Nr.83 Erstes Blatt <87. Jahrgang Samstag, 10. April 1937 Lrjcheim lügltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblättei Heimat im Bild - Die Scholl« Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüste anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zranifuri am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UuiverfitStt Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpretse für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/^ mehr. LrmShigte Grundpretse: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B TM oder neuer «Start? Von Dr. Kans von Malottki. Seit Tagen beschäftigt sich die internationale Presse angelegentlich mit Fragen der Weltwirtschaft und der Möglichkeit einer internationalen Aktion zur Beseitgung der Handelshemmnisse. Von einer großen Konferenz ist die Rede, und selbst ein so vorsichtiges Blatt wie die „Times" glaubt einen Silberstreifen am trüben Himmel der verworrenen zwischenstaatlichen Wirtschaftslage entdecken zu können. Diese plötzliche Jnteressenverlagerung auf das wirtschaftliche Gebiet ist ebenso überraschend wie der Optimismus, mit dem nahezu der Anbruch einer neuen Zeit, zumindest aber eine entscheidende und befreiende Tat erwartet wird. Tatsache ist, daß in der letzten Zeit eine Reihe von Entwicklungen und Bestrebungen sichtbar geworden sind, die auf eine gewisse Aktivität vor allem im Lager Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten schließen lassen; also jener Mächte, die ihr Währungsabkommen vom September vorigen Jahres gern als Ausgangspunkt einer großzügigen Bereinigung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse angesehen wissen wollen. Der amerikanische Außenminister Hüll hat nun zwar die Gerüchte über eine von den Vereinigten Staaten geplante internationale Wirtschaftskonferenz dementiert. Sie erschienen in dieser Form auch wenig stichhaltig. Aber zur gleichen Zeit ist der Auftrag der englischen und französischen Regierung an Herrn vanZeeland bekannt geworden, die Möglichkeiten einer Förderung der Weltwirtschaft zu untersuchen. Die Uebertragung dieser hinsichtlich Form und Gegenstand bemerkenswerten Mission an den belgischen Ministerpräsidenten fällt zusammen mit einer ausgedehnten Propaganda-Aktion der englischen und französischen Presse, die unter dem Motto „Weltfrieden durch Wirtschaftspakte" steht und ihrerseits wieder an die Londoner Zuckerkonferenz, vor allem an die Anwesenheit des amerikanischen Delegationsführers Norman Davis anknüpft. In her Tat ist es bemerkenswert, daß nicht wenige Delegationen dieser mit einem Spezialthema befahlen Konferenz eine Besetzung aufweisen, die bei Lller Würdigung der Wichtigkeit des Vsrhandlungs- ffegenstandes auffällig erscheint. Es befinden sich darunter erste Wirtschaftsfachleute und eine Reihe ron Staatsmännern, also Persönlichkeiten, die mehr cufweisen als bloßen „Zuckerverstand". Ihr Londoner Stelldichein legt allerdings den Schluß nähe, Laß auch weiter gesteckte Gespräche wirtschaftlicher Ratur geführt werden. Soweit das äußere Bild. Was dahinter an Wünschen, Absichten und Nebenabsichten steckt, ist noch richt ohne weiteres zu erkennen. Daß Herr van Seeland durch die ihm übertragene Aufgabe so be- ont als internationale Wirtschaftsautorität heraus- estellt wird, ist sicher ein im Hinblick auf sein 2ahlduell mit dem Rexisten-Führer Degrelle an- xenehm empfundener Nebeneffekt. Es wäre aber tiaio, die englisch-französische Jntiative lediglich mit hm Wunsch nach einer aus dem „demokratischen Gewissen" geborenen Wahlhilfe zu erklären. Allen Staatsmännern und Wirtschaftsführern brennt heute he Frage auf den Nägeln, was werden soll, wenn die durch das allgemeine Wettrüsten herbeigeführte Aufpulverung der Wirtschaft einmal zu Ende ist. Die Sorge, daß dann ein Leerlauf und krisenhafte Erschütterungen eintreten könnten, diese unbehagliche Aussicht bildet sicherlich einen nicht zu unterstützenden Antrieb, durch rechtzeitige zwischenstaatliche Verständigung und vertiefte Zusammenarbeit einer solchen Zuspitzung der Dinge vorzubeugen. Es ergibt sich hier auf internationalem Gebiet die gleiche Problemstellung, vor die auch Deutschland gestellt worden ist, und die im Rahmen des Dier- jchresplans ihre entsprechende Berücksichtigung er- fchren hat. Auch von hier aus gesehen liegen in brr Tat Anlässe genug vor, sich zusammenzusetzen umb eine Normalisierung der Verhältnisse in die Lege zu leiten. Aber dies ist Zukunftsmusik. Was die bisher sicht- bur gewordenen und in Gang befindlichen Aktionen betrifft, so ist zunächst sicher, daß das englisch- amerikanische Verhältnis, nach einer Annäherung auf politischem Gebiet, auch in wirt- sliaftlicher Hinsicht in eine neue Phase treten und ehe Vertiefung der Handelsbeziehungen erfahren . (oJ. Den Anknüpfungspunkt bot das neue amerikanische Neutralitätsgesetz. Mit der Klausel, vsnach auch in Kriegszeiten von Amerika Rohstoffe url) Lebensmittel von kriegführenden Staaten — urier der Voraussetzung der Barzahlung und Ab- hclung auf eigenen Schiffen — bezogen werden können, sichert dieses Gesetz den seebeherrschenden Mächten eine Art Monopol in der Rohstoffversor- Mg. Ein Umstand, der im Rahmen der englischen Mstungspolitik und aller sonstigen auf die Sicher- jtdung eines umfassenden „Verteidigungspro- pninis" abzielenden Bemühungen Londons von theblicher Bedeutung ist. Kein Wunder, daß die Amerikaner nun für diese praktisch vor allem Eng- lan d zugute kommende Lücke im Neutralitätsgesetz @>geniei ft ungen in Form verstärkten Ab- htes amerikanischer Waren in Friedenszeiten verlangen. Es dürfte'sich also um beiderseits sehr spezielle Interessen handeln, die den Hintergrund der lonmenben englisch-amerikanischen Handelsvertrags- mhandlungen bilden. Praktisch wird es sich vor dlfrm darum drehen, wieweit England angesichts i?i ziemlich weit gediehenen Empire-Autarkie zu Zugeständnissen an die Vereinigten Staaten bereit ist, eine Frage, die sich erst nach der Weltreichs- lor'ferenj im Mai beantworten lassen wird. Sieben diesen lediglich das englisch-amerikanische ?e-hältnis berührenden Bemühungen laufen Er- rügungen, die auf einen weiteren Ausbau des - Mächte ° Währungsabkommens RekoldflugjaWischelNiMvonToklonachLondon Tokio lsiL~ Kairo/Vv— ---°\\ moj Oiartwnff y Die japanischen Flieger Masaaki Jinuma und Kenyi Tsukagoshi, die mit ihrem Flugzeug „Göttlicher Wind" von Tokio nach London fliegen, um hier an den Krönungsfeierlichkeiten teilzunehmen, haben auf ihrem bisherigen Flug bereits einen neuen Rekord aufgestellt. Sie erreichten von Tokio aus Italiens Hauptstadt Rom in einer Zeit von nur 72 Stunden. Die Karte zeigt den ungefähren Verlauf ihrer Flugstrecke. Das Flugzeug landete am Freitagmorgen auf dem römischen Flughafen Littorio. Die beiden Flieger wurden vom Personal der japanischen Botschaft sowie von Vertretern des Außen- und des Luftfahrtministeriums und von zahlreichen Journalisten lebhaft begrüßt. Jinuma und Tsukagoshi sind um 14.34 Uhr auf dem Pariser Flughafen Le Bourget gelandet. Der französische Luftfahrtminister sandte ihnen ein Glückwunschtelegramm. (ScherhBilderdienst-M.) Jinuma und Tsukagoshi trafen am Freitag um 16.30 Uhr MEZ. im Londoner Flughafen Croydon ein. Sie haben die rund 16 000 Kilometer lange Strecke von Tokio nach London in der Rekordzeit von 94 Stunden 18 Minuten zurückgelegt. Damit haben sie ihr Vorhaben erfüllt und in weniger als 100 Stunden die englische Hauptstadt erreicht. Den Fliegern wurde in Croydon durch die japanische Kolonie, an ihrer Spitze der japanische Botschafter und sein Stab, ein begeisterter Empfang bereitet. Auch die englische Oeffentlichkeit bereitete den Fliegern ein herzliches Willkommen, zumal diese eine Botschaft der japanischen Nation an das britische Volk zur Königskrönung überbrachten. Es handelt sich bei dem Flug um den ersten Versuch dieser Art, der von einem Flugzeug rein japanischer Konstruktion durchgeführt wurde, und überhaupt um den ersten japanischen Flugrekord. Der Fall Brückner -eigelegt. Eine abschließende Mitteilung. Berlin, 9. April. (DNB.) Zur Aufklärung und abschließenden Würdigung des gestern gemeldeten Vorfalles einer Bestrafung eines pehftönierten österreichischen Beamten wegen einer Kranzniederlegung am Grabe der Eltern des Führers wird folgendes mit geteilt: Der am 1. November 1936 stattgehabte Vorfall hatte im Hinblick auf den Umstand, daß es sich um die Verletzung der Gefühle des deutschen Staatsoberhauptes handelt, bereits seit dem 22. Dezember mehrere Demarchen des deutschen Botschafters und eine perfön- liche Rücksprache des Reichsaußen- m in ist er s mit dem österreichischen Staatssekretär des Aeußern zur Folge. Daraufhin hatte die österreichische Regierung am 22. März d i e Aufhebung der Geldstrafe für die Eheleute Brückner verfügt und ferner eine Regelung der Pensionsfrage in Aussicht gestellt. Diese Maßnahmen waren bei Abfassung der gestrigen Meldung nicht bekannt. Die österreichische Regierung hat geltend gemacht, daß der zur Strafe führende p o l i t i s ch - d e m o li- strative Charakter der Kranzniederlegung ausschließlich in bem Umftanbe erblickt worden war, daß der wegen nationalsozialistischer Betätigung bereits vorbestrafte Brückner die Wid- milnq der Kranzschleife mit der Unterschrift „Gemeinde Morzg" versehen hatte. Hierzu sei er nicht befugt gewesen. Des weiteren hat die österreichische Regierung zum Ausdruck gebracht, daß es ihr völlig fernläge, Gefühle der Pietät zu verletzen und daß es jedermann gestattet fei, das Grab der Eltern des Führers zu besuchen und zu schmücken, sofern damit keine politischen Demonstrationen verbunden wären. Auf Grund dieser Aufklärung freuen wir uns, in der Lage zu fein, bie scharfen Vorwürfe, bie wir gestern aus verletztem Pietätsgefühl unb in Anbetracht ber solange hingezogenen Verhanb- lungen gegen österreichische Amtsstellen richteten, als erledigt an sehen zu können. Der österreichische Bundespressedienst veröffentlicht über diesen Vorfall ebenfalls eine Erklärung, die nach Form und Inhalt aller- ..ings mit den von der österreichischen Regierung abgegebenen Erklärungen nicht zu vereinbaren ist. vom September 1936 abzielen. Dieses damals mit so überschwenglichen Hoffnungen als Beginn einer neuen Zeit begrüßte Abkommen hat die daran geknüpften Erwartungen bisher jedenfalls nicht zu erfüllen vermocht. Es blieb im wesentlichen bei dem Verzicht auf die Fortsetzung des Währungskrieges. Weder auf dem Gebiet des Zollabbaus noch des freien KreditverKhrs konnten ernstliche Fortschritte erzielt werden. Letzteres schon nicht wegen der ungeregelten Kriegsschuld enfrage, in der die amerikanische Oeffentlichkeit nach wie vor nicht zu weiteren Zugeständnissen bereit ist. Aber auch wenn es mttels „technischer Regelungen" gelingen sollte, über diesen Stein des Anstoßes Hinwegzukommen, würde es sich auch hier doch um ein recht b e - g r e n 31 e 5 Unternehmen handeln. Selbst wenn man die handelspolitischen Neuordnungsversuche ber Gruppe ber Oslo-Mächte mit in Rechnung stellt, ist noch kein rechter Uebergang zu ben viel- berufenen Weltwirtfchaftskonferenz-Plänen zu erkennen. Dies hindert nicht, daß all diese Entwicklungen und Tendenzen in Deutschland mit jenem Interesse -«erfolgt werden, das Deutschland jeder Anstrengung zur Besserung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen entgegenbringt. Die Teilnahme Deutschlands an der Zuckerkonferenz ist ein neuer Beweis, daß man deutscherseits nie dort die Mitarbeit versagt, wo konkrete und deshalb erfolgversprechende Aufgaben angepackt werden und nih= liche Arbeit geleistet werden kann. Andererseits wird man uns nach all den Nachkriegserfahrungen mit internationalen Erörterungen über die zwischenstaatlichen Wirtschaftserfordernisse das Recht zu einer begründeten Skepsis nicht absprechen können. Es ist nicht nur das Fiasko der Weltwirtschaftskonferenz non 1931, das noch immer nachwirkt. Die letzten Beratungen des Genfer Rohstoff- a u s f ch u f f e s waren geradezu ein Schulbeispiel dafür, wie man solche Dinge nicht anfassen darf. Denn anstatt dort ben wirtschaftlichen Beschwerben der rohstoffarmen Länder wirklich auf ben Grund zu gehen, erschöpfte man sich in der propagandistischen Unterstreichung der These, daß es überhaupt kein Kolonial-, sondern nur ein Rohstoffproblem gebe. Weil die Interessen bestimmter Mächte es so wollten, tat man nichts für die Lösung brennender Probleme, sondern versuchte sogar das Vorhandensein solcher Probleme abzustreiten, bzw. davon abzulenken. Es ist klar, daß mit so durchsichtigen Hweckmanö- vern den angeblich guten Absichten ebensowenig gedient wird wie mit Versuchen, wirtschaftliche Erleichterungen nur über politische Zugeständnisse zu gewähren. Es wird intereffant sein, zu beobachten, ob diejenigen, die jetzt eine neue Initiative ergreifen wollen, auf Hintergedanken unb Nebenabsichten verzichten und eine sachliche Erörterung der Probleme anbahnen können. Dafür wird Deutschland immer zu haben sein. Denn Deutschland will auch auf wirtschaftlichem Gebiet nicht Isolierung und Selbstabkapselung, sondern einen von ber Grundlage einer gesunden Nationalwirtschaft aus betriebenen möglichst regen Warenverkehr mit der übrigen Welt. Es wird deshalb auch nicht an der grundsätzlichen deutschen Bereitschaft fehlen, einen angemessenen Beitrag zu allgemeinen Sanierungsmaßnahmen zu leisten, sobald solche Bemühungen einen tatsächlichen Erfolg versprechen. Dies wird um so eher der Fall fein, je mehr auf allen Seiten unb von allen Beteiligten Verständnis für die Eigenarten und die Notwendigkeiten des anderen aufgebracht wird. Denn nur wenn die Probleme richtig gestellt unb an bie einzelnen ©lieber der Weltwirtschaft nicht über ihre Kräfte und Möglichkeiten gehende Zumutungen gestellt werden, läßt sich ber von allen ersehnte Fortschritt erzielen. Michöminister Bust in Delphi. Reichsminister R u st ist nach einer Autofahrt über Eleusis , Theben und Arachova i n Delphi angekommen. Die Autofahrt führte durch die griechische Frühlingslandschaft mit viel blühender Asphhodelus und gelben Ginfterbüschen, durch Wiesen und romantische Täler in das Delphigebiet, in dessen wilden Schluchten die Adler und Geier kreisen. Nachmittags erfolgte der Besuch der Ruinen unter Führung von Prof. Doerpfeld und Dr. W r e d e. Von dort wird er sich mit der Jacht „Kyma" nach Katakolon begeben und anschließend Olympia besuchen. Sie Gemeinden an die Front. Wie hoch der Nationalsozialismus die Bedeutung der Gemeinden für ben Aufbau des neuen Reiches und für das reibungslose Zusammenwirken für Volk und Staat einschätzt, geht besonders sinnfällig daraus hervor, daß nicht weniger als drei Reichsminifter auf der Jahresversammlung des Deutschen Gemeindetages, ber an bie Stelle ber kommunalpolitischen Zersplitterung früherer Jahre getretenen einzigen Spitzenorganisation aller Gemeinben unb Oemeinbeoerbänbe des Reiches, das Wort ergriffen haben. Neben dem eigentlichen Leiter des kommunalpolitischen Ressorts der Reichsregierung, dem Reichsminister des Innern Dr. Frick, haben der Reichsminifter der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk und der Beauftragte des Führers für die Durchführung des Vierjahresplans Ministerpräsident Generaloberst Göring Ausführungen von grundsätzlicher Bedeutung gemacht, die erkennen ließen, wie eng verzahnt Gemeinden und Gemeindeoerbände mit dem Leben ber Nation finb unb welch große Aufgaben ihnen auf fast allen Gebieten ber Verwaltung, Kultur und Wirtschaft zufallen. Gemeinden und Ge- meindeverbände find ja im allgemeinen die Instanz, die, da sie als Fundament des staatlichen Aufbaues im Volke selbst ruht, auch von allen Zweigen der Verwaltung am engsten mit der Bevölkerung in Berührung kommt. So erwächst ihren Leitern schon daraus die Pflicht, nicht nur die mancherlei Sorgen und Nöte, die aus den Kreisen der von ihnen betreuten Bevölkerung an sie herangetragen werden, an die für ihre Abstellung ober Milderung geeigneten Stellen weiterzugeben, sonbern auch selbst in engstem Kontakt mit ber Bevölkerung zu bleiben unb, wie Minister- präsibent Göring ihnen besonbers ans Herz legte, selbst den Versuch zu einem Ausgleich zu machen, wo etwa Spannungen unb Schwierigkeiten auftreten, unb aufklärenb zu wirken, wo Unvernunft, Mißverstänbnis ober Unkenntnis spürbar werden. Die Reichsminister Dr. Frick und Graf Schwerin haben die grundlegende Rolle umrqfen, die die Gemeinden und Gemeindeverbände als Unterbau der Reichsreform zu spielen berufen sind. Die deutsche Gemeindeordnung, das Beamtengesetz und die Realsteuerreform haben bereits bie Grundlinien erkennen lassen, nach benen sich ber Einbau ber Gemeinben als Selbstverwaltungskörper in das neue Reich vollziehen wirb. Die in Vorbereitung befinbliche Reichs-Kreisorb- nung unb ein neues Zweckverdandsrecht der Gemeinden werden weitere Schritte dazu fein. Der Reichsinnenminister hat aber auch mit allem Nachdruck darauf hingewiefen, daß diese verfassungsrechtliche Aufgabe der Gemeinden auch eine gewisse Leistungsfähigkeit der Gemeinden wie der Gemeindeverbände vorausfetzt, die heute noch nicht überall gegeben ist. Das gilt in besonderem Maße auch für die Landkreise, für die der Minister als normale Durchschnittsgröße eine Bevölkerungszif- fer von 60—100 000 Einwohnern nannte, die feiner Ansicht nach, eine Leistungsfähigkeit verbürgen werden, wie sie für die Erfüllung der verwaltungsmäßigen wie wirtschaftlichen Aufgaben der Landkreise erforderlich sei. Die von Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger kürzlich angeordnete Aufhebung ber brei hessischen Provinzen liegt ja bereits in bieser Richtung ber fommenben Bilbung leistungsfähiger unb annähernb leistungsgleicher Lanbkreife, benen ja* bann auch analog geartete regionale Mittelinstanzen übergeorbnet fein müssen. Hierüber ist, wie Dr. Frick erklärte, das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wohl aber besteht der Wille zur Wiederherstellung der Einheit der Verwaltung. Alle Fachoerwaltungen sollen in einer einzigen Behörde zusammengefaßt werden, pnd wo das im Einzelfalle nicht möglich ist, selbständig bleibende Sonderoerwaltungen wenigstens der einheitlichen politischen Führung unterstellt werden. Wie sehr die Reichsreform von einer Neuhrb - nungder Finanzen abhängt, hat kürzlich erst der preußische Finanzminister Professor Dr. P o - p i tz, einer der besten Kenner der Materie und besonders verdient um die Vorbereitung einer organischen Reichsreform, als die wichtigste Voraussetzung eines Neubaus des Reichs in einem Aufsatz der Zeitschrift der Akademie für deutsches Reckst überzeugend dargelegt. Die Tatsache, daß er selber als einziger rein preußischer Minister noch unentbehrlich ist — in allen anderen Ressorts wurden ja die Ministerien des Reichs und Preußens uisam- mengelegt — ist ja schon ein schlagender Beweis dafür, wie schwierig es ist, aus der ungeheueren Verfilmung ber Finanzen des Reichs, ber Länder und Gemeinden sowohl auf der Einnahmen- wie auf ber Ausgabenfeite und aus der in den Ländern infolge der Verschiedenartigkeit ihrer ge= sichtlichen Entwicklung und ihrer verwaltungs- mäßigen Gliederung auch durchaus verschiedenartig gelagerten Verteilung von Einkünften und Lasten nun eine einheitliche Norm zu finden, die begründeten Besonderheiten gerecht wird, ohne den Grundsatz ber Einheit des Reichs und seiner Verwaltung in Frage zu stellen und in der Verteilung von Einkünften und Lasten ein wohlausgewogenes Ganzes darftellt. Auf dieses Problem, das ja bereits mit der Vereinheitlichung des Realsteuerrechts in Angriff genommen worden ist, ist Reichsfinanzminister GrafSchwerinvonKrosigkin feinen Ausführungen vor dem Gemeindetag besonders eingegangen. Es kann nicht ausbleiben, daß die Gemeinden. nachdem sie alleinige Nutznießer der Grund- unb Gewerbesteuern geworben sind, auch in größerem Umfange als bisher zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden. Um dabei die ja nach Steuerkraft und Vermögen durchaus verschiedene Lage der Gemeinden'berücksichtigen zu tonnen, null man den Landkreisen die Möglichkeit eines Lastenausgleichs zwischen den kreisangehörigen Gemeinden geben. Der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister F i e h l e r (München), Leiter des Hauptamts für Kommunalpolitik der NSDAP., gab dazu dem Wunsch Ausdruck, daß die Gemeinden in Zukunft wenigstens noch an einer großen Reichs st euer beteiligt würden. Da der Reichsfinanzminister einen Finanzausgleich zwischen Gemeinden und Landern auch künftig für unentbehrlich hält, wird es sich um die Frage handeln, ob in diesem Rahmen sich die gewünschte Beteiligung der Gemeinden an einer Reichssteuer wie bisher an der Einkommensteuer verwirklichen läßt. Als ein besonders heikles Kapitel der kommunalen Finanzpolitik trat in allen Referaten des Gemeindetages die Frage der indirekten Besteuerung durch die Finanzzuschläge zu den Werktarifen in Erscheinung. Mit allem Nachdruck hat hier namentlich Ministerpräsident Göring als Beauftragter des Führers für die Durchführung des Bierjahresplanes gefordert, daß im Interesse eines denkbar konzentrierten Einsatzes der Wirtschaft für die Aufgaben des Vierjahresplans die Gemeinden nicht nur jede Steuererhöhung unter- laufen, auch wenn damit großzügige^Bauprojekte, soweit sie nicht dem Bau wohlfeiler Wohnungen dienen, zurückgestellt werden müssen, sondern auch die Senkung der Werktarife energisch in Angriff nehmen. Jedermann weiß, daß die Monatsrechnungen für Elektrizität, Gas und unter Umständen auch für Wasser für den größten Teil der Bevölkerung einen sehr wesentlichen Ausgabeposten des Haushalts ausmachen. Der Ministerpräsident hat dabei besonders auch auf ländliche Verhältnisse angespielt, wo durch Bereitstellung billigen Kraftstroms der Einsatz namentlich der Bauersfrau in der Erzeugungsschlacht erheblich verstärkt werden könnte. Aber nicht minder bedeutsam ist natürlich die Frage der Werktarife für die städtischen Haushalte wie für Industrie und Gewerbe. Hier hat der geschäftsführende Präsident des Gemeindetages Dr. I e f e - rich angeregt, die Tarife noch mehr, als es bisher schon in einzelnen Gemeinden geschehen ist, im Sinne wirklicher Absatzförderung umzugestalten und auszubauen, um auf dem Wege über einen erhöhten Umsatz zu der von allen Seiten als dringend erkannten Senkung der Preise zu kommen. Die Lösung dieser Aufgabe, durch Mehrverbrauch zu einer Preisermäßigung zu kommen, ist um so notwendiger, als der Vorsitzende des Gemeindetages, Oberbürgermeister Fiehler, einen wirklichen Abbau der in den Werktarifen enthaltenen Finanz- Zuschläge, die ja heute einen wesentlichen Posten auf der Einnahmeseite des kommunalen Haushalts ausmrrchen, erst im Rahmen der Neuordnung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden in Aussicht stellen zu können alaubte. Die Werktarife verdienen ja auch deshalb besondere Pflege, weil im allgemeinen im Interesse der Gesundung der Gemeindefinanzen Steuersenkungen für die nächste Zeit ausgeschlossen bleiben werden. Denn wenn auch Oberbürgermeister F i e h- l e r dem Gemeindetag erfreulicherweise mitteilen konnte, daß die Zahl der notleidenden Gemeinden, die aus zentralen Fonds unterstützt würden, sich stark vermindert habe und die Schulden der Gemeinden sich im Rechnungsjahr 1936 um etwa eine Diertelmilliarde vermindert haben, so ist doch den Gemeinden vor Aufstellung ihrer Haushaltspläne für das am 1. April 1937 beginnende neue Rechnungsjahr durch Erlaß des Reichsinnenministers eiserne Sparsamkeit zur Pflicht gemacht worden und um eine dauerhafte Gesundung der kommunalen Finanzen zu erzielen ihnen die Bildung von Rücklagen und eine zusätzliche Schuldentilgung oor- geschrieben worden. Wenn Oberbürgermeister F i e h- l e r sich in Verfolg dieses Sparsamkeitsgebotes mit aller Entschiedenheit dagegen wehrte, daß die Gemeinden etwa „als Milchkuh für Sonderwünsche einzelner Interessengruppen" betrachtet würden, so wird man diese durchaus verständliche und gesunde Abwehr ergänzen dürfen durch das Gebot weiser Selbstbeschränkung auf die Aufgaben, die Minister- präfioent Göring in seinem Referat umrissen hat, um auch die Kraft der Gemeinden und Gemeindeverbände als Verwaltungskörper wie als Wirtschaftsorganismen für die Durchführung des Vierjahresplans ungeteilt einzusetzen. Fr. W. L. Mißglückte Ehrenrettung. „Treuhänder der Arbeiterjugend." Sie Urlaubsforderung der HI. für 1937 Liegnitz, 9. April. (DNB.) Die Führerschaft des Gebietes Schlesien der HI. mar in Liegnitz zusammengekommen Der Reichsjugendführer ging von einem Worte aus, das einer der größten Erzieher unseres Volkes, Goethe, gesprochen habe. Er habe einmal die Begeisterung als eine der chönsten erzieherischen Mächte gepriesen und ein anderesmal gesagt, Erziehung müsse Erziehung zur Ehrfurcht sein Diese beiden Begriffe, Begeisterung und Ehrfurcht seien die fundamentalen Gesetze einer deutschen Jugendbewegung und er messe den Wert einer Jugendbewegung für unser Volk an der Fähigkeit ihrer Führer und Führerinnen, beides einer Gemeinschaft zu vermitteln. Die heutige Jugendbewegung — das unterscheide sie am meisten von derjenigen von einst — sei mit allen Altersschichten des Volkes in einem gemeinsamen Werke verbunden: so seien wir wirklich^ e' n Volk geworden. „Wir sind und bleiben", so erklärte der Reichs- jugendführer mit Nachdruck, „d i e Treuhänder unserer Arbeiterjugend." Es ist notwendig, in Erinnerung zu rufen, daß b e i der Machtübernahme des Führers annähernd 50 v. h. der Werktätigen keinen Urlaub erhielt und daß nur 1 v. h. 13 bis 18 Tage Urlaub im Jahre erhielten, wie wir ihn heute verbindlich für alle Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen fordern. Im Augenblick, wo die Frühjahrsund Sommerarbeit der HI. beginnt und damit auch der Lagerbetrieb vorbereitet wird, müssen unsere Urlaubsforderungen für 1 937 festgestellt werden: 18 Tage bis zum vollendeten 16. Lebensjahre, 15 Tage bis zum vollendeten 17. Lebensjahre, 12 Tage bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Auch in der Schwere des Berufslebens muß der Vorrang der Erziehung anerkannt werden. Die Reichstreuhänder der Arbeit haben in den letzten vier Jahren durch ihre Empfehlungen grundlegenden Wandel geschaffen. Die nationalsozialistische Jugendbewegung weiß, daß so einschneidende Verbesserungen nur von Jahr z u Jahr erfolgen können. Die HI. erwartet, daß gerade im ersten Jahre des Vierjahresplanes die berufliche Erziehung auf der von ihr festgelegten Grundlage erfolgt. Der Grundsatz der Leistungssteigerung der werktätigen Jugend wird nur dann verwirklicht, wenn zur zusätzlichen Berufsschulung und zum Reichsberufswettkampf auch dieErholung und die körperliche Ertüchtigung im Lager treten kann. Zur.konfessionellen Frage erklärte Baldur von Schirach: Die HI. achte die Ueberzeugung der einzelnen Konfessionen und die religiöse Ueberzeugung-jedes einzelnen, werde aber niemals zulassen, daß die Kirchen Jugendorganisationen errichteten und über Seelsorge und religiöse Bestrebungen hinaus Aufgaben zu erfüllen suchen, die Vorrecht des Staates und der Partei find. „Wer sich zur Aufgabe gestellt hat, die Jugend zur Autorität zu führen, muß auch die letzte und höchste Autorität achten und verehren. Deshalb ist ein Gottloser innerhalb unserer Gemeinschaft gar nicht denkbar, weil ein Bekenntnis zu dieser Gemeinschaft und die Erfüllung ihrer Aufgaben ein Bekenntnis zum Ewigen bedeutet. Wohl aber ist es denkbar, daß innerhalb unserer Gemeinschaft Menschen der verschiedensten Religionsüberzeugungen führen. Ihr sollt die Menschen daran messen, ob sie ihre Pflicht gegenüber ihrem Volke gläubig und unbeirrbar erfüllen. Die großen Stifter der menschlichen Religionen seien verehrungswürdige Gestalten. Es wäre unwürdig, wollte man sie in irgendeiner Weise herabsetzen. „Allerdings, wenn kleine Geister das, was an Glaubensgut und Symbolen in unserer Gemeinschaft entstanden ist, herabsetzen und schmähen, dann sind auch wir Träger eines Glaubens. Wenn man unsere Fahne als ein vergängliches irdisches Symbol bezeichnen will, wollen wir bekennen: Dieses Zeichen ist unsere Unsterblichkeit. Die Treue zu dieser Fahne ist Treue zu Gott." Oer Führer beglückwünscht Emil Kirdorf. "'S- "'tW * f - • «iS /WB > ■' W' v -- W W,.< Der Führer und Reichskanzler bereitete Geheimrat Emil Kirdorf zu feinem 90. Geburtstag eine besondere Ehrung durch einen Besuch auf dem Streithof bei Mülheim, wobei er dem greifen Jubilar, der die Bergmannsuniform trug, den Adlerschild des Deutschen Reiches selbst überreichte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Selbstverständlich ist den Franzosen etwas schwül zumute, wenn sie von der ewigen Prozessiererei und Erschießerei in Sowjetrußland lesen und hören und jetzt z. B. wieder die hanebüchenen Geschichten um Jagoda, den früheren Chej der Tscheka, sich zu Gemüt führen müssen. Also hat sich der Temps auf seine diplomatischen Socken gemacht und beginnt einen Leitartikel, der die verlegene Ueber- schrift „Anläßlich der Verhaftung von Jagoda" trägt, mit folgenden schönen Worten: „Aus dichten Nebeln, welche die Innenpolitik der Sowjetunion verhüllen, zuckt gelegentlich ein enthüllender Blig hervor. Die Verhaftung von Jagoda ist ein solcher Blitz." Und nun geht es an ein mächtig großes Reinewaschen des Bundesgenossen, wobei freilich nicht verschwiegen werden kann, daß es sich bei dem Kriminalprozeß gegen Jagoda um die Entfernung „eines Mitwissers fürchterlicher Geheimnisse" handelt. Dann wird versucht, den Einfluß der Juden in der Sowjetunion möglichst zu verkleinern, ja sogar die kommunistische Wirtschaft auf die dörfliche Gemeinschaftsform (im Russischen: Mir) zurückzuführen. Die Veröffentlichungen über den immer weiter wachsenden jüdischen Einfluß in Sowjetrußland sind dem Temps offenbar so schwer aufs Herz gefallen, daß er ihnen das Scherzwort entgegenstellt: „Der Kaukasus hat über Palästina gesiegt". Nun stammt der „Kaukasier" Stalin nur aus einer kaukasischen Judensekte und seine Frau ist eine Tochter des Verkehrskommissars Kaganowitsch, was auf „deutsch" Kohen heißt. Notgedrungen muß aber der'Temps zugeben, daß besonders in der Diplomatie und in der Komintern der jüdische Einfluß überragend ist. In diesem Zusammenhänge legt er folgendes Geständnis ab, das wir wohl im Gedächtnis behalten werden: „Die Furcht vor Hitlerdeutschland beherrscht die Sowjets. Wir haben eben gesagt, daß sie teilweise die Fortdauer ihrer Propagandatätigkeit er klärt: aber sie erklärt auch ihre Haltung in Gen und die Sorge, mit der sie jeden Keim einer deutsch-französischen Entspannung zu ersticken suche n." Wir zitieren den französischen Text: „le soin, qu’ils apportent ä Stouffer tout germe de dötente franco-allemande.“ Li. Marxistischer Fiaqgenskandal auf ver pariser Ausstellung. Paris, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter melden, daß auf dem Gelände der Pariser Meltaus st ellung auf' verschiedenen Baustellen, wo die Arbeiten am Rohbau zu Ende gehen, von den marxistischen Arbeitern rote Fahnen aufgezogen seien. Außerdem waren Trikoloren zu sehen, die mit marxistischen Enblemen versehen waren. So wurden am Alma-Platz drei große Trikoloren gehißt, die in blauem Felde die drei Pfeile der sozialdemokratischenPartei,in weißem Mittelfelde die als Abzeichen der Revolution geltende rote phry gische Mütze und in rotem Felde das Wahrzeichen Moskaus, Sichel und Hammer, zeigten, was die „Action Fran?aife" zu der Feststellung veranlaßt: „Die Fahnen des Bürgerkrieges stehen über der Ausstellung". Der Polizeipräfekt erklärte, daß die Ausstellungsleitung keine Abzeichen oder Fahnen dulden und sämtliche Fahnen sofort entfernen lassen werde. Aber erst nach Mitternacht „heimlich wie Diebe" erschienen Feuerwehrleute, um unter polizeilichem Schutz die Fahnen herunter zu holen. Abfuhr für jüdischen Hetzer in USA. Dicksteins Agitationsqntrag vom Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit abgelehnt. Washington, 9. April. (DNB.) Dem sattsam bekannten ostjüdischen Oberhetzer in USA. Samuel Dickstein ist eine gründliche Abfuhr erteilt worden: Sein Antrag, die Propaganda gewisser Gruppen in den Vereinigten Staaten zu unsersuchen, wurde mit 184 gegen 38 Stimmen vom Repräsentantenhaus abgelehnt. Die von Dickstein als Vorsitzendem des Einwanderungsausschusses geforderte Untersuchung sollte sich in erster Linie gegen den Deutsch-amerika.nischen Volksbund richten. Ohne dafür irgendwelche stichhaltigen Unterlagen liefern zu können, behauptete Dickstein, der angeblich 200 000 Mitglieder umfassende Verband strebe die Errichtung einer „faschistischen Diktatur" in USA. an. Zu diesem Zweck seien in „bewaffneten Arbeitslagern" sogar „Sturmtruppen" ausgebildet worden. Die Opposition gegen den Antrag, dem vom amerikanischen Judenklunael noch vor wenigen Tagen eine überwältigende Annahme prophezeit worden war, wurde von den Abgeordneten Warr en (Nordkarolina) und M a v e r i ck (Texas) geführt. Maverick führte aus, das Volk, der Vereinigten Staaten bekomme es allmählich satt, daß der Kongreß feine Nase in Aegelegenheiten stecke, die ihn nichts angingen. Die von Dickstein geforderte Untersuchung stelle geradezu eine Hexenverfolgung dar. Warren deckte die wahren Absichten Dicksteins schonungslos auf, indem er darauf hinwies, daß dessen Antrag lediglich zur Selbstverherrlichung derer dienen solle, die ihn ausgeheckt hätten. Durch die Ablehnung seines Antrages bewies die überwiegende Mehrheit des Repräsentantenhauses, daß sie die Machenschaften des Juden Dickstein durchschaut hat. Der Beschluß des amerikanischen Repräsentantenhauses liefert die begrüßenswerte Bestätigung, daß die besonnenen Elemente des Landes und damit auch die überwiegende Mehrheit der Amerikaner nicht länger gewillt sind, sich den Versuchen einer kleinen Minderheit zur Erzeugung von Unruhen zu beugen. ft _____________ Gegen die antiitalienische preffe- kampagne in London. Rom, 10. April. (DNB.) Ein im „News Chro- nicle" erschienener Artikel eines „angeblichen Augenzeugen" des- „Blutbades in Addis Abeba" gibt den römischen Blättern einen neuen Beweis des systematischen Pressefeldzuges gegen Italien, umsomehr, als dieser „Augenzeuge", wie der Korrespondent der Tribuna betont, niemand anders als d i e „aethiopische Gesandtschaft in London" sei. „Giornale" d'Jtalia" weist entschieden die Anklage zurück, die das englische Blatt wegen der Ausweisung einiger amerikanischer und englischer Missionare erhoben hat. Es handelt sich um Missionare, die sich entweder als Vorkämpfer eines gefährlichen religiösen Fanatismus entpuppt hätten ober verkappte Agenten der politischen Propaganda seien. Sie würden im Rahmen der traditionellen englischen Kolonialpolitik handeln, die vorgebe, die Seelen der Neger zu retten, in Wahrheit aber mit einer Bibel in der Hand die Schwarzen unter d i e britische Herrschaft bringe. „Tribuna" bedauert es lebhaft, daß die englische Regierung nichts gegen diese Brunnenvergifter unternehme und damit das vor wenigen Monaten geschloffene englisch-italienische gentlement agree- ment binnen so kurzer Zeit null und nichtig werden lasse. Man hätte kaum mit einem schlechteren Willen ans Werk gehen können, diese Geste, die vor wenigen Monaten um der Zukunft Europas willen begrüßt wurde, wieder rückgängig zu machen. Verschärfte Spannung in Indien. Nehru lehnt jedes Kompromiß ab. London, 9. April. (DNB.) Die Erklärung des Jndienministers Lord Z e t l a n d im Oberhaus hat bei den Kongreßführern große Enttäuf ch u n g hervorgerufen. Man erklärt, daß die Erklärung Zetlands die Tür für ein Kompromiß geschlossen t)abe. Der Kongreßpräsident Nehm sagte u. a.: „Es gibt nichts Gemeinsames zwischen n s, und wir werden unseren Weg entschlossen weitergehen mit dem Willen, diesem Betrug, der uns ..u,gezwungen worden ist, ein Ende zu machen. England erklärt, daß wir die neue Jndienverfassung entweder annehmen oder darauf verzichten sollen. Es ist höchste Zeit, daß die englische Regierung einsieht, daß wir sie mit aller in uns vorhandenen Stärke zurück weis en. Das ist der Auftrag, den wir von den Millionen Indiens erhalten haben. Es ist klar wie die Sonne, daß unsere Wege in verschiedenen Richtungen laufen werden." Aniapamsch-sWormproNamm Unter dem Gesichtspunkt der Landesverteidigung. Tokio, 9. April. (DNB.) Das Kabinett beschloß, mit einem großzügigen Plan zum Ausbau der Landesverteidigung vor den neuen Reichstag zu treten. Es ist die Vervollkommnung der Rüstungen von Heer und Marine vorgesehen. Wetter werben Vorschläge zur Organisierung b e r Inbustrie unter wehrwirtschaftlichen Gesichtspunkten erstattet. Dor allem ist eine Kontrolle ber Kraftwerke unb eine besonbere Be- hanblung ber Eisen- unb Betriebsstoffwirtschaft geplant: die Eisenzölle sollen aufgehoben, aber Schutzzölle für bie heimische Betriebsstoffwirtschaft eingeführt werben. Ferner wirb eine Verstärkung ber inbustriellen Erzeugnisse unb eine Förderung bes Außenhanbels angestrebt. Der zweite Punkt des Programms betrifft R e • formen ber Staatsverwaltung, bes Wahlgesetzes sowie bes Steuer- unb Finanzwesens. Der britte Abschnitt bezieht sich auf bie Erneuerung bes Schul- unb Erziehungswesens unter bem Gesichtspunkt ber Vertiefung bes nationalen japanischen Staatsgebankens unb ber körperlichen Ertüchtigung. Man rechnet bamit, baß ein engerer Kabinettsausschuß unter ber Leitung des Ministerpräsidenten alle Verordnungen vorbereitet, die zur Durchführung bes Rsgierungsprogramms erforderlich sind. Oer nationale Heeresbericht. Frauen und Kinder die Opfer bolschewistischer Fliegerangriffe auf offene Städte und Hospitäler. Salamanca, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Wie der Heeresbericht meldet, haben bie Bolschewisten bei ben Alcubierre-Bergen in ber Provinz Aragon mit Unterstützung von Artillerie und Fliegerei einen heftigen Angriff gegen eine vorgeschobene nationale Stellung vorgetragen. Nach todesmutiger Verteidigung starben 60 Falangisten ben Helbentob. In einem Gegenstoß gelang es, bie Stellung wieder zu erobern. An der Madrid-Front haben die Bolschewisten seit zwei Tagen starke Kräfte zusammengezogen, bie, unterstützt von einer großen Anzahl Tanks unb von Artillerie, 14 A n - griffe Vortrieben, bie in allen Fällen abgeschlagen werben konnten. An einer Stelle setzten bie Bolschewisten bie besten Abteilungen ber internationalen Brigabe ein, bie nach heftiger Artillerie-Vorbereitung unter bem Schutz von 26 Tanks bis bicht an bie nationalen Linien ooraingen. Der Falange gelang es, ben Vorstoß zurückzuschlagen. Ihnen fielen zahlreiche Gefangene in bie Hänbe, unter benen sich viele Sowjetrussen, Tschechen unb asturische Dinamiteros befanben. Auch bei Carabanchel liefen, bie bolschewistischen Horoen vergeblich gegen bie nationalen Stellungen an. Der Heeresbericht melbet weiter neue Verbrechen bolschewistischer Flieger, bie in barbarischer Weise von ber Front entfernt liegende offene Städte bombarbierten, wobei eine große Anzahl von Opfern, b e s o n - b e r s von Frauen unb Äinbern, zu verzeichnen war. Das ebenfalls fern von allen militärischen Anlagen untergebrachte M i l i t ä r h o s p i- tal von Melilla würbe mit Bomben belegt. Zahlreiche Krankenpflegerinnen, Aerzte unb Angehörige bes Stnitätspersonals fanben hierbei ben Tob. Bei einem Bombardement auf bas Militärhospital von Corboba waren mehrere Besucher von Kranken die Opfer bes verbrecherischen bvschewistischen UeberfaUs. In Vallabolib würben 40 Personen, barunter allein 3 0 Kinber unb in ber Jnnenstabt von Zaragossa eine Frau unb ein Kinb burch Bombenabwürfe bolschewistischer Flieger getötet. Viereinhalb Millionen Kilogramm Konterbande in zehn Tagen' Paris, 9. April. (DNB.) Das Wochenblatt „G r i n g o i r e" gibt eine genaue Zahl ber in ben letzten zehn Tagen über ©erbere nach Barcelona verfrachteten Lieferungen aus Frankreich. Es hanbelt sich hierbei um 180 Tonnen Maschinenteile für elektrische Apparate, 353 Tonnen Kupfer, Nickel, Zinn, Zink, Aluminium unb Chromstahl, 418 Tonnen Rohbaumwolle zur Sprengstoffherstellung, 38 Tonnen Dinitro-Toluol ebenfalls zur Sprengstoffherstellung, 630 Tonnen Kohle, 11 Tonnen Kautschuk, 9 Tonnen Holzkohle, 21 Tonnen Felbspat, 21 Tonnen pharmazeutische Artikel, 1661 Tonnen Kartoffeln, 637 Tonnen weitere Lebensrnittel, insgesamt also seien in den letzten zehn Tagen allein per Bahn 4 566 000 Kilogramm „Waren" nach Barcelona über Frankreich abgegangen, bie unmittelbar an bie Aragon- ober Guabalajara-Front roeiter« beförbert worden seien. Bolschewistische Rundfunkpropaganka entlarvt. Genf, 9. April. (DNB.) Vor einem in Spanien aufgestellten kommuni st ischen Propa- ganbafenber spielte sich vor einigen Tagen folgenbe Episode ab: Man hörte zunächst bie Be* fanntgabe, baß es ben Bolschewisten gelungen sey Freiwillige italienischer National i- t ä t gefangen zu nehmen. Die Gefangenen mußten nun über ben Sender zu ihren auf der nationalen 1 teiljaus war bie Dapolar I barten aufi , Maila 'j lag in M a tuihniic mnr ifier ß„ -öte fo piier TN] Mot borb ‘l^Mai Sch fei3* d° ' b‘,ir,4eer 'SS , mW)«” Html* Ifagefr Ii Mn, n: M Äor Wen, minb |rr.nQf11 !Qrt' ö < -?Fr« 7 fti: SS? Uh ü Sse'i jK ä 161, °° toerten- «J iÄ,‘ Wieg o>e Mg> * «-Ich-? di. $rop«9anl fer W»! schen$e! den W 1 Prinz J fonifl Lukar Schloß dein der 1 aierung,01 und Mtt scher N denAuss Prinz N § a m i U e. dargelegt, o eingegongeu nicht obgehi der Regien feiWlten. sah sich der VestiMiW die bie bürg königlichen dieser Besim Rechte ui niglichen Fc Prinz N i Pelesch gebt neralinfpefh Vizeadmiral ist die öltest Georg ll. di Maria, i beten Kann dritte, Ile Anton von Sr.ÜY- 1Legnano i; bers herzlich ' Zeichen ihre ' schast Dr. Le I Landesfarbe ‘j unb einen Werkschaffer Menge ber 1 Straften wc ! Rathaus wi terorganijati Ley daraus l niemals oen M währ ßls einji Iklärte, ber'1 Völker Dem binde. Bei Sperrung« Leys, der fj, fthnenschwer konnte. Dr. Ley 'M einem i veranstalteter ?’?• erd Unabhängig P.*an erköinp Umriff .Spekulation öeu auf eiger Wren Zulu '<16/37. W-'-.j. n^ctn I ■ c? ■ ;-.r fdNDEy^ Äsaee AW L-.' ^y..v>v,; • eZttoe Lunterbrichungen rau- j t Aber der Geschmack ist r Acer je. worauf | es 3a seraae^ die iMOKirsoll’stets ein M Genuß sein. .lujuguu; uuyeregm yaven. er will öen Gelegenheit weidlich aus, zum „Zusarnrnensck gewonnen haben, daß auch Rossaint der Jungkatholiken mit den Jungkommunisten J1C K1I nmmonnrhMi mit ß>„ _____.-t...... <- < Polens erste Antwort rberichi. den: Paris, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Mini sterpräsident Blum gab vor rund tausend sozial- Anzeigen: Theodor demokratischen Parteifunktionären eine Darstellung Druck und Verlag: aplan Cremer will 15 Pf. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. angeblich jedes revolutionäre Verhalten von Katho- uchen grundsätzlich abgelehnt haben. Er will den Eindruck c Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Z ■ ■ U-------- | .1 IX gemeinsamem Kampf gegen den Nationalsozialismus" aufzurufen. Roffamt ist mit dieser gefährlichen Funktionärin bis zu ihrer Verhaftung im Januar 1934 in Verbindung geblieben! schewistifche Agitationsrede halten. Sie nutzte die Geleaenheit weidlich aus, zum „Zusammenschluß Alles für den Führer?" Der Führer der SA.-Gruppe Hessen, Beckerle, SA.-Gruppenführer. betrifft Re. tung, dez inanzwesens. die (Erneue- gswesens g des natio« ) der körper- nit, daß ein Leitung des 1 vorbereitet, zsprogramms zerangrifse sitäler. . Funkspruch.) die Bolschr- ber Provinz trie und Flie- ine vorgefcho- Rach todes- alangisten den :lang es, die der politischen Lage. Es handele sich bei der augenblicklichen französischen Regierung um eine „Volksfront-Regierung unter sozialdemokratischer Leitung", deren Aufgabe es nicht sei, das sozialdemokratische Parteiprogramm, sondern vielmehr das Kabinett be. zum Aus- ,n9 vor den iervollkomm. arine vorge- ^r9ani. yrwirtschast, ist eine onbere Be- 'irtschaft ge- gehoben, ebsstofsmirt. ? eine Per. eine Für- Kundgebung des Beberbergungs- gewerbes in Heidelberg. Mit einer öffentlichen Kundgebung in Heidelberg erreichte dieHrühjahrstagung des deutschen Beherbergungsgewerbes ihren Höhepunkt. Geheimrat Knebel kennzeichnete die Mittel und Wege, mit denen die Reichsbahn Verkehrswerbung treibt Der Anregung des Gaststättengewerbes, Urlaubskorten für Dor- und Nachsaison auszugeben, könne leider vorerst nicht statt- gegeben werden. Staatsminister a. D. Esser, der Präsident des Reichsfremdei^verkehrsoerbandes, umriß Stellung und Aufgaben des Beherbergungsgewerbes im Dritten Reich. Das Beherbergungsgewerbe habe eine erhebliche politische Aufgabe. Es Dankopfer der Naiion. NSG. Die Sturmabteilungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im Gau Hessen-Nassau rüsten wieder zum „Dankopfer der Nation". Der Führer der für uns zuständigen SA.-Gruppe erläßt dazu folgenden Aufruf: „SA.-Männer der Gruppe Hessen! Der Stabschef Viktor Lutze hat im vergangenen Jahr zum Geburtstag des Führers das „Kampfbuch der SA." gestiftet. Auch in diesem Jahr rufen wir zum „Dankopfer der Nation". In jeder Sturm- dienststelle liegen wiederum die Ehrenliften zur Einzeichnung auf. Sinnvoll hat die SA. ihr Geburtstagsgeschenk an den Führer dem deutschen Arbeiter zugewendet. Mit den Mitteln des ersten Dankopfers der Nation werden schon überall in Deutschland Siedlungen für Kriegsopfer und kinderreiche Arbeiterfamilien gebaut. 746 Siedlerstellen sind bis heute geschaffen. Am Geburtstag des Führers wird das Richtfest der ersten Siedlung fein. Der Kampf der SA. galt dem gesamten Volk. Die Sturmabteilungen sind die Träger des Kampfes um die Macht gewesen. So soll auch von ihren Dienststellen der Aufruf zum Dankopfer an die Nation ausgehen. Auch heute kennt das Volk die braunen Kämpfer des Führers als die Kämpfer für feine Ehre, für Freiheit und Brot. So soll das „Dankopfer der Nation 1937" wieder ein Bekenntnis der Dankbarkeit des Volkes an den Führer fein. Nicht auf die Größe der Spende kommt es an; aber jeder deutsche Volksgenosse soll seinen Namen in diese Ehrenlisten einzeichnen zu einem herrlichen Zeugnis der Verbundenheit des Volkes. Die Gliederungen der Bewegung vor allem werden ihre kameradschaftliche Verbundenheit beweisen. Laßt dieses Dankopfer zu einem neuen starken Bekenntnis wer- Die Schraube ohne Ende. Oie Preissteigerungen in Frankreich dauern auf allen Wirtschaftsgebieten an. Ludendorffs 72. Geburtstag. Berlin, 9. April. (DNB.) Der F ü h r e r u n d Reichskanzler hat dem General Luden- d o r f f zu feinem heutigen 72. Geburtstage leie» graphisch Glückwünsche übermittelt. Der Reichs- kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v. Blomberg, hat ihm folgendes Telegramm gesandt: „Die deut- che Wehrmacht gratuliert dem Feldherrn des Weltkrieges zum Geburtstage. Möge Ihnen noch viele Jahre des vollen Lebens geschenkt werden." Auch Generaloberst Göring hat General Ludendorff telegraphisch Geburtstagsglückwünsche übermittelt. innerlich die Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnte. Der „Kreisführer" der Sturm char S t e b e r ließ im November 1933 vor westdeut chen „Sturmscharführern" im Hause des Kaplans Ros- saint eine Kommuni st in eine einstündige bol- "«'Dau Jtiditu >Ub. d-- /Mus hol wischen M bet uns jU Men stz Sa.it nUJtr.Q9, den n Mn. (p5 Je ‘n Der« 'erben." >Anrin Bandes- Prinz Nikolaus von Rumänien aus der königlichen Familie ausgeschlossen. Bukarest, 10. April. (DNB.) Im Königlichen Schloß zu Bukarest trat am Freitag unter dem Vorsitz des Königs ein Kronrat zusammen, an dem der Ministerpräsident, alle Mitglieder der Regierung, die beiden Marschälle des Reiches, Presan und Averescu, sowie die Führer sämtlicher politischer Parteien teilnahmen. Der Kronrat beschloß denAusschluß desBruders desKönigs, Prinz Nikolaus, aus der königlichen Familie. In einer amtlichen Mitteilung wird dargelegt, daß der Prinz von seiner im Jahre 1931 eingegangenen Ehe mit Frau Dumitrescu nicht abgehen wolle und trotz aller Vorhaltungen der Regierung erklärt habe, an seinem Beschluß festzuhalten. Infolge dieser Haltung des Prinzen sah sich der Kronrat genötigt, die Anwendung jener Bestimmungen der Verfassung zu beschließen, durch die die bürgerlichen Handlungen der Mitglieder der königlichen Familie geregelt werden. Auf Grund dieser Bestimmung wird der Prinz aller seiner Rechte und Vorrechte als Mitglied der königlichen Familie für verlustig erklärt. Prinz N i k o l a u s ist der einzige, 1903 in Schloß Pelesch geborene Bruder des Königs. Er war Generalinspekteur der Armee, Divisionsgeneral und Vizeadmiral. Von den drei Schwestern des Königs ist die älteste Elisabeth von ihrem Gatten König Georg II. von Griechenland geschiedey, die zweite, M a r i a , ist die Witwe des in Marseille ermordeten Königs Alexander von Jugoslawien und die dritte, Jleana, ist die Gattin des Erzherzogs Anton von Oesterreich. Dr.Ley in Oberitalien ju6e nö begrüßt. Mailand, 9. April. (DNB.) Dr. Ley traf Freilag in Mailand ein. Vor dem faschistischen Parteihaus waren die faschistischen Kampfverbände und die Dopolaooro-Verbände mit Fahnen und Standarten aufmarschiert. In dem Jndustriestadtchen Legnano wurde den deutschen Gästen ein besonders herzlicher Empfang bereitet. Als symbolisches Zeichen ihrer Tätigkeit überreichte die Einwohnerschaft Dr.Ley eine Garnspule in den grünweißroten Landesfarben als Zeichen für die Textilindustrie und einen Hammer als Symbol des industriellen Werkschaffens. Immer wieder ertönte aus der Menge der Ruf: „Heil Hitler!". Qüer über die Strafen waren riesige Spruchbänder gespannt. Im Rathaus wies der Führer der faschistischen Arbei- [erorganifation, der Abgeordnete Cianettl, Dr. Ley darauf hin, daß das italienische schaffende Volk niemals vergessen werde, daß ihm das deutsche ^olk während des Sanktionskampfes r l s einziger Freund in unerschütterlichem Gleichschritt zur Seite gestanden habe. Dr. Ley erklärte, der Gleichklang der Herzen sei es, der die Völker Deutschlands und Italiens miteinander verbinde. Bei der Rückfahrt sprengten die Leute die Ubsperrungsketten und umringten den Wagen Dr. Teys, der sich nur mit Mühe einen Weg durch die Hhnenschwenkende und jubelnde Menge bahnen tonnte. Dr. Ley besuchte noch in später Abendstunde lach einem ihm zu Ehren von der Stadt Mailand icranftalteten Festbankett die deutsche Kolonie. Er erklärte, die wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit, die sich Deutschland im Vierjahres- slan erkämpfen werde, zeichne sich heute schon in iiren Umrissen ab. Deutschland sei nicht mehr der Spekulation ausgesetzt, sondern könne sich in Frieden auf eigene Kraft gestützt, weiter zu einer glück- lcheren Zukunft entwickeln. Der Hochverratsprozeß Äoffamt vor dem BoMmchtshos. Berlin, 9. April. (DNB.) In dem Hochver- kLtsprozeß gegen katholische Geistliche vor dem Volksgerichtshof wandte die Verhandlung sich den einzel- W Anklagepunkten zu. Der jüdische Kommunist Spanier hatte sich unter dem Namen Gumbert M3 an Rossaint herangemacht, um in Versammlungen d s Katholischen Jungmännerverbandes dessen An- Lchörige mit den Gedankengängen der kornmunisti- scven Irrlehre vertraut zu machen und für den Zu- lcimmenschluß von Katholiken und Kommunisten mit d-m Ziel des gemeinsamen Kampfes gegen den Na- flanalsozialismus aufzurufen. Gumbert - Spanier flüchtete, da ihm der Boden unter den Füße zu h-liß wurde. Als sein Nachfolger erschien ein ge» pi-ffcr Heinz, der vor der Verbotszeit Unter- ö-Zirksleiter des Kommunistischen Jugendverbandes war. Rossaint will das angeblich nicht gewußt hcLen. Im Anna-Kloster in Düsseldorf sprach Ros- 1a: nt vor etwa 50 Mitgliedern der „Katholischen Surmschar" über die Möglichkeit von Konflikten, Mischen Staat und katholischer Kirche und erklärte, dcß in diesem Falle die Anhänger der Kirche nur dem Folge leisten dürften, was sich mit den Weisungen der katholischen Kirche decke. Für die Aus- Jngung solcher Konflikte gab er Richtlinien, die zum Ungehorsam gegen die Staatsautorität und da- mit zur Derleugnug der Volksgemeinschaft aushetz- ier. Rossaint hat dann von Möglichkeiten des Schei- iems der nationalsozialistischen Regierung gesprochen tiiD erklärt, daß als Nachfolger in der Macht d i e K Z D. in Frage käme, die wahrscheinlich in Deutsch- lir b der Kirche größere Zugeständnisse machen virde als Sowjetrußland. bie Solide te jufam> i einer gro- :ie, 14 Rn- allen Wen n einer Stelle .Weitungen der ein, biejiad) ir dem Schutz jonalen Linien , den Borstotz ,'che Gefangene Sowjetrussen, ros befanden, lolschemstischen len Stellungen neue Der. (Heger, die nt entfernt he- arbierten, fern, besoN' ern, zu vf' .on allen rm ’ litärhop >•*■ s ’tfS .hoba waM -en die Opf? Ueber^'? baruntel etötet. iloaratn« logen' fl5 W-ch-nblö Lk tzL :g. 63U6oh^ 1, in II» >°° ub W die im Jahre 1936 etwa 16 Franks je Kilo für erste Qualität kostete, kostet heute 25,70 Franks. Milch, für die im Durchschnitt 1935 1,02 Franks für den Liter gezahlt wurde, stellt sich heute auf 1,60 Franks. Del, das eine wichtige Rolle im französischen Haushalt spielt, ist von 4 bis 4,20 Franks das Liter im Jahre 1936 auf 6,50 bis 6,75 Franks gestiegen. Kürzlich schrieb der „Elsässer" unter der Uederschrift „Die Wirtschaft wird .angekurbelt'": „Die Streiks vom letzten Juni bis Ende Dezember 1936 kosteten Frankreich die nette Summe von 4'/2 Milliarden Franks. Die Zahl der Streikenden belief sich auf 6 Millionen mit einer durchschnittlichen Streikdauer von zehn Tagen. Legt man einen Durchschnittsstundenlohn von 5 Franks zugrunde, dann ergibt sich ein Verlust von 2400000000 Franks allein an verlorenem Arbeitslohn. Dazu kommen die Verluste an leicht verderblichen Waren sowie die Aufträge, die wegen der Streiks an das Ausland gegeben werden mußten. Das macht nach aanz vorsichtiger Schätzung alles zusammen einen Verlust von 4V» Milliarden aus, die für ganz Frankreich verloren gingen." Das Blatt schließt: „Nur ruhig so weiter .gekurbelt' und .gewirtschaftet'." Die ständig fortschreitende Teuerung veranlaßt immer neue Forderungen nach Lohnerhöhungen. Dabei wirkt es paradox, daß diese Forderungen mit der Einführung der 40-Stunden-Woche auch in jenen Geschäftszweigen verbunden werden, wo bisher die alte Ardeits - Z e i t war. So fordert 5. B. die Pariser Gewerkschaft der Haarschneider eine erneute Lohnerhöhung von 20 0. H., um die Löhne der Teuerung anzupassen, und anderseits die Einführung der 40-Stunden-Woche, aufgeteilt auf Arbeitstage, die den Geschäften natürlich einen empfindlichen Rückgang der Einnahmen bringen muß. Wenn diesen Forderungen nicht entsprochen werde, würde die Gewerkschaft „zur Aktion" übergehen, um ihren „Rechten und Forderungen" zum Siege zu verhelfen. Blum verteidigt die VoMrontvolilik Eine Rede vor sozialdemokratischen Parteifunktionären. sei nicht gleichgültig, wer dem Ausländer die Bi» fitenfarte überreiche, wenn er deutsches Land betritt, wie dieser Fremde bei uns ausgenommen werde und was er vorfinde an innerer Gastlichkeit. In dem Ausspruch des Führers: Der deutsche Hotelier ist der Portier des deutschen Volkes für das ganze deutsche Volk! liege eine große Aufzeichnung des Berufsstandes. Hinter der äußeren Werbung müsse die Propaganda der Tat, die Leistungspropaganda stehen. Immerhin gäbe es auch im Beherbergungsgewerbe noch viele Sorgen. Der neue Staat habe das Beherbergungsgewerbe anerkannt als ein wertvolles politisches Hilfsmittel, habe ihm eine Berufsauffassung gegeben, die weit über dem stehe, was man früher in vielen Kreisen finden konnte. gute nachbarliche Beziehungen unterhält und die im Widerspruch mit der politischen Linie der polnischen Regierung stehen", zu dulden. Hoffentlich wird aber auch Vorsorge getroffen, daß in Zukunft nicht wieder die „unverantwortlichen Elemente" in Schaufenster irredentistische Landkarten ausstellen und in Umzügen vor den Augen der Polizei und staatlichen Behörden aufreizende Transparente herumtragen. — Der „Angriff" erklärt u. a.: Die polnische Regierung ist nach dem deutschen Protest von der Kundgebung des Polnischen Westverbandes in Graudenz abgerückt, als er in unverantwortlicher Weise verlangte, für die Einverleibung gewisser Teile des Reiches in den polnischen Staatsoerband zu kämpfen. Es ist zu hoffen, daß die polnische Negierung sich nicht mit der Entschuldigung begnügt, sondern die Heißsporne im Lande zurückhält und vor weiteren nutzlosen Entgleisungen bewahrt. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt: Die Verlautbarung bedeutet ein erfreuliches Abrücken von den Entgleisungen, die in Deutschland so große Empörung hervoraerufen hatten. Zu begrüßen ist vor allem, daß diese autorisierte polnische Kundgebung dem Gesichtspunkt des guten Verhältnisses zwischen Deutschland und Polen so unzweideutig dcn Vorrang zuerkennt. — In Kommentaren der „Berliner B ö r s e n z e i t u n g" heißt es u. a.: Damit bekennt sich die polnische Regierung, wie nicht anders zu erwarten war, erneut zu der Politik des P i l s u d s k i - Vertrages gegenüber allen denjenigen Kräften, denen die damit vollzogene Wendung in den deutschpolnischen Beziehungen nicht ins politische Rezept paßt. Hinzuweisen wäre gegenüber der Mitteilung der „PAT."-Agentur allerdings auf den Umstand, daß es deutscherseits nicht bekannt ist, wann jemals der „Bund Deutscher Osten" sich auch nur annähernd in einer Weise gegenüber Polen betätigt habe, wie das der Westverband gegenüber Deutschland dauernd tut. Sieben Kundgebungen der Zungdeutschen Partei verboten. Pilsen, 9. April. (DNB.) Von 13 angekündigten Kundgebungen der Jungdeutschen Partei für Polen in meist von Deutschen bewohnten Ortschaften Posens und Pommerellens unter dem Motto „Kennst du deinen deutschen Bruder im O st e n" sind insgesamt sieben von den Behörden verboten, da diese Kundgebungen geeignet erschienen, die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu gefährden Die Veranstalter dieser Kundgebungen waren sechs jugendliche Deutsche aus Lemberg, die ihren Volksgenossen im Westen Polens von ihren Lebensvoraussetzungen in Lied und Spiel berichten wollten. Die „Deutschen Nachrichten Posen", das Organ der Jungdeutschen Partei, wurde wegen Wiedergabe eine Stellungnahme der Deutschen Allgemeinen Zeitung zu den Graudenzer Vorfällen anläßlich der Westverbandskundgebuna beschlagnahmt. Beanstandet wurden in dieser Zeitung ächt Worte, die ein politisches Lied charakterisierten. Die erste Antwort Polens gegenüber den ungeheuerlichen Hetzforderungen des Polnischen Westoerbandes enthält in der Stellungnahme der Polnischen Telegraphenagentur zwei begrüßenswerte Momente: einmal will die polnische Regierung die be= tont aggressiven Unternehmungen des Westv'erban- oes „auf feinen Fall dulde n". Damit be- fennt sie sich also zum Geist des deutsch-polnischen Abkommens von 1934. Zweitens stellt sie eine „g e- Prüfung des Tatbestandes" in Aussicht. Wir geben dabei der Hoffnung Ausdruck, daß die Warschauer Regierung ihrer endgültigen Stellungnahme nicht etwa einen redigierten oder oom Polnischen Westverband selbst zurecht gemachten Bericht, sondern den Wortlaut jener hetzerischen Aeußerun'gen zugrunde legen wird. Auf der andern Seite erscheint der Ausdruck „unerwünscht" gegenüber den Grüudenzer Kundgebungen erstaunlich milde angesichts der Tatsache, daß der Warschauer Regierung schon bei der Abfassung dieser ersten offiziösen Stellungnahme der Sachverhalt bekannt gewesen sein muß. Ferner würde die polnische Regierung schlecht beraten sein, wenn sie die Schuld an den Graudenzer Vorfällen auf die von Warschau selbst zitierten „u n- oerant wörtlichen Elemente" abwälzen wollte, da ihr ja sowohl die Tendenz als auch die politischen Bestrebungen des Polnischen Westoerbandes einschließlich seiner schweren Mißgriffe gegenüber Deutschland in der langen Zeit seines Bestehens nicht weniger gut bekannt ist. Völlig abwegig erscheint dagegen die Berufung auf „d i e Lage der polnischen Bevölkerung in D e u t s ch l a n d" und „die Betätigung des Bundes Deutscher O st e n". Welcher unvoreingenommene Beobachter könnte über diese sog. Lage der polnischen Bevölkerung in Deutschland etwas anderes aussagen, als daß sie durch eine sehr weitgehende Rücksicht, ja durch eine ungewöhnlich großherzige Auffassung von den internationalen Minderheitenbestimmungen — im Vergleich zu anderen Völkern! — ausgezeichnet ist?! Und wann ist über den Bund Deutscher Osten jemals etwas anderes bekannt geworden, als daß er bie notdürftigsten Lebensrechte der deutschen Brüder mit seinen bescheidenen Mitteln wahrzunehmen versuchte?! Die polnische Regierung wird cs hoffentlich bei diesen ersten Aeußerungen nicht bewenden lassen und gegenüber den Graudenzer Vor- ällen auch offiziell eine Haltung einnehmen, die nicht nur dem deutschen Beschwerdeschritt gerecht wird, sondern vor allem in Zukunft ähnlichen Aus- chreitungen ein für allemal einen Riegel vorsc^iedt. Berliner preffchMmen. Berlin, 9. April. (DNB.) Zu der Verlautbarung der Polnischen Teleqraphen-Agentur, mit der amtlich von den skandalösen Ausfällen auf der Graudenzer Kundgebung des Polnischen Westver- bandes abgerückt wird, schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Wir nehmen mit Genugtuung zur Kenntnis, daß man in amtlichen polni- chen Kreisen die skandalösen Vorfälle in Graudenz verurteilt und nicht gewillt ist, diese „aggressiven Akzente einem Staate -gegenüber, mit dem Polen P r 0 SkSmm der Volksfront durchzuführen. Die sogenannte „Paus e" sei nötig geworden, als es galt, ein schwieriges Kap zu um» egeln. Dann verbreitete sich Blum über die Zwich e n f ä ll e von Clichy, wobei die Anwesen- len unruhig wurden. Es sollen sogar erneut Rufe laut geworden sein, die den Rücktritt des sozialdemokratischen Innenministers Dormoy forderten. Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samslags Bei einer Zusammenkunft mit einem unbefanm h ehemaligen kommunistischen Funktionär wurde Izr Vorschlag der katholisch-kommunistischen „Ein- Hsfronr im engsten Kreis erörtert. Nach Be- m düngen Rossaints kam eine Einigung nicht zu- fanbe. Die Beteiligten müssen aber zugeben, daß 1:1 Kommunist wieder zu einem Zusammengehen tiu Kommunisten und Katholiken aufgefordert hat. rin foen Be- Paris, 9. April. (DNB.) Die Verteuerung der Lebenshaltung in Frankreich und die Auswirkungen der 40-Stundenwoche machen sich besonders unter der ärmeren Bevölkerung stark bemerkbar. Die Preissteigerungen der Jndustrieartikel, die zum Teil bis zu 20 0. H. ausmachen, wirken sich nachhaltig im Haushalt der Arbeiter aus. Auch der Mi11elstand wird wesentlich von dieser Entwicklung betroffen. Die Preissteigerungen sind jedoch noch keineswegs abgeschlossen, da über verschiedene Zweige noch verhandelt wird. Nach der amtlichen Pariser Richtzahl für 67 Artikel des täglichen Bedarfes, die aber von den tatsächlichen Verhältnissen v i e l f y ch überholt ist, sind in der Hauptstadt Mitte Februar 1 9 3 7 gegenüber dem Jahresdurch- chnitt von 1936 folgende Preissteigerungen zu verzeichnen: a) Für Lebensmittel (ohne Gemüse und Früchte). Durchschnitt 1936: 76,1; am 15. Februar 1937: 91,2 (Steigerung etwa 20 v H.). b) Für Heizung und Beleuchtung. Durchschnitt 1936: 87,2; am 15. Februar 1937: 93,8 (etwa plus 8 0. H.). Die verhältnismäßig geringe Steigerung in diesem Falle erklärt sich daraus, daß die Elektrizitätspreise amtlich zunächst niedrig gehalten wurden, selbst auf die Gefahr hin, daß die Gesellschaften starke Fehlbeträge zu verzeichnen hatten, die auf den Steuerzahler abtzewälzt werden müssen. Bei der Heizung ist zu berücksichtigen, daß der Pariser seinen Kohlenbedarf im Sommer für das ganze Jahr einzudecken pflegt. c) Kleidung: 17 Artikel. Durchschnitt 1936: 61,2; 15. Februar 1937: 86,3 (etwa plus 41 v. H ). d) Für 10 Haushaltsartikel: Durchschnitt 1936: 72,7; 15. Februar 1937: 95,2 (etwa plus 30 v.H.). Die Gesamtrichtzahl für den Großhandel weist eine Steigerung von 517 am 20. Februar 1937 auf 539 Anfang April auf, während die Richtzahl für Lebensrnittel in der gleichen Zeit von 515 auf 577 gestiegen ist. Die Lebensrnittel sind in der letzten Zeit weniger gestiegen, weil die Aufwertung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse noch nicht erfolgt ufib durch die Frühjahrseinfuhr ein Ansteigen der Preise verhindert worden ist. Hier steht also noch für die nächste Zeit ein.ro esentliches Anziehen der Preise bevor. Die landwirtschaftlichen Verbände haben sich bereits gegen die Erweiterung der Kontingente mit Nachdruck gewendet, weil sie einen baldigen Zusammenbruch Der landwirtschaftlichen Bevölkerung befürchten. Die Restaurationspreise sind ebenfalls um 2 0 bis 3 0 v. H. g e ft i e g e n. Manche Gastwirte behelfen sich damit, kleinere Portionen zu geben, lieber die Erhöhung der Fahrpreise sind Verhandlungen im Gange. Butter, Seite kämpfenden Waffengefährten sprechen. Man vernahm dann deutlich die Stimmen der Gefangenen, die offenbar vorher genau ein gelernte Sprüche über die „Vorzüge des bolsche- roistischen Regimes" aufsagten. Dann hörte man plötzlich folgendes: „Ich bin ein einfacher Freiwilliger, der aus Sizilien gekommen ist. Ich kann nur sagen, daß alles, was Ihr bis jetzt gehört habt, vollkommen falsch ist, weil wir hier mit Gewehren und Revolvern bedroht werden." In diesem Augenblick hörte man deutlich im Radio zwei Schüsse und Tumult. Dann schwieg die Stämme und die Sendung wurde ohne Absage abgebrochen. Der Vorgang beweist, mit welchen Mitteln die Bolschewisten versuchen, die Gefangenen unter Todesdrohungen für ihre Propaganda einzuspannen Nachdem die Art dieser Propaganda durch die Heldentat dieses italienischen Freiwilligen bloßgestellt worden ist, dürste sie den Rest ihrer Zugkraft verloren haben. . -___________________________ kn er sollten „antifaschistische Zellen • r 11 Öen gegründet werden. Kaplan C I wie Persil-iMi WirsMeikWseUmI.«. ühö Mmlllelmiielek« die neue naturkundliche Lehrmittel und Unterrichtswerke gegen hohe Provision in Schulen Behörden und Vereinen im Bezirk Hessen vertreiben wollen. Angebote von redegewandten möglichst naturkundigen) Lehrern und Reisenden mit Referenzen erbeten an: Nr. 267 Berlin - Lichterfelde 2, postlagernd. 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Der erste Tag. An einem frischen Aprilmorgen geht Erwin Lüpke die lange Vorstadtstraße entlang, unter dem einen Arm das Paket mit dem frischen blauen Schlosseranzug, unter dem anderen die gute alte Schulmappe mit den Frühstücksbroten. Früher als sonst ist er heute aufgestanden, hat sich besonders sorgfältig gewaschen und dann Kaffee getrunken. Mit den Glückwünschen seiner Mutter entlassen, hat er sich dann zum erstenmal auf den Weg zur „Kunst- und Bauschlosserei Robert Har- denberg" gemacht, die ihn nun für vier Jahre als Schlosserleyrling aufnehmen soll. Am Ende der Straße liegen die Werkstätten der Schlosserei Hardenberg. Erwin geht in das kleine Bürohaus, wo ihn der Meister mit einem kräftigen Händedruck empfängt. Er muß sich ihm gegenübersetzen, und Hardenberg sieht den großen, etwas blassen Jungen prüfend an. „Nun", meint er dann, „ein bißchen schmal bist du noch, aber, sollst mal sehen, das wird bei uns bald anders. Lust hast du doch zu deinem Beruf?" Erwin bejaht eifrig. „Ja", fährt der Meister fort, „bei der Berufsberatung hat sich das ja bestätigt und auch dein Fähnleinführer und dein Lehrer haben sich dafür ausgesprochen. Also, dann können wir ja anfangen. Viel brauche ich dir wohl nicht mehr zu sagen über den Pflichtenkreis, in den du jetzt trittst. Mach nur immer deine Arbeit, die dir aufgetragen wird, sieh dich um, was die anderen machen, laA dir erklären, was du nicht verstehst. In der Berufsschule lernst du dann das Theoretische und später noch mehr in der Fachschule. Die willst du doch auch besuchen?" Wieder nickt Erwin lebhaft. Nachdem der neue Schlosserlehrling dann in der Garderobe seine Arbeitskleidung angezogen hat, geht er unter Führung des Meisters in die Werkstatt und wird den künftigen Arbeitskameraden vorgestellt, den fünf Gesellen und dem Lehrling Heinz Sieber, der schon im dritten Jahre lernt. Erwins Arbeitsplatz ist am rechten Ende der langen Werkbank, die sich an der Längsseite des Raumes unter dem großen Fenster entlangzieht. Ein Schraubstock ist an der Tischkante befestigt und in dem Schubkasten darunter sind die Werkzeuge: die Feilen, Zangen, Hämmer, Meißel und Schraubenschlüssel. In einem besonderen Fach liegen die Meßwerkzeuge: die Schiebelehre, der Winkel und das Bandmaß. Walter Ehmer, der älteste Geselle, neben dem Erwin seinen Platz hat und der seine Arbeit überwachen und ihn neben dem Meister unterweisen wird, bringt jetzt einen Gußklotz. „So", sagt er, während er das Stück in den Schraubstock spannt, „jetzt mußt du als erstes feilen lernen. Das ist nämlich das A und £) unserer Kunst. Wenn du feilen kannst, dann kannst du schon sehr viel. Aber stell es dir nicht zu leicht vor. Die Feile muß immer gerade geführt werden, siehst du, so wie ich sie jetzt bewege. Sie darf nicht schaukeln, sonst bekommst du keine ebene Fläche. Mit der groben Strohfeile hier fangen wir an, damit bearbeite mal erst die vier Seitenflächen." Erwin beginnt zu arbeiten, hin und zurück zieht er die große Feile. Wenn seine Arme müde werden, sieht er sich mal um. Hinter ihm schwirrt die Transmission. Klatschend fahren die breiten Riemen runter zu den Maschinen. Erwin kennt schon ihre Namen. Da steht die große Leitspindeldrehbank, hier ist die Bohrmaschine, dort die Fräsmaschine und die Hobelbank. Bald wird er ja auch an den Maschinen arbeiten. Er freut sich schon darauf. Wenn sich die Arme wieder erholt haben, geht Las Feilen weiter. Bald ist die häßliche rostige Kruste von dem Eisenstück verschwunden, und eine mattglänzende, rissige Fläche entsteht. Zwischendurch kommt der Geselle und sieht sich die Arbeit an. v »Hast du schon mal gefeilt?" fragt er. „Nein", antwortet Erwin, „es ist das erstemal." ,^Na, dafür ist's schon recht gut. Man weiter!" So vergeht der Morgen und auch noch der Nachmittag mit Feilen. In den Pausen sitzt Erwin mit Heinz Sieber zusammen. Sie sprechen über den Dienst in der HI., in die Erwin nun als Vierzehnjähriger übergeführt worden ist. Am Feierabend wundert sich Erwin, wie schnell die Stunden vergangen sind. „Na", meint Meister Hardenberg, als Erwin sich verabschiedet, „ordentlich müde? Das ist nur die ungewohnte Arbeit, bald hat sich der Körper umgestellt." Zu Hause ist Erwin ziemlich schweigsam, ißt aber mit einem Bärenhunger. Dann fällt er hundemüde ins Bett. Das war der erste Tag in Erwin Lüpkes Lehrzeit, dem sich noch viele ähnliche anschlossen, in denen er allmählich aufstieg zu immer größerer Vollkommenheit in seinem Beruf. —ke. Was wissen Sie von derZungmädelschast? Zur Aufnahme der Zehnjährigen in die Hitlerjugend. In diesen Wochen wirbt neben dem Deutschen Jungvolk die Jungmädelschaft in der Hitler-Jugend upi die zehnjährigen Mädel. Voller Vertrauen bringen Hunderttausende von Eltern ihre Mädel den Jungmädelführerinnen, um sie in der Gemeinschaft der Jugend charakterlich und körperlich erziehen zu lassen. Da taucht bei manchen die ^rage nach den Erziehungszielen, nach der Organisation und nach der Arbeit der Jungmädelschaft auf. Eme Gliederung der HZ. Die Jungmädelschaft ist ebenso wie der Bund Deutscher Mädel und das Deutsche Jungvolk eine G l i e d e r u n g d e r H i t l e r - I u g e n d mit ganz besonderen, der Entoicklungsstufe der zehn- bis vierzehnjährigen Mädel angepaßten Aufgaben. In der Jungmädelschaft fein, heißt sich einfügen lernen in eine kleine Gemeinschaft und mit Hunderttausenden, ja Millionen Kameradinnen und Kameraden im Reich auf das gleiche Ziel in demselben Geist und m der gleichen Bereitschaft ausgerichtet werden. Die Jungmädelschaft stellt sich ebenso wie das Deutsche Jungvolk als Hauptaufgabe die allge- m e ine, charakterliche Formung und körperliche Ertüchtigung, auf die der Bund Deutscher Mädel wie die Hitler-Jugend ihre politische Erziehung aufbauen. Um diese Erziehungsarbeit auf allen Gebieten leisten zu können, steht neben der Schulpflicht für die dem Deutschen Jungvolk und der Jungmädelschaft angehörenden Jungen und Mädel die freiwillige Dienstpflicht in der Hitler-Jugend. Nur wer einmal selbst erlebt hat, mit welcher verantwortungsbewußten Haltung die Zehn- bis Vierzehnjährigen zu ihrem Dienst kommen, kann ermessen, wie ernst es diesen Jüngsten mit der Erfüllung ihrer Aufgabe im nationalsozialistischen Staat ist. Der von den Jungmädeln verlangte Dienst entspricht den körperlichen und geistigen Fähigkeiten zehn- bis vierzehnjähriger Mädel. Er wird in der kleinsten Einheit, die etwa 15 bis 20 Jungmädel umfaßt, durchgeführt. Der pflichtmäßige Jungmädel- dlenst gliedert sich in einen wöchentlich durchzuführenden zweistündigen Heimnachmittag und einen wöchentlichen S p o r t n a ch m i t t a g , der je nach der Jahreszeit in der Halle, auf dem Sportplatz oder ganz im Freien veranstaltet wird. .Dazu kommt zweimal Sonntagsdienst im Monat für Lager und Fahrten. Oie Iungmädeiführeri» Mit der Durchführung des Dienstes ist die eigens für diesen Zweck ausgebildete Jungmädelführerinnenschaft betraut. Durch reichseinheitliche Schulungen in der Reichsführerinnenschule Boyden in Ostpreußen und durch Kurse in zahlreichen Ober- gauschulen, dazu in Führerinnenlagern und Kurzschulungen ist heute die Jungmädelführerinnenschaft nach gleichen Grundsätzen ausgerichtet. Die Jung- mädelführerin ist herausgewachsen aus ihrer Einheit, aber sie steht unter denselben Gesetzen der Kameradschaft wie ihre Mädel. Sie ist innerlich jung, sie reißt ihre Mädel mit und ist fähig, aus dem gleichen Erlebnis wie ihre Jungmädel zu gestalten. So läßt sie das Ausdruck und Form werden, was bei ihren Mädeln erst Denken und Suchen ist. Sie erwirbt ihre Anerkennung nicht durch Rang und Würde oder gar durch Bildung und Wissen, sondern allein durch ihre Verantwortlichkeit, ihre innere Ruhe, ihr selbstverständliches Führen und ihre eindeutige nationalsozialistische Haltung. Wer einmal hineinsieht in dieses Jungmädelleben voller Bereitschaft, voll von unbändigem Willen, voller Begeisterung für den Führer und sein Werk, der versteht, warum sich die Junamädel heute gegen Begriffe wie „kleine Mädchen^ oder „niedliche entzückende Kinder" wehren. Dazu ist ihr Dienst bei aller Fröhlichkeit und Frische viel zu ernst. Ihre Dienst- und Pflichtauffassung, ihre Verantwortlichkeit und die Forderungen, die an sie gestellt werden, stellen sie weit über dieses bloße Kindsein und jede Verniedlichungsform. Das haben heute schon unendlich viele Mütter begriffen, und sie sind stolz auf ihr Mädel, das so selbstverständlich in einen größeren Aufgabenkreis hineinwächst. Zungmädel-Leistungsprobe. Die Jungmädel-Lei st ungsprobe umfaßt drei Gebiete: Heimabend, Fahrt und Sport. Hierbei wird nicht das Können des einzelnen Jungmädels gewertet. Entscheidend ist allein die G e - meinschaftsleistuna der Jungmädelschaft. Es entspricht unseren rassepolitischen Forderungen, daß in die Jungmädelschaft nur erbgesunde Mädel aufgenommen werden. Ebenfalls schließen sich Mädel mit ansteckenden Krankheiten von vornherein aus. Vor Eintritt in die Hitler-Jugend wird jedes zehnjährige Mädel ärztlich untersucht. Aufgabe der Voruntersuchung ist die Feststellung der allgemeinen Tauglichkeit für den Jungmädeldienst. Die Hauptuntersuchung aller Mädel findet in den ersten Wochen nach der Aufnahme statt. Sie erfolgt von den vom Amt für Volksgesundheit zugelassenen Aerzten nach dem Gesundheitsstammbuch des Hauptamtes für Volksgesundheit. Schulung aus dem Erlebnis. Dazu hilft neben Spiel, Fahrt und Sport die zielbewußte, dem Alter der Jungmädel angepaßte Schulung in der Jungmädelschaft. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von der Wissensübermittlung in der Schule. Sie hat einen anderen Ausgangspunkt, der die Jungmädeleinheit zuvor zu einer Gemeinschaft zusammengeschweißt hat: Das Jahrgang 1927. (Aufnahme: NSG.) £': Erlebnis. Don dieser gemeinsamen Grundlage gehen die Kraftströme aus, die die Schulung den Mädeln zu einer Verpflichtung werden lassen. Erlebnismäßig werden die Jungmädel mit national- sozialistischem Gedankengut vertraut gemacht, erlebnismäßig bringen sie immer weiter in Ziel und Haltung des BDM. ein. Nach einem halben Jahr Mitgliedszeit m der Jungmädelschaft hat das Jungmädel zum erstenmal sein sportliches Können unter Beweis zu stellen. Die erfüllten Leistungen und die Teilnahme an einer eintägigen Fahrt werden in das Jung- mädel-Le^stungsbuch eingetragen, das jedes Jungmädel während feiner ganzen Dienstzeit in der Jungmädelschaft begleitet. Zum zweitenmal legt das Jungmädel nach Vollendung des 12. Lebensjahres Rechenschaft ab über feine körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Elternschaft und Lungmädelführuna. So ist die Arbeit der Jungmädel in jeder Beziehung klar und verantwortungsbewußt aufgebaut. Doch die Jungmädelschaft kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie einer guten und verständnisvollen Zusammenarbeit mit der Elternschaft gewiß ist. Die Eltern können sich immer wieder von der Arbeit in der Jungmädelschaft überzeugen. Sie werden Gelegenheit haben, mit der Jungmädelführerin über wichtige Angelegenheiten Rücksprache 3u nehmen; auf Eltern-Ausspracheabenden ist die Jungmädel-Untergauführerin zur Klärung aller Fragen bereit. Elternabende, öffentliche Heim- und Sportabende werden von Zeit zu Zeit einen Einblick in das Leben der Jungmädelschaft vermitteln. Darüber hinaus wird aber die Freude und der Stolz, Junamädel sein zu dürfen, wie die Begeisterung und die innere Bereitschaft zum Dienst den Eltern die beste Bestätigung dafür fein, daß sich ihr Kind unter richtiger Führung in fröhlicher und doch verantwortungsbewußter Arbeit auf seine Pflichten als Nationalsozialist vorbereitet. H. M. Hmdermsiaus Wir standen vor der Turnhalle und warteten nuf den Jungzugführer. Da war ein Ziegelstein Lind Uli hob ihn auf. stemmte ihn weg. Der Stein flog keine drei Meter. „Zeig' mal her!" hob Ottje die Klamotte auf, wog sie einen Augenblick, pustete dann verächtlich und — jumm — sauste der Stein weg. Ebs schritt ab: „Drei — vier und einen halben Meter! Lachhaft!" Dabei kriegte Ebs das Ding nicht mal vier Meter und behauptete, daß ihm der Stein ausge- rutfcht fei. Na — kennt man ja! Nun ist es so, daß Uli und Ebs zur ersten Jungenschaft gehören, während Ottje in der zweiten ist. Ottje sagt also: „Natürlich — erste Jungenschaft isst ja immer schlapp!" worauf es beinahe eine Rolleret vor der Turnhalle gab. Da kam gerade der Jungzugführer dazwischen, erfuhr noch,' was los ®ar uno sagte gar nichts darauf. Aber eine Viertelstunde vor Schluß des Dienstes ließ er den Zug antreten und dann wurde eine Hindernisbahn aufgebaut, an der allerhand dran war! Erst kam Barren, dann Kopfheister (Rolle) auf 1 er Matte, bann Bock, anschließend Reck und dann He Leitern, eine schräg hoch, eine senkrecht runter, liiber zum Tau, auf dem Schwebebalken lang und Mm Schluß Flanke übers Pferd. Also, man sieht — ein Ding mit Pfiff! Die Pimpfe sagten gar richts mehr, staunten nur mit offenem Mund. „Du — is ja enorm!" gab Uli dem Ebs einen 'rippentriller. Der nickte und fing an zu schwitzen. „Jungenschaft eins macht gegen zwei einen Hin- Hrnislauf. Mal sehen, wer schlapper ist!" sagte der Jungzugführer. Die Jungenschaftsführer teilten ihre Mannschaf- t( n schnell ein. Sie selbst gingen als Schlußmann. Fertig — Pfiff! Üli sauste zum Barren, hochgestemmt, drüber — 1(5 die Rolle. Er kommt etwas aus der Richtung unb steht zugleich mit Heinz von der Zweiten auf. 1 ie Pimpfe feuern an: Tempo — Tempo! Zufällig laufen Ottje, der Kraftlatz, und Ebs zu- scmmen.'Wohl hat Ottje allerhand Kraft im Bi- 3'ps, aber am Tau kommt er wie ein Mehlsack y»ch. Seine Kameraden von der zweiten Jungenhaft toben. Ottje läuft rot an und ruck — zuck — hit er es geschafft. Es nützt ihm nichts, daß er sich b im Runter das Tau heiß durch die Hände laufen I-Ißt — Ebs ist auf und davon, steht japsend im Med und grinst Ottje freundlich an. Dann find die beiden Jungenschaftsführer an der Ruhe. Der von eins hat den Barren im Vorsprung! — kriegt beim Reck verkehrten Schwung, landet auf dem Podex und versucht's dann bei den Leitern wieder heraus zu holen. Und nun schwingen sie — heidi — an den Tauenden, ziehen sich hoch, sausen wieder runter — da — noch das Pferd. Die Pimpfe treiben ihre Jungenschaftsführer immer wieder an. Und nun ist der von der ersten doch um Brustlänge eher da — keucht und lacht seine Jungen an." Uli sagt zu Ottje — so etwas von oben herab, versteht sich: „Na — ihr habt's vielleicht hier", dabei winkelt Uli den Arm und meint den Bizeps, »aber, es fehlt euch ein bißchen am Tempo — »Dafür schnippen wir euch im Gelände!" kündet Ottje an, und der Wettkampf, wer von den beiden Jungenschaften die bessere ist, muß noch endgültig ausgetragen werden. „Uns hattet ihr wohl ganz vergessen", sagt Rudi von der dritten Jungenschaft — die bisher nur zu- gesehen hatte. ' Ulf. Holzhacken und Glocken läuten... Ein Sportnachmittag bei den Jungmädeln. NSG. Sicher freut sich niemand so nuf das Kommen des Frühlings, wie mir Jungmädel! — Dann lassen wir die Turnhalle Turnhalle sein und verlegen unseren Sportnachmittag auf die Spielwiese. Wollt ihr einmal zusehen bei einem solchen Sportnachmittag? — Zuerst steigt die Körperschule, denn die im Winter steif gewordenen Glieder müssen wieder gelenkig werden. Wir laufen, Hüpfen, gehen in verschiedenen Schriftarten, machen Lockerungsübungen und versuchen mit Bewegungen allerlei Tätigkeiten nachzuahmen. So hackt man Holz, so läutet der Küster am Glockenseil. Aber tief, viel tiefer, Gretel, deine Glocke wird bestimmt kein richtiges Geläute von sich geben, die bimmelt höchstens. Nun tun wir 'mal, als ob wir etwas von einem hohen Schrank herunterholen wollten, eine Schachtel vielleicht. Ja, so ist's richtig. So, nun haben wir für heute genug davon. Jetzt wollen wir spielen! Eine Jungmädelsportstunde ohne Spielen, das kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Das Spiel dient nicht nur dazu, den Körper aufzulockern und die Kräfte zu stählen, nein, das Spiel ist auch ein wichtiger Erziehungsfaktor. Beim Spiel zeigt sich, wer ein Kerl ist, wer Mut hat und wer ehrlich handelt. Beim Spiel geht selbst das zurückhaltendste Mädel aus sich heraus. Gerade das Spiel spornt zum Anspannen der Kräfte und zum Durchhalten an. Eine in Sportschulen ausgebildete Sportwartin überwacht den Sportnachmittag der Schar. Ihre Aufgabe ist es, darauf zu achten, daß sich keine überanstrengt, daß Müllers Ursel die Jacke anzieht, wenn es kühl wird, und Ilse sich nicht auf den feuchten Boden setzt und die wilde Hilde nicht über den Zaun klettert und überhaupt niemand von der ganzen quicklebendigen Jungmädelschar irgendwelche Dummheiten anstellt. So eine Sportwartin hat schon ihr Maß an Verantwortlichkeit, aber sie trägt es gerne und erlebt viel Freude bei ihrer Arbeit. Die Eltern können ruhig mit ihren Sorgen und Wünschen zu ihr kommen. Sie werden sehen, daß ihre Kinder in guten Händen sind. Heimnachmittag im Frühling. NSG. Heimnachmittag! Die Sonne schien, und in den Vorgärten blühten Schneeglöckchen und Krokus. Wir sind auf den Galgenberg gegangen, da scheint die Sonne am wärmsten. Zuerst haben wir ein Lied gelernt: „Im Märzen der Bauer die Röß- lein anspannt". Das paßte so gut, weil gerade unten auf dem Weg ein Kastenwagen daher geholpert kam. Rößlein waren's nun nicht, sondern zwei schöne braune Kühe. Manchmal rief der Bauer: „Haar hott!" Das konnten wir oben auf dem Berg hören. Dann haben wir ein Märchen gespielt: „Dornröschen". Gisela machte den König und Hilde die Königin. Sie sahen beide sehr würdevoll aus, denn sie wandelten in großen Wolldecken, die wir zum Draufsitzen mitgebracht hatten, einher. Der Prinz trug eine goldbraune Samtjacke (nach links umgekehrte Kletterweste); sein Dornröschen aber war das Feinste von allen mit seinen langen, offenen Haaren und dem Kranz von grünen Blättern. Alle schienen sehr bei der Sache und spielten wundervoll. Besonders der dicke Koch, er gab seinem Küchenjungen eine solch edjte Ohrfeige, daß Flöhchen am liebsten richtig geheult hätte. Aber jetzt kam ja der hundertjährige Schlaf, so schnüffelte Flöhchen nur ein bißchen mit der Nase Als das Märchen zu Ende war, find wir in den Ausfichtsturm gegangen, und unsere Führerin hat von dem Sinn des Märchens gesprochen: daß das Dornröschen — oder die Erde — durch den Zauber der bösen Fee in einen tiefen Winterschlaf fallen muß, um endlich doch von dem Prinzen Fahling erweckt zu werden. Wir haben dann noch lange in dem Tempelchen gestanden, auf die Gärten im Tal herabgeschaut und gesungen: „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an und alles fängt zu blühen an auf grüner Heid und überall!" Großfilmausnahme. Ein lustiger Abend im Heim Kurz — lang — kurz schrillt das letzte Klingelzeichen, bebrillte Kurbelkästenmänner sausen durch den Raum, gestikulierend und märchenhaft große Sprachtrichter schwingend, in der Ecke sitzend der Dramaturg und Regisseur, fieberhaft das Drehbuch des zweiten Teils ausarbeitend. Preffemänner, Filmbetrachter stehen bleistiftdrehend bei den Unter» regiffeuren, die zum hundertsten Male das Publikum um Ruhe anbrüllen. Grotesker Anblick. Im trüben Licht der blauumhangenen Taschenlampe schleicht der Mörder, unheimlich bleich, verwegen, Brotmesser in der Rechten, auf das Oufer zu. Nein, zunächst auf die Haustür, die allerdings nur luftartig angedeutet ist. Mit einem infernalischen Grunsen stößt er die Tür auf und zum allerhöchsten Erstaunen des Publikums schleicht er jetzt katzenartig eine Wendeltreppe hinauf, immer int Kreise. Plötzlich unterbricht die heisere Stimme des Oberregisseurs die Stille: „Haaalt! Nochmal zurück! Mensch, harn Sie 'n Knall? Viel langsamer und finsterer, wenn ich bitten darf, Herr Mörder. Noch finsterer, oh, noch viel viel finsterer, bitte. So ungefähr, jaaa. Nehmen Sie das Messer zwischen die Zähne. Und Ihre Augen, Kerl, furchtbarer; Sie haben einen seelischen Kampf, nein, nicht mit den Augendeckeln klappern. Soo — sehr gut. Und Sie, Opfer, worauf warten Sie denn eigentlich? Hoch die Birne. Entsetzen, mehr Entsetzen, bitte sehr, Stiel- äugen, ganz recht so!" Die Lampe geht an, das Publikum biegt sich die Regisseure rennen, der Filmkritiker jagt den Füll- Halter übers Papier. Ein Kameramann geht zum Oberregisseur und gesteht voller Scham,' daß sich eine Schraube gelockert hätte, die Aufnahme müsse wiederholt werden. Zunächst folgen aber noch Einzelproben, daß die Schauspieler schwitzen. Dann eine Hauptprobe, die vom Gebrüll des Publikum und vom Fluchen der Schauspieler unterbrochen wird. Nach der General- probe, in der der Mörder zwölfmal die Wendeltreppe hinaufschleichen mußte, weil dem Oberregisseur die Szene nicht zu ..finster" gewesen ist, sagte der Mörder knurrend: „Wenn's jetzt nicht losgeht, könnt ihr mir auf'n Kopp blasen." Zum zweiten Male kam der Kameramann und erklärte dem Regisseur, daß das Filmband alle wäre. Im Anschluß daran sollen Schauspieler und Regisseur in Meinungsverschiedenheiten geraten fein, bei denen letzterer mit „blauem Auge" davon- gekommen sein soll. — Das Publikum brüllte. F.J.T. Ranögloffen zur kleinen Zeitgeschichte 33on Ernst von Aiebelfchüh. In Moskau, wo das mühsame Auffinden und Zertreten der von Trotzki gelegten Dracheneier den Herren im Kreml offenbar noch Zeit läßt, über Fragen der bolschewistischen Etikette nachzudenken, zerbricht man sich augenblicklich schwer den Kopf darüber, in welchem Kostüm man sich bei den Krönunasfeierlichkeiten in London einfinden soll, ohne seiner proletarischen Würde etwas zu vergeben. So hat denn der arme Stalin zu seinen vielen anderen Sorgen auch noch diese. Und wirklich, es ist ein schwer zu lösendes Problem! Im Straßenanzug, wie schon einmal, kann man doch nicht gut erscheinen, es sei denn, daß man Wert darauf legte, sich abermals zum Gespött der Welt zu machen. Und die vorgeschriebene Galauniform anlegen, will man auch nicht, denn das tut kein Rauybein, das etwas auf sich hält. In solcher Verlegenheit wählt man denn eine eigene Tracht, die den Vertretern des neurussischen Zaren tresflich zu Gesicht stehen wird. Die englische Presse läßt schon etwas verlauten. Strengen wir also unsere Phantasie an und versuchen wir, uns Litwinow-Finkelsteins edle Gestalt in weißen Strümpfen, Kniehosen, blauem Rock und Degen vorzustellen. Es fehlt nur noch „die Hahnenfeder auf dem Hut" und der Mephistopheles ist fertig. Aber warum blau? Warum nicht rot? Denn Blut ist doch nun einmal „ein ganz besonderer Saft" und zudem original-russische Nationalfarbe. Da legt sich Herr Tuchatschewski, der Marschall, anders ins Zeug. Er wird, wie das Pariser „Journal" verrät, in einer eigens erfundenen Paradeuniform erscheinen, auf der es von goldenen Achselstücken, Raupen, Schnüren und Bändern nur so funkelt, vermutlich doch, um der übrigen Welt zu zeigen, daß man in Rußland nicht bloß Theaterprozesse hat, sondern auch mit richttgen Theaterhelden Staat machen kann. Paris gilt bis heute als die einzige Stadt der Welt, in der eine Frau sich mit Geschmack zu kleiden weiß. Das mag übertrieben sein, zum mindesten bildet die Pariserin es sich ein, und woran ein Frau glaubt, das steht so fest wie das Amen in der Kirche. Und daß etwas Wahres daran ist, weiß jeder, der Paris kennt und mit Entzücken beobachten konnte, mit welcher unauffälligen und wirklichen Eleganz sich jede kleine Midinette kleidet. Auch das soll nun anders werden, wenn man nämlich einer Nachricht Glauben schenken darf, die besagt, daß ein Pariser Konfektionshaus auf den ganz unfranzösischen Gedanken verfallen ist, einen — Kleiderautomaten aufzustellen, der fünf verschiedene Modelle für Sommerkostüme in allen gangbaren Größen enthält, das Stück zum Einheitspreis von 30 Francs. Unsere kleine Midinette wird also fortan mit ihrem allerliebsten Fingerchen die Modellnummer ihrer Größe aus einer Drehscheibe einstellen und nach Einwurf des nötigen Kleingeldes das fertige Kleid herausziehen. Wenn das so weiter geht in dieser entgötter- ten Welt, werden wir wohl noch die kleinen Kinder dem Automaten entnehmen. Vielleicht war es die Erkenntnis, daß es heute nur noch ganz wenigen Menschen vergönnt ist, ihren eigenen Tod zu sterben (bet Rilke nachzulesen), die den Bürgermeister einer kleinen Stadt in Estland veranlaßt hat, mit der gewohnten Art des Sterbens radikal zu brechen, indem er kurz vor seinem Tode die Bestimmung traf, er wolle ein kreuzfideles Begräbnis haben. So geschah es denn auch. Unter Vorantritt einer Musikkapelle die fröhliche Tänze aufspielte, wurde der Sarg zum Friedhof gebracht. Dort fand noch die kirchliche Beisetzung statt, und die merkwürdige „Trauer"- Versammlung konnte mit dem tröstlichen Gefühl, selten so vergnügt gewesen zu sein, auseinandergehen. — Man könnte diese Narretei ja ruhig auf sich beruhen lassen, wenn der Vorfall nicht zum Erschrecken deutlich die ganze Esirsurchtlosigkeit zeigte, die heute viele Menschen gegenüber dem großen Mysterium des Todes, damit aber auch dem des Lebens bekunden. Die Frivolität, die aus diesem schaurigen Totentanz spricht, hat ganz gewiß nichts mit jenem „fröhlichen Sterben" zu tun, das allein das Vorrecht derer ist, die den Tod nicht als ein Ereignis betrachten, über dessen Ernst man sich mit einer Walzermusik hinwegsetzen kann. Der kleine Ort K l o st e r g r ö n i n g e n bei Halberstadt konnte kürzlich die Tausendjahrfeier seiner ehemaligen Klosterkirche begehen. Diese Kirche besitzt ein Hauptwerk der romanischen Plastik in Gestalt einer Empore, auf deren Brüstung dreizehn lebensgroße Relieffiguren in Stuck — Christus im Kreise der Apostel — dargestellt sind. Sie ist das Glanzstück der Kirche. Oder besser, sie war es. Denn was man heute, noch dazu in einer ganz mißlungenen Neubemalung, dort zu sehen bekommt, ist nur ein Gipsabguß; Das Original befindet sich im Museum in Berlin. Der Fall ist typisch für eine Museumspolitik, wie sie nicht sein soll. Man hat nämlich seinerzeit die wirtschaftliche Notlage der Gemeinde ausgenutzt und für 4000 Mark — viertausend Mark! — die Kirche ihres kostbarsten Gutes beraubt, anstatt ihr einige Mittel zur Verfügung zu stellen, die ausgereicht hätten, das gefchichtlily und künstlerisch mit dem Raum eng verbundene Werk zu erhalten. Die anläßlich des Jubiläums erneut unternommenen Versuche der Pfarroerwal- tung, das Original wiederzuerlangen, sind natürlich gescheitert, denn was das Museum hat, gibt es so bald nicht wieder heraus, besonders wenn es sich, wie hier, auf das formale Recht stützen kann. Gleichwohl möchten wir die Hoffnung nicht aufgeben, daß einmal die Zeit kommen wird, wo die Achtung vor dem gewachsenen und bodenständig gewordenen Kunstwerk so groß ist, daß eine Museumspolitik, die sich ohne wirklich zwingende Gründe an dem alten Besitzstand einer Kirche vergreist, einfach als unmoralisch empfunden und somit unmöglich gemacht wird. Dann werden vielleicht auch die Kloster- gröninger, die sich in diesem Falle mit vollem Recht auf die besten Grundsätze der nationalsozialistischen Weltanschauung berufen können, die ihnen in einer schwachen Stunde abgetanste Empore wiederbekommen. * Die Amerikaner sind doch praktische Leute. Um den Archäologen in 600 Jahren ihre Arbeit, die bei den heutigen Vertretern dieser Wissenschaft noch so viel Scharfsinn und Kombinationsgabe vor-, aussetzt, möglichst zu erleichtern, hat ein Professor an der Universität Oglethorpe im Staate Georgia beschlossen, eine „Schatzkammer der Gegenwart" einzurichten. In den natürlichen Felsen eingehauen, mit einem konservierenden Gas gestillt und mit einer Stahlplatte versiegelt, deren Inschrift jedermann das Oeffnen vor Ablauf von 600 Jahren verbietet, soll diestr eigenartige Schatz alles enthalten, was für unsere heutige Zivilisation bezeichnend ist: Autos, Schreibmaschinen, Radioapparate, Schallplatten, Zeitungen, ein vollständiges Konversationslexikon, Sportgeräte u. a. m. Es fehlt nur noch, daß der Professor sich selbst in mumisi- ziertem Zustand dazu legt, was einem Menschenfreunde im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten ohne weiteres zuzutrauen wäre und künftigen Generationen ja auch erst die Möglichkeit geben würde, die sterblichen Ueberreste des seltenen Mannes zu bewundern, der so wenig Menschenkenntnis besaß, daß er glauben konnte, man werde wirklich bis zum Jahre 2537 warten, ehe man eine Schatzkammer öffnet, die ein solches Geheimnis hütet. Nationalsozialismus und Wissenschaft. Von Dr. Erich Iaensch, Professor an der Universität Marburg. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Psychologie veröffentlicht im Reichs- Jugend-Pressedienst folgenden Aufsatz: In dem jetzt beginnenden Großkampf um die Begründung einer Kultur im deutschen Sinne ist es nötig, vor gefährlichen Mißverständnissen zu warnen, die hinsichtlich des Verhältnisses von Nationalsozialismus und Wissenschaft noch immer verbreitet sind. Es wird noch vielfach folgende Erwägung angestellt: Die Wissenschaft soll dem Volke dienen. Das hat sie bisher nicht in genügendem Maße getan. Die Reform der Wissenschaft im nationalsozialistischen Staate muß daher alle praktischen Disziplinen in den Vordergrund rücken, dagegen alles, was unmittelbar nur den Erkenntniszielen dient und daher „theoretisch" ist. zurückstellen oder am besten ganz ausschalten. Wir werden also in Zukunft selbstverständlich, und zwar in erhöhtem Maße, weiterpflegen: die Gesamtheit der technischen Wissenschaften, Chemie, Landwirtschaft, landwirtschaftliche Bodenkunde; von der ehemaligen Mineralogie und Geologie dasjenige, was den Zwecken des Bergbaus, der Erschließung des Erdinneren und der Rohstoffgewinnung dient. Von der Botanik bleibt die landwirtschaftliche Pflanzenkunde und die Lehre von den Pflanzenkrankheiten übrig, von der ehemaligen Zoologie die Tierphysiologie, soweit sie der für landwirtschaftliche und Heereszwecke notwendigen Tierheilkunde dient. Dazu kommt dann natürlich die klinische Medizin, und in vorsichtiger Dosierung etwas Geisteswissenschaft, soweit ihr unmittelbar praktischer Ertrag einleuchtend ist. Es erfaßt mich ein Erschrecken in dem Gedanken daran, daß derartige, heute weitverbreitete Anschauungen bei dem gigantischen Werke des Neubaus der deutschen Kultur Einfluß geratenen, oder daß die geschilderte Denkrichtung auch nur erheblichere Zugeständnisse fordern könnte. Es würde damit von dem inneren Richtungssinn unserer gewaltigen nationalsozialistischen Bewegung und von den Absichten dessen, der sie verkörpert, von den Willensentschlüssen des Führers aufs gründliche abgewichen werden. Der Führer hat in feiner großen Rede am-30. Januar mit aller Deutlichkeit feine Willensmeinung dahin zum Ausdruck gebracht, daß der kulturelle Hoch st and des deutschen V o'l k e s nicht etwa herabzusenken, sondern im Gegenteil immer weiter zu heben sei. Das echt demokratische Prinzip des Nationalsozialismus wird damit nicht etwa durchbrochen. Die Hebung der Höhenlage des geistigen Lebens kommt auch dem letzten Volksgenossen zugute. Die Pflege der Wissenschaft und die Unterbauung des praktischen Lebens durch das Erkennen gehört aber notwendig zu den Hauptpunkten eines Kulturprogramms im Sinne einer deutschen Bewegung. Eine solche muß ja notwendig an die eigentümlichen Anlagen des deutschen Geistes anknüpfen; hierzu gehört aber bei unserem nicht besonders sinnenfreudigen, dagegen tiefinnerlichen und nachdenklichen Volke vor allem die Veranlagung zum wissenschaftlichen Erkennen. Deutsche Wissenschaft hat von jeher Weltgeltung gehabt, in ähnlicher Weise wie etwa italienische Malerei. Man wird hiergegen einwenden: Das ist ein Fernziel der Bewegung, das für spätere Zeit einmal ins Auge gefaßt werden kann. Zu ihm führt ein weiter Weg; darum müssen wir auf dieses Fernziel t m Augenblick verzichten. Wir müssen jetzt auf dem kürzesten Wege dem nächstliegenden Ziele zustreben, die dringendsten Bedürfnisse des praktischen Lebens zu befriedigen. Selbstverständlich müssen wir das. Aber gerade die Beschneidung der Wissenschaft auch in den auf die reine Erkenntnis ausgerichteten Gebieten, würde die Erreichung dieses Zieles vereiteln. Umgekehrt wird jenes unmittelbar praktische Ziel durch recht ausgiebige Pflege der Wissenschaft, in ihrem vollen Umfang, wenn auch in mancher Hinsicht in anderen Richtungen als bisher, am besten gefördert werden. Ost wird ja ein Ziel auf einem scheinbaren Umweg am schnellsten erreicht. So verhält es sich auch hier. Gerade auch die den reinen Erkenntniszielen zugewandte Forschung ist notwendig, wenn die Aufgaben, die die Lebenspraxis stellt, gelöst werden sollen. Ist es wirklich notwendig, noch darauf hinzuweisen, daß die dem reinen Erkenntnisziel zugewandte Wissenschaft kein bloßes Hirngespinst ist, daß sie vielmehr eine Orientierung über d i e Wirklichkeit liefert, und daß diese Orientierung besitzen muß, wer in der Wirklichkeit und im praktischen Leben wirken und handeln will? Man bezeichnet den größten Teil der eben genannten praktischen Fächer, auf die manche heute die Wissenschaftspflege am liebsten beschränken möchten, als „angewandt e" Wissenschaften. Diese treffende Bezeichnung bringt zum Ausdruck, daß jene Zweige, die der Praxis unmittelbar zugewandt sind, gar keine völlig selbständige und unabhängige Existenz besitzen, daß sie vielmehr in weitem Umfang darauf angewiesen sind, dasjenige anzuwenden, was zunächst in reiner, nur den Erkenntniszielen zugewandter Forschung aufgefunden worden ist. Gerade die größten und folgenreichsten Förderungen des praktischen Lebens durch die Wissenschaft sind oft von Bestrebungen ausgegangen, die zunächst auf Ziels des reinen Erkennens gerichtet waren. Das ist auch ganz begreiflich. Denn gerade die größten, das Leben am meisten umgestaltenden Errungenschaften stützten sich auf Tatsachen der Wirklichkeit, die vor der betreffenden „Errungenschaft" unbekannt waren und erst in reiner, den Zielen des Erkennens zugewandter Forschung aufgedeckt werden konnten. Die Röntgentechnik ist heute ein völlig unentbehrlicher Zweig der praktischen Medizin, der Kriegschirurgie und damit auch der Wehrwissenschaften. Aber nie und nimmer hätte der Wunsch jener praktischen Fächer, ein Hilfsmittel zur Durchleuchtung des menschlichen Körpers zu besitzen, auf jene Errungenschaft hingeführt, wenn nicht zuvor Konrad Wilhelm Roentgen, rein in der Absicht des Naturforschers, seine grundlegenden Untersuchungen angestellt hätte. Roentgens Arbeiten wiederum fußten auf Hittorfs vorangegangenen Forschungen über Kathodenstrahlen und wären ohne diese Grundlage nicht möglich gewesen. Man kann nicht einmal den Hörer eines Rundfunkgerätes zur Hand nehmen, ohne sich daran zu erinnern, daß auch diese Errungenschaft auf der Grundlage von Forschungen ruht, dis zunächst in rein wissenschaftlicher Erkenntnisabsicht durchgeführt worden waren. Wir sind gelegentlich auf den Einwand gestoßenr Die Fundamente der reinen Wissenschaft sind gelegt. Es kann nun lange Zeit auf ihnen aufgebaut werden. Jetzt handelt es sich um die praktischen Anwendungen. Erinnern wir diese unkritischen Kritiker daran, daß zu seiner Zeit schon Aristoteles glaubte, die Wissenschaft sei beinahe fertig und werde in ganz kurzer Zeit zum Abschluß kommen! Wir wissen heute, daß sie damals soeben noch in ihren ersten Anfängen stand. Würden wir heute hier die Hände in den Schoß legen, so würden uns andere Völker auf diesem Gebiete — auf das vielleicht unsere stärksten und eigentümlichsten Anlagen hindrängen — sehr bald überflügeln (und dann natürlich auch in vielem Praktischen, weil jede wirklich große Errungenschaft sich auch in der Praxis auswirkt). In Italien z. B. ist die Wissenschaft noch nie so sorgsam gepflegt und so hoch geachtet worden wie gegenwärtig. Am verhängnisvollsten ist der Stillstand i n einer großen Wendezeit. Eine solche ist aber dieser gewaltige Augenblick in allen Gebieten des Daseins,' auch im Bereiche der Wissenschaft. Die letzte Epoche hatte eine Kultur der toten Sachen und Sachwerte getrieben, und daneben, als Ergänzung, eine Kultur und Bildung der reinen, hoch- geistigen Ideen entwickelt. Hierbei kam zu kurz d>r Mittelbereich zwischen beiden, der des leben' - gen Seins, der für das gesamte Leben des V ll- kes gerade wichtigste Bereich —, und fast alles Lebendige verkümmerte. Im Gefolge der Großtat d'?s Führers, die den in der Vergangenheit entweder unlebendigen oder aus einem philosophischen Jdeen- hirnrnel herabgeholten und deduzierten Staat wieder auf seine lebendigen Wurzeln im Volkstum zurückführte, sollen nun alle Daseinsgebiete auf d i e natürlichen Lebensgesetze begründet werden. Hier erwachsen der Forschung gewaltige Aufgaben. Wetten. Von K. H. Waggerl. Nur Träume und Hirngespinste kann ich zum besten geben, und die sind bei weitem nicht so aufregend wie zum Beispiel das alberne Kunststück, kleine Kiesel etliche Schritte weit in den leeren Milchkrug zu werfen. Klaus kann das. Er nimmt ein Steinchen und schnellt es weg, und schon tanzt es klirrend in den Bauch des Kruges. Anna schaut zu und möchte es auch versuchen, aber es gelingt nicht — mir vielleicht? Ich zucke die Schultern. Kaum aufs erste Mal, sage ich, und so meint das Fräulein auch. Es ist unbegreiflich, wie Klaus es anstellt, nie zu fehlen. Wetten? sagt Klaus. Wetten wir, daß er trifft? Ja, was soll es gelten? Ach, nicht zu wenig, einen Wunsch. Wer verliert, muß dem andern einen Wunsch erfüllen. Einen Wunsch, wiederholt das Fräulein. Jeden? Ja, natürlich, jeden. Klaus sagt das harmlos und leichthin, aber dabei versteckt er ein freches Lächeln in seinen Mundwinkeln, und plötzlich bekommt das Fräulein blitzende Augen und will nichts mehr von einer Wette wissen, nein, Schluß mit dem Unsinn. Mir ist ja auch, als hätte Klaus eine Zurechtweisung verdient, obwohl ich noch nicht recht begriffen habe, wofür. Allein, es schlägt ja nichts bei ihm an. Er tändelt weiter mit seinen Kieseln und überläßt es mir, bas Gespräch wieder in Gang zu bringen. Ich wollte, es fiele mir jetzt etwas sehr Feines, Bedeutendes ein. Aber vergeblich, ich komme nur auf meinen Garten zu reden. Wie merkwürdig ist es eigentlich, sage ich, daß der Mensch diesen Drang in sich hat, fremdes Leben in Besitz zu nehmen, zu hegen und zu betreuen, es ist ein förmliches Bedürfnis, ein mütterlicher Trieb in jedem von uns. Schwer zu erklären, was ich damit meine. Vielleicht muß ich weiter ausholen und eine Geschichte erzählen, nein, eine Geschichte ist es wohl gar nicht, nur eine kleine Begebenheit. Als ich in der Stadt zur Schule ging und zum ersten Male mein Dasein aus Eigenem bestritt, in dieser Zeit also bewohnte ich eine Kammer in einem alten Haus, ganz oben unterm Dach und nach dem Hinterhof gelegen. Ich muß noch einfügen, daß ich etwa vierzehn Jahre alt war, aber noch sehr schmächtig und kindlich, und natürlich ganz arm, ich besaß so gut wie gar nichts. Nom Hunger wurde ich weniger geplagt als von der Verlassenheit und vom Heimweh. Das wurde ich nie ganz los, ob ich nun in der Schule saß oder meiner Bettelkost nachlief oder daheim Noten abschrieb, damit ich ein paar Groschen nebenher für das Abendessen verdiente. Vom letzten Stockwerk aus lief ein Gang an der Mauer hin bis zu einem Verschlag, nun ja, früher hielten es die Leute so, mit bestimmten Geschäften gingen sie außer Haus. Das Dach dieses Hüttchens aber lag knapp unter meinem Fenster, ich legte mein Brot und meinen Käse dorthin ins Kühle, und weil die Schindeln längst morsch waren, hatte sich allerlei Grünes dazwischen angesiedelt. Im ersten Sommer war es nur Gras, eine kümmerliche Taubnessel und ein Hirtentäschchen, aber ich brachte noch Erde dazu und goß die Kräuter in der Dürre, und im andern Frühling schoß es schon viel üppiger auf. Eine schön gekräuselte Kamille kam dazu, Löwenzahn, und endlich das wunderbarste, eine Weide. Ich wiederhole das noch einmal, ein richtiges Bäumchen. Sicher wuchs es schon lange dort, hört doch zu, ich hatte es nur nicht beachtet, und nun bekam es richtig kleine Kätzchen im Frühling, dieses handhohe Gestrüpp. Ja? sagt Anna. Wo stand eine Weide? Unter meinem Fenster. Es ist ja nichts weiter darüber zu sagen, ich meine bloß, ich hatte damals eine so große Freude daran. Man muß auch bedenken, sage ich, wie weit her der Same zuflog, dort gab es gewiß schon Wiesen ober eine Aue wie daheim hinter dem Dorf. Sogar Bienen kamen und übernachteten in meinem Garten, wenn sie die Abend- kühle überraschte. Jetzt bedeutet das natürlich nichts mehr, ich erzähle vielleicht auch alles viel zu weitschweifig. Nur eines möchte ich noch erwähnen, was mich am meisten beglückte: daß ich meinen Garten ganz heimlich besaß. Niemand im Hause ahnte das geringste davon. Aber das ist ja auch langweilig. Ich rede und schwätze, was will ich denn nur? Ein Garten voll Unkraut auf dem Dach eines Aborts, ach, es ist ja nicht einmal luftig. Immer mehr verwirre ich mich, und schließlich verstumme ich, hilflos und beschämt. Eine Weide, sagt Klaus nach einer Weile. Mit einem Weidenstecken habe ich auch einmal etwas erlebt. Die Sache war so, daß er in einer Hammerschmiede Arbeit gefunden hatte, die Werkstatt gehörte der Witwe. Und das war an sich gut, Witwen legen gern in der Küche zu, was sie in der Kammer entbehren. Nur fing sie gar zu bald an, ihm Augen zu machen. Wie bas eben geht, man treibt seine Späße, und schon ist der Teufel los. Ihm paßte bas jedenfalls gar nicht, Weib und Kinder und alles schon fertig und in die Jahre geschossen, darum sagte er zu gelegener Zeit, es sei recht und gut, aber einmal müsse er noch Urlaub haben, um sein Zeug herbeizuholen. Schnitt sich einen Stecken, den Weidenstecken also, und ging, und die Schmiedin lief mit ihm bis übers Dorf hinaus. Dort schieden sie, alle Heiligen, das war ein Abschied! Sein Knüttel blieb im Grase stecken, aber den holte er nicht mehr, nicht um sein Seelenheil. Ein Jahr verging, ein mageres, ein zweites noch schlechter, da fielen ihm doch manchmal die Bratenschüsseln wieder ein. Der Speck war längst aufgezehrt, den er sich bei der Schmiedin angemästet hatte. Es ließ sich nicht ändern, sagt Klaus, die Beine nahmen von selber Kurs. Unversehens stand ich wieder auf dem gewissen Hügel, und da lag auch richtig die Schmiede unten, das Wehr mit den Kopfweiden und der Garten dahinter, sogar dieselben Krautköpfe darin, meiner Treu, nichts hatte sich geändert. Spaßeshalber sah ich mich um, ob ich vielleicht auch meinen Stecken noch anträfe, und, schlagt mich tot, ich fand ihn wirklich. Nein, lacht nicht, ich sage euch, das Gruseln überkam mich am hellen Mittag. Denn der Stecken war angewachsen, Zweige und Blätter hatte er getrieben. Das gab mir zu denken. Wenn schon dein Stecken Wurzeln bekommen hat, überlegte ich, wer weiß, was dir in der Schmiede unten zugewachsen ist. Ja, und da drückte ich mich dann wieder. Abscheulich, sagt das Fräulein. Ist er nicht ein abscheulicher Kerl? Ich muß es zugeben, es war ein starkes Stück von diesem Klaus. Und die Witwe? fragt Anna. Was ist aus der Schmiedin geworden? Ja, das weiß Klaus nicht. Vielleicht wartet sie immer noch. Ach, was er sich einbilde? Als ob die nicht längst einen Besseren gefunden hätte! Wetten? sagt Klaus. Sochschulnackrichten Dem Dozenten Dr. Josef Ziegler ist unter Ernennung zum Ordinarius in der Kath.-Theol. Fakultät der Staatlichen Akademie Braunsberg der Lehrstuhl für Altes Testament übertragen worden. Dem Dr. habil. Karl Fink ist unter (Ernennung zum außerordentlichen Professor, der Lehrstuhl für Kirchengeschichte in der Kath.-Theol. Fakultät der Staatlichen Akademie Braunsberg übertragen worden. Merkwürdige Tiergeschichten. Daß Raben und Elstern eine besondere Vorliebe für glänzende Gegenstände haben, ist bekannt. Eine junge Amerikanerin machte sich diesen Umstand zu Nutze und richtete eine Elster für diebische Zwecke ab. Bald darauf verschwanden in einem großen und eleganten Hotel in Chikago Schmuckstücke der Gäste auf rätselhafte Weise aus ihren Zimmern, meistens während der Mittagsstunden, wenn die Gäste in ihren Zimmern schliefen. Da nachweislich kein fremder Mensch die Räume zu dieser Stunde betreten konnte, war die Sache vollkommen rätselhaft. Eines Tages jedoch erwachte eine Dame aus ihrem Schlummer durch ein kaum wahrnehmbares Geräusch. Sie schlug die Augen auf und sah gerade noch einen Vogel, der von dem Nachttisch neben ihr einen wertvollen Ring ergriff und damit aus dem Fenster und in ein nahegelegenes Haus flog, Die Dame benachrichtigte sofort die Hoteldirektion, die Polizei stellte Beobachtungen und Nachforschungen an, und nach einiger Zeit wurden in dem Zimmer der jungen Amerikanerin eine große Mengs der verschwundenen Wertgegenstände gefunden. Als das junge Mädchen verhaftet wurde, leugnete sie nicht, sprach aber als einzigen Wunsch die Bitte aus, ihre Elster mit in ihre Gefängniszelle nehmen zu dürfen. Diese Bitte wurde ihr jedoch abgeschlagen, und die Elster wurde dem Zoologijchen Garten in Chikago übergeben, von wo aus sie keine Gelegenheit mehr hat, ihre gefährlichen Angewohnheiten zu betätigen. Ein anderer Fall liest sich wie das Kapitel eines Romans. Ein junger Zirkusangestellter verliebt sich in die Tierbändigerin, die ihn jedoch verschmäht. Eines Abends aber bei der Vorstellung fällt ihr auf, daß von ihren sechs Löwen, die sie seit Jahren kennt uäd mit denen sie noch niemals irgendeine Schwierigkeit gehabt hat, der eine, und zwar Nero, der größte und jüngste, seltsam aufgeregt ist. Er weigert sich, ihren Befehlen Folge zu leisten, mag nicht durch den Reifen springen und nicht auf seinem Platz bleiben. Auf einmal wirft er sich auf die Bändigerin und zerreißt sie. Einem geistesgegenwärtigen jungen Kollegen gelingt es im letzten Augenblick, die Unglückliche aus den Pranken des Tieres zu retten. Sie ist schwer verletzt, wird aber nach längerem Leiden völlig hergestellt. Die polizeiliche Untersuchung fördert jedoch zutage, daß der verschmähte Angestellte vor der Vorstellung Glasscherben in den Löwenkäfig geworfen hat. Das arme Tier, das sich ernstlich verletzt hatte, wurde während der Vorstellung von Wut gepackt. Diese Geschichte hatte einen bemerkenswerten Ausgang. Der Schuldige w"rde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, die Bändigerin heiratete ihren Lebensretter. SieLustrüffung derSowjets. Von besonderer Seite werden über die rote Luftflotte die nachstehenden authentischen Mitteilungen gemacht lieber der sowjetrussischen Luftrüstung stehen als Leitspruch die Worte Stalins, niedergeschrieben in der Anordnung zum ersten Fünf-Jahres-Plan: „Wir brauchen keine Armeen, wie sie von den europäischen Großmächten unterhalten werden. Das, was wir zur Verteidigung unseres Landes, zum Schutze unseres inneren Wiederaufbaues und zur Durchführung unserer Außenpolitik brauchen, ist eine jederzeit einsatzbereite Luft- w a f f e." Die Sowjetunion ist in der Tat wie kein anderes Land geeignet, seine militärische Stärke auf die Luftwaffe zu gründen. Erstreckt sich doch das Luftaufmarschgebiet Sowjetrußlands im Westen gegen Europa auf eine Grenzausdehnung von 3000 Kilometer und eine Tiefe von etwa 800 Kilometer, das heißt auf eine Flächenausdehnung von 2 400 000 Qudratkilometer. Erst ein Vergleich mit der Flächenausdehnuna anderer Länder vermittelt eine Vorstellung von dem gewaltigen Ausmaß des sowjetrussischen Aufmarschglacis. Die Gesamtfläche Englands beträgt 413 564 Quadratkilometer, die Frankreichs 550986 Quadratkilometer und die Deutschlands 470699 Quadratkilometer. Der Vorteil eines derartig gewaltigen Luftaufmarschgebietes liegt in der Möglichkeit, eine B o - denorganisation zu schaffen, die Tausende von Flugplätzen umfassen kann, auf denen große Luftheere versammelt werden, ohne daß es gelingen könnte, diesen auf 2 400 000 Quadratkilometer verteilten Aufmarsch durch Luftangriffe zu zerschlagen. Dieser 3000-Kilometer-Aufmarschfront steht die deutsche Ostgrenze mit nur 600 Kilometer Länge gegenüber. Der Vorteil der „äußeren L i n i e", den Sowjetrußland besitzt, ist so augenfällig, daß allein diese Tatsache genügte, um von einer Luftbe- drohung Deutschlands durch Sowjetrußland zu sprechen, wenn auch nur die ersten Anzeichen erkennbar würden, diesen Vorzug der äußeren Linie und der Tiefe nutzbar zu machen. Mft wieviel mehr Recht kann Deutschland von einer akuten Luftbedrohung durch Sowjetrußland sprechen, nachdem die Luftstreitkräfte der Sowjetunion zahlenmäßig an der Spitze aller Luftflotten der Welt stehen, Die sowjetrussische Luftrüstungsindustrie in der Lage ist, zur Zeit eine Jahresproduktion von 7000 Flugzeugen herauszubrmgen, die Beschaffung der Rohstoffe durch eine gewaltige Industrie-Organisation gesichert ist und das Aufmarschgebiet im Westen Rußlands Hunderte von „Flughafen-Systemen" (Haupt- und Nebenflugplätze) umfaßt, die heute schon 4000 bis 5000 Flugzeuge aufnehmen. Die Presse des Auslandes, namentlich Englands und Frankreichs, bemüht sick aus begreiflichen Gründen, die „Rote Luftgefecht als ein von Deutschland erfundenes „Zweck-Phantom" hinzustellen, ausgedacht und propagiert, um Deutschlands Nachrüstung zu begründen. Die englische Luftfahrt-Zeitschrift „Aeroplane" vom Dezember 1936 verstieg sich in der Abschwächung der sowjetrussischen Luftdrohung soweit, Rußland als tölpelhaft gutmütigen Bären hinzustellen, der zwar das Fliegen lernen möchte, indes niemals in der Lage fein wird, sich wirklich m die Luft zu erheben. Die auf dem 8. Sowjetkongreß verkündete gewaltige Luftrüstung, die Verdreifachung der sowjetrussischen Luftwaffe und die geforderte Ausbildung von 150 000 Flugzeugführern wurde als „phantastisch", die sehr natürliche Reaktion in der deutschen Presse als „übertrieben" bezeichnet. Es bestehe kein Grund, meinte „Aeroplane", die sowjetrussische Luftmacht als eine direkte Bedrohung anzusehen. Welche Tatsachen stehen einer solchen Ansicht gegenüber? Die Entwicklung der sowjetrussischen Luftwaffe beginnt mit dem 28. Juni 1928. An diesem Tage wurden die zwei einzigen, bisher als Auslandskonzessionen betriebenen Flugzeugwerke, über die Sowjetrußland verfügte, verstaatlicht. Im Jahre 1929 bereits belief sich die Anzahl der Flugzeugwerke auf 18, die Zahl der in der Luftrüstungsindustrie beschäftigten Arbeiter auf 20 000, die Jahresproduktion an Flugzeugen auf 500. Vier JoHre später, im Jahr 1933, am Ende des ersten Fünf-Jahres-Plans arbeiteten 120 000 Arbeiter in 54 Flugzeugwerken und stellten 1700 Flugzeuge her. Weitere drei Jahre später — 1936 — betrug die Jahresproduktion 6000 Flugzeuge: 74 Flugzeugwerke waren erstandet und beschäftigten 200 000 Arbeiter. Die Entwicklung des Flugzeugbaues hatte demnach in 7 Jahren folgenden Verlauf genommen: Die Zahl der Flugzeugwerke war auf das 4,2fache gestiegen, die Zahl der Arbeiter auf das lOfache, die Jahresproduktion an Flugzeugen auf das 1 2 f a ch e. Heute ist die sowjetrussische Lustrüstungsindustrie soweit entwickelt, daß ihr innerhalb des Luftrüstungsplanes die Aufgabe gestellt werden konnte, bis zur Wende 1937/38 die Jahresproduktion auf 10 000 Flugzeuge zu steigern. Von den Motorenfabriken wird verlangt, den Bau von Flugzeugmotoren, der zur Zeit 10 000 bis 12 000 Stück jährlich beträgt, bis zum Jahre 1938 zu verdoppeln. Bereits 1936 war in der Flugmotoren-Jndustrie nach den Ausführungen Chripins auf dem 8. Sowjetkongreß eine 46prozentige Steigerung gegenüber den Leistungen im Jahre 1935 zu verzeichnen. Die sowjetrussische Luftwaffe wird nach der Ingangsetzung des jüngsten Zwei-Jahres-Rüstungs- planes folgendes Bild aufweisen: 1937 wird die Jahresproduktion an Flugzeugen 7000 betragen. Von dieser Zahl sind etwa 30 v. H. als Ersatz für den Verschleiß an Flugzeugen im Dienstbetrieb und w*tere 20 v. H. für die Auswechselung veralteter Flugzeuge bei den Formationen der Luftwaffe abzuschreiben, so daß von der gesamten jährlichen Produktion noch 3500 Flugzeuge zur Rückstellung für die geplante Verstärkung der Luftwaffe verfügbar sind. Da die Stärke der Roten Luftwaffe zur Zeit 5000 Flugzeuge 1. Linie und etwa 2000 Flugzeuge 2. Linie beträgt, so würde Ende 1937 sich die Zahl der Flugzeuge 1. Linie auf 8500 und die der 2. Linie auf etwa 3000 Flugzeuge beziffern. Am Ende des zweijährigen Luftrüstungsprogrammes dürfte mit etwa 15 000 Flugzeugen 1. Linie zu rechnen fein. Von der Gesamtzahl der sowjetrussischen Militärflugzeuge stehen zwei Drittel im W e st e n , ein Drittel in Fernost. Wenn dieses Stärkeoerhält- nis beibehalten werden sollte, würden dem „kapitalistischen" Europa, insonderheit Deutschland, 1938 zumindest 10 000 Flugzeuge der sowjetrussischen Luftwaffe gegenüberstehen, während Japan sich durch 5000 Flugzeuge bedroht sehen müßte. Gegenüber diesen Tatsachen bricht die Legende vom „fliegenden Bären" in sich zusammen. Deutschland gibt sich keinen leichtfertigen Täuschungen hin: Sowjetrußland ist auf dem Wege, die herrschende Luftmacht der Welt zu werden, keineswegs etwa, um — wie die Sowjets glauben machen möchten — die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegen irgendwelche Ueberfälle — kapitalistischer oder faschistischer Staaten — zu schützen, sondern allein zu dem Zweck, „der Durchführung der sowjetrussischen Außenpolitik zu dienen". Nicht zufällig sind zwei Drittel aller sowjetrussischen Militärflugzeuge schwere und leichte Bomber. Nicht umsonst ist der Generalstab der Roten Luftwaffe im Begriff, dieses Angriffsinstrument für die Führung „handlich" zu gestalten, das heißt die Masse der bisher noch vereinzelt in den Militärbezirken dislozierten Bombenbrigaden zu größeren Verbänden zusammenzufassen, um noch größere, operativ zu verwendende Verbände aufzustellen. Diese Verbände werden sich als „L u f t h e e r e" darstellen, die nach dem Willen der Sowjets in einem gigantischen Vernichtungszug der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee den Weg auf die Trümmer der europäischen Welt ebnen sollen. In seiner Studie „Charakter des Krieges von morgen" sprach A m i g a r o ro (Woina i Revoluzija, Sept./Okt. 1934) der Luftwaffe in der Anfangsperiode des Krieges eine ausnehmende, vielleicht entscheidende Bedeutung zu. „Die Luftwaffe und die Panzertruppen", sagte Amiragow, „werden den Krieg beginnen." Seit dieser Grundsatz aufgestellt wurde,-sind drei Jahre vergangen. An der These hat sich nichts geändert, doch ist der Gedanke, den Krieg durch die Luftwaffen zu eröffnen, von dem Roten Generalstab vertieft und erweitert worden. Heute gilt der Grundsatz: Die Luftwaffe und d i e Fallschirmtruppen werden den Krieg eröffnen. In die von diesen durch umfangreichste Zerstörung im Feindland gelegte Bresche bringen die Panzertruppen ein. Der Einsatz des Heeres folgt erst in zweiter Linie Die politische und wirtschaftliche Struktur Rußlands unter dem bolschewistischen System verträgt einen Krieg von langer Dauer ebenso wenig wie ein langsames und schwerfälliges Anlaufen der Operationen im Kriege. Die Entscheidung des Krieges muß in kürzester Zeit erzwungen werden. Der Luftwaffe, den Fallschirmtruppen und den Panzerverbänden fällt die Aufgabe zu, den Gegner überraschend niederzuwerfen. Heute schon verfügt die sowjetrussische Luftwaffe über mehrere Brigaden, die im Transport von Luftinfanterie ausgebildet sind. Am -Ende des Zwei-Jahres-Rüstungsprogrammes werden besondere mit Geschwadern von schweren Transportflugzeugen ausgerüstete Luftlandungsbrigaden bestehen. Einige hunderttausend ausgebildete Fallschirmsportler und etwa 60 000 bis 70 000 militärisch ausgebildete Fallschirmspringer bilden den gewaltigen Reservebestand für die im Kriege zu verwendenden Fallschirm-Brigaden oder -Divisionen. Wenn die Aufstellung einer zum überwiegenden Teil aus Bombenflugzeugen bestehenden Angriffsluftwaffe, deren offensiven Charakter noch nicht zur Genüge unter Beweis stellen würde, so muß dieses vollends durch die Bereitstellung derartig gewaltiger Massen von Fallschirmschützen dargetan werden. Die sowjetrussische Luftrüstung ist eine unverhüllte Drohung an die Welt. Kanadischer Staatsbesuch in LlGA Am 30. März stattete der Generalgouverneur von Kanada, Lord Tweed smuir, dem Präsidenten Roosevelt in Washington einen offiziellen Staatsbesuch ab in Erwiderung des Besuches des amerikanischen Staatspräsidenten. Als Lord Tweedsmuir auf dem Bahnhof von Washington ankam, wurde sein Wagen, wie unser Bild zeigt, von Panzerwagen der amerikanischen Wehrmacht eskortiert. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M • Die Paradies Inseln im Stillen Ozean. ^eifebrief unseres H. W.-Berichierstaiters. Unser H. ^.-Berichterstatter für den Fernen Westen der Vereinigten Staaten hat den Fernen Osten besucht und sich dabei einige Zeit auf den Hawai-Jnseln aufgehalten. In zwei Briefen schildert er seine Eindrücke von diesen zauberhaften Inseln und gewaltigen Festungsanlagen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.! l. Das Gibraltar des Pazifik Honolulu, März 1937. Nach stürmischer Fahrt durch den von Taifunen durchtobten ostasiatischen Teil des Stillen Ozeans schien sich am vierten Tag nach unserer Abfahrt von Yokohama das schäumende Meer etwas zu beruhigen und unser braves Schiff, die „Tayo Maru", die ehemalige deutsche „Kap Finisterre", pflügte mit majestätischer Ruhe durch die blauen Fluten. Man fühlt sich wohl auf diesen schmucken sauberen Dampfern der japanischen Nippon Dusen Kaisha Linie. Man hat das Gefühl: „Hier bist du gern gesehen"; und der liebenswürdige Kapitän Ogawa und seine Offiziere machen aus ihrer Verehrung und Hochachtung für das neue Deutschland kein Hehl. Die Fahrgäste bestehen in der überwiegenden Mehrzahl aus Japanern: Diplomaten, die nach mehrmonatigem Heimaturlaub wieder auf ihre Missionen hinausgehen, Großkaufleute auf Geschäftsreisen nach Amerika und Europa, japanische Farmer, die auf Hawai oder in Kalifornien zu Wohlstand gekommen sind. — Die verhältnismäßig geringe Zahl der weißen Fahrgäste besteht meist aus Holländern und Engländern, die über Amerika in ihre Heimatländer zurückfahren. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell! Die rührigen Japaner haben viele schöne Sitten des malerischen Jnsellandes auf ihre Schiffe übertragen, und so wechseln bunte Teegesellschaften und japanische Tanzoorführunaen mit Sukuyaki-Diners ab, wobei man auf weichen Tatami-Matten sitzend köstliche Leckerbissen, wie Tofu, Konnyaku, zartes Rindfleisch in Shoyu-Sauce gekocht, verzehrt und aus zierlichen Schälchen Sake (Reiswein) schlürft. Selbstverständlich erscheint die aus Tokio kommende Frau Sakumoto im bunten Kimono mit dem breiten Obi um die Hüften und seidenen Pantöffelchen an den Füßen, aber die in Kalifornien geborene Miß Tai Miyata zieht es vor, ein bequemeres abendländisches Kleid zu tragen. Naturgemäß dreht sich das Hauptgespräch um Hawai, die Paradies-Inseln inmitten des Stillen Ozeans, die wir in den nächsten Tagen anlaufen werden, und ein gewisser Stolz liegt auf den Gesichtern derer, die sich zu den Bewohnern dieser glücklichen Gefilde zählen. Von Tag ^u Tag wird die Luft weicher und milder, das Wasser im Schwimmbassin auf dem Oberdeck wärmer. Die Offiziere ziehen £r openuni formen an. Am achten Tag in der Frühe sehen wir Land. Weiße Wolken lagern über den vulkanischen Bergketten der Insel Oahu, auf der sich die Hauptstadt Honolulu befindet. Die Hawaischen Inseln, wohl die abgelegensten bewohnten Inseln der Welt, liegen in der tropischen Zone, südlich des Wendekreises des Krebses, 2000 Meilen entfernt von Kalifornien, 4000 Meilen von Ostafien und 4400 Meilen von Australien. Sie bestehen aus einer großen Anzahl kleiner und acht größeren vulkanischen Inseln, von denen die wichtigsten Kauai, Oahu, Molokai, Maui und Hawai sind. Hier gibt es mehr als 200 Krater, darunter den über 4000 Meter hohen umfangreichsten tätigen Vulkan der Erde, den Mauna Loa, d. i. Großer Berg. Die eingeborene Bevölkerung dieser Inseln sind Polynesier, ein schöner Menschenschlag, friedlich und sanft, deren Vorfahren wahrscheinlich aus Indien kamen. Heute leben hier 400 000 Menschen, unter denen etwa 55 000 Weiße, 27 000 Chinesen und 150 000 Japaner sind. Von den im Aussterben begriffenen Kanaken (Eingeborenen) sind nur noch 22 000 vorhanden. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren diese Gebiete der europäischen Welt unbekannt. Als am 18. Januar 1778 der britische Seefahrer Kapitän James Cook die Inseln betrat, wurde er von freundlichen Eingeborenen begrüßt. Die Priester hatten den Kanaken erzählt, daß der Gott Lono auf einer schwimmenden Insel ankommen würde. So wurde Cook wie ein Gott verehrt und mit Geschenken überhäuft. Aber seine Seeleute benahmen sich grausam und brutal. Sie vergewaltigten die hübschen Frauen, und wenn sie Holz brauchten, verbrannten sie den heiligen Zaun um den Tempel und schonten selbst Heiligenstandbilder nicht. Da starb eines Tages einer der englischen Matrosen, und die Eingeborenen sahen, daß die Weißen sterblich waren. Eine unheimliche Wut bemächtigte sich der sonst so friedlichen, glücklichen Menschen, und sie fielen über die Eindringlinge her, erschlugen sie bis auf den letzten Mann und fütterten mit den Gebeinen die Hunde. Cook nannte die Inseln „Sandwich Islands" nach dem damaligen Oberbefehlshaber der britischen Flotte, dem Earl of Sandwich. Später wurde die Gruppe nach der größten der Inseln — Hawai — benannt. Zur Zeit ihrer Entdeckung waren die Inseln unabhängig voneinander. In einer Reihe erfolgreicher Kriege eroberte der König Kamehameha, genannt der „Napoleon des Pazifik", von seiner eigenen Insel Hawai aus, zunächst die Nachbarinsel Maui und brachte dann die ganze Inselkette unter seine Herrschaft. 1820 kamen die ersten christlichen Missionare aus Neu-England (USA.) hierher. Es gelang ihnen bald, die Eingeborenen zum Christentum zu bekehren. 1893 wurde die fettleibige Königin L i l i u k a l a n i durch eine Revolution abgesetzt und am 4. Juli 1894 die Republik Hawai ausgerufen. Der Amerikaner Sanford Dole wurde der erste Präsident. Die wiederholten Bitten, von Amerika einverleibt zu werden, fanden anfangs in Washington kein Gehör, bis im spanisch-amerikanischen Krieg die Bedeutung Hawais als Flottenstützpunkt erkannt wurde. Im Juli 1898 willigte der Kongreß in Washington in die Einverleibung ein, aber erst im Jahre 1900 wurde Hawai zum Territorium der Vereinigten Staaten erklärt. Unser Ozeandampfer passierte in langsamer Fahrt Barbers Point auf Oahu. Das Meer hat hier eine wunderbare blau-grüne Farbe, und in der Ferne am Ufer konnte man schon die üppige Fülle des tropischen Wuchses erkennen. Von Nordosten her wehte ein ständiger Passatwind, der das ganze Jahr hindurch mildernde Kühle bringt. Alle Fahrgäste waren festlich geputzt in froher Erwartung der Ankunft in dem Paradies des Stillen Ozeans, dem glückseligen Lande, über dem unter blauem polynesischem Himmel die Romantik der Südsee schwebt. Kapitän Ogawa stand auf der Brücke und hatte sein scharfes Zeißglas auf die nahe Küste gerichtet. Wir folgten feinen Blicken. Dort draußen, nicht weit von uns lag schläfrig in der warmen Sonne eine Flottille von Unterseebooten, die Wächter von PearlHarbour, einer der bedeutendsten Kriegshäfen der Welt. Der gewöhnliche Tourist sieht in Honolulu nur ein mondänes Seebad und in W a i k i k i Beach den feudalen Badestrand, in dem sich die Millionäre der Welt und viele schone Frauen ein Stelldichein geben. Aber der neben mir an der Reeling stehende asiatische Marisieattache, der zurück zu seiner Botschaft nach London fuhr, interessierte sich herzlich wenig für den Palmenstrand an Waikiki. Seine Gedanken weilten dort drüben bei den Unterseebooten, die friedlich, harmlos wie riesige Seehunde im Wasser lagen. Hawai ist heute ein mächtiges Gibraltar inmitten des Stillen Ozeans, ein strategischer Punkt von unerhörter Bedeutung. Ein Bollwerk des amerikanischen Imperialismus! — Hawai ist für Amerika das Tor nach Asien, der Kreuzungspunkt der großen Schiffahrtslinien, die den erwachenden Osten mit der sich rasch nach dem Stillen Ozean vorschiebenden Neuen Welt verbinden. Hier trifft sich Ost und West. Langsam aber sicher verschiebt sich das Zentrum des weltpolitischen Geschehens hierher nach dem Pazifik, diesem größten aller Ozeane, der heute noch als ein Meer des Friedens und der Romantik gilt. Aber wie das Mittel- meer einst feine Vormachtstellung an den Atlantik abgeben mußte, fo wird vielleicht morgen schon der pazifische Raum dem Atlantik seine Stellung ftreitig machen. — Hier am Stillen Ozean liegen sich zwei der größten Flotten der Welt, zu mächtigen Einheiten zusammengeballt, einander gegenüber. Zwar sind die Spannungen noch schwach, die Entfernungen noch immer riesengroß, aber bereits heute fliegt man in 18 Stunden von San Franzisko bis Hawai (Pan- American Airways) und in 40 Flugstunden bis Manila auf den Philippinen. Die Welt wird von Tag zu Tag kleiner. Wird hier der Kampf um die Vormachtstellung im Großen Ozean zum Ausdruck kommen in einem Ringen, wie es die Weltgeschichte noch nicht gesehen hat? Wie eine Sphinx ohne Kopf lagert der Felsen Diamond Head über der Bucht von Honolulu! — Die Verteidigungsanlagen dieses amerikanischen Gibraltar kosten bis heute über hundert Millionen Dollars: weitere 52 Millionen sind schon bewilligt. In Pearl Harbour werden die bereits vorhandenen modernen Dockanlagen in allernächster Zeit um zwei weitere Riesentrockendocks vermehrt. Das neue Armeeflugfeld Hickam soll 18 Millionen Dollar gekostet haben. Hier auf Hawai befindet sich die größte Garnison der Vereinigten Staaten, nahezu 32 000 Mann Militär sind hier untergebracht, wovon 26 000 1 Dfr. Oetker-Pudding So biUiglSogwt! 3l\ 36 400 RM. Zinsen Aus aller Welt Wieseck. den 10. April 1937. 01839 Gtandavd Saatkartoffeln 2494D gehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbeitimmungen noch juristischen, verwaltunos- Klein-Linden, den 10. April 1937 |Sie macht Wch Gedanken, DOPPELHERZ Der schwergeprüfte Gatte • Kaspar Panzer Nachlässe von 3 bla 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige1 mrschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazu allein auf die Armee und 6000 Mann auf das Marinepersonal entfallen. Und daß diese, für amerikanische Wehroerhältnisse unerhörte Truppenmenge — über ein Viertel des gesamten Heeres — nicht zur Sommerkur auf Hawai weilt, versteht sich von selbst. (Trotzdem sieht man nur selten Uniformen auf den Straßen Honolulus, da Offiziere wie Mannschaften nur in Zivil ausgehen.) Pearl Harbour gilt als einer der feinsten natürlichen Kriegshäfen der Welt. Im vergangenen Sommer konnte die gesamte, aus 165 Grohkampfschiffen bestehende Kriegsflotte der Vereinigten Staaten nach Rückkehr von den großen Ma- növern im Stillen Ozean hier Unterschlupf finden. Kleine politische Nachrichten. In den deutsch-dänischen Handelsverhandlungen in Kopenhagen ist eine Einigkeit erzielt worden. Der Stand des Zahlungskontos hat sich seit dem 1. Januar nicht unerheblich verbessert, so daß auch für das zweite Viertel des laufenden Jahres die gleiche Zahlungswertgrenze festgesetzt werden konnte wie für das erste Quartal. technischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich e läutert unt geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, se es beruflich oder als Liebhaber vnb leisten. Der Einzelhändler, der da glaubt, aus solche Art „Dienst am Kunden" zu leisten, erweist seinen Kunden in Wahrheit keinen guten Dienst. Denn nicht nur Erzeuger und Händler haben Vorteile von der Normung, sondern auch der Der- Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nui Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botcnifdhe Vereine, Naturalien- u. Herbarien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausftopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-verkäufer, Kranz- -indereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeislellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde (Srfrarmffe durch Normung VA. Sparsames Umgehen mit Roh- und Werkstoffen, die Sammlung und Regeneration von Altmaterialien, das alles sind Dinge,. die keineswegs auf Deutschland beschränkt sind, sondern hie m öcr ganzen Welt seit langem gang und gäbe sind. Selbst Länder, die über alle Rohstoffe'der Welt in unbeschränkter Fülle gebieten, wie England und Amerika, sind gegenwärtig in Sorge um die Erzversorgung ihrer Schwerindustrie und erwägen Maßnahmen, um den im eigenen Lande anfallenden Schrott nicht ins Ausland gehen zu lassen. Um soviel mehr Veranlassung zur Erschöpfung aller Möglichkeiten der Ersparnis von Roh- und Werkstoffen hat Deutschland, das sich mit jenen Ländern hinsichtlich der Rohstoffversorgung auch nicht im entferntesten vergleichen kann. Bei der Suche nach solchen Möglichkeiten darf man neben den Sammlungs- und Ersparnis-Aktionen am Rohstoff selbst eine sehr wesentliche Ersparnisquelle nicht übersehen, die auch heute noch bei weitem nicht ausgeschöpft ist, die Normung. Welche Ersparnisse hierdurch noch zu erzielen sind, zeigen einige vom-Deutschen Normenausschuß kürzlich m einer Broschüre „Die deutsche Normung" veröffentlichten Angaben über bisherige Ergebnisse. Es werden beispielsweise die Ersparnisse durch Einführung des Dinformates im Staatshaushalt in Deutschland auf etwa 2 Millionen Mark jährlich geschätzt. Eine deutsche Transmissionsfabrik verringerte ihr Lager dank der Normung um 35 v. H. Die Erzeugung von Kalksandsteinen stieg in Deutschland von 500 Millionen Stück im Jahre 1926 auf eine Milliarde im Jahre 1927, in der Hauptsache, weil ihre Güte im Normblatt Din 106 festgelegt wurde. Infolge Verwendung genormter Bauteile erzielte die Baugenossenschaft Erding eine Senkung der Baukosten um 15 v. H. Ingolstadt berechnet die Einsparung zu 10 bis 15 v. H. der Gesamtbaukosten, das Bezirksamt Burglengenfeld, ein Bezirk mit hochentwickelter Industrie, zu 10 v. H. Beim Wiederaufbau mehrerer, größtenteils durch Feuersbrünste zerstörter Ortschaften (Reg.-Bezirk Unterfranken und Oberpfalz) wurde durch Anwendung genormter Bauteile ein rascher Baufortschritt und frühzeitiger Bezug der neuen Anwesen durch die vorübergehend in Notwohnungen untergebrachte Bevölkerung ermöglicht. Eine Bochumer Maschinenfabrik konnte durch Anpassung an die Lagereisen- Normen die Profilsorten von 448 auf 140 herabsetzen, wodurch sich das Eisenlager von 3500 a!lsjühr 1 erstat- ieorbnete er Kasse- ^s°tz ist eder aus r konnte wahres« ^erteilte lstichtsrat den Auf- er hein- Michel abgelau- rde dem lgeschrie- iul pf"‘r r«1” lvu' , >er Go de ll. Apnl, der und seme wlbene W lesundhe't e * i, daß er d>e rtschoft e.n Schnntt, k»e Paris ihren boren stütz bi- iPat @eit«n®u* La J Stab« Rl,8. W^L ®e?Ti?rn wird- B*|ar üsiM'I; ■Äff'** ®ub«n Kraft am besten in der Lage, in enger Zusammenarbeit mit dem Ortsgruppenamtsleiter für rechtzeitiges Einsehen der Hilfe zu sorgen. 3n Orten, die keine Gemeindeschwester haben, ist die Kindergärtnerin oft in ihrer freien Zeit auch eine Art Hilfsschwester, die überall helfend einspringk. Dieses Einschalten der Kindergärtnerin in die NSV.-Arbeit in sozialer und gesundheitlicher Beziehung ist unbedingt erforderlich, denn der Kindergarten soll nicht, wie in früheren Jahren, zu einer Loslösung des Kindes vom Elternhaus führen, sondern lediglich eine Erleichterung der Erziehungsarbeit der Eltern bedeuten, nicht die Entlastung und Betreuung der Kinder, sondern 'das gemeinschaftliche Erziehen im nationalsozialistischen Sinn ist Ziel aller Arbeit. Amtsgericht Gießen. Der bereits sechsmal wegen Bettelns vorbestrafte H. K. aus Frankfurt a. M. hatte sich wiederum wegen Bettelns vor dem Amtsrichter zu verantworten. Er war im März in Rödgen bettelnd angetroffen worden. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig. Das Gericht verurteilte ihn zu der zulässigen Höchststrafe von sechs Wochen haft. Außerdem wurde, da eine Besserung doch nicht zu erwarten ist, die Unterbringung des Angeklagten in ein Arbeitshaus angeordnet. Zwei Wochen der Untersuchungshaft wurden angerechnet. Rundfunkprogramm Sonntag, 11. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.45: Christliche Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: Vom Willen der jungen Gefolgschaft. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. 11.30: „Lob der blühenden Bergstraße". Eine Funkfolge. 12: Mittagskonzert. 14: Kasperle und die Fremdworte. 14.45: Stahlvögel aus aller Herren Länder. Nachmittagsbesuch auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein- Main. 15: Deutsche Scholle: Fahrendes Volk zieht durch das Land. Eine Hörfolge. 15.30 von Freiburg: Originale aus dem hotzenwald. 16: Musik zur Unterhaltung. 18: „Aber die Musici ..Eine Musizierstunde der Darmstädter Sing- und Spielschar der HI. 18.30: Zur Dämmerstunde. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Als der Großvater die Großmutter nahm ... Ein Tanzabend aus alter Zeit. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 12. April. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. Bodenständige Tierzucht. Der Landesbauernführer im Gespräch mit oberhessischen Bauern. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Rückantworten. 15: Volk und Wirtschaft. Nur ein Fetzen Papier! 15.15: Kinderfunk. 15.45: Neuzeitliche Lieder. 16.15: Das Mainschiff. Aus dem Schaffen südwestdeutscher Dichtung: Hans Jüngst. 16.30: Unterhaltungskonzert (Opernmelodien). 17.30: Flor? Ein neuer Name — ein neuer Rohstoff. Hörbericht aus den Kasseler Spinnfaser-Betrieben. 18: heitere Feierabendmusik. 19: Selten gehörte Kammermusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.ll): Aus^Ober-Rosbach am Taunus: Klänge der Heimat. Ein Abend der Dorfgemeinde. 22: Nachrichten, Grenzecho. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis.12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. nehmigt, ebenso der Voranschlag für 1937 und kleine Satzungsänderungen. Daran schloß sich ein Vortrag über die „Marktregelung in 1937", gehalten von einem Beauftragten des Gartenbauwirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau. Der Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus. Zum Schlüsse trug Obstbauinspektor Metternich einen ausführlichen Geschäftsbericht über die Vereinsarbeit seit der Gründung des Kreisoereins im Jahre 1910 vor. Man stimmte dem Vorschlag zu, dem früheren Vorsitzenden und eifrigen Förderer des Vereins, Geh. Rat Boekmann, seinerzeit Kreisrat in Büdingen, ein Grußtelegramm nach Darmstadt, seinem heutigen Wohnsitze, zu übermitteln. Am Vormittag machte Landwirtschaftskammerrat Pfeiffer Leuten vom Fach, die geschäftlich, beruflich oder ehrenamtlich im Obstbau tätig sind, Ausführungen über die Aufgahen des Obstbaues in der Erzeugungsschlacht und im Vierjahresplan. Kreis Schotten. □ Laubach, 9. April. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden 21 Kinder, und zwar 8 Knaben und 13 Mädchen, in die Volksschule eingeführt. — Im gräflichen Schlosse fand in Anwesenheit der Landesleiterin des Alice-Frauen- Vereins vom Roten Kreuz, der früheren Oer schlimmste weg, ven wählen bann, ist vor, keinen ju J.6 wühlen. Erbherzogin Cäcilie von Hessen, die Schlußprüfung und Verpflichtung von 23 Frauen und Mädchen statt. Nach der Begrüßung durch die Kreisvorsitzende Frau Hanna Widmann (Schotten) nahm Dr. M a s s i n g - Laubach die Prüfung ab, wobei sich erwies, daß alle Teilnehmerinnen des Lehrganges eine gute Ausbildung genossen hatten. Die Kreisvorsitzende verpflichtete sodann die Prüflinge, und die Landesleiterin überreichte ihnen die Samarite- rinnen-Broschen und Ausweisbücher. Medizinalrat Dr. Jockel (Schotten) begückwünfchte sodann die neuen weiblichen Hilfskräfte des Roten Kreuzes zu ihrem Erfolge und hob die Verdienste Dr. Mas- s i n g s um die mustergültige Durchführung des Lehrganges besonders lobend hervor. Die Veranstaltung wurde von Bürgermeister h ö g y mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Die Anwesenden vereinigten sich anschließend zu einer gemütlichen Kaffeetafel. Kreis Alsfeld. —.— '.Homberg, 9. April. Der hiesige Pfarrverwalter hieb er wurde mit Wirkung vom 11. April nach Bieber bei Offenbach versetzt. Er wirkte seit 1. November 1936 in unserer Gemeinde. — Nachdem im vorigen Herbst unsere Krankenschwester wegen vorgeschrittenen Alters aus ihrem Dienst scheiden mußte, ist nun auch unsere 72 Jahre alte Kleinkinderschwester Elisabeth hallenberg mit Rücksicht auf ihr hohes Alter in den Ruhestand getreten, den sie im Mutterhaus in Darmstadt verleben wird. Sie hat 18 Jahre lang segensreich in der Kleinkinderschule gewirkt. < Kirtorf, 9. April. Am gestrigen Donnerstag traten die hiesigen Schulrekruten den ersten Schulweg an. 9 Knaben und 9 Mädchen wurden ausgenommen. Ein Mädchen wurde auf ärztlichen Rat zurückgestellt. Nach dem ersten Unterricht fand ein Gottesdienst statt. — Nachdem der Lehrer der zweiten Klasse unserer Schule, Lehrer Dunkenberger, aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand versetzt worden war, wurde diese Schulstelle an Lehrer Fuhr übertragen. — Gegenwärtig sind Maurer und Zimmerleute mit verschiedenen Umbauarbeiten am Rathaus beschäftigt. Es handelt sich in der Hauptsache darum, an den vor einiger Zeit geschaffenen Anbau noch weitere Arbeitsräume für die Unterbringung der Stadtkasse anzugliedern. Diese Veränderung bzw. Neuerung wird sich für die Verwaltungsarbeit in unserer Stadt günstig auswirken. DerLanm'ngs-Film „Der Herrscher" In Berlin wurde, wie bereits gemeldet, der neue Emil-Jannings-Film „Der Herrscher" zur Uraufführung gebracht. Der Film, der Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Vor Sonnenuntergang" zur Grundlage hat, wurde von der Filmprüfstelle mit den Prädikaten „staats- politisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet. Die Bilder zeigen I a n n i n g s in einer Szene mit Paul Wagner, und Marianne Hoppe. — (Tobis-Syndikat-Film-M.) NSV-Kindergarten Mittelpunkt -er Dorfgemeinschast! Der NSV.-Kindergarten soll Kinder und Ettern zu einer lebendigen Gemeinschaft innerhalb jedes Dorfes führen. NSG. Wenn die NS.-Volkswohlfahrt in ihre Arbeit auch die Kindergärten einbezog, so stand fest, daß auch hier, wie auf so vielen Gebieten, eine vollkommene Umgestaltung im nationalsozialistischen Sinne vorgenommen werden mußte. Um eine wirkliche Umformung zu erreichen, mußten vor allem die notwendigen Grundlagen für diese Erziehungsarbeit geschaffen werden. Zunächst also mußte die Form der Unterbringung entsprechend ausgerichtet werden. Vor allem wurde Wert darauf gelegt, daß Spielplätze in geeigneter Form zur Verfügung standen, um die körperliche Ertüchtigung, die durchaus als Erziehungsmaßnahme gewertet wird, zu ihrem Recht kommen zu lassen. Ein NSV.-Kindergarten hat bereits in seiner äußeren Gestaltung als nationalsozialistische Einrichtung in Erscheinung zu treten. Der RSV.Kindergarten soll Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft fein! Aus dieser Forderung ist ersichtlich, daß zur Leitung eines solchen Kindergartens nur ein Mensch geeignet ist, der neben der fachlichen Eignung die Fähigkeit hat, sich in eine Gemeinschaft einzuordnen und sich innerhalb der Gemeinschaft schöpferisch zu betätigen. Richt nur die Erziehung und Betreuung der Kinder, sondern darüber hinaus die Fühlungnahme mit den Eltern, die Gestaltung von Mütter.-, Eltern- und Dorfabenden in Gemeinschaft mit anderen RS.-Organisationen, wie Frauenschaft und DDM.» die Sammlung und Weiterleitung von altem Volksgut und die aktive Mitarbeit innerhalb der RSV.-Arbeit ist Aufgabe der Leiterin eines RSV.-Kinder- gartens. Mit der Eröffnung des NSD.-Kindergartens beginnt eine umfangreiche Kleinarbeit. Zunächst heißt es, die Kinder an Regelmäßigkeit und an das Gemeinschaftsleben zu gewöhnen. Gleichzeitig setzt die Erziehung zur Ordnung und Sauberkeit ein. Es ist gewiß nicht leicht, 30 bis 40 Kinder an regelmäßiges Händewaschen und Zähneputzen zu gewöhnen, und doch ist dies eine wichtige Forderung, deren Durchführung mithilft an der Gesunderhaltung des Volksganzen. Freispiele auf der zum Kindergarten gehörenden Wiese und leichte gymnastische Hebungen Helten mit, schon die Kleinsten zur körperlichen Ertüchtigung zu führen. Durch gemeinsame Fingerspiele und Lieder werden die Kinder zur Einordnung in die Gemeinschaft erzogen. Es ist erstaunlich, wie viel Reime und Lieder die Kinder von sich aus bringen, seien es nur alte fast vergessene Verse, die sie von ihren Eltern her kennen, oder gar Selbstgereimtes. Oft bringt das Kind aus dem Kindergarten erst die Anregung zum Singen in das Elternhaus, wie oft lernt die Mutter durch das Kind erst wieder fingen. Durch Hausbesuche bei den Ellern lernt die Kindergärtnerin die Kinder richtig einschähen, findet sie Erklärung für etwaige Erziehungsschwierigkeiten und kann Abhilfe schaffen. Durch persönliche Aussprache mit den Eltern ist viel zu erreichen. Liegen die Schwierigkeiten in den sozialen Verhältnissen, so vermittelt die Kindergärtnerin die Hilfe der RSV. Sie ist als RSV.- Hier abschneiden! ......................................................i............................ -.................................... Scheidung 435 Scheintod nen Wohnsitz hat (s. aber Ausländerehe). Scheidungsgründe sind immer: 1. Ehebruch, Doppelehe u. widernatürliche Unzucht; 2. Lebensnachstellung; 3. bösliche Verkostung (s. dort); 4. Geisteskrankheit. Die Krankheit muß mindestens drei Jahre gedauert und einen solchen Grad erreicht haben, daß die geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufgehoben und jede Aussicht auf Wiederherstellung dieser Gemeinschaft ausgeschlossen ist. Schwere Verletzung der durch die Ehe begründeten Pflichten oder ehrloses oder unsittliches Verhalten eines Ehegatten können die Scheidung begründen. Die Verfehlungen müssen die Ehe derart zerrüttet haben, daß dem anderen Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht mehr zugemutet werden kann. Hierher gehören grobe Mißhandlung, Bedrohung, schwere Beleidigung, Verweigerung des Unterhalts, Vernachlässigung des Haushalts und der Erziehung der Kinder, ehewidriges Verhältnis mit einer anderen Person. Begehung eines entehrenden Verbrechens oder Vergehens, Trunksucht, schimpfliches Gewerbe. Der Scheidungsgrund geht unter: durch Verzeihung, durch Zeitablauf, das heißt, die Scheidungsklage muß binnen 6 Monaten nach Kenntnis des Scheidungsgrundes erhoben werden, außer es ist die eheliche Gemeinschaft der Ehegatten aufgehoben. Nach Ablauf von 10 Jahren nach Begehung der Verfehlung kann die Klage überhaupt nicht mehr erhoben werden. Solche untergegangene Scheidungsgründe können aber zur Stützung eines noch bestehenden Grundes herangezogen werden. Außerdem rechtfertigen sie einen sogenannten Mitschuldantrag, wenn der andere Ehegatte auf Scheidung klagt. Zur Sch. braucht man einen Rechtsanwalt. Der Mann muß der Frau die Kosten oorschießen, wenn diese kein Vermögen hat (s. aber Armenrecht). Der Klage muß ein Sühnetermin vor dem Amtsgericht vorausgehen (f. dort). Wegen der Folgen der Scheidung siehe Beendigung, gesetzlicher Güterstand, Namen, Unterhalt, elterliche Gewalt, Sorgerecht. Scheingeschäft. Ein Rechtsgeschäft, das nur zum Schein abgeschlossen ist, ist nichtig. Scheintod ist ein dem Tode ähnlicher Zustand des menschlichen Körpers, bei dem die sonst gut wahrnehmbaren Lebensäußerungen wie Atmung, Herzschlag, Reflexe so außerordentlich gering geworden sind, daß man sie nicht erkennt und das Leden erloschen scheint. Scheintod kommt vor bei Reue Scharniere sind nötig Jeden Tag gibt es von neuem darüber Aerger, wenn die Sck)arniere an einer Tür nicht in Ordnung sind. Dabei kosten so ein paar Scharniere bei Häuser nur ein paar Pfennig. Auch alle anderen Eisenwaren sind billig bei 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 1 eleiSnon 24 a> Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Eini ähr.-Examen genannt). Für Mädchen auch .ochen u. Nähen. Schulgeld RM.17.-, keine Nebengebühren Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19- keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige in Maschinenschreiben,Steno-* graphie und allen Handels- fächem. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit irn Schulgebäude Goethestraße Nr. 32, Telephon 2486. 144rA Gebt der NSv Zreiplätze! BAD amTaunus ififter sollen Sie v: | gesund werden ' — (V/fTA M (1 Spezialheilbad fü« Katarrh* Allhni0'Heftlei - ■i m - fWS *1- i—r '1 * I ■ ■r 'yZb z<- z MM MM X '. 'W , - J| Ä Tp- Mi» M.' ; 'S ' III 'M' MA» - r-MM „y t lohnende Beschäftigung. — Zur Bekämp- n g ber Obstbaumschädlinge finden in Hrer Gemarkung gegenwärtig Spritzungen der ijlbäume statt. Ungezähnter Viererblock der Mhrermarke. während der Ausstellung „Die deutsche Brief- ,rfe — nationale Ausstellung 1937" am Zoo in ’lin werden bei der Sonderpostanstatt vom 16. 18. April 1937 ungezähnte Vierer- ocks der Führermarke verkauft. Gegen rzeigung der Eintrittskarte und Bezahlung von er Reichsmark am Schalter der Sonderpostan- tt wird für je eine Eintrittskarte ein ungezähnter ntf abgegeben. Schriftliche Bestellungen können “ gerichtet werden an „Die deutsche Briefmarke nationale Ausftelluna 1937", Berlin W 62, Post- ckkonto Berlin 117 4*1; 50 Pf. für die Eintritts- te plus eine Reichsmark für den Markenblock is Gebühr für die Rücksendung sind beizufügen, ei der Versandstelle für Sammlermarken sind ungezähnte Markenblocks nicht erhältlich. Scheuertuch 436 Schellack Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir färben und reinigen Teppiche Neugeborenen, die während der Geburt zu wenig Sauerstoff zugeführt bekamen, ferner bei Ertrunkenen, bei Erstickuna und Vergiftung. Die künstliche Atmung muß in solchen Fällen mindestens ein bis zwei Stunden durchgeführt werden,denn manchmal gelingt es erst nach sehr» langer Zeit, einen Scheintoten wieder ins Leben zurückzurufen. Ein Arzt kann immer Scheintod vom wirklichen Tod unterscheiden; die Angst, lebendig begraben zu werden, ist daher wirklich sinnlos. Schellack, ausgeschmolzenes, entfärbtes Harz tn orangegelben u bräunlichen Blättchen, wird zu Erammophonplatten und Siegel* lack verwendet. Als Holzpolitur wird Schellack in Alkohol oder Spiritus aufgelöst. Schellack kann auch zum Kitten von Porzellan und zum Leimen von Holz benützt werden. Schellack läßt sich mit Spiritus wieder entfernen. Schellfisch, bis 90 Zentimeter langer Nordseefisch, der sehr schmackhaft ist. Eine größere Schellfischart ist der Kabeljau, eine kleinere der Dorsch. Frischer Schellfisch wird gekocht, gebraten oder gebacken Gesalzener Schellfisch heißt Labardan. getrockneter Stockfisch, gesalzener und getrockneter Schellfisch Klippfisch. Aus der Leber des Schellfisches wird Lebertran bereitet. Schenkung. Das Versprechen, einem anderen eine Schenkung zu machen, muß, um rechtsgültig zu fein, gerichtlich oder notariell beurkundet werden. Wird aber das ohne die erforderliche Beurkundung gemachte Schenkungsversprechen erfüllt (die Sch. wird tatsächlich gemacht), dann ist die Sch. gültig. Der Mann kann Steurungen aus dem feiner Verwaltung unterliegenden Vermögen der Frau nur mit deren Genehmigung machen (ausgenommen sogenannte Anstands- fchenkungen, f. dort). Der Vater oder Vormund darf aus dem Vermögen seines minderjährigen Kindes bzw. Mündels Sch. nicht machen. Der Schenker kann die Sch. nur widerrufen wegen groben Undanks des Beschenkten gegen den Schenker oder nahe Angehörige desselben oder wenn er unverschuldet in Not gerät. Der Beschenkte braucht das Geschenk im letzteren Falle nicht zurückgeben. wenn er dem Schenker den nötigen Unterhalt gewährt. Scherben, Bruchstücke eines irdenen Gefäßes, kittet man nicht auf einmal zusammen, sondern nur jeweils zwei paßende Stücke, die man trocknen läßt, bevor man weiterkittet. Die Bruchstellen müßen gut gereinigt fein und die gekitteten Stücke beim Trocknen zusammengepreßt werden. Scherz. Eine nur zum Scherz abgegebene Erklärung oder ein aus Scherz abgeschlossenes Rechtsgeschäft ist ungültig. Wenn der andere Teil nicht erkennt, daß es sich um einen Scherz handelt, kann er für den ihm entstandenen Schaden Ersatz verlangen. Scheuertuch, aus grobem Stoff hergestellt, zum Aufwischen von 1 \er GROSSE REICHSAUSSTELLUNG Schaffendes IJolK DüffelOorf MAI-OKTOBER 1937 Die Reife jur flusftellung - .. Reife an Den Rhein! Alle Auskünfte, auch über Sohcpccisecmö&igungen, öucdi jedes Reifebüco 2517 A Telefon 2037 Selters wes' 6^ Besuchen Sie zum Kaffee dieschöneBergschenke Terrasse geöffnet! Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf., in Apoth.u.Drogi Sicher zu haben: Med.-Drog. Hans Hindenburg E Elges, Selters,/eg 68 a: Löwen • ürog. W. Ulbiuger Nacht, Seltersw. 69: Germania-Drog. C.Seibel, Frankf. Str. 39 Gartenkies aller Art prompt und billig Gafthaus 2529 A Zur deutlichen Eiche Klein-Linden Am Sonntag, dem 11. April 1937: TANZ! Vif C D D C DRUCKSACHEN W C. IrC 10 C Brühl. Gießen C.Rübsamen Fernsprecher 3659 2226& die /scßinMz u.sijcÄete Wieseck Sonntag, den 11. April 1937 Taiaz «»so bei Gastwirt Dorfeld. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeiie veröffentlicht Sanitäre Anlagen Heizungen,Reparaturen nur bei Withofi Nr.83 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, l0. April 1957 Skandal um Dr.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau i. S. 12 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Hätte sie nicht doch von dem nächtlichen lieber« -all erzählen, den Doktor warnen sollen vor der drohenden Gefahr? Jetzt erst wird ihr die Feigheit ihres Schweigens bewußt. Wenu^etwas Schlimmes geschah, lastete dann nicht aW ihr allein die schuld? Wenn sie einen Brief schreiben würde? Ja, das mußte sie tun. We konnte sie sich nur durch jene Drohung einschücht rn lassen? Sonderbar, jetzt hatte Üe keine Angst me)r vor dem gelben Scheusal. Rasch entschlösse: kehrt sie zum Tisch zurück, nimmt das Schreitzeug aus der Schublade und beginnt: „Sehr geehrter Herr Doktor Vandergruen! Ich halte es für meine Pflicht, Sie auf" ein Geschehnis aufmerksam zu machen, das ich heute nacht erlebte, kirz bevor Sie mich an Ihrer Haustür fanden Ich hätte es Ihnen schon heute vormittag sagen sollen, als Sie mich fragten, woher mir der Name Koltschew bekannt sei. Verzeihen Sie mir, wenn ich aus Feigheit etwas verschwieg, was für Sie wahrscheinlich sehr wichtig sein wird. Al' ich heute nacht an Ihrer Haustür --" Weiter kommt ffe nicht, denn Emil Knack stürzt ■mit großem Getös, ins Zimmer. „Na, da bist du ca! Das sind ja shöne Geschichten! Was soll ich mir überhaupt denken?" Gisch versucht dei Brief unter der Schreibmappe verschwinden zu Ielfen, aber Emil hat ihn bereits i emerft. Er faßt mit nicht gerade zartem Griff nach ihrem Handgelenk. „Was denn? Geheimnisse vor mir? Das wäre ja das Neueste. Wem schreibst du denn da? Habe ich etwa gor-^inen Nebenbuhler?" Er sagt es lachmd, aber um seine Mundwinkel l egt ein häßlicher Zug. „Laß!" ruft Gisc) gequält und versucht ihm den Brief zu entreißen. „Das geht dich nichts an!" Doch Emil liest bereits, und in diesem Augenblick geht etwas in Gisch entzwei. Vielleicht hätte sie jenen anderen Mann in ein paar Tagen vergessen gehabt und sich völlig wieder ihrem Verlobten zugewandt. Jetzt aber fyat er sie von sich gestoßen, es ist nicht anders, als wenn er sie in den Armen des anderen überrascht hätte. Er hat ihr Tun zur Sünde gemacht, und so, alleingelassen, wird sie sich ihres Schicksals nicht mehr erwehren können. Emils Gesicht wird immer länger. „Was soll das bedeuten? Ich verstehe nicht ein Wort. Doktor Vandergruen? Wer ist bas?'7 Gisch schweigt eigensinnig. „Hm, da steckt also doch allerlei Geheimnisvolles hinter dieser Nacht. Ich will nun ganz genau wissen, was es mit diesem Brief für eine Bewandtnis hat, hörst du!" Gisch schweigt. Da begeht Emil Knack die nächste große Dummheit. Er nimmt den Brief, zerreißt ihn in kleine Fetzen und wirft diese in den Papierkorb. „Du entpuppst dich ja plötzlich auf allerliebste Art. Aber mit der Tour wirst du bei mir verdammt wenig ausrichten, das merk dir ein für allemal. Willst du mir nun Antwort geben ober nicht?" „Sieh, Emil, ich hätte dir bestimmt alles erzählt, es ist ja nicht das geringste, was du nicht wissen dürftest. Aber jetzt ist es zu spät. Ich glaube, jetzt wäre es besser, wenn wir uns für immer trennen würden!" Sie erschrickt selber. Will sie denn das wirklich, was sie soeben sagte? Noch nie hat sie mit Emil einen Streit gehabt. Kann es das geben, daß ein einziger Augenblick solche Klüfte aufreißt? Auch Emil kann seine Bestürzung nicht verbergen. So weit hat er den Streit nicht treiben wollen. „Aber Gisch, das — das ist ja Unsinn. Wer denkt denn an so etwas?" Sein ganzer Zorn ist verflogen, verdammt noch mal, man hat sich an das Madel gewöhnt, im Grunde paßt man doch großartig zusammen. Er denkt flüchtig an Mary, nein, da ist Gisch doch viel bequemer und leichter zu behandeln. „Hör' mal, wir wollen jetzt von der dummen Geschichte nicht mehr sprechen. Ist ja lächerlich! Zieh dich nett an, pack deine Koffer, in einer "halben Stunde hole ich dich ab. Du hast dir ja schon lange mal eine größere Reise gewünscht. Na? Wieder gut?" Gisch ist mit einemmal sehr müde. Sie will sich aufbäumen, sie weiß, daß sie jetzt nicht mehr zurückweichen darf, es ist ein Verrat, wenn sie es tut — und bann lacht sie und sagt: „Na ja, meinetwegen, was bleibt mir benn anderes übrig?" und zertritt alles, was in ihrem Innern aufgeblüht war, trampelt es nieder: „Ich hab' ja sonst niemand als dich!" und erniedrigt sich zutiefst: „Ich freue mich ja wirklich, daß du mich mitnehmen willst", und wehrt sich nicht gegen seine Umarmung. Emil Knack ist wieder der alte. Alles ist vergessen und vergeben. Warum soll man sich das Leben schwer machen? „Na also, siehst du, Gisch, jetzt bist du wieder mein vernünftiges kleines Mädchen!" Ja, jetzt ist sie wieder fein vernünftiges kleines Mädchen... „Wir fahren heute bis Leipzig und bleiben dort über Nacht. Morgen früh geht es dann weiter. Wir werden auch deiner Heimat einen Besuch abstatten, was sagst du dazu?" „Ach, ich freue mich, Emil!" Frau Bürklein wird gerufen. „Würden Sie meiner Braut etwas behilflich fein, damit sie zur Zeit fertig wird. — Aber, Gisch, bloß das Nötigste wird mitgenommen, verstanden? Der kleine Koffer genügt vollkommen. Was willst du für ein Kleid anziehen?" Die Bürklein schlägt das blaue Kostüm vor. „Und die Bluse mit den halblangen Aermeln dazu, die paßt so gut in der Farbe." Gisch hat nichts einzuwenden, obwohl ihr gerade diese Bluse am wenigsten gefällt. „Also, Wiedersehen, Liebling, in einer halben Stunde hole ich dich ab!" „Wirklich ein netter Herr, der Herr Knack!" stellt Frau Bürklein hernach fest. „Da sind Sie wirklich zu beneiden. Solche Männer sind heutzutage selten, das können Sie mir glauben.' Gisch äußert sich zustimmend. — Emil Knack hält vor dem nächsten Fernsprechautomaten. Er betritt die Zelle und schlägt das Teilnehmerverzeichnis auf. Sein Zeigefinger gleitet suchend über die Spalten. „Aha, hier! Vandergruen, Stefan, Doktor, Privatdozent, C2, Breite Straße 64." W" 11 Morgens findet man immer viele Milchfuhrwerke vor der Molkerei. Maschinen kennzeichnen den modernen Molkereibetrieb. An der Säurekulturanlage einer modernen Molkerei. ihm einmal eine große und volle Kanne auf Fuß gestellt wird, während der Uebeltäter im beitseifer längst nach der nächsten Kanne greift. In manchen Räumen läuft auf den Fliesen Wasser um, denn einige Spritzer Milch aus Kannen lassen sich nicht immer vermeiden, breitet sich dann aus irgendeinem, irgendwo heimnisvoll auslaufenden Rohr Wasser über quantum, sondern auch die Qualität und der Fettgehalt der Milch in der jüngsten Zeit wesentlich gehoben haben. ganzen Raum aus, fließt wieder ab und nimmt mit, was an Milch oder Molke nicht den ordentlichen Weg durch die Maschinen ging. So herrscht immer eitel Reinlichkeit! Nicht weniger interessant ist es dann, einen Blick über die blitzblanken Maschinen, Pumpen, Leitungen, über den kompakten, massigen Plattenerhitzer viel den Da geben den Ar- Die Magermilch wird automatisch wieder in die Kannen abgefüllt. (Aufnahmen [4(: Neuner, Gießener Anzeiger.) Bleibt noch einiges über die äußeren Erscheinungen eines Molkereibetriebes zu sagen: Während der Vormittagsstunden stauen sich vor dem Hause die Wagen, die mit vollen Milchkannen der Abnahme harren. Bei der Milchanlieferung geht es meist ziemlich geräuschvoll zu. Die vollen, wie auch die leeren Kannen werden heftig auf den Steinfliesen hin und her geschubbst, vom Wagen auf die Rampe, von dort zur Waage, leer zur Reinigungsmaschine und dann zur Magermilchabfüllung, schließlich wieder zur Rampe und auf den Wagen. Alles muß schnell gehen, und so kommt es, daß man inmitten dieses Trubels sein eigenes Wort nicht versteht. Man muß schon brüllen, wenn man sich verständlich machen will. Es ist klar, daß ein zuschauender Gast an einer solchen Stätte der Arbeit immer unpassend wirkt und im Wege steht. Er darf sich nicht wundern, wenn w a a g e hat, in die die Milch eingeschüttet wird, während im gleichen Augenblick die Menge — in Kilogramm ausgedrückt — in leuchtender Schrift auf der Gewichtsskala erscheint. Es ist selbstverständlich, daß jede Molkerei die Einrichtungen für öie Pasteurisierung der Milch hat, daß einige der Separatoren vorhanden sind, die bei ungeheuer hoher Tourenzahl (6000 Umdrehungen in der Minute) die Milch restlos entrahmen und damit alles Fett für die Butterherstellung von der Milch trennen. Automatisch arbeiten die Plattenerhitzer, auto- matisch die Wasch- und Spülvorrichtungen für die Kannen und Flaschen, selbsttätig und nur durch einen Handgriff zu bedienen, arbeitet die Abfüllvorrichtung für die Voll- wie für die Magermilch, für die Flaschenmilch usw. Und immer ist darauf Bedacht genommen, daß die menschliche Hand nicht mit der Milch- oder den Milchprodukten in Berührung zu kommen braucht Aber bei aller Technisierung, die auch in der Molkerei Platz gegriffen hat, sind noch viele Helfer nötig. Wenn uns Menschen der seherische Blick zu eigen wäre über große Räume, über Zeit und über Hindernisse hinweg, die unsere Augen nicht überwinden können, dann würde sich rings um uns manches zeigen, was wir als großartig empfinden müßten. Da uns aber diese märchenhafte Gabe nicht zu eigen ist, pflegen wir uns häufig mit graphischen Darstellungen, gezeichnet oder auch nur gedacht, zu helfen. Eine solche Darstellung ließ sich zum Beispiel auch für unsere heimische Milchwirtschaft ausdenken — oder zeichnen. Unschwer, sich auszumalen, wie allein in unserer oberhessischen Heimat jeden Morgen Hunderte von Fahrzeugen (Lastkraftwagen, Pferdefuhrwerke, Wägelchen und Handkarren) aus den Dörfern her- ausrollen,.den Molkereien zu, deren es viele in Oberin der Molkerei verkauft 29 125 Kilogramm. Käse an die Mitglieder ausgegeben 13 517, versandt 1228, in der Molkerei verkauft 2799 Kilogramm. Quark an die Mitglieder ausgegeben 1331, versandt 194 393, in der Molkerei verkauft 15 487 Kilogramm. Butter- und Magermilch an die Mitglieder zurückgegeben 4 071 105, versandt 24 143, in die Stadt verkauft 27 678 Kilogramm. Magermilch wurde verkäst 2 403 753 Kilogramm. Schlagsahne in der Molkerei verkauft 1522 Kilogramm. Diese Zahlen, die jede unserer heimischen Molkereien in ähnlicher Form zusammentragen wird, sprechen eine deutliche Sprache und lassen die hohe Bedeutung dieser Betriebe für unsere Dolksernäh- rung erkennen. Neben der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Molkereien geht ein starkes Verantwortungsbewußtsein der Volksgesundheit bei der Verarbeitung einher. Infolgedessen werden regelmäßig Reinlichkeitsproben durchgeführt. Regelmäßig werden Fettgehaltsbestimmungen vorgenommen, da nach den Fettgehalten der Milch der Preis festgesetzt wird, der für das Liter bzw. für das Kilogramm Werkmilch bezahlt wird. Jener Bauer, auf dessen Weiden alles in Ordnung ist, der sein Vieh im Stalle gut hält, der es zweckmäßig ernährt, wird die Bezahlung nach Fettprozenten zu würdigen wissen, jenen aber, die in ihren Viehbeständen noch nicht ganz auf der Höhe sind, mag diese Art der Milchbewertung ein stetiger Anreiz zur Vervollkommnung ihrer Milchviehhaltung sein. So kann z. B. auch in dieser Hinsicht die Molkerei Hungen davon berichten, daß sich nicht nur das Anlieferungs- 1936 eingelieferte Milch- menge betrug 8 879 892 Kilogramm, für die 1 168 175,90 Mk. einfchl. Stützung bezahlt wurden. Mithin sind im Jahre 1936 mehr eingeliefert worden 836 282 Kilogramm. Für dieeingelieferteMilchwur- den im Jahre 1936 im Durchschnitt für das Kilogramm 13,15 Pfennig ein- schließt. Stützung bezahlt. Von der Vollmilch wurden verbuttert 6 879 318 Kilogramm und davon 284963 Kilogramm Butter her- gestellt. Vollmilch wurden versandt 1 846 452 Kilogramm, in die Stadt verkauft 116 399 Kilogramm, verkäst 24 038 Kilogramm, für Schlagsahneherstellung 11 707 Kilogramm. Butteran die Mitglieder ausgegeben 49 494% Kilo, versandt 209 528, Es ist klar, daß die Leistungsfähigkeit der einzelnen Betriebe außerordentlich gesteigert werden konnte. Wir haben in Oberhessen Molkereien, die im Laufe der vergangenen vier Jahre das Ausmaß der täglichen Milchverarbeitung von 1500 auf 15 0 0 0 Liter steigern konnten. Dieser Fall trat besonders bei der Molkerei Geilshausen in Erscheinung. Einige weitere Zahlen mögen die wirtschaftliche Bedeutung der ländlichen Molkereien erkennen lassen: Molkerei Wetterfeld verarbeitet täglich 9000 Liter, Hungen etwa 25 000, Rieder- Gemünden 13 000, Alsfeld 17 000, Groß-Eichen 8000, Groß-Felda 10 000, Ostheim-Niederweisel 24 000 Liter! Die Molkerei Gießen bewältigt etwa 40 000 Liter Milch im täglichen Arbeitsgang. Von den 38 Molkereien, die zum Bezirk Gießen des Milchwirtschaftsverbandes gehören, sind 21 Genossenschafts- und 17 Privat- Molkereien. Von der gesamten anfallenden Milch in diesem Gebiet werden ungefähr 70 v. H. von den Genossenschaftsmolkereien und etwa 30 v. H. von den Privatmolkereien erfaßt. Eine Anzahl der Genossenschaftsmolkereien kann schon auf eine 40- und 50jährige Arbeit zurück- blicken. Mit welchen Mengen ein guteingerichteter ländlicher Molkereibetrieb während eines Jahres rechnet, mag aus der Aufstellung der Genossenschaftsmolkerei Hungen ersichtlich werden, welche die Leitung ihren Mitgliedern in der am morgigen Sonntag stattfindenden Generalversammlung vorlegt: „Die im Jahre 1935 eingelieferte Milchmenge betrug 8 043 610 Kilogramm, für die 998 934,75 Mk. einschließlich Stützung bezahlt wurden. Die im Jahre Hessen gibt. Wollt: man die Wege, die diese Fahrzeuge nehmen, mit Linien veranschaulichen — etwa auf einer Landkaite —, dann kämen lauter Sternchen heraus, unregelmäßige zwar, aber immerhin Sternchen! Die ßrflärung ist sehr einfach! Jeder Molkerei ist aus ihrer Umgebung ein klar begrenztes Anlieferungsgebiet zugewiesen, d. h. eine Anzahl Dörfer in der unmittelbaren Nähe des Ortes der Molkerei. Riesige Mengen Milch fließen täglich aus den Eutern der Kühe in die Eimer, kommen aus den Ställen in Kannen, werden auf« ■geloben, die Wagen rattern über manche holperige Straße nach der Molkerei! Wahre Ströme von Milch fließen in die Molkereien! Seit Jahren! Besonders sorgsam aber werden diese Ströme geleitet, seit der Reihsnährstand und in ihrem Auftrag die Landesbmernschasten — wiederum für 2iese die Milchw rtschaftsverbände —ein Buge darauf gerietet haben. Die Organisation der Milchanlieferung vurde ausgebaut und immer anehr vervollkommiet. Es ist bekannt, daß in der Molkerei die Milch viel besser ausgewertet und be- lhandelt zu werden vermag, als es im bäuerlichen Haushalt möglich ist. Allerdings war und ist das nur möglich geworden dadurch, daß die Molkereien ihre Einrichtungen jo ausbauten, wie das wohl sonst in keinem Zweig ländlicher Wirtschast getan worden ist. Diese Entwicklung ist so weit vorangetrieben worden, daß Zwischen den Einrichtungen einer Molkerei in der -stabt unb einer solchen auf dem Lande kaum ein Unterschieb mehr besteht. Der größte Teil unserer Handlichen Molkereien verfügt über die modernsten Maschinen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß jede Molkerei eine automatische Annahme- Ländliche Molkereien, ganz modern! Rundgang durch Mottereibetriebe im Kreise Gießen. — Oer Verarbeitungsgang der Milch. - Technik im Dienst der Volksernährung. Emil Knack fingert einen Groschen aus der Westentasche, wirft ihn ein und dreht die Wählerscheibe. Eine männliche Stimme meldet sich: „Vandergruen!" „Hier Knack, Fleischkonserven. Ich wollte nur mal eine Auskunft von Ihnen haben. Es handelt sich nämlich um meine Braut, Fräulein Amelung. Vielleicht ist Ihnen der Name von der letzten Nacht her nicht unbekannt. Sie werden begreifen, daß ich — hm — als Bräutigam — — Wie? Welche Schwester? — Ach so, bei Ihrer Schwester! Na, das ist ja etwas anderes, nicht wahr! — Und wie lange ist meine Braut — hallo, hören Sie noch?" Die Leitung ist tot. „Na, denn nid), oller Dussel!" brummt Emil Knack und hängt den Hörer auf. Pünktlich trifft er wieder in Charlottenburg em. Gisch ist fertig, und wie sie sich in die bequemen Polster des Wagens zurücksinken läßt, ist etwas wie Freude in ihr. Emil steuert den Wagen gewandt durch den Ver- kehr des Nachmittags. Ab und zu wirft er einen lächelnden Blick auf seine Begleiterin. „Nun, freust du dich?" fragt er einmal. Gisch nickt. Warum soll sie sich nicht freuen? Sie denkt nicht mehr an den Bries, und so nimmt das Geschick seinen Lauf. Während sie im surrenden Auto an der Seite des Freundes nach Süden jagt, ist sie schon hineinverstrickt in die Schuld, in ein furchtbares Verhängnis. Es gibt kein Ausweichen, Gisch! 10. Ein Uhr nachts. Dr. Vandergruen fährt mit der Hand über die müden Augen. Er kommt einfach nicht vom Fleck mit dieser Geschichte. Wohl lassen sich die Schriftzeichen unschwer übersetzen, aber es kommt kein rechter Sinn dabei heraus. Wahrscheinlich handelt es sich um einen chiffrierten Text. Sein Geheimnis läßt sich nicht enträtseln, so sehr man sich den Kopf zerbricht und es mit allen möglichen Methoden versucht. Otsuki hat auch nod) nichts von sich hören lassen, obwohl er versprochen hatte, anzurufen Ob der das Dokument wird entziffern können? (Fortsetzung folgtI) urb mit SJlXfport die Wirffchast Wball der heimischen Mannschasten Berlin Frankfurt a. M. 98,75 98,75 Norddeutscher Lloyd o Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Urn- Schluß- kurs 101,4 101,4 110,3 98,75 97 129 99 98,5 121,65 132,75 98,75 101,13 110,4 101,4 110,4 129 99 97 97 129 99 Freundschaftsspiel auszutragen. Da die Flensunger auf heimischem Boden sehr gefährlich sind, dürfen die Gäste das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein Sieg der Alten-Busecker wäre keine Ueberraschung. Vorher stehen sich beide Jugendmannschaften gegenüber. Morgen: Ismayr und Manger in Gießen! Gute Besetzung im Frühjahrswaldlauf. Wie überall im Reich, so findet auch für den Sportkreis Gießen morgen (1900er-Sportplatz ab 14 Uhr) der Frühjahrswaldlauf statt. Er hat als Auftakt der Saison seine alte Anziehungskraft behalten und eine gute Besetzung gefunden. Gestartet wird in drei aktiven, drei Jugend- (einschl. Jungvolk) und zwei Frauen-Klassen. Die längste Strecke ührt über 5000 Meter, die kürzeste über 800 Meter und führt durch das Philosophenwald- bzw. Flugplatzgelände. Die Chancen sind recht verteilt. Bei den Aktiven dürften wieder die Leute vom Turnv. Heuchelheim dominieren, allerdings sind hier die beiden Gießener Vereine 1900 und VfB -Reichsbahn und auch noch der Turnv. Aßlar zu beachten. In der Jugend sind bei der erfreulich großen Zahl der Meldungen kaum Voraussagen möglich. In der Frauen- und Mädchenklasse sind voraussichtlich VfB.-R. und Tv. Heuchelheim unter sich. Handball im Kreis Gießen. Es hat sich mehr denn le gerade in dieser Runde erwiesen, daß große Staffeln in allen Klassen ein Hemmschuh sind., Denn nur diesem Umstand ist es zu verdanken, daß heute in der 1. Kreisklasse zwar der Meister ermittelt ist, daß aber immer noch eine ganze Reihe von Spielen auszutragen ist, bevor man die Spielzeit 1936/37 endlich als erledigt betrachten kann. Aus diesen Erfahrungen aber sollte die Spielleitung den Schluß ziehen, im kommenden Jahr aus Zweckmäßigkeitsgründen eine Unterteilung vorzunehmen. Alle jungen Sportler und Sportlerinnen in die HI. Aufruf des Rcichsfportführers. „Mit dem Gesetz vom 1. Dezember 1936 ist igt nvn das Gewicyl mn lajrmiein d_ Brusthöhe und stößt es nati) kurzer Pause zur Hochstrecke. Der Gewichtheber hat in jeder Hebung drei Versuche. Die am höchsten gültigen Versuche werden zusammengezählt, und das qibt das Ergebnis des olympischen Dreikampfes Zum Beispiel die Höchstleistung von Manger: Beid- arnng Drücken 280 Psund, beidarmig Reißen 250 Pjund und beidarmig Stoßen 320 Psund, also zusammen 850 Pfund. Die Regeln des Ringkampfes dursten ja zum Teil bekannt sein. Es sei hier nur gesagt daß derjenige Sieger ist, der seinen Gegner auf beide Schultern bringt, und zwar genügt schon ^in kurzes Austippen. Ist innerhalb der Ringzeit von 15 Minuten keine Entscheidung gefallen, so entscheidet das Kampfgericht nach Punkten, die im Verlause des Kampfes festgestelkt werden. Auch besjeyr Angriff wird gewertet. Einen Punkt erhält derjenige Rin- jer, der seinen Gegner der Niederlage nahebringt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. von ihren Kindern umringt, denen sie Brot ab- schneidet und goldgelbe Butter dazutut, dann endet im gemütvoll Menschlichen, was unter Gedankengängen des Materiellen und Wirtschaftlichen begann. Und für den Herrn Geheimrat von Goethe ist es keine Beleidigung, wenn man auch einmal in diesem Zusammenhang an sein Wort erinnert, in dem er vom Leben spricht, das allüberall interessant ist, wo man es auch packt. N. nicht zu erwarten. Die Hintermannschaft bleibt unverändert, lediglich im Sturm erfolgt eine K... Pflichtspiele: Tuspo Groß-Rechtenbach — Tv. Herborn: Die Platzbesitzer dürfen sich nicht ein zweitesmal den Scherz vom letzten Spielsonntag erlauben. Es ist nicht damit getan, seinen Unwillen über eine Schiedsrichter-Entscheidung mit Spielabbruch kundzutun. Herborn ist in Bezug auf seine Spielstärke in letzter Zeit sehr ' zurückgegangen. Groß- Rechtenbach ist aber auf eigenem Platz ein schwer zu nehmender Gegner. Turnv. Dutenhofen — VfB.-R. Gießen: Dutenhofen hat durch Spielerabgänge einen großen Teil seiner Mannschaft ersetzen müssen. Es stellt unter diesen Umständen bei weitem nicht mehr den Gegner dar, den es zu Beginn der Runde abgab. Der Ausgang des Rückspiels ist unter diesen Umständen ziemlich sicher. Die Gießener werden ihren Vorspielsieg wiederholen, wenn auch nicht in der ursprünglichen Höhe. Freundschaftsspiele: To. A tz b a ch — Tv. Nauborn: Atzbach tritt nach einer längeren Zwangspause erstmalig wieder auf den Plan. Wie sich unter diesen Umständen die Mannschaft finden wird, ist ungewiß, obwohl die Gäste kaum Widerstand leisten werden. — Vor dem Spiel der ersten Mannschaften treffen sich die Jugendlichen von Atzbach und Münchholzhhausen, um Bhein-Mainische Börse. rNittagsbörfe: Renten fest, Aktien ruhig. Frankfurt a. M., 9. April. Die etwas regere Geschäftstätigkeit der letzten Tage am Aktienmarkt ist verebbt, der Auftragseingang aus dem Publikum war sehr klein, lediglich am Einheits- < markt erfolgten weitere kleine Käufe. Im Großoer- kehr waren nur einzelne Spezialpapiere auf Dividendenhoffnungen beachtet und mäßig höher, während die Mehrzahl der Marktgebiete stark vernachlässigt wurde und die Kurse vorwiegend leicht ab- bröckelten. Die Zahl der Erstnotierungen war gering. Don Montanaktien gaben Hoesch und Verein. Stahl je 0,40 o. H. nach. Am Chemiemarkt gingen Scheideanstalt auf 258 (259) zurück, JG.-Farben uno. 167,25, Deutsche Erdöl 148,75 (148,50). Von Elektrowerten blieben AEG. mit 42 (41,90) in Erwartung einer demnächst zur Deröffentlichuna kommenden günstigen Bilanz mehr beachtet, Bekula uno. 166, Gesfürel 148 (148,50). Weiter fest lagen Holzmann mit 149,40 (148,75) und Aschaffenburger Zellstoff mit 137,50 bis 137,50 (136,90). Sonst wurden noch notiert: Reichsbank 196,25 (197), Westdeutsche Kaufhof 59,50 (59,25), Bemberg 111,40 (112,25), Daimler 129 (129,50) und Gement Heidelberg mit unv. 164. Am Einheitsmarkt blieben Mainzer Aktien-Brauerei stark gesucht, waren aber ohne Angebot. Mez Freiburg kamen nach fast einmonatiger Pause mit 125 (130) wieder zur Notiz. Im Freiverkehr waren einige kleine Werte stärker gesucht, Schuh Berneis Wessels mit 50,50 bis 51,50 (47,50), Elsäsi. Badische Wolle mit 57 bis 58 (56), Adlerwerke Kleyer schwankten zwischen 114 bis 115 (114,75). Der Rentenmarkt war unverändert fest, das Geschäft ist aber ruhiger geworden. Kommunal-Um- schuldung 92,70 (92,55), Altbesitz etwa 121,90 (121,50), Städte-Altbesitz unv. 125,50. Weitere Nachfrage erhielt sich nach Goldpfandbriefen, Kommu- nal-Obligationen und Stadtanleihen. Im Verlaufe lagen die Aktienmärkte meist etwas schwächer. JG.-Farben gingen auf 166,50 nach 167,25, Hoesch auf 117,50 nach 118. Verein. Stahl auf 116,25 nach 116,50, anderseits zogen Holzmann noch 0,13 v.H. an auf 149,50. Auch späterhin kamen nur wenig Kurse an die Tafeln, schwächer Conti Gummi 195 (197), etwas höher Siemens 194,75 (193,75). Der Einheitsmarkt brachte eine VfB.-R. II — Dillenburg II. Dor dem Ligaspiel treten die Reserven beider Mannschaften im Kampf um die Punkte an. Die Dillenburger konnten dem Tabellenführer Wetzlar eine klare Niederlage beibringen, find also sehr spielstark. Der Ausgang des Spieles ist offen. Jugendableilung. Die Jugendmannschaften find voll beschäftigt. Die erste Jugend empfängt die Turner aus Saasen, die über beachtliches Können verfügen. Die zweite Jugend wird wohl kaum um eine Niederlage in Großen-Linden herumkommen. Das Spiel der dritten Jugend gegen Heuchelheims zweite sollte die Gießener knapp in Front sehen. Offen ist das Lokalspiel der Kleinsten von VfB. und 1900 zu bezeichnen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Sinn — 1900. Nach einiger Abwechslung durch die Pokal- und Gesellschaftsspiele nehmen die Verbandsspiele morgen ihren Fortgang. Die Blau-Weißen müssen nach Sinn, wo ihnen eine schwere Ausgabe bevorsteht. Die Platzbesitzer befinden sich nämlich auch noch in Abstiegsgefahr. Dadurch wird ihre Gefährlichkeit noch um etwas anwachsen, denn sie werden sich den Vorteil des eigenen Platzes nicht aus der Hand nehmen lassen, um durch einen Sieg dieser Gefahr zu entgehen. Für die Blau-Weißen ist das Gespenst des Abstiegs ebenfalls noch nicht restlos beseitigt. Erst durch den Gewinn eines einzigen Punktes ist die Gefahr endgültig gebannt. Es gilt daher, gerade diesem Spiel die besondere Aufmerksamkeit zu widmen, damit der Punktgewinn schon hier zustande kommt, denn ob es bei den beiden anderen noch ausstehenden Spielen (VfB. und Sportverein Wetzlar, die ebenfalls auf des Gegners Platz stattfinden) dazu kommt, bleibt abzuwarten. Die Aufstellung, in der die Blau-Weißen antreten, ist noch nicht endgültig, da noch verschiedene Spielberechtigungen erwartet werden. Große Umstellungen sind allerdings zu werfen, in dem der Rahm geheimnisvoll umgeht und dabei pasteurisiert wird; selbstverständlich gilt auch einige Aufmerksamkeit dem riesigen, motorisch bewegten Butterfaß und den Bergen frischer Butter, die von einer einfachen Formpresse auf das bekannte Maß gepreßt und geschnitten und bann von ungemein flinken Hänben verpackt und in Kisten verstaut wird ... Bald hat bann die Hausfrau die Butter in Händen, und wenn man sich gar die Mutter vorstellt, von uns allen gewünschte Erfassung aller deutschen Jungen und Mädel in der Hitler-Jugend vollzogen worden. Als Reichssportführer und als Beauftragter des Jugendführers des Deutschen Reiches für die körperliche Erziehung der deutschen Jugend schätze ich mich glücklich, die körperliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend durchführen zu können, und ich erachte es als eine selbstverständliche Pflicht für alle jungen Sportler und Sportmädel, die jetzt noch außerhalb der Staatsjugend stehen, die ersten zu fein, die sich freiwillig der HI. oder dem BDM. anschließen und dort in treuer Pflichterfüllung ihren Dienst in der nationalsozialistischen Jugend tun." Gez.: v. Ts chammer und Osten, Reichssportführer. Auszeichnung eines Jung-Segelfliegers. Der Reichsfportführer hat dem jungen Segelflieger A. Wolf von der Luftsportschar Grönhoff für den erfolgreich durchgeführten Flug von Hornberg nach Braunau seine Anerkennung ausgesprochen. Die Flugschüler der Reichs-Segelflugschule Horn- berg hatten in ihrem ersten Lehrgang schon zahlreiche Ueberlandflüge mit einer Gesamtlänge von 1000 Kilometer erledigt, wobei Wolf mit der bedeutendsten Leistung, seinem 240 Kilometer langen Fluge nach Braunau, dem Geburtsort des Führers, aufwarten konnte. E>A -Hallensportfest-Erfolg gesichert. Großer Tag der SA. in Frankfurt a. 211 Nachdem der Besuch des Stabschefs der SA. Lutze endgültig feftliegt, bedarf es wohl kaum noch eines Beweises, die außerordentliche Bedeutung des Sportfestes der SA.-Gruppe Hessen zu unterstreichen. Fieberhaft wird in der Frankfurter Festhalle gearbeitet, um den Darbietungen den letzten Schliff zu geben. Die Hauptprobe am Freitagabend aber zeigte bereits, daß unsere SA. - Männer zu wirklich hervorragenden Leistungen aufgelegt sind. Das Sportfest, dessen äußerer Rahmen als glän- DfB.-BeichSbahn Gießen. VfB.-R. Liga — Dillenburg Liga. Nach langer Pause trifft morgen auf dem Waldsportplatz die Mannschaft des DfB.-Reichsbahn auf die Mannschaft des Reichsbahn-Turn- und Sportverein Dillenburg. Die Gießener, zwar noch an letzter Stelle stehend, sind aber in der Zwischenzeit zu einem ernst zu nehmenden Gegner geworden, der keineswegs gewillt iftt abzusteigen. Zudem kommt noch, daß alle noch auszutragenden Spiele gewonnen werden müssen, soll die Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt bleiben. Diese Tatsache wird dazu beitragen, daß morgen jeder einzelne Spieler sein Bestes geben wird, damit das Spiel gewonnen wird. Die Dillenburger konnten zwar das Vorspiel knapp für sich entscheiden, sollten aber morgen trotz allen Eifers nicht uiy eine Niederlage herumkommen. Als Schiedsrichter fungiert Kaletsch (Wetzlar). Schluß- kurs 8-4. 101,5 98,75 104,25 99,65 8 4. 101,4 98,75 103,75 99,65 100,5 98,5 121,65 133 98,75 101,05 98,75 97 96,9 128,5 99 97,25 101,4 101,5 110,3 Deutsche Reichsbahn Vorz.-A!t. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 Reihe von Befestigungen, vielfach blieben die Kurse auch mangels Angebots gestrichen. Von Renten notierten Altbesitz mit 122 bis 122,1^(121,65). Sehr fest und lebhafter waren wieder zertif. Dollar-Bonds, 6proz. Preußen 61,50 bis 61,75 (60,75), 6^proz. 62 bis 62,25 (61,25), 6proz. Spargiro 61 (60,50), 7proz. 62,50 (62). Vot Goldpfandbriefen erhöhten sich Nass. Landesbank Wiesbaden auf 99,25 (99), do. SO. 97,50 (97,25), hrner Pfälz. Hyp. KO. 97,50 (97), die übrigen unverändert oder . gestrichen Geld. Liquidationspfandbrief- blieben behauptet. Stadtanleihen lagen teilweise «etwas fester. Dekosarna Neubesitz stiegen auf 30,50 (29,80). Von Freiverkehrswerten Ufa Film weiter fest mit 74,25 (72,75), Adlerwerke Meyer später etwas nachgebend auf 114 nach 114,75. Tagesgeld unv. leicht und 2,25 v. H. Abendbörfe freundlich. Die Abendbörfe nahm einen freundlichen Verlauf. Die Aktienkurse konnten sich größtenteils in Anpassung an den Berliner Schluß, teilweise aber auch darüber hinaus etwas befestigen. In einigen Werten war das Geschäft etwas reger. Fest tagen Muag mit 146,50 (145,25, Berlin 146,25, Daimler Motoren mit 129,75 bis 130 (129,25). JG.-Farben gewannen 38 v. H. auf 167, wobei die Einberufung des AR. zum 14. April etwas anregte. Holzmann erhöhten sich auf 150,40 (149,50), Deutsche Erdöl auf 149 (148,75), Gesfürel auf 148 (147,50),« dagegen gingen Harpener Bergbau auf den Berliner Stand von 158 (159,50) zurück. Montanwerte lagen überhaupt sehr ruhig und nicht immer ganz «behauptet. Am Einheitsmarkt kamen Grün & Bilsibger mit 245,50 (243,25) zur Notiz, Mainzer Aktftn-Bräu blieben ohne Schätzung gestrichen Geld. Ar Rentenmarkt lag im allgemeinen sehr ruhig, nur Kommunal-Um- schuldung wiesen lebhaftes Geschäft mit 92,90 bis 93 (92,75) auf. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 9. April. Das Angebot von deutschem Frühgemüse nimmt weiter zu, Ab- I satz befriedigend. Feldsalat und Wintergemüse bei noch reichlichem Angebot schweres verkäuflich, es . verblieben größere Ueberstände. Preise allgemein i rückläufig. Es notierten u. a. soweit nichts anderes angegeben alles je 50 Kilogramm in Mark (T = . Treibhaus): Blumenkohl, Steige 1z und 18 St. 5,50 ! bis 6,00 itaL, Gelbe Rüben 50 Kilogramm 8 bis Schluß!. Mittag- börse 9-4. 101,4 98,75 104 99,65 100,65 98,5 122,13 w Spl« >.r s’SrS,1 Lang-Göns ohne weiteres den Sieg zutrauen kann, > Schwung zur Bi usthohe ~unb stoßt es nc^ch z so weiß man trotzdem, daß es kämpfen muß, um -V die Oberhand zu behalten. Die beiderseitigen Jugendmannschaften, Die vorher antreten, sind in der Spielstärke ziemlich unterschiedlich. Lang-Göns wird hier, ebenso wie im Vorspiel, sicherer Sieger bleiben. Schlußk. Abend- börse 9-4- 101,5 98,75 103,75 99,65 100,5 98,5 122,13 133,25 98,75 101,25 zend gelungen bezeichnet werden muß, verspricht ein Vorbild für alle ähnlichen Ereignisse in dem in dieser Hinsicht gewiß nicht traditionsarmen Frankfurt zu werden. Das ist um so erfreulicher, als die Neuartigkeit der Idee, deren Ursprung übrigens beim Gruppenführer B e ck e r l e selbst zu suchen ist, die unermüdliche Gemeinschaftsarbeit des gesamten Gruppenstabes und der zahllosen SA.-Männer als Helfer verlangt hat. Deutschlands Wasserballer vor vielen Länderkämpfen. Deutschlands Wasserballspieler, die in zahlreichen Kämpfen des abgelaufenen Jahres ohne Niederlage geblieben waren'und bei den Olympischen Spielen nur durch den Rechenschieber verloren, haben für die neue Spielzeit wieder allerlei vor. Mit dem Kampf gegen Frankreich am 3. und 4. Juli in Darmstadt beginnt der Reigen der diesjährigen Länderspiele. Eine Woche später ist im Olympiastadion in Berlin Ungarn der Gegner, am 18. Juli treffen unsere Spieler in Haarlem auf Holland und am 23. und 24. Juli steht unsere Mannschaft in London England gegenüber. Dom 15. bis 20. August wird in Budapest das internationale Wasserballturnier um den Horthy- Pokal entschieden, an dem Ungarn, Deutschland, Belgien, Frankreich und zwei weitere, noch von der FINÄ. zu bestimmende europäische Nationen teilnehmen. Norwegen bewilligt 150000 Kronen für die Durchführung der V. Olympischen Winterspiele. Der scharfe Wettlauf um die Austragung der V. Olympischen Winterspiele 1940 wird erst auf dem Olympischen Kongreß an den ersten Tagen des Monats Juni in Warschau entschieden. Bis dahin machen Japan und Norwegen die größten Anstrengungen, um das Wettsporttreffen auf Schnee und Eis in ihrem Lande veranstalten zu können. Soeben hat der Strorting, der norwegische Reichstag, einen Betrag von 150 000 Kronen genehmigt, der als Fonds bereitftehen soll, wenn Norwegen mit der Durchführung der Winterspiele betraut werden sollte. Allerdings sind die Aussichten für die Norweger, angesichts der großen Dorbereitungen der Japaner, die bereits für die Veranstaltung des Winter-Olympias auf der Insel Hokkaido einen in allen । Einzelheiten ausgearbeiteten Plan fertiggestellt haben, bei weitem nicht mehr so günstig als vor einigen Monaten. besetzung. Fußbattabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Nächsten Sonntag ist Alten-Buseck mit seiner ersten und Jugend-Mannschaft beim Sportverein Flensungen zu Gast, um noch sein rückständiges Damm 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by2%Doung-Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanlethe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Recksten.............. 4yz% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpse............... 4y2% Preuß. Landespsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4’/2°/o Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 5’/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutichein-Berrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2%% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Zu dem Großkampftag des Kraft- und Sportklubs am morgigen Sonntagabend im Cafe Leib ind noch folgende technische Einzelheiten zu berichten. Zunächst wird im Gewichtheben der olympische Dreikampf ausgetragen. Dieser besteht aus beidarmig Drücken, d.h. das verlangte Gewicht wird mit schnellem Schwung zur Brust umgesetzt . xi> , und dann, Kreuz und Knie steif, langsam zur Hoch-1 ger, der feinen ©egner ö^r JHeOertage trecke gedrückt. Das beidarmige Reißen ist! Auch werden Fuhrungspunkte vergeben. Frankfurt o.M. Berlin Schluß- \ kurs -chlußk. lbend börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag. börse Datum | 8.4. 9.4. 8-4. 9 4. 210,5 210 209,75 207,5 AKU=Sunftfeibe...... • • • e • 0 — — — —' Aschaffenburg Zellstoff. Bemberg............ . 3 . 0 136,75 112,25 137,5 112 136,65 112 137 112 Bekula."............. . 8 166 166 166,13 165,65 Buderus Eisen........ . 4 125,25 125 124,9 124,75 Gement Heidelberg .... . 7 164 164 — —— Gement Karlstadt..... . 6 — — — Ghade A.-C........... . 9 — — — —— Conti Gummi........ 11 197 194,5 197 194,5 'Ä'inimlpr sTPntnren ..... . 5 129,5 130 129,5 129,25 Dessauer Gas........ • 4 114,75 114,75 Deutsche Erdöl....... . 5 148,5 119 148,75 148,75 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 259 258 — — Deutsche Linoleum.... 10 173 175 172,5 175 Elektrische Lieferungen. . 6! 132,5 133 132,65 133 Elektrische Licht und Kraft.... . 7 148 148 148,25 148 I. G. Farbeu-Jndustrie . 7 167,25 l 167 167,4 166,65 Felten & Guilleaume.. . 6 138,25 ; 138 138,13 138,13 Gesfürel............. . 6 148,5 148 148 147,5 Th. Goldschmidt...... . 5 132,75 133,5 132,25 133,5 Gritzner Maschinen.... . 0 42,5 42,75 42,5 42,9 Harpener............ yy2 160 158 160 158 Hoesch Eisen.......... . . . . . sy» 118,4 117,75 118 118 Philipp Holzmann .... . 6 148,75 150,4 148,25 150 Ilse Bergbau......... . 6 — — 174,5 175 Ilse Genüsse......... . 6 149,75 118,75 149,75 149,25 Kali Aschersleben..... . 5 — 123 124 123 Klöcknerwerle....... 4’/2 124,5 124 124,25 123,75 Kokswerke und ChemischeMabrik 6 — 1 —— 146,5 146,75 Lahmeyer.......... .. 6 125,25 125,25 125,65 125 Mainkraft............ .. 4 94,9 94,9 — -- Mannesmann....... .. 3 119 118,5 119 118,5 Mansselder Bergbau . ey2 158 [157,5 158 158 Metallgefellschaft..... .. b 154 154,4 154,4 Orenstein & Koppel .. .. 0 • ------- — 91,25 91 Rheinische Braunkohle 12 232,5 228 ,5 232 22L.5 Rheinische Elektro.... .. 6 — — 133,75 133,75 Rheinstahlwerke...... .. 6 158,5 158,65 158 158.5 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 127,75 127,5 128 127,13 Rütgerswerke....... .. 6 145,5 146 145,13 146 Salzdetfurth Kali .... ..... ’iy 165 163 165 163 Schuckert & Co....... .. b 166 ■55,25 165,75 165,25 Schultheis Pahenhofec .. 4 — 95,5 95.9 Siemens & Halske ... 94,75 194,75 194.5 Süddeutsche Zucker... . IC 200 200 200,25 200 üereinigte Stahlwerke sy2 1 116,9 16,25 116,9 116,4 Westdeutsche Kaufhof. 59,5 59,25 59.13 Westeregeln Alkali.... .. 1 123,75 22,25 123 122 Zellstoff Waldhos .... .. 158,5 158 158 157,25 Ltavi Minen........ . O.f 1 - [32 .25 31,25 32,5 131 131 131,25 131 —— — 43,5 44 16,25 16,25 16,75 16,75 17 17,13 17,13 17,13 126,75 126,75 126,5 126,75 197 196,25 197 195,65 —— —— 128,65 128,5 113,13 113,25 113,13 113,25 120,75 116,75 120,75 116,75 103,25 103,25 103,25 103,25 8.April 9. April 8. April 9. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Noti rung AmlicheNotierung Gelb | Bries Geld Bries Geld | 2 Gelb ®nei_ Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,754 0,758 Japan.................... 0,709 ,711 0,709 0,711 Brüssel................... 41,90 41,98 41,96 42,04 Jugoslawien .............. 5,694 706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,153 0,155 0,153 0,155 Oslo.................... 61,21 ,33 61,25 61,36 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 1,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,39 54,49 54,41 54,51 Lissabon.................. 11,06 .08 11,065 11,085 Danzig................... 47,04 47.14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,79 2,91 62,82 62,94 London................... 12,18 12,21 12,185 12,215 Schweiz.................. 56,64 ,76 56,62 56,74 Helsingfors................ Paris.................... 5,38 5,39 5,385 5,395 Spanien................. Prag..................... 16,98 7,02 16,98 17.02 11,40 11,42 11,165 11,185 8,656 r ,674 8,656 8,674 Holland.................. 136,23 136,51 136,10 136,38 Budapest................. - — — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 1 ,492 2,490 2,494 10, Gewürzel 100 Bdl. 40 bis 50, Gurken (T) 100 St. 30 bis 50, Karotten 10 bis 15, Kohlrabi (T) 100 St. 12 bis 22, Lauch 100 St. 3 bis 8, Meerrettich 30 bis 45, Rettich 100 St. 8 bis 15, Rhabarber 25 bis 28, Rotkraut 6 bis 8, Feldsalat 25 bis 60, Kopfsalat (T) 100 St. 18 bis 24, do. Steige 30 St. 5,00 bis 6,00 holl., do. Steige 24 St. 2,40 bis 3,25 ital., Lattich (T) 40 bis 60, Schlüpfer (T) 50 bis 80, Sellerie 100 St. je nach Größe 20 bis 50, Spinat 12 bis 17, Schwarzwurzel 20 bis 25, Geschichten a (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) lleberraschender Vorschlag. (kr) Chikago. Der diensttuende Polizeibeamte des Revieramts rieb sich zweimal die Augen, ehe er ganz erfaßte, daß er nicht schlief und träumte, sondern daß jenes Männlein wirklich vor ihm stand und folgenden überraschenden Vorschlag unterbreitete. Er riet, der Beamte möge bei ihm zu Hause telephonisch anrufen und seiner Gattin mitteilen, daß ihr Ehemann wegen öffentlicher Ruhestörung zu 20 Dollar Geldstrafe verurteilt worden sei ünd nur freigelassen werden könne, wenn das Geld sofort bezahlt werde. Er, der Ehemann, übernehme jede Garantie, daß die Gattin innerhalb von 20 Minuten mit dem Geldbetrag zur Stelle sei. Der Beamte brauche nur zu kassieren und die Frau wieder wegzuschicken. Dann könne man den Betrag im Verhältnis von 50:50 teilen und jeder habe ein Geschäft gemacht. Der Beamte war ein gutmütiger Mensch. Er riet dem Ehemann nur, sich schleunigst aus dem Polizeibüro zu entfernen, ehe er ihn wegen versuchter Bestechung einsperren lasse. Die gefallene Masche. C. K. Istanbul. In Istanbul kam dieser Tage ein komischer Rechtsstreit zur Verhandlung, bei dem es sich um ein Paar Seidenstrümpfe handelte. In einer Straßenbahn wurde ein Fahrgast, als der Wagen sehr schüttelte, gegen eine junge Dame geschleudert, er kcm mit seinen Schuhen gegen ihre Seidenstrümpfe unb bewirkte, daß sich an diesen eine Masche löste, so daß sie verdorben waren. Er entschuldigte sich sehr lebhaft, aber die junge Dame war nicht so lecht zu versöhnen, sondern bestand auf vollem Shadenersatz. Der Mann war auch bereit, ein neues Prar Strümpfe zu bezahlen, aber er verlangte, daß er dafür die beschädigten ausgehändigt erhielt. Der jmgen Dame aber schien es unmöglich, sich vor allen Fahrgästen die Strümpfe auszuziehen, und sie verweigerte die Uebergabe. So kam die Sache do: das Schnellgericht, vor dem der Mann die Auslieferung der Strümpfe verlangte. Das Gericht en schied zu seinen Gunsten. Es erklärte, daß er du-chaus berechtigt sei, die Ware zu fordern, für die er ausreichenden Ersatz bezahlt hat. Die junge Dame wurde genötigt, so sehr sie darüber auch in Ve'legenheit geriet, sich in eine Ecke des Gerichtssaales zurückzuziehen, wo sie die Strümpfe abstreifte un> dem Kläger überreichte. Was alles versichert wird. (—) London. 2ee- und Kaffeeprüfer versichern ihren Ge- schnackssinn, Boxer ihr Nasenbein. In Hollywood nalm man hohe Versicherungen gegen Kamelbisse aus als man einen Film drehte, bei dem die Stars sich in der Nähe der unberechenbaren Höckertiere auhalten mußten. — Einzigartig aber ist wohl die Lelensversicherung auf eine Stunde, die ein Lon- dorer Kaufmann aufnahm, der an einem großen Feststen teilnehmen mußte. Er fühlte sich an jenem Tac nicht gut und befürchtete, während des Essens einen Herzschlag zu erliegen. Er hat den Herzschlag nich bekommen, aber die Versicherung hat ihre Beiräge für jene Stunde kassiert. — In der englisch n Provinz sicherte sich ein Kinobesitzer einen arohn Besuch, indem er für den Regenfall allen Besuhern Taxameter für die Heimfahrt versprach. Er satte Glück: es regnete nicht. Im anderen Falle hättl er kein Geschäft gemacht. Wann spielte man zuerst Golf? (—) Gloucester. Bc der Untersuchung der Geschichte vieler Sportarten macht man die Erfahrung, daß der Ursprung diesem oder jenen Sportes und das Alter der Sport- betätgung nicht mehr festzustellen ist. Die Engländer nteressierten sich z. B. seit langem brennend dafür wann zum erstenmal Golf gespielt wurde. Das scheint nun durch einen Fund in der Kathedrale von Gloucester klargestellt worden zu sein. Manhat nämlich bei den Wiederherstellungsarbeiten an eaem Glasfenster die Silhouette eines Mannes entdckt, der in der Hand einen Stock hält und mit diesei nach einem Ball schlägt, der zu seinen Füßen liegt.Sie Form des Stockes erinnert allerdings ein wem an Hockey, aber die Haltung des Mannes entspicht jener, die man beim Golf einnimmt. Jene: Fenster mit der Figur wurde etwa um das Jahr 1350 auf Veranlassung des Lords Brastone hergeellt. Man kann also daraus den Schluß zieher daß die Engländer schon im 14. Jahrhundert Golf pielten oder jedenfalls ein Spiel betrieben, das dm heutigen Golf ähnelte. Auf Lausannes ältesten Spuren. (sh) Lausanne. Ma weiß zwar, daß Lausanne eine jener uralten Siedlungen ist, die die Römer schon fertig vorfanen. Aber erst seit zwei Jahren beschäftigt man sh etngebenber mit der Vergangenheit dieser Stadt. Bei dieser Gelegenheit ergab sich, daß das modere Lausanne Gegenüber dem alten Lausanne eine fcme Ortsverschiebung mtgemacht hat. Die Stadt t nach Osten gerückt. Die alte Siedlung lag etwa 2 Minuten weiter westlich. Hier hat man nun Tempe und Straßen ausgegraben, Mauerreste und Münze freigelegt. Auf diese. Weise erfährt man, rote Lusanne früher hieß. Die älteste bekannte Schreibrt war Lousonna. Jetzt hat man Anzeichen dafür efunden, daß Lausanne ursprünglich Leu- sonna >ieß und durch einen Merkurtempel dem Gott tr Kaufleute geweiht mürbe. Wie sehr schon damalsbie Schiffer in Leusonna eine maßgebenbe Rolle sielten, ergibt sich aus einem jüngst gemachten Fub, wonach bie Schiffer ein eigenes „Zunftlokal" atten und daneben einen Tempel, wo sie vor eler Fahrt auf dem See ihr Opfer dar- brachtei Je pflichteifrige Serviertochter. (sh) Basel. Die Serviertöchter", wie man bie Kellnerinnen in ber Schweiz nennt, finb sehr tüchtige Mäbchen, die bie Empfehlungen, bie man ihnen für bie Be- hanNun ihrer Gäste gibt, als harte Vflicht auf» fassen ub in die Tat umsetzen. Das erlebte König Weißkraut 5 bis 6, Wirsing 10 bis 14, 7 bis 8 holl., Zwiebeln 7 bis 8, 9 ital. Am Ob st markt find Aepfel kaum mehr angeboten, Güteklasse A fehlt völlig. Apfelsinen ohne Angebot, Bananen knapp. Preise sehr fest. Ananas HO bis 120, Aepfel I 45 bis 50, II 35 bis 40, III 25 bis 30, Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm netto 8,50 bis 9,00 Westind., Zitronen, Kiste 300 unb 360 St. 12,00 bis 13,00. US aller Welt. Leopolb von Belgien am eigenen Leibe. Er war kürzlich in ber Schweiz, um noch ein paar Tage Wintersport zu genießen. Er reifte inkognito unter bem Namen eines Grafen von Rety. Als er morgens in Bafel ankam unb barauf warten mußte, daß an seinem Zug, ber ihn in die Berge führen sollte, die Maschine gewechselt wurde, begab er sich in die Bahnhofswirtschaft und bestellte ein paar Spiegeleier. Um gleichzeitig die Kehle ein wenig flu erfrischen, bat er um ein Glas Bier dazu. Nun hatte man jener Seroiertochter ein paar Tage vorher nahegelegt, beim Ausschank von Bier morgens vor 6 Uhr recht vorsichtig zu sein. Ihr war dieser Fingerzeig Befehl. Sie zuckte also die Schultern und sagte ihrem Gast, daß es entschieden zu früh sei, um Bier zu trinken. Stattdessen servierte sie ihm ein Glas Wasser, das notgedrungen den gleichen Dienst wie das Bier erfüllen mußte. Erst als der Zug den Bahnhsf wieder verlassen hatte, erfuhr die Seroiertochter, wer der Gast war, auf den die Empfehlung über die Bierverweigerung wohl kaum hätte Anwendung zu finden brauchen. Der Detektiv, ber die Überwachung am Bahnhof zu besorgen hatte, hatte die Szene beobachtet, durfte sich aber aus Gründen der Diskretion erst bemerkbar machen, als ber Gast verschwunden war. Der Schatz im alten Buch. (ha) Rom. Joseph Lacosta war ein eifriger Stubent ber Philosophie, der seine Examensarbeit über ein recht abgelegenes Thema zu schreiben gedachte. Er vertiefte sich in einige uralte Schwarten, die er in der Vatikansbücherei auslieh. Bei dieser Gelegenheit fiel ihm auch ein Band des längst vergessenen Philosophen Revisa in die Hand. Als er in dem Buch blätterte, entdeckte er einen Zettel, auf dem ein wenig verschroben und verschnörkelt und in altem Italienisch zu lesen stand, daß der Finder das Aktenstück 162/R/l in der römischen Kanzlei anfvr- bern möge. Man suchte unb fanb ein versiegeltes Kuvert, bas bie nötigen Unterlagen barüber enthielt, daß ber Finder jenes Stück Papier der Erbe des Revisa-Vermögens sei. Der in seinen letzten Lebensjahren ein wenig absonderliche Philosoph wollte, daß nur einem Menschen, der seiner durch das Studium seiner Philosophie noch gedachte, auch in den Besitz der vielen tausend Lire gelangen sollte, bie er zu seinen Lebzeiten anscheinenb mit seiner Philosophie verdient hatte. Die Auspuff-Serenade. (cs) Budapest. „Die Liebe macht erfinderisch, noch mehr die enttäuschte Liebe oder gar ber Haß. Das zeigt ein eigenartiger Fall, ber sich in Budapest ereignete. Es war Mitternacht unb bie kleine Straße lag in tiefer Ruhe. Da ertönte auf einmal mitten in bie nächtliche Stille hinein ein lautes Motorgeknatter. 23or einem Haufe blieb ein Motorrad stehen, und nun gab es eine Fehlzündung nach der anderen, daß es nur so durch die Straßen hallte. Das ging so fünf Minuten, acht Minuten... Da flammte hier und da hinter den Fenstern Licht auf unb wütende Gefaster verschlafener Schlafrockgestalten wurden sichtbar. Als dann die elften Fenster sich öffneten und allerlei fromme Wünsche herniederprasselten, verschwand bas knatternde Ungetüm alsbalb im Dunkel ber Nacht. Eine halbe Stunbe verging unb alles hatte sich roieber zur Nutze begeben, ba begann ber Spektakel von neuem.' Mit ber gleichen Heftigkeit unb mit ber gleichen Ausbauer. Jetzt waren bie Schläfer schon eher zur Stelle, einige sogar bereits mit Wurfgeschossen in ber Hanb. Aber auch biesmal entkam ber larmenbe Missetäter unerkannt. Inzwischen hatten einige beherzte Männer sich entschlossen, Wache zu halten, ba sie, nicht mit Unrecht annahmen, baß ber nächtliche^ Ruhestörer wieberkehren werbe. Ja, einige Ehemänner hatten sogar biesen Vorfall zum willkommenen Anlaß genommen, sich von ihren Gattinnen einen nächtlichen Urlaub bewilligen zu lassen, um im nächftgelegenen Gasthaus den Missetäter zu erwarten. Kaum eine halbe Stunde verging, unb schon erschien bas knatternbe Motorrad roieber auf ber Bilbfläche. Im Nu war alles alarmbereit unb es hagelte nur so Wurfgeschosse auf ben nächtlichen Ruhestörer. Inzwischen war auch bie Polizei benachrichtigt worben unb so konnte ber Bursche nach feinem brüten Störungsversuch feftgenommen werben. Unb ba stellte sich heraus, daß der junge Manns durchaus nicht groben Unfug hatte ausführen wollen, sondern daß es ihm lediglich darum zu tun war, ein gewisses Fräulein Irma aus bem süßen Schimmer zu reißen, unb Zwar immer wieder, damit sie nicht zur Ruhe käme. Irma aus dem süßen Schlummer zu reißen, und gewesen unb hatte ihn eines Tages versetzt. Das hätte er vielleicht noch verwunden. Nicht verwinden aber konnte er, daß Irmas neuer Bräutigam ein Auto hatte, während er nur Motorradfahrer' war. Und fo beschloß er denn, die Treulose zu bestrafen, indem er vor ihrem Fenster eine Nächtliche Auspuff- Serenade ausführte. Denn: rootnit man sündigt, wird man auch bestraft. Der vierbeinige Handlutzgsgehilfe. (cs) Wien. In einer Seitenstraße hat der Kunsthändler Cer- venka sein Geschäft. Wer es betritt, kann eine Ueber- rafchung erleben. Als „Gehilfe" bei bem Kunsthänb- ler Cervenka ist nämlich ein erst wenige Monate altes Rehkälbchen „tätig". Buchstäblich und wahrhaftig ein Rehkälbchen. Das Rehkälbchen, Fritzi genannt, begrüßt bie eintretenben Käufer, aber Damen unb Herren ganz verschieben. Die Damen erhalten einen „Hanbkuß", ber barin besteht, baß bas Rehkälbchen seine Schnauze an ihre Hcmb reibt. Betritt ein Herr ben Laben, so nickt Fritzi nur mit bem Kopf. Fritzi ist aber nicht nur höflich, fonbern auch nützlich. So z. B., wenn ein Kunde ohne Paket aus dem Geschäft gehen will. Daraus scheint Fritzi zu schließen, daß kein Geschäft zustandegekommen ist Da stellt sich das Tierchen vor die Tür und packt mitunter sogar den Kunden am Rock, um ihn festzuhalten. Köstlich ist Fritzis Benehmen, wenn ein Kunde mit einem Hund das Geschäft betritt. Hunde kann Fritzi nicht leiden. Diesen seinen Feinden dreht er dann die Kehrseite zu, schlägt mit ben Hufen aus unb brängt ben Hunb so bis zur Tür. Natürlich hat es sich herumgesprochen, daß der Kunsthändler Cervenka einen ungewöhnlichen „Handlunasgehilfen" in seinem Geschäft hat; dadurch kommt manch einer zu Herrn Cervenka, aber meist nicht um zu kaufen, sondern um zu erleben, wie Fritzi die „Seh-Leute" behandelt. (Sin Finanzamt mit Humor. An dem Gebäude des DresdnerStabtsteuer- amte s wurde in diesen Tagen eine lustige Figur des Steuerzahlers, der feine leeren Taschen zeigt, angebracht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Büchertisch. — Horst Biernath: „Diamanten- k o m ö b i e". Roman. Preis Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (74) — Nur wenige Leute wußten von bem bevorstehenben Diamantentransport der Minerva-Mine von Südafrika über Kapstadt nach Amsterdam. Und doch sind Nachrichten darüber in die Oeffentlichkeit gedrungen. 400 000 Gulden sind die Steine wert — zu ihrem Schutz hat die Direktion vier erprobte Detektive ausgewählt. Mit vier Koffern ziehen sie los. Zwei gelangen auf bas Schiff. Aber schon noch wenigen Tagen sind bie Diamanten weg! Eine roilbe Sucherei beginnt. Eine Tragikomöbie entwickelt sich — um bie Ebelsteine unb um eine Frau. Es gibt eine Riesenüberraschung. Aber bas muß man lesen. Dem Thema nach also ein Kriminalroman, aber ein heiteres Buch von bezauberndem Humor. — Herbert Kranz:DieStaufenkaiser und ihr Reich — Glanz unb Herrlichkeit bes alten Reiches. 256 S. mit 17 Kunstbrucktafeln, mit Zeittafel, Geschlechtertasel unb Karte. Franckh'sche Verlagshanblung, Stuttgart. In Seinen gebunben 6,50 RM. — (86) — Glanz unb Größe unb Tragik beutschen Kaisertums finb mit ben Namen ber Stauerkaiser für immer verknüpft, bie gewaltige Persönlichkeit Kaiser Rotbarts, bie Herrschergestalt Heinrichs VI., ber berounberte unb vielleicht noch öfter verkannte Kaiser Friebrich II., sie verkörpern in Ge- chickste unb Mythos Macht unb Glanz der Kaisergewalt, des Feldherrnruhmes, der Staatskunst. Herbert Kranz erzählt, wie die Staufer zur Herrschaft und zur Kaiserkrone kamen und wie sie den Kampf kämpften um Ehre und Bestehen und Macht des Reiches. Es ist ein Heldenepos, gedichtet in volkhaft einfacher und zugleich beschwingter Sprache, und es ist zugleich Geschichte, wie sie wirklich gewesen ist. Heber bas lebenbige Geschichtsbilb hinaus, bas bie- Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. April. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfarroerwalter Da- merau; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten d. Matthäusgemeinde; 3.90: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolshei- mer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Militärgottesdienst, Pfarrer Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bidelbesprechstunde im Johannessaal, Pfarr- affiftent Bangert. — üapette des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling, zugleich Christenlehre ür die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrvikar Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrer Trapp, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls; 13.30: Schulanfänger-Andacht. — Allen-Bufeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls; 13: Christenlehre. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Abendmahl II, Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 9: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienft; 11 Beichte und Abendmahl für die Verheirateten bis zum 40. Lebensjahr; 13: Kindergottesdienft, 1. Abtlg.; 13.45: Kindergottesdienft, 2. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl für die Jungen von Staufenberg. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für hie männliche Jugend; 10.15: Kinderaottesdienst. — Garbenleich. 12.30: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl. — Hausen. 10: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl. — Lich. 9.30: Gottesdienst; 12.45: Kinder- gottesbienft; 14: Gottesdienst. — Rieder-Bessingen. 13.30: Gottesdienst. — Birklar. 9.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Muschenheini. 11: Gottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kgllekte; 13: Christenlehre; 14: Trauungsgottesdienst mit Kollekte. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst, Kollekte, Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kinbergottes- dienst. — Wirberg. 10.30: Schulanfängergottesdienst. Montag, 12. April. Collar. 20.15 Uhr: Bibelstunbe. Mittwoch, 14. April. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 15. April. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Ausfeld. ses Buch vermittelt, leuchten Heldenhaftigkeit, Fuh- rertum unb Gefolgschaftstreue, treten Kleinmut und Zwietracht, männliches Streben unb Tragik des Schicksals als die tragenden und treibenden, als die hemmenden und vernichtenden Kräfte in ihrer ewig menschlichen und kennzeichnend deutschen Wirkung hervor. In sorgfältig wiedergegebenen Tafelbildern sehen wir Baudenkmale, Bildwerke und Malerei aus der Stauferzeit. Zeittafel, Geschlechtertasel unb eine Karte bes Deutschen Reiches zur Stauferzeit veroollstäsibigen das Werk. — Michael Zorn: Zwischen Strom und Steppe. Ein Theißfischer-Roman. In Halbleder. Volksoerband der Bücherfreunde, Wegweiser- Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (35) — Auf endlosen Steppen Ungarns, am Laufe der fischreichen Theiß, zwischen Viehherden und gesegneten Kornfeldern, lebt, fern dem Getriebe unserer Welt, ein Volk von Bauern, Hirten, Fischern unb Zigeunern in ber ungebrochenen Kratt unb Ruhe ursprünglicher Lebensformen, nach uraltem Brauchtum in gleichsam zeitloser Einsamkeit unb Beharrung. Ihr Dasein schilbert ber Dichter am Schicksal bes Landstreichers Silo, ber, von unbekannter Ferne kommend, hier Zuflucht fanb unb das Gespenst des Stromes besiegt, an Leib unb Glück des Steppenmädchens Maria, die von ber Unendlichkeit der Weiden in die Enge des Fluß- dorfes verbannt wurde, an der Not des Fischers Alexander, bem die betörende Glut dämonischer Besessenheit ein frühes Ende setzt. Die Landschaft formt das Antlitz der Menschen, prägt ihr Geschick, gibt ihnen das Wissen um bie ewigen Gesetze stets neuer Erprobung; sie lehrt, daß im Einfachsten, in ber Monotonie werktätiger Tage und ber Stille ber unberührten Heimat eine unendlich reiche Welt seelischer Kräfte verborgen ist. — „Kleiner Bruder, wo bist du?" Ein Roman aus dem Deutschtum Australiens von Jul. Hufschmied. Geh .2,40, Ganzleinen 3,50 Mark. 261 Seiten. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1937. — (76.) — Ein junger Berliner Arzt erfährt durch einen merkwürdigen Zufall, daß in Australien ein jüngerer Bruder von ihm leben muß. Der Gedanke läßt ihn nicht zur Ruhe kommen — immer hat er die quälende Vorstellung, daß der kleine Bruder dort irgendwo im Busch oder in der Steppe kümmerlich sein Leben fristet, während er es sich gutgehen läßt. So beginnt der große Umschwung in seinem Leben, der ihn nach Australien, kreuz und quer durch die Urwälder und Steppen, durch Städte und Buschland, zu Farmern und Negern führt und in große Abenteuer verstrickt. Hiervon erzählt das Buch, das die Vorzüge eines packenden Romans mit denen einer anschaulichen Reiseerzählung vereinigt. — Josef Ponten: Besinnliche Fahrten im Wilden Westen. Landschaftsbilder III. (Nr. 7350.) Kartoniert 35 Pf., gebunden 75 Pf. Phi- lipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (92) — In diesem Bändchen liegt die erste dichterische Ernte einer Studienreise Josef Pontens in Nordamerika vor. Man kennt den rheinischen Dichter als Meister künstlerischer Erdbeschreibung — hier bewährt sich seine oft gerühmte Kunst an bem riesigen Kontinent mit feinen weiten ßänberbreiten, feinem Reichtum an Lanbschaftsformen unb Völkerstämmen. Das ist alles mit bem tiefen Wissen bes Erbforschers gestaltet. Ponten bereift mit feinem Auto auch bie abseits üegenben Steppen unb Sanbfelder, bie Gebirgstäler unb Urroälber, aus benen noch bie Seele bes großen Erbteils spricht. Reuapostolische Gemeinden. Händelstraße 1, Eberstraße 13. Sonntag, 11. April. 9.30 Uhr: Gottes- bienft (nur Hänbelstraße); 16: Gottesbienst. — -Mittwoch, 14. April 20.30: Gottesbienst. Evangelische Stadlmission, Löberstraße 14 (Christliche Gemeinschaft innerhalb ber Landeskirche). Sonntag, 11. April. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsfchule; 16: Solbaten-Bibelftunbe. — Mittwoch, 14. April. 20.30: Bibelstunbe. Christliche Gemeinde, Zu ben Mühlen 2. Sonntag, den 11. April. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 13. April. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- - liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 11. April. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 14. April. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 15. April. 8.30: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, 10. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 11. April. 2. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre mit Andacht; 15.30: Jungfrauen-Kon- gregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Predigt unb Anbacht. — Laubach 9.30: Hochamt mit Predigt; Erstkommunion unb Entlassungsfeier; 14: Weihe unb Anbacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Prebigt; 20: Christenlehre unb Andacht — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 12. April. Laubach. 7.30 Uhr: Dankamt. Mittwoch, 14. April. Hungen. 7 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in bringend«» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzllicher Sonntagsdienst. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Wolf; Zahnarzt: Dr. Fischer; Apotheke: Hirsch-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießem 2520 D Preiswerte Stoffe für Frühjahr und Sommer! Waschstoffe farbige, neue Muster, in verschied. Arten, p. m gehrt und beliebt Seltersweg 20 Gießen messen des Versteigerungsleiters 2515D zum Verkauf 2547 A Eichen zirka 50 Stämme und Abschnitte Einfarbige Seidenstoffe RM. 3.60. 1,00 m lang, Krepp-Satin, 95 cm breit, in allen gangbaren Karben p. ni Wo BeroiüQler Verlag, Berlin Mlerseüe Wellenkrepp, 9> cm breit, in sehr schönen. 3. Kl. mit modischen Tönen Stämme p. m zirka 20 Stamm 50,00 fm 4. Kl. mit Stämme p. m zirka 80 Stamm 9,00 fm 2. 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Rechnen I und II Allgemeines Rechnen Englisch, Spanisch und Italienisch I Schönschreiben Plakatschrift I und II Vorbereitung auf die Elektro-Werkmeister-Laufbahn Dekoration (Tages- und Abendlehrgänge) Beizen und Polieren Textilwarenkunde Hochfrequenztecknik I Anmeldungen sind sofort zu richten an die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Abt. für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Fernsprecher 3275 2540 D Samen Volldünger aus der oisas Samenhandlung Eugen Scheel Mäusburg 17 Nutzholz-Versteigerung. Mittwoch, den 14. April 1937, vormittags 10 Uhr beginnend, kommt aus den Distrikten Bösköppel, Wormshardt, Kohlplatte usw. folgendes Nutzholz unter teilweise beschränktem Bieterkreis nach Er- - - - ' Ort und Stelle Mattkrepp, 95 cm breit, Sortiment Neuzeitliche Haushalts- und Personen- WA8 waagen sind die besten Kelter bei der Ge- eHI wIchts-Kontrolle. 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