Dienstag, 10. August W3Z 187. Jahrgang Nr. 184 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von7Omm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- ’ gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. 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Der deutsche Wald kann deshalb auch als eine der stärksten Säulen des Dolksreichtums angesprochen werden, so daß sich die pflegliche Behandlung des deutschen Waldes ebenso von selbst versteht, wie die überlegte und sachgemäße Ausnutzung. Gerade so wie die Forstwirtschaft als solche für die sachgemäße Aufforstung und Aufzucht sorgt, wie sie die UVn= triebszeit wahrt, so muß sie in Zukunft mehr denn je darauf achten, daß der Wald und seine Bestände nach überlegter Planung zur Verwendung kommen. Gegen die Grundsätze der Forstwirtschaft ist früher ost schwer gesündigt worden, wobei sich allerdings Zur Entlastung sagen läßt, daß das Holz an sich in seiner wirtschaftlichen Bedeutung als Rohstoff mach nicht allgemein erkannt war, im übrigen aber das Angebot sowohl vom Jnlande als auch vom Auslande fast unbegrenzt schien. Run ist Deutschland immer ein waldreiches Land gewesen, aber der verlorene Krieg hat im Osten und Westen Verluste gebracht, die sich nur durch sorgfältige Forst- unb Waldwirtschaft wieder ausgleichen lasten. Ge- ' trabe daran hat es früher oft gefehlt, es geschah weinig um bie starke Abholzung während des Krieges durch rechtzeitige Aufforstung wieder gut zu machen. Insgesamt unterliegen heute rund 13 Millionen Hektar der forstwirtschaftlichen Benutzung, wobei zum Vergleich angeführt sein mag, daß die benutzte Ackerfläche also ohne Wiesen und Weiden rund 20 Millionen Hektar beträgt. Von diesen 13 Millionen Hektar entfallen neun Millianen Hektar «auf Nadelholz, der Rest auf Laubholz. An der Ge- ßamtsläche ist Preußen mit 7,5 Millionen, Bayern mit 2,50 Millionen Hektar beteiligt; dann folgt im weiten Abstand Württemberg mit 604 000 Hektar. Hessen hat 230 164 Hektar. Die gesamte Holzgewinnung betrug im Holzwirtschaftsjahr 1935/36 rund 64 Millionen Festmeter, t)on denen 28,5 Millionen Festmeter als.Brenn- Iholz Verwendung fanden. Diese verhältnismäßig starke Verwendung von Brennholz ist weder volkswirtschaftlich noch technisch gerechtfertigt, ist aber vielfach leider so eingerissen, daß schon ein ^starker Eingriff notwendig ist, um dieser volkswirtschaft- lichen Verschwendung zu steuern. Wir müssen überlegen, daß der wertvolle Rohstoff Holz in seiner Verwendung als Brennholz nahezu wirkungslos verpufft, denn um Wärme zu erzeugen, sind andere unb bessere Brennmittel vorhanden. Holz als Rohstoff läßt vielfache Verwendung zu, ist für man- rfjes wichtige Erzeugnis unserer Wirtschaft sogar i)ie Voraussetzung. Es ist schon eine Gedankenlosigkeit, daß wir überhaupt Holz als Brennholz verfeuern, wobei es nicht viel ausmacht, daß das, was früher einmal Brauch war, gegen den sich nichts einwenden ließ, zur Gewohnheit geworden ist. Auch solche Gewohnheiten erben sich manchmal wie Gesetze und Rechte wie eine üble Krankheit !ort, so daß es eine nationalwirtschaftliche Tat ist, ie auszurotten. Das geschieht auch durch die Ver- vrdnung des Beauftragten des Vierjahresplanes, Liese Verordnung verbietet nicht nur die Vernich- ttung des wertvollen Rohstoffes Holz durch Verwendung als Brennholz, sie räumt auch mit den Holznutzungsrechten auf, die den Staats- storst wie auch Privatforst noch immer belasten. Das ist so zu verstehen: Aus den Staats- oder Privat- storsten müssen an die sogenannten Berechtigten gewisse Holzerträge ohne Entgelt abgegeben werden, weil diese Erträge als Entschädigung für abgelöste Rechte gelten. Diese abgelösten Rechte haben man- «cherlei Ursprung, tragen auch mancherlei Rechtsnorm, stammen aber samt und sonders aus Zeiten mnb Verhältnissen, die uns heute sowohl sozial als auch rechtlich fremd sind, die Uebernahme des Römischen Rechts. Immerhin haben sich die Derhält- visse vielfach so entwickelt, daß die Nutzungsrechte vus Staats- und Privatforsten auch Volksgenossen Austehen, die von ihrer Hände Arbeit leben. Die Verordnung sieht hier eine Entschädigung vor, die sfür die Berechtigten wertvoller ist als das Nutzungsrecht, das nicht mehr zeitgemäß und deshalb vuch schädlich ist. Es sind immerhin noch 1,2 Mil- lionen Festmeter, die Jahr für Jahr durch diese Nutzungsrechte und Grunddienstbarkeiten in An- fspruch genommen werden, eine Menge, die bet dem »Gesamtverbrauch von 65 Millionen Festmeter zwar wicht entscheidend ins Gewicht fällt, die aber, weil wir alles Holz für die deutsche Wirtschaft gebrauchen müssen, trotzdem nicht entbehrt werden kann. Außer der eigenen Gewinnung von 64 Millionen 'Festmeter haben wir 1936 auch noch 10 Millionen Festmeter aus dem Auslande eingeführt, eine Menge also, die sich verhältnismäßig leicht emspa- rren läßt, wenn kein brauchbares Stück Holz mehr «als Brennholz verschwendet wird. Die Rechnung «geht ja klar auf: wir verpulvern 28,5 Millionen Festmeter als Brennholz, aber wir führen 10,2 Millionen Festmeter Bau- und Nutzholz ein, die irniferen Außenhandel mit rund 100 Millionen Reichsmark belasten. 1934 haben wir für die Em- sfuhr von Nutz- und Bauholz sogar 134 Millionen 'Reichsmark ausgeben müssen, die sich in der Hauptssache hätten einsparen lassen, wenn alles Holz, das «als Brennholz verfeuert wurde, soweit es als Nutz- Iholz brauchbar war, als solches hätte verbraucht iwerden können. Die neue Verordnung gibt die Si- «cherheit, daß der unbedingt notwendige Rohstoff Holz in ausgiebiger Menge zu jeder Zeit zur Ver- jfügung steht. / B- R- Keine untauglichen Baupläne Berlin, 9. Aug. (DNB.) Der Reichsarbeit^ 'iminister hat einen Runderlaß herausgegeben, durch Len der Baupolizei wichtige Aufgaben im Kampfe Berlin, 9.Aug. (DNB.) In der Aula der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin begann in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, des Schirmherrn des Kongresses, die 12.Tagung der internationalen homöopathischen Liga. Diese alle fünf Jahre stattfindenden Kongresse sind für den Aufbau der homöopathischen Lehre und die wissenschaftliche Erforschung eines biologischen Heilgedankens bestimmt. Gleichzeitig tagt zum 98. Male der deutsche Zentral-Verein homöopathischer A e r z t e. Der Eröffnungsfeier wohnten neben dem Reichsärzteführer zahlreiche Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden bei. Der Kongreßpräsident Dr. Rabe (Berlin) begrüßte die Anwesenden und machte Mitteilung von einem Telegrammwechsel mit dem Führer. Dann eröffnete der Präsident der homöopathischen Liga, Dr. Gagliardi (Rom), die Tagung und stellte die Abordnungen der einzelnen Länder vor. Der Stellvertreter des Führers ergriff bann bas Wort: Das neue Deutschland betrachtet es als eine staatspolitische Notwenbigkeit, daß alle Erscheinungen daraufhin geprüft werden, wie weit sie dem Volke Nutzen bringen. Dieser Grundsatz hat für Heilmethoden im besonderen eine Anwendung zu finden, denn die Heilmethoden haben direkten Einstuß auf die Grundlage des Lebens des ganzen Volkes: durch Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit des einzelnen. Es ist bekannt, daß nicht nur neue Heilmethoden, sondern auch solche, die ihren Ursprung schon in weiterer Vergangenheit haben, wie es z. B. die Homöopathie heute schon von sich sagen kann, Anfeindungen unterliegen und Ablehnung auch von einzelnen Aerzten erfahren, ohne daß diese die Heilmethoden einer ernsthaften Prüfung unterzogen hätten. Der Arzt aber ist der wesentliche Träger des Heilwesens; er ist deshalb vor allem dafür verantwortlich, daß pfleglich alles Heilwissen unb alle Heilkunst, bie der Gesundheit des Volkes dienlich ein können, herangezogen werden. Ich habe daher die Schirmherrschaft des 12. Internationalen Homöopathischen Kongresses in Berlin mit der Absicht übernommen, das Interesse des nationalsozialistischen Staates a n a l l e n H e i l w e i s e n, die der Volksgesundheit dienen, zum Ausdruck zu bringen. Zugleich möchte ich dabei die Aerzteschaft insgesamt auffordern, auch bisher abgelehnte oder gar angefeindete Heilmethoden unvoreingenom- men zu prüfen. Es ist notwendig, daß die unvoreingenommene Prüfung nicht nur in der Theorie, sondern vor allem auch an den praktischen Ergebnissen erfolgt, die zur Heilung andersgeartete Methoden anwenden als die allgemein üblichen. Oefter als einmal hat die Wissenschaft, auf der Theorie allein fußend Urteile gefällt, die später durch die Praxis ad absurdum geführt wurden — oft sogar erst nach langer Zeit, nachdem die Entwicklung zum Fortschritt um Jahrzehnte beengt und hochverdienten, Wegebereltern schweres Unrecht zugefügt worden war. Einsichtige Aerzte haben offene Worte gefunden über eine Krisis in der Medizin, über eine Sackgasse in die sie geraten ist. Es ist naheliegend, daß der Ausweg in Richtungen geht, die der Natur sich nähern. Ist doch kaum eine andere Wissenschaft im Grunde so naturgebunden wie die Wissenschaft, die sich nut der Heilung von Lebewesen befaßt. Und immer stärker wird die Forderung erhoben, über den Teil das Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren — eine Forderung allgemeingültiger Art, deren Befolgung bereits staatspolitisch Früchte getragen hat. Aus dem Gebiete der Medizin lautet diese Forderung: Zur Heilung eines kranken Organs mehr als bisher den Weg über die Einflußnahme auf den Gesamtorgonismus zu gehen. Die Homöopathie ist eine naturnahe Hielweise, die diesen Weg von jeher beschritten hat. Ich glaube getrost voraussagen zu können, daß die Zeit kommen wird, in der Homöopathie und Allopathie nicht als einander ausschließend, sondern als sich ergänzend angesehen werden — ja die Medizin Nicht mehr denkbar ist, ohne daß sie sich beider Heilmethoden bedient. Ich möchte sogar der Meinung Ausdruck geben, daß die Heilkunst in nicht allzu ferner Zeit zu den "Erfahrungen und zu dem Wissen, das Allopathie und Homöopathie ihr vermitteln weitere Erfahrungen sammeln und anwenden wird, die heute noch auf wissenschaftlich wenig erforschtem Gebiet liegen. Reichsärzteführer Dr. Wagner führte aus: Die Zeiten sind vorüber, in denen neue Erkenntnisse ab- gelehnt wurden ohne sie zu prüfen. Im neuen Deutschland werde eine Heilkunde ausgebaut, die ihre Werte nicht nur aus der Schulmedizin, sondern auch aus der homöopathischen und Naturheilkunde übernehme. Diese Auffassungen würden im Auslande falsch dahin ausgefaßt, als ob man auf gewonnene Erkenntnisse verzichten wolle und jedes Dogma beiseite werfe. Das sei aber nicht richtig; alle wirklichen Erkenntnisse würden ausgebaut und auf Experimente gestützt. — Reichsapothekerführer Dr. Sch mierer erklärte, die deutsche Apotheker- schäft sei durch die Einführung eines neuen homöopathischen Arzneibuches bestrebt, das deutsche Volk gleichmäßig mit Heilmitteln zu versorgen. Präsident Rabe sagte: Die Homöopathie sei nicht nur auf das jeweils erkrankte Organ, sondern auf den Kranken selb st gerichtet- Aber auch das Spezialistentum habe seine Berechtigung. Allopathie und Homöopathie hätten viele Berührungspunkte, die zu einem gemeinsamen Arbeitsprogramm führen könnten. Insofern, als die Homöopathie für eine rechtzeitige und vorbeugende Behandlung durch Eintreten für ein sitzfreies Leben sei, diene dies dem Volkswohl. Die größte Schwierigkeit in der Homöopathie liege in ihrer eigenen Sparte und Literatur begründet. Die Aerzte seien ständig im Flusse geblieben, und seien bereit mitzuarbeiten an der Aufgabe der Gesamtmedizin, neue Grundlagen für eine Gemeinschaftsarbeit in der Medizin zu schaffen Der erste Abschnitt der wissenschaftlichen Referate im Haus der Deutschen Presse stand unter dem The- ma „Die Homöopathie als Leitmotiv ärztlichen Handelns". Zu diesem Thema sprach Prof. Dr. Basta- nier, Dozent an der Universität Berlin, in einem Vortrag „Ist die Kalkbehandlung der Schulmedizin eine ungewollte Homöopathie". Weitere Vorträge hielten Dr. M a 11 o l i (Florenz) über die „Grundprinzipien der Homöopathie", Dr. W a u v e r (Leipzig) über „Zurück zu Hippokrates mit dem Wissen unserer Zeit", Dr. Fortier - Bernoville (Paris) über „Wert und Grenzen der Anwendung des Simili-Prinzips in der Biologie und Therapie" und Dr. L e o n a r d i (Rom) über „Die Grundgedanken der Homöopathie". gegen unzuverlässige und ungeeignete Planverfasser übertragen werden. Neben dem unmittelbaren erzieherischen Einfluß, den die Reichskammer der Bildenden K ü n st e auf Grund des ihr erteilten Auftrags auf die Planverfasser auszuüben berufen ist, ist es vor allem die prüfende und überwachende Tätigkeit der Baupolizeibehörden, die für eine verantwortungsbewußte bauliche Ge- taltung in Stadt und Land Sorge tragen muß. Im Hinblick auf das gemeinsame Ziel ist daher eine enge Zusammenarbeit beider Stellen unerläßlich. Die Baupolizeibehörden, die auch weiterhin für die Erteilung der baupolizeilichen Genehmigung ausschließlich zuständig und verantwortlich bleiben, sind demgemäß angewiesen worden, die Reichskammer in der Durchführung ihrer besonderen erzieherischen Aufgaben weitgehend zu unterstützen. Ferner sollen die Baugenehmigungsbehörden nach rechtskräftigem Abschluß des baupolizeilichen Prüfungsverfahrens die Landes- [eiter der Reichskammer verständigen, wenn gegen einen Planverfasser vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, daß er die für seinen Beruf erforderliche Eignung^ und Zuverlässigkeit nicht besitzt. GwHeLuslnnnöM überLondon. London, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) lieber der englischen Hauptstadt und deren weiteren Umgebung begannen am Montagabend die großen gemeinsamen Uebungen der englischen £lWrei^ra'te>' der Abwehrformationen der Territorial-Arm^ und des Beobachterkorps. Die Uebungen, deren Hauptzweck es ist, die Londoner Verteidigungsanlagen zu prüfen, dauerten bis in die Morgenstunden und werden in der Nacht zum Mittwoch fortgesetzt werden. Jngesamt beteiligten sich annähernd 400 Flugzeuge an den Schemkampsen. 176 Bomber hatten den Auftrag, die wichtigsten strategischen Punkte der Hauptstadt und der Umgebung zu „zerstören". Für die Verteidigung waren neben der ersten Luftabwehr-Division der T2r5t9or^^(,el! 19 Kampfgeschwader mit insgesamt 222 Maschinen eingesetzt Im Zentrum Londons selbst war von ben9 Uebungen wenig zu merken, da ^6^'- senden Flugzeuge in großer Hohe hielten. Die wichtigsten 'Angriffe richteten sich gegen die Dock- antoqcn in Tilburg, den Themse-Hasen und das Hauptguartier des Oberkommandos der Kampf ä-i-iiwader Der Verteidigung war ihre Ausgabe Zurch die günstigen Verhältnisse erleichtert da d,e angreisenden Maschinen an dem wolkenlosen Hrm- “7 häufig rechtzeitig durch Scheinwerfer eingesangen und durch sofort gussteigenü- Iggdslugzeuge bekämpft werden konnten Jedoch wurden mehrere wichtig- Ol-i-kte „erfolgreich bombardiert", Der Lustfahrtmimster Lord Swinton hatte sich nach dem Flugplatz oon Northolt begeben, wo er einen Teil der Luftmanooer persönlich ver- folgte. Ernster Zwischenfall in Schanghai. Zwei japanische Offiziere auf chinesischem Militärflugplatz erschaffen. Bemühungen zur friedlichen Bereinigung. Schanghai, 9. Aug. (DNB.) Zu den chinesischen Militärflugplatz Hungjao hatten zwei japanische Offiziere im Auto Zutritt verlangt. Als der chinesische Posten sie vor dem Betreten des Platzes gewarnt habe, hätten die Japaner, nach chinesischer Darstellung, seine Warnung mit Schüssen beantwortet, die jedoch ihr Ziel verfehlt hätten. Auf die Schüsse hin seien Mitglieder des in der Nähe stationierten sogenannten Friedenserhaltungskorps zu Hilfe herbeigeeilt. Die Japaner hätten sie mit Schüssen empfangen, durch die ein Chinese tödlich getroffen und mehrere andere angeblich verwundet worden sein sollen. Daraufhin hätten die Soldten des Friedenserhaltungskorps das Feuer erwidert; bei dem Feuergefecht fei ein japanischer Offizier erschossen worden, während der andere schwer verwundet wurde und später feinen Verletzungen erlag. In einem Communiqu4 über den Zwischenfall behaupten die Japaner, die Chinesen hätten die Verteidigungswerke rings um Schanghai mit Flatterminen versehen. Auch seien mehrfach Passanten von chinesischer Gendarmerie untersucht worden. Dies bedeute eine Verletzung d e s Schanghai-Abkommens und stelle eine japanfeindliche, ungesetzliche und provozierende Handlung der Chinesen dar. Der Oberbürgermeister von Schanghai sprach sein tiefes Bedauern aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die japanischen Behörden eine euhige Haltung beibehalten würden. Zur Feststellung der Einzelheiten des Zwischenfalles sagte er eine eingehende Untersuchung zu Die chinesischen und japanischen Behörden bemühen sich, den Zwischenfall mitdiplomatisch en Mitteln zu bereinigen. Zwischen der Stadtverwaltung von Groß-Schanghai und dem javanischen Kosulat schweben Verhandlungen. Ein Untersuchungsausschuß hat seine Arbeit früh ausgenommen. Bei der chinesischen Zivilbevölkerung hat der Zwischenfall erneut große U n - ruhe ausgelöst. Die am Wochenanfang abgeflaute Abwanderung aus Tschapei und Hong- k i u nahm wieder zu und griff auch auf weitere Gebiete über. Tokio fordert gemeinsame Mersuchung. Tokio, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Zwischenfall auf dem Flugplatz Hungjao bet Schanghai hat in der japanischen Presse eine a u ß e r o r deutliche Erregung ausgelöst. Politische Kreise sehen die Entwicklung der Lage in China außerordentlich ernst an und glauben die Neigung der Marinebehörden, starke Maßnahm en an Ort und Stelle vorzubereiten, feststellen zu können. In einer Besprechung zwischen dem Marineminister und dem Admiralstab wurde beschlossen, die Einleitung von Maßnahmen von der Einstellung der chinesischen Behörden zur Frage der grundsätzlichen L ö s u ng des Zwischenfalls abhängig zu machen. Von chinesischer Seite wurde die Forderung auf gemeinsame Untersuchung unter Heranziehung der japanischen Marine und der Kon- sulatsbehörden angenommen. Der Adjutant des Marineminifters erklärte, die Folgen des neuen Zwischenfalls könnten möglicherweise unabsehbar sein. In politischen Kreisen hofft man, daß der Zwischenfall ohne Einsatz der Marinemachtmittel bereinigt werden kann. WnesWeTruypenkomentration Tientsin, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Das japanische Hauptquartier gab bekannt, daß neue starke chinesische Truppenbewegungen erfolgten. Danach haben sich im Raum Kalgan—Nankau-Paß an der Großen Mauer nordwestlich Peipings die chinesische 84., 89. und 143. Division, durch die 4. Division der Zentral-Armee verstärkt, konzentriert. Weiterhin sind im Anmarsch aus Südwesten in Richtung Kalgan die 21. und die 26. Division der Zen- ttal-Armee. Die Truppen der Zentral-Armee schieben sich langsam in Richtung nach Norden längs der Bahn Pukau—Tientsin vor, von wo aus dort stehende Provinzialtruppen längs der Bahn in Richtung Tsingtau marschieren. Diese durch die rege Fliegeraufklärung der Japaner festgestellten Truppenbewegungen sollen offenbar die Derhandlungsbasis Nankings mit dem japanischen Botschafter stärken. Im japanischen Hauptquartier, wo man sich mit dem Erreichten begnügen und einen Krieg vermeiden möchte, glaubt'man, daß ein Krieg trotzdem nicht vermieden werden kann. Die Heeresleitung ist zu Truppenlandungen großen Stils zwischen Tsingtau und Schanghai entschlossen. Die Ungeklärtheit der Lage wird unterstrichen durch die Entwaffnung der jahrelang von Japan für zuverlässig gehaltenen 1800 Mann Pauan- tui, einer Sicherheitspolizei, die aus Chinesen besteht und bisher in dem Raum Tschanghai- kwan-Tientsin in dem alten von Japan abhängigen Osthopei-Gebiet den Sicherheitsdienst versah, jetzt aber nicht mehr als zuverlässig gilt, nachdem meuternde Pauantui in Tungtschau Japaner und Koreaner ermordet haben. Die Entwaffnung ist reibungslos verlaufen. Japanische Der- stärkungen und viele Materialzüge rollen täglich in Richtung Peiping. In Tientsin selbst wurde mit der Anlage von Verteidigungsbefesti- g u n g e n begonnen. Moskau bestellt drei Riesen Schlachtschiffe inLlGA R e u y o r k, 9. Aug. (DNB.) In politischen Krei» sen wird erklärt, daß die sowjetrussische Abordnung, die im Frühjahr wegen des Baues zweier Schlachtschiffe in Amerika Verhandlungen führte, die jedoch infolge amtlicher Einwände fehlschlugen, jetzt mit amerikanischen Stahlwerken und Privatwerften neue Verhandlungen ausnahm. Es handelt sich um den Bau von drei 35 OOO-Tonnen-Schlacht- schiften, mit je neun 40,5-Zentimeter-Kanonen. Die New York Times berichtet, daß eine amerikanische Gesellschaft, die „Earp Export Company" gegründet wurde. Ihr Leiter ist der amerikanische Staatsbürger Samuel Earp, ein Schwager des Vorsitzenden des Moskauer Vollzugsausschusses M o I o t o f f. Die Gesellschaft ist gegründet worden, weil der Umfang der Sowjetaufträge, die sich auf 100—200 Millionen Dollar belaufen, die Aufmerksamkeit einer besonderen Organisation erfordern. Bei den Frühjahrsverhandlungen, in denen die Sowjets zum ersten Male den Versuch machten, ihre Schlachtschiffbestellung in^ Amerika unterzubringen, hatte Moskau gewünscht, daß die Schiffe nach ihrer Fertigstellung von der USA. = 2Jtarine amtlich besichtigt und gutgeheißen würden. Diese Forderung hatte die Regierung in Washington abgelehnt, worauf die Verhandlungen im Sande verliefen. Nun ist Moskau bereit, auf diele Bedingung zu verzichten. Auch der Einwand, den Amerika gegen die Lieferung von 40,5 Zentimeter-Kanonen erhoben hatte, ist nach der Ansicht Moskau hinfällig geworden, weil Amerika s e l b st die Bestückung seiner neuen Schiffe mit Geschützen so großen Kalibers plant. Der Lleberfall auf die „Mongwia". Dreimotoriger Fokker mit Abzeichen der spanischen Bolschewisten klar erkannt. M a i l an d, 9. Aug. (DNB.) Wie der „Corriere della Sera" meldet, ist nach Mitteilung der Besatzung des italienischen Dampfers „Mongioia" die Bombardierung des Schiffes durch ein dreimotoriges Fokker-Flugzeug ausgeführt worden, das sichtbar die Abzeichen der spanischen Bolschewisten getragen habe. Das Flugzeug sei von dem Schiff in Richtung auf den roten Hafen Almeria davongeflogen. Es wird dazu festgestellt, daß von der nationalspanischen Luftwaffe keine Fokkerflug- zeuge verwendet werden. Bei dem dreimotorigen Fokker dürfte es sich um dasselbe Flugzeug handeln, das ganz kurz vorher den britischen Dampfer „British Corpora!" und das französische Schiff „D j e b e l A m o u r" bombardiert hatte. Der Bericht des holländischen Beobachters, so schreibt „Tevere", beweise, daß es sich um einen kaltblütig vorbedachten Piratenüberfall handelte. Aus der Logik der Dinge ergebe sich ohne weiteres, daß die Schandtat nur von sowjetspanischen Flugzeugen ausgeführt worden sein kann. Das Dementi der nationalspanischen Regierung sei übrigens überflüssig, da noch vor wenigen Tagen der Bolschewistenhäuptling Negrin mit zynischer Gewissenlosigkeit erklärte, daß die Bolschewisten im Augenblick der Verzweiflung entschlossen seien, einen europäischen Krieg zu provozieren. Man brauche sich ja nur zu fragen, wen anders als Sowjetspanien und Sowjetrußland derartige Ablenkungsmanöver von Nutzen sein könnten. Das vergossene italienische Blut werde auch dieses Mal gesühnt werden, wann und wo und wie es der Duce für am besten erachte. * Zur Teilnahme an den großen italienischen Sommermanövern, die vom 12. bis 19. August in Sizilien abgehalten werden, hat sich Mussolini in Gaeta auf seiner Jacht „Aurora" nach Messina eingeschifst, um Richtlinien für die weitere landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung Siziliens zu geben. Fränkische Schlösser. Don Fritz Neck-Malleczewen. Landschaft muß man bewohnen, oder man muß sie sich erwandern, wenn man sie kennen will. Und zwar nicht im Auto, sondern in beschaulicherer Wanderarbeit. Die fränkische Landschaft, durchschnitten von den großen nach Süden ziehenden O-Zug- strecken, ist eine der unbekanntesten von Deutschland. Jeder beeilt sich, München, Nürnberg, Stuttgart zu erreichen — wer aber nimmt sich Zeit und Mühe, in Eichstätt, in Pappenheim oder gar in Gößweinstein, in Hilpoltstein, in Roth, in Ochsenfurt und Karlstadt und Kitzingen Halt zu machen? Wer kennt gar die seltsame, im Osten schon ins Slawische, im Westen ins Romanische hinüberspielende Landschaft, die dazwischen liegt? Wer Oberbayern, das burgenarme, bäurische, das beinahe nach Schweizer Muster bauernbeherrschte Oberbayern kennt, ist in Franken beinahe betroffen von der Fülle der Schlösser, der festen Häuser, der E d e l s i tz e. In Oberbayern sind diese festen Häuser, als namengebende Sitze längst vermoderter Geschlechter (Leoprechting, Schonstett, Truchtlaching) entweder vom Erdboden verschwunden oder zerbrochen und führen in ein paar kümmerlichen, auf rauhen Bergrücken gerade noch kenntlichen Mauerresten ein kümmerliches Leben, in Franken stehn sie bewohnt und gepflegt als lebendige Ge- g e n w a r t da. Es ist überall so, wo, wie in Franken, eine zentrale Herzogsgewalt im ausgehenden Mittelalter fehlte und die vielen Grafschaften, die reichsfreiberr- lichen Miniaturstaaten den Adel länger bei Macht und Vermögen erhielten. Oberbayern, das bäurische, hat gerade noch sieben eingeborene Adelsgeschlechter, Franken, das feudalere, hat von ihnen ein Vielfaches, und der Bestand an Schlössern entspricht dieser sozialen Entwicklungsgeschichte. Ich weiß einen fränkischen Standesherrn, dessen gewaltiger Besitz über einen großen Teil des weltlichen Frankens sich erstreckt und teilweise seine Grenzen überflutet. Erinnere ich mich recht, so sind's gegen zwanzig feste Häuser, darunter ein paar, die nicht mehr Schlösser, sondern eben Residenzen von architektonischem Weltruf sind — Horte von Kostbarkeiten, Horte von Bibliotheken mit unentdeckten Schät- zen, der Souveränität beraubte Kleinstaaten mit gewaltigen Forsten, Saugebegen und einem kompletten Ministerium von Beamten, die dies alles Aus aller Welt. 3« sechs Stunden Luftpost den Organ „Das Oesundbeitsmaßnahinen der Reichsjuaendführung. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Das amtliche des Jugendführers des Deutschen Reiches, Berlin-London. Englische Beteiligung an der Nachtflugpoststrecke. Berlin. 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) 3n frühen Morgenstunden traf erstmalig auf der planmäßigen Nachtflugpoststrecke Berlin—London ein Ju 52 der englischen Luftverkehrsgesellschaft Airways auf dem Flughafen in Tempelhof ein. Damit beteiligen sich nun auch die Engländer an dieser Nachtflugpostverbindung, die seit 1933 regelmäßig allnächtlich im Sommer und Winter durchgeführt wird. Die Maschinen dieser Strecke verlassen gegen 23.30 Uhr mit der am Tage aufgegebenen Post die Reichshauptstadt und sind nach Zwischenlandungen in Hannover und Köln bereits 5.40 Uhr englischer Zeit in London, wo die Post mit dem ersten Bestellgang ausgetragen werden kann. Ungefähr kommt auch die in London aufgegebene Post zur ersten Bestellung in Berlin zurecht. Seit einiger Zeit nahmen auch englische Flugzeugführer an diesen Flügen teil, um die Schwierigkeiten des Rächt, und Blindfluges kennen zu lernen. Wenn nun die Brilifh-Airway sich an der Durchführung dieser Strecke beteiligt und dabei die dreimotorlsche J u 5 2 - Maschine zum Einsatz bringt, so zeigt das am besten die von der deutschen Fliegerei und der deutschen Duftfahrt- industrie auch auf diesem Gebiet geleistete Pionierarbeit. junge Deutschland", gibt eine Verfügung des Gesundheitsamtes der HI. bekannt, wonach mit Wirkung vom 1. Juli 1937 in den HJ.-Gebieten pn Etat geschaffen wird, der den HI.-Aerzten und BDM.-Aerztinnen die gesundheitliche Ueberwachung des Dienstes, der Lager, Fahrten und Sonderveranstaltungen erleichtert. Dieser Etat sieht die Einsetzung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor, die ihre ganze Kraft ausschließlich der Gesund» heitsfuhrung der HI. widmen und dadurch die ehrenamtlichen Dienststellenleiter in ihrer Arbeit etwas entlasten können. Eine weitere Erleichterung der Arbeit der mit der Gesundheitsführung Beauftragten sollen die zur Verfügung gestellten Kraft« fahrzeuge bieten. Großer Erfolg der Iiundfunlaussteliunq. Am Sonntagabend hat die 14. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1937 ihre Pforten geschlossen. Mährend der zehntägigen Dauer haben 3 0 7 0 0 0 Besucher d i e Ausstellung besucht, 82 000 Personen mehr als im Vorjahr. Nach den bisher bekanntgewordenen Kaufabschlüssen hat die diesjährige Rundfunkausstellung im Vergleich zu den Vorjahren auch in dieser Hinsicht den weitaus größten Erfolg aufzuweisen. Dieser günstige Abschluß ist nicht zuletzt der ausgezeichneten Arbeit der R e i ch s s e n d e r zu verdanken. Jeder Sender hat mitten in den Messehallen ein vollständiges Tagesprogramm durchgeführt. Diese zu Sendern her- gerichteten Hallen standen im Mittelpunkt des Interesses der Besucher, die zum Teil in 111 Sonderzügen und 400 Omnibussen aus allen Gauen des Reiches nach Berlin gekommen sind. Der Reichsintendant des Deutschen Rundfunks, Dr. Glas- meier, hatte den Intendanten diesmal die Aufgabe gestellt, in den Berliner Messehallen mit den neuesten künstlerischen Kräften ihres Sendebereiches aufzumarschieren. Das Beste sollte für die Be» sucher gerade gut genug sein. Die Arbeit aller Sender insgesamt sollte ein überzeugendes Bild geben von der Pielheit deutschen kulturschöpferischen Willens und Könnens. Das Lied der Landschaften und Gaue sollte hier zusammenklingen zu der großen Symphonie deutschen Kulturreichtums. Die Arbeit war von vollem Erfolg gekrönt. Außerordentlich zugkräftig waren auch die Fernsehsendungen und der -Empfang. Die Besucher haben zum erstenmal richtig erkennen können, wie reichhaltig und lebendig das Programm des Fernsehsenders Nipkow ausgestattet und wie vorzüglich bereits der Empfang ist. Eine besondere Anerkennung verdienen auch die Funkingenieure des Berliner Funkhauses. Die Arbeit der Reichssender ist von ihnen hervorragend betreut und den Hörern vermittelt worden. pariser Hundstage 13on unserem pp.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, August 1937. Nach zweijähriger Unterbrechung wirkt sich im täglichen Pariser Leben das Gesetz der Ferien wieder aus. Nach althergebrachter Sitte sind die ersten anläßlich des Nationalfeiertags auf Urlaub gefahren, der größte Teil der Bevölkerung Anfang dieses Monats und die letzten werden am 15. August folgen. Die Pariser Wohnviertel gleichen toten Prvoinz- ftäbten. Vorn Autoverkehr kann kaum noch die Red^ sein. Die meisten Läden sind geschlossen, denn die Kunden sind ja auf Urlaub, so daß der Ladeninhaber beruhigt aufs Land fahren kann, um seinen Verwandten bei der Ernte zu helfen oder um zu fischen. Zahlreiche Fabriken stehen ebenfalls still, denn seit vorigem Jahr haben die Arbeiter 14 Tage Urlaub. Vor allem wurden auch Kammer und Senat auf Ferien geschickt, so daß die Parlamentarier nicht viel Unheil anrichten können. Nach zwei Jahren schwerster wirtschafts-, innen- und außenpolitischer Auseinandersetzungen herrscht mal wieder tiefster Frieden über Paris. Eine der wenigen Ausnahmen sind die Debatten über die Zukunft und das Programm der Volksfront. Durch das Ende der ersten Volksfrontregierung ist dieser Parteiblock in eine schwere Krise gekommen. Er ist vor allem eine Schöpfung des französischen Kommunismus. Aus dem Scheitern des Kommunismus in anderen Ländern hatte der französische den Schluß gezogen, daß die Fernziele vorläufig zurückgestellt werden müssen und daß eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien anzustreben sei, um die Basis der kommunistischen Bewegung solider zu gestalten. Als am 6. Februar 1934 Rechtsoerbände gegen die Kammer marschierten, es hierbei zu Zusammenstößen mit der Polizei, zum Generalstreik und zu Gegendemonstrationen der Linksparteien kam, hielt die kommunistische Partei die Gelegenheit zu diesem Kurswechsel für gekommen. Sie malte die Gefahr des Faschismus an die Wand und forderte im Juni 1934 zur Bildung einer antifaschistischen Front auf. Im Juli 1934 kam es zum Vorabkommen zwischen Sozialisten und Sozialdemokraten, im Oktober 1934 zur Zusammenarbeit bei den kantonalen Wahlen. Am 14. Juli 1935 erreichten die Kommunisten schließlich ihr Ziel. Sie bildeten mit den Sozialdemokraten und der wichtigsten bürgerlichen Partei, den Radikalsozialen, die Volksfront. Mit dem Ergebnis dieser Bemühungen konnten die Kommnisten zufrieden fein, denn bei den Wahlen am 26. April und am 2. Mai wurden 72 Kommunisten gewählt und einen Monat später wurde die Volksfrontregierung Blum gebildet. Diese Daten zeigen wie Schritt für Schritt die kommunistische Partei sich festsetzt und ihren Einfluß erhöht, dabei systematisch die Bildung einer rein kommuni st ischen Regierung vorbereitet. Die nächste wichtige Etappe dieser Bemühungen ist gemäß dem von Dimitroff im April 1935 verkündeten Programm die Zusammenschließung der Kommunisten und der Sozialdemokratie zu einer Einheitspartei. Wie stets erscheinen dabei die Kommunisten als die selbstlose Partei, die alles zurückstellt, und sich gern den Wünschen der Sozialdemokratie fügt. So taten es die Kommunisten auch, als auf Grund ihrer Initiative im Februar 1936 die Einheitsgewerkschaften gebildet wurden. Doch aus dieser gewerkschaftlichen Entwicklung haben die Sozialdemokraten wohl nicht mit Unrecht den Schluß gezogen, daß Bildung einer Einheitspartei gleichbedeutend wäre mit dem Ende der Sozialdemokratie. Die Sozial- demokratte ist vorläufig nicht geneigt, diesen Schritt mitzumachen, wenn es auch in ihren Reihen viele Anhänger der Idee der Einheitspartei gibt, insbesondere bei den unteren Parleikörpern. Die stärksten Gegner sind maßgebliche sozialdemokratische Führer, die die wahren Absichten der Kommunisten durchschaut haben und befürchten, daß nach der Schaffung der Einheitspartei der kommunistische Einfluß innerhalb dieser Partei immer stärker würde und dann ausschließlich Moskaus Gesichtspunkte zur Geltung kämen. Diese Kräfte der Sozialdemokratie sind sich offensichtlich dessen bewußt, daß ihr erster Regierungsver- sehene ausgedaut und z. B. die vierz'igstündige Ar- beitswoche eingeführt wurde und als von den Kommunisten immer wieder die außen- und wehrpoli- tischen Wünsche Moskaus in den Vordergrund gestellt wurden. Das Ende der Regierung Blum war die Folge. Jetzt ist ein neues Programm a u f 3 u ft e 11 e n , aber schon bei den ersten 23er» Handlungen zeigt sich, daß die Gegensätze erheblicher sind als das Gemeinsame. Während so über ein mögliches neues Programm diskutiert wird, handelt die Regierung Chautemps-Bonnet. Ihre Politik hat nichts mehr mit dem Programm der Volksfront zu tun, ist sogar das Gegenteil dessen, was die Dolks- frontparteien ihren Wählern versprochen hatten. Das Programm der Regierung Chautemps-Bonnet bedeutet das Ende der Sozialreform, Abbau einiger sozialpolitischer Maßnahmen, Erhöhung der Steuern, Gebüyren und Tarife, wie z. B. der Fahrpreise, der Gas- und Elektrizitäts» abgaben u. ä. Es bedeutet ferner eine Entwertung der Währung, eine Entrechtung der Sparer und eine Senkung der Kaufkraft der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Dies Programm ist die notwendige Konsequenz des Versagens der Volksfrontregierung. Einige Führer der Volksfront sehen die Notwendigkeit dieses Kurswechsels ein. Was aber werden die breiten Schichten der Bevölkerung sagen, wenn die Ferienstimmung vorüber ist, und die Frauen feststellen müssen, daß in wenigen Wochen alle Waren, nachdem sie schon innerhalb eines Jahres um 40 v. H. gestiegen waren, um weitere 20 bis 30 v. H. teurer wurden? Um den Zorn der Massen zu beschwichttgen, soll ihnen ein neues Programm unterbreitet werden. Aber vorläufig ist es noch nicht ausgearbeitet. such, die Regierung Blum, kläglich gescheitert ist, weil sie wesensfremde Doktrinen anwandte und sich immer mehr von den nationalen Notwendigkeiten entfernte. So bietet sich heute dem Beschauer ein starkes Durcheinander innerhalb der Volksfront. Die Kommunisten find vor allem an der Schaffung einer proletarischen Einheitsfront interessiert, um möglichst bald unter diesem Deckmantel den entscheidenden Einfluß auf Frankreichs Politik zu erlangen. Alle anderen Fragen laßen sie vorläufig zurücktreten. Innerhalb der Sozialdemokratie gibt es, wie es der Parteitag deutlich zeigte, verschiedene Richtungen. Die einen wollen mit den Kommunisten zusammenarbeiten, andere betrachten ein neues sehr radikales Programm zugunsten einer Verstaatlichung der wichtigsten Wirtschaftszweige als wichtiger, andere wiederum wollen eine Abkehr vom Marxismus und eine engere Verbindung mit der kleinbürgerlichen radikalsozialen Partei, um mit dieser ein typisch französisches Programm auszuarbeiten. Dies starke Durcheinander ist eine Bestätigung, daß das vor zwei Jahren gemäß kommunistischen Vorschlägen geschaffene Bündnis der Volksfront eines der unnatürlichsten ist, das je Parteien gebildet haben. Es war für etwa ein Jahr haltbar, als einige Sozialformen durchgeführt werden sollten. Es führte aber zu einem kläglichen Fiasko, als die Sozialreform über das ursprünglich Dorge- verwalten und einem Besitzer, der, Träger eines großen geschichtlichen Namens, in beinahe huma- nisttscher Abgeschlossenheit, durchgeistigt und im Stil eines letzten Renaissancemenschen dies alles, eine oft nicht eben leichte Bürde an Besitz und überlieferten Pflichten, hütet. Es ist anders, ganz anders, wie in den kolonialen Bezirken des Reiches östlich der Elbe, wo, den unsicheren Verhältnissen entsprechend, das Haus den Besitzer oft wechselte. Diese Häuser wechselten ihn so gut wie nie. Und die Bindung an die heute dort sitzenden Geschlechter verschwindet vielfach im Dunkel der Geschichte. Hier aber soll nicht so sehr von den großen repräsentativen Residenzen die Rede sein, deren Namen weltbekannt sind — wir wollen uns der schier unzählbaren festen Häuser erinnern, die wir, einsam oder als Mittelpunkt von Dörfern, über das ganze, oft so pressend einsame Land verstreut finden. Anders die Bauten östlich der großen Berliner Bahnstrecke ... ganz anders wie alles, was in den gesegneten Gauen der Mainschlingen und der Spessarthänge liegt. Diese Mainlandschaft überträgt ihre trächtige Fülle auf ihre festen Häuser — dort aber, im Osten, wo das Land karger und rauher ist und mit seinen Strohdächern schon ein wenig an das benachbarte Böhmen gemahnt, dort hat auch das Schloß ein anderes Gesicht. Es ist entweder im Verfall, es ist aufaegangen und zerschnitten in mehrere Bauernhöfe, und es zeugen nur noch in den Stallungen die Gewölbe, die Spuren von Freskobildern, die vermauerten Bogen und im Gesamtbilde auch noch die Umrisse des Ganzen von der Vergangenheit ... Oder: sie haben als Edelsitze die mittelalterlichen Zeiten überdauert und dann stehn sie meist, auf steiler Klippe sich aus kleinen gänsedurchschnatterten Bauerngehötten erbebend, auch noch da, wie sie einst entstanden sind, und die Umbaulust der Renaissance, die ja so gern alles bequemer und lebensfreubiaer machte, ist an ihnen gnädig Dorübergegangen. So sind es heute noch gothilche Burgen, beillose Dachsbauten von verzwickten Gängen und Wendeltreppen. Sie haben unausdenklich schöne Fernsichten und schier unerforschte Bodenräume, sie sind nicht immer ganz leicht zu berechnen und setzen mit ihren dicken Mauern, mit all ihren Verwicklungen und Ver- frängunaen oft den segensreichen Einrichtungen unserer Tage — Zentralheizung und Wasserleitung — einen geradezu höhnischen Widerstand entgegen. Uebernachtet man in ihren Fremdenzimmern, so ist s vom Scblasra'im bis zu ienen, vom alt"n Fon- tane in fremden Häusern immer vorsorglich zuerst visitierten Räumlichkeiten über Treppen und Gänge ein kleiner Uebungsmarfd), man findet nachts nicht immer die Schalter und findet nicht den Weg zurück und tastet im heillosen Dunkel sich durch Irrwege zurück und landet wenn man die Nacht nicht bitterlich weinend und frierend auf einer Treppenstufe hocken will, statt in der eigenen Kemenate in fremden Revieren, in denen plötzlich asthmatische Großväter zu husten beginnen ober wo man dort, wo man endlich sein eigenes Bett erreicht zu haben glaubt, in der ägyptischen Finsternis plötzlich eine fremde Hand ertastet und man vor verzweifelten Möglichkeiten steht, die nur noch durch gellendes Hilfegeschrei ober bas Ziehen an einer imaginären Notbremse abzuwenben wären. Nein, sie finb nicht immer leicht zu bewohnen. Im Winter, allen Zentralheizungskünsten zum Trotz sinb sie ein rauhes Riesenreich, in bem bie entlege« neren Provinzen total vereisen unb nur bas Zentrum, erreichbar über zugige Gänge, eine stets vom Frost belagerte Zitabelle ber Wärme unb Behaglichkeit bildet. Sie verlangen eben einen gewissen Jbealismus von ihren Besitzern, und sie lohnen burch bie luftige Einsamkeit hoch über den Wegen unb Plätzen ber Menschen. Durch eine gerabezu vermessene Zeitlosigkeit unb burch alle bie Neuent- bedungen, bie man machen kann, wenn man sie lange bewohnt. Auf bem einen von ihnen, von dessen viereckigen Türmen man bis tief in die £ab schlünde der Oberpfalz und bis zu den blauen böhmischen Bergen sehen konnte, fand ich dicht unter dem Dach eine etwas wurmstichige, aber noch gut erhaltene mittelalterliche Wurfmaschine. Unb ich hatte boch nach solcher Rarität zuvor sämtliche beut- schen Museen, einschließlich des Germanischen in Nürnberg, vergeblich burchsucht. In ber Kirche eines allerbings schon auf oberpfälzer Boben ftehenben Schlosses zeigt ber Kastellan in einer — ich muß schon sagen „vergrößerten Zigarrenkiste" einen vertrockneten winzigen Kinberleib: ein früh verstorbenes Kinb Ludwig des Bayern, das hier begraben lieat ... So verhält es sich mit diesen Buraen des östlichen Franken. Im ÜB e ft e n, reo das Barock der Pfaf- fengasse unb ber Mainstäbte breitere Bresche legte in ber Gotik, bort schaut's anbers aus. Es fitzt nicht auf steilen Klippen, es wächst aus blühenben Gärten. es empfänat heiterer unb bequemer unb in heller Behaalichkeit ben Gast. Oft — bas gilt be- fonbnrs non ben um 1550 erroorben-'n Landsitzen des S'"dlnatriziates — find es kleine Barockschlösser, bie sich aus ben Umrissen der Dörfer kaum erheben, man findet oft in einer und ber gleichen Siebelung zwei ober gar brei bem gleichen Geschlecht gehörige Häuser, von benen freilich heute nur mehr als bas eine ben Anspruch auf ben Namen „Schloß" erheben kann, währenb bie anderen, für die jüngeren <5öbne gebauten meist in Bauern» Höfen aufgegangen sind. In Bauernhöfen, wo sich dann plötzlich in einem unbewohnten und mit allerlei Gerümpel angefüllten Raum, eine Stuckdecke von unbeschreiblicher Anmut vorfindet. Aber bie Stammhäuser stehn noch unb bergen oft noch heute ben ganzen Kulturbesitz eines solchen Stabtgeschlechtes, bas um 1550 seine kaufmännische Überlieferung über Borb warf und dem Kaiser Diplomaten und Feldhauptleute zu stellen begann unb gleichwohl auch heute noch anbers ist unb in anberen Häusern wohnt, als bie Nachfahren ber alten fränkischen Reichsritterschaft ... Denen verblieben manchmal Häuser, bie nicht mehr Schlösser, sondern Schloßkomplere vom Ausmaße von Schleißheim unb Nymphenburg barstellen, unb als Wilhelmine von Bayreuth, Friebrichs bes Großen Schwester, erstmalig nach Unterfranken kam. ba ftanb sie vor ber ihr unfaßlichen Tatsache, baß ber bamals in Würzburg als Bifchof sitzenbe Graf von Schönborn sie in solcher Kostbarkeit wie bem Schlosse Pommersfelben empfing unb baß in diesem Schlosse bie Lebenshaltung ben Veroleich mit ber des damaligen Berliner Hofes immerhin aushalten konnte ... Dort aber, in ben gesegneten Gauen ber Psaffen- gaffe, bort liegen, gebettet in ben blauen unb grünen Geschmeiden ihrer Wasser und Waldungen bie kostbarsten Juwelen bes beutschen Schloßbeftandes. Fußenb oft auf Funbamenten, hie bis zur Römer- zeit zuriickreichen, unb bis zum Klafsnismus hat jebe Zeit rociterqebaut unb hinzugefetzt. Unb wenn man sieht, wie sie gelagert sind in bie buccolische Fülle Frankens, in eine Landschaft, die bort im lieber- fluße foenbet unb ihre Bewohner nicht immer euf das Behelfsmäßige verweilt: wenn man das fleht, fo dankt man roohl bem Schöpfer, ber diese Landschaft samt ihrem Schmuck werden ließ. Denn bas Herrliche, bas Unvergleichliche an dem den Deutschen zugewiesenen Lebensraum, bas ist seine Vielfarbigkeit unb bie Fülle feiner Formen. Er hat aanz gewiß bie notroenbigen, die surrenden Werkstätten unb bie tönenben Schmieden. Aber wäre es nicht unsäglich traurig, wenn er nicht ba» neben bie festlichen Säle, bie Gelasse ruhiger Heiterkeit hätte? - dM M - W '' z W* > <>> !L'. z-'' ,^ä v< U * frg M z < ;>' '■'* ,ZZ;Z^"y zz ■' 'zj»^ . •■:..-. ■ < 4. ' 4 sz WÄ^- ' <\ Z- ■ '> ;-:• •‘.-ww/,; ■ '/*-• -.'.'>z j zzz2w xx7@i^:. w> '" *v//" RS T ÄS/ ,y” , k <■ - Am_ ™ ■>-Ä'.y •" M 8WW^ f , j r O ifima '. - ^ / k ; .vy Z*Tx. ZAMB yfe j- w^wdre»/ - w IS^ A ,-: W>*. ;££> > p • > ? B 4/^ 4 ff ■ ■ ■: LrNM Deutschlands höchste Alpensteaße -CrCMG' Von unserer Berliner Schnstieitung. einem Kreise Salzburger Sportplatz. wollten aus der Abwar. Repp-Skandal auf eichen i Geheilte i Na« deren, niern' io sich aller« je von tsche gelben be« Nach hat sieich weit« lstigr rbeit tnber biges her. des von« auen ichs« 05« Aus« den rei- Se. rn. :bm W. und ohen [rbeit ntlich un« zuin haltig sen« üglich erten« Bei« Freiwillige Helfer ber Schadenverhülung Wie der „Sunday Expreß" ankundrgt, werden m Kürze sämtliche Briefe des britischen Weltreiches durch L u f t p o st, und zwar ohne besondere zusätzliche Kosten befördert werden. Briefe nach A u - stralten würden dann nur noch 7 bis 10 Tage, her bis zum höchsten Stockwerk gelangen kann. Wie man dort, wo an brennende Objekte von der Landseite her nicht heranzukommen ist, vorgeht, zeigte die Vorführung eines Löschbootes: eine kleine Motorspritze mit zwei Schläuchen wurde auf einen Holzkahn gestellt, dann anaeworfen und die ....... Wasser gesteckt. Durch den Druck des retten. *, , . . „ Der freiwillige Feuerwehrmann kennt keine Bezahlung. Er stellt sich selbst, seine Person und sein Gut in den Dienst der Bekämpfung von Gefahren, die die Allgemeinheit bedrohen. Nicht immer kehrt er gesund wieder zurück. Gerade der rückhaltlose Einsatz seines Lebens zugunsten seiner Mitmenschen und ihres Eigentums räumt ihm einen Ehrenplatz in der deutschen Volksgemeinschaft ein. Wir aber hoben die Pflicht ihm bei der Lötung seiner schweren Aufgaben Beistand zu leisten. Und das können wir am ehesten, wenn wir uns so stark in Zucht nehmen, daß künftig von denjenigen Bränden keine Rede mehr sein kann, die durch Fahrlässigkeit entstehen. Wir erleichtern dadurch dem Wehrmann die Erfüllung seiner freiwillig übernommenen Pflichten, wir schützen deutsches Volksgut in höchstem Maße und, was im gegenwärtigen Augenblick besonders bedeutsam ist, wir b e w a h r e n u n s e r e Ernte vor Verlusten, die vermeidbar sind. Denn jedes verbrannte Pfund Korn verringert die Zahl der Brote, die wir zur Deckung der Volksernährung brauchen. R- Drei Scheunen, inu ~ - y---■/ - » füllt, sind vollständig n i e d e r g e b r a n n t. Ein angebautes Wohnhaus mußte geräumt werden. Die große Hitze begünstigte den Brand, der in den am mit Getreide und Heu bis obenauf gefüllten Scheunen reiche Nahrung fand. Acht bis zehn Fuhren Heu und Getreide waren in der einen Scheune untergebracht, in einer anderen 30 Fuhren. Außer den großen Getreidevorräten sind zahlreiche Maschinen und Wagen verbrannt Auch in L a u f ach sind zwei mit Ernte und Futteroorräten bis an die Dach- » sparren gefüllte Scheunen sowie zwei Holzschuppen verbrannt. Insgesamt sind etwa 250 Zent- Schläuche ins Wasser gesteckt. Durch den Druck des ausströmenden Wassers erfolgte das rasche Vortreiben des Bootes. Den Höhepunkt dieser Darbietungen bildete die Bekämpfung eines Schadenfeuers auf einem Gutshof. Rasch herbeigeeilte Löschpolizei des nächsten Dorfes konnte nur mit einer Handdruckspritze eingreifen. Im Augenblick war der geringe Wasservorrat verbraucht. Der Druck war außerdem zu gering, so daß Stallungen und Ernte- vor/ate in höchste Gefahr kamen. Da im Rahmen der Durchorganisierung des Feuerlöschwesens M o- torspritzen überall im Lande in bestimmten Abständen zu halten sind, konnte eine derartige Spritze inzwischen alarmiert werden, die nun sofort lange Schlauchleitungen bis zum nächsten Feuerlöschteich — eine für alle Gemeinden anzustrebende sehr wichtige Einrichtung — führte. Erst jetzt konnte das in der Praxis wahrscheinlich schon sehr weit vorgeschrittene Feuer niedergekämpft werden. Gerade bei dieser Uebung zeigte sich das ausgezeichnete Zusammenspiel der freiwilligen Wehrmänner, die sich nicht nur darauf beschränkten, den Wasserstrahl auf den Brandherd zu lenken, sondern die auch gleich Sturmtrupps in die Ställe und Scheunen eindrangen, um das sich wie wild gebärdende Vieh herauszuholen und bedrohte Menschenleben zu Geschäftstüchtige . , Wesenheit beliebter Bühnenkünstler bei den Salzburger Festspielen Kapital schlagen. Marktschreierisch kündigten sie ein Fußballspiel an, bei dem die Sänger Picaver, Pinza, Gallos und Wer- nik zusammen mit Attila Hörbiger und anderen Bühnenkünstlern sowie Mitgliedern des Wiener Philharmonischen Orchesters gegen eine Altherrenmannschaft antreten sollten. In der Ankündigung hieß es, daß Paula Wessely das Spiel eröffnen sollte. Auch Marlene Dietrichs Erscheinen als Ehrengast war zugesagt worden. Tatsächlich fanden sich jedoch von den Genannten kein einziger auf dem Sportplatz ein. Als die Zuschauer, die zum Teil ansehnliche Preise für ihre Eintrittskarten gezahlt hatten, merkten, daß sie nur geneppt worden waren, kam es zu stürmischen Auftritten. Umstellung der Vriefposi im britischen Weltreich auf Flugpost. lerqen Mn »lisch* Kaiser egann inb in n der a ver« hlösser, von nd als Sroße" m- d° aki der af von e dem dieses lit der -halte" ifaft' d ar"' ,en6l< t-inbe*- Horn* >atiedk sll^ 11^ [et pe"" Jt dea * rtnW Oer heuer' Ein Darmstädter konstruiert einen Frischhalkeschrank. | NSG. Es ist eine lange bekannte Tatsache, daß bei Verdunstung von Wasser Kühlung entsteht. Hiervon ausgehend ist es jetzt einem Darmstädter Volksgenossen gelungen, einen Frischhalteschrank zu konstruieren, der in kleineren Serien bereits in den Handel gebracht worden ist. Als „Betriebsstoff" ver- den täglich lediglich einige Liter Wasser benötigt, die langsam zum Verdunsten gebracht werden. Selbstverständlich kann hierbei nicht die gleiche Tiefkühlung erzielt werden, die in den gebräuchlichen Eisschränken unter Verwendung von Eis entsteht. Die Temperatur in den Frischhalteschränken wird aber durch die Verdunstung des Wassers so weit herabgedrückt, daß ein Frischhalten der Lebensmittel ermöglicht wird. Der Frischhalteschrank ist deshalb geeignet, in dem heutigen Kampf gegen den Verderb von Lebensmitteln helfend mitzuwirken. Relchslagung des Böttcher- und üüferhandwerks. Die Reichstagung des Reichsinnungsverbandes des Böttcher- und Küferhandwerks in Köln fand ihren Höhepunkt in einer Kundgebung im Gürzenich. Der stellvertretende Reichsinnungsmeister Buck (Wandsbek) eröffnete die Tagung mit einem Totengedenken. Bezirksinnungsmeister und Kreis- Handwerksmeister Hauck (Köln) begrüßte Berufskameraden und Ehrengäste. Der Referent des, Reichsstandes des deutschen Handwerks, A. Sied-! b ü r g e r, behandelte das Thema „Handwerk im Aufstieg". Das Handwerk habe weit stärker als früher bei der Vergebung öffentlicher Aufträge Berücksichtigung gefunden. Wenn heute das Bild noch nicht überall rosig sei, wie z. B. im ländlichen Handwerk, so deshalb, weil es eben eine gewisse Zeit dauere, bis der Ausgleich sich vollziehe. Klagen, die hin und wieder über Regiebetriebe der öffentlichen Hand wie der Privatwirtschaft und über die Gefangenenarbeit geführt würden, träten hinter den Erfolgen der letzten Jahre weit zurück. In erster Linie sei hier das System von Ausfuhr-Förde rungseinrichtun- a e n zu nennen, die in planvoller Zusammenarbeit darauf hinwirkten, dem deutschen Handwerksgut neue Absatzmärkte in der ganzen Welt zu Der Ches des Stabes der SA. eröffnete die ersten vier Kilometer von Deutschlands höchster Alpenstraße, der W a l l b e r g st r a ß e , südlich des Tegernsees. Diese Straße ist auch deshalb besonders bemerkenswert, weil sie als Gemeinschaftsarbeit von SA.- Männern fast ohne Maschinen und größere Werkzeuge geschaffen wurde. Hier fahren die ersten Wagen mit Stabschef Lutze an der Spitze über die Alpenstraße. — (Scherl-M.) Bewahrt das Feuer und das Licht.. Ein Besuch in Deutschlands größter Feuerwehr-Schule. solche nach Südafrika 4 bis 7 Tage, solche nachOstafrika 2ll, bis 4 Tage und Briefe nach Indien 2'/- bis 4 Tage brauchen. Der Dienst werde beginnen, sobald die 28 Großflugboote und die 14 Großflugzeuge fertiggestellt seien, die für diesen Zweck gebaut würden. Die Kosten des neuen Dienstes würden sich auf etwa 2 Millionen Pfund im Jahre stellen. Kleine politische Nachrichten. Im festlich geschmückten Hauptsitzungssaal des Volksgerichtshofes wurde am Samstag der bisherige Generalstaatsanwalt P a r e y aus Celle ch ein Amt als Leiter der Staatsanwaltschaft des Volksgerichtshofes eingeführt. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Präsidenten des Reichskriegsgerichts, General der Artillerie H e i tz , den Oberreichsanwalt Brettle aus Leipzig, Vertreter des Kammergerichtspräsidenten und des Generalstaatsanwaltes beim Kammergericht sowie Reichsanwalt i. R. Jorns, dem Reichsjustizminister Dr. Gürtner Anerkennung und Dank für sein vorbildliches Wirken aussprach. ♦ Der österreichische Staatssekretär Schmidt stattete anläßlich eines kurzen Aufenthaltes in Vorarlberg dem deutschen Reichsaußenminister Frhr. v o n N e u r a t h, der dort mit seiner Familie einige Urlaubstage verbringt, einen Besuch ab. Beide benutzten die Gelegenheit zu einer allgemeinen politischen Aussprache, der auch Staatssekretär von Mackensen beiwohnte. Die Unterredung trug einen überaus herzlichen Charakter. * Der türkische Minister der öffentlichen Arbeiten Ali Cetinkaya hat mit Gemahlin und Tochter mit dem Orientexpreß München nach dreitägigem Aufenthalt verlassen, um nach einer 14tägi- gen Besichtigungsfahrt durch Deutschland nach Ankara zurückzukehren. Zur Verabschiedung hatten sich der türkische Botschafter Hamdi Arpag und der Gesandte von Hertwig eingefunden. * Der Oberkommissar Palästinas, Sir Arthur W a u ch o p e, geht Ende des Monats nach England in Urlaub. Es verlautet, er werde im Zusammenhang mit- der Kritik an der Haltung der Mandatsregierung bei den Unruhen im Vorjahre nicht mehr nach Palästina zurückkehren. Neusüdwales (Australien) hat für die beschränkte Aufhebung der Einwanderungssperre neue Anordnungen erlassen. Eine Einwanderung aus England ist erwünscht, die vor allen Dingen Farmarbeiter und Hausangestellte umfassen soll.- Kunst und Wissenschaft. Leiter der Abteilung Schrifttum im Propagandaministerium. Berlin, 9. Aug. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums, Reichsleiter Bouhler, den stellvertretenden Leiter dieser Kommission, Haupt- amtsleiter Karlheinz Hederich, Mitglied des Reichskultursenats, zum Leiter der Abteilung Schrifttum im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und zum Vizepräsidenten der Reichsschrifttumskammer ernannt. In der Stellung des Hauptamtsleiters Hederich als stellvertretenden Vorsitzenden der parteiamtlichen Prüfungskommission tritt keine Veränderungen ein. Beide Aemter werden von ihm in Personalunion verwaltet. Die parteiamtliche Prüfungskommission bleibt unter dem Vorsitz des Reichsleiters Bouhler dem Stabe des Stellvertreters des Führers eingegliedert. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels den Vorsteher des Börsenvereins der deutschen Buchhändler, Verlagsleiter Wilhelm Baur, zum Vizepräsidenten der Reichsschrifttumskammer ernannt und die Zuständigkeit der beiden Vizepräsidenten geregelt. Karlheinz Hederich war unter den ersten Vorkämpfern der Hitlerbewegung. Der demnächst 35 Jahre alte Oberfranke erhielt schon im Alter von 20 Jahren das Bewcihrungs - Abzeichen des Bundes Oberland. Er stellte eine Kompanie aus Hochschülern zusammen und trat der NSDAP bei, wo er die Mitgliedsnummer 11 340 erhielt Im Oktober 1923 erfolgte die Unterstellung seiner Studentenkompanie unter die Führung des deutschen Kampfbundes und damit unter Adolf Hitler. Am 9. Novemher 1923 nahm Hederich an der Spitzengruppe des $uges am Marsch zur Feldherrnhalle teil. 1933 wurde er in die Führung der Deutschen Studentenschaft und die Bundesleitung des NSDStB berufen. Der am 15. November 1935 in den Reichskultursenat Berufene wurde im Januar 1936 stellvertretender Vorsitzender der parteiomt- lichen Prüfungskommission und am 20. April 1937 Reichshauptamtsleiter der NSDAP. Er ist Vorsitzender des Obersten Ehrenrates der Deutschen Studentenschaft und des Altherrenbundes der Deut- schen Studenten sowie Mitglied verschiedener kulturpolitischer Vereinigungen und Arbeitskreise. Der Goethepreis von Malcesine. Auf der Skaliaer Burg von Malcesine am Gardasee fand eine Goethefeier statt, bei der der Gemeinde Malcesine die von der Stadt München gestiftete Goethebüste übergeben und dem Sieger im nationalen Dichterwettbewerb um den Goethepreis von Malcesine, Giuseppe Villa rc el, seine Auszeichnung überreicht wurde Aus Deutschland war eine Abordnung unter Führung von Reichshauptamtsleiter Dr. D r e s l e r erschienen, der u. a. der Direktor des Kulturamtes der Stadt München, Prof Liebermann (München) und Prof. Dr. Wahl, der Direktor der Goethe- und Schiller- Stiftung Weimar angehörten. Don italienischer Seite nahm auch der Dichter Prof. Massimo Spi- ritini, der geistige Urheber des Dichterwettbewerbs von Malcesine, an der Feier teil. Dr. Dredler stellte der politischen Achse Berlin—Rom d i e kulturelle Achse M ü n ch e n — M a l c e s i n e gegenüber und unterstrich deren Bedeutung für die Ausgestaltung der geistigen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Völkern. Der italieniiche Wahnsinnstat einer Mutter. Auf dem Fährschiff, das auf dem Bodensee die Verbindung mit Staad und Meersburg herstellt, befand sich die 41 Jahre alte Frau Theresia Degen aus Konstanz mit ihren beiden ein und fünf Jahre alten Kindern. Mitten auf dem See nahm die Frau die beiden Kinder an die Hand und stürzte sich mit ihnen ins Wasser. Obgleich die Fähre sofort stoppte, konnten die Frau und die Kinder nicht mehr gerettet werden. Es wird angenommen, daß die Frau die furchtbare Tat in einem Anfall von geistiger Umnachtung begangen hat, da sie schon seit längerer Zeit gemütskrank gewinnen. Nach dem vom Geschäftsführer Schröter (Leipzig) erstatteten Tätigkeitsbericht referierte der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft, SA.-Brigadeführer Diehl über die Bedeutung des Weinküferhandwerks im Weinbau. Den Schlußvortrag hielt Reichsinnungsmeister Mar Wünschmann (Leipzig) über das Thema Alljährlich gehen in Deutschland durch Feuer ( „Neue Aufgaben für das Böttcher- und Küferhand- Werte verloren, die geldmäßig mit vielen Millw- । werk" nen zu Buch schlagen. Wir sind nicht so reich, um i fionferen) für Kaufdjgiftbetämpfung in Hamburg, diese Schäden g°la!s°." hinzunehmen In frühesten ' * ' ' . s rc r, Zeiten bereits hat sich IM deutschen Volke em . Am Samstag begann m der Ernst-Merck-Halle 1 Zelbstschutz gegen die Brandgefahr gebildet. Doch . m Hamburg im Rahmen der @ u 11e r aurh die beste Feuerwehr kann uns gegen Brand- , Tagung die Konferenz für ^auschglMkampfun^^^ ni$t ^tzen, wenn nicht jeder von uns i an der von der Par ei und ^en Gliederungen ^Wehr im wahrsten Sinne des Wortes rund zweihundert Vertreter, ferner Generalarzt Dr. Arheitsloliakeit au verurteilen „Bewahrt das -'M«. ~ SSg,-“ X."S SÄ : Menschen, wie sie das Sozialprodukt des Vol- P^n^. Autostunden von der Reichshauptstadt kes verminderten. Der Alkoholiker sei m ledern Eernt, im Schloß Bahrensfeld in der Kur- Falle dem Gesamtvolk gegenüber durch eigmes befindet sich eine Schulungsstätte, die unse- Verschulden Leistungen ^chul^g ^^^ben. Die ren Feuerwehrmännern gewidmet ist. Durch diese kung des Alkohols auf das Erbgut ^handelte Gau Rarßn^ geschmackvollen Bauten versehene, mo- amtsleiter Wilhelm Schneider. Er betonte die einaeriditete Schule gehen alle Angehörigen Notwendigkeit der Rauschgiftbekämpfung unter demDeutschen Feuerschutzpolizei der Gesichtspunkt, daß dem Alkohol unrettbar Versal- Provinz Brandenburg. Die Kurse können nur kurz D°mt n - ft sein, denn die Wehrmänner entstammen den Ianb= ken Nachwuchses erfaßt wurden Dr Theo e ß wirtschaftlichen Berufen, sie können ihrem Hof erklärte im einzelnen die Methoden der Enthalt. Weckern nur auf Tage entzogen werden, iamkeitsfürsorge an Alkoholkranken. hambur- kommen gern und alle gehen mit reichern gische Landesregierung empfing die Mitglieder der! mieber in ihre Heimatgemeinden zuruck. Ordensleitung und die Gauwarte des deutschen Gut- Monnigfaltig sind die^ Ausgaben der Feuerwehren, templerordens, wobei Regierender Bürgermeister Le r0$rcit ?ie auf ber Freiwilligkeit beruhen, im Krogmann die Gaste begrüßte. roefrf)e „jcht weniger als 2,5 Millionen Männer um« Die Reichstagung der deutschen Guttempter. fassen. Die 48. Reichstagung der deutschen Guttempler Gin kurzer Besuch in Bahrensfeld, veranstaltet erreichte mit einem Festabend im Zoo ihren Höhe-1 ber Reichsarbeitsgernelns ch a s t punkt. Mit großem Beifall wurde die Ansprache S ch a d e n v e r h ü t u n g , hat interessante Ein- von Prof. Wolfram (Wien) ausgenommen. Die hlide in die Arbeit der Deutschen Feuerloschpolizei Festrede hielt Prof. Dr. Teske, der die Aufgaben gebracht. Ein Hausbrand wurde vorexerziert: in- und Ziele des Guttempler-Ordens in ber heutigen nerhalb von Sekunden stand eine mechanische Lei- Zeit umriß. Grundsatz der verantwortlichen Haltung fer mit ihrer Spitze am Hausdach, über die Leiter des einzelnen sei erst nach ber Machtübernahme zu fyinmeg vollzog sich bie Rettung der Hausbewoh- einem allgemeinen Grundsatz erhoben worden. Seit- ner Abgeschnitten vom Feuer, mußte ein Wehr- bem habe man auch bie Verpflichtung zur Gesunb- man am Seil an ber Außenwanb entlang sich m erhaltung in ihrer überragenben Bebeulung für bie Sicherheit bringen. Mit Hakenleitersteigen wurde Zukunft von Volk unb Rasse erkannt. schulmäßig geübt. Diese Steigen sind seichte Holz- Die U-Bootflottille Webdigen in Finnland. (eitern mit Sensen am oberen Ende Die mit schar- finnischen Küstenverteidigung General Valve gab | fo bafj auf diese Weise der Wehrmann von nutzen^ den Offizieren im Marinekasino em Tanzfest mit — ^^er^rbrs"e^.o^C56enr,^[enen - Setreibe unb ebenso nie! Heu unb Stroh oer- STÄiÄ'SS b®eÄÄnb^ Ein Wer bei bet Meberoerhastung erschaffen. Am Sonntag legte der Führer ber beutschen In der Nacht zum 6. August ist aus dem Eesang- U-Bootflottille, Kapitän zur See L o y ck e, Kränze nis in Freiburg der Untersuchungsgefange e an den finnischen und deutschen Heldengräbern nie- Paul Busset entwichen. Busiet ist em meifa^ ber. Anschließend) marschierten bie beutschen blauen wegen Diebstahls vorbestrafter Mensch, der mit oem Jungen unter Vorantritt ihrer Musikkapelle zum 12. Lebensjahr in Fürsorgeerziehung kam unb dom Gottesdienst in die deutsche Kirche. Mittags gab Pg Lebensjahr ab nur mit kurzen Unterbredfungen bie deutsche Matrosenkapelle ein Konzert auf der fost immer im Gefängnis saß. Er hatte sich wegen Esplanade. Die vorzügliche Haltung der deutschen ^ber 159 Einbrüchen zu verantworten. Durch die Matrosen erfreute die einheimischen Kreise nicht Fahndung der Polizei und Gendarmerie unter Mil. roeniger als bie vielen Auslanbsbeutschen, bie es Wirkung ber SA. unb SS. gelang es, ben Xater sich nicht nehmen ließen, in ihren Sommerheimen Heuweiler bei Freiburg S" stellen. Dem Veam en Angehöriqen der U-Bootsbesatzunq Sastsreundschast der ihn s-stn-hm-n wollte. Astete er Widerstand und ongedeihen zu lassen. ergriff d i ° F l u ch t. Der Be""«- * " 105 Iahte alt. seiner Schußwaffe Gebrauch, wobei Buss ch Frau Wilhelmine Scharnikow, di- älteste oerletzt wurde , Snollenblätterpilzes. Einwohnerin Hannovers, feierte ihren Drei Todesopfer oes khouchui r j 105. Geburtstag. Die Jubilarin, die sich notier gei- In O b e r a u b e i B o z e n l’a‘te,el" ®'nl%of,ne5 stiger und bewundernswerter körperlicher Rüstigkeit sßi[3c mit nach Haufe gebracht, nach deren Genuß erfreut, arbeitet noch ohne Hilfe im Haufe und be- a,,, Kinder der Familie schwer er- fchästigt sich mit Handarbeiten. Arn Weltgeschehen dankten. Das °'°N°brig- Söhnchen starb un- nimrnt sie regen Anteil und liest täglich die Z-'tung. mittelbar danach im Krankenharw Nun st a r b «1 «w-» «.Sils «-»■ ü ÄS »"ÖT8ÖÄÄ "™" m.'.t und Jruch' S-/!^E„„n bei der Rettung ihres Sohnes ettrunkem Bei Stralsund ereignet« sich bei Sralersahre , Strelasund ein schweres Badeungluck. Ein Ehepaar aus Stralsund besand sich Mit fernem llsahrn qen Sohn beim B a d e n als der Junge plötzlich u n t e r a i n g Bater und Mutter eilten herbei, um ih„n S°hn zu retten. In diefem Augenblick erlitt die Mutter einen Herzlch > ag und ging unter. Bei dem Versuch, sie zu reiten «rträn auchderBater Der Sohn konnte sich kurze Zeit später selbst ans Ufer retten. Die Leichen der Eltern wurden geborgen. o gesucht! 9 5238 A Schriftliche Angebote u. 5225 D an den Gießener Anzeiger erb. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.? Lastwagen Chauffeur nun, daß es hier auch durchaus natürlich und ungezwungen zugeht. Die Führerin wohnt in der „Sendeleitung". Und so hat jeder Raum seinen Namen bis hin zur — Waldkapelle (WC.). Helles Lachen, fröhliches Singen tönt durch das ganze Haus. Nur im „Schweigezimmer" herrscht unerbittliche Stille. Hier wird gelesen, geschrieben und nach Hause berichtet; hier kann und darf sich auch das einzelne Ich ein wenig auf sich selbst besinnen und seinen Gedanken nachhängen. Die weißlackierten und weißüberzogenen Betten stehen — das ist schon wahr — aus Raumersparnis zu je zwei übereinander. Da heißt es also turnen. Aber wer kann es nicht, wo Frühsport und Spielturnen die oft noch steifen Glieder der Städterinnen geschmeidig machen? Wannenbäder, Brausebäder, Waschräume — selbstverständlich ist das alles vorhanden. Einträchtig stehen vierzig Waschschüsseln, vierzig Seifennäpfchen, vierzig Mundgläser, vierzig Zahnbürsten nebeneinander ... Einträchtig und kameradschaftlich fügen sich auch die vierzig Arbeitsmaiden in die freiwillige, must e r h a f t gehaltene Disziplin des L a - gers, obwohl doch hier Mädel aus allen Schichten unseres Volkes Zusammentreffen. Mädel, die bisher nichts voneinander gewußt haben: Abiturienten und Studentinnen, Büroangestellte und Verkäuferinnen, und Haustöchter, noch ohne einen erwählten Beruf. Sie alle wohnen, essen, arbeiten, schlafen, feiern gemeinsam und helfen einander. Sie teilen sich in den Hausdienst, in die Küchen- und Gartenarbeiten, werken und schaffen, als sei es immer so gewesen. Trennende Schranken der Bildung und der Gesellschaftsschichten fallen, Vorurteile werden abgelegt, und bald ist aus dem Du schon das Wir geworden, dessen tiefer Sinn in der täglichen Arbeit immer stärker verstanden und empfunden wird. Aber nicht alle vierzig Arbeitsmaiden können im Lager tätig fein. Und das Lager ist ja auch nicht lieber 40 Jahre bestehendes Lebensmittel-und Feinkost-Geschäft in Marburg, in guter Lage, zu verpachten. Schriftliche Angebote unt. 5239V an d. Gießen.Anzeiger. Deine teifiungen für dos imfs- wtth „Mutter und fiinö" dienen unserem Volke. 4-5-Zim Wohn, in der Nähe der Universität per fofort gesucht. Schriftliche Angebote u.5247D andenGieß.Anz, Arbeitsmaiden packen zu... Wir besuchen ein Lager des weiblichen Arbeitsdienstes Vermietungen] 5311*1 mit Küche u.Bad zu vermieten. Wetzlarer [03927 Weg Nr. 77 Part. 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Und nun lernt auch die Stadt die Tänze und die Lieder der Arbeitsmaiden, lernt auch sie Feierabendstimmung und deutsches Brauchtum kennen. Und so wird aus der „Leutenot auf dem Land", aus dem wirtschaftlichen Beistand und aus dem wirtschaftlichen Nutzen, Mittwoch. 11.8., ab 10 ühr,verk. ich im Neuenweg 28 (Eing. durch d.HoL,folg. 1 Theke mit Marmor (2 25 m lang, 0.70 m breit), ^cbreibtifcfje, Näh- majcyinen, ^ojasunö Sessel, große Ausziehtische (auch für ^eignet), Ehzimmer- !,uble. Wasch- und Nachttische, ^ink^^^oulatuhrew Gasherde, Jcnbios, Grammophone, Pferde- sefere, Betten, Noßhaarkeile, mAi« mT"»' k Wäschemangel, ?Är7r?nfe' ,2. Trevvenstühle, 1 Ventilator, elektrischer Lüster Garderobenständer u. v. a. 6246i5 -ter Verkauf findet bestimmt statt. L. Hartnictz, Neuenweg 18^ Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landaebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu Zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Garten- straße 3, oder auf Postscheckkonto Nr. 27707 Frankfurt a. M. oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei lieber« schreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. 5233A 23om 20. August 1937 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat Juni 1937 ein- schließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 9. August 1937. Direktion der Städtischen Betriebe. Ein weitläufiger, sehr gepflegter Garten, in dem hochstämmige Rosen und dichte Jasminbüsche verschwenderisch blühen und duften, umgibt das steinerne, zweigeschossige Landhaus, das wir betreten, um dem hier untergebrachten Lager des weiblichen Arbeitsdienstes einen Besuch abzustatten. Im Hausflur, in dem am „schwarzen Brett" der Dienstplan des Tages angeheftet ist, tritt uns die jugendliche Führerin des Lagers entgegen, heißt uns willkommen und führt uns in den Hellen, lichten Tagesraum, in dem die Arbeitsmaiden — zur Zeit sind es vierzig an der Zahl — ihre gemeinsamen Mahlzeiten einnehmen, in dem sie geschult werden und nach des Tages Arbeit ihre fröhlichen Feierabendstunden verbringen. Tische, Stühle, Hocker, Schränke, Borte, Decken- und Wandbeleuchtung, — alles ist sauberste Handwerksarbeit, von den Arbeitsmaiden selbst gefertigt. So stört fein Kitsch den anheimelnden, schmucken Raum. Wo die Arbeitsmaiden diese Handwerkskunst gelernt haben? Sehr einfach: die eine lernt's von der andern! Geht's heute noch recht ungeschickt, so geht's morgen schon geschickter, und übermorgen ist die „Kunstgewerblerin" fertig. Ueberhaupt: hier wird gar nicht lange überlegt, sondern das, was notwendig ist, einfach, gemacht, gebastelt, hergestellt, erledigt! Auch die Türschilder an den einzelnen Zimmern sind selbst geschnitzt und geleimt und mit bunten Figürchen oder Landschaften geschmückt, mit lustigen Namen versehen. Da heißt das eine Zimmer „Blaue Sinfonie", was auf verträumte Romantik schließen lassen könnte; aber schon liest man nebenan: „Krach im Hinterhaus" oder „Knallbonbon", und man weiß 1 Selbstzweck, sondern: die deutschen Arbeitsmaiden ■ wollen ihrem Volk dienen und kräftig mit = Hand anlegen. Das geschieht, indem die Arbeits- , maiden zum deutschen Bauern, in die deutschen Landarbeiterfamilien ober/in die zahlreichen Arbeitsstätten der NSV. gehen, um dort in den Müttererholungsheimen, in den Jugendheimen, Kindergärten und Säuglingsheimen tätig zu sein. In dieser Arbeit erst erfüllt sich der Sinn des weiblichen Arbeitsdienstes. Was aber sagen die Bauern und die Bäuerinnen dazu? Niemand verargte es ihnen, als sie anfangs den deutschen Arbeitsmaiden mit mißtrauischen Gefühlen entgegenkamen. Aber die jugendliche Führerin des Lagers berichtet uns, daß dieses Mißtrauen sehr bald schwand, als Bauer und Bäuerin sahen, daß die „Städterinnen" zupacken wollten und nach einem herzlichen kräftigen Anlauf auch wirklich zupackten. So treiben die Arbeitsmaiden wertvolle praktische Landwirtschaft; sie melken die Kühe, sie füttern das Vieh, sie buttern, sie sind auf dem Felde, hacken Früchte, binden die Garben und helfen obendrein der Bäuerin, der kinderreichen Landarbeiterfrau im Haushalt. Keine leichte, keine bequeme Arbeit! Da gibt es rauhe Hände und heiße Gesichter. Dafür leuchten aber von Tag zu Tag die Augen heller und blanker und Gesundheit strömt in den Körper und in die Seele. Denn auch das erzählt die Führerin, daß alles von den Arbeitsmaiden abfällt, was an städtischer „Zivilisation" schlecht und unecht ist. Hier setzt auch die Schulung ein. Aber keine „Kollegs" werden „gelesen". Alles wird auf einen einzigen Nenner gebracht, auf den Nenner des unverbildeten, gefunden Menschenverstandes und des Gefühls für Heimat und Volk. Was dann auf solche Weise „erlernt", d. h. eingegangen ist in das aufgeschlossene Herz der Arbeitsmaiden, das tragen sie "nun, meist ganz unbewußt, hinaus zum Bauern, zum Landarbeiter, in die Heime der NSV. Zögernd begreift dies alles auch die Bauernjugend. Die jungen Bauernsöhne und Landarbeiter aber wagen es noch nicht, die Arbeitsmaiden zum Tanz ZU holen, wenn die Dorfmusik ungelenk Tango spielt. Aber dann kommen die Arbeitsmaiden mit ihren eigenen Lauten und Zupfgeigen und „Schifferklavieren" und spielen selbst zum Tanz auf. Aber sie spielen keinen Tango — sondern jene Tänze, bei deren Klängen die alten Bauern und Bäuerinnen aufhorchen und sich verwundert fragen: „Gibt's denn das noch?" Und — hoppla, eins zwei, drei — stampfen auch die Jungen und schon dreht sich ein Bauernreigen, so zünftig und echt wie einst und „dunnemals". Erst auch fingen die Arbeitsmaiden Volkslieder, die alle kennen und mitfingen. Dann fingen sie ihre neuen Lieder. Und nun kommen die jungen Burschen und Bauernmädel zu den Arbeitsmaiden und sagen: „Wir wollen eure Lieder auch fingen!" So erwächst unversehens aus der Gemeinschaft der Arbeit und aus der Karner adfcha ft des Feierabends heraus altes und neues Brauchtum, von dem nur noch ein kleiner Schritt zum deutschen Volkstum ist. Dann aber kommt doch einmal der Tag des Abschieds. Sei es, daß der Arbeitsplatz beim Bauern — meist nach sechs Wochen — gewechselt wird, sei es, daß das Halbjahr des Arbeitsdienstes „herum" ' ist. Da gibt es manch wehmütige Stunde, die über- : wunden wird mit dem geschäftigen Kuchenbacken der Bäuerinnen für die Arbeitsmaiden und deren : Familie daheim! Denn auch zwischen den Familien auf dem Lande und den Familien in der Stadt sind Heute früh 4 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden mein Heber Mann, unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Schlund, Zimmermann im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Schlund, geb. Reitschmidt Familie Ludwig Schlund Familie Ludwig Dörr Familie August Schäfer Familie Heinrich Schlund. Hausen, Garbenteich, Annerod, den 9. August 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. d. M., nachm. 2‘/2 Uhr statt. -- ------------------5245 Di Mittwoch, bett 11. August 1937, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich sm Neuenweg (Versteigerungslokal) bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe im obig. 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Unter Führung von Professor Dr. Heyse (Göttingen) hatte auch eine deutsche Abordnung teilgenommen. Professor Dr. Heyse warf die Frage auf, ob die Philosophie und die Wissenschaft in ihrem aufgelösten heutigen Zustand einer endlosen Reihe von Teil- und Spezialdisziplinen noch ein bildendes und formendes Prinzip des Lebens und der Geschichte bedeuten können oder ob sie vielmehr deren Auflösung bewirken. Weil die methodische europäische Geschichte und jene europäische Metaphysik die ewigen Gesetze des Seins und des Lebens mißachteten, stünden beide in der Krisis, deren Höhepunkt unsere Epoche darstelle. Das tiefste Anliegen der gegenwärtigen deutschen Philosophie bestehe darin, d i e echten Ideen und Werte zu erringen, in denen sich nicht ein Phantom des Lebens und der Geschichte, sondern das Leben und die Geschichte in ihrer Wahrheit kundtun. Darum sei hiese Philosophie m i t d e m neuen Deutschland auf das tiefste verbunden, und deshalb auch sei sie von ihrer mitwirkenden Arbeit am heutigen Europa überzeugt. Ferner sprachen Professor Geh.! e n über Descartes im Urteil Schellings, Professor Scholz über die Sonderstellung der Logik-Kalküle im Bereiche der elementaren logischen Kalkülforschung, Professor Hermes über ein Axiomsystem für die Syntaxe des klassischen Logikkalküls, Professor Gentzen über den Unendlichkeitsbegriff und die Widerspruchsfreiheit in der Mathematik. Professor Bur - kamp behandelte das Thema „Wirklichkeit und Sinn." Professor Thurnwald schilderte die Entwicklung und den Fortschritt im Lichte der Völkerforschung, während Professor Ebinghaus einen Dortrag über den Gebrauch des Prinzips cogito ergo sum (ich denke, also existiere ich) in der Descartesschen Philosophie hielt. Die. Professoren Bäurnler , Hartmann und Heims 0 eth griffen in Diskussionen zu philosophischen Problemen ein. Zu Mitgliedern des Internationalen Philosophen-Komitees, dem bisher nur zwei Deutsche angehört hatten, wurden diesmal sechs deutsche Professoren ernannt, die Philosophen Heyse, Bäumler, Hartmann, Heimsoeth, Bauch und Gehlen. — Der nächste Kongreß für Philosophie wird 1941 in der holländischen Universitätsstadt Groningen stattsindm. Wetterbericht des Refchsivetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Während die nördlichen Teile des Reiches am Montag schon im Bereiche kühlerer Meeresluft lagen, wurden im südlichen Deutschland bei meist heiterem Himmel vielerorts noch Temperaturen über 30 Grad erreicht. Unter heftigen nördlichen Winden und örtlichen Gewittern eindringende kühlere Meeresluft brachte jedoch auch in der vergangenen Nacht merkliche Abkühlung. Da wir auch für die Folge im Zufuhrbereich feuchter Meeresluft verbleiben, wird die Witterung im südlichen Teile unseres Bezirks im wesentlichen noch freundlich sein, nach Norden hin aber leichtere Unbeständigkeit zeigen. Vorhersage für Mittwoch: Vielfach dunstig und wolkig, aber nicht durchweg unfreundliches Wetter, besonders nach Norden und an Gebirgsrändern gelegentlich auch etwas Niederschlag, mäßig warm, überwiegend westliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Vielfach aufheiternd, doch leicht unbeständig. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 27,7 Grad Celsius, abends 20,8 Grad; am 10. August: morgens 15,6 Grad. Maximum 29,2 Grad, Minimum heute nacht 15,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abends 25 Grad; am 10. August: morgens 19,8 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. D.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Minister für Dolkskultur, Alsieri, hatte ein Be- arüßungstelegramm gesandt. In Zukunft gelangt der Dichterpreis alle zwei Jahre als Nationalpreis zur Verteilung. 400 ibero-amerikanische Aerzle in Berlin. In dem Jbero-Amerikanischen Institut zu Berlin fand die Eröffnung der 2. Vorlesungsreihe der Jbero-Amerikanischen Aerzteakade- m i e statt. Der Einladung zu diesem bedeutsamen Aerztetreffen, dem größten nach dem Kriege in der Reichshauptstadt, waren aus den 22 Ländern des ibero-amerikanischen Kreises fast 400 Aerzte gefolgt, um an den von der Akademie veranstalteten Kursen in spanischer und portugiesischer Sprache teilzunehmen. General Reinecke, der Präsident des Jbero-Amerikanischen Instituts, und Staatsrat Prof. Dr. Sauerbruch als Präsident der Jbero-Amerikanischen Aerzteakademie begrüßten in spanischer Sprache die Erschienenen. Am 13. August Schöne 3-Zimmer - Wohnung mit Bad, Nähe Stadtmitte, sof. zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 5243D a.d.G.A. Neuhergerichtete 2-Zim.-Wohn. in Stadtmitte an ruhigen Mieter sofort zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 03934 a.d.G.A. Mietgesuche | 5-Zimmerwohnung ruhig, sonnig, gut gelegen, von ruhigem Mieter per 1. Oktober gesucht. Schriftt. Angeb. m. Preis U. 5231D an den Gieß. Anzeiger. | Verschiedenes! Kleiner Carlen od.Gartenanteil an der Lahn zu pachten gesucht. Schr.Angeb.unt. 03937 a.d.G.A. Kutscher d. Brauerei Ihring-IMelchlorJ/ch hat am Samstag zwischen 4 und 7 Uhr nachm. a. d. Straße Watzenborn— Garben- teich-Steinbach- Lich einen Geldbeutel mit RM. 90.96 Inhalt verloren. 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Straft im Text *ön"-n 6le z-tun0,. anzeigen durch zeitgemäße, gepflegte de'F°rm Werbedrucksachen Wirksam In der Farbe gut unterstützen Nur eo Gerät und beliefert Sie zu gUnetlgen Preisen die BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Antikes kleines Sofa bis 130 cm breit, zu kaufen gesucht. Schmidt Wartweg30.o3v33 Futterkartoffel zu kauf, gesucht. AuchkleinQuan» tum wird abgeholt. Schriftliche Angebote unter 03936 a. d. G. A. Verkäufe Gut erhaltenes Klavier (Elfenbeintasten, billig abzugeben. Schr.Angeb.unt. 03938 a.d.G.A. Nr. 184 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, 0. August I93Z Aus der Stadt Giehen. Oer Monat der Sternschnuppen. Wir kommen jetzt in die Zeit, in der es sich besonders lohnt, in klaren Nächten dem gestirnten Firmament Aufmerksamkeit zu schenken. Wer seine Freude darin findet, bei dem Aufbitzen einer Sternschnuppe einen frommen Wunsch zu hegen, der ja nach altem Glauben in Erfüllung gehen soll, wird in den kommenden Nächten häufiger als sonst Gelegenheit dazu haben. Immer wieder wird eins der glanzenden Lichter aufstrahlen, die von kleinen Körpern ausgehend von außen in die Atmosphäre unserer Erde eindringen und dabei erglühen; im Bruchteil einer Sekunde legen sie einen großen Bogen am Himmel zurück und hinterlassen oft noch sekundenlang eine Lichtspur. Man kann solche Sternschnuppen während des ganzen Jahres bei günstiger Witterung wahrnehmen, aber es gibt drei Zeiten im Jahre, in denen die leuchtenden, manchmal auch buntfarbigen Himmelsraketen in bedeutend größerer Menge erscheinen als gewöhnlich; das sind die Monate April. August und November. Man hat langjährige genaue Zählungen angestellt, die ergeben haben, daß die Sternschnuppen während der zweiten Jahreshälfte etwa doppelt so häufig sind als während der ersten, und daß der Monat August überhaupt die sternschnuppenreichste Periode des Jahres darstellt. Während im sternschnuppenärmsten Monat, dem Mai, stündlich nur sechs gezählt wurden, sind es im August fast 24. Die große Häufigkeit der Sternschnuppen im August hat ihre Ursache darin, daß die Erde um diese Zeit einen ausgedehnten Meteorschwarm durchschreitet, der über eine elliptische Bahn verteilt ist und sich in derselben Weise wie die Kometen um die Sonne bewegt. Dieser Meteorring hat eine bedeutende Breite, so daß es mehrere Wochen dauert, bis sie ihn ganz durchquert hat; in den Tagen vom 10. bis 13. August aber gelangt sie an die dichteste Stelle des Schwarmes, und so werden jetzt auch die meisten Sternschnuppen sichtbar. Vorläufer des Schwarmes zeigen sich immer schon im Juli, Nachzügler kommen bis gegen Ende August. Die Sternschnuppen sind dabei nicht gleichmäßig über die einzelnen Stunden verteilt; ihre Zahl nimmt vom Abend bis zum frühen Morgen zu und ist von drei bis fünf Uhr am größten, etwa dreimal so groß als am Abend. Auch die räumliche Verteilung der Sternschnuppen am Himmel ist verschieden, sie ist dichter am öst- licheu Himmel, als am westlichen. Das gilt besonders von den Auguststernschnuppen. Verlängert man die Bahnen der Sternschnuppen nach rückwärts, so treffen sich diese Verlängerungen in einem Punkt, aus dem sie alle herzukommen scheinen. Dieser Ausstrahlungspunkt liegt bei den jetzt auftretenden Sternschnuppen im Sternbilde des Perseus; besonders von einem Punkte nördlich vom Sterne dritter Größe Gamma des Perseus scheinen die meisten Sternschnuppen auszustrahlen Man hat dem ganzen Schwarm daher den Namen „Perseiden" gegeben. Auf Grund der Berechnung der Bahnen der Perseiden machte Schiaparelli im Jahre 1866 die wichtige Entdeckung, daß diese Körperchen einst dem Kometen 1862 III angehört haben, in dessen Bahn sie laufen. Sie müssen sich daher von diesem Schweifstern abgetrennt haben Da auch für die anderen Sternschnuppenschwärme solche Mutterkometen nachgewiesen werden konnten — die „Leo- niden" im November laufen in der Bahn des periodischen Kometen 1866 I —, so war damit der enge Zusammenhang beider Arten von Himmelskörpern nachgewiesen. Die Perseiden sind schon seit langer Zeit bekannt. Bei den Chronisten finden sich Berichte darüber, die bis zum Jahre 830 v. Ehr. zurückreichen. Aber sie sind sicher schon vorher lange bekannt gewesen, wie ihr volkstümlicher Name „Laurentiustränen" zeigt, der von dem Märtyrer Laurentius abgeleitet ist, der bei den Christenverfolgungen unter Kaiser Valerianus im Jahre 238 auf einem Rost lebendig verbrannt wurde. Seinen Namen trägt auch der 10. August. Es sind heute über hundert Sternschnuppensterne bekannt, und man hat beobachtet, daß die Körperchen, winzige Gesteinstrümmer, mit einer relativen Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Sekunde dahinrasen, daß sie in einer mittleren Höhe von 113 Kilometer aufleuchten und von 89 Kilometer verlöschen, in derselben Höhe, in der auch die Nordlichter ihre größte Intensität in der Atmosphäre enthalten. B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): Weltstadt-Variete mit den „4 Philipps". — Deutsche Werkstoff-Ausstellung im Saale der Liebigshöhe von 10 bis 20 Uhr. Zwei Stunden große Variete-Kunst. Oie „Vier Philipps" im Gloria-Palast. - ■ - M . s :>x ■ ■ Die Leitung des Gloria- Palastes im Seltersweg hat es sich angelegen sein lassen, über die Filmpro- gramme hinaus wieder einmal etwas Besonderes zu bieten. Für drei Tage ist der Film abgesetzt und die Bühne zum Schauplatz für Variete - Kunst geworden. Die „4 Philipps" füllen gegenwärtig in Gemeinschaft mit ihrem Ansager und dessen Partnerin zwei Stunden auf das Angenehmste. Schon der Auftakt ist lustig genug. Der Ansager, Theo A. Körner, stellt sich vor und weiß im Nu die Sympathien derZuschauer auf sich und auf die Künstler, die ihm folgen, zu lenken. Er selbst führt ganz allein und später auch mit seiner Partnerin kleine Theaterstückchen auf, die in ihrer Kürze die Würze haben; er stellt Horoskope, dichtet, singt, spielt virtuos Klavier und weiß neben seinen eigenen Vorzügen auch die seiner Kameraden von der Artistik in das rechte Licht zu rücken. Mit Spannung sieht man deshalb den folgenden Darbietungen entgegen, und man wird nicht enttäuscht. Fräulein Edith führt zunächst ihren glänzend dressierten, wenn auch etwas merkwürdigen Bild oben: Spagat auf dem Drahtseil. Unten: Der Balanceakt der vier Philipp. (Aufn.: Neuner, G. 21.) Esel vor, der durch seine Künste Lachsalven auslöst. Anschließend zeigt, reizend kostümiert und für die Balance nur mit einem Sonnenschirm bewaffnet, Fräulein Kita die hohe Schule der Drahtseilkunst; sie tanzt und vermag sogar auf dem Seil die schwierige gymnastische Hebung, das Spagat, auszuführen. Der großen Leistung bleibt der entsprechend große Beifall nicht versagt. Zwischen den weiteren Darbietungen wissen sich immer Thea A. Körner, der Ansager, und die kapriziöse Erscheinung seiner Partnerin, Juliane Collin, die ihn mit Gesang und Tanz nach besten Kräften unterstützt, interessant zu machen. Dann treten die „vier Toledos" (alias Philipps) auf und zeigen ihr erstaunliches Können auf dem Gebiete der Jongleurkunst. Keulen und Ringe wirbeln durch die Luft, und kaum vermag man die Systematik zu erfassen, nach der geworfen und gefangen wird, kaum vermag man mit den Augen zu folgen. Es wird dem Zuschauer wohl nicht möglich sein, zu ermessen, welche Arbeit, welche Disziplin und stete Aufmerksamkeit notwendig sind, um diese Gemeinschafts- und diese Einzelleistungen, die die Künstler in dieser Nummer ihres Programms zeigen, erreichen zu können. Nachhaltig wirkt dann Charlie, der Strolch, auf die Lachmuskeln, der mit einem gestohlenen Fahrrad in einem heftigen Kampf liegt und zähe mit der Tücke des Objektes streitet. Daß er in der Auseinandersetzung mit dem fragwürdigen Fahrrad kein Wort spricht, erhöht die Wirkung um em Beträchtliches. . . Schließlich bildet ein Balanceakt der vier Philipps, ein Kabinettstück der Kraft, der Ruhe und der Eleganz, den Abschluß des Programms, das in seinen Einzelheiten erkennen läßt, wie sehr der Artist in seiner Liebe zu seiner Kunst zu Leistungen vorstoßen muß, die weit über dem liegen, was gemeinhin von einem Menschen gefordert werden darf. Den Künstlern wird die wohlverdiente Anerkennung nicht vorenthalten. H. L. Neuner. fehlen, da der letzte Besichtigungstag unwiderruflich Mittwoch, 11. August, ist. Die Wanderschau ist von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt frei für jedermann. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Betr.: Führerlagung aller Unlerbannsührer, (Befolg- schafisführer, Gefolgschafts-Geldverwaller, SfeUen- leiler des Bannes und der Führerschaft des Standortes Giehen. Am kommenden Donnerstag, 12. August, findet im Heim der Gefolgschaft 2/116 (Gießen-Nord), Walltorstraße 38, eine Führertagung statt. Es haben hieran teilzunehmen: Alle Unterbannführer, alle Gefolgschaftsführer, Gefolgschafts - Geldverwalter, Stellenleiter des Bannes 116, sowie die gesamte Führerschaft des Standortes Gießen. Besprochen wird das Gebietssportfest. Spielschar-HJ.-Bann 116. Betr.: „Bardowie k". Alle Jgg., die bei der Uraufführung von „Bar- dowiek" anläßlich des Gebietssportfestes mitwirken, treten am Mittwochabend um 20 Uhr pünktlich in Zivil am Stadttheater zur Probe an. 4800 Betriebe unseres Gaues im Leistungskampf. NSG. Nach den bis jetzt vorliegenden Anmeldungen haben sich aus dem Gau Hessen-Nassau etwa 1800 Betriebe zum Leistungskampf angemeldet. Freudig haben sich die Betriebsgemeinschaften in den Dienst dieses sozialen Wettkampfes gestellt und damit bewiesen, daß sie bestrebt sind, den Gedanken der nationalsozialistischen Betriebsgemeinschaft im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und im Geiste der Deutschen Arbeitsfront zu verwirklichen. Die Beteiligung erreicht 60 v. H. der Anzahl der vertrauensratspflichtigen Betriebe. Gebt Urlaub für den Reicksparieitag! NSG. Die Tage des Reichsparteitages stehen vor der Tür. Wiederum kommen die politischen Soldaten des Führers aus allen deutschen Gauen in Nürnberg zusammen, um an dem großen Appell der Partei und ihrer Gliederungen teilzunehmen. Erfreulicherweise konnte man in den letzten Jahren die Feststellung machen, daß den am Reichsparteitag teilnehmenden schaffenden Volksgenossen in fast allen Fällen der hierfür erforderliche Urlaub bei Fortzahlung des Lohnes bzw. Gehaltes ohne Anrechnung auf den Tarifurlaub gewährt wurde und sie darüber hinaus noch ein Taschengeld ausgehändigt erhielten. Sehr viele Gefolgschaftsführer haben diesem Sinn entsprechend Bestimmungen in die für ihren Betrieb geltende Betriebsordnung ausgenommen Don den Betrieben, die eine Urlaubsregelung für Teilnehmer am Reichsparteitag noch nicht getroffen haben, wird erwartet, daß sie diese nunmehr vornehmen. Die Regelung soll auf alle Gefolgschaftsmitglieder qnge- wandt werden, die laut Bescheinigung der zuständigen Parteistelle für die Teilnahme am Reichs- Parteitag in Nürnberg ausersehen sind. Ehrenabend der Freitorpskämpfer. Die Kameradschaft „Freikorps Hessen" im Kyff- häuserbund veranstaltete am Samstag einen Kameradschaftsabend, in dessen Mittelpunkt die Ueber- reichung der Ehrenurkunden an die ehemaligen Baltikum- und Freikorpskämpfer „Einsatz für „Deutsche Werkstoffe im Handwerk." Von der Kreishandwerkerschaft Gießen wird uns geschrieben: Die Ausstellung des Reichsstandes des deutschen Handwerks „Deutsche Werkstoffe im Handwerk" im Saal der Liebigshöhe zu Gießen geht ihrem Ende entgegen. Das Interesse aus allen Teilen der Bevölkerung war trotz der Ferien und der Erntearbeiten außerordentlich groß. Ein Beweis, daß der Reichsstand mit dieser Wanderschau zur Aufklärung und Propaganda für die deutschen Werkstoffe auf dem richtigen Weg ist. Die Besichtigung der Wanderschau ist allen Interessenten dringend zu emp- Deutschland" stand. Kameradschaftsführer Beute eröffnete den Abend mit einem Appell. Er gab zunächst einen Rückblick auf die Jahre nach dem Zusammenbruch, während der einsatzbereite deutsche Männer und Jünglinge, trotzdem sie aus den Materialschlachlen des Weltkrieges kamen, noch einmal die Waffe in die Hand genommen hatten und an die Grenzen des Vaterlandes eilten. Sie sprangen als Freikorpskämpfer in die Bresche und taten es um Deutschlands Ehre willen. Die Anerkennung des Führers sei ihnen dafür zuteil geworden, denn der Führer sagte, daß sie die „letzten Soldaten des großen Weltkrieges und die ersten Kämpfer für das Leipziger Löwen. Zoodirektor Schneider erzählt von seiner weltberühmten Zucht. Bis heute sind in Leipzig bereits über tausend Löwen gezüchtet worden, und die Leipziger Löwenzucht, die erst im Jahre 1880 ihren Anfang genommen hat, ist weltberühmt geworden; jährlich kommen fünfzig bis siebzig Löwenjunge zur Welt, die überall guten Absatz finden. Wie die Löwenzüchtung vor sich geht, erzählt der Direktor des Leipziger Zoos, Dr. Karl Max Schneider, sehr unterhaltend in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung". In bester Erinnerung ist Den Leitern des Zoos die Löwin Bussi geblieben, die zugleich eine der ersten und eine der fruchtbarsten war. Sie begann mit drei Jahren zu werfen, brachte alle zehn Monate drei oder vier mollige Kinderchen an und zog sie alle, insgesamt 46, selbst auf, ohne daß ein einziges ihr 'zugrunde ging. Als sie einmal aus Platzmangel bei 18 Grad Kälte ins Freie gelassen wurde, an einer Lungenentzündung erkrankte und einging, sind dem Begründer des Gartens, Ernst P i n k e r t, die Augen feucht geworden. Mit gefunden, starken, instinktsicheren Eltern muß die Zucht anfangen, wenn sie Erfolg haben soll. Das beste Alter liegt zwischen dem fünften und zwölften Jahr. Löwinnen, die ihre erste Mutterschaft erleben, haben zuweilen nicht genug Milch oder ihr Pflegetrieb ist noch nicht stark genug durchgebrochen; so kam es erst kürzlich vor, daß eine fünfjährige Löwin von drei Jungen zwei auffraß, so daß ihr das überlebende fortgenommen und künstlich aufgezogen werden mußte. Die notwendige Pflege beginnt schon gegen Ende der Tragzeit, die 108 Tage dauert, mit der Heraufsetzung der Kost und der Beigaben vitaminhaltiger Mittel. Dabei haben die Löwinnen auch ihre Eigenheiten; die eine nimmt kein Rindfleisch und fastet lieber, die andere liebt Leipziger Speckkuchen und sogar Würstchen. Man muß mit den Tieren ruhig umgehen, damit sie nicht verwerfen, und sie rechtzeitig an das Alleinleben in der strohbelegten Wochenstube gewöhnen. Entscheidend sind bei der Aufzucht die ersten Le- lbenstage. Die Frage ist, ob die Jungen lebenskräftig genug sind, um selbst an der Alten zu saugen. tf)*aben sie kräftige Stimmen und warme Mäulchen, sso werden sie von der Mutter geduldet und betreut, und der Züchter soll die neue Familie nicht »stören, die ein rührendes Bild bietet, wenn die Alte im Strohlager ruht und die schwarzfleckigen Kinder vor sich zwischen den mächtigen Pranken hat. Ab und zu heben die jungen die taumelnden Köpfchen mit den meist noch verklebten Augenlidern und suchen tastend, während die Mutter ihr mächtiges Haupt auf die mollige Schar senkt und die rauhe Zunge über sie hingleiten läßt. Wird ein junger Löwe nicht ernährt, ist er am dritten Tage verhungert. In der fünften Woche etwa gehen die täppischen Kätzchen mit ans Fleisch, das heißt, vorläufig lecken sie nur daran, aber das dauert nicht lange, bald will jedes die 15 Pfund allein in eine Ecke schleppen. Wenn die Dinge bei Mutter und Kind nicht so günstig liegen, muß der Tiergärtner selbst Hand anlegen, mit Hausmitteln das flackernde Lebens- flämmchen wieder anfachen, Wärmfteine unter das weiche Lager legen, Tee kochen und die Verdauung anregen. Die Tiere brauchen Schlaf, Ruhe und Dunkelheit. Wenn irgend möglich, wird das Löwenbaby einer Amme zugefellt, einer anderen Löwin, wenn sie es übernimmt ober, was leichter ist, einer Hundeamme, in Leipzig sind es meistens Dackelmütter, die so tierlieb sind, daß sie die Jungen wärmen und belecken, selbst wenn sie nicht zu säugen vermögen. Später kann auch eine Ziege aushelfen. Ein neu geborenes Raubtier gleich mit der Milchflasche aufzuziehen, erfordert die ganze Hingabe und Erfahrung des Pflegers; es gibt böse Stunden, wenn die Sorgenkinder zur Zeit des Zahndurchbruchs vom Krampf geschüttelt werden. Man darf auch nicht, wie man ursprünglich glaubte, junge Löwen in die Sonne legen; sie gehen ein, wenn man sie ein paar Stunden der schattenlosen, sommerlichen Mittagsglut aussetzt. Die Frage, ob die Züchtung die Löwen verändert habe, beantwortet Direktor Schneider damit daß in Leipzig nur eine Zucht nach dem Urbild des ftarfbemäbnten Löwen betrieben worden ist. So gab es einen Löwenjüngling Leipziger Abkunft, dessen schwarze Bauchmähne von 30 bis 40 Zentimeter ßänge fast den Boden erreichte und damit alles bisher Bekannte übertraf. Leipziger Löwen kommen weit durch die Welt. Man findet sie in den Zoologischen Gärten, der Zirkus sucht ganze Gruppen in dressurfähigem Alter, Schausteller treten als Käufer auf, aber auch tierfreundliche Privatleute, die das „entzückendste Raubtierkind", das ein Löwenjunges nach Direktor Schneiders Ansicht ist, bis zum Alter von einem Jahr einmal selbst aufziehen wollen. C. K. Ein Wunderschütze. Der kürzlich erfolgte Tod eines Meisterschützen im Alter von 63 Jahren, der den Ehrenname ' .Aimrod" hatte, lenkt noch einmal die Aufmerksamkeit auf dieses an Erfolgen reiche Leben. Als Buffalo Dills Wildweftschau im Jahre 1886 England einen Besuch abstattete, erregte ein zwölfjähriger Junge im ©amt» anzug mit steifen Etvnkragen, das größte Aufsehen, denn er zeigte sich als Schütze nicht nur allen Cowboys weit überlegen, sondern überbot sogar in Treffsicherheit Annie Oakley, die bis dahin als der beste Schütze der Welt gegolten hatte. Das Wunderkind hieß Charles Brown, Sohn eines Hotelbesitzers in Aunhead, und sein Ruhm sollte bald die Svort- toelt mit Staunen erfüllen- Den Berichterstattern gegenüber äußerte sich seine Witwe: „Ich glaube, Charlies Talent war ein Erbteil seines Großvaters und seines Dakers, die beide berühmte Schützen waren. Sie hatten eigene Jagdreviere in Aunhead, wohin 1886 Mitglieder der Wildwestschau zu einem Taubenschiehen kamen. In jener Zeit waren die Schiehpreise hoch und die Runde kostete daher 20 Pfund. Jemand machte zum Spaß den Vorschlag, daß der kleine Charlie sich beteiligen sollte. Er willigte ein, und in fünf Minuten hatte er alle Preise gewonnen! Dann nahm er seine kleine Büchse und traf nacheinander 12 Penny-Stücke, die in die Luf' geworfen wurden. Mrs. Drown besitzt noch einige dieser Stücke, die alle ausnahmslos in der Mitte ihr kleines Einschuhloch auftoiefen und durch die Gewalt der Kugel kegelförmig gestaltet waren. Buffalo Dill verspottete diesen Sieg, bis er erleben muhte, dah Charlie in einem großartigen Kampf um die Meisterschaft Annie Oakley schlug. „Aim- rods" erstes öffentliches Auftreten geschah mit acht Jahren," erzählte Mrs. Drown weiter, und zwar im alten Agu rium Westminster, wo er vor dem Damaligen Prinzen von Wales, Dem späteren König EDuarD VII. und einer Menge von 3OOOO Menschen nacheinander 41 gläserne Reifen traf." Der letzte große Wettbewerb, Den er gewann, war 1913 im alten Schiehklub in WormwooD Scrubs. Der Preis bestanD Damals in einem echt silbernen schweren Kaffee» und Teeservice. In Den letzten zwanzig Jahren war „Aimrod" auf Der Versuchsstation für Schußwaffen im Königlichen Arsenal Woolwich tätig. Roch bis vor Kurzem war er eifrig tätig unD plante Die Teilnahme an einem Wettschießen gegen Die besten Schützen Der Welt. Doch Dann kam Die Krankheit unD er muhte alle Zusagen rückgängig machen. ------ J Goldrausch in Alaska. Ein neuer Wettlauf nach Dem Golde, Der an Die letzten Jahre Des vorigen JahrhunDerts erinnert, wenn auch nicht ganz in Demselben Umfang, findet gegenwärtig in Alaska, in Der UmgegenD Der Vai von Kuskokwim statt Als sich Das Gerücht von neuen grohen GolD- unD Platinlagern in Diesem Gebiet verbreitet hatte, strömten HunDerte von GolDiuchern Dorthin, in Der Hoffnung, schnell ihr Glück zu machen. DreihunDert GolDsucher tarnen in Bethel mit Dem ersten Dampfer Dieses Jahres an, weitere 400 Personen folgten mit zwei kleineren fpäteren Dampfern. Aach Der Ankunft mieteten Die kühnsten unter Diesen GolDsuchern verschiedene Flugzeuge und begannen eine genaue Durchsuchung des ganzen Gebietes. Eine Gruppe von Goldsuchern hat ihre Aachforschungen auf einem schmalen sandigen Uferstreifen in Der Umgebung von GooDnews konzentriert, wo ein vielversprechenDes Platinlager festgestellt tourDe. Andere Gruppen sinD längs Der Ufer Des Eek-Fluffes unD in Die Dai von Togiak vorgeDrungen, wo kleinere Mengen GolDes gefunden wurden. Wieder andere haben sich in Die fanDiaen Gebiete an Der Bai von Kuskokwim begeben. In wenigen Wochen sinD ganze Dörfer bei Diesen Fundstätten aus Dem BoDen geschaffen, Deren Entstehen so schnell vor sich ging, Dah es Den amerikanischen BehörDen nicht möglich war, auch nur im bescheidensten Umfange Den notwenDigen Polizei- und GefunDsheitsdienst zu organisieren unD für Aahrungsmittel zu forgen. Die Preise für alle Lebensmittel sinD Daher zu schwinDelhafter Höhe angestiegen; aber Die Go Dfucher, Die von ihren künftigen Reichtümern träumen, achten nicht im geringsten Darauf unD zahlen ohne weiteres einen Dollar für Das Stück Brot unD noch mehr für lebensnotwenDige Dinge. Aatürlich ist auch wie immer bei solchen Gelegenheiten eine Schar von Abenteurern unD Provitjägern mit Den GolDsuchern gekommen, Die Spielhäuser unD andereVeignügungs- ftätten geschaffen haben. Die Chronik von GooDnews hat auch bereits Das erste Verbrechen zu verzeichnen; währenD eines Streites an einem Der Spieltische tourDe ein GolDsucher schwer verletzt unD muhte in beDenklichem Zustande in Das Krankenhaus von Bethel geschafft toerDen. Gommeraufenihali der Gießener Artillerie in Zoffen. „Märkische Heide, märkischer Gand." — Erlebnisse in der „Sommerfrische" der Soldaten. natürlich ausgenommen!) ihre Dor- und Nachteile hat. Abends saß dann alles, schießende und vermessende, fahrende und kraftfahrende Artilleristen, in den netten Vorgärten der Kantinen und stellten im Gespräch fest, daß bei den jeweils anderen auch ganz nette Kameraden seien. Allzu viel Zeit für Kantine, Lagerkino und gar einen abendlichen Bummel in das entfernte Wilnsdorf ober Zossen blieb uns allerdings nicht, denn die Uebungsplatzzeit wurde tüchtig ausgenützt, die Tage waren selten, an denen nicht wenigstens eine Batterie der Abteilung auf dem Platz schoß. Dann hieß es also am Vortage auf dem Dienstplan: Morgen früh 4 Uhr schießt die ... Batterie, 1. B.-Stelle Wurzelberg, Feuerstellung hart südlich Wurzelberg usw. „Morgen früh 4 Uhr schießt die Batterie ..." Das hieß mit anderen Worten: Wecken heute, 2 3.3 0 Uhr, morgen um 1 Uhr Abmarsch. Während die Kameraden gerade im ersten Schlaf lagen, einige Unentwegte wohl auch noch die letzte Molle begutachteten, rückte die Batterie durchs Lager und hinaus auf die Landstraße. Nun ist die Landstraße, die wir benutzen mußten, ein Teil der Strecke Berlin—Dresden. Daß man da auch zu solcher nachtschlafenden Zeit nicht allein war, kann sich jeder denken. Wie oft haben wir geflucht, wenn so ein Ueberlandlastzug an uns vorbeibrauste, oder schlimmer noch, gerade bei uns seine Luftdruckbremse betätigte. Das Geräusch geht wirklich jedem, Mann und Pferd, auf die Nerven, besonders, wenn man gerade dran ist, im guten Glauben an das Wachsein des Vordermannes langsam einzudösen. Oder es rast so ein Sch...... von einem Kraftradfahrer der Batterie entgegen und denkt nicht daran, a b z u b l e n d e n. Ja, Nachtmärsche sind nicht immer schön. Mit Morgengrauen kam die Batterie dann von der Straße ab und auf die sogenannten Wege des Lagers. Wege sind es auf der Karte, in Wirklichkeit sind es Sandbahnen, in denen Pferde und Fahrzeuge einsacken. Links und rechts baut sich dann der Kieferwald auf, der durch die durch Granaten geknickten oder durch Splitter aufgerissenen Stämme einen so wilden Charakter angenommen hatte, und aus dem oft ein völlig artiUeriefrommes Reh, oder ein freches Karnickel herauslugte. War es dann hell genug, so ging der Feuerzauber los: Erst prüfen der Grundrichtung Ziegelei Zehrensdorf ober Försterei Eiche (für jeden, der in Zoffen war, sind diese Punkte, wie die Be- obachtungsstände Kemmel oder Langemarck, Begriffe, die nicht wegzudenken sind). Danach tauchten dann durch das Zauberwort des Leitenden „plötzlich" die feindliche B-Stelle, das „Panzerabwehrgeschütz" oder die „vergehende Infanterie" auf. Daß die Pappkameraden schon am Tage vorher ihre Stellungen bezogen hatten, tut ja nichts zur Sache. Bei dem dann folgenden Stellungswechsel geriet wohl ein Reiter in einen der heimtückisch versteckten Sümpfe und konnte sein Pferd dann nur mit fremder Hilfe, vielleicht sogar erst nach Zuhilfenahme von Zugtauen, freiarbeiten. Vielleicht fand man auch mal einen PKW., der im Sande rettungslos festfaß, und dann die Hilfe der sonst ach so gering geachteten Pferde in Anspruch nehmen mußte. War das Schießen vorüber, dann schnell, schnell runter vom Platz, damit die Nächsten anfangen konnten, und während andere Leute * gerade beim Morgenkaffee saßen und unsere Männer und Pferde zufrieden der „Klappe" und dem Stall zustrebten, rollten schon ihre Schüsse. Sie prüften die Grundrichtung: Ziegelei Zehrensdorf oder Försterei Eiche. So ging es die Woche über, so ging es noch am Samstag früh. Dann aber am Samstagabend, wenn Mann, Pferd, Geschütz, Wagen und Gerät die nötige Anzahl Appelle überstanden hatten, dann ging’s zum Baden ins Lagerbad, im Mellensee oder für die, die es sich leisten konnten — sogar nach Berlin! Hitler-Llrlauber-Kameradschast bei der LlniverW Die Kameraden der Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Deutschland" wurden Ende der vegangenen Woche und gestern auch mit einigen Arbeitsgebieten unserer Universität bekanntgemacht. Die Kameraden horten am Samstag einen Dortrag von Dr. habil. Scheibe, der in' einer aufschlußreichen Schilderung über die Deutsche Hin- dukusch-Expedition sprach. Der Redner verstand es, das immerwährende Ringen um die deutsche Erde begreiflich zu machen und auch auf die notwendige Erforschung fremder Kulturpflanzen mit dem Ziele der Ertragssteigerung und der sicheren Gestaltung unserer Ernährung hinzuweisen. An einigen Beispielen erläuterte er die damit zusammenhängende Züchtung und Veredelung solcher durch die Expedition von Asien mitgebrachten Pflanzen zu neuen, den deutschen Klima- und Bodenverhältnissen angepaßten Ernährungspflanzen und Rohstoffspendern. Die neuen Versuche, so führte der Redner u. a. aus, gelten in erster Linie der Vermehrung der Fett-, Eiweiß-, der Futtermittel- und Faserversorgung. An Hand zahlreicher Lichtbilder vertiefte der Vortragende in seinen Zuhörern das Gesamtbild, das er ihnen durch seine Worte von der Expedition gab. Starker Beifall und herzlicher Abschied bewiesen, daß der Vortrag den Zuhörern ein interessantes Erlebnis war. Am gestrigen Montagvormittag waren die Urlauberkameraden im Botanischen Garten zu Besuch. Der Direktor, Pros. Dr. K ü st e r, führte seine Gäste mit einem Vortrag in das Institut ein, bei dem er in aufschlußreicher Weise die zeitgemäßen Aufgaben und Forschungsziele eines Botanischen Instituts und Gartens barlegte. Anschließenb sprach der Assistent des Botanischen Instituts Dr. Heidt über „Die Pflanzenwelt der hessischen Heimat", wobei er die Besucher aus den verschiedensten Gegenden des Reiches mit der Flora unserer engeren Heimat in großen Zügen bekanntmachte. Durch diese Vorträge gut vorbereitet, konnten die Teilnehmer dann unter Führung des Universitäts-Garteninspektors Nessel einen außerordentlich fesselnden Rundgang durch die sehenswerten Anlagen des Botanischen Gartens unternehmen, bei dem sie eine Fülle von interessanten Dingen zu schauen bekamen. Der Montagnachmittag war einem Besuch der Universitätsbibliothek gewidmet, wo die Urlauber unter Führung von Dr. Mittermaier das große Gebäude der Bibliothek in allen Teilen kennenlernen und dabei die Wahrnehmung machen konnten, daß auch in einer kleinen Universität wie Gießen doch ungeheure Schätze an Büchern und höchst wertvollen Dokumenten für die Zwecke der Wissenschaft und der Forschung, dazu noch eine Unmenge von Zeitschriften und Zeitungen und sonstigen Druckerzeugnissen angesammelt werden können. ^unOfunfproQramm. Mittwoch, 11. August. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bunt tariert! 15: Volk und Wirtschaft. Was gibt’s heute auf dem Gemüsemarkt? 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes klingendes Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Serenaden, Tänze und Ballettmusik. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Kamerad, wo bist du? Dritte Reich" seien. Der Kameradschastsführer rief zum Schluß zur Treue und zur Pflichterfüllung dem Führer gegenüber und zu engem Zusammenschluß auf. Kreisverbandsführer Kam. Dr. M o n n a r d erinnerte, bevor er die Verteilung der Urkunden vornahm, an die gleichgesinnten freiheitlichen Bestrebungen zur Zeit der Freiheitskriege, und gab dann feiner Gewißheit Ausdruck, daß diejenigen Männer, die nach dem Weltkrieg für Deutschland an den Grenzen kämpften, immer wieder ihr Leben in die Schanze schlagen würden. Anschließend nahm Dr. Monnard die Ueber- reichung der Ehrenurkunden an folgende Kameraden vor: Polizeiwachtmeister Will). Hainer, Fritz Decker, Ludwig Spieß, Emil Niederhausen, Hermann Müller, Heinrich Würtz, Alfreb Nopora, Polizeimeister Hans Diesel, Martin Steiner, Eduard Gvndner, Polizeiwachtmeister Balth. Nordmann, Phil. Kuhn, Gg. Lenzinger, Wilhelm Dedio und Polizeiwachtmeister Karl Oswald, sämtlich aus Gießen; Otto Konrad, Langd, Arthur Rehfeld, Langsdorf, Hans Fischer und Willi Reinheimer, Rodheim (Bieber), Wilhelm Arnold, Lollar und Christ. Wolf, Orüningen. Mit Dankesworten des Kameradschaftsführers B e u f e und mit dem Gruß an den Führer fand der offizielle Teil des Abends feinen Abschluß. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 10. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, G. I Klasse S 13, Klasse A 12%, Klas e B 12, Klasse C 11%, Klasse D 11; (3. II. Klasse S 12%, KlasseA 12%, Klasse B 11%, Klasse C 11, Klasse D 10%, Eier, aussortierte (abfallende Ware), 45 g und darüber 10%, unter 45 g 9%, ungezeichnete 10, Enteneier (in- und ausländischer Herkunft), 60 g und darüber 12%, unter 60 g 11%, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Romifch- kohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 22, gelb 15 bis 22, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 12 bis 22, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 5 Psi, 5 kg 50 Psi, 50 kg 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, % kg 15 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 35 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 35, Dörrobst 20 bis 35, Heidelbeeren 34, Pflaumen 16 bis 20, Zwetfchen 16 bis 25, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 25 bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Psi, Blumenkohl, das Stück 10 bis 47, Salat 8 bis 9, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken 1% bis 2, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. ** Die Bezahlung der Strom- und Gasgelder. Die Direktion der Städtischen Betriebe macht darauf aufmerksam, daß die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen sind. Dom 20. August ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Teilnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat Juni einschließlich der Äofteji noch nicht entrichtet haben. ** Nichts damit z u tun! Im Anschluß an die gestrige Lpd.-Meldung aus Frankfurt a. M. unter der Ueberschrift „Hehler Verleumder" bittet uns der Studienassessor Willi Hohmann, zur Zeit Gießen, Ederstraße 18 wohnhaft, unseren Lesern mitzuteilen, daß er mit jener Angelegenheit nichts zu tun hat und mit dem Verurteilten nicht identisch ist. ** Von der Brücke gestürzt. Gestern nachmittag ereignete sich unweit dem Gaswerk an der Wieseckbrücke ein Unfall. Von zwei Knaben, die sich dort zu schaffen gemacht hatten und dabei auf das Brückengeländer geklettert waren, glitt einer, der etwa 12iährige August Velten, ab und stürzte einige Meter in die Tiefe. Der Junge erlitt eine Gehirnerschütterung und mußte durch die Sanitäts- kolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen Susannes Tochter. Roman von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. 20 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Aber soll ich schuld haben, daß ein armer Mensch brotlos wird? Wo er mir doch gar nichts getan hat, nicht das Geringste! Wenn das geschieht, dann gehe ich auch!" Ihre Augen funkeln vor Erregung, ihr Atem geht heftig. „Wie entzückend Ihnen dies Temperament steht!" Sabine stampft zum zweitenmal auf: „Machen Sie dock keine dummen Witze, Herr Michailow! Mir ist Das bitter ernst! Ich will unter keinen Umständen, daß Herr Lyk etwas von Ihren Beobachtungen erfährt. Versprechen Sie es mir, bitte." Michailows Augen glänzen: „Und was krieg' ich dafür? Einen Kuß?" Sabine senkt betroffen die Augen und schweigt. Michailow beugt sich noch ein wenig näher: „Ja?" Sabine schüttelt den Kopf. Michailow wartet eine Weile. Dann fragt er zärtlich: „Haben Sie mich denn gar kein bißchen gdrrt?" „Gernhaben und Küssen ist ein großer Unterschied. Man küßt nur, wenn man liebt." Michailow lacht leise auf: „Oh — welche Weisheiten! Konnte es denn zwischen uns nicht eines Tages dahin kommen?" Sabine zuckt die Achseln. „Und ich soll jetzt also zu schweigen versprechen in der Hoffnung darauf, daß bald ein Tag kommt, an dem ich--—" Mit einer zärtlichen Geste beendet er den Satz. Da sieht Sabine ernst auf, sie sieht über die Berge hin und über die Wiese und endlich in Michailows sonnenbraunes, nahes Gesicht: „Ja, das sollen Sie. Geben Sie mir die Hand daraus." Michailow streckt ihr strahlend die Hand hin und erwägt für sich, daß er noch heute Herrn Lyk ab- fangen wird, um ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit die Affäre Renz vorzutragen. * Eine unerträgliche, nervenaufreibende Gewitterstimmung liegt über dem Land. Es ist so sttll, als hielte alles Leben den Atem an. Die Lust über der trockenen, dürstenden Erde liegt schwer über Mensch und Tier und über den Bäumen, die unbeweglich dastehen, als wären sie Pappkulissen. Renz hat lange mitten im Hof gestanden, die Im Vorbefehl stand: Unterbringung auf dem Uebungsplatz behelfsmäßig. Mannschaften teilweise in Pferdeställen. Pferde außerhalb des Lagers in Zelten. Dazu tarnen die sonstigen Nachrichten: tiefer Sand, Sumpf, zu den Uebungen lange Anmarschwege. Das waren also erfreuliche Nachrichten. Und wie war es, als wir dann auf dem Bahnhof Zossen ankamen? Ein unfreundlicher Morgen auf einem unfreundlichen Güterbahnhof. (Güterbahnhöfe find immer unfreundlich.) Dazu stand das Vorkommando mit netten Nachrichten da: „Die III./9 ist in Ställen untergebracht ... Im Lager ist es trostlos ... Und die Ställe liegen weit außerhalb. Die beiden letzten Tage hat es in Strömen gegossen, und wir haben mit der Lagerfeuerwehr zusammen die ganze Nacht zu tun gehabt, um aus den Stallzelten das Wasser herauszupumpen und Gräben zu ziehen." Na, das waren ja gute Aussichten! Und wie war es denn wirklich? Also die Unterbringung in Ställen stimmte, aber in den Ställen, in denen seit dem Kriege wahrscheinlich nie mehr Pferde gestanden hatten, erinnerten nur noch die Standpfosten und die Futterbänke an den früheren Zweck. Im übrigen war alles d a, was für den deutschen Soldaten im Lager „zuständig" ist: Betten, Spinde, Tische, Schemel. Wo ist der Kan. Schulze? — Im 3. Berittl Und Unteroffizier Maier? — Der hat eine Einzelboxe. Wenn schon Stall, dann also auch Stalleinteilung! Ganz Ausgezeichnete durften extra wohnen: im Geschäftszimmer oder in Burschenstuben der Offiziersgebäude. Das war natürlich fabelhaft, aber nicht etwa wegen der Unterbringung, denn die war auch nicht komfortabler, dafür aber war man weit ab von Schuß, d. h. von der Einheit und von der dauernden Aufsicht durch die pp. Unteroffiziere. Und mit den Stallzelten war es auch nicht so schlimm. Der Regen horte nämlich auf, und es gab kein Hochwasser mehr. Allerdings brannte dann die Sonne entsetzlich auf die Zeltdächer, und es erforderte viele Versuche, bis ein Entlüftungssystem geschaffen war, das Kühle in diese „luftigen" Bauten brachte. Die Umgebung der Zelte allerdings war übel. Die ersten Tage sprang man über unendlich viele Pfützen und stieg durch knöcheltiefen Schlamm, dann trocknete die Sonne den Boden aus — und es wurde noch schlimmer, denn nun stampfte man durch knöcheltiefen Staubsand, gehetzt von den vielen Fliegen. Dann kam mal wieder Regen. Also viele Pfützen und Schlamm. Dann kam Sonne. Dann gingen die Pfützen weg, und der Staub kam. Dann wieder Regen und ... (siehe oben)! Das Lager selbst hatte freilich nicht die Annehmlichkeiten unserer Garnison. Doch konnte man auch da leben. Was sollten denn da die „Schwarzen , die Panzerschützen, sagen? Und wie viel Neues gab es da zu sehen und kennenzulernen! Da waren zunächst Die Panzerwagen. Wer hatte die schon vorher einmal gesehen? Wer hatte gar schon einmal drin gesessen? Es soll Kameraden gegeben haben, die nach einer Gastfahrt in einem kleinen Tank gesagt haben: Lieber täglich vier Pferde putzen, als Panzersoldat sein. Sollten sie etwa bei einer Wendung zu sehr an die ungepolsterte Wand der „Limousine" geflogen sein? Dann gab es da schwere Artillerie, von der jeder schon gehört, die die Jungen aber noch nie gesehen hatten, oder die Beobachtungsabteilung (das sollen auch Artilleristen sein? Die schießen ja gar nicht!) mit ihren vielen Fahrzeugen und Instrumenten. Wie stolz fuhren die „Motorisierten" in den ersten Tagen an unseren — nur bespannten — Batterien vorüber. Und wie neidisch war da mancher von uns. fyat aber einmal einer einen Soldaten der motorisierten schweren Abteilung gesehen, wenn er nach langem Marsch, ein Wagen immer im Staub des vorherigen, ins Lager zurückkehrte? Wie schon es gewesen war, konnte man genau aus ihrem Gesicht oder besser aus der Dreckkruste, die auf dem Gesicht lag, ablesen, Da merkten unsere Männer, daß jede Waffe und jede Fortbewegungsart (Laufen Pfeife im Mund, die Hände in den ausgerissenen Hosentaschen. Dann ist er in den Stall zu den Tieren gegangen, um sie zu beruhigen. Aber es hat wenig genützt. Schließlich hat er sich auf die Bank neben der Stalltür gesetzt, die Ellenbogen auf die Knie gestemmt und mit seiner brüchigen Stimme vor sich hingesummt. Er summt, weil er sich selbst beweisen will, daß ihn die Spannung da draußen, dies Atemanhalten der Natur nichts angeht. Hat es ihn nicht schon in viel schlimmeren Wettern herumgetrieben? Hat er nicht schon Wirbelstürme und Erdbeben miterlebt? Hat er nicht schon Vulkanausbrüche gesehen und gewußt, daß sie kommen würden und darauf gewartet, wie hier die Menschen auf dies harmlose Berggewitter warten? Nein, ihn trifft das hier nicht, ihn, als Einzigen, nicht! Und wenn ihm dennoch das Herz wie ein Stein in der Brust sitzt, so hat das andere Grüyde. Sabine ist die Ursache. Nur Sabine. Warum geht sie ihm neuerdings aus dem Weg? Was hat er ihr getan? Warum fürchtet sie sich plötzlich vor ihm? Oder — steht sie schon so sehr unter Michailows Einfluß, daß sie ihm zuliebe ihn meidet? Und was für ein Interesse hat Michailow daran, das Mädel von jeder Berührung mit ihm, dem Knecht, zurückzuhalten? Ist er eifersüchtig? Oder fürchtet er, der Knecht Renz könne zuviel erfahren, zuviel sehen und hören und im entscheidenden Augenblick störend dazwischen treten? 2ch muß vorsichtiger werden, denkt Renz. Ich muß meine Augen besser hüten. Und wenn es ernst wird, muß ich mir Hilfstruppen suchen. Aber wen? Lyk? Er wirbt ja auch um Sabine, wenn er es auch viel vorsichtiger und diplomattscher anfängt als Michailow. Oder Frau Neumann? Nein, sie kommt ja zu wenig aus ihrer Küche heraus. Oder — — Renz setzt sich auf und nimmt betroffen die Pfeife aus dem Mund: soll er ein Bündnis schließen mit der schönen Irina aus der Villa Caselli? Dieser angeblichen Kusine Michailows? Streift sie nicht ohnehin schon immer ums Gut herum und spioniert hinter Michailow her? Sie wird eifer- süchtig sein. Sie wird ahnen, was im Gange ist. Ader wie kommt man an sie heran? Wie fängt man sie? Renz lacht: Oh, er hat schon schwierigeres Wild gefangen. Und wenn er seine Verbündete so weit hat, daß sie vorstößt, müssen zugleich auch Sabine die Augen geöffnet werden über diesen Michailow. Aber wie? Zwar geht viel Gerede über ihn um, aber nichts, wo man einhaken konnte. Oder doch? Wie war das denn, diese sonderbare Geschichte im Herbst? Da soll gleich nach der Kontrollkommission ein fremder Fuchser erschienen sein und soll einen angeblich kranken Fuchs mitgenommen haben. Dieser Fuchs ist nie wieder zurückgekehrt, sondern in der Klinik „eingegangen". Und von den Jungfüchsen des letzten Jahres sollen auch so viele -eingegangen sein, heißt es. Wenn er das nun einmal überprüfte, wenn er ... Da klopft ihm plötzlich jemand auf die Schulter. Es ist Lyk. „Da bist du!" sagt er leise. Renz gibt keine Antwort. „Wenn es nur bald losbrechen wollte", beginnt Lyk nach einer Weile. Renz zuckt die Achseln. Lyk macht eine Bewegung, als verjage er eine lästige Fliege, dann zieht er hastig an seiner Zigarre, so daß sie für Sekunden ausleuchtet. Schließlich fragt Renz: „Du hast mich wohl gesucht? Ist was los?" „Los? Nein, los ist gar nichts. Das heißt: ich muß mit dir reden. Nick." „Ich heiße Renz — wenn ich dich daran erinnern darf." „Also dann Renz. Ja, ich muß leider mit dir reden." Renz zeigt keine Erregung. Lyk dreht sich noch einmal nach dem Himmel um, der ihn nicht weniger bedrängt als die dumpfe Luft im Stall. Aber immerhin, hier ist man allein. „Die Sache ist die: mir ist aufgefallen, daß du zu sehr hinter Sabine her bist. Wenn sie über den Hof geht, starrst du sie an, wie das neunte Weltwunder; und wenn du sie sprechen horst, hältst du wie verzaubert in der Arbeit inne. Ich verstehe ja, die ganze Situation ist noch ein bißchen schwierig für dich. Aber sie ist es für uns alle. Und wir müssen uns alle sehr zusammennehmen. Mir erstarrt auch noch manchmal das Blut in den Adern, wenn Sabine eine Bewegung macht, daß man meint, man hat Susanne vor sich. Und ich muß auch an mich halten, um ihr nicht zu verraten, um wie vieles ich mich — durch Susanne — ihr näher fühle, als sie sich mir. Aber ich halte eben an mich! Während du dich gehen läßt. Nick. Die Nervosität, die das Mädel manchmal befällt, beweist es. Mitten im Reden und Lachen blickt sie manchmal ganz ängstlich, als ob sie sich nicht aanz sicher fühle. Ich glaube: Daran bist du schuld!^ Renz' Stimme klingt, als habe er erst eine Riesenfast beiseite schieben müssen, um überhaupt sprechen ZU können: „Wer hat dir das gesagt, Albert?" „Gesagt? Niemand! Warum sollte mir das jemand gesagt haben? Ich seh's doch mit meinen eigenen Augen. Und übrigens — bestätigt hat mir’s Michailow. Gerade heute abend war er bei mir. Und wenn ich auch berücksichtige, daß zwischen euch beiden vom ersten Tag an eine merkwürdige Antipathie gewesen ist, so bleiben doch die Tatsachen bestehen. Hast du nötig, hinter Sabine her- ^uschleichen, wenn sie schwimmen geht? Und mußt Du immer in der Nähe fein, wenn Sabine Reitstunde hat, oder wenn sie hilft, die Füchse zu füttern?" In diesem Augenblick wetterleuchtet es zum ersten- mal. Für den Bruchteil einer Sekunde stehen die beiden Männer im hellsten Licht, es genügt, daß Lyk des anderen geballte Fäuste und die arbeitenden Kinnbacken sieht und daß Renz' Blick Lyks überhellen, kalten Augen begegnet. Dann ist es wieder dunkel. „Du Narr", sagt Renz grob. „Daß Michailow selbst von früh bis spät nichts anderes mehr tut, als hinter Sabine her fein und ihn schöntut, das ist deinem Scharftinn wohl entgangen? Oder hältst du mich für gefährlicher? Wie?" Lyk schweigt eine Weile. Das Stroh knistert unter seinen Füßen. „Natürlich halte ich dich für gefährlicher", gibt er dann zu. „Die Sache mit Michailow ist ein harmloser Flirt, wie jedes junge Mädel ihn hat und braucht — schon aus Gründen der Selbstbestätigung, weißt du. Das läßt sich jeden Tag abbiegen, denn das Mädel schwankt in seinem Urteil über Michailow außerordentlich hin und her. Aber du — du gefährdest ihren Seelenfrieden, verstehst du? — Deine Augen, deren Ausdruck sie wahrscheinlich vollkommen falsch deutet, dein ganzes finster-verstecktes Benehmen, dies Hinter-ihr-her- gaffen muß sie doch beunruhigen! Und es fängt auch schon an, sie zu beunruhigen, ich habe das —" Ein zweites Wetterleuchten unterbricht ihn. Renz lacht wütend auf: „Alles nicht wahr, alles erfunden und übertrieben! Ich kümmere mich wenig genug um Sabine. Aber wenn Ihr sie mutterseelenallein im eiskalten Wasser baden laßt, oder wenn Michailow sie mit seinem verfluchten Reit- unterricht in Lebensgefahr bringt, und es paßt sonst keiner auf, so muß eben ich aufpassen! Das werde ich auch weiterhin tun, und jeder vernünftige Mensch würde es an meiner Stelle tun; ich glaube sogar, auch jeder, der nicht zufällig ihr Vater, sondern wirklich nur ein Knecht auf dem Hof wäre, täte es!" „Willst du mir vielleicht vorwerfen, daß ich mich nicht genug um das Mädel kümmere?" Renz lacht lautlos: „Nein, das nicht. Aber du kümmerst dich nur um das, was dir Spaß macht." „Du bist verrückt. Nick. Soll ich vielleicht für Sabine eine Kinderfrau anstellen?" Fortsetzung folgt. Manfred von B r a u ch i 1 s ch der Sieger von Monaco. — (Scherl-Bilderdienst-M.) DfB.-HeichSbahn-Leichtafhleiik. Die Jugendlichen in Darmstadt erfolgreich. Der Start der Jugendlichen in Darmstadt war von vollem Erfolg gekrönt. Der SpV. 1898 Darm- tadt hatte, wie alljährlich, eine hervorragende Be- etzung zusammengebracht. Etwa 400 Jugendliche raten zu den Kämpfen an. Unter diesen Umständen sind die nachstehenden Erfolge der 8-Jugend- lichen des VfB.-R. sehr hoch zu bewerten. 1500-Meter-Lauf: 1. Kurt Gemmer, VfB.-R., in 4:30,8 Min. Wieder einmal siegte Gemmer in Bestzeit. Er lag bis 300 Meter vor Schluß an zweiter Stelle, um dann in einem feinen Spurt dem Feld als Sieger davonzulaufen. Hochsprung: 2. W. Schwarz mit 1,60 Meter. Ebenfalls eine feine Leistung des talentierten Jugendlichen. Der Sieger sprang 1,64 Meter. Die 4X100-Meter-Staffel wurde in der Aufstellung Gilbert, Dietrich, Gemmer, Schwarz dritter Sieger. Die gelaufene Zeit von 50 Sekunden bedeutet Vereinsbestleistung. Oer Sieger im 18. Mön-Seaeisluawetibewerb. Der 18. nationale Rhön-Segelflugwettbewerb wurde von dem Doppelsitzer Karch-Zimmermann der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt gewonnen. Die Sieger errangen damit den Ehrenpreis des Reichsministers der Luftfahrt. Unser Bild zeigt einen der Sieger, und zwar K a r ch. (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Kattegat durchschwommen. Die 19jährige Jenny Kammersgaard hat das Kattegat durchschwommen. Sie startete von Sjaellands Odde auf der dänischen Insel tim die deutschen polizeimeisierschasten. Oer LS-Kilometer-Gepäckmarsch. Der zweite Tag der deutschen Polizei-Meisterschaften in Frankfurt begann mit dem Start zum 25 - Kilometer - Gepäckmarsch, wohl der schwersten und härtesten Prüfung der ganzen Meisterschaft. Insgesamt nahmen 19 Mannschaften an dem Wettbewerb teil, der von je einem Offizier und 20 Mann bestritten wurde. Der Marsch führte durch ein besonders ausgewähltes Gelände in der Umgebung des Frankfurter Sportfeldes. Erschwert wurde die Prüfung durch einige wehrsportliche und Orientierungs-Aufgaben. Der schwerste Teil des Wettbewerbes war das Schießen, sowie der Handgranaten - Zielwurf. Beim Handgranaten - Zielwurf schnitt die Mannschaft Hessen-Land mit 15 Treffern bei 18 Würfen am besten ab, während in der Schießübung die Mannschaften aus Württemberg und Berlin, die mit 20 Mann je 15 Treffer aufwiesen, am erfolgreichsten waren. Die b e st e Gesamt- l e i st u n g scheint nach den vorliegenden Berechnungen die erste Mannschaft des Jnspektionsbezirks Berlin erreicht zu haben. Leichtafhlettk-Enfscheidungen. Inzwischen wurden die Leichtathletik-Titelkämpfe in der Hauptkampfbahn des Sportfeldes weiter ausgetragen. Deutscher Polizei-Meister im Dreisprung wurde del Lamboy (Hamm) mit 13,62 Meter. Der 110-Meter-Hürdenlauf war mit zwei Teilnehmern nur schwach besetzt. Erwartungsgemäß siegte der Stuttgarter Staudacher mit 16 Sekunden sicher vor dem Nürnberger Muriner (17,9). Die 8 0 0 - Meter - Entscheidung war natürlich fit. Schaumburg (Berlin) nicht zu nehmen, der sich den Titel in 1:54,6 Minuten holte. Der 2 0 0 - M e t e r - L a u f sah den Berliner Mathus in der guten Zeit von 22,2 Sekunden erfolgreich. Der Düsseldorfer Trippe, der schon beim K u - gelstoßen mit sehr guten Leistungen aufgewartet hatte, wurde deutscher Polizeimeister im Diskuswerfen. Sein bester Wurf war 41,61 Meter. Auch im Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, .Kugelstoßen) fiel bereits die Entscheidung. Den Titel holte sich hier Neupert (Gotha) mit 1834 Punkten vor dem Frankfurter Weingärtner mit 1811 Punkten. Auch das Steinstoßen sah den Düsseldorfer Trippe mit 10,69 Meter auf dem ersten Platz. Wöllke wurde hier mit 10,30 Meter nur Zweiter und auf den dritten Platz kam Hartnagel mit 10,15 Meter. In der Olympia-Staffel lief die Berliner Mannschaft mit 3:27,5 neuen deutschen Polizeirekord. Nie Kämpfe des Sonntags. Mit einer großen feierlichen Kundgebung im Frankfurter Sportfeld wurden am Sonntag in Anwesenheit des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, die deutschen Polizei-Meisterschaften 1937 beendet. Nach einer Begrüßung der Teilnehmer durch General Daluege begannen die Wettkämpfe. Sieben Meisterschaften wurden am Sonntag noch vergeben. Sehr gute Leistungen gab es bereits im 100-Meter-Lauf, den Fritzsche (Dresden) nach schönem Kampf in der ausgezeichneten Zeit von 10,6 Sekunden vor Mathus (Berlin) (10,7) und Lammers (11) gewann. Für seine knappe Niederlage im 100- Meter-Lauf entschädigte sich Mathus über 4 0 0 Meter, die er in 49,6 Sekunden vor dem Berliner Lasarsch (50,2) zu seinen Gunsten entschied. Eine weitere Meisterschaft holte sich Schaumburg über 1500 Meter, wobi er sich allen Gegnern klar überlegen zeigte. Der Sieger der 800-Meter-Meister- schaft lief die 150 0 Meter in 3:56,4 und verwies Schuffelhauer (Berlin) und Diebering (Wiesbaden) auf die Plätze. Stark umftritten waren die 5 0 0 0 Meter. Der Berliner Pfarr lief ein taktisch kluges Rennen und sicherte sich als Spezialist der langen Strecke auch die 5000 Meter in 16:04,1 vor Borgsen (Berlin) und Jönsson (Hamburg). Im W e i t s p r u n g wurde zwar die 7-Meter-Grenze nicht erreicht, ober der Münchener Deutschbein kam mit 6,94 Meter immerhin dicht an die sieben Meter heran und siegte vor dem Freiburger Stoll und Fritzsche (Dresden). Deutscher Polizeimeister im Handgranaten - Weitwu < f wurde der Kölner Wagner mit 75,79 Meter vor Baldow (Elbing) und Gölls (Berlin). Den Abschluß der Meisterschaften bildete die 4X100 - Meter - Staffel, die von der Polizei-Verwaltung Berlin in 43,4 vor den Polizei-Verwaltungen Königsberg und Stuttgart gewonnen wurde. Sehr vielen Beifall fanden die zahlreichen Schaunummern der Frankfurter Schutzpolizei. Saltos und Hechtsprünge der Schupos in Uniform und Stahlhelm, Vorführungen auf Motorrädern und gemischte Staffeln ergänzten das Programm vorzüglich. Den Höhepunkt jedoch bildete die feierliche Siegerehrung, die General Daluege oornahm. Der kamvs der Motoren ans dem Sachsenrino. WM ■ • ' ,7; < & *; ■ ssE $ xv< » x- Ä» * W Nach einem heißen Ringen auf der Rennstrecke von Hohenstein—^rnsltyai ronme ^aii auf BMW. in der Klasse der 500 Kubikzentimeter den Großen Preis von Deutschland für Motorräder gewinnen. Leider kam der hervorragende Engländer James Guihrle zu Fall und ist feinen Verletzungen erlegen. Diese Aufnahme zeigt tödlich verunglückten Engländer Guthrie (rechts) verfolgte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Seeland und wurde, nachdem sie etwa 90 Kilometer in 29 Stunden zurückgelegt hatte, um 23.10 Uhr 100 Meter vom Lande bei Gjerrild Bugt, nördlich von Grenaa auf Jütland in das Begleitboot genommen. Die starke Brandung machte ihr es unmöglich, das kleine Stück bis an das Land auch noch zu bewältigen. In Grenaa erwarteten der Bürgermeister und der Stadtrat die Schwimmerin mit einer Ehrengabe. Jenny Kammersgaard war vollständig frisch, als sie das Wasser verließ, nur schläfrig. Sie hat mit ihrer Leistung einen neuen Rekord im Langstreckenschwimmen aufgestellt. Die Schwimmerin hatte schon von einigen Wochen den Versuch unternommen, das Kattegat zu durchschwimmen, mußte aber ihr Vorhaben infolge der ungünstigen Strömung 7,5 Kilometer vor der Küste aufgeben. grenaa Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Millagsbörse lustlos. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die außergewöhnliche Geschäftsstille war auch zu Beginn der neuen Woche nicht gewichen, da jede Anregung fehlte und die Kundschaftsbeteiligung nach wie vor sehr gering ist. Bei ausgesprochen lustloser Tendenz erfuhren die Kurse nur geringe ober zufällige Veränberungen. Der Aktienmarkt lag im ganzen behauptet. Etwas befestigt waren ohne befonberen Umsatz Metallgesellschaft mit 159 (157,50), Scheibeanstalt mit 266 (265), RWE. mit 135,25 (134,90) unb am Montanmarkt Buderus Eisen mit 130 (129,40). Schwächer waren hageren Reichsbank mit 215 (216), Zellstoff Waldhof mit 164 (165,50), VDM. mit 176 (176,50) unb Rheinmetall mit 152 (152,50), sowie IG. Farben mit 167,40 (168). Gut behauptet blieben Montan-, Maschienen- unb Motorenwerte, von Einzelpapieren AG. für Verkehr, Westdeutsche Kaufhof unb Bemberg. Im amtlichen Freiverkehr hatten Ablerwerke Kleyer bei 119 (118,75) etwas Geschäft, von nichtamtlichen Werten gingen Schwerdtfeger auf bie Darstellung ber Bilanzlage auf etwa 60,50 (65,50) zurück. Im Verlaufe bauerte die Geschäftsstille an, die Kursveränderungen am Aktienmarkt waren unbedeutend und weiterhin vom Zufall abhängig. IG. Farben um 0,40 v. H. erholt auf 167,75, dagegen Mannesmann 125,25 nach 125,65. Von erst spater notierten Werten lagen Holzmann mit 154 (152) und Deutsche Erdöl mit 151,40 (150) fest, auch Bekula blieben beachtet mit 169,75 (169,50). Der Einheitsmarkt war ebenfalls still. Von Renten wurden Goldpfandbriefe weiter gesucht, so daß überwiegend Repartierungen und teilweise Streichungen erfolgen mußten, Nass. Landesbank Wiesbaden erreichten den Paristand (99,90). Liquidationspfandbriefe notierten bis 0,13 v. H. höher, Kommunal-Obligationen unv. Stadtanleihen lagen uneinheitlich, es überwogen kleine Erhöhungen. Don Industrie-Obligationen 5 v. H. Hoesch 102,25 (101,65), aber 6 v. H. IG. Farben 133,90 (194,13). Dekosama Neubesitz zogen 0,25 v. H. an auf 48,50. — Tagesgeld etwas gefragt und auf 2,75 (2,50) v.H. erhöht. Abendbörse still. Die Abendbörse nahm auf der ganzen Front einen sehr stillen Verlauf. Infolge der schwachen Kundschaftsbeteiligung hielt die Geschäftsunlust an. Die Mehrzahl ber notierten Kurse war nominell unb nicht ganz behauptet. Am Montanmarkt bröckelten Harpener auf 179 (179,50), Buderus auf 129,50 (130) unb fiaurahütte auf 21 (21,25) ab, Mannesmann plus 0,25 v. H. auf 125.50. IG. Farben etwa behauptet mit 167,75 (167,90), bagegen schwächer Schlickert mit 176 (177), Holzmann mit 153,50 (154), Junghans mit 139,50 (140). Maschinenaktien blieben unoeränbert, Moenus 122,75, Demag 150,25, Rheinmetall 152,25. Don Großbankaktien ermäßigten sich Commersbank um 0,25 v. H. auf 117,75. Auch das Rentengeschäft war überaus klein, etwas schwächer lagen 4,50 v. H. Krupp mit 99,25 (99.50), Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 127,90 (128), Farden- Bonds unv. 133,90, ebenso im Freiverkehr Korn- munal-Umschuldung mit 94,90. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die Anlieferungen von Weizen erfolgen gegenwärtig nur an lager» haltende Stellen, dagegen rechnen bie Mühlen mit Einsetzen ber Zufuhren ab 10. August. Sie sinb sehr bestrebt, sich einzubecken, sowohl für ben laufenben Bebarf als auch auf Vorrat. Roggen ist in ber Provinz wenig angeboten, ba zur Zeit noch anbere Arbeiten abgewickelt werben. Auch Jnbustrie- und Braugerste ist nur in vereinzelten Partien erhältlich. Weizenmehl würbe für laufenben Bebarf gut gefragt, wenn sich auch bie Eommenbe Preisermäßigung auswirkt. Roggenmehl hatte weiterhin stilles Geschäft. An Futtermitteln werben Oelkuchen unb Mais ausgegeben, sowie bie Augustzuteilung von Kleie abgewickelt. Darüber hinaus ist Biertreber unb auch etwas Mischfutter angeboten. Die Rauhfutterumsätze sind nicht sehr bebeutenb, bie Preise bagegen fest. Es notierten ((Setreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 197, W 16 200, W 19 204, W 20 206, Roggen R12 187, R 15 190, R18 194, R19 196 Großhanbelspreife ber Mühlen ber genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,70, W 16 29,80, W 19 29,80, W 20 30,15, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu brahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- unb Roggenstroh brahtgepreßt 3,00, bo. gebündelt 2,20 bis 2,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. August. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Dorauftrieb: 498 Kälber, 109 Hämmel, 61 Schafe, 3068 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 44 bis 52, Schafe 36 bis 46, Schweine 53 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Kälber unb Schweine zugeteilt, Hämmel unb Schafe lebhaft. Schweinemarkt in Alsfeld. § A l s f e l d, 9. August. Auf bem heutigen Schweinemarkt waren 193 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 12 bis 16 Mark, acht bis zehn Wochen alte Ferkel 16 bis 20 Mark. Der Hanbel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von 55 Stück. Hier adlchneiden! I Kattun 233 Je t man auf dem Mond! lehren oder auch etwas hineinzubringen. Kattun, billiger Baumwollstoff, ber meist mit blauen Mustern bedruckt ist, wird vielfach zu Schürzen benützt. Katze, gezähmtes Raubtier, das größere Selbständigkeit hat als ber Hund unb meist mehr am Hause hängt, als an ber Familie. Katzen sinb sehr wärmebebürftig Ihr Vorzug ist bie Mäusejagb Katzen fressen allerbings auch Vögel. Als Futter nehmen sie gern Milch. Brei, Fleisch unb Fisch. Die Katze trägt 56 Tage unb wirst Enbe April und An- fu..g echs -junge, die mnächsi blind sind. Katzen werben schnell stubenrein, wenn man ihnen einen Kasten mit Sanb ober Sägespanen hinstellt unb regelmäßig erneuert Es gibt im Hanbel befonbere Sägespäne bie ben Geruch binben. Katzen erkranken leicht an ben Atmungsorganen. Auf ben Menschen übertragbare Katzenkrankheiten sinb Tollwut. Räube. ein schwer heilbarer Hautgrinb unb ber Katzenbandwurm. Katzenfell, beliebtes Mittel gegen Rheumatismus, wirb so getragen, baß bie Haare auf ber schmerzenden Stelle liegen. Katzenfelle bienen auch als Mantelbesatz und Futter. Katzengold, Glimmer, biegsame Mineralblättchen die unver- brennbar sinb unb an Ofentüren verwendet werben. Kauf Katzenjammer, auch Kater, hat seinen Namen von einem Katarrh (s. Entzünd.) ber Magenschleimhaut, ber infolge Reizung durch ben Alkohol entsteht. Meist ist damit eine depressive Stimmung verbunden. Das beste Mittel dagegen ist eine Tasse guten Bohnenkaffees und das Nehmen von Pyramibon vor bem Schlafen. Kauderwelsch, unverständliches Zeug, oft als Kennzeichen der noch nicht verständlichen kindlichen Sprechübungen gebraucht. Kauen, das Zerkleinern der Nahrungsmittel mit den Zähnen wird in seiner Bedeutung durch den Satz „gut gekaut, ist halb verdaut" richtig gekennzeichnet. Voraussetzung guten Kauens sind gute Zähne, weshalb man auch bei geringen Schäden den Gang zum Zahnarzt nicht scheuen soll. Man kaue langsam und ausgiebig jeden Bissen durch. Kauf. Durch den Kaufvertrag verpflichtet sich der Verkäufer einer Sache, dem Käufer die Sache zu übergeben und ihm das Eigentum daran zu verschaffen', der Käufer verpflichtet sich, den Kaufpreis zu bezahlen und die Sache abzunehmen. Die beiden müßen also über diese Verpflichtungen einig sein, vor allem über die Sache und den Preis. Der Kaufvertrag über eine bewegliche Sache kann formlos geschloßen werben. (Hand- schlag ist nur ein lanbläufiges Zeichen ber Bekräftigung) Kaufvertrag über ein Erunbstück (Haus), über bas ganze gegenwärtige Vermögen ober über Paket 18 Pfennig „Spülmit“ für Küche und Haus Löst Fett und Schmutz spielend leicht, eine große Hilfe beim Aufwaschen und Spülen Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Aus der engeren Heimat. Entgleisung auf Der Lumdatalbahn. Am gestrigen Montagvormittag entgleiste auf der Lumdatalbahn Grünberg—Gießen zwischen den Stationen Londorf und A l l e n d o r f a. d. Lda. von einem Baumaterialienzug der Reichsbahn, der in vier Wagen Schotter von Kesselbach nach Gießen bringen sollte, der letzte Wagen. Etwa 400 Meter weit lief der Wagen auf dem Bahnkörper neben den Gleisen her, bis die Entgleisung bemerkt wurde und der Zug zum Halten gebracht werden konnte. An den Schwellenlagern und dadurch auch an der Gleisbettung ist erheblicher Schaden entstanden, der es erforderlich machte, den Zugverkehr zwischen Londorf und Allendorf von gestern mittag ab einzustellen. Der Reisendenverkehr zwischen Allendorf und Londorf wird mit Autobussen der Reichsbahn aufrechterhalten, bis die Strecke — voraussichtlich heute vormittag — wieder befahrbar ist. Personen kamen bei dem Unfall glücklicherweise nicht zu Schaden. 850 Ztr.Getreide uni> 1300 Ztr.Stroh durch Feuer vernichtet. Bei dem gestern von uns bereits gemeldeten Brande der Feldscheunen der Bauern Richard Schuch und Philipp Merz in Kaichen (Kreis Friedberg) ist erheblicher Schaden an den Erntevorräten entstanden. Mit der Scheune des Bauern Schuch gingen 474 Zentner Getreide (306 Zentner Weizen, 108 Zentner Hafer und 60 Zentner Gerste), ferner rund 700 Zentner Stroh neuer Ernte, sowie landwirtschaftliche Maschinen im Werte von 700 Mark in Flammen auf. Mit der niedergebrannten Scheune des Bauern Merz wurden 380 Zentner Getreide (235 Zentner Weizen, 45 Zentner Roggen, 100 Zentner Hafer), rund 600 Zentner Stroh neuer Ernte, 40 Zentner altes Stroh und 60 Zentner Kleeheu, ferner Wagen und Maschinen im Werte von 1200 Mark vernichtet. Der Gesamtschaden allein an den vernichteten Erntevorräten wird aus annähernd 14 000 Mark zu beziffern sein. Seidenraupenzucht der Stadt Alsfeld. A Alsfeld, 9. Aug. Die von der Stadtverwaltung im April d. I. bezogenen 2000 Stück 2jährigen Maulbeerfträucher-Pflan- z e n wurden im Klostergarten hinter der Dreifaltigkeitskirche, der Rest am Oelberg angepflanzt. Die Pflanzen entwickeln sich sehr gut. Mit der fachlichen Beaufsichtigung wurde der Biologe an der Oberrealschule Alsfeld, Studienrat Scheeler, beauftragt. NeueBaulanderschließungin Schotten. £ Schotten, 9. Aug. In seiner jüngsten Sitzung befaßte sich der G e m e i n d e r a t mit dem neuen Bebauungsplan, nördlicher Teil, der das Gelände zwischen der Bergstraße - Götzener Weg - Laubacher Straße - Adolf-Hi'tler-Straße umschließt., Der gesamte Komplex wird im Weg des Bauland Umlegungsverfahrens aufgeteilt und für die Bebauung erschlossen. Zwei große Durchfahrtswege, der sog. alte Götzener Weg und der jetzige Borngasseweg, sind darin vorgesehen, die auf die Laubacher Straße münden, daneben einige Querverbindungen. Das Gerippe, die Führung des Straßennetzes ist zunächst festgelegt, demnächst wird die Vermessung erfolgen. Die Bebauung soll von der Laubacher Straßenseite her vor- genommen werden. Die Frage der Schaffung eines größeren Sport-, Fe st- und Marktplatzes hinter der Turnhalle, ferner die Anlage eines neuen, größeren Schwimmbades wird demnächst bei der näheren Austeilung des Baugeländes besprochen werden. Die Wege sollen in einer Breite von 5 Meter und je 1 Meter Bürgersteig ausgeschieden und später ausgebaut werden. Rechts der Laubacher Straße, außerhalb des eigentlichen Ortsbauplanes, entstehen die neuen Siedlungsbauten, mit deren Errichtung alsbald begonnen wird. Zwecks Wasserversorgung dieses neuen Baulandes wird jetzt schon eine neue Ringleitung vom Hochbehälter entlang der Laubacher Straße bis zur Molkerei erbaut. Auch die Platzfrage für das geplante HI.-Heim wurde in Verbindung mit dsm neuen Baugelände besprochen. Streichhölzer in Kinderhand! Alle Mühle brennk. Lauterbach, 9. Aug. (Lpd.) In der „S ch l i tz- mühle" bei dem Kreisort Hopfmannsfeld brach ein Brand aus, der das seiner ursprünglichen Bestimmung nicht mehr dienende Gebäude zum größten Teil vernichtete und dem Besitzer schweren Schaden zufügte. Durch das tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr wurde das Wohnhaus gerettet. Die Ermittlungen ergaben, daß ein f e ch s- jähriger Junge, der bei der brandgeschädigten Familie seit einigen Wochen Unterkunft gefunden hatte, mit Streichhölzern gespielt und dabei das Feuer verursacht hat. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 9. Aug. Am gestrigen Sonntag unternahm der hiesige evangelische Frauenverein unter Führung von Pfarrer Naumann einen Ausflug an die Edertalsperre, der in zwei Autobussen erfolgte. Nach Besichtigung der Talsperre besuchten die Teilnehmer das herrlich gelegene Waldeck. Die Heimfahrt brachte sie über Arolsen und Bad Wildungen. Die Frauen waren begeistert von all dem Neuen und Schönen, das sie erlebt hatten. ch Beuern, 9. Aug. Der 86jährige Landwirt Karl Feußer stürzte dieser Tage so unglücklich die Treppe hinab, daß er einen doppelten Beinbruch erlitt. Das Unglück trifft den bedauernswerten Mann umso schwerer, als er schon seit 20 Jahren blind ist. Bisher konnte er immer noch vor seinem Hause gehen. Nun ist ihm auch diese kleine Freude versagt. -^Reiskirchen, 10. Aug. Am Samstag ereignete sich in unserem Dorfe wieder ein Verkehrs- Unfall. Ein Motorradfahrer, der aus einer Seitenstraße kam, fuhr gegen einen Kraftwagen. Der Motorradfahrer mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Arzt stellte Splitterung eines Armknochens fest. Sonst entstand nur Sachschaden. . 6 Steinbach, 10. Aug. Am 11. August feiern die Eheleute Landwirt Ludwig Re in sch mitt und Frau Marie das Fest der silbernen Hochzeit. CD Garbenteich, 9. Aug. Die Arbeiten an der Reichsautobahn machen gute Fortschritte. Zur Zeit ist man in unserer Gemarkung am Auflegen der Betondecke. Es ist sehenswert, wie Spezialmaschinen dies bewerkstelligen. Täglich dürften annähernd 100 Meter Betonbelag entstehen. Viele Zuschauer werden angelockt durch die Montage der Eisenkonstruktion an der Brücke, die über die Bahn Gießen—Gelnhausen geht. Bis jetzt sind 2 Träger angebracht, die fehlenden 8 kommen in der kommenden Woche. Die Länge eines solchen Trägers beträgt 35 Meter, die Höhe 1,80 Meter und das Gewicht 540 Zentner. Die Arbeiten an unserer Teilstrecke werden am 29. September beendigt sein. T Utphe, 9. Aug. Gestern wurde der ä l - teste Einwohner unseres Dörfchens, Dreher Heinrich Friedrich Beltz er, im Alter von 9 6 Jahren zu Grabe getragen. Kreis Schotten. oo Schotten, 8. Aug. Der seit zirka 10 Jahren hier an der Volksschule befindliche Rektor Richard Ulrich feierte sein 40jähriges Dienst- j u b i l ä u m. 24 Jahre war er im benachbarten Michelbach tätig. Laubach, 9. Aug. Bald nach Errichtung des Schwimmbades (1929/30) wurde an der Volksschule dgrch Lehrer B echthold das Schwimmen in den Turnunterricht eingebaut. Seit 1933 wurde es Pflichtfach. Eine wesentliche Anregung erhielt der Schwimmunterricht durch Teilnahme der Schule am „Hans-Schemm-Schwimm- wettkampf des NSLB.". Die hiesige Volksschule hatte dabei jedesmal den Erfolg, an der Spitze der Volksschulen des Kreises Schotten zu stehen, Der diesjährige Wettkampf für den zur Zeit noch geübt wird, stellt erhöhte Anforderungen an die zwei oberen Jahrgänge: 15 Minuten Dauerschwimmen, Schnellschwimmen über 25 Meter in höchstens 30 Sekunden, Tellertauchen bei zwei Meter Tiefe. Der augenblickliche Stand der Schwimmfertigkeit der Schüler von 5. bis 8. Schuljahr ist folgender: Gesamtschülerzahl der vier oberen Jahrgänge 93; davon können schwimmen 51; von diesen besitzen gegenwärtig 44 das Freischwimmerzeugnis über 15 Minuten. In Anbetracht des vorjährigen, verregneten Sommers und der Verschickung vieler Schüler zur Sommerszeit ist das Ergebnis als günstig zu bezeichnen. — Durch den Bezirksleiter für Oberhessen der „Deutschen Lebensrettungsgesellschaft" (DLRG.), Franz Sauer in Gießen, wurde dieser Tage im hiesigen städtischen Schwimmbad die Prüfung für die Erlangung des Grund sch eines im Rettungsschwimmen abgenommen, wobei zehn Schwimmer die Bedingungen erfüllen konnten. Schlitzkus verhaftet. Auf Grund eines Zeitungsausschnittes erkannt und festgenommen. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 9. Aug. Wie dem LPD. aus Essen gemeldet wird, ist es der Kriminal- pozilei gelungen, den etwa 22 Jahre alten Walter Schlitz kus auf einer Kirmes in Hamm i. W. fe st zunehmen. Schlitzkus hatte bei dem Altwarenhändler und Schausteller Bauer in Frankfurt a. M.-Zeilsheim Unterkunft gefunden. In der Nacht zum 21. Juli entstand zwischen Bauer und seiner Frau ein Streit, in dessen Verlauf Schlitzkus für die Frau Partei ergriff und den Schausteller mit einem Beil erschlug. Schlitzkus flüchtete unter Mitnahme zweier Geldbörsen über Mainz, Bingen, Koblenz, Köln nach Hamm, wo er bei einem Gastwirt Gelegenheitsarbeit annahm. Ein anderer Gastwirt erkannte ihn auf Grund eines Zeitungsausschnitts und ließ ihn festnehmen. Ein L3jähriger als Lebensretter. * Wetzlar, 9. Aug. Beim Baden in der Lahn versank am Sonntagnachmittag ein 17 Jahre alter junger Mann aus Waldgirmes infolge eines Schwächeanfalles plötzlich in der Flut. Ein 13 Jahre alter Hitlerjunge aus Berlin, der zum Ferienaufenthalt in Waldgirmes weilt, konnte den Verunglückten im letzten Augenblick bewußtlos noch ans Ufer bringen, wo eifrige Wiederbelebungsversuche zum Glück Erfolg hatten. Kreis Marburg. * Kirchners, 8. Aug. Am hiesigen Wald- schwimmbad in idyllischer Lage sind in diesem Sammer umfangreiche Verbesserungen vorgenommen worden. In freiwilliger Arbeitsleistung wurde an Stelle des Naturdammes eine 30 Meter lange Betonmauer errichtet. Das Schwimmbecken hat dadurch sehr gewonnen. Amtsgericht Gießen. Der B. G. aus Gießen hatte gegen einen Straf- befehl über 70 Mark Einspruch erhoben, der vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Der Angeklagte fuhr mit seiner Seitenwagenmaschine in Richtung Seltersweg—Frankfurter Straße und wollte nach links in die Liebigstraße einbiegen, obwohl diese durch ein sichtbares Schild für Motorräter als verboten gekennzeichnet ist. Da er auf der Mitte der Fahrbahn fuhr, konnte er nicht den von der Reichs- straßenverkehrsordnung vorgeschriebenen Rechts- oogen fahren, sondern mußte die Kurve schneiden. Er prallte infolgedessen mit einem aus Richtung Frankfurter Straße ihm entgegenkommenden Radfahrer zusammen, der bei dem Unfall Verletzungen davontrug. Der Angeklagte gab zu seiner Entschuldigung an, er sei schon in der Kurve gewesen, als der Radfahrer ankam. Im übrigen habe er die Liebigstraße auch nur bis zum Katholischen Schwestern» Haus befahren wollen, um seine dort liegende Frau zu besuchen. Er mußt sich jedoch in der Verhandlung darüber belehren lassen, daß seine Handlungsweise den Vorschriften der Verkehrsordnung nicht entsprach, und er bat in seinem Schlußwort lediglich um eine geringere Strafe. Das Gericht ermäßigte daraufhin den Strafbefehl von 70 Mark auf 60 Mark. Ebenfalls wegen Uebertretung der Reichsstraßen- oerkehrsordnung und Führerflucht stand der K. A. aus Alsfeld vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte fuhr am 4. Februar mit feinem Wagen durch die Ludwigftraße in Richtung Ludwigsplatz, und zwar in einem so schnellen Tempo, daß ihm schon hier die Passanten nachsahen, weil sie der Auffassung waren, daß bei einer derartigen Fahrweise ein Unfall passieren müsse. In Höhe der Einmündung der Kaiserallee erblickte der Angeklagte plötzlich einen links neben der Straßenbahnschiene fahrenden Radfahrer, den er rechts zu überholen versuchte. Als er sah, daß dies unmöglich war, bremste er scharf ab, so daß er seinen Wagen auf sechs Meter zum Stehen brachte. Er konnte jedoch nicht verhindern, daß er auf den Radfahrer auffuhr. Bei dem Zusammenstoß wurde das Rad beschädigt, während der Fahrer unverletzt blieb. Der Angeklagte bestritt, übermäßig schnell gefahren zu sein und die Absicht gehabt zu haben, rechts zu überholen, wurde jedoch durch Zeugenaussagen einwandfrei überführt. Das Urteil lautete wegen Uebertretung der Reichsstraßenoerkehrsordnung auf 70 Mark Geldstrafe unter Freisprechung von der Anklage der Führerflucht, da er sich noch fünf Minuten an der Unfallstelle aufgehalten hat und nur deshalb weiterfuhr, weil die Polizei nicht erschien. Die dritte Anklage richtete sich gegen den K. S. aus Gießen. Diesem wurde zur Last gelegt, in falscher Richtung geparkt zu haben. Der Angeklagte war mit seinem Wagen in der Bahnhofstraße in der Fahrtrichtung nach dem Bahnhof links an den Bürgersteig herangefahren. Dies ist nach der Rechtsprechung nur dann statthaft, wenn die Straßenbahnschienen auf der rechten Sttaßenseite verlaufen. Da die Schienen jedoch im vorliegenden Falle auf der anderen Straßenseite verlaufen, hätte der Angeklagte nur aus der entgegengesetzten Richtung an den Bürgersteig zum Parken anfahren dürfen. Das Amtsgericht sprach den Angeklagten im Gegensatz zu der genannten Entscheidung frei mit der Begründung, daß er das kleinere Üebel gewählt habe, da er andernfalls fein Fahrzeug hätte drehen müssen und so den Verkehr an dieser belebten Ecke nach viel mehr gestört hätte. Der Vertreter der Anklagebehörde gab in seinen Ausführungen die Erklärung ab, daß er in dieser prinzipiellen Frage eine höchstrichterliche Entscheidung herbeizuführen beabsichtige. yphpr Urtflirfrfillft nnh 7?flfntfnnhP unterrichten Sie pe 8000, 924 su je 2000, 2798 zu k 1000, 4U>8 .«i je 500, 9418 zu je 300 Mark.