Mittwoch, 12.MNM 187. Jahrgang Hr.108 Erstes Blatt Annahme oon Anzeige» für die Mitlagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf.'Platzvorschrist nach vorh Vereinbg.25°/^ mehr. 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Für sämtliche Opfer des Lakehurster Luftschiffunglücks fand am Dienstagabend auf dem mit Flaggen und Blumen geschmückten Pier 86 des Hapag- Lloyd eine ergreifende Trauerfeier statt. Angehörige des SA.-Marinesturms des Dampfers „Hamburg" hielten vor den 28 fahnentuchbedeckten Särgen mit den für Europa bestimmten Toten, vorwiegend Reichsdeutschen und einem Schweden, die Ehrenwache. Als Vertreter des amerikanischen Bundesheeres waren für General McCoy Oberst Baired, für die Morine Konteradmiral L a n i n g , für die Luftwaffe Commander Rosendahl erschienen. Alle drei Waffengattungen hatten Ehrenwachen gestellt. Auch der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Schurmann, war gekommen, ferner der österreichische Generalkonsul F i s ch a u e r , der schwedische Generalkonsul K a st e n g r e n, sowie der italienische Generalkonsul Vechiotti, eine Abordnung des amerikanischen Frontkämpferverbandes „American Legion", sowie Generalkonsul Borchers, der deutsche Militär- und Lustfahrt- attachö Generalleutnant von Bötticher, Marineattache Admiral W i t t h o e f t, Emden, und zahlreiche deutsche und amerikanische Trauergäste. Nachdem die Fahnenabordnungen der deutsch-amerikanischen Verbünde an den Särgen vorbeidefiliert waren und ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher gesprochen hatten, hielt Botschafter Luther im Namen der deutschen Reichsregierung eine Ansprache. Er widmete allen Toten Worte des Ab- Berlin, 11. Mai. (DNB.) Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht sprach im Berliner Sportpalast gelegentlich einer Einschreibung^ und Freisprechungsfeier für Lehrlinge der handwerklichen, kaufmännischen und industriellen Betriebe. Der Minister führte u. a. aus: Seitdem der Führer mir die Verantwortung für die deutsche Wirtschaftspolitik auferlegt hat, erfüllt mich die Sorge um die Auf- rechterhaltun g und Steigerung des fachlichen Könnens unserer Heranwachsenden Jugend. Die vielfachen Lücken in dem technischen Lehrkörper unserer Hochschulen, der erhebliche Rückgang in der Anzahl unserer Studenten auf dem Gebiete der exakten Wissenschaften, die derzeitige überstürzte Nachfrage für alle Arten Handarbeiter drohen die qualifizierte fachliche und berufliche Ausbildung zu vernachlässigen, die die deutsche Wirtschaft in den letzten 60 Jahren groß gemacht hat. Wenn Deutschland im Wettbewerb mit den übrigen Nationen seine Stellung behalten will, wenn es durch seinen Export die mangelhafte Rohstoff- und Ernährungslage wettmachen will, so darf es die technische Ueberlegenheit, die es vor anderen Nationen voraus hat, nicht d e r * koren gehen lassen. Mit ihr steht und fällt die deutsche Wirtschaft. Es ist klar, daß eine solche Ausbildung nicht nur theoretisch erfolgen darf, sondern im praktischen Betriebe unter verantwortungsvollen Betriebsführern erfolgen muh. Das gilt für den handwerklichen und kaufmännischen Lehrgang genau rote für das Hochschulstudium. Die verschiedenen vom Führer ermächtigten Verordnungen tegen die gesamte fachliche Berufsausbildung der gewerblichen Wirtschaft eindeutig in die Hand des Reichswirt, f ch a f t s m i n i ft e r s, der sich dazu nach dem Dillen des Führers der I n d u ft r i e - und Handelskammer einerseits, der Handwerkskammern und Innungen anderseits bedient. Die Berufsausbildung ist ein fo lebensnotwendiges Element der deutschen Wirtschaftspolitik, daß hier jedes Aus ein- anderklaffen unter allen Umständen vermieden werden muß. Ich freue mich, feststellen zu können, daß der Führer und Reichskanzler der fachlichen und beruflichen Ausbildung unseres gewerblichen Rachwuchses seine sorgfältige Aufmerksamkeit zugewandt und mich beauftragt hat, ein umfassendes Gesetz über die fachliche und berufliche Ausbildungimhan- del und Gewerbe beschleunigt vorzulegen. In diesem Gesetz werden alle bisherigen Einzelmahnahmen zusammengefaht und einheitlich im nationalsozialistischen Geiste ausgerichtet werden. Da nicht jeder Jugendliche geeignet ist, eine geregelte Lehre durchzumachen und da für bestimmte Lehrberufe besondere Eignungen vorliegen müssen, habe ich seinerzeit angeordnet, daß innerhalb der Reichsgruppe Industrie die von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung durchgeführte Berufsberatung als geeignete Maßnahme einer ord- schieds und gedachte in tiefer Anteilnahme auch der Nichtdeutschen, die unter den Opfern seien, sowie der Tatsache, daß auch Amerika nicht von diesem Schicksalsschlag verschont geblieben sei. Er wisse, so sagte er, aus dem Geist der Ueberlebenden und der noch an das Krankenbett Gefesselten, daß der Geist der Toten voller Mut und Manneszucht gewesen sei. Nie werde man alle die Heldentaten erfahren können, die in dem kurzen Zeitraum nach dem Ausbruch des Feuers vollbracht wurden. Es seien Taten der größten Tapferkeit und der größten Liebe gewesen. Das schreckliche Unglück habe ungeheure Kräfte des Guten und Starken in den Menschen ausgelöst. Sein wärmster Dank gelte allen denen, die auf amerikanischem Boden alles einsetzten, und ihre Hilfsbereitschaft bewiesen. Botschafter Luther gedachte dann besonders der deutschen Besatzung, die in höchster vaterländischer Pflichterfüllung gestorben ist, und deren Besten einer Kapitän Lehmann war. In ihm sei ein Stück Geschichte der deutschen Luftfahrt dahingegangen, aber die Kraft, weiterhin Luftschiffe zu bauen, weiter den Kampf mit den Elementen aufzunehmen, sei geblieben. Die deutschen Nationalhymnen, die nun gesungen wurden, wollten nicht nur die deutschen Toten ehren, sondern durch sie wurde auchdenOpfern der anderen Nationen, die in dem gemeinsamen Schicksal den Tod sanden, gehuldigt. Dann gedachte nungsmäßigen Berufslenkung vorgeschaltet wird. Da weiterhin eine gedeihliche Entwicklung der Wirtschaft nur zu erreichen ist, wenn Betriebsführer und Gefolgschaft mit brauchbaren Lehrmitteln hie Weiterbildung betreiben, so habe ich bereits 1935 den Ausschuß für technisches Schulwes en damit beauftragt, als Beratungsorgan für die Gestaltung des technisch-wirtschaftlichen Ausbildungswesens zur Verfügung zu stehen. Um ferner fachlich und sozial ordnungsmäßige Lehrverhältnisse zu schaffen, hat die Reichswirtschaftskammer ein Lehrver - tragsmufter herausgegeben. Ich habe die Industrie- und Handelskammern angewiesen, nur solche Lehrlinge in die Lehrlingsrolle einzutragen, deren Lehrvertrag auf Grund dieses Lehroertragsmusters abgeschlossen ist. Die L e h r l i n a s r ol l e n geben zusammen mit den Ergebnissen Der Gehilfen- und Gesellenprüfung die Unterlagen für die sachkundige Überwachung der Berufsausbildung in den Betrieben und ermöglichen eine vlanmäßige Lenkung unseres beruflichen Nachwuchses. Die Eintragung eines Lehrlings in die Lehrlingsrolle ist Voraussetzung für die Zulassung zu den gesetzmäßigen Prüfungen der Industrie- und Handelskammern. Diese gesetzlich verankerten Prüfungen der Kammern und Innungen dürfen keinesfalls in den Tages st reit hineingezogen werden. Ich bin als zuständiger Minister jederzeit bereit, Anregungen und Wünsche sorgfältig zu prüfen, wie ich ebenso für mich in Anspruch nehme, die in meinen Zuständigkeitsbereich fallenden Gesetze und Verordnungen hinsichtlich der Zuständigkeiten und des Aufbaues der mir nachgeordneten Stellen verbindlich auszulegen. Meine lieben jungen Freunde! Ihr erlebt es täglich, daß Ihr am Beginn einer neuen^eit steht. Mit heißem Herzen und jugendlichem Heben schwang sollt ihr euch dieser Zeit freuen, aber ver- Commander Rosendahl der deutschen Kameraden in herzlichen Worten. Aus der Asche des Luftschiffes „Hindenburg" würden, so sagte er, bessere und sichere Luftschiffe entstehen. Der schwedische Generalkonsul Kastengren drückte dann sein und seiner Landsleute Mitgefühl mit der Trauer der deutschen Nachbarn aus. Er gab der Heberzeugung Ausdruck, daß die deutsche Luftfahrt auf dem Gebiete des internationalen Verkehrs, aus dem LZ „Hindenburg" die Bewunderung der Welt besaß, zu noch größeren Leistungen angespornt werde. Für die gerettete Mannschaft richtete Kapitän Bauer Worte des Abschieds an seine toten Kameraden und an die Fluggäste. „Unsere Kameraden haben ihr Leben gelassen, aber ihr Gei st gibt uns die Stärke, weiter zu wirken für Deutschlands Luftfahrt!" Das Lied vom guten Kameraden geleitete die Toten zur letzten Heimfahrt, die die meisten noch heute an Bord des Dampfers „Hamburg" antreten. Die sterblichen Ueberrefte des Kapitäns Lehmann werden noch bis zur Ankunft feiner Frau in Neuyork bleiben. Außenminister Hüll hatte als seinen Vertreter den Chef des Protokolls zur Trauerfeier entsandt. geßt nicht dabei, daß schwer Errungenes nur der bewahren kann, der d u r ch w ir k - liche dauernde Leistung in der täglichen Arbeit seinen Mann steht. Fachliches und berufliches können ist die Voraussetzung jeder Leistung. Talent und selbst Genialität bedürfen innerer Zucht und eisernen Fleißes, um mehr als Eintagserfolge zu erreichen. Und ein Zweites möchte ich euch ans herz legen, kein Gemeinwesen und vor allem kein Staat gedeiht, der nicht auf Gesetzlichkeit, Ordnung und Disziplin aufgebaut ist. Recht und Gesetz sind die Voraussetzungen jeder Disziplin, keine Ordnung kann bestehen, wo Ungerechtigkeit herrscht. Und endlich ein Letztes: habt Achtung vor dem können anderer. Dankt euren Lehrern und Meistern dafür, daß sie das können, das sie selbst sich angeeignd haben, euch übermitteln. Sie geben euch von dem Besten, was sie im Leben errungen haben. Aus dieser Tradition des voranschreitenden Schassens beruht die große soziale Gemeinschaft und das Gemeinwohl eines Volkes. Nirgends kommt diese Gemeinschaft so zum Ausdruck wie in dem Verhältnis zwischen Lehrling und Lehrherrn. An euch aber, ihr Lehr Herren und ihr Eltern dieser deutschen Jugend, die wir heute in unserem Kreise feierlich empfangen, richte ich die Mahnung, nicht müde zu werden in der Erziehungsaufgabe, die wir unseren Kindern schuldig sind. Führen Sie sie und unterrichten Sie sie im Geiste der Wahrheit, des Rechtes und der Gemeinschaft! lose ausdrückt, entfällt in erster Linie auf die Berufsgruppe Bergbau (minus 24 000), Beklei- dun g s - und Spinn ft offwerke (insgesamt minus 22 000) und M e t a l l g e w e r b e (minus 8000). Im April war in allen Berufsgruppen eine weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ein starker Entlastungsimpuls ging dabei weiterhin von den Arbeitsmöglichkeiten in den Außenberufen aus; Arbeitslose, die in ihrem Beruf noch keine Beschäftigung gefunden haben, konnten dadurch in großem Umfange in Arbeit und Brot gebracht werden. * Die Tatsache, daß zum erstenmal seit dem Wirtschaftszusammenbruch unter dem Nooembersystem die Zahl der Arbeitslosen wieder unter d i e Millionengrenze gesunken ist, darf wohl als ein besonders markanter Erfolg der deutschen Sozialpolitik unter Adolf Hitler bezeichnet werden. Gewiß stellt die Millionengrenze nur einen mehr zu- fälligen und äußerlichen Abschnitt in der Entwicklung der Arbeitsschlacht dar. Aber der außerordentlich starke Rückgang der Erwerbslosenziffer um 285 000 während des vorigen Monats hat darüber hinaus auch eine wesentlichere Bedeutung, weil er den gesunden und fortdauernden Charakter unserer werteschaffenden Politik unterstreicht. Wäre das, was die nationalsozialistische Wirtschaftsführung aufgerichtet hat, nur ein künstliches Konjunkturgebäude, das durch rein finanzielle Manipulationen, durch Lohn- und Preismanöver aufrechterhalten werden müßte, so hätte die Arbeitslosen- Statistik wohl schon längst den Rückschlag jenes sagenhaften Konjunktur-Rhythmus spüren müssen, den die liberalen Wirtschaftstheoretiker erfunden haben. Statt dessen reiht sich in Deutschland ein Arbeitssieg an den andern. Mit dem allgemeinen Aufschwung der Weltkonjunktur hat die deutsche Beschäftigungskurve nichts anderes gemein, als daß sie zeitlich parallel zu ihm verläuft. Ein Vergleich etwa mit England zeigt dies sehr deutlich, denn ttotz des großen nationalen Reichtums und trotz der angekurbelten Rüstungswirtschaft gibt es dort noch immer fast doppelt so viel Arbeitslose wie in Deutschland, obgleich das Jnselreich rund um ein Drittel Einwohner weniger zählt. Bei der Betrachtung der deutschen Arbeitslosenkurve muß außerdem daraus hingewiesen werden, daß die Unterbringung bisher brachliegender Arbeitskräfte um so schwieriger wird, je mehr sie sich dem Bodensatz der nicht mehr Verwen- dungsfähigen nähert. Es ist verständlich, daß die Eingliederung derjenigen, die jahrelang jeglicher Arbeit entwöhnt waren oder niemals etwas Rechtes gelernt haben, besonderen Schwierigkeiten begegnet. Denn die komplizierte Struktur der deutschen Volkswirtschaft und der Hochstand der deutschen Technik verlangt nun einmal sehr viele Arbeitskräfte von überdurchschnittlichem Können. Der Mangel an Facharbeitern in gewissen Industriezweigen ist ja eine bekannte Erscheinung. Es kommt also darauf an, aus dem Reservoir der Rest-Arbeitslosen noch möglichst viele Menschen auf jene Stellen zu setzen, die heute noch von Facharbeitern besetzt gehalten werden. Wenn nun die erste Sprosse jener Stufenleiter, die vom einfachsten Notstandsarbeiter zum hochqualifizierten Facharbeiter hinaufführt, wiederum von Hunderttausenden von Erwerbslosen betreten wurde, so ist das ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, daß der Ruf zur Mobilisierung auch der letzten Kräfte im Dienste des Vierjahresplanes nicht ungehört verhallt ist. Denn sicherlich hat nicht nur die günstige Wetterlage im Vormonat zu dem plötzlichen Absturz der Arbeitslosenkurve beigetragen, sondern es machen sich auch die Wirkungen staat- licher Maßnahmen bemerkbar, die z. B. in der Frage der Einstellung von Lehrlingen und älteren Angestellten den Beschäftigungsgrad mit gehoben haben. Ev. Sitzung des Aeichskabinetts. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Das R e i ch s k a b i - nett fetzte in feiner heutigen Sitzung die Beratungen über den Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches fort. Angenommen wurde ferner ein Gesetz über das P a ß -, d a s Ausländer-Polizei- und das Meldewesen sowie über da§ Ausweiswesen. Durch dieses Gesetz soll eint klare und einwandfreie Rechtsgrundlage geschgffen werden für Neureglungen, die dem Gedanken der Einheit des Reiches Rechnung tragen und alle Be- lange berücksichtigen, die sich vom Standpunkt der inneren und äußeren Sicherheit des Reiches ergeben. ------------ J Der S'ückwukM des Führers zur Königskrönung. Berlin, 12.Btai. (DBB.) Der Führer unb Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König Georg VI. von Großbritannien zur Krönung folgendes Glückwunschtelegramm übersandt: „Eurer Majestät bitte ich meine und der deutschen Reichsregierung herzlichen Glückwünsche zur Krönung, verbunden mit den besten Wünschen für Euerer Majestät und des Königlichen Hauses ferneres Wohlergehen entgegenzunehmen. Möge Euerer Majesttät eine lange und glückliche Regierungszeit beschieden sein zum Wohle Großbritanniens, Irlands, der überseeischen britischen Lande und Indiens sowie Im Interesse der Erhaltung des Friedens der Welt." Oie Arbeitslosenzahl unter die Millionengrenze gesunken. Berlin 11. Mai. (DNB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsoermittlung und Arbeitslosenversicherung sank die Arbeitslosigkeit im April unter die Grenze von 1 Million: le Zahl der Arbeitslosen nahm um 285 000 ab und erreichte damit einen Stand von 961 000. 3 n feinem Jahre seit Beginn der Arbeitsschlacht war die Entlastung im April fo kräftig wie in diesem Jahr. Die Größe und Nachhaltigkeit der diesjährigen Frühjahrsbelebung kommt auch darin zum Ausdruck, daß die Zahl der A r b e l t s l o s e n i n den er st en drei Monaten nach dem winterlichen Höchststand um insgesamt 893000 zurückging gegenüber 740 000 bzw. 758 000 m den beiden Vorjahren. Dabei lag der winterliche H ö ch st st a n d in diesem Jahr nur noch bei 1,85 Millionen gegenüber 2,5 Millionen im Jahre 1936 und 3 Millionen im Jahre 1935. Die starke Verminderung der Arbeitslosigkeit im April ist um so bemerkenswerter, als in diesem Monat auch die Eingliederung des neuen Jahrganges Schulentlassener erfolgte. Durch die Entwicklung konnte der günsttchte Stand des Vorjahres, der im September mit 1035 000 Arbeitslosen erreicht wurde, schon jetzt überholt werden. Im April 1937 sind bereits 74 000 weniger Arbeitslose vorhanden als im vorigen Herbst. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit seit dem Herbst vorigen Jahres war eine rein saison- mäßige. Ende März waren in den Saison- Außenberufen noch 178 000 Arbeitslose mehr vorhanden als im Herbst 1936. Diese Heberlagerung ist im April auf 11000 z u s a m m e n g e s ch m o l - 3 en; die winterliche Arbeitslosigkeit kann damit also prakttsch als überwunden bezeichnet werden. Der seit dem Herbst vorigen Jahres erzielte Fortschritt in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der sich in der Dermittderung um 74 000 Arbeits- M dem fachlichen Können steht und fällt die deutsche Wirtschast Reichswirtschafisminifter Dr. Schacht kündigt ein Gesetz über die Berufsausbildung in Handel und Gewerbe an. Förderung des deutsch-englischen Einvernehmens. Oer Führer empfängt den neuernannten britischen Botschafter. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den neuernannten Kgl. Britischen Botschafter Sir Neville Henderson zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der neuernannte Botschafter wurde unter dem üblichen Zeremoniell zum „Haus des Reichspräsidenten" geleitet. Im Ehrenhof hatte eine Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Botschafter Henderson überreichte das Handschreiben Seiner Majestät König Georg VI. mit einer Rede in englischer Sprache, in der es u. a. heißt: Ich bin mir tiefstinnerlich der Ehre bewußt, die mein Landesherr mir antut, indem er mich mit dieser verantwortungsvollen Sendung betraut, und es ist nicht lediglich eine Förmlichkeit, wenn ich ausspreche, daß ich mein Leben in diesem großen und artverwandten deutschen Volk mit der festen Absicht beginne, alles, was in meinen Kräften liegt, jur Förderung der Sache des eng- lich-deutschen Einvernehmens zu tun. Denn gerade dies ist der Wunsch Seiner Majestät, der Wunsch Seiner Majestät Regierung und der Wunsch des gesamten friedlichen Volkes. Von der Erfüllung dieses Wunsches hängt der Erfolg meiner Sendung ab. Ich hebe die Ueberzeugung, daß es zwischen uns feine Frage gibt, die nicht in f r i e d l i ch e m Z u f a m m e n w i r k e n und mit beiderseitigem guten Willen ge-s regelt werden kann, und ich hoffe, daß ich in meinen persönlichen Beziehungen zu Euerer Exzellenz und Euerer Exzellenz Minister mich darauf verlassen darf, das volle Maß an Unterstützung und den Geist vertrauensvollen Zusammenarbeitens zu Moskau, 11. Mai (DNB.) In Form einer knappen Verlautbarung, welche die Blätter nicht einmal auf der ersten Seite bringen, erscheint die Nachricht von einer weitgehenden politischen Umbildung der Roten Armee und einem höchstbedeutsamen Revirement innerhalb der obersten Generalität. Durch Regierungsverordnung, so heißt es, ist es für nötig erachtet rootben, in den Militärbezirken „K ri e g s r ä t e" zu bilden und in den Truppenteilen, Verwaltungen und Aemtern der Roten Armee die „Institution der militärischen Kommissar e". Mit der Schaffung von Kriegsräten in den Militärbezirken greift man anscheinend bewußt auf die Zeit des Bürgerkrieges zurück. Auch damals bestand bei jeder Armee ein „revolutionärer Kriegsrat", dem sowohl Militärpersonen aus dem Generalstab wie auch Funktionäre der Parteizentrale angehörten. Offensichtlich bezweckt die gegenwärtige Verordnung, erneut derartige aus Militärpersonen und Partei- beauftragten bestehende Kriegsräte zu schaffen, die gegenwärtig nur den einen Zweck haben können, die Generalität zu kontrollieren und über den Geist des Offizierskorps im bolschewistischen parteimäßigen Sinne zu wachen. Die „militärischen" Kommissare sollen offensichtlich über den militärischen Kommandeuren und über den politischen Kommissaren stehen, müssen selbst wohl Militärpersonen sein und ähnlich wie der Armee-Kommissar der Bürgerkriegszeit für die militärischen Leistungen und die politische und moralische Verfassung ihrer Truppenteile verantwortlich sein, und zwar in erster Linie gegenüber der bolschewistischen Partei. finden, die zur Durchführung dieser hohen Aufgabe unerläßlich sind. Der Reichskanzler antwortete u. a.: Mit Befriedigung habe ich Ihren Worten entnommen, daß Sie, Herr Botschafter, es sich zur Aufgabe machen wollen, alles zur Förderung des deutsch- englischen Einvernehmens zu tun. Ich möchte hierauf erwidern, daß ich, die- Reichsregierung und das deutsche Volk diese Mitteilung a u f r i ch t i g st begrüßen. Euere Exzellenz haben der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß es zwischen uns keine Frage gibt, die nicht in friedlichem Zusammenwirken mit beiderseitigem guten Willen geregelt werden kann, und ich in diesem friedlichen Zusammenwirken eine Notwendigkeit sowohl f ü r das Gedeihen unserer beiden Völker, deren Artverwandtschaft Sie besonders betont haben, als auch im Interesse des allgemeinen Friedens sehe. Die freundlichen Wünsche, die Seine Majestät König Georg VI. in seinem Handschreiben für das Gedeihen Deutschlands und für mich persönlich zum Ausdruck gebracht hat, nehme ich mit lebhaftem Dank entgegen. Ich erwidere sie aufrichtig und heiße Sie, Herr Botschafter, im Namen Oes Deutschen Reiches herzlich willkommen. An den Empfang des britischen Botschafters schlossen sich die Empfänge des neuernannten Gesandten von Guatemala, das bisher in Deutschland einen Geschäftsträger unterhielt, und des neuernannten Gesandten der Vereinigten Staaten von Mexiko, General Juan F. A z c a r a t e. Nach der Abfahrt der Diplomaten schritt der Führer und Reichskanzler die Front der Ehrenkompanie ab. Er wurde von den zahlreichen Zuschauern mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Das bedeutsamste Ereignis ist der Sturz des Generals Tuchatschewski. Tuchatschewski wird vom Stellvertreter Woroschilows und verantwortlichem Chef des ganzen Landheeres zum Kommandeur des (zudem noch militärisch unwichtigen) Wolga-Militärbezirk degradiert. Im Zusammenhang mit dem Radek-Prozeß schwebte eine Untersuchung gegen Tuchatschewski. Nachdem an seiner Stelle der Großadmiral Orlow zu der Krönungsfeier nach London delegiert wurde, begann man sich bereits auf den Sturz Tuchatschews- kis gefaßt zu machen. Der an seiner Stelle ernannte Marschall Jegorow, bisheriger Generalstabschef, war schon in der Zarenarmee Offizier. Jegorow gilt als unpolitischer aber tüchtiger Offizier, freilich auch als gefügiger als fein gestürzter Kollege. Der zum General st abschef an feiner Stelle ernannte Armeekommandant ersten Ranges Schaposchnikow war gleichfalls in der Zarenarmee bereits Offizier und zuletzt Kommandeur des Militärbezirks Leningrad. Alle diese Aenderungen werden in der Presse mit keinem Wort kommentiert. Es herrscht der Eindruck, daß sie nichts anderes bedeuten als einen raschen Eingriff des Kremls in die Sphäre der Armee, die sich bereits zu unabhängig gefühlt hat und sogar Symptome gefährlicher Selbständigkeit an den Tag gelegt haben mag. Nun soll die Armee in jeder Hinsicht der politischen Leitung der bolschewistischen Machthaber unterworfen werden. * Seit längerer Zeit schon vollzieht sich im Innern Sowjetrußlands ein Umbau der Machtpositionen. Die einzelnen Etappen dieses Prozesses traten nach außen nicht immer deutlich in Erschei- nun, aber schon an Hand der Trotzkisten-Prozesse und anderer Vorgänge merkte man, daß entscheidende Veränderungen im Gefüge des Sowjetstaates vor sich gingen. Es stellte sich dabei heraus, daß die Rote Armee eine immer wichtiger werdende Rolle spielen würde, weil die Partei und die GPU. den wachsenden inneren Feind offenbar allein nicht mehr in Schach halten konnten. Die sensationellen Personaloeränderungen in der Obersten Heeresleitung, deren wichtigstes Merkmal die Ab halft er ung Tuchatschewskis ist, bestätigen diese Entwicklung ebenso wie die Neuschaffung von Kriegsgeräten, die als oberste politische und militärische Kontrollorgane die Armee zur schärfsten Waffe gegen den inneren Feind heranbilden sollen. Als zum 1. Mai, der in der Sowjetunion als Tag des internationalen Proletariats traditioneller Staatsfeiertag ist, die Dereidigungder Rekruten angekündigt wurde, gab die „Prawda" in einem Leitartikel bemerkenswerte Erläuterungen über die Bedeutung des Fahneneides. Es hieß darin, daß der Feind des jungen Rotarmisten nicht nur in der Form japanisch-mandschurischer Banditen mit Handgranaten am Gürtel und der Pistole in der Faust auftrete, sondern auch als äußerlich harmloser Zeitgenosse die Kasernen umstreiche, als Ingenieur, Meister und Arbeiter in die Rüstungsfabriken einzudringen versuche, um Kriegsgeheimnisse zu erspähen und Sabotage zu treiben. Ja selbst in der Gestalt eines leichtfertigen Mädchens oder eines einfachen Dorfbewohners könne sich der Spion Trier, 11. Mai. (DNB.) Im Prozeß gegen den katholichen Pfarrer Bauer erklärte der Verteidiger, er müsse sich dagegen wehren, daß während der weiteren Verhandlung die bischöfliche Behörde noch weiter in den Fall einbezogen und die Beweisaufnahme in dieser Hinsicht noch erweitert werde. Der Oberstaatsanwalt bemerkte dazu, nach dem Ergebnis der bisherigen Beweisaufnahme hätte der Änge- klagte sein verbrecherisches Treiben nicht auf die Dauer fortsetzen können, wenn die bischöfliche Behörde energisch durchgegriffen hätte. Obwohl Bauer selbst gebeten habe, ihn nicht mehr auf eine Pfarrstelle zu setzen, habe seine vorgesetzte kirchliche Stelle ihn erneut als Pfarrer b e = schäftigt. Die Staatsanwaltschaft beantragte darauf, am Mittwoch nach Pfingsten nochmals den Bischof von Trier, Dr. Bornewasser, als Zeugen zu laden. Für den Ausgang der Verhandlung sei es von grundsätzlicher Bedeutung, ob der Bischof gewußt habe, daß Bauer im Jahre 1930 zurücktreten wollte, als er von Laubach aus in Exerzitien zur Besserung geschickt wurde. Im weiteren Verlaus der Verhandlung treten die unglücklichen Opfer des Angeklagten B a uer auf. Tief erschüttert vernimmt man immer wieder die grauenhaftesten Einzelheiten. Mit diabolischer Verschlagenheit hat es der Angeklagte verstanden, sein geistliches Amt und das ihm entgegengebrachte gläubige Vertrauen der Dorfgemeinschaft seinen verbrecherischen Gelüsten dienstbar' zu machen. Eine ungeheure Erregung geht immer wieder durch öen Saal; hier sitzen ja die Eltern, die aus dem Munde des angeklagten Pfarrers und aus Öen Aussagen öer verführten Jungen die peinlichsten Dinge vernehmen müssen. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie es denn mit dem Beichten dieser Dinge gewesen sei, bekunden die Zeugen übereinstimmend, daß Pfarrer Bauer nach den Schändlichkeiten ihnen den Segen gegeben habe. Wenn sie dann nachher in öer Kirche bei ihm gebeichtet hätten, hätten sie bas nicht mehr erwähnt, weil Bauer ihnen bas so anbefohlen habe. Wenn ber Vor- sitzenbe wissen will, ob die Jungen benn keine Bedenken gehabt hätten, kommt von ben Zeugen meist die Antwort: „Es war ja ber Herr Pfarrer, ber uns bazu aufforberte". Diese Antwort ist charakteristisch für bie ganze Einstellung der unglücklichen Opfer, die dem Pfarrer alles glaubten, was er sagte. Drei Sachverständige, die dann gehört wurden, und Trotzkist verbergen. Hier war also zum erstenmal davon die Rede, daß die Rote Armee nicht nur im ausländischen Faschismus ihren Gegner zu erblicken habe, sondern auch gegen den Feind im eigenen Land eingesetzt werden müsse. Damit hat Stalins Heer eine neue Aufgabe bekommen, denn die Bekämpfung der sogenannten Volksschädlinge gehörte bis jetzt nicht zu den Obliegenheiten der Roten Armee. Für die Beurteilung der inneren Zustände im Sowjetreich ist dieser Umstand sehr wichtig. Denn man würde das Heer sicherlich nicht zu einem Zweifrontenkampf verpflichten, wenn es die innere Lage nicht dringend erheischte. Daß die militärische Neuordnung mit dem Sturz des Marschalls Tuchatschewski bezahlt werden mußte, ist charakteristisch für die politische Richtung des Stalin-Regimes. Denn wenn auch Tuchatschewski niemals ernsthaft im Verdacht der Um- stürzlerei stand, so war er doch ein Mann, dem man einen starken politischen Ehrgeiz und eine starke persönliche Note nachrühmte. Solche eigenwilligen Köpfe aber kann man heute in Sowjetrußland nicht mehr gebrauchen. Daß Tuchatschewski nach dem Kriege als Schützling Trotzkis seine militärische Karriere in der Roten Armee begann, mag dazu beigetragen haben, ihn an höchster Stelle mißliebig zu. machen. Im übrigen ist es interessant, daß Tuchatschewski Ende der zwanziger Jahre schon einmal strafversetzt wurde, weil er gegen die Einsetzung eines Ueberwachungsdienstes der OGPU. in den Reihen seines Offizierskorps allzu laut im Kreml protestiert hatte. Solche halbbürgerlichen Auftastungen vom Soldatendienst dürften künftig im Sowjetstaat keinen Platz mehr finden. Ev. kamen alle zu dem Schluß, daß Bauer zwar als Psychopath anzusehen, jedoch für seine Taten voll verantwortlich sei. Zum Schluß wiederholte der Oberstaatsanwalt seinen Antrag, den Bischof von Trier noch einmal zu vernehmen, um ihm nochmals Gelegenheit zu geben, sich zu der Frage, ob ber Angeklagte bei ihm gewesen sei, zu äußern. Hieraus werbe sich ergeben müssen, ob für Bauer milbernbe Umstände in Frage kommen oder nicht. Die beiden Verteidiger schlossen sich dem Anträge des Oberstaatsanwalts auf Grund von dessen Begründung an. Das Gericht verkündete, daß ber Bischof von Trier am Mittwoch nach Pfingsten erneut vernommen werben soll. SMlichleitsprozeß gegen katholischen Geistlichen. Freiburg, 11. Mai. (DNB.) Vor ber Großen Strafkammer bes Lanbgerichts Freiburg i. Br. würbe bie Verhanblung gegen ben 53 Jahre alten Pfarrer Eduarb Meyer aus Höllstein burchge- führt. Es wirb ihm zur Last gelegt, von 1927 bis Anfang 1936 als katholischer Pfarrer und Religionslehrer an den Volksschulen in Höllstein und Steinen sowie Maulberg und an der Fortbildungsschule in Höllstein 96 minderjährkge Mädchen, meist Schülerinnen unter 14 Jahren, bie seine Beichtkinber waren, währenb bes Religionsunterrichtes, in einem Fall sogar in ber Pfarrkirche in Höllstein, in unzüchtiger Weise berührt zu haben. Außerdem soll er aus der Kasse bes katholischen Vinzenz-Vereins im Jahre 1934 400 Mark Zur Bezahlung persönlicher Schulben entnommen haben. Bezeichnenb für ben Angeklagten und das Problem bes Zölibats ist, baß er 1926 mit einer katholischen ßanbroirtsfrau, beren evangelischer Ehemann ihm häufig kleinere Arbeiten verrichtet hatte, ehebrecherische Beziehungen anknüpfte, bie bis zum Jahre 1934 bauerten und sich zum Teil auch in ber Wohnung ber Ehefrau abspielten. Auch zu einer anderen Frau trat ber Angeklagte in enge Beziehun- gen. Seine innere Zuchtlosigkeit hat ben Beschul- bigten bazu geführt, baß er sich an seinen Schäle- rinnen im Religionsunterricht öer Volksschule und der Fortbilbungsschule vergangen hat. Der Angeklagte, ber im Laufe bes Ermittlungs- verfahrens ein durchaus glaubhaftes und umfassen- Der Kreml stürztdenGowjelmarschallTuchalschewski Kriegsräte und militärische Kommissare zur Ueberwachung der Roten Armee. Der Bischof vonTner nochmals als Zeuge geladen Frühlingslicht. Von Heinrich Zillich. Der Dichter Heinrich Z i l l i ch wurde, wie bereits gemeldet, mit dem Literaturpreis ber Stabt Berlin ausgezeichnet. Als Kinb dachte ich oft darüber nach, warum der Anfang der Jahreszeiten an so unmöglicher Stelle im Kalender vermerkt wird und auch bie Schule, affensichtlich wieber einmal falsch unterrichtet, bie gleichen Tage als Beginn bes Zeitwechsels lehrt, währenb meine Augen eine ganz anbere Wirklichkeit sahen. Wann Herbst unb Sommer anfingen, war mir wenig wichtig, aber öer Winter, ber, wenn man unseren Lehrern trauen konnte, knapp vor Weihnachten einsetzen mußte, kam meist später mit Schnee unb Eis, mitunter auch etliche Wochen früher, unb gar ber Frühling, ber Ende März üurdj’s Land schreiten soll, zögerte immer viel langer. Es stimmte nicht, was bie Lehrer sprachen; es stimmte nicht, was ber Kalenber oerkünbete. Es stimmte die ganze Einteilung nicht, denn es gab wohl einen Winter,-Lenz, Sommer, Herbst, aber innerhalb dieser Jahresteile erlebte ich zu meinem Merger eine fünfte Zeit — die war gleich wiber- wartig im Januar unb August — ben ßanbregen. . Es fallen wundervolle Regen, rasche, singende, jubelnbe Tropfenheere, heulende und schauerliche Gewitter, trippelnde Spritzer unb peitschenbe Schauer — aber jene Regen, bie man mit brei e n ber ersten Silbe schreiben müßte, bie endlosen, tunbenlang fließend, tagelang, wochenlang, diese chleichenden Wetter, die sich oft etwas zu erhellen cheinen, ja selbst ein Fleckchen Blau enthüllen und den nassen Guß abstoppen, um ihn dann nach kurzem ohne Erregung wieder fließen zu lassen und dazu etliche Nebelschleier zu ziehen — ach, das ist bie fünfte Jahreszeit unseres Erbteils. Und sie ist vielleicht seine wichtigste! Wer ein Drittel bes Lahres hinburch in's Grau starrt unb in sieben Tagen höchstens eirten blauen erlebt, überbies mehr friert als schwitzt, muß trübsinnig werben ober aus seiner Seele Kräfte heroorheben, die ihm in Traum unb Tat ersetzen, was ihm bie heimliche Natur vorenthält. Die fünfte Jahreszeit erwürgt unseren Frühling gerne. In der Nähe ber Berge vollends gibt es ja kaum einen rechten Lenz, ber langsam erblüht, allmählich sich entfaltet unb täglich neue Wunber enthüllt. Wo am Horizont bie blaue Gebirgsaestalt lagert, dauert die fünfte Jahreszeit lang und der Frühling, der im März da sein müßte, kommt — wenn es gut geht — im Mai zur Herrschaft und verliert sie zugleich an ben Sommer. Die wenigen Tage bes Herrschastswechsels allerdings sind betäubend. Dann strömen wirklich alle Wasser ber Tiefe nach oben. Unb boch hat die Kalendereinteilung ber Jahreszeiten einen Sinn. Ich erinnere mich alljährlich eines ersten März, ben ich mit so wachen Sinnen erlebte wie sonst nichts. Ich kroch da als kleiner Pennäler verschlafen und mißmutig aus dem Bett, voll Heimweh — benn ich wohnte damals in ben Schulmonaten nicht bei ben Eltern auf bem ßanbe, fonbem in ber Stabt —, kroch heraus, hob ben Fuß auf einen Stuhl, um bie Strümpfe anzuziehen, buchte an bas Klassenzimmer, das im Winter unb bei Regen häufig von einigen Gasflammen beleuchtet werben mußte unb nach Oel roch, bachte an all dies, unb mein Herz war so hoffnungslos wie ber Siegen; aber jählings blickte ich auf, ben Strumpf noch in ber Hand, sah mich um, als hätte mich ein Ruf geweckt. Mein Blick flog hinaus durch das Fenster weit über die Dächer ber Stabt, hinweg über Rauchfänge unb Türme unb hinauf an ben Berglehnen in bas ßicht bes Himmels, bas anbers geworben war in einer verkünbenden tröstlichen Farbigkeit. 1. März, sagte ich strahlenb und mir war es, als sagte ich 1. Mai. Ich wußte, ohne es in Worte kleiden zu können, daß sich ber Wechsel ber Gezeiten eben jetzt vollzogen hatte, lange ehe ber Frühling sich auch nur in einem einzigen Blättchen verraten hätte; ich begriff, baß ber Wechsel sich nicht sogleich in den handgreiflichen Äußerlichkeiten zeigt, sondern in den feinen Veränderungen, bie bas Nährgeheimnis ber Natur, ben Samen, die Säfte, Saat unb Keime unmerklich wecken zu einer Zeit, bie nur manchmal unserem Herzen sofort bekannt wirb. Warum soll biefe Zeit nicht im berben Durchschnitt die bes Kalenbers sein! Wichtiger aber ist der Weckruf selbst. Woher soll er ausgefanbt worden sein, wenn nicht aus bem überirdischen Quell bes ßichts? Als Junge kannte ich bie Sonnwenbfeuer noch nicht, aber ich spürte, daß es bie Sonne hinter ben Wolken war, ber ich meine Märzgewißheit verbankte. Unb ba meine Regungen weniger in wohlgefügten Sätzen als in Schreien Ausbruck suchten, begann ich zu brüllen vor Glück unb nahm die Mahnung zur Ruhe, bie mir von ben Erwachsenen sofort zuteil würbe,' hin als eine berechtigte, aber nur in gewöhnlichen Lebensgebieten verständliche Folge meines Geschreis, bas hier auf bem Bürgerboben ber Stabt ein Um fug, in der Weite des Himmels sinnvoll war wie ein Gebet. So gibt es benn das Licht, bas bie Jahreszeiten weckt unb bestimmt. Hierüber wäre viel zu sagen, besonbers bies, baß nicht ber Frühling bas reifste unb herrlichste Licht verschenkt, wohl aber bas be- glürfenbfte, wenn Glück noch jung empfunben werben kann und dann notwendig in einem Schrei sich Luft, nein: Licht machen muß! Das Grün ist lebhaft, ein Schrei ber Befreiung aus Schnee unb Regen. Der Blütenschmelz ist Schrei. Die Blumenfarben, mögen sie noch so satt unb dunkel sein, sind Schrei, schon deshalb, weil sie endlich da sind an einer Stelle, wo gestern noch nichts zu finden war als feuchtes Braun. Und selbst des Aprils Stürmen, sein unerträglich langes Hin und Her, diese unverschämte Verquickung aller Zeiten in einem Monat, der vor lauter Drang im Kreise taumelt, selbst dies ist ein Schreien des Lichts, bas um ben eigenen Schatten wirbelt. Was nun folgt, ist oft beschrieben worben. Ich will es nicht auch tun, denn ich ginge dann schwätzend auf den Liebespfaben, bie man schweigenb ober singenb unb zu zweien gehen soll. Wo sich bas Licht selbst findet, findet es ja noch vieles andere. Falter und Bienen, Vögel unb Blumen, Küsse unb Gesang, bas ist bas Nachströmen bes Lichts, unb hierüber kann kein Dichter mehr aussagen, als was jedermann weiß, der an all dem nicht vorüberschläst. Ob es nun der 1. März ober ber 1. Mai ist, es bleibt gleich — aber bes Frühlings wirb niemanb inne, ber nicht plötzlich aus ber Alltäglichkeit auf« schreckt, erkennt, sieht unb lauscht, unb aus glücklich beengter Brust schreien möchte vor Licht! Zur Kulturgeschichte des Spargels. Der Spargel gehört zu ben ältesten Leckerbissen, von benen wir Kenntnis haben. Schon bie alten Aegypter wußten um bie Kunst, biefe wilbwachsenbe Pflanze zu veredeln unb bie jungen, saftigen Sprossen möglichst lang unb fleischig zu züchten. Der Name bes Spargels geht auf bas griechische Wort Asperagos zurück unb bebeutet „ber nicht Gesäte". Don ben Griechen, bie den Spargel sowohl als Speise- wie cis Heil- und Zaubermittel benutzten, kam er mit Ansiedlern nach Unteritalien unb von da nach Rom. Das muß etwa um 180 v. Ehr. gewesen fein, ba der ältere Cato in seiner Schrift über den Landbau von ber Zucht bes Spargels als etwas Neuem spricht. Zwei Iahrhunberte später spricht Plinius bavon, baß ber wilbwachsenbe Spargel als Arznei wirksamer sei, als ber gezüchtete. Der gleiche Autor berichtet auch, baß ber Spargel jetzt künstlich „gemästet" werbe, und baß tior allem in Ravenna wahre Riesenstangen gezüchtet würben. Daß ber Spargel sich schon zu jener Zeit einer dvhen Wertschätzung erfreute, zeigt sich auch barin, daß Neuvermählte vielfach mit Kränzen aus Spergel kraut geschmückt würben, als Symbol für bie Verfeinerung ber Sitte burch Ehe unb Familie. Eine alte Chronik erzählt, baß bie ersten Kreuz- fabrer im Jahre 1271 die ersten Spargelsamen nach' Deutschland gebracht hätten. Aber er scheint bamds bei uns noch nicht heimisch geworden zu sein. Erst zu Enbe bes 16. Jahrhunberts sagt der älteste beutsche Pflanzenvater, ber Geistliche Hieronymus Tragus in seinem „Kräutterbuch", das 1593 erschien, baß „nunmehr auch, wie anbere Leckerbißlein ber Walen und Hispanier, ins Teutschlcmd gekommen em lieblich Speis für Leckermäuler." Nach ber Beschreibung kann es sich bei biefem „Leckerbißlein" nur um ben Spargel gehanbelt haben. Aber bas anspruchsvolle Gemüse, bas erst nach brei bis vier Jahren nach seinem Anbau ben ersten Ertrag liefert, fetzte sich nur langsam burch. Der erste, ber einen regen Anbau befürwortete, war ber Leibarzt des Pfalzgrafen bei Rhein, Johann Casimir. So entstauben in ben pfälzischen ßanben, vor allem in Schwetzingen, große Spargelkulturen, und bis heute gilt ber Schwetzinger Spargel als besonders zart unb wohlschmeckend. Auch im Stuttgarter ßuftgar- ten wurden Spargelbeete angelegt, unb Ulm entwickelte sich zum Zentrum des sübbeutschen Spar- gelbaus. Im 17. Jahrhunbert mürbe ßeipzig ein wichtiger Ort ber Spargelzucht, ba man bort immer darauf bebacht war, ben vielen fremben Messebesuchern etwas Besonberes zu bieten. Während man in Norddeutschland nur den schnee- weißen Spargel liebt, bevorzugt man in Süd- deutschland, Frankreich und Italien bie Stangen, deren Köpfe schon „von ber Sonne geküßt", b. h. von ihr schon grün, bläulich ober violett gefärbt finö. Da sich in ihnen eine größere Menge von Asparagin gesammelt hat, besitzen biefe Pflanzen einen etwas herben Geschmack. Das klassische Rezept der Spargelzubereitung gab der englische Feinschmecker John G r a y im 17. Jahrhunbert: „Die Sprossen bes Spargels leicht gekocht und mit Butter angerichtet, empfehlen sich bem Gaumen burch ben köstlichen Geschmack ..." eine kulinarische Wahrheit, bie wir auch heute noch gern anerkennen. öoebfdiutnaebriebten yrofeflor D. Hans Schmibt, Orbinarius für Altes Testament an ber Universität Halle, voll- enbete in biefen Tagen bas 6 0. ß e b e n s j a h r. Schmibt würbe 1914 als Extraorbinarius nach Tübingen berufen unb sieben Jahre später zum Drbi- narius an ber Universität Gießen ernannt, wo er bis 1928 wirkte. Professor Schmibt ist Präsibent bes Fakultatentages der evangelisch-theologischen Fakultäten Deutschlands und Ehrendoktor der Theologie der Universität Tübingen. Den Weltkrieg hat er als knegsfreiwilliaer Offizier mitaemacht. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Schriften befassen sich vorwiegend mit dem Alten Testament. des Geständnis abgelegt hat, versuchte bei der Vernehmung vor Gericht mit den ausgeklügelten juristischen Schlüssen seine Angaben zu beschränken und seine Untaten als ein „erzieherisches System" hinzustellen. Er wollte dem Gericht einreden, daß er Die Schülerinnen nur berührt habe, weil er sie entweder zu einer geraden Haltung zwingen wollte oder sie vor Magenerkrankungen (!) bewahren wollte. Dem Angeklagten werden sodann die einzelnen Fälle vorgehalten, und er gibt dabei die Vorgänge der ihm zur Last gelegten Verbrechen im wesentlichen zu, will aoer im juristischen Sinne nach wie vor keine strafbaren Absichten gehabt haben. Eine der Zeuginnen, die früher von dem Angeklagten belästigt wurde, erklärte, daß sie sich oft mit ihren Schulkameradinnen über das befremdliche Benehmen des Angeschuldiaten unterhalten habe. „Wir hatten uns gedacht", so sagt sie, „daß der Pfarrer so etwas nicht tun dürfe. Wir hatten das Gefühl, daß der Pfarrer scharf auf uns Mädchen sei." — In der gleichen Richtung bewegen sich auch die Aussagen der übrigen Zeuginnnen. Der Angeklagte wird wegen Sittlichkeitsverbrechens in 24 Fällen, zusammen in Tateinheit mit Verbrechen nach § 176 III zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Don der Anklage wegen Sittlichkeitsverbrechens in 16 Fällen sowie der Anklage wegen Untreue und Unterschlagung wird der Angeklagte frei- gejprochen. Aus der Urteilsbegründung ergibt sich, daß das Gericht die unsittlichen Handlungen des Angeklagten in 24 Fällen als erwiesen angesehen hat. Unzüchtig ist eine Handlung dann, wenn sie das Volksbewußtsein verletzt. Eine Zuchthausstrafe war nicht am Platze, weil der Angeklagte bei seinem Tun nicht sehr weit gegangen ist und auch die Mädchen die Handlungen nicht so aufgefaßt haben, daß Gefahr für ihre Zukunft bestand. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft uno hat schwer unter der Pflicht der Enthaltsamkeit gelitten. Auch wird ihm ein gutes Zeugnis der Führung seines Amtes ausgestellt. Aus diesen Gründen sind 'hm mildernde Umstände zugebilligt worden. Der Urteilsspruch erweist die korrekte Sachlichkeit, mit der deutsche Gerichte entscheiden und entkräftet aufs Hetze gewisser Kreise, die bei den Verfahren gegen katholische Geistliche von „ungerechter Verfolgung" zu sprechen wagen. polizeilicheSchließungdesSt.Vinzenz- Krankenhauses in Duisburg. Duisburg, 11. Mai. (DNB.) Der Polizeipräsident teilt mit: Infolge einer grundsätzlichen Stellungnahme der Leitung des St.-Vinzenz-Kranken- hauses, die eine sachgemäße, den medizinischen Notwendigkeiten entsprechende Behandlung aller Krankheitsfälle nicht gewährleistet, und die in einem besonderen Fall nach ärztlichem Urteil zur Hauptursache für den Tod einer Duis- burger Volksgenossin geworden ist, habe ich mich veranlaßt gesehn, die sofortige Schließung des Krankenhauses anzuordnen. Im Interesse der Allgemeinheit kann eine weitere Behandlung von Kranken im St.-Vinzenz-Krankenhaus nicht mehr zugelassen werden. Für die anderweitige krankenhausmäßige Betreuung der zur Zeit im St.- Vinzenz-Krankenhaus untergebrachten Kranken ist Sorge getragen. Die Umlegung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. Auf Schwerkranke und Transportunfähige wird jede Rücksicht genommen. Sie können an Ort und Stelle verbleiben. Die Partei Träger einer neuen Staatsanssaffnng. NSG. Gauleiter Sprenger besuchte die auf der Gauschulungsburg Hessen-Nassau in Kronberg versammelten Teilnehmer eines Lehrganges und sprach zu ihnen über den „Staatsaufbau im Dritten Reich". Ausgehend von der Sehnsucht des deutschen Volkes nach der Einigung feiner Stämme, der von jeher ein richtiger Begriff vom Staat zugrunde lag, erklärte der Gauleiter diese Bestrebungen aus den Bedingungen des Blutes. Die ersten Versuche auf diesem Wege wurden anhand geschichtlicher Beispiele eingehend behandelt, und auch in den Werken deutscher Geistesgrößen, wie Schiller, Wagner und Luther wurde auf den politischen Willen hingewiesen, welcher immer wieder die Erkenntnis der Einheit des deutschen Volkes vermitteln sollte. Wohl kam in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zugleich mit dem politischen^Wirksamwer- den des Liberalismus der Gedanke eines Großdeutschland auf, und dennoch sollte er sterben, da der Hintergrund seiner Lebendigkeit der Parlarnen- tarismus war, der noch stets zum Grab der Völker wurde. Am 9. November 1918 feierte dieses Staatssystem seinen Triumph. Steil abwärts ging es dann von Versailles zur internationalen Geldaristokratie, von den Parlamenten -zur Verelendung unseres ganzen Volkes. In dieser Zeit des völligen Zerfalles ließ bann der Gauleiter vor den gespannt folgenden Zuhörern die Tat des Fürers erstehen, der es nicht bei Versuchen zur Einigung des Volkes bewenden ließ, sondern zu Taten schritt. Er lebte ein Beispiel und bildete eine Gefolgschaft, die zum Staat im Staate wurde. Nicht nur zum Schöpfer einer neuen geistigen Weltanschauung, sondern auch zugleich zu ihrem gigantischsten Organisator sollte er werden. Sein Erfolg wurde die NSDAP. Sie lebte bereits in der Kampfzeit nach eigenen Gesetzen, in dem Bewußtsein, einmal zu siegen und Au führen. Mit der Machtübernahme aber bewies sie, daß sie nicht gewillt war, mit Bajonetten, wohl aber mit dem Vertrauen des deutschen Volkes die Führung der Geschicke der deutschen Nation zu übernehmen. Der Führer machte damit das Vertrauen zur Grundlage allen Handelns. Jeder widernatürliche Zwang lag ihm fern, und das, was praktisch in den Reihen der NSDAP, erprobt wurde, lieferte dann die Grundlage für die Gesetze des Staates und machte damit eine Verfassung überflüssig. Von der Partei also nimmt die Dolksfüh- rung ihren Ausgang. Sie allein hat die Aufgabe, die Gemeinschaft zu praktischen Nationalsozialisten au machen. Dabei erlange jeder die Führungsmöglichkeit, wenn er qualitative Eignung dafür besitze. Als zweite Säule des Staates schuf der Führer dann die Wehrmacht, der die Aufgabe der Per- teidigung unserer Arbeit und unseres Lebensraumes obliege. Der dritte Faktor ist dann die Verwaltung, deren Aufgabengebiet es ist, die bereits vorhandenen geistigen und materiellen Güter zu hüten und zu entwickeln Daran anschließend entwickelte der Gauleiter die gesetzlichen Maßnahmen, die nach der. Machtübernahme durch den Nationalsozialismus zur Ausrichtung und Willensbildung des deutschen Volkes nach den Forderungen des Führers durchgeführt wurden. Die stete Erfüllung des Parteiprogramms bewies er daran und ließ an der Größe der Forderungen seine einzelnen Punkte erkennen, daß es niemals ein Zeitprogramm sein könne, sondern eine ewigeAufgabe darstelle Die Partei wurde damit nicht nur als der bewährte Kämpfer für die nationalsozialistische Weltanschauung, sondern auch der berufene Träger einer neuen Staats- au ffaffung herausgestellt. „Wenn es je eine wahre Religion der Tat auf Erden gegeben hat, dann ist es der Nationalsozialismus!" führte der Gauleiter aus, „niemals werden wir es den Geistlichen verwehren, für das Jenseits zu sorgen. Für das Diesseits aber sorgen wir. Und wir stehen nicht an, darauf hinzuweisen, daß doch selbst jene politisierenden Geistlichen unser Diesseits sorgend für sich in Anspruch nehmen, indem sie eben demselben nationalsozialistischen Staat, den sie angreifen, ihre wirtschaftliche Basis verdanken. Unter dem begeisterten Beifall der Versammelten schloß der Gauleiter mit dem mahnenden Hinweis auf die Erfüllung des Programms und in verpflichtenden knappen Worten „Das fei euere Aufgabe!" Die deutschen Werkstoffe. Eine Ausstellung des Handwerks. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Im Hause des Deutschen Handwerks wurde die Ausstellung „Deutscher Werkstoff im Handwerk" von dem Chef des Amtes für Roh- und Werkstoffe, Oberst Löb, eröffnet. Oberst Löb erklärte, die verstärkte Nachfrage nach Eisen, die gegenwärtig zu einer gewissen Verknappung geführt habe, werde durch eine Erweiterung der Hüttenkapa- z i t ä t und durch Förderung innerdeutscher Erze in absehbarer Zeit mühelos gedeckt werden können. Bei den Nichteisenmetallen sei die Lage günstiger; für Blei, Zinn und Kupfer stünden deutsche W e r k st o f f e in ausreichendem Maße zur Verfügung, wobei dem Leichtmetall eine besondere Bedeutung zukomme. Die Beschaffung der erforderlichen Austauschstoffe bereite bei dem heutigen Stand der Chemie keine Schwierigkeiten. Was die Holzversorgung angehe, so werde es möglich sein, die Einfuhr überflüssig zu machen, allerdings müsse das deutsche Volk von der unwirtschaftlichsten Verwendung des Holzes, dem Verbrennen, allmählich abkommen und hierfür Torf und Kohle heranziehen. Die notwendige Einschränkung des Pavierverbrauches werde sich ebenfalls ermöglichen lassen. Bei der Textilversorgung seien Ansätze zur hundertprozentigen Eigendeckung vorhanden. Die Ersetzung des natürlichen Kautschuks durch Buna dürfe insofern als ein technischer Fortschritt bezeichnet werden, als der künstliche Kautschuk in seiner Zusammensetzung den einzelnen Verwendungszwecken besser angepaßt werden könne. Hinsichtlich der K r a f t'st o f f v e r s o r - g u n g werde Deutschland innerhalb der vom Führer festgesetzten Frist in Bezug auf Leichtkraftstoffe vom Ausland unabhängig sein. Darüber hinaus werde auch die Einfuhr von schweren Kraftstoffen überflüssig werden. Alle diese Maßnahmen würden eine entscheidende Erleichterung der deutschen Devisenlage zur Folge haben und damit einen für ein großes Volk unwürdigen Zustand beseitigen, den wir infolge der langen Gewöhnung beinahe überhaupt nicht mehr empfunden hätten. Der Vierjahresplan besitze deshalb neben seiner wirtschaftlichen Seite noch wichtigere ethische Aufgaben, an deren Erfüllung das deutsche Handwerk maßgeblichen Anteil habe. Friihlinasfest der rhein-niainischen presse in Wiesbaden. Am 29. Mai, 20 Uhr, findet im Wiesbadener Kurhaus das Frühlingsfest der rhein-mai- nifchen Presse statt. Die Berufsorganisationen der Verleger und Schriftleiter des Rhein-Maingebiets find die Veranstalter. Zum An- und Abtransport der Gäste stehen Omnibusse dauernd zur Verfügung. Preis für Hin- und Rückfahrt nur eine Mark. Wiederum wird es eine imponierende Tombola mit einem Auto als Hauptgewinn geben. Wieder erhält jeder Besucher einen entzückenden Almanach, und wieder wird das Kurhaus im Schmuck festlicher Frühlingsblumen prangen. Es werden aufspielen: Städtisches Kurorchester, Kapelle Hauck, Tanzkapelle Bastian, Schrammel-Kapelle Nicolay, Tanzkapelle Chrhard, Tanzkapelle des Kurhauses Wiesbaden. Erste Künstler aus dem Rhein-Maingebiet wirken mit. Schaf und Schäfer im deutschen Volkstum. Bon Werner Lenz. V. A Ein altes Sprichwort sagt: „Das Schaf hat einen goldenen Fuß" und meint damit die vielseitige Verwendung aller Einzelteile des Schafes. Schon vor Jahrtausenden war es in Germanien wichtiges Fleischtier, vorherrschend aber Wolle- spender und Milchgeber. Aus der Milch wurde außerdem Butter gemacht, denn Schafmilch ist sehr fettreich, vor allem aber der sehr gesunde, wohlschmeckende Schafkäse, der auch heute noch von den ertragreichen ostfriesischen Schafen im Marschenlande gewonnen wird. Leder und Horn bilden einen Grundstock für einheimische Gewerbe; und der Schafmist ist ein wichtiger Kraftdünger. So gilt denn für alle einheimischen Schafrassen der Bauern- spruch: „Ein Schaf ist besser als ein Seide n w u r m." Die schwäbischen Bastardschafe nehmen es übrigens mit der Seide fast an Feinheit des Fadens auf. Sie sind Kreuzungen mit spanischen Merinoböcken. Diese führte erstmals der Alte Fritz ein. Anno 1748 setzte er fünf Merinos auf feinen Domänen an. Er hatte sie zu Zuchtversuchen aus Spanien kommen lassen. Bald aber witterten die Spanier, daß hier ein Wettbewerb getrieben werden sollte und verboten die Ausfuhr von Merinos bei Androhung der Todesstrafe! So wichtig war ihnen der Alleinbesitz der wertvollen Zuchttiere. Die kulturelle Bedeutung der Schafe hat natürlich reichen Ausdruck im volkstümlichen Wortschätze gefunden. Man svricht von einem reichen Manne, der „warm in der Wolle sitze"; und man sagt von einem anderen, daß er „sein Schäfchen im Trocknen habe", das bedeutet, sein Haus und Hof seien gut bestellt, denn Schafe gedeihen schlecht in feuchten, vernachlässigten Ställen oder in sumpfigen Hürden*; wohl aber sind diese anspruchslosen Tiere sehr ertragswillig, wenn man sie im Trockenen hält. Daß die Scbaw besonders empfindlich nach der Schur sind, ist selbstverständlich, deshalb mahnt eine alte Bauernregel: „Die geschorenen Schafe soll der Schäfer im Hemd austreiben", also wenn es tüchtig warm ist. Voraussetzung für das Gedeihen der Herde ist ein guter Hirte, der auf die Tiere wohl achtet. Der Wolf ist ja in Deutschland nicht mehr heimisch; damit entfällt eine wichtige und gefährliche Aufgabe des Schäfers, die sich heute noch in manchem Spruche widerspiegelt, so wenn man vom „Wolfe im Schafstalle" redet oder wenn man sagt: „Das Schaf ist verloren, das sich Rat beim Wolfe holt." Aber es kann auch anderweit Schaden nehmen, und es trifft schon zu, wenn man meint: „Ein Schaf kann wohl feinem Feinde Wolf entrinnen, aber nicht seinem Freunde Mensch." Nun — dafür züchtet ja der Mensch auch diese Tiere. Und er sorgt für sein Geschöpf; jeder rechte Schäfer empfindet die Wahrheit dieses Worte: „Das Schaf ist nicht wegen des Schäfers, sondern der Schäfer ist fürs Schaf da." Ein tüchtiger Schäfer weiß auch, daß die Herde gut zusammenbleiben muß, denn „ein Schaf, das in den Dornen weidet, verliert seinen Pelz" und „wer die Schafe nicht füttert, dem tragen sie keine Wolle", und „wo keine Wolle ist, da ist bös scheren." Es ist ein poetisches Bild des Landlebens, wenn mir einen Schäfer beobachten können, wie er mitten auf einer weiten Weide auf feinen Stab gelehnt und von feinen Hunden umkreist, bei der emsig rupfenden Herde steht und entweder aus Schafwolle Strümpfe strickt oder „über Gott und die Welt nachdenkt." Wirklich tut dies unser Schäfer ausgiebig, und wir haben seiner Naturbeobachtung vielerlei zu danken; ein großer Schatz volkstümlichen Wissens in Heilkunde und Lebensweisheit entstammt den scharfen Beobachtungen und grübelnden Ueberlegungen unserer Schäfer. Wir dürfen ohne Uebertreibung behaupten, daß unsere germanischen Altvordern den größten Teil ihrer medizi - * Das „Schäfchen" ist übrigens eine nachträgliche, volkstümliche Bedeutungsumbildung: es war nach dem ursprünglichen Sinn der Redensart das Schiffchen, niederdeutsch schepken, das einer ins Trockene, auf dem Strande in Sicherheit bringt. ntfcfjen Hausmittel dem Schäfer verdanken, der beim Weidegange durch feine Tiere und deren Verhalten auf allerlei Pflanzen aufmerksam gemacht wurde. Denn heute ließ vielleicht ein Schaf, dem der treue Hirt ohnehin schon Unbehagen angemerkt hatte, eine Pflanze stehen, die es sonst nicht verschmäht hätte, oder morgen bemerkt er vielleicht, daß der genesende Patient zwar noch das Gras meidet, wohl aber jenes Kräutlein eifrig sucht und begierig rupft. Da pflückte sich dann unser Schäfer selbst einige B^tttiein dieses Gewächses, taute sie, fand einen aromatisch-bitteren Geschmack und nahm eine Hand voll Blätter heim, um bei irgendwelcher Unpäßlichkeit selbst einen Versuch damit zu machen. So dürfte die Schafgarbe entdeckt fein, woraus man noch heute in der Volksheilkunde einen Tee bereitet gegen Krankheiten der Luftwege. Auch der Hirtenjunge träufelte den ausgequetschten Saft der Schafgarbe auf offene Wunden, und in Oesterreich kennt man die weißblühende Staude als „Bauchwehkräutel". Auf gleiche Weife dürfte der Schäfer dazu gekommen fein, sich mit der kühlenden und heilenden Wirkung des Wegerichs bekannt zu machen, die bei Hautentzündungen so gute Dienste leistet. Liebstöckel, Kamille und Sauerampfer — deren herbste Art man Schafampfer nennt — sind auf solche Beobachtungen hin in die Kräutertruhe der Bäuerin gekommen. Gleichfalls hatte der Schafhirt auch unerwünscht oft Gelegenheit, chirurgisch bei feinen Tieren einzugreifen, etwa ein gebrochenes Bein zu schienen oder den bösen Urheber der schlimmen Drehkrankheit, die Made der Schafbremse, operativ zu entfernen. Alte Schädelfunde haben uns verraten, daß man bereits in Zeiten, als erst Feuersteingeräte anstatt metallischer Messer zur Verfügung standen, Stirn- schalen von Schafen angeschabt oder gar angebohrt hat, um den quälenden Schädling zu entfernen. Hieraus lernte der Mensch schon im Steinzeitalter, auch beim menschlichen Kranken, Deffnungen S's Gehirnes, sogenannte „Trepanationen", auszu ren, und zwar mit Hilfe von Feuersteinsägen, ein Verfahren, das wir bewundern müssen. Ein uralter tierärztlicher Kunstgriff bestand kn der Entmannung des jungen Widders mit Hilfe eines Steinhammers; hieraus hat sich für das geschlechtslose Jungtier, für den Schöps, der Name „Hammel" entwickelt, denn „hamar" — ein althochdeutsches Wort — bedeutet eigentlich „Stein" ober „Steinhammer". Alle diese Kenntnisse haben dem Schäfer den Nimbus einer geheimnisvollen Persönlichkeit gegeben, die „mehr kann, als Brot essen." Dazu kam, daß er sich oft um die gefallenen Schafe kümmern mußte, sie auf den Schindanger brachte oder vergrub, wie sonst der „Abdecker". Er mag wohl auch öfter mit feinen „Geheimkünsten" — gleich wie der Scharfrichter — ein Geschäft gemacht haben. So kam dann die ehedem hochgeachtete Tätigkeit in Verruf; das Gewerbe wurde „unehrlich". Erst Kaiser Leopold gab — wie Gustav Freytag erzählt, um 1700 den Schäfern ein „Privilegium, worin er sie und ihre Knechte für ehrlich erklärte und die deutsche Nation ermahnte, das Vorurteil gegen diese nützliche Menschenklasse aufzugeben und ihre Kinder nicht mehr wegen Abdeckerei und Zauberei vom Handwerke auszuschließen. Wenige Jahre darauf schenkte er ihnen einen gnädigen Wappenbrief, gab ihnen die Rechte einer Zunft mit Siegel, Lade und einer Fahne." Die humoristische Dichtung hat sich den Schäfer — wie so manchen Sonderling und Einsamkeitsmenschen — nicht entgehen lassen. Gottfried August Bürger führt uns in feiner Ballade „Der Kaiser und sein Abt" den liebenswürdig gescheiten Schäfer Hans Bendix vor Augen. Fritz Reuter hingegen greift sich einen mit geistigen Glücksgütern nicht gesegneten Schäferjungen heraus, der aber fein Abenteuer noch leidlich besteht und mit dem Tröste verabschiedet wird- ,.Ut'n Schäper und Avteiker bot kann allens warben " Eine politische Komödie. Der sowjetrussische Außenkommisfar Litwinow- Finkelstein hat sich auf feiner Reise nach London kurze Zeit in Paris aufgehalten und mit seinem französischen Kollegen D e l b o s unterhalten. An Gesprächsstoff hat es natürlich nicht gemangelt, ziehen doch die Regierungen der beiden nicht nur politisch, sondern auch militärisch aneinandergeketteten Länder westlich und östlich von uns am gleichen Strang. Man hat es nun für zweckmäßig gehalten, so zu tun, als zöge man den Schleier des Geheimnisses fort und gestatte der Öffentlichkeit einen Einblick in das zwischen beiden Ministern geführte Gespräch. Der Pariser Zeitung „Information" ist der Auftrag erteilt worden, die „Enthüllung" vorzunehmen, allerdings mit einem unverkennbaren Zweck. Litwinow habe, so heißt es in diesem Blatt, von seinem Kollegen gefordert, er möge bas französisch - sowjetrussische Abkommen durch einen Militärvertrag ergänzen, was den Außenminister Frankreichs wiederum veranlaßt habe, abwehrend beide Hände zu erheben und dieses Ansinnen unter Betonung des friedlichen Charakters der französisch-sowjetrussischen Zusammenarbeit abzulehnen. Franzosen und Sowjetrussen, stets bestrebt, jegliche militärische Vereinbarung zwischen sich zu leugnen, bedienen sich also einer Pariser Zeitung, um als Entlastungs- zeugen in eigener Sache aufzutreten. Sie führen eine kleine politische Komödie auf, in der sie die Rollen von Unschuldsengeln übernommen haben. Sie meinen, mit diesem Trick alle Welt davon überzeugt zu haben, daß zwischen Frankreich und Rußland nicht die mindesten militärischen Verabredungen getroffen sind, obwohl jeder weiß, daß der Russenpakt nichts weiter als d i e Maske für das Militär abkommen zwischen Paris und Moskau ist, bas sich an Den Vorkriegsvertrag an- schließt und in seiner Tenbenz ebenso wie in seinem Ziel eindeutig gegen Deutschlanb gerichtet ist. Uns imponiert jedenfalls bas Stückchen mit der „Ausweitung" des Sowjetpaktes nach der militärischen Seite hin nicht, weil diese Ausweitung längst zu den politischen Tatbeständen Europas gehört. Aus aller Wett. Die wunderbare Reifung des kabinenjungen vom LZ. „Hindenburg". Unter vielen wunderbaren Errettungen beim Absturz des „Hindenburg" verdient die des zwölfjährigen Kabinenjungen Werner Franz besondere Erwähnung. Er war aus dem brennenden Luftschiff gesprungen, als dieses auf dem Boden aufschlug. Vom Rauch bewußtlos geworden und rings von Flammen umgeben, schien er verloren zu sein. Da platzte über ihm ein riesiger Wasserbehälter, und die Wassermassen überschütteten den Jungen. Dadurch wurde er sofort ins Bewußtsein zurückgebracht und vor dem sicheren Verbrennungstode bewahrt, zumal die Flammen in feinte un, mittelbaren Umgebung vorübergehend gelöscht worden waren, und Franz konnte ohne die geringste Verletzung die Unglücksstätte verlassen. 3349 A Verkäufe | Vöhl AutOiGelegeri Favorit " heitskauf! ;■ tadellosem Zu- stände zu ver- 21 BMW.L.Cabr. Lorenz Spitz, Lehrer i. R. im 89. Lebensjahre nach kurzer Krankheit zu sich gerufen. Miele Gießen, Diez, Eppenrod, den 11 Mai 1937. mit Sachs-Motor 3345 D 3323 D 3342 A von Johrrad •und zum Bauen Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Für den Herrn Sport- u. Oberhemden Selbstbinder, Kragen Socken, Sport-Gürtel Sommer- Unterwäsche am Edersee VornehmI Geschmackvoll! Persönlich! 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Mit ungeheurem Gepränge wurde in den Mittags- stunden des Mittwoch in einer Feier von wahrhaft mittelalterlichem Glanze das Oberhaupt des Britischen Reiches, Albert Friedrich Arthur Georg aus dem Hause Windsor als Georg VI. in der historischen Westminster-Abtei der Hauptstadt Englands zum König von England gekrönt. Am aeschichtlichen Ereignis nahmen mit dem britischen Volk, den Kronländern und Kolonien die Abgesandten von mehr als 60 Nationen und unter ihnen als der Vertreter des Führers und Reichskanzlers der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg teil. London im Glück. Als in der Nacht zum Mittwoch der „Big Ben" im Glockenturm des Parlaments dröhnend d i e Mitternachts st un de verkündete, strahlte die Krönungsstadt noch in hell st em Glanze. Die Freude der Erwartung ließ die Londoner und ihre Gäste nicht schlafen. Singend und jubilierend durchzogen sie die Straßen, um immer wieder von neuem die beispiellos prächtige, in ihrer Ausdehnung und Farbenpracht fast erdrückende Ausschmückung zu bewundern. Ganz London schien auf den Beinen zu sein, und in W e st m i n st e r, dem Stadtteil, der der Schauplatz der Krönungsfeier sein wird, waren — wie an den Vortagen — die Menschenmassen beinahe hoffnungslos eingekeilt. Das tat ihrer strahlenden Laune übrigens keinerlei Abbruch. Erst als es schon wieder zu tagen begann und der Morgen seinen ersten Schimmer über das bunte Bild breitete, wurde es stiller. An das Nachhausegehen dachten die wenigsten. Sie machten es sich, so gut es ging, auf den Tribünen, in den Fensternischen und Haustüren, auf den Bänken oder auch auf den Rasenflächen der vielen öffentlichen Anlagen bequem. So sicherten sie sich schon jetzt, viele Stunden vor dem Beginn der Feier, ihre Sitze. Menschen über Menschen! Fast noch in der Nacht setzte der Zustrom der Massen ein. Die Verkehrsmittel hatten zum Teil durchgehenden Betrieb, die Mehrzahl aber begann um 4 Uhr in der Frühe, das Menschenheer in die Innenstadt zu schaffen. Don allen denen, die nun „mit Kind und Kegel", mit Abzeichen, Bändern, Blumen und Fähnchen in den Händen Westminster zustrebten, war kaum einer, der sich nicht für den ganzen Tag mit Proviant, aber auch mit Decken, Klappstühlen oder anderen improvisierten Sitzgelegenheiten beladen hatte. Die Bevorzugten dieses Tages, die Teilnehmer und die Ehrengäste mußten ebenfalls früh aufstehen. Viele von ihnen hatten bereitsum6UhrihrePlätzeinderWest- minsterabtei, andre strebten um dieselbe Zeit die Sammelpunkte zu erreichen. Mit klingendem Spiel zogen aus den großen Truppenlagern im Kensington- Park die Ehrenabordnungen in den Stadtkern, und immer länger wurden die Kolonnen der Polizisten, die zu ihren Einsatzstellen rückten. Um 7 Uhr waren alle Tribünenplätze, sowohl die öffentlichen als auch die privaten, schon dicht besetzt. Aber noch immer spien die Untergrundbahnen, die Straßenbahnen und die Außenlinien der Omnibusse, die an dem Streik nicht beteiligt sind, neue Massen aus. Zn der Westminster-Ab^ei. In dem schönen gotischen Bau der Westminster- Abtei brennt noch das Licht, als die e r st e n Besucher kommen. Eine Viertelstunde nach der Oeffnung der zwölf Eingänge um 6 Uhr früh sind die schönsten Ränge und das Mittelschiff bis zum Chor, der sich etwa in der Hälfte quer durch das Mittelschiff zieht, besetzt. Die Abtei ist in Kreuzesform gebaut. Genau in dem Schnittpunkt des Mittelschiffes und der beiden Seitenarme sind die Throne für den König und die Könitz i n errichtet. Zu dem des Königs führen fünf, zu dem der Königin, der zur linken des Königsthrones steht, drei Stufen. Während der Mittelgang ebenso wie die angebaute Empfangshalle vor dem Westtor mit dem blauen Velour belegt ist, bedeckt diesen Verbindungspunkt bis zu den Stufen des Hochaltars ein goldfarbener Teppich. Auch in die beiden Kreuzesarme sind Ränge eingebaut, deren höchster bis zu den Rosetten des Nord- und Südtores reicht. Während zur Rechten des Königsthrones hinter den Sesseln die Prinzen königlichen Blutes und die männlichen Mitglieder des e n g - lischen Hochadels ihre Plätze haben, ift ber gleiche Rang auf der Seite des Thrones der Königin den weiblichen Adelsmitgliedern vorbehalten. Auch die vordersten Reihen des ersten Ranges werden noch von Mitgliedern des Adels besetzt. Hinter ihnen folgen, wie auf dem gesamten zweiten Rang der beiden Seitenschiffe, die Mitglieder des Parlaments. Auf dem Chor, der den Mittelgang überquert, hat das Musik ko rps der Reitergarde mit Fanfaren und Kesselpauken seinen Platz. Hier steht auch di- neue Orgel, die heute zum erstenmal gespielt wird. Im oberen Rang in der Richtung auf den Hauptaltar ist der Westminster-Chor untergebracht. Das Ehorgestühl zu ebener Erde wird auf der rechten Seite von den Vertretern der ausländischen Staatsoberhäupter eingenommen, hier ist inmitten der im Schmucke ihrer Diamanten und Edelsteine funkelnden re- gierenden indischen Fürsten in der ersten Reihe auch Generalfeldmarschall v. Blomberg zu sehen. Den Vertretern der Rationen gegenüber siht das Diplomatische Korps, in der ersten Reihe der deutsche Botschafter und Frau v. Ribbentrop. Vor den beiden Thronen steht ebenfalls in Richtung zum Altar der Krönungsstuhl Eduards des Bekenners, jener schlichte Eichenstuhl, dessen Untergrund der berühmte Stein von Scone bildet, auf dem früher die schottischen Könige gekrönt wurden. Vor diesem steht ein Betpult und rechts davon sieht man die beiden Staatssessel, die der König und die Königin während des Gottesdienstes bis zur eigentlichen Krönung einnehmen. Alle diese Sessel sind mit scharlachroter Seide bespannt und tragen in prächttger Goldstickerei hier wird der englische Krönungszug vorbeiführen. Eine anschauliche Luftaufnahme von dem Weg, den der englische Krönungszug nehmen wird. Im Hintergrund sieht man (rechts) die Westminster-Kirche, wo die Krönung stattfindet. Im Vordergrund erkennt man riesige Tribünenanlagen, die zum Teil bereits überdacht wurden. (Associated-Preß-M.) das Wappen des Königs und der Königin. Die Brüstungen aller Ränge sind mit goldgelbem Tuch verkleidet, in das die Königskrone und die Rose von Tudor in blau eingewebt wurden. Für die näheren Familienangehörigen des Königs ist eine Loge bestimmt, die hinter den beiden Staatssesseln liegt, während auf der gegenüberliegenden Seite die Blutsverwandten der Königin in der „Queens Gallery" ihre Sitze haben. Alle Plätze in der ganzen Kirche wurden mit königsblauem Samt überzogen, der die Jnittalien des Königspaares trägt. Der Hochaltar zeigt in dem Aufbau eine Darstellung des Abendmahles, prächtige goldene Leuchter bilden mit den kirchlichen Geräten den einzigen Schmuck. Die drei Stufen, die zum Altar hinauf- führen, bedeckt ein großer kostbarer Teppich. Zu beiden Seiten des Altars befinden sich Durchgänge, die zu einem Raume führen, in dem der Schrein Eduards des Bekenners steht. Der Krönungszug kommt. Als in der Feststraße die zur Spalierbildung kommandierten Truppen aufmarschieren, die sich erstmalig in der Geschichte Englands in einer neuen blauen Uniform präsentieren, kommt Bewegung in die Massen. Sie wissen, daß nun der Krönungszug seinen Anfang nimmt. Vor dem Buckingham-Palast sind die ersten Karossen aufgefahren. Auf einem der inneren Höfe kommen Hofautomodile, zugleich öffnen sich die schmiedeeisernen Tore des Mittelportals und auf die Minute pünktlich verläßt als erster Wagen des Zuges die mit zwei schweren Brauereipferden bespannte historische Kutsche des Sprechers des Unterhauses das Schloß. Neben diesem hat der Lordmajor von London in feiner Amtstracht in der Allonge-Perücke Platz genommen. Dann kommen einige Mitglieder der königlichen Familie, die mit freundlichen Zurufen und heftigem Fähnchenschwenken begrüßt werden. Nach kurzem Abstand folgten die G ä st e des königlichen Hauses, die Vertreter der Staatsoberhäupter, und zwar zunächst die Mitglieder königlicher Häuser nach dem englischen Alphabet und bann die Vertreter ber anberen Nationen in ber Reihenfolge, in der die Botschafter dieser Länder in der englischen Hauptstadt beglaubigt sind. Den Beginn des Zuges macht der Vertreter des Kaisers von Japan, Prinz Chichibu mit der Prinzessin, im nächsten Wagen folgt der Graf von Flandern, ber Bruder des belgischen Königs, und dann kommen mit besonderem Beifall bedacht, die Kronprinzessin Juliana von Holland mit dem Prinzen Bernhard. Die Kronprinzen und Kronprinzessinnen von Norwegen, Schweden und Dänemark, der Prinzregent und Prinzessin Paul von Jugoslawien, Prinz Kyrill von Bulgarien, der Kronprinz von Griechenland und Prinz Mohammed von Aegypten, sämtlich mit Herren und Damen ihrer Begleitung, sind die nächsten. Der Vertreter Brasiliens eröffnete die Reihe der übrigen Nationen. Man erkennt hier den Vertreter Italiens, Graf G r a n d i, den amerikanischen Abgesandten Gerard, den französischen Außenminister D e I b o 5 , den polnischen Außenminister Beck und die Delegierten Chinas. In einem der nächsten Wagen folgt der Vertreter des Führers und Reichskanzlers G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l von Blomberg in großer Uniform mit dem Marschallstab in der Hand, begleitet von Admiral Schultze. In prächtiger Gewandung erscheint der Vertreter des Königs von Siam, bem, der Schweizer Gesandte in London, Paravicini, der österreichische Staatssekretär des Auswärtigen, Dr. Schmidt, der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. H o d z a , der finnische Außenminister Holsti, der ungarische Außenminister, zumeist im schlichten Schwarz ober im Diplomatenfrack, unb zahlreiche exotische Fürstlichkeiten folgen. Die nächste Gruppe bes Zuges finb bie Wagen ber Premiermini st er von Englanb, Kanaba, Australien, Neuseelanb, Sübafrika unb der Vertreter der überseeischen Besitzungen und des Kaiserreiches Indien. Alle diese Wagen werden von Polizeimannschaften oder Truppen ihrer Länder hoch zu Roß eskortiert. Der Jubel schwillt beträchtlich an, als die P r i n- zen und Prinzessinnen der königlichen Familie, ebenfalls eskortiert, erscheinen. Dabei werden die Kinder des englischen Königspaares, die elfjährige Prinzessin Elisabeth und die sechsjährige Prinzessin Margret-Rose, die in einer Kutsche mit der Schwester des Königs, der Prinzeß Royal, fahren, besonders herzlich begrüßt. Vom Marlborough House, ihrem Wohnsitz, schließt sich an die Glaskutsche der Königin- Mutter Mary, an deren Seite die Königin vonNorwegen, die Schwester König Georgs V., Platz genommen hat, am Fast um die gleiche Zeit erscheinen im Portal des Buckingham-Palastes ein Offizier und vier Reiter der Leibgarde-Kavallerie, die den Zug des Königs eröffnen. Mit geschulterten Hellebarden folgen ihnen in ihrer mittelalterlichen Tracht mit den weißen Halskrausen unb den eigenartigen flachen Hüte bie Pala st Wächter. Die Kavallerie, Artillerie, eine berittene Batterie mit ihren Geschützen, die Ordonanzoffiziere und Flügeladjutanten aller Waffengattungen der englischen Wehrmacht, Abordnungen der kolonialen Do- minien-Osfiziere, ein großes berittenes Musikerkorps der Leibgarde-Kavallerie, zwei Divisionen der königlichen Eskorte und die indischen Ehrenflügeladjutanten des Königs schließen sich an. Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Lang, beim Verlassen der Westminsterabtei nach der letzten Generalprobe für die Krönung. Er wird König Georg VI. die Königskrone auf das Haupt fetzen. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Die goldene Kutsche kommt. Mit acht prächtigen Windsor-Grauschimmeln bespannt und mit Postillionen auf den Leitpferden, rollt, von Lakaien begleitet, die prächtige goldene Staatskutsche heran, deren Seitenwände mit allegorischen Darstellungen verziert sind, während goldene Tritonen mit bem Dreizack ankünben, daß dieser Wagen den Inhaber der Krone des meere beherrschenden Britanniens trägt. Den Wagen begleiten an den Seiten der Kommandeur der Krönungstruppen, Feldmarschall Earl of Cavan, der Kommandeur der königlichen Eskorte und der Träger des königlichen Banners. Dann folgen die Brüder des Königs, die Herzoge von Gloucester und Kent, der Hof des Königs, Offiziere der Leibgarde und Staatskaleschen mit Mitgliedern des königlichen Hauses. Der König trägt die karminrote Staatsrobe über weißen Seidenhabit und die mit Hermelin besetzte Staatshaube mit einer Goldquaste; die Königin ein mit Gold und Edelsteinen besetztes elfenbeinfarbenes Seidenkleid. Auf dem ganzen Wege ist das Königspaar Gegenstand fortgesetzter begeisterter Huldigungen, für die es unermüdlich dankt. Ehrung tüchtiger Stenographen. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft führte am 18. April ein Leistungsschreiben in deutscher Kurzschrift durch, an dem sich eine große Anzahl Stenographen beteiligte. Anläßlich der am Samstagabend veranstalteten Siegerfeier in der Bergschenke konnte der Ortsgruppenführer Graf die erfreuliche Mitteilung machen, daß das Ergebnis des Leistungsschreibens als außerordentlich gut bezeichnet werden könne. Geschrieben wurde in den Abteilungen 60 bis 260 Silben, es konnte eine große Anzahl Arbeiten mit hervorragend" und „Sehr gut" ausgezeichnet und elf Ehrenpreise überreicht werden. Ortsgruppenführer Graf führte u. a. aus, daß dieses Schreiben der Auftakt für die diesjährigen Schreiben gewesen sei, und er forderte zur regen Teilnahme an der am 29. und 30. Mai in Alsfeld stattfindenden Kreisgebietstagung auf. Ergebnis des Leistungsschreibens. Abteilung Schnellschreiben: 2 6 0 Silben: Note sehr gut: Willi Brückmann und Ehrenpreis. 2 4 0 Silben: Note hervorragend: Dora Kern und Ehrenpreis; Fritz Reh und Ehrenpreis. 200 Silben: Note sehr gut: Karl Meister und Ehrenpreis; Wilma Leipold; Hans Becker. 18 0 Silben: Note hervorragend: Gertrud Möller und Ehrenpreis; Anni Schmittdiel. — Note sehr gut: Ludwig Bester. 14 0 Silben: Note hervorragend: Willi Heid- lindemann und Ehrenpreis; Willi Koch und Ehrenpreis; Mariechen Winther; Hildegard Siebert; Ludwig Schöck; Ernst Schmittdiel; Elly Erbe. — Note sehr gut: Willi Arnold. 12 0 Silben: Not> hervorragend: Lore Bük- king und Ehrenpreis; Elfriede Weiß; Marie Rinner. — Note sehr gut: Margot Drescher; Ilse Wurm; Annemarie Rab; Else Ludwig; Gertrud Kardaun. — Note gut: Margrit Fahrenbach; Karl Bender. 100 Silben: Note hervorragend: Irmgard Ulbrich und Ehrenpreis; Liesel Melcher; Herta Doc- ter, Erna Habermehl. — Note sehr gut: Maria Bick; Margot Müller; Liselotte Rühl; Konrad Georg Emmerich; Werner Barnick. 8 0 Silben: Note hervorragend: Minna Som- merlad und Ehrenpreis; Elisabeth Pfeifer; Gertrud Jaeger; Waltraud Burhenne; Else Michel; Hilde Haas; Thea Runkel; Wilhelm Metje; Liesel Bingel; Herta Bree; Lotte Burkhardt; Hedwig Dippel; Liselotte Seybold. — Note sehr gut: Gertrud Hanstein; Erich Ries. — Note gut: Emmi Wahl. 6 0 Silben: Note hervorragend: Karl Hahn und Ehrenpreis; Dorle Strauch; Erna Gutermuth; Alois Valek; Gertrud Ziegler. — Note sehr gut: Hilde Cloos; Marianne Höhne; Gertrud Kuhl. — Note gut: Richard Arnold; Margot Walter. Richligschrelben. Note hervorragend: Ilse Wurm; Margot Drescher; Willi Koch; Willi Brückmann; Minna Sommerlad; Willi Heidlindemann; Karl Meister. — Note sehr gut: Hildegard Siebert; Else Michel; Waltraud Burhenne; Else Georg; Willi Arnold; Fritz Reh; Dora Kern; Anni Schmittdiel; Margrit Fahrenbach; Erich Ries; Liesel Melcher; Ernst Schmittdiel; Mariechen Winther; Kurt Mebus; Gertrud Hanstein; Gertrud Jaeger; Dorle Strauch; Friedrich Nuhn; Gertrud Kardaun; Jrmaard Ulbrich; Elisabeth Pfeifer; Margot Müller; Lore Bük- king; Gertrud Möller; Hilde Cloos; Ludwig Bester; Erna Gutermuth; Hilde Haas; Maria Bick; Wilhelm Metje; Karl Hahn; Ludwig Schöck. Note gut: Konrad Georg Emmerich; Karl Bender; Wilma Leipold; Gertrud Ziegler; Thea Runkel; Annemarie Raab; Herta Bröe; Max Throm; Werner Barnick; Elly Erbe; Lotte Burkhard; Emmi Wahl; Herta Docter; Else Ludwig; Liesel Bingel; Marie Höhne; Hedwig Dippel; Gertrud Kuhl; Marie Rinner; Elfriede Weiß; Alois Valek; Gertrud Lindenstruth Hans Becker; Richard Arnold; Emma Kehl; Eleonore v. Obstfelder; Eleonore Bingmer; Liselotte Rühl. § Jl.-'Sport Deutscher Sieg im preis der Nationen. Seinen sportlichen Höhepunkt erreichte das Pariser Reitturnier mit der Entscheidung des Preises der Nationen am Dienstag in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, Lebrun, in dessen Begleitung sich König Faruk von Aegypten befand. Die deutsche Reitermannschaft feierte wieder einen großen Triumph. Nach dem ersten Umlauf bereits mit klarem Vorsprung in Front liegend, behauptete sie ihre führende Stellung bis zum Schluß und gewann mit 33 Fehlern vor Irland (56), Frankreich (59Vr), Rumänien (75), der Schweiz (83), Holland (96V2), der Türkei (100) und Belgien (146 Fshlerpunkten). Auch in der Einzelwertung gab es einen deutschen Erfolg. Die Olympiasiegerin Tora (Rittmeister K. Hasse) errang mit vier Fehlern den Sieg in der Einzelwertung vor Mainau. 5S-Kllome1er-Vezirksrennen. Neumann, Gießen siegt vor Preitz. Der Bezirk Gießen (Gau XII Nordhessen) im Deutschen Radfahrer-Verband startete am Sonntag in Anspach i. T. seine ersten diesjährigen Straßenrennen. Die aktiven Fahrer hatten die 55 Kilometer lange Strecke Anspach — Saalburg — Ober-Ursel — Sandplacken — Usingen — Anspach, d'' große Anforderungen an die Fahrer stellte, zurückzulegen. Um 9.02 Uhr starteten die A-Fcchrer und legten gleich ein starkes Tempo vor. Bereits am Fuße der Steigung zur Saalburg hinauf bestand die Spitzengruppe nur noch aus fünf Fahrern, um die Führung der Spitzengrupe machten sich Neumann und P r e i ß (Gießen), sowie Kraft (Wetzlar) besonders verdient. 9.15 Uhr erreichten die Spitzenfahrer die Saalburg, und Preiß, Neumann, Kraft, Abt (Anspach) und Schneider (Niederbrechen) rasten im 60-Kilometer-Tempo von der Höhe der Saalburg hinunter. Unter abwechselnder Führung aing es nach Ober-Ursel, dann kam die 8 Kilometer lange Steigung zum Sandplacken; hier wurde als erster der mit zwei Minuten Vorgabe gestartete Altersfahrer Emil Kutt (Anspach), der für sein Alter von 49 Jahren ein ganz hervorragendes Rennen fährt, überholt. Wieder führten Neumann, Preiß und Kraft; Schneider konnte das Tempo nicht mehr halten und fiel zurück. Abt quälte sich mit aller Energie, um den Anschluß zu behalten, fiel aber mit Kraft, der Schaltungsschwierigkeiten hatte, zurück. Infolge eines hervorragenden Antritts von Neumann mußte Preiß diesen allein ziehen lassen. 9.45 Uhr hatte Neumann die Höhe des Sandplacken erreicht, eine Minute später folgte Preiß, dann nach weiteren 30 Sekunden folgte Kraft und Abt. Wieder begann eine rasende Abfahrt, bei der Preiß die Kette abflog und er noch mehr Zeit verlor. Neumann zeigte sich in großer Form und erreichte allein und unangefochten das Ziel. Die Ergebnisse: Klasse A: 1. Sieger Willi Neumann, 1885 Gießen, 1:34,30 Stunden; 2. Heinrich Preiß, Germania Gießen, 1:37; 3. Emil Kraft, R. Vg. Wetzlar, 1:39; 4. Abt, Vorwärts Anspach, 1:39; 5. Schneider, Niederbrechen, 1:46; 6. Walldorf, Germania Gießen, 1:51 Stunden. Altersklasse: Emil Kutt, Vorwärts Anspach, 1:53 Stunden. Jugendklasse: 1. Sieger Stange, Germania Gießen, 28:30 Minuten; 2. Kutt, Vorwärts Anspach, 28:40; 3. Emmerich, Teutonia Krofdorf, 28:50; 4. Riegel, Vorwärts Anspach, 29; 5. Butz, Hasfelborn, 29:32; 6. Haßler, Gießen; 7. Feger, Anspach; 8. Lather, Anspach; 9. Preiß, Gießen; 10. Wedel, Gießen. Teutonia' Watzenborn-Steinberg Sfeinborf I — Wahenborn-Sleinberg I 1;1 (1:0). W.-Sleinberg 1. Igd. — VfB.-R. komb. Igd. 5:2. Die 1. Mannschaft hatte am Sonntag einen schweren Gang zu unternehmen; sie mußte nach Steindorf, deren 1. Mannschaft die Tabelle der Aufstiegsspiele der Kreisklasse führt. Zu allem Unglück mußten vier Stürmer der zweiten Mannschaft gestellt werden, mit denen sich der Mittelstürmer K. Haas verstehen sollte und auf dem kleinen Platze in Steindorf gegen die körperlich starke Verteidigung der Gäste ankämpfen mußte. Ein weiteres Pech betraf die Teutonen, daß Haas noch einen Elfmeter vergab und ihn an dem Torpfosten vorbeischoß. Mit aller Energie wurde die erste Halbzeit bestritten, obwohl die Steindorfer mit dem Wind im Rücken etwas mehr vom Spiel hatten. Steindorf kam durch einen Strafstoß in der ersten Halbzeit durch seinen Mittelläufer in Führung. Die zweite Halbzeit änderte das Bild etwas anders, aber die körperliche Ueberlegenheit der Gastgeber war so groß, daß an einen Sieg nicht gedacht werden konnte, und man mußte mit einem Unentschieden zufrieden sein, das jedoch für die Teutonen immer noch ein Erfolg bedeutet. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. wieseck 1. Igd. — BfB. 1. Jgd. 4:1 (2:1). Die Jugendmannschaft von Wieseck empfing am Sonntag die 1. Jugend von VfB. zu einem fälligen Spiel um die Kreismeisterschaft. Während Wiesecks Mannschaft komplett antrat, mußte VfB. für einen Verteidiger Ersatz einstellen. Sofort nach dem Anstoß entwickelte sich flottes Spiel, wobei den Wie- jeckern große Gunst beschieden war. Innerhalb von 20 Minuten war es ihnen möglich, das Torverhältnis auf 2:0 zu bringen. Nachdem bei Wieseck ein Spieler infolge Verletzung ausscheiden mußte, gelang es den VfBern, ebenfalls ein Tor zu erzielen. Der verletzte Wiefecker Spieler erschien nach der Pause wieder auf dem Plan. Durch zwei weitere Tore, die Wieseck noch erreichte, war für diese Mannschaft der Sieg gesichert. In der augenblicklichen Besetzung wird Wiesecks Jugend auch bei weiteren Gruppenmeisterschaftsspielen ihren Gegnern den Kampf erschweren. Die Erfolge der Gießener Infanteristen beim Siegener Milärsporlsest. Beim 2. Siegener Militärsportfest wurde auch der Wettkampf um den Titel eines Divisionsmei- sters der 9. Division im Handball aus- getranen. Das erste Spiel der Vorrunde bestritten die Regimentsmeister 1. Komp. Jnf.-Rgt. 116 und die 3. Bo.-Nachr.-Abtlg. 9 A.-R. Fulda, die sich einen forschen und spannenden Kampf lieferten, aus dem die Fuldaer Artilleristen mit 8 7 Toren knapp als Sieger heroorgingen. Die 3. Bo.- Nachr.-Abt. 9 Art.-Rgt. Fulda mußte dann noch gegen die l./Jnf. -Rgt. 57 Siegen antreten und gewann mit einem überzeugenden 10:5 (4:2) das Spiel und die Divisionsmeisterfchaft. — Im Kampfe um den 2. Platz trafen dann die Regimentsmeister 1./116 und 1./57 aufeinander, bei dem die Gießener Infanteristen sicher und überlegen zu einem 9:6-(5:3-)Sieg kamen. Die Gießener Infanteristen zeigten sich forsch und schneidia im Angriff, hatten gutes Zusammenspiel und lieferten spannende, faire Spiele. Der Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant O ß w a l d , der dem mehrtägigen Sportfest beiwohnte, überreichte dem neuen Divisionsmeister im Handballspiel, der 3. Bo.-Nachr.-Abt. 9. Art.-Rgt. Fulda, den von ihm gestifteten Ehrenpreis, ein Bildnis Friedrich des Großen. Die 1. Komp, des Gießener Regiments errang den Anerkennungspreis, ein Bild des Führers. An dem Fünfkampfder Unteroffiziere um den Titel eines Divisionsmeisters beteiligte sich auch der Unteroffizier Heinz Herrmann 16./Jnf.-Rgt. 116, der durch seine ausgezeichnete Leistungen die besten Aussichten hatte. Der Fünfkampf, der aus dem 4000-Meter-Lauf, Handgranatenweitwurf, Weitsprung und 300-Meter- Schwimmen bestand, stellte an den dienstlich und durch die Beteiligung an den letzten Sportveranstaltungen stark in Anspruch genommenen Unteroffizier große Anforderungen. Im 4000-Meter-Lauf bewies er seine Ueberlegenheit, aber m der Gesamtbewertung war ihm Unteroffizier Zeising überlegen, der Herrmann auf den 2. Platz verwies. Ergebnisse. 1. Unteroffizier Zeising 6. / Jnf.-Rgt. 57 Siegen; 2. Unteroffizier Heinz Herrmann 16. / Jnf.-Rgt. 116 Gießen; 3. Unteroffizier Schorle 1. Pionierb.-A. 9. Feldbergfeff am 19. und 20. Juni. Das Feldbergfest wird in diesem Jahre zum 84. Male durchgeführt. Ausgeschrieben sind Dreikämpfe in sieben Gruppen sowie fünf Mannschaftskämpfe, und zwar der Mehrkampf um das Völ- sungenhorn und die Stafelläufe um Jahn-, Brun- hilden- und Ernanuel-Schrnuck-Schild und eine Ju- gend-Hindernisstcrffel. Sämtliche Dreikämpfe bestehen aus einem Lauf, Sprung und Wurf. Der Kampf um das Völsungenhorn, das der Stadtsportverein Frankfurt verteidigt, umfaßt Gepäckmarsch, Weitsprung, Steinstoßen, Speerwerfen und Hlnder- nislauf; jede Mannschaft besteht aus sechs Teilneh- mern. Die Verteidiger der Staffel-Wanderpreise sind Polizei Frankfurt (Jahnschild, 5X100 Meter), Jahnqemeinschaft Oberursel (Emanuel - Schmuck- Schild, 5X100 Meter) und Tv. Vorwärts Bocken- heim (Brunhilden-Schild, Frauen 4X75 Meter). Sämtliche Staffeln sind Pendelstaffeln. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 11. Mai. Da der Auftragseingang sich wieder in engen Grenzen hielt und meist nur einzelne Spezialwerte betraf, war die Börse sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt wieder sehr ruhig. Die Grundtendenz blieb unter dem Eindruck günstiger Wirffchaftsrachrichten freundlich. Die Kurse am Aktienmarkt lagen bei nicht einheitlicher Entwicklung doch sehr widerstandsfähig. Angebot lag im großen und ganzen kaum vor, nur in Bemberg-Aktien kam nach dem ersten Kurs größeres Material heraus, so daß sich der Kurs von 120,40 (121,50) auf 118,50 Brief senkte; ein Grund für die Schwäche war vorerst nicht zu erkennen. Erhöhtes Interesse fanden anderseits IG.-Farben, die nach exkl. 6,3 v. H. Dividende von 162,50 auf 163,50 (168,50) anzogen und somit 1,25 v. H. gewannen. Höher ferner Rütgerswerke mit 150 (149). Montanpapiere lagen still, etwas schwächer Mannesmann mit 127,65 (128,25) und Klöckner mit 130,25 (131), dagegen Hoesch 121,50 (121) und Vereinigte Stahl unv. 118. Maschinenaktien blieben bei gut behaupteten Kursen gefragt, ebenso BMW. mit 154,90 (154,50), aber Daimler 139 (139,50). Elektrowerte wichen geringprozentig nach beiden Seiten ab. Aschaffenburger Zellstoff auf die Bilanzzisfern 144 (142,50), höher waren außerdem Reichsbank mit 204,75 (203,75), Westdeutsche Kaufhof und Ph. Holzmann mit plus 0,25 v. H. Etwas niedriger notierten AG. für Verkehr mit 133 (133,50) und Kali Westeregeln mit 119,50 (120,25). Arn Rentenmarkt waren Altbesitzanleihe mit etwa 125,90 (125,50) fester, aber ohne Geschäft, Kommunal-Umschuldung voll behauptet mit 93,95 (93,90), Rheinische Städte-Altbesitz gefragt und 129,50 bis 129,75 (129). Im Verlaufe war die Umsatztätigkeit weiterhin klein. Die Kurse am Aktienmarkt veränderten sich in den meisten Fällen kaum. Bemberg gingen jedoch bis auf 117,25 zurück, waren aber so gefragt Etwas erholt waren Mannesmann mit 128 nach 127,65 und Daimler mit 139,50 nach 139, höher Moenus mit 115,75 nach 115,50. Von erst später notierten Werten ermäßigten sich Licht und Kraft auf 147,90 (148,75) und Feldmühle Papier auf 144 (144,75), dagegen Siemens 203,75 (202,90). Am Einheitsmarkt blieben Dürrwerke Ratingen fest. Am Rentenmarkt kamen Altbesitz bei kleinstem Umsatz mit 125,65 (125,50) zur Notiz. Kommunal-Umschuldung unv. 93,95, ebenso Städte-Altbesitz- anleihen mit 129,75. Von Goldpfandbriefen Meininger 99 (99,25), Liquidationspfandbriefe teilweise 0,13 v. H. höher, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen unverändert. Die Nachfrage hat sich durchgehend merklich vermindert. Tagesgeld sehr leicht und auf 2,25 (2,50) v. H. ermäßigt. Abendbörse ruhig, aber gul behauptet. Bei kleinen Umsätzen war die Abendbörse ahne besondere Vorgänge. Die Tendenz war im Anschluß an den Mittagsverkehr freundlich, die Kurse konnten sich allgemein gut behaupten. Zum Teil ergaben sich über den Berliner Schluß hinaus noch mäßige Erhöhungen, so bei Deutsche Erdöl auf 152,50, BMW. auf 155, Buderus auf 125,50, Klöckner auf 130,75 und Verein. Stahlwerk auf 118,13. In Bemberg-Aktien lag kein Angebot mehr vor, bei 117 (117,25) zeigte sich Nachfrage. IG. Farben notierten unverändert 163,75. Leicht ermäßigt waren u. a. AG. für Verkehr mit 132,50 (133), Westdeutsche Kaufhof mit 62,40 (62,65), Rheinstahl mit 155,25 (155,65). Am Rentenmarkt verblieben Kommunal-Umschuldung bei 94,05, 6 v. H. IG. Farben bei 136,50 und 4,50 o. H. Krupp bei 98,50. Deko- sama Neubesitz waren gesucht, aber mangels Angebot ohne Notiz. Jrn Freioerkehr hatten Schuhfabrik Berneis weitere Nachfrage mit 57 (56,50). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Mai. Auftrieb: Kälber 1263 (gegen 934 am 4. Mai), Hämmel und Schafe 27 (47), Schweine 6442 (5630). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (65), b) 53 bis 59 (59), c) 47 bis 50 (41 bis 50), d) 38 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 50 bis 52 (50 bis 52). Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Schweine zugeteilt. Kälber sehr lebhaft. Hämmel und Schafe gut. Fleischgroßmarkt. Angebot: 632 (839) Viertel Rindfleisch, 82 (116) ganze Kälber, 6 (5) Hämmel, 236 (345) halbe Schweine, 16 (6) Kleinvieh. Notiert wurden in Mark je 50 Kilogramm: Bullenfleisch a) 77, b) —, c) 58. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69, c) 61. Kalbfleisch I 81 bis 95 (75 bis 85), II 70 bis 80 (60 bis 74). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fe11waren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: lebhaft. Rundsunkproqramm Donnerstag, 13. Mai. 6 Uhr: Gymnastik; 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Für unsere Kinder. 16: Unterhaltungskonzert. 17.45: Der Befehl eines Gewissens. 18: Blasmusik. 19: Erster Vorbericht zur Reichsnährstandsschau 1937. 19.15: Froher Feierabend. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: ... und abends wird getanzt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 10 5 11.5 10 5 11.5. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 102 101,9 101,9 101,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99,25 99,25 99,25 by2% Doung-Anleihe von 1930 .. 104,13 104,25 104,5 105 47z% Hessische Volksstaat von 1929 4*/2% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,75 — 99,75 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz 100,75 100,75 101 101 von 1936 I.................. 99,13 99,13 99,13 99,13 Reichsanleihe-Mtbesttz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 125,5 125,65 125,75 125,65 Auslos.-Rechten.............. 4Yi% Hess. Landesbk. Darmstadt 137,65 137,65 — — Goldpse. R. 12.............. 571% Hess. Landes-Hyp.-Bank 99,25 99,25 — Liqu. Goldpse............... 47i% Preuß. Landespsdbr.-Anst. 101,4 101,3 —• — Goldpse. R. 19.............. — 99 99 99 47i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 47i% Darmstädter Komm.-Lan- 98 98 98 98 desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 97,9 97,9 — — Auslos.-Rechte 1.............. 131.75 131,75 132 132 47i% Franks. Hhp. Goldpse. R. 15 471% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 Obl. 2 3.................... 57i% Franks. Hyp. Liquidation 98,25 98,25 — — Goldpse..................... 57i% Rheinische Hyp. Liquidation 101,55 101,7 — — Goldpse..................... 101,9 110,45 101,75 110,4 101,9 110,7 101,75 Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... — —— —— — 4,2% Oesterreichische Stlberrente. — — — — 47z Ungarn Staats von 1913 .... —— — — •— 4% Ungarische Goldrente....... — — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 5% Rumänen von 1903......... — — —— —— 47i% Rumänen Gold von 1913.. — —— —— —— 4% Einheits-Rumänen......... —— — — — 4% Türken Bagdad I........... —— — — — 4% Türken Bagdad 11.......... ■ — — — 2%% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen......6 133,5 132,5 133,25 132,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 47 — Hamburg-Amerika Paket......0 17,5 17,5 17,4 17,4 Norddeutscher Lloyd..........0 17,65 17,75 17,75 17,75 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 123,65 123,65 123,75 123,5 Reichsbanl................. 12 203,25 204,75 204 204,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 130,5 130,5 Commerz, und Prioat-Bank ... 4 112,65 112,65 112,65 112,65 Deutsche Diskonto............4 117,25 117,25 117,25 117,25 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Frankfurt a. M. Berlin Schluß» turs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag» börse _ Datum 10.5. 11.5 10.5. 11.5. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — — 222 225 ^KU-Kunstseide........... .. 0 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 142,5 144 142,75 144 Bemberg................. .. 0 121,5 117 120,5 117,4 ß 164,5 165 165,25 165,25 Buderus Eisen............. .. 4 126 125,5 127 125,25 Gement Heidelberg......... .. 7 160 160 —— Gement Karlstadt.......... .. 6 175 175 —— —— Chade A.-E................ .. 9 —— — — — Eonti Gummi............. . 11 186,25 186,25 185 186 Daimler Motoren.......... .. 5 139,5 139,5 139 140,75 Dessauer Gas............. .. 4 — — 117,5 118,5 Deutsche Erdöl............ .. 5 151 152,5 151 152,25 Deutsche Gold» und Silber . .. 9 264 264 — —— Deutsche Linoleum......... . 10 177,5 178,13 178 178,4 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136 136,25 136 136,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148,75 147,65 148 148,25 I. K. Färben-Industrie..... .. 7 168,5 163,75 169 163,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 142,5 141,75 142 142 Gesfürel.................. .. 6 150,5 151 151 151,13 Th. Goldschmidt........... .. 5 137,5 136,5 137,5 136,5 Gritzner Maschinen......... .. 0 — — 46,25 46,5 Harpener................. 2 71 162,5 162,5 162,5 162,5 Hoesch Eisen............... 571 121 121,5 121,25 121,13 Philipp Holzmann......... .. 6 153,25 153,5 153,5 153 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 180,75 179 Ilse Genüsse.............. .. 6 143,5 143 143,5 143,5 Kal! Aschersleben.......... .. 5 120,5 — 120,5 120 Klöcknerwerke............. 47i 131 130,75 130,5 130 Kokswerke und Ehemische Fabrik 6 153,75 153,4 Lahmeyer................ .. 6 123,75 124,13 124,25 124,25 Matnkraft................. .. 4 98 98 Mannesmann.............. .. 3 128,25 128 128,25 128 Mansfelder Bergbau....... 57i 159 159 157,5 Metallgescllschafi........... .. 5 153 5 154.25 154 154 75 Orenstein & Koppel........ .. 0 103,65 104 Rheinische Braunkohle...... . 12 — 230,25 229,5 230 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 133 132 Rheinstahlwerke........... .. 6 156,4 155,25 156,5 155,65 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 127,5 126,5 126,9 126.5 Rütgerswerke ............ .. 6 149 150 149,5 150,5 Salzdetfurth Kalt.......... 7Vt 160 160 160,25 160,25 Schultert & Go............. Schultheis Patzenhofer...... .. 4 _ 98,9 98,65 Siemens & Halske......... .. 8 202,9 203,25 203,75 204,5 Süddeutsche Zucker......... . 10 200 200 200 200 bereinigte Stahlwerke.... 3-/. 118 118,13 117,75 117,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,5 62,4 62,75 62,65 Westeregeln Alkali.......... .. 5 120,25 119,5 120,5 119.65 Zellstoff Waldhof......... .. 6 160,5 160,5 160,9 160,5 Ljavi Minen.............. . 0.6 31,13 31,4 30,9 31,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 10 Mat 11 Ma» 10 Mat 11 .Mai Amtliche Notierung Geld | Briei Amtliche Notierung Geld | Brie> Amtliche Notierung Gelt 1 Brie' Amiliche Notierung Gelb I Briet Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London .................. Helsingforß................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 0,753 42,01 0,160 47,04 54,83 47,04 12,28 5,43 11,17 136,56 13,09 0,757 42,09 0.162 47,14 54,93 47,14 12,31 5,44 11,19 136,84 13,11 0,755 41,99 0,160 47,04 54,88 47,04 12,29 5,435 11,14 13,670 13,09 0,759 42,07 0,162 47,14 54,98 47,14 12,32 5,445 11,16 136,98 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm ................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork.................. 0,715 5,694 61,71 48,95 11,15 63,29 56,90 16,98 8,651 0,717 5,706 61,83 49,05 11,17 63,41 57,02 17,02 8,669 0,715 5,694 61,76 48,95 11,16 63,36 56,94 16,98 8,651 0,717 5,706 61,88 49,05 11,18 63,48 57,06 17,02 8,669 2,439 2,489 2,493 2,489 Der Gießener Haushalt für 1931 festgestellt. Alle Voraussetzungen für die weitere gedeihliche Aufbauarbeit auch im neuen Haushaltsjahre gegeben. Große Bauprojekte vorbereitet. — Weitere planmäßige Schuldentilgung gesichert. Der Leiter der Gießener Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, hatte die Ratsherren der Stadt Gießen auf den gestrigen Dienstagnach- mittaa zu einer öffentlichen Sitzung in den Sitzungssaal des Stadthauses Bergstraße eingeladen, um mit ihnen den Haushaltsplan der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1937 durchzusprechen und gleichzeitig den zuhörenden Volksgenossen einen Ueberblick über den Haushaltsplan zu geben. Die Ratsherren und die übrigen Zuhörer folgten mit großem Interesse den aufschlußreichen Darlegungen des Oberbürgermeisters, der die Aufmerksamkeit vor allem auf die wichtigeren und die großen Dinge der städtischen Haushaltsführung lenkte. In der' etwa einstündigen Sitzungsarbeit ergaben sich denn auch viele wertvolle Aufklärungen und Erkenntnisse, zugleich gewann man erneut die Ueberzeugung, daß es im Geiste des Führers nach den von ihm vorgezeichneten Bahnen auch in unserer Stadt unter der Leitung des Oberbürgermeisters Ritter in gedeihlicher Weise vorwärts und aufwärts geht. Dafür sind beredte Beispiele nicht nur die bisherigen Werke der nationalsozialistischen Leitung unserer Stadt, sondern auch die weiteren Maßnahmen einer produktiven kommunalen Aufbauarbeit, wie sie in diesem neuen Haushaltsplan wiederum zutage tritt. Unsere Gießener Bevölkerung hat allen Anlaß, mit der Leitung ihrer städtischen Geschicke und mit den Maßnahmen der praktischen Kommunalarbeit zufrieden zu sein. tleberblick über den Voranschlag. Oberbürgermeister Ritter trug zunächst kapitel- weise die Summen der Einzelabschlüsse und der Gesamtabschlüsse der Betriebsrechnung und der Vermögensrechnung an Hand der dem Haushaltsplan beigegebenen Uebersicht über die Derwaltungsgebiete vor. Er machte dabei auf die Ueberschüsse bzw. Zuschüsse zu den einzelnen Kapiteln, im Vergleich zu den Dorjahrssummen, aufmerksam und gab für die wichtigsten Aenderungen bzw. Steigerungen der Beträge Aufklärung. So machte er in der Erläuterung der Betriebsrechnung bei dem Kapitel Stadtverwaltung darauf aufmerksam, daß eine Mehrausgabe von rund 17 000 Mark in der dringend notwendigen Beschaffung von Büromaschinen begründet ist, ferner gewisse voranschlabsmäßige Mehraufwendungen dadurch notwendig sind, daß unsere Stadt stärker als bisher Rücksicht nehmen muh auf Tagungen und Kongresse, die hier zur Durchführung kommen sollen. Beim Kapitel Grundbesitz, Land- und For st wirtschaft betonte der Oberbürgermeister, daß der vor einer Reihe von Jahren geschaffene Forstbetriebsstock in Wegfall kommt, roeil die für diesen Fonds in den Haushaltsplänen verzeichneten Beträge in Wirklichkeit schon seit Jahren nur auf dem Papier stehen, das Geld selbst bei der Stadt- kasse ausgegeben ist. Mit Recht betonte der Oberbürgermeister, daß es keinen Sinn hat, eine Rücklage im Haushalt zu führen, die nur auf dem Papier steht, und daß es insbesondere nicht angängig ist, derartige papierene Rücklagen im Haushalt zu führen, solange die Stadt noch erhebliche Aufwendungen zur Schuldentilgung zu machen hat. Diese Gesichtspunkte lassen die Aufhebung des Forstbetriebsstocks nur gerechtfertigt erscheinen, denn sie ist gewissermaßen eine Haushalts-Feldbereinigung. Im Bereich der Bauverwaltung sind für das neue Haushaltsjahr für Straßenunterhaltungsarbeiten 170 000 Mark gegenüber 140 000 Mark im Vorjahre, also 30 000 Mark mehr, vorgesehen. Für die öffentlichen Anlagen ist eine Summe von 44 000 Mark, gegen 30 000 Mark im Vorjahre, veranschlagt worden, also 14 000 Mark mehr, die für die Unterhaltung und Pflege der Anlagen sowie für den Betrieb des Pflanzgartens noch bessere Wirkungsmöglichkeiten als bisher ermöglichen werden. Die Betriebsverwaltung liefert an die allgemeine Finanzoerwaltung ansehnliche Mehrüberschüsse, nämlich das Elektrizitätswerk 350 930 Mark gegenüber 305 370 Mark, das Wasserwerk 218 000 Mark gegenüber 200 000 lm Vorjahre ab. Die Leistung des Gaswerks an die allgemeine Finanzverwaltung mit insgesamt 157 100 Mark ist gegenüber dem Borjahre unverändert geblieben. Die Straßenbahn erfordert einen Zuschuß von 50 000 Mark. Im Kapitel Kun st und Wissenschaft beläuft sich der Mehrzuschuß aus allgemeinen Mitteln an das Stadttheater gegenüber dem Vorjahre auf 22 900 Mark, da der Zuschußbetrag vom Reich etwas verringert worden ist. Durch die Verstärkung unseres städtischen Orchesters von 23 auf 50 Musikern und die dadurch erzielte größere künstlerische Wirkungsmöglichkeit macht sich natürlich auch eine Steigerung der Ausgaben für das Orchester bemerkbar. So sind z. B. die Aufwendungen für Besoldung ansehnlich gewachsen, dagegen ist aber auch auf der Einnahmeseite die der Stadt zufließende Summe ganz erheblich gestiegen. Das hessische Staatsbad Bad-Nauheim zahlt nämlich an die Stadt Gießen an Pauschale für die Uebernahme der Kurkonzerte und des gesamten sonstigen musikalischen Dienstes im Rechnungsjahr 1937 durch das Gießener städtische Orchester einen Betrag von 100 000 Mark, gegenüber 25 541 Mark im Vorjahre. Infolgedessen ergibt sich für das städtische Orchester ein Zuschuß aus städtischen Mitteln in Höhe von 62 500 Mark, gegen 27 300 Mark im Vorjahre. Der Oberbürgermeister betonte dabei, daß unsere Stadt durch den Ausbau des städtischen Orchesters auch im Theater einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen habe, wie überhaupt die Pflege der Musik und der Kunst dadurch einen bedeutsamen Auftrieb verzeichnen könne. Für das W o h l sa h r t s w e s e n ist im neuen Haushaltsplan ein Zuschuß aus allgemeinen städtischen Mitteln in Höhe von 800 000 Mark, gegenüber 900 000 Mark im Vorjahre, eingestellt. In dieser Senkung des Zuschusses um 100 000 Mark kommt auch in unserer Stadt die allgemeine Besserung aus dem Gebiete der Fürsorge und Betreuungsarbeit zum Ausdruck. Der Oberbürgermeister hob hervor, daß das Wohlfahrtsamt mit diesem Zuschuß auskommen werde. Gegenwärtig haben wir in Gießen nur noch sechs Wohlfahrtserwerbs- lofe. Für die Beschaffung von HJ.-Heimen ist eine erste Rate von 10 000 Mark vorgesehen. Bei einem Ueberblick über die F i n a n z Verwaltung ergab sich, daß als Rest aus vorhergehenden Jahren (Barvorrat und Einnahmerückstände) insgesamt 178 000 Mark zu verzeichnen sind. Davon werden nach dem Haushaltsplan 1936 insgesamt 80 000 Mark gebraucht, so daß für den neuen Haushaltsplan 98 000 Mark als Betriebsmittelrücklage zur Verfügung stehen. Auf dem Gebiete der Schuldentilgung hat die Stadt auch im verflosfenen Jahre weitere gute Arbeit leisten können. Für den gleichen Zweck sind im neuen Haushaltsplan wiederum rund 300 000 Mark vorgesehen. Trotz der großen Aufgaben, die von der Stadt bisher insbesondere für die Bautätigkeit aller Art zu erfüllen waren, konnte der Betrag der Schuldentilgung um rund 100 000 Mark die Summe der notwendigen Kapitalaufnahmen übersteiaen, ein ganz erfreuliches Ergebnis. Die Erhöhung des Ausschlagssatzes für die Bürgersteuer von 500 v. H. im Vorjahre auf 600 v. H. für das neue Haushaltsjahr bringt eine Erhöhung des voranschlagsmäßigen Reinertrages der Bürgersteuer von 268 000 Mark im Vorjahre auf 353 000 Mark im neuen Haushaltsjahre. Bei der Bermögensrechnung kündigte der Oberbürgermeister zum Kapitel Stadtverwaltung den Plan der Einrichtung einer Fernsprechzentrale für die städtischen Dienststellen an. Für dieses Projekt ist ein Betrag von 40 000 RM. in den Voranschlag eingestellt. In überzeugender Weise wies der Oberbürgermeister die mannigfachen und häufigen Schwierigkeiten nach, die daraus entstehen, daß m den verschiedenen Stadthäusern in allen Stadtgegenden jetzt eigene Fernsprechzentralen unterhalten werden müssen, woraus sich ein sehr umständlicher Betrieb ergibt. Es ist geplant, diese zahlreichen Fernsprechstellen zu einer Zentrale zusammenzufassen und dabei, wenn irgend möglich, auch gute Vorarbeit für die Zusammenfassung der gesamten Stadtverwaltung in einem Rathaus- neubau zu leisten. Aber auch die sehr große Zahl der Fernsprechgespräche von den Dienststellen aus macht eine derartige Betriebszusammenlegung erforderlich. Der Oberbürgermeister hofft, die Geldmittel für dieses Projekt im Verlaufe des Haushaltsjahres beschaffen zu können. Beim Kapitel Grundbesitz, Land- und For st wirtschaft sind als Erlös aus dem Verkauf von Gebäuden und Grundstücken 30 000RM., wie im Vorjahr, eingestellt worden. Auf der Ausgabenseite hat man für den Erwerb von Grundstücken vorsorglich 50 000 RM. für das neue Haushaltsjahr vorgesehen, gegenüber 100 000 RM. im Vorjahr. In diesem Zusammenhang wies der Oberbürgermeister erneut auf die Aufhebung des Forstbetriebsstockes hin. Im Kapitel Bauverwaltung sind für die Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen 306 400 RM., gegen 412 000 RM. im Vorjahr, vorgesehen. Für die Zwecke der Altstadtsa- n i e r u n g im Gebiet zwischen Lindenplatz, Kir- chenplatz und Schloßgasse sind 300 000 RM., gegen 45 000 RM. im Vorjahre, in den neuen Haushaltsplan eingestellt worden. Für die U m g e - staltung der vorderen Liebig st raße und der oberen Bahnhofstraße vor dem Hauptzollamt sind 15 000 RM. veranschlagt, für die endgültige Gestaltung des Skagerrak- Platzes vor der Neuen Pestalozzischule 7000 Reichsmark. Die Aufwendungen für die Beschaffung von Straßenbaumaterial, sowie für die Unterhaltung der städtischen Bauten sind mit 120 000 Reichsmark, gegen 160 000 RM. im Vorjahr, veranschlagt. Für den Neubau eines Freibades enthält der neue Haushaltsplan einen Voranschlagsbetrag von 100 000 RM., wobei der Oberbürgermeister hofft, daß er auch für dieses Projekt 'die Geldmittel zu annehmbaren Bedingungen erhält, um den Plan der Errichtung eines modernen Sport - Freibades baldmöglichst durchführen zu können. Für Geländearbeiten zur Erweiterung des Neuen Friedhofs enthält der Voranschlag 6000 RM., gegen 10 000 RM. im Vorjahre. Im Kapitel Kunst und Wissenschaft er- scheint ein Betrag von 5000 RM. für den Einbau eines Motors zur Bedienung des eisernen Vorhangs im Stadttheater. Für die Errichtung einer Uni- v e r s i t ä t s t u r n h a l l e ist ein städtischer Zuschuß in Höhe von 60 000 RM. erneut vorgesehen worden, nachdem der im vorjährigen Haushaltsplan eingestellte gleiche Betrag noch nicht in Anspruch genommen wurde. Der Oberbürgermeister teilte dazu mit, daß sich die hessische Kultusverwaltung im vorigen Jahre noch nicht zu diesem Bau entschlossen hat, jedoch die Möglichkeit besteht, daß er in diesem Jahre in Angriff genommen wird. In dieser Erwartung ist der Betrag von 60 000 RM. für dieses Projekt erneut vorgesehen worden. Im Kapitel Wohlfahrtswesen sind 50000 Reichsmark für die Errichtung eines neuen Sportplatzes gegenüber dem Sportplatz des VfB.-Reichsbahn vorgesehen. Auch dieser Betrag muß natürlich auf dem Anleihewege beschafft werden, wobei wir alle die Hoffnung hegen, daß dies bald gelingen möge, um das vortreffliche Projekt zur Durchführung bringen zu können. Bei der Finanzverwaltung tritt zutage, daß in der Vermögensrechnung die Gesamtausgaben sich auf 1 582 503,64 RM., die Gesamteinnahmen auf 398 120,45 RM. belaufen, so daß sich die K a p i t a l - aufnahme auf 1 184383,19 RM. beläuft. Der Oberbürgermeister hofft diese Geldmittel durch Anleihen zu erlangen, er gab aber auch der Hoffnung Ausdruck, daß es vielleicht noch möglich fein werde, aus den Mitteln des laufenden Betriebes noch mancherlei durchführen zu können. Der Voranschlags-Abschluß. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1937 schließt in der Gesamtsumme in Einnahme und Ausgabe mit 7 778 134,27 Mark, gegen 7 130 635,99 Mark im Vorjahre, ab. Davon entfallen auf die B e t r i e b s r e ch n u n g in Einnahme und Ausgabe je 6195 630,63 Mark, gegen 5 618 704,86 Mark im Vorjahre, auf die D e r - Mögensrechnung je in Einnahme und Ausgabe 1 582 503,64 Mark gegen 1511931,13 Mark im Vorjahre. Im einzelnen schließen im neuen Haushaltsjahr in der Betriebsrechnung ab: Allgemeine Verwaltung 70 143,10 Mark Einnahme, 593 724,88 Mark Ausgabe; Polizewerwaltung 2 360 Mark Einnahme, 170 908,75 Mark Ausgabe; Grundbesitz, Land- und Forstwirtschaft 612 939,45 Mark Einnahme, 479 239,12 Mark Ausgabe; Bauoerwaltung 374 054,91 Mark Einnahme, 844 883,35 Mark Ausgabe; Betriebsverwaltung 1 064 148,17 Mark Einnahme, 479 727,38MarkAusgabe; Schulen 41 343,28 Mark Einnahme, 456 837,66 Mark Ausgabe; Kunst und Wissenschaft 412 598,30 Mark Einnahme, 650 643,03 Mark Ausgabe; Wohlfahrtswesen, Gesundheitswesen 4 708,14 Mark Einnahme, 825 892,49 Mark Ausgabe; Finanzverwaltung 3 613 335,28 Mark Einnahme, 1 693 773,97 Mark Ausgabe. In der Vermögensrechnung sind im einzelnen zu finden: Allgemeine Verwaltung keine Einnahmen, 40 000 Mark Ausgabe; Grundbesitz, Land- und Forstwirtschaft 160 356,62 Mark Einnahme, 185 500 Mark Ausgabe; Bauverwaltung 130 000 Mark Einnahme, 980 480 Mark Ausgabe; Betriebs- Verwaltung keine Einnahme, 121 000 Mark Ausgabe; Schulen keine Einnahme, 20 000 Mark Ausgabe; Kunst und Wissenschaft keine Einnahmen, 65 000 Mark Ausgaben; Wohlfahrtswesen, Gesund- Warum Schlaflosigkeit? Trinken Sie abends ein Likörglas/ enthaltend ein Teil Klosterfrau-Milissenaeist und zwei Teile Wasser, und Sie werden von Schlaflosigkeit meist rasch befreit sein! Klosterfrau-Melissengeist beruhigt Herz und Nerven und erleichtert das Einschlafen aus gesunde Weise. Als rein natürliches Erzeugnis (Heil- kräuter-Destillat) völlig giftfrei und unschädlich, deshalb dauernd bekömmlich und doch wirksam. Also sichern Sie sich einen besseren Schlaf durch den echten Klosterfrau-Melissengeist! 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Er hat sich mit Herrn Tuff aus Gotha auffallend angeregt unterhalten und eilt nun dienstbeflissen auf den neuen Gast zu. Gisch blickt in die hellgrauen Augen des Geschäftsführers und sie ahnt, daß dieser Mann nicht ehrlich ist. „Hoffentlich haben Sie noch ein Plätzchen für mich frei. Ich vergaß ganz, mich anzumelden." „Aber gewiß, mein Fräulein, in welchem Stockwerk wollen Sie wohnen? Wenn Sie länger als acht Tage bleiben, gelten die ermäßigten Sätze." Gisch wählt ein Eckzimmer im ersten Stock, das am Morgen freigeworden ist. Und bis zum Abend hat sie sich bereits mit dem Hausknecht, mit der Köchin und mit dem Zimmermädchen angefreundet, und auch schon dies und jenes in Erfahrung gebracht, was ihr nicht gefällt. Der Hausknecht, sonst ein brauchbarer Mensch, nimmt zuviel Trinkgelder. Jeden kleinen Dienst, jede Nichtigkeit, läßt er sich bezahlen. Ferner sind die Bestecke nicht sauber genug geputzt. Drittens: als sie ihr Zimmer betrat, waren die Betten noch nicht frisch bezogen. So etwas darf nicht vorkommen. Und das Zimmermädchen Emma klatscht. Sie biedert sich an die neuen Gäste an, indem sie die alten schlecht zu machen sucht. Das geht nicht. Man wird Emma ernstlich verwarnen und im Wiederholungsfall entlassen müssen. Gisch hat sich ein kleines Notizbuch angelegt, dahinein schreibt sie alles. Der erste Abend in Hohenheim ist — ja, ist wie etwas Heiliges, eine Weihnacht. Gisch hat nie gewußt, was das ist: Abend. Gestern, in dem kleinen Ort, als sie beim Anklingen der Glocken erschauerte, hat sie es zum erstenmal geahnt, heute aber weiß sie, erlebt sie mit allen Sinnen das Wunder des Abends. Sie hat auf halber Höhe des Abhangs'am Waldrand eine Bank gefunden. Vor ihr breitet sich das Tal, gegen die sinkende Sonne geöffnet. Da sitzt sie, zurückgelehnt, und sieht die Sonne hinabschweben in das Meer der Nacht. Goldeni erglühen die Dächer, die Baumgipfel, die Wolkensäume. . n . Friede breitet sich über die verdämmernde Landschaft, irgendwo klingt es noch wie ein gedämpftes Orgelspiel, das Geheimnis erwacht und schreitet mit flatternden Elfenfchleiern durchs Tal. Gisch sitzt da, mit losen, verspielten Händen, und fühlt sich der Verzauberung hingegeben. Die Großstadt hat keinen Abend. Die Bogenlampen töten das Wunder. Vielleicht, weil die Menschen dort den Abend nicht zu ertragen vermöchten, oder weil sie des Abends nicht würdig sind. Denn heilig ist der Abend draußen im Lande, ruft zu Besinnung und Einkehr. Er ist die Stunde der erwachenden Sehnsucht, der Not, der Hoffnungen und der Verzweiflung. Stefan! schreit es in Gisch, und alles Furchtbare ist plötzlich wieder lebendig geworden. Wie soll sie hier in der Einsamkeit leben können ohne ihn? Wie soll sie ihr Dasein ertragen? Der Mond steigt empor und erfüllt das Tal mit seinem bleichen Licht. Irgendwo plätschert verloren ein Bach. Gisch fröstelt. Sie hat Angst vor dem tiefen Schweigen ringsum. Hastig eilt sie die Anhöhe hinab, dem tröstlichen Lichtschein des Hauses zu. 25. „Darf ich dir noch Tee nachgießen, Bert?" „Ich bitte dich darum! — Uebrigens — hier, lies das!" Bert Imhoff reichte Mary das Zeitungsblatt hinüber, das er eben in aller Eile durchflogen hat. „Unioerfitätsnachrichten. — Wie wir erfahren, wurde der bisherige Leiter der Sinologischen Seminars an der Universität Leipzig, Professor Dr. O. Grische, an die Universität Berlin berufen, wo er als Nachfolger von Dorktor Vandergruen den Lehrstuhl für Chinesisch und Japanisch übernehmen wird. Doktor Vandergruen hat mit Beendigung des Sommersemesters seine Aemter niedergelegt, um sich ganz seinen wissenschaftlichen Forschungen widmen zu können." Bert dreht eine Zigarette zwischen den Fingern. „Der Entschluß mag ihm nicht leicht gefallen sein. Ich weiß, wie sehr er an seiner Lehrtätigkeit hing. Daß man ihn so leichten Herzens gehen läßt, wird ihm den Rest geben." „Das glaube ich nicht. Wir haben uns doch gestern mit ihm darüber unterhalten. Alle diese Dinge berühren ihn nicht mehr. Die Atmosphäre des Mißtrauens und des Uebersehenwerdens, die ihn früher zur Raserei gebracht hätte, nötigt ihm heute nur noch ein überlegenes Lächeln ab. Bis zu dem Skandal bestand sein Leben einzig aus Ehrgeiz und Geltungsbedürfnis, seitdem aber lebt er ganz zurückgezogen, pflegt seinen Garten, arbeitet in seinem Zimmer und ist dabei so glücklich und zufrieden. Verstehst du das?" Bert blickt nachdenklich vor sich hin und denkt an das Gespräch zwischen Werner Michaels und Dan- dergruen, dessen Inhalt Werner ihm erzählt hat. „Ich glaube, ich verstehe ihn. — Was ich sagen wollte: Hast du Nachrichten von Fräulein Ame- lung?" „Ja, sie hat mir jetzt ausführlich geschrieben. Du, die scheint dort drunten ordentlich Schwung in die Bude zu bringen. Soll ich dir ihren Brief vor- lefen?" Bert lehnt sich behaglich zurück. „Natürlich! Laß hären!" Mary holt den Brief und beginnt. „Du wirst schon gedacht haben, liebste Mary, daß ich mitsamt meinem ,Berghof' vor die Hunde ginge. Jedoch wir denken nicht daran, obgleich an Aufregungen in der letzten Zeit kein Mangel war. Also gestern ist die Bombe geplatzt, und das kam so: Herr Tuff, von dem ich Dir schon erzählte, hat mir vorgestern abend seine Geheimnisse anvertraut, nachdem ich ihn nicht ohne Absicht etwas unter Alkohol gesetzt hatte. Ich hielt tapfer bei ihm aus und war sogar ein bißchen nett zu ihm, denn ich wollte unbedingt herauskriegen, was er andauernd mit meinem Geschäftsführer Griens zu palawern hatte. Na, ich kann Dir sagen: Mister Tuff taute auf wie Erdbeereis an der Frühlingssonne. Er wurde vertraulich, und das Ende war eine Liebeserklärung. Ich stelle mich albern und fragte halb scherzhaft, ob er denn eine Familie ernähren könne. ,Hoho', sagte er und plusterte sich auf, ,was denken Sie! Bei meinem Geschäft gibt es safttge Verdienste, wenn man nicht kleinlich ist!' Er gestand mir dann ein, daß er keineswegs ,kleinlich' sei. So habe er zum Beispiel mit diesem Griens, der ein Heller Junge sei, ein feines Ding verabredet. .Sobald dieses Küken ankommt, wird Griens ihr einreden, daß der Besitz je eher, desto besser verkauft werden müsse. Wenn es dann soweit ist, werde ich in Erscheinung treten und siebzigtausend Emmchen bieten, bar auf die Hand, nicht übel, was?' (Ich machte natürlich große Augen. .Soviel Geld!') Griens wird dann sagen: .Nicht zu machen! Hunderttausend ist das mindeste!' — Schließlich werde ich mich damit einverstanden erklären, und das Püppchen wird begeistert ja sagen! (Dabei ist der .Berghof' zwei- hundertfünfzigtausend wert!) Mein Grundsatz ist, leben und leben lassen! Ich habe darum dem braven Griens für seine Unterstützung zehntausend Mark in bar versprochen, sowie die Zusicherung gegeben, daß er auch unter dem neuen Besitzer im Hause bleiben werde." „Scheint ein niedlicher Bengel zu fein, dieser Griens!" meint Bert. (Fortsetzung folgt!) heitswesen, keine Einnahme, 50 000 Mark Ausgabe; Finanzverwaltung 1 292147,02 Mark Einnahme, 120 523,64 Mark Ausgabe. Sie Steuersätze. Die Ratsherren erklärten sich mit dem Voran- schlag in seiner Gesamtheit und in seinen Einzel- positronen einverstanden. Daraufhin stellte der Oberbürgermeister den Voranschlag mit der vorgenannten Abschlußsumme fest. Die Haushalts- a tz u n g des Voranschlags wurde einstimmig gut- zeheißen. Darin werden die Steuersätze (Hebe- ätze) für die Gemeindesteuern im Rechnungsjahr 1937 wie folgt festgesetzt: 1. Grundsteuer a) von Gebäuden und Bauplätzen auf 45,2 Pfennig für je 100 Mark Steuerwerk; b) vom land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitz auf 65,3 Pfennig für je 100 Mark Steuerwert. 2. Gewerbe st euer a) vom Gewerbekapital und b) vom Gewerbeertrag auf 310 o. H. der Steuermeßbeträge. 3. S o n d e r g e b ä u d e st e u e r für je 1 Mart des staatlichen Sonderaebäudesteuersolls von den Steuerwerten a) bis 7u00 Mark — 60 v. H. auf 54,9 Pfennig, b) über 7000 Mark — 60 o. H. auf 47,93 Pfennig. 4. Burger st euer 600 v. H. des Reichssatzes. 5. Zweig st ellen st euer 400 v. H. der Steuermeßbeträge. 6. Warenhaus st euer 400 v. H. der Steuermeßbeträge. Der Gesamtbetrag der Kapitalaufnahme als Darlehen zur Bestreitung von Ausgaben der Dermöoensrechnung wurde auf 1 184 383,19 Mark festgesetzt. Daraus sollen die Aufwendungen bestritten werden, die im Rahmen der Dermögens- rechnung vorgesehen und von uns in der vorstehenden Uebersicht verzeichnet sind. Mit dieser Beschlußfassung und mit der Feststellung des Oberbürgermeisters gilt der Voranschlag 1937 als festgestellt. Weitere Beschlüsse. Der Haushaltsplan der Plockschen Stiftung wurde in Einnahme und Ausgabe mit je 2 782,25 Mark festgestellt. Bei der Wertzuwachs st euer wurde durch eine Abänderung die Freigrenze von bisher 10 Mark auf 50 Mark erhöht. Der Forstbetriebsstock für die Waldungen der Stadt wurde aufgehoben. Dem Verbot des Verkaufs von Arzneimitteln auf Märkten stimmten die Ratsherren zu. Es handelt sich dabei um eine Abänderung der Gießener Messe-Ordnung. Ebenso wurde der Aufhebung des Schlußschein- und Kennze i ch nungszwanges im Rahmen der Polizeiverordnung für den Betrieb des Nutzviehmarktes zugestimmt. Einverstanden erklärten sich die Ratsherren auch mit einer Polizeiverordnung, nach der Jugendlichen unter 14 Jahren das Betreten der Vieh marktanlagen verboten wird und der Zutritt dort nur den dienstlich oder geschäftlich berufenen Personen gestattet ist, ferner die Milch von den aufgetriebenen Tieren nicht mehr, wie bisher, von irgendwelchen Melkern oder Melkerinnen gewonnen werden darf, sondern nur durch solche Melker zu entnehmen ist, die von der Stadt dazu bestimmt werden und wobei die Milch als Werkmilch zur Verarbeitung in das Eigentum der Stadt über geht. Der Gelderlös aus dieser Milchgewin- nung soll zur Unterstützung notleidender minderbemittelter Familien Verwendung finden. Diese Neuregelung der Milchgewinnung ist aus hygienischen Gründen im Interesse der Volksgesundheit dringend erforderlich. Der Oberbürgermeister kündigte bann an, daß nunmehr die Ausschüsse schon in Kürze sich mit der Durchführung der vorgesehenen Projekte beschäftigen werden und daß unsere Stadt von dieser Neugestaltung eine weitere gute Aufwärtsentwicklung zum Besten der Bevölkerung erwarten kann. Mit dem freudigen Gruß an den Führer und mit dem Gelöbnis zu weiterer treuer Mitarbeit in seiner Gefolgschaft fand die Sitzung ihren Abschluß. Aus der Stadt Gießen. Es blüht des Maien Schein. Rings um die Dörfer und Städte zieht sich ein Kranz von blühenden Obstbäumen. Tulpen und Narzissen blühen in den Gärten. Unser Blick richtet sich nach der schneeigen Pracht der Bäume. In vollem Sonnenlicht leuchten Millionen der kleinen Blütensterne und heben sich wundervoll von dem tiefen Blau des Himmels ab. Die Wiesen haben ihr Festgewand angezogen. Das neue Grün ist durchwirkt von den buntfarbigsten Blumen. Schön sind die Straßen und Wege, die von blühenden Obstbäumen eingerahmt werden. Von der Höhe des Berges gesehen gleichen sie weißen Perlenbändern, die durch die grüne Flur gelegt wurden. Und wenn wir mit der Eisenbahn durch die Lande fahren, dann grüßen uns links und rechts blühende Sträucher und Bäume. Die ganze Welt steht in Blüte. Die Vögel singen laut, und die ersten Schmetterlinge fliegen. Kommt da nicht auch die Frühlingstrunkenheit in das menschliche Herz? Die Winterkälte ist gewichen, die Knospen sind erwacht, und die seidenweichen Blättchen wiegen sich schon im Winde. Die Sonne scheint wieder über grünen Saaten, und der Himmel ist blau. Auf den Kleeäckern spielen die jungen Hasen. In jedem Strauch, auf jedem Baumwipfel trillert und flötet es. Hier laut und schmetternd, dort leise und zärtlich. Alles lebt und webt. Von unendlicher Sehnsucht ist jedes Vogellied erfüllt. Alles ist jung und frisch. Ueberall summen und brummen Bienen und Hummeln. Unerschöpflich ist die Natur. Tag für Tag schafft und wirkt sie, und immer neue Wunder lassen uns stillestehen. Ganz fern schon liegt die Erinnerung an die kalten, unfreundlichen Wintertage. Gab es auch einmal Schnee und Eis? Kann diese Blütenpracht überhaupt schwinden? Ist es nicht so, als ob ein ewiger Frühling wäre? Jeden Tag schmückt sich ein neuer Strauch, jeden Tag erscheinen neue Blüten. Wie soll der Mensch all die Blütenwunder in sich aufnehmen? Staunend und schweigend soll er stehen, in dieser Pracht und soll die Vögel den Frühling preisen lassen! Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Großkundgebung der NSDAP.: 20.30 Uhr spricht Gauinspekteur Pg. H o l z k ä m p e r in der Volks- Halle. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Gleisdreieck" — Lichtspielhaus, Bahnhosttr.: „Der Mann, von dem man spricht." — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Zeitsragen der Gießener Verkehrswerbnng. Bedeutsame Projekte des Gießener Iremdenverkehrsvereins. Der Gesamtvorstand des Fremdenverkehrsoereins Gießen hielt unter der Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Professor Dr. Hamm, am gestrigen Dienstagabend eine Sitzung ab, die der Beratung einer Reihe von wichtigen Fragen der Gießener Derkehrswer- bung gewidmet war. Darüber hinaus brachte das Ergebnis der Beratungen auch zahlreiche wertvolle Ausblicke und Anhaltspunkte für die kommunale weitere Entwicklung unserer Stadt, lieber den Verlauf der Sitzung ist im einzelnen zu berichten: Iflifglieberroerbung und Schaffung eines Schau- sensler-Mitgliederabzeichens. — Fremdenwerbungsabgabe oder Mitgliedschaft? In längerer Aussprache beschäftigte man sich mit der schon seit Jahren als Problem bestehenden Frage der M i t g l i e d e r w e r b u n g. Es ist heute leider immer noch so, daß nur ein Teil der Geschäftsleute, die doch in erster Linie an der Arbeit der Fremdenoerkehrswerbung materiell interessiert sind, dem Fremdenverkehrsoerein als Mitglied angehört und dadurch zur Bestreitung der Kosten der Fremdenoerkehrswerbung beiträgt, während der weitaus größere Teil der Geschäftswelt sich dieser moralischen Verpflichtung bis jetzt immer noch entzogen hat. Ein Werbeschreiben des Vereinsvorstandes an die Geschäftsleute, das vor einiger Zeit verschickt wurde, hat leider nur einen verhältnismäßig bescheidenen Erfolg gehabt, so daß die frühere unliebsame Erscheinung der Opferfreudigkeit auf der einen Seite und der Interesselosigkeit auf der anderen Seite nicht wesentlich aeändert worden ist. Es soll nunmehr eine erneute Werbung von Mann zu Mann bei allen in Betracht kommenden Geschäftsleuten durchgeführt werden, um sie zur Erwerbung der Mitgliedschaft im Fremdenverkehrsverein und damit zur Mitübernahme der Kosten der Werbung zu gewinnen. Ferner ist die Veranstaltung einer Werbeversammlung zu diesem Zweck geplant. Der Mitgliedsbeitrag von 6 RM. pro Jahr ist wirklich nicht so groß, daß er nicht von jedem Geschäftsmann getragen werden könnte. Man hofft denn auch, daß die neue Maßnahme zur Mitgliederwerbung einen besseren Erfolg haben wird, als alle frühren Schritte nach dieser Richtung hin. Sollte allerdings, entgegen allen Erwartungen, auch jetzt wieder kein befriedigendes Ergebnis erzielt werden, so wird man sich auch in unserer Stadt vor der Notwendigkeit sehen, eventuell durch Erlaß einer Ortssatzung allen am Fremdenverkehr beteiligten Wirtschaftskreisen eine entsprechende Beisteuer zu den Kosten aufzuerlegen, oder ihnen als Abgeltung die Verpflichtung zur Mitgliedschaft im Fremdenverkehrsoerein zuzuweisen. Eine ähnliche Regelung ist bereits in anderen Orten, u. a. auch in Bad-Nauheim, getroffen worden. Man hofft jedoch lieber auf den Erfolg durch Mitgliedschaft aus freiwilligem Entschluß. — Eine Reihe von neuen Mitgliedern konnte in den Verein ausgenommen werden. Mit der Schaffung eines Schaufenster-Mitgliederabzeichens durch den Verkehrsverein erklärte sich der Gesamtvorstond einverstanden. Dieses Abzeichen sollen die Vereinsmitglieder an ihren Schaufenstern anbringen, um sich dadurch als Mitglieder des Vereins kenntlich zu machen. Das Abzeichen dürfte schon bald zur Einführung kommen. Fremdenverkehrswerbung im Jahre 1937. Durch die Versendung von Werbeschriften, durch Zeitungsanzeigen usw. hat der Verein auch in diesem Jahre wieder eine rege Werbung zum Besuch unserer Stadt veranstaltet. Allein während der Reisezeit kommen in diesem Jahre rund 5000 Werbeschriften zum Versand. Die Kraftwagenunternehmungen in allen Teilen des Reiches sind gebeten worden, bei ihren Fahrtveranstaltungen auch unsere Stadt Gießen als Reiseziel vorzusehen. Die Behörden und die Betriebe in den Nachbarorten haben die Einladung erhalten, bei ihren Betriebsgemeinschaftsfahrten auch unsere Stadt zu besuchen. Zwecks Steigerung des Fremdenbesuchs wird am 22. und 23. Mai ein großes Reit- und Fahrturnier auf dem Waldsportplatz unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger durch- geführt werden. Der Gauleiter und der Reichsnährstand haben dafür Ehrenpreise gestiftet. Nach Verhandlungen mit dem Reichsnährstand wird künftighin auch der Gießener Frühjahrs- Pferdemarkt wieder zur Durchführung kommen. Für den Herbst d. I. ist ein großes F i s ch e r s e st auf dem Teich an der Schlageter- straße geplant, das als Petri Fischzug durchgeführt werden soll und im einzelnen ein Preisfischen der Besucher, Fischerstechen, Bootfahren auf dem Teich, Feuerwerk, Konzert usw. bringen wird. Man ist ferner bemüht, den Besuch der Kurgäste aus den benachbarten Bädern bei den Bäder-Omnibus- rundfahrten auch für unsere Stadt zu gewinnen. Bei allen Werbemaßnahmen wird der Fremdenverkehrs' verein in eifriger und vorbildlicher Weife durch das Gießener Stadtverkehrsamt und durch den Landes- Fremdenverkehrsoerband unterstützt. U. a. gibt der Landesfremdenoerkehrsoerband in den nächsten Wochen ein Werbeheft heraus, das insbesondere auch der Provinz Oberhessen gewidmet sein wird. Die Neuordnung unseres Gießener Museums wird ebenfalls eine erhebliche Anziehungskraft ausüben, zumal durch die interessanten prähistorischen Funde beim Bau der Reichsautobahn in der Nähe von Griedel. Das Museum wird diese prähistorischen Funde zu einer wirksamen Ausstellung Herrichten. Reue Stabfplanfafel auf dem Vahnhofsplah. An Stelle der gegenwärtigen unansehnlichen Orientierungstafel auf dem Bahnhofsplatz soll eine neue Tafel angebracht werden. Dabei ist vorgesehen, den Stadtplan aus Glas aufzutragen und die Orientierungstafel an die städtische Straßenbeleuchtung anzuschließen, damit der Plan während der Dunkelheit beleuchtet werden kann. Man hofft, mit dieser Beleuchtungseinrichtung der Orientierungstafel dem Reisendenverkehr einen wertvollen Dienst zu leisten. Die Tafel soll auch Raum für weitere wichtige Angaben enthalten. Ob sie an der Stelle der gegenwärtigen Tafel wieder angebracht wird, oder einen neuen, günstigeren Platz erhält, soll in einer Rücksprache zwischen der Vereinsleitung und der zuständigen Stelle des Bahnhofs noch geklärt werden. Blumenschmuck-Wettbewerb 1937. Die bisherigen guten Erfolge des BlurnenschrnM- wettbewerbs haben Veranlassung gegeben, diese Maßnahme der Verkehrswerbung auch für 1937 wieder zur Durchführung zu bringen. Insbesondere wird erwartet, daß sich die Hausbesitzer und Mieter in den Hauptverkehrsstraßen an dieser Veranstaltung beteiligen. Es wurde dabei angeregt, durch die Lieferung von verbilligten Blumenkästen seitens der Schreiner und verbilligter Blumen seitens der Gärtnerschaft es auch wirtschaftlich schwächeren Volksgenossen möglich zu machen, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Die Verteilung der Prämien soll gelegentlich einer vom Reichsnährstand für den Herbst geplanten Blumenausstellung in Gießen erfolgen. Bei der Besprechung über diese Werbemaßnahme wurde lebhafte Klage geführt über die Verunreinigung von Straßen durch achtloses Fortwerfen von Papier, Zigarettenschachteln usw. Insbesondere sei dieser Uebelstand nach Aufmärschen usw. in Erscheinung getreten. Es soll darauf hingewirkt werden, daß hier eine grundlegende Aenderung Platz greift. Weiter wurde mitgeteilt, daß eine Anzahl von Schmuckbrunnen in den verschiedenen Stadtgegenden wiederhergerichtet werden soll, ferner ein neuer Zierbrunnen für den Platz an der Tannenstraße / Fröbelstraße von einem Gießener Volksgenossen gestiftet ist. Der Verkehrsverein hat auch die Absicht, aus seinen Mitteln Beträge für diesen Zweck verfügbar zu machen. Weihnachtsbäume in den Straßen. Uebereinftimmen'b kam der Wunsch zum Ausdruck, im Einvernehmen mit zahlreichen Stimmen aus der Bevölkerung für die kommende Weihnachtszeit wiederum, wie bis 1934 geschehen, Weihnachtsbäume mit Lichterschmuck in den Hauptverkehrsstraßen aufzustellen. Verschiedenes. Der Vorsitzende Bürgermeister Prof. Dr. Hamm machte noch Mitteilungen über die Altstadtsanierung. Er zeigte dabei überzeugend die Dringlichkeit dieses Projekts, ebenso die Wege zu seiner Durchführung. Von dieser Neugestaltung ist eine beachtenswerte Verschönerung des Stadtbildes zu erwarten. Das neue Sport-Freibad, für das im städtischen Haushalt 100 000 RM. vorgesehen sind, wird ebenfalls ein wertvoller Anziehungspunkt zum Besuche unserer Stadt werden. Der Verschönerung des Straßenbildes durch die Schaffung von interessanten Hausfassaden auf dem Wege der Wiederherstellung von Fachwerkbauten will die Stadt weiterhin mit Geldbeihilfen an die Hausbesitzer förderlich sein. Reit- und Fußgängerwege sollen sowohl am Rande der Stadt, wie auch in unseren Waldungen im Laufe der kommenden Jahre geschaffen werden. Zu diesem Zwecke ist vorgesehen, einen Plan für die Anlage von Reitwegen auszuarbeiten, ebenso auch einen Plan für die Schaffung von Fußgänger- und Radfahrerwegen für den Spazierverkehr in der Umgegend der Stadt. Berufene Männer werden sich dieser dankenswerten Aufgabe annehmen. Dabei soll auch erstrebt werden, im Stadtwald eine Anzahl van Unterstell- hütten als Wetterschutz zu schaffen und dafür die örtlich geeigneten Formen zu finden, jetzige Ruhepunkte herzurichten, den steilen 21 b ft i e g vom Schiffend erg zum Forstgarten mit einer ausreichenden Beleuchtungsanlage für den abendlichen Heimweg zu verbessern, ferner alle Bestrebungen zu unterstützen, die in der gleichen Richtung laufen. Für den Ludwigsplatz wird die Einrichtung einer öffentlichen Fernsprech st elle gewünscht. Mit Beginn des Fahrplanwechselns der Reichsbahn wird der Reichsautobahn-Schnell- omnibus von Frankfurt auch bis Gießen verkehren, mit Haltestelle an der Ecke Frankfurter Straße-Liebigstraße und am Bahnhof. Für den Verkehr mit Klein-Linden wird eine Verbesserung des Omnibusbetriebs gewünscht. Weiter wird der dringende Wunsch ausgesprochen, dem jetzigen Mangel an geeigneten Ausflugs- g a ft ft ä 11 e n in der Umgebung von Gießen abzuhelfen, ebenso auf mehr Schönheit in den Schrebergärten hinzuwirken. Zum Schluß wurde auch noch die Frage der Autoparkplätze näher besprochen. Droese. — V. a. B.: Treffen im „Andres", Sonnenstraße. — Bekenntnisgemeinde Gießen: 8.15 Uhr Bibel- und Bekenntnisabend im Johannessaal. Kameradschaft ehem. 116er. Der für heute angesetzte Karneradschastsabend ist wegen der heutigen Kundgebung der Partei auf Mittwoch Nächster Woche verlegt worden. Die deutsche Arbeitsfront x ll.S.-0emeinttttatt „Kratt durch frcuöc" Theatervorstellung. Donnerstag, 13. Mai, bringen wir im Stadttheater als letzte Sondervorstellung dieser Spielzeit das Lustspiel „Der Etappenhase", von Karl Vunje Preise: -.50, -.70, -.90 RM. Die Karten können bereits auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße abgeholt werden. Zweitägige Omnibus-Psingstsahrt an die Bergstraße und durch den Spessart. Fahrtweg: Gießen — Frankfurt a. M. — Darmstadt — Bensheim — Reichenbach — Lindenfels — Beerfelden — Michelstadt — Amorbach — Miltenberg — Wertheim — Schollbrunn — Rohrbrunn — Aschaffenburg — Hanau — Friedberg — Gießen. Teilnehmerpreis einschl. Uebernachtung und Verpflegung 17 — RM. Abfahrt: 7 Uhr am Haus der Deutschen Arbeit, Schanzenstraße. Vorherige Anmeldung auf der Kreisdienststelle ist erforderlich. Sonderzug zur Ausstellung in Berlin „Gebt mir vier Jahre Zeit" vom 21. bis 24. Mai, Teilnehmerpreis 17.50 RM. Schriftliche Anmeldung auf der Kreisdienststelle. Urlaubssahrten. Zu nachstehenden Fahrten im Monat Mai werden noch Anmelbungen entgegengenommen: 13. bis 21. Mai, Harz, Teilnehmerpreis 37.— RM; 13. bis 23. Mai, Bodensee, Teilnehmerpreis' 42.— RM.; 24. bis 31. Mai, Schwäbische Alb, Teilnehmerpreis 30.50 RM. Pfingffroanberung. (Zwei Tage.) Gießen — durch das Hinterland — Hohensolms — Nieder- und Ober-Weidbach — Weidenhausen — Gladenbach — Allna — Frauenberg —- Marburg, mit der Bahn nach Gießen. Vorherige Anmeldung auf der Kreisdienststelle ist erforderlich. Hitler-Jugend Samt 146 Gießen. vetr.: Arbeitstagung aller UnterbannGefolgschafts-' führer und Stellenleiter des Vannes 116. Die ursprünglich für den 11. Mai vorgesehene Führer-Arbeitstagung findet nunmehr am 12. Mai, pünktlich 20.15 Uhr, auf der Banndienststelle statt. 'Bett.: Gesolgschafts- und Schar-Appelle. Der Appell der Fliegergefolgschaft und der Motorschar findet am 13. Mai in Gießen statt. Der Appell der Gefolgschaft 15/116 (Graßen-Lin- den) findet am 14. Mai, um 20.30 Uhr, statt. Belr.: Großkundgebung am 12. Mai. Der Unterbann 1/116 stellt zu der Großkund- gebung am heutigen Mittwoch eine Ehrenformation (Gefolgschaft 2/116 und Fliegergefolgschaft) mit einer Fahnenabordnung. Bett.: Ltternbesprechung der Gefolgschaft 4/116. Die Elternbesprechung der Gefolgschaft 4/116 (Gießen-Ost) findet am kommenden Freitag, 14. Mai, pünktlich 20.30 Uhr, im Schützenhaus statt. SOM., Untergau 146, Gießen. Am Donnerstag, 13. Mai, um 20.30 Uhr, findet für die Mädel- und JM.-Führerinnen der Gruppe 6/116 und 10/116 in Reiskirchen (bei Fritzel) eine wichtige Führerinnenbesprechung statt, zu der du mit deiner Sportarartin bzw. einem geeigneten Mädel zu erscheinen hast. Mitzubringen ist Turnzeug und Schreibzeug! 2im Freitag, 14. Mai, um 20.30, Uhr, findet in Londorf eine Führerinnenbesprechung statt für die Mädel- und JM.-Gruppen 7/116 und 8/116 RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen I897 D H Geilshausen. Turnzeug und Schreibzeug ist mitzu- bringen. Letzteres gelt auch für die am 12. und 13. angesetzten Besprechungen. Mädelgruppe 2/116 Giehen-Rord. Die Mädelgruppe 2/116 tritt am Mittwoch, 12. Mai, um 20.15 Uhr, zum Gruppenappell an der Schillerschule an. Sitzung des Sezirksverwaltungs- gerichts Gießen. Am Freitag, 14. Mai, vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Julius Jonas in Londorf gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 28. Januar 1937 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1937. 2. Klage des Alex Walldorf in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6. Februar 1937 wegen Versagung des Hausiererlaubnisscheins zum Verkauf von Speiseeis für das Kj. 1937. 3. Klage der Anna Engel Wwe. in Muschenheim auf Aufhebung des Beschlusses des Kreisamts Gie- ßen vom 9.10.1936 wegen Entziehung der Wirtschaftskonzession. Oberspielleiter Paul Wrede geht nach Mainz. Paul Wrede, Oberspielleiter der Operette und Oper, Mitglied des Stadttheaters Gießen seit der Spielzeit 1932, wurde für die Spielzeit 1937/38 an das Stadttheater in Mainz als Oberspielleiter der Operette verpflichtet. Das Deutsche Frauenwerk. Wenn wir einmal die Frage stellen, welche Aen- berungen der Nationalsozialismus, der doch eine rein männliche Bewegung ist, den Frauen gebracht hat, so werden wir erstaunt sein über die verschiedensten Antworten. Gerade dadurch, daß diese Weltanschauung beiden Geschlechtern den Platz zuweist, auf den sie von Natur gehören, weckt er in der Frau wieder ureigenste Kräfte. Nicht in einem gedankenlosen, oder auch bewußten Machahmen männlicher Arbeitsweise und in einem Nachlaufen auf den von Männern vorgeschrittenen Wegen sieht der Nationalsozialismus das Ideal für das Frauenschaffen, nein, er zeigt der Frau ihr eigenstes Betätigungsfeld und fordert sie auf, hier neue Pfade zu suchen und die Gebiete auszubauen, die für das Wiedererstarken der Nation von unendlicher Bedeutung sind. Der nationalsozialistische Geist hat dem deutschen Volke nicht nur die Ehrfurcht vor der Mutter wieder eingeprägt, und lehrt es, in dem Kinde wieder ein Geschenk und eine Freude zu sehen, sondern er gibt der Frau auch wieder Raum zu eigner Gestaltung und öffnet ihr den Ausblick für neue Ziele im kulturellen Leben. Die seelische Betreuung unseres Volkes ist in die Hände der Frauen gelegt worden. Dies gilt auch, und zwar in ganz anderem Sinne, für die Frau auf dem Lande. Die Mutter muß wieder lernen, Märchen erzählen und Lieder fingen, sie muß Zeit haben, die Fragen der Kinder zu beantworten und mit ihnen zu spielen. In diesem Bewußtsein der Verantwortung am seelischen, kulturellen Erstarken unseres Volkes haben sich die Frauen zusammengeschlossen in der großen Aufbauorganisation, dem Deuffchen Frauenwerk. Hier mitzuhelfen, ist der Stolz und die Pflicht jeder deutschen Frau! F. K. Umtausch alter Rundfunkgeräte und Lautsprecher. Wie im vergangenen Jahr hat auch in diesem Fahr die deutsche Rundfunkwirtschaft im Einvernehmen mit der Reichsrundfunkkammer eine „Um- tauschaktion" für alte Rundfunkgeräte eingeleitet. Danach können in der Zeit bis 15. Juli d. I. gebraute Empfangsgeräte und Lautsprecher in Rundfunkgeschäften gegen ein neues Gerät umgetauscht merben. Bei ben umzutauschenben Geräten ist es gleichgültig, aus welchem Baujahr sie stammen, oder ob bie Herstellerfirmen noch bestehen ober nicht. Segen Rückgabe bes alten Gerätes ober Lautsprecher Fann ein neuer Empfänger ober Lautsprecher zu einem um 15 v. H. verbilligten Preis, auch gegen Teilzahlung, bezogen werden, lieber alle weiteren Einzelheiten gibt jeher Runbfunkhändler, bei dem auch die Liste ber zum Umtausch zugelassenen neuen Geratetypen aufliegt, genaueste Auskunft. Durch diese Umtauschaktion ist jeder Rundfunkhörer in die IJage versetzt, an den Sendungen des deutschen nundfunks mit den neuesten Erzeugnissen der Rund- unktechnik teilzunehmen. * .** Maienblasen. Vom Turme der Stadt- k i r ch e wird am heutigen Mittwochabend ab 19 Uhk folgendes bargeboten: 1. Choral „Sei Lob' und CHS Die Arbeit der OAF !N-Lin. Das Ernährungshilfswerk in Gießen Krankenpflegeschvle an der Universität Gießen des- gen den 3anuat rescheins *e und it der 38 an « der ittwoch, an der dieser Aktion. Jeder einzelne unter uns wird halb seine Schuldigkeit tun! hr, sin. ldes zu sentliche Giehen ndet in Qtt für 8/116 Btunb, Nation einer gen den Februar isscheins XI. henheim üs Sie» r Wirt- 1/116. • 4/116 4. Mai, Landesregierung^ dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Fischer, und dem Verwaltungsdirektor der Universitäts-Kliniken, Professor Dr. Reinwein, für die vorbereitende organisatorische Tätigkeit und die Ausarbeitung des Lehrplans, Dr, Schliemann für die tatkräftige Unterstützung von feiten der Arbeitsfront und Bürodirektor F r e u n d l i e b für seine Mühewaltung. Die Schule böte eine Grundlage der Auslese im Sinne der Leistungssteigerung und diene somit dem Wohl der Betriebe und des Staates. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Schule eröffnet. Nach einer Pause, die der Erledigung organisatorischer Fragen gewidmet war, übernahm Professor Dr. Fischer der Chirurgischen Klinik die erste Unterrichtsstunde. Der wöchentliche Unterricht der staatlich genehmigten Krankenpflegeschule, se eine Doppelstunde am Abend, wurde von den Oberärzten der Universitäts-Kliniken und des Hygienischen Instituts übernommen. Er führt die Schüler in 200 Unterrichtsstunden, auf zwei Jahre verteilt, durch die wichtigsten Gebiete der Kranken- und Gesundheitspflege. Die politische Schulung bleibt der Partei bzw. der DAF., die Schulung in der Erb- und Rassenpflege dem Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Professor Dr. Kranz, vorbehalten. Stellvertretender Leiter der Schule ist Professor Dr. B o e n i n g, Direktor der Psychiatrischen und Nervenklinik. Nach den ministeriellen Bestimmungen setzt sich die Prüfungskommission zusammen aus dem Mi- nisterialreferenten der Landesregierung, dem Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes Gießen und zwei an der Krankenpflegeschule tätigen Aerzten. Nach erfolgreichem Besuch und bestandener Schlußprüfung erhalten die Kursusteilnehmer urkundlich die staatliche Anerkennung. he Aen- >ch eine gebracht mitzu« mb 13. Die Industrie, und Handelskammer Gießen gibt Auskunft.: 311: Die deutsch-französischen Vereinbarungen über den Besuch der Internationalen Pariser Ausstellung. — 312: Dänische Valutazuteilungen für die 2. Periode — Anwendung des neuen Gesetzes. — 313: Neue Devisenvorschriften für den Reiseverkehr in der Tschechoslowakei. — 314: Der Bedarf des Auslandes an deutschen Erzeugnissen. — Die ausländische Nachfrage auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1937. Fortsetzung. — 315: Zollerleichterung für die Pariser Automobilausstellung. — 316: Warenproben nach dem Ausland. Familientragödie in Mainz. vierköpfige Familie durch Gas vergiftet. LPD. Mainz, 11. Mai. In der Emmeranstraße brachte der 26jährige Jakob W. seiner Frau mit einer Zange schwere Verletzungen bei. Den Inhalt des Munzbehälters der Gasuhr warf er darauf in die Gasuhr hinein und öffnete sämtliche Gashähne. Durch das ausströmende Gas wurde die schwerverletzte Ehefrau, der Täter selbst und die beiden drei und vier Jahre alten Kinder des Ehepaars getötet. Zerrüttete Familienverhältnisse des als Säufer und Müßiggänger geschilderten Mörders dürsten die Tat herbeigeführt haben. N. Jhtbtt Sruppe i[) eine der du Meten Turn- fo schöner war der Blick über die dunklen Fichten und die frischgrünen Buchen auf die nächste Umgebung. Auf gutgewählten Wegen kamen wir nach Bieber. Hier blieben wir bei Gesang und fröhlicher Unterhaltung zusammen, bis uns die Biebertalbahn nach Hause brachte. Lpd. Regimentsappell ehem. 117er. Vom 5. bis 7. Juni findet das große Treffen der 117er, das mit der Feier der 240jährigen Wiederkehr der Gründuna des Regiments verbunden ist, in der alten Garnison Mainz statt. Wie einst vor 20 Jahren und früher sollen alle Kameraden durch die Straßen von Mainz marschieren, auf dem Kasernenhof zum Appell antreten und vor allem an der Heldengedenkfeier für die auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden teilnehmen. Auch der Vorbeimarsch an den alten Fahnen des Regiments wird zu einem Erlebnis werden. Meldungen an Kamerad Wilhelm Weber, Mainz, Gutenbergplatz 2. Diamantene Hochzeit. X W i e s e ck, 11. Mai. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit können am 13. Mai unsere Mitbürger, Lokomotivführer i. R. W i l h e l m Ludwig und Margarete, geb. Kolb, begehen. Sie wohnen seit 1930 hier im Hause ihrer verheirateten Tochter, Gießener Straße 162. Der Jubelbräutigam steht im 85., die Jubelbraut im 83. Lebensjahr. Beide erfreuen sich noch großer körperlicher Frische und geistiger Rüstigkeit. Die K r e i s w a l t u n g W e t t e r a u der Deutschen Arbeitsfront gibt folgenden Bericht über ihre Tätigkeit im Monat April. Die Kreiswaltung Wetterau zählte im Berichtsmonat bei einer Zunahme von 31 Mitgliedern 42 075 Volksgenossen, die in der Deutschen Arbeitsfront an ihrem Platze in den Betrieben für die Verwirklichung des zweiten Vierjahresplanes kämpfen. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) genehmigte 285 Unterstützungen verschiedenster Art mit einer gesamten Wertfumme von 5380,95 RM. Ausbezahlt wurden 545 Unterstützungen mit der Gesamt-Wert- summe von 7151,65 RM. Diese Unterstützungen waren den Kameraden, die ohne Einkommen, invalid oder in besonderer Notlage sind, das Zeichen, daß die Gemeinschaft dann für den Einzelnen eintritt, wenn der Einzelne unverschuldet nicht selbst für sich eintreten kann. Die Kreiswaltung trug auch diesen Monat wieder bei 31 Mitgliederappellen und 235 Betriebsbesuchen ihren Kampfgeist und nationalsozialistisches Ideengut in die Volks- und Betriebsgemeinschaft. Bei dem Besuch von 23 Ortswaltungen und 3 Vertrauensratsschulungen erhielten die Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront, beziehungsweise die Vertrauensmänner der Betriebe Richtlinien und Unterweisungen für ihre verantwortungsvolle Arbeit. Die Rechtsberatungsstelle wurde von 535 Betriebsführern und Gefolgschaftsmitgliedern ratsuchend in Anspruch genommen, wobei 18 Vergleiche mit einer Gesamtsumme in Höhe von 725,96 RM. geschlossen werden konnten. Sechs Klageerhebungen vor dem Arbeitsgericht stehen 5 Vergleiche und 3 Klagerücknahmen gegenüber, während' zwei Zwangsvollstreckungen notwendig waren. dcm Höchsten Gut", vorreformatorisch, Wittenberg 1523. 2. „Die Kapelle" von Conradin Kreutzer. Z. Volkslied: „Goldene Abendsonne" von Nägeli. Das nächste Maienblasen findet vom Turme der Johanneskirche statt. * * Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute, Mittwoch, 12. d. M., die Eheleute Wilhelm Menges und Frau Christine, geb. Fink, Gießen, Bahnhofstraße 18. * * D i e Gießener Geldinstitute geben bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingstdiens- tag geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag bis 13 Uhr geöffnet sein werden. * * Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterie. Die Ziehung der 2. Klasse der laufenden (49.Z275.) Lotterie findet am 21. und 22. Mai statt. Schluß der Erneuerung 14. Mai. * * Der Mai ist gekommen! 80 Wanderer hatten den Rus vernommen und sich zur Monatswanderung des V H C. eingefunden. Am Bahndamm entlang wanderten wir — so schreibt man uns — nach Wißmar zu und erfreuten uns schon hier an dem schönen Blick auf die Heimatburgen. Am Anfang des Wißmarbachtals ruhten wir an einem sonnigen Hang längere Zeit und folgten dann dem plätschernden Bächlein immer im ftüh- lingsfrkschen Wald durch das anmutige Tal. Am Forsthaus Waldhaus vorbei kamen wir nach bequemem Anstieg auf den Dünsberg, wo wir Mittagsrast hielten. Leider war schlechte Fernsicht. Um Auch die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" spürte den nahenden Sommer. Sämtliche Sport- kurse sind ohne Ausnahme sehr zahlreich besucht, während viele Urlaubsreisen bereits ausoerkauft sind. Es ist ein erfreuliches Zeichen dafür, daß der deutsche Arbeiter das Wollen feines Führers versteht, seinen Körper durch Sport gesund erhält und sein deutsches Vaterland Mit seinen Menscken in allen Gauen kennen und lieben lernt (Zahlreiche Fahrten nach schönen Gegenden und ebenfalls für jeden erschwinglich sind noch offen und es muß hier nackdrücklichst gesagt werden, daß es keineswegs zutrifft, daß bereits alle Fahrten ausverkauft sind.) Die Abteilung Berufserziehung und Betriebs- führung benutzte' den vergangenen Monat zur Vertiefung ihrer Organisation und Neuschaffung verschiedener Einrichtungen, die demnächst der Oeffent- lichkeit zugänglich gemacht werden. Die „Häuser der Kurzschrift" (gemeinsames Unterrichtswerk der Deutschen Arbeitsfront und der Deutschen Steno- grafenscbaft) begannen ihre Arbeit, die durch ihre Gemeinsamkeit und klare Zielsetzung einen hervorragenden Aufschwung genommen hat. Die Kreisbetriebsgemeinschaften sind noch mitten bei dem Verfolg der sich aus dem Reichsberufswettkampf ergebenden Arbeiten, und alle Betriebe und die jungen Kameraden werden in Kürze darüber verständigt werden, was von ihrer Seite aus getan werden muß, um zu einer sinngemäßen Erfüllung der Ergebnisse des „Olympia der Arbeit" zu kommen. „Das Deutsche Handwerk" hat viele junge Gesellen und Meister auf die Wanderschaft geschickt. Sie lernen ihr schönes Deutschland kennen und bilden sich in ihrem Berufe weiter. Auch in Gießen bei der Kreiswaltung sprechen täglich diese jungen, nun schon gebräunten Wanderer vor, um mit Rat und Tat unterstützt zu werden. Fleisch- und Fischabfälle, Eingeweide, Eierschalen, Kaffeesatz, Speisereste, Brot- und Backwarenreste aller Art. von allen Hausfrauen wird erwartet, daß sie mit Sorgfalt und Verständnis sich diesem neuen Aufgabenkreis derVS.-Votkswohtfahrt widmen. Sie müssen sich immer vergegenwärtigen, daß es die eigenen Kochtöpfe sind, in die die Braten wandern, die einst aus den Stallungen des Ernährungshilfswerkes durch unsere heimischen Metzgerläden wieder zu uns kommen werden. Es ist außerordentlich wichtig, daß wir allen Anstrengungen in unserem Vaterland, die Deutschlands Ernährung sfr eih eit anstreben, unsere ganze Aufmerksamkeit zulenken. Unser Führer, der Gauleiter und alle, denen Deutschlands Wohl am Herzen liegt, fordern mit Nachdruck einen Erfolg aus Die echt nationalsozialistische Tatbereitschaft des Gaues Hessen-Nassau ist bekannt. Sie ist das Fundament, auf dem alle Arbeiten aufgebaut werden, die dem Wohle unseres Volkes dienen. Es find erst wenige Monate her, als Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Beauftrage vom Führer für den neuen Vierjahresplan, die Durchführung des Ernährungshilfswerks durch die NS.- Dolkswohlfährt anordnete. Es ist dies der großartige Gedanke, aus den riesigen Mengen bisher ungenutzt fortgeworfener Küchen- und Speiseabfälle in Deutschland zusätzlich eine Million Schweine zu mästen. Unser Vaterland wird dadurch in hohem Maße von der Einfuhr aus dem Auslande freige- macht, kann wertvolle Devisen sparen und für andere Zwecke zur Verfügung bekommen. Nachdem nunmehr mehrere Wochen lang in Darmstadt Versuche durchgeführt wurden, die die besten Erfolge versprechen, Worms einen größeren Mastbetrieb für das EHW. eröffnet hat, Frankfurt und Wiesbaden soeben damit beginnen wollen, wird auch Gießen in diesen Tagen seine Arbeiten für das Ernährungshilfswerk aufnehmen. Zunächst werden wöchentlich dreimal alle Küchenabfälle gesammelt, und zwar am Montag, Mittwoch und Freitag. Die Hausfrauen heben die Küchenabfälle am zweckmäßigsten in Eimern oder Pappschachteln auf und leeren sie am Sammeltag in eine für das gesamte Miethaus gemeinsam bereitgestellte Kiste. In Kürze werden hierfür geeignete Tonnen in den Häusern durch die Hausbesitzer zur Aufftellung gelangen. Helfer der NSV. sammeln die Abfälle dann in Wagen, Die die Stadtverwaltung zur Verfügung stellt. Deutsche Hausfrauen! Die Küchenabfälle dürfen nicht mehr in den Mülleimer oder in das herdfeuer! Wir Müssen alles daransetzen, sie der Schweinemästerei des Ernährungshilfswerkes zu erhalten. Wir sparen hierdurch unserem Vaterland nicht nur ein bedeutendes Vermögen, wir bereichern durch den erhöhten Auftrieb an Schweinen auch den heimischen Markt. Vorerst werden gesammelt: Abfälle von Kartoffeln, Gemüse, Salat und Obst (roh und gekocht), ' statt, e. r Ao. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Mit einer schlichten Feier wurde im festlich geschmückten Hörsaal der Chirurgischen Klinik die Krankenpflegeschule an den Kliniken der Universität Gießen eröffnet. Vertreten waren die Universität durch Prorektor Professor Dr. Hildebrandt, zugleich als Vertreter des Rektors, das Staatliche Gesundheitsamt des Kreises Gießen durch Obermedizinalrat Dr. E n g a u , das Amt für Volksgesundheit durch Dr. Schliemann, zugleich Vertreter der Partei und der DAF., und die Ortsgruppe Süd der NSDAP. Ferner waren anwesend die Direktoren der Universitäts-Kliniken und medizinischen Institute, die am Lehrgang beteiligten Oberärzte und ihre Vertreter, die Oberschwestern, Oberpfleger und Oberpflegerinnen. Mit der Gründung der Krankenpflegeschule wurde, wie Dr. Schliemann in derEröffnungsansprache betonte, ein langgehegter Plan durch gemeinsame Bemühungen von Partei und Staat verwirklicht. Professoren, Dozenten und Assistenten der Institute und Kliniken hätten sich uneigennützig in den Dienst der Sache gestellt, und dies verpflichte auch die Lernenden zu vollem Einsatz. Die Gründung der Schule sei ein Werk nationalsozialistischer Gemeinschaftsarbeit, die Eröffnung erfolge gleichsam am Vorabend jenes Tages, der zum Feiertag des werktätigen Volkes und zum Symbol der Volksgemeinschaft geworden fei. Der Leiter der Krankenpflegeschule, Professor Dr. «Seifer, begrüßte die Gäste, die Lehrer und Schüler der Schule. Mit Genugtuung erfülle es ihn, daß auch die gemeldeten Pfleger und Pflegerinnen außerhalb der Kliniken und Institute vollzählig in dem Lehrgang Aufnahme fanden und so dessen Wirkungsbereich auf verschiedene Betriebe Oberhessens ausgedehnt werden konnte. Besonderer Dank für die Errichtung der Schule gebühre der Kaust deutsche Waren im deutschen - Geschäft 500 t 50 L> 500 t 60 Ä MiMe • Rotzungen A. Koch Nachfolger Mäusburg15 3315A Fernruf 3612 Aus täglich frisch eintreffenden Sendungen empfehlen nur diese Woche als besonders preiswert: ■ uniw £.S d. v- ». 8$ 5'* 3s »ir se Weit' zuweist, : in der inem ge> n mann' i auf den derA' «schaffen, iungsfeld chen und -erstarken id. deutschen tter wie« te wieder *n ec r Geftal' >ue Ziele Betreuung auen ge* in ganz ande. £»{■ ragen der spielen- W a« 5 Balkes .n in der Deutschen ;foU und Prima Apfelwein Apfelsüßmost Ludwig Kohlermann IV. Inh. L. Heiderich 2969d Telephon 3012. Bleichstraße 14. BekenDlnisgemeiDscliail Gießen Herzliche Einladung zu einem Bibel- und Bekenntnisabend am Mittwoch, dem 12. Mai 1937, abds. 8.15 Uhr, im Johannessaal. Es spricht: 3348 d Vikarin Erika Küppers,Franktnrl/M. J und ruhige Nerven durch Biodorm. Pflanzliches unschädliches Nerven- und Schlafpulver. Packung 1 Mk. Kräuterhaus Jung Giehen 3106 0 Mäusburg 9 Hier abschneiden! ▼ ............................................................... Puder 385 Puffreis Puder, feiner Puder aus Mehl, Reis, Kartoffeln oder Talkum mit Zusätzen, je nachdem der Puder als Arzneimittel oder als Schönheitsmittel verwendet wird. Als Arzneimittel wird er seiner kühlenden und trocknenden Wirkung wegen geschätzt. Die trocknende Wirkung macht Puder als Schönheitsmittel nicht ungefährlich, außerdem verstopft er die Poren, weshalb man nie das Gesicht pudern darf, ohne es vorher mit einem Krem eingefettet zu haben. Pulverisierter Puder ist empfehlenswerter als fester Puder, der sich allerdings besser für die Handtasche eignet. Man soll Puder möglichst nur bei großer Toilette und künstlicher Beleuchtung verwenden. Ehe man zu Bett geht, muß der Puder mit einem Fettkrem oder Gesichtswasser gründlich entfernt werden. Pudding, engt, Bedeutung = im Wasserbad gekochte Mehlspeise, so die englische Nationalspeise, der Plumpudding.Jn unseremSprach- gebrauch bedeutet Pudding eine Süßspeise, beispielsweise aus Reis oder Früchten, er wird vielfach auch aus fertigen Puddingpulvern hergestellt. Ein Pudding ist als Abschluß einer Mahlzeit sehr empfehlenswert, da er stark sättigend wirkt u. die Mahlzeit im Sinne der gemischten Kost ergänzt. Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, sagt ein altes Wort, sie ist ein Gradmesser dafür, ob ein Mensch Höflichkeit und Pflichtbewußtsein besitzt. Einen unpünktlichen Menschen kann man nicht besser erziehen, als wenn man die gesunde Rücksichtslosigkeit anwendet, nicht auf ihn zu warten; dieses Mittel darf man allerdings erst bei wiederholter Unpünktlichkeit anwenden. Kinder, die sich nicht daran gewöhnen, pünktlich zur Schule zu gehen, soll man ruhig zu spät kommen und dafür bestrafen lassen. Püree, entbehrt, franz. Fremdwort für Brei oder Mus. Kartoffelpüree besteht aus zerquetschten gekochten Kartoffeln, die mit heißer Milch angerührt werden. Puffbohne, auch Dicke Bohne oder Saubohne genannt, beliebtes und nahrhaftes Gemüse, muß zeitig gesät werden, möglichst auf frei gelegenes Beet, da luftiger Stand das Auftreten der schwarzen Läuse verhindert. Späteres Spritzen mit Nikotinlösungen angebracht. (S. Blattlaus). Junge Früchte mit der Hülse, ältere ohne diese ^bereiten. Puffer, Kartoffelpuffer, in heißem Fett gebackene Kuchen aus rohen, geriebenen Kartoffeln, Mehl und Ei. Puffreis, aufgequollener Reis, den man essen kann, ohne ihn vorher zu kochen. Er braucht nur angefeuchtet zu werden und wird in der Hauptsache als Rohkost verwendet. Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Dienstag (Pfingstdienstag), dem 18. Mai 1937 geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag wie üblich (von 8 bis 13 Uhr) geöffnet bleiben. Bezirkssparkasse Gießen Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Filiale Gießen Deut sehe Bank und Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Dresdner Bank Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e. G.m.b.H. Gießen 3356 D Seliersweg 47 Gold-Trauringe in verschiedenen Formen und allen Weifen vorrätig Telefon 2373 __________________3350D er l* «s LM i^i: A, >eine* “nh« Al tt\« s-r ,' 5ain>< tl!««»'6'1"9 “rt®* ^„1,«Haiti ä* r»* jsts f&fev»T. t>Nler» it ,‘i««Lm Mw Seffel b ^Heiteres Tefo der -^die seMchei Wen 5anic Wie. De? ff r S‘5rid>* Akammerer U' Jung des Erst rl urtb die Ä er(?nfÄmenle> ¥“Ä': Lre SM k''> N!°i MJ/f ..te Nn h lo kst Q I”.?1 WnE". «rau ^Nen n Jn?Qs ^ÄÖber wichen Ä u W7.H di Äs S er Der nStt0t Heg spricht fe SVu'^iet Önob'J, ^en 1$ NöJ.61^ Hier? in He 2 3n der gleichen Mauses un Wgsfeierlichkelk im sie in der ^einonienmeifte senden Gewa I ’yn hochade I Wling, den ti I ftn der Herren, I Hnten Widern M Wilinbesetzte l II gm aus dem gle || 6« Schleppen, di || wie auch die Kror || Ms Adilrklafsen || Pagen,die die || zessinnen u: l| Schleppenträger h || W miMlterli, | Würdenträger, de | :en Orden, die 0 Molde, Banner! sialastwächter, dii tragen sarbensroh Seiben, je nach i Bfrf und edlen in ihren aaldbes Varadeumsormer die exotischen Fü ^ändern, die Di telnden Edelstei reisen und Rim Nahmen dre/es' 2m (Eingang ( nirö das ftönigsi f Wg oon 3 | 'K H der Zug I A in das Jr M der Abt. I «Wirt an: I ^Das Köni< | ^"igsloge ei *«- AM 1; 7/rager des S [ ^land, hinter ihn **65 . Nh Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher Puppe Pullover 386 3n Ihren Rucksack gehört ... auch eine Proviantdose. Die ganzen Eßwaren lassen sich darin sehr gut unterbringen, ohne davon etwas zu zerdrücken. Bei Häuser gibt es Proviantdosen mit und ohne Einteilung sehr billig. Kommen Sie also vor Ihrer nächsten Wanderung deshalb noch mal zu J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Pullover, engt, Bedeutung = „zieh über". Ein Bekleidungsstück für Erwachsene und Kinder aus Wolle, für Damen auch aus Seide, gestrickt oder gehäkelt, wird mit langen oder kurzen Ärmeln, aber auch ärmellos getragen. Zur Selbstanfertigung eines Pullovers für einen Erwachsenen benötigt man ungefähr 350 bis 500 Gramm Wolle. Muster werden in den einschlägigen Wollgeschäften kostenlos ausgezeichnet. Puls: Der Anstoß des Blutes an die Arterienwand, hervorgerufen durch die fortgeleiteten rhythmischen Kontraktionen des Herzens. Am besten ist der Puls zu fühlen an der „Pulsschlagader" an der Daumenseite des Handgelenks. Normalerweise beträgt die Zahl der Pulsschläge bei Erwachsenen 70 bis 80 in der Minute. Bei Fieber Zahl der Schläge erhöht. Der erfahrene Arzt kann aus der Art und Beschaffenheit des Pulses Schlüsse ziehen auf etwaige Erkrankungen des Herzens. Pulver, zu Staub gestampfte Stoffe, wie Arzneimittel. Das Pulverisieren wird zweckmäßig in einem Mörser vorgenommen. Pulver als Arzneimittel nimmt man am besten mit einer Oblate oder mit Wasser ein. Dazu aber die Meinung des Arztes oder des Avothekers erfragen. Pumpe, Vorrichtung zum Heben von Flüssigkeiten, wie die Wasserpumpe, oder zum Einpressen von Luft, wie die Luftpumpe des Fahrrads. Bei Wasserpumpen muß immer daraus geachtet werden, daß die Kolben gut schließen. Bei Fahrradpumpen muß sich der Ansatz luftdicht am Ventil des Radreifens aufschrauben lassen. Pumpernickel, schwarzes, grobes, sehr nahrhaftes, aber schwer verdauliches Brot aus Roggenmehl, das infolge 'einer besonderen Herstellungeweise süßlich schmeckt. Pumpernickel ist meist in dünne Scheiben geschnitten verpackt. Punsch, heißes oder kaltes Getränk aus Tee, Rotwein, Arrak, Rum, Zucker, Zitronensaft und Gewürzen nach besonderen Rezepten, meist aber aus fertig käuflichen Punschessenzen hergestellt. Pupille: Sehloch, die von der völlig durchsichtigen Hornhaut überzogene Öffnung der Regenbogenhaut des Auges, durch welche die Lichtstrahlen in das Innere des Auges eindringen. Ungleichheit der Pupillen erweckt den Verdacht auf eine Nervenerkrankung. Man befrage den Arzt. Bei Lichteinfall verengert sich die Pupille, im Dunkeln wird sie weit. Puppe, das gegebene Spielzeug für Mädchen, da beim kindlichen Spiel mit ihnen die ersten mütterlichen Gefühle erwachen. Es ki-inmt dabei nicht auf die Eröße, Kostbarkeit oder Lebensechtheit der Puppe an. Vielfach wenden Kinder ihre größte Liebe der schlichtesten Puppe zu, weil sie mit ihr ungehindert spielen dürfen. Pon einer teuren Puppe, die nicht beschädigt werden darf, hat sich von Selters- Köhler I —■—■ FTO.. ICC I Mandschuhe a " ” ^°° 1.95 I kÜnstl '=hePSeide Aus,üh" One j ... ’ Waschnappa.. ...... /// U5 Garnituren h« ......... 4.50 i Jon ... j Anf*erkleider 1.95 / eide, nicht ein/aufend...... £ 75 . 1.00 Kerne seine. ...... ' " ".?5 % ......t95 Ä O^hemden )n eUSnF^ '5.25 ? QC W * Jochim s- ■ Weg 27 Es 'wirken mit: Künstler und Künstlerinnen des Hess.Landestheaters Darmstadt,des Deutschen Theaters Wiesbaden, der Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. und des Stadttheaters Mainz Es spielen: Das Stadt. Kurorchester Wiesbaden, die Kapelle Franz Hauck mit ihren Solisten vom Reichssender Frankfurt,dasTanzorchester Kuhlmann des Kurhauses Wiesbaden, die Tanzkapelle Bastian, die Tanzkapelle Ehrhardt und die Schrammeikapelle Nicolay. Heinz Rühmann ein verkrachter Student als Universal-Artlst — als Dompteur and Liebhaber ein Komiker größten Formats Ein Film, der Ihnen sicher gefallen wird nad der durch tausend witzige Einfälle überrascht und begeistert! Beiprogramm und Fox-Ton-Woche 8340a Tägl. 4, 6, 8.30 Uhr. Sonn- und Feiertags 3, 5.30, 8.30 Uhr Zorn ersten Male in Gießen! KeineDameiM versäumt das große 3324D Schau-Zuschneiden ■ im „BURGHOF“ ■ Alles Nähere siehe gestrige Zeitung I Krühlmgsfest DER RHEIN-MAINISCHEN PRESSE Samstag, den 29. Mai 1937, 20 Uhr IM KURHAUS WIESBADEN 2lb 20 Uhr TJan? Ab heute Mittwoch das große Pfingstprogramm Gerhard Bienert - Heinz Salfner u. a. m. Theo Lingen Gusti Huber Heinz Rühmann Hans Moser K.KvlbZ.THörnerAachf. Ludwigftrake 40 ,01äa >Ruf 3355 Der Gipfel der Heiterkeit! Schallendes Gelächter — tosender Beifall über die Kanonen des Humors: ILIICIHITSIPillEILlIHIAXUSl^^^M^W6« .... — Wasch- u Lvültrsche dort sollst du den Kindern Zreiplätze geben! fiilfsmech Mutter unö fiinö. 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