187. Jahrgang Auslese und Leistung Reiches b i e Ich habe mit dem Reichsleiter der DAF. im Zusammenhang mit dem diesjährigen Reichsberufswettkampf ein Uebereinkommen geschloffen, das aus den Erfahrungen, die aus der praktischen Zusammenarbeit zwischen der DAF. und der HZ. in den vergangenen Jahren gewonnen wurden, die praktische Konsequenz zieht. Ich habe als Jugendführer des Deutschen empfangen und begrüßen Hitler-Jugend und Werk- scharen gemeinsam den Gauleiter vor dem Kurhaus, wo der Gauleiter in der Hauptveranstaltung des Gaukulturtages den zukünftigen Weg der Kulturarbeit im Gau Hessen-Nassau umreißen wird. Anschließend spricht der Gaupropagandaleiter, Landeskulturwalter Wilhelm Mül« ler-Scheld. In diesen Ausführungen erhalten alle im Gau kulturelltätigen Persönlichkeiten eine Fülle von neuen Richtlinien und Anregungen, so daß von dieser Tagung eine neue Belebung des kulturellen Lebens im Rhein-Main-Gau ausgehen wird. Am Sonntagnachmittag findet im Deutschen Theater eine KdF.-Veranstaltung des Lustspieles „P e « termann fährt nach Madeira" von A. Hinrichs statt. Den Abschluß des Gaukulturtages bildet der Volkstumsabend „altes und junges Volkstum um Rhein und Main". Generalinspekteure derOrdnungspolizei Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei hat für die am 1. Sept. 1936 eingesetzten Generalinspekteure der Ordnungspolizei eine Dienstanweisung erlassen. Generalinspekteur der Schutzpolizei ist Generalmajor der Schutzpolizei Siebert, die Geschäfte werden durch seinen Stellvertreter, Oberst Mülverstedt, wahrgenommen. Generalinspekteur der Gendarmerie und Gemeindedeutschen Jugend der DAF. feierlich übertragen. Ich werde die Jugend aufrufen, sich ihrer berufserzieherischen Pflichten im Rahmen der DAF. zu unterziehen, weil die DAF. in Zusammenarbeit mit der Jugendbewegung Adolf Hitlers unter Beweis gestellt hat, daß sie praktisch in der Lage ist, berufserzieherische Arbeit zu leisten. Denn die DAF. ihre von der ganzen Welt bewunderte Leistung vollbringen konnte, so ist es eine nationalsozialistische Pflicht, daß ich meinerseits die Jugend aufrufe, allein der DAI. ihre Berufserziehung zu ü b e r l a f f e n. Berufserziehung der einheitliche Auffassung des Leiters der Deutschen Arbeitsfront und des Jugendführers des Deutschen Reiches über die Grundgedanken der Berufser- ziehung bestätigt aufs neue die gemeinschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und der HI., die sich auch bisher in der Praxis des Reichsberufswettkampfes bewährt hat. Sieben Adols-Hitler-Schulen werden am 1. April eröffnet. Gleichzeitige Durchführung des Gesetzes über die HI. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Die die Dienststelle des Jugendführers des Deutschen Reiches mitteilt, wird die im Gesetz vom 1. Dezember 1936 über die Hitlerjugend verkündete Oberste Reichsbehörde zum 1. April 1937 ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Durchführungsbestimmungen dieses Gesetzes sowie die übrigen amtlichen Verordnungen sind bereits ausgearbeitet und werden nach diesem Zeitpunkt in Kraft gesetzt. Zur Zeit sind die Vorbereitungen der Reichsjugendführung zur E r - faffung des Jungvolk - Jahrganges 1 9 2 7 in vollem Gange. Die Eingliederung des neuen Jahrganges in die Reihen der nationalsozialistischen Jugendbewegung erfolgt zum Geburtstag des Führers. Ferner verlautet, daß zur Errichtung der Adolf-Hitler- Schulen nach neuerlichen Besprechungen zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Baldur von Schirach ebenfalls zum 1. April 1937 die ersten Klaffen von sieben Adolf-Hit- ler-Schulen eröffnet werden. I Feierliche Eröffnung des Reichsberufsweitkampfes der deutschen Jugend Ur.35 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 11. Zebruar 1937 t _ - ___. - Ä Annahme von Anzeigen S'ÄS £ ...... *<. . . . ♦ . . .. «!»=;: Än"’ Familienblättei ß W ■ iW HV Grundpreise für l mm höhe jÄsss. IIIIVHr 11r I zJI 11Alk IIIIlI suasä s,s*: s K/IVI ■V'IWV Iw IVwvlV-V »» Ü? wÄSS Kf V ■*r ZDL General-Anzeiger für Oberhessen ßMZ richten: Anzeiger Gießen VW 1 • behördliche Anzeigen 6Rpf. gtannurttttin 11686 Druck und Verlag: Srühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steindruckerei B. Lauge in Sieben. Schristieitung und Seschäfisftelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabfchlüfi-Staffel ö Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Erziehung zur Leistungsgemeinschast -es deutschen Volkes. Enge Zusammenarbeit zwischen Hitler-Jugend und Deutscher Arbeitsfront. Deutscher Sängerbund in Jugoslawien; Otto Brien, Concepcion, Bund deutscher Gesangvereine in Chile; Karl Herschel, Sao Paulo, Deutscher Sängerbund Brasilien; Dr. S e y f f a r t h, Brooklyn, Sängerbund in den Vereinigten Staaten; Ernst Römer, Usakos, Südwestafrikanischer Sängerbund. Oie Kulturarbeit im Gau Hessen- Nassau. Die Wiesbadener Kulturtagung. NSG. Die bereits mehrfach angekündigte große Kulturtagung des Gaues Hessen- Nassau, die am kommenden Samstag und Sonntag in Wiesbaden stattfindet, erhält bereits am Samstag einen großartigen Auftakt durch die Betriebsfeierstunde in einem Mainzer Werk, die verschiedenen Sondertagungen und das große Richard-Wagner-Konzert aus Anlaß der 54. Wiederkehr des Todestages des großen deutschen Meisters. Der Sonntag, in dessen Mittelpunkt die Ausführungendes Gauleiters über die Gestaltung der Kulturarbeit in unserem Gau stehen, wird von einer großen Morgenfeier der Hitler-Jugend im Kurhaus eingeleitet. Bei dieser Feier wird Obergebietsführer C e r f f vorn Kultur- und Ruiürfunkamt der Reichsjugendführung über die kulturellen Aufgaben der HI. sprechen. Nach der Morgenfeier Der Reichs jugeüdpressedienst teilt mit: Generaloberst Göring, der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, hat kürzlich dazu aufgerufen, daß jeder dazu beitragen soll, den V i e r - jahresplan Wirklichkeit werden zu lassen. Um ihrerseits zu helfen, haben der Reichsorganisationsleiter und Reichsleiter der DAF., Dr. Robert Ley, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, auf dem für den Vierjahresplan so wichtigen Gebiet der Berufserziehung der deutschen Jugend in einer Unterredung ihre einheitliche Auffassung niedergelegt. Nach dem Gesetz vom 1. Dezember 1936 über die Hitler-Jugend ist die gesamte deutsche Jugend in der HI. erfaßt. Ihre körperliche, geistige und sittliche Erziehung außer Elternhaus und Schule ist dem Jugendführer des Deutschen Reiches übertragen worden. Sie wird in Zukunft auf allen Lebensgebieten total für die Gemeinschaft des Volkes ertüchtigt. Der Jugendführer des Deutschen Reiches widmet feine besondere Aufmerksamkeit der beruflichen Leistungssteigerung. Er wird die deutsche Jugend aufrufen, sich den Maßnahmen der beruflichen Ertüchtiguna in ä er DAF. zu unterziehen. Die Deutsche Arbeitsfront ist die zuständige Organisation für die Berufserziehung. In der Verfügung des Führers vom 24. Oktober 1934 heißt es, daß es die Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront ist, eine wirkliche Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen zu bilden und dafür zu sorgen, daß jeder einzelne feinen Platz im wirtschaftlichen Leben der Nation in der geistigen und körperlichen Verfassung einnehmen kann, die ihn zur höchsten Leistung befähigt und damit den größten Nutzen für die Volksgemeinschaft gewährleistet. In dieser Verfügung heißt es weiterhin, daß die Deutsche Arbeitsfront für die Berufsschulung Sorge zu tragen hat. Die sozialismus wahrgemacht. Unter begeifterten Kundgebungen der Jugend schloß der Reichsjugendführer mit dem Ruf: „Mit Gott für Deutschland, mit Gott für Adolf Hitler!" Heichsorganisationsleiier Dr. Ley stellte an den Beginn seiner Rede drei Grundsätze, die von der deutschen Jugend mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden. „Die Menschen- führung ist Sache der Partei, die Partei wacht eifersüchtig darüber, daß keine andere Institution sich in dieses ihr Recht einmischt, und sie ist auch nicht gewillt, mit irgendeiner Institution diese Menschenführung zu teilen." Als zweiten Grundsatz verkündete er: „Die Erziehung d e s deutschen Volkes gehört alleinder Partei, die Erziehung der Jugend gehört allein der HI." Dr. Ley erinnerte daran, daß der Satz des Führers, Jugend müsse durch Jugend geführt werden, umstürzend bis in allerletzte Tiefen sei, aber nur durch feine Erfüllung sei eine solche totale Betreuung der deutschen Jugend möglich geworden, die es noch nie gegeben habe, weder im deutschen Volk noch sonstwo in der Welt. „Ich erkläre es offen", rief Dr. Ley unter stürmischem Beifall aus, „für mich gibt es in Deutschland für die deutsche Jugend nur zwei Erziehungsmomente: Das Elternhaus und die HI.!" Lange Zeit habe man der HI. jeden erzieherischen Wert absprechen wollen, durch die Tat habe jedoch die HI. bewiesen, daß sie den einzigen und alleinigen erzieherischen Wert neben dem Elternhaus darstellt. Als dritten Grundsatz schließlich betonte Dr. Ley den Wert des Wettkampfes, des Wetteifers als des besten Erziehungsmoments. „Wir wollen die Menschen in unserem Lande wetteifern lassen, sie dadurch zur höchsten Leistung bringen, wir wollen eine natürliche Auslese treiben." Besondere Dankesworte widmete Dr. Ley dem Obergebietsführer Axmann, der im Reichsberufswett- kampf etwas aufgebaut habe, was in der Welt noch nicht da war. Stehend hörten die Tausende deutscher Jungen und Mädel das Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler, mit dem Dr. Ley seine Ausfüh- r urigen schloß: „Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler. Wir glauben, daß der Nationalsozialismus der alleinseligmachende Glaube unseres Volkes ist. Wir glauben, daß es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt und lenkt und fichtbarlich segnet, und wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit ein Fundament feiner Existenz habe. Adolf Hitler — Sieg-Heil!" Mit dem Liede „Unsere Fahne flattert uns voran" fand die eindrucksvolle Eröffnungskundgebung zum Reichsberufswettkampf 1937 ihr Ende. Zum vierten Male findet in Deutschland der Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend in der Form einer über das ganze Reich einheitlich durchgeführten Veranstaltung statt. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, und der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach I Berlin 10 Febr. (DNB.) Mit einer Kundhaben dazu in gemeinsamer Kundgebung m Berlin qebun im Sportpalast wurde der 4. Reichsberufsaufgerufen. Weitere große Versammlungen von » f ber deutschen Jugend eröffnet. Reichszentraler Bedeutung, in denen die Arbeitsfront als oraanisationsleiter Dr. Ley und der Jugendführer die Vertretung der schaffenden Deutschen gemeinsam öß5 Deutschen Reiches, Baldur v. S ch i r a ch, wur- mit der Jugend die Bedeutung des Wettkampfes ben DOn einem Spalier von Fackelträgern der HI. demonstriert, sind m Hannover, F r a n k f u r t a. M. erwartet. Zahlreiche Vertreter von Staat, Partei, und Bochum vorgesehen. Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst nahmen an der Tur Leiter des Reichsberufswettkampfes, Oderge- sundaebuna teil bietsführer Axmann sagt in einem Geleitwort: Nimogeoung lern „In Deutschland braucht die Jugend nicht angetrie- Der ReichSjUgeNdfUyrer ben zu werden. Sie bekennt sich vielmehr selbst 3>nfSlir toon zum Leistungswettbewerb". Damit ist die große -OQlDlir vOU ideelle Bedeutung der Veranstaltung, die vom 14. ^igte, daß das, was manchen Leuten bei der Er- bis 28. Februar mit den örtlichen Wettbe- bffuung fces ersten Reichsberufswettkampfes als w e r b e n der einzelnen Berufszweige einsetzt, rich- g^sichtsloser Versuch erschien, heute stolze tig hervorgehoben, hier soll keinem Antreibersystem r a d i t i o n und Wirklichkeit geworden ist, nach der Art des Stachanow in Sowjetrußland das aU5 bem Leben der deutschen Nation nicht mehr Wort geredet werden, sondern eine freiwillige Auf- fortzudenken sind Er dankte der DAF. für ihre un- gabe übernommen sein, die aus der Freude entwegte treue und selbstlose Mitarbeit an dieser am Beruf und aus bem Stolz der e i g e = I größten erzieherischen Aktion, die die Menschheit nen Leistung entspringt. kennt. Besonders dankte er Dr. Ley dafür, was Die Veranstalter des Wettkampfes haben aus den bie|er jm Rahmen des Berufswettkampfes und dar- Erfahrungen gesammelt. Begonnen wurde mit der über ^naU5 für die deutsche Jugend seit vielen zentralen Werbung für das große Unternehmen, Jahren geleistet habe. Der schönste Dank, den die die schon am Schluß des Jahres 1936 stattfand. i Fugend der DAF. und ihrem Leiter abstatten könne. Damit wurde in der Jugend aller Berufszweige das ba^ sich für den diesjährigen Berufswettkampf Interesse für den Wettkampf geweckt, aber auch z Millionen freiwillige Teilnehmer Meister und Unternehmer darauf aufmerksam ge- gemeldet haben. Der Reichsjugendführer erklärte: macht. Für die Leiter der örtlichen Kämpfe fanden • schon im Januar besondere Schulungstagungen statt, in denen die Richtlinien und Anweisungen genau durchgesprochen wurden. Die Berufe sind in die 18 Reichsbetriebsgemeinschaften der Deutschen Arbeitsfront gegliedert. Innerhalb dieser Gruppen aber bestehen Hunderte von verschiedenen Berufen kaufmännischer und handwerklicher Art, gibt es gelernte und angelernte, ungelernte und Hilfsarbeiter. Lehrlinge, die im ersten und solche, die schon im letzten Jahre ihrer Lehrzeit stehen. Während die männlichen und weiblichen Lehrlinge die Dauer der Lehrzeit den Rahmen des Berufs- roeiikampfes darftellt, sind für an- und ungelernte Arbeiter zwei Leistungsklassen vorgesehen: die erste für Berufsangehörige zwischen 15 bis 17 Jahren, die zweite von 17 bis zu 20 Jahren. Gerade hier spricht der Gedanke mit, auch den nicht durch eine ausgesprochene Lehrzeit gegangenen jungen Arbeitern Gelegenheit zu geben, ihre volle Leistung unter Beweis zu stellen. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit, die aus dem Rahmen fällt: für die Berufsgruppe Eisen und Metall wurden besondere Regelungen getroffen, für den Nähr st and wurde ein besonderer Termin mit Rücksicht auf die Jahres- jeit feftgelegt (13. März) für bas f’a u fmä n--i Selbsterziehung der jungen Generation ist Leben ist wieder ein Schaufensterwett-1.^ Proarammpunkt der Nationalsozialistischen be®erc£ I Partei geworden. Innerhalb der Millionenbewegung und Fachschulen erhalten besondere 2l.usssaben. In wurde der Beweis dafür angetreten, daß diesen mannigfachen Formen werden über eine e,„ lh m n c. nnn ^itaenb a e - Million junger Kräfte in ihrem Berus zu der Satz^ '^"Send^m^^ß L^r mi? einst mit Leistungen angespornt und fachkundig ss^pruft• $lc auf ^en Weg gab' auf allen Lebensgebieten der Aufgaben unterscheiden die berufspraküsche Mbeit .^1 Generation seine Richtigkeit und Gültigkeit und die theoretischen Leistungen. ^ortkche besitzt. Mit Methoden der Bürokratie ist kein Be- Uebungen können für die Bestimmung der Negers gegründet worden, aber mit den örtlich angesetzt werden. Insgesamt, abgesehen ^on < 9 9 möalich der Metallindustrie, umfaßt die einzelne Prüfungs- -^^^ daß sich mtmüig 1^ Millionen bester arbeit je vier Stunden Theorie und Praxis. Bei 9^wo oe. , o B Mädchen daran beteiligen. ?ln ^(Mn Jmb Zwei Stunden Hauswirt- tür QÜe fcie Richtigkeit unserer For- schast als Aufgabenforderung vorgesehen. berungen und unserer Anschauungen bewiesen. An jebem Orte, an dem ein Wettkampf f^tt5 Leiter stellte der Reichsjugendführer als praktische findet, ist dafür ein Leiter eingesetzt, der eine 1 . »oraufaeaanaenen drei Berufs- Wettkampfleitung b-^^Meister Betriebs- fest daß die be? d"fen Wett- fiihrer, Berufsschullehrer und Gefolgschaftsmitglie- . , ?'. ' ' [, ftäHen besser abge - der müssen daran mit gleichen Rechten vertreten a[g ^ie Nichtorganisierte Jugend, sein. Vom 1. bis 4 April findet der Gauw ett-1 Wj ^eien versprochen, aber nicht ge- t a mpf statt, vom 25. bis 30. April der Reichs- hätten, daß demdeutschen Arbeiter- wettkampf. Die Sieger werden m- leder der 9 0 ber SBeg an die Spitze des drei Ausscheidungen — Ort, Gau und Reich — Lta9at"s frei |cin solle, das habe der Nattonal- berufsweise ermittelt. Am 1. Mai, dem National- «ra ar es frei ]em i , feiertag, erfolgt die besondere Siegerehrung.! Wie wir sehen, ist es ein großer organisatorischer Apparat, der in Gang gesetzt wird, um dieses wich- H e erschau der d e u ts ch e n S a n g er werden, tige Stück Erziehung zur Leistungsarbeit überall ein mächtiges Bekenntnis 3um deutschen Volke und in Gang zu bringen. Die Deutsche Arbeitsfront zum Deutschtum. Die Feststadt Breslau, das und die' Reichsjugendführung verdienen dafür alle große Deutsche Reich werden alle deutschen Zanges- Anerkennung und Unterstützung. Gerade in der brüder in herzlicher Gastlichkeit empfangen, um mit Gegenwart, die das Gebot des richtigen Ar - ihnen das Fest des deutschen Liedes zu feiern, b e'i t s e i n s a tz e s in den Vordergrund gestellt m eister , Herne, Bundesführer, zugleich hat, ist diese Aufgabe von höchster Bedeutung Sie L ^amen be^ Führerrates und der Sängergau- bient nicht zuletzt dem Vierlahresplan des Führers, im Reichsgebiet; Georg Brauner, Berber die Entfaltung aller besten Kräfte an der nch- ^iter ber Zentrale für die deutschen Chorver- tigen Stelle zur höchsten Leistung zur Voraus- im Ausland; Emil Fuchs, Breslau, Ob- setzung hat. mann des Festausschusses; Josef A. Jak sch, Wien, Auf nach yreslau, _ Graz, Steierischer Sängerbund; Mauritius Payer, zum Deutschen Sangerbundessest Berlin, 11. Febr. (DNB.s An die Sänger m Georg B an k°^I-Sg-r -Salzburg - S^burPscher X.» = S ÄfeOÖt 8« oom ®28Ut^n ^"^""1° August'" 1W7 i. Ä* SängerbuL. Dr. Franz'A n - l ^°u » Ichen TeuT« Ä’ÄtfS aber auch die Sänger deutschen Stammes aus aller Polen; Dr. LuchsingeiReval Deutsch r^ Welt. Unser großes Fest wird eine geroaltigelgerbunö in Estland, Peter Freuno, Neusatz, € lr»|' äff«“4 reilick fes 6'65&/r"ti Ms 'S"!» 0® ’ÄJ 8er K- B*d «'S b’« 5ft am P°, Sl«ii8“njifrUi Jläntmiee’P Dchat, der p« (BS De M'tarbi ,15 seinen leg Wichte eing Vierzehn de D, sind zu" irteil ist E Uffes denklvur B Sokolniko nsstrafen tot trief Verw ’nnta bezeichs nb Oberoerra Wungslos c Bildung für »atti“.® 8e ®$U- ' * A pflegt lot finden zu i*l bei 'm ter sonstwie K Erklärung ine, daß ihm jürbe. Aber a «Irene" seiner tonnte, der (ebenfo übrige Wng natür schwer gefalle) gen Dotumen: jll schaffen, t össentlicht, d iiert haben nur dadurch oon der GP einkommens. und arbeite a die öid)erungt Wb SW™- torf jy balle ^dwZeß mi Äbezweife linit mens Kch äußer fflj und PH fiai mehr gla la Ansicht, da Acheulichkeiten fchn die Son; *en Rasse, Ossaal in übt die auch be kr TM. stellt «: Dieser Pr huer System, -owjelder W gerissen 5 die nieder gimes, seine Hotismus si kein böser M Rach 2 7ele5 mußten Ermassen bei $e schlotterirl 4 marschiere ■ demonstriere, * in den h J:*« m N bie Möi Jonung für i Ni Augen c * Goojetf ffteinep! i ®n»ibsni * Staat ? dt End, der L? • ■,a 5 8U eint ^ach Dj D^kanlasß M W wst dltz ihnen Oer neue engliscbeBoiscbaster in Berlin. Sir der Da der bisherige englische Botschafter in Berlin Eric P h i p p s die Botschaft in Paris übernehmen wird, wurde zu seinem Nachfolger der bisherige britische Botschafter in Argentinien, Sir Neville Meyrick Henderson, ernannt. (Associated-Preß^M.) Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der Leiter Wie die Bolschewisten in Malaga hausten Zuchthäusler „wachten^ über die öffentliche Sicherheit. Die Kontrolle der spanischen Grenzen. Ein neuer Londerausschutz in London eingesetzt. London, 11. Febr. (DNB.) Der Unterausschuß des Nichteinmischungsausschusses, in dem Deutschland durch Botschafter von Ribbentrop vertreten war, behandelte die bisher eingelaufenen Antworten der Regierungen auf den Fragebogen, in dem der Plan für die U e b e r w a ch u n g d e r Land- und Seegrenzen Spaniens und der spanischen Besitzungen behandelt wird. Der erste Teil des Fragebogens bezog sich auf die Anwerbung ausländischer Staatsangehöriger, die sich an den Kämpfen in Spanien beteiligen wollen, auch die Abreise oder Durchreise solcher „Freiwilligen" soll erfaßt werden. Aus den Antworten ergibt sich, daß die Regierungen das Abkommen in der angedeuteten Weise auszudehnen wünschen. Der Unterausschuß beschäftigte sich weiter mit der U e b e r- wachung der spanischen Landgrenzen. Der portugiesische Vertreter erklärte, daß seine Regierung den Plan für die Ueberwachung der spanisch-portugiesischen Grenze nicht annehmen könne. Nach einem Meinungsaustausch schlug der Vorsitzende vor, daß für diese Frage ein besonderer Unterausschuß aus Vertretern Englands, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Portugals und der Sowjetunion Vorschläge ausarbeiten soll, die den Plan allgemein annehmbar machen würden, wobei jedoch sichergestellt werden müsse, daß der Plan für die beabsichtigten Zwecke voll wirksam sein müsse. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Dem neuen Sonderausschuß sollen auch die von Italien und Deutschland gemachten Vorschläge für die Verstärkung der Ueberwachung der Land- und Seegrenzen übermittelt werden. Schließlich beschäftigte sich der Unterausschuß mit dem vorgeschlagenen Plan für die Flotten- Überwachung durch Schifte der beteiligten Länder, die sich nach Spanien oder in spanische Besitzungen begeben. Dieses Problem wird auf einer weiteren Sitzung des Unterausschusses erwogen werden. Surinams Schicksal. Niederländische Kolonialsorgen. Haag, 10. Febr. (DNB.) In der Kammeraussprache über den Haushalt der holländischen Kolonie Surinam (an der Ostküste Südamerikas) teilte Ministerpräsident Colijn mit, daß die Kolonie seit 1867 an Zuschüssen und Anleihen das Mutterland 116 Millionen Gulden gekostet habe. Es sei keine Hoffnung vorhanden, daß der wirtschaftliche Zustand der Kolonie sich bessern könnte. Der Zuckeranbau sei dort zugrunde gegangen. Don 105 Zuckerfabriken im Jahre 1900 gebe es heute nur noch zwei, und diese könnten auch nur mit Hilfe von staatlichen Unter- stützungen bestehen. Der Kakaoanbau sei gleichfalls zugrunde gerichtet. Der Kaffeeanbau stehe vor dem Zusammenbruch. Die Bananen- pflanzungen hätten große Verluste zu verzeichnen. Lediglich der Reisanbau entwickele sich befriedigend. Die Forderung einiger Abgeordneter, die Regierung möge die weiße Siedlung in Surinam fördern, beantwortete der Ministerpräsident mit der Feststellung, es sei heute für einen holländischen Bauernsohn weit vorteilhafter, sein Geld in Holland oder Nordfrankreich in einem Ho anzulegen, als sich in Surinam eine Farm zu kaufen, die doch keinen Gewinn liefern könne. Surinam, das mittelste Stück Guayanas, ist seit seiner Gründung durch die Holländisch-Ostindische Kompagnie 1621 in niederländischem Besitz. Nach der Sklavenbefreiung 1863 ging der Plantagenbau stark zurück. Auch die Einführung indischer und javanischer Arbeiter konnte keine dauernde Abhilfe schaffen. Der Küstenstrich ist sumpfig, erst nach einer tropischen Urwald- und Savannenzone ist im gebirgigen Hinterland Plantagenkultur von Kakao, Zuckerrohr, Kaftee und Bananen möglich. Surinam ist mit 173 000 Quadratkilometer fast fünfmal so groß wie das holländische Mutterland, es zählt aber nur 165 000 Einwohner, von denen nur 2000 Europäer, aber rund 80 000 Inder und Chinesen sind. Die Hauptstadt Paramaribo hat 52 000 Einwohner. In dem sehr bunten konfessionellen Gemisch des Landes ist eine Herrenhuter-Kolonie von 30 000 Brüdern bemerkenswert. Reichswirtschaftskammer hat von dem Reichswirtschaftsministerium den Auftrag erhalten, Vorschläge für eine organisatorische Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk für einige Fachzweige zu unterhalten. Präsident Pietzsch hat u. a. solche Vorschläge für die Neuorganisation des gesamten Druck - und Papiergewerbes eingereicht. Auf Grund dieser Vorschläge hat der Reichswirtschaftsminister nunmehr angeordnet, daß die handwerklichen und industriellen Fachgliederungen der Organisation der g e- werblichen Wirtschaft in der einheitlichen Organisation der Wirtschaftsgruppe Druck- u n d P a p i e r Verarbeitung zusammengefaßt werden. Die bisherigen Innungen bleiben mit ihren althergebrachten Namen bestehen und werden zusammen mit dem zu einer Fachgruppe umgestalteten Reichsinnungsverband in die Wirtschafts- gruppe übergeführt. Die handwerklichen Betriebe selbst werden in der Handwerksrolle gelöscht. Für die Anpassung des Ausbildungs- und Prüfungswesens an die neuen organisatorischen Derhältnisie sollen beschleunigt Vorschläge oon den beteiligten Bolschewisten unter sich. Don unserem Or. E. G -Berichterstatter. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) II. Moskau, Februar 1937. In seinem Schlußwort hat der Angeklagte Ra- bet die politischen Ziele dieses Prozesses, „seines Prozesses", wie wir gleich sagen möchten, mit überraschender Klarheit und mit seiner alten Schlag- ertigkeit formuliert. Was lehrt uns der Prozeß? o fragte Radek (ganz im Stile feiner zahllosen Leitartikel). Erstens, so verkündete er, sollen alle im Lande noch vorhandene antisowjetisch ge» s i n n t e Elemente, die unter dem „Sammelnamen „Trotzkisten" zusammengefaßt werden können (!), sich den gegenwärtigen Prozeß als Warnung dienen lassen. Zweitens würden nunmehr doch hoffentlich alle Anhänger des Trotzkismus in Frankreich, in Spanien und sonstwo „das wahre Gesicht des Trotzkismus erkenne n". Und drittens müßte die ganze Welt einsehen, daß die „faschistischen, aggressiven Staaten", sich Trotzkis und seiner Anhänger „als Waffe gegen die Sowjetunion, gegen die friedlichen'Länder, gegen den Frieden überhaupt, bedienten". Damit sind die Motive, die zum Prozeß geführt haben, erschöpfend gekennzeichnet. Es handelt sich für den Kreml in erster Linie darum, den antibolschewistisch oder überhaupt regimefeindlich gesinnten Kreisen i m Sowjetparadiese selbst wieder einmal eine scharfe Lehre zu erteilen. Dabei ist es — so sehr dies, gemessen an europäischen Verhältnissen, überraschen mag — gerade nicht die schwärende Unzufriedenheit der Massen, welche die roten Gewalthaber fürchten. Die hundert Millionen Bauern find so gründlich entrechtet und als politischer Faktor so völlig vernichtet worden, daß sie zur Zeit jedenfalls keine gegenwärtige Gefahr für das Regime mehr darstellen. Die 50 Millionen Arbeiter werden durch den Parteiapparat scharf genug in Schach gehalten. Was das Regime aber fürchtet, das sind die ehemaligen oppositionellen Elemente innerhalb der Partei, d. h. aktivere, politisch bewußte Gruppen feindlich gesinnter Kräfte, die bei sich bietender Gelegenheit den Kristal- l i s a t i o n s p u n k t für die Millionen der Enttäuschten abgeben könnten. Man vergesse nicht, daß von den 17 Angeklagten bis zur Verhaftung 16 das bolschewistische Parteibuch in der Tasche trugen! Dies ist keine Zufälligkeit, sondern eine Absicht der Prozeßregie. Im übrigen ist es nicht zufällig, daß man gerade in diesem Jahr zum großen Schlag gegen solche tatsächliche oder auch nur mögliche Vertreter der gärenden Unzufriedenheit ausholte, wo die Schwierigkeiten des Sowjetstaates, insbesondere nach der Mißernte auf dem Dorfe, neue furchtbare Formen angenommen haben. lieber diesen politischen Erwägungen dürfte der alte, kaukasisch-orientalische HaßStalins gegen alle seine früheren Gegner in der Parteikarrikre nur die Rolle eines — zwar gewiß nicht zu übersehenden — Begleitumstandes spielen. So kam es zur Verhaftung der früheren Trotzkisten Radek, Pjatakow, Sokolnikow, Serebrjakow, Muralow u. a. Ob diese gefallenen Größen wirklich gegen den Stalinkurs „konspiriert" haben, oder nicht, ist gar nicht so wichtig. Die Verschwörungssucht dürfte den alten bolschewistischen Revolutionären und Agitatoren freilich im Blute liegen. Es ist aber wenig wahrscheinlich, daß dies Stalins GPU. auf die Dauer verborgen geblieben wäre. Gewiß mögen Radek, Pjatakow und andere Feinde des Regimes gewesen sein, das sie von einem noch extremeren ideologischen Standpunkt aus als „reaktionär" beurteilt haben dürften. Sie sind, wenn man so sagen darf, nunmehr die „Vorletzten", die der gefügige, unter dem neuen Chef Jeshow besonders tatenbürftige GPU.-Apparat der Rache des Kaukasiers und seiner Cligue ausgeliefert hat. (Die letzten, wenn auch wohl nicht die allerletzten, wird die bereits verhaftete Gruppe der sogen. Rechtsoppositionellen, darunter Bucharin, Uglanow und andere mehr, sein.). Das zweite Ziel des Prozesses ist, immer noch Radek zufolge, dem „internationalenTrotz- t tsmus die Augen zu öffnen". Hier, auf dem Gebiet der internationalen Umsturzbewegungen, gilt Trotzki wohl heute dem Kreml als eigentlicher Feind. Es ist kein Zufall, daß Spanien und Frank- re i ch in diesem Zusammenhang sogar auf dem Prozeß erwähnt wurden. Man braucht nur die Berichte der zahllosen sowjetischen Zeitungsberichterstatter aus dem roten Spanien zu lesen, um eine Vorstellung von dem zu bekommen, wie unversöhnlich dort die Bolschewisten Moskauer Prägung den Kampf gegen den Trotzkismus zu führen haben. Es ist nicht mehr zu bezweifeln, daß man in Moskau den internationalen Trotzkismus als sehr realen Feind und unangenehmen Konkurrenten der Komintern empfindet. Um diesen internationalen Trotzkismus mit allen Mitteln zu diffamieren, schritt man dazu, ihm einesteils Attentate auf die Sowjetgewaltigen, Spionage und Schädlingsarbeit in die Schuhe zu schieben, andernteils ihm die angebliche „Verbindung mit dem Faschis- m u s" anzuhängen. Gerade an diesem Punkte spürte man auf dem Prozeß die aktive Mitarbeit Radeks mit überraschender Deutlichkeit durch. Radek hat es verstanden, sich von allen Angeklagten am stärksten in den Vordergrund zu spielen, indem er teils die Thesen des Prozesses — insbesondere die außenpolitischen — in gewandter Beredsamkeit entwickelte, seine angeblichen „landesverräterischen" Gespräche mit einzelnen Vertretern auswärtiger Mächte phantasievoll zum Besten gab, und nicht vergaß, dabei angebliche „Direktiven Trotzkis" in ein gebührendes Licht zu stellen. Anderseits konnte Radek, der es offensichtlich verstanden hatte, sich gegenüber der GPU. gewisse Sicherungen zu verschaffen, es sich nicht versagen, auch dieHin - tergründe des Prozesses und vor allem feine eigene Rolle bei dessen Ausgestaltung auf alle mögliche Weise anzudeuten. Radeks „Verdienst" ist es wohl, daß die angebliche Verbindung zwischen Trotzki und dem „Faschismus" für die innersowjetische Propaganda effektvoll ausgestaltet worden ist (man erinnert sich an die phantastische Geschichte des „Vertrages" zwischen Trotzki und Rudolf Heß!). Nachdem auf dem letzten Trotzkistenprozeß des Vorjahres derselbe Komplex so kläglich versagt hatte, wollte man diesmal dafür sorgen, daß jedes, überhaupt nur ausdenkbare Agitationsmittel beigeschafft wurde gegen die zu den Hauptfeinden der Sowjetunion erklärten auswärtigen Mächte: Deutschland und Japan. Man glaubte, diese Staaten durch die kühn fonftruier» ten Verbindungen mit Trotzki und Trotzki durch seine angeblichen Verbindungen zu diesen Staaten kompromittieren zu können. Keine Anschuldigung war zu düster, die gegen diese Mächte nicht erhoben worden wäre; kein Verbrechen zu abscheulich, das diese Staaten der Moskauer Prozeßveranstaltung zufolge London, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" berichtet: Im August war in Malaga ein „Ausschuß für öffentliche Sicherheit", bestehend aus vier früheren Zuchthäuslern(!) gebildet worden. Von diesem Augenblick an wurden nur noch Befehle erteilt, die „Sicherheit" durch B e - schleuniaungen der Ermordungen zu wahren." Zuerst begingen die Bolschewisten ihre viehischen Morde bei Tage und mitten auf den Straßen. Die Leichen blieben liegen und wurden später auf Lastwagen abtransportiert. Nach einiger Zeit wurde die Menschenschlächterei jedoch in die Gefängnisse „verlegt". Durchschnittlich 30 Personen war die Zahl der täglichen Opfer. Die geringste Kleinigkeit genügte bereits, um gemeuchelt zu werden. Sogar bekannte Marxisten und Republikaner verloren auf diese Weise ihr Leben. Ein typisches Beispiel für die Grausamkeit der Anarchisten war der Mord an dem Grafen Isidro, einem in ganz Malaga hochgeschätzten Mann. Er befand sich mit seinen zwei Söhnen zu Hause, als Milizsöldlinge tarnen und von ihm den Aufenthalt einiger nationaler Spanier wissen wollten. Da der Graf wahrheitsgetreu erklären mußte, nichts darüber zu wissen, wurden der 76 Jahre alte Mann und einer der Söhne niedergeknallt, der andere kam mit dem Leben davon, wurde aber schwer verletzt. Seslhießung des Hafens von Barcelona. Salamanca, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) Bei der Beschießung des Hafens von Barcelona durch national-spanische Kriegsschiffe wurde ein bolschewistischer Pe t r o le u m d a m p f er versenkt. Ein zweites Schiff wurde durch Ar- tiUerietreffer beschädigt. An der nordspanischen Küste in der Nähe von B i l b a o hat ein national- spanisches Schiff einen Sowjetdampfer, der mit Kriegsmaterial für die baskischen Bolschewisten beladen war, gekapert. Wie groß die Verwirrung in Almeria ist, wohin nach dem Falle von Malaga bolschewistische Milizen in Massen geflüchtet sind, geht aus einer „Verordnung" des bolschewistischen „Oberhauptes" dieser Stadt hervor. Darin heißt es, daß in Almeria als Flüchtlinge nur Frauen uni) Kinder auf genommen würden. Wehrfähigen Männern sei der Aufenthalt, selbst nur vorübergehend, verboten. Die Männer sollten an bie Front zurückkehren, die sie feige verlassen hätten. In Barcelona haben die katalanischen Bolschewisten die Einreihung der Jahresklassen 34 und 35 in die allgemeine „Re- krutenarmee" und die Einreihung der Mlliz in die sog. „Volksarmee" beschlossen, die unter Einheitsk'ommando gestellt werden sollen. Aus Gibraltar erfährt die „Tribuna", daß nach Schätzungen 15000 Bolschewisten nicht mehr der Umzingelung entgehen konnten und in die Berge flüchteten. Sie sind vollkommen abgeschnitten und daher ohne ausreichende Verpflegung. In den nächsten Tagen werden sie sich ergeben müssen. Bisher wurden 4000 Gefangene in Malaga eingeliefert, die nur mit Mühe vor der Lynchjustiz der Menge geschützt werden konnten. Bei vielen fand man Juwelen und größere Geldsummen, die von geraubt und gestohlen worden waren. vollzugspolizei ist Generalmajor der Gendarmerie von Kamptz und Generalinspekteur der Schulen Generalmajor der Schutzpolizei Pfef- fer-Wildenbruch. Die wichtigste Aufgabe der neu eingesetzten Generalinspekteure besteht darin, die aus den Besichtigungsreisen in unmittelbarer Verbindung mit der Praxis gewonnenen Eindrücke , und Erfahrungen im Stabe des Chefs der Ordnungspolizei für die Organisation, Ausbildung und - ständige Weiterentwicklung der Polizei zweckmäßig zu verwerten. Durch die Funktionen der General- ! inspekteure der Ordnungspolizei ist somit eine stän- 1 dige und enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis im deutschen Polizeiwesen gewährleistet. Kältewelle und Arbeitseinsatz. Berlin, 10, Febr. (DNB.) Der Arbeitseinsatz 1 im Januar stand stark unter dem Einfluß d e r anhaltenden Kältewelle, die über ■ den größten Teil des Reiches hinwegging. Alle Saisonaußenberufe sind dadurch stark betroffen war- < den. Die Zahl der Arbeitslosen stieg infolgedessen um 374 000 auf 1853 000. Damit hat die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Winter, die bisher noch wesentlich unter der des Vorjahres lag, fast genau denselben Umfang erreicht wie im Vorjahr. (Zunahme: 817 000 gegenüber 814 000 im Vorjahre.) Da das Wetter im Vorjahre milder und günstiger war, hätte man mit einer stärkeren Zunahme der Arbeitslosigkeit rechnen können. Sie ist nicht ein getreten, weil die Betriebe, insbesondere des Bau - und Bauftoffgewer- b es, im Hinblick auf den vorliegenden Auftragsbestand und den empfindlichen Facharbeitermangel ihre Stammbelegschaften, soweit irgendmöglich, durchgehalten haben, um bei Eintritt günstigerer Witterung sofort Weiterarbeiten zu können. In den Saisonaußenberufen betrug die Zunahme der Arbeitslosigkeit 256 000; dem stand in den übrigen Berufsgruppen eine Zunahme von 118 000 gegenüber. Die Zahl der arbeitslosen B a u- und Bauhilfsarbeiter nahm um 190 000 zu und überschritt damit leicht den Stand im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Bemerkenswert ist aber, daß die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe weit unter der des Winters 1 9 2 8/29 blieb, in dem auch nach einem ähnlich starken Beschäftigungsgrad durch anhattenden Frost die Bautätigkeit weitgehend stillgelegt wurde. Ende Januar 1929 waren 793 000 arbeitslose Bau- und Bauhilfsarbeiter vorhanden, Ende Januar 1937 nur 487 000. Auch die Arbeitslosenzahlen in der Landwirtschaft (plus 16 000), der Industrie der Steine und Erden (plus 14 000) und im Verkehrsgewerbe (plus 22 000) haben nicht unerheblich zugenommen, jedoch lagen sie noch immer 20 bis 30 v. H. niedriger als im Januar des Vorjahres. In allen übrigen Berufsgruppen, mit Ausnahme des Bergbaues, war eine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen zu verzeichnen. Bei den Zugängen handelt es sich aber zum größten Teil um' Berufsangehörige, die Arbeit außerhalb ihres Berufes erhalten hatten und diese Tätigkeit unter dem Einfluß der Witterung vorübergehend aufgeben mußten; teilweise ist allerdings auch eine direkte Saisonabhängigkeit einzelner Produktionszweige die Ursache. Der überragende Einfluß der Witterungsverhältnisse auf die Beschäftigungslage kommt auch darin zum Ausdruck, daß die vier Landesarbeitsamtsbezirke Rheinland, Westfalen, Hessen und Süd- westdeutschland mit einer Beschäftigtenzahl von 5,7 Millionen nur eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 33 000 zu verzeichnen hatten; hier setzte der Frost erheblich später ein und dauerte nur kurze Zeit, so daß die Storung des Arbeitseinsatzes nicht so tiefgreifend war wie in den übrigen Bezirken des Reiches. Folgen des Parteiausschlusses. Berlin, lO.Febr. (DNB.) Laut NSK. hat der Stellvertreter des Führers in einem Erlaß an die Parteidienftstellen darauf hingewiesen, daß ausgeschiedene Parteimitglieder, die sich gegen die größeren Pflichten, die der Parteigenosse bei seinem Eintritt in die Partei auf sich nimmt, verstoßen haben, selbstverständlich auch ihre etwaigen Führerstellungen oder Arbeitsstätten in der Partei und allen ihren Organisationen sowie alle im Auftrage der Partei übernommenen Ehrenämter im Staat und in den Gemeinden bei ihrem Ausscheiden aus der Partei automatisch verlieren. Ebenso selbstverständlich sei es, daß das Ausscheiden eines Parteigenossen, der Beamter sei und als solcher besondere Pflichten gegenüber dem nationalsozialistischen Staat habe, für ihn auch schwere F o l - g e n hinsichtlich seiner Beamteneigenschaft haben müsse. Die Entfernung aus der Partei und ihrer Gliederungen sei aber — so fährt der Erlaß des Stellvertreters des Führers fort — für jeden noch ehr- liebenden Volksgenossen eine so haitte Strafe, daß — ganz besonders schwer gelagerte Fälle ausgenommen — davon abzusehen sei, aus der Bewegung Ausgeschiedene auch etwa ihrer privaten Arbeitsstelle verlustig gehen zu lassen. Die im Hinblick auf die Ewigkeitsaufgabe der Bewegung unentbehrliche Disziplin müsse stets auftechterhalten werden, ttotzdem aber sei darüber zu wachen, daß allein im Interesse der Familie ein Ausgeschiedener nicht ohne zwingende Notwendigkeit wirtschaftlich schlechter ge st eilt wird als jeder andere Volksgenosse. Einheitliche Organisation im Druckgewerbe. Organisationen ausgearbeitet werden. Mit der gesamten Neuregelung ist sichergestellt, daß die dem Handwerk innerlich verbundenen Kreise des Druck- und Papiergewerbes die ihnen liebgewordenen betriebsnahen' Zusammenschlüsse der Innungen behalten, während auf der anderen Seite nunmehr für eine einheitliche straffe Leitung des Gesamtgewerbes de organisatorischen Voraussetzungen geschaffen sind. Frankreichs Finanzmisere. Scharfe Kritik im Senat. Paris, 10. Febr. (DNB.) Im Senat wurde an der Finanzpolitik der Volksfrontregierung scharf Kritik geübt. Der Berichterstatter des Finanzaus- chusses Senator Gardey erklärte, der Finanz- ninister schätze die Bedürfnisse des Schatzamtes für 1937 auf rund 36 Milliarden. Der Ausschuß aber sei der Ansicht, daß diese sich zumindest auf 38 bis 39 Milliarden beliefen. Das Schatzamt verfüge augenblicklich über 9,5 Milliarden. Wo werde ich also die Regierung die übrigen Milliarden verschaffen? Eine neue Abwertung sei unmöglich und weder im Jnlande noch im Auslande könnten neue Anleihen gemacht werden. Das gleiche gelte für Steuern. Die Zahlungsfähigkeit des ftanzöfischen Steuerzahlers fei vielleicht schon überschritten. Die Regierung scheine lediglich Zeit gewinnen zu wollen bis zur erwarteten wirtschaftlichen Wiederbelebung. Darauf könne man sich aber nicht verlassen. Es gebe nur einen Ausweg, die immer mehr steigenden Ausgaben ab zu stoppen. Nur so könne man das Vertrauen der Franzosen wieder gewinnen. Finanzminister Vincent-Auriol führte als Grund für die Ausgabensteigerungen die Dienst- zeitverlängeruna auf zwei Jahre an. 10000 neue Beamten st eilen feien geschaffen worden, davon allein 8000 im Heer. Der Minister sprach sich gegen eine neue Abwertung aus, fand aber keine andere Losung als neue Kredite. Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senates und frühere Finanzminister Caillaux meinte, der Grund für die beunruhigende Finanzlage liege lediglich in den Sozialreformen der Volksfrontregierung. Es gebe nur eine Möglichkeit, um einer Katastrophe zu entgehen: Sparen. Trotz der Erkenntnis des katastrophalen Standes der französischen Staatsfinanzen nahm der Senat in der gleichen Sitzung einen Antrag des Finanzministers in etwas abgeänderter Fassung an, durch die eine 6OO-Millionen-Franken-An- leihe für die tschechoslowakische Regierung vom französischen Staat garantiert wird. Von diesem Betrag soll jedoch die tschechoslowakische Anleihe von 1932, die mit 5 v. H. verzinst wurde und die am 1. April 1937 fällig ist, zurück gezahlt werden. Die Laufzeit der neuen Anleihe darf zehn Jahre nicht übersteigen. Auch die Nachtrags- k r e d i t e für Dezember wurden mit 284 gegen 3 Stimmen angenommen, ebenso zusätzlich Kredite für Januar. Sabotageakte bei der australischen Kriegsflotte. London, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) An Bord von Kriegsschiffen der australischen Flotte, die sich im Manöver befindet, sind kleinere Sabotageakte verübt worden. So sind u. a. Maschinenteile verschwunden und Taue der Rettungsboote durchschnitten worden. Im Marineministerium wird bestritten, daß unter den Soldaten der Flotte allgemeine Unzufriedenheit herrsche. Pressevertreter, die sich auf der Flotte befinden, berichten jedoch, daß die Mannschaften mit den Anordnungen des kommandierenden Generals äußerst unzufrieden feien, besonders mit den Vorkehrungen, die für ihre Entlassung getroffen find. nicht begangen hätten: vor allem aber suchte man sie der „unmittelbaren K r i e g s a n st i f t u n g" zu „überführen" — und im Handumdrehen stand man damit auf der Hauptplattform der unzähligen Leitartikel Radeks aus dem Vorjahre. Der Trotzkistenprozeß vom Januar ist schließlich deshalb noch von besonderem Interesse, weil er, ganz abgesehen von der Durchsichtigkeit seiner politischen Motive, auch für das bisher soviel behandelte kriminalistische Rätsel der „G e st ä n d n i s s e" auf Sowjetprozessen eine neue Lösung gebracht hat. Man wußte freilich auch schon bis jetzt, daß die GPU.- Proookateure auf der Anklagebank „gestehen", weil dies zu ihrem Beruf gehört, man wußte ferner, daß die „Opfer" und Sündenböcke des Wirtschaftssystems gestehen, weil sie terrorisiert und in der Todesangst zu allem bereit sind. Radek hat gezeigt, warum auch der frühere, weltbekannte Sowjetpolitiker auf der Anklagebank „geständig" ist. Sinowjew und Kamenew „gestanden" aus Todesfurcht die bunte Reihe der Verbrechen ein, die der Tschekiftenphantasie entsprungen waren. Pjatakow ließ sich wohl aus Resignation die Moritaten der GPU. in den Mund legen. (Seine Aeußerung: „Und wenn ich alles vorher gewußt hätte, so hätte dies an meinem Schicksal doch nichts ändern können", — ist bezeichnend genug.) Radek — dies ist das neue, bisher noch nicht dagewesene Motiv seiner Haltung — „gestand" aus Lust am politischen Spiel, aus Drang nach Betätigung und Mitwirkung. Radek ist der erste geständniseifrige „Verbrecher" aus politischer Leidenschaft, der vor einem Sowjetgericht stand. Ohne seine Beiträge (d. h. insbesondere die von ihm erfundenen Trotzki-Briefe, die er „leider" verbrannt habe), so sagte er klipp und klar, hätte man den Prozeß kaum aufbauen können. Damit hat er seine aktive Mitarbeit an dem Prozeß, den er sozusagen als seinen letzten, dramatisierten Leitartikel in die Geschichte eingehen lassen wollte, erklärt. Vierzehn der Angeklagten, darunter auch Pjatakow, sind zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist inzwischen vollstreckt. Vier der Akteure dieses denkwürdigsten Schauspieles, darunter Radek und Sokolnikow, hat man aber nur zu Gefäng- n i s st r a f e n verurteilt. Die Begnadigung Radeks hat viel Verwunderung hervorgerufen. Die Propaganda bezeichnete gerade ihn als „Erzverbrecher und Oberverräter", als das „giftige Reptil, das erbarmungslos ausgerottet werden müßte". Zur Be- aründung für die Schonung seines Lebens genügt seine aktive Mitarbeit im Prozeß natürlich nicht. Die GPU. ist in dieser Hinsicht nicht sentimental. Sie pflegt sogar ihre eigenen Provokateure verschwinden zu lassen. Auch die Vermutung, daß Radek bei künftigen Prozessen noch als „Zeuge" oder sonstwie herangezogen werden solle, reicht zur Erklärung nicht aus. Radek wußte zweifelsohne, daß ihm dieses Spiel den Kopf nicht kosten würde. Aber außerdem bedurfte es für ihn, der die „Treue" seiner bolschewistischen Gesinnungsgenossen kannte, der Sicherungen. Es dürfte Radek (ebenso übrigens auch Sokolnikow), die ihre Verhaftung natürlich schon lange kommen sahen, nicht schwer gefallen sein, bei ihren Auslandsverbindungen Dokumente oder Schriftstücke ins Ausland zu schaffen, die, im Falle ihrer Erschießung veröffentlicht, den Kreml stark kompromittiert haben könnten. So läßt sich Radeks Haltung nur dadurch erklären, daß er mit seinen Partnern von der GPU. zu einer Art vertraglichen Ueber- einkommens gelangt ist. „Ich akzeptiere eure Thesen und arbeite aktiv daran mit, ihr gewährt mir dafür die Sicherungen, die ich verlange. Sollte die GPU. deshalb gezwungen worden sein, den „Vertrag" mit Radek zu halten, auf Grund dessen er so sicher auf dem Prozeß manövrierte? Wir bezweifeln nicht, daß dem Leser ein solches Maß von menschlicher Gemeinheit, von Lügen und bis aufs äußerste getriebener, ja noch mit Intelligenz und Phantasie ausgestalteter Niedertracht kaum mehr glaubwürdig erscheint. Wir selbst sind der Ansicht, daß es nicht Russen sind, die diese Abscheulichkeiten alle erdacht haben könnten. Wir suchen die Konzeption dieses Schauspiels bei einer anderen Rasse, die nicht umsonst im Moskauer Gerichtssaal in überwältigender Anzahl vertreten war und die auch den Großteil der Untersuchungsrichter der GPU. stellt. Aber es muß ausgesprochen werden: Dieser Prozeß hat wieder einmal dem Moskauer System, das sich ja seit neuestem so gerne „S o w j e t d e m o k r a t i e" nennt, die Maske vom Gefickt gerissen. Für einen Augenblick enthüllten sich die niederträchtigen Polizeigeheimnisse dieses Regimes, seine korrupte Wirtschaft, der furchtbare Despotismus seiner Gewalthaber. Dieser Prozeß war kein böser Traum, sondern grauenvolle Wirklichkeit. Nach Abschluß dieses entsetzlichen Schauspieles mußten die „empörten" Moskauer Proletariermassen bei 28 Grad Frost, frierend und vor Kälte schlotternd, in endlosen Zügen zum Roten Platz marschieren, um dort für den Urteilsspruch zu demonstrieren. Sie trugen Fahnen und Spruchbänder in den ftosterstarrten Händen mit Losungen wie: „Nieder mit den faschistischen Hunden", „Erschlagt die Mörderbande Trotzki-Gestapo", „Heine Schonung für die Volksverräter". Wer dies mit eigenen Augen gesehen hat, der kann erst die ganze Tragik Sowjetrußlands ermessen. Meine politische Nachrichten. In Erwiderung des Besuches, den der österreichische Staatssekretär des Auswärtigen Dr. Schmidt Ende 1936 in Berlin abgestattet hat, wird sich der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath am 21. dieses Monats zu einem zweitägigen Gegenbesuch nach Wien begeben. Auf Veranlassung des britischen Kolonialministers sind zwei britische Kronbeamte in Malta ihrer Po st en enthoben worden. Es handelt sich um den Kurator des Kunstmuseums in Valetta, Vincent Bonello, einem früheren nationalistischen Justizminister, und dem Malteser Unioersitätsprosessor Carlo Mallia. Man glaubt, daß die Beamten wegen ihrer proitalienischen Einstellung entlassen wurden. Eine öffentliche Untersuchung wird nicht stattfinden. Das amerikanische Repräsentantenhaus nahm eine Gesetzesvorlage an, die es den Richtern des Bundesobergerichtes nach zehnjähriger Handwerk hat goldenen Boden. III. Das Handwerk lebt. Ueberall im deutschen Handwerk, wohin man auch schauen mag, herrscht Leben und Bewegung. In den Berufsverbänden und in den Werkstätten wird emsig gearbeitet. Die Zählung der Handwerksbetriebe, die 1936 nach fünfjähriger Pause vom Reichsstand durchgeführt worden ist, hat ergeben, daß es in Deutschland 1,65 Millionen Handwerksbetriebe gibt. Nach der Größenordnung der Handwerkszweige stehen an der Spitze die Damenschneider mit 10,2 v. H. aller Betriebe. Es folgen dann die Schuhmacher mit 9,5 v. H., die Herrenschneider mit 7,5 v. H., die Tischler mit 7 v. H., die Fleischer mit 6,5 v. H., die Bäcker mit 6,4 v. H., die Friseure mit 5,9 v. H., die Maler mit 5,2 v. H., das Baugewerbe mit 4,5 v. H. und die Schmiede mit 3,8 o. H. Auf diese zehn Reichsinnungnsverbände entfallen allein 66,5 v. H. - .. - MW Im Haus des Deutschen Handwerks zu Berlin veranstaltete der Reichsinnungsverband der Bildhauer und Reichsinnungsverband des Tischler- Handwerks eine Ausstellung von kostbaren alten und neuen Jnnungsladen. Dabei wurde auch die neuzeitliche Erbhoftafel, eine schöne Holzbildhauerarbeit, gezeigt, die unser Bild bringt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sämtlicher Handwerksbetriebe, während sich die restlichen 33,5 v. H. auf 62 sonstige Handwerkszweige verteilen. Die Zahl der Handwerksbetriebe hat sich von 1931 bis 1936 um 19,5 v. H. oder durchschnittlich jährlich um 53,863 erhöht. Diese außerordentliche Vermehrung ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit viele Industriearbeiter und Handwerksgesellen sich selbstständig gemacht haben, ferner auf den Kampf gegen die Schwarzarbeit, den der Nationalsozialismus mit Energie geführt hat, und schließlich auf den allgemeinen Aufschwung der Handwerkswirtschaft seit der Machtübernahme, der einen starken Anreiz zur Gewerbeanmeldung bot. Daneben kommt für diese Entwicklung auch noch die Rückgliederung des Saarlandes und die Anerkennung einiger Ge- werbezweige als Handwerk in Frage. Heute sind alle handwerklich geschulten Kräfte in der Wirtschaft sehr begehrt. Erst kürzlich hat der Reichsstand die Parole ausgegeben, daß kein Facharbeiter feiern darf. Unrentable Betriebsführer sollen von der Möglichkeit Gebrauch machen, um als Facharbeiter in Werkstätten einzutreten, die dem Dierjahresplan dienen. Das gilt besonders für das Bau- und Metallgewerbe. Wenn man auf allen anderen Gebieten die handwerkliche Tätigkeit der letzten zwei Jahre untersucht, dann wird klar, daß unendlich viel gearbeitet worden ist, so daß in der Tat heute sich der ganze handwerkliche Sektor der Volkswirtschaft als eine große Schau der Leistungen auf echter und solider Grundlage darbietet. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat neben den gesetzlichen Maßnahmen der Reichsregierung in erster Linie die Initiative beigetragen, die die Führung des deutschen Handwerks in Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront, der NS- Kulturgemeinde und anderen Organisationen entwickelt hat. Aber auch die Meister haben überall freudig die Gelegenheit ergriffen, um auf Muste r- schauen und Ausstellungen ihr Können unter Beweis zu stellen. Im Vordergrund aller dieser Veranstaltungen stehen die Ausstellungen, die im Haus des deutschen Handwerks veranstaltet werden. Durch diese Unternehmung soll die handwerkliche Leistung in allen Berufszweigen gefordert werden. Daneben tritt eine zusätzliche Arbeitsvermittlung. Bisher haben wir im Haus des deutschen Handwerks 12 Ausstellungen seit dem Ende des Jahres 1935 bewundern können, von denen einige dem Gesamthandwerk dienen sollten, während andere Leistungsschauen eines bestimmten Handwerkszweiges darstellten. Man erinnert sich mit Freude der großen Leistungsschau „Deutsches Kunsthandwerk", der beiden „Weihnachtsschauen 1935 und 1936", der Ausstellung „Buch und Bild" sowie der ausgewählten Arbeiten der Schuhmacher, der Uhrmacher, der Maler, der Schlosser, der Goldschmiede und der Musikinstrumentenmacher. Im Augenblick hat das deutsche Sattlerhandwerk den Ausstellungsraum belegt. Wir sehen hier die Rohstoffe des Sattlergewerbes, darunter auch erstmalig das Kunstleder, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird. Dann kommen die Werkzeuge des Sattlerhandwerks und schließlich all die praktischen Dinge, die für diesen Beruf charakteristisch sind. Darunter Sättel, Sportartikel, Helme, Taschen und Koffer aller Art. Besondere Beachtung verdienen die historischen Stücke aus dem Offenbacher Ledermuseum sowie mehrere kunstvolle Arbeiten aus der Werkstatt achtbarer Meister. Das Handwerk hat auch auf dem Gebiete des Exports beträchtliche Leistungen aufzuweisen. Die Leipziger Messe ist auf diesem Gebiet in den letzten zwei Jahren vorangegangen. Im Haus des Deutschen Handwerks wird nach der großen Exportmusterschau, die gerade während der Olympiade abgehalten wurde, eine ständige Exportschau gezeigt, die große Beachtung findet. Es ist sicher, daß für mehr als 60 Millionen Mark an Handwerksartikeln nach dem Auslande verkauft werden. lieber die Vielfalt der handwerklichen Arbeit gewinnt man einen Ueberblick, wenn man nach dem Erzgebirge, nach dem Frankenwald und in die bayerische Ostmark wandert. Dort ist das kleine Handwerk zu Hause, das viele Jahrzehnte lang dem Tode geweiht schien. Hier haben besonders die maßgebenden Männer der NS.-Kulturgemeinde tatkräftig zugegriffen und viele bereits verloren gegebene Handwerkszweige und Einzelexistenzen gerettet. Man findet in der bayerischen Ostmark die Korbflechtereien und Stickereien, die Handwerkszweige, die sich um die Textil- und Porzellanindustrie entwickelt haben, ferner die Leineweber, die um Breitenberg im Bayerischen Wald zu Hause sind, und die Töpfer rings um Landshut. Dazu kommen Zinngießerwerkftätten, Holzwarenbetriebe, Blaudruckwerkstätten sowie die Handwerkszweige, die sich rings um die Glasbereitung und Verarbeitung gebildet haben. Es gibt Handwerksmeister besonders bei Weinsiedel und Passau, die den Stein bearbeiten, Granit, Marmor und Kalkstein. Auch die Puppenindustrie ernährt zahlreiche Meister dieses schwer ringenden Grenzgaues. Die NS.-Kultur- gemeinde sorgt für eine fachliche und soziale Betreuung, indem sie einen Handwerkspfleger bestellt hat, der die einzelnen Werkstätten besucht und den Meistern hilft, marktfähige Muster in guter Form zu entwickeln. H. D. Dienstzeit gestattet, bei Erreichung des 70. Lebensjahres mit dem vollen Gehalt in den Ruhe st and zu treten. Auch mehrere Republikaner stimmten für die Vorlage, die Präsident Roosevelt in seiner Kongreßbotschaft als Beginn der Reform des Bundesgerichtssystems vorgeschlagen hatte. Kunst und Wissenschaft. Ser Führer beim Winterhilfskonzert der Philharmoniker Zu einem außergewöhnlichen Ereignis gestaltete sich das Konzert, mit dem sich das Philharmonische Orchester Berlin unter Leitung von Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler in den Dienst des Winterhilfswerkes stellte. Die Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und vieler führenden Persönlichkeiten aus Staat, Diplomatie, Wehrmacht, Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft gab der Veranstaltung ihre besondere Be- oeutung. Kurz vor Beginn erschien der Führer in der Ehrenloge, in der Ministerpräsident G ö - ring und Frau bereits Platz genommen hatten, begleitet von Reichsminister Dr. Goebbels. Die Besucher erhoben sich und ehrten den Führer mit dem deutschen Gruß. Dann erschien, mit herzlichem Beifall empfangen, Staatsrat Dr. Furtwängler am Dirigentenpult. Das künstlerische Programm war gleichzeitig eine Ehrung für zwei große Meister der deutschen Romanttk. Zur Erinnerung an den von 150 Jahren geborenen Karl Maria von W^ b er eröffnete die Ouvertüre zum „Freischütz" die Vortragsfolge. Als Vorfeier des 40. Todestages von Johannes Brahms erklang dessen Vierte Symphonie. Der zweite Teil des Abends war Beethovens Siebenter Symphonie gewidmet. Während der Pause empfing der Führer in seiner Loge den französischen Botschafter, F r a n- xois-Poncet, und den polnischen Botschafter, L i p s k i. Der künstlerische Leiter, Generalmusikdirektor Hans von Benda, und der Geschäftsführer des Philharmonischen Orchesters, Steg- mann, übergaben dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels einen Scheck über den Reinertrag des Abends in Höhe von 21065,40 Mark, gewiß ein erfreuliches Ergebnis dieses einzigartigen Konzertabends Cou Andreas-Salome f. Die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomä, Nietzsches Jugendfreundin, ist kurz vor ihrem 76. Geburtstage in Göttingen gestorben. 1861 als Tochter des in russischen Diensten stehenden Generals v. Salome geboren, heiratete sie 1887 den Orientalisten Professor F. C Andreas, der 1902 von Berlin nach Götttngen übersiedelte und dort vor einigen Jahren starb. Eine jahrelange innige Freundschaft verband Lou Andreas-Salomö mit Rainer Maria Rilke; davon zeugen u. a. die in den letzten Jahren erschienenen Rilke-Briefbände des Insel-Verlages Lou Andreas-Salomö hat über Ibsens Frauengestalten und Nietzsches Werke geschrieben; von ihren Erzählungen seien genannt: „Ruth"; „Fenischka"; „Ma, ein Porträt"; „Im Zwischenland"; „Das Haus" und „Rodinka. Russische Erinnerung." Der Auslandspressechef der NSDAP. Dr. Ernst Hanfstengl 50 Jahre all. Dr. Ernst Hanfstengl, der Auslandespreffe- chef der NSDAP., feiert am 11. Februar feinen 5 0. Geburtstag. Er entstammt einer alten bayerischen Familie, die ihren Ursprung in Bayern bis auf das Jahr 1350 zurückführt. Sein Vater war der Begründer des bekannten Deutschen Kunstverlages Hanfstengl in München. Dr. Ernst Hanfstengl absolvierte seine Studienzeit meist an ausländischen Hochschulen. Im Anschluß an die Teilnahme an den Münchener Novemberereignissen 1923 ging er mit anderen Mitkämpfern nach Oesterreich in die Verbannung. Nach seiner Rückkehr 1924 setzte er seine Studien im In- und Auslande fort, deren Ergebnis er 1930 in dem Werk „Von Marlborough bis Mirabeau" niederlegte. Dr. Hanfstengl ist auch als Komponist beliebter Märsche hervorgetreten, von denen der Marsch „Deutscher Föhn" besonders bekannt geworden ist. Nach der Machtübernahme ist es ihm als Auslandspressechef der NSDAP, dank feiner zahlreichen ausländischen Beziehungen erfolgreich gelungen, aufklärend für das Dritte Reich zu wirken und dem nationalsozialistischen Deutschland neue und aufrichtige Freunde zuzuführen. Dem alten Kämpfer der Bewegung, dem feinsinnigen Künstler gelten heute die Sympathien ferner zahlreichen Freunde im In- und Ausland. Aus aller Welt. Der Führer überweist 50 000 Mark der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See". Das besonders stürmische Wetter zur See hak in den vergangenen Monaten eine große A n - zahl von Opfern unter den deutschen Seeleuten und Fischern gefordert. Aus die- dem Anlaß hat der Führer und Reichskanzler der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See", die der von ihm selbst ins Leben gerufenen „Stiftung für Opfer der Arbeit" angegliedert ist, einen Betrag von 50 000 Mark überwiesen. Diese Zuwendung ist für die Familien verunglückter Seeleute bestimmt und soll überall da, wo die Renten der Berufsgenossenschaft nicht ausreichen, zur Sicherung der Hinterbliebenen verwendet werden. Auch Reichsminister Dr. Frick hat aus dem gleichen Anlaß und zu dem gleichen Zweck einen Betrag von 10 000 Mark gestiftet. General von Oven gestorben. General der Infanterie a. D. Adolf v. Oven ist im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Adolf K. v. Oven wurde in Westpreußen geboren und kam 1873 als Leutnant aus dem Kadettenkorps zum Infanterieregiment Nr. 96. Von 1897 bis 1899 war er Bataillonskommandeur im 3 Garderegiment zu Fuß. Von 1902 bis 1904 stand er an der Spitze des Grenadierregiments 12 in Frankfurt a. d. O., übernahm hierauf die 16. Jnfanteriebrigade in Torgau und 1907 das Kommando der VII. Division in Magdeburg. 1911 wurde er Gouverneur von Metz. 1912 erhielt von Oven den Rang eines Generals der Infanterie. Unter Stellung ä la Suite des Grenadierregiments Nr. 12 erhielt er im Februar 1914 den erbetenen Abschied. Bei Kriegsausbruch wurde General von Oven wieder zum Gouverneur von Metz ernannt, welche Stellung er gleichzeitig mit der des Führers der Gruppe Metz bis 1918 innehatte. Ende 1918 trat der verdiente General endgültig in den Ruhestands Ferntagung gleichzeitig in 33 Städten. Der Verband Deutscher Elektrotechniker (DDE.) veranstaltet am 23. Februar eine Ferntagung seiner 33 Gaue. Sie werden durch eine von der Reichspost hergestellte Fernsprech-Konfe- renzschaltung miteinander verbunden, so daß jede der 33 Versammlungen die in den übrigen gehaltenen Ansprachen mitgehört. Die Lichtbilder, die den in Berlin gehaltenen Hauptvortrag begleiten, werden gleichzeitig an allen 33 Orten gezeigt. Es handelt sich dabei um: Aachen, Berlin-Charlottenburg, Braunschweig, Breslau, Chemnitz, Danzig, D a r m ft a b t, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Halle a. d. Saale, Hamburg, Hannover, Hindenburg O. S., Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Königs- berg i. Pr., Krefeld, Leipzig, Mannheim, Magdeburg, München, Nürnberg, Saarbrücken, Stettin, Stuttgart, Trier, Wuppertal-Elberfeld. Bereits 1929 hat eine Ferntagung des VDE. mit drei befreundeten ausländischen Vereinen im Haag, in Wien und in Budapest stattgefunden. Es dürfte aber wohl das erste Mal in der Geschichte des Fernsprechers sein, daß 33 weit voneinander ent« fernte Versammlungen durch Fernsprechübertragung zusammengefaßt werden. Der Reiseweg des Schulschiffes „Schleswig-Holstein". Der Reiseweg des Schulschiffes Linienschiff „Schleswig-Holstein" ist für die Monate März und April d. I. wie folgt festgelegt: Hamilton (Bermudas) 8. 3. bis 15. 3. 1937, Horta (Azoren) 24. 3. bis 2. 4. 1937, Dun Laoghaire (Kingstown Irland) 9. 4. bis 16. 4. 1937. Am 20. 4. d. I. kehrt das Schulschiff in die Heimat zurück. Der langersehnte Schneefall in Bayern. Am Mittwochabend stellte sich in Oberbayern starkes Schneetreiben ein, das im Laufe der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstagfrüh noch anhielt und zum erstenmal in diesem Winter eine richtige Schneelandschaft schuf. Auch auf den Bergen wird allenthalben kräftiger Schneefall gemeldet. Beispielsweise besagt eine Nachricht aus Füssen im Allgäu, daß der Schnee im Tal 25 bis 30 Zentimeter hoch liegt. Vetriebseinstellung der Salzkammergutbahn. Die Salzkammergut-Lokalbahn stellte ihren Betrieb ein, nachdem Verhandlungen zur Be- reitftellung neuer Mittel ergebnislos geblieben sind. Die Bahn verbindet auf einer 76 Kilometer langen Schmalspurstrecke die Stadt Salzburg mit Bad Ischl. Auch die von der Ballgesellschaft betriebene Schi f fahrt auf dem Wolfgangsee wurde stillgelegt. Um die um ihr Bestehen schwer ringende Bahn nicht noch mehr zu gefährden, waren seinerzeit Anträge auf Errichtung von Kraftwagenlinien in das Salzkammergut abgeschlagen worden. Da jetzt der nötige Kraftwagenpark fehlt, sind im Augenblick der Einstellung des Bahnbetriebes viele Orte im Salzkammergut, wie z. B. das berühmte St. Wolfgang am Wolfgangsee, vom Verkehr abgeschnitten. Hinzu kommt, daß Kraftwagen die stark vereisten Bergstraßen nicht bezwingen können. Viele Schüler, die Salzburger Schulen besuchen, mußten deshalb dem Unterricht fernbleiben. Ein weiteres schwieriges Problem sind die Holztransporte, eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen des Gebietes, sie sind aber nur mit den Bahntarifen nutzbringend. Katastrophal wirkt sich der Zusammenbruch für das Pensionsinstitut der öfterreichischen Privat- UW, MAGGI5 Bratensoße 9I0-A bahnen ans, das dadurch zahlungsunfähig' geworden ist. Die Stimmung des Bahnpersonals ist verzweifelt, da über 300 Personen brotlos geworden sind. Die Aussichten von 100 Pensionsberechtigten, ihr Ruhegehalt zu erhalten, sind gering. Der Tod in der Lawine. Im Gebiet des Monte Rosa (Penninische Alpen) wurde eine aus 11 Personen bestehende Skifahrer- Gesellschaft in der Nähe von Gressoney von einer gewaltigen Lawine verschüttet. Sechs von ihnen konnten sich ohne fremde Hilfe befreien, weitere vier wurden ohne Verletzungen geborgen. Dagegen fand ein junger Arzt, der von einem Krankenbesuch im Gebirge kam und sich der Skifahrergruppe angeschlossen hatte, den Tod. Seine Leiche konnte erst nach langem Suchen aufgefunden werden. Erdbeben in Algerien. Ein Erdbeben, das die Gegend von Guelma, 75 Kilometer östlich von Constantine (Algerien), heimgesucht hat, forderte zwei Tote und 11 Schwerverletzte. Zwei Dörfer in der Um- aegend von Guelma sind völlig zerstört. In Guelma selbst wurden mehrere Häuser, darunter das Gefängnis der Stadt, in Mitleidenchaft gezogen. Die Gefangenen versuchten, durch die entstandenen Mauerrisse zu entfliehen, wurden aber von den Wächtern mit Revolvern in Schach gehalten. Große Ilnwetterschäden in Alabama (USA.). In großen Teilen des Staates Alabama sind durch schwere Wolkenbrüche und heftige Stürme große Schäden angerichtet worden. Zahlreiche Wohnhäuser und Geschäftsgebäude stürzten ein oder wurden stark beschädigt. 21 Personen sind zum Teil schwer verletzt worden. Vier Tote bei einem Flugzeugunglück in USA. Bei Lousburg in Rord-Karolina (USA.) ist ein Verkehrsflugzeug, das sich auf dem Wege von Miami (Florida) nach Akron (Ohio) befand, a b - gestürzt. Der Pilot und die drei Insassen wurden getötet. Großes Schadenfeuer in Stockholm. Das fünfstöckige Hauptlager der Stockholmer Aktiengesellschaft „Milchzentrale" ist von einem zehnstündigen Großfeuer völlig zerstört worden. Bei den Löscharbeiten, die durch starken Frost erschwert wurden, ist ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Zwei Feuerwehrmänner trugen schwere Verletzungen davon. Der Schaden beläuft sich auf etwa eine Million Kronen. 3m Schlaf erstickt. Ein 58 Jahre alter Einwohner von Koblenz wurde in seiner Wohnung t o t aufgefunden. Der Mann war durch Ersticken zu Tode gekommen. Offenbar ist in der Nacht, während der Mann schlief, ein Funke aus dem Ofen auf den mit Briketts gefüllten Kasten gefallen, so daß die Briketts ins Schwelen gerieten und tödlich wirkende Gase entwickelten. Die Rekord-Sau. Eine Rekord-Sau befindet sich im Besitz eines Hufschmiedes in Ungarn. Sie überraschte ihren Besitzer mit einem Wurf von nicht weniger als 2 7 Ferkeln. Zehn von den Ferkeln starben in den ersten zwei Wochen nach dem Wurf; der Rest aber wächst gesund der künftigen Fülle entgegen. Zeitschriften. — Ein Museum deutschen Kulturwillens bildet das „Haus der rheinischen Heimat" in Köln, das in vieler Hinsicht einen ganz neuen Museumstyp Das Donau Abhilfe gegen eine Daß Flüsse ihre Geschichte haben, ist eine Binsenwahrheit. Die Namen Rhein, Donau, Themse oder Marne rufen uns die Tatsache immer wieder in die Erinnerung zurück. Es knüpfen sich aber auch manche Geschichten an den Lauf der großen Ströme, die nicht so ohne weiteres zu verstehen sind. Eine von ihnen spielt im Oberlauf der Donau und ist deshalb interessant, weil sie einer Laune der Natur entsprungen ist, nicht aber der Bosheit der Menschen. Kommst du an der hohen Schwarzwaldbahn in das Städtchen Donaueschingen, wo der Fürst von Fürstenberg wohnt, so wirst du nicht vergessen, die Donauquelle im fürstlichen Schloßpark aufzusuchen, die vornehm in Stein gefaßt ist. Eine Inschrift des Inhalts, daß sich diese Quelle des längsten europäischen Stroms „700 Meter über dem Meere" und „2840 Kilometer bis zum Meere" befindet, läßt den Besucher in Ehrfurcht erschauern, so daß selbst der alte Witz nicht zünden will, den ein Freund immer bereit hat: „Wenn ich jetzt die Hand auf diese Quelle lege, dann hat Budapest kein Wasser mehr..." Die Sache hat aber auch insofern einen Haken, als das Donauwasser, das von den badischen Bergen und ihren Zuflüssen kommt, den Weg bis zum Schwarzen Meer gar nicht mitmacht, sondern unterwegs „versickert", um anderswo einen neuen Abfluß zu suchen und auf diesem Wege durch den Bodensee in den Rhein zu münden, also in die Nordsee zu wandern. Das kommt so: nicht weit von der Grenze zwischen Baden und Württemberg liegt Immendingen. Dort verschwindet das Wasser des schon stattlichen Flusses, so daß er in der heißen Jahreszeit monatelang trocken liegt. Tuttlingen und andere gewerbereiche Orte in Württemberg haben dann kein Wasser in der Donau. Erst viele Kilo- oerkörpert. Einen Blick in dieses Museum gewährt ein Beitrag von Prof. Dr. Walther Schneider in der neuesten Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber, Leipzig), der die organische Aufgliederung dieses Museums schildert und aus der Fülle des Dargestellten einige Zeugnisse rheinischer Kultur herausgreift und im Bilde wiedergibt. — Ein mit erläuternden Abbildungen ausgestatteter Aufsatz von Otto Brünig unterrichtet über Blindflug und Blindlandung und ist auch für den Laien leicht verständlich. — Mancher Leser wird mit Interesse erkennen, daß seine Jugendliebe: das Herbarium, auch heute noch Geltung hat; ihm zeigt der Beitrag „Pflanzen in der Mappe", wie die Wissenschaft das Herbariumverfahren pflegt, und die beigegebenen Abbildungen geben ihm einen Hinweis zu neuen Herbariumversuchen. — „Der Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik". Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde-N„ bietet mit jedem Heft einen Querschnitt durch den neuesten Stand aller Naturwissenschaften. Im Februarheft zeigt Privatdozent Dr. Rittmann, wie weit die Erforschung der vulkanologischen Naturerscheiungen gekommen ist. Rach seinen Darlegungen sind die Ursachen der vulkanischen Aach-Gesetz. Laune der Natur. meter weiter abwärts füllt sich das Bett des Stromes aus neuen Zuflüssen. Durch Jahrzehnte hat man sich mit der Frage beschäftigt, wohin die versickerten Wassermengen der oberen Donau fließen. In den achtziger Jahren warf man einige Zentner Kochsalz in die Sickerlöcher, die sich im Bereich des Kalksteins des Schwäbischen Jura besinden. Dieses Rezept löste das Rätsel: Das Wasser der Donau trat in der starken Quelle der Aach wieder zutage, die sich 12 Kilometer weiter südlich befindet, aber 170 Meter tiefer liegt als Immendingen. Dieser kleine Fluß, die Aach, treibt munter seine Mühlen und Werke, bis er in den Bodensee bei Radolfzell mündet. Kein Wunder, daß Württemberg sich dadurch benachteiligt fühlte und von Baden Abhilfe verlangte. Dieses wieder betrachtete die Gabelung eines Flusses als einen ganz natürlichen Vorgang und sah keine Veranlassung, die Wasser der Aach in den Sickerstellen des Donaubettes abzugraben, richtiger gesagt, zu stopfen. So entspann sich zwischen Stuttgart und Karlsruhe ein Federkrieg, der sich durch Jahrzehnte ohne Ergebnis hinzog, wobei auch die beiderseitigen Landtage alljährlich fleißig sekundierten. Sogar die Schulkinder wußten über diesen „Staatskonflikt" gut Bescheid. Unter der Weimarer Verfassung kam die Sache auch einmal an den Staatsgerichtshof, der aber mit diesem Problem ebensowenig fertig werden konnte wie andere Instanzen vorher. Nun hat die Reichsregierung durch ein besonderes Donau-Aach-Gesetz die Sache in ihre Hand genommen. Damit dürfte eine endgültige Regelung bevorstehen, die darauf hinzielen könnte, d-urch technische Einrichtungen das Wasser des oberen Laufes für Donau und Aach gleichmäßig zu verteilen oder auf andere Weife den Anliegern gerecht zu werden. Tätigkeit geklärt. Professor Dr. Helfer untersucht die Gründe für die Gefährdung der Fische durch Giftstoffe. Direktor Hölzel bringt einen mit ausgezeichneten Aufnahmen bebilderten Aufsatz über die Wale des südlichen Eismeeres. Dr. Stoye behandelt, von der Natur des Jnselreiches ausgehend, das Thema „Japan — Volk und Raum". Professor Dr. Hennig lenkt den Blick auf den Einfluß des Golfstroms im Eismeer. Zoologische Beobachtungen liegen zwei bebilderten Aufsätzen zu Grunde: „Der Kaisergranat" von Dr. Volz und „Versuch mit einem jungen Kuckuck" von Dr. Rüstig. Einen guten Ueberblick über die Farbenkinematographie gibt F. Paul Liesegang. „Kleine Beiträge" und Forschungsergebnisse aus allen Gebieten, Anregungen zur Naturbeobachtung, die Bücherschau und die beliebte Preisfrage schließen das abwechselungsreiche und vorzüglich ausgestattete Heft ab. Büchertisch. — Luftfahrer voran! Ein Volksbuch vom Fliegen in aller Welt. Herausgegeben von Walter W i e n r i ch. 1. Jahrgang 1937. 154 Seiten. Mit 85 Abbildungen. Leinen 4,80 Mark. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. — (19) — Flieger erzählen vom Fliegen — so entsteht eine lebendige, zeitgemäße Geschichte der Luftfahrt, nicht aus historischen Abhandlungen, sondern Sur fesselndes? vielseitigen Berichten. Junge und alte Flieger, Pio. niere der Luftfahrt und Kriegsflieger, Fallschirm, abspringer, Ballonfahrer und Segelflieger, rote Hirth, Übet, Mittelholzer, haben sich hier zusam- mengefunben. Sie erzählen von Luftkämpfen und Sturmflügen, von berühmt gewordenen Abenteuern und unbekannten Erlebnissen in der Heimat und in fremden Ländern. Viele bisher unveröffentlichte Bilder zeigen vieles von dem, was man vom Flie- gen wissen möchte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von England her zieht fortgesetzt eine Tiefdruck« ftörung über Deutschland hinweg, welche die Wit« terung unbeständig gestaltet. Da wir gleichzeitig im Zufuhrbereich der aus nördlichen Breiten des Atlantik kommenden Luft verbleiben, werden die Niederschläge überwiegend als Schauer und im Gebirge durchweg als Schnee fallen. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen Niederschlagsschauern, im Gebirge Schnee, bei leb- Gedenket der hungrigen Vögel! hasten westlichen Winden Temperaturen in den Niederungen bei 0 Grad und im Gebirge Frost. Aussichten für Samstag: Fortdauer der wechselhaften, ziemlich kalten Witterung mit Schauerneigung. Lufttemperaturen am 10. Februar: mittags 5 Grad Celsius, abends 1,8 Grad; am 11. Februar: morgens 0,4 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum heute nacht 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends 1,5 Grad; am 11. Februar: mor- aens 1 Grad. — Niederschläge 3,6 mm. — Sonnenscheindauer 2,4 Stunden. Winlersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, 13 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten im Wald gut. — Herchenhainer Höhe: Bedeckt, —4 Grad, 15 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 15 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad, 25 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 22 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, —4 Grad, 80 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 12 Zentimeter Neuschnee, verweht, Sport sehr gut. Alpen. Schneefernerhaus: Schneefall, — 8 Grad, 340 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Karl Geltz im 38. Lebensjahre. im 55. Lebensjahre. Gießen (Kaplaneigasse 2), den 9. Februar 1937. Gießen (Mittelweg 16), den 11. Februar 1937. 913 D 925 D Postfach 136. 923V Altersvereinigung 1882/1932 Uf CDDC DRUCKSACHEN VV CH DC Brühl. Gießen Hermann Kirchner und Söhne. Gießen (Seltersweg 8), Berlin, Magdeburg, 10. Februar 1937. Beteiligung erbeten. sisD Die Einäscherung fand in der Stille statt; von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir abzusehen. 919 D Vermietungen | Gesdiäftssllbernahme Stellenangebote! 912 D wurde am 5. Februar von ihrem jahrelangen mit großer Geduld ertragenen Leiden erlöst. 2 Zimmer Küche und Bad per 1. 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Arnold nebst allen Angehörigen. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, mein lieber Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Franz Weinhardt 926 D Die Beerdigung findet am Freitag, 12. Februar, nachmittags um 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 1 Kath. Knöß, geb. Walther Familie Wilh. Knöfc Familie Heinrich Knöfi nebst allen Angehörigen Daubringen. Queckborn, Darmstadt, den 11. Februar 1937. Todes-Anzeige Am 10. Februar entschlief nach längerem schweren Leiden im Alter von 60 Jahren mein lieber, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Jakob Knöß Nr.ZZZweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, ll.Zebruar 193Z Äritder„SchleMg-Holflein"ausSchulschiffsreise Von Karl Friedrich Birnbaum, Kapiianleuinant. ix. Tropischer Januar in Venezuela. Port Simon (Costa Rica). Wir schreiben Sonntag, den 23. Januar. Ruhiger Betrieb herrscht an Bord, seit eine Abordnung von 15 Offizieren und 125 Unteroffizieren und Mannschaften als Gäste der deutschen Kolonie zu einem sechstägigen Aufenthalt in der Hauptstadt San Jose abgedampft ist. Gestern ein weiteres Kommando in Kompaniestärke, aus allen Besatzungsteilen zusammengesetzt, das unter Gewehr vor dem Staatspräsidenten paradieren und als dessen Gäste über Sonntag in der Hauptstadt bleiben wird. Für uns an Bort Gebliebene eine willkommene Gelegenheit, in der Freizeit rückblickend die Fülle der Ereignisse und Eindrücke zu ordnen, die unsere schöne Reise uns seit dem Jahreswechsel gebracht hat. In dem kleinen Hafen Puerto Cabello, der neben la Guaira das wichtigste Eingangstor des Staates Venezuela vom Atlantik her darstellt, ist unser Anker am letzten Tag des alten Jahres in den Grund gerauscht. Herzlich wird unsere Begrüßungsabordnung von Behörden und Militärs willkommen geheißen, die sich in ihrer blauen, nach deutschem Vorkriegsmuster gefertigten Gesellschaftsuniformen farbenprächtig in das Bild der bunten Toiletten der Damen mischen. Etwas überraschend — aber nicht unangenehm! — in glühender Mittagshitze Champagner zu trinken und zu tanzen — „Como no?" (Warum nicht) sagt unser Freund und späterer ständiger Begleiter, der Kapitän E. Pinero G o n e l l — Diese Frage wird zum geflügelten Wort in den folgenden Tagen., Alles kann man haben in diesem Land, man muß nur wissen wie. An einer weiten, palmenbestandenen Bucht, hinter der die Küstenkordillere zunächst sanft ansteigt, liegt die Hafenstadt malerisch um einen durch eine kleine Flußmündung gebildeten natürlichen Hafen. Dicht vor der Mole liegen wir draußen auf Reede. Das Städtchen macht mit seinen sauberen Straßen, den Kirchen und staatlichen Gebäuden inmitten einer reichen Vegetation einen freundlichen Eindruck. Während im schnell hereinbrechenden Abend die Lichter der Stadt herüber schimmern, werden die von der Weihnachtsfeier noch vertrauten Oberdeckplätze zum festlichen Jahreswechsel gerüstet. Nur eine kleine Abordnung geht an Land, um mit der deutschen Kolonie, die hier zahlenmäßig sehr schwach ist, in dem kleinen Clubgebäude ein deutsches Silvester zu feiern. Der Hauptteil der Besatzung feiert gemeinsam in den Divisionen die Geburt des Jahres 1937, nachdem wir um 18.30 Uhr beim Siloesterputer mit gutem deutschen Wein der Lieben in der Heimat gedacht, die um diese frühe Stunde schon unter dem Geläut der Glocken ganz Deutschlands das neue Jahr begrüßen! Früh am Sonntagmorgen treibt schmetternde Marschmusik die Cabellaner aus ihren Häusern, als ich die Ehrenkompanie durch die Stadt zum Monument des Freiheitshelden Simon Bolivar führe, wo der Kommandant einen großen Lorbeerkranz niederlegt. Begeistert klatscht die dicht gedrängte Menge, als unsere Kapelle die Landeshymne intoniert. Simon Bolivar, der große Befreier der nördlichen Staatengruppe Südamerikas, hat das Land Venezuela, das seinen Namen nach den von den Spaniern an der Lagune von Maracaibo gefundenen Pfahlbauten erhalten hat (Klein Venedig), vom spanischen Erobererland abgetrennt und seine seit 1845 manifestierte Selbstständigkeit begründet. Seit dem Zerfall des ursprünglichen Staatenbundes, der außerdem Columbien. Ecuador, Peru und Bolivien umfaßte und aus der spanischen Provinz Neu-Granada heroorgegangen ist, hat das Land trotz zahlloser Wirren und Bürgerkriege sich als selbständige Republik behauptet. Unter dem bedeutenden Präsidenten General Gomez hat es seit der Jahrhundertwende bis zu seinem Tode im Jahre 1935 einen bedeutenden Aufschwung erlebt. Nach dem Tode des Diktators, der trotz seiner großen Verdienste um das Land — als bleibende Zeugen dieser Epoche sollen wir gewaltige Monumentalbauten zu sehen bekommen — absolutistisch im Interesse seiner zahlreichen Familie vielfach Raubbau mit den reichen Gütern des fruchtbaren Landes getrieben hat, konnte die Verwandtschaft sich nur mit Mühe vor der hereinbrechenden Revolution ins Ausland retten. Der bewährte Kriegsminister, General Lopez Contreras übernahm damals auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen die Regierung seines Landes. Eine durch und durch soldatische Persönlichkeit, dabei schlicht in seiner Lebensführung, lenkt er heute mit sicherer Hand die Geschicke des Landes, nachdem er es verstanden hat, die Revolution im Keime zu ersticken. Groß ist die Begeisterung, als ich erfahre, daß ich mit einer Abordnung für zwei Tage hinauf in die Hauptstadt Caracas fahren soll! Schon die sechsstündige Fahrt auf gewundener Autostraße durch die Kordilleren — auch noch eine der großen Planungen des Generals Gomez, die heute fertiggestellt ist — ist mit ihren einzigartigen Ausblicken ein Erlebnis, lieber die Stadt Valencia, wo es auch zahlreiche Deutsche gibt, die uns zum Teil bereits an Bord begrüßt haben, über M a r a c a y, die fürstliche Residenz des Generals Gomez, der hier prächtige Verwaltungsgebäude und Kasernen errichtet hat, geht es höher und immer höher hinauf. Die Vegetation wird gebirgig und um uns sind die Spitzen der Berge in Wolken gehüllt. Nach Ueberwindung des 2000 Meter hohen Paffes fällt das Gebirge langsam zu der Hochebene ab, in welche die Hauptstadt Caracas in 1000 Meter Höhe sich ausbreitet. Caracas, das Haupt- und einzige Großstadt des reichen Landes, liegt mit ihren rund 150 000 Einwohnern breit hingedehnt, durch die meist einstöckigen Häuser, die von früher sehr häufigen Erdbeben herrühren. Das letzte schwere Beben war allerdings vor 100 Jahren. Sitz eines Erzbischofs, zahlreiche Kirchen, deren älteste, die Kathedrale am Platz des Bolivar sich durch ihren Reichtum an Silber, Gold und Edelsteinen der Innenarchitektur auszeichnet, schmücken das Standbild. Hier auf der Plaza steht das monumentale Reiterstandbild des großen Befreiers. Abgesehen von den modernen Prachtbauten der Gomezzeit sind die Häuser im spanischen Stil gebaut; die Straßen sind eng aber rechtwinklich angelegt. Beängstigend das Gedränge der Autos im Zentrum, wo man erst in den letzten Jahren zu einer Art Verkehrsregelung mit Einbahnstraße usw. übergegangen ist. Weiter draußen in den wundervollen Villenoororten Paraiso und Florida, wo unter den zahlreichen großzügig angelegten Clubs als schönster der Country-Club gelegen ist, gibt es wundervolle breite palmenumsäumte Autostraßen. Hier wohnen die Europäer, die es in jahrzehnte langer Arbeit, teilweise schon seit Generationen hier ansässig, zu Wohlstand gebracht haben, in hübschen Villen, in einem angenehmen gesunden Klima. Bei der Quartieroerteilung in der deutschen Schule, wo die erste Begrüßung mit Kaffee und Kuchen, von frischen BDM.-Mädels gereicht, stattfindet, entscheidet das Los für mich ein bezauberndes Quartier bei dem jungen Ehepaar F. in Paraiso. Hier verlebe ich unvergeßlich schöne Tage in dem blütenumrankten Häuschen meiner liebenswürdigen Gastgeber. Der erste Abend versammelt alle im Deutschen Klub, einem schönen würdigen Gebäude, zu frohen Stunden mit der deutschen Kolonie bei Bier und Tanz. Trotz des für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Wolkenbruchs läßt es sich keiner unserer Landesleute nehmen, zu erscheinen. Da der festlich gerüstete Garten und Tennisplatz nicht mit einbezogen werden können, gibt es ein beängstigendes Gedränge, was jedoch der Stimmung keinen Abbruch tut. Unsere tüchtige Tanzkapelle, die rotr mitgebracht haben, erntet wieder reichen Beifall. Am anderen Morgen — viel Schlaf gab es nicht — zeigen uns unsere Gastgeber Stadt und Umgebung. Zur Mittagszeit versammelt sich ein neu gewonnener Freundeskreis im Country-Club, wo der deutsche Konsul vorübergehend mit seiner jungen Frau wohnt. Aus dem beabsichtigten kurzen Besuch wird wieder eine längere feucht-fröhliche Sitzung, weil es Petrus gefällt, uns im geeigneten Augenblick mit einem herzhaften Tropenregen zu überraschen! Es sitzt sich wundervoll auf der offenen Veranda, während draußen der Regen rauscht. Nach einem kurzen Nachmittagsempfang beim deutschen Gesandten, Grafen Tattenbach, ist abends „freies Manöver", was stets besonders freudig begrüßt wird Nach einem fröhlichen improvisierten Abendessen im Hause der Deutsch-Denezulanerin, Frau Jsabell K., die auf ihr kürzlich in Deutschland erworbenes Sportabzeichen ganz besonders stolz ist, sehen wir uns das baskische Korbballspiel an, das hier in hoher Blüte steht und wo erhebliche Summen gesetzt werden; ein typisch romanischer Zeitvertreib mit viel Geschrei und ehrlicher Begeisterung und — meisterhafter Spielbeherrschung durch die Professionales. Anschließend wird in der groß, städtisch eleganten Swiza-Bar das Tanzbein geschwungen und von der Heimat geklöhnt. Die ausgezeichnete ungarische Kapelle kommt sehr schnell „auf Touren", und bald wirbelt das ganze fröhliche Lokal, mit Amerikanern und den dunkeläugigen Schönen des Landes munter im Wiener Walzer durcheinander, während wir uns mit nicht geringe, rem Eifer in der Kunst der hiesigen Tänze üben. Ein kräftiges Frühstück und ein letzter Händedruck mit dem bestimmten Versprechen, am über- nächsten Tage zu unserem Bordfest zu erscheinen, und los geht's durch's Gebirge, das heute von Ne- bei und Regenwolken verhangen, ein anderes, nicht minder reizvolles Antlitz bietet. Vor dem schlichten schönen Landsitz des Präsidenten, dessen Blu- meprabatten in großer bunter Schrift die Namen seiner Gattin und Töchter darstellen, wird kurze Rast gemacht. Kurz darauf treffen wir mit den heraufkommenden Wagen des Kommandanten und Aus den Spuren her „hessischen Stannnutier" in und um Oberhessen und in Gießen. Im Jahre 1635 schrieb der Gießener Stadtpfarrer Hartmann Mögen (Mogius) in seiner Leichenpredigt auf den Superintendenten Johann Dietrich: „... sein Uhruhraltvatter von der Mutter her (war) Ludwig Orth ..., welcher Antonii Orthii gewesen, von welchem Antonio werden achtzehn Theologiae Doctores, Professores, Superintendenten und Fürstliche Hoffprediger, so innerhalb achtzig Jahren entweder von ihm her posteriret oder sich an seine posteros ehelich bestattet haben, erzehlet ... Ueberdas noch acht Promoti doctores iuris ... Und Das Wappen der Orth. — (Aufnahme: Spannring.) dann zehen doctores Medicinae, Profesfores und Archiatri ..." Die Namen dieser 36 Gelehrten werden dabei genannt, nicht aber, wie sie bzw. ihre Frauen von Anton Orth bzw. der Appolonia Orth abstammen. Mit Hilfe der Hessischen Gelehrtengeschichte und anderer Quellen ließ sich für fast alle der Zusammenhang ermitteln. Dazu bis etwa 1800 noch für mehr als fünfzig weitere Gelehrte von gleicher Bedeutung, die selbst oder deren Frauen ebenfalls Nachkommen Antons bzw. der Appolonia Orth waren; darunter bekannte Namen wie Merck und Lichtenberg, Höpfner und Jffland. Es kommen dazu Goethes Urgroßmutter Elisabeth Lindheimer, aeb. Seip, die einem geschlossenen Sippenkreis hessischer Beamter, Pfarrer und Lehrer entstammt, es kommt Lotte Buff dazu, es kommen eine große Reihe von bedeutenden außerheffifchen Namen. Was es mit diesem Namen Orth für eine Bewandtnis hat? Was für Schwaben die Regina Burckhardt ist, die „schwäbische Geistesmutter", von der Uhland, Hölderlin, Mörike, Gerock u. a. abstammen, das ist für Hessen die Appolonia Orth, die „hessische Stammutter". Sie findet sich in fast allen hessischen (Land Hessen, Kurhessen und Nassau), sowie in Zehntausenden von außerhessischen Stammtafeln; auch Namen bedeutender Größen auf allen Gebieten sind, wie oben angedeutet, mit dem Namen der hessischen „Stammmutter" Appolonia Orth durch die Ströme des verwandten Blutes verbunden. Die Appolonia Orth lebte 1511 bis 1585, sie ist in Marburg geboren. Sie ist eine Enkelin jenes bekannten Antonius („Dönges") Orth, der sogar dreimal unter den Ahnen einer Urgroßmutter Goethes und somit auch dreimal unter Goethes Ahnen vorkommt. Dönges war vermutlich einer der drei Brüder Johann, Anton und Paul Orth aus Wetter, die wegen ihrer Tapferkeit im Krieg gegen Karl den Kühnen von Burgund von Kaiser Friedrich III. einen Wappenbrief erhielten. 1454 wurde er Bürger in Marburg, wurde Vierer und sogar Bürgermeister. Daß von diesen Orth eine große Zahl bedeutender Männer abstammen, fiel schon im 17. Jahrhundert auf, als die Nachkommen sich ihrer Verwandschaft noch bewußt waren, worüber oben die Aufzeichnungen des Gießener Stadtpfarrers Mögen zitiert wurden. Diese oberhessischen Orth erscheinen auch in vielen sippengeschichtlichen Werken außerhalb Hessens, so in Frankfurt, in Köln, in Thüringen, in der Pfalz. In Frankfurt reichen die Nachfahren der hessischen „Stammutter" fast in jede bedeutende bürgerliche Ahnentafel, wie der bekannte Frankfurter Sippenforscher Hans Majer-Leonhard versichert; sie haben in Frankfurt eine große Rolle gespielt und nicht weniger als elfmal das Bürgermeisteramt innege- habt. Das Wappen der Onh ist der schreitende goldene Löwe auf rotem Schild. 1665 wurden die Orth in den Adelsstand erhoben, sie habdn aber niemals davon Gebrauch gemacht. Zweifellos würde bei planmäßigem Ausbau der Nachkommenliste die Zahl der bedeutenden Männer noch erheblich vergrößert, ob sie aber einen erheblichen Bruchteil der heutigen Gesamtnachkommenschaft bildet, bleibt dahingestellt. Für die ersten acht bis zehn Generationen, wo die Nachkommen noch nicht so zahlreich waren, bildet der gegebene Nachweis aber einen beträchtlichen Teil des Ganzen. Daß in diesem Sippenkreis sich eine Häufung überdurchschnittlicher Begabung findet, wird schon im 18. Jahrhundert ausdrücklich anerkannt: in seinem Buch über die Gelehrten aus der Stadt Wetter (1769) schreibt der Verfasser I. I. Pütt von einem Orth: „Schon früh zeigte sich bei ihm das dieser Familie eigentümliche Ingenium ..." So ist die Sippe der hessischen „Stammutter" ein Beispiel für die Vererbung wertvoller geistiger und anderer Anlagen. Welche Aufschlüsse ergäben sich, wenn alle Zusammenhänge in unserer heutigen Generation mit der „Stammutter" dieses „Ingeniums" aufgehellt werden könnten! Spannring. Schneeloser Winlertag. Von G A Oedemann. Den schneelosen Wintertag mag ich nicht. Er verspricht, aber hält nichts. Wär er nicht ein ungeratenes Kind des Eismonds, man könnte ihn noch für des Frühlings Vorbereiter halten. So aber foppt er nur, wenn er das kahle Gesicht der Brachen zeigt und die Weiher auftaut am Mittag. Mich kann er ja nicht veralbern und die Saatkrähen auch nicht, da drüben auf der schwarzgelben Dieme. Die wissen, wo die Sonne stehen muß überm Berg, wenn es Frühling werden will. Auch Freund Mümmelmann denkt noch nicht daran, sein graues Winterjackett auszuziehen, der Krumme, der wegen der dürren Gräser im Anflug eigentlid) der lachende Dritte in unferm Bunde ist. Bei den Jungbuchen, den Birken und beim Holunder ift’s freilich ein ander Ding. Die setzen schon grüne und braune Knospen an, man muß nur richtig Hinsehen, fehlen bloß noch ein par warme Tage in diesem närrischen Eismond — und die Knospen pludern sich auf wie junge Vögel und stellen die ganze Winterordnung auf den Kopf! Ich habe dem Feldweg den Rücken gekehrt. Am Waldrande liegt noch ein Fetzen Schneewehe über rotbraunem Fallaub. Beim Heckenrosenbusch, dessen Hagebutten wie rote Diamanten leuchten, steige ich über verschneite Besamung; der Wald nimmt mich auf. Schweigsam ist es über mir, Nadelduft und Humusvdem erquicken die Lungen. Hier vermisse ich ihn nicht mehr, hier kann er mir gestohlen bleiben, der weiche, weiße Schnee. Bis auf die Höhe der Olbersdorfer Gemarkung geht's durch dunklen Stangenort und durch noch dunklere Dickung, wo des Sommers die großen Birkenpilze stehen. Da drinnen hat mir der Zeisig eins vorgepiept und der Häher hat mir eine gute Strecke schimpfend den Weg gewiesen. Wie ich oben raustrete aus moosiger Märchenverträumtheit, um die Augustusburg zu grüßen, die alte, vertraute über all den düsteren Nebelbergen, da bin ich unter gutem Wind auf ein Rudel Rehe gestoßen. Schnell ziehe ich mich zurück und suche „Anstand" hinter einem mächtigen Buchenüberhälter. So! nun bin ich wieder mal auf Schaupirsch, zufällig, wie ich es liebe. Wenn Mich der Häher nicht verpetzt, dann kann ich schlunzen. Schlunzen ist das halbe Jagen! Mein Rudel zieht äsend über die Wintersaat. Das ist ein ständiges Sichern und Verhoffen, besonders die schwarzbraune Ricke vorn findet keine rechte Ruh'. Immer hebt sie den Windfang hoch in die Luft, das schwarze Geäse glänzt m der Sonne, die eben hinter einer Wolke hervorgeguckt kam. Plötzlich ist ein Brechen drinnen im Felsloch unter den Birken. Im Nu sind alle Köpfe hoch. Dann steht ein Gabler bildschön in der Sonne, herrisch und stolz, als wäre er der Hauptbock vom Adelberg. Aber der Bursche traut dem Landfrieden nicht. Er läßt die Lauscher in einem fort spielen und äugt mit schwarzen Lichtern unruhig in die Runde. Nun pflückt er ein Himbeerblatt, sichert wieder, und verschwindet, woher er gekommen ist. Auch mein Rudel springt ab. Der Dumme hat mir die Schaupirsch vergrämt, denk ich noch, wie ich heraustrete auf das Feld. Aber als ich auf freier Höhe bin, da packt mich ein fauchender Nordwest beim Kragen. Die Luft hat sich gedreht. Der Nordwest war also der Verräter. Dafür aber schickt er die Sonne schlafen hinter dunklen Schneebarrikaden. Schnee, danach sehnt sich die ruhende Erde im Eismond. VomSinn des Bühnenbildes. Von Johannes Jacobi. Wenige Jahre erst trennen uns von den viel erörterten Versuchen unserer Bühnen, der Wirkung mancher scheinbar veralteten Schauspiele und Opern durch eigenwillige Ausstattung nachzuhelfen. Die Sucht nach Originalität umd die Berufung der Regisseure auf einen „Zeitgeist", der in Wirklichkeit der Herren eigener Geist gewesen ist, bescherten uns Inszenierungen, die das Kunstwerk aus seinen geschichtlichen Zusammenhängen rissen, aber von gewisser Seite als „modern" gepriesen wurden. „Hamlet im Frack", „Brünnhilde mit dem Bubikopf" — das sind einige Schlagworte aus jener Zeit der Verirrungen. Inzwischen hat sich die Besinnung auf die Werkgesetzlichkeit in Regie und Darstellungsstil auch auf das Bühnenbild erstreckt. Dennoch wird es die Aufgabe jeder Generation bleiben, für die theatralischen Kunstwerke der Vergangenheit einen szenischen Rahmen zu finden, der zugleich ein Spiegelbild der zeitgenössischen Auffassung ist. Die Grundsätze, von denen sich ein verantwortungsbewußter Bühnenbildner dabei leiten lassen wird, entwickelte einer der führenden Köpfe dieser Kunstgattung in einem Vortrag, den Professor Emil Preetorius, München, auf Einladung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften im Berliner Harnackhaus über die Theaterdekoration hielt. Preetorius, dessen verdienstvolle Tätigkeit ihren Höhepunkt in der szenischen Erneuerung der Bayreuther Festspiele erreicht hat, weiß die Erfahrung des Bühnenprakttkers mit der theoretischen Durchdringung seiner Kunst zu verbinden. Er wendet sich deshalb gegen die irreführende Bezeichnung Bühnen-„Bild". Denn die Theaterdekoration ist keineswegs ein Teilgebiet der Malerei, sondern sie stellt den Gestalter des szenischen Rahmens mit wechselnder Gewichtsverteilung neben malerischen auch architektonische und technische Aufgaben. Ein Blick auf die Entwicklung des Ausstattungswesens innerhalb der letzten fünfzig Jahre leyrt allerdings, daß die Dekoration zunächst vorwiegend bildmäßig bestimmt gewesen ist, so daß die Szenenbilder wohl mit graphischen Kunstwerken zu vergleichen waren. Vergleicht man aber die Dekorationen, die z. B. für die ersten Festspiele in Bayreuth entworfen wurden, mit den Bildern, die heute auf der gleichen Bühne zu sehen sind, dann zeigt sich eine Entwicklung zum Rahmenhaften hin. Wo früher üppige Landschaften wucherten, Tempel, Säulenhallen und Burghöfe mit allen Details und aller poetischen Schwärmerei, die einem romantischen Maler zur Ehre gereichen würden, da sieht man heute monumentale Stilisierung, Andeutung des Wesentlichen und vor allem — Platz für die Darsteller, für das Geschehen. Denn nicht der Schauplatz, sondern die Handlung ist das theatralische Urelement. Aufgabe des Bühnenbildners kann es lediglich sein, dem Spiel des Darstellers ein wirkungsvolles Relief zu geben. Die besondere Schwierigkeit der szenischen Gestaltung besteht nun darin, die Gegensätzlichkeit zwischen den Künsten des Raumes und des Ruhens und den Künsten der Zeit und der Bewegung in höherer Einheit auszugleichen. Figurinen und vor allem das Licht in seiner ganzen Vielfältigkeit der modernen Beleuchtungstechnik sind die Wandel schaffenden Faktoren, die das räumlich verharrende Bild mit dem zeitlichen Ablauf der Dichtung und Musik verknüpfen. Das Bühnenbild ist nicht, es geschieht. Ihre dienende Funktion, die gleichwohl den Rang eines künstlerischen Eigenwerts besitzt, stellt die Theaterdekoration in die nächste Verwandtschaft zur Buchillustration und zum Ornament. Nicht durch Zufall sind eine Anzahl Bühnenbilder — unter ihnen Professor Preetorius selbst — von der Buchillustration zur Theaterdekoration gekommen. Die Illustration soll das dichterische Wort durch das Bild verstärken, wie die Handlung des Schauspiels durch den Rahmen des Bühnenbildes eine Steigerung erfährt. Und wie das Ornament Bild und Bewegung in Einem ist, in sich ruht und von einem eigenen Rhythmus getragen wird, dennoch seine Erfüllung erst findet, wenn es der Fläche, zu deren Schmuck es gedacht ist, biegsam folgt, so nimmt die rechte Szene die mannigfache Bewegung des Dramas in sich auf. Mancherlei Klippen gilt es dabei zu vermeiden. Die Theatralik einer dichterischen Szene darf den Bühnenbildner nicht verleiten, sämtliche schaubaren Elemente des Dramas in bildliche Darstellungen umzusetzen. Er muß sich aus die wichtigsten Zuge beschränken. Anderseits darf das Prinzip der Andeutung nicht bis zur Kahlheit oder Werkfremdheit übersteigert werden. Hohe Ansprüche an das schöpferische Vermögen des Bühnenbildners wird stets das historische Milieu eines Werkes stellen. Seitdem sich die Forderung nach historischer Treue im 19. Jahrhundert für das Theater erhob, ist sie nicht mehr abzuweisen. Aber nicht die sklavische Kopie originaler Bau- und Kleiderformen gilt es herzustellen, sondern im freit.t opiel mit Formen und Farben muß der Bühnenbildner die geschichtliche Illusion erzeugen und sie dennoch seinem vereinfachenden Stilwerden dienstbar machen. Dabei sind wesentliche Unterschiede zw.fchen Schauspiel und Oper zu beachten. Shakespeares Dramen ober Goethes „Iphigenie" und „Tafso" kann man zur Not vor Vorhängen spielen, wenn nur gut gesprochen wird und die Darsteller passend kostümiert sind. Aber schon der Gedanke, M o - 3 a r t s Opern ober Webers „Freischütz" vor Vorhängen zu spielen, ist absurb. Gerabe bie lieber- Wirklichkeit ber Oper mit ihren Chören unb Arien verlangt eine Unterstützung bes Hörers durch bie bekvratioe Szene. Welchen Weg der Bühnenbilbner im einzelnen einzuschlagen hat, barüber wirb sich nie Allgemeingültiges aussagen lassen. Aber mag er je nach Werk und Stilprinzip die Kulissenbühne mit ihren gemalten Prospekten einsetzen, mag er mit Soffitten und Bögen, mit der Panorama-Bühne oder dem Rundhorizont arbeiten, mag er die technischen Mittel der Dreh- oder der versenkbaren Stockwerkbühne gebrauchen, stets gilt es, in Art und Maß der bild- mäßigen Gestaltung bie rechte Mitte zu finben; die Funktion bes Sehens barf sich nie verselbstän- bigen, sonst enben wir beim entgegengesetzten Extrem der sachlich-nackten „Stilbühne" — beim elbft- herrlichen Ausstattungsprunk. ü? $ .'1 1 y ö /. uaneoen Kleyen jxeiujsivcuucivcivc iui ' n V t koin torbegleiter, Freiballonwettfahrten und Reichswett- • 1937 wird von diesem Willen geleitet sein. Der deutsche Segelslug 1937 alle Ehre. Durch den Deutschen Luftsport-Verband, stunaen emportra- deutschem Flieger- von 17. Februar in London be- Luslkämpfer des taten, hat in der gen Deutschland Eishockeyspieler tref- der Weltmeisterschaft in Lonaus den Olympiasieger Eng- Weltkrieges für Deutschland Segelflugbewegung des jun- feinen vollendeten Ausdruck gefunden. Oie Lustsportereiqniffe des Jahres. Aber auch den internationalen Veranstaltungen kommt erhöhte Bedeutung zu. An dem „Oasenflug" in der leisten Februarwoche werden sich deutsche Sportflieger beteiligen, und das Gordon-Bennett- Rcnnen, veranstaltet vom Aero-Club von Belgien in Brüssel, sieht gleichfalls eine deutsche Beteiligung von zwei bis drei Ballonen vor. Vom 23. Juli bis 1. August wird außerdem das 4. Internationale Flugmeeting in Zürich durchgeführt. Wie weit der Gedanke der Gemeinschaft in den Luftsport eingedrungen ist, davon legen alljährlich die Deutschlandflüge Zeugnis ab. Der Deutsch- dann immer denen unterliegen, die nicht über an-I nähernd so großes Springvermögen verfügen, dafür aber sicher in der Hand ihres Reiters und durch vermehrtes Untersetzen der Hinterhand in der Lage sind, selbst bei kürzestem Anlauf ein schweres Hindernis zu nehmen. Frankreich hat solche natürlichen Springer in Saida und Volant. Die Pferde sind meist heftig und werden mit Kandare und Martin- gall oder beiden geritten, mit kurzem Zügel nach deutscher Manier. Der deutsche Reiter bleibt mit allen Hilfen am Pferd und zerreißt die notwendige Einheit der stetigen Verbindung zwischen der Hand des Reiters und dem Pferdemaul nicht. Die deutschen Offiziere fielen angenehm auf, daß sie schon beim Einreiten in die Bahn ihre Pferde am Zügel stehen hatten, während andere sie führerlos umherlaufen ließen und erst kurz vor dem ersten Hindernis die Zügel aufnahmen und die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier herstellten. Es ist augenscheinlich, daß sich im Laufe der Zeit der Springstil der verschiedenen Nationen immer gleichmäßiger gestalten wird, denn jeder wird das für ihn Günstige vom anderen lernen und annehmen. Züchterische und sonstige Unter-! schiede, die sich aus der nun einmal unabänderlichen Wesensart eines Volkes und vor allem seiner seelischen Einstellung zum Tier ergeben, werden immer bestehen bleiben. Frankreich lobt unsere Turnierreiter. Die ftanzösische Reitermannschaft ist nach Abschluß des Berliner Reitturniers inzwischen wieder nach Paris zurückaekehrt. Major L e s a g e, der Führer der Franzosen, äußerte sich sehr lobend über die Aufnahme in Berlin und brachte Pressevertretern seine Genugtuung darüber zum Ausdruck. Er bezeichnete die deutschen Offiziere als hervorragende Reiter und stellte zugleich unseren erfolgreichen Warmblütern das beste Zeugnis aus. Die Pferde wären vor allem durch ihre große Ruhe aufgefallen, mit der sie an die schwersten Aufgaben herangegangen seien. men hat. Ueberall sind deutsche Jungen bei Luftsportveranstaltungen, Luftsportausstellungen, oder wenn die Staffeln der Luftwaffe zu stolzen Flügen starten, kritische und begeisterte Zuschauer. Motor und Baumuster sind ihnen bekannt, sie wissen, was Thermik ist, und kennen die Höchstleistungen dieses oder jenes Flugzeugtyps. Man muß ihnen einmal zugesehen haben, den Hitlerjungen auf dem Flugplatz oder an den Segelflughängen. was die Vorkämpfer des motorlosen Flugs in der Rhön im Geiste Otto Lilienthals und der Meisterschaft, die am ginnt, entschieden. Deutschlands fen im ersten Spiele don am 17. Februar In den vier Jahren der deutschen Erneuerung sind deutsche Jugend und deutscher Luftsport untrennbare Begriffe geworden. Unsere Jugend hat gelernt, daß Phantasie, Leidenschaft und fester Wille die Flügel sind, die zu Höchstleistunden emportragen. Der motorlose Flug, v T L"‘ geist in trostlosen Tagen geschaffen, ist die Grundlage der Entwicklung unseres Luftsports geworden, der heute mehr denn je neuen Auftrieb bekorn- Da steht in der Mark in schönem Bauernstil die Segelflugschule Rhinow, die im Auftrag des deutschen Luftsport-Verbandes erstanden ist und heute bereits einen Namen hat. Dort in den Stöllner Bergen wirkte der Pommer Otto L i l i e n t h a l bahnbrechend als Pionier der deutschen Luftfahrt. Und im Jahr 1936 legten zum Beweis ihres Könnens 2390 Jungen, die zum größten Teil aus der Hitler-Jugend kamen, ihre ^-Prüfung ab. Ein Besuch dieser neugeschaffenen Schule, die zur Zeit mit 23 Führern belegt ist, läßt erkennen, daß sich gerade hier auf denkbar günstigem Fluggelände eine gründliche und gefahrenfreie Ausbildung erreichen läßt. Man kann cs glauben, daß hier unsere jüngsten Segelflieger ihre schönste Zeit verbrachten. Das Städtchen Rhinow selbst hat sich zur Segelfliegerstadt entwickelt. Die Stadt Lilienthals macht ihm als ihrem Entdecker und seinen Jkarusjüngern Nach dem sportlich sowie organisatorisch so hervorragend verlaufenen 50-Kilometer-Meisterschafts- lauf ist es in Altenberg, dem Ort der Deutschen und Heeres-Ski-Meisterschaften, etwas ruhiger geworden. Am Donnerstagabend wird die Strecken- Erklärung für die 18 Kilometer vorgenommen, wo- land, am 18. Februar auf Rumänien und am 19. Februar auf Ungarn. Rekord-Sprünge auf der Sachsen-Schanze. Altenberg und dem Osterzgebirge war am Mittwoch ein prächtiger Wintersonnentag beschieden, der Tausende von Menschen aus dem nahen Dresden und dem übrigen Reich an die Stätte der Deutschen und Heeres-Skimeisterschaften gelockt hatte, so daß auf den Straßen und Plätzen lebhafter Betrieb herrschte. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fand am Vormittag auf der Sachsen-Schanze, auf der am Sonntag Deutschlands beste Springer um den Sieg kämpfen werden, ein Probespringen statt, bei dem der von Birger Ruud aufgestellte Schanzenrekord mehrmals überboten wurde. Die Schanze war von 200 ! Arbeitsdienstmännern in tagelanger Arbeit instand gesetzt worden. Der Schnee aus dem Anlauf war außerordentlich schnell, so daß schon bei den ersten bewerbe für Motorflugmodelle in Aussicht. Außer den Großveranstaltungen des Reichsluftsportfuhrers finden wie üblich regionale und örtliche Wettbewerbe, Veranstaltungen und Ausscheidungsfluge in 1 ©[oria^a. ber $eier". - Wge Witw fii Natur- i fenb: 20.151 Antel im Hä „Rehe eines den". - Kir Uhr spricht ! der Kapelle . Testament- Spiel; Aus dem ( infolge plätzl großer Zahl statt. . , Die Betreuung des Auf- und Aus b aus der Modellbauschulen als Vorschule für die spätere Fliegertätigkeit hat sich der Relchsluftsport- führer besonders vorbehalten. Bekanntlich sind m Zusammenarbeit mit der Hitlerjugend Richtlinien aufgestellt, die. eine planmäßige Erfassung der Jugend vom 10. bis 18. Lebensjahr sicherstellen sollen. Man kann nur hoffen, daß die Bemühungen des Deutschen Luftsport-Derbandes, den Segelflug als königlichen Sport auch bei künftigen Olympiaden einzuführen, Erfolg haben möchten. Noch sind keine zwei Jahrzehnte verflossen, seit an den Hängen der Rhön der Segelflug begann. Mit viel Mut und Vertrauen begann die motorlose Eroberung der Lüfte. Und der feste Wille „Es muß gelingen!" siegt. Auch die^ Arbeit des^ Sportjahres Herbert Leupold, der Sieger im Ski-Marathon. (Scherl-Bilderdienst-M.) bei gleichzeitig der Aufruf der Teilnehmer erfolgt. Am Freitag um 9 Uhr wird Obergefreiter Fickel (Dresden) sich als Erster auf den schweren Weg machen, während der Altersklassenläufer Dr. Frotscher (Dresden) eine halbe Minute nach 10.24 Uhr als letzter Mann vom Start abgeht. 168 Mann liegen dazwischen. Der Samstag bringt um 9 Uhr den Start der 25 Staffel-Mannschaften. Den Abschluß bildet der am S o n n t a g um 11.30 Uhr beginnende Sprunglauf auf der Sachsenschanze, an dem sich 76 Kom- binations- und 34 Spezialspringer beteiligen werden. 9 Jl.-'Sport Unerreichte deutsche Springpferde. Grundsätzliche Erkenntnisse aus dem Berliner Reitturnier. landflug 1937 vom 30. Mal bis 6. Juni ist diesmal mit einer Werbewoche'der Deutschen Luftfahrt verbunden, die der deutschen Oeffentlichkeit wiederum die Notwendigkeit einer starken deutschen Luftfahrt vor Augen fuhren wird. Neu ausgenommen in das Programm der luftsportlichen Veranstaltungen ist der „Deutsche Küstenflug", der mit einem ' Sternflug nach Königsberg beginnt, einen ausschließlichen Pünktlichkeitswettbewerb Vorsicht, und bei dessen Streckenführung sämtliche größeren Küstenstädte der Ost- und Nordsee berührt werden. An weiteren bedeutungsvollen Ereignissen wird der Z u g s p i tz f l u g in München gestartet, der als Geschicklichkeitsflug ausgetragen wird, dann der Flug quer durch die Kurmark, der S ch l'e s i e n f l u g, der H a r z — T h ü r i n g e n - Flug, der Flug zum Schwäbischen Meer, der Westfalen — Rheinland- Flug, der die 9. deutschen Kunstflugmeisterschaften bringt, und der A l p e n f l u g 1 9 37. Daneben stehen Reichswettbewerbe für Mo- Kurze Sportnotizen. Die Deutsche Eishockey-Meister- schäft, um die sich der Berliner Schlittschuhclub und der SC. Rießer-See einen Entscheidungskampf liefern müssen, wird erst nach der Eishockey-Welt- Ruhetag bei den Skimeisterschasten Oie bevorstehenden Ereignisse. der zweiten Abordnung zusammen, die zum offi- ziellen Besuch beim Präsidenten für die letzten beiden Tage heraufgekommen sind. Eine kurze Besprechung am Straßenrand — und weiter geht es bergab in zahllosen Kurven und Windungen der Küstenzone zu. Heißer und drückender wird es im Wagen, je näher der Mittag und die Küste rückt, und als wir endlich über die glatte Wasserfläche in der prallen Mittagssonne an Bord fahren, da rinnt der Schweiß buchstäblich aus den Knopflöchern und wehmutsvoll denken wir zurück an die erholsamen kurzen Stunden im schönen Caracas. Venezuela ist ein reiches Land, in dem fast alle tropischen Pflanzenarten in den verschiedenen Höhenlagen gedeihen. Auf den weiten Ebenen im Nordwesten gibt es riesige Viehherden, die ausgedehnten Wälder liefern alle Holzarten und Kautschuk. Endlich ist die Erdölgewinnung des Landes in den atlantischen Küstenstrichen ungeheuer ergiebig, so daß das Land nach den Vereinigten Staaten und Rußland an dritter Stelle in der Weltölausfuhr steht. Allerdings ist der geschäftstüchtige Amerikaner auch hier mit den nötigen Konzessionen und Aktienpaketen an dem lohnenden Geschäft beteiligt! Inzwischen sind zahlreiche Ausflüge von Puerto Cabello aus ins Innere gemacht worden. Jeder Besatzungsangehörige soll nach Möglichkeit einen Eindruck von Land und Leuten mitnehmen; dies ist uns dank der freudigen Mitarbeit der deutschen Kolonien bisher noch fast überall möglich gewesen. Auch die 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt in der hohen Küstenkordillere gelegene Volksdeutsche Kolonie Tovar wird durch eine kleine Abordnung besucht. 1843 durch einen italienischen Grafen gegründet, der 350 deutsche Bauernfamilien aus dem badischen Breisgau als Siedler anwarb, hat sich die Kolonie in unendlich harter Arbeit aus dem Urwald eine lebensfähige Sieksiung geschaffen und trotz Ausbeutung durch gewissenlose Elemente und zeitweise schwerster Bedrückung fast durch ein Jahrhundert ihre Heimat- sprache und ihre Sitten bewahrt und sich von jeder Rassenmischung freigehalten. Zielbewußt wird heute durch die Auslandsorganisation auch dieser deutschen Insel im fremden Volksraum geholfen, deren deutsche Schule, lange Zeit nicht lebensfähig, da ohne Verbindung mit dem Mutterland, heute wieder aufgebaut ist und der jungen Generation die notwendige geistige und seelische Nahrung aus dem großen Vaterland vermittelt. Freudig und dankbar werden unsere Soldaten begrüßt. Besondere Freude herrscht darüber, daß mehrere den badischen Heimatdialekt sprechen, der sich hier in seiner Urform erhalten hat und sich sofort ohne Schwierigkeiten verständigen können. Beschwerlich ist die Reise hier hinauf, erst drei Stunden mit der Eisenbahn, die Caracas mit Puerto Cabello verbindet, dann sechs Stunden auf Maultieren durchs Gebirge. Gern hat unsere Abordnung unter Führung des leitenden Ingenieurs diese Anstrengung auf sich genommen und die Freude der Bauern ist ihr schönster Lohn. Wir wünschen den wackeren tausend Deutschen da draußen in ihrer Einsamkeit, daß der geplante Straßenbau nach der Hauptstadt ihnen bald den verdienten Auftrieb zu einer weiteren ständigen Aufwärtsentwicklung bringen wird! Wieder ist der letzte Tag herangekommen und ein Bordempfang vereinigt uns mit den zahlreichen neu erworbenen Freunden aus Caracas, Valencia und der Hafenstadt bis in den hereinbrechenden Abend auf dem festlich geschmückten Oberdeck. Kaum haben die letzten Gäste das Schiff verlassen, da beginnt überall das Seeklarmachen, Boote werden eingesetzt, die Decks aufgeklärt, überall hört man Kommandos und eine halbe Stunde vor dem An- kerlichten heulen die Sirenen einen letzten Ab- । schiedsgruß nach den gastlichen Bergen Venezuelas. Durch die sternklare Nacht geht es einem neuen interessanten Ziel entgegen, dem sagenhaften Eldorado der spanischen Entdecker, dem Wunderland ! C o l u m b i e n. Das Berliner Reitturnier brachte den deutschen Reitern und Pferden wieder große Erfolge und damit wurde gleichzeitig erneut bestätigt, daß wir von unserer Spitzenstellung im internationalen Reitsport noch nichts eingebüßt haben und anderseits, sowohl im Springstil als auch in der Zucht, auf dem richtigen Wege sind. Zehn Tage lang hatte man in den Jagdspringen, die auf allen Turnieren die am stärksten umstrittenen Prüfungen sind, Gelegenheit, Vergleiche zwischen der emheimi= schen und ausländischen Spitzenklasse anzustellen. Zunächst die Pferde. Unsere Springpferde machen immer einen gleichmäßigen Eindruck dank der Einheitlichkeit und der großen Linie, die wir in unserer Warmblutzucht nun einmal haben, während die Abstammung der französischen und sonstigen Pferde auf keinen rechten Generalnenner zu bringen ist, denn man sah neben dem ausgezeichneten Voll- blüter-Typ auch Pferde anscheinend irischer Abkunft, Anglo-Araber sowie solche, die etwa unserem Warmblüter entsprachen. Daraus ergibt sich zwangsläufig auch keine einheitliche Linie im reiterlichen Stil,'der jeweils den besonderen Gegebenheiten an- gepaßt sein muß und wird. Den Jdealtyp eines Springpferdes verkörpert vielleicht am besten Alchimist, der auf diesem Turnier auch das erfolgreichste Pferd war. Vollkommene Ruhe, lange raumgreifende Galoppsprünge, gutes Taxiervermögen, sicheres Springen über die notwendige Höhe, verbunden mit völligem Gehorsam und Vertrauen zum Reiter zeichnen den hannoverschen Wallach aus. Das „Geheimnis" unserer Springerfolge ist die Dressur, die den Pferden zu der nötigen Durchlässigkeit verhilft. Man sieht häufig ausländische Pferde, die, ohne Rücksicht auf ihre Abstammung, manchmal über geradezu unglaubliches Springvermögen verfügen, das sie unbedingt im natürlichen Stil über die klobigsten Hindernisse trägt, lieber Hindernisse mit langem Anlauf werden solche Pferde immer schwer zu schlagen sein, aber in Doppel- und dreifachen Sprüngen können sie sich infolge ihrer geringen Dressur und des gewaltigen Schwunges nicht genügend sammeln und müssen DS ü' 0' rtfi sS :K y' L । K- Draußen der voller Ui Da HE W Wn taubes in r»' tenftaub " nicht warten »en sein iw vru pulst schon 1 lange bäum kätzchen,. dw so neugierig hervorschauer gern und wil Dann werde, wird die locken. Im Garte boten. Das geschützten ß schon voll er sie da. Bel herzen drinn ten dieser er (en die Ehr, geblüht habe holten kleine sie standen d ten nicht so glöckchen. Auch den 1 vast der Bä der Erde, ü Ueberall qu: trägt den Di bastes öffne verschwende, Wolken bä blume ein I Bald wer in den mal unruhe in kehren. Da' 15 Mannschaften aus Frankreich, Italien, Belgien, Holland, Dänemark, USA. und Deutschland gehen am Sonntag in Paris beim „Welt- Kriterium" in einem Dreistunden-Mannschaftsren- neu an den Start. Deutschland ist durch die Kölner Zims - Küster und den Wiesbadener Schön vertreten. Herber-Baier haben eine Einladung nach Stockholm erhalten. Felix Kaspar gewann in Abwesenheit des Titelverteidigers Karl Schäfer in Prag die Europameisterschaft im Eiskunstläufen. Die Ri-hter setzten ihn einstimmig auf den ersten Platz. Die neuen Europameister sind also: Felix Kaspar, Ce- cilia Colledge und Maxie Herber-Ernst Baier . Der Zugspitzenflug, der am Wochenende stattfinden sollte, ist verlegt morbeji. Der neue Termin der Veranstaltung ist noch nid)t bekannt. Die Uebertrittssperre vom Amateur- zum Berufs-Boxsport ist aufgehoben worden Der Verband Deutscher Faustkämpfer und das Reichsfachamt Boxen werden aber alle Gesuche überprüfen und Lizenzen nur an Amateure geben, deren Können erwarten läßt, daß sie sich auch als Profi durchsetzen Allison-vanRyn, eines der stärksten Tennispaare, die je in Doppelspielen an die Oeffentlichkeit traten, sind startmüde. Die Amerikaner, die lange Jahre Amerikas erfolgreichstes Paar waren und neben zahlreichen Siegen in den Daoispokal- kämpfen auch Wimbledonsieger wurden, wollen sich nicht mehr an großen Veranstaltungen beteiligen. Sporiami „Kraft durch Freude^. Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele — nur für Frauen: Studentenheim, Leih» gefterner Weg, 9.30 bis 10.30 Uhr; Lyzeum, Dammstraße, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 dis 22 Uhr. Reiten, für Männer und Frauen gemeinsam, Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Versuchen vom unteren Ablauf Weiten von rund 60 Meter erzielt wurden. Obwohl auch später nur ber mittlere Ablauf benutzt wurde, kamen die meisten Springer über die 60-Meter-Marke hinaus. Der schlesische Meister, Oberjäger Meergans (Hirsch- berg), stellte mit 64,5 Meter einen neuen Schanzenrekord auf. Der Norweger Andresen sprang 63,5 Meter, stürzte allerdings. Das letzte Probespringen inbet am Donnerstag statt; dann wird die Schanze bis Sonntag gesperrt. Beginn derAltenbergerEisfport-Woche Im Altenberger Eisstadion nahm am Mittwoch die große Eissport-Woche ihren Anfang, die aus Anlaß der Deutschen und Heeres-Skimeisterschaften veranstaltet wird. Mehrere tausend Zuschauer fanden sich zu dem ersten Kunstlauf-Programm ein, das von den besten Vertretern Sachsens und von Münchener Kunstläufern und -läuferinnen bestritten wurde. Großer Beifall belohnte die gezeigten guten Leistungen. Neben der sächsischen Meisterin Annemarie Bahr (Dresden) und Gerhard Mühad gefielen Sophie Schmidt und Franzie Loichinger (Mun- chen); aber auch Jrmi Hartung und Horst Faber ernteten starken Beifall. Deutsche Skierfolge in Klagenfurt. Zu einem auf der Klagenfurter Schanze durch- geführten Mannschaftsspringen wurde auch eine deutsche Expedition vorn Fachamt Skilauf entsandt. Trotzdem die österreichische Extraklasse antrat, gelang es den deutschen Springern Paul Kraus, Kurt Körner, Hans Karg und Loisl Kratzer, den wertvollen Pokal für Deutschland zu gewinnen. Die Konkurrenz war außerordentlich schwer, doch zeigten unsere Leute die besten Leistungen. Im Mannschafts-Wettbewerb um einen Wanderpokal belegte Deutschland mit der Mannschaft Kraus, Körner und Kratzer mit der Note 964,2 den ersten Platz vor Oesterreich mit Bradl, Ramsauer und Krallinger (Note 957,5). Deutsche FLS.-Mannschast in Ehamonix Training ausgenommen. Unsere deutsche Vertretung, die bei den erstmals als Weltmeisterschaften ausgeschriebenen sslS-Rennen den Kampf mit den besten Läufern der Welt aufnehmen wird, ist bereits in Chamonix eingetroffen und hat das Training aufgenommen. Die Vorbedin- gungen für die von 17 Nationen beschickten Wett- bewerbe sind denkbar günstig. Das am Fuße des Mont Blanc liegende Chamonix entbot den deutschen Teilnehmern bei ihrer Ankunft den herrlichsten Win- tergruß; ein lustiges Schneegestöber hatte eingesetzt und Berge und Täler mit dem sehnlich erwarteten Neuschnee bedeckt. Auf der Strecke für den Abfahrts- lauf herrschte am Mittwoch lebhaftes Treiben, wobei Zeiten erzielt wurden, die von dem Können der Teil- nehmer bestes Zeugnis ablegten. Auch die deutsche Mannschaft machte sich mit der Strecke vertraut, die keine besonderen Schwierigkeiten bietet, da der Höhenunterschied wie auch bei deutschen Wettbewerben mit 820 Meter keine außergewöhnlichen Anforderungen stellt. Zeiten von 3^ Minuten waren beim Training keine Seltenheit. Unter den deutschen Teilnehmern lesen wir die Namen Rudi Cranz, Gustav Lantschner, Hans Pfnür und Roman Wörndle. Bei den Frauen gehen Christ! । Cranz, Käthe Grasegger, Lisa Resch und Lis! Schwarz mit Aussichten für Deutschland in den Kampf. der 1933 alle Segelflieger unter feine Obhut nahm , , ~ und ihnen Schulungsstätten und Uebungsgeländc Uttl OIC A>ICrcrb0t>5toClttt1CI|iCrtu)0jt. K h^Uch-m Wmt-rw-tter unb «^neten Ruhe aufgewacht war, der Ort, der heute jebem Rannen am ^ktwoch l" dem Segelflieger ein Begriff ist, wie die Rhön. Der schweizerischen Winterkurort St. Moritz die Wclt- 9. August 1896 brachte dem Pionier des deutschen Meisterschaften un Viererbob. Alle gemeldeten Na- hör ho.iHrfw« klonen, darunter Deut chland mit zwei Schlitten, Ä"'D°kL7nk?n"d?°7°- w°r°n zur Stell. Die Meter laLge Bah>nw°r Ä ^ dr - de^^-anLr M- ÄaS?rrL" de^Se^S Ged?m Abölen. ° M-A Ast °hat.e'^ wX MmoIT eim5 ,UtUnfMÖlWn LUm Aber'auch N-'Lachft! , .... _ .... . s ... leiftung wurde von dem Engländer am Mittwoch Die eigentliche ®eburfs«a(fc des deutschen im ersten Durchgang zur Weltmeisterschaft um -/,° Segelfluges ist freilich die Wasserkuppe mik den I Sekunden unterboten. Bei der zweiten Fahrt waren umliegenden zerklüflelen hängen der Rhön. die Engländer mit 1:16,8 etwas langsamer, setzten Hier hatten sich die Männer im Geiste Lilienthals sich aber doch an die Spitze der Nationen, zuiammengefunden. Und heute weiß die ganze Welt, Ausgezeichnet hielt sich der erste deutsche Bob daß dort eine neue Form des Luftftorts, der motor- mit der Mannschaft G. Fischer, Thileke, H. lose Flug, geschaffen wurde. Im Rahmen der lüft- Fische und Lipp ach vom Bobverein Oberhof, sportlichen Ereignisse und Veranstaltungen des bje jn zwei gleichmäßigen Fahrten 1:17 erreichten neuen Wahres wird die 1 8. Rho n der Segelflug- und damit den zweiten Platz vor dem von Fox Wettbewerb 1937, am bedeutungsvollen sein. Wieder gesteuerten amerikanischen Bob einnahmen. Schiechwerden die Tage vom 25. Jul, bis 8. August auf ter schnitt der zweite deutsche Bob ab mit Dr. bAem traditionellen ®etonbe im Zeichen bester Brüne (Dresden) am Steuer, der mit einer Ge- Disziplm und Kameradschaft stehen. | samtzeit von 2:36,5 nur den zehnten Platz erreichen konnte. Ost un Vo! i , Am Ende! bas alte Gut- ; besuchen wall j "em hin un User, die r urdenskirche bes klaren Fi ner Gewässer ?e dem vch ^chwinguiM wurde der N dicht-r, i S h°r l'ch weit. Bitten in j - g StaNons 11 toar no(f I alten G I 'Nen See weit e(t Nt wird" b"s! M Ws, n(- J ■ W, ein V Ms ' Gr 1(1 bei» „ w ts (ei 0? den <>n, t ,Vbn-b«l Jn Ä Zej Men J vl ÄS 0'10)0 Nr.Z5 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag, y. Zebruar M7 Oeffentliches Eintopfessen in Gießen. 14 Feldküchen bereiten das Mittagessen. Am kommenden Sonntag, dem Eintopfsonntag des Monats Februar, findet in Gießen ein öffentliches Eintopfessen statt, nachdem andere Orte unserer Provinz (z. B. Laubach, Schotten, Gedern, Büdingen, Friedberg) mit dieser Gemeinschaftsspeisung schon vorangegangen sind. Auf dem Mittagstisch erscheint Pichel st einer mit Fleischeinlage. Das Essen wird durch 14 Feldküchen bereitet und im Klub, im Cafe Leib und im Studentenheim zur Ausgabe kommen. Die Portion kostet 60 Pf., sie wird reichlich bemessen sein, so daß jedermann sich sattessen kann. Die Ausgabe des Essens erfolgt auf Eßkarten, die in den vorerwähnten Speisestätten ausgegeben werden. Bestecke und Eßgeschirre sind, nach der Mitteilung der Kreisamtswaltung der NSV., in ausreichender Zahl vorhanden. Das gemeinschaftliche Mittagessen beginnt in allen drei Lokalen um 12 Uhr. Die Ausgabe wird sich natürlich über eine gewisse Zeit erstrecken, etwa bis 14 Uhr, so daß niemand sich drängeln oder zum „Schlangenstehen" bereitmachen muß. Musikalische Darbietungen der Musikkapelle unseres Gießener Regiments, des Musikzugs der SA- Standarte 116 und des Musikzugs der Marine-SA. werden während des gemeinschaftlichen Mittagessens schöne Unterhaltung bereiten. Die Feldküchen, die am Sonntag vor den einzelnen Speisestätten vorfahren werden, sollen am Samstagnachmittag auf einer Fahrt durch die Stadt die Aufmerksamkeit aller Volksgenossen auf sich lenken. Aufruf! Sofortiger Abschluß des Lehrvertrages! Immer wieder vorkommende Fälle machen es notwendig, alle Volksgenossen, insbesondere Betriebsführer, Lehrmeister, Eltern und Jugendliche, darauf aufmerksam zu machen, daß sofort nach der erfolgten Einstellung eines Lehrlings der Lehrvertrag abgeschlossen und in die Lehrlingsrolle eingetragen werden muß. Der sofortige Abschluß des Lehrvertrages bedeutet nicht, wie noch vielfach von Lehrmeistern angenommen wird, einen Verzicht auf die Probezeit, im Gegenteil, der Lehrvertrag sieht sogar eine Probezeit vor, die bis zu 12 Wochen ausgedehnt werden kann. Das Lehroerhältnis beginnt mit dem Tage der Unterzeichnung des Lehrvertrages. Jede zeitliche Verzögerung in der Unterzeichnung und Einreichung des Lehrvertrages bei den zuständigen Dienststellen bedeutet für den Lehrling eine unnötige Verlängerung der Lehrzeit, für den Lehrherrn unnötige finanzielle Ausgaben, weil die Befreiung von der Arbeitslosenversicherungspflicht erst von oem Zeitpunkte ab ausgesprochen werden kann, in dem ein schriftlicher Lehrvertrag abgeschlossen wurde. Die berufliche Erziehung und Ausbildung des Lehrlings soll eine umfassende und geordnete sein. Eine wesentliche Voraussetzung für die Erfüllung dieser Forderungen ist der sofortige Abschluß des Lehrvertrages. Damit der Lehrvertrag in die Lehrlingsrolle eingetragen werden kann, muß der Industrie- und Handelskammer bzw. der Kreis- Handwerkerschaft zugleich mit dem Lehrvertrag eine Bescheinigung über erfolgte Berufsberatung, die das Arbeitsamt ausstellt, vorgelegt werden. Diese Bescheinigung wird nur ausgestellt, wenn der Jugendliche durch das Arbeitsamt in die Lehrstelle eingewiesen worden ist. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in den Kreiswaltunaen Wetterau, Alsfeld, Schotten und Lauterbach. Arbeitsamt Gießen für die Kreise Gießen, Friedberg, Alsfeld, Schotten, Lauterbach und Büdingen. Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Industrie- und Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten. Kreishandwerkerschaften Gießen, Friedberg, Alsfeld, Schotten und Lauterbach. Aus 0er Provinzialhauptstadt. Oie ersten Frühlingsboten. Die Herrlichkeit des Winters war nur kurz. Lange mußten wir warten, bis ringsum alles in ein weißes Kleid gehüllt war, und kaum fuhren die ersten Schlitten durch die verschneiten Dörfer, da kam das Tauwetter und zerstörte des Winters Herrschaft. Noch werden auch in den nächsten Wochen Schneeflocken vom Himmel fallen, Stürme werden noch herrschen, und kalter Regen wird an unsere Fenster schlagen. Aber ein rechter Winter wird nicht mehr kommen. Die Sonne ist schon zu stark geworden. Der Frühling hat sich angezeigt. Noch sehen wir nicht viel, aber wir fühlen es. Jeder warme Sonnentag hilft weiter. Die Meisen Hüpfen munter auf den Bäumen hin und her und versuchen immer wieder ihr zartes Liedchen zu zirpen. Bald beginnen auch die Stare. Draußen in der Ecke des Gartens steht einer, der voller Unruhe ist. Das ist der Haselnuß-Strauch. Da hängen die länglichen Kätzchen und lassen bei jedem Windzug eine Wolke des feinsten Blüten- staubes in die Luft fliegen, und wenn wir scharf Hinschauen, dann sehen wir auch die kleinen weiblichen Blüten, die wie rote Sternchen am Ende der Zweige stehen. Sie sind schon bereit, den Blütenstaub zu empfangen. Der Haselnuß-Strauch kann nicht warten, bis die Bienchen kommen, um ihm den Blütenstaub zu übertragen. Er will der erste sein im Frühling. In seinen Aesten und Zweigen pulst schon das neue Leben, und es wird nicht lange dauern, dann werden sich auch die Weidenkätzchen, die dort an den alten Bäumen am Bache so neugierig aus ihren braunen Knospenkapuzchen hervorschauen, gelb färben und ihren Blütenstaub gern und willig den summenden Bienchen darbieten. Dann werden die Tage länger sein, und die Sonne wivd die kleinen Sammler aus ihren Stöcken locken. Im Garten stehen aber noch andere Frühlingsboten. Das sind die Schneeglöckchen. Dort in der geschützten Ecke haben sich ihre weißen Glöckchen schon voll entfaltet. Gebeugt und bescheiden stehen sie da. Bei jedem Luftzug zittern sie. Im tiefsten Herzen drinnen aber hören wir das lockende Läuten dieser ersten Blumen. Nicht weit davon wachsen die Christrosen, die den ganzen Winter über geblüht haben. Wir sahen sie oft mit Freuden, holten kleine Sträußchen in unser Zimmer, aber sie standen da in ihrer kalten Pracht und erwärmten nicht so unsere Herzen wie die zarten Schneeglöckchen. Auch den Wald durchzieht ein Duft von frischem Saft der Bäume, vom Schwellen und Wachsen in der Erde. Wie das stärkt und ermüdet zugleich! Ueberall quillt neues Leben hervor. Der Wind trägt den Duft zu uns. Auch die Blüten des Seidelbastes öffnen sich. Und wie der Haselnuß-Strauch verschwenderisch seinen Blütenstaub in qoldnen Wolken dahingibt, so entströmt dieser Wunderblume ein betäubender Dust. Bald werden auch, die Zugvögel, die noch irgendwo in den warmen LHid^.m sitzen, diese Vorfrühlingsunruhe in ihrem Herzen fühlen und zu uns zurückkehren. Dann kann der Frühling einziehen. H. Dornoiizen. Tageskalender für Donnerslag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Seine Tochter ist der Peter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der luftige Witwenball". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Deutscher Biologenverband: 20.15 Uhr Lichtbilderoortrag von Herrn Prof. Ankel im Hörsaal des Zoologischen Instituts über „Reise eines Zoologen nach Dänemark und Schweden". — Kirchliche Woche der Luthergemeinde: 20 Uhr spricht Hauptpastor D. I annasch (Berlin) in der Kapelle des Alten Friedhofs über „Das alte Testament — ein Buch von der göttlichen Erlösung". Spielplanänderung im Sladlthealer. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge plötzlicher Erkrankungen im Personal findet am Sonntag, 14. Februar, die Aufführung der Oper „Carmen" von G. Bizet nicht statt. Dafür geht die neue Schwank-Operette „Lehrling gesucht" von Lindt-Diergardt in Szene. Anfang der Vorstellung 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. Einmaliges Gastspiel der Tanzgruppe Günther (München). Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat — wie sie uns mitteilt — die Tanzgruppe Günther (München) mit dem eigenen modernen Tanzorchester zu einem einmaligen Gastspiel am Montag, 15. Februar, verpflichtet. Die Tanzgruppe Günther hat in Deutschland und im Auslande sehr große Erfolge errungen. Auf den internationalen Tanzwettspielen der Olympiade Berlin 1936 wurde die Tanzgruppe mit der höchsten Anerkennung ausgezeichnet. Das Gastspiel findet außer Miete statt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß das Gastspiel zu den üblichen Schauspiel-Preisen statt- finbet. WilhelmBufch-Abend. Am kommenden Freitagabend wird, wie man uns mitteilt, der in unserer Stadt bekannte heitere Vortragsmeister Emil Kuehne auf Einladung des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins einen Wilhelm-Busch-Abend geben. Zur besonderen Überraschung wird der Künstler einen Teil seiner Darbietungen durch Lichtbilder aus Buschs Werken illustrieren. (Siehe heutige Anzeige.) AuSparteiamtlichenBekanntmachungen Die Fachschaft 13, Gemeindebeamte, im Reichsbund der Deutschen Beamten, Kreisabschnitt Gießen, veranstaltet am kommenden Samstag, 13. Februar, 20 Uhr, im „Aquarium" zu Gießen, Walltorstraße, einen Kameradschaftsabend, bei dem Pg. Böcher von der Gauamtsleitung Frankfurt sprechen wird. NSOAp. — Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Donnerstag, 11., und Freitag, 12. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfund- sammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Belr. Tagung aller Unterbannführer, Gefolgschaftsführer und Stellenteiter des Bannes 116. heute pünktlich 20.15 Uhr findet auf der Banndienststelle eine Besprechung aller Unterbannsührer, Gefolgschastsführer und Stellenleiter des Bannes 116 statt. Oie Straßenbahn-Omnibusse beginnen den Betrieb. Am morgigen Freitag, 12. Februar, wird der Betrieb der Straßenbahn-Autoomnibusse als Pendellinie von der Straßenbahnhaltestelle „Stadt Lich" bis zur Waldkaserne und umgekehrt ausgenommen. Der erste Wagen wird um 6.22 Uhr von der Schulstraße aus abfahren, an der Haltestelle „Stadt Lich" (Bergkaserne) um 6.29 Uhr weiterfahren. Der zweite Wagen fährt von der Bergkaserne ab um 6.46 Uhr, der dritte Wagen ab 6.58 Uhr. Für den Abendverkehr sind Fahrten ab Bergkaserne um 20.46 und 22.56 Uhr vorgesehen, für die dazwischen liegenden Zeiten sind hinsichtlich der Verkehrsdichte noch Prüfungen im Gange. Sobald der Fahrplan auf Grund der'ersten Erfahrungen endgültig festgesetzt ist, wird seine Veröffentlichung erfolgen. Nach dem Fasching der Eintop,! NSG. Kaum find die frohen Tage des Karnevals vorüber und schon tritt die Nation wieder zu dem monatlichen gemeinfamen Opfer, dem Eintopfessen, an. Mag auch dieser Eintopf dieses Mal für manchen eine willkommene Gelegenheit sein, so gilt es gerade mit dem Eintopfsonntag am 14. Februar zu beweisen, daß über Frohsinn und närrische Ausgelassenheit das deutsche Volk nicht seine Pflicht der Gemeinschaft gegenüber vergißt. Bei der 5. Sammlung wird jeder wie bisher seinen Baustein mit dazu beitragen, daß anderen Vvlskgenossen geholfen wird. Niemand wird sich von dem Hilfswerk der Bewegung abschließen, weil er damit seinen sozialistischen Einsatz einmal wieder tätig bezeugen kann. Nicht durch Worte wird der hunger gestillt und die Not gelindert, sondern einzig und allein durch Opfer, mögen sie auch noch so klein sein. Der Führer hat Millionen von Volksgenossen wieder eine sichere Existenz gegeben, daraus aber erwächst für alle die Verpflichtung, durch eine freudiges Opfer zu helfen. Der kommende Eintopfsonntag darf hinter den bisherigen Eintopfsammlungen im Gau Hessen- Nassau nicht zurückstehen! Jede einzelne Spende ist ein Bekenntnis zum Aufbauwerk des Führers. Wer würde da zurückstehen! Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 11. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11/», Klasse D 10%, un- gezeichnete 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 g 10 bis 12, % kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15* bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 45, Birnen 15 bis 25, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15, Spinat, % kg 30 Pf. * ** Personalveränderung en im Oberlandesgerichtsbezirk Hessen - Darmstadt. Der Gerichtsassessor Paul Wiegand in höchst i. O. wurde zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Haigerloch ernannt; der Amtsgerichtsrat Dr. Wilhelm Friedrich (Groß-Gerau) mit Wirkung Schon Die Schule lehrt es- Wärme dehnt NIVEA CREHF aus, Kälte zieht zusammen. Dem muß die Haut gewachsen sein, sonst wird sie rissig und spröde. Deshalb beugend mit der euzerithaltigen (4^2 Nivea-Creme einreiben! Das erhält Ihre Haut weich und geschmeidig.N^^ Ostpreußischer Kamin und Segelschlitten. Von Margarete von Olfers. Am Ende der Welt, unserer deutschen Welt, liegt das alte Gutshaus, das ich nach langer Zeit wieder besuchen wollte. Ich fuhr durch flaches Land, aus dem hin und wieder kleine Städte auftauchten, Häuser, die rund um die hochgestellte backsteinerne Ordenskirche aufgebaut waren. Das Sonnenlicht des klaren Frosttages lag auf den Eisflächen kleiner Gewässer, es tauchte die weiße Dampfwolke, die dem Schornstein der Lokomotive in luftigen Schwingungen entstieg, in goldenes Licht. Dann wurde der Boden wellig, der Waldbestand dichter und dichter, es wurde immer einsamer, hier war wenig Schnee gefallen. Der Himmel, klar wie Glas und am Horizont rot und rosig gefärbt, spannte sich weit. Mitten in dieser Einsamkeit befand sich ein kleines Stationsgebäude, hier mußte ich aussteigen. Es war noch ein weiter Weg im Auto bis zu dem alten Gutshaus. Endlich aber sah ich den großen See auftauchen, der sich waldumstanden weit, weit erstreckt und an dem das Gutshaus liegt. Zuerst wird das Dorf sichtbar und dann, hoher gelegen, das Ziel meiner Reife, das schone Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. In Windungen und hohen Hecken, an der Orangerie vorbei, kommt das Auto vorgefahren. Es gibt nichts Gemütlicheres, als wenn dann die breite eichene Tür aufgeht, ein warmer Lichtschein herausfällt und in dem Lichtschein der alte Diener erscheint, der nun schon seit vierzig Jahren immer gleich freundlich und in herzlicher Ergebenheit als Erster die Ankommenden begrüßt. Es ist der Auftakt zum Empfang in der Halle, Türen öffnen sich von allen Seiten, die halberwachsenen Kinder des Hauses kommen angesprungen, Jagdhunde schweifwedelnd angetrottet. Die Hausfrau erscheint, anmutig und mit jener herzenswarmen Freude und Freundlichkeit, die dem ganzen Hause das Gepräge gibt. Ich kenne kein zweites, in deiy alt und jung so fröhlich ist wie dieses hier. Wer tiort den Angestellten verließe je dieses Haus, es fei denn, er heirate! Dann aber geschieht das nicht ohne besondere Festlichkeiten. In der Zeit meines Aufenthaltes wurde gerade ein Abschiedsfest für die nun heiratende langjährige Rendantin vorbereitet, hundertfünfzig Gutsleute wurden dazu als Gäste im „Schloß" erwartet, zu Kaffee und Kuchen, Spiel und Tanz. In der Küche im Erdgeschoß, das noch gewölbte Decken aus ältester Zeit hat, stand die Wirtin in weißer Schürze, wie eine freundliche Fee, glänzte wie eine freundliche Sonne über den Fladen, die die Tische bedeckten, und trug mit liebevoller Hand Sandkuchen auf Sandkuchen in die Speisekammer. Zweihundert Pfannkuchen aber sollten noch an dem Festtag selbst gebacken werden — man sah es, hier ward gern geschafft für die große ländliche Familie! Die schönste Stunde itp alten Landhaus ist die am Abend vor dem Kamin, der so hoch ist, daß ein Erwachsener bequem darin stehen kann. Da haben denn auch riesige Holzstubben Platz. Mit Kienspan und Säge-mehl und mit Hilfe des Blasebalgs in Brand gesetzt, flammen sie bald auf, wie rote wehende' Fahnen. Wir lagen alle, Kinder, Erwachsene und Hunde, auf großen Kissen davor und sahen in die Glut. Ab und zu wurden neue Holzscheite in das Feuer geworfen öder auch Kienäpfel — Schischken, wie man in Ostpreußen sagt, die knacken und knatterten wie Gewehrfeuer. In unsere „Träumereien am Kamin" drangen die Klänge vollendet schönen Klavierspiels. Die Großmutter des Hauses saß im Nebenzimmer am Flügel und spielte „ihren Chopin", wie nur jemand ihn spielen kann, der einen Tropfen slawisches Blut in den Adern hat. Als die Flammen erloschen, wurde ich befragt, ob ich im Mondschein auf dem See Segelschlitten fahren wollte. Da wäre jetzt ein neuer Schlitten, der ginge wundervoll. Ob ich wollte! Wir liefen zwischen den nachtdunklen Stämmen alter Linden die Terrassen hinab zum See. Die glasklare Eisfläche lag weit und bläulich vor uns im Mondlicht. Der Schlitten stand schon bereit, fein Segel hob sich milchweiß und spitz wie der Flügel einer Möwe in das Licht. Ich kroch in einen Pelzfußsack, lag der Länge nach bäuchlings im Schlitten, eine Pelzdecke wurde über mich gebreitet, nur mein Kopf, durch eine Pelzmütze geschützt, sah heraus. Der Schlitten wurde angeschoben, mein Begleiter sprang herein, legte sich an das Steuer und fort ging es über den See. Es war eine märchenhafte Fahrt. Ich hob den Kopf und sah in den Nachthimmel, die Sterne funkelten klar und scharf, es war ein unbeschreiblicher Glanz. Der See aber war so durchsichtig und klar im Mondschein, daß ich glaubte, bis auf den Grund blicken zu können. Wir jagten um eine Insel, jede Kurve wurde mit schwindelnder Schnelligkeit genommen, wir kamen in einen Wirbel hinein, dann aber glitten wir gleichmäßig weiter in achtzig Kilometer' Geschwindigkeit, hoppelten wohl mal über einen Ast oder ein anderes Hindernis, aber im ganzen war die Bahn unvergleichlich. Die uns begleitenden Schlittschuhläufer blieben zurück. Wir stießen wirklich wie ein Vogel voran, flogen mit leichten Flügeln über die gläserne Fläche weiter durch die Mondnacht... Gesang in der Badewanne. Von Christian Bock. Es ist nun so: In den Fluten der Badewanne wird der Mensch wie er im Anfang war, frisch und neu wie am ersten Schöpfungstag. Er sitzt und freut sich über die zehn Zehen, die er hat, er wackelt mit ihnen und ist schlichthin und ganz für sich vergnügt. Er planscht, spritzt, rauscht mit dem Wasser herum und fängt ohne Grund, fast wie einem Urtrieb folgend, laut zu fingen an. Wer, ich bitte euch, tut das nicht? Nur der Spießer singt in der Badewanne nicht: er wäscht sich. Aber in jedem anständigen Kerl, der noch ein bißchen Innenleben hat, den überhaupt das Leben noch ein bißchen freut, in dem staut sich im Lauf von 24 Stunden eine Arie an, die hinauswill. Und weil sich's nun mal auf unseren Straßen, überhaupt so öffentlich, wie wir Heuer in unseren Städten leben, nicht gut fingen läßt — darum also kommt's einem,wie von selbst, in Dur und Moll, sobald man in die Budewanne steigt und bemerkt, daß man hier herrlich allein ist, daß hier eigentlich niemand hereinkommen und kritische Bemerkungen machen kann: Entschuldigen Sie, mein Herr, daß ich störe, aber Sie fingen vorn eins zu tief und hinten eins zu hoch! Wen es stört, der kann sich nur mit beiden Mittelfingern die Ohren verstopfen, mehr kann er nicht. Es ist ganz wunderbar. Und dann gibt es da in der Badewanne noch etwas, was man ohne jede Scham darf: mit der Seife spielen. Es ist bekannt genug, daß es auch jeder tut, nur einer nicht (wie auch oben) nur der Spießer tut es nicht: er badet seinen Leib. Der Schüler, der auf die Frage seines Lehrers: Was hatte Archimedes gefunden, als er in der Badewanne ausrief: „heureka — ich habe es gefunden!" — der Schüler der darauf antwortete: „Die Seife, Herr Lehrer!", hat wahrscheinlich von seinem Lehrer eine fünf oder einen Tadel ins Klassenbuch bekommen, aber er war nicht so dumm. Er wußte jedenfalls etwas von einer menschlichen Urleidenschaft, die längst im Menschen schlummerte, ehe noch die Seife selbst erfunden wurde, von der Urleidenschaft, in der Badewanne mit der Seife Schiffchen zu spielen. Zu alledem singt man. Am besten gefahrvolle Balladen, in denen ein Schiff in den Wellen untergeht, oder gräßliche Bänkelsänge und lyrische Moritaten. Die meisten von uns werden übrigens sicherlich schon bemerkt haben, daß Badezimmer, weil sie klein sind, ziemlich leer und nach allen Seiten abgeschlossen sind, bei einem bestimmten Ton eine wunderbare Resonanz geben, eine, die das Haus erschüttern kann, daß die Fensterscheiben klirren. Wer dies etwa noch nicht entdeckt hat, dem sei empfohlen, einmal den Versuch zu machen. Man klettert die Tonleiter von oben langsam herunter — bei irgendeinem Ton wird man dann hören: da ist's. Da, an dieser Stelle bleib einmal und finge diesen einen Ton. Unentwegt. Das ganze Badezim- wer zeigt diese Resonanz beim Kammerton an. So genau, daß man danach ganze Orchester stimmen kann. Aber was ich hier eigentlich vor allem sagen wollte, war eben dies: Nur Spießer fingen in der Badewanne nicht. Sie waschen sich, die Guten. In ihnen gibt es keinen Gesang, der hinauswill. Aber in uns. So, und nun stört auch niemals einen, der in der Badewanne singt. Laßt ihn, so schief und schräg er immer singt, es tut nichts. Ein nachgelassener Roman von pirandello. Wie aus Rom berichtet wird, ist ein fast vollendeter Roman von Pirandello in feinem Nachlaß gefunden worden. Der Dichter beschreibt hier einen Besuch, den er der Welt eine Million Jahre nach seinem Tode abftattet. Er findet, daß alle Dinge und auch alle Menschen zugrunde gegangen sind, abgesehen von zweien, einem jungen Engländer und einer jungen Spanierin. Diese beiden menschlichen Wesen tragen nun in sich alle Kenntnis, die die Menschheit in Tausenden von Jahren aufgesammelt hat, aber da sie die einzigen überlebenden Geschöpfe in der endlosen Wüste sind, müssen sie die Weltgeschichte von vorn anfangen, nach den elementaren Notwendigkeiten und Triebkräften des Lebens. Der Leser erlebt die Wiederbevölkerung der Welt und den Neuaufbau der menschlichen Zivilisation durch die Nachkommen dieser beiden Ueberlebenben. Was ist nun der Unterschied zwischen ihrer Kultur und unserer eigenen? In beiden Fällen wird der Ursprung hergeleitet von „Adam und Eva" — so lautet denn auch der Titel des Romans. Pirandello stellt philosophische und satirische Betrachtungen über die Ähnlichkeit der neuen Rasse mit der verschwundenen an und zeigt, wie alle Dinge aus natürlichen Grundlagen in uns sich entwickeln, die nichts zu tun haben mit Kenntnissen und Erfahrungen. vom 1. März an das Amtsgericht Darmstadt versetzt. Nach Erreichung der Altersgrenze treten in den Ruhestand der Bürodirektor beim Amtsgericht Friedberg Jakob Neff mit Wirkung vom 1. Mai 1937 und der Justizsekretär beim Oberlandesgericht Darmstadt Ludwig PZ o l f am 1. Juni 1937. Der Amtsgerichtsrat T)r. Joachim 5)aHter (Mainz) ist infolge seiner Ernennung zum Stadtsyndikus, der Gerichtsassessor Arno Kempf (Worms) infolge seiner Ernennung zum Regierungsasfessor im hessischen Landesdienst aus dem Reichsjusti^enst aus- geschieden. ** Diamantene Hochzeit. Der jetzt m Höringshausen (Kreis Frankenberg) wohnende Fürst zu Solrns-Lichsche Förster i. R. Th. Schlag und dessen Frau Katharina, geb. Schlag, feierte das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. Förster Schlag stammt aus dem Forsthaus „Baumgarten" bei Gießen und diente beim Großh. Hess. Leibgarde- Regiment Nr. 115 in Darmstadt, mit dem er auch am Kriege 1870/71 teilgenommen hatte. 50 Jahre stand er in Diensten des Fürsten zu Solms-Lich. Bier Kinder, dreizehn Enkel und drei Urenkel feierten mit dem Jubelpaar das seltene Ereignis. Lpd. Zehn Tage Osterreise mit Festtagsrückfahrkarte. Die Deutsche Reichsbahn hat die Geltungsdauer der zu Ostern und zu P f i n g st e n auszugebenden Festtagsrückfahrkarten festgelegt. Zu Ostern werden diese Karten, die bekanntlich mit einer Fahrpreisermäßigung von 33% vom Hundert verbunden sind, vom Dienstag vor Ostern, 23. März, 0 Uhr, bis zum Donnerstag nach Ostern, 1. April, 24 Uhr, gelten und somit eine zehntägige billige Osterreise ermöglichen. Zu Pfingsten werden die Festtagsrückfahrkarten acht Tage gelten; vom Donnerstag vor Pfingsten, 13. Mai, 0 Uhr, bis zum Donnerstag nach Pfingsten, 20. Mai, 24 Uhr. Amtsgericht Gießen. Der 26 Jahre alte M. W. erhielt durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Verletzung der Unterhaltspflicht eine Haft strafe von zwei Wochen auferleat, weil er für sein im Jahr 1927 geborenes uneheliches Kind nicht sorgte, so daß fremde Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. In der gestrigen Hauptoerhandlung auf seinen Einspruch hin wurde der Angeklagte überführt, daß er sich jahrelang der Unterhaltspflicht entzogen hat. Das Gericht erhöhte daher die Strafe auf drei Wochen Haft und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Der 20jährige A. F. war angeklagt, einem Kameraden aus einem verschlossenen Spind 20 Zigaretten entwendet zu haben. Die Beweisaufnahme ergab nicht einwandfrei, daß ein schwerer Diebstahl vorliegt. Das Gericht verurteilte daher den Angeklagten wegen einfachen Diebstahls zu zwei Wochen Gefängnis und zur Kostentragung. Kleine Strafkammer Gießen. Vor der Kleinen Strafkammer hatte sich am Dienstag der H. F. aus Nidda wegen fahrlässiger Transportgefährdung zu verantworten. Die Hauptverhandlung fand, da ein Augenscheintermin angeordnet worden war, vor dem Amtsgericht in Nidda statt. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß der Angeklagte mit seiner Zugmaschine (Bull- dogg) zu nahe an den Uebergang der Eisenbahn herangefahren war, so daß ein vorbeifahrender Zug die Zugmaschine erfaßte und beschädigte. Wegen fahrlässiger Transportgefährdung wurde der Angeklagte anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 1 2 0 R M. und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit hatte sich die Große Strafkammer mit dem F. C. H. aus Vilbel zu befassen. Gegen ihn war Anklage wegen Verführung einer Jugendlichen und tätlicher Beleidigung erhoben worden. Auf Grund der sehr umfangreichen Beweisaufnahme war die Strafkammer zu der Ueberzeugung gekommen, daß dem Angeklagten die Verführung einer Jugendlichen nicht einwandfrei nachgewiesen werden könnte. Dagegen hat ich herausgestellt, daß er sich einer tätlichen Beleidigung im Sinne des § 185 StrGB. schuldig gemacht' hat. Die Große Strafkammer verurteilte ihn daher wegen Vergehens nach § 185 zu einer G e - ängnisstrafe von vier Monaten. Im übrigen wurde das Verfahren zugunsten des Angeklagten auf Grund des § 2 des Amnestiegesetzes vom 7. August 1934 eingestellt. Soweit der Angeklagte verurteilt wurde, hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen. Soweit das Verfahren eingestellt wurde, sind die Kosten niedergeschlagen worden. Nundfunkprogramm Freitag, 12. Februar. 6 Uhr: Dem Unendlichen; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12. Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (37). 15: Volk und Wirtschaft. Die Fälligkeit der Aufwertungshypotheken. 15.15: Ein Königsgrab an der Saar. Hörspiel. 16: Neue Unterhaltungsmusik. 17: Klaviermusik. 17.30: Der Ausweis aller Schaffenden! Sinn und Zweck des Arbeitsbuches. Von K. H. Knappstein. 17.45: Südost-Europa als wirtschaftskund- liches Studiengebiet. Eine Auslandsfahrt der Deutschen Arbeitsfront. 18: Musik aus Dresden. 19: Volksmusik und Volkslieder. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der deutsche Weg (V). Eine Hörbildreihe. 21: „Der Apotheker." Komische Oper von Josef Haydn. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Funkbericht von den Viererbob-Meisterschaften in St. Moritz. 22.35: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Samstag, 13. Februar: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. 10.30: 12 000 Jungen erleben klassisches Boxen. Funkberichte von der Boxveranstaltung des NSLB. im Berliner Sportpalast. 11: Hausfrau hör zu. 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Neue musikalische Plaudereien.- 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu: ... Die NSV.-Schwester. 15.30: Jugend aus drei Städten musiziert. 16: Froher Funk für alt und jung. Ein bunter Nachmittag mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Ost-Hannover. 18: Die junge Wehrmacht singt und musiziert. 19.30 Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Froher Samstag-Abend. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportschau. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Oberheffen. Landkreis Gießen. x» Rüddingshaufen, 10. Febr. Der hiesige Männergesangverein hielt in der Wirtschaft Theiß seine Generalversammlung ab. Der- einsführer Dietz hieß die Mitglieder willkommen und erstattete den Jahresbericht, der geprüft und für richtig befunden wurde. Dem Rechner, der ebenfalls Bericht erstattete, wurde Entlastung erteilt. Im Laufe der Versammlung wurde beschlossen, daß der Verein zukünftig den Namen „Konkordia" führen fall. Der seitherige Dereinsführer Wilhelm Dietz V. legte wegen Arbeitsüberlastung sein Amt nieder. An seiner Stelle wurde Daniel Z a h r t zum Vereinsführer bestimmt. Für 40jährige aktive Sangestätigkeit konnten den Mitgliedern Wilhelm Pfeiff, Johann W i ß n e r und Wilhelm K albe r l a h Ehrennadeln überreicht werden. Sangesbruder Peter Zahrt III. erhielt für 25jährige Sangestätigkeit ein Diplom. Eine Anzahl Mitglieder konnte für regelmäßigen Singstundenbesuch ausgezeichnet werden. w Geilshausen, 10. Febr. Der hiesige G e - sangverein „Jugendmut" kann zu Ende Mai auf sein 60jähriaes Bestehen zurückblicken. Der Kreis Ohm-Lumda-Tal hat für den Vormittag des 30. Mai ein Wertungssingen in Geilshausen vorgesehen, an dem 18 Vereine teilnehmen. Als Wertungsrichter wird Dr. Werner aus Frankfurt a. M. amtieren. Die Vorarbeiten für die Veranstaltung sind bereits im Gange. * Lang-Göns, 10. Febr. Dieser Tage wurden die Kinder, die an Ostern 1937 zur Schule kommen, vom Schularzt untersucht. Alle Schulneulinge, 16 Buben und 12 Mädchen, wurden für aufnähme- fähig erklärt. — An die Obstbaumbesitzer erging die Aufforderung, ihre Bäume zu reinigen. Mit der Spritzung soll am 20. Februar begonnen werden. Wer bis dahin seine Bäume nicht ab- gekratzt und ausgeputzt hat, muß es sich gefallen lassen, daß diese Arbeiten auf seine Kosten von Fachleuten ausgeführt werben. L i ch, 10. Febr. In den letzten Tagen hat die Wetter die großen Wiesengründe oberhalb und unterhalb unserer Stadt unter Wasser gesetzt. Große und Kleine Weide gleichen einem See. Die Wassermengen stehen bis an die Gärten in der Bahnhofstraße. Auch der Schloßgarten steht zu einem Teil unter Wasser. Kreis Alsfeld. < Kirtorf, 10. Febr. Ein junger Mann, der in einer hiesigen Gastwirtschaft Kost und Wohnung genommen hatte, entwendete dem Gastwirt den Betrag von etwa 60 Mark. Der Bursche wurde bereits von der Polizei in Haft genommen. — In der Gastwirtschaft von Johannes Becker veranstaltete die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen bunten Abend, der eine Reihe tänzerischer, gesanglicher, musikalischer und humoristischer Darbietungen brachte. Die Künstler fanden viel Beifall. Kirche und Schule. Kreis Schollen. O Schotten, 9. Febr. Unter dem Vorsitz von Dekan Widmann (Schotten) fand gestern die erste diesjährige Konferenz der Geistlichen des Dekanats Schotten statt, an der auch der Propst der Evangelischen Propstei Oberhessen, Propst Knodt (Gießen), teilnahm. Die einleitende Andacht wurde von Pfarrer Dr. Engel (Wingershausen) gehalten. Der Vorsitzende begrüßte sodann Propst Knodt, ferner den neu in das Dekanat eingetretenen Pfarrverwalter H ö r r von Ruppertsburg und übermittelte darauf dem zum Pfarrer der Pfarrei Eichelsdorf ernannten Pfarrverwalter D o th die Glückwünsche der Konferenz. Pfarrverwalter Lind (Breungeshain) hielt dann ein Referat über die zur Zeit aktuellen Derfafsungsfragen der Kirche, worauf eine lebhafte Aussprache erfolgte. Im weiteren Verlauf der Konferenz wurden dienstliche Angelegenheiten besprochen. 0 Eichelsdorf, 9. Febr. Unserem Ortsgeistlichen, Pfarrverwalter V o t h , wurde durch den Landeskirchenausschuß mit Wirkung vom 1. Februar dieses Jahres die hiesige Pfarrstelle definitiv übertragen. Preußen. Wegen Mißhandlung seiner Ehefrau inS Gefängnis. LPD. M a r b u r g , 10. Febr. Der 27jährige Karl Schäfer in Marburg lebte bereits feit längerer Zeit mit seiner Frau nicht in bestem Einverneh- men. Wenn er seine Arbeitslosenunterstützung er- halten hatte, kam er oft betrunken nach Hause. Als es eines Nachts wiederum in diesem Zustande seine Wohnung betrat, ging er sofort mit einem Stuhl auf seine Ehefrau los und warf ihr dann ein spitzes Eisenstück an den Kopf. Mit blutenden Kopfwunden brach die Frau zusammen. Nachdem sie aus ihrer Ohnmacht erwacht war und sich wieder aufraffte, würgte Schäfer sie so stark am Halse, daß ihr schwarz vor den Augen wurde und die übrigen Hausbewohner am andern Tage noch die blutunterlaufenen Würgemerkmale am Halse der Frau bemerken konnten. Der unter Anklage gestellte rabiate Ehemann gab vor Gericht zu seiner Entschuldigung an, daß ihn seine Frau zu den Tätlichkeiten gereizt habe. Ein hin^gezogener Sachverständiger bezeichnete den Angeklagten als minderverantwortlicben Psychopathen. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes wurde er wegen schwerer Körperverletzung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die vom Verurteilten gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. Kreis Wehlar. 4- 21 us dem Hüttenberg, 10. Febr. Die Imker der neuerrichteten Ortsgruppe Hüttenberg hielten dieser Tage in Hochelheim eine 23erjamm= hing ab. Der Leiter der Ortsgruppe, Lehrer Zeuge (Hochelheim), wies auf die hohe Bedeutung der Bienenzucht hin und erläuterte dann die Ursache der Gründung der Ortsgruppe Hüttenberg der Reichsfachgruppe Imker des deutschen Kleintierzüchterverbandes. Die Gründung der Ortsgruppe ist darauf zurückzuführen, daß es vielen Imkern nicht möglich ist, den Versammlungen in den Kreisstädten Gießen und Wetzlar beizuwohnen. = Wißmar, 10. Febr. Der Kegelklub „B a h n f r e i" hielt im Vereinslokal Bittendorf seine Generalversammlung ab. Vereinsführer H. Todt erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im vergangenen Jahr eine rege sportliche Tätigkeit entfaltet hatte. Dec Kassenführer H. 2V a g n e r konnte ebenfalls einen befriedigenden Bericht erstatten. Für das Winterhilfswerk hat der Verein eine Geldspende gegeben und damit seine Opferfreudigkeit bewiesen. Zum Schluß ermahnte der Vereinsführer die Mitglieder, dem Verein auch weiterhin die Treue zu halten. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 95 Ausführungsbestimmungen über die Regulierung der Ein- und Ausfuhr in Spanien. — 96: Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen durch den Exekutivausschuß für den Außenhandel Spaniens; — 97: Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungs- stelle für Papier (Papierspäne und Altpapier). — 98: Die endgültigen rumänischen Einfuhrkontingente für das 1. Vierteljahr 1937. — 99: Verlängerung der rumänischen Sonderkompensationsbewilligungen. — 100: 1. Bekanntmachung der Ueberwachungsstelle für Papier vom 7. Februar 1937, betr. Lieferungspflichtrahmen für Papierfpäne und Altpapier. — 101: Wareneingangsbuch: Eintragungspflicht in Zahlung Ungarn Staats von 1913 .... 5,4 5,4 — 5,25 4% Ungarische Goldrente....... —— — 6,25 6,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— —— 5,25 5,2 5% Rumänen von 1903......... 6,25 6,25 6,4 6,4 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. 9,4 9,35 9,4 9,4 4% Einheits-Rumänen......... 5,25 5,25 5,2 5,25 4% Türken Bagdad l........... — — — — 4% Türken Bagdad II.......... — — •— —— 2%% I. Anatolier.............. 19,75 — 19,75 — A.G. für Verkehrswesen......6 126,75 126,25 126,5 126,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 —— — 43 43,5 Hamburg-Amerika Paket......0 17,25 16,75 16,9 16,65 Norddeutscher Lloyd..........0 17,5 17,25 17,4 17,13 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 124 124,4 124,25 124,4 Reichsbant................. 12 184,5 185,5 185,25 185,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— 131,5 131 131 Commerz, und Privat-Bank... 4 114,25 114,4 114,25 114,25 Deutsche Diskonto............4 117 117 117 117 Dresdner Bank..............4 106,5 106 106,5 106 Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß» lurs Schlußk. Abend bürse Schluß» kurS Schlußk. Mittag« börse Datum 9.2. 10.2- 9-2. 10.2. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 _ 199,5 200 199 ^KV-Kunstseide........... .. 0 — 53,25 — 53 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 139,13 140,5 140,25 140,75 Bemberg................. .. 0 107,25 108,5 107,5 108,5 Bekula 7.................. .. 8 168,5 168 168,75 168,75 Buderus Eisen............. .. 4 119 119 118,75 118,5 Cement Heidelberg......... .. 7 160 160 — *— Cement Karlstadt.......... .. 6 — — Chade A.-C................ .. 9 — —— — —* Conti Gummi............. . 11 173 172 172,75 172,13 Daimler Motoren.......... .. 5 128,5 127,75 128,5 127,25 Dessauer Gas............. .. 4 —— —— 118,25 118,25 Deutsche Erdöl............ .. 6 147,5 146,25 147,25 146 Deutsche Gold- und Sllber .. .. 9 266 266 — —• Deutsche Linoleum......... . 10 169 169,75 168,25 169,75 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136,25 135 136 135,75 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 150 150,5 150 149,25 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 169 168,5 168,9 163 Felten & Guilleaume....... .. 6 139,25 138 139 137,5 Gesfürel.................. .. 6 145 144 145 25 144 Th. Goldschmidt........... .. 5 127,5 127,5 127,65 127,25 Gritzner Maschinen......... .. 0 44 43,75 44,25 44,25 Harpener ................. 2 y, 155,5 154,25 155,5 154 Hoesch Eisen............... 3-/2 119 118 118,75 117,5 Philipp Holzmann......... .. 6 144,5 143,25 144 143,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 175,5 177 175,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 146 145 145,5 144,25 Kali Aschersleben.......... .. 5 139 133,5 139 138,5 Klöckncrwerke ............. 41/2 125,75 125,5 125,75 125,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 143 142,5 Lahmeyer................ .. 6 125 125 125 124,75 Mainkraft................. .. 4 94 94,13 —— —— Mannesmann............. .. 3 119,25 118,25 118,9 113 Mansfelder Bergbau....... 6'/? — 161,25 161,5 161,25 Metallgesellschaft........... .. 5 153 153,5 — —— Orenstein & Kopvel........ .. 0 — — 88,65 88,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 226 222 — 220,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 — — 138,5 137 Rheinstahlwerke............ .. 6 154,25 152,5 154 152,5 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 132,25 131,25 131,65 130,75 Rütgerswerke............ .. 6 143,75 142 144 143 Salzdetfurth Kali......... 7yT 181 —— 181 ,5 182 Schuckert L Co............ .. 6 163,5 163 163 162,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — — 97,13 96,65 Siemens & Halske......... .. 8 199,5 198,5 199,5 198,5 Süddeutsche Zucker......... . 10 — 202 201 201 Vereinigte Stahlwerke...... 3% 119,25 119,13 119 118,9 Westdeutsche Ka Hof...... .. 0 56,75 56,13 56,25 56. Westeregeln Alkali......... .. 5 137 136,5 137 136,5 Zellstoff Waldhvf......... .. 6 155,5 155 156,25 154,5 Otavi Minen.............. . 0,6 24 23,75 24,25 23,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cu BL g.Februar 10. Februar 9. Februar 10.Februar Amtliches Geld Kotierung Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aires............. 0,705 0,754 0,750 0,754 Japan.................... 0,706 0,708 0,707 0,709 Brüssel................... 41,98 42,06 41,97 42,05 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo..................... 61,18 61,30 61,21 61,33 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... Danzig................... 54,36 54,46 54,39 54,49 Lissabon.................. 11,055 11,075 11,06 11,08 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm................ 62,77 62,89 62,80 62,92 London................... 12,175 12,205 12,18 12,21 Schweiz.................. 56,81 56,93 56,78 56,90 HelsingforS................ Paris.................... 5,375 5,385 5,375 5,385 Spanien.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 11,58 11,60 11,59 11,61 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland.................. 136,18 136,46 136,12 136,40 Budapest................. —— —- — — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 PALAST Giessenl Heute Donnerstag Wieder ein Ereignis! Ein Film für anspruchsvolle Besucher Nach EDITH ZELLWECKERS preisgekröntem Roman. Ein Film mit viel Humor und einer glänzenden Besetzung! 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Es ist leicht mit einer Ziehhack-'Zu arbeiten. Außerdem gibt es noch den Distelstecher. Diese und oldere ©arten« qeräte sind billig bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fern^recher 2145/2146. Zündungen oder Schmerzen noch den Stoff mit Effigwaffer oder essigsaurer Tonerde tränken. Essigsäure Tonerde mutz aber vorher verdünnt werden, da sie sonst die Haut angreift. Vergl. auch Packung. Umstandskleidung darf nie beengend sein. Man wähle am besten dunkle Stoffe und laffe die Kleider so arbeiten, datz sie durch Gürtel oder Einsätze verbreitert werden können. Undine, lat., Bedeutung — Wellengeist. Waffergeist in der deutschen Sage, seelenlose Waffer- jungfrauen, Nixen. Nach ihnen ist die bekannte Oper „Undine" von Lortzing benannt. Unbestellte Sendungen braucht man nicht abzunehmen. Man ist nicht verpflichtet, die Sendung zurückzuschicken, darf sie aber auch nicht weawerfen oder für sich benutzen. Man braucht die Sendung auch nicht zu bezahlen, wenn im Begleitbrief steht, die Sendung gelte als angenommen, sofern sie nicht zurückgeschickt werde. Etwa beiliegendes Rückporto darf man nicht für sich verwenden. Steht man mit dem Ubersender in dauernder Geschäftsverbindung und hat man regelmäßig Sendungen angenommen, so kann man nach Treu und Glauben verpflichtet sein, die Sendung auf Kosten des llbersenders (unfrankiert) alsbald zurückzusenden, wenn man sie nicht behalten will. S. Auswahlsendung. Uneheliche Kinder. Sie gelten mit ihrem natürlichen Vater als nicht verwandt, haben keinen Anspruch auf Erbrecht oder Pflicht- Umritz k genommen: gutes Erdreich nehmen, den neuen Topf nicht zu groß wählen. Scherben als Unterlage geben, alte Erdbällen möglichst nicht zerstören; die Pflanze im neuen Erdreich gut ausdrllcken, bei großen Erdbällen die Topferde mit Stäbchen tief Hinabstotzen, um Hohlräume zu beseitigen. Nach dem U. überbrausen. S. Blumentopf. Umritz, die gezeichneten Grenzlinien einer Gestalt oder eines Gegenstandes. Umschlag ift eine besondere Art der Heilrnittelanwendung. Ein Umschlag (Wickel. Kompresse, Packung) kann entweder nur aus einem trockenen Tuch bestehen, das um den betreffenden Körperteil gewickelt wird, oder man nimmt ein Laken, macht es mit Wasser gut naß, legt es um die kranke Körperstelle und wickelt ein warmes trockenes wollenes Tuch darüber. Solche Umschläge, die bekannten Packungen, entziehen dem Körper Wärme, regen die Hautdurchblutung an und steigern die Schweißabsonderung. Daher sind sie ein beliebtes und bewährtes Mittel bei Fieber und Entzündungen aller Art (Halsentzündung, Lungenentzündung usw.). Legt man zwischen das feuchte Laken und das Wolltuch noch eine Lage wafferundurchläffigen Stoff, so entsteht eine richtige Schwrtzpak- kung; denn durch den wafferun- durchlässigen Stoff (Guttapercha, Billrothbattist) wird eine feuchte Kammer geschaffen und der Wärmeabfluß ist behindert. Ferner kann man aber bei Teilent- ist mein Ideal/ Jede Hausfrau sagt einmal: im ^englischen , L Telegraph I Monate auso Lies Plötzlich liiierklvürdlg- j^veshalb der Lte Rücktr LgMbn L)is dahin bu L ßrobkme au -schlich Hot o Lrjjtüd) Londoi litte Gründe. IjMÜ'chen Und L England die J L nan in | a(s erst in 3r [ffliju erklären, lös Sorge u | sie Finanzier, pirns, das sich d Ii hat. Wenn i I diese Fragen z kn Politik üb [nb drängen, da Enuel Hoares gebrachte Antr< Lng einer G MaufnahM und, also sa M. die größte ur hell zu schassen, glaub den Gan mst. Man ba (les galjres bi Mington u feW. alle qm Die^ BLftettbemerb p Mner Sei WM Wahreren Lilung de jjpi» Legren BH 6s ist zude M mn Japan i Ul sM Bestimmun B Migen qualita B s Det sich die P ?B pngsroettl !g r letzte Rüstung- IflpglQnb di »Hern will. Sii Benbigfeiten na Irin... U^t diesen Tal Wellige Schild.- Beld bedauerlich, ||:n H der Di BP zur Lösu, BFUnil gedrängt tr ■PrrL^ nicht gei I{ ' We und dc ■ ; gemeinen ■\*n, mit K1 '!l ebenfalls , B^nhoortung a ■ ot K iet Mi BP,«Met n.?"1“' beutln |«ä;! Mü U>?'l>k Daraus, |L'.Dor allem i K ^taugliche KWt, o H'i Snt sa D W A 'N dem lm?n dies ■*Jn tonn, g EfJ die «Jjüber diese' bei u i^ j/chanisi > 'hnen be ■K'Me!?5 ^sh |r«iS"9bi; Hri ist /"stur r*1^ Ion E)r- ö Notwend' J e" in den r K bie Rede, !t>®! \ itW1*.' to«® Ä" Lr Ä tzS :eufl«rl,”L, Schach Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Mattangriff, a b e de f g h ab cd e f g h Die abgebildete Stellung entstand bei einer Partie Helling — Klauder, eines Turniers der Berliner Schachgesellschaft. Weiß hat drei Bauern weniger, aber die schwarze Königsstellung ist gefährdet. Wie kann Weiß am Zuge rasch gewinnen? Lösung der Schachaufgabe „Königsangriff". Weiß: Kg2, Dd2, Te2, Le3, Bb3, b2, c3, d4, g3, h3 (10) Schwarz: Kc8, Dh5, Tf8, Tf3, Ba6, b7, c6, d5, e4, g5, H6 (11). 1. Tf3Xg3+, Kg2Xg3. 2. Tf8-f3+, Kg3-g2. 3. Dh5Xh3+, Kg2-gl. 4. 713—11 matt. 1. Kg2-hl. 2. Dh5XH3+, Te2—h2. 3. Tf8-fl_-h, Le3—gl. 4. TflXgl matt. Figurengewinn. abcdefgh 8 7 6 5 4 3 2 1 abcdefgh Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Kirn — Rupschuß zu Dortmund. Der Schwarze ist am Zuge und kann eine Figur gewinnen. Was zieht Schwarz am stärksten? Lösung der Schachaufgabe „Ein kräftiger Schluhzug". Weiß: Khl, Dd6, Tg2, Tgl, Se6, Bd4, f5, H2 (8). Schwarz: Kh8, Df6, Tc8, Te8, Lb7, Ba6, d5, e4, hl (9). 1. Se6—f8. Jetzt droht sowohl DXf6+ als auch Tg8 matt. Nach 1. ... Te8Xf8 folgt 2. Tg2-g8+, Tf8Xg8. 3. Dd6Xf6+ nebst 4. Df6Xg7 matt, und 1. ... Df6Xf8 scheitert ebenfalls an 2. Tg2—g8+, Df8Xg8. 3. Dd6—f6+, Dg8—g7. 4. Df6Xg7 matt. Oie Geburt eines Töchterchens beehren sich anzuzeigen Genchtsasseffor K. Seyb und Frau Mariann^ geb. Glaser Oarmst-Ht, z. Z. Gießen (Kathol. Schwesternhaus), 10. Festruar 1937 916 D Unltaut Unfair 532 schädliche Unfair, entbehrliche deutsch-eng- statt ungewissen Voraus- Berufs- Notwen- klar zu Ungehorsam bei Kindern darf man nicht aufkommen lassen. Berkehrt ist es jedoch, sofort strenge Strafen anzuwenden, da dadurch leicht Trotz geweckt wird. Man muß zunächst im guten verteil gegen den Vater, wohl aber einen Anspruch auf Unterhalt (s. d.). Sie erhalten den Mädchennamen der Mutter (s. a. nachfolgende Ehe). Uneheliche K. erhalten einen Vormund; die Mutter hat nur das Sorgerecht. S. Ehelichkeitserklärung, Annahme an Kindes Statt. Unfällen. Betrieben lische Wortmischung, s ehrenhaft, unanständig. Unfall, vgl. Hilfe bei Für Unfälle in den s. hastet unter bestimmten suchen, dem Kinde die digkeit des Gehorsams machen. Ungeziefer, lästige und jetzunaen die zuständige genossenschaft. Unfallversicherung. Bei Versicherungsgesellschaften kann man sich gegen Unfall versichern lassen. Man bekommt dann je nach der Höhe der Prämie die Kosten der Heilung usw. ganz oder teilweise ersetzt. Bei tödlichen Unfällen wird meist an die Erben oder sonstigen im Versicherungsvertrag bestimmten Personen eine gewisse Summe ausbezahlt. Bei dauernder Arbeitsunfähigkeit erhält man eine Abfindungssumme oder Rente. Gewisse Gruppen von Arbeitnehmern müssen durch die Arbeitgeber bei der einschlägigen Berufsgenossenschaft gegen Unfall versichert werden. S. a. Versicherung. Ungarweine, feurige Rot- und Weißweine. Am bekanntesten ist der Tokayer, der mit Zusatz von Trvckenbeercn hergestellt wird. Jnsektenarten, wie Ameisen, Fliegen, Flöhe, Kellerasseln, Läuse, Motten, Schaben, Schnaken, Spinnen, Wanzen. Die Bekämpfung siehe unter den einzelnen Arten. Ungültigkeit, s. Nichtigkeit. Uniform, lat., Bedeutung — gleichartige Bekleidung. Gute deutsche Uebersetzungen: Waffenrock, Dienstkleid, Amtstracht. Universität, Hochschule für gelehrte Berufe, wie Mediziner, Juristen, Philologen, Theologen usw. Die Studienzeit der einzelnen Berufe ist in der Semesterzeit nicht gleich. Zum Universitätsstudium bedarf es des Reifezeugnisses einer höheren Lehranstalt. In besonderen Fällen werden auf Antrag Gasthörer ohne Reifeprüfung zugelassen, insbesondere zu Vorlesungen von allgemeiner Bedeutung. Universum, lat., Bedeutung — das Weltall. Unkraut muß zwischen Pflanzen durch Jäten entfernt werden, da Licht, Luft und Nahrung den Kohlen von Fischer Gießen, Alibyistraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 einer Hautkrankheit, zweitens stehen sie meistens lange in Behandlung und drittens werden Sie als Haustpezialist bei Nacht niemals aus dem Bett ge- Die Zache mit der Zchiffskahe. Ein Matrose, der zur Besatzung eines winzigen Frachtdampfers gehörte, so erzählt Reclams Universum, hatte in England drei Flaschen echten Whisky an Bord geschmuggelt. Er nahm einen kleinen Koffer, sperrte die Schiffskatze hinein, und als er im Heimathafen durch die Zollabfertigung ging, fragte ihn der Beamte: „Was haben Sie in dem Koffer?" „Die Katze, sie muß zum Tierarzt." „Das glaube ich nicht", entgegnete der Beamte, „machen Sie den Koffer auf." Der Matrose, öffnete den Koffer, mit einem wilden, Satz sprang die Ka^e heraus und rannte zum Schiff zurück. Der Matrose sauste ihr nach. Nach einer Weile kam er zurück und wieder an dem Zollbeamten vorbei. Im Vorbeigehen klopfte er auf seinen Koffer, den er fest unter dem Arm hielt: „Diesmal soll mir das Biest aber nicht wieder entwischen!" In dem Koffer waren die drei Flaschen echt englischer Whisky. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung des Zeitungsfilms „logget*. Die Uraufführung des Zeitungsfilms „Tagge r", der nach dem preisgekrönten Manuskript von Walter F o r st e r und Heinz Bierkowsky, von der Minerva für Syndikatfilm-Tobis unter der Regie Jürgen von A l t e n s gedreht wurde, findet dieser Tage in Berlin statt. Der Film spielt im Milieu eines modernen Zeitungs-Großbetriebes. In den Hauptrollen sehen wir Renate Müller, Paul Hartmann und Mathias Wiemann, umgeben von einem Ensemble namhafter Darsteller. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloffen. Lichtspielhaus Ab heute Donnerstag: Ein wirklich fröhlicher Film! hier aus vollem Herzen lachen! Butes Beiprogramm und Fox-Ton-Woche fioelhe-Bund und Kauim. Verein GieHen Freitag, den 12. Februar 1937, abends 8 Uhr, Nene Anla Wilhelm-Busch-Uiend (mit Lichtbildern) des bekannten Vortragsmeisters (875d EMIL KUEHNE Ist die billigste! Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Die Mitglieder des Goethe-Bundes und des Kaufm. Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 4 (rosa f. G. B.) und Nr. 8 (f. K. V.). Mitglieder der NSDAP., der NS.- Franenscbaft, des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten ermäßi te Eintrittskarten zum Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises. Nichtmltgl. 1 Mk. Militär, Studenten n. Schüler 40 Pf. mit IdaWüst in einer neuen Bombenrolle. Ida Wüst als Inhaberin eines „Witwen- ball“-Lokals — das muß man gesehen haben. Die weiteren Besucher des vorgenannten Witwenballs sind: 914A Paul Henkels Kurt Vespermann Hans Richter Hans Junkermann Ilse Fiirstenberg Eduard Wesener Selbst der größte Griesgram wird Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Oie Narrenkappe Ueberrafchender Heilerfolg. jung sei. Einige Monate später schickte Hill einen Bericht an das Kollegium, in dem er folgende merkwürdige Kur beschrieb: „Es handelt sich um einen Seemann, der das Bein gebrochen hatte. Ich legte die beiden Teile des gebrochenen Beines aneinander, verknüpfte sie auf das kräftigste mit einer Schnur, bestrich die Bruchstellen mit einer bestimm- drückte die beiden Teile nach vierzehn Tagen be- Es gab einen langen über Hills Bericht im Kollegium. Schließlich einigten sich die Herren und veröffentlichten ein „gelehrtes Flugblatt über eine Kur, Beinbrüche vermittels Leimes zu heilen". Kaum war die Schrift erschienen, da traf ein Brief von Thomas Hill ein: ,Jn meinem letzten Bericht vergaß ich zu erwäh- „Mli meutern legten vmu/i v *• nen, daß das gebrochene Seemannsbein ein Holzbein war ... Verblüffende Auskunft. Drei wesentliche Vorzüge. Der wegen seines Witzes bekannte Wiener Professor Tandler wurde von einem Studenten gefragt, auf welchem Gebiet der Medizin er sich spe- „Erstens sterben die Patienten nicht so leicht an Gewinnauszug Ohne Gewähr Nachdruck derboten 1. Ziehungstag 9. Februar 1937 Vn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 159 NM. gezogen 10000 RM. 21940 41518 471 98690 99565 99924 Vn der heutigen NachmittagSziehung wurden Gewinne über 150 NM. gezogen 69803 91669 105706 443 12678 17910 63068 133547 152549 245155 268154 1930 5741 11422 13987 71917 74698 77861 86906 88062 2405 6065 6188 14159 Im Gewinnrade verbliebene 38745 186547 139774 202970 258572 334325 370447 150276 228598 307862 347179 36095 48512 65632 78520 96918 147802 203803 294643 338491 391714 237748 375575 60671 110286 237922 127953 152825 179337 209067 238146 302745 347409 381811 117341 126612 140650 155811 170818 178706 192488 200493 212350 229894 235427 252010 261776 275588 287831 295487 307881 320320 334774 346794 363412 385209 389799 1088 284055 2397 139383 253191 102040 221334 295010 373854 129786 160600 183709 219738 256722 314954 352834 80354 385901 44822 320285 399702 65085 213652 291000 106872 112647 119170 137153 153764 160544 172541 183493 193900 209907 222316 233639 242033 253314 270024 277389 298851 311281 322907 334223 345005 349718 361978 379233 390321 399722 5000 RM. 3000 RM. 125024 2000 RM. 210643 363566 1000 RM. 128509 154604 182160 218864 253418 314078 350809 9256 23372 46136 56847 74270 85825 104598 229577 317728 374780 40589 62014 135732 192778 250883 323577 361512 36086 48187 61002 78394 95723 105988 111802 117762 135426 152857 159371 168230 182746 192128 203525 221575 230636 241713 249735 268694 277023 298299 306898 316148 332242 344628 349080 358853 379175 390225 399706 112266 120994 134202 153109 169053 175678 188323 197861 207543 225071 232064 239947 258047 269402 284350 293735 301542 318346 325311 342467 356932 377895 387199 399731 36349 49507 71020 82449 115658 125647 139663 153962 170087 177526 190851 197949 208431 227077 233549 249789 261017 271295 287462 294042 302471 319855 329584 344506 361184 379702 388700 399913 202129 279417 364484 5140 390700 33364 170978 50400 329700 27026 277997 398684 53575 120683 288976 39657 1 60632 98543 183160 241488 315501 351684 117919 128952 145389 163393 171732 179110 195121 201722 213898 230329 236993 256677 263670 279718 290850 295783 308160 321130 335500 352207 367130 386733 392489 10058 25220 47874 59616 74499 94565 101027 109210 116890 135084 150870 159225 167369 182423 191586 202133 218053 229380 238806 246848 266301 276058 291542 306403 315082 332121 343670 348319 358007 376075 387210 398799 69244 101507 136855 177425 192439 229521 289241 329942 354894 12122 40856 50806 71180 83631 107857 115366 126686 145011 157371 161994 173931 186558 197334 214746 226239 237065 244462 256373 272406 288954 299299 313582 329834 338430 345736 354969 370335 380751 390950 100571 108737 115408 129783 146735 157638 165627 178633 189979 199295 216199 226544 237720 245296 260341 274297 290992 300127 313905 330219 339371 347593 357165 375156 384202 394315 120709 137811 179088 195091 231618 298506 334849 379384 149883 226518 299222 340466 399669 300 RM. I 1895 21294 44357 56335 71565 83739 107375 112672 119675 138956 157090 161615 173266 184337 197247 210409 224348 235045 243807 254232 270634 286752 298977 311846 325551 336426 345652 351197 363353 379586 390894 100955 134433 176701 183918 221222 285166 322923 353865 30016 ; 46905 • 55258 70569 93850 107148 120103 132622 153084 167429 172957 184281 196572 202190 221147 231250 238200 257829 268754 284297 292872 297195 310080 323100 340664 355104 373511 387137 396733 } 6647 19608 43823 54489 68788 93806 107084 118330 130870 151572 166808 171757 181740 195939 202040 214645 230656 237792 256997 268343 280677 291652 296975 309942 322519 335549 353727 371233 386957 396296 377509 39538 270916 : 17033 256221 * 389284 : 10613 318434 340675 343638 388670 389409 37313 40910 41102 41841 41928 45558 220230 224492 227529 269382 ! 294383 317319 366882 377823 88 Gewinne zu 500 RM. 36376 41391 48898 48961 53197 53321 78769 88116 89218 90791 93926 33243 33839 37547 42347 43078 47444 47771 50232 50855 51706 55425 59606 62755 64172 68506 72727 77732 83990 86174 92307 96585 97834 98197 100296 101371 374 Gewinne zu 300 RM. ____ _ 7268 8576 10296 10483 13361 396 Gewinne zu____ 10424 11482 11929 62 Gewinne zu 1000 RM. . ._ 64556 65099 72719 74498 95691 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie 4 Gewinne zu 2 Gewinne zu 18 Gewinne zu 109497 118354 30 Gewinne zu 106259 171287 322110 336919 16 Gewinne zu 3000 RM. 190773 268738 282661 26 Gewinne zu 2000 RM. 114706 129972 138457 212160 229264 232686 126 Gewinne zu 500 RM. 22856 —~ ----- ■ 3000, 044 zu je 2000, 2898 zu je 1000, 4786 zu je 500, 19230 zu je 300 Mark. 40 Gewinne zu _________ _____ 65887 69858 92389 96039 110811 zialisieren solle. „Wählen Sie die Hautkrankheiten", riet Tandler. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2 Gewinne zu 20000 NM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 12 Gewinne zu 5000 RM. 98447 325296 375612 ten Lösung Leimes und so lange aneinander, bis Der Kranke erklärte mir er sich wohler fühle, und diente er sich des Beines der Leim getrocknet war. nach einigen Tagen, daß wie zuvor. und aufgeregten Disput Vater: „Ist es ein Junge ...?" Hebamme: „Ja — der Mittelste! werden. Das Kollegium lehnte ihn indessen ab, da er nach der Meinung der gelehrten Herren zu Der englische Arzt Thomas Hill wollte um 1750 Mitglied der Königlichen medizinischen Gesellschaft Auf die Frage des Studenten, warum er sich gerade dafür entscheiden solle, antwortete Tandler: . ~ ...... -- 2 Gewinne zu le 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 14 zu je 20000, 94 zu je 10000, 186 zu je 5000, 366 zu je QAAA ClA » ... 1- cxrxrxrx ___1 JOCHHEIM