H, ■ HI WW • > H ■ ' GW w % W^L f y> * , & s ■A ■■ ÄM E: MEL, H & W . M. > \,,Jg6& W Mittwoch, zo. November 1937 187. Jahrgang Nr. 203 Erstes Blatt Der Marsch -es 9. November ind 3.31 Der Führer legt in der Ewigen Wache 16 Kränze an den erzenen Sarkophageg der töten Helden Md er, tScherl-Bilderdienst-M. Bildtelegramm.) fies von ten, seht ider mit ten- uen V\e 8 Der Führer bei der Vereidigung der ^-Rekruien Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,PIatzoorschrist nach vorh.Dereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ißel: k e 5", so rief der Führer den Männern vom schwarzen Korps zu, „und überall und zu jeder Stunde sollt ihr dessen eingedenk bleiben. Dann sind all die Opfer, die unser Kamps bisher erforderte, nicht umsonst gewesen Denn aus ihnen hat sich das erhoben, was zahllose deutsche Generationen vergeblich ersehnt hatten: Ein Volk, ein Reich, eine nationale Ehre und eine Bereitwilligkeit, diese Ehre zu schützen und zu verteidigen, wenn notwendig unter Einsatz des Lebens? Der Führer schreitet durch die Reihen, jedem einzelnen der Rekruten fest in die Augen schauend. Der Präsentiermarsch erklingt, der Führer verläßt die Stätte der eindrucksvollen Feier. Oer Führer an Ludendorff. München, 9. Roo. (DRB.) Der Führer sandte am 14. Jahrestag des historischen Marsches vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle folgendes Telegramm an General Ludendorff: „Euer Exzellenz! Aus. eW IM, n enkei' ->> ig Jte ’n,,W Ewigen Wache, der Trauermarsch tönt in die feier« liche Stille. Der Sprecher der Partei, (Bauleiter Adolf Wagner, tritt zwischen die beiden Ehrentempel und ruft d i e Namen der 16 Ermordeten auf. 16mal hallt die Antwort über den Königlichen Platz: „Hier!" 16mal spielt der Musikzug der Leibstandarte die Vergatterung. Und jedesmal treten zwei Kranzträyer vor und tragen den Kranz der Unsterblichen in den Ehrentempel. Die Trommeln wirbeln. Adolf Hiller betritt die Tempel, grüßt jeden der hier ruhenden Helden, legt auf jeden Sarg den Kranz der Treue und des Dankes und begibt sich dann wieder zurück in die Witte vor den Ehrentempeln. Nun rückt die Wachtparade an. Nach dem Vor beimarsch tritt Adolf Wagner vor und kündet: „Die Nationalsozialisten, die Rotfront und Reaktion am 9. November 1923, heute vor 14 Jahren erschossen haben, stehen im Fünften Jahr des Dritten Reiches, im Jahre der Arbeit 1937, wieder auf. Sie beziehen am Königlichen Platz zu München die ewige Wache." Adolf Wagner gibt das Kommando: „Die Fahne hoch!" Die langen Fahnen auf den hohen Masten werden hochgezogen, während das Horst-Weffel-Lied erklingt. Der Appell ist beendet. Jetzt begibt sich der Führer zu den Hinterbliebenen und drückt jedem einzelnen von ihnen die Hand. Dann verabschiedet er sich von der Führergruppe unb verläßt den Königlichen Platz. München, 10. Nov. (DNB.) Abermals leuchteten am Dienstagabend Fackelschein und Opferfeuer der Pylone wie in der Nacht zuvor auf eine nächtliche Feierstunde vor der Feldherrnhalle. Auf dem Platz stehen in Kompaniekolonnen tief gestaffelt sämtliche Rekruten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der -^-Standarten „Deutschland" und „Germania", des Nachrichtensturmbanns, des Pioniersturmbanns, der Führerschulen Tölz und Braunschweig und der Tötenkopfverbände. Zwei Ehrenkompanien der ff» Standarte „Deutschland" und der Leibstandarte „Adolf Hitler" flankieren den Block der Rekruten. Vor der Front steht das Führerkorps der ff und davor d i e Blutfahne. Die Standarten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der Standarten „Deutschland" und „Germania" und der Totenkopfoerbände werden unter den Klängen des Präfentiermarsches aus der Residenz gebracht und nehmen zu beiden Seiten der Blutfahne Ausstellung. Dom Glockenturm der Theatinerkirche dröhnen zwölf eherne Schläge. Der Führer tritt aus der Residenz. Reichsführer ff Himmler meldet die zur Vereidigung angetretenen Rekruten. Markig ruft die Stimme des Führers den Gruß zu: „Heil ---Männer!", donnernd schallt es zurück: „Heil mein Führer!" Es kommt der Kommandoruf „Helm ab z u m Gebet!" Die Musik intoniert das weihevolle Lied „W ir treten zum Bete n". Der Reichsführer ff spricht die Eidesformel vor. Die Rekruten legen den Schwur der Treue, der Tapferkeit und des Gehorsams ab. In einer kurzen Ansprache an die versammelten ---Männer gedachte der Führer der Bedeutung des 9. November und sprach zu ihnen über den Sinn des Eides, den sie auf diesem für die Nationalsozialisten durch das Blutopfer der ersten Märtyrer geheiligten Platz leisten und der sie dem neuen deutschen Staat als sein Schutz und sein Schirm verpflichtet. „Ihr fallt Träger sein der Ehre und des Ansehens unseres Vol- krichettri täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte / 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225 > Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronlfurt am Main 11686 tritt. In Zwölferreihen ziehen die alten Kampfgenossen Adolf Hitlers mit erhobener Rechten an der Gedenktafel zu Ehren ib^er toten Kameraden vorüber. Vom Opfergang zum Siegeszug. Von der Stätte ab, wo die 16 des 9. November 1923 ihr Leben Hingaben, auf daß Deutschland lebe, wandelte sich der Weg des Opfers in die Straße des Sieges. Hell und freudig leuchten die sieghaften Banner des Dritten Reiches. Das Deutschlandlied erklingt, leise zuerst, dann immer lauter werdend, festlich und freudig. Durch die Briennerstratze geht der Zug, vorbei am Braunen Haus zum Königlichen Platz. Die Kranzträger mit den Kränzen des Führers schwenken zu beiden Seiten der Ehrentafel ein, Julius Streicher marschiert in Begleitung der Blutfahne durch die Gasse der Standarten zu beiden Seiten des Weges, dahinter der Führer mit der Spitzengruppe seiner Alten Garde. Fanfaren künden den Beginn des Appells. Der Führer, geleitet von Julius Streicher, der Blut- iahne und ihrem Ehrengeleit der alten Kämpfer, schreitet langsam zu den Ehrentempeln. Die Fahnen senken sich, die Formationen nehmen Front zur Mel Mfait 9ut onbet! Mitt 'N Siu: Jle d» baUfp^ ’PielüiJ Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ucuttt und Verlag: vrühlsche Uniocrfttätsöruderei «.Lange in Siehen. Schristleilung und Seschäftrftelle: Schulftratzk 7 Ramsay Macdonald f. London. 10. Jloo. (SJIB.) Der frühere englische Winisierpräsident Ramsay Wacdonald ist auf der Ueberfahrk nach Südamerika im 72. Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. ♦ Mit Ramsay Macdonald scheidet eine der bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem politischen Leben Englands. Wenn er auch zuletzt, seit sein Gesundheitszustand durch ein langwieriges Augenleiden ihn hinderte, nicht mehr die Rolle gespielt hat, rote in den schwierigen Jahren des Uebergangs von den außerordentlichen Verhältnissen des Weltkrieges zu einem neuen innerpolitischen Anfang, so blieb er doch auch nach der Rückeroberung der politischen Macht durch die Konservativen das Symbol des nationalen Zusammenschlusses, dem er erstmals in der parlamentarischen Geschichte Englands als Haupt einer nationalen Regierung, die alle Parteien des Parlaments umfaßte, Ausdruck gegeben hatte. Ramsay Macdonald hat eine sehr wechselvolle politische Laufbahn durchgemacht. Er war Schotte und kehrte auch als politischer Führer und Premierminister immer wieder gerne in sein schottisches Heimatdorf Lossiemouth zurück, wo er 1866 als Sohn einer armen Landarbeiterfamilie geboren war. Als junger Mann war Macdonald nach London gekommen und hatte dort als Kontorist in einem Warenhaus eine kümmerliche Existenz gefunden. Als Privatsekretär des radikalen Politikers Thomas Lough kam er der Politik nahe. Er schloß sich dem Verein der Fabier an, der sich im Gegensatz zu den vom Marxismus gepredigten Klassen- kämpfen dem wissenschaftlichen Studium des Sozialismus widmete. 1893 wurde die unabhängige Arbeiterpartei gegründet (Independent Laböur- Party). Macdonald befand sich unter den Gründern. 1900 wurde er Sekretär der Partei und 1906 hielt er seinen Einzug in das Parlament. Vor bedeutsame Entschlüsse wurde Macdonald bei Ausbruch des Weltkrieges gestellt. Mit großer Energie bekämpfte er den Eintritt Englands in den Krieg und vertrat in den nächsten Jahren trotz heftiger Anfeindungen im eigenen Lande in mehreren Schriften den Standpunkt daß Rußland durch seine Mobilmachung den Ausbruch des Weltkrieges unvermeidlich gemacht habe, und die französisch-englische Marokko-Politik eine der Hauptursachen der Katastrophe gewesen sei Das Diktat von Versailles hat er ebenso entschieden abgelehnt, wie den Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet In den Dezemberwahlen 1922 bekam die Arbeiterpartei eine große Zahl von Sitzen, Macdonald wurde der erste sozialistische Premiermini st er Englands. Aber seine Mehrheit war nicht groß genug. um ohne Duldung der Konservativen regieren zu- können. Diese ließen zwar die Unterzeichnung des Dawes-Pl.anes zu, brachten ihn jedoch dann bald zu Fall, als er eine Annäherung an Sowjetrußland propagierte. Rach den Neuwahlen im Oktober 1924 sah er sich einer Zweidrittelmehrheit der Konservativen gegenüber, die ihn züm Rücktritt zwangen. Die Juni-Wahl 1929 brachte der Arbeiterpartei einen neuen Erfolg, Macdonald bildete sein zweites Kabinett, das diesmal sechs Jahre im Amt blieb. Die Wirtschaftskrisis mit der Pfundabwertung. Indien und das Abrüstungsproblem wurden zur schweren Belastung für die Politik des Kabinetts. Nachdem sich schon im Februar 1930 der linke Flügel der Labour-Partei von Macdonald getrennt hatte, kam es im August 1931 wegen der gesetzlichen Kürzungen der Arbeitslosenunterstützungen zum Bruch der Mehrheit der Partei mit ihrem bisherigen Führer und zum Rücktritt der Regierung. Macdonald fand sich auf dem Wunsch des Königs zur Bildung einer Nationalregierung mit den Konservativen unter Stanley Baldwin und den Liberalen unter Sir John Simon zusammen. Die große Mehrheit der Arbeiterpartei trat zu dem neuen Kabinett in die Opposition, Macdonald und eine kleine Zahl von Getreuen wurden ausgeschlossen. In der auswärtigen Politik blieb Macdonald auch an der Spitze der nationalen Regierung der Linie des Völkerbundes und der engen Freundschaft mit Frankreich treu. Wirtschaftspolitisch waren das Spargesetz und die Außerkraftsetzung der Goldwährung bedeutsame Marksteine seines Wirkens. Die Parlamentswahlen vom Oktober 1931 brachten von 615 Sitzen den Regierungsparteien 554. Der stetige Kurs des Kabinetts war die Grundlage zur langsamen wirtschaftlichen Wiedergesundung oes britischen Reiches. Die Empire-Konferenz in Ottawa im Sommer 1932 und der Abschluß der Indienreform im Mai 1935 brachten eine weitere Beruhigung. Macdonalds Außenpolitik indessen trug keine Früchte. Sein Vertrauen auf eine allgemeine Regelung der Wirtschafts- und Währungsfragen scheiterte an den Sonderinteressen der Mächte. Sein Glaube an die Abrüstung als Grundlage des Weltfriedens wurde bitter enttäuscht. Weder Frankreich noch die pazifischen Seemächte folgten dem englischen Beispiel. So konnte auch Macdonald nicht umhin, dem großen Aufrüstungsprogramm der englischen Nationalregierung 1934 seine Zustimmung Zu geben. Im Sommer 1935 trat Macdonald aus Gesundheitsrücksichten zurück, Baldwin übernahm die Führung der nationalen Regierung. Macdonald blieb als Lordpräsident des Geheimen Rats Mitglied des Kabinetts. Erst im Mai 1937 schied er zusammen mit Baldwin ganz aus der Regierung aus. L. Englische Zensurblüte. Wir lesen in einem Bericht des sehr ruhigen und unterrichteten Londoner Korrespondenten des Temps: „Das demokratische Leben Englands hat auch feine Skandale, aber man macht non ihnen weniger Lärm als in Frankreich und den Vereinigten Staaten, und zwar wegen des gefürchteten law of libel (Verleumdungsgesetzes), das alle Zeitungsleute erzittern läßt. Man hat mir auch gesagt, daß, wenn dieses Gesetz geändert oder abgeschafft würde, vor allem die Provinzzeitungen des Langen und Breiten über die städtischen Verwaltungen zu erzählen hätten. Ein junger Schriftsteller hat eben die Probe auf das Exempel gemacht und unter dem Namen Julian Pine ein satirisches Bild des Lebens in einer englischen Prooinzstadt veröffentlicht. Und höchst sonderbar: Alle Landsleute seiner Heimatstadt Grantham in der Grafschaft Lincoln, wo sein Vater anglikanischer Priester war, erkannten sich sofort wieder und stießen Wutschreie aus. Da das Gesetz gegen die Verleumdung das Buch ebenso bedroht wie die Zeitung, Hot sich der Londoner Verleger dieses Romanes, der sehr zu recht den Titel führt .Rotten Borough' (verderbtes Nest), beeilt, das Werk aus dem Buchhandel zurückzuziehen. Die Leser des unauffindbaren Buches versichern mir aber, daß es eine angenehme Lektüre ohne jede beleidigende Absicht sei. Es ist sehr schade, daß das Gewissen der Bewohner von Grantham so empfindlich ist." Hier wird tatsächlich von dem französischen Be- Adolf-Hitler-Schüler im Bürgerbräukeller. München, 9 Nov. (DNB.) Die 300 Adolf- Hitler-Schüler und ihre Erzieher, die den 9. November in München miterleben durften, waren am Nachmittag in einem Saal des Bürgerbräukellers versammelt. Der Reichsjugendführer verbrachte einige Zeit mit den 13jährigen Pimpfen und wies die Jungen garauf hin, daß die Helden des 9. November für sie gefallen seien, um Deutschland eine glücklichere Zukunft zu erkämpfen. Wenn jene ihr Leben nicht geopfert hätten, sängen sie heute nicht die Lieder einer neuen Zeit. Schließlich ermahnte Baldur von Schirach die Jungen, niemals eingebildet zu werden, denn nur richterftatter eine Seite des englischen Lebens angetippt, die dem Kontinentaleuropäer fremd ist. Sehr viele Kontinentaleuropäer sind der kindlichen Ansicht, daß das Wort in England frei ist, weil die Polizei einige Narren im Hyde-Park, die ihr ja sehr genau bekannt sind, predigen läßt. Das Verleumdungsgesetz ruiniert aber jeden Schriftsteller und Verleger, der nicht bis auf den letzten Punkt über dem i s i ch rechtfertigen kann. auch wenn die eigentliche Substanz seiner Schrift entweder sachlich richtig oder für den normal empfindenden Kontinentaleuropäer keineswegs anstößig ist. Das Verleumdungsgesetz ist ein würdiges Gegenstück zu der berüchtigten Gesetzgebung über das „gebrochene Heiratsoersprechen" Noch unbekannter ist, daß es aus uralten Zeiten her ein englisches Hofamt gibt, das zur Zensur von — Theaterstücken befugt ist! Vor dem Kriege wurde eine kleine nette Operette von diesem Hofamt stranguliert — sehr zur Ueber- raschung der meisten Engländer, die von dieser Institution nichts wußten. Dabei hat der Engländer eine fatale Neigung, im Ausland von sämtlichen Menschenrechten zu sprechen, von seinem law of libel aber schweigt er mit eiserner Konsequenz. B. R. Adolf Hitler im Kreise der Führerschaft der Partei. München, 9. Nov. (DNB.) Der Führer hatte für den Abend des 9. November die Führerschaft der NSDAP, zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Festsaal des alten Rathauses eingeladen. Der Führer verbrachte längere Zeit im Kreise seiner Parteigenossen, die ihm bei seinem Kommen einen begeisterten Empfang bereiteten. Aus der Theorie zur Praxis.' Wenn die Reichsregierung für die Lebensrechte der deutschen Minderheiten in den fremdstaatlichen Grenzgebieten eintritt und ihre Beziehungen zu anderen Regierungen von der anständigen Behandlung unserer auslandsdeutschen Volksgenossen abhängig macht, so wird ihr von fremden Kritikern, besonders aber von französischer Seite, oft vorgehalten, Deutschland benutze die Minderheitenfrage nur als Druckmittel gegen die Nachbarn, als Vorwand zur Erreichung weitergreifender außenpolitischer Ziele. Die deutschen Volksgruppen im Ausland seien nur als Vorposten einer pangermanistischen Expansion über ganz Europa gedacht. Die Leute, die solche gruseligen Geschichten erzählen und mit dem Hinweis auf den Minderheitenkampf die deutsche Außenpolitik verdächtigen möchten, sollten mit ihren Aeußerungei* etwas vorsichtiger sein. Denn die enge Verknüpfung von Minderheitenpolitik und Außenpolitik, die ja heute — wie wir gleich sehen werden — eine sich zwangsläufig ergebende Tatsache ist, wurde nicht durch den legendären Ausdehnungsdrang des Reiches geschaffen, sondern ursächlich und bewußt herbei- geführt durch die Friedensdiktate von 1919 Die jeder völkischen Selbstbestimmung hohnsprechende Grenzziehung in Osteuropa sollte eine der wichtigsten Stützen des französischen Allianzgebäudes sein und ist es bis heute geblieben. Den Pariser Unterhändlern ging es 1919 nicht um Daseinsrecht und friedliches Zusammenleben der verschachtelten Volksgruppen an der Ostgrenze des Reiches, sondern um die Schaffung eines Gürtels von neuen Staatsgebilden, die infolge ihrer inneren Schwäche und ihrer ungelösten Minderheitenprobleme auf die französische Waffenhilfe angewiesen sein sollten. Frankreich wollte nicht befreite Völker, sondern Vasallen seiner Macht! Die Reaktion der neuen Oststaaten auf diesen ungeheuren Betrug war sehr verschiedenartig. Die freiheitsliebenden Polen haben nach dem Zwischenspiel korrumpierender Parlamentswirtschaft in ihrem Marschall Pilsudski sehr bald einen Führer gefunden, der das Entehrende und Entwürdigende des in Paris geschaffenen Bündnissystems erkannte. Der Begriff einer souveränen Nation war unvereinbar mit der politischen Hörigkeit, die bis dahin das Verhältnis Polens zu Frankreich bestimmte. Marschall Pilsudski wußte aber auch, daß er das Ziel einer unabhängigen polnischen Außenpolitik nur erreichen konnte, wenn man den Kern des Uebels beseitigte, nämlich jene antideutsche Minderheitenpolitik, welche die Pariser Vertragsväter dem jungen polnischen Staat vorsorglich mit in die Wiege gelegt hatten. Dazu kam eine weitere Üeberlegung: Sollte — was der geniale Pilsudski voraussah — Deutschland wieder stark und mächtig werden, so würde es mit einem feindlich eingestellten Polen nicht viel Federlesens machen, um für seine Volksangehörigen in Posen und Oberschlesien bessere Lebensbedingungen durchzusetzen. Die französische Hilfe mußte in einem solchen Ernstfall sehr zweifelhafter Natur fein, so daß den Polen nichts anderes übriggeblieben wäre, als die hingestreckte Hand des Moskauer Bolschewismus zu ergreifen. Diesen Ausweg wollte der Marschall jedoch unter allen Umständen vermeiden, da er mit Naturnotwendigkeit zur Sowjetisiernng Polens führen mußte. Die einzig mögliche Lösung für Pilsudski hieß also: Ausgleich und Verständigung mit Deutschland. Hieß aber auch Sicherung der Minderheiten in Polen Mit der Erhaltung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Daseinsform der deutschen Volksgruppen in Polen steht und fällt also die außenpolitische Selbständigkeit des Weichselstaates. Seit dem 1934 zwischen Hitler und Pilsudski abgeschlossenen Verständigungsabkommen haben die Polen nur zu oft diese Voraussetzung ihrer neugeschaffenen Großmachtstellung vergessen. Die Minderheitenerklärung vom 5. November bringt sie ihnen wieder in Erinnerung, und ein Blick nach Prag mag die Polen darüber belehren, wie es um ihr internationales Ansehen und um ihre nationale Sicherheit tehen würde, wen sie den anderen Weg, den Weg nach Moskau statt nach Berlin gegangen wären. Vom schlechten Gewissen geplagt, zwischen Furcht und Hoffnung schwebend, nicht wissend, was der nächste Tag bringen wird, hat sich die tschechische Politik dem Bolschewismus in die Arme geworfen, weil die französische Waffenhilfe heute ferner denn je ist. Das verzweifelte Schicksal, das sich die Tschechoslowakei selber gewählt hat, indem sie mit dem sudetendeutschen Volk keinen Frieden schloß, können sich die Polen dank der Verständigungstat ihres großen Marschalls ersparen. Nur dürfen die abgegebenen Versprechungen über die Behandlung der deutschen Minderheiten nicht leere Theorie bleiben, sondern müssen in der Praxis erfüllt werden. Deutschland hat gezeigt, wie' es in seinen eigenen Grenzen der Achtung 'vor fremdem Volkstum Wirkung verleiht. Warschau muß nun ebenfalls den auf polnischem Gebiet lebenden Deutschen endlich jene Lebensrechte garantieren, die ein treuer, arbeitsamer und friedliebender Staatsbürger verlangen kann. In der gerechten Lösung des Minderheitenproblems liegen die Wurzeln der polnischen Macht H. Evers. Brasiliens Kaffeepolitik. An den großen Weltbörsen ist der Preis für Kaffee in den letzten Tagen gesunken. An einem einzigen Tage um 20 v. H.! Grund: Brasilien hat als Haupterzeugungsland für Kaffee die bisherigen Methoden aufgegeben, mit denen der Kaffee- vreis künstlich hochgehalten wurde. Das geschah durch Vernichtung von Kaffee. Der Kaffee wurde entweder ins Meer geschüttet oder zu einer Art Piketts gepreßt und als Feuerung für Lokomotiven verwandt. Brasilien beziffert selbst die von 1931 bis zum 15. Oktober 1937 zerstörten Kaffeemengen auf 53,36 Millionen Sack, also auf mehr als zwei brasilianische Vollernten Wenn jetzt diese Methode aufgegeben wird, so deshalb, weil andere Länder ihren Kaffeeanbau unter den Schutz des von Brasilien hochgehaltenen Kaffeepreises erweiterten. Versuche, zu einem zwischenstaatlichen Abkommen der Kaffee erzeugenden Staaten zu kommen, sind bisher gescheitert, bleiben aber natürlich nach wie vor Ziel der brasilianischen Kaffeepolitik — nur soll dieses Ziel jetzt im Bösen erreicht werden, nachdem es im Guten nicht ging. Auch in den deutschen Handelsstädten Hamburg und Bremen sind die Kaffeenotierungen zurückgegangen. Wenn der jetzige Sturz des Kaffeepreises anhält, wird zweifellos das Bemühen einsetzen, neue Verbraucher durch billigere Preise für Kaffee heranzuziehen. Zur Zeit ist die nächste Sorge der hamburgischen und bremischen Einfuhrgeschäfte, daß es infolge des Preissturzes nicht zu Zusammenbrüchen kommt Tatsächlich sind solche Zusammenbrüche von erheblicherer Bedeutung kaum zu fürchten, da die deut, schen Vorräte gering sind. England und die Achse Berlin-Rom Der englische Premierminister Chamberlain < wünscht vertrauensvolle Verständigung durch „informative Beratungen". London, 9. Nov. (DNB.) Nach jahrhundertealtem Brauch feierte die Londoner City am Dienstagabend mit einem Prachtbankett im uralten Fest- saal des Rathauses den Einzug des neuen Lordmayors von London. Regierung, Geistlichkeit, Rechtsstand und Verwaltung sowie das gesamte Diplomatische Korps, auch der deutsche Botschafter v. Ribbentrop nahmen an dem Bankett teil. Schatzkanzler Sir John Simon brachte in Vertretung von Außenminister Eden einen Trinkspruch auf die ausländischen Botschafter und Gesandten aus. Der neue Lordmayor leerte fein Glas auf das Wohl der Regierung. Ministerpräsident Chamberlain erklärte, in China müßten die Kämpfe eingestellt werden, damit eine Einigung der beiden Parteien hergestellt werden könne. Die britische Regierung sei der Ansicht, daß man dieses Ziel am leichtesten durch die Brüsseler Konferenz erreichen könne. Die allgemeine europäische Lage berge keine Schwierigkeiten oder Befürchtungen in sich. Nur wenige hätten, als die Feindseligkeiten in Spanien ausbrachen, voraussehen können, daß sie soviel Unruhe und so schwierige Probleme mit sich bringen würden Er wies dann auf die enge Zusammenarbeit Englands mit der französischen Regierung im Hinblick auf den spanischen Konflikt hin, wobei er die Bemühungen der britischen Regierung um eine wirksame Gestaltung der Nichteinmischung betonte. Chamberlain sagte dann: „lieber unsere Beziehungen mit den beiden Großmächten, die jetzt so eng vereint sind in dem, was als Rom-Berlin-Achse bekannt ist, will ich nur dieses sagen: Es ist der aufrichtige Wunsch der britischen Regierung, diese Beziehungen fest gegründet aus einer Basis gegenseitiger Freundschaft und Berständi- g u n g zu sehen, die unserer Ansicht nach nicht durch Verschiedenheiten in den Methoden interner Verwaltung berührt werden sollte. Wir glauben jedoch, daß sylch eine Verständigung, die weitreichende Auswirkungen haben könnte, indem sie das Vertrauen und die Sicherheit für Europa wiederher st ellen, durch informative B e- ratungen hoffnungsvoller verfolgt werden kann, als durch feierliche Erklärungen. Aus diesem Grunde werde ich mich heule abend weiterer Worte über diese Angelegenheit enthalten." Chamberlain erklärte weiter, augenblicklich sei die Lage des Völkerbundes sehr verschlechtert, well einige der mächtigsten Nationen der Welt nicht Mitglied seien oder ihm gegenüber keine Sympathie empfänden. Das Ziel der britischen Regierung müsse sein, die Autorität des Völkerbundes zu stärken, damit er die Ziele verwirklichen könne, für die er ursprünglich gegründet worden sei. Das Ziel eines jeden Staatsmannes müsse sein, sich für das Glück des Volkes einzusetzen, für das er verantwortlich sei. In diesem Glauben sei er sicher, daß ein Weg gefunden werde, um die Welt vom R ü - stungswettlauf und von Befürchtungen, die dieser Hervorrufe, zu befreien und um den Weg zu öffnen für eine glücklichere und bessere Zukunft der Menschheit. Das Dorifer (?cho. Paris, 10. Nov. (DNB Funkspruch.) Die Stelle der Rede Chamberlains, die sich mit der Achse Berlin-Rom befaßt, deutet die „E p o q u e" als „einen diskreten Appell Chamberlains zugunsten einer englisch-deutsch-italienischen Annäherung". Das rechtsstehende Frühblatt „L' O r d r e" schreibt, der Optimismus Chamberlains hält jeder Probe stand- er verzweifelt nicht an der Freundschaft Deutschlands und Italiens und an der Verständnisbereitschaft der beiden Länder. Diplomatische Rundreise des französischen Außenministers. Paris, 9. Nov. (DNB.) Es steht ziemlich fest daß Außenminister D e l b o s etwa Mitte Dezember eine diplomatische Rundreise durch die Hauptstädte Mittel - und Südosteuropas machen wird Man rechnet damit, daß der Minister noch vor dem 15. Dezember abreifen wird, um die Hauptstädte der befreundeten Länder in folgender Reihenfolge zu besuchen: Prag, Warschau, Bukare st u n d Sei grab. Ser „Petit Parisien" schreibt, daß Del- bos, wie es die internationale Höffigkeit erforderte nunmehr für die letzten Besuche der Außenminister in Pans seine Gegenbesuche abstatten werde. Oer Führer im Bürgerbräu-Keller. Unser Bild zeigt Adolf Hitler inmitten alter Kampfgefährten vom 9. November 1923. Rechts: Hermann Göring und Reichsleiter Amann. Links: Rudolf Heß und Reichsstatthalter Ritter von Epp. — (Weltbild-M.) <■ < 4 9 ''z' dumme Menschen seien eingebildet. „Eure zukünftige Aufgabe ist so groß, daß ihr sie nur meistern könnte, wenn ihr einfach bleib t." — Lustige Lieder und Vorträge der Pimpfe verschönten die Stunden. Wußten Sie, daß es das gibt? Dies war die Schwierigkeit... Es ist 22 Uhr, Frau P. stellt zu ihrem Schrecken fest, daß ihr kleiner Hans krank sein muß: Ganz heiß sind die Bäckchen des Kindes und dasThermometer zeigt 39Grad Fieber. Der Arzt muß schnellsten^ kommen - aberihr Hausarzt ist verreist Frau P. kann auch nicht Weggehen, einen anderen Arzt suchen, denn sie ist allein zu Hause und will ihr Kind nicht verlassen. Wie jetzt feststellen, welcher Arzt dienstbereit ist und sofort kommen kann? ...so wurde sie durch den Fernsprecher gelöst: Frau P. kennt die vielen Möglichkeiten ihres Fernsprechers. Sie ruft den Fernsprechauftragsdienst an, der ihr sofort den nächsten Arzt, der Nachtdienst versieht, und dessen Rufnummer nennt. In 2 Minuten ist das Gespräch geführt. Herr Dr. X. kommt auf schnellstem Wege und kann gerade noch rechtzeitig alles tun, um die schlimmsten Folgen der Krankheit abzuwenden. Solche Möglichkeiten, in denen der Fernsprecher Rat und Hilfe schaffen kann, gibt es unendlich oft. Kennen Sie schon alle? Sie sehen, es lohnt, sich damit zu beschäftigen! Ausführliche Angaben und eine Gebührenübersicht finden Sie vorn im Amtlichen Fernsprechbuch. Ihr Fernsprecher kann mehr, als Sie vielleicht glauben! N-Gespräch Wenn es gilt, kurze Nachrichten an eine oder mehrere Personen in einem kleinen Ort weiter zu geben, wo der Femsprechdienst von Postagenten, Inhabern von Poststellen, Hilfsstellen oder gemeindlichen öffentlichen Sprechstellen versehen wird, so ist dies durch die Anmeldung eines N-Gespräches auf dem Wege über das Fernamt für jeden Fernsprechteilnehmer möglich Verbilligte Ferngespräche In den Abend- und Nachtstunden (19-8 Uhr) werden für Ferngespräche nur 2/3 der Gebühren für gleich lange Gespräche am Tage erhoben. Wieviel läßt sich dadurch sparen - wieviel läßt sich für wenig Geld persönlicher und besser ausdrücken, als es in Briefen möglich ist I Zeitansage - Weckruf - Wetterdienst Ihr Fernsprecher sagt Ihnen auf Wunsch die genaue Zeit an. Der Auftragsdienst weckt Sie gegen eine geringe Gebühr pünktlich und zuverlässig. Auch die Wettervorhersage gibt Ihnen der Auftragsdienst an. Auftragsdienst Nachrichten-Annahme und -Weitergabe Während Ihrer Abwesenheit vermerkt der Auftragsdienst auf Wunsch jeden Anruf, er gibt den Anrufenden Auskunft und nimmt Mitteilungen für Sie entgegen. Ferngespräche können auf einen anderen Anschluß im selben Ort umgelegt werden, bei dem Sie sich aufhalten. Die eingegangenen Nachrichten können Sie jederzeit, unter einem Kennwort auch vom Münzfernsprecher oder von einem anderen Teilnehmeranschluß aus, vom Auftragsdienst erfragen. Nachrichten, die Sie an mehrere andere Fernsprechteilnehmer gleichzeitig übermitteln wollen, gibt der Auftragsdienst für Sie durch. N. B. Auch der Münzfernsprecher und jede andere öffentliche Fernsprechstelle, die Sie an diesem Zeichen erkennen, ist 9Ihr* Fernsprecher Diese Fernsprecher bieten Ihnen die gleichen Möglichkeiten wie der eigene Anschluß daheim. Der Fernsprecher ist der vollkommene und Gedankenaustausch von Mensch seifigen Helfer und Freund für jeden, Mittler unserer Zeit zum Nachrichten- zu Mensch. So wird er auch zum viel- der seine Möglichkeiten zu nutzen weiß. Oottarstmz an Der Londoner Börse y)ter ent Die öpeiumuon ein. yjcyviuuui- ................ ............1 r. tig liegt der Dollar auj 67 b. H. des alten Sold- >tergrund. Me wenig da das 6d)i und abends 8 Uhr Wir zeigen: werden die Vorführungen im Saale des „Burghof" Gießen, Burggraben 9 Tüchtiges Hausmädchen nicht unt.18Jahr. für sofort gesucht ChristovhKaiser Zwiebackfabrik Lang-Göns bei Gießen l7359V Telefon Großen- Linden 218. Ehrlich es, fleißig. Mädchen für Hausarbeit zum 1. 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PRAKTISCH Warum sitzt das Kleid nicht? eimqe ueine opeumuiiei, uui oluicucl yeuiuum, v 1 1 ........ ------ v 7— dabeiqeqeben und mit Salz und Zucker abgeschmeckt. die eigenen Körpermaße genauestens abnehmen __- ei t « tma nnrnnPnrPioH In6f lind firh nor jedem neuen jsu mneihen der Aus der Fülle der Kartoffelgerichte feien hier nur einige weniger bekannte genannt. Eine unauffällige, fettarme Tagescreme kann nie etwas schaden, im Gegenteil: sie schützt die Haut gegen Staub und Witterungseinflüsse. Schminke bleibt besser fort — wir wollen ja nicht Jugend vortäuschen, sondern wirklich jung aussehen durch diese morgendliche Hautpflege, die abends genau so wiederholt wird. Nur beginnt sie zwecks noch gründlicherer Reinigung mit einer Abreibung des Gesichts erst mit Fettcreme, dann mit stark alkoholigern Gesichtswasser statt des morgens benutzten gewöhnlichen Wassers und verwendet nun erst das Del Anita. Aepfel und Kartoffeln. Nacheinander wird eine gleiche Menge von Kartoffeln und Aepfeln gekocht und sodann zusammengetan. Dann werden einige kleine Speckwürfel, mit Zwiebel gebräunt. H e r 'i n g s k a r t o f f e l n. Die gargekochten Kartoffeln werden abgepellt und in Scheiben geschnitten, dann werden Zwiebeln in etwas, Fett gedämpft und etwas Mehl, Wasser, Salz, Pfeffer und Essig erst, nachdem das Del vom Gesicht abgewischt ist! Das geschieht nach der Massage, und zwar wieder mit einem, selbstverständlich sauberen und auszuwechselnden Wattebausch. Man wird dabei die erstaunliche Feststellung machen, daß viel mehr Staub und Schmutz im Gesicht gesessen hat als man dachte — in den Poren der Haut nämlich, aus deren Tiefen das Del ihn holt. Damit ist der Hauptteil der Morgenarbeit für die Schönheit erledigt. Wer zu großporiger Haut neigt, fährt rasch noch mit einer Scheibe Zitrone über das ganze Gesicht oder reibt es, wieder mit Watte, mit einer fünsprozentigen Alaunlösung ab. läßt und sich vor jedem neuen Zuschneiden der kleinen Mühe unterzieht, die Maße des Schnittes Drei einfache Wollkleider für den kommenden Winter schlagen wir heute vor. Das Kleid links aus goldgelbem Angor a- t w e e d mit den Blenden aus dunkelblauem Tweed ist in einfacher Pulloverform geschnitten, der Rock besteht aus zwei leicht glockig gehaltenen Bahnen. Den Halsausschnitt und den. Gürtel schließen Schleifen aus dem Blendenmaterial. Aus resedagrünem Jersey ist das Kleid in der Mitte. Dem Blusen- und dem Rockteil sind schräggestellte Taschen eingearbeitet, ein kleiner Kartoffeln auf dem Mendüsch. V.A. Mit Brotgetreide müssen wir sparsam umgehen. Der Bauer darf es nicht zu Futterzwecken verwenden, und die Hausfrau muß auch das letzte Stückchen Brot vor Verderb schützen. Wo Brot durch andere Nahrungsmittel ersetzt werden kann, wird die Hausfrau es im volkswirtschaftlichen Interesse nicht unterlassen, zu tun. Die Anpassung an die allgemeine Versorgungslage wird durch die außerordentlich gute Kartoffelernte dieses Jahres ungemein erleichtert. Gegenüber Durchschnittsernten von 45 Millionen Tonnen beträgt die diesjährige Kartoffelernte über 52 Millionen Tonnen. Diese Mehrproduktion darf ebensowenig dem Verderb anheimfallen, mi£ durch übermäßigen Brotverbrauch des einzelnen Schwierigkeiten in der allgemeinen Brotversorgung entstehen dürfen. Die Kartoffel gestattet eine so vielseitige Zubereitung, daß sie tatsächlich nicht nur auf dem Mittagstisch, sondern auch aus dem Abend- b r o t't i s ch das Brot etwas zurückdrängen kann. Diese Konkurrenz der Kartoffel hat schon früher das Brot vom Mittagstisch auch dort verdrängt, wo man die Kartoffel nicht in so großen Mengen erntete. Allmählich erobert sie sich aber auch den Abendtisch und hilft den Verbrauch von Brot und Kartoffeln in das richtige Verhältnis der deutschen Erntemengen zu bringen. Vielen Hausfrauen sind außer Bratkartoffeln und Kartoffelsalat kaum weitere Kartoffelgerichts bekannt. Das vom Reichsausschuß für Volkswirtschaftliche Aufklärung (Berlin W 9) in Verbindung mit der Reichsfrauenführung herausgegebene Heft: „Was essen wir heute zum Abendbrot" verzeichnet eine erstaunliche Fülle von Kartoffelgerichten. Da gibt cs Heringskartoffeln, Buttermilchkartoffeln, Tomatenkartoffeln, Gurkenkartoffeln, Käsekartoffeln, Weißkrautkartoffeln, Birnenkartoffeln usw., so daß die Hausfrau wochenlang ohne Wiederholung Kartoffelgerichte auf den Abendbrottisch bringen kann. Diese Gerichte sind auch deshalb besonders beliebt, weil sie entweder eine gute Resteverwertung ermöglichen oder sich sehr schnell zubereiten lassen. dazugetan. Sobald es kocht, kommt der feingehackte Hering dazu. Zuletzt werden die Kartoffeln bei- aegeben und das Ganze noch einmal zusammen gekocht. Mit etwas Milch kann das Gericht noch verfeinert werden. Schlesische K a r t o f f e l k l ö ß e. Die in der Schale gekochten Kartoffeln werden abgepellt und gerieben. Zu dem Brei von 1 Kilogramm Kartoffeln wird ein Ei gegeben und mit Mehl ein fester Teig geknetet. Der Teig wird zu einer langen armdicken Wurst ausgerollt, in faustgroße Stücke geteilt und möglichst bald in kochendem Salzwasser gekocht. Bleiben die Klöße ungekocht auch nur einige Zeit liegen, zerfallen sie leicht beim Kochen. Pommerscher Kartoffelpuffer. Die roh geschälten Kartoffeln werden gerieben: nur em Teil des Wassers wird abgegossen, em Ei dazu geschlagen, eine Zwiebel daran gerieben und ein gehäufter Löffel Mehl beigefügt. Auch etwas Milch oder Sahne ist erwünscht. In heißem Fett werden dann bleistiftdicke Puffer schön hellbraun gebacken und mit Zucker bestreut auf den Tisch gebracht. Gestürzte Kartoffeln: 1 Kilogramm gekochte Pellkartoffeln werden geschält und in dicke Scheiben geschnitten. 250 Gramm Bratwurst werden überbrüht und danach gleichfalls in Scheiben geschnitten. 250 Gramm geschälte, entkernte, fein- geschnitzelte Aepfel (billige Sorte) dünstet man mit zwei würflig geschnittenen Zwiebeln in etwas Fett an In eine vorbereitete Form füllt man lagenweise Kartoffeln, Bratwurst und Dbst, bestreut die oberste Schicht, die aus Kartoffeln besteht, mit Reibbrot, läßt im Dfen backen und stürzt das Gericht auf eine Schüssel. Man reicht dazu Salat, auch Kohlsalat. Rollkragen aus hellbraunem Wollsamt bildet den Halsabschluß. Auch der hinten geschlossene Gürtel ist aus braunem Wollsamt. Die Knöpfe sind mit grünem Stoff bespannt. Das Kleid rechts mit dem gezogenen Passenteil und dem gezogenen Gürtel ist aus b l a ß r o t e m Wollclogue. Sein Rock ist glockig in vier Bahnen dem Blusenteil angesetzt, der Rückenoerschluß besteht aus kleinen, mit Stoff überzogenen Knöpfen. Die Ziernadel ist aus handgestrichenem Silber. H. Kinder lernen sparen. Von Ch Kühl von Kalckstetn Kinder sind meist von Natur aus Verschwender. Sie kennen weder Waren- noch Geldeswert und haben die unbewußte Vorstellung, daß die gesamte Umwelt nur ihretwegen da ist, die sie ausnutzen tönen. Der Begriff der Einteilung vorhandenen Gutes und darüber hinaus des Sparens muß dem Kind also erst nahegebracht werden. Am wirksamsten beginnt die Mutter mit dem Aufsparen von begehrten Leckerbissen. „Jetzt hast du genug gegessen" oder „Hebe dir die Hälfte deiner Schokolade auf, dann hast du auch noch morgen etwas". Und später: „Gib einen von deinen Bonbons deinem Schulkameraden ab". — Mit diesen Sätzen ist eigentlich das Gesamterziehungsprogramm umrissen: Einteilung, um schädliche Folgen zu vermeiden, zum Zweck der Streckung des Vorhandenen und Dpferbereitschaft. Ein Kind lernt am besten den Segen des Sparens dadurch kennen, daß es selbst erlebt, wie wertvoll es ist, wenn man zur rechten Zeit spart, um auf einen kleinen Vorrat zurückgreifen zu ’önnen. Sparen heißt aber nicht nur zurücklegen, sondern auch schonen. Dem Kind ist aufgetragen worden, den Sandhaufen draußen im Garten nach seinen kleinen Holzformen zu durchsuchen und sie stets abends mit nach Hause zu nehmen. Nun wurde es aber vergessen, und der Regen über Nacht hat die Formen verdorben. Ein schlechtes Beispiel wäre es, wenn die Mutter zwar schimpft, aber dem armen Kind zum Ersatz gleich neue Formen kaufen würde, auch wenn sie nur ein paar Pfennig kosten. Jede Mutter sollte mindestens ein paar Tage mit dem Kauf warten, damit das Kind die Begriffe „Geld haben" und „Spielzeug schonen" sich zur eigenen Erfahrung macht. So, wie es mit dem Spielzeug oftmals vorkommt, geschieht es auch mit Mütze und Mantel. „Es ist doch nicht zu sagen, wieviel Sachen unser Mädel zerreißt! Die muß einmal einen reichen Mann bekommen!" Vorläufig wird solche Untugend belächelt, vielleicht von der Mutter nicht ernst genommen ... später, meint sie. Aber später ist manchmal „zu spät"! Und aus dem kleinen Mädel ist eine schlecht wirtschaftende Hausfrau geworden, die ihre Familie in Schulden stürzt. Ganz systematisch soll man Kinder zum Geldsparen anhalten, angefangen bei den ersten Pfennigen. Vielleicht wird die Mutter sich und dem Kind die Sparmaßnahmen erleichtern, indem sie auch das ein wenig spielerisch auflöst, etwa durch eine bunte lustige Sparbüchse ober ein mit Zeichnungen versehenes Sparbuch, in dem das Kind selbst seine Eintragungen machen darf. Eine wertvolle Anregung zum Sparen ist das Taschengeld, das jede Mutter ihrem Kind aussetzen sollte, und wenn es nur ein paar Pfennige sind. „Wie schön, wenn du weiter so brav sparst, lege ich dir noch etwas hinzu, und du darfst dir einen kleinen Wunsch erfüllen." Aber Sparsamkeit darf niemals in Geiz aus- arten, ein Gebot, das Eltern und Erzieher nicht außer acht lassen dürfen. Sie sollten frühzeitig und sorgfältig beobachten, wie sich das Kind verhält, wenn man von ihm verlangt, das Gesparte zu opfern. Es ist niemals zu früh, einem Kinde klar- zumachen, wie sehr jeder Besitzende die Pflicht hat, abzugeben. Nicht zuletzt um das befriedigende Gefühl des Dpferns kennenzulernen, bei dem die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Wer fein Kind so weit gebracht hat, daß es freiwillig und gern abgibt, daß es spart, ohne geizig zu sein, der hat ihm einen unschätzbaren Wert fiir das Leben mitgegeben. Frauenhände Helsen. Aom Beruf Der Krankenschwester. ] V. A. Wer einmal Gelegenheit Hai, in ein Kran- i kenhaus hineinzuschauen und dort jede Station vorn frühen Morgen bis in den späten Abend kennen ; lernt, der geht sicher mit einer großen Hochachtung wieder nach Hause. Was man da an Eindrücken mit sich nimmt ist vor allem der Dank für die 1 eigene Gesundheit, die Bewunderung für die ärztliche Kunst, die hervorragenden Einrichtungen und nicht zuletzt eben die Hochachtung vor den helfenden F r a u e n h ä n d e n , die hier mit nimmermüder Dpferwilligkeit am Werke sind. In aller Frühe beginnt der Dienst an den Kranken. Mit dem Messen der Temperatur, dem Reinigen des Zimmers und Frischbetten des Kranken beginnt die tägliche Arbeit. Vom Besuch des Arztes hängt bann bie tägliche Pflege ab, nach seinen Weisungen wirb gearbeitet. Die einzelnen Stationen in ben Krankenhäusern unterstehen jeweilig einer Stationsschwester. Hilfsschwestern unb Lernschwestern sinb ihr zur Hilfe unterstellt. Jebe von diesen Schwestern hat ihre Kranken unb ihr be- sonberes Amt ober ihre befonbere Arbeit. Alle Schwestern aber unterstehen wieberum der Oberin ober ber Leiterin des Krankenhauses. Ein Krankenhaus hat immer oerschiebene Abteilungen. Da ist bie chirurgische Abteilung mit Dperaticmssoal, bie Abteilung für innere Mebizin, für Hals- und Dhrenleiben, für Augenleiden usw. Diese Spezialabteilungen sinb roieber in Männer- unb Frauenstationen eingeteilt. Dann gibt es auch noch die Wöchnerinnen- und die Kinderstation. Eine Jsolierabteilung (meist ein Haus für sich) für ansteckende Krankheiten ist ebenfalls vorhanden. Büro, Küche, Waschhaus, kurz alle Abteilungen, die den wirtschaftlichen Betrieb aufrecht erhalten, erfordern ebenfalls einen besonders starken Kräfteeinsatz, viel Verantwortungsgefühl und vor allem auch Gesundheit. Alles in allem sind also auch kaum an einem anderen Drt soviel helfende Frauenbünde in steter Bereitschaft tätig, wie gerade in unseren Krankenhäusern. Lindernde und helfende Frauenhände aber finden wir nicht nur im Krankenhaus, auch in der Fürsorge und in den Gemeinden auf dem Lande. Diese Schwestern aber müssen alle durch die Schule des Krankenhauses hindurchgehen, damit sie sich in allen Lagen zu helfen wissen. Der Beruf der Landschwester ist besonders mütterlich unb beglürfcnb, benn um eine Dorsschwe - ft e r steht bas ganze Dorf voll Vertrauen unb Verehrung. Sie lebt mitten unter allen wie eine „Schwester" im wahrsten Sinne bes Wortes. Sie teilt allen Kummer, aber auch alle Freuben. Ein Fest ohne bie Schwester ist kein rechtes Fest, feien es Hochzeiten, Kindtaufen, Geburtstage ober bie fröhlichen gemeinsamen Feste bes Dorfes. Bei ber Berufswahl besonders mütterlich fühlender Mädchen wäre ber Beruf ber Lanbfchwefter also besonbers anzuraten. Die Gemeinbeschwestern von gestern hatten es im Gegensatz zur heutigen Landschwester viel schwerer. Heute steht ber Landschwester ber weibliche Arbeitsbienst zur Seite. Früher hatte sie auch meist noch den Erntekindergarten allein zu betreuen, denn die kleinen Mädchen aus dem Dorfe gaben oft nur ungenügende Hilfe ab. Der Mädel- arbeitsbienft ist für bie einzelnen Haushalte eine kräftige Unterstützung für bie Schwester, bie oft genug auch noch in bie Haushaltsarbeit mit eingreifen mußte. Jungbäuerinnen unb Landarbeitertöchter sollten sich besonbers zu diesem Beruf entschließen, weil sie innerhalb bes Lebenskreises eines Dorfes groß geworben find. Aber auch alle andern Mädel, die Liebe, Freude und Gesundheit zu diesem Beruf mitbringen, werden darin glücklich sein. V. R. as sollen wir tragen ? E VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Die Frau, die sich bie Freube, ihre Kleider nao, eigenem Geschmack selbst zu schneidern, nicht nehmen lassen will unb gleichzeitig baburch ihr Ausgabenkonto entlastet, greift in ber Regel zu bem praktischen Hilfsmittel eines käuflichen Schnittes. Schon bas „Lesen" unb Anwenden biefes Schnittes erfordert einige Geschicklichkeit. Doch geschieht es wiederholt, daß trotz genauester Anwendung der Schnittvorlagen bem fertigen Kleidungsstück später bas Kennzeichen bes „Selbstgeschneiderten" anhaftet. Diese Schönheitsfehler werden vermieden, wenn man ein für allemal von einer geschickten Freundin 10 Minuten für die Haut. Wir können nichts dagegen tun, daß wir älter werden, aber sehr viel dafür, daß man es uns nicht anfiebt! Dies Gesetz gilt für jede Frau. Mäßigkeit im Genuß von Alkohol und Kaffee, Enthaltsamkeit von zu fetten, zu scharf gewürztem Essen, leichte Kost mit viel Milch, Obst und Salaten, täglicher Aufenthalt in frischer Luft — das sind die Grundregeln. Neben dieser vernunftgemäßen Lebensweise muß zweckvolle Schönheitspflege betrieben werden. Nicht um der lieben Eitelkeit willen, sondern weil sie — richtig und regelmäßig geübt — Gesundheitspflege ifi. Ihr Hauptgebiet ist bie Haut, jenes wunder- uoUe Sinnes- unb Schutzorgan unseres Körpers, von besten Frische, Spannkraft und Widerstands- sähigkeit Gesundheit unb Schönheit abhängen. Zehn Minuten täglich Hautpflege! Das ist so wenig, baß auch bie vielbeschäftigte Hausfrau und jebe Berufstätige sie erübrigen können — es ist so viel wie unbebingt nötig ist, um wirklich Ersprießliches zu erreichen. Nicht eingerechnet in diese »ehn Minuten sind allerdings die morgens und abends bei geöffnetem Fenster je zwei Minuten ausrnführenden Tiefatemübungen und das morgendliche Baden, Abbraufen oder die Ganzwaschung Des Körpers, wobei man möglichst stets die Haut nut einer mittelweichen Badebürste bearbeiten soll, um ihre Durchblutung anzuregen. Erst dann beginnt die eigentliche Schönheitspflege des Gesichts Sie fängt natürlich mit gründlicher Säuberung der Haut an. Aber die sonst so nützliche eeife bleib manchmal dabei weg, weil sie nicht von leder Haut vertragen wird. Also wäscht man das Gesicht erst mit Wasser von Zimmertemperatur, trocknet es ab und reinigt es dann mit Fettcreme oder Del. Db man nun ein besonderes Gesichtsöl oder Dlwenol nimmt, bleibt sich gleich — es muß nur ein pflanzliches Del sein. Am einfachsten und saubersten ist der Wattebausch zum Aufträgen des Oels aus die Haut: man feuchtet ihn mit Del an und fahrt saust mit ihm über das Gesicht. Dann folgt die Gesichtsmassage. Die Haut der Stirn wird mit leicht aufgesetzten Fingerspitzen leise nach den Seiten gestrichen, bas übrige Gesicht wirb mit ben Finger- spitzen ebenso leicht betrommelt. Nur bie feine Haut unter ben Augen läßt man unberührt, weil hier Massage burch ben Laien mehr schadet als nutzt! Bilden sich hier Fältchen, zeigt sie welkes Auslehen, dann darf man sie höchstens Dreimal in ber Woche mit einem mit Zitronensaft befeuchteten Wattebausch ganz vorsichtig betupfen. Natürlich DREI dnmw wollkleibem nach ben eigenen zu oeränbern. Allerbings zeigen sich auch bann noch Abweichungen, die die Machart des Kleides bedingt. Hier sind Anproben unerläßlich. Nur in seltenen Fällen aber hat man wohl das Glück, eine Freundin darum bitten zu können. Die alleinschneidernde Frau ist also auf die Probierbüste angewiesen. Meist findet sich in irgendeinem Winkel noch ein derartiges altes Möbel mit weitausladender Büste und Wespentaille. Auch neuzeitliche Büsten können nicht haargenau die Körpermaße der jeweiligen Besitzerin haben, sie zeigen nur Normalformen. Die Büste muß also passend gemacht werden. Wie geschieht das am zweckmäßigsten? Wir schneiden aus grobem Nessel oder Futterstoff ein reichlich hüftlanges, ärmelloses Leibchen zu mit guten Nahtzugaben. Dieses Leibchen lassen wir uns ganz genau passend auf den eigenen Körper „modellieren", d. h. wir bitten eine geschickte Freundin, durch Abnäher, Säume unb eingelegte Falten genau bie Figur herauszuarbeiten. Streifen wir nun die- ses Futterleibchen über bie Stoffbüste, so sehen wir sofort, wo ein Zuviel ober Zuwenig an ber Büste auszugleichen ist. Das geschieht, inbem wir Flicken möglichst glatt unb fest aufstecken unb so gut befestigen, baß bas Futterleibchen möglichst faltenlos unb einwandfrei aufliegt. Die Büste entspricht nun bank bem Futterleibchen genau unserer Gestalt: wir können alle Kleiber unb Blusen barauf passend probieren, ohne burch schwierige unb langwierige Selbstanproben aufgehalten zu werden. Einige Stoffstreifen, die vom Rand des Futterleibchens bis zum Boden hinunter reichen, enthalten Kennmarken für die Kleiderlängen, einmal ausprobiert und dort angezeichnet. Danach können wir sogar die Saume unten fertigmachen, ohne bas Kleid anprobieren zu müssen. D. K- Sie große Ausstellung im Rahmen der Gaukullurwoche Hessen-Nassau. NSG. Im Rahmen der Gaukulturwoche Hessen - Nassau findet vom 13. bis 21. November auf dem Festhallengelände in Frankfurt am Main eine große A u s st e l l u n g statt, die einen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen auf allen Gebieten des kulturellen Lebens unseres Gaues gibt. Die sieben Kammern der Reichskulturkammer zeigen vornehmlich die Werke der Künstler aus dem Rhein-Main - Gebiet und vervollständigen damit die große Leistungsschau, die die gesamte Gaukulturwoche auch in ihren anderen Veranstaltungen vom heutigen künstlerischen und kulturellen Leben gibt. Die Ausstellung, ine täglich bis 22 Uhr geöffnet ist, gliedert sich in die Arbeitsgebiete der sieben in der Reichskulturkammer zusammengeschlossenen Einzelkammern. In dem großen Rund der Festhalle beginnt die Reichskammer der bildenden K ü n st e mit der Darstellung der Leistungen unserer heimischen Architekten, Jnnenraumgestalter, Gartengestalter, Maler, Graphiker, Kunsthandwerker, Kunstoerleger und -Händler, Bildhauer und Gebrauchsgraphiker. Entwürfe von Bauten und Ergebnisse von Wettbewerben der Städte Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Mainz zeigen, welchen Anteil die rhein-mainischen Städte am Aufblühen unserer Kunst haben. Außerdem werden wertvolle Gegenstände aus dem Kunsthandel ausgestellt. / Die Landes bauernschaft widmet ihren Ausstellungsteil der Landeskultur, die gerade in unserem Gau durch den Einsatz des Gagleiters gewaltig vorangetrieben wurde. Riedrode, Rosengarten und Allmendfeld sind für uns feste Begriffe geworden, die Ausdruck der Bereinigung und Neuschaffung von Ackerboden und aber auch Ausdruck einer neuen Wohnkultur sind. Von diesen neuen, vorbildlich schönen und zweckmäßigen Dörfern, wie auch von den einzelnen Bauernhöfen, werden Modelle gezeigt. Zum ersten Male sehen wir hier auch Ausschnitte aus dem 3500 Meter langen Film „W i r i n H e s s e n", der vom ersten Spatenstich in Riedrode an die Entwicklung bis zum heutigen Tage umfaßt. In der Abteilung für die Presse zeigt das Gaupresseamt der NSDAP., welche Aufgaben der pressepolitische Apparat der NSDAP, hat, und wie er seine Aufgabe, Kommandostelle für die nationalsozialistische Gestaltung der Presse zu sein, erfüllt. Ueberragt von einem großen Hoheitszeichen, wird die Arbeit der fünf Hauptstellen des Gaupresseamtes und der Pressereferate der Gliederungen dargestellt. Zu beiden Seiten befindet sich eine bildliche Darstellung des Werdens der NS.-Presse tm Kampf gegen das System. In der Mitte des Raumes erhebt sich die Halle der Reichspressekammer, die als Kampfstätte deutscher Kultur gedacht ist. Sie soll den Wert und die Bedeutung der Presse für Volk und Staat klarmachen und die seelischen und geistigen Kräfte spiegeln, die Wesenskern des Dritten Reiches sind. Der „Brunnen des Geistes" soll die nie versiegende Kraft, die Klarheit und Sauberkeit symbolisieren. Der bedeutendste Teil der Ausstellung der Reichsschrifttumskammer ist dem Thema „Politisches Deutschland" gewidmet, das vom Gauschulungsamt in Zusammenarbeit mit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums zusammengestellt wurde. Hier wird — belegt durch Werke zur deutschen Vorgeschichte, Bilder, Bücher, zeitgenässische Geschichtsberichte, Urkunden, Handschriften. Briefe und Dokumente — die geschichtliche Entwicklung beginnend mit dem Abschnitt „Völker und Stämme" über „Die politische Machtentfaltung in Europa und die Frühzeit des Germanentums", „Die germanische Wander- und Kampfzeit", Glanz- und Höhepunkt des Reiches", von da über „Länderstaat und Bürgertum", „Das Zeitalter des Glaubensstreites", „Preußens und Oesterreichs Kampf um Deutschland", über den „Deutschen Bund, Bismarck und den Parteienstaat" und „Vom Weltkrieg zum nationalen Volksstaat" dargestellt. Weiter wird eine Uebersicht über die Entwicklung des Schrifttums an Hand von Handschriften, Büchern und sonstigen bildlichen und figürlichen Darstellungen bis in die neueste Zeit gegeben. Daneben ist dem Schaffen der Verlage unseres Gaues und der Entwicklung des Buchdruckes Raum gegeben. Die Reichstheaterkammer zeigt, daß der Nationalsozialismus das Theater dem deutschen Volke zurückgegeben hat und belegt aus der Tätigkeit der hessen-nassauischen Bühnen die Einsatzbereitschaft für die jüngsten Schöpfungen, vor allem I auch der Männer unserer Heimat. An Hand der 1 vielen Ur- und Erstaufführungen verfolgen wir die hohe Kultur unserer heimischen Theater. Belebt wird dieser Teil durch Kostüme, Inszenierungen, Regiebücher und Dekorationsentwürfe und Bilder der Freilichtspiele, die in unserem Gau, von den Römerberg-Festspielen überragt, einen besonders hohen Stand einnehmen. Die Originaldarstellung einer bühnenfertigen Szene aus Kleists „Hermannsschlacht" soll einmal einen Blick in die gewaltige Arbeit, die in einer Szene steckt, vermitteln und ein Beispiel der modernen Bühnengestaltung sein, die nicht mehr die alte Kulissenwelt ist, sondern einen in den drei Dimensionen wirklich gestalteten Raum darstellt. Die Reichsmusikkammer geht bei ihrer Darstellung von den musikalischen Ereignissen auf heimatlichem Boden aus. Sie will in Manuskripten, Briefen, Noten, Partituren usw. die Kräfte verlebendigen, die hier gelebt oder ihre Anregungen empfangen haben. Die Würdigung auch unserer jüngsten schöpferischen Kräfte führt abschließend hin zu unseren Bemühungen um eine Erneuerung unseres volkhaften Musizierens. Der Reichssender Frankfurt hat im „Haus der Moden" einen vollkommenen Sendesaal aufgestellt, den jeder Zuschauer durch eine große Glaswand — täglich im Betrieb befindlich — besichtigen kann. Für die Dauer der Ausstellung sendet der Reichssender von hier aus seine Konzerte und sonstigen Darbietungen, die sicher mit größtem Interesse verfolgt werden, da man sich hier einen großartigen Einblick in die Arbeit eines Senders verschaffen kann. Im „Haus der Moden" befindet sich auch die Schau der R e i ch s f i l m k a m m e r, die zunächst die Arbeit der Gaufilmstelle der NSDAP, zeigt. Wer weiß eigentlich so recht darüber Bescheid, welch hohe, verantwortungsvolle Aufgabe die Gaufilmstelle mit ihren Tonfilmwagen, die Tag für Tag die kinolosen Orte besuchen, erfüllt? Die Ufa zeigt in einer Lehrschau Aufnahmen aus den Betrieben in Neubabelsberg und von den neuesten Filmen. Besonderes Interesse werden die Garderoben und Kostüme erwecken, die.auf die Notwendigkeiten des Tonfilms und seiner komplizierten Aufnahmeapparate abgestellt sind. Die Einzelabteilungen der Ausstellung der Reichsrundfunkkammer werden von den Fernsehvorführungen überragt. Zum ersten Male werden die Besucher in einer sog. Fernsehstraße die Darbietungen, die auf einer Bühne in der Ausstellung vorgeführt werden, sehen können. In der gleichen Halle wird eine große Geräteschau der Rundfunkindustrie, des Rundfunkgroß- und -einzelhandels geboten, deren Apparate in Abhörzellen jederzeit vorgeführt werden können. Die Hauptzelle Rundfunk der Gaupropagandaleitung zeigt ihre Arbeit auf diesem Gebiet. Dabei sind HI.-, DAF.- und Bauernfunk zu erwähnen. Außerdem zeigt die Reichspost ihren Entstörungsdienst und ein Modell des Fernsehsenders auf dem Feldberg. Drahtfunk, Bildtelegraphie und Besprechung von Schallplatten vervollständigen diesen Teil, in dem auch das deutsche „Lautdenkmal" gezeigt wird, das auf Schallplatten alle vorkommenden Mundarten festhält. Schon dieser Ueberblick zeigt, in welch umfassendem Maße die Ausstellung im Rahmen der Gaukulturwoche die Leistungen des deutschen kulturellen Lebens darstellt. Im Vordergründe stehen wieder die Künstler und Kulturschaffenden des Rhein-Main- Gebietes, die hier der gesamten Bevölkerung zeigen, welche Stellung unser Gau in der Gesamtkulturarbeit des Reiches einnimmt. Neues für den Büchertisch — Auf gut Deutsch. Kernworte deutscher! Tüchtigkeit. In einer Auslese von Wilhelm F r a e n- g e r. Mit 38 Holzschnitten. 125 Seiten. Schwarz- Häupter-Verlag, Leipzig, Berlin. — (331) — Das hübsch ausgestattete, mit seltenen Holzschnitten geschmückte Bändchen enthält eine Auslese alter volkstümlicher Spruchweisheit des deutschen Volkes. Auf die unverbrüchlichen Gesinnungswerte des Gemeinsinns, der Tapferkeit und der Rechtlichkeit zielt die Sammlung ab, die den Stoff anziehend, und übersichtlich gegliedert hat; so wird ekwa unter den Kernworten „Wehr und Waffen", „Die deutschen Gaue", „Maß und Waage", „Haus- und Ehezucht", „Allerleirauh", „Trotz Tod und Teufel" Zusammengehöriges vereinigt. Manches vergessene, unbekannte, beherzigenswerte Wort wird man in diesem kleinen weltlichen Katechismus finden. — Brauch und Glaube. Weinholds Schriften zur deutschen Volkskunde. Herausgegeben von Carl Puetz feld. 176 Seiten. Kart. RM. 3,90, geb. RM. 4,50. Verlag Emil Roth, Gießen. — (325) — In einer Zeit wie der unseren, der die Pflege des deutschen Volkstums und der deutschen Volkskunde ein nationales Anliegen bedeutet, erscheint die Herausgabe dieser Schrift besonders verdienstlichem ihr sind zum ersten Male die kleinen volkskundlichen Schriften der 1873 in Reichenbach (Schlesien) geborenen, 1901 in Bad-Nauheim gestorbenen bedeutenden Germanisten Karl Weinhold gesammelt. Der Herausgeber hat in der Einleitung Weinholds Lebensweg und die wissenschaftliche Bedeutung seines Werkes umschrieben; er hat dabei eine Stelle aus der Gedenkrede des berühmten Literarhistorikers Erich Schmidt auf Weinhold in der Berliner Akademie angezogen, in der es heißt- „Alle Fäden der Volkskunde, dieser leutseligen Sammelwissenschaft, die bei ihm durch Verbindung mit den Altertümern die feste Unter- und Grundlage bekam, liefen in seiner Hand zusammen." Was Weinhold als getreuer Schüler des großen Jacob Grimm und als ein rechter „Vater der Volkskunde", in den hier gesammelten Studien behandelt, erscheint zwar zunächst nur als eine lockere Folge von Arbeiten zu folkloristischen Einzelthemen; ber Herausgeber wezst indessen mit Recht darauf hin, daß sie ein zusammenhängendes Ganzes bilden, indem „sie fast alle einem gemeinsamen Mittelpunkte zusteuern. Immer ist es das Bemühen des Forschers, die besondere Art der germanischen Gottesverehrung zu erkennen, zu den religiösen Ursprüngen vorzudringen, von denen Brauchtum, Volkssage, Recht, Zeitteilung, Kampf, kurz die Gedanken- und Vorstellungswelt und die gesamte Lebensgestaltung der Deutschen ihren Ausgang nahmen..." Wir nennen nur einige der behandelten Themen — „Was heißt Volkskunde?", „Das deutsche Weihnachtsfest", „Rituale Nacktheit", „Die mystische Neun", „Germanen ziehen ins Feld", „Der Geist des altdeutschen Hauses", „Abenteuer in der Arktis" — und fügen hinzu, daß die Abhandlungen auch von jedem Laien ohne Schwierigkeiten, mit Nutzen und mancher Anregung gelesen werden können. — Hans-JoachimFreiherrv.Reitzen- stein: Magnet Bonanza. Goldgräbergeschichten. 171 Seiten. Ernte-Verlag, Potsdam. — (323) — Aus dem Nachlaß des verstorbenen Freiherrn von Reitzenstein, dessen Romane „Oberwachtmeister Schwenke" und „Die Werft zum grauen Hecht" einen sehr großen Leserkreis gefunden und durch gelungene Verfilmungen noch erweitert haben, erscheinen, eingeleitet von seinem Bruder Curt, eine Reihe von Goldgräbergeschichten, die zum größten Teile nicht erfunden, sondern selbst erlebt sind. Wie Tausende von namenlosen Goldgräbern ist Reitzenstein in seiner Jugend ausgezogen, in Nevada eine „Bonanza" zu finden, eine Stelle, wo man Gold aus der Erde heben kann; er hat es nicht gefunden, aber er ist dennoch von dieser Reise nach dem Glück nicht mit leeren Händen heimgekehrt: die merkwürdigen und abenteuerlichen Erlebnisse seiner Goldgräberzeit sind in den nun gesammelten Erzählungen niedergelegt, die Reitzen- stein von einer ganz neuen Seite zeigen. Viele, die seine Romane mit Spannung und menschlicher Anteilnahme verfolgt haben, werden auch diese kurzen Geschichten einer abenteuerlichen Jugend kennen lernen wollen, die das Bild eines begabten und sympathischen Schriftstellers auf ungewöhnliche Weise vervollständigen. — Regierungsbaumei st er Erich W o lf- rom: Die Baugeschichte der Stadt und Festung Magdeburg. Erschienen im „Magdeburger Kultur- und Wirtschaftsleben", Heft 10, herausgegeben von der Stadt Magdeburg. 56 Seiten drosch., ein buntes Umschlagbild, ein Vierfarbendruck, 40 Seiten Abbildungen, fünf Karten. Preis 2,50 Mark. — (369) — Die Schrift behandelt das architektonische Werden der Stadt Ottos des Großen von Aebinn bis zur Auflassung der Festungswerke 1888. Mit außerordentlicher Mühe und großer Liebe hat der Verfasser in dem Abschnitt, der das Bauschaffen der romanischen Zeit zum Gegenstand hat, die unscheinbaren und heute überbauten Reste aus dieser fast tausendjährigen Vergangenheit zusammengetragen und in Bild und Zeichnung nebeneinander gestellt. Eingehend wird die Zeit von 1208 bis 1631 geschildert; an Hand von Plänen, Stadtansichten und vom Verfasser aufgenommenen Grundrissen sämtlicher Magdeburger Kirchen, vom Dom bis zur kleinen Magdalenenkapelle, wird dem Leser die Glanzzeit Magdeburgs unter Erzbischof Albrecht und während der Mitgliedschaft zur Hansa vor Augen geführt. Ein weiterer Abschnitt zeigt Magdeburg als preußische Festung und als Barockstadt. — Pfarrer Dr. Gustav Benz: Gedanken und Betrachtungen. Eine Auswahl seiner Arttkel aus dem „Christlichen Volksfteund", zusammengestellt von Pfarrer Karl Fueter. Leinenband 3 Mk. Friedrich Reinhardt Verlag, Basel. — (343) — Der erste Teil des Buches enthält erbauliche Artikel, die knapp und eindringlich Gottes Wort verkünden. Es folgen persönlich gehaltene Ausführungen über unfern Glauben an das Wunder. Der dritte Teil besteht aus kurzen Abschnitten, in denen sich Benz als ein scharfer Beobachter des täglichen Lebens erweist. — Konrad Guenther: Ein Leben mit der Natur. Jugendzeit im Baltenland und in Schlesien. Erinnerungen und Erlebnisse Band 3. Hübsch kart. 2 Mark., Lwd. 2,50 Mark. Verlag I. F. Steinkopf, Stuttgart. — (358) — Abgesehen von interessanten Schilderungen baltischer Menschen und Landschaften und Gebräuche wird dieses Buch jedem willkommen sein, der die Bücher des Verfassers „Natur und Offenbarung" und „Deutsches Naturerleben" kennt und ehrt. Auch hier tritt seine liebevolle Versenkung in das gesamte Tier- und Pflanzenreich zutage. Die Schilderung dieser reichen Kindheit wird den Leser vielfältig berühren und anregen. Mrtschast. Anbau von Speise- und Frühkartoffeln. Fwd. Auf Grund einer Anordnung der HV. der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 1.11.37, die mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft trat, bedarf, wer den Anbau von Speise-Frühkartoffeln zu Erwerbszwecken neu aufnehmen, oder die von ihm bestellte Anbaufläche zu Erwerbszwecken erweitern will, der Genehmigung des zuständigen Kartoffelwirtschaftsverbandes. Als Speisefrühkartoffeln gelten alle vorgekeimten und nicht vorgekeimten Kartoffelsorten, deren Reise und Ernte in die Monate Juni und Juli fallen. Die Kartoffelwirtschaftsverbände können mit Genehmigung der Hauptoereinigung besondere Maßnahmen zur Durchführung dieser Anordnung treffen, insbesondere Einschränkungen der Anbaufläche gegenüber 1936 oder 1937 verfügen. Rhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse: Ueberwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 9. Noo. Die Tendenz am Aktienmarkt gestaltete sich auch heute wieder überwiegend schwächer. Nachfrage der Bankenkundschaft lag nur noch in geringem Umfange und nur für einzelne Spezialwerte vor, während die Mehrzahl des Publikums sich weiterhin stärkstens zurückhielt. Auch der berufsmäßige Handel blieb sehr abwartend und stellte eher noch etwas Ware zur Verfügung. Die ersten Notierungen lagen zwar uneinheitlich, doch überwogen Rückgänge bis etwa 1 v. H. im Durchschnitt. Etwas Interesse verblieb für Anleihestockwerte im Zusammenhang mit der bald bevorstehenden Regelung. Reichsbank zunächst 208,75 (208), später 208,25. Montanaktten gaben bis 0,75 v. H. nach, Rheinstahl verloren 1,25 v. H., Deutsche Erdöl ebenfalls 1,25 v. H. Von Maschinenaktien ermäßigten sich Demag auf 141,90 (142,50), Moenus auf 120,25 bis 119,75 (120,50), Adlerwerke auf 108,75 (109,50), während Daimler 0,50 v. H. gewannen auf 134,50. IG. Farben lagen mit 155,25 (155,50) etwa behauptet. Etwas stärkere Abweichungen zeigten AG. für Verkehr mit 126,50 (128,25), Zellstoff Waldhof mit 144,75 (146,50), Bemberg mit 137,50 (138,50), VDM. mit 168 (169), andererseits befestigten sich Gesfürel auf 145,75 (144) und Jul. Berger auf 144,65 (143,25). Am Rentenmarkt erreichte die Altbesitzanleihe bei lebhafteren Umsätzen einen neuen Höchststand mit 130,50 (130,25). Kommunal-Umschuldung hielten sich bei unverändert 94,75, ebenso Reichsbahn-Vorzugsaktien bei 129,13. Am Pfandbriefmarkt fetzte sich die Nachfrage fort. Goldpfandbriefe wurden zumeist wieder repartiert und vielfach gestrichen, von Kommunal-Obligationen Frankfurter Pfandbriefbank 0,25 v. H. höher mit 99. Li quid a- tionspfandbriefe lagen überwiegend behauptet, schwächer jedoch Rheinische auf die bevorstehende Verlosung mit 101,75 (102,50). Stadtanleihen hatten bei ruhigem Geschäft kaum veränderte Kurse. Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich. Reichsaltbesitz stiegen später bis auf 130,75 nach 130,50, Städte-Altbesitz auf 133,25 (133). Im Verlaufe war der Aktienmarkt widerstandsfähiger und teilweise etwas erholt, wobei die feste Haltung der Anleihestockwerte etwas anregte. Reichsbank bei größeren Umsätzen 209,50 >is 210 nach 208,25, Akkumulatoren 228 (226). Mäßige Besserungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ergaben sich besonders am Montanmarkt. Die später erstmals notierten Werte lagen unregelmäßig, wobei aber Rückgänge überwogen. Hapag 78,50 (79,75), Deutsche Linoleum 159 (160), Buderus 119,75 (120,50), Holzmann 149,25 (150), AEG. 117,25 (117,75), andererseits Feldmühle Papier 137 (135,75), Klöckner 121,25 (120,50). Ahendbörse behauptet. Die Abenddörse war bei ruhigem Geschäft über* wiegend gut behauptet. Für viele Werte ergaben sich im Anschluß an den Mittagsverkehr weiter kleine Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Von Anleihestockwerten stiegen Reichsbank auf 210,50 (210), Conti Gummi um 1 v. H. auf 189, lagen aber 1,25 v. H. unter Berlin, Schöfferhof notierten um). 198, ebenso Deutsche Linoleum mit 159. Montan- und Maschinenwerte notierten meist etwas fester, Buderus 120, Mannesmann 116, Hoefch 124,25, Verein. Stahl 113, aber Rheinstahl 143,75 (144); MAN. 134,50 (134), Eßlinger 116,25 (116), Junghans 124 (123,50), Rheinmetall 142,25 (142). JG.-Farben zogen 0,40 v. H. an auf 155,65. Elektropapiere lagen zumeist behauptet, nur Gesfürel 1 v. H. niedriger mit 144,75, ELG. 0,40 v. H. fester mit 130,50. Der Rentenmarkt war freundlich, aber sehr still. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Nov. Auftrieb: 727 Kälber (gegen 554 am letzten Dienstagmarkt vom 2. November), 409 Hämmel und Schafe, 3091 (5683) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (43 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40); Hämmel b2) 43 bis 47 (39 bis 46), c) 37 bis 42 (36 bis 38), d) 25 bis 30 (—), Schafe a) 30 bis 44 (24 bis 40), b) 22 bis 26 (16 bis 22), c) 15 bis 20 (—), Schweine a) 54 (55), bl) 54 (55), b2) 54 (55), c) 53 (54), d) 50 (51); Sauen gl) 54 (55), g2) 52 (50 bis 53). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe lebhaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk Mittag- börse Darum 8-11. 9.11 8.11 9.11. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,65 101,65 101,6 — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/i% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,13 99,2 99,2 99,2 sungen von 1935 . .......... 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- — sungen von 1935, 11. Folge ... 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,4 99,4 99,4 99,4 jungen von 1936, 111. Folge .. 99 99 99 99 5ft% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 104,9 105 ift% Hessische Volksstaat von 1929 4ft% Deutsche Reichspostjchatz von 100,25 100,25 100,13 100,25 1934 I...................... 4ft% Deutsche Reichsbahnschatz 100,5 — 100,65 — von 1936 I.................. 99,7 99,65 99,65 130,9 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 130,25 130,75 130,4 Auslos.-Rechten............. 4ft% Hess. Lan desbk. Darmstadl 137 137 136,5 137,25 Goldpfe. R. 12 ............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank — — — — ßiqu. Goldpfe.............. 4ft% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 101,75 101,75 — — Goldpfe. R. 19.............. — — 99,75 99,75 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4ft% Darmstädter Komm.-Lan- — — 99 99 desbankR. 6 .............. Deutsche Kornrn.-Sammel-Anleihe 98,65 98,65 — — Auelos.-Rechte I.............. 133,75 133,85 134,1 134,2 4ft% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4ft% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,75 99,75 100 100 Öbl. 2 3................. 6ft% Franks. Hyp. Liquidation 98,75 98,75 — — Goldpfe.................... 6ft% Rheinische Hyp. Liquidation 102,25 102 — — Goldpfe..................... 102,5 101,75 102 101,9 Steuergutschein-Verrechnungskure 111,2 111,2 l11,4 A.G. für Verkehrswesen .... 6ft 128,25 127 127,4 127,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff Ö — 44,25 Hamburg-Amerika Paket......0 79,75 78,5 79,5 77,75 Norddeutscher Lloyd..........0 82,75 82 82,25 80,4 Deutsche Reichsbahn Dorz.-Akt. 7 129,13 129,13 129,25 129,25 RetchSbank................. 12 208 210,5 208,25 210 Berliner Handelsgesellschaft 6 ft — —— 133 133 Commerz- und Privat-Bank ... 5 117,75 117,5 117,75 117,5 Deutsche Diskonto............ 5 122 122 122 199 Dresdner Bank.............. 4 113,75 113,75 113,75 l 113,75 Devtienmarkt Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Darum 8.11. 9.11. 8.11 9.11. Accumulatoren-Fabrik...... . 14 226 228 226,5 229,75 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 141 139,5 141 140 Bemberg................. .. 0 138,5 137,65 138 137,5 Bekula................... .. 8 168 168 168,5 168,5 Buderus Eilen............. .. b 120,5 120 120,5 119,5 Gement Heidelberg......... .. 7 165,25 165 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —— Gontl Guminl............. 12 188,5 189 188 190,25 Daimler Motoren.......... 6 ft 134 134,5 134 134 Dessauer Gas............. .. 4 — — 117,75 117,5 Deutsche Erdöl............ .. 5 141,5 141 141,5 141,25 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 255 255,5 — — Deutsche Linoleum......... . 10 160 159 160 159,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 129,25 130,5 129 130,75 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148,75 149,65 149 —— I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 155,5 155,65 155,4 155,65 Felten & Guilleaume....... .. 6 132,5 132,5 131,5 132,5 Gesfürel.................. .. 7 144 144,75 144,5 144,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 139,75 138,5 140 138,75 Gritzner Maschinen......... .. O — — 48,13 48 Harvener ................. 8 ft 173 171,5 173* 171,5 Hoefch Eisen............... 3 ft 124,75 124,25 124,75 124,25 Philipp Holz manu......... .. 8 150 149 150,5 149,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 158,75 Ilse Genüsse.............. .. 6 135 —— 135,25 —» Kali Aschersleben.......... .. 4 115,9 115,13 115,9 116 Klöcknerwerke ............. 4 ft 120,5 121,25 120,75 120,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 —— — 154,25 154,25 Lahmeyer ................ .. 6 126,75 126 127 126,13 Mainkrast................. .. 4 95 94,75 — Mannesmann............. 4 ft 115,75 116 115,9 116 Mansselder Bergbau....... .. 7 — — 155 Metallgesellschaft........... .. 6 145,5 145 — 143,75 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 107,13 106 75 Rheinische Braunkohle...... . 12 231,5 231 231,5 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 127 Rbeinslahlwerke............ .. 6 145 143,75 145,13 143,65 Rlieinisch-Westfälische Elektro .. 6 128,5 128,5 128,5 129 Rütgerswerke ............. .. 7 145,75 146,5 146,5 17,9 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 160 160 160,5 160,5 Schuckert & Go............. .. 7 165 165 165 165 ?5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — 94 94,5 Siemens & Halske......... .. 9 — 200,5 202 202 Süddeutsche Zucker......... . 10 200,5 200,5 200,5 Bereinigte Stahlwerke...... 4 ft 113 113 112,75 112,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 56 75 56,25 56,65 56,4 Westeregeln Alkali.......... .. 4 115,5 115 115.4 115,65 Zellstoff Waldhos.......... 146,5 145,75 147 145,25 Otavi Minen.............. . 0,6 28,5 28 28,75 28 — Frankfurt a. Ul. 8.November 9.November Amtlich' 'Jtonerui g Amu ch>'Votierung ■ Br--. ftpir Brie Buenos Aires............. 0,737 0,741 0,736 0,740 Brüssel................... 42.20 42 98 Rio de Janeiro............ 0.136 Bolen .7.................. 47,00 47 J0 4L00 47 J0 Kopenhagen............... 55,38 55,50 55,31 55,43 Danzig............... ... 47,00 47,10 47,00 47,10 London .................. 12.405 helsingkors................ 5,485 Parts".................... 8,432 M48 8422 8438 Holland.................. 137,29 137.57 137,22 137,50 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 8 .November 9 .November Amtliche Mutierung vi m in dir Rvueiuna Geir Brie; Gelt Brie Japan.................... 0,722 0,724 0,722 0,724 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo ................... 62,34 48,95 Lissabon.................. 11 27 Stockholm .. ............. 63’96 Schweiz.................. 57,49 5L61 57,'42 57,'54 Spanien.................. Prag..................... 8,651 8,669 8,671 8,689 Budapest................ Ncuyork.................. 2,473 2,477 2,472 2,476 Hr.265 Drittes Blatt Mittwoch 10. November,957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) den Kreisleiter Vackhaus Aus der Giaöi Gießen Kampfe um waren und Jene Mann- Einsatz des Die Kreisleitung der NSDAP, hatte für den gestrigen Abend des 9. November zur Feier des denkwürdigen geschichtlichen Tages eingeladen. Für die Feier war auf dem Landgraf-Philipp-Platz vor dem 116er-Denkmal der würdige Rahmen geschaffen worden. Auf hohen schwarzoerkleideten Säulen standen Pylonen, in denen zur Feier flackernde Flammen brannten. Die Fahnen des Dritten Reiches bildeten den Hintergrund, und ein weißes Spruchband trug die Worte: „Und Ihr habt Pylonen Aufstellung, und im gleichen Augenblick flämmten Scheinwerfer auf, die das Rot der Fah- schen Freiheitshelden und die Namen derer, die in unserem Gau Hessen-Nassau Blutzeugen der nationalsozialistischen Idee wurden. Wie eine lebendige Mauer standen die angetretenen Mannschaften und hörten die Namen der Freiheitshelden, bis das - Kommando des Brigadeführers den Bann der ftraf- satzes für Führer, Volk und Heimat, die bereit find, einzustehen für Frau und Kind. Die jetzige Generation hat die herrliche Aufgabe übernommen, den Geist der Kämpfer des Dritten Reiches und den Geist des Frontsoldaten an die deutsche Jugend weiterzugeben, in deren Hand einst das Schicksal unseres Volkes und Vaterlandes gegeben sein wird. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil" auf Führer, Volk und Vaterland schloß Brigadeführer Schwarz seine Ansprache. Kraftvoll klangen dann die Lieder der Nation über den nächtlichen Platz. Damit fand die würdige Feierstunde ihren Abschluß. Die - Formationen traten dann zu einem Marsch durch die Stadt an, der sich zu einem eindrucksvollen Zeugnis nationalsozialistischer Kraftentfaltung gestaltete. fach auf dem Marktplatz der Aufmarsch und Austausch der Knechte und „Marjellen" statt, die in ihren Sonntagskleidern erschienen. Es war eine Musterung, es wurde viel kritisiert und „gehandelt". Der Martini-Taler, ein Doppeltaler, galt als Anzahlung und Verpflichtung. Der Martinstag war ehemals Zinstag. Mancher Hahn und manche Gans wurde der Gutsherrschaft, der Kirche oder dem Kloster als Steuer entrichtet. Da die Gänse um diese Zeit nicht mehr auf die Weide getrieben werden können, spart than das Futter und verwendet die Gans als Zinsgabe oder Geldeinnahme, zumal sie fn der Herbstzeit besonders schmackhaft ist. Fast im ganzen germanischen Europa wird am Martinstag als Festgericht ein Gänsebraten verzehrt. In den deutschen Weingegenden fällt die Zeit des ersten Gänsebratens mit der ersten Probe des feurigen" zusammen. Auch das Schweineschlachten wird vielfach auf den Martinstag verlegt. („Um Martini schlachtet der Bauer sein Schwein, das muß bis zu Lichtmeß gegessen sein"), so daß man gelegentlich von dem Heiligen als „Speckmärten" spricht. In der äußeren Gestalt des Heiligen leben die Bindungen zu vorchristlichem Brauchtum weiter. Das Pferd, auf dem der Bischof Martin reitet, ist der mythische Schimmel; wenn es schneit, sagt man: „Der H. Martin kommt auf einem Schimmel geritten". Der „Schimmelreiter" ist Wodan; so wurde aus Wodanstag Sudetendeutschen, die heute unter fremder Herrschaft schmachten und deshalb um so erbitterter um ihr Deutschtum ringen. Auch sie erfüllt immer wieder die Sehnsucht nach dem großen deutschen Mutterlande. Wie können wir glücklich sein, daß wir in diesem Reich, das seine Freiheit und Unabhängigkeit jetzt wieder erlangt hat, leben und unter seinem genialen Führer Adolf Hitler arbeiten dürfen. Nach der Revolution des 9. November 1918 befand sich Adolf Hitler, durch eine Verschüttung im Kriege noch halb erblindet, noch im Lazarett in Pasewalk in Pommern. Das Haus, in dem er lag, ist nun Weiheftätte geworden. Die Vorgänge im Reich erschütterten ihn auf das Tiefste. Als er sein Augenlicht wiedererlangt hatte, gelobte er sich, Politiker zu werden und für die Freiheit des Reiches seine ganze Kraft einzusetzen. Die Vorgänge, die zum 9. November 1923 führten, sind im allgemeinen bekannt. Notwendig ist es aber immer wieder, daß wir unser Volk und insbesondere unsere Jugend auf die Treue, Vaterlandsliebe, Kameradschaft und Opferbereitschaft derjenigen Männer Hinweisen, die ihr Leben eingesetzt haben für die Freiheit und Unabhängigkeit ihres^ Volkes und Vaterlandes. Und deshalb feiern wir den 9. November, an dem im Jahre 1923 die ersten Blutzeugen unserer Bewegung gefaüen. sind, jedes Jahr von neuem, um sie dem ganzen deutschen Volke als Vorbild für Opferbereitschaft, Pflichterfüllung und Hingabe bis zum Letzten hinzustellen. Sie sollen uns immer wieder ermahnen und innerlich bereit finden helfen, den gefallenen Kämpfern des 9. November 1923 nachzueifern, und wenn es das Wohl des Vaterlandes erfordert und der Führer es von uns verlangt, auch genau wie die 16 gefallenen Kämpfer unser Leben auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Das ist der Sinn und der Zweck der Feier des 9. November. Und so weilen denn am heutigen Tage und insbesondere in dieser feierlichen Stunde, wo wir uns alle hier unter dem Sternenhimmel mit unseren SA.-Kameraden zusammengefunden haben, unsere Gedanken in der Hauptstadt der Bewegung, im Bürgerbräukeller, an der Feldherrnhalle, am Odeonsplatz und in den Ehrentempeln der 16 gefallenen Helden, vor dem die ff die ewige Wache hält. Diese Stätten werden einst Wallfahrtsorte des deutschen Volkes sein, an denen wir uns innerlich sammeln und kräftigen, um dann mit dem festen Gelöbnis wieder heimzufahren, gleich den 16 gefallenen Helden dem Führer die Treue zu halten und dem Volke zu dienen bis zum letzten Atem- Martinstag. LPD. In der Feier des Martinstages (11. November) klingen noch' einmal Ernte- und Kirchweihbräuche in bunter Vermischung vorchristlicher und christlicher Kulturelemente zusammen. In dieser Herbstzeit wurden einst Wodan zu Ehren Herbst- feste begangen, und die Kirche wußte in kluger Umgestaltung das Andenken eines ihrer Heiligen an diesem Tage zu ehren, denn am 11. November wurde Bischof Martin von Tours um das Jahr 400 nach der Zeitwende feierlich beigesetzt. Der Martinstag bildet auch den natürlichen Schluß des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Um Martini ist im allgemeinen die Wintersaat bestellt. Auf dem Lande beginnt am Martinstag das Lichtanzünden und die Arbeit bei Licht. Die Spinnräder werden in der Wohnstube aufgestellt. Zu Martini werden die Kühe zum letztenmal auf die Weide getrieben. Am Abend überreicht der Hirt im Namen von „St. Märten" dem Bauer die Martinigerte, ein Birkenreis oder einen Weidenzweig, mit altertümlichen Segenssprüchen für das Gedeihen der Herde, Wiese und Acker. Der Dauer bewahrt die Gerte als Schutzmittel gegen die Viehseuche und gegen Verhexung des Viehes auf bis zum nächsten Martinstag. Zu Martini wechselte in den Ostmarken das Gesinde. und in den kleinen Landstädtchen fand vielste von der Jugend, von den eigenen fragt werden, sagen, daß sie bei jenem Deutschlands Freiheit und Ehre dabei mithalfen, das Dritte Reich zu schaffen, schäften marschierten mit dem steten . „ Lebens dem Siege zu. Unser Vaterland braucht immer Männer, die erfüllt sind von dem Geist des Ein- Nach den schönen Sommer- und Herbsttagen legt sich dichter Nebel auf Flur und Feld. Die Tage sind kurz und düster und dieser äußere Eindruck wirkt auch auf die Seele des Menschen. Die ganze Natur ist im Absterben begriffen. Das schöne bunt- gefärbte Laub an den Laubhölzern fällt zur Erde und tut uns kund, daß die Natur sich anschickt, den Winterschlaf zu beginnen. In diese Zeit fällt die Erinnerungsfeier an den 9. November 1923. Warum feiern wir alljährlich diesen Tag? Der 9. November ist in zweifacher Hinsicht für das deutsche Volk eine sehr schmerzliche Erinnerung: Nach einem Siegesmarsch ohnegleichen in einem Elfjährigen Ringen gegen eine Welt von Feinden wurde dem tapferen Heer der Dolch jüdisch-marxistischer Verräter in den Rücken gestoßen. Damit triumphierten die internationalen Mächte, Judentum und Freimaurerei, über ein großes, freies Volk und legten ihm innen und außen Fesseln an, so daß es nicht wieder imstande sein sollte, jemals die Kraft aufzubringen, diese Fesseln zu sprengen und seine Freiheit und Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Das war der Sinn des 9. November 1918. Durch Versprechungen aller Art, die niemals erfüllt werden konnten und auch nicht erfüllt werden sollten, wurde die breite Masse des deutschen Volkes geködert, mitzuhelfen, um die Ziele der internationalen Mächte zu verwirklichen. Das. was heute 4% Jahre nach der Machtübernahme Erkenntnis fast des gesamten deutschen Volkes geworden ist, daß der 9. November 1918 über den jüdischen Liberalismus zum Kommunismus und damit zum Untergang des Deutschen Reiches führen mußte, ahnte und fühlte damals nur ein Teil des deutschen Volkes, und zwar waren es wie immer die Besten, denen das Schicksal des Reiches ganz besonders am Herzen lag. Dazu gehörte auch der unbekannte Gefreite des Weltkrieges Adolf Hitler. Er hatte in feiner Jugend schon frühzeitig Not und Elend kennengelernt. Aber nicht nur die materiellen Sorgen um das tägliche Brot hatten sein Herz erfüllt, sondern frühzeitig, in einem Nationalitätenstaat lebend, wurde sein Herz erfüllt mit heißer Liebe zum deutschen Mutterlande. Ihm war es nicht vergönnt, als deutscher Junge in diesem Lande zu leben, und deshalb schaute er sehnsüchtig über die Grenze mit der inneren Gewißheit, einmal in diesem Lande leben und für sein Volk schaffen zu dürfen. Genau so wie damals dem Führer ergeht es heute Millionen und aber Millionen deutscher Volksgenossen. Ich denke dabei in erster Linie an die ten und jene Volksgemeinschaft anbahnten, die der Führer so herrlich verwirklichte. Die Frontsoldaten und die junge Mannschaft können, dereinst, wenn Kindern ge- nen zum Leuchten brachten. Studentenführer Frank sprach einen Vorspruch, der auf den tiefen ''•Sinn des Opfers für das Vaterland hinwies und einen würdigen Auftakt für die unmittelbar folgende Ehrung der Helden des 9. November darstellte. Nach dem Kommando des Brigadeführers Schwarz wurden unter den Worten: „Senkt die Fahnen vor der Unsterblichkeit!" die Fahnen gesenkt, und der Brigadeführer verlas dann — unterbrochen von kurzen Trommelwirbeln — die Namen der ersten nationalsozialisti- sa wollen wir uns in dieser feierlichen Stunde geloben alle miteinander in unverbrüchlicher Treue zusammen zu stehen, dann wird das deutsche Volk und das Deutsche Reich leben bis in die fernste Zukunft und niemals untergehen. VrigaveWrer Schwarz hielt dann eine kurze Ansprache, deren Worte eine ernste Mahnung und Verpflichtung zum Einsatz für Führer, Volk und Heimat darstellten. Er sagte u. a.: Unsterblich ist die Tat — unsterblich der Ruh'.n! Unsterblich die Tat des 9. November 1923 und unsterblich der Ruhm jener Männer, die sich durch ihren Opfergang ein Denkmal in den Herzen des Volkes setzten. Damals, als Frontsoldaten mit der jungen Mannschaft unter den Schüssen eines feigen Systems fielen, wurde der Grundstein für das neue Deutschland gelegt. Die Männer des 9. November zeigten uns, besonders der deutschen Jugend, das Sinnbild deutscher Volksgemeinschaft, indem sie als Männer jeglichen Standes nebeneinander kämpf- Senkt die Kähnen vor der Unsterblichkeit! Eindrucksvolle Feier des 9. November in Gießen. zuge. Und wenn nun diese Helden auch nicht mehr unter uns weilen können und ihnen nicht mehr das große Glück beschieden gewesen ist, das Werden und Wachsen des neuen Reiches unter ihrem geliebten Führer, dem sie bis zuletzt die Treue gehalten haben, zu sehen und mitzuerleben, so lebt ihr Geist und ihr Wirken doch weiter im deutschen Volk bis in die fernste Zukunft. Sie haben die Voraussetzungen geschaffen für das Neuerstehen der Partei anfangs 1925 und sie haben auch die Voraussetzungen geschaffen für die Erringung der Macht durch unseren Führer Adolf Hitler. Letzten Endes haben wir ihnen mit zu verdanken, daß heute nicht der Kommunismus in Deutschland herrscht, sondern der Nationalsozialismus. Dem Führer, den gefallenen Helden, den Trägern des Blutordens und den alten Kämpfern der Bewegung gilt heute insgesamt unser Dank dafür, daß sie die Voraussetzungen geschaffen haben für die Entstehung des Dritten Reiches. Und wenn nun heute die Arbeitslosigkeit in Deutschland beseitigt ist, wenn eine starke, noch im Wachsen begriffene Wehrmacht die Grenzen unseres Reiches zu schützen im Stande ist, wenn Reichsstraßen und Reichsautobahnen unsere deutschen Lande von Nord nach Süd und von Ost nach West durchziehen, wenn gewaltige Bauten fertiggestellt oder im Entstehen begriffen sind, wenn ganze Städte eine Umgestaltung erfahren, wenn in Deutschland Ordnung und Ruhe herrscht und nur ein politischer Wille maßgebend ist, wenn die deutsche Wirtschaft wieder floriert und keine internationale Macht imstande ist, dieses deutsche Volk wieder zu zerspalten und zu veruneinigen, dann danken wir Gott, daß er uns in der Stunde der größten Gefahr für den Bestand unseres Reiches und Volkes den Führer geschenkt und ihm eine treue Gefolgschaft zur Seite gestellt hat, die die Ehre der deutschen Nation bis zum Letzten verteidigt haben. Und so wollen wir heute nicht traurig sein, sondern wir können sagen: „Ihr seid nicht umsonst gefallen". Das ist unsere große Gewißheit. doch gesiegt!" In vorbildlicher Disziplin vollzog sich der Aufmarsch aller Formationen der Partei, der Abordnungen der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes. Staatliche und städtische Behörden waren zahlreich vertreten. Viele Volksgenossen säumten den Platz. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 leitete die ernste Feier mit dem Badenweiler Marsch ein, unter dessen Klängen die Fahnen auf den Platz ge-1 nommanoo oes löngaoefugrers ven bracht wurden. Die Fahnenträger nahmen vor den Isen Haltung löste. Sodann sprach Novembertag in Heidelberg. Von Gottfried Lochmann. Der milde Weinherbst Heidelbergs neigt sich dem Ende zu, und die goldbraune Glut der Wälder um Stadt und Schloß, um Feierstätte und Ehrenfriedhof wird bald im Erlöschen sein, Grau brechen jetzt die Tage an, und der Nebel hüllt Straßen und Plätze und das ganze Neckartal ein. November. Wir gehen frühmorgens an der Altstadtseite den Neckar entlang, nach dem alten Marstall zu. Das jenseitige Ufer des Flusses mit dem Heiligen Berg ist ins Unsichtbare entrückt, und die Uferallee ist zur Strandpromenade geworden, von der wir in das graue Nichts des Nebelmeeres blicken. Fast unwitklich wachsen die Linden aus dem Dunst hoch, tauchen auf und verschwinden wieder; ihr goldgelbes Blattgewirr ist schon stark gelichtet, und raschelnd wühlt unser Fuß in dürrem Laub. Plötzlich steigen die Türme des alten Brückentores vor uns aus dem Dunst auf, und dann stehen wir auf der Brücke Karl Theodors in der leichten Kühle des Novembermorgens und suchen wie sonst das Schloß und die Kirchen Heidelbergs, den Königstuhl und die Molkenkur, das ganze unbeschreiblich schöne Gesamtbild der Neckarstadt, — vergebens. Nur die nächste Umgebung ist unseren Blicken erschlossen, kaum daß wir noch die Standbilder Karl Theodors und der Pallas Athene zu erkennen vermögen; die schöne Nepomukstatue an der Ziegelhäuser Landstraße bleibt verhüllt ... Als wir aber später zum Philosophenweg hinaufsteigen, kommt langsam Bewegung in die weiße Wand; hin und wieder reißt der dichte Vorhang einen Augenblick auf und gibt für wenige Sekunden weitere Ausblicke auf den Fluß und die gegenüberliegende Stadt frei; und als wir dann oben am Liselotte-Platz stehen, ist der Bann des Nebels gebrochen. Noch hat die Sonne keine Macht, aber schon ahnen wir ihre Gegenwart und wißen, sie wird siegen. Brauend lichtet sich der Nebel, wallt auf und nieder und kämpft einen gespenstigen Kampf mit dem jungen Tag. Der Turm der Hettig- geistkirche greift wie ein erhobener Arm aus dem weißen Meer, dessen Brandung lautlos an den Hängen der Berge hochschlägt. Plötzlich steht der Glockenturm des Schlosses frei sichtbar im Morgenlicht, um bald darauf noch einmal verschlungen zu werden. Hin und her tobt die stumme Schlacht: wie eine dicke Rauchwolke wälzt sich der Nebel über die Türme und Paläste der Burg und beschwört ein Bild jener Kämpfe und Zerstörungen, von denen Heidelberg einst heimgesucht wurde. Und dann liegt das Schloß mit einem Male im silbernen Licht des Vormittags, — ein Bild, so packend und überwältigend schön, wie es allein diese Stadt in Deutschland zu geben vermag. Nur ein dünner Nebelschwaden geistert noch um die Zinnen des Englischen Baus wie eine zersetzte Fahne. Wenn dann der Mittag herankommt, ist hie ganze Neckarstadt vor unseren Blicken ausgebrei- tet, anders zwar als sonst, noch immer von blaugrauem Dunst umhüllt, aber nicht minder schön als an klaren Sommernachmittagen, wenn die Sonne . alle Pracht und Schönheit der Paläste, Kirchen und ! Brücken und des einzigartigen landschaftlichen Rahmens in festliche Reinheit enthüllt. Ja, fast will es scheinen, als sei dieses dunstoerhangene Heidelberg viel mehr das eigentliche Heidelberg, das wahre Abbild seiner tragischen Geschichte und seines deutschen Wesens; denn die atmospärische Stimmung dieser Nooembertage läßt die einmalige Gliederung der Stadt, ihre Lage im Kranz der Berge und am Neckar und die Gestalt ihrer ragenden Wahrzeichen besonders eindringlich zur Geltung kommen, ohne daß die bunte Mannigfaltigkeit des Unzulänglichen und Allzuoielen das große Gesamtbild zu schmälern vermöchte. Dunkel ragen die Ruinen des Schlosses mit ihren Türmen und Fensterhöhlen in die wogende Helle der lichterfüllten Luft, wie Kulissen abgesetzt von dem mattvioletten Hintergrund der Waldberge, und die alte Brücke spannt ihren leicht geschwungenen Bogen schattig über die glitzernde Lichtflut des Flusses. Da geht uns Hölderlins Ode an Heidelberg durch den Sinn, und wir denken an die Verse: „... Aber schwer in das Tal hing die gigantische schicksalskundige Burg, nieder bis auf den Grund von den Wettern zerrissen; doch die Sonne goß ihr verjüngendes Licht über das alternde Riesenbild ..." Und die Sonne bricht wirklich durch; bleich steht sie über dem Königstuhl, und die Bauten des Schlosses werfen breite Schlagschatten auf das Giebelgewirr der Altstadt, bereji feuchte Dächer im Gegenlicht aufglänzen. Nun ist es mild, fast warm geworden, — so warm, wie es in Deutschland um diese Zeit nur in Heidelberg und an der Bergstraße sein kann. Wir sitzen im Freien, auf einer der schönen Terrassen am Berghang, und können uns in Ruhe dem Erlebnis der „göttlichen Stadt" hingeben, die gerade in diesen Novembertagen fesselt und erschüttert durch die Gleichniskraft ihrer unvergeßlichen Stimmung. Indizienbeweis. Von Christian Bock. Ich lehne im dritten Stock eines Hauses zum Fenster hinaus und betrachte die Welt draußen, soweit die Welt in einem Hinterhof reicht — zehn, fünfzehn Meter vielleicht. Gegenüber im dritten Stock hängt, an einem Nagel offenbar, am Fensterkreuz draußen vor, ein Vogelbauer. Soweit ich weiß, wohnt drüben eine alte Dame. Scheinbar ist sie weggegangen und hat den Vogel solange etwas frische Luft gönnen wollen: da hängt er nun in seinem Bauer, mitten in der Freiheit und doch noch gefangen. Er zwitschert und macht einen Höllenlärm und springt in dem engen Raum herum, daß der Vogelbauer hin und her schaukelt. Ich kenne mich in den vielen Vogelarten nicht aus, die vor allem in der guten Stube von Zimmer-Wirtinnen zu zwitschern pflegen, und ich werde nie zu unterscheiden wissen, was das für ein Vogel ist. Ob das drüben ein Harzer Roller oder ein Kanarienvogel fein mag, ich ahne es nicht. Aber daß der Vogel da nicht ganz sicher hängt, das ahne ich. Hin und her schaukelt der Vogelbauer, und der Nagel, an dem er hängt, ist nicht eben lang. Es sieht gefährlich aus. Ich gehe hinunter und über den Hof und steige drei Treppen nach oben. Aber niemand öffnet auf mein Klingeln, ich dachte es schon: da ist niemand zu Hause. Wie ich wieder die Treppe nach unten gehe, begegnet mir eine Frau mit einer sonderbaren breiten Nase. Ich wollte sie schon fragen, ob sie wüßte, wer da oben wohnt, und wem der Vogel gehört, aber ich mochte ihre Nase nicht. Dann sehe ich wieder zu meinem Fenster hinaus, und drüben schaukelt der Vogel noch am Fenster- kreuz. Was kümmere ich mich überhaupt, denke ich, um fremder Leute Vogel! Aber wie gerade unten eine Frau über den Hof geht, fällt tatsächlich drüben der Vogelbauer herunter und klatscht auf den Hof, der Frau vor die Füße. Mit einem spitzen Schrei läßt sie ihren Korb fallen, aus dem Aepfel und Kohlköpfe heraus- rollen. Aus allen drei Türen, die das Haus im Hof hat, kommen Leute herausgestürzt, als hätten sie da hinter den Türen bereit gestanden. Eine Frau hebt den Vogelbauer auf: der Vogel scheint noch recht vergnügt zu leben, soweit ich von oben sehen kann. Zwei Männer und zehn, zwölf Frauen mögen da unten stehen, ihre Diskussion ist äußerst erregt, und plötzlich schnellen ihre Köpfe alle nach oben. „Da oben steht er ja", sagt eine Frau, „der hat ihn heruntergeschmissen!" Alle sehen zu mir herauf. „Natürlich ein Untermieter!" ruft eine andere Frauenstimme. Ich verschwinde schnell aus meinem Fenster. Einen Augenblick stehe ich noch im Zimmer und höre die Erregung unten anschwellen, aber dann mache ich das Klügste, was ich machen kann: Ich ziehe einen M.intel an und setze mir den Hut schräg auf den Kopf und gehe nach unten. Ich steuere geradewegs auf die Gruppe im Hof zu. „Was ist denn hier los?" frage ich eine Frau. „Da hat einer", -fagt sie, „einen Vogel herunter- geschmiffen vom dritten Stock. Ein gemeiner Kerl, ein Untermieter." „Aha!" tue ich, als hätte ich es auch schon immer auf Untermieter abgesehen und traute einem Untermieter von jeher das Schwärzeste zu, „also ein Untermieter. — Wissen Sie das bestimmt?" „Ist ja gesehen worden, der Kerl. Den lassen wir nicht aus!" ruft sie. Und plötzlich ist da eine Frauenstimme, die lauter wird und erregter als alle anderen: „Richtig — vorhin bin ich ihm ja begegnet auf der Treppe!" Und wie ich hinsehe, wer das eben gesagt hat, ist es die Frau mit der breiten Nase. Sie sieht mich nicht, und wehe, wenn sie mich entdeckte und nur mit einem Finger nach mir zeigte: Der war es. Da steht er ja?! — die Frauen hier rissen mich in Stücke. Ich ziehe den Hut ein Stück tiefer ins Gesicht und schlendere zum Ausgang hin, jeden Augenblick bereit, loszurennen, wenn diese Stimme noch nm hinten kommen sollte: Da geht er! Aber es kommt nichts, ich gehe ungeschoren zur Tür hinaus. Um ein Haar wäre ich, das Opfer eines Indizienbeweises, von zwölf Frauen in der Luft zerrissen worden. „... heiter ist d e Kunst." Gottfried S ch a d o w unterhält sich mit einem Kollegen von der Zunft über einen dritten, der os dank guter Beziehungen sogar zum akademischen Professor gebracht hat. Sein Urteil über ihn saßt Schadow in den Satz: „Der hat sich bet Malen ooch so anjewehnt". .Und Trübner nach langer Zeit zum erstenmal wieder in München Ihm gehe es gut, antwortet der Maler auf eine Frage nach seiner Gesundheit. .Und wie geht's der Frau Gemahlin?" — , schön, der geht's auch gut, die is daheim die Preise ’nauf!" Ein bekannter Kunsthändler trifft Wilhelm ein Martinstag Wir stehen hier vor den Ueber- bleibseln eines altgermanischen Herbstfestes und Erntedankopfers der dörflichen Markgenossenschaft. Hornotrzen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr „Die Boheme". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Mustergatte". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Wolgaschiffer". — „Die gesunde frohe Küche", 20 Uhr Bortrag im „Burghof". Stadltheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Opernvarstellung der Spielzeit 1937/38 „Die Boheme" von Puccini statt. Nach Henry Murgers „Scene de la Vie de Boheme“ bearbeiteten G. Giacosa und L. Jllica die vier Bilder. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Musikalische Leitung Paul Walter. Bühnenbild Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt angefertigten Kostüme sind entworfen von Sophie Buchner, aus- gefuhrt von Willy Endrich. Diese Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr. NSB., Ortsgruppe Siehen-Ost. Betr.: Kleidersammlung. Am 16. November mtrb in unserer Ortsgruppe burrb die NS.-Frauenschaft eine Kleidersammlung durchgeführt. Es können brauchbare und unbrauchbare Kleidungsstücke gespendet werden. Die Block- walterinnen der NS.-Frauenschaft werden zunächst feststellen, was gestiftet werden soll. Diese Sachen sind dann am 15. d. M. zum Abholen bereitzuhalten, so daß am 16. d. M. die Spenden von Wagen der Wehrmacht an den Wohnungen der Blockwalterin- nen abgeholt und zur Samiüelstelle gebracht werden können. Die Hausfrauen werden gebeten, alle entbehrlichen und unbrauchbaren Kleidungsstücke dem WHW. zur Verfügung zu stellen. BOM. Unterbau 116. Betr. DLRG. Kurs. Mittwoch, 10. November, wird die Prüfung im Dauerschwimmen abgenommen für die, die am DLRG.-Kurs teilnehmen. Die Untergcmsportwartin. Mädelgruppe 1 116 Gleßen-Süd. Die gesamte Mädelgruppe 1/116 Gießen-Süd tritt am Donnerstag, 11. November, um 20 Uhr, zum Gruppenappell und zur Langemarckfeier am „Hessischen Hof" an. Dringende Entschuldigungen sind bis um 18 Uhr bei der jeweiligen Scharführerin abzugeben. Bereit) gung im Arbestedtensttager „Justus von Liebig". Der gestrige Dienstag brachte unserem Gießener Arbeitsdienstlager „Justus von Liebig" eine bedeutungsvolle, ernste Feierstunde. Die jungen Arbeitsdienstmänner, die in diesen Tagen im Lager am Philosophenwald Einzug hielten, wurden vereidigt. Die Mannschaften traten im offenen Viereck im Hofe an. Unter Trommelklängen wurde die Fahne zur Feier der Vereidigung vor die Abteilung gebracht, und an den Masten wurde die Fahne des Dritten Reiches gehißt. Abteilungsführer, Ob erstfeldmeister Müller, der vor kurzem die Führung des Lagers übernahm, hielt eine kurze Ansprache, in der er den jungen Kameraden die hohe geschichtliche Bedeutung des 9. November für die Erneuerung unseres deutschen Vaterlandes umriß. Er sprach von der Zeit nach dem Weltkriege, von dem Kampf gegen rote Verräter, von der schweren Zeit des Führers, als er im Lazarett in Pasewalk lag und schwor, Politiker zu werden. Der Redner schilderte ferner die Tage des November 1923 und die Ereignisse vor der Felo- herrnhalle in München. Er forderte dazu auf, immer ich des großen Opfers der 16 Männer bewußt zu ein, die am 9. November 1923 fielen Er forderte erner auf, sich diese Männer zum Vorbild zu nehmen, um eines gleichen Opfers fähig zu sein. Sodann sand, nachdem gemeinsam das Lied „Heiliges Feuer" gesungen war, die Vereidiguna der Mannschaft statt Oberstfeldmeister Müller sprach die Eidesformel vor, die von den jungen Kameraden nachgesprochen wurde. Pon jedem der Züge trat ein Arbeitsmann an die Fahne, um den Schwur in diese! symbolischen Form für seine Kameraden abzulegen. Der Gruß an den Führer beschloß die eindrucksvolle Feier. Wer darf ein Schwein schlachten? Wichtige Bestimmungen über H-usschlachtungen. Mit Beginn der kälteren Jahreszeit nehmen die Hausschlachtungen von Schweinen wieder ihren Anfang. Dies gibt Veranlassung, aus die hierfür geltenden Bestimmungen hinzuweisen. Nichtgewerbliche Hausschlachtungen von Schweinen bedürfen der Genehmigung. Die Genehmigung der Anträge zur Hausschlachtung von Schweinen erteilt der zuständige Kreissachbearbeiter des Viehwirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau bei der Kreisbauernschaft, in dessen Gebiet derjenige wohnt, der eine nichtgewerbliche Hausschlachtung vornehmen will. Die Anträge sind schriftlich an den jeweiligen Kreissachbearbeiter einzureichen. Aus dem Antrag muß heroorgehen, von wem das Schwein gekauft ist, wann es geschlachtet werden soll und ob der Antragsteller bereits in den beiden letzten Wintern Hausschlachtungen vorgenommen hat. In den letzten Jahren hat sich eine verstärkte Neigung gezeigt, Schweine im Hause zu schlachten. Im Interesse einer gleichmäßigen Versorgung scheint es aber geboten, daß nur diejenigen bei dieser Gewohnheit bleiben, die seit jeher einschlachten. Es ist nicht beabsichtigt, den Kreis der Hausschlachtungen zu erweitern. Es ist vielmehr selbstverständlich, daß der Bedarf der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung wie bisher über den Diehoerteiler und Metzger gedeckt wird. Es wird deswegen für jeden nichtlandwirtschaftlichen Antragsteller nur ein Schwein für die Gesamtschlachtungsperiode genehmigt werden, und dies auch nur dann, wenn der Antragsteller bereits in den Jahren 1935/36 und 1937/37 Hausschlachtungen vorgenommen hat. Die Genehmigung zur Hausschlachtung wird schriftlich erteilt; sie ist dem Verkäufer des Schweines, sowie dem Fleischbeschauer vorzulegen. Don dieser Genehmigungspflicht grundsätzlich befreit sind diejenigen, die das Schwein bereits länger als drei Monate selbst gehalten und gefüttert haben, sowie diejenigen, die die Schlachtung auf Grund eines Altenteil-, Deputat- oder ähnlichen Vertrages vornehmen. Dies betrifft also in der Hauptsache die Erzeugerbetriebe, die in ihren Schlachtungen — abgesehen vom Auspfundungsverbot — selbstverständlich keinen Beschränkungen unterworfen werden. Es ist hierbei darauf hinzuweisen, daß es unzulässig ist, die Schweine früher als drei Monate vor der Schlachtung zu kaufen, diese aber beim Verkäufer oder sonstigen dritten Personen stehen zu lassen und diesen die Wartung und Fütterung zu übertragen. Die Schlachtung solcher Schweine ist genehmigungspflichtig. Von den nichtgewerblichen Hausschlachtungen sind schärf zu trennen die gewerblichen Schlachtungen, und dabei wiederum die gewerblichen Hausschlachtungen, bei denen das Fleisch und die Fleischwaren weiterverkauft werden sollen. In Betracht kommen hier außer den Fleischereibetrieben Kolonialwarengeschäfte, Gastwirtschaften und ähnliche Betriebe. Diese gewerblichen Schlachtungen unterliegen unverändert den geltenden Bestimmungen über die Kontingentierung. Für Antragsteller in den Kreisen Büdingen, Friedberg, Gießen, Usingen ist der Kreissachbearbeiter des VWV. Hessen-Nassau in Friedberg, Lud- wigstraße 12, für Antragsteller in den Kreisen Alsfeld, Schotten, Lauterbach ist der Kreissachbearbeiter des VWV. Hessen-Nassau in Alsfeld, Lutherstraße 3, zuständig. Für die Kreise Biedenkopf, Dillenburg, Wetzlar, Oberlahn ist der Kreissachbearbeiter des VWV. Hessen-Nassau in Wetzlar, Schlachthof, zuständig. Langemarck-Feier m Gießen. Am morgigen Donnerstag wird die Gießener Studentenschaft in der Neuen Aula der Ludwigs- universität die diesjährige Langemarck-Feier zusammen mit den Professoren, den Vertretern von Partei, Staat, Wehrmacht und mit der Gießener Bevölkerung begehen Für die deutsche Jugend ist Langemarck leuchtendes Symbol und heilige Verpflichtung zugleich. Gedenken an den Opfergang der jungen Helden, Selbstverständlichkeit für die ganze deutsche Nation. Langemarck, ein Ruhmesblatt auch in der Geschichte der deutschen Studentenschaft, Erhaltung des Geistes von Langemarck ewige Pflicht. Langemarck ist Symbol für die soldatische Haltung deutscher Jugend, Symbol für das unbedingte Gefühl höchster Pflichterfüllung, für die heiße und nie versagende Vaterlandsliebe, für deutsches Heldentum. Die deutsche Studentenschaft hat durch ihre Arbeit das Mahnmal von Langemarck zum Wallfahrtsort der deutschen Jugend gemacht. Tausende junge Deutsche, Arbeiter, Bauernsöhne und Studenten kämpften Schulter an Schulter in Flandern und opferten singend ihr junges Leben. So sehen wir die jungen Helden auch im Tod vereint in der heiligen Erde des Langemarck-Fried- hofes. Voll ernsten Stolzes hat das deutsche Studenten- tum das Vermächtnis der heldischen deutschen Jugend von Langemarck bewahrt. Nach dem Willen des Führers wird in Zukunft die deutsche Studentenschaft die Langemarck-Feier an allen Hoch- und Fachschulstädten des Reiches durchführen. H. F. Sch. An alle Kurzschriftler! Die Anmeldung zum Reichsleistungsschreiben der DAF. in Kurzschrift 1937 kann bis zum 15. November bei folgenden Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront für die Großkreise Wetterau und Alsfeld-Lauterbach erfolgen: Kreiswaltungen in Gießen und Lauterbach, Ortswaltungen in Friedberg, Bad Nauheim, Butzbach, Grünberg, Lich, Hungen, Lollar, Heuchelheim, Wieseck, Großen-Linden, Alsfeld, Groß- Felda, Homberg a. d. £)., Schlitz und Grebenhain. Auf diesen Dienststellen kann auch das vargeschriebene Anmeldeformular für die kostenlose Teilnahme am Reichsleistungsschreiben angefordert werden. Verspätet eingehende Anmeldungen finden keine Berücksichtigung! Geschrieben wird von 60 Silben an aufwärts. steigend um je 20 Silben in der Minute. Es können zwei Ansagen van je fünf Minuten Dauer ausgenommen werden, also z. B. 60 und 80 Silben, jedoch darf nur eine Ansage in Langschrift übertragen werden. Mit dem Schnellschreiben ist ein Richtigschreiben verbunden. Aolksbildnngsstätte Gießen. Wer kürzlich den Vortrag H. Zillichs aus Anlaß der Buchwoche hörte, hat von neuem den Reichtum staunend betrachtet, den politischer Kampf und völkisches Leben, Brauch und Sitte, Tracht und Volkskunst unserer auslandsdeutschen Brüder in sich beschließen. Unser eignes völkisches Erwachen hat uns die Augen dafür geöffnet, und ein reiches auslandsdeutsches Schrifttum breitet davon eine segensreiche Fülle vor uns aus. Noch mannigfaltig wird das Bild, wenn wir zurückschauen auf die viele Jahrhunderte alte Geschichte des Auslandsdeutschtums. Jede große Epoche der deutschen Geschichte hat aus der Fülle ihres überschäumenden Lebens ihre Ströme über die Grenzen hinausgesandt, nach West und Ost, über Land und Meer. So sind die Brüder draußen leibhaftige Zeugnisse des Reichtums und der Größe unserer Vergangenheit, und wenn wir das Auslandsdeutschtum verstehen wollen, so dürfen wir gerade in der Gewitterstimmung unserer Tage auch des Glanzes nicht vergessen, der sein tausendjähriges fiebert umgibt. Von diesem Standpunkte aus will der Vortrag uns das Auslandsdeutschtum sehen und verstehen lehren. Beginn der Vortragsreihe „Volksdeutsche Arbeit" am Mittwoch, 10. November, 20.15 Uhr, Hörsaal 34 der Universität, Dr. Glöckner: „Das Auslandsdeutschtum in der deutschen Geschichte". Werbeschau Gießener Kaninchenzüchter. Der Kaninchenzuchtverein Gießen veranstaltete im „Burghof" eine Werbeschau, die einmal Aufschluß über den Stand der Gießener Kaninchenzucht geben und für diese Zucht werben sollte. Als Preisrichter war Streb (Offenbach a. M.) gewonnen worden, der vor keiner leichten Aufgabe stand, da ausgezeichnetes Zuchtmaterial zur Ausstellung gekommen war. Am Samstag veranstaltete der Gießener Kaninchenzuchtverein einen sehr gut besuchten Werbell b e n d , zu dem der Vorsitzende fi. Kreiling über die Aufgaben der Kaninchenzüchter, die Vermehrung der Zucht, die Mehrerzeuguna von Fleisch und Fellen sprach. Den einzelnen Vereinen sei die Pflege besonderer Wirtschaftsrassen anempfohlen. Für Gießen seien es die Weißen Wiener, deren Zucht hier auf hoher Stufe stehe. Gleichzeitig sei es den Züchtern zur Pflicht gemacht, nach Möglichkeit die Angora-Kaninchen 3U züchten, die wegen ihrer Wolle den Vorrang erhalten. Zur Förderung der Kaninchenzucht würden auch Staatszuschüsse gewährt Zuchtstationen eingerichtet und Zuschüsse für die Errichtung Heller, gesunder Ställe bewilligt. Abschließend wurde auf die sorgfältige Behandlung der Felle hingewiesen. Als wertvollen Faktor für die Durchführung der den Kaninchenzüchtern aufgetragenen Arbeiten bezeichnete Kreiling die Mitarbeit der Frau des Züchters. Die W e r b e f ch a u , die im Hofe aufgebaut worden war, wies nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Liebhaberrassen auf. Die Züchter der fiieb- haberrassen bewiesen ihre Fortschritte in der ständigen Angleichung ihrer Rassen an den gewünschten Zuchttyp. Die Werbeschau war auch ein Beweis dafür, daß die Gießener Züchter auf dem Wege zur Erzielung der Wirtschaftsraffen, die im Gegen- RUHL adio eparaturen Sehersweg Nr. 67 Telephon Nr. 3170 1897 D fotz zu den 14 bis 15 Pfund wiegenden aroßen und den 5 bis 6 Pfund wiegenden kleinen Rassen 8 bis 10 Pfund schwer sind, große Fortschritte gemacht haben. Für die Prämiierung standen eine große Anzahl von Preisen zur Verfügung. Eine Ausstellung von verarbeiteten Kaninfellen zeigte die vielseitige Verwendungsmöglichkeit der Felle. Die Ergebnisse: Den 1. Preis in der Gesamtbewertung errang Fevd. Schellhaas, den 2. I. Volz. Die goldene Nadel für Englische Schecken erhielt fi. Krelling, die silberne Nadel Karl Berghöfer (Wieseck). Deutsche Riesen (grau): Georg Schellhaas je einen Ehren- und 1. Preis, drei 2. und zwei 3. Preise, Gustav 'Nuhn 2. Preis. Deutsche Riesen (weiß): Georg Schellhaas 3. Preis Deutsche Widder (weiß): zwei Ehren-, je einen 1. und 2. Preis Ferdinand Schellhaas. Deutsche Widder (grau): 1. Preis Karl Diemer. Große Chinchilla: Zwei Ehrenpreise Richard Gla- gow. Weiße Wiener: fi. Kreiling, Ehrenpreis; Oekono* * ** mierat Hoffmann, Dorf-Gill, zwei Ehrenpreise, einen 3. Preis, Emil Kern zwei 3. Preise, K. Strehle einen 1. und zwei 2. Preise, W. Schmitt Ehrenpreis, je einen 2. und 3. Preis, O. Steih einen 1. und zwei 3. Preise, Georg Schellhaas je einen 1. und 2. Preis. Japaner: Karl Diemer drei 3. Preise. Kleine Chinchilla: K. Berghöfer, Wieseck, einen Ehren- und einen 2. Preis, fi. Kreiling, Gießen, einen 3. Preis. Luxkaninchen' O. Steih Ehrenpreis. Kleine Silberschwarze: Gg. Berghöfer, Wieseck, je einen 1. und 3. Preis. Englisch? Schecken (schwarzweiß): fi. Kreiling je einen Ehren-, 1. und 2.. sowie zwei 3. Preise. Holländer: H. Stroh 1. Preis. Hermelin: I. Volz, Heuchelheim, je einen Ehren- und einen 3 Preis. Rexkaninchen: Ministerialdirektor a. D. Urstadt, Gießen, je einen Ehren-, 1. 2. und 3. Preis, Otto Steih 3. Preis. Angora: Karl Fißler, Gießen, einen Ehrenpreis der Reichsfachgruppe und einen 2. Preis. * ** Ein Probealarm der Feuersire, n e n findet am kommenden Samstag um 15 Uhr statt. Wenn das Heulen der Sirenen zu hören ist, besteht also für die Bevölkerung kein Grund zur Beunruhigung. ** Reife Himbeeren im November. Frau Burk, Leihgesterner Weg 105 wohnhaft, überbrachte uns gestern ein Büschel voll ausgereifter Himbeeren, die sie jetzt noch im November in ihrem Garten ernten konnte. ** Familientag der Evangelischen Frauenhilfe der Markusgemeinde. Am Sonntagnachmittag hatte die Evangelische Frauenhilfe der Markusgemeinde ihre Familienmitglieder und Freunde zu einer Familienfeier in die Turnhalle am Oswaldsgarten eingeladen. Schon lange vor Beginn war der Saal dicht gefüllt. Nach gemeinsamer Kaffeetafel begrüßte der Vorsitzende, Pfarrer Becker^ die vielen Gäste. Die Chvral- oereinigung der Stadtkirche, geleitet von Lehrer Simon, erfreute mit dem Vortrag einiger Lie- Mandine setzt sich durch Vornan von Hans «Joachim Ireiherrn von Reihenstein Copyright bi) Carl Ouncker 21 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Es ging um die wichtigste Entscheidung ihres Lebens. In der Weichheit des Vorfrühltngsabends hatte ihr Freund Heinrich Metzler gestern zu ihr gesprochen, wie der Mann zum Weibe spricht. Froher Hoffnung voll war er gekommen. Denn nachdem er lange über Hedwig und über sie beide nachgedacht hatte, konnte er ihr einen guten Vorschlag machen. Sie weiß, er hat ein glänzendes Geschäft, und Gott sei Dank braucht er kein fremdes Geld. Ader er möchte ihr helfen. Sie soll schneller vorwärts kommen. Schneller zu dem Ziel, das auch ihm einleuchtet: ihre Selbständigkeit. Wenn er nun ihr Geld in feinem Geschäft mitbewegen würde — man kann das immer tun in einem so verzweigten Geschäft wie dem seinen —, dann würde das für sie bedeuten, daß sie um viele Äahre ihrem Ziele näherrückte. Und für ihn würde es auch Besonderes bedeuten: Wenn >hr Geld sich vermehrt hatte, dann brauchte sie nicht erst mit einer Pension anzufangen, in der fein Raum für einen Mann war, sondern es könnte gleich ein kleines Familienhotel fein, in dem eines Mannes Arbeit dringend gebraucht wird. In sein gut gehendes Geschäft, die Lebensmittel-Großhandlung, wurde er einen Prokuristen setzen, und er würde das Hotel mit guten, billig eingekauften Nahrungsmitteln versorgen. Ein bis zwei Jahre würden wohl nock) vergehen, bis alles sich so macht, wie er es sich denkt. Aber dann —. Ihrem klugen Verstände würde tnefer Plan ja wohl ohne weiteres einleuchten. °°n kommt das . Aber" Was ihr S>er3 h-rausa-b-r >?-nn daraus allem käme es ihm an öaft sie ein gehörten em Mann und eine d°m „sie fast ohne das andere nicht aus. punkte zusteuern. Wie sie über ihn denke? Er wolle sie nicht überrumpeln. Sie solle sich das in Ruhe überlegen. — Ja, und sie überlegte es sich in Ruhe. Sie hatte die gleichen Ansichten vom Leben. Die gleichen Interessen. Sie war ja Waise. Sie hatte nach niemand zu fragen, auf niemand Rücksicht zu nehmen. Oder auf ihre Freundinnen etwa, von denen keine heute an dem Wendepunkt ihres Lebens Zeit für sie hatte? Wirklich raten kann man sich letzten Endes doch nur selber, dachte Hedwig. Sie hätte hinzufügen können: weil man sich selbst nur eingesteht, was man wirklich will. Denn schließlich hatte sie keine Lust, irgend jemand zu sagen, was sie wollte. Sie wußte natürlich, daß sie Heinrich Metzler liebte und heiraten wollte und daß ihr jeder Weg dazu recht war. Dieser Weg mit der Kapitalgemeinschaft eröffnete große Aussichten. Es war geradezu der Weg, der zu einer für sie idealen Ehe führte. So hatten sie gemeinsame Interessen in des Wortes für sie sicherster Bedeutung. Sie zogen an einem Strang, wie es sich für Eheleute gehörte. Ihre Vereinigung würde solid untermauert und deshalb von Dauer fein. * Zwei Tage später hatte Lucienne Nachtaufnahme. Am Nachmittag brachen Harry Engemann und Blondine zu der versprochenen Frühlingsfahrt auf. „Also zuerst der Park von Sanssouci", sagte er, als sie über die Avus glitten. „Warum wollen Sie denn da so gern hin?" „Ich glaube, man muß in Berlin geboren sein, um ganz zu wissen, was uns das bedeutet." Blondine, in ihren bequemen Sitz geschmiegt, genoß den Frühling. „Das ist unser bißchen Großstadt- Romantik. Davon träumen wir, wenn der Winter zu lang wird." Er hörte gern ihre weltfernen Reden. So etwas hört ein Mann immer gern. „Was haben Sie aber wirklich daran?" fragte er. „Der Park von Sanssouci im Frühling, das ist unsere Lyrik. Und beim Alten Fritz kommen wir mit dem Heroischen auch auf die Kosten. In dem runden Bibliotheksraum, da haben wir empfunden, daß es geistige Freuden gibt." Er sah sie von der Seite an. Dies hörte er nun nicht so übermäßig gern. Sie fuhren durch Potsdam. „Würden Sie bitte am Obelisk schon halten?" Sie stiegen aus und betraten den Park. Harry versuchte nach einem Weilchen in einen verschwiegenen Seitenweg einzubiegen. „Ich gehe viel lieber die Hauptasiee entlang", sagte Blondine verträumt. „Wissen Sie, die breiten Alleen mit den edlen, mächtigen Bäumen, dos ist idealisierter Wald. Die Seitenwege mag ich hier nicht so gern. Die führen zu Chinoiserien und Mu- schelgrotten." „Sagen Sie mal", fragte Harry Engemann etwas unvermittelt, „wo sind Sie eigentlich zur Schule gegangen?" Sie stutzte und verstand. Das bessere Dienstmädchen hatte sich zu gebildet, geäußert. Er merkte, daß er einen Fehler gemacht hatte und versuchte, ihn durch doppelte Liebenswürdigkeit auszugleichen. Und Harry konnte sehr liebenswürdig sein, wenn er wollte. Harry konnte ganz bezaubernd sein, wenn er wollte. Und außerdem war er ein Komponist. Und er hatte ihr einiges zu sagen. Hier, wo sie beide allein waren, wollte er ihr etwas gestehen: Sie hatte ihm nicht nur die Kraft zur Arbeit wiedergegeben — sie hatte ihn inspiriert. Das Werk, an dem er schuf, war ein Hymnus auf Jugend und Schönheit, auf die weibliche Jugend und Schönheit. Und dann lenkte er ab und sprach von etwas anderm. An Wäldern und Seen ging es vorbei. Blondine bat heute nicht, das Tempo zu verlangsamen Denn je rascher sie fuhren, desto schneller kamen sie in die freie Natur hinaus. Blondine gab sich dem besinnungsraubenden Taumel der Fahrt hin Hundert Kilometer, hundertzehn, hundertfünfzehn' Weit hinter ihnen blieb alles zurück, was Pflicht und Alltag hieß. Wenn jetzt etwas passierte, dachte Harry. Er hatte hundertzwanzig Kilometer drauf, und die Fabrik garantierte^nur für hundertzehn. Es brauchte schließlich nur ein Kind über dm Weg zu laufen, und man riß die Korre herum, do würde es schon passiert fein. Wenn Lucienne nun dabei neben ihm märe, dann muhte die Versicherung die 60 000 Mark bezahlen. Uebrigens würde die Dollkasko, über deren Höhe Lucienne in jedem Monat klagte, ihm dann einen neuen Wogen kaufen. Eine schicke Einrichtung, solche Versicherung. Die beste von allen Sparkassen. Lucienne sollte sich nicht so haben. Gewiß war es teuer. Aber man kriegte auch etwas heraus. Es dämmerte schon, denn die Frühlingstage waren noch kurz, als sie an einem stillen Wald- faffee hielten. Es wurde noch dämmeriger, als sie zu Abend aßen. Eine schwüle Musik spielte. Harry hatte einen Wein bestellt, der ins Blut ging. Harry sprach davon, was die richttge Frau, jung wie er selber, aus ihm hätte machen können. Rings um sie herum saßen, durch die einfallende Dunkelheit voneinander getrennt, lauter Siebes« parchen. Man hörte manchmal, wenn die Musik leise wurde, Geflüster und Küsse. Ab und zu traten Pärchen auf eine von bunten Lampen erhellte Tonz- bühne, um sich, von schwülen Melodien gewiegt, noch enger aneinander pressen zu können. Harry drückte im Tanze Blondine fest an sich. Als die Musik schmieg, flüsterte er: „Ich habe Ihnen etmos zu sogen. Kommen Sie." Und er nahm ihren Arm und führte sie fort. Er führte sie in den dichten Wald, der dunkel und geschickt direkt am Lokal anfing. „Ich habe Ihnen noch nicht alles gestanden. Mein Werk ist nicht nur Hymnus auf Jugend und Schön- heit. Es ist ein Hymnus auf ihre Jugend und Schönheit, Blondine. Aber ich werde es niemals beenden, weil ich nach Ihnen verdurste." Einige Augenblicke überläßt sich Blondine und er überläßt sie dem süßen Schauer, der von der heißen Werbung eines Mannes ausgeht. Dann beugt er sich und sucht ihre Lippen. Do löst sich ihre Verzauberung. Sie drängt ihn von sich. „Sie sind verheiratet!" „Blondine!" Es klingt wie ein Aufschrei. „Und wenn ich frei märe?" Er kann ihr Gesicht im Dunkeln nicht sehen. Sie zuckt die Achseln, und er hört eine müde Stimme sagen: „... wenn Sie frei mären .. Fortsetzung folgt SIEG v DER SCHÖNHEIT 3OCHHEIM Aus der engeren Heimat Der frühere Brauch, dieses Iahresfest um Luthers dortige Eleonorenhospiz zeigt eine gi Wicklung. Des erkrankten Rechners H Sammlung an, die nach dem Lied „Erhalt uns ; ?Hexr bei deinem Wort" der Direktor des Landes- lünftige Ent- i o r ft wurde sechs Jahre einstimmig wiedergewählt. Es schloß sich die öffentliche Hauptver * Herbstein, 10. Rov. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) In unserer Stadt wütete in der verflossenen Nacht eine schlimme Feuers- b r u n ft. Gegen 0.30 Uhr bemerkte man in der Scheune des Landwirts Johann Georg Biktorian Ruhl Feuer, das sich von der mit Erntevorräten vollgefüllten Scheune rasend schnell über die Stallungen und das Wohnhaus ausbreitete, so daß in kurzer Zeit die ganze Hofreite ein Flammenmeer bildete. Die Feuerwehr war zwar rasch zur Stelle und konnte auch aus einem nahegelegenen Bach die Flammen energisch bekämpfen, aber bei den großen Heu- und Strohvorräten und bei dem in den Dächern mitverwendeten Fugenstroh war es ihr leider nicht möglich, gegen das mit unheimlicher Schnelligkeit um sich greifende Feuer fo wirksam zur Geltung zu kommen, daß eine Rettung der Gebäude möglich gernefen wäre. Die ganze Hofreite, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Stallungen, ferner das gedacht und die Rechnungsablage auf 1938 verschoben. Einer Ergänzung der Satzung und einer Bestimmung, wonach der Vorsitzende über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet, wurde zuge- stimmt. Die ausscheidenden Mitglieder wurden auf Große Feuersbrunst in Herbstein. Hofreitevollständig niedergebrannt.-Kind im letzten Augenblick gerettet Vereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht, ! mit einer Andacht eröffnete. In feiner Begrüßung s dankte der Vorsitzende den auswärtigen Gästen, I Öpm Kirchenvorstand, Pfarrer Becker für die Ar- ’ Seit der Vorbereitung, dem Kirchengesangverein und Weise „Wach auf, du deutsches Land" und dem Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme" begrüßte Pfarrer Lic. zur Rieden, Offenbach, die Versammlung. Rach dem 100. Psalm (Kirchenchor) hielt Landesvischof Dr. Johnsen, Braunschweig, der Reichsobmann des Deutschen Evangelischen Männerwerks, einen Vortrag über „Der Dienst der Kirche im deutschen Volk." Die Frage „Was tut die Kirche?" erhält die Antwort: „Sie dient!" Die Gemeinde folgte dankbar den tiefgründigen Ausführungen. Werks, Landesamt Nassau-Hessen, verbunden. Einen würdigen Auftakt bildete der Festgot- i i e 5 b i e n ft am Sonntagabend in der gut besuchten Stadtkirche, bei dem Pfarrer Becker den Al- -taröienft versah und der Landesobmann des Braun- Ichweigischen Evangelischen Männerwerks, Pfarrer Lic. Schäfer, Braunschweig, die Predigt hielt. Der Kirchengesangverein verschönte den Gottesdienst mit drei Chören. Der Montag brachte im‘ Johannessaal zunächst ine geschlossene Mitgliederversammlung, än der der Vorsitzende, Oberkirchenrat D. Wagner, «Gießen, den Jahresbericht gab. Hervorzuheben ist eine Hilfeleistung für den Bestand der Kleinkinderbewahranstalt zu Gießen. Bei dem Besuch der Herberge zur Heimat in Friedberg machte sich die fort« schreitende Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Bei dem erfreulichen Rückgang Der Skrofulose nimmt das Elisabethhaus in Bad- Nauheim besonders Herzkranke Kinder auf. Das dem Pofaunenchor für ihre Mitwirkung, auch am Montagabend. Die Kirchensammlung am Volkstag für Innere Mission habe gezeigt, wie tief diese Arbeit auch in der Seele der oberhessischen Bevölkerung Wurzeln geschlagen habe. Pfarrer Lic. Schä - fer hielt dann einen Vortrag über das Thema „Der Mann und die Bibel." Die Aussprache über ihn wurde verlegt in die Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag: „Die Mission des Männerwerks." Den Tag beschloß ein Volksmissionsabend in der Jo- hanneskirche. Nach Einleitung mit der mächtigen vor einigen Tagen in Gegenwart eines Regierunqs- vertreters von Darmstadt mit den Besitzern des (Geländes — 20 an der Zahl — ein Lokaltermin statt. Die meisten Besitzer waren bereit, ihr Gelände zu einem annehmbaren Preis an die Stadt abzutreten, oder gegen Tauschgelände im Zuge der Feldbereinigung hinzugeben. Nur ein kleiner Teil der Besitzer forderte so hohe Preise (1,80 bis 2 RM. pro Quadratmeter), daß die Stadt vielleicht das Enteignungsverfahren anwenden muß. Die Ratsherren find der Meinung, daß versucht werden soll, soweit als möglich das Gelände im Tausch zu erwerben und erst im äußersten Falle zur Enteignung zu schreiten. Für die Uebergangszeit bis zum Jahre 1941, dem Zeitpunkt der Beendigung der Feld- bereinigung, soll den Besitzern von Grabgelände anderweitig Gelände zur Verfügung gestellt werden. Hierzu wird Gelände an der Marburger Hohl, das die Stadt pachten müßte, vorgeschlagen, sowie ein nahe bei der Siedlung liegendes Wiesengelände in Größe von 6000 Quadratmeter, das kürzlich zum Verkauf angeboten wurde und mit dessen Ankauf Ortsbauernführer Großhaus beauftragt wird. Beigeordneter A l b a ch teilte mit, daß der seitherige städtische Pfandmeister Thom, der an der Bahn Anstellung gefunden hat, am 31. Oktober dieses Amt niedergelegt hat, und an seine Stelle der frühere Hauptnachtwächter D a p p e r getreten ist, der außerdem noch mit Botendiensten der Bürgermeisterei beschäftigt werde. Eine weitere Mitteilung des Beigeordneten besagte, daß das Ueberlandwerk Oberhessen aufgesor- dert wurde, einen Kostenvoranschlag wegen Verbesserung der Straßenbeleuchtung einzureichen. Hauptsächlich dreht es sich um die Anbringung von Lampen über der Straßen'yütte und gesamte Mobiliar und alle Erntevorräte fielen dem entfesselten Element zum Opfer. Der Viehbestand konnte bis auf ein Pferd, das in den flammen um« kam, gerettet werden. Glücklicherweise sind bei dem verheerenden Unglück Menschen nicht zu Schaden gekommen. Eine Wöchnerin mit einem zw e i Tage alten Kindchen, die in dem Wohnhause im Wochenbett lag, konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, ebenso gelang es noch im letzten Augenblick, ein etwa 7 Jahre altes Mädchen, das im Obergeschoß des brennenden Wohnhauses schlief und in der Aufregung zunächst aus den Augen gekommen mar, im letzten Augenblick noch in dem Zimmer aufzufinden und zu retten. Da die Hofreite vollständig niederbrannte, ist der Schaden natürlich sehr groß. Der vorbildlich arbeitenden Feuerwehr gelang es wenigstens, die Flammen auf die Hofreite zu beschränken und die Nachbargrundstücke zu schützen. bessere Beleuchtung wichtiger Verkehrsplätze, z. B. der Höfetränksbrücke. Konzert derGängervereinigung Lollar. * Lollar, 10. Nov. Das Konzert-, das am vergangenen Sonntag die „Sängervereini- g u n g Lollar" veranstaltete, gestaltete sich wieder, wie bisher in jedem Jahre, zu einem Ereignis für unsere Gemeinde. Für den Chor des Vereins wurde das Konzert gleichzeitig zu einer erneuten Leistungsprüfung. Die treue Zuhörerschaft' nahm die Darbietungen mit großem Beifall auf. Die gehegten Erwartungen wurden bei weitem erfüllt. Das Programm war ausgezeichnet gewählt. Die Musikkapelle Grengel bestritt in bewährter Weise den musikalischen Teil. Die Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit" bildete einen glücklichen Auftakt, Der Chor sang sodann die schwere Komposition „Volk" (Heinrich), die an Sänger und Dirigenten (Heinrich Meyer) die höchsten Anforderungen stellte. Mit großer Freude hörte man neben Volksliedern und volkstümlichen Chören Werke wie „Maiennacht" (Seibert), „Fährmanns letzte Fahrt" (Pauli) und Sitzung der Ralsherren in Grünberg. + Grünberg, 8. Nov. Der erste Beigeordnete A l b a ch leitete die Sitzung. Von besonderer Wichtigkeit war die Frage der Kleinsiedlung. Als deren Platz ist das Gelände vorgesehen, das sich im Westen der Stadt von der Färbgrabengasse und der verlängerten Adolf-Hitler-Straße nach der Villa „Emilia" hinzieht und jetzt als Garten- und Grab- gelände dient. Benötigt werden 12 000 Quadrat- der, während die Glieder des Kindergottesdienstes Sprechchöre und flott wiedergegebene Theaterszenen darboten. Eine besondere Ueberraschung bereitete Lehrer Simon den Zuhörern. Er hatte mit Jugendlichen auf Blockflöten einige Choräle und geistliche Lieder eingeübt. Mit größtem Eifer waren die jugendlichen „Musikanten" bei der Sache. Der starke Beifall war der schönste Lohn für ihre Darbietungen. In mühevoller Arbeit hatten die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe wertvolle Verlosungsgegenstände hergestellt, die bei den Gewinnern viel Freude auslösten. Gemeinsam gesungene Kirchen- und Volkslieder gaben der Feier den passenden Rahmen. Den Dank für alles Gebotene sprach Pfarrer Becker in seinem Schlußwort aus. ** Preußisch - Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 2. Klasse der laufenden (50./276.) Lotterie findet am 19. und 20. November statt. Schluß der Erneuerung 12. November. Kirche und Schule. Iahresfest des Oberhefsischen Vereins für Innere Mission. „Nachtzauber" (Storch). Der Chor ließ durch die sorgfältige Wiedergabe, durch klare Aussprache usw. erkennen, daß ernste Arbeit geleistet wor-den ist. Den Schluß der Vortragsfolge bildete ein Chorwerk mit Orchesterbegleitung, und zwar wurde der Straußsche Walzer „An der schönen blauen Donau" vorbildlich zur Ausführung gebracht. Sänger und Musiker fanden sich in schönem Zusammenwirken. Stürmischer Beifall war der Dank der Zuhörer. Die Musikkapelle Krengel bereicherte die Vor- tragsfolge mit guter Musik. Man hörte u. a. die Fantasie aus Der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg", ein großes Potpourri aus der Operette „Die lustigen Weiber von Windsor" und schließlich noch zwei solistische Darbietungen, um die sich die Herren Schwyrzlose (Trompete), Kehrmann (Flöte) verdient machten. Der Abend in seiner Gesamtheit wurde für den Chor und seinen Dirigenten zu einem schönen Erfolg und zu einem neuen Ansporn, auch weiterhin in Treue dem deutschen Lied zu dienen. Landkreis Gießen. s. Lang-Göns, 10. Nov. Am nächsten Samstag, 13. Nov., können Johann Georg Müller II. und Ehefrau Katharine, geb. Hartmann (Mohr- gasse). Das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Es ist das dritte Ehepaar, das in diesem Jahre dies seltene Fest begehen kann. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 9. Nov. Am kommenden Donnerstag, 11. November, kann unser Einwohner Georg Krumbach in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 8. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann vermag noch heute tatkräftig in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Seit 50 Jahren ist er Leser des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren! Der frühere Brauch, dieses Iahresfest um Luthers meter, auf denen man im nächsten Jahre zwölf Geburtstag, 10. November, zu begehen, kehrt wie- Siedl er stellen errichten will, während vier der. In Diesem Jahre ist mit ihm Tagung und weitere Bewerbungen einstweilen noch zurückgestellt Lehrgang des Deutschen Evangelischen Männer-Iwerden müssen. Zwecks Erwerb des Geländes fand Betailiii$peiiiile6ta Herzliche Einladung zum Bibel- und Bekenntnisabend am Mittwoch, dem 10. Nov. 1937, abends 8l/4 Ubr, im Johannessaal. Es sprichr: 7350V tzm W.GE, M-Gill mit Zweistärken-Gläsern zum gleichzeitigen Sehen in NÄHE und FERNE ohne lästigen Brillenwechsel bietetdem Benutzervorteile, die als Wohltat empfunden werden. Die fachgemäße Anpassung ist meine Spezialität. Am besten Sie sprechen einmal persönlich mit mir darüber. Optiker Geller Am Bahnhof Lieferant aller Krankenkassen __________________________________6894 A Verlobungs-Anzeigen ‘iefert Brühl'sche Druckerei Die Schönheitsspezialistin der Firma LEICHNER. erwartet Sie in meiner Drogerie vom 11. bis 13. November um Sie kostenlos und unverbindlich in der weltbekannten LEICHNER-Hautpflege individuell zu beraten -Probebehandlung kostenlos - Drogerie Elges Seltersweg 66 Ruf 8458 I Drogerie Kreuzplatz 101 Reinige öein Blut! Von Anfang November bis Anfang Dez. ist die beste Zeit mit WinleMIs Blutreinigungelee in Paketen zu 1 Mk., Probe- Pakete zu 50-H, eine Blutreinigungskur durchzuführen. Sie fühlen sich leicht, gesund und arbeitsfreudig. 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Cro^uettes, Krusteln, gebackene Klößchen aus Quetschkartoffeln, Reis oder Fleischmasie. Cul de Paris, früher Bezeichnung für ein Polster, das rückwärts unter dem Frauenrock getragen wurde. Cumberlandsauce, kalte Tunke aus Rotwein, Fruchtgelee, Senf, Pfeffer usw., die zu kaltem Wild und Fisch gereicht wird. Curry, sehr scharfe ostindische Gewürzmischung, aus Pfeffer, Koriander, Kardamom usw. Cutaway, englisch, Bedeutung: „schneide roeg , langer, Herrenrock, dessen Schöße vorne abgerundet, weggeschnitten, sind. Der Cutaway ist ein offizielles Kleidungsstück für den Vormittag und wird mit schwarz-weiß gestreiften Hosen, Gamaschen sowie Umlegekragen mit gemusterter, schwarzer, langer Krawatte oder Stehkragen mit Plastron getragen. Cyclame, s. Alpenveilchen. Herren-Bekleidungshaus Adolf Möhl k.-g. Marktpl. GIESSEN Tel. 2584 D Abwendung der Gefahr die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet wurde. Dachshund, Dackel, Teckel, lang- oder kurzhaarige, eigenwillige Hunderasse mit langem Körper und verdreht gestellten Beinen. Dämmerschlaf, Halbschlaf mit Aufhebung der Schmerzempfind- lichkeit für Operationen, bei Gebürtem Zur Verdunkelung! Rechtzeitige Beschaffung von Daninsi laditmansdietten, r Upitr Pappen usw» Fachmännische Auskunft bei: Was der Wunsch jeder Mutter ist ihre Kleinen recht hübsch anzuziehen, das erleichtern wir durch unsere schöne Auswahl in wirklich netter und sehr preiswerter Kinder-Kleidung. 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Die Hebungen der Mittelstufe sind auf denen oer Unterstufe aufgebaut, nur länger und schwieriger. Das Hauptgewicht bei der Wertung wird auf saubere Haltung und Ausführung gelegt. In einem vom Reichsbundsportlehrer Brox von der Gausportschule Marburg in der vergangenen Woche im Sportkreis Gießen, und zwar in den Unterkreisen Alsfeld, Gießen, Wetzlar und Dill- treis durchgeführten Grundschullehrgang im Geräteturnen sind diese Pflichtübungen u. a. in ihrem Aufbau gründlich durchgenommen und erläutert worden. Bis jetzt sind aus den Kreisen Gießen und Alsfeld 35Mannschaften gemeldet 'worden. S. f. K Lich. _ DfR. Dich — Spielvereinigung 1900 II 4:0 (1:0). Die Gießener Blauweißen mußten dieses Spiel mit sechs Mann Ersatz bestreiten. Auch waren sie nur mit zehn Spielern zur Stelle und so war an einen Sieg nicht zu denken. Doch sie hielten sich besser als man dachte. Es dauerte lang bis die Platzbesitzer in Führung gehen konnten. Bis zur Halbzeit blieb es bei einem einzigen Treffer. Erft ■ nach der Pause machte sich das Fehlen des elften Spielers bemerkbar - und die Platzbesitzer kamen noch zu drei Erfolgen. Die Gießener spielten technisch besser, waren aber vor dem Tor nicht schußkräftig genug. VfB.-Neichsbahn Gießen. Jugend-Abteilung. 1. Jugend — Watzb.-Steinberg 1. Jgd. 2:2. 3. Jugend — Staufenberg 1. Jgd. 0:3. 4. Jugend — Klein-Linden 1. Jgd. 0:12. Dem Pflichtspiel der 1. Jungmannschaft gegen die Gäste aus Steinberg sah man im Lager "der Grünweißen mit Besorgnis entgegen, da fünf Ersatzspieler mitwirkten. Wenn es'ihnen trotzdem gelang, einen Punkt zu erkämpfen, so darf man wohl damit zufrieden sein. Es standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber. Die 3. Jugend, die die Staufenberger zum Pflichtspiel auf dem Waldsportplatz hatten, zogen es vor, nur mit neun Mann anzutreten. Der Sieg der Gäste mit 0:3 Toren war verdient. Wanderpreiskeqeln in W-eseck. Auf der Bundesscherenbahn bei Gastwirt Braun in Wieseck wurde der dritte und entscheidende Kampf um den Wanderpreis, den die drei Wiesecker Keglervereine unter sich austrugen, bestritten. Dem Kegelkranz „Vorwärts" Wieseck (zweimaliger Sieger des Wanderpreises) gelang es diesmal nicht, trotz eines Vorsprungs von 34 Holz, den Preis zu gewinnen. Keglerverein „Alle Neun" Wieseck trat mit einer von starkem Kampfgeist beseelten Mannschaft an und konnte mit 1422 Holz den Sieg erringen. Die Vorwärtsmannschaft hatte mit kleinen Versagern die Holzzahl von 1366 Holz erreicht. „Gut Holz" Wieseck erreichte die Holzzahl 1343. In der Einzelbewertung erzielten die Kegler Wilh. Strack mit 158 Holz, Wilhelm Schäfer mit 156 Holz und Heinrich D e ch mit 152 Holz (je 25 Kugeln), alle drei vom Kegelklub „Alle Neun", die Bestleistungen. In den drei Kämpfen erreichten Alle Neun 4027 Holz, Vorwärts 4005 Holz und Gut Holz 3847 Holz. Nosemeyers Rekorde anerkannt. Die AJACR., der den gesamten Automobilsport der Welt kontrollierende internationale Verband, hat sämtliche Welt- und Internationalen Klassenrekorde anerkannt, die Bernd Rosemeyer während der 1. Internationalen Rekordwoche in den letzten Oktobertagen auf der Reichsautobahn Frankfurt—Darmstadt auf- gestellt hat. Gleichzeitig haben die von dem englischen Major Gardner auf der gleichen Veranstaltung erzielten Internationalen Klassenrekorde durch die AJACR. ihre Anerkennung gefunden. Die drei Welt- und 17 Internationalen Klaffenrekorde in der Klasse B (5000 bis 8000 ccm) und Klasse C (3000 bis 5000 ccm) hat Bernd Rosemeyer auf der sogenannten kurzen Strecke aufgestellt. Damit ist die Vormachtstellung des deutschen Automobilsports auf diesen Strecken in das beste Licht gerückt. Von den acht Weltrekorden, die auf den kurzen Strecken geführt werden, hat Rosemeyer drei in seinem Besitz; die übrigen fünf hält der Engländer Campbell mit seinen Ueberrennroagen. Kurze Sportnotizen. Die NS. -Winterkampfspiele 1938 werden in Garmisch-Partenkirchen zum Austrag gelangen, und zwar voraussichtlich am 22. und 23. Januar. * \ Einen neuen Weltrekord im Radfahren über 100 Kilometer ohne Schrittmacher stellte der Italiener P i u b e l l o auf der Mailänder Vigorelli- Bahn mit 2:29.15 Stunden (Stundenmittel 40,201 Kilometer) auf. Den bisherigen Rekord hielt der Franzose Rousseau mit 2:30.39 Stunden. ♦ Frankfurter Waldlaufmeister wurde der SA.-Mann PH. Reuter in 29:14 Minuten für die 7,5 Kilometer lange Strecke vor Werner (SC. Frankfurt 1880). Die Mannschaftsmeisterschaft fiel an die SA.-Kampfspielgemeinschaft mit der Mannschaft PH. Reuter, K. Reuter und Algeier. Den zweiten Platz belegte der SV. 99 Höchst, Im nationalen Spanien ist der Fußball-Spielbetrieb wieder voll im Gange. Dem Hauptverband gehören 14 Unteroerbänbe mit 860 Vereinen an. Am 21. November steigt in Vigo ein Länderkampf zwischen Spanien und'Portugal. Deutsche Schwimmerfiege gab es am ersten Tage des Wiener Schwimmfestes. Meister Helmuth Fischer gewann die 100-Meter-Kraul, Erhard! Weiß ließ sich natürlich das Kunstspringen nicht nehmen und die Charlottenburger „Nixe" Ruth H a b s g u t h schwamm über 100-Meter-Rücken einen überlegenen Sieg heraus. Das Internationale Schwimmfest von Hellas Magdeburg hat mit 62 Vereinen und 430 Meldungen ein hervorragendes Ergebnis gefunden. ♦ Die großen Preise der Reichshaupk- ft a d t werden am Samstagabend in der Berliner Deutschlandhalle entschieden. Bei den Fliegern siegte Weltmeister Scherens (Belgien) mit Handbreite vor Richter, van Vliet und Merkens^, während bei den Dauerfahrern der Berliner Stach vor Weltmeister Lohmann erfolgreich war. * 8000 Zuschauer sahen beim Münchener KdF.-Eissportabend wieder unsere Olympia-Sieger im Paarlaufen Marie Herber-Ernst Baier und spendeten erneut starken Beifall. _ Der SC. Rießersee gewann den Eishockeykampf gegen den EV. Füssen 2:1 (0:1, 2:0, 0:0). Rundfunkprogramm Donnerstag, 11. November. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. (x30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musik vor dem Vorhang. 15: Volk und Wirtschaft. Wje arbeiten ^)ie Ueber- wachungsstellen? 15.15: Für unsere Kinder. 16: Kleines Konzert. 16.30: Zum Tag von Langemarck. 16.45: Musik für jeden soll es sein, sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Drei Bäcker springen auf das Podium. Eine leicht karnevalistisch gefärbte bunte Stunde zum 11. XI. 20: Geigen fingen, Walzer klingen. 21.15: Schwedische Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Zeitgenössische Meister erleben die Welt. Für die Tanzstunde br“> großzüg. Muster au ( Pastelliarben • • * * Taflet Schotten, t entzückende Must e , Mtr. । Tanzstundenkleider . 3fyre Vermählung geben bekannt Wilhelm Schatz, pfarrasflslent Virginie Schatz, geb. Hülienberger Ober-Namstadt Gießen Pfarrhaus Bleiche den io. November 1937 05518 Für die uns anläßlich unserer Hochzeit so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Grnsi Nicolai und Frau Lina, geb. Wagner. GroßewBuseck, den io. November 1937. 7354 D Franz Vogt & Co. Gießen 6974 a S?ltersweti 44 Ruf 2464 UfEDDE DRUCKSACHEN VVCKDC Brühl. Gießen 7363 A Graue beseit'gt Orfa Flasche 1.80, extra stark 2.50 naare UnschädlichI Sich Wirkung. Drog. Elges, Seltersweg 68 a 457(,v Löwen-Drog. Kilbinger, Seltersw.69 Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10. Dämmerzustand Dämmerzustand, Bewußtseinstrübung mit unvollständigen ob. falschen Wahrnehmungen der Umwelt, bei Epilepsie (s. b.), auch bei Hysterie unb Alkoholis- mus. Dämpfen, Dünsten, bas Garko- chen von Speisen in Wasserdampf ober Fettdampf. Diese Zubereitungsart ist bei Kartoffeln und Gemüse besonders zu empfehlen, weil dabei die wichtigen Mineralsalze erhalten bleiben. Man benutzt dazu einen besonderen Topf mit Siebeinsatz, der die Nahrungsmittel von dem kochenden Master trennt. Der Deckel mutz gut verschlossen sein. ,DAF, Deutsche Arbeits-Front, s. Arbeitsfront. Dahlie wirb Enbe April gesetzt. Vorher bie Knollenklumpen teilen. Ab Juni nur drei kräftige Triebe stehen lassen, alle drei Wochen bis August Kunstdüngerwasser geben: so erreicht man schöne Blüten. Nach erstem Frost Stengelteile 10 cm über der Erde abschneiden, Knollen ausgraben, Erde abschütteln, etwas äntrock- nen lasten, in frostfreie Räume bringewund in lufttrockenen Kellern im Torf überwintern. Daktyloskopie, Untersuchung der feinen Riefelung der Beugeseite der Finger, zur Identifizierung einer Person. Deutsches Wort „Fingerabdruckverfahren". Jeder Mensch hat eine andere Linienführung in den Kuppen der Finger. Damaste, dem Damast ähnlicher, großgemusterter Soff aus Seide, Halbseide oder Kunstseide, der 76 Dampfbäder für Steppdecken und als Futterstoff verwendet wird. Man reinigt ihn mit kaltem Seifenwasser. Damast, gebleichter Stoff aus Leinen oder Baumwollgarn mit großen Webmustern, der hauptsächlich für Tafeltücher und Bettwäsche verwendet wird. Seidendamast ist ebenfalls groß gemustert, ferner gibt es Möoelda- mast, der aus verschiedenen Stoffen, hergestellt wird. Leinenda- maft wird in warmem Seifenwasser gewaschen und in Essig- wasser nachgespült. Möbeldamast wird nur geklopft und gebürstet. Damenwahl, scherzhafte Tanzeinlage, bei der bie Damen die Herren zum Tanze auffordern. Dampf, die Gasform einer Flüssigkeit, in die sie beim Kochen oder Sieden übergeht. Der Siedepunkt bei Wasser ist 100 Grad Celsius. Dampfkochtopf, Tops mit festverschließbarem Deckel, in dem Speisen wesentlich schneller gar werden, da der Luftdruck erhöht ist. Diese Töpfe haben den Vorteil einer Zeit- und Brennstoffersparnis. Dampfbäder, Einwirkung des Wasserdampfes auf die Haut in einem abgeschlossenen Raum, Gesicht bleibt frei. Der heiße Dampf erweitert die Hautgefäße und die Poren der Haut. Durch das starke Schwitzen , Gewichtsabnahme, starke Belastung des Herzens. Anw. mit nachfolgender Massage. Bei Schnupfen und Katarrh Kopfdampfbäder, am besten, indem man den Kopf mit einem tüte Sewlswkak traut Sie! Geben Sie sich einen Ruck I Treten Sie ein und sehen Sie sich die Mercedes Selekto Kleinschreibmaschine genau an. Aus der Nähe betrachtet, gewinnt sie noch. Und dann können Sie sich auch gleich über den niedrigen Preis und die bequeme Zahlungsweise unterrichten. Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Natur- ireunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Von (Eugen Schuhmacher Insaesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Not- Schenkeln. Austernfischern u. a. mitgebracht. (Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen (Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im 3elt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. CMLNgMCKSSra Glßr/EN Die kluge Hausfrau ergänzt ihren Vorrat mit Kolonialwaren und -Lebensmitteln Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Dermühler Verlag Verlin-Lichterfelde Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Mllllmeterzelle veröffentlicht jetzt wird Rechtzeitig desha'bh8nen Mantel-u.Jackens SbSBSäSS1 Jadten ' 140 cm ureu, » . Mir. ' und Röcke .i i^uätion <, Fohlenbaui ‘ en und £ 120 cm breit, IUI. , Mr. ab / Besätze • • • ' ' breit X rsrund Besätze Mtr. at ■ 7363 A CAHLNOWACK tSS GIE/THN, -PALAST HEUTE Mittwoch Erst-Aufführung! w 0 Heinz Rühmanns beste Rolle, in der er auf vielen großen Bühnen viele hundertmal mit sensationellem Erfolg aufgetrefen ist, fetzt verfilmt! — In dieser Rolle übertrifft sich Deutsch- M lands beliebtester Komiker 1 Weitere Hauptrollen: 7348 A LENI MARENBACH / HANS SÖHNKER HELl FINKENZELLER / WERN. 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