flr.185 Erstes Blatt 187. Zahrgang Mittwoch, ll. August 1957 Erd)eint täglich, außer S-nntags und Feiertags Belagen: Die Illustrierte «Bsßcner Familienblätter Hämat'm Bild Die Scholle Monats-Vezugsprets: <Ö:.t 4 Beilagen RM. 1.95 Ome Illustrierte „ 1.80 Fistcllgebühr „ -25 Ach bei Nichterscheinen »in einzelnen Nummern innige höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe Kn. er Sammelnummer 2251 Abschrift für Drahtnach- rieten. Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: gnnlfurl am Main llb86 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitatsdruckerei R. Lange in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sas Spiel mit vielen Süllen. Don Dr. Hans von Malottk» steigendem Maße beanspruchen neben der spa- lifflcn Frage und der Nichteinmischungsproblematik >ie Geschehnisse in F e r n o st die Aufmerksamkeit )n Staatsmänner und der ganzen politischen Welt. Iln zwar nicht nur hinsichtlich der etwaigen Fol- jtr die der Gang der japanisch-chinesischen Aus- -in Übersetzung für die Verhältnisse im ostasiatischen Ra..m und die dort sich überschneidenden Groß- nlytsinteressen haben muß. Denn so bedeutsam dies 8 telem als solches vor allem für die unmittelbar offenen und interessierten Staaten auch ist, — .arben gewinnt doch auch der Umstand mehr und itflr allgemeinpolitisches Gewicht, daß nun zu dem prischen Krisenherd sich ein zweiter, der fernöst- ich. hinzugesellt hat. Die Tatsache, daß die Welt I c nwärtig im Zeichen zweier Spannungszentren te!,, löst auch ihrerseits wieder bestimmte Eigen- fctee und Wirkungen aus, ebenso wie die Ent- qißungen in und um die beiden räumlich so weit jetennten Krisenherde herum nur scheinbar unab- läigig nebeneinander herlaufen. Manches, was jetzt uninteressanten und wichtigen Zügen auf dem Zciichbrett der Weltpolitik erfolgt, wird überhaupt rf: unter diesem Gesichtspunkt verständlich. gilt vor allem für die Haltung Englands, 'h^ls Kernstück eines weltweiten Staatenverbandes iii Land mit „unbegrenzten Interessen" ist und ror der fernöstlichen Entwicklung nicht weniger be- -ÜM wird als von der im Mittelmeerraum. Dabei Dir man nicht sagen können, daß die schon aus ;ea olitischen Gründen nahezu zwangsläufige Teilet rschaft an weltpolitischen Spannungen von der ^riffchen Staatskunst lediglich negativ empfunden : »ii:?e. Bedeutet sie auch erhöhte Belastung, so gibt sic anderseits doch die Möglichkeit des Spiels mit i steteren Bällen. Gerade das gleichzeitige Auftre- ■enuDon krisenhaften Zuständen in der Welt ist für i ie britische Politik schon mehr als einmal ein .'Mel gewesen, durch geschickte Gewichtsverteilung ihrin Einflusses und ihrer Macht sowie schnelles ! 'umützen der Situationen die Gesamtinteressen des !iimischungspolitik betrifft, so erscheint tLeDings der schnell wieder an den Tag gelegte ifptimismus der englischen Presse recht künstlich ijnb wenig begründet durch durch die tatsächliche ljcc . Denn der Widerstand, der dem britischen Der- i®it ungsplan, von Moskau mit brutaler Offenheit, ron Frankreich mit weicheren Methoden, entgegen- ciedircht ist, ist grundsätzlicher Natur und . iel auf das Kernstück und den politischen Sinn iieis Planes ab: auf die ebenso zweckmäßig wie ijohienbig gewordene Ausfüllung und Ergänzung i es Nichteinmischungsgedankens mit dem klassischen ralitätsprinzip. Es ist deshalb mehr als fraglich, ob England mit feiner hartnäckig verfochtenen zum Ziele kommt, nämlich eine praktische nützliche Kollektivität unter Einbezie - Hu: g jener Macht herbeizuführen zu wollen, i.i Zrundsätzlich und praktisch die Erfordernisse j ft; friedlichen Völkerlebens verneint. Jeden- falli ist es reichlich oberflächlich, wenn die eng- Presse die augenblickliche Lage nur als eine Ü üblichen Krisen ansehen will, wie sie die Nicht- eiiiiiischungspolitik allerdings schon reichlich genug Lslrmgemacht hat. H»nz ähnliche Gedanken drängen sich angesichts £!ei immer ernsteren Zuspitzung der Dinge in Sy-t: n o st auf. Kann man auch dort noch von einer iiijeie: Erschütterungen sprechen, wie sie in den letzte fahren immer wieder auftreten und immer toieter ohne allzu schwere Schäden vorübergegan- cten jinb? Dies war letzten Endes nur infolge der tMoität möglich, die die Zentralregierung in Htn'ing gegenüber der japanischen Nordchina-Po- tetit .an den Tag legte. Der jetzt bekundete Widerst Nankings gegenüber dem japanischen Dor- gplei gibt den jetzigen Geschehnissen ein erheblich wWi^es, ernsteres Gesicht, wie denn auch die Er- recung Japans um so stärker ist, als man dort Tiri: dieser Akttvität Nankings offensichtlich nicht cereHjnet hatte. Für Japan erheben sich damit cftuin b s ä tz l i ch e Probleme: findet es sich nam- I:d imit dem Eingreifen Nankings ab und ge- f e i es der Zentralregierung die Souveränität über L!it linf nördlichen Provinzen zu dann würde da- rri: mehr oder weniger die ganze Grundlage hm- f auf der Tokio in den letzten beiden Jahren if Nordchina-Polittk aufgebaut hat. 5nb so Voraussagen über die weitere Entwick- l irg unmöglich, so sind anderseits die weltpoliti- shr Begleitumstände und der Zeitpunkt des j isi üschen Vorgehens um so interessanter. Auf ü er Ersten Blick ist der Zusammenhang mit der 23 r b u n g Englanbs in Spanien unb i n Mittelmeerraum erkennbar. Es wieber- h di iicb jetzt, was Enbe 1935 geschah, als Englanbs girz Aufmerksamkeit burch ben abessinisch-italieni- fifjn Streit unb ben Sanktionsfeldzug gegen Jta- I ier oauf bas Mittelmeer unb bie Sicherung bes v'eges nach Jnbien gerichtet war. Für bie ba- nurie Empirepolitik war ber Fall Abessinien ja mit in Symbol bes Kampfes um bas Mittelmeer, u:ii igerabe biefen Umstand benutzte Japan, um ftire Ziele in Dftafien ber Verwirklichung näher Z U klingen. Denkt man an bie bamals prokla- rriiiriE, von Japan gestützte Unabhängigkeitserklä- rmj ber fünf norbchinesischen Provinzen, an bie Ortung Tokios, jedem Versuch zur Unterdrückung bin norbchinesischen Autonomiebewegung mit Was- schnewalt begegnen zu wollen, so liegt die Parallele Achtung! Spione am Werk! Warnung vor landesverraierischen Agenienwerbern. — Jeder Versuch einer Annäherung ausländischer Stellen sofort der Polizei melden! Berlin, 11. Aug. (DNB.) Immer wieder versucht das Ausland, in die Geheimnisse un- erer Landesverteidigung unb unserer wirtschaftlichen Unabhängig- m a ch u n g einzubringen. Ein altes Mittel ber aus- länbischen Spione ist bas nach einem bestimmten Plan erfolgenbe Herantret en an in N o t geratene ober krebitsuchenbe beutsche Volksgenossen zum Zwecke ihrer Anwerbung für ben auslänbischen Nachrichtenbienst. Der Weg bieses auf bie Gewinnung von Lanbes- oerrätern gerichteten Verfahrens ist folgenber: Die Beauftragten gewisser auslänbischer Krebitinstttute stellen aus ben beutschen Tageszeitungen usw. G e - suche um Darlehen ober Hypotheken fest. Diese Kreditinstitute stehen größtenteils i m Dienst der ausländischen Spionage. So werden die Namen ober bie Chiffrenummern ber Krebitsuchenben unmittelbar an bie Organe bes auslänbischen Nachrichtenbienstes weitergeleitet. Verspricht sich bieser einen Erfolg, so werden bie Krebitsuchenben aufgeforbert, an eine bestimmte Adresse im Ausland ihre Wünsche mitzuteilen. Kommen sie dieser Aufforderung nach, so erfolgt im allgemeinen die Anweisung, zum Zwecke einer angeblichen Auszahlung des Darlehens über d ie Grenze zu kommen. Der ausländische Geldgeber gibt nun einmal ober auch mehrmals geringe Darlehensvor- schüffe und verspricht größere Summen, wenn als Gegenleistung gewisse Nachrichten über deutsche Verhältnisse geliefert werden. Ist der Darlehens- fuchende dem ausländischen Nachrichtendienst hierdurch erst einmal ins Netz gegangen, so wird er rücksichtslos erpreßt und zum Verrat gezwungen. Den Abschluß bildet bann in ber Regel ber bekannte rote Anschlag bes Volksgerichtshofes in Berlin, ber bie i n - richtung eines Lanbesverräters mitteilt. Um einen solchen Angriffsverfahren des ausländischen Nachrichtendienstes einen Riegel vorzuschieben, werden hiermit alle Darlehen suchenden deutschen Volksgenossen ausdrücklich gewarnt, mit undurchsichtigen ausländischen Kreditinstituten oder im Ausland wohnenden Beantwortern von Kreditgesuchen in Verbindung zu treten. Insbesondere wird auf zwei zur Zeit einwandfrei für ben auslänbischen Nachrichtenbeinst tätige Agenten- werber hingewiesen. 1. Franz Dobianer, Jube, zur Zeit in Te't- fchen, Tschechoslowakei, Gartenstraße 28, Telephon: Tetschen 54. 2. Lamprecht, zur Zeit in Belgien. Dobianer unterhält in ber Tschechoslowakei unter der Firma „Deutsche Kreditverwertung, Aussig, Direktor I. Müller" eine Kreditbank (Scheinunternehmen), die bestrebt ist, im Sinne ber oorstehenben Ausführungen Verbinbungen nach Deutschlanb aufzunehmen. Lamprecht ist für eine westeuropäische Macht tätig. Er wenbet bas gleiche Verfahren wie Dobianer an. Lamprecht bebient sich u. a. folgenber Deckabressen: Antworten: S. H a a ß, Poste restante Holbey, Boite Postale 434 (Unterschrift: Golbberg), Schließfach 204. Auxiliaire Technique, Bureau b'Etubes, Botte Postale 20. — B e ck e r, c—o. Buco, Passaae bu Norb. — M. r. Bizin, Commerce Bourse, Place be la Bourse. — S. Haas, Botte Postale 709. — VanbenNabelle, Postfach 13, Brussel- Norb (auch van ben Abeele geschrieben), Postfach 54, Postfach 612, Brüssel-Zentre, Postfach 864. Weitere Decknamen bes Lamprecht in Brüssel: Meyer, Romin, Schäfer, Crestin, Bi- reat. Lippisch: e. Birectt, Poste Teftant, Liege, Zentre I. Crestin, Boulevarb be la Sauveniere P. R. 11. Otto, Postfach 21, Postfach 52, Postfach 60, Derniers, Postfach 111. Rue be Boverie 23, Lippisch.— Verviers: Au^iliaire Technique, Postfach 60, Bureau bes Etubes, Postfach 60 — ßemmert, Postfach 60. Mabame Save, 70, Avenue be Spa. Eine anbere Form ber gegen Deutschlanb gerichteten Spionage besteht in ber Anwerbunyvon Berichter st attern für eigens zu Ausfpähens- zwecken vom auslänbischen Nachrichtendienst gegründete Pressekonzerne und Korrespondenzverlage. So veröffentlichten mehrer deutsche Zeitungen und Zeitschriften kürzlich nachstehendes Inserat: „Neu entstehender Weltpressekonzern sucht Korrespondenten größerer Städte sämtlicher europäischer Staaten. Festes Monatsgehalt Bewerbungen mit Angabe bisheriger Tätigkeit unter Dr. Hugon, B u- d a p e st, Poste restante." Hinter diesem „Weltpressekonzern" steht einwandfrei die Spionagezentrale einer o st - europäischen Macht. Die Antworten auf bie Bewerbungsschreiben trugen jeweils folgende Unterschriften: 1. Dr. Ebgar Hugon, Warszawa, skrythka pocztowa 922; 2. Dr. Nagy, Gdynia, ul. 10 Lutego 24; 3. Dr. Edgar Hugon, Gdynia, skrythka pocztowa 79. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Das Kuratorium der hiudeuburgspeude erläßt folgenden Ausruf: Am 2. Oktober 1937 jährt sich der lag; an dem vor 90 Jahren Hindenburg das Licht der Welt erblickte. Voll Ehrfurcht werden an diesem Tage bie Gebanken aller Deutschen in Erinnerung an ihn zu seiner Ruhestatt in Tannenberg wandern. Aber laßt es damit nicht genug sein! Als Deutschland sich 1927 anschickte, Hindenburgs 8 0. Geburtstag zu begehen, da ging sein Wunsch dahin, von allem Festlichen abzusehen, ihm dafür aber die Wittel in die Hand zu geben, um stärker als bisher Not und Elend unter Veteranen, Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen lindem zu können. 10 Millionen Mark schenkten Deutsche daheim und draußen ihrem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall, der sie, ein Denkmal seines kameradschaftlichen Fühlens, in die von ihm errichtete Stiftung „hin den bürg spende" einbrachte. Deren Vorsitz übernahm er selbst. In Zehntausenden von Fällen hat Hindenburgs Stiftung während ihres zehnjährigen Bestehens in seinem Sinne helfen können. Jetzt ist sie nahezu erschöpft. Nehmt Hindenburgs 90jährigen Geburtstag zum Anlaß, sein fürsorgerisches Werk zu erhalten und fortzusehen! Der Führer und Von den Bewerbern wurden als Probeleistungen gegen hohes Honorar umfangreiche und ins einzelne gehende Arbeiten und Einsendungen verlangt, die u. a. betrafen: Berlin und seine Industrie; R o h- stofflage in Deutschlanb; Flugzeugwerke in Deutschlanb; vertrauliche Doku m e n t e, Schriftstücke auf allen Gebieten bes beutschen Lebens; vertrauliche unb geheime Akten über S A., S S., unb bas Heer. Alle Volksgenossen, die mit Dobianer, Lamprecht, hugon oder mit einer der angegebenen Deckadressen in Verbindung stehen oder mit denen eine Verbindungsaufnahme versucht worden ist oder noch versucht werden wird, werden hiermit a u f gefordert, sich umgehend bei der näch- st e n Staatspolizeiste11e, die auf jedem Polizeirevier erfragt werden kann, z u melden und Angaben über Art und Umfang der bestehenden Verbindung zu machen. Sie leisten damit Volk und Reich einen großen Dienst. Die Angaben werden vertraulich behandelt. — Wer dagegen trotz der durch diese Veröffentlichung zuteil gewordenen Aufklärung seine Meldung unterläßt, leistet der ausländischen Spionage Vorschub, macht sich ft r a f b a r und bringt damit sich und sein Vaterland in schwere Gefahr. Reichskanzler hat den Gedanken einer neuen Sammlung zum 2. Oktober 1937 nicht nur wärmstens begrüßt, sondern sie s e l b st mit einer großen Stiftung eröffnet. Folgt diesem Beispiel! Ehrt das Andenken des großen Toten durch die Tat des handelns in feinem Sinne. Beiträge zu der vom Reichs- und preußischen Ministerium des Innern genehmigten Sammlung nehmen alle Banken, Sparkassen, Poftansialten auf das Postscheckkonto der „Hindenburg-Spende", Berlin Nr. 73 800, entgegen. Das Kuratorium der Hindenburg-Spende. * Die „Hindenburg-Spende" hat bis zum 31. Dezember 1936 insgesamt 9 734 398,65 Mark an Einzelunterstützungen im In- unb Auslanbe an insgesamt etwa 70000 Personen gezahlt. Ihre Unkosten konnten bei sparsamster Wirtschaft jährlich auf nicht ganz 1 v. H. ber Gesamtausgaben gehalten werben. Die Stiftung geht im Durchschnitt jährlich 1 Million Mark ausgegeben, bavon regelmäßig am Geburtstag bes Stifters, bem 2. Oktober, 450 000 Mark. Wenn wir am 2. Oktober 1937 ben 90. Geburtstag begehen, so soll bafür gesorgt fein, baß bis zu biesem Tage ber Fonbs wieber aufgefüllt ist. Er wirb auch weiter helfen können, wenn bas beutsche Volk sich rege an ber Sammlung beteiligt, bie bis zum 30. September für ben schönen Zweck werben wirb. Die Hindenburg-Spende wird erneuert. Zum 90. Geburtstag des Feldmarschall - Reichspräsidenten. Der Führer eröffnete die Sammlung, folgt seinem Beispiel! zur gegenwärtigen Lage klar auf der es in biesem Zusammenhang weniger wichtig ist, baß bamals, Ende 1935, ber offenbar wohldurch- bachte japanische Plan nicht in ber erhofften Weife in Erfüllung ging. Gerabe bieser Umstanb laßt den jetzigen Vorstoß Japans um so begreiflicher erscheinen. . ... m Es^ ist ganz aufschlußreich, im Lichte bieser Parallele bie jüngsten Züge ber britischen Pouttk, und zwar gerabe unter bem Gesichtspunkt ber ^]Pire= belange, zu verfolgen. Zwar in Fernost halt sich London, vorerst je'benfalls, zurück, mie ja im au= gemeinen Englanb unb ebenso Amerika bisher stets gegenüber ber japanischen Entschlossenheit zuruck- gewichen sinb. Ueber ein paar Warnungen an die japanische Abresse und Berawngen mit Washing on unb Paris hat sich bie britische Politik noch mcht hinausgewaqt. Desgleichen ist auch em Appell an Englanb in ferner Eigenschaft als Unterzeichner bes' Washingtoner Neunmachtevertrages bisher nicht aufgegriffen worben; lebiglich bie eng- lUck-iavanische Aussprache ist zuruckgestellt worben. Aber es ist doch unvermeidlich, daß sich die ganze fernöstliche Zuspitzung für bie Empire-Politik in nen Zwang um Hanbeln^ umsetzen muß Unb h er scheint in ber Zat ber Schlussel für bie Aktt- 2 erunq ber englischen M i 11 e l m e e r p o l 111 k zu liegen, wie sie hinsichtlich des panischen Pro- bttms gegenüber Italien, wie schließlich auch in der Palästinafrage deuttich sichtbar geworden ist. Der bem englischen Premier nachgesagte Ehrgeiz, bie europäische Entspannung unb Begebung mit mehr Geschick vorwärts treiben zu wollen, als es Herrn Eben eigen ist. in allen Ehren. Aber zur Erklärung ber auch in b?r äußeren Form ungemohm lichen Hinwendung z u Italien reicht dieser Hinweis auf so ideale Motive schwerlich aus. Man wird auch nicht gut sagen können, daß der englischen Politik die Spannung mit Italien, als solche, etwa unerträglich geworden sei. Um so plausibler ist der Gedanke, daß es England, gerade angesichts der während des abessinisch-italienischen Streites gesammelten fernöstlichen Erfahrung, darauf ankommt, den Mittelmeersektor der Empireinteressen zu stabilisieren. Der angestrebte Ausgleich mit Italien ist dabei auch insofern interessant, als England heute die Parole ausgibt: freier Durchgangsverkehr für alle M i 11 e l m e e r i n t e r e s s e n- ten. Dies ist, geschichtlich gesehen, ein Rückzieher. Ist es doch noch nicht lange her, daß England sich als Beherrscher des Mittelmeeres fühlte. Die Zeiten ändern sich, und heute kann die italienische Presse, ohne irr England sonderlich Widerspruch zu finden, bereits die pikante These von dem Mittelmeer als dem Lebensraum Italiens, aber nur der Durchfahrtstraße Englanbs verfechten. Auch bie neue Spanienpolitik Englanbs — Gebens Erklärung, man könne Franco nicht einfach als Rebell abtun — ist ein Symptom der vorsorglichen Planung auf längere Sicht, bie Englanb im Mittelmeerraum vornimmt, um anberwärts Bewegungsfreiheit zu gewinnen. Das Bilb runbet sich, wenn man an bie jüngste Palästina - Politik benkt. Denn ber Aufteilungsplan läuft ja ebenfalls auf bie Sicherung ber Empireinteffen in jener strategisch wichtigen Zone hinaus. Wie England während des abessinischen Krieges den sich emporreckenden ägyptischen Nationalismus durch den Bündnisvertrag in ein zeitgemäß frisiertes Abhängigkeitsverhältnis zu bringen verstand, so möchte es jetzt auch in Palästina feinen beftimmenb-m Einfluß auf bem Wege über Bünbnisverträge mit ben neu zu grün- benben Staaten sicherstellen und zugleich ben lästigen Vorwürfen von jüdischer wie von arabischer Seite ben Boben entziehen. Ob alle biese englischen Bemühungen Erfolg haben werben, steht bahin unb ist hier auch nicht zu untersuchen. Wesentlich ist bie Erkenntnis ber M e - 11) o b e n ber englischen Politik, bie zwangsläufig immer eine interkontinentale Empire-Politik fein muß. Dies aber bebeutet, baß England höchst ungern, fei es in Europa, fei es im Nahen ober Fernen Osten, enbgültige Positionen bezieht unb lieber bas „Spiel mit ben vielen Bällen" spielt. Denn im Gegensatz zu jenen Mächten, bie nur „regional" interessiert sinb, lebt bas Empire weit verstreut in ben verschiebensten Regionen. Dies bestimmt seine politische Maxime unb erklärt manches, wenn es auch vieles nicht entschulbigt. Immerhin löst sich unter biesem Gesichtspunkt — nach englischer Auffassung — auch bas Phänomen in eine Selbstverstänblichkett auf, baß England heute i m Mittelmeerraum gegen ben als ftörenb empfundenen Sowjeteinfluß Front zu machen beginnt, währenb es gleichzeitig bie Moskauer Karte in seinem fern oft licken Spiel als wichtigen Trumpf ansieht. Weber bas eine noch bas anbere ist enbgültig. Enbgültig sinb nur bie Interessen bes Empire. 3 re chsdeuische evangelische Geistliche aus Polni^ch-Oberschlesten ausgewiesen kallowih, 10. Aug. (DNB.) Drei reichsbeul- fche Geistliche der evangelischen Kirche in Polnisch- Oberschlesien haben von der Dojwodschaflsbehörde in kattowih die Aufforderung erhallen, das pol- Beitrag zur gegenseitigen kulturellen Verständigung der Völker Europas zum Ergebnis haben. Von der neuen Filmgemeinschaft Deutschland- Jugoslawien sprachen wir schon. An der dalmatinischen Küste sollen deutsch-jugoslawische Filmateliers errichtet werden, der erste Gemeinschaftsfilm, in jugoslawischer Landschaft und in deutschen Ateliers gedreht, ist im Entstehen. Man sieht: die Völker fühlen immer stärker die ungeheure Macht der Werbung, der Verkündigung, die vom Film ausgeht. Und überall, wo redliche Leute am Werk sind, ist man mit Eifer bemüht, diesen Zauberspiegel des menschlichen Seins mit Bildern und Symbolen zu erfüllen, die den Geist der Wahrheit, der Lebensbejahung und der Freude atmen. Und man wird vielleicht einstmals feststellen, daß der Film auslöschen durfte, was häßliche und kleine Geister der politischen Unterwelt schon an schwelenden Bränden entfacht hatten. London, II.Aug. (DNB. Funkspruch.) Daß man in englischen Kreisen durchaus nicht einheitlich von der „Berechtigung", Deutschland zu mißachten, überzeugt ist, geht aus einer Zuschrift an die Times hervor. Diese sieht sich genötigt, gerade in den Tagen der Ausweisung deutscher Journalisten einem Leser, George Shee, das Wort zu erteilen, der Verständnis für die Deutschen fordert. Es könne auch kein wirklicher Fortschritt in Richtung eines dauerhaften Friedens erzielt werden, solange Deutschland und England nicht zu- einer klaren Verständigung kämen, die sich auf diejenigen geistigen und moralischen Charaktereigenschaften stützten, die sie gemeinsam besäßen. Deutschland sehe in Sowjetrußland nicht nur eine Gefahr für sich selbst, es verabscheue vor allem die Politik der Sowjets, die sich auf die Diktatur des Proletariats, die Zerstörung jeder Religion, der Familie und des Privateigentums stütze. Diese Politik habe ihr Gift nicht nur nach Spanien und Frankreich, sondern auch nach China und Mexiko verbreitet und stelle eine Gefahr für die ganze Welt dar. Es sei offensichtlich, daß der Franco-Sowjetrussische Pakt infolge der steten Unterstützung Frankreichs durch England das englische Volk in einen Krieg als Verbündeten der Bolschewiken hineinziehen könnte. Auf jeden Fall sei diese fatale Verbindung mit einer Nation, die niemals von der Politik der Weltrevolution Abstand genommen habe, ein Umstand, der eine wirkliche Verständigung mit Deutschland sehr erschwere. George Shee erklärt dann, daß Mißverständnisse mancher Gesichtspunkte der deutschen Innenpolitik England nicht daran hindern dürfen, zu einer Verständigung mit einem großen Volk zu kommen, das sehr handfeste Beschwerdegründe gegen England auf dem Gebiete der internationalen Be- Ziehungen habe. Die Einstellung der beiden großen germanischen Nationen zum Leben seien in grundlegenden Dingen dieselben, nämlich Respekt vor der Familie als Grundlage der Gemeinschaft und der körperlichen, moralischen und geistigen Entwicklung des Volkes nach dem Grundsatz, daß der Dienst gegenüber der Gemeinschaft die erste Bürgerpflicht sei. Schließlich fordert der Schreiber, daß man ein Kulturfilmschaffen entgegenbringt. In der Annahme- kommission erregten die deutschen Leistungen auf diesem Gebiet so starkes Interesse, daß außer den ursprünglich gemeldeten acht deutschen Kulturfilmen noch sechs weitere zur Aufführung gelangen werden. Abschließend errang ein durch die Originalität auffallender Walt - Disney - Farbentrick' f i l m starken Erfolg, der einen heiteren und ein« fallsreichen Wettstreit zwischen zwei verschiedenen Orchestern zum Gegenstand hatte. Es ist eine selbstverständliche Aufgabe eines Zei- tungskorrxspondenten, dem Lande gegenüber, das ihm Gastfreundschaft gewährt, sich zumindest so soyal zu verhalten, daß er nicht sich ausschließlich in negativer Berichterstattung und schärfster Kritik erschöpft und bewußt alle positiven Dinge unterschlägt .Mister Ebbutt hat seine ganze Tätigkeit in Berlin bisher dazu benutzt, ausschließlich Schattenseiten zu suchen und mit einem geradezu bienen« haften, Fleiß jeden Klatsch und jedes Gerücht zusammenzutragen, um dann daraus für seine Leser seine Meinung über Deutschland zu formen. Er hat dadurch schon sehr lange das ihm gewährte ^Ga st recht mißbraucht, und es erhob sich immer wieder die Frage, ob man nicht Korrespondenten vom Schlage des Mister Ebbutt und einiger ähnlicher Herren die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland entziehen sollte. Man hat längst notwendige Maßnahmen deutscherseits immer wie- der zurückgestellt, nur im Interesse der Beziehun- nische Staatsgebiet innerhalb von sieben Tagen zu verlassen. Es handelt sich um den Pastor Dr. Schiller, der seit 2 8 Jahren die katlowiher evangelische Kirchengemeinde betreut, den Pastor Dr. S ch n e i d e r, der s e i t a ch t wahren in Kattowih amtiert, und den Pastor Dr. Denztaff, der über zehn Jahre der Kirchengemeinde in P leß vorstand. Die Ausweisung, die im Zusammenhang mit der geplanten p o l o n i - fierung der uniierten evangelischen Kirche in Polnisch-Oberschlesien steht, die sich z u 95 v.h. aus deutschen Mitgliedern zu- sammensehl, hat unter den Gemeindemitgliedern der Evangelischen Kirche in Polnisch-Oberschlesien größtes Aufsehen erregt. Sudetendeulsches Kinderelend. Unbeschreibliche Zustande im Bez. Falkenau. Prag, 10. Aug. (DNB.) Am Sonntag fand im Zentrum des westböhmischen Kohlenreviers eine Kundgebung der sudetendeutschen Partei statt, auf der Kreisleiter W o l l n e r auch auf das Ausreiseverbot der 6000 sudetendeutschen Kinder zur Erholung nach Deutschland zu sprechen kam. Im Bezirk Falkenau sei das Kinderelend unbeschreiblich groß. Der Bezirk gehöre zu dem von der Diphtherie am meisten heimgesuchten Bezirken Europas. In sieben Monaten seien 500 Kinder, welche unterernährt waren, an Diphtherie erkrankt und 51 an dieser Krankheit gestorben. In den räumlich vollkommen unzulänglichen Infektionsabteilungen der Krankenhäuser müßten zwei und mehr Kinder in einem Bett liegen, wobei es auch häufig vorkomme, daß Kinder mit verschiedenen Infektionskrankheiten ein Bett teilen müßten. (!) Die Arbeitslosigkeit in den sudetendeutschen Gebieten sei heute mehr als doppelt so groß wie in den städtischen Bezirken. Im Bezirk Karlsbad z. B. komme auf den Kopf der arbeitslosen Bevölkerung täglich ein Unterstützungsbetrag von 80 Heller, wenn man die Familie der Verheirateten nur aus drei Personen bestehend annimmt. Die Erhaltungskosten eines Sträflings betrügen in der Tfche- i choslowakei jedoch pro Kopf und Tag 2,66 Kronen, i Man müsse deshalb verstehen, wenn die Sudetendeutsche Partei und die Bevölkerung der Regierung । fein Vertrauen entgegenbringe. Oie Internationale Filmkunstschau in Venedig eröffnet. Venedig, 10. Aug. (DNB.) Auf dem Lido von Venedig wurde die 5. Internationale Filmkunst- schau vom italienischen' Minister für Volkskultur, 2llfieri, in dem neu erbauten, fast 20000 Per« Jonen fassenden Vorführungsraum eröffnet. Der Präsident der Internationalen Filmkunstschau Graf Volpi gab einen Ueberblick über die Entwicklung dieser seit 1932 bestehenden Einrichtung, die in diesem Jahre 16 Nationen mit einer Auswahl von Spitzenwerten ihres Filmschaffens vereinige. Nach einer Ansprache des Präsidenten der Internationa- len Filmkammer, richtete Minister A l f i e r i Herz- llche Begrüßungsworte an den Präsidenten der Neichsfilmkammer, Professor Dr. Lehn ich, und schloß mit einer Aufforderung, sich für eine lebendige Entwicklung und künstlerische sowie technische Aus- gestaltung des Filmwesens einzusehen, weil kaum ein anderes Gebiet wie gerade der Film geeignet Fei. die Beziehungen zwischen Öen Völkern enger zu gestalten. Dann nahmen die Filmvorführungen ihren Anfang. Nach einem beifällig aufgenom- menen Film der Magyar - Jroda - Filmgesellschaft über den Besuch des italienischen Königspaares in Budaveft kam ein U f a - K u l t u r - F i l m „R ö n t - g e n st r a h l e n" zur Vorführung, der ein anschau- uches Bild von der vielseitigen Verwendungsmöglichkeit der Entdeckung des großen deutschen Forschers auf dem Gebiet der Medizin, der Technik und Wissenschaft lieferte. Dadurch, daß Italien diesen deutschen Kulturfilm bereits in der Eröffnungsveranstaltung zur Vorführung bringen ließ, gibt es zu erkennen, welch hohen Wert man dem deutschen 3nfern wollten und beabsichtigten Gehässigkeit des Herrn Norman (Ebbutt nicht schon lange eine Schranke gesetzt wurde. — Die Diskussionen über Kirchenfragen sind eine ausgesprochen innenpolitische deutsche Angelegenheit, und trotzdem haben wir auch hier stets sachlicher Kritik stand, gehalten, wie wir sie ja selbst an verschiedenen unliebsamen Erscheinungen in den Kirchen geübt haben. Man muß aber erlebt haben, mit welcher infernalischen Gehässigkeit sich gerade d i e „Xi. m e s" durch Herrn Norman Ebbutt über dieses an sich schon reichlich unerquickliche Thema, das van engstirnigen Reaktionären der deutschen Oeffentlich. feit immer wieder aufgenötigt wurde, „informieren" ließ. Der Taft, den die deutsche Presse einheitlich an den Tag legte, als England vor einigen Monaten seine große Königsfrönung hatte, scheint überheblichen Herren vom Schlage Norman Ebbutts völlig abhanden gekommen zu sein, wenn es sich um innerdeutsche Angelegenheiten handelt, die wir bestenfalls genau so mit uns abzumachen wünschen, wie wir es als selbstverständlich auch bei der Betrachtung innenpolitischer englischer Angelegenheiten genau so halten. und es zeigte sich, daß die Filmoertreter der Emigrantenpresse unter sich bleiben konnten, und daß Leni Riefenstahl nach törichten Angriffen und Verleumdungen um so herzlicher geehrt wurde. Als schönster und größter positiver Erfolg der Pariser Wochen aber müssen zwei Dinge betrachtet werden: die Entschließungen der Internationalen Filmkammer wie der Fipresci gegen Hetz- filme jeder Art, und die (Einfügung des Films in den Kunstwettkampf der Olympischen Spiele. Die Einmütigkeit, mit der in rechter Erkenntnis öer ungeheuren Gefahr internationaler Brunnen- Vergiftung durch öie suggestive Kraft des Filmbildes der Beschluß gegen öie Hetzfilme gefaßt muröe, ist ein um so schöneres Beispiel kameraö- schaftlicher und einsichtsvoller Zusammenarbeit öer filmverantwortlichen Männer, als es sich hier gleich um Filme öes Gastlandes handelt, gegen öie der Beschluß sich zuerst roenöen wird. Die Erhebung des Films zum Olympia-Kampffach aber, die in Tokio sichtbaren Ausdruck finden wird, ist wohl einer öer stolzesten Siege des Films in feiner steilen Aufwärtsbewegung, feinem unerhört zähen idealistischen Kampf um die Höhen reiner künstlerischer Vollendung. Paris ist verklungen — seine geistigen Entscheidungen werden segensreich fortwirken in der Filmproduktion der Länder. Wir blenden über zum nächsten großen Filmereignis Europas, vom Seine- strand zur blauen Adria, vom (Eifelturm zum Lido. Die Biennale — der Name ist nicht mehr zu- tref end, denn nicht alle zwei, sondern jedes Jahr wiederholt sich jetzt die große internationale Film- fun tausftetlung — hat in Venedig bereits wieder ihre Zelte aufgeschlagen. Der Zauber der Landschaft herrlichen Renaissancebauten Venedigs verpflichtet zu einem edlen künstlerischen Wettbewerb, zu einem hohen und strengen Maßstab, mit dem das einzelne Werk gewertet wird. Deutschland wird auch hier mit streng ausgesuchten Werken vertre- en sein Spiel- und Kulturfilmen, die z. T. hier in Uraufführung herauskommen werden unter den A?;en unbestechlicher Richter. Zum ersten Male wird übrigens auch Japan in Venedig vertreten |em. Der schon in Europa weilende japanische Abgesandte wird vorher Deutschland besuchen um hier die Filmverhältnisse genau zu studieren. ^..Es ist wle man sieht, zur Zeit eine gesteigerte Tätigkeit der Volker im ganzen Bereich des Filmschaffens zu verzeichen, eine Tätigkeit, die nicht ohne Rückwirkungen auf das Verhältnis der Na- Honen zueinander bleiben wird Auch die jetzt in Angriff genommene deutsch-italienische Gemeinschaftsexpedition nach Albanien wird einjen wertvollen filmdokumentarischen fist :lle mal die feindselige Einstellung V aiL fge b e und sich auf das Positive, auf die Grundel IcLje für Frieden und Gerechtigkeit konzentrieren ’i |r Ie Ein Vorbild in dieser Hinsicht sei der e n g - [ rf d e Frontkämpferverband, dessen Be- U)| niib nflen, eine freundschaftliche Fühlung mit den 1 e astzen deutschen Frontsoldaten aufzunehmen, un- tarjtifct werden müßte. Völlig aus der Lust gegriffen." en L rlin, 10. Aug. (DNB) Von amtlicher 'ty. iiic1iieni(d)er Seite ist zum Ausdruck ge- M bikadu worden, daß die von englischen Zeitungen 8e - vikrbÄtete Ansicht, der aus London ausgewiesene Mrr jpondent Dr. von Langen sei vor einigen W Momten zum Verlassen Italiens g e - te^ zwingen worden, in jeder Beziehung v ö l l i g a u s zbrrij d8> rV u f t gegriffen ist. Es wird erklärt, man egt* fche sfich genötigt, eindeutig festzustellen, daß Dr. inti vin Langen niemals aus Italien ausgewiesen wor- lvtlt d'tn ei und seine gesamte Tätigkeit in Rom nie« ire* trnls auch nur den Gedanken der Möglichkeit einer n ASisr eisung fjabe aufkommen lassen. Dr. von Lan- nn) giart abe nach erfolgreicher Tätigkeit in der italie- : Hauptstadt als Pressevertreter auf Wunsch iieis'iires Verlages Rom verlassen, um den yviu> Wstm in London zu übernehmen. wünschenswert sei, daß sich diese Propa- in Hankau geschloßen. * chiedk^ t un- Die )ünf6: der \ ent)eü- *1' unb V huitflf r Dir . . I-killl n gh ai, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie geWhie,? iLkannt wird, hat das japanische Außenamt diei Lschließung des Generalkonsulats man ri nij f)n n t a u angeordnet. Die Konsulatsbeamten . . )en Studenten in Japan, die " kurzem 5000 betragen habe, soll b e« ^D(reii5 a u f die Hälfte zurückgegangen „ent V' 211 !,er Durchreise nach seiner chinesischen Heimat -aßi^ist Idr stellvertretende chinesische Minister- '" p r tSsiild e n t und Finanzminister, Dr. H. H. K u n g, aus.! brtris zu einem zweitägigen Aufenthalt in im eingetroffen. iefe'i vakviührt werden, der in Moskau vorbereitet wird. t)Q5" Mine- soll dem Brüsseler Kongreß ein Vorschlag un- teift>n tet werden, im nächsten Jahre einen W el t- „Lj , kcinireß der Gottlosen nach Moskau einzu- ej- . beirufn, auf dem auch die Jugendorganisationen ' beic ^üttlosenbewegung aus der ganzen Welt vertre- , iJ'teir sim sollen. Die „Libre Belgique" fragt den Mi- ’J. ni iter räsidenten van Zeeland, ob es nach seiner An- «wünschenswert sei, daß sich diese Propa- 5,gaijib( der Sowjet-Nihilisten in Belgien organisiere. kommunistische Geheimagenten in Oesterreich verurteilt. ß «en, 10. Aug. (DNB.) Das Wiener Schöffen- gerid verurteilte eine gefährliche k o rn rn u n i - Drr Gottlosenkongreh will Brüssel beglücken. ch'! Biüffel, 9. Aug. (S91S.) Der Vollzugsaus- iese^ sMßider Gottlosen-Jnternationale, deren direkte Be- ; zi chcr gen zu Moskau bekannt sind, hat beschlossen, Zch^dii »ächste Internationale Gottlosenkonferenz in Qi 23!r-Cii s e l abzuhalten. Zur Vorbereitung dieser 2xi= ;n gung habe der Generalrat der Gottlosen 100 000 ERicht (etwa 53 000 RM.) zur Verfügung gestellt. £(5:) vjetrußland wird 30 Delegierte ent- -^selrde^ die dem „Außenamt" der Gottlosen Sowjet- ^ruyla bs angehören und Aufgaben propagandistischer zu erfüllen haben werden. In Brüssel soll e ami) ein Go11losen - Propagandafilm Blatt „Taaungpao" berichtet über st a r k e satanische Truppenbewegungen in Jeli i, die angeblich zur Unterstützung der Streit- krüH nm Nankau-Paß bestimmt seien. Wie in Nan- finitetanntgegeben wird, sind in chinesischen Re- Dr.'ZkglEr^skreisen Informationen eingetroffen, nach jfjriber»en »Generalmajor Sagaki, der Stabschef der Lnc, iiaplUichen Kwantung-Annee, in Tientsin ein- JLgetmilm ist. Nach chinesischer Auffassung wird die ütät J03 anische Division innerhalb kurzer ' idiun?3ci’I tilgen. Japan werde insgesamt 1 4 D i - i sticm e n für Nordchina mobilisieren, wovon be- V^reiirsccht auf dem Festlande eingetroffen seien. Es 7 Jnecri! seine Truppen hauptsächlich an der Pei- 'Wimg-^-uiyuan-Bahn zusammenziehen. Das japa- & Stt 'Expeditionskorps werde entweder General -TeHncyi, dem früheren Kriegsminister, ober Gene- l^cr^ralx.,'t( so, dem Chef der Streitkräfte in Korea, snr ■ frrei^ Rückwanderung der Chinesen A! aus Japan. Herei l-rhrin gh a i, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) ruse^chiMiHe Presse berichtet, daß das auswärtige Amt der " in 'AaIking die chinesische Botschaft in Tokio ange- ienÜ^töitG.filhabe, bie in Japan lebenden ch i n e- r, Wa i f" r an Staatsangehörigen in den größe- Pl^reiMhcsfen zu sammeln und ihre Rückbeförde- t 11 n9,n a ch China zu veranlassen. Die chinesische bis jAe Dring habe zu diesem Zweck 6 große Damp- ynb *'',fer!(!r:ietet, die bereits in den nächsten Tagen nach auslaufen sollen. In Schanghai treffen täg- inn; ^lichii «ne große Zahl chinesischer Studenten AMün." )i die japanischen Hochschulen besucht haben. g)^OiedÜchl der chinesisch, ~ ~ Mnocih Dior kurzem 500( ' W'r o ui i= n ii f h i o n ft iif de Geheimorganisation, die „Landes- *|*)fü rirvig des kommunistischen Wehrsports in Oester- Die beiden Hauptangeklagten, Saxinger uni) 5 lawny, ein Ostjude, erhielten acht bzw. fietier Monate Zuchthaus. Zwei weitere wurden zu fieber Monaten und drei „Untergruppenführer" zu ., Je ifüii Monaten Zuchthaus verurteilt. Abraham °ig?g wurde des Landes verwiesen. Die Ange- ™Matyei hatten sich bemüht, illegale kommunistische ^^Kobrptruppen zu bilden. Es war ihnen auch ge= eine große Organisation aufzuziehen. Um 7°'Jfic6i, Duffen und Munition zu verschaffen, ließen die tion.Jczjs^wisten einzelne Leute bei der Heimwehr und n.e DIb|ffl t t Legitimistischen Jüdischen Frontkämvfer- fj^onipiT'Tation eintreten mit dem Auftrag, dort Muni- tänbiflfioiitiy: entwenden. Tatsächlich gelang dieser Streich M-ouch. Die Polizei fand in Geheimlokalen der Bol- '^Lisch^vikn die gestohlenen Gewehre und Patronen, w (Sii-itr t>er Angeklagten, der Jude Siegfried Dehmel, n f moqjrft im Juni d. I. zu fünf Jahren schweren en ^KeMis verurteilt worden. i gro; ------------------ 'm! NaS japanische Generalkonsulat ■^te[;irer am Mittwoch nach Japan zurück. Weiter »emeldet, daß die chinesische Polizei den Schutz ' ' .eints weiteren japanischen Konsulats übernommen ? ^cholM, nachdem es von dem Beamtenstab geräumt urHlnv”)a? Die bisherige Abwanderung aus /..«Na^Sctt-Schanghai nach dem Westen der chinesischen !wird auf 150 000 Personen geschützt. Zur Be- ****Jijiung des starken Flüchtlmgsverkehrs haben Lchiffahrtslinien die Beförderungsmittel ver- Englands Aufrüstung. Die Lustffreiimacht der Flotte wird verdreifacht. Fünf neue grotzeFlugzeugträger vorgesehen. London, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mit der Unterstellung der englischen Flotten -Luft- streitmacht unter die Marineleitung wird, wie „Daily Telegraph" meldet, eine weitgehende Auf- rüftung dieser Waffe einsetzen. Bis zum Jahre 1940 werde die Flotten-Luftstreitmacht vom gegen- wärtiaen Stande von rund 220 Maschinen über das dreifache auf rund 685 Maschinen verstärkt. Im Notfall sei sogar eine weitere Vergrößerung geplant. Die jetzt vorhandenen fünf Flugzeugträger, die insgesamt 170 Flugzeuge hätten, würden modernisiert. Ferner würden bis 1940 fünf neue große Flugzeugmutterschiffe von je 23 000 Tonnen in Dienst gestellt. Diese neuen Schiffe würden etwa 350 Flugzeuge befördern können. Weiterhin beabsichtige man neue Schlachtschiffe und Kreuzer mit je zwei bis v i e r F l u g z e u g e n a u s - zustatten. Aus diesem Grunde solle eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den Kriegsschiffen aller Typen und den Marine-Flugzeugen im Sinne einer neuen Angriffs- und Verteidigungs- Taktik ausgearbeitet werden. Die ersten Erfahmngen der Lustmanöver. Die Verteidigung erfvlgreich. London, 11.August. (DNB. Funkspruch.) Der 2. Abschnitt der Luftübungen über London wurde infolge des schlechten Wetters um 24 Stunden auf» geschoben. Nach einer amtlichen Mitteilung gelang es im ersten Abschnitt von Montag abend bis Dienstag früh nur 20 v. H. der angreifenden Bomber ihre Ziele zu erreichen, ohne abgefangen zu werden. Don insgesamt 36 Angriffen auf militärische Ziele mußten 25 als fehlgeschlagen betrachtet werden. Bei diesem vorläufigen Ergebnis ist zu berücksichtigen, daß die Verteidigungsstreitkräfte durch das klare Wetter begünstigt waren. Allerdings wurden die für einen Kriegsfall vorgesehenen Ballonsperren für London nicht benutzt. Der Luftfahrtkorrespondent des „Daily Telegraph" meint, in manchen Fällen, in denen es zu wirklichen Luftkämpfen kam, habe es sich jedoch gezeigt, daß einige neue Bombertypen eine größere G e - schwindigkeit entwickelten als die verfolgenden Jagdflugzeuge. Der Äelrulenmangel in der Armee. Die Presse fordert Solderhöhung. London, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Neuerung in der englischen Armee, wonach Soldaten 21 Jahre anstatt wie bisher 12 Jahre dienen können und dann Anspruch auf Pension haben, wird von der Presse als ungenügend betrachtet. Die „Morning Post" schreibt, daß es sich nur um eine an sich begrüßenswerte Anfangsmaßnahme für den Ausbau der englischen Armee handeln könne. Die Neue- rung, daß die Reservisten zum aktiven Dienst zurückkehren und damit die Berechtigung auf Pension erwerben können, bringe öie Gefahr mit sich, daß die für den Notfall wichtigen Reserve-Streitkräfte verringert würden. Nicht nur die Verlängerung der Dienstzeit, sondern auch eine Verbesserung der Rekrutierung fei erforderlich. Der eigentliche Grund für die Rekrutenknappheit sei weniger die Pensionsfrage als die Sold- fr a g e. Es sei daher wahrscheinlich erforderlich, Den Sold in der Armee um 25 v. H. zu erhöhen. Die dadurch entstehenden Unkosten in Höhe von zwei Millionen Pfund müßten even von der Nation getragen werden, wenn die Leistungsfähigkeit einer Waffengattung auf dem Spiele stehe. Auch „Daily Telegraph" fordert weit umfassendere Maßnahmen zur Lösung des Rekrutierungsproblems. Das Blatt weist daraus hin, daß zur Zeit ein Ausfall von 23000 Mann bestehe und daß der Soldatenmangel weiter zunehme. In ähnlichem Sinne äußern sich die anderen Blätter, die eine Erhöhung des Soldes und eine weitere Verbesserung der Lebensbedingungen in der Armee fordern. Förderung des Volkswohnungsbaues. Senkung des Zinssatzes für Baudarlehen. Zusatzdarlehen für kinderreiche Familien. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister hat in den letzten Jahren zur Förderung des Baues von Volkswohnungen nahezu 100 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Diese Wohnungen sind für die minderbemittelten Volksgenossen bestimmt, für die eine Kleinsiedlung nicht in Frage kommt. Die Wohnungen sollen bevorzugt in Flachbau errichtet und mit einer möglichst großen Land- oder Gartenzulage versehen werden, um der Familie nicht nur ein gesundes Heim zu geben, sondern sie auch wieder in Verbindung mit dem Heimatboden zu bringen. Zur Zeit sind etwa 40 00 0 solcherWohnungen fertiggestellt oder i m B a u begriffen. Um den Wohnungsbau für die werktätige Bevölkerung noch stärker zu fördern, hat sich der Reichsarbeitsminister entschlossen, eine Reihe von Vergünstigungen, Erleichterungen und Vereinfachungen eintreten zu lassen. Hiernach ist Der Zinssatz für das Reichsdarlehen, das erforderlichenfalls auf 1 5 0 0 Mark je Wohnung erhöht werden kann, a u f 3 v. H. gesenkt worden. Um unter allen Umständen tragbare Mieten zu erzielen, kann dieser Zinssatz weiter b i s a u f 2 v. H. und in besonders liegenden Fällen, namentlich bei kinderreichen Familien, in Not- oder Grenzgebieten sogar bis auf 1 o. H. ermäßigt werden, wenn ein bestimmtes Wohnraumprogramm eingehalten wird. Außerdem kann für kinderreiche Familien ein zinsloses Z u s a tz d a r l e h e n gewährt werden. Es beträgt bei vier Kindern 300 Mark und kann um jeweils 100 Mark für jedes weitere Kind erhöht werden. Die am Wohnungsbau Beteiligten haben auf Grund dieser Bestimmungen die Möglichkeit, der Wohnungsnot tatkräftig zu Leibe zu rücken und dabei den durch den Vierjahresplan an vielen Stellen entstehenden neuen Wohnungsbedarf bevorzugt zu befriedigen. Gleichzeitig hat der Reichsarbeitsminister den Bewilligungsbehörden weitere Mittel zur Förderung des Volkswohnungsbaues in Aussicht gestellt. Aehnliche (Erleichterungen, wie jetzt für den Volkswohnungsbau, werden demnächst auch für die Förderung der Kleinsiedlung in Kraft treten. Nachtfahrverbote für Krafträder aufgehoben. B e r {i n , 10. Aug. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei hat alle Polizeibehörden angewiesen, die in einzelnen Gemeinden, insbesondere in Kurorten, bestehenden Nacht- fahrverbote für Krafträder unverzüglich auf» zuheben. Das Nachtsahroerbot ist von einzelnen Gemeinden erlassen worden, um den Verkehrslärm der Krafträder zu vermeiden. Diese Maßnahme wäre jedoch für den gewissenhaften Kraftradfahrer, Der ein vorschriftsmäßiges Kraftrad führt, eine unverständliche Bela ft u n g , die mit der Förderung der Motorisierung nicht in Einklang zu bringen ist. Um Dem übermäßigen Verkehrslärm DurchDie Auspuffgeräusche von KrasträDern entgegenzutreten, werben bie Polizei- behörben auf bie entsprechenben Vorschriften ber Reichsstraßenverkehrsorbnung hingewiesen, für Deren Einhaltung Sorge getragen werben muß. Der Neichsärzteführer zur Seilpraktikerfrage. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Wie bas Nachrichtenbüro beutscher Zeitungsverkeger mittedt, hat ber Reichsärzteführer Dr. Wagner folgenbes bekannt- qegeben: „Meine Rebe in Düffelborf ist in ber Presse teil- weise so ungenau roiebergegeben worben, baß sie anstatt zu einer enbgültigen Klärung zu fuhren, zu neuerlichen Mißoerstänbnissen Anlaß gab. Die Rebe wirb beshalb im Wortlaut in ber nächsten Nummer des Deutschen Aerzteblattes veröffentlicht werben. Heute stelle ich nur folgenbes fest: Ich habe in meiner Rebe einbeutig erklärt, Daß in Zusunft neben Den Aerzten HeilbehanDler nur zugelas - s e n werben sollen nach einer ßeiftungs = Prüfung, Die sich nicht auf ihr Wissen, sondern auf ihre therapeutischen Fähigkei - ten bzw. Erfolge erstrecken kann unD soll. Ich habe weiter erklärt, baß Heilkunst von Können kommt, unb baß für bieses Können, insbefonbere für bie nicht zu entbehrenbe Diagnostik, nur bas auf ber Hochschule erworbene Wissen bie vollkommene sichere Grunblage sein kann. Die Heranbilbung eines Heilbehanblernachwuchses a u f Heilpraktikerschulen habe ich einbeutig abgelehnt. Es wirb sich bei Den Heilbehanb- lern, bie ohne auf einer Hochschule erworbene Wis- sensgrunblage auf Gru b einer therapeutischen Leistungsprüfung zur Heilbehanblung in Zukunft zu- gelassen werben, immer nur um Ausnahmen unb Einzelfälle hanbeln." Zugendschuhkammern bei den Landgerichten. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Reichsjustizminister Dr. Gärtner l)at folgende Verfügung erlassen: Schutz der Jugend vor Mißbrauch ist eine ber wichtigsten Aufgaben ber Staatsführung. An ihrer Verwirklichung hab bie Strafrechtspflege hervorragend mitzuwirken. Daher bestimme ich auf Grund von § 7 Absatz 1 der VO. zur einheitlichen Regelung ber Gerichtsverfassung vom 20.3.1935: B e i febem Lanbgericht, bei Dem ein Be- bürfnis hierfür besteht, wirb eine Jugenbschutz- tammer gebilbet. Der Jugenbschutzkammer als einer Strafkammer finb zuzuweifen: 1. alle Sittlickkeitsverbrechen und -vergehen an und von Jugendlichen bis zu 18 Jahren; 2. alle Mißhandlungen Jugendlicher; 3. schwere Verfehlungen gegen Ärbeits-- und Gefundheitsfchutzbesti mm ungen zugunsten Jugendlicher; 4. jede sonstige als Verbrechen ober Vergehen strafbare unmittelbare Gefährdung eines Jugendlichen. In allen Diesen Schutzsachen hat Der Anklagevertreter mit Nachdruck auf die Notwendigkeit eines wirksamen Jugendschutzes hinzuweisen und Dem in seinen Anträgen zum Strafmaß Rechnung zu tragen. Ebenso erwarte ich von Den Gerichten ft r e n g e Bestrafung aller Rechtsbrecher, bie sich an ber Jugend versündigt haben. Die Bildung der Jugendschutzkammern ist nach Maßgabe ber gleichzeitig ergehenden Richtlinien derart vorzubereiten, daß Die Kammern am 1. September 1937 ihre Tätigkeit aufnehmen können. Kleine politische Nachrichten. Wie wir erfahren, hat ber Führer ber bänischen Schwimmerin Jenny Kammersgaarb zu ihrer einzigartigen sportlichen Leistung telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen. „Politiken" bringt ben Wortlaut bes Glückwunsches. Das Mittagsblatt „B. T." schreibt: Jenny Kammersgaarb fei mit Recht stolz auf diese Auszeichnung durch Adolf Hitler. ♦ Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat den SA.-Brigadeführer Wilh. Ziegler zum Reichs- kommissar für A l t m a t e r i a l v e r w e r- t u n g bestellt. Ihm obliegt die bisher von ber Geschäftsgruppe Rohstoffoerteilung burchge- führte Erfassung unb Bearbeitung bes gesamten nicht lanbwirtschaftlichen Zwecken (Schweinemast) bienenben Altmaterials einschließlich ber Müllabfallverwertung. Die Dienstanschrift ist Berlin W 9, Tirpitzufer 22. ♦ Die NSK. melbet: Durch Verfügung bes Führers würbe ber Hauptschriftleiter ber „Pommerschen Zeitung", Pg. Paul Simon, zum ft e 1 ( d e r trete n b e n Gauleiter von Pommern ernannt. Der heute 29jährige ist seit 1926 Parteigenosse und steht seit Frühjahr 1930 als Parteijournalist im öffentlichen Leben. Er hat als Hauptschriftleiter das „Koblenzer Nationalblatt" ausgebaut unb vor zwei Jahren bie „Pommersche Zeitung" übernommen. SPATLESE SIWl’LI-SI'OAl ist daher so bekömmlich! 4157 V Oer erste Globus der Welt. Das germanische Nationalmuseum in Nürnberg stellt anläßlich des diesjährigen Parteitages den ersten Weltglobus aus Er ist erst neuerdings von dem Museum mit Unterstützung des Führers erworben und von dem Schmutz der Jahrhunderte gereinigt worden. Es ist eine sinnvolle Ausstellung, die dem nachdenklichen Deutschen bei der Betrachtung einigermaßen ans Herz greifen mag. In %&<'%■ ■ demselben Jahr, in dem Kolumbus Amerika entdeckte, überreichte Martin B e h e i m, auch Böheim, der sich lateinisch Martinus de Boemia nannte und aus altnürnberger Patriziergeschlecht stammte, dem Stadtrat seinen „Erdapfel". Es gab schon früher Versuche einer Gesamtdarstellung der bekannten Erdoberfläche. Aber alle diese Darstellungen, von denen die des Ptolemäus am berühmtesten ist, gingen von der Voraussetzung aus, die Erde sei eine Scheibe. Martin Beheim stellte als erster die Erde in Kugelform, als „Erdapfel", wie er sagte, also als Globus, wie wir sagen, dar. Und das geschah nicht von ungefähr. Schon als junger Mann kam Beheim 1481 nach Lissabon, wo er in die Junta dos mathematicos berufen wurde. Er vermittelte den Portugiesen die Kenntnis des sogenannten Jakobstabes, auch Gradstock oder Kreuzstab genannt, der damals ein von einem Landsmann Beheims wesentlich verbessertes nautisches Hilfsmittel zur Feststellung des Kurses bei Hochseefahrten war. Ein Johannes Müller, nach seinem Geburtsort Köenigsberg in Franken Regio- montanus genannt, hatte die Verbesserung erfunden und außerdem astronomische Jahrbücher geschaffen, in denen die Stellung von Sonne, Mond, Planeten und der wichtigsten anderen Gestirne für die einzelnen Tage im voraus berechnet war. Beheim schenkte den Portugiesen die Kenntnis der Werke dieses seines Lehrers, der zugleich als erster in Deutschland die Algebra und Trigonometrie in den Dienst der Erdphysik stellt und dank der Großzügigkeit eines Nürnberger Patriziers die erste deutsche Sternwarte schuf. Beheims Wissenschaft erleichterte Fahrten Vascos da Gama, Kolumbus' und Magal- haes'. Beheim selbst nahm an einer Expedition des portugiesischen Admirals Diego Cao teil, bei der die Mündung des Kongo entdeckt und sehr wahrscheinlich sogar das spätere Deutsch-Südwest-Afrika erreicht wurde. Wie so viele der großen Entdecker, zog Beheim aus seiner Wissenschaft keinen großen materiellen Nutzen. Er starb in ärmlichen Verhältnissen 1506 in Lissabon. Daß Beheim eine so große Rolle spielen konnte, ist nicht reiner Zufall. Zunächst führte vor den großen Entdeckungen der Handelsweg vom Norden (der Nord- und Ostsee) über Burgund und Süddeutschland nach Italien. Nürnberg und auch Augsburg waren um die Wende des 15. Jahrhunderts die großen Ausfalltore nach Böhmen, Oesterreich, Polen und Ungarn. So wurden die großen Mathematiker Regiomontanus und Beheim von dem Zuge der Zeit getrieben, auch Astronomen und Erdkundler zu werden. Regiomontanus blieb noch im mitteleuropäischen Raum; der jüngere Beheim spürte bereits weit über die europäischen Grenzen den neuen großen Handelswegen über den Atlantik nach. Diese herrlichen Ansätze, zu denen auch das weltweite Wirken der königlichen Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser gehörte, scheiterten an der politischen Zerrissenheit des damaligen Deutschlands, die durch die einsetzenden konfessionellen Reibungen und das Zusammenspiel der französischen Könige mit den Türken noch verschärft wurde. Kunst und Wissenschaft Eine Ehrung Wilhelm holzamers. Der im Alter von 37 Jahren im Jahre 1907 verstorbene Volksdichter Wilhelm Holzamer ist lange Zeit fast unbekannt geblieben. An seinem 30. Todestay, dem 28. August d. I., werden die Reichs- s ch r l f t t u m s k a m m e r, Landesleitung Hessen- Nassau, und der Wilhelm-Holzamer-Bund in dem Geburtsort Holzamers Nieder-Olm (bei Mainz) eine öffentliche Ehrung für den Dichter veranstalten, um ihm und seinem aus Volkstum und Landschaft seiner rheinhessischen Heimat erwachsenen Werk, dem reichen Schatz von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten, das gebührende Ansehen im deutschen Volk verschaffen zu helfen. Der Gießener Anzeiger wird demnächst in seiner „He i m a t im Bild" einen bebilderten Gedächtnisaufsatz veröffentlichen. Aus aller Wett. Europarundflug eines Messerschmitt- Uugzeuaes. Die Bayerischen Flugzeugwerke veranstalten am 10. und 11 August mit der Messerschmitt- Maschine M G 10 9 „Taifun" einen Europarundflug. Am ersten Tage wurde die Strecke Berlin — Riga — Helsinki — Oslo — Hamburg — Paris zurückgelegt und am zweiten Tage soll die Strecke Paris — Mailand — Rom — Belgrad — Warschau — Berlin zurückgelegt werden. Das Flugzeug soll keinen Rekordflug durchführen, sondern zeigen, wie mit einer solchen Maschine große Strecken auch für den Privatmann sicher und bequem zurückgelegt werden können. Mit anderen Verkehrsmitteln benötigt man für die erwähnte Reise 11 Tage. Die oiersitzige Reisemaschine startete Dienstag morgen um 3.40 Uhr am Tempelhofer Flugfeld und traf programmäßig um 7.05 Uhr in Riga ein. Nach Aufnahme neuen Brennstoffes setzte das Flugzeug um 7.30 Uhr seine Reise nach Helsinki fort, wo es um 9.07 Uhr eintraf. Es startete nach Oslo um 9.29 Uhr. Kurz nach 12.30 Uhr ging die „Taifun" auf dem Osloer Militärflughafen nieder, um bereits um 13 Uhr zum Weiterflug nach H a m b u rg zu starten. Nun wurden weniger günstige Witterungsverhältnisse angetroffen, lieber dem Skagerrak und Kattegatt wurde es sogar recht ungemütlich. In nur 50 Meter Höhe mußte bis Flensburg geflogen werden. Von da an war dann das Wetter bis Hamburg wieder einwandfrei. „Taifun" ist um 16 Uhr im Hamburger Flughafen eingetroffen und sofort zum Weiterflug nach dem Pariser Flughafen Le Bourget gestartet, wo sie Dienstag um 19.36 Uhr glatt gelandet ist. Die Besatzung machte trotz des langen Fluges einen sehr frischen Eindruck. Die „Taifun" hat damit am ersten Tage ihres Europafluges, die in der Luftlinie rund 3550 Kilometer betragende Strecke von Berlin über Riga, Helsinki, Oslo und Hamburg nach Paris ohne jeden Zwischenfall mit größter Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zurückgelegt. Ein fünfjähriger Junge verursacht den Laufacher Brand. Der Brand, dem am Samstag in Laufach bei Aschaffenburg zwei volle Scheunen und zwei Holzhallen zum Opfer fielen, wurde, wie die Polizeibehörde meldet, von dem 5jährigen Söhnchen des Brandgeschädigten Jos. Imhof verursacht. Der Junge holte sich aus dem Küchenschrank Streichhölzer und zündete einen in der Nähe der elterlichen Scheune gelegenen Haufen Abrechsel eines Stoppelackers an, um sich angeblich darin Kartoffeln zu braten. Das Feuer, das in dem ausgetrockneten Stroh reiche Nahrung fand, nahm sofort größeren Umfang an, so daß es der Junge mit der Angst zu tun bekam und d a v o n l i e f. IRefferbmcbt des ReichsMetterdienftes. Ausaabeork Tranfhirt Der Durchzug einer schwachen Störungsfront brachte auch unserem Gebiet am Dienstagnachmittag Bewölkungszunahme und vereinzelt etwas Niederschlag. Auch für die Folge muß mit dem zeitweiligen Eingreifen von Westen heranziehender Tiefdruck- störungen gerechnet werden, so daß bei überwiegend freundlichem Charakter kein durchaus beständige; Wetter zu erwarten ist. Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst zeitweise aufkommende stärkere Bewölkung und Neigung zu teilweise gewittrigen Niederschlägen, im ganzen jedoch noch freundlich, warm, meist westliche Winde. Lufttemperaturen am 10. August: mittags 27,4 Grad Celsius, abends 19,3 Grad; am 11. August: morgens 16,1 Grad. Maximum 28,3 Grad, Minimum heute nacht 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. August: abends 24,7 Grad; am 11. August: morgens 20,4 Grad. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Bilm, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder, Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thymi (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit bet Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Anna Wagenbach im Alter von 25 Jahren. Bersrod, Frankfurt a. Main, den 9. August 1937. Heuchelheim, den 10. August 1937. 03945 5255 D 80.- 5248 D U U Heute abend 7% Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 12. August, nachmittags 2% Uhr, zu Bersrod statt Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermflhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brllhl. Schulstr.’ Miele-Melior RM Heute morgen verschied in der Klinik zu Gießen nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Frau Katharine Kutscher, geb. Böhmer im Alter von 69 Jahren. Graue beseitigt Orfa u Flasche 1.80, extra stark 2.50 Haare UnschädlichI Sich Wirkung. Drog. Elges, Seltersweg 68 a 4579V Löwen-Drog. Kilbinger, Seltersw.69 Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. August, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Gießener Strabe 74, aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Kutscher IV. Familie Karl Artus. 4V3immer Woljnunq mit Bad u Küche im 1. Stock, in ruhiger Lage gelegen, per bald au vermieten Schriftliche Angebote u. 5258D an den Gießener Anzeiger erbet. Die Tieftrauernden: Maria Hill, geb. Hausrath Rosemarie Hill Familie Gregor Hill Familie Konrad Hausrath. Gießen, den 11. August 1937. Die Beerdigung fand in aller Stille statt — Für die herzliche Anteilnahme bei dem schweren Verlust unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank. 0394/ In tiefer Trauer: Wilhelm Wagenbach Wwe. Familie Theodor Volkmann Robert Englert. 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Stellenangeböte| Keine Zeugnisse m Urschrift lonöern nut Zeugnis» obidjriften oem Be- werbungSIchr-iben bet legen - Lichtbilder undBewerbungSunter. lagen müflen gut geeignet ist, dem Leser und der eigentümlichen 'Welt des bedeutenden englischen Schriftstellers be- Ikannt zu machen: er schreibt hier die abenteuer^ Iliche und ungemein spannende Geschichte der alten 'englischen Bark „Judea", die mit einer Fracht Kohlen nach Bangkok in See geht, leck geschlagen iwird, in den Ausgangshasen heimkehrt, abermals «ausläuft, aus hoher See in Brand gerät und unter- ,geht. Die Mannschaft erreicht nach mühseliger Fahrt iim offenen Boot die ferne Küste im Osten. Das ist »ein großartiges Abenteuer, knapp und lebendig erzeugenden Aufschluß über die Vernichtung der völkisch wertvollsten Elemente Rußlands durch das Judentum, über die Herkunft der Zwangsarbeiter und deren Einteilung, über die Hilferufe der Verbannten und über die furchtbaren Zustände beim Bau des Weißmeerkanals. Jedermann sollte diese Schrift, diese furchtbare Anklage gegen Judentum und Bolschewismus auf Grund eigener Zeugnisse und Belege lesen und seine Erkenntnisse aus dieser Schrift in weiteste Kreise unseres Volkes hineintragen. . — Das endlose Gefängnis. Von Agri- cola. (Nibelungen-Verlag, Berlin. Geb. 5 Mk., kart. 4 Mark.) — (477) — In diesem Buche liest man einen Tatsachenbericht aus Tagebuchblättern, die die Erinnerungen des Finnländers Georg Kitchin aus den Kerkern der Sowjetunion darstellen. Der erste Teil des Buches gibt einen grauenerregenden Blick in die Hölle der GPU.-Gefängnisse, ein unheimliches Bild endlosen menschlichen Leidens. Der zweite Teil des Buches führt den Leser in die ebenso grauenvolle Welt der Arktis, in das Land des ewigen weißen Schweigens, in die furchtbaren Konzentrationslager der GPU. Dieses Buch zu lesen ist geradezu eine unheimliche Nervenprobe, denn was darin an Scheußlichkeiten und Bestialitäten enthüllt wird, kann sich ein Mensch mit normalem Denken und Empfinden einfach nicht vorstellen. Zugleich mit diesem Blick in einen unvorstellbaren Abgrund von Gemeinheit und Unmenschlichkeit erkennt man aber auch, wie hier das Judentum sich in sadistischer Art als Sklavenhalter der GPU. betätigt, wie es die schreckliche Geißel seiner skrupellosen Machtgier über dem gepeinigten armen russischen Volke' schwingt. So furchtbar es ist, dieses Buch zu lesen, so möchten wir ihm doch viele Leser.wünschen, damit durch diese Tatsachenberichte immer mehr die Erkenntnis sich ausbreitet, welcher Pesthauch vom Bolschewismus und vom Judentum als Träger und Wegbereiter dieses völkertötenden Giftes ausgeht, und wie sehr beide eine ungeheure Gefahr " für alle wahrhaften Kulturvölker sind. sowohl die englische Herkunft, als auch den meisterlich beherrschten Stil empfinden und zu würdigen wissen, der ihn keineswegs an die romantischen Schmöker seiner Knabenzeit erinnert, vielmehr an die klassische Haltung später und immer wieder gelesener Werke. Die Erzählung ist eingekleidet in den Erinnerungsbericht des Mannes, der damals mit der „Judea" als blutjunger Offizier seine erste große Fahrt machte; das gibt der Erzählung ihren Namen und über das eigentliche Abenteuer hinaus ihren Inhalt oder ihr Leitmotiv: wie sich das Abenteuer im Erlebnis des jungen Mensche,, spiegelt, der im Tatendrang und in der Sehnsucht seiner zwanzig Jahre „mit tausend Masten" in den Ozean segelt, die Welt zu erobern und ihre Wunder in sich aufzunehmen. — Das kleine, vorzüglich. übersetzte Buch wird bei jungen wie alten Lesern viele Freunde finden. Hans Thyriot. — C. S. Forester, Ein General, Roman aus dem Englischen übersetzt von Wolf G. Schieber. Preis in Leinen geb. 5,80 RM. Verlag Wolfgang Krüger, Berlin. — (168) — Wir möchten glauben, daß dies Buch in England Aufsehen erregt haben wird wegen des unbekümmerten Freimuts, mit dem hier hinter die Kulissen der englischen Kriegführung während des Weltkrieges geleuchtet wird, wobei auch auf die Einstellung gewisser Kreise der society zum Kriegserlebnis ein wenig schmeichelhaftes Licht fällt. In England ist man allerdings durch die in ihrer Kritik meist recht unverblümten, keine Schonung und keine Rücksicht kennenden Erinnerungsbücher von führenden Staatsmännern und Militärs schon daran gewöhnt, wir pflegen mit etwas mehr Zurückhaltung diese Dinge zu behandeln. Die Form des Romans schwächt den Eindruck des Tatsächlichen nicht ab. Wir haben aus jeder Seite die Ueberzeugung: So und — Bauern unter Hammer und Sichel. Von Peter Nikolajew. (Nibelungen-Verlag, Berlin. Geb. 6 Mark, kart. 5 Mark.) — (478) — Der Verfasser berichtet über das Schicksal seines Lebens in der Hölle der Sowjets. Man lernt ein Menschenschicksal kennen, und man erkennt in diesem Einzelschicksal die furchtbare Leidenszeit, die tägliche Hölle des ganzen russischen Volkes. Mit diesem Buche schreit der Flüchtling Peter Nikolajew eine furchtbare Anklage gegen die Sowjets in die Welt hinaus, eine Anklage, die alle menfchlifch Empfindenden aufs tiefste erschüttern muß. Nirgends in Westeuropa, wo Ruhe und das tägliche Gleichmaß des Lebens herrschen, kann man sich eine Vorstellung von der Lebensqual in dem Lande der Sowjets machen. Der Bauer, der redliche und arbeitssame Vertreter des Volkes, tritt in den Mittelpunkt dieses dramatischen Erlebnisberichtes. Zu Hunderttau- senden werden Bauern verhaftet, verbannt, hingemordet. Zu Tausenden aber kämpfen sie um ihr Leben diese Russen, die nichts als ihr Leben zu verlieren haben. Als Partisanen gegen die judobolschewistischen Ausbeuter stellen sie eine Macht dar, die auch ihre Bedrücker fürchten. Sie kämpfen und sterben aus verlorenem Posten,, hingemäht von den MGs. ihrer Bedrücker. Der Opfer werden Millionen gezählt — und nur Wenigen gelingt die Flucht in di'e Fremde, wie auch dem Verfasser, der uns die Geschichte seines Lebens unter der Herrschaft der Sow'ets erzählt. Man muß hier — wie auch bei dem Buche von Agricola „Das endlose Gefängnis" — mit Nachdruck die Frage aufwerfen: Wo bleibt gegenüber dem Verbrechertum der Sowjets das Ttzeltgewissen? . — Zwangsarbeit in der Sowiet- u n i o n. Von Dr. H. G r e i f e. (Nibelungen-Verlag, Berlin.) — (479) — Diese aufschlußreiche Schrift ist ausschließlich aus authentischem, zum größten Teil sogar amtlichen sowjetischen Material aufgebaut, die Bilder sind amtlichen sowjetischen Quellen entnommen. Dieses Tatsachenmaterial gibt eine klare und unwiderlegliche Darstellung der Wirklichkeit im „Sowjetparadies". Man erhält einwandfreien, uber- Kampforganisation werden von Moser auf ihre Zweckmäßigkeit hin unter die kritische Lupe genommen. Ebenso wesentlich und fesselnd sind aber auch seine Betrachtungen zur wechselnden strategischen Lage und zu den Entschlüssen, die sie geboren hat. Das Verhältnis zu den Oesterreichern und die Persönlichkeit Hötzendorffs erfährt besonders aufschlußreiche Behandlung. Moltke, Falkenhayn, Hindenburg und Ludendorff lernen wir aus ihren strategischen Grundauffassungen verstehen. Wir gewinnen viele neue Gesichtspunkte für eine umfassende und tiefgreifende Beurteilung der Kriegführung vom Politischen sowohl wie vom Strategischen her. So ist das Buch eine Fundgrube der Erkenntnisse, ein Werk, dem der Verfasser seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt hat. Fr. W. Lange. — Bomber über Abessinien. Von Vit- torio Mussolini. (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung» München. Geb. 3 Mark, kart. 2,50 Mark.) — (200) — Der Sohn des Duce gibt hier in knapper und doch überaus fesselnder Weise einen Bericht über seine Erlebnisse als junaer italienischer Fliegeroffizier im Feldzug gegen Abessinien. Es sind'Tagebuchaufzeichnungen, die aber gerade um deswillen besonders interessant sind, weil sie das unmittelbare Leben und Erleben der kämpfenden Front widerspiegeln. Das Herz des Lesers — und besonders des einstigen Frontkämpfers des großen deutschen Weltkriegs-Heeres — schwingt mit bei der Lektüre dieses Buches, das in soldatischer Einfachheit und knapper Gebundenheit geschrieben ist, das aber doch verrät, daß hier „ein ganzer Kerl", ein vorbildlicher Frontsoldat berichtet, der keine Lobhudelei, keine Schönfärberei und am allerletzten seine eigene Person kennt bei dieser Niederschrift, der eben nur den Soldaten und seinen Kriegsdienst für sein Volk und Vaterland in den Vordergrund stellt, der auch dem Feind Gerechtigkeit zukommen läßt, soweit sich der Feind als Soldat zeigt. Dieser Erlebnisbericht des jungen Fliegers — aus dem Italienischen übertragen von F. Gas- barra — ist eine gute Gabe für unsere deutschen Soldaten und für unsere kämpferische deutsche Jugend. Wir wünschen dem prächtigen Buche viele Leser, die sicherlich ebenso gerne wie wir dem jungen Flieaero'fizier Mussolini ihre Aufmerksamkeit und ihre Sympathie schenken werden. Bl. Lynk. — Hans Carossa: Gedichte. Vom Dichter ausgewählt. 62 Seiten. Im Insel-Verlag zu Leipzig. Insel-Bücherei Nr. 500. — (149) — Die Insel- Bücherei, deren erste Bändchen im Sommer 1912 erschienen, begeht in diesem Jahre das schöne Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens. Den Band mit der festlich bedeutsamen Nummer 500 hat der Verlag einem seiner wesentlichsten und beliebtesten Autoren Vorbehalten: Hans Carossa, der hier eine kleine, mit eigener, sondernder und ordnender Hand vorgenommene Auswahl seiner Gedichte vereinigt. Diele, gewiß auch zahlreiche Freunde des Dichters, werden in dieser lyrischen Auslese einer neuen Wesensseite des als Erzähler seit langem sehr Geschätzten begegnen, und werden diese zuvor nicht oder kaum gekannte mit Freude und tiefer Befriedigung dem vertrauteren Bilde Carossas einfügen. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, den Inhalt des schmalen, schmucken Bandes mit ein paar Worten zusammenzufassen oder gar in eine Formel zu pressen, die hier wie fast stets bei lyrischen Sammlungen unzureichend und unzutreffend genannt werden müßte. Wir hoffen nicht mißverstanden zu werden, wenn wir, zögernd, den Namen Goethes aussprechen, um die Weise zu kennzeichnen, welche einige der Gedichte bewegt und auszeichnet. Daß dabei Carossas sehr ausgeprägte Persönlichkeit auch diesem, äußerlich geringen Bande allenthalben seine unverwechselbare Prägung gibt, braucht kaum gesagt zu werden. Das Einfache, das Menschliche, das Geheimnis, das unser Leben überall umgibt und durchdringt, die eigentümliche innere Form von Carossas Probebüchern scheint uns in diesen, überwiegend bezwingend einfach und kristallen gebauten Strophen wieder zu begegnen. Man muß sie langsam lesen und sich ausschwingen lassen; man wird mit Entzücken einige unvergeßliche Kostbarkeiten in dem kleinen Buche finden wie den „Heimweg", „Die Ahnfrau", die „Heimliche Landschaft" und das wundervolle Ostergedicht „Fahrt", das wir vor einiger Zeit unfern Lesern in der Unterhaltungsbeilage zu lesen gaben. Hans Thyriot. — Otto von Moser, E r n sth a ft e P laude r e i e n über den Weltkrieg. Eine kritlsche, militärpolitische Geschichte des Krieges für Fach" leute und Nichtfachleute, zur Rückschau in tue Vergangenheit und zur Ausschau in die Zukunft. 2. ziup icwe. Verlag Chr. Belfer AG. Stuttgart. Preis geb. 10 RM. — (133) — Die erste Auflage dieses ausgezeichneten Buches liegt schon länger als ein Jahrzehnt zurück, eine Flut von Literatur in- und ausländischer Autoren ist inzwischen zu den hier behandelten Problemen erschienen und doch hat diese ungemein kritische und doch bei allem Freimut taktvoll wägende Darstellung des württemberaischen Generals, der als Führer des XIV. Reserve-Korps mit dem Pour le merite ausgezeichnet wurde, von ihrer bestrickenden Frische und Unmittelbarkeit nichts ein- qebüßt. Moser kennt keine falsche Rücksicht, wenn es ihm daraus ankommt, aus Fehlern der 93erganqen= heit eine Lehre für die Zukunft zu ziehen. Aber ihm liegt nichts daran, Wunden wieder aufzureißen, die eben erst vernarbt sind, und Anklagen zu erheben, die zu nichts nütze sind. Trotzdrm wird eine Fülle von Einzelheiten kritisch beleuchtet und dem Frontkämpfer, dem, fern von den Orten wichtiger Entschlüsse, vieles unklar und unverständlich geblieben war, manche Zusammenhänge aufg^ellt. manche Zweifel in der eigenen Brust bestätigt. Moser beklagt die mangelnde militärische ^^n^ unse^r Staatsmänner und Volitiker und das absichtliche Fernhalten unseres Offlzierkorps nicht bloß von der Tagespolitik, was die Hauptursache war für die bereits bei den vorbereitenden Arbeiten des Generalstabs beobachtete schlechte Zusammenarbeit zwi- s^n Militärs und Politikern, die sich durch den ganzen Krieg^hinzieht und vom belgischen Problem iqi4 Hitz ,um Waffenstillstand 1918 eine Fülle folgenschwerster Mißverständnisse gezeitigt hat. Kritisch betrachtet Moser auch eine Reche organisatorischer Maßnahmen und die sich daraus ablei enden Un- Zuträglichkeiten zwischen den einzelnen Kommandostellen Die Stellung des Generalstäblers findet, obwohl 'Moser selbst' dem Großen General'tab an- aehört hat, keine eindeutig günstige Beurteilung, die Gliederung der Divisionen in drei Regimenter die Festlegung der Korps auf bestimmte Gelandeab- chnitte in die in der Folge der Kampfhandlungen die verschiedensten Trupvenverbaüde emgewiesen L ' . • < ___V___—ama Sa** rniltinrifrhorr Deutsche Erzähler. — Josef Martin Bauer: Achtsiedel. Roman. 294 Seiten. Brosch. 3,50, Leinen 5 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (102) — Dieser Roman wurde bereits 1930 geschrieben und seinerzeit mit dem Jugendpreis deutscher Erzähler ausgezeichnet; er behandelt einen Stoff, der uns heute besonders aktuell anmutet: es ist die Geschichte von acht Männern, die als Siedler ausziehen, um sich eine Heimat zu erobern und zu erarbeiten, eine Robinsonade, wie Bauer selbst sein Buch nennt, aus dieser unserer Zeit, eine Schilderung der Not, der Wirrnis, der irrfahrenden und suchenden Heimatlosigkeit, aber auch der Bereitschaft und der Kameradschaft, des zähen Willens und der harten Arbeit. Ein sehr männliches Buch alles in allem; die wenigen weiblichen Gestalten bleiben im Hintergrund. Ein echter und guter Romanstoff übrigens auch, den Bauer da ausgespürt hat, und mit dem er Fragen des täglichen Lebens, die uns heute nicht nur literarisch beschäftigen, spürsinnig vorweggenommen hat. Inzwischen ist anderes von Bauer erschienen; unsere Leser haben ihn in gelegentlichen Beiträgen zum Feuilleton kennengelernt; vor Weihnachten haben wir seinen letzten großen Roman „Das Haus am Fohlenmarkt" ausführlich besprochen: es scheint nicht ohne Reiz, die beiden Bücher, das von 1930 und das von 1936, nebeneinander zu halten, zu vergleichen und die erfreulich reifende Entwicklung, vor allem im Sprachlichen, zu beobachten, die von diesem sehr begabten bayerischen Erzähler noch manche schöne und bleibende Gabe erwarten läßt. Hans Thyriot. — Werner Beumelburg: Die Hengst- wiese. Novelle. 111 Seiten. Ganzleinen 2,80 Mark. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. — (119) — Diese bemerkenswerte, gut erzählte, klar gegliederte und spannend gesteigerte Erzählung scheint uns eines der nicht eben häufigen Beispiele dafür zu bilden, wie die dichterische Phantasie arbeitet, indem der Erzähler in der Einleitung selber jenes „erregende Moment" bezeichnet, das, bewußt oder unbewußt, am Anfang jeglicher Gestaltung steht: aus dem unheimlichen und unvergeßlichen Schrei eines Tieres formt sich dem Dichter die Vision nicht allein der unsichtbar gebliebenen Kreatur zu einem sehr nahen und lebendigen Bilde, zur Gestalt eines edlen und auf wunderlich-märchenhafte ober legendäre Weise beseelten Schimmelhengstes; und mit der Gestalt auch zugleich die Geschichte dieses Hengstes. Das Tier wird zu einem Baten und Werkzeug des Schicksals, indem sich sein Leben mit dem Leben und dem Liebesglück eines jungen ftaufischen Ritters aus der Zeit Friedrichs II. unlöslich verknüpft: ein durchaus unkonventioneller, aber sehr fesselnder Stoff; eine Erzjihlung überdies, die alle Merkmale der echten Novelle an sich trägt und dichterisch wie sprachlich durchgeformt, folgerichtig aufgebaut und gelöst ist. Hans Thyriot. Mcher der Kunst. — Die Bildwerke des Naumburger Doms. 44 Bildtafeln. Mit einem Geleitwort von Wilhelm Pinder. 59 Seiten. Insel-Bücherei Nr. 505. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (151) — Die Plastik im Naumburger Dom gehört zu den großartigsten und unvergänglichsten Zeugnissen nicht nur der Kunst der Stauserzeit, sondern des deutschen Mittelalters überhaupt. Diese Stifter-Figuren sind neuerdings, wenigstens teilweise, verhältnismäßig bekannt geworden. Doch geht es rückst an, wie Pinder, einer der hervorragendsten Kenner des Domes zu Naumburg, im Nachwort überzeugend darlegt, eine Lieblingsfigur wie etwa die bekannteste, Uta, aus dem Zusammenhang zu lösen, gleichsam für sich zu betrachten und ausschließlich zu lieben. Dies wäre historisch wie kunstgeschichtlich ungerechtfertigt, und der vorliegende Band der Insel-Bücherei hat es sich zur Ausgabe gemacht, das Ganze darzustellen und zu deuten — in sehr guten, neuen Ausnahmen, die vom Ganzen ins Detail gehen, und in einer Beschreibung, die auf knappstem Raum aus profunder Kenntnis und in feinsinnig-zutreffender Deutung das Wesentliche aussagt. Die Darstellung geht, wie es nicht anders sein kann, vom Lettner aus und behandelt dann den sehr in sich geschlossenen, wie ein Raum im Raume wirkenden Westchor mit den Stifter-Figuren als Einheit. Schon der Lettner selbst bietet mit seinen Passions-Reliefs und dem Christus-Portal eine Fülle wenig bekannter Schönheiten; unter den gebreiteten Armen Christi hindurch führt der Weg gleichsam ins Aller- heiligste, den Westchor, in das Werk eines großen deutschen Meisters, dessen Name uns so unbekannt ist wie der Schöpfer etwa des berühmten Bamberger Reiters. Pinder betont die untrennbare Einheit der Gesamtanlage, ihr spezifisch deutsches Wesen — im Gegensatz zu den Vorbildern der französischen Gotik —, das Verhältnis von Plastik und Architektur im ganzen wie der Figuren im einzelnen zueinander. Die knappe, feine Beschreibung und Charakterisierung der Gestalten wird ergänzt durch die geschichtlich orientierende Uebersickst über die Reihe der Stifter und einen schematischen Aufriß des Chores mit den Standorten der Plastiken. — Das Bändchen ist mit Bild und Text ein ausgezeichneter Führer zu einem der ewigen Denkmäler großer Kunst und deutscher Vergangenheit. Hans Thyriot. — Daniel Chodowiecki: Von Berlin nach Danzig. Eine Künstlerfahrt im Jahre 1773. Hundert Bilder nach dem Originalen der Staatlichen Akademie der Künste in Berlin. Herausgegeben von Wolfgang von Dettingen. Stammbuch-Querformat. Pappband in Schuber 4,50 Mark. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1937. — (206) — Am 3. Juni 1773 nahm Daniel Chodowiecki, der berühmteste und volkstümlichste deutsche Kupferstecher und Illustrator des klassischen Jahrhunderts, im Hofe seines Hauses in der Brüderstraße zu Berlin Abschied von Weib und Kindern, um in seine Heimatstadt Danzig zu reifen und dort nach langer Abwesenheit — auf der Höhe seines Lebens und seines Ruhmes — Mutter, Schwester und Tanten wieder- zusehen. Die Reise von Berlin nach Danzig wurde zu Pferde unternommen und dauerte volle neun Tage; dergleichen war damals ein schwieriges, mühevolles und nicht unbedenkliches Unternehmen, fast einem Abenteuer gleichzuachten. Die Reise ist indessen glücklich und ohne ernstliche Fährnis verlaufen und hat ihren Zweck vollauf erfüllt. Unterwegs und in der Vaterstadt hat Chodowiecki mit Feder und Stift alles festgehalten, was ihm irgend, menschlich ober künstlerisch, bemerkenswert und der Aufzeichnung wert schien: sy bilden die 99 Blätter — zu denen sich als hundertstes und als Titelbild das Selbstporträt des Künstlers ge= feilt — ein ungemein reizvolles Reifetagebuch und überdies ein wenig bekanntes Kulturdokument jener Zeit. Wir lernen Chodowiecki hier von einer, wie uns scheint, ganz neuen, gleichsam persönlichen Seite kennen und finden in feinen Bildern doch auch die Züge wieder, die wir seither an ihm schätzten: Schärfe des Blicks, Realistik und Naturtreue, Vorliebe für das Episodische und Genrehafte; aber auch die" leichte Sicherheit der Hand und die Anmut des klaren Linienspieles. Man wird in diesem Bande, vielleicht überrascht, eine Reihe von Blättern finben, . die unwillkürlich die Erinnerung an gewisse Hand- — Ehm Welk: Die Heiden von Kum- m e r o m. Roman 363 Seiten. Verlag Ullstein, Berlin. _ (169) — „Dieses^ Buch erzählt in achtzehn Kapiteln, der Wahrheit gemäß, was sich in einem halben Jahre, von Palmarum bis Michaelis, als der Kuhhirte die Gegend verlassen mußte, an hellen und düsteren Ereignissen, an menschlichen Handlungen der Liebe und des guten Willens, der Schwäche und der Böswilligkeit zutrug in Kummerow im Bruch hinterm Berge .. " Kummervw liegt in Vorpommern und ist die Heimat des Erzählers Ehm Welk, dem wir bereits das schöne Kolonialbuch „Die schwarze Sonne" zu verdanken haben. Was die Chronik von Kummerow betrifft, so überwiegen erfreulicherweise die hellen und heiteren Ereignisse, und der Betrachter muß gestehen, daß er beim Lesen aus dem Schmunzeln und dem herzhaften Gelächter nicht herausgekommen ist, denn dies ist, was der Titel zunächst nicht vermuten läßt, eine der herrlichsten Lausbubengeschichten, deren er sich entsinnen kann. Martin Grambauer, der Anführer der Kum- merower Dorfjugend und Held der Geschichte, muß auf eine geheimnisvolle Weise mit dem kleinen David in Waggerls „Jahr des Herrn" und auch mit dem flämischen „Flachskopf" von Ernest Claes verwandt sein; außerdem wahrscheinlich mit ungezählten andern Buben seines Jahrgangs, die nicht zu literarischer Berühmtheit gelangten. Was ihn jedoch von jenen beiden unterscheidet, ist das eigentümlich norddeutsche Klima, eben der vorpommersche Heimatbezirk, in welchem er heranwächst. Seine Taten und Meinungen, so schön sie sind, wurden übrigens ganz offensichtlich nicht bloß um ihrer selbst willen ausgezeichnet, sondern auch wegen ihrer menschlichen und moralischen Hintergründe, so daß bas Ganze zugleich ein lesenswertes Stück jugendlicher Psychologie und Entwicklungsgeschichte enthält. Und da nicht nur Martin und seine Kameraden, nicht nur die Söhne also, sondern auch die Väter von Kummerow in die Ereignisse einbezogen sind und das ganze Leben mit Gut und Böse, mit Weinen und Lachen in der eng begrenzten Welt der kleinen dörflichen Gemeinschaft. — so entstand ein richtiger Roman, ein lebendiger Lebensausschnitt, ^durchaus realistisch, mit viel Humor, aber darum aud) mit tiefem und liebevollem Verständnis erfaßt und ausgezeichnet. Ein herzhaftes und erfrischendes Buch, das man mit in die Ferien nehmen soll, mit Genuß zu schmökern. Hans Thyriot. Aus fremden Literaturen nicht anders war es in Flandern bei den Kommandostäben der britischen Armee, so in London beim Generalstab, im Truppenlager und in der „Heimatfront" derer, denen schon der geringste Mangel an ihrer gewohnten Bequemlichkeit Anlaß zum Jammern gab. Wir lernen die ungeheuren organisatorischen Schwierigkeiten, aber auch die echt britische Zähigkeit und Rücksichtslosigkeit kennen, mit denen nach der Vernichtung der aktiven britischen Armee im Sommer -1914 auf den belgischen Schlachtfeldern die neuen britischen Divisionen gleichsam aus dem Boden gestampft wurden und nach mit allem Nachdruck forcierter Ausbildung in Flandern zum Angriff angesetzt wurden, meist unter Führern, die ihre strategischen Kenntnisse nur in den kleinen Maßstäben des Kolonialkrieges erworben hatten. Daß die Engländer trotzdem wie die Löwen gefochten haben und sich auch durch blutigste Niederlagen und bitterste strategische Mißerfolge nicht entmutigen ließen, wissen wir deutsche Frontsoldaten am besten. Interessante Streiflichter fallen auf die Beziehungen zwischen Politik und Kriegführung, wir wissen ja schon aus den Erinnerungen Lloyd Georges u. a., wie gespannt sie waren. Das persönliche Schicksal des Generals Sir Herbert Curzon, der, ein Mann ohne jede Phantasie und ohne die geniale Ader eines Feldherrn, durch seine Zähigkeit, seine Willenskraft, seinen Ehrgeiz, seinen persönlichen Schneid, sich in höchste Kommandostellen der Front emporarbeitet, fesselt uns trotz aller unpathetischen Sachlichkeit, mit der der Autor seinen Helden vor uns hinstellt, aber gerade diese mit leichter Ironie verquickte Nüchternheit unterstreicht den Eindruck des Wirklichen, von dem wir schon sprachen. Ein höchst anregendes und amüsantes Buch. Fr. W. Lange. djnungen Menzels austauchen lassen. Die Entstehung eines solchen gezeichneten Reisetagebuches bringt'es mir sich, baß darin neben den persönlich- künstl-rischen auch allgemeinere, zeit- und kultur- ge'chichiliche Eindiücke gleichsam in Bilderbuchsorm vermittelt werden. Wolfgang von Dettingen hat eine allgemeine Einführung und zu jedem Blatt überdies einen kenntnisreichen, anziehenden und lebendigen Begleittext geschrieben, so daß sich Betrachtung und Lektüre zwanglos und genußvoll miteinander verbinden lassen. Das entzückende Bändchen, als Gegenstück zu dem früher an dieser Stelle besprochenen Trostbüchlein Goethes gedacht, ist vom Verlage mit erlesenem Geschmack und liebevoller Sorgfalt ausgestattet— trotz dem wohlfeilen Preise eine bibliophile Kostbarkeit. Hans Thyriot. Rudolf Koch. Gin Deutscher Kleine Schriften. (Jnselbücherei.) — (151) — „Ich wollte etwas Ganzes sein: ein Deutscher!" Es ist nicht nur dieses Wort aus Rudolf Kochs Bekenntnis, das den Titel unseres Bandes rechtfertigt, immer deutlicher wird für alle Freunde deutscher Kunst das Bild des Künstlers Rudolf Koch als das eines Mannes deutscher Art. Die hier gesammelten Schriften werden dazu noch besonders beitragen. Es find Selbstbe- kenntnisse eines Mannes, der weiß, daß er gegen den Strom schwimmt, der aber nicht streitet, sondern im Bewußtsein feiner Kraft ruhig darlegt, was sein eigen ist. Es sind ferner Äußerungen über Schrift und Schreiben, die sich zu allgemeineren Betrachtungen über Formfragen weiten. Möge dieses Buch vielen, und vor allem auch jungen Menschen sagen, was es heißt: ein Deutscher zu sein. Wilhelm Busch Hernach. Herausgegeben von Otto Röldeke. (Jnselbücherei Nr. 507.) — (152) — Das kleine reich bebilderte Bändchen „Hernach" darf als köstlichste Hinterlassenschaft Wilhelm Buschs gelten. Es fand sich im Nachlaß neben den Gedichten „Schein und Sein", und neben der Sammlung alten niedersächsischen Volksgutes „Aus alter Zeit". „Hernach" vereinigt verschiedene, lose aneinander gereihte Reime und Zeichnungen. Gerade dieser Band ist die Quelle vieler Busch-Zitate — wir erinnern nur an die ermunternde „Nachhilfe": „Dem Esel, störrisch im Geschäfte, verleiht der Knittel neue Kräfte." Den Zeichner Busch zeigt uns „Hernach" frei von den Hemmungen der Reproduktionstechnik seiner Zeit. Der Wiedergabe der Zeichnungen ist die größte Sorgfalt gewidmet. 9Jlxfpott Radsporttag in Wieseck. Die radsportliche Veranstaltung des hiesigen Radfahrer-Vereins 1900 nahm am Sonntag einen sehr schönen Verlauf. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden hatten sich viele Kameraden von auswärtigen Radfahrer-Vereinen eingefunden. Sie nahmen an der Wanderfahrt des Bezirks nach Wieseck teil. Besonders seien hier die Vereine von Aßlar, Wetzlar und Lang-Göns erwähnt. Die Kameraden nahmen Gelegenheit, ein paar frohe Stunden im Kreise ihrer Sportsfreunde zu verbringen. Im Mittelpunkt des Tages standen die Radballspiele um den „W a l d e sl u st - P o k a l". Alle beteiligten Mannschaften gaben unter Leitung von H a e s l e r (Krofdorf) und Schlund (Gießen) ihr Möglichstes her, um eine hohe Punktzahl zu erreichen. Da die Veranstaltung im großen Garten von Vereinswirt Reuter stattfand, wurden an die Radballspieler in Anbetracht der unbarmherzig scheinenden Sonne große Anforderungen gestellt, zumal sich die Spiele bis zum Abend hinzogen. Die 1. Mannschaft von 1885 Gießen konnte bei den Pokalspielen die höchste Punktzahl von 8 erreichen und wurde somit Pokalsieger. Es folgten die 1. Mannschaft von Wieseck mit 6 Punkten, Wetzlar mit 4 Punkten, Aßlar und Wieseck II mit je 1 Punkt. Die vorgesehenen Wettbewerbe im Einer- und Zweier- Kunstfahren konnten leider nicht ausgetragen werden. Der Festgarten war am Abend voll besetzt. Sehr beifällig wurde der von Saalfahrwart D. Schna - b e l eingeübte Glühlampen-Reigen, welcher als gemischter Reigen von Radfahrerinnen und Radfahrern des Vereins gefahren wurde, aufgenommen. Dietmar! Fritz Kling begrüßte die Gäste und gedachte besonders auch des Stifters des Waldeslust- Pokals, Kamerad K. Seibert. Ferner dankte er allen Kameraden, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Bei der anschließend vorgenommenen Siegerehrung konnte der Mannschaft Baum- Stommel (Radfahrer-Verein 1885 Gießen) der wertvolle Waldeslustpokal überreicht werden. Kapi. Eyston baut ein 3000 p8-7iennungeiüm.. Der bekannte englische Rennfahrer Kapt. Eyston will in nächster Zeit wieder nach Salt-Lake-City in USA. aufbrechen, um dem absoluten Schnelligkeits- Weltrekord zu Leibe zu rücken. Zu diesem Zweck wird in einer Fabrik in Wolverhampton ein neuer Ueberrennroagen gebaut, der mit 3000 ?S ausgerüstet wird, und von dem Eyston hofft, daß er die phantastische Geschwindigkeit von 650 Kilometer erreichen wird. 4500 SA.-Mnner in Berlin. Zum erstenmol Reichswettkämpfe der SA. Die erste sportliche Heerschau der SA. vereint 4500 Männer im Braunhemd im Berliner Olympia- Stadion vom 13. bis 15. August. Die Auslese der Vesten, der Wehrhllchtigsten aus den Sturm-Abteilungen Adolf Hitlers findet sich in der Reichshauptstadt zusammen, um Zeugnis abzulegen von der Arbeit der SA. auf wehrsportlichem und sportlichem Gebiet. Seit Wochen und Monaten wurden in den Stürmen, Standarten und Brigaden Ausscheidungskämpfe durchgeführt. Nur die Besten von ihnen wurden ausgewählt. Sie werden in den kommenden Tagen auf den gewaltigen Anlagen des Reichssportfeldes um den Endsieg kämpfen. Im Mittelpunkt aller Kämpfe stehen die Mannschafts-Wettbewerbe, und unter ihnen wieder an erster Stelle ein Wehrwettkampf, ein Mannschafts-Fünfkampf und ein moderner Fünfkampf Dazu kommen die leichtathletischen Hebungen, sowie Boxen, Reiten und Fechten, die Gewichtheber sind ebenso am Start wie die Schwimmer und auf dem grünen Rasen treten die Handball- und Fußballspieler an. Im Fußball gibt es ein Treffen zwischen der deutschen National-Mannschaft und einer SA.-Auswahl und bei den Handballern wird unter den Gruppen Hessen, Berlin-Brandenburg und Schlesien der Sieger festgestellt. Höhepunkt und Abschluß des großen Sportfestes der deutschen Wehrhaftigkeit bildet ein gewaltiger Führerappell der gesamten SA., an dem 20 000 SA.-Männer teilnehmen. Relchsnnnisler Dr. Goebbels zu den Reichswettkämpfen. „Im Kampf geboren und mit Blut getauft, hat die SA. stets ihre große Aufgabe mutig und tapfer erfüllt. Sie hat sich ihres Ehrennamens würdig gezeigt und der Befreiung Deutschlands den Weg aus erniedrigender Schmach aebahnt. Die Reichswettkämpfe der SA. in Berlin werden der Deffentlichkeit zeigen, daß die SA für die neuen Aufgaben, die ihr vom Führer gestellt sind, gerüstet ist." ZA.-Reiter am Start. Zum erstenmal wird bei den Reichswettkämpfen in Berlin auch die SA.-Reiterei geschlossen in Erscheinung treten. Heber 300 Nennungen wurden abgegeben. Am Eröffnungstage findet der Geländeritt zum jnobernen Fünfkampf statt. Der zweite Tag bringt auf dem Reiterplatz des Reichssportfeldes eine Dressurprüfung und ein Jagdspringen der Klasse L; am Sonntag steigt das Jagdspringen Klasse M. das mit 70 Pferden ausgezeichnet besetzt ist. Rund 70 Boxer im Ring. Eine wirklich großartige Besetzung hat das Box- Turnier gefunden. Nicht weniger als 70 Boxer aus allen Gruppen bestreiten am Freitagnachmittag die Vorkämpfe, die in zwei Ringen ausgetragen werden. Samstag nachmittag folgen die Vorschlußrunden und ersten Entscheidungen, während die restlichen Endrunden abends im Kuppelsaal im Hause des Deutschen Sports durchgeführt werden. Die 70 SA.-Boxer verteilen sich auf die acht Gewichtsklassen wie folgt: Fliegen: 3, Bantam und Feder je 9, Leicht 11, Welter 10, Mittel 13, Halbschwer 7 und Schwer 8 Meldungen. Hessens SA.-Männer in Berlin. Die S A. - G r u p p e Hessen schickt neben 1000 SA.-Männem die am Samstag und Sonntag Freiübungen vorführen, folgende Kämpfer nach Berlin: Deutscher Wehrkampf (Klasse A und B): je eine Mannschaft (1 Trupps, 36 Mann); Mannschafts- Fünfkampf: 1 Mannschaft (12 Mann); 2000-Meter- Hindernis-Staffellauf: 1 Mannschaft (10 Mann); Mannschafts-Mehrkampf: 1 Mannschaft (12 Mann); 1500-Meter-Patrouillenlauf: 1 Mannsch. (12 Mann). E i n z e l k ä m p f e: SA-Führerkampf: 3 Mann; Moderner Fünfkampf: 1 Mann. 400-Meter-.^inder- nislauf: 3 Mann; Handaranatenweitwurf: 3 Mann; Kleinkaliberschießen- 3 Mann; Reiten (Dressurprüfung und Geländeritt): 25 Mann; Leichtathletik: 100 Meter: Rotts. Henkel; 1500 Meter: Sturmm. Kleemann, Reidel (Standarte 116 Gießen), Rotts. Former; Weitsprung: Sturmm. Hassinger. Rotts. Lange, Scheller, Hochsprung: Scharf. Hohlbein, Rottf. Lange; Diskus: Sturmm. Simon, Bartels; Speer: Dberscharf. Dinkler, Sturmm. Simon, Bartels; Kugel: Sturmm. Bartels, Simon, SA.-Mann Plum, Scharf. Franz, Rottf. Hartung; 4X100-Meter: Rottf. Henkel, Dberjdjarf. Wagner, Sturmm. Hassinger, SA.-Mann Gramm. Schwimmen: (100-Me- ter Kraul): Rottf. Klüh, Leichsenring; Boxen: Scharführer Ziegler, SA.-Mann Wieland, Bauer, Sturmmann Stasch, Dberscharf. Wagner; Gewichtheben: SA.-Mann Mühlberger, Meurer, Sturmm. Kühn» berget, Rottf. Zingel, Brencher, Grosch, Kehl, Klaus; Fechten: 3 Mannschaften für Säbel; Handball: eine Mannschaft im Endspiel gegen Berlin-Brandenburg und Schlesien. Internationale Le'chtathiMämpse in Paris. ■ MMW Im Stadion von St. Cloud bei Paris maßen sich hervorragende Sportler und Sportlerinnen Europas in leichtathletischen Wettkämpfen. Das 80-m-Hürdenlaufen gewann die Deutsche G e l i u s (München) vor der Dlympiasiegerin V a l l a (Italien). Diese Aufnahme zeigt einen Moment aus dem Laus: links die Siegerin Gelius und ganz rechts Fräulein Valla. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsche Schwimm-Mfferschasten. Bei denkbar bestem Wetter und vor vielen Zuschauern wurden in den Tagen vom Freitag bis zum Sonntag in Düsseldorf die Meisterschaften der Schwimmer zum Austrag gebracht. Die Wettkämpfe, insbesondere in den Staffeln, verliefen fast durchweg sehr dramatisch. Mit wenigen Ausnahmen gab es die Siege der Favoriten, die mit glänzenden Zeiten aufwarteten. Die neuen deutschen Meister. Männer. 100-Meter-Rücken: Schlauch, Gera, 1:09,8. 10 0 m Kraul: Fischer, Bremen, 1:00,2 Min. 2 0 0 m Brust: Totes Rennen zwischen Erwin Sietas (Hamburg) und Joachim Balke (Dortmund), beide 2:46,4 (durch Zielrichterentscheid). 2 00 m Brust: Sietas (Hamburg), 2:44,2 Min. 200 m Kraul: Werner Plath (Berlin), 2:18,8 Min. 400-Meter-Kraul: Plath, Berlin, 4:58,2. 1 5 0 0 m Kraul: Heinz Arendt (Poseidon Berlin), 20:20,8. Lagenstaffel (100, 200, 100 m): Gladbeck 13, 5:04,9. 4X100 m Kraul: Bremischer SV. 1. Mannschaft (Heibel, Askamp, Freese, Fischer), 4:13,4 Min. 4X200-Meter-Kraul: Bremischer SV. I. 9:33,3 Min. 4X200 m Brust: Gladbeck 13 11:49. Kun st springen: Weiß, Dresden, 160,23 P. Turmspringen: Erhard Weiß (Dresden), 135,86 P. Frauen: 100-Meter-Kraul: Gisela Arendt, Nixe Charlottenburg, 1:07,3 Min. 100-MeterRücken: Christel Rupke, Dhliqs 04, 1:21,9 Min. 200-Meter-Brust: Trude Wollschläger, DSV. Duisburg, 3:02,9 Min. 400-Meter-Kraul: Ruth Halbsguth, Charlottenburg, 5:53,2 Min. Lagenstaffel (100, 200, 100 Meter): Nixe Charlottenburg 5:49,4 (neuer deutscher Rekord). 3X 100-Metcr - Kraul: Totes Rennen zwischen Spandau 04 (3:40,5) und Nire Charlottenburg (3:40,7) — durch Zielrichterentscheid. 3 X 100-Meter-Kraul: Nixe Charlottenburg, 3:36,4 Min. 3X200-Meter-Brust: DDSV Duisburg 9:44.8 Min. Kun st springen: Gerda Daumerlang, Nixe Charlottenburg 107,48 Punkte Turmspringen: Susi Heinze, Schöneberg, 38,86 Punkte. Vereine ohne Winkerbad: 4X100-Meter-Brust (Männer): Reichsbester 1937: SV. Frankfurt a. d. Ober 12:34,4 Min. 3X100-Meter-Kraul (Frauen): Reichsbester 1937: Delmenhorster SV. 05 4:26,6 Min. 4X100-Meter-Kraul für Männer! Reichsbester 1937: Allensteiner Sportschwimmer 4:33,6 Min. Lagen st affel für Männer (100, 200, 100 Meter): Reichsbester 1937: Regensburger Turnerschaft 5:32,7 Min. Abturnen in Wieseck. Am vergangenen Sonntag hielt der Tv. Wieseck fein diesjähriges Abturnen als Jubiläumsturnen anläßlich seines 75jährigen Bestehens ab. Die Wettkämpfe, zu denen fast alle Turner und Turnerinnen angetreten waren, begannen um 9.30 Hhr mit der Hissung der Hakenkreuz- und der Reichsbundflaggen. Reichhalttge Mehrkämpfe, in denen an den Geräten und im volkstümlichen Turnen beachtliche Leistungen von Turnern und Turnerinnen gezeigt werden, füllten den Vormittag aus. Anschließend wurden' erstmalig 50-Meter-Brust und 50-Meter-Rückenschwim- men als Wettkampf ausgetragen. Als Ergebnis der Wettkämpfe können über 100 Jubiläums-Ehrenurkunden an die Sieger und Siegerinnen ausgegeben werden. Kastrs-Meter-Speerwui-fvonTrstkan-n Am Haupttage der finnischen Leichtathletik-Mei- sterschaften in Viborg hatten sich rund 25 000 Zu- schauer eingefunden. Als Glanzleistung verdient der Speerwurf des Olympiazweiten Prjoe Nikkanen mit 74,78 Meter vorangestellt zu werden. Der Welt- reforbmann Matti Järvinen würbe mit einem guten Wurf von 73,01 Meter Zweiter vor bem Olymvia- britten Kaarlo Toivonen mit 67,74 Meter. Im Dis- kuswerfen war Kalevi Kotkas mit feiner besten Leistung von 48,86 Meter nie gefährbet. Recht beachtenswert ist ber Dreisprung von O Rajassaari mit 15,29 Meter vor Luoma mit 15,12 Meter. Rundsunkproaramm. Donnerstag, 12. August. 6 Hhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 12: Mittags- konzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bal- lett- und Märchenmusiken. 15: Volk und Wirtschaft. Ein Hotel will geführt sein. 15.15: Für unsere Kin- der. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: „O wie liegt so weit ..." Klänge aus vergangener Zeit. 20: Nachrichten. 20.10: „O wie liegt so weit ...". 21.15: Reich mir die Hand, mein Leben. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 20.30: Volks- und Hnterhaltungsmusik. 24 bis 0.45: „Paris und Helena." Oper von Christoph Willibald von Gluck. Zahlen ans der Riesenstadt Berlin. 2^1 318 km ^2676 [j Tanh- 1 Plätze 26 900 Klein kraftvoller sonst. Slädie: k 3*0 ha - **.9 % ■^Ji^rLcöb'äfe-• 987 ha - 1,1 % runb 1 TTUUipn Hunbfunlv tellne h mer-; [ £anO wirtfctj afH. genutzte VUxäu l_30 $67 ha - 155 i*1"' Brikpx^ofc 3ooo Kraft- brofd)k jährlich * 61 TUill. Befuchcvn - •*-. -I UU IW jÄC&SXffjGSÄ'S; ti". ft "X” 2SM5 SS" - ÄS'SÄÄÄS Nr. 185 Drittes Blatt Aus -er Stadt Gießen. Von der Reise zurück. Schon der letzte Tag des Ferienaufenthaltes steht sichtbar unter diesem Zeichen: morgen geht es zurück, übermorgen wird alles anders sein. Man geht 'wieder ins Büro, man steht wieder an der Werkbank, man fertigt die Kunden hinter dem Ladentisch ab. Es ist zunächst schwer, sich an diese Vorstellung zu gewöhnen. Liegt nicht eine unendliche Zeit zwischen dem Tage der Abfahrt und dem der Ißieberfunft? Sonderbar, was die Zeit doch für ieinc schwankende, den jeweiligen Verhältnissen un- lterworfene Sache ist. Vierzehn Tage erscheinen im Ablauf des alltäglichen Daseins als sehr geringer, lkaum erwähnenswerter Zeitraum, für die Dauer ides Urlaubs aber wachsen sie und dehnen sich Mer unfaßbar. Ferientage geben den Zustand des Losgelöst- ffeins von allen Dingen des Werktages und des berufsmäßigen Schaffens. Und deshalb gleicht der Sprung zurück zunächst einem Trugbild, einer fast mebelhaften Erscheinung. Don den Matten der Alm wnb dem weißen Meeresstrand ist es ein weiter : Weg in das Büro oder in die Maschinenhalle. Ein Weg, den die Eisenbahn schneller zurücklegt, als =5 dem Bewußtsein gelingt, sich der Tatsache der Rückkehr vollkommen anzupassen. Aber bereits bei der Einfahrt in die heimatliche Bahnhofshalle beginnen sich unversehens die Fäden Wieder zu knüpfen, die bis dahin nicht mehr vorhanden schienen. Richtig, da geht ja der Mann mit □er roten Mütze, der unserem Zuge damals das Abfahrtssignal gab. Und da ist auch der Zeitungs- Händler, den man seit Jähren kennt. In der Emp- angshalle läuft dir wahrhaftig gleich ein guter Bekannter über den Weg, und während des turnen Gesprächs mit den üblichen Wendungen „Gutes Wetter gehabt?" und „Gut erholt?" ordnen sich Die ersten Eindrücke und machen dein Gemüt emp- änglicher für das Wiedersehen mit dem Alltag. Zu Hause erscheint zunächst einiges fremd, vor nllem fällt dir das Muster der Tapete im Wohnzimmer auf. Merkwürdig, so genau hast du es bisher niemals betrachtet. Und höher sind die Räume X)ier wohl auch, als in der Sommerfrische. Doch oas Abendbrot schmeckt dir schon wieder ausgezeichnet, schließlich ist es ja auch kein unangenehmer Gedanke, die Füße zu Hause unter den eigenen Tisch u setzen. Und dann kommt die Nachtruhe mit der -»eglückenden Aussicht, wieder im eigenen Bett liefen zu können, ein Umstand, der wirklich viel ! Trostreiches für sich hat. Am nächsten Morgen sind die Ferientage schon wieder in einige Ferne gerückt. Der Gang zur Ar- «eitsstätte hat sogar einigen Reiz. Wie wird es mn Geschäft aussehen? Allmählich reihst du dich wieder ein in das alltägliche Getriebe, und nach wenigen Tagen geht alles wieder seinen altgewohn- l Zen Gang. Nur die Erinnerung an die Ferien bleibt wie ein buntes, farbenfrohes Bild, das sich strah- [ Zend über dem Alltag erhebt und stille Vorstellun- ien erweckt von einem neuen Ferienglück — im lammenden Jahr. Sch. . Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Weltstadt - Variete Tiit den „4 Philipps". — Deutsche Werkstoff-Ausstel- ung im Saale der LiebigShöhe von 10 bis 20 Uhr. BÄM unt>LM.-Llntergau116,erVeutschenTraube"inGießen Roch sind die Wein-Werbewochen der vergangenen Jahre in aller Erinnerung. Noch entsinnt man sich dessen, daß im vorigen Jahre im Hofe des Alten Schlosses und auch am alten Rathaus Weinausschänke geschaffen waren, die mit bunten Bändern, großen Fässern mit lustiger Bebilderung, zum Teil auch mit Musik und bunter Tracht der Weinschenken, lebhaften Anreiz boten, sich auch einmal ein Gläschen Wein zu „genehmigen". Die Winzerfeste in der Volkshalle brachten große Erfolge. Allenthalben in den Gaststätten unserer Stadt wurde der Patenwein angeboten. Das Ergebnis der Wein-Werbewochen war für alle Beteiligten, für Winzer, Weingrossisten und Weinoerteiler erfreulich genug. War doch die erstaunliche Tatsache zu verzeichnen, daß die Gießener im Weinverbrauch während der Weinwerbewoche 1935 (anteilmäßig gerechnet nach der Zahl der Bevölkerung) im ganzen Reich an erster Stelle standen: 40 600 Liter wurden damals getrunken! Auch im Jahre 1936 wurde dieser Umsatz nahezu erreicht. Es hat sich also hier fast eine „Tradition" ange- babnt, die, so könnte man sagen, verpflichtet! Allerdings: das „Fest der deutschen Traube" wird in diesem Jahre nur während zweier Tage gefeiert. Vorgesehen sind dafür der 24. und der 25. September. Die Weinwerbung geht in diesem Jahre deshalb nur über so kurze Zeit, weil der Jahrgang 1936 nicht so ausgiebig war wie mancher Jahrgang vorher. Die Winzer haben gegenwärtig nicht so viel Wein in den Kellern, daß es möglich wäre, das Fest in dem früheren Ausmaß durchzuführen. Für den deutschen Wein soll aber trotzdem geworben werden, denn die Winzer'hoffen zuversichtlich, daß es ja auch wieder Jahre geben wird, in denen mehr Wein in den Kellern liegt, um getrunken zu werden. Um die Durchführung des „Festes der deutschen Traube" in unserer Stadt vorzubereiten, fand sich gestern der hiesige Wein-Werbe-Ausschuß im Stadthaus Bergstraße ein. An der Sitzung nahmen Beigeordneter Vogt, vom Verkehrsamt Herr Schuft e r, der Vertreter des NSG. „Kraft durch Freude" Kreiswalter Müller, ferner Vertreter des Weinhandels, des Gaststättengewerbes und des Einzelhandels teil. Es wurde beschlossen, für das „Fest der deutschen Traube" wieder Patenwein aus Gau-Odernheim und Flaschenweine aus Oppenheim zu beschaffen. Der Patenwein, der in Schoppengläsern ausgeschenkt wird, soll in diesem Jahre 30 Pfennige kosten, für die Flasche Patenwein im Einzelhandel soll der Preis 1,05 Mark (ohne Flasche) betragen. Erstmalig soll in diesem Jahre auch deutscher Schaumwein ausgeschenkt werden: das Normalglas soll auf 55 Pfennige zu stehen kommen, die ganze Flasche auf 3,65 Mark. Die NSG. „Kraft durch Freude" wird auch in diesem Jahre wieder ein Winzerfest durchführen und dabei bemüht sein, den äußeren Rahmen diesmal etwas anders zu gestalten. Die Vorbereitungen sind bereits im Gange. Auch die Einzelhändler stellen sich wieder in die Front der Werbung für den deutschen Wein. Von einem öffentlichen Proben-Ausschank, wie er im vorigen Jahre im Schloßhof und am alten Rathaus durchgeführt wurde, muß in diesem Jahre in Anbetracht der umfangreichen Vorbereitungen, die dafür notwendig wären, Abstand genommen werden. Der Aufwand wäre für die kurze Zeit von zwei Tagen nicht zu rechtfertigen. Die Volksgenossen unserer Stadt werden es auch in diesem Jahre nicht daran fehlen lassen, ihre bisher so eindrucksvoll bewiesene herzliche Verbundenheit mit dem deutschen Winzer erneut unter Beweis zu stellen. Hitler-Llrlauber-Kamera-schast im Tonwerk Abendstern. Der gestrige Dienstagvormittag war für die Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Deutschland" wieder einer Jndustriebesichtigung gewidmet. Die Urlauber- Kameraden waren im Tonwerk Abend st ern zu Gast und gewannen dort nicht nur einen tiefen Einblick in einen vorbildlichen Betrieb und eine herzliche Betriebsgemeinschaft, sie erlebten auch einige Stunden der Kameradschaft mit dem Betriebsführer, Direktor R e h b e r g , und seinen Angehörigen, die schon früh für die Sache des Dritten Reiches kämpften und manches Opfer für die Bewegung brachten. Die Hitler-Urlauber-Kameradschaft, die mit dem „Bieberlieschen" nach Abendstern fuhr, wurden von dem Direktor des Werkes herzlich willkommen geheißen. In drei Gruppen unter Führung von Direktor Rehberg, feinem ältesten Sohne und einem Werkmeister wurde der Betrieb besichtigt. Die Urlauber-Kameraden standen an der Tongrube und sahen die sorgfältige Arbeit der Bagger, von denen aus der Ton bereits gemischt und krümelig in das Werk gelangt. Auf dem Rundgang durch die Werkanlagen lernten sie die modernen, zum Teil im Werk selbst konstruierten maschinellen Einrichtungen für die Formung der Ziegel, für die Trocknung auf dreierlei Art und schließlich den Prozeß des Ziegelbrennens im Ringofen kennen. Weiter hatten sie viel Gelegenheit, die Volksgenossen in schwerem Dienst zu sehen, mit ihnen zu sprechen, und sie fanden dabei oft den Beweis dafür, daß der Betrieb eine herzliche Gemeinschaft pflegt. Direktor Rehberg gab im Rahmen der Führung einen anschaulichen Ueberblick über die Geschichte und die Entwicklung der Tonwerke Abendstern. Im Anschluß an die Betriebsbesichtigung saß man bei einem kleinen Imbiß im Saale von Duill beisammen, der für die Stunden der Kameradschaft prächtig geschmückt war. Ein Bild des Führers, Fahnentuch und frisches Grün gaben dem Raum ein festliches Gepräge. Betriebsführung, Urlauber- Kameradschaft und Gefolgsmänner nahmen an der Kameradschaftsfeier teil. Manche Erinnerung aus der Kampfzeit wurde zwischen den Kameraden der Urlauber-Kameradschaft und den Angehörigen der Familie Rehberg ausgetauscht. Kameradschaftsführer Hellwig hielt eine Ansprache, in der er berichtete, daß bereits im Jahre 1923 ein Mitglied der Familie Rehberg schon in den Reihen des Führers stand. Frühzeitig schon, bereits im Jahre 1929, habe sich der Betrieb zur nationalsozialistischen Idee bekannt und manchen Schwierigkeiten zum Trotz (Schwierigkeiten, die insbesondere von der Seite Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35 21 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Nein, aber du sollst sie diesem Michailow nicht in die Hände geben! Und wenn du es tust —" „Das ist lustig. Eben hat Michailow bei mir über den verfluchten Renz geschimpft. Das beste wäre also, Ihr schertet Euch alle beide zum Teufel!" „Damit du der lachende Dritte wärest. Nein, mein Lieber. Dann schon lieber —" Ein greller Blitz flammt auf, und ein krachender Donner zerreißt die Stille. Zugleich springt ein heulender Wind auf und jagt den herunterprasselnden Regen in schrägen Streifen in die Stalltüre hinein. Die Bäume beginnen zu rauschen, eine herrliche Kühle verdünnt die dumpfe Stalluft — es riecht plötzlich nach Erde und frischem Grün. Die beiden Männer atmen in tiefen, lauten Zügen. Lyk hat die Hände gegen die Brust gepreßt, Renz lehnt seinen Kopf gegen das morsche Holz der Stallwand. Es ist, als hätten sie ihr Gespräch ganz vergessen. Der Regen peitscht herein und befeuchtet ihre Anzüge und ihre Schuhe, ohne daß sie es beachten, ja, Renz streckt sogar seine Hand hinaus, um die Tropfen auf seiner Hand zu fühlen. So schweigen sie lange; es ist, als ob jeder ganz allein dort an der Stalltüre dem Gewitter zuschaute. Lyk befinnnt sich als erster wieder auf das unterbrochene Gespräch. „Ja, daß wir alle drei aufeinander aufpassen, weil keiner dem anderen das Mädel gönnt, das weiß ich. Und vielleicht — ist es sogar gut so. Aber was dich und mich anbelangt, so ist mir inzwischen noch vieles durch den Kopf gegangen, und ich bin mir darüber klar geworden, daß ich vielleicht doch besser daran täte, zwischen dir und Sabine noch irgendein besonderes Geschütz aufzufahren. Ich wollte es vorstellen und dich fragen, wie es dir gefällt." „In der schadenftohen Gewißheit, daß es mir na- türlich nicht gefällt!" Lyk lauscht auf den trommelnden Regen und läßt einen lang hinhallenden Donner in der Ferne oer- grollen, ehe er antwortet. „Oh, das kommt darauf an", sagt er dann mit etwas lauterer Stimme, um das Getöse draußen zu übertönen, „das kommt ganz auf das Maß deines väterlichen Egoismus an. Ich habe die Absicht, dies Gut an Sabine zu überschreiben. Wenn sie fünfundzwanzig ist, soll sie es haben." Ist es nur von dem gelben Licht des Blitzes, daß Renz' Gesicht so blaß aussieht? „Warum?" fragt er, und feine Stimme klingt noch brüchiger als sonst, „warum willst du das?" „Meine Söhne haben drüben genug. Sie wüßten mit so einem Gut gar nichts anzufangen. Aber Sabine weiß es, und darum soll sie es haben. Vorausgesetzt, daß du während der ganzen Zeit dich so im Hintergrund hältst, wie ich es von Anfang an gewünscht habe. Verstehst du? Ist dir das klar? Solltest du also eines Tages Lust verspüren, dich Sabine zu erkennen zu geben, oder solltest du dich bei ihr mehr Liebkind machen, als es mir angenehm ist, ist es aus mit der Herrlichkeit hier, und Sabine wird nicht Gutsbesitzerin. Aber sonst — ist das klar?" „Ja, das ist mir sehr klar." „Nun also, um so besser. Dann erübrigt sich jede weitere Rederei über das, was Michailow behauptet, und über das, was du dagegen behauptest, und nun liegt Sabines Glück sozusagen in deiner Hand. Kann ein liebevoller Vater vielleicht mehr verlangen, Nick Lorenz?" „Nein, das kann er nicht. Aber erlaube, daß ich es sage: du bist ein Lump!" 3n den schallenden Donner hinein lacht Lyk laut auf: „Freilich bin ich das", sagt er lachend. „Freilich bin ich's. Aber muß man nicht manchmal ein Lump sein?" z Renz sagt nichts mehr. Es ist auch nicht gewiß, ob er hmhort, wie Lyk nun genießerisch aufzählt, was alles zu dem Gut gehört, wie groß die Pacht ist, die durch die Fuchsfarm einkommt, wieviel herausgewirtschaftet werden könnte, wenn einer sich ernsthaft mit dem Gut beschäftigte. Zwischen Lyks eifrige Reden fährt von Zeit zu Zeit der Blitz, kracht der Donner, trommelt unaufhörlich der Regen. Aber dann, da er so ganz ins Leere redet, schweigt endlich auch Lyk und überläßt dem Gewitter das Wort, das gerade über dem Lykschen Gut seine Hauptkraft entfaltet. Eine Stunde vergeht. Eine weitere. Es regnet unaufhörlich. Renz sitzt da, als ob er schliefe. Lyk steht noch immer in der Tür. Einmal sieht er zu Renz hin und öffnet den Mund, als ob er nun doch noch etwas sagen wollte, etwas Begütigendes? Aber er jagt nichts, ?egenüber schließen könnte? Wenn er ihr die Hand üßt, errötet sie und entzieht sich ihm, so schnell sie kann. Wenn er zärtlich und verhalten zu reden beginnt, flüchtet sie sich ins Ironische oder läuft davon. Und eigentlich — spricht sie mit Lyk und Renz und Joseph genau jo vertraut wie mit ihm. Was will er also von dem Mädel, was erwartet er? Michailow wendet den Kopf an der Fensterscheibe ein klein wenig hin und her, es sieht wie eine Liebkosung aus. Ganz einfach, denkt er lächelnd, ich will wissen, wie sie ist, wenn sie sich vergißt. Gerade sie soll sich vergessen! Und ganz flüchtig geht es ihm durch den Sinn: vielleicht war das Irmas Fehler, daß sie sich ihm zu schnell, zu willig, zu demütig, zu restlos in die Hand gegeben hat. Ob Sabine wohl weiß, was um sie herum auf dem Hos geschieht? Ob sie wohl ahnt, daß außer diesem verkommenen Subjekt, diesem Renz, nun auch Lyk seiner nicht mehr ganz sicher ist? Ob sie sich klar darüber ist, daß jedes kindliche Lachen in drei Männern das Blut rascher pulsieren macht? Aber das ist das Schlimme: sie weiß es nicht. (Sie ist ein süßes kleines Ding, das erschrickt, wenn es manchmal einen unbeherrschten Blick, ein zu weitgehendes Wort auffängt — das ist alles. Doch das gerade ist vielleicht das Bezaubernde, das Berauschende an dem Mädel? Ah, und sich vorzustellen... Da tritt Irina ein. Michailow dreht sich herum und geht mit auy gestreckten Händen auf sie zu: „Irina — wie hübsch du dich wieder gemacht hast!" Er küßt ihr beide Hände. Irina sieht auf seinen niedergedeugten Kopf und lächelt mit schmalen Lippen: „Exzellenz läßt sich noch ein paar Minuten entschuldigen, Igor. Wir haben Glück heute!" „Da haben wir wirklich Glück." Aber Michailows Worte klingen nicht sehr echt, und Irina betrachtet ihn höhnisch. Dann stehen sie eine Weile planlos und unsicher im Zimmer umher, Irina ein wenig herausfordernd mit aufgestemmten Armen, und Michailow sichtlich nervös, bis Irina die Spannung löst, auf ihn zu- geht und fragt: „Haft du mir gar nichts zu erzählen, Igor?" Michailow bemüht sich, ein harmloses Gesicht zw machen. „Zu erzählen? Oh doch. Vorgestern, da hat das Gewitter in das Strohdach unseres Stadlshandgroße Locher gewaschen..." Fortsetzung folgt. des jüdischen Kapitals gemacht wurden), die Hoken- kreuzflagge gehißt. Kameradschaftsführer Hellwig erinnerte auch daran, wie Direktor R e h b e r g häufig seine Wagen zur Verfügung stellte, um die SA. zu Versammlungen in das Land ringsum zu bringen. Dem Betriebsführer fei die Anerkennung nicht versagt geblieben. Die Gauleitung habe ihm ein Führerbild gewidmet. In symbolischem Vergleich wies der Kameradschaftsführer darauf hin, wie das Dritte Reich des Fundamentes feiner alten bewährten Kämpfer nicht entbehren konnte, gleichwie ein Haus nicht bestehen könne, wenn es sich nicht auf festen Steinen aufbaue und nicht mit guten Ziegeln gedeckt sei. Die Gäste wurden auf das Schönste bewirtet. Frau und Schwiegertöchter des Werksdirektors ließen es sich nicht nehmen, alle Vorbereitungen selbst zu treffen und die Besucher auch selbst zu bewirten. Auch an Bier, Zigarren und Zigaretten fehlte es nicht. Eine schone Würdigung und Anerkennung für den Gastgeber bedeutete es, daß die Kameraden der Hitler-Urlauber-Kameradschaft vor feinem Hause einige alte Kampflieder erklingen ließen. Manches Bild wurde zur Erinnerung pho. tographisch ausgenommen. Zur Erinnerung an die Stunden im Tonwerk Abendstern soll den Urlauberkameraden demnächst ein Aschenbecher zugestellt werden, der aus dem Material der Tonwerke Abendstern hergestellt werden wird und die Aufschrift tragen soll: „Hitler- Urlauber-Kameradschaft ,Deutschland' — 1. August 1937 — Tonwerke Abendstern". Die gesamte Urlauberkameradschaft wußte ihren Gastgebern -für alle Aufmerksamkeit, die ihnen hier zuteil wurde, herzlichsten Dank. Sturmhauptführer Brumlich machte sich zum Sprecher seiner Kameraden und gab in bewegten Worten der Freude seiner Kameraden über diese gastliche Ausnahme und Bewirtung Ausdruck. Um die Mittagsstunde mahnte der dringliche Psiss des Bieberlieschens zum Ausbruch und zur Rückfahrt nach Gießen. ' Lange noch winkten die Urlauberkameraden ihren rasch gewonnenen Freun- den zu und als der Zug schon beim Windhof um die Kurve fuhr, sah man noch die Taschentücher flattern. Lange werden den Gästen die Stunden-im Tonwerk AbeNdstem in der Erinnerung bleiben. Aus der engeren Heimat. Wiedersehensfeier ehemaliger 441er. Arn 7. und 8. August feierte das R e s. - I n f. - R g t. N r. 4 41, dem auch viele Kameraden aus Gießen und Umgegend angehörten, in Gelnhausen seine zweite Wiedersehensfeier. Am Samstag war in der Turnhalle der Be- grüßungs- und Kameradschaftsabend, an dem viele Gäste aus der Partei, der Wehrmacht, der Formationen und der Stadt Gelnhausen teilnahmen. Nach dem Fahneneinmarsch hielt der einstmalige Adjutant des 2. Batl., Fabrikleiter Hans B u d i ch aus Reichenau in Sachsen, die Eröffnungsansprache. Er gedachte der Toten des Regiments, zu denen auch der ehemalige Kommandeur, Oberst Rudolph, gehört. Alsdann begrüßte er die Vertreter der Partei, der Wehrmacht, sowie den Bürgermeister der Stadt Gelnhausen. Bürgermeister Robert überbrachte den Willkommensgruß der Stadt Gelnhausen. Eme SA.-Kapelle, Chore der Sängerschaft und Vorführungen der Turner halfen den Abend verschönern. Am Sonntagmorgen fand in der Hindenburg- anlage die feierliche Einweihung eines Gedenksteines für die Gefallenen des Regiments statt. Ehrenabteilungen der Wehrmacht, weiter der Sturm 15/98, NSKOV., Soldatenbund, Kriegerkameradschaft, Freiwillige Feuerwehr, die vielen Kameraden vom R.-J.-R. 441 waren am Denkmal aufmarschiert. Die Weiherede hielt der einstmalige Vizefeldwebel von 6/441, Pfarrer König, Klein- Linden bei Gießen. Er führte im Geiste die Kameraden auf so manche heißumstrittene Stelle in Frankreich, wie z. B. Argonnen, Champagne, Flandern, Noyon, Soissons-Laffaux, Chemin des Dames. Ueberall hat das Regiment große Verluste gehabt. Der Orden Pour le merite, den der Kommandeur Oberst Rudolph, verliehen bekam, ehrte das ganze Regiment und nicht zuletzt seine Gefallenen. Der Redner schilderte weiter, wie ihr Tod nicht umsonst gewesen sei, sondern Saat für das neue Deutschland. Uns ziemt es nun, nicht fruchtlos zu klagen um die gefallenen Kameraden, sondern ihr Vermächtnis zu erfüllen, wie es der Arbeiterdichter in Worte kleidet: „Haltet das Werk am Leben, dann ist kein Geopferter tot. Klagt nicht — schafft!" Pfarrer König vollzog dann die Weihe des Ehrenmals als eines Denkmals treuer Kameradschaft und eines Mahnmals für künftige Geschlechter, und bat die Stadt Gelnhausen, das Denkmal in treue Obhut zu nehmen. Im Namen des alten Regimentes legte er dann die erste Kranzspende nieder. Es folgten dann Kranzniederlegungen der Wehrmacht, der Stadt u. a. m. Nach dem Vorbeimarsch vor dem Standortältesten, Major Kayser, fand gemeinsames Mittagessen statt. Der Nachmittag war der Besichtigung der neuen Kasernen und der eigentlichen Wiedersehensfeier gewidmet. — Das Ref.-Jnf.-Ngt. wurde als Kriegsformation am 1. November 1916 zusammengestellt. Die einzelnen Kompanien wurden von Regimentern aus allen deutschen Gauen gestellt. So gaben aus unserer engeren Heimat z. B. R.-J.-R. 87 und 80 und Landwehr-Inf. - Rgt. 116 Kompanien an das neue Regiment ab. Ersatz-Formation war Jnf.- Rgt. 88 (Mainz). Das Regiment kämpfte im Verband der 227. Jnf.-Div. (417, 477; 441) auf dem westlichen Kriegsschauplatz und wurde nach dem unglücklichen Kriegsausgang in Bieber bei Gelnhausen aufgelöst. Unfälle bei der Grnfeorbetf. * Lehnheim (Kreis Alsfeld), 10. Aug. Hier eignete sich heute nachmittag ein schwerer Unfall. Der 23jährige Bauer D i ck h a r d t von hier geriet auf bisher noch ungeklärte Weise unter einen Erntewagen und erlitt dabei erhebliche Brustquetschungen, die seine sofortige Ueberführung durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machten. Das Befinden des Verunglückten ist, wie wir von der Klinik Horen, den Umständen entsprechend gut. * Quetfborn (Kreis Gießen), 10. Aug. Auch in unserem Orte ereignete sich ein ähnlicher Unfall. Der Landwirt Johann Gräf stürzte vom Erntewagen ab und erlitt dabei anscheinend innere Verletzungen. Der bedauernswerte Mann wurde ebenfalls durch die Gießener Sanitätskolonne in die Klinik gebracht. Welcher Art seine Verletzungen sind, kann erst heute morgen nach einer Röntgen-Untersuchung festgestellt werden. Wiedereröffnung der Tierkörperverwertungsanstalt im Kreise Alsfeld. Vom Kreisamt Alsfeld wird uns folgendes geschrieben: In diesen Tagen ist die Wiederinbetriebnahme der Tierkörperverwertungsan st a l t bei Hopfgarten im Kreise Alsfeld bekanntgegeben worden. Wenn die Abdeckerei für deck Kreis Alsfeld ihre Arbeit wieder aufnimmt, so ist damit eine Anstalt ihrem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt worden, die als Kind der schweren Krisenzeit seit dem Jahre 1931 brachgelegen hatte. Für die zuständige Verwaltungsbehörde bedeutete das Stilliegen der Abdeckerei nicht nur eine finanzielle Sorge, veterinärpolizeilich gesehen lag darin ein höchst unerwünschter, auf die Dauer nicht zu verantwortender Zustand. Das Neichsgesetz zur Bekämpfung übertragbarer Viehseuchen aus dem Jahre 1909 hatte für das ganze Reichsgebiet u. a. richtunggebend den Betrieb von Abdeckereien und Anlagen zur Beseitigung und Verarbeitung von Kadavern und tierischen Teilen geregelt. War danach das Verscharren von Großvieh in Wasenplätzen als unschädliche Beseittgung zwar zugelajsen, so sollte doch Die landesrechtliche Forderung des Abdeckereiwesens im Vordergrund stehen, insbesondere nach dem im Jcchre 1911 er« Schläft Ren^ vielleicht wirklich? Mitten durch den platschenden Regen geht Lyk plötzlich lautlos davon und ins Haus. Hat er vergeblich fein schweres Geschütz aufgefahren? * In dem kleinen verträumten Empiresalon der Exzellenz Caselli steht Michailow und wartet. Er drückt die Sttrn gegen das kühle Fensterglas und starrt hinunter in den dämmrigen Garten. Es hat Zeiten gegeben, wo er an diesem gleichen Fenster mit dem rasendsten Herzklopfen gestanden und zitternd vor Ungeduld auf Irinas 'Schritte gelauscht hat. Und es hat Zeiten gegeben, wo er glaubte, er könne keinen Tag seines Lebens fein, ohne Irina gesehen und gesprochen zu haben. Ach, diese heimlichen gestohlenen Minuten bald da, bald dort in sicherem Versteck! Und dieses Beglücktsein, wenn man sich allein wußte! Michailow verzieht den Mund: Und heute? Wie gut, daß er Irina niemals ein unüberlegtes, bindendes Wort gesagt hat, daß er seinem Prinzip treu geblieben ist und in diesem einen Punkt die Vernunft walten ließ. So ist er wenigstens frei, und wenn es ihm nicht mehr paßt, kann er tagtäglich mit ihr brechen. Obwohl — das ist ja gar nicht nötig. Es würde auch unpraktisch sein, denn im Winter, wenn es hier oben wieder still und einsam wird, tut einem Irinas glühende Leidenschaftlichkeit, ihre unermüdliche Liebe, ihr nie müder Hunger nach Zärtlichkeit wieder gut. Wenn man sie dann nur richtig behandelt, sieht sie über alles, was gewesen ist, glatt hinweg, sie hat die Fähigkeit, wirklich vergessen zu können. Und das ist prakttjch. Es fragt sich nur, wie man sie bis dahin in gewisse Grenzen zurückdrängt. Damals, als die junge Engländerin da war und er, Michailow, ganz besessen von ihr war, da ist es ihm geglückt, immerzu die eine gegen die andere auszuspielen, aber mit Sabine wird das nicht gehen. Sabine ist nicht von dieser Art. Er schließt die Augen und stellt sich Sabine vor, wie er sie noch vor einer knappen Stunde gesehen hat: sie ging an Lyks Seite über die Wiesen, einen Strauß Margeriten im Arm und die grauen Augen mit einer unbewußten ernsten Wärme ihm entgegengerichtet. Nein, diese Sabine ließ sich in feinen Wettstreit mit einer anderen ein! Und wenn, dann wäre dieser Wettstteit nicht amüsant, sondern bitter und schwer und auf Tod und Leben... Aber warum — warum eigentlich reizt ihn diese Sabine? Hat sie sich je ihm geqenüber vergessen, 1° daß er auf mehr als landläufige Gefühle ihm ? di- ^h°i um 4,ni>en-im ’leiben. St fs l,N. 'Mil, • %| „k ife, nt"h M, ;n« s«. r «j ‘ton aus ,°us un. d 80 und Wien an mar 3n|, 'm Der. auf dem iad) dem rei Tein, it ug. hier rer Un. von hier s unter rei erheb- sofortige iom Deut, hirurgifch Das Be- 1 der Ki. 31t J- Auch in '.r Unfall, i Ernte, innere e Mann ätstolonne eine Der. nach einer irpeh Alsfck ,ns folgen- i) e trieb« rtungs- Ilsfeld br- 'ei für beit M fo ifi >en $wti )er /chwe- Riegen löröe be= Mr t\x\e jehen lag auer nicht ertragbarer :e für bas len Betrieb tigung und hen Teilen von @ro6‘ Befeitiguns desrechtlilde Vordergrund e 1911^ r die Han) o schnell fit u reden bf r läuft bn* t Lyk M ie mit ihm noartet er. er Fensten !5 ftht w*‘ er lächelt sich Dergißt den Sinn: ft «ich» ;ftlo5 m w herum «j U * !Reni. "*® ist? 0b - L°ch« eren mach'/ ft, wenn J i JU ** tt, d°S d- ?**ä hi ihr b°» Ä ii< un»"S SüfÄ*1 p> faffenen Reichsgesetz über die Beseitigung von Tier» kadaoern. Das Vergraben von gefallenem Vieh — als eine Art feiner Beseitigung — ist mit den heutigen Erfordernissen unseres Rohstoffbedarfes unvereinbar; es würde eine Mißachtung und den Verlust von Volksvermögen bedeuten. Die großen Ziele des Dierjahresplans sehen demgegenüber eine zweckbewußte Ausnützung unserer heimischen Rohstoffquellen zur Stärkung unserer Eigenoersorgung vor. Für den Kreis Alsfeld war daher die Errichtung .und die Wiedereröffnung der Tierkörperverwertungsanstalt bei Hopfgarten zum Zwecke der Erfassung und Verwertung der verendeten Tiere im Abdeckereioerfahren ein Gebot der Stunde. Die verantwortlichen Stellen haben nach langwieriger Kleinarbeit die Voraussetzung für die Wieder- inbetriebnahme der Anstalt geschaffen. So wird nunmehr auch der Kreis Alsfeld fein Teil zur Gewinnung und Sicherung heimischer Rohstoffe bei- tragen. Zuchtfohlen-Versteigerung und -Prämiierung in Hungen. Q] fjungen, 10.Aug. Heute wurde hier eine =B e rft ei g-e -r u n g und Prämiierung von Fohlen abgehalten. Es waren aufgetrieben: Kaltblut: Stutfohlen Klasse I 11 Stück, Hengst- i fohlen Klasse II 21 Stück; Warmblut: Stutfohlen Klasse I 8 Stück, Hengstfohlen Klasse II 21 Stück, zusammen 65 Stück. Bei der Versteigerung, bei der bie Nachfrage nach Kaltblutfohlen größer war als uach Warmblutfohlen, wurden folgende Preise erzielt: Kattblutfohlen von 360 bis 740 Mark, Warmblutfohlen bis 560 Mark. Die Prämierung hatte folgendes Ergebnis: Warmblut-Stutfohlen, Schauklaffel: L Ferd. Jochem, Villingen, 2. Preis; 2. Otto Schneider, Wippenbach, 2. Pr.; 3. Hugo Junker, Inheiden, ». Pr.; 4. Christian Röder, Laubach, 3. Pr.; 5. Friedlich Wilh. Coburger, Reichelsheim, 3. Preis. I Warmblut-Heng st fohlen, Schau- klasse II: 1. Wilhelm Metzger, Röthges, 1. Preis; 2. Wilhelm Wagner, Beienheim, 1. Pr.; 3. August Weil, Lang-Göns, 1. Pr.; 4. Wilhelm Eifer, Sei» »ersheim, 2. Pr.; 5. Willi Seipp, Trais-Münzen- »erg, 2. Pr.; 6. Heinrich Bellinger, Rockenberg, 2. Pr.; 7. Karl Schmidt, Münzenberg, 3. Pr.; 8. Adolf Port, Langd, 3.Pr.; 9. Otto Eckhardt, Kirch- Höns, 3. Pr.; 10. Louis Mathes II., Bellersheim, Preis. Kaltblut-Stutfohlen, Schauklasse I: . Rudolf (Eifer, Ober-Widdersheim, 1. Preis; 2. Alert Bommersheim, Dorn-Affenheim, 2. Pr.; 3. Alois Lung, Dorn-Affenheim, 2. Pr.; 4. Georg Huber, Mieder-Weifes, 2. Pr.; 5. Otto Hofmann II., Unter» Widdersheim, 3. Pr.; 6. Hermann Becker, Muschen- 1 eim, 3. Pr.; 7. Heinrich Leidner, Villingen, 3. Pr., Schauklasse II. Kaltblut-Hengstfohlen, Schauklasse II: .. Rudolf Eß, Dom-Assenheim, 1. Preis; 2. Georg 1 Vhilipp Krausgrill, Nieder-Weifel, 1 Pr.; 3. August Weber, Lang-Göns, 2.Pr.; 4. Wilhelm Stein II., Zeienheim, 2. Pr.; 5. Willi Wagner, Lang-Göns, ..Pr.; 6. Hrch. ßangftrof, Oppershofen, 3. Pr.; Otto Schwarz, Utphe, 3. Pr.; 8. Johann Karl /anaftrof, Rockenberg, 3. Pr.; 9. Hugo Schäfer, Un- isr-Widdersheim, 3. Preis. Gchottener Sommermarkt. /Schotten, 10. Aug. Der altbekannte Schot- le n e r Sommermarkt Hütte auch in diesem hahre seine Anziehungskraft bewährt, wenn auch ter eigentliche Rindviehmarkt nicht mehr an den Imfang und die Bedeutung der Vorkriegszeit her- tnreid)"en kann. Der Zustrom zu dem gestrigen Pferde- und Fohlenmarkt war sehr stark. (■5 waren insgesamt etwa 100 Tiere aufgetrieben, | hr schönes Zuchtmaterial. Die Preise waren gut, lurchschnittlich wurden für ein Fohlen etwa 500 bis DO Mark bezahlte Der Handel war flott. An Rind- vieh waren etwa 70 Stück aufgetrieben. In der Stadt, besonders in den Wirtschaften, herrschte lebhafter Marktverkehr. Zum heutigen Schweine- markt waren 450 Stück Schweine aufgetrieben. Es kosteten Ferkel bis 7 Wochen alt 12 bis 14 Mark, bis 9 Wochen alt 16 Mark, 12 bis 13 Wochen alt 20 bis 22 Mark, Einleger 35 bis 40 Mark. Der Handel war etwas schleppend, es verblieb geringer Ueberftanb. Ungeheuer groß ist die Zahl der Marktbuden und Stände, die in den Marktstrahen der Stadt aufgeschlagen sind. Rund um die Kirche stehen Verkaufsstände aller Art. Morgen klingt der Sommermarkt in einem großen Krä- mermarft und in ein Volksfest aus. Erinnerungsstätte der Herrnhuter in Herrnhaaq. EPNH. Der Gottesacker der Gemeinde Herrn» Haag bei Büdingen soll nun wieder als Erinnerungsstätte der Herrnhuter Brüdergemeinde würdig hergestellt werden. Die Gemeinde in Herrn- haag wurde von Zinsendorf selbst im Jahre 1738 gegründet, als er nach seiner Verbannung aus Sachsen während seiner Reise auf der Ronneburg eine Zufluchtsstätte gefunden hatte. Landkreis Gießen. LJ Watzenborn-Steinberg, 11. August. Heute morgen ereignete sich hier ein Autoun - fa 11, der zum Glück noch glimpflich ablief. Ein Personenkraftwagen verlor in der Ferdinand-Werner- Straße das rechte Vorderrad. Der Wagen fuhr nach Verlust des Rades noch 15 Meter weiter und konnte einen Meter vor dem Eisengeländer, das die Straße nach dem steil abfallenden Hang abschließt, zum Stehen gebracht werden. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Das lose Rad lief etwa 30 Meter weiter und wurde später wieder eingesetzt. Zu allem Glück schliefen um diese Zeit noch die Kinder der anliegenden Häuser, die sich sonst gern unter den schattigen Bäumen der Unfallstelle auf» halten. 00 Mainzlar, 10. Aug. Im Saale von Friedr. Koch fand eine Bauern - Versammlung statt. Ortsbauernführer Heinrich ©paar IV. gab die neuesten Bestimmungen zur Getreide- und Obstablieferung bekannt. — Die hiesige Pflicht- feuerwehr hielt dieser Tage eine größere Uebung ab. Neben den Exerzierübungen wurde auch ein Brandangriff auf den Saalbau Müller durchgeführt. 4= Saasen, 10. Aug. Am Sonntag konnte die hiesige Krieaerkameradschaft die Einweihung ihres neuen Schieß standes begehen. Nachdem in der jüngsten Generalversammlung der Bau eines Schießplatzes beschlossen worden war und sich hierfür in der Nähe des Dorfes günstiges Gelände gefunden hatte, wurde sofort mit den Arbeiten begonnen. Allabendlich zogen die Kriegerkameraden hinaus, um sich in selbstloser Einsatzbereitschaft an den Bauarbeiten zu beteiligen. So wurde der Weihesonntag auch zu einem wahren Ehrentag für die alten Kriegerkame- radsn. Zur Weihefeier begrüßte Kameradschaftsführer W. Stark I. die Kameraden und hieß sie herzlich willkommen. Insbesondere begrüßte er den Kysshäuser-Kreisführer und einige Kameraden des Kreisvorstandes. Er fand herzliche Worte des Dankes für alle, die zur Fertigstellung des Standes beigetragen haben. Unterabschnittsführer Glaub (Reiskirchen) gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Kriegerkameradschaft Saasen in so kurzer Zeit und noch während der Erntearbeiten die Fertigstellung des Schießstandes bewerkstelligen konnte. Die Weiherede hielt der Kreisführer des Kyffhäu- fer-Bundes Dr. M o n n a r d. Er wandte sich zunächst an die Jugend und forderte sie auf, nun fleißig dem Schießsport zu huldigen. Der Krieger- kameradschaft stellte er anheim, den Stand in uneigennütziger Weise auch den Gliederungen der Partei zur Verfügung zu stellen. Sodann gab der Kreisführer den ersten Schuß auf dem neuen Schießstand ab. Anschließend wurde mit dem Preis- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. a. AI. 0,756 41,96 0,168 47,10 55,50 47,10 12,435 5,495 9,359 137,45 13,11 Die hinter Den Papieren angeführten Zistern geben Die Höhe Der zuletzt geschlossenen DividenDe an. Reichsbankdiskont 4 v H. LombarDzinsfuß 5 v H ____________ diene« Aires . üt iffel....... ’i be Janeiro 3t=en........ koienhagen... Miß....... Solbon ...... s% Hess. Lander-Hyp.-Bank t!-% Prruß. LandeSpfdbr.-Ansi Goldpfe. R. 19............ k\.% Preuß. Gold-Komm. R. 20 l‘::% Darmstädter Komm.-Lan- »esbank R. 6 ................ dmtsche Komm.-Sammel-Anleihe |W:% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 t!.-% Franks. Hyv. Gold-Komm. Dbl. 2 3.................... Wt% Franks. Hyp. Liquidation Voldpfe.................... Rheinische Hyp. Liquidation Voldpfe..................... Lsuergütschein-BerrechnungSkurs 6'5. für Verkehrswesen .... 6¥» d mburg-Stidam. Dampfschiff. 0 y ulburq-Ainersta Paket......0 A iddcutscher Lloyd..........0 ü^tsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 8'chsbant................. 12 9 Hiner Handeirqefellschaft . 6% umtHer». und Prival-Bank ... 6 § dmlschc Diskonto............ 5 L Dresdner Bank............... 9.August 10. August Amtliche J/oiierunc iMeir | Br»es Amllctx-Rviierung Geir s Bries 9 August 10-August Amtliche ’j<ütierunn Gelt | Brie, AmilicheRolierun. Gelt | Brie, - 0,721 0,723 0,721 0,723 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 62,39 62,51 62,32 62,46 48,95 49,05 48,95 49,05 gf((nhnn ............... 11,275 11,295 11,265 11,285 tCfiirrljnlnt ................ 64,01 64,13 63,96 64,08 (Crtitnpf* .................. 57,15 57,27 57,13 57,25 16,98 17,02 16,98 17,02 8,651 8,669 8,651 8,669 Budapest................. Neuyork.................. 2,489 2,493 2,489 2,493 0,752 0,756 0,752 41,90 41,98 41,86 0,167 0,169 0,166 47,00 47,10 47,00 55,42 55,54 55,38 47,00 47,10 47,00 12,415 12,445 12,405 5,49 5,50 5,485 9,346 9,364 9,341 137,26 137,54 137,17 13,09 13,11 13,09 schießen begonnen. Der Schießstand, für dessen Errichtung etwa 1000 Arbeitsstunden geleistet werden mußten, stellt einen der schönsten der Umgebung dar und dürfte mit feinen vier Schußbahnen allen Anforderungen entsprechen. Kreis Alsfeld. # Groß-Felda, 10. Aug. Die Ehefrau des Landwirts Heinrich Stein I. stürzte so unglücklich vom Wagen, daß sie unter bie Räber geriet unb überfahren würbe. Die bebauernsroerte Frau erlitt einige Rippenbrüche und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der Unfall ist für die Frau um so schwerer, als sie bereits vor einiger Zeit einem ähnlichen Unfall zum Opfer fiel, von dem ihr eine Beinlähmung zurückgeblieben war. — Der ältefte Einwohner unseres Ortes und letzte Veteran von 1870/71, Wiegemeister und Flurschütz i. R. Peter Schar- mann, konnte dieser Tage im Kreise seiner Kinder, Enkel unb Urenkel seinen 9 1. Geburtstag begehen. Der hochbetagte Mann erfreut sich noch aller körperlichen unb geistigen Frische. Kreis Wetzlar. ± Wißmar, 10. Aug. Die Ernte ber Körnerfrüchte ist beenbet worben. Gegenwärtig sinb brei Dreschgarnituren in unserem Orte beschäftigt. Die meisten ßanbroirte breschen im Felde vom Wagen weg, größere Betriebe dreschen in der Scheune. — Dieser Tage wurden hier im Saale von Wolf durch die ©aufilrnftelle der Film „Unsterbliche Melodien" und ein schönes Beiprogramm gezeigt. Die Veranstaltung war gut besucht. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Millagsbörse still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Umsatztätigkeit an der Börse hat noch nicht zugenommen, weil die Beteiligung der Kundschaft immer noch schwach blieb, wodurch auch der berufsmäßige Handel keine nennenswerte Unternehmungslust zeigte. Da aber Abgaben kaum mehr Vorlagen und teilweise eher Kaufintsresse bestand, war die Haltung durchaus etwas freundlicher. Am Aktienmarkt ergaben sich zu den ersten Notierungen vorwiegend Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Eine Sonderbewegung ohne besonders lebhaften Umsatz vollzog sich in der Bemberg-Aktie mit 156 bis 156,50 (152,50), was auch auf die übrigen Marktgebiete leicht ausstrahlte. Von chemischen Werten zogen Scheideanstalt 1 v. H. an auf 267, IG. Farben, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft blieben behauptet. Am Elektromarkt gaben Felten 0,75 v. H. nach, im gleichen Ausmaß höher lagen RWE. Don Montanaktien notierten bei Beginn Hoesch mit 125,50 (126), Mannesmann mit 126 (125,50) unb Verein. Stahl unv. 121. Im einzelnen eröffneten Deutsche ßinoleum 1 v. H., Sübb. Zucker 0,50 v. H., Cement Heibelderg 0,40 v. H. höher, BMW. 0,50 o. H. leichter, Daimler unb Reichsbank unverändert. Am Rentenmarkt erhielt sich weitere Nachfrage, insbesondere nach Pfandbriefen, doch war bas Geschäft wieder klein. Im Freiverkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 94,90 unverändert. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr klein, ebenso die Kursveränderungen. Weiter fest und verhältnismäßig lebhaft waren am Aktienmarkt Scheibeanstalt mit 268,50 nach 267, unb Bemberg mit 158 nach 156,50, anberfeits waren RWE. 0,50 v H. ermäßigt auf 135,50. Von später notierten Werten gewannen Buberus 1,40 v. H. auf 130,90 unb Th. Golbschmibt 1,13 v. H. auf 150, Westeregeln 1,50 v. H. auf 121. Von Großbankaktien bröckelten DD.-Bank 0,25 v. H. ab auf 125. Das Rentengeschäft war später ebenfalls klein bei behaupteten Kursen, Reichsbahn-Vorzugsaktien 128 (127,90). Oberhessen Altbesitz nach Pause 135,50 (134,50). Goldpfanbbriefe würben vielfach roieber rationiert, ßiquibationspfanbbriefe zogen meist geringfügig an, Nass, ßarrbesbanf leichter mit 101,55 (101,90). Kommunal-Obligationen unb Stabtanleihen unveränbert. Von Jnbustrie-Obliqationen 5 v.H. Vereinigte Stahl 101,50 (101,75), 1951 do. 99,90 (100), 5 v. H. Hoesch unverändert 102,25. Im Freiverkehr hörte man Adlerwerke Kleyer mit unv. 118,90 und Verein. Groß-Almerv- der Tonwerke mit 104.50 bis 105, Ufa 71,40 (72). — Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse war ohne Anregung und nahm einen ruhigen Verlauf. Am Aktienmarkt bröf« feiten die Kurse angesichts der Geschästsstille überwiegend geringprozentig ab. Besonders Montan- werte lagen niedriger, Buderus mit 130,65, Harpe- ner mit 179, Nheinstahl mit 157,75 verloren je 0,25 v. H., Mannesmann mit 125,65 0,40 v. H. und Hoesch mit 125 0,50 v. H. Die im Mittagsverkehr stark aestiegenen Bemberg ließen auf 157,50 (158) nach, ferner hatten IG. Farben gegen den Berliner Schluß eine Einbuße von 0,65 v. H. mit 167.65, je 0,25 v. H. leichter notierten noch Deutsche Erdöl mit 151 unb AG. für Verkehr mit 128,25. Fest lagen anbererfeits Junghans mit 140,75 (139,50, aber schon 140,50 in Berlin), Conti Gummi zogen 0,50 v. H. an auf 190. Elektro- unb Maschinenwerte kamen behauptet zur Notiz, so u. a. Siemens mit 218, Schuckert mit 176, Licht & Kraft mit 156,75, AEG. mit 131,25, bzw. Demag mit 151 Am Rentenmarkt hatten Altbesitzanleihe einiges Geschäft zum Berliner Kurs von 128,40 (128,25), 4,50 v. H. Krupp würben 0,25 v. H. höher gefragt mit 99,75, während Farben-Bonds auf 134,13 (134,50) zurückgingen. Im Freiverkehr bewegten sich Kommunal-Umschuldung zwischen 94,90 bis 95.00. Frankfurter Obff- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Arn Ob st markt kam das Geschäft zu Beginn der neuen Woche nur schleppend in Gang und erfuhr auch später keine sonderliche Belebung. Von Obst fanden besonders Pfirsiche, für die das Angebot aber sowohl vom In- als auch vom Auslande nur klein war infolge der heißen Witterung erhöhte Beachtung. Aber auch die saftigen Sommeräpfel wurden gut gefragt, wie auch Birnen, Mirabellen, Pflaumen, Reine- flauben und Zwetschen bei sehr reichlichen Zufuhren verhältnismäßig gut abgesetzt wurden. Beerenobst kommt mit Ausnahme von Preißel» beeren kaum mehr an den Markt. Die Preise bewegten sich durchweg nach unten: Am Gemüsemarkt herrschte weiterhin reichliches Angebot, besonders in Gurken, während Spinat wenig zugeführt wurde. Das Geschäft nahm überwiegend einen schleppenden Verlauf, wobei die Preise sich kaum veränderten. Etwas höher lagen Bohnen, Kopfsalat und Spinat. Reges Geschäft verzeichneten Tomaten im Zusammenhang mit der Witterung, der lebhaften Nachfrage konnte unter Zuhilfenahme der ausländischen Zufuhren entsprochen werden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auftrieb: Kälber 527 (494), Hämmel unb Schafe 170 (212), Schweine 3092 (3561). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 bis 65 (am 3. August 62 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 36 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 51 (48 bis 50), c) 40 bis 45 (—). Schafe a) 42 bis 45 (42 bis 45), b) 37 bis 40 (39 bis 40). Schweine a) 57 (57), bl 57 (57), b2) 57 (57), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57). Marktverlauf: Kälber und Schweine wurden zu- geteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig, lieber» stand: 13 Schafe. Hier ablchneiden! Karbolineum 231 Karbolineum, aus Steinkohlen ober Holz gewonnenes braunes Teeröl das zum Schutz von Holz gegen Fäulnis verwendet wird. Pfähle sollten vor dem Einsetzen in den Boden mit K. getränkt und gestrichen werden. Vielfach genügt auch leichtes Ankohlen an einem offenen Feuer. Karbolsäure, Desinfektionsmittel aus Steinkahlenteer, das aber stark giftig ist unb dessen Anwendung daher nicht zu empfehlen ist. Karbunkel, Gruppe von mehreren dicht beieinander stehenden Furunkeln, kann handtellergroß werden und entsteht befand im Nacken, Rücken und Gesicht. Die erkrankte Stelle ist bretthart, die Haut darüber fühlt sich heiß an und ist gerötet. Die Behandlung besteht in der Eröffnung: nur durch Den Arzt wegen der möglichen schweren Folgen. Kardamom, Kardamum, Fruchtsamen indischer Pflanzen, die als Gewürz bei der Wurstzubereitung, bet Backwerk und bei Der Herstellung von Likören und Parfümerien dienen. Kardamom raucht leicht aus und soll daher erst vor der Verwendung gemahlen werden. Karies der Zähne. Zahnfäule. Sobald ein Zahn schmerzt, zum Zahnarzt (s. Zahnkrankheiten). Karin, roetbl. Vorname, schwedische Umwandlung von Katharina. Karl, männl. Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „Mann, Held". Kartoffel Karlsbader Salz, aus den Karlsbader Mineralquellen durch Verdampfung gewonnenes Salz, das als Abführmittel dient. Karmin, purpurroter Farbstoff, aus Koschenilleläusen gewonnen, wirb zu Wasser- unb Ölfarben verwendet. Karneol, rötlicher Halbedelstein, der als Monatsstein Dem August zugerechnet wird. Karpfen, im Süßwasser lebender Edelfisch, der gezüchtet wird, sehr alt werden kann unb ein Gewicht von 35 kg erreicht. Zur Verwenbung im Haushalt eignen sich am besten Karpfen bis 3 kg. Karpfen blau nennt man gekochten Karpfen, der meist mit Meerrettich gereicht wird. Sehr beliebt ist auch die polnische Zubereitung als Karpfen in Bier. Kartenspiel ist eine anregende unb entspannende Unterhaltung, solange es nicht zur Leibenschast ausartet und um höhere Geldbeträge geht. Lädt man zum Kartenspiel ein so soll man nur gute Spieler aufforbern und darauf achten, baß bie Mitspieler nicht burch große Verluste mißgestimmt werden. Harmlose Kartenspiele können auch Kindern erlaubt werden. Kartoffel, Erdapfel, Grundbirne, Knollenfrucht die 15—20 o H. Stärkemehl aber außerdem andere Nährstoffe enthält und daher eines ber wichtigsten Nahrungsmittel bildet. Die Kartoffeln enthalten giftiges Solanin, das beim Kochen zerstört wird. Bei alten Kartoffeln sitzt ber Giftstoff unter der Schale, wes- IBie zerdrücken Sie gekochte Kartoffeln? Mit dem Kartoffelstampfer aus Holz geht es auch schon. Noch besser ist aber bie Kartoffelpresse. Dann gibt es überhaupt keine Stücken mehr. So eine Kartoffelpresse kostet bei Häuser nicht viel. Sie ist aber sehr haltbar. J. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Amtsgericht Gießen. Am vergangenen Freitag wurde in Gießen der W. M. aus Andernach, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, festgenommen. Er war als „Wanderbursche" nach Gießen gekommen und hatte sich von seinen erbettelten Groschen betrunken. Später ging er noch in eine Gastwirtschaft und wollte dort „musikalische Aufführungen" vorführen. Die Schaustellung wurde ihm aber untersagt. Er wurde auch mehrmals aufgefordert, das Lokal zu verlassen, kam jedoch den Aufforderungen nicht nach, sondern belästigte weiter die Gäste. Es blieb nichts anderes übrig, als ihn gewaltsam zu entfernen. Dabei riß er noch einen Vorhang ab. Wegen dieser Handlungsweise hatte er sich gestern vor dem Schnellrichter zu verantworten. Zu seiner Verteidigung berief er sich auf seine Trunkenbeit und gab an, von der Tat nichts mehr zu wissen. Das Gericht verurteilte ihn wegen groben Unfugs, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu einer Gefängnis st rafe von 1 W o ch e und zu den Kosten des Verfahrens. Der Angeklagte trat seine Strafe sofort an. Weiterhin hatte sich der I. R., früher wohnhaft in Gießen, jetzt in Münster i. W., wegen Verletzung seiner Unterhaltspflicht zu verantworten. Der Angeklagte, der bereits zweimal schuldig geschieden wurde, war trotz wiederholter Aufforderung seiner Unterhaltspflicht einem unehelichen Kinde gegenüber nicht nachgekommen, so daß fremde Hilfe, und zwar von nicht unterhaltspflichtigen Verwandten und im geringen Umfange von der öffentlichen Fürsorge, in Anspruch genommen werden mußte. Wegen Uebertretung des § 361 Ziff 10 StrGB. war er durch Straibefehl des Amtsgerichts Gießen in eine Haftstrafe von 2 Wochen genommen worden. Die gestrige Hauptverhandlung auf seinen Einspruch hin hat ergeben, daß der Angeklagte zumindest teilweise seiner Unterhaltspflicht hätte nachkommen können. Er als außerehelicher Vater ist in erster Linie seinem unehelichen Kinde gegenüber unterhaltspflichtig und hat die Pflicht, seinen letzten Pfennig mit den von ihm stammenden Nachkommen zu teilen. Bei gutem Willen wäre er sehr wohl in der Lage gewesen, weniastens etwas seinem Kinde zu geben, statt dessen aber glaubte er, da die Kindesmutter Geld verdiente, es nicht nötig gehabt zu haben. Das Gericht erkannte an, daß der Angeklagte nicht viel verdient und ermäßigte die im Strafbefebl ausgesvrochene Strafe auf eineWocheHaft. Das Gericht hofft, daß die Strafe ihre Wirkung auf den Angeklagten nicht verfehlt und er sich seiner Pflichten bewußt wird. Es wurde ihm aber eröffnet, daß im Wiederholungsfälle er mit einer erheblich höheren Strafe zu rechnen habe. Nie Vorgänge bei der Häute- und ^etiverwertungö-GmbH. in Frankfurt. Lpd. Frankfurt a. M., 9. Aug. In der seit dem 7. Juli vor der Großen Strafkammer tagenden Verhandlung gegen sieben Angeklagte aus dem Metzgerberufe und dem Dersicherungsberuf wurden heute die Strafanträge gestellt. Die Angeklagten werden des Verbrechens gegen § 81a Absatz 2 des GmbH.-Gesetzes teils der Beihilfe, teils der Untreue nach dem Gesetz für die Beaufsichtigung der privaten Versicherungsunternehmen bzw. der Begünstigung und ein Angeklagter auch der Hehlerei beschuldigt. Der Sachbearbeiter, Staatsanwalt S ch l a e g e r , sprach in fast dreistündigen Ausführungen, in denen er betonte, daß die Hauptschuldigen als Geschäftsführer bzw. als Aufsichtsratsmitglieder der H ä u t e - und F e t t v e r w e r t u n g s-G. m. b. H. es verstanden hätten, das notleidende Institut 0115311 = beuten. Es sei ein Schaden von rund 25 000 Mk. erwachsen. Die Angeklagten hätten besonders arglistig gehandelt und mit falschen Unterlagen, gefälschten Aufsichtsprotokollen und geschickten Verbuchungsmaßnahmen gearbeitet. Nach außen hin hätten sie ihr Treiben gut zu verschleiern gewußt. Sie hätten sich in volksschädlichem Sinne betätigt. Der Hauptbeschuldigte Linder habe noch im August 1935 nach einer Lehrlings-Freisprechung die Worte gesagt: Schädlinge können und wollen wir nicht dulden! Der Erste Staatsanwalt Dr. N e e b äußerte sich zu den strafrechtlichen Gründen und beantragte gegen den früheren Obermeister der Fleischerinnung Linder 2 Jahre 8 Monate Zuchthaus und 5000 Mark Geldstrafe, gegen den Metzgermeister Braun 1 Jahr 5 Monate Zuchthaus und 1000 Geldstrafe, den früheren stellvertretenden Jnnungsober- meifter Eberhard Quirin 15 Monate Zuchthaus und 1000 Mk. Geldstrafe, den Buchhalter der Häute- und Fettverwertungs-G.m.b.H. Emil Müller acht Monate Gefängnis und 200 Mk. Geldstrafe, den früheren Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und Versicherungsvertreter Emil Stein 14 Monate Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe, den 2kr= sicherungsdirektor Friedrich Siekmann 2 Jahre Gefängnis und 1500 Mk. Geldstrafe, gegen den bei der Häute- und Fettverwertungs-G. m". b. H. beschäftigten Metzgermeister Karl I a u ß wegen Hehlerei sechs Monate Gefängnis. Das Urteil ist in einigen Tagen zu erwarten. Mutter geht mitzweiKindernindenTod Lpd. H 0 f h e i m (Taunus), 10. Aug. In den frühen Morgenstunden des Dienstag ereignete sich in Langenhain eine furchtbare Tat. Eine junge Frau, Mutter von drei Kindern, hatte, während im Hause alle Leute schliefen, mit ihren zwei kleinen Kindern unbemerkt die Wohnung verlassen und sich im Brandweiher samt ihren zwei Kindern ertränkt. Als der Mann erwachte, fand er nur das ältere Kind vor. Man ging sofort auf die Suche nach den Vermißten und machte schließlich an der Unglückstätte die furchtbare Entdeckung. Wie es heißt soll ein Nervenleiden die Frau zu dem unglücklichen Schritt veranlaßt haben. Tödlicher Siffelsticb. Lpd. Fulda, 10. Aug. Die Ehefrau des Landwirts W i e l e r in Unterkatz bei Kaltennordheim in der Rhön stach sich bei Erntearbeiten auf dem Feld eine Distel in den Finger. Da sie die Wunde nicht weiter beachtete, trat Blulvergif, t u n g ein, die den Tod der erst 25 Jahre alten Frau zur Folge hatte. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 614: Reiseverkehr mit der Tschechoslowakei. — 615: Anordnung 29 der Ueberwa- chungsstelle für Eisen und Stahl (Lagerhaltung, Meldepflicht und Auftragserteilung im Eisen- und Stahlhandel und Baugewerbe). — 616: Die italienischen Eisenbahn - Umrechnungskurse. — 617: Merkblatt über die allgemeine Zollerhöhung in Frankreich. — 618: Erhöhung des griechischen Einfuhrkontingentes für Leinen, Hanf usw. — 619: Anordnung 30 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern (Herabsetzung der Freigrenze für Leinengarne, Hanfgarne, Web- und Zwirngarne aus Ramie). — 620: Verordnung zur Förderung der Nutzholzgewinnung. — 621: Polnische Maßnahmen zur Besserung der Außenhandelslage, Einstellung der Kompensationsgeschäfte. — 622: Reiseverkehr nach Bulgarien. — 623: Postnachnahmen nach Frankreich, Korsika und Algerien. — 624: Verordnung zur Regelung der Erzeugung, des Absatzes und der Preise für Alpengras (carex brizoides). Oie Flachsernte hat begonnen. Lpd. Alljährlich bildet die Ueberreichung der Adolf-Hitler-Flachs-Spende des Reichsnährstandes an den Führer und Reichskanzler den Höhepunkt des Erntedankfestes auf dem Bückeberg. Ueberall in Deutschland sind die Pauern dem Ruf zur Sicherung einer wichtigen Rohstoffversorgung aus der heimischen Scholle mit Begeiste- rung gefolgt und haben den Flachsanbau wieder eingeführt, wo er ganz verschwunden war, oder erweitert, wo noch Reste vorhanden waren. Im Gau Hessen-Nassau war der Flachsanbau in den letzten Jahrzehnten vollständig vernachlässigt worden. Er war von 2606 Hektar im Jahre 1878 auf 14 Hektar in ganz Hessen-Nassau im Jahre 1932 gesunken. Unter der nationalsozialistischen Agrarpolitik erfuhr die Einstellung zum Flachs eine grundlegende Aenderung. Maß ließ dem Flachs weitgehende Förderung angedeihen, die er als unsere wichtigste Faserpflanze und gleichzeitig als bedeutender Oel- und Eiweißlieferant verdient. Im vergangenen Jahre war im Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau bereits eine Anbaufläche von 1096 Hektar erreicht worden, die in diesem Jahre auf 1102 Hektar gestiegen ist. Die Hauptanbaugebiete sind im Vogelsberg die Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, ferner der Oberwesterwald (Hachenburg, Marienberg, Montabaur) und der Odenwald (Erbach, Heppenheim, Bensheim). Das prächtige Sommerwetter hat in diesem Jahre den Flachs zur schönsten Gelbreife (wenn das Flachsfeld hellgelb aussieht) gebracht. Ueberall setzt nun die Flachsernte ein. Dorsjugend und Arbeitsdienst helfen eifrig „raufen" (Flachs darf nicht gemäht werden, sondern wird mit dem Wurzelende aus der Erde „gerauft"). In kegelförmigen „Puppen" oder in länglichen „Kapellen" wird der Flachs zum Trocknen auf den Feldern aufgestellt. Erst wenn er vollkommen getrocknet ist, wird er zusammengebunden und eingefahren. Die Abnahme der ganzen Ernte durch die Bäuerliche Hauptgenossenschaft wird bis November beendet fein. Die Gesamternte aus dem Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ist der einzigen Flachsröste unseres Gaues in Stockheim (Kreis Büdingen) zugeteilt. Grummetgras - Versteigerung der Stadt Gießen. THonfag, den 16. August 1937, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 5256A Um 8 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen. Um 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen- Buseck sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck. Um 9% Uhr (Zusammenkunft am Schwarzlachweg, Ecke Marburger Straße) von den Wiesen in der Schwarzlach in 4 Abteilungen. Um 11 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen auf der Hohleich, bei dem Schlachthof und Inseln. Um 14 Uhr (Zusammenkunft an der Restauration »Zur Stadt Cid)“, Cicher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Onleberg, am Weiher, Throrns Garten, eine Wiese hinter der Kläranlage, von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Gießen, den 10. August 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nico laus. Wiederbeginn der Sprechstunde Donnerstag, 12. August 1937 (Empfehlungen"] | Vorwerk Kobold Dr. Malech 5263 D Bitte notieren Sie: FwprecHr.W Glaserei Bierau Dammstraße 27 to94, vornehm 1 Geschmackvoll l Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen ßrUhTsche Druckenei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Staubsauger, Handl., vielseit., billig. (5167D Bez.-Vertretung 6926 101869 104933 105749 107577 108917 111700 112226 112289 115110 '27223 136838 138629 141984 146822 ।59669 163349 163366 165590 173495 I78525 182188 188440 199554 200278 207356 210040 213690 220094 225810 230563 233675 242600 253986 257621 268254 277785 281239 295189 305090 429515 329748 334810 337638 342122 148048 348932 353109 360634 362014 467140 371012 387773 391002 395134 29581 48120 74809 96348 107582 120046 154026 176052 206888 227305 264539 313817 345412 365216 dn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 50000 RM. 55503 2 Gewinne zu 20000 RM. 87435 4 Gewinne zu 10000 NM. 129400 176444 10 Gewinne zu 5000 RM. 12757 167321 181052 257485 284725 12 Gewinne zu 3000 RM. 70867 94901 144091 230413 328281 395855 22 Gewinne zu 2000 RM 85044 138900 150518 228639 233458 275167 281451 344401 357019 392467 394410 40 Gewinne zu 1000 RM 13289 44379 63634 65003 72129 94574 99908 102250 116263 125786 217200 238895 253535 261660 266862 279247 354473 357441 392932 396670 88 Gewinne zu 500 RM 2810 27481 50395 58114 59698 61652 64405 77259 115967 123651 123981 130532 137505 i46238 147316 168690 179905 194784 211972 218460 219424 236011 240114 262733 277465 278228 278541 281357 302838 309493 320100 327529 330840 358847 382442 387281 387332 45464 86262 141691 203489 257253 298873 333080 I13854 125298 141192 159820 177632 208338 261003 277048 304884 344614 373002 395627 122659 130423 150358 169288 192962 234537 269357 295571 311667 356854 382597 399086 118442 125628 143597 164044 179111 212227 264651 280941 306895 348702 373244 398184 122030 126196 147836 167214 185838 225462 265681 293665 310221 352163 382494 399081 60668 97796 122723 130443 152587 I74942 201363 236361 270864 295941 314300 365307 384949 122984 138794 154882 177070 206207 253116 272066 295991 333992 365312 393091 ............—. 5029 13291 15186 18605 25815 32059 42375 46120 47356 52223 62007 62344 62663 82755 95469 97524 105443 ------ ------ ------ ------ 180 Gewinne zu 300 RM 25513 ----- ----- ■■ Gewinne zu Zm Gewinnrade verblieben: 2 umrS0' » 8U 500000, 2 zu je 800000, 2 "zu AU ,C 100000, 2 zu je 50000, 10 zu *U 20000, 84 zu ie 10000, 168 zu Ö°1Äa24 AU ,e 3000, 878 m je 2000, 2700 zu 1000, 4446 zu je 500, 9u58 zu je 300 Mark. je je K je je NsiphlsicCO "Oll3 bis 20V. 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