187. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr.9 Erstes Blatt * - 187. Jahrgang Dienstag, 12. Januar 1937 —« ÄIa6 W WW ‘ W 1% Grundpreise für I mm höhe Heimat im Bild Die Scholle ■ WsHU BH M W RA Z M «WM W MB B B X M V Illi JF H für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: B|l| | | MF B F III I^F I B I It | Brette 7 Npf.. für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.9S ■ V M fl Ä B uK B B M B JB B B BUB B anzeigen von70mm Brette NSS7 : VCz I-VIIVIIV V VIIV IV IHV V SW® ^4.wÄ™ KF v •Nr «.»*.« infolae höherer Gewalt ___ _ ... - Stellen-, Vereins-, gemem- Ä General-Anzeiger für Oberhessen WWZ ^OEen. Anzeiger Gietzev behördliche Anzeigen 6Rpf. Srannurt^Sn 11686 vruck unb Verlag: vrühl'sche Universttälr vuch- unb Sieinbtuderei R. gonge >n Gießen. Schrtstleitung unb Geschäftsstelle: Schulstraße 7 M-ng-n--b,chlüff- Staffel s Neuer Friedensbeitrag des Führers. Austausch von Integritäts-Erklärungen über Spanien und Spanisch-Marokko zwischen dem Führer und dem französischen Botschafter in Berlin. Eine französische Erklärung zur Marokko-Frage. Paris, 12. Ian. (DRV. Funkspruch.) havas veröffentlicht folgende Mitteilung: Gelegentlich des gestrigen diplomatischen Empfanges in Berlin versicherte Reichskanzler Hitler dem französischen Botschafter, daß Deutschland nicht die Absicht habe, noch jemals gehabt habe, die Integrität Spaniens oder der spanischen Besitzungen in irgendeiner Form anzutasten. Der französische Botschafter versicherte im Hamen seiner Regierung, daß Frankreich fest entschlossen sei, die Integrität Spaniens und das Statut von Spanisch- Marokko im Rahmen der be st eh enden Verträge zu lassen. * Bei dem feierlichen Empfang des Diplomatischen Korps hat der Führer in seiner Ansprache auch die Sorgen der Gegenwart erwähnt, die für alle Völker ein Ansporn sein sollten, für den Frieden, für Völkerverständigung und Völkerversöhnung zu arbeiten. Der Führer gab dem Wunsche des deutschen Volkes Ausdruck, ein Bollwerk der europäischen Ordnung und des Friedens zu sein. Wer hat von den Vertretern der ausländischen Mächte in diesem Augenblick wohl nicht an die spanische Krisis und an die Marokko-Affäre gedacht, die dank einer unverantwortlichen Pressehetze über das Wochenende im Brennpunkt des politischen Interesses stand. Die Ausführungen des deutschen Staatsoberhauptes waren von dem Geist wirkender Wahrheits- und Friedensliebe getragen, die ihr Wort durch die Tat bezeugt. Gibt es dafür einen besseren Beleg als die Erklärung, die der Führer, bei dem gleichen Neujahrsempfang dem französischen Botschafter über den deutschen Standpunkt in der Marokko-Affäre abgegeben hat? Die Versicherung des Führers, daß Deutschland niemals die Absicht gehabt habe, die Unversehrtheit Spaniens oder der spanischen Besitzungen in irgendeiner Form anzutasten, und dies auch in Zukunft nicht tun werde, macht mit einem Schlage dem schamlosen Lügenfeldzug einer verantwortungslosen Pariser Sensationspresse ein Ende, die nach den Richtlinien Moskaus sich nicht genug tun konnte in Verdächtigungen und Verleumdungen Deutschlands, um einen Vorwand zu finden, das durch die Antworten Deutschlands und Italiens ausgelöste energischere Anpacken des Nichteinmischungsproblems zu Hintertreiben. Die Erklärungen der zuständigen spanischen Stellen in Burgos und Te- tuan haben ebenso wie die Berichte englischer Korrespondenten, die sich an Ort und Stelle von der Haltlosigkeit der von Paris ausgestreuten Gerüchte überzeugen konnten, das ganze Lügengewebe zerrissen. Die Erklärung des Führers beim gestrigen Neu- jahrssmpfang und die Versicherung des französischen Botschafters, daß auch Frankreich entschlossen sei, sich an die bestehenden Vertrage über Spanisch-Marokko zu halten, haben die Atmosphäre gereinigt. Wieder einmal ist den bösartigen Hetzern rechtzeitig das Handwerk gelegt worden, deren ganzes Streben einzig und allein dahin geht, die immer wieder betonte und durch Beweise der Tat unterstrichene Ehrlichkeit der deutschen Friedens- politik anzuzweifln und zu verdächtigen. L. Genugtuung in London. Englische Korrespondenten bestätigen die Grundlosigkeit der Marokko-Gerüchte. London, 12 Ian. (DNB Funkspruch.) Die Erklärung des Führers gegenüber dem französischen Botschafter in Berlin, in der der deutsche Friedensstandpunkt erneut zum Ausdruck kommt, wird von den Londoner Morgenzeitungen mit Genugtuung und Erleichterung begrüßt. In großer Aufmachung wird der Inhalt der gegenseitigen Versicherungen unter dem Leitwort „Entspannung" wiedergegeben. Im allgemeinen ergänzen in den Zeitungen Berichte aus Paris das Bild, denn auch aus diesen Pariser Berichten geht hervor, daß nunmehr auch an der Seine eine Beruhigung eingetreten ist. „Times" und „Mornjng Post" haben Sonderberichterstatter nach Marokko geschickt, um an Ort und Stelle zu prüfen, was an den Gerüchten ist, denen zufolge deutsches Militär sich in Spanien-Marokko aufhalten solle. In den Berichten des „Times"-Korrespondenten wird zwar eine deutsche Betätigung auf wirtschaftlichem Gebiet zugegeben, aber auch die „Times" hat keinerlei militärische Betätigung seststellen können. Der Sonderkorrespondent Paris, 12. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse, die über die Feststellung der deutschen Zeitungen zur Lage in Südfrankreich und zu den Falschmeldungen über angebliche Pläne Deutschlands in Spanisch-Marokko im Tone größter Entrüstung schrieben, muß in den Sachberichten ihrer Korrespondenten selbst zugeben, wie richtig die deutsche Presse die Dinge beurteilt hat. So veröffentlicht „Echo de Paris" heute eine Meldung seines Londoner Berichterstatters, die die regellosen Zu stände in Südfrankreich in vollem Umfange bestätigt. Der Berichterstatter weist darauf hin, daß die Initiative der englischen Regierung zum Verbot der Entsendung von Freiwilligen u. a. dem Wunsche entspringe, mit der skandalösen Hilfe Schluß zu machen, die gewisse Clemente in Frankreich den Roten in Valencia und Barcelona geleistet hätten. Die Londoner Regierung sei über eine Reihe von Tatsachen sehr erregt gewesen. Besonders stark sei dabei eine Darstellung des Abgeordneten Denville ins Gewicht gefallen, der kürzlich das französische Gebiet an der katalanischen Grenze besucht habe. Nach diesem Bericht herrsche in perpignan offen der Kommunismus, Kommunisten hätten dort die Zufarn- der „Morning Post" in Tanger erklärt ausdrücklich, keine deutschen Truppen in Spanisch- Marokko gefunden zu haben. Die Berichte über militärische Absichten Deutschlands in Spa- nisch-Marokko werden vielmehr als sowjet- russische Verdächtigungen bezeichnet, die von Propagandisten, an deren Spitze der Sowjetbotschafter Moses Rosenberg steht, ausgestreut seien. 6 Starker Eindruck in Paris. Die Pariser Morgenblätter im Zeichen der „Entspannung". Paris, 12. Ian. (DM. Funkspruch.) Die pariser Morgenpresse bringt an erster Stelle und in großer Aufmachung die Meldung über die Unterredung zwischen dem Führerund dem französischen Botschafter in Berlin Fr an?ois-P oncet. Die Blätter sprechen in ihren Artikeln von einer Entspannung. „Petit parisien" meint, daß die deutsche Zusicherung, von Hitler persönlich und unter solchen Umständen ausgesprochen, natürlich große Bedeutung habe. Die Erklärung des deutschen Reichskanzlers habe selbstverständlich in diplomatischen französischen Kreisen wie auch in London einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. menvrbeit mit der Bürgermeisterei und unter freundlicher Duldung der Präfektur ein Re- krutierungsz en trum für die Spanien-Bolschewisten aufgetan. Am 3. Januar seien sogar 300 sowjetrussische Soldaten, die von den katalanischen Roten nach Bilbao geschickt wurden, geschlossen und unter dem Gesang der Internationale durch Bayonne marschiert. „Victoire" bestätigt, daß die Autorität von Paris in den Pyrenäen fast nicht mehr stimmt. Die Volksfront, so schreibt die Zeitung, t u t d ort alles, was sie will, und je nach ihren Leidenschaften und Interessen hebt sie die Grenzen auf. Von Deutschland her gesehen, das ein disziplinierter Staat sei, könne das wie Separatismus aussehen. Das Blatt bezichtigt dann selbst die französische Presse der Lüge und zählt eine gan3e Liste von Falschmeldungen französischer Blätter auf. Es schreibt: Kürzlich hat man angekündigt, Hitler wolle auf seinen Kanzlertitel verzichten und ihn Göring übertragen. Das ist nicht wahr. Man teilte mit, daß die Kasernen von Kehl gegenüber Straßburg von deutschen Regimentern besetzt seien; das trifft nicht zu. Man behauptet, daß deutsche Truppen in Melilla eien und daß deutsche Ingenieure den spanischen Hafen von Ceuta gegenüber Gibraltar befestigen. Das ist bestritten und dementiert. Um das Maß voll zu machen, heißt es sogar, daß japanische Soldaten (!) in Cadiz erwartet würden, um Francos Streitmächte zu verstärken (!). Schließlich veröffentlicht der „Jour" eine Meldung aus Oran über die Lage in Marokko. Der Berichterstatter schreibt, daß ein französischer Flieger, der einen regelmäßigen Dienst zwischen Algerien und Melilla fliegt, ihm am Montagmorgen Auskünfte über die Lage in Melilla gegeben habe. Dieser Franzose, dessen Vaterlandsliebe nicht in Zweifel gezogen werden könnte, habe ich in Melilla am 6., 7., 8., 9. und 10. Januar aufgehalten. Er habe dem Berichterstatter folgendes gesagt: ..In den letzten lagen sind in Melilla keine Deutschen ausgeschifft worden. Ich war durch algerische Zeitungen vom 9. Ianuar alarmiert und habe alle Deutschen gezählt, die sich in Melilla aufhalten. Ich habe 49 gezählt, sämtlich Zivilisten, die Handelsaufträge durchführen. Allerdings ist in den letzten Tagen in Melilla Kriegsmaterial eingetroffen. Es handelt sich um Geschütze, diefürdieküstenverteidigung bestimmt sind. Diese Geschütze sind außerordent- lich alt. Als ich einem meiner spanischen Freunde sagte, daß sie nicht viel nutzen könnten, hat mir dieser geantwortet: Das ist alles, was wir in den spanischen Arsenalen von Eadiz und Ferrol haben finden können. SvamsKer OberkommM weist französischen „Protest" energisch zurück- Keine Truppenlandung in Marokko. Paris, 11. Jan. (DM.) Das französische Außenministerium gibt bekannt: „Entsprechend den Weisungen des französischen General- residenten in Marokko hatte der französische Konsul in Teluan, Serres, am 9. Januar eine Unterredung mit Oberst Beigbeder, der das Amk des Oberkommissars in der spanischen Marokkozone ausübt. Der Vertreter Frankreichs in Tetuan erinnerte ihn an die förmlichen Bestimmungen des französisch-spanischen Abkommens von 1904 und 1912 und lenkte die Aufmerksamkeit des Oberst Beigbeder auf die Gerüchte, die in Melilla die Ankunft und in Ceuta die demnächstige Landung ausländischer Kontingente im Dien st e des General Franco ankündigen. Oberst Beig- beder erwiderte, daß in Marokko keine ge- chlossene Truppeneinheit und kein Kontingenl Fremdenlegion stationiert istoder erwartet wird. * Die amtliche französische Verlautbarung ist insofern interessant, als nach der sranzösischen Mitteilung der spanische Oberkommissar in Marokko Frankreich eine deutliche Antwort erteilt und damit die pariser Pressemache ebenfalls als großangeleglesBetrugsmanöverent- larvt hat. Die Kontrolle der Nichteinmischung. L 0 n d 0 n , 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Besuch des Ersten Lords der Admiralität und des Ersten Seelords bei dem Außenminister Eden wird stark beachtet. Man nimmt an, daß die Kontrolle des Seeverkehrs nach Spani ejt erörtert worden fei. „Morning Post" hält es nicht für unmöglich, daß man die Frage erwäge, ob Kriegsschiffe aller dem Nichteinmischungsabkommen angehörenden Staaten in spanischen Häfen stationiert werden sollten, um Schiffe an» zuhalten, die des Waffen- oder Frei- Willigentransportes verdächtig seien. Dieser Plan wäre dazu bestimmt, die Ueber- wachung zu Lande zu ergänzen. Die Seekontrolle hätte vielleicht manchen Vorteil, weil man noch nicht wisse, ob die kämpfenden Parteien überhaupt einem Kontrollplan zustimmen würden. Wäre das der Fall, könnte die Seekontrolle durch eine Landkontrolle auf französischem und portugiesischem Boden ergänzt werden. Die britische Regierung scheine jedoch nicht geneigt zu sein, eine Seekontrolle etwa allein zu übernehmen. Wie aus einer Meldung des Labour - Blattes „Daily herald" hervorgeht, träumt man in dec Londoner sowjetrussischen Botschaft von einer i in ternationalen Flotte naktion im Mittelmeer gegen die Tätigkeit der nationalen spanischen Flotte, wobei man sich besonders um die Bete, ligung der britischen Flotte bemüht. Dec Sowjetbotschafter M a i s k y soll Eden ein Ersuchen der Moskauer Regierung in diesem Sinne unterbreitet haben, wobei er mit einem Hinweis auf den angeblichen „Ernst" der Lage operierte. WSlSSÄ“'—'* ***-'*' **" I t - - M Die französische presse widerlegt sich selbst. Oie kommunistischen Umtriebe in Güdfrankreich bestätigt. — Keine deutschen Soldaten in Melilla zu finden. nicht aus der Welt geschafft. Es wird abzuwarten bleiben, ob die europäische Diplomatie heute überhaupt noch in der Lage ist, die entfesselten internationalen Volksfrontenergien in ein Nichteinmischungsnetz hineinzubekommen und Europa auf die Linie des Neutralen zu bringen. Daß selbst dieses Mindestmaß von europäischem Gemeinschaftsgeist und gesundem Instinkt rnancher- orts so schwer aufzubringen ist, ist erschütternd. an den Reichskanzler eine Ansprache, deren Ueber- setzung wie folgt lautet: „An Stelle Seiner Exzellenz, des Apostolischen Nuntius, der durch Krankheit zu Hause festgehalten ist und dem wir alle unsere Wünsche für baldige Genesung entbieten, beehre ich mich, folgende Ansprache, die unser Doyen vorbereitet hatte, zur Verlesung zu bringen. Herr deutscher Reichskanzler! Die bei Ihrer Nation akkreditierten Mitglieder des Diplomatischen Korps danken Eurer Exzellenz lebhaft dafür, daß Sie ihnen Gelegenheit geben, Ihnen ihre Wünsche darzubringen. Zu Beginn eines Jahres, das so beladen ist mit Beunru- baldiae Genesung an. r , In tiefer Dankbarkeit gegen die Vorsehung, die unsere Arbeit segnete, kann Deutschland mit Befriedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken. Es ist unseren Bemühungen gelungen, im inneren harten Daseinskampf unseres Volkes große Erfolge zu erzielen, seiner Stellung in der Welt aber jene Rechte zu sichern, wie sie allen großen Nationen zukommen. Am meisten aber empfinden wir Genugtuung darüber, daß es uns gelungen ist, die so viele Völker hartbedrückende Not der Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter zu mildern und damit zahlreiche Volksgenossen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch seelisch wieder aus dem Tiefstand der Bedrückung, ja Verzweiflung emporzuheben. , ... Wir sind entschlossen, im neuen Jahre dieses Werk mit allen Kräften f o r t z u s e h e n. Wenn wir zu diesem Zweck die wirtschaftliche Selbständigkeit des deutschen Boltes weiter erhöhen und sichern, dann geschieht es nicht, um uns von der Umwelt abzuschliehen, sondern in der Ueberzeugung, daß sich eine wirklich gesunde Weltwirtschaft nur aufbauen kann auf gesunden Einzelwirtschaften und daß überhaupt die Lösung der Weltwirtschaftskrise in erster Linie ihren Ausgang nehmen muß von der Lösung der politischen und wirtschaftlichen inneren Krise der einzelnen Bölker. Indem wir uns be- mühen, das deutsche Bolt politisch, moralisch und wirtschastlich in Ordnung zu bringen, sichern wir nicht nur damit die eigene Zutunft, sondern wir dienen damit unserer Ueberzeugung dolf Heß, überbracht. Es folgte dann um 12 Uhr der feierliche Nemahrs- empfang des Diplomatischen Korps. Bei der Anfahrt der fremden Missionschefs erwies die Ehrenkompanie militärische Ehrenbezeugungen durch Präsentieren, wobei die Musik beim Eintreffen der Bot- chafter den Präsentiermarsch spielte, während für die Gesandten und die Geschäftsträger das Spiel gerührt wurde. Im Großen Saal des „Hauses des Reichspräsidenten" waren sämtliche 53 in Berlin beglaubigten fremden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger erschienen. Der Führer betrat um 12 Uhr den Saal. In seiner Begleitung waren u. a.: der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. Lammers, der zur Zeit den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes vertretende Ministerialdirektor Dr. Gaus, Obergruppenführer Brückner, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer Oberstleutnant und Abteilungschef im Generalstab des Heeres H o ß b a ch und der stellvertretende Ehef des Protokolls. Da der Doyen des Diplomattschen Korps, der Apostolische Nuntius, zur Zeit erkrankt ist, richtete als Wortführer des Diplomatischen Korps, der Botschafter Frankreichs Francois Poncet Oer Prüfstein. Von Or. Hans von Maloiiki. Der Abschluß der politischen Feiertagsruhe in Deutschland sieht die europäische Politik in einem höchst unerfreulichen Zustand. Was die „Times als Aufgabe des neuen Jahres formulierte: Bereinigung des spanischen Problems, um den Weg frei zu bekommen für die Erörterung „derjenigen Dinge, die notwendig seinen, um Zufriedenheit und Frieden zu sichern", — das scheint über die moralische Willenskraft und politische Urteilsfähigkeit Euro- ] pas zu gehen. Statt dessen wird von wichtigen und , bestimmenden Zentren mit vollem Bedacht e i n e trübe und vergiftende Atmosphäre j verbreitet. Scheinheilig werden die Probleme verfälscht und Ansatzpunkte eines Fortschrittes, wie etwa das englisch-italienische Mittelmeerabkommen und die jüngsten Antworten Deutschlands und Italiens, um ihre befreiende Wirkung gebracht. Man bekommt in diesen Tagen wieder einmal einen Begriff von der zerstörenden Kraft und Skrupellosigkeit jener negativen Energien, die Europa nicht zur Ruhe kommen lassen und jede Einebnung der Ge- qensätze zu verhindern trachten. Heute ist es soweit, daß das spanische Problem nicht nur einen besorgniserregenden internationalen Gefah rem ar ad erreicht hat, sondern durch seine künstlich herbeiqeführte Aufblähung und Auswertung all das in den Hintergrund abdrängt, was unter dem Namen „e u r o p ä i s ch e R e g e l u n g auf der Tagesordnung steht. .. . Das grohangelegte Storunasmanover internationaler Volksfrontkreise, mit dem der klärenden Wirkung der deutschen und italienischen Note entgegengearbeitet werden soll, liegt ganz in der Linie solcher Absichten. Im Umkreis der Volksfronten sowie von der Zweiten und Dritten Internationale ist von Anfang an mit dem Schlagwort gearbeitet worden, es ginge in Spanien um den Kamps zwischen Demokratie und Faschismus. Diese Parole war an sich schon falsch. Sie wurde zur Groteske durch den Versuch, den Begriff der Demokratie mit dem Prinzip des Guten gleichzusetzen, während der Faschismus als Inbegriff sin- fterer und bedrohlicher Gewalten firmierte. Zweierlei wurde damit bezweckt: Einen Unüberbrückbaren Gegensatz innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft aufzureißen und darüber hinaus die Sache des roten Spanien mit der Gloriole des Friedens zu umhüllen. Schon allein die Tatsache, daß Moskau sich ungeniert eine führende Rolle auf der Seite der „demokratischen Friedensfreunde zumaß, hätte diese Irreführung entlarven müssen. Daß dies nicht geschah, daß sogar die Urteilsbildung von Staaten, die jeder Blockbildungstendenz öffentlich abschwören, von dieser naiven und zugleich gefährlichen Schwarz-Weiß-Malerei getrübt wurde ist einer der entmutigendsten Züge in der europäischen Entwicklung und zugleich der tiefste Grund der gegenwärttgen Krise, nicht nur was Spanien be- higung und Sorgen, ist es üblich, daß wir uns freundschaftlich versammeln, der Hoffnung in unserem Herzen Raum geben und den glühenden Wunsch Ausdruck verleihen können, g e m e i nja m an einer besseren Zukunft für d i e V o l- ker zu arbeiten. Möge dieses Jahr von Gott gesegnet sein und endlich allen Volksschichten, und unter Ihnen vor allem den Aermften, W o h l . e r - gehen bringen; möge es sich bei allen Volkern durch einen moralischen Aufstieg auszeichnen, der fest verwurzelt ist in den ewigen Grundsätzen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit, den wahren Garanten der sozialen Ordnung und der internationalen Ruhe. Es möge im neuen Jahr zwischen allen Nationen und innerhalb jeder einzelnen wirklich Frieden herrschen. Erzellenz! Diesen allgemeinen Wünschen, die der ganzen Welt und damit auch Deutschland gelten, möchten wir noch einen ganz besonderen Wunsch für Ihr Land hinzufügen. Möge Deutschland in diesem neuen Jahre, dank seiner Anstrengungen auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet, seinem Volke einen immer größeren Wohlstand sichern und in immer stärkerem Maße zum festbegrundeten und allgemeinen Frieden in Europa und der Welt beitragen, in dem Sie mit bangem Herzen das Ziel Ihrer Bestrebungen sehen und der der eigentliche Zweck unserer Mission ist. Wollen Eurer Exzellenz auch die aufrichtigsten und wärmsten Wunsche für Ihr persönliches Glück entgegennehmen, die wir heute im Namen unserer Staatsoberhäupter und in unserem eigenen Namen aussprechen." Der Reichskanzler ziger deutscher, italienischer oder portugiesischer Soldat befinde. Die marxistischen Intriganten sollten lieber andere Märchen erfinden. Das Märchen von Blarotto sei zu abgeschmackt, da es über die dortige Lage nicht die geringsten Zweifel gebe. Moskau als Drahtzieher der Gerüchtemacher. L o n d o n , 12. Jan. (DNB. Funkspr.) „Morning Post" stellt fest, daß S o w j e t r u ß l a n d die Hauptverantwortung für die Vorgänge in Spanien trage. Seine Agenten hätten ine Revolution geschürt, sein Botschafter organisiere und leite den Krieg und s o w j e t r u s si s ch e Waffen und Munition machten es den Roten möglich, sich gegen ihre Feinde zu halten. Außerdem habe aber die Sowjetpropaganda viel dazu beigetragen, Europa gegeneinander z u hetzen, und jetzt versuche sie friedliebenden, aber nervösen Völkern das Gruseln beizubringen. Man habe Geschichten von der Verschenkung der Balearen oder von Spanisch-Marokko durch General Franco als Gegenleistung für fremde Unterstützung gehört. An diesen Geschichten, die offenbar den Moskauer Stempel trugen, obwohl sie von einer anderen Hauptstadt ausgegangen seien, sei kein Funken Wahrheit. Dann sei Alarm geschlagen worden gegen ein deutsches Eindringen in (Teuta. All denen, die mit diesen Dingen zu tun hätten, sei jedoch wohl bekannt, daß diese haarsträubenden Berichte der Grundlage entbehrten. Die drittsche Oef- fentlichkeit werde gut daran tun, ruhig Blut zu behalten. Auch in der Antwort, die d i e R o t e n dem Dor- schlag einer Kontrolle der spanischen Küste und Grenzen geben, könne unschwer erkannt werden, daß Moskau die Feder geführt habe Unverschämt und provozierend verdrehe diese Antwort Tatsachen, indem man in ihr behaupte, „die totalitären Regierungen" hatten Menschen und Munition nach Spanien geschickt und dabei die Hilfe verschwiegen, die die Roten von französischer und sowjetru - sischer Seite erhalten haben. Der Sowiet- botschafter in Valencia werde das auf alle Fälle besser wissen. Mit Recht könne man annehmen, daß Denn die italienischen Blätter haben gar nicht so s unrecht, wenn sie die Frage aufwerfen, ob diese i Haltung der Neutralität überhaupt noch an- i gemessen und ausreichend ist gegenüber her katalanischen Wirklichkeit, die auch nach englischem Urteil heute bereits eine fest ausgebaute bolschewistische Bastton und Ausfallspforte darstellt. Man kann 'eben nicht mit der falschen Bewertung des bolschewistischen Faktors zu einer glatten europäi- chen Rechnung gelangen. Das gilt nicht nur für Spanien, sondern ebenso auch für die anderen akuten europäischen Probleme, wie etwa den Westpakt- Komplex und den Rohftoffschwierigkeiten. Frieden und Zufriedenheit, Vertrauen und Sicherheit können sich nicht einstellen, solange maßgebliche Mächte das Wirken der Sowjetunion als Gewinnpunkt in der europäischen Bilanz betrachten. Zu Beginn des Jahres wurde in englischen und französischen Blättern viel von einer neuen „europäischen Initiative" geredet; man wolle endlich mit Deutschland ins Reine kommen. Unter der beunruhigenden Entwicklung der Dinge in und um Spanien ist es stiller geworden. Aber man weiß, daß auch hier falsche Problem st ellungen die Aussichten der diplomatischen Sondierungen Frankreichs und Englands beeinträchtigen. Es ist gewiß ein Fortschritt, daß man sich auch in Frankreich der Notwendigkeit einer Lösung der Kolonial- und Rohstoffprobleme grundsätzlich nicht mehr, verschließt. Wenn aber diese Lösung im Rahmen einer allgemeinen „europäischen Regelung" gesucht wird, bei der Deutschland seine Lebensrechte und seine Sicherheit gegen wirtschaftliche Vorteile verschachern und sich ein diplomatisch- militärisches Netz über den Kopf ziehen lassen soll, so hat das mit europäisch gedachter Ausgleichs- polittk nichts zu tun. Es ist bezeichnend, daß kürzlich sogar die „Times" diese Zumutung in die irreführende Formel von der Wahl Deutschlands zwischen „Partnerschaft mit gleichen Rechten oder ab- , sichtlicher Selbstisolierung" kleidete. Wer auf solchen । Methoden beharrt und sich vorbehält, den guten Willen Deutschlands an ehrenrührigen oder sicher- ; heitsgefährdenden „Angeboten" zu messen, der setzt sich dem begründeten Verdacht aus, andere Ab- i sichten zu verfolgen. Ehrlicherweise sollte man i aber nicht von „Selbstisolierung" bei einem Vor- - fallen sprechen, der eher als Einkreisung und poli- t tischer Belagerungszustand anzusprechen wäre. In - London und auch in Paris versichert man immer . wieder, daß nichts ferner liege als derartige Absichten. Die subjektive Ehrlichkeit solcher Versicherungen soll gar nicht bestritten werden. Aber chon manche gutgemeinte Politik ist das Opfer falscher Mittel geworden, und die befreiende Wendung im Sinne wahrer Zusammenarbeit, die auch Deutschland anstrebt, wird dann erst eintreten, wenn man d i e b o I f ch e w ist i s ch e K arte aus dem europäischen Spiel läßt. Das ist der Prüfstein europäischer Friedenspolitik. Zurückweisung der pariser «gen Eine Erklärung der spanischen National-Regierung. Salamanca, 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die spanische Nationalregierunger- klärt zu den Lügenmeldungen über angebliche deutsche Truppenansamm lung e n in Marokko u. a.: Frankreich schickt feit Beginn der nationalen Erhebung ununterbrochen sog. Freiwillige" nach Rotjpanien. Mexiko liefert ganze Schiffsladungen mit Waffen und stellt ebenfalls „Freiwillige". In B e 1 g i e n arbeitet em ganzes Büro, das sich ausschließlich mit der Anwerbung von kommunistischen Elementen für die fpantfdjen Bolschewisten und mit der Ausstellung falscher Pässe beschäftigt. In der Tschechoslowakei und in anderen Ländern arbeiten ähnliche Stellen. Die Roten in Valencia geben selbst zu, daß in Asturien ein aus Mexikanern zusammengesetztes Bataillon kämpft. An der Front von Madrid stehen ganze kommunistische Regimente r , Die ausschließlich aus Franzosen gebildet sind. Andere Regimenter auf feiten der Roten bestehen aus Ausländern verschiedenster Nationen! Ihre „Offiziere" und „Kommandeure" sind auch Nichtspanier. Deutschland, Italien und Portugal haben gegen diese unverblümte Einmischung eines gewißen Auslandes bereits a u f das schärfste protestiert. Die oben angegebenen Beispiele können tausendfältig bewiesen werden. Das nationale Spanien, so heißt es in der Erklärung weiter, wende sich energisch gegen diese Maschenschaflen und die Aufdringlichkeit des internationalen Kommunismus. Es gebe erneut die heilige Versicherung ab, daß sich weder ‘ im spanischen Teil der Halbinsel noch in Marokko auch nur ein ein- erwiderte darauf: „Herr Botschafter! Mit aufrichtigem Dank nehme ich die Glückwünsche entgegen, die Eure Exzellenz im Namen des Diplomatischen Korps und zugleich im Namen der hier vertretenen Staatsoberhäupter mir und dem deutschen Volke zum neuen Jahre dargebracht haben. Ich bedauere von Herzen, daß es Seiner Exzellenz, dem Apostolischen Nuntius, infolge ernstlicher Erkrankung nicht möglich ist, am heutigen Neujahrsempfang teilzunehmen. Ich schließe mich, Herr Botschafter, Ihren Wünschen für feine Die Aeujahrswünsche der Wehrmacht. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Berliner Bevölkerung nahm an dem diesjährigen N e u j ah r s - empfang des Führers im Hause des Reichspräsidenten in der Wilhelmstraße einen überaus lebhaften Anteil. Kurz nach 10 Uhr marschierte die Ehrenkompanie mit klingendem Spiel im Ehrenhof des Palais auf. Um 10.30 Uhr zog ein Doppelposten an der Freitreppe zum Palais auf. Kurz darauf ging die Standarte des Führers und Reichskanzlers am Flaggenmast über dem Haufe des Reichspräsidenten hoch. Als erste Gratulanten erschienen kurz vor 11 Uhr der Reichs- kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Als der Reichskriegsminister m Begleitung von Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Räder und Generaloberst Göring das Haus des Reichspräsidenten verließ, intonierte der Musikzug den Präsentiermarsch. Der Reichskriegsminister schritt mit den Oberbefehlshabern die Front der Ehrenkompanie ab. Die Bevölkerung begrüßte die hohen militärischen Führer auch bei ihrer Abfahrt besonders herzlich. Auch der Oberbürgermeister und Stadtpräsident der Reichshaupt- stadt, Dr. Lippert, der dem Führer die Glückwünsche der Bevölkerung ausgesprochen hatte, wurde mit Jubel begrüßt. Hierauf erschienen in ihrer alten Tracht die Halloren, die Abordnung der „Salzwirker Bruderschaft im Tale zu Halle", die dem Reichsoberhaupt in der herkömmlichen Weise Salz, Schlackwurst und ein Glückwunschgedicht, den sogenannten Neujahrscarmen, überbrachten. Die Glückwünsche der Partei wurden dem Führer bereits bei früherer Gelegenheit von dem Stellvertreter des Führers, Reichsmimster Ru- nad) audjber übrigen IBelL Denn dieses Bollwerk einer wahrhaft europäischen Kultur und einer starken sozialen Gerechtigkeit wird ein zuverlässigeres Element der europäischen Ordnung und des Friedens sein als ein turbulenter, von vielen Meinungen zerrissener und wirtschaftlich leidender Staat. Wir tragen damit bei zur Behebung jener Sorgen und jener Beunruhigung, von der mit Recht auch Sie, Herr Botschafter, gesprochen haben. Ich habe die Hoffnung, daß dieses unser ehrliches Wollen, durch unsere Mitarbeit einen bedeutsamen Anteil zum Fortschritt aller Bölker zu leisten, in steigendem Maße Berst ä n d n i s bei den anderen Regierungen finden wird. Denn die Sorgen der Gegenwart sollen für alle Bölker Mahnung und Ansporn sein, die Gefahren, die den Frieden und damit der Entwicklung Europas drohen, rechtzeitig zu erkennen, um entschlossen auf eine wahrhafte Bötferoer- ständigung und Bölkerversöhnung hinzuarbeiten, die allen Ländern die Ermöglichung ihrer wirtschaftlich eigenen Existenz und damit die sicherste Gewähr für die Wohlfahrt und den Fortschritt der ganzen Mensch- heit geben. In der Hoffnung, daß das neue Jahre; uns; biefem Ziel näher bringen möge, spreche ich 7^ Botschafter, sowie Ihnen, meine Herren, 3jjgleid) für ihre Staatsoberhäupter Negierungen und Volker in meinem und des deutschen Volke» Namea die' herzlichsten Neujahrswünsche aus. Bo>t unö MM. Herzliche Kundgebungen in der Wilhelmstratze. Nach dieser Ansprache begrüßte der Führer und nach ihm der Reichsminifter des Auswärtigen Den stellvertretenden Doyen und die im Halbkreis nach ihrer Rangfolge stehenden Botschafter Gesandten und Geschäftsträger einzeln nut Händedruck unö nahm ihre persönlichen Glückwünsche ^9f9en’ woran sich kurze Unterhaltungen knüpften. Nachdem der Führer sich von den Diplomaten verabschiedet und mit seiner Begleitung zurückgezogen hatte, verließen die fremden Missionschefs das „Haus des Reichspräsidenten". Die Ehrenkompanie erwies ihnen militärische Ehrenbezeigungen Zur gleichen Zeit trat der Führer auf den zur Wilhelmstraße ae- leqenen Balkon. Mit langanhaltenden Hellrusen begrüßte die vieltausendköpfige Menschenmenge den Führer. Immer wieder brausten die begeisterten Heilrufe der Massen zum Balkon empor. Der Fuh- rer dankte für die herzliche Begrüßung mit erhobener Rechten. In der Wilhelmstraße gegenüber der Reichskanzlei schritt der Führer dann in Begleitung des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg und des Kommandeurs des Wachregiments, Oberst von Alten die Front der Ehrenkompanie ab. Hieran schloß sich ein Vorbeimarsch. Nach dem Vorbeimarsch grüßte der Führer wieder mit erhobener Rechten nach allen Seiten und dankte für die überaus herzliche Begrüßung. Immer wieder kam die Liebe und Verehrung der Massen für den Führer und ihre Begeisterung über das prächtige militärische Schauspiel in brausenden Heilrufen zum Ausdruck und auch, nachdem der Führer wieder die Reichskanzlei betreten hatte, harrten die Tausende noch immer auf dem Wilhelms- platz au. Wenige Minuten nach 13.30 Uhr erschien der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei und dankte nochmals nach allen Seiten mit dem deutschen Gruß für die begeisterten Huldigungen der Berliner Bevölkerung. Minutenlang jubelten die Berliner jetzt noch einmal dem Führer zu, um dann endgültig den Wilhelmsplatz zu räumen. Deutschlands Arbeit für -en Frieden der Welt Oes Führers Botschaft beim Neujahrsempiang des Diplomatischen Korps. ^Das Mißbehagen, das die englisch-italienische Mittelmeervereinbarung in allen rnoskauhörigen Bezirken auslöste, war nur eine Bestätigung dieses Sachverhaltes. Denn die zwischen England und Italien ausgetauschten Versicherungen über den Status quo in der Mittelmeerzone, alio Spanien einbegriffen, durchbrachen die Volksfront- Theorie. Jenseits des imaginären Gegensatzes: hie „demokratisch", bie „faschistisch" fanden sich ein autoritärer und ein nichtautoritärer Staat auf Ö er Grundlage der Wirklichkeit und des Notwendigen zusammen. Im Lichte ihrer Vereinbarung wurde nicht nur deutlich, von welcher Seite in Spanien Gefahren drohen; es wurde daneben — ähnlich wie mit der deutsch-italienischen Verständigung — auch ein Ansatzpunkt für eine wahre und zugleich, realistische europäische Gemeinschaftsarbeit sichtbar. Beides waren Wirkungen, die den bolschewistischen und Dolksfrontkräften das Konzept zu verwirren drohten. Daher die Hetze, bie in Moskauer Blättern auch vor der sonst so gelobten englischen „Bourgeoisie" nicht halt machte. Nicht anders steht es um die Kritik an der deutschen und italienischen Stellungnahme zum Nicht- einmischungsproblem. Sie spiegelt das Mißbehagen jener Kreise wider, die aus dem spanischen Problem eine deutsche, bzw. italienische Frage machen und im Schatten eines skrupellosen Derleumdungsfeldzuges ihr jakobinisches Treiben ungestört und unbeobachtet fortsetzen mochten. Was man allerdings der zwingenden deutsch-italienischen Beweisführung entgegenzuhalten hatte, ist kümmerlich und leere Ausrede. Das gilt vor allem für den Vorwurf, daß beide Mächte Undurchführbares verlangen, ja durch absichtlich undurchführbar gehaltene Forderungen nur Sabotage treiben wollten. Man beruft sich auf das freiheitliche Regime der demokratischen Staaten, die keine Handhabe hätten, um ihre Freiwilligen zurückzuholen. Dieses Eingeständnis steht in sehr auffälligem Gegensatz zu der Ueberheblichkeit, mit der man ansonsten die Ueber- legenheit demokratischer Regierungsmethoden anzupreisen weiß. Im übrigen haben auch demokratische Staaten schon mit einer Entschiedenheit zu handeln gewußt, die ihrer Tatkraft und Rücksichtslosigkeit alle Ehre macht. Man denke nur an tue französische Politik während des Ruhreinbruchs, oder an gewisse innerstaatliche Praktiken, wenn es sich um sog. „faschistische Organisationen" handelt. Es geht schon, — wenn man will. Den Gipfelpunkt der Demagogie aber hat man, wie stets, in Moskau erklommen. Mit dem verblüffenden Argument nämlich, daß die Demokratischen Freiwilligen m Spanien die Garanten des Friedens und deshalb eine Notwendigkeit" seien! Es ist zunächst Sache vor allem der englischen Politik, die in der weiteren Behandlung des Nichteinmischungskomplexes federführend bleiben will, sich mit den hier angedrohten Folgerungen auseinanderzusetzen. Unabhängig davon bleibt festzuhalten, wie weit die Dinge, nicht zuletzt durch die fehlerhafte Politik Englands und Frankreichs, bereits gediehen sind. Kann Herr Blum z.B. noch zurück, selbst wenn er wollte, was auch noch erst zu beweisen ist? Die Hemmungslosigkeit mit der sogar offiziöse französische Blätter in den letzten Tagen Deutschland der Umtriebe in Spanisch-Marokko bezichtigen, ist kein gutes Zeichen und deutet eher auf die Absicht, die weitere Unterstützung der spanischen Roten propagandistisch vorzubereiten. Die deutschen und italienischen Versicherungen hinsichtlich der Achtung des spanischen Besitzstandes werden durch Verdächtigungen und Lügen freilich er Anteil an Der Abfassung der Antwort der Roten gehabt habe, die bezeichnenderweise mit dem Ausdruck der Sorge um die „L e b e n s i n t e r e s s e n der europäischen Demokratie" schließe. Würde es aber, so fragt die „Morning Post nach allem, was notorisch in Spanien unter roter Herrschaft vor sich gegangen sei, und nach all dem, was unwiderruflich die Entstehungsgeschichte des bolschewistischen Rußland mit Schande bedeckt habe, nicht besser sein, die Redensarten von den „Lebensinteressen europäischer Demokratie" aus dem Spiel zu lassen? Die Wahrheit bricht sich auch in England Bahn. „Die nationale Erhebung vereitelte die Ausrufung eines spanifchenGowjetstaates" London, 12. Jan. (DRB. Funkspruck.) In der „Morning Post" veröffentlichen Earl S t. A l d w y n und H. G. F- Balfour, die kürzlich aus Spanien zurückgekehrt sind, eine objektive Darstellung der chaotischen Zustände, die in Spanien vor der nationalen Erhebung herrschten, Die beiden Verfasser erklären, daß es der größte Irrtum sei, zu glauben, daß es sich bei den Kämpfen in Spanien um Auseinandersetzungen zwischen sozialen Schichten handele. Man könne nur von einer nationalen Erhebung gegen Kommunismus und Anarchismus sprechen. Es seien unwiderlegliche Beweise dafür vorhanden, daß am 30. Juli vorigen Jahres die Kommunisten die Gewalt an sich reißen wollten und einen spanischen S o w j e t st a a t ausrufen wollten. Dieser kommunistische Plan wäre verwirklicht worden, hätte nicht General Franco mit den Nationalisten am 18. Juli zu einer nationalen Erhebung aufgerufen, um Spanien vor der kommunistischen Diktatur zu bewahren. Die damalige Linksregierung habe die Verbrechen der Bolschewisten unterstützt. Bei den damaligen Linksregierungen habe es sich keineswegs um Regierungen gehandelt, die dem Volkswillen e n t s p r a ch en. Nicht im entferntesten hätten diese Regierungen die Bezeichnung „demokratisch" verdient. Das Land fei vielmehr mitsowjetrussi- scher Propaganda geradezu überflutet worden, und kommunistische Zellen seien überall, auch in Heer und Marine, geschaffen worden, als Machtinstrumente des tatsächlichen Regenten des damaligen Spaniens, des Bolschewismus. Belgien nicht befriedigt. Brüssel, 11. Jan. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten van Zeeland fand ein Minifterrat statt, in dem u. a. die durch die Ermordung des belgischen Diplomaten de Borch- arave geschaffene Lage besprochen wurde. Der Außenminister Spaak teilte die Antwort mit, die von dem spanischen Bolschewistenhäuptling Caballero auf die Note der belgischen Regierung, in der ganz bestimmte Forderungen enthalten waren, eingegangen ist. Der Ministerrat erklärte die Antwort für ungenügend und beschloß, eine neue Note, in der die belgische Regierung darauf besteht, daß innerhalb kürzester Frist ihren Forderungen Genüge geleistet wird. Arzttum ist Dienst am Volk. Nationalsozialistische Gesundheitsführung. Weimar, 10. Jan. (DNB.) Anläßlich der Einweihung des Thüringer Aerztehauses hielt Reichs- ärzieführer Dr. Wagner eine Rede, in der er die Richtlinien für die Arbeit des kommenden Jahres festlegte. Er führte u. a. aus: Der weiteren Vermischung mit fremdem Blut ist durch die Nürnberger Gesetze Einhalt geboten. Wir haben heute 500 000 Juden, 200 000 Halbjuden und 100 000 Vierteljuden. Schon in der nächsten Generation werden wir keine Halbjuden mehr haben. Dem weiteren Aufwachsen des Kranken und Ungesunden, das bereits das Gute und Gesunde zu überwuchern drohte, haben wir durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Widerstand entgegengesetzt. Dieses Gesetz aber legt dem Arzt ungeheure Verantwortung auf. Er muß, bevor er den Antrag auf Sterilisation stellt, sich immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen, daß der zeugungsfähige Mensch das kost- bar st e G u t unseres Volkes ist. Er soll den Menschen nicht nach irgendwelchen Jntelligenzprü- fungen beurteilen. Das Kriterium kann immer nur sein, wie sich der Mensch auf seinem Posten im Leben bewährt. Der Arzt soll nicht immer nur nach der Minderwertigkeit fragen, sondern er soll das Positive sehen und so den Stolz des Deutschen auf Familie und Sippe stärken. Im Vordergrund der Gesundheitssührung stehen die positiven Maßnahmen für den Menschen. Welche Aufgaben hier noch zu lösen find, das sehen wir, wenn wir bedenken, daß die Erhöhung der Altersgrenze nur ein Scheinerfolg ist. Von den Menschen, die durch die Invalidenversicherung entschädigt werden, sind 5 0 v. H. vorzeitig Invalide geworden, d. h. vor ihrem 65. Lebensjahre. Wir sehen heute den Arbeitsknick bereits im 40. Lebensjahr beim Mann, im 30. Lebensjahr bei der Frau. Der Vierjahresplan kann aber nur erfüllt werden, wenn es gelingt, die Arbeitskraft des deutschen Facharbeiters länger als bisher zu erhalten. Bereits im Vorjahre haben wir zu diesem Zwecke zwei Jahrgänge schaffender deutscher Menschen untersucht.s Das waren 2 500 000 Menschen. Die Durchführung dieser Untersuchungen i n n o ch größerem Maßstab ist bereits für das jetzt vor uns liegende Jahr gesichert. Auch Betriebs- ärzte werden wir in absehbarer Zeit in größerem Umfang einsetzen können. Diese Aerzte sollen nicht Gesunoheitspolizisten innerhalb der Betriebe fein. Sie können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie das Vertrauen der Betriebsgefolgschaft besitzen. Ueberhaupt wird die Herstellung des Vertrauens zwischen dem Arzt und dem Menschen, wie es einmal der gute Haus- arzt besaß, eine der wesentlichen Zukunftsaufgaben sein, die nur dann von Erfolg fein kann, wenn jeder Arzt sein Arzttum richtig sieht. Arzt tum ist Dienst am Volk. Gerade die jetzige Generation hat ihren Beruf ost nicht richtig gesehen. Anders ist es nicht zu verstehen, daß es oft schwer ist, genügend Aerzte für das Land zu bekommen. In Zukunft wird jeder Arzt ein Jahr Landpraxis nachweisen müssen. Auch der Spezialarzt, denn auch er soll immer den ganzen Menschen sehen und nicht nur den kranken Einzelmenjchen, sondern das ganze Volk und hinter diesem Volk den ewigen Blutstrom. Jubel begrüßt, daß der Führer ihm auch Die große Aufgabe d e s Vierjahresplanes ubertrug. An seinem Geburtstag wünscht Hermann Göring keine große Feiern, aber wir glauben in feinem Sinne zu handeln, wenn wir ihm als schönstes Geschenk die frohe Bereitschaft bekunden, die unsere nationale Zukunft auch auf wirtschaftlichem Gebiet sichern soll. Die SA. durfte ihre besondere Verbundenheit mit ihrem ersten Führer aus dem Jahre 1923 bekunden, indem sie den Obergruppenführer Hermann Göring auf Befehl des Obersten SA.-Führers Adolf Hitler zum Chef der SA. - Standarte „Feldherrnhalle" ernannte. * Ministerpräsident Generaloberst Göring wird sich in Begleitung seiner Frau dieser Tage zu einem kürzeren Erholungsurlaub nach Italien begeben. Gruppensübreroppell der GA. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Im Standartensaal der Adjutantur des Stabschefs fand am Montagnachmittag der erste Appell de r Führer der SA. - Gruppen und Amtschefs der Ober- ft en SA. -Führung statt. Mit dem 30. Januar, dem Tage der nationalen Erhebung, ist der am 9. November 1923 angetretene Marsch zur Durchführung des ersten Teils des nationalsozialistischen Weltanschauungskampfes, der Uebernahme der Führung des deutschen Staates und Volkes, als Abschluß dieser ersten Etappe dieses symbolischen Marsches anzusehen. Damit werden für die Zukunft, erstmalig am diesmaligen 30. Januar, Beförderungen und Ernennungen auf diesen Tag und den 9. November festgelegt. Gleichzeitig begeht die SA. im ganzen Reich in allen Einheiten diesen Tag der Erneuerung und des Beginns eines neuen Kampfabschnitts unter Einbeziehung von erstmalig durchgeführten Kampfspielen einer jeden Formation unter sich. Wie einst die Olympischen Spiele der Griechen in ihren anfänglichen Formen eine ausübende Art ihrer Lebensanschauung waren, so werden auch die NS.-Kampfspiele für die Zukunft zu einer sich immer mehr erweiternden Feier des Nationalsozialismus werden. Auf dem Fundament der weltanschaulichen Vertiefung der SA. wird diese körperliche Erziehung und Ertüchtigung erst ihrem wahren Sinn und Zweck zugeführt. Damit ist die Größe der einmaligen und dadurch zeitlosen Aufgabe für Die S A., die sich heute in ihrem Ausmaße noch nicht übersehen läßt, klar gekennzeichnet. Aus dem ewigen Geist der SA. und dem Gestaltungswillen der Formationen werden sich in weiterer Zukunft er st die endgültig st en Formen der nationalsozialistischen Kampfspiele ergeben. Mit der Leitung des neugeschaffenen Hauptamtes Kampfspiele wurde Obergruppenführer Kasche, Führer der SA.-Gruppe Niedersachsen, beauftragt. Aus aller Wett. 170000 Streikende in Amerika. Neuyork, 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nicht weniger als 170 000 Mann streiken in den verschiedenen amerikanischen Industriezweigen und in der Schiffahrt. Bei der General Motors Co. ist die Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten, die durch den Ausstand arbeitslos wurden, jetzt auf 112 000 gestiegen, da mehrere Werke des Konzerns wegen Materialmangels stillgelegt werden mußten. Andere Betriebe kündigten Betriebseinschränkungen an. In Flint (Michigan) kam es zu einem Z u - sammenstoß zwischen Polizei und Streikposten vor den Fisherbody-Werken. Die Polizei ging mit Tränengasbomben vor und trieb die Streikenden, die die Werke seit Streikbeginn besetzt halten, auf die benachbarten Dächer. General von Nathusius f. Der seit Kriegsende in Kassel lebende Generalmajor a. D. Wilhelm Engelhard von N a t h u • f i u s, zuletzt Kommandeur der Munitionskolonnen und Trains der 4. Armee, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. General von Nathusius, der sich tm Weltkrieg große Verdienste erworben hat, wurde nach dem Kriege noch einmal besonders genannt, als er im Jahre 1924 bei einem Besuch in Lothringen von den Franzosen verhaftet und vor ein französisches Kriegsgericht gestellt wurde. Die Beschuldigungen der Franzosen konnten jedoch einwandfrei widerlegt werden, so daß General von Nathusius freigesprochen werden mußte. heftige Schneeslürme in Bulgarien fordern mehrere Todesopfer. Die heftigen S ch n e e st ü r m e, die in den letzten Tagen über ganz Bulgarien wüteten, haben überall schwere Störungen verursacht und auch Menschenopfer gefordert. Die Stürme überraschten zahlreiche Ausflügler in den Bergen. Uederall muß. ten Rettungskolonnen eingesetzt werden, um die in Bergnot geratenen Menschen zu bergen. In Philip- popel hat der Sturm über hundert elektrische Masten umgerissen, so daß die Licht- und Kraftversor- gunq der Stadt völlig unterbrochen wurde und die meisten Fabriken ihre Betriebe stillegen mußten. Das in Mittelbulgarien liegende Städtchen Sevle- jevo ist von der Außenwelt ganz abgeschnitten. Die Bevölkerung wurde zur Nothilfe aufgerufen und in Arbeitstrupps eingeteilt, um zunächst die Ausgangs- ftraßen der Stadt freizulegen und die Lebensmittelzufuhr sicherzustellen. In Sevlejevo und Gabrooo sind 5 Personen durch Erfrieren umgekommen. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Todesopfer noch wesentlich erhöhen wird, da über die Lage in den meisten Gebirgsgegenden, in denen die Stürme besonders schlimm gehaust haben, noch keine Berichte vorliegen. Das „Haus des Fremdenverkehrs". w AM .X;-. • In Berchtesgaden besichtigte der Führer ein Modell des „Hauses des Fremdenverkehrs", das in der Reichshaupt ft adt errichtet wird. Von links: der F ü h r e r, Brigadefuhrer Schaub, Architekt Speer, Generalinspektor Dr. lobt, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsminister Dr. G o e b b e l s und Präsident Esser. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Brotversorgung. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Deutschland ist in seiner Brotversorgung vom Ausland unabhängig, so lange die Landwirtschaft das ihr auferlegte A b - lieferung-Soll an Brotgetreide pünktlich und gewissenhaft erfüllt. 30. v. H. des Jahres- oblieferungs-Solls an Roggen und Weizen mußten bis zum 15. Oktober 1936 geliefert werden. Das i ft geschehen. Manche Landesbauernschaften Haden sogar mehr als die vorgeschriebene Rate abgeliefert. Nur einzelne Gebiete, in denen die Ernte schlecht war, haben ihr Soll nicht ganz erfüllt. Weitere 30 d. H. des Jahresablieferungs-Solls waren bis aum 31. Dezember 1936 zu erfüllen. Mehrere Lanoes- bauernschaften hatten dies bereits bis Anfang Dezember getan. Das Gesamtergebnis liegt noch nicht vor. Die Landwirtschaft ist sich demnach, von Ausnahmen abgesehen, ihrer Pflicht durchaus bewußt. Wenn die Unabhängigkeit unserer Brotversorgung vom Auslande nicht gefährdet werden soll, kommt nun alles darauf an, den verbliebenen Rest des Ablieferungs-Solls bis Ende Februar 1937 ebenso pünktlich und vollst ä n d i g zu erfüllen. Um dem Rechnung zu tragen, hat der Reichsbauernführer angeordnet, daß die Ortsbauernführer Listen anlegen, in die sich aus freiem Willen diejenigen Bauern und Landwirte eintragen können, die sich verpflichten wollen, nicht nur ihr Lieferungs-Soll pünktlich zu erfüllen, sondern darüber hinaus noch zusätzliche Men- gen von Brotgetreide abzuliefern. Um sicherzustellen, daß alle ohne Unterschied ihre Pflicht erfüllen, auch diejenigen, die im Gegensatz zu der großen Mehrheit des Landvolkes aus Unkenntnis ihrer Verantwortung und aus Pflichtvergeffenheit nicht ihrem Ablieferungs-Soll entsprechen, Roggen und Weizen zum Verkauf bringen, wird injeber Gemeinde ein Sachoer st ändigenausschuß gebildet, um an Ort und Stelle festzustellen, aus welchem Grunde im Einzelfalle das Ablieferungs-Soll nicht erfüllt worden ist. Dieser Ausschuß hat ferner gegebenenfalls das Erforderliche zu veranlassen, um die Erfüllung des Ablieferungs-Solls zu erreichen. Ferner wird durch eine Verordnung des Reichsernährungsministers allen Tierhaltern die Verfütterung von zugekauftem Roggen oder Weizen oder Erzeugnissen hieraus verboten. Bei den Deputatempfängern wird der Reichsnährstand dahin wirken, daß die Deputate künftig nur in dem Umfang in Roggen oder Weizen geliefert werden, in dem die Deputatsempfänger diese Getreidearten für ihre eigene Ernährung benötigen. Auch der Han - del von Roggen und Weizen zu Futterzwecken wird verboten. Für die Geflügelhaltungen wird im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten Mais zur Verfügung gestellt werden. Auch sonst werden größere Mengen von Futtermitteln verteilt werden, um zu erreichen, daß über das Ablieferungs-Soll hinaus noch Roggen und Weizen abgeliefert wird; bei dieser Verteilung sollen in erster Linie die Bauern und Landwirte berücksichtigt werden, die ihr Ablieferung-Soll pünktlich und vollständig erfüllt und sich in die erwähnte Liste eingetragen haben. Die zuzuteilenden Getreidemengen sollen dabei hauptsächlich in die Gebiete gehen, in denen gleichzeitig Roggenanbau und Schweinemast betrieben wird. Görtuqs Geburtsiaa. (Scherl-Bilderdienst-M.) Ministerpräsident Hermann Göring feiert am 12. Januar seinen 44. Geburtstag. Die Fülle der Verantwortung, die sich in seinen hohen Aemtern ausprägt, kennzeichnet den Mann und seine Verdienste. Dabei ist er immer ein guter Kamerad seiner Mitkämpfer und sorgsamer Führer feiner Gefolgschaft geblieben. Darin beruht die große Popularität des nun Dreiundvierzigjährigen, der jeder Arbeit, die er übernimmt, die Note seiner Persönlichkeit zu geben vermag. Wo Hermann Göring, der Soldat und Politiker, eingesetzt wurde, hat er niemals die in ihn gesetzten Erwartungen enttäuscht. Deshalb hat es das ganze Volk mit MfiiBieiüen ' äeieiiiiieiÄii iiiiiiiiiiiieiiik WiW|MiS!M»!»W!»mM'eiS!S!S!' .ieiiieiiiiieiiiiiiimeieigieigjejeieieiaieiwigigiiiBimgiei*: i .49 .tejej iiiÄiiiiiü - neieiei iiiiiiiiiii . ieimeiliii jiiiaiMieiean •is;sis;s;s;BiaiäiiiBiSi5,iia liiiiiiieiÄiiiiie. iiiiiiiieieieieii eiiieiiiiie;iiiii /liieiiiiÄiiiiiiii .eiOMiiiK lewieiwey z-A- ■ . 8 iäii iii iieie iii iwgigieigigiaLB^ 'M e iäiBiiiiieiäiÄiiiii.% ' iiiiiiieilieiÄ;iieik% iiieieieigigiBiiimei w isieieiBieigigiiiiieiB» iiisiiieiiieieiiiiiifii.' ieieieieieiiieiiieieiiii KAPVERDI (PORTI Gießen, Wiesbaden, Nordhausen, den 11. Januar 1937. 210 D 216 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntagmittag meine liebe Frau und treue Lebensgefährtin, unsere treusorgende Mutter Karoline Weber, geb. Carle nach längerer Krankheit im Alter von 63 Jahren zu sich in sein himm- Usches Reich zu holen. Die Beisetzung findet Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags 23/4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt - Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. Heuchelheim (Gießener Straße 49), den 12. Januar 1937. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Januar, nachmittags 1 Uhr statt. In tiefem Schmerz: Heinrich Weber Martha Weber Kurt Weber, Ing. Else Schydlo, geb. Weber Reinhold Schydlo Am Montag entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Tochter, meine treusorgende Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Nichte und Tante Marie Krauskopf im 35. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Krauskopf Witwe. Ein neues Kapitel politischer Geographie SPANISCH SCHE sten sind. Vermietungen"! | Mietgesuche | u. Zubehör | Empfehlungen Latten zeigen in die Her unter 0172 a. d. matzeifung, den ! Gießen. Anzeig. Gießener Anzeig er Baumpfähle Rosenstäbe /MADEIRA e(P0KT) Dachpappe Karbolineum Happel&Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 Millionenwerie, von Bienen gesammelt. ZdR. Die kleine Biene gilt uns als Zeichen des Fleißes und der Sparsamkeit. Sie rechtfertigt diesen Ruf, denn im Schaffen und Raffen — im guten Sinne natürlich — läßt sie sich von niemand übertreffen. Millionenwerte, die freilich in der Hauptsache der Mensch genießt, sind der Lohn ihrer Arbeit. In Deutschland gibt es rund 300 000 Imker, und sie besitzen 2120 000 Bienenvölker. Die Ernte eines jeden Volkes ist abhängig von der Witterung zur Blütezeit der Futterpflanzen. 1934 brachte ein Stock durchschnittlich 11,5 kg, 1935 aber nur 9,65 kg. Der ganze Ertragswert der Imkerei an Honig und Wachs beträgt im Reiche knappe 5 0 Millionen Mark. Ein ansehnliches Sümmchen, das diese kleinen Insekten sammeln! Und doch reicht dieser Ertrag nicht für den deutschen Bedarf aus. Im vorigen Jahre haben wir zu den 20 300 Tonnen deutschen Honigs noch 650 0 Tonnen ein führen müssen, die uns 2,5 Millionen Mark Rach Abessinien, Palästina, dem Irak, China und Spanien haben wir ein neues Kapitel politischer Geographie zu lernen. Wir danken das den aus der spanischen Marokkozone vertriebenen Roten, die sich in den nicht übermäßig angesehenen Klein- Cafäs der Hafenstadt Tanger ein freundliches Ren- dez-vous gegeben haben, wo sie — fern von allem Puloergeruch — nur im Zigarettenrauch die unglaublichsten Schauermärchen über Spanisch-Ma- Die Millionen, die wir für die Einfuhr ausgeben, könnten wir sparen, wenn wir selbst mehr Bienen halten wollten. Auf Wollen oder Nichtwollen kommt es nun aber nicht an, Deutschland in seiner wirtschaftlichen Lage muß! Es muß auch mehr Bienen halten! Als erster Anstoß, die Lücke in unserer Versorgung zu schließen, soll im Rahmen des Vier- juhresplanes für die Kleintierzucht auf der vierten Reichskleintierschau in E s s en das Ziel für 1937 verkündet werden: Jeder Imker em Volk mehr! Das find 300 000 Bienenvölker mehr, und ihre Erzeugung könnte ein Drittel bis die Hälfte der Einfuhr decken. Wir könnten so in kurzer Zeit unsere Wirtschaft von der Einfuhr ausländischer Inn kereierzeugnisse frei machen. Aber wir wollen noch mehr H'onig erzeugen; denn Honig ist ein gesundes, wohlschmeckendes und bekömmliches Nahrungsmittel, auch bestens geeignet, unsere Sorgen in der Fettversorgung zu verringern. Wir wollen wenn wir vom Nutzen der Bienen sprechen und von den Diensten, die sie uns noch leisten sollen, nicht einen Nutzen dieser kleinen Tiere vergessen, der nur allzu oft übersehen wird, obwohl er den Wert der Honig- und Wachserzeugung weit übertrifft: den Nutzen der Bienen als Bestaub er unserer Kulturpflanzen! Diesen Nutzen in einer Zahl zu begreifen, ist sehr schwer Eme qeistesscharfe Berechnung nennt für diesen Nutzen sucht Stellung in bess., frauenlosen Haushalt. Schriftl. Angeb. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen« leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. gekostet haben. Und zu unseren 550 Tonnen Wachs mußten wir gar noch 920 Tonnen für 1,2 Millionen Mark kaufen. 3-4-ZinL-Mnung zum l.März von jungem Ehepaar gesucht. Schriftl. Angeb. m. Preis unt. 0174 a. den Gießen. Anzeig. rokko fabrizieren. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß F r a n k r e i ch im 19. Jahrhundert eine außerordentlich starke Stellung an der Südkuste des östlichen Mittelmeerbeckens erworben hat. Zuerst mit der Eroberung von Algier mit seiner 1000 Kilometer langen Küste — eine Eroberung, die im Jahre 1830 eingeleitet worden ist. Dieses Kernstück wurde dann im Osten durch die Erwerbung des „Protektorates" Tunis gerade 50 Jahre \pa> ter abgerundet. Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts setzte dann die umstrittene „friedliche Durchdringung Marokkos ein, worauf die Spanier ihre Position in dem jetzigen nördlichen Marokko erst ausbauten. Bis dahin hatten sie sich im wesentlichen Briefton zu treffen. Lachend sagt er die Wahrheit, und lachend schreibt sie sich der Leser hinter du» zum l.Feor. gesucht für Haushalt mit 2 kleinen Kindern. Vorzustellen Ludwig- mit den sogenannten Presidios begnügt, befestigten Städten an der nordmarokkanischen Küste die schon unter Karl V. in spanischem Besitz waren. Ueberdies kommt der Ausdruck „Presidios" von dem wohlbekannten lateinischen Wort „Praesidium das im spanischen Sprachgebrauch so viel wie „Posten" heißt. Dazu gehört der Hauptort C e u t a mit mehr als 50 000 und weiter im Westen der Hauptort Melil la mit 62 000 Einwohnern. Diese beiden Städte haben auch im weiteren Umfange europäische Formen angenommen, während das etwa 70 Kilometer von Ceuta mittelmeereinwärts gelegene Tetuan mit feinen 48 000 Einwohnern einen ausgesprochen maurischen Charakter behalten hat. In schweren Kämpfen haben die Spanier ihren Besitzstand in Nordmarokko im vorigen Jahrzehnt ausgebaut und befestigt. Tanger, etwas südlich von der Meerenge von Gibraltar gelegen, hat ein internationales Statut. Italienische Ansprüche aus stärkere Berücksichtigung in der Stadtverwaltung sind wiederholt angemeldet worden. Südlich von Spanisch-Marokko erstreckt sich aus eine Entfernung von nicht weniger als 800 Kilometer die atlantische Küste von Französisch- Marokko. Charakteristischerweise heißt Marokko im Altarabischen der - „Ferne Westen" — nämlich gesehen von Mekka oder Bagdad, Damaskus oder Cairo aus. Daran schließt sich wiederum eine s p anische Kolonie an, das Gebiet von Rio de O r o, was, wörtlich übersetzt, „Goldfluß" bedeutet. Das Gebiet ist aber durchaus nicht ein Goldland, sondern die 30 000 Einwohner, die hier an einer wiederum 700 bis 800 Kilometer langen Küste auf insgesamt 285000 Quadratkilometer wohnen, beschäftigen sich fast ausschließlich mit Fischfang und mit der Kultur der Dattelpalme. Der marokkanifchen Küste ist in etwa 700 Kilometer Entfernung die Inselgruppe vorgelagert, deren Hauptinsel durch „Kraft durch Freude" und durch den Tod des letzten österreichischen Kaisers in weiten Kreisen bekannt ist, Madeira. Sie ist in portugiesischem Besitz. Südlich davon, in einer Entfernung von 150 bis 600 Kilometer von der Küste der spanischen Kolonie „Rio de Oro" liegen die in spanischem Besitz befindlichen „K a n a r i s ch e n I n s e l n , von denen Gran Canaria und Teneriffa am bekannte- Moten 1 gokd. Ohrring mit schwarzem Stein. Abzugeb. aeg. Belohnung im Botel Kühne. 2? KANARISCH £ (SPAN.)/«*# strafte 42 II zw. 6—7 Ahr. 0170 MWW- Wer Kanarien,Well.- Sittiche, Bogel- näpfchen i.groß. 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Januar, 2 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Schwerpunkt des europäischen Hochdruckge« bietes hat sich nach Finnland verlagert, wo zur Zeit Barometerstände von mehr als 785 Millimeter herrschen. Damit hat sich eine ausgesprochen wm- terliche Wetterlage hergestellt, die auch für Deutsch, land die Fortdauer des kälteren Wetters bedingt. Es steht jedoch zu erwarten, daß es in der Folge mehr als seither zu Wolkenbildung kommt, wenn auch nennenswerte Niederschläge vorerst noch unwahrscheinlich sind. Aussichten für Mittwoch: Vielfach dun« tig oder neblig, sonst wolkig bis heiter, trocken, nachts leichter bis mäßiger Frost, Tagestemperaturen bei 0 Grad, Winde um Ost. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig und meist wolkig, doch ohne nennenswerte Niederschläge, Fortdauer des Frostes. Lufttemperaturen am 11. Januar: mittags 1,8 Grad Celsius, abends —3,1 Grad; am 12. Januar: morgens —5,4 Grad. Maximum 2,4 Grad, Minimum heute nacht —5,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Januar: abends 0,2 Grad, am 12. Januar: morgens —0,5 Grad. — Sonnenscheindauer 2,7 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Sauerland, Winterberg: Heiter, 0 Grad, 17 an Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. Schwarzwald, Feldberg: Heiter, 0 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodeln 9 Alpen, Schneefernerhaus: Heiter, — 7 Grad, 350 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. Hiesiges Industrie - Unternehmen sucht zum baldigen Eintritt jüngeren 2.Buchhatter mit gut. Kenntnissen in der.Durch- schreibe-Buchführung sowie auch Lohnbuchhaltg. Stenographie und Maschinenschreib. Voraus,etzung. Handschriftliche Bewerbungen nut Lebenslauf, Zeugnis-Abschriften, Referenzen sowie Angaben über Gehaltsansprüche und frühesten Eintrittstermin erbet, unter 218D an den Gießener Anzeiger. Unter einer Lannne begraben. Am Sonntag ging am Reiterkar in den Seefelder Bergen in Tirol eine Staublawine nieder, die den reichsdeutschen Skifahrer Siegfried K o p p, der aus München stammt, verschüttete. Kopp war in das Reiterkar aufgestiegen, mcht um eme Skitour zu unternehmen, sondern um auf den Hängen zu üben. Dabei trat er eine Staublawine los, die ihn verschüttete. Kurz darauf ging eine Grundlawme los, die eine Ausdehnung von 70 bis 80 Meter und eine Höhe von 5 bis 6 Meter erreichte und den Unglücklichen unter dem meterdicken Schnee begrub. Bisher waren alle Bemühungen, Kopp zu bergen, vergebens. Weitere Einzelheiten über seine Per,on- lichkeit fehlen, da er den Anmeldezettel m Seefeld nur flüchtig ausgefüllt hatte. Mord an einem entführten Knaben in USA. In der Nähe von Everett im Staate Washington würde im Schnee die furchtbar verstümmelte und unbekleidete Leiche eines Knaben gefunden. Die Vermutung der Polizei, daß es um den vor zwei Wochen entführten zehnjährigen Sohn des Arztes M a t t s o n aus Tacoma handelt, wurde durch sofort herbeigerufene Verwandte des Arztes bestätigt. Die Leiche lag in der Nähe der Landstraße und war kurze Zeit vor der Auffindung in das Gelände geschleift worden. Die Familie Mattson hatte in der vergangenen Woche 28 000 Dollar an die Entführer gezahlt, ohne daß die Verbrecher das Kind vereinbarungsgemäß freigaben. Dieser brutale Entführungsmord, der dem Verbrechen an dem Kinde Lindberghs äußerst ähnlich ist, hat in ganz Amerika ungeheure Empörung hervorgerufen. Devifenschieberbande in Pretzburg verhaftet. Eine V a l u t a s ch i e b e r b a n d e, die mit Gangstermethoden Wertpapiere und Geld in das Ausland schmuggelte, konnte von der Preßburger Polizei gefaßt werden. Mehr als vier Millionen Tschechenkronen sind nach den bisherigen Feststellungen von der Bande verschoben worden. Unter den bis jetzt Verhafteten befindet sich auch der pensionierte Direktor der Preßburger Deutschen Handelshochschule, Joseph Maria Seewart. Zur allgemeinen Überraschung stellte sich heraus, daß dieser Mann, der in deutschen Kreisen im übrigen wegen seiner Vergangenheit wenig guten Leumund hat, der Hauptschuldige ist. Im Auslande wurden von der Schieberbande tschechische Wertpapiere ohne Abstempelung gekauft, die Seewart in eigens hierzu hergestellten Kraftwagen mit eingebauten Stahlsafes über die Grenze nach Preßburg schmuggelte und dort verkaufte. Auch Kokain wurde auf demselben Wege über die Grenze geschmuggelt. Die Korrespondenz der Verbrecher erfolgte chiffriert. Falsche Pässe standen in beliebiger Anzahl zur Verfügung. Seewart hat unter dem Deckmantel des Patriotismus und der Staatstreue im Jahre 1933 unb 1936 viele deutschgesinnte Männer bei den Behörden wegen angeblicher Staatsfeindlichkeit am geschwärzt. Seewart ist tschechischen Ursprungs und hieß bis 1918 Sklenarsch. 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Aus dem Inhalt seien die folgenden Abschnitte hervorgehoben, die über Hoches Darstellung und Fragestellung Aufschluß geben: Philosophische und moralische Betrachtungen — Dec naturwisenschaftliche Weg - Die Welt ohne Schmerz — Das Bewußtsein — Schmerz und Lust — Psychische Schmerzausschaltung — Ist der Schmerz zweckmäßig? — Dom Sinn des Fiebers — Das Problem der Blutgerinnung — Der Schmerz im Lichte der Entwicklungsgeschichte — Warum die Riesentiere untergingen — Das Schmerzproblem un Lichte der allgemeinen Frage von Zweckmäßigkeit Tücht., gesundes [Stellengesuche SÄ YMMerlo Seitenbau l.St. m 1-2 ält. Leute >um l.Febr. 37 >u vermiet. Schr. llnfr. u. 0176.an ;en Gieß. Anz. Laden mit 0177 llllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Qeschäftskarten Ihre« Hauses beurteilt. 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Verminderung aber einem anhaltenden Stillstand der Bevölkerungszahl Großbritanniens zukommt, im Rahmen der Aufgaben, die sich Großbritannien auf politischem und weltwirtschaftlichem Gebiet gestellt sind, ist in der letzten Zett auch außerhalb Englands häufig gestellt worden. Man kann immer wieder gerade im Auslande die Ansicht hören, daß für das Wohlergehen eines Volkes es vollkommen belanglos sei, wie stark es an Zahl ist, daß kleine Völker doch ischr gute Daseinsbedingungen hätten und vielleicht glücklicher dastünden, als die großen und volkreichen. Allenfalls könne, das' wird meist zugegeben, eine schnelle und anhaltende Abnahme des Volksbestandes eine gefährliche Erscheinung darstellen, der man jedoch rechtzeitig Einhalt zu gebieten in der Lage sei. — Die so denken, verkennen, daß ein Volk ein sozialbiolo- gjsches Gebilde darstellt, welches ganz wie eine Familie oder Sippe das natürliche Bedürfnis hat, sich zu vermehren, zu wachsen, und daß jede neue Generation eines Volkes eine lange Reihe von Aufgaben und Problemen überliefert erhält, die nicht zurück- gewiesen werden können, sondern als Erbe der Vergangenheit der neuen Generation zur Lösung gestellt werden. Bei dieser Lösung spielt aber die Größe des Volkes eine sehr wichtige, unter Umständen die entscheidende Rolle. Auf England bezogen läßt sich die Richtigkeit dieser Feststellungen ganz leicht nachweisen: es ist doch sehr bemerkenswert, daß dieses Land bisher die vergleichsweise höchste Stufe seiner wirtschaftlichen und politischen Herrschaft zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in den sechziger Jahren, erreicht hatte, zu derselben Zeit, als Groß- britanttien eine besonders starke Bevölkerungsvermehrung aufwies. Gewiß kann man behaupten, diese starke Vermehrung sei ja durch die große Gunst der damaligen wirtschaftlichen und politische^ Entwicklung verursacht worden. Diese habe erst den Lebensraum für den ungeheuren Bevölkerungszuwachs geschaffen. Das mag bis zu einem gewissen Grade 'zutreffen. Unverkennbar ist aber, daß ohne eine vorhergehende starke Bevölkerungszunahme, wie sie England schon in der ersten Hälfte des ver- gangcnen Jahrhunderts gehabt hat, Großbritannien niemals die Leistungen vollbracht hätte, die dieses Volk auf die Höhe seiner Macht gehoben haben, und daß niemals die Welt in dem Maße „englisch" geworden wäre, wie das tatsächlich der Fall gewesen ist. wenn England nicht diesen gewaltigen Mcnschenuberschuß im Mutterlande gehabt hätte, ein Umstand, von dem Großbritannien heute noch zehrt. Es liegt auf der Hand, daß die Aufrechterhaltung und — was bei einer sich kraftvoll entfaltenden Ration ganz natürlich ist — die weitere Festigung und Ausdehnung der Weltgeltung Englands nur dann gewährleisttt ist, werm das englische Volk mindestens seinen Bestand ungeschmälert ausrechterhält, wenn nicht weiter vermehrt, und sich nicht durch die Ausbreitung anderer, schneller wachsender Völker aus seiner Stellung verdrängen läßt. Wie ist es aber in dieser Hinsicht heute tatsächlich in England und in seinen überseeischen Besitzungen bestellt? England und Wales, d h. der eigentliche biologische Kern des britischen Weltreiches, hat zur Zeit eine Bevölkerung von rund 41 Millionen, dazu kommt Schottland mit rund 5 Millionen Einwohnern. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts, das eine ungeahnte Ausdehnung des britischen Weltreiches mit sich brachte, hatten England und Wales nur rund 8,9, Schottland nur rund 1,6 Millionen Einwohner. Die Größe der absoluten Bevölkerungsvermehrung war in den 60-, 70-, 80-, 90er Jahren und im ersten Jahrzehnt des laufenden Jahrhunderts am stärksten. Roch im Durchschnitt der Jahre 1911 /15 wies England und Wales einen Geburtenüberschuß von 346151, im Durchschnitt für 1926'30 aber nur noch von 182 953 auf, 1933 war er sogar auf 83 948 gesunken, dann aber um ein Geringes gestiegen: 1934: 120 832, 1935: 121 796 Personen, was — auf 1000 Einwohner berechnet — 3,0 beträgt. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß diese Zuwachsrate (von 3,0 auf 1000) bei einer Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit, wie sie gegenwärtig besteht (14,7 dzw. 11,7 auf 1000 Einwohner) auf die Dauer nicht Bestand haben wird und somit auch die Bevölkerungszahlen von England und Wales nicht gehalten werden können, weil die Zahl der neuerdings in das heiratsfähige Alter tretenden Männer und Frauen infolge des Geburtenrückganges während der vorhergehenden Jahre nicht ausreichen wird, um die gleiche Zahl von Kindern zu zeugen. Das könnte nur bei einer steigenden Geburtenzahl je Ehepaar, oder einer weiter stark abnehmenden Sterblichkeit der Fall sein Daß die Sterblichkeit weiter abnimmt, ist aber sehr unwahrscheinlich, denn England hat ohnehin schon eine vergleichsweise sehr niedrige Sterblichkeitsziffer. Ausgehend von der Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit des Jahres 1933 hat man in einwandfreier Weife berechnet, daß bis zum Jahre 1944 die Bevölkerung weiter von rund 40 563 000 (1935) bis auf 40 885 000 zunehmen wird. Beginnend mit dem Jahre 1945 wird aber ein Rückgang einsetzen, so daß nach 50 Jahren (1985) die Bevölkerung auf 82 v. H. ihres Bestandes von 1935 und nach 100 Jahren auf die Hälfte ihres jetzigen Bestandes gesunken sein wird. Mithin ist eine sehr starke Schrumpfung des englischen Volksbestandes, wenn die heute allgemein verbreitete und ausgeübte birth-control bestehen bleibt, unvermeidlich. Wie soll aber bei einer abnehmenden Bevölkerungszahl die englische Weltmachtstellung und der damit auf das engste verbundene hohe Lebensstandard der Engländer aufrechterhalten werden? Das ist politisch, militärisch und wirtschaftlich ein sehr schwerwiegendes Problem, das man in jüngster Zeit auch in England in seiner Tragweite allmählich zu erkennen beginnt. Bisher war man allerdings ganz einseitig aus die Aufrechterhaltung der vergleichsweise hohen Lebenshaltung der gegenwärtig lebenden Generation bedacht und machte sich gar keine Gedanken darüber, daß die Lebenshaltung doch nur solange als gesichert gelten kann, als England in der Lage ist, seine Kolonien zu beherrschen und seine Dominien gegen Angriffe zu verteidigen, wozu eine ausreichende Zahl von Engländern, d. h. von Menschen, die nach Abstammung, Charakterbildung und Üeberlieferung „Vollblüter" sind, erforderlich ist. Daß in den aufgerückten Schichten des englischen Volkes der Geburtenrückgang besonders stark um sich gegriffen hat, scheint mir aus den dargelegten Gründen besonders gefährlich zu sein, denn es ist eine ganz abwegige Ansicht zu meinen, daß bei einer starken Schrumpfung der Fortpflanzung in aufgerückten Volkskreisen und gleichzeitiger freier Entfaltungsmöglichkeit der unteren Volksschichten fortgesetzt genügend begabte und gut veranlagte Personen in die führende Schicht aufrücken würden. Der Vorrat an bedeutenden Begabungen ist innerhalb eines Volkes nicht unerschöpflich, und die sich auch in England seit Jahrzehnten infolge des Geburtenrückganges innerhalb der aufgerücften Kreise (auch in den Kreisen der Arbeiterschaft) vollziehende Gegenauslese und die dadurch verursachte Auspowerung des Volkes an überdurchschnittlich Begabten muß zwangsläufig dazu führen, daß die Leistungsfähigkeit des ganzen Volkes nachläßt. Vor allem aber ist England heute in gewissem Grade Einwanderun'gsland geworden, denn in den letzten Jahren überwog die Zahl der Einwanderer (Rückwanderer) die der Auswanderer: während im letzten Vorkriegsjahr die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer noch um rund 303 700 überstieg, ist seit 1931 alle Jahre ein Mehr 1 an Einwanderern zu verzeichnen gewesen, das im Durchschnitt rund 30 000 Personen betragen hat. Als ein Dauerzustand ist diese für das Mutterland anscheinend günstige Wanderungsbilanz aber nicht zu betrachten, denn der eigentliche Grund dieser Rückwanderung aus den überseeischen Besitzungen ist wohl in der Besserung der wirtschaftlichen Konjunktur in England und in der hohen Arbeitslosenunterstützung, die in England gezahlt wird, zu erblicken. ~ . Das Britische Weltreich bedarf aber zur Festigung feiner Herrschaft nach wie vor eines ständigen Zustromes von englischen Auswanderern nach den Kolonien und Dominions. Vor allem ist die Auswanderung von Leuten erwünscht, die gewillt und befähigt sind, als Siedler sich in den noch zum Teil sehr 'dünn bevölkerten überseeischen Gebieten dauernd niederzulassen. An solchen Menschen fehlt es aber in England schon heute und wird es nach zwei bis drei Jahrzehnten in noch weit höherem Grade mangeln, falls der Bevölkerungszuwachs den gegenwärtigen außerordentlich niedrigen Stand bet» behält. Dabei verlangen aber gerade die Kolonien und Dominions dringend eine Mehrung des Bestandes an englischen Menschen, um die ungenützten Räume, z. B. in Australien und in Neuseeland, besiedeln zu können, zumal die einheimischen weiße Be- völkerung in diesen Ländern sich nur recht langsam vermehrt, während Japaner, Chinesen und Malaien eine unvergleichlich größere Fortpflanzung aufweisen, als die Europäer. Das englische Volk ist damit gleich anderen westeuropäischen Völkern vor die Wahl gestellt, entwe» der auf eine weitere Ausdehnung seiner Weltgeltung zu verzichten — wenn es das will, dann kann es seinen Bevölkerungszuwachs weiter einschränken — ober es muß sich im Verhältnis zu anderen, besonders den außereuropäischen Völkern ausreichend stark vermehren, wozu eine höhere Geburtenhäufigkeit unerläßlich ist. \ Die Menschast erforsch! den Verkehrsnnsall. Neue Hilfsmittel im Kampf gegen den Tod auf der Straße. Von Dr. W. Dietrich. Die ständige Zunahme der Motorisierung Deutschlands hat bekanntlich leider auch die Verkehrsunfälle erheblich ansteigen lassen. Da ebenso in allen übrigen Kulturländern der Erde infolge des rapid anschwellenden Verkehrs der Kampf gegen den Verkehrsunfall immer notwendiger wird, haben sich Wissenschaft und Technik dieser Frage mit größtem Eifer angenommen. Psychologen, Aerzte, Verkehrssachleute und Techniker sind gemeinsam bemüht, die Gefahren des Verkehrs nach Möglichkeit zu beschränken: unser Artikel berichtet über einige besonders wichtige neue Ergebnisse dieser Arbeiten. In Deutschland kommen laut Statistik über 100 000 Menschen in einem einzigen Jahre bei Verkehrsunfällen irgendwie zu Schaden — ganz abgesehen von den gewaltigen wirtschaftlichen Werten, die auf diese Weise sinnlos zerstört werden. Wenn wir diesen Gefahren, neben den neuen und wirksamen behördlichen Maßnahmen, von uns aus erfolgreich begegnen wollen, müssen wir uns zuerst mit der wichtigsten Frage beschäfttgen: wodurch werden diese Unfälle hervorgerufen? Wer hat schuld? Es ist Nicht leicht, eine wirklich umfassende Antwort auf diese Frage zu finden, weil allzu viele verschiedene Dinge beim Zustandekommen der meisten Verkehrsunfälle mitspielen. Aber einen gewissen Anhalt geben schon die statistischen Zusammenstellungen, die jetzt über alle Verkehrsunfälle in mustergültiger Weise geführt werden. Die Statistik zeigt uns zunächst, daß durch übermäßige Geschwindigkeit und falsches Uederholen erschreckend viel Unfälle hervorgerufen werden. In England, wo die Unfallziffern noch höher sind als bei uns — 10 000 Tote bei Verkehrsunfällen im Jahresdurchschnitt! — hat man ein ganz radikales Mittel gegen das „Rasen" der Autos eingeführt: in bebauten Gegenden darf auch auf der freien Landstraße nicht schneller als fünfzig Kilometer in der Stunde gefahren werden. Diese Maßnahme ist natürlich auf erbitterten Widerstand, namentlich der Autofahrer, gestoßen — aber sie hat in England geholfen, denn die Unfallziffern sind seit Einführung der Geschwindigkeitsgrenze gesunken. In Deutschland haben zuständige Stellen in letzter Zeit schon mehrfach darauf hingewiesen,x daß auch bei uns eine Begrenzung der Geschwindigkeit in noch zu erwägender Form möglicherweise bas letzte Mittel sein würde — wenn die Raserei auf den Straßen nicht aufhört. Liegt bei den Unfällen durch zu schnelles Fahren die Schuld fast stets beim Kraftfahrer, so ist auf der anderen Seite auch der Fußgänger in vielen Fällen trotz aller Belehrung noch erschreckend leichtsinnig und unachtsam. Sein Schuldanteil beträgt immerhin mehr als die Hälfte der durch „Rasen" verursachten Unfälle. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß sich nach den statistischen Feststellungen zwei Tage ergeben, an denen die Unfallziffern besonders hoch sind: der Samstag und der M o n- t a g. Am Wochenende ist so mancher Großstädter in Gedanken schon beim Sonntagsausflug, er achtet nicht genug auf den Verkehr — und muß diese Nachlässigkeit leider oft nur allzu bitter büßen. Am Montagmorgen liegt ein zweites „Hoch" der Verkehrsunfälle — also nach der Ruhe und Verkehrsentwöhnung des Sonntags. Im Laufe eines Tages ereignen sich besonders viele Unfälle nachmittags gegen 16 Uhr, also zu einem Zeitpunkt, da die meisten Menschen von der Arbeit erschöpft oder von der Verdauungstätigkeit her ermüdet sind. Merkwürdig endlich ist die Tatsache, daß von allen Monaten Februar und März in bezug auf die Häufigkeit der Verkehrsunfälle die gefährlichsten zu sein scheinen. Hierfür eine völlig eindeutige Erklärung zu finden, dürfte kaum möglich sein, da sicherlich eine ganze Reihe von Ursachen äußerer und innerer Art in Betracht kommen. * Erschreckend stark ist auch die Beteiligung des Alkohols an den Ursachen der Verkehrsunfälle. Daß namentlich der Kraftfahrer Alkohol während einer Fahrt völlig meiden muß, ist schon so oft getagt worden, da.ß es jeder wissen sollte. Aber in einem einzigen Monat werden in Deutschland rund sechshundert — meist sehr schwere — Unfälle durch angetrunkene Kraftfahrer verursacht! Man hat bekanntlich schon vor einiger Zeit zur Prüfung dieser Frage eine Blutuntersuchung eingeführt: neuerdings kann man die Trunkenheit eines Menschen auch noch durch Untersuchung seiner A t e m - lüft nachweisen. Ein englischer Chemiker hat ein Verfahren ausgearbeitet, bei dem der Untersuchte kurze Zeit in einen Gasballon atmen muß, worauf mit Hilfe von sehr einfachen Reaktionen der Grad seiner Alkoholisierung ganz genau festgestellt werden kann. Betrunkene Chauffeure, die irgendeinen Unfall verursachen, werden also in Zukunft ihrer Strafe nicht entgehen können. Eine recht interessante technische Neuerung ist Kommt da neulich ein feiner fiece in den Laden und wählt eine Zahnpasta für 50 Pfennige. Er ließ sich durch den niedrigen Preis nicht beirren, dehn die Packung trug ja den guten Namen „Nivea". Er wußte: Nivea ist Qualität Nachts in einem Mtttenm. Von Werner Schumann. Es war eine winterliche Nachtstunde, als wir plaudernd im Büro des Direktors eines ägyptischen Museums saßen, dessen hervorragende Sammlungen wett über Deutschlands Grenzen bekannt sind. Der Chef des Hauses stand kurz vor einer Forschungsreise nach Aegypten und hatte uns seine Pläne im einzelnen entwickelt, als er sich, in einer plötzlichen Eingebung, erhob und uns lächelnd auffprderte, ihn auf einem Rundgang durch fein Museum zu begleiten. Wir sahen ihn ein wenig verdutzt an: wie, zu dieser Stunde? Aber ja, lachte er, das sei die rechte Zeit für ein Totenreich. „Kommen Sie nur, meine Herren! Die Pharaonen haben einen tiefen Schlaf. Wir werden behutsam vorgehen und sie nicht stören." Und schon öffnete er die Tür zu den Sammlungen. So traten wir, nicht ohne Neugierde und Spannung, zu Dritt eine phantastische Reise durch Alt-Aegypten an, unwillkürlich leise in Wort und Schritt, der Hausherr vorauf. Er dachte natürlich nicht daran, das elektrische Licht, das alle Illusion zerstören würde, aufflammen zu lassen. Um das traumhaft Unwirkliche der nächtlichen Stunde noch zu erhöhen, hatte er nur eine winzige Taschenlampe in der Rechten — und: knips, schoß der erste dünne Lichtstrahl in das Dunkel der lautlosen Totenkammer. Ich erinnere mich genau, in diesem Augenblick völlig überrascht stehengeblieben zu sein. Dies war nicht mehr das peinlich geordnete und feierlich auf- gebaute Museum in seiner steinernen Ruhe, das wir auf vielen Rundgängen gründlich kennengelernt hatten. Es schien uns, als ob die alten Götter, die vor Jahrtausenden gestorbenen Mächtigen der Erde, plötzlich beseelt aus ihrer musealenHaftherausträten, schauend und atmend, übermenschengroß und erfüllt von uralter Weisheit: heraus aus ihrem fahl-gelben Stein-Dasein, ihrem rätselhaften Sphinx-Schlas, von dem wir so herzlich wenig wissen. Sie gaben freilich auch jetzt kein Geheimnis preis. Und täten sie es: mit dem Verstände allein könnten wir es nicht aufnehmen. Die Mysterien lassen sich nur erkennen von Wesensähnlichen. Soviele Antlitze, — svviele Rätsel! Osiris', des Lichtgotts, starrer Blick, lag jetzt im Lichtkegel der kleinen Lampe. „Ist es nicht absurd", flüsterte mein Nebenmann, „daß ausgerechnet Osiris sein Lebenselement, das göttliche Licht, von einer Taschenlampe des 20. Jahrhunderts empfangen muß?" „Ein kleiner Irrtum", belehrte uns unser Führer, „Osiris' eigentliches Auge, das Sonnenauge, war in seinem Innersten. Jeder Aegypter konnte es Osiris gleichtun und im Innern die Mächte der Finsternis besiegen!" Aber dies ist ja gerade die Frage: taten sie es noch? Die „alten" Aegypter hatten ja noch ältere Ahnen, die den Quellen der Weisheit nahe waren, lieber das Leben der Nachkommen ging schon die Woge des Materialismus und der Unterdrückung. Waren nicht die Riesenbauten der Unsterblichkeit der Könige zum Teil errichtet aus dem Mark von Sklaven? Dieser Kolossalmensch da, der Prinz Hem-On, über dessen strotzende und vollendet schöne Athletenmuskulatur der Schein der Taschenlampe geistert, vom vorderen Schienbeinmuskel hinauf über die weibisch schwellende Brust zur harten Stirn, er ist einer der höchsten Verwaltungsbeamten seines königlichen Herrn und also ein Mann der Wirklichkeit gewesen. Wuchtig mochte seine schwere Hand auf den Nilruderern, Eseltreibern und Pyramidenbauern gelastet haben. Noch nie vor dieser seltsamen Nachtwanderung war mir die übermächtige Körperlichkeit des gelassen sitzenden Prinzen so bewußt geworden. Dennoch zeugte das Bildnis, wie wir es jetzt sahen, auch von seiner Unsterblichkeit. Es sprach uns an, daß auch er einst einem höheren Dasein nachgelebt und das Licht des Himmels geliebt habe. Und er schien mit dem „Totenbuch" seines Volkes zu sprechen: „Licht wird es vor mir auf der Erde, und mein Auge wendet sich zurück zu den Spuren meiner Tage. Die Gräber der Erde werden mir zu Geburtsstätten: und ich kehre wieder zu meiner Zeit. Vor mir leuchtet der Strom des Lebens: ich sehe der Dinge ewig wandelnde Natur. Mein tief innerliches Auge erwacht..." Da gleitet der Lichtschein ab von ihm, er sitzt wieder unbeweglich im Dunkel der Jahrtausende. Unsere Schritte tappen vorsichtig vorüber an den breitäugigen Antlitzen von Pharaonen und Männern aus dem Volk, an den aufzuckenden Löwentatzen der Sphinx-Gestalten, an den bindenumwickelten Mumien, den wundersamen Bildern der Hieroglyphen. Und was wir auch wahrnehmen im wogenden Ansturm der Menschen- und Tierleiber: über allem steht doch die Kraft und Herrlichkeit des Auges und der Brust. Davor tritt alles andere zurück, wird zur monotonen Leiblichkeit in endlosen Wiederholungen. Sie verstanden zu herrschen — und waren doch dem Ewigen verbunden. Auge und Brust, Himmel und Erde. Das war ein guter Zusammenklang: und so haben sie denn auch gemalt und gemeißelt. Drei gewaltige Reiche durchwandern wir, fast vier Jahrtausende, und aus ihrem Grunde schienen vor uns leise die Wasser des Nilstroms aufzurauschen, zusammenklingend mit den einförmigen Gesängen der Nilschiffer und dem Klirren goldener Spangen an den Armgelenken bronzener Prinzessinnen. Lotosblumen wiegten sich an unserm traumhaften Weg, es blähten sich purpurne Segel. Unsere Reise endet in einer Totenkammer. Selbst hier wollen die Stimmen nun nicht mehr schweigen. Das Leben ist mächtiger als der Tod. Dieses Volk kannte kein Aufhören des Daseins — es war immer unterwegs zum Licht. Hatten wir an den Schlaf der alten Welt gerührt? Preisen mir doch die glückliche Stunde! Wir waren ein Stück mitgewandert im ewigen Zuge eines Volkes, das durch das, was es schuf und dachte, unsterblich geworden ist. Oer Teufel auf der Windmühle. Als zu Beginn der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sich überall auf den Straßen Deutschlands die ersten Fahrräder zu zeigen begannen, erregten sie ungewöhnliches Aufsehen. Die lustigsten Begebenheiten werden davon berichtet. In einem'kleinem Orte Thüringens hatte man noch kein „Velociped" gesehen, wie die Vorläufer unserer Stahlrösser hießen. Und als nun eines Tages der erste Radfahrer stolz durch den Ort fuhr, da 'wurde ein kleiner Junge durch diese neue Erscheinung so erschreckt, daß er sich zu seiner Mutter flüchtete und ängstlich berichtete: „Mutter, es is e Scherenschleifer verrückt wor'n!" Es war das gleiche Jahr, in dem ein deutsches Gericht feststellte: „Ein Velociped gleicht einer Spinne, welche gespensterhaft an den Passanten vorbeisaust", — und das gleiche Jahr, in dem eine Gemeinde ihren Pfarrer deshalb absetzte, weil er auf einem dieser neuen Fortbewegungsmittel zu fahren pflegte. Mit Kopfschütteln betrachtete man die ersten Geschäftsreisenden oder gar Beamten, die sich diese damals neueste Errungenschaft der Technik dienstbar machten. Stuttgart war die erste Stadt, in der ein Briefträger vom Hochrad aus die Briefkasten leerte. Britz bei Berlin" folgte. Völlig unbekannt war der neue Sport damals in Jütland. Und so konnte es geschehen, daß ein biederer Ackerbürger, der einem Velocipedfahrer im Dunkeln begegnete, vor dem unheimlichen Dinge derart erschrak, daß er sich nicht von der Stelle bewegen konnte. Er fiel auf die Knie und bat stammelnd um Gnade. Und als ein des Weges kommender Kaufmann ihn in dieser Lage fand, berichtete er ihm zitternd, er habe soeben den „Teufel auf der Windmühle" gesehen. Noch eine wahre Begebenheit aus dem November des Jahres 1886. In London kündigte Mrs. Georgina Weldon, die schöne Freundin Charles Gounods, ein Konzert an. Zu diesem erschien die Sängerin in einem schwarzserdenen Herrenanzug, über den Rücken fielen blonde Locken bis zum Gürtel. Aber das Sonderbarste war, daß Mrs. Weldon zu dem Konzert auf einem Zweirad fuhr. Und das war so ungewöhnlich, daß das Publikum, das sie erwartete, in Raserei geriet. Als sie vor der Albert- hall anlangte, wollte sie absteigen, allein ihre Verehrer ließen das nicht zu. Man rief ihr zu: „Bravo, Georgina, dreimal herum, ein Lied gesungen, dann kannst du hinein!" Und Mr. Weldon raste auch wirklich dreimal umher, ein lustiges Volkslied singend. Dann aber wurde sie von der Polizei wegen Erregung eines Skandals verhaftet. Solche Aufregung verursachte damals ein Fahrrad. Adolf N e ß. Zeitschriften. — Jede Mutter weiß, wie anfällig gerade der Säugling und das Kleinkind gegen Erkältungskrankheiten ist. Und gerade im Säuglingsalter ist ein Schnupfen gefährlich, weil er manche ernsthcttte Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Luströhrenkatarrh oder Lungenentzündung nach sich ziehen kann. Für jede junge Mutter wird es deshalb interessant sein, zu lesen, was Dr. Hertha Tollkühn in ihrem Artikel „Hütet den Säugling vor Grippe" im neuen Heft der Zeitschrift ..Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin) über dieses Thema schreibt. Auch alle übrioen Beiträge dieses Heftes, das mit zahlreichen reizenden Bildern geschmückt ist, sind für Mütter, Säuglingspflegerinnen, Kindergärtnerinnen usw. sehr lehrreich. Hocbschusnucbnchten Der Herr Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat dem Dr. phil. nat. habil. Hermann Danzer eine Dozentur für das Fach der PhnÜk in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt verliehen. Der ordentliche Professor für antike Rechtsgeschichte, Privatgeschichte der Neuzeit und Rechtsverkehr, Dr. Erich Genzmer, ist zum Mitdirek- tor des Instituts für Rechtsvergleichung in Frankfurt ernannt worden. Oberheffen Sie saßen an einem der kleinen Tische vor dem Eingang seines Hotels beim Nachmittagstee, den Evelyn'jetzt doch manchmal mit ihm zusammen einnahm, obwohl er dabei die kleine Kriegslist gebrauchte, den Betrag auf seine Hotelrechnung setzen zu lassen, um sie am Zahlen zu verhindern. Die Terrasse nach der Seeseite lag noch zu sehr in der Sonne, es war besser, hier im Schatten zu sitzen Ihr flehender Ton entwaffnete ihn vollends. Er faßte sie unter und trat mit ihr hinter einen Mauer- vorsprung, wo vor neugierigen Blicken vom Hotel her sicher waren. Dort nahm er sie in die Arme und sagte sehr innig: „Ich werde nie aufhören, dich liebzuhaben, Evelyn — und wenn du alle Haare auf einmal verlieren würdest. Für mich bleibst du immer die Schönste. Wenn man wirklich liebt, gibt es nichts, was einen abstoßen könnte" „Ja? Meinst du?" fragte sie mit skeptischer Betonung. Einen Augenblick war es, als wollte sie etwas sagen, als ringe sie mit einem Wort. Nur für die Dauer eines Atemzuges. Dann schloß sich ihr schon geöffneter Mund, wurde herb und schmal, die Verschwiegenheit selbst. Und mit einer raschen Bewegung wandte sie sich zum Gehen ... Je länger Alland über den kleinen Zwischenfall nachdachte, um so mehr neigte er zu der Ueber- zeugung, daß hinter dieser Haarfärberei noch etwas anderes steckte als eine törichte Mädchenlaune. Aber er konnte den eigentlichen Beweggrund nicht erraten, und er wußte auch, daß er ihn niemals erfahren würde. Er kannte Evelyn jetzt »chon gut genug, um zu wissen, daß nichts aus ihr herauszubringen war, weder im Guten noch im Bösen, wenn sie etwas nicht sagen wollte. Auch die menschliche Vertiefung ihres gegenseitigen Verhältnisses, -f- Allendorf (Lahn), 12. Jan. Am vergangenen Sonntag erlag in der Klinik zu Gießen der Altveteran Heinrich H ä u-s e r den Folgen eines Unfalles, den er am letzten Tage des alten Jahres erlitten hatte. Der Verstorbene war der letzte Veteran aus dem Kriege 1870/71 und zugleich der älteste Einwohner unseres Dorfes. nsf. Langsdorf, 11. Jan. In unserem Orte läuft bis zum 16. Januar ein Lehrgang i m Kochen, den der R e i ch s m ü t t e r d i e n ft veranstaltet. Fräulein Hechler leitet den Kurs und versteht es, die 24 Teilnehmerinnen anregend zu beschäftigen und ihre volle Aufmerksamkeit zu gewinnen. Es herrscht eine frohe Kameradschaft, und alle sind mit Eifer bei der Sache. Am Donnerstag 14, Januar, findet für die anderen Frauen des Ortes ein F i s ch k o ch a b e n d statt, der kostenlos gegeben wird. Die Vorbereitungen sind schon getroffen, und es werden wohl recht viele Frauen diese Gelegenheit, sich über die sachgemäße Verarbeitung des Seefisches zu unterrichten, nicht ungenutzt vorübergehen lassen., Es war, als ob sie sich damit den Gedanken an den Abschied krampfhaft fernhielte, ja, es hatte sogar zuweilen den Anschein, als höre für sie mit dem Ende dieser Tage überhaupt alles Denken auf. Sie verlor kein Wort über ihre weiteren Pläne, und Alland konnte nicht einmal aus ihr herausbnngen, ob sie dann wieder nach Paris zurückkehren würde, oder was sie sonst vorhatte. Sie wußte gar nicht, wie sie ihn mit dieser Ungewißheit folterte. Das hoffnungslos Vorübergehende, das sie selbst dieser Beziehung gab, das eben war es, worunter er am meisten litt. Er hätte die Tage festhalten mögen, diese kurzen Frühherbsttage, die so unerbittlich schnell verstrichen. Jetzt waren es nur noch fünf — eine armselige Galgenfrist, die einem das Glück noch vergönnte. Dann kam die Trennung. Der heranbrausende Schnellzug. Ein letzter flüchtiger Kuß auf dem Trittbrett. Em paar Tränen. Ein weißes Taschentuch .n der Ferne. Dann war es vorbei. Vorbei für immer ... Mit aller Kraft seines Herzens wehrte Frank Alland sich gegen diese schreckliche Vorstellung. Mit aller Kraft wünschte er, es möchte in den fünf Tagen noch etwas dazwischen kommen, irgend etwas, das dieses Todesurteil aufhob. Er glaubte selbst nicht daran, er wünschte es nur. Ja — und dann kam es wirtlich. Dann kam jener Nachmittag, der ihn endlich von allen Zweifeln erlöste. und zur Abwechslung einmal nur die Berge zu sehen und das glatte, meist leere Band der Autostraße, die am Hotel vorbeisührte. Es kam nur selten ein Wagen und noch seltener ein Fußgänger — eine alte Bäuerin mit einem großen Gemüsekorb auf dem Kopf und dem Kind an der Hand; und dann weiter zurück die braune Gestalt eines Gendarmen, der, wie hier üblich, mit philosophischer Gelassenheit friedlich spazierend, seinen Dienstgang absolvierte. Alland schaute ein wenig verwundert auf, irgend etwas in Evelyns Stimme und auch in der Bewegung, mit der sie ihren Stuhl von ihm abrückte, schien ihm eine plötzliche Gereiztheit zu verraten. Hatte er irgend etwas gesagt, womit er sie unwissentlich verletzt hafte? In die Stille ihrer Ge- sprächspause klang, langsam näher kommend, der gemütliche Schritt des Gendarmen, der eben jetzt gerade von der asphaltenen Straße abbog und durch den knirschenden Kies des Vorgartens auf den Hoteleingang zukam. Evelyn spielte nervös mit dem kleinen Spiegel ihrer Handtasche, ohne sich nach dem Geräusch der Schritte umzudrehen, die jetzt fast unmittelbar hinter ihr stockten. Alland sah unwillkürlich auf und begegnete dem unschlüssig fragenden Blick des Polizisten, der, zwei Finger am Käppi, sich nachlässig höflich erkundigte, ob der „Patron", das heißt der Besitzer, im Haus oder im Garten sei — um dann auf Ällands Auskunft im'Hausflur zu verschwinden. Als Allands Blick wieder zu der Geliebten zurückkehrte, erschrak er fast zu Tode. Aus einem geisterhaft blassen Gesicht starrten ihm zwei von Entsetzen geweitete Augen entgegen, als sähen sie durch ihn hindurch irgend etwas unsagbar Furchtbares, Drohendes. Unwillkürlich faßte er nach ihrer Hand und dabei gewohnheitsmäßig gleich nach dem Puls, den er in raschen, harten, hüpfenden Stößen unter seinem Finger fühlte. „Um Gottes willen, Herz — was ist dir? Bist du krank?" Sie antwortete nicht, sondern blieb unbeweglich zu Stein erstarrt, als hätte sie das Antlitz der Meduse gesehen. Er zweifelte, ob sie überhaupt seine Stimme hörte, und dabei konnte er im Augenblick . nicht einmal weiter in sie dringen. Denn eben trat : der dicke „Patron" in Begleitung des kleinen Gen- • barmen wieder aus der Haustür, wo eine tordiale i Verabschiedung erfolgte. Schulung des llnterbannes 11/116 in Londorf. Am Samstag und Sonntag wurde in Londorf die monatliche Führerschulung im Unterbann 11/116 durchgeführt. Nach Meldung des Gefolgschaftsfuhrers H e i n tz an den Unterbannführer Dr. Schneider am Samstag wurde die Führerschaft in einem eigens hergerichteten Raume versammelt, und der Unterbannführer gab zunächst Richtlinien für die Arbeit im kommenden Jahr. In der Hauptsache wurde die H e i m b e s ch a f f u n g s f r a g e behandelt die für das kommende Jahr im Mittelpunkt der HJ.-Arbeit steht. Weiter wurde in Frage und Antwort alles das besprochen, was für den Dienstbetneb der Einheiten im kommenden Jahre notwendig ist Der Sonntagmorgen stand im Zeichen der körperlichen Ertüchtigung. Nach allgemeiner Gnmnastik wurde an einzelnen Geräten geturnt und auf dem nahqelegenen Sportplatz ein Handballspiel durchgeführt. Nach Erledigung des sportlichen Teils marschierte die Führerschaft auf eine nahegelegene Anhöbe, G-folgschaftLführer Allgeier lehrte hier einiges aus dem Gebiet des Gelandesports. Nach dem Mittagessen war Bannfübrer Heim emgetrof- fen. Der Referent für Technik in der Kreisleitung Pq. Kronjäger sprach über den Pierjahresplan und schilderte in eindringlichen Worten die Große und Wichtigkeit dieses Planes und forderte die an= wesenden Führer auf, auch in diesem Rahmen durch tätige Mitarbeit und durch Leistung mitzuhelfen an dem Gelingen dieses großen Werkes. Nach einem Schlußwort des Unterbannführers wurde die Wo- chenendschulung geschlossen. Jedem einzelnen Führer war es klar geworden, daß das kommende Jahr von ihm alles verlangt und restlosen Einsatz für Die Arbeit in der Hitler-Jugend fordert. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Lied der HI. trennte sich die Führerschaft und kehrte zu den Standorten zurück. Geflügelschau in Mein-Linden. sg, g. Obst- und Gartenbauverein Lang-Göns ♦ Lang-Göns, 10. Jan. Am heutigen Nachmittag sand eine außerordentliche Hauptversammlung des hiesigen Obst- und Gartenbauoereins statt, die sehr gut besucht war. Der Vereinsleiter Willi Spies begrüßte die Mitglieder und leitete die Verhandlungen. / Der Kassenwart Wilhelm Ad. Rudolph verlas den Kassenbericht, aus dem hervorging, daß ein Ueberschuß dazu ver- ________________________ auch die Liebe, hatte daran nichts geändert. Nach wie vor blieb sie, was ihr Eigenleben betraf, für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Sein innerstes Gefühl sagte ihm, daß sie ihn liebte, daß es mehr war als ein vergängliches Feuerwerk. Dennoch wollte sie von nichts hören — nichts vom Briefschreiben und nichts von Verlobung, nicht einmal von einem Wiedersehn. „Diese paar Tage, Frank, können durch nichts überboten werden", erklärte sie ihm immer wieder. „Mehr Glück kommt für andere Menschen nicht einmal auf ein ganzes Leben." bruch erlitten. _ *Y* Watzenborn-Steinberg, 10. Januar. Gestern abend hielt der Gesangverein „I u - qenbfreunb" im Dereinslokal „Zur Krone unter dem Vorsitz von Karl Häuser VIII. seine Jahreshauptversammlung ab. Dereinsführer H a u - s e r gedachte zunächst der drei Mitglieder, die im verflossenen Dereinsjahr durch den Tod abberufen wurden: Otto Sommer, Johann Georg 5) au« ser IV. und Johannes Schmidt, die von der Versammlung in üblicher Weise geehrt wurden. Aus dem vom Vereinsführer vorgetragenen Jahresbericht war zu ersehen, daß der Verein unter der Stabführung seines Drigcnten A Sch l eu se (Steinbach, ein gutes Stück zum kulturellen Ausbau und zur Pflege des deutschen Männergesanges beigetragen hat und schöne Erfolge buchen konnte. Der Derem beteiligte sich am Bundessingen in Garbenteich, an den Sängerfesten des Brudervereins „Sangerkranz Watzenborn und Gesangverein „Eintracht Leih- gestern. Der Kassenbericht, vorgetragen von Rechner Karl Mandler, wurde von den Rechnungsprüfern Karl Laux und Otto S o m rn e r für richtig befun- de; es konnte somit Entlastung erteilt werden, tfunr Neuaufnahmen konnten getätigt werden. Der -herein zählte am Ende des Vereinsjahres 140 Mitglieder. Anläßlch seiner 25jährigen Vereinszuge- hövigkeit wurde Robert H a n n a ck zum Ehrenmitglied ernannt. Der Vorstand blieb in seiner bisherigen Besetzung bestehen. Ergänzt und erweitert wurde der Vorstand durch die Sänger Friedrich Burger, Karl Haas und Heinrich L ede. kreis- führer Müller (Gießen) erläuterte Die Finanzierung des Besuches des Deutschen Sängerfestes in Breslau, zu dem sich bis jetzt schon 120 Mitglieder aus dem Sängerkreis XII fest gemeldet haben. Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Vereins wurde beschlossen, dieses Jubiläum im kommenden Jahr mit einem größeren Sängerfest würdig zu feiern. Bürgermeister Schäfer und Ortsgruppenletter Phi- ; sipp gaben ihre Anerkennung über die Pflege des deutschen Liedes in unserer Gemeinde Ausdruck und ‘ richteten an die Sänger den Appell, auch in Zukunft treu zum deutschen Lied und Vaterland zu stehen. sechs Vereinsmitglieder, deren Andenken in der Üblichen Weise geehrt wurde^ Nach Verlesung des Protokolls und des Jahresberichts erstattete der Ehrenvorsitzende Ludwig S ch e l d den Kassenbericht, der keine Beanstandung ergab. Infolge Wegzugs von hier legte der seitherige Schriftführer 5erbinanD Damm sein Amt nieber. Der Vorsitzende danke ihm für seine treuen Dienste und bestimmte als neuen Schriftführer Otto Fabel. Nach Erlebigung einiger allgemeiner Angelegenheiten wurde bie harmonisch verlaufene Versammlung in der üblichen Zeit von einer Viertel- bis zu einer Funftel- sekunde verstreicht. Das erscheint auf den ersten Blick nicht Diel. Es ist aber in der Tat eine recht lange Zeit, wenn wir sie mit den unwillkürlichen Reaktionen des Organismus, etwa der Schließung der Augenlider bei Annäherung eines Fremdkörpers, vergleichen. Bei solchen „Reflexzeiten" kommen wir bis auf eine Dreißigstelsekunde herab! Außerdem ist in der Praxis des Verkehrs, von der hier die Rede ist, noch damit zu rechnen, daß dabei größere Muskelpartien in Bewegung gesetzt werden müssen, und das schiebt den Vollzug der rettendenReaktlons- bemegung hinaus. Der Kraftfahrer, der das plötzlich auftretende Hindernis vermeiden will, hat an seinem Steuerrad und an dem Bremshebel viel umfangreichere Bewegungen auszuführen als bei jenen einfachen Reaktionshandlungen in dem Versuch im psychologischen Laboratorium. Je nach dem Umstanden kann sich hierdurch die Reaktionszeit auf das Doppelte und Dreifache der Zeiten erhöhen und sich leicht dem Betrage von einer Sekunde nahem. Wir wollen aber nicht vergessen, daß em Auto bet bem durchaus mäßigen Tempo von 35 Kilometer pro Stunde im Laufe einer Sekunde schon fast zehn Meter zurücklegt! Wenn wir bei unserem Verhalten innerhalb des Verkehrs nur auf die „Reaktionszeit" angewiesen wären, dann stünde es in der Tat schlecht um uns. In Wirklichkeit aber hat sich wenigstens der moderne Großstädter so an den Straßenverkehr gewöhnt, daß er meistens ganz instinktiv die möglicherweise drohenden Gefahren voraussieht, ehe sie überhaupt eintreten können. Wir leben im Gewühl des Verkehrs eigentlich immer schon im nächstfolgenden Augenblick, sehen Schnittpunkte von Fahrtrichtungen und Ausweichstellen voraus — aus diese Weise wird so mancher Unfall durch die ständig zunehmende Gewöhnung der Verkehrsteilnehmer vermieden. kürzlich in Amerika versuchsweise in kleinem Umfang eingeführt worden, mit deren Hilfe jene außerordentlich gefährlichen Unfälle emgedammt werden sollen, die durch Zusammenstöße von Kraftfahrzeugen mit Bäumen am Straßenrande per- ursacht werden. Man hat an einigen Straßen links und rechts elastische S t a t) l b a n b e r an Pfosten befestigt, die sozusagen Schutzgitter für alle Fahrzeuge bilden. Kommt nun etwa em Auto von der Straße ab, so prallt es gegen das Stahlband, das elastisch nachgibt und dadurch bereits einen großen Teil der Energie des Anpralls vernichtet. Das Auto rutscht dann noch eine gewisse Strecke an dem „Schutzgitter" entlang und fommt infolge der hierbei auftretenden Reibung ziemlich rasch zum Stehen. Eingehende Versuche an einer au, diese Weise eingebauten Autostraße sollen befriedigend verlaufen sein, die praktische Ausgestaltung dieser Neuerung wird hauptsächlich davon abhangen, ob die Stahlbänder hinreichend billig geliefert werden können. Eine andere Lösung geht darauf hinaus, in Zukunft die Straßen mit Hecken einzu- fassen. Eine solche Hecke könnte selbst schwere Wagen, die ins Schleudern geraten oder sonst von Der Fahrbahn abkommen, federnd auffangen und dadurch ein Unglück verhüten, mindestens aber mildern. ♦ Die Psychologie hat sich in der letzten Zeit sehr eingehend mit der Untersuchung der sogenannten „Schrecksekunde" beschäftigt. Hierbei -handelt es sich bekanntlich um die Reaktionszeit, die ein Mensch braucht, um auf irgendeinen auslosen- den Reiz hin eine bestimmte Handlung vorzunehmen. Bei Laboratoriumsoersuchen zeigte sich, datz von der Auffassung irgendeines ©innreres, etwa eines Lichtzeichens, bis zur Beantwortung dieses Signals mit einer verabredeten Bewegung, z. B. dem Loslassen eines Tasters, im Durchschnitt eine wandt werden konnte, praktische Gegenstände für \ bie Baumpflege einzukaufen, die nun an die Mit- i glieber verlost werden sollten. Der Kassenbericht 1 wurde nicht beanstandet.. Sodann hielt Lehrer Hofmann einen Vortrag 1 übpr .Die Schädlingsbekämpfun g". Der i Redner gab zunächst seiner Freude Darüber Aus- ! druck, daß Der hiesige Obst- und Gartenbauverein, i der vor etwa 24 Jahren gegründet wurde und i bann einen Bestand von 110 Mitgliedern umfaßte, - sich nun wieder zu regen beginne, nachdem er — veranlaßt durch die Inflation usw. — eingefchlafen gewesen sei. Bei der Neugründung im vorigen Jahre traten zwölf Mitglieder bei. Diese Zahl habe sich inzwischen auf 50 erhöht, und er hoffe, daß Der alte Stand bald wieder erreicht werden könne. Darauf ging Der Vortragende in ausführlicher Darstellung auf die einzelnen Schädlinge, die besonders in hiesiger Gegend dem Obstbau Schaden zittugen, näher ein, schilderte ihre Lebensweise und gab Ratschläge über die Vertilgung. Aus der Menge der Schädlinge griff er nur die bekanntesten heraus, wie Frostspänner, Blattläuse, Gespinstmotte, Apfelwickler, Blutlaus, Schorf, Monilia usw. Die Obstbaumbesitzer dürften auch nicht vergessen, durch richtige Baumpflege, Auslichten der Kronen, gute Düngung usw. dafür zu sorgen, daß das Ungeziefer nicht überhandnehme; denn an schwachen, unge- n’legten Bäumen zeigten sich die Schädlinge zuerst. Aber auch die verschiedenen Helfer im Obstbau /Marienkäfer, Flvrfliegen usw.), besonders aber die Singvögel wurden erwähnt und darauf hingewiesen, daß man diese Tiere schützen müsse. Obgleich die Lage unseres Dorfes für einen ausgedehnten Obstbau nicht besonders geeignet sei (Tiefenlage, Frühlingsnebel usw.), dürfe man doch nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern müsse alles tun, um aus den Bäumen herauszuholen, was nur mög- lief) sei. Das sei ein Haupterfordernis, besonders jetzt im Rahmen des Vierjahresplanes. Den Ausführungen wurde lebhafter Beifall zuteil. Eine rege Aussprache schloß sich an. Jul. Keß- l e r gab aus der Praxis noch einige Beispiele und tarn dann auf die Organisation der Baumspritzung zu sprechen. Es wurde beschlossen, in diesem Frühjahr die halbe Gemarkung, die Bäume östlich der Bahnlinie, mit Karbolineum spritzen zu lassen. Die kreisamtlichen Verfügungen gäben den Gemeinden und damit auch dem Obstbauverein die Handhabe, damit nun alle Bäume gespritzt werden konnten. Die Kosten sind nur gering, werden auf Die einzelnen Bäume ausgeschlagen und dann vom Besitzer eingezogen. Die Versammlung war damit einverstanden. In der Ausspraclje wurden außerdem noch einzelne Wünsche und Forderungen laut, die sich auf die vor 20 Jahren gepflanzte größere Obstbaumanlage links der Holzheimer Straße be- zogen. Hier wies Polizeidiener i. R. Joh W ei I daraufhin, daß es einst Das Verdienst von Dr. Hoffmann (Friedberg) und von Lehrer H o f- mann (Lang-Göns) gewesen sei, daß diese Anlage überhaupt ins Leben trat. (800 Bäume!) Er schlug deshalb vor, den mittleren Weg, der durch die Baumanlage führt und der zur Zeit noch keinen Namen besitzt, Hofmannsweg zu nennen, und stellte zugleich Den Antrag, daß dieser Beschluß der Gemeindebehörde zugeleitet würde, Damit Die notigen Eintragungen gemacht werden könnten. Der Vorschlag wurde mit Beifall gutgeheißen. In kurzen Worten dankte Lehrer Hofmann für die Ehrung, die ihm durch diesen Beschluß zuteil wurde. Nachdem Polizeidiener i. R. W e i l noch feine Erlebnisse bei der Besichtigung der Obstanlagen in Ortenberg und Konradsdorf mitgeteilt hatte, wies Ortsbauernführer Albert Weil in trefflichen Worten darauf hin, welche Aufgaben zur Zeit dem deutschen Bauern gestellt seien und daß auch bie Pflege, so- mie die Schädlingsbekämpfung im Obstbau hierher Weise geschlossen. > Daubringen, 11. ©ärtner Vogel von hier, Der bei der Friedhofsverwaltung Der Stadt Gießen beschäftigt ist und täglich von hier nach seiner Arbeitsstätte mit Dem Rad fahrt, wurde bei seiner Heimfahrt heute abend kurz vor dem Dorfe von dem Anhänger ^mes Lastwagens an gefahren. Der Fahrer, Der selbst den Unfall nicht bemerkte, war weiter gefahren, und erst von einem des Weges kommenden Einwohner wuroe der Verunglückte aufgefunden. Mit dem Sanitats- auto brachte man ihn nach Gießen in die Klinik. Der bedauernswerte Mann hat einen Schadet- bekundet und Dem Verein einen Geldbetrag über- , wiesen. Preisrichter Philipp (Watzenborn-Stein- berg) nahm am Samstagvormittag die Bewertung der Tiere vor. Die höchste Auszeichnung errang das Mitglied Wilhelm S ch l o s s e r , nämlich den von der Landesfachgruppe Hessen-Nassau gestifteten Landesfachgruppenzusatzpreis, und zwar auf eine Henne der silberfarbigen Italiener. Nachstehend folgt das weitere Ergebnis der Bewertung (Es bedeutet sg sehr gut, Z Zusatzpreis, g gut, b befriedigend): Wyandotten, blaugold: Theodor Leib g. Rhodeländer: Hermann Müller sg 2, g; August Lenz fg 1, Z; Theodor Leib sg 1, g. Rheinländer, schwarz: Friedrich Allendörfer sgl.Z; zweimal sg 1, g. Italiener, braun: Friedrich Klm- gelhöfer sg 1, Z, fg 1, fg 2, g, b. Italiener, schwarz: Otto Lippert sg 1, Z, dreimal g. Italiener, gestreift: August Bierau sg 1, Z, sg 2, g, b. Italiener, silberfarbig: Wilhelm Schlosser: sg 1, Z, zweimal gl, fg 2, zweimal g. Italiener, gelb: August Lenz sg 1, Z, g. Leghorn, weiß: Hermann Rau fg 1, Z, fg 1, g. Zwergrhodeländer: Walter Müller fg 1, Z, fg 1, b. Zwergwyandotten, schwarz: Georg Lutz sg 1, Z, zweimal sg 1, fg 2, zweimal fg 2, g. Deutsche Zwerge, silberfarbig: Hermann Rau g, b. Deutsche Zwerge, porzellanfarbig: Wilhelm Steinmüller zweimal g, b. Hamburger Zwerge, silberlack: Hans Germer fg 1, Z, fg 1, fg 2, zweimal sg, g. Tauben. Hessische Kröpfer, getigert: Karl Hinterlang zweimal sg 1, g. Hessische Kröpfer, schwarz: August Lenz sg 1, Z. dreimal fgl, fg 2, g. Englische Zwergkröpfer-. Otto Lippert sg l, g. Mährische Niesenstrasser, blau: Wilhelm Schlosser sgl, Z, sgl. Schönheitsbrieftauben, ziegelrot: Georg Lutz sgl, Z, sg 1, dreimal g. edjom heitsbrieftauben, gelb: August Lenz sg 1, g. Reise- brieftauben, blau: August Bierau zweimal sgl, derselbe auf gehämmerte Tiere sg 1, g, derselbe auf gescheckte Tiere g. Thüringer Flügeltauben, blau: Peinhold Weigel sgl, Z, zweimal sgl, g. Thunn- 1 ger Flügeltauben, rot: Wilhelm Lenz sg 1, Z, sg 1, Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloffen. Kaurn, daß Der Polizist den Rücken gekehrt hatte, wandte sich Der Wirt mit einem Achselzucken an Alland und brummte verärgert: „Dieser dumme Papierkram! Wenn man mal die Fremdenliste nicht rechtzeitig abschickt — gleich sind sie da. Aber mit Den Gaunern nehmen sie's nicht so genau — wenigstens nicht mit den großen. Dieser Skandal jetzt wieder in Paris ..." Aber der deutsche Doktor schien heute nicht zu einem Schwätzchen aufgelegt, natürlich, er unterhielt sich lieber mit seiner schönen Dame, auf Deren anmutige Rückenansicht Der Dicke im Abgehen rasch noch einen wohlwollend taxierenden Seitenblick warf, um sich dann mit einem verständnisinnigen „Bon plaisier, monsieur-dame" wieder diskret im Hausflur zu verschwinden. Alland, der nur mit einem höflich zerstreuten Aufblicken die kleine Ansprache des Wirtes zur Kenntnis genommen hatte, beugte sich jetzt von neuem zu Evelyn vor und ergriff wieder besorgt ihre Hand, die noch immer wie leblos auf deni ihren Fingern entfallenen Taschenspiegel ruhte. Es war, als ob die Berührung sie aufgeweckt hätte. Wie ein Erschauern ging es durch ihren ganzen Körper. Und plötzlich schob sie mit der Linken die Tasse beiseite, wie um sich Platz zu schaffen, Platz für ihren Kopf, den sie, aufschluchzend, mit einer kindlich-verzweifelten Gebärde in den schützend, verbergend vorgehaltenen Arm fallen ließ. Ihre Rechte zuckte unter den heftigen Stößen dieses Tränenausbruchs in Allands Händen wie ein kleiner gefangener Vogel. Er war ratlos. Was war das nur? Womöglich ein richtiger Nervenanfall — und wie peinlich, gerade hier an bet Straße! Wo jeder Vorübergehende einen beobachten konnte! Er war noch zu fremd in dieser Gegend, um zu wissen, mit welch diskreter Gleichgültigkeit man hierzulande allen persönlichen oder gar amurösen Angelegenheiten seiner Mitmenschen begegnete, und daß selbst ein zufälliger Passant ganz bestimmt keine Notiz genommen hätte von einer Szene, Die aussah wie ein Liebesstreit. Aber Evelyn schien trotz aller Verzweiflung seine GeDanken zu spüren, denn plötzlich, genau so plötzlich wie der Ausbruch begonnen hatte, hörte ihr Weinen auf. Sie hob ihr noch immetränennasses Gesicht ihm entgegen mit einem Aus» Druck von Entschlossenheit, ja beinahe lächelnder > Ueberlegenheit, wie er ihn noch nie an ihr gesehen : hatte. Ihre Augen leuchteten fremd, wie von einem geheimen Sieg verklärt. (Forftetzung folgt.) CO Klein-Linden, 11. Jan. In der Wirt- schaft „Zur Burg" hielt der G -»l ü g ° l z u ch t. verein Klein-Linden 1931 bei starker Beteiligung seiner Mitglieder eine örtliche Werve- schau ab, der von der Einwohnerschaft reges Interesse entgegenbracht wurde. Auch die Gemeindeverwaltung batte ihr Interesse an der guten Sache Das fremde Gesicht. Vornan von Caren. 14. Forftetzung. (Nachdruck verboten!) „Ach was!" Sie zuckte störrisch die Achseln, und ihr Mund wurde auf einmal ganz hart. „Ich hatte Das langweilige Blond satt. Wo man hm kam, gafften einen die Leute an — unerträglich! Man konnte sich ohne Hut nirgends sehen lassen.' Evelyn bohrte mit der Spitze ihres Sonnenschirms kleine Löcher in den weichen Asphalt. Ihr finsterer Gesichtsausdruck ging allmählich in schmerzliche Niedergeschlagenheit über. Schüchtern faßte sie nach der Hand des Geliebten und fragte leise mit einem rührend kindlichen Augenaufschlag: „Wirst du mich nun nicht mehr liebhaben, gehörten. _..... Eine Gratisverlosung von Obstbaumen, Fruchtsträuchern, Gartengeräten, Blumensamen usw. schloß sich an. Mit Dem Sieg-Heil auf Den Führer fand die anregend verlaufene Versammlung ihr Ende. Landkreis Giesten § A 1 t e n - B u s e ck , 12. Jan. Wie in Den beiden vergangenen Jahren, wird auch im neuen Jahr in der hiesigen Volksschule bedürftigen Schülern em Milchfrühstück verabreicht. rag. Großen-Buseck, 11. Jan. Am Samstagabend hielt der G e s a n g v e r ei n „Heiter- k e i t - S ä n g e r k r a n z" im Vereinslokal Wagner seine Jahreshauptversammlung ab. Vor Beginn der Tagesordnung gedachte der 1. Vorsitzende Ludwig Wagner der im verflossenen Jahre verstorbenen Dienstag, 12. Zanuar 195Z Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Rr.y Drittes Blatt EM ■ ■ - ----- «->, HE- / W alle Teile voll befriedigenden Ergebnis werden wird. Kinderfahrten mit dem polizeiauto. Am heutigen Dienstag, sowie am Donnerstag und am Freitag, jeweils um 15 und 16 Uhr, unternimmt die Gießener Polizei mit ihrem großen Mannschaftswagen eine Fahrt mit Gießener Schulkindern durch die Stadt, um auf dieser Rundfahrt die Kinder über wichtige Erfordernisse und Pflichten beim Verkehr in den Straßen aufzuklären. Durch dieses Stück praktischer Jugenderziehung sotten die Kinder schon bei Zeiten darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, daß sie sich beim Verkehr in den Straßen einwandfrei nach den Notwendigkeiten des Verkehrs verhalten. Links oben: Das „Verbrecheralbum", das Bildarchiv der Kriminalpolizeistelle Gießen (im Bilde links sind die Einrichtungen für die photographischen Aufnahmen zu sehen). — Links unten: Der sog. „Mordkoffer" wird einer Prüfung unterzogen. Rechts oben: So werden Fingerabdrücke als Erkennungsmittel hergestellt. — Rechtsunten: Die Kartei der Kriminalpolizei Gießen, in der viele Verbrecher nach ihren Personalien festgehalten sind. — (Aufnahmen 14]: Neuner, Gießener Anzeiger.) 17. Januar, um 11 Uhr, an der Mäusburg zum Konzert aufspielen. Die am 16. und 17. Januar in Verbundenheit mit der Polizei Spenden für das Winterhilfswerk sammelnden Kameraden sammeln nicht für sich, sondern für die Aermsten der Arme n und wollen damit unseres großen Führers herrlichste Aufgabe, der größten Not zu steuern, unterstützen. Wir Polizeibeamte, die wir unseren Stolz und unsere Freude darein setzen, allen Bevölkerungsschichten unserer schönen Garnison- und Universitätsstadt Gießen in gleicher Weise dienen und helfen zu können, sind gewiß, daß der „Tag der Deutschen Polizei", insbesondere auch hinsichtlich der Opferfreudigkeit aller Volksschichten, zu einem Kriminalpolizei! Ein hartes und unangenehmes Wort, das denen grell in die Ohren klingt, die „nicht ladenrein" find. Man kann es verstehen, wenn ihnen bei diesem Worte „mulmig" zumute wird und das Herz einen Stock tiefer sinkt. Aber es hat einen herrlichen Wohlklang, wenn es an die Ohren derer klingt, die auf Schutz und Hilfe der Polizei hoffen, die beim Erscheinen eines derartigen „harmlosen Zivilisten" von Angst und Bedrän- nis befreit aufatmen. Und erfreulicherweise ist es so, daß die letztgenannte Gruppe von Volksgenossen in den Männern der Kriminalpolizei, wie der Polizeibeamten überhaupt, ihre Freunde und Helfer sieht, die Tag und Nacht zu jeder Stunde bereit sind, dem Wohle und der Sicherheit der anständigen Volksgenossen zu dienen, die staatliche Ordnung ^u schützen und zu verteidigen gegen Rechtsbruch und Gewalt. Aber viele Männer und Frauen in Stadt und Land wissen von der vielseitigen und aufreibenden Tätigkeit der Kriminalpolizei noch sehr wenig. Sie sehen wohl bei Gelegenheit durch einen Zufall, daß ein solcher Beamter für einen Augenblick eine kleine ovale Metallmarke einem anderen unter die Nase hält, und sie wissen dabei vielleicht noch nicht einmal, daß dieses kleine Stück Metall mit eingravierten Buchstaben und dem staatlichen Hoheitszeichen das amtliche Erkennungszeichen eines Kriminalbeamten ist. Beim Vorzeichen dieser Erkennungsmarke klingt dann aus dem Munde des Beamten das inhaltsschwere oder auch — je nachdem — befreiende Wort „Kriminalpolizei", und dann kann die Amtshandlung beginnen. Wie wickelt sich die Tätigkeit der Kriminalpolizei aber ab? Die Aufklärungswoche der Polizei haben wir zum Anlaß genommen, uns darüber mit dem Leiter der Kriminalpolizei bei der Polizeidirektion Gießen zu unterhalten, und davon wollen wir nun unseren Lesern einiges erzählen. Nehmen wir — der Vielseitigkeit halber — als Beispiel einen Kapitalfall (Mord, Raubmord, Totschlag, Brandstiftung oder dergl.) an. Aus dem Orte des Vorgangs meldet entweder die Ortspolizei, oder die Gendarmerie die Tat fernmündlich an die Kriminalpolizei unter gleichzeitiger Angabe der Hauptmerkmale des Verbrechens. Sofort machen sich, nach vorheriger Verständigung mit dem Oberstaatsanwalt, der Leiter der Kriminalpolizei und seine für den betreffenden Fall in Betracht kommenden Spezialisten mit dem Auto auf den Weg zum Tatort. Dort gilt es zunächst nach allen Richtungen hin die Spuren des Verbrechens und die besonderen Merkmale der Tat zu sichern. Dazu gehören die Aus Oer Provinzialhauptstadt. Oer Einzelhandel rüst! Nach den Weihnachtsferien tritt an die jungen Leute des Jahrgangs, der zu Ostern die Schule verläßt, die Frage heran: Welchen Beruf will ich ergreifen: Was möchte ich werden? Auch für die Eltern des jungen Mannes ist es oft schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen bzw. dem Sohn einen Ratschlag zu geben, den sie in Zukunft nicht zu bereuen haben. Schließlich wird durch die richtige Berufswahl die Zukunft des jungen Mannes entscheidend beeinflußt. In den Kreis der Berufe, die einen leistungsfähigen Nachwuchs benötigen, ist nunmehr auch der Einzelhandel getreten. Das mag zunächst erstaunlich klingen, da bekanntlich im Einzelhandel durch das Einzelhandelsschutzgesetz eine Errichtungssperre für neue Geschäfte besteht. Aber diese Sperre wendet sich in keiner Weise gegen einen ausgebildeten kaufmännischen Nachwuchs. Durch das bekannte Gesetz sollen lediglich wie wiederholt von amtlicher Seite betont — die berufsuntüchtigen und berufsfremden Kreise vom selbständigen Einzelhandel ferngehalten werden, eine Forderung, die nach wie vor vom gesamten Einzelhandel gebilligt wird. Der Einzelhandel ist gerade durch dieses Gesetz in berufsethischer Hinsicht gehoben worden, so daß er nun mit Recht an die Heranwachsende Jugend mit dem Ruf herantreten kann: Tretet ein in unsere Reihen, denn hier werden sich in Zukunft Möglichkeiten bieten, die ausgenützt werden müssen, wenn das deutsche Wirtschaftsleben wieder endgültig seine alte Kraft und Stärke zurückerhalten soll. Heute schon ist es jedem Einsichtigen klar, daß der Einzelhandel ein wichtiger Bestandteil im Räderwerk des Wirtschaftslebens bleiben wird. Vielen wird die Möglichkeit offenstehen, im Einzelhandel selbständig zu werden. Andere können es in größeren Geschäften zu leitenden Posten bringen, sie können Einkäufer werden oder zum Großhandel, sowie zur Industrie übergehen. Schließlich ist es noch immer der Kaufmann, der als Pionier des Wirtschaftslebens hinauszieht in ferne Länder, um reichend der Tat überführt angesehen werden kann oder aber seine Unschuld sich zweifelsfrei erwiesen hat; im ersteren Falle wird er nach dem Abschluß der polizeilichen Ermittlungen dem Amtsgericht zur zur Verhängung der Untersuchungshaft vorgeführt, im letzteren Falle wird ihn die Polizei wieder auf freien Fuß setzen, jedoch wird dadurch die Fortführung der polizeilichen Ermittlungen nicht gehemmt. Die polizeiliche Durchsuchung von Wohnräumen des mutmaßlichen Täters, des Hauses, etwaiger Verstecke in Gebäuden, im Garten oder dergl. sind weitere wichtige Aufgaben der polizeilichen Ermittlungen, insbesondere bei Diebstählen mit spurlosem Verschwinden des Diebesgutes und dergl. Eine bis in die letzten Einzelheiten sorgsam auf dem laufenden gehaltene Kartothek und ein in vielerlei Hinsicht gegliedertes und unterteiltes Verbrecherbildarchiv in der Dienststelle der Kriminalpolizei sind ebenfalls wichtige Grundlagen der kriminalpolizeilichen Arbeit; an diesen beiden Einrichtungen muß ständig mit peinlichster Gewissenhaftigkeit gearbeitet werden, wenn die Schlagkraft der Kriminalpolizei stets voll gesichert fein soll. Die Kriminalwache in der Polizeidirektion mit Fernsprechverbindung ist Tag und Nacht ständig mit einem Beamten besetzt, der wiederum zu jeder Tages- und Nachtzeit mit dem Dienststellenleiter bzw. dessen Stellvertreter in telephonische Verbindung treten kann, so daß die Bevölkerung zu jeder Tages- und Nachtzeit wirksame kriminalpolizeiliche Hilfe zur Seite hat. Dieser kurze Ueberblick zeigt, wie wirksam die Schlagfertigkeit der Kriminalpolizei für ihren Kampf gegen Rechtsbrecher und gegen unerlaubte Gewalt zum Schutze der ordnungsliebenden Volksgenossen ausgebaut ist. Die Bevölkerung kann also das volle Vertrauen zur Kriminalpolizei haben, daß sie den bedrohten oder bedrängten Volksgenossen jederzeit wirksam zu Hilfe eilen kann oder nach geschehener Tat die Möglichkeit besitzt, die Sühne für das Verbrechen herbeizuführen und den Täter der verdienten Strafe zu überliefern. B. Auf frischer Tat ertappte Verkehrssünder werden von den Verkehrsposten an Ort und Stelle nicht nur verwarnt, sondern, was wichtiger ist, an Hand besonders von Beamten hergestellten Modellen Skizzen usw. belehrt. Während der Polizeiaufklärungswoche erfolgt ferner eine Verteilung von Handzetteln, die kurze, zum Teil von Polizeibeamten verfaßte Aufklä- rungs- und Verhütungsmerksprüche enthalten. Das wäre etwa in großen Zügen das Programm, das durch uns, also von der Polizei, durchgeführt werden wird. Am 16. und 17. Januar, den eigentlichen „Tagen der Deutschen Polizei", findet eine Straßen- und Haussammlung statt, deren Durchführung das Winterhilfswerk übernimmt. Diesmal gehen nicht die Polizeibeamten als Sammler auf die Straßen, sondern der Verkauf der für den „Tag der Deutschen Polizei" beschafften schönen Ansteckfiguren, einen netten, Tschako tragenden Schupo darstellend, übernehmen in liebenswürdiger Weise die Kameraden der Feuerlösch - polizei, der Technischen Nothilfe und des NSKK. Zur Verschönerung des Straßenbildes werden sich am Samstagnachmittag drei Polizeibeamte, hoch zu Roß, am Sammeln beteiligen. Herr Universitäts- reitlehrer Schömbs stellt die drei Pferde in dankenswerter Weife zur Verfügung. Das Musikkorps des Jnfant.-Regiments Nr. 116 und der Musikzug der SA.-Standarte 116 stellen sich ebenfalls in dankenswerter Weife am Samstag, 16. Januar, um 16 Uhr, am Selterstor und an der Mäusburg, mitKonzerten zur Verfügung. In gleich liebenswürdiger Weife stellt sich auch der Musikzug der Marine-Hitlerjugend in den Dienst der guten Sache; er wird am Sonntag, Die Männer mit der Erkennungsmarke Ein „harmloser Zivilist".-llnd doch Polizei! Die Polizei im ganzen Deutschen Reich klärt auf. Das ist die für die Polizei- . aufklärungswoche herausgegebene Parole. Es joll allen Volksgenossen, und namentlich der Jugend, durch praktische Vorführungen und Darstellungen klargemacht werden, wie man sich vor Gefahren, Nachteilen und Unfällen schützt. Der Polizeibeamle auf der Straße und der in den Potizeidiensträumen Diensttuende sind Freunde und Helfer aller. Nicht ängstlich und bangend sollen die Hilfe und Rat suchenden Volksgenossen zur Polizei kommen, sondern zuversichtlich und wissend, daß der Polizeibeamte im Dritten Reich heute seinen Stolz und seine Freude darin findet, allen Volksgenossen und besonders der Jugend mit Rat und Tat beizustehen. In diesem Zusammenhang darf auch einmal die Bitte ausgesprochen meröen — und namentlich den Müttern gesagt — werden, daß es grundfalsch und geradezu sträflich ist, wenn Mutti ihrem unartigen Kinde sagt: „Wenn du nicht gleich ruhig und artig bist, hole ich den Schutzmann. Nichts verkehrter als dies! Der Kindes- feele wird dadurch schon eine Furcht gegen den uniformierten Polizeibeamten eingeflößt, der doch gerade dLN Kindern gegenüber Freund und Helfer fein wsst. Biel richtiger und nutzbringender für die Kleinen ist es. wenn Vater oder Mutter ihre Kinder beizeiten über den auf die Kinder liebevoll auf= paffenden „Onkel d e r Polizei" aufklären und ihnen sagen, wenn sie vor irgend etwas auf der Straße Angst haben oder Hilfe brauchen, sie sich ohne Scheu an ihn wenden sollen. Der früher manchmal gehörte schnodderige Ton der Polizeibeamten gehört der Vergangenheit an. In freundlichem und ruhigem Ton spricht heute der Polizeibeamte zu den Hilfe und Rat suchenden Volksgenossen und Kindern. Nur Rechtsverbrechern gegenüber ist der Beamte streng und unnachgiebig. Da in der Aufklärungswoche besonders auch die Jugend aufgeklärt und auf die sie umgebenden Gefahren aufmerksam gemacht werden sott, mache ich auf ein Leseheft aufmerksam mit dem Titel: „Die Polizei — Dein Freund — Dein Helfer." Dieses Leseheft erzählt nicht nur in anschaulicher Art von der Arbeit und den Aufgaben der Polizei, sondern es weist die Jugend auf die sie überall bedrohenden Gefahren hin. In keiner Jugend-Bibliothek, in keiner Schule, in keinem Hause sollte dieses Büchlein, das zahlreiche Lichtbilder und Zeichnungen aufweist, fehlen. Es ist von Offizieren und Beamten aller Po- lizei-Dienftzweige geschrieben und kostet 80 Pf-, 100 Seiten stark. Zu beziehen vom Verlag Ferdl- nand Hirt, Breslau. Nun kurz das Programm. Tag und Stunde der aufklärenden Arbeit soll und kann im einzelnen nicht aufgeführt werden, da es sich in der Hauptsache um Belehrung der schulpflichtigen Jugend in verkehrspolizeilicher Hin- ficht in den Schulen und nicht zuletzt darum handelt, Jungen und Mädchen auf die um sie lauernden Gefahren, die ihnen in anderer Hinsicht drohen, aufmerksam zu machen. . Hauptmann der Schutzpolizei Keller wird die Hitler-Jugend aufklären. Oberinspektor der Schutz- polizsi Hoffmann, Kommissar der Schutzpolizei Zimmer und Kriminalsekretär Bäcker werden an mehreren Vormittagen in den verschiedenen Schulen unserer Stadt die Aufklärung der Jugend, zum Teil unter Vorführung geeigneter Lichtbilder, vornehmen. Darüber hinaus werden wir einen Teil der Schulkinder zur Fahrt durch die Stadt in unserem großen Notruf wagen einladen. An verkehrsreichen Straßen und Plätzen der Stadt wird ihnen an Hand praktischer Beispiele gezeigt und gesagt, wie sie sich beim Begehen solcher Gefahrenpunkte verkehrsmäßig zu benehmen und so zu gehen haben, daß sie einmal sich selbst vor Gefahren schuhen und zum anderen die übrigen Verkehrsteilnehmer durch ihr vielleicht unrichtiges Benehmen im Verkehr nicht schädigen. Achtung! Polizeiaufklärungswoche vom 11. bis lI.Ianuar Was wird in dieser Zeit alles von der Polizei unternommen? Mitgeteilt von Polizeioberinspektor Beate. Fuß- oder Fingerspuren auf der Erde bzw. an Gegenständen, bei Mord oder dergl. auch an dem Toten, sorgfältige Aufzeichnung von Blutspuren, Feststellungen darüber, ob der Rasen oder der Boden Spuren eines Kampfes aufweist, usw. Selbstverständlich ist sorgsames und genaues Photographieren nicht nur der Hauptdinge, sondern auch zahlreicher Einzelheiten eine der wichtigsten Aufgaben der Kriminalbeamten. Alle diese Merkmale zur Aufklärung der Tat müssen mit peinlichster Genauigkeit zusammenge- tragen und sorgfältig schriftlich feftgehalten werden. Gleichzeitig beginnen — wenn man ihn nicht schon auf frischer Tat am Tatort erwischt hat — die ersten Ermittlungen nach dem Täter. Dabei sind langjährige Erfahrungen und ein geübtes Auge, ferner die Fähigkeit zu logischem Denken und eine gesunde Kombinationsgabe wichtige Erfordernisse, deren Betätigung für den Erfolg der Arbeit sehr maßgebend werden kann. Ist der Täter flüchtig gegangen, so erfolgt ungesäumt die Fahndung nach ihm durch Ausschreibung im Polizeifunk an alle Polizeibehörden, bei ganz schweren Fällen sofort auch durch den Rundfunk, ferner durch- die Kriminal-Fahndungsblätter und selbstverständlich durch die Tagespresse und Plakatanschlag. Hat die Polizei den Tater gefaßt, so wird er zuerst einer gründlichen Leibesvisitation unterworfen. Dann erfolgt feine erkennungsdienstliche Behandlung (daktyloskopisches Verfahren). Hierzu gehört die schriftliche Festlegung aller seiner Personalien, angefangen von feiner Abstammung, über seine Familienangehörigen, bis zu ihm selbst in allen Einzelheiten. Dazu wird er sorgsam nach seiner Größe gemessen; es werden von ihm Photographien angefertigt, und zwar zwei Aufnahmen'von vorne und eine von der Seite, ein Bild mit und ein Bild ohne Kopfbedeckung; es werden Hand- und Fingerabdrücke von ihm her- gestellt, um durch die Linien der Hand zuverlässige Vergleichsmöglichkeiten mit den bei der ersten Untersuchung am Tatort sichergestellten Hand- oder Fingerabdrücken zu erhalten; besondere Merkmale oder Kennzeichen an ihm werden natürlich gleichfalls genau feftgehalten. Wenn das alles erledigt ist, folgt das gründliche Verhör, währenddessen in der erkennungsdienstlichen Abteilung die durch die photographischen Aufnahmen usw. gewonnenen Beweismittel entwickelt und hergerichtet werden. Der Inhaftierte unterliegt solange der Haft und den Verhören, bis er entweder seine Tat eingestanden hat ober durch die Zusammentragung von Indizienbeweisen soviel Material vorliegt, daß er als aus- Folge zu leisten. 1. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. W« Malerin auf einer einsamen Insel. sucher hätte beim Anblick der großen, schlanken mW-—: einer oer eleganten Dame, die diese. Bilder malte, daran Blutvergiftung dadurch verhindert hatte daß . ... < r - f. 7___•________ hin rtorn i rrp tp C*->rPl P npmm «keine er rund um die vergiftete Stelle herum Steine auf 2. 3. Das war aber keine so einfache Sache, weil es in Port Arthur von chinesischen, mongolischen, sibirischen und weißen Spionen Japans wimmelte, von denen jeder mit Begeisterung den einrückenden Japanern das Versteck der Kriegskasse verraten hätte. Nachdem sich jedoch Stössel mit den fünf Offizieren beraten hatte, fanden sie einen Weg zur heimlichen Wegschaffung des Schatzes. Da bereits die Uebergangsoerhandlungen mit den japanischen Belagerern im Gange waren, fiel es nicht auf, daß Stöffel in der Nacht die nun ohnehin überflüssigen Posten der Arsenalswache einziehen ließ. In der Kälte der Januarnacht waren die eingezogenen, durch die lange Belagerung erschöpften Posten übrigens viel zu erfreut über den so unerwartet ermöglichten Aufenthalt in der warmen Wachstube, daß sie sich nicht weiter den Kopf darüber zerbrachen und noch weniger darum kümmerten, was nun vor dem Arsenalshaupttor vor- Jn London wurde dieser Tage in einer Kunstgalerie eine Ausstellung einer Malerin eröffnet, die wegen der Motive der meisten Bilder und der Geschichte, die von der Künstlerin erzählt wurde, besondere Aufmerksamkeit erregte. Keiner der Besucher hätte beim Anblick der großen, schlanken und das Bein quetschte/ Den größten Teil des Tages verbrachte die Malerin skizzierend und malend. Die Eingeborenen staunten sehr über ihre Pinsel und Staffelei. Sie konnten ihr stundenlang beim Arbeiten zusehen. Stössel hatte sich in der Wahl seiner fünf Vertrauensmänner nicht getäuscht, denn keiner von ihnen hat das Versteck verraten, obwohl sie dreizehn Jahre später durch den bolschewisttschen Umsturz aus ihrer Laufbahn herausgeschleudert wurden und da im Elend des Auslandsexils die Versuchung zu einer geldbringenden Verwertung ihrer Kenntnis sehr nahelag. Die Japaner hätten gewiß dem Verräter des Schatzverstecks einen erheblichen Lohn gezahlt. Denn seit drei Jahrzehnten suchen schon die Japaner nach dem Schatz. Port Arthur, ins Japanische auf Riojunko umgetauft, blieb bekanntlich für nattonalwirtschaftliche Erzeugnisse zu werben und damit den Volksgenossen in der Heimat zu dienen. r ... Für den Einzelhändler oder Kaufmann eignen sich besonders solche junge Leute, die eine sachliche Einstellung in praktischen Dingen des Lebens besitzen. Selbstverständlich müssen gute Schulkenntnisse vorhanden sein. Dazu gehören besonders einwandfreies Deutsch, sprachliche Gewandtheit, flüssiger Briefstil und sicheres Rechnen. Von dem ' kaufmännischen Lehrling erwartet man gute Auffassungsgabe und Das Kreisschulamt Gießen weist m einer Bekanntmachung an die Schulvorstände daraufhin, daß die Lehrer ihre Schüler und Schülerinnen dringend anweisen sollen, während der Verdunkelungsübung am morgigen Mittwoch zu Hause zu bleiben und sich nicht auf der Straße herumzutreiben. Wir möchten auch die Eltern auf diese beherzigenswerte Ermahnung der Schulaufsichtsbehörde dringend Hinweisen. seither japanisch und ist als Endpunkt der mandschurischen Bahn für die militärisch-wirtschaftliche Beherrschung der Mandschurei von größtem Wert. Nach seiner Heimkehr meldete Stössel dem Zaren die Stelle, wo er die Kriegskasse verbergen ließ. Der Zar befahl ihm Stillschweigen auch gegen die militärischen vorgesetzten Behörden an, weil durch die japanische Besitzergreifung Port Arthurs und der Drachenberge russischerseits ejn Heben des Schatzes unmöglich war und bei amtlicher Vormerkung der Dersteckstelle nur die Gefahr entstanden wäre, daß das Geheimnis früher oder spater an die Japaner verraten würde. Der Zar, Stössel und die fünf Offiziere waren sich einig, daß der Schatz in seinem Versteck liegen bleiben sollte, bis Port Arthur wieder russisch sein würde. Dafür sind wohl heute die Aussichten geringer als je. Aber um so anerkennenswerter ist das patriotische Schweigen, das unverbrüchlich gewahrt geblieben ist. Dem Vernehmen nach ist gegenwärttg wieder einmal eine japanische Suchkolonne auf den Drachenbergen tätig, die mit der ^^/trischen Wünschelrute an ihr Ziel zu gelangen hofft. 50 Millionen Rubel in Goldstücken, die außerdem kaum allzu tief vergraben sein dürften, sind wohl zweifellos mit dem elektrischen Pendelausschlag auffindbar, aber nur, wenn man dabei auch genau über dem Versteck steht. Auf einem klüftigen Gebirge durch methodisches schrittweises Versuchen gerade auf die richttge Stelle zu gelangen, ist jedoch eine Aufgabe, die ihre ganz erheblichen Schwierigkeiten hat. kauf, also der jetzt zulässige Höchststand, überschritten werden. Giehener Wochenmarktprelse. * Gießen, 12. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, holländische, Klasse B 11, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kar- Der Schatz von Port Arthur. Don Arthur v. JRifoa. Als im rujsisch-japanischen Krieg der Festungshafen Port Arthur sich den belagernden Japanern ergeben mußte (1905), weil der rettende Entsatz nicht herantam, genügte die Schweizer Abkunft des kommandierenden Generals Anatol Stöffel, um ihn im russischen Volksmund zum Verräter zu stempeln, der die Stadt an den Feind verkauft habe. Das wirkte sogar nach, als man ihn nachher vor das Kriegsgericht stellte. Obwohl aktenmäßig bei diesem Verfahren die Frage des erkauften Verrats nicht einmal gestreift wukde, standen seine Richter doch so stark unter dem Einfluß des Volksgeredes, daß sie ihn zum Tode verurteilten. Die Begnadigung durch den Zaren machte allerdings der Sache ein Ende, aber Stössel blieb doch mehr oder weniger verfemt, bis er zu Beginn des zweiten Weltkriegsjahres in stiller Zurückgezogenheit 1. Wohnungs-. Geschäfts., Büro- und Lokalinhaber! Mit Eintritt der Dunkelheit müssen alle Fenster, die nicht zur Ausstellung dienen, so verdunkelt sein, daß kein Lichtschein nach außen dringt. Die Jnnen- räume müssen so erleuchtet bleiben, daß der übliche Betrieb ohne Störung weitergeführt werden kaum Wo erforderlich, müssen Lichtschleusen angebracht werden. Die Abdunkelung der Speisekammern, Aborte und dgl. darf nicht vergessen werden. Auf die Verdunkelung der Zimmer von Untermietern ist besonders zu achten. 2. Schaufensterinhaber! Während der eingeschränkten Beleuchtung kann innerhalb der Stadt mit Standlicht gefahren werden. Während der vollen Verdunkelung müssen die Lichtquellen aller Fahrzeuge (auch Fahrräder) abgeblendet sein. Die roten Schlußlichter müssen sichtbar sein. Die Hinteren Kennzeichen dürfen nicht beleuchtet sein. Fahrzeuge ohne richtige Abblendung werden während der ganzen Dauer der Verdunkelung angehalten. Fahrer besorgt euch rechtzeitig das erforderliche Abblendmaterial. 5. Fußgänger! Während der eingeschränkten Beleuchtung unter- liegt der Fußgängerverkehr keinerlei Beschränkung. Mit Beginn der vollen Verdunklung hat der sog. Straßenbummel zu unterbleiben. Straßenbenutzer, die sich auf dem Wege zu oder vom Theater, Kino, Gaststätten, Bahnhof, Vorträgen, Besuchen usw. befinden, können ungehindert passieren, jedoch soll der kürzeste Weg genommen werden. 6. Fahrzeuge der Aerzle, Krankenpflege, Feuerwehr und Hebammen! Diese Fahrzeuge müssen zur Kennttichmachung an der Suchlampe oder einem Scheinwerfer grünes Licht führen. 7. Luftschuhhauswarte! Lustschutzhauswarte sind für die richtige Abdunkelung der Häuser verantwortlich. Falls erforderlich, ist den Mitbewohnern Rat und Hilfe zu gewähren. Sie sorgen dafür, daß die Haustüren unverschlossen bleiben, damit die Kontrollorgane die Häuser besichtigen können. Eingeschränkte Beleuchtung und volle Verdunkelung! a) Eingeschränkte Beleuchtung. Während der eingeschränkten Beleuchtung brennen nur noch ein geringer Teil der Straßenlampen, die : eingeschränkte Beleuchtung der Schaufenster und die abqeschirmte Beleuchtung auf Betriebshofen, wahrend alle anderen Lichtquellen außerhalb der Raume auszuschalten sind. Für alle Räume gibt es nur die volle Verdunkelung. b) Dolle Verdunkelung. Mit dem Beginn der vollen Verdunkelung sind alle öffentlichen und außerhalb von Räumen vorhandenen Lichtquellen zu löschen. Es brennen nur noch die roten Lampen an Gefahrstellen und die blauen Richtungslampen an Straßenkreuzungen usw Die Benutzung von Taschenlampen oder Suchlampen der Fahrzeuge hat zu unterbleiben. Durch welche Signale wird die volle Verdunkelung und das Ende der Verdunkelungsübung bekanntgegeben? Die eingeschränkte Beleuchtung setzt automatisch mit dem Beginn der Dunkelheit ein. Der Beginn der vollen Verdunklung wird durch Dampf- und elektrische Sirenen bekanntgegeben. Die Sirenen heulen zwei Minuten lang mit ständiger Unterbrechung. Beim Ende der Hebung heulen die Sirenen eine Minute lang ohne Unterbrechung. Gießener tut euere Pflicht und befolgt die Anordnungen, damit die Verdunkelungsübung am Mittwoch, 13. Januar, ein voller Erfolg wird. Achtung! - Verdunkelung - Achtung! Das wird für die Verdunkelungsübung am Mittwoch, 13. Januar, verlangt? Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Gyges und fein Ring". _ Gloria-Palast, Seltersweg: „Hannerl und ihre Liebhaber". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Port Arthur". — Oberhrssischer Kunstverem, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oel- gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Professor Otto Dill. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von „Gyges und sein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel, statt. Die Spielleitung führt Wolfgang K ül) n e. Die Rolle des Gyges spielt Heinz Rosenthal. S'tt Vorstellung findet als 16. Vorstellung der Dienstag-Miete statt und beginnt um 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. ASDAV. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Vord. Am Dienstag, 12., und Mittwoch, 13. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzu- halten. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Betr.: Kreisappell. Zum Kreisappell am kommenden Sonntag, 17. Januar, haben alle Unterbannführer und Gefolgschaftsführer sowie Stellenleiter des Bannes im Winterdienstanzug mit HJ.-Mantel um 9.40 Uhr an der Banndienststelle anzutreten. Betr.: Uniformierung. anstelliges Benehmen. Die Bezeichnungen „Einzelhändler" oder gar „Verteiler" mögen nicht gerade glücklich gewählt sein und nicht allzu verlockend für junge Menschen klingen, die an und für sich durchaus geneigt und auch geeignet wären, den kaufmännischen Beruf zu ergreifen. Hier ist Aufklärung notwendig, die dahm- gehen muß, daß der junge Berufsanwarter den Eindruck und die Ueberzeugung gewinnt: Eine Lehrzeit im Einzelhandel, ist auch die Brücke zu einer kaufmännischen Betätigung im großen. Kaufmännische Betätigung im nationalsozialistischen Staat aber erfordert Umsicht und Derantwortungsbewußt- sein der Allgemeinheit gegnüber. Hier mitzuwirken, ist ein verdienstvolles Streben und bei Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit auch ein Weg zu gesichertem Einkommen und wohlgeordneter Lebenshaltung. Darum kann man der,schulentlassenen Jugend nur empfehlen, dem Ruf des Einzelhandels — - - H. D. Nicht so! Diele Volksgenossen entziehen sich der Mitwirkung, indem sie vor der Uebung ins Bett gehen. Andere verlassen rechtzeitig die Wohnung. Wieder andere schalten einfach das Licht aus und drängen sich während der Uebung in einem an der Hinterfront gelegenen Zimmer zusammen. r Häufig wird die Abblendung der Hmterstont nicht durchgeführt. i Oft kommt es vor, daß Ladenbesitzer nicht oder nicht richtig abblenden. Bei Gaststätten geschah es gelegentlich, daß der Wirt selbständig „Schluß machte", weil er fürchtete, daß ihm die Kunden wegblieben. Noch immer gibt es viele Menschen, die die Fenster nicht geschlossen halten, sondern heraussehen. Die Abblendung der Abortfenster, Mansarden- und Kellerfenster und der Fenster von Speisekammern ist oft vergessen worden. Auch die Glasdächer und Oberlichter dürfen nicht übersehen werden. Sie müssen abgeblendet werden. • Die Abblendung der Lichter in den oberen Stockwerken war häufig mangelhaft. Da diese Lichter sehr leicht zu erkennen sind, muß die Abblendung besonders gewissenhaft durchgefuhrt werden. Kinder bleiben zu Hause! toffeln, % kg 5 Pf.» 5 kg 40 Pf., 50 kg :3,35 Iite 3 55 Mk Aepfel, XA kg 15 bis 20 Pf-, Tafelapfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 25, Suppenhühner 80 bis 90, Blumenkohl 30 bis 40, Endivien 5 bis 25 Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ÄHC Sietzen. Ein köstlicher Wintertag vereinigte am Sonntag etwa 60 Mitglieder des VHC. Gießen zu emer überaus genußreichen Wanderfahrt. Der Weg führte zunächst dem sog. Butterweg entlang hinchrfzur Hohen Warte, wo sich ein herrliches Bild bot. Nach den nebeligen Tagen der letzten Woche war die liebe Sonne auf dem Plan erschienen und durchflutete mit ihren wärmenden Strahlen die prächtige Winterlandschast. Denn der aus den Tags vorherrschenden Nebel einsetzende Frost hatte die wundervollste Rauhreifbildung gezeitigt, die sich dauernd dem entzückten Auge der Wanderer darbot. Der gelben Punktmarkierung nach gmg es sodann über die Licher Straße und den Alten Steinbacher Weg zum bewaldeten Brauhofsberg, der überschritten wurde, um zur Frühstücksrast nach Hausen zu gelangen. Auf festgefrorener Straße ging es weiter über Steinberg hinauf zum Ober-Steinberg, wo Der sonst so schöne Fernblick leider stark begrenzt war. Bald darauf war das ansehnliche Hüttenberger Dors Leihgestern erreicht, in dem sich noch vielfach die fränkische Bauweise mit hübschen Torbogen erhalten hat. Hier hatte sich der dortige Ortspfarrer m liebenswürdiger Weife zur Verfügung gestellt', um den Wanderern das Innere der schönen, stattlichen denken können, daß sie noch vor kurzem einsam auf einer kleinen Insel bei Siam, Cochan genannt, hauste, ein einfaches Leben wie eine Eingeborene führend. Die Malerin, eine Frau Haller, ist die Tochter eines angesehenen Schweizer Malers. Sie fing schon ganz früh an zu malen. Eines Tages Sie lebte dort ganz allein in einer kleinen Eingeborenenhütte; nur am Tage kam eine Frau mit einem Boot von einer Nachbarinsel herüber, um aufzuräumen und zu kochen. „Fürchteten Sie sich denn nicht, so ganz allein zu hausen?" wurde sie kürzlich gefragt. „Nein, nicht im geringsten", ant- wartete sie. „Die Eingeborenen waren alle außerordentlich freundlich und höflich gegen mich; und obwohl ich ihre Sprache nicht konnte, verständigten wir uns doch ganz gut. Ich lebte ausschließlich von Fischen und Obst und benutzte Eßstabchen wie die Eingeborenen. Ich ging mit ihnen auf Fischfang und verschaffte mir so ganz allein meine Nahrung. Einmal biß mich beim Schwimmen ein giftiger Msch, und ich wäre in Lebensgefahr gewesen, wenn -—- einer der Eingeborenen eine Ausbreitung der Schaufenster werden vom Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung e i na e s ch r a n k t beleuchtet, d. h. dort brennt noch Licht, aber in geringem Maße. Sobald die Signale der Sirenen zur vollen Verdunkelung ertönen, sind auch die Schaufenster zu verdunkeln. Lichtschleusen dürfen nicht vergessen werden. Lichtreklamen dürfen wahrend der ganzen Dauer der Verdunkelungsübung nicht beleuchtet sein. 3. Gaststätten und Uebernachtungstokate! Die Lokale müssen nach außen vollständig ab gedunkelt sein. Lichtschleusen sind anzubringen. Auf die Verdunkelung der Gästezimmer ist besonders zu achten. Fremde Gäste sind auf die Verdunkelung aufmerksam zu machen. 4. Fahrzeuge aller Art! sah ein bekannter Schweizer Bildhauer zufällig einige ihrer Arbeiten, und hatte einen so starken Eindruck davon, daß er die Bekanntschaft der Künstlerin zu machen suchte. Zu feinem größten Erstaunen erwies es sich, daß sie erst ein junges Mädchen war! Bald wurde sie seine Frau. Doch ihr unersättliches Verlangen zu reisen und ferne Länder zu sehen, führt sie viel von Hause fort, während ihr Gatte vorzieht, auf hoher See zu segeln oder im Mittelmeer umherzukreuzen. So sehen sie sich eigentlich nur, wenn sie beide zu ihrem Schweizer Heim zurückgekehrt sind. Während einer Reise nach dem Osten geschah es zufällig, daß Frau Haller ein fremdes kleines Eiland entdeckte, in einer Gruppe von mehreren Inseln, deren Be- sitzerin, ein 22 Jahre altes siamesisches Mädchen, sich selbst dort zur „Königin" erhoben hatte. Auf der Fahrt von Bangkok nach Singapore hatte der Dampfer einen unfreiwilligen Aufenthalt auf hoher See, und als Zeitvertreib bot der Kapitän Frau Haller an, die kleine Insel zu besuchen. Sie war so eingenommen davon, daß sie beschloß, dort Aufenthalt zu nehmen. Der Kapitän stellte sie der „Königin" vor, die sie bat, ihr die Insel eine Zeit- lang zu verpachten. sperrt. Umleitung erfolgt örtlich ♦* Alte 88er Achtung! Das vor 129 Jahren gegründete 2. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 88, das 1871 bis 1914 in Mainz in Garnison stand und mit zu denjenigen deutschen Regimentern gehört, die im Weltkriege die größten Verluste hatten, veranstaltet am 8. und 9. Mai eine Wiedersehensfeier in seiner alten Garnison, an der auch die Angehörigen der Kriegsformationen des Regiments teilneh- men. An alle früheren 88er und sämtliche Kameraden der Festungs-M.-G.-Abt. 8, vom Res. Jnf.- Reqt. 88, vom Res. Jnf.-Regt. 224, vom III. Bataillon des Res. Jnf.-Regt. 253, vom Res. Jnf.-Regt. 441 und vom Sturmbataillon 14, sowie vom Arm. Batt. 124 ergeht daher der Ruf: „Kommt zur Wiedersehensfeier nach Mainz!" Anmeldungen an die Ortsgruppe Mainz des Bundes der 88er, zu Händen des Kameradschaftsführers K. Pfaff, Mainz, Boppstraße 20. , ** Einbruchsdiebstahl. In der vergangenen Nacht wurde aus dem Lager einer Sackgroß. Handlung an der Margarethenhütte eine große Anzahl gebrauchter Säcke gestohlen. Die Diebe haben sich für die Fortschaffung des Diebesgutes eines Kraftwagens bedient. Ein Teil der gestohlenen Säcke konnte von der Kriminalpolizeistelle Gießen bereits sichergestellt werden. Die Ermittlungen sind noch im Gange. Kirche und Schule. 0 Allendorf a. d. Lda., 10. Jan. Am Heu- tigen Missionssonntag sprach in unserer Kirche der Dekan i. R. Gußmann von Gießen über das Bibelwort Evangelium Johannes, Kapitel 4, Vers 35 und 36. Der Redner wies in seiner Predigt auf die großen Nöte der Baseler Missionsgesellschaft hin, besonders betonte er auch, daß diese Gesellschaft durch die Abwertung des Schweizer Franken einen Verlust von über 300 000 RM. erlitten habe. Dekan , Gußmann verlas dann vor dem Altar noch eine Statistik über das Opferwerk der Baseler Mission. , Aus dieser ging hervor, daß im Jahre 1936 über 500 ■ Reichsmark aus der hiesigen Gemeinde der Mission - zugeführt wurden. Die kirchliche Neujahrskollekte, - die dem Winterhilfswerk zufloß, ergab 15,50 RM. Es wird hiermit bekanntgegeben, daß ab 15. Januar nur noch die schwarze Winterdiensthose getragen werden darf. Es darf künfttghin nur noch schwarzes Koppelzeug getragen werden. Betr.: Wochenendschulung. Die Wochenendschulungen am kommenden Sonntag (17. Januar) fallen anläßlich des Kreisappells aus. Die Wochenendschulung in Lich findet am 31. Januar statt. Werkskonzerte aus Gießener Betrieben Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltet — wie man uns mitteilt — in Zukunft öfters Werk- pausenkonzerte in verschiedenen Gießener Betrieben, die durch den Reichssender Frankfurt übertragen werden. Das erste derartige Konzert findet am Mittwoch, 13. Januar, in einem Arbeitssaal der Firma Poppe 8- Co. statt. Für dieses erste Konzert hat sich das Städttsche Orchester unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter zur Verfügung gestellt Das ausgezeichnete Programm wird von 8.30 bis 9.30 Uhr durch den Reichssender Frankfurt und weitere angeschlossene Sender übertragen und wird von vielen betrieben des Reiches als Gemeinschaftsempfang gehört. Auch die Gießener Bevölkerung hat Gelegenheit, das erste Gießener Werkskonzert am Lautsprecher mitzuhören. Weitere Konzerte werden später folgen; wir machen jedesmal darauf aufmerksam. __________________________ ging. Hier fuhren fünf Bauernschlitten vor, jeder von einem der fünf Offiziere gelenkt, die sich entsprechend als Sibiriaken vermummt hatten. Sie gingen durch das unbewachte Tor in das Arsenal und holten von da eigenhändig die Kisten mit den Goldmünzen aus dem Kassenraum, zu dem ihnen Stössel den Schlüssel gegeben hatte. Dann fuhren sie mit den beladenen Schlitten nach dem Drachengebirge, vergruben dort das Gold auf der mit Stössel vereinbarten Stelle und kehrten noch vor dem Morgengrauen mit den leeren Schlitten in die Stadt zurück. starb. Nun stellt es sich nach drei Jahrzehnten heraus, daß Stössel im Augenblick der Uebergabe über mehr Geld verfügen konnte, als ihm die Japaner je für einen Verrat hätten bieten können. In feiner Kriegskasse befanden sich rund 50 Millionen Rubel in Goldstücken, die jedoch von den Japanern nach erfolgter Uebergabe nicht gefunden wurden. Das Gold war zwar russisches Staatseigentum, aber wir wissen auch, daß in der Vorkriegszeit ein russischer Armeeführer über eine so weitgesteckte Macht gebot, daß Stössel sich an der Kriegskasse ungescheut hätte bereichern können, wenn er unredlich gewesen märe. Stattdessen sorgte er durch rechtzeitige Bergung der Kriegskasse dafür, daß sie nicht in die Hände der Japaner fiel. Als Stössel am 210. Belagerungstage einsehen mußte, daß er Port Arthur nicht mehr gegen die japanische Uebermacht halten konnte, berief er am 2. Januar 1905 fünf Offiziere zu sich, zu denen er das vollste Vertrauen hatte. Deshalb hatte er sie zur Bergung der Kriegskasse ausgewählt. Durch die Lage auf der Südspitze der Halbinsel Kwantung (ßiaütung) war Port Arthur von See nnd Land vollkommen von den Japanern einge- schlossen, aber auf der Landseite befanden sich die jananischen Belagerungsgräben außerhalb des Kirche mit den nötigen Erläuterungen zu zeigen. Auch der Kirchturm, einer der schönsten und wuchtigsten der weiteren Umgegend, wurde gebuhrenD besichtigt. Die Schlußraft wurde im benachbarten Großen-Linden abgehalten, wo sich auch Mitglieder des Zweigvereins Hüttenberg eingefunden hatten. Bei froher Rede und Gegenrede, bei Gesang, Tanz und heiteren Vorträgen verlebte man hier einige gemütliche Stunden bis zur Heimfahrt. ** Prüfung für Kurzschristlehrer in Hessen. Wie "der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bekanntgibt, ist beabsichtigt tm Frühjahr eine Prüfung für Lehrer der Kurzschrift abzuhalten. .... ** Straßensperrung. Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten wird der Straßenabzweig nach Griedel von der Landstraße Butzbach—Lich ab vom 11. Januar ab für jeglichen Verkehr ge- Gonderverkaufstage im Einzelhandel und Preisgestaltung. Fwd. Die bevorstehenden Sonderverkaufstage im Einzelhandel sind mit Herabsetzungen der jetzt geltenden Preise verbunden. Während sonst durch die Verordnung vom 26. November 1936 Preiserhöhungen auch dann verboten sind, wenn nach dem 17. Oktober 1936, in der Spinnstoffwirtschaft nach dem 30. November 1936 eine Preissenkung eingetreten war, dürfen, wie der Reichskommissar für die Preisbildung mitteilt, die Preise nach Schluß des Sonderoerkaufs wegen des besonderen Zweckes solcher Veranstaltungen wieder auf den Stand vor dem Sonderverkauf heraufgesetzt werden. Jedoch darf in keinem Falle der Preisstand vor dem Sonderver- Drachengebirges. Zu diesen war der Weg von Poitt Arthur aus frei, und daher beschloß Stössel, die Kriegskasse dort vergraben zu lassen. Volkslmnsarbeil an den Auslandsdeusschen. Oie Abteilung Grenzland-Ausland im Deutschen Frauenwerk. Die Aufgabe dieser Abteilung ist es besonders, die Anteilnahme breiterer Volksschichten für unsere Ausländsdeutschen zu wecken, ihnen zu zeigen, wie wichtig diese Volkstumsarbeit im Ausland ist, wie wertvoll diese Menschen für uns sind, und daß wir alles daransetzen müssen, sie uns auch in der Fremde als Deutsche zu erhalten. Die Referentinnen der Abteilung, die selbst im Ausland und in den Grenzgebieten waren, schildern in ihren Vorträgen, die durch Bilder, Briefe und persönliche Berichte belebt und anschaulich gestaltet sind, die Zustände in den gefährdeten Landstrichen Was die Frauengruppe des VDA. angefangen Hal, das will die Abteilung Grenzland-Ausland ausbauen und auf einer breiteren Grundlage fortführen: die Betreuung aller deutschstämmigen Menschen im Auslande. So waren schon viele Wochen vor Weihnachten fleißige Hände in der Frauenschaft und in ihren Jugendgruppen am Werk, um unseren Ausland- deutschen heimatliche Grüße zu senden. Da wurde genäht und gebastelt; es entstanden Handarbeiten, Leder- und Papparbeiten, bäuerliche Webereien, Holzarbeiten, Weihnachtsschmuck und Spielsachen aus einfachstem, geschmackvollem Material, in mancher frohen Munde der Gemeinschaft gearbeitet und nun bereit, hinausgesandt zu werden als lebendige Verbindung zwischen deutschen Menschen diesseits und jenseits der Grenze. Um das Bild der deutschen Heimat draußen im fremden Land recht lebendig werden zu lassen, haben unsere Frauen und Mädel Heimatmappen zusammengestellt, Bilder gesammelt und mit schlickten, anschaulichen Beschreibungen des Heimatortes hübsch eingebunden. Die Frauenschaft des Kreises Gießen hatte in manchen Orten Trachtengruppen nach echten Vorbildern in unserer heimatlichen Tracht angezogen, auch sie werden bei unfern Volksgenossen in der Fremde Erinnerung geweckt und Freude bereitet haben. Die Frauenschafl veranslallel auch Ausstellungen von Kunstfertigkeiten aus den Grenzland- und Notstandsgebieten, die bei den Besuchern die Anteilnahme für das Schaffen und den Fleiß der Grenzländer wecken sollen. Da sehen wir Textilwaren aus der Bayrischen Ostmark, schönen Bernsteinschmuck aus Ostpreußen und die mühsamen Stickereien und Spitzenarbeiten des Vogtlandes. In diesen Landstrichen Handel und Wandel zu beleben, den fleißigen Menschen für ihre volkstümliche Arbeit Aufträge und neue Bestellungen zu verschaffen, das ist der Zweck dieser Ausstellungen. Wögen recht viele Frauen sich entschließen, mitzuarbeiten auf diesem wichtigen Gebiet des Deutschen Frauenwerkes. Es gilt durch lebendigen Austausch das Vertrauen zu stärken, das diese Menschen zu unferm gemeinsamen Vaterland haben, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen, sondern es mit allen Mitteln zu erhalten. F- K. ©Ji.-tfpOTt Universität Gießen im Kampfe um die deutsche Hochschulmeisterschast im Handball. Am morgigen Mittwoch treffen sich zum Ent- scheidungssplel um die Kreismeisterschaft „Main" die Universitäten Frankfurt und Gießen in Frankfurt (Stadion). Die Gießener Mannschaft wird voraussichtlich in ihrer z. Zt. stärksten Besetzung antreten und versuchen, den Frankfurtern den Sieg streitig zu machen. Ob dieses gelingt, wird der Kampf zeigen, der bestimmt alle Kennzeichen eines hochstehenden Handballspieles mit sich bringen wird. Hoffentlich findet sich unsere Mannschaft besser zusammen, wie in den seitherigen Spielen gegen Marburg und Heidelberg. Sollte sich die Mannschaft ihrer großen Handballtradition erinnern, so wird die Universität Frankfurt einem schwer zu schlagenden Gegner gegenüberstehen. Der Sieger aus diesem Treffen trifft am 23. Januar auf den Kreismeister „Schwaben". Neue Sprungschanze bei Hochwaldhausen. Gemeinde und Verkehrsverein Hochwaldhausen- Jlbeshausen haben zur Hebung des Schneeschuhsportes an dem bekannten aünstigen Uebungshang am Hegholz eine Sprungschanze errichtet. Ein guter und gefahrloser Ablauf von 500 bis 600 Meter Länge ist außerdem sichergestellt. Der Uebungshang liegt an der Nord feite des Berges, und weist bei Schneefall stets günstige Schneeoerhältnisse auf. Alle Freunde des Skisports werden die Neueinrichtung begrüßen. Reichsbund-Werbeabend inKl. -Linden. Die Ortsgruppe Klein-Linden des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen trat am Freitagabend mit einer Werbeveranstaltung an die Öffentlichkeit. Die Ortsgruppe hatte dazu die sporttreibenden Vereine unserer Gemende mit ihren Familienangehörigen und sonstige am Sport interessierte Volksgenossen in den Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" einaeladen. Nach einleitender Marschmusik und dem Gesang eines gemeinsamen Liedes hieß Ortsgruppenführer Karl Eyring vom RfL. die Besucher herzlich willkommen und sprach in kurzen Zügen über das Wesen der vom RfL. geforderten körperlichen und seelschen Ertüchtigung unseres gesamten Volkes und über die sozialen Aufgaben des Bundes. Sodann hielt ein Vertreter des RfL. einen Lichtbilderoortrag über die hohen Aufgaben der deutschen Sporthilfe, die in erster Linie darin bestehen, Volksgenossen, die bei Ausübung des Sportes verunglücken, Hilfe und Heilung zuzusichern. Die Lichtbilder brachten Ausschnitte aus dem von der deutschen Sportbehörde erbauten Heim in Hohenlychen (Mecklenburg) und ließen Einblicke gewinnen in die segenbringende Fürsorge für die ver-> unglückten Sportkameraden. Wohl alle Besucher des Abends sind sich der Bedeutung der bei sportlichen Veranstaltungen erhobenen Sportgroschen bewußt geworden. Im Mittelpunkt des Abends stand der Flm über die Olympischen Spiele in Berlin. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Zuschauer die Ereignisse des verflossenen Sommers in Berlin. Ortsgruppenführer Eyring verlas noch einige Worte des Führers und wies in seinem Schlußwort auf die Wandlung hin, die unser Vaterland in den letzten Jahren erlebt hat. Nur dem Führer sei es zu verdanken, so führte er u. a. aus, daß die Olympischen Spiele diesen glänzenden Verlauf nehmen konnten. Turnerinnen vom Turnverein 1889 Klein-Linden trugen durch Tanzreigen zur Ausgestaltung des Abends bei, während fünf Mitglieder der Radfahreroereinigung Klein-Linden durch Kunstfahren auf einem Fahrrad die Zuschauer begeisterten. Die jugendlichen Kunstfahrer waren Eberhard Kopp, Hans Weller, Walter Will, Willi Will und Franz Rathenow. * Altmeister Borchmeyer hatte sich beim Magdeburger Hallensportfest im Sprinterkampf eines schweren Gegners zu entledigen und gewann nur knapp gegen den Berliner Sumser, der einmal den ersten Platz belegte und sich in den beiden übrigen Läufen nur knapp geschlagen gab. Handball im Sporlkreis Gießen. Man kann wohl behaupten, daß die Ergebnisse des letzten Sonntags als Ueberraschungen angesprochen werden müssen. Denn nicht nur die Niederlage des Tv. Wetzlar, sondern auch der knappe Sieg der Spvg. 1900 Gießen in Münchholzhausen, die Niederlage von Niedergirmes usw. sind nicht von ungefähr. Trotz allem dürften sich die Tabellenstände m den einzelnen Klassen nur unwesentlich verändert haben. Jedenfalls haben die Spitzenreiter ihre Positionen auch weiterhin behauptet. Bezirksklasse. Tv. Heuchelheim — Tuspo W. - Niedergirmes 9:6. Die Heuchelheimer haben das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Sie zeigten sich besonders in der ersten Halbzeit ihrem Gegner in taktischer und technischer Hinsicht überlegen und hatten, als man dort die Situation erfaßte, bereits einen Vorsprung herausgeholt, der ausreichte, um den ungestümen Angriffen standzuhalten. Durch diesen erneuten Sieg haben die Heuchelheimer ihren Tabellenstand weiterhin verbessert. Tv. Münchholzhausen — Spvg. 1900 Gießen 8:10. Die Gießener hatten Glück, daß sie sich bereits bis zur Pause einen klaren Vorsprung verschafft hatten. Denn sonst wäre es sehr leicht möglich gewesen, daß die vorausgesagte Ueber- raschung zur Wirklichkeit geworden wäre. Münchholzhausen war nämlich gerade in der zweiten Halbzeit wie umgewandelt und sehr leicht hätte es zu einem wenn auch knappen Siege langen können. Tv. Lützellinden — To. Hochelheim 9:3. Wenn auch Lützellinden ursprünglich nur mit neun Mann — die sich allerdings bis zum Schluß des Spieles auf elf erhöhten — antrat, so reichte es den Gästen in der ersten Hälfte nur zu einem Unentschieden. Dann aber war es um ihre Chancen geschehen. Die Platzbesitzer fanden sich und die Tore fielen. Der Sieg ist auch in dieser Höhe vollkommen verdient. Mto. Gießen — Tuspo Marburg 9:7. Man kann ruhig behaupten, daß die Gäste angenommen hatten, das Gießener Spiel bedeute für sie nur ein Spaziergang. Wenn das anders kam, so ist das dem ungestümen Siegeswillen und der Energie zuzuschreiben, den die Mannschaft des Mto. aufbrachte. Es ist schade, daß diese Form erst heute kommt; man hätte es gerne gesehen, wenn die Mannschaft schon früher „aufgetaut" märe. Der eine ober andere Punkt wäre ihr bann sicher gewesen. 1. Kreisklasse. Tuspo Groß-Rechtenbach — Tv. Hörnsheim 2:3. Nur ganz knapp und man kann schon sagen mit etwas Glück hat Hörnsheim die beiden Punkte retten können. Es hat den Anschein, als ob auch hier eine Unterschätzung des Gegners vor- liegen werde, denn entgegen ihrer sonstigen Leistung ließ der Sturm der Gäste manche Chance aus und konnte nur mit knapper Not, nachdem die Platzbesitzer noch bei Halbzeit 2:0 geführt hatten, einen mehr als glücklichen Sieg landen. To. Katzenfurt — Tv. Holzheim 8:9. Auch hier war es so, daß man den Sieg bereits in der Tasche hatte. Die Platzbesitzer zeigten aber auch diesmal, daß sie spielen können und daß sie auch vor einer Mannschaft, wie sie die Gäste darstellen, nicht kapitulieren. Wie sehr und mit welchem Eifer man um den Sieg kämpfte, beweist die Tatsache, daß das Spiel noch kurz vor Schluß 8:8 stand. Tv. Dutenhofen — Tv. Dorlar 7:5. Es war schade, daß Dorlar das Spiel vorzeitig abbrach. Denn man hätte sicher noch einen interessanten Kampf zu sehen bekommen. Zwar konnte Dutenhofen seine in den letzten Spielen gezeigten Leistungen keinesfalls wiederholen. Es reichte aber trotzdem, um Dorlar den Widerstand entgegenxu» setzen, der zum Ausgleich des Treffens notwendig war. 2. Kreisklasse. Tv. Lang-Göns — To. Nauborn 8:8. Die Lang-Gönser hatten den Kampf in Nauborn zu leicht genommen. Sie blieben zwar immer tonangebend, konnten aber nicht verhindern, daß es den Platzbesitzern gelang, noch in letzter Minute den Ausgleich herzustellen. Der erlittene Punktverlust kann aber an sich nichts schaden, weil Wetzlar durch Nichtantreten auf eigenem Platz zwei wertvolle Punkte verloren yat. Tv. Wetzlar II — Tv. Hausen. Die Wetzlarer verschenkten eigentlich mehr als leichtsinnig Spiel und Punkte. Denn trotzdem das Pflichtspiel angesetzt war, trugen sie ein Freundschaftsspiel aus. Tv. Heuchelheim II — Tuspo Niedergirmes 10:1. Die Heuchelheimer bewiesen wieder einmal mehr ihre derzeitige Spielstärke. Sie überfuhren ihren Gegner im wahrsten Sinne des Wortes. Jugend. Tv. Münchholzhausen — Tv. Garbenheim 14:7. Tv. Burgsolms — Tv. Atzbach 0:12. Mannschastskämpfe im Geräteturnen in Heuchelheim. Am Sonntag fanden in der Turnhalle zu Heuchelheim unter Leitung des Kreismännerturnwarts Karl Reuter die Mannschaftskämpfe des Unt£r« kreises Gießen statt. Zwölf Mannschaften der Unterstufe und vier Mannschaften der Mittelstufe waren angetreten. Nach einer kleinen Morgenfeier, die der Dietwart des Heuchelheimer Turnvereins A. Rinn unter dem Gedanken „Kameradschaft, Treue und Vertrauen" durchführte, zeigten die Turner an Barren, Pferd, Reck und in Freiübungen ihr Können. Die Kämpfe hatten folgende Ergebnisse: Unterstufe: 1. Rang: Tv. Großen-Linden I 649 Punkte; 2. Tv. Großen-Linden II 603; 3. Tv. Heuchelheim 581; 4. Tv. Leihgestern 576,5; 5. Lollar I 576; 6. Mainzlar 571; 7. Odenhausen 563,5; 8. Lützellinden 561,5, 9. Wieseck 541; 10. Londorf 519; 11. Treis I 513,5; 12. Treis II 481,5 Punkte. Mittelstufe: 1. Rang: Tv. Lollar 689 Punkte; 2. Tv. Gießen 1846 678; 3. Tv. Wieseck 609; 4 Tv. Heuchelheim 550 Punkte. Lugend-Fußball. 1900 Gießen 3. Jgd. — Tv. Wieseck 1. Jgd. 3:5. Ein achtbares Ergebnis erzwang sich am Sonntag die 3. Jugend von 1900 gegen die 1. Jugend vom Tv. Wieseck, indem sie nur knapp geschlagen wurde. Ettingshausen Jgd. — Daubringen Jgd. 3:0. Am Sonntag trafen sich beide Jugendmannschaften in Ettingshausen. Die Platzbesitzer arbeiteten sich eine kleine Feldüberlegenheit heraus und erzielten ein Tor. Nach dem Wechsel kam Daubringen stark auf, mußte sich aber ein weiteres Tor gefallen lassen. Kurz vor Schluß kam dann Ettingshausen durch einen schönen Durchbruch des Mittelstürmers zu einem dritten Erfolg. Saasen 1. Jgd. — Lollar 1. Jgd. 1:2 (0:1). Es ging in diesem Spiel um die Tabellenführung. Bis zur Pause führten die Lollarer. In der zweiten Spielhälfte kamen die Platzbesitzer auf, belagerten das gegnerische Tor und erzielten auch den Ausgleich. Einen blitzschnellen Durchbruch verwerteten die Gäste zum zweiten Erfolg. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Gportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20 bis 21 Uhr. Boxen, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 21 bis 22 Uhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg — nur für Frauen — 21 bis 22 Uhr. Für Männer und Frauen gemeinsam, 20 bis 21 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele — nur für Frauen. Lyzeum, Dammstraße 26, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten, Reitinstitut, Brandplatz. 21 bis 22 Uhr. Kurze Sportnotizen. Die Olympischen Winterspiele 1940 sind fraglich geworden, da eine Einigung zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Internationalen Skiverband hinsichtlich der Ama- tcurfrage kaum zu erwarten ist und so die Spiele unter Umständen ohne Skiwettkämpfe durchgeführt werden müßten. Damit wäre den Winterspielen ober jede Bedeutung genommen. Für bi e Bob-Weltmeisterschaften, die in Cortina b'Ampezzo (Zweier) unb St. Moritz (Vierer) abgewickelt werben, hat Deutschland jeweils zwei Schlitten gemeldet. Wasserfreunde Hannover setzten sich beim letzten Gruppenturnier zur deutschen Wasser- ballmeisterschaft in Hannover erfolgreich durch und nehmen an den Endkämpfen teil. Gegen Hellas Magdeburg gewannen die Hannoveraner 14:5, gegen Aachen 04 mit 7 4. M i t einem bemerkenswerten Unent - schiedenvon 3:3 endete der Tennis-Klubkampf zwischen Rotweiß Berlin und den Uhlenhorster Klippers. Die Sensation des Kampfes war der Sieg des Hamburger Dr. Dessart mit 6:1, 6:3, 9:7 über den deutschen Meister Gottfried von Gramm. Laila S ch o u - N i e l s e n, die bei den Olympischen Winterspielen den Abfahrtslauf gewann, in der Kombination Abfahrt-Torlauf aber hinter unserer Christel Cranz zurückstehen mußte, ist eine vielseitige Sportlerin. In Oslo stellte sie mit 48,6 Se- künden einen neuen Weltrkord im 5 0 0 - Meter» Eisschnelläufen auf. Die Norwegerin ist auch eine gute Tennisspielerin. Zwei engliche Eishockey-Niederlagen Sab es in Köln. Die Mannschaft der Universität Oxford unterlag der Düsseldorfer Eislaufgemein- schast 2:4 und den German Canadians mit 0:3. Einbruch bei einemFrankfurterZuwelier Für 20 000 Wart Waren gestohlen. Frankfurt a. M., 11.Jan. (Lpd.) Am Montagmorgen wurde in dem Geschäft eines Iuwe - lenhändlers am Kleinen Kornmarkt ein E i rill r u ch verübt, bei dem Juwelen und Goldsachen im Werte von etwa 2 0 0 0 0 Mark gestohlen wurden, lieber den Hergang der Tat teilt die Polizei folgendes mit: Der Juwelenhändler pflegt des Abends nach Geschäftsschluß die wertvollen Stücke aus feinem Bestand in einem Koffer mit nach Hause zu nehmen. Dies hatte er auch am vergangenen Samstag getan. Als er heute morgen gegen 9.30 Uhr fein Geschäft betrat, wurde er kurz danach zu einem Nachbarn an den Fernsprecher gerufen. Es meldete sich eine Frau, die dem Juwelier mitteilte, daß ein für den Nachmittag in Aussicht genommenes Geschäft noch nicht zustande kommen könne. Die Frau hielt den Juwelenhändler einige Zeit am Telephon fest, indem sie um verschiedene Auskünfte bat. Als der Juwelier nach einigen Minuten in feinen Laden zurückkam, fand er die Ladentür offen stehen. Sie war von einem Unbekannten mit einem Nachschlüssel geöffnet worden, der noch im Schloß steckte. Im Laden fehlte der Koffer, den der Händler auf die Theke gestellt hatte. In dem Koffer befanden sich u. a.: 15 Armbänder; 20 Herren-Brillantringe; 35 Damen-Brillantringe; 1 Brosche mit 11 Brillanten; 1 alte Schleifenbrosche, massiv Platin mit 42 Brillanten; 4 Colliers mit Brillanten; 5 Krawattennadeln mit Brillanten und Perlen; 10 Damen- und Herrenarmbanduhren; 5 Herren-Ringe, ziseliert mit Lapis bzw. Turmalin oder Topas; 12 ziselierte Siegelringe; 10 goldene Herrenuhrketten; 1 einseitige Panzeruhrkette von 67 Gr. Weiter waren in dem Koffer: 1 braunes Portemonnaie mit 103.— Mark Bargeld; 1 kleiner Papierkarton mit 218.— Mark Bargeld, 1 Pistole, Marke Browning, Kal. 6,35 mit 6 Schuß, 1 Pistole, Marke Walter, Kal. 7,65 mit 7 Schuß. Bei dem Koffer handelte es sich um einen fast neuen, schwarzen Lederkoffer von 60:45:20 Zentimeter mit zwei Nickelschlössern. Die Frau, die den Juwelier angerujen hatte, und der Täter, sind ohne Zweifel Komplizen, die die Tat von langer Hand vorbereitet haben. Beide waren schon am Samstag in dem Juweliergeschäft, wo die Frau zwei Damen-Brillantringe zum Kauf anbot. Der Täter wird wie folgt beschrieben: 40 Jahre alt, 1,70 Meter groß, braunes, ovales, auffallend häßliches Gesicht, er ist wahrscheinlich Ausländer, spricht gebrochenes Deutsch. Die Frau ist etwa 30 bis 32 Jahre alt, hat volles Gesicht, leicht geschminkt, kleine, spitze Nase, auffallend rote Haare; sie spricht fließend hochdeutsch. Wurzeln 683 Xylophon der Zahnbeinhaut. Kommt oft vor bei Zähnen mit Goldkappe, wenn nicht eine ganz sorgfältige Wurzelbehandlung vorausgegan- aen ist. Im Verlause der Wurzel- yautentzündung kann es zu einer Eiterbildung an der Wurzel- spitze kommen. Möglichst frühzeitig zahnärztliche Behandlung rettet vor den Schmerzen. Wurzeln. Faserwurzeln sind reich verzweigt und wachsen flach im Boden. Pfahlwurzeln sind unverzweigt, gehen tief ins Erdreich und verdicken sich oft zu Knolle oder Rübe. Pflanzen mit Faserwurzeln können öfters versetzt werden. Pfahlwurzeln dagegen selten, meist nur im jungen Zustand. Wurzeln dienen der Nahrungsaufnahme und als Vflanzenhalt. Wurzelvflege: lok- kern des Erdreiches, damit ungehinderte Atmung erfolgen kann. Nur mit Erdbällen verpflanzen (f. Pflanzung). Schadenbringende Wurzeln vom Nachbarsgarten her müssen auf ausdrücklichen Wunsch abgestochen werden. Staudenpflanzen mit weitverbreiteten Wurzeln werden mittels Dachpappe oder Einkreisung von Steinen im Boden auf einen bestimmten Raum begrenzt. Wurzeln, f. abschneiden. Wutanfall ist ein bei Kindern manchmal versuchtes Mittel, um ihren Kopf durchzusetzen. Vernünftige Eltern werden sich dadurch aber nicht in ihrem Wil- len wankend machen lasten. Das einzig richtige Mittel ist, die Kinder möglichst wenig beachten und ihnen ruhig erklären, daß sie auf solche Art nichts erreichen. Wenn solche Wutanfälle häufiger auftreten, befrage man einen Arzt. Wutanfälle kommen bei Tollwut vor unb bei verschiedenen Geisteskrankheiten. Siehe diese. Xanthippe, Bezeichnung für eine zanksüchtige Frau, nach der Frau oes griechischen Philosophen Sokrates, der zu Unrecht diese Eigenschaft zugeschrieben wird Wörtlich übersetzt bedeutet: gelbliches Pferd. Xaver, männl. Vorname spanischer Herkunft mit der Bedeutung „der Glänzende", weibliche Form Xaveria. X-Beine, siehe krumme Beine. Xeres, Jerez, spanische Stadt, bekannt durch den Jerezwein. -k Xylogmit, Maste aus Holzstoff, die zur Herstellung von Steinholzfußböden verwendet wird. Xylolin, aus Baumwolle und Holzstoffpapier gewebter Stoff, aus dem u. a. Arbeitskleider unb Decken gefertigt werden. Xylolith. aus Holzmehl und Magnesia - Zement hergestellter Kunststein. Xylophon, Musikinstrument aus abgestimmten Hölzern, das mit Holzhämmerchen geschlagen wird. Deutsche Bezeichnung Holz, oder Strohfiedel. wie schneiden Sie weiche Wurst? Mit einem normalen Messer aeht bas schlecht, weil die Wurst gebrückt wirb. Jetzt gibt es ein Wurstmesser, das an ber Schnecke feine Zähnchen hat. Damit können Sie schöne glatte Wurstscheiben schneiden. Auch für weiches Brot gibt es ein solches Mester, ebenso für Tomaten. Lasten Sie es sich zeigen bei 3. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Hier abschneiden! Wirtschaft musst. Berlin Frankfurt a. M. 9-1 Zähmet 3A d-cht l Woran G Heute ehak-Kaffee Stadttheater Gut vei zinkt - hält länger Schlußkurs Maskenbilder liegen zur Ansicht aus Schlußk. Abend- börfe preiswert: Immer frisch und gut: WM n.7__ _ __ Kennen Sie schon unsere Thomas - Ganzmetall- Waschmaschinen mit angebaut. Wäschepresse? Wir führen sie Ihnen unverbmdl. vor BORRMANNS: Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 215 A Rundfunkprogramm Mittwoch, 13. Januar. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Wetterund Schneebericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus der Firma Hartmann & Braun AG., Frankfurt a. M.: Werkskonzert. 10: Schulfunk. Das ganze Deutschland ist mein Heimatland! 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ballett-Musiken. 15: Uebertragung nach Saarbrücken: Volk und Wirtschaft. Wofür gibt der Bauer Geld aus? 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen (IV). Aus den Dichtungen von K. A. Schimmel- pfeng. 15.30: Vom Erlebnis der bildenden Kunst ^J^asdimaschine, Wringmaschine WM ■ sind mehr denn je. ' M unentbehrlich! 1 v. H. auf 261, ferner Th. Goldschmidt auf 128,50 (129) und Moenus Maschinen auf 98 (98,50) zuruck. Don Bankaktien zogen Dresdner Bank 0,50 o. H. an auf 108. Der R e n t e n m a r k t lag bei behaupteten Kursen sehr still, Reichsbahn-Vorzugsaktien bröckelten 0,25 v. H. ab auf 125,40. Don fremden Werten blieben Silbermexikaner behauptet, 4 v. H. Ungarn Gold lagen geringfügig höher. Ü. a. notierten: 6 v. H. Krupp 102, 6 v. H. IG. Farben 135,75, 6 o. H. Verein. Stahl 102, 5 v. H. do. 99,75, 1951er do. 95,13, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,40, 4 v.H. Ungarn Gold 6,65, 5 v. H. Silbermexikaner 10, 3 v. H. do. 9,50, Commerzbank 110 50, DD.-Bank 114, Dresdner Bank 108, Buderus 120,50. Harpener 151,50, Hoefch 118. Zrankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Jan. Auftrieb: Großvieh 1010 (gegen 797 am letzten Montagsmarkt), darunter 218 (130) Ochsen, 133 (HO) Bullen 496 (426) Kühe, 163 (125) Färsen. Kalber 514 (307), Hammel und Schafe 113 (112), Schweine 3613 (3346). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 4. Jan. 43 bis 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (—). Bullen a) 42 bis 43 (43), b) 39 (39). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (27 bis 33), d) 20 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (40), c) 34 bis 35 (35). Kälber a) 57 bis 65 (57 bis 65), b) 41 bis 55 (42 bis 55), c) 35 bis 40 (37 bis 40), d) 26 bis 34 (30 bis 36). Hämmel b2) 48 (45 bis 47), c) 44 bis 47 (40 bis 42), d) 34 bis 42 (32 bis 35). Schafe nicht notiert. Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50), Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zu- geteilt. Kälber langsam, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Angebot: 557 Viertel Rindfleisch, 210 halbe Schweine, 49 ganze Kalber, 54 ganze Hämmel, 7 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 77. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Far- senfleisch a) 80. Kalbfleisch a) 80 (am 7. Jan. 71 bis 80), b) 70 (61 bis 70), c) 60 (50 bis 60). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flo- ! men 80. Marktverlauf: rege. J. B. Häuser Gießen 127 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Mkl-WM 90 Zentner Nutzlast, 5-m-Auf- bau auf Ovel-Blitz-3-Tonnen- Chassis m.5-m-Lindner-Möbel' anhänger komplett ab Berliner Automobil-Ausstellung günstig zu verkaufen. Elnönet-HoBflnoet-Betlriel) Fritz Keunecke, Frankl./M. SchneidhainerStr.l3,Tel.76746 212 d Mittwoch den 13. Januar 1937. 14 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Versteigerungslokal), bezw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, schreib- u. Nähmaschinen, Schuh- machernähmasch., Kassenschränke, Registrierkassen, Kraftverstärker, Radiogeräte,Staubsauger,Waren- regale, Vorhangstoffe,Körbe, Kordel, Hanfstricke, Kragen, Kra- wntten, Hemden, Hüte, Mützen, Strickwesten, Handschuhe, Autohauben, Damenmäntel, .Kleider-, Mantel-, Vorhang- u. Möbelstoffe und ferner bestimmt: 1 Schuhmachernähmaschine,! Klavier, 2 Küchenschränke, 1 komm. Schlafzimmereinrichtung und verschiedenes andere. 217D Btttovf Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 42 Tel. 3660 Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Reichsappelle der Hitler-Jugend. 20.45: Unsere Wehrmacht musizier, 22:_ Nachrichten. 22.15: Zahlung braucht man nur gegen Quittung und Rückgabe einer ev. Schuldurkunde (Schuldschein ob. Wechsel) leisten. Zahlung muß pünklich erfolgen. Der Gläubiger braucht sich das Geld nicht zu holen, vielmehr muh der Schuldner dem Gläubiger das Geld bringen oder es ihm auf eigene Kosten schicken. Teilzahlungen braucht der Gläubiger nicht an- nehmen, wenn nicht ausdrücklich Ratenzahlung vereinbart ist. S. Portoabzug. Zahlungsbefehl wird vom Amtsgericht auf Gesuch des Eläubi- gera erlassen. Gegen den Zahlungsbefehl kann Widerspruch (s. dort) eingelegt werden, worauf das Gericht auf Antrag (der auch schon mit dem Gesuch auf Erlaß des Z. gestellt werden kann) Eüteverhandlung anberaumt. Wird nicht rechtzeitig Widerspruch erhoben, dann wird der Z. vollstreckbar. Mit Zustellung des Z. wird die Verjährung (s. dort) unterbrochen. Zahlungsstatt. Übernimmt ein Gläubiger von seinem Schuldner eine diesem gegen einen Dritten zustehende Forderung an Zah- An der Abendbörse lag kaum noch Angebot vor, anderseits fehlten auch Kaufaufträge. Trotz der starken Zurückhaltung und Geschäftsstille erwiesen sich die Aktienkurse als recht widerstandsfähig und wichen im allgemeinen nur um Prozentbruchteile gegen den Berliner Schluß ab. Etwas fester lagen am Montanmarkt Rheinstahl mit 150 (149,25), Hoesch mit 118 (117,50) und Harpener mit 151,50 (150 75), dagegen bröckelten Verein. Stahl auf 116 75 (117) ab. Etwas höher notierten ferner Holzmann mit 138,50 (137,25), Conti Gummi mit 171 (170). IG. Farben lagen mit 168,25 (168,50) knapp gehalten, auch Scheideanstalt gingen um 20-22.15 16. Dienstag-Miete Bißes Mfl sein M Trauerspiel von Fr. Hebbel Preise von 0 60—3.00 RM. I213D Wichtig für Lehrer und Schüler! Wichtige Neuerscheinung! SAWnWWllll.lieren nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (9KB*81.1 Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, 0. S. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. 6ufioBermüh'erberlaq.Beriin«erL UZE Yacht, enal, deutsche Schreib- teste Art: Y. ftonuntofc bfe im weffe JaS. großes, schnittiges Sommer große'Schafte mele Seaelboot geblich-weiße Bluten hervor- Yoghurt, vergorene Milch, siehe bringt. Die Blätter haben starke unter Joghurt. Blattsafern, die in der nnttel- Aukka. Palmlilie, ausländische amerikanischen Heimat zur An- Pslanze, bei uns als immergrüne fertigung von Dursten gebraucht Schmuckstaude gezogen. Vekann- werden. Pelze billig! Pelz-Reparaturen s87oOM.Liebler Afterweg 16 Mündlich können Sieesnurvvulgsri sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Schluß- furo 9-1 Schluß! Mittag- börse 11.1. lungsstatt (er laßt sich die Forderung abtreten), so gilt die Schuld als bezahlt; der Schuldner braucht in diesem Falle nicht mehr zu zahlen, auch wenn die Forderung vom Dritten nicht beigetrieben werden kann (etwa weil er kein Vermögen hat). Wenn man also eine Forderung an Z. übernimmt, so lasie man sich stets die Einbringlichkeit der Forderung garantieren. Am besten ist es, Forderungen gegen einen Dritten nicht an Zahlungs- statt zu nehmen, sondern nur den Einzug zu übernehmen, so daß erst nacb dem Eingang abgerechnet wird. Zahn. Der Zahn besteht aus dem knochenähnlichen Zahnbein, wovon ein Teil als Zahnkrone über das Zahnfleisch hervorragt und mit Schmelz überzogen ist. Der im Kiefer steckende Teil des Zahnes ist die Zahnwurzel. Im Innern des Zahnes ist die Zahnhöhle, in der Nerven und Gefäße verlaufen. Der erwachsene Mensch hat 32 Zähne. Vgl. Gebiß. Zahnarzt. Der Z. muß seine Arbeiten so ausführen, wie man es mit ihm vereinbart hat. Ist keine Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börfe Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lornbardzinsfuß 5 v. H. An der Verzinkung — ein Stück aus starkem Eisenblech und feuerverzinkt rostet nicht so leicht. Trotzdem ist es billig: Waschtöpfe mit Deckel.....3.00 2.70 Badewannen ab......11.50 Ovale Wannen 3.45 2.75 1.90 Eimer..... 0.90 0.95 1.05 JKodehaUS Ä Gießen, frfiul/tr.4 Sachgemäße Beratung Sran* JOlJICDdgCI (früherModehaus Salomon) xu a.ten" Kostümen^ Mem-Maimfch« Börse. Mittagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 11. Jan. Die Börse begann die neue Woche am A k t i e n m a r E t mit jum Teil fühlbaren Abschwächungen und hatte nur außerordentlich geringes Geschäft, da allenthalben starke Zurückhaltung herrschte. Während Kausauftrage der Kundschaft kaum Vorlagen, schritt der berufsmäßige Handel zu Abgaben, so daß durchschnittliche Rückgänge von 1 dis 1,50 v. H. eintraten. Don Montanaktien lagen besonders Buderus Eisen matt mit 120 (124,13), offenbar im Zusammenhang mit der Meldung, daß eine höhere Dividende als 4 v. H. unwahrscheinlich sei. Harpener verloren 3,25 v. H., Rheinstahl 2,75 v.H., Mannesmann 2,25 v. H-, Klöckner und Verein. Stahl bis 1,75 v. H. IG.-Farben gingen um 2,50 v. H. auf 168, Deutsche Evdol um 1,25 auf 148,75 zurück. Am Elektromarkt waren Schlickert stärker ermäßigt mit 157,25 (160), Licht und Kraft gaben 1,75 und Siemens 1,50 v. H. nach. Von Zellftoffpapieren büßten Aschaffenburger 2,75 v. H. auf 135,75 ein. Im einzelnen verloren Daimler BMW., Westdeutsche Kaufhof, Deutfch-Atlanten, Reichsbank, Bemberg und Deutsche Linoleum bis 1,50 0. H., Holzmann 2 v. H. Gut behauptet lagen lediglich Eßlinger Maschinen mit 104 und Ilse Bergbau Genuß mit 148,50. Das Rentengeschäft ist ebenfalls sehr still geworden, wenngleich weiterer Anlagebedarf vorhanden fcheint. Vorerst wurden nur Kommunal- Umschuldung mit 90,90 bis 90,80 (90,85) in kleinen Beträgen gehandelt. Im Verlaufe traten am Aktienmarkt weitere Abschwächung nicht ein, es ergaben sich auch keine nennenswerte Erholungen. Einzelne Montanwerke sowie IG.-Farben lagen um Bruchteile eines Prozentes freundlicher, das Geschäft blieb sehr gering. Am Kassamarkt kamen Gebr. Adt nach Geldstrei- chung mit 40,50 (37) rat. bei 50 v. H. Zuteilung zur Notiz. Hypothekenbank-Aktien blieben gesucht. Am R e n t e n m a r Et bröckelten Altbesitz auf 117 (117,25) ab, sonst lagen die variablen Werte gegen den Samstag gut behauptet. Am Pfandbriefmarkt bestand weitere Nachfrage, es herrschte jedoch Materialmangel. Liquidaüonspfandbriefe zogen meist 0,13 bis 0,25 v. H. an. Stadtanleihen notierten uneinheitlich. Industrie-Obligationen fanden bei wenig veränderten Kursen Nachfrage. Am Auslandrenten- martt war die Haltung weiter schwach, besonders Mexikaner gedrückt, 5 v. H. äußere Gold 9,40 (10,70), 4 v. H. Bewässerungsanleihe 7,13 (7,50). Der Freiverkehr lag geschäftslos. Tagesgeld um). 2,50 v. H. Abendbörfe behaupte!. * * | I II Atlas, Satin, Tarlatan, Sendel-Stoff, 1% /! Ok |^ 1^ Ok I I Brokat, kunstseidene Stoffe, einfar- Für den I V I CIO l\Ö I I VJ OL I I big und gemustert, Ponpons, Larven Datum 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 . 5*/z% Doung-Anleihe von 1930 .. 4*4% Hessische Volksstaat von 1929 4*/r% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4*/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslvs.-Rechten.............. 4*/-% Hess. L andesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5*/2% Hess. LandeS-HyP.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4*4% Preus;. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4*4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*/r% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4*4% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 454% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5*/2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5*4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4*/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4%% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2 yt% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 tamburg-Südam. Dampfschiff. O amburg-Amerika Palet......O Norddeutscher Lloyd.......... O Deutsche Reichsbahn Vorz.-Alt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 Trachtenstoff, Schärpenstoff, Gold- und \Z i ■» X ä Silber-Borden u.-Fransen,Besatz Lallen iXClSTl J ■ I I nbl Farben, Bänder, Strümpfe, Schmuckusw. für das I XXJkJ UM I I I l * (II). Vortrag von Karl Kaltwasfer. 15.45: Nachlese vom Weihnachtsbüchermarkt. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: Notgemeinschaft in Wald und Flur, -weijviuuup. ©fnntermufif. Funkbericht von winterlicher Tierhege und Fütte- richten aus dem SendebezirL 22.30- ^ermuf rang. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 b 5 . cy 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: mufft. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börle Datum 9.1. 11.1 91 11 1. 101 98,25 102,25 99 99,95 98,5 117,25 130,75 97,25 101,25 97,5 95 93,75 97,25 95 101,25 101,65 110,05 10,7 6,7 5,5 6,13 5,45 22 124 16,13 15,75 125,5 189,5 111 114 108 101 98,25 102,25 99 100 98,5 117 97,25 101,5 97,5 95 93,75 122,25 97,25 95 101,75 101,75 110,05 9,4 17,4 1,5 5,75 6,65 5,3 9,4 5,35 22 122,5 15,5 15,5 125,4 188,65 110,5 114 108 101 98.25 102,7 100 98,5 117,4 97,25 97,5 95 122,5 97,25 101 110,13 10,6 17 1,65 6 6,8 5,65 6,25 9,65 5,4 22 123,5 40,4 15,75 15,65 125,4 189,4 126,5 111 114 108 101 98,25 102 100,1 98,5 117,13 97,5 95 122,4 97,25 101,5 110,13 9,5 17,13 1,6 5,75 6,6 5,4 6,25 9,65 5,4 21,75 122,75 40,75 15,5 15,4 125,65 188,25 126,65 110,5 114 108 Accumulatoren-Fabrik.......12| AKU-Kunstseide.............O| Aschaffenburg Zellstoff........ 3 Bemberg...................O| Bekula............ 8 Buderus Eisen...............4| Gement Heidelberg........... 71 Gement Karlstadt............6| Ghade A.-C..................f Conti Gummi.............. 111 Daimler Motoren............51 Dessauer Gas...............41 Deutsche Erdöl..............5| Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Färben-Industrie.......7 Fellen & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt............. 5 Gritzner Maschinen........... o Harpener.................2% Hoesch Eisen............... 3*/2 Philipp Holz mann...........6 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................ 6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke............. 4*/2 Kokswerke und Chemische Fabnk 6 Mannesmann............... 3 Marisfelder Bergbau.......6*/z Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel.......... O Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rülgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali..........7% Schuckert & (So............... 6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 3*/2 Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Wkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 138,5 105,75 164,25 124,13 163,5 227 173 123 150 270 166,5 139 151 170,5 140 143,75 131,25 33,75 154,25 119 139,25 148,25 135,5 126,25 124 95 119,13 160 152 226,5 150,75 129 140 160 196,75 203,5 117,75 56,75 135,75 160 25.5 52,75 135,75 105 164,25 120,5 161 227 171 121,75 148 261 166 137,25 149,5 168,25 138 142,75 128,5 151,5 118 138,5 149,5 134,5 125 124 95 117,5 155 152 226 134,25 150 128,4 139 176 157,4 195,25 203 116,75 55,75 134 158,5 25 202,13 52,75 137,25 106 164,9 123,25 227 172,25 122,75 113.5 150 166,75 138.5 151 170,25 139,75 143,5 130,75 33 152,75 118,75 139,25 183 148.5 135,25 126.25 143 124 118,5 159,5 152,25 89 226,5 149,75 129,5 138,75 177,25 159,9 102,4 197 203 118 56,25 135 158,25 25,5 202,25 52,75 135,25 104,75 164,9 120,75 227 170 121,75 112 148,65 166 136,5 149,5 168,5 137 142,65 129 150,75 117,5 138,25 182 149,75 134,5 125 140,75 123,5 117,5 155 152 88 226,25 134,25 149,25 128,65 138,5 176 158 101,5 195,13 203 117 56,13 134 158,5 25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. g. Januar 11 .Januar 9. Januar 11.Januar Amtliche Notierung Geld I Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingforö.. Paris...... Holland..... Italien..... 0,753 41,95 0,150 3,047 54,57 47,04 12,22 5,395 11,625 136,18 13,09 0,757 42,03 0,152 3,053 54,67 47,14 12,25 5,405 11,645 136,46 13,11 0,754 41,93 0,150 3.047 54,52 47,04 12,21 5,39 11,615 136,15 13,09 0,758 42,01 0,152 3,053 54,62 47,14 12,24 5,40 11,635 136,43 13.11 Japan...... Jugoslawien. Oslo....... Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork.... 0,705 5,654 61,42 48,95 11,095 63,00 57,14 18,23 8,686 2,488 0,707 5,666 61,54 49,05 11,115 63,12 57,26 18,27 8,704 2,492 0,705 5,654 61,37 48,95 11,09 62,95 57,10 17,98 8,676 2,488 U,/U/ 5,666 61,49 49,05 11,11 63,07 57,22 18,02 8,694 2,492