Nr. 289 Erstes Blatt Samstag, Il-Vezember 1937 187. Jahrgang trlchetm täqltd). autzer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ießenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: fironlfurt am Main 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilatsdruckerei N. Lange in Gießen. Schriftle'lung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8* /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. tBereinbg.25°/0 mehr. 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Wenn auch die Nachrichten voreiliger Berichterstatter, die schon vor einigen Tagen den Fall der Hauptstadt zu melden wußten, sich als verfrüht herausgestellt hatten, so konnte wohl kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß Nanking das Schicksal Schanghais teilen würde. Daß die Chinesen selber nicht glaubten, Nanking auf die Dauer gegen den Ansturm der japanischen Truppen halten zu können, dafür sprach schon die Tatsache, daß die Regierung beim Nahen der Japaner ihren Sitz weit nach Westen, nach T s ch u n g k i n g verlegt hatte, der Provinzialhauptstadt von Szetschuan, die als westlichste Großstadt Chinas annähernd 3000 Kilometer von Nanking entfernt, was in der Luftlinie einer Strecke von Frankfurt bis zum Kaukasus entspricht, schon am Fuß des chinesischen Randgebirges liegt. Da von hier aus eine ordnungsmäßige Verwaltung bei den ungeheuren Entfernungen und den schlechten Verkehrsverhältnissen kaum noch möglich ist, hat Tschiangkaischek die von der Kriegführung selbst direkt berührten Behörden nach W u t s ch a n g, der Schwesterstadt Hankaus am mittleren Jangtsekiang, und T s ch a n g s ch a , südlich davon an der Bahnstrecke Hankau—Kanton verlegt. Das chinesische Hauptquartier soll in N a n t s ch a n g in der rings von Gebirgen umgebenen, durch seine Teekultur berühmten Provinz Klangst sein. Nantschang ist sowohl durch eine Bahn wie durch den schiffbaren Kankiang mit Kiukiang am Jangtsekiang annähernd 400 Kilometer von Nanking flußabwärts verbunden. Ob sich hier, gestützt auf den gewaltigen Poyang-See und das Gebirge, eine neue chinesische Widerstandslinie abzeichnen wird, ist noch nicht zu übersehen. Nanking war durch Angriffe japanischer Bombengeschwader schon längst in das Kampfgebiet einbezogen worden, als die japanischen Truppen noch bei Schanghai in erbittertem Kampf mit ausgesuchten Divisionen Tschiangkaischeks standen. Am 25. Oktober war es den Japanern gelungen, mit der Eroberung von Tatschang nördlich von Schanghai die chinesischen Linien einzudrücken, so daß die nördliche Chinesenstadt Schanghais. Tschapei, mit dem zäh verteidigten Nordbahnhof nicht mehr länger zu halten war. Die Japaner drangen bis Nansiang an der Bahnlinie Schanghai-Nanking vor und auch die südliche Chinesenstadt Nantaö fiel in ihre Hände. Ein Vorstoß von Südosten her mit in der Bucht von Hangtschau gelandeten Truppen brachte die chinesische Front zum Einsturz. Ohno Atempause drangen die Japaner den auf Nanking zurückgehenden chinesischen Truppen nach. Sie stießen mit ihrer nördlichen Kolonne längs der Bahn Schanghai—Nanking über Tschangtschau auf Tschingkiang vok, wo sie den Jangtsektang erreichten. Auf diesem hier schon in fast meerbu-en- artiger Breite, mit großer Gewalt dahinstromen- dem Fluß hatten die Chinesen bei Kiangym eine Sperre errichtet, zu deren Wegraumung die Japaner zwei Wochen gebraucht haben, um für ihre Kanonenboote eine schmale Durchfahrt zu schaffen. Aber eine zweite Sperre ist etwas flußaufwärts bei Tschingkiang, die vorerst noch die javanischen Kriegsschiffe hindert, Nanking auch vom Fluh her abzuriegeln, um die Chinesen am Rückzug nach Norden zu verhindern. Nanking gegenüber, das am Südufer des Flusses liegt, treten Ausläufer des Hwai-Gebirges dicht an das Ufer heran, wahrend im Süden alte Flußablagerungen in einer Gebtrg^ jucke andeuten, daß der Jangtsekiang ursprünglich hier einen Arm nach Südosten gesendet hat, der m der Bucht von Hangtschau mündete. Hier sind mehrere größere Seen zwischen Nanking und Schanz Hai zurückgeblieben, die dem japanischen Vormarsch nicht geringere Schwierigkeiten bereitet haben, mie vor wenigen Wochen die sumvfigen Reisfelder nordwestlich von Schanghai. Aber die Japaner haben mit großem Elan die Schwierigkeiten des Geländes überwunden, den Tai-See zu beiden Seiten umgangen und den-Loyang-See überquert worauf sie bei Wuhu den Jangtsekiang etwa 300 Kilometer oberhalb Nankings erreichten unö nun über Taiping ngch Norden auf Nanking vorstoßen konnten. Nachdem der Oberkommandierende- der Nanking besetzt haltenden Truppen em Ultimatum, ' das ibn im Interesse der Erhaltung der in der Hauptstadt vorhandenen Kulturschatze und der Schonung der Zivilbevölkerung zur Uebergabe aufforderte,' unbeantwortet gelassen hatte, begann gestern mittag der Sturm auf die Stadt gb’idp zeitig mit einem heftigen Bombardement. Nach Erstürmung mehrerer Tore der nne* die meisten chinesischen Städte mit einer gewaltigen Mauer umgebenen Stadt, konnten sich die japamfmen Truppen den Eintritt auch in die ^inneren Stadtteile erzwingen. 1 . -, Die Verteidiaung Nankings war wie die Schanghais für die Chinesen mehr eine Prestigefrage als militärische Notwendigkeit. Ist Schanghai das grafte Wirtschaftsz"ntrmn im Mündungsgebiet des Jangtse- kicma, das Ausfalltor des chinesischen Handels und durch die dort in der Hauptsache erhobenen seezolle wichtigster Stützpunkt der chinesischen Staatsfinanzen. so ist Nanking die politische Hauptstadt des Reiches, mit der die Chinesen eine aroße historische Tradition v"rbinden. Diese beiden Städte und mit ihnen den Eintritt in das Jantsebecken, die politische, Aus eigener Kraft. Reichsminister Or. Goebbels spricht in Königsberg vor einer Massenversammlung über Volk und Führung im nationalsozialistischen Reich. kulturelle und wirtschaftliche Herzkammer des chinesischen Reiches, den Japanern kampflos zu überlassen, wäre für das im letzten Jahrzehnt durch die Tätigkeit der Kuomintang und das Aufbauwerk Tschiangkaischeks gewaltig gesteigerte Nationalgesuhl der Chinesen, das ja in dem passiven Widerstand gegen die wirtschaftliche Durchdringung des Landes durch die Japaner feinen sichtbaren Ausdruck gefunden hat, ein unerträglicher Gedanke gewesen, dem hat natürlich auch die Zenttalregierung Rechnung tragen müssen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollte, dem mühsam geschaffenen Begriff der Einheit des Reiches einen tödlichen Schlag zu versetzen, mochte auch die Verteidigung Schanghais und Nankings Opfer kosten, die angesichts des ttotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit doch, was Ausrüstung und Ausbildung anbelangt, recht prekären Zustands der chinesischen Armeen rein militärisch chwer zu rechtfertigen waren. Die japanische Heeresleitung ist sich natürlich darüber klar, daß ihrer bei Durch- ührung ihrer Aufgabe, die chinesische Zentralregie- nmg zum Frieden zu zwingen, soweit dies Siel mit rein militärischen Mitteln erreicht werden soll, beim Eintritt in das bei Nanking beginnende eigentliche Stromgebiet des Jangtsekiang die grohttn Schwierigkeiten warten. Wer den Jangtse beherrscht beherrscht China, aber sein ^romgebiet umfaßt einen Raum von der dreifachen Große Deutschlands, der im Gegensatz zu Nordchma kaum eme Bahnlinie aufweist. Lediglich die Strecke Peking—Kanton durchschneidet bei Hankau das Jangtsetal von Norden nach Süden. In ost-westlicher Richtung ist der Strom die einzige große V"rkehrsader, allerdings eine der gewaltigsten der Welt, denn weiter als 1000 Kilometer flußauswärts bis Hankau können große Seeschiffe fahren, aber noch 700 Kilometer weiter westlich bis Jtfchang geht die regelmäßige Flußdampfschiffahrt und daneben unterhalten ganze Flotten chinesischer Dschunken trotz der gefährlichen Stromschnellen des sich durch 300 Meter steil ab-- fallende Gebirgswände in tiefen Schluchten durch- zwängenden Flusses bis nach Tschungking, dem jetzigen Zufluchtsort der Zentralregierung, einen äußerst regen Verkehr. So ist der Jangtsekiang mit Recht die große Lebensader Chinas genannt worden, zu der sich die Japaner mit der Besetzung Nankings den Zugang erkämpft haben. Nanking liegt im ältesten Siedlungsbereich des chinesischen Volkes und oft ist es in den viertausend Jahren chinesischer Geschichte Hauptstadt des Reiches oder eines seiner Teilgebiete gewesen. Don hier zog der Gründer der Ming-Dynastie im 14. Jahrhundert nach Norden zur Befreiung des Landes von der Mongolenherrschaft. Seitdem unterschied man die nördliche und südliche Residenz, Peking und Nanking. Das politische Schwergewicht lag indessen schon damals im Norden, da hier die Grenztz dauernd von den Mongolen bedroht blieb. Als dann die Mandschu 1644 in das chinesische Reich eindrangen und es unterwarfen, wurde Peking ihre Residenz, Nanking begann erst wieder um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine politische Rolle zu spielen, als die Unzufriedenheit mit wirtschaftlichen und polittschen Mißständen unter dem schwächlichen Mandschukaiser Hsienfeng sich in der furchtbaren Rebellion der Taiping-Bewegung Lust machte. Hungsiut- schüan, ein armer Dorfschullehrer aus der Gegend des immer unruhigen Kanton, das ja auch in un- Königsberg, 10. Dez. (DPB.) Reichsminister Dr. Goebbels traf in Königsberg ein. Im Rathaus hieß Oberbürgermeister Dr. Will Reichsmini- ter Dr. Goebbels herzlich willkommen. Als Zeichen des Dankes und der Verbundenheit übergab der Oberbürgermeister dem Reichspropagandaminister den Ehrenbürgerbrief der Gauhauptstadt Königsberg zugleich mit dem ersten Exemplar der Kantplakette der Stadt Königsberg. Brausender Jubel schlug Reichsminister Dr. Goebbels entgegen, als er die von Tausenden von Men- chen bis auf den letzten Platz gefüllte Schlageterhalle betrat. Dr. Goebbels sprach einleitend über das innige Verhältnis der Führung des nationalsozialistischen Deutschland zu den Massen des Volkes. „Gewiß", o führte Dr. Goebbels aus, „wird bei uns geführt, iber diejenigen, die führen, sind nur d i e V o l l - trecker des Dolkswillens. Bei uns macht nicht die öffentliche Meinung Politik, sondern die Politik macht durch ihre Taten und Erfolge öffentliche Meinung. 2Han sagt oft achselzuckend, wir hätten Glück gehabt. Aber wir haben unser Glück ehrlich verdient. Das Entscheidende war gerade, daß wir Initiative und 2Uut bewiesen. Denn die Lösung der Probleme, vor die wir gestellt waren, war sowohl eine Frage der Intelligenz wie des Mutes. ter — bleibe ttotz aller Erfolge der nationalsozialistischen Staatsführung noch sehr viel zu tun übrig. Gewisse Notstände seien aber nicht auf einen Mangel der Organisation unseres öffentlichen Lebens, sondern aus die widrigen Umständeder beschränkten deutschen Lebensbasis überhaupt zurückzuführen. Wir greifen deshalb zur Selbsthilfe, wie z. B. beim Vierjahresplan. Unter Hinweis auf den Tag der Nationalen Solidarität stellte Dr. Goebbels unter stürmischer Heiterkeit fest: „Wenn die Minister der parlamentarischen Demokratie versucht hätten, auf die Straße zu gehen und au sammeln, dann hätten sie mehr faule Aepfel als Groschen bekommen." Wer seine Pflicht treu und redlich getan habe, könne daraus auch ein Recht auf Freude herleiten. .Aus dieser Freude gewinnen wir die Kraft, die uns in die Lage versetzt, die Probleme zu lösen. Darum sind wir auch keine pharisäischen Moralprediger, sondern Propagandisten und Organisatoren des Optimismus und der Lebensfreude; deshalb feiern wir unsere Feste nicht für uns, sondern für das D o l k." Stürmischer Beifall unterstrich die Worte des Ministers, daß der Nationalsozialismus nicht chri- st e n t u m s f e i n d l i ch sei, daß er aber das deutsche Volk davor bewahren wolle, wieder einmal wie so oft in der Vergangenheit seine großen Schicksals- pröbleme aus dem Auge zu verlieren. „Es ist nicht wahr", erklärte er, „daß die Kirchen sich nicht ftei entwickeln können. Es ist auch nicht wahr, daß das Volk gottlos geworden ist. Es geht uns nur darum, daß eine ganze Nation durch eine in Not und Bedrängnis erhärtete Disziplin sich eine neue L e- b e n s b a f i 5 schafft." „Unsere Partei wird dafür sorgen, daß Deutschland bleibt, was es ist, sie hat als eherne Wäch« terin unserer Einheit, Sauberkeit und Unantastbarkeit unser Volk zu unserem großen Ideal zu erziehen. Ihre Organisationsformen werden tiefer und tiefer in unser staatliches und öffentliches Leben einbringen. Die volksbedingte Führung muß aus dem Volke selbst emporsteigen. Das Volk selbst muß immer wieder seine besten Söhne in diese Führung hineingeben, und die Bewegung wird diese besten Söhne unseres Volkes mit der Organisation verschmelzen und durch die Organisation umschmel- zen. Heute haben wir", erklärte der Minister zum Schluß unter jubelnder Zustimmung, „Öen großen politischen Führer, und es ist unser Glück, einem Manne dienen zu dürfen, dessen Größe und dessen weit über unsere Zeit hinausragenden Pläne wir nicht zuerst erkannten, als er schon begann, feine staatspolitische Wirksamkeit zu entfalten, sondern daß wir seine Persönlichkeit schon erkannten, als er noch unbekannt war und fei»* Werk begann." Wenn man uns im Auslande den Vorwurf macht, wir regierten autokratisch und diktatorisch, so brauchen wir nur zu erwidern: Wir können roenig= tens vor das Volk hintreten und über die Tätigkeit unserer Regierung während der viereinhalb Jahre Rechenschaft ablegen und mit dem Resultat vor dem Volke und vor der Geschichte bestehen. Uns ging allein das Volk in feiner G e - amtheit an und nicht irgendwelche an Interessen gebundene Kreise. Wir nehmen keine Rücksicht auf eigene Privatinteresfen. Für uns gelten nur die Interessen der Nation. Wenn es uns gelang", erklärte Dr. Goebbels unter minutenlangem stürmi- chem Beifall, „allein gestellt auf unseren Idealismus, auf unseren Mut und unsere Intelligenz ein 68-Millionen-Reich zu erobern, dann brauchen wir die moralische Berechtigun-g dieses Regimes wahrhaftig nicht mehr unter Beweis zu stellen." Dir wollen ein aus eigener Kraft lebender nationaler und souveräner Staat sein. Bestehende Mängel wollen wir dadurch aus- gleichen, daß wir das Vorhandene gerecht verteilen. Ls muß sich jeder in Deutschland den gegebenen Möglichkeiten anpassen. Das ist gerechter als bei vielen anderen Ländern, wo eine Schicht alles besitzt und die andere nichts oder nur wenig. Wir suchen das allgemeine kulturelle Niveau zu heben, wir suchen in einer geradezu grandiosen Kraftanstrengung während des Winterhilfswerkes die dringendsten Notstände zu überwinden. Wir führen unser Volk in die Theater und Museen, wir füllen die Schiffe und Eisenbahnen mit Arbeitern und Angestellten, damit sie die Schönheiten unseres Landes und der Welt kennenlernen. Dir brauchen nicht zu fürchteck. daß unsere Arbeiter nicht mehr nach Hause wollen. Darum tut das beispielsweise die Sowjetunion nicht? Weil ihre Arbeiter eine bessere Welt nicht kennenlernen dürfen. Selbstverständlich — betonte Dr. Goebbels wer- Heue Verordnung des Reichskirchenministers. ZurOurchführung des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche. Berlin, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der deutschen evangelischen Kirche wird zur Wiederher- stellung der Ordnung in der deutschen evangelischen Kirche verordnet: 8 1- 1. Die Leitung der deutschen evangelischen Kirche liegt bei dem Leiter der Deutschen Evangelischen Kirchenkanz- l e i. 2. Dieser ist befugt, nach Anhörung der Kirchenregierungen der Landeskirche Verordnungen in äußeren Angelegenheiten zu erlassen. Die Fragen von Bekenntnis und Kultus sind von dieser Befugnis ausgeschlossen? 3. Die Ernennung und Entlassung von Beamten der Deutschen Evangelischen Kirche (Kirchenkanzlei) bedarf der Zustimmung des Reichsmini st ers für die kirchlichen Angelegenheiten. 8 2. 1. Die Leitung der Landeskirchen liegt, soweit nicht im folgenden besondere Beffimtpun- gen getroffen sind, bei den im Amt befindlichen Kirchenregierungen. 2. In den Landeskirchen: a) Evangelische Kirche der altpreußischen Union, b) Evange- tisch-lutherische Landeskirche Sachsen, c) Evangelisch-lutherische Landeskirche Schles- w i g - h o l st e i n, d) Evangelische Landes- kirche Nassau-Hessen, liegt die Leitung bei den im Amt befindlichen Leitern der ober st en kirchlichen Verwaltungsbehörde. Dieser trifft seine Entscheidungen nach vorangegangener Beratung mit den Mitgliedern der Behörde. 8 3. 1. Die Kirchenleitung im Sinne dieser Verordnung umfaßt insbesondere die A u s ü b u n g der k i r ch e n r e g i m e n t l i ch e n Befugnisse einschließlich des Erlasses von Verordnungen. 2. Die den Frnanzableilungen übertragenen Befugnisse bleiben unberührt. 3. Unberührt bleibt auch die Zuständigkeit des kirchlichen Auhenamtes der Deutschen Evangelischen Kirche und des Evangelischen Oberkirch enrates der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union für die Beziehungen dieser Kirchen zu ihren außer- deutschen Teilen und den Kirchen des Auslandes. 8 4. 1. Diese Verordnung tritt mit dem auf die Verkündung folgenden Tages in Krc^ft. Mit dem gleichen Zeitpunkt treten die 13. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der deutsch-evangelischen Kirche (Reichsgeseh- blatt I, Seite 333) und alle entgegenstehenden Bestimmungen außer Kraft. 2. Den Zeitpunkt des Außerkrafttretens dieser Verordnung bestimmt der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten. Berlin, den 10. Dezember 1937. Der Reichsminister für die kirchl. Angelegenheiten, gez. Kerrl. seren Tagön der Ausgangspunkt der Kuomintang geworden ist, zog als kommunistischer Sektenprediger, das Volk gegen die Mandschuherrschaft aufwiegelnd, durch das Land und bildete bewaffnete Banden, die sich wie eine Lawine nach Norden wälzten, überall die Städte erobernd, die Mcmdschu-Garni- sonen vertteibend und sengend und plündernd. 1853 fiel Nanking in ihre Hand, es wurde die Residenz der Taipings, die von hier aus das ganze Land dis vor die Tore Pekings furchtbar verwüsteten, bis die Mandfchus sich endlich zur Gegenwehr aufrafften, aber erst nach erbitterten Kämpfen und regelrechter Belagerung Nankings 1864 die Taiping- Revolution niederzuschlagen vermochten. Die alte Kaiserstadt, die die wertvollsten Schätze altchinesischer Kultur, die Paläste der Ming-Dynastie und den berühmten Porzellanturm in ihren Mauern geborgen hatte, wurde damals fast dem Erdboden gleichgemacht. Noch nach Jahrzehnten fanden europäische Reisende innerhalb der Stadttore weite Grasflächen und Scherbenhaufen. Die Rolle, die Nanking in dieser als nationale Bewegung gegen die Fremdherrschaft der Mandfchus empfundenen Taiping-Revolution gespielt hatte, gab den Anlaß, nach dem Sturz der Mandfchus und der Begründung der chinesischen Republik 19^1 nach jahrelangem Bürgerkrieg mit der Machtergreifung der vornehmlich im Süden aufgekommenen Kuomintang (der chinesischen Einheitspartei) 1928 Nanking zum Sitz der chinesischen Zentralregierung zu wählen. Hier ist auch das großartige Grabmal Sunyat« s e n s, des 1924 gestorbenen Führers der nationalen chinesischen Jugendbewegung, dessen Reformprogramm dem Aufbauwerk Tschiangkai« scheks im Wesentlichen zugrunde liegt. Hier in Nanking befinden sich auch die Gräber der Ming- Dynastie, die die Chinesen als ihr letztes nationales Herrschergeschlecht verehren. Es ist also begreiflich, daß man im gegenwärtigen chinesisch-japanischen Konflikt schon aus politischen Gründen auf den Be- sitz Nankings von beiden Seiten den größten Wert legte. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Japaner, sobald sie die Hauptstadt Nanking ganz m ihre Hand gebracht haben werden, ihre Drohung wahr machen werden, der Regierung des Marschalls Tschiang- kaischek den Charakter einer chinesischen Zentralregierung abzusprechen und sie lediglich als Provin- zialverwaltung zu behandeln, um damit der im chinesischen Volk namentlich im Norden immer noch weit verbreiteten und tief eingewurzelten fodera- listis^en Einstellung entgegenzukommen, mit der Japan seine politischen Ziele, die es mit dem Feldzug in China verfolgt, eher zu erreichen Haffen darf, als mit der zentralistischen Kuomintang. Dr. Fr. W. Lange. Der Kampf um die Haupstadt. Schanghai, 10. Dez. (DNB.) Freitagmittag haben die japanischen Truppen den Angriff auf Nanking erneut mit aller Wucht ausgenommen. Eine japanische Kolonne erreichte die südlichen Abhänge des Purpurberges, eine andere ist durch das Kuanha-Tor vom Südosten in die Stadt selbst eingedrungen. Nach japanischen Mel- düngen sollen die Truppen auch alle übri? gen östlichen und südlichen Stadttore erobert haben. Das japanische Kabinett hat beschlossen, die militärischen' Operationen auch nach dem Fall Nankings fortzusetzen. In einer amttichen Verlautbarung der Regierung heißt es, da Marschall Tschiangkaischek der Alleinverantwortliche für die gegenwärtige Situation sei, könne er von Japan nicht mehr anerkannt werden, und müsse auch als Partner bei etwaigen Verhandlungen abgelehnt werden. Die japanische Regierung werde jedoch die in Nord- und Mittelchina vorhandenen Bewegungen bei der Bildung einer neuen Regierung unterstützen. Die Vereinigten Staaten sollen den größten Teil ihrer bewaffneten Streitkräfte aus China zurückziehen wollen. Das 6. Regiment und ein Teil des 4. Regiments sollen bereits Anfang Januar an Bord des Dampfers „Chaumont" nach Amerika zurückbefördert werden. Auch das 15. Infanterie-Regiment soll aus Tientsin zurückgezogen werden und die amerikanische Garnison in Peiping aufgehoben werden. Deibos in Bukarest. Bukarests 10. Dez. (DNB.) Am dritten Tage seines Bukarester Aufenthaltes hatte der französische Außenminister D e l b o s Gelegenheit, mit rumänischen Politikern zusammenzukommen. Ferne! emp^ fing er den Besuch des tschechoslowakischen und des sowjetrussischen Gesandten. Am Freitagabend ist eine Verlautbarung ausgegeben worden, in der es heißt, daß die Minister die völlige lieber« einstimmung ihrer Anschauungen festgestellt hätten. Sie seien übereingekommen, daß ihre Politik, die von den gleichen Idealen geleitet und durch die Festigkeit der Beziehungen gestärkt wird, die jeden der beiden Staaten mit den gemeinsamen Verbündeten oder Freunden verbinden, sowie den Grundsätzen des Völkerbundes treu ergeben ist, darauf hinzielt, zwischen allen Ländern-eine loyale Zusammenarbeit zu schaffen, die auf der Grundlage der Achtung und der Unabhängigkeit jedes einzelnen die beste Verteidigung des Friedens darstellt. Die Minister bekundeten andererseits ihren Willen, die französisch-rumänische Zusammenarbeit sowohl auf dem Gebiet der wirtschaftlichen -als auch auf dem der geistigen und künstlerischen Beziehungen enger zu gestalten. Entschlossen, im gleichen Geist herzlicher Solidarität und mit dem gleichen Willen zur Stärkung und zur Sicherung des Friedens aus engste Weise die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern fortzusetzen, werden die Außenminister Frankreichs und Rumäniens eng st e Fühlungnahme untereinander aufrechterhalten, im besonderen in Genf gelegentlich der bevorstehenden Tagung des Völker- bundsrates. War ein Mental aus Delbos geplant? Verhaftungen in Balenciennes und Prag. Paris, 10. Dez. (DNB.) Dor ungefähr einem Monat wurde in Balenciennes ein aus Ungarn stammender, als Terrorist bekannter Mann namens Budai Koloman verhaftet und wegen Verstoßes gegen eine Ausweifungsverfügung zu drei Monaten Gefänanis verurteilt. Die Polizei statte zwei in Geheimsprache abgesandte Briese entziffern können, die die Vorbereitung von zwei Anschlägen betreffen sollen, einen gegen den französischen Außenminister Delbos während seines Aufenthaltes in Prag, einen zweiten gegen den Generalgouverneur von Algerien Le Beau. Der Absender der Briefe bat Budai Koloman um die Mittel zur Ausführung beider Anschläge. Der Absender soll in Prag verhaftet worden sein. Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet: In Prag wurde festgestellt, daß vor zwei Tagen in der Provinz eine Person verhaftet wurde, kurz nachdem die Prager Polizei von der Polizei in Paris über die Verhaftung in Balenciennes informiert worden war. Die bisherigen Erhebungen ergaben keinen Anhaltspunkt dafür, daß dieser Mann im Zusammenhang mit irgendeiner geplanten Aktion gegen Delbos stehe. Es scheint eher, daß es sich um einen Efnzelakt eines Invaliden, der angeblich früher der F r e m de n l e g i o n angehörte, handelt. Der Mann, der nur ein Bein besitzt, behaupte, Ansprüche an die französische Regierung zu haben. In der französischen Press« wird darauf hingewiesen, daß Budai Koloman schon im Zusam- menhana mit der Ermordung des jugoslawischen Königs Alexander und des französischen Außenministers B a r t h o u 1934 in Marseille in Haft genommen, aber wieder freigelassen worden war. Die pariser Mordaffäre. Paris, 10. Dez. (DNB.) Die Pariser Mord- a f f ä r e, die durch die Berhaftung des Raubmörders Weidmann in Fluß gekommen ist, hat teilweise eine starke Verwirrung hervorgerufen und au den wildesten Gerüchten geführt. Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, daß die Pariser Gerichts» Polizei die Freitagmorgen verbreitete Meldung de» mentiert, wonach zwei Helfer des Raubmörders in Nantua verhaftet worden seien. Million und Der Reuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes Berlin, 10. Dez. (DNB.) Das Gesetz über das Deutsche Rote Kreuz vom 9. Dezember 1937 soll, insbesondere nach Wiederherstellung der Wehrhoheit, die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes zur Erfüllung seiner Aufgaben durch eine straffe Zusammenfassung seine r Kr äste erhöhen. Demgemäß schließt das Gesetz die bisher vorhandenen fast 9000 Verbände, Vereine und sonstigen Untergliederungen des alten Deutschen Roten Kreuzes zu einer Einheit „Deutsches Rw - les Kreuz" zusammen. Diese ist rechtsfähig und hat ihren Sitz in der Reichshauptstadt Berlin. In dem Gesetz wird das neue Deutsche Rote Kreuz gemäß dem Genfer Abkommen für Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde vom 27. Juli 1929 a l s freiwillige Hilfsgesellschaft anerka.nnt und ermächtigt, im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht mitzuwirken. Die Mitgliedschaft in dem gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dienenden Deutschen Roten Kreuz ist freiwillig. Der Präsident und der geschäftsführende Präsident werden von dem Führer und Reichskanzler oerufen und abberufen. Die Satzung genehmigt der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht sowie dem Stellvertreter des Führers. Sie wird auf dem Führergrundsatz aufgebaut und über die künftige Untergliederung des Deutschen Roten Kreuzes in Landes- und Kreisstellen, männliche und weibliche Bereitschaften sowie Männer und Frauen umfassende Gemeinschaften näheren Aufschluß geben. Alle Mitglieder des alten Deutschen Roten Kreuzes werden von selbst Mitglieder des neuen. Dieses tritt in die vermögensrechtlichen Pflichten und Rechte der aufgelösten Verbände, Vereine und sonstigen Untergliederungen ein. Für Verbindlichkeiten der aufgelösten Verbände haftet das Deutsche Rote Kreuz nur mit deren Vermögen. Angestellte und Arbeiter der freien Wirtschaft, sowie Angehörige der Behörden und der öffentlichen Betriebe, die dem Deutschen Roten Kreuz angehören, sind zur Teilnahme an Lehrgängen zur Ausbildung für die Mitwirkung im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht nach den für die Wehrmacht geltenden Vorschriften der Uebungsverordnung zu beurlauben. Die Dienstbezüge sind während des Urlaubs bis zu einer Dauer des Lehrganges von sechs Wochen fortzuzahlen. Die Angehörigen der Teilnehmer erhalten zur Sicherung des notwendigen Lebe-isbedarfs von den Stadt- und Landkreisen Unterstützung nach Maßgabe des für Wehrmacht geltenden Familienunterstützungsrechtes (Rot-Kreuz-FamilienunterstützuNg). Die Kosten trägt Die Krieasaufaaben Die Tätigkeit des Roten Kreuzes, dessen segensreiche Wirkungen jeder Feldgraue verspürt hat, ist durch die Genfer Konvention vom 22. Mu» g u st 1 864 fest gelegt, die an die Stelle der freiwilligen Verbände zur Pflege der Verwundeten im Kriegsfälle international verpflichtende Grundsätze aufstellte. Die Erfahrungen des Krim-Krieges hatten gezeigt, daß solche Grundsätze unbedingt notwendig seien. Der Vater des Roten Kreuzes, der Schweizer Arzt Henri D u n a n t, erließ mit dem Präsidenten der Genfer gemeinnützigen Gesellschaft, Gustave M o y n i e r, einen Appell an den Schweizerischen Bundesrat, einen internationalen Kongreß einzuberufen, der, wie es in dem Aufruf stieß, den Zweck staben sollte, „die Neutralisierung zum Vorteile der Verwundeten und Kranken bindend zu vereinbaren". Das geschah in der Genfer Konvention, die zu einem Nettoerträge wurde. Es war ein rechtsetzender Vertrag, der unter dem Zeichen des roten Kreuzes in weißem Felde — entnommen aus dem Genfer Wappen — die Humanität in der Kriegführung und m der Pflege der Opfer des Krieges international einführte. Auf den Seekrieg wurden die Grundsätze der Genfer Konvention, die ständig oerbeffert wurden, im Haager Abkommen vom 18. Oktober 1907 an gewendet. Seit 1864 ist das Aufgabengebiet des internationalen Roten Kreuzes wesentlich erweitert worden, und zwar auf die Gefangenen und die Zivilbevölkerung. Schon auf dem Kongreß des internationalen Roten Kreuzes vom Jahre 1906 wurde durch alle zivilisierten Staaten ein Abkommen getroffen, wonach die humanen Prinzipien durch die mit dem Roten Kreuz versehenen Mitglieder des Bundes erweitert wurden, und im März 1921 beschloß die Internationale Liga der Rot-Kreug-Gesellschaft in Genf, die Durchfüh- das Deutsche Rote Kreuz. Alle diese Dergünstigun- gen gelten entsprechend für den Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes bei öffentlichen Notständen. Das Gesetz schafft auch in feinen weiteren Bestirn- mungen dem Deutschen Noten Kreuz nunmehr freie Bahn für eine volle Entfaltung seiner Kräfte im Dienste von Volk und Staat. des Roten Kreuzes. rung von Friedensaufgaben besonders in die Hand zu nehmen. Die Genfer Konvention des Roten Kreuzes hat die international gültige Rechtspflicht konstituievt, daß die Kriegsopfer von jener Kriegspartei, in deren Händen sie sich befinden, verpflegt werden müssen, und zwar ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, sie mögen Militärpersonen oder in einer anderen Eigenschaft dienstlick einem der beiden feindlichen Heere beigegeben sein. Im wesentlichen erfüllen die Angehörigen des Roten Kreuzes fünf Aufgaben, nämlich die sofortige Bergung der Verwundeten, ihren Schutz, die Sicherung, daß die Gefallenen nicht beraubt werden, dje Vornahme einer sorgfältigen Leichenschau vor der Beerdigung der Toten und die Verwahrung und Uebermittlung der militärischen Erkennungsmarken und sonstigen Beweisstücke sowie schließlich die gegenseitige und von den Kriegsereignissen unberührte Jnformations- tätigteit über die Unterbringung der Kranken und Verwundeten, ihrer Narnensttsten und ihres persönlichen Eigentums. Auch neutrale, d. h. nichttrieg- führende Mächte können nach Artikel 11 der Genfer Konvention von 1906 im Kriegsfälle ihre Rote» Kreuz-Organisationen den kriegführenden Mächten zur Verfügung stellen. Das Rote Kreuz ist inmitten der Greuel des modernen Krieges eine Stätte der Humanität. Das Zeichen des Roten Kreuzes schützt die Träger am Werk der Menschenliebe vor Angriffen, was das Rote Kreuz vor allem im Weltkrieg« an den Verwundeten und den Gefangenen, z. B. den Kriegsgefangenen in Sibirien, getan hat, ist ein unverwelkliches Lorbeerblatt. In Friedenszeiten üben sich die Mitglieder des Roten Kreuzes für ihre schwere Kriegsaufgabe und stehen darüber hinaus den eigenen Volksgenossen als Helfer in selbstlosem Dienst am Nächsten stets zur Verfügung. seine Freundin, ebenso wie ein dritter Helfershelfer, Jean B e r n a n d , hätten bereits im Auto das Weite gesucht. Der „Jntransigeant" wirft im Zusammenhang mit der Aufdeckung der Verbrechen in St. Cloud Die Frage auf, ob Weidmann nicht auch der Mörder eines russischen Autodroschkenfahrers M a r k o f f sei, Der gleichfalls mit einem Schuß in den Nacken in der Nähe von Choisst le Roi beraubt aufgefunden wurde. — Nach einer späteren Meldungen haben sich die beiden Komplicen des fünffachen Mörders Weidmann am Freitagnachmittag bei der Polizeipräfektur von Versailles gemeldet. Es handelt sich um einen gewissen Jean Blanc, der im Auto vor Der Präfektur vorfuhr, unD um Den bereits erwähnten Roger Million, Der sich in Begleitung seines Rechtsanwalts ebenfalls bei Der Polizei von Versailles melDete. Als Mithelfer des mehrfachen Mörders Weidmann hat sich Roger Millions Freundin Tricot Der Polizei gestellt. Sie sinD unter Anklage Der Mittäterschaft Des vorsätzlichen Mordes und des Diebstahls ins Gefängnis eingeliefert. Million hat a b - gestritten, an Der CrmorDung eines Der Opfer des WeiDmann namens Leblond beteiligt gewesen zu sein, er habe CeblonD lediglich in einem Kraftwagen in Die Villa des Weidmann in St. Cloud zu einer Besprechung gebracht. Als sich Million in einem Nebenzimmer befand, will er plötzlich Schüsse gehört haben. Beim Betteten in das Zimmer Weidmanns habe er den Leichnam a u f dem Boden liegen sehen. Er, Million, sei dann von Weidmann unter Bedrohung seines Lebens zum Schweigen gezwungen worden, ebenso wie später seine Freundin Tricot. Der dritte Komplice, Jean B In n c, soll die finanziellen Mittel für Die Derbrechergruppe aufgebracht unD zu Dem verhafteten Million geschäftliche Beziehungen unterhalten haben. Er will jedoch mit den Mor- Den seihst nichts zu tun gehabt haben. Blanc gab an, daß WeiDmann als Emigrant in Frankreich ausgenommen, aber von ihm persönlich bei Dem Grenzübertritt nicht unterstützt roorben fei. Oer Wiener Ministerrat beschloß Rückgabe des HabsburgerVermögens. Wien, 10. Dez. (DNB.) Der Ministerrat hat, wie amtlich mitgeteilt wird, beschlossen, in Durchführung des Gesetzes über die Aufhebung Der Landesverweisung und Die Rückgabe Des Vermögens Des Hauses Habsburg Die Ver - mögensrückgab« nunmehr Durchzuführen. Nachdem mehrere Häuser in Wien und Wertpapiere im Bettage von 250 000 Schilling sowie verschieden« Gebrauchsgegenstände bereits früher ausgefolgt wurden, werden nunmehr nachstehende Güter Öen Habsburgern zurückgegeben: Schloß und Park Laxenburg bei Wien, Schloß und Park M ü r st i g in Steiermark und die Herrschaft Orth mit dem Schloß E ck a r t s a u , ferner gehen sechs Güter in verschiedenen Bundesländern wieder in den Besitz der Habsburger über. VerlängerungdesAnleihestock-Gesetzes Berlin, 10. Dez. (DHD.) Durch Gesetz vom 10. Dezember wird das A n l e ich e st o ck g e s e tz auf weitere drei Geschäftsjahre für anwendbar erklärt. Das Reich wird die Gemeindeumschuldungsanleihen und Reichsschatzanweisungen, in denen die Anleihe- stocknnttel angelegt sind, zu ihrem Kurswert gegen Den Nennbetrag Der Steuergutscheine eintauschen. Die Steuergutscheine sind unverzinslich unD sollen in Dem am 1. April 1941 beginnenden Steuerjahr und Den vier folgenben Steuerjahren durch Anrechnung auf Die Reichs st euer e i n g e l ö ft werden. Der Dem Reich aus Dem Umtausch Anfallende Gewinn wird zur Forderung Der deutschen Wirtschaft verwendet werden. 2000 km Neichsautobahn vollendet. Der Generalinspektor für Das Deutsche Sttaßen- roefen wird am Freitag Die Autobahnstrecke Erkner — Fürstenwalde im Zuge der Autobahn Berliner Ring—Frankfurt a. d. O. dem Verkehr übergeben. Gleichzeitig werden folgende weiter« Teilstrecken eröffnet: Maschen—Dibbersen (Autobahn Hamburg—Bremen), Oberstaufen—Recklinghausen (Autobahn Ruhrgebiet—Berlin), Köln—Siegburg (Autobahn Köln—Frankfurt a. M.), Meerane— Italien in Erwartung der Beschlüste des Großen Faschistischen Rats. Rom, 10. Dez. (DNB.) Die Einberufung des Großen Faschistischen Rates auf Samstag, 22 Uhr, wird in der römischen Presse als etwas Außergewöhnliches bezeichnet. „Meffaggero" schreibt, es fei Hin Beschluß von besonderer politischer Bedeutung zu erwarten, der durch Die sofortige Verkündung unmittelbar durch den Willen des Volkes sanktioniert werden, solle. Auch „Popolo di Roma" betont, die Einberufung der Massen auf die Piazza Venezia, Die gleichzeitig mit Dem ganzen am RunDfunk versammelten italienischen Volk Die Beschlüsse Des Großen Faschistischen Rates aus Dem MunDe Mussolinis vernehmen sollten, spreche Dafür, Daß Diese Beschlüsse über Den Rahmen Der normalen Entwicklung Des nationalen Lebens hinausgreifen unh sich wahrscheinlich auf Die große Weltpolitik beziehen würden. Der Völkerbund als System und Organisation wird vom römischen Mittagsblatt „Tevere" scharf unter die Lupe genommen. Dabei macht Das Blatt vor allem Die Feststellung, Der DölkerbunD sei nicht nur jüdischen Ursprunges — Die Idee dazu flamme vom Rabbiner Wyser, dem früheren Sekretär Wilsons — sondern er bilde auch heute noch für Das internationale Judentum das gefügige Werkzeug im Kampf um die Weltherrschaft. Das Judentum gehe Dabei Hand in Hand mit Der Freimaurerei, Die im Genfer Institut eine überstaatliche Regierung erblicke. Die Erkenntnis, Daß JuDentum und Freimaurerei Die wahren Drahtzieher Genfs sinD, gestattet, fo schreibt Das Blatt weiter, Die jüngste internationale Aktion Des VölkerbunDes richtig zu verstehen. Der seinerzeit unternommene Versuch, Italien z u «rbros- sein, sei ein Manöver Der IuDen und Freimaurer. Der Haß des Völkerbundes für alle stärkeren nationalen Völker fei typisch jüdisch und freimaurerisch. Es sei wohl überflüssig zu betonen, bemerkt Das Blatt abschließend, Daß Italien endgültig über jene dunkle Verschwörung siegen werde, die gegen Die freien Nationen angezettelt werde. Jena (Autobahn Dresden—Weimar), Dresden— Wellerau (Autobahn Dresden—Porlitz), Kassel — Reemsfeld (Autobahn Kassels-Fulda). Mit Der Eröffnung dieser Strecken sind 2000 Kilometer Reichsautobahnen vollendet. Sicherung des Winterverkehrs Auf den Reichsautobahnen und Reichs- stratzen alles vorgesorgt. Durch Einsatz von zahlreichen motorisierten und sonstigen Schneepflügen wird Dafür gesorgt, Daß Die Reichsautobahnen unD Die verkehrswichtigsten Reichs- und Landstraßen bei Schneefällen möglichst rasch und gründlich geräumt werden. Zur Bekämpfung der @ Pa 11 e i s g e f a 1) r stehen mehrere hundert Stteugeräte zur. Verfügung. Gleichzeitig wird durch den W a r n d i e n st durch gelbe Fähnchen mit dem Aufdruck „Glatteis" auf Reichsautobahnen und Reichsstraßen auf Glatteis- strecken besonders aufmerksam gemacht. Der Straßenwetterdienst wird auf Grund eines umfangreichen Meldedienstes Der Reichsautobahn- unD StraßenbauDienststellen Durchgeführt. Im RunDfunk unD in Der Presse roerDen Strecken bekanntgegeben, auf Denen infolge besonders ungünstiger Witterungsoerhältnisse Berke h r s e r s ch w e r u n g e n oder -behindern n g e n zu erwarten sind. Außerdem stehen Straßenbauämter und Wetterwarten zu Auskunft t«nx über den Fernsprechkundendienst Der Reichs« post zur Verfügung. BesonDere Nachrichten finD an Den Tankstellen Der Reichsautobahn auf Durch einen roten RanD kenntlich gemachten Wetterdienst- tafeln angeschlagen. HZ.-Heime und Schwimmbäder. Berlin, 10. Dez. (DNB.) In Berlin fanD eine Arbeitstagung für Den HJ.-Heirnbau statt. Nach Dem Bericht Des Hauptbannführers M o ck e l finD 1937 neben TaufenDen von vorläufigen Notunterkünften 543 völlig neue Heime erstellt worDen. Aufgabe für Das nächste Jahr ist Die Losung Der Heimfrage in Den Dorfern, Die Erstellung von Heimen in Den neuen Siedlungen unD Die Einschaltung Des Heimes in Die Raum- unD Wirtschaftsplanung Der StäDte. Es finD verschieDene Plantypen von SchwimmbäDern entworfen roorben, für Dünn befieDelte Gegenden, für Kleinstädte und für Mittel- und Großstädte. Die Bauleistung Des ersten Arbeitsjahres beträgt runD 300 neue sportgerechte SchwimmbäDer. Um Den Prozentsatz Der Schwimm- untunbigen befonDers auf Dem ßanDe noch rascher herabzuDrücken, ist es erforberlid), in den nächsten sechs Jahren minbeftens weitere 3600 Schwimmbäber zu ben runb 5000 bereits bestehenben zu schaffen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister Der Luftfahrt unD Oberbefehlshaber Der Luftwaffe Generaloberst Göring hat innerhalb Der Deutschen Luftfahrtindustrie eine Reihe von Wehrwirtschaftsführern ernannt. Die neu ernannten Wehrroirtschaftsführer sind unter Hinweis auf ihre beDeutsamen Pflichten und Ausgaben auf Den Führer unb, Reichskanzler Der- e i b i g t roorben. Der Chef ber Orbnungspolizei, General D a ° luegs, hatte bie Inspekteure Der Orbnungspolizei aus bem ganzen Reich zu einer Besprechung zusammenberufen, in ber für ben uniformierten Teil ber Reichspolizei bie Richtlinien Der künftigen Ar- beit festgelegt würben. An ben Besprechungen nahmen alle Generäle und Obersten Der Orbnungs- polizei, sämtliche Stabsofstziere und höheren 23er« roaltungsbeamten, sowie Der Chef Der Technischen Nothilfe, ^-Gruppenführer Weinreich, und Die Spitzen Der Feuerlöschpolizei teil. ♦ Der Reichsarbeitsminister hat zur Schaffung von Wohnungen Durch Umbauten erneut eine Summe von 7,1 Millionen RM. bereitgestellt. Aus diesen Mitteln können Zuschüsse für- Umbauten von gewerblichen ober sonstigen Räumen zu Wohnungen gewährt werben. Für Wohnungsteilungen wirb ein Zuschuß nicht mehr gegeben. Der Zuschuß beträgt wie bisher 50 v H. ber Gesamtkosten, höchstens jedoch 600 RM. für jede neu erstellte Wohnung. Die Arbeiten müssen bis zum 31. März 1938 beendet sein. * In Frankfurt a. M. tagt zur Zeit eine Kommission der Rheinufer st aaten, um neue polizeiliche Vorschriften für die Rheinschiffahrt zu beraten. Beteiligt sind außer Der Deutschen Rheinstrombauverwaltung Vertreter HollanDs, Belgiens, Frankreichs unb ber Schweiz. Die Teilnehmer würben im Kurfürstenzimmer bes Romers im Namen Des Oberbürgermeisters von Stabttat Dr. Müller begrüßt. Den Dank ber Teilnehmer brachte Der französisch« Delegierte zum Ausdruck. * Der Jugendführer Des D eut schen Reiches rourtfe in Ankara am Donnerstagabend vom Präsidenten Der Republik Kemal Atatürk empfangen. ♦ Der nationalspanische Heeresbericht vom Freitag lautet: „Bei einem Scharmützel an Der Mab rid-Front erbeuteten Die Nationalen 20 Gewehre unb mehrere tausend Schuß Munition. An ben Fronten nichts Neues. In einem glänzend burchgeführten Luftkampf an ber Arago ni • Front schossen wir 20 feindliche Flugzeuge ab. Reicksminister Kerrl 50 Lahre alt. s- Hanns Kerrl, der Reichs- und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten und Leiter der ReichsMle für Raumordnung,' SA.-Obergruppen- führer, Ehrenarbeitsführer und Fliegerkommodore, vollendet am 11. Dezember sein 50. Lebensjahr. Kerrl, in Fallersleben, dem Geburtsort des Dichters des Deutschlandliedes, geboren, hatte die Laufbahn eines mittleren Justizbeamten eingeschlagen. Er nahm mit Auszeichnung am Weltkriege teil. In der ehemals roten Hochburg Peine, wo Kerrl nach dem Kriege Beamter war, gründete er schon im Jahre 1923 eine Ortsgruppe der NSDAP. Selbstverständlich war er auch an der Gründung des Gaues Hannover hervorragend beteiligt. 1928 befand er sich unter den neun ersten nationalsozia- listischen Abgeordneten des Preußischen Landtages, die gegen die schwarzrote Mehrheit einen schweren Kampf führen mußten. Im März 1933 übernahm Kerrl, zunächst als Reichskommissar, dann als Mi- nister das Preußische Justizministerium. Neben Sonderaufträgen übernahm er die 1935 geschaffene „Reichsstelle f ü r Raumordnung" und damit eine völlig neue Aufgabe, die aus der natio- nalsoziülistischen Idee herausgewachsen ist, den deutschen Raum im gesamten Reichsgebiet in einer den Lebensnotwendigkeiten von Volk und Reich gemäßen Weise in übergeordneter Planung zu gestalten. Minister Kerrl ist mit der Arbeit dieser Reichsstelle auch an der Durchführung des Zweiten Dierjahresplans in hervorragender Weise beteiligt. So beauftragte ihn Ministerpräsident Göring, alle Maßnahmen zu treffen, die zu einer beschleunigten Kultivierung und Erschließung des Emslandes und der angrenzenden Gebiete erforderlich find, und insbesondere den Einsatz und die Zusammenarbeit der Arbeitskräfte zwischen den beteiligten Stellen endgülttg zu regeln. 1935 berief ihn der Führer an die Spitze des Reichs- und preußischen Ministeriums für d i e kirchlichen Angelegenheiten. Da die mit der nationalsozialistischen Erhebung durchgebrochenen religiösen und kirchlichen Wandlungen einer sinnvollen Ordnung und reichseinheit- llchen Leitung bedurften. Hier machte Kerrl den K-iC^rlUr CmC befriedete Zusammenarbeit zwischen völkischem Reich und christlichen Kirchen frei und lenkte das Zusammenleben in eine Bahn, die trotz aller bestehenden Unterschiede und Gegensätze eine Storung der Bolksgemeinschaft ausschlöß. Kunst und Wissenschaft. Zahlreiche Preise für hervorragende Leistungen der Deutschen Kulturwoche. Paris, 10.Dez. (DNB.) Die Jury der Inter- nationalen Weitaus st ellung Paris 193 7 hat nunmehr die einzelnen Preisträger der bei der Deutschen Kultur woche in Paris beteiligten Künstler und Ensembles bekanntgegeben. Danach wurde als besondere Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Deutschen Kulturwoche der Gesamtheit der deutschen Aufführungen der Große Preis zuerkannt. Diese Auszeichnung ist um so Höher zu bewerten, als die anderen Nationen, die ebenfalls mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in Paris oeteiligt waren, eine solche Anerkennung nicht erhalten haben. Zwei deutschen Künstlern wurde der Große Preis persönlich zu- gesprochen. Er wurde gegeben an Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler für seine überragenden schöpferischen Ausdeutungen der 9. Sinfonie und der „Walküre" und an Generalintendant Staatsrat Heinz Tietjen, der nicht nur die gesamte künstlerische Oberleitung der Aufführungen der Staatsoper Berlin hatte, sondern auch als bewunderter Regisseur dreier Opernwerke der Kulturwoche zu einem entscheidenden Erfolg verhalf. Zwei Große Preise werden an Frau Winifred Wagner, der Hüterin des Erbes von Bayreuth, für die Bayreuther Festspiele überreicht werden, in deren Besetzung die „Walküre" in Pans gegeben wurde. Ferner erhielt der technische Dienst der Berliner Staatsoper durch die Zuerkennung des Großen Preises an seinen technischen Oberleiter. Professor Rudolf Klein, eine besondere Anerkennung. Der Staatsoper Berlin in ihrer Gesamtheit sowie der Staatskapelle wurde der Große Preis ebenfalls zuerkannt. Ferner erwarben sich das Philharmonische Orchester Berlin und der Kittelsche Chor die gleiche Auszeichnung. In der Gruppe Tanzveranstaltungen fiel der Große Preis an die Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses Berlin und an die Tanzgruppe Günther, München. Außer diesen 12 Großen Preisen werden 9 Ehrenurkunden an Künstler vergeben werden. Die Ehrenurkunden erhalten die Dirigenten Staatsoperndirektor Professor Clemens Krauß. Dr. Karl Elmendorfs und Professor Bruno Kittel: die Bühnenbildner Professor Emil Preetorius und der inzwischen verstorbene Leo P a s e t t i, dessen Erben das Dokument übermittelt wird. Mit dem gleichen Preis wurden Kammersänger Heinrich Schl us n us, der Regisseur Josef Gielen, der Kölner Männergesangverein und in der Gruppe Filmveranstaltungen der Ufa-Film „Patrioten" von Karl Ritter ausgezeichnet. Die Goldene Gedenkmünze wurde an Professor Eugen P a b st. den Leiter des Kölner Männergesangoereins, verliehen, die Silberne Gedenkmünze dem Tänzer Harald Kreutzberg. für das Schiff scheint nach den bisherigen Feststellungen nicht zu bestehen, zumal der Sturm abgeflaut ist Reisende befinden sich nicht an Bord Wie die Reichsbahndirektion Stettin mitteilt, sind das Mittel- und das Hinterschiff der „Preußen" voll Wasser. Die von den Bergunqsdampfern .Seeadler und ..Seeteufel" oufgenommenen Bergungsarbeiten werden, sobald es die Wetterlage gestattet, mit allen Mitteln fortgesetzt werden An den Arbeiten beteiligen sich weiter der Regierungsdampfer „Walter Körte" und das Reichsbahn-Föhrschiff „Deutschland", das den Fährschiffverkehr gemeinsam mit dem schwedischen Fährschiff „Drottning Viktoria weiterführt. — An Bord der „Preußen" befindet sich zur Zeit nur eine Wache unter Führung des Kapitäns. Die übrige Besatzung ist unversehrt a Land gebracht worden Der Führer auf der italienischen Kunstausstellung. Der Führer besuchte in Begleitung des italienischen Botschafters und Frau A t t o l i c o die Ausstellung „Italienische K u n st von 1800 bis zur Gegenwart" in der Akademie der Künste in Berlin. Bei der eingehenden Besichtigung, an der fernes Botschaftsrat M a g i st r a t i mit mehreren Herren der italienischen Botschaft und die ständige Begleitung des Führers teilnahmen, hatten Professor Schumann und Professor Dr. Amersdorffer von der Akademie der Künste die Führung übernommen. Der italienische Botschafter überreichte bei dieser Gelegenheit dem Führer als persönliches Geschenk des Duce eine prachtvolle Monumentalausgabe von Dantes „Göttlicher Komödie", die mit Bildern des italienischen Malers N a t t i n i zur 600jähriaen Wiederkehr des Todes- tages des größten italienischen Dichters heraus- gegeben wurde. Wetterbericht des Aeichswelterdienfles. Ausgabeort Frankfurt. Aus aller Welt. 29 Todesopfer eines Eisenbahnunglück« in Schottland. Bei Lastlecary in der schottischen Grafschaft Dumbartonshire rannte am Freitagnachmittag der aus Edinburg kommende Schnellzug auf einen anderen Fug auf. Mehrere Wagen wurden dabei zertrümmert. Bisher konnten 29 Leichen geborgen werden Man rechnet aber damit, daß wenigstens noch acht weitere Tote gefunden werden dürften. Ferner sind 92 teils Leicht-, teilsSchwervertehte gezählt. Die Bergungsarbeiten haben sich infolge des hohen Schnees außerordentlich schwierig gestaltet, zumal mitten in der Rächt die Trümmer noch zu brennen anfingen und die Feuerwehr ergreifen muhte. — Die Londoner Presse weist darauf hin, daß dieses Unglück die schwer st eLisenbahnkata st rophe sei, die sich in England seit dem Kriege ereignet habe. Starke Schneefälle in West- und Norddeutschland. In ganz Westdeutschland traten in der Nacht zum Freitag erneut starke Schneefälle auf, während es in den hohen Gebieten bereits am Donnerstag über schon stark geschneit hatte. Dadurch, daß stellenweise auch noch F r o st aufgetreten ist, haben Stunden auf. Im Schiffsverkehr trat eine Störung ein, die durch die schlechten Sichtoerhältnisse her- vorgerufey worden war. In den Küstengebieten war mit dem Schneefall ein heftiger Sturm bis zur Windstärke 9 und 10 verbunden ♦ Weniger infolge des starken Schneefalles als vielmehr der durch den Wind hervoryerufenen Schn e e- oerwehungen haben die Züge im ganzen Reich zum Teil erhebliche Verspätungen zu verzeichnen. Auf den Berliner Fernbahnhöfen trafen die Züge zum Teil mit Verspätungen von bis zu 4 Stunden ein. Auch beim Güterverkehr auf der Eisenbahn waren Verzögerungen bis zu 3 Stunden festzustellen, viele Straßen unter der Schneedecke Glatteis, so daß die Fahrzeuge nur mühsam vorankamen. Die Kraftfahrzeuge kommen ohne Schneeketten überhaupt nicht vorwärts. In ber Eifel sind stellenweise derart starke Schneeverwehungen aufgetreten, daß der Verkehr überhaupt unterbrochen ist. Fährschiff „Preußen" vor Stubbenkammer aufgelaufen. Das Reichsbahnfäh rschrff „Preußen" der deutsch-schwedischen Fährverbindung Saßnitz— Trelleborg ist in der Nacht zum 10. Dezember auf der planmäßigen Güterfahrt von Schweden zwischen Stubbenkammer und Saßnitz bei schwerstem Schneesturm a u f Grund gelaufen. Die zur Bergung der Besatzung des Schiffes und der Ladung erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet. Insbesondere sind Bergungsdampfer bereits an der I Unfallstelle eingetroffen. Eine unmittelbare Gefahr Von Enakdnd her drängt eine Tiefdruckstörung nach dem Kontitient vor, die eine allgemeine Umgestaltung der Wetterlage zu unbeständigerem und milderem Wetter bringt. Die zu erwartenden Niederschläge fallen zunächst als Schnee, die in tieferen Lagen aber rasch in Regen übergehen werden. Aussichten für Sonntag: Ueberwiegend bedeckt, erneut unbeständig, Niederschläge zum Teil als Schnee, später Regen, mild, Winde um Südwest. Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags 0,5 Grad Celsius, abends — 3,6 Grad: am 11. Dezember: morgens 1,1 Grad. Maximum 3,1 Grad, Minimum heute nacht —4,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Dezember: abends 0,6 Grad; nm 11. Dezember: morgens 0,4 Grad. — Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. _______________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigen- ' (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf.' mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. SCHWARZ- Die WäzH/ke (r€u/- uh HcuV) Luxlt" al- Liede leeir keelLn? 'ARZ w W E SCH» „Schwarz-Weiß" - Spülmittel befreit verschmierte Gegenstände im Nu von allen Flecken (und eignet sich ganz besonders für stark verschmutzte Berufskleidung !) „Schwarz-Weiß" - A 11 p u t z scheuert und putzt Alles blitzsauber und verleiht allen Metallgeräten den gepflegten Hochglanz! AltEINIGER HERSTELLER, R. JOS. 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Das Schicksal verliert seinen Schrecken — durch die Vorsorge für die Zukunft der Ihren, wie sie in der Lebensversicherung gegeben ist | Sie können noch so oft bei dem ungewissen Spiel mit dem Schicksal den Kürzeren ziehen, Sie können sich noch so hilflos vorkommen, — in einem können Sie das Schicksal zwingen: Was Ihnen auch in Ihrem Leben zustoßen mag, Ihre An- gr.' M. M ,,wi TM i. L . unL G.A. IV. Sagoad. (Nachdruck verboten.) Bagdad, Ende November 1937. Bagdad — wer denkt nicht unwillkürlich bei diesem Wort schon an die entzückenden Märchen aus 1J)01 Nacht, an den „Kalifen von Bagdad"? Stellt sich in Gedanken eine Stadt vor mit orientalischen Prachtbauten, goldglänzenden Moscheenkuppeln, weit in den Himmel ragenden Minaretten, Palmenhainen und -alleen, und sieht im Geist durch die engen Gassen, Männer in farbenprächtigen Gewändern, in bunten Burnussen wandeln, wie einst Alabin!--— das war einmal. Nichts ist von dieser Märchenstadt geblieben. Bagdad ist heute die ganz nüchterne Hauptstadt des von den Engländern geschaffenen arabischen Staates Irak und kann außerdem als hervorstechendes Merkmal für sich in Anspruch nehmen, die h e i- ß e st e Großstadt der Welt zu sein. Die Straßen im Stadtinnern sind jetzt asphaltiert, und in der Hauptstraße regeln Verkehrsschutzleute in weißer Uniform mit Tropenhelm den Verkehr. Der erste Eindruck, den man von Bagdad bekommt, ist niederschmetternd. Man glaubt ist eine Stadt zu kommen, über die kürzlich die vernichtende Furie eines Krieges dahingegangen ist und Häuser und Gebäude umlegte, oder als ob ein Erdbeben die Stadt in ihren Grundfesten erschüttert habe. Denn seit Jahren ist man bestrebt, Bagdad zu modernisieren, das war notwendig und wird von Tag zu Tag notwendiger. Bis zum Weltkriege gab es in Bagdad überhaupt keine befahrbaren Straßen — selbst die deutsch-türkische Armee mußte 1915 um Bagdad herum biwakieren, da die Gassen der Stadt so schmal waren, daß die Truppe mit ihren Fahrzeugen nicht einziehen konnte. Damals legten deutsche Pioniere quer durch die Stadt eine breite Straße, die auch heute noch, allerdings in einem anderen Kleide, die Hauptstraße Bagdads ist. Vor zwei Jahren ließ man einen deutschen Stadtbaumeister kommen, der Pläne und Entwürfe für den Neubau Bagdads anfertigte. Die Stadtverwaltung gab dann entsprechende Anweisungen zum Neubau der Stadt, die. Straßenführung wurde bestimmt, Bauvorschriften für Häuser erlassen, alles nach den Plänen des deutschen Baumeisters'— und legte dann die Pläne zu den Akten, ohne sich um die weiteren Bauausführungsbestimmungen und -ausführungen zu kümmern. Und dann fing man an n i e d e r z u r e i ß e n und aufzubauen, aber man hielt sich nicht an die vorgezeichnete Linie. An allen Ecken und Endender Stadt wurden Häuser abgerissen und auch gleichzeitig wieder aufgebaut, ganze Straßenzüge niedergelegt, und bei manchem ging auch mal das Geld aus. Trümmerstätten zeigen, wo einst Häuser gestanden haben und neue Häuser und Straßen entstehen sollen — „Jnschallah" — so Gott will! Die Hauptstraße, die Raschid-Straße, bekommt nur langsam das Gesicht einer „europäischen Straße, mit modernen Ladengeschäften, Hochbauten, Kinos und Lichtreklamen, doch von ihr gehen die winkligen, engen Quergassen ab, die tatsächlich noch an Alabins Zeiten erinnern, in der sich die Häuser gegenseitig mit den Dächern und Baikonen berühren, durch die man sich auch heute nur des Nachts durchschlängeln kann, wenn man sich mit einer elektrischen Wunderlamye bewaffnet! Seltsam bauen die Araber — früher legte man keinen Wert auf äußeren Eindruck, man baute zweckentsprechend Häuser aus Lehm und Ziegeln, ; mit tiefen, kühlen Kellern, in denen man die unendliche Hitze der Sommertaqeszeit angenehm über- j stehen konnte. Stattete die Räume innen luxuriös aus, mit den Mitteln des Orients, Teppichen und ! nochmals köstlichen Teppichen Heute wird nur auf 1 Fassade gebaut, jeder, der das Geld hat (oder auch .nicht), will zeigen, daß er schon fortgeschrittener ist I und europäischer als der andere. Man will m o - d e r n e Häuser haben, denn die Stadtverwaltung hat ja befohlen, die Lehmbauten abzureißen und dafür ,modern" aufzubauei^ Und nun baut man nicht etwa dem Zweck entsprechend, sondern ist nur auf schönes Aussehen bedacht. Es schießen Häuser aus der Erde mit dünnen Wänden und europäischer Fassade, jeder achtet sorgsam darauf, daß sein Haus etwas europäischer ist als das des In der Hitze dieses Wetteiferns vergessen sie, daß es im Sommer so unendlich heiß ist, sie denken nicht an die kühlenden Keller und vor allen Dingen nicht daran, daß europäische Häuser dem europäischen Klima entsprechend gebaut werden und man auch hier nur dem Klima entsprechend bauen muß. Sie vergessen, daß Sandstürme über die Stadt kommen, daß von Mai bis Oktober die Temperaturen auf 45 bis 50 Grad Celsius im Schatten steigen, und daß es im Winter recht kalt wird. Gegen alles das muß gebaut werden, selbst guf die Gefahr hin, daß die europäische Schönheit der Fassade darunter leidet. Das begreift derjenige, der in Bagdad lebt. Wer hier die Hitze des Sommers nicht kennt, weiß wirklich nicht, was Bagdad heißt. Als wir in Bagdad eintrafen, stiegen wir in einem Hotel ab, das man angepriefeN hatte als „modernes Hotel am Ufer des Tigris, ausgestattet mit allem Komfort der Neuzeit, mit fließendem kaltem und warmem Wasser". Aber welche Ueberraschung, kaum hatten wir uns unter die Dusche gestellt und den Wasserhahn geöffnet, der mit „kalt" bezeichnet war, da stand man unter einer Brause fast kochend heißen Wassers. Als man glaubte, man habe sich im Griff geirrt, und den mit warm bezeichneten versuchte, da kam auch hier 4tur heißes Wasser — der Erfolg eines modernen Baues. Man hat die Wasserleitungen außerhalb des Hauses hochgeführt, die Wassertanks auf dem Dach aufgestellt, und die Sonne hat das Nötige dazu getan. Aber auch sonst war es unerträglich kn dem modernen Hotel mit allem Komfort. Nicht ein einziger Raum des Hochhauses war gegen die Sonne und Hitze genügend geschützt. Es war der rein ft e Backofen, in dem man Kühle dadurch vorzutäuschen suchte, daß man die Ventilatoren in irrsinniger Schnelligkeit sich dreien ließ. Tags darauf siedeln wir in ein anderes' Hotel Bagdads, das Maude-Hotel, um. Auch dieses ist modern gebaut, mit großer Gartenanlage bis an das Flußufer, hat aber den Vorteil, von einem deutschen Architekten entworf.en zu sein. In diesem Hause waren die Temperaturen wenigstens erträglich, 35 Grad im Zimmer sind auszuhalten. Es gibt dort eine große Halle, die durch Ventilatoren mit Kaltluft gekühlt wird und in den Röhren der Wasserleitungen lief wenigstens nur lauwarmes Wasser. Man lebt zur Sommerszeit nach einem gewissen Schema. Morgens, wenn die Sonne hochkommt, werden die Fenster, die man nachts für die kühlenden Brisen geöffnet hat, geschlossen, gegen die Sonne mit Holzladen abgedichtet, und so lebt man tagsüber im möglichst dunkeln Hause, bis des Abends bei Sonnenuntergang die Fenster wieder geöffnet werden. Nachts schläft man im Freien, meistens auf d e m Dach. Es ist seltsam, unter freiem Himmel, mit vielen fremden Menschen zusammen auf einem Dach zu schlafen, die man vorher nie gesehen hat und vielleicht auch nie wiedersehen wird. Es sind Reisende aus aller Herren Länder, die vom Fernen Osten, Indien ober sonst woher kommen, und auf der Flugroute nach Europa hier eine Nacht Station machen. Zwischen 10 und Mitternacht huscht jeder Hotelgast unter das Moskitonetz der in Reih und Glied nebeneinanderstehenden Betten. Doch abgesehen von den fremden Menschen ringsherum, sind diese Nächte das S ch ö n st e von Bagdad — eine wunderbare Brise, die starke Abkühlung bringt, kommt über den Fluß und macht das Schlafen zur Wohltat. Freiatmende Lungen werden in der klaren Nachtluft allen Staub des Tages wieder los. Man fällt in tiefen Schlaf, um am nächsten Morgen gegen 5 Uhr von der Sonne wieder geweckt zu werden — dann ist die Nacht im Nu vorbei urrb bie Stabt erwacht zu neuem Leben. Knapp eine Stunbe nach Sonnenaufgang erscheint Bagbad wie ein wimmelnder Ameisenhaufen. Jeder versucht, nach Möglichkeit in den-frühesten Morgen st unden seine Geschäfte zu erledigen, denn gegen Mittag wird es zu unerträglich heiß. Bei jedem Schritt sinkt man tief in den aufgeweichten Asphalt und die Fußsohlen brennen von der ausstrahlenden Hitze des Pflasters, selbst durch' die dicksten Ledersohlen hindurch. Mensch und Tier sucht in der Mittagszeit ein sonnenschützendes Dach über dem Kopfe zu haben. Von 12 bis 16 Uhr ist die Stadt fast ausgestorben, denn alles verkriecht sich in die Häuser zum Essen und Schlafen (etwas anderes zu tun ist bei dieser Hitze nicht möglich) um sich dann bei Sonnenuntergang wie ein Bienenschwarm wieder erneut über bie Stabt zu ergießen, nach frischer Luft und Kühle lechzenb. Um biefe Zeit könnte bie Hauptstraße Bagbabs eine beliebige Großstabtstraße irgenbwo auf ber Welt sein. Auto schiebt sich hinter Auto, Pferbe» droschke hinter Pferbebroschke — unenblich viele gibt es bavon in der Stabt. Jeber fährt, ber es nur einigermaßen sich leisten kann. Sprengwagen sorgen bafür, baß ber Staub bes Tages etwas verfchwinbet — 800,000 Liter Wasser werben innerhalb einiger Stunben ber Menschheit zur Wohltat geopfert. Die Raschib-Straße ist bann ein unenblicher Korso, besten nichtabreißenbe Wagen» schlänge nur hin unb wieder ins Stoppen gerät, wenn Bausteine schleppende Esel die Fahrbahn kreuzen oder eine Kamelkarawane zu den Bazaren zieht. Die Fußgänger schieben sich in dichtem Gedränge vorwärts, zerlumpt und zerfetzt aussehende Zeitungsjungen schreien die arabischen Abendzeitungen mit greller Stimme aus, die gierig gekauft werden. Die offenen Kaffeehäuser füllen sich mit Zigaretten und Wasserpfeife rauchenden Männern. Ehrwürdig aussehende Beduinen mit scharfgeschnittenen, kühnen Gesichtern diskutieren mit modern gekleideten Arabern über Geschäfte und Politik — Pa.lästina i st bas Tages-gespräch. Grell schreit ein Grammophon, ober Rabio arabische Gesänge bazwischen,. Fliegenbe Hänbler bieten Teppiche an, und hoch von ben Minaretten hört man ben Rufer, ber bie Gläubigen ans Gebet mahnt. Europäer sieht man im Menschengedränge wenig, denn fast überall in ben tropischen Länbern lebt ber Europäer als Herr etwas abgeschlossen und fährt nur schnell mit bem Wagen burch bie Menge, zu seinem Klub ober einem Fünf-Uhr-Tee. Allzu viele Europäer gibt es in Bagbab auch nicht, überroie» genb Englänber. Man merkt auf Schritt unb Tritt, baß ber Irak ein ft britisches Man» b a t war unb auch heute noch britische Einflußsphäre 'ift. Neben wenigen englischen Kaufleuten leben einige hunbert Englänber im Irak, bie größtenteils Angestellte ber Regierung sind, als Berater in jebem Ministerium, Leitep ber Finanzinstitute, Beamte ber Eisenbahn, Brückenbau-Ingenieure, Bankbeamte unb bann noch augerbem hauptsächlich bie englische Fliegertruppe, bie dicht bei Bagdad ihr Lager hat. Einige dreißig Deutschs, noch weniger Franzosen .und Amerikaner machen den restlichen Teil aus, alles übrige, das sich Europäer nennt ober so aussieht, ist meistens Armenier unb — nicht zu vergessen — Jube. Die Europäer stellen eine verschwinbenb kleine Zahl bar, wenn man bebenft, daß Bagbab fast 300 000 Einwohner hat. Dreiviertel ber Bevölkerung sinb Araber, glaubensmäßig schiitische und sunnitische Mohammedaner. Verschwindmb klein ist die Zahl der chaldäischen unb assyrischen Christen, von benen bie ersteren auch Araber sinb, bie letzteren nicht. Eine beträchtliche Anzahl, nämlich ca. 60 000 Einwohner, sinb Juden, bie als streng religiöse Kaste im Jubenviertel leben. Auch hier beherrschen sie, wie überall auf ber Welt, ben Hanbel unb bas FincmzWesen. Sie tun gut daran, politisch nicht hervorzutreten, wozu sie bisher auch noch keinen Versuch gemacht haben, denn sie wissen genau, daß ber Araber bie Juben haßt unb sie nur solange dulbet, soweit sie ihm geschäftlich Vorteile bringen unb sich als Gast im ßanbe fühlen. Mit Unruhe verfolgen die Juden die Vorgänge in Palästina — mit Aufmerksamkeit die Araber. Kulturgut wird gerettet unb vor bem Nieberqanq bewahrt, neue gewaltige Bauten entstehen und" sinb Ausdruck bes impulsiven Lebens unserer Zeit. Somit wanbelt sich von Jahr zu Jahr immer stärker unb einbringlicher bas Lebensgefühl des deut- jchen Menschen. Langsam aber immer klarer wird wieder der alte Instinkt für bas Echte und Aufbauende geweckt. Wir wissen, baß wenn wir zum Ziel kommen wollen, wir unerbittlich unseren Kampf um bie Reinigung unb Reinerhaltung bes kulturellen Ausbrucks unseres Volkes burchführen müssen. Darum scheuen wir uns auch nicht, immer wieder in Schrift und Wort die hier und da austauchen- ben Mängel unb Schwächen zu geißeln unb stellen Reise im Nahen Orient Don unserem $. A Sch -Korrespondenten. Erst bie politische Erneuerung unb ber >'chrittweise vorgetragene Durchbruch artg.e- bunbenen Denkens sammelte in letzter Minute alle gesunden Kräfte zum Wiberstand unb führte schließlich zur geistigen Befreiung bes beut- ch e n Menschen. Wir haben zwei Jahrtausenbe ' chlechter'Erfahrungen hinter uns unb sinb nunmehr mit aller Entschiedenheit entschlossen, restlos alles das auszumerzen, was unserem Kulturleben fremd >st Wir wollen ein neues, starkes, seines eigenen Lebens bewußtes Geschlecht heranbilden, das wieder stolz auf seine Kräfte sein kann. Darum haben wir Lins daran gemacht, wieder das alte Volksgut das alte Brauchtum zu fordern, wir haben in unseren Festen unb Feiern wieder einen Ausdruck unserer Art gefunden. Das Theater hat seinen steifen, ver- taubten weltfremden, nur einer, künstlerischen Ma- nierthett dienenden Ausdruck verloren und ist dem Volke wiedergeschenkt worden. Auf dem Gebiete des Filmes unb bes Rundfunks suchen wir neue Wege. Dazu war es notwendig, daß mit aller Strenge und 'Entschiedenheit dem Kulturabbau auf allen Gebieten jnferes reichen geistigen Lebens Einhalt geboten würbe. Wir haben bas Schrifttum gesäubert und neben nun daran, auch auf bem Gebiete ber bilben- ben Kunst nur bas Echte und Wettvolle herauszu- ftellen unb den wahren Künstler zu förbern. Fremb- -affiae werben ausqeschaltet unb an ihre Stelle roer« ben haUunqsberougte deutsche Menschen gestellt, die. Nachbarn. tigen Lebens. Jeder deutsche Volksgenosse soll Teil nehmen an diesem gemeinsamen großen Kampf, denn bas Ergebnis biefes Kampfes ist ber Durchbruch eines artbewußten Menschentums. Wir gehen mit einem starken inneren Glauben an biefe Aufgabe heran. Wir vertrauen auf bie Kraft unserer Bewegung, bie schon burch so viele große Not ben Sieg erkämpft hat unb glauben, daß wjr mit ber kulturellen Erneuerung Deutschlanbs nicht nur eine Befreiung des, deutschen Menschen einleiten, sondern darüber hinaus auch richtungweisend sind für das Leben Bekenntnis zur politischen Kultur. Don ^ar Heinz Rüöiger, ((Stab Lfiofenbeig) Ein Volk, das so wie das deutsche mit einer unvergleichlichen Willenstat sich selbst wiedergesun- 'den und alle niederbrückenden Fesseln beseitigt hat, hat damit vor ber Welt auch bie Verpflichtung übernommen, nunmehr alle Werte unb Ausbruckssormen seiner Lebensgestaltung einer strengen Kritik zu unterziehen und seinem Wesen entsprechend auszurichten. Diese Ausrichtung hat sich aus alle Gebiete bes völkischen Daseins zu erstrecken, beim wir haben begonnen, bie Probleme unb Fragen unserer Zeit von einer neuen lebensgebundenen Warte her zu betrachten. Ein sehr wichtiger Teil bes Wesens eines Volkes liegt in ber Gestaltung feines kulturellen Lebens. Denn auf biesem Gebiet zeigt sich für bie Zukunft, ob bie nationalsozialistische Weltanschauung über bie Gegenwart hinaus kräftig und entwicklungsstark aus den seelischen Grundwerten des Volkes heraus entstanden ist. Hier zeigt es sich auch, ob ber beutsche Mensch den Appell an seine Charakterwerte wirklich ernsthaft ausgenommen hat und bereit ist, ihnen gemäß fein Leden einzurichten. Kultur ist Ausdruck der Volksseele, Inbegriff dessen, was die Gesamtheit und Charaktergröße eines Volkstums ausmacht. Die kulturelle 1 Einheit garantiert die geschlossene Ausrichtung einer Volksgemeinschaft und gibt somit einer echten Staatsführung bie Möglichkeit, eine starke von ben' Werten bes Volkes getragene Politik zu- führen. Lang erhaltenes Kulturgut bietet die Möglichkeit, die Eigenarten eines Volkstums zu fordern und fein Verhältnis zu den benachbarten Volkern auf einer natürlichen und gefunden Grundlage zu entdecken. In ber langen Geschichte bes beutschen Volkes seit ber Völkerwanderung bis heute hat bas Schicksal i den deutschen Menschen äußerst wechselooll von Höhe zu Tiefe, von Schwäche und Kraft geführt. Das hat sich nicht nur auf politischem Gebiet gezeigt, sondern auch das kulturelle Leben stark beeinflußt. Wüj sehen, daß zu Zeiten besonders großen politischen Glücks ober ungeheuren politischen Niederganges sich eine Flut geistiger Kräfte von anderen, 'unserer Art nicht entsprechenden Kulturwerten auf den geraden Charakter des deutschen Menschen ein- newirkt hat. Geistesgut aus Asien, südliche weichliche Formen beeindruckten den Lebensinhalt bes beutschen Menschen, suchten Raum neben ben harten forbernben Kräften ber Heimat Es brang manches frembe Kulturgut auf biefe Weise ein und überdeckte mit seiner leichteren Lebensart und schwungvolleren farbenprächtigen Ausdrucksform bas in- -ftinktsichere und artbedingte Leben. Durch ben Einbruch fremden Geistesgutes, durch den steten Wechslet, dem Auf und Ab der politischen Entwicklung, zi)em Hin und Her im kulturellen Denken wurde die Entwicklung und bie Ausbrucksform bes ureigenen «deutschen Denkens verzögert, ja zum Teil völlig oer- ■ lhindert. Wie ein bunkler Strom burch bie lange «Geschichte unseres Volkes zjeht sich ber Einfluß minderwertigen Geistesgutes auf bas deutsche Volk, beginnend mit der Rassenoerschmelzung im römischen ' Imperium, fortführend über die Weltherrschafts- . Ansprüche des politisierenden Pfaffentums, über die internationalen Weltoerbrüberungsibeen der französischen Revolution bis auf heute zum Irrsinn des Bolschewismus. Alle diese großen Kräfte wirkten schädlich auf die gesunde Entwicklung unseres Volkes aus. Als Folge artfremden Denkens entstanden die konfessionellen Kriege, wurde Deutschland in tausende kleiner Staaten zerstückelt, verwirrte es sich in bem Durcheinander bes liberalisti- schen Parteiwesens. Unb ber Bolschewismus unserer Tage versuchte mit allen Methoben, noch bie letzten Reste einer gesunden Kultur zu zerstören unb fanb auch auf bem Wege über Schrifttum, Theater, Funk und Film Eingang in das deutsche Volk. DAF. und HL. rufen zum Weitkampf. NSG. Der ©auobmann der Deut^schen Arbeitsfront Gau Hessen-Nassau und der Gebietsführer der HI. erlassen folgenden Aufruf: Zum fünften Male rüstet die gesamte schaffend« Jugend zum Wettkampf um die berufliche Leistung. Die Pflicht zur beruflichen Leistungssteigerung und zur freiwilligen Prüfung des könnens ist der breiten Front der berufstätigen Jugend schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie will damit ihr Teil zum Gelingen der großen Aufbauarbeit im nationalsozialistischen Stc/at beitragen und selbstlos ihre ganzen Kräfte und Fähigkeiten in den Dienst des Vierjahresplanes stellen. Zum ersten Male wird der 5. Reichsberufswettkampf a u f alle schaffenden Deutschen ausgedehnt. Die Gehilfen. Gesellen und Meister, kurzum alle Fach- und Qualitätsarbeiter in Industrie, handel, Gewerbe und Handwerk sollen an diesem Leistungs- kampf teilnehmen. Die Hitler-Iugend und die Deutsche Arbeitsfront, die sich gemeinsam zur Gestaltung des großen Werkes zusammengefunden haben, erwarten die re st lose Teilnahme aller schaffenden Deutschen aus dem Gau Hessen-Nassau zum Verufswettkampf. 11.! g. rls. ist b9.' bt ie! st .23. \et Zur neuen Offensive! BonLandesbauernführerDr.Wagner,MdN. NSG. Der R e i ch s b a u e r n f ü h r e r wird sich am Sonntagoormittag in seiner Goslarer Funkrede an uns alle wenden und zur neuen Etappe der deutschen Erzeugungsschlacht aufrufen. Was R. Walther Darrö allen Volksgenossen, besonders aber den Bauern, Landwirten und Landfrauen, den Landarbeitern und den anderen Reichsnährstandsangehörigen zu sagen hat, sind keine billigen Höflichkeiten und auch keine leeren Redensarten^ sondern vertrauensvolle, ernste Worte. Es geht um einen neuen Abschnitt der deutschen Erzeugungsschlacht. Die gesamte Landwirtschaft erhält aus dem Munde des Reichsbauernführers und Reichsernährungsministers die großen Richtlinien für die Arbeit im kommenden Jahr. Richtlinien waren früher ein unbekannter und verachteter Begriff. In der Landwirtschaft baute jeder einzelne nur das an, was ihm am zweckmäßigsten zu sein versprach und kümmerte sich nicht darum, ob seine Arbeit den Bedürfnissen der Gesamtheit genügte. Der Staat mochte sehen, woher er die fehlenden Nahrungsgüter bekam; Hauptsache war, daß man seinen privaten Wünschen nachgehen konnte. Diese Handlungsweise war nicht gerade böswillig, aber gedankenlos und gefährlich. Niemand dachte daran, den uns verfügbaren landwirtschaftlichen Raum so auszunutzen, daß die notwendigsten Güter auf der eigenen Scholle erzeugt wurden — und was sollte werden, wenn aus irgendeinem Grund die übliche Einfuhr, die stets eine Abhängigkeit von fremden Staaten bedeutet, einmal stockte oder abnahm? Sollten dann die Volksgenossen in der Stadt verhungern? Konnte eine so schwer bedrohte Gemeinschaft irgendwelchen Schicksalsschlägen Widerstand leisten? Wir haben inzwischen umgelernt! Der Führer hat eine neue und gesündere Anschauung der Dinge verkündet, und das Volk hat sich überzeugen lassen und die Grundsätze des Nationalsozialismus zu denen seines eigenen Lebens und Schaffens gemacht. Das gilt auch für uns Bauern; auch wir, die wir schon in den Jahren des Kampfes in dichten Reihen um den Führer standen, haben in vier arbeitsreichen Jahren die Forderungen des Führers zu verwirklichen getrachtet und eisern unsere Pflicht getan. Wfr haben seit dem Jahre 1934 in jedem Frühling alle Kräfte neu eingesetzt und immer eine neue Etappe der Erzeugungsschlacht geschlagen. Wir haben das Vertrauen Adolf Hitlers nidjfe enttäuscht, sondern überall aus unserem Boden höhere oder bessere Erträge herausgeholt, weil es eine vaterländische Pflicht war. Gerade wir im Gau Hessen-Nassau haben es nicht leicht; in unserer Heimat leben 205 Menschen auf einem Quadratkilometer, und nur 3552 von 154 301 landwirtschaftlichen Betrieben haben mehr als 20 Hektar Land. Der Bedarf an Nahrungsmitteln ist also sehr groß und die Erzeugungsbasis nicht sehr breit. Brachten manche Umstände eine gewisse Erschwerungen, so blieben wir auch nicht von dem Mangel an Arbeitskräften verschont, der leider überall herrscht; oft mußten die Alten noch auf dem Felde mithelfen, weil der allseitige Aufschwung des Wirtschaftslebens viele junge Kräfte an andere Arbeitsplätze zog. Und dennoch — wir lassen uns nicht entmutigen, sondern gehen tapfer und pflichtbewußt in die nächste Offensive! Wir missen, daß die Volksgenossen in allen anderen Berufenebenso mit angespannten Kräften und mit aller Energie am Werk sind, und dieses Bewußtsein, daß j e d e r anständige Deutsche an seinem Platze seine Pflicht tut, hält auch unsere Kräfte lebendig! Die Rede des Reichsernährungsministers und Reichsbauernführers D a r r E an das deutsche Landvolk am Sonntag wird von 11.30 bis 12 Uhr über alle deutschen Sender gehen. In der Ansprache werden die Parolen für den kommenden Abschluß der Erzeugungsschlacht und die Aufgaben der Ernährungswirtschaft im Jahre 1938 bekanntgegeben werden. Aus der Stadt Gießen. Oas Iutterhäuschen. Es sieht aus wie ein kleiner Marktschirm über köstliche Leckereien gespannt. Aber sein gedecktes Tischlein Hut unter dem mit Tannen abgedichteten Dach etwas vom märchenhaften Schlaraffenland, wo man kein Geld braucht, sondern nur zu schnabulieren, was das Herz begehrt und dem Magen bekommt. Der Spender, der an alle Geschmäcker gedacht und Sämereien von Bohnengröße bis zur Winzigkeit kleinster Schrotkugeln ausgeschüttet hat, ist wie ein Baumelf unsichtbar. Aber gelegentlich schaut er schon aus irgendeinem Versteck, wahrscheinlich vom Haus her, das Auge mit einem Fernglas bewaffnet, dem flatternden Völkchen zu und freut sich seines guten Appetits. Es macht ihm eiji Vergnügen, wenn er in früher Morgenstunde die Tafel leergepickt findet und neues Futter hin- ftreuen kann. Die lustigen Frühlings- und Sommersänger, die seinen Garten au einem Tempel himmlischen Frohsinns machten, sollen ihm auch den Winter durch nicht untreu werden. Er hat nicht vergessen, wie sie ihn mit ihren Liebesliedern und Lockrufen entzückten. Was er hinstreut, ist nur ein kleines Entgelt/ ein geringer Abtrag der Dankesschuld. Eigentlich schenken sie ihm ja mit ihrer Gegenwart schon wieder so viel Schönes, daß er sich immer von neuem ihnen verpflichtet fühlen muß. Was wäre der kahle, ausgeplünderte Garten ohne sie! Ihr anmutiges Wesen hatte er in der Blätterwildnis von Busch und Baum nie so beobachten können wie jetzt. Sie haben alle ihren charakteristischen Gang, unterscheiden sich voneinander im Schreiten und Hüpfen, im An- und Abflug und in der Art, wie sie ihren Hunger stillen. Am raschesten sind immer die Sperlinge da. Einer vorwitziger als der andere, setzen sie sich mitten in den Futtervorrat hinein und suchen sich das Beste aus. Dabei kümmert sich keiner um die vielen Körner, die mit herumstochernden Schnäbeln verzettelt werden. Sie haben wirklich schlechte Manieren urtb passen am wenigsten an eine Tafel. Wie bescheiden und dankbar für alles zeigt sich dagegen der Buchfink. Er liest zunächst einmal auf, Schrittchen für Schrittchen trippelnd, was die Gas- senoögel beiseitegeschleudert. Erst wenn diese, wie dicke Wollknäuel rund und prall, davonflattern, nimmt auch er vom vollen Tisch. Aber es geschieht auch jetzt ohne Hast und mit den Gebärden einer guten Kinderstube. Von ganz anderem Temperament sind die Kohlmeisen, dank ihrer sportlichen Ausbildung von Jugend an und ihrer zierlichen und wendigen Gestalt. Man merkt ihnen die geübten Kletterer und Turner an. Obwohl sie sich auch an den Sämereien gütlich tun, erfreut sie doch ein an einer Schnur vom Dachrand herabhängendes Speckstück ganz besonders. Sie krallen sich daran fest und schaukeln, während sie emsig picken, wie wagemutige Trapezkünstler. Am liebsten schweben sie dabei. mit Kopf und Rücken nach unten. Als Sonderling stellt sich zuweilen das Rotkehlchen ein. Mit hängenden Flügeln huscht es von Strauch zu Strauch näher und betrachtet mit seinen glänzenden Augen die gedeckte Tafel. Es scheint ein wenig schüchtern und wartet gern, bis die Gesellschaft kleiner geworden ist. Meist sitzt es als letzter Gast im Futterhäuschen. Und manchmal bleibt es auch nach der Mahlzeit in seiner Nähe und stimmt mit fröhlichem Zwirnen ein kleines Lied an. Dann leuchtet sein roter Brustlatz noch schöner, als ob'sein Herz dahinter vom Frühling träumte. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 15.30 bis 18 Uhr „Schneewittchen"; 20- bis 22.15 Uhr „Uta von Naumburg". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Der Unwiderstehliche". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Pariser Bekannt- schaft. — Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr, EafL Leib, Nikolaus-Kränzchen. — Fakulta: 21 Uhr, „Burghof", Pflichtversammlung, Vortrag Rechtsanwalt Becker „Die neue Reichsstraßen-Derkehrsord- nung". — Rolleiflep-Lichtbildervortrag: 20.15 Uhr im Hörsaal der Universität, Ludwigstraße, „PhotoAbenteuer". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. — Weihnachtsmarkt auf Oswaldsgarten: Beginn 12 Uhr. Tageskalender für Sonnlag. Stadttheater: 15.30 bis 18 Uhr „Schneewittchen" (ausoerkauft); 19 bis 21.45 Uhr „Der Wildschütz". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Unwiderstehliche". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Pariser Bekanntschaft". — Obst- und Gartenbauverein: 15.30 Uhr, „Bayerischer Hof", Vortrag und Pacht- vertragsanerkennung. — Heimatvereiniguna Schiffenberg: 17 Uhr Weihnachtsfeier. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr und 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus ain Brand. — Weihnachtsmesse auf dem Oswaldsgarten. Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, Samstag, nachmittag: „Schneewittchen", Märchenspiel in sechs Bildern nach Gebr. Grimm von Trude Wehe. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim, musikalische Leitung Heinz Markwardt. Diese Märchenvorstellung sindet außer Miete statt und beginnt ausnahmsweise 15.30 Uhr. Ende 18 Uhr. — Samstag abend zum letztenmal Felix Dhünens Schauspiel „Uta von Naumburg". Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet gleichzeitig als „KdF."-Miete, Gruppe II (5. Vorstellung) statt. Beginn 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Sonntag, 12. Dezember, zum letztenmal „Der Wildschütz", komische Oper von Albert Lortzing. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Mete statt und beginnt um 19 Uhr — Ende 21.45 Uhr. Paul Wegener im Sladllheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Montag, 13. Dezember, findet das einmalige Gastspiel des Staatsschauspielers Paul Wegener (Berlin) mit seinem eigenen Ensemble statt. Paul Wegener gastiert mit „Totentanz", Schauspiel von August Strindberg. Monatelang spielte er die Rolle des Edgar in Berlin vor stets ausverkauftem Hause, und auf seiner Gastspielreise wurde seine künstlerische Leistung mit großer Begeisterung ausgenommen. Die Spielleitung hat Paul Wegener selbst. Da die Vorstellung fast ausverkauft ist, wird gebeten, die vorbestellten Karten bis spätestens Montag, 13 Uhr, an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, abzuholen. Dieses Gastspiel findet außer Miete statt. Üarie^-Oafffpid im „Gloria-Palast". Man schreibt unp: Ein Dariets-Gastspiel von besonderer Qualität und Vielseitigkeit sindet am 13." und 14. dieses Monats im Gloria-Palast statt. Es wird an diesem Tage ein Varietö-Programm gezeigt, für das führende Kräfte der internationalen Artistik verpflichtet wurden. Als Star wurde Claire Schlichting, Deutschlands beste Komikerin, gewonnen, die in den letzten Monaten im Wintergarten in Berlin und im Hansatheater in Hamburg beispiellose Triumphe feiern konnte. Das Programm verzeichnet daneben sieben weitere Attraktionen besonderer Art, darunter 3 Splendids, eine Rollschuhnummer von internationalem Rus, ferner ein Tanzpaar von besonderem Format, den hervorragenden Jongleur Juvelli, die Balancekünstler 3 Groschettis, den ausgefallenen Clown Mac Toto und den Tempo-Exzentriker Ralph und Partner. Gießener Dochenmorklpreife. ♦ Gießen, 11. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A YLVi, Klasse B 12, Kühlhauseier, Klasse A 12)4, Klasse B 11%, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 40, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Zwiebeln 8 bis 9, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 35 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, erstklassige Mastgänse 1 bis 1,10, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 8 bis 15, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10 Pf. ** Eine Siebzigjährige. Am heutigen Samstag, 11. Dezember, kann Frau Margarete Dechert, Neue Säue 2, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag begehen. ** Ein gemeiner Streich wurde, offenbar in der Nacht zum Freitag, an dem in der Nähe des Stadttheaters aufgestellten Weihnachtsbaum verübt. Noch bevor die Kerzen überhaupt einmal gebrannt auf Jahre hinaus viel Freude rriächi! PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS hatten, ist an diesem Baume der Draht der Stromleitung durchgeknipst, gleichzeitig sind die elektrischen Glühbirnen von dem Baume gestohlen worden. Der Fremdenverkehrsverein hat sich entschlossen, eine Belohnung demjenigen auszuzahlen, der den oder die Täter so namhaft macht, daß gerichtliche Bestrafung erfolgen kann. Im öffentlichen Interesse wäre dringend zu wünschen, daß derart gemeine Burschen gefaßt würden und ganz gehörig auf die Finger geklopft erhielten. ^DicDrotrdicJirbtilafront NSG. „Kraft durch Freude". Kreis Gießen. Unsere neue Karlenverkaufsstelle Settersweg 60 ist eröffnet, hier erfolgt in Zukunft: 8212V 1. Ausgabe der Theaterkarten und „KdI.-Miele". 2. Ausgabe der Karten für sonstige Veranstaltungen. 3. Ausgabe der Monatsprogramme. 4. Anmeldungen zu Reisen, Omnibussahrteu ufw. 5. Anmeldungen zu Sporlkursen aller Art. 6. Anmeldung zur Volksbildungsstätle Gießen. 7. Auskunft über alle KdF. Angelegenheiten. Die Schalterstuvden sind täglich von: 9 bis 13 und 15 bis 18.30 Uhr. (3n der Kreisdienststelle Schanzenfkrahe werde, die vorstehenden Angelegenheiten nicht mehr erledigt.) Theatervorstellung. Sonnabend, den 11. Dezember 1937, 20 Uhr, Große „KdF. Miete" Gruppe II (5. Vorst.): „Uta von Naumburg." Schauspiel in 3 Akten von Dhünen. Karten zu —,90 RM. sind in der Kartenverkaufs stelle Seltersweg 60 erhältlich. Zur Variete-Vorstellung im Gloria-Palast (Nachmittagsvorstellung) am Montag, dem 13., und Dienstag, dem 14. Dezember 1937, erhalten Sie verbillige Eintrittskarten in der Kartenvorverkaufsstelle Sel- tersweg 60 zum Preise von —,50, —,70, 1,— RM. Landkreis Gießen. ♦ Daubringen, 11. Dez. Heute vollendet der Werkmeister im Ruhestand Heißrich Wagenbach sein 7 8. Lebensjahr. Vor vier Jahren konnte der humorvolle Alte mit seiner Lebensgefährtin, die jetzt 79 Jahre zählt, die goldene Hochzeit feiern. Beide erfreuen sich heute noch einer prächtigen Gesundheit und verrichten noch alle Arbeiten in Haus, Feld und Garten. Als Bezieher des Gießener Anzeigers seit ihrem Hochzeitstage zählen sie zu unserem treuesten Leserkreis. Märttin und ich. Don Friedrich Reck-Malleczewen. Die erste Erfahrung auf diesem Gebiete und damit der erste Antrieb einer verheerenden Leidenschaft — beides tarn mir einmal in Dover... Jckwohl in Dover, wo man durch die Kreide klip- pen mit dem Londoner Zug sich wie durch ein Schlüsselloch nach England hineinzwängt... in dem gl-ichen Dover, wo Sie bislang noch nie ausgestiegen sind, und wo ich für einen jungen, zum praktischen Studium der englischen Sprache über den Kanal expedierten Freund Quartier machen sollte. Der Bekannte aber, bei dem eben dieser Jüngling untergebracht werden sollte, war ein alter britischer Oberstleutnant, der in Aden und zuletzt in Indien gestanden hatte ... id) bewahrte noch eine flüchtige Erinnerung an einen gewaltigen Mann mit brauner Haut und weißem Schnurrbart, und er war mir immer wie ein eigens nach den Angaben von Rudyard Kipling entworfener britischer Kolonial- foldat vorgekommen, und ich erinnere mich auch noch einer feiner charakteristischen* Eigenschaften: daß er immer mit her Hand nach imaginären Moskitos in die Luft griff ... auch in Europa und an Orten, wo sich im Radius von 100 Meilen bestimmt keine Moskitos auftreiben ließen. So war dieser Mann, der nun als Pensionist in Dover ein etwas muffiges altes Haus in einem ziemlich dicht verwachsenen Garten bewohnte, und ich hatte mir den Besuch bei ihm so oorgestellt, daß ich ihn nun wie einen alten Herrn aus einem Dickensroman oorfinden würde, will sagen am Kamin mit Pfeife und jener Zeitung, die der Welt als ..Times“, der britischen Öffentlichkeit aber wegen ihres allbekannten hohen Pathos als „Thun- derer“ bekannt ist... Ja, so hatte ich mir die Sache gedacht, und es kam dann doch ganz anders. Als ich nämlich das Gartentor passierte, sah ich sofort, daß mein Bekannter sich verdoppelt hatte, denn ein zweites Exemplar kiplingscher Kolonialsoldat mit braungegerbter Haut und weißem Schnurrbart (wie sich herausstellte, ein britischer Marinearzt außer Dienst) lag gleich ihm in Hemdärmeln auf dem Gartenweg und beugte sich über ... ja ich kann nur sagen über ein v-Zug-Unglück. Der ganze Garten, müssen Sie wissen, war kreuz und quer durchzogen von fünf Zentimeter breiten Schienengleisen und erfüllt von Viadukten, künstlichen Steigungen, schwindelnden Kehren und Stellwerken, und eben wegen der Handhabung eines solchen Stellwerkes war zwischen den beiden alten Knaben ein erbitterter Streit ausgebrochen. Die Herren also, die einmal Oberschenkel amputiert und mit Haubitzen geschossen hatten, die spielten hier mit einer elektrischen Miniatureisenbahn, und in der Mitte, wo die Expreßlinien sich kreuzten, da lagen nebst Speisewagen und Pulmancars auf der Seite zwei Schnellzuglokomotiven von Ellenlänge, und da die Katastrophe auf ein Versehen des Stellwerkes zurückzuführen war, so schrien die beiden alten Soldaten sich mit .... ich will ja nicht sagen mit wutverzerrten, aber doch zorngeröteten Gesichtern gegenseitig an, und jeder behauptete, daß der andere ein „heilloser Idiot" sei und die Weichen verkehrt gestellt habe. Verluste an Menschenleben waren ja den Umständen gemäß nicht zu beklagen, es war nur eben nicht ganz leicht, die beiden in die Wirklichkeit und in einen Zustand zurückzurufen, in dem sie das nötige Verständnis für die Anwesenheit eines Dritten aufbrachten. So geht es zu, wenn alte Kriegsleute mit heroischen Erinnerungen und Victortakreuzen diesem Spielteufel verfallen. Später auf einem englischen Landsitz habe ich eine ungleich prächtigere Anlage gesehn, da führte auf festen Schienen durch einen gewaltigen Park eine kleine Dampfbahn, und auf den winzigen Wagen saßen nach dem Frühstück M. s. of P. und sonstige gewichtige Betreuer der brttischen Staatsmaschinerie und spielten Eisenbahn hinter einer kupferfunkelnden Lokomotive, die diesen luftigen Train gerade noch durch den Park schleppen konnte. Es war sehr schön, es war nur eben schon allzu großartig, und die beiden fluchenden Colonels -über ihrem O-Zug-Unglück waren fast noch netter gewesen. Seither ober bin ich dem gleichen Laster verfallen. Ich kaufte nicht gleich eine Eisenbahn, ich beschloß, alle diese Brücken, Bahnhöfe, Güterhallen in eigener Regie herzustellen ... ich kaufte eine meterhohe Bestie von Dampfmaschine, ich schwelgte in seligen Kindheitserinnerungen, als ich zum ersten Male wieder dieses Parfüm von Brennspiri- tus, heißem Oel und Docht roch ... ich lieft sie sägen und bohren und hämmern, ich errechnete zwar, daß das Sägen eines zehn Zentimeter langen Brettes ein Vermögen an Betriebsstoff kostete, versank aber in meiner Arbeit, vernachlässigte Korrespondenzen, verkrachte mich mit Freunden, die „diese empörende Kinderei" nicht verstanden, errechnete in schlaflosen Nächten neue Maschinenkonstruktionen, schickte mühselig zusammengeschriebene Honorare zu Herrn Märklin, der mich mit all die- sen Wunderwerken versorgte und vergoß Tränen der Rührung, wenn mir eine neue Anlage gelungen war. Seither frißt dieses Laster langsam mein Leben und meinen Besitz auf. Denn ich beschloß die Wasserkraft des reißenden Flusses, der an meinem Hof oorbeiführt, auszunützeü, baute ein Schwimmfloß, baute ein Wasserrad, kuppelte es mit einem Miniaturdynamo und baute eine elektrische Eisenbahn. Ach, nicht eine solche, die im Zimmer herumschnurrt, sondern einen „Grand-Chiemgau-Railway“, der meinen ganzen Besitz durchmißt, meinen Rasen ruiniert, meine Leute zu flammenden Protesten veranlaßt, weil die Ochsenwagen freilich die zarten Gleise nicht überqueren dürfen ... Und seither bin ich ein geschlagener Mann. Das Straßen- und Flußbauamt sah Schwimmfloß und Wasserrad und verlangte Genehmigungsgesuch und Baupläne für eine unkonzessionierte Anlage und wollte nicht glauben, daß ein ernsthafter Mann auf einer damit betriebenen’ Eisenbahn und auf allerliebsten meterlangen Güterzügen Langholz von Spannweite von seinem Walde zu seinem Hofe befördert ... es schickte, um sich von der Richtigkeit zu überzeuge^ einen Beamten, und der Beamte kehrte nie zu seinem Amte zurück, weil er zunächst sechs Stunden lang mit meiner Bahn zu spielen begann und dann, nach amtlichen Recherchen, für den Rest seiner Erdentage dem gleichen Laster verfiel. Ich aber bin ein geschlagener Mann. Betriebssorgen verfolgen mich bis in die allerintimsten Stunden hinein, am Teetisch trifft die Nachricht von einer schweren v-Zug-Katastrophe, verursacht durch eine über das Gleis kriechende Ringelnatter ein, am frühen Morgen wird mir der Lastwagen mit dem winterlichen Zentralheizungskoks gemeldet, der ja leider eine Verlegung des gesamten Bahnkörpers verlangt ... als ich im Wagen sitze und nach München fahren will, hat der schwarze Pudel Klaus einen ganzen friedlich auf einem Rangiergleis stehenden Güterzug, Langholzwagen, Zisternenwagen, Loren apportiert und bringt mir freudestrahlend den ganzen Train an ... So geht das. Ich träume von Tunnels, automatischen Weichen, Fernsteuerungen, ich werde meine letzten Honorare vergeuden, um den ganzen gigantischen Bahnkörper elektrisch zu beleuchten ... Es gibt, soviel ich weiß, Trinkerheilstätten, Morphiumentziehungskuren und Stotterkurse, und ich zweifele nicht, daß es im Zeitalter der Uebersvezia- lifierung auch kundige Männer gibt, die den Befallenen vom Hange befreien, zu krakehlen, Wände zu bekritzeln und beim Zeitungslesen im Caf6 im Haubitzschuß über die Papiermauer der Times hinweg (der Artillerist spricht in solchem Falle von „verdecktem Schießen") den Spucknapf zu benützen. Ich zweifle, wie gesagt nicht, daß es für alle diese Laster Entziehungskuren und Spezialsanato- rien gibt. Wer aber heilt mich eigentlich von diesem Märklin-Laster?, Wer, wenn ich fragen darf? Oer Schlaf vor Mitternacht. Es ist eine alte Erfahrung, daß der Schlaf vor Mitternacht der Gesundheit besonders zuträglich ist und die Arbeitsfähigkeit erheblich steigert. Wie hoch aber der Wert des Schlafes vor Mitternacht ein« zuschätzen ist, haben Untersuchungen gezeigt, die Th. S t ö ck m a n n an sich selbst angestellt und durch Versuche anderer bestätigt gefunden hat. Er berichtet darüber in der Wochenschrift für neue deutsche Heilkunde „H i p p o k r a t e s". Er selbst ist durch schlechten Gesundheitszustand schon als Schüler zur Schlafforschung gedrängt worden. Zunächst hatte er versucht, um seine erregten Nerven zu beruhigen, möglichst lange zu schlafen, aber als sich sein Zustand dann noch verschlimmerte, kürzte er seine Schlafzeit ab. Es zeigten sich nun kleine Spuren von Besserung, und diese verstärkten sich um so mehr, je früher er schlafen ging. Eines Abends war er kurz vor 19 Uhr eingfchlafen, und er erwachte um 23.20 Uhr, stand sofort auf und verspürte deutlich, wie eine nie gekannte, heilsame Kraft in seinen Körper einzog. Der ganze Organismus belebte sich. Seine weiteren Versuche bestätigten ihm, daß ein Tiefschlaf von ungefähr 19 bis 23.20 Uhr die weitaus günstigsten Wirkungen hatte, er konnte dann schwerere Gewichte heben, als ihm nach längerem Schlaf möglich war, und auch seine geistige Leistungsfähigkeit war gesteigert. In späteren Jahren gewann er einzelne Versuchsschläfer, zu denen sich allmählich viele gesellten,, darunter auch Aerzte und Pädagogen. Trotz anfänglicher Zweifel tarnen sie fast ausnahmslos zu demselben Ergebnis. Der Schlaf vor Mitternacht, so folgert Stockmann aus seinen Untersuchungen, hat überragenden Wert, Die beste Schlafzeit für fast oder ganz erwachsene gesunde, naturgemäß lebenden Personen beginnt gegen 19 Uhr und führt durchschnittlich nach etwa 4.20 Stunden ungestörten Tiefschlafes zum Erwachen. Steht man dann auf, so ist der Organismus so gestärkt und belebt, daß die sundheits- und Leistungskurve bedeutend ansteigt. Es gibt, nach Stöckmann, einen stärkenden (positiven) und einen schwächenden (negativen) Schlaf- Je mehr ein gesunder Mensch, nachdem er ausgeschlafen hat, weiser schläft, um so mehr wird er träge und mißmuti". Die Grenzlinie zwischen dem positiven und negativen Schlaf tritt um so deutlicher hervor, y* mehr vor Mitternacht geschlafen ist- Schenk mir doch diesen Faulenzer 7882 A . 1.25,0.50, 0.25,0.10 Bandwerkskasten. womit man Freude macht! Damen-Scblüpfer, warm an* gerauht 2.25,1.45,1.05 heiten von 1.95 an Wollschals, für Damen und Herren von 1.50 an von 1.50 an wähl von 3.50 an Muster .3.60,2.95,2.75 Plüsch MORD-Wesl MODEHAUS 8222A 8195 A Sonntag, 12. Dezember, von 12-18 Uhr geöffnet Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Elegante Spitzenstoffe, für Blusen und Kleider, aparte Schön und praktisch zugleich, wenn solch bildschöne Nord- West Schuhe auf dem Gabentisch stehen! Schaukelpferde mit Fellbezafi Korbpappenwafien......... 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Dezember 1957 ____ Neuer Abschnitt der Altstadtsanierung in Gießen. Der erste Teil am Kirchenplatz wird jetzt vollendet, -er zweite Teil am Kreuzplatz wir- in Angriff genommen. - ßtraßenverbreüerung von -er Gartenstraße -urch Hie untere Kaiserallee un- LicherGtraße bis zur Heil- und Pflegeanstatt. nuß übersättigte Eroberer hat sich an der Frische und Innigkeit des Mädchens <^us dem Schwarzwald gelabt, gestärkt und das Feuer seiner schwarzen Südländeraugen entzündet Wenn du, Besucher des Museums, aber das schweigsame, steinerne Antlitz von Bissula aufmerksam betrachtest, wirst du einen geheimen Zug von Trauer entdecken. Den Zug der Trauer, der sich der Gesichter derjenigen bemächtigt, die an einem geschlossenen Fenster^ stehen und unverwandt ins Weite starren. Zeitschriften. — „D i e Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag F. Bruckmann. München). Die Dezembernummer der „Kunst" zeigt eingangs „Das wandernde Bächlein" von Thoma, eines seiner ansprechendsten Gemälde. Dem Münchener Landschaftsmaler Toni von Stadler widmet Ullrich Christoffel einen Aufsatz mit Wiedergaben einiger Gemälde Stadlers Gut ist die ebenfalls mit Bildbeispielen umrahmte Arbeit von Roland Schütz „Das Auge in der antiken Kunst" Der zweite Teil beginnt mit Bildern vom „Haus der Deutschen Erziehung" in Bayreuth. Die Inneneinrichtungen des Architekten Lambrecht, Stuttgart, verdienen Aufmerksamkeit, ebenso das Haus von Architekt Gutschow. die Gartengestaltungen des Architekten Maaß in Lübeck, sowie die schönen neuen Vorzellanfiguren von Esser und Scheurich. Das ^Handwerkliche kommt durch Wiedergabe origineller Kunstschmiedearbeiten zu seinem Recht. Sitzmöbel au? der Fabrik Straub zeigen eine neuartige Polsterfederung. Die allgemeine Rundschau und eine Literatur- Übersicht umrahmen den vielseitigen Inhalt. — Das Weihnachtsheft von „W e st e r m a n n s M o n at s h e f t e n" ist mit besonderer Reichhaltigkeit« ausgestaltet worden. So finden mir zur Einführung das Bild ..Mütterlichkeit" von Lucas Cranach. Das Kupfertiefdruck-Bild einer Eichenholzfigur von der Oesterreicherin Margarete Hanusch, aus der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst zu München, das farbige Bild „Heilige Nacht" von Ernst Psannschmidt und eine eigenartige, künstlerische Darstellung einer Schneeballschlacht von dem japanischen Maler Kobayashi schließen sich würdig an. Aus dem auch sonst, reichen Inhalt des Heftes sind an Beiträgen zum deutschen Schrifttum hervorzuheben, der neue Roman von Hermann Schrader „Die Reise nach Lissabon" eine Erzählung von Hans Friedrich Blunck „Walther und Hildegund" und .Der Weihnachtsgang", eine Geschichte von Erich Brautlacht. 2er letzte Monat des Jahres 1937 brachte in gchen noch eine wichtige Sitzung der Ratsherren. der Tagesordnung stand die Stellungnahme der Msherren zu Planungen des Oberbürgermeisters, für die Zukunft Gießens außerordentlich be- idtfam sind Dor allem ist es die A l t ft a d t - Linierung, die ganz besonderem Interesse der gchener Bevölkerung begegnen wird. Während j)- erste Abschnitt dieses großen Planes im Bereich fr- Schloßgasse, des Kirchenplatzes und des Linden- Mes nunmehr der Bollendung zugeführt werden jo., wird gleichzeitig der zweite Abschnitt in Angles genommen, der die Ecke Kreuzplatz-Seltersweg bekifft. Wie am Kirchenplatz-Lindenplatz, so wird ml) am Kreuzplatz-Seltersweg ein auherordent- ,lii brennendes Problem mit Energie und Zuoer- .ij^ angepackt, um es in gedeihlicher Weise zum Men der Gesamtheit zu lösen. Oberbürgermeister M tter hat darüber in der gestrigen Sitzung der Mi'sherren eindrivgliche Wort gesprochen. Beson- fc-: hervorzuheben ist aus dieser Ansprache die Mgehende Bereitschaft des Oberbürgermeisters -zur Li ftändigung mit den beteiligten Grundbesitzern, esHars aber auch nicht.übersehen werden, daß der Leier unserer Stadtverwaltung den entschlossenen feden zum Einsatz aller Machtmittel hat, wenn er ikriz seiner Bereitschaft zur Verständigung nicht in fee zu dem erhofften und notwendigen Ergebnis to.men kann. Die gütliche Ueberemkunft, die mit de Grundbesitzern am Kirchenplatz und in der Scloßgasse erzielt werden konnte, sollte eigentlich eir Beispiel zur Nachahmung sein. Wie der Ober- MZermeister selbst, so roiro auch jeder Volks- geoffe es durchaus verstehen, daß den in Betracht Normenden Grundbesitzern und Familien der'Ver- ■d: auf ihre liebgewordene Wohnstätte und auf Lhim seit Jahren gewohnten Geschäftsplatz sehr fcer wird; man wird sicherlich auch allenthalben Llftändnis dafür aufbringen, daß die beteiligten Mndbesitzer das Bestreben haben, nach bester Möglichkeit sich vor vermuteten Nachteilen oder s Schäden bei dieser Neuordnung zu schützen. Aber bei alledem darf doch wohl in erster Linie der Gesichtspunkt als maßgeblich betont werden, daß es sich bei dieser Planung um die Beseitigung eines Zustandes handelt, der schon seit Jahren allgemein als dringend verbesserungsbedürftig, ja geradezu als unhaltbar angesehen wird und es je länger je mehr geworden ist. Dieser große Gesichtspunkt des Allgemeininteresses und der dringenden Sorge um das Wohl der Allgemeinheit muß natürl-ch vor jedem Einzelinteresse stehen. Dabei ist es erfreulich und mit voller Zustimmung zu begrüßen, daß der Oberbürgermeister von sich aus alles tun will, um Schäden der Volksgenofsen abzuwenden und die berechtigten Interessen der Beteiligten mit größtem Wohlwollen zu behandeln Er wird es nicht daran fehlen lassen, mit allem Ernst einen für beide Teile annehmbaren Ausgleich zu erstreben. Daher ist denn auch sowohl von dem großen Gesichtspunkt der Lösung eines außerordentlich brennenden Verkehrsproblems, wie unter dem Gesichtswinkel der zugesicherten gerechten Würdigung der Einzelinteressen der beteiligten Grundbesitzer dringend zu wünschen, daß dem dankenswerten Plane keine unnötigen Schwierigkeiten bereitet werden und seine Verwirklichung von allen Seiten bestens unterstützt wird. * Eine weitere Angelegenheite von großer Bedeutung ist die Entscheidung über die Verbreiterung der Kaiserallee von der Gartenstraße bis zur Persiluhr und der L i ch e r Straße bis zur Heil- und Pflegeanstalt. Daß diese Zuhringer- straßen zur Reichsautobahn in der jetzigen "Breite unmöglich bestehen bleiben konnten, haben die- wenigen Wochen der gewaltigen Verkehrssteigerung seit der Eröffnung der Reichsautobahn bereits überzeugend dargetan. Wie bei der Altstadtsanierung, so werden auch in diesem Falle die beteiligten Grundbesitzer von vornherein die Ueberzeugung haben Das Bild zeigt durch einen Strich die'am Seltersweg/Ecke Kr-uzplatz geplant- Erweiterung; die durch den Strich abgetrennte Ecke soll beseitigt werden. — (Ausnahme: Neuner, Gieh. Anz.» K H Oer Stall der Schweinemästerei des EHW. Unser Bild zeigt einen Blick in den von der Stadt Gießen gebauten Stall für die Schweinemästerei des Ernährungs- hilsswerks (EHW.). In der gestrigen Ratsherrensitzung entschloß sich der Herr Oberbürgermeister, einen zweiten Stall dieser Bauart zur weiteren Förderung des EHW. errichten zu lassen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) können, daß ihre berechtigten Interessen von dem Oberbürgermeister in voller Weise gewürdigt werden. Man kann daher nur hoffen und wünschen, daß alle Maßnahmen zur Umgestaltung der Straßen möglichst bald glatt durchgesührt werden können, damit dem öffentlichen Wohl schon von einem nahen Zeitpunkt ab in guter Weise gedient werden kann. Mit voller Zustimmung wird unsere Bevölkerung auch die tatkräftige Förderung des Ernährungshilfswerks durch die Stadt begrüßen, weil hiermit ein gemeinnütziger Betrieb gefördert wird, der die vollste Unterstützung von allen Seiten her verdient Äer Verlaut der Sitzung. Anwesend sind Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, die Beigeordneten Vogt und Nicolaus, sowie 12 Ratsherren. Zunächst teilt der Oberbürgermeister den Ratsherren eine Anzahl Rechnungsabschlüsse mit. Der Rechnungsabschluß der S t a d t k a s s e für 19 3 4 zeigt folgendes Ergebnis: Betriebsrechnung: Einnahme 5 837 727,81 Mark, Ausgabe 5 598 056,60 Mark, verbleibt Rest 239 67^21 Mark; Vermögensrechnung: Einnahme 4 835 806,25 Mark, Ausgabe 4 598 022,33 Mk., verbleibt Rest 237 783,92 Mark. K Rechnungsabschluß der Gewerbeschule für das Rj. 1 9 3 5: Einnahme 23 800,65 Mark, Ausgabe 22 941,65 Mark, Rest 859 Mark. Städtischer Zuschuß 4117,71 Mark, Staatszuschuß 4804,50 Mk. — Rechnung für das Rj. 1 936: Einnahme 22 667,84 Mark, Ausgabe 22 493,84 Mark, Rest 174 Mk., Städtischer Zuschuß 4153,47 Mk., Staatszuschuß 4044,58 Mark. Rechnungsabschluß des Lyzeums für das R j. 1 9 3 5: Einnahme 203 902,43 Mark. Ausgabe 202 076,52 Mcktk, Rest 1825,91 Mark. Städtischer Zuschuß 51 307,07 Mark, 'Staatszuschuß 33 939,15 Mark. — Rechnung für das Rj. 1 9 3 6. Einnahme 214 208,11 Mark, Ausgabe 213 620,03 Mk., Rest 588,08 Mark. Städtischer Zuschuß 52 088,42 Mark. Staatszuschuß 40 352,50 Mark Rechnung des Zweckverbandes Arbeitsdienst abteilung 5/222 Gießen für 1934: Einnahme und Ausgabe je 2654,11 Mark. Der Zweckoerband umfaßt die Stadt Gießen und eine Reihe von Gemeinden, in denen der Arbeitsdienst gegen Lohnzahlung von den Gemeinden Arbeiten ausführt. Gießen führt den Vorsitz des Zweckverbandes; es hat die Unterkunft für die Arbeitsdienstabteilung geschaffen ' unb stellt die Fahrräder für deren Zwecke. Dafür erhält es einen gewissen Prozentsatz der Lohnsumme als Vergütung, die bei der Stadtkasse in Einnahme stehen. Die Dohnungsbau-G.m.b.h. Diesem gemeinnützigen Unternehmen sind auf dem Gebiete des Wohnungsbaues jetzt weitere große Aufgaben gestellt. Es ist daher erforderlich, das Grundkapital von 46 000 Mark um 70 000 Mark auf 116 000 Mark zu erhöhen. Oberbürgermeister Ritter beschließt diese Erhöhung upd betont die gute Arbeit dieses Unternehmens; die Wohnungen seien sehr praktisch und preiswert, für die Stadt sei kein Defizit entstanden. Verbreiterung der Kaiser-Allee. In der Kaiser-Allee zwischen Ludwigsplatz und Persiluhr hat sich seit der Eröffnung der Reichs- autobahn der Verkehr außerordentlich stark entwickelt. Da dieser Straßenteil als Zubringerstraße zur Reichsautobahn gilt, ist es — so berichtet Bürgermeister Prof. Dr. Hamm' als Referent — notwendig geworden, die Fahrbahn zu verbreitern. Zu diesem Zwecke sollen die Vorgärten der Grundstücke von der Gartenstraße 1 bis zur Perfiluhr eingezogen und die Straßenbaufluchtlinien an die Häuser selbst zurückoerlegt, die beiderseitigen Bürgersteige je etwa 1 Meter breit werden. Der Oberbürgermeister unterstreicht die dringende Notwendigkeit dieser Maßnahme und de- K: Die seitherige Straßenbaufluchtlinie von artenstraße 1 bis zur Persiluhr wird aufge- Oeulsche Kutturfilmtnbett. Von paul Wegener. Staatsschauspieler Paul Wegener, der in diesen Tagen mit Strindbergs „Totentanz" ein Gastspiel in Gießen gibt, etzt^sich im folgenden für den deutschen Kulturfilm ein. In Berlin wurde kürzlich die Degeto- Kulturfilm G. m. b. H. gegründet mit dem Ziel, den abendfüllenden Kulturfilm wieder zur Geltung zu bringen. i\ Mch hat als Mensch und als Künstler immer Ifetier der Mensch interessiert, der irgendein Ge- Kinnnis in sich trug £ls der Film aufkam, erkannte ich sofort die Iplhliditeit, durch ihn Geheimnisse hinter den Din- -i £n und hinter den Menschen in einer Weise fünft» Ktinh lebendig zu machen, wie bjes die anderen fcijjte bisher noch nicht konnten 'Daher habe ich mit Leib und Seele gleich dem Film ver- ehneben. I Tiefer leidenschaftliche Drang, hinter die Dinge »Schauen, hat mich von Anfang an auch an Den Ki urfilm gefesselt Die Eigenart der Landschaft, -d» tnpische Lebensweise, der Charakter der em- Kli-en Völker, ihre Sitten, ihre Lebensgewohnhei- U kurzum der geistige Lebensraum - das waren cks Erlebnisse, die ich im Film wiederfinden wollte. Sauer haben hilme, die dies verstanden immer ‘ iHöOer mein starkes Interesse gefunden. Ich denke i R an die Degeto-Filme „T abu" von Murnau im! „Insel der Dämonen" von Baron von »>tch habe ja auch in meiner filmischen Arbeit stets dr.ucht, die Landschaft, die wirkliche Natur des 0 ?n Ledens einzubeziehen und ihre geheimms- wt’2 Wirkung lebendig zu machen, die ja viel ftar- Briift, als es jeder Atelierbau fein kann. Das ist schon in beji Zeiten des stummen Films „X^r tidbent von Prag" wohl ebenso gelungen wie in ünen Märchenfilmen?z. B „Rübezahls Hochzeit til dem „Rattenfänger", in denen die geheimnis- Njo Landschaft des Riesengebirges und das alte A-esheim lebendig wurden. ; (s freut mich, zu hören, daß die Degeto-Kultur- ir G m b H mit den Kinder-Filmen .Rokkäpp- q?-"' „Der Kampf um den stiefen Ast" und „Jka- tefinber". die Fritz Genschow im Rahmen der i L'is-Kulturfilm-Produktion inszenierte dasselbe tHebt. . LZenn Deutschland heut« auf dem Gebiete des Kulturfilms in der Welt an der Spitze steht, "dann bestätigt dies nur meine seit Jahrzehnten ausge- prochene Ueberzeugung, daß vor allem der besinnliche und gestaltungsstarke deutsche Künstler für eine Kulturfilmarbeit berufen ist, die über eine bloße Photographie der Wirklichkeit hinauskommt. Wir. müssen daher jetzt erst recht unsere ganze Kraft einsetzen, um von Deutschland aus wirkliches Kulturgut durch den schöpferischen Kulturfilm der ganzen Welt zu erschließen. Oie Marmorbüste. Von Anton (Schnack. Die du im Schatten einer Museumsnische betrachtest, eine von bei: langen Zeit verfärbte und gelbliche Marmorbüste, war zu Lebzeiten..^siiula, Tochter des bärtigen und von einem römischen Soldaten erschlagenen Vithikab. Ihre Jugend kannte die gvldlodernden Ginsterbüsche im südlichen Schwarzwald, der mit dunkeln Waldzungen in die Rheinebene hineinlief. In der Nähe der Donauquelle sah das Mädchen an einem Frühlingsabend das jähe Auftauchen des seltsamen Hirsches mit dem Einhorn auf der Stirn. Der von ihr geworfene Speer blieb zitternd in der Rinde einer harzoer- krusteten Fichte stecken, das scheue Tier verschwand mit einem weißen Lichtschein hinter sich im Dickicht der unendlichen und undurchdringlichen Walder. Sechzehnjährig fiel Bissula in die Hände^ von Soldaten des Valentiman, als er an der Spitze seiner Legionen aus Trier gegen die Alemannen zu Fslde zog. Die Soldaten schenkten das liebliche Mädchen dem Ausonius, der zum Hauptquartier des siegreichen Kaisers gehörte. Streiche mit der Hand über die steinerne Flechte ihres langherabwallenden Haares — darüber fuhr der zitternde Finger des sechzigjähngen Ausonius, der aus Burdigala stammte, das heute Bordeaux heißt. Schwellend, apfelrund und voll hat der römische Bildhauer die Mädchenwange gestaltet, deren junge Süße die müden Tage des Mannes mit dem schwarzen Südländerblick ergötzte. Die Worte sind überliefert, womit der alternde Dichter und Lehrer der Beredsamkeit seine bewundernde Liebe und seine begeisterte Leidenschaft ausgedruckt bat: „Ich bitte dich, Künstler mW purpurnen Rasensaft und weißen Lilienschnee? Und die schimmernde Farbe aus beiden ist der Pfirsichhauch ihrer Wangen " Wie zärtlich und blühend sind die Neischi- gen Lippen des Mundes gebxgen' Wenn der alternde, aber noch immer feurige Dichter sich zu ihm neigte, bebte, fein Herz, und die heiße Frische des Mundes erinnerte ihn an sonnengewärmte Früchte seiner fernen Heimat am Mündungstrichter der breiten Garonne. Der Marmor verrät nicht die Farbe der Augen von Bissula, aber Ausonius, der jubelnde, selige, singt es aus dem Schweigen der vergangenen Jahrhunderte; blau war die Iris. Was ist nicht alles blau? Dom kalten Wind überflogene Gewässer sind blau, der von einem stürmischen Gewitter reingefegte Himmel ist blau und die in der Frühlingswärme erwachte Hyazinthe ist blau Ausonius, der Dichter, sah viele blaue Bilder und Erscheinungen des geheimnisvollen und fremden Nordens in der klaren Wässrigkeit des Mädchenblicks In edler und sanft gebogener Form springt aus der einfachen und lieblichen Stirn der Rücken der Nase, die sich vor dem Geruch der syrischen Myrrhen und der arabischen Zimtdüfte zuschloß welche die Salbenreiber ber Stadt für die üppigen und in durchsichtigen Seidenflor gekleideten Tänzerinnen bereiteten, die aus den heißen Bädern des Kaisers tarnen. Bissula dagegen liebte den scheuen Hauch der mitten Waldfrüchte, die warme Süße des aus der braunen Wachswabe tropfenden Honigs und die Flüchtigkeit des wohlriechenden Seidelbastes, den sie in Tontöpfen auf die Bienenkörbe im Garten ihres Gebieters und Herrn stellte. Ihr entblößter Hals war mit Ketten und Schnüren indischer und persischer Perlen geschmückt; Ausonius hat, wenn er vom Vortrag beim Kaiser Valentinian zurückkam, diesen warmen und blutdurchqlühten Hals mit seiner welkenden Handfläche umspannt und sich erwärmt. Hinter der üppigen Haarw>.lle waren die Ohren versteckt, wohlgebildete Muscheln, die, wenn sie von einem Sonnenstrahl getroffen wurden, einen Rand von goldenem Flaum sehen ließen: diesen Ohren, diesen Oehrchen hat Ausonius mit heißem Atem Geständnisse und Gedichte zugeflüstert, deren kühles Latein brannte und loderte: „Geliebtes Herz, wonniger Zeitvertreib, Liedesfrühling, Lust meines schon in Dämmerung stehenden Tage?" Hat Bissula dies verstanden? Hat sie mit der Hingabe der liebenden Frau gelauscht^ Hat sie die ungestümen und berauschten Worte im Herzen bewahrt und sie viele Male wiederholt wenn sie allein war und vor sich hinträumte? Sicherlich hat das Mädchen, wenn Ausonius Früchte vom Markt, wohlriechende Oele und Spezereien vom Händler oder Schmuck vom Goldschmied als Geschenke mitbrachte, mit bescheidener Stimme geantwortet: „Ich danke dem gnädigen Herrn" Er aber, der geistvolle, gebildete und von vielem Ge hoben und dafür eine neue Baufluchtlinie festgesetzt. Das Straßengelände der Vorgärten soll von den Eigentümern zu einem angemessenen Preise erworben, nötigenfalls bei übertriebenen Preisforderungen oder bei verweigertem Verkauf enteignet werden. Ausbau der Licher Straße als Zubringer zur Reichsautobahn. In der Licher Straße bestehen die gleichen Verhältnisse wie in der Kaiserallee. Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, verlangt, wie Bürgermeister Professor Dr. Hamm berichtet, daß die Zubringerstraßen zur Reichsautobahn 9 Meter Fahrbahnbreite haben. Daraus und aus dem stark gesteigerten Verkehr in der Licher Straße ergibt sich die Notwendigkeit der Verbreiterung. Die Umbaumaßnahme der Stadt muß sich bis an die Heil- und Pflegeanstalt erstrecken, um dort den vorgeschriebenen Anschluß an das Strahenprofil des staatlichen Straßenteils der Zubringerstraße zu finden. Die Vorgärten in der Licher Straße können erhalten bleiben, da die Stadt auf. der anderen Straßenseite beim Straßenbabn- gleis genügend Gelände zur Verfügung hat. Die jetzige Baufluchtlinie soll jedoch durch eine neue ersetzt, evtl, anzukaufendes Straßengelände zu einem angemessenen Preis erworben werden, notfalls auf dem Wege der Enteignung. Zur Durchführung der Maßnahme soll aus den Mitteln des Generalinspekteurs für das Straßenbauwesen ein Darlehen von 100 000 NM. zu günstigen Bedingungen ausgenommen werden. Oberbürgermeister Ritter beschließt die Straßenverbreiterung nach diesen Gesichtspunkten. Mastschweine. Entsprechend einem Antrag der NSV.-Kreisamtsleitung will nun die Stadt einen zweiten großen Stall mit Nebengebäuden auf jenem Grundstück erbauen, gleichzeitig auch Unterkunftsräume für das Personal schaffen. Dadurch wird es möglich sein, künftighin in Gießen durch das EHW. 400 Schweine jährlich mästen zu lassen. Die Kosten für den Erweiterungsbau belaufen sich auf rund 50 000 Mark. Der Oberbürgermeister beschließt den Bau, die Kosten sollen in den nächstjährigen Voranschlag eingestellt wehren. Friedhofsordnung der Stadt Gießen. Beigeordneter 23,o g t als Dezernent referiert über eine neue Friedhofsordnung, die demnächst nach Genehmigung durch den Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — an Stelle der jetzigen Ordnung in Kraft treten soll. Es handelt sich um eine sehr umfangreiche neue Satzung, in der erhebliche Teile der gegenwärtigen mit enthalten sind, aber auch einige neue Regelungen in Erscheinung treten. Die Ratsherren nehmen Kenntnis von dem Ent- Die Mstadtsanierung. Es handelt sich — wie Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Referent darlegt — um zwei Same- rungsgebiete: erstens Schloßgastr/Kirchenplatz; zweitens Ecke Kreuzplatz/Seltersweg. 1. Schloßgasse / Kirchenplatz: Die hier in Betracht kommenden Grundstücke sind durch gütliches Uebereinkommen mit den Eigentümern vollkommen in den Besitz der Stadt übergegangen. Jetzt kann mit aller Kraft an die Sanierung heran- gegangen werden. Die Häuser am Kirchenplatz im Bereiche des Sanierungsplanes sind nur noch abzureißen. Ende Dezember bzw. Anfang Januar werden die Wohnungen für die Familien in den abzubrechenden Häusern an anderer Stelle außerhalb des Sanierungsbezirks bezugsfertig sein. Der Engpaß der Straße beim „Einhorn" wird nun verschwinden; die Straße wird dort von 5 auf 15 Meter verbreitert, eine gewisse Verlegung der Straßenbahngleise mit sich bringen und überhaupt eine erheblich flüssigere Führung des gesamten Verkehrs ermöglichen. (Der „Gießener Anzeiger" hat über dieses wichtige Projekt unter Abdruck des Straßen- und Hausbauplanes bereits in seiner Nr. 111 vom 15. Mai 1937 eingehend berichtet. Die Schriftleitung.) Oberbürgermeister Ritter beschließt die Aushebung der alten Baufluchtlinie und die Festsetzung einer neuen. Hinsichtlich des Geländes ist kein Beschluß zu fassen, da die Stadt bereits alles besitzt. 2. Ecke Kreuzplatz - Seltersweg: Wie Bürgermeister Prof. Dr. Hamm betont, handelt es sich darum, einen der gefährlichsten Verkehrspunkte unserer Stadt zu beseitiaen bzw. zu verbessern. Dort soll vom Lotze-Kasten bis zur Ecke Kreuzplatz (einschl. Geschäft von Carl Schulze) die ganze Straßenfront zuruck- v erlegt und dadurch für flüssigeren und ungefährdeteren Verkehr Luft geschaffen werden. Zu diesem Zwecke ist die jetzige Baufluchtlinie durch eine neue zu ersetzen. Es ist jetzt notwendig, mit den einzelnen Grundbesitzern wegen Ankauf der Grundstücke in Verhandlungen einzutreten. Die Stadt ist bereit, einen vollkommenen gerechten und angemessenen Preis zu bezahlen, sie ist aber auch entschlossen, bei überspitzten Forderungen zur Enteignung zu schreiten. Durch eine Ortssatzung soll festgelegt werden, daß in den neu zu errichtenden Häusern nur Wohnungen und im Erdgeschoß Geschäftsräume enthalten sein dürfen, Industrieanlagen und -Betriebe dagegen ausgeschlossen sind. Oberbürgermeister Ritter rechnet zwar mit gewissen Widerständen von der Grundbesitzerseite her, er hofft aber doch, daß bei kluger Einsicht und ruhiger Ueberlegung die großen Vorteile dieser Regelung auch dort anerkannt werden. Er hebt hervor, daß diese Neuerung auch für die Geschäftsinhaber vorteilhafter ist als der jetzige Zustand, daß die Schaufensterauslagen bei einer breiteren Straße mit gefahrlosem Verweilen des Publikums besser zur Geltung kommen und beachtet werden, als gegenwärtig. Nachdrücklich betont der Oberbürgermeister, daß er die gütliche Regelung mit den beteiligten Grundbesitzern erstrebt, er läßt aber auch nicht den geringsten Zweifel darüber aufkommen, daß er zur Enteignung entschlossen ist, wenn sein Streben nach gütlicher Regelung vergeblich sein sollte; er lasse sich nicht an der Durchführung des Projekts behindern ober dabei beeinflussen, was er für notwendig halte, werde durchgeführt werden, denn jeder einzelne müsse sich der Allgemeinheit unterordnen. Die Mittel sind zur Verfügung. Die Sache soll durchgeführt werden, ohne daß jemand dabei Schaden haben soll. Er will feinen Kuhhandel machen, sondern nach Pflicht und Recht die Sachlage beurteilen und den Grundbesitzern das geben, was der Besitz wert ist. Auf der andern Seite soll und darf aber auch die Stadt keinen Schaden erleiden. Wenn jemand unverantwortlich hohe Preise fordert, so wird die Enteignung veranlaßt werden, wer aber vernünftig und einsichtig handelt und fordert, der soll die gleiche gerechte Behandlung seiner Angelegenheit erfahren. Nach diesen Darlegungen beschließt der Oberbürgermeister die Durchführung des Projekts. Ausbau des Arbeilsdieufttagers. Der Ausbau des Arbeitsdienstlagers ist not- wendia geworden, weil jetzt noch ein vierter Zug von Arbeitsdienstmännern dort untergebracht ist unb demnächst eine weitere Belegung folgen wird. Das ArbeitÄienstlager wird Gießen auch weiterhin erhalten bleiben, denn nach Erklärungen des Gauarbeitsführers Neuerburg sind noch mindestens für zehn Jahre Arbeiten im Gebiet des Gießener Arbeitsdienstlagers vorhanden. Auch hier gilt wieder die Regelung der Kostendeckung, wie sie sich aus der Vereinbarung des Zweckverbandes Arbeitsdienstabteilung ergibt, d. h. die übrigen Gemeinden bezahlen mit. Die Art und Form des Ausbaues steht noch nicht fest, die Kosten dürften sich auf 50 000 bis 60 000 Mark belaufen. Die Statt fördert das Lrnahrungshilfswerk. Zur Förderung des Ernährungshilfswerks (EHW.) der NSV.-Kreisamtsleitung Wetterau in Gießen hat die Stadt beim Unteren Hardthof einen aroßen Schweinestall für 200 Schweine mit den erforderlichen Betriebsanlagen bauen lassen, um auf diese Weise mitzuhelsen an der Steigerung der Schweinefleischversorgung durch Verwertung der Küchenabfälle in den Gießener Haushaltungen. Die Kosten für diese Bauten beliefen sich auf rund 50 000 Mark. Jetzt find 200 Schweine in diesem Stall zur Mast untergebracht. Die große Menge der ständig erfaßbaren Küchenabfälle in Gießen ermöglicht aber oie Verdoppelung der Zahl der einzustallenden rourf. Abhaltung der Frühjahrs- und Herbstmarkte. In einem Nachtrag zur Polizeiverordnung über die Frühjahrs- und Herbstmärkte in Gießen sollen neue Geschäftszeiten für den Marktbetrieb (in der Hauptsache von 14 bis 22.30 Uhr) und Geltung der Polizeistunde für die Marktplatzbesucher fest gelegt werden. Die Ratsherren nehmen Kenntnis. Neufestsetzung der Hebefähe der Gewerbesteuer. Durch einen Nachtrag zur Hgushaltssatzung für 1937 werden die Hebesätze der Gewerbesteuer an Stelle des bislang bestimmten Satzes von 310 v. H. jetzt auf 280 v. H. der Meßbe träge vom G e w e r b e st e u,e r k a p i t a l und -ertrag festgestellt. Der Oberbürgermeister beschließt diese Re- aelung, die durch eine neue Berechnung der verschiedensten Grundlagen möglich geworden ist, unb betont dabei, daß die Stadt auch hiermit bartun will, wie sehr sie an einem gesunden, gut fundierten und steuerlich nicht überlasteten Handwerk und Gewerbe interessiert ist. Dieser Satz von 280 vom Hundert ist der niedrigste unter den andern vergleichbaren hessischen Städten, die 290 oder 300 ja 400 v. H. erheben. Er (der Oberbürgermeister) denke nicht daran, aus dem Handwerk und Gewerbe das äußerste herauszuholen und mehr zu erheben, als eben für die Bedürfnisse der Stadt unbedingt nötig sei; im Gegenteil, er sei immer für möglichst weitgehende Schonung der Steuerzahler. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Oberbür- aermeifter Ritter schließt die Sitzung mit herzlichen Dankesworten an «den Führer für die glückliche und segensreiche Führung auch in dem nun zur Neigung gehenden Jahre, und verbindet damit unter voller Zustimmung aller Anwesenden das freudige Treugelöbnis an Führer und Vaterland für den weiteren Marsch unseres Volkes in eine glückliche Zukunft unter Adolf Hitlers Führung. Bn. Handbattkämpfe des Sonntags. Das Programm der Bezirksklasse weist diesmal nur zwei Spiele auf, der Rest der Vorrunde wird am 19. Dezember erledigt. Schon jetzt kann gesagt werden, bah eine klare Führung noch nicht besteht. Zwar führt der Tv. Lützellinben knapp vor Marburg. Bis zur enbgültigen Tabellengestal- tung wirb es aber noch harte Kämpfe geben. Es werden sich gegenüberstehen: Tv. Heuchelheim — Tv. Hörnsheim, To. Roth — VfL. 1860 Marburg. Heuchelheim hat Aussichten, das Spiel zu gewinnen. Trotz allebem wird man mit einer Voraussage vorsichtig sein müssen. — Marburg wird in Roth kämpfen müssen, wenn es gewinnen will. In der 1. Kr eisklas se stehen die beiden Staffelsieger zwar noch nicht fest. Immerhin aber wird man mit größter Wahrscheinlichkeit damit rechnen können, daß in der Staffel 1 der MSV. Barbara Gießen und in der Staffel 2 der Tuspo Groß- Rechtenbach ober auch der Tv. Garbenheim die Tabellenspitze einnehinen. Die Spiele des kommenden Sonntags werben wohl kaum eine Aenderung bringen, da es sich fast ausschließlich um Positionskämpfe hanbelt. Es stehen auf dem Programm: To. Holzheim — Tv. Lang-Göns, Tv. Grüningen — Tv. Haufen, Tv. G a r b e n h e i m — Tv. Dutenhofen, Tv. Katzenfurt — Tv. Dornholzhausen. Lang-Göns ist zur Zeit geschwächt; aber auch Holzheim hat bei weitem nicht mehr die Mannschaft zur Stelle, mit der es die Runde aufnahm. Aus diesem Grunde darf wohl angenommen werden, daß bas morgige Treffen jjmei gleichwertige Gegner oorfinbet, von Denen her Glücklichere Sieger werben wirb. — Zu einem erbitterten Zweikampf wirb es in Grüningen kommen. Auch hier stehen zwei Mannschaften gegenüber, die zu kämpfen wissen und die beide mit gleich großen Aussichten antreten. Eine Voraussage wäre verfehlt. — Vielleicht kann Dutenhofen Garbenheim sein Anrecht auf den ersten Tabellenplatz streitig machen. Die Voraussetzungen sind allerdings nicht gegeben, denn Dutenhofen ist in seinen Leistungen sehr zurückgegangen. — Katzenfurt sollte gegen Dornholzhausen sicher gewinnen. Die 2. K r e i s k l a s s e hat im Tv. Atzbach, Tv. Lich und Tv. Wißmar bereits drei Tabellenerste ermittelt. In den übrigen Staffeln wird es noch einige Zeit dauern, bis man eine klare Sicht hat. Für morgen treffen sich Tv. Londorf Tv. Wißmar. Wißmar wird in Londorf schwer zir kämpfen haben, wenn es' gewinnen will. Trotzdem ist die Mannschaft stark genug, um die beiden Punkte zu erringen. Gutes Meldeergebnis zum -1. Basketbatt-Turnier in Gießen. Das am Samstag und Sonntag in der Turnhalle des VfB.-Reichsbahn ftattfinbenbe Turnier hat ein gutes Meldeergebnis gefunden. Es spielen in den einzelnen Klassen: , Männerklajse: Universität Marburg, Uni- versität Gießen, VsB.-Reichsbahn- Gießen, Männer, tunwerein Gießen, Höhere Privatschule Gießen. Frauenklasse: Männerturnverein Gießen (zwei Mannschaften), VfB.-Reichsbahn Gießen und eine Mannschaft Gießener Lehrerinnen. Jugendklasse: Männerturnverein Gießen, Höhere Prioatschule Gießen, VsB.-Reichsbahn Gießen, Pestalozzischule Gießen. Da es bas erstemal ist, daß sich die Mannschaften im Wettkampf gegenüberstehen, ist eine Voraussage schwer möglich. Die Spielstärke der Männer-, und Jugendklasse der Gießener Vereine ist nach den Uebungsspielen zu urteilen ziemlich ausgeglichen. Vielleicht dürfte Marburg die Ueberraschung brin- gen. In der Frauenklasse tippt man auf die erste Mannschaft der Männerturnerinnen. Fußball der Kreisklaffen. Tv. Wieseck I — VfB.-Reichsbahn. Zum fälligen Rückspiel emo fängt morgen die 1. Mannschaft der Fußballabteilung vom Turnverein Wieseck hie gleiche von VsB.-Reichsbahn. Das Vorspiel ging für Wieseck hoch verloren. Der Gastgeber muß auch diesmal alles aufbieten, um ein günstiges Resultat zu erzielen. Aus b|efem Grunde wird die Wiesecker Mannschaft in stärkster Besetzung antreten. Bei ordentlicher Spielweise, wie sie auch im Vorspiel gezeigt wurde, dürfte ein spannender Kampf zu erwarten fein. / Das schönste Geschenk? DJ.-Winterblusen — H J./D J.- Skihosen HJ./DJ. - Hemden shoa BDM./JM. - Blusen, -Röcke, -Westen sowie sonstige Ausrüstungsgegenstände finden Sie in reichhalt. Auswahl in der parteiamtl. Verkaufsstelle H. Kaeh Nachfolger Inh.: Wilhelm Hom und Sohn - Am Kreuzplatz 15 VfB. Reichsbahn II — Steinbach L Auf dem Waldsportplatz trägt die Reserve des DfB.-R. ihr Rückspiel gegen Steinbach aus. Das Kräfteverhältnis spricht zwar klar für die Grün« weißen, die au* im Vorspiel siegten, aber man darf nicht vergessen, daß Steinbach kämpfen kann. Wir rechnen mit einem klaren Siege der Platz. Herren. Watzenborn-Steinberg II — 1900 II. Die 1. Elf von Teutonia ist in Lollar zu Gast. Die 2. Elf empfängt die gleiche der Spieloereinigung 1900. Im Vorspiel unterlagen die Steinberger mit 2:0. Ob die Vergeltung gelingt, ist fraglich. Steinberg muß einige Spieler ersetzen. — Vorher spielt die Jugend gegen Heuchelheim. Ob die einheimischen Jugendlichen gewinnen, ist ebenfalls fraglich, Denn sie spielten bisher zu unbeständig. Auch die Gäste find nicht in bester Form. WS.Ot —1900! Zuqend-Lokalkampf. Am Sonntag treffen sich die ersten Jugendmann. schäften der Gießener Vereine zum fälligen Der- banbsspiel. Das Vorspiel konnten die Jungens vvm DsB.-R. mit einem eindeutigen 6:0-Sieg für sich entscheiden. Wird es am Sonntag wieder zu einem solch hohen Siege auf dem 1900-Sportplatz reichen: Die Frage ist offen. Nur mit einem Tor Unterschied konnten die Grünweißen in Heuchelheim gewinnen. Hinzu kommt noch, daß die 1. Jugend der Blau- weißen vor wenigen Wochen die Meisterjugenb mit 3:0 Toren überfahren konnte. Aber am Sonntag werden wohl die 'VfB.er mehr auf der Hut sein, um nicht noch einmal eine Ueberraschung zu erleiden. Auch wird sich die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 so leicht nicht die Punkte entreißen lasten. Jugendspiele im VfV.-Reichsbahn. Die 3. Jugend trägt auf dem Waldsportplatz ge« gen Großen-Lindens 2. Jugend ein Pflichtspiel aus. Das Vorspiel konnte damals knapp gewonnen wer- ben. Man hofft auch biesmal, baß es zu einem knappen Sieg reichen wird. Die 4. Jugend wird gegen die 'Gäste aus Klein- Linden zu keinem Siege kommen. Sie find ihrem Gegner körperlich unterlegen. Weiterer Sport im 4. Blatt. Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emmi Kehr Ernst Fung Heuchelheim Klekn-^inden 11. Dezember 1937 05990 Anni Fung Ludwig Fung Verlobte Dab.Nauheim Kleln-Llnben Gustav-Kayser-Straße 34 Frankfurter Straße 61x den 12. Dezember 1932 06023 Genau,schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE W MAGNUS Ihres Vertrauens Gießen,Se tersweg 33-Lleferant all.Krankenkassen Beleuchtungskörper aller Art in größter Auswahl Carl Schunck Bahnhoibtratie 61. b«oD • •. und zum Bauen Abermann ■ Win 1 er leer für — - Nervös - Erschöpfte Spedalkur anstatt Hofheim 3 (Taunus) bei Frank fort am Main. Telefon 214 MaOfge Preise. S.-a. Dr. M. SdHrtee-Kahleye», Mary »narrt Schreibtischgarnituren kauft man bei Otto Georg vormals H.Kühn. 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Obstmade), Äpfelblütenstecher (s. Blütenstecher). Apfelkraut, ein aus dem Rheinland stammender Brotaufstrich aus eingedicktem Saft ungeschälter Äpfel. Apfelsine (Orange), ausländische Frucht, die bei uns in der obstarmen Zeit (Spätwinter) viel genossen wird Ausgepreftter Saft beliebte Säuglingskost, sehr vitaminreich. Von gereinigten Früchten können die dünn geschälten Schalen getrocknet oder in Zucker gelegt, später als Eeschmackszutat zu Süßspeisen gebraucht werden Apfelsinenschalen geben ein gutes Grwürz für Kuchen. Snstsveisen ab, wenn man siss auf Stückzucker abreibt und den durchzogenen Zucker abschabt Rating. 70 cm breit, in schönen Blumenmustern für Morgenröcke, p.m Bedr. Finette. 80 cm breit, flotte Schlafapzug- u-Nachthemd.-Must., p.m Handtuch. 150 cm breit, haltbare Bettwäsche. Handtücher Taschentücher nsw. b e i Ludwig Haas Gießen Plockstr. 7 Gießen 8211 A Oberhemden-Popeline. 80 cm br., fabelhafte Streifenmust. i. pa. 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Spülen und Gurgeln mit Kamillentee oder Wasserstoffsuperoxyd, bei Kindern Mund auswischen mit Boraxglyzerin. Arzt fragen! Apoplexie, das plötzliche „schlagartige" Versagen der Funktion wichtiger Organe, z. V. der Lungen (..Lungenschlag") des Herzens („Herzschlag") aus verschiedenen Ursachen (Embolien usw.). Appetitlosigkeit hat verschiedene Ursachen, meist Line Erkrankung der Magenschleimhaut „Magenverstimmung" wird behoben durch kurzes Fasten. Bei langdauernder A den Arzt fragen, weil dann Sympton einer ernsten Erkrankung. Appretur, Herrichtung von Stoffen, um ihnen ein besseres Aussehen zu verleihen. Sie sind dann entweder schwerer, glänzender, steifer oder geschmeidiger, als sie sich beim Tragen oder nach dem ersten Waschen erweisen. 2n den meisten Fällen löst sich die Appretur beim Reiben des Stoffes ab. Beim Stoffkauf ist stets die Appretur nachzuprüfen. Aprikose, edles Steinobst gedeiht nur in wärmeren Gegenden' als Hochstamm und als Spalierbaum an Häuserwänden angebaut, An warmen Februartaaen Spalier- bäume durch Vorstellen von Brettern gegen zu frühen Austrieb schützen, da kalte Nächte schädigend wirken frucht sehr aroma- Natürlich auch Jünglings- und Knaben- Kleidung in bekannt großer Auswahl Markenmäntel u. Modellanzüge in vorbildlicher Schönheit in großstädtischer Auswahl eLstsU^en extxe ®'®sd>6oe A pTelS", «t •ÄsS“ Bemberg-Waschkunstselde, ß QQ 80cm br., sehr schöne, haltb. Ware, p.m UevO 'i’weed-Schotten. 68 cm br., haltbare Ware, in sehr schönen FarbsteL 11Q langen p.m !■ I £ Krepp-Caid,75 cm breit, in großem 4 iE Farbsortiment,gute,haltbare Ware p. m I •89 fünftes Blatt (Siebener Anzeiger sSleneral-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, ll. Dezember |95Z Geschichten aus aller Welt im übrigen würde ich Ihnen raten, einen Schlosser seiner zarten Ehehälfte vernehmen, die Stimme Kirchliche Nachrichten (Nachdruck verboten.) 3. Fortsetzung. Fortsetzung folgt. NKWW Ein Pariser Briefträger kehrte eines Abends müde in seine Wohnung zurück. In Gedanken freute er sich schon auf Pantoffeln und Pfeife und auf sein Radio. Aber als er vor seiner Wohnung ankam, fand er eine verschlossene Tür. Er klingelte, klopfte, rief — ohne Erfolg. Einen Augenblick stieg ein böser Verdacht in ihm auf. Aber es war nichts rolas Wunsch zu erfüllen. „Martini!" sagte er kurz und stieß dabei seinen Zeigefinger wie einen Dolch in der Richtung durch die Lust, wo er Martini Halbrechts hinter sich vermuten mußte. „Fräulein Carola Hollerthcm", fuhr er darauf bedeutend milder fort und sah dabei Carola mit einem heim-» ttauschuna weigerte Die Feuerweyr pcy, nacyoem ihr den Fall auseinandergesetzt hatte, einzugrei- *• ...... j an, er solle sich an dienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 15. Dezember. 20.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 11. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 12. Dezember. 3. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (hl. Kommunion der Jungfrauen); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. Montag, den 13. Dezember. Caubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Dienstag, den 14. Dezember. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 15. Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. nete mit Bewegungen, die einer leichten Fingermassage ähnelten, an den Knöcheln nach, wieviel Fahre oder Monate seit seiner letzten Begegnung mit Martini verflossen sein mochten. „Man hat ziemlich selten Gelegenheit hier unten, Menschen aus der alten Heimat zu sprechen, die Nachrichten, jünger als ein Jahr, mitbringen", meinte Martini mit bekümmertem Ausdruck. „Sie müßten eben mal ganz rasch ins alte Land zurückfahren?" rief Humphrey eindringlich und sah dabei auf seine Armbanduhr, als sei er in Sorge darum, Herr Martini könne den nächsten Zug versäumen. Seine heftigen Bemühungen, die Vorstellung Martinis zu vereiteln, belustigten und verwunderten Carola außerordentlich. Sie drehte sich halb um; da Humphrey den Mann so eifrig abzuwimmeln versuchte, erwartete sie eigentlich, einer etwas zweifelhaften Persönlichkeit zu begegnen. Um so mehr überraschte es sie, als sie feststellen mußte, daß dieser hartnäckige Herr und Landsmann einen gepflegten und durchaus manierlichen Eindruck machte. Mehr als das: daß er über eine tadellose Haltung verfügte und über seinen Schultern einen Kopf trug, den man nicht so leicht vergaß oder übersah. Gewiß kein Apoll, aber so kühn, straff und männlich, daß es Carola, die in ihren Mußestunden gar nicht so übel mit Ton und Spachtel umainn, geradezu in den Fingerspitzen kitzelte, dieses Gesicht einmal zu modellieren ... „Humphrey", sagte sie mit leisem Tadel, „wollen Sie die Güte haben, zu bemerken, daß ich mich gern an Ihrer Unterhaltung beteiligen möchte? Und wollen Sie ferner so freundlich sein, mir Ihren Freund vorzustellen?" „Freund ...?" zischte Humphrey durch die Zähne und bequemte sich nur höchst widerwillig dazu, Ca- zuende. Trollinger soll wegen Störung der Fuchsjagd durch unbefugten Aufbau eines Würstchenwagens zur Zahlung der Kosten für die verfehlte Jagd verurteilt werden. Der Flotten-Kater „Peter". K. Portsmouth. Nach 12 Jahren ehrenvollen Dienstes hat Peter sein abenteuerreiches Leben beendet, der einzige Kater, dessen Tätigkeit offiziell von den Behörden an Bord eines englischen Kriegsschiffes anerkannt worden ist. Das war aber nicht nur ein theoretisches Zugeständnis, sondern wurde auch durch eine bestimmte Summe, die zu Lasten des Admiralstabs gebucht wurde, belegt. Peter, der an Bord des Panzerkreuzers „President" gestorben ist, war vom ersten Lord der Admiralität zum „Kater der Flotte" ernannt worden. Dieser hatte auch verfügt, daß er in dem Soldbuch des Schiffes mit der Summe von anderthalb Schillingen in der Woche aufgeführt würde. Weder Feuerwehr noch Polizei... K. Paris. zu holen." Glückbringender Traum. Er begrüßte Humphrey mit dröhnender Herzlichkeit und drückte auch Carola die Hand, aber mit einer Vorsicht, die daraus schließen ließ, daß Vergeßlichkeiten in dieser Hinsicht furchtbare Folgen hätten haben können. „Zwei Whisky-Soda, Dom Pete — aber rasch, eh wir verdursten! Und noch eins: Laß dir von einem deiner Kunden nächstens mal statt eines Girasfensells einen Ventilator für deine Burg oer» ehren! Du kannst von deinen Gästen wahrhaftig nicht verlangen, daß man hier mit einer Sauerstoffflasche auf dem Buckel anrückt" „Was hast du auf einmal gegen meine Luft einzuwenden, Humphrey?" fragte der Dicke vorwurfsvoll. „Bisher warst du mit ihr zufrieden..." Er wandte sich kopfschüttelnd an Carola; „Es ist nämlich die teuerste Luft von Südafrika, Fräulein — denn bei mir raucht man nur die besten Sorten." „'n Abend, Timperly!" sagte in diesem Augenblick eine Männerstimme hinter Carolas Rücken. Humphrey wandte den Kopf zur Seite, „'n Abend, Martini!" antwortete er kühl und schien der Ansicher zu sein, der Unterhaltungsstosf sei damit er» schöpft. Aber sein Gesprächspartner teilte diese Auffassung nicht. „Wie geht's?" fragte er freundlich. „Lange nicht gesehen, was?" Und er ergriff Humphreys Arm, um ihn kräftig zu schütteln. „Stimmt!" bestätigte Humphrey und drehte ihm den Rücken zu. Aber Herr Martini gehörte zu den. zähen Na» turen. „Fch glaube, mich nicht verhört zu haben, daß Sie eine Landsmännin — blödes Wort übrigens! — von mir begleiten, Timperly?" erkundigte er sich liebenswürdig. „Stimn t ebenfalls!" antwortete Humphrey kurz. „Wäre n tt von Ihnen, wenn Sie mich der Dame oorftellen würden!" bohrte der andere weiter. „Wie reht es Ihnen selbst?" fragte Humphrey so besorge, als befürchte er, Herr Martini werde ihm in den nächsten Minuten keine zufriedenstellende Antwort mehr geben können. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 12. Dezember. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; 17: Kandidat Schneider; zugleich Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäusgemeinde. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde (Johannesfaal); Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Beichte und hl. Abendmahl für die Lukasgemeinde. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — pelrus- kapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Wieseck. 9.45: Pfarrassistent Paetow; 11: Kinderkirche. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdiest, anschließend Abendmahl. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Collar. 14: Gottesdienst. — Mainzlar: 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Cinden. 10: Gottesdienst; Missionar Walther; 11.30: Kindergottesdienst: 14- Gottesdienst; Missionar Walther; 20: Gottesdienst; Missionar Walther. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Cangsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Dettenhausen. 19.30: Abendmahlsfeiern. — Mu'chen- heim. 10.30: Gottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — „Ach, Humphrey", sagte sie warm, „Sie sind rührend besorgt um mich — und als Freund stehen Sie in meinem Herzen ganz vorn und an erster Stelle!" Er nickte ein wenig düster. Es war chm anzu- fehen, daß er diesen Stehparkettplatz gern gegen eine Loge vertauscht hätte. Humphrey war vor zwei Monaten von Cambridge mit der Würde eines B. C. L., Bachelor of Civil Law, die etwa Dem juristischen Doktorgrad Der deutschen Universitäten entspricht, heimgekommen. Auf dem gleichen Schiff, das auch Carola zu ihrer Reise nach Südafrika gewählt hatte, die sie im Aufttag eines Berliner Verlags unternahm. Mit der Leichtigkeit, mit der man an Bord Bekanntschaften schließt, waren sie einander nahergekommen, und diese Begegnung hatte das allgemeine Abschiedsfest überdauert. Denn für Carola war dieser unae Mann eine Abart der Gestatt des reichen, schönen Jünglings aus dem Märchenland. Er war nickt nur ein guter Kamerad und ein netter Junge, sondern sein Name bedeutete auch Empfehlungen, Gte'ew inJonft »ertoloffene luten un sie hatte das Glück, das ihre Lau bahn inGet alt dieses jungen Mannes kreuzte, mit ihren kräftigen Händen festgehalten. Daß sie enttäuscht worden war, lag wahrlich nicht an Humphrey Timperly; die Schuld lag bei ihr selbst. Sie war mit einem gEN Sack voller romantischer Vorstellungen nach Südafrika gekom men, die fteilich hauptsächlich emem stark veralteten Reiseführer aus der Bücherei ihres Baten eni stammten, einem Buch der neunziger 2ahre, a fein Messer dort unten noch was anderem b - nutzte als zum Brot chneiden allem. Was sie t sächlich antraf, waren Städte, Die f VS h e cher gebärdeten, als USA. selbst, und dazu di genugsam bekannten Leiden Westeuropas, nur auf Baumwolle, Kaffee und.Negerprobleme verschoß Interessante Dinge, gewiß, aber von einer jungen „Haben uns tatsächlich lange nicht gesehen", stellte baren Worten verfluchte. Humphrey mit gerunzelten Brauen fest und rech-i F —~.-.- Dame, deren Stärke und Erfolg bisher in ihrem fesselnden Plauderstil über Mode und Sport bestanden hatten, weder erwartet noch gewünscht ... Die Taxe hielt. „Wir sind am Ziel!" ließ Humphrey sich vernehmen. Er entlohnte den Fahrer und führte Carola über die Straße. Eine ziemlich finstere Straße übrigens und kein geeignetes Pflaster für Abendspaziergänge alleinstehender Damen. Der Hafen lag in unmittelbarer Nähe. Weibliche Gestalten sämtlicher Rassen und Altersstufen strichen vorüber und musterten Carola feindselig. Zweifel» hafte Kavaliere ließen ihre Augen über Humphreys Anzug nach dem vermutlichen Sitz seiner Brieftasche schweifen. Zwei Schweden saßen innig umschlungen auf Der Schwelle eines Hauses und sangen handfeste Seemannslieder. , Entschuldigen Sie die Gegend", bat Humphrey ein wenig nervös. „Aber auf dem Korso wäre dieses Lokal fehl am Platz." . Sie zwängten sich durch eine schmale Tur und standen schließlich, nachdem Humphrey noch einen nicht sehr wohlriechenden Vorhang zur Seite ge» schlagen hatte, in einem Gewölbe, das so mit Seit» famfeiten aller Art vollgestopft war, daß der Raum für die Gäste äußerst knapp wurde. Von den Wänden glotzten ausgestopfte Büsfel- und Löwenköpfe. Eine riesige Assala wand sich um Den Schaft einer Säule. Alligatoren schwebten mit aufgesperrten Rachen, in die man sinnigerweise noch Negerköpfe aus Preßpavpe gesteckt hatte, mitten im Raum. Die Wände starrten im Schmuck zahlloser Gehörne; dazwischen ließen Keulen, Dolche, Schwerter und Speere kaum noch handflächengroße Stücke des Kalkbewurfs sehen. Man stolperte über gewaltige Trommeln aus Bambus und Holz und schrak vor gespenstischen, fratzenhaften Tanzmasken zurück, Die wie vom Rumpf geschnitten, an unsichtbaren Drahten von Der gewölbten Decke herabhingen oder hinter Säulen verborgen, plötzlich vor Carola aufsprangen Hinter einem Vorhang von beizendem Tabaks» qualm tauchte schließlich auch die Bar auf und unter den kupfernen Schiffslaternen hinter dem Bartisch ihr Besitzer, Dom Pete Ein Mann von gewaltigem Unvang. Seine psannkuchenahnllch auf- gerollten Ohren deuteten darauf hm, daß er m feiner Jugend das Glück in Der Rmgkampferarena gesucht hatte. 140 Dörfern und 66 Farmbezirken ausgewählt wurden. Dabei ergab sich, daß die typische amerikanische Familie ein Durchschnittseinkommen von 1400 Dollar im Jahr hat, daß sie ein Haus kauft, ein Auto aus dem Jahre 1935 besitzt und einmal in der Woche ins Kino geht. Das Gewöhnliche ist ferner, daß sie in einer kleinen Stadt lebt, sich aus Vater, Mutter und zwei Kindern zusammensetzt, keine Dienstboten hält, so daß die Hausarbeit von Der Frau gemacht roirD, während der Mann gegen Wochenlohn in einer Fabrik oder als Angestellter in einem Geschäft arbeitet. Der Mann ist immer noch das Familienhaupt und der hauptsächliche Geldverdiener. Es zeigte sich auch, daß in Den verschiedenen Landesteilen die Unterschiede sehr groß sind. Das höchste durchschnittliche Familieneinkommen wurde in Oregon mit 1615 Dollar festgestellt, während das niedrigste mit 955 Dollar in Lincoln in Illinois vorkommt. Fuchsjagd und warme Würstchen. (th) Neuyork. In federn Jahr veranstaltet Die Nationale Fuchsjagdvereinigung in Tenessee eine Treibjagd auf die Tiere, die im Namen Der Gesellschaft genannt sind. In diesem Jahr ist die Jagd nun vollkommen mißglückt. Und schuld daran ist ein gewisser John Erol» linger — bzw. die Ursache des Fehlschlags waren seine Würstchen. Er hatte läuten hören, daß Die Menschen auf Der Jagd hungrig werden und witterte für sich ein gutes Geschäft. Er zog also mit seinem „Hot-Dog"-Wagen auf das „Schlachtfeld" und stellte sich dort auf — in Erwartung der Jager, Die da kommen und sich an seinen heißen Würstchen stärken sollten. Die Jagd begann in der Ferne. Em Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen, Arzt: Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Neue Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Nundfunkprogramm Sonntag. 12. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Deshalb wird Deutschland ewig sein. 10: Was wir selbst tun können, das dürfen wir Gott nicht überlassen. (Gorch Fock.) 10.30: Chorgesang. 11.30: Von Hamburg (aus der Stadthalle der Reichsbauernstadt Goslar): Reichssendung: Der Reichsbauernführer und Reichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft R. Walter Darrs gibt die Parole für die kommende Erzeugungsschlacht und für Die Aufgaben Der Ernährungswirtschaft im Jahre 1938. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere KinDer: Der Gänsebraten. 14.30: Uns gehört Der Sonntag! Ein Reigen sorgloser MeloDien. 15.15: Deutsche Scholle. Ein Dorf in Nassau. 16: Zur Unterhaltung. 16.30: Otto Serco mit seinen Kopien bekannter Filrngrößen unD eigenen Kompositionen am Flügel. 17: Tun, als ob ... Drei luftige Hörszenen. 17.30: Zur Unterhaltung. 18: Ein Spiel von Liebe, Leben unD ToD. Ein Märchen für Den Funk. 19: Nachrichten. 19.10: „0 welche Lust — Soldat zu sein!" Heitere Erinnerungen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Aus dem großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: II. Sonntagskonzert der Museums-Gesellschaft. 22: Nachrichten (auch aus Dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. Montag, 13. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Die Heinzelmännchen sind wieder Da. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle: Raubbau am Deutschen Wald? 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus Dem SenDebezirk). 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Buntes Allerlei (Konzert). 15: Volk unD Wirtschaft: 52 Millionen Tonnen Kartoffeln. 15.15: Für unsere KinDer: Jetzt basteln wir! 15.45: „Der Deutsche Lawrence." Zur Einführung in Das Hörspiel ,Konsul Waßmuß". 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. Heitere FeierabenDmusik. 21: „Konsul Waßmuß." (Ursendung.) Hörspiel von Dagobert von Mikusch- Buchberg. 22: Nachrichten (auch aus Dem SenDebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Musik unserer Nachbarn (IV): Schweden. 1 bis 5: „Hallo Deutschland ... Max Schmelinq boxt" 4: Max Schmelings Boxkampf gegen Thomas. Üebertragung von Neuyork. ■ . , —., , . • ' ,, , , s. n Kill VU Cl OHUUUll ui UHU uu . avu " einigten Staaten eine genaue Unteriudjung der Loge Dl)n @a5qerud) ,u bemerken. Er verdoppelte feine von 100 000 amerikanischen Familien vorgenommen, ^nst engungen, und endlich ließ sich von Drinnen Die die in 51 Städten, Darunter Neuyork und Chikago, - - ------- » *-• NachDru^, auch mit Quellenangabe, verboten! Nach 17 Jahren ... (mt) Sydney. In Den nächsten Tagen wirD auf einem Dampfer an Der australischen Küste eine Trauung vorgenommen, Damit Miß Fleischer nach Australien einreisen kann. Der Mann, der in Australien auf sie wartet, ist ein gewisser John Pennyrouth, der vor 17 Jahren nach Symney auswanderte und heute Leiter eines Hotels in Wallacia, 60 Meilen von Sydney entfernt, ift Er versprach damals jener Miß Fleischer, er werde sie eines Tages heiraten. 17 Jahre hindurch erhielt Laura Fletscher an jedem Sonntag einen Brief von Pennyrouth. Sie hatte also genügend Zeit, um ihre Aussteuer zu bereiten. Endlich kam der entscheidende Brief, Der ihr ganzes weiteres Leben bestimmt. Aus Der Einsamkeit eines englischen LanDstädtchens hat sie nun nach 17 Jahren Den Weg zu Dem Mann gesunden, Der ihr treu blieb. Guten Appetit! (mt) Hsinking. Mitunter hört man aus Amerika oder vom Balkan von irgendeinem Rekordesser, der mit einem gewaltigen Hunger- oder mit einem ungewöhnlichen Fassungsvermögen seines Magens — unglaubliche Speisemengen in sich hineinwürgte. Meist handelte es sich um eine unsinnige Wette. Aber es gibt auch Erdenbürger, die dauernd einen derartigen Riesenappetit haben. An der sibirisch-mongolischen Grenze wurde ein Mann ermittelt, Der mit jenem Fresser verwandt fein soll, von dem schon ein gewisser Kapitän Cochrane vor rund hundert Jahren berichtet. Er war denn auch bereit, die damals zitierte Eßleistung nachzumachen. Er verzehrte im Laufe von 24 Stunden — mit kleinen Pausen also — das Hinterviertel eines Ochsen, 20 Pfund Fett und einen Topf geschmolzene Butter. Freilich versicherte er, Das gehe nur so gut, weil es draußen kalt sei. Aber am nächsten Tage aß der Mann vor Zeugen in fünf Stunden einen Kessel mit 24 Pfund Gemüsebrei unD Reis — in Butter gedünstet — auf einen Sitz. Wie der Durchschnittsamerikaner lebt. C. K. Washington. Um ein genaues Bild zu erhalten, wie die Durchschnittsamerikaner leben, hat die Regierung der Der- sich morgens mit ihm gezankt hatte und nun erklärte, sie werde nicht aufmachen. Da faßte den Biede.en auch der Zorn. Er schritt zum nächsten Feuermelder und schlug Alarm. Doch zu seiner Fuchs wurde — um Die Sache in Schwung zu brin- Enttäuschung weigerte die Feuerwehr sich, nachdem gen — losgelassen. Ihm folgte später ein zweites ! er iyi uch Full uuscinunDcrgvf'1*1 Tier. Dann blies man das Horn. Die Hundemeute fen. Die Sache ginge sie nichts . .. .. wurde losgelassen. Und nun ergab sich etwas Merk-1 die Polizei wenden. Das schien dem Briefträger würdiges. Freilich waren die Tiere schon vorher sehr I ein ausgezeichneter Rat, und er rief also die nächste unruhig. Aber die Hundewärter hielten das für Die , Polizeiwache herbei. Prompt erschienen auch im Aufregung vor Der großen Jagd. Doch kaum waren , Auto vier kräftige Polizisten unter Führung eines die Tiere frei, als sie in rasendem Lauf nicht etwa > Wachtmeisters. Der Briefträger meldete kurz den Tat- in der Richtung der davoneilenden Füchse rannten,1 bestand und bat um Hilfe. Der Wachtmeister aber sondern in einer ganz anderen Himmelsrichtung — | legte die Stirn in strenge Falten und erklärte: „Wir dorthin nämlich, wo John Trollinger mit seinen ! haben unter diesen Umständen nicht das Recht, ge» Würstchen stand. Sie umdrängten den hilflosen „Hot- waltsam in Ihre verschlossene Wohnung einzudrin- Dog"-Äerkäufer. Sie bellten, sie heulten, sie jaulten.! gen. Sie haben die Spesen für den Herbeiruf und Trollinger wußte sich nicht zu helfen. Er sah dieI für die Autofahrt zu zahlen. Leben Sie wohl. Und gierigen Augen und die wedelnden Schwänze. Es ' c*t ging um seine Würstchen. Er warf erst eins — und dann noch eins unter die Meute. Doch nun brach die Hölle los. Ein Glück, daß die Führer der Meute herbeikamen. Aber damit war die Affäre nicht Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdlenst; 19: Vortrag über die Bergprediat. — Harbach. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Jugend; Kollekte. — Vettershain. 13: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die Jugend; Kollekte. — 'Rein- hardshain. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Tki(s6erg. 10: Lesegottesdienst. Mittwoch, Den 15. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 16. Dezember. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Freitag, Den 17. Dezember. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Adventsfeier Des Bundes für christliche Erziehung in Haus und Schule. Bund freikirchlicyer Christen, Gemeinde Gießen. Sonntag, 12. Dezember. 11.15 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Bibelstunde. — Mittwoch, 15. Dezember. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Christliche Gemeinde, Zu Den Mühlen 2. Sonntag, Den 12. Dezember. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 14. Dezember. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 12. Dezember. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Freitag, 17. Dezember. 20.15: Gemeindeabend mit Bundesevangelist Lüllau. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 12. Dezember. 9.30 Uhr: Gottes- (pk) Budapest. Merkwürdig ging es einem alten Mütterchen in Der ungarischen Ortschaft Kaposztasmegyer. Die Frau hatte noch niemals ein Pferderennen erlebt. Sie hatte auch noch niemals in ihrem Leben gewettet. Und sie hatte auch keine Ahnung, wie sie etwa auf ein Rennpferd fetzen müsse, um Aussichten auf eine Gewinnquote zu haben. Da geschah es eines Nachts, daß Die alte Frau träumte, sie reite auf einem Esel. Und dabei hatte sie immerfort die Zahl 12 vor Augen. Am nächsten Morgen erzählte sie diesen Traum einer Bekannten, ohne sich etwas Besonders Dabei zu Denken. Erst als sie in Der nächsten Nacht wieder das gleiche träumte, erblickte sie in diesem Traum einen Wink des Schicksals. Nun stand es für das Mütterchen fest: sie mußte zum nächsten Pferderennen nach Budapest hineinfahren — der Ort Kaposztasmegyer liegt nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt — und dort auf das Pferd Nummer 12 fetzen. Und so fuhr sie Denn tatsächlich am nächsten Sonntag los, riskierte Das Eintrittsgeld, ließ sich von einem Angestellten am Totalisator alles genau erklären, unD Dann setzte sie auf Das Pferd Nummer 12, das allerdings überhaupt keine Gewinnaussichten zu haben schien. Aber das Wunder geschah tatsächlich, Das PferD Nummer 12 ging als erstes Durchs Ziel, ! unD eine überraschend hohe Quote gelangte zur Auszahlung. Ruhig und bedächtig, als sei dies die selbstverständlichste Sache der Wett, behob Mütterchen ihr Geld. Auf die vielen Fragen der Umstehenden, wie sie dazu gekommen sei, gerade auf dieses Pferd zu setzen, antwortete sie mit der gleichen I Selbstverständlichkeit, sie habe geträumt, daß sie auf einem Esel geritten sei und dabei habe sie die ,Zahl 12 gesehen. Mehr könne sie auch nicht sagen. MamaM-KomM Roman von Korst Biernaih. „Netter Einfall von Ihnen, die Dame in Dom der fort und sah dabei Carola mit einem qeim- Petes Raritätenkabinett zu führen!" lobte Mar- Ilch anklagenden Blick an. Es war unverkennbar. ■ daß er diese Begegnung insgeheim mit furcht« T tat PH Ql)' N töq QQi ob ftäi kör brc Ab ni5 tat sei. FW größten Leistung Das Haus der zufriedenen Kunden Gießen, Bahnhofstraße Nr. 14 LOWEP^BECHSTEiH Mäßige Preise Glas - Porzellan • Keramik • Kristalle zeichnen dieses Haus in Leistung besonders aus Feldstecher« Foto ♦ Mikroskope Löwer & Bechstein Neustadt 2-4 Fernruf 3484 C. 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