Nr.8 Erstes Blatt Erichen« rckgltch. außer Sonntags und Feiertags P*tlagen. Die 3Ilu|tnerte Gießener Familienblattei Heimat im Bild Die Scholl» monat$*Be$ugsprct$: Mil 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ZernsprechanschlÜffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: fitantfurt am Main 11686 187. Jahrgang Montag, 11. Januar 1937 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehrn. Schristlettung und SeschSstsftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50Rpf.'Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Krankreich plant Annektion Spanisch-Marokkos. Die pariser preffe bereitet den Anschlag durch tolle Hetze gegen Deutschland vor. tun des EinsranzöfischerSchrittinSurgos Paris, 9. Ian. Die französisch.e Regie- 8. April 1904 und des französisch-spanischen Vertrages vom 3. Oktober des gleichen Jahres darstellten. In ihm sei ein Verbot zum Eintritt fremder Truppen in das Gebiet des Sultans von Marokko und die Schaffung einer entmilitarisierten Zone verabredet worden. Die französische Note weist ferner auf die Artikel 5 und 6 des spanisch-französischen Vertrages vom 27. November 1912 hin, in dem Spanien sich verpflichtet habe, keinerlei Rechte an dritte Mächte abzutreten und keine strategischen Befestigungen in der Meerenge von Gibraltar zu errichten. Der französische Protestschritt wird begründet mit Nachrichten über die Landung kleinerer Truppenkontingente ausländischer Herkunft in Melilla an der Mittelmeerküste von Spanisch-Marokko und die Arbeit von Ingenieuren an der Ausbeutung von Erzgruben im Hinterland von Melilla. Die französische Regierung hat die Garnison Fez in Alarmzustand versetzt und das französische Mittelmeergeschwader angewiesen, seine jetzt beginnenden Manöver an der marokkanisch-nordwestaftika- nischen Küste abzuhalten. Der französische Marineminister Gasnier-Dupar, der sich auf einer Besichtigungsreise in Tunis befindet, wird an die algerische Küste gehen. Die Blätter melden auch, daß Kriegsminister D a l a d i e r sich Ende der nächsten Woche mit einem großen Stabe von Militärsachberatern zu einer Inspektionsreise nach Marokko begeben werde. Die pariser Begleitmusik. BerbrecherischePressehetze gegen Deutschland. Paris, 10. Ian. (DNB.) Die Angst der französischen Volksfront vor einer endgültigen Niederlage der spanischen roten Regierung hat mehr als seltsame Blüten gezeitigt. Um ein Eingreifen Frankreichs gegen die nationale spanische Regierung zu ermöglichen und Frankreich bei diesem Schritt vor der Welt zu rechtfertigen, ist die gesamte Pressemeute der französischen Hauptstadt gegen Deutschland losgelassen und ergeht sich in unverantwortlichen, ja geradezu verbrecherischen Anschuldigungen über vermeintliche Absichten Deutschlands in Marokko. Und dies trotz der eindeutigen und mehrfachen schär st en Dementis der Reichsregierung. Gleichzeitig künden in großen lleberschriften die Blätter einen Schritt des französischen Generalresidenten von Marokko beim spanischen Oberkommissar in Melilla an. Dieser Schritt bezieht sich auf die Artikel der spanisch-französischen Verträge von 1904 und 1912. Die Demarche sei entweder am Samskag- nachmittag unternommen worden oder werde am Sonntag erfolgen. Der Ton der Presse ist in den letzten 24 Stunden wesentlich heftiger geworden. Während man zunächst noch von einem P r o t e st sprach, unterstreicht man heute, daß es sich um eine Warnung handele und daß die französische Regierung in voller Uebereinstimmung mit London sei. Der Petit P a r i s i e n , der sich in frechen Angriffen an die Adresse der deutschen Regiernug gefällt, schreibt u. a., Deutschland werde sich auf eine energische Antwort gefaßt machen müssen, wenn es ihm einfallen sollte, sein gefährliches Spiel fortzusetzen. Die französische und englische Regierung hätten ihre Informationen ausgetauscht, denn die Nachrichten, die aus der spanischen Marokkozone einträfen, forderten eine genaue Kontrolle, bevor man Entschlüsse fasse. Die leitenden Persönlichkeiten in England und auch in Frankreich seien sich darüber einig, daß ein Festsetzen Deutschlands in Spanisch-Marokko eine unhaltbare Lage schaffen würde. — Pertinax behauptet im Echo de Paris, wenn die Deutschen in Spanisch-Marokko festen Fuß faßten, so bedeute das eine Bedrohung der französischen Besitzungen in Afrika. Frankreich werde aber, so erklärt er in anmaßendem Ton seinen Rechten Achtung zu verschaffen wissen, und' England werde der Haltung Frankreichs zusammen — Die außenpolitische Mitarbeiterin des Oeuvre schießt wie gewöhnlich mit ihren hysterischen und jeder Vernunft hohnsprechenden Behaup- ungen den Vogel ab. Sie phantasiert von deutschen Organisatoren in Rio del Oro und auf den Kap Verdischen Inseln. In Funchal und Madeira stelle man eme lebhafte Tätigkeit deutscher Ingenieure fest. Auf den Kanarischen Inseln erwarte man in den nächsten Tagen das Eintreffen deutscher Techniker. . ~ fnrft einer Der Figaro bezeichnet ftden Verjuch einer deutschen Einmischung in der 9)101:0^^0= zone als unannehmbar. Die dlesbezugftch n V träge seien formell, und man werde thnen Achtung verschossen. - Der P ° p u l ° i r VCtı'Tt zn der lächerlichen fjoffnung, bie ®9 französischen Regierung werde einen Program a hat bei der spanischen National-Regierung Generals Franco in Burgos darauf aufmerksam gemacht, daß gewisse Vorgänge in Spanisch-Marokko ihrer Ansicht nach eine Verletzung des britisch-französischen Vertrages vom wechsel der spanischen Nationalisten auslösen. — Ein bescheidenes Maß von Vernunft zeigt nur das Journal, auf das die Aufregung der französischen Regierung und Presse einen lächerlichen Eindruck macht. Da die französische Regierung mit der Nationalregierung in Burgos keine diplomatischen Beziehungen unterhalte, hätte sie sich logischerweise an die einzige von ihr anerkannte Regierung i n Valencia wenden müssen. Ein solcher Schritt aber hätte die rote Regierung gezwungen, ihre Machtlosigkeit einzugestehen. So habe man sich denn dahin geeinigt, daß es sich um eine rein marokkanische Angelegenheit handele und den Weg über den spanischen Oberkommissar in Marokko gewählt. Oie richtige Lleberschrist. Paris, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Regie des von Paris entfesselten Feldzuges in der Marokko-Angelegenheit hat nicht überall geklappt. So überschreibt der in Straßburg erscheinende „Elsässer" die von einem großen französischen Nachrichtenbüro verbreitete erste Meldung über angebliche deutsche Pläne in Spanisch-Marokko in richtiger Würdigung ihres Inhalts „Eine Ente?" DiegeheimenplänebessranzösischenGeneralstabs OerWeltbcl'chewismus will die Basis her nationalen Srbebung (Spaniens treffen. Paris, 10. Jan. (DJIB.) Wie aus französischen Rechtskreisen mit aller Bestimmtheit verlautet, werden schon seit einiger Zeit von dem französischen Generalstab geheime Pläne ausgearbeitet, deren Ziel die Annektion Spanisch-Marokkos ist. Da ein derartiger Schritt diplomatisch aufs sorgfältigste vorbereitet werden muh und man nicht eines Tages die Welt mit der Annektion Spanisch-Marokkos überraschen kann, soll die Aufmerksamkeit abgelenkt werden, indem man Deutschland ähnliche Pläne unterstellt, obgleich sich hierfür auch nicht der Schimmer eines Beweises erbringen läßt. Mit Besorgnis fragt man sich nur, was England zu diesen geheimen Plänen sagen wird, die langsam der Verwirklichung entgegenreifen sollen, während der Welt gegenüber die Richteinmischungs- politik geheuchelt wird. — ♦ Unter der Ueberfchrift „Paris will Krieg in Marokko" schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Mit wohl verteilten Rollen bringen die Pariser Sensationsblätter eines wie das andere heute morgen ihre Brand berichte aus Marokko. Wenn es nach den Behauptungen dieser Journaille ginge — die ja nur die Kulisse für die im Hintergründe arbeitenden Winkeldiplomaten des Quai d'Orsay sind —, dann wäre Spanisch-Marokko ailf dem besten Weg, eine deutsche Festung mit allem Drum und Dran zu werden. Mit Madame Tobouis (natürlich) als „Petroleuse" an der Spitze rast dieser Pöbel einer losgelassenen Pariser Pressemeute mit tollem Gegeifer gegen das verhaßte Friedensbollwerk des nationalsozialistischen Deutschlands an. Aus der Art, wie diese Pressekampagne ausgezogen ist, -wird ganz klar, wie man nun mit den verlogensten Mitteln eine Situation konstruieren will, die ein bewaffnetes Einschreiten erleichtert. Deshalb existieren auch für die Pariser Presse offenbar die wiederholten deutschen Dementis nicht. Die Hetze dient nämlich offensichtlich dem Ziel, ein militärisches Eingreifen Frankreichs in Spanisch-Marokko vorzubereiten. Frankreich erscheint heute die Gelegenheit günstig, wo die spanische Abwehrkraft durch den Kampf gegen den Bolschewismus in Anspruch genommen ist, um die spanische Marokkozone selbst an sich zu reißen. Mit dieser nunmehr vorbereiteten Aktion dient die französische Politik jedoch nicht nur den eigenen Zielen, sondern ebenso den Interessen des mit ihr verbündeten Weltbolschewismus. Denn der französische Angriff auf Spanisch-Marokko bedeutet ja eine Aktion im Rücken des Generals Franco und gegen d i e bisherige Basis der nationalen spanischen Erhebung. Ist damit schon die Situation hinreichend geklärt, so wird sie noch interessanter durch die Pläne, die die Komintern in Spanisch-Marokko verfolgt. Am 5. Juli des vergangenen Jahres wurden in Moskau Beschlüsse der Komintern gefaßt, daß von Spanisch-Marokko die rote Revolutionierung Spaniens wie auch Nordafrikas (Italien) ausgehen soll. T e t u a n und Tanger sollten die Operationszentren sein. Durch das rasche Losschlagen von General Franco wurde dieser Plan vereitelt, und die Zentrale der Dritten Internationale mußte nach Französisch-Marokko verlegt werden. Zugleich wurde eine erste Summe von fünf Millionen von Moskau zur Verfügung gestellt. Der Kongoneger I v o n z o der schon in früheren Jahren in Zentralafrika bei bolschewistischen Negerumtrieben führend tätig gewesen ist, wurde außerdem mit besonderen Aufgaben betraut. Als Ziel der roten Aktion in Marokko wurde erklärt, ,daß das brennende Spanisch- Marokko das Signal für die Feuersbrunst in ganz Nordafrika sein werde". Damit werden die Hintergründe der Marokkokampagne der Pariser Presse noch besonders grell beleuchtet. Die straffe Gewalt, in der sich Spanisch-Marokko seit der Erhebung des Generals Franco befindet, hat alle Hoffnungen der Komintern auf die Revolutionierung Marokkos zerschlagen. Der Weltbolschewismus weiß außerdem, daß in Spanien die endgültige Niederschlagung der roten Revolte nicht mehr aufgehalten werden kann. Deshalb soll nun ein Schlag gegen die Operationsbasis Franco geführt werden — und dazu dient nach altem Pariser Rezept wieder einmal ein „bedrohter Vertrag". So schließt sich der Ring: Nachdem die neue Offensive der Nationalen vor Madrid die Roten wieder weiter zurück- treibt, läßt Paris die Maske des europäischen Biedermanns fallen und bereitet eine militärische Intervention großen Stils vor. Ziel dieser direkten französischen Waffenhilfe für den Weltbolschewismus ist Spanisch-Marokko und zum Anlaß dient wieder einmal der beliebteste aller Weltschrecken — Deutschland. So sieht das Spiel aus, das heute von Paris aus unter der Lügenhetze der Sensationspresse eingeleitet wird. Von Marokko aus will Frankreich dem in Spanien geschlagenen Bolschewismus zur Hilfe kommen. Für Europa aber ergeben sich aus einer derartigen Aktton unabsehbare Konsequenzen. Deutschland warnt in letzter Stunde und ist unter allen Umständen entschlossen, zu verhindern, daß dieses Spiel — und seien es einstweilen auch nur Presselügen — auf seinem Rücken ausgetragen wird! Wo Men die Fabrikanten der neuesten Greuelmärchen? Berlin, 10. Jan. (DNB.) Heber die Drahtzieher der neuen Hetzkampagne gegen Deutschland und die Methoden der Lügenfabrikanten schreibt der „Montag" unter anderem: Deutschland und Italien haben in London Noten überreicht, die nach dem Urteil aller diplomatischen Fachmänner geeignet sind, die Gefahr, die sich aus der bolschewistischen Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg ergibt, noch gerade rechtzeitig zu beheben. Die Völker Europas atmen auf und blicken dankbar nach Berlin und Rom. Wenige Stunden später überschütten mehrere Pariser und Londoner Zeitungen und einhe Nachrichtenbüros die ganze Welt mit einer Fülle von geradezu phantastisch erlogenen Behauptungen. In Leitartikeln werden diese Lügen als Tatsachen ausgenommen: Friede? so fragt man und antwortet: Nein, Krieg. Aber Deutschland ist schuld. Diese Parole läuft im Widerspiel der ausgetauschten Nachrichten und Arttkel über alle Telephonleitungen und Kabel der Welt. Der Bolschewismus versucht eine neue Schlacht gegen das nationalsozialistische Deutschland und damit gegen den Frieden mit den Mitteln der Lüge. Die Methode dieser hetze läßt deutlich die Spur jener verbrecherischen Firma erkennen, die den Frieden der Welt seit Jahren mit Lügennachrichten gefährdet. Die Meldungen erschienen im Oeuvre, in dem Madame Gene- vieve T a b o u i s, und im Echo de Paris, roo Pertinax arbeitet. Eine alle Berufsgemeinschaft verbindet die Tabouis und den nichtarischen Korrespondenten des Echo de Paris mit den im westlichen Europa tätigen bolschewistischen Politikern und Agenten: Litwinow - Finkelstein, Potemkin und Moses Rosenberg. Das Geschäft hat folgende Grundlage: Litwinow-Finkelflein und Moses Rosenberg, der zwei Jahre lang Unter-Generalsekretär des Völkerbundes war, verraten politische Geheimnisse. Die Mitarbeiterin des Oeuvre und Pertinax erhallen dadurch die gewünschten politischen Sensationen. Sie zahlen die Ware des Verrates mit Unterstützung der bolschewistischen Propaganda. Madame Tabouis und Pertinax eröffneten mit einer großen Zahl von jüdischen und im Banne des Bolschewismus lebenden Journalisten in Genf und auf den internationalen Konferenzen ein Aus- taufchgefchäft. Ehrenwerte Ehefredakteure und Leiter von englischen und französischen Nachrichtenbüros gaben die Nachrichten dieser Korrespondenten immer wieder in angeblich gutem Glauben weiter und verseuchten Ein zweites Gibraltar? Was wird matt in England dazu sagen? Die französische Presse vom Sonntagmorgen überschlägt sich in hysterischen und verlogenen Angriffen gegen Deutschland, die alles bisher Bekannte m den Schatten stellen. Unb, doch steckt System in den mit allen Mitteln einer ruchlosen Pressepropaganda erdichteten und gefälschten Behauptungen. Man ist auf Seiten der Volksfront über hie Entwicklung in Spanien ^während der letzten Zeit aufdas äußerste besorgt und sucht nunmehr den spanischen Roten mit allen Mitteln Luft zu schaffen, indem man auf angebliche Pläne Deutschlands hinweist, die nur i n der Phantasie französischer Gehirne leben. Ein Alibi für die französische Regierung soll geschaffen und die Welt rechtzeitig auf den Sünden- bock Deutschland hingewiesen werden, wenn Frankreich sich zu weiteren Hilfsmaßnahmen für die spanischen Roten entschließt. Diese Scheinheiligkeit muß entlarvt und der Heuchelei der französischen Nichteinmischungspolitik die Maske vom Gesicht gerissen werden, damit die ganze Welt sieht, 'wo die Drahtzieher sitzen, die Europa in ständiger Aufregung halten. Litwi- now-Finkelstein und Moses Rosenberg sind es, die das Feuer schüren und die in den mit sowjetrussischem Gelde gekauften Subjekten Pertinax und der ewig hetzenden Madame Tabouis ihre Helfershelfer haben, die vor keinem noch so verwerflichen Mittel zurückschrecken. Der prakttsche Boykott des Nichteinmischungsabkommens durch die französische Regierung, die Bil- düng eines Sowjetsystems in Südfrankreich und die Ablenkung der Weltaufmerksamkeit auf angebliche Pläne Deutschlands in Spanisch-Marokko sind in ihrem Zusammenhang höchst bedeutsam für die wahren Absichten der französischen Volksfront, die nach Mitteln und Wegen sucht, die spanischen Roten vor dem Zusammenbruch zu retten und in einer Form für sie zu intervenieren, die Frankreich vor den Augen der Wett rechtfertigt. Hierdurch wird die Aufmerksamkeit auf Deutschland abgelenkt, während vom französischen General st ab gefährliche und ganz geheime Pläne in Bezug auf eine Annektion Spanisch-Marokkos vorbereitet werden. Die Pariser Sonntagabendblätter beschäftigen sich bereits mit den Voraussetzungen, die für ein Eingreifen Frankreichs in Spanisch-Marokko notwendig wären. Daß sie dabei die Lüge von deutschen Truppenlandungen in Marokko trotz dreimaligen deutschen Dementis erneut wiederholen, nimmt nicht mehr wunder. Damit ist klar und eindeutig der Z we ck der gesamten Pariser Pressemache der letzten drei Tage entlarvt. Es dürfte nunmehr feststehen, daß Frankreich die Gelegenheit ausnutzen will, einmal zugunsten der spanischen Roten gegen General Franco militärisch zu intervenieren, indem Spanisch-Marokko durch französische Truppen besetzt wird, zum anderen Spanisch-Marokko in französische Gewalt zu bringen. Denn es bedarf keines Hinweises, daß das durch den Bürgerkrieg geschwächte Spanien nicht in der Lage ist, mit Frankreich sich in irgendeinen Kampf um Spanisch-Marokko einzulassen. Frankreich will also am spanischen Bürgerkrieg profitieren und nunmehr sich an der Meerenge von Gibraltar direkt festsetzen. Nachdem die französischen Absichten so eindeutig und klar entlarvt sind, darf man gespannt darauf sein, was England dazu sagt: denn es dürfte England kaum gleichgültig sein können, wenn Frank- reich sich gegenüber von Gibraltar militärisch festsetzt und dort nun ei n zweites Gibraltar anlegt, und wenn Frankreich gleichzeitig Versuche macht, die Bewegungen des General Franco lahmzulegen und mit Hilfe eines von Frankreich abhängigen Sowjet-Spaniens Gibraltar auch vom Norden zu bedrohen. Es dürfte klar sein, daß das Mittelmeer von diesem Zeitpunkt an für England jederzeit verschlossen werden kann und England dann mehr denn je ein Vasall von Frankreichs Gnaden würde. damit dleDeltlm Sinne der Kriegs- g e f a h r. Aus diesem Kreise von Kriegsverbrechern, von geschworenen Feinden jeder Ordnung, von willenlosen Werkzeugen Moskaus stammten jene Meldungen, mit denen im Dezember 1935 die Verständigung zwischen England und Italien hintertrieben, der englische Außenminister Hoare gestürzt, Laval geschwächt und die Grundlage für die heutige Dolksfrontre- gierung in Frankreich gelegt wurde. In dieser Gemeinschaft sind die gemeingefährlichen Kombinationen über angebliche Angriffs- abfidjten Deutschlands auf d i e Niederlande, über angebliche Absichten des Durchmarsches Deutschlands durch die Schweiz ausgebrütet worden. Aus dieser trüben Stelle stammen alle Nachrichten, die in den Senattonsblättern der Wett über angebliche Gegenätze unter den führenden Männern des national- ozialistischen Deutschland verbreitet werden. In diese Gemeinschaft hinein weisen auch gewisse Beziehungen zwischen Journalisten, die sich für den jüdischen Mörder David Frankfurter besonders interessierten. Moskau kontrolliert und bewacht diese Herde von Hetzern heute mit Meisterschaft. Wer sich dieser kriegsverbrecherischen Arbeit wieder entziehen will, wird durch persönliche Angriffe mundtot gemacht. Seit Adolf Hitler die positive Arbeit für den Fnr« den in Europa begonnen hat, muß jeder Schritt vorwärts nicht nur gegen den oft schwachen Willen mancher Staatsmänner und Diplomaten, nicht nur gegen das Mißtrauen von Generälen und Wirt- schaftlern, er mutz auch gegen diese Gemeinschaft von Kriegsverbrechern erkämpft werden. Die sachlich denkenden Staatsmänner würden dem Frieden der Welt einen großen Dienst erweisen, wenn sie ihre Völker über das verbrecherische Wirken dieser Schwindelfirma unter bolschewistischem Einfluß aufklären würden. Der Eindruck in Rom. Borwand für dunkle Machenschaften. Rom, 10. Jan. (DRV.) Zu den Sensationsmeldungen der Pariser Presse über angebliche deutsche Absichten in Spanisch-Marokko schreibt „Popoli di Roma": Man frage sich, ob die Ueber- treibungen, die man über ein deutsches Eindringen in Marokko ausstreue, nicht einfach ein Alibi seien, um unter dem Vorwand, in Spanisch-Marokko „die Ordnung aufrechtzuerhalten", einen Einfluß auf d i e Z o n e zu gewinnen, nach welcher man bereits längst schiele. Man hoffe, England durch das Schreckgespenst Agadirs noch beizeiten vom deutsch-italienischen Konzert wegzuziehen und wieder nach Frankreich hinzulocken, ungeachtet der Fehler, die letzteres begangen habe. Jedoch habe man keinen Grund, diese Angelegenheit zu dramatisieren. Im Gegenteil, es sei Aufgabe und Pflicht der Presse, gerade in solchen Augenblicken die Ereignisse in ihrer wahren Bedeutung und Tragweite darzustellen, indem man sie aller gewollten tendenziösen Ausschmückung entkleide. Keinesfalls dürfe man aber erlauben, daß der um Spanisch-Marokko vollführte Lärm zum Vorwand benutzt werde, um die Nichteinmischung und das Problem der Freiwilligen in den Hintergrund zu rücken. Oer französische „Protest" in Tetuan. London, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der französische Konsul in Tetuan in Spanisch-Marokko suchte am Sonntag den spanischen Oberkommissar in Tetuan auf, um den von der französischen Presse so lärmend angekündigten „P r o t e st" vorzubringen. General Queipo de Llano gegen die Lügen. Lissabon, 10. Jan. (DNB.) General Queipo de Llano sprach am Samstag über den Sender Sevilla und erklärte u. a. folgendes: Die Sowjets versuchen, England gegen Deutschland und Italien aufzu hetzen, indem sie behaupten, daß diese Staaten Absichten auf Marokko und die Balearen hätten. In Wirklichkeit haben jedoch nur d i e Sowjets die Absicht, spanische Gebiete unter ihren Einfluß zu bringen, indem sic Katalonien bolschewisieren. Vor einem Sowjetstaat in SMrantteich. Die Kommunisten regieren in Perpignan. Varis, 10. Jan. (DNB.) Nach zuverlässigen Nachrichten aus Perpignan ist die Staatsgewalt den Händen der Behörden entglitten und praktisch auf die örtlichen kommunistischen Gewalthaber über- g eg a n g e n. Eine Regierungskonkrolle wird nicht mehr ausgeübt. Aehnliche Verhältnisse bahnen sich in ganz Südfrankreich an. Dank dieses Sowjetsystems sind die Lieferungen an die spanischen Roten ständig im Wachsen begriffen, und auch die Zahl der Freiwilligen, die ins role Spanien reifen, nimmt täglich zu. Von französischer Seite wird keine Grenzkontrolle nach Spanien mehr ausgeübt. Sie liegt restlos in den Händen der roten spanischen Grcnzbehörden, die die Grenzen nach Frankreich hermetisch schließen, während sie für alle Art französischer Lieferungen nach Spanien offen stehen. In französischen Rechtskreisen herrscht l e b h a f - teste Beunruhigung über diese Entwicklung, auf die seit Vlonaten fortgesetzt in der presse hin- gewiefen wurde und für die die Rechlspresfe umfangreiches, unwiderlegbares Beweismaterial ständig geliefert hat. Die in der Bildung begriffene südfranzösische kommunistische Republik mil dem Zentrum Perpignan wird als eine sehr ernsthafte Bedrohung angesehen; diese Bewegung kann, wenn sie sich weiter ausbreitet und Nachahmung in anderen Teilen Frankreich findet, von den schlimmsten Folgen für den Bestand der französischen Republik sein. 47000 Are wilsige über d'e französische Grenze gelassen! Paris, 10. Jan. (DNB.) Echo de Paris bringt offiziell anzusehende Angaben über die Anzahl von Freiwilligen, die in Frankreich angeworben und über die französisch-spanische Grenze nach Barcelona und von dort an Madrider Front geschickt worden sind. Nach Berichten aus zuständigen Kreisen belaufen sich bisher die Anwerbungen auf insgesamt 4 7 4 0 0 Mann. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Departements: Paris und Umgebung 9500 Franzosen, 3000 Italiener, 2000 Deutsche (es kann sich nur um Emigranten handeln. Die Schriftleitung), 500 Belgier und 400 Serben und Tschechoslowaken. Im Departement Pas de Calais und anderen nordfranzöfischen Provinzen 3000 Franzosen, 3100 Belgier, 1100 Italiener, 300 Engländer, 250 Serben, Polen und Tschechoslowaken, in den anderen französischen Departements rund 25 000 Mann verschiedener Nationalität, insgesamt 47 400 Mann. Unaufhaltsames Vordringen der nationalen Truppen. Die Bolschewisten rufen nach „wehrfähigen" Frauen! Salamanca, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Am Sonntag stellten anderMadriderFront die nationalen Streitkräfte, die von der nach La Corunia führenden Landstraße über Cuesta de las Perdicos hinaus vordrangen, zum erstenmal die Verbindung mit den in der Universitätsstadt liegenden nationalen Truppenteilen her. Hiermit ist ein großes Ziel erreicht. Die nationalen Stellungen in der Universitätsstadt, auf denen wochenlang das heftigste Feuer der Bolschewisten lag, sind jetzt um mehrere Kilometer nach dem Norden und Nordwesten verlängert. Die Artillerie und die Luftwaffe haben auch am Sonntag die Operationen der nationalen Infanterie hervorragend unterstützt. Nach Meldungen nationaler Beobachtungsflieger schreitet die Räumung der Orte Escorial und Guadarama durch die Roten fort. Bezeichnend für die Lage und die Verfassung der Bolschewisten in Madrid ist ein Aufruf des Leiters des sog. bolschewistischen Verteidigungsausschusses. Darin werden a l le „wehrfähigen" Frauen (!!) zur Teilnahme an den Kämpfen aufgefordert. In dem Aufruf wird ferner erklärt, daß die Angehörigen der roten Milizen „dafür verantwortlich London, 11. Jan. (DNB.) Die britische Regierung hat ihren Vertretern in Berlin, Paris, Rom, Lissabon und Moskau ein Schriftstück zuge- stellt, das nähere Anweisungen zur weiteren Behandlung des N i ch t e i n m i s ch u n g s p r o blems enthält. In ihm heißt es: Auf Grund der Antworten Deutschlands, Italiens, Portugals und der Sowjetunion ist die britische Regierung glücklich, festzustellen, daß grundsätzlich Uebereinftimmung unter Öen hauptsächlich betroffenen Mächten darüber herrscht, daß sofortige Maßnahmen ergriffen werden sollten, um das E i n st r ö m e n ausländischer Freiwilliger nach Spanien zu unterbinden. Tatsächlich wären gewisse Regierungen bereit gewesen, eine solche Maßnahme zu einem früheren Zeitpunkt zu ergreifen. Es wird nun allgemein verlangt, daß diese Maßnahme von allen beteiligten Regierungen gleichzeitig ergriffen werden soll, daß die aesamte Frage der indirekten Formender Einmischung in Spanien verfolgt und ein zureichendes und wirksames Kontrollsystem eingerichtet werden soll. Der Nichteinmischungsausschuß hat einen detaillierten Plan für die Ueberwachung in den spanischen Häfen und an den Landgrenzen Spaniens ausgearbeitet. Der britischen Regierung cheint es, daß dieser Plan ohne Schwierigkeit so erweitert werden könnte, daß er die An tun st von Freiwilligen und militärischem Personal sowohl wie von Kriegsmaterial zu Land und zur See in Spanien mitersaht. Eine solche Ausdehnung könnte in der Tat den Plan für beide Parteien in Spanien annehmbarer machen als dies vielleicht in feiner {egenroärtigen begrenzten Form der Fall ist. Dieser Zlan kann nur zu einer befriedigenden Garantie ür die wirkliche Anwendung des Abkommens gemacht werden, wenn alle beteiligten Regierungen bereit sind, loyal und aus vollem Herzen ihre Verpflichtungen d u r ch z u f ü h r e n. Die britische Regierung würde dankbar sein, zu erfahren, ob die Regierungen an irgendwelche b e - gemacht werden, wenn diese zurückweichen" (!!). lieber den kommunistischen Rundfunksender in Madrid richtete ein Mitglied des s o g. Einwohnerausschusses (der Tscheka zur Bewachung und Beseitigung mißliebiger Personen) mit zitternder Stimme einen verzweifelten Hilferuf „an d i e Bolschewisten in der W e l t". Er forderte diejenigen, die nicht selbst aktiv an den Kämpfen teilnehmen könnten, auf, ihre Gesinnungsgenossen „wenigstens durch materielle Opfer zu unterstützen". Geld- und Sachspenden nehme die rote spanische „Botschaft"' i n Paris entgegen. (!) sonderen Methoden oder Formen der Kontrolle denken, die anders geartet sind als die oben beschriebenen. Sie würde jeden detaillierten Vorschlag auf Kontrolle der anderen Form indirekter Einmischung gern erwägen. Der allgemeine Wunsch auf Ausschluß ausländischer Freiwilliger und militärischen Personals aus Spanien würde die sofortige Annahme hierfür erforderlicher prohibitiver Maßnahmen durch jede Regierung innerhalb ihres eigenen Gebietes rechtfertigen, selbst vor der Errichtung eines vollständigen Kontrollsystems für Spanien. Zum Beweise ihres aufrichtigen Wunsches, sofort ein internationales Uebereinfommen zu erzielen, veröffentlicht die britische Regierung eine Mitteilung, daß es nach dem Gesetz über die Dienstnahme im Ausland für britische Staatsangehörige ein strafbares Vergehen ist, im Vereinigten Königreich Freiwillige für den Dienst in Spanien anzuwerben. Die britische Regierung wünscht zu erklären, daß sie, als sie ihre Mitteilung vorn 24. Dezember in der Angelegenheit des Einströmens ausländischer Freiwilliger nach Spanien direkt an die Regierungen Deutschlands, Portugals, Italiens und der Sowjetunion richtete, durch den Ernst der Lage beeindruckt und überzeugt war, daß im allgemeinen Interesse sofortige Entscheidungen von den hauptsächlich betroffenen Mächten notwendigerweise erlisten werden müßten, um die die Mißstände ab- stellenden Maßnahmen auf einen Nenner zu bringen (wörtlich: zu konzentrieren). Die britische Regierung hatte weder den Wunsch noch die Absicht, sich in die Betätigung des Nichteinmischungsausschusses einzumengen. Im Gegenteil, es geschah aus dem Wunsche heraus, die Aufgaben dieses Ausschusses zu erleichtern und zu beschleunigen, indem sie die vier Machte direkt ansprach in der Hoffnung, daß sie durch die Uebernahme einer Führung in den besonderen Fragen, die durch die hauptsächlich betroffenen Machte aufgeworfen wurden, sie dem Ausschuß Helsen könnte, zu schnelleren Schlußfolgerungen zu gelangen. sich den Nankinger Befehlen unter« ordne und jeden Widerstand aufgebe. Angesichts dieser Lage hat Marschall Tschanghsueliang von Nanking aus am Samstag Vertraute nach Sianfu entsandt, die Yanghucheng zum Einlenken bewegen sollen. Die Nanking-Regierung hofft die Krise im Nordwesten durch friedliche Mittel lösen zu können. Solange Yanghucheng noch Herr der Lage ist, de- steht dazu einige Aussicht. Man verhehlt sich aber nicht die Gefahr, daß Yanghucheng ganz ins kommunistische Fahrwasser gerät und daß die kommunistischen Einflüsse die Oberhand gewinnen könnten. Kommunistenverhaftungen in Japan. Tokio, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das japanische Innenministerium teilte mit, daß i rn Z u- sammenhang mit einem Aufstands- plan, der jetzt aufgedeckt wurde, 350 Kornrnu- nisten verhaftet worden sind, die feit langem eine ausgedehnte Wühl- und Hetzarbeit in Japan, aber auch auf Formosa und in Korea betrieben haben. Schon vor vier Jahren waren in Japan Ge- Heimbünde kommunistischer Tendenz gegründet worden, von denen vor allem unter den Arbeitern und Bauern Umsturzpropaganda getrieben wurde. Nicht weniger als 300 Funktionäre betätigten sich im Auftrage dieser Geheimbünde. Sie gründeten in ganz Japan kommunistische Zellen. Mit getarnten Zeitschriften wurde versucht, die Parole des Bolschewismus ins japanische Volk zu tragen. Es waren aber auch bereits Vorbereitungen für einen bewaffneten Aufruhr getroffen worden. Der Aufstandsplan sah vor, daß wichtige militärische Einrichtungen und Eisenbahnen zerstört, Funkstationen besetzt und Banken beraubt werden sollten. 0er (Streit um Alexandrette. London, 10. Jan. (DNB.) Wie Reuter aus Gens berichtet, hat der Präsident des Völkerbundsrates auf Ersuchen der französischen und der türkischen Regierung die Völkerbundsratssitzung vom 18. auf den 21. Januar verschoben. Der dreiköpfige Ausschuß, der vom Dölkerbundsrat nach der Vertagung des türkisch- französischen Streitfalles in Genf beauftragt wurde, die Lage im Gebiet von Alexandrette an Ort und Stelle zu prüfen, war am Sonntag Zeuge heftiger Kundgebungen d e r t ü r k i s ch gesinnten Bevölkerung in der Stadt Rihanie, 50 Kilometer von Antiochien entfernt. Vor dem Rathaus, in dem der Völkerbundsausschuß abgestiegen war, hatten sich je eine Gruppe Araber und Türken eingefunden, um dem Ausschuß ihre sehr entgegengesetzten Wünsche vor- jutragen. Es dauerte nicht lange bis die beiden Gruppen Handgemein wurden. Es entspann sich eine allgemeine Schlägerei. Die Ausschußmitglieder versuchten, vom Balkon des Rathauses aus die Streitenden zu beschwichtigen, fanden aber kein Gehör. Man griff zu Revolvern und Gewehren. Schließlich mußte Kavallerie eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Italienische Rassenpolitik in Ostafrika. Rom, 9. Jan. (DNB.) Der italienische Ministerrat beschloß den Schutz der weißen Rasse und das Verbot des Geschlechtsverkehrs zwischen Weißen und Farbigen. Der Staat wird Maß- nahmen treffen, die, wie es in der Mitteilung heißt, mehr als Warnung denn als Bestrafung gedacht sind, da die faschistische Regierung auf den Bürgerstolz und die politische Reife der Italiener in Ostafrika zählen könne. „Gioruale d'Jtalia" schreibt u. a., es handele sich vor allem darum, die in den Kolonien ansässigen Italiener vor dem vergiftenden Einfluß einer Rassenvermischung zu bewahren. Die Be- völkerungspolitik Mussolinis verfolge das Ziel, die wertvollen, typischen körperlichen und geistigen Eigenschaften des italienischen Volkes zu erhalten und zu verbessern. Die Reinheit der Rasse sei wertvoll wie ein Edelstein. Die zum Zweck des Rassenschutzes gefaßten Maßnahmen seien daher einschneidend und streng. Der außereheliche Verkehr eines Weißen mit einer Farbigen oder einer weißen Frau mit einem Farbigen werde als Verbrechen angesehen und mit Gefängnis st rase geahndet. Die Ehe zwischen Weißen und Farbigen sei viel weniger häufig. Außerdem fei sie ein Sakrament, das den faschisti- chen Staat, der die Lateranverträge unterzeichnet habe, zur Achtung des von der katholischen Kirche ohne Unterscheidung der Rasse vollzogenen Aktes verpflichtet. Freilich könne man erwarten, daß die katholische Kirche nicht weniger als der faschistische Staat öprum bemüht sein werde, in den Katholiken weißer Rasse den ursprünglichen geistigen Wert zu bewahren, der nie dem der Farbigen gleichen könne und der so viel zur Erhaltung des ungeheuren Werkes, das die Kirche in der Welt errichtete, beigetragen habe. Uebrigens werde man auch gegen Mischehen Zwangsmaßnahmen ergrei- en. Durch diese klare Trennung zwischen Weißen und Farbigen beabsisichtige man jedoch nicht eine Unterdrückung der Farbigen. Ja, man wolle sie gerade als Rasse erhalten und eben die Kreuzungen mit ihren unreinen Mischprodukten verhüten, damit die beiden Grundrassen nicht eine dritte Rasse hervorbringen, die — unruhig, unzufrieden, unfähig und unbeliebt nur zu oft den Anlaß zu sozialen und geistigen Unruhen geben könnte, was owobl für die Weißen wie für die Farbigen nur ein Nachteil fein würde. Die Neichsau obahn Berlin-Hannover dem Verkehr übergeben. Magdeburg. 11. Jan. (DNB.) Am Sonntag erfolgte die Eröffnung der Teilstrecke Magdeburg-Helmstedt und die Verkehrsübergabe der ganzen Reichsautobahnstrecke Berlin-Hannover. Gauleiter Staatsrat Eggelin g konnte als Gäste begrüßen u. a. die Reichsminister Rust und K e r r l. Reichsbahndirektor Bauer faßte die hohe Bedeutung des Werkes in folgende Worte zusammen: „Während außerhalb unseres Vaterlandes von der internationalen Kommune Millionen und Millionen aufgewendet werden, um Tausende von Menschenleben zu vernichten, um einst frucht- bare Landstriche mit blühenden Städten zu z erkören, haben im Herzen des deutschen Vaterlandes Tausende von Händen in aufbauender Friedensarbelt eine Strecke von 223 Kilometer Länge die größte zusammenhängende Linie im Netz der Straßen Adolf Hitler vollendet." Gens» ralinfpeTtor für das deutsche Straßemvesen, 2)r. England verbietet Rekrutierungen für Spanien. London, 10. Jan. (DNB.) Die britische Regierung hat mit sofortiger Wirkung jegliche Bern t i e r u n g von Freiwilligen für beide Parteien in Spanien unter Strafe geteilt. In der amtlichen Mitteilung über das Verbot der Werbung heißt es u. a.: In letzter Zeit haben die englische Regierung Berichte erreicht, die beweisen, daß in England Versuche gemacht werden, Personen für den Dienst bei den Streitkräften der einen oder der anderen^ sich in Spanien bekämpfenden Parteien zu rekrutieren. Die britische Regierung wünscht die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß die Bestimmungen des Gesetzes über die militärische Dienstnahme im Ausland von 1870 und insbesondere die Abschnitte 4 und 5 auf den Fall des gegenwärtigen Konfliktes in Spanien anwendbar sind. Es ist infolgedessen für jeden britischen Staatsangehörigen ein Vergehen, irgendeinen Dienst oder irgendeine Beschäftigung im Militär-, Flotten- oder Luftdienst beider Parteien anzunehmen oder sich auch nur bereit zu erklären, solche Dienste anzunehmen. Ferner werden diejenigen bestraft, die andere dazu verleiten, irgendeinen solchen Dienst oder Beschäftigung anzunehmen. Es ist ebenso ein Vergehen für jeden britischen Staatsangehörigen, das Vereinigte Königreich mit der Absicht zu verlassen oder den Versuch dazu zu machen, solche Dienste oder Beschäftiaunaen anzunehmen. Jede Person, die gegen diese Bestimmungen verstößt, kann zu einer Gefängnis st rafe bis zur Höhe von zwei Jahren verurteilt werden aber zu einer Geldstrafe oder auch zu einer Geld- und einer Gefängnisstrafe. $ie Syamen-Vo'fchewikeu Wmen eine Gr-nrko"trolle ab London, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Roten haben dem britischen Geschäftsträger in Valencia eine Mitteilung zugeben lassen, die sich mit dem von der englischen Regierung überreichten Kontrollplan des Nichteinmischungsausschusses beschäftigt. Es ist bezeichnend, daß die Antwort der Roten eine Grenkontrolle rundweg a b l e h n t. Eine solche Maßnahme wäre, so wird behauptet, nicht nur mit den Interessen des spanischen Volkes (das soll natürlich heißen: mit den Interessen der Spanien-Bolschewiken), sondern auch mit denen der „europäischen Demokratie" unvereinbar. Was wird Moskau fun? Die englischen Blätter zur Anfrage der englischen Regierung. London, 11. Jan. (DNB. Funkfpruch.) „Daily Telegraph" hält es für besonders erachtenswert, daß die letzte Aktion von England allein unternommen worden ist, während der Schritt vom 24. Dezember gemeinsam mit Frankreich erfolgte. Bei dem früheren Schritt habe man es z. B. in Berlin unangenehm empfunden, daß Paris anderen Ländern Lehren über Freiwillige erteile. Das Bestreben der englischen Minister gehe dahin, den spanischen Bürgerkrieg nicht über die Grenzen sich ausweiten zu lassen. Deshalb habe man auch alle Vorschläge militärischer Vorbeugungsmaßnahmen abgelehnt. Sowohl in London als auch in Paris fei die Frage einer Seeblockade spanischer Häfen lebhaft erörtert rooröen. Die englischen Minister hätten jedoch befürchtet, daß eine derartige Maßnahme Öen Konflikt erweitern könnte, statt ihn zu begrenzen. Aus die üblen französischen Hetznachrichten über angebliche finstere deutsche Pläne in Marokko wird von den ernst zu nehmenden Blättern kaum ein gegangen. Wo es geschieht, wird darauf verwiesen, daß man in maßgebenden Kreisen Englands diesen Nachrichten keine erhebliche Bedeutung beimißt. „Daily Mail" meint, daß die englische Regierung mit ihrer Anweisung an ihre Diplomaten öie englische Neutralität habe zeigen und die anderen Mächte habe ermutigen wollen, gleiches zu tun. Vor allem aber geht das Blatt auf eine entscheidende Frage ein deren Erörterung von der übrigen Presse geflisseut- llch gemieden wird. Es fragt: Was wird Mos- k a u antworten? Das werde der Prüfstein für die britischen Vorschläge sein, und zwar der wichtigste. Solange die Sowjets ihre Bemühungen zur Sicherung eines Sieges der Roten fortsetzen, solange müßten Deutschland und Italien an der Auffassung festhalten, daß das Entstehen e i ri e 5 anderen bolschewistischen Staates untragbar sei. Sollte der Bürgerkrieg in Spanien durch Sowjetrußland aber verlängert werden, so müsse sich das britische Volk darüber klar werden, daß es zweifellos für England uner = tr ä ß 1 i sei, eine Herrschaft Moskaus in Madrid mit ansehen zu müssen. Bedrohliche Loge in Sianfu. Die Kommunisten streben nach der Macht Nanking, 10. Jan. (DNB.) Die Lage in toianfu spitzt sich zu. Es wird behauptet, daß dort em „nationaler R e 11 u n g s r a t" für Öen Nordwesten die Macht übernahm. Er verlangt die nationale Einheitsfront der Chinesen einschließlich der Kommunisten. Dazu verlautet, daß in ihm bereits kommu - nlstische Vertreter sitzen. Die Zentrale der Organisation befindet sich in Schanghai und soll der Witwe Sunyatsens nahe st ehe n. Es wird nunmehr auch die längst bekannte Tatsache zugegeben, daß die amerikanische Kommunistin Agnes Smedley in Sianfu eine rührige Tätigkeit entfalte. Sie hat feit Ausbruch des Putsches die praktische Leitung der Rundfunk- ft a t i o n übernommen. In ihren Propagandareden griff sie häufig unter tendenziöser Verdrehung den Sinn und den Zweck des d e u t s ch - j a p a n i s ch e n Abkommens an. Sie spricht fließend chinesisch, da sie viele Jahre in Schanghai als Journalistin gelebt hatte. In der ganzen Stadt werden kommunistische Plakate und Propagandazet- t e l verteilt. General Yanghucheng, ein Untergebener Tschanghsueliangs, befahl die Verstärkung seiner Truppen durch Kommunisten'und Banditen. Ueberaü in der Provinz Scheust errichten die Truppen Yanghuchengs Verteidigungsanlagen. General Yanghucheng selbst, der seit dem Abflug Tschanghsueliangs nach Nanking zum Machthaber in Sianfu aufgerückt ist, lehnt die Durchführung aller von der Nanking-Regierung gegebenen Befehle ab. Er verlangt von der Zentralregierung u. a. Beweise einer antijapanischen Haltung und wirft den Nankinger Stellen Unaufrichtigkeit vor, was ihm die Unterordnung unter die Befehle Nankings „unmöglich mache". Seine Truppen in Scheust und Kanfu feien, so erklärt er, über die Behandlung Tschanghsueliangs durch die Zentralregierung empört. Abgeordnete des Generals Yanghucheng ersuchten um die Verschiebung des Vormarsches der Naukin-Truppeu über Tuugkwau hinaus nach Westen. Der Oberkommandierende dieser Truppen hat darauf geantwortet, daß er diesen Wunsch nur berücksichtigen könne, falls General Yanghucheng Neue englische Note zur Kontrolle ver Nichteinmischung. Todt, feierte die Arbeiter, die Mithilfen das Werk zu einem schönen Ende zu führen. Durch die Fertigstellung der Strecke Berlin-Hannover sei die Hälfte der Strecke nach dem Rheinland befahrbar geworden. Zur gleichen Zeit werde durch die Fertigstellung der Strecke Leipzig-Bayreuth- Nürnberg ein Drittel der Strecke Berlin- München für den Verkehr frei. So schlössen sich die Baulücken zusammen zu dem großen Netz der ReiLsautobahnen, das in wenigen Jahren ganz Deutschland durchziehen soll. Keine Einschränkung der Faschingsveranstaltungen am 30. Januar. Berlin, 10. 3an. (MB.) (Eine Dienststelle der Reichspropagandaleitung der JISDMp. hatte in einem Aufruf das Gaststättengewerbe aufgefordert, am 30. Januar entsprechend der Würde des Tages keine Faschingsveranstaltungen abzuhalten. Da in diesem Jahre infolge der kürze der Faschingszeit die Faschingseinnahmen des Gaststättengewerbes schon an sich gegenüber den Vorjahren beeinträchtigt werden und darüber hinaus der 30. Januar in diesem Jahre auf einen Samstag also einem Haupteinnahmetag des Gaststättengewerbes fällt, außerdem für den 30. Januar bereits zahlreiche mit bedeutenden kosten verbundene Verpflichtungen von großen Gaststätten eingegangen worden find, hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda verfügt, daß keine Einschränkung von Faschingsveranstaltungen am 30. Januar erfolgen foll. Es können also am 30. Januar Faschingsveranstaltungen ungehindertabgehal- f e n werden. Es wird selbstverständlich am 30. Januar im Verlaufe des Tages in großen politischen Veranstaltungen der Würde und Bedeutung des Tages in ausreichendem Maße Rechnung getragen werden. Das Programm für den 30. Januar wird in kürze bekanntgegeben. Katholischer Iungscharführer wegen Blutschande verurteilt. Karlsruhe, 9. Jan. (DNB.) Vor dem Schöffengericht in Offenburg hatte sich der 19jährige katholische Theologiestudent und Diozesan-Jungschar- führer für Baden, Hans S ch ü l l e, wegen Blutschande und Sittlichkeitsverbrechens an seinen beiden Schwestern zu verantworten. Schülle war Führer sämtlicher katholischer Jugendoerbände für Baden und studierte auf kirchliche Kosten Theologie, um Priester zu werden. Er hat in den letzten Jahren mit seinen beiden jetzt 13- und 14jährigen Schwestern laufend Blutschande getrieben, und seine jetzt 13jährige Schwester Margaretha gebar vor einiger Zeit ein Kind, dessen Vater Schülle ist. Die Verhandlung gegen Schütte warf ein grelles Schlaglicht auf die Moralauffassung gewisser Kreise. Schülle stellte sich auf den Standpunkt, daß sein Verhalten sehr wohl mit seinem Wunsch, Priester zu werden, und seiner Stellung als kirchlicher Jugendführer zu vereinbaren wäre, da ja auch verschiedene Heilige in ihrer Jugend mit der öffentlichen Moralanschauung in Konflikt gekommen seien. Außerdem habe er gebeichtet und Absolution erhalten, also sei die ganze Angelegenheit für ihn erledigt. Er sei sich daher keiner Schuld mehr bewußt. Schülle hat in den letzten Jahren immer wieder durch staatsfeindliche Tätigkeit gegen die Gesetze verstoßen, er hat in vielen Orten Badens Hetzreden gegen die Hitler-Jugend gehalten und die katholische Jugend zum Ungehorsam gegen den Staat aufgefordert. So muhte er schließlich 1934 vorübergehend in Schutzhaft genommen werden. Bemerkenswert ist, daß Schülle auch nach der Aufdeckung seines Treibens mit Genehmigung kirchlicher Stellen sein Studium fortsetzen durfte. Er äußerte damals, als ihm erklärt wurde, daß er als Priester keine geschlechtlichen Regungen mehr zeigen dürfe, er wolle alles weitere der Vorsehung überlassen. Vielleicht werde das Kind sterben. Das Gericht verurteilte Schülle wegen zwei Verbrechen nach § 176 des Strafgesetzbuches in Tateinheit mit § 173 zu einer Gefängnis st rafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie zur Tragung der Kosten. Kleine politische Nachrichten. Das vorläufige Ergebnis der dritten Eintopfsammlung des W i n t e r h i l f s w e r- kes 1936/37 beträgt 5600595,20 Mark. Die Ergebnisse der ersten und zweiten Eintopfsammlung des WHW. 1936/37, die bereits veröffentlicht wurden, waren 5 455 564,82 Mark am ersten Eintopfsonntag und 5 503 718,61 Mark am zweiten Eintopfsonntag. Der Reichs-Innenminister Dr. Frick richtete an die Deutsche Bergwacht in München folgendes Telegramm: Der Deutschen Bergwacht spreche ich für die in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht hervorragend organisierte Rettungstat ihrer opferbereiten Mitglieder in der Watz- mann-Ostwanü meinen Dank und meine besondere Anerkennung aus. Zum Ersatz der bei der Bergung zu Verlust gegangenen Geräte stifte ich einen Sonderzuschuß von 3000 Mark. Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit: Die Besprechungen, die über das Verhältnis Danzigs zum Völkerbund vom Präsidenten Greiser und Staatsrat Dr. Böttcher von Seiten Danzigs und Ministerialdirektor Lalicki von polnischer Seite geführt wurden, sind beendet und haben zu einem positiven Ergebnis geführt. Die holländische Kronprinzessin Juliana und Prinz Bernhard der Niederlande trafen im polnischen Höhenkurort Krynica in den Westkarpathen ein. Sie sind im Hotel „Patria", das dem Tenor Kiepura gehört, abgestiegen und gedenken drei Wochen dort ju bleiben. Die Regierung von Mandschukuo erließ eine Verordnung, die praktisch der sofortigen Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gleichkommt. Die Regierung begründet die Verordnung, von der die Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren erfaßt werden, mit der Notwendigkeit der Verstärkung des Heeres und einer Verbesserung seiner Ausbildung sowie der Angleichung an die Heeres- bestimmungen Mandschukuos an die Japans. Der zweite große Schauprozeß gegen „trotz kistische Verschwörer" wird am 11. März beginnen. Auf der Anklagebank werden 19 Personen sitzen, unter ihnen der Jude Radek- S o b el s o h n mit fünf anderen Mitgliedern der Schriftleitung der Jswestija. Den Angeklagten droht Jüdische Boykotthetze gegen Schmelings Weltmeisterschastskampf. Braddocks Manager inszeniert die Hetze. N e u y o r k, 9. Jan. Die Neuyorker Blät- ter veröffentlichen einen Aufruf der „Anti- Nazi-Liga" zum Boykott gegen den Kampf um die Weltmeisterschaft, der zwischen Schmeling und Braddock für den 3. Juni angesetzt ist. Die „Anti-Nazi-Liga", eine Oranisation jüdischer Hetzer gegen Deutschland unter Führung des berüchtigten Samuel Untermeyer, behauptet, der amerikanische Gewerkschaftsverband und 1200 jüdische Frauenorganisationen des ganzen Landes würden sich dem Boykott anschließen. Der Boykott soll durch Rundfunk, Presse, bezahlte Anzeigen, Reklame auf Streichholzschachteln, mit Plakaten, Rundschreiben und unter Einsatz einer Flüsterpropaganda sowie mit Hilfe aller auszudenkenden Lügen und Verleumdungen durchgeführt werden, um den Kampf auch von der finanziellen Seite her zu erschüttern. Ihrer unverschämten Aufforderung fügt die Liga die anmaßende Drohung zu, ste werde gegen alle zukünftigen Veranstaltungen des Madison Square Garden den Boykott erklären, falls die Direktion den Kampf stattfinden lasse. Braddocks jüdischer Manager Joe Gould soll erklärt haben, solange der Boykott in Kraft sei, werde Braddock ungeachtet des Kontraktes nicht gegen Schmeling kämpfen. Kil Patrick, der Präsident des Madison Square Garden, lehnte vorerst ab, sich zu äußern. Der Vorsitzende der Neuyorker Boxkommission General Phelan gab zu der von Neuyorker Juden gegen Schmelings Weltmeisterschastskampf aufgenommenen Hetze eine lauwarme und zweideutige Erklärung ab. Er sagte: Der Boykott nimmt zweifellos ernste Formen an. Wir werden unser Teil tun, um Schmelings Interessen, soweit es uns möglich ist, zu wahren. In Neuyorker Sportkreisen ist man der Ansicht, daß der Boykott und die Hetze gegen Schmelings Weltmeisterschastskampf von dem Manager Braddocks selb st, einem Juden, begonnen wurde als neuestes Manöver, um einen Titelkampf mit Schmeling zu verhindern und einen Weltmeisterschaftskampf mit Joe Louis herbeizuführen, von dem sich Braddock größere Einnahmen verspricht. Der Boykott wird offenbar in der Annahme in Szene gesetzt, daß Schmeling die Weltmeisterschaft gewinnt. Er drückt den ganzen Haß, die ohnmächtige Wut und den Neid des Neuyorker Juüenvolkes aus, das einsehen mußte, daß ein Boykott der deutschen Waren erfolglos blieb. Dieser Pöbel sieht seine eigenen poli- ttschen Voraussagen tausendmal Lügen gestraft und weiß nun nichts besseres, als sein Mtztchen an dem deutschen Boxer zu kühlen. Die Urteilsbegründung im Mordprozeß Frankfurter. Oie Frage nach den Hintermännern des Mörders offengelaffen. Basel, 9. Jan. (DNB.) Die 50 Foliofeiten umfassende Begründung zum Urteil im Frankfurter-Prozeß ist von der Kanzlei des Kantongerichtes von Graubünden nun den beteiligten Parteien zugestellt worden. In eingehen- den Darlegungen wird festgestellt, daß Frankfurter die Tat lange vorher geplant und be- schlossen habe, ebenso wie seine Vorbereitungen zur Ausführung auf längere Zeit zurückgingen. Schon aus diesem Grunde muß daran festgehalten werden, so erklärt die Urteilsbegründung, daß es eine Tötung mit Vorbedacht, mit Ueber- l e g u n g, mit besonnener Ueberlegung sei. Das Gericht hält an der Auffassung fest, daß nach dem Material der Voruntersuchung Frankfurter keine Hinte rmänner gehabt habe. (In Deutschland wird bekantlich in diesem Punkt auf Grund unserer Kenntnis der jüdischen Machenschaften eine andere Auffassung vertreten.) Das primäre Motiv sei für Frankfurter d i e Situation des verbummelten Studenten ge- wefen, der keinen Ausweg mehr fah als den Selbstmord und dann auf den Gedanken kam, eine B l u t- t a t zu begehen. Das Gericht könne der Verteidigung nicht folgen, wenn diese die Tat entscheidend auf eine aus gerechter Ursache entstandene heftige Gemütsbewegung abstellen möchte. Uebere-instim- mend sagten die Zugen aus, sie hätten nicht den Eindruck gehabt, daß Frankfurter regeren politischen Anteil an der Aufrollung der Judenfrage in Deutschland nahm. Somit verliere also auch diese von der Verteidigung in den Vordergrund ihrer Ausführungen gestellte Judenfrage in Deutschland jeden irgendwie auf die Beurteilung des Verbrechens entscheidend einwirkenden Einfluß. Entgegenzutreten fei sodann mit aller Entschiedenheit dem Versuch des Täters selbst, seine Tat so darzustellen, als hätten seine angeblichen „Gemütsbewegungen" sich auch darauf erstreckt, daß er nicht habe mit ansehen können, daß „Nazi-Agenten" wie Gustloff usw. die „Lust verpesten" und die staatliche Existenz der Schweiz „gefährden" und bedrohen. Die Schweizer Behörden beanspruchten vorderhand noch selbst und ganz allein für sich das Recht, in ihrem Lande die Ordnung aufrechtzuerhalten. Zudem habe der Ermordete als Privatmann eine untadelige Führung gezeigt und nach den Akten fei nicht e r ro i e f e n, daß er als Leiter der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, eine den „Landesinteressen abträgliche Tätigkeit entfaltet" habe. Es war also nicht Sache des auch als Ausländer in der Schweiz Gastrecht genießenden David Frankfurter, zum Rechten zu sehen. Deutlich stellt das Urteil fest, daß wohl überlegter Mord und nicht bloßer Totschlag vorliegt. Ebenso wird die Zurechnungsfähigkeit Frankfurters bejaht. Das Gericht lehnt ganz entschieden die Behauptung der Verteidigung ab, daß Frankfurter infolge der Judengesetzgebung in Deutschland in einer aus gerechter Ursache entstandenen heftigen Gemütserregung gehandelt habe. Der § 50 Zister 3 des Strafgesetzbuches von Graubünden bestimmt nämlich, daß mildernde Umstände auch dann do**= liegen, wenn der Täter die Tat in einer aus gerechter Ursache entstandenen heftigen Gemütsbewegung begangen hat. Auf diese Bestimmung hatte sich der Verteidiger berufen, als er eineinhalb Tage dem Gericht Greuelpropaganda über Deutschland vortrug. Damit ist durch das Urteil festgestellt, daß diese Verteidigung völlig gescheitert ist und der ganze Greuelvortrag der Verteidigung rechtlich unerheblich war und nur z u politischen Zwecken gemacht wurde. Wörttich sagt das Urteil hierzu: „So betrachtet verliert also dieses von der Verteidigung in den Vordergrund gestellte Problem der Judenverfolgung in Deustchland jeden irgendwie auf die Beurteilung des an sich recht klar und offen zutagegedrachten Verbrechens entscheidend einwirkenden Einfluß." Wie schwer das Gericht die Tat Frankfurters verurteilt, ergibt sich schließlich aus folgender abschließenden Feststellung der Urteilsbegründung: „Strafverschärfend wirkt andererseits für Frankfurter die Bösartigkeit und die Gefährlichkeit des Willens, die ihn zur Tat bestimmte und sodann die Beharrlichkeit, D r e i st i g k e i t und Grausamkeit, die er bei der Verübung an den Tag gelegt hat." ♦ Das Gericht hatte über die Tat Frankfurters zu urteilen und war dabei auf das Material beschränkt, das in der Voruntersuchung zusammengetragen mar. Demgemäß ist es in der Frage der Hintermänner zu dem Ergebnis gekommen, daß nach Lage der Sache anzunehmen sei, daß Frankfurter die Tat allein ausgesührt habe und nicht bewiesen sei. daß er Hintermänner gehabt habe. Nachdem jetzt die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, dürfte der Zeitpunkt gekommen sein, die Frage der Hintermänner erneut zu prüfen. Zuständig hierfür ist nicht das Gericht in Chur, auch nicht der Amtskläger in Chur, der nur im Rahmen dieses gerichtlichen Eröffnungsbeschlusses tätig sein konnte, sondern allein die Bundesanwaltschaft in Bern. wegen revolutionärer Bestrebungen die Todesstrafe. Radek-Sobelfohn soll im Gefängnis so schwer erkrankt fein, daß angeblich die Gefahr besteht, daß er den Tag der Prozeßeröffnung nicht mehr erlebt. * Der belgische Außenminister S p a a k empfing den italienischen Botschafter P r e z i o s i. Gegenstand des Besuches war die Ansprache, die der Führer der Rexbewegung, Leon Degrelle, von einem italienischen Sender aus gehalten hat. Außenminister Spaak teilte dem italienischen Botschafter den unangenehmen Eindruck mit, den auf die Regierung und einen großen Teil der öffentlichen Meinung in Belgien die Tatsache gemacht habe, daß ein belgischer Politiker ermächtigt worden sei, einen italienischen Sender zu benutzen, um eine Kampagne fortzusetzen, die das politische Leben in Belgien angehe. Der Außenminister be- tonte, daß ein solches Geschehnis den guten Beziehungen zwischen Belgien und Italien sehr schaden könne. Kunst und Wissenschaft. Alfred Rosenberg eröffnet die „Dilhelm-petersen - Ausstellung" in Berlin. In Berlin wurde die „Wilhelm-Petersen- Au s stell un g", die die NS.-Kulturgemeinde gemeinsam mit der „Nordischen Gesellschaft" veranstaltet, eröffnet. Reichsleiter Rosenberg betonte in seiner Eröffnungsansprache u. a.: Wir stellten in Wilhelm Petersen eine so ausgeprägte und der inneren Haltung unserer Bewegung so entsprechende Form der Anschauung fest, daß es uns als Pflicht erschien, diesem starken Talent zu dauernder Betätigung zu verhelfen. Wir glauben, jeder, der diese Sammlung mit aufmerksamen Augen betrachtet, wird feststellen können, daß aus einem inneren Persönlichkeitswert und sicherem bildnerischen Instinkt ein ganz neues Menschengeschlecht geformt wurde, das zwar in den großen Liedern und Dramen des deutschen Volkes lebendig ist, seine bildhafte Darstellung in neuerer Zeit aber nicht gefunden hat. Wilhelm Petersen hat für den Reichsbund für deutsche Vorgeschichte eine große Arbeit geleistet, indem er auf Grund exaktester Funde Menschen und Leben dieses Germanentums aus frühester Zeit mit sicherem Stift wieder herstellte. Damit sind jene furchtbaren Gestalten verschwunden, die manchem germanischen Drama auf der Bühne einen Stich ins Lächerliche gaben. Wir empfehlen deshalb Petersens Werke allen Bühnenbildnern und Regisseuren zu eingehendem Studium, wenn sie germanische Dramen behandeln wollen. Die Auffassung Petersens ist unserer tiefsten Ueberzeugung nach innerlich echt und stark und entspricht jener herben Haltung, die wir über die Jahrhunderte hinweg immer noch als Charakterskelett des deutschen Menschen empfinden. Aus aller Wett. Lawinen fordern zahlreiche Todesopfer. Zwei Deutsche und ein Engländer wurden auf der Fahrt von der Guendli-Spltze im Kleinen Wa'l- sertal von einer Lawine verschüttet. Die beiden Deustchen konnten sich herausarbeiten, dagegen gelang es ihnen trotz größter Bemühungen nicht, ihren englischen Kameraden zu finden. Die Leiche des Engländers wurde später geborgen und zu Tal gebracht. Er hieß Paynter, stammte aus Blackmoore und war Offizier der englischen Luft- roaffe. Eine größere Gesellschaft der „Vereinigung der Naturfreunde von Luzern", die sich auf einem Skiausflug südlich des Vierwaldstätter Sees befand, wurde von einer Lawine verschüttet. Die Gesamtzahl der Todesopfer beträgt sieden. Ferner ereignete sich ein Bergunglück am Faulfirst im St. Gallischen. Dort büßten von vier Skifahrern zwei ihr Leben ein. Ein weiteres Un= glück wird vom Furkapaß gemeldet. In der Nähe er Pahhöhe wurde ein Soldat von einer Lawine verschüttet. Karnevalsauftalt in Mainz. Nun sind sie wieder da, die Tage des Main» zer Karnevals. Uneigennützigkeit, frischer Humor und eine Urgemütlichkeit unter den gastfreundlichen Mainzern find die stärksten Säulen, auf denen der Mainzer Karneval ruht. Das ist der Eindruck, den auch jeder auswärtige Besucher mitnehmen muß und der im diesjährigen Auftakt in der er» sten großen Herrensitzung erneut seine Bekräftigung fand. Diese Herrensitzung zeigte das eigene und einmalige Gepräge des Mainzer Karne- vals, das sich von Jahr zu Jahr neue Freunde gewinnt. Die Narrhalla war lange vor Sitzungsbeginn mit erwartungsfrohen Narrhallefen gefüllt, die bei Kerzenschein mit Kartenspiel die Zeit bis zum Beginn verbrachten. Die Pracht des Saales und das farbenreiche Podium mit dem ordensgeschmückten Elferrat und den schmucken Garden zauberte eine frohe Stimmung hervor. Das Eröffnungsspiel von Adolf Gottron jr. steigerte sie, und dann folgte ein wechselvolles Programm. Der erste Gruß aus der Bütt galt der neuen Garnison, den an gleicher Stelle auch die „Offiziellen" entboten, nämlich Provinzialdirektor Dr. Wehner und Oberbürgermeister Dr. Barth, die beide ihr im Mainzer Nar- renreid) herkömmliches Pflichtamt auch humorig glänzend meisterten. Nun regierte Humor in gemeinsam gesungenen Chorliedern sowohl als auch in Vorträgen bewährter Redner, die zwar alle ihre „Sorgen" hatten, aber es mit Dorttagsmeister Glückert hielten, dessen Protokoll freudigen Widerhall fand. So meinte der närrische Seppel: Dabei, bis so'n Vortrag sitzt, Hot mer viel mehr Hirn verfpritzt Wie so'n brave Metzgersmann Heuzutag' verkaafe kann. Der Protokoller sprach auch von dem Nutzen, den der Staat aus dem Karneval zieht: Wer lang lebt, ich mach' kää Zicke, Tut sich mit Plakettcher schmücke Lang, bis an die Hosennaht, Und de Nutze — hot de Staat! Die Moral von der Geschicht, Gäb' es keine Fastnacht nicht, Läg' uns kein Humor im Mut, Ging's uns all' nor halb so gut. Der Präsident Heinrich Bender servierte mit bekannter Schlagfertigkeit die vergnüglichen Darbietungen, unter denen wiederholt auch jener Herr Hase erschien, den wir ja alle aus der Zeitung kennen. Furchtbares Familiendrama in Mannheim. Ein entsetzliches F a rn i l i e n d ra m a hat sich in der Mannheimer Unterstadt ereignet. In einem Hause dieses Viertels haben der 35 Jahre alte Johann Weber und seine 29 Jahre alte Ehefrau sich und ihre vier Kinder im Alter von 8, 5 und 3 Jahren sowie 11 Monaten durch Leuchtgas vergiftet. Alle sechs Personen wurden durch die Polizei t o t vorgefunden. Die entsetzliche Tat ist von den Eheleuten mit Ueberlegug dnurchgeführt worden, was aus einem hinterlassenen Brief hervorgeht. Die Ehegatten haben offenbar in llebereinftimmung ge« handelt. Der Ehemann sollte in diesen Tagen eine neue Arbeitsstelle antreten, obwohl er mehrere Arbeitsplätze, die er in der letzten Zeit inne hatte, durch eigenes Verschulden verlor. Während seiner vorübergehenden Arbeitslosigkeit war der Familie hinreichende Unterstützung zuteil geworden. Aeußere Not scheidet als Grund der entsetzlichen Tat wohl aus. Der Grund dürfte vielmehr in persönlichen Verhältnisien zu suchen sein. Seemannslos. In der Mündung der Themse kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem französischen Fischdampfer „Notre Dame de Lourdes“ und dem englischen Dampfer „Theems". Der französische Dampfer sank. Sieden Mann feiner Besatzung ertranken. Das Rettungsboot von Margate lief aus, um feine Hilfe anzubieten; es mußte aber unverrichteter Dinge zurückkehren. Vor der Insel Islay (Hebriden) geriet der Fischdampfer „San Sebastian" auf einen Felsen. Der Kapitän und acht Seeleute wurden gerettet, vier Matrosen ertranken. Drei Rennfahrer in Biarritz ins Meer geraten und erfrunfen. Ein Versehen der Leitung einer Sportveranstaltung kostete in Biarritz drei Rennfahrern das Leben. Am Strande fand ein Radrennen statt. Die Rennfahrer wurden auf einen Weg geleitet, der an eine gefährliche Stelle führte. Die Wellen gingen sehr hoch und erfaßten eine Gruppe von sieben Radfahrern. Vier von ihnen konnten sich retten, drei wurden von einer hohen Welle fortgeschwemmt. Sie sind ertrunken. Irak-Oelleilung bei Haifa in Flammen. Die Oel-Leitung aus dem Irak steht an der Stelle der Einmündung in die Oeltanks bei Haifa (Nordpalästina) in Flammen. Ganz Haifa ist in dicken Rauch gehüllt. Ob die Ursache des Feuers Brandstiftung oder ein Unglücksfall ist, konnte noch nicht geklärt werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Unser Wetter verbleibt auch weiterhin unter dem Einfluß eines mächttgen Hochdruckgebiets, das nur langsam im Norden den Atlantikwirbeln weicht. Aussichten für Dienstag: Besonders morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts leichter bis mäßiger Frost, westliche bis südliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Im wesentlichen Fortdauer der trockenen, kalten Witterung. Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags —0,4 Grad Celsius, abends —3,6 Grad; am 11. Januar: morgens: —3,2 Grad. Maximum —0,4 Grad, Minimum heute nacht —4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends 0,3 Grad; am 11. Januar: morgens 0,1 Grad. — Sonnenscheindauer 5,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Emzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 aom l.Juni 1935 gMh Oie begehrten höheren Lagen. Winterhäuser über 1000 Meter im Bayrischen Hochland. Don C.I. Luther, München. Wer als passionierter Skiläufer eine Reife in die winterlichen Berge unternimmt, will die Gewähr haben, absolut sichere Schneeoerhältnisse vorzufinden. Wenn schon Niederschlagstage in Kauf zu nehmen sind, dann sollen die Niederschläge so trocken wie möglich sein; Pulverschnee für neue Före dürfen sie bringen, nicht aber Regen und Taumatsch. In die höheren Lagen kam einst nur der gute Skiläufer, der Rucksacktourist. Heute aber sind die hochgelegenen Berghäuser infolge Wegbahnung, Träger-, Saumtier- oder Bergbahn-Verkehr fast für jedermann erreichbar. Nimmt man die Berghotels an den Kopfstationen der Bergbahnen ins Auge, so fehlt es auch nicht an Komfort. Zu nennen find hier (* = bewirtschaftete Skihütte mit Touristenlager bis zu mehrbettigen Zimmern; Touristenküche. ** = Berghaus, auch mit einigen Einzelzimmern; Touristen- bis Gasthausküche. *** = gasthausartig; Goulasch bis Sekt. **** = Berghotel; Küche bis Forelle; Musik): Predigtstuhlhaus**** bei Reichenhall (1613 Meter), Wendelsteinhaus**** bei Brannenburg (1840 Meter), Wankhaus** (1780 Meter), Kreuzeckhaus*** (1660 Meter), Schneefernerhaus**** (2650 Meter) bei Garmisch-Partenkirchen, Nebelhornhaus*** (1930 Meter) bei Oberstdorf; 1936 vergrößert bis ****. Auf eines aber muß der Gast dieser und anderer Berghäuser verzichten können: Auf den Wechselbesuch von Haus zu Haus, auf die Bridge- oder Cocktailpartie im Nachbarhotel. Ich denke aber, daß gediegene Abendgespräche, gelegentlich eine Schachpartie, ein Skikartenstudium und — trotz allem — ein Tanz in Skistiefeln zum Rhythmus von Handorgeln, Klampfe oder Platte als Ersatz gut genug sind. Als besonderen Vorteil hat man aber zur Hand: Schnee, immer „von Haus aus fahrbar", Sonnenaufgang und Untergang mit Fernblick, nahe Gipfel, Skilehrer, kurzum: Skiläuferleben an der Quelle aus erster Hand. Da liegt im Skiparadies des Roßfeld (1200 bis 1500 Meter) oberhalb Berchtesgaden- Schellenberg die neue Schellenberger Skihütte (1525 Meter), ein modernes Skihaus**, worunter ein Sportheim zu verstehen ist, da es auch Besseres als nur Matratzenlager und Erbswurstsuppe zur Verfügung stellt. Raupenschneeautos schnurren ab Berchtesgaden über den Obersalzberg recht nahe an das Haus heran. Zum Vorderbrandhaus ** (1100 Meier) am Jenner aber muß man ohne Zubringer- Hilfe hinaufsteigen. Auskunft: Schellenberger und Berchtesgadener Verkehrsamt. In das Predigtstuhlhaus**** (1613 Meter) oberhalb Reichenhall fährt man in neun Minuten mit der Schwebebahn direkt hinein; das Skigelände ringsherum ist für den Skikurs und für Wanderungen aller Art mehr als ausreichend, und die Abfahrt ins Tal ist knifflig. Einfache, sogenannte „zünftige" Unterkunft findet man in den Chiemgauer Bergen u. a. im Hoch- selln* (1669 Meter) und Hochgernhaus** (1560 Meter) bei Siegsdorf an der Reichsautobahn und bei Marquartstein, bei Reit im Winkel auf demWln- telmvos (1160 Meter) im Almhaus*** und Berghaus Brecht!***. Dann auf der Steinlingalm* (1350 Meter) oberhalb Aschau bei Prien an der Kampen- wand, auf der Hochries** (1569 Meter) ob Frasdorf. Alle diese Unterkunftshäuser liegen in der Nachbarschaft immer besiedelter Skihütten. (Anschluß!) Zünftig ist ferner das Brünnsteinhaus* (1350 Mi'ter) bei Oberaudorf sowie das Haus auf dem Hohen Asten* (1140 Meter) bei Fischbach, indes das Wendelsteinhaus (1724 Meter) als Berggasthof zu betrachten ist. Diese Häuser thronen ausnahmsweise über dem Skigebiet, d.h. das Skigebiet liegt unter ihnen. Mitten drin aber die Roßgassenalm** (1200 Meter) des Sudelfeldes. Das schöne Skiparadis des Sudelfeldes liegt nämlich zwischen Oberaudorf und Bayrischzell und ob Bayrischzell 1095 Meter hoch. Das Berghotel Sude- seld*** ist ein kleiner Feldbergerhof des Bayerischen Hochlandes. Rund 50 Gäste können darin zu einer netten Skigemeinde zusammenwachsen. Don der Bahnstation Bayrischzell ist man leicht in drei Viertel Stunden oben und in der oberen Sudelfeldalm** (1650 Meter), dann aber dicht beim schönsten Skischnee und in der Nachbarschaft vieler Skihütten, von welchen einige auch bewirtschaftet und also gegebene Ausflugsziele find. Etwas einfacher find die Unterkunftsverhältnisse am Spitzingshaus** (1100 Meter), Blecksteinhaus (1100 Meter), in der unteren und oberen Firstalm** (1300 bis 1400 Meter), im Bodenschneidhaus (1400 Meter) und an der Rotwanü in der Schönfeldalm* (1260 Meter) und dem Rotwandhaus** (1750 Meter), alle oberhalb der Bahnstationen Neuhaus-Fischhausen bei Schliersee. Und doch haben sich da oben verwöhnte Gäste, die aus der Schweiz kamen und alle Skigegenden der Erde kannten, schon wochenlang wohlgefühlt. Auf jeden Fall hat man hier unmittelbar Anschluß an das immer interessante Skiläuferleben Münchens, das auf der Firstalm z. B. einen Skiläuferfasching entwickelt, der sehr originell ist und seinesgleichen nirgends hat. Aehnliche Häuser — sie haben vorherrschend mehr- bettige Räume und müssen bei Sonderwünschen frühzeitig benachrichtigt werden — befinden sich knapp oberhalb Tegernsee auf der Neureuth** (1000 Meter) und oberhalb Rottach-Egern auf dem Wallberg ** (1500 Meter) und auch bei Bad Tölz auf dem Blomberg ** (1200 Meter). Auch die Aueralm* (1300 Meter) am Fockenstein ist hier zu nennen. Aehnlich sind hier auch die Geländeverhältnisse für den Skilauf: voralpine Touren, mehr oder weniger steil, doch nicht gefährlich, meist markiert oder wegweisend verspürt, Berge, die in der Regel 200 bis 300 Meter über den Hütten gipfeln (1 bis 3 Stunden Anstieg), schöne Abfahrten und Uebungs- hänge samt Skilehrer ringsum. An ein Auszählen der Möglichkeiten ist nicht zu denken, da alles ringsrum Skigebiet ist und fast überall offen, d. h. übersichtlich ist. Das gilt auch für die Berge um Lenggries im Isartal und die Bayernhütte** (1362 Meter) und Brauneckhütte** (1540 Meter) am Brauneck, das einer der besuchtesten Skiberge ist. Jedes dieser Skigebiete hat auch seine schöne Skikarte und von den genannten Talstationen ist man in 1 bis 3 Stunden oben. Gepäck wird ntit Schlitten oder Trägern hinaufbefördert. Für Garmisch-Partenkirchen wurden die Bergbahnhäuser schon genannt. Skihüttenartig ist dort noch das vom Bergbahnhof der Kreuzeckbahn in einer halben Stunde zu erreichende Hochalmhaus** (1700 Meter) in dem sehr schneereichen Hochkar, der Eckbauer** (1626 Meter) auf dem Berg der großen Olympiaschanze und die Esterbergalm* (1120 Meter) hinterm Wank. Ebenfalls skihüttenarttg sind bann noch die St. Antonhütte* (1300 Meter) und das Gipfelhaus* (1397 Meter) am Kranzberg von Mittenwald und bei Oberammergau die Pürf'chlinghäufer* (1564 Meter) und die Starnberger Hütte* (1684 Meter). Das Allgäu ist nicht minder reich an solchen Ski-Höhenparadiesen; doch davon vielleicht ein andermal. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Instandsetzung der Abortanlagen der Stadthalle. Der Rat einigte sich auf den Einbau eines sog. Emser Brunnens. Weiter wurde über die Verwertung des im Jahre 1937 anfallenden Werk- und Nutzholzes beraten. Der Rat schlug vor, daß das Holz in der Hauptsache an zwei einheimische größere Firmen — auf Grund der eingereichten An- geböte — abgegeben werden soll. * Grün berg, 11. Jan. Die Berufs sbera» tu n g des Arb eitsamtes Gießen hält bis auf weiteres an jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat in der Nebenstelle des Arbeitsamtes zu Grünberg S p r e ch st u n d e n ab, und zwar nachmittags von 13.30 bis 15.30 Uhr. Die erste Sprechstunde findet am 21. Januar statt. OOber-Bessingen, 10. Jan. Bei der dieser Tage durchgeführten Holzoer st eigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter je zwei Raummeter 18 bis 22 Mark, Buchenknüppel 13 bis 16,50 Mark, Buchenreiser je 5 Meter 8 bis 9,50 Mark, Buchenrollscheiter je zwei Rauinmeter 18 bis 19 Mark. ’V Watzenborn-Steinberg, 10. Januar. Gestern abend veranstaltete der Gesangverein „Eintracht" im Vereinslokal „Zum grünen Baum" sein Wintervergnügen. Gleichzeitig konnte der Verein auf sein 67jähriges Bestehen zurückblicken. Musik der Kapelle Bender leitete den Abend ein. Der stellv. Vereinsführer Ludwig Fett begrüßte die Teilnehmer und umriß dann in kurzen Zügen die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich auch im kommenden Jahre die Sänger eifrig in den Dienst der Pflege des deutschen Liedes stellen werden. Der Chor des Vereins unter Leitung von Chor- meister Harnisch verschönte den Abend mit mehreren gut vorgetragenen Kunstchören und einigen Volksliedern, die reichen Beifall fanden. Im weiteren Verlauf gelangten noch zwei Theaterstücke zur Ausführung, die ebenfalls beifällig ausgenommen wurden. Stunden kameradschaftlicher Unterhaltung beschlossen den Abend. <£ Leihgestern, 10. Jan. Der Gesangverein „Liederkranz" hielt gestern abend im Vereinslokal „Zum Löwen" seine gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Nach Begrüßung durch den Vereinsführer wurde der im abgelaufenen Jahre verstorbenen beiden Mitglieder gedacht, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Aus dem Jahresbericht des Vereinsführers war zu entnehmen, daß der Verein im verflossenen Jahre sich die Pflege des deutschen Liedes angelegen sein ließ, die Sängerschar die Zahl 85 erreicht hat und drei Sänger (Georg Sern X., Georg Waldschmidt und Karl Waldschmidt) ihr 40jähriges Sänger- jubiläum begehen können. Der Abschluß der vom Rechner vorgetragenen Jahresrechnung kann als recht gut bezeichnet werden. Der Vereinsführer Wilhelm Jung V., der schon 15 Jahre den Der- ein führt und sein Amt niederlegen wollte, muß auf allseitige Aufforderung sein Amt weitersühren. cv) Eberstadt, 10. Jan. Gestern wurde aus unserer Gemeinde die Getreide spende für das Winter Hilfswerk ab geliefert. Das Ergebnis betrug 3 Zentner Roggen und 2,22 Zentner Weizen. Vreußen. Kreis Wetzlar <5 Krofdorf, 10. Jan. Die NS. -Gemeinschaf t „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstagabend einen Vortrag, der sehr gut besucht war. Als Redner war ein Spanienflüchtling aus Barcelona, Pg. Kurz, verpflichtet worden. Der Redner sprach zunächst über die spanische Landschaft, über die landwirtschaftlichen Möglichkeiten südlich der Pyrenäen, ferner über die Allgemeinbildung und die Kultur des spanischen Volkes, wie auch über die Voraussetzungen, die zu einer Ausbreitung des Bolschewismus in Spanien führen konnten. Schließlich gab der Redner aus eigener Kenntnis der Dinge eine Schilderung von den Greuel- und Schandtaten der Bolschewisten auf der Iberischen Halbinsel. Seine Ausführungen gipfelten in einem Treuebekenntnis der Ausländsdeutschen zu Führer und Vaterland. Ortsgruppenleiter Schmidt wies in Anknüpfung an die letzten Morte des Redners darauf hin, daß wir in Deutschland allen Anlaß hätten, unserem Führer dafür dankbar zu sein, daß wir in einem Lande der Ruhe und des Friedens leben können. * Wißmar, 10. Jan. In dem am 7. Januar erschienenen Bericht über eine Bürgerversammlung des Reichsluftschutzbundes wurde der Name des Gemeindegruppenleiters falsch wiedergegeben. Der Name mußte richtig lauten Törner (nicht Körner). Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag vormittag meine liebe Frau und treue Lebensgefährtin Emma Böhling, geb. Gerberding nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer . Wilhelm Böhling. Gießen (Alicenstraße 34), den 11. Januar 1937. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ___________0158 MWMOM für Haupt- und Nebenberuf gegen Provision und evtl. Zuschuß gesucht. Nichtfachleute werden ein- gearbeitet. Schriftliche Angebote unt. 0159 an d. Gießener Anzeiger. Am Samstag, dem 9 Januar, verschied nach kurzer schwerer Krankheit mein unvergeßlicher, lieber Mann, mein treusorgender Vater, unser lieber Sohn. Bruder Schwager. Enkel und Neffe Karl Reitz im 51. Lebensjahr In tiefem Schmerz: Minna Reitz, geb Gösche Kurt Reitz und alle Verwandte Gießen. Frankfurt. Magdeburg, Oberhausen, Grand-Moyeuvre, den 11. Januar 1937 Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt ______________________________________________________________ 0160 Am Samstag entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unser herzallerliebstes Töchterchen, mein liebes Schwesterchen, unser liebes Enkelkind und Nichtchen Hannelore im Alter von sechs Jahren. Die Beisetzung findet Dienstag, den 12. Januar, nachmittags l1/, Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 0162 danken wir herzlichst Die Hinterbliebenen. Gießen, Kassel, den 10. Januar 1937. _____________ 200 D Für die zahlreichen Beweise der Anteilnahme bei dem Tode unseres lieben Bruders Otto Kling Rechtsanwalt in Bad-Nauheim Ihr rauher HUSTEN der Sie plagt, gibt zu denken. In derartigen Fällen heißt es, nicht anstehen lassen und die Atmungsschleimhäute stärk. Als Helfer bewährt haben sich Jungs Asthma- und Husten-Tee mit echtem Husten-Kandis, Paket 0.65 u. 1.30. 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Der Besuch des Wormser Heimatmuseums, das in einer tausendjährigen Kirche untergebracht ist, ließ die Bemühungen erkennen, die gemacht werden, um die historischen Zeugen von Deutschlands ältester Stadt, soweit es überhaupt möglich ist, sprechen zu lassen. Erschwerend fällt allerdings die Tatsache ins Gewicht, daß fremde Eroberer und Mordbrenner seit Jahrhunderten versuchten, die Nibelungenstadt am Rhein auszuplündern und die Denkmäler uralter deutscher Vergangenheit zu vernichten — oder zu stehlen. Dieser Vergangenheit gegenüber steht die Gegenwart mit ihrem alles mitreißenden Tempo des Aufbaues. Als typisches Beispiel kann man in Worms die Rohpappenfabrik bezeichnen, die aus altem Papier, Lumpen und Säcken — also aus Abfällen — einen Bodenbelag herstellt, der dem Linoleum nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen ist. Vor allem freute sich der Gauleiter über die vorbildlichen hygienischen Einrichtungen, die Wasch- und Umkleideräume und den würdig ausgestatteten Gemeinschaftsraum des Betriebes, Anlagen, die der Belegschaft seit Mai 1935 zur Verfügung stehen. Am erfreulichsten war die Tatsache, daß 40 v. H. der dort hervorgehenden Produktton dem Export gelten und damit ein wertvoller Beitrag in der Erfüllung des Vierjahresplanes geleistet werden kann. Verschiedene Mitteilungen gaben dem Gau- Oberheffen. Schwerer Derkehrsunfall bei Lich. * Lich, 11. Jan. Am gestrigen Sonntagabend gegen 21 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Steinbach—Lich in der scharfen Kurve unmittelbar vor unserer Stadt ein schwerer Verkehrsunfall. An dieser Stelle fuhren der 27 Jahre alte Willy Weicker und der gleichfalls 27jährige Karl Holzapfel, beide aus Lich, nachdem sie kurz zuvor ein in gleicher Richtung fahrendes Personenauto überholt hatten, mit dem Motorrad in scharfem Tempo gegen einen Baum und dann die Straßenböschung hinab in den Wiesengrund. Bei dem heftigen Anprall erlitt Holzapfel einen Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung, einen Bruch des Nasenbeins und andere Kopfverletzungen, Weicker trug gleichfalls schwere Kopfverletzungen davon. Die Insassen des kurz vorher überholten Personenautos fanden die beiden verunglückten Motorradler seitwärts der Landstraße liegend auf und sorgten für schnelle ärztliche Hilfeleistung. Die Verunglückten wurden dann dem Krankenhaus in Lich zugeführt. eiter Veranlassung zu der Bemerkung, daß er als Beauftragter des Vierjahresplanes für den Gau Hessen-Nassau keine bürokrattschen Kompetenzstreitigkeiten und keine Verkrampfungen duldet. Nur so wird es möglich sein, dem Vierjahresplan im Gau Hessen-Nassau einen ganz großen Erfolg zu garantieren. Am Nachmittag des Samstags erschien der Gau- lei t e r in seiner Eigenschaft als Lande sjäger- meister zu einem Appell und der anschließenden Trophäenschau des Jagdkreises Bensheim. Er konnte hier mit Genugtuung feststellen, daß alle Kreise des Landes Hessen in der Erfüllung der Pflichten einen weiteren Fortschritt aufweisen können. Seine Forderung gilt der vorbildlichen Haltung des deutschen Jägers, weil auf die Dauer nur das Vorbild der Kritik standhält. Er sieht in der deutschen Jägerschast eine Pflichtgemeinschast, die nicht nur jagt, sondern die in der Hege und Pflege des Wildes unserem Volke und damit vor allem auch den Nichtjägern die Freude am Wald und dem herrlichen Wildbestand erhält. Sein besonderer Wunsch gilt der Uniformierung der Jägerschaft, weil gerade im öffentlichen Auftreten die Uniform, d. h. eine Einform, den einheitlichen Geist der deutschen Jägerschast dokumentiert. Falsche Vorstellungen fallen und neue Erkenntnis bricht sich Bahn. Ob kulturell, wirtschaftlich oder jagdlich, wie es die Besichtigungsfahrt des Samstags ergab: Wir kommen all überall vorwärts im Gau. Der Umbruch des Geistes und der Tat hält unvermindert an, das Tempo aber steigert sich von Tag zu Tag. CanblrPif (fließen. * Heuchelheim, 9. Jan. Hier lief, auf Veranlassung der Gaufilmstelle, der Tonfilm „Der höhere Befehl" und „Um Ehre, Freiheit und Frieden". Eine Ufa-Wochenschau beschloß die Vorführung. Der Besuch der Veranstaltung war gut. § Al le nd o r fa. d. Lda., 9. Jan. In der gestrigen diesjährigen ersten Ratssitzung stand als erster Punkt die Amtseinführung des neuen ersten Beigeordneten auf der Tagesordnung. Nachdem der am 1. Oktober vorigen Jahres in den Ruhestand getretene Gemeinderechner Chr. F o r m h a l s von hier durch den Bürgermeister zum er st en Beigeordneten für die hiesige Stadt vorgeschlagen worden war und dieser Vorschlag die Genehmigung der vorgesetzten Behörde gefunden hatte, fand nun die Verpflichtung statt. Bürgermeister K r i e b wies in einer kurzen Ansprache auf die Pflichten des Beigeordneten hin, und nahm dem neuen Beigeordneten den Amtseid ab. Beigeodneter F o r m h a l s gelobte, daß er auch fernerhin, wie er dies ja auch in den langen Jahren als Gemeinderechner getan, seine ganze Kraft in den Dienst der Stadt stellen wolle Nr.8 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, U. Zanuar 1937 Soldateneid vor Gott und Vaterland. Vereidigung des Ergänzungs-Bataillons Znfanterie-Vegiments 116. Gemeinschasts-Lrleblns am Emtops-Sonntag. Vogelsberger treffen sich an der Feldküche. Z'Z'z ' Die Soldaten des Ergänzungsbataillons zur Vereidigung vor der alten Kirche auf dem Schiffenberg angetreten. — (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) Wieder einmal war am Samstagmittag die alte romanische Basilika auf dem Schiffenberg ehrwürdiger Hintergrund für eine Feier der Vereidigung der Soldaten des Eraänzungsbataillons J.-R. 116. Winterliche Kälte beherrschte die Höhe, Nebelschwaden jagten um den Turm der alten Kirche, in den Tälern zu Füßen des Berges lagen ine Nebel dicht und unbewegt. Nur hin und wieder warf die Sonne freundliches Licht über die alten Mauern. Unter einem geschmückten Bogen des Kirchenschiffes war eine Kanzel errichtet, umkleidet von Der Flagge der Wehrmacht. In großem Viereck nahmen die Mannschaften Aufstellung vor der Kirche. An der Feier nahmen der Regimentskommandeur, Oberstleutnant H e r r l e i n, ferner der Kommandeur der Artillerie-Abteilung Oberstleutnant Döring und zahlreiche Gäste teil. Nachdem unter den Klängen der Regimentskapelle die Flagge am Mast vor dem Kaiserbau gehißt worden war, schritt der Regimentskommandeur, Oberstleutnant H e r r l e i n , die Fronten ab. Dann erklang der Choral „Lobet den Herren" über den Platz. Im Anschluß daran hielt der evangelische Militärgeistliche Pfarrer A u s f e l d eine kurze Ansprache an die Soldaten. Er sprach von der tiefen Bedeutung der Stunde, von der Heiligkeit des Eides vor Gott, Führer und Vaterland und von der Treue, die, wie der greise Feldmarschall von Hindenburg sagte, das Mark der Ehre ist. Er ermahnte die Soldaten zur Pflichterfüllung, Wahrhaftigkeit, Treue und Gottesfurcht als dem Urquell aller menschlichen Kraft. Der katholische Militärgeistliche Pfarrer Dr. H e m m e s wies eingangs darauf hin, daß sich jeder davor hüten möge, in der Vereidigung eine leere Zeremonie zu sehen, denn der Eid sei ein Zeugnis vor Gott, der die Wahrhaftigkeit wolle. Wenn deutsche Männer und Soldaten einen Eid ablegten, dann dürfe man annehmen, daß es ihnen ernst darum sei. So ermahne auch er zur Treue zu Gott, Führer und Vaterland. Das Niederländische Dankgebet leitete über zur Ansprache des Bataillonskommandeurs, Major Junker, der zunächst in kurzen Worten von dem symbolischen Sinn sprach, um dessentwillen die Feier der Vereidigung in der Umgebung dieser alten Mauern stattfinde, die Zeugen deutscher Geschichte seien und immer auch an deutsche Vergangenheit erinnerten, wenngleich von diesen Mauern aus bedeutungsvolle Ereignisse der deutschen Geschichte nicht ausgingen. In großen Zügen und an Hand von Worten großer deutscher Männer (Friedrich der Große, Arndt, Fichte, Bismarck. Moltke usw.) sprach der Bataillonskommandeur von wichtigen Epochen deutscher Geschichte, die immer auch starke Impulse vom Soldatentum her empfangen haben. Er sprach ferner davon, wie gerade der Führer Adolf Hitler bewußt an große germanische und deutsche Traditionen anknüpfe und aus ihnen das Beste in unsere Wehrmacht eingebaut und gevsleat sehen wolle. Der Redner sprach dann über Öen Dienst in der Wehrmacht als der männlichsten Schule unseres Volkes, und von den Verpflichtungen, die jeder einzelne als aufrechter Deutscher und Soldat zu erfüllen hat. Nachdem der Bataillons- kommanoeur noch in kurzen Zügen Deutschlands Lage inmitten einer Umgebung wenig freundlich gesinnter Nachbarn gekennzeichnet hatte, schloß er mit dem Aufruf, stets dessen eingedenk zu sein, daß all unser Trachten und Handeln nur dem einen gelten dürfe: Deutschland! Sodann traten Kameraden aus Öen einzelnen Kompanien zu ihrem Hauptmann, um auf den Degen des Offiziers, symbolisch für alle Kameraden, vereidigt zu werden. Gleichzeitig trat der Adjutant des Bataillonskommandeurs vor die Mannschaften und sprach die Eidesformel vor. Geschlossen sprachen die Soldaten den Eid nach. Mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler schloß Major Junker die Feier. Die Musik spielte anschließend das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Dann wurde unter den Klängen eines Marsches die Flagge der Wehrmacht wieder eingeholl. Nack einer Berpslegungspause, während der die Musikkapelle mit schneidigen Märschen aufwartete, marschierten die Soldaten gegen 15 Uhr wieder in ihre Unterkunft zurück. Der gestrige Eintopfsonntag brachte der Einwohnerschaft einiger Stadt- und Landgemeinden im Kreise Schotten ein schönes Gemeinschafts-Erlebnis. Man traf sich an den Feldküchen, die von der NSV.-Gauwaltung in Frankfurt a. M. in den Vogelsberg entsandt worden waren. Fünf Feldküchen und die nötige Anzahl Köche hatten die Reise angetreten. Zwei der Küchen waren in Schotten stationiert, eine in L a u b a ch und zwei andere Küchen waren nach Gedern und Oberschmit- ten entsandt worden. Schon zu früher Morgenstunde trafen die Feldküchen an ihren Bestimmungsorten ein; auf ihrem Weg und an ihren Plätzen verbreiteten sie vielversprechenden Duft einer kraftvollen dicken Gemüsesuppe. Ursprünglich war vorgesehen, das Eintopf-Mittag-- essen ins Freie zu verlegen. Die plötzliche Kälte verhinderte aber diesen Plan. So wählte man in Schotten den Saal der Turnhalle zum Treff- An der Feldküche in (Schotten. BDM.-Mädels helfen in Laubach. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) punkt, und in L a u b a ch dampfte die Feldküche im Garten des „Schützenhofes". Pünktlich um 12 Uhr fanden sich die Volksgenossen ein. Dor der Turnhalle, in Schotten herrschte bald großes Gedränge. Rasch wurden die Töpfe mit der Gemüsesuppe gefüllt und jedermann, der seinen „Schlag" gefaßt hatte, suchte sich einen Platz in der Turnhalle, die bald nahezu überfüllt war. Heber 700 Personen fanden sich zu diesem Gemeinschafts-Eintopf ein. Auf einem Rundgang durch den Saal war eindeutig zu bemerken, daß es allen köstlich mundete. Eine SA.-Kapelle unterhielt dazu mit schneidiger Marschmusik. Wie in Schotten, so vollzog sich auch in L a u - b a ch das gemeinsame Essen in schönster volksgemeinschaftlicher Harmonie. Hier hatte der BDM. es übernommen, die Gäste mit tüchtigen Portionen zu bedienen und mit schwer beladenen Tabletten drängten sich die Mädels durch die dichtbesetzten Bänke in den Räumen des Schützenhofes. Hier konzertierte eine Kapelle der Motorstandarte 147. In den übrigen Orten, die gestern von der Feldküche besucht worden sind, mag sich das gleiche Bild geboten haben, wie in Schotten und Laubach. Ueberall war die Freude allgemein über diese neue Form der Bestätigung unserer Volksgemeinschaft, die — das konnte man gestern wieder einmal mehr bemerken — immer mehr an Tiefe gewinnt. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Oie allwissende Schule. Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen! Famulus Wagner im „Faust". Ueberstrahlt vom weihnachtlichen Kerzenschimmer und übertönt vom lauten Frohsinn der Neujahrsnacht und daher von vielen wohl nur flüchtig beachtet, hat sich am 28. Dezember des vorigen Jahres im deutschen Schulleben eine Wende vollzogen, deren Bedeutung noch kaum abzusehen ist. Gemäß des an diesem Tage gegebenen Erlasses des Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird es künftig nur noch zwei Arten höherer Lehranstalten im Deutschen Reiche geben. In der einen, die Hauptform bildenden Schule wird als lebende Sprache die englische von Sexta an gelehrt werden, der in den höheren Klassen die lateinische Sprache folgt; in der anderen Schulart wird in Sexta mit der lateinischen Sprache begonnen, der in den höheren Klassen die griechische folgt. Mit diesem Erlaß sind sämtliche 45 verschiedene Formen höherer Schulen, deren wir uns im Deutschen Reich bisher erfreuen durften, gestürzt und für immer beseitigt worden. So erfreulich vielen (und wohl den meisten!) diese Vereinheitlichung des höheren Schulwesens erscheinen mag, so wird es dennoch nicht an bangen Fragen fehlen, ob diese beiden Schularten auch ausreichen werden, das deutsche Volk zu bilden? Diesen Fragen sei eine Gegenfrage gestellt: Glich nicht unsere höhere Schule allzusehr dem Famulus Wagner im „Faust", der am liebsten alles wissen wollte? Nur ein Beispiel: Einen wissensdurstigen „höheren" Schüler war es bislang unter Ausnützung aller Gelegenheiten, d. h. durch die Teilnahme an allen Pflicht- und Wahlfächern, im Ablauf feiner neun Schuljahre möglich, folgende Sprachen zu lernen: Latein, Griechisch, Hebräisch, Englisch, Französisch und Spanisch! Schon die Auszählung dieser Sprachen hätte uns ehedem sagen müssen, welcher Selbsttäuschung (Illusion) wir uns hinsichtlich der Schülerausbildung hingegeben haben. Denken wir nun noch an die übrigen Schul- Oberhessischer Kunstverein. Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Professor Otto Dill. Die erste Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins im neuen Jahre ist eine Gesamtschau, dem malerischen Werk von Professor Otto Dill, Neustadt an der Weinstraße, gewidmet, über dessen Entwicklungsgang bereits in der Vorankündigung einiges bemerkt wurde. Otto Dill ist, wie ein lieber» blick über die hier versammelten, charakteristischen Arbeiten zeigt, in erster Linie Tiermaler. Das gibt der Ausstellung zunächst allgemein-stofflich einen bestimmten Akzent. In der motivischen Vorliebe liegt — abgesehen davon, daß das Motiv in der deutschen und der europäischen Kunst eine bedeutende Tradition aufzuweisen hat — keine Begrenzung des Gesichtsfeldes oder irgendwelche Einseitigkeit; übrigens findet man hier auch eine Anzahl anderer Bildoorwürfe behandelt. Das Motiv ist, namentlich wenn es über das rein stoffliche Interesse hinausreicht, vielfältiger Reize und Anregungen fähig. Dill, der im Münchener Freundeskreise den bezeichnenden Beinamen „Löwendill" erhielt, ist beim Altmeister Heinrich von Zügel durch eine ausgezeichnete Schule gegangen und weiß die vielfälttgen Probleme zu müroigen, die sich in der Tiermalerei ergeben. Dill ist nicht nur der Maler der Löwen, der Pferde und der Reiter — diese Themen kehren bei ihm in zahlreichen Abwandlungen immer wieder —, sondern er hat, seiner Generation entsprechend und seiner künstlerischen Sehweise gemäß, vom Impressionismus her offenbar entscheidende Anregungen empfangen; dies gibt feinen Bildern die charakteristische Betonung: man sieht bald, daß es sich hier nicht nur um die mehr oder minder naturgetreue Wiedergabe des Tierkörpers an sich handelt; sondern das Tiermodell wird für den Maler erst interessant als Träger bestimmter malerischer Probleme — der Bewegung vor allem, der Farbe und des Lichtes. So ist beispielsweise die Löwenfamilie (im vorderen Teile der Ausstellung) ein höchst eindrucksvolles Bild, das die charakteristische Haltung der großen Raubkatzen scharf beobachtet festhält und tm Gleichklang der eigentümlich geduckten und sozusagen sprungbereiten Bewegung einen ungemein lebendigen Impuls bekommt. Dasselbe gilt von dem großen Tigerbild an der Rückwand und etwa auch von dem Aoo-Jdyll „Bei den jungen Löwen". Ausgesprochen koloristtsche Probleme bestimmen die Schilderung des afrikanischen Karawanenplatzes mit seinem Gewimmel von Menschen und Tieren in einem merkwürdig fahlen, dunstigen und verschleiernden Licht. Ganz impressionistisch empfunden wirkt dann auch der „Sattelplatz", der das durch die Betonung der beiden Diagonalen sehr bewußt komponierte Bild gleichsam in einzelne Farbflecken auflöst. Viel geschlossener und fester in der Form erscheint demgegenüber der „Viererzug" (an der selben Wand), offenbar ein Lieblingsmotiv von Dill, das hier noch einmal in anderem Zusammenhang auftaucht. Auch für Schimmel scheint Dill übrigens, wie der berühmte Wouwerman, eine besondere Vorliebe zu hegen. An sehr erlauchte Vorbilder, beispielsweise an Trübner, erinnern die zahlreichen Reiterbilder („Schupooffiziere"; „Schimmelreiter im Gartenweg", „Ritt zur Schwemme", „Der Ausritt" und andere, auch unter den Aquarellen.) Neben dem Farblichen beschäftigt den Maler hier vor allem das Bewegungselement: der gleichmäßig schwingende Rhythmus des gesammelten Tierkörpers kommt hier allenthalben überzeugend zur Geltung. Man betrachte hierzu auch die Rennpferde am Start, eine als Gesamtbild vorzüglich gelungene, geschlossene Arbeit, ferner die bereits erwähnte Löwengruppe, den „Dompteur" und vor allem die afrikanische Löwenjagd, eine außerordentlich leben* dige und dramatische Szene. Aehnliches gilt auch von dem „Stierkampf", einem Motiv, dessen vielfältige malerische und lineare Reize ja bereits Goya erkannte und unübertrefflich gestaltete. Daß Dill, wie wir bereits andeuteten, sich in seiner Motivwahl nicht einseitig festlegt, zeigen in unserer Ausstellung etwa Bilder wie „Am Lago Maggiore", „Rom von Frascati aus gesehen" und die heimatlich pfälzischen Landschaften, während in den Aquarellen und Zeichnungen vorwiegend die Tiermotive wiederkehren. Die Ausstellung, die seit gestern vormittag der Oeffentlichkeit zugänglich ist, sei einem regen Besuch empfohlen Hans Thyriot. Neue Wiqman-Tänze. Uraufführung in Berlin In der Berliner Volksbühne am Horst-Wessel- Platz fand die Uraufführung der Tänze statt, die Mary W i g m a n demnächst auf einer Gastspielreise in einer Anzahl von deutschen Städten zeigen wird. Sie nennt eine Reihe von fünf Tänzen „Herbstliche Tänze". Die Reihe beginnt mit der repräsentativen fraulichen Würde, die der Wigman eigen sein kann: und zwar mit einer „herbstlichen Gestalt", die sie als „Segen" bezeichnet — und dieser Gefühlsgehalt, diese reiche seelische Spende (die sich im „Mütterlichen Tanz" des zweiten Programmteils noch vertieft und ausbreitet), wird tatsächlich in den schönen weichen Armbewegungen und in den zart flatternden Hand- und Finger-Regungen zum Ausdruck gebracht. Nach diesem ein „Tanz der Einnerung": tief versonnen, in sich gebückt, fängt sie zu tanzen an, immer sinnfälliger wird der Begriff der Versunkenheit, sie liegt, sie hockt am Boden, die Finger spielen in den Haaren (solche kleinen Regungen, tänzerisch gemeint und ausgenützt, fallen bei einem deutschen Tänzer noch immer besonders auf —); aus der Versunkenheit richtet sie sich wieder auf, reckt sich, begehrt auf, fordert, beschwört — um sich dann zu ruhiger Gehaltenheit (etwa als Ausdruck aufrechter Ueberwindung) hinzufinden. Diesem Tanze folgt ein Jagdlied, m grünem Kleide, leicht geschürzt, mit Ansätzen zur Groteske, zu etwas Satyrhaftem, das übrigens, zugunsten der Wirkung, durch entsprechende Maskierung, noch gesteigert werden könnte. Aehnliches wäre zu sagen von der „Windsbraut", dem Schlußtanz dieser Reihe. — Aber ihm voran geht noch der „Tanz in der Stille", den man sicherlich zu den reifften Arbeiten der Wigman rechnen wird. Hanns H a - sting, der auch diesmal wieder zu allen Tänzen Mary Wigmans eigene Kompositionen spielte, ist gewiß ein dem Ideal ganz naher Tanzbegkiter insofern, als Hanns Hasting (von der Musik aus) und Mary Wigman (von der körperlichen Darstellung her) ein jeder mit ganzem Einsatz feines großen Könnens beisteuert zu einem tänzerisch-musikalischen Werke, das zustande kommt, daß also Mary Wigman nicht etwa nur bestrebt ist, vorhandene Musik tänzerisch zu verdeutlichen, und daß Hasting nicht etwa nur bestrebt ist, Tanz durch Musik gefällig, unterhaltend und einprägfam zu machen — aber in dem „Tanz der Sttlle" ist es doch der Höhepunkt und das unerreichbar Schönste, wenn an einer Stelle die Musik (gleichsam bescheiden sich zurückziehend) aussetzt und allein die Körpermusik Mary Wigmans zur Geltung kommt. Den zweiten Teil des Programms machten Wiederaufführungen älterer Werke aus: Mary Wigmans „Schicksalslied" (aus den „Tanzgesängen" 1935) und der schon genannte „Mütterliche Tanz" (aus den „Frauentänzen" 1934). Daran reihten sich noch „Tänze nach ungarischen Volksliedern", auf fallend durch die lebhafte Kostümierung, Reflexe einer sinnlich-fröhlichen Temperamentsäußerung. Dr. Johannes Günther. Was ist ein Skihase? lieber den festen und trocfenen Begriff des weltumfassenden Skihasen gehen die begeisterten Meinungen in zünftigen Kreisen auseinander. Die einen bezeichnen mit diesem sanften zoologischen Namen schlechthin das ewig Weibliche auf den langen Hölzern, vom tapsigen Anfänger bis zur Rennläuferin, vom Backfisch bis zur blühenden Maid, während die andern das Wort Skihase oder Skihaserl, auch Häschen oder Schneehäschen, für eine bestimmte Abart von Skiläuferinnen anwenden, nämlich für solche, denen ein gewisser molliger Scharm, eine lustig plappernde Unbekümmertheit und eine närrische Liebe zum Schnee und zu allem, was damit zusammenhängt, eignen und die, was den Skilauf als solchen anbelangt, nie in ihrem Sportleben so ganz vollendet werden, nimmermehr zu Kanonen heranreifen und überhaupt eine gewisse Grenze des Könnens bei allem Draufgängertum und bei guter körperlicher Gewandtheit nicht überschreiten. Wenn man der Herkunft des anmutigen Wortes nachspürt, kommt man zu keinem festen Ergebnis; der Kenner neigt der Ansicht zu, daß die Skiläuferin aus reiner Leidenschaft und Vorbestimmung, die mit einer gewissen Verbissenheit zur Vollendung und Meisterschaft strebt, kein Skihaserl oder Schneehäschen ift Ihre Umwelt ist einen Schuß zu ernst; es fehlen ihr die sportliche Unbekümmertheit und die scherzhafte Note, die den eigentlichen Skihasen auszeichnen. Der Vorwurf an sich ist viel zu heiter und liebenswert, als daß man ihm schulmeisterlich auf den Leib rücken dürfte. Roland B e t s ch, der bekannte Romanschriftsteller, schilderte ihn in Bild und Wort im Januarheft von Velhagen 8z K l a- finge Monatsheften, indem er u. a. schreibt: „Wer nun auch immer das Recht haben mag, unter den Begriff des Skihasen zu fallen, ich glaube fast, es ist so gewesen: Gott begegnete an einem herrlichen Wintertag in den verschneiten Bergen dem ersten Skiläufer. Er schaute ihn voll Güte an und lächelte. Und aus diesem göttlichen Lächeln wurde das Skihaserl geboren. Da ist es nun, und wir wollen uns an ihm erfreuen." Sochschulnachrichten. Der Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Wilhelm Groh, wurde zur Dienst- leistung im Reichserziehungsministerium in B e r » l i n von seinen Amtsgeschäften als Rektor und von seiner Lehrtätigkeit in der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg beurlaubt facher, wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, _ ' . re r . r, zn _ tx: J.l. re >-> fimhn diese Weise wird es Gießener Künstler- und Pressefest. Der Vorverkauf beginnt am 14. Januar. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich Prof. Dr. Behaghel an Hand von Briefen usw. mit der lebensvollen Gestaltung des Charakterbildes des großen Gelehrten. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Aus- spräche an. geehrt. Die übrigen Stunden des Abends waren der Unterhaltung gewidmet. Mehrere humoristische Dor- der Flakartillerie, der Luftnachrichtentruppe und des Regiments „General Göring". Gesuche, die nach dem 15. Januar eingchen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Außerkurssetzung von Reichssübermünzen. _ Dir deutsche Rrbcitüfront N.2.-6emeiMast „firaft durch frcuöc" aus mir, als was ich heute mit meinen neunundzwanzig Jahren bin: ein schlechtbezahlter Operateur- gehilfe, der ..." „Hör auf! Ich will nichts mehr davon Horen! Evelyn hielt sich mit einer heftigen Gebärde die Ohren zu. Ihr Mund Duckte seltsam, und in ihren dunkel geweiteten Pupillen spiegelte sich die Glut des Abendhimmels. „Warum denn immer gleich von der Zukunft reden, bevor man noch die Gegenwart genossen hat? Wozu sich gegenseitig Versprechungen machen? Es kommt ja nachher doch immer ganz anders. Du ...!" Sie warf plötzlich beide Arme um Alland und preßte ihr Gesicht gegen seine Brust. „Besser, man denkt gar nicht daran, was morgen sein wird oder in einem Jahr ... Wir haben ja noch so viel Zeit vor uns. Uetzer eine Woche — nicht? Eine ganze Woche, um glücklich zu sein...!" Ihr leichter Körper zitterte in seinen Armen, von tiefinnerem, tonlosen Schluchzen geschüttelt, ihr Gesicht lag glühend an das seine geschmiegt, und in ihre Küsse mischte sich das bittere Naß ihrer Tranen ... Tagung her Gesellschaft Liebig-Museum Ein großes Gießener Museum in Vorbereitung. Gaststätten und Verdunkelung. Wenn am 13. Januar die Derdunkelungsülmng in Stadt und Kreis Gießen stattfindet, werden dre Gaststätteninhaber und Ladenbesitzer eine besondere Aufgabe zu erfüllen haben Sie müssen mancherlei mehr bedenken als die Volks- genossen, die sich lediglich um ine Derdunkelung ihrer Wohnung zu bekümmern haben. Es ist notig, den Publikumsverkehr mit den Bedürfnissen der Hebung in Einklang zu bringen. Es Hande t sich nicht nur um die Abblendung von Lichtstrahlen m den Wirtschafts- und Nebenräumen forme auf Fluren und in Treppenhäusern, sondern ganz be- sonders auch um die Anlage einer Lichtschleuse, int den Zu- und Abgang von Gasten ermöglicht, ohne daß ein Lichtschein nach außen fallen kann. Auch die Ladenbesitzer müssen am Hebungsabend bis zur vollständigen Verdunkelung ihre Schaufensterlicht- rerlame auf ein Minimum einschränken und peinlich auf die Abschirmung des Lichtes bedacht fein, damit kein Lichtstrahl nach außen fallen kann. Gaststärtemnhaber! Ladenbesitzer! Seid euch der Verantwortung bewußt! Arbeitet am Selbstschutz der Zivilbevölkerung mit! Nehmt die Hnbequemlich- keiten auf euch! Ihr dient so dem Daterlande! Kriegerkgmeradschast Gießen. trachtete er sie eine Weile von der Seite. Dann, mit einmal, brach etwas in ihm auf — eine heiße, sehnsüchtige, drängende Zärtlichkeit, die ihm fast das Herz zersprengte und ihn über alle Hemmungen seiner Natur hinwegriß. „Unb gibt es denn gar nichts, was Ihnen die Kunst ersetzen könnte, Evelyn?" fragte er warm und eindringlich. „Könnten Sie sich nicht auch ein anderes Lebensglück denken? Ein ganz eigenes, persönliches Glück meine ich, das vielleicht wertvoller und haltbarer ist als der Ruhm ...?" Das junge Mädchen ließ mit einer hoffnungslosen Bewegung die Schultern fallen. „Zu spät!" Die rauhe Bitterkeit ihres Tones erschreckte ihn. Beschwörend legte er den Arm um sie. „Aber Kind, das ist doch Unfinn! Sie" fangen ja grabe erst an zu leben. Wenn Sie — eine Liebe fänben, Evelyn, eine große Liebe, in ber Sie ganz aufgehen könnten ... Einen Mann, ber Sie vergöttert, der — ach, Evelyn, wozu das dumme Verstecktspiel? Sie wissen ja längst, daß ich Sie Hebe — von der ersten Stunde an. Sie wären ja gar keine Frau, wenn Sie bas nicht bemerkt hätten." Allanb atmete schwer. Er fühlte, wie unter ber Berührung seines Armes ein leichtes Zittern burch ihren Körper ging. Aber sie rührte sich nicht. Sie kam ihm nicht mit bem kleinsten Wort entgegen. Unb bas ernüchterte ihn ein wenig. Zögernder fuhr er fort: „Es ist vielleicht überhaupt ganz unverantwortlich von mir, einem jungen Mädchen wie Ihnen von Liebe zu sprechen. Ich habe ja nichts, rein nichts, worauf ich mich babei stützen könnte — weder Stellung noch Vermögen, nicht einmal eine selbständige Praxis? Evelyn lachte leise in sich hinein. „Was hat das mit Ihrer Liebe zu tun?* fragte sie, ohne ihn anzusehen. DNB. Der Reichsminister der Finanzen hat durch Verordnung vom 29. Dezember 1936 die alten Ein- mark-, Einereichsmark- unb Fünf-Reichsmark-Stücke außer Kurs gesetzt. Atz 1. April 1937 gelten sie nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel. In den folgenden drei Monaten, unb zwar bis zum 30. Ium 1937 einschließlich, werden diese Münzen von Reichs- unb Lanbeskassen noch in Zahlung genommen und gegen andere Zahlungsmittel umgewechselt. Ab 1. Juli 1937 hört die Einlösungspflicht auf. Die Münzen haben bann nur noch ihren Metallwert. Die Außerkurssetzung umfaßt alle Einmark- und Reichsmarkstücke aus Silber und die alten großen Fünf-Reichsmark-Stücke. Die zur Erinnerung an besondere Begebenheiten geprägten Fünf-Reichsmarkstücke sind von der Außerkurssetzung nicht ausgenommen. In Kurs bleiben demnach von den Reichsmarkstücken nur die aus Reinnickel geprägten Münzen unb als Fünf-Reichsmarkftücke nur die neuen kleinen Fünf-Reichsmarkstücke. Es liegt im Interesse jedes Volksgenossen, die in Rede stehenden Münzen so schnell als möglich in Zahlung zu geben, damit sie in den Besitz der mit her Einziehung beauftragten Reichstzank gelangen. „Sehr viel, Evelyn, so gut wie alles! Ich kann doch ein so junges, schönes unb begabtes Geschöpf wie Sie nicht an mich binden — auf nichts als eine ganz nebelhafte Zukunftshoffnung hin. Wenn ich noch einen bestimmten Zeitpunkt angeben könnte! Wenn ich sagen könnte in ein, zwei Jahren ...! Aber so! Vielleicht wird mein Lebtag nicht m>. hatte sie sich gekauft, um ihn damit zu überraschen. Darum die ganze Geheimnistuerei! Rasch versöhnt sprang er auf unb lief ber Geliebten ein Stück Wegs entgegen. Als sie ihn kommen sah, blieb sie mitten auf ber Straße stehen unb sagte, blaß vor Enttäuschung: „Hast bu mich denn gleich erkannt, Frank? Er mußte über ihre bestürzte Miene unwillkür* lich lachen. „Aber natürlich, du Schäfchen, schon vom Balkon aus. Glaubst du denn, daß irgend jemand der dich einmal gesehen hat, dich nicht auf den ersten Blick wiedererkennt? Dazu braucht man noch nicht einmal wie ich in dich verliebt zu sein." Er führte ihre schlaff bargebotene Hanb zärtlich an seine Lippen. „Verzeih mir, Liebling, ich wollte dir nicht den Spaß verderben. Du siehst fo, bezaubernd aus in deinem neuen Kleid, daß ..." Er verstummte unb ließ ben Blick prüfend auf ihr ruhen. Etwas an ihr kam ihm plötzlich fremd vor, er wußte nur nicht sofort, woran es lag. Aber in ber nächsten Sekunde schon machte er eine Entdeckung, die ihm ein Rot ber Bestürzung in die Wangen trieb. „Was hast du denn mit beinern. Haar gemachte stammelte er verwirrt. „Du hast es doch nicht etwa — färben lassen?" Auch sie wurde rot. „Doch , gestand sie unb nahm mit einem kurzen nervösen Auflachen ben Hut vom Kopf. „Gefall' ich bir nicht so?" Allanb konnte nicht anmorten. Ganz entsetzt starrte er auf ihr Haar, bas fein metallisches Blond mit einer viel dunkleren Schattierung vertauscht hatte, einem ins Rötliche spielenden Haselnußbraun, wie man es jetzt an vielen Frauen sah. Auch die Frisur war verändert. Die halblangen Pagenlocken waren kürzer geschnitten unb etwas nach rückwärts gekämmt, so baß die schöngewölbte Kinberstirn zum Vorschein kam. Eine nicht unkleidsame Haartracht, die sie aber entschieden älter machte und bem zarten Gesicht eine gewisse Herbheit verlieh. „Warum hast bu das getan, Evelyn?" sagte et vorwurfsvoll, „ohne mich vorher zu fragen? Dein Haar war so wunderschön — das schönste Haar, bas ich je gesehen hatte ..." (Fortsetzung folgt!) Schmuckgebäude zu schaffen. Durch entsprechende gärtnerische Anlagen im jetzigen Vorgarten wirb auch nach außenhin ber schöne Einbruck des neuen großen Museums ber Stadt Gießen gefördert wer- Nachdem die Mitglieder dem Verkauf des Vorgartens zugestimmt unb Bürgermeister Prof. Dr. Hamm für seine Darlegungen besonderen Beifall gezollt hatten, wurden die baulichen Erneuerungen besprochen, die, wie die Instandsetzung des Daches, nicht mehr aufschiebbar sind, wenn das Gebäude nicht verfallen soll. Mit einem Appell zur Unter» stützung unb Erhaltung dieses wertvollen Kulturdenkmals der Stadt wurde die Versammlung beschlossen. In einem anschließenden, mit starker Hingabe für die Persönlichkeit des Forschers unb Praktikers Justus von Liebig ausgezeichneten Vortrag über „Neues aus alten Akten unb Schriften des Liebig-Museums" gab Hnioerfitätsprofessor Dr. O. B e h a g h e l einen interessanten Beitrag zur Forschung über die Per- sönlichkeit Justus von Liebigs. In kurzem Hinweis streifte der Vortragende den außerordentlichen Wert dieses Museums, das über ein Personlichkeits- museum hinaus einen großen familiengefchichtlichen unb zeitgeschichtlichen Wert erhalten hat. Aus ben Schätzen dieses Museums hob ber Vortragende die Kolleghefte des damaligen cand. med. C. Speck aus Dillenburg hervor, ber in interessanten Aufzeichnungen über die Lietzigschen Vorlesungen zu berichten weih. Von ber Korrektheit des Vaters berichtet ein Manuale von Liebigs Vater, das die Ausgaben für sämtliche Kinder zur Aufrechnung bei der Erbteilung enthält unb aus dem u. a. her- voraeht, baß Justus' Sommersemester 1822 unb das Wintersemester 1822/23 in Erlangen 513 Gulden 30 Kreuzer, die Doktorwürbe in Erlangen 72 Gulden unb die Militärvertretung 75 Gulden gekostet haben. Bezeichnend ist babei, daß für Justus auch 5 Gulden, die er 1824 bei einem Besuche in Darmstadt vom Vater erhalten hat, unter ber Rubrik „beim einpaar Tage Hiersein" vermerkt sind. Don den noch nicht ausgewerteten Briefen nannte der Redner solche von Medizinalrat Thiersch, von Medizinalrat Trapp aus Anlaß der Analyse des Bad Homburger Elisabethenbrunnens, an Schmied- ling über die Silberspiegelherstellung unb an Dr. 1 Schneider in Petersburg über bas Fleischextrakt. Im Kreise der Mitglieder unb deren Angehörigen beging am Samstagabend im Caf6 Leib die Kne- gerkamevabschaft 1874 Gießen ihr 63. Stiftungsfest. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen tamerao- schaftlicher Unterhaltung. Musik der Kapelle Krengel leitete den Abend ein. Auch im Verlauf der Veranstaltung unterhielt die Kapelle mit ausgezeichneten musikalischen Vorträgen. Der stellvertretende Kamevabschaftsführer August Wagner hieß die Teilnehmer herzlich willkommen unb betonte, daß es ber tiefere Sinn des Abends sein solle, den Beweis zu erbringen, daß m der Kriegerkameradschaft Gießen der alte soldatische Geilt noch lebendig ist. Nach einem Vorspruch, der den Zuhörern Ernst Moritz Arndts ernstes vaterländisches Denken bewußt werden liefe, hielt Der 1. Kamerabschaftsführer, Rektor Stroh, die Fest- ansprache. Er ging von den eben gehörten Worten des Dichters aus unb erinnerte daran, wie schon immer in solchem Geiste Deutschlands Söhne für Heimat und Vaterland stritten. Jahn, Fichte unb Stein bauten an diesem Vaterland, unb einem Bismarck sei es gelungen, bas Zweite Reich zu schmieden. Im Glauben unb Vertrauen auf bie Liebe der Deutschen zu Heimat unb Vaterland habe der Führer Adolf H i 11 e r öas Dritte Reich geschaffen. Deutschlands Söhne fochten 1813 für die Idee des Vaterlandes, 1870/71 gaben sie Blut unb Leben bet Gravelotte und St. Privat, 1914 bis 1918 kämpften sie bei Langemarck, in Rußlanb, in ben Karpathen unb auf allen Meeren. Ihnen allen gelte Zeit unteres Lebens unser Gedenken, allen jenen, die gefallen sind für unser deutsches Vaterland, auch den Führern ber Armee, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg unb Generaloberst von Seeckt. Allen, die fielen, habe ein göttlicher Funke die Kraft gegeben, zu sterben: unter einem Blücher, Moltke und einem Hindenburg hotten sie die Kraft zu heldenhaftem Kampfe. In einer Minute stillen Ge- denkens wurde ber Gefallenen gedacht. Die Musik spielte das Lieb vom guten Kameraden. Den Kameraden im Kyffhäuferbunb sei, so fuhr der Redner fort, die Aufgabe gegeben, sich dessen würdig zu erweisen, daß sie die Fahne, die Armbinde unb bas Hakenkreuz tragen. Die Ehre verpflichte, in Gefolgschaftstreue zum Führer zu stehen, alle Lauheit ab- zuwerfen. Die Kamerabschaft sei frischen Geistes unb werde es bleiben.' Die Kameradschaft nehme alle Kraft aus einer großen Vergangenheit, sie stehe fest in der Gegenwart unb marschiere unter dem Führer in eine bessere deutsche Zukunft. Mit dem Gelöbnis der Treue zu Führer und Vaterland, mit dreifachem „Sieg-Heil!" fand die Festansprache ihren Abschluß. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied unb das Horst-Wessel-Lied gesungen. Nach einer kurze Pause nahm Kamerabschasts- sichrer Stroh die Ehrung einiger treuer Mitglieder vor. Er rühmte deren Treue unb stellte sie als leuch- tenbes Beispiel ber Treue vor Augen. Für 50jährige Zugehörigkeit zur Kameradschaft wurde Konrad Wenzel ausgezeichnet. Für 25jährige Zugehörig- feit wurden die Kameraden Konrad Becker, Heinrich Guthordt, Heinrich Schöck, Karl Stöver, Ludwig Möbus und Paul Schuld Der Kartenvorverkauf zum Gießener Künstler- sind. e _ unb Pressefest 1937, das am 2. Februar in samt- Freiwillige fUt* OIC Luftwaffe. lichen Räumen des Gesellschaftsvereins abgehatten M-ldelchluK 15 Januar wird, beginnt Donnerstag, 14. Januar. Die Festkarte 1937 ^ft bie Frist für kostet: Herren 3,50 Mark, Damen 2,50 ^arf, plafe- ^eß)un at5 Freiwilliger für die Luftwaffe Mieter des Stadttheaters 1,50 Awrk einschl. Steuer. Eintritt im Herbst 1937 ab. Wer sich bis jetzt Die Karten sind zu haben an der Theaterkasse, in nQl n^t gemeldet hat, muß sein Eintrittsgesuch den Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers und der jofor| einreichen bei einem Truppenteil derjenigen Oberhefsifchen Tageszeitung. Festkarten für Platz- Waffengattung, bei der er dienen will. Dafür kom» mieter des Stadttheaters nur an der Theaterkasse, jmen in Frage alle Truppenteile der Fliegertruppe, Das fremde Gesicht■ Roman von Caren. 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Sie nannte als ihren Lehrer einen jungen russischen Tanzmeister, der in Paris viel von sich reden machte, unb besten Name Allanb schon aus irgend- einer Zeitschrift her bekannt war. Evelyn erzählte voll Stolz, daß Potuloff sie ganz umsonst ausbilbe, daß er ihr sogar Solounterricht erteilt habe, zum stillen Aerger der anderen, bie ihre Stunden teuer bezahlten. „ „Ich war seine beste Schülerin", versicherte Evelyn. „Aber er wollte buch noch nicht allein auftreten lassen, weil ich noch zu jung sei. Der Erfolg könne mir zu Kopf steigen. Unb dann sei es aus mit meinem Talent, meinte er ..." Ihr ©lief verschwamm plötzlich in Tränen. „Bei Potuloff hätte ich es zu etwas gebracht. Potuloff war nicht der Mensch, der einem übertriebene Hoffnungen macht. Er war sehr streng mit mir — mit mir besonders. Zwei, drei Jahre noch — bann wäre ich soweit gewesen, bann Ihre Stimme schwanfte. Mit trostlosem Ausbruck starrte sie in die Landschaft, bie in der ungeheuren Feuersbrunst eines südlichen Sonnenuntergangs zu fast antiker Großartigkeit erstarrte. Sie saßen auf einer kleinen Bank über den Klippen, gegen bie das vom Mistral bewegte Meer mit weißen Gischtkämmen anrollte. Alland erhob ein wenig die Stimme, um nicht von bem Brausen ber Wellen übertönt zu werden. „Haben Sie denn Ihr Studium aufgegeben?" forschte Alland vorsichtig. „Aufgeben müssen?" Die stummverzweifelte Gebärde, mit der sie seine Frage bejahte, traf ihn auf einmal wie ein Blitz der Erkenntnis. Das also mar es, was sie zum Selbstmord getrieben hatte! Das ihr geheimes Leid, die Quelle ihrer Schwermut! Daß er auch nie an fo etwas gedacht hatte ...! Er hätte gern gewußt, warum sie auf die Fortsetzung ihrer Studien so plötzlich hatte verzichten müssen. Aber ihr Gesicht hatte wieder diesen abweisend verstockten Ausdruck, der ihn immer bis zur Verzagtheit einschüchterte. Teilnahmsvoll be- Zwei Tage später geschah etwas,das Allanb stutzig machte. Als er, wie jeden Morgen, Evelyn zum Spaziergang abholen wollte, war sie schon aus- aegangen unb ließ ihm sagen, daß sie erst gegen Mittag zurück fein werde, er möge in seinem Hotel auf sie warten. Sie hatte ihm tagszuvor von dieser Programmänderung kein Wort gesagt, vielleicht aus Angst, er würde sie dann begleiten wollen. Sie hatte ja manchmal so sonderbare Anwandlungen von Selbständigkeit. Ein wenig verärgert ging er nach Hause und setzte sich auf seinen Balkon, von dem aus man den Hoteleingang unb ein Stück der Straße überblicken konnte. Kurz vor halb eins — von unten herauf ertönte gerade das Gong, das die Gäste zu Tisch rief — sah er Evelyn kommen. Er erkannte sie schon von weitem an ihrem beschwingten Gang, er hätte sie unter Tausenden erkannt. Aber es fiel ihm sofort auf, daß sie ein neues Kleid trug, ein leichtes sportliches Sommerkleid, das er noch nie an ihr gesehen hatte, unb einen breitranbigeh wei- . feen Filzhut, der die obere Hälfte ihres Gesichtes (UU'I Muyun ...'. fast ganz beschattete. Dem Liebenden fiel ein Stern Lebtag nicht mehr1 oom Herzen. Das also war es: em neues Kiew Zimmer 7, entgegen. Jahres Programm des Amtes Nelsen, , , Ä... Wandern und Urlaub 19 37. Dieses Pro- Freiwilliger Eintritt Ms Heer, gramm, das alle Reisen des Wahres 1937 enthält, inelbefdiluh 15 Januar ist zum Preis von 20 Pf. auf der Kreisblenststelle Melbefchlufe 15. dauuar. erhältlich.^ DNB. Das Oberkommando des Heeres gibt be- sk 151/37 Schwarzwald — Kniebis kannt: Freiwilliger Eintritt ins Heer zum Herbst vom 13 bis 17. Januar. Diese Fahrt ist ab 1937 ist bei allen Truppenteilen für Wehrpflichtige “ nW ”* KÄSäwW" 5ÄSÄS-Ä Am Donnerstag, 14. d. k um 20.30 Uhr, m ber 3^ fofort seine aktive Dienstpflicht erfüllen Aula des Gymnasiums, ^11 Pg. Professor Dr^ I.^ 'B. Abiturienten vor Beginn des Hochschul- Hummel einen Vortrag: „D 1 e D e r s 0 r g u n g Odiums, meldet sich sofort bei dem Truppenteil, Deutschlands mit mineralischen Roh H . bem er einzutreten wünscht. Die Annahme von stoffen. Der Eintrittspreis zu diesemDortrag' Meldungen wird am 15. Januar 1937 abgeschlossen, der un Rahmen des Vierjahresplans großes Inter eingehende Meldungen können nicht mehr esse finden wird, betragt nur 20 Pf. s berücksichtigt werden. Weitere Auskünfte erteilen die Truppenteile, die Bezirkskommandos und die Meldeämter, bei denen auch Merkblätter für den Eintritt als Freiwilliger in das Heer zu erhalten den Sprachsächern zu meistern waren, so wird wohl jedem Einsichtigen klar, daß es allerhöchste Zeit gewesen ist, bie schon im 2Utertum erkannten Gesellschaft Liebig-Museum hielt am gestri- < Wahrheiten „Dielwisserei ?hrt mcht denken und Sonntagvormittag eine außerordentliche Mit- 1 „Nicht vielerlei, sondern viel durch die Veremhett Aiederversammlung mit vorangegangener Vor- < lichung des höheren Schulwesens w eher zu Ehren ^^sitzuna ab- I kommen zu lassen. Denn olle Klagen, daß die von dem stellv. Vorsitzenden, Hniversi- । Wissenshohe ber Neifeprufllnge (Abiturienten) der ofessor Dr. Weitz, geleiteten -ub-rord-nMch-n mitglie^rverfammtung einer3 Schulpolitik, die '„Alleswisser" züchten wollte, wurde die 5mibe der Mitglieder "ber die Der- statt junge Menschen zu erziehen, die etwas — leihung der Chrenplakette der Stadt Gießen an können! Dr.-y- den fixeren Vorsitzenden, Geheimrat Dr Som- tonnen! Sörtwfuen mer, zum Ausdruck gebracht. Der Vorsitzende wur- ^ornonzen. "dabei die großen Verdienste dieses Forschers Tageskalender für Montag. u„b Gelehrten um die Stadt Gießen und insbeson- Gloria-Palast, Seltersweg: „Hannerl unb ihre bere um die Schaffung des Liebigmuseums ^iebnaber". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Port gjnen großen Verlust erlitt die Gesellschaft burch Arthur" — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus ben £ob des Geheimrats Hniverfitäts-Professor Dr. am Brand: 17 bis 18 Hhr Ausstellung ber Delge- Dr. h c Behaghe 1. Er hatte an ber tulturel- mälbe Aquarelle unb Zeichnungen von Pros. Otto [en Entwickelung der Stadt Gießen und per Um» Dill (Neustadt an ber Weinstraße). tversität, deren Rektor er mehrmals war, lebhaften z hinteil. Für feine besonderen Verdienste um die NSOAV. - Amt für DolkSwohlsahtt. Gesellschaft wurde er mit ber Liebig-Medaille aus» Ortsgruppe Gletzen-Rord. gezeichnet. Sein Name wirb fortbestehen m ber Ge- "N Demcy oer urwu fp □ stellv. Vorsitzende über ben augenblicklichen halten. dann den in Verbindung mit der Beseitigung des Ortsgruppe Gretzen-Oup. Vorgartens des Liebigmuseums stehenden groß- Minlerhilsswcrk d°- W toltes t« «Ä Am Montag, 11., Dienstag, 12., ^MA"och, . Verschönerung der Stadt und der Derkehrstech- 13. Januar findet m der Or -gruppe » Sud der D-rfih°n°E^°er^^ und am durch die NS.-Frauenschaft bie ^HW. Pfundsamrn ßi bi । beseitigt und die ganze Front vor hing statt Es wird gebeten die ^ensrnM l. ^big U1£ der alten Klinik in gerader spenden (Pfundpakete) zur Abholung berettzuhalte . öer ^5 jetzigen Zaunes des Hauptge- bäudes zurückverlegt. Gleichzeitig wird ber Stabt bas jetzt als Waschküche bienenbe kleine Haus aus bem Grundstück des Zollgebäudes nieberlegen, um dadurch die Front des jetzigen Museums der ßiebig» , Gesellschaft besser zur Geltung zu bringen. Der Gin» Amt Reisen, Wandern unb Urlaub. gang des jetzigen Museums wird nach dem Vorbild gAV jgpt- s Ä es Srrisbienftftelte „KdF.", Gießen, Echanz-nstratz-18, Stadt, eine neue Sehenswürdigkeit und auch träge, sowie einige Reigenvorführungen fanden regen Beifall. Die Jugend widmete sich dem Tanz. Zahlreiche junge Kameraden der Wehrmacht nahmen an der Veranstaltung teil und bewiesen damit ihre Verbundenheit mit den alten Kameraden. Winterfest des postvereins 1906. Am gestrigen Sonntagnachmittag veranstaltete, wie alljährlich, der Postverein 1906 sein Winterfest, Las von Musikalischen Darbietungen der Kapelle Schleuse (Steinbach) verschönt und durch turnerische Vorführungen der Turnerjugend und gymnastische Ballübungen und Tänze der Turnerinnen des Post- fportvereins noch bereichert war. Der Vereinsführer, Postsekretär, Kreisleiter z. b. D. Adam Lotz, entbot in einer Ansprache den Gästen und Berufskameraden den Willkommensgruß. Besonders begrüßte er den neuen Amtsvorstand, Postrat Z o l l f r a n k, das Ehrenmitglied, Postassistent i. R. Georg Pfaff, und die Mitglieder des Postsportvereins unter der Führung von Postamtmann Seibel. Die Veranstaltung, so sagte Adam Lotz u. a., soll dazu beitragen, daß sich die Berufskameraden und ihre Familien kennen lernen und daß dadurch auch die Volksverbundenheit innerhalb der Mitglieder ihren Ausdruck findet. Es genügt nicht, daß sich die Kameraden nur im Dienst sehen und verstehen, sondern es ist erforderlich, daß die kameradschaftliche Verbundenheit auch außer Dienst gepflegt wird. Dazu soll diese Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit bieten. Zu Ehren der verstorbenen Mitglieder erhob sich dann die Versammlung von ihren Plätzen, während das Lied vom guten Kameraden gespielt wurde. Weiter gab der Redner seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß auch diese Winterfeier in Ruhe und Frieden in einem geeinten Vaterlande begangen werden könne. Fast in jedem Land versuche der bolschewistische Wellfeind die staatliche Ordnung zu zerstören, die menschliche Kultur zu vernichten. Als erschreckendes Beispiel verwies Pg. Adam Lotz auf Spanien, das sich in einem beispiellosen Bruderkampf zerfleische. Auf grausame Art würden dort unschuldige Menschen gemordet und die Beauftragten Moskaus hätten dort unerhörtes Unheil über die Menschen gebracht. Jahrhunderte alte Kulturwerte würden dort dem Boden gleichgemacht. Demgegenüber verwies er auf das friedliche Deutschland, in dem wir glücklich einer neuen Zukunft entgegensetzen und ungestört nach innen und außen an das Aufbauwerk gehen kön- nun. Und daß das so ist, verdanken wir einzig dem Führer, der durch die Schaffung einer starken Wehrmacht unser Vaterland zu schützen wußte. So könnten wir auch in dem neuen Jahre ungestört unseren Berufspflichten nachgehen. Jeder solle an seinem Platze seine Pflicht tun in dem stolzen Bewußtsein, daß es in unserem Vaterlande wieder aufwärts geht, und in tiefer Verehrung und Dankbarkeit gegenüber unserem Führer, auf den der Redner ein dreimaliges Sieg-Heil ausbrachte, in das die Versammlung freudig einstimmte. Gemeinsam mürben dann die Nationallieder- gesungen. Nach einigen turnerischen Vorführungen erfreuten die drei lustigen Gesellen (Wehn, Sondermann und Bindewald vom Dauerschen Gesangverein) mit einigen Singspielen, Frl. Reitz durch einige Tanzdarbietungen. Besonders die Turnerinnen waren mit großer Hingabe bei ihren Hebungen und Tänzen. Für die Kleinen bot eine Brezelverteilung eine freudige Ueberraschung. Die Erwachsenen vergnügten sich bann beim Tanz. * ** Goldene Hochzeit. Der Stellwerksmeister i. R. Konrad Hausrath und seine Ehefrau, Schillerstraße 32, können am kommenden Mittwoch, 13. Januar, das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar steht im 78., seine Gattin im 73. Lebensjahr. SJL-'Svort Fußball der heimischen Mnnschasten. Hessens Gaumeister wieder geschlagen. Der zweite Spielsonntag im neuen Jahr beschäftigte in Hessens Fußball-Gauliga wieder acht Mannschaften auf dem grünen Rasen. Die Ergebnisse fielen zum größten Teil erwartungsgemäß aus. Das größte Interesse galt dem Treffen zwischen dem Gaumeister Hanau 93 und dem Tabellenführer Spv. Kassel, das der Spitzenreiter knapp für sich entscheiden konnte. Die Hanauer dürften damit für den Meistertitel in diesem Jahr nicht mehr in Frage kommen. Die Hessen aus Hersfeld schlugen den VfB. Friedberg mit 1:0 und blieben so wieder dicht hinter dem Kasseler Spielverein. In dem Fuldaer Lokalderby behielten die Borussen überraschend mit 1:0 die Oberhand über die Germanen. Mit einem 3:0- Sieg über den Tabellenletzten Niederzwehren arbeitete sich Kewa Wachenbuchen in der Tabelle, die sonst unverändert bleibt, vorn 6. auf den 4. Platz vor. Ergebnisse der Dezirksklaffe. Bisfenberg — Sinn 1:3 (abgebrochen); 1900 Gießen — Frohnhausen 0:0; 55urgz— VfB.-R. Gießen 3:1; Naunheim — 05 Wetzlar 1:5; Dillenburg — Lollar 6:3. In Bissenberg kam es zu einem Spielabbruch. Bei einem Stande, der den Sieg der ©inner sowieso außer Frage stellte. — In Gießen trennten sich 1900 und Frohnhausen unentschieden. — Burg behauptete sich erfolgreich gegen VfB.-R. — Die Wetzlarer errangen in Naunheim einen Sieg, der durch seine Höhe überrascht. — Ebenso überraschend ist der hohe Sieg der Dillenburger über Lollar. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Frohnhausen 0:0. Prächtiges Fußballwetter hatte gestern wieder eine große Zuschauermenge auf den 1900er-Platz gebracht, die von dem Verlauf des Spieles zwar nicht ganz überzeugt, aber doch zufriedengestellt wurden. Dem Spiel fehlten die Torerfolge. So gab es nicht viel Begeisterung. Gleich zu Beginn des Kampfes hatten die Blau- weißen eine große Chance in Führung zu gehen, als im Anschluß an einen gut vorgetragenen Angriff der Ball unverhofft zu dem freistehenden Ranft kam. In der Aufregung wußte er aber nichts Rechtes anzufangen. Auch für die Folge waren die Angriffe der Platzbesitzer zahlreicher, die aber an der sehr aufmerksamen und vor allen Dingen recht zahlreichen Verteidigung verpufften. Allmählich gelang es den Gästen, sich ebenfalls zur Geltung zu bringen, wodurch sich das Spiel ziemlich ausgeglichen gestaltete. Nach dem Wechsel bot sich dasselbe Bild. Beide Hintermannschaften stellten sich den Vorstößen der Sturmreihen erfolgreich entgegen. Die Zeit schwand mehr und mehr und das Ende war nicht mehr fern, als zahlreiche Anfeuerungsrufe die Blau- weißcn nochmals mächtig aufmunterten. Die Gäste wurden stark zurückgedrängt, Ecke folgte auf Ecke, doch zu Erfolgen kam es nicht. Frohnhausen hatte sich vollkommen auf Verteidigung eingestellt und wehrte sich verbissen. Da — Heilmann wurde unfair gelegt! Alles verlangt stürmisch nach Elfmeter! Doch die Tat geschah an der Grenze und da gab es nur Strafstoß, der abgewehrt wurde. Kurz vor Schluß hatten die Gäste noch eine Chance. Lippert mißglückt eine Abwehr, wodurch der Mittelstürmer der 'Dränier völlig frei aufs Tor lossteuern konnte. i» — Rahn stürzte ihm aber entgegen und klärt durch entschlossenes Eingreifen. Frohnhausen zeigte eine ziemliche Geschlossenheit. Die Verteidigung war der beste Mannschaftsteil. Der Mittelläufer übertrat seine Außen beträchtlich. Der Sturm operierte ganz annehmbar, restlos konnte er allerdings nicht überzeugen. Bei 1900 vermißte man den letzten Einsatz, besonders in der Fünferreihe. Die Läuferreihe hatte ein großes Pensum Arbeit zu verrichten. Der Sturm war vor dem Tor zu zaghaft. 1900 II — Frohnhausen II 0:0. Auch dieses Treffen endete torlos, obwohl 1900 teilweise überlegen war. Das Erfreuliche war aber, daß sich die Reservisten der Blauweißen wieder einmal von der besten Seite zeigten. DfB/N.-3:1 -Niederlage in Burg. Auch in Burg hatten die Gießener kein Glück, obwohl es möglich gewesen wäre, wenigstens ein Unentschieden zu erzielen. Für die Gießener war es geradezu tragisch, daß zu einer Zeit, als sie im Endspurt mit aller Wucht auf den Ausgleich drängten, durch ein Selbsttor ihres Verteidigers endgültig geschlagen wurden. In spielerischer Hinsicht ließen sich die DfBer das hohe Spiel der Platzbesitzer aufdrängen. Das Spiel selbst war sehr hart, ohne jedoch die Grenzen zu überschreiten. Hierdurch hatte der Schiedsrichter einen schweren Stand. Das Spiel begann mit einer Ueberraschung. Die Gießener tarnen sofort zum Zuge und nachdem die Burger Verteidigung kurz vorher gerade noch Kramer'stoppen konnte, mußte sie sich durch diesen, der einen hohen Ball eindrückte, geschlagen bekennen. Die VfB er griffen weiter an. Langsam gelang es den Burgern, sich von dem Druck der Gießener zu befreien. Der Linksaußen der Platzbesitzer leitete den Ausgleich ein. Er umlief den rechten Verteidiger der Gießener, flankte zu dem Rechtsaußen Meißner rechnete mit diesem Schuß, aber der dazwischenspurtende Halbrechte erreichte den Ball und schoß in die lange Ecke ein. Ein vermeidbarer Erfolg! Das Spiel wurde sehr schnell. Hofmann spielte Szponick frei, dessen Flanke lief durch die Verteidigung hindurch zu Fehling, der aus 5 Meter Entfernung das Tor nicht finden konnte. Damit war die Torgelegenheit, die die Entfchedung hätte bringen können, unausgenutzt. Bis zur Halbzeit wurden von beiden Mannschaften keine zwingenden Torgelegenheiten mehr herausgearbeitet. Sofort nach Wiederbeginn kamen die Burger groß in Fahrt. Immer wieder war es der Linksaußen und der Halbrechte, die unter wuchtigem Einsatz die Angriffe oortrugen. Zweimal kurz hintereinander köpfte der Halbrechte knapp über die Latte. Fehling tauschte jetzt mit Stephan seinen Platz und die Folge hiervon waren vermehrte Angriffe der Gießener von rechts. Aber überraschend siel das zweite Tor für Burg. Die Burger spielten jetzt mit vier Läufern und gaben dadurch den Gießenern Gelegenheit, ihrerseits gewaltig zu drängen. Aber immer landeten die Schüsse im Aus. Noch sechs Minuten waren zu spielen und man glaubte an den Ausgleich. Eben war noch ein Strafstoß von Kramer am Torpfosten vorbei ins Aus gegangen, als schon wieder der Rechtsaußen der Burger auf das Tor der Gießener stürmte. Seine Steilvorlage zum Halbrechten schlug Schwarz nm Tormann vorbei in die Ecke. Durch dieses Selbsttor waren die Gießener geschlagen. Kurz daraus pfiff der Schiedsrichter ab. VsV.-R. II — Burg II 4:0. Obwohl man nur zweimal eine halbe Stands spielte, konnten die Gießener einen klaren und auch in dieser Höhe verdienten Sieg erringen. Die Gastgeber hatten dem Können der Gießener nur ihren Eifer entgegengesetzt. Ueberraschung in Bayern. 1. FL. Nürnberg von Ingolsladi-Ringsee geschlagen. Von den fünf Meisterschaftsspielen im Gau Bayern endete das Treffen zwischen .dem VfB. Ingolstadt und dem favorisierten 1. FC. Nürnberg mit der überraschenden 1:0 (0:0)-Niederlage des deutschen Meisters, der dadurch in feiner Spitzen- stellung wieder gefährdet ist, denn die Verfolger konnten sämtlich erfolgreich bleiben. Der 1. FC. Schweinfurt schlug Wacker München 3:2 (1:0) und liegt jetzt nur noch einen Punkt relativ hinter dem „Club" zurück, aber vorläufig noch an fünfter Stelle. Bayern München gab dem ASV. Nürnberg unerwartet hoch, mit 8:0 (3:0) das Nachsehen, und die SpVg. Fürth stand mit dem 5:0 (2:0) gagen München 1860 den Rothosen nicht viel nach. Die Spvg. Fürth hat nach Gewinnpunkten mit dem alten Rivalen nun wieder gleichgezogen. Bleibt noch der BC. Augsburg, der selbst auf eigenem Platz Mühe hatte, den Tabellenletzten und Abstiegskandidaten aus Coburg mit 1:0 (1:0) hinter sich zu lassen. Die Ergebnisse im Gau Südwest. Eintracht Frankfurt — Borussia Neunkirchen 4:2. FK. Pirmasens — Sportfr. Saarbrücken 2:2. Sv. Wiesbaden — Wormatia Worms 0:0. HandballergebnissederGauiigaHessen. Jahn Gensungen — Tuspo. Bettenhgusen 5:10. Spv. Kassel — To. Kirchbauna 7:6. Kurhessen Marburg — 86 09 Kassel 9:12. Tv. 47 Wetzlar — CT. Kassel 4:10. Ein neuer deutscher Frauen - Schwimm - Siaffelrekord. Das am Sonntag vorn Frankfurter Damen- Schwimmverein durchgeführte reichsoffene Frauen- Schwimmfest hatte einen großen Publikumserfolg zu verzeichnen; denn das Stadtbad Mitte war bei den Nachmittagskämpfen bis auf den letzten Platz besetzt. In einer Reihe von Konkurrenzen war Deutschlands Meisterklasse am Start Nixe Charlottenburg griff äußerst erfolgreich in die Wettbewerbe ein. Die Nixen gewannen bis auf die Jugend-Lagenstaffel 3 X 100 Meter, die Düsseldorf 98 in der bisher schnellsten deutschen Zeit von 4:22,2 an sich riß, alle von ihnen bestrittenen Staffelkonkurrenzen, in denen sie die Bahnrekorde sämtlich unterboten und in der 3 X 100 - Meter - Bruststaffel mit der Mannschaft Knuth, Engelmann, Arendt mit 4:32,6 Minuten sogar einen neuen deutschen Rekord aufstellten. Die alte Bestleistung wurde von den Nixen mit 4:32,9 Minuten gehalten. Auch in den Einzelkämpfen waren die Nixen erfolgreich, und zwar holte sich Gisela Arendt die 100 Meter Kraul in 1:09 Minuten, mußte allerdings kämpfen, um Inge Schmitz (Spandau 04), die 1:09,9 benötigte, hinter sich zu lassen Ulla Groth (ASV. Breslau) wurde in 1:13,6 weit abgeschlagen Dritte. Auch Traute Engelmann ließ sich im 200-Meter-Brustschwim- men den Sieg nicht entgehen und siegte als einzige Vertreterin in der Meisterklasse in 3:11,4 Minuten vor der in der Klasse la startenden W. Müller (Germania Dortmund), die großen Widerstand leistete und in 3:13,1 als Zweite an» schlug. DeuWer Radsieg über Italien. Die erste große Radsportveranstaltung des neuen Jahres in der Berliner Deutschlandhalle, der erste offizielle Radländerkampf zwischen Deutschland und Italien, hatte 10 000 Zuschauer angezogen, unter G LORI Fl Lichtspielhaus Gießen 199A und Paul Hartmann. Giessen ..PA LP ST iiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiii IweasBekümpwosom Schwarzarbeit können Arbeils-Anqe bete von Handwerkern nur mit Namensnen nnng n. unter Vorlage besSewerbenachwei!« anigeoommen werden Verlag »««SiebeoerAluelgere miiiiiiiiiiiiiimiiiiiiii» W ßeute u. Dienstag: ™ SeelM-M 00 g 40 Bf. I MelM-Mt 00 g 45BL empnehlt 2oiA A. Koch Nachfolger Mäusburg 15, Tel.3612 Täglich mit großem Erfolg! Port Arthur mit Adolf Wohlbrück, Karin Hardt ^UNDIHRE^ UEBHABEjg Ein entzückendes Erlebnis, ein Film voll sprühendem Temperament! Ein Film nach dem Roman von R. H. Bartsch, der in die lebendige Gegenwart paßt. — Flott inszeniert von Werner Hochbaum. Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Ab heute Montag: Albrecnt Schönhals - OHy v. Flint Hans Moser - Olga Tschechowa Gewinuauszug 4. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 9. Januar 1937 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und -war je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II __ In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 RM. gezogen 2 Gewinne ,u 25000 RM. 4 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 338141 6466 114975 148481 98503 217636 270274 311952 16 Gewinne zu 1000 RM. 149089 175109 185901 24 Gewinne zu 800 RM 134659 135607 136393 23321 23489 132869 270698 318222 6233 7505 13873 78963 228792 265593 279085 1095 6563 13705 15918 19253 180333 239558 388765 83600 183253 297079 390960 112666 130200 154465 177533 215674 269354 299657 315021 335974 377929 94634 123645 136592 172513 208331 243180 271800 307872 323138 351812 106096 124303 149075 173362 213500 246287 278754 310534 327439 357474 109773 130180 152050 173712 214365 251386 279833 312594 331185 368636 114018 132686 155496 181379 216220 269920 304212 315145 342253 392086 123564 185588 316989 399333 136432 166442 189060 231665 271258 307651 317655 350350 397730 322531 343079 42 Gewinne zu 500 RM. 133562 145262 179904 211161 220974 232536 328626 379784 380955 156 Gewinne zu 400 RM -------- ----- ---- - 35530 41713 46629 48423 48947 56886 65972 65448 69668 74739 80190 84791 88276 90191 ---- ------ ------ ------ ------ 120485 In der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 300 RM. gezogen 2 Gewinne zu 3000 RM. 323283 2 Gewinne zu 2000 RM. 274938 16 Gewinne zu 1000 RM 18616 211401 222366 238433 288761 309312 367103 394001 12 Gewinne zu 800 RM. 20673 91910 112798 126460 263480 354322 60 Gewinne zu 500 RM 3510 4417 69645 66330 78360 81933 105168 114300 141450 161391 155424 180647 189530 210870 214577 220531 226033 244653 253967 276607 277283 303866 324176 331425 343517 351871 352551 355037 389919 394693 194 Gewinne zu 400 RM 1181 2361 2499 19000 22666 26084 27693 33718 33764 34280 37961 48193 64390 65978 61691 63201 67888 69463 72036 73648 74058 78355 79188 83360 91326 100676 108825 112168 121373 122008 127509 129480 131705 133970 134041 135894 137676 145674 154966 165490 161798 166235 173027 177883 178208 184839 187219 200909 202606 202683 203644 208477 213118 217126 218323 224093 238908 242512 243137 248443 266816 257087 257162 268054 269841 271841 283721 286775 288131 306316 310150 311880 314509 322359 323143 328953 331214 332116 335562 337284 337974 342616 344883 347932 347936 357447 359797 365762 368837 382009 388949 396227 397641 397823 398514 398561 398952 Die Ziehung der 5. Klasse der 48. Preußisch- Süddeutschen (274. Preußischen) Klassen-Lotterie findet vom 9. Februar bis 15. März 1937 statt. o Hier abschneiden! Kohlen von Fischer Gießen, Alicenitraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Zahnausfall 685 Zahnkrampfe Vereinbarung getroffen, so muß die Arbeit den allgemeinen Anforderungen, die man an gleichartige Arbeiten stellt, entsprechen. Wurde z. B. eine Plombe schon nach 14 Tagen wieder herausfallen, so müßte sie der Z kostenlos durch eine andere ersetzen, außer er hat vorher ausdrücklich abgelehnt, für die Dauer der Haltbarkeit zu garantieren Forderungen des Z. wegen geleisteter Arbeiten verjähren in Wei Jahren nach Schluß des Jahres, in dem die Arbeiten gemacht sind; f. auch Zurückbehaltungsrecht. Zahnausfall, spontaner Ausfall der Zähne, kommt bei einer Erkrankung des Zahnfaches vor, also des Teiles des Kiefers, in dem der Zahn steckt. Die Zähne werden locker, aus dem Zahnfleisch fließt Eiter. Man begebe sich sofort in zahnärztliche Behandlung. Zahnbürste,unentbehrlichesWerk- zeug zum Säubern der Zähne, was regelmäßig morgens und abends geschehen soll. Eine Zahnbürste soll nicht zu hart, aber — außer bei sehr empfindlichem Zahnfleisch — auch nicht zu weich sein. Die Bürsten muffen stets trocken gehalten werden. Sobald sich Borsten lösen, ist die Zahnbürste nicht mehr zu gebrauchen da die losgelösten Borsten gefährlich werden können. Neue Bürsten müssen vor Gebrauch gründlich entkeimt werden. Man stellt sie über Nacht in Salzwasier oder in Wasierstoffsuperoxyd. Zahnen der Kinder ist der Durchbruch der Milchzähne. Zuerst kommen die unteren Schneidezähne zum Vorschein. Manchmal lft das Zahnen mit großen Beschwerden verbunden. S. Milchgebiß. Zahnfieber, eine häufig beobachtete Erscheinung, daß die kleinen Kinder beim Durchbruch der Zähne Fieber und Schmerzen bekommen. Wenn das Fieber nur gering ist und sehr bald wieder abklingt, ist es eine ganz harmlose Sache. Freilich sollte man immer bei höherer Temperatur und bei richtigem Unwohlsein der Kinder einen Arzt zu Rate ziehen, weil es beim Zahnen der Kinder normalerweise nicht zu einer richtigen Krankheit kommt und dann meistens irgend eine andere Ursache für das Fieber zu vermuten ist. Zahnfleisch ist die Mundschleimhaut. welche die Kiefer und den Hals der einzelnen Zähne überzieht. Gesundes Zahnfleisch ist rosa und darf beim Zähneputzen nicht bluten. Oft können sich Bläschen am Zahnfleisch bilden Wenn Spülen mit Kamillentee nichts hilft, so gehe man am besten in ärztliche Behandlung. Häufig blutet das Zahnfleisch. Daran ist entweder eine Zahnerkrankung oder eine Erkrankung der Mundhöhle oder eine Allgemeinerkrankung schuld. Gewöhnlich entsteht dabei sehr übler Mundgeruch. Ärztliche Behandlung ist unbedingt nötig. Zahnkrampfe. Wenn kleine Kinder Krämpfe haben, schiebt das O. q $ € c c e. 10 S o c 8 E 'io :5 f § « ~ Ms; ■CcJI 3-'S »II 3- vu LqZ 2,1- Si.Sc •S’Sc K*^ö :q e u *8? §11 * e in 55 6 0»' i®-5 Le-- 22 2, ’® i ^C1 rV«T fe» h e=^ Ci* 82. e; es BcS tt-Q- ä?J mit einheitlich, infolge der Geschäft-stille überwogen wurde, jedoch kleine Rückgänge, JS,-Farben 170,50 noch ruhig, 17125, Verein, Stahl 117,75 nach 118, Daimler I Frankfurt a. M. Berlin Frantturt a. M. 9 L Datum 97,25 Wirtschaft — Frankfurt a.21L 122,5 97,25 97,5 95 100 98,5 117,4 122,5 97,25 124 15,75 15,75 125,5 188,65 111 114 108 97,5 95 6 o 12 6 6 6 6 101 98,25 102,25 99 99,9 98,5 117,1 130,75 97,25 101 97,5 95 93,75 97,25 95 101,25 Accumulatoren-Fabril AKU--Äunftfeibe..... Aichafsenburg Zellstoff Bemberg........... Betula............. Buderus Eisen....... Gement Heidelberg ... Gement Karlstadt .... Ghade A.-G.......... Gonti Gummi....... Daimler Motoren.... Dessauer Gas....... bank 1 v.H. fester, Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. niedriger, Westdeutsche Kaufhof, Zement Heidelberg und AG. für Verkehrswesen gut behauptet. Am Rentenmarkt war die Haltung freundlich, das Geschäft aber klein. Lebhafte Nachfrage erhielt sich nach Goldpfandbriefen. Gesucht waren außerdem Wiederaufbauzuschlage mit 74 65 (74,40), späte Schuldbuchforderungen mit 98,25 (98), fconv munal-Umschuldung mit 90,70 bis- 90,75 (90,60) und Zinsoer aütungsfcheine mit 94,65. Altbesißanleihe fegten etwas höher ein mit 117,25 (117,10). Auch im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktie n rn a r k t sehr klein und die Haltung war un- 101 98.25 102,25 99 99,95 98,5 117,25 130,75 97,25 101,25 97,5 95 93,75 Lahmeyer.......... Mainkraft........... Mannesmann....... Man-felder Bergbau . Metallgesellschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro Mittag- börse Reichsban!-............... Berliner Handelsgesellschaft Gommerz- und Privat-Bank Deutsche Diskonto. Dresdner Bank........... Rheinstahlwerke.............. Rbetnisch-Westfälische Elektro .. Sportamt „Kraft durch Freude-'. Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule: Turnhalle Gymnasium, Bismarckstraße, 20.15 bis 21.45 Uhr. Nur für PL. der NSDAP., Ortsgruppe „Sud". Boxen: Schillerschule, Schillerstraße, 20.30 bis 21.45 Uhr. Kursus-DAF.-Gebühr 6 mal 40 Pfg. - 2,40 Mark. Tischtennis: Haus der DAF., Schanzenstraße 18 L, 20 bis 21.30 Uhr. Kursus-DAF.-Gebuhr 7 mal 30 Pfg. = 2,10 Mark. Reiten: Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 Uhr. DAF.-Gebühr 1 Mark. Rütgerswerke ........ Salzdetfurth Kalt..... Schuckert & Go........ Schultheis Patzenhofer. Siemens & Halske .... Süddeuis.ä,e Zucker,.. Bereinigte Stahlwerke. Westdeutsche Kaufhof. Westeregeln Alkali.... Zellstoff Waldhof .... Ltavi Minen........ 97,25 95 101,5 101,9 110,05 11 19,25 1,85 7,75 6,1 9,65 5,8 jer schnitt aber der Jungmann Bradl-Salzburg mit Sprüngen von 72,5 und 73 Meter und Note 228,2 ab. stellt worden, diese 3 Millionen Mark Aktien ebenfalls zur Frankfurter Börse zuzulassen. Die Aktien nahmen bisher schon an der Dividendenzahlung teil, ihr Stimmrecht wurde vom Bankenkonsortium ausgeübt und geht nunmehr auf die übernehmenden neuen Aktionäre über. Keinesfalls dienen die neuen 3 Millionen Mark an der Börse zuzulassenden Aktien der Stärkung der Betriebsmittel von Buderus, sondern sie kommen an den öffentlichen Markt lediglich in Auswirkung der Uebernahme des Hüttenvereins. Tihein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 9. Jan. Die Wochenschlußbörse nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Der Ordereingang war gering, infolgedessen bewegte sich die Umsatztätigkeit in engen Grenzen. Die nicht unfreundliche Tendenz erfuhr durch verschiedene günstige Wirtschaftsnachrichten eine Stütze, so daß die Kursveränderungen am Aktienmarkt zumeist nur Bruchteile eines Prozentes ausmachten. Von chemischen Werten schwächten sich Scheideanstalt auf 271 bis 270 (272) ab, JG.-Farben hatten mit 171,25 bis 171 (171) lebhafteres Geschäft, Deutsche Erdöl und Th. Goldschmidt zogen bis 0,50 v. H. an. Elek- troaktten lagen sehr still und nahezu unverändert, nur Felten gingen um 1,50 v. H. zurück, RWE. blieben ex 5,40 v. H. Netto-Dividende behauptet. Montanwerte bröckelten vorwiegend leicht ab, Verein. Stähl 118 bis 117,75 (118,13), Klöckner verloren 1,50 v.H. auf 126,25, Harpener und Mansfeld gaben bis 1 v. H. nach, Buderus blieben mit 124,13 voll behauptet. Don Mafchinenaktien waren Eßlm- qer gesucht und 2 v. H. höher, Daimler gewannen 0,50 v. H., Moenus 99,65 (99,75), Rheinmetall 150,75 (151). Von Schiffahrtsaktien zogen Hapag auf die Auslassungen über die Geschäftslage weiter an auf 16,13 (15,75). Im einzelnen eröffneten Reichs- deneu sich auch der Reichssportführer befand. Die deutschen Vertreter landeten mit 80:50 Punkten einen verdienten Sieg. In den Dauerrennen war Lohmann mit seinen drei Mitbewerbern Möller, Manera und Severgnini turmhoch überlegen. Er gewann nicht nur alle seine Rennen, sondern fuhr auch taktisch so klug, daß Möller mit einem zweiten Platz noch erfolgreich gegen die beiden Ausländer bestehen konnte. In dem aus fünf Läufen bestehenden Omnium hatte die deutsche Mannschaft E h m e r , Hoffmann, Merkens, 6 d) ö n in Merkens ihren besten Mann. Der Kölner holte sich den Fliegerkampf und das Punktefahren und konnte auch seinen ersten öffentlichen Start hinter Motoren gegen einen immerhin routinierten Mann wie Schön zu einem eindrucksvollen Siege gestalten. Die vier Italiener Olmo, Bini, di Paco und Battesini, durchweg Straßenfahrer von Ruf, offenbarten ihre Stärke im Tempofahren und gewannen sämtliche Verfolgungsrennen. Die deutsche Mannschaft wurde sogar eingeholt und in den vier einzelnen Rennen setzten sich nach dieser Leistung ebenfalls die Gaste erfolgreich durch. Das einleitende 30-Kilometer-Mann- scha'fts fahren der Amateure wurde erst im letzten Spurt entschieden. Wachtmeister/Kalupa, die sich vorher schon durch zahlreiche Vorstöße hervorgetan hatten, stellten mit dem Gewinn der Punkte in der letzten Wertung ihren Sieg von Koch/Pu- rann sicher. Oie Ereignisse im Wintersport. Anton E i s g r u b e r - Partenkirchen gewann das Moro-Gedächtnisspringen in Innsbruck mit Note 216,2 und Sprüngen von 69 Meter vor Franz Haselberger und Randmond Sörensen. Bes- Mathias W ö r n d l e - Partenkirchen belegte beim 40- Kilometer-Dauerlauf im Schwa r z- wald wieder den ersten Platz. Er benötigte für die Strecke 3:35:53 Stunden. Benitz-Saig und Morrath-Freiburg belegten die nächsten Plätze. Bei Berchtesgaden wurden am Samstag die Chiem-Jnn-Kreismeisterfcha ft en mit dem 16-Kilometer-Langlauf begonnen. Willi Seeweg gewann in 1:02:37 Stunden vor Adam Speckbacher, Willy Bogner und F. Däuber Bei den Jungmannen siegte über acht Kilometer Josef Weitz in 34:24 Minuten. . Bei den Skiwe11kämpfen der Akademiker in Davos fiel der Staffellauf gänzlich aus. Bei den Abfahrtsläufen gewann der Berner Käck bei den Männern und Adelheid Müller-Bafel bei den Frauen. Der Freiburger Dr. Vetter kam in Klaffe II auf den 3. Platz, die Münchener C o - m e s und D e n d l belegten den 6. und 10. Platz. 123 nach 124. Die später Notierten Werte wiesen nur geringe Veränderungen auf, Muag 1,25 o. H. fester mit 135, Eßlinger Maschinen 104 (102). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurta. M., 11. Januar. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1010 Rinder (218 Ochsen, 133 Bullen, 496 Kühe, 163 ftärfen) 514 Kälber, 113 Schafe, 3613 Schweine. Es K en Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 b!s 43 Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44 Kälber 25 bis 65, Hämmel 35 bis 48, Schweine 48,5 bis 52 5 Mark — Marktverlauf: Rinder und Schweine würden zugeteilt, Kälber mäßig, Hämmel und Schafe Schluß!. Abend- börse 91. Schluß- kurs 8.1. Berlin ScklußÜ AG.-Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Weitere Umsahbelebung. Fwd. Bei der AG. Buderussche Eisenwerke in Wetzlar liegt auch im Geschäftsjahr 1936 eine weitere Umsatzbelebung vor. Infolge der durch gute Witterung begünstigten längeren Dauer der Bautätigkeit mar, nach Informationen des Fwd., die Beschäftigung in allen Abteilungen des Unternehmens längere Zeit, als sonst zeitbedingt üblich, ziemlich lebhaft. Die Winterbeschäftigung kann als normal angesehen werden. Das finanzielle Ergebnis ist wiederum befriedigend und würde an sich wohl eine Verbesserung in der Ausschüttung gestatten (in den letzten beiden Jahren je 4 v. H ). Ob für das abgelaufene Jahr eine Dividenden- erhöhuna vorgenommen wird, bleibt abzuwarten, sie gilt aber als unwahrscheinlich. Die Gesellschaft hat, wie sie schon in der Hauptversammlung vom 8 Mai ankündigte, im abgelaufenen Jahre wiederum zum Zwecke des technischen Ausbaues der Werke erhebliche Mittel aufgewandt, die damals mit 4 Millionen Mark beziffert wurden. Es wurde eine große Erzmischanlage erstellt, zwei neue Hochöfen als Ersatz für zwei ältere Oefen werden im Lause des Jahres 1937 in Betrieb genommen werden können. Auch in der 1936er Bilanz durften keine praktischen Bankverpflichtungen, dagegen wieder erhöhte Bankguthaben erscheinen, die für den weiteren Ausbau des Werkes bereitstehen. Im Zuge der Uebernahme des Heffen-Naffauifchen Hüttenvereins und des Austausches der G. m. b. H- Anteile in Buderus-Aktten war vorgesehen, die bei dem Bankenkonsortium bis Ende 1936 gesperrten 3 Millionen Mark Vorratsaktien von Buderus, die beim Umtausch Verwendung fanden, mit je einem Drittel zu Anfang 1937 bis 1939 auszuhandigen. Damit soll nunmehr begonnen werden. Dementsprechend ist vor wenigen Tagen der Antrag ge- Schluß! Mittag- börse 9-1 lÖF 98.25 102,7 Schluß- kurs 81- FoT 98,25 102,75 99 100 2 98,5 117,13 Schluß- kurs 8.1. o 3 0 8 4 7 6 9 11 5 . 4 Deutsche iftdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. G. Farben-Jndusttie .. gelten & Guilleaume.... Gesfürel......... Th. Goldschmidt .. Gritzner Maschinen Harpener........ Hoesch Eisen...... Philipp Holzmann Ilse Bergbau.............. 6 Ilse Genüsse................ 6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Dl- hinter den Papieren angeführten Zistern geben di- Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Datum 5% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5'/2% Young-Anleihe von 1930 .. 4’/2% Hessische BolkSstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4’/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4’/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4’4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 454% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4’4% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4’4% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5’4% Franks. Hyp. Liquidatton Goldpfe..................... 5'4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4’4 Ungarn Staats.von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4'4% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2%% I. Anatolier.............. A G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd.......... 0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Schluß- kurs 81 Schlußk. Abend- börse 9 1. 203 53 139 106,25 164 124 163,5 138,5 105,75 164,25 124,13 163,5 202,75 52,75 139,25 106,5 164,65 124 202,13 52,75 137,25 106 164,9 123,25 227 227 227 227 173 173 172,5 172,25 123,5 123 123 122,75 — 112,4 113,5 149,5 150 150 150 272 270 * -— —• 166,75 166,5 166,75 166,75 138,5 139 138 138,5 151 151 151 151 171 170,5 171,25 170,25 141,75 140 141,5 139,75 143,5 143,75 143,5 143,5 131 131,25 131 130,75 33,25 33,75 33 33 155,25 154,25 155 152,75 119 119 119 118,75 138 139,25 138,75 139,25 — 186 183 148 148,25 148,5 148,5 135,5 135,5 135,25 135,25 127,75 126,25 127 126.25 — —— 143,5 143 123,75 124 124,13 124 95 95 — — 118,75 119,13 119,13 118,5 160,75 160 160,5 159,5 152,25 152,5 152 152 —— 89,75 89 226 226,5 226,5 226,5 —— —— ■ — 151 150,75 150,75 149,75 134,4 129 134,5 129,5 140,5 140 141,25 138,75 179 — 179 177,25 160 160 160,25 159,9 — — 102 102,4 197 196,75 197,5 197 205,5 203,5 204,5 203 118,13 117,75 118,13 118 56,75 56,75 57 56,25 135 135,75 135 135 160,5 160 160,5 158,25 26,75 25,5 26,65 25,5 101,65 110,05 101,5 110,13 101 110,13 10,7 11,25 10,6 19 17 —— 1,95 1,65 — 6,5 6 6,7 7,65 6,8 5,5 6,25 5,65 6,13 6,65 6,25 9,75 9,65 5,45 5,7 5,4 — —— — — —— — 22 22 22 124 124 123,5 40 40,4 16,13 15,75 15,75 15,75 15,65 15,65 125,5 125,25 125,4 189,5 188,5 189,4 — 126,5 126,5 111 111 111 114 114 114 108 108 108 Devisenmarkt Berlin 8. Januar g. Januar 8-Januar 9. Januar Amtliche Notierung Geld I Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notterung Geld | Brief Amtliche Geld iotterung Brief Buenos Aires Brüssel..... Mo de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... .London ..... HelsingforS.. Paris...... Hollmrd..... Italien..... 0,753 41,95 0,150 3.047 54,56 47,04 12,215 5,395 11,62 136,20 13,09 0,757 42,03 0,152 3,053 54,66 47,14 12,245 5,405 11,64 136,48 13,11 0,753 41,95 0,150 3,047 54,57 47,04 12,22 5,395 11,625 136,18 13,09 0,757 42,03 0,152 3,053 54,67 47,14 12,25 5,405 11,645 136,46 13,11 Japan ...... Jugoslawien. £810....... 0,705 5,654 61,41 48,95 11,095 62,99 57,15 18,48 8,686 2,488 0,707 5,666 61,53 49,05 11,115 63,11 57,27 18,52 8,704 2,492 0,705 5,654 61,42 48,95 11,095 63,00 57,14 18,23 8,686 2,488 0,707 5,666 61,54 49,05 11,115 63,12 57,26 18,27 8,704 2,492 Lissabon.... Stockholm... Schweiz.... Spanien.... Budapest ... Neuyork.... Ö8ß Zahnkraakheitev Zander, in einer sauberen Jenaer Glasform zubereitet und auf den Tisch gebracht, ist ein wahrer Hochgenuß. Jenaer Glasformen zum Braten und Backen gibt es in allen Größen bei 3. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. bet Volksglaube immer auf bas Zahnen. Das ist ein Irrglaube. Durch das Zahnen entstehen keine Krampfe. Treten Krämpfe ein, so ist das immer ein Zeichen einer ernsten Erkrankung und man tut gut, sofort einen Arzt zu Rate zu ziehen und nicht erst mit alten Hausmitteln mehr zu schaden als zu nützen. Zahnkrankheiten sind sehr häufig. Es ist am besten, wenn man regelmäßig die Zähne von einem Zahnarzt nachsehen läßt, damit reine Erkrankung übersehen wird. Am häufigsten ist die Zahnfäule, wodurch die Zähne schadhaft wer- den und oft sehr schmerzende Löcher entstehen. Die Hauptursache für Zahnfäule ist, daß m den Zahnzwischenräumen Spers^ reste zurückbleiben, welche sich zeiüetzen und dann durch die Bak- tertenetnroirfung die Zähne zerstören. Vorbeugung durch gründliches Reinigen der Zähne, besonders nach den Mahlzeiten und abends. Abhilfe durch Plombieren der Zähne. 3m Gefolge der Mnfäule kann noch auftreten Wurzelhautentzündung, Zahngeschwür. Zahnfistel. Gute Mund- und Zahnpflege ist zur Erhaltung der Gesundheit unerläßlich, schon das Milchgebiß der Kinder gehört gepflegt. Zahnpflege, das Bürsten der Zähne mit Zahnpasta oder mit Schlämmkreide sowie das Spülen der Zähne und des Mundes mit lauwarmem Wasser unter Zusatz von Wasserstoffsuperoxyd ober eines Mundwassers beugt Zabn- erkrankungen vor, bewahrt die t Zahnschmerzen Zahne vor Verfärbungen und beseitigt Mundgeruch. Die Zähne müssen sowohl von rechts nach links wie von oben nach unten gebürstet werden. S. Mundpflege. Zahnschmerzen sind immer ein Anzeichen dafür, daß Zähne erkrankt sind. Man gehe zu einem Zahnarzt. Für den Augenblick kann man als schmerzlinderndes Mittel Veramon einnehmen. Zahnstein ist ein aus dem Speichel entstehender Niederschlag an den Zähnen, der besonders kohlen- und phosphorsauren Kalk, daneben aber auch kleinste Lebewesen enthält. Der Zahnstein muß vom Zahnarzt entfernt werden. Zahnstellung, Bihoerhältnis von Unter- und Oberkieserzähnen bei geschlossenem Mund. Unreael- mäßigkeit der Zahnstellung: Am auffallendsten sind der Vorbiß des Oberkiefers, der mangelnde Zusammenbiß der Vorderzähne (offener Biß), der teilweise Verbiß der unteren Schneidezähne vor die oberen (Kreuzbih). Solche Unregelmäßigkeiten sind auch gesundheitlich beachtenswert (z. B. tritt Mund- statt Nasenatmung als Folge auf). Die Behandlung geschieht durch den Zahnarzt durch „Regulierung" mit Hilfe von Schienen, Federn, Platten usw. im Laufe von Monaten oder Jahren. Auch durch Ausziehen von Zähnen ist in geeigneten Fällen Heilung zu erreichen. Wenig zu verbessern ist das Zurückweichen des Kinns bei angeborener Kleinheit des Unterkiefers. Zahnstocher soll man möglichst überhaupt nicht in Anwesenheit Urin onftr. •**,*UT S&ugli