llr. 288 Lrsteg Blatt 18Z. Jahrgang Zreitag, 10. Dezember WäZ krlchemt tützUch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Liesten« Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonalL-vezugspretr: Nit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Uuch bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt siernsprechanschlüffe inter Sammelnummer 2251 Unschrift für Drahtnach» lichten Anzeiger Siesten poflscheckkonto: zranlfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Gießen. 8chriftle tung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Bpf.. für Text- anzelgen von 7Omm Breite 5ORpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25^ mehr. Lrmahtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbNpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer nationalsozialistische Führerstaat ist der Boden, auf dem die Persönlichkeit gedeiht. ReichspreffechefOr.Oietrichvor denBerliner Studenten über,Gemeinschastundpersönlichkei^ Erste Etappe der Oetbos-Reise Von unserem (5. 3 -Berichierstafter. Nachdruck verboten! Warschau, Dezember 1937. Der Besuch des französischen Außenministers 2 e l b o s in der polnischen Hauptstadt war ein versuch, in den französisch-polnischen Beziehungen dn Zustand wiederherzustellen, der vor dem Lbschluß des deutsch-polnischen Ver- fö n d i g u n g s p a k t e s in den Beziehungen zwi- |!jen Paris und Warschau galt. Bis zum Jahre der j rittonalen Revolution in Deutschland befand sich ^olen in der Bundesgenossenschaft Frankreichs, (ine daß eigentlich von einer wirklichen französisch- p-lnischen Bundesgenossenschaft gesprochen werden tnnte. Das soll heißen, für Frankreich war Polen tn Instrument zur Festigung des französischen Si- ljsrheitssystems, eine Figur — vielleicht eine sehr bLeutsame Figur, aber doch nur eine Figur - die sich nicht nach dem Gesetz der ihr innewoh- irnben eigenen Schwerkraft auf dem politischen Schachbrett Europas bewegte, sondern gemäß den T ünschen und Bedürfnissen, die am Quai d'Orsay Wanden. Der im Januar 1934 abgeschlossene deutsch- klinische Freundschaftsvertrag schenkte ^len die außenpolitische Selbständigkeit und Be- vegungsfreiheit; die Regelung seiner Beziehungen z. seinem größten und wichtigsten europäischen Nach- tun befreite Polen von dem Zwang, Glied und ö'.strument in dem- französischen Sicherheitssystem X Einkreisung Deutschlands zu sein. Aus einem En den französischen Bedürfnissen weithin abhängi- flin Bundesgenossen wurde Polen zu einem selb- Mndigen Partner in dem ausschließlich l> ateralen polnisch-französischen Bündnis. Diese Me Stellung Polens erhielt ihre klassische Formu- liirunq, als der damalige französische Außenmini- jtir Barthou im April 1934, also wenige Mo- ncke nach dem deutsch-polnischen Zehnjahresabkom- ir-n, den größten politischen und militärischen Stra- iknen des polnischen Volkes, Marschall P i l s u d - s!i, für die französischen Ostpaktpläne zu gewin- , nm versuchte. Der greise polnische Marschall antwortete damals, für die polnische Außenpolitik bestehe zu otererft die Notwendigkeit der Regelung der Bedungen Polens zu feinen Nachbarn. Die iknbniffe ftünben erst an zweiter und die übrigen tt!70päischen ßänber an letzter Stelle, zu benen von len auch bie Tschechoslowakei trotz ihrer gemein- Imnen Grenze mit Polen gerechnet wirb. Diese Absa-e Pilsudskis an bas kollektive französische Sicher- hk-tssystem hat dann zu der Annäherung der fran- Mschen Außenpolitik an die Sowjetunion mb zu einer Abkühlung der Beziehungen zwischen 1 y:ris und Warschau geführt, die erst im vergangene Jahr im Rambouillet durch die polnisch-fran- Mschen Rüstungs- und Kreditabkommen überwun- 6(i worden sind. Die Antwort, die Marschall Pilsudski wenige Üfonate nach dem Abschluß des deutsch-polnischen L^ständigungsabkommens Barthou erteilte, be- iftiiiigte jetzt wenige Wochen nach den deutsch-pol- nichen Minderheitenerklärungen Außenminister ck, der von Pilsudski autorisierte Leiter der ?c irischen Außenpolitik, Delbos gegenüber. Der Ausfall des sowsettschen Bundesgenossen als ernstster Partner für Frankreich infolge der wachsen- ten innerpolittschen Krisis und des Engagements h- Roten Armee im Fernen Osten, schließlich auch Wge der in Spanien erfolgten Enthüllungen mes Kampfwertes veranlaßte die französische til.sßenpolitik, nochmals nach Warschau zu ce icn, um dort, wenn auch nicht die alten Ostpakt- siine wieder aufzunehmen, so doch wenigstens zu «reichen, daß durch einen tschechoslowa- M|sich - polnischen Ausgleich Polen an das sicmzösische System der Kleinen Entente an- . . schlossen wird. ffn Warschau hat man, ehe Delbos im Lande I fectr, recht deutlich zu verstehen gegeben, daß die i emisch-tschechoslowakischen Beziehungen eine An- elsgenfjeit sind, die ausschließlich Warschau rd Prag und sonst niemanden mehr an- «hen. Es ist darum wahrscheinlich, daß Delbos .j n nicht allzu hohen Erwartungen aus dem Nord- wreß, der ihn über Berlin in die polnische Haupt- i-aiit gebracht hat, ihren Boden betrat. Trotzdem ist Utes Thema von ihm in Warschau zweifelsohne Mhrt worden. Aus den offiziellen Verlautbarun- cer über diesen Besuch geht nicht hervor mit ISichern Erfola. Aber ist es ein Zufall, daß die ienen offiziellsten polnischen Zeitungen „Gazeta Msta* und das Militärblatt „Polska Zbrozna , te- au an dem Tag, an dem der französische Außen- miifter Warschau verließ, in ihren Lettaufsatzen iur tschechischen Frage Stellung nehmen? Un» zwar in dem Sinn, daß polnischerseits bei dem £(=nroärtigen Stand der polnisch-tschechojlowaki- km Rechnungen keine Sehnsucht nach einer An- Tiierung zu der Tschechoslowakei bestehe, zumal U Prag völlig im Fahrwasser der Politik der jomintern und der anderen Moskauer Stellen be- Ifn: e. Ehe also Warschau bereit ist, Prag die Hand h reichen und vieles, vieles zu vergesf"n, was feit Wieberaufrichtung des polnischen Staates von | br: aus gegen den polnischen Staat und das pol- rsfte Volk unternommen wurde, dürfte noch viel Buffer die Moldau hinabfließen. ' S ie grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten, die o ich en Paris und Warschau trotz der eindeutigen Empathien des polnischen Volkes für die Francs m und trotz des Weiterbestandes, ja vielleicht lii pp:ir der erneuten Befestigung der französisch-pal- ' isyen Bündnisbeziehungen bestehen, können aus br Trinksprüchen trotz ihrer gutwattierten diplo- Berlin, 9. Dez. (DNB.) Zum dritten Male nahm der Reichspressechef Dr. Dietrich auf akademischem Boden Stellung zu den geistigen Problemen unserer Zeit. In seinen beiden früheren Vorträgen in der Reichshauptstadt und in der Kölner Universität hatte Dr. Dietrich die neue Sinngebung der Politik und die, philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus aufgezeigt und zu den Waffen deutschen Geistes aufgerufen. Auf der Grundlage der dabei verkündeten Erkenntnisse behandelte Dr. Dietrich nunmehr vor den Vertretern des deutschen Geisteslebens und den Studenten sowie zahlreichen Ehrengästen aus dem Diplomatischen Korps, aus Staat und Partei, der Wehrmacht, Kunst und Wissenschaft eines der tiefergreifenbften Probleme unserer Tage: Gemeinschaft und Persönlichkeit. Die nationalsozialistische Revolutton, so erklärte Dr. Dietrich, ist eine Revolution d e s Denkens. Sie hat das individualistische Denken durch das gemeinschaftsbewußte Denken ersetzt, das unserem Leben ganz neue Grundlagen und neue, ungeheuere Auswirkungsmöglichkeiten erschließt. Der Begriff der Politik hat durch das gemeinfchafts- bewußt nationalsozialistische Denken einen ganz neuen Sinn bekommen. Der volkspolitische S t a a t s g e b a n f e, ber hier erstmals in ber Geschichte verwirklicht worden ist, hat staunenswerte praktische Wirkungen erzielt. In vier Jahren hat der Führer mit ihm ein ganzes Volk von innen und außer her befreit, eine besiegte und unterdrückte Nation wieder zur Weltgeltung emporgeführt. Das nationalsozialistische Denken hat weiter ein neues wirtschaftliches Denken hervorgebracht, das heute im Vierjahresplan, erst in feinen ersten Auswirkungen hervortritt. Es ist berufen, zum erstenmal in der Welt bie wirtschaftliche Vernunft ohne Rücksicht auf wie immer geartete selbstsüchtige Interessen zum Siege zu führen. Das nationalsozialistische Denken hat auch bem Begriff bes Sozialismus zum erstenmal einen lebensvollen Inhalt gegeben. Es hat uns weiter ben Begriff wahrer Kunst wieder geschenkt und erschlossen; denn es hat uns bas Schönheitsideal ber Gemeinschaft als den strahlendsten Ausdruck der Seele unseres Volkes wieder vor Augen gestellt. Die Frage: Wie ist persönliche Freiheit in der gemeinschaftlichen Gebundenheit, wie ist Persönlichkeit innerhalb der Gemeinschaft möglich?, ist eine der aktuellsten und kritischsten Fragen, die derN Nationalsozialismus überhaupt gestellt werden könne. Grundsätzlich gesehen, heißt das Problem: Wie läßt sich das Prinzip sozialer Gebundenheit mit dem personeller Freiheit in einem geschlossenen Denksystem vereinigen? Auf unser heutiges Leben bezogen, und in unsere heutige Zeit übertragen, lautet bie Frage: Wie kann Persönlichkeit, bie nur unter ber Sonne ber Freiheit wächst, in einem Lande gedeih en, in dem Gemeinschaft durch die Autorität eines Willens bedingungslos herrscht? Das Problem von „Bindung und Freiheit", Gemeinschaft und Persönlichkeit, erfaßt den grundlegenden Zusammenhang allen sozialen Lebens überhaupt. Die Philosophen aller Zeiten, von Plato bis zur Moderne, haben um dieses Problem gerungen und die Mächtigen dieser Erde, die Beherrscher der Völker, haben sich an seiner Lösung vergeblich versucht, an jener echten Lösung, bie. das Glück ihrer Völker durch eine organische, volksverbundene Herrschaftsform begründet und deren Bestand in sich selber gewährleistet. Wir, die wir heute das Gebäude des individualistischen Denkens Zusammenstürzen sehen, wissen, daß kein Rousseau- scher Gesellschaftsvertrag diese Lösung zu geben vermag, sondern nur eine Weltanschauung. Eine Weltanschauung, in deren Mittelpunkt nicht wirklichkeitsfremde, blutleere Konstrukttonen stehen, sondern die naturgegebenen Werte des menschlichen Lebens: Nicht Individualismus und Gematischen Höflichkeit herausgelesen werden, die die Außenminister der beiden Länder auf dem offiziellen Bankett wechselten. Oberst B e ck sprach von der Zweiseitigkeit der polnisch-französischen Zusammenarbeit, während Delbos darauf hinwies, daß bie Solidarität zwischen Frankreich und Polen keinen erklusiven Charakter trage. Der Geist des Völkerbundes, ben ber polnische Außenminister bei früheren Gelegenheiten mehrfach als ein abfterbenbes Gebilde gekennzeichnet hat, bestimme bie polnisch-französische Zusammenarbeit unb beiben Ländern sei die Treue zu eingegangenen Verpflichtungen gemeinsam. In diesen Aeußerungen stehen sich Zwei gegensätzliche Auffassungen über die Mithoden ber Politik gegenüber. Frankreich will mit seiner Methobe bas System der kollektiven Sicherheit noch einmal retten, das für frühere französische Außenminister das A und das O ihrer politischen Betrachtungs- unb Handlungsweise war. Außenminister Beck glaubt an das PritzZlp ber zweiseitigen Regelung ber zwischenstaatlichen Beziehungen, ein Prinzip, bas bie polnische Außenpolitik selbständig gemacht unb ihr einen beachtlichen Platz unter den Staaten Europas verschafft hat. sellschaft, fonbem Gemeinschaft und Persönlichkeit? „Jndioibualismus und Gesellschaft", — „Gemeinschaft und Persönlichkeit", bas sind zwei Begriffspaare, die in verschiedenen Ebenen liegen. Individualismus, Liberalismus, Marxismus, sie kannten nicht und kennen heute noch nicht jenen einzig möglichen naturgegebenen Ausgangspunkt unseres Denkens, die Gemeinschaft, die Rasse, das Volk, jene Gemeinschaft, ohne die der einzelne nicht einmal denkbar ist, denn sie hat ihn ja überhaupt erst reden und in Begriffen denken gelehrt. Erst die nationalsozialistische Weltanschauung als ganz neues Gemeinschafts- und rassemäßiges Denken greift tief genug in die Ganzheit unseres Seins, um die Gegensätze aufzuheben, um Gemeinschaft und Persönlichkeit als polare wechselwirkende Einheit aus einer Wuirzel zu entwickeln! Alle Schwierigkeiten, alle Derständnislosig- keit, alle Problematik, alles Aneinandervorbeireden der heutigen Zeit kommt nur daher, daß wir noch zu nahe am Schnittpunkt zweier grundverschiedener Denksysteme liegen. Persönlichkeit und Freiheit sind auch heute noch die Kronzeugen, die der Liberalismus uns immer wieder als Beweis für die Richtigkeit feines Denkens präsentiert. Persönlichkeit — so sagen sie — ist individualistisches Denken, sie gehört in die Sphäre des Einzelnen, nur in ihr kann sie wirken und nur in ihr sich zur einsamen Höhe ihrer Leistung ergehen. Hier sehen wir jenen verhängnis- Dr. Dietrich wandle sich dann der zweiten Säule des individualistischen Denkens, dem Problem der Freiheit, zu. Ein Freiheitsbegriff, der nicht aus der Gemeinschaft abgeleitet wird, sei a priori falsch und für jegliche Erkenntnis auf dem Gebiet des menschlichen Zusammenlebens unbrauchbar. Er wirke nicht lebensbejahend, sondern lebenszerstörend. Deshalb sei auch die sogenannte „individuelle Freiheit", wie ihre Apostel so leichthin und selbstverständlich behaupten, nicht etwas, was dem Menschen etwa von Natur aus gegeben märe. Von Natur aus sei ihm das Gemeinschaftsbe-- w u ß t s e i n gegeben, das Pflichtbewußtsein für die Gemeinschaft, in der er geboren sei. Der individualistische Freiheitsbegriff aber wolle Befreiung des einzelnen von dieser Pflicht gegenüber der Gemeinschaft. Nietzsche habe den wahren schöpferischen Begriff der Freiheit wunderbar in der Fragestellung apostrophiert: „Frei nennst du dich. Frei wovon? Was schiert das Zarathustrn? Deinen herrschenden Gedanken will ich hören und nicht, daß du einem Joche entronnen bist. Hell soll mir dein Auge künden: „Frei wozu?" Freiheit „wovon" sei individualistische Freiheit, sei Zügellosigkeit und Willkür, die zur Anarchie führe, Freiheit „wozu" dagegen schöpferische Freiheit, die Freiheit der Persönlichkeit, die Freiheit des für die Gemeinschaft schövferischen Menschen. Sie allein sei die wahre Freiheit und verdiene diesen Namen. 3n Freiheit handelt, wer seinem wesen gemäß handelt! Das Wesen der Menschen aber liegt in ihrer Art begründet, in ihrem votklichen Charakter, in ihrer Raisebedingtheit, in ihrer Ra'senseele, wie es Rosenberg ausdrückt. Sie handeln frei und fühlen sich frei in ihrem handeln, wenn sie diesem, ihrem rassisch bedingten Wesen gemäß handeln. Darum sagt Rosenberg: „Freiheit heißt Arlgebundenheit." D.h.: Der Mensch handelt dann in Wahrheit frei, wenn er dem Wesen der Gemeinschaft gemäß handelt, der er durch die Rande des Blutes ange- Oie Kehrseite von Gdingen. Deutschland mußte auf Grund des Versailler Diktats das Gebiet abtreten, das man heute fälschlich als „polnischen Korridor" bezeichnet. Dieser Landstreifen stößt an die Ostsee. Um nun 5em polnischen Staate einen Hafen zu geben, der in der Lage ist, mit Danzig in Wettbewerb zu treten, wurde das Fischerdörfchen Gdingen ausgelöscht. An feine Stelle trat die Hafenstadt Gdingen. Sie trägt noch heute alle Merkmale einer aus dem Boden gestampften Stadt. Neben Fischerhütten stehen mehrstöckige Gebäude, neben Wellblechbaracken finden sich weitläufige Hafenanlagen. Gleichzeitig wurde unter großem Kostenaufwand eine von Oberschlesien nach Gdingen lausende Eisenbahnlinie gelegt. Alles in allem hat diese Gründung ungeheure Summen verschlungen, nur weil man sich dem Wahn hingibt, man könne mit einem eigenen Handelshafen Danzig entthronen. Dabei war Danzig nicht nur bereit, sondern auch in der Lage, jeden von und nach Polen gehenden Verkehr zu bewältigen. Hätte man sich also der Danziaer Anlagen bedient, dann wären dem Staat Milliarden erspart vollen Denkfehler am Werk, auf dem der ganze Individualismus beruht, auf dem fein ganzes System errichtet ist. Persönlichkeit ist kein Individualbegriff, sondern ihrem ganzen Wesen nach ein Gemeinschaftsbegriff. Und zwar ein gerade für die Gemeinschaft typischer Begriff, denn Persönlichkeit kann nur auf dem Boden der Gemeinschaft wachsen. Persönlichkeit ist man nur durch Leistung innerhalb und für die Gemeinschaft. Der Begriff der Persönlichkeit seht die Anerkennung der Gemeinschaft voraus. Ohne sie kann man ein Sonderling, pn Einzelgänger, ein Virtuose sein, man kann einen Spleen haben oder ein Original sein. Was das individualistische Denken Persönlichkeit nennt, ist gar nicht Persönlichkeit in ihrem notwendigen schöpferischen Sinn. Es ist nichts anderes als individuelle Eigenart in ihrer verschiedensten Gestaltung. Entscheidend für die Persönlichkeit ist, daß sie aus innererltot- wendigkeit i m Sinne der Gemeinschaft wirkt, und nur in der Gemeinschaft hat die Persönlichkeit ihren Lebensraum. Wie also könnte sie grundsätzlich im Gegensatz zu ihr stehen? hört. Die Stimme des Blutes ist hier der Quellpunkt der Freiheit. Wer ihrem Rufe folgt, empfindet fein handeln als frei, wer ihren Ruf mißachtet, empfindet Freiheit. Was der Individualismus Freiheit nennt unb wonach so mancher ßiberalift, wenn nicht laut, so doch leise ruft, das ist nicht Freiheit, sondern Verantwortungslosigkeit. Wahre Freiheit ist nur schöpferische Freiheit. Wenn sie positiv und schöpferisch Mitarbeiten wollen am heutigen Leben der Nation, dann besitzen sie ja Freiheit, dann brauchten sie nicht danach zu rufen. Dann brauchten sie nur zu schaffen und zu werken unb nur mit Hand anzulegen, und sie fühlten sich ebenso frei und glücklich dabei, wie wir Nationalsozialisten auch, weil wir durch diese Arbeit für die Nation unserem eigenen Wesen, unserer eigenen Art und unserer ureigensten Gesinnung gemäß handeln und wirken. An ber Wiege des Dritten Reiches stand d i e Macht ber Persönlichkeit neben ber schöpferischen Gemeinschaft. Nicht m Reichtum unb Glanz, sondern als Unbekannter, Namenloser stieg der Führer aus dem Schoß des Volkes an die Spitze der Nation. Aus der Einheit von Volk und Führer, aus der Uebereinftim« mung ihres Denkens und Fühlens, aus dem Gleichklang ihrer Herzen erwuchs jene Harmonie der Kräfte, die heute das unmöglich Erscheinende möglich macht und das Große zur Tat werden läßt. Volk und Führer, das ist bie polare Einheit von Gemeinschaft und Persönlichkeit in ihrer lebensspendenden, wechselwirkenden Kraft. Was dem Führer die Gemeinschaft bedeutet, bedeutet ihm auch die Persönlichkeit. Systematische Persöntichkeitsaustese unb zielbewußter Aufbau einer Volksführung, wie wir sie heute in der gewaltigsten Oraani- fation aller Zeiten, der nationalsozialistischen Partei, vor uns sehen, so etwas hat es noch nie gegeben auf der Welt! Es ist der kühne unb newaltiae Versuch, das Schicksal eines Volkes und feiner Führung dem blinden Spiel geblieben, bann würden aber auch nicht 10—12 000 Männer verzweifelt, weil sie arbeitslos find, durch Gdingen laufen, und wie der in Gdingen erscheinende „Kurjer Baltycki" sagt, eine dauernde Gefahr bilden. Denn diese 12 000 Mann sind fast durchweg verheiratet. Jede Famifte zählt etwa fünf Kopfe, so daß insgesamt 60 000 Menschen im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig sind. Das Blatt bezeichnet 60 000 Personen für Gdingen als ausreichend. Es sind also doppelt so viel Menschen in Gdingen, wie diese rasch aufgeführte Stadt ernähren kann. Wie aber diese enttäuschten und verzweifelten Menschen leben, die das obengenannte Blatt als „Ballast" bezeichnet, ergibt sich aus einer Mitteilung des „Expreß Poranny", wonach 30 000 Menschen in Baracken leben. Aus dieser Zahl geht auch hervor, wie unfertig bie Hafenstabt noch ist. Auffallenb ist die Offenherzigkeit der polnischen Presse, mit der sie bie Kehrseite Gbingens behandelt. Bisher war biefer Hafen für alle Bolen ein Rührmichnichtan. Wer es wagte, ben Wibersinn dieses Hafenbaues feftzunageln, war natürlich ein Todfeind der Polen. Jetzt ist man in f b ft so enttäuscht, daß man mit der Wahrheit nicht mehr hinter dem Berge bleibt. - D:e Glimme des Vluies ist die Quelle der Zreiheil. des Zufalls zu entreißen und es durch eine geniale I ü h r u n g s a u s l e fe mit menschlicher Vernunft zu lenken. „Die beste Staatsauffassung und Staatsform ist diejenige" — so sagte der Führer —, mit natürlicher Sicherheit die besten Köpfe der Volksgemeinschaft zu führender Bedeutung und zu leitendem Einfluß bringt." Nicht die parlamentarische Demokratie — wie unsere Kritiker frech behaupten —, sondern umgekehrt der nationalsozial i st i s ch e Führer st aat ist der Boden, auf dem die Persönlichkeit gedeiht. Nur ein autoritäres Volksregime wie das unsrige, dessen Führung von oben bestimmt wird, kann Genies heroorholen und Genies ertragen. In dieser großartigen organischen Enlwicklungs- idee der Persönlichkeit aus der Gemeinschaft liegt auch die Lösung des sozialen Problems eingeschlossen. Die Menschen sind von Natur nicht gleich, sondern ungleich. Nicht die Harmonie der Interessen unter Gleichen, sondern unter Ungleichen herzustellen, das ist das Problem? Der Nationalsozialismus hat nicht den Sozialismus der Nichtskönner,' sondern den Sozialismus der Leistung proklamiert. Dieser Sozialismus, der jedem Volksgenossen, woher er auch kommen mag, und was er auch sei, die gleiche Chance zum Empor st ieg gibt, ist die sinnvollste und höchste Form des sozialistischen Lebens überhaupt, weil auf ihm die Nation immer wieder die Kräfte zu neuer Blüte entwickeln kann. Die Schöpfung des klassenlosen Staates, In dem das gleiche Leistungsprinzip für alle gilt, hat zum ersten Male dem Wort Sozialismus einen praktischen, lebensstarken Inhalt und damit der sozialistischen Sehnsucht von Jahrhunderten Erfüllung gegeben. Das Problem „Gemeinschaft und Persönlichkeit" ist durch die nationalsozialistische Idee grundsätzlich gelöst. Seine praktische Lösung für uns hängt davon ab, inwieweit wir diese Idee in ihrer wahren Bedeutung erfassen und so verwirklichen, wie es dem Willen des Schöpfers entspricht. Deshalb müssen wir uns auch darüber klar sein, daß ein System, dessen oberstes Prinzip Persönlichkeitsauslese durch Leistung ist, keinerlei Konzession an die»Unfähigkeit machen darf. Wie wir auf der einen Seite die Gemeinschaft und das Wohl der Gemeinschaft auf den Thron unseres Denkens erhoben haben, so dürfen wir auf der anderen Seite nicht dulden, daß durch Persönlichkeit s f e i n d l i ch e Neidkomplexe von Nichtskönnern das tragende Prinzip der Gemeinschaft, das Persönlichkeitsprinzip, verleugnet wird. Das wäre ein Rückfall in individualistisches, marxistisches Denken, den der Nationalsozialismus niemals dulden wird. Aber um jede Möglichkeit eines Mißverständnisses hier auszu- schließen, möchte ich hinzufügen: Zur Persönlichkeit gehört nicht nur Können, sondern auch Charakter! Er ist ihre unabdingbare Voraussetzung. Diese neue Grundlegung des Denkens, die uns der Nationalsozialismus gibt, ist der archimedische Punkt, mit dem wir eine Welt, die Welt des Individualismus, des Liberalismus, des Maxismus aus den Angeln heben werden! Das, meine studentischen Ka- meraden, wollte ich Ihnen heute hier in diesem Saale sagen. Wenn Sie alle, die Sie an Deutschlands Hohen Schulen wirken, mit Ihrem ganzen Sinn und Wesen Besitz ergriffen haben von dieser gewaltigen, wahrhaft schöpferisch revolutionären Idee, die uns der Genius des Führers schenkte, dann wird die deutsche „Alma mater“, dann werden die Hallen unserer Universitäten wieder zu Domen deutschen Gei st es werden. Dann werden, wie damals in jener Zeit deutscher Erhebung, in der ein Fichte der deutschen Jugend predigte, die Studenten wieder zu den Füßen ihrer Lehrer sitzen, ergriffen von der Glut jener ewigen Wahrheiten, die in der Unvergänglichkeit unseres Volkes ruhen und aus ihm immer aufs neue geboren werden! Dann wird von hier aus den jungen deutschen Geschlechtern von Generation zu Generation die Flamme des Geistes entzündet werden, die unser Führer im deutschen Volke so herrlich entfacht hat!" Neues Denken - neues Handeln! Die Rede des Reichspressechefs Dr. Dietrich vor den Berliner Studenten zeichnet sich einmal durch ihren Ideenreichtum, zum andern aber durch das Grundsätzliche aus, das er zum Dorttag brachte. Zwar sprach er nur vor den Studenten, seine Worte sind aber an die Adresse der ganzen Nation gerichtet. Denn was er forderte, läßt sich auf eine ganz kurze Formel bringen: Völlig neues Denke n , um die Gegenwart und auch die Zukunft verstehen, aber zugleich das eigene Handeln unseren völlig veränderten Verhältnissen anpassen zu können. Neues Denken ist nichts anderes als ein Verstehen und Begreifen der nationalsozialistischen Gesetze, Ziele und Absichten, mögen sie auf politischem oder auf wirtschaftlichem, auf sozialem oder auf kulturellem Gebiete zu suchen sein. Wie diese Gesetze aussehen, hat Dr. Dietrick) im einzelnen kurz umrissen: nur aemeinschastsbewußtes Denken kann die Welt des menschlichen Zusammenlebens erschließen. Daraus ergeben sich dann wieder von selbst die Antworten auf viele Fragen der Jetztzeit, Fragen, die selbstverständlich aus einer in der Vergangenheit verwurzelten Anschauung basieren und auf die die Gegenwart die Antwort erteilt. Nehmen wir nur die Begriffe der Freiheit und der Persönlichkeit heraus, die heute einen anderen Gehalt besitzen. Die Freiheit ist mit der Pflicht gegenüber der Gemeinschaft auf das engste verbunden, und innerhalb der Gemeinschaft kann nur der Anspruch auf den Titel „Persönlichkeit" erheben, der sich durch seine Leistungen für diese Gemeinschaft auszeichnet. So hat Dr. Dietrich ein Problem unserer Zeit nach dem anderen vorgenommen, hat sie gedeutet und erläutert. Wir dürfen daher seine Rede als einen wertvollen Beitrag im Kampf um da? Verstehen des Nationalsozialismus, seines Trachtens und Wollens hinnehmen. D. S. Oer Leistungskampf deutscher Betriebe. 33 Betriebsführer auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Musterbetriebe zu Werkscharführern ernannt. Berlin, 9. Dez. lDNB.) Die Deutsch« Ar. b e i t s f r o n t veranstaltete am Donnerstagabend in der Deutschlandhalle eine eindrucksvolle Kundgebung für den Leistungstamps der deutschen Betriebe, an der als Ehrengäste die Betriebsführer und Obmänner sämtlicher dreißig nationalsozialistischen M u st e r b e t r i e b e aus dem ganzen Reich mit ihren goldenen DAF.-Fahnen teilnahmen. Im Laufe der Veranstaltung wurde be- kanntgogeben, daß Dr. Le3 3 Betriebsführer und verantwortliche Männer der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in Anerkennung ihrer erfolgreichen Bemühungen um engste Verbindung von Sozial- und Wirtschaftspolitik zu Werk- scharsührern ernannt hat. z Nachdem Gauobmann Spangenberg namens der Deutschen Arbeitsfront die Kundgebung eröffnet hatte, meldete Reichsamtsleiter Dr. H u p f a u e r als Beauftragter für die Gesamtdurchführung des Leistungskampfes der deutschen Betriebe dem Reichsorganisationsleiter, daß sich am ersten Lei- stungskamvf der deutschen Betriebe 8 4 5 6 7 B e - triebe freiwillig beteiligt haben. Reichspostminister Or.-Ing. e. h. Ohnesorge teilte mit, der Leistungskampf sei auch bei der Reichspost freudig aufgenommen worden. Nach seinem Empfinden müsse es der Stolz jeder nationalsozialistischen Staatsverwaltung sein, unter dem Schutze der Bewegung in Reih und Glied mit den übrigen Teilen der großen Volksgemeinschaft den Zielen der Bewegung entgegenzumar- schieren. Reichsorganisationsleiter Or.Ley, der zur Teilnahme an dieser Kundgebung das Krankenbett verlassen hatte, dankte allen, die an der Durchführung des Leistungskampfes beteiligt sind, und besonders auch denjenigen Betriebsführern, die es schon in der Verganaenbeit als eine Selbstverständlichkeit ansahen, die L e i - st u n g in stetem Bemühen zu steigern. Mit der Zeit werde ein gewaltiges und nutzbringendes Werk aus diesem Leistungskämpf hervorgehen, der nun Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt im edlen Wettstreit der Betriede untereinander durchgeführt werden solle. „Ich sehe prophetisch voraus , so erklärte Dr. Ley unter stürmischem Beifall. ,chaß die Zeit kommen wird, wo die gesamte deutsche Wirtschaft erfüllt sein wird von einem einzigen edlen Wettkampf der Menschen untereinander, und daß man in Zukunft alles das, was wir heute noch als neuartig empfinden, als eine glatte Selbstverständlichkeit ansehen wird." Der Volschewismus in der Tschechoslowakei. Mit dem Tage, an dem der Beistandsvertrag zwischen der Tschechoslowakischen Republik und der Sowjetunion in Kraft trat und damit die freundschaftlichen Gefühle der Prager Regierung zu den bolschewistischen Gewalthabern in Moskau vor der Weltöffentlichkeit zugegeben wurden, setzte in der Tschechoslowakei schlagartig eine äußerst rege bolschewistische Wühlarbeit ein. Die bolschewistischen Agitatoren konnten die Ueberzeugung hegen, daß eine Regierung, die mit den Vätern der bolschewistischen Weltrevolution einen Freundschaftsvertrag aus Gedeih und Verderb abzuschliehen bereit ist, unmöglich etwas einweben könne, wenn die Lehren und Grundsätze des nunmehr befreundeten Staates im eigenen Lande verkündet werden. Und die Prager Regierung hatte auch nichts einzuwenden. Ungehindert von den staatlichen Behörden oft sogar mit deren Förderung, nahm die bolschewistische Agitation besonders in den nichtdeutschen Gebieten formen an, die die benachbarten Staaten der Tschechoslowakei veranlaßten, aus die immer größer werdende bolschewistische Gefahr im Herzen Europas mit allem Nachdruck aufmerksam zu machen und ernste Warnungen an die Prager Regierung zu richten. Diesen Vorhaltungen konnten sich die tschechischen Staatsmänner doch nicht ganz verschließen. Während sie offiziell eine fortschreitende Dolschewisie- rung der Tschechoslowakei leugneten, blieb dem aufmerksamen Beobachter nicht verborgen, daß die allzu laute bolschewistische Agitation sichtlich abge- ftoppt wurde. Die offiziösen Prager Reaierungs- blätter veröffentlichten fortan weniger häufig wohlwollend gefärbte Schilderungen sowjetrussischer Ver- bältnisse. Äustauschexpsditionen und Studienreisen Hoher Militärs, Leyrer, Wissenschaftler und Künstler wurden nicht mehr an die große Glocke gehängt. Auch die Veranstaltungen mit ausgesprochen sowjetfreundlicher Tendenz wurden eingeschränkt. All diese, für das argwöhnisch gewordene Ausland berechneten Maßnahmen, änderten jedoch an der grundsätzlichen Einstellung der Prager Regierungskreise, wie auch weiter tschechischer Bevöike- rungsschichten zum bolschewistischen Blutregime nicht das Geringste. Moskau und der Bolschewismus mit seinen Kultur und Volkstum zerstörenden Auswirkungen blieben das Ideal tschechoslowakischer Parteien und Staatsmänner. Dies hat in allerjüngste! Zeit die Anwesenheit des „Sing - und Tanz« chors der Roten Arme e^ in der Tschecho» slowakei gezeigt, der nicht nur am Grabe des ver» storbenen Alt-Präsidenten und Staatsgründers Masaryk eine Gedenkfeier veranstaltete, sondern auch von den höchsten Spitzen der tschechischen Regierung empfangen und gefeiert wurde. Dies hat in ähnlicher Form der jüngste „M a n e s"-S k a n- d a l gezeigt, der durch die Ausstellung scheußlicher Machwerke bolschewistischer Kunstentartung, die ihre Hauptaufgabe in der Verhöhnung fremder Staatsoberhäupter erblickt, um ein Haar internationale Konflikte heraufbeschworen hätte. Und es trat weiter auch bei der 20-Iahrfeier der Sow- etunion in Erscheinung, die in fast allen größeren tschechischen Städten unter Teilnahme der taatlichen Behörden festlich begangen wurd^. 0,8. Die „Times" berichtet. Die „Times" hat zum nicht geringen Schmerz der Tschechen einen Sonderberichterstatter in das sudetendeutsche Geoiet geschickt, Ein Artikel dieses Engländers ist bereits erschienen. Was er enthält, ist für die Tschechen höchst unerfreulich. Er bestätigt alles, was wir immer wieder über die tschechische Unterdruckungs- und Aus- beutungspolittk gesagt haben. Die nüchternen Feststellungen des „Times"-Berichterstatters sind aber mehr als eine Aneinanderreihung von Tatsachen. Sie sind eine scharfe und schwere Anklage der Tschechen wegen ihrer Minderheitenpolitik. Wir halten es für außerordentlich nützlich, daß ein Blatt wie die „Times" einmal die Dinge beim richtigen Namen nennt und sich auch nicht scheut, an Hand der Mißhandlung der Sudetendeutschen, denen man das Brot, die Arbeit, die Sprache und vieles andere nimmt, die Rückwirkungen auf die gesamtpolitische Situation, vornehmlich auf das Verhältnis des tschechischen Völkerstaates zu feinem Nachbarn, dem Deutschen Reich» aufzuzeigen. Das geschieht übrigens zu einer Zeit, die voll des tschechoslowakischen Getöses über einen angeblich beabsichtigten Ueberfall Deutschlands auf seinen südöstlichen Nachbarstaat ist. Dor kurzem wurden in London Dorttäae in diesem Sinne gehalten, bann wurden englische Beziehungen benutzt, um den Halifax-Besuch in den Schatten eines deutschen Ueberfallkneges xu rücken, jetzt weiß die französische Presse zwischen dem Londoner Besuch des Außenministers und seiner Weiterreise nach dem Osten kein anderes Thema anzuschlagen, als das der Bedrohung der Tschechen durch die Deutschen. Und da kommt nun die „Times" mit einem sachlichen Bericht, der in aller Ruhe, aber unter Benutzung eines gewichtigen Materials der Welt sagt, wie es die Tschechen mit den Sudetendeutschen treiben und warum in Mitteleuropa dauernd Unruhe herrscht. Wir wissen sehr wohl, daß die „Times" nur eine Zeitung ist. Zu ihren Lesern gehören aber politische Persönlichkeiten, Die wohl nun endlich das glauben, was wir ihnen viele Male schon an Klagen und Beschwerden vorgetragen haben und hoffentlich erkennen, wie wichtig es ist, wenn den Sudeten» deutschen das gegeben wird, worauf sie Anspruch erheben dürfen. D. S. Der Neichssporiführer in Kopenhagen. „Der Appell des Sports ist ein Ruf an die Ritterlichkeit." Kopenhagen, 10. Dez. (DNB. Funtsvruch.) Reichs-sportfuhrer v. Tschammer und Osten sprach vor der Deutsch-Dänischen Gesellschaft über Entwicklung und Hiele Der deutschen Leibeserziehung. Unter den zahlreichen Zuhörern befanden sich der deutsche Gesandte, der Lanbeskreisleiter und der Ortsgrupvenleiter der NSDAP., ferner Vertreter der dänischen Ministerien, die Mitglieder des däni- eben Olympischen Komitees, die Führer der däck- chen Sportverbände, Offiziere sowie die bekannte» len dänischen Sportler. Der Reichssportführer erklärte: All das Hin und Her der raumpolitischen Krankheit und Kurzwellen. Don Professor Dr. Erwin Schliephate, Gießen. Copyright by Akademia. $u den jüngsten Behandlungsmethoden der Heilkunde gehört die Kurzwellen-The- r a p i e. Nach wenigen Jahren der Entwicklung schon kann sie auf große und überraschende Erfolge zurückblicken. Wie bei vielen neuen Arbeitsgebieten der Forschung sind auch über die Kurzwellen-Therapie mancherlei unklare Vorstellungen verbreitet. Wir haben deshalb einen führenden Forscher, Professor Dr. Schliephake in Gießen, der zusammen mit dem Jenaer Phnsiker Professor Esau bas Verfahren begründet hat, gebeten, sich einmal über bie wissenschaftlichen Voraussetzungen unb bie heutigen Leistungen ber Kurzwellen-Behanblung zu äußern. Die Kurzwellen unb Ultra-Kurzwellen stellen ein bestimmtes Bereich ber elektrischen Wellen bar, bie wir zur drahtlosen Telegraphie unb zum Rabio verwenden. Sie bürfen nicht verwechselt werden mit den sogenannten kurzwelligen Strahlungen, zu denen u. a. bie ultravioletten Strahlen, bie Röntgen- unb Radiumstrahlen gehören. Diese sind kurzwellig im Verhältnis zu dem langwelligeren Licht. Die Ultra-Kurzwellen sind im Verhältnis zu ihnen millionenfach länger, „kurz" sind sie nur gegenüber den im Rundfunk gewöhnlich benutzten Wellen: man kann ihre Länge, die einige Meter beträgt, leicht bestimmen. Man braucht nämlich nur die Welle zwischen zwei parallel nebeneinander ausgespannten Drähten entlanglaufen zu lassen und kann sie da- durch gewissermaßen einfangen. Wenn man an einem solchen „L e ch e r - S y st e rn" mit einer Glimmlampe entlangfährt, leuchtet diese Lampe in bestimmten Abständen auf und erlischt dazwischen. Die Leuchtstellen sind die Schwingungsbäuche, also Wellenberge, an den Tälern dagegen, den Schwin- gungstnoten, ist fein Strom vorhanden. Selbstverständlich hat man schon bald nach der Entdeckung der elektrischen Wellen und Schwin- gungen auch an eine medizinische Verwertung gedacht. Die Möglichkeit, die Schwingungen auf Menschen-einwirken zu lassen, gab der nach feinem Erfinder genannte „T esla-Transformat o r", der Schwingungen von 1 Million Hertz (Schwingungen je Sekunde) unb mehr erzeugt. Man merkte nun sehr bald, baß diese elektrischen Schwingungen sich anders als bie in ber Technik bisher üblichen elektrischen Ströme verhalten. Hte können nämlich den menschlichen Körper durchfließen, ohne einen elektrischen Schlag hervorzurufen. 'Faßt ein Mensch mit der einen Hand den Tesla- Transformator an, so kann er eine in der anderen Hand gehaltene Glimmlampe oder Geißlersche Röhre zum Leuchten bringen, wenn er sie an die Wand ober einen anderen Menschen heranhält. Man kann so von einer Elektrode Funkenentlabungen von 20 big 30 Zentimeter Länge auf bie nackte Haut ober durch die Kleider hindurch übergehen lassen, ohne daß mehr entsteht als ein prickelndes Gefühl. Nach dem französischen Gelehrten, ber dies zuerst heraus« gefunden hat, nennt man dieses Verfahren d ' Ar - s o n d a l i \ a t i o n. Es hat bisher nicht zu wirklich greifbaren und verwertbaren Ergebnissen geführt. Als ungleich wichtiger hat sich eine andere Form ber Hochfreguenzbehandlung, bie sog. Diathermie, erwiesen. Ein Hochfrequenzstrom wirb hierbei dem Patienten durch zwei aufgelegte Metallvlatten zuaeleitet. Da keine Gefahr elektrischer Schläge besteht, können unbedenklich starke Sttöme angewandt werben, die eine kräftige und durchdringende Erwärmung Hervorrufen. Damit entsteht eine bessere Blutversorgung, die bei vielen Erkrankungen gün« ftia wirft. Das Kurzwellenverfahren unterscheidet sich von den genannten Verfahren ber Hochfrequenz im Grunde genommen nur durch die viel höhere Schwingungszahl. Sie ist etwa lOOrnal höher als bei der Diathermie. Also eigentlich gar nichts Neues — könnte man sagen. Und doch hat es ein Menschenalter gebauert, bis man merkte, daß die Verhunbertfachung ber Schwingungszahl andere und neue Verhältnisse schafft. Das ist aber gar nicht so absonderlich, denn wir wissen, daß auch die verhältnismäßig geringen Frequenzunterschiede zwischen Licht unb Ultraviolett ober Röntgenstrahlen oft ganz verschiedenartige Wirkungen bedingen. Beim Vergleich der Ultra- Kurzwellen mit diesen Strahlungen gibt es noch einen weiteren grundlegenden Unterschied: Streng genommen bestrahlen wir nicht mit ber Kurzwelle, sondern wir erzeugen ein elektrisches Feld zwischen zwei Platten, die in einem gewissen Abstand vom Patienten angebracht werben. Das eigentliche Neue bei ber Ultra-Kurz- wellen-Behanblung grünbet sich auf einige Beson- berheiten, bie hauptsächlich in Deutschland durch langwierige wissenschaftliche Untersuchungen entdeckt worben sinb. Da ist vor allem die große Durchbringungsfähigkeit des Ultra- Kurzwellen-Feldes, die mit kürzer werdenden Wei- lenlängen wächst. Sie ist größer als die irgendeiner anderen elekttilchen Sttomart aber Strahlung, gesehen von Röntgen- und Rabiumstrahlen. Auch isolierende Trennungsschichten werben übersprungen. So überbrückt die Feldwirkung beispielsweise bie Membranen ber Zellen und ber roten Blutkörperchen und wirkt so direkt aus bas Innere dieser mikroskopischen Gebilde ein. Auch Glas und größere Lustzwischenräume bilden fein Hindernis für das eleftrische Feld; wir können deshalb unsere Elekttoden in einem bestimmten Abstand vom Körper des Kranken anbringen und sie mit Jsolier- material umgeben. Das Merkwürdigste ist mm dabei, baß bie Durchbringungsfähigkeit oder, wie wir sie nennen, bie relative Tiefenwirkung um so besser ist, je weiter dieser Abstand ist. Man behandelt deshalb, wenn man Tiefenwirkungen erzeugen will, mit Elektroden, die in 4 bis 5 Zentimeter Abstand vom Körper angebracht sind. In Tierversuchen und Selbstverfuchen des Verfassers hat sich schließlich ergeben, daß' gewisse Erkrankungen, besonders eitrige Infektionen, im Ultra-Kurzwellenfelb zur Abheilung gebracht werben können. Es gelang u. a., selbst langwierige Furunkulosen ohne operative Eingriffe zu heilen: auch große Eiterherde, wie die gefürchteten Lungenabszesse unb Vereiterungen des Rippenfells, können geheilt werden, und es ist sehr eindrucksvoll, auf Röntgenbilbern das allmähliche Verschwinden großer Eitermassen zu beobachten. Die Anwendung des Verfahrens hat Feinheiten, bie nur derjenige kennt, der sich jahrelang damit befaßt hat. Man weiß beispielsweise, daß zu lange oder zu starke Behandlung gewisser Erkrankungen zu Verschlimmerungen führen kann. So entstehen Mißerfolge, deren Ursache natürlich ber Behanbler nie bei sich, sonbern bei bem Verfahren sucht; sie werben verallgemeinert und können ein wertvolles Heilverfahren in kurzer Zeit in Mißkredit bringen. Noch mehr als für bie örtliche Behandlung gilt dies für bie AllgemeinbeHandlung, bie sogenannte „künstliche Fiebererzeugung", über bie vielfach merkwürbige Anschauungen bestehen. Rich- -tig ist, daß wir in ben Ultra-Kurzwellen ein sehr bequemes Mittel in ber Hand haben, um eine Erhöhung ber Körpertemperatur zu erzeugen; man kommt ohne weiteres bis 40 Grad und darüber, wenn man es darauf anlegt. So hohe Temperaturen find In besonderen Fällen notwendig. Es ist aber falsch, solche Temperaturerhöhungen als Fieber zu bezeichnen, da echtes Fieber auf gesteigerten Verbrennungen im Körper beruht. Man erzeugt Fieber bekanntlich zu Heilzwecken durch Einimpfung von Malariakeimen in bie Blutbahn. Erfreulicherweife hat sich nun ergeben, daß bie iw etÄVHtz eeyugteft Temperaturen hinter denjenigen ber Malaria kaum Zurückbleiben. Die elektrische Wärmeerzeugung hat aber den Vorteil, daß sie für bie Kranken angenehmer ist, und baß man ihre Regulierung genau in der Hand hat. Dadurch kann man sie sogar bei Pattenten mit Herz- und Kreislauferkrankungen anwenden. Auch kann man noch gleichzeitig andere Heilmittel, Einspritzungen usw. anwenben. Als neueste amerikanische Errungenschaft tauchte nun kürzlich die Nachricht auf, daß diese Temperaturerhöhungen auch ohne das Kurzwellenfeld erzeugt werben können; hierzu werben in einer Klinik in Rochester gewaltige He i ß l u f t kästen angewandt, in denen die armen Pattenten stunden« lang hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Diese heroischen Kuren, bei denen von ben Kranken nur ber schwitzenbe Kopf aus einem riesigen Heizkasten herausragt, machen natürlich auf ben Beschauer einen großen Einbruck. Es ist aber durchaus nicyts Neues daran, und in Deutschland war durch die Forschungen von Walinski schon lange bekannt, baß man burch Bäder von bestimmter Art starke Erhöhungen der Körpertemperatur erzielen kann. Die Behandlung mit künstlichen Temperatur« fteigerunaen kommt überall da in Frage, wo man bisher schon bie Wagener-Jauregaschs Malaria-Therapie angewandt hat, also bei progressiver Paralyse und Rückenmarksbarre. Mel größer und wichtiger ist aber das Anwendung' gebiet bei den rheumatischen Erkrankun» gen. Es gibt wohl keine Gruppe von Krankheiten, denen eine solche Bedeutung für bie Volksgemein« schäft zukommt, wie bie rheumatischen Krankheiten, zu benen beispielsweise auch Ischias, bie meisten Neuralgien und die meisten Gelenkentzündungen gehören. Viele Menschen, die schon » in ihrer Jugend Opfer dieser Krankheiten geworden sind, füllen bie Krüppelheime und fallen ber All« gemeinheit zur Last. Hier ist aber burch die An« Wendung ber künstlichen Temperaturerhöhung oft noch eine Rettung möglich. Zweck hat allerdings eine solche Behandlung nur, wenn vorher du Krankheitsursachen richtig erkannt sind und mu« behandelt werden. Auch Darf man Erfolge nur da erhoffen, wo von wirklich kundiger Hand behandelt' Wird. Dazu gehört eine besondere Beherrschung gerade biefes Gebietes. Man vergißt in unserem technischen Zeitalter viel zu leicht, daß es nicht auf bie Maschine an« kommt, sondern auf ben Menschen, der sie anwendet. Das gilt aber auf bieJem ärztlichen Gebiet mehr als auf irgendeinem anderen GMriet Lebens KJ W r <> MAA ! voUi angeblv 'inen sL 'urben - n. Unblii lagen und achmittags- 50 PFENNIG EKla^ecdonen Zigarette der der OHNE MUNDSTUCK zweihundert Jahre sind vergangen, aber bis zur X (j) IGegenwart hat sich der„königliche”Brauch ^7 /erhalten, dass man Tabak für seine Gäste bereit stellt. Heute wird man freilich o&igaretten wählen,und zwar besonders gute, von denen man mit Bestimmtheit weiss, dass sie auch frisch geblieben sind und ihr flüchtiges Aroma behalten haben. seM er« 6id)eten« Hnfprui D.S, Wahlkandidaten unter den Opfern Stalins. Moskau, 9. Dez. (DNB.) Der Präsident Staatsplankommission Valerij M e s h l a u k, | i\e tzbuches zu, tu-'den hinzog. das Hafenviertel im Norden von Nanking ist von chinesischem Militär angezündet worden, um ein freies Schuhfeld zu schaffen. Teilweise haben bereits erbitterte Nahkämpfe stattgefunden, in die japanische Flieger eingriffen und eine Reihe von Tiefangriffen durchführten. Wie Domei meldet, haben die japanischen Abteilungen. die gestern nach Ueberquerung des Lojang- sees Wuhu beseht haben, heute bei Tagesanbruch den Vormarsch nach Norden wieder ausgenommen. Um 11 Uhr haben sie die Stadt Taiping, etwa 200 Kilometer südwestlich von Nanking. genommen. Damit soll den in Nanking befindlichen Truppen der Rückzug nach Süden abgeschnitten fein. Diese könnten nunmehr nur noch durch den llebergang über den Jangtse einen Rückzug bewerkstelligen. Mehreren japanischen Torpedobooten ist es gelungen, nach fast zwei Wochen langer Räumungsarbeit bei der grohen Sperre bei Kiangyin sich eine schmale Durchfahrt zu bahnen und die Fahrt den Jangtse aufwärts fortzusehen. Sie beabsichtigen. Nanking auch von der Ftuhseite her abzuriegeln, woran sie nur noch durch eine Notsperre in der Nähe von Lhinkiang gehindert werden. lll.Dez. (DNB. Funkspruch. Ostasien- ienst des DNB.) Wie Domei von der Nanking- Front meldet, ist die japanische Generaloffen- ioe gegen die Aeslung Nanking heule mittag um 13.30 Uhr hiesiger Zeit eröffnet worden, nachdem der chinesische Befehlshaber General Tang- ch e n g t f ch i das um 12 Uhr mittags abgelaufene Ultimatum zur Uebergabe nicht beantwor- ie t hatte. Der japanische General Matsui hatte damit den Chinesen eine Gnadenfrist gegeben um zu verhindern, dah atte Kulturstätten durch Kämpfe in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem aber wollte der japanische Oberkommandierende eine Schonung der Zivilbevölkerung ermöglichen. Nur kleine Teile der Bevölkerung, man schätzt die Zahl auf wenige Tausend, halten sich noch in der Innenstadt auf. Der weitaus überwiegende Teil hat die S i ch e r h e i t s z o n e auf- gesucht, die von den Japanern bekanntgegeben worden ist. Der Ausschuh, der für die Ordnung innerhalb dieses Sladtteiles verantwortlich ist. hat auher- ordentliche Schwierigkeiten zu überwinden, um die Menschenmassen unterzubrlngen und ihre Verpflegung sicherzuslellen. Rund um Nanking lodern die Feuer der von den Chinesen in Brand gesteckten Dörfer und Siedlungen. Auch mfiragsweise in freien planmäßigen Schulstellen ivll beschäftigten und einstweilig angestellten Leh- 12 OVERSTOLZ Kleine politische Rachrichten. Die im deutsch-rumänischen Handelsvertrag von 1935 vorgesehenen Regierungsausschüsse haben in Bukarest für die Zeit bis zum 30. September 1938 einen Ein- und Ausfuhrplan aufgestellt. Dieser sieht für die rumänische Ausfuhr nach Deutschland erweiterte Kontingente vor, insbesondere neben Getreide und Holz für Schweine, Schweinespeck und Schmalz. Die rumänische Einfuhr aus Deutschland wird sich in dem der rumänischen Ausfuhr nach Deutschland entsprechenden Umfang halten. Die Herstellung des Gleichgewichts im Zahlungsverkehr bedingt eine rumänische Aktivität im Warenverkehr. Der Wirtschaftsausschuß der französischen Kammer, der sich am Mittwochnachmittag mit Stimmenmehrheit gegen die Wiedereröffnung der Pariser Weltausstellung ausgesprochen hatte, hat Donnerstag seine Ansicht geändert und sich mit 17 gegen 12 Stimmen für d i e Wiedereröffnung ausgesprochen. * Der schweizerische Ständerat stimmte einstimmig dem Haushaltsvoranschlag des Bunde- für 1938 zu. Dieser sieht an Einnahmen 519,8 Millionen Franken vor, an Ausgaben 541,4 Millionen. Die Rücklage für die Sanierung der Bundesbahnen, die im Voranschlag enthalten ist, wurde auf 35 Millionen Franken festgesetzt. Für das Milltärdepartement sind 123,5 Millionen gegen 106,4 Millionen Franken im Haushaltsplan 1937 vorgesehen. Bundesrat Minger begründete die Erhöhung mit der Vermehrung der Divisionen. ye bei hilf. J ein $[; 1 richül $ enen n: les anb die ( Mich 1 taates t MA K"« W unet « toiek mb uen §6 Die japanische Generaloffensive gegen Aanking Ultimatum zur Uebergabe Nankings unbeantwortet abgelaufen. Die siebente Konferenz der Außenminister der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen begann in Reval. Der estnische Außenminister Dr. Akel gab dem Wunsch nach konkreten Erfolgen Ausdruck. Außenpolitisch sei stete Besserung oer Beziehungen sowohl zu den nächsten Nachbarn als auch zu den anderen Staaten festzustellen. Der nationalspanische Heeresbericht vom Donnerstag meldet, daß die nationalen Flieger mit großem Erfolge den bolschewistischen Flugstützpunkt M a h o n auf den Balearen (Insel Menorca) sowie den Hafen von Barcelona bombardierten. a km? euM - inten f ning ' ie sog«' rfranfe [eitig <6 Öen. (hast U se W ellensel! • n in , iten N »erden. • Krönten ’ •;S rchalisF ar nge to - tW jelen $ Teinp^ ige, w°' uregs hat, E, ksdane. - f r an i Arants AolksF sträng. ,dieA e lenk'. en, len A« !rkf ■fi'. W ten, box um fr deM raniö'i^ es Slußi- )ein Offe is her K rer sowie die Verheirateten in nichtfreien Stellen auftragsweise oder vertretungsweise voll beschäftigten Lehrer erhalten im ersten und zweiten Ver- gütunasdienstjahr die Grundvergütung des fünften Vergütungsdienstjahres, von Beginn des dritten Vergütungsdienstjahres an eine Grundvergütuna in Höhe des Anfangs- grundgehaltes der endgültig angestellten Lehrer. Nach Ablauf dieser Zeit rücken sie im Grundgehalt in gleicher Weise auf, wie wenn sie als Lehrer endgültig angestellt worden waren. Demnach werden verheiratete Schulamtsbewerber, die bisher einen Jahresvergütungssatz von 2000 Reichsmark erhielten, 2600 RM. erhalten. Schulamtsbewerber, die bisher 2300 oder 2600 RM. erhielten, 2800 RM. Das Gesetz bringt ferner den Vorteil, daß verheiratete Schulamtsbewerber nach Vollendung des 7. Vergütungsdienstjahres in der Grundvergütung über das' Anfangsgrundgehalt (2800 RM.) hinaus auf 3030 RM., auf 3300 usw. steigen können, auch wenn sie noch nicht endgültig angestellt sind; daneben wie bisher Wohnungs- geldzuschuß, örtlicher Sonderzuschlag, Kinderbeihilfen usw. Berufsschullehrer, sofern sie verheiratet sind, erhalten im ersten und zweiten Dienstjahr die Grundvergütung nach den. Sätzen des fünften Dienstjahres für Anwärter, im dritten Dienstjahr das Anfangsgehalt der ersten planmäßigen Anstellung, nach Ablauf weiterer fünf Jahre rücken sie planmäßig auf. In den anderen Ländern wird wegen einer ähnlichen Regelung noch verhandelt. Diese Maßnahme trägt wiederum einen bevölkerungspolitischen Charakter, gleichzeitig wird sie dazu beitragen, manche Bedenken gegen die Beschreitung der Laufbahn des Volksschullehrers zu beseitigen. Eden erklärt eine Panikstimmung für ungerechtfertigt. London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach der „Times" hat Eden vor dem Unterhausausschuß Kirderung der Krühehe der Junglehrer in Preußen. II Berlin, 9. Dez. (DNB.) Um jungen Lehrern Nu Entschluß zur frühen Eheschließung zu erleich- ten. hat das preußische Staatsministerium ein Ge- etz über die Erhöhung der Dien st bezöge i) er verheirateten Schulamtsbewer- ij er beschlossen, das rückwirkend vom 1. April 1937 n £raft tritt. Die verheirateten im Volksschuldienst für auswärtige Angelegenheiten erklärt, daß England schneltan milttärischer Stärke gewinne. Es bestehe keine unmittelbare Kriegsgefahr in Europa. Eden habe außerdem den Ausblick für besser gehalten denn je in den letzten Monaten. Die Politik der Nichteinmischung in Spanien habe sich als berechtigt erwiesen. Die Beziehungen Englands zu Portugal seien niemals enger gewesen als im Augenblick. Es bestehe Grund zu einem gewissen Optimismus, sicherlich aber sei eine Panikstimmung nicht gerechtfertigt. Der Leiter der englischen Opposition, der Labour- Abgeordnete Attlee, dessen Reise nach Spanien vor allem in konservativen Kreisen einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hat, hat dem Korre- ponbenten des „Daily Telegraph" gestanden, daß eine gesamten Reisekosten von den panischen Bolschewisten bezahlt worden seien. Oie Geschichte der Bewequna. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Der Führer hat nachstehende Verfügung erlassen: Es ist für die Partei von größter Bedeutung, daß diegeschichtlichen Zusammenhänge ihres Werdens und Wirkens einwandfrei, einheitlich und aus der Kenntnis des Kampfes der Bewegung heraus bearbeitet werden. Um eine Behandlung aller mit der Geschichte der Bewegung zusammenhängenden Fragen nach diesen Grundsätzen sicherzustellen, beauftrage ich den Chef der Kanzlei des Füh. rers der NSDAP, und Vorsitzenden der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.- Schrifttums, Reichsleiter Philipp B o u h l e r , mit der Durchführung der hierfür erforderlichen Arbeiten. Alle in Frage kommenden Partei- und Staatsstellen sind angewiesen, ihm bei dieser Arbeit ihre Unterstützung zuteil werden zu lassen. Ausführungsbestimmungen zu dieser Verfügung erläßt Reichsleiter Philipp Bouhler. Tatsachen versinke vor der herzlichen Zuneigung zu [>n Menschen, die zum gleichen sportlichen Jiel ft r e b t e n. lieber die ernstesten politischen Entwicklung hinweg reichten sich sportlich denkende Nationen in Verständnis für einander die Hände. komme auch er nach Dänemark nicht wie zu einem fremden Volke, sondern wie ein Sports- m a n n ä u einem anderen. Wir Deutschen sollen ehrliche Sportsleute fein. Wir haben aus unserer sportlichen Betätigung heraus die Gewiß- hit, daß es viel wichttger ist, das Gemeinsame aller Völker zu betonen, als die Völker durch die alleinige Beschäftigung mit Gegensätzlichkeiten gegeneinander auszuspielen. Wenn wir daher von Volk xu Volk zueinander kommen und uns in aller O'fenhett die'Hände reichen, so sind wir damit im Sienft einer anständigen Mission. Der Appell des Sports ist ein Ruf an die Ritterlichkeit, die in allen anständigen Menschen lebt und für die man unermüdlich eintreten soll, zum Segen für das jjfammenleben der Völker. Sitzung des Reichskabinetts. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Das Reich skabi- nett trat zu seiner letzten Sitzung in die- st m Jahre zusammen. Zunächst wurde der (Ent- darf eines Gesetzes über die Verfassung und Der- mdtung der Hansestadt Hamburg angenom- nvn, durch das nach Bildung der Einheitsgemeinde Himburg die Abgrenzung zwischen der staatlichen Ärwaltung (dzw. dem Reich) und der Gemeinde- virwaltung vorgenommen wird. Ein Gesetz zur Verlängerung der Vorschriften über die Reichs- fluchtsteuer schließt einige Lücken auf diesem (Miete und verlängert die Geltungsdauer um ein unteres Jahr. Ein Gesetz über die 31. Aende- ring des Besoldunasgesetzes, durch das griffe Aenderungen bei der Abgrenzung zwischen engen Besoldungsgruppen herbeigeführt werden, ttgt einigen im Laufe der Zeit entstandenen Be- btrfmfien verschiedener Reichsverwaltungen Rech- n.ng. Durch das Gesetz zur Aenderung des Gesetzes ita Spar- und Giro fassen, kommunale K?ditinstitute und Giroverbände sowie Girozentrale: vom 13. Dezember 1934 wird die Geltungs- bdier dieses Gesetzes bis zum 31. Dezember 1939 verlängert. zugleich stellvertretender Vorsitzender des Volks- fommiffarenrates der Sowjetunion ist, scheint auch in Ungnade gefallen zu sein. Meshlauk wurde als Kandidat im Wahlbezirk Ufa registriert. Inzwischen erfährt man jedoch aus der Moskauer Presse, daß im gleichen Wahlbezirk ein andererKandidat nachträglich aufgeftellt worden ist. Die Kandidatur Meshlauks muß also zurückgezogen worden fein. Gerüchte nennen Meshlauk unter den Verhafteten. Das Schicksal des Chefs der sowjetrussischen Luftstreitkräfte und stellvertretenden Kriegskommissars A l k s n i s scheint sich gleichfalls erfüllt zu haben. Alksnis ist ähnlich wie Meshlauk als Kandidat für die bevorstehenden „Wahlen" g e st r i ch e n worden. Seine Kandidatur im Wahlbezirk Mohilew ist bereits einem anderen übertragen worden. Aus Minsk wird ferner gemeldet, daß auch der Name des Chef.der Panzer- und Tanktruppen der Roten Armee B o k i s , dessen Kandidatur in Minsk ausgestellt worden war, von den Wahllisten a e st r i ch e n wurde. Demnach scheint auch seine Verhaftung festzustehen. Mtwir - ib Oflm schass ütci ien jW ir dto r W | r tote' r b« feie sM' rW', ü- MPSlW Das Reichskabinett gab schließlich einem Gesetz Ü6>r die Gewährung von Entschädigungen be der Einziehung oder den Uebergang von Vermögen seine Zustimmung, durch das Entschädi- jingen für solche Personen festgesetzt werden, die blich die Einziehung staatsfeindlichen Lcrmögens oder durch den Uebergang von Ver- ... unuui mieten der früheren Arbeitgeber- oder A r - W. bei t n e h m e r ve r b ä nd e auf die Deutsche Ar- foungeir:i bersfront einen mittelbaren Vermögensnach- oie es;'.! teil erlitten haben. Insbesondere handelt es sich um eiben Mschädigungen von Gläubigern dieser aufgehe V!i jSlen Verbände. Die Entschädigungen werden in ' MM chjn besonderen Feststellungsoerfahren festgesetzt, r Politik Ilsdann wandte sich das Reichskabinett der Wei- s Mn, Beratung des Entwurfes eines deutschen Straf- i, die sich bis in die N< deinen besonderen c7 nimmt tmTabak'-Museum von HAUS NEUERBURG diesesElfen- bctn-Jfästchen ein, das seinen Anschriften nach einst auf dem Tisch des Tabahj-Tfollegiutns Friedrich Wilhelms I.von Preussen gestanden hat. Große Erfolge der OAF. und der Deutschen Reichsbahn auf der pariser WeltauSstelirng. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Das internationale Preisgericht der Pariser Weltausstellung hat der NSG. „Kraft durch Freude" für das Modell des im Bau befindlichen Seebades Rügen einen Grand Prix zugesprochen. Das Modell zeigt die Gesamtanlage des Seebades bei Binz mit dem zehn Kilometer langen Strand, sowie die vorbildlichen Einzeleinrichtungen wie Theater, Kino, Räume und Bauten für gesellschaftliche Veranstaltungen. Wie bekannt, werden nach der Fertigstellung allwöchentlich 20 000 Volksgenossen ihren Urlaub in dem Seebad Rügen verbringen, das mit dem Festland über den Rügendamm in unmittelbarer Eisenbahnverbindung steht. Ein weiterer Grand Prix wurde für die vorbildliche Sicherheitsanlage des „Kraft durch Freude"- Urlauberschiffes „W i l h e l m G u st l o f f" ausgesprochen. Das Schiff ist mit 22 Rettungsbooten ausgestattet, von denen 20 durch Dieselmotor betrieben werden können; zwei dieser Rettungsboote sind mit Funk- und Scheinwerferanlage versehen. Der Rumpf ist durch Doppelböden gesichert und außerdem durch stählerne Querwände in wasserdichte Abteilungen geteilt. Auch das Oberteil des Schiffes zeigt nur feuerfeste Quer- und Längswände und ist in allen übrigen Teilen durch unbrennbare Anstrichmittel gegen Feuer gesichert. Die RSG. ,Kraft durch Freude" erhielt für dasselbe Schiff auch eine goldene Medaille. Das Schiff ist mit seinen 25 000 Tonnen das fünftgrößte der deutschen Handelsflotte und hat für 1460 Urlauber Raum. Die Kabinenanlage besteht ausschließlich aus zwei- bis vierbettigen Kabinen. Abseits vom Zentrum der nationalen Pavillons um den Eiffelturm, im Invalidenbahnhof, war im Rahmen der Internationalen Ausstellung Paris 1937 die internationale Eisenbahnschau aufgebaut. Dort hatte auch die D e u t sch e Re i ch s- bahn auf Gleisen und auf einer Galerie Spitzenleistungen der deutschen Eisenbahntechnik zusammengestellt, soweit der verhältnismäßig knappe Raum dies zuließ. Dem Gesamtergebnis der Preiszuerkennung an Deutschland auf der Pariser Weltausstellung stehen die auf der Reichsbahnschau errungenen Auszeichnungen würdig zur Seite. Richt weniger als 21 Große Preise, fünf Ehrendiplome, 12 Goldene und 2 Silberne Medaillen fielen in diese Abteilung. Zunächst ist der Deutschen Reichsbahn selbst für die Ausgestaltung ihres Standes ein Großer Preis verliehen worden. Ein weiterer Großer Preis entfiel auf die Reichsbahndirektion Berlin mit der Darstellung der Bauarbeiten der Rordsüd-8- Bahn und zwei Goldene Medaillen waren der Lohn für die beiden Reichsbahnfilme „Um das blaue Band der Schiene" und „Die Reichsbahn unterfährt Berlin". Kunst und Wissenschaft. Ehrung deulscher Wissenschaftler beim Universitätsjubiläum in Eoimbra. Die Feiern des 400-jährigen Universitätsjubiläums in Coimbra erreichten ihren Höhepunkt mit dem Besuch des Ministerpräsidenten S a t a 3 a r, der selbst nach Coimbra gekommen war, um der Universität, an der er jahrelang als Professor tätig war, seine Glückwünsche darzubringen. Der Gründer des neuen Portugal wurde von den ausländischen Festteilnehmern und den portugiesischen Akademikern begeistert gefeiert Mittags fand ein gemeinsames Essen der deutschen, italienischen und spanischen Universitätsvertreter statt, das im Zeichen der gemeinsamen Ideale uNd der kulturellen Verbundenheit der drei Völker stand. Im Festsaal der Universität wurde dann nach mittelalterlichem Zeremoniell die Ehrenpromotion einer Anzahl von ausländischen Wissenschaftlern oorgenommen. Von der deutschen Abordnung wurde Professor L a u t e n s a ch - Greifswald (früher in Gießen) als Autor des modernsten Werkes über die Geographie Portugals und Professor Eugen Fischer- Berlin wegen seiner Verdienste um die Rassenhygiene und Eugenik zu Ehrendoktoren ernannt. Internationaler Augenärztlicher Kongreß in Kairo. Der König von Aegypten eröffnete in der Fest- Halle der Staatsuniversität Kairo den 15. Inter- nationalenAugenärztlichenKongreß, dem Vertreter aus fast allen Ländern beiwohnen. Die deutsche Abordnung, die unter Leitung von Professor Lo eh le in steht, hat einen beachtlichen Anteil an den Fachreferaten. 27. Partie Emve — Aljechin remis. Die 27. Partie im Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen Dr. E u w e und Dr. Aljechin ist nach 28 Zügen remis geworden. Dr. Euwe hatte Weiß. Der Stand nach der 27. Partie lautet: Aljechin I6V2, Euwe IOV2 Punkte. Aus aller Wett. Strenger Frost in Ostpreußen. Der strenge Frost, der seit Anfang der Woche in Ostpreußen herrscht, hat eine Reihe von Flüssen, namentlich im Osten der Provinz, mit fester Eisdecke bezogen. Auf der Memel ist das Eistreiben schon vor Tagen zum Stehen gekommen. Die Haffe sind zugefroren. In Königsberg sank das Thermometer auf minus 16 Grad Celsius. Im Osten und Südosten der Provinz, in Tilsit und Treuburg, ist der Frost noch stärker. x Emigrant als dreifacher Mörder. In dem Pariser Vorort St. Cloud wurde ein Grundstücksmakler kürzlich ermordet und beraubt aufgefunden Der* Verdacht richtete sich auf einen aus Deutschland gekommenen Emigranten. Der Verdächtige wurde in einem Landhaus nicht weit von der Mordstätte gestellt und nach einem erbitterten Handgemenge festgenommen. Im Verhör aab der Verhaftete an, der 1908 in Frankfurt a. M. geborene Eugen Wiedmann zu fein. Er sei aus Deutschland geflohen, um der Militärdienstpflicht zu entgehen. Was den Mord an dem Grundstücksmakler betrifft, zögerte Wiedmann zunächst mit der Aussage, um dann ein Geständnis zu machen. Er hat dann im Laufe des Verhörs zwei andere, bisher ungeklärt gebliebene Morde eingestanden. Er gab zu, eine tm Juli d. I. in Paris verschwundene amerikanische Tänzerin Ioan de K 0 0 e n ermordet zu haben. Rach längerem Kreuzverhör gestand er weiter ein, im September einen Autodroschkenfahrer bei Orleans umgebracht zu haben, um sich auf diese Weise Geld zu verschaffen. Wiedmann, der zu Beginn der Ermittlungen mit einem gewissen Sauerbrei) verwechselt wurde, wohnte in Paris zunächst in Hotels und verschaffte sich einen falschen Personalausweis, der auf den Namen Karrer lautete. Er betätigte sich eine zeitlang als Dolmetscher auf der Weltausstellung. Für 3500 Franken mietete er das Haus in St. Cloud, das ziemlich abgelegen war. Die Polizei hat im Garten dieser Villa zwei Kraftwagen entdeckt. Der eine, dessen Nummer gefälscht war gehörte dem ermordeten Wohnungsvermitller. Diesen hatte Wiedmann im Keller seines eigenen Hauses ermordet und war dann mit dem Auto des Getöteten in fein Haus gefahren. Neun Personen bei einem Hausbrand in USA. ums Leben gekommen. Bei dem Brand eines zweistöckigen Wohnhauses in Knoxville (Tennessee) kamen neun Personen, darunter eine Frau mit vier Kindern, u m s Leben. Mehrere Personen werden noch vermißt. Das Feuer, das in der Nacht ausgebrochen war, konnte deshalb einen so großen Umfang annehmen, weil die Hydranten in folge der großen Kälte eingefroren waren, so daß die Feuerwehr nicht ein- greifen konnte. Feierliche Beisetzung der Opfer des Bslgarder Slreckenunglücks. Die elf Streckenarbeiter, die am 4^ Dezember mitten aus ihrer Arbeit vom Tode überrascht wurden, wurden feierlich auf dem Friedhof der Stadt Belgard in Pommern beigesetzt. In der Halle der Hindenburgschule, wo die Särge der Toten aufgebahrt worden waren, legten Gauobmann Künzel namens des Reichsorganifationsleiters, Gauleiter Schwede-Coburg namens der NSDAP, und Präsident Liane ko hl namens des Reichsverkehrsministers Kränze an den Särgen nieder und sprachen den Angehörigen der Toten ihr herzliches Beileid aus. Die Gedenkansprache hielt ff» Sturmbannführer Bürger. Ein langer Zug gab den Toten das Geleit zum Friedhof. Wagen der Wehrmacht trugen die Särge, die in einem gemeinsamen Grabe ihre letzte Ruhestätte fanden. An dem offenen Grabe nahm auch Gauleiter Schwede- Coburg Abschied von den Arbeitskameraden und versprach den Hinterbliebenen, daß ihre Sorgen die Sorgen der Bewegung Pommerns sein würden. Grohfeuer in Mannheim. In Mannheim geriet ein mit 20 000 Liter.Benzin gefüllter Tankwagen der Reichsbahn aus ungeklärter Ursache in Brand. Da der Wagen unmittelbar vor einem dreistöckigen Wohnhaus stand, griff das Feuer auf dieses Gebäude über. Die Feuerwehr beschränkte sich zunächst darauf, Explosionen zu verhüten und die Löscharbeiten an dem Wohnhaus durchzuführen. Das dreistöckige Wohnhaus ist fast völlig ausgebrannt, Personen kamen jedoch nicht zu Schaden. Kältewelle in Amerika. Ueber den Atlantikstaaten lagert eine Kältewelle, die in Nordkarolina die Temperaturen auf minus 26 Grad und in Florida auf minus 7 Grad fallen ließ. Bisher wurden 8 Todesfälle durch Erfrieren gemeldet. Außerdem richtete der strenge Frost Millionenschaden unter der Obst- und Gemüseernte an. In Miami mußten die Schulen schließen, da keine Heizungsmöglichkeit vorhanden ist. Englischer Bomber im Niltal abgestürzt. Ein Bomber des in Chartum stationierten 47. eng. lischen Luftgeschwaders stürzte bei dem Fluge von. Malakal nach Djube im Tal des Weißen Nils ab. Der Pilot, ein Fliegeroffizier, und der an dem Flux teilnehmende Bischof für Aegypten Herbert Guy Bullen, sanden den Tod. Französisches Verkehrsflugzeug verunglückt. Das Verkehrsflugzeug der Strecke Lyon—Marseille ist 20 Minuten nach dem Abflug 18 Kilometer von Die entfernt abgestürzt. Nur der Radio- telegraphist soll ums Leben gekommen sein, wäh. rend die drei Fahrgäste, der Flugzeugführer und der Steward mit Verletzungen davongekommen sind. Schwerer Sturm an der französischen Westküste. Don der gesamten französischen Westküste wird schwerer Sturm gemeldet, der besonders die südwest. französische Baskenküste mit außergewöhnlicher Hef, tigkeit Heimsucht. Auch an der bretonischen Küste bei Douarenez herrscht Sturmwetter; zahlreiche im Hase» verankerte Sardinenfischerboote sind beschädigt worden. Bei Penmarch, unweit von Sorten!, hat eine Sturzwelle die Kommandobrücke eines Fischdampfer; und den darauf stehenden zweiten Offizier hinweg, gespült. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit den Kaltluftmassen, die an der Rücksette der über Deutschland hinweggezogenen Wirbels wieder zu uns vorgestoßen sind, wird eine leichte Be« ruhigung eintreten, die voraussichtlich bis Sonntag anhalten wird. Dann werden die in größerer Hohe auf gleitenden Warmluftmasfen zunächst wieder Schneefälle bringen. Aussichten für Samstag: Meist neblig, bewölkt, nur voraussichtlich aufreißend, Neigung ju einzelnen leichten Schneefällen, nachts Frost, Tagestemperaturen um 0 Grad, veränderliche Winde. Aussichten für Sonntag: Ueberwiegrnh bedeckt, leichte Niederschläge, voraussichtlich al; Schnee. Lufttemperaturen am 9. Dezember: mittags 2,6 Grad Celsius, abends 3,3 Grad; am 10. Dezember! morgens —1,3 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum heute nacht —1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Dezember: abends 2,1 Gradl am 10. Dezember: morgens 1,4 Grad. — Niederschläge 8,4 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. . Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wilhelm Menk Gießen, den 9. Dezember 1937. 8151D Der A.H -Verband der Landsmannschaft Chattia betrauert das Ableben seines lieben Bundesbruders Studien-Assessor inTJarmstadt-Eberstadt aktiv 1926—1931. -ER v • Mbiitlen unzerfallbar 815SA ®Fle:sclibiillen pyommertorn Bleichstr. 12. MM (Rüde) 8165d braun getigert, entlau en. Ludwigftr. 73, Fernsvr. 2013. Lieferungsvergebung. Die Lieferung von Blumenpflanzen für die Som- merbepflanzung der öffentlichen Anlagen 1938 soll öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich ist, sind bis zum Freitag, 17. Dezember 1937, vormittags 10 Ahr, hier einzureichen. 8154D Gießen, den 9. Dezember 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sieh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen. Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen. Geschäfts karten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen l Wir bieten sie Ihnen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 Qual nimm allemal / Tropfen 1.— RM, tlUSfßX Pastillen-.80 RM. Vorbeugend bei Husten, Heiserkeit, Katarrh. Der quälende Hustenreiz wird schnell beseitigt. Drogerie Bornemann, Bahnhofstr. 17 stets Neuheiten bei [ 757 ßD Otto Georg vormals H. Kühn Selter. weg 36. in allen siscA Preislagen Fr. Groß Neuenweg 32 Vereine Beiiualvereinigung afataj Sonntag, den IL.Dez. 1937 Weihnachtsfeier auldemSchiilenberg Abends 5 Uhr: Feier in der Kapelle anschließend Familienzosammen- konll im Saal Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Gravert. Kalkutta e. 0. Samstag, den 11. Dezember 1937 21 Uhr, im Burghof, Burggraben Pflichtversammlung Rechtsanwalt Becker spricht über die neue Reichsstraßen-Verkehrs- ordnung, die am 1. Januar 1938 in Kraft tritt. Es ist daher erforderlich, daß alle Mitglieder erscheinen. | Verkäufe | Gebrauchter Badeofen für Koblenfeue- Rassen- pferd (Einspänner) unter all. Garan- rung gefuckr. Schr.Angeb.unt. 8164Da.d. G.A. tie zu verkaufen. Vermietungen | Krofdorf 174. Kanarienvögel billig 05980 Geräumige 4 Zimm. Wohn. zu verkaufen. Wolkengaffel71 (Stadtmitte) für sofort zu ver- | Kaufgesuche | mieten. Schrift!. Angebote unter 8157 D an den Gießen. Anzeig. auch Silbergeld kauft ständig Erich B yer Juwelier I009i3 Schöne tiimmJolm. (Stadtmitte) zum 1. Avril ob. 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Regierungsrat Professor Dr. Paul Uhlen- h u th, der hervorragende Hygieniker an der Univer- jsität Freiburg, ist von der Königlich Belgischen Akademie der Medizin in Brüssel in Anerkennung seiner Forschungsarbeiten zum auswärtigen korrespondierenden MitgliHe ernannt worden. Fräulein M tsouko erzählt. Kleine Stenotypistin im Lande der aufgehenden Sonne. Ich traf Fräulein Mitsouko in Berlin, sie war mit ihrem Chef hergekommen, und es gelang mir, sie zwischen Diktat und Konferenz zu sprechen und zu sehen. Ich weiß nicht mehr, was genußvoller war, dies zierliche, dunkelhaarige Persönchen mit den Mandelaugen zu sehen, oder zu hören, wie sie in bezaubernd liebenswürdiger Weise die paar Brocken Deutsch radebrechte, die sie extra für die Reise nach Deutschland gelernt hatte. Da ick aber gern viel von ihr hören wollte, einigten wir uns nach der ersten Begrüßung auf Englisch, das sie geläufig sprach und wobei sie sich nicht so abmühen mußte. Bevor Fräulein Mitsouko Privatsekretärin bei ihrem jetzigen Chef wurde, saß sie von morgens acht Uhr bis abends um fünf in einem der riesigen Bürohäuser in Tokio neben vielen andern jungen Mädchen an der Schreibmaschine und tippte. Sie fuhr morgens mit der 0-Bahn ins Büro, fuhr abends mit der G-Bahn zurück zu chrem kleinen aeschmackvollen Zimmerchen in einem der großen Appartement-Häuser und aß mittags zusammen mit einer Freundin in einem kleinen modernen Restaurant. Sie trug europäische Kleidung und zog im Büro genau wir ihre Kolleginnen einen weiten Arbeitskittel über, um das hübsche Kleidchen zu f(fronen, das sie sich vom Gehalt abgespart hatte. Abends ging sie mit der Freundin ins Theater, vielleicht auch einmal tanzen ober in ein Konzert. Soweit klingt das alles ganz alltäglich und vertraut und wäre nicht anders, wenn es uns eine Amerikanerin pder eine Engländerin erzählte. Aber so sehr auch äußerlich der Tageslauf der kleinen japanischen Stenotypistin dem der europäischen gleicht — sie scheint uns ein völlig anders geartetes Wesen zu fein, das nicht die geringste Ähnlichkeit mit der abendländischen Kollegin hat. Das ist zuerst die riesige Schreibmaschine, von der sie erzählt und die sie mir dann auch selbst zeigt. Ein Ungetüm im Vergleich zu unfern: Sie hat 3000 Zeichen, die jede kleine Stenotypistin ganz be» herrscht, deshalb braucht sie auch nicht mehr Zeit für einen Geschäftsbrief wie Miß Joan ober Fräulein Else. (Ich glaube Ioan und Else würden vor Entsetzen die Haare zu Berge stehen, wenn man sie vor diese Schreibmaschine setzte!) „Mein Zimmer in dem Appartementhaus ist natürlich japanisch eingerichtet. Früher wohnte ich mit einer Freundin zusammen, um zu sparen, jetzt bekomme ich mehr Gehalt und kann es mir leisten, allein zu wohnen", erzählt Fräulein Mitsouko, „wenn ich um fünf Uhr nach Hause komme, ziehe ich mich zuerst um." Nicht alle Stenotypistinnen tragen im Büro europäische Kleidung, auch heute noch kommen die meisten in ihren bunten, seidenen Kimonos zum Dienst, und Fräulein Mitsouko, die moderne kleine Japanerin, zieht als erstes zu Hause auch den seidenen Kimono an. Und hierin scheint mir das Geheimnis zu liegen, das uns Fräulein Mitsouko so unähnlich eiyer Stenotypistin scheinen läßt. Mit den europäischen Kleidern legt sie jeden Abend auch alles andere ab, was an ihren Beruf und an ihre Arbeit erinnert, und damit natürlich auch alles „Moderne"; denn das gab es im früheren Japan nicht, daß Frauen in dieser Art Berufe ausübten. Mit dem weichen leuchtenden Kimono wird sie wieder zur kleinen Japanerin, wie ihre Großmutter und Mutter eine war, wird zum wohlerzogenen jungen Mädchen, das liebenswürdig und zurückhaltend am Gespräch tei(nimmt und in allem die gehorsame Tochter der Eltern ist und später mit derselben Selbstverständlichkeit die gehorsame Gattin des Mannes. Sogar hier in diesem kleinen Zimmer des Appartementshaufes, in dem sie ganz allein herrscht, und das sie ganz allein -von ihrem Gehalt bezahlt, verliert sie nicht diese Eigenschaften, die in den Frauen ihres Landes so tief verwurzelt sind. Christine Grossmann. Lichisvielhaus:„VariserAekanntsä»aff-. Ein Paramount-Film in deutscher Sprache, nach einer Erzählung von Helen Meinhardt, bearbeitet von Claude Binyon, inszeniert von Wesley Ruggles: eine junge Amerikanerin verbringt ihre Ferien in Europa, macht zwei Bekanntschaften in Paris, beide bewerben sich heftig und eifersüchtig um ihre Gunst; in der Schweiz wird der Hahnenkampf beim Wintersport fortgesetzt und durch die Anmeldung älterer Rechte durch neu eingetroffene Sportfreunde kompliziert. Die Dialogführung ist typisch amerikanisch, ebenso die groteske Komik, die den Beschauer beinahe wider Willen erheitert. Im Mittelpunkt Claubette (Tolbert, die in größeren Filmen bereits bei uns bekannt wurde und hier mit kapriziösem Temperament zwischen verfänglichen (Situationen und hartnäckigen Anträgen laviert. Die beiden Rivalen: Meloyn Douglas und Robert P o u n g. — Im Beiprogramm gibt es neben der Fvx-Wocke u. a. einen hübschen Kulturfilm „Hochzeit In Hawai", Hans Thynot Nr. 788 Drittes Matt ffiiefiencr Anzeiger (General-Anzeiger für Merhesien) Freitag, 10. Dezember 1057 Aus der Stadt Gießen. Lotte wiehert vor Freude. Ein freundliches Schicksal hatte Lotte davor bewahrt, daß auf sie das Sprichwort zutraf: „Ein braves Pferd stirbt in den Sielen" Lotte fraß bei ihrem Bauern, dem sie in vielen, langen Jahren treu und brav gedient hatte, den Gnadenhafer. So zenoß sie nicht nur einen geruhigen Lebensabend, jonbern hatte auch, wenn sie sich im Sommer auf der Weide erging oder im Winter im warmen Stall stand, viel Zeit, über alles nachzudenken und den jüngeren Pferden, vor allem aber den vorlauten Füllen aus dem reichen Schatz ihrer Lebenserfahrungen Erbauliches und Nützliches zu erzählen. Und was konnte Lotte nicht alles erzählen! War sie doch, bevor sie zum Bauern gekommen war, mit fröhlichem Gewieher vor einer Postkutsche gegangen, wie sie damals noch in Mode war. Auf diese Weise war Lotte weit herumgekovmmen und hatte auch die Menschen kennengelernt. Heber Berg und Tal war es damals gegangen und mitten durch wunderschöne Wälder. Oft waren die Wege so eng gewesen, daß die grünen Zweige der Birken Lottes Hals gestreichelt hatten. Bunte Blumen hatten am Wegrand geblüht. Muntere Bäche hatten geplätschert und geheimnisvolle Quellen geraunt, wenn die Postkutsche hochbeladen durch die ausgefahrenen Spuren des Lehmweges knarrte. Vögel waren jubilierend in die Luft gestiegen und hatten ihr jauchzendes Lied in den blauen Himmel geschmettert. Die Menschen, so hatte Lotte erzählt, hatten damals noch viel Zeit. Freudig hörten sie mit an, wenn der Schwager auf seinem Bock das Horn blies. Und — wollt ihr's glauben oder nicht — mitunter wurde unterwegs sogar angehalten, nur weil eine junge, lachende Frau Blumen pflücken wollte, um sie zur Erinnerung an ihre Hochzeitsreise aufzuheben. Dann aber war eines Tages das erste Auto gekommen. Und nicht lange hatte es gedauert, da wurde die Postkutsche in einem großen Schuppen untergestellt. Ein Kraftpostwagen übernahm die Strecke und durchfuhr sie zur Genugtuung der Menschen, die es nun sehr eilig hatten, mit einer solchen Geschwindigkeit, daß Lotte immer wieder den Kopf geschüttelt hatte. Ja, und dann war auch Lotte überflüssig geworden und kam zum Bauern. Aber nicht nur Lotte erzählte auf der Weide und im Stall, was sie erlebt hatte. Auch die anderen Pferde berichteten, wie sie den Tag zubrachten und wie es draußen in der Welt aus sah. Da mußte Lotte ost nachfragen, wovon denn eigentlich die Rede sei; denn Lotte wußte weder, was ein Flugzeug noch was eine Reichsautobahn war. Was Lotte aber heute gehört hatte, das brachte sie fast aus dem Häuschen. Denn der braune Hengst hatte vom Hufschmied die Neuigkeit mitgebracht, daß der Reichspostminister Ohnesorge in der fernen, großen Stadt Hamburg verkündet hatte, im nächsten Sommer solle es wieder Postkutschen geben, mit Pferden davor und einem Schwager auf dem Bock, der lustige Lieder erschallen lassen würde. Und da war es geschehen, daß Lotte vor Freude laut gewiehert hatte. Denn jetzt wußte sie, daß die Menschen, wenn auch nur zu ihrer Erholung, wieder durch Wälder und Felder, über Berg und Tal, zwischen Blumen und Bächen beschaulich und besinnlich dahinsahren und neben der Weite und Größe der Landschaft auch wieder die kleinen, stillen, verträumten Freuden der Natur genießen würden. Und stolz war Lotte auch! Denn nun kamen die Pferde wieder zu Ehren und wurden auf's neue von den Menschen gestreichelt. Als ein fürwitziges Füllen bemerkte, daß die Menschen aber nicht mehr so schnell vorwärtskämen, fiel Lotte schnell ein: „Rede nicht von Dingen, die du nicht verstehst! Du hörst ja, wie klug die Menschen sind. Haben sie es eilig, bann fliegen sie burch die Luft, ober flitzen auf den Autobahnen dahin. Haben sie es aber nicht eilig, dann steigen sie in die romantische Postkutsche. Und so kommt jeder zu seinem Recht und reist — ohne Sorge. Tl. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. NS.-Lehrerbund, Abteilung Höhere Schule, Fachschaft „Deutsche Kunde": 16 Uhr Oberrealschule Vortrag „Hanns Johst und seine Dichtungen im deutschen Unterricht". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Fuhrmann Henschel". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Unwiderstehliche". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Pariser Bekanntschaft". — Kneipp- Bewegung: 20 Uhr „Bayerischer Hof", Vortrag „Deine Gesundheit — Dein Schicksal". — Ober- hessischer Kunstverein: 17 bis 19 Uhr Weihnachts- Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Sladllhealer Gießen. Heute abend zum letztenmal der große Schauspielerfolg „Fuhrmann Henschel" von Gerhart Hauptckiann. Spielleitung Wolfgang Kühne. Die Ausführung findet als 12. Vorstellung der Freitag- Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Pflichtversammlung der Fakulta. Arn morgigen Samstagabend veranstaltet die Fa- kulta im „Burghof" eine Pflichtoersammlung. Rechtsanwalt Becker spricht über „Die neue Reichsstra- henverkehrsordnung". Die Heimatoereinigung Schiffenberg veranstattet am Sonntag auf dem Schiffenberg eine Weihnachtsfeier. Zunächst findet eine Vorfeier in der Kapelle statt, bei der Pfarrer Steiner (Hausen) die Ansprache halten wirb. Auch der Frauenchor Hausen wird mitwirken. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft statt. Obst- und Gartenbauverein Gießen. Der Obst- und Gartenbauverein Gießen erinnert an die für Sonntagnachmittag im „Bayerischen Hof festgesetzte Vortragsveranstaltung und die Pachtvertrags-Anerkennung. Preisfestsetzung für die Wrihnachtsgänse. NSG. Es wird nochmals ausdrücklich darauf hin- gewiefen, daß die Preise für Gänse nach den Be- ftimmungen der Preisstoppverordnung diejenigen des Vorjahres nicht überschreiten dürfen. Im Vorjahr betrugen, laut einer Verfügung des Reichs- preiskommissar^, die Richtpreise für Mastgänse 1,30 Mark und für sogenannte Bauerngänse 1,15 Mark je Pfund. Die Bestimmung der Preisstopp- verordnung gilt selbstverständlich auch für die Aufkäufer auf dem Lande. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, baß nicht mehr nur derjenige, der höhere Preise als vorgeschrieben verlangt, bestraft wird, sondern auch derjenige, der diese überhöhten Preise bezahlt. ASOAP., Kreisfilmstelle. Von der Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, wird der Tonfilm „Der Kaiser von Kalifornien" im Kreis Wetterau an folgenden Terminen vorgeführt: in 10. Dezember 11. Dezember 13. Dezember 14. Dezember 15. Dezember 16. Dezember 17. Dezember 18. Dezember 19. Dezember. mit Luis Trenker Treis a. b. Lda. Heuchelheim Watzenborn-Steinberg Gambach Afsenheim Allenborf a. d. Lda. Münzenberg Wölfersheim Großen-Linben In diesem herrlichen Film der Hauptrolle erleben wir bas Schicksal des Deutschen Johann August Suter. Sein Weg führt von einer kleinen deutschen Stabt über das große Wasser burch alle Höhen und Tiefen bes Daseins. Die Handlung des Films ist äußerst spannend. Kurzberichte vou der Gießener Kommunalarbeit. $lß Stadt Gießen hat das seither im Besitz der Zöllner-Werke AG. befindliche 20 000 Quadratmeter große Gelände an der Badenburq jamt dem daraufstehenden Wohnhaus und dem früheren Werksgebäude käuflich erworben. Im Verlaufe der letzten Wochen find die Straßen- bauarbeiten in der Jahn st raße, zwischen Fröbel- straße und Tannenweg, und im T a n n e n w e g , zwischen Jahnstraße und Curtmannstraße, sowie im Günthersgraben fertiggestellt worden. Die Straßen, die aus dem reinen Ackerboden herauswuchsen, wurden wassergebunden hergestellt, b. h. die Fahrbahnen wurden chaussiert und die Bürgersteige mit Schlackenmaterial befestigt. der verlängerten Wilhelm st raße sind die Kanalbauarbeiten beendet, so daß nunmehr der Ausbau dieses Straßenteils beginnen und die Verbindung zum Erdkauterweg hergestellt werden kann. Die Verbreiterung des Bürgersteiges an der Srfe Liebig st raße-Bahnhof st raße beim Hauptzollamt ist gleichfalls fertiggestellt. An dieser sehr verkehrsreichen Straßenecke ist dadurch eine erhebliche Verbesserung erzielt worden. Eine bedeutsame Verbesserung soll nunmehr auch im A u l w e g beim Bahnübergang am Riegelpfad durchgeführt werden. Dort soll die jetzige Haarnadelkurve verschwinden und der A u l w e g durch die Verlegung der Bahnüberführung eine kurze Strecke weiter ostwärts eine gerade Linie von der Liebig st raße bis zum Schiffen- berger Weg erhalten. Diese Straßenkorrektur wird einen Zustand beendigen, der bisher besonders für den Fährverkehr recht unleidlich war. Es sind zur Zeit Verhandlungen im Gange, auch die unangenehme Haarnadelkurve am Erdkauterweg gegenüber vom Umspannwerk dadurch zu beseitigen, daß der dortige Bahnübergang weiter ostwärts in Richtung nach der Bänningerschen Fabrik verlegt wird. Die Wohnungsbau-AG. ist gegenwärtig im Begriff, ein weiteres größeres Wohnungsbauprogramm aufzustellen und zu finanzieren. Ein dreigeschossiges Werkwohnhaus für sechs Familien von Mitarbeitern des städtischen Elektrizitätswerkes wird an der Ecke Gabelsbergerstraße - Hammstraße errichtet werden. Die Bauarbeiten sollen, günstiges Bauwetter vorausgesetzt, zu Anfang des neuen Jahres beginnen. Der Eifenbahner-Heimstätten-Ver- e i n will einen weiteren Wohnhausbau mit fünf Wohnungen auf dem Gelände Am Schlangenzahl errichten. Auf das erste Obergeschoß der Schwarz- schen Kolonnaden am Bahnhofsplatz wird jetzt ein weiteres Stockwerk aufgebaut. In diesem Aufbau sollen Räume für Bürozwecke entstehen, um damit dringenden Anforderungen entsprechen zu können. Nach der Fertigstellung werden einige Ladenräume im Parterre des Hauses verfügbar, die wieder für geschäftliche Zwecke Verwendung finden sollen. ♦ Die Stadtverwaltung hat tinen dringenden Wunsch anzahlreiche Besitzervon Vorgärten. Vielfach sind die an Straßeneinmündungen und Straßenkreuzungen gelegenen Vorgärten mit Bäumen und Büschen so stark bepflanzt, daß die Uebersicht für den Fährverkehr naturgemäß not- leiden muß. Die Stadtverwaltung würde es begrüßen, wenn die Besitzer solcher Vorgärten eine zweckentsprechende Durchlichtung der Bäume und des Buschwerks vornehmen würden, damit dort bessere Uebersichtverhältnisse entstehen und dadurch Verkehrsunfällen vorgebeugt werden könnte. WeihnachtsMenbahnverkhrimVahnhosGießen Für unseren Gießener Bahnhof bringt die Weihnachtszeit einen außerordentlich starken Verkehr. Der Fahrplan ist erheblich erweitert worden. Zu vielen Zügen fahren Vor- und Nachzüge. Für die Landbevölkerung des Lumdatales wird es von Interesse sein, daß an den beiden Sonntagen vor Weihnachten (12. und 19. Dezember) jeweils um 18.45 Uhr ein Zug von Gießen abführt und auf allen Stationen bis Grünberg hält. Die Züge, die an beiden Sonntagen in den Vormittags- und Mittagsstunden nach Gießen, fahren (Nahverkehr), werden mit größerer Wagenzahl gefahren. Der Fernverkehr hat eine starke Ausweitung erfahren. Zu zahlreichen D= und Eilzügen, auch zu beschleunigten Pevsonenzügen, werden Vor- unb Nachzüge gefahren. Der erweiterte Fahrplan gilt für die Zeit vom 18. Dezember dis zum 6. Januar. Der D 227 von Trier — an Gießen 13.11 Uhr, ab Gießen 13.31 Uhr — wird als Vorzug zum D-Zug 27 (Frankfurt—Berlin) nach Berlin weitergeführt. Gegenzug (von Berlin): an Gießen 16.51 Uhr, ab Gießen 17.07 Uhr. Vorzug zu E 71 Frankfurt—Hamburg, Gießen an 11.05 Uhr, Gießen ab 11.09 Uhr. Gegenzug E 72: Gießen an 19.36 Uhr, ab Gießen 19.42 Uhr. Nachzug zu D 73 Frankfurt—Berlin, an Gießen 9.17 Uhr, ab Gießen 9.19 Uhr. Dieser Zug führt nur Wagen nach Berlin. Der Hauptzug (an Gießen 9.10, ab Gießen 9.12 Uhr) hat nur Wagen nach Hamburg und Bremen. Gegenzug: D 74 Berlin—Frankfurt, Gießen an 21.13, Gießen ab 21.14 Uhr. Hauptzug Hamburg—Frankfurt, Gießen an 21.21, Gießen ab 21.24 Ühr. Vorzug zu D 91 Frankfurt am Main—Berlin (Potsdamer Bahnhof), Gießen an 1.13 Uhr, Gießen ab 1.18 Uhr. Hauptzug (von Bafel), Gießen an 1.20 Uhr, Gießen ab 1.24 Uhr. Vorzug zu D 92 Berlin—Frankfurt, Gießen an 4 30 Uhr, Gießen ab 4.32 Uhr. Hauptzug Berlin— Bafel, Gießen an 4.38, Gießen ab 4.40 Uhr. Vorzug zu D 185 Frankfurt—Kassel, Gießen an 15.43, Gießen ab 15.46 Uhr. Hauptzug D185 Stuttgart—Hamburg—Bremen (mit Kurswagen nach Berlin), Gießen an 15.50 Uhr, Gießen ab 15.53 Uhr. Sonderschnellzug D 1186 Kassel—Frankfurt, Gießen an 14.30 Uhr, Gießen ab 14.33 Uhr. Dieser Zug, der sonst nur an Samstagen verkehrte, fährt im Weihnachtsfahrplan jeden Tag. Vorzug zu D 191 Karlsruhe—Hamburg, Gießen an 1.29, Gießen ab 1.30 Uhr. Hauptzug Bafel— Hamburg—Bremen, Gießen an 1.36 Uhr, Gießen ab 1.37 Uhr. Vorzug zu D 192 Hamburg—Karlsruhe, Gießen an 4.04, Gießen ab 4.06 Uhr. Hauptzug Hamburg —Bremen—Basel, Gießen an 4.21, Gießen ab 4.23 Uhr. Sonderzug 2375 Frankfurt a. M.—Essen, Gießen an 15.10, Gießen ab 15.17 Uhr. Dieser Zug gilt als Vorzug zu dem beschleunigten Personenzug 375, Gießen an 15.19, Gießen ab 15.26 Uhr. Beschleunigter Sonderzug 1376 Essen—Frankfurt am Main, Gießen an 15.13, Gießen ab 15.21 Uhr. Hauptzug (beschleunigter Personenzug) 376 Oberhausen—Frankfurt a. M., Gießen an 15.23, Gießen ab 15.30 Uhr. Vorzug zum Personenzug 776 Kassel—Gießen, Gießen an 14.04 Uhr. Hauptzug 776 Hannover- Frankfurt a. M., Gießen an 14.10, Gießen ab 14.52 Uhr. Vorzug zu Personenzug 793 Gießen—Kassel, Gießen ab 15.59 Uhr. Hauptzug 793 Frankfurt—$)an-- nover, Gießen an 14,52, Gießen ab 16.03 Uhr. Ein Vorzug zum Personenzug 557 Gießen— Fulda (Gießen ab 15.48 Uhr), wird nach Bedarf eingelegt und bis Alsfeld gefahren. In der Zeit vom 21. Dezember bis zum 4. Januar werden auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Militär-Urlauberzüge unseren Bahnhof passieren. Der Sonderfahrplan sieht 23 solcher Züge vor, die in allen Richtungen verkehren und jeweils in Gießen kurzen Aufenthalt nehmen. Die Arbeitsdienstkameraden, die in Urlaub fahren, werden im Rahmen der verstärkten fahrplanmäßigen Züge transportiert. Der Sonderfahrplan unseres Gießener Bahnhofs bringt auch einen Postfonderzug auf der Strecke Frankfurt a. M.—Kassel, der ausschließlich D-Zug-Postwagen führt. Außerdem verkehrt ein Sonder-Schnellgüterzug auf der Strecke Frankfurt a. M.—Altona und zurück in den Tagen vom 16. bis 24. Dezember. Darüber hinaus sind noch zahlreiche Sonderzüge, Urlaubszüge, KdF.-Wintersportzüge usw. über unseren Bahnhof zu leiten, deren Zahl noch nicht endgültig festfteht. w HMWWNrdMrM RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Theatervorstellung. Sonnabend, den 11. Dezember 1937, Große KdF.- Miete Gruppe II (5. Vorstellung): „Uta von Raumburg." Schauspiel in 3 Akten von Helix Dhünen. Karten zu 90 Pf. und 1 Mark sind auf der Kreis- dienstftelle und in der Kartenoerkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. 8166D BOM.- u. ZM.-llntergau 116, Gießen Vetr.: Volksweihnacht am 23. Dezember. Alle Mädel- und Jungmädelgruppenführerinnen setzen sich sofort mit ihren zuständigen Ortsgruppenleitern, Propagandaleitern und Ortsamtswaltern der NSV. über die Durchführung der Volksweihnacht in Verbindung. Die Kinderbescherung gestalten überall die Jungmädel aus, bei allgemeinen Feiern, BDM. und IM. gemeinsam. Programm siehe Obergaubefehl A 8/37. HI., Unterbann IV/116. Zur Wochenendschulung, sowie Abnahme des HJ.-Leistungsabzeichens treten L alle Gefolgschaftsführer, Scharführer, Kameradschaftsführer und Gefolgschaftsmitarbeiter, 2. diejenigen Junggenossen des Unterbannes IV/116, die in diesem Jahr das HJ.-Leistungs- abzeichen fertig machen wollen am 12. Dezember, um 9 Uhr, in Geilshausen an der Schule an. Führer vom Dienst: Gefolgschaftsführer Rühl. Gefolgschaftsführer Rühl ist Dafür verantwortlich, daß (wie in Befehl IV/37) die Abnahme des Leistungsabzeichens klappt. Das Gtäktische Ordner im Deutschland enden. Aus dem Stadtcheaterbüro wird uns berichtet? Am gestrigen . 9. Dezember fand in Der Zeit von 12 bis 14 Uhr auf Der Bühne des Stadttheaters eine Uebertragung des Städtischen Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Paul Walter auf sal» genDe Sender statt: Deutschlandsender, Berlin. Frankfurt, Königsberg, Leipzig, Saarbrücken. Das Städtische Orchester brachte von Weber: Ouvertüre „Euryanthe"; Bizet: „L’Arlesienne“ Suite Nr. 2; Bolzoni: „Minuetto"; Lortzing; Ballettmusik „Andime"; Weber: „Aufforderung zum Tanz"; Nicolai: Ouvertüre „Die luftigen Weiber von Windsor"; Hartung: „Fest-Ouvertüre"; Jvh» Strauß: „Aquarellen-Walzer"; Joh. Strauß: Czar- Das aus „Ritter Pasman"; Joh. Strauß: Tritsch- Tratsch-Polka; Millöcker: Melodien aus „Der Bet« telftuDent". Der große Berliner Sendewagen, der vor dem Bühneneingang Des Theaters stand, hatte trotz bes schlechten Wetters eine Menge schaulustiger Jugend angelockt, die interessiert bei dem Aufbau Der Sendeleitung zuschaute. UnD wer sich Dicht an Den Wagen stellte, hörte sogar Die schönen Melodien. Wer aber Gelegenheit hatte, zu Hause am Radio zu sitzen. Der wirD sicher stolz auf unser Städtisches Orchester sein. Orgelkonzert Karl Heinz Eckert. Es war eine sehr anspruchsvolle Folge, die K. H. Eckert in seinem gestrigen Konzert zu Gehör brachte. Von dem Lübecker Meister D. Buxtehude führte sie über I. S. Bach und M. Reger zu Den Werken Des in Hamburg lebenDen Organisten H. F. Micheelsen unD schloß mit einer freien Improvisation über ein gestelltes Thema. Damit wurde Die historische Entwicklung aufgezeigt, Die Das Orgelschaffen genommen hat. BuxtehuDe ist einer Der Gipfel vor Bach, Der auf Dessen Schaffen vorerst richtunggebend wurde, und auf Des Thvma- nerfantors Schultern steht Reger, Den man oft Den moDernen Bach nannte. Die Struktur Der Werke von Micheelsen zeigt ein Zurückgehen auf die Art Der Meister vckb BuxtehuDe. Das offenbart vor allem Die Sparsamkeit Der Thematik unD eine gewisse Abstraktheit Der Polyphonie, ebenso Die vielen leeren Quinten und Quarten. Die durch die konsequente Durchführung der Vielstimmigkeit entstehenden Zusammenklänge sind recht herb und eigenwillig, wirken aber oft recht reizvoll. Daß der Stil Micheelsens noch nicht ganz zur Reife gelangt ist, zeigte Die Passacaglia, Deren Thema ausfällig an Grieg gemahnt, ebenso ist Das Choralvorspiel „Nun ruhen alle Wälder" stark von diesem Meister beeinflußt. Insgesamt wiesen aber die Stücke des Hamburger Organisten starkes Formgefühl und Treffsicherheit im Ausdruck auf. Der gute Ruf, der K. H. Eckert voraufging, hat sich bewahrheitet. Vor allem besitzt Herr Eckert eine ausgezeichnete Technik, Die ihn alle Schwierigkeiten mühelos meistern läßt. Fast erschien es uns, als ob Diese außerorD entliehe Geläufigkeit bei Buxtehude etwas zu sehr im Vordergrund gestanden hätte. Der Klarheit dieses feingliedrigen Werkes wäre ein ruhigeres Zeitmaß wohl mehr angemessen gewesen. Ausgezeichnet war hier die charakteristische Registrierung, ebenso in Bachs Präludium und Fuge in Es. Hier gewann besonders Das Präludium durch eine ungemein scharfe rhythmische Prägung. Der Höhepunkt des Konzerts war wohl Regers gewaltige Phantasie und Fuge über den Namen Bach. Viele Meister haben schon dieses Thema bearbeitet, fast keinem ist es so gelungen wie Reger. K. H. Eckert spielte Das Werk mit überlegener Meisterschaft, Die außerordentlichen Dynamischen und rhythmischen Weitungen wurden bewußt und klar hervorgearbeitet und Die meisterhafte Fuge mit Der am Schluß auftretenden Ueberkupplung durch Das Kopfthema (bezeichnend für Reger) granhios gesteigert. Die Darbietung Der herben Choralvorspiele von Micheelsen zeigte liebevolles Eingehen in Den jeweiligen Stimmungsgehalt, wobei eine gewählte Registrierung sehr zustatten kam. In erfreulicher Weise zeigte K. H. Eckert, Daß Die zu Bachs Zeiten immer geübte und geforderte freie Improvisation auch jetzt noch lebendig ist. Der Künstler fantasierte über Den ihm gestellten Choral „Gelobet sei uns Jesus Christ" mit schönem Eingehen auf Den Text, formal gut gerunDet und wirkungsvoll gesteigert. Die ganze Folge wurde auswendig gespielt, eine außerordentliche Gedächtnisleistung. Heinrich Blaß. Gießen im Weihnachtsglanz. Vom Fremdenverkehrsverein Gießen wird uns geschrieben: Weihnachten, das Fest der Freude für groß und klein, naht heran. Da ist es Aufgabe einer Stadt alles zu tun, um die zu erwartenden Besucher festlich zu empfangen. UnD Darum schmückt sich Gie- ßen. Es will feinen aus Der Umgebung immer wiederkehrenden Besuchern ein frohes, weihnachtliches BilD bieten. Fahnen schmücken Die Straßen. Zahlreiche hohe Tannenbäume im strahlenDen Lichterglanz verbreiten Weihnachtsstimmung. UnD über Den Straßen hängen GirlanDen unD Kränze im Weihnachtsschmuck. An Den LäDen angebracht grüßt Der Weihnachtsmann, Den Weihnachtsbaum in Der »jartb tragend, Den Besucher. Der Weihnachtsmann mit Dem Weihnachtsbaum ist Das Zeichen Der Diesjährigen Gießener Weihnachtswerbung. Dieses Zeichen weist Den Weg zum fröhlichen Weihnachtseinkauf. Es zeigt den Weg zu Gießens Handel und Gewerbe Gießens Handel und Gewerbe ist für das Weih» nachts fest bestens gerüstet. Festlich erleuchtete Geschäfte in hell-beleuchteten Straßen zeigen in ihren Auslagen reichhaltige Auswahl preiswerter Geschenke. Sie zeigen Geschenke für die Dame, für Normal1 tuben rm-,45 Selbstrasierer sollte sich zu seinem eigenen Vorteil merken': .OPALMOLIVE RASIERCREME ein geseift ist schon halb rasiert! grooefr Tuben RM 1.— den Herrn: Geschenke für jeden Geschmack. Einfache und gute Ware, die aus dem schmälsten Geldbeutel erstanden werden kann, und vieles Schöne für den gefüllteren Geldbeutel. Was Gießens Handel und Gewerbe bieten, veranlaßt auch den verwöhnten und den noch unentschlossenen Käufer zu einem schnellen Entschluß. Auch das, was unsere Kleinen in den Tagen vor Weihnachten erträumen, ist in weitestem Ausmaß vorhanden. Gießens Handel und Gewerbe wird zu Weihnachten jeden Kauflustigen zufriedenstellen können. Zu all dem, was Handel und Gewerbe bieten, tritt eine stattliche Zahl von Veranstaltungen, um die Besucher zu erfreuen. Platzkonzerte, farbige Beleuchtungen u. a. m., ausgesuchte Darbietungen des Stadttheaters und der Lichtspielhäuser bringen reiche Abwechslung. Gießens Gaststätten laden die Besucher zur Stärkung und Erholung ein. ♦ ♦♦ 5 0 Jahre Gast stätte „Thuring e r H o f". In diesen Tagen kann die Gaststätte „Ibü- ringer Hof" in dem Hause Hammstraße 7 (früher „Am Hamm") auf ein öOjähriges Bestehen zurück- blicken. Vor 50 Jahren gründete Johannes S i e ck, der Vater des jetzigen Inhabers, Emil Sieck, die Gastwirtschaft unter dem Namen ,Lur Eule". Später wurde der Name „Thüringer Hoft geführt, den die Gaststätte noch heute trägt. Im Jahre 1910 übernahm Emil Sieck die Gastwirtschaft von seinem Vater und führte sie bis aus den heutigen Tag nach bewährten Grundsätzen fort. Zahlreiche Stammgäste, die schon dem Vater die Treue hielten, besuchen auch heute das Lokal noch gern. *♦ Der Naturheilverein Gießen hielt am Mittwoch im Katholischen Vereinshaus einen gut besuchten Vortragsabend, der durch Klaviervorträge verschönt wurde. In seinen Einführunas- warten umriß Herr Häusler den Sinn und die Aufgabe der Naturheilbewegung, die nicht allein der Gesunderhaltung diene, sondern auch die Gesundmachung auf natürliche Art pflege und die in einer Zeit, die großen Wert auf ein gesundes Volk legt, jedem einzelnen die Wege weisen wolle, wie er sich zu verhalten habe, wenn er seine Gesundheit zu behalten wünsche. Im Mittelpunkt des Abends stand ein lehrreicher Vortrag von Frau Fuchs (Darmstadt). An ihrem eigenen Schicksal schilderte sie, wie der Mensch dann, wenn er nicht selbst zur Einsicht komme, durch stärkere Erlebnisse genötigt werden könne, naturgemäß zu leben. In eingehender Weise legte sie die Ziele der Seroegung dar und wandte sich gegen alle Extreme. Sie zeigte, daß es nicht nur darauf ankomme, länger zu leben, sondern ebenso lange gesund und leistungsfähig zu sein. Das gelte in erster Linie für die Frau, die mit ihren' Lebenserfahrungen der jungen Generation Aur Seite stehen solle. Darum sei es notwendig, wieder die Matrone für unser Volk zu schaffen, die die Helferin und Beraterin der jungen Familie sein müsse. In eingehender Weise erläuterte die Vortragende dann den Wert des gesunden Menschen in der Volksgemeinschaft, und gab Hinweise dafür, wie durch Vorbeugung wertvolles Lebensgut dem Volke erhalten bleiben könne. ** Maurerbude in Flammen. Gestern gegen 19.06 Uhr wurde die Feuerwehr telephonisch nach dem Gelände hinter der Heilstätte Seltersberg gerufen. Dort war eine Arbeiterbude in Flammen geraten, in der die Arbeiter Kleidungsstücke und Werkzeuge aufzubewahren pflegen. Die leichten Bretterwände boten dem Feuer rasche Nahrung, und die Feuerwehr konnte nicht mehr viel retten. Mit der Wasserreserve der Motorspritze wurde das Feuer bekämpft. Gegen 20 Uhr konnte die Löschmannschaft wieder einrücken. Rundfunkprogramm Samstag, 11. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Moraenstund'. 10: Schulfunk: Leuthen, ein Hörspiel. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle: Praktische Ratschläge für das Bauernhaus. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Ihr lieben Hörer, paßt jetzt acht, denn dies Programm habt Ihr gemacht! Wunschkonzert. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Heiterkeit und leichtes Blut! Mozart als Meister der Wiener Unterhaltungsmusik. 16: Der Nußknacker tanzt. Ein lustiges Spielzeug-Kabarett. 17.15: Rund und kunterbunt um die Kaffeestund'! 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Blasmusik. 20: Frankfurter Funkbrettl! 22: Nachrichten Kommunalarbeit in Oberhessen. Ratöherrensihung in Alsfeld. 8 Alsfeld, 8. Dez. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren gelangten die Rechnungen der Stadt-, Hospital- und Armenkasse sowie des Schlachthofes und des Wasserwerkes vom Rechnungsjahr 1936 zur Vorlage. . Die Stadtrechnung schließt im Betriebmit 526 891,51 Mark in Einnahme und mit 449 956,22 Mark in Ausgabe ab, so daß ein Rechnungsrest von 76 935,29 Mark verbleibt (im Vorjahr 75 763,59 Mark), in der Abteilung Vermögen mit 104 085,79 Mark in Einnahme und mit 89 224,61 Mark in Ausgabe ab, so daß hier ein Rechnungsrest von 14 861,18 Mark verbleibt. Die Rechnung des Hospitalfonds gleicht sich mit 6865,12 Mark in Einnahme und Ausgabe aus. Die Rechnung des Armenfonds gleicht sich mit 12 996,39 Mark, unter Berücksichtigung des städtischen Zuschusses in Höhe von 9915,53 Mark zur Deckung des Fehlbetrages für die Fürsorgelasten in Einnahme und Ausgabe ebenfalls aus. Die Betriebsrechnung des städtischen Schlacht- Hofs für das Rechnungsjahr 1936 schließt in Einnahme mit 30 543,55 Mark, in Ausgabe mit 24 987,13 Mark ab, so daß sich hier ein Rechnungsrest von 5556,42 Mark ergibt. Für den Erneuerungsfonds wurden dem Vermögen 5000 Mark zugeführt. Das Wasserwerk schließt in Einnahme mit 51 948,42 Mark ab, in der Ausgabe mit 48 548,18 Mark, so daß ein Rechnungsrest von 3400,24 Mark verbleibt. Aus dem Wasserwerk wurden als Zu- schuß für den allgemeinen Finanzbedarf 24 000 Mark übergeführt. Gegen die vorgelegten Rechnungen wurden bei der Beratung Beanstandunaen nicht erhoben. Sie wurden von dem Vorsitzenden genehmigt, ebenso die vorgelegten Kredit-, Liquidations- und Niederschlagungsverzeichnisse. Weiter gelangte die Abrechnung des Prämie n m a r kt e s 19 3 7 zur Vorlage. Die Einnahmen betragen 3683,45 Mark, worin ein Zuschuß der Stadt in Höhe von 1500 Mark einbegriffen ist. Die Ausgaben belaufen sich auf 3357,84 Mark, so daß ein Ueberschuh von 325,61 Mark verbleibt. Die Abrechnung wurde genehmigt. Wie der Vorsitzende mitteilte, wird auf Wunsch des Landesbauernführers Dr. Wagner vom Jahre 1938 ab der Alsfelder Prämienmarkt um eine Woche vorver- legt, um das seitheriae zeitliche Zusammentreffen mit hem Prämienmarkt in Beerfelden zu beseitigen. Der Voranschlag der Gewerbeschule für das Rechnungsjahr bewegt sich mit 9301 Mark in Einnahme und Ausgabe: hierzu kommen noch die der Stadt als Träger der Schule obliegenden sachlichen Kosten mit 3560 Mark. Die Zahl der Schiller im laufenden Wintersemester beträgt 46. Der Voranschlag wurde in der vorgelegten Form von dem Vorsitzenden genehmigt, nachdem keine Beanstandungen erhoben waren. Unter Mitteilungen wurde von dem Bürgermeister bekanntgegeben, daß auf Grund der von der Oberrechnungskammer Darmstadt vorgenommenen Prüfung der Gemeinderechnungen 1934 und 1935 Entlastung erteilt worden ist. Dem m gleicher Eigenschaft nach Offenbach a. M. versetzten Leiter der Stadtschule Alsfeld, Rektor U \ i n g e r, widmete der Vorsitzende herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für sein langjähriges verdienstvolles Wirken in Alsfeld. Ziatsherren-Sihung in Grünberg. + Grünberg, 9. DeA. Schon in der vorigen Sitzung hatte man sich nut der Konrad-Hed- wig-Schäfer-Stiftung — 100 000 Mark aus dem Jahre 1920 — beschäftigt. Nach der Aufwertung beträgt der jetzige Wert dieser Stiftung 7573,45 Mark. Der Sttfter will sich nun mit den vierprozenttgen Zinsen von diesem Aufwertungskapital — der lebenslängliche Zinsgenuß ist in der Stiftung gefordert — nicht Aufrieben geben, sondern stellt höhere Forderung. U. a. verlangt er auch, daß nach seinem Ableben das Stiftungskapital auf die Höhe von einer Million gebracht werden soll, um dann mit den Zinsen davon die Erziehung und Ausbildung gering bemittelter Grünberger zu bestreiten. Auf Anraten des Kreisamts sind die Ratsherren damit einverstanden, wenn dem Stifter seine Gabe zurückerstattet wird. Die Stadt beabsichtigt, das in der Bahnhofstraße liegende ehemalige Bankhaus Phil. I ö ck e l nevst angrenzendem Gartengelände von der Nachlaßverwaltung für die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, und ihre Gliederungen zu erwerben, sofern ein annehmbarer Preis gefordert wird. Die Höhe der Gewerbesteuer für 1937 wird mit 281 v. H. der Steuermeßbeträge, die Zweigftellensteuer mit 365 v. H. der gemeindlichen Gewerbesteuer festgesetzt. --Steinbach, 9. Dez. Die VDA.-Ortsgruppe Steinbach veranstaltete am Mittwochabend eine Versammlung im Saale des „Ritter". Der Leiter, Lehrer Schütz (Steinbach), begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Besucher. Der Gesangverein „Germania" Steinbach, unter Stabführung seines Dirigenten, Musikmeister Harnisch (Watzenborn), hatte sich in den Dienst des VDA. gestellt und bot am Anfang und am Schluß des Abends je zwei stimmungsgemäß zum Abend passende, mit Beifall aufgenommene Lieder. Kinder der Mittel- und der Oberklasse unserer Schule verschönten durch Gesänge und Deklamationen den Abend. Der Redner, Herr Berthold Weiß aus Hungen, ein geborener Siebenbürgener Sachse, verstand es, in seinem Vortrag Land und Leute seiner Heimat anschaulich zu schildern. Im zweiten Teile des Vortrages zeigte er Lichtbilder über Siebenbürgen Land und Leute. In einem Schlußwort verstand er es, die Herzen seiner Zuhörer für das Werk des VDA. zu erwärmen. Kinder der Mittelklasse fan- aen dann das Heimatlied der Sachsen in Siebenbürgen. Lehrer Schütz dankte dem Redner und allen Mitwirkenden und ward für den VDA. Ortsgruppenleiter, Bürgermeister Rink, dankte in seinem Schlußworte dem Redner, dem Veranstalter des wohlgelungenen Abends, Lehrer Schütz, dem Gesangverein und den Kindern. Er schloß dann in üblicher Weise den Abend, der allen Besuchern ein Erlebnis war. Aus her engeren Heimat. Richtfest in Treis a. d. Lumda. * Treis a. d. L u mda (Kreis Gießen), 7. Dez. Anläßlich der Beendigung des Wiederauf- daues der großen Umfriedungsmauer der Kirchhofsanlage, die vor ungefähr einem Jahr zum Teil eingeftürAt war, hatte der Bürgermeister die Handwerker, den Kirchenvorstand, die Gemeinderäte und das Hessische Hochbauamt, das die Bauleitung hatte, zu einem Richtfest eingeladen. Die rnächttge, nahezu fünf Meter hohe Umfassungsmauer war wohl ein Teil der frühgermanischen Wehranlage, wie wir sie ähnlich noch in anderen Gemeinden Hessens finden. Wir haben es hier also mit einer fünft» und kulturgeschichtlich hervorragenden Bauanlage zu tun, die angesichts ihrer Bedeutung als Baudenkmal selbstverständlich unter Denkmalschutz steht. Seitens der Denkmalpflege wurde deshalb besonderer Wert darauf gelegt, daß der alte Zustand bei der Wiedererrichtung der Mauer erhalten blieb und die Mauer an derselben Stelle wieder ernch- tet würde, eine Auflage, die mit den Erfordernissen, die der Verkehr auf der vor der Mauer liegenden, viel zu schmalen und durch die Kirchhofsmauer unübersichtlichen Hauptstraße diktatorisch verlangte, nicht ohne weiteres in Einklang zu bringen war. Landwierige Verhandlungen waren nötig, um das zu erreichen, was seitens der Gemeinde zur Sicherung des Lebens der Mitmenschen gefordert wurde: die Mauer wurde vollständig abgebrochen und um 2,50 Meter zurückgerückt. Äus gleicher Erwägung wurde die Haupttteppe zur hochgelegenen Kirche, die Dorf)er unmittelbar auf die Fahrbahn der Straße mündete, seitlich gelegt mit Ausgang auf einen toten Winkel der Straße. Die monumentale Wirkung der mächtigen Maueranlage wurde dadurch in keiner Weise beeinträchttgt. Bürgermeister Becker wies bei der Feier auf den Zweck des Richtfestes hin, der ein Zeichen des guten Zusammenarbeitens aller bei dem Bau Beteiligten fein soll. Insbesondere hob er das gute Zusammenarbeiten mit dem Kirchenvorstand und mit der Bauleitung hervor. Die nicht unbedeutenden Schwierigkeiten, die sich gleich zu Anfang bei der Planung in den Weg gestellt hätten, seien zum Wohle aller weggeräumt worden. Das Platzbild und der Blick nach der Kirche hin seien durch das Zurückversetzen der Mauer schöner geworden. Regierungsbaurat G e r l a ch vom Hessischen Hochbauamt Gießen stellte vor allem die ausgezeichnete Arbeitsleistung in den Vordergrund, die hier von den Meistern Gotthard A m e n d und H. Ph. Kehr II. und den Treiser Maurern geschaffen wurde. Sie ist ein Beispiel wirklich zünftiger Handwerkerarbeit und erklärt in erster Linie den schönen Gesamteindruck des neuen Bauwerks. Die Gemeinde Treis hat mit der Verwirklichung der Arbeiten im Verhältnis zu ihrer Größe ein gutes Stück Arbeitsbeschaffung geleistet. Wenn man heute in Treis ein Richtfest feiern könne, so danken wir dies vor allem dem Führer. Pfarrer Schmidt als Vorsitzender des Evang. Kirchenvorstandes dankte im Namen feiner Gemeinde als Eigentümerin des Platzes dem Bürgermeister für die uneigennützige Hilfsbereitschaft, die die politische Gemeinde der Kirchengemeinde gegenüber, die ja keine Mittel für die Durchführung der Arbeiten besitze, gezeigt habe. Es könne nicht darüber gestritten werden, daß der Wert eines Menschenlebens in jedem Falle unbedingt höher einzuschätzen sei, als der Wert einer denkmalpflegerischen Sache, deshalb mußte im Hinblick auf den lebensgefährlichen Verkehr vor der Kirchmauer die neue Mauer unbedingt zurückgesetzt werden. Hätte man die Mauer wieder an der alten Stelle errichtet, — wer hätte im Unglücksfalle die Deranwortung hierfür übernehmen wollen? Heute sei auch der letzte Zweifler bekehrt, es sei die Ueberzeugung der gan- Aen Gemeinde, daß die Kirche eine würdigere Umfriedung und einen schöneren Eingang erhalten habe. Wenn nun noch die Gemeinde Treis das neue K r i e g e r e h r e n m a l vor die ßängs- wand der Kirche in die Achse der neuen Aufgangstreppe stellen werde, dann werde dadurch ein neues künstlerisches Moment hinzugetragen und ein wirkliches Stück Dorfverschönerung geschaffen. Der Dank des Pfarrers galt ferner der Bauleitung und dem Gestalter des Entwurfs. Echt kameradschaftlicher Geist gab dem Richtfest frohe Weihe. Lieder froher Geselligkeit und die schönsten Volkslieder wechselten mit Einzelvorträgen, sie waren lebendiger Ausdruck der Heimatgebunvenen deutschen Volksseele, die nach des Taaes Werk den Alltag verläßt uni) im Kreise froher brüderlicher Gemeinschaft Erfüllung sucht und findet. Tödlicher Derkehrsunfall in Nidda. * Nidda, 10. Dez. Dieser Tage ereignete sich hier in der Ludwigstraße ein verhängnisvoller 33er« kehrsunfall. Der 78 Jahre alte Oberinspektor i. R. G e i a e r, der trotz seines hohen Alters noch außerordentlich rüstig war, wurde beim Heber« schreiten der Straße von einem Personenkraftwagen angefahren, als dieser Heimfahrende Arbeiter der Himmelsbachschen Werke überholen wollte. Geiger wurde au Boden geworfen und erlitt dabei einen Unterschenkelbruch, ferner auch erhebliche Kopfverletzungen. Der bedauernswerte Mann mußte fofort durch die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Nidda in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der hochbetagte Mann ist in der vergangenen Nacht den Folgen der schweren Verletzungen erlegen. Die SchuDsraae über das Zustandekommen des Der- kehrsunsalles ist noch nicht völlig geklärt. Landkreis Gießen. gfs. Großen-Bufeck, 9. Dezember. Unsere Frauenschaft veranstaltete eine Nikolausfeier im Saal des Pg. Brück. Die Mitglieder der Jugendgruppe hatten die Tische festlich mit Tannengrün geschmückt, auf jeder Tafel prangte ein selbstgebastelter Nikolaus. Die Leiterin, Frau Schneider, sprach über „Altes Brauchtum unseres Volkes zur Weihnachtszeit". Märsche und Lieder der H.'J., Chorgesang der Jugendgruppe und ein luftiges Zwergenstück, von den Jungmädels aufgeführt, hoben die Stimmung der Gäste, die ihren Höhepunkt erreichte, als der Nikolaus erschien. In luftigen Versen rügte er kleine Fehler der Frauen und überreichte zum Schluß jedem Mitglied eine Gabe. Gemeinsam gesungene Volkslieder beschlossen den wohlgelungenen Abend. Mamanten-Komödie Roman von Horst Biernaih. 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Bei diesen Worten überreichte der Direktor Herrn Ferguson eine Aufstellung, die etwa dreißig Namen aufwies, von denen die Namen jener Fahrgäste, die der Schiffsgesellschaft oder den Direktoren der Minerva-Mine persönlich bekannt waren, durch ein vorgesetztes Kreuz gekennzeichnet waren. Es blieben nur wenige Namen übrig, die dieses Zeichen nicht trugen. „Wie oft legt der Dampfer an?" fragte Hooten kurz. „Nur zweimal", antwortete Direktor Johnson an Stelle seines Chefs. „Die ,Catharina' löscht in Freetown Eisenträger und nimmt in Teneriffa Kohlen, doch übernimmt sie unterwegs keine Fahrgäste mehr, da alle Plätze bis Amsterdam besetzt sind." „Haben Sie noch eine Frage?" erkundigte sich Gaspard. Ferguson nickte: „Wer trägt die Verantwortung für den Transport der Steine, wenn wir holländischen Boden erreicht haben?" „Die beiden Inhaber der Firma Hannes und Pieter Zuidendosch, die an Bord der ,Catharina' erscheinen werden, um die Steine in Empfang zu nehmen." „Können wir Photos dieser Herren betomnien?" „Nicht nötig. Beide sind dem Kapitän Zanten, der für uns kleinere Geschäfte dieser Art schon einige Male besorgt hat, persönlich bekannt ... Sonst noch etwas unklar?" Die Detektive erhoben sich. „Alles klar!" stellte Ferguson fest. „Dürfen wir jetzt um die einfachen Koffer zum Transport der Panzerkästen bitten? Ich halte es für das Gescheiteste, wenn ich das Direktionsgebäude sofort verlasse, während Hooten zwei oder drei Stunden später aufbricht. Und da ich für meinen Heimweg über drei Straßenecken noch nie die Straßenbahn oder den Bus benutzt habe, werde ich mein Wäscheköfferchen auch dieses Mal früh und Hefter durch die Stadt tragenI" e „Ich bin enttäuscht!" stellte Carola Hollerthcm mit einem leichten Seufzer fest. Dann seufzte sie ein wenig tiefer auf: „Und mein Verlag wird es auch sein ..." Sie klopfte, während sie ihren Weg fortsetzte, mutlos auf die gestie Ledertasche, die an einem schmalen Lederriemen über ihre Schulter hing: „Ich habe heute einen Brief aus Berlin bekommen. Man findet die Ausbeute meiner Reise ein wenig mager und die Photos nicht allzu neu — aber die Herren rechnen darauf und tröften sich damit, daß ich ihnen die großen Ueberraschungen persönlich mitbringen würde. Ach, sie werden sehr überrascht sein, daß meine ganzen Ueberraschungen für sie darin bestehen, daß ich ohne Ueberraschungen heimkomme!" Ihr Sealeiter Humphrey Timperly, ein junger Mann, dessen Anzug viel zu gut saß, als daß er ihn mit seinen sechsundzwanzig Jahren aus eigener Tasche bezahlt haben konnte, seufzte ebenfalls: „Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, Carola, Ihnen etwas von unserm Lande zu zeigen." „Ich habe Ihnen ja auch keinen Vorwurf gemacht, Humphrey!" Sie legte die Hand tröstend auf seinen Arm — zog sie aber wieder zurück, als sich auf diese Berührung hin sein Gesicht verklärte und er dabei eine Haltung einnahm, als balanciere er drei Dutzend Meißner Teller auf seinem Ellbogen. Eine Welle schritten sie stumm nebeneinander her. „Sie behandeln mich heute einmal wieder besonders scheußlich", sagte der junge Mann gekränkt. Sie sah ihn von der Sette mit einem mißtrauischen Blick an. „Sie haben heute wieder mal so eine Stimme, als hätten Sie mit Haaröl gegurgelt, Humphrey ..." „Als ob ich nicht wüßte, weshalb Sie mich dauernd frotzeln!" äußerte er bekümmert. „Ader trotzdem haben Sie mir die Frage, die ich schon einmal im Lauf dieses Tages an Sie gestellt habe, noch immer nicht beantwortet. Bitte sehr: Also wes- halb plagen Sie sich überhaupt so durchs Leben? Ist das, wenn es schon ein Beruf ist, ein Beruf für Sie? Immer diesen Ballast von hunderttausend Lesern mitzuschleppen? Und dabei nie zu den eigent- lichen Ausgaben zu kommen, von denen Sie mir sagten, daß es die Aufgaben seien, deren Erfüllung Ihnen am Herzen liege? Bitte, Carola, ein einziges Wort von Ihnen, und morgen früh weiß man bereits in Berlin, daß man auf 3$re weitere Mft- «Dbert nicht mehr zu rechnen habe." Sie schüttelte den Kops. „Der Verlag erwartet, daß jedermann seine Pflicht tut", antwortete sie in leichter Abwandlung der berühmten Worte von Trafalgar, aber mit so viel Pathos, daß jeder Schmier endirektor vor Neid erblaßt wäre. „Und im übrigen, Humphrey, ich habe es Ihnen schon einmal gesagt: An ihren ungewöhnlichen Vornamen könnte ich mich mit der Zeit vielleicht gewöhnen — aber Hollerthau und Timberly, das paßt nicht zueinander." „Häute und Felle — gewiß, ich gebe zu, es ist ein stinkendes Geschäft. Aber der Beruf stinkt nicht!" „Um's Himmels willen", rief sie erschrocken, „ich wollte damit wahrhaftig nichts gegen den Fellhandel sagen! Das ist nicht nur ein ehrenwerter, sondern auch ein lohnender Beruf. Eben zu lohnend ... Hören Sie zu, Humphrey! Ich bin die Tochter eines kleinen Landarztes — eines ganz kleinen, aber furchtbar anständigen Arztes, der die Leute nicht mit Chemikalien vergiftete, sondern sie tatsächlich manchmal gesund machte. Sonderbarerweise haben diese unbestreitbaren Verdienste meinen guten Vater auf keinen grünen Zweig georacht. Ich selber habe zeit meines Lebens in außerordentlich bescheidenen Verhältnissen gelebt, unvorstellbar für Sie — und ich besitze als einzige Hinterlassenschaft meines Vaters ein Mikroskop, ein herrliches Herbarium und zwei Kisten mit medizinischen und naturwissenschaftlichen Büchern, die irgendwo in einer Berliner Mansarde herumstehen. Das ist das Gesamtgut, das ich einmal einem Mann einbringen werde, wie man so hübsch sagt. Und mtt einer Kräutersammlung als Hauptmitgift heiratet man, wie Sie zugeben werden, nicht in die Familie Timperly hinein. „Sie betraten nicht die Firma, sondern mich!" widersprach er heftig. Er war ein prächtiger, gutgewachsener Junge. Jetzt ballte er gegen alle Trm- perlijs die Fäuste, und die Erregung färbte sein frisches Gesicht dunkel. ,^)ch weiß, Humphrey, daß Sie tatsächlich an bas glauben, was Sie sagen. Ich weiß auch, was Sie mir jetzt entgegnen wollen: daß die Timperlys mich mit vollendeter Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft aufgenommen haben. Ich fürchte nur, bas wäre nicht der Fall gewesen, hätte man ge» ahnt, welcher Art Ihre (Befühle für mich sind. Denn man wird andere Pläne mit Ihnen haben .. •Sott", weteAre» * ß-. .Sie gtoutx» doch nichts im Ernst daran, daß ich jemals Betty Grobler, diese kleine, sommersprossige Ziege, heiraten werde?" „Nein. Wie käme ich dazu? Aber sehen Sie, Humphrey, diese Auseinandersetzungen sind es eben, die ich Ihnen und mir ersparen möchte. Denn mir wäre auch unklar, was Sie mit den Kenntnissen, die Sie aus Cambridge mitgebracht haben, anfan- gen wollen, wenn Ihr Herr Vater Ihren Entschluß, mich zu heiraten, nicht billigt und wenn außer Ihrem Schicksal noch ein anderes an Ihnen hinge." „Sie meinen, mein Alter ließe mich aufsitzen?" „Genau das. Vielleicht nicht für ewig, abter so für zwei oder drei Jahre. Eine gewisse Portion Eigensinn nämlich scheint mir in Ihrer Familie zu liegen ..." Humphrey nagte an seiner Lippe: „Ja — eigensinnig ist er; er kann schon verdammt eigensinnig sein ... „Dann werden Sie wahrscheinlich nicht wünschen, daß ich uns beide mit Zeitungsaufsätzen durchbrächte, nicht wahr? Und, offen gestanden, deren Qualität langt gerade zum Lebensunterhalt für mich allein." „Sie sind ekelhaft vernünftig!" stieß er ärgerlich hervor. „Geradezu scheußlich vernünftig!" „Und außerdem rechtschaffen müde und durstig, Humphrey. Oder war es Ihr heutiges Programm, mich zwei geschlagene Stunden lang das Kapstadter Pflaster festtreten zu lassen?" „Verzeihen Sie, Carola!" bat er bestürzt. Er rief schleunigst eine vorüberfahrende Droschke an und gab dem steuernden Neger, während er Carola beim Einsteigen half, das Ziel an. „Ich hörte .Schwarze Mamba'?" fragte sie. „Ganz recht. Sie werden ein kleines, aber sehr eigenartiges Lokal tennenlernen, und es wird dort beileibe kein Klapperschlangengift ausgeschenkt, wie das der Name vielleicht vermuten ließe. Aber recht eigentlich führe ich Sie dorthin, weil Sie da eine Sammlung afrikanischer Schaustücke finden werden, die dem guten Dom Pete von Stammgästen seiner Bar geschenkt worden sind. Oom Petes Gäste aber sind Kapitäne, Jäger, Diamantensucher und Abenteurer, und an jedem der Stücke hangt eine meist nicht ganz harmlose Geschichte. Ich dachte mir so, daß sie dort noch zu guter Letzt ein paar Anregungen bekommen würden." Koryetzurrg W* V Watzenborn-Steinberg, 8. Dez. Die hiesige NS. - Frauenschaft veranstaltete in der Dolkshalle eine Nikolausfeier. lieber 100 Kinder tonnten ihre Geschenke vom Nikolaus in Empfang nehmen. — Am Sonntagabend fand in der Volks- Halle ein Militärkonzert statt Ausführende war das Mufikkorps des Infanterie-Regiments 36 unter Leitung von Musikmeister Harzmann. Die Darbietungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Der Saal war überfüllt. * L a v g - G ö n s, 10. Dez. Am gestrigen Donnerstag konnte unser Einwohner Konrad Rudolph im Kreise seiner Angehörigen und in geistiger, wie auch in körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Wertschätzung. Zahlreiche Glückwünsche wurden ihm zuteil. Der Posaunenchor erfreute ihn mit einigen Liedern. Im vergangenen Jahre konnte der hochbetagte Mann mit seiner Lebensgefährtin goldene Hochzeit feiern. Kreis Friedberg. — Butzbach, 8. Dez. Die Frauenschaft und das F r a u e n w e r k hielten gestern ihre Mo- natsversammlung im weihnachtlich geschmückten Saale des „Deutschen Hauses" ab. Frl. Wolfram erzählte nach kurzen Begrüßungsworten von dem Brauchtum in der Advents- und Vorweih- nachtszeit. Von Angehörigen der beiden Organisationen wurden Gedichte und Musikstücke vorgetragen. Bei gemeinsamen Liedern, Kaffee und Kuchen und Weihnachtsgebäck gingen die Stunden dahin. Gleichzeitig hatte die V D A. - F r a u e n g r u p p e eine kleine Schau selbstgefertigter Kleidungs- und Wäschestücke veranstaltet. Sämtliche Gegenstände sind für die Auslanddeutschen bestimmt. < Münzenberg, 8. Dez. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand eine Versammlung der NSDAP, statt. Lehrer Becker sprach über das Thema „Volk ohne Raum" und schilderte dabei die Notwendigkeit deutschen Kolonialbesitzes. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. — Gestern mittag fand in der Möbelfabrik Metzger & Schlecht ein kurzer Betriebsappell statt. Pg. Krone von der Gaudienststelle der DAF. überreichte dem Gefolgschaftsmitglied Heinr. Wagner für seine 25jährige Tätigkeit bei der Firma im Auftrag des Reichshandwerksmeisters eine Ehrenurkunde. Den Sinn der Betriebsgemeinschaft schilderte Pg. Stein von der Kreisdienststelle Wetterau. Er schloß den Appell mit der Aufforderung an Betriebssichrer und Gefolgschaft, immer in Treue zum Handwerk zu stehen. Der Jubilar dankte für die ihm enyiesene Ehrung. Kreis Schollen. y. Schotten, 8. Dez. Das Arbeltsdienft- loger Eichelsachsen hatte für den Nikolaustag die gesamte Schottener Jugend zu einer tfeier in die Turnhalle eingeladen. Vor Wochen hatten auf eine Einladung hin die Schottener Kin- d-r Jahrgang 1930 bis 1936, Wunschzettel an den Nikolaus nach Eichelsachsen gesandt, und alle diese Wunsche gingen nun in Erfüllung. In liebevoller Arbeit hatten die Arbeitskameraden des Lagers alle gewünschten Puppenküchen, Schaukelpferde, Tanks, Flieger, Festungen, Pferdeställe usw. fest und stabil hergestellt. Nun kam der Nikolaus mit einem großen Wagen voll dieser lieben Geschenke durch Schotten in die Turnhalle gefahren, die von groß und klein überfüllt war. Oberfeldmeister S c r i b a , der Führer der Arbeitsdienstabteilung, begrüßte alle Gäste, der hiesige Kindergarten unter Leitung der bewährten Tante Gretel Weber trug eine Reihe reizender Gedichte, Lieder und Spiele vor, dann beglückte der Nikolaus die sehnsüchtig wartenden zirka 250 Kinder mit den vielen, selbstgezimmerten, herrlichen Gaben. Mit Kakao und Kuchen wurden die Kinder dann bewirtet, liebe, alte Weihnachtslieder erklangen. Aufrichtiger Dank wurde dem Arbeitslager und seinem Führer namens aller Eltern und Kinder der Stadt durch den Bürgermeister ausgesprochen. Abends schloß sich in der Turnhalle ein gemütlicher Abend mit Tanz an. kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 8. Dez. Im Frühjahr dieses Jahres gelangte ein hiesiger Jäger in den Besitz eines jungen Edel- oder Baummarders, der sich im Lauf der Zeit zu einem prächtigen Exemplar feiner Gattung entwickelt hat. Das Tier ist so zutraulich geworden, daß es sich wie eine Katze auf ben Arm nehmen läßt. Im Fressen ist das hübsche Tier keinesfalls wählerisch, es nimmt den Sperling, frißt aber auch jeden Speiserest. Kreis Wetzlar. 00 Wißmar, 7. Dez. In nächtlicher Stunde wurden dieser Tage die Freiwillige Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr zu einer Hebung alarmiert. Die Hebung, die Feuerwehrhauptmann Dorn leitete, verlief zu bester Zufriedenheit. — Bei sehr gutem Besuch wurde durch die Gaufilmstelle der Film „Der Kaiser von Kalifornien" im Saale Wolf vorgeführt. — In unserer Gemeinde werden zahlreiche O b st - bäume neu angepflanzt. Die Gemeinde hat an Feldwegen größere Anpflanzungen vornehmen lassen. Wirischafi. mit 130,13 bis 130,25 (130) lebhafteres Geschäft, Reichsaltbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab auf 129,75. Rhein-Mainische Börse. INillagsbörse eiwas fester. Frankfurt a. M., 9. Dez. Die Börse verzeichnete auf nahezu allen Gebieten des Aktienmarktes eine weitere Erholung. Aus dem Publikum erfolgten kleine Käufe, dagegen war der berufsmäßige Handel nur wenig aktiv, da er offenbar von gestern noch etwas Ware über hatte. Die Hmfatztätigkeit bewegte sich daher in bescheidenen Grenzen. Durchschnittlich betrugen die Besserungen 0,50 bis 1 v. H. Von Anleihestockwerten erhöhten sich Reichsbank auf 295,25 (203), Conti Gummi auf 187,25 (185,25). Am Montanmarkt lagen Buderus 2 v. H., Hoefch, Mannesmann und Rheinstahl je 0,50 v. H. und Verein. Stahl sowie Deutsche Erdöl je 0,75 v. H. freundlicher. JG.-Far- ben befestigten sich bei etwas mehr Geschäft auf 153,75 bis 154 (153,25). Elektropapiere kamen vorwiegend bis 1 v. H. fester zur Nottz, AEG. unverändert 115. Maschinenwerte gewannen 0,25 bis 0,50 v. H., Daimler 1,25 v. H. und Adlerwerke 1 v. H. Sonst notierten Bemberg mit 136 (135,50), Westdeutsche Kaufhof mit 57 (56,75), Cement Heidelberg mit unv. 167, Jul. Berger mit 144,50 (145) und Licht & Kraft mit 141 (141,50). Am Rentenmarkt hatten Reichsbahn-VA. Von Freiverkehrsrenten gingen Kommunal - Unv fchuldung auf 94,90 (94,95) zurück, 4proz. Renten- bank-Ablösungsfcheine lagen etwas höhet mit 93,70 (93,65). Am Pfandbriefmarkt unterlagen nur Liquidationswerte geringen Schwankungen, sonst blieben die Kurse behauptet. Stadtanleihen lagen zum Teil etwas höher, Frankfurter 99 (98,90), Darmstadt v. 28 98,90 (98,65), Wiesbaden 98,75 (98,50). Industrie-Obligationen wichen etwa 0,13 v. H. ab, fest 5proz. Moenus mit 101 (100). Von Staatsanleihen wurden 4,5proz. Reichsschatzanweisungen von 1937, Dritte Folge, zum Zeichnungskurs von 98,75 eingeführt. 5,5proz. Pounganleihe zogen 0,25 v. H an auf 105,50. Dekosama Att- besitz erhöhten sich auf 135 (134,65). Im Verlaufe blieb die Haltung weiter freundlich, vielfach ergaben sich neue Besserungen von 0,25 bis 0,50 im Durchschnitt. JG.-Farben 155 nach 154, Rheinstahl 141 nach 140,50, Westdeutsche Kaufhof 57,50 nach 57, Bemberg 136,50 nach 136, Mannesmann 114,50 nach 114,40. Von später notierten Werten befestigten sich Klöckner auf 115,75 bis 116,75 (114,75), Hapag auf 78,75 (77), Felten auf 128 (126,75), auch sonst ergaben sich Besserungen bis zu 1 v. H. Im Freiverkehr nannte man Dingler mit 82 bis 83, Neue Wayß & Freytag mit 138 bis 140, Katz & Klurnpp mit 103 bis 105, Vereinigte Fränk. Schuh mit 71,50 Geld, Ufa mit 70,50 und Rastatter mit 52. Tagesgeld 2,50 (2,25) v. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse erhielt sich einige Nachfrage aus der Kundschaft, so daß die Haltung freundlich blieb. In einzelnen Papieren war der Umsatz etwas größer. Die meisten Kurse erfuhren neue Erhöhun- gn von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. Darüber hinaus befestigten sich Elektr. Lieferungen auf 130 (128,75), Demag auf 142,25 (141,25), Junghans auf 124,50 (123,50), AEG. auf 115,75 (115) und Reichsbank in baldiger Erwartung der Bekanntgabe der Neuregelung des Anleihestocks auf 206 (205,25). Von Montanwerten notierten Buderus mit 120, Harpener mit 169,50 und Mannesmann mit 114,65 unverändert, Rheinstahl 0,50 v. H höher mit 141,50, Verein. Stahl mit 112,13 (112) und Klöckner mit 117 (116,75). JG.-Farben gewannen 0,25 v. H. auf 155,25, im gleichen Ausmaß freundlicher lagen Deutsche Erdöl mit 142,50, Schuckert mit 169, Th. Goldschmidt mit 137,75. Je 0,50 v. H. niedriger gefragt wurden Licht und Kraft mit 141,50, Conti Gummi mit 186,75, Moenus mit 118 und Ilse Genuß mit 132,50. Am Rentenmarkt wurden verschiedene Industrie-Obligationen zu Mittagstursen gesucht, 6proz. NSH. 104,75, 6proz. Großkraft Mannheim 103,50, 4,5proz. Krupp 99,75, 6proz. JG.-Farben 129,40, auch für Reichsbahn-VA. verblieb Nachfrage zu 130,25. Kommunal-Hmschuldungen bewegten sich bei etwa 94,95. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Dez. Auftrieb: Großvieh 2320 (gegen 1408 am 2. Dezember), darunter 296 (211) Ochsen, 221 (164) Bullen, 1403 (795) Kühe, 400 (238) Färsen. Kälber 668 (571), Hämmel und Schafe 236 (79), Schweine 388 (381). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (40 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 40 bis 43 (43), b) 39 (35 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 16 bis 25 (16 bis 25). Färsen a) 43 bis 44 (41 bis 44), b) 37 bis 40 (39 bis 40), c) 35 (33 bis 35). Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (53 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 40 bis 44 (40 bis 46), c) 30 bis 39 (—). Schafe a) 30 bis 35 (30 bis 35), b) 20 bis 28 (20 bis 28), c) 12 bis 18 (—). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe langsam, Heberstand (66). Offener Sonntag: Natürlich wieder zu mir - -! nd erst »ei eno sie Schenk®» Sto Kleidung,g