Ur. 264 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, U. November |O37 krlchetm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühlsche llniverfilätrdruckerei R. tauge in Siehe«. Schristleilung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie neue Verfassung Brasiliens verkündet. Loslösung aus der Parteienpolitik. — Oie Giellung des Bundespräsidenten gestärkt. Hebung der Nationalwirtschaft im Vordergrund. fassung ist wesentlich die Ersetzung des allgemeinen, direkten und geheimen Wahlrechts für die beiden Kammern des Parlaments durch ein Wahlrecht der Gemeindevertretungen. Neu ist ferner, daß dem Bundespräsidenten das Recht der Auflösung des Parlaments zusteht. Schließlich wird die Hebung der nationalen Wirtschaft und ihre Befreiung aus den Fesseln des ausländischen Kapitals durch die Errichtung eines nationalen Wirtschaftsrates besonders hervorgehoben und der korporative, ständische Charakter der Verfassung betont, die damit „Lin starkes Regime tut not." Bundespräsident Vargas im Rundfunk. Bundespräsident B a r g a s sprach im Rundfunk zur Nation. Er sagte, die Parteiwirtschaft, die revolutionären Strömungen und der Klassenkampf hätten das Land an den Rand des Bürgerkrieges gebracht. Deshalb sei auch der Ausnahmezustand vor einiger Zeit verhängt worden. Jetzt aber sei die Schaffung eines starken Regimes notwendig geworden, das Frieden, Gerechtigkeit und Arbeit verbürge. Die neue Verfassung halte die demokratische Form zwar aufrecht, stütze sich aber auf die Bewegungen lebendiger außenparteilicher Kräfte, Volk, Heer und Marine. Der Präsident kündigte eine neue Kaffeepolitik und vor allem die Einstellung des auswärtigen Schuldendienstes bis zur Besserung des Wirtschafts- und Wärungsausbaues an. Weiter sei das Eisenbahn- und Transportwesen, die Schaffung einer eigenen Schwerindustrie mit Unterstützung ausländischen Kapitals sowie eine bessere Ausrüstung der Wehrmacht zur Sicherung der Unabhängigkeit des Landes vorgesehen. Vargas schloß mit der Versicherung, daß Brasilien mit allen übrigen Mächten zur Erhaltung des Friedens beitragen werde. Die Brüsseler Konferenz. Keine Einigung über den engeren Ausschuß. - Mißerfolg Litwinow-Finkelsteins. der Verfassung Portugals und der autoritären Staaten angenähert wird. L. Geschlossenheit des neuen Regime«. Rio de Janeiro, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Havas meldet aus Buenos Aires, daß nur d i e Gouverneure von Bahia und Pernambuco zurückgetreten sind, während die Gouverneure der meisten anderen Staaten Brasiliens ihre Z u st l mm ung zu dem neuen Regime gegeben haben. Das Echo in Paris. „Em totalitärer Staat mehr in der Welt." Paris, 11. Nov. (DNB.) Die „Epogue" hebt hervor, daß Präsident Dargas die Macht übernommen und eine neue Verfassung ähnlich d e r - jenigen Portugals verkündet habe. Dieses Ereignis folge kurz auf die Bildung des neuen Dreibundes. Die Welt zähle jetzt einen totalitären Staat mehr. — Die „Republicsue" betont, Brasilien werde ein korporativer Staat. Dies sei äußerst bedeutungsvoll. Die Amtszeit des Präsidenten laufe demnächst ab, und könne nach der Verfassung nicht erneuert werden. Das Blatt erinnert, daß Präsident Vargas die Macht unter sehr verwirrten Umständen übernommen habe und gegen eine sehr gut organisierte kommunistische Agitation kämpfen mußte. Das bevorstehende Ende seiner Amtszeit habe den Kommunisten neue Hoffnung gegeben. Daher müsse man die Ereignisse in Brasilien unter diesem Gesichtswinkel betrachten. Rio de Janeiro, 11. Nov. (DNB. Funkspr.) Der Staatsanzeiger veröffentlicht am Mittwochabend die neue Verfassung. Einleitend heißt es, Brasilien ist eine Republik in Form von Bundesstaaten. Die Legislative liegt bei dem Nationalparlament in Zusammenarbeit nut dem nationalen Wirtschafts - rat und dem Bundespräsidenten. Das Nationalparlament besteht aus der Abgeordnetenkammer und dem Bundesrat. Die Kommerabgeord- neten werden indirekt von Gemeindewahl-Kollegien gewählt, und zwar für jeden Bundesstaat nicht mehr als zehn und nicht weniger als drei Abgeordnete. Der Bundesrat besteht aus den Vertretern der Staaten und zehn vom Bundespräsidenten bestimmten Persönlichkeiten. Dem Bundesrat obliegt die Erörterung und Verabschiedung internationaler Abkommen usw. Der nationale Wirtschaftsrat soll die nationale Wirtschaft korporativ organisieren. Der Bundespräsident leitet die Jnnen- und Außenpolitik und ist in letzter Instanz entscheidend für die Gesetzgebung und Verwaltung. Ihm steht das Recht der Auflösung des Parlaments und der Intervention in den Bundesstaaten zu. Er wird durch ein Wahlkollegium, bestehend aus Beauftragten der Gemeinden und des nationalen Wirtschaftsrates gewählt. Die Verfassung sieht weiter den beschleunigten organisatorischen Ausbau der Wirtschaft vor, wobei Konzessionen für die Ausbeutung der einheimischen Bodenreichtümer nur Brasilianern erteilt werden sollen. Die Verfassung, die mit dem heutigen Tage in Kraft tritt, wird einem Volksentscheid unterbreitet werden. Die Parlamentswahlen werden nach dem Volksentscheid vom Bundespräsidenten' ausgeschrieben werden. Das Mandat des jetzigen Bundespräsidenten bleibt bis zum Volksentscheid bestehen. In Brasilien herrscht schon seit Monaten eine nicht geringe innerpolitische Beunruhigung, die im wesentlichen hervorgerufen ist durch den bevorstehenden Ablauf der Amtszeit des Bundespräsidenten Getulio Vargas. Brasilien ist, nachdem es sich 1822 unter Kaiser Pedro I. von Portugal unabhängig gemacht hatte, unter dessen Sohn Kaiser Pedro II. 1834 in einen Bundesstaat umgewandelt worden. Nach dem Sturz des Kaisertums 1889 wurde eine republikanische Verfassung verkündet, die der nordamerikanischen im wesentlichen nachgebildet war. Seitdem hat der Streit zwischen einzelnen mächtigen Bundesstaaten selten aufgehört. Namentlich haben die Kaffeebarone des Staates Sao Paulo stets gegen die Präsidentschaft eines Mannes aus R i o Grande do Sul gesträubt. Zwischen beiden Staaten ist es häufig zu erbitterten Kämpfen gekommen und auch die im allgemeinen schwache Bundesregierung hat gegen Paulista- ner und Riograndenser selten etwas ausrichten können. Dazu kam, daß Brasilien bereits vor der Jahrhundertwende in starke Abhängigkeit vom nord- amerikanischen Kapital geraten war, das sich in allen Wirtschaftszweigen, namentlich auch im Kaffeehandel eingenistet hatte und auch auf die Politik einen verhängnisvollen Einfluß nahm. So wurde Brasilien im Weltkriege gezwungen, sich in die Front gegen Deutschland einzureihen, wodurch die wirtschaftliche Lage des Landes sich noch verschlechterte und namentlich eine ungeheure auswärtige Schuld die Staatsfinanzen belastete. 1923 kam es sowohl im Staate Rio Grande do Sul wie in Sao Paulo erneut zu einem Aufstand gegen die Bundesregierung, der jahrelang andauerte. Ein neuer Aufstand im Oktober 1930 endete mit Besetzung der Bundeshauptstadt und Absetzung des Präsidenten. Der neue Präsident Julio Prestes galt als Vertreter der Interessen der Kaffeepflanzer und Großindustriellen. Gegen ihn erhob sich der Präsident von Rio Grande do Sul Getulio Vargas. Es gelang ihm, den Bundespräsidenten Prestes zu stürzen und sich an seine Stelle zu setzen. Vargas führte, von dem englischen Finanzmann Otto Niemeyer beraten, einschneidende finanzwirtschaftliche Aenderungen durch, so wurde 1931 bis 1933 der Zinsendienst für fast alle ausländischen Anleihen eingestellt, die Rechte der Ausländer und der Naturalisierten stark beschnitten, die Einwanderung neu geregelt und der Abwehrkampf gegen den in den Zeiten der politischen Unruhen bedrohlich genährten Bolschewismus entschlossen aufgenommen. Die am 16. Juli 1934 von Vargas verkündete Verfassung setzte die Amtszeit des Bundespräsidenten auf vier Jahre fest. Es ging nun darum, das Aufbauwerk nach den bisherigen Richtlinien in dem von Vargas ausgezeichneten Rahmen fortzuführen, ohne durch die Neuwahl des Bundespräsidenten das Land in neue Unruhen zu stürzen. Aber schon die Aussicht auf den Ablauf der Amtszeit des Präsidenten Vargas hatte im Lande eine nicht unbedenkliche Krisenstimmung erzeugt, von der auch der Bolschewismus zu profitieren suchte. Wiederum waren es die Staaten Sao Paulo und Rio Grande do Sul, die sich gegen die Pläne des Bundespräsidenten stellten. Vargas hat nun mit der Verkündung der neuen Verfassung diesem Streit vorerst ein Ende gesetzt, da die Verfassung einem Volksentscheid unterbreitet werden soll, bis zu dessen Durchführung Vargas im Amt verbleiben wird. An der neuen Der- Paris, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse beschäftigt sich mit den Besprechungen zwischen Selbes, Eden und Norman Davis in Brüssel. Havas meldet, daß die drei Staatsmänner bei ihren letzten Besprechungen eine „Gleichheitder Grundsätze hinsichtlich des @ e f a m t Problems des Pazifik feststellen konnten, daß aber die Besprechungen nicht über das allgemeine Gebiet hinausgegangen seien. Weder die Frage der ausländischen Konzessionen im Fernen Osten, noch die des Anttkomintern-Abkommens feien angeschnitten worden. Das „Echo de Paris" meldet, die Frage, welche Mächte zu dem ständigen Verhandlungsausschuß hinzugezogen werden sollen, habe lebhafte Erörterungen hervorgerufen. Ursprünglich hätten nur die Vereinigten Staaten, England und Belgien sowohl in dem Vorstand der Konferenz, als auch in dem ständigen Verhand- lungsaüsschuß vertreten sein sollen. Aber Frankreich habe verlangt, ebenfalls zugelassen zu werden. Italien und Sowjetrußland seien sogleich diesem Beispiel gefolgt, was große Verwicklungen hervorgerufen habe. So sei dann beschlossen worden, daß weder ein Direktionsvorstand, noch ein Derhandlungsausschuß vor Erhalt der japanischen Antwort gebildet werden soll. Der „Matin" befaßt sich besonders mit dem Auftreten des Sowjetvertteters Litwinow-Fin- k e 1 st e i n , der unter knallendem Zuschlägen der Türen nach Moskau abgereist sei. Aus Höflichkeit habe man Sowjetrußland, obwohl es nicht den Neunerpakt unterzeichnet habe, zur Teilnahme nach Brüssel eingeladen. Litwinow-Finkelstein habe aber wieder einmal die elementarste internationale Höflichkeit außer Acht gelassen und sei empört abgereist, weil seine Manöver gescheitert seien. Er habe vergessen, daß die Brüsseler Konferenz ein Versöhnungsversuch sei. Er habe zum größten Erstaunen der anderen Delegierten die Genfer Methoden hervorgeholt und alles getan, um eine mögliche Vermittlung zu verhindern. Litwinow- Finkelstein habe aber auf der ganzen Linie einen diplomatischen Mißerfolg erzielt, denn er habe diesmal weder bei den Franzosen, noch bei den Engländern, noch den Amerikanern Gehör gefunden. Oer ZRing um Schanghai schließt sich. Tokio, 10. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Die japanischen Truppen haben im Laufe der Ver- solgungskämpfe mit den chinesischen Truppen Kashan besetzt und sind damit tief in die feindliche Rückzugslinie vorgestoßen. Gleichzeitig haben sie den. schon vor Tagen beobachteten Anmarsch neuer chinesischer Truppen aus der Gegend von Hanchow gestört. Aus weiteren Berichten geht hervor, daß nach der Vereinigung des nördlichen und des südlichen Flügels der Japaner, die kurz bevor- stände, der Ring um Schanghai geschlossen ist. Der geringe Widerstand, der von den Resten chinesischer Truppenverbände in dem auf der anderen Seite des Wangpu gelegenen Schanghaier Vorort P u t u n g noch geleistet wurde, konnte am Donnerstagfrüh durch die Landung japanischer Marinettuppen gebrochen werden. Gewaltige Brände, die sich auf ein Gebiet von etwa 5 Kilometer Länge erstrecken, kennzeichnen den Rückzugsweg der Chinesen. Keine neue Gelegenheit versäumen! Elbel empfiehlt Berücksichtigung der deutschen Rohstoffwünsche. Paris, 10. Nov. (DNB.) Der Vorsitzende der Radikalsozialen Kammerfraktion, Paul Elbel, befaßt sich im „Oeuvre" mit den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.Elbel spricht von „Ungeschicklichkeiten", die von beiden Seiten begangen worden seien, und glaubt Deutschland den Austritt aus dem Völkerbund sowie die Wiederherstellung der Wehrhoheit im Rheinland zum Vorwurf machen zu müssen. Anderseits gibt er zu, daß Frankreich viele gute Gelegenheiten zu einer Verständigung versäumt habe. Frankreich habe nicht verstanden, eine großmütige G e st e zu machen, Deutschland habe die Gleichberechtigung verlangt und sie sich selbst erobert. Frankreich habe alles verweigert, was es nicht verweigern könnte. Man müsse daraus die Lehre ziehen und sich bemühen, unparteiisch zu sein. Man müsse aufhören, Deutschland allein für schuldig zu erklären und anzuklagen. Wenn Deutsch- land Kolonien und Möglichkeiten für den Erwerb von Rohstoffen fordere, dann habe man den Eindruck, daß damit tatsächlich an die Grundlage des Problems gerührt werde. Wenn Deutschland auf die Behauptung, daß die Rohstoffmärkte für alle offen seien, einwende, ihm fehle das Geld zum Ankauf dieser Rohstoffe, so müsse man ihm recht geben. Aus diesem Grunde empfiehlt Elbel eine loyale Prüfung des wirtschaftlichen Problems, da von der Frage der Rohstoffe und ihrer Verteilung Krieg und Frieden abhänge. Verschärfung der Filmzensur in Frankreich. Paris, 10. Nov. (DNB.) In Frankreich wird die Filmzensur eine empfindliche Verschärfung erfahren. So wird allen Filmen die Aufführungserlaubnis nicht erteilt werden, die dazu geeignet sind, die Armee lächerlich zu machen, das National- gefühl fremder Völker zu verletzen, durch Wiedergabe von verbrecherischen Anschlägen einen gefährlichen Einfluß auf jugendliche Besucher auszuüben oder Spionagethemen behandeln. Alle Filme, die Fragen der nationalen Verteidigung, öffentliche Einrichtungen des Staates oder hohe französische ober ausländische Persönlichkeiten betreffen, sollen erst nach einer Rücksprache mit der staatlichen Filmprüfstelle in Angriff genommen werden. Spaniens Zukunst. Von unserem v. Gff -Berichterstatter. Nachdruck verboten? San Sebastian, November 1937. In ganz Nationalspanien gingen am 29. Oktober die Flaggen auf Halbmast. Der Trauerflor an den leuchtenden rotgelbroten Farben Spaniens kennzeichnete den Sinn des Tages. Zum erstenmal seit Beginn des spanischen Befreiungskrieges gedachte man im nationalen Gebiet derjenigen Männer, die mit der Waffe in der Hand im Kampf gegen den Ungeist der Zerstörung, Verneinung und Vernichtung ihr Leben gelassen haben. Man gedachte auch jener unzähligen Männer, Frauen und Kinder, die wehrlos bolschewistischer Mordgier zum Opfer fielen, gepeinigt, gefoltert und gemartert von den Schergen Moskaus. Ein ergreifendes Bild: Die hochstrebende gotische Kathedrale bis auf den letzten Platz gefüllt von Trauernden — eine Symphonie in Schwarz, begleitet von dunmpfem Trommelwirbel, der bei der Wandlung, dem Höhepunkt des Gottesdienstes, ab- aelöst wird von den majestätischen Klängen der spanischen Nattonalhymne, deren letzte Akkorde verheißungsvoll in die Zukunft klingen. Die Fahnen richten sich wieder auf, Hörnergeschmetter tönt von der Straße herein, auf der die Jugend straff und männlich zum Paradeplatz marschiert, innerlich verschworen, den für die große Idee Gefallenen die Treue zu halten bis zum Sieg. Das Blut von Tausenden und aber Tausenden an den weiten Fronten des spanischen Landes gefallener Männer aller Berufsstände und Altersklassen schlingt ein unsichtbares Band um diese Jugend, aus der das neue Spanien geformt werden soll. Da ihre sichtbarste Organisation ursprünglich d i e Falange de las Jons war, hat man diesen Gefallenen-Gedenktag auf den 29. Oktober festgesetzt, auf jenen Tag, an dem vor vier Jahren der junge Jose Primo d e Rivera in Madrid zum erstenmal mit seinen Blauhemden vor die Öffentlichkeit trat und der daher als Gründungstag der spanischen Falange gilt. Mit unerhörtem Mut versuchten damals die Falangisten, den verführten Mässen ihr Idealbild vom neuen Staat zu entwickeln, mit Begeisterung bekannten sie sich als Vorkämpfer einer sozialen Revolution, rücksichtslos brandmarkten sie die demokratisch-parlamentarische Farce der damaligen Republik. Damals, als die Gummiknüppel der Polizei feben Versuch einer nationalen Demonstration zu Boden schlugen, als es in der spanischen Hauptstadt als Verbrechen galt, „Hoch Spanien" zu rufen, mehrten sich von Lag zu Tag die Blauhemden. Aus allen Kreisen des Volkes kamen die Bekehrten, um teilzunehmen an dem Kampf für die Errichtung eines neuen Spanien unter dem Zeichen der fünf Pfeile und des Joches, dem Wappenschild jener katholischen Könige Fernando und Isabel, den Gründern des spanischen Imperiums. Und als am 18. Juli 1936 einige Vaterlands bewußte Generale das Zeichen zum offenen Kampf gegen das kommunistisch-freimaurerisch-jüdische Unwesen aufriefen, dessen Kräfte Spanien zu zerstören drohten, da waren es eben diese Blauhemden, die sich zur 93er» teidigung Spaniens in Massen erhoben. Inzwischen sind fünfzehn Monate vergangen. Der Krieg hat in diesem Zeitraum ein anderes Gesicht gewonnen. Waren es zu Beginn des Aufstandes mehr ober weniger zusammenhanglose Einzelaktio- nen, Gefechte, die im Sttl der Guerillakriege geführt wurden, so hat sich allmählich mit der Verfügungsmöglichkeit über moderne Kriegswaffen aller Art, die taktische Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen und Verbände herausgebildet, die chrerseits wieder die sttategische Gesamtleitung des Krieges schuf. Die heute wohl durchorganisierte und den Befehlen ihres Obersten Kriegsherrn, General Franco, vorbehaltslos folgende spanische Nationalarmee mußte während des Krieges erft aufgebaut und zusammengeschweißt werden. Daß diese Aufgabe gelungen ist, ohne daß die Kriegshandlungen als solche dadurch gestört worden waren, ist ein außerordentliches Verdienst der militärischen Führung, ein Verdienst, das ebenso den in den ersten Kriegsmonaten gleichgeordneten Generälen der einzelnen Divisionen, wie dem jetzigen Generalissimus General Franco zukommt. Der militärische Instinkt jener Generäle und die Zurücksetzung persönlichen Ehrgeizes im Interesse des Vaterlandes, zusammen mit Francos militärischem Organisationstalent und Weitblick haben diesen Ausbau des Heeres ermöglicht. Hält man sich aber vor Augen, daß der überwiegende Teil dieser Armee sich aus Freiwilligen zusammensetzt, die in in der Hauptsache wieder ursvrünglich bewaffnete Exponenten verschiedener politischer Willensmeinungen im nationalen Lager darstellten, so erkennt man, daß die eben erwähnte militärische Aufbau- und Organisationsarbeit ohne eine entsprechende Hand in Hand mit ihr gehende politische Parallelentwicklung nur schwer mög^ch gewesen wäre. Wie schon eingangs gesagt, stellte die Falange mit ihren Blauhemden, insbesondere in Mittel- und Südspanien das Hauptkontingent der Freiwilligenformationen. In Nordspanien, bis hinüber nach Aragon, waren es dagegen die Kampforganisationen der Traditionalisten, die rotbemützten SRe» g u e t 6 s , die die Hauptlast des Krieges trugen. Die einen wie die anderen waren im Innersten durchdrungen von der Notwendigkeit des Aufstandes gegen jene dunklen Kräfte, die das Vaterland zu zerstören drohten. Beide Organisationen hatten gemeinsam: Die bedingungslose Einsatzbereitschaft, tiefste Vaterlandsliebe und einen ungestümen W i l° l«v -UM Sieg. Einig waren sie sich auch in bet restlosen Ablehnung der parlamentarischen Republik und in dem Willen, sie zu vernichten. In der positiven politischen Zielsetzung allerdings trennten sich ihre Anschauungen. Dem revolutionären Drang der F a l a n g e, em modernes Spanien, in starker Anlehnung an die heutigen europäischen Führer staaten zu schaffen und insbesondere das soziale Leben in Spanien von Grund auf umzugestalten, stand die traditionsgebundene Auffassung der Carl ist en (Requetes) gegenüber, die eine Aufwärtsentwicklung Spaniens von der Wiederaufnahme der vor-liberalistischen, monarchisch-autoritären staatspoli- tischen Grundlinie erhofften. Wenn auch nicht zu leugnen ist, daß diese Divergenz hinsichtlich der Beantwortung der Frage „und nachher?" (nach dem Kriege nämlich) da und dort zu Reibereien geführt hat, so ist doch die Tatsache, daß die kämpferische Zusammenarbeit der beiden Gruppen darunter niemals gelitten hat, ein glänzender Beweis für ihre innere Disziplin. Dem Oberbefehlshaber und gleichzeitigen Staatschef, General Franco, konnte aber dieser Riß in der politischen Zielsetzung seiner beiden besten Freiwilligenorganisationen nicht gleichgültig sein. Insbesondere schon deshalb nicht, weil er weder der einen, noch der anderen Gruppe entscheidenden politischen Einfluß im Werden des neuen Spanien einräumen wollte, da— ganz nüchtern gesprochen — einerseits die Falange noch in keiner Weise zur Uebernahme politischer Verantwortlichkeiten erzogen und ausgereift war und weil andererseits die politische Starrheit der Traditionalisten einen zu großen Hemmschuh für die auch ihm selbstverständliche Notwendigkeit einer Erneuerung Spaniens bedeutete. Angesichts dieser Verhältnisse und beseelt von dem Willen, die in der Jugend dieser beiden Organisationen vorhandenen starken Kräfte dem Vaterland zu erhalten, faßte Franco einen kühnen Entschluß: er legte die beiden Organisationen in einer von ihm neu gegründeten E i n- heitspartei, der „Falange Espanola Tradi- cionalista y de las J.0. N.S“, zusammen und stellte sich s e l b st an deren Spitze. Die Kräfte und Werte der altspanischen Tradition, auf das engste vereint und verschmolzen mit dem Neuerungswillen der Falange sollen Spaniens Zukunft formen. Garantie und Unterpfand hierfür ist das Blut der hunderttausend Toten, die in fünfzehn Monaten im Kampf um Spaniens Befreiung fielen. Ihnen als den Schöpfern des neuen Spaniens zu danken, das ist der Sinn des 29. Oktober. VordeminnerenZufammenbruch in Sowjetspamen? Die Hintergründe der Waffenstillstandsgerüchte. Paris, II.Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit Gerüchten von einem an England gerichteten Waffen st ill st andsgesuch der spanischen Bolschewisten veröffentlicht der „Jour" Meldungen über schwere Mißstirnrnig- keiten unter den Bolschewistenhäuptlingen in Barcelona. Die roten Rädelsführer dächten daran, zurückzutreten, der „Landesverteidigungs-Minister" Prieto wolle in Salamanca einen Schritt für den Abschluß des Waffenstillstandes unternehmen. Seit der Uebersiedelung nach Barcelona sei der Wille zum Durchhalten bei den roten Oberbonzen schwer erschüttert. Auch italienische Zeitungen meldeten, daß die Bolschewistenhäuptlinge England gebeten hätten, in Salamanca für einen Waffenstillstand einzutreten. Die letzten nationalen Erfolge hätten Azana und Companys völlig mutlos gemacht. Wenn kein Wunder einträte, dann scheine der innere Verfall des bolschewistischen Gewaltregimes nahe beoorzustehen. 3um Tode Macdonalds. London, 10. Nov. (DNB.) Dem Unterhaus teilte der Sprecher den Tod von Ramsay Mac - d o n a l d mit. Ministerpräsident Chamberlain schlug als Ausdruck der Trauer des Hauses eine Vertagung der Sitzung vor. In einem kurzen Nachruf hob er die staatsmännischen Fähigkeiten des Verstorbenen hervor. Man könne sagen, daß fein britischer Staatsmann der heutigen Zeit eine tiefere Erkenntnis der internationalen Geschehnisse besessen habe als Macdonald. Nachdem A 111 e e im Namen der Opposition und der Labour-Party und Sir Archibald Sinclair im Namen der Liberalen über den Verstorbenen gesprochen hatten, vertagte sich das Unterhaus. Wie verlautet, wird Macdonald in seiner schottischen Heimatstadt Lossiemouth auf dem Friedhof von Spynie Kirk in der Familiengruft beiaefetzt werden. Der Dampfer „Reina del Pacifico , auf dem Macdonald gestorben ist, wird zum 15. November in Bermuda erwartet. Dort wird der Leichnam auf ein anderes Schiff gebracht, das ihn nach England zurückbringen wird. Der Dominienminister MalcolmMacdona Io, der an den Brüsseler Neunmächtebesprechungen teil» nahm, befindet sich auf der Rückreise nach London. Langemarck mahnt die deutsche Lugend. Don Ludwig Geiger. NSG. In diesen Tagen weilen die Gedanken bei den Toten des Friedhofes von Langernarck. Aus Kriegsfreiwilligen und Landwehrleuten wurde im August 1914 eine neue Armee aus dem Boden gestampft, die sich in ihrer Masse aus Studenten und Schülern der höheren Schulen zusammensetzte. In wenigen Wochen war sie notdürftig ausgebildet worden, um im äußersten Norden der Westfront, in Flandern, zur Umfassung des enZlisch-französi- schen Heeres eingesetzt zu werden. Aus den Hörsälen und höheren Schulen war Deutschlands Jugend zu den Waffen zusammengeströmt. Die bunte Mütze wurde nut dem Helm vertauscht. Unter fröhlichen Gesängen fuhren sie nach Westen und marschierten der flandrischen Front entgegen. War auch ihre Ausbildung nur dürftig, um so mehr waren sie mit ihrem Herzen bei derSache, was sie später zu so einzigartigen Leistungen befähigte. Ganze Universitäten schienen geschlossen in den Krieg zu ziehen, Professoren und Studenten. Mit ihnen Arbeiter und Bauern. Alle hatten den Willen, tapfer und treu zu jein, ihrem Vaterland in seinen schwersten Stunden zu helfen. Oestlich von P p e r n trafen die jungen Regimenter auf die englische Hauptstellung, die von ihnen genommen werden sollte. Ohne Artillerievorbereitungen schritten die Anariffskolonnen vor gegen kampferfahrene Truppen. Jeder Tag brachte ihnen grauenvolle Verluste. Immer wieder kamen neue Reihen. Vergeblich wurde gegen die Stellung der Gegner angelaufen. Ein erbittertes Ringen setzte ein um die flandrischen Dörfer, in deren Mitte Langernarck lag. Wenn auch zwei Drittel ihrer Kameraden auf dem Schlachtfelde blieben, Sturm auf Sturm brandete über das Leichenfeld gegen einen unsichtbaren Feind, dem die Natur eine günstige Verteidigungsstellung geschenkt und der mit einer Zähigkeit ohnegleichen jeden Strauch, jeden Hof, jeden Graben ausgebaut hatte. Mit dem Deutschlandlied auf den Lippen stürmten sie vorwärts in den Tod. Niemand weiß, wer das Lied zuerst anstimmte, aber sieghaft erhob es sich über das Sterben einer jungen Generation. Mit Recht und voll Stolz hat sich d a s d e u t s ch e Studententum zum Träger des Gedankens von Langernarck gemacht, der lange Zeit vom deutschen Volk vergessen schien. Es feiert keinen Sieg, es feiert den Opfergang der heldischen Jugend, der alle Siege überglänzt. Der Friedhof von Lange- marck wurde in den Jahren 1928 bis 1932 von der Deutschen Studentenschaft zu einem würdigen Ehrenmal ausgebaut, das das deutsche Studententum für die aefamte deutsche Jugend übernahm mit der Verpflichtung, das Vermächtnis von Langernarck für alle Zeiten dem deutschen Volke lebendig zu erhalten. Nach dem Willen des Führers roirb die ßangemarcffeier künftig eine Feier der Studentenschaft sein. An allen Hoch- unb Fachschulorten bes Deutschen Reiches werben am 11. November öffentliche Kunbgebungen durchgeführt. Das unter dem Reichsstubentenführer Dr. Scheel jtarke geeinigte Studententum ist stolz auf diese Tradition und greift heute mit Entschlossenheit die Symbole auf, die ihm in den Jahren der inneren Uneinigkeit und Zerrissenheit verloren gegangen sind. Langernarck mahnt die deutsche Jugend an die Pflichten, die sie tagtäglich zu erfüllen hat. Wir leben heute in einem Deutschland, in dem der Führer von jedem einzelnen verlangt, daß er sich mit aller Kraft für die Volksgemeinschaft einsetzt. Dazu ist es nötig, in Kameradschaft z u - sammenzu stehen. Studenten und Arbeiter wollen diese Kameradschaft halten, die sich im Krieg in ihrer reinsten Form geprägt hat. Es war eine einzige große Gemeinschaft, als im Oktober und November 1914 die „Kinderregimenter" bei Lange- marck immer wieder zum Angriff oorgingen. Die deutsche Geschichte beweist, daß unsere Studenten bei allen entscheidenden Umwälzungen Pionierarbeit geleistet haben. Aber Schulter an Schulter kämpfte mit ihnen die Jugend aus allen Schichten bes Volkes. Unb wie im Kriege Schlosserlehrling, Student und Jungbauer beim Angriff als Kameraden auf gleicher Höhe blieben und jeder es als eine Schande ansah, zurückzubleiben, so müssen heute im politischen Kampf unserer Tage alle in gleicher Front vorwärts marschieren. Die heuttge Zeit stellt alle vor gewaltige Aufgaben. Im Geist der Kameradschaft von Langernarck wollen mtf ie lösen! * Der Reichsstudentenführer, ^-Standartenführer Dr. Scheel, wird am 11. November 1937, 16 Uhr. an dem von der Deutschen Studentenschaft gesoffenen Ehrenmal auf dem Langemarckfriedhof in Langernarck in Begleitung von zehn Amtsleitern der Reichsstudentenführung und einem Vertreter Dr. Leys und zehn Werkscharführern zum 23. Jahrestag des Sturmes von Langernarck einen Kranz niederlegen. Zur selben Stunde wird a n allen Hoch- und Fachschulen bes Reiches von ben örtlichen Studentenführern ebenfalls der Gefallenen von Langernarck gedacht werden. Volkskunde im Gau Heffen-Raffau. NSG. Am Sonntag, 14. November, wird wäh- renb der Gaukulturwoche im „Kleinen Haus" in Darmstadt die „Gauarbeitsgemeinschaft für Deut- che Volkskunde" gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft wurde für das Reich am 4. Januar b. I. von ben Reichsleitern Rosenberg, Darre, Hier!, Himmler unb v. Schirach gebildet. Die Arbeitsgemeinschaft setzt ich zum Ziel, das Wesen und die mannigfaltigen Lebensäußerungen unb Lebensformen unseres Volkes zu ergrünben. Ihre Arbeit wirb aus ber Erkenntnis betrieben, baß bie Rasse ber Kern bes Volkstums ist. Daher erfolgt bie Arbeit in engster Zusammenarbeit mit ber Vorgeschichte unb Rassenkunbe, auch mit ber Sieblungs- unb Sprachkunbe. Sie wirb neben bem Brauchtum unseres Volkes bas Volkslied, den Volkstanz und das Volksspiel betrachten, Märchen und Sagen werden nach ihrer Ursprünglichkeit und ihrem, wahren Sinn erforscht werden. Aber auch Handwerk, Volkskunst und Hausbau in ihren örtlichen Erscheinungsformen werden Gegenstand von Untersuchungen sein. Einen wichttgen Platz wird die Familien- und Sippenkunde einnehmen. Unter ber Leitung des Gauschulungsleiters bearbeiten Parteigenossen unb Angehörige ber Gliederungen unb angeschlossenen Verbänbe bie verschobenen Sachgebiete heimischen Volkstums. Zahlreiche Volksgenossen, bie volkskundliche Arbeit leisten, haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Die straffe Aufteilung der Arbeitsgemeinschast gibt Gewäht für eine erfolgreiche Arbeit. Der Gauleiter wird zur Eröffnung bas Wort ergreifen unb bie Mitglieber verpflichten. ^-Haupt« sturmführer Dr. Strobel aus bem Stabe bes 'Reichsbauernführers, Leiter bes Referats Schulung in ber Reichsarbeitsgemeinschaft, wirb über „Zi?l unb Aufgaben einer beutschen Dolkskunbe" sprechen^ Gauschulungsleiter Ruber spricht über bie besonderen Aufgaben im Gaugebiet. Rhein-Mainische Rundfunkschau auf der Gau-Kulturausstellung. NSG. Seit Jahren findet in Frankfurt auf bem Festhallengelände roieber eine große Runbfunk- ausftellung statt. Sie soll im Rahmen ber Gäukulturwoche Hessen-Nassau als Teil ber Gaukulturausstellung eine Leistungsschau bes Runb- funts im Gau Hessen-Nassau sein. Hier wirb bie Runbfunkinbustrie bie neuesten Gerätetypen zeigen. An die Geräteschau werben sich Darstellungen ber Hauptstelle Runbfunk ber NSDAP., ber DAF., ber HI. unb bes Reichsnährstanbes anschließen. Ein Tonfolienschreiber gibt jebem Besucher bie Möglichkeit, seine eigene Stimme auf einer Schallplatte mit nach Hause zu nehmen. Be- sonberes Interesse dürften auch bie Stände ber Deutschen Reichspost erwecken, bie bie neueste Entwicklung bes Drahtfunks, bie Bilbtelegraphie, ein Mobell bes Fernsehsenbers auf bem Feldberg und ihren Entstörungsdienst zeigen wird. Das Fernsehen wird erstmalig im Gau Hessen-Nassau gezeigt werden. Die kulturellen, politischen und technischen Leistungen des deutschen Rundfunks werden auf großen Tafeln und statistischen Ha Stellungen gezeigt werden. Außerdem wird ber Reichs- fenber Frankfurt während der Ausstellung in einem Senderaum bei der Arbeit zu sehen sein. Jeder Bejucher wird Einblick in die umfangreiche, technische und programmgestaltende Tätigkeit eines deutschen Reichssenders nehmen können. Schöne alte Zinnsoldaten. Das Steckenpferd eines englischen Generals. Zinnsoldaten! Als Kinderspielzeug sind sie heute aus der Mode und durch Die haltbaren Plastilinsoldaten ersetzt. Aber dafür sind sie zu späten Ehren gekommen als Gegenstand ernsten Sammeleifers. In ihren historisch echten Kostümen und ihrer oft künstlerisch schönen Ausführung werden sie sowohl von Museen als auch von privaten Liebhabern begehrt. Einer, der im Alter von dieser Sammelleidenschaft ergriffen ist, ist der engliche Generalleutnant Sir George Mac Munn, der in ber „Morning Post" über seine Liebhaberei plaubert „Fast fünfzig Jahre lang", schreibt General M a c Munn, „habe ich unseren Königen in allen Erbteilen als Solbat gebient, unb jetzt im achten Jahrzehnt sitze ich unb beobachte, wie die Welt sich dreht und alles einmal wiederkehrt. Und eine der Beobachtungen, die mich am meisten fesselt, ist das Abklingen pazifistischer Ideale und die Rückkehr der menschlichen Rasse zu Kampfbereitschaft, besonders in der Form, die unseren Knaben wieder Soldaten als Spielzeug erlaubt noch all den Menagerien und Bauernhöfen. Aber ich selbst kehre auch zu den Freuden meiner Knabenjahre zurück, denn ich bleibe vor den Spielzeugläden stehen und starre die soldatischen Aufmärsche in der Auslage an, ja ich spiele selber mit Soldaten, ich, mit einer Brust voll Orden und Bändern, und was noch alles! Vor drei Jahren wurde das Haus meiner Mutter verkauft, und zwischen dem Gerümpel fand sich eine Kiste mit wohlgeordneten Schachteln, in denen vor mehr als fünfzig Jahren meine Kindersoldaten sorgsam für mich weggepackt worben waren. Ich hatte eine große Sammlung ber alten Art, bie kleinen, bie nur zwei Zentimeter hoch find. In meiner Kinbheit besaßen nur bie Söhne von Plutokraten bie große Sorte, bie wahren Enthusiasten hatten Massen von den kleinen, die besseren mit grünen Ständern, die billigeren ohne diese. An den neueren ist etwas Fremdes, unb ich weiß auch, was es ist: ber Geruch. Man benutzt yeute einen Lack, ber anbers riecht als ber alte Erinnert ihr euch, ihr jungen Männer von siebzig Lenzen, an den herrlichen Geruch einer neuen Schachtel voll Soldaten zwischen Boden von Seidenpapier? Nun, er ist verschwunden, geheimnisvoll uergangen. Vielleicht liegt es daran, daß man jetzt englische Farbe benutzt und nicht Farbe aus Deutschland, woher so viele der alten Sorte kamen. Zinnsoldaten haben ihren Zauber durch die Jahrhunderte bewahrt. Ihre Tragödie liegt nur darin, daß Jungen zerstörerische kleine Teufel sind und so viele zerbrechen, daß nur wenige aus alter Zeit erhalten bleiben. Ich erinnere mich, daß ich einmal ein Regiment Friederizianischer Soldaten hatte in gelben Uniformen mit Dreispitzen, aber sie wurden mir zu früh gegeben. Einer überlebte mehrere Jahre, aber ist dann auch verschwunden, und mit ihm ein echtes Stück der alten Zeit. Denn sie waren sicher Originale aus dem 18. Jahrhundert. Wo sind heute die Soldaten von Höchstädt und Dettingen, die für die Jungen jener Zeit gemacht wurden? Und ich zweifle nicht, daß zu Cromwells Zeiten seine Reiter in Zinn wie in Pappe zu haben waren. Die Zinnsoldaten vor 50 unb 60 Jahren waren Marksteine ber Weltgeschichte. Es gibt Franzosen unb Chinesen aus bem Krieg 1860. Wißt Ihr noch. Ihr alten Krieger, biefe herrlich gemalten flachen Solbaten, bie ein Onkel Euch in einer runden Holzschachtel aus Paris mitbrachte? Ich habe in meiner Sammlung prachtvolle Stücke aus den afrikanischen Kriegen mit Zulukraals und Kaktushecken und Tommis in Helmen oder Turbanen, mit roten Jacken und weißen Breeches und Ambulanzen und Tragbahren. Da sind auch die ersten marschierenden Ashantis und ein Kafferntrommler, ber ein Tam- Tam schlägt, bas mit Schübeln behangen ist. Es gibt Soldaten aus dem deutsch-ftanzösischen Kriege und aus bem russisch-türkischen unb Zuaoen unb Spahis, alle in biet unb in flach. Vor mir steht eine große Abteilung englischer Infanterie mit bem Albert-Tschako, so frisch in ihren Farben, als wären sie gestern gemacht, obwohl ich sie seit fast 60 Jahren habe. Sie tragen ben Stempel Paris, so wie eine oollstänbige Sammlung ber französischen Marschälle. Unb ba sinb auch Colin Campbells Dreiundneunziger aus bem Krimkriege, eine Mörserbatterie von ben Höhen von Sebastopol, mit Haufen unb Granaten unb Schanzkörben unb Lagerszenen mit Kantinen unb Feuern. Ich finbe viel Hochländer mit übermäßig kurzen Kilts unb einen Oberst zu Pferbe ebenfalls mit sehr kurzem Kilt. Dieser Oberst ist sicher in Deutschlanb gemacht worben. Natürlich gibt es auch Massen von Kavallerie, Husaren unb Lanzer unb Leibgarbe, von ber Sorte, die mit kleinen Dornen an ihren Pferden festgemacht sind und abgenommen werden können und bie anderen aus einem Stück. Artillerie finde ich nicht viel, eine Reibe blauer und roter Lafetten mit vergoldeten Kruppschen Kanonen und Protzen im Galopp. Aber von Szenenstücken habe ich eine zanze Sammlung, von bem Bayern, ber einen Franzosen mit bem Kolben seines Zünbnabelge- wehrs nieberschlägt, bis zum Tob bes Prinzen Lulu. Aber am besten erhalten von allen — unb ich erinnere mich, wie sie währenb meiner Genesung nach ben Masern ankamen — ist ein Pontonzug bes französischen Geniekorps mit Bohlen unb Planken unb einer richtigen Pontonbrücke. Der Soldaten- fabrikant von heutzutage kann sich an seinen Vorgängern ein Beispiel nehmen unb roieber solche Sachen machen zur Verbreitung von Wissen unb von Begeisterung für wohlgetane Pflicht, was auf bem Grunbe biefer ganzen Spielerei liegt. Aber jetzt packe ich meine Solbaten roieber in ihre Schachteln, fest entschlossen, in ben Jahren, bie noch vor mir liegen, sie roieber zu einer Sammlung aufzufüllen unb sie vor ben zerstörerischen Fingern von Enkeln zu bewahren, es sei benn, wir packen sie zusammen aus. Eines Tages, wenn bas Lon- boner Museum ober andere ehrenwerte Hüter ein Interesse an ihnen nehmen, sollen sie sie haben!" B. Gchulschiffin schwerem Weiter von Kurt Bock. „Ho riet! Ho riet!" brüllen die pitschnassen Jungs und holen das Großsegel ihres Schulschiff-Ewers dicht an den Südwestwind. Mit ihnen schippert Käpten Finow, der Rote Franz — so benannt in allen Häfen und vor jeder Toonbank der Niederelbe wegen seines brandigen Sabberlatzes von Bartkrause —, schon zwei Tage zwischen Brunsbüttel und dem Neuyorker Feuerschiff durch den griesen Nebel und den saftigen Schmutt von Strichregen und pfundigen Böen. Daß ihnen die Ferientage von Petrus etwas vermanscht werden, macht bie gebräunten Gesichter nicht mulmig; immerzu setzt es Arbeit, Knaatsch und Gelächter genug über und unter Deck, und grab am lustigsten geht's zu, wenn ber Häuptling von ber Brücke seine fettenlangen Sprüche wettert über ben vermalebeiten Nebel, ber all bie aus» laufenben Lüttfischer, Krappenschaluppen unb Wattkutter zu nah vor ben Bug kommen läßt. Eben noch lud freundlicher Mief ins Logis zu einer Muck Kaffee, da ruft schon die, Trillerpfeife auf Deck zurück, weil Tide und Wind einen heftigen Stiem gegen bie Planken ballern. Zwei Reffe werben eingesteckt, bie Luken bicht verschalt; bie Küste ist bereits irgenbroo versackt, schon wäscht Brecher nach Brecher über Borb. Der Ausguck melbet lauthals Licht auf Luvseite. Die Bengels starren in allem roilben Werkeln aufgeregt hinüber: Da! Wieber eine Notrakete! Ihr Käpten stemmt sich ins Steuerrab, brüllt „all Mann" an bie Schoten zur Wenbe, baß ber Ewer ächzenb burch ben Winb breht unb aufkreuzt. Dort taucht bunkelbrohend aus Dämmerung unb Dünung ber Klumpen auf — näher, näher — „Ein Tramp-Dampfer! Ein Frachter! Der hat bannig Schlagseite!" rufen bie Jungs zur Brücke hinauf, als ob Franz bas nicht längst gesichtet hätte. Tatsächlich spült ber Seegang bis ans Steuerborb-Schanzkleib, die Ladung hängt bereits bedrohlich über, der ganze Pott torkelt und krängt. Jetzt hat der Havarierte ben Ewer erspäht, fein Telegraph läutet, Dampf zischt ab, bie Schraube stoppt, mahlt ben Strubel rückwärts. Jeber ber Bengel möchte nun seine Kunst ber Flaggensprache beweisen, aber Heiner, ihr Aeltester, steht bereits breitbeinig in ben Seilen bes Deckaufbaus unb winkt — alle lesen sie bie Antworten brüben ab: „Halten burch. Brauchen Lotsen. Wir schicken Jolle." Schwer schaukelt brüben bas kleine Boot zu Wasser unb klettert mit hustenbem Motor über bie stürzenben Wogenkämme heran. Die Schüler lassen bas Fallreep leefeits herab unb fangen ben über» fpringenben Mann auf. Nach knappem Bericht wählt ber Rote Franz feine vier Stärksten zur Hilfe; bie hopsen mit in bie Muckepicke unb tanzen hinüber. Hui, fieht's da aus! Gleich muß Heiner als Lotse auf bie Brücke zu bem Riesen in Oelrock und See- ftiebeln, der ihn die Leiter hinaufzerrt, die anderen helfen, die wertvolle Bohlenfracht festzulaschen. Wurfleinen holen die Laschinasketten dicht, und die Winschenkrane rattern. Die Ladung steht bis zum Brückenhaus hochgetürmt unb ist von ber Norbsee bös oertebbert, überlaftig. Nach achtern zu haben bie Fahrensleute eine wacklige Brücke über bie Balken gezimmert, auf ber sich bie Jungkerle an» binben, um nicht unversehens mit ber Fracht koppheister zu gehen. Heiner inbes steht hinterm Kompaß ins Rab verbissen unb steuert stolz hinter seinem Käpten Finow in Kiellinie her. Bis sie nach vier schlimmen Stunden durch die Finsternis das Feuerschiff anpeilen können unb ben Elblotsen anforbern. Als Dank für bie Hilfe unb gerettete Fracht haut ber Seestiebelriese Heiner bie Schulter ein unb schüttelt allen vier Jungens ben Arm aus bem Gelenk. Ein heiseres Hipp-hipp krächzt ihnen nach, als bie Lotsenjolle sie zum Roten Franz zurückjumpt. Noch heute prunkt im Ewerlogis bas gerahmte Ehrenschreiben ber Reeberei, unb bie gesamte, feit langem so sehr bebürftige Beseglung, Plünnen wie Takelzeug, ist funkelnigelnagelneu. Militärgerichte in Palästina. Die Nnruheli dauern an Beirut, 10. Nov. (DNB.) In politischen Kreisen Beiruts spricht man davon, daß der Groß- mufti, der vorläufig noch im Libanon bleiben wird, in wenigen Wochen in einen, dem französi- scken Mandatsgebiet benachbarten Araber st aat abreisen werde. Bon den Behörden ist ihm die Ausreise überallhin mit Ausnahme von Syrien freigestellt worden. Das von der englischen Mandatsregierung aufgelöste arabische Komitee für Palästina, dessen Mitglieder nur teilweise auf einsame Inseln des Indischen Ozeans verbannt worden sind, während andere fliehen konnten, soll sich in einem benachbarten Araberstaat — wahrscheinlich in der Hauptstadt des Irak, Bagdad — neu bilden. Es ist möglich, daß das Komitee wieder unter Führung des Großmufti steht. Die Mandatsregierung kündigt „im Hinblick auf die fortgesetzten Mordtaten und Sabotageakte" die Einrichtung von Militärgericht shöfen für ganz Palästina an. Unter ihre Zuständigkeit fallen das Schießen auf Personen sowie das Tragen von Waffen. Auf diese Vergehen steht Todesstrafe, während Sabotageakte und gewaltsame Beeinflussungen entsprechend bestraft werden. Die Urteilssprüche müssen vom Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina bestätigt werden. Seine Entscheidung ist endgültig. Aus dem ganzen Lande werden Schießereien und Sabotageakte an den Telephonleitungen gemeldet. In Jerusalem kam es ebenfalls zu Ausschreitungen, bei denen ein Araberscheich und ein Jude schwer verletzt wurden. Die Stimmung in der Bevölkerung ist sehr gedrückt. Im Zusammenhang mit der Erschießung von fünf Juden in der Nähe von Jerusalem sind 15 Araber verhaftet worden. Da es trotz der zahlreichen Bluttaten bisher noch nie gelungen ist, die Täter zu fassen, sieht die Bevölkerung den Erfolgen der jetzt in Kraft tretenden Militärgerichtsbarkeit mit einiger Skepsis entgegen. polen in seinen Entscheidungen selbständig. Warschau, 10. Nov. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur stellt zu der Meldung der französischen Havasagentur, daß der Geschäftsträger der Sowjetunion in Warschau bei Außenminister Beck „interveniert" und erklärt habe, die Sowjetunion würde einen BeitrittPolens zu dem deutsch-italienisch-japanischen Abkommen als einen feindlichen Akt ihr gegenüber betrachten, fest, daß diese Meldung d e r Wahrheit nicht entspreche, da eine derartige Aktion bei Außenminister Beck gar nicht stattgefunden habe. Im übrigen wäre sie völlig gegenstandslos gewesen, da sich die polnische Regierung in ihren Entscheidungen allein von den Erfordernissen der polnischen Staatsraison leiten lasse. In Rom wurde auf eine Anfrage, ob Italien auf den sowjetrussischen Protest antworten werde, in der Pressekonferenz erklärt, daß Italien keine Antwort erteilen werde. Zulassung neuer Baustoffe und Bauarten wird von Reichs wegen geregelt. Berlin, 10. Nov. (DNB.) Neue Baustoffe und Bauarten, die noch nicht allgemein gebräuchlich oder bewährt sind, wurden bisher in den einzelnen Län- dern gesondert baupolizeilich zugelassen. Abgesehen davon, daß es sehr viele Derwaltungsarbeit erforderte, war es auch für die Industrie eine starke Belastung, sich diesen zahlreichen einzelnen Verfahren zu unterwerfen. Auch läßt es sich nicht mehr vertreten, daß Baustoffe und Bauarten in einem Lande zugelassen und in einem anderen verboten werden. Endlich ist es für die Durchführung des Vierjahresplanes unerläßlich, daß neue Baustoffe und Bauarten von einer Stelle für das ganze Reich nach denselben Grundsätzen beurteilt werden. Zu diesem Zwecke wird der Reichsarbeitsminister künftig über die baupolizeiliche Zulassung neuer Baustoffe und Bauarten bestimmen, wenn diese allgemein für das ganze Reich oder für Teile des Reiches ausgesprochen werden soll. So werden künftig die Zulassungen von Reichs wegen geregelt und durchgeführt und neue Baustoffe oder Bauarten nur diesem einen Verfahren unterworfen. OieHochschulesürLehrerimien-Bildung in Koblenz. Koblenz, 10. Nov. (DNB.) Die neue Hochschule für Lehrerinnenbildung in Koblenz wurde nach Begrüßungsworten von Professor Dr. König, dem Leiter der Hochschule, und Gauleiter Staatsrat S i - m o n , von Reichserziehungsminister R u ft eröffnet. Die Arbeit der Hochschule werde sich nicht erschöpfen in der Heranbildung junger Erzieherinnen und Lehrerinnen, sondern sie müsse bereits bei ihrer Arbeit hinausgreifen in Stadt und Land und spürbar werden als Stärkung des Volkstumkampfes der Grenze. Jeder deutsche Erzieher müsse sich rückhaltlos zur Rassenlehre bekennen. Die Frau gehöre nicht nur an den Kochtopf und in den Haushalt, sondern ebenso wie der Mann in die Familie und damit in das Volk. Damit sei die besondere Mission der Lehrerinnen gekennzeichnet. Die Leh- rerinnen-Hochschule möge eine neue, frohe, an Leib und Leben gesunde Jugend erziehen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem KöniyvonJtalien und Kaiser von Aethiopien zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Reichsminister Dr. G o e b b e l s besuchte die Kunstausstellung „Hilfswerk für deutsche bildende Kun st" in Berlin. Kunstmaler Koch-Zeuthen führte ihn in Vertretung des Leiters der Ausstellung, Professor Schweitzer, durch die Räume. Auf Grund der durch das Umsichgreifen der M.a ul - und Klauenseuche verstärkten Beanspruchung der Dienststellen des Reichsnährstandes hat der Reichsbauernführer angeordnet, daß der für den 25. bis 28. November angesetzte Reichs- bauerntag nicht stattfindet, um mit allen Mitteln einer Weiteroerbreitung der Seuche vorzubeugen. * In Berlin wurde von Staatssekretär von Mackensen und dem Gesandten Mastny ein deutsch - tschechisches Verrechnungsabkommen unterzeichnet, das an die Stelle des alten Abkommens vom Jahre 1934 tritt. Die Wertgrenzen für die Einfuhr tschechoslowakischer Waren in Deutschland und die Kontingente für die Einfuhr deutscher Waren in die Tschechoslowakei sind in einem solchen Umfange erhöht worden, daß der Warenaustausch zwischen den beiden Ländern im Jahre 1938 erheblich größer sein wird als in den letzten vier Jahren, d. h. seit Einführung der Devisenbewirtschaftung. Diese günstige Entwicklung hat es ferner ermöglicht, auch für den Reiseverkehr aus Deutschland in die Tschechoslowakei einen höheren Betrag zur Verfügung zu stellen. Bei einem Festabend derSektion „A u st ri a" im Deutsch - Oefterreichischen Alpenverein in der Wiener deutschen Gesandtschaft teilte Botschafter v. Papen mit, daß der Führer und Reichskanzler dem Obmann des Hauptausschusses des Deutschen und Oefterreichischen Alpenvereins, Universitätsprofessor v. Klebelsberg (Innsbruck), dem Obmann der Sektion „Austria" Hofrat Pichl, sowie dem Geschäftsführer der „Austria" Julius G a l l i a n , das Olympische Ehrenzeichen verliehen habe. Der italienische Gesandte in Prag ist beim tschechoslowakischen Außenminister vorstellig geworden, um gegen kommunistische Angriffe im Parlament auf den Faschismus und dessen Führer zu protestieren. Der Minister hat über die Haltung der kommunistischen Minderheit im Prager Abgeordnetenhaus seine Mißbilligung geäußert und dem italienischen Gesandten sein lebhaftes Bedauern ausgesprochen. * Die Behörden von Santiago de Chile verboten am Dienstag die weitere Aufführung des Films „De Regreso", der nach dem berüchtigten Buch von Remarque „Der Weg zurück" gedreht worden ist. Der Film wurde als antinational und antipatriotisch bezeichnet und darf in ganz Ehile nicht mehr gezeigt werden. * Der belgische Außenminister Spaak hat dem König den Auftrag zur Regierungsbildung zurück- gegeben, da von den Liberalen und Katholiken Bedenken geltend gemacht worden waren, die aus dem Wege zu räumen, ihm nicht gelungen ist. Unter Sozialisten, Katholiken und Liberalen besteht keine Einigkeit mehr. * Der nationale spanische Heeresbe- r i ch t vom Mittwoch lautet: An der Aragon-Front führte der Feind im Abschnitt Sabinanigo mehrere Angriffe auf unsere Stellungen durch, die jedoch sämtlich energisch zurückgeschlagen wurden. An den anderen Fronten nichts neues. * Das Rekrutierungsbüro für Freiwillige der Marinereserve in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands (Ulster), wurde durch eine Minenexplosion zerstört, die in der ganzen Stadt gehört werden konnte. Mehrere Leute entkamen wie durch em Wunder schweren Verletzungen. Die Polizei erklärte, daß man Spuren eines Zeitzünders gefunden habe. Elektrizität in der Landwirtschaft. Die ländliche Bevölkerung ist an dem Gesamt- Verbrauch von Elektrizität in Deutschland nur mit 1,8 v. H. beteiligt, obwohl die Landwirtschaft noch immer 30 v. H. der gesamt-deutschen Bevölkerung umfaßt. Vieles mag zu diesem allzu geringen Verbrauch beigetragen haben: Vor allem waren der Landwirtschaft seit der Inflation bis 1933 überwiegend nur magere Jahre beschert, Jahre, in denen vielfach allein der Verkauf von Milch und Milch-Erzeugnissen Bargeld auf den Hof brachte. Unter solchen Umständen war die Neigung gering, für irgend etwas, was nicht unbedingt und ganz unerläßlich war, Geld vom Hofe hinausgehen zu lassen. Es ist nun einmal so, daß der Landwirt — und wie gerade diese Krisenjahre gezeigt haben, nicht ganz mit Unrecht — am liebsten im weitesten Umfang Selbstversorger ist. Nach diesen Gedankengängen „rechnet" Holz aus eigenem Betrieb nicht, wohl aber Elektrizität, die von außerhalb bar gekauft werden muß. Aber nun vollzieht sich ein Wandel. Die Arbeitskräfte werden rar und insbesondere auf der Bäuerin lastet eine oft allzu große Arbeit. Und auf der anderen Seite geschieht alles, um Brennstoffe wie Holz nicht verschwenderisch in Rauch aufgehen zu lassen, sondern für andere Zwecke zu guten Preisen zu nutzen. Unter diesen Umständen hat das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft einen interessanten Versuch gemacht, um auf praktischem Wege die Neigung der Landwirtschaft zu vermehrtem Elektrizitätsoerbrauch zu prüfen. In verschiedenen deutschen Landschaften wurden Elektroherde, Futterdämpfer und Heißwasser-Speicher leihweise zur Verfügung gestellt. Der Bauer hatte sich nur zu verpflichten, die Geräte normal auszunutzen und den Strom nach dem ortsüblichen Tarif zu bezahlen. Es wurden auch örtliche Verschiedenheiten berücksichtigt, indem sowohl Zuckerrübenbauern wie Weingärtnerbetriebe wie Hopfenbauern herangezo- gen wurden, also Betriebe, in denen es je nach ihrer Eigenart entweder kein oder etwas ober reichlich wirtschaftseigenes Holz gab. Das Ergebnis war: Sämtliche Elektroherde wurden übernommen; 39 Futterdämpfer wurden behalten und 6 zurückgegeben, dagegen fanden nur 25 Heißwasser-Speicher Anklang, während 17 abgelehnt wurden. Weiter wurde festgestellt, daß ein Strompreis von 6 bis 10 Rpf. die Kilowatt-Stunde am Tage und von höchstens 4 Rpf. in der Nacht als oberste Grenzen der Wirtschaftlichkeit anzu- sehen sind. Hier kommt eine Eigenart der Elektrizitäts-Industrie der Landwirtschaft zu Hilfe. Seit Jahren sucht die Elektrizitätserzeugung, die auf die äußersten Spitzenleistungen für Höchstbedarf eingestellt sein muß, auch zu billigen Strompreisen einen erhöhten Stromabsatz zu nutzungsarmen Tageszeiten. Wenn sich hier ein Ausgleich zwischen landwirtschaftlichem Elektrizitätsbedarf und Elektrizitätslieferung in nutzungsarmen Tageszeiten erzielen läßt, so kann Strom zu recht billigen Preisen zur Verfügung gestellt werden. Es ist nicht geplant, die Elektrizitätsversorgung der Landwirtschaft gewaltsam voranzutreiben. Noch stellt der Dier- jahresplan vordringliche Ausgaben. Wohl aber soll eine künftige Entwicklung vorbereitet werden, die aus sich selbst werbende Kraft entfaltet und dabei auch das Rezept berücksichtigt, das schon in dem Märchen vom Wettlauf des Hasen und Igels feinen Niederschlag gefunden hat. B. R. Aus aller Wett. Fernsehen für Fernsprechteilnehmer. Auf der 21. Post- und Telegraphenwissenschaftlichen Woche in München teilte der Abteilungsdirektor im Reichspostministerium Dipl.-Jng. Banne i tz mit, daß nach einer neunjährigen Entwicklung des Fernsehens durch die Deutsche Reichspost nunmehr alle grundsätzlichen Fragen gelüst seien und dem praktischen Einsatz nichts mehr im Wege stehe. Die zur Zeit in Berlin im Aufbau begriffene Fernseh-Sendeanlage für 441- Zeilen-Fernfehbilder werde voraussichtlich Ostern 1938 in Betrieb genommen. Die Bauten für die Fernsehsender auf dem Brocken im Harz und auf dem Feldberg im Taunus seien fertiggestellt, mit dem Einbau der technischen Einrichtungen werde demnächst begonnen. Die Eigenart der Ultrakurzwellen und die breiten Frequenzbänder gestatteten es nicht, ganz Deutschland drahtlos mit einem Fernseh-Rundfunk zu versehen. Hier werde eine drahtfunkmäßige Übertragung eingesetzt werden, bei der bis zu 2 Kilometer das Fernsehen jedem Teilnehmer über normale Fernsprechleitungen zugeführt werden könne. Für größere M M W» -Wtz-W UM M MM ■■ v / > >. < ..... i- WWW £ H- V > ä» <* MD MW- - , V, < Ä W S WO retten unverändert zu erhalten,verwenden wir abgedichtete TROPENPACKUNGEN Sie schützen den «Inhalt vor allen Schwankungen des Wetters und sichern -Ihnen einen vollkommenen Rauchgenuss. OVERSTOLZ 4%PF. (01) ne AUSLESE 6 PF. OHNE MUNDSTÜCK jede Tabak-Mischung sie am besten schmeckt. 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Frau Schiller hat 1927 ihr Diplom-Examen in technischer Physik an der Technischen Hochschule München bestanden und war als Ingenieur bei der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt und anschließend bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt tätig. Dort begann sie 1929 außerhalb ihrer Dienstzeit mit der Ausbildung zur Flugzeugführerin, die sie in einigen Fahren mit eiserner Energie vollendete. Sie ist die einzige Frau Deutschlands, die im Besitz sämtlicher Flugzeugführerscheine für alle Klassen von Motorflugzeugen, für Kunstflug, Segelflug und Segelkunstflug ist. Eine Teilnahme an Blink- und Funklehrgängen ergänzte ihre fliegerische Ausbildung. Kapitän Schlimbach bei Reichsminister Dr. Goebbels. Rsichsminister Dr. Goebbels empfing den durch seine kühnen Fahrten bekannten Kapitän S ch l i m b a ch , der den Atlantischen Ozean bisher dreimal mit einem kleinen Segelboot bezwungen hat, und ließ sich von ihm eingehend über seine letzte große Fahrt über den Nordatlantik, den Kapitän Schlimbach im Sommer dieses Jahres allein in einem nur 10 Meter langen Segelboot in Ostwestrichtung in 57 Tagen überquerte, berichten. Dr. Goebbels sprach Kapitän Schlimbach seinen Dank und seine Anerkennung aus für seine im Dienste der deutschen Weltgeltung vollbrachten bewundernswerten Leistungen. Veil Bürckle erhält den schwäbischen Dichterpreis. Arn Geburtstag Schillers wurde, wie alljährlich, im Rahmen einer festlichen Morgenfeier im wiirt- tembergischen Staatstheater in Stuttgart der Träger des schwäbischen Dichterpreises 1937 durch dessen Stifter Ministerpräsidenten und Kultusminister Prof. Mergenthaler verkündet. Den Preis erhielt der in Berlin ansässige, aus Laichingen auf der Schwäbischen Alb stammende junge Dichter Veit B ü r ck l e (dichterischer Deckname für Karl Heinrich Bischof), dem die hohe Auszeichnung für ein Erstlingswerk, den Roman „Bis zur Heimkehr im Sommer", zuteil wurde. Mit dem Dichterpreis ist eine Zuwendung von 3000 Mark verbunden. Ein portugiesischer Literaturpreis „Lamoes". Nachdem sich immer mehr Schriftsteller mit der portugiesischen Gegenwart beschäftigt haben, hat das Sekretariat der nationalen Propaganda ine Lissabon einen „C a m o e s" - P r e i s gestiftet, der alle zwei Jahre für das beste literarische oder wissenschaftliche Werk über Portugal, das von einem ausländischen Autor im Auslande in französischer, englischer, deutscher, spanischer, italienischer ober portugiesischer Sprache veröffentlicht wurde, verliehen werden soll. Der Preis beträgt 20 000 Es- cuden. Das Preisgericht fetzt sich aus drei bis sechs ausländischen Persönlichkeiten so zusammen, daß alle Sprachen vertreten sind, in denen Bücher zum Wettbewerb eingereicht wurden. Der Gewinner des Preises wird zu einem Besuch Lissabons eingeladen. 3n ehrloser Gesinnung ;um Verräter geworden. Die Justizpressestelle beim Volksgerichts- h o f teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 28jährige Otto (5 an b e r ist heute morgen hin gerichtet worben. Sander wollte sich im November 1935 nach Ueberschreiten ber Landesgrenze f ü r b i e französische Frembenlegion anwerben lassen. Da er durch einen Unfall Waffendienst untauglich geworben war, kam es nicht zum Eintritt in bie Fremdenlegion. Sander wurde daher wie durchweg alle zum Waffendienst in der französischen Fremdenlegion bereiten Deutschen der gegen Deutschland arbeitenden Spionage als „R ekrut des Landesverrats" zugeführt. Bis zu feiner Verhaftung im März 1936 war Sander ein willfähriger Agent des ausländischen Nachrichtendienstes. Angesichts der ehrlosen Gesinnung Sanders konnte nur der Tod bie Sühne seines Verbrechens fein. Zwölf Jahre Zuchthaus für einen Messerstecher. Das Danziger Schwurgericht verurteilte ben Alfons Lifchnewfki wegen Totschlages an ben SA.-Männern Gebrüder W r o b e l in Meisterswalde bei Danzig zu 12 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte in der Gastwirtschaft des Dorfes erheblich dem Alkohol zugesprochen. Als Josef und Bernhard Wrobel, mit denen der Angeklagte bereits vor längerer Zeit eine Auseinandersetzung gehabt hatte, die Gastwirtschaft betraten, kam es wieder zu einem Zusammenstoß, in dessen Verlauf Lischnewski plötzlich ein Schlachtmesser zog und blindlings auf bie Umstehenden einstach. Die beiden Brüder wurden schwer getroffen. Während Josef Wrobel auf der Stelle t o t war, erlag fein Bruder später an den Folgen der ihm von Lischnewski beigebrachten Verletzungen. Als der Rohling in seine PZohnung zurückkehrte, brüstete er sich noch damit, daß er zwei Mann „erledigt" habe. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß es sich nicht um eine Angelegenheit zwischen dem Angeklagten, der überaus rachsüchtig sei, und den Getöteten gehandelt habe, sondern um eine Angelegenheit, die die ganze 'Volksgemeinschaft angehe, denn wertvolle Charaktere seien dem Anschlag zum Opfer gefallen. Intimeres aus dem englischen Parlament. Don unserem C.H.B.-Korrespondenien. London, im Oktober 1937. Wie viele Einrichtungen des englischen öffentlichen Lebens ist eigentlich auch bas Parlament ein Paradox. Im Volksmund heißt es die „Gasanstalt", mciL dort alles in üblen Geruch gebracht werde, und ich habe kaum einen Engländer getroffen, der nicht mit allen Zeichen der Ablehnung eine politische Unterhaltung darüber von sich gewiesen hätte. Nichtsdestoweniger veranstalten bie Kandidaten jedesmal ein förmliches Wettrennen zu den Parlamentswahlen, denn es gilt nun einmal als fein, die Buchstaben M. P., „Member of Parliamenl“, Mitglied des Parlaments, hinter seinen Namen setzen zu dürfen. Nach jeder Parlamentseröffnung verbringt das Haus eine ganze Woche damit, bie neuen Mitglieder durch eine lange Beschwörungsformel, die sehr nach Mittelalter schmeckt, zu vereidigen und den „Sprecher", den Vorsitzenden des Parlaments, zu wählen. Er ist die wichtigste Persönlichkeit und Schiedsrichter für alle Streitfragen des Unterhauses. Auch die Reden und die Bemerkungen der Abgeordneten werden nie an bie Versammlung gerichtet, sondern stets an den Mister Speaker. Wenn ein neu gewählter Abgeordneter zum erstenmal das Unterhaus betritt, werden die in verschwenderischer Fülle stationierten Polizisten und Hauswächter ihn mindestens ein dutzendmal anhalten und seine Ausweispapiere fordern. Aber in Zukunft wird er stets ungehindert ein- und ausgehen können, denn diese Beamten sind dafür bekannt, daß sie ein einmal gesehenes Gesicht niemals vergessen. Da die Debatten des Unterhauses durchaus nicht immer interessant sind, bilden die geräumigen Rauchzimmer und Bibliotheken mit ihren bequemen Ledersesseln ein beliebtes Versteck, vor allem für die älteren Abgeordneten. Die Parteifunktionäre wissen allerdings um diese Schlupfwinkel ihrer Schützlinge genau Bescheid, und es ist mehr als einmal vorgekommen, daß ein Abgeordneter aus seinem Nickerchen gestört wurde, um durch seine Anwesenheit im Sitzungssaal zu einer unerwartet notwendig gewordenen Majoritätsbekundung zu verhelfen! Die schöne Terrasse des Unterhauses an ber Themse wirb von ben meisten Abgeordneten nur mit wehleidigen Gefühlen betreten, denn hier muß er nach altern traditionellen Brauch in jedem Sommer große Delegationen aus feinem Wahlkreis empfangen und sie nach nicht minder altem Brauch mit Schlagsahne und Erdbeeren und Kaffee, Tee und Kuchen bewirten. Die Restaurantoreise des Parlaments aber sind berühmt ober besser berüchtigt durch ihre Höhe. Es gibt sogar verschiedene Minister, die es sich nicht leisten können, jeden Tag im Parlament zu essen. In ber großen Garberobenhalle zum Sitzungssaal fallen Hunderte von rosaroten Bandschleifen auf, bie unter jedem Garderobenhaken hängen. Seit ein Gesetz im Mittelalter erlassen wurde, das das Mitnehmen von Schwertern und Dolchen in den Sitzungssaal untersagte, hängt man in jedem Jahr diese Schlaufen auf, trotzdem keine Schwerter mehr an ihnen aufgehängt werden. Allerdings gibt es einige Abgeordnete, die ihre Tabakspfeifen hier un- terb'ringen. Scheinbar gehört es ebenfalls zur englischen Tradition, daß nie genug Sitzgelegenheiten für die Abgeordneten vorhanden sind. Wenn das Unterhaus — was höchstens zweimal im Jahr geschieht — vollzählig versammelt ist, muß mindestens ein Drittel der Abgeordneten stehen. Wer jedoch beim ersten- mal nach der Eröffnung einen Platz ergattert, schiebt seine Visitenkarte in einen an ber Rückenlehne befindlichen Halter und dieser Platz gehört ihm dann während der ganzen Legislaturperiode. Während der Sitzungen gilt es noch immer als besonders smart, den Hut aufzubehalten, die Hände in den Hosentaschen zu versenken und die Beine möglichst weit auszustrecken. In den ipäten Abendstunden weiß man dann oft nicht, ob die Abgeordneten nun „smart" sind oder ob sie schlafen. Grund zum Einschlafen scheint allerdings gegeben, denn die berühmten Fragen und Antworten zwischen Abgeordneten und Ministern sind nicht weniger als langweilig. Jede Frage eines Abgeordneten an bas Kabinett muß dem zuständigen Minister nämlich erst burch den Sprecher des Hauses schriftlich überreicht werden und meist vergehen drei bis vier Sitzungstage, ehe der Minister seine Antwort gibt. Kein Wunder also, daß ein großer Teil der Abgeordneten versucht, so wenig Zeit wie möglich im Unterhaus zu verbringen, zumal er ja noch eine Riesenkorrespondenz mit seiner Wählerschaft führen muß, die oft fünftausend Briefe in einem halben Jahr übersteigt. Nicht weniger interessant, vielleicht sogar charakteristisch ist die Tatsache, baß kein Fenster bes Sitzungssaales seit 1932 geöffnet würbe — unglaublich wie es klingen mag. Und auch 1932 geschah es nur beshalb, weil ein Adgeorbneter plötzlich ohnmächtig wurde, seine Parteifreunde ihn jedoch schnell ins Bewußtsein zurückbringen mußten, weil sie ihn zur Abstimmung brauchten. Ein englischer Staatsmann schrieb neulich, vieles in ber englischen Politik ließe sich burch ben ungelüfteten Sitzungssaal bes englischen Unterhauses erklären ... Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das gestrige Aufbaugebiet hat sich unter Verflachung südostwärts verlagert und bedingt daher vornehmlich in West- und Süddeutschland heute früh noch Schlechtwetter mit verbreiteten Niederschlägen, die im Gebirge als Schnee fielen. In Ost- und Mitteldeutschland hat sich dagegen ein Luftdruckanstieg durchgesetzt, der zu nächtlichen Ausstrah- lungsst-östen Anlaß gibt. Auch bei uns kann zunächst mit Witterungsbesserung gerechnet werden, die jedoch nur vorübergehend bleiben wird. Aussichten für Freitag: Zunächst wolkig bis aufheiternd, meist trocken, noch vielerorts leichter Frost, stellenweise Frühnebel, Winde vorwiegend um Nord, wieder auffommenbe Unbeständigkeit. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich unbeständiges Wetter mit Nieberfchlägen, nachts falt. Lufttemperaturen am 10. November: mittags 4,6 Grab Celsius, adenbs 2,8 Grab: am 11. November: morgens 2,9 Grab. Maximum 5,1 Grab, Minimum heute nacht 2 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. November: abenbs 5,1 Grab; am Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für bie Bilder: Dr. Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 03L Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. +Wra i iei,ini i Lichtspielhaus 1 bis 2 tüchtige Tüchtiger Verkäuferinnen mit guter Umgangsform zur 2lu4= Gießener Anzeiger. [ Vermietungen | 20.00-22.30ühr holen. 05563 [Stellenangebote] an? 05554 f Mietgesuche | Weitere Hauptrollen: 7372A Verschiedenes kaufen. 05562 Altrenommiertes Mineralölwerk sucht Stadttheater Louis Better, Kaiserallee 19. 5emfenöergnr.25U bei Pietsch. Nachlässe von z ms 20 v. 6. erhalten Eie bei wiederholten Aus. nahmen einer Ameig» C. Stöver Uhrmacher. für Holzarbeit u. Weinkellerei sofort oder sväter gesucht. 7330V Gießen, Braunasse 6. Wegen Uebergabe des Geschäftes ersuche ich dieRe- varaturen abzu- 7. Dienstag- Miete Hilfe gesucht. Schriftliche Angebote mit Bild unter 7384D an den ÄutoaoSelMata zu vermieten Tel. 433a 6S57D 3-Ammer- Wohnung zu vermieten. Zu erfragen Am Megelvfad 60 I. Leih- Mikrostop (Oelimmersion) preiswert zu ver- 10/40er9D?l- LiesemlM Baujahr 1930, in gutem, fahrbereit. 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Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe d. Gutscheins Nr. 3. Mitglieder d. NSDAP., der NS.-Franensc aft und des Landschaftshnn es Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pfennig gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder zu 1.50 Mk. bei Challier und an der Saalkasse. Studenten, Militär und Schiller zu 30 Pfennig. 737dD NB. LicWIdervorirag von Prof. Frauenholz am Dienstag, 26. November (Transmissionen. Gießen Neustadt 5 BORRMANN5 Nr. 264 Zweites Blatt Kietzener Anzeiger (Keneral-Anzetger für Oderheßen) Donnerstag, u. November <957 DerKampf um den Monte Grappa im Herbst tSlI r.wn Erhard Weqeli, Oberstleutnant a. O. Zum 20. Male jährt sich in diesem Spätherbst die Erinnerung an einen der glänzendsten Abschnitte des Weltkrieges: der Durchbruch der deutschen 14. Armee unter General Otto von Below, die aus deutschen und österreichischen Truppen zusammengesetzt war, bei Karfreit am 24. Oktober 1917 und die anschließenden Operationen, die nach der schweren Niederlage der italienischen Jsonzo-Arrneen ihr Ende am Piave-Fluß und in dem Bergmassiv des Monte Grappa sanden, nachdem' starke französische und englische Hilfstruppen den einem völligen Zusammenbruch nahen italienischen Truppen eine Stütze gegeben hatten. Ich will in kurzen Strichen schildern und die Gründe erörtern, die die deutsche und österreichische Heeresleitung zwangen, die Angriffsoperationen am Monte Grappa e i n- Z u ft e l l e n und damit das nicht mehr erreichbare Ziel einer völligen Zerschmetterung des italienischen Heeres aufzugeben. Der Monte'Grappa ist mit 1773 Meter Höhe der höchste Gipfel einer Gebirgsgruppe, die sich unvermittelt steil aus der venetischen Tiefebene nördlich r* a 2 1 Ve n g t - e, n- o ’s? v> WM | K // O und nordostwärts des am Austritt der Brenta aus den Alpen gelegenen Städtchens Bassano del Grappa erhebt. Das Grappa-Massiv ist im Osten begrenzt durch das Piave-Tal, im Westen durch das Brenta- Tal, ^die wegen ihrer wilden Schönheit berühmte Bal Sugana, im Norden durch ein tief eingeschnittenes Tal, das sich zwischen Piave und Brenta von Feltre nach der Festung Primolano zieht. Aehnlich wie im Süden nach der venetischen Tiefebene sind die Abstürze des Gebirges nach den sie östlich, west- lid) und nördlich begrenzenden Tälern äußerst schroff, oft senkrecht, mit teils nackten, teils spärlich bewachsenen Felsen. Der ganze Gebirgsstock war zur Zeit der Kämpfe sehr arm an Wegen: meist nur schlechte, schmale Maultierpsade oder Fußsteige führten aus den Tälern hinauf und verbanden die einzelnen Abschnitte des Massivs miteinander. Bewohnt wurde und wird auch heute noch das Gebiet nur von einzelnen oiehzuchttreiben- den Bauern in ärmlichen weit auseinander liegenden Gehöften. Nur von Süden her aus der Gegend von Bassano führten zwei teils kurz vor 'dem Kriege, teils während desselben erbaute gute Autostraßen auf den Monte Grappa und seine Fortsetzungen, den Monte Pallone und Monte Tomba im Osten, den breiten Rücken des Monte Asolone im Westen. Daher war es für die Italiener leicht, aus der venetischen Tiefebene rasch Truppen und Gerät auf den Gebirgsstock zu schaffen, nicht aber für die deutschen und österreichischen Truppen, die ihn von Osten und Westen her mühsam auf den Gebirgspfaden ersteigen mußten. Die beiden gegnerischen Heeresleitungen waren sich klar darüber, daß der Besitz des Grappa-Massivs und besonders des Grappa-Gipfels von größter Bedeutung für den ferneren Verlauf der Operationen fein mußte. Der Monte Grappa mit seinen östlichen und westlichen Ausläufern beherrscht derart die venetische Tiefebene, daß der breite im Ar- tilleriefeucrbereich gelegene streifen bei und ostwärts Bassano zwischen Brenta und Piave für die Italiener unhaltbar geworden wäre, wenn der Monte Grappa in den Besitz der Verbündeten gelangt wäre. Diesen wäre es leicht gewesen, den Abstieg in die Ebene zu erkämpfen und damit auch die Stellungen der Italiener auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden (Sette Comuni) von Osten her im Rücken zu fassen, sowie von Westen und Norden her die Piave-Stellung aus den Angeln zu heben. Ein weiterer Rückzug der Italiener bis zur Etfch-Linie von Verona abwärts wäre dann wohl unvermeidlich geworden und Venedig in die Hände der Verbündeten gefallen. Ob sich das italienische Heer, selbst mit Hilfe von Ententetruppen, von einem solchen neuen Schlag erholt hätte, ist sehr fraglich. Die italienische Heeresleitung strebte daher, entgegen dem Vorschläge des französischen Generals F o ch, der von vornherein zur Etsch zurück wollte, mit Recht die hartnäckige Verteidigung des Grappa-Massivs an und schob in der ersten November-Hälfte drei frische Divisionen dorthin, die mit schwächeren Teilen die nördlichen Ausläufer des Gebirgsstockes zur Beherrschung des Feltre-Beckens und des Piave- und Brenta-Tales besetzten, mit den Hauptkräften auf dem Monte Grappa und seinen östlichen und westlichen Anschlußrücken schanzten. Später traten dazu noch französische Hilfstruppen, die insbesondere den Höhenrücken des Monte Tomba bis zur Piave zu halten hatten. Die deutsche 14. Armee, die unter der österreichischen Obersten Heeresleitung kämpfte, beauftragte die Gruppe des österreichischen Generals Krauß (anfänglich deutsche Jäger-Division, k. u. k. Edelweiß- Division, 22. Schützen-Divison und 55. Inf.-Tr.-Di- vision) mit der Wegnahme des Grappa- Massivs Die Gruppe Krauß war bis zum 13. November nach schwierigen Gebirgsmärschen und Flußübergängen, seit dem 24. Oktober fast täglich kämpfend, im Feltre-Becken versammelt. Die Gefechtsstärken waren erheblich gesunken. Besondere Sorge aber bereitete der Umstand, daß bisher nur ganz geringe Teile der Feld- und Gebirgsartillerie, schwere Artillerie überhaupt nicht, hatten folgen können, ganz besonders aber auch die unter den schwierigen Nachschubverhältnissen eingetretene Munitionsknappheit. Die Infanterie hatte Durchschnittlich nur noch 50 Patronen Taschenmunition, die Feldartillerie 20 bis 30, die Gebirgsartillerie 120 schuß für das Geschütz. General Kraus entschloß sich, den Hauptstoß unter Umgehung des Grappa-Massivs im Brenta- und Piaoa-Tal zu führen, in das Gebirge nur ganz schwache Seitensicherungen zu schieben. Ihn führten zu diesem Entschluß die glänzenden Erfolge, die in der Durchbruchsschlacht bei Karfreit und den unmittelbar anschließenden Operationen der überraschende Talstoß erbracht hatte. Er hoffte, daß der Talstoß auch bei dieser Operation zum Ziele führen würde und wollte den Truppen die schwierigen Kämpfe in dem bereits zum Teil eis- und schneebedeckten Gebirge ersparen. Allerdings hatte er wohl nicht damit gerechnet, daß auch der Gegner aus den bisherigen Kämpfen gelernt hatte und das Halten der Täler mit allen Mitteln erstrebte. Tatsächlich hatten die Italiener nicht nur die Höhen zwischen dem Monte Grappa und dem Feltre-Becken mit Befestigungen versehen und besetzt, sondern auch vor allem die Talstraßen der Brenta und des Piave mit sehr starken Maschinengewehr- und Geschützsperren, zum Teil in Kavernen, die in die fast senkrechten Felsen eingesprengt waren, zum Teil in Eisenbahn- und Straßentunnels eingebaut, versehen und mit starken Hindernissen die Straßen selbst verbarrikadiert. Die Verteidigung war hier um so leichter, als die beiden Flußtäler an den meisten Stellen so schmal sind, daß sie nur der Straße und Bahnlinie Raum lassen. Eine Entwicklung der Truppen zum Angriff' gegen die Sperren war daher ausgeschlossen, und jede Bewegung lag nicht nur unter dem Feuer der Talsperren, sondern an vielen Stellen konnte auch die Artillerie von den Höhen des Grappa- Massivs die Talstrecken sehr wirksam bestreichen. Unter diesen Umständen kam der Stoß in den beiden Flußtälern sehr bald unter erheblichen Verlusten ins Stocken, und es blieb schließlich doch fein anderer Weg, als die B e r g st e l l u n g e n a n - z u greifen und nach deren Wegnahme die Talsperren von seitwärts oder rückwärts aufzubrechen, was dann auch später wenigstens im nördlichen Teil der Täler gelang. Bis in die Ebene konnte aber der Talstoß nicht gelangen, und die Führung mußte sich endlich zu dem Entschluß aufraffen, den Grappa anzugreifen, um von dort aus in die Ebene zu gelangen. Mit den vergeblichen Talstößen und den dann doch unvermeidlichen Kämpfen um die nördlichen 'Vorhöhen des Monte Grappa war aber so viel Zeit verloren, daß es den Italienern gelang, den Monte Grappa und die ostwärts und westlich anschließenden.Gebirgskämme zu einer fast uneinnehmbaren Festung guszubauen und stark mit Truppen aller Waffen zu besetzen. Vor diesen Stellungen lief sich der An-griff der geschwächten und ermüdeten, gaiiz ungenügend durch Artillerie und Nahkampfmittel unterstützten Divisionen des Generals Krauß fest. Wenn es auch gelang, den Monte Pertica hart nördlich, den Monte Asolone westlich, einen Teil des Monte Spinuccia nordöstlich, sowie den Gipfel des Monte Tomba ostwärts des Grappa- Gipfels in verlustreichen Kämpfen bis Ende November zu erobern, so war damit doch die An- grifsskraft der deutschen und österreichischen Divisionen erschöpft. Der Monte Grappa blieb u n - e i n n e h m bar. Am 3. Dezember wurden auf Vorschlag der deutschen Obersten Heeresleitung, die weitere Angriffe in dem winterlichen Gebirge für aussichtslos hielt und der deutschen Truppenteile für die Vorbereitung der großen Offensive auf der Westfront bedurfte, die allgemeine Offensive durch die österreichische Oberste Heeresleitung eingestellt. Lediglich Unternehmungen zum Zweck örtlicher Stel- luligsverbesserungen wurden noch bis Mitte Dezember teils mit, teils ohne Erfolg durchgeführt. So hatten die Italiener ihren Zweck, den beherrschenden Grappa-Gipfel zu halten, erreicht. Ob ihnen dies möglich gewesen wäre, wenn die Gruppe Krauß statt der vergeblich zeitraubenden Talstöße von vornherein ihre Hauptkräfte gegen die zunächst noch nicht voll ausgebauten und schwach besetzten Bergstellungen angesetzt hätte, ist schwer zu beurteilen, wenn auch die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß eine solche Operation zum Erfolg geführt hätte. Tatsächlich war schon am 16. November eine kleine Abteilung über den Monte Pertica dicht an den Monte Grappa gelangt und hatte dort nur schwache schanzende italienische Truppen festgestellt. Sie wurde aber wieder bis nördlich des Monte Pertica zurückgenommen, da ihr der Rückhalt an ausreichenden Truppen zur Durchführung eines Unternehmens gegen den Grappa-Gipfel fehlte. Die Italiener, die sich inzwischen von ihrer Niederlage in anerkennenswerter Weife erholt hatten, haben dann den Winter benutzt, um den Monte Grappa mit seinen Anschlußstellungen zwischen Piave und Brenta gründlich auszubauen. Zahlreiche in die Felsen gesprengte bombensichere Kavernen für Geschütze und Maschinengewehre, kilo- meterlangc unterirdische Gänge mit Unterkunftsräumen für die Besatzung der Stellungen bestehen zum Teil noch heute und bieten das Bild einer angesichts der natürlichen Stärke der Stellungen uneinnehmbaren Festung. Aus vorgeschobenen, in Felsen eingebauten Flankierungsanlagen beherrschten sie sogar Teile des Hintergeländes der österreichischen Stellungen, so daß jeder Verkehr von und zu diesen mit Verlusten verbunden war Noch heute heißt ein hinter der österreichischen Stellung auf dem Monte Asolone gelegenes, dem Flankenfeuer ausgesetztes Tal „Valle dei morti“, das Totental, und noch vor wenigen Jahren beobachtete ich, daß aus diesem Tal noch Gebeine gefallener Oesterreicher geborgen wurden. Für Italien ist der Monte Grappa ein heiliger Berg geworden, zu dem unzählige Italiener wallfahrten. Oben auf dem Gipfel ist der ehemalige betonierte Beobachtungsstand, das Osservatorio, mit den nach den einzelnen Stellungsteilen strahlenförmig führenden unterirdischen Gängen zu einem Beinhaus mit Kapelle ausgebaut worden. In ihm ruhen die Gebeine von Taufenden tapferen italienischen und österreichischen Soldaten. Neuerdings ist auf dem Gipfel ein mächtiges Denkmal errichtet worden. So ehrt das faschistische Italien seine Kämpfer, die ihr Vaterland in schwerster Stunde dort oben gerettet haben. Wir können für diese Heldenverehrung, aber auch für den Stolz, daß das auf den Monte Grappa, am Piave und an der Brenta schwer geschlagene italienische Heer sich in überraschend kurzer Zeit wieder aufgerichtet hat, nur volles Verständnis aufbringen. Für den deutschen Soldaten, der n?ie ich den Monte Grappa besucht und im Gelände die Möglichkeiten untersucht hat, wie es bei richtigem Kräfteansatz vielleicht gelungen wäre, dort eine für die verbündeten deutschen und österreichischen Truppen günstige Entscheidung zu erkämpfen, bleibt das schmerzliche Gefühl einer verpaßten Gelegenheit zum Erfolge. Möge die jetzt hergestellte ' herzliche Freundschaft zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen mächtig gewordenen Italien von Dauer sein und mögen beide Mächte nie wieder gezwungen sein, als Gegner ihre Klingen zu kreuzen. Häufige Unterhaltungen mit Italienern aller Standesschichten haben mir gezeigt, daß eine Abneigung oder gar ein Haß gegen das deutsche Volk nie bei ihnen bestanden und daß die schwere Niederlage, die General Otto von Below mit seiner 14. Armee den italienischen Isonzoarmeen bereitet hat, nur zur Hochachtung für unser Heer und Volk beigetragen hat. Wir aber wollen den tapferen deutschen und österreichischen Kämpfern, die dort oben im rauhen, unwirtlichen Gebirgslande in Eis und Schnee unter schweren Opfern, unsäglichen Anstrengungen und Entbehrungen ihr Letztes hergaben, ein ehrendes Andenken bewahren, wenn ihnen auch das Ziel, der Monte Grappa, unerreichbar blieb. Die Italiener in Tunis. Die italienisch-französische Spannung hat eine weitere Verstärkung dadurch erfahren, daß die Volksfrontler in Tunesien, vor allem in der Hauptstadt Tunis, eine Politik der Herausforderung betreiben. Sie verlangen: Auflösung der italienischen Vereine, Verbot der italienischen Zeitung „Unione", Ausweisung aller italienischen Pressevertreter, Dor- führungsverbot italienischer Filme, Abzeichenverbot für die Italiener. Die italienische Presse droht für den Fall einer Behelligung italienischer Bürger oder einer Schädigung italienischer Interessen in Tunis mit Vergeltungsmaßnahmen gegen Franzosen, die in der italienischen Wirtschaft tätig sind. Tunis ist ein alter Zankapfel zwischen Italien und Frankreich. Als im vorigen Jahrhundert der italienische Einfluß infolge der starken Auswanderung in dem nahen Tunis ständig stieg, zwang Frankreich 1881 dem Bei von Tunis feine „Schutz- Herrschaft" auf. Damals war Italien unter Nachwirkung feiner Einigungskriege und dank der zersetzenden Einflüsse eines zerflakternden Parlamentarismus nicht in der Lage, sich dem zu widersetzen. Immerhin gelang es Italien, im Jahre 1896 einen Vertrag mit Frankreich zu schließen, der seinen Auswanderern die italienische Nationalität erhielt. Insbesondere wurden die Italiener in Tunis von der französischen Rechtsbestimmung ausgenommen, daß jedes Kind, das auf französischem Boden geboren wird, Franzose wird, auch wenn beide Elternteile ausländischer Staatsangehörigkeit sind und weder für sich noch für ihr Kind die französische Staatsangehörigkeit verlangen. Vor einigen Jahren drohte nun Frankreich, diesen Vertrag zu kündigen, worauf Mussolini bei dem Besuch des französischen Ministerpräsidenten und Außenministers L a v a l in den sogenannten „Römischen Protokollen" vom 7. Januar 1935 neben einigen Gebietsverzichten Frankreichs in der süd- libyschen Wüste insbesondere durchsetzte, daß die italienischen Kinder in Tunesien bis zum Jahre 1945 Italiener bleiben und daß sie in den folgenden zwanzig Jahren für Frankreich ober Italien o p - Heren können: späterhin erlöschen die italienischen Vorrechte. Tunis zählt insgesamt etwa 2,5 Millionen Einwohner; unter den dort ansässigen Europäern leben etwa 91000 Franzosen, aber ebensoviel Italiener, wobei zu berücksichtigen ist, daß die gezählten Franzosen nur zum geringsten Teil aus Frankreich stammen: zum größeren Teil rekrutieren sie sich aus Italienern, die aus geschäftlichen Gründen ober infolge Derwaltungsdrucks die französische Staatsbürgerschaft übernahmen und vor allem auch aus Juden, denen die Erwerbung der französischen Staatsangehörigkeit sehr viel leichter gemacht wird als den eingesessenen Arabern. Damit hat es eine Bewandtnis, die für uns Deutsche von besonderem, Interesse ist. Die im deutsch-französischen Kriege von 1870/71 viel genannten „Zuaven-Regimenter" waren aus der jüdischen Bevölkerung in Algerien rekrutiert. Der viel gewandte jüdisch-französische Abgeordnete Cremieux nahm die angeblichen Kriegsverdienste der Zuaven zum Anlaß, um den algerischen Juden die Erwerbung des französischen Staatsbürgerrechtes leicht zu machen; dieses Gesetz wurde dann analog in Tunis und Marokko angewandt, was nicht zum mindesten zur Entwicklung der arabischen Unabhängigkeitsbewegung beige» tragen hat. B. R. Neues für den Buchertisch. — Erich Neubert: Sin Spaziergang durch d i e Magdeburger Mundart. 68 Seiten, ein Umschlagbild, 23 Abbildungen. Brosch. RM. 1,50. („Magdeburger Kultur- und Wirtschaftsleben", Heft 11). Herausgegeben von der Stadt Magdeburg. — (395) — Was den Darmstädtern mit ihrem seinerzeit an dieser Stelle angezeigten Wörterbuch recht ist, muß den Magdeburgern billig sein, und was dem Gießener der Schlammbeißer, ist dem Magdeburger der Schlackaffe. Der Schriftleiter Erich Neubert hat, ohne wissenschaftlichen Ehrgeiz und gelehrtes System, aber mit vieler Liebe zur Sache und großem Sammeleifer die Mundart der Magdeburger erforscht, ihre Sprache belauscht, ihre Lieblingswörter und Redensarten gesammelt. Daraus entstand ein kleines, außerordentlich amüsantes und lehrreiches Buch, das nicht nur für den „Machteburjer" selbst und nicht allein für Philologen und Mundart- forscher lesenswert ist, sondern auch für andere Volksgenossen, die weiter ab wohnen und sich sonst mit sprachlichen Dingen nicht abgeben. Denn die Schrift gibt vom Sprachlichen her zugleich ein kleines Wesens- und Charakterbild; es bringt Stadt und Leute den übrigen Volksgenossen im Reiche auf eine Weife näher, die uns vorbildlich erscheint. Der Eindruck des Textes wird durch eine Anzahl geschickt und lebendig aufgenommener Photos erfreulich vertieft. Dergleichen Bücher sollten öfters geschrieben werden; sie dienen dazu, daß die Deutschen sich untereinander kennen lernen, und enthalten eine Menge sprach- und volkskundlicher, auch psychologischer und gegenwartsgeschichtlicher Anregungen und Hinweise. Hans Thyriot. — Gerhard Menzel: Die Fahrt der I a n g t i k u. Eine aberteucrlidje Erzählung. Mit 20 Federzeichnungen und Umschlagbild von Siegfried Kortemeier. Ganzleinen 3,40 Mark. Hermann Schaffstein Verlag in Köln. — (434) — Der Armeekommandant der chinesischen Provinz Szetschuan läßt sich durch einen russischen Svwjetpropagan- disten verleiten, mit den Kommunisten gemeinsame Sache zu machen. Als er bald darauf auf ungeklärte Weise zu Tode kommt, reißt Tsung Ling, ein übler Kunde, die Macht an sich. Mit Morden und Plündern beginnt eine neue Revolution. Im Hauptquartier Tschungking geht alles drunter und drüber. Die Cholera bricht aus. Dem allgemeinen Morden entgehen von den Weißen nur acht, die in letzter Stunde von Kapitän Schilps auf die „Iangtiku" gerettet werden. Kaum dem Tode entronnen, lohnen die Weißen Schilps und feinem fünfzehnjährigen Sohn die Rettung schlecht. Es gelingt dem Kapitän, feine Passagiere vor einem Anschlag auf dem Jangtsekiang ein zweitesmal zu retten. Ihr Aufruhr, der Schilps zwingen soll, den chinesischen Gouverneur an Tsung Ling auszuliefern, bringt die „Iangtiku" in höchste Gefahr und dem heldenmütigen Kapitän den Tod. Sein Sohn Martin steuert die „Iangtiku" in einer halsbrecherischen nächtlichen Fahrt durch die gefährlichen Strom- schnellen nach Jtschang, wo er feinen Vater begräbt. Er nimmt den Passagierdienst auf dem Jangtsekiang wieder auf, nachdem Tschungking von Truppen des Marschalls Tschiangkaischek besetzt worden ist. Die abenteuerreiche und spannende Erzählung ist ein hohes Lied auf männliche Zuverlässigkeit und Pflichttreue. — Veit Bürkle : lieber d i e Schwelle. Eine Geschichte aus jungen Tagen. Novelle. Gebunden 2,40 Mark. Eugen Salzer, Verlag, Heilbronn. — (376) — Es geht um die erste Liebe zwischen jungen Menschen. In einer kleinen Stadt, die eine schwäbische Kulisse um die Geschehnisse baut, begegnen sich zwei junge Menschen, Knabe und Mädchen. Sie gehen nebeneinander her in jener Erkenntnissicherheit, die ihnen niemand gedeutet hat, sie treten wie unter der Hand eines leitenden Gottes über die Schwelle der Jugend, stoßen ins Land des Lebens vor und erkennen einander als Mann und Weib. Dieses an sich schwere, heikle Thema hat Bürkle mit Zartheit und Behutsamkeit behandelt, mit Entschlossenheit auch zum dichterisch geschauten Ende geleitet. — Heinrich Zerkauten: Anna und Sigrid. Roman. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. Gebunden 3,80 Mark. — (229) — Zerkauten behandelt in diesem Roman eins der Ur- probleme, die den schaffenden Künstler von jeher beschäftigen: den Mann zwischen zwei Frauen. Senator Heinrich Norden, der „Flaufenkönig", wie ihn feine Schulkameraden einst nannten, weil er hartnäckige Kraft und eine ernste verantwortungsvolle Lebensauffassung unter spielerischen Worten und Tändeleien zu verbergen wußte, wird gleichmäßig stark geliebt von seiner Gattin Anna und von Der Aerztin Sigrid. Beide Frauen sind einander wert. Mit strenger Gerechtigkeit verteilt der Dichter Licht und Schatten, eigentlich nur Licht über diese drei Menschen. Beide Frauen sind aus tiefer Liebe zu dem Mann bereit zum Verzicht. Aus dem Wissen um den sittlichen Gehalt der Ehe fällt der Dichter feine Entscheidung, in der Heinrich und Anna zueinander zurückfinden, während Sigrid an einer neuen, schönen und verantwortungsreichen Lebensaufgabe Trost und Entschädigung für das Aufgeben ihrer Neigung findet. Dieser Roman ist eine ernste, aber doch auch angenehme Lektüre, die bei aller Schwere des Problems oft eine geradezu gemütliche Stimmung offenbart. Schöne Stunden des geistigen Genusses hat der Leser am Ende dieses Buches dem Autor zu danken. wh JcetocMMiMHMM&H, MAGGI5 Fleischbrühe!^ 9Ji.-$pOTt dezernent hat bereits Wirifchast 99,2 99,2 101,75 99,75 102 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 1900 (Biegen; VsB.-R. - 229-50 (228>- “uf }.2£ - Watzenborn-Steinberg; «Gewerke auf 150 (146,50). Abendbörse fest. 101,65 99,2 101,75 99,75 99,65 131,2 210,5 117,5 122 113,75 101,65 99,25 98,65 133,95 98,75 101,75 101,75 111,2 99,65 130,9 137,25 99,75 99 134,2 100 134,65 100 99,7 130,75 137 98,65 133,85 99,75 98,75 102 101,75 111,2 128,25 79,5 81,25 129,13 127,13 77,75 80,4 129,25 128 45 79,25 80,75 129,25 99,4 • 99 105 100,25 210 133 117,5 122 113,75 99,4 99 105 100,25 210,75 133,5 117,65 122 113,9 Generalversammlung des Gießener Eisvereins. 127 78,5 82 129,13 99,4 99 105 100,13 99,4 99 100,25 100,5 99,75 131,25 137,25 Lahmeyer.......... Matnkraft........... Mannesmann Mansfelder Bergbau . Metallgeiellschaft..... Lrenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro.... Rhcinstahlwerke...... 6 . 4 4-2 7 .. 6 0 . 12 .. 6 .. 6 101,9 l11,4 Accurnulatoren-Fabrik Aschaffenburg Zellstofs Bemberg........... Bekula............. Buderus Ellen....... Gement Heidelberg ... Gement Karlstadt .... Gonti Gummi....... Daimler Motoren.... Dessauer Gas....... 210,5 117,75 122,25 113,9 Zellstoff Waldhof 148 nach 146,25. Dagegen gingen Reichsbank auf Glattstellungen auf 210,50 nach 211,50 zurück. Die später notierten Werte lagen zumeist bis 1 v. $). höher, darüber hinaus stiegen Demag auf 144,75 (142,25), Akkumulatoren auf 229,50 (228), RWE. auf 129,75 (128,50) und Rüt- Bei lebhaften Umsätzen nahm die Abendbörse am Aktienmarkt einen festen Verlauf, da weitere Käufe der Kundschaft erfolgten und auch die Kulisse sich am Geschäft beteiligte. Verschiedentlich > zeigte sich bereits Materialmangel. Wenn auch die Butzbach — Steinbach; Muschenheim — Ettingshausen; Heuchelheim — """" Leihgestern; Rodheim ■ Staufenberg — DfB.-Reichsbahn III; Garbenteich — Großen-Linden; Wieseck — Saasen; Lollar — Grünberg; Großen-Buseck — Alten-Buseck; Klein- Linden — VfB.-Reichsbahn II; Großen-Linden II — VfB.-Reichsbahn IV. Diese Spiele sind der Auftakt für die Rückrunde. zeichnen, weil Gießen die einzige Rollschuhbahn zwischen Frankfurt und Kassel besitzt.- Die in Gießen ausgetragenen Gaumeisterschaften verliefen infolge schlechten Wetters nicht sehr glücklich. Der Verein kam zu Erfolgen und besonders die Mädchen- und Frauengruppe konnte gute Plätze belegen. Die Mädels haben in Frl. Duill eine eifrige Lei- durchschnittlichen Befestigungen von 0,50 bis 1,50 v. $). vielfach Anpassungen an den höheren Berliner Schluß bedeuteten, so traten doch über diesen Stand hinaus noch Erhöhungen bis zu 1 v. $). ein. Don der festen Haltung wurden wiederum alle Marktgebiete gleichmäßig erfaßt. Bevorzugter wurden jedoch JG.-Farben mit 157,50 (156,50) und einzelne Montanpapiere, Stahlverein 114,75 bis 114,90 (114,25), Pheinftahl 146 (145), Deutsche Erdöl 143,75 (142,50), Klöckner und Mannesmann gewannen je 0,75 v. H., Ilse Genuß 1,25 v. H. und Hoesch 0,40 v. H. Im übrigen zeigten bemerkenswerte Besserungen: Gesfürel 147,50 (146), Junghcms 126 (124,75), Moenus 121 bis 121,50 (120,25), Rheinmetall 145,25 (143,75), Licht und Kraft 151,50 (150,50), Bemberg 140,50 (139,25), Conti Gummi 192 (190). Von Zellftoffaktien stiegen Waldhof auf 148,75 (148). Auch der Einheitsmarkt zeigte eine Reihe von kleinen Erhöhungen. Stark gesteigert waren in teilweiser Anlehnung an Berlin Meiniger Hypothekenbank mit 122,25 (119). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Rov. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1657 Rinder (316 Ochsen, 191 Bullen, 818 Kühe, 332 Färsen), 505 Kälber, 72 Hammel, 60 Schafe, 187 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 25 bis 47, Schafe 15 bis 42, Schweine 50 bis 54 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 206, W 16 209, W 19 213, W 20 215, Roggen R 12191, R 15 194, R 18 198, R 19 200 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29,10, W 16 29,20, W 19 29,20, W 20 29,55, Rog- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jtdrfiibim!.............• ••■ 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 yj Commerz» und Privat-Bank ... 6 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank..............* 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 ........ *y2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... /2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3 ... 6%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... W/o Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Derrechnungskurs Buenos Atre» . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen...... Kopenhagen... Danzig....... London . HelsingforS.... Paris........ Holland zraisen....... A.G. für Verkehrswesen .... ßYi Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd........ 0 Deutsche Reichsbahn Vor,.»Akt. 7 Bei Erkältungsgefahr, Halsentzündung, Grippe: Förttiamitlt Schutz vor Ansteckung! Taschen • Röhrchen 20 Tabl. RM 0,63 Flaschenpackung .. 60 Tabl. RM 1,58 In allen Apotheken und Drogerien und mit Erfolg. Denn alle gut vorgebrachten Angriffe des Steinbacher Sturms scheiterten an der Abwehrmauer von Großen-Linden. Durch ein Mißverständnis in Steinbachs Hintermannschaft kann Großen-Linden etwa eine Viertelstunde vor Schluß noch ein zweites Tor erzielen und damit war Steinbachs Niederlage besiegelt. Dor dem Spiel der Aktiven lieferten sich die Ju- gendmannschaften von Queckborn und Steinbach einen spannenden Kampf, der mit dem gerechten Ergebnis von 1:1 Toren endete. O'eIugend-MchtspieledesSonniags. vereinbart werden. Der Gegenwert für den von Ihnen in Zahlung gegebenen Kocher ist von der Forderung des Verkäufers abzusetzen, so daß die von Ihnen zu zahlenden Zinsen nur aus dem um den Wert des Kochers geringeren Kaufpreis zu berechnen sind. Zeigt der von Ihnen gekaufte Was- ferfpeicher noch während der Garantiefrist Mängel, so müssen Sie die Lieferfirma entsprechend benachrichtigen. Ob diese zur Tragung sämtlicher Instandsetzungskosten oder lediglich zur unentgeltlichen Nachlieferung etwaiger Ersatzteile verpflichtet ist, richtet sich nach den vertraglichen Bestimmungen. Jtuni>funfprogramm Freitag, 12. November. 6 Uhr: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Fröhliche Morgenmusik. 10: SOS. Hörszenen vom stillen Heldentum. 11: Hausfrau, hör zu! 11.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. Lustige Musikanten. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende- bezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Jungmädel fingen und erzählen von Tieren. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Tanzt das Volk im Kreise. 21: Agnes Bernauer. Ein deutsches Drama. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Die Tabellenführer der einzelnen Gruppen stehen bereits fest. In Butzbach ist der Sieger nicht vorauszusagen. Die Gäste haben die besseren Aussichten. Die Begegnung Muschenheim — Ettingshausen dürfte wohl die Platzbesitzer in Front sehen Die Heuchelheimer werden sich anstrengen, um endlich einmal zu Sieg und Punkten zu kommen. Aus dem Waldsportplatz ist ein spannender Kampf zu erwarten. Leihgestern stellt eine kampfstarke Mannschaft. Ob die Steinberger in Rodheim gewinnen, bleibt abzuwarten. Staufenberg wird auf eigenem Gelände den Sieg des Vorsonntags gegen die Gießener Grünweißen wiederholen können. Ein harter Kampf steigt in Garbenteich. Der Tabellenführer Großen-Linden wird sich mächtig strecken müssen. Zn Wieseck wird Saasen den Dorspielsieg kaum wiederholen können. Lollar erwartet Grünberg. Die Platzbesitzer haben einen schweren Stand, doch sollten sie zum Schluß die Punkte für sich behalten. Der Lokalkampf in Großen-Buseck sieht eine ausgeglichenene Mannschaft am Start. In Klein-Linden erwartet man die VfB.er als Sieger. Nennmannschast Mercedes-Benz für 1938. Neubauers Arbeit auf weite Sicht trägt ihre Früchte. Schon kurz nach Beendigung der Rennzeit ist Mercedes-Benz imstande, die Rennmannschaft für das erste neue Formeljahr bekanntzugeben. Neben den Hauptfahrern Caracciola, von 14 ,. 6 O >• 8 .. 5 7 6 12 6'/, 4 Deutsche Erdöl 5 Deutsche Gold- und Silber.... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume 6 Gesfürel.................... ’ Th. Goldschmidt « Gritzner Maschinen O Harvener................. B'/2 Hoesch Gsen .......3/r Philipp Holzmann 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse 6 Kali Aschersleben 4 Klöcknerwerle ............. 4y2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 genmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30 R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgletch. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu 6,80 bis 7,00, Heu drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 4,30 bis 4,50, Weizen- und Roggenstroh gebündelt 4,00 bis 4,20. Tendenz ruhig. Kreiefachgruppenschau der Kaninchenzüchter in Hunaen. * Hungen, 9. Nov. Dem hiesigen Kaninchenzuchtverein wurde die Durchführung der Kreisfachgruppenschau der Kaninchenzüchter für den Kreis Gießen übertragen. Die Ausstellung wird vom 26. bis zum 28. November in der Turnhalle zu Hungen statt- - finden. Durch diese Schau soll die Bevölkerung auf die hohen Werte, die die Kaninchenzucht in sich vereinigt, aufmerksam gemacht werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der Schriftleitung) h.k. in F. Der Mieter ist zur Bezahlung der Anschlußgebühren für die Wasserleitung nicht verpflichtet. Da durch die Anbringung der Wasserleitung eine Werterhöhung der Mietwohnung stattgefunden hat, kann der Vermieter die Genehmigung zur Heraufsetzung des seitherigen Mietzinses beantragen. Frau H.» Gießen. Der Verkäufer kann 10 v. H. Zinsen pro Jahr heute nicht mehr berechnen; doch kann bei langfristigen Abzahlungsoerträgen eine angemessene Erhöhung des Kaufpreises vertraglich Brauchitsch, Lang und Seaman kommt zum erstenmal auch der Nachwuchs mit Kautz, Bäumer, Hartmann, Brendel und von Fall zu Fall auch mit Z e h e n d e r zum Zuge. Nach dem Sportprinzip, eine erfolgreiche Mannschaft nicht auseinanderzureißen, war es klar, daß die Hauptfahrer die gleichen fein würden wie 1937. Der Name Rudolf Caracciola ist feit 1923 auf das engste verknüpft mit den Rennerfolgen der Unter- türkheimer. Der Europameister von, 1935 und 1937 wird auch im kommenden Jahr erster Fahrer von Mercedes-Benz fein. Manfred von Brauchitsch feiert das Jubiläum seiner zehnjährigen Zugehörig- fiunöecttoufenfte Helfet MIM sieden freimütig in der seont des H whw. öeidstocrflSndlich ist ihnen dieses opfert feit zu den erfolgreichen Trabanten um Neubauer. Die Neuentdeckung Hermann Lang ist wieder dabei; die Siege in den schnellsten Rennen der Welt, in Tripolis und auf der Avus, sicherten dem früheren Motorradfahrer in erster Linie feinen Platz. Richard Seamans zweiter Platz im Vanderbilt- Pokalrennen zeigt, wie schnell sich der frühere englische Student mit dem großen Rennwagen vertraut gemacht hat. Noch nicht endgültig ist die Besetzung bei der Auto-Union. Doch steht die Kernmannschaft mit Rosemeyer, Hasse und Müller fest. Winkler und Kluge sollen ihre Befähigung zur Führung eines Rennwagens ebenfalls nachweisen. terin erhalten. Rechner Dehmel erstattete den Kassenbericht, der trotz der ungünstigen Eisverhältnisse im Vorjahr einen verhältnismäßig guten Stand ausweist. Auch der Mitgliederbestand, der Verein umfaßt etwa 250 Mitglieder, hat sich gut gehalten. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß der Verein wieder erhebliche Aufwendungen für die Sportanlage machte, um sie der Allgemeinheit zu erhalten. Nachdem dem Rechner Entlastung erteilt worden war, wurde der Vereinsführer Dr. Walbrach einstimmig wiedergewählt, der seine Mitarbeiter erneut bestätigte. Von den Mitgliedern wurden sowohl dem Vereinsführer für sein reges Interesse, wie auch dem Rechner für die gewissenhafte finanzielle Betreuung und Dr. Pfeffer für sein unermüdliches Eintreten für den Gießener Eissport Dank und Anerkennung ausgesprochen. 165 Winterhilfsspiele in Hessen. Am 17. November, dem Buß- und Bettag, werden im Gau Hessen insgesamt 165 Winterhilfsspiele der Fußballer durchgeführt. Davon die wichtigsten Begegnungen: Spv.-SC. 03 Kassel — Dezirksklasse, SV. 09 Korbach — BC. Sport Kassel, Hessen Hersfeld — Bezirksklasse, Germania Fulda — Bezirksklasse, Schlüchtern-Elm — Borussia Fulda, Marburg — Gießen, VfB. Friedberg — SD. Bad-Nau- heim - Niederflorstadt, Hanau — Aschaffenburg, VfB. Groß-Auheim — SD. Klein-Steinheim, Kewa Wachenbuchen — Dörnigheim-Hochstadt. Fußboll der Gauliga Hessen. Kewa Wachenbuchen — DfB. Friedberg, Hessen Hersfeld — Borussia Fulda, BC. Sport Kassel — FC. 93 Hanau, SC. 03 Kassel — Germania Fulda. Der Gau Hessen wird am Sonntag mit größter Wahrscheinlichkeit wieder einen neuen Tabellenführer bekommen, denn der SpV. Kassel ist spielfrei und Kewa und Hersfeld spielen zuhause. Kewa Wachenbuchen müßte sich gegen den V f B. Friedberg glatt durchsetzen können und auch Hessen Hersseld hat gegen Borussia Fulda die besten Gewinnaussichten. Der B C. Sport Kassel, der sich bisher so auszeichnete, hat im Treffen gegen Hanau 93 erneut Gelegenheit, sein Können zu zeigen, doch zu einem Sieg dürfte es gegen die erstarkten Hanauer kaum reichen. — Im Kampf der beiden Tabellenletzten wird sich wohl der SC. 03 Kassel 'gegen Germa- nia Fulda siegreich behaupten. F.-Sp.-B. 1926 Steinbach. Am vergangenen Sonntag hatte die erste Mannschaft die gleiche von Großen-Linden zum fälligen Verbandsspiel zu Gast und mußte mit 2:0 Toren den Gästen Sieg und Punkte überlassen. Beide Mannschaften waren sich ziemlich gleichwertig. Steinbachs Mannschaft war in der ersten Halbzeit dauernd überlegen, konnte aber von den vielen Torchancen keine ausnutzen. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Großen-Linden kam dann mehr auf und konnte das Spiel offener gestalten und bei einem plötzlichen Vorstoß das Führungstor erzielen. Steinbach drängte jetzt zum Ausgleich, aber die Großen-Lindener verteidigten den Vorsprung zäh Neue Baustoffe und Bauarten. Reichseinheittiche Regelung der baupolizeilichen Zulassung. Fwd. Nach einer Verordnung des Reichsarbeitsministers wird vom 1. Januar 1938 an von ihm über die baupolizeiliche Zulassung neuer Baustoffe und Bauarten bestimmt, wenn diese allgemein für das ganze Reich oder für Teile des Reiches ausgesprochen werden soll. Bekanntlich wurden bisher neue Baustoffe und Bauarten, die noch nicht allgemein gebräuchlich oder bewährt sind, in den einzelnen Ländern gesondert baupolizeilich zugelassen. Es erscheine, wie es in der Verordnung heißt, als unerläßlich für den Vierjahresplan, daß neue Baustoffe und Bauarten für das ganze Reich nach denselben Grundsätzen beurteilt und zugelassen werden. Kein Berkaus von Nadelnutzholz ohne Genehmigung. ZdR. Die Marktoereinigung der deutschen Forst- unb Holzwirtschast sieht sich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß der § 3 ihrer Anordnung Nr. 5, in dem die Höchstgrenze eines genehmigungslosen Erwerbes von Nadelnutzholz durch ortsansässige Selbstoerbraucher auf 15 Festmeter festgelegt wurde, nicht dadurch umgangen werden darf, daß die stei- gegebene Holzmenge mehrmals bei verschiedenen Waldbesitzern eingekauft wird. Da die Waldbesitzer verpflichtet sind, alle Kleinverbraucher in eine Liste einzutragen, können diejenigen leicht festgestellt und bestraft werden, die sich ohne Einkaufsgenehmigung mehr als insgesamt 15 Festmeter jährlich beschaffen. Es ist weiterhin die irrige Ansicht aufgetaucht, daß der Einkauf von Nadelnutzholz unter 15 Festmeter auch für Inhaber von Einkaufsheften bzw. Einkaufskarten frei wäre. Diese Auffassung ist falsch. Es wird daher nochmals darauf hingewiesen, daß ohne Einkaufsgenehmigung Nutzholz bis zu 15 Festmeter nur an Klein- und Selbstverbraucher abgegeben werden darf. Nhein-Mainische Börse. Ittiffagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 10. Nov. Die Börse war am Aktienmarkt allgemein freundlich gestimmt und brachte auf kleine Käufe der Kundschaft vorwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Auch die Kulisse betätigte sich in mäßigem Umfange an dem nicht besonders lebhaftem Geschäft. Neben der sehr flüssigen Lage des Geldmarktes und den Hoffnungen auf den Änleihestock dürfte auch die gesunkene Aktien-Rendite etwas Anreiz zu Käufen gegeben haben. Auch neigte man zu einer besseren Beurteilung der weltpolitischen Lage. Von Anleihestockwerten erhöhten sich Reichsbank auf 211 bis 211,50 (210,50). Montanaktien kamen bei kleinen Umsätzen vorwiegend 0,25 bis 0,75 v. H. höher zur Notiz, etwas mehr befestigt waren Deutsche Erdöl mit 142,50 (141). Maschinenaktien verzeichneten durchweg Besserungen bis 1 v. H., Rheinmetall und Adlerwerke gewannen bis 1,50 v. H. Zellstoff- und Elektropapiere notierten 0,50 bis 1 v. H. freundlicher, Schuckert plus 1,25 v. H. auf 166,50. Die Farden-Aktie verbesserte ihren Stand um 0,75 v. H. auf 156,40, ferner lagen Bemberg 1 v. H. und Verein. Deutsche Metall 1,50 v. H. fester. Nicht ganz behauptet waren Jul. Berger mit 144,13 (144,65). Der Rentenmarkt war weiter fest. Reichs- altbesitz zogen auf 131,25 (130,75) an, Kommunal- Umschuldung wurden mit 94,80 (94,75) gefragt, auch Städte-Altbesitzanleihen und Industrie-Obligationen fanden weiteres Interesse. Ebenso setzte sich Im Eissporthaus fand gestern abend die Generalversammlung des Gießener Eisoereins statt, in der der Vereinsführer Dr. Walbrach die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Stadt die Wiese vor dem Eissporthaus wieder als Eislauffläche zur Verfügung stellt. Er wies darauf hin, daß durch die Verlegung der Eisbahn im letzten Jahr auf dem sogenannten Schwanenteich der Eissport in Gießen eine empfindliche Einschränkung erfahren hatte. Durch die Bedingung der 13 Zentimeter Eisdicke war nur ein einziger Eislauftag möglich geworden. Bürgermeister Professor Dr. Hamm als Sport- ' ' " zugesagt, daß die noch erfor- :r Wiese ausgeführt wird, so am Pfandbriefmarkt lebhafte Nachfrage fort. Goldpfandbriefe wurden wieder meist repartiert, Kom- munal-Obligationen z. T. gestrichen. Etwas Angebot bestand in Liquidationspfandbriefen, die überwiegend 0,25 v. H. abbröckelten. Stadtanleihen lagen teilweise um Prozentbruchteile höher, niedriger jedoch 4,50 v. H. Darmstadt von 1926 mit 97,75 (98). Kommunal-Umschuldung erhöhten sich im Verlaufe auf 94,85 nach 94,80 und Altbesitz hatten bei unverändert 131,25 lebhaftes Geschäft. Der Aktienmarkt unterlag im Verlaufe kleinen Schwankungen, bei leicht belebten Umsätzen überwogen auch späterhin noch mäßige Erhöhungen. Hoesch 125,25 nach 124,75, Verein. Stahl 114 nach 113,50, BMW. 148 nach 147,50, Schuckert 167 nach 166,25, IG. Farben 156 bis 156,50 nach 156,40, derliche Zurichtung der Wiese ausgeführt wird, so daß sich in diesem Jahre wieder eine bessere Möglichkeit zum Eissport bieten wird. Zu dem Eissporthaus, das jetzt außerhalb der Eisbahn steht, werden Bohlen gelegt, so daß dann der Zugang zur Eisbahn auch mit Schlittschuhen ermöglicht wird. Der stellvertretende Sportwart Dr. Pfeffer gab eine Uebersicht über die Entwicklung der Sportabteilung, die im vergangenen Winter nicht zur vollen Entfaltung kam. Sie beteiligte sich an einem Spiel in Kronberg im Eishockey, das gleichzeitig als Gaumeisterschaftswettkampf gewertet wurde, und bei dem Gießen seine Meisterschaft an Frankfurt verlor. Durch die Neueinteilung der Gaue XII und XIII ist Gießen nun auch im Eissport an den Gau XII (Hessen) Kassel gekommen und hat sich in Kassel an Wettkämpfen beteiligt, die der unteren und mittleren Klasse zweite und dritte Plätze einbrachte. Im Eisschießen nahm die Mannschaft an den Olympiakämpfen teil und konnte mit den schon bekannten Auszeichnungen heimkehren. Die Gaumeisterschaften im Eisschießen mußten wegen der bekannteu Forderung der Eisdicke ausfallen. Größere Erfolae waren im Rollschuhlauf zu verzeichnen, weil Gießen die einzige Rollschuhbahn Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Nütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali ... 6 Schuckert 8 Co........... 7 Schultheis Patzenhoser 4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 4*/2 Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkalt............4 Zellstoff Waldhof............6 Otavi Minen...............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börje Schlußkurs Schluß! Mittag- börse Schlub- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß». Mittag- börse _ Datum 9.11. 10.1L 9.11. 10 11. Daium 9.11. 10.11. 9.11- 10.11. 228 229,5 229,75 230 139,5 140 140 140,65 37,65 140,5 137,5 140,25 168 168,25 168,5 168,65 120 121 119,5 120,5 165 165 — — ■ — ■ 1 !■ - 189 192 190,25 191,75 134,5 136 134 136,25 — —— 117,5 119,25 141 143,75 141,25 143,9 255,5 256 —- —* 159 160 159,5 159,75 130,5 131,25 130,75 131,5 149,65 151,5 —— 151,5 155,65 157,5 155,65 156,75 132,5 133 132,5 133,5 144,75 147,5 144,75 147 138,5 140 138,75 141 ■ ■ 48 171,5 172 171,5 172,25 124,25 125,5 124,25 125,5 149 152,4 149,25 151 75 — •---- —— 159 — 136 135,75 115,13 — 116 116 121,25 122,5 120,75 122,25 —— — 154,25 157 126 126,25 126,13 126,25 94,75 94,75 •— —— 116 117,5 116 117,25 — —— 155 156 145 146,25 143,75 145 —— — 106 75 109,25 231 231 232 230,5 — —— 127 128 143,75 146 143,65 145,5 128,5 129,75 129 130,4 146,5 150 147,9 150,25 160 — 160,5 — 165. 167,5 165 25 168,5 — — 94,5 94,75 200,5 — 202 204 200,5 200,25 200,5 200,5 113 114 9 112,75 114,25 56,25 56,9 56,4 57,5 115 115,5 115,65 115,75 145,75 148,75 145,25 148 28 28 9 .November 10-November 9.November 10.November Amtlich 'Nouerui g (Melf | iHr»i Amlt'che Notierung 'Bele | Briet Amtliche Geld tvlierung Bne, Amtliche Noueiung Geld | Brie, 0,736 0,740 0,736 0,740 Japan.................... 0,722 0,724 0,722 0,724 42,19 42,27 42,13 42,21 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,136 0,138 0,136 0,138 Oslo ................... 62,27 62,39 62,21 48,95 62,33 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 49,05 55,31 55,43 55,26 55,38 Lissabon.................. 11,26 11,28 11,25 11,27 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm................ 63,88 64,00 63,82 63,94 12,39 12,42 12,38 12,41 Schweiz.................. 57,42 57,54 57,37 57,49 5,48 5,49 5,475 5,485 Spanien.................. 15,48 15,52 15,48 15,52 8,422 8,433 8,417 8,433 Prag..................... 8,671 8,689 8,701 8,719 137,22 137,50 137,28 137,56 Budapest................. — — — — 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,472 2,476 2,475 2,473 Mq । Les- Gießener Gtadtiheater. Giacomo Puccini: „Die Boheme." Daß sich Puccini nach seiner Oper „Manon Wenn auch Puccini sehr häufig als reiner Theatermusiker hingestellt wird, so schwingt in dieser Oper die menschliche Anteilnahme am stärksten mit, und so wurden die Boheme sein unmittelbarstes, sein innigstes und ursprünglichstes Werk. Da wird es erklärlich, daß Puccini bei der Durchgestaltung kein einzelner Zug entgeht, jeder der vier Künstler wird in seiner Wesensheit erfaßt, ebenso aber auch die Nebenfiguren, Bernhard, der Hauswirt, oder der Verehrer der Musette, Alcindor. Mit einer geradezu verblüffenden Schlagkräftigkeit vermag er Menschliches und Sachliches musikalisch treffend einzufangen: voll Humor und Lebensübermut, aber auch von ernster menschlicher Nachdenklichkeit sind die Szenen der Künstler unter sich in ihrem Dachstübchen. Seine einmal bekannte „Liebe für die kleinen Dinge" wird ihm hier wegweisend. Ebenso aber greift er mit Frische und Zügigkeit das Treiben am Weihnachtsabend im „Quartier latin“ auf, wo er die Dolksszenen in Realistik und mit innerem Schwünge zeichnet, wo ihm kein Einzelmoment entgeht, wie etwa in der Parpignol-Szene und im Aufziehen der Wache. Die geistige Sphäre dieses Aktes wird beherrscht von dem Walzer der Musette, der ihm in seiner Urform schon vor der endgültigen Fertigstellung des Textbuches zugefallen war und zur Keimzelle der Darstellung dieser leichtfertigen Lebensanschauung wird. Die innere Bezogenheit des Stoffes verdeutlicht Puccini durch melodische Erinnerungssymbole, die quasi dem Augenblick fast wie eine darstellende Gebärdensprache entspringen, die einzelnen Personen und Dinge begleiten und zur gegebenen Zeit als Klanggebilde sich organisch eingliedern. So greift er beispielsweise in dem Drama Rudolf-Mimi immer wieder in irgendeiner Form auf die Urquelle dieser leidenschaftlichen Liebe der beiden, auf die große Liebesszene im ersten Akt zurück. Aus diesem Ausgangsmaterial läßt er immer wieder Neues entstehen und erschöpft sich nicht in bloßen Wiederholungen. Andererseits aber begründet diese Abhängigkeit von der Ursprungszelle die leichte Verständlichkeit und damit eine nicht zu verleugnende Volkstümlichkeit. Manche satztechnische Eigenart, beispielsweise die Quintenfolgen in den Volksszenen des zweiten Bildes, gaben Veranlassung, Puccini in die Nähe der französischen Impressionisten einordnen zu wollen. Was bei diesen akustisch-optische Klangmalerei bedeutet, ist bei Puccini seelisch bedingtes Ausdrucksmittel. Die trostlose Traurigkeit des nebligen verschneiten Februarmorgens in' Parallele mit der zerrissenen seelischen Verfassung der Gestalten konnte keinen tieferen packenderen Ausdruck finden, als durch die leeren Quintenfolgen zu Beginn dieses Aufzuges. Diese Welt wurde in der Aufführung lebendig durch die feinpointierte, liebevoll ausgefeilte Durcharbeitung des Orchesterpartes unter Kapellmeister Walter, der mit innerem Schwung und voll Temperament die affektgebundenen Höhepunkte erfüllte, den lyrischen Momenten und seelischen Kontrasten mit feinem Empfinden nachging und die vielen Details der Bildhaftigkeit und der Farbe in plaftifdjes Licht rückte, wenn auch stellenweise mit Rücksicht auf die Tragfähigkeit der Stimmen noch größere Zurückhaltung geboten gewesen wäre. Ihm folgte das Orchester bis zum Letzten mit Drangabe besten Könnens und Gelingens in allen Klanggruppen. Im engsten Kontakte dazu war der szenische Aufbau gegliedert und in seiner Gebärde und in der Bewegtheit aus dem Geiste der Musik nachgeschaffen (Dr. Erich Schumacher). Der szenische Untergrund war durch äußerst eindrucksvolle Bühnenbilder (Karl Löffler) gegeben und durch individuelle Abstimmung der Beleuchtung gehoben (Remigius Konen). Die bunten Volksszenen des zweiten Bildes waren in Frische akzentuiert und belebt durch die Chöre (Heinz Markwardt). Im Vordergrund des Interesses stand Margarethe Merian als Mimi mit ihrer seelenvollen Durch- geftaltung von Liebeslust und -leid. Ihre stimmlichen Mittel sind von besonderem Klangwert in der sonst meist wenig bedachten Mittellage. Die Höhe weitet sich im Aufwallen der inneren Erregung zu voluminösen Tönen; ihr Piano und ihre mezza voce sind klangvoll und tragfähig im Raume. Dadurch wurde die Sterbeszene eindringlich und packend. In den großen Duetten einte sie sich mit Ernst-August Waltz als Rudolf in weitem klanglichen Bogen. Mit der Arie des ersten Aktes „Wie eiskalt ist das Händchen" erntete er ehrlichen Beifall auf offener Szene. Sein Rudolf muß als feine beachtlichste Leistung bisher in der Oper gewertet werden. Den Kreis der vier Unzertrennlichen rundeten Gustav Bley als Marcel voll warmer Menschlichkeit und charakterlicher Hilfsbereitschaft, Wilhelm Greif, ein Philosoph mit geistiger Bestimmtheit und Opferwillen, Max Schneider- O e ft als Musiker Schaunard; alle vier im Handeln und musikalisch trefflich auf einander eingestellt. Friedel F o r n a l l a z gab der Musette lebendige Charakterisierung durch ein äußerst lebhaftes sprudelndes" Spiel, entsprechende Haltung, ungezügelte Leidenschaftlichkeit und dominierende Töne der Höhe. Ein Hauswirt von Selbstbewußt- fein und vermeintlicher Ueberlegenheit war Alfons F o r ft n e r. Die Aufführung dieser Oper bedeutet für die Gießener Verhältnisse keine gewöhnliche Aufgabe; um so ehrender war für alle Mitwirkenden der hohe Grad von Geschlossenheit. Das wurde von den Hörern dankbar durch reichen Beifall und zahlreiche Hervorrufe gewürdigt. Dr. Hermann Hering. caut" dem Boheme-Stoff zuwendet, mag einmal an dem Erleben des Liebesschicksals der Mimi gelegen haben, nicht wenig zogen ihn die vier unzertrennlichen Künstlergestalten an und nicht zuletzt schwang gerade in diesem Milieu und dem Verlauf der Ein- zelfchicksale ein Teil der Erinnerung an die Erfahrung aus der Zeit des eigenen Werdens mit. Im Verfolgen der Schicksale dieser vier Lebens- hungrigen, vielleicht in ihrem Genießen etwas leichtsinnigen, aber innerlich doch nicht verwerflichen Künftlertypen erlebt Puccini ein Stück der eigenen Persönlichkeit mit, und namentlich die Szenen, dis uns zeigen, wie diese Bohemes sich über alle Widerwärtigkeiten, Unzulänglichkeiten und Verlegenheiten des Lebens mit einem alles verklärenden und idealisierenden Humor hinwegse^en, sind von ihm besonders liebevoll bedacht worden. Und wie diese Vier in treuer Kameradschaft zuein- anderstehen, sich einander aushelfen und innerlich aufrichten und stets, wo es in der Not gilt, für einander einstehen. Diese Herzhaftigkeit der Lebensführung mochte ihm besonders Zusagen Und doch, auch die Kehrseite des Lebens ist ihm nicht erspart geblieben. Zwei treue Freunde des Meisters, die ihre Erinnerungen an ihn veröffentlichten, fetzten diesen Puccinis Ausspruch voran: „Ach, wie hart ist doch mein Leben? Und doch erscheint es vielen glücklich . " Dem Lebensbejahen steht ein starker Zug zum Melancholischen zur Seite, und das Tragische des Schicksals vermag ihn tief zu erregen. So wird uns u. a. bezeugt, daß er nach der Niederschrift der Sterbeszene der Mimi' in Tränen ausgebrochen sei; so hatte ihn der Schmerz gepackt, so echt hatte er das Bühnenschicksal durchfühlt. Diese innere Tiefe hat seiner Komposition des Boheme-Stoffes zum Siege verhalfen; denn gleichzeitig hatte sich auch Leoncaoallo, der Komponist des „Bajazzo", ebenfalls mit dem Text befaßt. M u r g e r s zeitgenössischer Roman „La vie de Boheme" war durch Giacosa und Illica, den Librettisten auch von „Tosco" und „Butterfly", als Unterlage zu einem lebensfähigen Text benutzt worden, indem sie den Stoff bühnengemäß umgestalteten, im einzelnen veränderten, um der breiten Schilderung dramatischen Impuls zu geben, und dennoch die wesentliche Sphäre des Vorbildes bei- behielten. Die Autoren bezeichnen ihr Werk als „Szenen" in vier „Bildern" und geben damit der inneren Ausweitung der einzelnen Gegebenheiten Raum. Weniger eine straff gespannte Dramatik als eine tiefe Menschlichkeit gibt dem Stoff die Wirkung. Lichtspielhaus: „Dee Mustergatte." Wenn zur Erzielung garantiert glücklicher Ehen überall so viel Geschirr zerschmissen und so viel an kostbarer Einrichtung demoliert würde wie in dic- |em Film, dann wäre es — von allen sonstigen Bedenken zu schweigen — eine ziemlich kostspielige Sache. Im Leben geht es gottseidank meist weniger geräuschvoll zu, auch haben in Wirklichkeit die Eheleute meist noch etliche andere Sorgen; aber der Film hat das Vorrecht, sich um die Wirklichkeit nicht kümmern zu müssen Der Filmautor darf sich die verrücktesten Geschichten ausdenken, und diese hier ist so, daß dem Zuschauer die Hellen Tränen in den Augen stehen, nicht vor Rührung, sondern vor Lachen. Da ist ein Ehemann, der ist so schrecklich korrekt und pedantisch, so nüchtern, schüchtern und temperamentlos, daß er mit all diesen Eigenschaften seine liebe Frau zur Verzweiflung bringt. Letzte Rettung: er darf mal zeigen, daß er auch anders kann. Dieser Ehemann heißt Heinz R ü h m a n n , und dieser Mustergatte ist eine Paraderolle für ihn, mie er sie selten gehabt hat; sie gibt ihm Gelegenheit, nacheinander ungefähr sämtliche Register zu ziehen, über die feine vieler Schattierungen fähige Komikerbegabung verfügt (Er gehört zu denen, die völlig unkopierbar sind.) Er macht den korrekten Chef eines Bankhauses, den musterhaften Gemahl, den Liebhaber, auf Eis gelegt, den ungeschickten Kavalier, — alles herrlich. Aber am schönsten ist es», wenn mit sozusagen höherer Gewalt der Mustergatte zum trunkenen Lebemann wird, welcher phantastische Cocktails mixt und in die hemmungslose Raserei eines nicht minder phantastischen Rausches gerat. Die Drehbuchverfasser und der Regisseur Wolfgang fiiebeneiner, der das Ganze mit Laune und ausgelassenem Temperament inszenierte, treiben den Schwank hier allerdings bis an dle letzte Grenze des Möglichen. Reizend sind die beiden Ehefrauen: Levi M a r e n b a ch , die schon einmal in ähnlicher Sphäre mit Rühmann zusam- men spielte, und Heli F i n k e n z e l l e r ; ihr nächtliches Gelage mit dem entfesselten Mustergatten ist unbezahlbar. Sehr hübsch assistieren auf der Män- nerfeite Werner Fue11erer und Hans S ö h n - k e r, zwei prächtige Kavaliere. — (Tobis.) * Dazu sieht man einen Kulturfilm vom Bodensee und auf der Bühne Amera & C o. in einem gefährlich gesteigerten Balance-Akt: sehr sichere, elegante und saubere Artistik. Hans Thyriot. Ur. 264 Drittes Blatt Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, li. November |M3Z Volkstümlicher Allendörfer Melsmarkt Blick auf den Allendörfer Nikelsrnarkt. — (Aufnahme: Neuner.) das heißt vor dem Einseifen. Nivea-Creme gibt geschmeidige, gut rasierfähige Haut, die weder spannt noch aufspringt Marktbetrieb, wie man ihn feit Jahren in Allendorf kennt. Die Besucher kamen zu Fuß aus den nahegelegenen Orten, auf dem Fahrrad und viele m Omnibussen, die aus mehreren Richtungen aus Anlaß des Nikelsmarktes nach Allendorf fuhren. Diele Mädchen aus der Umgebung und aus dem Ebs- dorfer Grund kamen in ihrer reizenden Tracht, und sie alle waren sichtlich erfreut über das Markttreiben. Die Händler schlugen ihre Stände auf und legten ihre vielerlei Gebrauchsartikel zum Kaufe aus;' die einheimischen Bäckereien brachten ihre Backwaren an die Straße, selbstverständlich gab es auch wieder die hübschen oberhessischen Töpferwaren, und vom Kraftwagen, die zu Verkaufsständen ausgestaltet waren, wurde Geschirr verkauft. Um die Mittagsstunde verstärkte sich das lebhafte Treiben zwischen Anger und Kirche, und am Nachmittag war kaum mehr ein Durchkommen. Mit kritischen Blicken prüften die Bauersfrauen die Dinge, die sie zu kaufen beabsichtigten. Nahe der Kirche war ein Karussell [amte Unterrichtsbetrieb in vielfacher Hinsicht vollständig umgestellt werden mußte, es kamen auch so viel neue Stoffe und wichtige Gebiete hinzu, daß hier eine Mehrarbeit verlangt wird, die vielen noch ganz unbekannt ist. Nachdem nun die ersten unsicheren Versuche überwunden sind, nachdem nahezu fünf Jahre im neuen Geiste gearbeitet wird, darf und kann auch die Volksschule nicht zurückstehen. Sie hat ein Recht, zu zeigen, wie sie sich eingegliedert hat in die neue Zeit. Die Leistungsschau wird dabei mithelfen. Wir wissen, daß es immer noch viele Volksgenossen gibt, die da sagen: „Hauptsache ist, daß die Kinder schreiben, lesen und rechnen können, das andere findet sich schon." Daß gerade die Grundschule in diesen Fächern auf der Höhe steht, das wird die Leistungsschau an Beispielen zeigen. Die Ziele der Volksschule sind aber wesentlich höher gesteckt. Ein Volk, das geistig so vorwärts strebt.wie das deutsche, kann sich nicht damit begnügen, nur Schreiben, Lesen und Rechnen in der Schule zu üben. Das Leben stellt ganz andere Anforderungen. Die körperliche Ausbildung wurde schon erwähnt. * Allendorf a. d. Lumda, 10. Nov. Erneut bewies der heutige Allendorfer Nikels- markt feine Volkstümlichkeit. Aus weitem Umkreis kamen die Bauern in das Städtchen, um Einkäufe zu machen. Der Markt bot reichlich Gelegenheit dazu. Schon in den Morgenstunden herrschte in den Gassen des Städtchens jener charakteristische Dorfstraße dahinrumpelt, lockt doch gar zu sehr. Der Fuhrmann schaut nach seinen Pferden ober die Straße voraus und merkt oft nicht, daß ein Junge hinten auf dem Wagen aufsitzt. In einem Nachbarorte hatte sich dieser Tage der kleine Fritz — so wollen wir den Buben nennen — schön auf die „Langwitt" des Wagens gehockt, er beugte feinen Kopf nach unten hinter das Pfuhlaufgestellt, dessen Klänge die Marktstraße beherrschten. Das „Fräulein in der Schießbude" hielt eifrig nach Schützen Ausschau. Selbstverständlich nahm man auch Gelegenheit zu einem kräftigen Frühstück, so daß in den Gastwirtschaften Hochbetrieb herrschte. Wenn auch der Schweine- und Rindermarkt im Rahmen des Allendörfer Nikelsmarktes keine überragende Rolle spielt, so herrschte doch auf dem Marktplatz an der Stadthalle reges Leben. Es waren 365 Schafe, 261 Ferkel, 8 Rinder unter 1 Jahr alt und 20 Rinder über 1 Jahr alt aufgetrieben. Für Ferkel bis zu 8 Wochen alt wurden 14 bis 16 Mark bezahlt, ältere Tiere kosteten bis zu 25 Mark. Der Verlauf des Schweinemarktes war sehr rege, die meisten Tiere wechselten den Besitzer. Der Rindermarkt verlief schleppend, auch Schafe wurden weniger rege abgesetzt. Leider beeinträchtigte das schlechte Wetter am Nachmittag die Stimmung etwas, so daß sich viele Marktbesucher in die Gaststätten und in die Stadthalle begaben, die bald überfüllt waren. In bun- Was will die Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen? ier Reihe saß man an den Tischen, und viele Bekannte trafen sich bei dieser Gelegenheit. Man unterhielt sich gründlich über den Pferdekauf, über Fragen der Landwirtschaft, sprach von dem und jenem Bekannten und unterhielt sich dabei auf das Angenehmste. In der Stadthalle wurde trotz der Fülle getanzt, . und so kam auch die Jugend zu ihrem Recht. Manche Marktbesucher fanden erst zu später Stunde den Heimweg. Der Allendörfer Nikels- markt erwies sich gestern erneut als ein Sammelpunkt der ländlichen Bevölkerung des Lumda- tals und feiner näheren Umgebung. Aus der Stadt Gießen. Eine „ruchbare" Geschichte. Wer hat nicht schon gesehen, wie sich kleine Buben auf fahrende Wagen schwingen, um ein Stück Wegs mitgenommen zu werden? Gewiß ist es eine Unsitte, und mancher Unfall ist dadurch verursacht worden. Aber die Buben lassen sich nicht so schnell belehren. Ein Ackerwagen, der so gemütlich auf der Sorgfältig mißt die Bäuerin nach, ob der Tops, den sie kaufen will, auf ihren Herd paßt. In vielen Städten unseres Vaterlandes wurden in der letzten Zeit Leistungsschauen veranstaltet, die den Volksgenossen zeigen sollten, wie in allen Berufen und Wirtschaftszweigen zielbewußt und hoffnungsfroh gearbeitet wird. Die Leistungsschauen der Bauernschaft, des Handwerks, der Industrie ufw. legten Zeugnis Davon ab, daß sich die vielseitigen Umgestaltungen und Aenderungen seit dem Januar 1933 nur zum Wohle des gesamten deutschen Volkes auswirken. Die nationalsozialistische Weltanschauung wurde die Grundlage unseres Wollens und Arbeitens. Nirgends kam das mehr zum Ausdruck als auf diesen Leistungsschauen. Wenn sich nun die Volksschulen des Krei - ses anschicken, ebenfalls eine Leistungsschau zu veranstalten, so wird mancher zweifelnd fragen: Ja, geht das denn überhaupt? Kann man mit Zeichnungen, Schriftproben, Modellen ufw. veranschaulichen, was in der Schule erarbeitet wurde? Die Frage ist berechtigt, und die Aussteller sind auch davon überzeugt, daß man auf einer Leistungsschau nicht die geistigen Güter und Erkenntnisse, die die Schule vermitteln soll, zeigen kann. In der -Hauptsache ist die Arbeit der Schule doch eine geistige. Die Entwicklung des Charakters, die Erziehung zur freudigen Einordnung in das Volksganze und andere Hauptaufgaben — wir denken hier auch an die Ausbildung und Stärkung der jugendlichen Körper —, all das kann man nicht mit greifbaren Ergebnissen belegen. Gar viele Stoffgebiete aber sind „ausstellungsreif". Man hat ja früher auch schon öfters kleinere Ausstellungen verschiedener Unterrichtszweige, wie Handarbeiten der Mädchen, Segelflugmodelle, Zeichnungen aller Stufen usw. veranstaltet. Diese Schauen gaben wohl einen Einblick in Einzelfächer der Schule, aber eine Gefamtschau über die Ziele und Arbeiten der Volksschule hat noch nicht stattgefunden. Die Eltern, die ihre Kinder zur Schule schicken, sehen und hören gelegentlich einmal, was im Unterricht verlangt wird, sie zeigen auch lebhafte Anteilnahme, besonders in den ersten Schulwochen, an den Leistungen ihrer Kleinen. Dann aber kommen Berufs- und Wirtfchaftsforgen, die kaum noch Zeit lassen, sich um die Schüler zu bekümmern. „Die Kinder kommen ja ganz gut mit", so sagen die Eltern, und alles scheint in Ordnung zu sein. Das Interesse an der Schule wird erst wieder lebendig, wenn einmal schlechte Zeugnisse nach Hause gebracht werden, oder wenn der Junge nach achtjährigem Besuche die Schule verlassen soll, um einen Beruf zu erlernen. Wir wissen, daß mancher Schüler bei Eignungsprüfungen ufw. versagt, daß er viele Lücken in feinem Wissen zeigt, und gar zu schnell ist man bereit, die ganze Schuld auf die Schule zu laden. „Ja, früher, als wir so alt waren, was haben wir da gewußt!" Solche Urteile hört man immer wieder. An seine eigene Brust aber greift selten einer, denkt nicht daran, daß er während der acht Jahre doch einmal Zeit hätte finden müssen, um sich über die Schularbeiten seines Kindes ein Bild zu machen. Um viele aus dieser 'Bequemlichkeit aufzuscheu- chen, sie wach zu rütteln und ihnen zu zeigen, welche gewaltigen Aufgaben der Volksschule gestellt sind, wurde die Leistungsschau beschlossen. Wenn die Räume der Ausstellung für jedermann geöffnet sind und man einen Ueberblicf über die dort gezeigten Arbeiten gewonnen hat, bann wird wohl manches schiefe Urteil über die Volksschul- arbeif berichtigt werden. Wohl keine Einrichtung des Staates wurde im Dritten Reich so stark geändert und umgewandelt, wie gerade die Volksschule. Nicht nur, daß der ge- Dazu treten noch gar viele Stoffe, an denen die Volksschule nicht Vorbeigehen kann und will. Familien- und Sippenkunde, Erbgesundheits- und Rassenlehre, das deutsche Volk und sein Lebensraum, die koloniale Frage, Wehrerziehung, Segelflugmodellbau, Luftschutz, Auslandsdeutschtum, WHW., NSV., Vierjahresplan, Schullandheim u. v. a„ um nur einige Hauptpunkte anzuführen, fordern Einlaß in die Schule. Wie die Schüler diese neuen Aufgaben losen, das wird die Leistungsschau vorführen. Wir sind der Meinung, daß mancher Besucher der Neuen Pestalozzischule, in der die Aus- stellung am 3 0. November eröffnet wird, überrascht sein wird über das Gebotene, daß er aber auch Anregung finden und darüber nachdenken wird, welcher ungeheure Wille und welche Arbeitslust in unserer deutschen Jugend — und ihren Lehrern — stecken, die hier ihr Können unter Beweis stellen. Vielleicht erinnert man sich bei den ausgestellten Arbeiten auch daran, daß in vielen Klassen 60 und mehr Kinder sitzen, die alle betreut fein wollen, und das harte Urteil über das „Nachlassen der Volksschularbeit" wird dann wohl verstummen. Wir wünschen deshalb, daß die Leistungsschau von vielen Volksgenossen besucht wird. faß, um nicht gesehen zu werden. Es war ein Kuhgespann. Langsam ging die Fahrt. Der Bauersmann saß vorn auf Dem Sitzbrett und rauchte seine Pfeife- Fritz hatte für seinen Vater ein Päckchen Rauchtabak holen sollen. Er hielt es nun in der einen Hand. Mit der anderen umfaßte er den Holzstöpsel, der im Fasse stak und auf dem Acker herausgerissen wird, damit die Fauche ausfließen kann. Der kleine Bub schaute nach links und rechts und lächelte seinen Kameraden zu, die auf der Straße spielten. Ob er dabei eine etwas starke Drehung machte oder ob er zu krampfhaft an dem Holzstöpsel zog, ist ungewiß. Das eine ist jedenfalls sicher: Auf einmal flog dieser Stöpsel, an dem sich der Fritz feschielt, heraus, und die Jauche strömte auf die Straße, d. h. zunächst auf den Buben, der damit überaus reichlich bedacht wurde. Er hüpfte wohl herunter und schrie, aber das half ihm nichts mehr. Der Bauer sprang ebenfalls vom Wagen. Die ersten Schimpfworte flogen noch in der Luft herum, da sah er den nassen Fritz stehen. Sein Aerger verrauchte. „Siehst du", sagte er zu dem verdutzten Buben, „das hast du davon. Nun geh heim und bring deinem Vater seinen Tabak. Der wird dir schon das übrige sagen!" Dann suchte er den Holzstöpsel seines Fasses, der auf die Straße gefallen war. Inzwischen war die Jauche zum großen Teil ausgelaufen. Rundum sammelten sich Neugierige. Alle lachten. - Fritzchen verschwand. Er lief nach Hause. Seine Kameraden waren ihm aber schon zuvorgekommen. Laut schreiend hatten sie dort die Neuigkeit verkündet. Die Mutter stand im Hof und erwartete ihren Buben. Nicht gerade liebenswürdig. Fritz muhte in die Waschküche und wurde gehörig geseift und gewaschen. Daß die Worte, die dabei von der Mutter gebraucht wurden, keine Schmeicheleien waren, das konnte man im Hofe hören. Aber auch das ging vorüber. Fritz wurde neu angezogen und mußte zur Strafe im Haufe beeiden. Ob fein Vater den Tabak geraucht hat, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Für die Dorfbuben aber war es ein bemerkenswertes Abenteuer. Sie werden sich wohl in Zukunft beim Aufsetzen auf einen Jauchewagen erst ver- gewissem, ob der Stöpsel auch fest im Fasse steckt. K WWW WM« NSG. „Kraft durch Freude-. Theatervorstellung: 13.11., 20 Uhr, „KdF.-Miete", Gruppe II: „Drei alte Schachteln", Operette. Feierabend: 13.11., 20 Uhr im Caf6 Leib: Froher Tanzabend. Eintritt 50 Pf. Deutsches Volksbildungswerk: 11.11., 20.15 Uhr, Hörsaal Brandplatz 4, 2. Vortrag: „Die deutschen Kolonien". 12.11., 20.15 Uhr, Museumssaal, 1, Vortrag: „Vorgeschichte der hessischen Heimat". 13.11., 20 Uhr, Danbringen, Saal Schäfer: Siebt- bildervortrag — Dorf abend. Unsere Kolonien in Afrika, Dr. Funk. _ 13.11., 20 Uhr, Klein-Linden, Saal Burg, Licht- bildervortrag von Professor Dr. Ankel: Deutschland betreibt Rassepolitik! 13.11., 20 Uhr, Treis a. d. Lumda, Gasthaus „Zum Bahnhof", Lichtbildervortraq von Dr. Glöckner: Deutsche jenseits der Grenze. 13.11., 20 Uhr, Wieseck, Saal Braun, Lichtbildertrag von Professor Dr. Hummel: Unsere Kokonien in Afrika. 7373V Volkstumsarbeit: 13.11., 20.15 Uhr, Leihgestern, Saal „Zum Löwen": Bayrischer Dolkstumsabend. Eintritt 50 Pf. Sonderzug nach Frankfurt: 14.11. zur Gaukulturausstellung. Abf. 9.05, Rückf. ab Ffm. 21.10. Preis einschließlich Ausstellung 1,95 RM. Karten Schanzenstraße 18 und bei den Ortsgruppen der NSDAP. Vornotizen. Tageskaleuder für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Die kluge Närrin" (Dienstag-Miete). — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Mustergatte". — Lichtspielhaus (Bahn- Bekennim's zum ßinfopf. NSG. Arn kommenden Sonntag versammelt sich das deutsche Volk zum zweiten Mal in diesem Winter um den Eintopf. Wieder, wie so oft schon, tritt dos Winterhilfswerk an das deutsche Volk heran und fordert den Einsatz jedes einzelnen Volksgenossen für das Dolksganze. Sein Ruf wird nicht ungehört bleiben. Das deutsche Volk wird stolz und mit Freude ein neues Bekenntnis für seine Bereitschaft zum Opfern und zur Gemeinschaft ablegen. Alle finden sich um den Eintopf zusammen und bekunden damit, daß sie sich auch mit dem Schicksal aller Familien verbunden fühlen. Darüber hinaus beweisen sie der Welt,'daß das neue Deutschland zusammensteht und sich aufs engste verbunden fühlt. Es kommt am Sonntag nicht darauf an, was bei dem Einzelnen auf den Tisch kommt, sondern darauf, daß er wirklich Eintopf ißt in der Erkenntnis: ich esse heute ein einfaches Mahl. Ich könnte etwas Teueres essen, aber ich will in dieser Tischgemeinschaft der ganzen Nation beweisen, daß ich erkannte: nur die Gemeinschaft gibt mir täglich das Brot, ihr bin ich zu Dank verpflichtet. Ich will deshalb dem Volke eine Gabe als äußeres Kennzeichen meines Dankes zollen, die denen zugute kommen soll, die weniger glücklich sind. Sie sollen spüren, daß ich sie wie alle als Teil unserer Dolksfamilie betrachte. Da darf keiner zurückstehen. Sein Gewissen kann das nicht zulassen. Mit der Spende am Eintopfsonntag, der bereits zu einem traditionellen Festtag im Monat für die Hausfrau geworden ist, danken wir für Frieden, Freiheit, Aufbau der Nation und für das Glück, Deutscher sein zu dürfen. Oie Eintopfgerichte am 44 November. DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den zweiten Eintopfsonntag am 14. November folgende Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: Gemüsesuppe mit Einlage, Fischeintopf nach Wahl, Wirsingkohl oder Kohlrüben mit Rindfleisch, Geschmorte Aepfel mit Kartoffelklößen oder Fimmel und Erde". Hofstraße): „Das große Abenteuer". — VDA., Jungarbeitsgemeinschaft Gießen: 20.15 Uhr, Studentenheim, Gemeinschaftsabend mit Ausstellung. — Stadtkirche: 20.15 Uhr, Gemeindeabend des Evangelischen Bundes. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr, Aula des Gymnasiums, Lichtbildervortrag, Professor Dr. Scheu, „Mit Zeppelin und Kondor nach und durch Südamerika". Stabtibeater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholung von „Die kluge Närrin", Lustspiel von Lope de Vega, deutsche Nachdichtung Hans Schlegel, statt. Spielleitung: Intendant Hermann Schultze-Griesheim. Die Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Staatsrat Hanns Iahst liest in Gießen. Am Montag, 15. November, wird, wie man uns mitteilt, auf Einladung des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins in Verbindung mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ^-Oberführer Staatsrat Hanns Johft, Präsident der Reichsfchristtums- kammer, in Gießen aus eigenen Werken lesen. Es ist eine literarische Feierstunde zu erwarten, die die persönliche Bekanntschaft mit einem der bedeutendsten Vertreter unseres nationalsozialistischen Schrifttums vermitteln wird. Hanns Johft ist Träger des Preises der NSDAP, für Kunst 1935. (Es ist im übrigen nochmals darauf hinzuweifen, daß die Lesung von Staatsrat Hanns I o h st vom 26. November auf den 13. November vorverlegt wurde, und der Lichtbilderoortrag von Professor Frauenholtz erst am 23. November stattfindet.) Feierliche Eröffnung der Gaukulturwoche. NSG. Die feierliche Eröffnung der Gaukullur- woche Hessen-Nassau durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger findet am Samstag, 13. November, um 11 Uhr, im Opernhaus in Frankfurt am Main statt. Die Feier wird vom Rhein-Maini- schen Landesorchester, das bas „Heldische Vorspiel" von Friedrich Siebert urcvufführt, umrahmt. Im Anschluß daran eröffnet der Gauleiter die Gaukulturausstellung in der Feschalle. Leder einmal im Sender der Gau-Kulturausfettung. NSG. Wenn wir Tag für Tag unseren Rundfunkapparat einschalten, haben wir im allgemeinen keine Vorstellung von der komplizierten Aufnahme der Darbietungen. Das Geheimnis des Senders wird auf der Gaukulturausstellung in Frankfurt am Main gelüftet. In dem in der Ausstellung im „Haus der Moden" aufgebauten Senderaum werden täglich Konzerte und andere Darbietungen gesendet. Der Senderaum befindet sich hinter einer zehn mal drei Meter großen Glaswand, so daß der Besucher alle Vorgänge miterleben kann. Außerdem können wir einen Blick in den Regieraum des Reichssenders werfen. Auf der Ausstellung wird weiter eine vollständige Uebertragungsanlage von dem Rennen auf dem Nürburgring gezeigt. Fernsehstraße und Sendesaal des Reichssenders Frankfurt sind auf der Gaukulturausstellung täglich in Betrieb. Besucht die Gaukulturausstellung in Frankfurt vom 13. bis 21. November! NSOAv. - Ami für Bottswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Ost. Betr. kleiderfammlung. Am 16. November wird in unserer Ortsgruppe durch die NS.-Frauenschaft eine Kleidersammlung durchgeführt. Es können brauchbare und unbrauchbare Kleidungsstücke gespendet werden. Die Block- roalterinnen der NS.-Frauenschaft werden zunächst feststellen, was gestiftet werden soll. Diese Sachen sind dann am 15 November zum Abholen bereitzuhalten, so daß am 16 November die Spenden von Wagen der Wehrmacht an den Wohnungen der Blockwalterinnen abgeholt und zur Sammelstelle gebracht werden können. Die Hausfrauen werden gebeten, alle entbehrlichen und unbrauchbaren Kleidungsstücke dem WHW. zur Verfügung zu stellen. BOM.-ttnteroau 116. Betr.: BDM.-Sondergruppe Modellbau. Alle Mädel, die am Segelflugmodellbau teilnehmen wollen, kommen am Donnerstag, 11.11., abends IVi Uhr, auf die BDM.-Dienftstelle. Die Untergauführerin. Betr.: BDM.-Leistungsabzeichen. Sonntag, 14. November, findet ein 25-km-BJan- dern statt. Treffpunkt 8 Uhr morgens am Ludwigs- Platz. Ein Kurzfanikurs für das L. 21. beginnt Dienstag, 16.11., abends 20 Uhr, in der Goetheschule. Dienstag, 16.11., abends 19 Uhr, wird im Volksbad für das L. A. geschwommen. Die Untergausportwartin. LM.-Uniergau 116, Gießen. Sämtliche Führerinnen der Gießener Gruppen der Jungmädel treten am Donnerstag, 11. November, 17 Uhr, an der Dienststelle des Untergaues zu einer kleinen Feier an. Gruppenwimpel sind mit» zubringen! Die Führerinnen Büxler, Hochstätter, M. u. E. Bendervth, Schunk, Bergen, Heß, Schmall, E. Schmidt, Kimmel, E. Schneider, Heid, Neumann- Spengel, Meininger, Enders, Weil, Keßler, Ritsert, Jrmi Seifer müssen unbedingt dabei sein. Betr.: IM.-Schulung. Die Führerinnen der JM.-Gruppen 1, 2, 3, 4/116 treten am 13.11, 14.45 Uhr, an der DJH. Gießen zur Schulung an. Alle Führerinnen (Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen) der Gruppen 11, 12, 13/116, die am 7.11. nicht an den Schulungen teilgenommen haben, kommen am 14.10. zur Schu- lung nach Hungen, BDM.-Heim im Schloß. Beginn der Schulung morgens um 8.45 Uhr, Ende zwischen 17 und 18 Uhr. Mitzubringen sind Turnzeug, Schreibzeug, Liederbuch, für Die Werkarbeit gummiertes Glanzpapier, kleine und große Schere, Lineal, Klebstoff, Brotbeutelverpflegung und Trinkbecher. Betr.: IM. Singschar. Am Dienstag, 16.11., um 18 Uhr, tritt die IM.» Spielschar zum lieben mit der Jnstrumentenschar im Singsaal des Lyzeums an. Der Tag der Hausmusik ist auf den 18.11. verlegt worden. Bett.: JM.-Dienst in der Woche vom 15. bis 21.11. Am 18.11 haben Dienst: Ober-Hörgern um 14.30 Uhr, Eberstadt um 15.30 Uhr, Obbornhofen um 16.30 Uhr, Trais-Horloff um 17.30 Uhr. Arn 19.11. haben Dienst: Bellersheim um 14.30 Uhr, Utphe um 15.30 Uhr, Inheiden um 16.30 Uhr, Muschercheim um 17.30 hr. Der Dienst wird von der JM.-Untergausuhrenn kontrolliert! Betr.: Wäschesammtung der Iuugmädet Arn Samstag, 20.11., sammeln alle Jungmädel im ganzen JM.-Untergau für das Winterhilfswerk nachmittags Klein-Kinder-Wäsche und Kleidung, die zum Schluß der Sammlung dem zuständigen Orts- amtsroalter der einzelnen Standorte in einer feierlichen Form übergegeben wird. Am 4. Dezember folgt die Spielzeugsammlung. Nur an den Standortältcsten! Der Standortälteste Gießen richtet erneut an sämtliche Dienststellen, Behörden, Körperschaften und Organisationen die Bitte, alle 2Inträge und Einladungen auf Gestellung von militärischen Abordnungen (Offizier- und Truppenabordnungen) bei wichtigen und feierlichen Anlässen aller Art ausschließlich an den Standortältesten Gießen, Zeughauskaserne, zu richten. Die Truppenteile sind angewiesen worden, Einladungen und Aufforderungen zur Gestellung von Abordnungen unbeantwortet dem Standortältesten vorzulegen. Abschied von Friedrich Boeck. Unter zahlreicher Beteiligung wurde am gestrigen Mittwoch der Geschäftsführer der Metzgerinnung Gießen und der Nebenstelle Gießen der Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung Friedrich B o e ck zu Grabe getragen. Pfarrer Becker widmete dem Verstorbenen, einem Sohn der Stadt Gießen, der sich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet hatte, einen herzlichen Nachruf. Für die Gießener Metzgerinnung, der er fast 30 Jahre mit Rat und Tat zur Seite stand, brachte Obermeister P i r r Dank und Anerkennung zum Ausdruck. Er sagte dem Verstorbenen, der mit seinem reichen Wissen und mit dem Einsatz seiner ganzen Person für die Innung eingetreten war, noch einmal feine Hochachtung. Der Name Friedrich Boeck werde in den Gefchichtsblättern der Innung unverrückbar stehen bleiben. Der 75jährige Ehrenobermeister Carl Schnell aus Kassel sprach als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung einem lieben Mitarbeiter und Freunde, Boeck herzliche Abschiedsworte. Auch er würdigte die großen Verdienste des Entschlafenen. Nachdem noch der stellv. Geschäftsführer Jacoby für die Gefolgschaft der Gießener Nebenstelle einen letzten Gruß dem vorbildlichen Vorgesetzten ausgesprochen hatte, sprach Schlachthofdirektor Dr. Keller, der die langjährige Verbindung des Entschlafenen mit dem Gießener Schlachthof und die daraus sich entwickelnden wertvollen Anregungen für die Allgemeinheit hervorhob. Der Bezirksinnungsmeister der Metzger hatte gleichfalls durch Obermeister Pirr einen Kranz am Grabe niederlegen lassen. Auch die Vertreter der Innungen Wetzlar, Marburg, Fulda und Limburg legten Kränze nieder. Gietzener Dochenmarktpreife. * Gießen, 11. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das z-\ (*\ Wenn Ihr Haar zu y/** \L/rAVI/ sc^ne^ fettig wird, Heuchelheim, 8. Noo. Die Wanderung des hiesigen VH C.-Zweigvereins, eine Fahrt ins Blaue, hatte zahlreiche Wanderer angelockt. Unter bewährter Führung des Wanderwarts ging es, entgegen dem eigentlichen Ziel, am untern Hardthof vorbei zum Harotwäldchen. Auf dem schön gelegenen, von Gießener 50ern, Jahrgang 1876, angelegten, romantisch umgebener! Platze kurze Rast machend, ginge weiterhin dem Abhang hinauf zur Gleiberger Straße. An diesem Berg vorbei und an seinem nördlichen Abhang hinabsteigend, traten an dieser Seite die beiden mächtigen Basaltkuppen Gleibergs und Vetzbergs voll in Erscheinung. Daß jetzt noch Blumen frisch erblühn, darunter auch Früh- lingsblüher, wie Ginster, ist eine Folge der für diese Jahreszeit abweichenden 'nachsommerlichen Witterung. Flotte Wanderlieder auf den Lippen, ging es dann dem Ziele Rodheim zu, von wo aus, nach wohlverdienter Rast, den Wiesenweg an Kin- zenbacher und Heuchelheimer Mühle vorbei einhaltend, zum Heimatorte gewandert wurde. gfs. Wieseck , 10. Nov. Die Teilnehmerinnen des Lehrganges in Krankenpflege vom Reichs- mütteröienft vereinten sich mit der Frauenschaft zu einem fesselnden Vortragsabend, den Oberarzt Dr. W i ß m a n n aus der Frauenklinik in Gießen über Erb- und Rassefragen hielt. Der Redner verstand es, in klarer, eindrucksvoller Weise das Verständnis der Frauen für die schwierigen Fragen über erbkranken Nachwuchs und über die neuesten Forschungen der Rassenkunde zu wecken. Der Saal im Gasthaus Bräun war bis auf den letzten Platz besetzt, und reicher Beifall zeigte dem Redner, mit welch lebhaftem Interesse alle Anwesenden seinen Ausführungen gefolgt waren. Die Leiterin der Frauenschaft, Frau Möbus, schloß den lehrreichen Abend in der üblichen Weise. # Daubringen, 8. Nov. In der jüVtzsten Gemeinderotssitzung wurde die Gemeinderechnung für 1936 geprüft und gebilligt. Verschiedene außerordentliche Tilgungen von Verpflichtungen konnten vorgenommen werden. Die am Tage der Sitzung durchgeführte Verpachtung von Gemeindegrundstücken wurde genehmigt. # Daubringen, 9. Nov. Der nationale S p a r t a g brachte in unserer Gemeinde einen schönen Erfolg. Beim Spar- und Dorschußverein wurden rund 1000 Mark auf Sparkonten eingezahlt. Davon wurden in der Schule allein 200 Mark gespart. — Die hiesige Freiwillige Feuerwehr kann im nächsten Jahre auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Der Vorstand beschloß, aus diesem Anlaß einen Unterhaltungsabend zu veranstalten. Die beiden hiesigen Gesangvereine wirken mit. # Mainzlar, 9. Nov. Die D A F., Ortsgruppe Mginzlar, hielt einen Amtswa-l» terappell ab. Der Ortsobmann gab die Richtlinien für die kommende Winterarbeit bekannt. KdF.-Wart Bolte wies auf die nächsten Veranstaltungen der NSG. „Kraft durch Freude" hin. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Appell. A Reiskirchen, 8. Noo. Zum Abschluß der seit 14 Tagen in unserem Orte abgehaltenen Luft- schutzkurse fand am Sonntag eine Luftschutz- Übung statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Hebung hatten einen „Brand" zu löschen und dabei unter Sicherung gegen Gasgefahr vorzugehen. Den nach der Uebungsannahme „Der- unglückten" wurde rasche Hilfe zuteil. Die Hebung nahm einen guten Verlauf. — Eine Firma, die an der hiesigen Strecke der Reichsautobahn Erdbewegungsarbeiten ausführte, hat ihre Arbeiten fast erledigt. Einige Dampfbagger werden schon abmontiert und die Maschinenteile durch Lastautos an eine neue Arbeitsstätte bei Lumda gebracht. Die Arbeiten an der Brücke, dis über die Straße Gießen—Grünberg, über die Bahn Gießen—Fulda und über die Wieseck führt, schreiten rasch voran. An dem hiesigen Güterbahnhof werden täglich große Mengen von Material für die Brücke ausgeladen. Um den riesigen Güterverkehr am Bahnhof Reiskirchen zu bewältigen, ist man zur Zeit mit der Vergrößerung des Güterbahnhofs beschäftigt. * Grü,nherg, 9. Nov. Der 63 Jahre alte Schachtmeister Christian Deubel, der an der Reichsautobahn bei Reinhardshain beschäftigt ist, erlitt, als er sich in der Nacht zum Samstag auf der Fahrt nach Hause befand, einen Unfall. Er stürzte vom Fahrrad und blieb besinnungslos liegen. Mit einer Gehirnerschütterung mußte der Verunglückte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. ch Lauter, 8.Nov. Seit voriger Woche ist hier eine Kartosfeldämpfkolonne an der Arbeit. Die Silobesitzer lassen gegen eine geringe Ent- Wegen Räumung des Lokals zu sehr günstigen Preisen! jetzt billig kaufen! 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Chloroformsalbe, enthält Chloroformöl, sie wird bei Schwellungen und neuralgischen Schmerzen verwendet sowie zur Entfernung von Jodflecken. Christoffle, Neusilber, ähnlich dem Alfenid oder Alpaka. Christoph, männl. Vorname, aus dem Griechischen stammend, gleichbedeutend mit „Christus- träger" nach der Legende von dem Riesen, der den Christus- knaben über einen Fluß trug. Christrose, Schneerose (Helle- borus), wird zu Weihnachten, in Töpfen vorgetrieben, verkauft. Wächst im Garten in lehmhalti- gem Boden und an geschützter Stelle' wirksam im Steingarten neben Zwergnadelhölzern. Vermehrung durch Teilung oder Saat. Christusdorn (Euphorbia splen- dens), Wolfmilchgewächs, als leicht blühbare Topfpflanze sehr beliebt. Stamm, der auch rund gezogen werden kann, trägt starke Dornen. Chr. wird dann volkstümlich „Dornenkrone" genannt. Rot leuchtende Blüten kommen gleichzeitig mit den grünen Blättern ab März. Winteraufenthalt soll Ruhezeit sein, daher kühl und wenig Wasier. Auch sommers nicht zu feucht halten. Heranzucht durch Wurzelsprößlinge. Chrom, hellgraues, glänzendes sehr hartes Metall, das zur Härtung von Stahl verwendet wird, aber auch aks Überzug anderer Metalle, die dadurch rostsicher werden. Verchromte Bestecke werden in warmem Wasier gereinigt. Man kann Bestecke in den einschlägigen Metallgeschäften auch nachträglich verchromen lasien. Chronisch, langsam sich entwik- kelnd, langsam verlausend. Krankheiten ohne stürmische Erscheinungen, schleichende Krankheiten. Können sich aus akuten oder von vornherein schleichend verlaufenden entwickeln. Chrysantheme, im Volksmund als Aster bekannt; zu ihr zählen: Wucherblumen (Margueriten), Sommerastern und die eigentliche Chrysantheme oder Winteraster, die als Erabschmuck beliebt und meist ausdauernd ist. schadlgung Ihrs Futtermittel dampfen. In unserem Orte sind zahlreiche Silos errichtet worden. — Am kommenden Mittwoch beginnen in den hiesigen Waldungen die Holzhauerarbeiten. Dadurch ist den kleineren Landwirten wieder eine Berdienst- rnöglichkeit gegeben. ! Großen-Linden,1l).Nov. Bei herrlichstem Wanderwetter konnte der Z w e i g v e r e i n „Hütte n b e r g" v o m B H C. am Sonntag die Schönheit des Waldes im Herbst genießen. Die Beteiligung an dieser Wanderung war recht rege. Bon Großen- Linden ging es durch die Jäger-, Schwarzwald- und Rehschneise zum Bergwerk. Bon da auf schmalen Wegen zur Theodorsruh mit dem schönen Blick zum Schiffenberg, dann hindb durch Laub- und Tannenwälder zum Nikolausbrunnen, von hier aus auf Wiesenwegen nach Watzenborn, wo man eine kurze Wanderpause einlegte. Der Rückweg führte über Steinberg und Leihgestern nach Großen-Linden. * Leihgestern, 9. Nov. Der Kaninchen- Zuchtverein Leihgestern veranstaltete zum vergangenen Wachende eine Lokal- und Werbe- s ch a u. Zur Ausstellung waren mehrere Preise gestiftet worden. Folgende Züchter wurden ausgezeichnet: Weiße Wiener: Otto Krick 1 BE., 1 E., zwei 2., zwei 3. Preise; Wilh. Wardeger drei 1., zwei 2., einen 3. Preis; Fr. Buße einen 2., drei 3. Preise. — Alaska: Wilhelm Avemann einen E., einen 1., zwei 3. Preise; Heinrich Müller einen 3. Preis; Karl Diehmann einen 2. Preis. — Klein-Chinchilla: Karl Stumpf zwei 3. Preise. — Für Loh-Kaninchen: Heinrich Müller einen E., einen 1., zwei 2. und zwei 3. Preise; Otto Schäfer zwei E„ drei 2., einen 3. Preis — Für Angora: Heinrich Müller einen E., einen 1., einen 2. und einen 3. Preis. ^Holzheim, 9. Nov. In der hiesigen Kirche wurde bei gutem Besuch ein Film vom Leben und Wirken Martin Luthers gezeigt, der einen tiefen Eindruck hinterließ. — Bei der Treibjagd im hiesigen Gemeinde- und Markwald wurden 28 Hasen erlegt. — In diesem Jahre werden in unserer Gemarkung viele Ob st bäume neu angepflanzt. Auch die Gemeindeverwaltung hat eine größere Fläche mit Zwetschen- und Aepfelbäumen anpflanzen lassen. Der Schädlingsbekämpfung wendet man alle Aufmerksamkeit zu. —/— Lich, 10. Nov. Heute abend fand die erste unangemeldete Verdunkelungsübung in unserer Stadt statt. Sie hat dank der guten Aufklärung und Schulung seitens der zuständigen Stellen in den letzten Jahren, sowie dank des großen Verständnisses, das die gesamte Bevölkerung den Maßnahmen des Luftschutzes entgegenbringt, gut geklappt. Kreis Scholten. I Laubach, 8.Nov. Gestern nachmittag hielt die gesamte Freiwillige und Pflichtfeuerwehr ihre Schlußübung in Anwesenheit des Regierungsrats Schwan (Schotten) und des neuernannten Kreisfeuerwehrführers Rausch (Schotten) auf der „Helle" ab Nach dem Fuß- und Geräteexerzieren fand auf dem Marktplatz ein großangelegter Brandangriff statt, bei dem beide Wehren mit sämtlichen Spritzen, Geräten und dem vorhandenen Schlauchmaterial eingesetzt wurden. Die Uebungen stellten wieder die gewohnte Schlagfertigkeit der Wehr unter Beweis. — Unter dem Motto „Musik für alle" fand am Freitagabend im Saale des „Solmser Hof" ein heiteres Konzert der Feierabendgemeinschaft statt, das unter Leitung von Arthur Schmittenbecher von dem Frankfurter Konzertorchester ausgeführt wurde. Es wirkten ferner mit Grete Krüger (Sopran) und Otto N o t h a ck e r (Tenor). Die Erwartungen, die man an die Ausführung der reichhaltigen Vortragsfolge geknüpft hatte, wurden bei weitem übertroffen. Stürmischen Beifall erntete die vorzügliche Kapelle nach jedem Musikstück. Somit kann die erste in diesem Winter durchgesührte Veranstaltung der Feierabendgemeinschaft als ein guter Erfolg angesehen werden. * Groß-Eichen, 9. Nov. Dieser Tage mußte der 25 Jahre alte Weißbinder Ernst Reinig von hier in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Er hatte sich vor einiger Zeit eine Kopfverletzung zugezogen, die sich erheblich verschlimmerte. Unter schweren Jnsektions- erscheinungen liegt er darnieder. Brandsiistung aus Nache. Zu dem gestern von uns veröffentlichten Bericht über den großen Brand in herb st ein teilt uns die Kriminalpolizei Gießen, die mit der Aufklärung der Brandursache beauftragt war, mit, daß durch die gestern bis in die Nachtstunden hinein vorgenommenen Ermittlungen einwandfrei Brand- st i f t u n g festgeskellt wurde. Als Täter kommt der 38 Jahre alte Schwiegersohn des Brand- geschädigten Ruht, namens Antonius Wiegand II. aus Herbstein, in Betracht. Wiegand lebt seit einigen Jahren von sein er Frau getrennt, die sich zur Zeit im haushalt der Eltern befindet. Zwischen den beiden getrennt lebenden Ehegatten besteht schon seit der Trennung ein sehr gespanntes Verhältnis, das durch ein Vorkommnis in den tehten Tagen erheblich gesteigert wurde. Wiegand, der sich infolgedessen an seiner Frau und an seinen Schwiegereltern rächen wollte, faßte den verwerflichen Entschluß, das Anwesen seines Schwiegervaters anzuzünden. In der Nacht zum 10. November gegen 24 Uhr kam es dann zu der Tat. Wiegand ist g e st ä n d i g. Er wurde unter Haftbefehl gestellt und in das Landgerichtsgefängnis in Gießen eingeliefert. Tragischer Tod auf der Baustelle. * Wetzlar, 10. Nov. Der Bauarbeiter Emil Nehm aus Wetzlar, Vater von 21 Kindern, wurde bei seiner Arbeit auf einer hiesigen Baustelle von einem Baumstamm, der bei Holzfällungen dicht neben dem Arbeitsplätze des Mannes nach der verkehrten Seite hin niederbrach, getroffen und so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhaus verstarb. Lehrgang für Feuerwehrsührer. (D Krofdorf, 9. Nov. Die Freiwilligen Feuerwehren der Orte im nördlichen Kreis Wetzlar hatten am Sonntag ihre Feuerwehrführer und Unterführer zu einem Lehrgang nach Krofdorf gesandt, um in Praxis und Theorie für ihre Posten einheitliche Ausbildung zu erhalten. 55 Kameraden und die Wehr von Krofdorf stellten sich am Morgen dem Leiter, Kreisfeuerwehrführer Dietz (Wetzlar), auf den „Stühlen", wo Fuß- und Geräteexerzieren, Angriffstaktik und Befehlsgebung geübt wurden. Ein Brandangxiff mit sachgemäßer Bekämpfung des Brandherdes beschloß den praktischen Teil des Lehrganges, dem zahlreiche Volksgenossen als interessierte Zuschauer beigewohnt hatten. Im Saalbau Bender folgten dann nach dem gemeinsamen Mittagessen die Vorträge. Nach Begrüßung durch Kreisfeuerwehrführer Dietz, insonderheit an die anwesenden Gäste, sprach dieser über Ueberall Erfolg. Es gibt Männer, was diese auch anfassen, das glückt ihnen. Natürlich trätzt ihr Wissen und ihr Können ein gutes Teil dazu bei. Oft aber entscheidet doch noch etwas anderes zu ihren Gunsten: die Sicherheit ihres Auftretens, die sie anderen voraus haben. Zu dieser Sicherheit verhelfen die gewissenhaften Bekleidungsfachleute Köhler, Gießen (das große Eckhaus am Seltersweg) für weniger Geld als man vielleicht glaubt. 7369A Gliederung und Stärke, Verhalten in Uniform, Verhalten auf der Brandstätte. Es folgten dann Vorträge von Kamerad Lieben st ein (Braunfels) über die Bekämpfung der verschiedensten Brände, von Kamerad Schäfer (Wetzlar) über Behandlung des Schlauchmaterials, von Kamerad Christ (Wetzlar) über Feuerwehr und Luftschutz. Abschließend sprach nochmals der Kreisfeuerwehrführer, wobei er näher auf die Rauchschutzgeräte einging, von denen die Wetzlarer Wehr eine Anzahl für die Tagung zur Verfügung gestellt hatte. Den bis in den späten Nachmittag sich hinziehenden Lehrgang, der in jeglicher Hinsicht das Interesse fand, beschloß Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt (Krofdorf) mit Worten des Dankes an den Leiter. 7375 A Diese praktischen Überschuhe schuhen Sie vor Nässe u. kälte! WelliDgtonftiefel Marke z aa Tretorn U.“U Ueberfcbuhe für jede Absatz- Nnnhlöpnn von3 bis20V1 H> erhalten sie bei wieder- IvuCllladSu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Liebler Kreuzplatz 2. Vornehm / GeschmackvollI echte AlpCüliräöIgr - Ttc „st. Bernhard" aus 30 verschiedenen bewährten Pflanzenstoffen — hält das Blut frisch und rein, unterstützt die Verdauung, wirkt wohltuend auf innere Organe. Seit über 35 Jahren in der unverändert bekannt guten Qualität. Große Packung 1.— Mk. — , ---- Proben, Prospekte etc. kostenlos in den Fachgeschäften, I - I wo „St. - Bernhard“ - Tee - Schilder aushängen. 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Muß kühl stehen, da sonst leicht von Läusen befallen. Stirbt nach der Blütezeit. Wenig empfehlenswert. Clemens, männl Vorname aus dem Lateinischen stammend mit der Bedeutung „der Gnädige". Clivia (Riemenblatt), bekannte Topfblume blüht vom 3. Lebensjahr ab zwischen Januar und April. Im Sommer ist Ruhezeit, dann wenig Wasser. Bei Beginn der Triebzeit im Herbst Dunggüsse. Ab Oktober ins warme Wohnzimmer stellen. Alle 3 Jahre verpflanzen. C -P M -l- V. Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen drei Könige, Caspar Melchior und Balthasar. Die Buchstaben mit den Kreuzen und der Jahreszahl werden vielfach in katholischen Gegenden an Bauernhäuser und Türen geschrieben. Cobbler, Erfrischungsgetränk aus Wein und Fruchtsaft oder Likör. Cobea oder Glockenrebe, eine noch viel zu wenig ausgewertete einjährige Rankpflanze, die auch ohne künstlichen Halt an Mauerflächen, an Fenstern und Ballonen bis zu 5 m hoch wird. Corned beef Wächst sowohl in halbschattiger wie auch in sonniger Lage. C. Ende Mai in Kästen mit nährstoffreicher Erde setzen. Säen dagegen bereits im Februar nur bei Bodenwärme (Treibhaus); von Juli ab bis zum Frost hellviolette Elockenblüten, später schmückende Früchte. Cocktail, engl., Bedeutung: „Hah- nenschwanz", appetitanregendes eisgekühltes Mischgetränk aus verschiedenen Zutaten. Grundbestandteile sind Cognak, Gin oder Whisky mit einigen Tropfen Angosturabitter, Zitrone und Zucker. Die Bestandteile werden im Mischbecher lebhaft geschüttelt und das Getränk in kleinen Gläsern mit einer Kirsche oder Olive gereicht. Es gibt auch alkoholfreie Milchcocktails mit Fruchtsäften und Honig. Cognak, französisch. Weinbrand, benannt nach seinem Herkunftsort. Cold Cream, engl. Bedeutung des Wortes „kalter Rahm", eine wohlriechende, erfrischende Hautsalbe. Coleus, Samt- oder Vlumen- nessel, Lippenblütler, der als Zimmerschmuck dient; Februarstecklinge wachsen in einem Sommer zu großen Pflanzen heran. Warm durchwintern, hell stellen. Collie, schottischer Schäferhund mit langer Rute. Corned beef, engl., Bedeutung: gesalzenes Rindfleisch, gepökeltes amerikanisches Rindfleisch, das in Büchsen gepreßt und gekocht ist. wo ist der Ehristbaumständer? Warten Sie nicht bis auf die letzte Minute, ehe Sie einen neuen anschaffen Kommen Sie rechtzeitig zu Häuser. Sie haben dann unter den neuen, schönen Christbaumständern noch eine reiche Auswahl. Denken Sie also rechtzeitig an den Ständer. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Wichtig für Pflanzen- und Tierfreunde! NSW« WIMM-AM nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- iührlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Reserem int Reichs- und Preußischen Ministerium füi Wissenscha t, Erziehung und Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser der vor kurzem er schienenen Kommentars zum Reichsnatur- ichuhgesetz haben hier auf Grund ihrer lang jährigen Erfahrungen und ihres weitgehen oSn Einblicks in das Werden der neuen Na- lurschutzverordnung, die nun für das gonze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- ind Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern, auch botanische Vereine, Naturalien- u. Herbarten-Handlungen und Lehrmittelgeschafte, Präparatoren, Ausstopser, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Hranz- binbereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht ff. Filets, V3 kg von 40 Pf. an Merlan, Makrelen, gr. Heringe Schellf isch, Goldbarsch, Kabel jau Schollen, Rotzungen, Heilbutt ?!sgh hau^ 7382 A Marktstraße 23, Telephon 2417 7371 A Seidenstoffe fabelhaft billig sen, sowie elegante Wäsche \P- m satz- und Blusenmuster p. m Flanienga-Tupfen, 95 cm breit, für Blusen und Kleider, sowie zum Anarbeiten p. m liehen Farben p. m Borken-Krepp, 95 cm breit, in modischen Farbtönen p. m richtigen Farben p. m Gewebe in allen gangbaren Farben p. m Tupfen- und Blumenmuster p. m Krepp-Satin-Druck. 95 cm breit, in pers. 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