Nr.132 Erster Blatt 187. Jahrgang Donnerrtag, 10. Juni 1957 (Er|d)emi tägltd), autz« Sonntags and Feiertag» Beilagen: Vie 3Du|tnertt ©iefeenci Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl* Monats-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.98 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -Lb Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschliisse nnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Krankfurl am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr-Vuch' und Steindnrckeret V. Lauge in Gießen. 5chrWettung und Geschäftsstelle: §chulftrahe 7 Annahme von Anzetgen für die Miltagsnummer bis8V.UHr des Vormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Reichsaußenminister Freiherr von Neurath in Sofia. deutschen und bulgarischen Flaggen reich geschmückten Flughafen hatten sich zum Empfang eingefunden: Als Vertreter des Königs Hofrat G r u e f f und der Chef des königlichen Zivilkabinetts General a. D. P a n o f f, der Ministerpräsident und Außenminister Ke o s s e i w a n o f f mit dem Abteilungsdirektor des Außenministeriums und der Präsidialkanzlei, der Oberbürgermeister von Sofia Iwanof, Landes- polizeiüirektor G a l a b o f f, die Gesandten Südsla- wiens, Ungarns, Oesterreichs und Italiens, der bulgarische Gesandte in Berlin Kar ad jo ff, der deutsche Gesandte R u e m e l i n, der Landesgruppenleiter Bulgariens der NSDAP. Herold sowie zahlreiche bulgarische Persönlichkeiten und in Sofia lebende Deutsche. Nach überaus herzlicher Begrüßung zwischen dem Ministerpräsidenten Keosseiwanoff und dem Reichsaußenminister schritt dieser in Begleitung des Direktors des bulgarischen Hofwesens Fliegeroberst B o i d o f f unter den Klängen der Nationalhymnen beider Länder die Front der von der Fliegertruppe gestellten Ehrenkompanie ab. Auf der Fahrt nach dem Hotel, in dem der Reichsaußenminister während des dreitägigen Aufenthaltes in der bulgarischen Hauptstadt Wohnung nimmt, wurde dem Gast von der Bevölkerung, die die Anfahrtsstraßen dicht umsäumte, immer wieder herzliche Sympathiekundgebungen bereitet. Ganz Sofia trug reichen Flaggenschmuck. Nach der Ankunft im Hotel verweilte der bulgarische Ministerpräsident und Außenminister noch kurze Zeit im Gespräch mit Freiherrn von Neurath, worauf sich dieser in das königliche Schloß begab und sich in die Besucherliste eintrug. * Sofia, 9. Ium. (DNV.) Zu Ehren des Reicks- außenminifters veranstaltete der deutsche Gesandte „Herzlich willkommen!" Oie Sofioter presse begrüßt den Reichsaußenminister. Sofia, 9. Juni. (DNB.) Die Sofioter Presse widmet dem Reichsaußenminister von Neurath überaus herzlich gehaltene Begrüßungsarti- k e l. Sie hebt hervor, daß der Besuch des deutschen Ministers die traditionell guten Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien noch mehr vertiefen werde. Das Regierungsblatt „Dnes", das sich in Leitartikeln schon seit drei Tagen mit dem deutsch-bulgarischen Freundschaftsverhältnis befaßt, schreibt, dieser Besuch sei vom ganzen bulgarischen Volk mit großer und herzlicher Freude und tiefer Dankbarkeit erwartet worden. Das kleine geschwächte Bulgarien, dem lange Jahre niemand Aufmerksamkeit geschenkt habe und dessen Teilnahme am internationalen Leben geradezu bedeutungslos gewesen sei, danke jetzt der Reichsregierung, daß sie den Leiter der Außenpolitik nach Sofia entsandt höbe, um so mehr als Freiherr vonNeurath der e r- ste Vertreter einer Großmacht sei, der Bulgarien nach Jahrzehnten einen friev- l i ch e n Besuch abstatte. Gegenüber dieser Geste könne das bulgarische Volk nicht gleichgültig bleiben. Das Blatt Slowo führt u. a. aus: Freiherr von Neurath ist ein Sohn jener großen Nation, mit der wir während des Weltkrieges unser Schicksal verbunden hatten. Die tradi- Sicherheitsabkommen in aller Kürze erwartet. OieLondonerpreffe sehr zuversichtlich /Beginn der diplomatischen Besprechungen Dr. R u e m u l i n Mittwoch abend in den Räumen der deutschen Gesandtschaft einen großen Empfang, zu dem der Bruder des Königs, Prinz Kyrill mit dem Militär- und Zivilgefolge des Königs erschienen war. An dem Empfang nahmen ferner teil: Sämtliche Mitglieder der Regierung mit dem Ministerpräsidenten Keosseiwanoff an der Spitze, der Oberbürgermeister von Sofia Jwa- noff, der Chef der Garnison General Slata- n o f f, der Chef des Generalstäbes General P e e f f, der Rektor der Universität Prof. M a n e f f, die früheren Ministerpräsidenten Muschanoff, Zan- koff, Malinoff und D a n e f f, der Berliner bulgarische Gesandte K a r a d j o f f, der bulgarische Oberst I e k o f f, der Landesgruppenleiter Bulgariens der NSDAP. Herold und viele andere Persönlichkeiten^ Kranzniederlegungen. Sofia, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath legte am Donnerstagvormittag auf dem bulgarischen und dem deutschen Heldenfriedhof mit dem Hakenkreuz geschmückte Lorbeerkränze nieder. Die Kranzniederlegung am Grabe des Unbekannten Soldaten war mit einer militärischen Feier verbunden. Beim Betreten des Heldenfriedhofes wurde Freiherr von Neurath von Kriegsminister Lu ko ff, dem Chef der Garnison Z a t a n o f f, dem Chef des Generalstabes General Peeff herzlich begrüßt. Seit den frühen Morgenstunden waren die An- sahrtstraßen bis zum Friedhof von einer dichten Menschenmenge umsäumt, die dem Reichsaußen- minister wie bei seiner Ankunft immer wieder lebhafte und herzliche Kundgebungen darbrachte. tionelle Freundschaft zwischen Deutschland und Bulgarien ist auch nach dem Kriege bestehen geblieben. Sie wurde niemals getrübt, obwohl beide Völker schwere Jähre durchgemacht haben. Niemand könne dem großen Führer des deutschen Volkes das Verdienst absprechen, daß er der erste war, der die Frage der Gleichberechtigung der Völker aufgerollt hat und der es vermochte, die Fesseln des Friedensdiktates zu sprengen. Dies ist auch den kleinen Staaten zugutegekommen, wie z. B. Bulgarien, das weder Mittel noch Möglichkeiten besaß, sich allein richtig zu verteidigen. Insbesondere freuen wir uns, daß Reichsaußenminister von Neurath Bulgarien in dem Augenblick besucht, in dem das inter- natioale Ansehen Deutschlands stark gewachsen ist und die Außenpolitik des Dritten Reiches Erfolg auf Erfolg aufweist. Der Besuch Herrn von Neuraths entspricht den Anstrengungen der Reichsregierung um die Wahrung des Weltfriedens, wenn auch Bulgarien dem erbitterten Kampf nicht gleichgültig gegenübersteht, den das heutige Deutschland mit dem Bolschewismus führt, unter dessen Zersetzungs- und Wühlarbeit Bulgarien von allen Völkern wohl am meisten gelitten hat. Das Blatt schließt seinen Leitartikel mit den deutschen Worten „Herzlich willkommen!" Vorkämpfer des Friedens. Zum Abschluß von Neuraths Besuch in Belgrad. Belgrad, 9. Juni. (DNB.) Das halbamtliche „Vreme" stellt aus Anlaß des Abschlusses der Besprechungen zwischen dem Reichsaußenminister von Neurath und dem Ministerpräsidenten Stoja- d i n o w i t s ch im Leitartikel fest, daß Herr von Neurath in Belgrad herzlich und mit Achtung empfangen und als Vorkämpfer des Friedens begrüßt worden sei. Das Wehen der Hakenkreuzflaggen in den Hauptstraßen von Belgrad aus Anlaß seines Besuches sei von der Bevölkerung symbolisch als bedeutsames Ereignis empfunden worden. Der Besuch des Herrn von Neurath bedeute keinerlei Umbruch, sondern nur die B e s e st i g u n g einer Politik, die den Frieden der Welt verteidige und Europa vor Erschütterungen bewahren wolle. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit Deutschlands und Jugoslawiens habe durch die Unterredungen zwischen Herrn von Neurath und Dr. Stojadinowitsch nur die endgültige Formulierung ihrer Methode und ihres Planes gefunden. Die politische Einstellung Jugoslawiens gegenüber Deutschland habe schon bisher glückliche Ergebnisse gezeitigt und es sei zu hoffen, daß das auch in der Zukunft der Fall sein werde. Diese jugoslawische Haltung habe ihre feste Grundlage auch in dem Verständnis, das Deutschland für das jugoslawische Volk immer in der Vergangenheit bewiesen habe. Am Grabe König Alexanders I. Belgrad, 9. Jüni. (DNB.) Dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath wurde auf der Fahrt zur Grabstätte König Alexanders I. von der Bevölkerung der Stadt Mladenowatz ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Am Bahnhof begrüßte ihn der Bürgermeister der Stadt mit einer Gruppe serbischer Mädchen in Nationaltracht, von denen eines ihm einen Blumenstrauß überreichte. Am Mausoleum der Dynastie Karageorgi- wirsch in Topola wurde der Reichsaußenminister von mehreren höheren Offizieren empfangen. Freiherr vonNeurath begab sich darauf zum Grabe König Alexanders I., wo er einen großen Kranz mit H a k e n k r e u z s ch l e i f e nie b erlegte. In Topola fuhr der Reichsaußenminister mit seinen Begleitern' auf den Avala-Berg bei Belgrad, wo er am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederlegte. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch gab dann zu Ehren des Reichsministers ein Abschiedsfrühstück. Von Belgrad nach Sofia. Angenehme Eindrücke und Erinnerungen. Belgrad, 9. Juni. (DNB.) Reichsaußenminister Frhr. v. Neurath ist mit seinen Begleitern am Mittwoch gegen 17 Uhr von Belgrad nach Sofia weitergeflogen. Zur Verabschiedung des Reichsaußenministers auf dem Flugplatz waren u. a. erschienen der Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinowitsch mit den höheren Beamten des Außenministeriums, Platzkommandant General Tomitsch, Divisionskommandant General Aratschitsch, die Gesandten Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens, der deutsche Gesandte von Heeren, alle Herren der deutschen Gesandtschaft, der Landesgruppenleiter der NSDAP., Generalkonsul Neuhausen, und die reichsdeutsche Kolonie Belgrads. Eine Militärkapelle spielte, als Freiherr von Neurath den Flugplatz betrat, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied sowie die jugoslawische Hymne. Der Reichsaußenminister schritt darauf in Begleitung Dr. Stoja- d i n o w i t s ch s die Ehrenkompanie des 18. Jnf.- Reglments ab. Der Abschied des Reichsaußenministers von Dr. Stojadinowitsch und den anderen Persönlichkeiten war überaus herzlich. Belgrad, 9. Juni. (DNB.) Die hiesige hauptamtliche Agentur Avala veröffentlicht folgende E r - flärung des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath, die dieser der Agentur vor der Abreise gegeben hat: Zum Abschluß meines Besuches möchte ich noch einmal aussprechen, mit wie angenehmen Eindrücken und Erinnerungen ich von Belgrad scheide. Ihre so rasch aufblühende schöne Hauptstadt mit ihrer fühlbar starken Dynamik hat auf mich wie ein lebendiges Zeichen der schöpferischen Kraft des jugoslawischen Vol- k e s gewirkt. Die Fahrt zum Oplenatz, wo ich in der Abgeschlossenheit eines nationalen Heiligtums ihres großen verstorbenen Königs gedachte, gab mir Gelegenheit, auch einen Teil der landschaftlich so reizvollen Schumadija und deren prächtigen Menschenschlag zu sehen. Ich kann nur noch betonen, daß mich die freundschaftliche Atmosphäre, die ich überall vorfand, auf das Angenehm st e berührte, und daß mir mein Belgrader Aufenthalt eine dauernd schöne Erinnerung bleiben wird. Sympathiekundgebungen beim Empfang in Sofia. Sofia, 9. Juni. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath traf am Mittwoch um 17.15 Uhr im Sonderflugzeug zum Besuch der bulgarischen Regierung in Sofia ein. Auf dem mit London, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Frühpresse verzeichnet allgemein, daß die englischen Vorschläge zur Sicherheit der Ueberwachungsschisfe von den übrigen konlrollmächlen angenommen seien und daß diese Vorschläge nur noch ihrer endgültigen Fassung bedürften, um dann dem Richteinmischungs- ausschuh vorgelegt zu werden. Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, die britischen Vorschläge würden in unmittelbaren Besprechungen in London fertiggestellt. Es bestehe Anlaß zu der Hoffnung, daß der endgültige Wortlaut des Abkommensentwurfes i n K ü r z e ausgearbeitet fein mürbe. Der diplomatische Berichterstatter der „Morning Post" berichtet, die diplomatischen Besprechungen in London begännen am heutigen Donnerstag. Es sei zu hoffen, daß ein endgültiges Abkommen zu- ftandekomme, um eine Wiederholung des „Deutschland" - Zwischenfalles zu vermeiden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" spricht gleichfalls die Hoffnung aus, daß im Anschluß an die in London beginnenden diplomatischen Besprechungen in Kürze ein Abkommen zustande käme. Es sei zu hoffen, daß bestimmte G e - dankengänge Frankreichs im Hinblick auf eine Engergestaltung der Überwachung im neuen Entwurf ausgenommen würden, darunter die Anregung von „neutralen" Beobachtern auf den lieber- wachungsschiffen. Vermutlich werde man außerdem die Möglichkeit einer Beteiligung anderer Mächte offenlassen. Das werde man tun, um im voraus Sowjetrußlands Einwänden zu begegnen, denn Sowjetrußland stehe jedem Plan feindlich gegenüber, der einem Abkommen der vier Mächte gleichkomme, die sich das Recht oorbehielten, gewisse Aktionen selbst zu entscheiden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herold" meint, daß neue Abkommen zwischen den Uebrwachungsmächten sei bereits sichergestellt. In amtlichen Londoner Kreisen zeige man große Z u- o erficht; allerdings sei es möglich, daß sich die Bolschewisten von Valencia ablehnend verhielten. Allem Anschein nach habe Valencia eine entsprechende Anweisung von Moskau bekommen oder den Befehl, jeden Vorschlag, der nicht vom Nichteinmischungsausschuß, also den vier Ueberwachungs- mächten, komme, rundweg abzulehnen. Italien ehrt seine gefallenen Marineoffiziere. Rom, 9. Juni. (DNB.) Zur feierlichen Ueber = führung der sechs italienischen Marineoffiziere, die dem feigen Angriff bolschewistischer Flugzeuge auf das italienische Flottenhilfsschiff „Barletta" zum Opfer gefallen find, ist aus Neapel ein aus dem Kreuzer „Bolzano" und vier Torpedojägern bestehendes Geschwader nach Palma de Mallorca ausgelaufen. — Die gefallenen Offiziere werden auf dem Kreuzer „Bolzano eingeschifft. Am Samstagvormittag wird das faschistische Italien seine Gefallenen mit allen militärischen Ehren in Neapel empfangen und als Helden, die im Dienst am internationalen Frieden unter bolschewistischen Bomben ihr Leben ließen, in die Heimat zur Ruhe geleiten. Lc dem Treiben an. Wenn er sich nicht gleich dem schmutzigen Wunsche fügen wollte, sagten ihm diese „ehrwürdigen Brüder", er solle nur ja nicht hingehen und sich beklagen, man würde ihm doch nicht glauben. So begnügte sich der verführte Bruder (Engelbert damit, die Dinge zu beichten und fing dann seinerseits auch an, seinen Lehrmeistern „Ehre zu machen" und mit den Brüdern sowie mit den ihm anver- trauten Pfleglingen die gleichen Srymutzereien zu begehen. Aus einem Brief des Generaloberen der Barmherzigen Brüder an den Pischof von Limburg, den der Vorsitzende aus den Akten vorlas, ging hervor, daß den Oberen die unglaublichen Verfehlungen wohl bekannt waren, daß sie aber keine abschreckende Strafe für diese Ungeheuerlichkeiten verhängten, sondern einfach wieder eine „Versetzung" Vornahmen. Auf solche Weise kam auch Bruder Engelbert nach Oberhausen und nach Dorsten. Immer trafen sich die alten Kumpane wieder, stets begann wieder das alte Treiben. Da wurde Bruder Konstantin, Bruder Gabriel, Bruder Suso, Bruder Elias, so daß der Vorsitzende entsetzt fragte, ob es überhaupt einen Bruder gegeben habe, der nicht an diesen Ungeheuerlichkeiten beteiligt war. Zur Abwechslung machte man sich dann an die Pfleglinge heran, die in den Zimmern, im Keller, im Badezimmer, kurz überall, wo man zusammentraf, in nichtwiederzugebender Weise mißbraucht wurden. (Einer dieser Unglücklichen hat sich schließlich aus Verzweiflung das Leben genommen. Unter solchen Umständen ist es fast zu verwundern, daß 'auch dieser Angeklagte schließlich noch die Kraft fand, aus diesem Sumpf zu entfliehen und wieder ein anständiger Mensch zu werden. Der Staatsanwalt geißelte scharf die verlogene und heuchlerische Moral dieses Ordens, dessen Mit- alieder das Gelübde der Keuschheit ablegten, fromme Gebete übten, aber zur gleichen Zeit die unglaublichsten sittlichen Gemeinheiten begingen. Erschütternd sei, daß die Oberen statt mit unerbittlicher Strenge einzuschreiten, sich stets mit einer Versetzung begnügten, obwohl ihnen bekannt gewesen sei, daß die Brüder in der neuen Niederlassung ihr Treiben in der gleichen Weise fortsetzen. Auch dieser Angeklagte sei ein Opfer des Klosters geworden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen § 175 in vier Fällen, davon in drei Fällen in Tateinheit mit Verbrechen gegen § 174 Abs. 1 und 3 unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 V2 Jahren Gefängnis und rechnete ihm IV- Jahre der Untersuchungshaft an. Strafmildernd wurde gewürdigt, daß der Angeklagte vor seinem (Eintritt in das Kloster unbescholten gewesen und sich auch nach seinem Austritt anständig geführt hatte. Bevölkerung der Vereinigten Staaten. In vierzig Jahren englischer Herrschaft in Aegypten, von 1882 bis 1922, verdoppelte sich die Bevölkerung. Im Niltale leben heute fast 7 Millionen Menschen, die mit gutem Recht die Engländer als ihre Paten ansehen könnten. Seit dem Sturze Napoleons III. haben sich die (Eingeborenen Algeriens verdoppelt. Die Bevölkerung Indiens hat sich in 40 Jahren um 50 Millionen oder ein Fünftel vermehrt. Würden die Engländer plötzlich von dem Schauplatz abtreten, so würde wahrscheinlich ihr Wachstum aufhören oder bereits vorhandene Millionen würden gar Hungers sterben. Während der Hungersnot würden Massenunruhen in blinder Wut Handel und Industrie vernichten, womit das Schicksal weiterer Millionen besiegelt wäre. Auf den Philippinen vermehrten sich die (Eingeborenen nach Beginn der amerikanischen Herrschaft in 25 Jahren um fünf Millionen. Nur die Nachfrage der Weißen nach Gummi und Zinn machte den (Eingeborenen der Malaienstaaten möglich, sich in 20 Jahren zu v e r- d o pp eln. Die Bevölkerung der Straits Settlements verdreifachte sich in 50 Jahren. Dank holländischer Fürsorge können auf Jaoi heute 37 Millionen Menschen leben, neunmal soviel wie im Jahre 1800. Wäre es d i e größere Masse, durch die die Farbigen die Herrschaft des weißen Mannes bedrohen könnten, so wäre diese in Indien, Negerafrika und anderwärts längst zusammengebrochen. (Es kommt aber in erster Linie auf d i e Quali- t ä t und nicht auf die Quantität einer Rasse an. Was die Neger betrifft, so hat die amerikanische Wissenschaft ein umfassendes einwandfreies Tatsachenmaterial gesammelt, wonach der Schwarze im allgemeinen gegenüber dem Weißen dauernd hoffnungslos minderwertig ist. Während des Weltkrieges wurden zahlreiche weiße und schwarze oder mischblütige Rekruten nicht nur auf ihre körperlichen, sondern auch auf ihre geistigen Anlagen geprüft, wobei anerzogene Fähigkeiten, Aeußerungen des bloßen Bildungsgrades bewußt ausgeschaltet wurden. Die Überlegenheit der Intelligenz des reinblütigen Weißen wurde zweifelsfrei festgestellt, und bei den Mischblütigen ergab sich mit verblüffender Regelmäßigkeit die Abhängigkeit der Intelligenz von der helleren Tönung der Haut. Es gibt nun zweifellos unter den farbigen Rassen solche, deren „Rückständigkeit" gegenüber den Völkern weißer Rasse zufällige oder zeitgebundene Ursachen hat. Die Japaner haben ihrer Ebenbürtigkeit gegenüber weißen Völkern schon einen überwältigenden machtpolitischen Ausdruck zu geben vermocht. Daß auch die N 0 r d ch i n e s e n sich mit der Zeit als mindestens ebenso achtenswerte, vielleicht sogar überlegene Gegenspieler erweisen werden, steht für jeden unbefangenen Kenner fest. Nun sieht es freilich nicht danach aus, als ob es in absehbarer Zeit zu einer Einheitsfront von Japanern und Nordchinesen im Kampfe gegen die Welt der Weißen kommen würde. Japaner wie Nordchinesen fühlen sich andererseits den Südchinesen und erst recht Indern und Malaien, geschweige Negern mindestens in gleichem Grade überlegen, wie Angehörige weißer Rasse. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Bevölkerung Großchinas sich je wieder 3u einem einheitlichen politischen Block zusammenschweißen lassen könnte, ist so gering, wie es die Verwirklichung des Ideals eines „Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" nach den Stürmen der Völkerwanderung in Europa war. Auch das japanische Bestreben, für die Einigung Chinas die Rolle der Mandschu-Dynastie fortzusetzen, dürste nur vorübergehend greifbare Formen annehmen. Im panamerikanischen Raume vollzieht sich zweifellos ein sehr bemerkenswerter Wiederaufstieg der roten Rasse, aber dafür halten die Weißen die günstigsten Siedlungsräume besetzt, die sich in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne mit Einwanderern aus Europa auffüllen lassen. Es kann in manchen Teilen Lateinamerikas zu dauernder Vorherrschaft einer kulturell entwicklungsfähigen einheitlichen Mischrasse kommen, aber deren Beeinflussung durch Kultureinflüsse europäischer Herkunft würde in der Richtung einer Einordnung in die weiße Front wirken. Erwägt man, daß die Völker weißer Rasse sich für ihre Ausbreitung die g ü n ft i g ft e n Siedlungsräume zu sichern vermochten, die ihnen die farbigen Rassen nur gewaltsam streitig machen könnten, wozu für absehbare Zeit alle strategischen Voraussetzungen fehlen, so kann man unmöglich die Aussichten für ein Fortbestehen der Vorherrschaft des weihen Mannes für so ungünstig ansehen, wie es Unglückspropheten vom Schlage Stoddards, Grants oder auch Oswald Spenglers glauben machen wollten. Nr. Ley auf Burg Vogelfang. Der zweite Lehrgang der Fnhreranwärter auf der Reichsordensburg. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Wie die NSK. von Burg Vogelsang meldet, traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley am Mittwochmorgen auf der Reichsordensburg Vogelsang in der ■ (Eifel ein, um den zweiten Lehrgang der Führeranwärter der Partei zu eröffnen. Auf der Freiterrasse hatten sich die 600 jungen Männer eingefunden, die für ein Jahr auf der Reichsordensburg weltanschaulich ausgerichtet werden, um als Führernachwuchs der Partei an die politische Front zu gehen. Dr. Ley, der sich mit besonderer Sorgfalt der Aufgabe widmet, das beste Menschenmaterial des deutschen Volkes im Führernachwuchs der Partei zu vereinigen, schritt die Front ab und eröffnete dann den zweiten Lehrgang auf Burg Vogelsang mit einer Ansprache an die Führeranwärter. Ein Jahr würden sie auf der Ordensburg weilen, um dann zurückzukehren in die Front des Nationalsozialismus, wo der Bedarf an jungen, einsatzbereiten Kräften groß sei. „Ihr werdet berufen", so wandte sich Dr. Ley an die neuen Kameraden, „der Nachwelt die Größe unserer Zeit zu dokumentieren. Beginnt diesen wichtigen Lebensabschnitt in dem Gedanken, daß ihr dazu mitbestimmt seid, das neue Deutschland zu formen." Die eindrucksvolle Feierstunde fand ihren Abschluß mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer. Dr. Ley benutzte seinen Aufenthalt, um sich von dem weiteren Ausbau der Ordensburg zu unterrichten. Bei einem Rundgang besichtigte Dr. Ley die neue Bau-Lehrwerkstätte. Sie soll den Lehrlingen neben weltanschaulichem Unterricht durch neuartige Lehrgrundsätze eine intensivere Berufsausbildung geben und damit höhere Leistungsfähigkeit verleihen. Weitere gleichartige Lehrwerkstätten sind an allen großen Baustellen der Partei vorgesehen. Beisetzung des Hauptscbristleiters Dr. Hans Pfaff. Nürnberg, 9. Juni. (DNB.) Auf dem herrlich gelegenen Bergfriedhof in Bern eck wurde am Mittwochnachmittag der am Sonntag verstorbene Hauptschriftleiter der Gaupresse Koblenz-Trier, Dr. Hans Pfaff, zur letzten Ruhe geleitet. Gauamtsleiter Wolfram legte den Kranz des Gauleiters des Gaues Koblenz-Trier nieder und hob die Kameradschaftlichkeit und den allezeit kampf- und einsatzbereiten Willen des Verstorbenen hervor. Marinesanitätsoffiziersanwärter werden eingestellt. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der weitere Aufbau der Kriegsmarine erfordert einen erhöhten Bedarf an Marinesanitätsoffizieren. Es ist deshalb eine erneute Einstellung von approbierten Aerzten (Alter nicht über 32) und Medizinalpraktikanten zum 1. Oktober 1937 beabsichtigt. Außerdem soll die Zahl der bereits eingestellten Marinesanitätsoffiziersanwärter innerhalb der einzelnen Jahrgänge erhöht werden. Hierfür können Studierende der Medizin vom 5. bis 10. Semester in Frage kommen, lieber die Einstellungsbedingungen (Nichtarier werden nicht fingefteüt) und sonstige Fragen der Laufbahn erteilt die Inspektion des Bildungswesens der Marine in Kiel nähere Auskunft. 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Der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht hat den Besuch im Hotel Bristol erwidert. Vorher war Dr. Kung in der Technischen Hochschule in Charlottenburg empfangen worden, wo ihm in feierlicher Sitzung der Dr.-Jn g. h. c. verliehen wurde. Dieser Ehrung wohnte der gesamte Senat, der chinesische Botschafter sowie viele Vertreter der Reichsregierung, Wehrmacht und Partei bei. Der Rektor der Technischen Hochschule, Brigadeführer Professor von Arnim überreichte Minister Kung das Ehrendoktordiplom. Dr. H. H. Kung, der gleichzeitig die Stellung eines Vizepräsidenten des Reichsamtes der Exekutive (stellvertretender Ministerpräsident) inne hat, ist eine der führenden Persönlichkeiten des modernen Chinas. Er hat die chinesische Währung stabilisiert und den Anleihedienst saniert. Er ist ein direkter Abkomme von Konfuzius in der 75. Generation und ein Schwager des chinesischen Nationalheros Sun- Yat-sen und des Marschalls Tfchiangkai- s ch e k. Er hat bereits an der Revolution 1911 in führender Stellung teilgenommen, mehrere hohe Reichsämter bekleidet, ftf' von 1928 bis 1931 das Amt des Jndustrieministers, und war Präsident der Zentralbank und der chinesischen Staatsbank. Der Gast aus China hat Deutschland stets großes Interesse und Verständnis entgegengebracht. * Schanghai, 10. Juni. (DNB. Funtfpruch. Ost- asiendienst des DNB.) Die Meldungen von dem festlichen Empfang und der Ehrung der zur Zeit in Berlin weilenden chinesischen Abordnung mit dem Finanzminister Dr. Kung an der Spitze werden zusammen mit den deutschen Pressestimmen in der chinesischen und ausländischen Presse Schanghais an hervorragender Stelle gebracht. Die führende chinesische Zeitung „Takungpao" schreibt, die herzliche Begrüßung und die Gastfreundschaft durch die amtlichen und privaten Stellen Berlins besage deutlich die traditionellen sehr freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China. Die Zeitung betont, daß die Möglichkeiten enger wirtschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern unbegrenzt seien. Französischer Schulkreuzer zu Besuch im Kieler Hafen. Kiel, 9. Juni. (DNB.) Der französische Schulkreuzer „Jeanne d’Arc" lief heute vormittag bei schönstem Wetter, von Oslo kommend, in den Reichskriegshafen Kiel zu einem achttägigen Besuch ein. Der 1931 erbaute, 9000 Tonnen große Kreuzer, steht unter dem Kommando von Kapitän z. S. Lathan und hat eine Besatzung von 600 Mann. Als das Schiff in die Kieler Förde einlief, feuerte es in Höhe der Batterien von Fried- richsort 21 Schuß Landessalut. Gleichzeitig stiegen dis deutschen Farben am Vormast des Kreuzers empor. Dieser Salut sowie später 19 Schuß Salut für den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, wurden von der Salutbatterie Friedrichsort erwidert. Der französische Kreuzer machte in Höhe des Kommandogebäudes der Marinestation der Ostsee mitten im Hafen fest. Fregattenkapitän T r a c o u, der französische Marineattache in Berlin, begab sich an Bord. Das Schiff befindet sich bereits seit Oktober vorigen Jahres auf einer Weltreise. Als nächste Ziele sind Kopenhagen und Amsterdam vorgesehen. In der Weihehalle des Marine-Ehrenmals in Laboe fand am Mittwochnachmittag eine stille G e - d e n k f e i e r statt, bei der der Kommandant des französischen Schulkreuzers, Kapitän z. S. Lathan, einen Kranz ni^ierlegte. Zu diesem feierlichen Akt hatte sich der Festungskommandant von Kiel, Konteradmiral M e w i s, eingefunden; die deutsche Kriegsmarine und der französische Kreuzer stellte je eine Ehrenkompanie. Verstaatlichung der Rüstungsindustrie in USA. gefordert. Washington, 9. Juni. (DNB.) Fünf Senatoren, darunter der republikanische Senator Nye, der Vorsitzende des Rüstungsuntersuchungsausschus- es, brachten im Senat eine Entschließung ein, in der die Verstaatlichung der amerikani- chen Rüstungsindustrie gefordert wird. Der demokratische Senator B o n e erklärte, daß ein solches Gesetz der Regierung ein Monopol in der Herstellung des Kriegsmaterials geben würde. Gleichzeitig würde damit ein großer Teil der Verteidigungskosten, die jetzt privaten Kreisen zuflössen, ausgemerzt und die Verteidigung selbst gestärkt werden. Das Gesetz sehe jedoch keine Verstaatlichung der zur Herstellung des Kriegsmaterials benötigten Rohstoffe vor. Aus aller Welt. Die längste Sonnenfinsternis feit 1200 Zähren. Die amerikanische Presse berichtet von äußerst erfolgreichen Beobachtungen der vollständigen Sonnenfinsternis vom Dienstag. Die Beobachtungen wurden von Expeditionen aus den Vereinigten Staten, Japan und Peru durchgeführt. Sie erfolgten im südlichen Teil des Stillen Ozeans, hauptsächlich von dem Gipfel der westlichen Anden aus. Es handelte sich um die seit 1 200 Jahren längste Sonnenfinsternis, die sieben Minuten und zwei Sekunden dauerte. Astronomen an Bord eines Frachters im südlichen Pazifik funkten begeistert von dem Gelingen ihrer photographischen Aufnahmen. Ebenso viel Glück hatte der bekannte amerikanische Armeeflieger Major Stevens, der von seinem Flugzeug aus in einer Höhe von rund 8000 Meter über den Anden Aufnahmen machte. Er flog und photographierte im Auftrage des amerikanischen naturgeschichtlichen Museums. Aus Peru wird berichtet, daß dort die Indianer wegen der Sonnenfinsternis große Angst ausstanden. Sie liefen in die Kirchen oder beteten im Freien. Ehrung der Gefallenen des Panzerkreuzers „Blücher". Im Auftrage des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder legte der Festungskommandant von Kiel, Konteradmiral Mewis, am Blücher-Ehrenmal auf dem Kieler Garnisonfriedhof einen Kranz nieder. Bei der Kranzniederlegung waren Ueberlebende und Hinterbliebene der Besatzung des in der Schlacht bei der Doggerbank 1915 gesunkenen Panzerkreuzers anwesend. Zwei neue englische Zerstörer vom Stapel gelaufen. Die zwei neuen englischen Zerstörer „Afridi" und „Cossack" liefen auf der Werft von Jarrow vom Stapel. Beide Zerstörer, die mit Motoren von je 44 000 PS augestattet sind, sollen eine Geschwindigkeit von 36 Knoten erreichen. Sie werden mit acht 4,7-Zoll(4 cm)-Geschütze und zahlreiche Flaks ausgerüstet werden. Grohfeuer auf dem Gülerbahnhof in Halle. In einem Lagergebäude des Güterbahnhofes auf dem Hauptbahnhof Halle entstand ein Feuer, das rasch den ganzen massiven Schuppen in Flammen setzte und auch auf die benachbarten Lagerräume Übergriff. Sämtliche Löschzüge der Halleschen Wehren griffen den riesigen Brandherd an, der den ganzen Güterbahnhof taghell erleuchtete. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle mitteilt, vernichtete das Feuer die gesamte Umladehalle. Die Entstehungsursache des Brandes steht noch nicht fest. Von den in der Nachtschicht Arbeitenden werden vier als getötet und eine Anzahl als verletzt gemeldet. Der Sachschaden ist erheblich. Bier Personen in der reißenden Etsch ertrunken. In Verona kamen im Hochwasser der Etsch vier Personen ums Leben. Ein Mann hatte sich mit einem zweijährigen Kinde an einer sonst ganz ungefährlichen Stelle in das Wasser begeben. Plötzlich verlor er den Boden unter den Füßen und wurde mit dem Kinde von den reißenden Fluten fortgerissenr Die Mutter, die bisher am User gestanden hatte, wollte ihrem Kinde nachstürzen, um es zu retten. Zwei Mädchen versuchten, sie von ihrem Vorhaben zurückzuhalten. Dabei wurden aber alle drei ebenfalls von den Wellen erfaßt. Nur dem einen der Mädchen gelang es, sich an einen Baum zu klammern. Von den übrigen konnte bisher noch keine Spur gefunden werden. Schweres Aukobusunglück in Frankreich. Auf der Landstraße von Nantes nach Rennes stießen zwei Kraftomnibusse zusammen. Sie wurden völlig zertrümmert. Drei Personen wurden getötet und 15 verletzt. Die Insassen des einen Omnibusses waren Klosterangehörige aus Nantes, die einen Ausflug nach St. Michel machten. Das Internationale Olympische Komitee tagt in Warschau. Nach der feierlichen Eröffnung der 34. Tagung des Internationalen Olympischen Komitees sind seine Mitglieder zur ersten Sitzung zusammengetreten. Zu Beginn der Sitzung wies Graf Baillet-Latour in einem Rückblick auf die mustergültige Organisation der Olympischen Spiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und Berlin hin. Er sprach Staatssekretär L e w a l d für die Organisation der Olympischen Spiele in Berlin und Dr. Ritter von Halt für die der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen seinen Dank aus und überreichte beiden Herren Erinnerungsgeschenke. Weiter gab Graf Baillet-Latour bekannt, daß Exzellenz L e w a l d , dem er für seine wertvolle Mitarbeit dankte, infolge seines hohen Alters aus dem Exekuttvkomitee ausgetreten sei. An seiner Stelle ist Dr. Ritter von Halt als Vertreter Deutschlands in das Exekutivkomitee, das die Aufgaben eines Vorstandes des IOK. hat, gewählt worden. Bekannte Gäste bei der Wormser Nibelungen-Aufführung. Das Hessische Landestheater Darmstadt bringt zum Abschluß der diesjährigen Reichstheaterfestwoche in Worms die „N i b e l u n g e n" - Trilogie von Friedrich Hebbel, und zwar das ganze dreiteilige Werk an einem Tag, zur Aufführung. Generalintendant Franz E v e r t h hat dafür als Spielleiter Richard Weichert, den bekannten Berliner Regisseur, verpflichtet, der das Werk mit Max Fritzsche, Darmstadt, in Szene setzt. Zur Ergänzung des Darmstädter Ensembles wurden außerdem von Generalintendant Eoerth als Darsteller u.a. Agnes Straub (für die Rolle der Kriemhilde) und Maria Koppenhöfer vom Berliner Staatstheater (Brunhilde) verpflichtet. Die bevorstehende Inszenierung wird auch dadurch theatergeschichtlich bedeutsam, daß sie alle drei Teile zum ersten Mal ohne entstellende Kürzungen und trotzdem an einem Tage auf die Bühne bringt. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Abgesehen von Nordwesten, wo es bei starker Bewölkung zu vereinzelten Gewittern kam, herrschte am Mittwoch in ganz Deutschland störungsfreies Schönwetter. Die Temperaturen überstiegen vielerorts wieder 30 Grad im Schatten. Diese starke Erhitzung, die heute noch weitere Fortschritte machen wird, begünstigt durch den damit verbundenen Druckfall von Südwesten her die Entwicklung flacher Störungen und damit das Auftreten örtlicher Gewitter. Eine durchgreifende Umgestaltung ist vorerst noch nicht zu erwarten. Aussichten für Freitag: Heiter bis wolkig, Auftreten örtlicher gewittriger Störungen, warm und schwül, veränderliche Winde. Aussichten für Samstag: Vielfach heiter, warm und Neigung zu gewittrigen Störungen. Lufttemperaturen am 9. Juni: mittags 30,2 Grad Celsius, abends 20 Grad; am 10. Juni: morgens 21,6 Grad. Maximum 30,8 Grad, Minimum heute nacht 15,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juni: abends 26,6 Grad; am 10. Juni: morgens 22 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange (erkrankt); i. V.: Dr. Hans Thyriot; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerptäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 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M-Mtv wäre noch em la?Eisschrank, ▼ Fliegenschrank, L Eismaschine, ■ M Fruchtpresse, gl v Einkoch-Apparat ' oder Einkochg/äserESg lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll lang der, 136 D Ist die billigste! Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 MIlIlI!IIIIIIIIIllllII!MM>IIMlIIIIIllllIIIIMlllIllIlIIlIIII«Ml!IIIIIIIl Frau B. Gulden jetzt Frau W. Henkel Gießen, Am Riegelpfad 32 Sprechstunden jeden Freitag von 9-19 Ohr sie nützen. Deshalb sparsn SIs bsl Herausgabe der besten Drucksache t sie Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als Sommersprossen verschwinden durch die Behänd- 2-3 möbl. Zimmer mit Kochgelegenheit für Arztfam. mit 2 Kleinkind, für die Zeit vom 21.Iuni-20.Juli gesucht. Schriftl. Angebote unter 4001D a.d.G.A. Möbliert. Zimmer in der Nähe der Bahnhofstr.oder Mühlstr. gesucht. 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I ...und zum Bauen Aber m a n n Kr.132 Zweiter Blatt_______________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen- Vonnerrtag, 10. Zum 195Z Kulturarbeit auf dem Lande. Eine schier unerschöpfliche Fundgrube der Verspottung und Verhöhnung erblickten noch vor einem halben Jahrzehnt gewisse Witzblätter im deutschen Landvolk. Diese Zeitungen konnten sich nicht genug darin tun, den Bauern als dumm, einfältig und rückständig hinzustellen, als einen Menschen, mit dem man kein vernünftiges Wort sprechen könnte. Diese Zersetzungsarbeit brachte es mit sich, daß die Städter oft überheblich und geringschätzig auf das Landvolk herabsahen, während auf der anderen Seite der Bauer in der Stadt und in allem, was aus ihr kam, häufig den Herd der Sittenverfäulnis und des Niedergangs erblickte. Dem Nationalsozialismus gelang es in kurzer Zeit, diese Gegensätze aus der Welt zu schaffen und zu erreichen, daß heute Stadt und Land in einer Front marschieren. Beide haben eingesehen, daß sie unlösbar zusammengehören und daß einer ohne den anderen nicht bestehen kann. Das Erfreuliche an dieser Entwicklung aber liegt darin, daß nU)t nur ein politischer Gleichklang erzielt worden ift, sondern daß Stadt und Land auch mehr und mehr daran gehen, kulturell zusammenzuarbeiten. Ländlichem Brauchtum steht heute der Städter nicht mehr verständnislos gegenüber, und die Zeiten, da bäuerliche Trachten, die sich oft durch Jahrhunderte vererbt haben, von der Stadtbevölke- rung ausgelacht wurden, sind für immer dahin. Wenn heute bei der Feier des Erntedankfestes Bauernabordnungen in die Städte kommen, dann sind sie stets Mittelpunkt besonderen Interesses und herzlicher Zuneigung. Wenn wir von kultureller Zusammenarbeit sprechen, dann ist das natürlich nicht so zu verstehen, daß nun einfach Dorf für Dorf mit Veranstaltungen „überfallen" wird, wie sie in den Städten gang und gäbe sind. Das würde ein völliges Fiasko ergeben, denn wir müssen uns stets darüber klar sein, daß diese kulturelle Arbeit, die Feierabendgestaltung, aus dem Dorfe herauswachsen muß, von dem Leben auf dem Lande sprechen sowie den Menschen an die Scholle binden soll. Um aber diese Arbeit in richtige Bahnen zu lenken und sie so zu gestalten, daß sie sich wirklich erfolgreich auswirkt, ist es erforderlich, eine gewisse Planmäßigkeit zu schaffen. Diesem Ziel dient ein Abkommen, das kürzlich zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und dem Reichsbauernführer Reichsminister Darre abgeschlossen worden ist und das dem Amt „Feierabend" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Durchführung der kulturellen Arbeit, der Feierabendgestaltung auf dem Dorfe übertragen hat. Diejenigen, die diese Feierabendgestaltung auf dem Dorf durchzuführen haben, müssen selbstverständlich mit dem Leben auf dem Lande vertraut sein, müssen es genau kennen, well sie bei der Gestaltung dieser Abende sich stets vor Augen zu halten haben, daß sie den Bauern dadurch am ehesten gewinnen können, daß sie ihm von seinem eigenen Leden erzählen. Es wird notwendig sein, bei dieser Feierabendgestaltung ganz schlicht und ganz einfach vom Alltag zu sprechen, wobei es besonders zweckmäßig ist, an die Geschichte des Volkes anzuknüpfen. Aber auch da wird man erst vom Kleineren auf das Größere kommen können, d. h. von der geschichtlichen Vergangenheit des Dorfes und seiner weiteren Umgebung ausgehend, sich der Geschichte der Nation zuwenden können. Gerade für diese Dinge ist der Bauer, der begreiflicherweise für den Gedanken der Heimat und der Scholle stets größeres Verständnis aufbringen wird als der Städter, besonders leicht zu gewinnen, wie die Erfahrung bereits gezeigt hat. Auch die Form dieser Feierabendgestaltung wird verschieden sein und sich auch naturgemäß den jeweiligen örtlichen Verhältnissen anzupassen haben. Oberstes Gesetz für diejenigen, denen diese kulturelle Betreuung des Landes obliegt, muß es stets sein, diese.Feierabendgestaltung vom Standpunkt des Dorfes aus auszuziehen. Wenn diese Abende eine geraume Zeit lang durchgeführt sind, dann wird man auch dazu übergehen können, Dinge vorzubring^en, die nicht ausgesprochen bäuerlichen Ursprungs sind, denn schließlich soll ja auch die Landbevölkerung mehr mit dem Gedankengut der Stadt vertraut gemacht werden. Daß im übrigen der Bauer sich gar nicht, wie man von mancher Seite hört, irgendwie abzuschließen und abzusondern pflegt, dafür legen die kulturellen Veranstaltungen Zeugnis ab, bi'e schon [eit Jahr und Tag der Reichsarbeitsdienst in allen deutschen Gauen durchführt. Es ist bekannt, daß zwischen dem Dorf und dem Arbeitsdienst eine besonders enge Verbundenheit besteht, die sich ja nicht zuletzt daraus ergibt, daß der ganze Einsatz des Reichsarbeitsdienstes darauf abzielt, den Bauern Neuland zu verschaffen. Hieraus hat sich eine enge Zusammenarbeit gerade auch auf kulturellem Gebiet ergeben, die darin zum Ausdruck kommt, daß der Arbeitsdienst entweder die Dorfbevölkerung in das Lager einladet oder im Dorfwirtshaus eine Veranstaltung durchführt, die, schlicht und einfach in ihrer Gestaltung, gerade dem Bauern oft mehr innere Werte vermittelt, als mancher annehmen möchte. Es werden Erlebnisse aus der Kampfzeit erzählt, aus guten Büchern wird vorgelesen, die Lagerkapelle spielt und auch Stegreifspiele der mannigfachsten Art fehlen nicht. Gerade wenn man sich vor Augen hält, daß Dörfer oft meilenweit von der nächsten Stadt entfernt liegen, wird man diese kulturelle Tätigkeit des Reichsarbeitsdienstes besonders zu würdigen wissen. Im übrigen ist auch die Hitler-Jugend in diesem Rahmen tätig. Aber auch die Partei hat Mittel und Wege gefunden, um von einem anderen Ausgangspunkt, die bäuerliche Bevölkerung teilhaben zu lassen am Leben der Nation. Wir denken hier besonders an die Gaufilm st ellen, welche auf dem Lande bereits Tausende von Filmverstaltungen zur Durchführung gebracht und damit großen Anklang gefunden haben. Die Wichtigkeit dieser Arbeit wird besonders deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, daß es einem großen Teil der Landbevölkerung vielleicht alle paar Jahre nur einmal möglich ist, in ein Kino zu kommen. So finden gerade gute Filme, die die Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Staates zum Gegenstand haben, stets ein dankbares Publikum. Verschiedenartig und mannigfaltig sind die Wege, die von der Partei und ihren Gliederungen eingeschlagen werden, um die kulturelle Betreuung des Landes in neue Bahnen zu lenken. Sie alle haben das eine Ziel gemeinsam: dem Bauern, der bislang meist mißtrauisch all dem gegenüberftanb, was von außen an ihn herangetragen würbe, zu zeigen, baß er im neuen Staat nicht mehr abseits steht, fonbern gleichberechtigtes Glied in der Gemeinschaft der Nation ist. 8000 aktive Teilnehmer gemelbet. Man kann wohl annehmen, daß an den beiden Schlußtagen die Stadt Breslau, die etwa 630 000 Einwohner zählt, über eine Million Menschen verpflegen und beherbergen muß. Eine große Zahl der Besucher, nach den bisherigen Meldungen wohl etwa 30 000, werden nach dem Abschluß der festlichen Tage vorwiegend die schlesischen Bäder und Kurorte aufsuchen. Somit wird in diesem Jahre besonders das deutsche Gastgewerbe in der Südostmark vor eine schwierige Sonderausgabe gestellt, an deren Lösung schon jetzt von allen Beteiligten vorgearbeitet wird. Das deutsche Gaststättengewerbe ift auch sonst nicht müßig gewesen. In allen Gauen bemüht man sich fortgesetzt, durch geeignete Maßnahmen den gesteigerten Anforderungen gerecht zu werden. So sind die Grundlagen für ein klares Preisangebot geschaffen worden, das eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Werbung und die Zufriedenstellung des Gastes bedeutet. Die Schulung der Angehörigen des gesamten Gewerbes wird unter sachverständiger Anleitung in allen Teilen des Reiches fortgesetzt. Auf alle Fälle steht eins fest: Deutschland ist auf dem Wege, die ideale und vorbildliche Gaststätte zu schaffen, die allen Anforderungen, auch den höchsten, gewachsen sein wird. H.D. Gängeressen für 130000 Personen. Unsere Gaststätten im Festspieljahr 1937. Die Gaststätte ist ein Spiegel des Landes. Jeder Fremde, der die deutschen Städte und Gaue besucht, erhält seine er st en Eindrücke in den Hotels, in denen er übernachtet, und in den Gaststät- t e n, in denen er sich viele Stunden des Tages aufhält. Don dem, was er hier sieht und von der Art und Weife, wie er behandelt wird, wird zumal der ausländische Gast Rückschlüsse ziehen auf die allgemeinen Verhältnisse in Staat und Volksgemeinschaft. Die Gaststätten stehen im Brennpunkt des öffentlichen Lebens. Hier wird nicht nur geschlafen, gegessen und getrunken und ein Teil der geschäftlichen Verhandlungen abgewickelt, nein, auch die Geselligkeit, offizielle Empfänge, Feierlichkeiten und jedwede Unterhaltung spielen sich in den Gaststätten ab. Es gibt keine andere gewerbliche Betätigung, die in ähnlichem Umfange an allen Veranstaltungen beteiligt ift, ganz gleich, welchen Zweck diese verfolgen. So wird das Gaststättengewerbe immer wieder vor neue Aufgaben mit teilweise einmaligem und besonderem Charakter gestellt. Erst im vergangenen Jahr hat das Ereignis der Olympischen Spiele außerordentliche Aufgaben vom deutschen Gastgewerbe gefordert, Aufgaben, die, 'aud) nach dem Urteil des Auslandes, durch eine großartige Organisation und durch eine wahrhaft gastronomische Anpassungsfähigkeit auch für die schwierigsten und ungewöhnlichsten Bedürfnisse der verscksiedensten ausländischen Besucher gelöst worden sind. Da Berlin damals im Mittelpunkt der Ereignisse stand, haben die Hotels, Fremdenpensionen und Gaststätten der Reichshauptstadt, etwa 13 500 an der Zahl, die Hauptlast an der Versorgung der rund. 500 000 Gäste pro Tag zu tragen gehabt. Diese einmalige Leistung wird immer ein besonderes Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Gastronomie bleiben. Durch die besonderen Veranstaltungen, die auch im Jahre 1 9 3 7 in großer Zahl stattfinden, wird abermals ein starker Besucherstrom nach Deutschland fließen. Erst- kürzlich hat der Leiter der Fachgruppe Beherbergungsgewerbe, Fritz Gabler-Heidelberg, im Zusammenhang mit dem Auslands-Fremdenverkehr von einer „unsichtbaren Ausfuhr" Deutschlands gesprochen. Nach seinen Mitteilungen wird für den Auslands-Reiseverkehr nach Deutschland fast ausschließlich die Registermark verwandt. Für die Zeit von 1933 bis November 1936 wurde über eine Milliarde Registermark beansprucht. Wenn man bedenkt, daß Ausländer auch aus eigenen Sperrgeldguthaben Reisen in Deutschland machen und daß auch Dawes- und Young-Mark für solche Zwecke flüssig gemacht wurden, so kommt man zu einem jährlichen Durchschnittsumsatz von 350 Millionen Mark aus dem Auslandsreiseverkehr in Deutschland. Es handelt sich zwar nicht um einen Devisenzugang; in der Zahlungsbilanz findet er jedoch zum größten Teil zur Schuldenabtragung an die Stillhaltegläubiger Verwendung. 1937 wird das Jahr der deutschen Festspiele. Die besten Kräfte der deutschen Musik und des deutschen Theaters werden in festlichen Aufführungen ihr Können zeigen. Alle Städte werden sich bemühen, ihren Besuchern von nah und fern während der Reisezeit erlesene Genüsse kulturellen Erlebens zu bieten. Es handelt sich dabei um eine Fülle von Festwochen, von Theateraufführungen, Freilichtspielen, Konzerten und Ausstellungen. Die Stadt Düsseldorf, in der zur Zeit die große Reichsausstellung „Schaffendes Volk" Zehntausende von Besuchern aus dem In- und Auslande anlockt, ist eine der Mittelpunkte der Ereignisse. In Düsseldorf läuft gleichzeitig die große Kunstausstellung „Nordwestdeutsche Kunst der Gegenwart" und bis zum 20. September „Die Deutsche Kolonialausstellung". Im Juni ist die Reichstheaterfestwoche in westdeutschen Städten vorgesehen und in der gleichen Zeit findet in Düsseldorf eine große Tagung des NS.-Lehrerbundes, des Deutschen Roten Kreuzes und des Brauereigewerbes statt. Greifen wir aus der großen Zahl der festlichen Ereignisse eins heraus: das 12. deutsche Sängerbundesfest in Breslau. Die Sänger deutscher Zunge aus allen Teilen der Alten und der Neuen Welt werden vom 28. Juli bis 1. August in Breslau erwartet. Der deutsche Sängerbund ist bekanntlich eine weltumspannende Organisation, zu dem sich rund 800000 Mitglieder in Deutschland und 200 000 Sänger und Sängerinnen deutscher Sprache im Auslande bekennen. Die Sänger und die Gesangvereine gehören mit zu jener kulturellen Gästegruppe, die von jeher auf das Engste mit dem deutschen Gaststättengewerbe zusammengearbeitet hat. An der Entfaltung der deutschen Sangeskunst hat das Gaststättengewerbe insofern Anteil, als es nicht nur die Räume für die Veranstaltungen der Vereine zur Verfügung gestellt hat, sondern auch durch besondere bauliche Leistungen den Bedürfnissen der Sangeskunst Rechnung getragen hat. Jetzt in Breslau wird das dortige Beherbergungs- und Gaststättengewerbe wohl etwa 150000 Sänger und Sängerin- n e n unterbringen und verpflegen müssen. Ein Sängeressen für 130000 Personen ist vorgesehen. Aus Amerika haben sich allein bisher 1 Oie geschiedene Fran durch 14 Messerstiche gelötet. Der Mörder zum Tode verurleilk. LPD. Mainz, 6. Juni. Am 18. Februar dieses Jahres hatte der bereits 20mal vorbestrafte Wilhelm Eckert feine geschiedene Frau in ihrer Wohnung aufgesucht und durch vierzehn Messerstiche getötet. Eckert war kurz nach dem Mord verhaftet worden und hatte sich jetzt vor dem Schwurgericht zu verantworten. Wie sich aus der Verhandlung ergab, ist Eckert, der in den fünfziger Jahren steht, schon in der Vorkriegszeit mit den Gesetzen in Konflikt gekommen und hat u. a. auch eine Zuchthausstrafe verbüßt. Er ist als Trunkenbold und ge- waltätiger Mensch bekannt, der schon einmal einen Mann mit dem Messer in den Rücken gestochen hat. Bereits die erste Ehe Eckerts wurde geschieden und im Februar 1936 die zweite Ehe. Die Verhandlung vor dem Schwurgericht dauerte zwei Tage und endete mit der Verurteilung Eckerts wegen Mordes zum Tode. In der Urteilsbegründung wird betont, das Gericht habe sich davon überzeugt, daß Eckert vorsätzlich und mit Bedacht den Mord ausgeführt habe. Der Angeklagte nahm das Todesurteil ohne jede Anteilnahme auf. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. Auch der Älmus WM mal ausvuhe«! Sie haben sich schon oft gewundert, daß am Anzug, den Sie längere Zeit nicht getragen hatten, erstaunlich erholt aussah? Viele wissen leider noch nicht, daß man viel mehr Freude an seinen Anzügen hat und viel billiger fährt, wenn man häufiger wechselt. Aus Gründen der Sparsamkeit und der Hngiene ist es also gut, stets wenigstens einen Anzug mehr zu haben. Die Preise im Hause Köhler sind ja so günstig, daß Sie ruhig einmal zusätzlich einen der aparten Sport-Anzüge, oder Kombination (Jacke anders als die Hose) leisten sollten. Formen und Farben bleiben auch nächstes Jahr modern. - Holen Sie Rat in allen Kleiderfragen bei dem gutunterrichteten und gewissenhaften Fachleuten für gute 4oisA e Herren- u. Knaben Kleidung n M I C D giessen ■A 11 ImEb IX Seltersweg Oberhessens größtes Spezial-Haus Eigene Zivil- und Uniform - Maßschneiderei Axel und Alfrede!. 13on Urfula von Witzendorff. Das Ganze ist eine kurze Geschichte und noch dazu eine von denen, die keine Pointe haben oder nur eine solche, die für das Herz und nicht für den Verstand bestimmt ist. Axel und Alfredel hatten erstens gar nichts miteinander zu tun. Zweitens war das eine ein Hund und das andere ein kleiner Mensch, nicht höher als vielleicht siebzig Zentimeter, gut gerechnet, blond, blauäugig und natürlich mit roten Backen, in denen eine blanke Knapfnase eingebettet lag. Auch sonst war an dem Alfredel nichts Untadeliges zu bemerken, außer daß die Betonung seines verunglimpften Namens auf der zweiten statt auf der ersten Silbe lag. Splitterfasernackt, von nichts als dem fast weißen Flaum auf seinem Kopf bedeckt, wurde das Alfredel am See aus der mütterlichen Obhut entlassen: ein selbständiger Mensch, der bereit ist, sich in Gefahr zu begeben, weil es nun einmal Gefahren auf der Welt gibt, und es keinen Zweck hat, fein Leben in den gesicherten Bezirken eines Kinderwagens zu verbringen. Da stand nun das Alfredel am See, die blauen Augen auf das blaue Wasser gerichtet, eingehüllt in Sonne und warme Blicke. Und neben ihm saß, mit gespitztem Ohr, Verwunderung und Neugier im Blick, zufällig der Hund Axel, ein Aristokrat seiner Airedale-Rasse. Selbst noch um ein halbes Jahr jünger als das Alfredel, wie ein schwarzes Wollschaf anzusehen, mit braunen Tupfen und listig braunbeäugt, war er der erwachsenere von beiden, so obenhin wenigstens, was die Tolpat- schigkeit anlangt und die unfreiwillige Komik, die jungen Geschöpfen eigen ist, so lange sie nur der Trieb und nicht das Bewußtsein leitet. Alfredel stand lange am sandigen Ufer, mit erhobenen Händen und Armen, auf unwirklich kleinen Füßen, leise schwankend wie ein Schiffer in feinem Kahn, ehe er sich zum ersten Schritt entschloß. Arel hatte sich, nicht weniger gespannt als andere Anwesende, mit Vorderpfoten und Kopf platt hin- gelegt nur das Hinterteil ragte in die Höhe, damit sein kurzer Schwanz so der Freude am Schauspiel ungehindert Ausdruck geben konnte „Bau", machte Axel, zum Angriff auf Alfredels eben erhobenes Bein bereit. Die Augen funkelten vor Vergnügen und als Alfredel, ein wenig erschreckt, in der Mittellinie seines kleinen Körpers zusammenknickte und mit der Erdoberfläche Fühlung nahm, hielt Axel seine Zeit für gekommen, um dem kleinen Kameraden zu zeigen, wie man sich im Sand und in der Freiheit benimmt. „Bau", machte er noch einmal, ehe er losjagte: den Kopf geneigt, Runde um Runde, durch Büsche und Sträu- cher hindurch, Sand aufwirbelnd, bis er schließlich atemlos wieder neben Alfred landete, der ungerührt dasaß, als hätte ihn eben erst der Storch auf diese wüste Welt fallen lassen. Dann stand er auf, oder besser: er machte den Versuch dazu — nicht sehr anders in der Haltung, als Axel ihn vordem belauert hatte. Denn Alfredel brauchte für feine Balancekünste, fest auf zwei Beine zu stehen zu kommen, einige Zeit, ehe er die ausgleichenden Hände vom Boden zu lösen vermochte. Aber jetzt stand er tatsächlich, besah sich seine Hände — der Sand am Ufer war feucht und schwärzlich durchzogen. Schließlich reckte er sie anklagend in die Höhe, in eine Richtung, in der er vielleicht die mütterliche Obhut vermutete. Den Kopf mitzuwenden, schien ihm bedenklich. So vorbereitet, tat er endlich den ersten Schritt, und Axel mußte die Erfahrung machen, daß ein gutes Beispiel noch keineswegs einwandfreie Nacheiferung erzeugt. Stirnrunzelnd' sah er den zweibeinigen Kameraden Fuß bei Fuß setzen, bedächtig wie' ein Alter, der keinen unüberlegten Schritt tut. Wie wenig aber die größte Bedacht- samkeit über des Lebens Fährlichkeiten hinweghilft, mußte Alfredel in dem Augenblick merken, da ihm ein trügerisch trübes Wasser, vom See her in ein von Kinderhand gegrabenes Becken geleitet, erneut zu Fall brachte, dergestalt, daß er bäuchlings, mit fleischwebenden Armen und Beinen, auf den Wall des Beckens zu liegen kam. Da ihm in Ermangelung der Sprache die Rede noch nicht verschlagen werden konnte, ließ es Alfrede! bei einem kleinen, unnachahmlichen Laut bewenden, und die Sonne, auf mittäglicher Höhe stehend, beschien das ihr zu- gewandte rosige Etwas, mit besonderem Vergnügen. Axel dagegen, von der Erkenntnis durchdrungen, daß Wendigkeit nicht die stärkste Seite dieses Lebewesens fei, begann im Sand zu wühlen. Mit wild bläkender, roter Zunge biß er in den Sand, den seine geschäftigen Vorderpfoten herausschaufelten, warf fid) hin, stand wieder auf und schaufelte weiter, als gälte es aus des Deutschen Reiches Streusandbüchse unermeßliche Schätze zu heben. Schließlich wühlte er sich, zum wilden Krokodil geworden, durch den aufgelockerten Sand, bald alle-. Viere in den Himmel streckend, bald bäuchlings wie sein Gefährte dahinkriechend, während Alfredel, der seine wohlgerundete Vorderseite als unfreiwillige Wippe in Kauf nehmen mußte, noch immer vergeblich nach einem Halt suchte. Vorn tippte seine Nase in den Sand, hinten die kleinen Füße ins Wasser. Aber Alfredel ließ nicht nach, er verweigerte auch jegliche Hilfestellung fremderseits, denn er wollte einmal ein Mann werden. Alle Anwesenden, durch diesen schon sommerlichen Sonntag zu einer großen Familie verbunden, sahen dem Schauspiel zu, leise, fast scheu vor dem Wunder des Werdens. Unweit des Ufers schaukelte eine Schwanenfamilie vorüber. Um sie her trieben Taucher ihre Wasserspiele; über allem wehte ein warmer Wind. Alfredel, dem Zustand eines zweibeinigen Wesens wiedergegeben, brach erneut zur Wanderschaft auf. Jetzt, mit den Spuren eines unfreiwilligen Moorbades behaftet, schwankte er stumm und verbissen dem eigentlichen See entgegen. Seine kleinen Beine widerstanden mannhaft jeglicher Versuchung, in die Waagerechte auszuweichen. Axel, dem feuchten Element nicht eben gut gesonnen, lugte hinterdrein, erhob sich schwerfällig und folgte schließlich, mit schnobernden Zeichen des Unbehagens bis hart an den Rand der kühlen Flut, in die Alfredel eben feine einstmals rosigen Beine fetzte. Ein tiefer Seufzer entfuhr der Brust des zukünftigen Kriegers, aber nur kurz und eher durch das kleine Erschrecken wahrzunehmen, das ihn den Kopf ruckweise aufwerfen ließ. Aber den Beinen raubte dieser Seufzer alle Fasfung und Alfredel saß, mitten im Wasser, und tat das Beste, was er tun konnte: er lachte, strahlend heiter, als ob er es just so und gar nicht anders gewollt hätte. Und weil die Lust heiß und das Wasser kühl war, patschte er es mit beiden dicken Händen. Es sprühte um ihn, bis zum Mund, bis zur Nase, und Alfredels Zunge hatte allerhand zu tun, die köstlichen Tropfen einzufangen. Axel aber, nur ein dummer Hund, stand am Ufer. Fassungslos über soviel Unverstand, miste er vor sich hin. Er lief zu seinem Herrn und wieder zurück zum Wasser mit den merkwürdig erschlafften und schrägen Bewegungen eines Tieres, das etwas Bedrohliches mitzuteilen hat. Erst als die mütterliche Obhut sich des Badeengels angenommen hatte, besann sich Axel seiner eigenen Jugend. In tollen Sprüngen umjagte er wieder den Lagerplatz, sich überkollernd und stürzend: ein sandiges Ungeheuer, mit sandiger Zunge, die Lefzen verklebt, bis ihm die Müdigkeit Einhalt gebot. Und während er sich der Süßigkeit der Ruhe mit gelösten Gliedern überließ, saß unweit entfernt Alfredel, ebenso glücklich, ebenso schmutzig, ebenso wunschlos im märkischen Sand. „Hamlet" in Helsingör. Das Schloß in Helsingör ist der Schauplatz, den Shakespeare für seinen „Hamlet" vorschreibt. Und in dem Hof dieses Schlosses, des alten Kronborg, das ungefähr zu der Zeit erbaut wurde, als Shakespeare seine Tragödie schrieb, fand nun zum ersten Male eine Aufführung des Stückes statt. Als das Spiel begann, lag noch Helligkeit über der Szene, bald flammte die untergehende Sonne auf der grünlichen Patina der Kupferdächer und Türme mit tiefem Rot. Als im Laufe des Spiels die Dämmerung sich allmählich herabsenkte, Einzelheiten der Umgebung zurücktraten und im Licht der Scheinwerfer die offene Szene, die als einzigen Hintergrund die mächtige Nordmauer des alten Schlosses mit ihren vielen Fenstern hatte, um so schärfer aufleuchtete, wurde die romantische Verzauberung für die Zuschauer noch vollständiger. In Augenblicken des Schweigens hörte man den abgemessenen Schritt der Schildwache auf den Wällen, und als die Silhouette des Geistes von Hamlets Vater sich gegen die Zinnen abhob, erschien es wirklich wie eine Beschwörung des Geistes des alten Schlosses. Die Aufführung wurde auf Einladung Dänemarks von einer englischen Gesellschaft, der „Old Vic Company“ veranstaltet mit Laurence Olivier in der Titelrolle und Vivien Leigh als Ophelia. Die Statisten wurden von dänischen Kadetten und jungen Mädchen aus Helsingör dargestellt. Auch die Schauspieler waren zweifellos ebenso wie die Zuschauer von der Verzauberung durch den Ort ergriffen, denn sämtliche Darsteller übertrafen sich selbst. Zum Glück erwies sich die Akustik des Hofes als so gut, daß auch in den hintersten Sitzreihen ohne Lautverstärker jedes Wort von der Bühne deutlich verstanden werden konnte. Es war fast Mitternacht, als Fortinbras seine Schlußworte sprach, aber der Beifallsjubel der Zuschauer wollte noch lange kein Ende nehmen. An die Aufführung schloß sich ein Festmahl mit zahlreichen Trinksprüchen, das erst sein Ende fand, als der Himmel über der kleinen Stadt sich schon wieder heller färbte. Von der Aufführung, die eine Einzigartigkeit in der Geschichte des Shakespeareschen Stückes wie auch des Schlosses Kronborg bedeutet, find noch eine Reihe weiterer Vorstellungen vorgesehen, für die alle Plätze bereits ausverkauft sind. Wirtschaft Aus der engeren Heimat .er — Da infolge des lang- Wetters mit Dickwurzsetzen ganzen ij daß 6 funden. Kreis Büdingen. Kotswerke und Chemische Fabrik 6 6' 157,25 — Frankfurt a. M. 101 99,13 126,5 100,9 110,9 99 98 132,75 99,5 101,65 99,13 105 189 139,75 156,5 263 167 136,25 155,5 164,5 138,75 161 138,4 59,9 174,5 127,25 150 141,25 118,25 137,5 98,25 124,25 161 154,25 235 149,5 155 171,25 203 122,9 62,5 117.5 164,25 . 6 . i . 8 6/r . 5 . 0 12 .. 6 237 142,75 134 165,25 128,65 158,75 Lahmeyer.......... Mainkraft........... Mannesmann....... Mansfelder Bergbau . Metallgefellschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro .... Rheinstahlwerke...... Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... Helsingfors.... Paris........ Holland...... Italien....... * Echzell, 9. Juni. Die ehemalige hiesige Gewerbeschule, die für Schulzwecke nicht mehr benötigt wird, wird nun der Hitlerjugend dienstbar gemacht. Einen Schulsaal mit Nebenräumen erhält der BDM., der zweite Saal wird der Hitler-Jugend als Deutsche Linoleum...... Elektrische Lieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. G. Farben-Jndustrie .. Felten & Guilleaume.... Gesfürel............... Th. Goldschmidt........ Grihner Maschinen...... Harpener.............. Hoesch Eisen............ Philipp Holzmann...... Ilse Bergbau........... Ilse Genüsse........... Kali Aschersleben....... Klöcknerwerke .......... Die Veranstaltung war sehr gut besucht. $ Steinbach, 8. Juni. Am vergangenen Sonntag waren 61 Jahre verflossen seit dem Konfirmationstage der nunmehr 75jährigen. Damals, am ersten Pfingstfeiertag 1876, wurden hier konfirmiert 6 Knaben und 6 Mädchen. Von dieser für Steinbach verhältnismäßig kleinen Schar konnte nur ein kleiner Bruchteil den Tag erleben, acht sind bereits gestorben. Zur Feier hatten sich eingefunden der einzige noch überlebende Mann und 3 Frauen, eine war nicht anwesend, weil sie in der Ferne lebt. Pfarrer D ö l l gedachte im Hauptgottesdienst der Altkonfirmanden und mahnte, anknüpfend an die Textesworte des Konfirmators von 1876, Pfarrer Eigenbrodt, der schon seit mehr als 50 Jahren auf unserem Gottesacker ruht, zur dankbaren Treue. Im Hause des Alterskollegen Karl Schmitt verlebten die alten Kameraden den Tag im Gedenken der vergangenen Tage und der schon geschiedenen Freunde. Harbach, 8. Juni. Im vorigen Jahre trat hier an vereinzelten Zwetschenbäumen eine Krankheit auf, die den meisten Landwirten völlig unbekannt war. Manche Früchte waren auffallend groß io . 6 . 7 . 7 . 6 . 6 . 5 . 0 2/2 3/2 .. 6 .. 6 .. 6 .. 5 4/2 kreis Friedberg. + Butzbach, 9. Juni. Seit Frühjahrsbeginn ist die Bautätigkeit in unserer Stadt außerordentlich rege. Nicht weniger als zehn Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser wurden bereits im Rohbau fertiggestellt oder sind gegenwärtig noch in Arbeit. Bei anderen im Herbst schon begonnenen Rohbauten erfolgt der innere Ausbau. Da das Wetter sehr günstig ist, nehmen die Arbeiten einen raschen Fortgang, so daß die meisten Häuser noch im Laufe des Sommers und Herbstes bezogen werden können. Neben der Erstellung der Neubauten werden überall in der Stadt Um- und Anbauten, Vergrößerungen und Aenderungen von Läden und Wohnungen vorgenommen. Durch die starke Belebung des Baumarktes haben sämtliche Handwerker und Gewerbetreibende vollauf Beschäftigung ge- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ______ Auskunst über Einheitswerie! LPD. Der Reichs- und Preußische Minister für Finanzen hat mitgeteilt, daß die Finanzämter in einem Runderlaß vom 4. 5. 1937 angewiesen wurden, den Kreisbauernschaften für die Zwecke der Erzeugungsschlacht kostenlos Auskunft über Einheitswerte in den Fällen zu erteilen, in denen die Kreisbauernschaften die Auskunft nicht vom Betriebsinhaber bzw. Eigentümer erhalten können. In der Hofkarte werden Angaben über den Einheitswert gefordert. Soweit den Betrieben der Einheitswert nicht bekannt ist und die Betriebsinhaber demzufolge keinen (Eintrag in der Hofkarte machen können, werden die Kreisbauernschaften die erforderlichen Feststellungen unmittelbar beim zuständigen Finanzamt treffen. Es ist deshalb wünschenswert, daß die Ausfüllung der Hofkarten nunmehr, soweit es noch nicht geschehen ist, vollzogen wird, damit die Betriebe nicht gezwungen sind, bei der Auskunftserteilung für Einheitswerte durch die Finanzämter entsprechende Gebühren zu bezahlen. Dies gilt insbesondere für Anträge auf Kreditgewährung. preuhen. Kreis Wehlar. * Krofdorf, 9. Juni. Der neunjährige Sohn des hiesigen Landwirts Schneider erlitt, da er einer Kreissäge zu nahe gekommen war, erhebliche Verletzungen am rechten Unterarm. Der bedauernswerte Junge mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Hochelheim, 9. Juni. Der hiesige 14 Jahre alte Schlosserlehrling Kurt Heppert, der in einem Butzbacher Werk beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Handverletzung. Der bedauernswerte Junge verlor mehrere Finger und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nachrichten und Sportvorschau. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter spielt und turnt mit dem Kind. 14.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem ^endebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Klingende Palette. 15.15: Schaffende Hände im Dunkel. Hörbericht aus einer Blindenanstalt. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Vom deutschen Wald. Eine sommerliche Funkfolge. 18.30: Volksmusik und Volkslieder. 19: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Die ersten Berichte vom Nürburgring. Die Trainingsrunden. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Rundfunkprogramm Freitag, 11. Juni. * Homberg, 9. Juni. Der Auftrieb zum heu- tigen Schweinemarkt betrug 161 Stück Ferkel. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden pro Kopf 15 bis 18 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 17 bis 20 Mark und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel wurden 20 bis 25 Mark gezahlt. Durch das herrliche Wetter entwickelte sich ein flotter Handel, so ' ' nur ein geringer Ueberftanb verblieb. Mein-Mainische Börse. INittagsbörse freundlich. i Frankfurt a. M., 9. Juni. Obwohl der Auf- ; tragseingang kaum eine Zunahme erfahren hat, ( wobei die bevorstehenden Steuertermine von Einfluß sein dürften, zeigte die Börse eine weiterhin ; freundliche und zuversichtliche Grundstimmung. Das Aktiengeschäft war im ganzen etwas belebter, wenn es sich auch nach wie vor nur wenigen Spezialwerten zuwandte. Bei wieder nicht einheitlicher Kursentwicklung überwogen mäßige Erhöhungen. Stärker befestigt waren die als vernachlässigt empsun- benen Th. Goldschmidt mit 139 bis 140,50 (138,40). Lebhaftere Umsätze vollzogen sich am Montanmarkt in Verein. Stahlwerke zu 123,13 bis 123,25 (122,90), Klöckner erhöhten sich auf 138,75 (137,50), Buderus auf 129,50 (128,65) und Hoesch auf 127,75 (127,25). Von Elektropapieren waren Versorgungswerte uneinheitlich, fest Bekula mit 166,65 (165,25), auch RWE. 0,65 v. H. höher mit 133,75, dagegen Elektr. Lieferungen 135 (136,25) und Lahmeyer 126,25 (126,50). Gesfürel exkl. Dividende 155,50 (161). Maschinen- und Motorenwerte bröckelten meist bis 0,50 v. H. ab, Rheinmetall jedoch 0,50 v. H. höher mit 151,25. Zellstoffaktien zogen bis 0,50 v. H., Reichsbank 1 v. H. an, dagegen JG.-Farben weiter gedrückt auf 164 (164,50). Westdeutsche Kaufhof in Erwartung der Bilanzsitzung, in der die Sanierung im Verhältnis von etwa 3:2 beschlossen werden soll, 63 bis 63,13 (62,50). Bernberg schwankend mit 134,25 bis 133,75 bis 134 (134). Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft wieder stark zusammen und teilweise bröckelten die Kurse unter dem Druck der Geschäftsstille um Bruchteile v. H. ab. Westdeutsche Kaufhof gingen auf 62,50 nach 63,13 zurück, Daimler auf 139,40 nach 139,50, Vereinigte Stahl schwankten zwischen 122,75 bis 123,25 nach 123,25. Von erst später notierten Werten verloren Kali Aschersleben und Deutsche Linoleum je 2 v. H. auf 116,50 bzw. 165, dagegen Kali Salzdetfurth 2 v. H. höher mit 157 und Feinmechanik Zetter plus 1,50 v. H. auf 102. Am Einheitsmarkt notierten Hartmann & Braun mit 137,50 (134,50) rat., Faber & Schleicher mit 100,50 (99,75), Kalter Brauerei mit 49 (48). Renten lagen auch später still, Kommunal-Um- schuldung schwankten zwischen 94,10 bis 94,20. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen notierten unverändert, Liquidationspfandbriefe teilweise mäßig höher, Stadtanleihen vorwiegend unverändert, nur 4,5prozentige Darmstadt von 26 97 (97,50). Im Freiverkehr hatten Adlerwerke Kleyer mit 114,75 bis 116,75 wieder lebhaftes Geschäft, est lagen Neue Wayß & Freytag mit 152,50 bis 154,50 (152), etwas schwächer Ufa Film mit 71,75 (72,25). Tagesgeld unverändert 2,25 o. H. Abendbörse still. Accumulatoren.Fabrü.......12 AKU-Äunffleibe.............0 Mchassenburg Zellstoff........3 Bemberg...................0 Bekula................... 8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ghade A.-G..................9 Gontt Gummi..............11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Moenus 119,25, Rheinmetall 151,50, AEG. 43, Schuckert 171,13, Gesfürel 155,40. Am Einheits. markt waren Gebr. Adt weiter fest mit 75 (73,50). Der Rentenmarkt nahm einen sehr stillen Verlauf, etwas höher 6proz. JG.-Farben mit 135,75 (135,50), 0,25 o. H. niedriger aber 4,5proz. Krupp mit 99,50. Kommunal-Umschuldung im Freiverkehr 9415; Adlerwerke Kleyer unverändert 115,75 bis 116. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Juni. Die Marktlage erfuhr gegen den Montag keine Veränderung. Die Tendenz war unverändert ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 214, W 16 218, W 19 218, VV 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29 90 W 16 30, W 19 30, W 20 30,35, Roggenmehl Type'1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfut- ^termehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 14, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu alte (Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu drahtgepreßt alte (Ernte 5,90. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 801 Rinder (86 Ochsen, 120 Bullen, 457 Kühe, 138 Färsen), 504 Kälber, 8 Hämmel, 7 Schafe und 84 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Homberg. £ Alten-Bufeck, 9. Juni. Dieser Tage ver- rnftaltete die Belegschaft der hiesigen Zigarren- j fabrit von Rinn & Cloos im festlich ge- , chmückten Saale von PH. Einhäuser einen ; Kameradschaftsabend. Werkmeister Stecker be- ; grüßte alle Erschienenen, besonders die Vertreter s der Firma und der Ortsgruppe Alten-Bufeck, sowie 1 die anwesenden Angehörigen der Belegschastsmit- 1 glieder. Geschäftsführer Cornelius wies auf die hohe Bedeutung der von der Firma veranstalteten Kameradschaftsabende hin und erntete für feine ; vortrefflichen Worte begeisterten Beifall. (Ein von der Belegschaft zusammengestelltes, reichhaltiges Unterhaltungsprogramm sowie ein nachfolgender Tanz hielt die Teilnehmer bei denkbar bester Stimmung bis in die Morgenstunden zusammen. cv) Großen-Buseck, 9. Juni. Gegenwärtig wird im „Alten-Busecker Weg" die Kanalisierung ausgeführt. Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man in einer Tiefe von etwa 2,5 Meter auf mehrere verrostete, kleine Hufeisen, die teilweise eine schmale, teilweise eine sehr breite, flache Form haben. Es ist wohl anzunhmen, daß diese Hufeisen von russischen Pferden stammen, diö in der Zeit der Befreiungskriege an dieser Stelle, wo damals noch keine Häuser standen, begraben worden sind. Daß wir in jener Zeit stark mit (Einquartierung belastet waren, beweisen uns die noch vorhandenen „Kriegskosten-Rechnungen" der hiesigen Gemeinde. Danach lagen z. B. in den Monaten Februar und April 1815 hier 99 Offiziere, 3640 Mann und 605 Pferde im Quartier. Es ist zu verstehen, wenn die Kriegskosten, welche die Gemeinde für Unterkunft, Verpflegung usw. zu bezahlen hatte, für diese beiden Jahre mit 1570 Gulden, das sind etwa 2684 Mark, angegeben werden. Auch der Rückmarsch der Verbündeten machte sich hier wieder bemerkbar. So hatten wir in den Monaten November 1815 bis Juni 1816 nicht weniger als 21mal Einquartierung, wofür sich die Ausgaben auf 790 fl. (1350 Mark) beliefen. Eine weitere noch vorhandene „Kriegs- kosten-Rechnung" von 1816 bis 1817 weist einen Betrag von 960 fl. auf. Die drei noch vorhandenen Rechnungen ergeben somit eine Ausgabe von 5677 Mark allein für „Kriegskosten". Hierzu kamen noch Kriegsschulden aus früheren Jahren, so daß die Gesamtsumme derselben im Jahre 1834 mit 29 280 fl. (50 970 Mark) angegeben wird. Hiervon waren im Jahre 1883 noch 7371 Mark zu bezahlen. * Saasen, 9. Juni. Der unweit unseres Ortes beschäftigte 42jährige Arbeiter Ernst Simon aus Hartenrod im Kreis Biedenkopf, erlitt einen Unfall. Er mußte mit schweren inneren Verletzungen und einer Brustquetschung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. A l l e n d o r f a. d. Lda., 9. Juni. Bei der am 3 Juni erfolgten Schweinezwischenzählung waren in hiesiger Stadt vorhanden: 187 Haushaltungen mit Schweinehaltung, 1 Zuchteber, 9 Zuchtsauen, 18 Ferkel unter 8 Wochen alt, 350 Schweine von 8 Wochen bis unter einem halben Jahre und 162 von einem halben Jahr bis noch nicht 1 Jahr alt, sowie 9 über 1 Jahr alte Schweine, insgesamt 549 Schweine, 3 Schäfereigesellschaften mit zusammen 717 Schafen, darunter 3 Schafböcke, 104 Häm- ’ mel, 400 über 1 Jahr alte Mutterschafe, 210 unter 1 Jahr alte Stimmer, darunter 90 mtinnliche und 120 weibliche. Nicht beschaupflichtige Hausschlachtungen wurden vorgenommen im März bei einem Schwein und 5 Ziegen, im April bei 11 Ziegen und im Mai bei 1 Schwein und 18 Ziegen. Kälber wurden geboren — alle lebend — im März 17, im April 15 und im Mai 15. — Dieser Tage ließ die Gaufilmstelle Hessen-Nassau in der hiesigen Stadthalle den Großtonfilm „Verräter" laufen, der seine Wirkung auf die Besucher nicht verfehlte. Die Beifilme „Unfallverhütung" und „Ufa-Tonwoche" wurden ebenfalls mit großem Interesse verfolgt. Drei Gefangene ans dem Zuchthaus Rockenberg entwichen. * Rockenberg, 9. Juni. Heute morgen gegen 3 Uhr sind aus dem Zuchthaus Marienschloß drei Gefangene entwichen. Nach den bisher getroffenen Feststellungen haben sich die Gefangenen in Gam- bach mit Zivilkleidung versorgen können. Die polizeilichen Ermittlungen über den Verbleib der Gefangenen sind im Gange. Bei den Ausbrechern handelt es sich um folgende Personen: Heinrich H u h n st o ck, geboren am 25. 4. 1893 in Langula, 1,80 Meter groß, kräftig, dunkle Haare, längliches Gesicht, hohe Stirne, breites Kinn, lückenhafte Zähne. . Otto Nagel, geboren 27.3.1903 in Mannheim, zuletzt wohnhaft in Gambach, 1,62 Meter groß, dunkelblondes Haar, hohe Stirn, graue Augen, große Nase, spitzes Kinn, Tätowierung am linken Unterarm Kreuz und Anker. . Jakob Kaffitz, geboren 8. 6. 1909 in Karls- berg, 1,72 Meter groß, blondes Haar, niedrige Stirn, blaugraue Augen, dicke Lippen, kräftige Gestalt, Narben am rechten Daumen. Anker am rechten Unterarm tätowiert. Einbruchsdiebstahl in Langsdorf. * Langsdorf, 9. Juni. Heute nachmittag wurde im Haufe der Witwe Roth eingebrochen. Dem Dieb fielen 200 Mark Bargeld in die Hande. Die polizeilichen Ermittlungen find im Gange. — Wie uns gemeldet wird, wurden weitere Diebstahle auch in Birklar und in Muschenheim verübt. Es liegt die Vermutung nahe, daß es sich bei den Dieben um die in Rockenberg ausgebrochenen Zuchthäusler handelt. Landkreis Gießen. und plattgedrückt. Wenn man sie öffnete, konnte man feststellen, daß sie vollkommen hohl waren. Käfer ober Würmer waren nicht zu entdecken. Noch stärker als im Vorjahre tritt die Krankheit in diesem Jahre auf. Sie wird durch einen Pilz (lapbrina pruni) hervorgerufen und heißt nach der taschenförmigen Gestalt der erkrankten Früchte Taschenkrankheit. Da der Pilz in den Zweigen überwintert, ist es ratsam, solche Zweige, an denen kranke Früchte hängen, abzuschneiden und zu verbrennen. Auch die von dem Pilz befallenen Früchte muffen unbedingt vernichtet werden. Andernfalls ist im kommenden Jahr mit einem noch stärkeren Auftreten des Schädlings zu rechnen. — Die Frühkir - schen schreiten der Reife entgegen. Der Behang der Spätkirschen ist befriedigend. Wenn der Regen nicht ausbleibt, ist mit einer mittelmäßigen Ernte zu rechnen. Zwetschen gibt es im Vergleich zum Vorjahre nur wenig. Auch der Behang der Apfelbäume läßt zu wünschen übrig Bei kleinen Umsätzen verlief die Abendbörse auf allen Marktgebieten ruhig. Die Haltung blieb aber im Grundton freundlich und auf dem teilweise etwas erleichterten Mittagsstand zeigte sich eher Kaufinteresse. Die Kurse wichen überwiegend nur ganz geringfügig ab. 1 v. H. unter Berlin lagen jedoch Conti Gummi mit 189, auch Rheinstahl 0,75 v. H. niedriger mit 157, dagegen Harpener 173,50 (173), Buderus 128,75 (128,50), Mannesmann 124,25 (124), Verein. Stahl 122,75 (122,65). Th. Goldschmidt wurden weiter gesucht mit 142 (141,25), aber bereits 142,40 in Berlin. JG.-Farben 164,25 (164), Deutsche Linoleum 166 (165). Elektro- und Maschinenaktien still und kaum verändert, Muag 148,50, 5% Deutsche Retchscmlethe v. 1927 4% Deutsche Reichscml. von 1934 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 4/2% Hessische Volksstaat von 1929 4/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4/2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 6/2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4/.% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5/2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuerguttchein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Lesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad l........... 4% Türken Bagdad II.......... 2/4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen...... 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbanf................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 menden Winker gesichert. * Bettenhausen, 9. Juni. Im Kreisort Bettenhausen fuhr ein fünfjähriger Junge mit auf die Wiese zur Heuernte. Er legte sich ins hohe Gras, ohne daß er beobachtet wurde. Beim Mähen mit der Maschine wurde der Junge erfaßt und am rechten Vorderarm schwer verletzt. Sämtliche Sehnen des Armes wurden durchtrennt. anhaltenden warmen _ _ zunächst nicht gerechnet werden konnte, haben, unsere Landwirte in der vorigen Woche mit der H e u- ernte begonnen. Der Graswuchs war gerade nicht schlecht, aber der ausgebliebene Regen machte sich doch stark bemerkbar. Die Obergräser standen gut, jedoch fehlte vielfach das nährende Untergras. Tief gelegene Wiesen, die stauende Nässe besaßen, liefern nur einen geringen Heuertrag. Im großen und ist jedoch die Stallfütterung für den kom- Winter gesichert. Heim dienen. Kreis Schotten. LPD. Schotten, 8. Juni. Ein alter Brauch wird in der Gemeinde Ober-Schmitten gepflegt. Alljährlich wird ein „Hageltag" gefeiert, der als Beginn der Heuernte gilt. Dieser Brauch wird auch in der Gemeinde Eichelsdorf im Kreise Schotten gepflegt. f. Schotten, 9. Juni. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten hielt am Samstagabend im Saal der „Krone" ihre Jahresversammlung ab. Der Führer der Wehr, Oberbrandmeister Stang begrüßte die Kameraden und Gäste. Er gab bekannt, daß die seitherigen Beisitzer Eiß- feiler und C e l l a r i u s zu Ehrenvorstandsmitgliedern ernannt worden seien. Die Rechnung für 1936, die mit ca. 660 Mark bilanziert, wurde verlesen, ebenso der Voranschlag für das kommende Rechnungsjahr. Der Jahresbericht wurde erstattet, aus dem hervorging, daß die Wehr auch weiter zugenommen hat. Ein Brandfall trat nicht ein. Zweier durch den Tod 'abgegangener Kameraden (Karl Schmidt IV. und Heinrich Pröfcher II.) wurde ehrend gedacht. Die neu in Kraft getretene Satzung wurde verlesen, anschließend daran nahm der Bürgermeister die feierliche Verpflichtung der Wehr auf Grund der neuen Satzung vor. Die Stadt hat eine Zusatzunfallversicherung für Unfälle, die sich bet den Bränden, Hebungen und dergleichen ereignen, für alle Mitglieder der Wehr abgeschlo - sen. Der Verein ist in das Vereinsregifter eingetragen worden. Eine Reihe von Fragen, Beteili- gunq der Feuerwehr am Luftschutz, am kommenden 1 OOjährigen Jubiläum des Gesangvereins u. a. werden noch besprochen. Der Bürgermeister sprach der Wehr, besonders seinem verdienstvollen Führer, Kommandanten Stang, den Dank der Stadt aus. Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6, 133,13 Rütgerswerke ............... 6 ' ' Salzdetfurth Kali..........7% Schuckert & Go............... 6 Schultheis Payenhofer........4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 bereinigte Stahlwerke......3/i Westdeutsche Äaufhos.........0 Westeregeln Alkali............ 5 Zellstoff Waldhof............6 Ltavt Minen...............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 8.6. 9 6. 8.6. 9.6. Datum 86. 9.6. 8.6. 9.6- 101,75 101,75 101,75 99,25 99,25 99,25 105 105 99,75 99,75 99,75 100,55 100,55 100,75 99,13 99,13 99,13 126,5 126,25 126,65 134,5 135 — 99,25 99,25 99,25 100,75 100,75 — 99 99 99 98 98 98 97,9 97,9 — _ 132,4 132,65 99,5 99,5 99,5 98,25 98,25 — 100,8 100,9 — 100,9 101 100,7 110,8 110,8 110,9 — 237,5 — 142 142,25 142,25 133,5 133 133,4 166,65 165,75 166 128,75 128,5 128,5 158,75 — — — — —E — — — 189 188,5 190 139 139,4 138,75 — 120,9 120,65 156,5 156,65 156,5 263 — — 166 167 166 135,5 136,75 135,5 155,5 155,25 155,25 164,25 164,65 164,4 138,65 138,5 138,75 155,4 160,65 155,9 142 138,25 142,4 59,65 59,5 60 173,5 174 173 127,5 127,65 127,5 151,25 150,25 151,25 — 176 175 141,5 141 141 116,5 118,25 116,5 138,5 138 138,5 —— 157,25 157,75 126,25 127 126,4 98,25 — — 124,25 124,13 124 160,25 161 161 154,5 153,75 154,65 — 110.9 110,65 234,25 234,25 232,75 135 134 157 157,25 157 75 134 133 65 134 149,5 149,5 148.65 157 156,5 156 171,13 171,25 171,5 — 103,75 103 13 219 218,5 "20 203,5 203 ’04 122,75 122,75 122,65 62.75 62,75 63 116,75 117,25 11°,5 163,5 164 162,75 632,75 — 32,5 _ — _ — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —— — — — — — — — — — — — — —— 126 125,25 125,25 125,5 — 46 46,25 18 18 18 18,13 18,75 18,65 18,25 18,75 125,5 125,4 125,4 125,4 214,5 215,5 215 214,25 — — 130,5 130,5 113,4 113,4 113,4 113,4 119 119 119 119 105 105 105 105 Devisenmarkt Berlin 8. Ium 9. Juni Amtliche Notierung Geld | Brie, Amtliche Notierung Gelt | Brie« 0,761 42,06 0,166 47.10 54,98 47,10 12,315 5,445 11,12 137,26 13,09 0,765 42.14 0,168 47,20 55,10 47,20 12,345 5,455 11,14 137,54 13,11 0,761 42,06 0,165 47,10 54,98 47,10 12,315 5,445 11,105 137,18 13,09 0,765 42,14 0,167 47,20 55 10 47,20 12,345 5,454 11,125 137,46 13,11 8. Juni 9 - Ium Amtliche Notierung Gelt | Brie Amiliche Neuerung Gelt 1 '-8riei_ Japan.................... 0,716 0,718 0,716 0,718 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 ',706 Oslo ................... 61,89 62,01 61,89 62,01 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 19,05 Lissabon.................. 11,18 11,20 11,18 1,20' Stockholm ............... 63,50 63,62 63,50 3,62 Schweiz.................. 57,00 57,12 56,98 >7,10 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8,676 8,694 8,671 3 689 Budapest................. — Neuyork....../........... 2,498 2,502 2,496 2,500 Nr.132 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 10. Zum (937 Aus der Stadt Gießen. Zehn Gebote für Badende. 1. Gehe nicht erhitzt in kaltes Wasser, nach schnellem Laus oder langem Sonnenbad. Gönne dir die Zeit, deinen Körper unter der Dusche oder durch Lustbad abzukühlen. 2. Springe als Schwimmer nicht mit Kopssprung in seichtes oder trübes oder unbekanntes Gewässer. 3. Gehe als Nichtschwimmer nicht über brusttiefes Wasser. • 4. Ein voller Magen verursacht beim Baden Uebelkeit und darum körperliche Behinderung. Du sollst nach dem Essen das Wasser meiden. 5. Bleibe bei einer Wassertemperatur von unter 15 Grad nicht länger als fünf Minuten im Wasser. Kinder vertragen den Wärmeentzug im Wasser noch weniger als Erwachsene. Deshalb ist Kindern längeres Verbleiben auch in wärmerem Wasser zu untersagen. 6. Schwimme im offenen Wasser, im Strom oder See, nie ohne Begleitung; meide sumpfiges oder schilfdurchwachsenes Wasser. 7. Vermeide das Anschwimmen an verankerte oder vorbeifahrende Schiffe. Sie bergen mannigfache unbekannte Gefahren und haben manchem guten Schwimmer den Tod in den Wellen gebracht. 8. Achte genau auf die Strömung und das Wellenbild, da manche Ströme durch Regulierung jetzt einen neuen Weg nehmen. Eingebaute Buhnen können gefahrvoll werden, bei niedrigem Wasserstand den Schwimmer verletzen. 9. Bei Kühle ist der Körper nach dem Schwimmen sorgfältig trocken zu reiben, besonders das Kopfhaar und die äußeren Gehörgänge. Auf dem Heimwege bleibe der Kopf bedeckt, der Körper vollständig bekleidet. 10. Es soll unterbleiben, daß Schwimmer in den für Nichtschwimmer abgegrenzten Teil des Schwimmbeckens springen, was ihnen wegen des niedrigen Wasserstandes oft selber gefährlich wird, dann auch den im Wasser meist hilflosen Nichtschwimmern, wenn sie angesprungen oder untergetaucht werden. Dornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Peter im Schnee". — Stadtkirche: 20 Uhr, Vortragsabend. — Studen- tenvortrag in der Universität: 20.30 Uhr, Hörsaal 13. Einmaliges Gastspiel „Manuela del Rio". Am Samstag, 12. Juni, findet ein einmaliges Gastspiel der spanischen Tänzerin Manuela del Rio im Stadttheater Gießen statt. — Mit größter Spannung wird dem Auftreten der gefeierten größten Tänzerin Spaniens entgegengesehen. Bei dem Gastspiel der jungen Künstlerin wird außer dem Klavierbegleiter Alfonso der Gitarre-Virtuose Joaquin R o c a auftreten, der nicht nur zusammen mit der Tänzerin, sondern auch solistisch mitwirken wird. — Es kommen nur original-spanische Tänze und Musikstücke zum Vortrag. Das Gastspiel beginnt um 20 Uhr und endet 22 Uhr. Gastspiel der Singspieltruppe Eisele. Wie uns mitgeteilt wurde, ist es der NS.-G. „Kraft durch Freude" gelungen, die 17 Mitglieder starke Singspieltruppe Eisele aus Garmisch-Partenkirchen zu verpflichten. Diese in ganz Deutschland und auch im Ausland bekannte Truppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Besucher durch echten bayerischen Humor von den Sorgen des Alltags zu befreien. Diese Truppe, in dessen Mittelpunkt ihr Leiter Nazi Eisele steht, gestaltete einen wahrhaft heiteren bunten Abend. Das Gastspiel findet am Sonntag, 20. Juni, in der Volkshalle statt. „Seefisch ahoi!" Am morgigen Freitag findet im Cafe Leib unter dem Titel „Seefisch ahoi!" eine Werbeveranstal- tung der Deutschen Hochseefischerei in Gießen statt. Der Abend bringt Lichtbilder- und Filmvorträge Ortsverband Gießen der 7lG.- Gtudentenkampfhrlfe gegründet. Im festlich geschmückten Saale des Studentenheims am Leihgesterner Weg fand sich gestern abend ein stattlicher Kreis von Mitgliedern und Freunden der NS.-Studentenkampfhilfe („Altherrenbund der Deutschen Studenten") zu einer Kundgebung ein, die gleichzeitig die Gründungsfeier des Ortsverban- des Gießen der NS.-Studentenkampfhilfe darstellte. Mit der Einbringung der Fahne des NSDStB. fand die Kundgebung ihren würdigen Auftakt. Etudentenführer Frank hieß besonders den Ortsverbandsleiter Kreisleiter Dr. Hildehrandt, Generalleutnant Oßwald und die zahlreich erschienenen Offiziere, den Rektor der Universität Professor Dr. Baader, Oberbürgermeister Ritter, den Gauverbandsleiter H e y s e, den Gaustudentenführer Konrad, den Vertreter des Reichsstudentenführers und die Alt-Akademiker herzlich willkommen. Studentenführer Frank (Gießen) umriß dann in wenigen Sätzen zunächst den Aufbau des Studentenbundes und erläuterte im einzelnen die Form, in der der Studierende in diese Gemeinschaft hineinwachse. Er schilderte die Aufgaben des Studentenbundes, die in erster Linie darin lägen, den Studenten zum politischen Menschen zu erziehen, ihn zu einwandfreien Umgangsformen zu führen, ihn sportlich so heranzubilden, daß er in jeglicher Hinsicht seinen Mann stehe. Er betonte, daß es in Zukunft an den Hochschulen den Typ des Einzelgängers nicht mehr geben solle, sondern vielmehr jeder sich in eine innerlich starke Kameradschaft fügen solle. In seinen weiteren Ausführungen gab der Studentenführer einen Ueber- blick über die Aufgaben der Studentenkampfhilfe, die demnächst als eine Gliederung der Partei zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes werde. Die Mitglieder der NS.-Studentenkampfhilfe sollten im besten Sinne die Träger einer guten Tradition werden. Im Anschluß daran sprach der Gauverbandsleiter Heyse, der seinen Ausführungen vorausstellte, daß in der NS.-Studentenkampfhilfe zur Tat zu schreiten sei. Die NS.-Studentenkampfhilfe stelle eine Plattform dar,«mf der jeder Wohlmeinende mitarbeiten könne. Allen rechten und echten Traditionen der ehemaligen Korporationen sei Rechnung getragen, wenn auch manches habe in Wegfall kommen müssen, was überfällig gewesen sei. Wer bewußt im Staate der Gegenwart lebe, werde die NS.-Studentenkampfhilfe bejahen. Die Ideale der Tapferkeit und der Wehrhaftigkeit der ehemaligen studentischen Verbände stünden immer auch im Vordergrund der Ideale der ^ISDAP. Nun gelte es, .die neuen Grundformen des studentischen Lebens festzustellen. Im Zeitalter des Nationalsozialismus dürfe man nicht in falsche Romantik geraten, denn die Probleme unserer Gegenwart und die rauhen Wirklichkeiten unseres Lebens forderten alle Härte. Das gute Alte werde auch in die neuen Formen des studentischen Lebens übernommen werden, die neuen sozialen Forderungen müßten aber ebenfalls eingebaut werden. Noch sei bi-s Form des neuen studentischen Lebens nicht zu einer endgültigen Form gewachsen, aber die Studenten würden sich ihre Form schaffen, denn die Probleme würden bewältigt im Geiste der Unbedingtheit, und an die Lösungen werde mit Wille und Kraft gegangen. Notwendig sei es, daß sich in diesem neuen Teilabschnitt nationalsozialistischen Lebens, alle willigen Kräfte helfend betätigen. Die NS.-Studentenkampfhilfe solle der treibende Motor für das Leben an der Universität sein. Der Gejst guter Traditionen werde sich vereinigen mit nationalsozialistischem Aufbauwillen. Es gelte, sich die Hände zu reichen, im Sinne des Wunsches, das Vaterland groß und stark zu machen. In diesem Sinne auch erklärte der Gauverbandsleiter den Ortsverband Gießen der NS.-Studentenkampfhilfe als gegründet. Ortsverbandsleiter Kreisleiter Or. Hildebrand hielt sodann eine kurze Ansprache und legte dar, wie er sich die Arbeit als Ortsoerbandsleiter der NS.-Studentenkampfhilfe denke. Er sehe, so führte er hier u. a. aus, seine Aufgabe auch an dieser Stelle so, wie er seine Aufgabe als Kreisleiter zu sehen gewohnt sei: alles Wollen mit nationalsozialistischem Geiste zu durchdringen, ohne große Reibung eine große Gefolgschaft zu gewinnen und Vertrauen zu schaffen für ersprießliche Arbeit. Er als Orts- verbandsleiter werde es sich sehr angelegen sein, sich alles Vertrauen für die hier zu erfüllenden Aufgaben in der NS.-Studentenkampfhilfe zu erwerben. Man werde in Gießen zu einem guten Ergebnis kommen, wenn junge und alte Akademiker zusammenstünden, damit die NS.-Studentenkampf- hilfe allen Studierenden ein starker Rückhalt werden könne. (Lebhafter Beifall!) Zum Schluß der Kundgebung sprach noch der Gaustudentenbundsführer Konrad. Er forderte insbesondere dazu auf, die entscheidende Bedeutung der Stunde nicht zu verkennen. Die studentische Jugend, die in Stahlgewittern stand, jene studentische Jugend, die immer im Vorfeld der revolutionären Idee stand, verpflichte den Studenten der Gegenwart, in der Schaffung einer großen Einheit die Synthese zu finden, um die von allen Generationen gerungen wurde. Die Stunde fordere, daß die neue Form gestaltet werde, das Antlitz des neuen Studenten müsse geprägt werden, das Erbe der Generationen solle Erfüllung finden, erst dann werde diese Stunde eine historische sein. Es bedürfe aber hierzu der Unterstützung der erfahrenen Generation. Es werde gelingen, die Ortsverbände der NS.-Studentenkampfhilfe mit frischem Leben zu durchdringen, der Anfang sei gemacht und hoffnungsvoll, die Jungen aber würden alles tun, um die Altakademiker nicht zu enttäuschen. Mit einem Gedenken des Führers, der auch für die neuen Formen studentischen Lebens den Weg gewiesen habe, schloß der Redner. In das dreifache Sieg-Heil und in die gemeinsam gesungenen Nationallieder stimmte jedermann kraftvoll ein. Mit der Ausbringung der Fahne fand die Kundgebung und Gründungsfeier ihren Abschluß. über die deutsche Hochseefischerei. Mit der Veranstaltung ist gleichzeitig ein Schaukochen auf der Bühne und die Verabreichung von Kostproben verbunden. NSLB. Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft. Freitag, 11. Juni, 17.30 Uhr, Seminarzimmer der Oberrealschule. BOM., Llntergan 116, Gießen. Dienstbefehl. Am Freitag, dem 11. Juni, treten um 20 Uhr alle Mädelgruppen des Standortes Gießen und der naheliegenden Standorte, mit Turnzeug am Universitäts-Sportplatz zur Hauptprobe unserer Körperschule an. Hierzu haben sich alle Mädel unbedingt freizumachen. Die Pressereferentin im Untergau 116. Gez-.: Liefe! Waldi. Das Pulverfaß. Der Wald ist nicht nur als Stätte der Erholung, als Picknick-Platz und Aufenthaltsort für Dichter und Verliebte wichtig: Der deutsche Wald ist auch einer der wesentlichsten Teile unseres Volksvermögens und eine unserer bedeutendsten Rohstoffquellen. Ganz zu schweigen von seiner Aufgabe als Sauerstoff-Erzeuger, als Wetterregulator und Windschutz. Aber viele Volksgenossen scheinen ihn ausschließlich als Objekt des Vergnügens anzusehen. Sie spazieren darin umher — was man ihnen durchaus gönnt — und rauchen: was allerdings zuviel des Guten ist! Rauchen im trockenen Wald ist nämlich fast dasselbe wie Rauchen am offenen Pulverfaß. Das ist nicht übertrieben; zwar pflegt der Wald nicht zu explodieren, aber der Schaden, den Raucher im Walde angerichtet haben, ist viel, viel größer als der sämtlicher Explosionen, die bisher auf der Welt geschehen sind. Ein unscheinbarer Funke, den der Wind verwehte, ein unbeachteter Stummel, ins Gestrüpp geworfen — und es entsteht daraus ein ungeheurer Waldbrand, der unermeßlichen Schaden bringt für das ganze Volk. Trotz aller Strafmaßnahmen entstehen immer wieder Waldbrände durch Fahrlässigkeit. Wir wünschen nur eines: daß jeder, der dabei erwischt wird, einmal über einem offenen Pulverfaß rauchen müßte. Wetten, daß er dann geheilt wäre? Dr. S. , Helft Straßen reinhalten! Es ist wohl jedermann bekannt, daß der Zustand der Anlagen, der Straßen' und Wege für eine Stadt immer die Visitenkarte bedeuten. Ehrensache für jedes Gemeinwesen ist es deshalb, daß jedermann dazu beiträgt, das Bild der Stadt sauber- halten zu helfen. In vielen deutschen Städten ist man längst dazu übergegangen, alle jene durch die Polizei zur Rechenschaft zu ziehen (durch eine Geldbuße, bie jeweils sofort zu erlegen ist), biese Erziehungsarbeit mit aller Energie an jenen zu leisten, bie glauben, ganz nach Belieben Papierreste auf bie Straße ober in die Grünflächen der Anlagen werfen zu können. In unserer Stabt will man vorläufig von einer solchen Maßnahme absehen. In einer Sitzung aller am Fremdenverkehr unserer Stabt interessierten Kreise würbe aber einbringlich barum gebeten, bei dieser Erziehungsarbeit an der Volksgemeinschaft mitzuhelfen. Innungstagung des vberhessischen Krastfahrzeug-Handwerkes. Im „Haberkasten" fand unter bem Vorsitz bes Obermeisters Ernst A ß m a n n eine Tagung ber Innung für bas oberhessische Kraftfahrzeughand- werk statt. Der Obermeister wibmete ben Kamera- ben bes Luftschiffes „Hinbenburg" unb ber „Deutsch- lanb", sowie den verstorbenen Berufskameraben einen Nachruf. Dem Tätigkeitsbericht war zu entnehmen, daß bie Mitglieberzahl ber Innung gestiegen ist unb bie umfangreichen Arbeiten eine Geschäftsstelle not- wenbig machten. Erfreulicherweise tonnte festgestellt werben, daß von ben 20 zur Gesellenprüfung zu- aelassenen Lehrlingen, alle, bis auf einen burch Krankheit verhinderten ihre Prüfung gut bestauben haben. Aus ben Ergebnissen ber Prüfungen ergab sich bie erneute Forderung nach einer besseren Auslese bes in bie Lehre aufzunehmenben Nachwuchses, ber nicht nur ben praktischen, svnbern auch Sonnenbrand oder gesunde Bräunung? Schnell braun werden ohn Sonnenbrand - das ist die Und doch ist es leicht, wenn Sie Nivea-Creme oder -öle benutzen! Nivea fördert die Bräunung, wehrt dem Sonnen- brand, macht „natürlich braun". ess Komponisten und Dirigenten. Von Or. Erwin Kroll. &n früheren Jahrhunberten, als bie musikalische Arbeitsteilung noch nicht so ausgebehnt war wie heute, galt es für selbstverftänblich, baß ein Musiker, ber komponierte, seine Werke auch selber diri- gieren konnte. Tonkünstler bagegen, bie bas Dirigieren als einzigen Beruf betrieben hätten, gab es ba= mals noch nicht. Als ben Urvater ber mobernen Dirigenten kann man ben Komponisten Lully, ben Schöpfer, ber französischen Nationaloper, bezeichnen. Er war Komponist, Sänger, Schauspieler, Tänzer, Spielleiter, Dirigent in einer Person unb starb an einer Verletzung, bie er sich dadurch zugezogen, baß er seinen gewichtigen Dirigentenstab statt auf ben Boben auf feinen Fuß stieß. Das laute Taktieren war bamals weit verbreitet. Auch in ber Kirche scheint man sich nicht zurückgehalten zu haben. Erzählt uns bvch ein Freunb Bachs, baß ber Thomaskantor von seinen dreißig ober vierzig Musikern, „ben einen burch einen Wink, ben anberen burch Treten bes Taktes, ben britten mit brohenbem Finger" in Drbnung hielt. Auch Händel unb Gluck waren sehr selbstherrliche Dirigenten. Von ben brei großen Wiener Klassikern hat H a y b n am meisten birigiert. lieber eine Aufführung ber „Schöpfung" berichtet ein Augenzeuge: „Mir war seine Mimik sehr interessant ... Man las in allen seinen nichts weniger als übertriebenen Bewegungen sehr beutlid), was er bei jeber Stelle gebacht unb empfunben haben mochte." Weit seltener als Haybn hat sich Mozart als Kapellmeister betätigt. Wenn er eine Erstaufführung feiner Opern leitete, pflegte er am Cembalo zu sitzen. Auch Beethoven, ber schon frei norm Orchester stand, diri- gierte nur gegelegentlich. Wir besitzen Berichte, aus benen hervorgeht, baß seine Gebärbensprache vor bem Orchester ebenso ungestüm wie ausbrucksreich war unb in ihrer urpersönlichen Art schon ganz mobern wirkte. So erzählt uns Spohr, baß Beethoven bei einem Ssorzanbo beibe Arme, bie er vorher auf ber Brust gekreuzt, jäh auseinanberzureißen pflegte. Bei einem Piano bückte er sich nieber, trat bann ein Crescenbo ein, so richtete er sich nach unb nach lieber auf unb sprang beim Eintritt bes Forte in bie Höhe. Auch schrie er manchmal, um bas Forte zu verstärken, mit hinein, ohne es zu merken. Das Dirigieren als Sonderkunst beginnt mit Weber unb Spohr. Spohr berichtet, welches Aufsehen es erregte, als er bei einem Symphoniekonzert in Lonbon ben überroadjenben Cembalisten ebenso wie ben anführenben ersten Geiger entthronte, sich mit seinem Stäbchen vor bas Orchester stellte unb so bie Gesamtleitung übernahm. Weber war ber erste wirkliche Generalmusikbirektor im heutigen Sinne bes Wortes, in besten Spuren später Wagner wanbelte. Robert Schumann bagegen versagte als Konzert- birigent in Düsselborf vollkommen. Nicolai, der Schöpfer der komischen Oper „Die luftigen Weiber von Windsor", erwarb sich als Operndirektor in Wien hohe Verdienste und gründete hier auch die Philharmonischen Konzerte. Die großen Komponisten der „neudeutschen" Schule sind auch große Dirigenten gewesen. Liszt übertrug, wie Karl Krebs treffend sagt, die Ungebundenheit des solistischen Künstlers auf die Orchesterleitung. Wagner war in alter Kapellmeisterüberlieferung aufgewachsen unb warf bie Fesseln bes Hanbwerks ab, um vom Dirigentenpulte aus dichterisch zu gestalten. Auch Brahms, ber große Gegner ber „Neubeutschen", hat einige Jahre als Chor- unb Orchesterleiter gewirkt. Ein geborener Dirigent war er aber nicht. Max Reger bagegen, ber eigentlich auch kein zünftiger Dirigent war, leitete bie Meininger Hofkapelle mit ebensoviel Eifer wie Erfolg, unb unter ben lebenben Komponisten seien wenigstens Richarb Strauß unb Hans Pfitzner genannt, bie, jeber in seiner Art, auch große Dirigenten finb. Die Reihe ber birigierenben Komponisten ließe sich noch wesentlich verlängern, wenn man Namen wie b ’ 211 b e r t, B u s o n i, Schillings, Grüner unb von Auslänbern 2lnbreä, Suter, Schoeck, Säubert, Dohna n y i berücksichtigt. Von Pfitzner stammt ber Ausspruch: „Es ist kaum benfbar, baß ein musikalisch wirklich schöpferischer Mensch nicht auch Einfühlung in bie Werke anberer haben sollte." Umgekehrt könnte man auch sagen, erst ber wirb sich ganz in bie Werke anberer einfühlen können, ber selbst schöpferisch ist. Tatsächlich läßt sich beobachten, baß sehr viele Dirigenten ein kompositorisches Eigenleben führen, mag biefes manchmal auch ber Öffentlichkeit vorenthalten bleiben. Gleich Hans von Bülow, ber Schöpfer ber mobernen Orchesterkultur, ist hier ein Musterbeispiel. Er hat seine kompositorischen Hoffnungen erst nach schweren inneren Kämpfen zu Grabe getragen; aber er war zu stolz, neben Liszt unb Wagner vielleicht Mittelmäßiges zu schaffen. Sv blieb es bei einem Quartett, einigen Liebern, Ouvertüren unb Orchesterphantasien. Nikisch erhielt schon auf bem Wiener Konservatorium einen Kompositionspreis unb schrieb später eine Symphonie, eine Kantate „Christnacht" unb allerlei Kammermusikwerke. Der jüngst verstorbene Paul Scheinpflug, bekannt von seiner Duisburger Dirigententätigkeit, war ein feinsinniger, Strauß nahestehender Komponist. Bei einigen Lebenben halten sich Dirigieren. unb Komponieren etwa bie Waage. Zu ihnen zählt Siegmunb von Hausegger, ber große symphonische Dichtungen unb zahlreiche anbere Werke geschaffen hat, bie ihn neben Strauß stellen, ferner Hermann Z i l ch e r, jetzt Leiter bes Würzburger Musiklebens,ein sehr vielseitiger, in ber Romantik wurzelnber Tonsetzer, unb Rubols Siegel, ber als Komponist zwischen Spätromantik unb Moberne eine befonbere Stellung einnimmt. Auch Carl Schuricht, ber bekannte Konzertbirigent, unb Robert Heger, ber Berliner Staatskapellmeister, sinb tonsetzerisch hervorgetreten; Hermann Abenbroth, ber mit Schuricht unb Furtwängler in ber vorbersten Reihe ber beutschen Konzertbirigenten steht, bagegen nicht. Ueberhaupt scheint sich, je mehr wir uns ber Gegenwart nähern, bas Dirigieren zu einer Son- berkunst zu entwickeln, bie ben ganzen Menschen beansprucht. Schon Muck wollte nichts sein, als Sachwalter frember, insbesondere Wagnerscher Musik. Peter Raabe, der Präsident der Reichsmusikkammer und bekannte Dirigent hat erzählt, daß ihm jeglicher kompositorischer Ehrgeiz abgehe. Unter den Stabführern der jungen Generation gibt es wenige, die nebenher auch eigenschöpferisch tätig sind. Der Kampf um Geltung und Ruhm, der steigende Wettbewerb, die erhöhten Anforderungen — das scheint den Untergang des Dirigenten-Kompo- niften zu beschleunigen. Da ist es um so bedeutsamer, daß sich Wilhelm Furtwängler, der größte unter den lebenden deutschen Dirigenten, jüngst wieder zum eigenen Schaffen bekannt hat, nachdem er schon früher mit einer Symphonie, einem Tedeum und einem Klavierkonzert hervorgetreten war. Seine neue Violin- sonctte, über die kürzlich an dieser Stelle berichtet wurde, hat bei Musikern und Laien die größte Beachtung gefunden. Sie ist das Werk eines schwärmerisch verzückten, von Brahms herkvmmenden Romantikers, weit gespannt in ihren Maßen, rhapsodisch und doch fest gefügt in ihren Formen und voll unmittelbar packendem Persönlichkeitsgehalt. Man hat oft über die „Kapellmeistermusik" gespottet, und zugegeben: es ist oft mehr gekonnt als gewußt, was unsere Dirigenten an Musik hervorgebracht haben. Aber würde nicht die Kunst dieser Nachschaffenden, in deren Hände das Weiterleben unserer Musik gelegt ist, schließlich entarten, wenn sie ganz den Weg zu den Quellen des Schöpferischen verlören, und würden die Schaffenden nicht ganz ins Blaue hinein komponieren, wenn sie nicht immer wieder mit ben Aufführenben in Berührung kämen? Deshalb werben sie uns auch weiterhin nötig sein: bie Komponisten, bie birigieren, unb bie Dirigenten, bie komponieren, Zeitschriften. — „DerNaturforsche r", vereint mit „Natur unb Technik". Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde N. — Im Juniheft legt Dr. med. Schottky auf Grund ber neuesten Forschungen bar, welche Beziehungen zwischen Rasse unb Krankheit bestehen. Professor Dr. Richarb Hesse vergleicht, wie weit bie Entwicklungslehre unb Sprachforschung gleichlaufen. Den Dendrologe ©erb Krüßmann macht Vorschläge, mit welchen Baumarten die Neuanpflanzungen nach bem großen Ulmensterben in Deutschland durchgeführt werben können. Otto Krösche veröffentlicht seine Beobachtungen über bie Nachtschwalbe an Hand schpner Naturaufnahmen. Karl W. Neumann berichtet über seine Feststellungen an Kohlmeisen. Dr. F. Gollmick zeigt, welche Entwicklung unb Bebeutung bie Kultur ber Süßlupine in Deutschlanb gewonnen hat. Professor Dr. W. Fritzsche berichtet über bas Verhältnis von Hypothysenhormon unb Sehen im Dämmerlicht. Dr. Splitter gibt Einblick in bie Eigenversorgung Deutschlands mit Naturharzen. Unter ben kleinen Beiträgen finben sich bebilberte Beobachtungen aus der Tier- unb Pslanzenkunbe sowie zahlreiche Berichte über Forschungsergebnisse aus ben verschiebe- nen naturwissenschaftlichen Gebieten. Anregungen zur Naturbeobachtung, ferner bie Bücherschau, ein Ueberblick über bie letzten Neuerscheinungen und die immer beliebte Preisfrage schließen bas Heft bes „Naturforschers" ab. Mit seinem vielseitigen Inhalt unb seiner vorbildlichen Ausstattung bietet es bem naturliebenben Volksgenossen eine Fülle von Unterhaltungs- unb Bildungsstoff. — Deutschlanb zeigt ber Welt in Paris, was feine Künstler unb Handwerker, feine Ingenieure unb Erst nb er im Dritten Reich geschaffen haben. In großen farbigen Silbern vermittelt bas Juni-Heft ber „neuen I i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) einen Einblick in bas Deutsche Haus auf ber Pariser Weltausstellung. Die Häuser von zwölf anberen Nationen geben einen interessanten Querschnitt burch bie Architektur unserer Zeit. — Das Erlebnis einer Skiwanberung in bie Zermatter Berge wirb in wunbervollen Aufnahmen geschildert. Carl Haense! erzählt zu ben Silbern eine Geschichte, bie sich in biefer Sergroelt zutrug. Die Gestalten bes Reiseverkehrs begegnen uns in reizvollen Scherenschnitten. Reise ist auch bas Thema, bas im Modeteil ausführlich behanbelt wirb. Ein ganzer Tagesplan ist für Ferienleute aufgestellt worben, unb an Wochen- enbfleiber, Stranb- unb Schwimmanzüge würbe ebenso gebacht wie an Sommerabendkleiber und Mäntel aus Tüll unb Spitzen. -------- / V U 1' V \ v/ V MWMUiWM Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. $)., Berlin. 17 Fortsetzung. * (Nachdruck verboten.) Das Wort „Mann" gab Fogg einen feinen Stich. Aber da er kein Waschlappen war, spielten sich solche Gefühle nur in seinem Innern ab. „Nun habe ich richtig Mut zu einer Bitte, Frau Professor. Wollen Sie mich nicht in der Praxis dann und wann unterstützen? Man hat zuweilen so Fälle, wo einem ein bißchen Assistenz bei Narkose eine wahre Wohltat wäre. Und Sie würde es vielleicht zerstreuen? Das heißt, nur, wenn es Ihrem Gatten angenehm ist. Oder verlange ich zuviel?" „Gern tue ich das. Mein Mann hat sicher nichts dagegen. Dem sind seine Bücher die Hauptsache", sägte sie mit einem Unterton von Entsagung. „Er muß übrigens jeden Augenblick kommen." „Danke", erwiderte Fogg herzlich. Auf diesen Mann, der eine so wunderbare Frau vernachlässigte, war er heftig gespannt. Plötzlich ging die Haustür, man hörte Geräusch draußen auf der Diele, die Köchin wisperte, und eine gedämpfte Männerstimme hustete. Der Prosessor trat ein und wurde Fogg vorgestellt. Also das ist der glückliche Besitzer von Viktoria Eng-asser! dachte Fogg enttäuscht. Dieser ältliche und, wie es schien, ein wenig trockene und pedantische Herr, der so gemessen und lehrhaft redete. Auch nervös war er. Na, prost Mahlzeit, da hat es dieses hübsche und gern heitere Frauerl nicht gut erwischt ... Engasier erging sich sofort in vielerlei Klagen, die seine Gesundheit betrafen. Er hatte ja einen Arzt vor sich, für den es1 sicher keinen größeren Genuß gab, als derlei zu hören. Dann glitt sein Gesprächsstoff über mangelhafte frühere Vorgesetzte und Alltagsdinge zu seinem im Entstehen begriffenen Buch über, und hier glänzten zum erstenmal seine Augen in aufrichtigem Eifer. Er taute auf und wurde geradezu warm bei diesem Thema. Er befragte Fogg, der zum Glück Beden geistigen Anforderungen, die der Beruf stellt, gewachsen sein muß. Die nächsten Prüfungen werden im Juli und August d. I. erfolgen. Im laufenden Jahr sind 120 Lehrlinge neu eingetreten. Nach der Erledigung der Regularien sprach Kreis- Handwerksmeister Pg. Stühler über die Frage des Nachwuchses und der Lehrlingsausbildung, wobei er die Bedeutung des Kraftfahrzeughandwerkes im Rahmen der Aufbauarbeit Hervorhob. Gerade im Kraftfahrzeughandwerk, das durch die fortschreitende Motorisierung vor ungeahnten Aufstiegsmöglichkeiten steht, muß ganz besonders gründlich und ernst an die Erziehung des Nachwuchses herangegangen werden. Der Kreishandwerksmeister gab noch bekannt, daß bisher mehr als 1000 Mark für den Bau eines neuen Luftschiffes durch das Handwerk des Kreises Gießen aufgebracht wurden. Dem seitherigen Obermeister Ernst Aß mann wurde einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und Kreishandwerksmeister Stühler verpflichtete ihn unter Anerkennung seiner bisherigen Arbeit aufs neue. Der Jnnungsbeirat wurde wie folgt bestimmt: Stellvertretender Obermeister: Prentzel (Nidda); Kassenwart: Kircher; Schriftwart: Faber; Lehrlingswart: Schmidt; Gesellenwart: Mohr; Gesellenausschuß: Pfeil und Döpfer; Meisterprüfungsausschuß: Letsch und Kraft; Gesellenprüfungsausschuß: Kirchner; Prüfungsmeister: Pletsch, Fetzer und Ruhl. Als Bezirksvertreter wurden bestimmt: I ä ck l e (Schotten), Prentzel (Nidda), Müller (Alsfeld), R o t h i u s (Butzbach) und Möller (Lauterbach). Jugendwart wurde Appel (Gießen). Im weiteren Verlauf sprach E. Aßmann als Bezirksinnungsmeister für Hessen-Nassau über die besonderen Aufgaben- die das Kraftfahrzeughandwerk nach den Richtlinien des Deutschen Reichswirtschaftsrates und zusammen mit dem NSKK. zu erfüllen hat. Gaüz besonders wurde den Kameraden der Beitritt zum NSKK. empfohlen. - Ausführlich wurde der Sonntagsdienst besprochen, der einheitlich im Reich und nun auch in Gießen durchgeführt werden wird. Zu diesem Zwecke werden an den Einsahrtsstraßen und an den Parkplätzen entsprechende Einheitsschilder für den Hilfsdienst angebracht werden. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 10. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse 8 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C Q%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, neue, das Bündel 15 bis 20, rote Rüben 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 30, Spargel, 1. Sorte 38 bis 46, 2. Sorte 33 bis 40, 3. Sorte 24 bis 34, 4. Sorte 10 bis 12, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, M kg 5 Pf., 5 kg 46, 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, Va kg 12 bis 15 Pf., Kirschen 45 bis 55, Stachelbeeren 30, Erdbeeren 30 bis 60, Hähne 95', Suppenhühner 90, Blumenkohl, das Stück 30 bis- 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, bas Bündel 5 bis 10 Pf. ** Soldaten rücken zur Schießübung a u s. In der Nacht zum heutigen Donnerstag rückte das I. Bataillon unserer Garnison zu einer Schießübung aus. Trotz der mitternächtlichen Stunde fanden sich auf den Marschstraßen über die Kaiser-Allee und den Hindenburg-Wall einige Volksgenossen ein, die den abrückenden Soldaten ein herzliches Wiedersehen zuriefen. Die Verladung der Mannschaften zog sich bis in die Morgenstunden hin. Nach zehn ,£agen kehrt die Truppe wieder zurück. Abschied von unseren Trachtengruppen. Es war nicht nur die sommerliche Schwüle, die am Dienstagabend die Menschen auf die Straßen drängte, sondern die unbewußte Verbundenheit der so überaus zahlreich erschienenen Volksgenossen mit jenen jungen Menschen m ben Prachtgewändern einer an Eigenleben reichen Vergangenheit. Darum genügte auch nur ein kurzer Hinweis auf eine solche Gelegenheit des Wiedersehens mit den in der Festtracht ihrer noch im alten Brauchtum verwurzelten Bauern, um eine so zahlreiche Zuschauer- menge auf die Beine zu bringen, wie sie am Dienstagabend vom „Hotel Kobel" bis an die Bahnsteigsperre im Bahnhof anzutteffen war. Wie mancher von diesen Volksgenossen am Straßenrand sah sich im Geiste selbst in solchen brachten. Darum auch das verständnisvolle Begutachten der Trachten- kleiver. Schon die aus dem „Hotel Kobel herausdringenden Weisen waren für viele die Erinnerung an die eigene Jugendzeit. Diese schnelle Verbundenheit zwischen Zuhörer und Sänger kam noch überzeugender unter den jungen Menschen aus den verschiedenen Landschaften zum Ausdruck, die um ihren aufmerksamen Betreuer, Georg Heß, geschart, sich dem Gesänge ihrer Heimatlieder Hingaben. Hier war kein Einstimmen und keine Vorbereitung yotwendig, sondern wenn ein neues Lied begonnen wurde, fielen gleich alle Anwesenden, ob sie nun aus dem Odenwald ober aus dem Hinterland waren ein und auch die Bauernkapelle fand rasch die richtigen Töne für die Begleitung dazu. Ein solch anregendes Singen ist der beste Beweis dafür, daß diese Lieder aus dem Volkstum kommen, von den Eltern auf die Kinder überliefert und unzählig^ Male im Haus und auf dem Felde bei der Arbeit ober bei den Abendspaziergängen gesungen wurden. Leider wurde durch die Menschenmenge vor dem Bahnhof die Absicht, einige Volkstänze zu zeigen, vereitelt. Schon als Georg Heß sich mit seinen Leuten zum Abmarsch nach der Bahn aufstellte, war der Andrang beängstigend groß geworden. Ein jeder wollte die Kirmesburschen mit den buntgeschmückten Hüten sehen, die vorweg ihr Kir- mesbäumchen trugen, für das die Mädchen die vielen bunten Bänder geschenkt haben. Die sehr zahlreich vertretenen Hüttenberger in ihren kostbaren, perlenbestickten und silbernglitzern- den Kleidern führten auch ihre Kirmesfahne mit, ein wertvolles seidenes Tuch, das zum Schluß der Kirmes verlost wird. Gerade diese Gruppe Zeigte die Vielfältigkeit der Prachtgewänder vom Alltagskleid bis zum Festgewand mit dem schwarzen Käppchen und den dunklen oder schwarzen Bändern. Sicher werden sie in Hamburg die besten Künder Hüttenberger Art sein. Neben chnen waren die Schlitzerinnen mit den knappen Miedern, die wie rote wollene kreuzweise über die Brust getragene Tücher aussehen, sehr zahlreich vertreten. Zu bedauern ist die Unvernunft der Massen, die den Bahnhofsvorraum derart überfüllten, daß die Reisenden nicht.einmal zum Schalter und zur Sperre durchgehen konnten und den Eisenbahnbeamten der Dienst sehr erschwert wurde. Schließlich sah sich Georg Heß genötigt, um keine Verkehrsstockung eintreten zu lassen, vorzeitig auf den Bahnsteig zu ! gehen und erst dort konnte hier und da ein Tänzchen mit den fliegenden schönen Röcken und den anmutig sich im Mythmus bewegenden Paaren gewagt werden. Unter dem Jubel der Volksgenossen auf dem Bahnsteig und der vielen fremden Durchreisenden fuhren die hessischen Trachtengruppen ab. Warum Seefische auch im Sommer? Gin Vorurteil und seine Folgen. V. A. Mit dem Einsetzen der warmen Witterung bietet" sich dem Besucher der großen deutschen Seefischereiplätze, insbesondere in Wesermünde und Cuxhaven, regelmäßig und so auch wieder in diesem Jahre der eigenartige Anblick, daß mehr und mehr Fischdampfer in die Häfen zurückkehren, um vorerst nicht wieder auszulaufen, sondern untätig stillzuliegen. Die allgemeine Wirtschaftslage gibt hierzu keinerlei Veranlassung. Wenn trotzdem jetzt wieder zahlreiche Fischdampfer außer Dienst gestellt werden müssen und damit die Besatzungen gezwungen sind, zu feiern, so müssen hierfür andere Gründe vorliegen. Die Ursache liegt einzig und allein darin, daß auch heute noch zahlreiche Hausfrauen unverständlicherweise an einem längst veralteten Vorurteil festhalten. Sie meinen, in der warmen Jahreszeit fei die gute Qualität der Seefische nicht verbürgt, und man tue besser, ihren Verbrauch im Sommer einzuschränken. Wie unbegründet dieses Vorurteil ist, zeigt sich, wenn man sich vergegenwärtigt, in welcher Weise der Seefisch vom Meeresgrund bis in die Küche gelangt. Kaum ist das Netz nach dem Fang an Bord des Fischdampfers geholt werden die Seefische sofort geschlachtet und in dafür besonders eingerichtete Räume kühl, unter reichlicher Beigabe von keimfreiem Eis, eingelagert. Die Löschung dieser Fänge in den deutschen Fischereihäfen geschieht mit solcher Vorsicht, daß die Kisten nur während der kühlen Nacht aus den Fischdampfern in die Auktionshallen gebracht werden. Auch größte Mengen an Seefischen werden in allerkürzester Zeit an den Küstengroßhandel versteigert, der die Fische sofort für den Versand verpackt. In besonders für den Fischverkehr vorgesehenen Eilgüterzügen rollen die Fische ins Binnenland. Dabei werden die Sendungen zum großen Teil in die eigens dafür konstruierten Kühlwagen für Seefische verladen. In dem gleichen Eiltempo wie beim Großversand spielt sich auch die Uebernahme der eintreffenden Fischsendungen im Binnenland durch den Kleinhandel ab. Stets befindet sich der Seefisch in einer sauberen, durch Eis gekühlten und in langjähriger Erfahrung ausprobierten Verpackung. Der Fisch wird also überhaupt nie den Sonnenstrahlen ausgesetzt sein. Auch der Einzelhändler hat seine Kühleinrichtungen, um den Fisch bis zur Abgabe frisch zu erhalten. — Bei diesem System ist also nicht einzusehen, warum der Seefisch an heißen Tagen auch nur im geringsten weniger frisch sein soll, als in der kühleren Jahreszeit. Die technisch gut ausgestatteten Fischereifahrzeuge und die Schnelligkeit der modernen Verkehrsmittel machen heute jedes Vorurteil über den frischen Zustand der Fische im Sommer gegenstandslos. Gerade im Sommer aber befindet sich der Seefisch in seinem besten Ernährungszustand. Er hat die Laichzeit überstanden und findet in der warmen Jahreszeit auf dem Grunde des Meeres reiche Nahrung. Dieser gute Ernährungszustand des Fisches im Sommer erhöht aber nicht allein seinen Nährwert, sondern er verleiht auch dem Fisch einen ganz besonderen Wohlgeschmack. Dabei ist der Fisch leicht verdaulich und bekömmlich, Eigenschaften, die der Körper gerade an heißen Tagen besonders wohltuend empfindet. müsse die ganze Harte des Gesetzes treffen. Sie beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von oter Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. * Das Gericht schloß sich in feinem Urteil den Ausführungen der Staatsanwaltschaft vollinhaltlich an. Straferschwerend zog es in Betracht, daß das Leben des Angeklagten nur auf Lug und Trug auf geb aut fei, er keinerlei Hemmungen bei Begehung feiner Straftaten gekannt habe und ihm jedes Mittel recht war, fid) in Besitz von Geld zu setzen. Das Gericht verurteilte ihn wegen zweifachen fortgesetzten Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von je zwei Jahren und je 100 Mark Geldstrafe, wegen der anderen Fälle zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr drei Mo - n a t e n und 50 Mark Geldstrafe und bildete eine Gesamtzuchthausstrafe von drei Jahren sechs Monaten und eine Geldstrafe von 250 Mark. Die Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten in Hohe von vier Monaten angerechnet, ebenso gelten die Geldstrafen durch die weiter erlittene Untersuchungshaft als verbüßt. Im übrigen wurde er freigesprochen. Weiter wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt und gemäß § 42 1 ! StGB, ihm auf die Dauer von fünf Jahren die Berufsausübung als Vertreter jeder Art untersagt. ^unbfunfprogramm. Samstag, 12.3uni. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Rückantworten. 15: Die Rennfahrer auf dem Nürburgring. Die Pflichtrunden zum Eifelrennen. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Tanz 'rüber, tanz 'nüber. 16: Musik, die das Herz erfreut. 18: Wonnegau. Ein Funkbild aus dem Lande der Nibelungen. 18.30: „Das Ganze sammeln!" Ein Militärkonzert des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser. 19.40: Wochenschau. 20: Nachrichten. 20.10: Junikäfer. Ein luftiger Abend. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Hörbericht vom Nürburgring. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nachtmusik. Büchertisch. — IosefWeyssenhoff.DerZobelund die Fee, ein Jagdroman, Essener Verlagsanstalt in Essen. Preis geb. 5,80 Mark. — (87) — Aus einer zauberhaften Umwelt erwachsen die Gestalten dieses Buches. Hier klingt das ewige Lied der Wälder. Da liegen verborgen Seen und Sümpfe. Elche beschreiten ihre uralten Pfade, der Wolf haust im Dickicht, Wildenten ziehen in rauschendem Flug zum Meere, und in Mondnächten erscheint der gespenstige Eber, dessen Anblick Unglück und Tod -bringt, auf den Waldwiesen. In diese großartige Landschaft um Wilna stellt der Dichter feine Menschen, deren Wesen und Schicksal beherrscht wird von einer königlichen Leidenschaft, der Jagd. Die gleiche treibende Urgewalt in der stolzen Hingabe des weidgerechten Forstmannes wie in der heimlichen, brennenden Begierde des Wilderers! Zwi- fchen Jagden, deren Reiz und Gefährlichkeit unwiderstehlich mitreißen, erfüllt sich das Geschick des jungen Dorpater Studenten Michael und seines Freundes Stanislaw. Zu ihnen tritt das Mädchen Warschulka. Aber über alle menschliche Wirrnis triumphiert schließlich die magische Kraft der Wälder, die den Menschen immer wieder zu sich ziehen. ** Großer Ausflug her Belegschaft berFittingsfabr.Äk Bänninger. Am kommenden Sonntag bietet die Fittingsfabrik Bännin- ger ihrer Belegschaft eine besondere Freude. Die Firma veranstaltet einen Ausflug nach Braunfels, an dem sich etwa 1200 bis 1300 Personen beteiligen werden. Zu diesem Zweck werden zwei Sonderzüge in Anspruch genommen. Einer der Züge fährt dabei nach Braunfels-Lahn-Bahnhof, der andere nach Braunfels-Oberndorf. Auf verschiedenen Wegen werden dann die Teilnehmer an dieser Fahrt nach Braunfels wandern. Für ausreichende Marschmusik ist gesorgt. Die Regimentskapelle unseres hiesigen Standortes wird die Spaziergänger begleiten, der Spielmannszug der Werkschar wird ebenfalls dabei sein. Die Belegschaft wird dann im Tiergarten Einkehr halten, wo für allerlei Belustigungen gesorgt sein wird. Selbstverständlich werden auch das Schloß und das Städtchen besichtigt. ** Achtung! Blitzableiter nachsehen! Die Zeit mit sommerlichem Witterungscharakter ist auch die Zeit der Gewitter. Zu dieser Zeit sollte man jährlich den Blitzableiter von einem geprüften Blitzableitersetzer nachsehen und nachprüfen lassen. Man scheue diese geringen Kosten nicht, da sie im Ernstfälle hundertmal wieder hereinkommen. Es kann im Laufe des Winters leicht durch Frost und Rost eine Beschädigung bis Ableitedrahtes hervor- scheid wußte, über botanische und zoologische Einzelheiten von Santa Agatha. „Ist es drüben eigentlich gefährlich?" wollte Frau Engasser wissen. „Nein, das kann man nicht gerade behaupten. Dennoch ist es besser, stets eine Waffe bei sich zu tragen. Weniger wegen der Menschen als wegen der wilden Tiere. Mir hat mein Revolver ein paarmal aus heiklen Lagen geholfen", erklärte Fogg und griff unwillkürlich nach seiner Hinteren Hosentasche. „Sie tragen ihn auch jetzt noch bei sich?" „Ja, obwohl es lächerlich ist. Muß eine Art Gewohnheit sein. Aber morgen wird er mit allen Ehren in einer Lade meines Schreibtisches bestattet", lächelte Fogg Viktoria zu. „Darf ich sehen?" „Gewiß." Was Fogg zum Vorschein brachte/ war ein kleiner gesicherter Colt, der am Kolben ein graviertes Messingschildchen trug. Viktoria gab die Waffe an den Professor weiter, der sie vorsichtig hielt und von allen Seiten betrachtete. Es wurden noch einige belanglose Reden gewechselt, dann beendete Fogg diesen Besuch. Während er nach Hause ging, hatte er das Gefühl: Diese halbe Stunde da drinnen hat mir eine Masse in Scherben geschlagen. Es mar befremdlich, wieviel Leute in die Sprechstunde kamen, nachdem sich herumgesprochen hatte, daß der neue Arzt tüchtig und freundlich sei und nicht mit der Bezahlung dränge. Geldlich besehen, waren die Fälle meist nicht glänzend. Fogg mußte viel herschenken oder in den Kamin schreiben. Die tapitalträftigeren Pattenten waren dünn gesät. Aber das focht Fogg nicht an. Es würde nach und nach schon besser werden, wenn die Umgebung erst Zutrauen gefaßt hatte und herausbekam, daß ein Doktor in Schellenberg nicht unbedingt ein Murkser oder ein Anfänger sein mußte. Auch mit dem zahlreichen Schloßpersonal durste er rechnen. Er für seine Person war genügsam, und zum Sattwerden langte es. Hin und wieder, in einer beschaulichen Viertelstunde oder nachts vor dem Änschlafen, dachte er an Viktoria und war hinterher dann immer ein bißchen ärgerlich über sich selbst. Häufig dachte er auch an die Kuhleiten, und wie sich das wohl entwickeln würde. Fogg saß im Sprechzimmer und schrieb das letzte Rezept« gerufen worden sein, die sich bei Fahrlässigkeit im Ernstfall bitter rächen würde. Auch die Antennenerdung bedarf zu dieser Zeit einer besonderen, sorgfältigen Nachprüfung. Große Strafkammer Gießen. Gestern wurde die am Dienstag, 8. Juni 1937, unterbrochene Hauptverhandlung gegen den Hans Kramer aus Gießen fortgesetzt Die Staatsanwaltschaft bezeichnete ihn als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln vorging, sich auf angenehme Weife Geldbeträge zu verschaffen. Ihn f Blondes Haar bedarf I* M f wegen seiner Empfind- /) O JiVtOJlUl1 lichkeit besonderer Pfle- /h» • ge. Man wäscht es da- 7 her nur mit - Mitteln, “ die kein Rikali und keine Kalkseife im Haar zurücklassen und dafür sorgen, daß es nicht nachdunkelt, also mit SCHWARZKÖPF Für Blondinen besonders zu empfehlen: Schwarzkopf-Schaumpon Sorte Kamille zu 20 Pfi Schwarzkopf-Extra-Blond mit Blondverstärker 30 Pf, Der alte Kranewitter, ein Geizhals und Eigenbrötler, zog mit steifen Fingern sein Hemd an, und eine braune Schnupftabaksrinne glänzte feucht unter seiner Nase. Die Leute nannten ihn den „Schellori", und niemand wußte recht, warum. Er litt an einer verschleppten Bronchitis, hustete die Gegend voll und ärgerte seine Mitmenschen. Mißtrauen war eine seiner hervorstechendsten Tugenden; er hielt jeden für einen Lumpen, bis der ihm das Gegenteil bewies. ' „Also, Herr Kranewitter, da ist Ihr Rezept. Lassen Sie es sich in der Apotheke machen, und dann nehmen Sie's, wie es draufsteht. Mit der Rente ist es leider nichts; denn Sie haben zwar einen tüchtigen Husten, aber das ist kein Unfall." Der Schellori hatte ausgezeichnet verstanden, aber um Zeit zu gewinnen, sagte er: „Ha?" Denn nun mußte Fogg den ganzen Satz wiederholen. Bu, dieser Doktor ist kein Guter! dachte der Schellori und ließ die Unterlippe hängen. Dann grub er langsam und schwer aus sich hervor: „Du magst bloß nicht, Doktor!" „Von Nichtmögen ist keine Rede. Das sind halt die Gesetze und Paragraphen, da kannst nichts machen. Seien Sie doch vernünftig, Mann Gottes. Was nicht geht, geht nicht." Der Schellori, jetzt beim Zuknöpfen der Weste anaelanat, brummte: „Also dann schreibst mir keine Rente?" „Kami nicht." „Weißt was? Dann kannst deine Medizin auch selber saufen!" krähte der Schellori und ging steifbeinig zur Tür. Das Rezept ließ er liegen. Fogg schaute überrumpelt aus, aber er gewann es nicht über sich, sich zu ärgern. Einen alten, ge= spaßigen Krauterer wie den Schellori durfte man nicht ernst nehmen. Fogg klappte seine Bücher zu, füllte die zwei neuen Krankenscheine aus unö ordnete den Wirrwarr auf dem Schreibtisch. Dann zog er feinen weißen Mantel aus, der ein paar Blut- spritzer hatte. Vorher war der Gsodmair-Martl mit seiner harmlosen Fingerquetsckung dagewesen, welch ein Wunder! Er war natürlich nur der Anna wegen gekommen, das merkte ja ein Blinder. Denn mit so einer Kleinigkeit ging ein Bauer doch sonst nicht zum Arzt. Die Anna hatte sich erstklassig benommen; sie war freundlich gewesen, aber die demü- ttgen und werbenden Blicke des Burschen hatte sie einfach übersehen. Das beruhigte Fogg ungemein; denn er fühlte sich für das Mädchen verantwortlich, und es brauchte nicht gleich in den ersten Tagen eine Liebschaft zu geben. Der Marti war verdattert abgezogen, obschon er sonst ein mutiger Kerl mar.- Fogg stülpte die Hemdärmel hoch und ging in die vernraiste Schmiede, um sich ein kleines Holzkohlenfeuer anzufachen. Er hatte nämlich vor, sich ein Paar Beinstützen für den Untersuchungsttsch anzufertigen, die er nötig brauchte. Das kam billiger, als sie aus der Stadt zu beziehen. Er war ja kein gelernter Schmied, aber er hatte seinem Vater oft in der Werkstatt zugesehen. Als das Eisen rotglühend war, begann er zu hämmern. Sein Hemd- bündchen riß aus, und bei jedem Hammerschlag traten seine Armmuskeln als harte, rötlich beschienene Wülste hervor. Dazu fang er aus voller Brust irgend etwas Verrücktes, das kein Lied war, sondern pure Lust am Leben und Kraftüberschuß... „Donnerwetter, Sie können aber schön singen!" lachte es hinter ihm. Fogg fuhr herum und sah ertappt und verlegen aus. Eine Dame im Reitkostüm, rote Jacke, hellgrau gewürfelte Reithose, stand da und klopfte mit ihrer ledernen Gerte an den Stiefelschaft. Sie hatte eine durchtrainierte Figur und sehr weiße Zähne. Drau- ßey wieherte ein angebundener Fuchshengst. „Tag, Doktor. Darf ich Ihren Besuch gleich auf diefe Weise erwidern? Oder störe ich?" „Gar nicht, Frau Fürstin", sagte Fogg, der sich von seinem ersten Schrecken erholt hatte. „Nur die Umgebung, verzeihen Sie, wollen wir nicht--■?" „Nein, wir wollen durchaus nicht. Gerade hier finde ich es gemütlich. Haben Sie nicht einen {auberen Schurz oder so etwas?" Sie schwang sich auf die alte Drehbank, über die Fogg eine neue blaue Kattunschürze gebreitet hatte. Ihre aufreizend rote Jacke saß wie ein unangebrachter leichtfinniger Tupfen zwischen all dem anderen Schwarz und Grau. Sie ließ die langen, rassigen Beine baumeln. Sie klappte ihr Etui auf und sagte: „Zigarette? Knigge ist allerdings der Ansicht, man soll seine Mitmenschen nicht am Nachmittag Überfällen, aber ich habe gedacht, ein. Junggeselle nimmt es schon nicht so genau. Feuer? Danke. Machen Sie doch weiter, bitte. Ich habe das gerne, die Glut und den Feuerschein, das Gehämmer und alles." Fortsetzung folgt 7SZahre Gesangverein Nieder-Ohmen. Wertungssingen des Sängerkreises Ohm-Lumdatal. v Rieder-Ohmen, 8.Juni. Der Sänger- kreis Ohm-Lumdatal hatte fein zweites diesjähriges Wertungssingen dem Gesangverein „Eintracht" Nieder-Ohmen übertragen, der gleichzeitig die Feier seines 75. Bestehens festlich beging. Am Samstagabend bewegte sich zunächst ein Zug nach dem Festplatz hin. Vereinsfüyrer Hofmann begrüßte die bereits zahlreich erschienenen Gäste, und insbesondere die Mitglieder des Sängerkreisoor- stands, an deren Spitze Proornzführer Wendler (Bad-Nauheim). Der Verein begrüßte seine Gäste mit einem Chor. Alsdann hielt Pfarrer A l t (Nieder-Ohmen) die Festansprache. Er wies darauf hin, daß mit einem Verein, der 75 Jahre bestanden und gewirkt habe, ein Stück Dorf- und Heimatgeschichte unlösbar verbunden sei, die am Jubelfeste wieder lebendig werbe. Das Jahr 1882 brachte Nieder-Ohmen die Gründung seines heute noch bestehenden Gesangvereins. An der Gründung seien folgende Dorfgenossen beteiligt gewesen: Konrad Carle, Georg Reitz III., Ludwig Kratz, Philipp Becker, Georg Hermann, Hch. Reitz VIII., Philipp Klöß, Wilhelm Volk I. und Hch. Becker II. Dem damaligen Lehrer Roth sei es zu verdanken gewesen, daß die Sängersache in Nieder-Ohmen ihren Anfang genommen habe. Sodann ging der Redner noch auf den tiefen Sinn und Inhalt der Sängersache ein. Der Redner schloß seine Ansprache mit den besten Glückwünschen auch vön selten der Kirchengemeinde in Verbindung mit dem Wunsch weiterer segensreicher Arbeit im Dienst am deutschen Lied, Heimat, Volk und Vaterland. Fahnenweihe. Nach einem sinnreichen Vorspruch nahm Provinzführer Wendler die Weihe der Standarte vor. Er wies darauf hin, daß damit die Weihestunde eine besondere Prägung erhalte. Deutsche Gesangvereine haben, so. führte er u. a. aus, tm deutschen Lied den Glauben an Deutschland hochgehalten, auch in der Zeit tiefster Erniedrigung. Glaube und Treue gelte unferm Deutschland. Sodann wurde die neue Standarte enthüllt. Provinz- führer Wendler ermahnte die „Cintracht"-Sänger, diese Fahne in Freud und Leid dem Verein voranzutragen. Ernst Schneidmüller übernahm die Standarte als Träger und gelobte Treue. Durch den Vereinsführer Hch. Hofmann werden nunmehr verschiedene Ehrungen vorgenommen. Lehrer Schäfer dankte im Auftrage der Geehrten, und rief hierbei in humorvoller Weise alte Erinnerungen wach. Damit hatte die Feierlichkeit am Samstagabend ihr Ende erreicht. Das Wertungssingen Am Sonntagvormittag erschienen dann die 19 Kreisvereine, welche für Nieoer-Ohmen bestimmt waren, zum Wertungssingen. Es waren folgende Vereine: „Eintracht" Nieder-Ohmen, .,Eintracht- Sängerkranz" Merlau, „Sängerkranz" Beltershain, „Liederkranz Flensungen, „Liederkranz" Bleidenrod, Gesangverein Weickartshain, „Harmonie" Atzenhain, MGV. Maulbach, „Eintracht" Nieder-Gemün- den, „Eintracht" Burg-Gemünden, „Liederkranz" Stockhausen, „Männerchor" Grünberg, „Liederkranz" Weitershain, GV. Groß-Eichen, „Germania" Ober-Obmen, „Liederkranz" Ruppertenrod, MGV. Bobenhausen, „Germania" Lauter und „Sänger- frnnV' Gr'"'nk>'rg. Einleitend verpflichtete der 'Provinzführer, der am gleichen Tage noch bei zwei anderen Veranstal- wngen sein Erscheinen zugesagt hatte, den neuen Kreisführer Lehrer Dönges (Merlau). Nach Schluß des Wertungssingens hielt der Wertungsrichter Herr Professor Gamble (Frankfurt am Main) im Rathaussaal eine Kritik ab. Er betonte, daß die Leistungen feine Erwartungen allgemein übertroffen hätten. Er behandelte dann im einzelnen das richtige Atmen beim Singen, Chorklang, Tongebung, Tonbildung und Aussprache. Jedem Verein geht noch eine schriftliche Kritik zu. Gegen 13 Uhr formierte sich dann der Festzug, angeführt durch Festreiter. Ihnen folgten Festwagen, in denen die Ehrengäste und Ehrenmitglieder Platz genommen hatten Vor dem Rathaus fand die große Kreiskundgebung statt. 19 Kreisvereine, zu denen sich noch einige Gastvereine gesellt hatten, brachten unter Leitung von Kreischormeister D a u b e r t (Ulrichstein) mit mehr als 600 Sängern einen Chor zu Gehör. Kreisführer Dönges (Merlau) hielt dann die Festansprache. Nachdem der Toten des Weltkrieges und der Bewegung bereits schon am Sonntag vorher gedacht worden war, wurden die Toten des Panzerschiffes „Deutschland" geehrt. Kreisführer Dönges sprach sodann vom deutschen Lied, wie es bei allen Gelegenheiten gesungen werden könne, wie es der Soldat manchmal im Angesicht des Todes noch auf den Lippen gehabt habe, und wie es die braunen Kolonnen unseres Führers zur Erringung des Dritten Reiches gesungen hätten. Das Deutschtum sei noch nie im Deutschen Sängerbund vergessen worden und werde auch nie vergessen werden. Er schloß seine Ausführungen mit den Worten, daß sich auch die Sänger weiterhin für deutsches Lied und deutsche Art einsetzen sollt-"- bei allen sich bietenden Gelegenheiten Ehrungen Nunmehr nahm der Kreisführer die Ehrung eines Anzahl verdienter Sänger vor, und zwar wurden folgende Sangesfreunde mit Auszeichnungen bedacht: Für 50jährige aktive Sangestätigkeit wurden geehrt Adam Reitz, Adam Müller, Ludwig Reichel vom Gesangverein „Eintracht" Nieder-Ohmen. Die Auszeichnung bestand in der Ehrennadel in Gold und dem Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes. Die Nadel für 40jährige Sangestätigkeit erhielt Hch. Werner vom Männerchor Grünberg. Die Sanger Rudolf G e h r i n - g e r vom Männerchor Grünberg, Hch. Scholl, „Eintracht" Burg-Gemünden, Friedrich K a u ß, Philipp Schomv er, Karl Frank, K. Jungmann, Peter Rock, Hch. Westfeld, E. Stein, I. H i l k e n, Ldw. Röder, Hermann Röhm und Karl Appel vom „Sängerkranz" Grünberg erhielten die Ehrennadel mit der Aufschrift „25 . Der stelloertretende. Ortsgruppenleiter M ö ck e l nahm dann die Weihe des Hakenkreuzwimpels vor. Seine markige Ansprache enbigte mit dem „Sieg-Heil" auf den Führer und dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied. Nach Schluß der Kundgebung ordnete fid) der Festzug wieder, um durch die festlich geschmückten Straßen unseres Dorfes nach dem Festplatz geleitet zu werden. Hier begrüßte der Gesangverein „Eintracht" die Sänger mit einem Chor und der Vereinsführer Hofmann mit einer kurzen Ansprache. BaD entwickelte sich dann auf dem Festplatz frohe Feststimmung. — Der Montag brachte dann noch ein Konzert, Festzug, Gesangsvorträge und Tanz. 9. jl.-Sport (VfB.), Diedlap (SV. 05 Wetzlar), Zielberg (SV. 05); Reuter (SD. 05), Sack (1900), Wohlgemuth (SD.), Radtke (VfB.), Neeb (Naunheim). Ersatz: Szponick (VfB.) und Bergmann (1900 Gießen). Für die Kreisauswahlelf sind ausschließlich talentierte Spieler berücksichtigt worden, die eine Gewähr dafür bieten, daß wirklich guter Sport gezeigt wird. Wohlgemuth im Sturm hat sich schon ost in der Gaumannschaft bewährt Leiter des Spieles ist Gerhard (Annerod) Weitere Spiele: Watzenborn-Steinberg 1. — VfB -Reichsbahn 1. und 2. kombiniert (Keller, Lich). SV. 20 Lollar 1. — 1900 Gießen 1. und 2. kombiniert (Philipp, Gießen). Großen-Linden - Klein-Linden kombiniert — Leih- gestern-Grüningen kombiniert (Kreiling, Gießen). Garbenteich 1. — Steinbach 1. (Holzapfel, Lich). Lich 1. — Hungen-Mufchenheim kombiniert (Buß, Steinberg). Rodheim 1. — Heuchelheim 1. (Keller, Naunheim). Saubringen 1. — Alten-Buseck 1. (Wissemann, Lollar). Staufenberg 1. — Oppenrod 1. (Lotz, Launsbach). Londorf-Geilshausen kombiniert — Rüddingshausen 1. (Bender, Treis). Naunheim 1. — Niedergirmes-Naubotn kombiniert (Volkmar, Wetzlar). SV. 05 Wetzlar — Sportfreunde-Steindorf kombiniert (Gutmann, Wetzlar). Ehrinashausen-Werdorf kombiniert — Hermannstein- Äßlar kombiniert (Koob, Garbenheim). Holzhausen 1. Ulm-Philippstei^i kombiniert (Kleemann, Bissenberg). In den politischen Kreisen Dill sind Alsfeld sind ebenfalls Opferspiele angesetzt. Wie bei den WHW.- Spielen werden die Vereinsführungen auch bei den Opferspielen alles daransetzen, daß ein voller Erfolg garantiert ist und dafür sorgen, daß die Spiele in würdigem Rahmen durchgefüyrt werden. Handball im Kreis Gießen. Das Programm des letzten Spielsonntags war außerordentlich mager. Das Blitzturnier der Ortsgruppe Gießen des DRL., die Wettkämpfe der HI. und das bestimmt nicht als ideal anzusprechende heiße Wetter hatten mit dazu 6 ei getragen, den Spielbetrieb auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dazu kam noch, daß auch die Endspiele der Jugend um den Kreisbesten ausfallen mußten. Tv. A l l e n d o r f (Lahn) — Tv. Dutenhofen 9:9 (7:2). Die Platzbesitzer hatten eine ausgezeichnete erste Halbzeit. Sie waren hier ihrem Gegner klar überlegen, zumal die junge Mannschaft ein Spiel vorführte, das an bessere Tage erinnerte. Nach der Pause litt das Spiel außerordentlich unter der heißen Witterung. Die Gäste, die gerade um diese Zeit das bessere Stehvermögen auswiesen, kamen zu einem etwas schmeichelhaften Unentschieden. Tv. Hausen — Tv. Lich 12:3 (10:1). Der Tv. Hausen konnte auch diesmal wieder seine derzeitige Spielstärke mehr als deutlich unter Beweis stellen. Die Mannschaft stellt eine Einheit dar, die in allen Teilen gleich gut besetzt ist und die keinen Gegner zu fürchten braucht. Zwar gab sich Lich alle Mühe, aas Endergebnis günstiger zu gestalten. Die bestgemeintesten Angriffe, die ebenfalls gutes Können verrieten, scheiterten aber immer wieder an der gegnerischen Hintermannschaft. Zwei neue Rekorde von Ginck Noch vor seiner Rückreise aus Brasilien unternahm Hans Stuck mit dem Auto-Union - Rennwagen auf der Rennstrecke von Rio Petropolis Rekordfahrten, die von Erfolg gekrönt waren. Er legte den Kilometer mit stehendem Start im Durchschnitt für Hin- und Rückfahrt in 21,055 Sekunden zurück und erreichte 170,978 km/st. Für die Meile mit stehendem Start wurden offiziell 28,79 Sekunden bekanntgegeben, die Durchschnittsgefchwindigkeit be- trua 201.132 km/st Ehrenpreis des Führers für das Hamburger Sprinp-Nerby. Der Führer und Reichskanzler hat für das am 26. Juni 1937 zum Austrag gelangende Hamburger Springderby einen Ehrenpreis gestiftet. Der Preis, ein von dem Goldschmied Prof. L e 11 r 6 geschaffener feuervergoldeter Silberpokal, befindet sich zur Zeit im Deutschen Haus der Pariser Weltausstellung. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat für die am 19. und 20. Juni d. I. in Grünau stattfindende große internationale Ruderregatta einen Ehrenpreis für den Sieger im ersten Jungmannvierer gestiftet. Weltrekord einer 19 jährigen Segelfliegerin. W Die 19jährige Berliner Segelfliegerin Eva Schmidt flog von der NSFK.-Reia)ssegelfliegerschule Horn- berg (Württemberg) in motorlosem Flug bis nach Plauen im Vogtland und stellte damit einen neuen Weltrekord für Frauen auf. Sie erzielte 260 Kilometer, während Flugkapitän Hanna R e i t s ch den bisherigen Rekord mit 200 Kilometer gehalten hatte. (Schirner-M.) Oie 3. Etappe der Deutschland-Rundfahrt. .Bruno Roth (Frankfurt a.M.) gewann bei der Deutschland-Rundfahrt am Dienstag die dritte (Stoppe von Chemnitz nach dem 205 Kilometer entfernten Erfurt. Roth siegte in 6:01:55 Stunden vor Bautz- Dortmund (6:02:45), dem Italiener B i z z i, dem Dortmunder D i e d e r i ch s und dem Belgier van Herzele, die dichtauf folgten. Im Gesamtergebnis führt immer noch der Magdeburger Weckerling (26:56:39) vor Diederichs (27:01:05), Roth (27:04:52), Bautz (27:09:53), Bizzi und van Herzele in der gleichen Zeit wie Bautz. ♦ Die Deutschland-Rundfahrt brachte am Mittwoch bei tropischer Hitze die vierte Etappe von Erfurt nach dem 183 Kilometer entfernten Schweinfurt. 28 Kilometer vor dem Etappenziel stieg die Spitzengruppe zum Wasserholen ab, Geyer benützte die günstige Gelegenheit, spurtete auf bergiger Strecke davon und siegte in 5:19:37 vor de Galuwö-Bel- gien (5:26:00), Bautz, Wendel, Kijewski und Funke. Im Gesamtergebnis führt weiterhin Weckerling Körperschule für alle! Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", hier das Sportaml, läßt es sich angelegen sein, immer weitere Kreise für die Leibesübungen zu erfassen. Ein neuer Weg hierzu wird nun in diesen Tagen beschritten. Für die kommenden Sonntage werden in der Müllerschen Badeanstalt in den Vormittagsstunden Hebungen einer allgemeinen Körperschule vurchgeführt, an denen sich jeder Badegast, der die Morgenstunden des Sonntags in der Badeanstalt verbringt, beteiligen kann. Die Hebungen dieser I Körperschule werden so gehalten fein, datz sie ohne| weiteres zu bewältigen sind, ohne daß eine besondere Vorschule notwendig ist. Der Kursus wird von dem Leiter des Sportamtes „Kraft durch Freude", Feldhus, gehalten, der aus reicher Erfahrung für einen gleichermaßen zweckmäßigen und unterhaltsamen Verlauf dieser Hebungsstunde einstehen wird. Für die Teilnahme an dieser Stunde oder halben Stunde der Körperschule werden keinerlei Gebühren erhoben. Kampfbatt-Ansscheidnngskänipse der Standarte 116. Arn kommenden Sonntagvormittag finden auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn Ausscheidungskämpfe der Kampfballmannschaften der SA- Standarte 116 statt. Es stehen sich Mannschaften des Sturms 1/116 und des Sturms 15/116 gegenüber/Ser Wettbewerb beginnt bereits um 8.30 Uhr. ^Inngmädei-Gpielwiese" beim BdM.-Sportfefl. Dorn BSM.- Untergau 116, Gießen, wird uns geschrieben: Nichts ist stets so bereit zu jedem Spiel wie unsere Jungmädel. Seshalb bildet auch das Spiel einen großen Teil unseres Jungmädeltums. Spiel erfordert schnelles Auffassen, richtiges Senken, Mut, Kraft und Gewandtheit und löst immer Freude aus. Unsere Jungmädel spielen solche Spiele, an denen immer viele zugleich teilnehmen und die alle Mit- spielende dauernd in Aufmerksamkeit und Bewegung halten. Ob das nun Laufspiele, Ballspiele, Wettstaffeln, sehr lebhafte oder ruhigere Spiele sind, stets wird ein Mädel, das nicht aufmerksam oder schwach ist, die Spielgemeinschaft stören. Aber weil jedes Mädel für die Gemeinschaft ihr Bestes zu geben gewillt ist, wächst es an den kleineren und größeren Aufgaben der Spiele. Beim Spiel werben nie bie tüchtigen einzelnen geehrt, sondern ein Spiel ist Entweder gewonnen oder verloren für alle Teilnehmenden. Wir greifen zum Sportfest ein Ballspiel: „Königinball, ein Scherzspiel: „Hundehüttenspiel" und ein Laufspiel: „Tag und Nacht", aus unserer geradezu unbegrenzten Fülle der verschiedensten Spiele heraus. Es wird aber auch noch „Tauziehen" geben. Sas ist schon mehr wie ein Spiel, ist harter Kamps mit Einsatz aller Kräfte. Sie Ausrichtung aller Spielgruppen und die gute Ausrichtung in der einzelnen Gruppe erfordert schon von unseren jüngsten Mädeln äußerste Sisziplin. Und wenn die Ausrichtung noch nicht ganz tadellos klappen sollte, so sind wir ehrlich genug zu sagen, daß wir noch nicht fertig sind und noch immer weiterarbeiten auf das Ziel hin, ganz tadellos zu werden. Laßt euch, Eltern und Freunde unserer Sache, das fröhliche bunte Bild der JM.-Spielwiese beim Untergausportfest am Sonntag nicht entgehen! Erfolgreicher Gießener Radfahrer. Am Sonntag startete der Gießener Fahrer Willy Neumann in Offenbach beim „Großen Straßenpreis vom Main" und konnte dabei zu einem schönen Erfolg kommen. Sie /4-Klaße, in der auch Neumann startete und in der eine große Zahl der besten deutschen Amateure vertreten war, mußte zunächst die vier Minuten Vorgabe der 6-Klasse aufholen, was ihr durch das flotte Tempo der L-Klaffe sehr schwer wurde. Dor allem aber stellte bie große Hitze hohe Anforderungen an die Teilnehmer und gar mancher routinierte wahrer gab das Rennen frühzeitig auf. Trotz mehrmaliger Vorstöße insbesondere des Nürnbergers Kranzer und des Schweinfurters Bar- towski konnte Neumann immer in der Spitzengruppe verbleiben und als das Spitzenfeld immer mehr zusammenschmolz, waren es nur noch Neumann und die beiden Obengenannten, die dem Ziel in Offenbach zusteuerten. Soch kurz vor dem Ziel muß auch Neumann die beiden Fahrer ziehen lassen. Bartowski kann im Spurt den Nürnberger schlagen, während Neumann als dritter das Ziel passierte. Erst 3Vt Minuten später lief dann die zweite Gruppe ein. Fachamt Fußball: Opferspiele am Sonntag. Auch das Fachamt Fußball stellt sich in den Sienft der guten Sache und hat eine Anzahl Spiele angesetzt. Ser Reinertrag aus diesen Spielen wird für die Heranbildung und Weiterbildung von Nachwuchsspielern verwandt. Auch wird ein Fonds für Lehrgänge geschaffen. Bei den letzten WHW.- .Sstielen konnte der Kreis Gießen einen Betrag von 704 Mark abführen, und damit stand der Kreis Gießen an erster Stelle im Gau XII, Hessen. Nachfolgend die Spiele, die durchgeführt werden: Kreisauswahlelf des Kreises Gießen — Kreisauswahlelf des Kreises Marburg. Siefes Spiel findet auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 Gießen statt. Sie Gießener Mannschaft spielt in der Aufstellung: Happel (Watzenborn-Steinberg); Kramer (VfB. Gießen), Softor (Naunheim); Krämer Hier abschneiden! I Neurosen 337 Nickel Neurosen sind Störungen seelischer Natur, ohne daß eine Veränderung an der eigentlichen Neroensubstanz festzustellen ist. Hieher gehört die Hysterie und die Neurasthenie. Neurosen, die sich im Anschluß an einen Unfall entwickeln und sich durch allgemeine Niedergeschlagenheit, Wehleidigkeit und Willensschwäche kund tun, die dann durch die Eemütseinwirkungen des Kampfes um die Rente noch gesteigert werden, nennt man traumatische Neurosen, steht der Kampf um die Rente im Vordergrund. Rentenneurose. Neuseeländer Spinat ist der beste Spinatersatz für heiße Sommerwochen. wenn der echte Spinat durch bie Hitze „schießt" Im März wird der N. Sp. in kleine Töpfe ausgesät und im Mai bei einem Abstand von etwa 60 cm ausgepflanzt. Zwei Pflanzen liefern den Sommer hindurch schon die genügende Spinatmenge für vier Personen. Neusilber, fast silberweiße Legierung aus Kupfer, Zink und Nikkei, die zu den verschiedensten Zwecken verwendet wird Versilbertes Neusilber ist als Alse- nid, Alpaka, Chinasilber, Chri- stofle im Handel Neusilber wird in warmem Wasser oder mit Metallpomade gereinigt. Nichtigkeit. Ist ein Rechtsgeschäft nichtig, so ist die Rechtslage so, als wäre das Rechtsgeschäft überhaupt nicht vorgenom- men. Wer also auf Grund eines nichtigen Rechtsgeschäfts Zahlung geleistet hat, kann das Geld wieder zurückverlangen, andererseits muß er das, was er bekommen hat, ebenfalls wieder zurückgeben. Nichtig ist insbeson- ders ein Rechtsgeschäft, das der gesetzlichen oder vereinbarten Form entbehrt, z. B. Kaufvertrag über ein Haus, der nicht notariell abgeschlossen wird, oder wenn das Rechtsgeschäft gegen die güten Sitten verstößt (z. B. Wucher). Als von Anfang an nichtig gelten ferner Rechtsge- geschäfte, die mit Grund angefochten sind (s. Anfechtung. Ehe). Eine Ehe ist nichtig, wenn sie nicht vor dem zuständigen Standesbeamten oder nicht bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Verlobten geschloßen ist. Ferner wenn sie trotz Vorliegen eines auflösenden Ehehindernisses (s. dort) geschloßen worden ist. Wegen der Kinder aus einer nichtigen Ehe s Kinder. Die Nichtigkeit einer Ehe kann nur durch Erhebung der Nichtigkeitsklage geltend gemacht werden. Nickel, fast silberweiß glänzendes, widerstandsfähiges Metall, das sich besonders zu Kochgeräten eignet. Reines Nickel trägt den Stempel „Rein Nickel" 3n der Hauptsache wird Nickel zu Legierungen wie Neusilber oder als Überzug anderer Metalle verwendet, bei Neusilber und ähnlichen Legierungen, wie auch bei Stahl (nickelplattierte Kochtöpfe). Nickelgeräte werden mit heißem Waßer oder mit Metall- putzpomade behandelt, ebenso vernickelte und nickelplattierte Geräte. Sühne im Köpperner Mordprozeß. Skipflege im Sommer. ' Vom Ski-Klub Gießen wird uns geschrieben: Nun haben die Skiläufer längst die Bretter mit dem Faltboot, mit dem Tennisschläger oder sonst einem Sommersportgerät vertauscht, denn für den ernsten Wintersportler ist es selbstverständlich, daß er sich im Sommer nicht auf die faule Haut legt, sondern seinen Körper in und auf dem Hasser oder auf der Aschenbahn geschmeidig und leistungsfähig hält. Da ist es nun an der Zeit, einige Ratschlage für eine gute Sommerpflege der Wintersportausrüstung zu geben. Die Bretter werden mit Glas oder einer Zieh- klinge auf der Lauffläche von vorne nach hinten abgezogen und durch Abreiben eines in Benzin oder Terpentin getauchten Tuches vollkommen von allen Wachsresten gereinigt. Alsdann werden sie mehrere Tage hintereinander mit Ski-Oel getränkt, bis das Holz kein Oel mehr aufnimmt. Nun werden die Bretter gut eingespannt und auf die gespannte aufgebogene Spitze in einem kühlen aber trockenen Raum bis zum Winter aufgestellt. Die Skistiefel werden auf einen Schuhleisten gespannt und das Oberleder sowie das Lederwerk der Skibindung mit einem guten Lederöl eingerieben. Die Schuhsohlen werden mehrmals hintereinander mit Sohlenöl getränkt. Die Seehundefelle werden am besten in einer runden Blechdose, deren Deckel mit Leukoplast umklebt ist, aufgehoben, da sie so gegen Motten geschützt sind. * Frankfurt a. M., 9. Juni. Dieser Tage wurde hier der Prozeß gegen den Mörder des Jagdaufsehers Hofmann aus Köppern geführt und abgeschlossen. Der Angeklagte wurde zum Tode verurteilt. Damit findet eine Tat ihre Sühne, die im vorderen Taunus große EEregung ausgelöst hat. Das Urteil. Der Angeklagte wird wegen Mordes zum Tode verurteilt, ferner wegen Wilderns und verbotenen Waffentragens zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer aberkannt. Ferner werden die bei der Tat benutzte Schußwaffe nebst den andern bei ihm vorgefundenen eingezogen, ferner der bei der Tat benutzte Dolch mit Scheide und eine Fuchsfalle. Die Urteilsbegründung. Bei der Urteilsfindung, so erklärte der Vorsitzende, müßten alle Gefühle ausscheiden; das Gericht habe objektiv nur auf Täter und Tat zu blicken. Zu den schlimmsten Wilderern nicht nur der Köpperner Gegend, sondern wohl überhaupt, gehöre zuerst einmal der Vater des Angeklagten. Er und sein Sohn waren es, denen die dortige Landschaft in erster Linie den traurigen Ruf verdankte, ein Wildererparadies zu sein. ____________________________ Den stärksten Schuldbeweis hole sich das Gericht, da es über einen direkten Tatzeugen nicht verfüge, aus dem Geständnis des Angeklagten selbst: Er trug die Waffe, er ging zum Wildern in der Frühe aus. Und er war es, der den ersten Schuß im Karabiner trug und löste. Allerdings finden sich in der Aussage des Sohnes wie seines Vaters erhebliche, auch heute noch nicht völlig geklärte Widersprüche. Aber eines stehe für das Gericht fest: der Sohn ging nicht allein, sein Vater begleitete ihn, denn nie ging einer von ihnen allein auf die Jagd. Der Ermordete war ein älterer schwächlicher Mann, der als Kriegsverletzter keine schwerere Arbeit mehr zu leisten vermochte. So stellte ihn sein Chef, der Jagdbesitzer, als Waldhüter an, ein Beruf, bei dem sich der halbinvalide Mann, dem man große Tierliebe nachsagte, in freier Waldluft erholen sollte. Er machte im fast undurchdringlichen Walde ohne Waffe seine einsamen Kontrollgänge. Man versuchte ihm eine Pistole geradezu aufzudrängen. Sich mit einem Wilderer, der ihm begegnete, handgreiflich einzulassen, das wäre von vornherein aussichtslos gewesen. Nein, es war ganz anders: Hofmann hatte in der Näße des Tatorts seine Notdurft verrichtet, da tauchte der Angeklagte plötzlich neben ihm auf. Durch die noch ungeordnete Kleidung stark behindert, vermochte sich der Erschreckte kaum zu bewegen, sonst wäre er wahrscheinlich geflohen. Anderseits kann der Schuß, der die Schulter des Getöteten streifte, niemals ein Nahschuß gewesen sein, denn es wurde weder in der Kleidung, noch im Wundoerlauf die geringste Spur von Pulverschmauch oder -schleim gefunden. Also ist es ausgeschlossen, daß sich beim angeblichen Ringen der beiden Männer der Schuß gelöst haben soll. Hofmann ist, wie alle Sachverständigen übereinstimmend dartun, aus einer Entfernung von mindestens 50 bis 60 Meter getroffen worden. Eins war dem Gericht klar: ein solcher Mord war nicht nur aus Vorsatz ausgeführt worden, sondern hier trieb eiskalte Ueberlegung. Man habe von Anfang an den Eindruck einer grauenhaften Kaltblütigkeit gehabt und fei ihn nicht wieder losgeworden. Das Gericht habe sich bei einem solchen Verbrechen, wenn auch mit Widerstreben, den harten Grundsatz des Alten Testaments „Auge um Auge, Zahn um Zahn" zur Richtschnur machen müssen- Die Tat wäre weder aus Abwehr begangen worden, noch erscheine sie als Totschlag; sie stelle sich dem Gericht als reiner Mord dar. Zum Schluß sprach der Vorsitzende den Beamten der Kriminalpolizei für ihre vorbildliche Mitarbeit bei der Aufdeckung des Verbrechens den besonderen Dank des Gerichtes aus. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. Juni. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Juni 1937 8 3 7 2 81 8 gegenüber 8 470 562 am 1. Mai. Jrn Laufe des Monats Mai ist mithin ein Abgang von 97 744 Teilnehmern (1,1 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Juni befanden sich 589 392 gebührenfreie Anlagen. Wir geben unsere Verlobung bekannt Irmgard Luft Friedrich Karl Dickere Oberleutnant im Jagdgeschwader Horst Wessel Butzbach Dortmund Juni 1937 4014 D 4019 D Herren-Bekleidungshaus \MC D D E DRUCKSACHEN W C> ES K* Brühl'sche Druckerei 4015 A GLORIfll 338 Niederdeutsch 4017 A über: 4O12D PQLRST G i essen Giessen-Schulstr. 6 Wer sagt denn, daß es gleich ein ganzer Anzug sein muß? Allerdings,wer sich einen kompletten kombinierten Anzug kaufen will, den wollen wir von der Anschaffung nicht zurückhalten. Eine großzügige Auswahl ist da. Aber eine flotte Knickerbocker ab RM. 9.—, ein luftiger Sportjanker ab RM. 7.50 oder eine leichte Flanellhose ab RM. 9.50 haben auch allein ihre sommerliche Geltung. Alles, was sportlich wirkt, wird im Sommer bevorzugt, denn sportlich, das heißt bequem gekleidet sein.Lassen Sie sich die vielen sportlichen Neuheiten unverbindl. zeigen. Geschäftskarten bei Brühl,Gießen Adolf Möhl K.-G. Gießen - Marktplatz Nagel sind in jeder Kiste. Aber wie bekomme ich sie heraus? Das ist manchmal gar nicht so einfach. Ein guter Kistenöffner nimmt Ihnen diese Arbeit ab. Auch alle anderen Werkzeuge, wie Hammer, Zange und Kistenbeitel finden Sie in großer Auswahl bei J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Niederdeutsch, Mundart in Norddeutschland, nördlich der Linie von Kassel bis Posen. Niederdeutsch zerfällt in mehrere sich unterscheidende Mundarten. Niedergeschlagenheit, eine Gefühlsstimmung, bte meist nach Mißerfolgen auftritt, bekämpft man bei andern mit vernünftigem Zureden durch Ablenkung oder das Erwecken neuer Hoffnungen. Niederschlag. Wasserausscheidungen der Luft. Man rechnet dazu, Tau, Regen, Reif, Schnee, Graupeln und Hagel. Niednagel, Neidnagel, meist durch ungenügende Pflege der Fingernägel verursachte Absplitterung des seitlichen Nagelrandes, die zu eitrigen Entzündungen führen kann. Der Niednagel darf nicht herausgerissen, sondern muß nach gründlichem Aufweichen des Nagels vorsichtig mit der Schere herausgeschnitten werden. Niere. Die Nieren sind bohnenförmige Gebilde, welche in der Lendengegend beiderseits von der Wirbelsäule in reichlich Fett eingehüllt liegen. Sie sind etwa 10 cm lang. Die Nieren bestehen aus Mark- und Rindensubstanz und aus dem Nierenbecken, von dem der Harnleiter abgeht. Die Hauptaufgabe der Nieren ist die Absonderung des Harnstoffes und des Harnes Erkrankungen der Niere lassen sich durch Untersuchung des Harnes feststellen. Nierenbeckenentzündung entsteht »Als Missionar in franz. Kriegsgeiangenschaft«. Eintritt frei l Jedermann herzlich eingeladen l w mit Traudl Stark 4M"A noch allen bestens bekannt aus ihrem letzten Film Seine Tochter ist der Peter Liane Haid - Paul Hörbiger Ursula Grabley . E. Linkers Traudl Stark, als Töchterchen Peter, ist mit dem guten Onkel Hörbiger in die Berge gefahren. Da stromern sie herum wie Max und Moritz und bereiten uns zwei I Stunden lang ein königliches Vergnügen Jeder, der Kinder gern hat muß diesen Film miterleben Beiprogramm und Wochen-Schau I täglich 4, 6, 8.30. Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr Stadtkßvche Heute abend um 20 Ubr spricht Missionar Walther, Gießen Mioetien Die Lebensgemein, schäft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des hei- mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungsteft von st.Gerhard u.E.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen di« bildgcword. Naturschönheiten in sich auf- zunchmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.' Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Iu beziehen durch jede Buchhandlung! 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Vorverkaufsstellen: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle „Kraft durch Freude“ und sämtliche Betriebswarte. 4023 D NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Das gute und trotzdem billige Ährner (Eiche mit Nußbaum) Mk. 375.- 4016 A Nachlässe Donsbi» 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aus« nahmen einer Ameige Zierfische Aquarien Pflanzen nsw. Kleinhenn Bahnhofstr. 61. Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186 - Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße49 Gießen. onnA 'V Man wird Sie nm „ihn“ beneiden! Denn der gute Dauerbrandherd für Union-Briketts spart Arbeit, Zeit und gutes Geld I Es gibt verschiedene Modelle in groß. Auswahl bei ,tcl gieP6** Nierensteine meist durch Fortleitung von der Blase aus (s. Blasenkatarrh), aber auch durch Reizung bei Nierensteinen. Geht einher mit Fieber. Schmerzen in der Nierengegend. im Harn findet sich Euer. Nierenentzündung. Man unterscheidet akute und chronische Nierenentzündung. Die akute Nierenentzündung tritt auf nach Infektionen (Angina, Scharlach, Typhus usw.) und geht einher mit Steigerung des Blutdruckes, Ödemen (besonders an den Augenlidern). Schmerzen in der Nierengegend. Verminderung der Harnmenge. Die Untersuchung des Harnes zeigt Eiweiß im Harn an, bei der mikroskopischen Untersuchung finden sich rote Blutkörperchen und Zylinder. Bei der chronischen Nierenentzündung kommt noch dazu eine Schädigung des Nierengewebes, die Niere geht allmählich in Schrumpfung über, kann die Stoffwechselendprodukte nicht mehr aus dem Körper entfernen, der Körper geht schließlich an einer allgemeinen Harnvergiftung zugrunde. Behandlung der akuten Nierenentzündung: vor allem Bettruhe, salzlose, fleischlose Kost, wenig Flüssigkeit. Dagegen möglichst viel Obst, grüne Gemüse, womöglich Rohkost, Grieß-, Reis-, Hafer-. Sagoschleim. Die Behandlung gehört in die Hand eines Arztes Nierensteine. Ablagerungen von Salzen in der Niere, die eigentlich im Harn gelöst ausgeschieden werden sollten. Im Urin findet sich Harngrieß und viel- An Ihrer Stelle ginge ich ebenso sportlich gekleidet 1/