Nr.'3.? Erstes Matt 187. Jahrgang Zrettag, U.Zuni 1937 (fcr|ct)emi tftg Hc^, außa Sonntags and Feiertag» Beilagen: Vie 3Hu|tnerti ©ieRenei Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» Ölonats-Beiugsprets; Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruS und Verlag: vrühl'sche Univrrfitätrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleilung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis 8*/. UI)r des DormittagK Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. 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Die Ursache dieses Goldschreckens sind die andauernden Goldzuflüsse, die in London kaum untergebrachl werden können, jedenfalls aber zu einem Sinken des Goldankaufspreises geführt Haden, während bekanntlich der Goldproduzent Südafrika auf der Empirekonferenz beantragte, das Pfund Sterling wieder fest an den Goldstandard ;u binden und für Gold im Einvernehmen mit !ren USA. einen bestimmten Ankaufspreis feftzu- etzen, eine Forderung, die auf nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution nach rückwärts nusläuft. Ist sie aber vermeidbar? Jedenfalls laben die Vorkommnisse der letzten Wochen ein- nal gezeigt, daß nicht die Zunahme der Goldpro- >uktion, sondern die Verteilung der vorhandenen Goldmenge die Ursache alles Uebels ist. Dann, daß das September-Abkommen ton 1936, mit dem Frankreich seinen Franken ibwertete, weil es von den USA. und Großbritannien bezüglich der Goldbewertung anscheinend nositive Zusagen erhielt, wertlos ist. Der Goldschrecken wird in der britischen Geschäftswelt wohl nicht so schnell vergessen werden. Mos- lauer Goldbarren wurden wieder einmal in einem Imfange angeboten, der ofsiziell auf 4,5 Millionen Pfund Sterling angegeben wird, in Wirklichkeit cber wurden etwa 10 Millionen Pfund aus pri- ater Goldhortung und 6 Millionen von den Sow- -ts, die den größten Teil des von den spanischen Zolschewisten geraubten Goldes derartig zu ver- ökern versuchen, angeboten, und das Ergebnis war, daß die Banken gar nicht in der Lage waren, diese Mengen vollständig auszuliefern. Lenn über 200 Millionen RM. Gold an einem Cage die Londoner Börse belasten, dann kann Man sich vorstellen, wie die Wirkungen sind. Die englische Goldwährungsbehörde ist verpflichtet, das cngebotene Gold aufzukaufen, damit der Gold- Meis nicht plötzlich absinkt, was eine Wirtschafts- .ise ungeheuerlichen Ausmaßes zur Folge haben vürde. Weiter aber hat die Währungsbehörde (Großbritanniens auch auf den Dollar zu achten. 6ie muß verhüten, daß eine zu starke Steigerung '' tes Dollars eintritt, obwohl an und für sich die Zdiedrighaltung des Pfundes und die Aufwertung hs Dollars durchaus zum Grundsatz der engli- lhen Finanzpolitik gehört. Die britische Wäh- i.mgsbehörde gibt also Dollar ab und nimmt Pfunde dafür. Weiter ist es noch fraglich, ob der Währungsausgleichsfonds große Goldmengen ge= jiuft hat, um im Notfall das englische Pfund medrig zu halten. Auf eine Unterhausanfrage erfolgte bezeichnenderweise keine Antwort. Aber hs ist sehr wahrscheinlich, denn England, das durchaus gegen eine Festlegung des Pfundes ist, operiert folgendermaßen: Es ist an und für sich für leite Aufwertung des Dollars, der ja künstlich unterbewertet wurde, woraus die jetzigen Schwierigkeiten entspringen. Aber es will das englische Vunb durchaus unterhalb der Dollargrenze und möglichst bei dem jetzigen Stand belassen; ja, England ist bereit, im Notfall das verhängnisvolle Währungsexperiment zu wiederholen und das Pfund noch weiter abzuwerten. Folglich geht die Taktik d-hin, Gold in Pfunde zu verwandeln und für d«se Pfunde wieder Dollar zu kaufen. Das wäre ihr normale Gang, die Operationen am Londoner (Mbmarft zu leiten, wenn nicht Ereignisse, wie die Ibrr letzten Zeit, diese ganzen Operationen über den fpufen geworfen hätten. Immerhin versucht die britische Währungspolitik, selbst aus dem Goldschrecken m.ch zu retten, was zu retten ist, um wenigstens d:s Pfund möglichst niedrig zu halten und den Lollar nicht zu plötzlich steigen zu lassen. Am Mon- tey war eine Beruhigung eingetreten, das An- qibot überstieg nur unwesentlich den gewöhnten lfoldumsatz, aber das liegt wohl daran, daß sich die konken anschickten, auf eigenes Risiko Gold nach ! bim USA. zu schicken. Wie kann Amerika darauf reagieren? An und [irr sich wird drüben die Wiederaufwertung d-:s Dollars wohl durchführbar sein, aber man tö rb angesichts der isolierten Stellung Englands in der Währungspolitik wohl diesen Sprung vereiden, abgesehen von politischen Prestigegründen, ur d man wird versuchen, die Goldzufuhr nach den USA. möglichst zu drosseln, also durch Genehmi- yrmgspflicht für die amerikanischen Banken, Auslandsguthaben hereinzunehmen ober eine kräftige Z fteuerung biefer Guthaben über bie mögliche Auf- o rtung bes Dollars hinaus. Auf ber Strecke bleibt panfreid). Es wirb um eine regelrechte Devisen- ^wirtschaftung nicht herum können. Unb zum Schluß: Hat sich bie Abwertung bes y llars, bes Pfunbes unb bes französischen Franken qeiobnt? Nach soviel Jahren ber Anwenbung künftiger Mittel zur Niebrighaltung biefer Wahrungen litt sich jetzt mit aller Bestimmtheit sagen, baß bie turd) bie Abwertung erzielten Teilergebnisse m gar Imem Verhältnis zu ber Unruhe unb ben Ver- lirte stehen, bie burch bie Abwertung auch m ben US A unb in Englanb zu verzeichnen sinb, obgleich ce- abe Frankreich biefe Folgen ber Abwertung bei Inner ganzen Finanz- unb Wirtschaftsverfassung am textlichsten spürt. rt- Reichsbankpräsident Dr. Schacht begibt sich gm 17 Juni nach Wien, um bem Präsibenten ber ve terreichi chen Nationalbank Dr. Kienböck, ber । in vor einiger Zeit in Berlin besucht hatte, feinen Öigenbesuch abzustatten. Sowjetnissischer Sabotageversuch mißglückt. ßonbon, 10. Juni. (DNB.) In Beantwortung eines am Mittwoch von bem sowjetrussischen Botschafter Maisky an ben stellvertretenben Vor- sitzenben bes Lonboner Nichteinmischungsausschusses Wallace gerichteten Briefes wirb bie sowjetrussische „Beschwerbe" barüber, baß bie vier Flotten- mächte angeblich „ohne Befragung bes Nichteinmischungsausschusses Garantien für bie Rückkehr Deutschlanbs unb Italiens berieten", energisch zurückgewiesen. In biefem sowjetrussischen Brief, ber nur bazu bienen sollte, die Verhandlungen über die Wiederingangsetzung der Seekontrolle zu stören und bas wirksame Funktionieren der vom Nichteinmischungsausschuß beschlossenen Maßnahmen zu sabotieren, war u. a. gefordert worden, daß über Vergeltungsmaßnahmen gegen sowjetspanische Uebergriffe nur entschieden werden dürfe, nachdem die gesamte Frage durch den Nichteinmischungsausschuß erörtert worden sei. Zur Bedingung müsse dabei gemacht werden, daß alle in dem Ausschuß vertretenen Länder voll über sie unterrichtet würden. In seinem Antwortschreiben an den sowjetrussischen Botschafter Maisky führt der stellvertretende Vorsitzende des Nichteinmischungsausschusses aus, daß die Diskussionen über die Frage der Sicherheitsmaßnahmen auf — wie man habe annehmen müssen — einstimmigen Wunsch des Hauptausschusses vom Vorsitzenden eingeleitet worden seien. Während der Sitzung des Ausschusses am Montag, 31. Mai, in der man den Ueb erfail auf das Panzerschiff „Deutschland" behandelt habe, habe der Vorsitzende bei drei Anlässen angeregt, daß es wünschenswert sei, die Frage der Sicherheit der Kontrollschiffe unter den vier Großmächten zu erörtern. Keiner habe diesem Vorschlag gegenüber eine andere Meinung zum Ausdruck gebracht. Es feien darüber hinaus Zusicherungen gegeben worden, daß die Diskussionen strikt auf die wesentlichen Garantien beschränkt werden würden, die man für das Kontrollwerk für notwendig halte und die dW damit betrauten Mächte auf eigene Verantwortung unb eigene Kosten übernommen hätten. Die Schaffung von Garantien erachte man in London als bie aussichtsreich st e Methode, wieder eine volle Zusammenarbeit im Nichteinmischungsausschuß und im Kontrollschema herzustellen. Wenn diese wiederhergestellt sei, könnten Anregungen zur Verbesserung oder Abänderung des Schemas im Ausschuß erörtert werden. Nach Ansicht ber britischen Regierung liege keine Verletzung ber Rechte bes Nichteinmischungsausschus- ses in bem Verfahren, bas man befolge. Es habe auch sicherlich niemals bie Absicht bestauben, ber Beratung bes Nichteinmischungsausschusses Dinge zu entziehen, bie ihn eigentlich beträfen. Nach Ausarbeitung eines Entwurfes werbe eine enbgültige Formel aufgestellt werben, bie bann ben beiben Parteien in Spanien vorgelegt werde unb von ber man erwarte, baß sowohl Valencia wie Salamanca sie annehmen würben. * Die russische Diplomatie ist mit unverhüllter Dreistigkeit babei, noch in letzter Stunbe bie bereits im allgemeinen Umriß erzielte Einigung ber vier Seemächte Englanb, Frankreich, Deutschlanb unb Italien über bie künftige Sicherung ber Flottenkontrolle zu torpebieren. Die Versuche sinb nicht neu, wohl aber jetzt, sozusagen in letzter Stunbe, mit neuer Energie ausgenommen worben. Die englische Presse winkt ben Sowjetrussen zwar ab, aber möchte auch dieses Abwinken nicht zu drastisch gestalten und hat eine leichte Sehnsucht nach einem Kompromiß, obwohl es feststeht, daß ein Kompromiß mit bewußten Friedensstörern ein fauler Kompromiß ist. Sicherlich werden auch die meisten Mitglieder bes Nichteinmischungsausschusses herzlich froh sein, wenn sie hören, baß zwischen beh vier Kontrollmächten eine Einigung erzielt ist, ohne baß sie, wie im Abessinien-Konflikt, eine blamable Statistenrolle spielen müssen. Auf ber anberen Seite läßt sich aber, vermuten, baß bie neue geschäftige Tätigkeit Sowjet-Rußlanbs inßon- bon noch nicht ber letzte „Sabotage"-Versuch biefer Kriegsspekulanten sein wirb. Man barf erwarten, baß Sowjet-Rußlanb ben ihm hörigen Va - l e n c i a - Ausschuß mit allen Mitteln bazu aufputschen wirb, gegen eine Lonboner Einigung quer zu schießen. Sowjet-Rußlanb kämpft nicht nur um seinen politischen Einfluß im augenblicklichen Falle, fonbern es fürchtet auch ben „Präzebenz-Fall", ber bie vier Seemächte auf bie Jbee bringen könnte, es fei boch eigentlich viel nerftänbiger, sich zu einigen, als sich von ben sowjet-russischen Friebens- ftörern gegenseitig ausspielen zu lassen. Deutsch-britische Ireuudschast ein Watt gegen alte verwirrenden kraße. Sine einsichtige englische Stimme. ßonbon, 1.Juni. (DNB. Funkspruch.) Beim Stapellauf eines großen Passagierdampfers in Bar- row setzte sich der Direktor der Schiffsgesellschaft P. 6- D. Alexander Shaw für eine Verständigung mit Deutschland ein. Seiner Ansicht nach könne für die Erhaltung des Weltfriedens nichts besseres getan werden, als an einer Verständigung und einer festen Freundschaft zwischen Großbritannien und Deutschland mitzuarbeiten. Eine solche Freundschaft würde einen unzerbrechlichen Wall gegen jene Kräfte darstellen, die die Welt verwirrten. In England müsse man damit beginnen, die außer Zweifel stehende Tatsache anzuerkennen, daß bie gesamte deutsche Nation wie ein Mann hinter Hitler stehe. In Englanb solle man bie eigenen Angelegenheiten Deutschlanbs achten, so wie man ein gleiches von Deutschland erwartet. Die englische öffentliche Meinung habe vor einigen Monaten mit Anerkennung bie rourbige Haltung ber beutschen Presse in ber Königskrisis verfolgt, bie freunblidje Einstellung ber beutschen Presse bei ber Krönung bes neuen Königs habe ein warmes Echo hervorgerufen. Alle müßten jetzt mitarbeiten am Zustanbekommen einer Freundschaft, die zu gegebener Zeit bie politische ßage besser gestalten werbe. VedenMes Pharisäertum. Die „Morning Post" rügt den Dean von Canterbury. ßonbon, 9. Juni. (DNB.) Die konservative „Morning Post" befaßt sich mit ber geplanten Reise bes berüchtigten Bolschewikenfreunbes, bem Dean von Canterbury, nach Straßburg, wo biefer einen öffentlichen Vortrag über bie Zerstörung von ©uernica halten wirb. Der Dean habe wie jeber Engländer bas Recht b er freien Meinung, bas ihm niemanb abstreite. Es bestehe aber ein Unterschieb zwischen ber Tatsache, Ansichten zu haben unb ber, bie geeignete Form unb Gelegenheit zu sinben, um diese öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Es handele sich nicht darum, festzustellen, ob der Dean richtig informiert sei. Man könne daran zweifeln, daß er zuverlässigere Nachrichten habe als die übrigen Engländer. Sicher sei aber, daß die Auswahl Straßburgs in aller nächster Nähe von Deutschland zum Abhalten eines Vortrages über ©uernica als ein Akt der Herausforderung ausgelegt werden könne, ber mit der in Europa gewünschten Ruhe nicht vereinbar sei. Die Engländer hätten sich ben wenig beneidenswerten Ruf von Zensoren bes Benehmens und ber Moral anderer Nationen zugezogen. Splitter in den Augen anderer Völker zu suchen, trage weder zur Harmonie noch zur Kameradschaft bei. Der Dean von Canterbury, der sicherlich die Heilige Schrift gut studiert habe, scheine offensichtlich für sein eigenes Benehmen noch nicht ausgelernt zu haben, er stehe in dieser Beziehung nicht allein da. Im Parlament, in ber Presse unb von ben Rebnerpulten aus würben ausländische Nationen st ä n- big kritisiert, was nichts weiter als ein Ausdruck des Pharisäertums fei. Würde man sich in England nur um die eigenen Geschäfte kümmern unb ben anderen ihre eigenen Ansichten lassen, so würbe Großbritannien unb ber ganzen Welt viel überflüssiges Durcheinander erspart bleiben. Eden stellt Entspannung der Lage fest. ßonbon, 10. Juni. (DNB.) Außenminister Eben erklärte in einer Botschaft an feinen Wahlkreis, baß in ber internationalen ßage Elemente ber Hoffnung vorhanben seien. Die meisten Beobachter stimmten barin überein, baß bie internationale Spannung in ber Welt heute g e - ringer sei als zur gleichen Zeit im Vorjahre. Jebe Minberung ber Spannung müsse jeboch genutzt werben, um eine weitere Besserung herbeizuführen. Bei einem solchen Bemühen sei ber Einfluß bes Britischen Staates ein Faktor von größter Be- beutung. Von allen Aufgaben, bie gegenwärtig gestellt seien, sei bie Förberung ber Verstän - bigungzwischen ben Nationen bie, bie ber unermüblidjen Anstrengung bes Britischen Weltreiches am würbigsten sei. Es sei bie Pflicht ber Staatsmänner aller Nationen, sich bem Dienste bes Friebens zu roibmen. Englischer Zerstörer rettet nationalspanische Flüchtlinge. San Sebastian, 10. Juni. (DNB.) Der englische Zerstörer „Faulknor" hat acht spanische Flüchtlinge auf hohem Meer aus einem steuerlosen Ruderboot ausgenommen. Diese Spanier, die im bolschewistischen Santander in Lebensgefahr schwebten, wollten mit einem Ruderboot versuchen, in einen nationalspanischen Hafen z u gelangen. Unterwegs wurden sie von einem bolschewistischen Schiff beschossen, aber nicht getroffen. Schließlich brach ihnen das Steuer, unb bas Boot trieb hilflos auf ben Wellen, bis es von ber „Faulknor" gesichtet würbe. Die Geretteten würben in St. Jean be ßuz an ßanb gesetzt unb in bas nationalspanische Gebiet gebracht. „Krast durch Freude." Aus bem Reisetagebuck eines „KdF."-Mabeira- fahrers: „Es ist nicht zu denken, daß die Menschen, bie diese Reise mitgemacht haben, genau so von ihr zurückkehren, wie sie ausgezogen find. Als sie wieder — am Morgen bes letzten Tages — bie Elbeufer und nachher das bekannte Stadtbild bes Hamburger Hafens mit ben Werften und Docks unb den hereinschauenden Kirchtürmen sehen, haben sie etwas Neues im Blick. Im grauen Nebel ber Nordstadt und im langsam und schwer ziehenden Qualm ber Fabriken haben viele von ihnen ihren Werkplatz und ihre Heimstatt, andern ist bas Bild der Eingang zum großen Vaterland, aber allen gemeinsam liegt auf dem Grund des Wiedersehens bas sichere, trotzig-frohe Wissen: ,Wir haben etwas erlebt, was es früher nicht gab. Neue Zeit ist angebrochen, und wir sind mitten drin. Wenn man später einmal von diesen Tagen spricht, so wird man auch von uns sprechen. Heil Vaterland und Heimat, von jetzt an wissen wir erst recht, um was es geht/" Der dies schrieb, war kein Deutscher, kein „bezahlter Propagandist", wie man es in ber deutschfeindlichen Presse noch oft genug lesen kann, son- bern ber Schweizer Dichter Jakob Schaffner, ber an zwei Seefahrten mit „Kraft durch Freude" teilgenommen und seine hierbei empfangenen Eindrücke in dem bemerkenswerten Buch „Volk zu Schiff" mebergelegt hat. Jakob Schaffner, dessen Name in Deutschland einen guten Klang hat, gehört zu den Ausländern, die sich von Anfang an bemüht haben, bem Nattonalfozialismus 93er- stänbnis entgegen zu bringen. Von den wenigsten erkannt, weilte er unter den deutschen Arbeitern auf ben Schiffen, lebte ihr ßeben mit, nahm an ihren Freuben Anteil, und gewann so ein wahres und untrügliches Bild, wie der Deutsche von heute, ber Mann aus bem Volke, zu bem Staate steht, ben Adolf Hitler geschaffen hat. Als im vergangenen Jahr in Hamburg ber Weltkongreß für Frei z e i t und Erholung ftattfanb, welcher durch die überaus starke Beteiligung des Auslandes feine besondere Bedeutung erhielt, da dachten wohl die wenigsten daran, wie fruchtbar sich dieser Kongreß, dieses ungezwungene und kameradschaftliche Beisammen- fein von Abordnungen aus aller Welt mit ihren deutschen Gastgebern auswirken würde. Die Beziehungen und Verbindungen, die im vergangenen Jahr in Hamburg angebahnt worben sinb, haben in der Zwischenzeit reiche Früchte getragen, haben in erheblichem Umfang dazu mitgewirkt, bas Verstäub nis zwischen den Völkern zu fördern und Sympathien dort zu schaffen, wo früher Ablehnung und Zurückhaltung bestanden. Der erste Eindruck, den die ausländischen Abordnungen im Vorjahr erhielten, war: „Dieses Volk will alles andere als einen Krieg, es will friedliche Aufbauarbeit leisten". Mit dieser Erkenntnis war der Bann gebrochen, war der Weg freigemacht zu nutzbringender und erfolgreicher Arbeit. Und diese Arbeit ist in den letzten zwölf Monaten geleistet worden. Die Fühlungnahme, welche in Hamburg angebahnt wurde, ist immer enger gestaltet worben. Der Besuch von Auslänbern, welche sich burch persönlichen Augenschein ein Bilb von ber von „Kraft durch Freude" geleisteten Arbeit machen wollten, riß nicht ab. Aus aller Herren ßänber kamen die Gäste, unb bas, was sie zu sehen bekamen, übertraf ihre größten Erwartungen. Politiker, Wirtschaftler, Männer ber Wissenschaft unb Schriftsteller waren vertreten. Sie nahmen an Reifen zu Wasser unb zu ßanbe teil, besichtigten Betriebe, in benen der Grundsatz „Schönheit ber Arbeit" Verwirklichung gefunben hat, sahen, was in ben Sportkursen gemacht wird, mit einem Wort: bie vielseitigen Aufgaben von „Kraft burch Freube" würben ihnen erschöpfenb vor Augen geführt. Diese Besuche, die planmäßig fortgesetzt werben, haben inzwischen ihren Nieberschlag in zahllosen Veröffentlichungen in ber auslänbischen Presse, in Broschüren unb Büchern gefunden. Mit Genugtuung können wir feftfteUen, baß bie Dinge burch- weg richtig gesehen sinb, daß bie Verfasser sich bemüht haben, bie beutsche Einstellung zu verstehen unb zu würbigen. Aus allen Veröffentlichungen spricht höchste Anerkennung, unb mehr als einmal wirb ber Rat ausgesprochen, Aehnliches zu schaffen. Daß bas beutsche Beispiel bereits in mehr als einem Fall Nachahmung gefunben hat, kann uns nur mit Freube erfüllen. Die Hamburger Reichstagung ber KdF. ist als feststehenbe Einrichtung ins ßeben gerufen worben, sie finbet in biesem Jahr vom 10. bis 13. Juni statt unb soll ber Welt zeigen, wie bas neue Deutschland seine sozialen Aufgaben zu lösen versteht. „Wir wollen", so hat Dr. ßey erklärt, „zu erkennen geben, daß wir bie soziale Frage für keine Magenfrage, sondern für ein seelisches Problem halten. Als selbstverständlich sehen wir es an, daß eine Regierung jedem Volksgenossen sein Essen, seine Kleidung und seine Wohnung beschafft, darüber hinaus aber brauchen die Menschen Freude, Hoffnung und Kraft. Die haben wir unserem Volke gebracht!" Der Ruf an das Ausland, zu dieser Reichstagung zu erscheinen, hat einen überaus starken Widerhall in ber gesamten Welt gefunbÄr. Neben einer großen Anzahl offizieller Vertreter frember ßänber, unter benen sich auch einige Minister befinben, werben Volkstumsgruppen von nicht weniger als 21 Ratio n e n in Hamburg erscheinen. Arbeitstagungen werben mit einer großen Anzahl fröhlicher Darbietungen abwechseln, welche durch die starke Beteiligung von Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst, Hitler-Jugend und Werkscharen ein besonderes Gepräge erhalten werden. Wir begrüßen es ganz besonders, daß unter den fremden Volkstumgruppen auch gc- Die Volksgasmaske in die Hand eines jeden Deutschen wahrsten Sinne des Wortes, I aber beide Schutzschichten sind in einer ein Zien von Firmen und Einzel- g e n Schicht vereinigt worden, woraus sich wend sich bemerkbar gemacht die geringere Höhe des Filters, das geringere ©e- sächlicher der Das unschc entgegen. hinaus o; zu dienen. Ostpreuhenfahri der alten Aarde. Königsberg, 10. Juni. (DNB.) Die 600 a V testen Mitkämpfer des Führers unternehmen alljährlich eine mehrtägige Fahrt dur^ einen der deutschen Gaue. Sie geht in diesem 3W über Danzig nach Ostpreußen. Die Mar- rung wendet, sondern es muß abgewartet wer» den, bis die Amtsträger der NSV. in die Wohnung kommen und bei dieser Gelegenheit auch die Preise mitteilen. Bei der Verteilung werden im Falle von Luftangriffen besonders gefährdete Orte in den Vord ergründ gestellt^ in erster Linie Berlin und Hamburg. Hersteller von Gasmasken sind die Gasmaskenfabriken Auer - Gesellschaft und das Draeger-Werk, die auch die Heeres-Gas- maske und die 8-Gasmaske Herstellen. Dadurch aber, daß die Herstellung von einzelnen Teilen sich über das Reich erstreckt, sind auch Fabriken im ganzen Lande daran beteiligt, lieber den Preis können im Augenblick genauere Mitteilungen noch nicht gemacht werden. So viel steht aber bereits fest, daß er nur wenige Mark betragen wird, so daß er sich wesentlich von dem Preis der bisher im Handel befindlichen Gasmasken unterscheidet. schaftsarbeit im i bei der Sonderinteressen .. v Personen niemals hemmend sich bemerkbar gemacht haben. Die Dolksgasmaske ist mit außerordentlicher Sorgfalt hergestellt. Während ihrer Anfertigung vom Rohstoff bis zum Verlassen der fertigen Maske aus dem Werk find mehr als 200 verschiedene Ar- beits- und Prüfgänge erforderlich. Beitrag dafür, uic «v.. ~— zu fördern und dem allgemeinen Frieden wicht und der geringere Materialverbrauch ergeben. Das Gewicht der Dolksgasmaske beträgt im ganzen nur eiroa 250 bis 270 Gramm. Die Lebensdauer geht auch Bulgarien den Weg kraftvollen Wiederan st iegs. Es hat unter der weifen Führung seines Herrschers eine unabhängige, mutige Außenpolitik des Friedens be> folgt, die noch in der letzten Zeit ihren Ausdnirt in der Verständigung mit dem stammverwandten jugoslawischen Nachbarn gefunden hal. Wie unsere beiden Länder vor aleichgerichtete Aist- gaben und Ziele gestellt sind, so bringen auch unsere so engen Beziehungen auf wirtschaftlichem und kill- turellem Gebiet, die uns seit langem verbinden, bei' den Teilen gleichmäßig Nutzen und Vorteil. lieber die Besprechungen zwischen den Mi' nistern wurde eine Verlautbarung an die Presse ausgegeben, in der es u. a. heißt: Ein großer Teil der Unterhaltungen galt der Erörterung bet außenpolitischen Probleme, die für den europäischen Frieden im allgemeinen und für beide Länder im besonderen von Bedeutung sind. 3" allen diesen Fragen wurde eine völlige lieber' einstimmung der Ansichten festgestellt und dabei von beiden Seiten der lebhafte Wunsch aus- Frage einer Kennzeichnung d e s Angrei- fers behandelt werde. Ebenso werde auf die Zu- ständigkeit des Völkerbundes hingewic- sen. Insgesamt sei bisher ein sehr vorsichtiger Optimismus am Platze. Erste Jührertagung des 7IGZK. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Der Korpsführer des NSFK. Generalmajor Christiansen, hatte am 9. und 10. Juni erstmalig die Gruppen« und Stabsführer der NSFK.-Gruppen 1 bis 16 aus dem ganzen Reich zusammengerufen. Mit der Führung der einzelnen Gruppen sind beauftragt worden die Gruppenführer Oppermann Gruppe I Königsberg, Frodien, Gruppe II Stettin, von Bülow, Gruppe III Hamburg, Saude Gruppe IV Berlin, Sportleder, Gruppe VL Breslau, Dr. Zimmermann, Gruppe VII Dresden, von Eschwege, Gruppe VIII Weimar, E g- gers, Gruppe IX Hannover, von Molitor, Gruppe XI Darmstadt, Groneiß, Gruppe XIII Nürnberg, Braun, Gruppe XIV München, Ehrbacher, Gruppe XV Stuttgart. Mit großer Begeisterung wurde die Miteilung des Korpsführers aufgenommen, daß vom Generaloberst ©Öring die neue Uniformierung und bie neuen Sturmabzeichen des NSFK. genehmigt worden sind. Der „Fliegende Mensch" wird in Zukunft das Symbol des NSFK. fein. Behandelt wurden ferner Handhabung des Modell-, Segel-, Motor- flug- und Ballonsportes und die handwerkliche Schulung, Sturmorganisationen nach Gruppen, Standarten und Stürmen, neue NSFK.-Besoldungsordnung, Beitragswesen, Frauenbetätigung unter Betreuung des NSFK. Der Westpakt. Eine französische Denkschrift in London überreicht. Berlin, 20. Juni. (DNB.) Dor der Presse sprach ein Referent der Abteilung ziviler Luftschutz des Reichsluftfahrtministeriums über die von dem Reichsluftfahrtminifter Generaloberst Göring gelegentlich des General-Amtsträger-Appells angekun- digte Volksgasmaske. Bereits nach der Machtübernahme war sofort eine Gasmaske für diejenigen Kreise der Lustschutztätigen herausgebracht worden, die für ihre Tätigkeit eine Gasmaske unter allen Umständen brauchen. Diese 8 - M a s k e, die seit vier Jahren in Gebrauch ist, wird auch weiterhin — neben der Volksgasmaske, Gegenstand des Sicherheits- und Hilfsdienstes der Einsatzgruppen des Werkluftschutzes und der aktiven Abwehrkräfte des Selbstschutzes bleiben. Daneben tritt nunmehr die Volksgasmaske. Die Volksgasmaske ist nicht eine „Beruhigungsmaske", sie soll nicht nur die Vorstellung erwecken, daß die Bevölkerung geschützt sei, sondern sie ist ein tat- ' ' ' ‘ Schutz. Es ist nicht möglich, daß einer Volksgasmaske nun erst einen Wahrung feiner Bündniffe und Freundschaften verzichten. Der Pariser Korrespondent der „Times" berichtet, die französische Note bestätige jene Punkte, über die bereits allgemeine Einigkeit bestehe. Man glaube außerdem, daß in der Note d i e f r a n z ö s i s ch e n Verpflichtungen gegenüber Sowjet- rußland und der Tschechoslowakei im Zusammenhang mit dem Westpaktplan und der Herzliche Trinksprüche in Sofia. 3m Geiste der allen Waffenbrüderschaft der Wunsch nach engen kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen. des Filters ist praktisch unbegrenzt. Träger der Verteilung der Volksgasmaske werden gemeinsam NSV. und R e i ch s l u f t s ch u tz- bunt) sein. Reichsluftfahrtminister Göring hat schon darauf hingewiesen, daß Volksgenossen, die den außerordentlich niedrigen Preis für die Volksgasmaske nicht aufbringen können, durch Reichs- mittet bei b e r Anschaffung unterstützt werden. Da die NSV. diese unterstützungs- bedürftigen Kreise kennt und über das ganze Reich verbreitet ist, empfahl es sich von selbst, diese Institution einzuschalten. Dem Reichsluftschutzbund liegt die Verpassung der Maske, die Ueberwachung der sachgemäßen Pflege und die Beratung ob. Die flertcMung der Volksgasmaske. Sofia, 10. Juni. (DNB.) König Boris empfing am Donnerstagvormittag Reichsaußenmi- nifter Freiherrn von Neurath zu einer Audienz, die IV« Stunde dauerte. Der König hat dem Reichsaußenminister das Großkreuz des Alexander-Ordens 1. Klasse verliehen. Um 13 Uhr gab König Boris 3U Ehren des Reichsaußenministers im Sommerschloß Wranja bei Sofia ein Frühstück, an dem außer dem Prinzen Kyrill und dem Ministerpräsidenten Kjossei- wanoff auch der Gesandte Rümelin teilnahm. Ministerpräsident K j o s f e i ro a n o f f aab am Donnerstagabend zu Ehren des Reichsauhenmim- sters im Union-Klub einen Empfang, an dem sämtliche Minister, die Missionschefs sowie zahlreiche Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens Bulgariens teilnahmen. Ministerpräsident Kjoffeiwanoff erinnerte an die glorreiche Waffenbrüderschaft des Weltkrieges. Die guten und bösen Tage, die das Schicksal unseren beiden Völkern beschieden habe, hätten die traditionellen Bande der gegenseitigen Sympathien und der Freundschaft gefestigt. Bulgarien verfolgt, so erklärte der Ministerpräsident unter anderem weiter, mit lebhaftem Interesse die Bemühungen Deutschlands für einen friedlichen Wiederaufstieg. Unser Volk freut sich, daß Deutschland unter der weisen und weitsichtigen Leitung seines Führers und Reichskanzlers auf allen Gebieten Erfolge erzielt hat. Bulgarien ist dem großen deutschen Volke zu besonderem Danke verpflichtet, daß es trotz seiner Sorgen seine Freunde nicht vergißt. In der Hoffnung, daß sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien auch in Zukunft im Geiste dieser erprobten und herzlichen Freundschaft entwickeln werden, spreche ich Eurer Exzellenz den tiefen Dank des bulgarischen Volkes für die ganz besondere Aufmerksamkeit aus, die uns mit Ihrem Besuch zuteil wurde. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath dankte für den herzlichen Empfang. Wie Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers, so deutsch-englischen Beziehungi Antwort komme diesem W , , bedeute jedoch nicht, daß sich die französische Auffassung von „Locarno Nr. 2" m e r f I i ch g e - ändert hätte. Frankreich könne weder auf seine überlieferte Treue zu den Grundsätzen des Völkerbundes und der kollektiven Sicherheit, noch auf die jeder Besitzer ------ — u . achttägigen Lehrgang mitmachen muß, um mit der Behandlung des Gerätes vertraut zu werden, sondern es ist erreicht, daß jeder, der zum ersten Male diese Maske in die Hand bekommt, sie sich ohne besondere Anleitung verpassen kann, so daß der gasdichte Abschluß unbedingt gewährleistet ist. Damit sie sowohl dem kleinsten Schüler, als auch Erwachsenen unbedingt paßt, wurden drei verschiedene Größen her- gestellt, eine Männergröße, gekennzeichnet M, eine Frauengröße, gekennzeichnet F und eine Kindergröße, gekennzeichnet K. Bisher sind an Kindern und Erwachsenen mehrere tausend Versuche durchgeführt worden, wobei Wert darauf gelegt wurde, möglichst die verschiedenen Paßformen auszusuchen. In jedem Fall hat sich herausgestellt, daß ein gasdichter Abschluß erreicht wurde. Bei der Schaffung der Maske wurde von dem Grundsatz ausgegangen, daß ihr Tragen jedem ohne oorangegangenes Heben möglich sein muß, damit sowohl Kinder, als auch alte Leute sich ihrer bedienen können, ohne in Atemnot zu geraten ober lästigen Druck unb Kopfschmerzen bereits nach kurzer Zeit zu empfinden. Vielleicht der schwierigste Punkt bei der Schaffung der Dolksgasmaske war d e r P r e i s. Trotz Her- stelluna aus hochwertigsten Rohstoffen, die eine lange Lebensdauer verbürgen, mußte er so niedrig fein, daß jeder Volksgenosse diese Maske erwerben kann. Die Dolksgasmaske ist eine Gemein- Paris, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der französische Außenminister D e l b o s empfing nacheinander den deutschen Botschafter Graf Wel- c z e ck und den b e l g i s ch e n Botschafter, um ihnen Kenntnis zu geben von einer Denkschrift über den Weftpakt, die das französische Außenministerium gestern der englischen Regierung übermittelt hat. Der Versuch einer Wiederbelebung der diplomatischen Verhandlungen zum Abschluß eines Vertrages, der den alten Locarnopakt ersetzen soll, wird von der französischen Presse begrüßt. Der „Petit Parisien" erklärt, die französische Mitteilung sei sehr entgegenkommend und könnte den Ausgangspunkt für eine interessante Verhandlung abgeben. Der neue englische Ministerpräsident Chamberlain wünsche eine Besserung der deutsch-englischen Beziehungen und die französische ii« w* w ", e. BseI uni de ft» einer X fj«®6. alnmemu gliedernd' w» Dom W bekannt.' 1. Die Mona d dem 9e|t Die Brui Wasserst Hebers ren köm 2. Die i alftage & «! gesehen, fr Tonnen Anlege sich von d marlt erf die Lewa 3. Die gen Uf Instituts breit seit werben, bäude, fr haus d werfen Hefigem { soll hier rer gebt Wirtschas werben 1 55 Mete wirb all oeben w schreib beteiligen jektes roi Siel ms®, fdjen ' genber S benten-S 'Stubenii einer ei deulung Auch i der Natii N unb Tchassm unter 6 worden Äunbget Mai in MaßLal Ijerrenfri gezeigt, der d Inüpfeni Stubent erstrebt sucht, ui den f)od Die £ Kmpszei des Stell allein kannte benten e d'e 6ir des alter wird den £, m ien, Mentifd [ei] unb füllen. Ar, daher b beiseite »ft iW Eherne 'N alter i Echl«, fe [er, . ^ÜQU| mann Prädrum des Internationalen Eifenbahnkongresses unter Führung des Generaldirektors der belgischen Staatsbahnen R u l o t. Der Reichsverkehrsminister agte, es liege im Wesen des Verkehrs, daß er als Mittler zwischen den Völkern an den Grenzen nicht Halt machen könne, sondern gerade eine Aufgabe darin sehe, politische und wirtschaftliche Grenzen zu überwinden. Dr. Dorpmüller konnte mit besonderer Befriedigung auf ein Beispiel in der Vertiefung der Beziehungen zweier Verkehrsverwaltungen Hinweisen, sei es doch in die- em Jahre gelungen, zwischen den französischen Eisenbahnverwaltungen und der Deutschen Reichsbahn einen Eisenbahnerkinderaustausch in größerem Stil zu verwirklichen. Französische Geekadetten in Kiel. rode unsere westlichen Nachbarn Frankreich und Belgien vertreten sind. Im vergangenen Jahre zeigten sich gerade die Franzosen überaus stark beeindruckt durch die Herzlichkeit des Empfanges, der ihnen zuteil wurde, und eine Pariser Zeitung, welche sich schon immer für eine Vcrstän- , bigung mit Deutschland eingesetzt hatte, schrieb, mit . einem deutlichen Seitenhieb gegen das Volksfront- . regime, es fei doch merkwürdig, daß gerade die ge- ; schmähten „Faschisten" die französische Abordnung besondersherzlich aufgenommen hätten. Und die Mitglieder d?r französischen Abordnung selbst . erklärten im Vorjahre, sie würden alles tun, was in ihren Kräften stehe, um ihre Landsleute über das wahre Deutschland aufzuklären. Wir wissen, . daß aus diesen Worten keine leere Höflichkeit, sondern der aufrichtige Wille sprach, eine Brücke von Volk zu Volk zu schlagen. Und das ist auch letztlich ine höchste und größte Aufgabe dieser Hamburger Tagung: Brücken vonDolkzu Volk zu schlagen und dafür Sorge zu tragen, daß der Mensch den Menschen kcnnen- lernt, daß keiner dem andern mehr mit feindseliger Ablehnung, sondern mit natürlicher Offenheit entgegentritt. Die Internationale der Diplomatie hat noch niemals den Weg zum Herzen eines anderen Volkes finden können, dieses Ziel konnte nur dadurch erreicht werden, daß Volk sich selb ft zu Volk fand. Und wenn in diesen Tagen in der schönen Hansestadt Franzosen und Hollander, Rumänen und Belgier, Schweizer und Italiener, Griechen und Ungarn, Bulgaren und Oesterreicher und all die anderen Volkstumgruppen sich mit ihren deutschen Gastgebern an einen Tisch setzen, wenn die echte Freude sie alle umschließt, dann ist damit der Dölkerversöhnung ein größerer Dienst erwiesen als durch manche internationale Konferenz. Freude ist das beste Lebenselixier, und mit dieser Freude, welche in den vergangenen vier Jahren in Deutschland wieder zum Leben erweckt worden ist, heißen wir unsere Gäste aus dem Ausland willkommen. Wir wollen ihnen zeigen, wie wir die sozialen Probleme unseres Zeitalters anpacken und wie wir ihnen erfolgreich zu Leibe gehen, wir wollen unsere Erfahrungen austauschen und wir wollen die Menschen verschiedener Nationen zum gegenseitigen 23er- stehen und zur Versöhnung führen. Die Re'chsiagung „Kraft durch Freude". Eröffnung durch ein Werkkonzert des NS.-Reichssymphonieorchesters. Hamburg, 10. Juni. (DNB.) Mit einem W e r k k o n z e r t des nationalsozialistischen Reichssymphonieorchesters nahm die diesjährige Reichstagung „Kraft durch Freude" einen stimmungsvollen Auftakt. Um die Mittagsstunde hatte sich die Belegschaft der Hamburger Hochbahn AG. im Betriebe Falkenried versammelt. Die weite Halle, die zur Hälfte noch mit Straßenbahnwagen ungefüllt war, hatte mit reichem Fahnen- und Grünschmuck eine festliche Ausstattung erfahren. Zu den vielen Gefolgschaftsmitgliedern, die in ihrem Arbeitszeug erschienen waren, gesellten sich die Abordnungen und Do l k stumsgruppcn d e s In- und Auslandes in den bunten Trachten. Als Reichsorganifationsleiter Dr. Ley zusammen mit Gauleiter und Reichsstatthalter Kaufmann und Gauobmann Habedank in Begleitung von Ministerialrat Dreßler-An- dreß, Amtsleiter Lafferentz und Amtsleiter Rentmeister durch ein Spalier der Werkscharmänner die Halle betrat, wurde dem Schöpfer des Freizeitwerkes von den Arbeitskameraden und Gästen ein herzlicher Empfang bereitet. Staatsrat Stanik, der Betriebsführer der Hamburger Hochbahn AG., gab feiner Freude Ausdruck, daß gerade der Betrieb'der Hochbahn dazu auserfehen fei, die Eröffnungsstätte der Reichstagung zu bilden. Unter der Leitung von Erich Kloß brachte dann das nationalsozialistische Reichssymphonieorchester ein auserlesenes Programm zum Vortrag. Orchester und Dirigent wurden mit überaus reichem Beifall überschüttet. Im Anschluß an das Konzert roeurbe bem Dirigenten von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley als Dank unb Anerkennung für die Darbietungen ein Lorbeerkranz überreicht. gedrückt, die freundschaftlichen Beziehungen zum Nutzen beider Völker weiterhin zu vertiefen. Die auf dem wirtschaftlichen und kulturellen Gebiet bereits bestehende Zusammenarbeit soll weiterhin aus- gebaut werden. Der Besuch des deutschen Außer- ministers in Sofia hat nicht nur freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien lebendigen Ausdruck verliehen, er bildet darüber ielmehr auch einen erneuten wertvollen Dafür, die Befriedung unter den Völkern Die erste der Kulturveranstaltungen des Auslandes galt den Ländern Dänemark, Schweden und Belgien. In dem festlich geschmückten Zuschauerraum des Thalia- Theaters hatte sich ein frohgestimmtes Publikum eingefunden. Die einzelnen Vorführungen brachten je ein Orchesterwerk der teilnehmenden Länder und Aufführungen der einzelnen Trachtengruppen, die jeweils von den Nationalhymnen eingeleitet wurden. Zu Beginn erklang die „Nordische Heer- fa h r t" des dänischen Komponisten Emil Hart- mann, eine musikalische Ballade, die in der Formensprache der Romantik das heldische Lied des nordischen Menschen und seiner Landschaft besingt. Den schwedischen Teil der Veranstaltung eröffnete ein Werk des Stockholmer Komponisten Hugo Alfen „M i d s o m m a r v a r k a", eine Rhapsodie über schwedische Dolksmelodien, die nordische Lebensfreude und das stille Weben der Mittsommernacht zu einem Gemälde gestaltet. Der belgische Teil begann mit der Rhapsodie „Flamonde" des Komponisten Bruesselmans, einem modernen Werk, in dem sich drängendes Leben mit einer innigen Melodik vereint. Die belgische Gruppe führte darauf einen Schwertertanz vor. Die Aufführungen fanden den begeisterten Beifall aller Anwesenden. Auf der zweiten Kulturveranstaltung des Auslandes bestritten Estland, Polen, Griechenland und Bulgarien die Vortrags- folge. Wiederum erwies sich der Zusammenklang von nationaler Musik, Kultur und bodenständiger Volkskunst als sehr glücklich. Für die Orchcsterdar- bietungen waren durchweg Werke moderner Komponisten gewählt. Oer Verkehr als Mittler zwischen den Völkern. Reichsminister Dr. Dorpmütter empfängt Berkehrsfachleute auf der Weltausstellung. Paris, 10. Juni. (DNB.) Aus Anlaß feiner Teilnahme an dem 13. Internationalen Eifenbahnkongreß in Paris veranstaltete Reichsoerkehrsminifter Dr. Dorp müll er einen Empfang im Deutschen Hause auf der Internationalen Ausstellung. U. a. waren erschienen der französische Handelsminister Bastid, der Minister für öffentliche Arbeiten 23 e b o u c e, Botschafter Graf We 1 czek, die Generaldirektoren der großen französischen Eisenbahngesellschaften der großen Schiffsreedereien, der Verkehrsluftfahrt, der Präsident des Automobilklubs von Frankreich, bas Die Ausrüstung der Bevölkerung mit Volksgasmaske wird nach einem genau fc ft- gelegten Plan erfolgen. Nacheinander werden die verschiedenen Orte damit beliefert. Daher ist es nicht zweckmäßig, daß sich der einzelne Volksgenosse nun an t)en RLB. oder die NSV. wegen Beliefe- W e dieVollsMsmMe aussieht Die Dolksgasmaske (Bezeichnung VM 37) besteht aus einem taubenförmigen elastischen Gummistück mit Augenfenstern, einem Anschlußstück, in das der Filtereinsatz eingeschraubt wird und einem Aus- und Einatmungsoentil. Durch ein sehr einfaches Kopfband, das in zwei rechts unb links befestigte Knöpfe eingeknöpft ist und auf jeder Seite zwei Löcher hat, ist eine Verstellbarkeit der einzelnen Masken möglich. Der Gesichtsteil des Maskenkörpers ist durch eine Gewebeeinlage verstärkt und so ausgebildet, daß er sich der Gesichtsform gut an paßt, ohne auf dem Gesicht aufzuliegen. Dadurch wird erreicht, daß der Zwischenraum zwischen der Maskenwandung und dem Gesicht außerordentlich klein ist, so daß die Schwierigkeiten für die Atmung nur gering sind. Die 21 u g e n f e n ft e r bestehen aus Cellon-Scheiben. Sie haben die gleiche Größe wie die Augenscheiben der 8-Maske und gewährleisten ein außerordentlich großes Gesichtsfeld. Die freie Sicht wird kaum in nennenswertem Umfange eingeschränkt. Zur Klarhaltung der Scheiben sind sogenannte Kl ar sch eiben vorgesehen, die auch bei vielstündigem Gebrauch die klare Sicht nicht trüben. Die Atmung ist eine Zwei - Weg - Atmung, eine sogenannte ventilgesteuerte Atmung. Die Einatemluft-'streicht durch das Filter, während die Ausatemluft durch ein besonderes Ausatemventil ins Freie gelangt. Diese Konstruktion läßt zu, daß der Widerstand des Filters nur einmal, nämlich bei der Einatmung, überwunden werden muß. Außerdem ist der Widerstand wesentlich geringer als der der 8-Maske, da fein Querschnitt etwas größer ist. Der Filtereinsatz selbst, das VM= Filter, unterscheidet sich nicht nur äußerlich in der Formgebung, sondern auch durch seinen inneren Aufbau. Zwar ist auch hier der S ch u tz g e g e n r a u ch- und nebelförmige Stoffe in eine Faserschicht gelegt, während eine Kohleschicht den Schutz gegen gasförmige Gifte enthält, Kiel, 2. Juni. (DNB.) Im Kieler Rathaus fand der Empfang der Abordnungen des zu einem achttägigen Besuch im Reichskriegshafen Kiel eingetroffenen französischen Schulkreuzers „Scanne d ' Arc" statt. Der Kommandant des Schulkreuzers Kapitän zur See Latham machte dabei in französischer Sprache u. a. folgende Aus- tihrungen: Als ich vor einigen Monaten den Be- ehl erhielt, die „Scanne d'Arc" nach Kiel zu führen, war ich darüber sehr erfreut. Es erschien mir ganz besonders wertvoll, daß die „Scanne d'Arc", deren Aufgabe es ist, die französischen Marineoffiziere auszubilden, in Kiel die deutsche Marine begrüßen konnte. Die jungen Leute, die ich auszubilden habe, werden eines Tages den Kern der französische nMa- rine darstellen. Die Erinnerungen, die sie von Kiel mitnehmen, werden dazu beitragen, dessen bin ich sicher, das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden Kriegsflotten zu verbessern. Bande der Kameradschaft werden geknüpft werden, die sich dann in Freundschaft um= wandeln. Meine Offiziere und meine Kadetten haben an Ort und Stelle das Zusammengehörigkeitsgefühl und die fteudige Aktivität in Deutschland feststellen können. Weiterhin haben sie bas schöne Kiel bewundern können und oie Herzlichkeit und Freundlichkeit der Kieler Bevölkerung kennen gelernt. Das Jllilliardendefiztt im französischen Staatshaushalt. TrotzdemnochgesteigerteRüstungsausgaben Paris, 10. Suni. (DNB.) Der Senat führte die Aussprache über die N a ch t r a g s k r e d i t e von rund vier Milliarden Franken durch. Senator Abel Gardey bezifferte den Unterschuß für das Haushaltsjahr 1936 auf über a ch t Milliarden Francs: der für 1937 sei wahrscheinlich noch hoher. Der Ausgleich könne nicht durch Ankurbelung der Geschäftstätigkeit erreicht werden. Die französische Sndustrie sei heute mit Ausnahme der Metallindustrie völlig amEnde,der Handel im Rückgang, und das Schatzamt werde noch in diesem Fahre Anleihen in Höhe des ordentlichen Haushalts aufnehmen müssen. Der ehemalige Kriegsminister Fabry erklärte, der Jahrcsbetrag für bie Rüstungsausgaben betrage für das Sahr 1937 rund acht Milliarden, für das Sahr 1940 müsse man aber 1 4 Milliarden haben, wobei noch nicht einmal die Preissteigerungen gewisser Rohstoffe eingerechnet seien. Eine Anleihe werde dieses Programm wohl finanzieren. Aber für eine Anleihe habe man das Vertrau- e n des Landes nötig, und das könne nur Herr» schen, wenn die Finanzen in Ordnung seien. Finanzminister A u r i o l verteidigte die Finanz- volitik der Regierung. Der Haushalt sei allein für bie Rüstungsausgaben um brei Milliarden egen. Der ehemalige Finanzminister C a i l- x warnte die Regierung vor übertriebenem Optimismus. Das Defizit betrage außerhalb des • Haushalts sogar 20 bis 25 Milliarden. Die Lage sei insbesondere wegen des inneren Druckes - bem sich bie Regierung ausgesetzt sehe, Einfach fürch- - terlich. Anschließend bewilligte der Senat die geforderten i Nachtragskredite mit 270 gegen 4 Stimmen. en "il. Kunst und WLssenfchafi L. Werke mit starkem Beifall bedachten. reffen sdtMdd Sessel zum Schluß gibts Dr. Oetker-Pudding I auf der sollt' 2t w M t» Aus a(f/r Wett. Wie Verdeck Güterbrände auf der Reichsbahn verhindert? Aus Anlaß der Brandkatastrophe dem Güterbahnhof zu Halle äußerte sich wenn sie wissen den leckeren Güterbefürderungsdezernent der Reichsbahndirektion Berlin, Reichsbahnrat Langbein, über die Organisation des S t ü ck g u t v e r k e h r s auf der Reichsbahn und die dabei getroffenen Maßnahmen zur Verhütung von Bränden. Für den Güterversand und -empfang kommen ungefähr 10 000 Stationen im Reichsgebiet in Frage. Natürlich ist es nicht immer möglich, diese zahlreichen Orte mit direkten Wagen zu verbinden, deshalb sind an geeigneten Punkten im Reiche Umladestellen eingerichtet deren es insgesamt 65 gibt. Diesen Umladebahnhöfen werden die Waren nach einem bestimmten Plan zugeführt, um von dort fleben ganzen söQuer wer, chutz, t schon e den !5flas. denr- Msdkl erwanll * Pi'5 .ud) * inden. ■■ 93 ß r 11 n , 10. Juni. (DNB.) Die aus Amerika von der Untersuchung der „Hindenburg"-Katastrophe zuruckgekehrte Kommission hat im Reichsluftfahrtministerium Bericht erstattet. Hierbei haben Dr. Eckener und Dr. Dürr vom Luftschiffbau Zeppelin, Professor Dieckmann (München), Professor Bock von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Oberstleutnant Breithaupt vom Reichsluftfahrtministerium und Staatsingenieur Hoff- m a n n von der Prüfstelle Adlershof vorgetragen. Die Kommission hat gemeinsam mit dem amerikanischen Untersuchungsausschuß die Reste des Luft- schisfes einer eingehenden Prüfung unterzogen sowie die Mitglieder der Besatzung und die sonstigen Augenzeugen vernommen. Bei ihren Arbeiten hat die deutsche Kommission die vollste Unterstützungaller amerikanischen Stellen gefunden. An Ort und Stelle wurden die Möglichkeiten geprüft, die das Auftreten von zündungsfähigem Gasgemisch und die etwaigen Zündungsursachen betrafen. Ein erheb- BDW.-Lehrgang für Schauspielerinnen-Nachwuchs. Der BDM.-Obergau Hessen-Nassau führte vom 31. Mai bis 12. Juni in der Führerinnenschule Wiesbaden einen Lehrgang durch, an dem junge Schauspielerinnen und Opernsängerinnen sowie die Theaterreferentinnen der Untergaue teilnahmen. In den ersten Tagen haben die jungen Künstlerinnen einen Einblick in das Gedankengut und die Aufgabengebiete des BDM. bekommen, während sie in der zweiten Hälfte vom künstlerischen Wirken her angesprochen wurden. Dadurch wird auch für die BDM.-Führerinnen eine enge und lebendige Beziehung zum Theater geschaffen. Der Schulungsplan sah nicht nur Referate allgemein weltanschaulichen Inhalts vor, sondern berührte vor allem jene Gebiete künstlerischen Schaffens, die in einer Umformung und Neuwertung stehen. Die Theaterreferentin des Obergaues, Schau- svielerin Ira Kramer, der Theaterreferent des Gebietes, Schauspieler Rudplf B l a e ß , Bühnenkünstler und Fachredner her Partei kamen zu Wort. Tanzveranstaltungen, Theaterbesuch und Stegreifspiele ergänzten das TagcM rogramm. ngrei' die inflemif |er Dplp "ter, 'liungs, e Reich eie 3n- uhbund ,Qd)unq ob. , den $ i, “V für R uniw > rman- > II B Sauft iippe V! i\\ Drer nat, Es lolitor I, @rupr: Wnchk' lit * KorpK I -st ®örir | ? neue miflt nw n ZM lt wurb'" ,, IDloft: dwerkli^ ©nipp«’ betätigt Das Tonkünstlerfest in Darmstadt. Nach festlichem Auftakt begannen in Darmstadt die ersten Konzerte der 68. T o n k ü n st l e r v e r - sammlung des Allgemeinen Deutschen M u s i k v e r e i n s. Im ersten Kammermusikkonzert hörte man ein neues Streichquartett von dem Königsberger Otto Besch, das in seiner kraftvoll einfachen Art einen starken Erfolg errang. Eine hübsche Bereicherung bedeutet auch die Sonate in Es-dur für Oboe und Klavier von dem Leipziger Komponisten und Dirigenten Sigfrid Walther Müller. Das Werk, das bedeutende Spielfertigkeiten voraussetzt, wurde von dem Komponisten am Klavier und Hans Walther Schleif meisterlich gespielt. In dem abschließenden Streichtrio e-moll des Kölner Musikpädagogen Prof. Hermann Schröder zeigte das Berliner Fehse-Quartett hervorragendes Können. Zwischen der Instrumentalmusik standen die „Gesänge vom Tage" von dem Münchener Karl Marx, die in ihrer lyrischen Grundstimmung von Fred D r i s s e n mit einem geschmeidigen Baß eine eindrucksvolle Wiedergabe fanden. Alle Werke wurden mit starkem Beifall ausgenommen; die anwesenden Komponisten errangen starke Erfolge. Im Großen Haus des Hessischen Landestheaters gab es das erste Orchesterkonzert unter Leitung von Generalmusikdirektor F r l d e r i ch. Der Nürnberger Komponist Ludwig Weber, der an den Folkwangschulen in Essen tätig ist, erstrebt bewußt eine Erneuerung der Kunstmusik aus dem Geiste des Volksliedes. Mit seiner Chorgemeinschaft „Wir schreiten" betritt er einen neuen Weg, indem alle Teilnehmer einer Feier aufgerufen werden. Zu der kraftvollen, flüssigen und einfachen Musik singen alle Zuhörer je eine Strophe mit. Von dem Münchener Cesar B res gen hörte man eine Symphonische Suite, deren gedrängte Sätze eine schöne geschlossene Form haben. Den stärksten Eindruck machte das Konzert für Klavier, Klarinette und Streicher von dem Frankfurter Musikpädagogen Gerhard B r o m m e l. Als Solisten setzten sich Georg Kuhlmann (Klavier) und Mich. Mayer (Klarinette) für das außerordentlich geschickt gemachte Werk ein. Zum Abschluß erklangen Variationen und Fuge über ein Schweizer Lied von dem Berliner Hermann Wunsch, ein frisches Marschlied, das in zehn gegensätzlichen Variationen abgewandelt wird und mit einer Fuge endigt. Auch in diesem Konzert bestand die Hörerschaft zu einem wesentlichen Teil — das ist die Besonderheit der Tonkünstlerfeste — aus dem „Parkett der Berufskollegen", die alle richtig durchgeführt wurde. Auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, wird die Kommission in der gleichen Zusammensetzung weiterarbeiten, um eine Klärung der Katastrophe herbeizuführen. Hierbei werden vor allem in den Versuchs- st ä t t e n des Luftschiffbaues Zeppelin, in der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof und in der drahtlos-telegraphischen und l u f t e l e k t r i s ch e n Versuchsstation München-Gräfelfing umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und die Ergebnisse lau» - ~ <, . v . -.....-r~ , send mit den amerikanischen in gleicher Richtung l'ch.er Gasverlust und damit die Entstehung einer arbeitenden Stellen ausgetauscht werden. Ueber den größeren Menge zündbaren Gemisches kann wäh- Abschluß der Untersuchungen wird in gegebener Zeit rend des Landemanövers nicht eingetreten sein, da | erneut berichtet werden. ErhöhterHeuerschuhfürBaudenkmäler! Die Tatsache, daß immer wieder künstlerisch oder kulturgeschichtlich wertvolle Baudenkmäler, insbesondere Burgen und Schlösser, Bränden zum Opfer fallen, hat den Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei zur Prüfung der Frage veranlaßt, wie durch staatliche Maßnahmen ein e r - höhter Feuerschutz für solche Bauten sicher- gestellt werden kann, um wertvolles unersetzliches Kulturgut vor Feuersgefahr und vor der Zerstörung zu bewahren. In einem Erlaß ordnet der Chef Der deutschen Polizei eine sorgfältige Ausübung der hauptamtlichen Brandschau für Burgen und Schlösser oder andere Bauwerke von besonderem künstlerischem oder kulturgeschichtlichem Wert an, die im Einvernehmen mit dem zuständi- gen Provinzial-Konservator vorzunehmen ist. Zur Beseitigung der festgestellten Mängel haben die mit der Brandschau beauftragten Beamten den Eigentümern und Besitzern der Bauwerke die nach Lage der Verhältnisse gebotenen Sicherungsmaßnahmen anzugeben und ihnen mit ihrem Rat zur Seite zu stehen. Die Frage besonderer polizeilicher Zwangsmaßnahmen macht der Chef der deutschen Polizei von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Besitzer abhängig. Außerdem wird von den zuständigen Ortspölizeiverwaltern die Aufstellung eines Brand- b e k ä m p f u n g s p l a n e s für die in ihrem Bezirk liegenden Bauwerke von künstlerischem oder kulturgeschichtlichem Wert verlangt. 2Nax Well Träger des Wozart-Preises 1937. Die Johann-Wolfgang-Goethe-Stistung hat den Mozart-Preis für 1 937 dem steierischen Dichter Dr. Max Mell, der ständig in Wien lebt, verliehen. Die feierliche Ueberreichung des Preises fand durch die Universität Graz statt. Dies ist das dritte Mal, daß der Mozart-Preis einem Deutschen aus Oesterreich verliehen wird. Vorher hatten Uni- versitätsprofessor Dr. Srbik und der Wiener Lyriker Josef Weinheber den Preis erhalten. „Westfälischer Lileralurpreis" für Maria kahle. Auf dem Westfalentag in Paderborn wurde in einer Veranstaltung der Provinzialverwaltung und der Reichsschrifttumskammer Maria Kahle mit dem 2. „W estsälischen Literaturpreis" ausgezeichnet. (Der 1. Westfälische Literaturpreis wurde an Josefa Berens-Totenohl verliehen.) Landeshauptmann K o l b o w nahm die Verleihung und Verkündung des Preises mit einer Ansprache vor. Nach der Ansprache las Maria Kahle aus eigenen Werken. Reichsfestspiele Heidelberg 1937. Staatsschauspieler Heinrich George wurde für die diesjährigen Reichsfe st spiele inHeidel- berg, die vom 22. Juli bis 22. August dauern, als Spielleiter und Träger der Titelrolle des „Götz von Berlichingen" verpflichtet. Weiter ist Bernhard M i n e t t i vom Staatstheater Berlin als Jupiter in Heinrich von Kleists „Amphitryon" verpflichtet worden. dies sich an dem hierfür vorhandenen Kontroll- inftrumenten hätte zeigen müssen, die gerade während der Landung besonders sorgfältig beobachtet worden sind. Als Zündungsursache wurden folgende Gesichtspunkte eingehend erörtert: Luftfckrauben- druck, Funkenflug der Motoren, atmosphärisch- elektrische Entladung durch Elmsfeuer oder Kugelblitze, elektrische Funkenbildung zwischen Teilen des Luftschiffes, zwischen denen eine Spannungsdifferenz hätte bestehen können, fehlerhafte oder schadhafte elektrische Einrichtungen an Bord, ungünstige Eigenschaften von Ballonstoffen, drahtlos-telegraphische Erscheinungen in irgend einer Form, Uebertretung von Sicherheitsoorschriften und anderes mehr. Keine dieser Annahmen konnte jedoch durch die bisherigen Untersuchungen bewiesen werden. Auf jeden Fall steht fest, daß das Luftschiff, als es zur Landung anfuhr, technisch in völlig einwandfreiem Zu st and war und daß das Landemanöver vollkommen Wotschke, Kyffhäuserverband der Vereine deutscher Studenten. M. Voigt, Ehrenbreitsteiner Vertreterkonvent. Oberbürgermeister i. R Dr Klinge, Verband „Die Alte Burschenschaft". SS.-Sturmbannführer Dr. L a n g h o f f, ehemals Führer des Allgemeinen Deutschen Waffenringes. Bericht der„Hindenburg-Kommisiion" Die Untersuchungen werden fortgesetzt. : aus möglichst schnell an die Zielbahnhöfe weitergeleitet zu werden. Um den allgemeinen Stückgut- oerkehr nicht zu gefährden, sind für die Annahme, Auflieferung und Umladung von feuergefährlichen Gütern besondere Anlagen mit feuersicheren Rampen errichtet. Feuergefährliche Güter werden auch grundsätzlich auf besonderen feuersicheren Stückgutwagen befördert, so daß an sich alles getan ist, um derartige Katastrophen wie in Halle zu vermeiden. Auf die Frage, ob die Möglichkeit bestehe, daß Absender aus Unsicherheit feuergefährliche Stückgüter als nicht feuergefährlich ausgeben, erwiderte Reichsbahnrat Langbein, daß jeder Absender verpflichtet ist, die Sendung genau zu bezeichnen und anzuführen, ob sie feuergefährlich ist. Nach diesen Angaben richtet sich auch der Tarif, da ja feuergefährliche Sendungen entsprechend verladen werden müssen. Allerdings bestehe die Möglichkeit, daß jemand wissentlich fal» sche Angaben macht. Er setzt sich dann aber der Gefahr aus, bei Entdeckung der falschen Angabe strafrechtlich verfolgt zu werden. * Machdem die Hauptgefahr des Brandes auf dem Halleschen Güterbahnhof beseitigt war, konnten die Aufräumungs- und Bergungsmannschaften näher an den Brandherd gelangen. Don den Grundmauern des niedergebrannten Schuppenkomplexes stehen nur noch rauchgeschwärzte Reste. Die Aufräumungsmannschaften mußten zum Teil fußhoch in Löschwasser arbeiten. Besonders heroorzuheben ist das mutige Verhalten der Reichsbahnangehörigen. Unter Lebensgefahr wurden von ihnen brennende Wagen, darunter gefüllte Kesselwagen, deren Verbleiben in der Flammenzone weitere folgenschwere Explosionen zur Folge gehabt hätte, abgekuppelt und aus der Gefahrenzone geschafft. Lokomotivführer wie Lagerarbeiter standen hierbei an vorderster Stelle. Grohfeuer legt einen Gulshof in Asche. Das Gut Röst bei Kappeln (Schlei) ist von einem verheerenden Groß feuer heimgesucht worden. Als die Feuerwehr an der Brandstelle eintraf, brannten bereits die große Kornscheune, der Schweinestall mit dem Geräteschuppen, das Torhaus, der Pferdestall und der Kornspeicher. An eine Rettung dieser Gebäude war nicht mehr zu denken. Sie wurden restlos eingeäschert. Das Brandunglück hat einen noch nicht abzuschätzenden Schaden verursacht. Verbrant sind etwa 135 Schweine und 500 Zentner Korn. Vernichtet oder unbrauchbar sind mit geringen Ausnahmen sämtliche landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte. Zweimal zum Tode verurleill. Das Schwurgericht Braunschweig fällte gegen den Straßenräuber und Mörder Frieorich Opitz das Urteil. Der Angeklagte wurde wegen Mordes in Zwei Fällen, davon einer in Tateinheit mit schwerem Raubmord und wegen mehrerer Fälle des Mordversuches, der räuberischen Erpressung, des versuchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zweimal zum Tode verurteilt und zum dauernden Ehrverlust sowie zu einer Ge- samtzuchthausftrafe von 15 Jahren. Sich selbst gerichtet. Im Mai vorigen Jahres hatte auf der Aiplspitze bei Schliersee der aus der Gegend von Cleve im Rheinland stammende Johann Bartel auf der Hochzeitsreise seine Frau von einer 200 Meter yohen Felswand in die Tiefe gestürzt, so daß sie tot in einem Geröllkar liegen blieb. Er beabsichtigte offenbar, sich auf diese Weise in den Besitz des Vermögens der Frau zu setzen. Jetzt sollte die Verhandlung gegen den Mörder, in München stattfinden, doch hatte sich der Angeklagte in der Nacht vorher im Gerichtsgefängnis erhängt. Wiener Wirtfchaftsunternehmen bewußt zugrunde Z' gerichtet. Wiederum hat ein großes Wiener Wirtschaftsunternehmen infolge betrügerischer Ma- ch en sch asten seiner jüdischen Inhaber Bankrott ZK. rpsfühlü i a n f en Qrup- -Gruppr ngerufen ner der alten Garde werden am 16. Juni Danzig besuchen. Am 17. Juni werden sie in Königsberg eintreffen. Nach dem Empfang im Schloß beginnt die Reise durch Ostpreußen. Die Männer der alten Garde werden Gelegenheit haben, bis zu den masurischen Seen und dem Schlachtfeld von Tannenberg alle denkwürdigen Stätten Ostpreußens kennen zu lernen. Den Mittelpunkt der Fahrt wird am 18. Juni eine Feier am Tannenberg-Ehrenmal und in der Gruft des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg bilden. Die Fahrt klingt am 19. Juni mit einer Abschlußfeier auf der Marienburg aus. Bei dieser Gelegenheit werden die Burgfestspiele auf dem Hof der Marienburg mit einer Aufführung des Götz von Berlichingen unter Leitung von Heinrich George feierlich eröffnet. Hamburg bekommt ein Hochhaus Des Führers Bauprogramm für Hamburg. Hamburg, 10. Juni. (DNB.) Auf einer Zusammenkunft des Reichsstatthalters mit den Mitgliedern des Senates und der Behörden gab Reichsstatthalter Kaufmann die der Hansestadt Hamburg vom Führer gestellten großen Bauaufgaben bekannt. Es handelt sich um folgende Vorhaben: 1. Die Ueberbrüdung der Elbe bei Altona durch eine Riesenhängebrücke, die dem gesteigerten Verkehr zum Hafen dienen soll. Die Brücke wird 70 Meter freihänHend über dem Wasserspiegel liegen, so daß ine größten Ueberseedampf'er unter ihr durchfah - ren können. 2. Die Schaffung einer zeitgemäßen F a h r g a st - anlage an der Stadtseite des Hafens. Es ist eine Kaimauer von rund 1000 Meter vorgesehen, die ausreichen würde, um vier 20000- Tonnen-Schiffen das gleichzeitige Anlegen zu ermöglichen. Die Kaimauer wird sich von den Landungsbrücken zum Altonaer Fifch- rnarkt erstrecken. Sie wird ungeahnte Vorteile für die Bewältigung des Personenverkehrs bringen. 3. Die Anlage einer zwei Kilometer langen Uferstraße von der Höhe des Tropen- instttuts bis zur neuen Brücke. Sie wird 45 Meter breit sein und nur am stadtseitigen Rande bebaut werden. Im Mittelpunkt der repräsentativen Gebäude, die hier erstehen sollen, wird ein Hochhaus von 2 5 0 Meter Höhe m i t 6 0 Stockwerken stehen, an das sich ein Gaalbau mit riesigem Fassungsvermögen anschließen wird. Weiter soll hier ein großes Hotel für „K d F." -Fahrer gebaut werden. Im Anschluß an Bauten von Wirtschaftsunternehmungen und Drganifationen werden hier weitere Hochhäuser von etwa 55 Meter Höhe mit 15 Stockwerken erstehen. Es wird allen deutschen Architekten Gelegenheit geoeben werden, sich im Wege von Preisausschreiben an der Durchführung der Bauten zu beteiligen. Die Zeit für die Fertigstellung des Projektes wird etwa 15 Jahre betragen. Die AS.-Studenteu-KampWse NSG. Von den führenden Männern des deutschen Waffen ft ubententums wurde folgender Aufruf erlassen, der von der NS.-Stu- denten-Kampfhilfe und dem nationalsozialistischen Studententum begrüßt wurde und für den Aufbau einer einigen Akademikerschaft von großer Bedeutung ist: Auch in der alten Akademikerschaft gilt es, die Zusammenfassung aller Kräfte, wie sie der Nationalsozialismus im gesamten Volke vollzieht und wie sie in der studentischen Jugend durch Schaffung einer einheitlichen Reichsstudentenführung unter SS.-Standartenführer Dr.' Scheel erreicht worden ist, nunmehr zu verwirklichen. Die große Kundgebung der NS.-Studenten-Kampfhilfe am 13. Mai in München und die inzwischen getroffene Maßnahme zum Aufbau eines einheitlichen „Altherrenbundes der deutschen Studenten" hat uns gezeigt, daß hier das große Einigungswerk der deutschen Akademikerschaft, an» knüpfend an die bewährte Tradition des deutschen Studententums im Geist des Nationalsozialismus erstrebt und vollzogen wird. Damit wird eine Sehnsucht, um die Generationen deutscher Jugend an den Hochschulen gerungen haben, Wirklichkeit. Die NS.-Studenten-Kampfhilfe, einst in der Kampfzeit vom Führer geschaffen und durch Erlaß des Stellvertreters des Führers vom 14. Mai zum alleinigen von der NSDAP, anerkannten Altherrenbund der deutschen Studenten erklärt, hat die große Aufgabe erhalten, die Einigung aller positiven Kräfte des alten Akademikertums zu vollziehen. In ihr wird den alten Herren wieder die Möglichkeit ge- ?eben, mit ihrer alten Hochschule in Berührung zu ommen, wieder Anteil zu nehmen an dem jungen studentischen Leben in feiner ganzen Vielgestaltigkeit und auch eigene besondere Aufgaben zu erfüllen. Wir, die unterzeichneten Angehörigen waffen studentischer Verbände, foroern daher die alten Waffenstudenten auf, nicht mehr beiseite zu stehen, sondern dem „Altherrenbund deutscher Studenten, der NS.-Studenten-Kampfhilfe" beizutreten. Keiner, der es ehrlich meint, darf sich zurückhalten, sondern wir alle haben die Pflicht, uns für ein großes in Studentenbund und Altherrenbuno geeintes Akademikertum einzusetzen. Studienrat Dr. R. Dolle, Verband alter Burschenschaften. Dipl.-Jng. Huth, Verband alter Landsmannschafter. Dr. Lindemann, Verband alter Landsmannschafter. Präsident Dr. E. Schlange, Verband alter Korpsstudenten. Landesbaurat i. R. Blumenthal, Verband alter Weinheimer Korpsstudenten. Studienrat Dr. Pfeiffer, Verband alter Turnerschafter. Justtzrat Brauns, Sondershäuser Verband. Dr. Hofmann, Altherrenbund des ATB. Dr.-Jng. I. ' gemacht. Die Schafwolle- und Seidenweberei Moritz Schur, deren Zentralbüro sich in Wien befindet, deren Fabriken aber in der Tschechoslowakei liegen, wurde von ihren Inhabern, Johann Schur, Siegfried Goldschmidt und Anton Schur, wie es im amtlichen Polizeibericht heißt, bewußt, zugrunde gerichtet. Die drei Juden haben in den letzten sieben Jahren nicht weniger als fünfzig Millionen Tschechenkronen für ihren privaten Bedarf entnommen, davon mindestens dreißig Millionen zu einem Zeitpunkt, wo die Ueberschuldung des Unternehmens bereits einwandfrei feststand. — Die Betrüger wurden in Haft genommen. Der Zusammenbruch hat in Wiener Wirtschaftskreisen großes Aufsehen erregt. IHuffer und Tochter tödlich verunglückt. Auf der Reichsautobahn bei Rosenheim ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall, infolge Platzens eines Reifens kam ein Kraftwagen ins Schleudern und überschlug sich. Dabei erlitten die im Wagen sitzende Frau Schirmer aus München und ihre 12 Jahre alte Tochter tödliche Verletzungen. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Ein neuer Fall von Entführung in Amerika. Großes Aufsehen erregte das geheimnisvolle Verschwinden der in Neuyorker Gesellschaftskreisen bekannten Frau Alice Par so ns von ihrem großen Landsitz in Stonybrook (Lang Island). Frau Parsons, die selbst vermögend und mit anderen wohlhabenden Familien, so den Pratts, den Großaktionären der Standard Oil Company, oer* wandt ist, ist entführt worden. Die Entführer hinterließen einen Zettel, durch den sie den Ehemann aufforderten, 25 000 Dollar Lösegeld zu zahlen und ihm drohten, er werde seine Gattin nie wiedersehen, wenn er die Polizei benachrichtige. Der Ehemann rief aber doch die Polizei zu Hilfe, zumal auf dem Landgut ein btutbefleftes Beil gefunden wurde; doch besteht die Möglichkeit, daß dieses Beil zum Schlach- nit bei usesl. werben :r ist es sflench Reliefe, e t wen D in r Gell- Serien >eson. n uni sind bis >st uni res* rch aber, sich über । Mze- nnen in, licht gn lest, bas n er lid hack will, (Statt Karten! LLL Vermählte Piekt«« 4054 D 02930 | Empfehlungen Pelikan-Apotheke. isusV Leistung entscheidet! Gießen an yoifimersprpssen G i essen- Sch u I str. 6 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den GießenerAnzeiaei Auch für Ihren Garten stehen dazu bereit: Gießkanne, Gartenschlauch und Armaturen, Schlauchwagen, Rasensprenger. 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Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. J.B. Häuser Gießen,a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145 — 2146 3962 A Gerhart Elbs Irmgard Elbs, geb. Reinschmidt BH und Hau tunrein igkeif en restlos beseitigt. '• <0 Für MU.22S. aber nur in Apotheken Best.: Univ.-Apoth. z. gold. Engel, sowie alle anderen Herren- Artikel preiswert u. in großer Auswahl schäftsführung der Bank in Frage stellen tonnten, wenn sie sich noch weiter verschärfen wurden. Bisher fragt nur das „Oeuvre" nach der Art Die (er Meinungsverschiedenheiten, ohne eine klare Auskunft geben zu können. Das Blatt erinnert an Die politische Einstellung Morreaus, der ein Anhänger der nationalen Einigungspolitik Doumergues und ein Gegner der Herriotschen Linkskartellpolitik gewesen 'sei. Ebenso wie Die französische Sozialpartei des Obersten De l a Rocque hat nun auch Die von Renaud geschaffene Gruppe der „Volk s - sammlung" nach Besprechung mit den Parteioertretern aus der Provinz den Eintritt in die von Doriot angeregte Freiheitsfront abgelehnt. * Wie „Echo De Paris" im Zusammenhang mit Den Gerüchten über einen Diplomatenschub wissen will, soll Die französische Botschaft in Rom bis zur enDgültigen Klärung Der Frage Der Anerkennung Der Eroberung Abessiniens Durch eine politische Persönlichkeit besetzt merDen, Die jeDoch nicht Den Titel Botschafter tragen wirD. Die Aufgabe Dieser Persönlichkeit soll eng umgrenzt fein. * In Brüssel ist der Gesetzentwurf über die politische Amnestie vom Senat, Der Die ganze Nacht bis gegen 4 Uhr getagt hat, mit 90 gegen 64 Stimmen. bei 5 Stimmenthaltungen angenommen worden. * Das amerikanische Kr*iegsa m t bestellte bei Der Douglas Aircraft Company in Santa Monica (Kalifornien) 17 7 Bombenflugzeuge, Die 11652 000 Dollar kosten sollen. Dies ist Der bisher größte Flugzeugauftrag in Friedenszeiten. + Die luxemburgische Regierung, die sich aus Rechtskatholiken und Liberalen zusammensetzt, ist auf Grund des Ergebnisses der Wahlen vom vergangenen Sonntag zurückgetreten. Die Großherzogin hat sich ihre Entscheidung vorbehalten. Seefisch ahoi! Beachten Sie dort die neuen Gasherde und den neuen Gas-Kühlschrank Unverbindliche Beratung Gas-Geuieinschall Gießen Doppelherz für alle, die sich matt und elend fühlen — für alle, die gesund und kräftig bleiben wollen. 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Juni: morgens 23,6 Grad. — Sonnenscheindauer 13,6 Stunden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat Die Bahai-Sekte (Zentralleitung für Deutschland: Der Nationale unD Geistige Rat Der Bahai in DeutschlanD unD Oesterreich i. V., Stuttgart), ferner Die Sekte „Neu-Salems-Gesellschaft" (Neu-Salems-BunD, FreunDe Des Salems-Lichtes unD ähnlich genannt) mit sofortiger Wirkung für Das gesamte Reichsgebiet aufgelöst unD verboten. Vertreter: Ludwig Sommeriad der Lahn, Wernerwall 9 H. ______________________________4031 D /TfIX. Am 19.Iuui 1937 20.30 Uhr . I BÖ/ im Vereins!) eim xlz Waldsvortvlatz ordentl.Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vereins* führers und seiner Mitarbeiter. 2. Entlastung des Vereinsführers u. seiner Mitarbeiter. 3. Wahl des Vereinsführers u. d. Kassenprüfer. 4. Genehmigung des Haushalts* Voranschlages. 5. Sabungsande* rungen. 6. Verschiedenes. iomd Niederstrafrer, Vereinsfülirer. Danksagung. Für die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen in so reichem Mabe erwiesene Teilnahme, für die vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Hans Noll. Gießen (Roonstrafie 2), den 11. Juni 1937. Stadttaschen große Ausführung in hell und dunkel, Stück RM. 1.25 Leder-Röhrig, Gießen Neustadt 43 2936A Neustadt 43 Kleiderschränke Wäscheschränke Kautsche Sessel 4029a Friedberg, Schulstraße 15 Gießen /Leppermühle 12. ZUM 1937 TAf CDQC DRUCKSACHEN ” tnDC Brühl. Gießen Blitzableiter-Prüfungen mit neuestem Prüfgerät Gutachten Reparaturen Wilhelm R. Schmidt Elektrotechnisches Geschäft Goethestr. 23 Fernruf 2760 Modernes Speise-Zier RM. 325.- Go, das Nationalspiel der Japaner Beobachtungen in einem Berliner Kaffeehaus. Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Deutschlands Meister, der zugleich japanischer Ehrenmeister ist, wohnt in Charlottenburg. Studienrat Dueball spielte im vergangenen Herbst gegen den japanischen Spieler Exzellenz Hatoy ama -eine Fernpartie, die telegraphisch durchgeführt wurde. Die Partie dauerte etwa 56 Tage und endete mit dem Siege des japanischen Spielers, allerdings nur mit einem Vorsprung von sieben Punkten. Zieht man den Zeitunterschied in Befracht, der zwischen Berlin und Tokio besteht und der den deutschen Spieler oft zu ungewöhnlichen Stunden zu einem „Zug" zwang, dann wird jeder Go-Spieler zugeben müssen, daß es eine ehrenvolle Niederlage gewesen ist. Der deutsche Meister holte sich seine ersten Kenntnisse des Gos aus dem —r Lexikon. Mit einem Studienfreund begann er zu spielen, und er lernte es in drei Jahren so gut, daß er nach Japan geholt wurde. Sitzt man als Ignorant vor dem Meisterspieler, so erwartet man, daß eine schwierige Vorlesung über die komplizierten Regeln beginnen wird. Nach zwei Minuten wird dem Anfänger klar, daß die Regeln genial einfach sind. Ein großes Brett, das symbolisch weites besitzloses Land darstellt, durchziehen 19 mal 19 sich rechtwinklig schneidende Linien, die Quadrate bilden. Jeder der beiden Spieler setzt In einem großen Kaffeehaus der Berliner Innenstadt wird fleißig und bis in Die Nacht hinein an vielen Tischen Schach gespielt. An einigen von wenigen Kibitzen umlagerten Tischen wird auch G o gespielt. An einem Der letzten Abende tarnen nun in dieses Cafe zwei eifrige Schachspieler. Als sie an einem Go-Tisch oorüberkamen, sagte Der eine ganz nebenbei zu seinem Freund: „Kiek mal, da spielen zwei Mensch ärgere dich nicht*." Der eine Go-Spieler hob den Kopf, sagte aber kein Wort. Es war ihm jedoch anzusehen, daß er sich ärgerte. Vergleiche pflegen stets etwas zu hinken; aber dieser Vergleich hinkte nicht nur, er war ein Fehlurteil ohnegleichen. Die ärgerlichen und belustigenden Begleitumstände, die dem Spiel „Mensch ärgere dich nicht" anhaften und ihm zu einer seltenen Popularität verhalfen haben, gehen dem Go selbstverständlich ab. Der Go-Spieler in dem betreffenden Cafe hätte sich nun die Mühe machen können, das in seinen Augen schreckliche Fehlurteil zu berichtigen. Aber er tat es nicht, sondern er senkte feinen Kopf weise wieder zu seinem Brett und spielte weiter. Auch darin lag schon ein kleines Charakteristikum für den Go-Spieler. Für ihn stand ein solches Fehlurteil außerhalb jeglicher Diskussion. Ein chinesisches Sprichwort sagt ferner vom Go- Spieler: „... er kommt zum Begräbnis seines Vaters zu spät." Gibt es Spiele, von denen Aehnliches ausgesagt wird? Von dem Spiel, mit dem der eben erwähnte Schachspieler das 4 0 0 0 Jahre alte Go-Spiel verwechselte ober nur deswegen zum Vergleich heranzog, um seine Unkenntnis hinter einem grotesk anmutenden Wort zu verbergen, kann mit bestem Willen nicht Aehnliches berichtet werden. Dieses kleine Erlebnis zeigt nur deutlich, wie unbekannt das japanische Go-Spiel in Deutschland ist. Am Donnerstagvormittag traf in Flensburg- Muerwick der englische Kreuzer „Fr o bisher" zu einem mrtägigen Besuch ein. Dies ist der erste englische Kriegsschiffbesuch in Der Nachkriegszeit in Flensburg. Der Generaldirektor der Banque de Paris et des Pays Bas, Horace Finsly, hat dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats dieser Bank, Dem früheren Gouverneur der Bank von Frankreich, Morreau, seinen Rücktritt zur Kenntnis gebracht. Horace Finsly, der der Bank seit 35 Jahren angehört und kurz nach Kriegsende die nahezu uneingeschränkte Leitung dieses Unternehmens übernahm, begründet seinen Rücktritt selbst mit Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Morreau, die die gesunde Ge- - neuen Familien-W so sparsam Heute abend 8 Uhr: Cafö Leib HmlmiiM versuchen, das Umschließen des zu erobernden Gebietes dem Gegner durch Zwischensetzen von Steinen zu vereiteln. Wenn es einem Spieler gelungen ist, um feindliche Steine die eigenen als Umklammerung zu setzen, sie also vollständig einzuschließen, dann kann er sie zu seinen Gefangenen machen. Die „Gefangenen" werden vom Brett genommen und bis zum Spielschluß „draußen" behalten. Sieger ist, wer Die meisten freien Schnittpunkte umzingelt hat. Zu Diesen Punkten, Die gleichsam fein erobertes Gebiet bebeuten, kann Der Sieger Die gefangenen Steine als weitere Pluspunkte hinzurechnen. Wer Die meisten Besitzpunkte unb bie zahlreichsten Gefangenen zählt, hat gewonnen. Komplizierte Regeln hat bemnach ber Anfänger nicht zu fürchten. Nach einigen Partieen wirb er merken, baß nicht Die Regeln schwierig sinb, fonbern baß allein bas Spielen „schwer" ist, bas gar nicht etwa monoton verläuft. Die Möglichkeiten, an welchem Schnittpunkt am erfolgreichsten anzufangen ist, sinb genau so zahlreich wie bie Zahl Der Schnittpunkte. Einen bestimmten Anfangspunkt für Das Spiel gibt es nicht. Im Verlauf Des Kampfes vermehren sich Die Möglichkeiten, an welcher Stelle ein Stein anzusetzen ist, um eigenes LanD zu gewinnen ober den Gegner an der Eroberung zu hindern oder um Gefangene zu machen, ins Unausrechenbare. Wenn an einem Kampfplatz die Landeroberung aussichtslos wird, dann kann sofort an einer neuen Stelle begonnen werden. Wenn der gegnerische Eroberungsplan erkannt und durchkreuzt wird, muß der Bedrohte sofort mit einem neuen Plan beginnen. Selten wird eine für den ganzen Spielverlauf durchdachte Methode durchgeführt werden können. Die Situation kann sich in jedem Augenblick von Grund auf ändern. Von jedem Spieler wird daher ein schnelles Umstellungsvermögen verlangt. Geistige Beweglichkeit und eine harte Ausdauer sind ebenfalls Eigenschaften, Die Den Go-Spieler auszeichnen müssen, wenn er ein beachtlicher Gegner werden will. Das Go-Spiel, das bei uns vor etwa fünfzig Jahren bekannt wurde und etwa taufend Anhänger zählt, wird in Japan von über einer Million gespielt. Es soll vor 4000 Jahren von einem chinesischen Kaiser erfunden und vor etwa 1000 Jahren von einem japanischen Gesandten in feine Heimat mitgebracht und am kaiserlichen Hof eingeführt worden sein. Auf Der Olympiade in Tokio 1940 soll, wie es heißt, auch das Go-Spiel eingeschaltet werden, so daß dort Die deutschen Spieler zeigen können, wie stark sie Darin finD. Dr. W. Schnabel. Samstag abend 20.30 Uhr fiamernöWs oöenö auf dem unteren Boothaus. 4032D MeineAnzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleiea. ten von Hühnern in der zum Gut gehörigen Hühnerfarm verwanDt wurDe. Zwei unbekannte Personen, ein Mann unD eine Frau, waren vor dem Landsitz vorgefahren, angeblich um mit Frau Par- fons den Verkauf eines ihr gehörenden Grundstücks zu besprechen. Frau Parsons fuhr mit den Fremoen fort, ohne bisher zurückzukehren. Ein großes Aufgebot Polizei sucht die ganze Umgebung nach der Entführten ab. Deutsch-amerikanischer Schüleraustausch. 9 9 Berliner Schulkinder, Die von vier Lehrern begleitet sind, besuchten zusammen mit 66 amerikanischen Schulkindern Die amerikanische Bundeshauptstadt Washington. Sie kamen aus C l e v e l a n d , wo die deutschen Kinder 6 Wochen lang Gäste amerikanischer Familien waren und am amerikanischen Schulunterricht teilnahmen. Nunmehr kehren sie nach Berlin zurück und nehmen die Clevelander Kinder mit, Die ebenfalls sechs Wochen lang von Berliner Familien betreut merDen. In Washington besichtigten Die KinDer Das Weiße Haus, Das Capitol unD Mount Vernon, Den Landsitz Washingtons, wo sie am Grabe dieses berühmten Präsidenten einen Kranz niederlegten. Dann ging es nach Virginia zum Sommerhaus des deutschen Botschafters von Dieckhoff, wo die Kinder gastlich ausgenommen wurden. Der Aufenthalt der deutschen Kinder in Cleveland ist ohne Zwischenfall verlaufen, obwohl jüdische Kreise anfangs versuchten, gegen den Besuch amerikanischer Schulen durch die deutschen Kinder zu Hetzen. Die städtischen Behörden in Cleoeland nahmen üch der deutschen Kinder in der freundlichsten Weise an. Ausbau des Reichsehrenmales Tannenberg. In Hohenstein (Ostpreußen) fand unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Pf und tn er im Reichsministerium des Innern in Anwesenheit des Gauleiters und Oberpräsidenten Koch eine Sitzung des Kuratoriums für Das Reichsehrenmal Tan ° Herren-Sporthemden mit festem Kragen 4.75, 3.50, 2.95 Herren-Oberhemden Popeline, durchgewebt 5.85, 5.75 Herren-Kniehosen porös und dicht 1.50, 1.25, 0.95 Sport-Gürtel auch extra weit 1.75, 1.50, 1.25 Sport-Strümpfe in allen Arten 1.95, 1.25, 0.95 Herren-Socken 1.50,1.25, 0.95, 0.75 J. Schulze KREUZPLATZ 4040 A „Vulkan“ Hand-Feuerlöscher für Personen-Autos, Lastkraft-Wagen, Garagen, Brennstofflagerräume sowie Röntgenräume und Laboratorien Verlangen Sie Preisangebot und Vertreterbesuch Vulkan-Apparatebau G. m. b. H. Feuerbach, Marktstr.36 Eine gebrauchte Singer- Nähmaschine preiswert zu verkaufen. 02031 C. Weinbrenner Brand gasse _8._ Vereine | Ulßiine- SaMkMWl Gießen 12.Juni,8.30Uhr Monatsmusterung Erscheinen dringend erforderlich. 4043D n e n b e r g statt. Nach einer örtlichen Besichtigung nahm das Kuratorium Berichte des Architekten Krüger über den Stand der Bauarbeiten entgegen und beschloß die für den weiteren Ausbau des Denkmals und die für die Gestaltung feiner landschaftlichen Umgebung erforderlichen Maßnahmen. Durch diese soll insbesondere noch dem außerordentlich gesteigerten Fremdenverkehr, der im vergangenen Jahr bereits mehr als 300 000 Besucher betragen hat, weitestgehend Rechnung getragen werden. Erfolg eines jungen 71SFK.-Fliegers. Der NSFK.-Flieger Werner Blech der NSFK.- Gruppe Breslau, dem der Korpsführer des NSFK., Generalmajor C h r i st i a n s e n, kürzlich den Neh- ring-Gedächtnispreis überreichen konnte, erzielte mit einem Motor-Baby, das mit einem ISpferbigen Kröber-Motor ausgestattet ist, die sehr beachtliche Flughöhe von 3650 Meter über dem Flugplatz Breslau. Der Tote im Stausee. Am vergangenen Sonntag war ein Ausflügler, der in Trunkenheit prahlerisch behauptet hatte, er könne Den Stausee bei Löbnitz (Beskidengebiet) durchschwimmen, bei diesem Versuch ertrunken. Alle Bemühungen, Die Leiche aus dem 30 Meter tiefen Stausee zu bergen, blieben ergebnislos. Das Wasser Des Stausees Dient zur Trinkwasserversorgung Der StaDt Dielitz; es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Die Leiche zu bergen. Aus Gdingen wurde im Flugzeug sogar ein Taucher herbeigeholt, der achtmal tauchte, ohne Die Leiche finden zu können. Da die Bemühungen Des Tauchers ergebnislos geblieben waren, wurden etwa 100 000 Kubikmeter Wasser aus Dem Stausee abgelassen, um den Wasserspiegel zu senken. Nach weiteren drei mißlungenen Versuchen konnte Der Taucher Dann endlich die Leiche bergen. Iapoten logetenhnus nenniüei Goetbeftr.7 > Hinter bei ynaebanf) Verkäufe Mobiliar- Verkauf! Aus dem Nachlaß meines Vaters verkaufe ich am Samstag, 12. 6 zwischen 16 und 17 Uhr, Bahnhofstraße 53 1 r. einige Möbelstücke, u. a. ein kmnvl.Eßzimm. und Gliche. 4065D Hans Noll. Einjähriges ItiitMi mit 9 über drei Woch. alte Trnt- hühnchen zu verkaufen. 02934 Kaiserallee 113. Tmfiau: A rw Kn 153 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Freitag, U. Zuni 1937 Aus der Stadt Gießen. Der heißeste Tag des Jahres. 35 Grad im Schatten. LPD. Die Hoffnung auf Regen hat sich als trügerisch erwiesen. Klarblau ist der Himmel und die Sonne strahlt unbarmherzig sengend, so daß am Donnerstag das Thermometer in den Mittagsstunden auf 35 Grad im Schatten stieg. Das ist der bisher heißeste Tag des Jahres gewesen, der um so weniger angenehm empfunden wurde als die Hitze sich als sehr drückend erwies. Das Thermometer fiel auch gegen Abend kaum und der Wind brachte nur geringe Abkühlung. Die augenblicklichen Temperaturen liegen weit über dem Normalmittel für das erste Drittel des Juni. So lag das Tagesmittel am Mittwoch mit 24,8 Grad 7,3 Grad über dem Normalmittel und auf dem Feldberg im Taunus überschritt das Minimum der letzten Nacht mit 18,9 Grad das Normalmittel um beinahe 7 Grad. Die Hitzewelle, die augenblicklich über Deutschland geht, ist keineswegs erfreulich, wenigstens nicht für die Teile des Reichs, die in den letzten Wochen keinen Regen bekamen. Zu ihnen gehören auch die wichtigsten Gebiete Südwestdeutschlands. Die Natur lechzt nach Wasser. Vor allem braucht das Getreide, das wunderschön blüht, Regen zur Aehrenbikdung. Auch die Kartoffeln, in erster Linie die Frühkartoffeln, haben Wasser nötig. Daß der an sich gute Öbstansatz nur zur Entwicklung kommen kann, wenn es regnet, ist bekannt. Leider haben die letzten heißen Tage teilweise mehr geschadet. Man sieht viel kleines unentwickeltes Fallobst unter den Bäumen und die Kirschen müssen, ebenso wie die Erdbeeren, klein und unansehnlich gepflückt werden, da sie unter der Einwirkung der Hitze zu rasch reifen. Geheimrat Fromme 85 Jahre alt. Am heutigen Freitag, 11. Juni, kann Geheimrat Professor Dr. Fromme in erstaunlicher geistiger und körperlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Gelehrte, der sich in weiten Kreisen unserer Stadt großen Ansehens erfreut, der rn verschiedenen Ehrenämtern in vorbildlicher Weise stets dem Wohle der Gesamtheit diente, konnte vor zwei Jahren auf eine 60jährige Dienstzeit als Hochschullehrer zurückblicken. Der 85. Geburtstag des um unsere Stadt vielfach verdienten Gelehrten mag der Anlaß sein, einen kurzen Rückblick auf sein reiches Leben zu werfen. Geheimrat Professor Dr. Carl Fromme, am 11. Juni 1852 in Kassel geboren, war von 1875 bis zum Herbst 1880 als Privatdozent der Physik in Göttingen tätig, und kam dann nach Gießen, wo er bis zu seiner Emeritierung als allgemein geschätzter Hochschullehrer wirkte. Neben seiner akademischen Lehrtätigkeit stellte er sich der Allgemeinheit auch in ehrenamtlicher Arbeit gerne und tatfroh zur Verfügung. Von 1885 bis 1920 war er Mitglied des städtischen Schulvorstandes, von 1891 bis 1920 gehörte er der Kreisschulkommission an, im Theaterverein wirkte er s-it 1897 als Vorsitzender, ferner war er im Aliceschul-Verein von 1892 bis 1914 als Mitglied des Vorstandes und von 1914 bis 1923 als Vorsitzender tätig. Er hat sich durch fein berufliches Wirken und durch seine ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften in weiten Kreisen in Stadt und Land große Wertschätzung erworben. Geheimrat Professor Dr. Fromme ist in Anbetracht seiner Verdienste um die Stadt Gießen bereits vor einiger Zeit mit der Ehrenplakette der Stadt Gießen bedacht worden. Vornoinen. Tageskalender für Freitag. NSLB., Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft: 17.30 Uhr Seminarzimmer der Oberrealschule. — Gloria- Papiersparen — auch im Einzelhandel! Kaufmann und Käufer in einer Front. Der Kampf um die deutsche Rohstoff- und Nahrungsmittelfreiheit wird auf vielen Fronten ausgetragen In der Erzeugungsschlacht geben Land- und Forstwirtschaft, im Vierjahresplan die Industrie ihr Bestes her, um die durch Devisenknappheit hervorgerufenen Mangelerscheinungen zu beseitigen. Aber nicht nur von feiten der Erzeugung, auch von feiten des Verbrauchs muß alles getan werden, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Während die Erzeugung neue Werte zu schaffen sich bemüht, ist es Aufgabe des Verbrauchs, mit diesen Werten durch sorgliche und sparsame Verwendung so rationell wie möglich zu wirtschaften. Dem Kampf gegen den Verderb und der Sammlung von Altstoffen muß ein Kampf gegen die Vergeudung zur Seite treten. Wir haben es nicht nötig, zu darben. Wir können es uns aber auch nicht leisten, sinnlose Verschwendung zu treiben. Es ist inzwischen wohl allgemein bekannt geworden, daß wir mit unserem Papier gut haushalten müssen. Sparsamkeit ist im Hinblick auf das Papier dringend geboten! Es ist deshalb eine unbedingte Forderung unserer Zeit, daß auch die Angehörigen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel eine volks- und privatwirtschaftliche unrationelle Verwendung von Verpackungsmaterial (Einwickelpapier, Tüten, Kartons, Holzwolle usw.) vermeiden. Die Entwicklung vergangener Jahre hatte dazu geführt, daß — teilweise infolge übertriebener Ansprüche bestimmter Verbraucherkreise — mit Verpackungsmaterial vielfach Verschwendung getrieben wurde. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel fordert daher alle Kaufleute und ihre Mitarbeiter dazu auf, zu prüfen, welche Waren einer besonderen Umhüllung nicht bedürfen, weil sie schon genügend durch die Industrie verpackt sind. Es wird auch anheim gegeben, zu überlegen, ob nicht bei manchen Waren eine besondere Verpackung überflüssig ist, weil sie der Käufer in Einkaufs- oder Handtaschen oder in irgendwelchen anderen Behältnissen auch ohne Sonderoerpackung bequem und sauber unterbringen kann. Es wird deshalb den Kaufleuten zur Pflicht gemacht, auf Grund von Richtlinien und Anregungen für die Einsparung von Verpackungsmaterial (die noch herausgegeben werden), in ihren Betrieben die Verbraucher entsprechend aufzuklären. Lu berücksichtigen ist allerdings, daß durch diese Sparmaßnahmen die Sauberkeit und Hygiene nicht beeinträchtigt werden darf. Dom kaufenden Publikum wird man wohl ohne weiteres erwarten dürfen, daß es den Notwendigkeiten der Papierersparnis alles Verständnis entgegenbringt und es dem Kaufmann nicht unnötig schwer macht, sein Teil zur sparsamen Verwendung von Verpackungsmaterial und damit zur Papierersparnis beizutragen. „Flüssiges Obst" in jedem Haushali! Obst ist nicht nur ein begehrtes Erfrischungs- und Genußmittel, sondern eine wichtige Ergänzungskost. Jetzt kommt die Beerenernte und manche Hausfrau denkt vielleicht etwas sorgenvoll, wie sie ihre Wintervorräte eindecken soll. Eine große Ar- beitslast wartet auf sie, auch der Haushaltskasse werden bedeutende Mehrleistungen (Ausgaben) zugemutet. Nun heißt es überlegen, auf welche Art wir den Obstsegen verwerten können. Versuchen wir es doch einmal mit dem Süßmosten! Ohne große Ausgaben für Geräte, mit geringer Zuckerzugabe auf einfache Art und Weise können wir unserer Familie erfrischende, wohlschmeckende Getränke bereiten. Beginnen wir gleich mit Rhabarber! Rotstieliger Rhabarber ergibt einen sehr feinen Saft. Die Zuckerzugabe beträgt nur 120 bis 150 Gramm je Kilo. Auch feine Mischsäfte können wir mit Rhabarber Herstellen. Für eine Hausfrau in der Stadt spielt der Obsteinkauf geldlich schon eine Rolle, deshalb sind die Zusammenstellungen von zweierlei Früchten sehr günstig. Zu 3 Kilogramm Rhabarber nehmen wir IV2 Kilogramm Erdbeeren und 120 Gramm Zucker je Kilogramm, das gibt einen herrlichen Erdbeersaft, denn di? Duftstoffe der Erdbeere herrschen vor und die Säure des Rhabarbers dämpft den zu süßlichen Geschmack der Erdbeere. Weitere, sehr feine Zusammenstellungen sind Rhabarber mit Himbeeren, Rhabarber mit Heidelbeeren oder Brombeeren. Einen billigen und sehr bekömmlichen Saft können wir aus Pflaumen und Rhabarber bereiten. Die blauen Pflaumen geben in dieser Zusammenstellung einen sehr wertvollen Saft. Nach 1- bis 2jähriger Lagerung ersetzt er uns vollkommen Malaga und Samos. Wenn wir Rhabarbersaft ohne Zucker Herstellen, bekommen wir einen Fruchtessig, der uns die Zitrone ersetzt. Kampf dem Verderb heißt die Mahnung, so müssen wir sehen, unsere Früchte möglichst auszunutzen. Auch die Rückstände können wir noch verarbeiten. Wir nehmen ein Drittel frische Frucht dazu und kochen mit Zuckerzugabe wohlschmeckendes Kompott oder Marmelade. Diese Süßmoste, die ja ganz ohne Konservierungsmittel hergestellt werden und deshalb auch mit Recht den Namen „Flüssiges Obst" führen, sind für jung und alt herrliche Erfrischungen. Sie enthalten Aufbaustoffe und Vitamine, die bei der Herstellung nicht zerstört werden, deshalb sind sie für die Jugend so wichtig. Wie haben die Sportler auf der Olympiade diese Fruchtsäfte geschätzt, aber auch für das Kleinkind, für Stoffwechselkrankheiten und Darmstorungen sind die Süßmoste gute Helfer. Für Hausfrauen, die in Süßmostbereitung noch nicht bewandert sind oder die ihre Kenntnisse erweitern wollen, halten die Abt. Volkswirtschaft - Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes und in überwiegend ländlichen Bezirken der Reichsnährstand Kurse ab. , Palast, Seltersweg: „Peter im Schnee". — See- fischveranstaltung: 20 Uhr Cafe Leib, „Seefisch ahoi". „TNanuela del Rio" im Sladtthealer Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat die weltberühmte spanische Tänzerin Manuela del Rio zu einem einmaligen Gastspiel am Samstag, dem 12. Juni, verpflichtet. Manuela del Rio, die augenblicklich noch auf der Weltausstellung verpflichtet ist, beginnt von Paris aus ihre große Deutschlandtournee. Reichsmütlerdienft im Deutschen Frauenwerk. Arn Montag, 14. Juni, abends 20 Uhr, beginnt ein Lehrgang in Säuglingspflege, den Schwester Elisabeth Müller leiten wird. Anmeldungen cm die Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1. \ Die Öeutfthc Rrieitofront 9.=bemeinf(hafi",;firaftdurchfreude' Gastspiel „Razi-Eisele" am 20. 6.37 in der Gießener Volkshalle. Arn Sonntag, 20. Juni, gastiert der bekannte Komiker aus Garmisch-Partenkirchen „Nazi-Eisele" mit seiner Truppe in der Volkshalle. Die Eintrittspreise sind: RM. —,40, —,60, —,80 und 1,—. Karten sind im Vorverkauf zu haben: Schokoladenhaus Huntemann, Musikhaus Challier, Oberhefsifche Tageszeitung, Kreisdienststelle „KdF.". Sämtliche Betriebswarte nehmen Sammelbestellungen auf, die sie bis spätestens Dienstag, 15.6.37, auf der Kreisdienststelle einreichen. 40380 Gportamt „Kraft durch Freude" Am Samstag, dem 12. Juni, findet um 18 Uhr auf dem Universitätssportplatz eine Abnahme der Prüfungen zur Erwerbung des Reichssportabzeichens statt. 40360 Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Velr.: Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins. Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet in der Zeit vom 9. bis 27. Juni 1937 im großen Saale des Klubhauses in der Sonnenstraße eine Ausstellung großer Gemälde mit Motiven aus der Skagerrakschlacht. Der Eintritt für HJ.-Mitglieder beträgt —,10 RM. Velr.: Besichtigung der Gefolgschaft 3/116. Die Gefolgschaft 3/116 (Gießen-Mitte) wird am 11. Juni 1937 durch den Bannführer besichtigt. Antreten um 20.15 Uhr (Heim). BOM. Mädelgruppe 1/116 Gießen-Süd. Alle Mädel der Gruppe 1/116 Gießen-Süd treten am Freitag, 11. Juni, 19.30 Uhr, am „Hessischen Hof" an zur Hauptprobe für unser Untergau» Sportfest. Turnzeug ist auf jeden Fall mitzubringen. Für diesen Abend muß sich jedes Mädel einmal frei machen können. Die Führerin der Gruppe 1/116 Gießen-Süd. Hilde Fink, Mädelscharführerin. ZM. Untergau 116, Gießen. Dienstbefehl. " \ Am Samstag, 12. Juni, nachmittags 16% Uhr, treten die IM.-Gruppen Nord und Oft mit ihren Führerinnen an der Volkshalle an. Alle IM.-Führerinnen, die aus dem Landschulheim kommen, er- Am14.Zuni beginnen wir in den Familienblättern mit dem Abdruck eines neuen großen Romans. Rach dem beschaulich heiteren Alterswerk Fontanes bringen wir den Roman „Goya und das Löwengesicht" von Karl Hans Strobl, eine geschichtliche Erzählung großen Stils, die, obwohl bereits vor Jahren entstanden, im Hinblick auf den spanischen Bürgerkrieg eine unbeabsichtigte Aktualität gewinnt, - ein Werk, aus reicher Erzählerkunst und Phantasie geboren, erfüllt von der Freude am Abenteuer, am romantischen, unheimlichen und großartigen Erlebnis, strotzend von Handlung und Spannung, Historie, Feldzugsbericht und Liebesgeschichte in einem. Blücher bei Leipzig. Iwei Briese nach der Völkerschlacht. In einer Reihe von Briefen des Feld- rnarschalls Blücher, die in dem soeben erschienenen Sommerheft des „In s e l sch i ff s" abgedruckt werden, erregen besonderes Interesse zwei Briefe, die unmittelbar nach der Schlacht von Leipzig geschrieben sind. Der erste ist an Otto von Sonin, den früheren Gutsnachbar Blüchers auf Elvershagen bei Regenwalde, dann auf Schönwerder bei Stargard, Landfchaftsdirektor, gerichtet. Leipzig, 20. Oct. 1813. Die 2 großen und Schönen Tage find verlebt, den 18. und 19. Fihl der große Colofh, wie die Eiche vom Stuhrm. er, der große Tiran, hat sich gerettet, aber feine knappen find in unfern henden. Poniatoffsky wurde Blefhirt und ist ertrunken, man glaubt, Augerau des gleichen, Rennie und ßaurifton sind gefangen, der erste ist Blefhirt. Den 19. wurde zu Ende des kampffs Leipzig mit Stuhrm und großer aufopffrung genomen. man wollte Leipzig in brand fchiffen, ich wider fetzte mich die Ruffifchen Batterien und sie durften nuhr mit kugell Schiffen. an meiner feite drank die Russische Infanterie zu erst in die stadt, an der andern feite die braroen Pomern, es wahr ein kampf ohne gleichen, 100 Kanonen sind in Leipzig genomen. unsre monar- chen, daß Heist der östreichsche, der Russische faifer und unser fönig haben mich auf öffentligen markte gedankt, Alexander drückte mich ans HErtz. Schon am 16. lifferte ich allein bey den dorffe Moeckern eine Schlacht und Schmiß die Franzosen in Leipzig, einige 40 Canonen, verschiedene Fahnen, ein ahdler und gegen 4000 gefangene Fillen in meine hende. Dieser Tag wahr die einleittung zu den Vollgenden. ich marchire diesen augenblick wider ad, um den Feind bey Merseburg wider zu fassen, wo hin er marschirt ist. meine Expedition geht durch Tühringen, die große arme auf Würtzburg. Der König von Saxen ist hir gefangen genomen. lebe wohl, ich bin so matt, daß ich am gantzen leibe Zittere, deine Frau gemahlin küsse ich die hende vor ihren Schönen briff, den ich heillig ausbewahre ... (Notizbuchblatt.) Diesen Augenblick erfahre ich, daß dein Sohn den 14. Blefhirt ist, aber ohne alle Gefahr. Eine Cano- nenkugell nahm ihm abfatz und sohle vom ftiffel und schlug seinen Perd den fuß ab. Du fanft. ohne Jorgen seyn. Aus mein wahrt, es hat nicht zu jagen. . , Den zweiten Brief schrieb Blücher an feine Frau, nachdem er am 20. Oktober Feldmar- schall geworden war. Weißenfee, 25t Oct. 1813. ... Aus den Einlagen wirst Du das mehrere ersehen, als Frau Feldmarschallin mußt Du nun anständig leben, und sei nur nicht geizig und laß Dich was abgehen; ich kriege nun doch ein ansehnlich Gehalt, aber wir haben leider 2 Monate alle kein Gehalt gekriegt, weil von Berlin nichts zu uns kommen konnte. Schreib mich in Bälde. Ich habe 4 schone Schimmel vor Dich, auch 2 Maulesel; wenn ich sie nur zu Dich hinkriegen konnte... Mit die Ordens weiß ich mich nun fein Rat mehr; ich bin wie ein alt Kutschpferd behangen, aber der Gedanke lohnt mich über alles, daß ich derjenige (bin), der den übermütigen Tyrannen demütigte. Gibt es „schwierige Tiere"? Don Paul Eipper. Ein Verzeichnis schwieriger Tiere läßt sich nicht geben. Zwar wird jeder durchschnittliche Mensch Begegnungen mit Schlangen meiden; aber in manchen Ländern der Erde hält man Riesenschlangen als Haustiere, die dann ebenso zahm wie nützlich sind. Ein vierjähriges indisches Bauernkind führt den gewaltigen Kerabau-Bullen am Ohr harmlos und selbständig vom Flußufer zum Reisfeld, während für jeden Europäer diese „friedlichen Wasserbüffel" zur Lebensgefahr werden können. Wölfe bilden gewiß eine schwere Plage für Mensch und Haustier; es kommt jedoch gar nicht selten vor, daß ein Wolf liebevoll einer Menschenfamilie an- hängt. Was verstehen wir im Grunde unter „schwierigen" Tieren? Zweifellos solche, die uns Menschen den Umgang mit ihnen schwer oder gefährlich machen, also z. B. alle wilden Tiere. Hier muß ich nun schon widersprechen; denn ich weiß aus den Berichten glaubwürdiger Menschen und auch aus manchen eigenen Erlebnissen, daß man mit vielen der sogenannten wilden Tiere ganz gut und gefahrlos verkehren kann. Ich kenne jemand, den jahrelanger Umgang mit einer Hyäne fest davon überzeugte, daß ihm von diesem Tier niemals Schwierigkeiten drohen. Ich selbst bin schon mit einer Reihe von Raubtieren in recht enge Tuchfühlung gekommen, ohne daß mir dabei etwas geschah; dagegen hat mich ein zweijähriger Rehbock gewalkätig zum einzigen Salto meines Lebens veranlaßt; ein lammfrommes ostpreußisches Kutschpferd brachte mir eine tüchtige Bißwunde bei, und im Lauenburgischen zwang mich eine doch sicher harmlose Kuhherde zu schltuniger Flucht. Wenn ich vor mir selbst gründliche Gewissens- erforschung anstelle, so muß ich nach fast vierzigjähriger Beobachtung bekennen, daß ich eine unbedingt und grundsätzlich schwierige Tierart nicht angeben kann; die Schwierigkeiten entstehen nach meiner Meinung immer erst im Umgang mit anderen Lebewesen, seien es nun Tiere oder Menschen. Wohl möglich, daß Gelehrte und Forscher hier widersprechen; ich maße mir auch nicht im gerin- sten an, etwas Grundsätzliches damit zu behaupten, sondern sage nur meine eigene, zudem gefühlsmäßig erworbene Ansicht. Sie ist allerdings festgefügt und heißt: im Umgang zwischen Menschen und Tieren entscheidet nicht so sehr der Artcharakter, sondern das Einzelwesen, und zwar auf beiden Seiten, also auch beim Menschen. Schwierig wird jedes Tier, dessen Wesen der Partner (sei es ein Mensch oder ein anderes Tier) nicht richtig erfaßt; dem Naturgesetz zufolge wehrt sich alle Kreatur gegen eine solche Vergewaltigung und macht selbstverständlich Schwierigkeiten. Weil wir Menschen durch unsere Vernunft den Tieren überlegen sind oder es doch sein sollten, müssen wir uns hüten, von vornherein zu verdammen und den Fehler allein beim Tier zu suchen. Wir müssen uns vielmehr in Geduld üben und die Zusammenhänge ergründen lernen. In dieser Hinsicht will ich nun ein paar Beispiele geben. Es herrscht eine weit verbreitete Meinung, daß unter den Hunderassen die Doggen besonders unzuverlässig seien und mit zunehmendem Alter für jedermann — auch für den Herrn — gefährlich werden. Ich habe viele Doggen kennengelernt; einige waren sehr scharf, so daß mich ihre Besitzer ernsthaft vor jeder Berührung warnten. Doch selbst die aller- unnahbarste, eine alte, schwarzweiße Doggenhündin, enttäuschte meinen Glauben an die Möglichkeit des guten Umgangs nicht. Ich fand — wenn auch erst nach Jahren — den Weg zu ihr. Bis dahin übte ich mich in Zurückhaltung, gab ihrem angeborenen Mißtrauen niemals Nahrung, ließ mich allerdings auch nicht durch ihr Knurren abschrecken, und eines Tages, als ich nach monatelanger Abwesenheit wieder in jenes Haus kam, und die Dogge mich wie üblich während der ersten Stunde gar nicht beachtet hatte, kam sie dann doch plötzlich dicht an meine Seite, legte die Vorderpfote und ihren Kopf auf meine Knie und gab einen Laut von sich, dessen Herzlichkeit ich zwar nicht beschreiben kann, der aber eindeutig war in seiner Freundschaftlichkeit und in seiner Endgültigkeit. Wir werden ganz gewiß nie eine Enttäuschung aneinander erleben. Bei all meiner Sympathie zu den Hunden versichere ich, daß ich mindestens ebensoviel Anschmiegsamkeit, wie bei ihnen, auch bei Katzen erfahren habe, wobei ich allerdings zugebe, daß ich jeder Katze gegenüber vorsichtig bin in der Annäherung, einerlei, ob es sich um ein Hauskätzchen handelt oder um einen Tiger, den ich als Flaschenkind kennenlernte, und der auch im ausgewachsenen Zustand gut Freund mit mir blieb. Wenn man das Wesen der Katze berücksichtigt, erlebt man bei jeder von ihnen Treue und Beständigkeit. * Ich bin zweimal — und sogar erheblich — von Menschenaffen gebissen worden; dennoch zähle ich auch diese Geschöpfe nicht zu den schwierigen Tierarten. Bei genauerer Ueberlegung habe ich klar erkannt, daß die Schuld jedesmal auf meiner Seite war. Im ersten Fall spielte ich mit einem nach langer Krankheit genesenden, jungen Schimpansen in der Sonne; die Fröhlichkeit des Tieres steigerte sich zur Rüpelei, ich wollte bremsen, weil ich fürchtete, das allzu wilde Toben könne dem kleinen Herzen schaden. Als der schwarze „Puck" von hinten auf meine Schulter sprang, mich umhalste und zugleich einen Überschlag nach vorn auf meinen Schoß machte, hielt ich ihn fest, sagte, er solle eine Weile bei mir sitzen bleiben. Im selben Augenblick schrie der Affe wie ein ungezogenes Kind kreischend auf, und schon steckten seine Zähne in meiner Hand. Als Puck merkte, was er angerichtet hatte, überbot er sich in Zärtlichkeiten und wollte immer wieder fein Unrecht gutmachen; er drückte, streichelte meine Hand und wimmerte. Bei der anderen Verletzung lag die Ursache daran, daß ich einen Menschenaffen allzusehr bevorzugte. Der zweite, im gleichen Raume lebende, fühlte sich vernachlässigt und steigerte sich offenbar eine ganze Weile lang in einem Haß gegen mich. Als ich wieder einmal selbstvergessen mit meinem Slffenfreynb spielte, flog der andere wie ein Geschoß von irgendwoher auf- mich zu und packte, was er von mir zu fassen bekam. Seitdem sind viele Jahre vergangen, und wir drei verstehen und vertragen uns restlos. Ich nkhme Rücksicht auf den Wesensunterschied der beiden Affen, begrüße stets zuerst den Eifersüchtigen, was mir der gutmütige nicht im geringsten übelnimmt. Er vertraut meiner Anständigkeit und weiß, daß sich das Warten für ihn lohnt. 6od)fcbulnacbrid)fett. Geh. Hofrat Professor Dr. Lothar Heffter, der em. Ordinarius für Mathematik an der Universität Freiburg, vollendet am 11. Juni das 75. Lebensjahr. Heffter habilierte sich 1888 in G i e- ß e n und wurde hier drei Jahre später zum Extraordinarius ernannt; 1897 siedelte er nach Bonn über und wirkte später in Aachen, Kiel und Freiburg. 1931 trat er in den Ruhestand. Neben feinen Arbeiten über Differentialgleichungen und über analytische Geometrie ist vor allem sein 1922 erschienenes Buch „Was ist Mathematik?" sehr bekannt geworden. scheinen ebenfalls. Der Dienst dauert bis spätestens 17K Uhr. Die Führerin des IM.-Untergaues. Gez.iLiesel Göbel. Gestellung und Musterung zur Aushebung 1937. Die Polizeidirektion Gießen gibt heute eine umfangreiche Bekanntmachung heraus, die die Gestellung zur Musterung und Aushebung 1937 betrifft. Die Bekanntmachung betrifft alle männlichen Reichsangehörigen, die im Jahre 1917 geboren sind, ferner die zurückgestellten Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1913, 1914, 1915 und 1916, deren Zurückstellungsfrist abaelaufen ist, usw. Die Musterung und Aushebung finbet am 23., 24. und 25. Juni 1937 jeweils in der Zeit von 8 Uhr ab im Restaurant „Zum Burghof" (ffüher Ccffä Ebel), Burggraben 9, nach bestimmtem Plane statt. Die Bekanntmachung der Polizei enthält alle Einzelheiten, die für den Gestellungspflichtigen von Wichtigkeit sind. Die Gestellungspflichtigen tun gut daran, diese Bekanntmachung mit aller Aufmerksamkeit zu studieren. Es sei hier an dieser Stelle besonders darauf hingewiesen, daß eine Einzelladung zur Musterung und Aushebung an die Dienstpflichtigen nicht ergeht. Bildung einer kolonialpolitischen Arbeitsgemeinschaft an unserer Universität. Zu Beginn des Sommer-Semesters 1937 wurde an unserer Universität wie an den anderen deutschen Hochschulen eine überfachwissenschaftliche kolonialpolitische Arbeitsgemeinschaft gebildet. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, dos so wichtige Kolonialproblem der deutschen Studentenschaft und darüber hinaus einem weiteren Kreise des deutschen Volkes näherzubringen. Wenn Deutschland wieder seinen ihm zukommenden Platz in den Reihen der Kolonialmächte einnehmen wird, sollen alle notwendigen innerpolitischen Vorbereitungen getroffen sein. Es ist nicht zuletzt eine große und ehrende Aufgabe für die deutsche Studentenschaft, sich für dieses schöne Ziel mit allen ihr zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Mitteln einzusetzen. Diesem Zwecke dienen die verschiedenen Referate, die die koloniale Frage von ollen Seiten beleuchten, um ein möglichst komplexes Bild zu erreichen. Die Themen sind so verteilt, daß der jeweilige Redner auf seinem Fachwissen oufbauen kann. Auf diese Weise besteht die Gewähr für den wirklich wissenschaftlichen Wert der Referate. Anschließend an jedes Referat findet eine Diskussion statt, die das gewonnene Bild abrunden soll. In der ersten Sitzung sprach der Leiter der Arbeitsgemeinschaft über das Kolonialproblem im allgemeinen. Weiter wurden bisher folgende Themen behandelt: „Erwerb und Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonien", „Die Landwirtschaft in den deutschen Kolonien", „Die Kriegsschuldlüge und das Völkerrecht". In den nächsten Sitzungen werden noch folgen: „Der Bolschewismus und die Kolonien", „Die angebliche deutsche Kolonialunfähigkeit und das Rasseproblem". Zum Schluß wird der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, cand. rer. pol. Kurt Münch, eine große Zusammenfassung des Erreichten unter wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten geben. Schon heute kann man sagen, daß das gesteckte Ziel voll erreicht wird. H. R. Nie Speisekammer und die Arlaubszeit. Winke für die Hausfrau. Die Reisezeit naht, der Urlaub ist fällig. Da gibt es vor der Abreise mancherlei zu ordnen, besonders für die Hausfrau. Da wird eine in der Nähe wohnende gute Bekannte gesucht, die sich der Blumen und Tiere annimmt. Aber auch die Vorräte sollten überwacht werden! Wer noch viele Kartoffeln im Keller hat, verschenke einen Teil, denn nach der Reise sind sie vielleicht schlecht geworden, oder es werden nicht mehr so viel gebraucht. Auch die Weckbüchsen und Marmeladegläser müßen unter Aufsicht bleiben, damit bei Zeiten dem Verderben vorgebeugt werden kann. Vor allen Dingen aber achte jede Hausffau bei der Abreise auf die Verwendung sämtlicher R e st e ! Viele Wenig machen ein Diel! Wenn in jedem Stadthaushalt, dessen Mitglieder verreisen, nur ein Rest Brot verschimmelt, so ist das ein Verbrechen an unserer Volksernährung. Was wird aber mitunter bei der Abreise alles vergessen! Da WWUeiNMWkllM Dioman von Walther Kloepsser Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ach, das eilt nicht. Ist nur eine Kleinigkeit für mein Sprechzimmer; man kann doch nicht wegen jedem Pfifferling in die Stadt fahren." Es fft ihm anzusehen, daß er sich geniert. „Ich heiße Marie Auguste", sagte die Fürstin leichthin, und Fogg wußte nicht recht, was er mit diesem Namen anfangen sollte. Sie scbob eine pechschwarze Haarsträhne unter die ziebelfarbene Reitkappe und wippte die Ziaarette lässig im Mundwinkel. „Sie sind ja ein ff Reiter! Ich habe Sie vorgestern beobachtet. Sie haben meinen Verwalter ein wenig gekränkt damit." Fogg lächelte: „Ich habe mich seit jeher viel auf Pferden herumgeffneben: Vater Schmied, dann Kavallerie und später die Pampa. Wer's da nicht lernt--" Marie Auguste von Holiwa-Weißensee streichelte ihre Knie, die nicht zu rund und nicht zu spitz waren. An ihrer Hand leuchtete einsam ein großer fleischfarbener Stein. „Versprechen Sie sich viel von der hiesigen Praxis?" „Das nicht." „Dann finde ich Ihren Entschluß nicht recht verständlich. Man geht doch nicht freiwillig in die Verbannung? Schellenberg ist nichts für Sie. Sie sind doch ein Mann von Welt, mein Bester, auch wenn Sie sich augenblicklich in der Rolle eines Schmiede- grsellen gefallen. Ihren Vater habe ich übrigens aut gekannt. Der war so stark, daß er eine Eisenstang« mit den Händen krummbiegen konnte!" „Mal sehen, ob ich das auch kann", lächelte Fogg und suchte unter dem alten Ersen einen zölligen Stab hervor. Er bog ihn langsam zu Hufeisenform zusammen, schleuderte ihn in den Winkel und rieb seine Hände an einem Tuch sauber. „Sie haben sich überzeugt, es geht", lachte er. Die Fürstin hatte die kleine Gratisvorstellung aufmerksam verfolgt. Ihr Gesicht war nicht hübsch, steht ein Rest Saft in der Flasche und fängt an zu gären. Oder in der angebrochenen Geleebüchse sammeln sich Käfer und Ameisen. Dom letzten Abendbrot verkommt ein Schälchen saure Milch, ein Rest Fleisch im Topf wird bei der Heimkehr gefunden und verbreitet einen häßlichen Geruch. Im Keller liegt noch vertrockneter Salat und Gemüse oder verdorbenes Obst. Jede Hausfrau kaufe vor der Reise nur den täglichen Bedarf und den Reiseoor- rat und unterziehe die Speisekammer und die Schränke einer gründlichen Prüfung vor der Abreise. Auch das gehört zur volks- und hauswirtschaftlichen Erziehung! F. K. ** Missionar Walther über Erlebnisse in französischerKriegsgefangen- schäft. Im Rahmen einer Abendandacht in der Stadtkirche sprach gestern Missionar Walther in anschaulichen Schilderungen über seine Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft. Er schilderte vor allem die wenig menschenwürdige Behandlung, die die Franzosen den deutschen Kriegsgefangenen angedeihen ließen und betonte, daß aus diesen Erlebnissen Lehren erwüchsen für die Gegenwart und für den Kampf um die Freiheit und die Ehre unseres deutschen Volkes. Der Redner berichtete ferner über die treue Anhänglichkeit der Eingeborenen an ihre deutschen Lehrer und Missionare und wies an dieser Tatsache nach, wie sehr haltlos die Behauptung von der deutschen Unfähigkeit zu kolonisatorischer Arbeit sei. Die Ausführungen des Redners wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Aus her engeren Heimat. ri-llhr-Ladenschluß in den hessischen Landgemeinden. Nach einer Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen als Führer der Landesregierung vom 5. Juni wurde auf Grund der Arbeitszeitordnung und nach Anhören der Gewerbeauffichtsämter für offene Verkaufsstellen in Gemeinden mit vorwiegend Landwirtschaft treibender Bevölkerung der Ladenschluß bis Ende September widerruflich auf 21 Uhr festgesetzt. Angestellte und Arbeiter dürfen in der Zeit von 19 bis 21 Uhr nicht beschäftigt werden. Vom Heuwagen gestürzt. * Rödgen, 10. Juni. In unserer Gemarkung ereignete sich heute ein schwerer Unglücksfall. Die hiesige Einwohnerin Frau Margarete Schmidt stürzte von einem Heuwagen ab und erlitt dabei erhebliche Schädehverletzungen. Die bedauernswerte Frau wurde von der Sanitätskolonne vom Deuffchen Roten Kreuz Gießen in das Evangelische Schwesternhaus zur ärztlichen Behandlung gebracht. Ihr Befinden ist, wie wir von zuständiger Seite hören, zufriedenstellend. Einbrüche in Lich und Muschenheim. * Lich, 11. Juni. In der Nacht zum gestrigen Donnerstag wurde auch in unserer Stadt ein Einbruch verübt. Der oder die Diebe drangen in das Haus der Witwe eines hiesigen Arztes ein und entwendeten aus einem Keller fünfzehn Gläser eingemachter Wurst und außerdem zehn Flaschen Wein. Ein weiterer Einbruchsdiebstahl wurde in einem Hause im nahen Muschenheim verübt. Dort fielen den Dieben ebenfalls Lebensmittel, außerdem aber auch Schuhe und Kleidungsstücke in die Hände. Die Nachforschungen nach den Tätern, auf deren Konto zweifellos auch die Einbrüche in Birklar und Langsdorf zu fetzen find, find im Gange. Hoffentlich gelingt es bald, den Dieben das Handwerk zu legen, die die Bevölkerung der Orte unserer Umgebung in hohem Maße beunruhigen. Beim Baden ertrunken. Anteil an den Geschehnissen der neuen Zeit. Am kommenden Sonntag feiert Frau Elise Lösch- Horn, geb. Görlach, ihr 81. Wiegenfest. Frau Loschhorn hilft noch alle Arbeiten auf dem Felde verrichten und erfreut sich einer ganz besonderen Rüstigkeit. oo Langsdorf, 10. Juni. Gestern wurde hier — wir berichteten bereits darüber — bei der Witwe des Landwirts Otto Roth ein frecher Gin- bruchsdieb stahl verübt. Der oder die Diebe stiegen durch ein Seitenfenfter des auf der Hauptverkehrsstraße stehenden Hauses am hellen Tag ein. Es fielen ihnen etwa 200 Mark an Bargeld in die Hände. Sie konnten ungestört rauben, da alle Hausgenossen im Heu waren. Der Diebstahl wurde erst am später Abend entdeckt, als die Leute von den Wiesen zurückkamen. <£ 23 i r f I a r, 10. Juni. Am Mittwochnachmittag stattete ein übler Bursche in unserer Gemeinde einen Besuch ab. Er brach in den Anwesen Wagner und Schnabel ein, zertrümmerte die Fenster und sogar noch bei Schnabel die Haustür und drang in das Innere der Häuser ein. Hier durchstöberte er alle Tischkasten und Schränke. Dem Täter fiel aber nur ein kleiner Betrag von 1,50 Mark in die Hände. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Kreis Bübingen. ch Nidda, 10. Juni. Im benachbarten Kohden konnte vor einigen Tagen noch im letzten Augenblick ein Zusammenstoß eines Eisenbahnzuges mit einem Bauernwagen mit zweifellos schlimmem Ausgang vermieden werden. Ein Landwirt fuhr mit einem mit zwei Kühen bespannten Wagen, auf dem seine Frau saß, inmitten des Dorfes gezwungener- roeife zwischen den durch die Hauptstraße gelegten Eisenbahnschienen, als ein Güterzug an einer leichten Krümmung, aber einer Stelle mit Gefälle am Dorfeingang entgegenkam. Der Fuhrmann konnte jedoch trotz verzweifelter Anstrengungen den Wagen der sehr engen Durchfahrtsstraße halber nicht aus dem Geleise bringen, weil es ihm nicht gelang, den Winkel der Ueberquerung der Schienen groß genug zu nehmen. Der Wagen rutschte immer wieder in den Raum zwischen den Schienen. Zum Glück konnte im Zeitpunkt der höchsten Gefahr der drohende Zusammenstoß durch beherzte Männer vermieden werden, die unerschrocken zupackten unb den Wagen aus den Geleisen hoben. Kreis Schotten. + Sellnrod, 10. Juni. Die Kirchengemeinden Sellnrod, Groß-Eichen und Bodenhausen hatten für den vergangenen Sonntag zu einem gemeinsamen Waldgottesdienst eingeladen, der bei schönstem Wetter stattfinden konnte. Schon vor Beginn der Feier riefen die Klänge des Bobenhäuser Posaunenchors die zahlreichen Besucher aus den umliegenden Orten zum Festplatz unter den schattigen Buchen am Groß-Eichener Wald. So manchem Teilnehmer hat sicher der Weg durch die sonntäglichen Fluren zu diesem herrlichen Waldesdom schon eine lebendige Predigt zu halten vermocht, die dann noch besonders bekräftigt worden ist durch die Worte unsres christlichen Glaubens, die die Selln- röder Kinder feierlich vorgetragen haben. Die beiden Kirchenchöre von Sellnrod und Groß-Eichen haben mit ihrem Chorleiter Rudolf Döring (Bo- benhausen) den Gottesdienst festlich ausgestalten helfen. Den Gemeindegesang begleitete der von dem gleichen Dirigenten geleitete Posaunenchor Babenhausen. In einem Geleitwort über 1. Tim. 2, 5—6 betonte Pfarrer Zulauf (Sellnrod), daß wohl dieser gemeinsame Gottesdienst etwas neues bedeute, daß aber die drei Gemeinden schon durch Jahrhunderte geeint seien unter dem gleichen Evangelium von Jesus Christus. Im Mittelpunkt der Feier stand die Festpredigt durch Dekan Widmann aus Schotten über Worte aus dem 104. Psalm. In packenden Bildern und anschaulichen Vergleichen wußte er von der Wanderschaft des Menschen zu predigen, den der Schöpfer in all diesen Reichtum der Erde stellt. Die Predigt samt dem Gottesdienst hat sicher dazu beigetragen, das Glaubensleben unserer Gemeinden zu bereichern. Kreis Alsfeld. * Maulbach, 10. Juni. Der hiesige 70 Jahrs alte Landwirt Konrad Schmiermund erlitt bei der Arbeit auf dem Felde einen Unfall. Er fiel in eine Senfe und zog sich starke Schnittwunden und Sehnenverletzungen an der rechten Hand und am Unterarm zu. —.— Homberg, 9. Juni. Die hiesige Schütze n gi ld e veranstaltete api Sonntag ein Preisschießen. 21 fchöne und wertvolle Preise standen den wetteifernden Schützen zur Verfügung. Die ersten drei Preisträger seien namentlich angeführt: 1. Preis mit 36 Ringen Daniel Becker, Homberg: 2. Preis mit 35 Ringen Goßfelder, Homberg: 3. Preis mit 35 Ringen Georg, Ehringshausen. Infolge des günstigen Wetters war dis Beteiligung gut. Neben dem Preisschießen trug der Schützenverein Homberg gegen die Schützenvereine Ehringshausen und Otterbach einen Wettkampf im Mannschaftsschießen aus. Jede Mannschaft bestand aus vier Teilnehmern. Es wurden je drei Schuß in drei verschiedenen Anschlagsarten geschossen, und zwar liegend, kniend und stehend freihändig. Bei der ersten Mannschaft siegte die Schützengilde Homberg mit 302 Ringen vor Ehringshausen mit 295 Ringen und Otterbach mit 270 Ringen. Die zweite Mannschaft von Ehringshausen erzielte gegen die zweite Mannschaft von Homberg 320:283 Ringe. Die ersten Mannschaften wurden mit diesem schönen Ergebnis erheblich Überboten. LPD. Schlitz, 10. Juni. In der neuen Schützer Schwimmanlage ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der siebenjährige Sohn des Brauereiarbeiters B r ö s k e versuchte im Nichtschwimmerbecken zu tauchen. Dabei ging der Junge inmitten der andern badenden Kinder unter und ertrank unbemerkt. Als man ihn nach einer halben Stunde vermißte und aus dem Wasser zog, waren alle Wiederbelebungsversuche vergeblich. Landkreis Gießen. = Mainzlar, 10. Juni. In den hiesigen Didierwerken fand ein Betriebsappell statt. Der Führer des Betriebes verkündete die Betriebsgemeinschaftsfahrt nach Heidelberg, die am 26. Juni ftattfinben soll. Die Teilnehmerzahl dürfte etwa 800 betragen. * Daubringen, 10. Juni. Aus der 4. Reichs- nährftandsausstellung in München errang Dr. E. Buding vom Hofgut Heibertshausen mit 20 Wertmalen den besten Preis der für Markenmilch zu vergeben war und zwar den 1. Preis in Form einer silbernen Preismünze und Ehrenurkunde. cx> Eberstadt, 11. Juni. Am heutigen Freitag feiert Frau Maria Bender, geb. Görlach, ihren 8 4. Geburtstag. Die Jubilarin ist körperlich und geistig noch rüstig und nimmt regen Zum 1. Male „Weidig-VerM". 600 Wettkcimp»»r auf dem Schrenzer bei Buhbach. Am 23. Februar d. I. waren es hundert Jahre, daß der Butzbacher Pfarrer und Rektor Dr. Friedrich Ludwig Weidig, ein wackerer Streiter für den Gedanken der deutschen Einheit und Freiheit und ein Vorkämpfer völkischer Leibeserziehung im Jahnschen Sinn, einen tragischen Tod fand. Der Kreis Friedberg des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen veranstaltete gemeinsam mit der Stadt Butzbach im Februar d. I. eine eindrucksvolle Weidig-Gedenkfeier und verkündete durch den DRL.- Kreisfuhrer SA.-Obersturmführer 011 e r b e i n (Friedberg), daß ein neues Bergfest des Hessen- gaues in Zukunft auf den Namen des „hessischen Turnvaters", der schon 1814 mit seinen Schülern auf dem Schrenzer turnte, lebendig erhalten solle unter unserer Jugend. Am Samstag und Sonntag findet nun das gauoffene Weidig-Bergfest zum ersten Male statt. Wir haben auf die Festfolge schon hingewiesen und dabei gesehen, daß man in der Gestaltung des Bergfestes weit über das rein Sportliche hinausgeht apiEM——i—maMi in ............... (Deutscher Bergabend am Samstag auf dem Schrenzer, hessischer Volkstumsabend am Sonntag auf dem Butzbacher Marktplatz) und dem neuen hessischen Heimatsest das Gepräge eines wirklichen Volksfestes gibt. Zu den volkstümlichen Einzel-Mehrkämpfen am Sonntagvormittag haben sich in den verschiedensten Altersklassen rund 600 Turner und Sportler gemeldet, ein Beweis dafür, daß der Bergfestgedanke lebendig ist im Hessengau. Auch die Mannschafts- Sonderkämpse haben ein gutes Meldeergebms. Die Wanderpreise tragen die Namen verdienter Butzbacher Männer, die in her Geschichte der heimischen Leibesübung besonders hervorttaten. 1. Weidig - Wanderpreis (gestiftet von der Stadt Butzbach): 4 mal 100-Meter-Pendelftaffel für Männer. Fr. L. Weidig wird mit Recht als der „hessische Turnvater" bezeichnet: der Schrenzer, wohin er mit seinen Schülern zu Kamps und Spiel zog, zählt zu den ältesten deutschen Turnplätzen. nicht häßlich, aber sehr reizvoll für Männer. Disziplin und Gehenlassen stritten darin. Marie Auguste fand, daß Fogg ein Mannsbild sei und kein Schwätzer und Suitier, wie sie sie zu Dutzenden kannte. Es wäre nett, so einen Mann öfter um sich zu haben ... „Sie haben hier keine Zukunft. Das müssen Sie doch begreifen? Wie wäre es mit Prag? Ich habe Beziehungen, ich habe Bekannte, ich könnte Ihnen die Wege ebnen", sagte sie lockend und fuhr mit der Zugenspitze über ihre Oberlippe, die einer purpurnen Vogelschwinge glich. „Sie sind sehr liebenswürdig, Fürstin. Aber es geht nicht. Ich habe hier Verpflichtungen. Moralische gewissermaßen." Und er besann sich auf das Dorf, auf seine Kameraden, die Kuhleiten. „Später, vielleicht." „Später ist meistens zu spät. Das sollten Sie bedenken." „Sie vergessen, daß Schellenberg meine Heimat ist!" „Wie Sie wollen. Ich muß jetzt gehen", sagte sie enttäuscht und glitt von ihrem Sitz. „Vielleicht besuchen Sie mich einmal zum Tee? Auf Wiedersehen, Doktor." Sie schritt mit steilem Kopf hinaus, band den Trakehner los unb ritt von bannen. Fogg sah noch lange ihre ziegelfarbene Kappe zwischen ben Wiesen leuchten. Der Marti führte ben Stier Ajax auf der Straße nach Büchlkam. Der Ajax war ein großes Tier, eine Pracht von einem Bullen, schwarzweiß gescheckt, und trug eine Binde aus Rupfenleinwand über den Augen. Der Marti rauchte eine Zigarette — die Holzpfeife benutzte er in der letzten Zeit gar nicht mehr, und bas hing mit ber Anna zusammen —, ließ fich's wohl sein und pfiff dazwischen. Ein Motorrad knatterte in der Ferne heran, war da unb schoß vorüber, eine Fahne von Benzingestank hinter sich herschleifenb. Der Stier, ber winters über im warmen Stall geftanben war, kannte unb schützte solche Geräusche und Gerüche nicht. Er riß sich los, warf den Marti über den Haufen und stürmte davon. Er bumste an einen Apfelbaum am Straßenrand, scheuerte sich die rupfens Haube vom Kopf, blinzelte tückisch und schnob bampfenb den Atem von sich. Auf seinen feuchten Nüstern saßen ein paar kleine Fliegen, die ihn kitzelten. Der Marti brüllte, unb ber Stier schoß auf bas Dorf zu. Das Mädchen Anna, das gerade eine Zaunlatte feftnageln wollte, schrak auf, sah das Tier heran- brausen, und ein kurzer spitzer Schrei enffuhr ihr. Denn Ajax hatte Richtung auf einen Haufen spielender Kinder, die sich vor einer nahen Scheune tummelten. Große und kleine, und die kleinen machten weit mehr Lärm als die großen. Himmel, die Kinder! schoß es ihr durch ben Kopf, unb was bann kam, tat sie aus purem Instinkt unb ohne rechte Ueberlegung. Sie schnellte auf, die neue Zaunlatte in der Hand, und dem aus Rand und Band geratenen Ajax entgegen. Das Tier war im Nu da, und Anna kam gar nicht dazu, nach der Halskette zu fassen. Aber etwas anderes geriet ihr in die Hand — der waagrecht abstehende Schweif, der von Aufregung unb Unternehmungslust zeugte. Diesen Schweif hielt sie mit ber Linken fest, ließ sich schleifen, und mit ber Rechten trommelte sie auf bie Hinterseite von Ajax los, bis bie Latte abbrach. Die Hiebe hätte ihm nicht viel ausgemacht, aber das ungewohnte Anhängsel an seinem Schwanz brachte ihn aus der Fassung. Er ließ von seinem bisherigen Ziel ab unb jagte mehr erschreckt als wütend die Dorfstraße entlang, bog in den Gfod- mairhof ein unb blieb schnaufend und zitternd vor der geschlossenen Stalltür stehen. Die Anna rappelte sich hoch, ließ den Schweif wie einen Strick fahren unb schnaufte gleichfalls. Der Bürgermeister, ber gerabe beim Sensendengeln war, kam aus dem Schuppen gerannt, nahm seinen Ajax an der Halskette unb führte das verdutzte Tier in den Stall. Dann kümmerte er sich um die Anna, die ein bißchen taumelte und ihre zerrissene Kleider untersuchte. Auch der Marti humpelte in ben Hof. „Hast dir weh getan, Anna?" forschte der alte Gsodmair. „Ich glaube, nicht. Nur die Schuhe sind hin und bie Strümpfe", gab sie zur Antwort unb war etwas weiß um bie Nase herum. „Wart, ich hol' bir einen Schnaps", sagte ber Gsobmair. „Du bist mir ja eine ganz Tapfere, du Spatz. Was hat's denn überhaupt gegeben, Marti? Ich sag's ja: Wenn man nicht alles selber macht!" „Du hättest den Ajax auch nicht halten können", verteidigte sich der Marti. „Er ist halt wild geworden wegen so einem Motorradfahrer, so einem damischen. Die Kerle machen ja einen Krach mit ihren Stinkkarren ... (Es ist Ihnen doch hoffentlich nichts passiert, Fräulein Anna? Ich versteh' den Ajax nicht: er fft sonst ganz handsam, und ein Kind kann ihn führen." Die Anna lachte schon wieder. Recht behaglich war es ihr allerdings nicht zumute. Das vorhin war doch allerhand Schrecken gewesen, auch der eine Fuß brannte wie das höllische Feuer. Sie nippte an dem Schnaps, sagte „Danke schön" und hinkte heim. Der Marti wollte sie der Sicherheit halber zwar begleiten, aber sie ließ das nicht zu. Fogg, den schreiende Nachbarn schon unterrichtet hatten, kam dem Mädchen entgegen. „Na, so was! Das hätte schief aus geh en können, Anna. Bandelt dieser Racker einfach mit einem Stier an! Mir hat es einen ordentlichen Riß gegeben, als mir die Leute das erzählten." „Ich kann doch nicht zugucken, wie er die Kinder über den Haufen rennt!" entschuldigte sie sich. „Natürlich nicht. War alles sehr brav von dir. Ich rede ja bloß von der Angst, die ich um dich ausgestanden habe", sagte Fogg degüttgend. „Da, hänge bei mir ein. Bist du verletzt?" „Ein paar Schrammen. Ich glaube nicht, daß es etwas Ernstliches ist, Josi. Mal wieder Glück gehabt." Daß Josi um sie Angst ausgestanden hatte, war eine wunderschöne Sache. Im Hausgang machte sie sich ein bißchen schwer unb ließ sich auf das Lebersofa im Wohnzimmer tragen, ein ungekannter unb ganz durchdringender Genuß. Fogg bemühte sich voll Zartheit unb Besorgnis um sie. Er wusch bie Kratzer aus, betupfte sie mit Jod, holte ihr neue Strümpfe unb Schuhe. Kurz, er war ungeheuer nett unb aufmerksam zu ihr, gerabezu brüderlich. Später setzte er sich neben sie, streichelte ihre Hand, bie auch eine Spur abgekriegt hatte unb nun einen rosaroten Heftpflastertupfen besaß Unb plötzlich, Anna wußte selbst nicht, wie bas kam, warf sie mit einer leidenschaftlichen Bewegung bie Arme um seinen Hals unb küßte Foga auf ben Mund. In diesem überraschenden Kuß lag alles, was sie an Drang und Sehnsucht unb Verliebtheit zu geben hatte und seit Wochen in sich herumtrug. Fortsetzung folgt 2. Moritz • Kuhl • Wanderpreis (gestiftet von einem turnfreundlichen Spender, der nicht genannt fein will): 10 mal 100-Meter-Pendel- Staffel für die Jugend. M. Kuhl, ein Schüler Wei- digs, gründete die Butzbacher Turngemeinde 1846, war Mitbegründer des Feldbergfestes (1844), nahm an der Gründung der Deutschen Turnerschaft 1860 in Coburg teil und war lange Jahre der erste Kreis- vertreter des Mittelrheinkreises der DT. 3. Albert - Wämser ■ Wanderpreis (gestiftet vom Turn- und Sportv. 1846 Butzbach): 4 mal 100-Meter-Pendelstaffel für Frauen. Prof. Albert Wämser war Turnwart und Dereinsführer in Butzbach, Mitglied des Kreisausschusses des Mittelrheinkreises der DT., Begründer der Mittelrheinischen Turnzeitung und ein anerkannter Förderer des Frauenturnens. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) ft J. in £. Das Befahren des . Bürgersteigs in der Obergasse mit Fuhrwerk ist verboten; nur ganz besondere, zwingende Umstande können im Einzelfall das Befahren des Bürgersteigs ganz ausnahmsweise rechtfertigen. Im übrigen Dürfte es sich empfehlen, Ihre Anregung an die zuständige Bürgermeisterei und den Ortsbauernführer mit der Bitte um weitere Veranlassung weiterzuleiten. Wirtschaft. Berlin — Frankfurt a. IR. Devisenmarkt Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschiossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v $).. Lombardzinsfuß 5 v H. _______ Nhein-Mainifche Börse. Mittagsbörse überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 10. Juli. Während im Großverkehr des Aktienmarktes das Ge- schäft fast völlig darniederlag, erhielt sich im Frei- verkehr nach einzelnen Spezialpapieren weiterhin erhöhtes Interesse, und auch am Einheitsmarkt der Jndustriepapiere lagen in Spezialpapieren weitere Kundschaftsaufträge vor. Bei sehr schwacher Publlkumsbeteiligung und der anhaltenden Zurückhaltung der Kulisse schwächten sich die fortlaufend gehandelten Werte überwiegend leicht ab. Der heutige Steuertermin dürfte hier und da kleine Abgaben ausgelöst haben. Don Montanwerten lagen nur Rheinstahl 0,65 v. H. freundlicher mit 157,65, die übrigen Werte gingen von 0,25 bis 0,50 v. S). zurück, Klöckner mit 138,50 behauptet. Weiter gedrückt war auch die Farben-Aktie mit 163,50 (164,50), Scheideanstalt unv. 263. Elektropapiere konnten sich ziemlich gut behaupten, schwächer jedoch AEG- mit 42,50 (43). Maschinen- und Moto- renmerte bröckelten bis 0,50 v. H. Reichsbank um 1 v. H. auf 214,50 ab. Fest waren dagegen weiter Bank für Brauindustrie mit 137,75 (136,50), gut behauptet außerdem Bemberg mit 133,75 (133,50) und Feinmechanik Setter blieben zu 102,25 (102) gesucht. Don Freiverkehrswerten erhöhten sich Schuh Berneis auf 60 bis 60,50 (59), Rastatter Waggon auf 40 (38,50), dagegen Adlerwerke Kleyer bei lebhafteren Umsätzen 115,75 bis 115,50 (115,75). Der Rentenmarkt war weiter still. Reichs- altbefitz 0,25 v. H. freundlicher mit 126,50 Reichsbahn-Dorzugsaktien plus 0,13 v. H. auf 125,50, Kommunal-Umschuldung unv. 94,15, ebenso Städte Altbesitz mit 130 bis 130,50. Im Verlaufe war die Entwicklung nicht ganz einheitlich, überwiegend traten aber bei sehr kleinen Umsätzen noch kleine Rückgänge ein. Matt lagen Westdeutsche Kaufhof mit 61 nach 62,65 (62,75), obwohl aus der heutigen Bilanzsitzung noch nichts vorlag. Leichte Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H. traten sodann für die meisten Montanwerte ein, während sonst kaum Zweitnotierungen erfolgten. Don später zur Notiz gekommenen Papieren büßten MAN. 1,50 d. $). auf 133, -arpener ebensoviel auf 172 ein, auch sonst überwogen Rückgänge bis 0,75 o. $). Am Einheitsmarkt blieben besonders Brauerei- werte gesucht, die vielfach gestrichen Geld notierten. Renten lagen weiter still und behauptet. Liquidationspfandbriefe der Gemeinschaftsgruppe bröckelten bis 0,13 v. H. ab, die übrigen lagen ebenso wie Goldpfandbriefe und Kommunal-Obli- gationen unverändert. Auch Stadtanleihen behauptet, 4,50 v. H. Darmstadt von 26,50 v. S). erholt mit 97,50. Tagesgeld etwas gesucht und 2,50 (2,25) v. 5). Abendbörse still und behauptet. Da die Unternehmungsunlust fortbestand, hatte auch die Abendbörse auf allen Gebieten nur kleines Geschäft. In den meisten Fällen waren die notierten Kurse nominell. Die Tendenz war aber nicht unfreundlich, auch erfolgten keine weiteren Abgaben. Während gegen den Berliner Schluß die Kurse überwiegend gut behauptet lagen, stellten sich gegen den hiesigen Mittagsschluß noch meist leichte Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. S). ein. Westdeutsche Kaufhof von dem Ergebnis der Bilanzsitzung nicht sonderlich berührt, jedoch 0,50 v. H. höher mit 61,50 gefragt. Etwas höher lagen ferner Rheinmetall- Borsig mit 151,13 (150,50), Moenus Maschinen mit 119,50 (119,25), andererseits Mannesmann 123 (124), Rheinstahl 157 (157,65), IG. Farben 136,13 (163,25), Licht & Kraft 154,25 (154,75), Goldschmidt 140,50 (141). Am Einheitsmarkt fliegen Spinnerei Ettlingen auf die Bilanzziffern auf 105 (101,50) und Schantung tarnen nach eintägiger Pause mit 122 (117) zur'Notiz. Der Rentenmarkt lag ruhig, Altbesitz nicht ganz behauptet mit 126,40 (126,50), 4,50 v.H. Frankfurter Hyp. Gold R 1 bis 4 unv 99,50, Kommunal-Umschuldung unv. 94,15, 4,50 v. H. Krupp 99,65 (99,75). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Juni. Auftrieb: Rinder 801 (gegen 864 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 86 (134) Ochsen, 120 (134) Bullen, 457 (449) Kühe, 138 (147) Färsen. Kälber 504 (381), Hämmel und Schafe 15 (26), Schweine 84 (147). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht m Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 32 bis 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 38 bis 39 (39), c) 34 (34), d) 27 (—). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (30 bis 33), d) 18 bis 25 (15 bis 25). Färsen a) 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (40), c) 33 bis 35 (33 bis 35). Kälber a) 61 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hümmel b2) 50 bis 53 (48 bis 50). Schafe nicht notiert. Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50); Sauen gl) 54 (54), g2) 52 (52). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 419: Ausdehnung der Oslokontingente auf deutsche Waren. — 420: Güterverkehr von Ausland zu Ausland im Durchgang durch Deutschland — Frachtzahlung. — 421: Güterverkehr Deutschland—Rumänien — Frachtzahlung und Nachnahmeoerbot. — 422: Deutsch- und litauisch- lettisch-estischer Güter- und Tierverkehr — Nachnahmeverbot und Frachtzahlung. — 423: Polnisch- oberschlestsch-deutscher Verbandsverkehr — Nachnahmen und Frachtzahlung. — 424: Beschlüsse der Ständigen Tarifkommission. — 425: Einzahlungskurse für Postanweisungen aus Deutschland nach dem Ausland. — 426: Anordnung Nr. 8 der Ueder- wachungsstelle „Chemie" (Lieferung und Bezug von Terpentinerzeugnisfen) vom 9. Juni 1937. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abende börse Schluß, kurs Schlußk Mittag. börse Darum 3 6. 10.6. 9-6. 10-6. Accumulatoren-Fabrik...... 12 — — — 234 AKU’Xhinftietbe .......... 0 *■ "■ Aschaffenburg Zellstoff...... Bemberg................. .. 3 .. 0 142 133,5 141 133 142,25 133.4 141,25 132,75 Bekula................... .. 8 166,65 165 166 165,75 Buderus Eisen............. .. 4 128,75 128,5 128,5 128,5 Gement Heidelberg......... .. 7 158,75 158,5 — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — Ghade A.-C................ .. 9 — — — — Gonti Gummi............. 11 189 188,5 190 — Daimler Motoren.......... .. 5 139 138,5 138,75 138,75 Dessauer GaS............. .. 4 —— — 120,65 119,75 Deutsche Erdöl ............ .. 5 156,5 155,5 156,5 155,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 263 263 — — Deutsche Linoleum......... 10 166 164 166 164 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,5 135,5 135,5 135,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 155,5 154,25 155,25 155 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 164,25 163,13 164,4 163 sielten & Guilleaume....... .. 6 138,65 139 138,75 139 Gessürel.................. .. 6 155,4 155 155,9 155,5 Th. Goldschmidt ........... .. 5 142 140,5 142,4 140,25 Grihner Maschinen......... .. 0 59,65 60,9 60 61,25 171,75 Harpener................. 2'4 173,5 171,75 173 Hoesch Eisen............... 8 V, 127,5 127 127,5 126,75 Philipp Holzmann......... .. 6 151,25 150 151,25 150,4 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 175 — Ilse Genüsse.............. Kal! Aschersleben.......... .. 6 141,5 141 141 142 .. 5 116,5 115-9 116,5 116,25 filödnetroerfe ............. 4¥i 138,5 138 138,5 137,5 Koköwerke und Ebemische Fabrik 6 — — 157,75 156,75 Lahmeyer................ .. 6 126,25 125,25 126,4 125,25 Main kraft................. .. 4 98,25 98,75 — — .. 3 124,25 123 124 122,4 Mansfelder Bergbau....... 6'4 160,25 157,5 161 158,65 Metallgefellschast........... .. 5 154,5 153,5 154,65 152,75 Orenstein & Koppe!........ .. 0 — — 110,65 109 Rheinische Braunkohle...... . 12 234,25 —— 232,75 232,13 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 135,5 134 135,5 Rheinstahlwerke............ .. 6 157 157 157.75 157 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 134 133,13 134 133,75 Rütgerswerke ............. .. 6 149,5 149 148,65 148 Salzdetfurth Kali.......... l¥i 157 154 156 154 .. 6 171,13 170,75 171,5 170,65 Schultheis Patzenhoser...... .. 4 103,13 102,25 Siemens & Halske......... .. 8 219 — 220 220 Süddeutsche Zucker......... . 10 203,5 203,5 204 203,75 bereinigte Stahlwerke...... Wt 122,75 121,9 122,65 121,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. U 62,75 61,5 63 61,65 .. 5 116,75 163,5 115,75 162,75 115,5 162,75 115,75 Zellstoff Wal'dhof.......... .. 6 161,5 . 0.6 32*, 75 32,13 32,5 32 Frankfurt a. M. | Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk Mittag' börse Datum 9.6 10 6 9.6. 10.6. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,75 101,65 101,65 101,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99 6yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 105 105