m. 2'2 Erstes Blatt
18Z. Jahrgang
Samstag, U September 193Z
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Wird Europa hören?
Alljährlich pflegt die planmäßige Aufklärungs- arbeu des Nationalsozialismus üoer die Seligefatjr des Bolschewismus iyren Höhepunkt zu finden m dem großen Referat, das der Reichspropaganda- leiter Reichsminlster Dr. (Goebbels dem Parreikon- greg in Nürnberg auf Grund des neueren sorgfältig zusammengetragenen und auf seine Glauo- rourmgceit hin gepru|ien Materials erstattet. Daß ,b i e BZahrheit über Spanien" diesmal im Mittelpunkt der Rede stand, kann nicht wunder- neymen, denn dieses unglückliche Land hat der Bolschewismus mit zynischer Brutalität zum Expe- rimenliersetü seiner welt^evoluuonaren Metyooen der Vernichtung und des Terrors gemacht, nachdem er seine russische Heimat bereits in eine Wüste verwandelt hat, einen Friedhof, auf dem die Menschen nicht mehr laut zu sprechen wagen, wenn Stalins GipU. aus der Suche nach neuen „Verrätern", Saboteuren und Abtrünnigen Stadt und Land bis in die fernsten Grenzprovinzen durchstreift. Mit unwiderlegbaren Zahlen bewies Dr. Goebbels, daß die Moskauer Komintern schon lange vor den Juli- ereignifsen des Jahres 1956 getreu der Maxime Lenins, daß nächst Rußland seiner politischen, sozialen und wirtschaftlichen Struktur nach Spanien im besonderen reif sei, die „Segnungen" der bolschewistischen Weltreoolution zu empfangen, dort mit ungeheuren Mitteln den kommunistischen Umsturz planmäßig vorbereitet hat. Die zweckmäßigste Methode schien der Komintern dazu der Umweg über die „Volksfront", mit der man gleicherweise die eigene kommunistische Herrschaft tarnen und die Autorität des liberalistisch-demokratischen Scheinregiments der linksbürgerlichen Verbündeten durch zügellose Anarchie, Ermordung politischer Gegner, Aufwiegelung der Arbeitermassen, Anstachelung der separatistischen Instinkte einzelner Provinzen heillos fompromitieren konnte. Dieser kommunistische Terror mit einer Kette schwerster Provokationen hat erst die nationale Volkserhebung des Generals Franco ausgelöft in dem Augenblick, als der kommunistische Ausstand losbrechen sollte, um die Herrschaft in Spanien nun auch offen den Sowjets in die Hände zu spielen.
Dr. Goebbels zog aus dieser Vorgeschichte der nationalen Erhebung in Spanien durchaus mit Recht den Schluß, daß der sog. rote Valencia- Ausschuß keineswegs eine „Regierung" fei, an welcher Fiktion die Kabinette der demokratischen Westmächte auch heute noch mit eigener Stirn festhalten und um deren willen sie sogar es fertigbringen, im Genfer Völkerbundsrat sich einen Vertreter dieses Valencia-Ausschusses als Vorsitzenden zu küren, sondern nichts anderes als das Exekutivkomitee der bolschewistischen Organisation, die von Moskau aus den Widerstand gegen die rechtmäßige Regierung des nationalen Spaniens leitet. Und grabe dieser unleugbare enge Zusammenhang hat dem nationalsozialistischen Deutschland seine klare Sympathie für General Franco zur Pflicht gemacht, denn es kann aus Gründen der eigenen nationalen Sicherheit so wenig wie das faschistische Italien jemals dulden, daß die kommunistische Internationale, nachdem ihr der Sieg der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland für ihre mitteleuropäischen Pläne das Rezept verdorben hat, nun in Westeuropa eine neue Operationsbasis anlegt, um von hier aus einmal den Keil der Wettrevolu- tion weiter zwischen die Völker Europas zu treiben und zum andern für feine sehr handgreiflichen imperialistischen Zwecke hier sich einen militärischen Stützpunkt ersten Ranges schaffen zu können. Nachdem es Moskau trotz des grauenhaftesten Terrors, von dem Dr. Goebbels in feiner Nürnberger Rede an Hand einwandfreier Augenzeugenberichte entsetzliche Bestialitäten eines roten Untermenschentums im einzelnen berichtet hat, und trotz einer ungeheuren propagandistischen und materiellen Hilfe aus eigenen Mitteln sowohl wie aus denen befreundeter Demokratien, wofür Dr. Goebbels ebenfalls ein sehr eindrucksvolles Zahlenmaterial zur Hand hatte, das sich wohlgemerkt auf die Waffen- und Munitionslieferungen nach Ingangsetzung der Kontrolle bezog, nachdem es nach alldem Moskau nicht gelungen ist, sich gegenüber der nationalen Erhebung in Spanien durchzusetzen, sucht es mit Hufe einer neuen Methode, durch diplomatische und militärische Provokationen Konflikte zwischen den europäischen Volkern zu schaffen, eine für seine revolutionären Zwecke günstige Atmosphäre vorzubereiten, ebenfalls getreu einer Maxime Lenins, daß em neuer Weltkrieg der beste Schrittmacher der Weltreoolution ist. Hier liegt tatsächlich eine akute, Gefahr für ganz Europa vor, rote dre Ereignisse der letzten Monate in Zusammenhang mit dem ruchlosen bolschewistischen Bombenangriff auf das Panzerschiff „Deutschland" und die Torpeöoangriffe roter U-Boote auf die „Leipzig und spater auch auf britische Kriegs- und Handelsschiffe bis in Die letzten Tage hinein zur Genüge bewiesen haben, und Dr. Göbbels hatte tausendmal recht, wenn er in Nürnberg den Völkern Europas warnend unö mahnend zurief: „Wir haben den Femd mitten unter uns, aber er muß erkannt Eden, wenn man ihn schlagen will... Jedes Gewahrenlassen ist Sünde angesichts der furchtbaren Bedrohung, die sich vor uns allen aufrichtet."
Haben die Völker Europas die Zeichen der Zeit zu deuten gelernt? Kennen sie den Todfeind ihrer nationalen Suita und Wirt,chatt, den Todsemd jeder menschlichen Gesittung? Machen sie Ernst mit dem Kamps gegen die kommunistische Pestilenz im eigenen Lande und erkennen sie die Notwendigkeit gemeinsamen planmäßigen Handelns Zur Abwehr einer Weltgefahr, die keine Grenzen achtet? -Dr Goebbels hat auch darauf die Antwort gegeben, einer Reihe europäischer und , außereuropäischer Länder hat der Kampf schon eingesetzt, aber oer
provokatorisches Auftreten Lilwinow-Nnkelsteins in Ayon.
Die erste Sitzung der „Mittelmeerkonferenz" ohne Deutschland und Italien.
westliche Liberalismus steckt nach wie vor den Kopf in den Sand. „Es ist ja seU feher das Vorrecht der Demokratie gewesen", so sagte Dr. Goebbels sehr treffend, „non den Dingen überrascht zu werden, nichts zu merken, bis die Katastrophen wie furchtbare Gottesgeiheln auf sie einschlugen. Die politischen Nachrichten aus Spanien oder aus Oft- afien liefern ja für diesen Satz Tag für Tag un- gemein wirkungsvolle Illustrationen. In den Organen der französischen Volksfront, in der liberalen Presse Englands, und nicht immer nur in diesen, in demokratischen Blättern Prags und Amsterdams, Zürichs und Stockholms, von Neuyork ganz zu schweigen, werden seit länger als einem 3^1■ Die Kämpfer des nationalen Spaniens als Nebelten bezeichnet, ihre Kriegführung grundlos verdächtigt, aber die einwandfreien Zeugnisse für die Scheußlichkeiten der roten Horden geleugnet oder bagatellisiert und das kommunistisch-anarchistische Exekutivkomitee von Valencia als Regierung ange- sprochen mit der die Kabinette der westlichen öträtien als Gleiche unter Gleichen, verkehren und sich auch irt Genf zusammen an -men Tifch setzen Diese Leute werden vermutlich auch nach diesem neuen ernsten Appell. ben. ®r_
mit feinem Rus: „Europa erwache! vom Nurn, beraer Parteitag an die Völker Europas richtete, um^ ausweichende Redensarten nicht verlegen sein, a^er vielle cht werden die Völker selbst endlich die Sprache der nackten Tatsachen "^en bie grabe in dielen Tagen wieder das von Dr. Goebbels Ge fügte in erschütternder Weise bestätigten. Wurde nickt grabe eben bekannt, datz spanische Bolsche- wiiten^ber von ihnen terrorisierten und ausge- hunaerten Bevölkerung des nun durch die natio-
H Triinncn befreiten Santanders in einem nicht mehr zu überbietenden Zynismus Menschen- M M im^FakMe°d7s Originals her Besthl
Ah™o rin ber in Nyon geplanten Mittelmeerkonfe- 7L d-? Kabinett?von°Paris und London dar. auf3 Hinweisen, daß eine ähnliche Jnitiatioe zu einer solidarischen Aktion gegen böswillige Frie- den--'brecher im Mittelmeer, wie sie fetzt von Pans und London ausgeht, schon vor mehreren Monaten
Nyon, 10. Sept. (DNB.) Die „Mittelmeerkon- erenz" trat am Freitag um 17 Uhr im Gemeindeaal von Nyon zusammen. Außer den einladenden Mächten England und Frankreich nehmen teil: Griechenland, Rumänien, die Türkei, Sowjetruhland, Aegypten, Bulgarien und Jugoslawien. Mit Ausnahme des letztgenannten Staates sind alle Teilnehmer durch ihre Außenminister vertreten. Außenminister Eden schlug seinen Kollegen D e l - b 0 5 als Präsidenten vor, indem er darauf hinwies, daß Frankreich diese Konferenz angeregt habe. Delbos wurde gewählt und legte die Ziele der Konferenz dar. Es handele sich darum, einer unerträglich gewordenen Lage ein Ende zu machen, die hierzu notwendigen Maßnahmen festzusetzen und die Regeln des internationalen Rechts für bie Schiffahrt im Mittel- m e e r z u verstärken . „Es ist nicht möglich", erklärte Delbos, „daß die Schiffahrt Piratenunternehmungen ausgesetzt ist, die keine Flagge respektieren, die Handelsschiffe ohne Warnung und ohne Ansehen der Ladung oder des Bestimmungsortes nach Methoden torpedieren, die man als längst überholt betrachten könnte und dem Protokoll von 1936 über die Humanisierung des U-Bootkrieges direkt zuwider laufen." Delbos sprach dann vom Bedauern darüber, daß „aus für sie besonderen Gründen zwei Regierungen geglaubt haben, die ihnen zugehende Einladung a b l e h n e n zu ollen", indem sie bemerkten, daß nach ihrer Meinung die Frage in einem anderen Rahmen aufgeworfen werden könnte. Delbos schloß mit dem Hinweis, daß infolge der Abwesenheit zweier Regierungen die Möglichkeiten der Konferenz beschränkt seien.
Litwinow-Finkelstein richtete versteckte Angriffe gegen die eingeladenen aber abwesenden Staaten, die an der „Sabotierung und Torpedierung der Konferenz" interessiert seien! Er „bedauerte" anderseits die Abwesenheit Valencias, dessen Einladung er „als Wiedergutmachung eines Fehlers" anregte. (!) Der Name desjenigen Staates, der mit den Mittelmeerpiraten zusammenarbeite, sei ermittelt, obwohl er in diesem Falle nicht ausgesprochen werden dürfe. Das könne aber die von dem Piratenunwesen betroffenen Staaten nicht hindern, ihrerseits ihn auszusprechen. (!) „Trotz ihrer eigenen Interessen könne sich die Sowjetregierung nicht auf internationale Einrichtungen verlassen, deren geringe Wirkungsmöglichkeiten in den letzten Jahren wiederholt bewiesen worden seien. So aber erwarte sie von der Konferenz, daß sie die allgemeinen,Jnteressen der an der Mittelmeerschiffahrt beteiligten Staaten schütze.
Nach diesen Aeußerungen Litwinow- Finkelsteins, aus denen erneut die provozierenden Absichten Sowjetrußlands hervorgingen, gab ® b e n eine kurze Erklärung ab, in der er seinerseits die Abwesenheit der beiden Großmächte bedauerte, aber gleichzeitig mitteilte, daß sie über die Konferenz auf dem Laufenden gehal t e n wurden. Auf Vorschlag Edens konstituierte sich sodann die
Konferenz als Komitee und blieb, nachdem die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden war, noch zu einer längeren Sitzung zusammen. Nach deren Beendigung wurde folgende Mitteilung ausgegeben: Die Konferenz hat darüber beraten, nach welchen Grundsätzen eine Aktion unternommen werden soll, um den Piratenhandlungen ein Ende zu machen, die im Mittelmeer von Unterseebooten gegen Handelsschiffe unternommen werden. Ferner wurde erörtert, in welcher Weise d i e Streitkräfte der hierzu verfügbaren Flotten eingesetzt werden sollen. Die Aussprache ergab in gewissen Punkten die Notwendigkeit einer ergänzenden Prüfung. Zu diesem Zweck werden heute abend und morgen vormittag verschiedene Besprechungen stattfinden. Die Konferenz wird Samstag um 16 Uhr wieder zu einer nichtöffentlichen Sitzung in Nyon zusammentreten.
*
Es ist wirklich ein starkes Stück, daß sich ausgerechnet der Jude Litwinow-Finkelstein in der ersten Sitzung der sogenannten Mittelmeerkonferenz hinstellt und gegen die eingeladenen, aber abwesenden Staaten, Deutschland und Italien, derart freche Vorwürfe erhebt, die In nichts ihre Begründung finden. Es ist ein unerhörter Skandal, wenn der Vertreter einer Regierung, die
selber in ihren außenpolitischen Beziehungen schon mit fast allen anderen Staaten der Welt in schwerste, Konflikte geraten ist, weil sie den Grundsatz der Nichteinmischung für sich nicht gelten lassen will, nun in Nyon die unglaubliche Dreistigkeit besitzt, anderen Mächten, die alles getan haben, den spanischen Konflikt zu lokalisieren, unrechtmäßige Handlungen zu unterstellen. Eben erst hat Reichspropagandaminister Dr. Goebbels auf dem Nürnberger Parteitag einen eindrucksvollen Auszug gegeben aus der unendlich langen Liste der Waffenlieferungen, die die Swojetunion auch noch nach Einsetzen der internationalen Kontrolle unter falscher Flagge und mit falschen Schiffsnamen nach dem roten Spanien geschafft hat, um dort den Widerstand der bolschewistischen Front gegen die nationalen Truppen Francos zu stärken. Noch in aller Erinnerung stehen die von roten Bombern und bolschewistischen U-Booten auf Befehl der Valencia- Häuptlinge zynisch durchgeführten Angriffe auf die Kontrollschiffe deutscher, italienischer und englischer Nationalität, sowie die Angriffe, die bolschewisttsche Kriegsschiffe unter falscher Flagge und unter falschem Namen auf friedliche Handelsschiffe unternommen haben, ausschließlich um durch diese ständigen Beunruhigungen der Schiffahrt im Mittelmeer es zu Konflikten Zwischen den Anrainermächten kommen zu lassen. Angesichts all dieser unleug-
Scharfe Verurteilung der sowjetrussischen Hetze in Paris.
Paris, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter stellen fest, daß die Beratungen infolge der Abwesenheit Deutschlands und Italiens doch mit sehr viel größeren Schwierigkeiten verbunden sind, als man dies zunächst hat glauben machen wollen. Es fehlt sogar hier und da nicht an Kritiken über die unzulängliche Vorbereitung. Man gibt zu, daß die ursprünglichen französisch-englischen Pläne einschneidende A b - änberungen erfahren müssen, um ihre Durchführung in einem neuen, sehr beschränkten Raume überhaupt möglich zu machen.
Die unverschämten Angriffe Litwinow- Finkelsteins werden in einem großen Teil der Blätter scharf verurteilt. So schreibt der „Htatin“, man habe einer Serie von außenpolitischen Torpedierungen beigewohnt, als Litwinow das Wort ergriff. Der englische Außenminister habe jedoch nicht versäumt, ihm in wenigen aber ziemlich scharfen Sähen zu antworten. Der „Jour" betont, daß die Ankündigungen Litwinow-Finkelsteins, daß Sowjetrußland kein Vertrauen mehr in internationale Abkommen habe, nur begrüßt werden könne.
wenn dies bedeute, daß Sowjetruhland sich von den westlichen Mächten zurückziehe. Man mü'se sich fragen, ob Stalin etwa einen Konflikt mit Italien suche, in dem Glauben, die anderen Mächte mithineinziehen zu können. Wenn dies der Zweck seines Manövers fei, so müsse man es durchkreuzen, noch ehe es sich weiter entwickele.
Die „Epoque" stellt fest, daß Litwinow-Finkelstein wahrscheinlich seine eigene Vergangenheit und die von seinem Lande oertretenen Gedanken vergessen habe, als er sich zur „Verteidigung der internationalen Moral" (!) aufgeschwungen habe. Das „Journal" schreibt: Die eitle Freude, die Litwinow-Finkelstein auch am Schluß der Sitzung nicht verheimlicht habe, entspreche der Verwirrung, die dieser ersten Fühlungnahme den Stempel aufdrücke. Der „Jour" will wissen, daß Frankreich und England das westliche Mittelmeer von Malta ab überwachten. Der Östliche Teil werde wahrscheinlich Sowjetruß land (!!) und den kleineren Staaten übertragen. Außenminister Eden habe jedoch darauf bestanden, daß auch Italien einen 21 b - schnitt erhalte.
von Deutschland und Italien oorgeschlagen worden war, aber im Falle des Kreuzers „Leipzig" von Frankreich und England als inopportun abgelehnt wurde?
Nichts zeigt ja auch deutlicher die schwächliche und widerspruchsvolle Haltung der westlichen Demokratien gegenüber der Weltgefahr des Kommunismus, als die Vorgeschichte dieser Mittelmeerkonferenz, die gemeinsam zu treffende maritime Maßnahmen gegen das im Mittelmeer überhandnehmende Piratentum beschließen soll. Es ist bezeichnend, daß man diese Gesetzlosigkeit, die tatsächlich schon lange im Mittelmeer besteht, wie die „Zwischenfälle" mit deutschen und italienischen Kontrollschiffen bewiesen haben, in London erst jetzt erkennt, wo vitale britische Interessen, die Sicherheit einer Lebenslinie des britischen Welt- reichs nämlich auf dem Spiel steht. Unb nun konnte man plötzlich auch in London energisch werden. Aber die Energie reichte doch nicht aus, das Störungsfeuer niederzukämpfen, das sofort nach Bekanntwerden des Konferenzplans von Moskau aus gegen ihn eröffnet wurde. Obwohl die Zeugnisse sich mehren, daß die Tätigkeit rotspanischer U-Boote Ursache der Unsicherheit für die Schifffahrt im Mittelmeer ist, besaß die Sowjetregierung die Dreistigkeit, Italien zu beschuldigen und in einer Note in Rom Forderungen zu stellen, die man dort mit Recht als unerhörte Brüskierung empfunden hat. Als die Sowjetunion in einer zweiten Note ihre unverschämten Unterstellungen und Zumutungen noch steigerte, obwohl sie bereits auf die erste die darauf allein gebührende Antwort erhalten hatte, konnte es niemanden mehr wundern, daß weder Deutschland noch Italien die geringste Lust verspürten, vor Erledigung dieses Zwischenfalls sich mit der Sowjetunion an einen Konferenztisch zu setzen, der zudem so in die Nähe der bei uns und den Italienern nicht gerade in beiter Erinnerung befindlichen Genfer Atmosphäre, geruckt ist, daß wir uns unter diesem gemus loci keinen großen Hoffnungen über die Aussichten einer solchen Konferenz hinzugeben vermögen.
Ueberbies können wir nicht begreifen, welchen Sinn es haben soll, bem Nichteinmischungsausschuß, ber in Lonbon zu bem ausgesprochenen Zweck eingesetzt ist, ben Spanienkonflikt zu neutralisieren unb aus ihm nicht Weiterungen
andere Nationen entstehen zu lassen, diese aktuelle nub höchst wichtige Aufgabe ber Unterbinbung bes im engsten Zusammenhang mit bem Spanienkonflikt entstandenen unb bie neutrale Schiffahrt bebrohen- ben Piratenturns im Mittelmeer abzunehmen unb einer befonberen Konferenz zu übertragen, die sich zur Durchführung ihrer Beschlüsse doch wieder gleicher ober ähnlicher Organe bebienen müßte, wie sie ber Nichteinmischungsausschuß bereits eingesetzt hat. Deutschland) und Italien haben baher auch ben ein- labenben Mächten ben Gegenvorschlag unterbreitet, mit ber fraglichen Sache ben Nichteinmischungsausschuß in Lonbon zu betrauen unb bamit ihren guten Willen zur Fortsetzung ber internationalen Zusammenarbeit auch trotz bes sowjetrussischen Störungsfeuers bewiesen. Aber wie es scheint, wollen Englanb unb Frankreich an ihrem Konferenzplan festhalten, wenn auch bie von ihnen mitgebrachten Vorschläge mit Rücksicht auf bie neue politische Lage eine Abanberung erfahren sollen. Was in Nyon beschlossen werben soll, kann f-aum etwas anberes sein, als bie Maßnahmen, bie Deutschlanb unb Italien nach bem Torpeboangriff roter U-Boote auf ben beutschen Kreuzer „Leipzig" beantragt hatten, womit sie aber bei Frankreich unb Englanb nicht burchgedrungen waren, weil belben die unveränderte Freundschaft mit Moskau wichtiger war als gerechte und zweckmäßige Maßnahmen zur Sicherung des Weltfriedens. Unb auch jetzt werben beibe ßänber, so sehr man im Augenblick auch sich ben Anschein aibt, verstimmt zu sein über bie bolschewistischen Manöver gegen bie Konfrenz, vor einem Stirnrunzeln Moskaus roiber bessere Erkenntnisse zurückweichen. Jebenfalls sind bie Aussichten für bie Konferenz von Nyon gering genug. Selbst französische unb englische Blätter müssen bies einräumen unb sie empfehlen ben Delegierten Frankreichs und Englands äußerste Vorsicht, um zu vermeiden, sich bei dieser heiklen Partie von den Sowjets in eine Falle hineinmanövrieren zu lassen und um der schönen Augen Moskaus willen die sich hoffnungsvoll anlassende Verständigung mit Italien aufs Spiel zu setzen, womit wieder einmal bewiesen wäre, was Dr. Goebbels in Nürnberg erneut behauptet bat, daß ohne eine klars Frontstellung gegen den oölfer- verhetzenden Bolschewismus eine europäische Zusammenarbeit zur Sicherung des Friedens praktisch undenkbar ist. Dr. Fr. W. Lange.
Mit Hessens BOM. in Bamberg
Dann zeigen Heilrufe ohne Ende
baren Tatsachen muß man es schon als eine bodenlose Frechheit bezeichnen, wenn sich in Nyon der Sowjetjude Litwinow-Finkelstein herausnimmt, abwesende Mächte, die immer und immer wieder ihre Bereitschajt zur Zusammenarbeit im Sinne einer Erhaltung des Friedens bewiesen haben, zu beleidigen und die anderen Konferenzteilnehmer mit der ungeheuerlichen Drohung einzuschüchtern wagt, daß die Sowjetunion sich für den Schutz ihrer eigenen Interessen nidjt auf internationale Einrichtungen verlassen könne. Wenn Deutschland und Italien ihre Teilnahme an dieser Mittelmeerkonferenz abgelehnt haben, .roeil sie sich von ihr nach den unverschämten Noten der Sowjetunion an Ita-
Auch In diesem Jahre wölbte sich wahrend des Appells der Politischen Leiter am Freitag, abend Uber der Z-ppelmwiese der herrliche Lichtdom, der aus 154 Flakscheinwerfern 6« Wehrmacht an den nächtlichen Himmel geworsen wurde. — (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M)
deren Rückwände das Hakenkreuz auf führen. Der ganze Mittelaufbau ist kreuzfahnen eingekreist, deren Spitzen werferlicht funkeln.
nalsozialistischen Freiheitsbewegung denken, empfinden wir es als ein besonderes Glück, uns einmal in jedem Jahre in dieser alten Stadt gegenübertreten zu können. Hier ist jeder von euch nur * 1 n Glied des Gesamten? Keiner von euch steht hier allein! In eueren Dörfern, in eueren Werkstätten und Fabriken, da mögt ihr vereinsamt sein. Hier empfindet ihr die gemeinsame
a f t rn & Gewalt einer gemeinsamen Idee! Hier könnt ihr ermessen, was es bedeutet, als einzelner trotzdem nicht vereinsamt, sondern Glied einer großen und stolzen geschlossenen Gemeinschaft zu sein.
Ich bin so glücklich, wenn ich jedes Jahr einmal meine allen Kämpfer wieder vor mir sehe. Ich habe immer das Gefühl, daß der Mensch, solange ihm das Leben geschenkt ist. sich sehnen soll nach denen, mit denen er sein Leben gestaltet hat. Das aber würde mein Leben sein
Weihe derneuen HI Vannsahnen
NSG. Nürnberg, 10. Sept. In Nürnberg ist es kühler geworben und schwere Wolken hängen
t r a n s p o r t des BDM. nach Nürnberg. Nach dem stillen Erlebnis, das immer den Mädel allein gehören soll, erwartet sie das Große: der Führer und das Bekenntnis der ganzen deutschen Jugend zu Adolf Hitler.
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Der Abend des Freitags war den Politischen Leitern Vorbehalten, die in einer Stärke von 140 000 Mann
verspottet worden sind, da habt ihr euer gläubiges herz zu mir geführt. Ihr wußtet gar nicht, ob ich siegte. Ihr habt es nur geglaubt! Damals nahmt ihr Entbehrungen, Opfer und Verfolgung, Spott und haß auf euch. Delch ein wunderbarer Weg feit diesem Beginnen! heute sind die Männer, die einst auszogen im Kampfe gegen ein faules System die Herren eines Staates geworden! Und in dieser Stunde, da müßt ihr es alle empfinden: Deutschland gehört nicht einem von uns, es gehört uns allen! Wir haben es erkämpft und damit verdient! Dieser Sieg ist uns wahrlich nicht geschenkt worden! (Minutenlang brausen die Heilrufe über das
Feld.)
Ihr steht hier vor mir, 140 000 politische Führer ein leil der großen Armee, die unser deutsches Volk heute leitet und lenkt, ein Bild, wie es das frühere Deutschland nie gekannt hat. Einst glaubte man. unserem Volke das Rückgrat brechen zu können. Aber es ist weitaus stärker geworden als jemals zuvor. Dieses Wunder ist das Ergebnis von ebensoviel Glauben wie Mut aber auch von Opfern und vor allem Fleiß' Welche Arbeit steht nicht hinter dieser gewaltigen Leistung? a
Wir haben den Parteitag des Jahres 1937 unter das Motto der Arbeit gestellt Man erhebt hier und da außerhalb Deutschlands die Frage: Warum eine solche Parole? Wir haben, nachdem wir in vier Jahren Deutschland freigemacht haben, das Recht nunmehr uns unserer Arbeit zu freuen' (Jubelnde Zustimmung.)
Ich weiß, was so viele Hunderttausende meiner Parteigenossen und besonders meiner Führer überall draußen im Lande in diesen Jahren an persönlichen Opfern auf sich genommen haben. Und ich weiß, wie groß dieses Opfer ist, das niemals in der Oeffentlichkelt heroortritt. Gerade wenn wir an diese unbekannten Soldaten unserer natio-
verbrecherischen Hetzern, deren einzige Arbeit nur darin besteht, auf Papier die Völker um ihre Ehre, um ihr Ansehen zu bringen und sie damit gegeneinander in Kampfstellung zu führen. Möge die Welt einsehen, daß es ein Glück für sie ist, daß inmitten eines sich immer mehr ausbreitenden Unruheherdes in Europa außer dem großen Staat im Süden sich auch im Norden einer befindet, der konsolidiert ist. der fest ist und der fest bleiben wird. Deutschland wird nicht überrannt werden, weder von innen noch von außen! Und ich glaube, daß diese Tatsache ein höchster Beitrag zum Frieden ist, weil sie vor allem jene warnen, die von Moskau versuchen, die Welt in Brand zu stecken. (Tosende Stürme der Zustimmung brausen über das Feld.)
So sehen wir dem kommenden Jahre mit stolzem, zuversichtlichem Vertrauen entgegen. Deutschland wird die ihm gestellten Aufgaben erfüllen! Sie alle kennen die großen Pläne, die wir zu verwirklichen uns vorgenommen haben. Sie gehen zum Teil über Jahrzehnte, zum Teil über Generationen hinaus Möchten die anderen Völker sich ebenfalls große Aufgaben stellen! Dann würden sie vielleicht leichter die Sehn» u ch t nach dem Frieden begreifen können, die uns Deutsche erfüllt Diese großen Zukunftsaufgaben aber werden gelöst dank der die ganze Nation zusammenfassenden, sie zusammenhaltenden und führenden Bewegung. Und Ihr könnt stolz sein, daß Ihr teilhabt an dieser geschichtlichen Auf- aabe! Was ist der einzelne von uns! Was würde er ein ohne diese Bewegung! Sie hat uns erst unseren Wert gegeben? Ganz gleich, wo der einzelne steht, als Nationalsozialist ist er unersetzbar.
Wenn diese Stunden und Tage vergehen und ihr wieder zurückkehrt in eure Gaue, in eure Städte, Dörfer, in eure Fabriken und Werkstätten, dann werdet ihr euch zurückerinnern an dieses abermalige große Gemeinschaftserleven. Ihr werdet dann zu Hause noch einmal all das überdenken, was in diesen Tagen und Stunden auf euch einstürmte. Aber erst mit der Entfernung und dem Abstand von hier werdet ihr die Größe dieser Zusammenkunft wieder ganz ermessen. Uns allen wird vor allem etwas in Erinnerung bleiben: Wir haben uns wieder gesehen, haben uns wieder gehört und haben wieder unser altes Gelöbnis erneuert, ihr. meine alten Kampfgefährten und chr. mein junger Nachwuchs:
Und mit diesem Wissen verbindet sich unser Glaube. Der Allmächtige hat uns diesen wunderbaren Weg gehen lassen, und er wird uns weiter segnen. Denn wir kämpfen hier für ein höheresRecht, für eine höhere Wahrheit und für einen höheren menschlichen Anstand. Ich kann heute so ruhig in die Zukunft sehen, denn wir haben unser Haus nun wohl bestellt Wir haben Vorsorge getroffen, daß unsere deutsche Heimat nicht mehr das erleidet, was wir anderthalb jahrzehntelang erleben muhten. Dadurch aber ist dieses Deutschland ein Element der Ruhe, ein Faktor der Sicherheit und damit ein Garant des Friedens geworden Möge die andere Welt dies begreifen! Möge sie sich nicht verführen lassen von jenen
^Steinhäger
-Urquell
Möge die Welt Deutschlands Beitrag zum Frieden begreifen
Dann zeigen Heilrufe ohne Ende das Nahen des Führers an, der in dem breiten Eingang gegenüber der Holztribüne von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und den Reichs- und Gauleitern empfangen wird. Im Augenblick, als der Rerchs- organifationsleiter dem Führer 140 000 Politische Leiter zum Appell meldet, werden aus 154 Scheinwerfern zartblaue Strahlenbündel emporgeschleudert und bauen einen Lichtdom von atemraubender Schönheit. Als Kuppelmitte zeichnen sie auf den Wolken ein helles Viereck von gewaltigen Dimensionen, ein Spiegelbild des Aufmarschfeldes.
auf dem mächtigen Zeppelinfeld in 12 gewaltigen Blocks angetreten waren, um aus dem Munde des Führers die Marschrichtung für das kommende Jahr zu vernehmen, während die 32 000 Fahnen vor dem Südeingang Aufitellung genommen hatten. Pünktlich erfaßten die Scheinwerfer ein riesiges, eichenlaubumkränztes Hakenkreuz auf dem Mittelteil der Tribüne mit ihrer strahlenden Fülle, und im gleichen Augenblick werden auch die Fahnengruppen auf den 34 Türmen, die die großen Wälle unterteilen, angestrahlt. Wahre Garben von Licht erhellen die hohen Pfeilerreihen, die sich zu beiden Seiten an den Mittelteil der Tribüne anschließen, rotem Felde von Haken- im Schein-
all es für Deutschland! Deutschland Sreg-Heil!
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Die Hunderttausende nehmen den Gruß auf, der wie ein heiliges Gelöbnis in dieser nächtlichen Stunde unter dem Lichterdom über das weite Feld hallt. In tiefer Ergriffenheit stimmen die Massen in das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied ein.
Oer Gauleiter beglückwünscht einen ?0jährigen Marschteilnehmer. NSO. Gauleiter Sprenger besuchte am Frei- wg nach dem Kongreß das Gaustandquartier in £r!n3' “c”1.. ?em 70jährigen Marschteilnehmer, Pg-Philipp Rader IV., aus Ostheim bei B u tz - dach zu seinem 70. Geburtstag zu beglückwünschen. Schon am Morgen dieses Tages wurde Pg. R ä ■ r f im Gaustandquartier in der Hans-Schemm- Schule von seinen Kameraden geehrt. Den Höhepunkt der Ehrung bedeutete aber der Besuch des Gauleiters, der persönlich seinen Glückwunsch aus- sprach. Pg. Philipp Räder, der noch so rüstig ist, daß er sich als Marschteilnehmer am Reichspartei- tag gemeldet hat, erhielt vom Gauleiter, der ihn als
mungsvoll eingeleitet wurde die Feierstunde mit der Hymne Ty. Schellers „Deutschland, du unser Mütter Land." Dann zeigte der Reichsjugendführer den Sinn der Mädelarbeit und -erziehung, „die aus unserer Bewegung nicht mehr weazudenken ist", und einen Mädeltyp heranzieht, der sich seinen Lebensaufgaben bewußt ist. Im Gedenken an Herbert Norkus wurden dann die Wimpel entrollt. „Denn mögen wir auch fallen, wie ein Dom steht unser Stab" klang es tausendstimmig über den
NSG. Bamberg, 10. Sept. Es war eine sonnige vielversprechende Fahrt, die die 200 BDM- Mädel aus dem Gau Hessen-Nassau im „Sonderzug West" durch den Spessart und durch das Maintal in die Stadt des BDM., das alte freundliche Bamberg brachte. Wer im vergangenen Jahr noch nicht dabei war, der ließ sich überraschen von der Herzlichkeit des Empfanges durch die Bevölkerung. Eine riesenlange Kolonne nacy der anderen marschierte singend an. Nach allen Seiten winkten die Mädels, die sich noch von manchem großen Treffen her kennen. Aber Disziplin muß sein, und so führten die „Lotsenmädel^ zum Standquartier des Obergaues Hessen-Nassau, der „Harmonie". Dann hielten die Mädel die roten Ouartierscheme in der Hand und rieten, wohin der Zufall sie für drei Tage geführt hat. Ueberall standen die Bamberger in den Straßen und schauten nach „ihrem Mädel" aus. Nach einer Stunde waren die Erwartung und die Spannung gelöst Zum Abendbrot, das wie jede Mahlzeit auf der Sammelstelle eingenommen wird, gab es viel zu erzählen. Fast alle haben es sehr gut getroffen.
Während der Feierstunde am Donnerstag ließen sich die Mädel gefangen nehmen von dem herrlichen Raum des Domplatzes, der sie im Licht der Scheinwerfer groß und feierlich umfing. In der alten Hofhaltung, bewacht von Kameraden der HI.
ohne euch! (Nichtendenwollende Kundgbung der Begeisterung und der Ergriffenheit) Daß ihr mich einst gefunden habt, und daß ihr an mich glaubtet, hat eurem Leben einen neuen Sinn, eine neue Aufgabe gestellt. Daß ich euch gefunden habe, hat mein Leben und meinen Kampf erst ermöglicht. (Erneute stürmische Kundgebungen.)
Ihr wißt, daß unser alter Feind sich jetzt wieder anschickt, die Welt in Unruhe zu versetzen. Ihr wißt, daß er dabei versucht, mit jenen Waffen zu kämpfen, die wir an ihm kennen. Ihr wißt aber auch, daß dieser Versuch an der Geschlossenheit unserer Bewegung in Deutschland von vornherein scheitern muß. Es ist ein lächerliches Unterfangen, zu versuchen, noch einmal nach Deutschland die Krankheit hineinzutraaen, die wir ausgetrieben haben. Allein, sollte dieser Versuch, statt von innen, von außen her unternommen werden, bann wissen wir es alle: Die deutsche Nation unter der Führung ihrer Partei wird Deutschland schützen undniernalsrnehr v e r g e h e n lassen? (Minutenlange Heilrufe und Zustlmmungskundgebungen.)
Deutschland wird nicht überrannt werden.
Oer Führer spricht zu 140000 politischen Leitern auf der Nürnberger Zeppelinwiese
Das erste Gedenken gilt den Toten des Weltkrieges, den Opfern der Arbeit und den Ermordeten der Partei. Alles hatte sich von den Plätzen erhoben und hebt die Arme, die Fahnen senken sich, während das Lied vom guten Kameraden erklingt. Als die getragene Weise verklungen ift, wendet sich Dr. Ley an den Führer: Jahr um Jahr, so sagt er, stehen nun in diesem unendlichen Lichterdom 140 000 Männer der Partei, Männer aus allen Gauen. Zwei Millionen Menschen sorgen sich in allen Gegenden Deutschlands polifisch und sozial um den Volksgenossen. Wenn man bedenkt, daß von diesen zwei Millionen 9 7 v. H ehren amt- lichihre Pflicht tun und kaum 3 v. H. hauptamtlich arbeiten, so ist das eine Volksführung, die die letzte Regung in unserem Volke zum Führer bringt und die Willensäußerung des Führers wiederum bis zum letzten Volksgenossen bringen läßt, eine Volksführung, bie in bester Weise vollen- b e t ist. Mit einer solchen Organisation kann man jebe Aufgabe lösen, mein Führer. Sie sprachen vor einem Jahr bas Wort: „Ich bin bei Euch, unb Ihr seib bei mir!" Das ist bas schönste unb herrlichste Wort, das wir kennen. Hier steht keine Hierarchie, hier stehen Männer, die persönlich mit ihrem Führer verbunden sind, deren Herzen mit dem Herzen des Führers in gleichem Takt schlagen. Das ist das Wunderbare unserer Partei. So bitte ich Sie, mein Führer: Geben Sie uns die Parole für das nächste Jahr Diese zwei Millionen Männer der Politischen Leitung werden jede Aufgabe lösen, die Sie ihnen stellen!
lien nichts versprechen konnten, so hat diese erste Sitzung bereits die Richtigkeit ihrer Auffassung vollauf ergeben.
Scharfe Zurückweisung in Rom.
Rom, 11. Sept. (DNB.) Zu den Anwürfen Lit- winow-Finkelsteins gegen Italien, der erklärte, Sowjetrußland sei am Ende seiner Geduld und werde bei Fortsetzung der Angriffe Dergel - tungsmaßnahmen gegen Italien ergreifen, wird von italienischer Seite gesagt, daß diese Maßnahmen als Angriffshandlungen betrachtet werden würden.
alten Hofhaltung, bewacht von Kameraden der HI., unser Stab" klang es tausendstimmig über den ftanben bie 587 eingerollten Wimpel, bie am Frei- Platz. Hierauf trugen bie Jungmäbel unb Unter- tagabenb vom Reichsjugenbführer geweiht würben, gauführerinnen bes ganzen Reiches ihre Wimpel Dann sprach bie Reichsreferentin Trübe Bürkner hinab zur Stabt. Hell unb groß blieb der Platz von ber Verpflichtung bes Führenbürfens, bas ein zurück, ben alle mit bem Bewußtsein einer neuen ""wer größeres Färbern von sich selbst sein muß. unb unaufhörlichen Verpflichtung verließen. Am Ihr Gelöbnis wuchs bann auch im Lieb über bas' Samstag für 5 Uhr begann bereits ber A b -
Die Ansprache des Führers.
Meine Parteigenossen? Jährlich einmal kommt ein Teil ber politischen Führerschaft bes beutschen Volkes nach Nürnberg, ein Teil ber politischen Soldaten unb ein Teil ber Wehrmacht. Diele, bie bas Wesen unserer Bewegung nicht verstehen, mögen sich vielleicht rounbern, baß sick biese Zusammenkunft in jebem Jahre wieberholt. Wir, Die wir sie nun seit vielen Jahren erleben bürsten, erkennen ihren Sinn unb ihren Wert: Für uns Nationalsozialisten sinb diese Tage bas s ch ö n st e Fest bes ganzen Jahres? (Iubelnbe Zustimmung der Hunberttausenbe.) Was bedeutet es nicht für den einzelnen an Sorgen unb an Opfern, hierher zu kommen! Unb bennoch, wenn biese Tage ihr Enbe finden, erfaßt uns alle eine Trauer; es geht uns wie Kinbern, bie ein großes Fest verlassen. Für uns sinb biese Tage bie Erinnerung an bie Zeit unseres geschichtlichen Ringens um Deutschlanb. Unter euch stehen so viele vor mir, die bie Bewegung noch kennen aus ber Zeit, ba es schwer unb gefahrvoll war, sich zu ihr zu bekennen. Gerabe für biese alten, treuen Kampfgenossen sinb aber biese Tage bie schönste Rückerinnerung unb zugleich bie s ch ö n st e Beloh - n u n g. Einmal im Jahre st e h e n mir uns roieber persönlich gegenüber. Einmal im Jahre, ba seib ihr roieber bei mir, wie früher so oft in ben Kämpfen um Deutschlanb? Damals konnte ich in euere Gaue hinausqehen, unb Jeber von euch kannte mich. Heute müßt ihr zu mir kommen, unb hier an btefem Platz, ba sehen wir uns bann immer wieder als d i e alte Garde ber nationalsozialistischen Revolution! (Tosende Begeisterungskundgebungen schla- gen bei diesen Worten bem Führer entgegen.)
Es ift ein wunderbares Geschehen, das hinter uns liegt, und das sich in unserer Zeit erfüllt. Wie viele unter euch haben mich die Jahre hindurch begleitet in meinem Hingen um Deutschland. Damals, als wir noch verlacht und
am Himmel. Weder sie noch der zeitweilig einsetzende Regen fönen aber ber Stimmung ber HI. im Lager Langwasser unb ihrer Begeisterung, am Reichsparteitag ber Arbeit teilzunehmen, Abbruch tun. Bis Freitag nachmittag waren bie letzten HI. - Einheiten aller Gebiete eingetroffen. Gebietsführer Branbt empfing ben zweiten Sonderzug des Gebietes Hessen-Nassau unb rückte an ber Spitze seiner HI. in bas Lager ein. Den Höhepunkt des Lagerlebens bildete bie Weihe ber 104 neuen Bannfahnen burch ben Reichsjugenbführer. 53 000 Jungen waren am Fahnen- Hügel angetreten. Die Bann-, Jungbann- unb Gefolgschaftsfahnen ber HI. knallten luftig im Herbstwind, als Baldur von Schirach von Fanfaren- Rufen begrüßt, im Lager eintraf. Hoch lodern die Flammen aus den Opferschalen, die bas Ehrenmal des HI.-Lagers mit den Namen ber 21 ermorbeten Jungen ber Hitler-Jugenb flankieren. Das Lied „Horch auf Kamerad!" schallt über das weite Lager, als die eingehüllten Bannfahnen eingetragen werden. Und während die Jungen „Volk ans Gewehr" anstimmen, entrollen sich die neuen Fahnen für bie in biefem Jahre neu aufgestellten Banne.
Der Reichsjugenbführer weist in der Weiherede darauf hin, daß in alle Zukunft die neuen Banner der deutschen Jugend an ben Reichsparteitagen inmitten ber Lagergemeinschaft ihre Weihe burch das Tuch erhalten, das einst ein Herbert Norkus durch sein Blut zum erhabensten Symbol gemacht habe. Der Geist dieses Unsterblichen solle damit Einzug halten in die Jugend aller Zeiten. Während der Reichsjugenbführer jede Fahne mit der Herbert- Norkus-Fahne weiht, schallt über ben weiten Platz bas Lieb „Nun laßt bie Fahnen flattern" Mit einem breifachen Sieg-Heil auf ben Führer unb dem gemeinsamen Lied „Vorwärts, vorwärts!" wird bie Feierstunbe geschlossen. Der Adenb war bem Singen in den Lagerstraßen vorbehalten, bie Inzwischen von ben Gebieten nach ihrer Eigenart ausgeschmückt unb verschönt worben sind.
Heute unb bas eigene Ich hinaus in bie Ewigkeit des Volkstums, bas sich im Bamberger Dom eines feiner schönster Denkmale schuf. Schweigenb kehrten bie Möbel nach ber Feierstunbe burch bie nächtlichen Straßen, an alten verträumten Laternen, heimlichen Winkeln unb klaren Häuserfronten vorbei in ihr Quartier zurück
Der Freitag gehörte ber alten fürstbischöflichen Resibenz. lieber sie fanb in einer frühen Vor- mittagsftunbe ein Lichtbilbervortrag statt, ber bie Möbel in beren Schönheit unb bie klare Romantik einführte, bie sie bann in einem anschließenbem Runbgang selbst auf sich einroirfen lassen konnten. In verhaltenem Schritt bewegten sich am Freitag- abenb in Bamberg bie 5000 Möbel burch bie nächtliche Stabt zur Wimpelweihe auf bem D o m p l a tz. Hoch unb hell ragte ber Dom über die Stadt hinaus in den dunklen Himmel. Stim-
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1500
der das
Formationen. Die Fahnen sind denen SA. gleich, tragen aber in einer Gösch NSFK.-Abzeichen.
Starker Eindruck
-er Nürnberger Ereignisse im Ausland
Die Pariser Presse fährt fort, den außergewöhnlichen Erfolg der Deutschen Kulturwoche xu schildern ,Heute nacht gegen 1 Uhr" so schreibt der „I n t r a n s i g e a n t" über die „T r i ft a n"- Aufführung, „machte sich die Begeisterung des Pariser Publikums über die Meisterleistung der Staatsoper Berlin, wie sie Bayreuth in diesem Jahre hat hören können, in einer Explosion von Bravorufen Luft. Auch diesesmal war der Erfolg von seltenen Ausmaßen: Martha Fuchs und Karl Hartmann als hervorragende Isolde und Tristan. Margarethe Klose als Brangäne. Herbert Janssen als Kurwenal, alle, und nicht zu vergessen Karl Elmendorfs als Dirigent, werden sich mit Rührung dieses Abends erinnern können, der in ihrer Laufbahn sicher ein bedeutendes Ereignis ist".
Die „Libertä" schreibt zu der „Walkure"- Auffuhrung. im Rahmen der Deutschen Kulturwoche, die Aufführung sei eine fast religiöse Zeremonie gewesen nicht zuletzt dank der unvergeßlichen Leistung Furtwänglers und des Orchesters. Bel allen Sängern und Sängerinnen sei die stimmliche Leistung als durchweg unvergleichlich zu bezeichnen. Man könne den deutschen Gasten für die aufsehenerregende Veranstaltung nur dankbar sein. ,
Auch der Musikkritiker des „T e m p s verherrlicht die Aufführungen. Sie hätten den wohltuenden Atem des Genies ausgeströmt, der in diesen wirren Zeiten die Menschen einander nähere und sie erhebe. Furtwängler sei ein viel zu großer Künstler, als daß er für sich noch einen Lobes- hymnus wünschen könne. Das größte und schlichteste Lob sei, daß der Dirigent Furtwängler von den Herrlichkeiten inspiriert sei, die Beethoven und Wagner der Welt zum Geschenk gemacht haben Auch Generalintendant Staatsrat T i e 11 e n sei man eine große Ehrerbietung schuldig.
Societd universelle de th^ätres und der Generalkommissar der Ausstellung gaben zu Ehren der mit- wirkenden Künstler einen Empfang Von keu scher Seite waren Staatssekretär F unk Vo - schastsrat Forster, Reichskommissar Mmifterlal-
Jn der Pariser Samstagspresse wird der Eindruck des grandiosen Aufmarsches der Amtsleiter wiedergegeben, den diese Kundgebung auf die Zuschauer gemacht hat. So schreibt der Berichterstatter des „Petit Journal", die Heil-Rufe, die dem Führer entgegenschallten, seien von einer Menge ausgegangen, bei der man den Wunsch gespürt habe, ihm ihre Zuneigung und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen und ihm gleichzeitig einen neuen Beweis des unbegrenzten Vertrauens zu geben. Man habe sich in ein Märchenland versetzt gefühlt. Der Sonderberichterstat-| ter der Agentur Havas schreibt, wie unter dem Ge-! wölbe eines mächtigen Domes, gebildet durch 150 Scheinwerfer, habe dieser Aufmarsch stattgefunden. Die erfinderischen Regisseure dieses märchenhaften Bildes hatten für wenige Stunden eine Kathedrale von Licht geschaffen, die dem Ganzen eine erhebende Atmosphäre gegeben habe. Diese Kundgebung in einer darart märchenhaften und übersinnlichen Atmosphäre habe den ausländischen Zuschauern den Eindruck gegeben, daß die Menge, die dem Führer ergeben sei und die ihn fast anzubeten scheine, bereit sei, für ihn und für Deutschland alle Opfer zu bringen, die dieser Mann, der am Freitag fast übermenschlich
I erschienen sei, noch von ihr fördern könne.
Großer Erfolg von Siranßens „Ariadne auf Aakvs"in Paris Glänzende preffestimmen. — Empfang zu Ehren der deutschen Künstler.
bireftor Dr. Ruppel und die Berliner Künstler erschienen, von französischer Seite hervorragende Vertreter des künstlerischen Lebens. Rach einer von Bewunderung für den Erfolg der Deutschen Kulturwoche getragenen Rede des Generalkommissars L a b b 4 feierte Vizepräsident Martinelli herzlich die Botschaft, die die deutschen Künstler den in | Paris vertretenen internationalen Hörern vermittelt haben. Reichskommissar Dr. Ruppel dankte für die freundschaftliche Aufnahme der deutschen Künstler und nahm die Worte des Generalkommissars Labbe auf, wonach diese Kulturwoche einen wichtigen Abschluß im gegenseitigen Kennen- und Sich- verstehenlernen Frankreichs und Deutschlands bedeute.
Kleine politische Rachrichten
Die Tagung des D ö l k e r b u n d r a t e s ist unter dem Vorsitz des „Ministerpräsidenten" der spanischen Bolschewisten, R e g r i n , eröffnet worden. Der Rat beschränkte sich auf die Abhaltung einer vertraulichen Sitzung, die etwa eine halbe Stunde dauerte Die nächste Sitzung findet am Dienstagnachmittag statt.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die gesamte Lagermannschaft des RSFK., ____
Mann aus allen Gauen Deutschlands, war im offe-
Parts, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Uraufführung für Frankreich der „Ariadne auf Naxos" von Richard Strauß hatte im „Th^ätre des Champs Elys£es" wieder eine festliche Besuchergemeinde versammelt. Staatssekretär Funk, Botschafter Graf Welczek und Reichskommissar Ruppel mit ihren Damen konnten zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kunst begrüßen, darunter Landwirtschaftsminister M o n n e t, Generalkommissar der Ausstellung L a b b ö, den belgischen Botschafter, sowie Staatsrat Wilhelm Furtwängler. Das vollbesetzte Haus nahm die Oper mit starkem, anhaltenden Beifall auf, der sowohl den Schauspielern als auch dem Dirigenten Clemens Krauß galt, der den erkrankten Richard Strauß vertrat. Erna Berger als Zerbinetta erntete lebhaften Beifall auf offener Bühne Diorica Ursuleac als Ariadne und Helge R o s w a e n g e als Bacchus wurden ebenfalls gefeiert. Die musikalischen Leistungen der deutschen Künstler wurden durch die eindrucksvolle Bühnentechnik wirksam ergänzt. Generalintendant T i e t j e n , von Preetorius und Klein bei der Inszenierung unterstützt, ist es zu danken, daß auch diese Aufführung einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.
nacheifernswertes Vorbild hinstellte, unter allgemeinen Beifall einen prachtvollen Strauß Rosen überreicht. Am gleichen Tage konnte auch Kreisleiter Thiele feinen 40 Geburtstag begehen, zu dem der Gauleiter ihn ebenfalls herzlich beglückwünschte. Der Gauleiter aß dann mit aus der Feldküche, die Nudel mit Gulasch verabreichte und blieb noch bis zum Abmarsch der Marschteilnehmer des Gaues Hessen-Nassau zum Appell der Politischen Leiter. Die ganze Zeit über war der Gauleiter von seinen Parteigenossen umringt, die ihn immer wieder um seine Unterschrift für die Kartengrüße an die Daheimgebliebenen baten.
Slmmsahnen für das ASM
Uebergabe durch Staatssekretär Milch im Auftrage des Führers.
Nürnberg, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Gegenwart sämtlicher höherer Führer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, der Amtschefs des Reichsluftfahrtministeriums, hoher Offiziere der Luftwaffe und des Heeres sowie zahlreicher Vertreter der anderen Gliederungen der Partei übergab im Auftrage des Führers der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium, General der Flieger Milch die ersten 40 Sturmfahnen an die am Reichsparteitag teilnehmenden NSFK. ->
London, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse hebt besonders die Rede des Führers vor den Politischen Leitern hervor. „Daily Telegraph" unterstreicht, daß der Führer den deutschen Wunsch nach Frieden erneut zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig eine Warnung an den Kommunismus gerichtet habe, der versuche, die Welt in Unruhen zu stürzen. „Daily fDtair schreibt, der Aufmarsch der Politischen Leiter sei ein Schauspiel von außerordentlich eindrucksvoller Schönheit gewesen. Noch nie seien d i e Methoden der künstlichen Beleuchtung in so ausgedehntem Ausmaß angewandt worden. Der Führer habe wie ein Kamerad zu den versammelten Politischen Leitern gesprochen. Ihre Zahl sei der Stärke der gesamten britischen Territorialarmee gleichgekommen. Die „Times" weisen darauf hin, daß die Botschafter Englands und Frankreichs und der amerikanische Geschäftsträger am Freitag in Nürnberg eingetroffen und als Gäste des Führers zum Tee geladen worden feien. Angesichts der Schwierigkeiten im Mittelmeer, so meint Die „Times", habe die Anwesenheit des französischen und englischen Botschafters in Nürnberg lebhaftes Interesse heroorgerufen.
neu Viereck angetreten In der Mitte stand die alte Sturmfahne die Hermann Göring 1929 dem SA.-Fliegersturm „Hermann Görmg" in Essen übergeben hatte. Staatssekretär General der Flieger Milch, der mit dem Korpsführer Generalleutnant Christiansen erschienen war. betonte, daß I die Fahnenverleihung im Auftrage des Führers für das nationalsozialistische Fliegerkorps ein historischer Moment sei und das Korps endgültig einreiht in die Gliederungen der Bewegung. Die Fahnen sollen in guten und schlechten Zeiten Rückhalt fein beim Einsatz für Volk und Vaterland Unter Den Klängen des Horst-Wessel-Liedes berührte Staatssekretär M l 1 ch jede der 40 Fahnen mit der Traditionssturmfahne. „Eure Fahnen sind geweiht", so schloß Staatssekretär Milch. Der Geist der alten Sturmfahne ist auf die neuen übergegangen Wir grüßen die Fahnen und den Führer, der sie euch verliehen hat." — Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und das Deutschlandlied bildeten den Abschluß der Uebergabe. Bei dem folgenden Vorbeimarsch mit ihren Sturmfahnen zeigte die jüngste Gliederung der Partei durch ihren Schneid, daß sie würdig ist, Soldaten des Führers zu sein.
Die Großwetterlage zeigt zur Zeit ein mächtiges, von den Azoren bis Ostgrönland reichendes Hochdruckgebiet und lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordost- und Südeuropa. Demgemäßt hat sich über das europäische Festland eine weitgehende Ueberflutung mit Kaltluft eingestellt, welche bei uns Temperaturen etwa 3 Grad unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt bringt. Gleichzeitig herrscht unbeständiges Wetter, das — in Süddeutschland begünstigt durch Stauwirkung vor den Alpen — zu ergiebigen Niederschlägen Anlaß gibt, die in den höheren Lagen der Gebirge als Schnee fallen. Durch einen von Europa nach Island vorstoßenden atlantischen Wirbel wird die weitere Zufuhr kalter Luftmassen abgestoppt Doch ist nennenswerte Wärmezunahme für im- noch nicht zu erwarten.
Voraussage für Sonntag: Wolkig bis aufheiternd und noch einzelne Schauer. Bei Winden von Norden noch kühl _ -
Voraussage für Montag: Zeitweilige Aufheiterung, doch nicht beständig. Tagsüber etwas "ßSemperaturen am 10. September: mittags 14,6 Mrad Celsius, abends 12.5 Grad: "m it September: morgens 7,6 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum ^E- nackt 6 9 Grad. — Erdtemperaturen m 10 cm ^ie am 10 September: abends 16.1 ®raö: am H September: morgens 13.3 Grad.-Niederschlage 2 3 mm. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden.
ftniinUrhrlftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange ©tSreter öee Hauptlchrift.eiters: Ernst Blum fcheln Verantwortlich für Politik und für Öie BilDer s £,”w'S WS&ÄTSSS
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Den landwirtschaftlichen Markt in Deutschland dem = freien Spiel der Kräfte überantworten, hieße eine • dauernde Preissteigerung entfesseln, d. b. ein Chaos ' aus dem Lebensmittelmarkt herbeizittühren. Dazu kommt noch, daß die Zahl der deutschen Bevölkerung innerhalb des Reichsgebietes seit 1933 sich um etwa zwei Millionen vermehrt hat. Diese Tatsache, zusammen mit der weiteren Tatsache, daß sieben Millionen Arbeitslose wieder in den volkswirtschaftlichen Arbeitsprozeß eingeschaltet wurden, hat eine erhebliche Steigerung des Verbrauchs zwanasläufig bewirkt. So ist der Konsum z. V. von Brotqetreidemehl seit 1932 um 10 d. Sy gestiegen, bei Zucker um 15 v. H., bei Fleisch um 10 v. Sy, bei Gemüse um 25 v. Sy und bei Seefischen um 43 v. Sy Die nationalsozialistische Agrarpolitik hat eine fast unmöglich erscheinende Auf- gäbe, nämlich die Ernährungssicherung in Deutschland durchzuführen, bewälttgt. Die Verkaufserlöse der deutschen Landwirtschaft sind von 6,4 Milliarden Reichsmark im Jahre 1932/33 auf 8,8 Milliarden im Jahre 1935/36 gestieaen, d. h. vier Jahre nationalsozialistischer Agrarpolitik reichten aus, um die Verkaufserlöse der deutschen Landwirtschaft um rund 2,5 Milliarden jährlich zu steigern. Diese Steigerung der Verkaufserlöse hat sich in eine Steigerung der Betriebs» i n v e st i e r u n g e n auf den deutschen Höfen umgeschaltet und kommt damit der Steigerung der Er- zeugung unmittelbar zuaute. Einige Zahlen möaen das beweisen. Auf dem Gebiet der Anwendung von Kunstdünger stieg der Verbrauch von Stickstoff von 1933 bis zum Düngejahr 1935/36 um 40 d. Sy; er stieg bei Kali um 55 d. Sy und bei Phosphorsäure um 60 v. H.; inzwischen ist er im Wirtschaftsjahr 1936/37 insbesondere durch die ein- qeleitete Düngemittelaktion nochmals aanz bedeu- tend gestiegen, so beim Stickstoff um 62 v. H. seit 1933. Der Absatz der deutschen L a n d m a s ch i - nenindustrie, deren Verkauf im Jnlande im Jahre 1932/33 einen Wert von 90 Millionen Reichs- mark hatte, ist im Jahre 1935/36 bereits auf 250
Unser Bildtelegramm zeigt Reichsführer SS. Himmler wahrend seiner Ansprache. Im Vordergrund der Führer. Hinter ihm General D a l u e g e und Reichsinnenminister Dr. Frick. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Der Führe empfing am Freitagnachmittag im g roß e n Saa des „Deutschen Hofes" die in Nürnberg anwesenden ausländischen Missionschefs zum Tee Bei dieser Gelegenheit gab der Führer in einer Ansprache seiner und des deutschen Volkes Befriedigung und seinem Dank dafür Ausdruck, daß das Diplomatische Korps in so großer Zahl seiner Einladung gefolgt sei, und für das große Interesse, bas die Mitglieder des Diplomatischen Korps den Veranstaltungen des Reichsparteitages entgegenbrächten. Der Führer betonte, daß der Reichsparteitag keine politische Parteiveranstaltung, sondern e i n nationales Fest des gesamten deut- chen Dolkes sei und als solches gewertet werden
In Vollzug dieses Willens, den deutschen Polizeibeamten seines früheren Charakters zu entkleiden, erfolgte dann die neue Uniformierung der deutschen Polizei: auch hier von dem Gedanken beherrscht, dieser Polizei, auch äußerlich ein Bild zu geben, das des ersten, jedem sofort ins Auge springenden Staatsrepräsentanten würdig ist.
Nun soll ein Schritt weitergegangen werden Die deutsche Polizei soll immer mehr in lebendige Verbindung gebracht werden mit der Bewegung, die politisch das heutige Deutschland nicht nur repräsentiert, sondern darstellt und führt. Zu diesem Zweck sollen Sie die heutigen Fahnen von mir selbst empfangen Es soll damit ein neuer L.. ...
müsse. Namens des Diplomatischen Korps sprach als ält-tter Missionschef der französische Bot chafter Fran?ois°Poncet den Dank des Diplomat!- chen Korps für die ihm erwiesene Gastfreundschaft aus. Die Anwesenheit so zahlreicher fremder Diplomaten in Nürnberg lege Zeugnis ab für dasehr- liche Bemühen und den guten Willen der fremden Völker, das Leben und Streben des Dritten Reiches zu verstehen und zu erfassen. Sein Wunsch sei es, daß sich die deutsche Volksgemeinschaft einmal zu einer Gemeinschaft der Völker erweitern möge.
Der Führer
hielt nun folgende Ansprache:
Männer der deutschen Polizei!
Wie schwer die Stellung des Polizeibeamten als des allen sichtbarsten Repräsentanten der Staatsautorität dem Volke gegenüber ist, f)at
Pq. Himmler, soeben umrissen. Im Jahre 1933 hat der nationalsozialistische Staat sofort versucht, 9bpen diese Stellung in Zukunft zu erleichtern. Mit der ausschließlichen Beschränkung Ihrer Wehr auf die scharfe Waffe ist jenes so verhaßte und charakteristische Merkmal der Novemberzelt von der Polizei fortgenommen worden. Wir waren damals der Ueberzeugung, daß es möglich sein muh, die Autorität des Staates, die Erfordernisse der Gemeinschaft den Volksgenossen gegenüber durchzufetzen und wahrzunehmen auch ohne em so beschämendes Attribut, wie es der Gummiknüppel war. Nach unserer Auffassung gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, es genügt die Autorität der Persönlichkeit des Einzelnen, ober es ist notroenbtg, dieser Autorität mit bet f d) ä r f ft e n Waffe Respekt unb Gehorsam zu verschaffen. Unmöglich aber ist es, bie Rücken eines Volkes wie bei»bar= barischen Wüsten- ober Steppenvölkern zu prügeln und es damit zu entwürdigen.
heule weih jeder Deutsche, dah der polizei- beamte genau fo ein Repräsentant des nationalsozialistischen Staates und damit der nafio- nalsoziatistischen Volksgemeinschaft ist, wie irgend ein andererer Vertreter dieses Staates. Er weiß, dah der Polizeibeamte jedem Volksgenossen ebenso als Freund gegenübertritt, wie irgendein anderer Träger der Autorität dieses Staates. Er weiß aber auch, daß deshalb — und gerade deshalb — dieser Träger der Autorität des Staates entschlossen ist, ihr unter allen Umständen Geltung zu verschaffen Er weiß, daß damit auch vor dem Aeußersten und Letzten nicht zurückgeschreckt werden würde Und umgekehrt weih auch jeder Vertreter dieses Staates, daß aber auch hinter ihm d,e Autorität des Staates steht, dah er von ihr gedeckt wird im Dienst am Volk und unserer Volksgemeinschaft.
Mit klingendem Spiel marschierten Spielmanns- zua unb Musikzug ber S ch u tz p o l i z el B e r l l n do? bem „Beugen W auf; eine fdjnuraerabe sß0[iLi Reichsführer SS. H i mm l e r. Hinter ,hnJn arüttte die Blutfahne ber Bewegung Der SM der Ordnungspolizei, General ber Polizei 71 a I u e a e führte ben Vorbeimarfch an unb erstattete bem Führer Meldung An ber Spitze mar- * r be? Fahnenblock mit ben nomJubrer nei (ebenen 23 Fahnen Bann zogen eine Zunder,- ton f na» ber anberen, 1500 Mann ber Schutz- fdjaft na» °« Slechf»ritt zugweise am Führer norb i Sbnen voran Generalmajor Muloer- nJht Es folgten 1500 Mann ber Genbarme- ri? bil vorn Inspekteur von Hessen, Oberttleub
' bem Führer gemelbet würben Den
renben unb für bie Nation kämpfenden deutschen Volksgemeinschaft erfolgen Ich weiß, Sie werden diese Fahnen genau so tragen wie alle die anderen Verbände, die brusen sind, mit stärkster Kraft der Nation zu dienen! Sie werden in diesen Fahnen das Symbol Ihrer Verbindung sehen mit jenem deutschen Volk, das hinter dieser Fahne heute sein neues Leben gestaltet. Sie werden dabei von zwei Leitgedanken beherrscht sein: 1 als Repräsentant des Staates zugleich der beste Freund des Volkes zu sein; 2. als der Repräsentant dieses Staates der unerbittlichste Vertreter dieser Volksgemeinschaft gegenüber allen verbrecherischen Elementen zu sein, die sich an ihr versündigen. Es muß möglich sein, unb es ist möglich, zwischen biesen beiden Ausgaben eine Beziehung unb eine Verbinbung herzustellen.
Es ist möglich, auf der einen Seite der wärmste Freund jedes anständigen Deutschen und auf der anderen der unerbittlichste Gegner jedes Feindes dieses deutschen Volkes und unserer deutschen Volksgemeinschaft zu sein. 3e mehr der deutsche Polizeibeamte sich selbst in diese Ausgabe heineinlebt, um so mehr wird er nicht nur das Vertrauen, sondern allmählich auch steigend die Liebe des deutschen Volkes erringen. Es wird in ihm den Vertreter einer zwar im Einzelnen undankbaren, im Gesamten aber
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Den Auftakt der Veranstaltungen des Freitags auf bem Reichsparteitag ber Arbeit bilbete ber Aufmarsch ber Polizei. Während im vergangenen Jahr nur die Blutorbens- unb Ehrenzeichenträger der Polizei am Führer vorbeimarschierten, nahmen m diesem Jahre 3000 Polizeioffiziere und -Mannschaften, unter ihnen wiederum die 168 Blutordens- und Ehrenzeichen- träger, an dem Aufmarsch auf der Deutschherren- wiese teil. Unter den zahlreichen Ehrengästen, die zu dem Festakt der Fahnenweihe erschienen waren, befanden sich auch Polizeioffiziere aus Polen, Italien, China und Japan. Kurz vor 9 Uhr traf der Führer unter den stürmischen Hellrufen der Dieb tausenköpfigen Zuschauer mit Reichsinnenminister Dr. Frick und Reichsführer SS. Himmler ein. Nachdem der Chef der deutschen Ordnungspolizet, General D a l u e g e, dem Führer Meldung erstattet hatte, schritt dieser die angetretenen Formationen ab.
ZZeichsführer GG.
und Chef der deutschen Polizei Himmler begab sich sodann zur Rednertribüne und führte folgendes aus:
„Mein Führer! Kameraden!
Die Polizei weiß sehr wohl, daß keine Einrichtung des Staates in den 14 Jahren von 1919 bis 1933 sich so viel Abneigung und Mißachtung zu- gezogen hat, wie die damalige Polizei der deutschen Länder. Tausende von deutschen Polizeioffizieren und -Beamten mußten in einem zum Symbol der Novemberrepublik gewordenen Anzug Dienst machen und bekamen Befehle gegen ihre Volksgenossen und besonders gegen uns Nationalsozialisten. Die Jahre 1933 bis 1935 haben einen sehr hart durch- geführten Reinigungsprozeh in der Polizei mit sich gebracht: es wurden alle die Angehörigen der Deutschen Polizei, die über den Rahmen dienstlich gegebener Befehle hinaus aus marxistischer und anationaler persönlicher Einstellung in den vergangenen Jahren ihren Dienst gemacht hatten, aus der Polizei entfernt. Wir wissen, daß das noch nicht genügt.
Achtung und Liebe müssen wie im Leben des einzelnen so auch im Leben eines Volkes allmählich nicht nur äußerlich, sondern vor allem von innen heraus errungen werden. Die Achtung des deutschen Volkes hat, glaube ich die deutsche Polizei sich in den vergangenen Zähren schon wieder errungen; die Liebe des Volkes und insbesondere der Bewegung zu gewinnen und zu behalten, ist unser Bestreben, heute und in aller Zukunft.
Die Stellung der Polizei ist in keinem Teil leicht. Wir haben aber den Glaubeen daß wir unser Ziel, die Liebe des Volkes und als höchstes Ziel, Ihre Zufriedenheit, mein Führer, zu gewinnen, erreichen werden, wenn wir als Beamte pflichttreu, m unserem Geben soldatisch gehorsam unö in unterer Weltanschauung n a t i o n a l s o z l aI l st l s ch sind. Mein Führer! Wir sind uns der Ehre und Auszeichnung bewußt, wenn wir schon an diesem Parteitag von Ihnen Fahnen und am Sonntag eine Standarte verliehen bekommen Ich bitte Sie, mein Führer, die Fahnen zu weihen
Die Reichsautobahnen erfüllen ihren Zweck
Sie deutsche presse im Dienst der Gemeinschast
Oie deutsche Krau in -er Krönt -er Nation
den versammelten Frauen stürmisch begrüßt,
von
heute gegebenen Notwendig- bic Sicherung der deutschen einer umfasienden Gernein-
Wiege und Kochtops stehen in engem Zusammenhang. Unsere Aufgabe ist es, die deutschen Frauen aus ihrer eigenen Haushaltsführung heraus ihrer Volksverpflichtung bewußt werden zu lassen und sie über die oolkswirtschafUichen Zu-
rung hinein nach den keilen richten. So ist Ernährung heute zu schastsarbeit zwischen
der Bewegung das größte Verlagshaus der Welt, ausgerüstet mit dem modernsten Nachrichtenapparat und der modernsten Druckerei zu errichten. In wenigen Jahren wird der Bau vollendet sein und nach außen hin die Macht unserer nationalsozialistischen Presse zeigen, die Macht, die sie innerlich bereits besessen hat, als der Führer uns mit dem Fanatismus und dem Glauben erfüllte, die notwendig sind, um groß^ Aufgaben zu meistern.
einandergestapelten Zeitungen einer einzigen Tagesproduktion würde mit 20 Kilometer in die Stratosphäre reichen und der doppelten Höhe der höchsten Berge unserer Erde entsprechen.
Das bisher Erreichte sehen wir aber nur als eine Etappe an. Ich entsinne mich noch der Stunde, in der der Führer befahl, den „Völkischen Beobachter" zum größten Presseorgan des Reiches zu machen Das ist gelungen. Wir haben uns entschlossen, als äußere Krönung dieses Werkes in der Hauptstadt
sammenhänge, über die Erfordernisse des Vier- jahresplanes, Behandlung der neuen Rohstoffe usw. aufzuklären. Da wir wissen, daß auf die Dauer nur der seinem Volk wahrhaft dienen kann, der sein Arbeitsgebiet überlegen beherrscht, haben wir uns in der Abteilung „Volkswirtschaft-Hauswirtschaft" an die hauswirtschaftliche Ertüchtigung von verschiedenen Seiten herangemacht: durch Nachschulung der Hausfrauen, durch das Anlernen der schulentlassenen Vierzehnjährigen im hauswirtschaftlichen Jahr, durch gründliche Ausbildung in zweijähriger Lehre, Einflußnahme auf die Haus-
Nach der Rede des Reichsleiters Amann gab Rudolf Heß dem Generalinspektor für das deutsche Straßcnwesen, Hauptamtsleiter Dr. Todt das Wort zu seinem Bericht über den Bau und über den Verkehr auf den Straßen Adolf Hitlers.
Hauptamtsleiter Dr. Todt stellte fest, daß das fünfte Aufbaujahr des nationalsozialistisches Reiches die weitere Fertigstellung neuer Teilstrecken gebracht hat. Bis Ende des Jahres werden programmgemäß 2000 Kilometer Reichsautobahnen fertiggestellt sein. Die Erdbewegungen für die Reichsautobahnen haben den Betrag von rund 230 Millionen Kubikmeter erreicht und stellen damit vor dem Panamakanal mit 220 Millionen Kubikmeter die größte zusammenhängende Erdarbeit derWelt dar. Die Betonmengen in den Fahrbahnen und Bauwerken haben den Betrag von 10 Millionen Kubikmeter überschritten, der Umfang unserer Betonarbeiten entspricht damit dem Inhalt von vier Cheopspyramide n. Dr. Todt nannte viele andere Zahlen, die den gewaltigen Umfang des Reichsautobahnbaues erkennen ließen und fuhr dann fort: Derartige Arbeitsleistungen von über 20 000 Menschen mit rechtzeitiger Fertigstellung und pünktlichem Einhalten der vorgesehenen Termine sind allerdings nur möglich, wenn die ganze Kraft aller Beteiligten a u s - schließlich der Arbeitsleistung dient, wenn nicht Arbeitstage oder ganze Wochen durch Streiks verlorengehen, wenn Arbeitszeit und Arbeitsleistung nicht durch zwecklose Diskussionen beeinträchtigt werden. 80 Millionen Tagschichten hat der deutsche Arbeiter bis heute für diese Stra- ;en des Führers geleistet und hat durch diese Ar- >eit für sich und seine Familie sicheren und bleibenden Verdienst erhalten.
Neben diesen Zahlen der Größe soll eine Zahl der Disziplin genannt werden: Dor einem Jahre hat der Führer hier auf dem Reichsparteitaa den Vierjahresplan angeordnet. Er verlangt größte Sparsamkeit in der Anwendung all der Stoffe, die in Deutschland knapp sind. Der Straßenbau hat durch Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten im Laufe eines Jahres — ohne Einschränkung des Baufortschrittes — de n Bedarf an Eisen um 3 2 o. H. gegenüber dem Vorjahre eingeschränkt. Wir benötigen heute für die Fertigstellung von 1000 Kilometer Reichsautobahnen im Jahre einschließlich aller Brücken, Bauwerke und Nebenanlagen noch nicht einmal 1 o. H. der Eisenmenge, die insgesamt in Deutschland verarbeitet wird. Wenn beim Bau der Straßen Adolf Hitlers mit drei Millionen junger Pflanzen pro 1000 Kilometer ganze Wälder gepflanzt werden, so
zeigt diese Zahl, daß dem nationalsozialistisches Straßenbauer der kulturelle und landschaftliche Wer seiner neuen Straßen mindestens ebenso wichtig if wie der rein materielle Verkehrszweck Deutschlam wird noch schöner durch die Straßen Adot Hitlers. Die politisch erkämpfte Reichseinheit wird durch die Reichsautobahnen zum inneren Erleben.
Die durchschnittliche tägliche Verkehrs» b e l a st u n g Der 1500 fertigen Kilometer beträgt 2400 Fahrzeuge. „Der jeweils dichteste Verkehr wurde in den Abendstunden an Sonntagen, wenn alles zur Stadt zurückströmt, mit 1950 Fahrzeugen in einer Stunde gezählt, d. h. alle zwei Sekunden ein Fahrzeug." Aber auch der ausländische Kraftfahrer fährt sehr gern auf den Straßen Adolf Hitlers. Auf den Reichsautobahnen wurden an verkehrsreichen Tagen bis zu 3 0 o. H. ausländische Fahrzeuge gezählt. Das demokratische Deutschland, dessen Regierung nach der damaligen Ansicht so viele Sympathien im Ausland besaß, wurde in den Jahren vor 1933 durchschnittlich von rund 300 000 ausländischen Kraftfahrzeugen besucht. Das nationalsozialistische Deutschland besuchten 1935 590 000 und 1936 720 000 _ ausländische Kraftfahrzeuge. Der Kraftfahrer fährt auf den Reichsautobahnen nicht nur, weil er sich an ihrer Schönheit freut, sondern weil er auf keiner anderen Straße rascher und billiger fahren kann. Bei gleichem Benzinverbrauch fährt ein kräftiger Personenwagen auf der Reichsautobahn 60 v. H. schneller als auf der Reichsstraße. Bei mäßiger Fahrt auf der Reichs- autobahn, die den Fahrer so schnell ans Ziel bringt wie den schnellen Fahrer auf der Reichsstraße, spart der Kraftwagen 30 bis 40 v. H. an Betriebsstoff. Die Betriebsstoffersparnis liegt auch beim Last- kraftwagen über 30 v. H. Der lere. unbeladene Lastkraftwagen verbrauchte auf der Reichsstraße mit 36,3 Liter 10 o. H. mehr Benzin als der volle mit acht Tonnen beladene Lastzug auf der Reichsautobahn. Bei diesen Ergebnissen beträgt die jährliche Betriebskostenersvarnis des derzeitigen Kraftverkehrs auf nur 1500 Kilometer Reichsautobahnen im Jahre rund 40 Millionen Mark. Schon diese Zahl ergibt eine fünfprozentige Verzinsung des aufgewendeten Baukapitals. Uns sind diese Straßen des Führers in erster Linie ein Denkmal des Glaubens, ein Symbol der geschlossenen Kraft eines geeinten Volkes, Beispiel einer neuen nationalsozia- ustischeu Auffassung der Technik, die nicht mehr im Dienste des einzelnen oder im Dienste von Wirt- schäft und Kapital steht — sondern im Dienste der Allgemeinheit.
der Kraft ihrer seelischen Mütterlichkeit aus und haben ihn als D i e n ft am Ganzen zum Inhalt ihres Lebens gemacht. Diese berufliche Auswirkung fraulicher Kraft stellt sie neben die deutschen Mütter als Mitträgerinnen der Nation und Mitgestalterinnen des Volkes, heute sollen die berufstätigen Frauen fühlen, daß ein ganzes Volk ihnen Dank weiß für ihre Arbeit, ein Volk, dem sie unlösbar verbunden sind und zu dessen Gesundung ihre Arbeit täglich beiträgt.
Die erwerbstätige Frau steht durch das Frauen- amt der DAF. in der großen deutschen Frauen- gemeinschaft-, an ihrer Seite steht heute bereits in 550 Betrieben unsere soziale Betriebsar- o e l t e r i n ober Werkpflegerin: 22 000 pungarbettermuen über 21 Jahre haben wir im letzten Jahr in Werkfrauengruppen zusam- mengeschlossem Sie sollen ihren Kamerabinnen im ■Betriebe bie Stunben ber Gemeinschaft verschönern, m schweren Tagen bem Betrieb Halt unb Stütze ^n. Wir konnten es ermöglichen, baß aus ben Achen unserer Studentinnen und der NS.-Frauen- schäft der Arbeitsplatzaustausch für Ar- b e l t e r i n n e n - Mütter ermöglicht wurde, der bis heute 42 368 Urlaubstage erbrachte. In diesen Rahmen hinein gehören auch die vielen deutschen Schwestern, die den Menschen in seinen kran- fen Tagen betreuen und ihm Hilfe und Trost bringen. Auf diesem Gebiet haben wir seit dem ver- 9^6^n Parteitag die Gründung des Fachausschusses für Schwesternwesen zu verzeichnen. »Wir werden künftighin jedes Jahre die über 21iaOrigen Mädchen aus bem BDM auf bem Frauenkongreß offiziell in bie NS.- Frauenschaft bzw. bas Deutsche Frauen» werk übernehmen, so wie wir das heute zum erstenmal tun. Um diesen jungen Menschen bas Hineinwachsen in bie Frauenarbeit zu erleichtern haben wir bie Jugenbgruppen ber NS.- Frauen schäft unb bes Deutschen Frauenwerks im lebten Jahr errichtet, bie unsere Mäbchen unb jungen Frauen zwischen 21 unb 30 Jahren zusarnrnenfassen. Sie haben bie Aufgabe, langsam in bie verantwortliche Frauenarbeit hineinzuwach, sen, baneben aber sich befonbers zu kümmern um bl,e ^lusgeftartung ber Feste, Feiern ober Heim» abenöe ber Frauen: baneben werben sie zur friUe. leiftung für die NSB. sowie das Rote Kreuz heran, gezogen. ö v 1
Grffe Pflicht jedes Mitgliedes der Iugendgruppe und der Werk-Frauengruppe ist die Teilnahme an einem Multerschulungskursus, der Lrwerb des Ausweises auf allen drei Gebieten der Mutterschularbeit und die Ableistung eines Sa- maritcrfurfus beim Roten kreuz. Weiter er- warten wir von den Mitgliedern unserer 3u- gendgruppen, daß sie, soweit sie Haustöchter, Studentinnen oder Fachschülerinnen sind, sechs lra W freiwilligen unentgeltlichen :lf6bJCnf ,un entweder in einem kinder- reidjen Haushalt von mehr als fünf Kindern zur vorübergehenden Entspannung sowohl der Hausfrau als der Hausgehilfin, oder in einem kleinbäuerlichen haushalt mit vielen Kindern, oorr im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Lind bei der NSV. bei der Verschickung der
sprach bann über bie Leistungen unb Aufgaben ber Deutschen Frauenschaft, wobei sie ausführte:
Im Rahmen des Parteitages ber Arbeit legen wir beutschen Frauen Rechenschaft ab über unteren Leistungsanteil am Aufbauwerk bes Führers. Wir können bas mit Stolz unb Freude tun, weil bie Form unserer Organisation, wie sie heute steht, sich ergeben hat aus ben Auf- gaben die vorbringlich ber Mitarbeit ber Frau ^dürfen, bas heißt also, baß diese Form im Orunb- glichen auf einer gesunden Basis ruht. Sxx Ab en die großen Gebauten nationalsozialisti- U" We anschauung über Voalksgesunbheit unb inm"en rea[En Zusammenhang ge- ™ .T11,, be.n Liegen unb Kochtöpfen; unsere
Mutterschulkurse als Prüfstein für unsre Bräute unb Mutter haben oielen beutschen Frauen ihre n.nfW"6 ?3- butter ber Nation oor Augen ge- stellt. Hatten wir im ersten Jahre unsrer Arbeit 247000 A?uen m unseren Kursen erfaßt, so steigerte sich i £ W T? Zotten Jahr auf 430 000, um im 6 Sf ^0 000 anzuwachsen, wobei ber x?ta? f 'l ouf Kurse in Säuglingspflege unb Ge- sunbheitsfuhrung, bann Haushaltsführung unb Erziehungsträger! unb ber Rest auf Volkstum unb Brauchtum entfiel. Das Ziel, bem mir uns jebes Zahr nahem, ist, einmal in je ber Kreis« ft olke gab, auch der deutschen Frau volle Entfaltungsmöglichkeiten schuf. Diesen Dank wollen wir
täglich dadurch zum Ausdruck bringen, daß wir nicht nur gute Facharbeiterinnen im Haus ober im Beruf sind, sondern daß wir an jedem Platz, an dem wir stehen, in erster Linie Frauen sein wollen, die ein mütterliches Herz, geistige Weite unb praktische Lebensgestaltung in sich vereinen.
Oie Bibliothek als Fundbüro.
Bibliothekare haben es nicht leicht. Immer müssen sie barauf gefaßt sein, baß unbedenkliche Leser ihnen Seiten ober Bilder aus den Büchern reißen. Dann aber müssen sie aufpassen, daß vergeßliche Leser ihnen nicht Bücher mit allerlei unerwünschtem Inhalt zurückreichen. Einige der größeren Londoner Bibliotheken haben sich zu einer Art Fundbüro entwickeln müssen und haben in den ernstesten Büchern die komischsten Sachen entdeckt: Liebesbriefe, Haarnadeln, Spielkarten, Brillen, Haarschleifen, Scheren, Stopfwolle, Schecks, Postanweisungen, Kinokarten und Pfandscheine. Eine Hausfrau schoß den Vogel ab, indem sie als Lesezeichen eine Scheibe Schinken einlegte! Von einem Leser wurde ein lange gesuchtes Testament endlich unter dem Buchstaben T im Wörterbuch entdeckt.
Aus aller Welt.
Großfeuer in Klein-Krotzenburg.
In Klein-Krotzenburg (Kreis Offenbach) ergriff ein Brand, dessen Entstehung noch nicht geklärt ist, die Anwesen des Schmiedemeisters Heinz und des Landwirts Schwab. Die Scheunen und Stallungen der beiden Anwesen standen bald in hellen Flammen, zumal die Feuerwehr infolge Wasser-
Minutenlanger Jubel der vielen tausend Frauen, die die Halle, die Tribüne und die Seitenränge dicht gedrängt füllten, grüßte dann den Führer, als er die Rednertribüne betrat. Er richtete zunächst herzliche Worte des Dankes an die Reichsfrauenführerin der NSDAP., Frau Scholtz ° Klink, der es gelungen sei, die größte Frauenorganisation der Welt aufzubauen, die nicht ein Gegenpol, sondern eine wundervolle Ergänzung zu den Kampforganisationen der Männer sei. Gebannt hingen aller Blicke am Führer, als er v o m Kind und den Grundlagen der Fami- I i e sprach. In aller Herzen drangen seine Worte, in denen tiefes menschliches Verständnis lag, seine Erkenntnis vom Weg des Lebens, der Ehe und der Familie. Der Führer, der die Kameradschaft seiner Kämpfer geschaffen hat, sprach hier mit großem Verstehen von der Kameradschaft im kleinsten Kreise, von der Kameradschaft in derEhe. Mit feinsinniger Ironie zeigte er die Schwächen von Mann und Frau auf, die es zu überwinden gelte. Dann klang wieder der Ernst des die Verantwortung tragenden Führers aus seinen Worten, als er von der Familie sprach und zeigte, wie in der Erfüllung dieser Verpflichtung der Sinn des ganzen nationalsozialistischen Kampfes liegt:
„Alles, was wir kun, tun wir letzten Endes für das Kind! Und wenn wir glauben, für uns und unsere Zeit zu sorgen, so ist der höchste Sinn unserer Arbeit und unseres Lebens doch nur der eine: das Leben unseres Volkes zu sichern. Das ist die größte und schönste Belohnung die es gibt. Jedes Mitglied der beiden Geschlechter kann hier seine Aufgaben erfüllen. Jeder Mann und jede Frau,
größte Hindernisse und Schwierigkeiten in den Weg legte und das in letzter Zeit schwere politische Unruhen erlebt hat. Die Unruhen sind wohl auch schuld daran gewesen, daß Dr. Filchner und sein Begleiter Haack trotz ihrer rein wissenschaftlichen Tätigkeit politisch verdächtigt und in Khotan in Haft genommen wurden. Das Schicksal des berühmten Gelehrten hat die deutsche Regierung mit größter Sorge erfüllt, und sie hat keine Mühe gescheut, die Befreiung Dr. F i l ch n e r s zu erreichen. Durch die Hilfe der Regierungen befreundeter Staaten ist es gelungen, General M a Ho-Schan davon zu überzeugen, daß dem deutschen Forschungsreisenden nichts ferner liege, als sich in innere Wirren van Singkiang einzumischen, sondern daß er nur den Wunsch habe, der Wissenschaft und dem menschlichen Fortschritt zu dienen. General Ma Ho-Schan habe zugesagt, daß er Dr. Filchner und Haack unter Bedeckung an die indische Grenze geleiten lassen werde.
Man muß sich vorstellen, daß sich Filchner auf einer Karawanenstraße auf dem Wege nach Indien befindet. Auf Kamelen oder chinesischen Ponnys ist in schwierigstem Gelände, das auf dem Kara-
(Reumanns <^cr3=^)ilfe unterstützt und regelt die flrbeitsFrafl Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zusammengesetzt. »Zu haben in denklpotheken für R2IL 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat.
sie können unter diesem großen Gesichtspunkt auch ihrerseits mithelfen, nicht umsonst gelebt zu haben, sondern ihrem eigenen Leben einen höheren Sinn zu geben. Ganz gleichgültig wo sie stehen, ganz gleichgültig, wie sie im einzelnen ihr Lebenswerk vollbringen und ihrer Aufgabe genügen. Am Ende wird nach einer erfüllten Pflicht immer wieder das Bewußtsein die Belohnung geben, nicht umsonst für die vergängliche Zeit gearbeitet zu haben, sondern für eine spätere Nachwelt, für Generationen, die nach uns kommen und die genau so leben wollen, die nicht nur leiden, sondern genau so wie wir auch Freude, große und schöne Freude erleben werden."
Der Führer gedachte in herzlichen Worten der Aufgabe der deutschen Frau als Erzieherin der deutschen Jugend und damit Gestalterin der lebendigen Zukunft des deutschen Volkes unb stellte dann fest: „Die Männer werden bei uns erzogen zu einem harten Geschlecht. Die deutsche Frau kann das Bewußtsein besitzen, daß die kommenden Generationen der Manner den Frauen wirklich unb wahrhaftig Schutz unb Schilb sein werben. Die Männer aber können bie beglückende Gewißheit haben, baß bie beutschen Frauen der Zukunft ihnen mehr noch als je zuvor die treuesten Gefährtinnen ihres Lebens fein werden."
Mit einem Dank an die deutschen Frauen für ihre Arbeit unb ihre Opfer, die sie Jahr um Jahr der Nation bringen, schloß ber Führer unter nicht endenwollendem Beifall seine Ansprache.
mangels in den Löscharbeiten stark behindert war, Zwei Scheunen mit Erntevorräten unb verschiedene Stallungen wurden ein Raub der Flammen; das Vieh konnte gerettet werden. Personen sind nicht verletzt worden.
Die Zigarrenkiste als Sparkasse.
Einen bösen Reinfall mußte ein Mann in Lengerich erleben, dem eine im Keller aufbewahrte Zigarrenkiste als „Sparkasse" diente. In ihr bewahrte er über 1000 Mark auf. Als nun wieder Geld benöligt wurde, mußte der Mann mit Entsetzen feststellen, daß statt der schönen Scheine nur einige zernagte Papierfesten vorhanden waren. Er hatte bei der letzten Entnahme die Zigarrenkiste nicht fest verschlossen, so daß sich Mäuse an die Geldscheine herangemacht und diese zernagt hatten. Der Schaden beläuft sich auf über 600 Mark.
Neuschnee im Allgäu.
Nachdem es im Allgäu den ganzen Freitag über stark geregnet hatte, trat in der Nacht zum Samstag bis in die Tallagen hinunter Schneefall ein. Die Berge zeigen sich im weißen Winterkleid.
Schweres Grubenunglück in Japan.
Eine furchtbare Grubenexplosion ereignete sich in einem Kohlenbergwerk der Provinz Futuoka auf der südjapanischen Insel Kiuschiu. Zahlreiche Bergleute wurden in der Grube von der Explosion überrascht und verschüttet. Es wurden bereits über zehn Tote geborgen. An der Rettung der übrigen Verschütteten wird gezweifelt.
Muller, ober Fabrikbienst zur Entlastung unb Hrlaubsverschickung von Arbeilerinnen-Müttern. Sind alle diese Pflichten erfüllt, so erhält die Betreffenbe ein Lelstungsbuch des Deutschen Frauenwerks. Daß bei all diesem Einsatz die Fröhlichkeit und ein gesunder Sport nicht zu kurz kommen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit, denn nur frohe Menschen können in dieser Weise dienen.
Neben den 11 Vz Millionen erwerbstätigen Frauen stehen allein in verantwortlichen Führerstellen Der Frauenarbeit 100 000 Frauen als Gau- und Kreisfrauenschaftsleiterinnen, als Gau- und Kreis- frauenwalterinnen der DAF. sowie als Ortsfrauen-
Ood)fcbulnacbrid)fen.
Nach längerem Leiden ist einer der bekanntesten deutschen Pharmakologen, der ehemalige Direktor des pharmakologischen Instituts der Universität Marburg, Dr. med. et phiL, Dr. med. dent. h. c., Professor August Oürber, gestorben. Der Verblichene, ein geborener Schweizer, kam 1908 nach Marburg, nachdem er in Würzburg als Privatdozent für physiologische Chemie tätig war. Er hat sich durch seine grundlegend wichtigen Arbeiten auf dem Gebiete der Chemie und der Physiologie der Eiweiß-Stoffe und des Blutes ein großes Verdienst erworben. Seine Untersuchung über die Salze des Blutes und über das Wesen der Blutarmut haben zu bedeutenden Forschungsergebnissen geführt. Als Pharmakologe hat Gürber wichtige Erkenntnisse gefördert und durch Erforschung bisher unbekannter Drogen den Heilschatz des Arztes erheblich bereichert. Auch der Zahnheilkunde erwies er durch feine Forschungen wertvolle Dienste, welche durch Ernennung zum Ehrendoktor der Zahnheilkunde ihre Anerkennung fanden. Große Verbreitung fand sein gemeinsam mit F. Schenk und Ditt- ler herausgegebener „Leitfaden der Physiologie des Menschen".
Alles war in ihr, was es an wirklichem und reinem Glück auf der Erde gibt, so der Morgengesang der Vögel, wie das Lächeln junger Mütter und Beethovens Symphonie an die Freude.
Ein Auto kam vorbei und hüllte ihn in eine Wolke von abendlich durchglühtem Staub. Und er verschwand in dieser goldenen Wolke, als stolpere er direkten Weges zum lieben Gott.
„Alles, was wir tun, tun wir für das Kind."
Oer Führer spricht zu den deutschen Frauen.
Scharfe Anspannung des Arbeitseinsatzes.
Nur noch eine halbe Million Arbeitslose.
Berlin, 10. Sept. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt folgendes mit:
Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen ist Ende August auf nahezu eine halbe Million gesunken. Von 6 014 000 gezählten Arbeitslosen Ende Januar 1933° ist ein Rest von 509 000 zurückgeblieben. SVz Millionen Arbeitslose sind seit der Machtübernahme im Laufe von 4V2 Jahren einer nutzbringenden Beschäftigung zugeführt worden. Die Zahl der Arbeitslosen, die am 31. August 1937 nur noch 509 000 betrug, ist im Vergleich zur Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten gering. Die Arbeitslosen machen 2,5 v. H. aller Arbeiter und Ange st eilten aus. Don den 509 000 Arbeitslosen insgesamt sind 166 000 Arbeitslose nicht mehr voll einsatzfähig. Daß die Zahl dieser beschränkt einsatzfähigen Arbeitslosen im Laufe des Jahres 1937 um 100 000 finken konnte, zeigt deutlich, wie angespannt der Arbeitseinsatz ist. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit betrug im August rund 54 000. An dem Rückgang waren alle Landesar- beitsamtsbezirke beteiligt.
Mlschüng von den Japanern genommen.
Tokio, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, daß die japanischen Truppen in der letzten Nacht
gestenreiche Konversation; man fühlt deutlich, daß es nicht nur die Suppe ist, sondern mehr noch die freundschaftliche Beziehung, ein bißchen Aussprache, ein bißchen Menschennähe, die er sucht. Aber da versage ich gründlich! ...
Gott helfe mir, es zwickt und beißt mich überall, wenn ich Beppo nur sehe! Ein wandernder Flohzirkus, eine Altersversorgung für Läuse, eine Wanzensiedlung unter den denkbar besten Bedingungen, das ist Beppo! Und niemand wird behaupten wollen, daß er dufte. Also schlage ich immer baldigst einen Haken und ziehe mich in meine Weinlaube zuruck. Dann schlürft er feine Minestra ein ganz klein bißchen weniger vergnügt als vorher, will mir scheinen, beinahe mit einem kleinen Kummer in himmelblauen Junghundeaugen; es wirkt plötzlich so verlassen, das schmutzige, alte Kind.
Einen Augenblick empfinde ich dann ledesmal heftige Gewissensbisse, aber lange denke ich nicht Darüber nach, nicht über ihn und nicht über nud)- :Der Süden macht so tief gedankenlos; man legt sich m die Sonne unter die blauen Trauben, und das Leben ist wunderbar einfach. . ,
Aber nun kam er heute nachmittag wieder daher, der alte Vagabund; ich sah gleich, daß da etwas ver- ^^E/trat°sich mit soviel Feuer auf seine freigeistigen Sohlen, daß er bei jedem Schritte ^geschlagen wäre, wenn er nicht seinen Knotenstock gehabt hatte, er strahlte, er lachte über das ganze Gesicht, und ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, stellte er sich vor meine Laube und sprudelte sein ®«a?baTroar mir schon ein saubere- Glück! Sein alter Tippelbruder, der Paolo, soll wiederkommen, sicher genau ein solch verlauster Strolch rote er Der hatte sich vor zwei Jahren von ihm getrennt, um drüben im Mailändischen zu Achten, aber nun hatte er die fremden Landstraßen satt und wollte Zurück. Der Milchwagen hatte die große Kunde aus dritter Hand erhalten und mitgebracht; denn da Beppo das Lesen ebenso verlernt hatte wie Paolo das Schreiben, waren sie auf mündliche Ueberlieferun- 6Db°id^be'n n’nun auch recht verstanden Hobe, frust mich der Beppo ein ums andere mal und zupfte bei |eöem Wort nachdrücklich an meinem Älleib - Paolo würde wieder kommen, Paolo! Und zu ihm, dem Beppo, würde er kommen, Madonna!
Ich sah mir den strahlenden Beppo an, dieses arme Wrack von einem Menschen und ersten Male beariff ich das ganze Maß seiner Einsamkeit. Allerdings begriff ich auch, daß ich ihm Tag für 7aa Steine statt Brot gegeben hatte und das war $ben keine hübsche Erkenntnis, wahrend er unent-
die Stadt Matschang südlich von Tientsin besetzt hätten. . r
Die Stadt wurde von etwa 30 000 Chinesen verteidigt, Teilen der 29. Armee, die durch Truppen der Zentralregierung verstärkt waren. Ausländische Militärsachverständige bezeichnen Matschang als einen strategisch außerordentlich wichtigen Platz, da es den Zusammenfluß des Taku - und des Kaiser-Kanals beherrscht und die letzte natürliche Stellung nördlich des chinesischen Hauptguartiers Tschangtschou darstellt. Außerdem wird Matschang im Osten durch die sumpfigen Seelandschaften zwischen Tiensin und Paotingfu geschützt, in denen man die chinesischen Hauptoerteidigungslimen vermutet.
korum-Paß die 4000-Meter-Grenze überschreitet, eine Gesamtstrecke von etwa 750 Kilometer zurückzulegen. Filchner wird etwa einen Monat für diese Reise brauchen, sofern nicht Unvorhergesehenes eintritt. Die Reichsregierung hat Vorsorge Getroffen, daß Dr. Filchner bei seinem Eintreffen in Indien sofort die Nachricht von der hohen Ehre erhält. Am 13. dieses Monats wird Dr. Filchner feinen 6 0. Geburtstag begehen. Es wäre eine Freude, wenn der Forscher die Nachricht von der ihm zuteil gewordenen Auszeichnung noch bis zu diesem Tage erreichte.
Or. Wilhelm Filchners derzeitiger Aufenthalt unbekannt.
Berlin, 10. Sept. (DNB.) Gleich nach der Verkündung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft hat sich Reichsminister Dr. Goebbels bemüht, den augenblicklichen Aufenthaltsort des deutschen Forschungsreifenden Dr. Wilhelm Filchner ausfindig zu machen, um ihm die Mitteilung von der Ehrung durch den Führer zukommen zu lassen. Das ist bis zur Stunde noch nicht gelungen. Auf Bitten der Reichsregierung hat sich die englische Regierung liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt, dem Nationalpreisträger, soweit englische Behörden mit ihm in Verbindung kommen, Diese freudige Mitteilung zu machen.
Filchner trat feine 6. E x p e d i t i o n s r e i s e nach Zentralasien Mitte Juli 1934 an. Er begab sich zunächst nach Britisch-Jndien, um dort magnetische Messungen durchzuführen und dann nach China. Von Schanghai aus stieß er ins Innere vor, um seine Forschungen in Singkiang fort» fortzusetzen. Bei der Expedition drang er in em Gebiet vor, daß der wisienschaftlichen Erforschung
schastsleiterinnen unb Ortsfrauenwalterinnen ober als Führerinnen von Verbänden. Es dürfte nicht leicht sein, uns ein anderes Land zu nennen, in dem ein derartiger umfangreicher Einsatz der Frauen besteht. Die Frauen Des nationalsozialistischen Deutschlands haben allen Grund, dem Führer wiederum zu danken, daß er dun' heitliche Willensrichtung, die er unserem
Der alte Landstreicher.
Don Sofie von Llhde.
Jeden Mittag, wenn die Landstraße vor Staub und Hitze flimmert, kommt er dahergestrolcht, der alte Vatzabund, der Beppo, ein ganz erstklassiges Exemplar seiner Gattung, das muh man sagen!
Seine Jacke ist eine wunderbare Mischung aus Löchern und Flicken, seine Hose zeigt die großmütigsten Triangeln, überall an seinem Gewände schaut die braune Haut heraus, aber das hat ja weiter nichts auf sich in diesem Sonnenlande. Die Sohlen feiner Schuhe haben sich vom Oberleder getrennt unb klappen bei jedem Schritt lustig vorn auf und zu. Da er ein wenig einwärts schlurft, tritt er sich beständig mit dem rechten Fuße auf die linke Sohle und umgekehrt, was seinen Gang nicht eben fluchtig und ein wenig torkelnd macht. Vielleicht trinkt er dazu auch noch gern ein Gläschen zu viel — na, Gott segne es ihm!
Sein Hut hat einmal bessere Tage gesehen. Er ist durchlöchert und von Schmutz überkrustet wie alles an dem alten Strolch, und dennoch hat er noch immer etwas von früherer Eleganz, das Hu chen, einen kleinen leichtfertigen P.^em gewisses Etwas das auch das heruntergewirtschafteftte Erzeugnis eines guten Hauses nie verläßt, bei Menschen roie bei Kleidungsstücken.
Unter diesem optimistischen Hütchen wuchert em ganz furchtbarer grauer Bart, Die retnftc Abruzzen- angelegenheit, ein. Urwald aus Stoppeln und Unsauberkeit. Aber aus dieser Wildnis schauen em kugelrundes, rotes Näschen und zwei himmelblaue Kinderaugen wie Vergißmeinnicht aus einem Dorn- gestrüpp, Augen, wie junge Hunde sie haben, die alles gut und schön und vergnüglich finden. Dazu kommen noch ein wuchtiger Knotenstock und em höchst unsauberer Schnappsack — fertig ist Beppo und seine Habe! , r. , ,
Dieser Schatz von einem Landstreicher also stolpert jeden Mittag an der kleinen Osteria vorbei, in der ich unter einer von blauen Trauben schweren Laube sitze und meine Minestra verzehre. Es fällt ihm nicht ein, sich an den Zaun zu stellen, er legt sich vielmehr jen eits der Landstraße unter einen wilden Feigenbaum und blinzelt vergnügt au mir herüber. Dann will er seine Suppe haben und bekommt sie auch.
Er nimmt sie reizend entgegen, fidel und selbstverständlich, als sei das eben ganz in der Ordnung, Daß einem in diesem Sonnenlande eine Minestra m Den Mund wächst, und das ist es ja wohl auch. Er zupfk mich am Aermel und beginnt hinter feinem grauen Bartwald eine schwer verständliche, sprudelnde unD
roegt mit derselben schüchternen Hoffnung mir sein Vertrauen angeboten hatte. Nun, es ist kein Wort darüber zu verlieren, wer von uns beiden mehr gegeben hatte, — Teufel auch, das war eine beschämende Erkenntnis!
Aber Beppo sah nichts von meiner Betretenheit; er war vielmehr innig damit beschäftigt, mir die Vorzüge Paolos klar zu machen, jenes Paolo, der nicht nur zwei Paar Stiefel befaß, sondern auch eine Mundharmonika, auf der er in den Wirtschaften zum Tanze spielte, und zwar drei verschiedene Lieder! Fa cose stupende! sagte Beppo ein um das andere Mal und schüttelte vor Bewunderung mit dem Kopf — fa cose stupende!
Dieses Prachtstück von einem Paolo würde nun also wieder mit ihm wandern, er sollte sich nun nicht länger einsam und allein auf feine Sohlen treten, fanta Maria, das war nun vorbei!
Ich wagte nicht, das Festliche dieses Tages zu stören, indem ich Beppo feine Bettelfuppe anbot. So frug ich ihn denn ob er nicht ein Gläschen Vermouth mit mir trinken wolle auf die Ankunft feines Freundes. Er wurde feuerrot vor Glück und während ich ins Haus lief, um die Gläser zu holen, hörte ich ihn mit den Fingern schnalzen vor Entzücken, das große Kind.
Und dann stießen wir über den Gartenzaun miteinander an. Beppos gute Laune stieg bei jedem Schluck, seine Freude bekam etwas Grandioses, er erzählte wilde Geschichten aus seinem und Paolos Leben und zupfte mich bei jedem Satz nachdrücklichst am Kleide, um mich auch gebührend aufmerksam zu machen auf das, was er nun großartiges jagen würde. Guter Himmel, wenn uns einer zu- gesehen hätte! Der hätte sich ja was reizendes gedacht! Aber es sah uns keiner zu, da war nichts als Sonne und Gottesfrieden.
Er biß und zwickte mich wieder überall, aber das wird ja wohl hoffentlich nichts auf sich hoben. Ich tröste mich damit, daß meine Phantasie zuweilen etwas lebhaft ist. Jedenfalls ging es nicht an, diese geselligen Beziehungen wieder vor der Zeit ab- zubrechen, ich hatte allerhand gut zu machen an Beppo. Und Beppo hatte sich allerhand fortzureden von seinem alten, einsamen Kinderherzen.
Als er sich schließlich empfahl, nicht ohne die warme Versicherung, mir dieses Wunder von Paolo ehestens vorzustellen, war es schon abendlich. Ich sah ihm nach, wie er die Straße hinabstolperte, direkt in die sinkende Sonne hinein und sich feurig auf feine Sohlen trat. Einmal versuchte er feinen Knotenstvck zu schwingen vor herrlicher guter Laune und diese Bewegung — obgleich sie durchaus vorbei gelang und er dabei beinahe auf die Nase gefallen wäre — war über alle Begriffe erschütternd.
Die neue Neichsanteihe überzeichnet.
Bolle Zuteilung durch Ueberlassung von weiteren 15VMillionNM.gewährleistet.
Berlin, 10. Sept (DNB.) Die am 9. dieses Monats geschlossene Zeichnung auf die 4'/rpro;enti- gen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, 3. Folge, hat ergeben, daß der zur Zeichnung aufgelegte Betrag von 600 Millionen Reichsmark erheblich überschritten worden ist. Hm die Zeichner, die mit einer vollen Zuteilung gerechnet und dies überwiegend bereits bei der Zeichnung zum Ausdruck gebracht haben, befriedigen zu können, ist das Reichsanleihekonsortium an das Reich wegen nachträglicher Heberlassung des mehrgezeichneten Betrages herangetreten. Das Reich hat, um den dringenden Anforderungen zu entsprechen, dem Reichsanleihekonsortium weitere 150 Millionen Reichsmark gleichartiger S ch a h a n w ei s u n - gen überlassen, hiernach kann im allgemeinen mit einer vollen Zuteilung der Zeichnungen gerechnet werden. Da 100 Millionen Reichsmark der gleichen Schahanweisungen bereits fest übernommen waren, erhöht sich der Gesamtbetrag der 4Vzpro- zentigen auslosbaren Schahanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, 3. Folge, auf 8 5 0 Millionen Reichsmark.
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Geschichten aus aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Die gmgelaunren Elefanten.
(rt) Colombo.
In Hinterindien und in Ceylon stößt man immer wieder quf die Spuren, die Elefantenherden hinterließen, indem sie Bäume ausrissen und niederwarfen, mächtige Stämme fällten und alle möglichen Streiche verübten. Waren ein paar alte Elefanten Amok gelaufen? Hatten sie ihre Wut ausgetobt? Keineswegs! Man hat vielmehr festgestellt, daß die Elefanten gerade dann Bäume ausrupfen, wenn sie offenbar bester Laune sind. Ein alter Elefantenjäger, der aus seinem Hochsitz mehrfach Elefanten bei dieser „Arbeit" belauschte, berichtet, daß sie sorgsam einen recht schönen dicken Baum aussuchten und damit fertig werden wollen — erst versucht sich einer daran. Wird er allein nicht fertig, dann helfen die andern solange dabei mit, bis endlich auch der Baum dem Ansturm erliegt. Freudig erregt und zufrieden werfen die Elefanten dann ihren Rüssel hoch, trompeten laut, um auch hörbar ihrer Zufriedenheit Ausdruck zu verleihen und ziehen weiter — in den Dschungel hinein.
Kein Spuk mit Mumien!
(au) Kairo.
Es gibt abergläubische Menschen, die sich von der Ansicht nicht bekehren lassen, daß Mumien, die man in ihrer Ruhe störe, sich später einmal rächen. Man hat ganze Bücher über diesen Spuk geschrieben, für den es natürlich keinen greifbaren Beweis gibt. Nun wird ein Aegyptologe, A. M. Blackmann, sehr energisch, nachdem man ihn um seine Meinung in bezug auf Mumienspuk befragt hatte: „Alles Unsinn. Ich habe oft zehn Mumien in meinem Zimmer gehabt. Ich habe selbst Mumien unter meinem Bett stehen lassen. Und ich habe immer gut geschlafen. Uebrigens waren die Aegypter auch gar nicht so spuksüchtig zu ihrer Zeit. Sie haben kräftig getrunken und gesungen. Also lasse man auch ihre Toten mit Geistergeschichten in Frieden." Ter Briefträger „überbringt" zwei Küsse.
C. K. Reuyork.
Ein junger Kaufmann in Neuyork hatte dieser Tage, als der Geburtstag seiner angebeteten Braut, eines der hübschesten Mädchen von Atlantic City, herannahte, einen sonderbaren Einfall. Er schickte ein Telegramm an das Postamt der Stadt und bat darin den Briefträger, der es der Empfängerin überbringen würde, er möchte „auf seine Rechnung"
dem schönen jungen Mädchen zwei Küsse geben; als „Lohn" sollte er dafür einen Dollar erhalten. Die Zeitungen erfuhren von dieser Botschaft und berichteten darüber. Die Folgen kann man sich denken. In wenigen Tagen gab es einen Depeschensturm im Telegraphenamt von Atlantic City, in Hunderten von Telegrammen wurde derselbe Auftrag erteilt, auf den der Neuyorker verfallen war. Einige der Briefträger, die solche Aufträge erhielten, erlebten dabei so unerfreuliche Ueberraschungen, daß sie einen gemeinsamen Protest losließen und erklärten, lieber Mann für Mann aus dem Dienst zu scheiden, als sich noch weiter als Kußboten herzugeben. Man kann das verstehen, wenn man hört, daß ein Briefträger eine achtzigjährige Großmutter umarmen und küssen mußte, während ein anderer bei der Ausführung seines Auftrages in Lebensgefahr geriet, weil die Kußempfängerin die Gattin eines schwerreichen und äußerst eifersüchtigen Industriellen war. Die Dinge gediehen bald so weit, daß das Telegraphenamt von Atlantic City einen Runderlaß abgab, daß derartige Aufträge nicht mehr angenommen würden, sei es, weil die Briefträger angesichts der Gefahren fünf Dollar für jeden Kuß und sogar sechs, wenn die Empfängerin über 35- Jahre alt wäre, verlangten, sei es, weil es nicht ratsam erscheine, auch für die Absender, Personen, für deren moralische Eigenschaft man doch keine Garantie übernehmen könnte, mit derartig heiklen Aufträgen zu betrauen.
Kartenspiele mit Walzer.
(—) London.
In der Reading-Galerie in London hat man in diesen Tagen eine neue Ausstellung eröffnet. Sie ist entschieden originell und interessant und wohl auch erstmalig, denn man zeigt nichts anderes als Kartenspiele. Hier sieht man, wie bunt die Phantasie des Spielers ist, auch wie weit die Spielwut geht. Nämlich rund um die Welt. 7000 verschiedene Spielkarten-Arten aus allen Ländern der Welt hat man zusammengetragen. Ein gewisser John Morleys brauchte mehrere Jahre dazu, diese Spiele in Europa und Amerika zusammenzusuchen. Das älteste Spiel, das man hier aufweist, stammt aus dem Jahre 1640, ein anderes aus dem Jahre 1682. Hier sieht man die Könige und Königinnen mit den Gesichtszügen historischer Persönlichkeiten wiedergegeben. Damals war es auch Sitte, auf die Rückseite der Karten bestimmte Bilder zu setzen — fortlaufende Landschaften, Texte und schließlich sogar Noten. Aus dem 19. Jahrhundert stammt ein Wiener Kartenspiel, das auf der Rückseite einen Wiener
Walzer zeigt, wenn man die Karten fein neben« einanderlegt. Diese Sitte, etwas auf die Rückseite zu setzen, fiel erst weg, als man erfaßt hatte, daß jemand ein so gutes Gedächtnis haben kann, um aus dem Rückenschild zu ersehen, welche Karten der andere Spieler in der Hand hält — ein paar Walzertakte konnten ausreichen, um ihn gewinnen zu lassen...
Rasmussens „kleines Königreich".
(nt) Kopenhagen.
Die Oeffentlichkeit hat kaum Notiz davon genommen, daß Thule in einer Regierungserklärung in staatliche dänische Verwaltung genommen wurde. War denn das nicht schon längst der Fall? Und wenn dem nicht so war, dann handelte es sich wohl' um eine reine Formsache? Die Angelegenheit war etwas verwickelter: Thule war eine alte Entdeckung im nördlichen Grönland, auf die Dänemark anfangs gar nicht so großen Wert legte. So kam es auch, daß Knud Rasmussen diese, seine liebste Kolonie gewissermaßen, als sein eigenes Reich betrachtete. Er hatte sich mit der dänischen Regierung auch in dieser Hinsicht geeinigt; er kolonisierte hier in einer Art und Weise, die er im Interesse der Eskimos für gut hielt. Schließlich hatte er als Halbeskimo und glänzender Beherrscher der Eskimodialekte alles Anrecht darauf, hier und da seine eigene Meinung zu haben. Auf seinem Versuchsfeld setzte er sich durch. Und wirklich konnte er aus Thule eine gutgehende Handelsstation machen, in der 300 Eskimos in wenigen Jahren den Sprung aus der Stein- und Knochenzeit in die Eisenzeit machen konnten. Als er starb, übernahm einer seiner Freunde, ein Gerichtsrat, die Verwaltung des „Kleinen Königsreichs Knud Rasmussen". Doch es war klar, daß man nach Abzahlung der Dankesschuld an Rasmussen zu dessen Lebzeiten nun endgültig von Thule Besitz nehmen mußte. Das geschah denn auch in diesen Tagen. Aber in der Praxis wird sich wenig ändern in Thule — der nördlichsten Stadt Grönlands.
Zeit ist Geld — wer bestellt für mich?
(mb) Amsterdam.
Die Bedienung in einem Restaurant in Holland ist nicht schneller und nicht langsamer als anderswo. Aber die Gäste haben es offenbar selbst im gemütlichen Holland immer schwerer und eiliger. Diesen Schluß muß man wenigstens aus der Tatsache ziehen, von der ein bekannter holländischer Restaurateur berichtet: Bei ihm erscheinen mittags regelmäßig junge Leute, die auch zum eigentlichen holländischen großen Abendessen kommen, und bestellen eine recht kräftige Sache. Das dauert immer einige Zeit. Und wenn die Speisen dann aufgetragen werden, dann machen sie keine Anstalten zu
essen, sondern warten, bis einen Augenblick spater ein älterer Herr erscheint, zu dessem Umfang das bestellte Essen auch besser paßt. Die jungen Leute wünschen ihrem Chef, für den sie das Essen also bestellten, recht guten Appetit und ziehen sich dann selbst zurück. Sie sind somit nur die Sitz- und Bestellkunden, während der eigentliche Gast eUig erscheint, wenn schon serviert ist.
Die Butter im Omnibus.
(gh) Rom.
Es geht doch nichts über einen Richter, der eine Entscheidung zu fällen versteht, die allen, aber auch allen Teilen gerecht wird. Da war ein biederer italienischer Landmann mit einem Paket Butter im Omnibus nach Rom gefahren. Draußen war es heiß, im Omnibus war es heiß. Das Butterpgket hing neben den Sitzen. Und wie es dann so g§ht — zum Schluß hing nur noch ein trauriges Bündel Papier mit Schnur am Haken. Die Butter .jedoch war geschmolzen und verschiedenen Personen, die in der Nähe des Paketes saßen, den Rucken hinuntergelaufen. Erst hatten die Reisenden gedacht, es sei ihnen so warm. Doch als sie den wahren Tatbestand erkannt, verprügelten sie den Landmann mit dem leeren Butterpaket, bis die Polizei eingriff. Vor dem Richter erhob sich ein böser Lärm, dem der Richter dadurch ein Ende machte, daß er den Bauern zu Schadenersatz an die eingebutterten Fahrgäste, die Fahrgäste zu Schadenersatz an den Bauern wegen der Prügel und die Omnibusgesellschaft wegen schlechter Kühlung und Lüftung der Wagen zur Rückzahlung der Fahrgelder verdonnerte...
Als er wiederkam...
(ps) Wien.
Vor nunmehr zwanzig Jahren war der damalige Angehörige eines österreichischen Infanterie-Regiments Rudolf Drhovnik an der russischen Front in Kriegsgefangenschaft geraten. Vrhovnik wurde von den Russen nach Sibirien verschleppt. Als die bolschewistische Revolution ausbrach, war es ihm gelungen, über die Grenze nach China zu entkommen. Dort hatte er durch einen Zufall Arbeit bekommen, und so blieb er dort wohnen. Schließlich beschloß er, wieder nach Hause zurückzukehren. Dieser Tage traf er nun in seinem Heimatdorfe in der Nähe von Marburg an der Drau ein. Als er fein Elternhaus aufsuchen wollte, mußte er feststellen, daß seine Eltern und seine Geschwister nicht mehr lebten. Aber auch seine früheren Bekannten aus dem Dorfe, die er nun aufsuchte, wollten ihn nicht kennen. Diese Enttäuschung kränkte den späten Heimkehrer so sehr, daß er noch am selben Tage die Rückreise nach seiner zweiten Heimat, nach China, antrat.
Gießen (Großer Stein weg 13), den 10 September 1937.
Die Beerdigung findet in aller Stille statt
04513
Gießen, den 11. Seotember 1937
04504
C1 d
Ohne Gewahr
Nachdruck verboten
30. Ziehungstag
10. September 1937
Lollar, den 11. September 1937 •
Ln der heutigen Schluß-Ziehung wurden gezogen
5921 D
193912 203033
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die guten Präparate Bock, oder die auf
22615 136906 301886
22286 153984 247529 333169
Sicherlich von Elise
16346 129609 289137
16923 148653
234989 324863
65855 156654 388272
33713 177922 267385
337668
Am 9, September 1937, nachmittags 3 Uhr, starb nach langem, schwerem Leiden an den Folgen eines Unfalles mein lieber Mann, unser treusorgender Vater
! 196710
349495 364947
315903
Was lehll an! Ihrem Toilellenlisch ?
• Für das mitfühlende Gedenken beim Heimgange meiner teuren Gattin, unsrer unvergeßlichen Mutter sagen wir hierdurch herzlichsten Dank
Wilhelm Möller und Kinder
Die Beerdigung findet Montag, den 13. September, nachmittags 2 7< Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
Gewinnauszug
5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie
2 Gewinne ,u 1000000 RM
4 Gewinne »u 3000 RM.
2 Gewinne ,u 2000 RM
30 Gewinne zu 1000 RM 96157 110358 122557
226778 228418 245787
46 Gewinne zu 500 RM 74016 89184 121961 208410 220916 228913 277892 282108 302209 386759 397084
Die Ziehung der 1. Klasse der 50. Preußisch- Süddeutschen (276. Preußischen» Klassen-Lotterie fmdet am 20. und 21. Oktober 1937 statt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Else Fiebig.
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Schauen Sie doch gleich einmal nach und kommen Sie dann mit Ihren Wünschen zu mir. Individuelle Beratung, fachgemäße Bedienung und vernünftige Preise machen den Einkauf zur Freude bei
Nach langem Leiden entschlief heute unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Hermann Fiebig
im 76. Lebensjahre.
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Wilhelm Volk
im Alter von 49 Jahren
Die trauernden Hinterbliebenen:
Lina Volk, geb Drommershausen Elly, Helmut, Marianne
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Zamrtaq, N. September 1937
Kr. 212 Drittes Matt
(Siebener Anzeiger (Aenerai-Anzeiger für Oberhessen)
Aus der Stadt Gießen.
Stille Erinnerung.
Der Sinn unserer Betrachtung ift der: uns wieder mehr Mut zu machen zum Gefühlsmäßigen, zum Nacherleben dessen, was im Alltagskamps Io leicht der Erinnerung entschwindet.
Der Nachsommer, den wir jetzt erleben, ist für ein Haften am scheinbar Kleinen und Einsachen be- sonders geeignet Alles wird klar und hell oft überklar Die Umrisse der Dinge in der Natur, der Blumen und Bäume, der Berge und Bachlandschaften zeichnen sich deutlicher ab. als in anderen Jahreszeiten Es ist, als ob alles noch einmal in feiner spätsommerlichen Leuchtkraft sich uns zeigen machte ehe es stirbt oder in Dunst und Winter- nebel versinkt Dieser „Nachsommer" hat Adalbert Stifter zu einem seiner schönsten Werke begeistert, dem er den Titel „Nachsommer" gab Der leidenschaftliche Geist Nietzsche griff gerade diese Schrift voll sehnsüchtiger Abschiedsstimmung auf um oom Vergänglichen und Bleibenden im Leben zu reden.
So vorbereitet durch die nachsommerliche Ernp- findungswelt, in der alles in klares Gold, letztes Leuchten und Bildhaftigkeit getaucht ist, mag der
Ich hoffe, daß viele Deutsche sich an der Hindenburg-Spende beteiligen!
Adolf Hiller.
Sonntagsbetrachter von persönlichen Dingen reden. Sein Vater würde, wenn er noch lebte, heute 87 Jahre alt werden Er starb mit 74 Jahren, also in einem Alter, das mit dem nachsommerlichen Erleben zu vergleichen wäre: Vergehen der Sommerkraft. aber noch nicht Versinken m Winter und Kälte-, ruhige Leuchtkraft der Farben, aber noch nicht Vergessenheit.
Der Geburtstag des Vaters war stets der Anlaß zu einem herbstlichen Ausflug in das Isartal Vater, Mutter, Bruder und Schwester erlebten da fast zwei Jahrzehnte lang den überstarken Glanz der herbstlichen Sonne, die Farbenpracht der Bäume, bei denen sich die ersten Anflüge von Braun und Rot an den Blättern zeigten; und fast nie fehlte der Blick auf das Hochgebirge, das nun fast ganz frei von Schnee war und in vielen Farben von schwarz bis weiß und von blau bis rot spielte.
Ohne Worte zu machen, stumm genossen wir die Schönheit, die sich zum Abgesang rüstete und alles starke Erlebnis der Sommertage mit in ihr winterliches Grab zu nehmen sich anschickte. Die Kornfelder waren abgemäht, die Scholle harrte der Wintersaat oder der winterlichen Ruhe, die große Stille des Winters deutete sich an. Solches Erlebnis muß zum Gleichnis werden; manchmal wurde in solcher Stimmung gesprochen, vom Aelterwerden, von der Frage, ob man wohl das nächste Jahr noch Zusammensein werde, und oom kommenden Scheiden von der Welt, wo man nur noch die leuchtende Erinnerung an das Gewesene sein wird
Aber es wurde auch von den früheren Jahren gesprochen. Wir erleben das immer wieder; ein feststehendes Ereignis, gebunden an einen bestimmten Tag im Jahre, macht die Jahre kürzer. Don einem Weihnachten bis zum nächsten, von einem Geburtstag zum nächsten, von einem Hochzeits- tag zum nächsten — diese Strecke kommt uns jeweils wie ein Tag vor. Und die Reihe der Jahre, von denen jedes einzelne angefüllt ist mit Sorge und Leid, Not und Freude, wird wie eine kurze Kette oder Perlenschnur: zusammengedrängt auf kleinen Raum wird sie zum Gleichnis der Ver- gänglichkeit oder zum Gleichnis der Dinge zwischen Zeit und Ewigkeit.
So erlebt es in feiner Art jeder von uns Die großen Gezeiten des Jahres kehren rhythmisch wieder Wir reifen an und in ihnen von Jahr zu
Zum SA.-Appell vor dem Führer abgefahren.
öer Marschblock der SA -Brigade 147 Oberheffen verließ Gießen.
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Brigadeführer Schwarz begrüßt auf dem Bahnhofvorplatz die Nürnbergfahrer der Brigade 147. — (Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger.)
Am gestrigen Freitagnachmittag fuhr der Marschblock der SA.-Kameraden der Brigade 147 Ober- Hessen von Gießen ab zum Reichsparteitag in Nürnberg, um dort vor dem Führer zum Appell seiner gesamten SA mit anzutreten und mit zu marschieren
Die starke Marschgruppe der Standarte 116 trat gegen 16 Uhr auf dem Platz vor dem Standarten- aebäude an, wo die Gruppe von Sturmbannführer F a u l st i ch dem Führer der Standarte 116, Standartenführer Lutter, gemeldet wurde Nach kurzer Überprüfung der Marschausrüstung aller Männer richtete Standartenführer Lutter einige kurze, beherzigenswerte Worte an die Kameraden, in Denen er sie auf die hohe Ehre, aber auch auf die starke Verpflichtung dieses Marsches vor dem Führer hinwies und dabei der Erwartung Ausdruck gab daß auch bei dem diesjährigen SA.-Appell vor dem Obersten SA.-Führer alle Kameraden der Standarte 116 ihr Bestes einsetzen würden, um wieder, wie früher, vor dem Führer voll und ganz bestehen zu können.
Gegen 17 Uhr erfolgte der Abmarsch der Kameraden der Standarte 116 unter Führung von Standartenführer Lutter und unter Dorantritt des Spielmannszugs und des Musikzugs der Standarte oom Standartengebäude zum Bahnhof. Ueberall in den Mnrschstraßen waren die Nürnberg-Fahrer unserer Gießener SA. Gegenstand herzlicher Sympathie-Kundgebungen der großen Menschenmenge, die beiderseits der Straßen der großen Marschgruppe ihren Gruß darbrachte.
Auf dem Bahnhofsplatz vereinigten sich die Kameraden der Standarte 116 mit den SA.-Kameraden der anderen, von Gießen aus mitfahrenden ober- hessischen Standarten-Dertretungen zu einem großen Marschblock, der in langer Front vor dem Bahnhofsgebäude antrat Nach der Melduna von Standartenführer Lutter an den Brigadeführer Schwarz richtete dieser eine kurze Ansprache an die Nürnberg-Fahrer seiner Brigade, in der er betonte, daß auch die oberhessische SA. marschiere und in Nürnberg antreten werde im Sinne des Führers und Reichskanzlers, des Obersten SA.° Führers Adolf Hitler, für unsere herrliche Bewegung und für Deutschland, daß sie Zeugnis dafür ablegen werde, wie stark die nationalsozialistische Weltanschauung in alle deutschen Volksschichten eingedrungen sei. Die SA.-Männer marschieren nicht aus Egoismus, sondern nur für das deutsche Volk und für eine glückliche deutsche Zukunft. Deshalb gelte bei den Nürnberg-Fahrern auch in dieser Stunde der erste Gedanke und Gruß dem ersten deutschen Arbeiter, unserem großen Führer und größten Staatsmann, unserem Obersten SA.-Fuhrer Adolf Hitler! Begeistert stimmten die SA -Männer und die zum Abschied versammelte große Menschenmenge in den Sieg-Heil-Gruß an den Führer ein.
Hierauf rückte die Marschgruppe zum Bahnsteig ab, wo der Sonderzug nach Nürnberg bereitstand. Wenige Minuten vor 18 Uhr verließ Der Zug den Gießener Bahnhof.
Jahr. Ist das aber verbunden mit stiller Erinnerung, so haftet es tiefer und inniger; alle großen Gedanken werben um so mehr unser wahrer Besitz, je mehr sie verbunden sind mit dem Erleben vertrauter Dinge. H- $)•
Dornoiizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Selterswea: „Versprich mir nichts." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schweigen im Walde". — Herbstmarkt (Messe): Beginn mittags.
Tageskalender für Sonntag.
Gloria-Palast, Selterswea: „Versprich mir nichts." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schweigen im Walde" — Obst- und Gartenbauverem Gießen:
16 Uhr Wiesecker Weg 16, Vortrag. — Gießener Radfahrverein 1885: 14.30 Uhr Waldsportplatz, Bahn-Radrennen. — Fremdenverkehrsverein Gießen: 16 bis 18 Uhr am Karpfenteich in der Schla- geteranlage Preisangeln. — VHC. Gießen: Wanderung. — Oberheffischer Gebirgsverein: Wanderung — Reichstreubund: Rheinfahrt. — Herbstmarkt (Messe).
NGV.-Gauamtsleitung
nach Darmstadt übergesiedelt.
NSG. Die Diensträume für die NS. - Volkswohlfahrt des Gaues Hessen-Nassau waren schon seit langer Zeit den Erfordernissen nicht mehr gewachsen. Aus diesem Grunde hat her
Gauleiter im Frühjahr dieses Jahres die Genehmigung erteilt, daß die Gauamtsleitung der NS^ Dolkswohlfahrt in ein geeignetes Gebäude nach Darmstadt übersiedelt Die Umbauarbeiten dieser neuen Dienfträume sind nunmehr beendet, so daß der Umzug der Gauamtsleitung in diesen Tagen nach Darmstadt erfolgen konnte. Die feierliche Uebergabe des neuen Gauhauses der NSV durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger erfolgt Ende dieses Monats in Anwesenheit des Hauptamtsleiters H i l g e n f e l d und der Reichsfrauen- lchaftsfül)rerin Scholtz-Klink.
In der neuen Dienststelle der Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt ist gleichzeitig auch der Sitz des Gaubeauftragten für Das Winterhilfswerk 1937/38. Die genaue Anschrift der NSD.-Gauamts- leitung und des Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk 1937/38, Parteigenossen H a u g, lautet:
Gauamtsleitung der NSV. Amt für Dolkswohl- ahrt, Darmstadt, Steubenplatz 17 Fernruf 7601, 7602 7603. 7604, 7605, Nachtruf 5990
KMWWMMrmil
Ls ist allerhöchste Zeit!
Der Bedarf an tüchtigen Stenographen und Maschinenschreibern ist groß. Das haben auch viele Volksgenossen und Dolksgenosfinnen erkannt, die bereits Lehrgemeinschaften für Kurzschrift und Maschinenschreiben besucht haben, um sich bann auf die Praxis vorzubereiten In den Lehrgemeinschaf- ten für Anfänger werden den Anfängern die Grundbegriffe vermittelt. Die so gelegte Saat muß aber weiter gepflegt werden, damit die Ernte reift.
Eine gründliche und gediegene Ausbildung ist notwendig. Wer ein flotter Stenograph werden will, muß das System gut beherrschen, muß die Eilschrift erlernen, damit er höhere Geschwindigkeiten erreicht.
Ausgebildeter Maschinenschreiber mit sachgemäßer Schreibweise ist der BlinDschreiber, der nicht nur für Schnelligkeit des Schreibens, sondern auch für schöne Darstellung des Brieftextes, wie für fachmännische Behandlung der Maschine Gewähr leistet.
Nur durch ständige Uebung verwächst der Maschinenschreiber mit der Tastatur, wird der Stenograph eine höhere Silbenzahl erreichen Fleiß und Ausdauer sind erforderlich, um Höchstleistungen zu erzielen. Höchstleistungen können erfahrungsgemäß aber nur durch regelmäßige Uebung im Kreise Gleichstrebender erreicht werden.
Am 20. September (also 8 Tage später als ursprünglich angekündigt) beginnen wieder in den Häusern der Kurzschrift (Gemeinsames Unterrichtswerk der Deutschen Arbeitsfront und der Deutschen Stenographenschaft) neue Lehrgemeinschaf- t e n für Kurzschrift und Maschinenschreiben für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldung und Beratung bei der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswal- tung Wetterau, Abt. für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenftraße 18, täglich von 8 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr (außer Samstag- und Mittwochnachmittag). Auskunft bortfelbft auch über weitere Lehrgemeinschaften wie Englisch, Buchführung, Plakatschrift, technische Lehrgemeinschaften für Metallwerker und Handwerker aller Berufe. Anmeldeschluß für Kurzschrift und Maschinenschreiben 15. September 1937! (Anmeldung und Bezahlung muß vor Beginn einer Berufserziehungsmaßnahme erfolgen, anderenfalls keine Teilnahme gestattet wird.)
Das \ \
aber das erste Wort blieb ihm stecken, wobei er noch einmal die gleiche Verneigung vollführte und danach nur noch den Meister anstarrte
Der war noch immer im Dampf feiner verdrießlichen Rede, und die blinkenden Gläser auf dieser breit vordringenden Nase reizten ihn sehr; denn einen Brillcnmenschen zu sehen, ging wider seine Natur —' nur Zelter, der alte Freund, durfte so kommen. So hielt er noch eine Weile den Blick in tolzer Gemessenheit aus, machte dann kehrt und ließ die blitzenden Gläser ebensolange die breite Rücksette betrachten, und erst, als er sich wieder wie auf der Parade breitbeinig umwandte, fuhr sein Zorn auf ihn nieder:
Hat man jetzt, sagte er hart und rollte die Augen und war leibhaftig im Zorn wie Zeus mit Den Blitzen, das Wundertier lange genug angesehen? Und wartete kaum noch, daß sich der Mann mit der Brille empfehle. Dem aber schien endlich die blöde Erstarrung gelöst, als ob sich aus der Tiefe der Menschheit 'etwas gegen den Donner erhöbe kletterte ihm seine Hand an dem rundlichen Rock in die Höhe, mit fünfen Fingern gleichsam eine Tonleiter spielend, bis in die Westentasche hinauf. Indessen ihm Goethe abwartend zufah, erstaunt, was nun noch geschähe, holte er einige Kreuzer heraus, zählte sie still auf den Tisch, machte die dritte Verneigung, tiefer noch als die zweite und ging, die blinkenden Gläser stumm auf den Hausherrn gerichtet, rückwärts hinaus. Der sah die Kreuzer auf seinem Tisch, das Wundertier zu bezahlen, und war seit langem nicht mehr so behend an die Tür gesprungen, den seltsamen Fremdling zu rufen, aber er sah nur die Rockschöße unten ent- ^Äe"hätte sagte Goethe danach und machte sein braunes Gestirn weit auf in die Ferne, nie hatte ein Menschenauge so blitzen könnem wie diese Glaser mir blitzten! Aber bas war schon im Winrer als er Freund Zelter sein Morgenerlebnis vorn Herbst einmal erzählte Es ist schade, sagte er noch und legte die Hand auf die Augen es hatte mich wohl des Menschen gelüftet, der meine Beschämung
Der Mann mit der Brille.
Von WUhelm Schäfer.
Auch dem Geheimen Rat Goethe ging selten ein Tag in Gelassenheit hin; Wunderlichkeiten des Alters streuten ihm Sand in die Stuben, und wie der Wind wehte, warf er ihm Schnee an das Fenster. Denn der Menschendichter des »Faust und der Schrittmacher griechischer Schönheit der Freund und Minister des Herzogs, war Hausherr in Weimar; und manche Alltäglichkeit mußte oom Morgen zum Abend geschehen, die keiner olympischen Meinung bedurfte. Auch gaffte die Neugier gern in die Stuben, darin sein Stundenschlag ging, und ob ihm sein DieneNdie Schranken genauer Gemessenheit hielt, manchmal gelang es doch einem ©reiften, hinüberzuspringen.
So wollte einmal ein Herbstmorgen eben zu blauen beginnen nach grämlichem Nebel, als ein schüchternes Männchen am Brunnen vorbei über den Frauenplan kam, ein paarmal unschlüssig durch seine Brille am Haus auf und ab sah, und weil die Tür offen stand, kurzerhand eintrat Es war aber Friedrich, der Diener, gerade mit einem Billett um die Ecke gegangen, so daß der, fremde Besucher allein in dem stillen Treppenhaus stund' wo er den römischen Faun und das Hundespiel der Diana m stummer Feierlichkeit ansah, bis ihn die Haushälterin fand, die mit einem Pack Leinwand zufällig daher kam. Sie fragte den frühen Besucher was da wolle? Und weil er sie durch die Brillengläser flehentlich ansah. sonst aber verstand sie ihn nicht, ging sie zuletzt, den Fremdling zu meßen, denn weder die Enkel waren zur Hand, noch sonst ,emand
mitnahm!
Wenn ich nicht wüßte, orakelte Zelter darauf unD nahm feine Brille ab, sie zu putzen, daß der Malefiz Schubert damals in Gmunden und Steyr oagierte: die Beschreibung würde lonst passen!
Der mir im Sommer sein Liederheft kbicfte? brauste der Wirkliche Geheime Rat auf und hatte -aelter, den treuen lange nicht mehr so wild angeblitzt- Dergleichen merk Er sich das, macht ein I solcher Musikus nicht!
im Haus.
Also geschah es, daß Goethe, seinem f^treueu Schuchardt an den Wanderjahren diktierend an diesem Herbstmorgen herausgeklopft wurde Da er gerade dem Schreiber die Ungeduld seines Majors dargestellt hatte — denn er liebte es nicht, der Feder nur Worte zu sagen; er mußte mit feinen Gestalten umgehen, als wenn sie da ftanöen war er noch recht in der Verdrießlichkeit feiner Rede als er die Tür aus dem Dorsaal selber auf- mach'te und den Besucher nicht eben freundlich ein- treten ließ Der war aber kaum eine Erscheinung, vor Goethes Augen zu stehen; der Rock der kurzen Gestalt spannte die Knopfe an ihrer Fülle auch war das feiste Gesicht in dem schwarzen Locken- qefrmgel todblaß von dem Schrecken daß ihm so miteins der Geheime Rat selber erschien Er neigte sich tief und wollte mtt feiner Anrede beginnen; I solcher Musiku
Der wunderbare Zufall.
On kleines Nachtstück von $ranf $. Braun
„Nein", sagte Herr Brockmann, „ich bin gar nicht dafür, daß Lilly mit dem jungen Vilius so lange abends unterwegs ift."
Frau Luise lag schon im Bett, sie reckte sich, daß sie die Armbanduhr auf dem Nachttisch erkennen konnte und sagte feststellend: „Es ist halb zwölf, Karl. Die beiden waren im Kino, nun trinken sie wahrscheinlich noch irgendwo eine Tasse Kaffee."
Karl Brockmann schnob etwas Unverständliches in den Kleiderschrank. Dann gähnte er, machte eine Bewegung mit beiden Armen, die den Turnvater Jahn erfreut hätte und beendete die Unterredung, indem er sich kurzerhand ins Bett gleiten ließ und Das Licht ausdrehte. „Gute Nacht, Luise."
„Nacht, Karl."
Frau Luise hatte Waschtag gehabt. Sie schlief sofort ein. Karl Brockmann hatte noch eine Weile mit den Zahlen des Ultimvabschlusses zu kämpfen und stritt sich mit dem Depositenkassenführer, Dann gab Der Mann nach, unD Karl schlief ein.
Eine Turmuhr schlug zwölfmal. Eine HanD griff durch eine Klappe des Luftflügels, ein Draht mit einem Haken wanderte nach unten, faßte Den Fenstergriff und Drehte ihn herum. Das Fenster war auf. Ein Mann stieg ein. Er hatte Gummisohlen unter Den Füßen unD verursachte keinen Laut. Er tastete sich vorwärts Eine halbe SekunDe lang glühte eine elektrische Taschenlampe auf. Der Augenblick genügte, um Dem Einbrecher Den Weg zu zeigen. Er schlich sich an Die zusammenstehenDen Nachttische. Da lag Die ArmbanDuhr Frau Luises, Da lag Herrn Brockmanns Brieftasche
In Diesem Augenblicke klingelte es.
Es ist wahrscheinlich, Daß jemanD, Der nachts um zwölf nach Hause kommt, behutsam klingelt, wenn er unglücklicherweise Den Schlüssel vergessen hat. Dieses' Klingelzeichen war grell, anhaltenD, ein Alarm! Es Dauerte nicht ein paar SekunDen, es währte an!
Der Einbrecher schrak zusammen.
Mit einem Fluch kam Karl Brvckmann im Bett hoch Er schaltete Das Licht an. „Da soll Doch Der Deubel dreinfahren?" Seine furchtbare Drohung brach ab Er erblaßte. Gerade noch sah er Den Einbrecher zum Fenster stürzen unD verschwinden.
„Luife!"
,Zch habe ihn gesehen, Karl."
Sie sprangen aus den Betten Beide mutig. Der Einbrecher war weg Die Uhr war noch Da, Die Brieftasche auch, nichts fehlte.
Immer noch klingelte es.
„WunDerbar", sagte Karl Brockmann, „Da hat uns Doch einer geraDe rechtzeitig geweckt, unD ich konnte Den Einbrecher verjagen." Er warf einen Mantel über. ,/Jetzt könnte Der Betreffend aber mit Dem Geklingel aufhören."
„3a, sagte Frau Luise, „geh mal an Das Wohn» zimmerfenster, Da kannst Du sehen, wer unten auf Der Straße steht. Sage ihm, es sei gut, Der Einbrecher sei weg. Willst Du Die Polizei benachrichtigen?"
„Morgen früh. Heute nacht nicht mehr."
Noch immer klingelte es.
Frau Luise ging lieber mit hinüber in Das Wohnzimmer Sie sahen beiDe gleichzeitig aus Dem Fenster. Ihre Gesichter waren vom Mond beschienen; man sah auch sehr gut, wer unten vor Der Tür stand.
„Vilius mit Lilly", flüsterte Frau Luise. „Laß sie, Karl, er küßt sie gerade. Das ist so gut wie eine Verlobung."
„Ein ausdauernder Mann", sagte Karl Brockmann, „ein gewissenhafter Mann. Er hat Lilly gegen unsere Klingel gedrückt. Seit es bei uns klingelt, küßt er sie. Ich weiß nicht, Luise, aber mir scheint das ein bißchen lange."
„Laß es ruhig noch eine Weile klingeln; bedenke, wenn es überhaupt nicht geklingelt hätte, wären wir schwer bestohlen worden. Der Mensch soll dankbar sein."
Herr Brockmann sah seine Frau an. Ihr Einwand war schlagend. Aber da war wohl auch schon unten der Kuß zu Ende. Die Klingel verstummte.
Als Die Haustür schloß unD Lilly auf Zehenspitzen nach Hause kam, lag Das Elternpaar noch wach. Sie überDachten das Geschehene, unD Karl Brvckmann prägte es in Worte. „Ein wunDerbarer Zufall", sagte er.
Frau Luise war mit den Gedanken schon weiter: „Man muß Herrn Lilius mal zum Kaffee einladen", sagte sie, „das hat er sich verdient."
Zeitschriften.
— Die Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, Berlin W 30) behandelt im September-Heft „Pflege- und Erziehungsfehler und ihre Folgen." Die Mutter lieft hier über die Verunreinigung der Nabelwunde, über das Auswaschen des Mundes, die Lösung Des Zungenbändchens, über das mangelhafte Trockenlegen, über das Wickeln des Säuglings, die falsche Lagerung des Säuglings, über den Mangel an Licht und Luft, über die Zahnung des Kindes und über Die Erziehung Des Säuglings.
Theaterbesuch-ein Geschenk.
Don Dramaturg Günter Winkel.
Noch nie hat das Theater eine solche Förderung erfahren, wie im nationalsozialistischen Deutschland. Die Führer des deutschen Volkes sind selbst kunst- beaeifterte Männer, die zu den regsten Theaterbesuchern gehören. Für sie ist es dayer auch eine Selbstverständlichkeit, daß jeder Deutsche Träger und Förderer der deutschen Kultur in der Welt sein muß, denn der Bau des Reiches braucht das Fundament einer hohen Kultur. Diese nationale Verpflichtung ist aber zugleich ein schönes Geschenk für jeden Deutschen, denn der Theaterbesuch gibt ihm unvergängliche Werte für sein tägliches Leben. Unerschöpfliche Kräfte der Heiterkeit und des Frohsinns strömen ihm hier entgegen.
Durch die neue Preisgestaltung wird es in der kommenden Spielzeit im Gießener Theater möglich sein, daß wirklich jeder Volksgenosse sein Theater besuchen kann, und so hat unser Stadttheater das Ziel erreicht, „deutsches Volkstheater" zu sein. Es ist jedem Volksgenossen möglich, als Platzmieter an allen Vorstellungen teilzunehmen.
Der Spielplan umfaßt die zugkräftigsten Werke der Musik, der klassischen und der modernen Weltliteratur. Die Oper bringt u. a. „Don Juan", „Wildschütz", „Bohöme", „Troubadour", „Cavalleria rusticana"; das Schauspiel sieht vor: „Maß für Maß", „Sommernachtstraum", „Wilhelm Tell", „Penthesilea", „Demetrius"; moderne Dramen, Gefell chaftsstücke und Lustspiele. Die Operette bringt tn hrem vielgestaltigen Spielplan u. a. „Das kleine Ho konzert", „Nacht in Venedig", „Die lustige Witwe , „Die Geisha". Außerdem finden wieder Morgenfeiern und Gastspiele statt. Jeder Volksgenosse, gleich welchen Standes, hat die Möglichkeit, an diesen großen Ereignissen teilzunehmen.
Große künstlerische Ereignisse haben der Gießener Spielzeit 193o/37 ihr Gesicht gegeben. Das Stadttheater darf sagen, daß es sein Versprechen gehalten hat. Wie die große Zahl der Neuanmel- oungen für die Spielzeit 1937/38 beweist, werden die Leistungen des Stadttheaters in der vergangenen Spielzeit anerkannt, und man verspricht sich für die kommende Spielzeit so viel genußreiche Theaterabende, daß keiner gern abseits stehen möchte.
Da die Verteilung der Mietplätze bereits im Gang ist, ist sofortige Anmeldung dringend geboten.
Polizeimaßnahmen
gegen Verkehrssünder.
Vom Kommando der Schutzpolizei in Gießen wird uns mitgeteilt:
Die Polizei schritt in der Zeit vom 27. August bis 2. September einschl. gegen Verkehrssünder mit folgenden Maßnahmen ein:
Gegen Führer von Fuhrwerken mit 8 Verwarnungen und Belehrungen;
geaen Radfahrer mit 93 Verwarnungen und Belehrungen und mit 114 Anzeigen;
gegen Führer von Kraftfahrzeugen mit 45 Verwarnungen und Belehrungen und mit 65 Anzeigen;
geaen Fußgänger mit 43 Verwarnungen und Belehrungen und mit 25 Anzeigen.
Abschlußprüfungen
an der Heeresfachschule.
Am 7. und 8. September fand in der Neuen Pestalozzischule die diesjährige mündliche Abschlußprüfung II und am 9. September die Abschlußprüfung I unter dem Vorsitz des Truppenunterrichtsleiters, Fachstudiendirektor B o u ch h o l tz, statt. Dem Prüfungsausschuß gehörten ferner an Major Lange als Vertreter des zur Zeit abwesenden Standortältesten, die prüfenden Lehrer der Heeresfachschule und die Vertreter der Anstellungsbehörden. Nachstehende Behörden waren vertreten: Reichsfinanzverwaltung Darmstadt; Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.; Reichspostdirektion, Abteilung Darmstadt, Frankfurt a. M.; Hessische Landesregierung Darmstadt (für die Staatsund Gemeindebehörden). Außerdem wohnten der Prüfung bei der Fürsoraereferent beim Generalkommando IX. AK. in Kassel, Oberstleutnant B l o - meyer, sowie die Fürsorgeoffiziere aus Gießen, Marburg und Wetzlar. Als Gast war auch ein Vertreter des Reichstreubundes Gießen zugegen.
Der Abschlußprüfung II (Berechtigung zum (Eintritt in den gehobenen mittleren Beamtendienst) unterzogen sich 16 Feldwebel im 12. Dienstjahr. Diese 16 Prüflinge haben alle bestanden: Feldw. Bär, Feldw. Bergmann, Wachtm. Cuny, Feldw. Eckermann, Obfeldw. E ck a r d t, Feldw. Fuß, Feldw. Hasselbach, Feldw. Hilln- hütter, Feldw. Jung, Feldw Müller, Feldw. Paul, Feldw. Seibel, Wachtm. Schmidt, Wachtm. E. Schneider, Feldw. L. Schneider, Feldw. Stock.
Der Abschlußprüfung I (Berechtigung zum Eintritt in den einfachen mittleren Bürodienst) unterzogen sieh 6 Feldwebel und 2 Dersorgungsanwärter. Auch diese 8 Prüflinge haben alle bestanden: Feldw. Conrady, Vers.-Anw. Euler, Feldw. F a u st, Feldw. Finke, Vers.-Anw. K r e u t e r, Feldw. von Obstselder, Obfeldw. Schellhaje, Obfeldw. Schindler.
Zwei von der Heeresfachschule Büdingen zur Prüfung überwiesene Feldwebel bestanden ebenfalls die Abschlußprüfung I: Feldw. Briese, Feldw. F r ä b e l.
Gießener Dochenmorktpreiie.
* Gießen, 11. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Wirsing, Vt kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 6 bis 9 Mark, Weißkraut, % kg 8 Pf., 5Ö kg 5 bis 6 Mark, Rotkraut, kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, kg 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römisch- kohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat, Vio 10, Tomaten 15 bis 18, Zwiebel 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 25 bis 45, Brombeeren 30 bis 33, Preiselbeeren 35, Birnen 5 bis 25, Zwetfchen 10 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1% bis 3, Endivien 9, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
Tierschutz ist wichtige Kulturarbeit.
Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Gießen.
Der Tierschuhoerein hielt am gestrigen Freitagabend unter Leitung seines Vorsitzenden, Schlachthofdirektors Dr. Keller, im „Frankfurter Hof" eine Mitgliederversammlung ab.
In seiner Einladung sprach der Vorsitzende zunächst über die weitgehenden Aufgaben, die den Tierschutzvereinen im Dritten Reich zugewiesen sind, wobei er betonte, daß kulturell hochstehende Völker von jeher dem Tierschutz ihre besondere Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Der Tierschutzverein habe nicht nur die Aufgabe, die Tiere vor Mißhandlungen und Quälereien zu. schützen, er fei auch mit dazu berufen, die Menschen xu einem wertvollen Denken und Fühlen zu erziehen.
Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach der Vorsitzende über die Verordnung zum Schutze der wildwachsenden Pflanzen und der nichtjagdbaren wildlebenden Tiere. Er sprach über das Verbot, wildwachsende Pflanzen mißbräuchlich au nutzen oder ihre Bestände zu verwüsten, sowie stano- ortfrembe oder ausländische Gewächse in der freien Natur auszusäen oder anzupflanzen. Weiter be- handette er die Bestimmungen über den Schutz der nichtjagdbaren wildlebenden Vögel, erläuterte die Maßnahmen gegen unbeaufsichtigte Katzen, um sich dann mit dem Schutze der übrigen nichtjagdbaren wildlebenden Tiere zu beschäftigen. Bei der Besprechung der Bestimmungen über das Verbot der Aussetzung ober Ansiedlung gebietsfremder ober ausländischer nichtjagbbarer Tiere wurde vom Redner auf die weittragenden Folgen der seinerzeitigen
Einführung der Bisamratte in Böhmen hingewie- fen.
Anschließend an den Vortrag berichtete der Vorsitzende über die praktische Arbeit des Vereins auf dem Gebiete des Tierschutzes. Dabei ließ die Art der Behandlung und Bearbeitung der zur Kenntnis kommenden Fälle von Mißhandlungen und Quälereien von Tieren erkennen, welche wertvolle Arbeit der Tierschutzverein auch den Spruchstellen leistet.
In der folgenden allgemeinen Aussprache wurde darauf hingewiesen, daß die Amseln, sobald sie in größeren Mengen auftreten, in Gärten weitgehenden Schaden anrichten und auch den kleineren Singvögeln nachstellen. Letzteres gelte auch für den soa. Würger (Neuntöter). Es wurde deshalb vor- geschlagen, anzuregen, daß diese beiden Vogelarten nicht unter die Schutzoorschriften fallen. Außerdem beschäfttgte sich die Versammlung mit der Behandlung angefetteter Hunde und mit der Ueberwachung der Verschickung von Tieren nach auswärts.
Weiter regte der Vorsitzende für die künftigen Versammlungen Vorträge über spezielle Fragen des Tierschutzes an. Zu diesen Vorträgen sollen die beteiligten Kreise (Landwirte, Hufschmiede usw.) hin- zugezogen werden, außerdem ist beabsichtigt, mit dem Naturschutzverein zwecks gemeinsamer Arbeit in Verbindung zu treten. Ebenso wurde die Frage des Beitritts zum Vogelschutzverein Hessen erwogen. Schließlich machte der Vorsitzende noch interessante Mitteilungen über die Einbürgerung Des Uhu und die Nützlichkeit des nur noch selten vorkommenden Fischreihers.
preisangeln und Karpfenfest.
Der Fremdenverkehrsverein Gießen veranstaltet am morgigen Sonntagnachmittag an dem Teich an der Schlageteranlage ein Preisangeln, für das etwa 60 Sportangler von Gießen auf 600 Meter Ufer» länge ihre Mitwirkung zugesagt haben. Es handelt sich darum, den außerordentlich reichen Bestand an guten Karpfen und sonstigen Fffchen in diesem Teich zu einem Teil der gebotenen Perwertung zuzuführen. In dem Teich sollen sich nämlich Karpfen im Gewicht von vier, fünf und sechs Pfund je Fisch befinden, also reichlich kräftige Burschen, die es schon verdienen, daß sich Die Hausfrauen mit ihnen beschäftigen und sie in der Pfanne oder im Siedwasser gebührend behandeln.
Das Preisangeln bildet den ersten Abschnitt eines großangelegten Fischzugs, bei dem es aller Voraussicht nach einen reichen Fang geben dürfte. Bei dem Preisangeln werden die an den Angelhaken gegangenen Karpfen in Behältern gesammelt, um sie auf dem Wege über den regulären Fischhandel der Verwertung zuzuführen. Nach allem, was man bisher hörte, wird man durch diesen Fischzug nicht nur qualitativ vortreffliche, sondern auch im Preis annehmbare Karpfen für den Familientisch bekommen, so daß viele Äolksgenossen sich dieses schöne Fischgericht einmal werden leisten können.
Den zweiten Abschnitt und zugleich Höhepunkt des großen Fischzuges wird ein K a r p f e n f e st bilden, das am Samstag und Sonntag nächster Woche, also am 1 8. und 19. September, auf dem Ufergelände am Teich bei der Schlageteranlage stattfinden soll. Die Vorstandsmitglieder des Fremdenverkehrsvereins und Pertreter der für diese Veranstaltung als Interessenten in Betracht kommenden Behörden haben in einer Besprechung am gestrigen Freitagabend in großen Umrissen die Vorbereitungen für dieses Fest behandelt. Dabei wurden die Vorschläge des geschäftsführenden Vorstandes des Verkehrsvereins gutgeheißen. Nach den Planungen wird auf dem Ufergelände an der Schlageteranlage ein Festzelt errichtet, das bei schlechtem Wetter geschlossen werden kann, mithin den ungestörten Aufenthalt der Besucher ermöglicht. Am Samstagnachmittag wird das Fest mit Konzert und Tanz im Festzelt eröffnet werden. Natürlich wird es auch an weiterer Unterhaltung, sowie an Erfrischungsmöglichkeiten nicht fehlen. Für Sonntag, 19. September. 8 Uhr morgens, ist der große Karpfenfang vorgesehen. Durch sachgerechte Helfer wird die Karpfenausbeute aus dem Teich in bereitstehenden Kübeln geborgen werden. Die Besucher werden dabei viel Interessantes zu sehen bekommen, außerdem auch durck ein Frühschoppenkonzert unterhalten werden. Am Nachmittag wird das Fest bei Konzert und Tanz, Kinder- estzug und sonstigen Ueberraschungen seine Fort- etzung finden. Dabei wird Gelegenheit geboten ein, gesottene oder gebratene Karpfen genießen zu können. Ferner ist geplant, auf dem Festplatz eine Ochsenbraterei zur Versorgung mit einem guten Stück Difenbraten einzurichten. Am Abend wird ein großes Feuerwerk die Unterhaltungsdarbietungen noch bereichern, Musik und Tanz werden außerdem die Stunden kurzweilig gestalten. Damit jedermann Gelegenheit hat, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, soll das Eintrittsgeld außerordentlich niedrig gehalten werden, um die Stunden zu einem wahren Volksfest werden zu lassen.
Das Preisangeln in Gießen.
Der Wert und die Bedeutung des Preisangelns am morgigen Sonntag wird — wie man uns schreibt — von den Mitgliedern des Reichsverbandes deutscher Sportfischer, Bezirk Gießen, darin erblickt, daß alle am Preisangeln ^Beteiligten die Fischweid unter genau den gleichen Verhältnissen ausüben. Aus diesem Grunde sind auch besondere Bedingungen für Das Preisangeln festgesetzt worden, insbesondere Beschränkungen in Der Ausübung des Sports auf ein bestimmtes Angelgerät, Verbot aller sonstigen Hilfsmittel, wie Anfüttern vor und beim Preisangeln usw., die sonst gewöhnlich zu besserem Erfolg führen, ebenso sind die Fangmittel genau bestimmt. Durch diese Maßnahmen wird die Menge der gefangenen Fische wesentlich verringert.
Eine besonders günstige Gelegenheit bietet sich den Sportfischern insofern bei dieser Veranstaltung, als sie in den von ihnen befischten Gewässern, in erster Linie in der Lahn, kaum Gelegenheit haben, Karpfen zu fischen. Die Mehrzahl der Teilnehmer steht also bei Dem Preisangeln vor etwas ganz neuem in ihrem bisher betriebenen Angelsport und muß sich nun ganz auf Die besondere Art des Fanges einstellen. Das Hauptinteresse der Teilnehmer wird sich darauf verlegen, den Fisch, der ihn mit einem Anbiß beehrt, sicher dem nassen Element zu entführen, ohne dabei Gefahr zu laufen, daß dem angeschlagenen Fisch Befreiungsversuche, sei es in Form von Fluchten, Sprüngen oder durch Abschütteln des Hakens, gelingen.
Diese Vorgänge werden auch für die Zuschauer zu spannenden Momenten werden. Die Zuschauer werden dadurch sicherlich zu der Auffassung getan» gen, daß es gar nicht so einfach ist, einen am Angelhaken befindlichen, sich stark wehrenden schwereren Fisch sicher zu landen. Gewiß, das Sportangeln bietet nicht dauernd derart spannende Momente, es treten auch mehr oder minder lange Pausen im Anbeißen der Fische ein, aber einen sportgerechten Angler verdrießen diese Pausen nicht. Er prüft in diesen sein Fischgewässer, fein Angelgerät und nicht zuletzt feine Ausdauer und feinen Sporteifer.
Es ist bei dem Preisangeln auch weniger Gewicht darauf zu legen, daß möglichst große Mengen Fische erbeutet werden, als darauf, im vorgeschriebenen Rahmen sich sportgerecht zu betätigen und in den Zuschauern das Verständnis für die edle Fischweid zu wecken und zu fordern.
Falls des Fischerschutzherrn Petrus Gunst über Dem Preisangeln waltet, wird den Erwartungen des Sportanglers in feinem Sport und Der Zuschauer im Beobachten Des Verhaltens Des Sportanglers und der Fische bestimmt Rechnung getragen.
Aus den Gießer er Gerichtssälen.
Große Strafkammer Gießen.
Gestern hatte sich der Josef D ä tz e l aus Ulrichstein wegen Unterschlagung im Amt usw. vor der Großen Strafkammer des hiesigen Landgerichts zu oerantroorten. Der Angeklagte, der bereits 23 Jahre im Postdienst tätig ist, war früher am Postamt Mainz beschäftigt. Dort führte er jedoch einen leichtsinnigen Lebenswandel, der ihm nach mehrmaliger fruchtloser Verwarnung durch seine vorgesetzte Behörde schließlich eine Strafversetzung nach Ulrichstein eintrug. Hier ging es eine Zeitlang gut, bald fiel er jedoch wieder in das alte Fahrwasser zurück. Bei seinem lockeren Lebenswandel reichte natürlich sein bescheidenes Gehalt als Briefträger nicht aus, und so vergriff sich der Angeklagte an den ihm anvertrauten Geldern. Erstmalig im Juni 1937 wurde am Postamt Ulrichstein ein Betrag von 12 Mark reklamiert. Die angestellte Untersuchung ergab, daß das Geld ordnungsgemäß eingegangen und an den Angeklagten zur Auszahlung weitergeleitet worden war. Der Angeklagte zahlte die Summe jedoch nicht an den Empfänger aus, sondern steckte den Betrag in die eigene Tasche und fälschte auf dem für den Empfänger bestimmten Postabschnitt dessen Namen. Dasselbe Manöver wiederholte er in vier weiteren Fällen, und er eignete sich auf diese Weise 170 Mark widerrechtlich an. In einem weiteren Falle hatte ihm eine Frau aus Köddingen 17 Mark zur Einzahlung mit- gegeben, die er ebenfalls nicht abführte, sondern für sich behielt. Der Angeklagte war in allen Punkten geständig und gab selbst an, er habe den notigen Halt verloren. Das Urteil lautete wegen fortgesetzter schwerer Amtsunterschlaqung in Tateinheit, fortgefetzter schwerer Urkundenfälschung im Amt,
sowie einer weiteren Amtsunterschlagung auf eine Gesamt st rase von zwei Jahren Zuchthaus und 80 Mark Geldstrafe, sowie fünf Jahre Ehrverlust. Zwei Monate und die Geldstrafe gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt.
Sodann stand Der gleichfalls am Postamt Ulrichstein beschäftigte Ludwig Ruppenthal aus Helpershain wegen des gleichen Vergehens und wegen Sittlichkeitsverbrechens vor der Strafkammer. Der Angeklagte hatte sich ebenfalls mehrfach an Geldern, die er in dienstlicher Eigenschaft empfangen hatte, vergriffen. Von zwei Einwohnern seines Bestellbezirkes erhielt er einmal je 12 Mark mit dem Auftrag, Jnvalidenmarken in gleicher Hohe mitzubringen. Er brachte jedoch nur für je 6 Mark Marken mit, mit dem Bemerken, es feien nicht genügend vorrätig gewesen. Den Restbetrag steckte er in seine Tasche. Kurze Zeit später erhielt er von einem Bürgermeister seines Bezirkes einen Betrag von 15 Mark zur Einzahlung bei Der Post aus- gehändigt. Der Angeklagte quittierte diesen Betrag, machte jedoch keinen Eintrag im Postbuch und behielt auch diese Summe für sich. In einem weiteren Falle erhielt er von einer alleinstehenden Witwe 20,96 Mark. Mit diesem Bettag sollte er eine Nachnahme einlösen. Dies tat er jedoch nicht, sondern verwandte den Betrag ebenfalls für sich. Weiterhin hatte der Angeklagte eine Postanweisung über 100 Mark auszuzahlen. Nachdem er Den Empfänger mehrmals nicht zu Haufe angetroffen hatte, steckte er auch diesen Betrag kurzerhand ein und quittierte auf dem Postabschnitt mit dem Namen Des Empfängers. Der Angeklagte war bis auf einen Fall geständig, wurde jedoch auch hierin restlos überführt. Weiterhin legte ihm die Anklage zur Last, sich bei seinen Bestellgängen an minderjährigen
Kindern, die er allein im Hause antraf, vergriffen 3u haben. Der Angeklagte bestritt dies in vollem Umfang und räumte nur einen Fall mit einem allerdings schulentlassenen Mädchen ein. Da dem Angeklagten die andern Fälle nicht nachgewiesen werden konnten, mußte er in diesem Punkt frei- gesprochen werden. Im übrigen lautete das Urteil wegen fünffacher Amtsunterschlagung, zweifacher Urkundenfälschung im Amt und eines Falles der tätlichen Beleidigung auf eine Gesamtzucht, haus st rase von einem Jahr und sechs Monaten und 70 Mark Geldstrafe. Hiervon gelten ebenfalls zwei Monate und Die Geldstrafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt.
Die nächste Anklage wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung richtete sich gegen Den Friedrich Seipp aus Berstadt. Der Angeklagte erhielt von einem Freund ein Sparkassenbuch über 2500 Mark zur Aufbewahrung ausgehändigt, da dieser, der von Beruf Fuhrmann ist, das Buch nicht überall mit hinnehmen wollte. Das Geld stammte aus Waisengeldern, Die Der Vormund des Freundes bei der
Ruhl Sehersweg Nr. 67
adiO Telephon Nr. 3170
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Sparkasse in Nidda angelegt hatte. Der Angeklagte übernahm kurze Zeit später das Haus feiner Großeltern. Um sich die nötigen Mittel zu beschaffen, trat er u. a. auch an feinen Freund mit Der Bitte heran, ihm 1000 Mark von Dem Sparbuch zu leihen, womit Dieser auch einnerftanDen war. Der Angeklagte hob Daraufhin 1000 Mark von Dem Konto ab. Da er jedoch durch die Ausgabe einer bisher betriebenen Kolonialwarenhandlung immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten geriet, hob er nach und nach ohne Wissen Des andern die gesamte Summe fast restlos ab. Dabei legte er der Bezirks- sparkasse in Nidda gefälschte Vollmachten vor. Mittlerweile beabsichtigte der Freund, sich zu verheiraten, und er wollte zu diesem Zweck bei der Sparkasse sein Guthaben abheben. Dabei wurde ihm die Eröffnung zuteil, daß sich nur noch sage und schreibe 44 Mark auf dem Konto befanden. Der Angeklagte hatte vom Schöffengericht wegen dieser Tat unter Zubilligung mildernder Umstände fünf Monate Gefängnis erhalten, gegen die er bezüglich Des Strafmaßes noch Berufung verfolgte. Die Große Strafkammer hob auch das Urteil Des Schöffengerichts auf, erhöhte jedoch in Anbetracht Der Gemeinheit Der Tat unD Der Schwere Des 23er» trauensbruchs Die Strafe auf sieben Monate Gefängnis. In Der Urteilsbegründung hob Der Vorsitzende hervor, daß eine Derartige Gesinnung unD Handlungsweise nicht schwer genug geahndet werden könne, und bezeichnete es im übrigen als ein starkes Stück, daß der Angeklagte trotz seiner geringen erstinstanzlichen Strafe überhaupt Berufung eingelegt habe.
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Samstag, 11. September, konnte Herr Bernhard Beck aus Gießen als Betriebsschlosser bei der Firma Bän- ninger G. m. b. H., Gießen, auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Um 8 Uhr vormittags versammelten sich, wie bei diesen Gelegenheiten üblich, die Leiter der Firma und die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Es wurden hierbei Herrn Beck durch den Betriebsführer, Herrn Karl B ä n n i n » ger, besonderer Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren Der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen und die vielseitigen Fähigkeiten des Jubilars hervorgehoben. Ferner wurden noch von sieben Vertretern der Gefolgschaft, darunter auch von einem Lehrling, in schonen Worten Glückwünsche dargebracht. Dem Jubilar wurden sowohl von der Firma als auch von der Gefolgschaft wertvolle Geschenke überreicht.
** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Für Mittwoch, 22. September, ist Schweinemarkt vorgesehen.
** Den Perletzungen erlegen. Vor einiger Zeit ereignete sich im Rangierdienst des hiesigen Bahnhofes ein schwerer Unfall. Der 49 Jahre alte Rangieraufseher Wilhelm Volk, Krofdorfer Straße 30, wurde im Dienst so schwer an beiden Beinen verletzt, so daß Amputationen notwendig wurden. Der bedauernswerte Mann lag schwer darnieder. In jüngster Zeit stellten sich nun Komplikationen ein, denen der schwer Verunglückte erlag.
** Unfälle. Ein sechsjähriger Junge aus Dec Schulstraße murDe Dieser Tage von einem Hund heftig ins Bein gebissen. Das Kind mußte sofort zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — In der oberen Frankfurter Straße geriet ein Mädchen, das mit dem Fahrrad unterwegs war, gegen einen Kraftwagen, kam xu Fall und mußte mit einer leichten Gehirnerschütterung in ärztliche Behandlung gebracht werden.
Jtunbfunfprogramm
Sonntag, 12. September.
' 6 Uhr: Hafenkonzert. 8: Von München (aus Nürnberg): Reichssendung: Appell der SA., SS., NSKK., NSFK. in der Luitpold-Arena mit der Rede des Führers. 9: Frohe Musik am Sonntagmorgen. 10.30: Chorgesang. 11.15: Höhenwege des Lebens. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Heiter und bunt! 15,30: „Das Kragenknöpfchen". Heitere Szene. 16: Sonntagnachmittag aus Saarbrücken. Musik zur Unterhaltung. Als Einlage: Sport des Sonntags. 18: Weniger Bekanntes von guten Bekannten (Paul Lincke). 19.40: Sportspiegel Des Sonntags. 20: Don München (aus Nürnberg): Reichssenduna: Nachrichten. 20.10: Von München (aus Nürnberg): Reichssendung: Reichsparteitag Nürnberg 1937 — vom Appell der SA., SS., NSKK., NSFK. — vom Vorbeimarsch vor dem Führer am Adolf-Hitler-Platz. 22: Von München (aus Nürnberg): Reichssendung: Nachrichten. 22.15: Sportberichte am Sonntag. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Die Oper der Gegenwart.
Hlontag, 13. September.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8 30: Musik am Morgen. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Brüderchen unD Schwesterchen. Märchenspiel von Gertraude Knab. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert, 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloh- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. Wir kaufen ein Auto. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 17.55: Schaltpause. 18: Reichssendung: Reichsparteitag 1937. Äon Den Vorführungen Der Wehrmacht mit Der ReDe Des Führers. 20: Schluß Des Parteikongresses mit Der ReDe Des Führers. 22: Nachrichten. 22.20: Festliche Musik. 24: Großer Zapfenstreich der Wehrmacht vor Dem Führer.
Aus der engeren Heimat.
Abturnen in Lollar.
Am morgigen Sonntag wird der Verein für Leibesübungen Lollar 1883 sein Abturnen durchführen. Nachdem der Verein sich an allen größeren Wettkämpfen des Deutschen Reichsbundes für Lei- bcsübunäen erfolgreich beteiligt hat, gilt es nun, die Fortschritte der emsigen Arbeit im Verein festzustellen. Hiermit verbunden ist die Austragung der Vereinswanderpreise, die erstmalig im Vorjahre vergeben wurden. Verteidiger der Wanderpreise sind die Kameraden Walter Bierau, Willi M u n z e r t und Walter F o r b a ch.
Abturnen im Tv. Lang-Göns.
Dor zahlreichen Zuschauern veranstaltete am Sonntag der Tv. Lang-Göns seine oiesjährigen Vereinsmeisterschaften. Am frühen Nachmittag begannen die Wettbewerbe mit den Dreikämpfen. In einer Pause zwischen den Wettkämpfen zeigte die Mädchenriege unter Leitung von W. Dern schöne Feiübungen, Ballübungen und Volkstänze. Vereinsführer K. Müller und der Vertreter der Gemeinde Faber hielten kurze Ansprachen. Sie betonten in ihren Reden den Wert der Leibesübungen und forderten alle, die noch abseits stehen, auf, in Zukunft mitzumachen. Dann mürben die Kämpfe fortgesetzt. Es gab sehr knappe Resultate und einige recht gute Leistungen. In der Turnhalle fand zum Abschluß die Siegerehrung statt. Dietwart Schmidt konnte dabei folgende Ergebnisse verkünden:
Dreikampf, Turner: 1. A. Wenzel 63P.; 2. H. Höchst 61 P.; 3. O. Köster 59 P..
Dreikampf, Jugend, Oberstufe: 1. H. Hofmann 67 P.; 2. H. Gatzert 64 P.; 3. W. Marsteller 61 P.
Dreikampf, Jugend, Unter st ufe: 1. H. Müller, 75 P.; 2. W. Raith 63 P.; 3. R. Bergk 54 P.
100-Meter-Laus: 1. A. Wenzel 12,3 Sek.; 2. K. Rudolph, H. Höchst, H. Gatzert und W. Mül- ler 12,4 Sek.: 3. H. Müller 12,5 Sek.
2000-Meter-Lauf: 1. H. Gatzert 6:53,5 Min.; 2. H. Müller 6:53,9 Min.; 3. W. Marsteller 6:54,3 Min.
Weitsprung: 1. O. Köster 5,80 Meter; 2. W. Dern 5,75 Meter; 3. A. Wenzel und H. Höchst 5,70 Meter.
Hochsprung: 1. W. Müller 1,50 Meter; 2. W. Marsteller 1,50 Meter; 3. K. Rudolph 1,50 Meter.
Kugel st oßen, Turner: 1. A. Faber 10,25 Meter: 2. R. Dreier 9,60 Meter; 3. A. Schwan 9,40 Meter.
Kugel st oßen, Jugend : 1. H. Hofmann 11,25 Meter; 2. H. Gatzert 10,68 Meter; 3. W. Marsteller 9,95 Meter.
Diskuswerfen: 1. A. Faber 31,00 Meter; 2. H. Hofmann 28,30 Meter; 3. E. Müller 27,25 Meter.
Keulenwerfen: 1. A. Wenzel 62 Meter; 2. E. Müller 60,50 Meter; 3. H. Hofmann 57,20 Meter.
Speerwerfen: 1. H. Hofmann 42,40 Meter; 2. W. Marsteller 40,80 Meter; 3. H. Gatzert 38,70 Meter.
Landkreis Gießen.
□ Leihgestern , 10. Sept. Der hiesige G e - f a n g o e r e i n „L i e de r k r a n z" unternahm in drei Postomnibussen eine Fahrt zum Weltluftschiffhafen Frankfurt a. M. Eingehend wurde das Luftschiff „Gras Zeppelin" besichtigt. Die Fahrt führte dann weiter nach Darmstadt. Nach einer Besichtigung der Sehenswürdigkeiten brachte der Chor im Hof des Schlosses einige Lieder zu Gehör. Im weiteren Verlaufe der Fahrt wurde in Bensheim und in Reichenbach Rast gemacht. Ziel des Ausflugs war Lindenfels im Odenwald. Nach längerem Aufenthalt in Lindenfels ging es durch das Gersprenztal nach Offenbach. Dort traf man sich mit den in Offenbach wohnenden Leihgesternern. Angeregt von den schönen Erlebnissen des Tages kehrten die Sänger zurück.
* Lollar, 11. Sept, Am heutigen Samstag vollendet unser Volksgenosse Karl K r e b a f f, Horst- Wessel-Straße, bei bester Gsundheit sein 81. Lebensjahr. — Das Fest ihrer silbernen Hochzeit können morgen, Sonntag, die Eheleute
Karl Gilbert und Frau, geborene Schimangk, begehen.
# Daubringen, 9. Sept. Beim jüngsten Volksschießen errang Heinrich Bierau von hier den von der hiesigen Kriegerkameradschaft gestifteten Wanderpreis. Den ersten Preis errang L. Mohr. Das Blumenschießen erfreute sich besonderer Beliebtheit. — Die Straße von Alten- Buseck nach Daubringen befindet sich gegenwärtig in sehr schlechtem Zustande, so daß die Arbeitskameraden, die zu den Didier-Werken fahren, mit ihren Fahrrädern und Motorrädern die Straße kaum passieren können. Die Wiederherstellung der Straße würde sehr begrüßt werden. — Das Finanzamt führt gegenwärtig in unserer Gemarkung eine Bodenschätzung durch. — In einer Bauernversammlung hielt ein landwirtschaftlicher Sachverständiger einen Vortrag über Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, Entwässerung und zweckmäßigen Anbau in unserer Flur. Im Anschluß daran wurden die Ergebnisse der Boden- schätzung an Hand der Parzellenkarten mitgeteilt.
<> Steinbach, 10. Sept. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" hatte seine Mitgli^er zu einem Schlesien-Abend eingeladen. Nach kurzen Begrüßungsworten gab der Vereinssührer einen Bericht über die Reise nach Schlesien, sowie über das große Erlebnis der einzelnen Veranstaltungen in Breslau. Auch gab er einen Eindruck von der Weihestunde, in der der Führer Adolf Hitler sprach. Seine Ausführungen wurden mit großer Spannung ausgenommen. Einem Schlesier-Lied, vorgetragen von Frl. W a l b (Otto W a l b am Klavier), folgte eine Lichtbildervorführung des Mitgliedes Gg. K l a u m. In ungefähr 40 selostaufgenommenen Bildern zeigte er den Anwesenden Ausschnitte aus dem großen Sängerfest. Der Vereinsführer überreichte zum Schluß im Namen der Breslau-Fahrer eine Gedenkschleife vom 12. Deutschen Sängerbundesfest. — Im nächsten Jahre wird der Verein sein 75jähriges Bestehen feiern.
ch Lich, 10. Sept. Der Geschäftsführer der hiesigen Tonwerke, Heinrich Schmidt VIII., verunglückte dieser Tage auf tragische Weise im Licher Güterbahnhof tödlich. (Wir berichteten darüber.) Als Mensch und Bürger gleichgeachtet, hat sich der Verstorbene bleibende Verdienste um unsere Stadt erworben. Vor nunmehr 30 Jahren gründete er die Licher Tonwerke, die er bis zu seinem Tode als Geschäftsführer leitete. Aus kleinen Anfängen heraus schuf der Heimgegangene ein Werk, das heute neben der Brauerei Jhring-Melchior und der Schie- fersteinschen Maschinenfabrik zu den ersten Betrieben in unserer Stadt zählt. Die Tonwerke spielen im wirtschaftlichen Leben unserer Stadt eine beachtliche Rolle. Der Verstorbene betätigte sich mit großem Erfolg auch als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Licher Bank, nachdem er auch einige Jahre Direktor der Bank war. Auch im kommunalen Leben unserer Stadt versagte der Verstorbene seine Mitarbeit nicht, er gehörte einige Jahre dem Stadtrat an. Don besonderem Segen aber war seine ehrenamtliche Tätigkeit im Gesangverein „Cacilia" begleitet. Herr Schmidt hat es verstanden, in Zusammenarbeit mit den Dirigenten des Vereins, den Verein auf eine Höhe zu bringen, die weit über dem Durchschnitt gleichgroßer Vereine liegt. Mit einer hervorragenden Rednergabe und einem glänzenden Organisationstalent ausgestattet, hat er die Vereinsgeschicke während fast vierzig Jahre geleitet. Sein Name hatte im ehemaligen Lahntalsängerbund einen guten Klang. Als er wegen vorgeschrittenen Alters sein Amt als Vorsitzender der „Cäcilia" in jüngere Hände abgab, wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzender des Vereins ernannt, so daß er also 51 Jahre lang dem Vorstand angchört hatte. Wie hoch er auch die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend einschätzte, beweist der Umstand, daß er seit seiner Konfirmation im Jahre 1877 ununterbrochen dem Turnverein Lich als Mitglied, zuletzt als Ehrenmitglied, angehörte. Mit dem Verstorbenen hat die Stadt Lich einen ihrer tüchtigsten und fähigsten Bürger verloren.
△ Münzenberg, 6. Sept. Dieser Tage waren es 25 Jahre, daß der Schreiner Heinrich Wagner bei der Münzenberger Möbelfabrik Metzger & Schlecht tätig ist. Aus diesem Anlaß veranstaltete die Betriebsführunq in der Wirtschaft Georg Metzger eine schlichte Feier. Betnebs-
sllyrer Schlecht eröffnete den Betriebsappell mit einer kurzen Ansprache, beglückwünschte den Jubilar und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er noch lange Zeit der Firma erhalten bleibe. Ferner begrüßte er Pg. Heid von der Kreiswaltung der DAF. Gießen, der anschließend die Glückwünsche der DAF. überbrachte. Der Jubilar dankte mit bewegten Worten für die ihm erwiesenen Ehrungen, gedachte seiner im Weltkrieg gefallenen Arbeitskame- raden und wünschte der Firma, sowie der Belegschaft alles Gute für die Zukunft. Außerdem bat er Pg. Heid, der Kreiswaltung Gießen seinen Dank auszusprechen, insbesondere Kreisobmann Wagner für sein Glückwunschschreiben. Mit dem Sieg- Heil auf den Führer wurde der erste Teil der Feier geschlossen. Bei Essen und Trinken, gestiftet von der Firma, blieb man dann noch einige Stunden beisammen. Nachträglich wird dem Jubilar noch ein Diplom der DAF. und ein Geschenk der Belegschaft überreicht werden.
Kreis Schotten.
□ Laubach , 11. Sept. Am Sonntag, 12. September, feiert der ölte ft e Einwohner unserer Stadt, der Wagnermeister und Landwirt Heinrich Hornberger, seinen 9 0. Geburtstag. Er ist der letzte in unserer Gemeinde noch lebende Altoeteran von 1870/71. Den Feldzug machte er als Unteroffizier in der 6. Kompanie des damals in Darmstadt liegenden JR. Nr. 117 mit und nahm an den Schlachten von Gravelotte, Orleans und Briare teil. Am 11. Februar d. I. brach der sonst noch rüstige Jubilar in seiner Scheune den rechten Oberschenkel, seit dieser Zeit muß er das Bett hüten.
Kreis Dehlar.
D Krofdorf, 9. Sept. Zur Zeit erfährt das Dorfbild eine Verschönerung durch Instand- setzung einiger Straßen. So erhalten die
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 12. September.
Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Kandidat Leonhard; zugleich Christenlehre für die Markusgemeinde; 9.30: Pfarrer Schmidt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Johannes- und Militärgemeinde: 9.30: Pfarrass. Paetow; 11: Kinderkirche f. d. Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtols- heimer. — Iohannessaal. 20: Bibelbefprechung, Pfarrer Trapp. — Kapelle des Alien Friedhofs. 9.30; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Christenlehre für die Petrusgemeinde; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Petrusgemeinde: 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Saal der Heuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — konfirmandenfaal (Liebigftraße 56, H.). 13: Taubstummengottesdienst, Pfarrer Bechtolsheimer. — Steinbach. 9: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. 11: Kindergottesdienst, 1. Abt., 13: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst: 11: Christenlehre für die männl. Jugend; 14: Kindergottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Lollar. 20: Gottesdienst. — klein- Linden. 9: Gottesdienst; 10.15: Kindergottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 10: Gottesdienst mit Einführung. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10.15: Gottesdienst. — Lich. 9.15: Stiftspfarrer Naumann; 13: Kindergottesdienst. — Hie- der-Dessingen. 10.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13: Christenlehre. — Dettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre.
Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 12. September. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 15. September. 20.30: Bibelstunde.
Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 12. September. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde: 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 14. September. 20.30: Bibel- und Gebetstunde.
Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den
im Fohnbachkal ausmündende Hintergaffe und die Jnselstraße, die Haupt- und Rodheimer Straße verbindet, teilweise neue Decken und Rinnen. Eine besondere Gestaltung erfährt der Platz vor dem Rathaus, an dem Bordsteine gesetzt werden und eine Art Verkehrsinsel entsteht.
Das Todesurteil gegen Mieger jun. aufgehoben.
Heue Verhandlung ungeordnet.
Lpd. Aus Leipzig wird uns gemeldet: Der 1. Strafsenat des Reichsgerichts hat auf die Revi- sion des Angeklagten das am 8. Juni d. I. vom Schwurgericht in Frankfurt a. M. gegen den 28 Jahre alten Wilhelm Mieger aus Friedrichsdorf ergangene Todesurteil mit feinen Nebenfolgen aufgehoben und nochmalige Verhandlung gegen den Angeklagten ungeordnet.
Nach Ansicht des Senats war die Teilnahme- form vom Schwurgericht unzulänglich geprüft worden. Es sei nach den bisherigen Urteilsfeststellungen möglich, daß Mieger nur als Gehilfe zur Tat seines Vaters in Betracht komme. Mieger, der einer berüchtigten Wildererfamilie entstamm!, hat am 16. April d.J. den 56 Jahre alten WaldhHer Ernst Hofmann aus Köppern im Taunus im Wald aus dem Hinterhalt erschossen und bi£ Leiche dann mit Hilfe seines Vaters versteckt. Das Schwur- gericht hat angenommen, daß Mieger die Tat nicht allein ausgeführt haben kann, sondern daß er einen Mittäter gehabt haben müsse; möglicherweise sei sogar der Vater, der auf den Sohn einen großen Einfluß ausgeübt habe, dieser Mittäter gewesen. In der neuen Verhandlung wird sich also das Schwurgericht Frankfurt a. M. mit der Frage zu befassen haben, welche Rolle der Vater Mieger in der ganzen Angelegenheit gespielt hat.
Kirchliche Nachrichten.
12. September. 8.30: Evangelisationsstunde. — Donnerstag, den 16. September. 8.30: Jugendbundstunde.
Heuapostolische Gemeinden, Händelstrahe 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 12. September. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 15. September. 20.30: Gottesdienst.
Duptislengemeinde, Gartenstrahe 13. Sonntag, den 12. September. 11 Uhr: Kindergottesdienst: 16: Predigt. — Mittwoch, den 15. September. 20.15: Bibelstunde.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 11. September.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, den 12. September. Kirchweihfest.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgeleyenheit; 7: hl. Messe mit gemeinschaftlicher Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Hidda. 8.15: Hochamt mit Predigt.
Montag, den 13. September.
Laubach. 7.30: hl. Messe.
Dienstag, den 14. September.
Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde.
Mittwoch, den 15. September.
Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe.
LeffentNcher Sonntagsdienst.
Polizei: Telefon 2751, nur In dringende» Notfällen Telefon 01.
Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02.
Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.
Stadtpoftamt: Für Schlteßfachabholer 1 bis 13 Uhr.
Sanitätskolonne: Telefon 2500.
Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Ringshausen.
Zahnarzt: Dr. Gonter.
Apotheke: Engel-Apotheke.
I Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen.
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wird immer größer, wenn Sie em schlechtsitzendes 'Brmchba/nd tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie ^ren Arzt. Ein Unterleibsbruch ist nicht ein Riß in der Netzhaut, sondern stellt eine Bauchfellausstulpung dar und Fstbelserungsfähig.Viele Bruchleidende haben sich mit Hilfe meinerSpezialaustühi ungen sogai geheilt. IT a s hreibt Herr Mendler; „Mochte Ihnen mit- teilen daß ich durch die von Ihnen verordnete Bandage trotz meinem Alter von 67 Jahien von meinem Leistenbruch vollständig geheilt bm. Seit beinahe einem Jahr brauche ich kern Bruchband mehrzu tragen und fühle auch keine Beschwerden. Rudolf Mendler, Lagerverwalter, Berlin. Skalitzer- straße 29a? den 18. Juni 32.“ Kommen Sie zu mir auch w W
s»/. .... /
Vergnügliche Obstversteigerungen
Zwanglos findet man sich zu den Obstversteigerungen ein.
Das Frühobst wurde schon geerntet. Nunmehr liehen Versteigerungen oft erden Bekanntmachungen verkünden, daß Ge- z. B. eine arme Witwe,
werden.
wir aber, wenn sich ein anderer
Liebhaber auch gerade auf diesen Baum „spitzt" und uns sofort überbietet? Dann gehen wir ruhig
mehr bis wir unsere geschätzte
mit und bieten
Erst probieren und dann kaufen
(Nachdruck verboten.)
B Fortletzung
forschenden
immer kaum erwarten, daß der Dienst Annelore
anzusagte
den der
seinen gelang
so teuer waren. Was machen
ver- ver- ver- blei-
gehen?"
den Wald.'
stand auf.
Der Großvater maß ihn mit einem Blick.
„Nun — schon wieder an die Arbeit
Stefan reckte sich in den Schultern.
„Nein. Ich will ein Stück hinaus in
„Bei dem Sturm?"
„Ist mir gerade recht heute."
Da sich
fremdes H.
perben Bekanntmachungen .
nemben unb Kreise ihr Obst verslelgern lassen, seht mancher Obstliebhaber hinaus unb besieht
, Höchstzahl" erreicht haben Das waren also in bem oben erwähnten Falle zwölf Mark Bietet ber an-
eine arme Witwe, bie zu Hause eine große Kmberschar hat, ein geringes Gebot macht unb nie»
nehmen.
Das Haustöchterchen hatte also wirklich
bie beiben nicht gleich roieberfommen würben „Aber wir wollen eine Kerze mitnehmen", Wolfgang o Achenbach. „Wir haben bo^* auch elektrische Beleuchtung, aber bruck gewinnt man am besten bei
Einen alten Silberleuchter in der M dann mit Annelore in bas Grbgefr 11 gingen in ben westlichen Flügel \ I bie Wirtschaftsräume lagen. Eine eBS in altersgrauer, bicker Mauer. Der ÄQ bete bie Kerze an Dann stiegen hinab.
Fortsetzung folgt
1 len eeaen
Mancher sucht sich nun „seinen" Baum aus, t vielleicht aus früheren Jahren kennt ober
Bei gutem Preis hat die Bäuerin einige Bäume gesteigert Nun wird ihr Name in die Versteigerungslisten geschrieben.
Das waren so einige Ratschläge und Erlebnisse des alten Obstliebhabers, und wir sind überzeugt
bere mehr, bann mag er bie Aepfel behalten.
Es gibt freilich auch Fälle, in denen Leute suchen, die andern zu „treiben" Das ist ganz werflich. Wenn wir ben Baum nicht erhalten,
Nach einem kurzen „gute Nacht" ging er.
Der Großvater sah ihm mit einem langen Blick nach Dann spielte plötzlich ein seines Lächeln um feine Lippen
Nach einer kleinen, brückenben Pause roanbte er sich ben beiben Damen roieber zu.
„Man sollte meinen, baß ein Glas Wein heute am Platze wäre. Unb zwar wirb Wolfgang von Achenbach sich höchsteigenhänbig bemühen. Wegen ber Auslese. Kommen Sie boch gleich mal mit, Fräulein Annelore Ich möchte Ihnen bei der Gelegenheit unseren Weinkeller zeigen. Er ist ein Kapitel für sich."
Annelore erhob sich sofort. Fräulein v. Birkhammer schien nicht ganz einverstanden. Sie ahnte, daß
brauchte es gar nicht zu wissen. Genug, daß es so war. Traurig genug, daß es so war!
Wie zufrieden die drei dort drüben anscheinend waren! Es war ja auch urbehaglich. Man plauderte. Die Lampe verstromte ihren warmen, bunten Schein. Im Kamin heulte ber Novemberwinb
Ja, es war unbehaglich Nur man selbst saß babei scheinbar unbeteiligt. Man gehörte ja nicht bazu. Und man wollte auch gar nicht dazu gehören! Man hatte es gar nicht nötig, dazu gehören zu wollen, verstanden?
Mit einem Ruck schob er seinen Stuhl zurück unb
manb sie herunterbietet. Diese Rücksichtnahme ist schon, deshalb wollen mir auch daran denken, selbst für den Fall, daß wir bann leer ausgehend
So ein bißchen Obstkenntnis sollte eigentlich jeder Steigeret besitzen Es gibt schöne rotbäckige Aepfel und auch solche Birnen, die aber kaum zum Rohgenuß taugen Wir haben erlebt, daß ein Mann einen großen Baum mit Bohnäpfeln für teures Geld steigerte und dann ganz harmlos fragte: „Das sind doch Goldparmänen?" Er handelte nach dem Satz: Aepfel sind Aepfel! Ob feine Frau und feine Kinder derselben Ansicht waren?
Haben wir uns einige bestimmte Baume vorge- merkt, dann schätzen wir ruhig Menge und Wert der Früchte ab rechnen uns aus was sie kosten können und bieten dementsprechend Ein Baum der etwa einen Zentner gutes Tafelobst trägt, dürfen wir nicht mit einer Mark anbieten, denn bann stürzen sich gleich zehn anbere barauf und gerade diese Aepfel werden teuer Wir sagen uns also ganz ruhig: Die Aepfel sind 8 bis 12 Mark wert, also bieten wir auch entsprechend Ein Schrei der Entrüstung gellt durch die Lust, wenn ein solches Gebot auf einen Baum erfolgt Die Leute glauben, wir wollten bie Aepfel teuer machen unb fangen an zu schimpfen Wir brauchen nichts zu befürchten, benn inzwischen hat der Beamte längst eins, zwei unb .. drei! gesagt und damit zugeschlagen Die Gemüter beruhigen sich bald, und beim Nachprüfen werden sie feststellen, daß die Aepfel doch gar nicht
Sinn Für die, die es anging. Ein paarnfal es Wolfgang v Achenbach, Annelore ein warmes Lachen zu entlocken. Unb jebesmal war es Stefan, als ob ihm bies Lachen wie ein lebendiger Quell
suchen wir es beim nächsten. Die „Treiber' ben auch manchmal zur Strafe an einem Baum hängen, die Zuschauer haben ihre Freude, und zwar haben sie diesmal ihre „Schadenfreude", und diese soll ja bekanntlich die reinste sein.
Es gibt Steigerer die glauben, sie würden sich etwas vergeben, wenn sie nicht das letzte Wort behielten. Sie sagen: Was ich anbiete, das kaufe ich auch! Das hört sich ja ganz hübsch an, kann aber doch unter Umständen sehr verhängnisvoll werden, wenn z. B. zwei solcher Bieter, bie auf biefem Stanbpunkt stehen (unb sie finb sehr zahlreich!), einen Baum haben wollen. Es gibt bann
Alles hört aufmerksam hin. 8,40 Mark zum Ersten, zum Zweiten, zum — Dritten!
(Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Wir wollen uns beshalb unsere „Gegner" ruhig anschauen. Dann kommen wir viel eher zum Ziel. Wie oft können wir uns mit einem Bekannten einigen, daß wir uns nicht gegenseitig herabbieten, baß wir bie Früchte gemeinsam steigern unb bann teilen. Nachgiebigkeit unb Entgegenkommen fuhren auch hier viel weiter als einseitige Dickköpfigkeit.
ruhig, jähzornig oder be- bächtig eigensinnig ober nachgebenb Ein Kapitel für sich finb bie Frauen Sie sinb es in den meisten Fällen, die fast immer zu teuer kaufen
Wir plauderten dieser Tage mit einem erfahrenen Obstliebhaber, ber schon viele ländliche Obst- oerfteigerungen miterlebt hat. Er gab einige Ratschläge, bie wert finb, baß wir sie weitererzählen Wir sollen uns zuerst ein mal nach einem schönen Baum umschauen, wir dürfen aber nicht versuchen, nun unter allen Um- ftanben gerabedieseAepfel ober Birnen zu erstehen Es ist viel besser, wenn wir unsere Liebe aus meh- rereBäume verteilen,bann haben wir nachher bie Auswahl Keineswegs sollen wir wild brauslosstei- gern und alle anbern Menschen vergessen. Es ist ein schonerBrauch, ber bei dörf- in Erscheinung tritt, wenn
lichkeit verschaffte. Unb Behaglichkeit herrschte hier jetzt zweifellos. Für bie anberen wenigstens. Selbst Fräulein v. Birkhammer schien auf bem besten Wege, etwas mehr „Menschenähnlichkeit" anzubaß er recht hat.
Und wenn du nun, lieber Volksgenosse, einen Baum an ber Straße erftanben hast, bann denke auch daran, daß dieser Baum im nächsten Jahre wieder Obst bringen soll Behandle den Baum mit größter Vorsicht und Achtung! Steige nicht mit genagelten Schuhen in die Aeste und verletze nicht die Rinde! Wie oft siedelt sich dann der Krebs oder eine andere Krankheit gerade dort an. Reiße die Früchte nicht einfach ab, sondern pflücke vorsichtig, damit die kleinen Fruchtästchen, die ja schon die Knospen für bas nächste Jahr tragen, geschont Ein Baum muß behandelt werden wie
I Eigentum. Denke daran!
merkwürdig hart aufklingen, und bann sah sie sich Stefan gegenüber.
Anscheinenb hatte er sie bereits vermißt. Er ließ einen kurzen, knappen Blick über sie hingleiten unb chien etwas sagen zu wollen. Aber er verzichtete darauf und wandte sich, um weiterzugehen
Plötzlich aber blieb er doch wieder stehen.
„Bei Frau Lebrun muß mehr gelüftet werden" sagte er halb über die Schulter hinweg. ,^2st ja eine Luft zum Ersticken dort! Madame ist reichlich zimperlich, da müssen Sie energischer auftreten."
Eine ruckartige Bewegung der Schultern, dann fügte er hinzu:
.Bitte in Zukunft daraus zu achten!
Sein Kinn sank plötzlich zurück. Mit raschen Schritten ging er davon
Annelore war es, als ob ein eisiger Wasserstrahl sie getroffen hätte. Es dauerte eine Weile, bis sie imstande war, an ihre Tätigkeit zu gehen.
Bei der kleinen Ingeborg Sörensen traf sie nach einigen Minuten wieder mit Stefan zusammen Während sie die Tür öffnete, hörte sie ihn mit dem Kinde sprechen Ein seltsames, beinahe bitteres Gefühl quoll in ihr auf. Wie warm und zärtlich er sprechen konnte! Mit anderen Mit allen anderen. Nur nicht mit ihr ...!
Er unterbrach sich sofort. Jetzt sprach nur noch ber Arzt aus ihm Er gab ein paar Anweisungen, bann ging er wieber.
Als Annelore einige Zeit barauf bas Zimmer gleichfalls roieber verließ, ftanb er auf bem Gang. Er sah auf seine Uhr. Aber es hatte fast ben Anschein als ob er auf Annelore gewartet hatte.
Sie mußte an ihm vorüber Da roanbte er sich ihr mit einer etwas eckigen, unbeholfenen Bewe- flU11!DasU mit Frau Lebrun vorhin Fräulein Hil- bad) - ich meine - Sie bürfen sie getrost ein bi&- chen schärfer anfassen Einen - Vorwurf wollte ich Ihnen bamit nicht etwa machen , sagte er mit unsicherer, gepreßt flingenber Stimme
Gr hatte sie babei nicht angesehen Jetzt aber hob er ben Blick Für eines Herzschlags Länge begeg-- nete er ihren Augen, bie von einem feuchten Schleier verhüllt schienen
Bevor sie aber noch etwas ernubern konnte, hatte er sich schon roieber abaeroanbt Mit auffaUenb hastigen Schritten ging er davon.
sehr teures Obst, böse Worte usw Für bas Geld, bas hier bezahlt werben muß, konnten wir auf bem Wochenmarkt bas Doppelte billiger unb — bequemer kaufen Starrsinn bei einer Obstoersteige- rung hat noch nie Glück gebracht, ebenso müssen wir unsere Fembschaft mit unlerm Nachbar vergessen Es gibt da merkwürdige Menschen. Sie wollen „diesem Kerl" einmal zeigen, daß sie mehr können Das Ergebnis ist auch danach Wir können wahrlich von vergnüglichen Dbitoerfteigerungen sprechen.
Gar oft müssen bie Dbftfreunbe einige Zeit warten, bis bie Versteigerung in einer anberen Gemarkung beenbet ist. Bei bieser Gelegenheit wirb bann in ber nahen Wirtschaft em wenig (!) gezecht Daß auch bas feine Schattenseiten hat. haben wir schon erlebt Bei einer Versteigerung erschien ein lieber Bekannter unb bot auf bie kleinsten Bäume, an benen nur einige Pfunb Aepfel hingen unb bie mit einer Mark bezahlt gewesen wären, gleich fünf unb mehr Mark Das kam vielleicht baher, baß er auch zeigen wollte, was er für ein tüchtiger Zahler sei. Die Hauptursache seines Steigerns aber war wohl ber genossene Alkohol, ber ihn alles boppelt unb breifach sehen ließ So überschätzte er also nicht nur seine Kraft, fonbern auch ben Behang ber Bäume. Der Beamte würbe darauf aufmerksam gemacht er sagte aber nur. Gebot ist Gebot! Und so ging’s munter weiter, bis endlich die Nachbarn die Ehehälfte des luftigen Steigerers herbeiholten, die dann auch bald dafür sorgte, daß ihr angeheiterter Gatte ganz zufrieden
Annelore sah ihm nach. Ihr Herz schlug wie ein feiner Hammer Stefan hatte sich entschuldigt! Es war ihm gewiß nicht leicht geworden. Um so höher war es zu bewerten. Um so mehr durfte man sich darüber freuen
Nach dem Abendessen saß man wie gewöhnlich im Wohnzimmer beisammen Auch Stefan hatte sich eingefunden. Niemand schien das unsichere Zögern, mit dem es geschehen war. bemerkt zu haben. Er hatte etwas abseits Platz genommen. Bei einer Zigarre, die hier erlaubt war, hörte er ber Unterhaltung zu, bie in ber Hauptsache von bem Großvater uno bem „Haustöchterchen" bestritten würbe
„Haustöchterchen"...! Der Großvater betonte bas Wort reichlich oft! Aber Stefan war gerecht genug, zuzugeben, baß man es bem Großvater nicht oerbenfen konnte, wenn er sich ein bißchen Behag-
übers Herz riefelte.
Uebers Herz .? Unsinn! Das riefelte nicht über das sogenannte Herz, das verdarb höchstens den Verstand!
Mit zusammengeschobenen Augenbrauen lehnte er sich zurück Sie finb im Grunbe genommen alle gleich! bachte er. Bei ber einen ist es bies, bei ber anberen jenes, was bie Männer blinb und dumm macht.
Es war gut, wenn man Annelore Hildach einmal daraufhin beobachtete. Dazu faß man ja nun hier
Nur dazu, Stefan von Achenbach? Wirklich nur dazu?
Ein sonderbarer Zug legte sich um seinen Mund, während sein Blick wieder x\i Annelore hinüber- ging Sie war ohne Zweifel ein prachtvolles Geschöpf. wenn man nüchtern unb ehrlich urteilen wollte Aber bas war es eben — ehrlich wohl, aber nüchtern konnte man in biefem Falle eben nicht urteilen’ Darin durfte man sich nichts vormachen Woran bas lag, spielte gar keine Rolle. Man
und etwas nachdenklich nach Hause geleitet wurde. Was dort geredet wurde, davon schweigt des Sängers Höflichkeit.
War es nicht auch vergnüglich, als bei einer großen Versteigerung, es waren etwa 200 Menschen erschienen, ein Mann einen schonen Baum mit Boskop erstehen wollte und starr vor sich hinsehend, immer weiterbot, immer hoher, benn aus bemHin- tergrunbkameine Frauenstimme, dieauchnicht locker ließ unb immer roieber 20Pfennig weiterbot. Die Versammlung hatte längst bemerkt, baß ja hier Ehemann und -weib sich gegenseitig herunterboten, unb bas Lächeln, ach was, bas Lachen war kaum zu unterbrücken, bis dann die Bombe platzte! Ja, das roqr vergnüglich für alle, nur nicht für Mann und Frau, bie sich nun zur Freude der andern Vorwürfe machten!
Beim gememfam eingenommenen Millagesten »ar Stefan immer sehr wortkarg Er wahrte nur eien die Form Bei dem abendlichen Zusammen- sein war er nur selten zugegen Und dann auch nur auf ganz kurze Zeit Meist erhob er sich ganz Plötzlich wieder, um sich zurückzuziehen.
Wolfgang v. Achenbach begann bereits, sich Ge-
1 hinten darüber zu machen.
Er hatte Annelore schon einen Teil des alten kchlosses gezeigt Sie war entzückt gewesen von den nid) verzierten altertümlichen Truhen, den herrlich geschnitzten Schränken, den alten Gemälden u-ib den prachtvollen Gobelins an den Wanden
Eines Tages führte er sie wieder Zum Abschluß Z'igte er ihr bie Kapelle, bie nicht mehr benutzt unb nir noch selten einmal betreten würbe Herrliche fcesfogemälbe alter Meister schmückten den irn fplbbämmer liegenben Raum, ben em schwacher Seruch von Mober unb vergangener Zeit durch- aebte Geschnitzte, wurmzerfressene Chorstuhle hoben sich bunfel ab.'Silberne Leuchter glanzten matt von i>,m kleinen Altar her. Ihm gegenüber erhob sich bie kleine alte Orgel Durch bie bunten Glasfenster fi?l gebämpftes. feierliches Licht herein.
Als sie bie Kapelle roieber verlassen Hattern trennten fie sich ein buchen baftig. M-m Halle sich m wenig oerfpätet her Dienst wartete auf Anne- "eilig stieg fie die Treppe hinab. Sie hörte Schritte
bm roarm empfohlen mürbe Bei ber Versteigerung seht er bann kampfbereit unb umfaßt ben Stamm, ils ob er sagen wollte: Es soll sich ja keiner unter- slehen, mich herabzubieten!
Obstversteigerungen in den schonen Tagen des .Altweibersommers" sind immer reizvoll: sie bieten (in bewegtes Bild und sind auch manchmal recht !?rgnügt Man lernt babei gute „Freunbe" fen- 1?n, man sieht aber auch, rote sich Mitmenschen ge- irben. je nach Anlage und Erziehung: hitzig oder
HoWKlWlW!
Noinan von Bernhard Lonzer.
Uicheberrechtsschutz:
Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.
N So gingen bie Tage hin. Emer rote ber anbere. kchön waren bie Stunden, die Annelore in Wolf- png o. Achenbachs Gesellschaft zubrachte. Da Mite sie sich so richtig geborgen, als ob sie zu häufe wäre In der kurzen Zeit hatte sich em lehr h-rzliches und vertrauliches Verhältnis zwischen hin beiden entwickelt Der Schlohherr ^"Nte es
Wer gleich bezahlt, vergißt es nicht! Der Mann kann nun seine Aepfel gleich ernten und mitnehmen.
Ein Idealbild japanischen Kn'egergeifles
Sie l.AS.-Kampsspiele in Nürnberg.
3um 25. Todestage des Generals Nogi am 12. September.
Wirtschaft
Devisenmarkt
Berlin — Aranklurt o M
Buenos Lire» .
Brüssel.......
’Hio de Janeiro ßolen........
Kopenhagen...
Danzig ....
London ......
helsingforS....
Paris........
Holland.......
Italien........
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben öie f)öhe öer zuletzt beschlossenen Dividende an. _________________________Reichsbankdtskonk 4 o H Lombardzinsfuß 5 o f)
ger mit Oblt. Scharte zum Enderfolg vor Lt. Schulze und NSKK.-Oscharf. Friede.
Bei sehr kühlem Wetter traten die Bewerber auf dem Standort-Sportplatz an der Nürnberger Stadt- grenze zum 4000-m-Geländelaus an, der mit je einer Minute Abstand für die Läufer gestartet wurde. Das hügelige Gelände querfeldein über Stock und Stein stellte an die Fünfkämpfer die größten Anforderung gen. Ganz hervorragend lief NSKK.-Oscharf. Friede als Sieger der Klasse B, der mit 13:52,1 Minuten die beste Zeit überhaupt erzielte und als einziger Läufer unter der 14-Minuten-Grenze blieb. In der Klasse A
und seine Familie. Seine beiden Söhne erzog er in der Liebe zu den Waffen, die ihn selbst beseelte, und die einzige Strafe, zugleich aber die höchste Ehre, die er den mutigen Jungen zuerkannte, bestand darin, daß er sich mit ihnen im Schwertkampf maß.
Nogis größte Zeit kam mit dem russisch-japanischen Krieg, in dem er als Oberbefehlshaber der 3. Armee die Festung Port Arthur zur Uebergabe zwang und in der Schlacht bei Mukden öie berühmte Umgehung des rechten russischen Flügels durchführte. Der Krieg sollte ihm seine beiden Söhne rauben, aber es scheint, daß der Feldherr dieses Schicksal vorher gewußt und damit gerechnet hatte. Als man ihm die Nachricht vom Tode seines ältesten Sohnes in der Schlacht bei Nanschan brachte, ging kein Zug des Schmerzes über fein eisernes Gesicht. Ruhig sagte er: „Richtet kein feierliches Begräbnis her. Meine beiden Söhne und ich, wir haben dem Kaiser unser Leben dargebracht, als der Krieg begann. In kurzer Zeit wird man uns alle zusammen begraben."
Und als tatsächlich bald darauf auch sein zweiter Sohn fiel, sagte er: „Ich bin glücklich, daß er einen so ruhmreichen Tod fand. Größere Ehre hätte ihm nicht zuteil werden können." Seine Gattin erwies sich ihm in stoischem Heldentum als ebenbürtig. Man brachte ihr die Asche ihres zweiten, ihres letzten Sohnes. Ohne jede Klage- griff sie nach seinem Schlachtdegen, betrachtete die tiefen Scharten in der Klinge, die von furchtbaren Schlägen zeugten, unbwpries sich glücklich, einen so tapferen Krieger geboren zu haben.
Seltsam mutet es uns im Bilde dieses großen Kriegers und gefeierten Volkshelden an daß er sich auch a l s Dichter bekundet hat. Für den Japaner aber ist das durchaus kein Widerspruch, es drückt im Gegenteil nur die andere Seite der japanischen Seele aus, und Nogi folgte auch hierin der Tradition seiner Ahnen. Seine Gedichte sind zahlreich, keines aber ist tiefer und weiter in das japanische Volk eingedrungen als die kurzen Verse, die er nach dem Tode feines ältesten Sohnes auf dem Schlachtfeld von Port Arthur aufschrieb. Kein Siegeshymnus ist es, der sich in dieser Stunde der Brust des Feldherrn entrang, sondern ein Trauergedicht über den Tod so vieler Männer. Das Lied, das seitdem einer der bekanntesten Leichengesänge bei Begräbnissen von Kriegern geworden ist, hat in deutscher Übersetzung folgenden Wortlaut: „Wüst und traurig ist der Anblick, der das Auge trifft auf dem Felde der Schlacht, wo ein Gemetzel soeben mehrere Meilen weit den Boden mit Leichen deckte. Die Luft ist noch erfüllt vom Geruch des Bluts, das die Erde netzte. Und indem ich so stehe vor der Festung von Kinschau unter den Strahlen der sinkenden Sonne, fehlen mir die Worte, um auszudrücken meine tiefe Traurigkeit. Aber seht doch! Mein wackeres Schlachtroß selbst, es senkt in Trauer das Haupt." C. K.
Das schwierigste Hindernis des 400-m-Hindernis- Laufes der NS.-Kampfspiele in Nürnberg war das Erklimmen einer 4 m hohen Holzwand. (Schirner-M.) wir Lt. Wiedemann in 14:28,8 vor SSUschars. Bramfeldt und Lt. Friedrichsen der Schnellste. Den Zweikampf um den ©efamtfieg zwischen Oblt. Cramer und SS.-Ustuf. Hildebrandt entschied Oblt. Cramer mit einem 11. Platz über die 4000-m-Strecke zu seinen Gunsten. SS.-Ustuf. Hildebrandt startete mit einer Minute Abstand hinter seinem größten Widersacher, war aber nicht in der Lage, den Vorsprung aufzuholen. Vielmehr fiel der durch feine Körpergröße etwas behinderte SS.-Mann auf den 17. Platz zurück, was ihm den Gesamtsieg kostete.
RAD. führt weiter im Mannschafts-Fünfkampf.
Der Mannschafts-Fünfkampf brachte am Freitag auf dem Schießstand der SA.-Brigade 78 in Werderau das KK.-Schießen 50 Meter liegend freihändig, wobei jeder Schütze drei Schuß auf die Klappfcheibe abzugeben hatte. Die Polizei, die am Gesamtergebnis an letzter Stelle liegt, schoß am besten. Sie erhielt nur 21 Fehler angeschrieben und damit 29 Punkte. Kaum schlechter war die SA. mit 22 Fehlern und 28 Punkten. Dann folgten mit je 24 Fehlern und 26 Punkten NSKK. und SS., ferner RAD. mit 27 Fehlern und 23 Punkten und NSFK. mit 29 Fehlern und 21 Punkten.
Entscheidungen in der Leichtathletik.
Der Münchener Lampert siegte tm Diskus mit feinem letzten Wurf von 47,88 Meter Bis dahin hatte der Königsberger Hilbrecht mit 47.77 Meter, feiner Dorkampfleistung, in Front gelegen.
Abendbörse still.
Auch die Abendbörse hatte keine einheitliche Haltung. Bei kleinem Geschäft wichen die Kurse aber nur unwesentlich von denen des Mittags ab. Weiter schwach lagen jedoch Schiffahrtsaktien, in denen das Angebot anhielt, Hapag gingen auf 79 Brief (80) und Nordd. Lloyd auf 80 (82) zurück Von Montanwerten lagen Mannesmann 0,40 v. H. niedriger mit 121,90, Buderus 0,25 v. H höher mit 125,25, während sonst die Mittagskurse behauptet blieben. Etwas niedriger notierten Maschinenaktien, Rheinmetall 153,50 (154,25), MAN. 135 (135,50), Demag 149,75 (150), Moenus mit 126, Eßlinger mit 122,50 und BMW. mit 154 lagen unverändert. Von chemischen Werten zogen Scheideanstalt 0,50 v H an auf 266,50, IG. Farben lagen mit 165,40 (165,25) gut behauptet, während Goldschmidt auf 145,75 (146,13) abbröckelten, ebenso gingen Bem- berg auf 150,25 (150,75) zurück. Am Elektromarkt gaben Licht & Kraft auf 153,50 (154), Elektr. Lieferungen auf 131 (131,40) nach. Von Einzelpapieren erhöhten sich Conti Gummi auf 188 (187,25), dagegen ermäßigten sich Holzmann auf 152 (152,50). Am Einheitsmarkt lagen Haid & Neu weiter fest mit 103,75 (102,50). Das Rentengeschäft war ohne Bedeutung. IG. Farben-Bonds waren zu unverändert 133 angeboten, 4,50 v. H. Krupp verblieben bei 98,65 Geld, Kommunal-Umschuldung nannte man mit 94,85. Im Freiverkehr schwächten sich Adlerwerke Kleyer auf 115,25 (116) und Katz & Klumpp auf 111,50 (112,50) ab
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 721: Die neuen Kleinverkaufspreife für inländisches Frischgemüse und Frischobst. — 722: Anordnung Nr. 16 der Ueberwachungsstelle für Tabak, Bremen Vom 4. September 1937. — 723: Abschluß der deutsch-türkischen Wirtschaftsver- Handlungen. Eine Reihe von Vereinbarungen. — 724: Kapital- und Dienstleistungsverkehr mit Jta- uen. 725: Merkblatt für die Wareneinfuhr aus Italien. —_ 726: Einfuhrbewilligungsanträge in Frankreich für die neu kontingentierten Waren und die chemischen Erzeugnisse für das 4 Vierteljahr 1937. — 727: Neue Bestimmungen für Nebenkosten im Verkehr mit Polen (Danzig) — 728: Verordnung über die Marktregelung für den gewerblichen Absatz von Nadel-Schnittholz. — 729: Verordnung über die Marktregelung für den Absatz von Nadel-Schnittholz an den Holzhandel. - 730: Anordnung über die Herstellung von Fahnen zu Werbezwecken und von Spruchbändern. - 731: Anordnung 25 der lieber- wachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare (Regelung der Wollwirtschaft ab 1. Oktober 1937).
Büchertsch her Wirtschaft.
" e AktiengeIetz tritt am 1 Oktober in Straft. Infolgedessen werden die Aktiengesell- jchaften nunmehr ihre Satzungen überprüfen und festzustellen haben, inwieweit die Gesellschaftsver- träge geändert werden müssen. Wie immer bei juristischem Neuland werden auch auf diesem Gebiete Zweifelsfragen entstehen. Es ist daher begrüßenswert, daß die Dresdner Bank eine Mustersatzung ausgearbeitet hat, die nicht allein bei der Neugrundung von Aktiengesellschaften Verwendung finden kann, sondern auch den bereits bestehenden Aktiengesellschaften bei der Anpassung ihrer Statuten an das neue Recht zur Hand geht Besonde- ren Wert gewinnt die Arbeit durch einen knapp gefaßten, außerordentlich aufschlußreichen Kommen- tar zu den einzelnen Paragraphen der Mustersatzung.
Fwd. Deutsche Bank. — Rückkehr zur alten Firmenb-zeichnung. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft nahm den Bericht über die Ergebnisse des ersten Halbjahres entgegen. Die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft beruft auf den 6. Oktober 1937 eine außerordentliche Generalversammlung ein, welche in einem einzigen Punkt der Tagesordnung die Wiederherstellung der früheren Firma durch Fortfall der Worte „und Disconto-Gesellschaft" im Firmennamen beschließen soll.
Rhein-Mainische Börse.
Uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Börse hatte am Aktienmarkt vorwiegend behaupteten Beginn, lag aber nach den ersten Notierungen ziemlich uneinheitlich, wobei schließlich kleine Abschwächungen überwogen. Das Angebot stammte vornehmlich aus der Kulisse und hatte keinen größeren Umfang, anderseits war aber die Aufnahmebereit- fchaft und die Unternehmungslust überaus gering. 3m allgemeinen gingen die Veränderungen nicht über 1 o. H. hinaus. Angebot zeigte sich hauptsächlich wieder in Montanwerten, was immer wieder überraschen muß, wenn man bedenkt, daß gerade dieser Wirtschaftsfaktor den stärksten Aufschwung verzeichnet. Hoesch bröckelten auf 125,50 nach 126 (126,75), Verein. Stahl auf 117,50 nach 118, Mannesmann auf 122,25 (123) und Buderus auf 125 (126) ab. Etwas höher lagen Klöckner mit 136,50 (136). Von Kaliaktien paßten sich Aschersleben dem Berliner Stand von 119 (116,25) an, ebenso nach der anderen Seite Akkumulatoren Hagen auf 227 (229,90). Von Maschinenaktien ermäßigten sich Rheinmetall von 155,25 auf 154,25 Daimler auf 140,50 bis 140 (141), Demag blieben gehalten mit 150. An den übrigen Marktgebieten überwogen Rückgänge bis 0,75 v. H Etwas fester waren Feldmühle Papier mit 146,50 (144.50) RWE. mit 132,50 (131,90), Deutscher Eisenhandel mit 149,75 (149), Metallgesellschaft mit 156,90 U56,25) und Zement Heidelberg mit 168,25 (167,75). JG.-Farben lagen mit 165,40 (165,65) wenig verändert.
Der Rentenmarkt blieb weiterhin freundlich, das Geschäft war aber ebenfalls klein. Die Möglichkeit einer Erweiterung der Emmissions- summe der soeben abgeschlossenen sehr günstigen Zeichnung der Reichsanleihe veranlaßte etwas zur Zurückhaltung. Reichsaltbesitz 127,65 (127,70), Reichs- bahn-VA. 127,65 (127,50). Kommunal-Umschuldung mit 94,85 (94,90) nicht ganz behauptet
Am Kassa rentenmarkt ergaben sich bei ruhigem Geschäft nur geringe Veränderungen. Leicht abbröckelnd waren einzelne Liquidations- Pfandbriefe und Stadtanleihen, Industrie-Obligationen hatten einen uneinheitlichen Kursstand.
3m weiteren Verlaufe schrumpfte das Geschäft noch mehr zusammen, so daß wieder weitestgehende Geschäftsstille herrschte. Kursoeränderungen ergaben sich am Aktienmarkt kaum mehr, soweit ^MckL^Manden, bewegten sie sich leicht nach unten.
die Erhöhung des Anleihe- .Uies ist da.t>i50 Millionen RM., so daß der Ge- - Mill. RM. beträgt. jVLierfehr war das Geschäft gleich- Ontilr'an nannte Adlerwerke mit 116, Der L)ptiktag mit 151> & Klumpp mit
Seilersweg Angler mit 99,50 und Schuh Berneis
Lieferant alrD.#‘ 72'50 <73'50)' IaflC5flc16 un‘
Es ist jetzt ein Vierteljahrhundert her, daß General Nogi, der Sieger von Port Arthur, der auch am Siege von Mukden ausschlaggebend beteiligt war, der Held unzähliger Lieder, bei der Leichenfeier für den Kaiser Mutsuhito zusammen mit seiner Gemahlin durch Harakiri freiwillig aus dem Leben schied. Nogi steht auf der Schwelle zwischen dem alten Japan mit seinem Ritterideal des Samurais, dessen Religion das „Buschido" ihm eisernen Pflichtbegrifs, leidenschaftliche Treue, Hintansetzung des eigenen Selbst und des eigenen Glücks lehrt, und dem neuen Japan das durch eine Wiedergeburt eben dieses alten Geistes in neuer Form sich zu einer modernen Großmacht emporrang.
Neben dem Kaiser Mutsuhito hat wohl kaum einer so viel zur Wiedergeburt und zum Aufschwung der japanischen Nation beigetragen wie General Nogi. Und zwar nicht nur durch seine großen militärischen Leistungen und Siege, sondern noch mehr durch seine Gestalt, die schon zu seinen Lebzeiten und noch mehr nach seinem Tode zu einer Art ßegenbenfigur wurde. Nogi war als Sohn eines alten Samurai-Geschlechtes 1849 geboren und von Kindheit an zum Kriegsberuf bestimmt. Der kleine Mann mit dem energischen, von kurzem Bart umrahmten Gesicht hatte äußerlich nichts von der romantischen Schönheit und dem jugendlichen Zauber, der seine Vorfahren zu Helden unzähliger Balladen machte. Aber fein Geist war ein Fanal der alten kriegerischen und ritterlichen Ideale. Außer dem soloatischen Beruf gehörte seine Leidenschaft kostbaren alten Waffen, Pferden und dem Ringkampf. Die Lehren der Selbstbeherrschung und der Askese hatten in dem jungen Soldaten tief Wurzeln geschlagen. Er hat gehungert und gedurstet, ist barfuß durch weite Lande gezogen, um sich abzuhärten. Nogis Name wurde zuerst in Japan bekannt während des Bürgerkrieges, in denen die volle Souveränität des Mikado gegen die Shogune, die vorher eine Art Hausmeierschaft ausgeübt hatten, erkämpft wurde. Man erzählte sich, daß Nogi, einmal durch einen Säbelhieb ins Bein verwundet, trotzdem fortfuhr, Leib gegen Leib mit zwei Finden zu ringen und es ihm durch feine meisterhafte Beherrschung des nationalen Jiu-Jitsu gelang, sie beide mit sich herunterzureißen in den Fluß Er allein wurde damals gerettet, und zum ersten Male tauchte sein Name in Liedern auf, die diese kühne Tat verherrlichten.
Im chinesischen Krieg 1894/95 befehligte Nogi eine Brigade. Als der General Pamaji ihm einmal zwei kostbare Gewänder schickte, ließ er sie sogleich ms Lazarett bringen und sagte: „Ich habe ja schon ein Kleid. Was soll ich mit diesen anfangen? Man soll die Verwundeten damit zudecken, damit sie nicht frieren." Derselbe spartanische Geist herrschte auch in seinem Hause. Sein einziger Luxus war sein Pferdestall, ja, man erzählte sich, daß seine Kriegsrosse in Tokio besser untergebracht wären als er
Die Wettkämpfe des Freitags.
Kühl war das Wetter am Freitag und bedeckt der Himmel — alles in allem wohltuend frisch gegenüber der Schwüle der ersten Tage, wenngleich natürlich die Hochspringer lieber eine warme Sonne gehabt hätten. Diesmal stand die Hauptkampfbahn den Sportlern nicht zur Verfügung, wurde sie doch für den Führer-Appell der HI. benötigt. So rückte am Freitag die Kampfstätte des 1. FC. Nürnberg in den Mittelpunkt des sportlichen Geschehens.
OeutscherWehrwetttampf der Kiaffe B
Die Polizisten, die am Donnerstag tm Schießen in Front gegangen waren, behielten die Spitze auch nach dem zweiten Wettbewerb, dem 100-Meter- Lauf. In knapp 45 Minuten hatten die sechs Mannschaften zu je 1 Führer und 36 Mann ihre Läufe beendet, was der Organisation ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Die schnellsten Einzelläufer hatten der Arbeitsdienst und die SS. mit je 11,5 aufzuweisen, doch standen ihnen die anderen wenig nach. Die Durchschnittszeiten waren folgende: Polizei 12,41; RAD. 12,43 (des geringen Unterschiedes wegen erhielten beide mit 76 die gleiche Punktzahl); SA. 12,5; NSKK. 12,6; SS. 12,8; NSFK. 13,0.
Der Wehrwettkampf der Klaffe B wurde auf dem Platz des 1. FC. Nürnberg mit der dritten Hebung, dem Handgranatenzielwerfen, fortgesetzt. Die sechs Mannschaften hatten gegen ein 25 Meter entferntes Ziel zu werfen, wobei jeder Nichttreffer 2 Minuspunkte kostete, die von der Höchstpunktzahl abgezogen wurden Die Mannschaft der Polizei machte hier 16 Fehler und verlor dadurch ihre Spitzenstellung an den Reichsarbeitsdienst.
Gleichzeitig wurden die Ausscheidungen zum wehrsportlichen Handgranatenwerfen durchgeführt. Mit Schuhen ohne Domen auf dem glatten Rasen zu werfen, war keine Kleinigkeit. Dennoch gab es auch hier gute Leistungen. In die Entscheidung kommen: SA.: Rottf. Ruf 65,95 Meter und Oberscharf. Schultz 62,58 Meter; NSFK.: NSFK -Mann Witt 63.05 Meter; RAD.: Oberfeldmeister Dittmann 60,30 Meter; Wehrmacht: Utffz. Büße 65.27 Meter; Polizei: Wachtmeister Wagener 60,84 Meter
Arbeitsdienstmänner auch im Fünfkampf unerreicht.
3m Anschluß an das Kleinkaliberschießen setzten die sechs Mannschaften den Fünfkampf mit dem Handgranatenwerfen auf dem Werderauer Brigade- Sportplatz fort. Pon zwei Würden jedes Mannes wurde der Beste für den Durchschnitt gewertet. Für 50-Meter Durchschnitt gab es 80 Punkte, je zehn Zentimeter weniger führten zum Abzug eines Punktes. Nur zwei Mannschaften blieben ohne Verlustpunkte. Ausgezeichnet 'chnitten wieder die Arbeitsdienstmänner ab tue für ihren Durchschnitt von 44,12 Meter 21 Punkte einheimsten und damit ihre Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauten. Die S2U, die in diesem Wettbewerb hinter der Polizei den dritten Plag besetzte, liegt im Gesamtergebnis nun 71 Punkte zurück, so daß am Gesamt- iege der Arbeitsdienstmänner kaum mehr zu zwei- eln ist.
Entscheidung im Modernen Fünfkampf.
Mit dem 4000-m-Geländelauf wurde die letzte Uebung zum Modernen Fünfkampf ausgetragen, der in seiner Vielseitigkeit die größten Anforderungen an die Teilnehmer stellte. Oblt. Cramer, der schon 1936 in Budapest hinter Oblt. Handrix bester Deut- cher und bei den Olympischen Spielen während der Vorbereitungen einen Fuß brach und zum „Feiern" gezwungen war, sicherte sich durch seine hervorragende körperliche Durchbildung den ersten Platz mit 27,5 Punkten vor SS -Ustuf. Hildebrandt, 66.« Uftuf. Kroggel und dem jungen Lt. v. Schlotheim. Auch in der Klasse B kam ein Wehrmachtsangehori-
Frankturr a. M.
Berlin
Frankfurt a M
Berlin
Schluß» kurs
Schluß' Abend böne
Schluß» 'urs
Schluß! Mittag börse
Schluß- 'ure
Schluß'. Abend börse
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Schluß^ Mittag- böne
D -tum
9.9
| 10.9
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5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 4*4% Deutsche Reichsschatzanwei- fungen von 1935
4*4% Deutsche Retchsschahanwei- hingen von 1935, II. itolge .
4ty% Deutsche Reichslchayanwei- jungen von 1936, III. »Folge .
öy«% TJoung Anleihe von 1930 .. V/t% Heftische Bolksstaat von 1929 4y2% Deutsche Retchüvoftschatz von
1934 1..................
101,5
99,4
99,25
99
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127.7
136,75
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99,75
98,5
101 4
101,4
111.1
126,5
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85,25
127,5
207,25
117,5
123.5
105
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99,4
99,25
99
105
100.25
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99,75
98,5
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127
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79
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206,5
134
117,5
123,75
105 1
Accumulatoren-Fabrik....... 14
Aichafseiiburg Zellstoff........ 6
Bemberg .................0
Bekulo..................... g
Buderus Eisen............... 5
Cement Heidelberg........... 7
Cement Karlstadt ............ 6
Conti Gummi....... 12
Daimler Motoren.......... 6%
Desiauer Gas ............... 4
Deutsche Erdöl ..............5
Deutsche Gold- und Silber .... 9
Deutsche Linoleum ......... 10
Elektrische Lieferungen........6
Elektrische Licht und Kraft.....7
I Farben-Jndustrie.......7
Felten & Guilleaume.........6
Gessürel................... 7
Th. Goldschmidt............. ß
Gritzner Maschinen........... 0
Harvener................. 8%
Hoesch Eisen............... 3^
Philipp Holzmann........... 8
Ilse Bergbau................ 6
Ille Genüsse................6
Kali Aschersleben............ 4
KIvftnerwerke ............ 4 yt
Kvkswerke und Chemische Fabrik 7
Lahmeyer ................. 6
Mainkraft .................. 4
Mannesmann.............*y,
Mansselder Bergbau......... 7
Metallgeiellschaft............6
Ctenftein & Koppel..........O
Rheinische Braunkohle....... 12
Rheinische Elektro............ 6
Rheinskahlwerke.............. 6
Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6
Rntgerswerke .............. 7
Salzdetfurth Kali............ 6
Schuften & do.............. 7
Schultheis Patzenhofer........ 4
Siemens & Halske ......... 0
Süddeutsche Zufter.. ....... 10
Bereinigte Stahlwerke...... V/t
Westdeutsche Kaufhof......... 0
Westeregeln Alkali............ 4
Zellstoff Waldhof ............ 6
229,9
147
151,5
126 167,75
187,75
141
152
265 168,25 130,5
154 165.65 138,25
156 145,25
172
126,75
152,5
170
140
116,25
136
129
95 122,75
156,25
156,5 131,9
151,5
159
175,25
217
201,25
118
59,75
117,5
158
35 25
227
149
150,25
168 125,25 168,5
188
140,5
151,5
266,5
167
131
153,5
165,4
138,5
155,5
145,75
53,25
172
125,5
152
170
139,75
119
135.5
129
95 121,9
156,9
156.75
132 5 152-5
158 5
174,5
216,75
202,75 117,25
59,75
117,5
157,5
228,75
149
152 168,25
126
188,25 141,5 121,5
152,25
168 130,4
154 165,65
138,5 • 156,5 145,25
52,65 172,5 126,5
153
170
140
119
136,75
163 129,25
122,75 151,25
158 114,75
231 131,25
156,5 131,9
152.5 159,5
175,5
93,5
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202
118
59,9 118,5
158,75
35 25
227
149
150,5
168
125 25
188
140 120,75 151-75
166,5
131,5
153,5
165,5
137,75
155,5
145,75
52,4
172
125,25
152
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140.25
118,25
134,25
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114
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174,5
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0,748
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0,747
0,751
Japan.............
42,04
42,12
41,96
42,04
Jugoslawien ..........
0,161
0,163
0,161
0,163
OSIo ............
47,00
47,10
47,00
47.10
Wien............
55.12
55,24
55,01
55,13
Lissabon............
47,00
47,10
47,00
47,10
Stoftbolm.......
12,345
12,375
12,32
12,35
Schweiz ............
5,46
5,4,
5,4h
5,46
Spanien...........
9,281
9,299
8.801
9,819
Prag ..................
137,35
137,63
136,99
137,27
Budapest...........
13,09
13,11
13,09
13,11
Neuyork...........
9-September
10 September
Amtliche
Gelt
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0,719
0,721
0.718
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5,694
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5,694
5,706
62,04
62,16
61,92
62,04
48,95
49,05
48,95
49.05
11 21
11,23
11,19
11.21
63,65
63,77
63,52
63,64
57,25
57,37
57,25
57,35
16,98
17,02
16,98
17.02
8,681
8 699
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—
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2,493
2,497
2,493
2,497
)Or Lt.
und
Aottschalk (Essen), Scheibe
ie Zehnring - Olympiafiguren - Scheibe abzugeben.
Das Handballspiel zwischen den beiden deutschen Auswahlmannschaften konnte, genau wie das Fußballspiel tags zuvor, die Zuschauer nicht restlos begeistern. Es war ein Spiel ohne Spannung und Höhepunkte, was wohl darauf zurückzuführen war, daß sich die Spieler auf beiden Seiten so gut kannten. Die 8-Mannschaft führte bei der Pause knapp mit 6:5, später erzwang die auf dem Papier stärkere -^-Mannschaft noch den Gleichstand und so trennte man sich beim Stand von 11:11.
Entscheidungen im Gewichtheben.
Sieg vor der SS.-Sportgem. Berlin in 4:02,4 jer Berliner Polizei.
Handballspiel mit 22 Treffern.
der Würzburger Zinner. Schormann und Zinner Met)en allerdings in ihren Leistungen hinter denen der Sieger in den niederen Gewichtsklassen zurück.
Kampfspiel-Sieger im Schlehen.
Mühlber - (Wanne-Eickel), (Dresden) und
^-m-j)inberni5i ^berg war daz (Schirner-M.)
1J25 und der Politische Leiter Pantuschek mit 324 Singen.
Das Kleinkaliberschießen wurde auf den
^et»erbet • »üre> Ito# ilnx 'A
>°r CS.Uschars. Schnellste. Den lsch.en Vblt.Cra.
Med 2blt. Cra> Her Wettbewerb wurde auf den Schießstcmden in zu Feucht durchgeführt. Als bester Schütze erwies sich M startete mit Sev.-Owm. Büttner mit 334 Ringen. Auf den größten Mer« Jlätzen folgten Rev.-Owm. Baumer mit 333, SS.- oen Dorsprunz svberscharf. Walther mit 332, Hwm. Lindner mit h seine Körper- ~ ...... ~ ~ .........
auf den 17. Platz tete.
Ie 40 Schuß hatten die Einzelkämpfer im Pi - olenschiehen auf 25 Meter Entfernung auf
Im Hochsprung blieb der deutsche Rekordmann Weinkötz überlegen siegreich. Er brauchte die Im Dorkampf gesprungene Höhe von 1,93 Meter nicht mehr zu überbieten, um den Sieg sicher zu haben. Doch kam der Kieler Martens noch bis auf 1,88 Meter heran und belegte damit den zweiten
Platz.
Zuvor wurde die 10XVr-Runden staffel ausgetragen. Im Vorlauf waren bereits SS.-Sport- gemeinschaft München, DSC. Düsseldorf und der 1. FC. Nürnberg ausgeschieden. In der Entscheidung führte zunächst der ASD. Köln, dann erachte Hamann die Berliner Allianz in Front. Der deutsche 200-Meter-Meister Hornberger lief als Schlußmann der Frankfurter Eintracht allen davon iino brachte seinem Verein in 4:00,4 Minuten den
WV- elÄ »rod a
Auch bei den Gewichthebern, die am Freitag im ! Tanzring des Stadions ihre Kämpfe austrugen, fehlten — wie schon am Vortag bei den Boxern an gleicher Stelle — die deutschen Meister. Diese weilten au gleicher Stunde in Paris bei den Weltmeisterschaften, wo es galt, Deutschlands Vormachtstellung in der Schwerathletik au bestätigen.
Die allzu frische Witterung drückte auf die Leistungen. Gefordert wurden die Hebungen im Olympischen Dreikampf, also beidarmig Drücken, Reißen imb Stoßen. Sieger in den einzelnen Gewichtsklas- jen wurden Schuster (München), zer (SA. Hessen), Schormann
ists-Mfkampf.
t)te am Freitag be 78 in Wer- ’ liegend frei- rchuh aus bit
Ständen in Erlenstegen erledigt. Gefordert wurden i» fünf Schuß in den drei Anschlagsarten aus die Io Meter entfernte Zwölfer-Ringscheibe. Der als rorzüglicher Sportschütze bekannte Arbeitsmann Steigelmann (Fürth) trug mit 167 Ringen
einen klaren Sieg davon. Zweiter wurde Unter- feldmeister Roid mit 163 Ringen vor SA.-Rottf. Hotopf (163), Seekus - Luftwaffe (162) und Rev.- Owm. Tippner (162).
Das Säbel-TUannfchaflsfechlen.
3n der Exerzierhalle der Danzerabwehr-Abtei- lung Fürth wurden die Kämpfe des Säbel-Mann- schaftsfechtturniers bis zur Endrunde gefördert. Sehr stark waren wie erwartet die SS.-Mannschaf- ten, von denen drei in die Endrunde kamen. Doch geben die SA.-Fechter der Gruppe Hessen, die mit drei Mannschaften am Turnier beteiligt waren, einen starken Gegner ab. Die Endkämpfe werden SA. Hessen I, SS. Main, SS. Berlin und SS. West bestreiten.
„ZC.Teutonia" Watzenborn-Steinbera
Morgen herrscht Hochbetrieb auf dem Sportplatz der Teutonen. Während das Vorspiel gegen die Wetzlarer abgesagt wurde, wird jetzt der Rückspieltermin als Vorspielsonntag benutzt. Dor etwa zwei Jahren mußten sich die Teutonen in Wetzlar mit 3:1 Toren geschlagen bekennen, das sich auf dem Sportplatz der Teutonen wieder ausglich.
Die 2. Mannschaft trägt gegen ihren diesjährigen Verbandsspielgegner Hungen ein Gesellschaftsrückspiel aus.
Der vorjährige Kreismeister in der Jugendgruppe Gießen (VfB.-R. 1. Jugend) tritt gegen die neuausgestellte Jugendmannschaft der Teutonen an.
Fußball im Tv. Klein-Linden 1889.
Am Sonntag kommt die 1. Mannschaft des VfB.- Reichsbahn Gießen zum fälligen Rückspiel nach Klein-Linden. Es wird ein sehr interessantes Treffen geben, bei dem die Gäste wohl die größeren Siegesaussichten haben dürften. Da sich beide Mannschaften auch in den Punktkämpfen gegenüber» stehen, wird dem Kampf besondere Bedeutung zufallen.
Klein-Lindens 2. kann nur mit Ersatz gegen VfB.-R. antreten. Es wird schwer werden, gegen die Gäste von Gießen zu siegen.
Fußball im Turnverein Großen-Linden
Für den morgigen Sonntag hat sich die erste Mannschaft von Großen-Linden die gleiche der Sportfreunde von Wetzlar zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste, die hinter dem Meister Niedergirmes in der Derbandsrunde den 2. Platz belegten, stellen eine gut eingespielte Mannschaft ins Feld, gegen die die Platzelf einen schweren Stand haben wird.
Vorher steht die 1. Jugend der gleichen von Steinbach im Verbandsspiel gegenüber.
Am Sonntag wird auf dem Großen-Lindener Sportplatz das zweite Verbandsspiel für die Jungens der Blauweißen ausgetragen, und zwar gegen die Jugend von Steinbach. Die 1. Jugend des Sportvereins geht einem schweren Kampf entgegen, der aber die Großen-Lindener als Sieger sehen müßte.
Spielvereinigung 1926 Leihgestern.
Für den Sonntag hat sich die 1. Mannschaft die 1. Mannschaft des FC. Großen-Buseck zum rückständigen Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Spielvereinigungsleute werden alles daran setzen, um als Sieger aus dem Kampfe hervorzugehen. Die Gäste aus dem Busecker Tal haben allerdings eine Mannschaft zur Stelle, die in allen Reihen gut besetzt ist. Man wird auf dem Platz an der Ninds- mühle ein schönes Spiel sehen.
Llebungsspiel
der Aandball-Kreismannschast.
Kreismannschaft — Tv. Wehlar.
Die Bemühungen des Kreises, seine Auswahlelf zu einer Einheit zusammenzuschweißen, werden fortgesetzt. Es gilt, eine starke, in allen Teilen gleichmäßig gut besetzte Mannschaft zu erhalten. So ist für kommenden Sonntag auf dem Platz des To. Lützellinden ein Freundschaftsspiel vereinbart worden, das auf der einen Seite den To. Wetzlar und auf der anderen Seite die Kreismannschast sieht. Den Spielern der Wetzlarer gilt es, einen möglichst starken Gegner zu erhalten, der dazu in der Lage ist, das äußerste von ihnen zu verlangen. Wer gewinnen wird, kann im voraus kaum gesagt werden. Auf jeden Fall kann Wetzlar nicht komplett antreten, während auf der anderen Seite der Kreis Gießen nur eine etwas veränderte Hintermannschaft aufweist.
Tv. A tz b a ch -r- To. Dutenhofen. Die Platzbesitzer haben zur Zeit wieder ihre komplette Mannschaft zur Stelle. Ob unter diesen Umständen Dutenhofen, das immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, gewinnen kann, steht dahin.
To. Hausen — To. Allendorf (Lahn): Auch Hausen hat bis jetzt noch wenig Gelegenheit gehabt, seine Mannschaft für die kommende Runde
cmszuprobleren. Immerhin dürfte sie stark genug sein, um die Nachwuchself aus Allendorf sicher niederzuringen.
To. Lang-Göns — To. Pohl-Göns! Die einst so ausgezeichnete Mannschaft des Altmeisters Pohl-Göns ist in ihrer Leistung außerordentlich zurückgegangen. Es ist deshalb schon möglich, daß Lang-Göns auf eigenem Platz zu einem knappen aber sicheren Sieg kommt.
Tennisabteilung bei Tv.1846 Gießen.
Klubkampf Gießen — Offenbach.
Die noch verhältnismäßig junge Abteilung folgte am vergangenen Sonntag einer Einladung des Turnvereins Offenbach a. Main zu einem Klub» kämpf. Es war das erste Mal, daß die Abteilung sich an einem derart großen Turnier beteiligte. Mit zwölf Spielerinnen und Spielern ging es auf die Reise und auf den herrlich gelegenen Tennisplätzen im Offenbacher Stadion entwickelte sich bald ein äußerst schönes und für die Gießener Mannschaft sehr erfolgreiches Spiel. Wenn es auch nicht ganz zum Sieg reichte, so bedeutete doch das Ergebnis von 12:11 für Offenbach für die dortige Sportgemeinde eine große Ueberraschung, denn man hatte dort nicht erwartet, daß die junge Gießener Mannschaft fick gegen alte erprobte Kräfte des Tv. Offenbach, dessen Tennisabteilung allein 54 aktive Spieler zählt, so erfolgreich durchsetzen würde. Vor einigen Wochen trug die Tennis-Abteilung des Tv. 1846 Gießen bereits einen Klubkampf gegen die Tennis-Abteilung des Turn- und Sportv. Butzbach in Butzbach aus, den die Gießener Mannschaft zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Der Rückkampf beider Abteilungen wird nun am kommenden Sonntag in Gießen durchgeführt.
Das Z.Vahnradremen in Gießen.
Bei dem morgen auf dem Waldsportplatz stattfindenden Bahnradrennen gehen folgende Fahrer an den Start: Schorn, Horn, Kienle (sämtlich Köln); Grundlage, Hellwig (Münster); Prinz, Frey (Köln); Neumann (Gießen); Kartenberg, Fücker, Ruland, Wirtz (alle Köln); Hölper, Harre (Dortmund); Breuer, Schneider (Köln). Insgesamt kommen wieder drei Rennen zur Durchführung; ein Flieger- hauptfahren, ein Jugendfahren und ein Zwei- Stunden-Mannschaftsrennen.
Im Fliegerhauptfahren werden wieder in vier Vorläufen die Besten für die Zwischen- und Endläufe ermittelt. Die beiden Ersten der Vorläufe kommen in die Zwischenläufe und davon wieder die vier Besten in die Endläufe. Trotz der großartigen Besetzung dieses Rennens sollte der Sieger des Fliegerhauptfahrens Schorn heißen.
Im Jugendrennen gehen wieder die Jugendfahrer aus dem Bezirk Gießen an den Ablauf. Stange ist wieder Favorit.
Das Zwei - Stunden - Mannschaftsrennen nach Sechs-Tage-Art wird auch diesmal wieder den Höhepunkt der Radsportveranstaltung bilden. Bei dem letzten Bahnrennen mußte man die Erfahrung machen, daß gute Straßenfahrer noch lange keine guten Aschenbahnfahrer find. Aus diesem Grunde hat sich der Veranstalter bemüht, die
besten westdeutschen Aschenbahn-Spezialisten zu verpflichten.
Folgende Mannschaften gehen bei dem Zwei- Slunden-Mannschaftsrennen an den Start: Schorn- Neumann, Horn-Kienle, Grundlage-Hellwig, Prinz- Frey, Kartenberg - Fücker, Ruland - Wirtz, Hölper- Harre, Breuer-Schneider. Der Gießener Neumann ist wieder mit dem Kölner Schorn gepaart und bilden diese beiden eine der stärksten Mannschaften im Feld. Sehr gespannt darf man auf das Abschneiden der Mannschaft Horn-Kienle sein. Der erstere hat bereits beim letzten Bahnrennen gestartet.
Wenn man nach dem voraussichtlichen Sieger dieses Mannschaftsfahrens fragt, so sollte in erster Linie die Mannschaft Schorn-Neumann in Frage kommen. Wenn Schorn am kommenden Sonntag in feiner Hochform an den Start geht, sollte er kaum zu überwinden sein. Vorausgesetzt, daß Neumann seine bei den letzten Rennen bewiesene Form zeigt. Bei dem Zwei-Stunden- Rennen kommt es aber nicht nur allein auf die Spurtfchnelligkeit der einzelnen Fahrer an, sondern auch auf die Ausdauer. Darum ist es leicht möglich, daß durch geglückte Vorstöße leicht lleberrunbungen des Feldes vorkommen, mit denen bei dieser starken Besetzung mit aller Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist.
■■■
Nationales
Motorradrennen
KHüll” Ußd ßOCkkllFSUSl Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher
anmelden.
6864°
177
Haarausfall
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Gießen, den 12. September 1937
9.9. | IO’-
04468
125«
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Durch
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^"Süßmost
ErFcbln. vuspudxt "■ nicht bloss
129
95
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Hausarbeit üblichen.
16
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227* 149 1.25 168 ,25 18,5
188
wenn schon die jungen kurzen Härchen ausfallen, kann man von krankhaftem Haarausfall sprechen und muß Gegenmaßnahmen ergreifen. In manchen Familien kommt Haarausfall und als Folge davon Elatzenbildung gehäuft vor. Ist solch eine Fa-
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5,69* tf-
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Den schönen Garten durch Eberhard Schwarz
Hier abschnetdenl
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>6,5 167 131 53,5 56,4 18,5 >5,5 >,75 :,25 172 5,5 152 170 ,75 119
Chr. Partenheimer Gesangunterricht (Bel canto) Oper, Konzert, Oratorium
Gießen, Keplerstraße 7
5703D
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olizei. die am JQt, schoß om angeschried» ichier war k i. Dann ich- n WM mb 23 Punllw 1 Punkten.
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170 140 119 136,75
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156.5 I3L 152, 159, 175, 93,
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9,75 17-
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Börse.
Dividende an.
Gymnasium (von griech. nackt, Bedeutung: Sport - Gebäude), neunstufige höhere Lehranstalt, die das Reifezeugnis (Abitur, Matur. Abfolutorrum) vermittelt. Neben dem humanistischen Gymnasium, das vornehmlich Latein und Griechisch pflegt, werden im Realgymnasium moderne Sprachen, Englisch, Französisch und Mathematik bevorzugt.
Gymnastik (von griecb. nackt), körperliche Übungen, Die jeder Deutsche treiben soll weil sie seine körperliche Leistungsfähigkeit erhalten und steigern besonders auch Erkältungskrankhelten und Fettsucht vorbeugen. Gymnastik soll möglichst in frischer Luft betrieben werden, auch Zimmergymnastik bei offenem Fenster. Wichtig ist die Gymnastik für Hausfrauen, damit auch andere Muskelgruppen betätigt werden, als die bei der
Guttapercha
gestohlen wurde, verloren gegangen oder sonst abhanden gekommen ist (ausgenommen Geld, Jn- haberpapiere und Sachen, die in öffentlicher Versteigerung erworben wurden) Nicht geschützt wird der gute Glaube an die Derfü- gungsmacht (Derkaufsberechti- gung), z. B ich kaufe von einer Ehefrau Bucher von denen lch weiß, daß sie ihrem Mann gehören, in dem Glauben die Frau fei vom Mann zu dem Verkauf ermächtigt; stellt sich dann heraus, daß die Frau zum Verkauf nicht ermächtigt war so kann der Mann die Bücher von mir wieder zurückverlangen Der gute Glaube an das Verfügungsrecht des Kaufmannes, der im Betrieb feines Handelsgewerbes eine Sache verkauft, wird aber geschützt.
Guttapercha, Milchart von Baumarten der malaiischen Inseln, der sich wie Gummi vulkanisieren läßt Guttapercha löst sich in Spiritus auf und kann als Eummikitt verwendet werden. Guttapercha dient ferner als wasierundurchläsiiger Stoff zu Dunstumschlägen.
Eymkhana, Wettrennen mit lustigen Hindernissen.
PASJFÜHRENDE FACHGESCHÄ’FT fN GLAS^UN0 OR7ElLANV/AREN
Kuna um Schotten »=
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Otto Reich
Elly Reich, geb. Leinberger
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Lebewohl gegen Hühneraugen u. Ikmhaut. Blechd. (SPflastJ 68 Pf., in Apoth.u.Drog. Sicher zu haben: le d.Dreg.Hans Hlodenburfl H.Elges, | Selters weg 68a: Löwen-Dror. W.
llfclnger Macht, Seltersw. 69: Ber- I Unia- Drog. v.Seibel, Frankf. Str.39
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