutz einen Vorsprung gewannen und wahrten. Ueber Neuerfindungen und ntzue Möglichkeiten werden phantastische Dinge verbreitet. Andere wieder meinen, die Klaviatur der chemischen Möglichkeiten sei für den Gaskrieg bisheriger Art abgetastet. Wer wollte wagen, vorauszusagen, wer recht hat? Sicher ist nur, daß leichtfertig handelt, wer sich nicht vorsieht. »Urquell« Berlin als Garnisonstadt. Von Major a. O. von Keiser. Vor dem Weltkrieg war in Berlin und Spandau der größte Teil des preußischen Gardekorps untergebracht, der Rest stand in Potsdam. Die dunkelblauen Infanteristen mit ihren roten Stehkragen und Aermelaufschlägen und den weißen Gardelitzen, die hellblauen Dragoner, die Ulanen mit der schnittigen Ulanka, dem knappsitzenden Waffenrock, die Kürassiere im weißen Koller mit dem schweren Pallasch an der Seite, die Feldartillerie mit schwarzem Kragen und Aufschlägen und gelben Gardelitzen, die Pioniere und Eisenbahntruppen mit schwarzem Kragen und weißen Gardelitzen — fürwahr ein buntes militärifches Bild, das die Garde dem Berliner Straßenleben damals gab! In der Innenstadt lagen nur zwei Regimenter, am Kupfergraben das Kaifer-Alexander-Garde-Gre- nadier-Regirnent Nr. 1, die sogenannten „Alexandriner", und das 2. Garde-Regiment zu Fuß in der Friedrichstraße nahe der Weidendammer Brücke. In Moabit, rings um den großen Moabiter Exerzierplatz herum, das 4. Garde-Regiment zu Fuß, das Garde-Füsilier-Regiment, das 2. Garde-Ulanen- Regiment und das 1. und 3. Garde-Feldartillerie- Regiment. Im Süden Berlins aiu^ Kreuzberg und am Tempelhofer Feld das Kaster-Franz-Garde- Grenadier-Regiment Nr. 2, die „Franzer", das Ko- nigin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4, das Garde-Küraffier-Regiment, das 1. und 2. Garde- Dragoner-Regiment und die beiden Eisenbahn-Regimenter. Im Südosten in der Kopenicker Straße das 3. Garde-Regiment zu Fuß und das Garde- Pionier-Bataillon, in Charlottenburg das Känigin- Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 und in Spandau das 5. Garde-Regiment zu Fuß, das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5. und das Garde- Fußartillerie-Regiment. Jeder Berliner Junge erkannte an der Farbe der Achselklappen, der Kragen, Aufschläge und Knopfe die einzelnen Regimenter und die verschiedenen Waffengattungen und wußte sogar, daß bei der Garde-Infanterie die Grenadier-Bataillone weißes, die Füsilier-Bataillone schwarzes Lederzeug trugen. Diese Unterscheidung zwischen Grenadieren und Füsilieren, die nur noch im Anzug zum Ausdruck kam, ging zurück bis auf die Zeit des Großen Kurfürsten, als die Grenadiere die Handgranatenwerfer und die Füsiliere die Gewehrträger stellten. Für eine Reihe von Regimentern hatte der gesunde Berliner Mutterwitz besondere Spitznamen geprägt. Die Garde-Füsiliere hießen „Maikäfer", da sie vordem von ihrer alten Breslauer Garnison aus im Mai stets zum Brigadeexerzieren nach Berlin gekommen waren. Die 2. Garde-Ulanen waren die „Aeh männer", weil einmal — wohl im Kriege 1870/71 — ein Meldereiter dieses Regiments Kaiser Wilhelm I., der im Volksmunde „Lehmann" genannt wurde, auf die Frage nach seinem Namen geantwortet haben soll: „Ooch Lehmann, Euer Majestät". Das 4. Garde-Regiment zu Fuß bekam seines Standortes und seiner blauen Achselklappen wegen den Namen „M oabiter Veil- ch e n", und die 5. Garde-Grenadiere in Spandau, die als einziges Garde-Jnfanterie-Regiment gelbe Gardelitzen trugen, wurden Briefträger genannt. Die besondere Freude der Berliner Bevölkerung war der Aufzug der Wache, die jeden Tag von einem anderen ' Garde-Jnfanterie-Regiment gestellt wurde und in der damaligen „Neuen Wache", dem heutigen Ehrenmal Unter den Linden, untergebracht war.'Ganz Berlin war auf den Beinen, wenn im Frühjahr und im Herbst d i e großen Kaiserparaden auf dem Tempelhofer Feld abgehalten wurden. Es gab ein glänzendes Bild, wenn die Infanterie mit weißen Hofen mit den friederiziani- schen Grenadiermützen oder buschgekrönten blitzenden Adlerhelmen während des Vorbeimarsches an der historischen Pappel den altpreußischen Paradegriff „Zieht das Gewehr an" mit wunderbarer Korrektheit ausführte; wenn die acht Garde-Kavallerie- Regimenter in ihren verschiedenartigen schonen Uniformen im Trabe oder im Galopp vorbeidefilierten; wenn die Fahnenkompanie und die Standartenschwadron das Heer zerfetzter und in vielen Schlachten ruhmreich verteidigter Fahnen zum Berliner Schloß zurückführten, und wenn die gold- und silberbestickten Uniformen der Offiziere und die glänzenden Schabracken ihrer edlen Pferde in der Sonne blitzten und funkelten ... Nun aber ist eine neue Zeit heraufgezogen, die natürlich auch der Garnisonstadt Berlin einen neuen Charakter gegeben hat. Die bunten Uniformen sind verschwunden, es herrscht das gleichmäßige Feldgrau, das ebenso den neuzeitlichen militärischen Erfordernissen wie dem rein sachlichen^Ernst unserer Zeit entspricht und daneben nur noch das Plan unserer Luftwaffe. Die verschiedenen Truppengattungen innerhalb des Heeres und der Luftwaffe find durch die bekannten Farben der Biesen und Kragenspiegel gekennzeichnet: Infanterie weiß, Artillerie rot, Kavallerie gelb, Flak rot, Fliegertruppe gelb. usw. Weil die militärische Ausbildung in einer Riesenstadt auf zu große Schwierigkeiten stoßt, sind in der Reichshauptstadt freilich verhältnismäßig wenig Truppenteile untergebracht. Aber jedem Berliner ist das Wachregiment bekannt, das in Moabit in der alten Kaferne des 4. Garde-Regiments zu Fuß liegt und sich aus wechselnden Kompanien anderer Regimenter aus dem ganzen Reiche zusammensetzt. Heute wie damals gehört dem Wachaufzug die besondere Anteilnahme der reichshauptstädtischen Bevölkerung, nur daß die Wache jetzt im Reichskriegsministerium am Großadmiral-von-Tir- pitz-User untergebracht ist. In Spandau liegt das Infanterie-Regiment 67, zu dessen Chef der verstorbene General von Seeckt, der Gründer und Organisator der Reichswehr, vom Führer ernannt worden war, und das die Tradition einer Reihe von ehemaligen Garde-Regimenter fortführt. Auch das Regiment General Goring, das zur Luftwaffe gehört und bei feierlichen Gelegenheiten zum Wachdienst herangezogen wird, ist eine jedem Berliner längst bekannte und durch hervorragende Disziplin ausgezeichnete Truppe. Hat sich auch das Bild der Garnison Berlin gewandelt, der Geist der alten Garde, die im Kriege Wunder von Tapferkeit vollbrachte, ist derselbe noch in den jungen Truppenteilen, die heute in und um Berlin ihren Standort haben. Geist und Schneid des neuen Heeres werden so recht deutlich bei der Parade zum Geburtstag des Führers, die nun alljährlich das markanteste militärische Erlebnis der Reichshauptstadt ist. Die Uniform der Wehrmachtbeamten. Jntendanturrat Dr. K i r ch n e r vom Reichskriegsministerium teilt in der Zeitschrift des Soldatenbundes u. a. mit: Die zum Uniformtragen verpflichteten und berechtigten Wehrmachtbeamten — Heer — tragen (abgesehen von der Waffenfarbe „dunkelgrün" und einer bestimmten Nebenfarbe) auf den Schulterstücken ein verschlungenes „HV" (Heeresverwaltung). Im übrigen ist für das Aussehen und das Tragen der Uniform die Anzugordnung für das Heer maßgebend. Die Wehrmachtbeamten — Marine — tragen nach den Bekleidungsbestimmungen für die Marine an Stelle der vergoldeten Knopfe, Aermelstreifen usw. der Offiziere die gleichen Aermelstreifen usw. in Silber. Auch bei der Luftwaffe ist den Wehrmachtbeamten, um der engen Verbundenheit der Soldaten mit den Beamten in gemeinsamer Aufbauarbeit auch äußerlich sichtbaren Ausdruck zu geben, dieselbe Uniform verliehen worden wie den Soldaten der Luftwaffe, nur tragen sie als Waffenfarbe dunkelgrün mit hochroten Zwischeneinlagen an den Schulterstücken als Nebenfarbe und auf den Spiegeln statt der Schwingen dreieckige Sterne. Die militärische Rangeinteilung entsprechend den Offizierdienstgraden ist die gleiche wie bei Heer und Kriegsmarine. Hervorgehoben sei nur, daß es bei der Luftwaffe die Amtsbezeichnungen „Jntendanturrat", „Oberintendanturinspektor" usw. nicht gibt, sondern daß die Wehrmachtbeamten der Luftwaffe die allgemeinen Amtsbezeichnungen der Beamten bei den Zivilbehörden wie „Regierungsrat", „Regierungsoberinspektor" usw. führen. Erst das Recht und die Pflicht zum Uniformtragen sichert den Wehrmachtbeamten, die als ein integrierender Bestandteil der Wehrmacht in gemeinsamem Wirken mit der Truppe die Grundlage für die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes schaffen, den ihnen innerhalb der Wehrmacht gebührenden Platz. Denn auch Die Arbeit der Wehrmachtbeamten gilt ausschließlich der Erfüllung der großen Aufgabe der Landesverteidigung. Ein durch den militärischen Rang oder die Dienststellung begründetes Vorgesetztenverhältnis der Wehrmachtbeamten gegenüber den Soldaten besteht nicht. Jedoch sind die Wehrmachtbeamten gegenüber den Soldaten im Dienstrang höher, gleich oder niedriger, entsprechend den über ihr Rangverhältnis gegebenen Vorschriften. Oie Unterwanderung Südsrankreichs. Don Or. Wilhelm Grotkopp, Paris. Im südlichsten Teile Frankreichs, zwischen den Pyrenäen und der Garonne, vom Mittelländischen Meer bis fast zum Atlantischen Ozean, stößt man auf ein sonderbares Völkergemisch, so daß man manchmal glauben könnte, in einer internationalen Zone zu sein. An einigen Stellen, wie z. B. um Perpignan, tritt das spanische Element stark in Erscheinung, an anderen, wie in den ländlichen Bezirken nördlich, westlich und südlich von Toulouse, haben sich viele Italiener als Bauern oder Landarbeiter niedergelassen. Daneben stößt man auf Schweizer, Belgier, Polen, Tschechen, Serben, Oesterreicher, Portugiesen, gelegentlich auch auf Deutsche, ja sogar auf Nichteuropäer wie Armenier. Die Franzosen haben dies zum Teil sehr fruchtbare Gebiet in Scharen verlassen. Schon vor dem Kriege war eine Flucht aus dieser Gegend festzustellen. Die Bevölkerungszahl ging ständig zurück, die vier Departements in der näheren Urn- aebung von Toulouse haben z. B. für das letzte Jahrhundert einen Rückgang um 400 000 zu verzeichnen. In der Vorkriegszeit waren es vorwiegend Spanier, die die hier aufgegebenen Bauernhöfe erwarben, in der Nachkriegszeit zunächst Franzosen aus weniger fruchtbaren Gebieten, wie z. B. aus der Auvergne und der Bretagne. Aber feit etwa 1922 lassen sich hier vor allem Italiener als Pächter oder als Landarbeiter nieder. Die ersten siedelten um den kleinen Ort Castelsarrazin an, weitere Familien ^stießen nach Norden bis zur Loire vor, nach dem Süden bis über Toulouse hinaus, nach dem Osten bis an das Mittelländische Meer und westlich bis an etwa 100 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt. Diesen Italienern ist es z. T. sehr gut gegangen. Diele haben den zunächst gepachteten Hof erworben und später weitere Angehörige und Freunde herübergeyolt. Im Hinblick auf das zielbewußte Vordringen der Italiener wird in der französischen Öffentlichkeit vielfach von einer Invasion der Italiener gesprochen. Dies Schlagwort gibt, wenn auch vielleicht etwas übertrieben, die Entwicklung richtig wieder: Dor 15 Jahren gab es in dieser Gegend kaum Italiener, im Jahre 1926 wurden in fünf Departements um Toulouse gut 26 000 Italiener statistisch erfaßt, aber 1933 schon 61 000. Nach Meinung des italienischen Konsuls in Toulouse sind diese Zahlen aber noch Diel zu niedrig. Geht es im gleichen Tempo weiter, dann wird also hier in der südwestlichen Ecke Frankreichs etwa 500 Kilometer von der italienischen Grenze entfernt, das italienische Element weitgehend das öffentliche Leben mehrerer französischer Departements bestimmen. Hierin zeigt sich, was es bedeutet, daß gemäß den kürzlich veröffentlichten Zahlen für 1931 in Frankreich 2,7 Millionen Fremde leben, darunter 808 000 Italiener und daß die Zahl der Italiener seik 1921 um 357 000 zugenommen hat. 808 000 Italiener in Frankreich besagt an sich noch nicht viel, zumal es sich um Nachbarvölker handelt und die Italiener über alle Welt zerstreut sind und meistens als bescheidene Arbeiter ein relativ ruhiges Leben sichren. Dies trifft auch für einen großen Teil der in Frankreich ansässigen Italiener zu, insbesondere für die italienischen Arbeiter in den Steinbrüchen, in den Bergwerken und im Baugewerbe. Aber einen wesentlich anderen Charakter nimmt das Problem der Italiener an, wenn sich diese allmählich emporarbeiten, kleine Unternehmer werden, und wenn sie einen wesentlichen Teil bei Bevölkerung ausmachen. Dies ist außer im Südwesten Frankreichs im Südosten der Fall, an der italienisch-französischen Grenze und entlang an der Küste des Mittelmeers, von Nizza bis etwa über Marseille hinaus. Hier ist deutlich festzustellen, wie in steigendem Maße die Italiener ländliche Besitzungen pachten oder gar erwarben bzw. in den Städten kleine Geschäfte oder sonstige Firmen übernehmen. Diese Entwicklung hat die Franzosen bisher relativ wenig beunruhigt. Sie glauben, das italienische Element leicht assimilieren zu können. Die rassenmäßigen Unterschiede, so argumentieren sie, seien nicht erheblich, die Sitten und Gebräuche seien fast die gleichen, die sprachlichen Unterschiede feien geringfügig und außerdem heiraten ja oft die Italiener Französinnen. Die Kinder dieser Ehen und vielfach auch die rein italienischer Familien besuchen die französischen Schulen, lernen ausschließlich französisch und seien somit für Frankreich kein fremdes Element mehr. Hinzu komme, daß viele dieser Italiener sich zu Frankreich politisch stärker hingezogen fühlen als zum heutigen Italien. Diesem Gesichtspunkt kommt eine besondere Bedeutung im Rahmen der gewerkschaftlichen Bewegung zu. Die italienischen Arbeiter gehören den französischen Gewerkschaften meistens unmittelbar an, aber $ur Erledigung der Sonderprobleme wurde gemäß einer Vereinbarung der französischen Gewerkschaften und der früheren italienischen ein besonderes italienisches Büro geschaffen, dessen politische Tendenzen ausgesprochen antifaschistisch sind. Dies Büro betrachtet aus vorwiegend politischen Erwägungen als eine seiner Hauptaufgaben die der Naturalisierung der in Frankreich ansässigen Italiener. Selbstverständlich hat das faschistische Italien diese Entwicklung und diese Bestrebungen nicht hinnehmen können. Vom italienischen Staat gehen erhebliche Gegenkräfte aus. So wurden Organisationen gegründet, um eine engere Verbindung zwischen dem Mutterland und den Auswanderern herzustellen und diese für das neue Italien zu erhalten. So kämpfen die französischen Linkskreise auf dem Wege über die Gewerkschaften und anderseits der italienische Staat mit den faschistischen Auslandsorganisationen um die in Frankreich lebenden 800 000 Italiener. Den Franzosen sind also die Italiener willkommen, weil die Italiener zur Besiedlung weiter, volklos gewordener Räume im Südwesten und Südosten benötigt werden und weil, wie immer wieder offen zugegeben wird, die Italiener sich weit stärker vermehren als die Franzosen, somit da, wo Die Italiener sich niedergelassen haben, Gefahren der Entvölkerung nicht gegeben sind. Die Franzosen stört es dabei wenig, daß in einigen Bezirken auf dem Lande und in den typisch italienischen Vierteln der Großstädte wie Marseille mehr als die Hälfte der sich stellenden Rekruten von italienischen Vätern abstammen. Die Franzosen glauben eben, daß sie dieses italienische Element aufsaugen können und daß diese italienischen Abkömmlinge glücklich seien, wenn sie französische Staatsbürger geroorben sind und in französischen Regimentern dienen können. Aber nie und nimmer kann bas faschistische Italien seine Söhne als verloren betrachten. Es wirb sich immer wieber um sie bemühen unb wirb alles tun, um die gelockerten Bande wieder zu festigen. acht Stunden Aufenthalt Moskau Don unserem H.T.-Äerichterstatter im Fernen Osten. Lenin heigesetzt ist, ha! baten mit aufgepflanxti lich bie Wache. Eine W hat. der gut Die Aussicht durch die großen Scheiben ist „ und wer Moskau vor drei Jahren bas letzte Mal II. Rundfahrt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, im Mai 1937. Vor dem Moskauer „M etropol-Hotel" — erstes Haus am Platze und Absteigequartier aller Dia Sibiria nach dem Fernen Osten fahrenden ober von bort fommenben Europäer — ist ber große nähme. Gewiß — so eine Rundfahrt in einem gläsernen Aussichtswagen ist ganz lehrreich, aber auf die Dauer langweilig, weil man eben nur das zu sehen bekommt, was für den Westler eine Selbstverständlichkeit ist. Denn das Konzern-Gebäude irgenbeines Sowjet-Trustes sieht genau so aus wie jedes anbere Trustgebäude, mag es in Cincinnati, London oder Essen liegen — man wäre viel lieber einmal durch die Vorstädte gefahren, durch die Arbeiterwohnviertel, durch das Industriegebiet, aber dazu langt die Zeit leider nicht. Die kritiklosen Engländer und Amerikaner scheinen durchaus befriedigt zu. fein und kommen zu dem Ergebnis, daß „Moskau eine Stadt wie ersetzt. Straßenkehrmaschinen sausen auf dem Platz herum und im Hintergründe vor dem roten Porphyr- Monument, in dem, am Fuße der Kreml-Mauer, Lenin heigesetzt ist, halten wie immer zwei Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr unbeweglich die Wache. Eine Besichtigung des Mausoleums — sagt die „gesetzte Dame" — ist leider nur wahrend der offiziellen Besuchszeiten gestattet ... schade, daß der Fahrplan des Sibirien-Expreß nicht günstiger aufgestellt ist ... Wieder hinein in den Wagen und weiter geht die gesehen hat, stellt mit Verwunderung fest, daß sich das Straßenbild hier im Zentrum doch erheblich verändert hat. Sehr lebhafter Verkehr auf den Straßen und Gassen. Dor drei Jahren bildete noch die bis ans Knie reichende Lederjacke das Einheitskleid von Mann und Frau. Nun — Moskau ist nicht Rußland und Rußland ist nicht Moskau — wie sagte doch im Sibirien-Expreß ein erfahrener Sowjetkenner?: „Die sibirische Linie ist die Reklamestrecke der Sowjets, abseits diesem Hauptverkehrsader werden Sie aber in die tollsten Kloaken treten!" Das gleiche gilt für Moskau und vor allem für die „City-Gegend" rund um das Metropol-Hotel! Irgendwo, an irgendeinem Haufe steht eine u n ■ endlich lange Menschenkette Schlange. Sauber auf Vordermann unb Seitenrichtung, was auf langjährige Hebung schließen läßt. — „Worauf warten Denn bie Leute?" fragt eine neugierige Engländerin die „Führerin". — „Oh! Sie warten alle auf Eintrittskarten zur Besichtigung des Lenin- Mausoleums auf dem „Roten Platz". — Hm! ... Möglich! — Einer macht allerdings die halblaute Zwischenbemerkung: „Sollten diese Karten etwa aus Butter sein?" — Aber schon hält der Wagen auf dem „Roten Platz". — „Alles aussteigen! ... Mal alles um mich rumtreten!" — Die „ge- Fahrt. Diese Fahrt im einzelnen zu schildern hat wemg Zweck: Gezeigt werden immer nur „Aussichten"! „Auf" den Kreml! „Aus" die Chinesische Mauer. „Auf" dieses oder jenes der zahlreichen im monumentalen Stil gehaltenen Amts- und Verwaltungsgebäude, „Auf" die elektrische Zentrale, bie —zig Milliarden Kilowatt erzeugt, man fährt ,Hurch" einen schönen Volkspark, ,Hurch" stark belebte Geschäftsstraßen, „über" große, freie Plätze... alles so geschickt, rasch und schnell gemacht, daß eben ein ausgesprochen negativer Eindruck von dieser Stadt nicht aufkommen kann. Alte Spldaten, die den Krieg gegen Rußland mitaemacht haben, fühlen sich unwillkürlich in die Kriegszeit nach Wilna, Kowno ober einer andern russischen Großstadt versetzt; äußerlich machte auch damals alles einen durchaus normalen Eindruck; aber wie damals jedes geschulte Auge sofort auf Schritt und Tritt den „provisorischen Okkupations-Charakter" erkannte, genau so hat man heute in Moskau den Eindruck, sich in einer von einer fremden, aber unsichtbaren Macht „okkupierten" Stadt zu befinden. In erster Linie erkennt man das wohl an den Gesichtern der Menschen, die man in aller Ruhe studieren kann, wenn die „gesetzte" Dame auf irgend einem Platz ihren geschichtlichen Vortrag abschnurren läßt. Die Menschen hasten alle, gewissermaßen mit niedergeschlagenen Augen vorbei. Als wollten sie nicht sehen und als fürchteten sie, selbst gesehen zu werden. Nur die Soldaten und Funktionäre machen eine Aus- „I n t u r i st - R e i s e - A u t o b u s" vorgefahren. Rasch haben sich die Missionare, die englischen, deutschen und amerikanischen Kaufleute darin verstaut, kurzer Kampf um die Fensterplätze, bann hüpft als letzte eine „gesetzte Dame" hinein, bie bie Rolle bes amtlichen Fremdenführers zu spielen Tut-Tut macht der Chauffeur unb ab saust Wagen zur „Stadtbesichtigung". setzte Dame" tommanbiert wie ein alter „Häuptling" unb läßt einen Vortrag abschnurren, ben man in jedem Geschichtsbuch, „Abschnitt Kreml" nachlesen mag. Man hört höflich zu und läßt bie Blicke über den weiten Platz schweifen, ber aus unzähligen Parade-Bilbern der „Roten Armee" genugsam bekannt ist. Sieht ansonsten genau so aus, wie vor drei Jahren — allerdings hat man jetzt die goldenen Zarenadler auf ber einen Kirche entfernt und sie durch das goldene Hammer- und Sichel-Zeichen zu dem Ergebnis, daß jede andere auch" fei... Der Deutsche ist gegenteiliger Ansicht, ohne aber darüber befragt, auf Anhieb dieses „Gegenteil" sofort treffend definieren zu können. Ein Licht geht diesem Deutschen — unb auch dem einen oder anderen Engländer erst auf, als das „Kaefe-Auto" die kleine Reisegesellschaft wieder vor dem Hotel Metropol absetzt. „So", sagt der fteundliche Jnturist-Mann, „nun haben die Herrschaften in großen Zügen Moskau gesehen, bis zum Abgang des Zuges find noch drei Stunden Zeit und Sie können sich also die Stadt jetzt auch noch privat ansehen!" Diese Absicht, sich Moskau „privat" anzusehen, läßt man aber sofort nach dem Betreten der Hotelhalle wieder fallen, denn hier scheint es ja tausendmal interessanter zu sein oder geworden zu sein, als brau- ßen! Verblüfft mustert man bas Menschengewühl im „Foyer", auf den Freitreppen, i* der Halle, um erschüttert in irgend einem Ledersessel zusammenzusinken. „Mein Gott! Wo äst man denn eigentlich???... In Tel-Aviv?... Im alten Babylon? In Syrien?... Im Getto von Neuyork??... Oder ist das hier etwa das „richtige" Moskau? Denn wie soll man die Typen, die hier geschäftig herumwimmeln, die flüsternd in den Ecken zusammenstehen, ober die, über die Tische gebeugt, die Köpfe zusammenstecken, bezeichnen?? Wenn ein Regisseur einmal einen Film drehen sollte: „Das Nest ber Weltverschwörer", dann muß er seinen Kurbelkasten hier in ber Halle bes Metro- vol-Hotels aufstellen, bie mir — so abgebroschen Die Redensart auch klingen mag — bie Hochburg bes internationalen Judentums in seiner übelsten Prägung zu sein scheint. Da stehen kleine Männchen mit großen Bäuchen, mit Köpfen so groß wie Kürbisse, mit geringelten und gelockten Löwenhaar-Mähnen und mit Brillengläsern, so groß wie Untertassen. In Reithosen mit Ledergamaschen um bie fpinbelbürren Beinchen — Figuren, als sei sich die Mutter Natur bei ihrer Erschaffung nicht klar darüber gewesen, ob sie einen Ochsenfrosch oder einen „homo sapiens“ habe ejr- RUHL Sellersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 H eparaturen ibsid m zeugen wollen. Selbst die ausschweifendste Phanta« sie des begabtesten Karikaturisten kann diese „Typen" nicht erfinden ... man muß sie gesehen haben, um das ganze Ausmaß ihrer offensichtlichen Gemeingefährlichkeit erkennen zu können. Eine riesenhafte Negerin, auf hypermodernen Stöckelschuhen, in krachend rote Seide gehüllt und mit blitzenden Steinen behängt, eine schwüle Duft« wölke von Urwald-Moschus hinter sich lassend, rauscht durch die Halle ... als sei eben die Frau des Menschenfressers aus dem Märchen vorbeigewalzt — — schauerlich! — Irgendwo steht ein Mann, ber gerabeswegs aus einem altbabylonischen Felsenrelief herausgesprungen zu sein scheint: wie ein halbmeterlanger, scharfkantig gehobelter schwarzer Balken steht ihm schräg nach vorne ber Nebukadnezar-Bart vom Kinn ab ... unaufhörlich ist die Drehtür in Bewegung, immer neue — man muß schon sagen — Gangster-Typen--tauchen auf und immer fragt man sich erschüttert: „Sind das nun .Literaten'? Großschieber? ober berufsmäßige Zerstörer alles Seins? Unb zwischen ihnen — um die Gegensätze noch schärfer hervortreten zu (affen — die blonden, sauberen Russinnen aus dem Tee-Zimmer, die blonden, blauäugigen, hochgewa-b- senen russischen Kellner und Hoteloiener ... weiß der Teufel! Wem das Wesen des Sowjetstaates noch immer Nicht klar geworden sein sollte, ben schicke man nach Moskau: Nichts braucht er sich in dieser Stadt anzusehen, weil alles, was es do:t zu sehen gibt, im Westen genau so und hundertmal besser ist — der Unbelehrbare braucht sich nur eine Stunde in die Halle des Metropol-Hotels zum „Feifoklock-Ti" zu fetzen? Nur eine Stunde, denn länger hält er den Anblick dieser „konfiszierten Kerle" nicht aus und flüchtet belehrt und bekehrt ins Freie oder rettet sich auf dem kürzesten Wege in sein Eisenbahnabteil, um sich dort bis zur Abfahrt immer wieder die gleiche Frage vorzulegen: „Mein Gott! Merken denn die Russen gar nicht, von wem sie regiert werden? Noten für das Nebelhorn. Äon Görge Spervogel. In der Biskaya flaut der Wind weg, die Segel hängen träge, Schweinsfische tummeln um das Schiff; Fischerflotten kommen auf, denen die Herden der großen Tiere anzeigen, wo die Makrelenschwärme stehen; hinter ihnen sind sie beide her, die Fischer und die Tümmler. Die Backbordwache scheuert die Decksplanken. Fiddel und Jan, Vollmatrosen, haben am Ankergeschirr unter der Back zu tun, die Leichtmatrosen und die Jungmannen schrapen mit Besen, Sand und Wasserpützen in langer Reihe — eine Arbeit, bei der gelungen werden muh, auf einem Großsegler j ebenfalls. Die Backoorb wache singt nicht. „Ach, Fibdel", sagt Jan, „wenn wir nun schon Reinschiff machen, bann können wir doch auch den Schaum vom Bug waschen, der von dem Sturm im Kanal noch daransitzt." — „Können wir machen", sagt Fibdel, „he, Pike, geh mal zum Käppen hin und laß dir den Schaumbesen geben, aber den mit dem ganz langen Stiel!" — „Ist recht", sagt Pike und geht los. „Der Käppen ist unter Deck", kommt er zurück, „und der Dritte — was lacht ihr benn?" Einen Schaumbesen wallte er holen! Der Dritte Offizier kommt über den Laufsteg gegangen, ber längs über Deck führt, und sieht den Jungen ohne Scyeuergeug dastehen. „Geh nach achtern und hilf mit beim Tausendbeinweben!" Pike nimmt den Besen zur Hand und scheuert Decksplanken. „Sag mal, hast du das nicht gehört?" erkundigt sich Jay. Doch, Bike hat es gehört, er hat keine Bohnen in den Oyren und auch kein Brett vor dem Kopfe, er nicht. „Dann aber ein bißchen Beeilung, Seemann!" „Tausendbeinweben", gibt Pike zu hören. „Glaubt ihr vielleicht, ich lasse mich gleich zweimal hintereinander auf falschen Kurs setzen? Verholt euch mit eurem Tausendfutz!" Da kommt der Dritte wieder die Catway entlang und sieht Pike und hört Pike.. Alle die dicken Drahtseile, Stage, Wanten oder Pardunen geheißen, die mit Segeln ober Rahen in Berührung kommen können, werben mit Tausend- bein bekleidet — Garnenden, die zwischen drei Fäden geflochten, verknotet unb bann aufgebreht werben, bis sie plustrig sinb wie eine Feberboa, nielglieberiq wie ein vollständiges Tausenbbein. Pech für Pike. Die Backbord wache jedenfalls, die Backbordwache singt. Gegen Abend, als der große Segler unbeweglich in einer Stille liegt, als habe er die Welt verlassen, werden mittschiffs und auf der Back die Nebelhörner festgezurrt. Der Himmel ist wolkenlos, aber dunstig, bie See stumpf und glatt, die Dünung unspürbar; Nähe und Ferne, Himmel und See, alles ist in ein unbestimmtes stummes und bewegungsloses Perlmuttgrau zergangen. Ein Backschafter kommt mit der vollen Suppenschüssel aus der Kombüse. Er geht leise und vorsichtig. Als in der Takelage ein Block träge knarrt, blickt er erschreckt nach oben. „He, Jongkeerl", ruft Fiddel zu dem träumenden Pike hinüber und tut ein paar lärmende Schritte, „geh 3um Dritten Offizier und laß dir die Noten für das Nebelhorn geben!" „Noten für das Nebelhorn?" Pike besieht den schmalen, hohen Kasten mit der Kurbel an der Seite und den zwei Schalltrichtern. Er denkt in aller Eile überaus scharf nach. Aber da aus dem Kasten zwei Trichter hervorkommen, wird er wohl auch zwei Töne von sich geben, und dafür kann man schon Noten brauchen, vielleicht gibt es auch Signale. Pike rennt lös zum Dritten Offizier. „Ich hätte gern die Noten für das Nebelhorn." — „So. Da geh mal zu dem Zweiten Offizier, er wird beim Akkuladen fein." Akkuladen? Meinetwegen. Stimmt, braucht er für die Funkenbude. Pike ruft über das Summen des Dynamos hinweg: „Ich foll die Noten für das Nebelhorn ab» holen!" — „Wer schickt dich?" — „Der Dritte Offizier." — „Frag mal den Ersten." Der Erste ist unten in seiner Koje, Pike klopft. „Kann ich wohl die Noten für das Nebelhorn haben?" — „Die hat der Kapitän." — „Danke." Im Kartenhaus: J)err Kapitän, ich soll die Noten für das Nebelhorn abholen." — „Was sollst du holen?" — ,^Ich sollte die Noten für das Nebelhorn abholen." — „Menschenskind, die habe ich doch nicht. Versuch es mal beim Segelmacher." Im Trab über Deck, hinunter in die Segelkam- mer. „Seilmoker, heft du woll de Nouten fort Nebelhoorn?" — „Nee, mien Jong ... ick glöro fast, de Timmermann hett de noch von'n Kanal her. Und wenn he fe nech hett, denn tumm mol wedder her." Im Laufschritt nach achtern, wo der Zimmermann inmitten seiner Schiffsmodelle den Hühnern des Kapitäns einen neuen seefesten Stall erbaut. ,,Timmermann, du hast doch noch die Noten für das Nebelhorn vom Kanal her, kannst mir die woll geben?" — „Tje, das sind die englischen Noten, da kannst du hier nicht nach blasen, im französischen Fahrwasser mußt du französische haben." Zurück zum Segelmacher. „3o, ick heww se all funn’n." — „Sünd bat ook de richtigen französischen Nouten?" — „Französisch? Jo, de sünd ook französisch. De sünd jetz internatschenol, de Nouten. In büffen Sack, da stecken sie drin." Pike guckt in dem großen Raume. umher, der bis an die gebogenen Deckträger vollgestopft ist mit Erfatzsegeln und dicken Segeltuchballen. Als er den Sack anhebt, fragt er erstaunt: „So schwer sind die?" — „Das sind auch keine gewöhnlichen Noten, mien leime Mann. Mach nur zu, wenn wir jetzt gerammt werden, hast du Schuld, weil sie nicht blasen können und auf dich warten." Pike keucht unter der schweren Last treppauf und über Deck zur Back. „Bring sie nach achtern auf die Poop, da werden sie gebraucht." Pike ächzt, so ein schwerer Sack, was hinter Noten doch für ein Gewicht sitzen kann. Auf der Poop stehen die Jungmannen van Pikes Wache um Fiddel und Jan herum und sehen ihm entgegen. Pike tritt in den Kreis, setzt den Sack nieder und sagt: „Hier sind die Noten für das Nebelhorn. War ein verdammt schweres Stück Arbeit, sie aufzutreiben, 's ist bestimmt keine Ordentlichkeit, wenn kein Mensch an Bord weiß, wo die Dinger stecken. Naja. Dies hier sind die internationalen Noten. Die hat man jetzt für die alten französischen und englischen und alle anderen." „So", sagt Jan erstaunt. „Da haben wir ja mal wieder was gelernt", sagt Fiddel. ,Habt ihr auch genau zugehört, Junggäste?" „Ja, ja", sagen sie und bewundern Pikes see- befahrene Klugheit. Jan und Fiddel schütteln die Köpfe. Pike kniet umständlich nieder und beginnt den Sack auszu- schnüren. Er fühlt es, wie alle ihn ansehen. Die Türe des Kartenhauses geht, heraus treten der Kapitän und seine drei Offiziere. In der Tür des Niederganges steht der Segelmacher mit dem Zimmermann. Die Jungleute werden unruhig und gehen beiseite, einer nach dem anderen. Pike starrt in den Sack. Zögernd holt er etwas heraus: eine Harpunenspitze. Dann einen Belegnagel. Einige rostige Kettenglieder. Sie flirren so laut, daß es Pike falt überläuft. Seine Bewegungen find steif und hastig. Dfriemen, hölzerne und eiserne Marlspiker, Schüfet, Blöcke, Kauschen, Werfzeuge. Pife sieht auf. Alle sehen ihn an. Er kniet allein in der mächtigen Stille. Im nächsten Hafen gehe ich von Bord, jagt es ihm durch den Kopf. Im nächsten Hafen. Und wenn ich vor die Hunde gehe. „Auf meiner ersten Reise", hört man den Dritten Offizier sagen, „da haben sie es mit mir genau so gemacht". Der Kapitän lacht leise. „Mit mir auch", sagt er und geht zurück ins Kartenhaus. Beim nächsten schweren Wetter bin ich der erste auf der höchsten Rah. denkt Pike. Alle sollen es sehen. Er packt den Sack wieder voll und setzt ihn vor dem Segelmacher nieder. Er macht den Mund auf und will etwas sagen. Er macht den Mund zu und sagt lieber nichts. (Sin Mann lief schneller als ein Pferd. Haben Sie gewußt, daß es einen Schnelläufer gab, der ein Rennpferd besiegte? Das war Käper- nick, das sportliche Phänomen der 80er Jahre. Wußten Sie schön, daß es unter Dauerläufern regelrechte Sechs-Tage-Rennen gegeben hat? Sechs Tage und sechs Nächte umkreisten sie ein Stadion. Ablösung gab es nicht. Da man jedoch einmal eine Pause machen ober ein Stück gehen konnte, hießen diese Rennen die „wie-ihr-wollt-Rennen"; sie wurden in den siebziger und achtziger Jahren in England abgehalten. In Amerika ging im Jahre 1867 ein Dauergeher von Portland nach Chikago. Er brauchte für die 1975 Kilometer lange Strecke 30 Tage. Damals war er 28 Jahre alt. Vierzig Jahre später unterbietet er seinen Rekord, und zur Feier seines 70. Geburtstages geht er von Neuyork nach San Franzisko — 6232 Kilometer in 105 Tagen. Ein schwedischer Forscher veranstaltete einst ein Ski- rennen von 220 Kilometer Länge, um die phantastische Leistung der Lappländer unter Beweis zu stellen. Der 37jährige Sieger erreichte nach 19 Stunden und 22 Minuten Das Ziel und war nicht sonderlich erschöpft, lieber diese unb weitere große Dauerleiftungen im Sport berichten Westermanns Monatshefte m ihrer Junifolge. Ein Jtiefenboi. Das Angeln von Haien ist in ben australischen Gewässern ein vielgeübter Sport geworben, und es ist der Ehrgeiz jeden Haianglers, einen neuen Rekord im Gewicht dieser Beute aufzustellen. Jetzt wird gemeldet, daß es dem dänischen Konsul m Sidney, Hr. Erik Fischer, geglückt ist, einen Hai von 472 Kilogramm Gewicht zu fangen und damit den bisherigen Rekord um 6 Kilogramm zu überbieten. Der Hai war vier Meter lang, und er zog die sechs Meter lange Barkasse des glücklichen Anglers fast zwei Kilometer hinter sich her, ehe es gelang, ihn aus dem Wasser zu ziehen. or< De au ihr ste Be tift B W1 N 19; x St lioklM ms DWD 85 »NiiteT :. M »LW SB I HAUSjl n rat! Wohnbedgrf g IBM b KULTVR g ürobe&rf W WWWM'H HU Pffl Milliarden EmJ Steigerung des Umsatzes im EINZELHANDEL Fünfzehnte Ziehung der Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs Verzinsung des Einlösungsbetrags aut. Die Einlösungsbeträge für die gezogenen Auslosungsrechte, die im Reichsschuldbuch eingetragen sind, werden den Gläubigern Zutun durch ohne ihr Post zugesandt, so daß Schuldbuch gläubiger dieserhalb nichts zu die 60016 090 385 402 463 526 552 28 30 170 225 311 397 543 3 1001 040 164 186 208 251 271 368 6 1077 088 127 154 183 402 1094 137 141 144 151 737 774 777 856 945 968 3 2009 957 964 978 6 2037 509 806 856 880 966 971 63079 354. 523 658 746 798 918 962 964 8053 37185 600 670 683 770 870 3 8019 029 037 107 127 130 166 253 283 312 317 471 576 600 266 506 539 541 563 628 766 830 863 917 926 3 9076 9021 022 087 116 213 221 317 438 473 530 548 351 388 476 529 536 579 605 629 733 747 857 6 9031 720 627 690 808 907 964 70090 229 290 421 435 489 519 7 1043 091 279 296 470 476 486 503 588 716 782 785 929 949 965 986 42180 13000 116 161 208 372 442 465 490 532 761 762 74003 682 701 755 786 891 929 995 1 6021 265 270 506 522 535 647 661 671 689 882 4 6018 442 513 529 554 693 837 324 412 132 526 529 17238 289 304 342 391 451 478 480 512 516 47005 023 059 233 79032 154 165 213 240 318 373 453 559 652 685 767 857 286 364 609 283 405 865 871 917 2 1018 069 088 80045 082 128 191 284 324 428 498 562 758 763 765 798 813 826 869 902 903 935 961 51010 760 781 855 897 906 919 950 975 2 2044 373 442 551 563 575 618 687 782 814 923 950 975 5 2033 085 097 137 389 413 503 587 669 711 729 856 53033 037 224 381 409 604 703 799 873 998 5 4011 409 456 513 639 670 714 26045 175 247 353 461 482 510 87032 103 146 413 480 677 680 702 728 799 861 960 8 8223 790 837 842 865 944 995 2 9009 659 731 847 229 404 414 543 559 766 777 831 962 988 993 3 6063 566 60<) 706 754 782 888 911 946 985 321 847 844 887 956 979 8 1 003 035 073 076 114 162 399 509 522 555 669 676 712 734 973 82013 191 222 234 249 389 412 448 472 55038 139 165 191 195 268 525 40024 033 084 099 242 296 301 782 838 839 963 982 4 1014 060 117 156 181 184 139 230 255 501 577 627 639 661 668 674 56099 113 156 215 245 57033 056 057 105 177 887 768 349 222 338 470 410 304 165 287 719 368 218 336 860 374 862 874 601 729 786 759 270 492 380 789 586 245 350 407 76026 099 114 134 144 313 901 952 956 7 7032 064 073 75035 089 439 485 504 794 823 841 579 686 406 410 595 437 716 553 196 094 462 877 848 804 467 604 458 623 503 308 172 118 770 319 135 407 868 971 695 570 431 515 295 628 768 320 282 723 366 885 755 426 954 465 393 819 406 968 898 475 442 447 498 520 534 925 987 999 64178 551 377 598 452 134 674 541 243 613 503 156 698 846 816 446 726 537 418 542 255 681 538 159 778 201 100 479 906 813 551 134 286 825 752 361 096 829 667 217 091 995 885 625 150 340 909 860 435 329 642 499 634 518 701 742 536 445 260 159 779 720 512 655 610 773 784 560 455 287 177 789 634 144 853 342 298 768 389 902 861 456 883 911 694 964 345 783 541 306 018 110 548 880 397 159 338 141 154 055 907 632 991 638 175 397 965 890 519 373 686 276 443 978 909 551 499 283 555 757 3 3043 048 534 552 570 645 672 675 34081 087 109 227 248 934 936 947 964 3 5081 266 214 348 817 572 668 616 930 773 401 127 833 371 148 994 922 521 897 720 648 468 138 848 692 247 356 428 604 630 666 678 684 713 771 776 790 833 7 8049 182 190 401 571 605 625 671 684 903 954 964 998 804 828 692 892 328 690 409 485 333 198 165 174 107 518 868 375 116 718 773 416 526 204 297 678 447 084 103 157 248 555 920 628 433 823 563 356 999 604 568 594 883 853 717 083 988 14026 132 144 167 722 771 15166 174 211 946 951 27039 114 28197 310 313 360 731 601 225 368 811 781 456 450 323 562 734 411 328 185 234 962 569 508 434 719 623 184 241 266 282 334 385 83135 231 232 271 431 856 649 650 242 898 577 481 840 584 539 169 790 796 876 895 981 6087 677 737 835 900 7026 067 613 254 113 208 518 320 261 816 571 186 255 804 339 314 239 223 286 631 609 135 •209 768 750 301 910 999 715 665 411 961 937 973 766 140 606 208 074 133 839 563 342 307 295 291 133 109 081 099 104 161 406 428 480 596 998 117 242 551 882 519 322 347 252 259 074 911 921 730 138 928 845 634 602 569 721 475 313 967 760 466 379 829 476 335 291 238 290 827 649 359 120 971 166 813 845 736 649 421 287 869 551 552 645 653 711 402 540 568 634 736 434 464 471 65119 160 66025 063 917 929 948 994 7 2041 916 935 969 984 73007 2026 3128 786 456 071 263 796 519 289 629 412 263 880 705 322 356 951 689 664 411 774 286 282 229 146 157 832 582 479 152 946 992 4025 5056 066 077 576 994 862 579 129 972 711 676 670 634 299 684 714 818 800 710 425 348 428 237 875 968 58003 918 987 59103 497 552 582 598 942 988 8 4075 324 688 833 914 85185 86038 045 079 163 678 603 630 694 351 329 298 114 892 880 870 799 585 547 539 850 849 846 767 451 542 471 44051 105 156 183 236 342 344 799 891 897 923 986 993 4 5001 295 377 452 596 631 333 647 666 701 789 824 43093 100 127 130 175 187 371 459 540 575 796 803 925 411 420 514 046 073 082 248 786 338 218 926 8 9019 101 794 830 973 >r erste Len es 757 641 •241 844 723 283 116 975 594 109 161 671 311 800 719 342 855 350 079 976 292 302 309 351 403 410 485 524 592 23407 409 455 547 562 570 594 597 837 844 866 914 944 2 4079 085 116 407 450 639 708 713 899 957 25199 661 258 202 221 835 667 260 ! 998 738 379 403 574 973 657 534 102 762 385 054 745 626 155 251 821 751 376 485 044 771 474 143 833 679 179 317 849 753 760 528 060 783 591 192 922 694 311 333 979 867 793 557 062 663 267 750 704 280 810 179 952 618 406 327 944 636 147 765 572 221 296 381 251 563 935 640 457 940 580 257 233 913 462 119 Sonderdrucke dieser Ziehungsliste Porto, von: 1 Stück 35 Pfg.» 2 Stück 65 Pfg., den Betrag in Briefmarken beizulegen. Bei 48035 037 058 062 090 901 928 938 955 49151 846 898 935 955 50009 011 128 174 194 800 462 088 267 809 741 296 065 764 372 063 859 866 868 870 989 18057 067 173 174 659 678 710 714 811 19030 158 190 222 442 558 601 676 717 743 769 841 870 20025 026 115 164 182 251 259 356 402 486 5£4 586 67207 230 267 431 433 642 652 686 733 997 68167 Bei der am 2. Juni 1987 erfolgten öffentlichen Ziehung üei Ausiosungsrechte wurden folgende Nummern gezogen. Die Mummern gelten tttr alle Gruppen jedes Wert- abschnitts. Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100,— RM. Nennwert der Auslosungsrechte 500,— RM., dazu 4Vi% Zinsen für 11% Jahre --- 264,375 RM., zusammen 764,375 RM. Die Zahlung erfolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in Schuldverschreibungen der Anleiheablösungsschuld des Reichs bei der Reichs- schuldenkasse in Berlin SW 68, Oranienstraße 106/109, oder auch bei allen Reichsbankanstalten mit Ausnahme der Reichshauptbank Berlin. Mit dem Ablaut des 80. September 1937 hört die 733 762 841 873 905 956 984 992 10047 086 194 206 425 445 456 507 924 932 997 11083 088 108 193 229 740 858 12013 065 082 150 163 181 498 526 546 556 575 579 799 814 911 027 805 810 604 475 321 200 812 577 737 526 389 012 127 623 533 574 525 307 Drittel! nau (f auch". 774 204 127 934 882 501 884 624 531 294 122 621 384 279 939 824 420 197 071 928 622 828 809 988 669 550 390 884 367 299 807 401 924 891 464 773 176 097,.. 929 820 476 882 560 516 241 119 907 769 688 428 303 942 716 730 443 991 veranlassen haben. 30015 108 132 238 302 345 392 561 618 638 696 935 604 971 960 653 477 279 sind zu beziehen vom Verlag der Allgemeinen Verlosungstabelle in Grünberg, Schlesien, (Postscheckkonto Breslau 12347) zum Preise (einschließlich 3 Stück 95 Pfg., 4 Stück 1,25 RM.. 5 Stück 1,45 RM., 10 Stück 2,70 RM., 100 Stück 13,— RM. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, der Bestellung größerem Bedarf. Preise nach Anfrage beim Verlag. 798 799 431 657 326 323 sie * in R „ 1861 Sr 30 tred«; in E or! i I< ein b k« et*'8 “j nach.£[ iefltir '"'-B i lfl i 867 576 469 981 765 544 426 094 994 720 484 339 976 685 303 »ferfc Mser Kaper' Jahre- fern w ! Sech* Stadion- nal 503 445 107 670 989 755 287 181 722 338 862 749 425 eite auf ren mb i >uf, 'ast iun kau loch die §ese aau $er ter« au- 1 'ühl alle. - zu. ■ ernt lby, ' au? I 'N zu- ugt. eheu Nuß 'tro. cheu )d). uns Da mit und llen. mit i — chrer iinen ■ ep j anta- «Ty' hen Lchen emen : und Duft« ssend, Frau Steige« t ein )loni« heint: beiter e der Mich ■ man luchen „Sind eruss- ihnen en zu i dem mach« wr/Z , lates ben ich 'N j bo:t irtmal r eine > zum ( denn zierten bekehrt Wege ir Ab- ulegem - nicht, Wandern und Reisen Wanderfahrten benutzen vom 2 Tageswanderungen Für ihn heißt es: deutsch: ich hab all zwei oder drei Wochen Wandern. Aber leicht greif, bar tragen wir hinten aufgeschnallt ein Wettercave, einen Regenmantel oder eine möglichst wasierdichte Windjacke. So etwas rentiert sich ‘djon beim Hinsetzen. Dann haben wir selbstverständlich einen Kocher mit (Benzin kocht bei weitem schneller als Spiritus!) und was so zum Picknick unter einfachen Verhältnissen dazu gehört Da die Füße das kostbarste G t Oes Wanderers .'ind muß er auf ihre Pflege besonders bedacht sein: de-halb lieber ein Paar weiche Strümpfe meyr ois ein paar harte zu wenig. Und Leukoplast! Es ist uns durch einen tigern Anstieg auf den Großen Rothenberg führen. Vor Eintritt auf den bewaldeten Kamm des Berges Bieber — Allenberg — Hohensolms — Helfholz — Bieber. Die nationalsozialistische Weltanschauung, die reorganisierend auf allen Gebieten unseres völkischen Daseins eingriff, hat auch die deutsche Wirtschaft auf eine neue Grundlage gestellt und zur Entfaltung ihres reichen Knospenansatzes getrieben. Die A u s- st e l l u n g „Gebt mir vier Jahre Zeit" in Berlin legt Zeugnis dafür ab. Aber auch die Statistik. Zunächst wurden Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Betrieben zusammengefaßt, der Streik wurde verboten, der noch im Jahre 1932 1 130 000 Arbeitstage verschlang. Während England im Jahre 1936 1830 000 Arbeits- und Lohntage durch den Streik verlor, die USA. gar 13 800 000, hat Deutsch- auf 161,5 Millionen Tonnen. Die Erdölförderung hat sich fast verdoppelt, ebenso die Gewinnung von R e i n k a l i, die Zunahme der öffentlichen und privaten Bauten findet z. B. ihre Dersinnbilb- lichung in den Ziffern der Zement erzeuaung, die 1932 3,52 Millionen Tonnen Zement herstellte, 1935 8,81, im Vorjahre jedoch 12 Millionen Tonnen Die Konkurse im Geschäftsleben gingen von 3283 im Jahre 1932 auf 840 im Vorjahre zurück und die Vergleichsverfahren von 2655 auf 234. Es ist ein neuer zielbewußter Wille in der Wirtschaft geweckt worden und die Zeiten des Pessimismus sind mit den Systemregierungen dahingegangen. „Gebt mir vier Jahre Zeit/- Deutscher Oewerbefieih im Hauptbuch 0es beutscten Lölkes. sonstiges Notwendige für die mitnehmen können. * So, und jetzt der Wanderer, omnia mea mecum porto. Auf meinen Kram im Rucksack. Nun kehrt aber der Rucksack gern das Unterste zu oberst und läßt immer gerade das verschwinden, was wir im Augenblick am nötigsten brauchen könnten. Dieser Schikane begegnet man durch entsprechend gekennzeichnete Säckchen oder Beutel, von denen jeder seine besondere Bestimmung hat. In dem roten Säckchen ist allemal etwas zum Futtern, in dem grünen das Wichszeug, in dem blauen die Hausschuhe na j-.l. usw. usw. Jetzt sind wir Herr über den Ruck- sack, und nicht mehr der Rucksack über uns, wie sich das von rechts wegen auch gehören sollte. Den zweiten Anzug lassen wir schön daheim im Schrank: unser Allwetteranzug ist uns gut lür die dos anerkannt und ausgeprobt beste Mittel gegen Blasen, d. h., sobald man eine Blase am Fuß hat, überklebt man sie mit einem Streifen Leukoplast und dann kann man wieder laufen, ila wußte man überhaupt nicht, was Blasen sind. (Patent an- gemeldet!) Das andere versteht sich fast von selbst. Wäsche zum Auswechseln, Notizbuch, Bleistift, Sicherheis- nadeln, Waschzeug einschließlich Handtuch, Bindfaden, Schnürsenkel. Alle Sorgen, das Grammophon und den Briefordner sollte man möglichst daheim lassen. Wandert man zu zweien, also er und er, oder sie und sie, ober sie und er, dann schließt man am besten von vornherein eine Interessengemeinschaft; aus Gepäckersparungsgründen. Wichszeug auf jeden Fall, Waschzeug (außer Zahnbürste) unter Umständen nur einmal; auch Apotheke, Verband- und Nähzeug nur einmal; ebenso Benzintank, Kocher und derartige Gemeinschaftsdinge; auch Zucker, Kaffee, Salz, Tee. Und einer — wer am besten haushalten kann — führt Kasse; in Ausnahmefällen, etwa wenn man unverhofft auf die „Zivilisation" stößt, kann man dem andern ja ein kleines Taschengeld bewillgen; und sich natürlich auch. — Auf jeden Fall aber sollte bei Gemischtpartien „sie" zum mindesten ihren Wettermantel tragen. Wahrscheinlich bleibt nämlich ohnedies für „ihn" noch genug übr:2. Und nun „Gut Sonne" und gute Kameradschaft. jsd. । Löhnberg — Rasenberg — Beilsiein — Holzhausen — kahenfurt. Von unserem Ausgangspunkt Löhnberg mit feiner hoch über der Lahn gelegenen alten Burg benutzen wir bis Beilstein die Wanderstrecke 7 des Westerwaldvereins. Vom Bahnhof steigen wir hoch durch die am Berghang angelehnte Stadt, kommen an der Löhnberger Hütte vorbei durch Niedershausen, hierauf das hübsche Kallendachtal entlang durch das verträumt liegende Dorf Obershausen, beherrscht von seiner Kirche hoch auf dem Hügel, später an der Oberförsterei Johannisburg vorbei hinauf zum 512 Meter hohen Rasenberg. Die Aussicht von dem nur zum Teil bewaldeten Kamm des Berges ist prachtvoll. Weit schweift der Blick bis zu den höhen der unteren Lahn, wie Schloß Schaumburg und den Limburger Dom, auf Feldberg, Greifenstein, Düns- berg, Hohensolms usw. Das Zeichen leitet uns weiter über Viehweiden, an der Schmalburger Ley, einem großangelegten Basaltsteinbruch, vorüber nach Beilstein mit seiner, das Dorf überragenden Burgruine. (hinter der Ruine gute Wirtschaft.) Ohne Zeichen wandern wir weiter an Wallendorf vorbei, das liebliche Ulmbachtal abwärts durch Holzhausen und von hier an dem anmutig gelegenen Forsthaus Langengrund vorüber durch Greifental nach unserm Endziel Katzenfurt. Wegdauer 5 Stunden. « Wie der Hunsrück und der Taunus, das Sauerland und die Eifel ist auch der Westerwald und das eng mit ihm verbundene Siebengebirge ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges, das sich nördlich des Maintals als gewaltige Hochfläche zu beiden Seiten des Rheines bis zu den Tieflandbuchten von Köln und Münster erstreckt. Das wesentliche Gepräge erhält das Gebirge durch seine in nordöstlicher Richtung verlaufenden Geländerücken, die verhältnismäßig wenig über die weite Hochfläche hinausragen, und durch die jäh und unvermittelt eingeschnittenen Felsentäler, die teilweise weithin berühmt sind. Eine kleine Ausnahme macht darin eigentlich nur das Siebengebirge — eine Reihe von einzelnen Bergen oder Berggruppen aus Basalt —, weil die hier häuftgen weicheren Gesteine über diesen harten Kernen allmählich ausgewaschen wurden. Als Ganzes betrachtet wirkt der Westerwald mit dem 'Siebengebirge fast wie ein Spiegelbild haben wir einen feinen Rückblick nach den Burgen, nach Gießen und auf die benachbarten höhen, während sich beim Verlassen des Waldes ein hübscher Blick auf Königsberg und den Dünsberg erschließt. Unser Zeichen leitet uns jetzt durch freie Gegend, später wieder durch Wald bis an den Fuß des Blei- denbergs, wo wir rote Striche antreffen, die uns auf den Gipfel des Altenbergs bringen, von dessen steinernem Turm sich ein prächtiger Ausblick bis zu den fernen höhen des Westerwaldes, des Hinterlandes und des Dogelsberges bietet. Den roten Strichen nachgehend, gelangen wir alsbald auf guter Landstraße nach Hohensolms, wo wir rasten können. Schwarze Punkte führen uns von hier auf aussichtsreichen Wegen über den hals zum bewaldeten Helfholz, das wir überschreiten. Gegenüber der früheren Oberförsterei Strupbach erreichen wir das Tal, in diesem, nunmehr ohne Zeichen, weitergehend die Landstraße und auf dieser an den Mühlen vorüber nach insgesamt vierstündiger Wanderung unseren Ausgangspunkt Bieber. der Eifel, und er ist ihr auch sonst, vor allem, was die Witterung angeht, sehr ähnlich. Aus den ungeschützten Hochflächen ist es meist reckt windig, so daß sich der Aufenthalt im Sommer sehr angenehm und erfrischend anläßt... in den Fluhtälern dagegen, wo auch die meisten Kurorte und Heilbäder liegen, ist es fast so mild wie am Rhein. Das äußere Landschaftsbild ähnelt dem der Rhön, wenn auch die höchste Erhebung, der S t e g s k o p f, nur 655 Meter erreicht. Viehweiden, Hochmoore und Oedland, vielfach von Tannenhecken als Schnee- fang unterbrochen und mit Basaltblöcken übersät, wechseln miteinander ab und bestimmen die herbe Schönheit des hohen Westerwaldes ... Neuerdings ist viel aufgeforstet worden, doch nimmt man dankenswerterweise große Rücksicht auf das Landschaftsbild. Der Untere Westerwald ist wesentlich anders, hier prangen schöne Wälder, meist Buchen und Tannen, hier wogen ertragreiche Saatfelder, hier grünen Schöner Westerwald Von Or Karl Neurath. Mit Sonntagskarte fahren wir nach Bieber und Bahnhof gelbe Andreaskreuze, die Teil des Ortes und hierauf in kräf- fteUung von vielen Millionen Arbeitern machte sich auch in der Schwerindustrie außerordentlich bemerkbar. Die Stahlerzeugung stieg von 5,77 Millionen Tonnen im Jahre 1932 auf 11,92 im Jahre 1934 und gar auf 19,16 im Jahre 1936. Steinkohlen wurden im Jahre 1933 109,9 Millionen Tonnen gefördert, 1936 aber 158,4 und entsprechend stieg die Braunkohlen förderung von 126,8 land keinen einzigen Arbeitstag den Streiks geopfert. Im Gegenteil: Die Neu- beschäfttgung von über 5 Millionen Arbeitslosen brachte Geld unter das Volk und auch in die Ladenkassen. Und wenn auch die Preise nicht erhöht werden dürfen und die Verkürzung der Gewinnspannen dem Einzelhandel gewisse Einbußen brachte, so hob doch der steigende Umsatz diese Einbußen auf. Allein an Nahrungsmitteln stellten sich die Umsätze im Jahre 1933 auf 10, 1935 auf 11,4, 1936 aber bereits auf 12,3 Milliarden Mark, für Bekleidung stiegen sie von 5,8 auf 7,6, für Hausrat und Wohnbedarf von 2,3 auf 3,6, für Kultur und Luxusbedarf von 2,6 auf 3,1 Milliarden Mark. Wichtig war die Erkenntnis, daß wir möglichst zur Rohstofffreiheit gelangen müssen, und die Erzeugung an Kunstharzen, Zellwollen usw. ist im Laufe von vier Jahren gewaltig gesttegen. Die erzeugte Menge Zellwolle betrug 1933 5000 Tonnen, im Jahre 1936 42 000 und 1937 75 000 Tonnen. Das deutsche Kunstharz hat weitgehend sogar die Auslandsmärkte erobert, und für die Fabrikatton des deutschen synthetischen Kautschuks wurde mit 30 Millionen Mark Kapital die Buna G. m. b. h. gegründet. Ebenso stteg die Erzeugung des Aluminiums, das viele Buntmetalle verdrängt hat, vdn 18 000 Tonnen im Jahre 1933 auf 98 400 Tonnen im Jahre 1936. Die gewaltige Anspannung aller Kräfte, die Ein- Vom Reisen, Wandern und Mnehmen. Von denen, die für ihr Gepäck drei Kofferschränke, zwei große Handkoffer, einen lackierten Stadtkoffer, drei Hutschachteln, ein Schirm- und Stockfutteral, einen halben Güterwagen, eine Speditionsfirma und vier Dienstmänner zur Verfügung haben, — von denen wollen wir schon gar nicht anfangen zu reden; die reisen nicht, sondern ziehen um. Reden wir also von denen, deren Gepäckstücke man nicht zu numerieren braucht, weil sie nicht über die Zahl Eins hinausgehen, hier ist das Kunststück, alles gut und ordentlich zu verstauen, was man braucht, und deshalb auch nicht ein Stück zuviel und vor allem keines zu wenig mitzunehmen. Dazu muß man natürlich wissen, was man vor hat: Standquartier mit Ausflügen in die nähere ober weitere Umgebung, ober Wandern mit täglich wechselndem Uebernachtungsort. Der Standquartierler darf ruhig seinen Koffer mitireh- men, denn er braucht ja sehr wahrscheinlich außer dem handfesten Reise- und Wanderanzug auch noch einen Anzug für die Nachmittagspromenade ober ben Abend. Und für so etwas ist der Koffer allemal ein besserer Aufenthalt als der Rucksack, da der Rucksack die Falten gern etwas eigenwillig bügelt. Ist der Reisende eine Frau, dann sind es eben statt des einen Anzugs drei Kleider „für alle Fälle", und auch sie werden sich im Rucksack etwas deplaciert fühlen. — Von Wäsche und Strümpfen kann man nur so allgemein sprechen. Es gibt Leute, die wechseln jeden Tag ihre Strümpfe, indem sie, was heute rechts war, morgen links anziehen und umgekehrt; aber so viel von beibem sollte man doch mitnehmen, daß man mindestens einmal in der Woche zu wechseln hat. Das macht sich besser. Und für die Nächte empfiehlt sich vor dem Nachthemd der Schlafanzug. Ganz abgesehen davon, daß er auch vornehmer und fortschrittlicher wirkt. Und selbstverständlich ein leichter Hausschuh: d. h. natürlich zwei, für jeden Fuß einen. Denn bas kann man sich ja ohne weiteres benfen, baß sich abends bie armen Füße, ob sie nun aus Bergsteigerttceieln ober aus Tanzschuhen herausgeschält werben, herzlich über ein wenig Freiheit und Erholung freuen. Ist nun noch Platz im Koffer, so vergesse man eine kleine Hausapotheke, einen guten Kognak, etwas Nähzeug, ben Badeanzug, bie Sicherheitsnadeln und ben Rucksack nicht. Ja, ben Rucksack vorläufig im Koffer, benn nachläufig brauchen wir ja schließlich auch etwas, worin wir unfern Munboorrat und DPA saftige Wiesen, hier rauschen zwischen ragenden Schieferfelsen fischreiche Bäche, hier strömen die heilkräftigen Wasser aus dem Schoß der Erde.. Bei Frickhofen birgt er auch ein kleines Wunder, das ewige Eis an der Dornburg.. So lange die Menschheit in dem Wahn lebte, daß frische Luft und Wasser ungesund seien und so lange man noch nicht die Lust des Schneeschuhlaufs erlebt hatte, so lange war der Hohe Westerwald natürlich eine übel beleumundete Gegend, und der Fremdenverkehr beschränkte sich fast ausschließlich auf die Randgebiete und die Täler der Lahn, der Niste, des Gelbachs, der Wied, der Sayn und vor allem des Rheines, aus dem die berühmteste Erhebung des Siebengebirges, der Drachenfels, fast unmittelbar zu einer Höhe von 325 Meter emporsteigt... Er ist der kleinste der sieben Brüder; die anderen sind: Wolkenburg 324 Meter, Petersberg 331 Meter, Nonnenstromberg 336 Meter, Lohr- bera 4135 Meter, Löwenburg 455 Meter und Großer Oeloerg 460 Meter. All diese Berge, Städtchen und Bäder zu ihren Füß-en, die ein erlesenes Schmuckstück der Rheinlandschaft sind, werden natürlich sehr stark besucht und haben, wie Bad Ems und andere Lahnbäder, höchst vornehme Gaststätten aufzuweisen. Im Unteren Westerwald, dem sogenannten Kannenbäckerländchen, und in den Höhenorten des Westerwaldes ist es selbstverständlich billiger, aber es herrscht dort auch noch nicyt überall die Behaglichkeit und der Fortschritt wie in den Tälern. Es gibt jedoch schon eine ganze Reihe von empfehlenswerten Sommerfrischen, die allen Ansprüchen gewachsen sind. Vehelssbriiüe und Arbeiterlager bei Reiskirchen. Die Arbeit an der Reichsaulobahn. ß KL rwK denn 175 Meter lang. Es handelt sich dabei um auf der Höhe bei Oppenrod ein großes Arbeiterlager. * R e i s k i r ch e n , 12.6. Die Arbeit an der Reichsautobahn im Gebiet unserer engeren Heimat, in der Landschaft Garbenteich—Steinbach — Burkhardsfelden—Reiskirchen —Bersrod machen große Fortschritte. Während die große Brücke bei Garbenteich ihrer Vollendung entgegensieht, während am Dorfausgang von Steinbach eine weitere Brücke bereits weit gediehen ist, während überall an der Strecke eifrig am Unterbau^ der Reichsautobahn gearbeitet wird, entstehen gegenwärtig an der Grünberger Straße kurz vor Reiskirchen eine große Behelfsbrücke und LUU VLH UIUDC3 aiutlltuuijn. w.... -L . '-V ------ ‘"••D---/ -i, ./ Die Behelfsbrücke, die dazu dienen soll, eine Holzbrücke, die aus starken Stammen auf- den Transport von Erdmaterial von der Anhöhe, gebaut wird und die schwere Transportzuge der links der Straße, in die Talsohle zu bringen (zum Feldbahn zu tragen hat. Für die Brücke werden Zweck der Dammaufschüttung), wird nicht weniger 400 Festmeter Holz gebraucht. Die Brücke selvst, soweit sie bisher fertiggestellt ist, bietet einen interessanten Anblick. Sie baut sich aus einer Fülle von Balken uud Stämmen auf, die fast verwirrend wirkt. Erst bei genauem Zusehen wird man dessen gewahr, daß eine ausgeklügelte Planung zugrunde liegt. Es fällt nicht schwer zu glauben, daß diese Brücke ungeheure Lasten zu tragen vermag und der Fachmann läßt uns wissen, daß selbst eine ausgewachsene Lokomotive der Reichsbahn ohne Gefahr die Brücke passieren könnte. Sie wird selbstverständlich nur von der Feldbahn mit einer Spurweite von 90 Zentimeter benützt. Das neue Arbeitslager, das bei Oppenrod ebenfalls an der Straße Gießen—Grünberg liegt, erhält damit einen landschaftlich außerordentlich bevorzugten Platz. Von dem zukünftigen Lager aus hat man einen weiten Ausblick über Berge und Täler. Für die Aufrichtung der Häuser wurde bereits eine große Menge Material angefahren. Diele Pfähle wurden in den Boden gerammt, die die Häuser tragen sollen. Mit der Errichtung dieses Arbeiterlagers wird vielen Volksgenossen, die sonst in Omnibussen von weit her kommen müssen, eine große Erleichterung geschaffen werden. Ehrenpreis des Führers für die Frankfurter Regatta -1937. Wie im Vorjahre hat der Führer und Reichskanzler auf die Bitte des Oberbürgermeisters auch für die 46. Internationale Frankfurter Ruder-Regatta, die am 10. und 11. Juli 1937 stattfindet, einen Ehrenpreis gestiftet. Alle 12 Uhr. für alle aktiven Schuhen Pflicht. 4058° Gthützenveveitt Gietzen e. ö mit M. S. >Mi 1 waukee« BadestoHe und Bademäntel in großer Auswahl I hteWe sehr billig! c mit Dampfer >Reliance< 4048 D empfiehlt 41O7Ä Parfü- |U| I IM I Mäns- merie Iwl VI I !■ bürg 8 Ihre Vermählung geben bekannt Gießen (Stadt Marburg), den 12.3um 1932 4060 V Es laden freundlichst ein: 4045° er»en Keller. 692D Fünf Kinder z u r W eit g e brac h t WWkMeMl MSMMlWW! Hochwaldhausen im Voglsb.Höhenluftkur ort 500 Met. üb.d.M., gesundes Klima. Für Erholungssuchende ideal Aufenth Privat pens. „Waldeslust“. Ruh. u. staubfr. Lage dir. a. Walde. Liegewiese a. Hause in gr. Gart. SchöneZimmer. Gt. bürgl.Küche.Volle Pens. 3.50. 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Schausp. v. Gerhard Menzel Viel Lärm nm nichts, Lustspiel von Shakespeare Kälbchen von Heilbronn, historisches Ritterschauspiel von H. von Kleist. Spielpläne durch Stadtverkehrsamt Marburg und die Reise- und Verkehrsbüros. 4070D öpiertogöesöeoilHien Spotts Sonntag, den 13. Juni 1937 DpfesschieSen von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. 3 Schuß 10 Pfennig (kein Sportgroschen) Ab 30 Ringe Treffernadel. Volksgenossen sind herzlichst eingeladen, sich am Schießen Die KriegetlomeraölilioilStflüWtg feiert Sonntag, den 13. Juni, ihr WWW Mtlen Otierhansen (Wassersuppe) Post- und Bahnstation Gersfeld Privatpension Hans Rhönhof Neu einger. Fremdenzimmer mit fl. Wasser m. u. ohne Penß. Pens.- Preis RM. 3.50 4.00 b. 4 Mahlzeiten. Ruhige gesunde Höhenlage. Gute Küche. Teleph. Gersfeld 256 [4064V lAf EZDDE DRUCKSACHEN W CIX DC Brühl. Gießen Ä TM - AM:. Nr?34 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen)Samstag, 12. Zuni 1957 Aus der Stadl Gieß Der schöne Sommermorgen. Das Gezwitscher der Schwalben weckt uns am Morgen. Die Sonne will eben aufgehen. Können wir da noch im Bette bleiben? Hast du schon einmal den ganzen Zauber eines Sommermorgens erlebt? Nein? Dann verlasse ganz früh dein Ruhelager und folge dem traulichen Morgenlied der Schwalben. Du wirst es nicht bereuen. Die Freude des Anfangs, die Freude des Aufbruchs in der Natur wirst du fühlen und mit großer Ergriffenheit in dich aufnehmen. Ein heimliches Beben geht durch alle Lebewesen, durch jedes Vöglein, durch jeden Baum und jede Blume... Und dann kommt die Sonne. Ihre ersten Strahlen treffen die Rosenknospen, die noch im Glanze des Tgues stehen. Leise und vorsichtig öffnen sich die Blütenblätter. Der Rosenduft umweht uns. Das Sonnenlicht öffnet die Kelche, die Vögel beginnen mit ihrem Gesang, die Bienen summen aus ihrem Stocke und fliegen hinaus zum fleißigen Tagewerk. Jedes Blättchen an den Bäumen und Blumen streckt sich der Sonne entgegen. So wartet jedes Geschöpf voll Sehnsucht auf das Kommen des Himmelslichtes. Vom nahen Walde läßt der Kuckuck seinen neckischen Ruf ertönen: Kuckuck! Kuckuck! In solchen Stunden wird auch dir das Herz hell und frei. Alles will jubeln und sich freuen. Durch das taunasse Gras geht dein Schritt zum Walde. Da hörst du plötzlich die Morgenglocken der Dörfer ringsum. Mußt du dann nicht stillstehen und in Andacht verharren? Wie traulich erklingen die Töne der Glocken durch den lichten Morgen! Nun läutet auch die Frühglocke in deiner Heimat. Die Bauern erheben sich, fahren hinaus aufs Feld und holen das erste Futter. Bald wird es überall lebendig. Wagen rasseln, und Rufe ertönen. Schon hist du nicht mehr allein am Waldesrand. Aus den Schornsteinen steigt der erste Rauch senkrecht in die Luft. Der Morgenkaffee wird gekocht. Und du steht da oben und kannst nur sagen: Wie schön, wie unendlich schön ist Gottes weite Welt! ... Mit glänzenden Augen kehrst du zurück und beginnst deine Tagesarbeit voll fröhlicher Andacht und zukunftsfreudiger Hoffnung. So kann nur der schöne Sommermorgen zaubern. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag: Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, Gastspiel der spanischen Tänzerin Manuela del Rio. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Peter im Schnee". — Marine- Kameradschaft: 8.30 Uhr Monats-Musterung. — GRG.: 20.30 Uhr Unteres Bootshaus Kameradschaftsabend. — Universitäts-Sportfest: 15 Uhr Universitäts-Sportplatz. Tageskalender für Sonntag: BDM.-Sporttag: 15 Uhr Universitäts-Sportplatz. — Gloria-Palast (Seltersweg): '„Peter im Schnee". — Oberhessischer Gebirgsverein: Wanderung Nassau-Obernhof. — Schützenverein: 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr Opferschießen. heute einmaliges Gastspiel Manuela del Rio. Heute abend findet im Stadttheater Gießen das Gastspiel der spanischen Tänßerin Manuela del R i o statt. Bei dem Gastspiel der jungen Künstlerin wird außer dem Klavierbegleiter Alfonso der Gitarre-Virtuose Joaquin Roca auftreten, der nicht nur zusammen mit der Tänzerin, sondern auch solistisch mitwirken wird. Die Partner bilden seit Jahren die Begleitung der Künstlerin. Es kommen nur original-fpanische Tänze önd Musikstücke zum Vortrag. Mitglieder-Versammlung des Älice-Frauenvereins. Der Alice-Frauenoerein, Ortsverein Gießen im Deutschen Roten Kreuz veranstaltet am Mittwoch, 16. Juni, im Hörsaal der Univertäts-Frauenklinik in Der Mnmaße ferliggestellt. In diesen Tagen wurden die Einfamilienhäuser, die von der Baugenossenschaft 1894 errichtet wurden, und die die Jahnstraße bilden, endgültig fertiggestellt. Die Häuser, zehn an der Zahl, alle weiß verputzt, machen einen überaus freundlichen Eindruck und heben sich, von der Stadt aus gesehen, lebhaft vom dunklen, sattgrünen Hintergrund des Philosophenwaldes ab. Die Häuser, mit deren Bau im Juli des vorigen Jahres begonnen wurde, find durchweg bereits bewohnt. Auch die Vorgärten sind alle, soweit sie innerhalb der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit kultiviert werden konnten, angelegt. -8W (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) Feriengestaltung durch die HL. Seit der Machtübernahme veranstaltete die Hitler- Jugend des ganzen Reiches in jedem Sommer gewaltige Z e l t l a g.e r, die von den einzelnen Bannen getragen waren. Noch steht die Hitler-Jugend des Bannes 116 unter dem erhebenden Eindruck des vorjährigen Lagers in Grünberg, das von Tausenden von Hitler-Jungen und Jungvolk-Pimpfen besucht wurde. Seitdem ist die Organisation nicht stehen geblieben, sondern hat auch für dieses Jahr neue und erweiterte Pläne aufgestellt, die demnächst zur Durchführung kommen. Während in den letzten Jahren die Jungen ihre HJ.-Ferien an einem einzigen Orte, eben im Zeltlager verbrachten, geht das Streben der HJ.-Führung in diesem Jahre darauf hinaus, die Jungen auf größere Fahrten gehen zu lassen und ihnen die landschaftlichen Schönheiten angrenzender Gebiete zu zeigen. Deshalb hat die Gebietsführung Hessen-Nassau der Hitler-Jugend die große Hessen-Nassau - Fahrt organisiert, die einen Austausch der Vanne innerhalb der Grenzen des Gebietes vorsieht. Sinn und Zweck dieser Fahrt soll es sein, den Jungen die nächste Heimat näher zu bringen, sie mit den Sitten und Gebräuchen der durchwanderten Gebiete bekanntzumachen und ihnen die Seele der Heimat und ihrer Menschen zu erschließen. Der Bann 116 beteiligt sich mit annähernd 600 Mann an dieser Hessen-Nassau-Fahrt. In Gruppen von je 20 bis 25 Mann werden die Hitler- Jungen unter Leitung ortskundiger Führer den Spessart erwandern, jenes riesige Waldgebiet im Südosten des Gaugebietes, das so eng mit der Siegfriedsage verbunden ist. Neben Wanderungen, Spiel- und Sportvorführungen in engem Kreise sind Dorfgemeinschaftsabende in den Quartierdörfern vorgesehen, die als Erholungs- wie als Feierstunden für die wandernden Hitler-Jungen wie für die Dorfbewohner gedacht sind. Träger dieser Freizeitgestaltung werden die HJ.-Wandergrup- pen sein. Diese Hessen-Nassau-Fahrt wird für den Bann 116 am 9. Juli 1937 mit einer Sonderzugfahrt in Richtung Spessart beginnen und bis zum 15. Juli dauern. Neben diesen 600 Junggenossen sollen noch Sondereinheiten in Stärke von annäherdn 200 Mann auf Fahrt gehen. Da die gesamte Hitler-Jugend des Gebietes ihren Urlaub nicht auf eine einzige Woche zusammenlegen kann — muß doch das vielseitige Wirtschaftsleben dabei berücksichtigt werden — werden weitere Einheiten des Bannes 116 das große Zeltlager des Gebietes am Gederner See besuchen. Viele Hitler-Jungen ganz Oberhessens sind ja die vielen Lager an dem herrlich gelegenen Gederner See schon ein Begriff geworden, so daß über dieses Zeltlager nichts weiter gesagt zu werden braucht. Jedenfalls wird es wieder „knorke"! Dieses gegenüber früheren Jahren bedeutend ve r - größerte Lager wird vom Bann 116 vom 20. bis 27. Juni und vom 8. bis 15. August mit je 200 Junggenossen besucht werden. N^eben diesem zentralen Lager des Gebietes sind für die Sondersormationen des Bannes noch verschiedene kleinere Lager vorgesehen. So trifft sich die Marine - Hitler-Jugend des Bannes 116 in Lorch mit ihren Kameraden aus den anderen Bannen, die M o t o r s ch a r wird gemeinsam mit dem NSKK. ein Lager durchführen, in dem sie ein mehr auf das motorsportliche Leben zugeschnittenes Programm erleben wird. Ebenfalls werden die HI.-Flieger und die Nachrichteneinheit gesonderte Lager durchführen. Insgesamt steht zu erwarten, daß in diesem Sommer über 1500 Junggenossen des Bannes 116 ihren Urlaub in der Gemeinschaft der Jugend mit gleichgesinnten Kameraden erleven werden. Hk. ihre Mitgliederversammlung. Nach dem Jahresbericht und der Rechnungsablage wird Professor Dr. von Jaschke einen Vortrag halten. Aenderungen der Sendezeiten beim Heichssender Frankfurt. Reichsminister Dr. Goebbels hat den Intendanten der Reichssender Anweisung' gegeben, die Darbietungen des Rundfunks immer stärker auf das Leistungsprinzip abzustellen und unter Wahrung einer hochwertigen Volkstümlichkeit für eine noch größere Farbigkeit und Lebendigkeit der Programmgestaltung Sorge zu tragen. In Verfolg dieser Richtlinien hat der Intendant des Reichssenders Frankfurt Hanns Otto Fricke einen generellen Umbau des Programms in die Tat umgesetzt, lieber diese Maßnahmen, die ab 27. Juni in Kraft treten, macht der Intendant u. a. folgende Mitteilungen: Ich habe grundlegende Neuerungen eingeführt, welche vor allem darauf abzielten, das Programm, themenmäßig gesehen, variabel zu gestalten, etwa so, daß der besten Sendung die beste Zeit geworden ist. Als eine der besten Sendezeiten sehen wir die Zeit von etwa 19 bis 22 Uhr an, weil diese Zeit erfahrungsgemäß die größtmögliche Zahl von Hörern an ihren Empfangsgeräten sieht. Ab 27. Juni wird von 19 bis 21 Uhr leichte beste Unterhaltung gesendet, sei es Musik, sei es Wort, sei es beides zusammen. Der künstlerischen Sendung gehört für die Folge die Zeit nach 21.15 bis 22 Uhr und darüber. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Betr. hessen-Nassau-Fahrt und Zeltlageraktion. Zu einer Vorbesprechung für die Hessen-Nassau- Fahrt und die Zeltlageraktion haben alle Gefolgschaftsführer und Unterbannführer heute, 20.30 Uhr, an der Banndienststelle anzutreten. Vetr. Spielschar. Die für die Spielschar 116 gemeldeten Jgg. treten am 16. Juni 1937, 20.30 Uhr, an der Banndienst- stelle an. BDM., Untergau 116, Gießen. An die Bevölkerung von Stabt und kreis Gießen! Am morgigen Sonntag, 13. Juni, um 15 Uhr, findet auf dem Universitätssportplatz unser Sporttag 1937 des BDM. und IM., Untergau 116, Gießen, statt. Aus diesmal geht unser Ruf an alle Volksgenossen, die sich der Jugend verbunden fühlen und sich zu ihr bekennen. Kommt und überzeugt euch von der Sporterziehung und Leistung unserer Mädel! Veranstaltungsfolge: 1. Einmarsch und Fahnenhissen; 2. Körperschule des BDM.; 3. Spielwiese der IM.; 4. Mannschaftskampf des BDM.; 5. JM.-Tauziehen; 6. Handballspiel der M.-Gr. 1/116; 7. IM.-Singwettstreit; 8. Mädeltänze; 9. Siegerehrung und Einholen der Fahne. Liesel Göbel, JM.-Untergauführerin. Käthe Pfeffer, Mädeluntergauführerin. ZM. ilntergau 116, Gießen. Die für die nächste Woche angefetzten Standortbesichtigungen durch die Jungmädelführerin des Obergaues müssen ausfallen, da sie zu einer Tagung nach Berlin einberufen ist. Die Standorte Bettenhausen, Muschenheim, Eberstadt, Ober-Hörgern, Langsdorf, Villingen, Ober- und Nieder-Bessingen und Münster sollen sich aber doch für kommenden Mittwoch und Donnerstag bereithalten. Näherer Bescheid geht den Standortführerinnen noch zu. Die Führerin des IM.-Untergaues 116: gez. Liesel Göbel, JM.-Scharführerin. 3u Besuch im NGD.-Mütter-ErholungSheim. Gießener Frauen im Taunus. In diesen Tagen unternahm die Frauenschaftsleiterin Frau Wrede mit den Sachbearbeiterinnen des Kreises und den Leiterinnen der Verbände des Deutschen Frauenwerks einen Ausflug nach Falkenstein im Taunus, um dort das Mütter-Erholungsheim der NSV. zu besichtigen. Das schöne Heim ist hoch und frei in der Mitte eines herrlichen Parkes gelegen. Aus allen Fenstern der großen luftigen Räume genießt man die Aussicht auf den Ort und die Burg Königstein. Schattige Waldpartien, Besuch bet Grabbe. 23 on Ivolfgang Goeh. Detmold ist eine angenehme Stadt. Man soll dies Beiwort nicht in dem Sinne nehmen, wie es heute verwaschen und ausgeleiert etwa als verlegene Erwiderung auf eine Vorstellung gebraucht wird, sondern so, wie es ein Dichter des achtzehnten Jahrhunderts empfindet, wenn er singt: O angenehmer Hain! Es hat keine häßlichen Vorstädte, sondern auf einmal ist man aus der Wiese oder dem Wald in eine saubere Straße geraten. Schiefergedeckte Häuser wechseln mit Fachwerkbauten, davon gegenwärtig jedes dritte von oben bis unten blitzblank abgeputzt wird und an denen schöne Sprüche eingeschnitten oder gemalt sind, meist aber: An Gottes Segen ist alles gelegen. Das lustige ist, daß die Schriftform durch alle Jahrhunderte diefelbige bleibt, wie der Stil der Häuser, so daß nur die gewissenhaft angebrachten Jahreszahlen das Alter verraten. Nur in den vornehmen Gegenden der Stadt, etwa in der „Allee", stehen reizvolle Empirebauten, zu denen Treppchen mit zierlichen Geländern emporführen, blitzend von blinkenden Messingknöpfchen. Auch die Gotik der vierziger Jahre ist vertreten und durch ihre Fenster kann man noch prunkvolle Alabasteroasen sehen mit schnäbelnden Vögeln darauf, die den Tauben ähneln. Die öffentlichen Gebäude sind von jener vornehmen Sicherheit, die imferen Großvätern eigen war, so das Rathaus, mit seiner gebrochenen Freitreppe. Oder weiter zurück das ein wenig hochmütige Schloß mit alten Kanonen und leeren Schilderhäuschen, darin nicht einmal mehr „der", Soldat über Lippe-Detmold, die wunderschöne Stadt, wacht, wie das alte Lied zu künden weiß. Man fühlt sich ein wenig linkisch in dieser stattlichen- Umgebung, durch die sich die bösen Automobile gar nicht getrauen, geschweige denn die Motorräder. Die Detmolder selbst bewegen sich völlig ungezwungen, und sie stehen ihrer 'Stadt wohl an, wie denn hier rundum ein Menschenschlag sitzt von einer Ruhe in Blick und Gebärden, daß man es ihnen verwünscht gerne nachtun möchte. Es gibt Gesichter, wenige nur, die ändern sich nicht, so lange sie auf diese Erde blicken. Denen gleicht hier das Volk: vor hundert und hundert Jahren ist es so gewesen und wird, Gott gebe es, noch lange so bleiben. Wie bei den Lebenden geht es bei den Toten schlicht vornehm und konservativ zu. Nicht nur, daß der Name Thusnelda sich häufig findet, auch die Denkmäler zeigen noch bis in die fünfziger Jahre die schönen, von steinernen Tüchern umwundenen Vasen, schwere Würfelsteine mit milden Palmetten, die doch in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts nur Mode waren. Es mutz schon eine Fürstin gewesen sein, die ihr Denkmal nach dem Geschmack des Tages erhält, die schmale spitze Pyramide, die auf Kugeln ruht und die ein goldner Stern überglänzt. Lauter Präsidenten, Kammerherren, Fürstlich - Lippische Obersten, Hofrichter ruhen sie da unter schichtweise aufeinander getürmten Epitaphien der Geschlechter-Epochen, eingesunkenen Hügeln und verrutschten Tafeln. Ich kann mir recht wohl vorstellen, daß einem besonders wenn er das Unglück hatte, im Schatten Byrons heranzuwachsen, diese'langsame Ruhe und dieser gesicherte Stolz an den Nerven reißt, daß sich der Gedanke in ihm verbeißt: „Nun gerade nicht, nun erst recht nicht!", daß er auf den Tisch haut und wüste Worte brüllt und säuft. Es dürfte schwer fallen, unter all den schönen Malen Christian Dietrich Grabbes Stätte zu finden; mich wies ein freundlicher alter Herr zurecht, der mir auch die stille Pforte erschloß. Und wie sie alle so sanft ruhen in der Runde, ich konnte mir dabei beim besten Willen nicht vorstellen, daß sie hier einmal den weiland Advokaten und Regimentsauditeur unter frommem Sang und gewiß bedenklich zweifelhaften Trostesworten des Herrn Pastors eingesenkt haben. Die mancherlei Erinnerungen spielen mir einen schlechten Streich, das weiß ich wohl, aber es ist, als hätte er sich in feiner Ecke hingeworfen: „Nun Schluß! Hol euch alle der Geier! 'Viel Vergnügen!" Eine erschreckend dicke Decke von Efeu hat er über sich gezogen, das wuchert breit hier, weit über die Daten der Geburt und des Todes, daß man nur lesen kann: Hier ruht / in Frieden der / Dichter / Christian Dietrich Grabbe. Schön iff der Stein eben nicht, eine Tafel, die eine Art krönenden Aufsatzes hat, der dadurch entstanden zu sein scheint, daß man oben ein Stück einschnürte. (Doch sind alle Freunde Grabbes herzlich gebeten, es bei diesem Steine belassen zu wollen, ' wobei sie auf die fürchterlichen Folgen der E. T. A. Hoffmann-Verehrung auf dem Jerusalemer Friedhof in Berlin erinnert werden.) Daneben unter der gleichen Efeudecke ruht die Mutter. Eine gleiche Tafel zeigt die Inschrift: Hier ruht / m Frieden / neben ihrem / Sohn / die Mutter / Dorothea / Grabbe / geb. Grüttemeier. Die Daten sind wiederum nicht zu lesen vor lauter Grün. Diese seltsam rührenden Worte sind die schönste Huldigung für Christian Dietrich, denn was besagt der Titel: Dichter, auf feinem Stein? Aber welch ein Stolz und welche hingebende Demut liegt in dem Wort „Die Mutter!" Ob das unglückselige Weiblein sich selbst die Inschrift erdacht hat oder ob Freunde die Worte so fein setzten? Ich weiß es nicht. Die Dame Grabbe, geborene Clostermeier, dürfte kaum beteiligt sein. Sie liegt auch nicht dort unter dem Efeu, wenigstens zeigt es kein Stein, iüir wollen es auch nicht hoffen. Es wußte mir auch niemand zu sagen, wo sie verwest. Ich bin dann hingegangen in das kleine Haus, in' dem Grabbe lebte und starb. Die Wahnerstraße ist ein krummes Gäßchen. Das Haus — Nummer 5 — hat einen Stock, auf dem noch ein Manfarden- fenfter hockt. Heute gehört es einem Bäckermeister, dessen Großvater es von der Grabbe gekauft hat. Ich trat in einen kleinen Gang, der das Grabbe- Haus von Freiligraths Geburtshaus trennt, und wo man eben etwas muffige Wolldecken aufgehängt hatte. Ein Türchen führt von dort ins Haus, und da ich jemand drin wirtschaften hörte, klopfte ich und fragte, wo denn der Dichter gestorben sei. Die freundliche junge Frau sagte, ich stünde just in dem R-aum. Früher sei keine Tür, sondern nur ein Fenster gewesen, ich möchte entschuldigen, es sähe so unordentlich aus. Nun ja, es ist eben ein Flürchen, das als Abstellraum benutzt wird, und die Unordnung — sie war gar nicht groß — stimmte vortrefflich. Vielleicht drei Meter im Quadrat ist das Zimmer. Wenn man hinaussieht, hat man die kahle Wand des Nachbarhauses vor sich. Die Frau Grabbe habe ja oben gewohnt, sagt die freundliche Wirtin, er unten, denn sie hätten getrennt gelebt. Es klingt wie eine Entschuldigung. Aber so ist es, so muß das Zimmer aussehen, in dem sich das schauderhafteste Sterben herunterquälte. Ganz vortrefflich mutz sich die schmetternde Stimme der Dame Grabbe, -geborene Clostermeier, hier in den engen Wänden gebrochen haben. Der dünne Kaffee aab hier in dieser Jämmerlichkeit den rechten vollen Duft, und diese Ecken sind geschaffen für das arme mummelnde Mütterchen. Ich bin fast enttäuscht, als meine Führerin mich in das — sauber und nett eingerichtete — ehemalige Arbeitszimmer blicken läßt: es führt auf die Straße, deren andere Seite eine Mauer begrenzt, die von hellen .Bäumen übergrünt wird. Im oberen Stockwerk muß die Aussicht wunderhübsch sein. Aber da wohnte ja die liebe Frau. In der „Stadt Frankfurt" aß ich zu Mittag und habe den Oberkellner gefragt, ob man noch Kunde hätte, wo der Dichter Grabbe feine verschiedenen Früh-, Mittag- und Abendschoppen zu genehmigen pflegte. „Hier", sagte er. Ja, früher hätte es noch ein paar Kneipen gegeben, aber die seien jetzt verschwunden. Gewiß, denn Abwechslung erfreut nicht nur, sie ist auch geboten, wenn die Kreide nicht mehr hinreicht. Und, wenn ichs recht überlege, die Dame Grabbe, geborene Clostermeier, hatte vielleicht von ihrem Standpunkt aus ganz recht, wenn sie in die Beletage zog, um ihrer Nachtruhe willen. Deshalb braucht man sie doch nicht sehr zu lieben, was denn auch keiner tun wird, der den Sterbeort dieses Zerrissensten gesehen hat. Man kann sich schwer vorstellen, daß er wo anders hätte enden können. Der Anfang einer großen Laufbahn. „Ein junger deutscher Techniker", so erzählt „Re- clams Universum", „verließ seine Heimat, um in London fein Glück zu versuchen. Er stieg hier in einem Hotel dritten Ranges ab, durchwanderte am nächsten Morgen die Straßen, und während er die Schilder der Läden studierte, entdeckte er ein hübsches, großes Schild mit der Aufschrift „Under- taker“. Obwohl er wenig Englisch verstand, wußte er doch so viel, daß dies „Unternehmer" bedeute. Mit diesem Mann könnte ich über unsere neue Galvanisierungsmethode sprechen, dachte er und betrat den Laden. Doch zu seiner Verwunderung erblickte er in dem Raum nichts als — Särge. Er versuchte in gebrochenem Englisch fein Anliegen vorzubringen, aber der „Undertaker“ verstand ihn nicht, bis ein alter Herr, der sich in dem Laden aufhielt, als Dolmetscher eingriff und dem jungen Mann die Erklärung gab, daß in England „Undertaker“ auch die Leute genant werden, die Begräbnisse besorgen. Mit seinem Patent müsse er sich an die Ekkingtons in Birmingham wenden Der junge Mann setzte sich sofort auf die Bahn und sprach am nächsten Tage in der Fabrik vor, wo er jedoch kühl empfangen wurde. „Täglich", sagte ihm der Direktor, „werden uns sogenannte neue Erfindungen angeboten, die sich meistens als wertlos erweisen. Auch besitzen wir schon ein Patent das uns das Recht sichert?elektrische Ströme, die durch galvanische Batterien erzeugt werden, zu Gold- und Silberniederschlägen zu verwenden. Wir bezweifeln, daß es eine bessere Methode als die unsere geben kann." Der junge Mann ließ sich nicht abweisen und bat um die Erlaubnis, Proben feines Verfahrens vorlegen zu dürfen. Im Hotel angelangt, machte er sich in feiner Dachstube ans Werk und vergoldete den ganzen Waschapparat, Becken, Kanne und was sonst dazu gehörte. Das Ergebnis seiner nächtlichen Arbeit legte er pünktlich am folgenden Tage zur verabredeten Stunde vor. Und der Erfolg? Man zahlte ihm auf der Stelle den verlangten Betrag von 1500 Pfund Sterling für das Patent. Dies war der Anfang einer großen Laufbahn; der junge Mann hieß Wilhelm Siemens." Alle 53 Teilnehmer unserer Hamburger Expedition sind pünktlich und wohlbehalten in Hamburg angekommen. Auf dem Bahnsteig erwartete uns eine größere Abordnung der NSDAP., um uns Hilfskräfte für den Transport unseres Gepäcks, sowie Führer für die Auffindung unserer Quartiere und spätere Begleitung durch die Stadt und geplanten Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. In der Bahnhofshalle empfing uns zu unserem Willkommen eine SS.°Kapelle mit alten preußischen Militärmärschen. Die Organisation klappte vorzüglich. Alle Mitglieder der Trachtengruppen sind mit ihren Quartieren sehr zufrieden und loben einstimmig die Gastfreundschaft ihrer Quartiergeber. Nachdem sich alle Teilnehmer mehr oder weniger ausgeruht hatten (die meisten Jungens und Mädel zogen allerdings einen sofortigen Spaziergang durch die schönen anliegenden Straßen vor) versammelten wir uns am vereinbarten Treffpunkt, um zum Essen zu fahren. Das Essen: „Richtige Hamburger Küche", d. h. gut und reichlich. Anschließend unternahmen wir eine Rundfahrt durch das im blendenden Sonnenschein liegende, herrliche Hamburg, selbstverständlich die weltbe- rühmte Alster nicht vergessend. Was ich hier gleich oorwegnehmen möchte ist, daß das doch sonst als „kalt" verschriebene Hamburger Publikum unsere verschiedene Trachten mit dem allergrößten und wärmsten Interesse begrüßte, ich möchte sogar sagen „bejubelte". Es gab ein lebhaftes Hin- und Herwinken. Die Sympathie der Hamburger steigerte sich noch (wenn überhaupt möglich), als wir nach Bei herrlichem Sommerwetter begann am Sonntagnachmittag mit Volksbelustigung auf der „Helle" das diesjährige Ausschuß fest, das sich eines sehr guten Besuches auch von auswärts erfreute. In der kommenden Nacht spielte sodann die Kapelle des Mufikvereins die üblichen Ständchen vor den einzelnen Häusern. Am Montagvormittag wurden auf dem Marktplatz 34 in Frankfurt a. M. wohnende Laubacher, die dem dortigen Oberhessen-Verein angehören, durch Bürgermeister H ö g y und Ausschußhauptmann Heinrich K r e i ck e r II. mit herzlichen Begrüßungsworten empfangen. Anschlie- zend versammelten sich die 13 Sektionen ebenfalls auf dem Marktplatz und marschierten unter Vorantritt der Kinder und Gabenträger in den Schloßhof, wo der vom Grafen gestiftete Hammel und die Hammelsgabe der Gräfin abgeholt wurden. Hauptmann Kreicker dankte in seiner-Ansprache für die Stiftungen und lud die gräfliche Familie zur Teilnahme an dem Feste ein. Der Graf wies in seiner Erwiderung auf die tiefere Bedeutung dieses Heimatfestes hin. Darauf bewegte sich der stattliche Festzug durch die von vielen Zuschauern umsäumten Stra- ßen der Stadt. . Nach dem Würstchen-Frühstück auf dem Festplatz begann das H a m m e l s ch i e ß e n, an dem 426 Mann teilnahmen. Den Hammel gewann Landwirt Friedrich Frank II., die Hammelsgabe Flurschütz Hermann Göbel. Die Preisträger auf dem Gabenstand waren: 1. Friedrich Gramm (Frankfurt); 2. Karl Poth; 3. Friedrich Hofmann, 4. Heinrich Kopp; 5. Christian Lauth (Grünberg); 6. Friedrich Spuck III.; 7. Georg Franz; 8. Ernst Mönnig; 9. Georg Heß schreibt aus Hamburg. Oie ersten Erlebnisse der hessischen Trachtengruppen an der Wasserkante. der „Alsterrundfahrt" den Hafen mit der berühmten „Elbbrücke" besichtigten. Zur körperlichen Stärkung beehrten wir bei dieser Gelegenheit eine „richtige Hamburger Hafenkneipe mit unserem Besuch. Die Stimmung war sofort derartig, daß alle Welt tanzte. Der Intelligenz eines unserer Stadtbegleiter verdanken wir auch den eingehenden Besuch, resp. Besichtigung, der schwimmenden NS.-Jugendherberge „Hein G o d e w i n d" und hatten gleichzeitig den wunderbaren Anblick des gerade zur Abfahrt bereitliegenden KfF.-Schiffes „Monte Sarmiento". Die Fortsetzung dieser Hafenrundfahrt brachte uns zum „Elbtunnel". Dieses gigantische Meisterwerk deutscher Technik hatte noch ein besonderes Interesse für uns, weil einer unserer Landsmänner am Bau beträchtlich beteiligt war. Eine kurze Fahrt über die Reeperbahn (St. Pauli) führte uns dann wieder durch die Innenstadt zu unserem bereits liebgewonnenen Stammlokal „Zum goldenen Kegel", Spadenteich, zurück, wo wir uns von den angenehmen Strapazen des Tages erholten. Alles in Allem: Ein herrlicher Tag, in Sonnenschein gebadet! Die gewonnenen Eindrücke wird kein Teilnehmer so leicht vergessen. Wie häufig wir von den begeisterten Hamburgern geknipst wordrn sind, weiß ich nicht. Ich bin aber überzeugt, daß Aufnahmen unserer Gruppen morgen in allen Hamburger Tageszeitungen stehen. Jetzt aber heißt es „schlafen". Die Eindrücke des ersten Tages waren zu groß. Laubacher Ausschuß 1937. Arnold Enders; 10. Hch. Aug. Stengel; 11. Hch. Melchior; 12. Hch. Röder; 13. Horst Franz; 14. Friedrich Göbel; 15. Jöh. Friedrich Wagner; 16. Christoph Högel; 17. Friedrich Stotz; 18. Karl Kircher; 19. Otto Schneidt; 20. Karl Konradi (Langsdorf); 21. Jcchs. Dörnis; 22. Aug. Palitsch I.; 23. Otto Emmelius; 24. Hans Wahl; 25. Karl Gromm (Frankfurt); 26. Franz Kraft; 27. Wilhelm Becker (Grünberg). Den siegreichen Schützen wurden gegen Abend die Gaben in das Haus gebracht, während der Hammelschütze von dem Vorstand der Ausschuß- Gesellschaft und den Sektionen vor das Schloß begleitet wurde, wo ihm der Graf die Hammelmünze überreichte. Eine zweite Münze übergab der Graf, da der Hammel nur einem in Laubach wohnenden Schützen übergeben wird, dem besten Schützen des Tages, Wilhelm H o r n y aus Gießen, dem in Anbetracht seiner Verdienste um das Aus- fchußfest von der 10. Sektion ebenfalls ein Hammel gestiftet wurde. Am Abend und noch während der Nacht herrschte wie am Vortage auf der „Helle" frohes Volksfesttreiben. Der dritte Ausschußtag (Dienstag) begann wie alljährlich mit Ferkel- und Krämer markt. Es waren insgesamt 160 Tiere aufgetrieberr die zu den Durchschnittspreisen von 18 bis 30 Mark, je nach Alter, abgesetzt wurden. Am Nachmittag versammelten sich die Kinder vor dem Hause des Hauptmanns und zogen mit ihm sowie dem gesamten Vorstand der Ausschuß-Gesellschaft nach dem Festplatz, wo bei Volksbelustigung und Kinderspielen wie Hahnenschlag, Wettlauf, Hammelschießen der Jungschützen-Sektton usw. das schöne Fest seinen Ausklang fand. Bänke am See, Liegestühle auf den Altanen und Terrassen laden ein' zum Ausruhen. Für sechzig Frauen ist Platz in den schönen Tagesräumen und in den großen Schlafsälen. Vier Wochen lang in dieser schönen Luft, bei guter Verpflegung, in froher Kameradschaft genießen hier die Mütter eine ungewohnte, aber sehr wohltätig empfundene Ruhe. Unter der verständnisvollen Obhut der NS.-Schwestern werden gemeinsame Spaziergänge unternommen, es wird geturnt, gespielt und gesungen. Die eine Hälfte des Tages ist so der gemeinsamen Unterhaltung gewidmet, die andere Hälfte darf jede Mutter tun und lassen, was sie will. Da wird geschrieben oder gelesen, oder man überläßt sich einmal ganz seinen Gedanken und freut sich an der herrlichen Natur. Manche, die sich erst nicht eingewöhnen konnten, die durch Trauer und überstandene schwere Schicksalsschläge seelisch zu sehr belastet schienen, haben im fröhlichen Kreis wieder Lachen und Frohsinn gelernt, sie kehren heim, neu belebt an Körper und Geist, dankbar und voller neuem Lebensmut. Die leitende Schwester zeigte den Gästen aus Gießen und Umgebung die praktische Einteilung der Tages- und Eßräume und in den oberen Stockwerken die luftigen Schlafsäle mit den Waschräumen. Alle Mütter, die aus- und eingingen, hatten frohe, glückliche Augen, man sah es ihnen an, daß sie sich wohl und heimisch fühlten. F. K. '1X Die deutsche Arbeitsfront ’ M , tl.9.=0cmeinfchaft „firaft durch frcuöc Omnibusfahrl nach dem Nürburgring 13.6.37. Abfahrt nach dem Nürburg erfolgt %4 Uhr am Haus der DAF. Für die Fahrt sind noch 2 Plätze frei. 40790 Lollar. 40560 Erwerbung des Reichssporlabzeichens. Der ange- kündigte Kursus der NSG. „Kraft durch Freude" für die Erwerbung des Reichssportabzeichens beginnt am Sonntag, dem 13. Juni, vormittags 10 Uhr, auf dem Waldsportplatz. Der Kursus wird für Männer und Frauen gemeinsam durchgeführt. Die geforderten Uebungen sind absolut mittelmäßig. Zu ihrer Erreichung ist keine ausgesprochen sportliche Veranlagung erforderlich. Der Kursus stellt ein fachgemäßes „Training" dar, vermittelt die Technik der einzelnen Uebungen und steigert die Sei* stung, damit es allen Interessenten möglich sein wird, den geforderten Uebungsstoff zu beherrschen. Anmeldungen werden bei dem „KdF."-Wart Pg. Bender, Buderus-Werke, entgegengenommen. Echachverein Alsfeld gegen Schachklub Gießen 2:6. Obwohl Gießen nach dem schachstarken Alsfeld vier junge, in Turnieren noch nicht erprobte Nachwuchsspieler gesandt hatte, konnte der hiesige Schachklub die Reihe seiner Triumphe doch fortsetzen. Es wurde am vergangenen Sonntag in Alsfeld an acht Brettern gespielt. Gießen gewann fünf Partien, zwei wurden remis und eine ging verloren. Für Gießen siegten: Röhricht, Grimm, Mayer, van S t o k u m und S ch w a a b. O r n i n g und Dr. G e rh a rd , erzielten je ein Unentschieden. Damit wurde wieder einmal gezeigt, daß Gießen die führende Rolle, die es immer im oberhessischen Schachleben einnahm, auch heute beibehält. 8910 Futter- und Kartoffel-Silos in Heffen-Naffau. LPD. Die einfachste, billigste und selbstverständlichste Art der landwirtschaftlichen Produktionssteigerung besteht darin, die Verluste an bereits gewonnenen Produkten zu verhindern. Nach Berechnungen des „Reichskuratoriums für Technik in der Landwirtschaft" gingen bisher rund 19 Millionen Doppelzentner Futterkartoffeln für die deutsche Schweinemästerei jährlich bei den üblichen Mietenlagerungen verloren. Würden alle Futterkartoffeln eingesäuert, so könnten rund zwei Millionen Schweine mehr gemästet werden. Darum hat der Reichsnährstand eine seiner größten Aufgaben darin gesehen, den Bau von Behältern zur Einsäuerung von Grünfutter und Kartoffeln zu fördern. Seine Maßnahmen haben zu dem Erfolg geführt, daß sich am 1. Januar 1937 die Anzahl der Silos gegenüber dem Stande vom 1. Januar 1936 um 55,8 v. H. und der Fassungsraum um 34,5 v. H. erhöht hat, so daß zu Beginn dieses Jahres im Reiche 238 500 Silos mit einem Fassungsraum von 5 322 700 cbm vorhanden wären. In Hessen-Nassau wurden im Jahre 1935 3027 Futtersilos neu errichtet, die ein Fassungsvermögen von 23 046 cbm hatten. Im Jahre 1936 stieg die Zahl der neu erbauten Silos dann auf 4852 mit einem Fassungsvermögen von 39 499 cbm. Insgesamt waren am 1. Januar 1937 in der Provinz Hessen-Nassau 8910 Silos für Grünfutter und Kartofseln vorhanden, deren Fassungsraum 83 676 cbm betrug. Neben der Anzahl der Behälter und dem Fassungsraum ist auch die Zahl der Betriebe, in denen Silos ermittelt wurden, von Bedeutung. Don 162 267 landwirtschaftlichen Betrieben über 0,5 ha Gesamtfläche waren in Hessen-Nassau zu Beginn des Jahres 5187, das sind 3,2 v. H. der Betriebe, Hoch- und Grubensilos eingerichtet, und zwar waren bis zum Jahre 1934 in 540 Betrieben Gärfutterbehälter errichtet, im Jahre 1935 wurden in 589 und im Jahre 1936 in 4058 Betrieben neue Silos gebaut. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 12. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Winsing, Vz kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 20, rote Rüben 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 25 bis 30, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, kg % 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, % kg 11 bis 15 Pf., Kirschen 35 bis 50, Stachelbeeren 30, Erdbeeren 30 bis 65, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 15 Pf. ♦ ** Der Skagerrak-Platz, das Ehrenmal für die Helden der See, das am vergangenen Sonntag geweiht wurde, soll für alle Zeit unserer Stadt zur Ehre gereichen. Es sollte deshalb keiner be- sonderen Aufforderung bedürfen, dieses Ehrenmal, seine Grün- und die Wasserfläche, stets in untadeligem Zustande zu halten. Leider besteht be- rechtigter Anlaß zur Klage darüber, daß gedankenlose Volksgenossen den Platz durch Scherben, Blechdosen und Papier bereits verunzierten. Es wäre zu wünschen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diesem Uebelstande Abhilfe zu schaffen. ** Tränkt die Tiere. Die außergewöhnliche Hitze dieser Tage gibt Veranlassung, ein gutes Wort an die Tierhalter zu richten. Tränkt während des Tages die Pferde! Ein Schluck frisches Wasser erfrischt die erschöpften Tiere genau wie die Menschen. Vergeßt auch die Kettenhunde nicht! Es ist eine bekannte Tatsache, daß Hunde, besonders im Sommer, sehr leicht von der Tollwut befallen werden, wenn sie nicht täglich frisches Wasser erhalten. Leider wird das gerade in der heißen Jahreszeit besonders auf dem Lande vielfach übersehen. Es ist Pflicht jedes Hundebesitzers, besonders den angefetteten Hofhunden stets frisches Wasser in den Trog zu schütten. Die Stallhasen brauchen ebenfalls Erfrischung. Die Hasenställe bringe man möglichst in den Schatten und setze sie nicht der glühenden Sonne aus. Durch das gutgemeinte dichte Verhängen der Ställe ist die Ausdünstung desto drückender. Habt auch Erbarmen mit dem Geflügel. Vögel in Käfigen brauchen Wasserbad, besonders wenn diese Naturgeschöpfe bei Platzmangel in die Küche gebracht werden. ** Bestrafung von Schwarzhörern. In der Zeit von Januar bis März sind 224 Fälle der Errichtung und des Betriebs nicht genehmigter Funkempfangsanlagen strafrechtlich verfolgt worden. Verurteilt wurden 170 Personen, davon 163 zu Geldstrafen von 5 bis 200 RM. und sieben zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis zweieinhalb Monaten. Weaen Beihilfe oder Mittäterschaft wurden zwei Personen beftraft. ** Kein Ballspiel auf der Straße. Die Klagen über Belästigungen von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern durch Kinder und Halbwüchsige, die sich öffentliche Straßen und Plätze zum Ballspielen und anderen Spielen aussuchen, mehren sich, ehe noch die großen Sommerferien begonnen haben. Don der Hessischen Polizeidirektion wird daher nachdrücklich darauf hingewiesen, daß diese Unsitte nicht nur unzulässig, sondern in hohem Grade gefahrbringend ist. Ungezählte Todesfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bereits dadurch entstanden, daß in ihr Spiel vertiefte Kinder jede Aufmerksamkeit verloren und Opfer des Straßenverkehrs in den Städten und Dörfern wurden. Die Eltern werden daher dringend an . ihre Aufsichtspflicht gemahnt, bei ihrer Aufsicht über ihre Kinder ernstlich an diese Gefahren zu oenten und zugleich ihre Kinder zu der erforderlichen Rücksicht auf die Straßenpassanten anzuhalten. Es geht auch nicht an, daß Kinder, Halbwüchsige und' gar Erwachsene auf unbebauten Grundstücken Ball usw. spielen, wenn in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern dadurch unzumutbare Ruhestörungen für die Anwohner entstehen. Alle Ball- und sonstigen Spiele gehören auf die von der öffentlichen Hand in entgegenkommender Weife geschaffenen Spiel- und Sportplätze, nicht aber auf Straßen, Plätze und solche Grundstücke, die in der Nähe von Wohnstätten liegen. Die Polizeibehörden sind angewiesen worden, gegen Verstöße mit allem Nachdruck vorzugehen. ** Kriegerkameradschaft 1874 Gie- ß e n. Die Führerschaft hatte die Kameraden für Dienstagabend in den Burghof zu einer Monats- vevsammlung eingeladen. Neben einigen geschäftlichen Besprechungen (Reichskriegertag am 26. und 27. Juni in Kassel) stand im Mittelpunkt des Abends ein Vortrag von Kamerad Dr. Kaufmann über aktuelle Fragen im Orient, bef. in Palästina und Aegypten. De.r Vortragende hat lange Jahre als Pionier für das Deutschtum im Orient gewirkt. In mehr als einftünbiger Rede gab er den Kameraden einen Einblick in die Verhältnisse des Morgenlandes vor und nach dem Weltkrieg und schilderte besonders die heutigen Kämpfe zwischen Arabern und Juden in Palästina. England habe in Palästina in jeder Hinsicht wichtige Aufbauarbeit geleistet, doch mache es ihm jetzt viel Sorge, wegen seiner Versprechungen, die es im Weltkriege sowohl den Arabern, als auch den Juden gegeben habe. Wenn ihm auch das Mandat über Palästina deswegen zur Zeit viel Sorge bereite, so könne es doch wegen des Charakters des Landes als Brückenland zum Suezkanal und nach Aegypten nicht auf sein Man- bat verzichten, auch nicht wegen seiner Vormachtsstellung im Mittelmeer und seines Verhältnisses zu Italien. Ganz mit Recht betonte der 1. Kamerad- schaftsführer, daß dieser Vortrag die aktuellen Fragen des Orientes von höherer Warte behandelt habe, und daß darnach manche Vorgänge im Mittelmeer und Orient verständlicher erschienen. Erwähnt sei noch, daß zur Zeit das Deutschtum in Palästina in hohem Ansehen stehe. Mit dem Dank an den Vortragenden schloß der 1. Kameradschaftsführer die anregende Versammlung in der üblichen Weise. „Seefisch a h o i!" Dem Seefischverbrauch, dem ungenutzt schwimmenden Millionenkapital, wird große Beachtung wegen seiner volkswirtschaftlich und hauswirtschaftlichen Bedeutung beigeniessen. Nachdem es gelungen ist, die Arbeitslosigkeit an den Küsten zu beheben, müssen nun alle Kräfte eingesetzt werden, um das Kapital aus dem Meere dem Volke dienstbar zu machen. Diesen Bestrebungen diente der Aufklärungsabend im CafL Leib, bei dem der Gießener Seefischeinzelhandel aemein- sam mit der Gas-Gemeinschaft Gießen-Wieseck den Nachweis dafür erbrachte, daß bei den modernen Errungenschaften in der Küche die Pavole: „Zweimal in der Woche Fisch auf den Tisch!" auch in die Tat umgesetzt werden kann. In einem anschaulichen Lichtbildervortrag schilderte Werbeleiter E. W. Müller (Waldeck'-Wesermünde) den Umfang und die Bedeutung des deutschen Hochseefischfanges. Durch einige Zahl'enbeispiele wurde der Wert dieses Kapitals verständlich gemacht, das auszunutzen, nun Sache der deutschen Hausfrau ist. Der 1936 mit rund 67 Millionen Mark errechnete Wert des Fischfanges illustriert am deutlichsten die aussichtsreiche Erhöhung unseres Dolksvermögens. In sehr eingehender und interessanter Weift zeigte Fräulein Mertens den Männern und'Frauen, wie mit Hilfe der modernen Eiskühlschränke und der Kochherde, die die Gas-Gemeinschaft in ausreichender Anzahl zur Benutzung und zur Ansicht überlassen hatte, der reiche Segen dem ganzen Volke nutzbak gemacht werden kann. Sie zerstreute damit die Bedenken der Großmütter, daß Fisch nur im Mutter verwendet werden könnte und beseitigte die Befürchtungen der Hausfrau, daß Fischspeisen nicht genügend vorhalten. Durch einige sehr leckere yv\d); gerichte unter reichlicher Verwendung von allerlei Gemüsen und auch als Einopfessen ging die aus- gezeichnete Köchin den Hausfrauen nicht nur mit praktischen Raschlägen zur Hand, sondern bewies überzeugend, das die richtige Zubereitung auch dem einfachen Haushalte eine gesunde und angenehme Abwechslung des Speisezettels ohne große Kosten sein kann. Von den reichlich bargebotenen vielfältigen Fischgerichten wurde reger Gebrauch gemacht. Amtsgericht Gießen. Der W. B. von Treis an ber ßumba entwenbete im Herbst vorigen Jahres bis in die neueste Zeit in Treis an der Lumda, Mainzlar und Lollar in zwölf Fällen Hühner im Gesamtwerte von etwa 300 Mark. Die Hühner hat er zum Teil geschlachtet ür sich verbraucht und zum großen Teil auf dem Wochenmarkt zu Gießen zu den üblichen Preisen verkauft. Das Gericht verurteilte ihn zu einer G e • ängnisftrafe von fünf Monaten. ■ i Aus der engeren Heimat. Schadenfeuer durch Blitzschlag. * Rödgen, 12. Juni. Das Gewitter, das gestern nachmittag lange Zeit drohend über unserer Landschaft stand, hat in unserem Dorf erheblichen Schaden angerichtet. Ein Blitz schlug in die Scheune des Landwirts Karl Rocker, Bahnhofstraße 11, ein und zündete. Innerhalb kurzer Zeit ging die Scheune, die mit Heuvorräten aefüllt war, in Flammen auf und wurde vollständig vernichtet. Die örtliche Feuerwehr, die sofort nach ber Brandstelle ausrückte, mußte sich darauf beschränken, die umliegenden Gebäude zu schützen. Nach etwa einftünbiger Arbeit war die Gefahr be- seittgt. Das Vieh konnte gerettet werden. Die herbeigerufene Kreismotorspritze von Gießen brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Der entstandene Schaden ist erheblich. Das Licher Walvschrvinunbad vor der Vollendung. noch Men i> der Am : ganz siche« s und geord- inntag zählte ird es ) auch m er« Item hnd- ichen eune 11, \ die in oer« nach f be« ützen. >r be« 1 her« auchte nbene fich die n oon e Aus- aufge- eglicher t Boll- Babeon- jU njer- Vertreter ng \W' W 'i'Z abgehal' Nach' Nech' ngd«/ ■ «Ö oi- jber die der 193® der Stang tfes ige einen. Pro- für von ael- 10 M1 . seither'' er K ab. .J* @ebo^ 12,3 irunbbj r einhev mkde oj auf Ein Bankkonto ist keineswegs nur eine Angelegenheit für „reiche Leute“. Schon ein kleiner Betrag, der - sei es auch nur vorübergehend - zurückgelegt werden soll, kann auf das Bankkonto eingezahlt werden. Bank und Bankier verwalten das Geld, Erspartes oder Betriebsmittel, zuverlässig und sicher. Und ein Bankkonto hat eine ganze Reihe vonVorteilen: Bank und Bankier beraten Dich in allen Geldfragen, sie geben Deinem gesunden Unternehmen Kredit, sie bezahlen in Deinem Auftrag Deine tägl. Rechnungen. und Deinem Bankier! Dein Geld ist in sicherer Verwahrung. Dein Geld ist stets zu Deiner Verfügung. Dein Geld bringt durch Zinsen Gewinn. Du hast Dein eigenes Scheckbuch. =a Vertrau Deiner Bank Das private Bankgewerbe KREDITBANKEN • PB1VATBANKIEK9 • HYPOTHEKENBANKEN Um die Dame. am Kirchliche Nachrichten Am Geirn im -zu ren Gemeinden zahlreiche Kornäcker und neubestellt werden mußten, war hiesigen Gemarkung nirgends nötig. Kreis Friedberg. vielen ande- umgepflügt dies in der Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Winter — Aldis im Turnier zu Birmingham. Weiß ist am Zuge und kann mit einem eleganten Kraftzug mindestens raschen Gewinn der schwarzen Dame erzwingen. Was zieht Weiß in der abgebildeten Stellung Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 13. Juni. 9.30: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 16. Juni. 20.30: Gottesdienst. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 13. Juni. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 15. Juni. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaplisiengemeinde, Gartenstraße 13. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Mittwoch, den 16. Juni. 30.15: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 13. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; gemeinsame Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. tag fe;em. Der hochbetagte Mann, der sich Dorfe guten Ansehens erfreut, vermag sich Hause noch durch mancherlei Arbeit nützlich machen. kreis Schotten. Schach-Ecke Bearbeitet von K. Hellina LPD. Schotten, 11. Juni. In den Kreisorten Sichenhausen und Ober-Lais treten die Masern in der letzten Zeit so stark auf, daß von den Schulkindern bis zu 70 v. H. fehlen. Mit der Schließung der Klassen ist zu rechnen. Kreis Wetzlar. <3 Krofdorf-Gleiberg, 11. Juni. Eine höchst begrüßenswerte Einrichtung schafft gegen- a b f g h t g h »artig unsere Gemeinde in dem Anschluß des Friedhofes an das Wasserleitungsnetz. Die Rohre kommen im Zuge der verlängerten Launsbacher Straße zu liegen, die das Trauergefolge bei Beerdigungen benützt, und schließen sich an das ein Stück vom Ort stehende Haus Leib und die gegenüberliegende Gärtnerei Darr an. Bisher brachten sich die Einwohner das Wasser zum Begießen der Gräber entweder vom Dorf her mit, was infolge der beträchtlichen Entfernung sehr beschwerlich war, oder sie holten es aus einem kärglich rieselnden Nebenbächlein des Gleibachs unter- halb des Friedhofes. — Das hiesige Schwimmbad erfreut sich ständig zunehmenden Besuches. Aus Gießen und den Ortschaften der Gegend kommen täglich viele Menschen, um neben der stark vertretenen einheimischen Bevölkerung Wasser, Sonne und Luft zu genießen. Starker Betrieb herrscht auch noch in den Abendstunden, weil mancher Volksgenosse tagsüber aus beruflichen Gründen das Bad nicht benutzen kann. Gladenbach will Stadt werden. LPD. Gladenbach, 10. Juni. Die Hinterlandgemeinde Gladenbach, die in diesem Jahre auf ein 700jähriges B e st e h e n zurückblicken kann, hat bei den zuständigen Stellen den Antrag auf Verleihung von Stadtrechten gestellt. Man rechnet damit, daß die Genehmigung des Antrages bis zum 25. Juli, dem Haupttag der Jubiläumsfeierlichkeiten, vorliegen wird. Gefährlicher Waidbrand. Ein Waldarbeiter verbrannt. a b a b e d e f g h können mit dem Stand dieser Fruchtart sehr zufrieden sein. Während im Frühjahr in LPD. Dernbach (Westerwald), 11. Juni. Donnerstagnachmittag brach im Dernbacher meindewald ein gefährlicher Waldbrand aus, der stärksten? Gegen Dame und König. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. Juni. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde. — Jo- hanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Militäravttes- dienft; Pfr. Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; 20: Bibelbefprech- stunde im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Dauth; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). Siehe Johanneskirche.— Wiefeck. 9.30: Pfarrasfistent Paetow; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.45: Gottesdienst; 9.45: Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Albach. 9: Gottesdienst. — Annerod. 20: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Kindergottes- dienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — klein- Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die männliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Montag, den 14. Juni. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Dienstag, den 15. Juni. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 16. Juni. Gießen. 7 Uhr: Studentenmesse. — Hungen. 6.15: hl. Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Hirsch-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Beachtenswerte Erfolge der helsen-nassauischen Tierzucht in München Von Abteilungsleiter Dr. Schneider, Landesbauernschast Hessen-Nassau. . Landkreis Gießen. = Harbach, 11. Juni. Infolge der anhaltenden Trockenheit tritt in vielen Hausgärten der Maulwurf in großer Zahl auf. Die Gartenbesitzer versuchen die Störensriede — da sie sonst sehr nützlich sind — lediglich zu vertreiben. Frische Holunderzweige und alte Lappen, die mit Petroleum ober Franzosenöl getränkt sind, haben leider nicht Immer den gewünschten Erfolg. Die geruchsempfindlichen Tiere bleiben meistens einige Tage aus, kehren dann aber immer wieder in ihre alten Röhren zurück und stoßen von neuem Erde aus.— In diesen Tagen wurden hier die Schafe geschoren. Die hiesige Herde hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Sie zählt nun 370 Stück. Meistens wird das schwarzköpfige westfälische Fleischschaf gezüchtet, da es für die hiesigen Weideverhältnisse am geeignetsten ist. — Die Roggenfelder sind am Ausblühen. Unsere Landwirte bei der großen Hitze und dem dccklurch ausgedörrten Holz und Gestrüpp reiche Nahrung fand. Nach dreistündiger Arbeit konnte der Brand soweit eingedämmt werden, daß die Gefahr einer weiteren Ausdehnung beseitigt war. Bei den Löscharbeiten fand man den 55 Jahre alten Waldarbeiter Bach aus Dernbach vollständig verbrannt auf. Neben der verkohlten Leiche lag die Tonpfeife des Toten. LPD. Friedberg, 11. Juni. Im Teich des alten Ockstädter Steinbruchs ertrank der 14jährige Otto K ü n st l e r. Man nimmt an, daß der Junge im Wasser einen Herzschlag erlitten hat. * Pohlgöns, 12. Juni. Am morgigen Sonntag, 13. Juni, kann einer der ältesten Einwohner der Gemeinde, Anton I l g e, in erstaunlicher körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburts- Wenn trotz der außerordentlich starken Konkurrenz auf der 4. Reichsnährstandsausstellung in München die Tiere aus dem Bezirke der Landesbauernschaft Hessen-Nassau durchweg sehr gut abgeschnitten haben, so ist dies ein schlagender Beweis für das Können und Wollen unserer Züchter, sowie für das harmonische Zusammenarbeiten zwischen Zuchtleitung und Züchter. Die erzielten (Erfolge sind jedoch schon deshalb besonders hoch zu werten, weil sie in schärfster Konkurrenz mit Zuchtgebieten errungen wurden, die bedeutend bessere natürliche Vorbedingungen für die Zucht haben als wir und die außerdem auch rein rassemähig gesehen schon auf Grund ihrer geographischen Lage viel einfachere und klarere Verhältnisse besitzen. Die von den einzelnen Verbänden nach München entsandten Tiere sind mit ganz geringen Ausnahmen fast alle prämiiert worden. Es ist dies der beste Beweis für die vorher erfolgte sorgfältige und richtige Auswahl, sowie für die sachgemäße Vorbereitung und Pflege der Tiere für die Ausstellung. Dabei muß besonders hervorgehoben werden, daß sich gerade die Züchter aus dem Bereich unserer Landesbauernschaft an die Anordnung des Reichsbauernführers, betreffend Vermeidung übermäßiger und unzweckmäßiger Fütterung zwecks Vorbereitung der Tiere für die Schau, mustergültig gehalten haben Unsere Tiere waren durchweg in einem guten, kräftigen Futterzustand. Schwammige und zu gut genährte Tiere waren in unseren Sammlungen nicht zu finden. Man darf wohl sagen, daß in den von unseren Verbänden vorgestellten Tieren der Typ des auf der Grundlage wirtschaftseigenen Futters zu ernährenden und daher bodenständigen Tieres voll und ganz zum Ausdruck kam. Dabei wiesen unsere Sammlungen eine Ausgeglichenheit auf, die in höchstem Maße von zielbewußter Züchterarbeit zeugte. Die Leistungen der zur Schau gestellten Tiere waren durchweg sehr gut. Es ist erstaunlich, feststellen zu können, welche außerordentlich hohen Leistungen bei sachgemäßer Zuchtwahl und richtiger Beachtung aller sonstigen Züchtungsgrundsätze mit wirtschaftseigenem Futter erzielt werden können. Möge jeder Landestierzüchter sich die in München von uns ausgestellten Tiere sowohl nach der Form als auch nach jeder Leistungsseite hin zum Vorbild nehmen und bestrebt sein, erfolgreich nachzueifern. Der Landesverband der Pferdezüchter in " Hessen-Nassau war mit insgesamt 15 Pferden, und zwar mit 7 Kalt- und 8 Warmblutpferüen vertreten. Die vorgestellten Tiere entsprachen voll dem gestellten Typ eines leichtsutterigen, gängigen, dabei zähen und harten, widerstandsfähigen Pferdes, in gleichem Maße brauchbar als Bauern- und Soldatenpferd. Die Kaltblüter konnten in der Konkurrenz mit Baden 4 erste, 2 zweite, 1 dritten sowie 2 erste Sammlungspreise für sich buchen, während die UB armblutp f erb e in schärfiter Konkurrenz mit Brandenburg, Württemberg, Bayern und Sachsen 3 erste, 1 zweiten, 1 dritten, 1 Anerkennung, 2 Ilb Sammlungspreise erringen konnten. Der Landesverband der Rinderzüchter in Hessen-Nassau war mit insgesamt 26 Tieren vertreten. Die 12 Tiere der Abteilung Fleckvieh konnten in Konkurrenz mit Thüringen, Kurhessen und Saarpfalz 2 erste, 5 zweite, 4 dritte Preise, sowie einen 2. Sammlungspreis erringen. ______ preise, neun zweite, fünf dritte und zwei vierte Formenpreise, eine Anerkennung, außerdem" drei erste, ein zweiter und zwei vierte Leistungspreise neben vier Anerkennungen in Leistung vergeben werden, desgleichen ein erster Sammlungspreis. Die zuerkannten Auszeichnungen beweisen den hohen Stand der Ziegenzucht im Bezirke unserer Landesbauernschaft. Zufammenfaffend darf gesagt werden, daß die Tiere aus dem Bezirke der Landesbauernschafl Hessen-Nassau in München gezeigt haben, daß bei zielbewußter Züchterarbeit und gemeinsamen Aufbau- und Arbeitswillen von feiten der Züchter und Zuchtleitung auch unter den schwierigsten Verhältnissen Großes geleistet werden kann. Möge daher die Schau in München tierzüchterisch und damit auch ernährungstechnisch gesehen Eckstein und Ansporn sein für jeden Tierzüchter in Hessen- Nassau für weiteres Schäften für die Zukunft. Oie Narrenkappe. Was gedruckt ist, ist gedruckt. Der berühmte amerikanische Humorist Marc' Twain erzählt: „Als ich in Nebraska noch Sekretär des Gouverneurs war, hatte "ich viele politische Feinde. Diese gewissenlosen Kerle ließen eines Tages, um meinen Ruf zu schädigen, eine Notiz in die Zeitung „Der gellende Kampfruf des Westens" setzen, daß ich in schwerer Trunkenheit in den Fluß gefallen und erhoffen sei. Wütend begab ich mich zum Redakteur des „Gellenden Kampfrufes", stellte mich als lebendig vor und ihn zur Rede. Dieser aber sagte: „Was gedruckt ist, ist gedruckt. Wir nehmen nie etwas zurück. Alles, was wir tun können, ist, eine neue Geburtsanzeige von Ihnen einzusetzen. Preis einen Dollar." Der Dichter und fein „Leser". Bei dem berühmten englischen Romanschriffitel- ler John Galsworthy, so erzählt Reclams Universum, erschien einmal ein heruntergekommener und jämmerlich aussehender Mann. „Herr Galsworthy", begann der unerwartete Besucher, „ich habe von ihnen schon viel gehört. Ihre ,Forsythe-Saga' will ich schon seit Jahren lesen; leider kann ich mir Ihre Bücher nicht kaufen, weil ich sehr arm bin." Galsworthy war gerührt. Er ging ins Nebenzimmer und kehrte bald mit einem schöngebundenen Buch wieder. „Hier haben Sie, mein Lieber, meinen neuesten Roman." Zwei Tage später traf Galsworthy zufällig feinen armen Leser auf der Straße. Er hielt ihn an: „Na, mein Herr, wie hat Ihnen mein Roman gefallen?" Lächelnd fagtt dieser: „Herr Galsworthy, Ihren Roman finde ich sehr interessant, ganz besonders die Seiten 53 und 54, wo Sie eine Fünfpfuydnote hineingelegt hatten." „Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen", bemerkte der Dichter, „daß es in diesem Buche eine noch interessantere Stelle gibt, und zwar auf den Seiten 297 und 298, da habe ich nämlich eine Zehnpfundnote beigelegt." Kreidebleich wurde der Leser. Galsworthy griff in die Tasche und überreichte dem Mann ein Geldstück mit den Warfen: „Da haben Sie zehn Schilling. Kaufen Sie das Buch von dem Antiquar zurück und blättern Sie es noch einmal durch." Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; 13: Kinderkirche; 14: Pfr. Döll (Steinbach). — Nieder-Bessingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Wiinzenberg. 10.30: Gottesdienst. — Trais-Münzen- berg. 8.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Harbach. 14: Gottesdienst; Christenlehre. — Veilsberg. 10: Lesegottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst mit Christenlehre für die männliche Jugend. Mittwoch, den 16. Juni. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 17. Juni. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. — Kirchberg. 20.30: Helferkreis des Kinder- gottesdienftes. Evangelische Stadlmission, Loberstraße 14. Sonntag, den 13. Juni. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 16. Juni. 20.30: Missionssekretär Dornemann. Einen besonders schweren Stand hatten die sieben Tiere der Abteilung „einfarbig gelbes Höhenvieh". Wenn sie trotz schwerster Konkurrenz mit Zuchtgebieten mit ganz anderen natürlichen Vorbedingungen für die Zucht, wie Ober-, Mittel- und Unterfranken, Thüringen, Saarpfalz und Württemberg, dennoch 6 zweite Preise, 1 dritten Preis und außerdem den dritten Sammlungspreis erringen konnten, so ist dies der beste Beweis für die Lebensfähigkeit dieses bodenständigen und futterdankbaren Schlages. Das Glanzstück unserer Ausstellung waren die sieben Tiere der Abteilung Rotvieh. Die Sammlung bot ein Bild von einer solchen Ausgeglichenheit, wie dies wohl noch auf keiner Reichsnährstandsausftellung gezeigt worden ist. Alles war gewissermaßen wie aus einem Guß geformt. Man mußte den Eindruck haben, daß diese Tiere, die durchweg hohe Leistungen aufzuweisen haben, gewissermaßen die Verkörperung eines anspruchslosen, zähen und harten bodenständigen Rindes darstellen, das auch unter den ungünstigsten Bedingungen immer noch das Bestmögliche leistet. Sechs erste und drei Ehrenpreise, ein zweiter Preis, sowie der erste Sammlungspreis nebst Ehrenpreis waren der wohlverdiente Lohn. Der Landesverband der Schafzüchter konnte bei schwerster Konkurrenz mit Westfalen, Kurhessen, Rheinland und Ostpreußen einen zweiten, einen dritten Preis und eine Anerkennung, sowie einen dritten Sammlungspreis erringen. Dies ist für den jungen Verband der beste Ansporn, auf dem beschrittenen Wege weiterzufahren. Unsere Ziegenzüchter, die noch auf keiner Reichsnährstandsschau gefehlt haben, waren mit 25 Tieren vertreten. Es konnten fünf erste und Ehren- Löfung der Schachaufgabe „Gegen Dame und König". (Schach-Ecke vom 13. Mai.) Weiß: Kgl, Dg2, Tel, Lai, Lbl, Ba2, b3, d4, 12, g3, h2 (11). Schwarz: Kg8, De2, Te7, Sd5, Sf6, Ba7, b7, c6, 17, g6, h7 (11). 1. Sd5—e3, Dg2—h3. (Nach 1. ... fXe käme 2. DXe3+ nebst DXcl, nach 1. ... Dg2—hl käme ebenfalls 2. S16—g4). 2. S16—g4. Punkt 12 ist jetzt nicht gut zu decken. Nach 2. ... 12Xe3 könnte DXe3+ nebst DXcl geschehen. In der Partie folgte noch 2. ... d4—d5. 3. De2X12+, Kgl—hl. 4. D12 —d2, und Weiß gab auf. ab c d et g h Die abgebildete Stellung entstand in einer Simultanpartie Dr. Aljechin — P. Der weiße Läufer ist angegriffen. Weicht er zurück, so geht der weiße Springer verloren. Weiß kann aber den Abtausch der schwarzen Dame gegen weiße Figuren erzwingen und dänach rasch zum Königsangriff kommen. Was zieht Weiß am stärksten? Lösung der Schachaufgabe „Eine Wattausgabe". Weiß: Kgl, DU, Ld4, Se2, Ba4, b3, g3, h2 (8). Schwarz: Kg8, De4, La5, Lc6, Ba6, b7, 17, g7, h6 (9). 1. La5—el. Jetzt droht Dhl matt, Weiß ist wehrlos, da nach DXel 2. De4—g2 matt käme. IE ITA N K I N T *D E I N F R E F N Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen größten Leistung verpflichten zur JOSEF UNVERZAGT I ■ I Fernruf 2301 GIESSEN Kreuxplati 13 Hier werden Ihre Herren-Hemden u ö nach Maß angefertigt Hochwertige Stoff qualitäten und vollendete Ausführung sind die besonderen Merkmale Friedrich Levermann Seltersweg 71 Das Haus für modische Damen- und Backfisch- Kleidung Modewaren und Kleiderstoffe Freundlich die Räume Herde, Ofen, Waschmaschinen, Waschkessel, J.B.HÄUSER Gießen, am Oxwaldsgarten, Fernruf 2143/2146 Sie finden bei uns: Haus- und Küchengeräte, Gartengeräte, Freundlich die Bedienung Werkzeuge, Beschläge, Kugellager usw. M r> < a Das Fachgeschäft für geschmackvolle Blumenbinderei I XKT p D P D Seltersweg 54 (Gloria-Palast) V V Li D L Gärtnerei: Am Nahrungsberg 65 Dekorationen für alle Gelegenheiten Fleurop-Blumenspenden-Vermiitlung Fernruf 2636 Seit 1897 die Fachdrogerie für Sie ", ■ Parfümerien Drogen Foto Löwen-Drogerie W. 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Da die Bauzeit der einzelnen Kliniken verschieden ist, ist auch der Charakter der diese Kliniken umgebenden Anlagen verschieden. Die älteste und in ihrem Baumbestand wohl wertvollste ist die der Medizinischen und der Fr allen - K l l n i k. Anfang der 90er Jahre vorigen Jahrhunderts wurden diese Kliniken auf dem Seltersberg errichtet und das Neuland ließ die, unzweifelhaft von einem großen Liebhaber schöner Gehölze ausgeführte neue Anlage üppig empor« wachsen. Wenn im Frühling das Auge über die vielen blühenden Sträucher blickt, auf einer Gruppe schöner Nadelhölzer ruht, oder die haushohen, gefüllt blühenden Kirsch- und Pflaumenbäume bestaunt, oder im Sommer die prachtvolle Lindenallee duftet, Catalpen in ihrer weißen Pracht stehen, wenn bann im Herbst der Farbenklang verschiedener Ahorne, Eichen, Buchen, Weißdorn usw. noch gehoben wird, durch die Fülle der Herbstblumen und der weißen, roten und schwarzen Beeren schönfrüchtiger Gehölze, wird es klar, daß dieser Garten seine Bestimmung voll erfüllt. Der Garten der N e r v e n k l i n i k, der sich nach Süden bis an die Schubertstraße anschließt, dient nun ganz der Ruhe der Patienten. Raschwachsende Bäume, die bald Schatten gaben, haben das freie Feld, das es um die Jahrhundertwende noch Im Garten an der Chirurgischen Klinik. war, fast zum Wald werden lassen. Idyllische Ruheplätze, schöne schattige Wege, geben den Kranken die Möglichkeit, sich viel im Freien aufzuhalten. Durch Hecken, Strauch- und prächtige Blumengruppen wird der Lärm der Außenwelt möglichst ferngehalten. Sa dient jetzt ein ruhiger Park mit ebenso schönen Einzelbäumen wie Baumgruppen und Alleen ausschließlich der Gesundung schwerkranker Menschen. Die Anlagen der Chirurgischen, Augen-, Ohren- und Kinder - Klinik sind späteren Datums. Neben den vielen Zierhecken, geschnittenen Pyramiden verschiedener Gehölze, sind es die Menge schön blühender Sträucher und vor allem die Rosen, oie in diesen Anlagen vorherrschen. Auf Liegewiesen, wo sie auf Liegestühlen, fahrbaren Betten ober auch so auf bem Rasen liegen, erholen sich bie Patienten, oder wandeln in den Zieranlagen zwischen symmetrisch angelegten Blumenbeeten und Rabatten. Im Sandkasten und Spielrasen, unter dem Schatten alter Akazien, spielen die Genesenden der Kinderklinik, während bie neuere Anlage ber Ohrenklinik schon ein Planschbecken ihr eigen nennt. Auch Liegeplätze mürben bort bei Schaffung ber Anlage gleich vorgesehen, währenb in den anderen Kliniksanlagen erst in letzter Zeit geeignete Flächen als solche bestimmt wurden. So erfüllt auch ein während des Krieges angelegter Tennisplatz im Garten der Nervenklinik erst jetzt richtig feinen Zweck, indem er den Patienten als Spielplatz für Ballspiele und Gymnastik dient. So wird manches Neue in die vorhandenen Anlagen aufgenommen werden, doch mögen die verantwortlichen Männer immer dafür sorgen, daß das Gesamtbild nicht verunstaltet ober gar ganz ausgewischt wirb. Neuzeitlich angelegte Gärten, wo ben Forderungen nach Licht- unb ßuftbäbern, Spielplätzen unb so fort bei Entstehung bes Gartens Rechnung getragen würbe, finbe'n wir bei ben Heilstätten „Seltersber g", Lupus- heim unb Orthopäbische Klinik. So stellen bie gesamten Kliniksanlagen auf bem Seltersberg, die im einzelnen so verschieden sind, aber gerade auch darin wieder großen Reiz besitzen, ein Gemeinschaftswerk dar, das der Stadt Gießen zur Schönheit unb Ehre gereicht. B. WWMWWM Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. Il Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Fogg begriff und machte sich unbehaglich los. Mer Rücksicht zwar, aber eisern und deutlich. L" was ging nicht, auf keinen Fall. Stopp! 3 emse! Eine ungemütliche Falte stand zwischen seinen Brauen. Er erhob sich, zog scheinbar gleich- Mig die Schwarzwälderuhr zwischen den beiden Ginstern auf und schuf damit noch mehr Abstand, frnn sagte er, indem er Anna den Rücken zu- Ic «rte: ,Es ist natürlich ausgeschlossen, daß du heute ncch arbeitest. Am besten gehst du in deine Kammer iirD legst dich hin. Soll ich Frau Fenzl oder eine crDere Nachbarin kommen lassen?" uT)as ist nicht nötig. Ich bin nur ein bißchen aus bem Gleis gebracht. Am besten ist es, ich gehe hm- flij", erwiderte Anna und fror. Die Worte kamen y, e und brüchig von ihren Lippen. Sie biß die "sühne zusammen und schlich aus dem Zimmer, m en man ihre Liebe zertreten hatte. Dem zurückgebliebenen Fogg erschien die Stube wü einmal feindselig und ungemütlich. Hätte ich las vielleicht nicht tun sollen? fragte er sich. Ich lohnte ja gar nicht anders handeln. Jetzt ist sie w ürlich gekränkt; ich begreife das sehr wohl. Aber e wird das schon überwinden. Nur in schlechten Limanen stirbt man an unerwiderter Liebe. Und h Zukunft muß ich kühler zu ihr sein Komisch uamtlidi daß sie gerade auf mich verfallt. Ich bin ii Diel zu alt für sie...Er hatte dieses aufgelesene Endchen Anna gern, so, wie man etwa eine jüngere B^roefter aernhat, aber an Liebe war nicht zu ziten. Und für eine Liebelei war sie ihm zu schade, an,3 abgesehen davon, daß Donka sie in seinen -cvutz gestellt hatte. Es war naheliegend, daß er in i.ien Minuten noch mal heftig über die letzten tjerte der Stransky nachgrübelte. Wer von den inten war Annas Later? Manchmal, wenn er mit dem oder jenem feiner ehemaligen Kameraden sprach, bedrängte ihn diese Frage. Er vermied bisher absichtlich, ihnen von Donka Stransky und ihrer Tochter zu erzählen; denn er hatte das unklare Gefühl, als müßte dieser Fall Anna unendlich behutsam angepackt werden und oertrüge keine allzu jähe Erörterung. Und so hatte er sich bislang daraus beschränkt, die Augen offenzuhalten und abzuwarten. Aber jetzt, in diesen gottverlassenen Minuten, wäre es ihm äußerst lieb gewesen, wenn er das Amt des Aufpassers und Verantwortlichen in die Hände desjenigen hätte legen können, den das Mädchen mehr anging als ihn. Allein die Geschichte war so dunkel wie nur je. Fogg war froh, als ihn die Hausglocke aus solchen Erwägungen riß. Die Stermoserin holte ihn zu ihrem Buben, der mit den anderen Kindern vor dem Stier ausgekniffen und über eine herumliegende Pflugschar gestürzt war. Er müsse etwas gebrochen haben, weil er immerfort über seinen Arm lamentiere. Fogg möchte doch einmal nachsehen. Fogg fahndete nach seiner Jnstrumenten- tasche und ging gleich mit. Die Untersuchung ergab, daß der Arm im Schultergelenk ausgerenkt war. Fogg traf seine Vorbereitungen und schickte zum erstenmal nach Frau Engasser. Als Viktoria über die Schwelle trat, kam Fogg ihr entgegen und erklärte: „Ich danke Ihnen herzlich, daß Sie so schnell gekommen sind. Der kleine Mann hat ziemlich Schmerzen. Wir müssen ihm eine Narkose machen. Hier ist der Aether." Viktoria begann zu träufeln und hatte eine Art Kampf mit dem verängstigten Knirps auszufechten, der nicht dulden wollte, daß man ihm eine gefährlich aussehende gelbe Haube über den Kopf stülpte. Fogg half wacker mit und verbrauchte seinen ganzen Vorrat an beschwichtigenden Worten. Der Arm selbst war im Nu eingerichtet; derartige Unfälle sind ja das tägliche Brot jedes praktischen Arztes. Wie fest und geschickt seine Hände sind! mußte Viktoria denken und nahm die Narkosemaske weg. Dann wischte sie mütterlich das geloste, schweißbedeckte Gesicht des Knaben ab. Dieser war sechs Jahr alt und ein hübsches Bürschlein. Wenn sie doch auch so eines hätte...! Anna wälzte sich schlaflos in ihrem Bett. Die jodgepinselten kleinen Kratzer juckten ein bißchen und waren harmlos, aber in ihr selbst sah es wüst aus. Der Nußbaum vor dem Fenster trieb seine ersten Blätter und schabte mit seinen Zweigen wie ein Fingernagel an der Scheibe. Abgerissene Musikfetzen waren zu vernehmen, mal ein schrammender Baß, mal eine hoch aufgicksende Klarinette. In der „Sonne" war Feuerwehrfest mit Tanz. Das verkündeten seit Tagen grellrote Plakate an den vier Ortsenden. Anna hat ein Stückchen gemeint, und nun liegt sie mit heißen offenen Augen da. Von Schlummer keine Rede. Ich Schaf, oh, ich Riesenschaf! überlegt sie zornig. Da plage ich mich die - ganze Zeit her ab, gräme mich herunter, tue, mas ich ihm nur von den Augen ablesen kann — und dann ernte ich das. Uno rnie deutlich er mir seine Abneigung gezeigt hat! Einfach aufstehen und die Uhr richten. Bin ich denn so häßlich? Sie springt aus ihrem Bett, reißt ein Streichholz an und befragt den Spiegel über der Waschgelegenheit. Die Nase ist ja ein bißchen frech, aber manche haben das gern. Meine Zähne sind gut, mein Haar ist gut, mas rnill er denn eigentlich? Das Zündholz verbrennt ihr den Finger, und sie schleicht gebemütigt und traurig in ihr Bett zurück. Eine Uhr im Hause schlägt neun. Die aufgeregte Klarinette gickst noch immer und kann sich nicht genugtun an Trioien und Kadenzen. Anna wirft mit einem raschen Entschluß die Bettdecke zur Seite und schlüpft in ihre Pantöffelchen. Dieser Mann kann mich nicht traurig machen! sagt sie mindestens dreimal vor sich hin, während sie die Strümpfe anzieht und die Pantöffelchen in eine Ecke feuert. „Ich bin gar nicht unglücklich, fein bißchen — das soll sich der ja nicht einbilden!" murmelt sie und wischt mit dem Aermel des Schlafanzugs über das eine Auge. Dann wäscht sie sich das Gesicht, um die Tranenspuren zu vertilgen. Drauf holt sie ihr bestes Kleid aus dem Schrank und zieht sich an. Hütchen braucht man hier nicht, Tuch genügt. So, nun die Stiege hinunter und aufgepaßt, daß diese dumme Stufe nicht knarrt. Hausschlüssel hat sie; es kann losgehen. Während sie durch den Vorgarten läuft, schaut sie nach Foggs Fenster, aber es ist stockdunkel. Sie wird jetzt in die „Sonne" gehen und sich dort amüsieren. Um Gesellschaft ist ihr nicht bange. Mehr als ein Dorfbursche macht ihr schone Augen über den Gartenzaun. Josi wird schon sehen, wohin das führt. Josi wird es noch bereuen, daß er so zu ihr gewesen ist. Und schon wieder will das Träyen- früglein überlaufen. Aus der Tavernwirtschaft „Zur goldenen Sonne" drang Lärm, Zigarrenrauch und Gedudel. Manchmal schrie unterdrückt ein Mädchen auf. Damit auch die Jungen zu ihrem Recht kämen, hatte der Wirt Kern seinen Saal im Oberstock hergerichtet. Tannen und Birkenbäumchen zierten die Wände und das Musikpodium, und der Boden war mit Seife geglättet. Anna schlich die Treppe hoch und stellte fest, daß es auch in Hamelskoog nicht viel anders gewesen war. Es war neun Uhr vorüber, und die Burschen hatten schon ein wenig hoch. Sie vertrugen nicht viel, weil Zichorienbrühe und Kartoffeln keine rechte Unterlage waren, hatten glänzende Gesichter und die Hüte verwegen nach hinten gerückt. Die Anna drückte sich mit ein bißchen Herzklopfen in den Saal und wurde vom Marti alsbald gesichtet. Er bohrte sich freudig überrascht zu ihr durch: „Jetzt so eine Ehre, Fräulein Anna! Ein bissel spät kommen S', aber es geht schon noch. Sie setzen sich zu uns, gel?" Er strahlte vor Vergnügen und führte sie zu einem Tisch voll Burschen und Mädchen, die die Anna verlegen begrüßten. Ihre Heldentat mit dem Ajax hatte sich natürlich herumgesprochen und gab Anlaß zu manchem Lob. Die Mädchen musterten verstohlen die Neue, die so fein und städtisch gekleidet war und so flott und fremdartig redete. Die Burschen aber zupften an ihren Schlipsen herum, setzten den Hut manierlicher, und der Stern- moser-Hans, der sich unbeobachtet wähnte, zog sogar seinen Scheitel nach. Sie redeten viel und laut durcheinander, stießen sich heimlich mit den Ellbogen an und tranken häufiger als sonst aus ihren Gläsern. Der Marti bat die Anna, sein frisches Glas anzu- trinfen, und dann wurde getanzt, unb die Anna glitt von einem Arm in den anderen... Fortsetzung folgt Gießener Kliniken im Grünen. Am Haupteingang zur Chirurgischen Klinik. Kinderklinik unter blühenden Akazien. Für die Erholung der Kranken sind schöne Liegewiesen geschaffen.' (Aufnahmen s6j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Bedeutung der Grünanlagen und Parks für as Gesamtbild einer Stadt ist heute jedem Ein- ^emeinschaftsgarten zurücktritt, so wird dieser seiner lufgabe als Volkspark in weit größerem Maße -recht werden, wenn möglichst jeder Besucher ein ! lätzchen findet, das er ganz besonders liebt. Dort t irb er oft hingehen unb ausruhen, er wirb bort irimer etwas Neues entbecfen unb froh unb ge- färft wieder zurückkehren. Eine solche Anlage, die von Anfang an als Ge° teinschaftsgarten bestimmt war, jedoch dem ein- zlnen besonders dienen muß, sind unsere Kliniks- eilagen. Kein öffentlicher Garten und doch vielleicht mehr besucht aus der näheren und weiteren Umgebung als irgendeine andere unserer schonen Stabtanlagen. Hunderte Besucher, die sich jeden Mittwoch und Sonntag über sämtliche Kliniken vertäten, nehmen in Augen und im Herzen ein Bild benutzen. Zum Ruf der Stadt Gießen als „Gartenstadt" wird also hier in aller Stille sehr viel beigetragen. aus diesen Anlagen mit, Hunderten von Patienten gibt der Bück aus ihrem Fenster, vom Balkon ober Liegeplatz im Park Ruhe unb Entspannung, Genesung unb Anregung zu neuem Wirken unb neue Lebenskraft. Sie werben bie Schmerzen ihrer Krankheit vergessen, aber bie Erinnerung an ben Klimksgarten wirb bleiben. Den Hunberten von Angestellten, Schwestern unb Aerzten, bie Tag unb Nacht im Dienste für bie Gesunbung ber Volksgenossen tätig sinb, bringt ber Park angenehme Erholung in ben Arbeitspausen, unb auch sie werben sich ber schönen Anlagen angenehm erinnern, sie vielleicht auch als Vorbilb in ihrem späteren Wirkungskreis Doch gibt es sicherlich viele ©artenfreunbe in Gießen, bie über ben Umfang ber Kliniksanlagen, aber noch mehr über ihre Bebeutung im unklaren sinb. Da es feine öffentlichen Anlagen sind, ist dies 3U verstehen unb bürste beshalb auch hierüber mancherlei zu berichten sein. Das Gesamtkliniks- gelänbe, Heilstätten mit einbegriffen, umfaßt über 20 Heftar, also über 200 000 Quabratmeter. Außer einem fleinen Teil, ber gärtnerisch wirtschaftlich genutzt wirb unb bem überbauten Teil, sind alles Anlagen! Jebe Klinik unb jebes einzelne Gebäube steht mitten in ben Anlagen, ober besser, ber Garten geht bis an jebes Haus heran, ja noch über Flur unb Krankenzimmer unb schaut mit ben bunten Augen der vielen Balkonblumen roieber zum Fenster heraus. Mehrere Hunbert solcher Kästen, beren Pflanzen, ebenso wie bie Beetpflanzen in eigener Gärtnerei herangezogen werden, erfreuen die Kranken, die ihr Blicke nicht weiter wenden können, sie grüßen aber auch die Besucher und kommen der Forderung nach „Schönheit der Arbeit" in weitgehendem Maße entgegen. Freude sollen aber auch d i e Blumen bringen, die in einem besonderen Schnitt- Whner klar. Mag auch mancher unter ihnen vom >tanöpunft des Wirtschaftlers aus die Bedeutung ?s Ehrennamens „Gartenstadt" ober „Stabt ber honen Anlagen" beurteilen, in ber Hauptsache ist 5 boch bie Liebe zu Baum unb Strauch, zu Blu- xen unb Blüten, bie jeben beutschen Menschen hin- >eht zu diesen herrlichen Schöpfungen der Natur, inb wenn heute bas Jbeal bes Einzelmenschen, lso sein „Privatgarten", immer mehr hinter ben 9Jl.-$port Davispokalkampf Deutschland - Belgien. Deutschland führt 2:0. Einen glatten Erfolg errangen unsere Daois- pokalspieler Henkel und von (Stamm im Vorschluß- rundentreffen gegen Belgien, das bei 35 Grad im Schatten in Berlin begonnen wurde. Henkel siegte in 57 Minuten 6:1, 6:1, 6:1 gegen Lacroix und Gottfried von Crarnrn benötigte 52 Minuten um Mayaert 6:3, 6:0, 6:4 zu schlagen. Deutschland führt damit schon am ersten Tage 2:0. Neuer Höhenrekord im „Motorbaby" Der Breslauer Werner Blech hat mit dem Grunau°„Motorbaby" einen neuen internationalen Höhenrekord für Kleinflugzeuge mit nicht mehr als 200 Kilogramm Eigengewicht aufgestellt. Der mit einem nur 18 PS starken Kröber-Motor ausgestat- tete Motorsegler erreichte über dem Flugplatz eine Höhe von 3 6 3 0 Meter, wodurch der bisher von F. Aufermann (Essen) gehaltene Rekord von 2950 Meter beträchtlich überboten worden ist. Thierbach-Dresden/SiegerderS.Etappe Thierbach (Dresden) gewann am Freitag die über 304 Kilometer führende fünfte Etappe der Deutschland-Radrundfahrt von Schweinfurt über Nürnberg nach München. Der Dresdener unternahm 47 Kilometer vor dem Ziel einen gelungenen Ausreißversuch und kam in 8:48:20 Stunden mit 38 Sekunden Dorsprung vor Hodey (Essen) und Oberdeck (Hagen) ein. In 8:57:35 führte Bautz (Dortmund) eine zehn Mann starke Gruppe ins Ziel, in der sich auch die drei Spitzenreiter der Gesamtwertung, Weckerling (Magdeburg), Diederichs (Dortmund) und Roth (Frankfurt) befanden, so daß es in der Gesamtwertung keine Aenderung gab. Wieder Rekordversuche in Frankfurt. Major Gardner fährt auf der Reichsautobahn. Die Reichsautobahn in Frankfurt, die schon wiederholt ihre Eignung für Rekordversuche von Wagen und Motorrädern erwies und auf der Ca- racciola, Stuck, Ernst Henne u. a. ausgezeichnete Zeiten fuhren, ist in der nächsten Woche wieder Schauplatz von Rekordversuchen mit dem Rennwagen. Der englische Automobil-Rennfahrer A. T. G. Gardner wird mit seinem M. G. Magnette-Renn- wagen versuchen, die Internationalen Rekorde der Klasse G (750 bis 1100 ccm) anzugreifen. In Frage kommen Rekordversuche über 1 Kilometer, eine Meile, 5 Kilometer, 5 Meilen, 10 Kilometer und 10 Meilen. Die großen Wagen beim Eifelrennen. Großkampftag auf dem Nürburgring. Auto-Union und Mercedes-Benz haben in Tripolis und auf der Avus bewiesen, daß sie wahrhaft „da sind". Die Wagen sind schneller geworden, sie halten durch. Unsere Fahrer sind seit Monaten in bestem Training. Nun geht das Eifelrennen nur über 10 Runden der Nordschleife, gleich 228,1 Kilometer. Erst hatte man wohl geglaubt, daß es möglich sein werde, dieses Rennen ohne Reifenwechsel durchzufahren. Inzwischen aber hat sich gezeigt, daß unsere Wagen bedeutend schneller geworden sind. Der Nürburgring selbst ist auch um einige Sekunden schneller geworden. Wird der Wagen im Anzug verbessert, so kommt er schneller aus einer Kurve heraus, er kommt aber auch schneller in die nächste Kurve hinein. Das heißt also, daß Bremsen und Reifen mehr denn je herhalten müssen! Ist aber von Anfang an ein Reifenwechsel mit einkalkuliert, so heißt das nichts anderes, als daß von Anfang an schwer „geräubert" werden muß. Maschinen und Reifen werden nicht geschont. Kommt hinzu, daß die Alfawagen auf dem Nürburgring weit besser dastehen als auf der Rennstrecke von Tripolis. Gerade auf dem Nürburgring haben die Alfawagen stets einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die Scuderia-Ferrari schickt ihre besten Männer, den Mantuaner N u v o l a r i und den Turiner Farina. Brivio und Pintacuda sind in Südamerika, können also auf dem Nürburgring nicht starten. Was werden nun die Alfas machen? — Sie rechnen damit, daß sich die deutschen Fahrer einen unerbittlichen Kampf liefern werden, in den sie selbst zunächst nicht eingreifen. Erst nach wenigen Runden, wenn sich der Kampf der Spitzengruppe zu klären .beginnt, wird auch ein Tazio Nuvolari munter roeroen und sich einzureihen beginnen! Das große Aufgebot. Mercedes-Benz kommt mit 5 Wagen, besetzt mit Caracciola, von Brauchitsch, Lang, Seaman und dem Schweizer Kautz. Caracciola ist seit Bestehen des Nürburgrings nicht nur Deutschlands erfolgreichster Fahrer, sondern auch der Mann mit den meisten Siegen am Nürburgring, v. Brauchitsch ist Sieger im Eifelrennen des Jahres 1934, Lang, bestens bekannt als der „kommende Mann", der Sieger von Tripolis und Avus. Seaman, Engländer von Haufe, erfolgreichster Rennfahrer des Jnselreichs, ist feit einem Jahre bei der Daimler-Benz AG. und hat sich bereits in Tripolis und auf der Avus qualifizieren können. Der Schweizer Kautz wird hier zum ersten Male eingesetzt. Die Auto-Union kommt ebenfalls mit fünf Wagen, besetzt mit Rosemeyer, von Delius, Fagioli, Hasse und Müller, alles Leute, die am Nürburgring bekannt sind. Rosemeyer durch seine Siege beim Eifelrennen und Großen Preis des Vorjahres, von Delius durch feine schönen Erfolge im Vorjahre, durch feinen Sieg in Kapstadt und den zweiten Platz im großen Avusrennen. Fagioli, der von Mercedes-Benz zur Auto-Union gewechselt ist, tft allen als erstklassiger und harter Kämpfer bekannt. Rudi Hasse, der vierte Mann der Auto-Union, hat sich bisher als überaus zuverlässiger Fahrer erwiesen. Er kam in jedem Rennen, wo er eingesetzt wurde, auf einen achtbaren Platz. Don H. P. Müller, dem Motorradmeister der 500er-Klasse, erzählt man sich, daß ein kleiner Rosemeyer in ihm steckt. Die Fahrer der Alfa- Romeo-Wagen sind — fast ohne Ausnahme — auf dem Nürburgring keine Unbekannten mehr. An ihrer Spitze Tazio Nuvolari, der Dollblutkämpe Italiens, Sieger im Eifelrennen 1933 und im Großen Preis von Deutschland 1935! Auch Farma zählt zur ersten italienischen Klasse. Aus einem offiziellen Wagen des Werks kommt dann noch der in Italien bestbekannte Carraroli. Auf Alfa-Romeo starten dann ferner noch die Fahrer R u e s ch (Schweiz), B a lest r e r o (Italien) und S i m o n o t (Schweiz). Das Aufgebot der Maserati-Fahrer ist ebenfalls recht groß. Es kommen: Soffietti (Italien), Hartmann (Ungarn), Cortefe (Italien), Mandirola (Schweiz) forme der Ungar Graf Festitics. Hartmann kennt unter all diesen Fahrern den Nürburgring am besten. Einundzwanzig Fahrer also zählt die große Klasse. Wenn man überlegt, daß in anderen Ländern mit zehn Fahrern ein „Grand-Prix“ veranstaltet wird, so ist allein durch diese Zahl bewiesen, daß unser Eifelrennen mehrere „Große Preise" des Auslandes aufwiegt. Das Training am Freitag. Bernd Rosemeyer drehte am Freitagmorgen auf dem Nürburgring, nachdem die Bahn in der Nacht ausgebessert worden war, einige Runden und war mit 9:57,3 Minuten Schnellster. Am Nachmittag wurde das Training der Rennwagen wieder abgebrochen. Dafür waren aber Motorradfahrer und Sportwagen ständig auf der Bahn. Mansfeld zog sich bei einem Sturz Fleischwunden zu und wurde nach Adenau ins Krankenhaus gebracht. Morgen: VDM.-Sportiag! Der BDM.-Untergau 116 schreibt uns: Wir berichteten schon von der Körperschule des BDM. und der Jungmädel-Spielwiese, die als Massenvorführungen beim Untergausportfest des BDM. am Sonntag die Höhepunkte bilden und am deutlichsten von unserer Art sprechen. Es wurde auch schon darauf hingewiesen, daß die Untergauentscheidung im BDM. -Mannschaftskamp f und IM. -Mannschaftsmehr- k a m p f fallen. Zum BDM.-Mannschaftsmehrkampf treten die vier besten BDM.-Gruppen, und zwar zum Dreikampf (Weitsprung, Weitwurf und 10 mal 50 Meter Staffellauf) an. Bei den IM. fällt der Endentscheid im Singe- roettftreit. Der JM.-Singewettstreit ist vom Kulturamt der RIF. ausgearbeitet. Gewertet wird Auswahl der Lieder und wie sie gesungen werden. Es wird nicht leicht sein, die Entscheidung zwischen den beiden besten Gruppen IM. 2/116, Gießen-Nord und IM. 4/116, Gießen-Ost zu fällen. An Stelle der Kugelgymnastik steigt ein Han d- ballspiel der BDM.-Gruppe 1/116 Gießen-Süd gegen 3/116 Gießen-Mitte. Den Abschluß des Sportfestes werden Mädeltänze bilden. Wir wählen bewußt als Mädeltänze die schönen, alten Formen und Melodien der Gemeinschaftstänze, die in manchen Gegenden unseres Volkes noch bodenständig sind. Im vergangenen Jahr war es der pommersche lampet und in diesem Jahr ist es der Große Wirbel, der in Dänemark noch als „Acht" getanzt wird. Diese Tänze sind nicht an eine bestimmte Teilnehmerzahl gebunden und auch keine reinen Paartänze. Eben so wenig sind es aber auch Reigen, die nach irgendeiner möglichst weichen Musik getanzt werden. Die Siegerinnen der Reichssportwettkämpfe und des Untergausportfestes werden bekannt gegeben werden und ihre wohlverdienten Preise in Empfang nehmen. Fußball der heimischen Mannschasten. OieBezirksflafse,GruppeGießen-Oi>l. Amtlicher Tabellenstand. Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Spv. 05 Wetzlar 18 16 1 1 33:3 Naunheim 18 12 3 3 27:9 Burg 18 10 2 6 22:14 Sinn 18 7 3 8 17:19 Frohnhausen 18 6 5 7 17:19 Lollar 18 5 4 9 14:22 Bissenberg 18 6 2 10 14:22 1900 Gießen 18 5 4 9 14:22 Dillenburg 18 5 1 12 11:25 VfB.-R. Gießen 18 5 1 12 11:25 VfB-Reichsbahn Gießen. VfB.'R. Gießen £lgq — Sportfreunde Wehlar. Auf dem Waldsportplatz findet heute abend ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft der Sportfreunde Wetzlar statt. Die Gäste haben schon wiederholt den Grünweißen gegenübergeftanben und immer waren die Ergebnisse recht knapp. Durch Zuwanderung von Soldaten wurde die Mannschaft der Gäste sehr spielstark, doch konnte die Meisterschaft nicht mehr errungen werden, da die Spieler erst später spielberechtigt wurden. Heute sind die Sportfreunde zu einem ernst zu nehmenden Gegner geworden, was das Spiel beweisen wird. Die Grün- weißen treten mit folgender Mannschaft auf den Plan: Ruppel; Möhl, Leutheuser; Krämer, Thron, Berlebach; Schmidt, Radtke, Kramer, Godglück, Szponick. Diese Mannschaft ist stark genug, den Gästen zu trotzen. DsB.-Reichsbahn Zugendabteilung. Die erste Jugend wird am morgigen Sonntag aussetzen, wenn nicht ein Aufstiegsspiel um die Kreis- und Bezirksmeisterschaft angesetzt wird. — Die zweite Jugend empfängt die Jugendmannschaft von Lich zum Freundschaftsrückspiel. Das Vorspiel, das an Pfingsten dort ausgetragen wurde, sah die Gießener mit 3:0 in Front. Die Gäste haben recht gute Spieler in ihrer Mannschaft. Die VfB.er werden bis auf ihren Halblinken in bester Besetzung antreten. Die dritte Jugend spielt ebenfalls zu Hause und hat die erste Jugend von Rodheim zu Gast. Hier werden die Gießener einen schweren Stand haben. Rodheim stellt schon immer recht spielstarke Jugend- mannschaften in den letzten Jahren auf. Im vergangenen Jahre waren sie Meister ihrer Gruppe. In diesem Jahre standen sie an zweiter Stelle. Das Vorspiel verloren, die VfB.er mit 1:3 Toren. 10 Zahre „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. „Dormatia" Worms zu Gast. Nachdem nun alle Terminschwierigkeiten behoben sind, tritt nun endgültig am 27. Juni die komplette 1. Elf des VfR. „Wormatia" Worms, Gaumeister des Gaues XIII (Südwest) im Spieljahr 1935/36 und 1936/37, gegen die 1. Elf der „Teutonen" in Watzenborn-Steinberg an. Zwar war ursprünglich der 27. Juni d. I. für Austragung eines noch ausstehenden Tschammer-und-Osten-Po- kalspiels für Worms vorgesehen, jedoch wurde einem Gesuche entsprechend über den Gau XIII (Südwest), dem Gruppensportwart Pros. Dr. Glaser (Freiburg i. Br.) an das Reichsfachamt, Hauptsportwart W o l z (Berlin), von letzterem dieses vorgesehene Pokalspiel auf den 29. August 1937 angesetzt. Mithin waren die Bemühungen des FC. „Teutonia" von Erfolg gekrönt. -„Wormatia" Worms hat sich clbst tatkräftig für die Austragung des nun einmal schon lange vertraglich abgeschlossenen Spiels bei den Teutonen eingesetzt. Die Mannschaft und ihre Begleitung treffen schon am Samstagabend in Watzendorn-Steinbera ein und nehmen an dem am Abend ftattfinbenoen Festkommers in ber Volks- Halle der Gemeinde teil. Somit wird allen Sportfreunden der näheren und weiteren Umgebung Watzenborn-Steinbergs Gelegenheit gegeben sein, Zeuge von dem Können einer deutschen Spitzenmannschaft des zum Dolks- port gewordenen Fuhballfports mit nicht weniger als drei internationalen Spielern (Worms tritt mit Winkler, Eckert und voraussichtlich auch Seppi Fath an) zu fein. Auch das übrige Programm der beiden Festtage dient ganz dem Svort innerhalb des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. * VfV.-Reichsbahn I. in Watzenborn-Steinberg. Am morgigen Sonntag, dem Opfertag, ist es der VsB.-Reichsbahn in Gießen, der mit feiner ersten Els zu einem Opferspiel nach Watzenborn-Steinberg kommt. Leider müssen die Einheimischen mit Ersatz antreten, so z. B. muß Happel bei der Kreismannschaft das Tor hüten. Das wird ein harter Ausfall für die Teutonen fein, zumal ein vollwertiger Ersatz für Happel nicht gestellt werden kann, denn Happel hütet ununterbrochen feit zehn Jahren das Tor. Durch diese Umstände sind die Siegesaus- ichten der Einheimischen gering und es wird eine Voraussage nicht zu machen sein, zumal die Auf- tellung der Gäste bis jetzt noch nicht bekannt ist. Das Spiel interessiert die Zuschauer der Einheimi- chen schon aus dem Grund, da VfB. Gießen in der letzten Verbandsserie eine Klasse höher spielte und auch das letzte Zusammentreffen beider Vereine eine hohe Niederlage für die Gießener ergeben hatte. Fußball in Rodheim a.d.B. Rodheim I — Heuchelheim I. Für den Sportopfertag am kommenden Sonntag wurde vom Kreisfachamtsleiter das obige Spiel nach Rodheim angesetzt. Zwei alte Rivalen der ersten Kreisklasse treffen sich hier, die sich in der letzten Saison heiße, aber immer anständig ausgetragene Kämpfe mit wechselndem Erfolg geliefert haben. Rodheim tritt in stärkster Aufstellung an, und hofft, auf eignem Platze einen knappen Sieg zu landen. Am Abend vorher trägt die erste Mannschaft von Rodheim in etwas geänderter Aufstellung ein fälliges Freundschafts-Rückspiel gegen 05 Wetzlar II auf deren Platz an der Nauborner Straße in Wetzlar aus. Das Vorspiel gewann Wetzlar in der zweiten Halbzeit verdient. Die Rodheimer Jugend spielt gegen VfB. in Gießen. Qie Fußball-Kreisttaffen im Sportkreis Stehen Bevor das Sportjahr 1936/37 feinem Ende entgegengeht, bringen wir nachstehend eine genaue Uebersicht über den Tabellenstand in den einzelnen Gruppen. 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen A. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinberg 14 12 2 0 26:2 Klein-Linden 14 10 2 2 22:6 Lich 14 7 4 3 18:10 Steinbach 14 5 2 7 12'16 Hungen 14 5 2 7 12:16 Ruppertsburg 14 5 1 8 11:17 Garbenteich 14 2 3 9 7:21 Leihgestern 14 2 0 12 4:24 Meister: FC. „Teutonia " Steinberg. 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen B. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Heuchelheim 10 9 0 1 18:2 Alten-Buseck 10 8 0 2 16:4 Rodheim 10 5 0 5 10:10 Großen-Buseck 10 4 1 5 9:11 Daubringen 10 2 1 7 5:15 Tv. 1846 10 0 0 10 0:20 Meister: Sportverein 1920 Heuchelheim. Bieder haben ohne Wertung an den Spielen teilgenommen. Meister: Tv./Fußballabt. Großen-Linden. noch aus. Meister: SC. 03 Nieber-GirmSs. 1. Kreisklasse, Gruppe Wehlar B. Die Vereine Muschenheim, Tv. 1846 II und 1. Kreisklasse, Gruppe Dehlar A. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Nieder-Girmes 11 11 0 0 22:0 Spfr. Wetzlar 12 8 0 4 16:8 Aßlar 12 6 1 5 13:11 Ehringshausen 12 6 0 6 12:12 Hermannstein 12 4 1 7 9:15 Ulm 12 2 0 10 4:20 Holzhausen 11 0 1 10 1:21 Das RUckspie! Holzhausen - - Nieder-Girmes steht Steindorf Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 22:2 12 11 0 1 Nauborn 12 8 2 2 18:6 Leun 12 5 1 6 11:13 Philippstein 12 5 1 6 11:13 Burgsolms 12 3 3 6 9:15 Oberbiel 12 4 1 . 7 9:15 Albshausen 12 1 2 9 4:20 Meister: Turn- und Sportverein S t e i n b o r f. 2. Kreisklasse, Gruppe Gießen A. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Großen-Linden 6 5 0 1 10:2 Steinberg II 6 4 0 2 8:4 Grüningen 6 2 0 4 4:8 Heuchelheim II 6 1 0 5 2:10 2. Kreisklasse, Gruppe Gießen B. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Rüddinashausen 8 5 3 0 13:3 Londorf 8 5 1 2 11:5 Launsbach 8 4 2 2 10:6 Wißmar 8 2 0 6 4:12 Staufenberg 8 1 0 7 2:14 Die Vereine Wieseck und Flensungen haben ohne Wertung teilgenommen. Meister: TC. Rüddingshausen. Handball im Sporlkreis Gießen. Handball-Aufstiegspiel zur Gauliga. 1900 Gießen — Militär-Sportverein Hanau. Diesem Spiel am heutigen Samstag kommt eine große Bedeutung zu, da, wenn es den 1900ern gelingt, die gefürchteten Soldaten zu schlagen, ihnen keiner mehr den Bezirksmeister streitig machen kann. Aber bis dahin heißt es, sich anstrengen und über sich selbst hinauswachsen. Die Gäste sind als körperlich, spielerisch und, wenn es gilt, als hart kämpfende Mannschaft bekannt. Die Mannschaft hat keinen schwacyen Punkt unb, bildet eine Einheit, die zu schlagen, nur einer sich übertreffenden Mannschaft gelingt. Von den Gästen spielten bereits fünf Spieler in der Divisions-Mannschaft gegen das Art.- Regt. 9 und verhalfen den Infanteristen zu einem eindeutigen 9:2-Siege. 1900 ist bemüht, in folgender, stärkster Aufstellung anzutreten: Enders, Birkenstock, Huffmann, Richter, Färber, Reist, Schüler, Winden, Höing, Berg, Fest. Dieser Mannschaft darf man den Sieg schon Zutrauen, da es ihr gelang, in Hanau dem gleichen Gegner in der zweiten Spielhälfte nur noch mit zehn Mann spielend, ein Unentschieden (8:8) abzu- trotzen. Tabellensland: 1900 Gießen 2 Spiele MSV. Hanau 3 Spiele Tv. Kirch-Göns III 3 Spiele 3:1 Punkte 3:3 Punkte 2:4 Punkte Die Opferwiele im Fachamt Handball. Leider war es mit Rücksicht auf die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, die Opferfpiele so vorzubereiten, daß mit einem 100- prozentigen Erfolg gerechnet werden kann. Daneben mußten wegen begründeter anderweitiger Abhaltung verschiedene Treffen um einen Sonntag verschoben werden, so daß also das gesamte Programm in der ursprünglich vorgesehenen Reihenfolge nicht abgewickelt werden kann. Im Grunde genommen darf das alles aber nicht hindern, sich einzusetzen, damit der Zweck der Opferspiele in jeder Beziehung erreicht wird. Die Reineinnahmen fließen, wie schon betont wurde, der Jugend- und Lehrarbeit im Gau zu, so daß sie also letzten Endes immer wieder den Vereinen zugutekommen. Die Spiele: Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhaufen. Tv. Hörnsheim — Spvg. 1900 Gießen. Tv. Nauborn — Tv. Wetzlar. Tv. Dornholzhausen — Tv. Groß-Rechtenbach. Tv. Lich — Tv. Grüningen. Tv. Wißmar — Tv. Ruttershausen. Tv. Dutenhofen — VfB.-R. Gießen. Tv. Garbenheim — Tufpo Niedergirmes komb. Tuspo Niedergirmes — Brigade 48. VfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Nachdem die Juaendlichen des VfB.-Reichsbahm bei den Kreisjugendkämpfen in Gießen abermals., wie im vorigen Jahre, so hervorragend abgeschnittem hatten, entschloß sich die Leitung, mit einem starkem Aufgebot in Corbach bei den (Saujugenbtämpfen zu erscheinen. Zehn Jugendliche vertreten den DfB- Reichsbahn. Man hofft auf einige Erfolge. Besonders Kley, Gernrner, Dietrich und Schwarz gehen mit großen Hoffnungen in den Kampf. Aber auch Heller, A. Oehler, E. Oehler, Schieferstein, 23 übe n- bender und Krollpfeiffer sollten noch einige Erfolgs mitbringen. Hoffen wir, daß sich der gute Ruf ber Gießener Jugendlichen auch in Corbach rechtfertig«- Die Konkurrenz wird zwar äußerst stark sein unü es muß mit allem Ernst gekämpft werden, benra Kassel, Göttingen, Fulda usw. sind auch gut gerüstet. Die Aktiven können leider bei den Kreismeisterschaften in Gießen nicht in voller Stärke antreten., da Herrmann zu einem Handball-Lehrgang nach Kassel einberufen ist, nachdem er in die Gau-Ha nb" ballmannschaft berufen wurde. Das ist jetzt bereits; der zweite Vertreter des VfB.-Reichsbahn in ber Gau-Handballmannschaft, denn der Nationalspielern Bandholz hat sich bereits einen ständigen Platz w der Mannschaft erkämpft. Mit Luh, Woode, Klent, Jakob usw. stellt der VfB.-Reichsbahn immer noch eine starke Vertretung. Sollte Pitzen starten, so ip der Verlust Herrmanns gut ausgeglichen. Schützen: Opfertag des deutschen Sports. Das Opferschießen für Gäste und Angehörige de» Schützenvereins findet auf den Ständen am Schul" zenhaus von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr statl- Es wird mit Kleinkaliber auf 50 Meter Entfernung geschossen. Alle Volksgenossen sollen sich beteiligender Ertrag fließt restlos der Deutschen Sporthilfe zu- Rundfunkübertragung vom Nürburgring. Am morgigen Sonntag übertragen alle deutschem Reichssender, vom Reichssender Frankfurt übernommen, das diesjährige (Eifelrennen auf beim Nürburgring, und zwar zu folgenden Zeiten: 11.13 Uhr: Motorräder mit Seitenwagen; 11.45 Uhr: Solomaschinen; 12.30 Uhr: Sportwagen, Start und erste Runde« 13.00 Uhr: Sportwagen, letzte Runden; 13.30 Uhr: Rennwagen, Start und erste Runde; 15.00 Uhr: Rennwagen, letzte Runden. Die BerictM werden als (Einlagen in ein Unterhaltungskonzert eingeschaltet. Wirtschaft m rl. rl. im. irl. nborf. !erl. K iahen Die Liebe höret nimmer auf! Frau Anna Elisabetha Brücke!, geb. Spies 4108 D Danksagung. Für die warmen Beweise der Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir von Herzen. Im Namen der Hinterbliebenen: Neuhof-Leihgestern, im Juni 1937. 4094 D auch als stets die druckfreie stets die druck! Brille nach Maß von Optiker Magnus 2 6 7 4 5 6 7 0 0 1 2 4 5 von und der Familie Familie Familie Familie Margarete Waydelin geb. Müller-Benecke. erl. 1 2 6 6 6 7 9 Albert Brückel Karl Aug. Faber Willi Brückel Karl Müller. IM 8:1 10:6 4:1! 2:1! Plötzlich und unerwartet hat Gott, der Herr, am Freitagabend 10 Uhr meine Hebe Frau, unsere herzensgute, innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante illlllllllllllllllllllllllli ramiliendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 llimilllllllllllllllllllllll mb Bie!: jenommr in beit In tiefer Trauer: Konr. Jobs. Brückel Lang-Göns, Frankfurt a. M., den 12. Juni 1937. y auf Seiten "de ent. . flenav, feiner' Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Zufuhren Gemüse blieben stark. Absatz nur in Salat Gurken gut, im übrigen schleppend. Infolge ... Trockenheit ging das Angebot von Salat weiter zurück und die Preise zogen weiter an. U. a. notierten: Bohnen (Treibhaus) 50 Kilo 40 bis 60, Erbsen 50 Kilo 12 bis 18, Gurken 100 Stück 15 bis 15.50, Karotten 100 Bündel 8 bis 12, Pfifferlinge 50 Kilo 70, Kopfsalat 100 Stück 8 bis 15, Spargel I 30 bis 32, II 22 bis 24, III 16 bis 18, IV 7 bis 8, To- Kassenlieferant Seltersweg 33 .•r? fa’ im 67. Lebensjahre heimgeholt, aus einem arbeitsreichen Leben im festen Glauben an ihren Heiland. Frankfurter Lier- und Vultsr-Großmarkt. Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Eier Versorgung ist zur Zeit sehr mäßig, so daß der lebhafte Bedarf nur teilweise befriedigt werden kann. Die Anlieferungen aus Kurhessen haben sich ungefähr gehalten, während die Zufuhren aus den anderen deutschen Ueberschußgebieten zurückgegangen sind. Neben deutscher Frischware kommen, jedoch irt kleinerem Umfange, ausländische Eier aus West- und Nordeuropa in unser Gebiet. Deutsche Markeneier $ 10, A 9,5, B 9, C 8,5, D 8. Ausländische Eier 8 9,5, A 9, B 8,5, C 8. Die Versorgung mit Butter ist im ganzen unverändert 80 v. 5). des Oktoberbezuges 1936. In einzelnen Geschäften ist die Butterabgabe durch die Kundenlisten jedoch noch nicht richtig geregelt. Die Erzeugung in unserem Gebiet hat sich weiter leicht erhöht, jedoch müssen zur Bedarfsdeckung nach wie vor größere Zuteilungen aus Kurheffen erfolgen. Für die Versorgung der Kur- und Badeorte findet die 80prozentige Kontingentierung auf Grund des Verbrauches im entsprechenden Monat des Vorjahres statt. Deutsche Markenbutter 148, Feine Dt. Molkereibutter 145, Dt. Molkereibutter 140 bis 142, Holländische Butter 148. — Für Weichkäse wäre ein stärkerer Verbrauch sehr erwünscht, während der Absatz von Hart- und Sauermilchkäse gut ist. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. W 22:0 16:8 null 12:1!' 9:1: 1:?. Die Beerdigung findet Montag, den 14. Juni 1937, nachmittags 1% Uhr, vom Trauerhause aus statt K 22:2 18:6 11:1 11:1 9:11 9:1 4:i erl. p ) 13:31 2 ?nie 4 LlnMMii Gießen PHÖNIX Ludwitrstraße 16 ____________________________2053 D w 18:2 ! 16:! 10:11 9:li I 5:li!j 0:2 maten 50 Kilo 42 bis 48 holl., Wirsing 50 Kilo 5,50 bis 6,00. Am O b st m a r k t war das Angebot von Erdbeeren, Kirschen und grünen Stachelbeeren bei kaum veränderten Preisen gut. Geschäft befriedigend. Erdbeeren I 40 bis 45, II 32 bis 38, III 20 bis 28, Kirschen 30 bis 45, Stachelbeeren 12 bis 15. Rundsunkprogramm. Sonntag, 13. Juni. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Die Tradition deutschen Soldatentums. Von Walther Kayser, Oberr«gierungs- rat im Reichskriegsministerium. 10: Gott wohnt nur in stolzen Herzen. 10.30: Chorgesang. 11: Unterhaltungskonzert. Berichte vom Eifel-Rennen auf dem Nürburgring. 15.30: Und nun — Ring frei für die „Konkurrenz". 16: Musik zur Unterhaltung. Berichte von der Deutschlandrundfahrt der Radfahrer, Etappe Stuttgart — Frankfurt. 18: Freyen ist kein Pferbekauf (II). Bitter-Süßes ums Heiraten. Funkfolge. 18.45: „So schön hab'n die Geigen noch nie gespielt..." Dazwischen Barcaro- len und Ständchen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Das Fünfgestirn am Operettenhimmel (Zweimal „Er und Sie" und — eine „Type"). 22: Nachrichten: anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Alt-Italienische Musik. TNontag, 14. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. Kinder- liedersingen. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deut- Wit 'eityboty1 ibennals, «schnitten AM' denG oarjF Aber n W te E reÄ^' rk W jtben, J ■te WpÜ * L *8 loobl tart*’ >n. Leichtbauplatten „Heraklith" Isolierplatten Isoliermittel H.GIatthaar&Sohn Frankfnrt. Str. 19 mtthlstraße 18 Telefon |1641d Nr. 3144 3145. la trockene Söotfofint sowieAbfalllwlz und Holzwolle, letztere in Ballen yepreßt, hat-^au- fend abzugeben Anlneas Euler Kistenfabrik|E'o Steinstratze 7.1 W 26:2 22:6 18:1( 12' 12:1t 11:11 7:2: 4:2;; Rhein-Mainische Bö je. TNittagsbörse sehr still. Frankfurt a. M„ 11. Juni. Die seit Tagen herrschende Stille hat sich im heutigen Verkehr eher noch verstärkt. Es lagen kaum Aufträge vor, und auch der Handel hielt sich weitgehend zurück, zumal sich der Wochenschluß nähert. Am Aktienmarkt war die Haltung uneinheitlich und im ganzen wenig verändert. Die Zahl der zur Erstnotiz gekommenen Papiere war jehr Gering. Die Farben-Aktie, in der gestern größere Auslandsabgaben erfolgt fein sollen, konnte sich mit 163,25 (163,13) behaupten. Am Montanmarkt setzten Rheinstahl auf die Bilanzveröffentlichung 1,25 o. H. fester mit 158,25 ein, ferner zogen Mannesmann 1 v. H. an auf 124, Verein. Stahl lagen mit 121,75 bis 122 behauptet, Hoefch 0,50 v. H. leichter mit 126,50. Don Elektrowerten notierten Licht 6c Kraft und Lechwerke Augsburg je 0,50 o. H. höher, RWE. 0,40 v. H. und Felten 1 v. H. niedriger, Geffürel und ELG. unverändert. Sonst kamen noch Hanfwerke Füssen mit 116,50 (115,75), Daimler mit 137,50 (138,50), Rheinmetall mit 151 (151,13) und Westdeutsche Kaufhof weiter etwas erholt mit 61,90 (61,50) zur Notiz. Im Freioerkehr blieben einige Werte weiter beachtet, bei allerdings wenig veränderten Kursen, Adlerwerke 115 bis 117, Rastatter Waggon 41,25, Geiling Sekt 70, Beck & Henkel 72. Ferner zeigte sich am Einheitsmartt nach verschiedenen Spezialwerten weiter Nachfrage. Renten Ingen ebenfalls sttll und wenig verändert. Altbesitz nicht voll behauptet mit 126,25 (126,40), Kommunal-Umschuldung unverändert 94,15, 1951er Verein. Stahl 99,90 (99,75). Auch in der zweiten Börsenstunde erfuhr das Geschäft keine Belebung, wiewohl sich überwiegend etwas Nachfrage bemerkbar machte. Vereinzelt lagen die Anfangsnotierungen um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. höher, so bei Verein. Stahl, IG. Farben und Westdeutsche Kaufhof. Die erst später notierten Papiere zeigten überwiegend Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,75 v. H., je 1 v. H. verloren Zement Heidelberg mit 157,50 und Manag mit 132, während Conti Gummi 2 v. H. niedriger lagen mit 186,50. Am Einheitsmarkt kamen Gebr. Adt bei starker Nachfrage mit 78,50 (75) bei 30 v. H. Zuteilung zur Notiz, Kalter Brauerei sehr gefragt, Taxe 55 (l. K. 49). Von Renten bewegten sich Kommunal-Umschul- dung bei 94,10. Liguidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 v. H. an, Goldpfandbriefe, Kommunal-- Obligationen und Stadtanleihen notierten unverändert. Tagegeld war weiter versteift mit 3 (2,50) v. H. Abendbörse ebenfalls still. Gleich dem Mittagsverkehr war die Unternehmungslust auch abends gering und das Geschäft weiterhin sehr still. Die Kurse erwiesen sich gegen den Berliner Schluß als gut behauptet, nur hier und da baten geringe Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Richtungen ein. Am Montanmarkt notierten Mannesmann 123,75, Buderus 128> Rheinstahl 157,50, Verein. Stahl 122, von chemischen Werten IG. Farben 0,25 v. H. höher mit 163,50, Goldschmidt unverändert 140,50 und Scheideanstalt unverändert 263. Von Maschi- nenaftien Moenus weiter ermäßigt auf 118 (118,50), ebenso Muag auf 146,25 (146,75), aber Junghans 132,50 (132,25). Kaufhof unverändert 62. Am Einheitsmarkt Gebr. Adt 79 (78,50) bei voller Zuteilung. Renten weiter ruhig, 6 v. H. IG. Farben 135,25 (135,40), Kommunal-Umschuldung 94,15. bei 152H A sche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten: anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.1L: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Schäumt der süße Wein im Becher. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. Ein Fischhändler muß auch kochen können. Nachrichten. 16: Nachmittagskonzert. „Die Motte". Eine kleine Funkgroteske. 18: Vom fröhlichen Wandern. Funkfolge nit Beiträgen von Joseph v. Eichendorff, Friedrich Rückert, Hans Friedrich Blunck, Max Geisenheyner u a. 18.30: Die Kuban-Kosaken singen und spielen. 19: Stuttgart spielt auf: Heitere Feierabendmusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Räuber und Briganten. 22: Nachrichten. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 427: Anordnung Nr. 9 der lieber« wachungsftelle „Chemie" (Lieferung und Bezug vor Leimleder) vom 9. Juni 1937. — 428: Anordnung 8 der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette als Ueberwachungsstelle )Verarbeitungsgenehrni° gung für die Mayonnaise-, Fisch- und Fleischsalat- Hersteller. — 429: Anordnung zur Aenderung der Anordnung 5 der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette als Ueberwachungsstelle (Verarbeitungsgenehmigung für die Fischindustrie) vom 9.Juni 1937. — 430: Berichtigung zur Verordnung über die Preisbildung für Fichten- (Tannen-) und Rotbuchen- Stammholz für das Forstwirtschaftsjahr 1937 vom 4. Mai 1937. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DwiDenDe an. Reichsbankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o H * Frankfurt a. M. Berlin Schluß- turs Schlußk. Abend börie Schluß- ttrrc Schluß! Mittag börje D iium 10.6 11 6 10.6 11.6. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,65 101,65 10'.65 — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 99 99 6,/2% Doung Anleihe von 1930 . 105 105 104,75 —— 4*/2% Hessische Bolksstaai von 1929 99.75 99,75 — — 4/2% Deutsche Reichspvstschatz von 1934 1..................... 100.75 100,75 101 101,1 /2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98 98 98 98 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbanfR. 6................ 97,9 97,9 _ _ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte l.............. _ 132,75 133,13 4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,5 99,5 99,5 99,5 4/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 98,25 98,25 — _ 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 100,75 100,9 _ _ ny2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101 101,13 101 101 Steuergutichein-Berrechnungskurs 110,8 110,9 — 110,8 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... —— —• 4,2% Oesterreichische Silberrente. — — — 4'/r Ungarn Staats von 1913 .... — —— — — 4% Ungarische Goldrente....... —— •— — —— 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 5% Rumänen von 1903......... — — — 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. — *— 4% Einheits-Rumänen......... —— — —— — 4% Türken Bagdad 1........... — — — 4% Türken Bagdad 11.......... — —— —— — 2%% 1. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen ...... 6 125,5 126 125,65 126 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 46,25 46,25 Hamburg-Amerika Paket.....0 18 18 18,25 18 Norddeutscher Lloyd.......... 0 18,75 18,9 18,65 18,9 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 125,5 125,4 125 4 125,4 Reichsbant................. 12 214,5 213,75 214 213 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 130,5 130,25 Commerz- und Privat-Bank ... 4 113,4 113,25 113,4 113,25 Deutsche Diskonto............ 4 119 118,75 119 118,75 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß» 'urs Schlußk. Abend börie Schluv- furt Sck'lußk. Mittag- börie Daiuni 10 6 11.6 10 6 11-6. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — _ 234 235 A KU-ff unitfeibe............ .. 0 — —- — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 141 140 141,25 139,25 Bemberg................. .. 0 133 132,75 132,75 132,5 Bekula................... .. 8 165 165 165,75 165,75 Buderus Eisen............. .. 4 128,5 128 128,5 128,75 Gement Heidelberg......... .. 7 158,5 157,5 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —— Ghade A.°G................ .. 9 — — —- Conti Gummi............. . 11 188,5 187,5 — 188 Daimler Motoren.......... .. 5 138,5 137,5 138,75 137,65 Dessauer Gas............. .. 4 — — 119,75 119,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 155,5 156 155,5 156 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 263 263 — — Deutsche Linoleum......... . 10 164 164 164 164 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,5 135,5 135,25 135,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 154,25 154,4 155 154,75 3- G. Farben-Jndustrie..... .. 7 163,13 163 5 163 163,5 Felten & Guilleaume....... .. 6 139 138 139 138,5 Gesfürel.................. .. 6 155 140.5 154,5 140,5 155,5 140,25 154,65 140,65 Th Goldschmidt ., Gritzner Maschinen......... .. 0 60,9 61,65 61,25 62 Harpener ................. LV, 171,75 171,5 171,75 171,75 Hoesch Eisen............... ny, 127 126 126,75 126,25 Philipp Holzmann......... Ilse Bergbau.............. .. 6 .. 6 150 149 150,4 149 175 Ilse Genüsse.............. .. 6 141 141,5 142 142,13 Kali Aschersleben.......... .. 5 115-9 115,25 116,25 115 Klöcknerwerke ............. 4 y2 138 137,75 137,5 137,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — 156,75 156 Lahmeyer................ .. 6 125,25 125 125,25 125 Mainkraft................. .. 4 98,75 98,25 123,75 — Mannesmann............. .. 3 123 122,4 123,9 Mansfelder Bergbau....... 6 */, 157,5 158,65 158 Metallgesellschaft........... .. 5 153,5 — 152,75 154,25 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 109 108,65 Rheinische Braunkohle...... . 12 —- — 232,13 232 Rheinische Elektro ........ .. 6 135,5 136 135,5 136 Rheinstahlwerke............ .. 6 157 157,5 157 158 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 133,13 132,75 133,75 132 Rütgerswerke............. .. 6 149 148 148 146,5 Salzdetfurth Kali.......... 154 154 154 153,75 Schildert & Co............. .. 6 170.75 170,5 170,65 170,9 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 102,25 102,5 Siemens & Halske......... .. 8 — 217 220 217,5 Süddeutsche Zucker......... 10 203,5 203,5 203,75 203,75 bereinigte Stahlwerke...... ayt 121,9 122 121,9 121,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 61,5 62 61,65 62 Westeregeln Alkali.......... .. 5 115,75 115,25 115,75 115,5 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 162,75 161 161,5 160,75 Ctaoi Minen.............. 0,6 32,13 31,65 32 31,5 — Frankfurt a. ZIL 10-Ium 11. Juni 10 Juni 11. Juni Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brie, Amtliche Notierung Amitiche Notierung Geld Bne, Geld Brie« Geld Brie, Buenos Aires............. 0,761 0,765 0,761 0,765 Japan.................... 0,717 0,719 0,717 0,719 Brüssel................... 42,11 42,19 42,12 42,20 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,165 0,167 0,165 0,167 Oslo.................... 61,91 62,03 61,89 62,01 Polen.................... 47,10 47,20 47,10 47,20 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,00 55,12 54,98 55,10 Lissabon.................. 11,19 11,21 11,185 11,205 Danzig.................... 47,10 47,20 47,10 47,20 Stockholm................ 63,52 63,64 63,50 63,62 London................... 12,32 12,35 12,315 12,345 Schweiz.................. 57,00 57,12 57,08 57,20 HelsingforS................ 5,445 5,454 5,445 5,454 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 11,11 11,13 11,105 11,125 Prag..................... 8,671 8,689 8,671 8,689 Holland.................. 137,18 137,46 137,26 137,54 Budapest................. Italien................... 13.09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,496 2,500 2,497 2,501 Lebet Aatmschuh und Aaturlunde Hugo Derrnühler Verlages, Berttn^MchterfelÄ Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführlich bebilderte Werbeblatt Freunde der Natur sind Freunde guter Bucher-. Hier abschneiden! Natalie 333 Nebenerwerb Natalie, roeibl. Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Lebhafte". Natrolith, Spreustein, gelbroter Halbedelstein. Natron, Natrium, Alkalimetall, das in vielen Salzen und chemischen Verbindungen und Mineralwässern vorhanden ist, wie Ätznatron, Atzkalt Natronlauge, Seifenstein Soda Am bekanntesten das meist lediglich als Natron bezeichnete doppeltkohlensaure Natron (Natronbikarbonat). Doppeltkohlensaures Natron hat vielfache Verwendung. Man nimmt eine Messerspitze davon in Wasser gegen Sodbrennen und bei Magenoersäuerung. Bei Kuchen wird Natron auch als Backpulver verwendet. Durch eine kleine Beigabe von Natron kochen Hülsenfrüchte schneller weich, während Gemüse wie Spinat die Farbe halten und Milch sich länger hält. Vielfach wird auch eine Prise Natron ins Wasser getan, mit dem Kaffee überbrüht wird, ferner lassen sich mit Natron Obstflecke entfernen. Nattern, ungiftige Schlangen, wie die Ringelnatter, deren Eier im Volksglauben für „Hahnen- eier" gehalten werden, die angeblich Glück bringen sollen. Naturheilkunde. Bezeichnung für die Behandlung der Krankheiten ausschließlich mit physikalischen und diätetischen Mitteln, namentlich wenn sie von Nichtär^- ten unter ausdrücklicher Ablehnung jeder operativen und medikamentösen Behandlung ausgeführt wird. Die Vertreter dieser Richtung sind vor allem Nichtärzte, die unter dem Namen Heilpraktiker zusammengefaßt werden und jetzt nach einem dreijährigen Lehrgang staatlich anerkannt werden sollen. Neapolitanische Sauce, zu Wildbret gereichte Tunke die aus einer mit Sellerie, Gewürzen und Wein aufgekochten Fleischbrühe besteht. Nebel, Wasierdampfbildung in der Luft, für Menschen mit empfindlichen Atmungsorganen gefährlich. Es ist zweckmäßig, bei Nebel ein Tuch vor Mund und Nase zu halten. Nebenerwerb. Ist der Mann nicht imstande, die Familie aus dem Ertrag seiner Arbeit und seines Vermögens zu unterhalten, so ist die Ehefrau verpflichtet, durch Nebenerwerb (als Waschfrau, Putzfrau usw.) einen Beitrag zu dem ehelichen Aufwand zu leisten Betreibt die Frau ein Erwerbsgeschäft, z. B. Gemüseladen, so muß sie ebenfalls einen entsprechenden Beitrag Aum ehelichen Aufwand leisten (s. Gütertrennung) Regelmäßig ist allerdings die Frau nicht verpflichtet, einem Nebenerwerb nachzugehen, sie hat vor allem das Hauswesen zu versorgen. Der Mann kann der Frau eine Nebenbeschäftigung verbieten, wenn dadurch der Haushalt und die Kindererzie- hung vernachläsiigt werden würden und er für die Familie in ausreichendem Maße sorgt. Was die Frau durch N. verdient, gehört ihr. Haben die Ehegatten „Spülmit“ Paket 18 Pfennig : für Küche und Haus Löst Fett und Schmutz spielend leicht, eine große Hilfe beim Aufwaschen und Spülen Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Ihiflaui i. '«pew M 8 Sport-Modell- ir> Svezial-Neva- raturwerkstätte Gießen an ZOO aus 3433V A n n a k m e von Ehestands-Darlckcosecbemcn Tapeten Siragula Stückware Teppiche Läufer Räume eirocMfe^idi Teppktan,Be4ctidrtttngs- körpct, Koostgewerbe, Dekorationen. Cd. FRANKFURT A. M. gegründet 1829 in erlesenem Geschmack und dtten Preislagen zur AuswoM. Eine Ausleje derde«^cben Mobetindufrie Vertreter: Ludwig Sommeriad der Lahn, Wernerwall 9 H. 4031 D nieorfy Tranz een ,H ^kganj! 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Das Dröhnen, Kreischen und Hämmern auf den Werften, das Rasseln der Ketten, der schrille Sang der Sirenen und Signale — das ist die einzigartige Musik dieser Stadt, die um die Jahrhundertwende trotz Konkurrenz der englischen Vettern ihren großen Aufschwung erlebt. Der Ausbau des Hafens und die gewaltigen Gerüste der Hellings, auf denen eine stolze deutsche Handelsflotte der Zukunft entgegenwächst, das sind die äußeren Zeichen der neuen Zeit. Ein harter Kampf bezeichnet die Wende — der ewige Kampf der Jungen gegen die Alten! Ein Kampf der Dampfer gegen die Segelschiffe! Ein Kampf der Mutigen gegen alle Vorurteile! Diesen Kampf hat jeder für sich auszufechten: Karl Wiggers gegen den alten Wönktorf; Ute Renk gegen die englische Mutter und die ganze Verwandtschaft; Minna Ketwich gegen die Moral von Anno dazumal und gegen alle allzu feinen Leute. Höcker hat liebevoll die Hamburger Frauen dargestellt, und voll Leben und Tatkraft sind die Männer, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. — Hans Queling: Sechs Jungens tippeln nach Indien und zum Hima- l a j a. Mit 40 Bildtafeln. Ungekürzte Ausgabe in einem Band, Ganzleinen 4,50 RM. Societäts-Ver« lag Frankfurt a. M. — (103) — Sechs Jungens, halb im Uebermut des fröhlichen Wanderns, halb schon im Ernst des großen Wissenwollens, beschließen, zu Fuß nach Indien zu tippeln. Hans Queling, einer von ihnen, berichtet von der abenteuerlichen Fahrt, frisch und unbekümmert, von guten unD bösen Tagen. Der ganze Zauber der Fremde, des Unbekannten und Ungewissen tut sich vor ihm aus. Da ist das Abenteuer, mit Affen und Tigern, in den Balkanbergen und in dex persischen Wüste, in Basaren und Klöstern, auf dem Berg Athos und im Anblick der weißen Wunderwelt des Himalaja; da sind die Menschen auch vor allem, auf den Straßen und in den Häusern, in Palästen und verfallenen Hütten, die den fröhlichen Kreis der sechs Wandergefährten berühren und ihm wieder entschwinden. Immer steht im Mittelpunkt die heitere und in allen Zwischenfällen bewährte Kameradschaft der Sechs, die alles gemeinsam erlebt. Und diese jungenhafte, unpathetische und unsentimentale Art des Erlebens und des Sich-mit-teilens ist der besondere Reiz dieses prächtigen Buches. — „Freund, s 0 du etwas bi st, so bleib doch ja nicht stehn.: man muß aus einem Licht fort in das a n d r e g e h n", herausgegeben von Heinrich T i e ck. Preis biegsam in Leinen gebunden 2,80 RM. Tieck-Verlag Wien I, Seilerstätte 2. — (95) — Der Vers des Angelus Silesius, des Cherubinischen Wandersmannes um die Mitte des 17. Jahrhunderts, ist das Motto für diese Sammlung besinnlicher, tröstender, ratender und helfender Sprüche, die Heinrich Tieck mit feinem Verständnis für das, was unsere Zeit braucht, in moderner Abwandlung der berühmten Spruchsammlung des schlesischen Mystikers zusam- Nebenhöhlen Nelke ein Ehestandsdarlehen erhalten, so darf die Frau einem Nebenerwerb nur nachgehen, wenn der Mann hilfsbedürftig im Sinne der Arbeitslosenunterstützungsvorschriften ist und das Darlehen restlos zurückgezahlt ist. Der Vater kann einem minderjährigen Kind die Ausübung eines Erwerbsgeschäftes nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erlauben ob. untersagen. Tut er es, so kann ihm die Sorge für die Person des Kindes entzogen werden. (S. Arbeit,Dienstvertrag. Kündigung, Ehefrau.) Nebenhöhlen. Dazu gehören die Kieferhöhlen, die Stirn- und Keilbeinhöhlen und noch mehrere kleinere Höhlen, die in Zusammenhang mit der Nase stehen und der Sitz langwieriger Eiterungen sein können. Behandlung immer nur durch den Arzt. Necessaire, franz., Bedeutung das Notwendige, entbehrt. Fremdwort für Kästchen, Besteck, Behälter. Die Bezeichnung wird verwendet bei Behältern, die entweder den Bedarf für Körperpflege auf der Reise, Nähzeug oder Scheren usw. zur Handpflege enthalten. Necken von Kindern und selbst von Erwachsenen wegen einer Eigenart oder eines lustigen Vorfalles soll niemals übertrieben werden, da dadurch empfindliche Menschen, auch wenn sie es sich nicht anmerken lasten wollen, leicht tief verletzt werden. Daraus können bei Kindern Minderwertigkeitsgefühle. bei Erwachsenen Entfremdung und Haß entstehen. Negativ, lat., verneinend, wird auch im Sinne von erfolglos, fruchtlos angewandt. Beim Photographieren bezeichnet man als Negativ den belichteten und entwickelten Film oder entsprechend die Platte. Negieren, lat., entbehrliches Fremdwort für leugnen, verneinen. Neglige, franz. Bedeutung vernachlässigt, entbehrliches Fremdwort für Morgenkleid, Hauskleid oder noch unvollständige Bekleidung. Nekrolog, griech., Nachruf aus einen Verstorbenen. Nektar, Bezeichnung für den Blütenhonig der Pflanzen, der von Bienen gesammelt wird. Nelke, Arten: a) Federnelke, ausdauernd, für Wegeinfastung und Steingarten verwendbar. Bessere Sorten dieser Gruppe benötigen leichte Winterdecke, b) Landnelke, zweijährig, durch Saat im Juni heranziehen, blüht Juni-Juli in vielen Farben; beliebte Schnittblume, c) Cha- baudnelke, einjährig, wird im April als fertige Pflanze ausgesetzt. Blüht ab Juli bis zum Frost mit großen Blüten, d) Gebirgshängenelke, als Balkonschmuck sehr geeignet, wird gesät oder durch Ableger vermehrt, e) Bartnelke, trägt viele kleine Blüten in Doldenköpfen vereint, blüht in buntesten Farben, ist geäugelt und gefranst. Dankbare Schnitt- und Eartenblume. Saat im Juni, später auspflanzen, ist zwei- und mehrjährig. kennen Sie das Nickel-Geschirr? 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Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinverständliche Darstellung der F-orschungseryebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Veriuchsanlettungen von Dr. Werner Fischet, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelen« künde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster 141) Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden NM. 3.60. Im jeder Gießener Buchhandlung erhältlich. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterselde Preiswerte Schlaf-,Speise oMzion Küchen und Einzelmöbel in bekannt guter Qualität Carl Stückrath Asterweg 47 4099 D Wieseck, Schulstraße 7. 3770D Tel. 3975. 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Mirko Jelusich, der Dichter, faßt im Nachwort den eigentlichen Sinn seiner Geschichten folgendermaßen zusammen: „... den Oesterreichern darzustellen, wie er zu selten gezeigt wird: frei von Untugenden und Tugenden, die er nicht besitzt, weder als lauten Helden noch als stumpfen Genießer, sondern als geliebtes Kind Gottes, dem die Gabe verliehen ward, willig und mit Begabung zu wirken, sich des Lebens harmlos zu freuen'und noch im Leide ein Lächeln zu finden..." So wollen diese Anekdoten verstanden, ausgenommen und genossen werden; sie sind nicht alle funkelnagelneu, aber.fast alle köstlich und mit Genuß zu lesen und vorzulesen. Die herrlichsten und wohl am wenigsten bekannten stammen vom alten k. und k. General Galgotzy; aber es fehlen auch nicht der Kaiser Franz Josef, der So, ter® ihres । be/s, /anders worden. Düsfeldi ist die einer t gebung feine als de Dera terle und n Quer Bühl geben. Köln den Be terlebei kammei Spitze, Schirm Goeb Empfm tei, de- hießen Die Bc Fahrt 1 Die i Univers am RI Ministe Anstitui Dr. R wicklun kennzei feum u bie Au- dieses i deuW wirtlich Gerade ein do neswe, volkstu sei doi der L< und di heu! lendk Anatom Hyrtl, das Maler-Original Schöde und der witzige Kapellmeister Hellmesberger, nebst manchen andern, Bekannten und Unbekannten. Das Bändchen ist reizend aufgemacht und stilvoll illustriert. Hans Thyriot. — Heinz Holldack: Söhne der Wölfin — Wandlung Italiens. Mit 16 Tiefdrucktafeln. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. In Leinen gebunden 5,50 RM. — (82) — Holldack hat als Berichterstatter großer deutscher Zeitungen ein gut Stück der italienischen Geschichte des letzten Jahrzehnts an Ort und Stelle und in den Brennpunkten des Geschehens selbst miterlebt; er gibt ein lebendiges Bild von Land und Leben, wie es durch die Bedingungen des Raums, durch den Lauf der Geschichte und unter dew Einfluß des Faschismus geworden ist. Kunst und Wirtschaft, Politik und Kultur, Leben und Lebensart der Menschen in Neapel und Mailand, in Rom und den Abruzzen, der Bauern und Soldaten, des Adels und der Jugend, Grundlagen, Entwicklung und Ziele des Faschismus in seiner Auswirkung auf das geistige, soziale, politische und wirtschaftliche Leben und Streben der Nation — das alles gewinnt in diesem Buche lebendige Gestalt. Wir sehen das Italien von heute und verstehen es in seinem Werden und seiner Wandlung, wir lernen die führenden Männer in Geschichte und Gegenwart kennen und gewinnen einen besonderen Einblick in die Aufgaben, die das neue Imperium im Mutterland und in den Kolonien mit sich bringt, und die Art, wie sie angepackt werden. Dem Buche sind 16 Bilder beigegeben, die dem Leser eine eindrucksvolle Anschauung des alten und des neuen Italien vermitteln. ? CA