187. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr.58 Erster Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, lO.März 1937 ___ ä Annahme von Anzeige» LrschelM tüytich, nutz« Ä 18g V für die Mittagsnummer I A El Ai XL *A 11 «▲ AA A AA M-tz-n-i Famili-nblätt-, IWA# WH iw VI ■■ TflHM »ninOprttfefun mm flöhe Hermal im Bild Die Scholl» Ä Mw H M d W M d W M W H ■ W H W M JF W M W M JF M für Anzeigen von 22 mm -M--L kDlvhvIlvl TllhvlUvl -Ms Auch bei Nichterscheinen UM AV Ermäßigte Grundpreise: einzelnen Nummern •'* v Steilem,-Hereins., gemein- MW General-Anzeiger für Oberhessen Z^W richten: Anzeiger Gieße« v behördliche Anzeigen 6Rpf. Sion^rt ?Ä‘n 11688 Dru» uttö Verlag: vrühl'sche UniverfitStr Such- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlettung und Seschästsftelle: Schulftratze 1 Mengenabichlüffe Stoffe! 8 werden kann. Paris, 9. März. (DNB.) Die französische Kammer nahm am Dienstagabend die Landesver- teidigungsanleihe und die damit verbundenen Garantien mit 4 7 0 gegen 46 Stimmen der auf den äußersten rechten Flügel sitzenden Marin-Gruppe an. Etwa 90 Abgeordnete der Oppo- ition haben sich der Stimme enthalten. Die Kommunisten stimmten für die Vorlage. Ministerpräsident Blum hatte erklärt, daß er es ablehnen müsse, sich auf eine politische Aussprache einzulassen. Seine Aufgabe sei, einen Aufruf an die gesamte Kammer zu richten, den Erfolg der Anleihe zu sichern; es handle sich hier um einen Erfolg, den das Land und nicht etwa die Regierung benötige. Abgeordneter Marin als Führer der Oppo- tion hatte von der Regierung ernste Garantien über die ausschließliche Verwendung des Anleiheaufkom- mens für die Landesverteidigung verlangt. Das Vertrauen sei erschüttert worden, als trotz aller Versprechungen der Regierung unmittelbar nach ihrer ersten Anleihe der Franc doch abgewertet wurde. Der ehemalige Ministerpräsident Fl and in (Rep. Vgg.) erklärte, daß seine Fraktion für die Regierungsvorlage stimmen werde. Sie halte aber die Erfüllung gewisser Bedingungen als für den Erfolg der Anleihe unerläßlich. In erster Linie die Aufgabe eines gewissen haben trotz des brutalen Regiments des „lieben eisernen Rarkom" Kaganowitsch versagt, und besonders in den Kohle- und Oelgebieten sind die Knotenpunkte rettungslos verstopft; die Krankenhäuser haben kein Verbandzeug und keine Watte, die Schüler erhalten keine Griffel und keine Schreibhefte, auf den Märkten fehlt es an allem, was man zum täglichen Leben braucht . . Und so weiter und so weiter. In dieser Lage ist der Schwerindustriekommisfar Ordschonikidse gestorben, einer von jenen, die Stalins Aufstieg neben und mit ihm mitgemacht haben und der zu den vier engsten seiner Mitarbeiter gehörte. Da ihm Organisationstalent nachgerühmt wird und er sich Mühe gab, mit eiserner Strenge zu walten, — er ist Kaukasier, wie Stalin selbst — ist sein Verlust nicht zu unterschätzen. Da an seine Stelle aber unzweifelhaft ein zuverlässiger Parteimann treten wird, sind die Aussichten für eine Aenderung des Zustandes in der Industrie nicht gerade hoch zu veranschlagen. Das System ist es, das dem ganzen Lande, seiner Wirtschaft, dem gegenwärtig herrschenden Massenterror und dem ganzen Leben des Sowjetbürgers seinen Stempel aufdrückt. Im Namen dieses Systems führt Stalin seine Abrechnung mit den „feindlichen Elementen" durch — „feindlich" ist ihm aber nur der, der ihm den Parteigehorsam aufkündigt und seine Macht gefährdet, mag er auch sonst welche Fehler immer besitzen und welche Verbrechen immer begangen haben. Denn noch immer gilt das Wort Lenins: „Es ist besser, daß Millionen Menschen hinsinken, als daß die Parteilehre Schaden erleidet." Frankreichs neue Rüstungsanleihe Kommunisten und Flandin-Gruppe stimmen der Vorlage zu. Millionen von Beamten, die aus der Zuchtanstalt der proletarischen Diktatur hervorgegangen sind, bloßgelegt. Wer die Vorgänge der letzten Wochen t n der Sowjetindustrie verfolgt hat, gewinnt den Eindruck, daß hier mehr denn je furchtbares Tohuwabohu herrscht, daß niemand sich in den wirklichen Produktionsergebnissen, den Ausfällen und der Leistungsfähigkeit richtig auskennt, daß auf den wichtigsten Gebieten weitere Rückschritte zu verzeichnen sind, und daß dieser Zustand im Zusammenhang mit der täglichen Verschärfung der Lebensmittelnot sowie dem andauernden Massenterror des Stalinregimes sich auf die Lage des Landes in einer Weise auswirken wird, die sich heute noch gar nicht übersehen läßt. Während man gegen die Jndustrieleiter, die, rein wirtschaftlich gesehen, versagt haben, solche „Anklagen" richtet, wie „Nachlassende Wachsamkeit gegen den Klassenfeind", „Verlust des parteipolitischen Ge- sichts" und „Fehlen des Verständnisses für die wahre Sowjetdemokratie", — ist der Zustand folgender: Die gesamte Kohlenwirtschaft ist auf das Niveau vom vergangenen Jahr zurückgesunken, als es noch keine „Stachanow-Bewegung" gab; die Oelindustrie zeigt eine anhaltend rückläufige Bewegung; das Programm des Häuf erb aus wurde gerade zur Hälfte durchgeführt und den Arbeitern bleiben weiter nur ein paar Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung; die Holztrusts haben ihre Pläne nicht erfüllt; die Ziegelindu- strie hat wegen der Lieferung schlechter Baustoffe einen groben Rüffel erhalten; die Eisenbahnen der Kreisräte und Kreistage der Württembergischen Reichsverbände. In der Begründung zu dem Gesetz wird darauf verwiesen, daß durch das vorläufige Reichsgesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich die gemeindlichen Selbstverwaltungskörper aufgelöst und neu gebildet wurden. Ihre Amtszeit wurde auf vier Jahre festgesetzt. Auf Grund dieses Gesetzes haben die einzelnen Länder (mit Ausnahme von Preußen) die entsprechenden Gleichschaltungsgesetze erlassen. Auf Preußen fanden die Vorschriften des Gesetzes keine Anwendung, da die gemeindlichen Selbstverwaltungskörper in Preußen durch die Verordnung vom 4. Februar 1933 aufgelöst und auf Grund der kommunalen Wahlen vom 12. März 1933 neu gebildet wurden. Die Amtszeit der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper endet am 5. März 1937, soweit nicht einzelne Länder einen geringfügig abweichenden Endtermin festgesetzt haben. Für die Gemeinden ist diese Regelung durch das Inkrafttreten der deutschen Gemeindeordnung überholt. Die für die Kreise gebildeten Verwaltungskörper im jetzigen Zeitpunkt nochmals in einem 'umständlichen Verfuhren zu erneuern, erschien unzweckmäßig im Hinblick darauf, daß in naher Zeit mit dem Erlaß der Deutschen Kreisordnung gerechnet werden kann. Der gleiche Gesichtspunkt erschien durchschlagend hinsichtlich der Verwaltungskörper der übrigen Gemeindeverbände (bayerische Kreistage, sächsische Bezirkstage, hessische Provinzialtage). Die Kreistage selbst sind durch das Gesetz über die Uebertragung von Zuständigkeiten der Provinzial- und Kreistage auf Ausschüsse vom 17. Juli 1933 sowie durch das Gesetz über die Anpassung der Landesverwaltung an die Grundsätze des nationalsozialistischen Staates vom 15. Dezember 1933 jeglicher eigenen Zuständigkeit zugunsten der Kreisausschüsse entkleidet worden, so daß ihre Neubildung nach Ablauf der Wahlzeit nicht notwendig ist. Es erschien daher zweckmäßig, die Amtszeit der Kreisausschüsse der preußischen Landkreise gleichfalls bis auf weiteres zu verlängern. Beratung -es Reichskabinetts Ein Gesetz über die Sicherung der Reichsgrenze. men an den Verhandlungen teil, da sie sich nichts von einem Gremium versprechen, dessen uneinge- standener Zweck es ist, die Vorrangstellung der führenden Mächte auf allen Gebieten, auch auf dem der Rohstoffversorgung, aufrecht zu erhalten. Zwischen den beiden Ländern besteht der am 31. Oktober 1925 geschlossene Handels- und Schifffahrtsvertrag fort. Er hat im Laufe der Jahre eine große Reihe von Zusätzen erfahren. Am 26. September 1934 wurde ein Verrechnungsabkommen abgeschlossen, das der Tatsache Rechnung trug, daß beide Länder einen straffen Devisenhaushalt führen müssen. Die Regierungsausschüsse, die zur Ueberwachung des Wirtschaftsverkehrs zwischen beiden Ländern eingesetzt sind, haben wiederholt Störungen beseitigt, ehe sie allzu empfindlich geworden waren. Das Gleichgewicht zwischen den Interessen der beiden Ländern zu finden ist deshalb nicht ganz einfach, weil es eine Reihe von Industriegebieten gibt, auf denen beide Länder ein Ausfuhrinteresse haben. Zu diesen Gebieten gehört beispielsweise die K r a f t f a h rz eu g i n dust r i e. Ein weiterer Umstand, der bei der Bemessung der gegenseitigen Zugeständnisse in der Warenaus- und einfuhr berücksichtigt werden muß, ist das starke Interesse Jkdliens an einer Belebung des deutschenReiseverkehrs. Umgekehrt kommt Deutschland als Reiseziel für Italien in sehr viel geringerem Umfange in Betracht. Unter den Ländern, die für deutsche Erholungsreisende besondere Anziehungskraft haben, hat Italien in den letzten Jahren eine bevorzugte Stellung eingenommen. Gegenüber Oesterreich hat 3>« Jahre lang die deutsche Ausreisegebühr von 1000 Mark bestanden und der deutsche Reiseverkehr nach der Schweiz war dadurch behindert, daß die Schweiz keine Möglichkeit sah, durch verstärkte Kohlenkäufe den für Gewährung von Reisedevisen bestimmten Fonds ausreichend zu speisen. Im engeren Warenverkehr war die Entwicklung nicht gleichmäßig. Ende 1935, als der Völkerbund mit Sanktionen gegen Italien drohte und Deutschland sich zur Fortführung und sogar zur Verstärkung seiner Lieferungen einverstanden erklärte, sammelte sich zugunsten Deutschlands eine unausgeglichene Devise'n forderung an. Bereits im Jahre 1936 ist dieser Spitzenbetrag durch verstärkte deutsche Käufe in Italien und durch Bereitstellung von Devise^ an Jtalienreisende völlig a u f g e z e h r t worden. Auch jetzt werden sich die Abordnungen beider Länder darum bemühen, nach Möglichkeit einen Ausgleich im Geben und Nehmen zu schaffen. Cr. LtnserHandelmitIialien Die soeben in Rom begonnenen deutsch-italienischen Wirtschaftsverhandlungen sollen das Provisorium ablösen, das einige Wochen nach der Abwertung der italieni« s ch e n Lira Anfang Herbst vorigen Jahres getroffen wurde, um den Warenaustausch zwischen beiden Ländern aufrecht zu erhalten und im deut- chen Reiseverkehr nach Italien keine Unterbrechung nntreten zu lassen. Italien hat im vorigen Jahre tärker abgewertet als Frankreich, die Niederlande und die Schweiz. Es liegt auf der Hand, daß eine Verminderung des Außenwertes der Lira um 40 v. H. zwar die Käufe in Italien erleichtert, dagegen die Lieferungen nach Italien außerordentlich erschwert. Dazu kommt, daß in den letzten Monaten ür eine Reihe wichtiger Rohstoffe eine Preiserhöhung eingetreten ist, die für Deutschland und andere Lieferanten Italiens den Selbstkostenpreis gegenüber früher weiter erhöht. Die neuen Verhandlungen zwischen den beiden Ländern erfolgen in einer Atmosphäre der Freundschaft und der Verständigungsbereitschaft. Das bietet Gewähr dafür, daß man zu einem Ausgleich kommen wird. Die neuesten Zahlen über den deutsch-italienischen Warenverkehr lassen erkennen, daß die allgemeine rückgängige Tendenz nur in geringem Grad wirksam geworden ist. Im Jahre 1934 lieferte Deutschland für rund 246 Millionen Mark Waren nach Italien, im Jahre 1936 immerhin noch für 241 Millionen. In dem dazwischenliegenden Jahr 1935, das Italien mit den W i r t s ch a f t s - sanktionen der Völkerbundsmächte bedrohte und daher zum verstärkten Bezug deutscher Waren veranlaßte, beliefen sich die deutschen Lieferungen nach Italien auf rund 278 Millionen Mark. Da besonders im letzten Vierteljahr 1935 beträchtliche Voreindeckungen Italiens stattgefunden haben, kann man die deutsche Ausfuhr nach Italien innerhalb der letzten drei Jahre als stabil, ja vielleicht sogar als langsam steigend bezeichnen. Noch deutlicher liegen die Dinge bei der deutschen Einfuhr aus Italien. Im Jahre 1934 bezog Deutschland für 185 Millionen, 1935 für 188 Millionen und 1936 für 209 Millionen Mark Waren aus Italien. Die absoluten Zählen würden an sich noch nicht beweisen, daß sich die beiden Länder wirtschaftlich immer, stärker aufeinander einstellen. Betrachtet man jedoch den Gesamthandel Italiens, so ist festzustellen, daß der Anteil Deutschlands sowohl bei der Einfuhr wie bei der Ausfuhr seit 1931 in ununterbrochenem Anstieg begriffen ist. Heber diese vergleichende Statistik stehen nur die Zahlen bis Mitte 1936 zur Verfügung. Der Anteil Deutschlands an der italienischen Gesamteinfuhr erhöhte sich innerhalb der letzten fünf Jahre von 13,1 aus 18,4 v. H., Deutschlands Anteil an der italienischen Gesamtausfuhr von 10,7 auf 16,4 v. H. Die enge wirtschaftliche Verbundenheit der beiden Länder, die sich aus demokratiscb-parlamentarischen Banden zu befreien verstanden gaben, kommt auch auf anderem Gebiet zum Ausdruck. Am 8. März ist in Genf ein Völkerbundsausschuß über Rohstofffragen eröffnet worden. Weder Deutschland noch Italien neh- «as verboten ist. Freilich dürfte es selbst Stalin und seinen Agen- ten von der GPU. heute schwer fallen, auch für 1 b'iefe Zustände der Unruhe und der Unsicherheit im Lande, für die Lebensmittelnot und den in weiten Gebieten herrschenden nackten Hunger, für die 1 Lotterwirtschaft und den Schlendrian in der Jn- t uftrie die Hingerichteten Trotzkisten verantwortlich ru machen. Der innere Kampf in der Partei und lie große Abrechnung mit den Feinden Stalins spielt sich denn auch mehr hinter den Kulissen ab, And von einer neuen gestürzten Größe erfährt man (Tft, wenn sie schon mehrere Tage im GPU.-Keller M und ein Nachfolger bestellt wird. So ist der i Ehemalige GPU.-Allmächtige Jagoda sang- und illanglos in der Versenkung verschwunden, die Par- iLigrößen von Kiew, Rostow und Charkow wurden . ntfernt, in den Organisationen der kaukasischen ’ Partei und in Zentralrußland sowie in Westsibirien iüttb umfangreiche Aenderungen vorgenommen werfen, und mancher aus der Umgebung leidet heute Unter Angstzuständen und schlaflosen Nächten — cbgesehen von den ungezählten Opfern unter den Parteileuten dritten und vierten Grades, die von ihren Neidern und bisher weniger erfolgreichen Nebenbuhlern jetzt zur Strecke gebracht wurden. Nimmt man irgendein Sowietblatt zur Hand, so lieft man von nachlässigen Arbeitern in der Industrie inb von Bürokraten bei den Behörden, von „Zerstörern der Regierungspläne" in der chemischen und d er Kohlenwirtschaft, in der Naphtha- und der Elek- iroindustrie, von solchen, die „Staatseigentum" verschleudern und Unterschlagungen beaehen, die fehler- -afte Galoschen Herstellen und die die Stahlproduk- inon „sabotieren", die schlechte Häuser bauen und nangelhafte Kasserollen verkaufen, die mcht genügend Holz liefern oder Bergwerksunfälle verschulden, und plötzlich ist das ganze torrumpierte Netz d e r Sowjetverwaltung, der nachlässig arbeitenden und unfähigen Jndustrieleitungen icnü der lediglich aus den eigenen Vorteil bedachten Stalins Terrorregime Don unserem Tl.-Ämchterstalter. Moskau, Ende Februar 1937. Seit der Vollstreckung des letzten Massentodes- urteils gegen Pjatakow und Genossen sind kaum drei Wochen vergangen, — aber kein Mensch, wohl auch die GPU. selbst nicht, vermag heute schon anzugeben, wieviel „kleinere" Opfer in dieser kurzen Zeit den „großen" gefolgt sind, wie hoch sich die Zahl der in der ganzen Sowjetunion unvermindert andauernden Verhaftungen beläuft und welche Auswirkungen der Massenterror Stalins und seines Exekutionschefs, des „Generalkommissars für die Staatssicherheit", Jeschow, noch zeitigen wird. Politische Prozesse in der Sowjetunion haben noch stets einen ganzen Rattenkönig von üblen Nachwirkungen gehabt. Aber diesmal ist es wie ein Rausch über jene gekommen, die „Abrechnung" halten, und die bekannten Erscheinungen treten in zusammenge- oaUter Konzentration auf. Stalins Spürhunde schleichen durchs Land, und täglich erlebt man die Früchte ihrer Tätigkeit. Es ist ein Sonderkapitel in der großen Tragödie des russischen Volkes, was in diesen Tagen vorgeht. Parteigruppen und -Komitees hadern mit den Organen der Staatsmacht, ihre einzelnen Vertreter wüten gegeneinander und übertreffen sich täglich in dem Eifer, sich selbst reinzuwaschen und den anderen anzuschwärzen, Zeitungen befehden sich in der übel- 'ten Weise und halten sich vor, das „parteimäßige Gesicht" verloren zu haben, immer neuen Orgamsa- rionen und Leitern mächtiger Verbände wird der Vorwurf gemacht, daß sie die „bolschewistische Wach- amkeit" vermissen ließen und auf ihrem Gebiet ,veine unerhörte Schlamperei und einen an Verbrechen grenzenden Bürokratismus" geduldet hätten, in ieber Fabrik und in jedem Verband wird die Ge- nnnung der Leiter beschnüffelt, bei den Behörden ucht man nach „seelenlosen Kanzleibonzen" und in 9er Partei nach „Anhängern neuer Abirrungen von 9er Generallinie"--das Ganze aber steht unter Dem Firmenschild „Liquidierung des Trotzkismus und seiner Auswirkungen". Daß die Zustände in dem „Lande des aufbauen- 9en Sozialismus" weit davon entfernt sind, als normal oder auch nur befriedigend gelten zu können, hat der Prozeß aller Welt zur Genüge er- «iefen. Was dort an Beweisen für eine haar- iräubenbe Mißwirtschaft zutage gefördert wurde, tzat man im vorhinein unter Zuhilfenahme der „Einwirkungs"-Methoden der GPU. alles den An- ' geftagten als „bewußte Schädlingsarbeit" zur Last gelegt. Sie haben auch „gestanden" und mit ihrem Geben für diese „Geständnisse" bezahlt. — Jetzt werden aber tagtäglich und in immer höher steigendem Maße von den Blättern aller Gegenden und aller Formate Enthüllungen über die Steigerung Der Unzufriedenheit und der Unruhe gebracht, die Zahl der „Unzuverlässigen", der „ttotzkistisch Ver- cuchten", aber auch der sonstigen „Feinde des Staates und der Partei" wird immer größer, in hier Sowjetwirtschaft aber werden alle Begriffe Lbersteigende Mißstände aufgedeckt. Wenn hier und >a den Leitern der Parteigruppen und den Sow- >etbonzen vorgeworfen wurde, daß sie nicht ge- -lügenD „Selbstkritik" übten, so ist damit anscheinend iias Stichwort gegeben worden. Denn nun tobt sich ein förmliches Bacchanal dieser „Selbstkritik" aus, wobei das „Selbst" freilich nicht an der ersten Person, nicht an dem „Ich" haftet, sondern sich ganz generell auf das „Wir" bezieht. Eine Uef- ■ greifende Unruhe geht durchs ganze Land und i i>urch alle Schichten des Volkes, immer neue Geriete des öffentlichen und privaten Lebens des Staates und der Sowjetbürger werden unter die Lupe dieser „Selbstkritik" genommen, und niemand weiß eigentlich mehr zu sagen, was im Sinne der Partei richtig und was falsch, was zugelassen und Zwanges, der von der Regierung auf wirtschaftspolitischem Gebiet vielfach ausgeübt werde. In den Wandelgängen der Kammer herrschte nicht nur im Regierungslager, sondern auch in Kreisen der Mitte großer Optimismus über b e n Erfolg der Anleihe. Man rechnet damit, daß die Besitzer der gehorteten Gelder und Goldbarren die Gelegenhe'it ergreifen werden, um sie wieder in den Wirtfchaftsprozeß einzufchalten. In der Rechtspresse will die Sorge um die zukünftige Politik der Volksfront nicht verstummen. „Figaro" schreibt, Blum habe sich gehütet, auch nur eine einzige Frage der Opposition zu beantworten. „Journee Industrielle" erklärt, die Notwendigkeit einer neuen Anleihe habe nicht zur Debatte gestanden. Darüber seien sich alle Parteien einig gewesen. Eine solche Anleihe sei jedoch unmöglich, wenn die Politik der Volksfront-Regierung weiterhin auf Irrwegen wandele. Die Volksfront wolle anscheinend noch immer nicht zugeben, daß sie Fehler begangen habe. Blum habe sich geweigert, neue Versicherungen abzugeben. Die „Pictoire" schreibt: „Blum ist gerettet, Frankreich aber nicht." Der Senat wird sich Mittwoch nachmittag mit der Vorlage befassen, so daß die neue Rüstungsanleihe am Donnerstag nach einem Aufruf des Präsidenten der Republik an alle Franzosen aufgelegt Berlin, 9. Nlärz. (DNB.) Das Reichskabi- n e l t befaßte sich in seiner Sitzung am Dienstag mit dem vom Reichsjustizminister Dr. Gärtner vorgelegten Entwurf eines deutschen Strafgesetzbuches. Die Beratungen über diesen Gegenstand werden in den nächsten kabineltssihun- gen fortgesetzt werden, verabschiedet wurde das Gesetz über die Verlängerung der Amtszeit der gemeindlichen Selbstverwal- lungskörper und ein Gesetz über die Sicherung der Reichsgrenze und über Vergeltungsmaßnahmen, nach welchen der Reichsminister des Innern ermächtigt wird, in von ihm zu bestimmenden Gebiete, insbesondere an der Reichsgrenze, alle TNahnahmen zu treffen, die für eine wirksame Sicherung der Reichsgrenze und des Reichsgebietes erforderlich sind. Der Reichsminisler des Innern wird ferner ermächtigt, gegen Angehörige eines fremden Staates und gegen deren Vermögen Vergeltungsmaßnahmen zu treffen, sofern dieser Staat gegen Reichsangehörige oder ihr Vermögen INaßnahmen trifft, die nach deutschem Recht gegen die Angehörigen dieses Staates oder ihr Vermögen nicht getroffen werden können. Die Amtszeit der gemeindl chen Selbstverwaltungskörper. Berlin, 9. März. (DNB.) Das von der Reichsregierung verabschiedete Reichsgesetzblatt über die Amtszeit der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper bestimmt: Die Amtszeit der auf Grund des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 (Reichsgesetzblatt I, Seite 153) gebildeten Selbstverwaltungs- körper der Gemeindeverbände wird bis auf weiteres verlängert. Diese Vorschrift gilt auch für die Amtszeit d^r Mitglieder der Reichsausschüsse der preußischen Landkreis- sowie ibgelegt. Es ist uns Nationale Offensive nordöstlich Madrids zu UN: Dem Vizekönig Marschc Vorschlag des Duce das G> iaü Graziani ist au troßkreuz des Militär- richtige roetben. ordens von Savoyen verliehen worden, die höchste militärische Auszeichnung, die Italien zu vergeben hat. Regierung müsse wieder in das Gleichgewicht zurückgebracht armen im Geiste der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft, wie wir ihn brauchen. Diese beiden Beispiele", so betonte Dr. Ley, „zeigen mir, daß unsere Arbeit erfolgreich gewesen ist? — Dr Ley begab sich nach Wiesgen, wo er die Exerzierhalle der Ordensburg Vogelsang und die neue Salamanca, 10. März. (DNB. Funkspruch.) Die am Montagmorgen begonnene nationale Offen- ive im Frontabschnitt von Guadalayara dauerte am Dienstag unvermindert heftig an. Nationale Flieger bombardierten mit sichtbarem Erfolg die feindlichen Schützengräben. Dann stürmte die Jn- anterie im Morgengrauen die bolschewistischen Linien. Die Bolschewisten mußten den nationalen Truppen Gelände von mehreren Kilometer Tiefe blieben, weil das Bundesgericht an „Arterienverkalkung" leide. Das Gericht benehme sich so unabhängig, als ob es das Mandat des Volkes nicht zu berücksichtigen brauche. Er wolle neue Richter ernennen, die als Richter amtierten, nicht aber als Gesetzgeber. Die Methode der Verfassungsänderung dauere Jahre und sei selbst dann nicht der Annahme sicher, da 13 der 48 Staaten mit nur 5 v. H. der Gesamtwählerschaft jede Aenderung sabotieren könnten. Das amerikanische gen der englischen Admiralität konnten der Aufregung in der englischen Oeffentlichkeit ein Ende führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei, Kunst und Wissenschaft sowie Angehörige des diplomatischen Korps anwesend. kräften bald wieder „unter Dach und Fach" kommen. Ganitätsosfizieranwärter des Beurlaubtenstandes. Wi> Volk lasse sich aber nicht länger zum Narren halten. Amerikas ~ Oie Folgen der polnischen Agrarreform Sechshunderttausend Hektar deutschen Bodens enteignet. Mr Wf beend' tut" Der litauische Außenminister L o z o r a i t i s suchte auf der Durchreise nach der Riviera den Neurath auf und hatte mit ihm eine längere Neurath auf, und hatte mit ihm eine längere Aussprache über beide Länder interessierende Fragen. Der ungarische Justizminister hat sämtliche Staatsanwaltschaften angewiesen, im Falle von strafbaren Handlungen, die die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden, strengstens vorzugehen. Alle Bestrebungen, die gegen den gort» gang der nationalen Arbeit und die Ruhe des Lanoes gerichtet sind, werden schwer geahndet werden. Unter die Verordnung fallen: Hochverrat, Aufreizung gegen andere Volksklassen, Nationalitäten oder Konfessionen, sowie Aufwiegelung und gewalttätige Handlungen gegen Leben und Eigentum von Privatpersonen. Wahlkampf zwischen Degrelle und van Seeland. Brüssel, 9. März. (DNB.) Ministerpräsident van Zeeland machte in der Kammer die Mitteilung, bei den durch den Rücktritt des rexistischen Abgeordneten Olivier im Bezirk Groß-Brüssel notwendig gewordenen N e u w a h - e n zum Parlament zu kandidieren. Die Regierung habe diese Wahlen nicht verhindert, weil sie Klarheit wolle. Er betone ausdrücklich, daß er nicht der Kandidat einer Partei sei. Da die K o m m u n i st e n wahrscheinlich van Zeeland gegenüber im Wahlkampf eine neutrale Haltung einnehmen und die nationalen Flamen vermutlich Degrelle unterstützen werden, stehen sich in dem Wahlkampf als einzige Kandidaten der Ministerpräsident und der Rexistenführer gegenüber. Meine politische Nachrichten. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels gab anläßlich der Tagung des Weltrundfun k'vereins einen Empfang, an dem die mehr als 120 Rundfunkdelegierten aus insgesamt 39 Staaten vollzählig teilnahmen. Mit den Vertretern der deutschen Rundfunkführung und -wirtschaft waren zahlreiche Roosevelts Kampf um die Gtaatsreform. Scharfe Angriffe gegen die Reformfeindlichkeit des Obersten Bundesgerichts. Washington, 10. März. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt wandte sich in einer Rundfunkrede gegen das Oberste Bundesgericht in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung und verlangte, daß sein bekanntes Reformgesetz noch in dieser Kongreß-Tagung angenommen werde. Die Verfassung sei lediglich zu dem Zweck beschlossen worden, um die ursprünglich selbständigen 13 Kolonien unter einer ft arten Zentral- regierung zusammenzufassen, und dadurch erst in die Lage zu versetzen, sich als G e s a m t st a a t zu behaupten. In dem von der Verfassung eingesetzten „Dreigespann", Exekutive, Legislative und Bundesgericht, zögen jetzt die ersten beiden a n e i n e m 61 r a n g e, nicht aber das Bundesgericht. Es gebärde sich vielmehr entgegen dem Sinn der Verfassung als oberste gesetzgebende Gewalt und wolle dem Lande vorschreiben, welche Politik es verfolgen müsse. Einige der in der Minderheit befindlichen (also republikanische) Mitglieder des Obersten Bundesgerichtes hätten offen zugegeben, daß das Gericht der Verfassung eine 3 w a 'n g s - sacke anlege, und sie nach seinen eigenen volkswirtschaftlichen Ansichten auslege. Das Gericht habe unter der Verfassung, nicht Über der Verfassung zu stehen, er wolle nicht länger dulden, daß dringende nationale Probleme ungelöst Warschau, 9. März. (DNB.) Die beiden deutschen Senatoren H a s b a ch und Wiesner, die als einzige Vertreter der deutschen Volksgruppe in Polen im polnischen Parlament Sitz und Stimme haben, wiesen im Senat auf die schweren Wunden hin, die die polnische Agrarreform in den letzten elf Jahren dem Deutschtum in Polen geschlagen hat. Senator Wiesner machte darauf aufmerksam, daß der deutschen Volksgruppe eine große Anzahl von Berufs- und Existenzmöglichkeiten verschlossen sei und daß für sie darum der Beruf des Bauern eine der wenigen beruflichen Möglichkeiten darstelle. Die in den letzten Jahren an Der deutschen Volksgruppe vollzogene Enteignung ihres Grundbesitzes bedeute darum eine besonders schwere Schmälerung ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. Seit dem Jahre 1926 seien 87 000 Hektar deutschen B e - sitz es durch die Agrarreform enteignet worden, ohne daß die deutschen Bauernsöhne bei der Verteilung des enteigneten Boden berücksichtigt worden wären Das Ausmaß des aus polnischer Hand enteigneten Bodens in Posen und Pommerellen sei im Vergleich dazu weit geringer, denn es betrage nur 39 000 Hektar. Senator Hasbach unterstrich die Auffassung, daß die Agrarreform in Polen notwendig sei, daß man aber in erster Linie Oedländereien kultivieren, Staatsländereien und solche Betriebe aufteilen solle, die schlecht bewirtschaftet wurden oder deren Eigentümer so verschuldet sind, daß sie sich nicht mehr auf ihrem Besitz halten können. Der Senator wies darauf hin, daß die Agrarreform im Jahre 1937 Öen deutschen Besitzstand ganz besonders stark geschmälert habe. In Posen und Pommerellen ständen nämlich auf der sogenannten Namenslifte 61 deutsche Betriebe, von denen zusammen 21 315 Hektar zur Agrarreform bestimmt sind, und nur 19 polnische Betriebe mit einer zur Parzellierung bestimmten Gesamtfläche von 6 906 Hektar. Senator Hasbach erklärte an Hand dieser Ziffern, daß die Durchführung der Agrarreform in Posen und Pommerellen in diesem Jahre einen für die deutsche Minderheit besonders gefährlichen Charakter angenommen habe. Nach einem Hinweis auf die schwere Lage der rund 8000 deut- Schlußappell des Fuhreruachwuchses auf dura Vogelsang. Akademie für weltanschauliche Schulung. Köln, 8. März. (DNB.) In der Ordensburg Vogelsang sprachen am Montag vor den Führeranwärtern Reichsleiter Alfred Rosenberg, Reichs- Organisationsleiter Dr. Ley sowie der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Staatsrat Meinberg. Dr. Ley gab bekannt, daß zur Erlangung eines ein« heitkichen Lehrstoffes für die Adolf-Hitler-Schulen und die Ordensburgen eine Akademie unter der Leitung von Reichsleiter Alfred Rosenberg ins Leben' gerufen werde. Nach einer Vereinbarung zwischen dem Reichsführer SS. Himmler, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsleiter Rosenberg wird diese Akademie die Aufgabe haben, Lehrer für sämtliche weltanschauliche Schulungs- einrichtungen heranzubilden und die einheitliche Ausrichtung der Lehrpläne sicherzustellen. Am Diens- tag fand auf dem Walburghof in der Nähe der Ordensburg' Vogelsang der Schlußappell statt. Nach dem Abschreiten der Front zeigten die Hundertschaften in mustergültiger Haltung einige Exerzierübungen, die ihnen ein uneingeschränktes Lod Dr. Leys eintrugen. Das eindrucksvolle Bild wurde durch einen Vorbeimarsch vor dem Reichsorganisa- tionsleiter abgerundet. Es wurde ein erzieherischer Erfolg sichtbar, für den Dr. Ley am Montag folgende Beispiele anführte: „Vor einigen Tagen habe ich auf der Burg mit einem Steinarbeiter gesprochen. Er ging während des Weltkrieges zur Schule und hat wegen des damaligen Lehrermangels nur eine mäßige Dolksschulausbildung genossen. Dieser Mann hat sich laut Bewertung seiner Erzieher und seines Burgkommandanten in einem Jahre in jeder Beziehung zu einem der Besten des Lehrganges entwickelt, ein Erfolg, auf den wir stolz find." Ein zweites Beispiel führte Dr. Ley an: „Vor einem Jahre kam ein Führeranwärter, der Akademiker ist. Er war ein sehr schwer zu Der Bedarf des Heeres an Sanitätsoffizieren des Beurlaubtenstandes kann nur gedeckt werden, wenn alle Mediziner ausnahmslos für den Sa» nitätsdienft erfaßt werden. Ehe die Medi- zinstudierenden und Abiturienten, die die Absicht zum Medizinstudium haben, daher in die Sanitätstruppe versetzt werden, müssen sie zunächst ein Jahr ihrer zweijährigen Wehrpflicht bei einem anderen Truppenteil abgedient haben. Im eigensten Interesse der Medizinstudierenden liegt es, daß sie ihrer Wehrpflicht vor Studienbeginn genügen, also sich schon in den letzten Monaten ihrer Schulzeit einen Truppenteil (ausgenommen Sanitätsabteilungen) wählen, der sie als Freiwilige annimmt, und am 1. Oktober des Jahres ihrer Reifeprüfung (also nach sechsmonatigem Arbeitsdienst) sofort mit dem Wehr- b i e n ft beginnen. Am ersten Tage des zweiten Dienstjahres werden alle Mediziner und zukünftigen Medizinstudierenden in die Sanitätsabteilung ihrer Division versetzt. Sie tragen von diesem Tage ab die kornblumenblaue Farbe der Sanitätstruppe und werden in Sanitätsschulen zusammengezogen. Hier kommt die Mehrzahl von ihnen in erste Berührung mit dem für die Zukunft erwählten Beruf. Ein regelmäßiger Unterricht macht sie mit den ©runöfenntniffen von Bau und Verrichtung des menschlichen Körpers, von Krankheiten, ihren Ursachen und ihrer Verhütung, von Arznei und Verbandmitteln bekannt. Wichtiger ist die praktische Ausbildung. Die Sanitätsschule schließt mit einer Prüfung ab. Sie entscheidet endgültig über die Eignung oder Nichteignung zum Sanitätsoffizier des Beurlaubtenstandes. Die Reservesanitätsoffizieranwärter dürfen nach bestandener Prüfung am rechten Unterarm den Aeskulapstab anlegen und in weiteren zwei Monaten impraktischenDienst bei der Truppe und im Lazarett beweisen, daß sie diese Eignung zu Recht bestätigt erhalten haben. Am 31. März des zweiten Dienstjahres können sie zum überzähligen Unteroffizier der Reserve ihrer Sanitätsabteilung ernannt und zur Reserve entlassen werden. Einmal, und zwar im Beginn ihrer Studienzeit, werden sie während der Semesterferien zu einer vierwöchigen Uebung in ihre Sanitätsabteilung eiitberufen. Dis Mehr« schen Rentensiedler nahm der deutsche Senator ferner gegen die von dem Senator Siudowski gegen das Deutschtum in Polen gerichteten Verdächtigungen Stellung. Der polnische Senator möge nicht vergessen, daß in Posen und Pommerellen durch die verschiedensten behördlichen Maßnahmen wie Annullation, Liquidation, freiwillige und unfreiwillige Verkäufe und die Agrarreform dem deutschen Besitzstand rund 600 000 Hektar verlorengegangen seien. Die Hot der deutschen Arbeiter Neberall wegen ihres Deutschtums ausgeschaltet. Senator Hasbach wies auch auf die Notlage der deutschen Berg- und Hüttenarbeiter in Ostoberschlesien hin. Soweit Neueinstellungen erfolgten, würden die deutschen Arbeiter übergangen, auch wenn sie sich ihr Leben lang durch Fleiß und Tüchtigkeit bewährt hätten. Die Begründung für diese Sonderbehandlung der deutschen Arbeitslosen liege darin, daß sie Deutsche seien und ihre Kinder in die deutschen Schu- l e n schickten. Der Senator appellierte an den Minister, die bedauernswerten hungernden und frierenden deutschen Arbeiter gegen die Willkür der Arbeitgeber und der lokalen Behörden in Schutz zu nehmen. Das Problem „Arbeit und Brot" sei wichtiger als die Festnahme von Deutschen durch die Polizei, die sich gegenseitig mit dem deutschen Gruß, der heute der Gruß aller Deutschen in der Welt sei, begrüßten. Solange sich polnische Bürger deutscher Nationalität mit diesem Gruß grüßten, konnten Staat und Regierung unbesorgt sein. Vor der geballten Faust der Kommunisten und Bolschewisten hingegen sollten alle gemeinsam auf der Hut sein. Senator Wiesner forderte für die deutsche Jugend in Polen die Genehmigung zur Bildung eines g e - schlossenen Verbandes. Gerade das polnische Volk müsse diesen Wunsch der Deutschen in Polen besonders gut verstehen, da es sich s e I b ft um den Zusammenschluß seiner eigenen Jugend im Ausland bemühe. J’Man3ll zu Fall toobei auch zu nehmen etriebe vor :er zu rech, ge Zusam- irte Bevor. läßt. Ins- ingung von noch immer reitslosigkeit ne, um ihr 1934 wurde non 21 r« (rbeitefofe r ichsansta// । Q5au=>« desttedi. länger ar- i eines Te- i der ersten j. Die An- nlanes, die :riebsgcfolg> hr als zehn zu melden, jreinftellung diese Maß- n durchgrei- slichtauslage Angestellte it aber an, möglich sein ach Arbeite- ) Fach" zu ärter ides. 'Willig, ^.«bllrg ' 'unter ®««nb(S r^rnler, 7chsleiter & bab,n, Nunn5, K. i ,Ie hun- ?lnjge Er- L°b 3,lü tollrS« zahl wird diese Hebung mit der Ernennung zum überzähligen Sanitätsfeldwebel der Reserve beenden können. Dann tritt das ungestörte zivile Studium in sein Recht, Vorprüfung und Staatsexamen müssen bestanden werden, und das Praktische Jahr ist als Medizinalpraktikant in der üblichen Weise in einem beliebigen Krankenhaus abzuleisten. Die Bestallung als Arzt schließt es ab. Jetzt kommt der Zeitpunkt, an dem der Mediziner das an seiner zweijährigen Wehrverpflichtung noch fehlende halbe Jahr abdienen muß. Unter XI. Costa Rica. Nur wenige Tage sind es wieder, angefüllt mit Arbeit und dienstlicher Befriedigung, die uns von dem kleinen Hafen Port Limo n an der „Reichen Küste" Zentral-Amerikas trennen. Schon der erste Seetag ist wieder ein Tag von besonderer freudiger Feierlichkeit. Am 18. Januar, dem Reichs- gründungstag, feiern wir gesund und in kameradschaftlicher Verbundenheit, die das gemeinsame Erleben und Wirken hier draußen besonders stark ausgeprägt hat, unser Bergfest. Am 12. Oktober 1936 liefen wir aus, und am 22. April sollen wir im heimatlichen Wilhelmshaven wieder in der Schleuse festmachen. Mählich neigt sich die Kurve unserer Reise wieder der Heimat zu, der uns jeder neue Hafen nun näher bringt. Zum erstenmal darf die Kapelle das traditionelle Samoa-Lied spielen: „Holdrio! Jetzt gehts zur Heimat! — Holdrio! Jetzt gehts nach Haus!" Ein erfrischender Tropenregen fällt des Nachts aus den schweren, von achtern aufkommenden Wolkenmassen. Ueberall werden Baljen und Pützen aufgestellt und der Wasserregen mit mehr oder weniger Geschick im Sonnensegel aufgefangen. Als Waschwasser ein dankbar wahrgenommener Zusatz, denn unser Frischwasser ist knapp geworden und es heißt wieder überall sparen, da wir erst in Haiti wieder Wasser nehmen können. Unser braver Begleitdampfer „Rudolf Albrecht" läuft mit uns ein, und geht am nächsten Morgen vor unserm JBug zu Anker zur Brennstoffübernahme. Das Längs- feitkommen ist bei der starken Dünung auf der Reede von Simon unmöglich. Port Simon: Ein sauberes aufblühendes Hafenstädtchen, durch die ideale Sage an den Zufahrtswegen von Nordamerika und Westindien nach Panama und durch den blühenden Touristenverkehr aus den Staaten in steigender Entwicklung begriffen. Es ist eine junge Gründung, die erst seit dem Bau der Eisenbahn durch die hier alles beherrschende United-Fruit-Eompany entstanden ist. Daher breite ' saubere Straßen und schattige Plätze, obwohl die Bevölkerung hier fast ausschließlich aus Negern und Mischlingen besteht, die als Arbeiter auf den Plantagen oder in dem Betrieb der Company tätig sind. Man hat die Neger aus Jamaika herüber gesiedelt, da die Costaricenser selbst das feuchtheiße Küstenklima nicht vertragen. Die Angestellten der Company und die Europäer wohnen fast alle draußen vor der Stadt in der „Zone", einer parkartig angelegten in sich geschlossenen Siedlung, deren luftige, -meist einstöckige Häuser, von breiten moskitonetz- vewehrten Veranden umgeben, sich nahe am brandenden Meeresstrand unter schattigen Palmen anmutig um das Community-House gruppieren. Hier läßt es sich schon leben, ein Hospital, Tennisplätze und Badeanstalt sind vorhanden, alles Eigentum der Company. Ihr gehört auch die große hölzerne Lan- dungsbrücke^ wo täglich die fauchenden alten Sokomotiven Waggon auf Waggon mit Bananen, Kakao und Früchten von den Pachtfarmen rings in dem fruchtbaren Küstengebiet zum Umschlag auf die Frachtdampfer bringen. Nicht nur die Eifenbahn -nach der Hauptstadt, das von wenigen Jahren noch einzige Verkehrsmittel, sondern auch das größte Hotel dort oben in San Josä und vieles andere ist. mit amerikanischem Geld gebaut und gehört der H.-F.-C., die alle anderen Unternehmungen, die den Versuch wagten, Konkurrenz zu machen, rettungslos ! übergeschluckt oder ausmanövriert hat. Geld regiert die Welt — jedenfalls die neue Welt, das stellt man hier drüben immer wieder fest! Dies ist auch der Hauptgrund, weshalb die ungeheuren schlummernden Bodenschätze all dieser reichen Sänder Satein-Amerikas erst in verschwindendem Umfange erschlossen und ausgebeutet werden. Wer erinnert sich nicht mehr daran, daß vor wenigen Jahren brasilianischer Kaffee und andere wert- uolle Produkte tonnenweise ins Meer geschüttet Ernennung zum überzähligen Unterarzt der Reserve wird er am 1. des auf die Bestallung folgenden Monats in seine Sanitätsabteilung wieder eingestellt und darf beweisen, daß er zu seinen erworbenen soldatischen Fähigkeiten sich nunmehr auch ein gutes ärztliches Wissen angeeignet hat. Hat er in dieser Zeit bewiesen, daß er ärztliches Können mit soldatischer Art und Führereigenschaften verbinden kann, so besteht die Möglichkeit, ihn am Ende dieser Dienstzeit zum Offizier: zum Assistenzarzt der Reserve zur Wahl zu stellen. wurden, um bei der katastrovhalen Weltmarktlage die erzeugenden Länder vor dem Ruin zu bewahren? — Millionenwerte harren heute noch des Kapitals und der entschlossenen Unternehmer, die sie ihrem jahrhundertlangen Schlaf entreißen und in die ungeheure Mühle der Weltwirtschaft strömen lassen werden, morgen ober in Jahrzehnten erst? — Zum Segen ober Fluch für die Menschheit? — Nur 550 000'Einwohner leben auf den 48 000 Quadratkilometer dieses reichen Landes; bas bedeutet kaum zwölf auf den Quabratkilometer. Zwei hohe Gebirgsketten durchziehen Costa Rica in südöstlicher Richtung, nördlichste Ausläufer der Kordilleren, die Brücke zwischen ben Anden Südamerikas und den Rocky Mountains der Staaten. Im Hochland von San Jos6, wo die Hauptstadt in 1100 Meter Höhe und angenehm kühlem Klima gelegen ist, stoßen beide Hochgebirge zusammen. Zahlreich sind die zum Teil noch tätigen Vulkane, deren wichtigste, der Jrazu und Turri-Alba sich im Norden bis zu 3500 Meter erheben. Die südliche Kordillere von Salamanca ist zum Teil noch unerforscht. Während das Gebirge im Osten sich über Hochebenen, fruchtbare Talsenken mit zahlreichen Wäldern und Flüssen allmählich zum Meere hinsenkt, fällt es im Westen steil zur pazifischen Küste ab. Diese ist reich gegliedert und bildet mit der Halbinsel Nicoya den gleichnamigen Golf, der die Hafenstadt Punta- r e n a s schützt. Dieser einzige und wichtige Hafen am Stillen Ozean ist wie Port Limon durch eine Eisenbahn mit der Hauptstadt verbunden. Die Bevölkerung des Landes besteht fast durchweg aus Kreolen, den Nachkommen der fpa- nischen Eroberer. Dies hat feinen Grund in der geschichtlichen Entwicklung. Einmal waren die Ureinwohner (Indianer) nicht gewillt, sich mit den spanischen Eroberern zu vermischen, die sie auch hier in langen erbitterten Kämpfen verdrängt und fast völlig ausgerottet haben. Diese waren wiederum nicht in ber Sage, sich Negersklaven zu kaufen. Das so ziemlich rein erhaltene weiße Element wurde im Saufe der Zeit durch den Zuzug von europäischen Einwanderern weiter verstärkt. Nur in dem feuchtheißen Klima der Küstenzone leben zahlreiche, von den Inseln herübergeholte Neger und Mischlinge als Arbeiter auf den Plantagen. Während wir uns in den wach- und dienstfreien Stunden mit Tennisspielen, Baden und Geselligkeit die Zeit vertreiben, mit den Mitgliedern des uns bereitwillig geöffneten Miramar-Clubs, dem auch zahlreiche amerikanische Familien angehören, fährt eine große Abordnung von 125 Mann für vier Sage auf Einladung der Deutschen Kolonie von San Jose hinauf in die angenehme Kühle der Hauptstadt, wo sie unvergeßliche Sage als Gäste unserer Sandsleute in der Stadt und auf den umliegenden Finkas (Farmen) verleben dürfen. Als besonderes Ereignis findet am Sonntag, dem 24. Januar, der Marsch einer eigens durch den Präsidenten eingeladenen und im Extrazug hinaufbeförderten Ehrenkompanie durch die Stadt mit Kranzniederlegung am Denkmal des Nationalhelden Juan Santa-Maria und anschließendem Vorbeimarsch unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung statt. Ein ganzes Hotel ist für unsere Soldaten gemietet, und bis Montag mittag lassen es sich unsere Seeleute, die durch den vorzüglichen Eindruck ihres Auftretens die beste Propaganda für Deutschland leisten dürfen, hier von Herzen wohlsein. Am Abend findet auf dem Dachgarten des Hotels ein Tanzfest statt, das alle mit der deutschen Kolonie und mit zahlreichen Vertretern be§ Gastlandes in Fröhlichkeit und Freundschaft bis in den frühen Morgen vereinigt. Am Montagmorgen weckt ein Ständchen unseren Kommandanten an seinem Geburtstag. Zahlreiche und herzliche Ehrungen ynd Glückwünsche werden ihm zuteil und machen den Aufenchalt in Costa Rica zu einem besonderen Höhepunkt der schönen und erfolgreichen Reise für unseren verehrten Kommandanten. Auf seine Einladung zu einem Besuch des Schiffes sagt der Präsident, Exz. Cortez, ein aufrichtiger und überzeugter Freund und Verehrer Deutschlands, freudig zu und erscheint am vorletzten Sag, von seiner Familie und einem zahlreichen Stab begleitet, an Bord. Die Besatzung ist anaetre- ten und' auf einem Rundgang durch das Schiss wird Geschützexerzieren der schweren und Mittelartillerie vorgeführt, was das lebhafte Interesse des hohen Gastes und feiner Begleitung findet. Nach einem Frühstück beim Kommandanten verläßt der Präsident, unter 21 Schuß unserer Salutbatterie, nach herzlichem Abschied dasSchiff. Das große Ansehen Deutschlands in diesem hochkultivierten mittelamerikanischen Staat ist in erster Sinie ein Verdienst unserer starken und einflußreichen Kolonie in San Jose, deren hervorragendste Vertreter, die teilweise schon seit Jahrzehnten dort ansässig sind, im Wirtschaftsleben des Sandes eine große Rolle spielen und häufig mit den Söchtern alt eingesessener costarizensischer Familien verheiratet sind, ohne dadurch in ihrem Deutschtum und ihrer völkischen Eigenart Einbuße erlitten zu haben. Während gerade auf dem sonnenheißen Fußballplatz in Simon ein Wettspiel mit dem dortigen Sportklub ftattfinbet, welches trotz der gewaltigen Hitze mit einem ehrenvollen Sieg unserer Mannschaft endet, läuft der Extra-Zug mit der zurückkehrenden Kompanie im Hafen ein. Singen, Mützen- schwenken und luftiger Zuruf auf beiden Seiten — begeistert berichten die Kameraden von den unvergleichlichen Eindrücken dieser Reise nach der Hauptstadt. Sechs Stunden lang windet sich der Zug hinauf durch die Kordillere, mit herrlichen Ausblicken über fruchtbare Säler und Flüsse, über die reichen Pflanzungen hin zum Meer, bis er zu der Hochebene von San Jose durchbricht. Ein reiches, friedliches und gesegnetes Sand im Herzen der mit- telamerikanifchen Feftlandbrücke, an ihrer schmälsten Stelle zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden gelegen, bietet Costa Rica alle erdenklichen Abwechslungen in Klima und Vegetation und eine Fülle von Naturschönheiten. Hier wächst der beste Kaffee der Welt, Kautschuk und Nutzhölzer liefern die ausgedehnten Wälder und in den riesigen Pflanzungen an der atlantischen Küste gedeihen Kakao und zahlreiche tropische Früchte. Auch die Bodenschätze, die größtenteils noch der Erschließung harren, schieben sich bis dicht an die Küste heran. Viel haben wir im Hafen Gebliebenen von der Schönheit und den Sehenswürdigkeiten des Sandes nicht zu sehen bekommen. Doch jeder geht gerne die Wache der Kameraden mit, die auf diese Weise das Glück haben, in die lockenden Geheimnisse des unbekannten fremden Sandes einen kleinen Einblick zu tun. „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" sagt ein altes Soldatenwort — Nächstesmal find wir daran! Mit dem Auslaufen am 28. Januar verlassen wird endgültig den amerikanischen Kontinent, der uns so viel interessante und nachhaltige Eindrücke vermittelt hat, um den kleinen Hafen Cap Haitien im Norden der Republik Haiti auf der gleichnamigen Insel als Ausbilbungshafen und Basis für das Artillerieschießen anzulaufen. Aus aller Wett. Dom Bau des „LZ 130“. Aus Friedrichshafen wird gemeldet: Die Arbeiten an dem Luftschiff „LZ 130" gehen rasch vorwärts. Es sind bereits sämtliche Haupt- und Hilfsringe des Schiffskörpers montiert, und auch die Tragverfpannungen find gezogen. Die Bugfpitze und ein Teil des Gerippes sind verkleidet. Auf hohen fahrbaren Settern und auf schwebenden Plattformen, die sich an ebenfalls fahrbaren Kranen unter dem Dach der Halle entlang bewegen, geben die Maler dem Schiff seinen ersten silberglänzenden Anstrich. Im Innern des Gerippes sind viele Hände schon mit dem Ausbau der Fahrgasträume beschäftigt. „LZ 130" wird 70 Ueberseefahrgästen Raum bieten. In der Führergondel ist der Einbau der Steuer- und Navigationsräume im Gange. Die vier Motorengondeln find montiert, die Brennstofftanks eingebaut. Zwischen den mit fobalblauem Safurlatf überzogenen Gerippteilen führt der sog. Achsiallauf- fteg mitten durch das Schiff. Es ist damit zu rechnen, daß das Schiff im Herbst feine erste Werkstättenprobefahrt unternehmen kann. Dom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat die vom Schwurgericht in Königsberg wegen Mord e s zum Tode verurteilte Erna Schröter aus Königsberg zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren begnadigt. Die Verurteilte hat in einer Per- zweiflungsstimmung ihren Ehemann, einen vielfach vorbestraften Trinker und Syphilitiker, der sie jahrelang in der brutalsten Weise mißhandelte, durch Eingeben einer zu starken Dosis Schlafmittel getötet. Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. März. Am 1. März betrug die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 8 483 130 gegenüber 8 381 139 am 1. Februar. Im Saufe des Monats Februar ist mithin eine Zunahme von 101991 Teilnehmern (1,2 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. März befanden sich 621 589 gebührenfreie Anlagen. Indischer Wärter von einem Elefanten getötet. Der Inder S u k l a y , der seit einigen Jahren bei der Betreuung der Elefanten im Zoologischen Garten in Hannover half, wurde beim Reinigen des Geheges von einem Elefantenbullen angefallen, mit dem Rüffel umklammert und gegen einen eisernen Träger gedrückt. Als kurze Zeit später Hilfe eintraf, war der Wärter von dem Tier bereits fo zugerichtet worden, daß er bald darauf starb. Luklay, der feine Betreuungsarbeit zuverlässig und geschickt ausgeübt hatte, war schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht worden, den in der Brunstzeit befindlichen Bullen sorgfältig zu beobachten. Anscheinend hat er die Warnungen nicht genügend ernst genommen und sich auf seine große Vertrautheit mit dem Tier verlassen. Iahrmarktsbefucher von auAbrechender Viehherde niedergetrampett. Auf dem Viehmarkt von Niort (Westfrankreich) wurden 200 Rinder, die je zwei und zwei aneinandergebunden waren, aber frei umherstanden, durch ein hereinbrechendes Gewitter unruhig und rannten erschreckt auf das Jahrmarktgelände. Etwa 50 Personen, meist Frauen und Kinder, wurden niedergetrampelt. Nur mit vieler Mühe gelang es, die Tiere wieder zu beruhigen. 30 Personen find verletzt worden, davon acht schwer. Bedrohliche hochwasserlage in der Weichfel- niederung. Die Lage in der Weichselniederung hat sich infolge des Hochwassers außerordentlich verschärft. Die fast durchweg von deutschen Bauern bewohnten Dörfer sind auf das schwerste bedroht. Es ist das erstemal, daß die Weichsel durch eine Eisbarriere von 25 Kilometer Länge gestaut wird. Dazu kommt, daß auch aus Der Wojwodschaft Kielce eine Hochwasserwelle mit Eisgang gemeldet wird. Bssi einem weiteren Steigen des Brahe-Pegels rechnet man in Bromberg mit einer Hochwasserkata- strophe. Der Verkehr in Schottland durch Streik tahmgelegt. In Schottland ist es zu einem Streik der Autobusführer und Autobusschaffner gekommen, an dem rund 10 000 Angestellte beteiligt sind, die gegen eine Lohnherabsetzung protestieren. Weite Gebiete Schottlands sind aller Verkehrsmöglichkeiten beraubt. Einige Städte sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten. 28efter6erid)t des Reichswekkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Luftdruckverteilung über Europa zeigt noch immer große Unregelmäßigkeit. Eine rasch von Westen nach Holland vorgestoßene Tiefdruckstörung bringt uns von ihrer Westseite her eine lieber« Hutung mit Kaltluft, die sich vor allem in Der Höhe auswirkt unD Durch ihr Zusammensinken vorübergehend Die Witterung etwas freundlicher gestaltet. Im Laufe des Donnerstag kann jedoch schon wieder mit dem Eingreifen einer neuen Störung gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: Zunächst zeitweise aufheiternd und nachts Frost, erneut ein« setzende Verschlechterung mit Niederschlägen, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Wechselhaftes, doch im ganzen unbeständiges und zu Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 9. März: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 10. März: morgens 0,9 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. März: abends 3,7 Grad; am 10. März: morgens 3,1 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllufttierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Mi>er„Schleswig-Solfiein"ausSchuWffsreise Don Karl Friedrich Birnbaum, Kapiiänleuinant. feieren des -tben, wenn ben <5a« bie Med-' die WM . 5amtdt5’ j ächstein hrpjUcht ient haben- >renden begl ubienbc letzten Mo- fausgenoni' >er sie 0,3 des Japs smonat'- em Wehr' 'tjahres wer- letiijinf*; um w» m lag- ° sttupp- “J *«■ 5 ”6.15 M in erteil? D H8. >' i«! Ult u nn nd„.A de- roaUunS 3d> kaufe Rita. Von Andre Baron Ioelckersam. Ein ganzes Jahr lang hab ich gespart: ich will mir einen Hund kaufen, einen Airedale-Terrier! Mit einem Mal, ich weiß nicht wie, wußten alle Hundezüchter, daß ich einen Hund suche. Aus allen •stabten schrieben mir Hunde täglich Briefe und priesen sich an, als: sehr gut im Kopf, temperamentvoll, wachsam, mit vorzüglichem Gebäude, gesund, ffolgfam, geflügelfromm, gelehrig, scharf auf Raubzeug, stubenrein, kinderlieb, mannfest, gut andressiert, tm besten Alter. Möpse schrieben mir, Doggen, Spaniels, Rehpintscher, afghanische Windhunde, Pudel, Dobermänner, Vorstehhunde, Maltheser, Teckel, Dalmatiner, Spitze und Pekinesen. Die Airedales fchwiegen. Ich aber will nur einen Airedale haben! Einen Airedale mit einem blonden Bart. Nur einen Aire- öale! Ich annonciere, telephoniere, fahre umher, fehe mir einen an, den anderen. Einer hat eine zu Helle Nase, der andere rachitische Beine, und Der dritte keinen Bart. Da erfahre ich zufällig (jetzl weiß ich, Daß es Schicksal war), Daß in einem Hundezwinger außerhalb der Stadt junge Airedales verkauft werden. Als ich anrufe, erweist sich, daß lchon Drei anDere Käufer am nächsten Tag hin- fahren. 7.15 Uhr fährt Der erste Zug. Die ganze Nacht kann ich keinen Augenblick schlafen. Ob Die anDeren Käufer auch mit Diesem Zuge fahren? Um vier stehe ch auf. BalD merke ich, Daß es ein Ungluckstag ist. Beim Aufstehen zerschlage ich mir Das Schienbein, werfe fast Die Lampe um, schneiDe mich fünfmal beim Rasieren. Meine Wirtin meint, ich sollte an solch einem Unglückstage lieber nichts unternehmen. 21m wenigsten einen HunD kaufen! Auf Dem Bahnhof komme ich eine StunDe zu früh an unD bin glücklich, in Ruhe eine Taffe Kaffee zu trinken. Da »rroeift es sich, daß Der Zug natürlich nicht um 7.15, onDern um 6.15 fährt, ich habe noch gerade Zeit, in ben abführenden Zug zu springen. Hungrig, böse, müde. Mißtrauisch sehe ich mir bie Mit' reisenden an: ob vielleicht bie anberen brei Käufer darunter sind? Dreimal umsteigen. Dann mit dem Autobus weiter. Natürlich setze ich mich in den falschen. Erfahre es erst an Der Endstation. Steige aus, warte enDIos unD habe genug Zeit, um mir auszumalen, wie Die anDeren Käufer sich Den schönsten Hund aussuchen. Nie, nie werde ich zu meinem Airedale kommen! Ich fahre zurück. Steige aus. Wo ist Der Zwinger? Kein Mensch hat eine Ahnung. Endlich sagt jemand: gehen Sie Die Straße zurück bis ans Ende, Dann am Turmplatz vorbei, Dann Durch ein Wäld- chen, Dort biegen Sie einen kleinen PfaD ein, nein, nicht Den ersten, Den Dritten von links, Dann kommen Sie an Der Waldschule vorüber, lassen Sie die Waldschule rechts liegen und halten Sie sich nach Süd-Ost, dann müßten Sie auf den Zwinger hinauskommen. Ich drehe mich im Wäldchen in Die RunDe, mal hierher, mal Dorthin. Ich bin schon fest entschlossen, zum Autobus zurückzukehren, da höre ich plötzlicy bellen. Einen herrlichen Hundegesang aus vielen Kehlen. Es klingt wie Sphärenmusik. Da ist auch schon die Pforte. Ein reizender Mann kommt mir entgegen, — der Zwingerbesitzer. „Und die Airedales, alle noch da?" frage ich erschöpft. „Weshalb sollten sie nicht da sein?" „Und die anderen, sind sie noch nicht gekommen? stoße ich hervor. „Wer denn? Wir erwarten keine weiteren Aire- dales." Gott sei Dank, ich bin der Erste. Endlich stehen mir vor dem Zwinger. „Das sind Bärbels Kinder", sagt der Zwingermann. Sie haben doch sicher von Bärbel vom Tannenhof gehört. Mehrfacher Champion." „Aber gewiß!", beeile ich mich zu sagen. Und ich betrachte mit gewisser Ehrfurcht Bärbels Kinder: drei bärtige, freche Welpen, die durchs Gitter hindurch kläffen, aufgeregt über den Besuch. Und schon stehe -ch mitten drin. Die drei stürzen sich auf mich, binden mir die Schuhriemen auf, lecken meine Hände mit rauhen rosa Zungen. Ein jeder versucht, zu gefallen. Da ist Rose vom Tannenhof, mit sentimentalem Augenaufschlag. Sie setzt sich schnell in Positur wie bei einem Photographen. Und Stropp, ihr Bruder, springt an mir hoch. Nur ein Airedalefräulein mit einem herrlichen Bart uno dunklen Augen kümmert sich nicht um mich. Sie wirbt nicht, sie preist sich nicht an und macht sich nicht wichtig. Sie ist hochmütig. Sie sitzt in Der Ecke unD spielt mit einem alten Schuh. Sie Denkt nicht Daran, sich um mich zu bemühen. Ab unD zu guckt sie mich frech an. Das ist Rita. Während ich mit Den anderen spiele, sie bewundere und mich mit dem Zwingermann über Gebäude und Kopfform des Airedale-Terriers unterhalte, muß ich immer wieder zu Rita Hinsehen. Und schon weiß ich genau, daß niemand anderes in Frage kommt, als sie. Plötzlich steht Rita auf, im Maul den alten Schuh. Sie kommt langsam unD wedelnd heran unD legt mir Den Schuh vor Die Füße. Dann springt sie zurück, sieht mich an unD bellt laut unD erregt. Der Zwingermann preist Rita an und spricht über ihre vorzügliche Hinterhand. Was geht mich Ritas formvollendete Hinterhand an? Und wenn sie noch fo herrlich ist oder noch fo miserabel! Auch wenn Rita überhaupt keinen Bart hätte, würde ich sie lieben. Rita zupft an meinem Schlips, legt ihren Kopf auf meine Schulter und schaukelt sich vor lauter Zufriedenheit in Den Hüften. Aber schon sind Die anDeren Da und versuchen mich zu betören. Rose setzt sich sentimental hin, mit einwärts gebreljten Beinen und sieht mich mit schiefem Kopf verführerisch an. Stropp nagt an meiner Hand, als wäre sie ein Hundekuchen. „Ich habe Rita gewählt", sage ich dem Zwingermann. Er mochte sich mit mir über den geschäftlichen Teil unterhalten, aber ich mache ihm Zeichen, nur ja nichts in Ritas Gegenwart zu sagen. Und ich führe ihn weit fort, damit sie nichts härt. Schlimm genug, daß man Rita kaufen kann, für Geld. Wenigstens soll sie nichts von diesen peinlichen Dingen merken. Dann sitzen wir beide wieder zusammen und spielen mit Dem alten Schuh. Ich kann mich nicht von Rita trennen. Der Zwingermann roirD schließlich ungeDulDig. Der AbschieD kommt. Als ich fortgehe, sieht mir Rita nach, sie steht mit ihren Geschwistern am Gitter. Einen Monat noch, bis ich zaufs Land fahre, müssen wir getrennt bleiben. Meiner Wirtin in Der Stadt fehlt es am Ende noch an Nachsicht und Güte, wenn Rita in ihrer Jugend Parkett und Waldboden verwechselt. Ein neues Leben beginnt jetzt, für Rita. Geschenke sind zu besorgen: ein Gummiball, ein alter Schuh, ein riesiger Kalbsknochen und ein kobaltblaues Halsband. Nach vier Monaten führe ich Rita in die große Welt ein, — auf ihre erste Ausstellung. Sämtliche Airedales werden vor Neid erblassen, wenn sie diesen Bart sehen! Und über Ritas Schlafkorb stehen auf einem Regal ihre Preise wie bei einem Tennis-Champion: silberne Becher und Kristallbowlen, und an den Wänden hängen die Medaillen: Rita vom Tannenhof! Mondschein und Vogel,ug. Die Frage, ob der Mond Einfluß auf den Vogelzug hat, ist schon öfters Gegenstand Der Erörterungen gewesen. Die Behauptung ist oft ausgestellt, meistens jeDoch von wissenschaftlicher Seite bestritten roorDen. Es ist Daher die Zusammenstellung interessant, die Werner Hagen, Lübeck, in der „Himmelswelt" über die Frühlingsankunftsdaten der Zugvogel aus den Jahren 1899 bis 1936 bekannt gibt, Dabei konnte er feftfteUen, daß sich diese Daten auf alle vier Monphasen durchschnittlich gleichmäßig verteilen. Auch wenn bei der Berechnung nicht die einzelnen Phasen, sondern die Zeiten größerer oder geringerer Mondhelligkeit zu Grunde gelegt weden, ergeben sich keine Unterschiede. Obwohl die Beobachtungen aus diesen 38 Jahren nicht ganz so vollzählig und vor allem nicht fo gleichmäßig find, wie man wohl wünschen mochte, zeigt das Ergebnis doch eindeutig, daß der Mond keinerlei Einwirkung auf den Vogelzug ausübt. Mithielt 13 gut besuchte Die Kreiswaltung Gauentscheid zugelassen werden. Frau Katharine Veite Wwe., geb. Launspach Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Bahnhofstraße 8). den 10. März 1937. 01224 Gießen, Laubach, Schotten, Worms, den 10. März 1937. Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Beerdigung in aller Stille statt Beileidsbesuche dankend verbeten. 1632 V Großen-Linden. den 9. März 1937. 01221 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. März, nachm. 3 Uhr statt. BerufstätDame Holzhelm, Gießen (Bruchstraße 17), den 8. März 1937. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. März, nachm. 2 Uhr, in Gröningen statt 01213 621 D der len nis der ten Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied sanft und unerwartet am Samstagabend meine liebe Mutter und Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Heute morgen 8 Uhr wurde meine liebe Frau, meine gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante In tiefer Trauer: Wilhelm Hofmann und Kind nebst allen Angehörigen. Am Dienstag, dem 9. März, verschied unsere liebe Großmutter, Schwester und Tante 4-ZiiunL-WohNiDg Marb.Straß 36p z.1.4. zuvermiet. Näheres Braun Schulstr. 6. 01226 Qm Kreis Wetterau wurden im Berichtsmonat 42 004 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut; hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 24 146 Mitglieder. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) meldet folgende genehmigte und ausgezahlte Unter st ützungen: Die Beerdigung findet Freitag, den 12. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marta Hesemann, geb. Sigle Wilhelm Hesemann Helga Hesemann Waldemar Hesemann. Für Starke! Mail- Anfertigung erstkl. Sitz garantiert Korsettmoden „Rekord" Martha Hieraus Selterswee59 4 Zimm. Wohn. zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote unt.01228 andenGieß.Anz. im Alter von 69 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: < Georg Häuser Frau Marie Deibel, geb. Häuser. E.-U. Kr.-U. Ferner durch: Gauwaltung c Jnv.-U. Notf.-U. Sterbegeld-U. zumlZ.Märzge- sucht.Schr.Preis- angebote u. 0121s a.d.Gietz Anzeig. Suche 2-ZimmJohnung i.ruhigem Hause. Schristl. Angeb. u. 01230 an den Gießen. Anzeig. in gutem Hause. Schr. Ang. unter 01210 an den Gieß. Anzeiger. weiteren praktischen Zusammenarbeit zu kommen. Das Stadtschulamt wird die Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes bei der Lehrplangestaltung berücksichtigen und die Möglichkeit der Errichtung weiterer Fachklassen im Sinne einer Kreisberufsschule nach Ostern erwägen. Weiter darf einmal festgestellt werden, daß die jahrelange Aufklärungsarbeit der Deutschen Arbeitsfront auf dem Gebiete Lehrlingshaltung und Berufserziehung bei Die- Betriebsführern heute bereits vollstes Verftänd- und größte Unterstützung findet. Der jetzt wie- an die Betriebe gerichtete Appell zur geordne- .... Lehrlingshaltung, Berufserziehung, zur Errichtung von Lehrwerkstätten und Lehrecken hat bereits Vorbildliches auf diesem Gebiete erstehen lassen. Ungeheuer viel ist hier noch zu tun, und den Betriebsführern vom größten bis zum kleinsten Betriebe ist hier die Möglichkeit der besten sozialen Betreuung gegeben, indem sie die jungen Menschen zu berufssicheren, leistungsfähigen und dadurch stolzen und zufriedenen Facharbeitern der Stirn und der Faust erziehen. Die Kreisjugendwaltung brachte überall den Reichsberufswettkampf zum Abschluß und zur Auswertung. 2254 Teilnehmer stellten sich. 72 Wettkampfgruppen in 26 Wettkampforten wurden von rund 500 ehrenamtlichen Mitarbeitern beim „Olympia der Arbeit" betreut. Ein Ueberblick über die Gesamtleistung ist erst nach Durchführung der Gesamtauswertung möglich. Wettkampfteilnehmer, die 90 v. H. der Höchstpunktzahl erreicht haben, werden zum Sportwettkampf aufgerufen. Die Besten des Gesamtwettkampfes werden der Gaujugendwaltung gemeldet, die diejenigen benachrichtigt, die zum Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied heute unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Eleonore Häuser Wwe. Luise Hofmann, geb. Velten im 38. Lebensjahr nach schwerem Leiden in die Ewigkeit abgerufen. Schöne 3-Zimmer- Wohnung mit Zentralh. u. Bad vreisw. zu vm. Näh.Stadt- hausBergstraße Zimm. 12. l i628v Frau Elise Sigle, geb. Lauster im 75. Lebensjahr. (eitern der Kreiswaltung über die praktische Arbeit aufschlußreiche Dorträge und fanden ihre weltanschauliche Ausrichtung. Bei der Rechtsberatungsstelle sprachen 454 Besucher vor. Außerdem wurden 42 arbeitsrechtliche Streitfälle behandelt, 9 Güteverhandlun- gen mit den Parteien geführt, 26 Vergleiche geschlossen (Wert 631,89 RM.). Vor dem Arbeitsgericht wurden 20 Klagen erhoben, 30 Termine wahrgenommen, 8 Vergleiche geschlossen, 6 Klagerücknahmen erfolgten, 1 Zwangsvollstreckung durchgeführt. Die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte 8 Veranstaltungen mit 2336 Besuchern durch. Die Anmeldungen für alle Urlaubsfahrten gehen dieses Jahr bereits so stark ein, daß jedem Volksgenossen, der mit KdF. in Urlaub fahren will, geraten werden kann, sich schnellstens für eine bestimmte Fahrt zu entscheiden und anzumelden Durch die Verwaltungsstelle 19 werden zur Zeit Buchprüfungen oorgenommen; es ist jedem Volksgenossen zu raten, auf die richtige Beitragseinstufung selbst zu achten und pünktlich zur Nachprüfung zu erscheinen, da hiervon die Zahlung von Unterstützungen und Beihilfen abhängig gemacht werden muß. Die Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung führte Besprechungen mit allen bei der Berufsberatung, -lenkung und -er- ziehung beteiligten staatlichen, städtischen und wirtschaftlichen Dienststellen durch. Durch die verständnisvolle Zusammenarbeit aller Dienststellen war es möglich, einen gemeinsamen Aufruf wegen der Lehrlingshaltung zu veröffentlichen und zu einer gliederappelle ab und führte Vertrauensrat- ch u l u n g e n durch. Im Teilkreis Friedberg wurden in 3 Gruppenbesprechungen die Amtswalter des Kreises auf die kommende Arbeit ausgerichtet. Der erste Lehrgang der Kreisschule auf Burg Gleiberg fand seine Eröffnung am 7. Februar durch Kreisobmann Pg. Wagner. Sechs Tage hörten die Kameraden von den verschiedenen Aoteilungs- VMM. mit Heizung und Bad in Neubau oder neu hergerichtet, z.l. Juli gesucht. Schristl. Angeb. u. 01198 an d. Gieß. Anz. Die Arbeit der DAF. Oie Kreiswaltung Wetterau der OA§. im Monat Februar. Z-Zimm.-Wohoiing mit Heizung, am Seltersweg, an einzelne Person sofort z. vermiet. Näheres msD Büro Kirchner Seltersweg 8. Gut möbliertes Laden für Büro geeignet, Bahnnähe, m. Lagerraum z. verm.Schr.Ang. n. 0121s a. d.G.A. | Mietgesuche | 4 Zimmer, ausgeb. 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Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Liebe und Teilnahme während der Krankheit und beim Heimgang meines lieben Mannes, unseres guten Onkels Georg Beckel, Pfarrer i. R. sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. Agathe Beckel, geb. Kurz. Gießen, den 9. März 1937. eröffnen bie Frühjahrslailon bei der Fa. Köhler, über unser Treiben erhalten Sie kn Kürze einen ausführlichen Bericht. Achten Sie daher auf den Briefkasten. Sicher haben Sie Schoufenktern der Fa. Köhler. Seltersweg 17 den Wunsch uns verfönlich kennen zu lernen. Wir arbeiten in den nächsten acht Tagen in den Großen-Linden, den 10. März 1937 01222 Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen auf diesem Wege herzlichen Dank Karl Keßler I. und alle Angehörige Ausbezahlte Anzahl 21 274 Unterstützungs- Wertsumme 279,60 2179,30 thlt 81 790,65 225 2987,90 16 197,— 9 520,— Genehmigte Anzahl Unterstützungs- Wertsumme E.-U. 18 470,45 Kr.-U. 122 1284,65 Ferner durch: Gauwaltung ausgezahlt 81 790,65 Jnv.-U. (4 Abgänge 72,80) 3 46,75 Stand Notf.-U. 16 197,— Sterbegeld-U. 9 520,— 249 3309,50 A. O. B. 4 208,— Angestellte: E.-U. 1 72,— Jnv.-U. — —,— 1 72,— 626 6954,45 A. 0.23. 4 -208,— Angestellte: E.-U. 3 60,50 Jnv.-U. 14 132,10 17 192,60 Stellenangebote| Wegen Verheiratung meines jetzigen, suche ich ein solides Mädchen nicht unt. 20 I., das kinderlieb ist und gute Zeugnisse besitzt. 01113 Zu erfragen im Gießen. Anzeig. Ordentlicher tatalie sofort gesucht. Cafe Amend Flotter,strebsam. 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Der Entscheidung liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Klägerin hatte in einer Zwangsversteigerung das Grundstück erworben, das von der beklagten Stadt sowohl vor wie nach der Zwangsversteigerung mit Wasser beliefert wurde. Zur Zeit der Zwangsversteigerung schuldete der frühere Eigentümer des Grundstücks noch 23,95 Mark an Wassergeld. Dem Erwerber des Grundstücks wurden die allgemeinen Wasserlieferungsbedingungen zur Anerkennung vorgeleat, in denen auch eine Bestimmung lautete: „Für rückständige Wassergelder und sonstige Rechnungen der Werke haftet der Besitznachfolger". Die Klägerin durchstrich diese Bedingung unter Anerkennung der übrigen Wasserlieferungsbedingungen. Auf Androhung mit Sperrung der Wasserbelieferung erhob die Grundstücksbesitzerin hiergegen Klage mit der Begründung, daß die fragliche Bestimmung unter Ausnutzung der Monopolstellung der Beklagten gegen die guten Sitten verstoße und daher nichtig sei und außerdem mit der Absicht und den Vorschriften des Zwangsoersteigerungsgesetzes in Widerspruch stehe. In der Berufungsinstanz hat das Kammergericht die Klage abgewiesen und der Widerklage der Beklagten auf Zahlung des rückständigen Wassergeldes stattgegeben, indem es die fragliche Bestimmung für rechtsgültig erklärte. Aus der Urteilsbegründung sind die nachfolgenden Ausführungen von allgemeinem Interesse: Wer von einem Wasserwerke, das eine bestimmte Gegend mit Wasser versorgt, Wasser beziehen will, muß sich den allgemeinen Lieferungsbedingungen unterwerfen, sonst kann er kein Wasser beziehen. Wie das Reichsgericht für den Fall eines städtischen Elektrizitätswerkes ausaeführt hat, läßt es sich mit den Eigenarten eines solchen Betriebes nicht vereinbaren, daß zwar jemand Strom bezieht, sich aber den allgemeinen Bedingungen nicht unterwerfen will und eine Sonderstellung beansprucht. Bezieht aber jemand Strom, so unterwirft er sich trotz seines Widerspruchs den Bedingungen. Diese Ausführungen gelten auch für den vorliegenden Fall. Die Beklagte nimmt dieselbe Stellung ein wie ein städtisches Elektrizitätswerk. Sie hat allgemeine Bedingungen für den Wasserbezua aufgestellt und liefert nur unter diesen Bedingungen Wasser. Wenn also die Klägerin in Kenntnis dieser Bedingungen Wasser bezogen hat, so hat sie sich damit trotz ihres Widerspruchs diesen Bedingungen unterworfen. Der Wasserlieferungsoertrag verstößt auch nicht etwa wegen der darin enthaltenen Bestimmung über die Haftung des Besitznachfolgers für rückständiges Wassergeld gegen die guten Sitten im Sinne des § 138 des BGB. Es ist klar, daß — zumal in der heutigen Zeit — für die Beklagte ständig Verluste durch Nichtbezahlung des gelieferten Wassers eintreten. Es kann der Beklagten aber nicht zugemutet werden; diese mit der Art ihres Geschäftsbetriebes untrennbar verbundenen und auch durch alle Sorgfalt nicht abwendbaren, sicher auch nicht unerheblichen Verluste selbst zu tragen, sondern es ist ihr zuzugestehen, daß sie diese Verluste, um ihren lebenswichtigen Betrieb lebensfähig zu 'erhalten, auf ihre Vertragsgegner abwälzt. Das ist auch nichts Besonderes. Fast jeder Kaufmann, der in seinem Betrieb mit regelmäßig wiederkehrenden, nach Lage der Sache nicht abwendbaren Verlusten (z. B. bei leicht verderblichen Waren und dergleichen) rechnen muß, kalkuliert diese Verluste ein und wälzt sie damit auf das kaufende Publikum ab. Es verstößt also jedenfalls nicht gegen die guten Sitten, wenn die Beklagte diese Verluste auf ihre Vertragsgegner abwälzt. Es kann sich deshalb nur fragen, ob die Art der Abwälzung, wie sie in der strittigen Bestimmung vorgesehen ist, gegen den § 138 des BGB. verstößt. Gewiß erscheint es auf den ersten Blick unbillig, daß auf diese Weise die Klägerin genötigt war, Schulden ihres Rechtsvorgängers, die sie zunächst nichts angehen, zu bezahlen, und es erscheint ferner unbillig, daß die Beklagte diesen Erfolg nur dadurch erzielt, daß sie ein Wasserlieferungsmonopol hat, das die Klägerin, wenn sie Wasser haben will, zwingt, auf die verlangte Bestimmung einzugehen. Aber demgegenüber sind folgende Erwägungen anzustellen: Die Klägerin hat zwar für das Geld, das sie jetzt bezahlen soll, keine direkte Gegenleistung, d. h. kein Wasser erhalten, sondern das hat nur ihre Rechtsvorgängerin im Eigentum des Hauses erhalten. Aber dieses Wasser ist verwendet zum Nutzen des Hauses, das die Klägerin unmittelbar nach der Verwendung ersteigert hat. Das Wasser hat also dazu gedient, in der Zeit unmittelbar vor dem Besitzantritt der Klägerin den ordnungsgemäßen Betrieb des Hauses zu ermöglichen. Infolgedessen hat auch die Klägerin noch aus dieser Wasserlieferung einen gewissen indirekten Vorteil gehabt. Denn wenn das Wasser nicht geliefert, sondern statt dessen wegen Nichtzahlung die Einstellung der Wasserlieferung erfolgt wäre, wäre zum mindesten dadurch eine Beunruhigung und Verärgerung der Mieter eingetreten, die möglicherweise zu allerhand auch für die Klägerin unliebsamen Folgen hätte führen können, die jetzt nicht eingetreten sind. Das Ergebnis ist also im vorliegenden Fall folgendes: Kraft der allgemeinen Lieferungsbedingungen über die Haftung des Besitznachfolgers für rückständiges Wassergeld kann die Beklagte unter einer gewissen Ausnutzung ihrer Monopolstellung von der Klägerin einen Betrag verlangen, für den diese einen direkten Gegenwert nicht erhalten hat; aber es handelt sich dabei um einen Rückstand, der ohne Verschulden der Beklagten entstanden ist, den diese billigerweise auf andere abwälzen darf, dessen Zahlung die Klägerin nicht irgendwie wesentlich belastet, und dessen Zahlung mit bazu beiträgt, den Wasserpreis für die Allgemeinheit niedrig zu halten. Darin kann ein Verstoß gegen die guten Sitten (§ 138 BGB.) nicht gefunden werden. Der Gesamtcharakter dieses Geschäftes, wie er sich aus Inhalt, Zweck und Beweggründen ergibt, stellt sich nicht als sittenwidrig dar. Auch die von der Klägerin weiter gebrachte Einwendung, daß die hier in Frage stehende Bedingung gegen die Gedankengänge und gesetzliche Ordnung des Zwangsoersteigerungsgesetzes verstoße, hat das Kammergericht als nicht zutreffend abgelehnt. Das Ver- Zwangsoersteigerungsgesetz ordnet lediglich das Zwangsversteigerungsoerfahren und in ihm auch die Frage, welche Ansprüche im Verfahren beachtet, d. h. aus dem Grundstück befriedigt werden. Es trifft aber keinerlei Bestimmung darüber, was nach Beendigung des Verfahrens von irgendwelchen Beteiligten vereinbart werden darf oder nicht und hat nach seinem Zwecke auch nicht die Absicht, derartige Wirkungen noch auszuüben. Im vorliegenden Falle haben der neue Eigentümer des Grundstücks und die Beklagte nach Beendigung des Zwangsversteigerungsverfahrens einen Vertrag — der allerdings streitig ist — dahin geschlossen, daß der neue Eigentümer eine persönliche Schuld des früheren Eigentümers zu begleichen sich verpflichtet, Es ist nicht zu ersehen, inwiefern dies den Vorschriften und Absichten des Zwangsversteigerungsgesetzes widersprechen soll, das sich weder mit der Frage der Tilgung der persönlichen Schulden des früheren Eigentümers befaßt noch die Vertragsfreiheit der Beteiligten für die Zeit nach Erledigung des Verfahrens irgendwie beeinflussen will. Die Firmenbezeichnung bei nichteingetragenen Betrieben. Von Dr. Heinz Schütz. Firmen, die nicht in das Handelsregister eingetragen sind, dürfen nur unter dem bürgerlichen Namen — Vor- und Zunamen — des Inhabers, oder, wenn mehrere vorhanden sind, unter den Namen dieser Inhaber ohne Hinzufügung eines besonderen Zusatzes, der geeignet ist, eine eingetragene Firma vorzutäuschen, geführt werden. Sie haben sich daher im Handel des bürgerlichen Namens zu bedienen und sind, wie sie mancher Vorzüge eingetragener Firmen entbehren, auch von manchen Beschränkungen frei. Die Firma ist für sie nicht der Name, unter dem sie im Handel Geschäfte treiben können. Sie können auch unter ihr nicht klagen und verklagt werden. Sie besitzen kein ausschließliches Firmenrecht und können nicht den Schutz ihrer Firma, sondern nur ihres bürgerlichen Namens verlangen. Der Familienname muß als wesentlicher Bestandteil der Firma in Erscheinung treten. Es genügt daher nicht, die bloße Ein- oder Beifügung von Dor- und Familiennamen in Klammern oder ein Firmenzusatz: „Inhaber..Der Inhaber eines handelsrechtlich nicht eingetragenen Betriebes muß neben seinem Vornamen seinen Familiennamen führen. Es ist gesetzlich nicht zulässig, sich einen von dem bürgerlichen Namen abweichenden Handelsnamen zuzulegen. Wer einen Handelsnamen führt, der sich mit seinem bürgerlichen Namen nicht deckt, hat ein Einschreiten des Registergerichts zu gewärtigen. Bedauerlicherweise sind heute noch derartige Firmenführungen in lebhafter Uebung. Errichten z. B. die Verteiler Müller & Schulze eine Firma, so darf das kaufmännische Zeichen nur bei einer handelsgerichtlichen Eintragung geführt werden. Unterbleibt diese, so muß das Zeichen durch das Wort „und" ersetzt werden. Wer z. B. die Firma eines nicht eingetragenen Betriebes erwirbt, erwirbt durch den Kauf nicht das Recht der Firmenführung des Verkäufers für den von ihm neuerworbenen Betrieb. Es ist ihm lediglich gestattet, die Ueber- nahme des Geschäftes in einer Zeitung oder durch einen sonstigen Hinweis bekanntzugeben. Es ist aber nicht zulässig, zu dem früheren Jnhabernamen Zusätze wie „Nachfolger" oder „vormals" oder „Gebrüder" oder „Geschwister" einzufügen. Ebenso ist es unstatthaft, Bezeichnungen wie „Erste", „Werk", „Fabrik", „Zentrale", „Haus" zu führen. Die besprochenen handelsrechtlichen Bestimmungen erstrecken sich nicht nur auf die öffentliche Kennzeichnung eines Geschäftes, sondern sind auch bei mündlichen, wie schriftlichen Erklärungen im Handel zu beachten. Der Inhaber eines handelsrechtlich nicht eingetragenen Betriebes muß also seine Erklärungen im Handelsverkehr unter seinem bürgerlichen Vor- und Zunamen abgeben. Sein Name ist seine Firma. Diese Vorschriften des Registergerichts sind zum Schutze des ehrbaren Kaufmannes erlassen. Sie sollen dazu beitragen, daß niemand unter hochtrabenden Namen Firmen eröffnet, die lediglich bestimmt waren, Gläubiger und Volksvermögen zu schädigen. Das Testament—ein wichtiger Rechtsakt Von Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Krienih Vorsicht bei Errichtung von eigenhändigen Testamenten! Die häufigste Form, in der Testamente errichtet werden, ist das eigenhändige bzw. privatschriftliche Testament. Das eigenhändige Tastament wird durch eine vom Erblasser unter Angabe des Ortes und des Tages der Errichtung eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichtet. Die Person, die das Testament errichtet, muß volljährig fein. Sie muß schreiben und das Geschriebene lesen können. Die Errichtung des privatschriftlichen Testaments muß genau den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend erfolgen, sonst ist das ganze Testament nichtig. Das Testament darf in keiner fremden Sprache geschrieben sein. Die Annahme, daß Zuziehung von Zeugen erforderlich ist, trifft nicht zu, auch eine Beglaubigung ist nicht notwendig. Häufig werden, besonders auf dem Lande, unwirksame Testamente dadurch veranlaßt, daß eine kranke Person den Arzt oder den Pfarrer bittet, das Testament zu schreiben, um dann nur persönlich die Unterschrift hinzuzufügen. Ein solches Testament ist nichtig. Auch der Ort der Errichtung muß genau angegeben werden. Zum Beispiel genügt es nicht, wenn jemand einen Briefbogen mit vorgedrucktem Kopf benutzt, vielmehr müssen sowohl der Ort, als auch das Datum handschriftlich angegeben werden. Schon an diesem einfachen Beispiel kann man ersehen, welche Gefahren die Errichtung eines eigenhändigen Testamentes in sich birgt. Die aus der Ungültigkeit eines Testamentes entstehenden Folgen sind meist von unabsehbarer Wirkung. Nehmen wir an, es hat jemand im Testament seine Frau zur alleinigen Erbin eingesetzt, so würde bei Nichtigkeit des Testaments infolge Nichtbeobachtung der Formvorschriften folgende Rechtswirkung eintreten: Ist das Testament wirksam, so würde die Frau alleinige Erbin sein und etwa vorhandene Kinder könnten nur den Pflichtteil verlangen, d. h. in diesem Falle erhält die Frau fünf Achtel des Nachlaßwertes, während die Kinder allenfalls ihr Pflichtteil in Höhe von drei Achteln des Nachlaßwertes geltend machen können. Bei Ungültigkeit des Testaments erhält jedoch die Frau nach dem Gesetz nur ein Viertel, die Kinder dagegen erhalten drei Viertel des Nachlaßwertes. Liegt aber ein wirksames Testament vor, bann bekommt die Frau, wie oben bereits angegeben, fünf Achtel des Nachlasses und kann sich notfalls zur Fortführung eines Geschäfts entsprechenden Kredit, bei Grundstücken durch Aufnahme einer Hypothek, verschaffen, um die Kinder, soweit sie ihren Pflichtteil verlangen, abzufinden. Schon dies eine Beispiel beweist, von welch einschneidender Bedeutung es ist, daß das privatschriftliche Testament den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ordnungsmäßig errichtet wird. Es empfiehlt sich deshalb grundsätzlich, das Testament vor Gericht oder einem Notar zu errichten, damit es später nicht angegriffen werden kann. Es sei hier bemerkt, daß bei Errichtung eines öffentlichen Testamentes vor Gericht oder einem Notar in den meisten Fällen sich die Erteilung eines Erbscheins erübrigt, während bei einem privat- schriftlichen Testament meist noch ein Erbschein beantragt werden muß, zumal, wenn Umschreibungen von Grundstücken, Hypotheken oder sonstigen Rechten im Grundbuch erforderlich sind. Verwahrung von Testamenten. Das eigenhändige Testament kann der Erblasser in seiner Wohnung aufheben. Eine amtliche Verwahrung ist nicht vorgeschrieben. Der Erblasser kann jedoch das Testament auch dem Amtsgericht zur Aufbewahrung übergeben, und zwar jedem beliebigen Amtsgericht. Hat er z. B. ein Testament in Berlin errichtet, so kann er dies auch in Frankfurt oder in Hamburg zur Verwahrung übergeben. Wird das Testament in der Wohnung des Erblassers verwahrt, so find die Angehörigen verpflichtet, nach dem Tode des Erblassers das Testament unverzüglich beim Nachlaßgericht einzureichen. Don dort werden die Beteiligten zur Testamentseröffnung geladen und, soweit sie bei der Eröffnung nicht erscheinen, von dem sie betreffenden Teil des Inhalts des Testaments in Kenntnis gefetzt. Da die Gefahr besteht, daß ein eigenhändiges Testament, wenn es in der Wohnung aufbewahrt wird, beim Tode des Erblassers leicht abhanden kommt oder nicht gefunden werden kann, so ist es ratsam, das Testament in einem Briefumschlag verschlossen einem Amtsgericht zur Verwahrung zu übergeben. Der Erblasser erhält bann über die erfolgte Hinterlegung einen Hinterlegungsschein. Seit kurzem ist eine Neuregelung dahin getroffen, daß bei Uebergabe von Testamenten in amtliche Verwahrung des Amtsgerichts das Standesamt des Geburtsortes des Erblassers von der Testamentsverwahrung unterrichtet wird. Rücknahme von Testamenten. Hinterlegte Testamente können jederzeit aus der amtlichen Verwahrung zurückgefordert werden. Der Erblasser kann das Testament beim Amtsgericht persönlich abholen. In diesem Falle muß er die Hinterlegungsbescheinigung zurückgeben. Dabei ist folgendes zu beachten: Das privatschriftliche Testament bleibt nach Herausnahme aus der amtlichen Verwahrung auch weiterhin in Wirksamkeit, bis es von dem Erblasser vernichtet ist. Dagegen verliert das öffentliche gerichtliche ober notarielle Testament seine Wirksamkeit, wenn es aus der amtlichen Verwahrung an den Erblasser zurückgegeben wird. Ein gemeinschaftliches Testament kann von den Eheleuten nur gemeinsam aus der amtlichen Verwahrung zurückgenommen werben. Widerruf von Testamenten. Der Widerruf eines Testaments erfolgt wieberum burch Testament. Es kann aber auch ber Widerruf sich nur auf einzelne Teile des Testaments beschränken. Wenn ber Erblasser bas zurückgenommene privat- schriftliche Testament vernichtet ober bas öffentliche Testament aus ber Verwahrung zurückgenommen hat, so gelten bis zur Errichtung eines anberwei- tigen Testaments die Bestimmungen ber gesetzlichen Erbfolge. Ein gemeinschaftlich von Ehegatten errichtetes Testament kann von diesen auch nur gemeinschaftlich widerrufen werden. Das gemeinschaftliche Testament. Ein gemeinschaftliches Testament können nur Ehegatten errichten. (§ 2265 bes Bürgerlichen Gesetzbuches.) Sofern jemanb letztwillige Verfügungen gemeinsam mit einer sonstigen Person, mit ber er nicht verheiratet ist, treffen will, ist bies nur in ber Form eines Erbvertrages zulässig. In bem gemeinschaftlichen Testament können die Ehegatten sich gegenseitig als Erben einsetzen, aber auch ihre Kinder ober anbere beliebige britte Personen be= benken. Die Errichtung bes eigenhändigen gemeinschaftlichen Testamentes erfolgt so, daß ber eine ber Ehegatten seine letztwillige Verfügung wörtlich eigenhänbig nieberschreibt, Ort, Datum unb seinen Vor- unb Vatersnamen baruntersetzt unb ber anbere Ehegatte alsdann ebenfalls mit feiner Hanb- schrift bie Erklärung hinzufügt, baß bas vorstehende Testament auch als sein letzter Wille gelten solle. Aber auch bieser Erklärung muß unter Angabe von Ort unb Tag ber Errichtung bie eigenhänbige Unterschrift hinzugefügt werben. Ein Muster: Unser gemeinschaftliches Testament. Wir, Karl Muller unb seine Ehefrau Ella Müller, geb. Schulze, setzen uns hiermit gegen- fettig zu alleinigen Erben ein. Wenn beim Tobe bes einen Ehegatten eines ber Kinder den Pflichtteil fordert, so soll es auch L*im Tode des zweiten Ehegatten nur den Pflichtteil erhalten. Berlin, den 15. Januar 1937. Spittelmarkt 2. Karl Muller. Auch ich mache den Inhalt des obigen Testaments zum Gegenstand meines letzten Willens. Berlin, den 15. Januar 1937. Spittelmarkt 2 Ella Müller, geb. Schulze. Selbstverständlich können in einem solchen Testament auch Zuwendungen an Freunde, Bekannte oder langjährige Angestellte festgesetzt werben. Da bei einem gemeinschaftlichen Testament, besonders wenn Kinder vorhanden sind, die nach dem Tode des einen Ehegatten ihre eigenen Interessen verfolgen, Meinungsverschiedenheiten und Prozesse entstehen können, ist es auf jeden Fall zu empfehlen, ein solches Testament von einem juristisch geschulten Berater entwerfen zu lassen. Selbstverständlich muß es sodann, wie oben erörtert, eigenhändig von den Erblassern geschrieben werden. Besonders zu beachten ist, daß Ort und Tag der Errichtung genau anzugeben sind. Geben z. B. Ehegatten dann, wenn einer von ihnen im Krankenhaus in der Kreisstadt liegt und sie dort ihr Testament errichten, als Ort der Errichtung die Dorfgemeinde, in der sie wohnen, an, so ist das Testament ungültig. Bemerkt sei noch, daß ein Testament zwischen Ehegatten unwirksam wird, wenn die Ehe für nichtig erklärt oder geschieden wird. Was gilt als Betriebsunfall? Bei einem Betriebsunfall entschädigen im allgemeinen die Berufsgenossenschaften den Verletzten. Sie kommen aber nur für den Schäden auf, ber bei einem Unfall durch bie Körperverletzung ober den Tob eines Volksgenossen entstauben ist. Nicht aber für den etwa bei solchen Gelegenheiten entstandenen Sachschaden. Für Sachschaden haften die Berufsgenossenschaften nicht. Wenn betont wird, „bei einem Betriebsunfall" haften bie Berufsgenossenschaften, bann ist damit schon angedeutet, baß nicht jede Körperentschäbigung, die sich in einem Betrieb ereignet, entschädigungspflichtig im Sinne ber Unfallversicherung zu sein braucht. Um die Annahme eines Betriebsunfalles zu rechtfertigen, muß zunächst ein plötzliches äußeres Ereignis vorhanden fein, das schädigend auf den Körper oder bie Gesunbheit bes Beschäftigten eingewirkt hat. Eine langsame Erkrankung infolge ungesunder Arbeit oder Betriebsverhältnisse kann also nicht Gegenstand eines Betriebsunfalles fein. Durch den Ausdruck „plötzlich" soll bamit bas Geschehnis auf einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum beschränkt sein. Man nimmt heute allgemein an, baß bie Ausdehnungsbauer ber schäblichen Einwirkung auf den Beschäftigten eine Arbeitsschicht nicht überbauern barf. Danach fällt also unter ben Begriff „Betriebsunfall" noch eine Erkrankung nach stundenlanger Arbeit mit eiskaltem Wasser aber ein Hitzschlag oder Sonnenstich bei längerer Arbeit in glühender Sonnenhitze. Die Betonung ber Plötzlichkeit bient damit ber Unterscheibung van Betriebsunfall unb Berufskrankheit. Um bie Annahme eines Betriebsunfalles zu rechtfertigen, braucht das körperschädigende Ereignis allerdings nicht die einzige Ursache zu dem Unfall zu sein. Es genügt, wenn es bestimmend mitgewirkt hat, wenn also der Tod oder die Körperverletzung ohne dieses Ereignis nicht oder wenigstens nicht in der gleichen Schwere eingetreten wäre. So kann beispielsweise bei einem "inneren Leiden, das durch einen Unfall plötzlich zum Ausdruck kommt, doch noch ein Betriebsunfall vorliegen, wenn anzunehmen ist, daß ohne den Unfall "der Tod des Verunglückten nicht vor Ablauf eines Jahres eingetreten märe. Bekanntermaßen beginnt die Aufmerksamkeit mit längerer Tätigkeit im Betrieb nachzulassen. Man stumpft mit der Zeit den Betriebsgefahren gegenüber ab. Deshalb bestimmt die Reichsoersicherunas- ordnung, daß eigenes Verschulden des Verletzten, selbst grobes Verschulden, die Annahme eines Betriebsunfalles nicht ausschließt. Nur Vorsatz bewirkt, daß ein Unfall nicht mehr als entschädinungs- pflichtiger Betriebsunfall angesehen wird. Dagegen handelt es sich um einen entschäbigungspflichll,:n Betriebsunfall auch, wenn ein Volksgenosse durch fahrlässiges Verhalten eines Mitarbeiters zu Schaden kommt. Verbotswidrige Handlungen schließen im allgemeinen die Annahme eines entschädigungspflichtigen Betriebsunfalles nicht aus. Dagegen können Zuwiderhandlungen gegen Strafgesetze bie Annahme eines entschädigungs'pflichtigen Betriebsunfalles ausschließen, ebenso Spielereien, Neckereien, Raufereien im Betrieb, wnn der dabei erlittene Unfall n'cht gerade durch die eigentümliche Betriebsgefahr besonders schwer ausfällt. Eine Arbeit für ben eigenen Bebarf genießt keinen Unfallschutz. Anderseits finb Gefä'lligkeitsver- richtungen, wie sie jeher Betrieb mit sich bringt, gegen Unfall versichert. Auch Unfälle beim Essen ober solche in ben gewöhnlichen Aufenthalts- unb Speiseräumen ober ben Umkleide- unb Waschräumen genießen Unfallschutz. Wie bie Arbeit im Be- triebe, ist auch eine auftragsgemäße Tätigkeit außerhalb bes Betriebes gegen Unfall versichert Zu erwähnen bliebe noch, baß auch ber Weg von und zu der Arbeitsställe gegen Unfall versichert ist. Beginn unb Enbe bes Ärbeitsweges finb genau festgelegt. Man sagt, ber Arbeitsweg beginnt ober endet für ben Beschädigten mit bem Verlassen ober Betreten bes häuslichen Wirkungskreises. Der Arbeitsweg barf nur für Kleinigkeiten unterbrochen werben, wenn ke'n besonderer Grund zu einer Unterbrechung vorliegt, z. B. ber Eintritt eines 63-'Witters, andernfalls fällt ber Unfallschutz fort. Man barf also, wenn man sich nach Hause "begibt, nicht erst stundenlang Einkäufe für ben Haushalt tätigen, wenn man gegebenenfalls ben Schutz ber Unfallversicherung für sich noch in Anspruch nehmen will. Auf eines ist noch besonders zu achten. Trifft ben Verletzten nämlich bei einem Unfall auf bem Arbeitsweg bie Schuld an bem Unfall, bann kann im Gegensatz zu einem Unfall im Betrieb die Berufsgenossenschaft ben Ersatz bes Schabens ganz ober teilweise versagen. V. A. Fuß-all: 'IX' ehnnacht — Stadt' (Sport im Dienste de Der kommende Sonntag bringt im Rahmen der großen Winterhilfe-Aktion der Wehrmacht auch zwei sportliche Wettbewerbe, die sicherlich das Interesse vieler Volksgenossen finden werden. Fußbcrll- und Handballspieler der Wehrmacht stehen den kombinierten Mannschaften der Stadt gegenüber. Man darf mit anregenden Begegnungen rechnen, denn die Mannschaften der Soldaten rekrutieren sich durchweg aus Leuten, die in ihren Heimatorten stets Fußball oder Handball gespielt haben und die in ihren Heimatbezirken einen guten Namen haben. Lediglich während ihrer Dienstzeit schieden sie aus ihren heimischen Mannschaften aus. In der Fußball- wie auch in der Handballmannschaft befinden sich Könner, die, wenn sie sich zusammenfinden, den Vertretungen der Stadt eine harte Nuß zu knacken geben werden. Wie die Spiele enden werden, ist keineswegs vorauszusagen, denn auch auf der Seite der Stadtmannschaften stehen Kombinationen, die sich erst finden müssen. Es ist damit zu Wehrmacht: Meißner Kramer (7. Batt.) Krämer (5./116) Bach । Wilhelm (3./116) Horn (2./116) Schultheiß s Winterhilfswerkes. rechnen, daß diese Spiele nicht nur dem unmittelbar am Fußball- oder am Handballsport interessierten Anhängern etwas bedeuten werden, sondern daß die beiden Kämpfe in ihrem Verlauf jedermann interessieren werden, der sich die Freude an natürlicher, kraftvoller Leibesübung erhalten hat. Insofern wird jeder Volksgenosse auf seine Rechnung kommen, auch dann, wen er kein „Fachmann" auf dem Gebiete des Fußball- oder des Handballsportes ist. Nachstehend geben wir die Mannschaftsaufstellungen wieder, die sich im Fußballkampf am Sonntag im Dienste des Winterhilfswerkes gegenüberstehen werden. Die Handballmannschaften können, wenn auch die Aufstellung der Stadtmannschaft für den Handballkampf bereits vorliegt, noch nicht genannt werden, da die Elf der Soldaten noch nicht endgültig vorliegt. Die Entscheidung fällt erst morgen oder übermorgen. (8. Batt.) Leutheuser (San. 9) 1./116) Bankog (2./116) (2./116) Hofmann (3. Batt.) Sack (7. Batt.) Szponik (VfB.-R.) Fehling (VfB.-R.) Löbsack (1900) Godglück (VfB.-R.) Heilmann (1900) Hauptfeld (VfB.-R.) Klagges (1900) Thron (VfB.-R.) Lippert (1900) Zeiler (1900) Stadt: Rahn (1900) Die Elf der Wehrmacht. In der Fußballmannschaft der Soldaten steht eine Reihe vielfach bewährter Fußballspieler, die mit Recht guten Sport erwarten lassen. Meißner, der Tormann, kommt von Kassel 03, Kramer ist Mitglied im FSV. Frankfurt und Leutheuser ist in Gießen aus seinem vielfachen Auftreten in der Verteidigung des VfB.-Reichsbahn Gießen längst hinreichend bekannt. Aus Norddeutschland stammt der rechte Läufer Krämer, der dem Verein Holstein-Kiel angehört; Bach, der Mittelläufer ging aus Hanau 93 hervor und Bankog spielte bisher bei Kurhessen Kassel. Der rechte Stürmer Wilhelm spielte in der Mannschaft des FSV. Bergen; Horn, der Halbrechte, gehört wie Meißner ebenfalls Kassel 03 an und Schultheiß ging aus der Mannschaft von Kewa Wachenbuchen hervor, die in der Gauliga Hessen in der vergangenen Verbandsspielserie von sich reden machte. Hofmann, der rechte Verbindungsstürmer, gehört Minerva Berlin an und Sack, Union Niederrad, der Stürmer der Spielvereinigung 1900 Gießen hat sich in jüngster Zeit in den Spielen unserer heimischen Mannschaft hervorgetan. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Mannschaft, der bisher ein Spiel bzw. ein Training mit einem gleichwertigen Gegner nicht möglich war, zusammenfinden wird. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß das gleiche auch für die Mannschaft der Stadt gilt. Die Zivilisten. Die Mannschaft der Stadt darf' in der Aufstellung als glücklich bezeichnet werden. Die Zuverlässigsten aus den Vereinen Spieloereinigung 1900 und des VfB.-Reichsbahn sind hier vereinigt. Zn der Verteidigung hat man das Schlußdreieck der Spielvereinigung beisammen gelassen. Diese Maßnahme dürfte sich in jedem Fall bewähren. In der Läuferreihe sind die großen Sicherheiten allerdings nicht gegeben. Vor allem Klagges hat man noch nicht gesehen. Sollte der Hanauer nicht zur stelle sein, dann wird Raddke (VfB.) für ihn eintreten, allerdings dann auf dem Posten des Rechtsaußen, während Heilmann dann Mittelläufer spielen wird. Was von der Stürmerreihe zu erwarten ist, wird das Spiel bewerfen müssen. In Löbsack hat man zweifellos den geeigneten Sturmführer gewählt, der für einige Erfolge gut sein müßte, wenn seine Nebenleute seinen Anregungen zu folgen wissen. In jedem Fall darf damit gerechnet werden, daß ein Spiel Zustandekommen wird, das in mehr als einer Hinsicht befriedigen dürfte. Es wäre erfreulich, wenn die Gießener Bevölkerung die Bemühungen um das Zustandekommen der beiden Wettspiele durch starken Besuch lohnen würde, nicht zuletzt deshalb, weil doch auch hier dem Winterhilfswerk ein Beitrag gegeben werden soll, der der Bedeutung des sportlichen Ereignisses gerecht wird. SJlxfpont pokalkamvf - Lokalkamps. Die nächste Pokalspielrunde wird am 21. März ausgetragen. Die Paarungen stehen bereits fest. Vorgesehen sind folgende Begegnungen: 1900—VfB.-Reichsbahn, Frohnhausen—Sinn, Steinberg—Naunheim, Burg—Bissenberg. Auf den Ausgang der Spiele darf man mit einigem Recht gespannt sein. Vor allem interessiert die Frage: wer wird von den beiden Gießener Vereinen diese Runde überstehen und an den weiteren Pokalspielen teilnehmen? Und wie wird Steinberg gegen Naunheim abschneiden? Es wäre erfreulich, wenn die Steinberger in der Pokalrunde zu dem Erfolg kommen würden, der ihnen in der Verbandsspielrunde versagt blieb, Da das Spiel auf dem Platze der Teutonen stattfindet, ist der Ausgang dieses Kampfes durchaus offen. Am gleichen Sonntag wird ein Pflichtspiel ausgetragen, und zwar stehen sich die Mannschaften von Lollar und Wetzlar in Lollar gegenüber. Verbandsspiele am Sonntag, 14. INärz. Für den kommenden Sonntag sind in der Verbandsspielrunde der Bezirksklasse Gießen folgende Begegnungen vorgesehen: Sinn—Dillenburg, Bissenberg—Naunheim, Lollar—Frohnhausen. ORL. Fachamt r Fußball. Jugendgruppe Gießen. Folgende Pflichtspiele werden am Sonntag, 14. März, ausgetragen: Heuchelheim — Wißmar; Klein-Linden — Leihgestern; Watzenborn-Steinberg — 1900 Gießen; Steinbach — VfB.-Reichsbahn II; Garbenteich — Allendorf; Lollar II — Staufenberg; Heuchelheim II gegen Wiefeck. Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine und haben den Schiedsrichter anzufordern. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Ueberrüschungen im Handball. Der To. Wetzlar hat den noch bis in die letzte Zeit hinein als sichersten Anwärter auf die Gaumeisterschaft geltenden Tuspo. Bettenhausen sicherer noch als das Ergebnis besagt, geschlagen. 5:2 für Wetzlar stand es zum Schluß und sehr leicht hätte es noch anders lauten können. Durch diesen Spielausgang ist die Gaumeisterfrage wieder vollkommen offen geworden, denn Bettenhausen steht nunmehr nur noch einen Punkt vor der CT. Kassel. Das einzige Spiel der B e z i r k s k l a s s e Tv. Hochelheim gegen Tuspo. Niedergirmes fiel aus, weil Niedergirmes infolge Spielermangel auf Spiel und Punkte verzichtete. Auch in der 1. Kreisklasse kam nur ein Treffen zum Austrag. Dutenhofen — Hörnsheim wurde abgesagt, Garbenheim wurde über Herborn kampfslos Sieger und Groß-Rechtenbach leistete sich den Scherz, Holzheim ohne triftigen Grund noch am Sonntagvormittag abzusagen. Dadurch dürfte wahrscheinlich fein, daß beide Punkte verloren sind. Lediglich das Spiel To. Grünlngen — Tv. kahenfurl 6:2 (4:0) konnte zum Austrag kommen. Grüningen zeigte erstmalig seit langer Zeit wieder einmal eine recht gute Gesamtleistung. Die Mannschaft spielte ausgezeichnet zusammen, so daß die zwar flinken Gegner in der ersten Hälfte gar nichts ausrichten konnten. Das wurde 'zwar nach dem Wechsel grundlegend anders. Der Vorsprung, den sich die Platzbesitzer erkämpft hatten, war aber bereits so groß, daß er nicht mehr eingeholt werden konnte. Das einzige Spiel der zweiten Kreisklasse mußte ebenfalls aussallen, weil die 2. Mannschaft des Mtv. Gießen in Nauborn nicht antrat. Ehrenvolle Berufung eines Spielers des Kreises VIII. Der Spieler Artur Allendörfer vom Turnverein Lützellinden, einer der zuverlässigsten Stürmer, ist durch das Reichsfachamt zu einem vierzehntägigen Lehrgang für Uebungsleiter in die Reichsakademie nach Berlin berufen worden. Allendörfer, der schon an verschiedenen Lehrgängen teilgenommen hat, ist von der Kreisspielleitung des Fachamtes Handball als Lehrwart in Vorschlag gebracht und inzwischen auch durch den Gau bestätigt worden. Geschwister Cranz in Mürren erfolgreich Torlauf der Kandahar-Rennen. Die 10. Arlberg-Kandcchar-Skirennen in Mürren wurden am Montag mit dem Torlauf abgeschlossen. Auf der schweren Strecke gab es durch Christel und Rudi Cranz zwei deutsche Siege. In der Kombinations-Wertung setzten sich beide Weltmeister, Christel Cranz (Deutschland) und Emile A l l a i s (Frankreich) erfolgreich durch und gelangten dadurch gleichzeitig in den Besitz einer der wertvollsten Skitrophäe, des Arlberg-Kandahar-Bechers. Kursus für Wanderwarle (D Gleiberg, 9. März. Im Schulungslager unserer Burg trafen sich zu einem Wochenendkursus 50 Teilnehmer aus den Kreisen Gießen, Wetzlar, Dillenburg und Biedenkopf, um als Wanderführer der Deutschen Arbeitsfront, Abt. „Kd F.", Schulung zu empfangen. Dem Kursus kam um so mehr Bedeutung zu, als er einer der ersten seiner Art im Gau und Reich war. Gau- wanderwart Schwab (Frankfurt a. M.) sprach eingehend unter Beachtung der Vielseitigkeit deutschen Wanderns über „Sinn und Zweck des KdF.- Wanderns". Ein abendlicher Lichtbildervortrag „Schauen und Sehen" mit sehr guten, teilweise farbigen Aufnahmen zeigte die Schönheiten mancher deutschen Gaue. Weiter wurde Karten- und Heimatkunde, die wichtigsten Gebiete, in denen der Wanderführer Bescheid wissen muß, getrieben. Runvfunkproqramm Donnerstag, 11. März. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Don Koblenz: Ein froher Gruß aus der Westmark. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrich- richten. 14.10: Dem Opernfreund. Aus Werken Puccinis. 15: Volk und Wirtschaft. Edelsteine werden erforscht! 15.15: Kinderfunk. 16: Lieder aus dem „Kleinen Rosengarten" (von Hermann Löns). 16.30: I. Komponisten aus dem Gau Westmark stellen sich vor. 17.30: „Oesterreich. Erbe und Sendung im deutschen Raum." 17.45: Das aktuelle Buch. 18: Blaskonzert. 19: Wellen-Brettl. 19.45: Der Zeit- funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.05: „Der Waffenschmied." Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 149: Tarifordnung für die Woll- und Haarhutindustrie im Gebiet des Deutschen Reiches. — 150: Tarifordnung für Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie die Heimarbeiter in der deutschen Damenhutindustrie. — 151: Fernsprechverkehr mit Argentinien, Chile, Paraguay, Peru und Uruguay. — 152: Zulassung einfuhrkontingentierter Waren zur Internationalen Pariser Ausstellung 1937 außerhalb der Einfuhrkontingente. — 153: Beförderungsbedingungen für Ausstellungsgegenstände und Baumaterial zur Internationalen Pariser Ausstellung 1937. — 154: Richtlinien für den Einfuhrhandel Lettlands und die Vertreter ausländischer Firmen. — 155: Gute Ernteaussichten für Javatabak. — 156: Ermäßigung der Gebühren für Telegramme nach dem Ausland. — 157: Anordnung WL 2 der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare über die Lumpenwirtschaft. — 158: Bekannt: machung der Höchstpreis- und Mindestmengenfestsetzung für den Ankauf von Lumpen, die in gewerblichen Betrieben angefallen sind. — 159: Bekanntmachung der Verarbeitungsbeschränkung für lumpenverarbeitende Betriebe. — 160: Bekanntmachung der Höchstpreise für Lumpen. — 161: Bekanntmachung der Preisabschläge für die einzelnen Handelsstufen im Lumpenhandel. — 162: Bekanntmachung des Höchstpreises für „Original bunte Lumpen". — 163: Anordnung B 14 der Ueberwachungsstelle für Baumwolle (Zusammenfassung der bisherigen Anordnungen: Genehmigungspflicht, statistische Erhebungen und Festsetzung der Verarbeitungsmengen). — 164: Bekanntmachung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens gemäß § 3 des Gesetzes über Abwertungsgewinne vom 23. Dezember 1936 und § 7 der Ersten Durchführungsverordnung zu diesem Gesetz vom 28. Dezember 1936. Fwd. Am Gründonnerstagabend und Ostersamstag keine Frankfurter Börse. Die Frankfurter Abendbörse wird, wie der Fwd. erfährt, am Gründonnerstag, 25. März, ausfallen. Arn Samstag vor Ostern, 27. März, findet auch keine Mittagsbörse statt. In Berlin bleiben die Börsenräume am 27. März ebenfalls für jeden Verkehr geschlossen. Eine Lieferung findet an diesem Tage nicht statt. Mein-Mainische Börse. THittagsbörfe sehr still. Frankfurt a. M., 9. März. Die unverändert schwache Kundschaftsbeteiligung ließ auch an der heutigen Börse kein nennenswertes Geschäft zu, so daß die Zurückhaltung allgemein fortbestand. Die Grundstimmung war weiterhin freundlich, doch zeigten die ersten Notierungen am Aktienmarkt wieder kein einheitliches Bild. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hielten sich die Veränderungen im Rahmen von 0,50 bis 1 v. H. Am Montanmarkt setzten Verein. Stahl und Harpener je 0,50 v. H. höher ein, Klöckner waren 2 v. H. höher gefragt, während Rheinstahl und Mannesmann bis 0,50 v. H. nachgaben. Kaliwerke notierten fester, Aschersleben 140,13 (139), Westeregeln 137,50 (136,50). Elektroaktien bröckelten bei kleinsten Umsätzen vorwiegend etwas ab, AEG. 40,25 (40,75), Schuckert 166,25 (167), Siemens 198,75 (199), Gef- fürel 146,75 (147), Deutsch-Atlanten 124,75 (125,50). IG.-Farben blieben mit 169,50 (169,75) nur knapp gehalten, Scheideanstalt unv. 263. Maschinen- und Motorenaktien konnten sich gut behaupten, Jung- hans plus 1 v. H. auf 129,50, dagegen Daimler 127,75 (128). Im einzelnen notierten Reichsbank mit 204.75 (204), Holzmann mit 146,75 (146), dagegen Westdeutsche Kaufhof 57,90 bis 58 (58,50). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitzanleihe auf 120,50 (120,65), Kommunal-Umschuldung auf 91,50 (91,60) ab, zertif. Dollar-Bonds zogen bei kleinsten Umsätzen leicht an, 6proz. Preußen 69,25 (68,75), 6,5proz. Preußen 69,75 (69,25), 7proz. Spargiro 70,75 (70,25). Infolge der andauernden Geschäftsstille bröckelten am Aktienmarkt die Kurse in der zweiten Börsenstunde meist leicht ab. IG.-Farben 169 nach 169,50, AEG. 40 nach 40,25, Verein. Stahl 121,50 nach 122, BMW. 141,50 nach 141,90, Reichsbank 204 nach 204,75. Auch die erst später notierten Werte lagen unregelmäßig, gaben aber überwiegend etwas nach, höher waren Rhein. Braunkohlen mit 231,50 (230,25) und Hanfwerke Füssen mit 98,50 (97,13), dagegen u. a. Feldmühle Papier 139,50 (140,50), Ilse Genuß 146 (147). Am Kassamarkt wurden Odenwälder Hartstein mit 129 (126) geschätzt. Am Rentenmarkt ermäßigten sich Kommunal-Umschuldung auf 91,45 bis 91,40 nach 91,50, Reichsbahn-VA. auf 124,65 bis 124,50 nach 124,75. Goldpfandbriefe notierten unverändert, ebenso die meisten Kommunal-Obligationen, höher Pfälzische mit 97 (96,75) und Preuß. Landespfandbrief-Anstalt mit 96,50 (96,25). Liquidationspfandbriefe wichen nach beiden Seiten bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen waren zum Teil weiter etwas erhöht. Von Industrie-Obligationen 5prozent. Vereinigte Stahl 100,90 (100,50), dagegen 5prozent. Eisenbahn-Rentenbank 83,50 (84). Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke Kleyer 108,50 bis 110,50, Pokorny 1 v. H. höher mit 134 bis 136, Neue Wayß & Freytag mit 146,25 bis 148,25, DDM. mit 167,25 bis 169,25. Tagesgeld auf dem morgigen Steuertermin hin gefragt mit 2,75 (2,50) v. H. Abendbörfe behauptet. Bei sehr geringem Geschäft erfuhren die Kurse an der Abendbörse im Vergleich zum Berliner Schluß nur geringe Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Die meisten Papiere kamen ohne Umsatz zur Notiz. Etwas schwächer lagen am Montanmarkt Harpener mit 153,50 (154,50) und Rheinstahl mit 160,25 (161), während Ilse Genuß 1 v. H. gewannen auf 146. Etwas niedriger kamen ferner Südd. Zucker mit 200 (201) und Lahmeyer mit 125,13 (126,25) zur Notiz. Von Kassawerten notierten Riebeck Montan mit 119,25 (119), Schriftgießerei Stempel mit unverändert 91,50 und En- zinger Werke nach längerer Pause mit 120 (120,25). Der Rentenmarkt war nahezu ohne Geschäft. U. a. notierten: 6 v. H. Verein. Stahl 103, 6 v. H. IG. Farben 134,75, 4,50 v. H. Stadt Mannheim 26 96, 4,50 v. H. Rhein. Hyp. Gold R. 10 bis 11 98,25, Adca 92,50, DD.-Bank 119, Dresdner Bank 105,50, Buderus 119,25, Harpener 153,50, Ilse Genuß 146, Mannesmann 119,75, Rheinstahl 160,25, Laura- hütte 18, Verein. Stahl 122, BMW. 141,50, Bem- berg 114,50, Conti Gummi 190, Deutsche Erdöl 148,75, Scheideanstalt 262,50, Licht & Kraft 148,50, Enzinger 120, IG. Farben 169,25, Gesfürel 146,25. Frankfurter Pferdemarkt. Fwd. Frankfurt a. M., 9. März. Auf dem heutigen Frankfurter Pferdemarkt standen über 200 Pferde aller Gattungen zum Verkauf. Importierte belgische Arbeitspferde waren in guten Qualitäten vorhanden. Auch eine Anzahl Gespanne norddeutschen Schlages sanden allgemeine Anerkennung. Die Preise entsprachen der Höhe des Vormonats. Schlachtpferde waren weniger gefragt. Nur fette Ware fand flotten Absatz. 1. Qualität erbrachte 29 bis 31 Mark, 2. Qualität 20 bis 22 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. — Der nächste Pferdemarkt findet am 13. April statt. Kurszettel der Berliner und Zranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Mittag, börse Dalum 8.3. 9.3- 8.3. 9.3. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,2 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,4 98,5 98,4 98,5 5/2% Doung-Anlethe von 1930 .. 103,5 103,4 —— 103 4*4% Hessische Volksstaat von 1929 4Yi% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,65 99,65 99,65 1934 l...................... 4/i% Deutsche Reichsbahnschatz 100,2 100,iü 100,3 100,4 von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit 120,65 120,5 120,65 120,3 Auslos.-Rechten.............. 4*/2% Hess. Landesbk. Darmstadt 132,25 133,5 133,5 — Goldpfe. R. 12.............. 6*4% Hess. Landes-Hyp.-Bank 98,25 98,25 — 98,25 Liqu. Goldpfe............... 4*/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 100,75 100,75 ■— — Goldpfe. R. 19.............. 98,25 98,25 98,25 98.25 454% Vreuß. Gold-Komm. R. 20 4*4% Darmstädter Komm.-Lan- 96,25 96,5 — 96,5 desbankR. 6 ................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 95,5 95,5 — — Auslos.-Rechte I.............. 128,25 — 128,4 128,4 454% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 454% Franks. Hyp. Gold-Komm. 98,5 98,5 98,5 98,5 Obl. 2 3.................... 554% Franks. Hyp. Liquidation 96,5 96,5 — — Goldpfe..................... 554% Rheinische Hyp. Liquidation 100,9 101 — — Goldpfe..................... 101 101 101 101,25 Steuergütichein-Verrechnungskurs 110,4 110,4 110,6 110,6 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Lesterreichische Goldrente.... — — — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. —— — — 4*4 Ungarn Staats von 1913 .... — — —— 4% Ungarische Goldrente....... — —— —— —— 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 5% Rumänen von 1903......... — — — — 454% Rumänen Gold von 1913.. — — — — 4% Einheits-Rumänen......... — — —— — 4% Türken Bagdad I........... — — — — 4% Türken Bagdad II.......... — — — — 2*4% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen......6 130,25 130 130,25 129,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 42 43,5 Hamburg-Amerika Paket......0 17 17 17 17,13 Norddeutscher Lloyd..........0 17,4 17,75 17,4 17,5 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 124,75 124,65 124,75 124,75 Reichsbanl................. 12 204 204 203 204,13 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 132 132 131,5 131,5 Commerz- und Privat-Bank ... 4 115,75 115,75 115,75 115,75 Deutsche Diskonto............4 118,75 119 118,75 119 Dresdner Bank.»........... 4 105 105,5 105 105,5 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börie Datum 83. 9.3^ 8.3. 9.3. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 211,5 — 211 210,5 ä KU-Kunstseide........... .. 0 — —— — —— Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 137 137 136,5 — Bemberg................. .. 0 114,5 114,5 114,75 114,5 Bekula................... .. 8 165 165 165,5 165 Buderus Eisen............. .. 4 119,75 119,25 119,9 119,13 Gement Heidelberg......... .. 7 162 161,5 —— — Gement Karlstadt.......... .. 6 — —— — —— Ghade 2L-G................ .. 9 — — — — Gontt Gummi............. . 11 189,75 190 190 190 Daimler Motoren.......... .. 5 128 127,75 128 127,9 Dessauer Gas............. .. 4 — —— 116,75 116,25 Deutsche Erdöl............ .. 5 149 148,75 149 148,65 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 263 262,5 — Deutsche Linoleum......... . 10 175,75 175,13 175,75 174,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136,5 136,25 136 135,75 Elektrische Licht und Kraft'... .. 7 149,65 148,5 149,5 149 I. K. Farben-Jndustrie..... .. 7 169,75 169,25 169,9 169,13 Felten & Guilleaume....... .. 6 138 137,75 138,75 137,75 Gesfürel.................. .. 6 147 146,25 147 146.13 Th. Goldschmidt........... .. 5 128,5 129 129 127,9 GÜtzner Maschinen......... .. 0 45,9 45,13 45,65 45,4 Harpener................. 2J/i 153,5 153,5 153,5 154,5 Hoesch Eisen............... 119 119 119 119,4 Philipp Holzmann......... .. 6 146 147 146,25 146,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 —— — Ilse Genüsse.............. .. 6 147 146 145,75 145 Kali Aschersleben.......... .. 5 140,4 138,5 139,5 Klöcknerwerke ............. 4/z 125 126.9 125,25 127 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 147,25 148 Laymeyer ................ .. 6 125,25 125,13 125 126,25 Mainkraft................. .. 4 94,25 91 Mannesmann............. .. 3 120,25 119,75 120 120 Mansfelder Bergbau....... 6/z 155,5 155,5 155,5 155,75 Metallgesellschaft........... .. 5 154,5 154,9 154 Crenftein & Koppel........ .. 0 91,65 91 Rheinische Braunkohle...... . 12 _ 231,5 231 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 135,5 Rheinstahlwerke............ Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 .. 6 161,25 132,25 160,25 132,25 161,25 132,5 161 132.13 Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kali.......... .. 6 7% 145,5 147 146 147.25 Sckuckert & Go............. .. 6 167 166 167 166 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 95,25 94.9 Siemens & Halske......... .. 8 199 198,75 199,5 199 Süddeutsche Zucker......... . 10 201 200 200 200 bereinigte Stahlwerke...... 3y, 121,5 122 120,4 121,9 Westdeutsche Kaufhof....... Westeregeln Alkali.......... Zellstoff Waldhof.......... Otavi Minen.............. .. 0 .. 5 .. 6 . 0,6 58,5 136,5 159,65 34 57,75 137,5 159,5 34,5 58,65 136.75 159 33,65 57,75 137 159.4 34,4 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 8 März 9.März 8-März 9.März Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld I Briei Amiliche Notierung Geld I Bries Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London................... Helsingfors................ Paris.................... Holland .................. Italien................... 0,746 41,93 0,151 47,04 54,19 47,04 12,135 5,36 11,33 136,06 13,09 0,750 42,01 0,153 47,14 54,29 47,14 12,165 5,37 11,35 136,34 13,11 0,747 41,94 0,151 47,04 54,21 47,04 12,14 5,36 11,335 136,11 13,09 0,751 42,02 0,153 47,14 54,31 47,14 12,17 5,37 11,355 136,39 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm ................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuhork.................. 0,708 5,694 60,99 48,95 11,02 62,57 56,72 17,48 8,656 2,488 0,710 5,706 61,11 49,05 11,04 62,69 56,84 17,52 8,674 2,492 0,708 5,694 61,01 48,95 11,025 62,59 56,72 17,48 8,656 2,488 0,710 5,706 61,13 49,05 11,045 62,71 56,84 17,52 8,674 2,492 Mittwoch, lü.März 1957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) ■—■■ np wii —■nrr~n to.58 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt für Rußland zu fein, wo Frauen alle Arten von Arbeit tun. Sie starrten, als sie ein englisches Mädchen an der Ankerkette winden und den Außenbord malen sahen. Nach Rußland waren wir in Amerika und Kuba. Ich habe das Schiff gesteuert, bis der Wachoffizier in das Ruderhaus kam und mich fragte, ob ich „meinen Namen auf den Ozean schreiben wollte". Wir hatten wenig schlechtes Wetter unterwegs. Man behauptet sonst,' daß Frauen an Bord Unglück bringen, aber uns schien das Glück überall hin zu folgen. Natürlich verliebte ich mich auch. Mehrmals. Ich verliebte mich in den braunen Heizer meiner Heimat, ich verliebte mich in Mac, den schönen Schotten, und ich verliebte mich in den netten kleinen Chippy, den irischen Zimmermann. Nur die Tatsache, daß er Frau und Kinder hatte, hinderte mich daran, mich auch in den Maat zu verlieben. Am meisten verliebte ich mich in einen jungen Burschen aus Cornwall. Nur der Kapitän war kein Gegenstand für Liebesträume. Wenn er mich mit irgendeinem Herumscherzen sah, bellte er: „Hört auf mit Eurer Liebelei und tut eine Arbeit!" Jetzt ist die Reise zu Ende, und meine Kameraden sind fern. Sie sind entschwunden wie Schiffe in der Nacht. Ich bin froh, daß ich ihr guter Kamerad war." UWMU^ moderne Geweo mit Fewa einzureiben, ist auch eine Arbeit, die ich liebe. Man verrichtet sie wie Scheuerarbeit, mit Händen und Knien, zäh wie Syrup. Ich habe auf der Reise die halbe Steuerbordseite unseres Schiffes angemalt, fast die ganze Reeling des Mittelschiffs, einen guten Teil der Kohlenbehälter und die Namen am Bug. Der Kapitän schickte mich zu dieser Arbeit, und ich mochte sie gar nicht. Das Brett, auf dem ich stand, schaukelte im Winde, ich traute mich aber nicht, es zu verlassen und auf die Lotsenleiter herüberzuklettern, die dafür gerade gut gewesen wäre. Der Kapitän blickte über die Reeling: „Warum kommst du nicht herauf?" fragte er mich. „Weil ich Angst habe," antwortete ich. Sobald wir russische Gewässer erreicht hatten, kamen Zollbehörden an Bord, das ganze Schiff wurde durchsucht und die Mannschaft dem Arzt vorgeführt. Dann fuhren wir weiter unter Leitung eines Lotsen, der statt eines Hemdes eine kirschrote Bluse trug. Meine Tätigkeit an Deck schien ihm gar nicht zu gefallen. Es ist komisch, ein Aergernis Joan Horsburg h, ein junges englisches Mädchen, hatte mit 22 Jahren genug vom Buroleben. Sie war in einer kleinen Hafenstadt aufgewachsen, und von Kind an wir ihr einziger Traum gewesen, wenn sie erwachsen wäre, ein Seemann zu werden. Natürlich wurde sie wegen dieses unangebrachten Ehrgeizes ausgelacht, aber das hielt sie nicht davon ab, eines schönen Tages ihren Traum zu verwirklichen und sich am 17. Juni 1936 an Bord eines 6000 Tonnen Frachtdampfers, der „Gardema , anheuern zu lassen. Die Geschichte ihrer ersten Seereise erzählt sie selbst in „Pearsons Weekly . „Ich habe", so schreibt sie, „fünfzehntausend Seemeilen mit der „Gardenia" zurückgelegt, ich war in Aegypten, Rußland, Amerika, Kuba, die einzige Frau in einer Welt von Männern. Meine einzigen Gefährten waren die 32 Matrosen, Heizer, Techniker und Offiziere, die die Mannschaft des Schiffes bildeten. Das ist das Leben, das mir gefällt. Nicht etwa, weil es abenteuerlich ist. Tatsächlich kommen auf eine aufregende Minute öde Wochen mit nichts als Wasser ringsum, Arbeit, Essen und noch einmal Wasser. Aber ich liebe die Freundschaft, die ich bei den Matrosen gefunden habe, Männern, die den größten Teil ihres Lebens fern von jeder Frau verbringen. Matrosen gelten als leichtsinnig. Nun, ich bin, eine einzelne Frau, mit 32 Seemännern gereist, und ich kann versichern, daß sie es nicht sind. Sie sind ganz einfach Männer, die ihre Familien lieben, immer schlecht daran, weil sie niemanden haben, der ihre Socken stopft und weil sie nicht jeden Samstag die neuesten Fußballereignisse erfahren können. Das, was sie sich im Grunde ihres Herzens am meisten wünschen, ist ein Brief von ihrer Frau oder ihrer Braut, eine Photographie, ein Bündel Zeitungen, um von zu Hause zu hören. Das ist das Leben auf See. So habe ich die Matrosen kennen gelernt, nicht als Stewardeß, sondern indem ich Seite an Seite mit ihnen dieselbe Arbeit verrichtete. Ich trug einen blauen Arbeitsanzug, den ich aus dem Nachlaß eines Matrosen gekauft hatte, und ein Khakihemd, das ich vom zweiten Maat bekommen hatte, manchmal darüber einen dicken blauen Sweater. Statt der Schuhe ein paar Sandalen aus geflochtener Schnur. Oft ging ich barfuß, und die Haut meiner Fußsohlen wurde, ebenso wie die meiner Hände, hart wie Leder. Wir verließen Cardiff mit der Bestimmung nach Port Said mit einer Ladung Kohlen. Don Port Said gingen wir nach dem russischen Hafen Mariupol, in der Asofffchen See. Ich will meinen Anfang beschreiben. Ich stand um 6.30 Uhr auf, und ein paar Minuten nach 7 fand ich mich damit beschäftigt, einen Schlauch rings um die Kommandobrücke zu schleifen. Der Kapitän handhabte von oben den Schlauch, und die Matrosen schrubbten mit langstieligen Besen. Von mir wurde erwartet, daß ich aufpaßte, damit der Schlauch keine Knoten machte. Alle Augenblicke machte er welche, und ich mußte hinlaufen, um sie auseinanderzuziehen. Das Schwierigste an dieser Deckscheuerei war es, die freien Räume so sauber zu bekommen, daß man vom Deck essen konnte. Wobei man allerdings nicht übergenau sein durfte. Aber das ist man schon nicht auf See. Der Schweiß rann mir nach fünf Minuten von der Stirn. Ich wischte mein Gesicht mit einem rußgeschwärzten Arm ab und hatte nun wenigstens ein ebenso schwarzes Gesicht wie all die anderen. Mein einziger Wunsch war, es möchte Frühstück geben. Plötzlich war es so weit, und ich konnte wie die anderen mit meiner Schüssel meine Portion an der Kambüsentür in Empfang nehmen. In einer offenen Luke sitzen und Grütze essen, während die griechischen Inseln vorbeigleiten, ist eine gesegnete Beschäftigung, besonders wenn man hungrig ist. In diesen ersten Wochen tat ich jede schmutzige Arbeit, die es auf einem Schiff gibt, und ich hatte meine Freude an allem, sogar daran, Schlagwasser aus dem Jnnenraum zu schöpfen. Das Deck mit Oel Eine Iran und zweiunddreißig Männer Eine junge Engländerin erzählt von ihrer ersten Seereise. Ein bißchen Humor. Ein Vorgang, wie er sich fast täglich ereignet: In einer Verkehrsstraße ertönen plötzlich scheltende Stimmen. Die Vorübergehenden horchen auf, bleiben stehen und im Nu hat sich eine kleine Ansammlung gebildet. Jeder reckt seinen Kopf vor, Fragen werden laut, das Ganze hat den Anschein, als ob wer weiß was passiert wäre. In Wirklichkeit ist gar nicht viel geschehen. Der Autolenker, der sich mit dem Radfahrer herum- streitet, hat an dieser Stelle seinen Wagen zum Stehen gebracht und der hinter ihm fahrende Radler ist etwas unsanft dagegen gestoßen. Schaden hat es nicht gegeben, der Radfahrer ist nicht zu Boden gestürzt und der Autolack weist nicht einmal eine Schramme auf. Nichtsdestoweniger geht der Meinungsstreit hin und her. „Es ist unerhört, einfach den Wagen so kurz abzustoppen und die Leute in Gefahr zu bringen", schimpft der Radfahrer, „ich hätte glatt einen Schädelbruch davontragen können." „Dann wären Sie selber schuld daran", knurrte der Wagenführer ebenfalls ärgerlich, „ich habe mich ganz vorschriftsmäßig verhalten. Wahrscheinlich aber haben Sie geschlafen, denn sonst hätten Sie mein rotes Licht sehen müssen." Die Umstehenden hören interessiert zu, ergreifen Partei und wissen allerlei gute Ratschläge anzubringen. Bis schließlich ein wohlbeleibter Herr mit sonorer Stimme dazwischenfährt: „Aber Herrschaften, ist das eine Manier, der Freude Ausdruck zu geben? Kinder, seid doch froh, daß es euch gut geht." Allgemeine Heiterkeit der Umstehenden. Der Kraftwagenführer lächelt ebenfalls, und der Radfahrer schwingt sich kurzentschlossen auf sein Stahlroß. Die Angelegenheit ist damit erledigt, die Ansammlung zerstreut sich, für die Neugierigen gibt es nichts mehr zu hören und zu schauen. Der wohlbeleibte Herr aber geht von bannen und freut sich, daß er die Kampfhähne auseinander gebracht hat. Er tat es nicht mit Erklärungen und Hinweisen, er tat es mit ein bißchen Humor. Und der Erfolg gab ihm recht. Wieviel läßt sich im täglichen Leben nicht damit besiegen. Es gibt genug Widerwärtigkeiten und brenzliche Situationen, die uns manchmal frühmorgens schon die Laune für den ganzen Tag verderben können. Es soll Leute geben, die sich bereits ärgern, wenn sie mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden sind, andere wieder wurmt es, wenn sie vor der Haustüre umkehren müssen, um sich ihr Frühstück zu holen. Aber es läßt sich nicht bestreiten, daß es auch ernsthaftere Gründe gibt, die den Aerger entfachen. Mit ihnen räumt ein bißchen Humor spielend auf. Er ist ein prachtvoller Helfer gegen alle kleinen Tücken des Daseins, und jener Arzt wußte schon, was er tat, als er in fein Wartezimmer den Spruch hängen ließ: । „Glücklich ist, wer nie verlor Im Kampf des Lebens den Humor!" H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Frauenschaft und Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr Ortsgruppenabend im Studentenhaus, Leihgesterner Weg. — Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Die vier Gesellen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Millionen- Erbschaft". — Lichtspielhaus- Bahnhofstraße: „Frauenliebe — Frauenleid". Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung des Lustspiel-Erfolges „Die vier Gesellen", von Jochen Huth, statt. Spielleitung Wolfgang Kühne. In der Rolle der „Vier Gesellen": Inge Birkmann, Maria Gerhardt, Charlotte Krause, Han'si Prinz. Die Vorstellung findet als 22. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30, Ende 22 Uhr. Vortrag in der Stadtkirche. Donnerstag, 11. März, 20 Uhr, spricht in der Stadtkirche Pfarrer Bell aus Siebenbürgen über „Die Siebenbürger Sachsen und ihre evangelische Kirche". Der Redner zeigt dabei farbige Lichtbilder über Land und Volk in Siebenbürgen. (Siehe heutige Anzeige.) Gewinnliste der WHW.-Tombola. DNB. Die Gewinnliste der großen WHW.-Tom- bola ist jetzt herausgekommen. Sie liegt am Mittwoch, 10. März, in den Kreisgeschäftsstellen der NSV. zur Einsichtnahme aus, kann dort auch zum Preise von 10 Pf. bezogen werden. Auswärtige Losbefitzer erhalten die Gewinnliste gegen Einsendung von 10 Pfennig in Briefmarken von der Gau- führ'ung Berlin des' WHW., Berlin C. 2, Kaiser- Wilhelm-Straße 58, Finanzverwaltung. Die Gewinne werden drei Monate, also bis zum 8. Juni, aufbewahrt. Gewinne, die nach Ablauf dieses Ter- mines nicht abgeholt sind, fallen der Gauführung Berlin des WHW. zu. ■ ■ Die öcutfdic Arbeitsfront $$ n.S.=Öemcinfdiaft„firaft Our* freuöc Amt Feierabend. Lustspiel „Die vier Gesellen" am 13. März im Stadttheater. Zu dieser Vorstellung sind noch Plätze in allen Preislagen vorhanden. Die Karten können auf der Kreisdienststelle in Empfang genommen werden. Die Betriebswarte, die noch keine Bestellungen aufgegebenhaben, wollen dies umgehend nachholen. Amt Reisen, Wandern und Urlaub. Gesperrte Urlaubsfahrten. Folgende Fahrten sind wegen Ueberfüllung gesperrt: U. F. 16/37 Berchtesgadener Land, U. F. 29/37 Allgäu—1 Pfronten, U. F. 40/37 Rügen, U. F. 41/37 Schliersee, U. F. 51/37 Allgäu —Pfronten, U. F. 62/37 Berchtesgadener Land, U. F. 64/37 Reit im Winkel, U. F. 69/37 Allgäu—Pfronten, U. F. 71/37 Oberammergau, S. F. 102/37 Norwegen (gesperrt für Frauen und Ehepaare), S. F. 103/37 Norwegen, S. F. 104/37 Norwegen (gesperrt für Frauen). Wir empfehlen allen Arbeitskameraden, die sich an einer Fahrt beteiligen wollen, sich umgehend anzumelden. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-O . Alle SS.-, SA.-, NSKK.-, NSRK.-, SA.-Ma- rine-Männer, die im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Ost wohnen, werden hiermit aufgefordert, am Donnerstag, 11. März, oder Freitag, 12. März, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr den Beitrag zur Hilfskasse für die Monate April, Mai und Juni 1937 im Saal der Wirtschaft Germania, Kaiserallee 141, zu zahlen. Außerhalb der angegebenen Zeiten besteht keine Möglichkeit, den Beitrag, der nach Anordnung des Führers von allen obengenannten Angehörigen der Gliederungen zu bezahlen ist, zu entrichten. NeichSmütterdienst in Gießen. Ein Wort unseres Führers: „In meinem Staate ist die Mutter die wichtigste Staatsbürgerin" stellt die Frau und Mutter in den Mittelpunkt des Staatslebens. Das bedeutet für jede Frau eine Verantwortung und Verpflichtung. Die deutsche Frau muß sich dieser Verantwortung bewußt werden, sie muß ihre Kräfte neugestaltend und aufbauend einsetzen für das Wohl der Volksgemeinschaft und ihr Denken und Handeln danach richten. Der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk will die Frau und Mutter für den wichtigsten fraulichen Beruf vorbereiten und erziehen. So findet im April in Gießen wieder ein Lehrgang in Säuglingspflege statt, den Schwester Elisabeth Müller durchführen wird. Wenn wir einmal die Themen nennen, die hier alle behandelt werden, dann wird jede Frau merken, wie wertvoll diese Schulung ist. Im theoretischen Teil hören wir die wichtigsten Angaben über die Bevölkerungspolitik und über den Sinn der Mütterschulung, auch die Bedeutung der Säuglingspflege zur Minderung der Kindersterblichkeit wird geklärt. Im praktischen Teil wird die Pflege der Mutter vor und nach der Geburt, ihre Kleidung und sachgemäße Ernährung, sowie die Betreuung des Säuglings vom ersten Tage an durchgenommen und an Beispielen erläutert. Anmeldungen für diesen Lehrgang nehmen die Leiterinnen der Ortssrauenschaften entgegen. F. K. * ** Das Setzen von Gartenwasser- m e s s e r n betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unferm heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Sonderzüge zur Reichsnährstand s s ch a u in München. Von dem landwirtschaftlichen Ortsfachberater in Gießen wird uns Zwischen den Sekunden. Don jRolani) Beisch. Roland Betfch wurde, wie bereits berichtet, mit dem Westmarkpreis 1937 ausgezeichnet. Man soll mich auf der Stelle hängen, wenn es nicht wahr ist, daß das Autofahren auf die Dauer ermüdet. Nun gar, wenn man allein durch den Sonnentag fährt. Holt's der Geschwänzte, jetzt sitze ich sechs Stunden am Rad und verdaue die Landstraßenkilometer. Und ausgerechnet immer nach Süden, in die Sonne, mitten in diesen stechenden und blendenden Wirbel von Licht hinein. Dabei habe ich immer noch zweihundert Kilometer zu verspeisen. Neben mir auf dem Sitz liegt eine illustrierte Zeitung; ich werfe manchmal flüchtig einen Blick seitwärts hinein und rase immerfort weiter. Wenn wenigstens ein kleines Erlebnis käme, eine harmlose Abwechslung, ein Landstraßenabenteuer. Aber nichts, rein gar nichts. Es gibt wirklich keine Erlebnisse mehr. Das Leben ist langweilig geworden. Nein, ha steht ein junges Mädel am Wege und winkt. Sie will mitfahren. Meinetwegen, kommt mir gerade recht; ich kann ein wenig plaudern und Unsinn schwätzen. Zerstreuung steht in Aussicht. Am Ende verliebt man sich zwischen den Kilometersteinen. „Guten Tag, lassen Sie mich bitte mitreisen." Sie lacht mich an. Das Gesicht kommt mir bekannt vor. „Bitte, reifen Sie mit." Warum sagt sie denn „reisen"? Komisch, mitreisen will sie. Wo habe ich sie schon einmal gesehen?! Da sitzt sie jetzt an meiner Seite und macht wirklich keinen üblen Eindruck. Ich werde mich aber hüten, auf dieses kokette Lachen hereinzufallen. „Wohin wollen Sie denn?" frage ich und muß nun gar nicht mehr gähnen. Nein, mir wird pudelwohl. Ach, wir Männer! „Nach Zickelweiler", sagt sie und kichert. „Zickelweiler? Wo liegt denn das? Zwischen Pfingsten und Bruchsal?' „Hinter Stupfershauen." Stupfershausen, der Teufel mag wissen, wie die Ortschaften hier heißen. „Meinetwegen, nach Zickelweiler. „Gelt, Sie sind müde?" sagt sie plötzlich. „Müde? Wieso, warum? Weil ich nicht weiß, wo Ihr Zickelweiler liegt?" „Nein, weil Sie vorhin gegähnt haben." „Ich? Seit Sie hier sitzen, habe ich nicht ein einziges Mal ge—." „Aber woher!" Welch ein Geschwätz! Woher will sie wissen, daß ich den Tag angegähnt habe! „Können Sie durch die Wände gucken?" So was von verrücktem Lachen. Ich falle aber nicht herein. „Wer weiß? Außerdem haben Sie ein total vergönntes Gesicht." „So? Ich glaube, Sie wollen Streit anfangen. Wie heißen Sie denn?" „Lore heiße ich, Lore W." „Lore W.? Und wie geht das W. weiter?" „Verrate ich nicht; fahren Sie doch etwas rascher, wir kommen ja im Leben nicht nach Zickelweiler, wenn Sie andauernd quatschen und das Gas vergessen." „Ich quatsche nicht; aber Sie suchen Händel. Wenn Sie weiter randalieren, dann müssen Sie die Fahrt bezahlen. Sehen Sie nicht, daß ich 60 auf dem Tachometer habe?" „Sechzig? Ha, ha, sechzig? Das fährt meine Großmutter im Dunkeln." „Das haben Sie mal geträumt." So ein frecher Fetzen. Lacht mich dabei immerfort an. Sie weiß genau, daß ich machtlos bin. Ich kann gegen eine Dame nicht ausfallend werden, das verbietet meine gute Erziehung. „Ich träume nicht", plappert Lore weiter, „aber denken Sie mal, was für einen Unsinn ich da neulich gelesen habe. Träume sollen nur Sekunden, nur Bruchteile von Sekunden dauern. In einer einzigen Sekunde soll man ein ellenlanges Erlebnis träumen können. So ein Quatsch." „Schon wieder Quatsch. Ich vermute, Sie sind nicht von Zickelweiler, sondern von Quatschdorf. Das liegt doch auch hier in der Nähe?" Ratsch, hat sie mich in den Haaren. Drückt wie besessen auf die Hupe. Die Spatzen fliegen von den Bäumen. „Lassen Sie doch die Hupe in Frieden. Ein so radaulustiger Fahrgast ist mir denn doch noch nicht Dorgefommen. Ich habe größte Lust, Sie auszuladen. Reifen Sie per Frachtgut weiter!" „Sie sollen mir recht geben, wenn ich sage, daß es Unsinn ist." „Was ist Unsinn? Quatschdorf?" „Nein! Wenn jemand behauptet, man könne in einer einzigen Sekunde eine ganze Garnrolle Zeugs träumen." „Das ist kein Unsinn, meine liebe Radaulore—." „Radaulore? Hier hast du's für die Radaulore." Sie klatscht mir die flache Hand auf die Backe. „Ich sage Ihnen, man hat Experimente gemacht. Traumexperimente. Und herausgefunden — wissenschaftlich einwandfrei — daß man in einer Sekunde eine lange Geschichte träumen kann. Und jetzt Ruhe, bitte, sonst —". „Was denn sonst?" „Sonst werde ich Ihnen den Mund auf die absonderlichste Art verschließen." „Sv? Wie denn bitte?" Sie hat ein unverschämtes Lachen. Ihre Lippen sind feucht, ihre Augen glänzen. Sie fordert mich heraus. Und hinterher soll ich es dann gewesen sein. „Wie denn bitte?" trumpft sie weiter auf und stößt mir die Faust in die Seite. Streckt ein Endchen Zunge heraus. „Ich sage doch, auf absonderliche Art." „Los! Vorwärts! Da bin ich aber neugierig. Ha, ha, Ihnen fehlt der Mut!" Das durfte Sie nicht sagen. Ich lege den Arm um sie und ziehe sie an mich heran. Bitte, ich habe einen harten Griff. „Lassen Sie mich so lange das Rad halten", ruft sie, während ich sie küssen will. Sie greift nach dem Lenkrad. Aber sie schwänzelt, sie fährt Schlangenlinien. Ich fühle schon ihre weichen Sippen, da sehe ich, wie sie in scharfem Tempo den Wagen auf die Straßenseite gegen die Pappelbäume steuert. „Halt!" rufe ich entsetzt und reiße ihr das Rad aus den Händen. Hart an einem Baum — Ich schlage die Augen auf. Hart an einem Baum zische ich vorüber. Allein bin ich. Keine Lore. Kein Zickelweiler. Kein frecher Plappermund. Kein Kuß. Wie ein Blitz kommt mir Klarheit! Ich habe geschlafen. Im Fahren bin ich eingeschlafen und habe geträumt. Ich stoppe ab, steige aus dem Wagen und schaue mich um. Eine endlos lange, gerade Straße. Sonne brütet. Nicht weit entfernt steht ein Haus. Ich weiß genau, daß ich noch wach war, als ich an diesem Haus vorbeifuhr. Nur zwei, drei Sekunden kann ich geschlafen und geträumt haben. Hätte ich Lore geküßt, hinge ich jetzt am Baum. Als ich zum Wagen zurückgehe, sehe ich auf Lores Platz die illustrierte Zeitung liegen. Da ist ja Lore! Richtig, eine Photographie aus dem Modeteil. Fräulein Lore W. — in einem modernen Rock aus Lindener Samt. Ja, da ist Lore. Weiter nichts, als eine Photographie in einer illustrierten Zeitung. Jetzt weiß ich auch, warum mir der Teufel aus Zickelweiler so bekannt vorkam. Ich lege mich unter die Wiese unter einen Ahornbaum und ruhe mich aus. Schlafe ein. Und träume. Leider nicht von Lore. ßittc Milliarde Jahre Leben auf der Erde. In einer auch für den Laien klar verständlichen Untersuchung kommt der Altmeister der geographischen Wissenschaft, Prof. Dr. Albr. Penck, zu dem Ergebnis, daß die Anfänge des Lebens auf der Erde etwa eine Milliarde Jahre zurückliegen und daß die geologische Forschung bisher davon nur die Hälfte erfassen konnte. Zu tiefem Nachdenken veranlaßt eine weitere Ueberlegung, daß nämlich nur ein Zweitausendstel dieser Milliarde von Jahren auf die Geschichte der Menschheit fällt. Wir können uns, so schreibt Penck im Märzheft von Velhagen & Kinsings Monatsheften, Jahrzehnte und Jahrhunderte, vielleicht sogar Jahrtausende vorstellen. Um uns Jahrmillionen oder gar eine Milliarde von Jahren zu veranschaulichen, raffen wir sie zusammen. Wir denken sie uns auf ein einziges Jahr zusammen- geschoben, also auf ein Milliardstel ihrer Dauer. Das organische Leben beginne in diesem Schöpfungsjahr zu Neujahr, seine ersten Spuren sind uns aus der Jahresmitte erhalten, jeder Tag hat die Länge von rund drei Millionen Jahren. Der erste Mensch würde daher am letzten Tage des Jahres, abends 8 Uhr in Erscheinung treten, um 10 Uhr wären wir mitten in der großen Zwischeneiszeit, 10 Minuten vor Mitternacht beginnt der starke Gletscherrückzug der letzten Eiszeit und 3 Minuten vor Mitternacht die durch menschliche Aufzeichnungen überlieferte geschichtliche Zeit. Was die erste Generation des 20. Jahrhunderts erlebte, würde wenig mehr als die letzte Sekunde füllen. Welch kurze Spanne Zeit und welch großes Erleben! Neunzig Dickens-Briefe entdeckt. 90 vollkommen erhaltene Briefe in der Handschrift von Charles Dickens wurden in einem Hause von Leatherhead in England entdeckt. Ihr letzter Besitzer Henry A. White, ein reicher Börsenmakler, ist soeben im Alter von 90 Jahren gestorben; er war ein Freund und Bewunderer von Dickens und hielt die Briefe in seinem Hause verborgen. Sie sollen erst nach feiner Beerdigung bekanntgegeben werden. Die Briefe, die viele auf» fchlußreiche Mitteilungen über die häuslichen Angelegenheiten von Dickens enthalten, sind an John L e e ch geschrieben, den Künstler, der einer der nächsten Freunde des Dichters war und auch feine „Weihnachtserzählung" illustriert hat. Als Leech starb, schenkte seine Witwe die Briefe einem anderen Freunde von Dickens, der sie dann dem jetzt verstorbenen Mr. White hinterließ. mitaeteilt: Zur diesjährigen Reichsnährstandsschau in München vom 30. Mai bis 6. Juni fahren von Gießen und Friedberg je zwei Sonderzüge. Jeder Volksgenosse, der die Ausstellung besuchen will, kann diese Züge benutzen. Die Fahrt dauert fünf Bei der Großkundgebung am 16. TNärz in der Volkshalle spricht Gauleiter Sprenger! Tuge und kostet 23 RM. Eingeschlossen sind Bahnfahrt hin und zurück über Kochel bzw. Garmisch, Äutobusfahrten, zwei Uebernachtungen im Gebirge (Privatquartier) und Zutritt auf der Ausstellung. Wer zur Zugspitze fahren will, muß 11 RM. extra bezahlen. Anmeldungen beim Ortsbauernführer bis 29. März. Vor dem „Homöopath Dr. tzinsche" wird gewarnt. LPD. Darmstadt, 9. März. In hessischen Landgemeinden tritt in der letzten Zeit ein angeblicher Homöopath Dr. Hinsche auf, der bei kranken Personen vorspricht und nach einer Augendiagnose „sicher wirkende Mittel" verschreibt. Er läßt sich für die Heilmittel, die gleich bezahlt werden müssen, 5 bis 30 Mark auszahlen und verspricht die Medikamente bald zu sckicken. Der Schwindler läßt aber nichts mehr von sich hören. Es handelt sich bei Hinsche um einen etwa 35jährigen Mann, bei dessen Auftreten gebeten wird, die nächste Polizeistelle zwecks Festnahme des Betrügers zu benachrichtigen. Der letzte Lintopssonntag des MW. 1936/37. UngeschwächteOpferfreudigkeitist dasMerkmal des kommenden Eintopfsonntags im Gau Heffen-Nassau. NSG. Durch die Einrichtung des Eintopfsonn- tags ist es dem unbändigen Willen, der im Sozialismus des Dritten Reiches lebt, zum erstenmal gelungen, ein ganzes Volk lediglich durch das Mittel der Ueberzeugung dazu zu bringen, daß es wenigstens einmal im Monat auf eine liebgewordene Gewohnheit zugunsten anderer verzichtet. Durch den Cintopfsonntag sind Bequemlichkeit und Ichsucht in Deutschland geschlagen. Diese bedeutsame Tatsache üllein gibt die Berechtigung, auf den Eintopfsonntag snyner und immer wieder hinzuweisen. Insbesondere aber deswegen, weil das mahnende Wort zur Uebung anfeuert: Wer seinen Eintopf regelmäßig hält, lebt sich in die Gesinnung der Opferbereitschaft hinein, die die Voraussetzung für jedes soziale Handeln ist. Was andere durä; die Askese zu erreichen suchten, das übt die Tiscygemeinschaft der Deutschen, wenn sie Bedürftigen zuliebe für einen kurzen Augenblick auf den Ueberfluß des Sonntags verzichtet. Der Eintopfsonntag eint alle Deutschen im Glauben an die deutsche Zukunft. Der letzte Eintopfsonntag verdient wegen dieser erzieherischen Kraft, an der aste Deutschen Anteil haben, ein doppeltes Opfer: Nach einer gewonnenen Schlacht gegen Hunger und Kälte müssen Freude und Dankbarkeit zur Freigebigkeit anreizen. Jeder Appell, der sich an den deutschen Menschen wendet, findet im Gau Hessen-Nassau immer ein besonderes Echo! Wir werden deshalb auch beim letzten Cintopfsonntag beweisen, daß unser Opferwille niemals erlahmt und daß der Abschluß des erfolgreichen Winterhilfswerkes 1936/37 noch einmal eine ganz besondere Leistung uns erreichen läßt! Die Gaststätten-Eintopfgerichte für den kommenden Sonntag. DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherberaungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den sechsten Cintopfsonntag am 14. März folgende Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Erbsensuppe mit Wurst- oder Fleischeinlage; 2. Weißkohl mit Rindfleisch: 3. Fischgericht nach eigener Wahl und 4. Gemüsetopf mit Kalbfleisch oder vegetarisch. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Leistungssteigerung im Einzelhandel. Ein Schulungsvortrag der Wirtschastsgruppe Einzelhandel. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hatte für den gestrigen Dienstagabend Betriebsführer und Gefolgschaften nicht nur aus Gießen, sondern auch aus weiter Umgebung zu einer Einzelhandels- Großoersammlung eingeladen, die außerordentlich stark besucht war. In Omnibussen kam eine stattliche Anzahl von Teilnehmern an, und längst vor Beginn der Kundgebung war der Saal schon fast gefüllt. Die meisten Betriebsführer waren mit ihren Gefolgschaftsmitgliedern gekommen und sicherlich war der Besuch der Versammlung für jedermann von großem Vorteil und richtungweisender Bedeutung. Nach kurzer herzlicher Begrüßung durch den Kreisgruppenleiter H o r st (Gießen), der insbesondere auch den Vertreter des Kreisleiters, den Kreisobmann der DAF., Hermann Wagner, willkommen hieß, wurde sofort dem Redner des Abends, dem Reichsreferenten für Berufsausbildung in der Reichsfachgruppe Einzelhandel, K r e ck (München), das Wort erteilt. Der Redner sprach in einem großangelegten und ungemein lebendig wiedergegebenem .Vortrag über das Thema „Wie kann ich die Leistungsfähigkeit meines Betriebes steigern!" Der Redner nahm für seine umfangreichen Darlegungen nicht etwa von einem Rednerpult aus das Wort, sondern war ständig inmitten seiner Zuhörer und hielt so engsten Kontakt zwischen sich und den Berufskollegen und -kolleginnen aufrecht. Niemand wurde des langen Vortrags müde, denn der Redner wußte durch zahlreiche sinnfällige, zum Teil sehr humorvolle Vergleiche und bildhaften Ausdruck immer neu die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer herauszusordern. Seine bayerische Mundart trug ein übriges dazu bei, um den Schulungsvortrag aus dem rein Lehrhaften herauszuheben. Indessen ist es nicht möglich, die Ausführungen in gleicher Form hier wiederzugeben. Nur in wenigen Sätzen sei hier aufgezeigt, was der Redner als Grundforderungen für die Leistungssteigerung eines Betriebes im Einzelhandel herausstellte. Betriebsführer und Gefolgschaft müßten, so führte er u. a. aus, stets bemüht sein, Methoden zu finden, die der Wirtschaftlichkeit des Betriebes dienen. Jeder einzelne müsse Großes anstreben, wenn er etwas erreichen wolle. Ein wertvolles Hilfsmittel dafür sei es, Wege und Entwicklung der Erfolgreichen zu studieren, nach Vorbildern zu sehen. Jeder müsse dazu beizutragen versuchen, daß das Verhältnis sich ändere, das gegenwärtig noch zwischen der Zahl der Geschäfte und den Mengen des Umsatzes bestehe. 20 v. H. aller Geschäfte bestreiten 80 v. H. des gesamten Warenumsatzes in Deutschland und die übrigen 80 v. H. der Geschäfte vereinigen nur 20 v. H. des Umsatzes auf sich. Eine Aende- rung dieser Sachlage sei nur dann möglich, wenn das Geschäft auf klaren Umsätzen aufgebaut und von richtigen Grundlagen aus betrieben werde. Immer wieder müsse sich der Betriebsinhaber fragen: Ist der Betrieb finanziell und organisatorisch richtig geführt, kaufe ich richtig ein, wende ich die Gelder richtig an, und bediene ich den Kunden richtig? Jeder Betriebsführer müsse sich fragen, ob er die ihm zugewiesene staatspolitische Aufgabe erfülle? Jeder Betriebsführer und jedes Gefolgschaftsmitglied habe ernsthaft bemüht zu fein, sich weiterzubilden, wenn er sich in der Zukunft behaupten wolle. Jeder Verkäufer, jede Verkäuferin müsse in- teressiert sein an den Dingen ihres Berufsstandes. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Redner über richtige Kundenbedienung und gab besonders hier zahlreiche wertvolle, aus der Praxis gewonnene Ratschläge und Anregungen. Von der richtigen Bedienung des Kunden hänge der Erfolg des Geschäftes ab. Kunden bedienen setze aber äußerste Menschenkenntnis voraus. Der Kunde müsse studiert sein. Der Verkäufer müsse bemüht sein, sich im Lebenskreis seines Kunden zu bewegen um ihn in seiner geistigen Haltung ganz zu verstehen. Weiteres Erfordernis sei, daß sich der Verkäufer um seine eigene geistige Weiterentwicklung bemüht. Die Verkäuferin solle den Beruf auch nichts als lediglich eine Existenzsicherung vor der Ehe betrachten. Die folgerichtige Verfolgung gesteckter Ziele verbürge allein den Erfolg. Voraussetzung für den Erfolg sei aber in erster Linie die Persönlichkeit. Und für M Persönlichkeit sei wiederum die Pflege der Person* lichkeit, die Pflege der Erscheinung, der Umgangs- formen, des sprachlichen Ausdrucks, des Wortschatzes, der Harmonie jedermanns in sich selbst, der Pflege von Körper, Geist und Seele. Jedermann müsse sich auch vor Augen halten, daß immer Gemeinnutz vor Eigennutz gehe, in der Auffassung, daß es dem einzelnen nur dann gutgehen könne, wenn er seine Pflicht tue und sich in der ihm möglichen Form in den Dienst der Allgemeinheit stelle. Für den Einzelhandel gelte es in der Zukunft und im Dritten Reich äußerste Leistung zu verlangen. Diese äußerste Leistung könne aber nur dann gegeben werden, wenn Verkäufer und Verkäuferin ihren Umgang außerhalb des Geschäfts so gestalten, daß moralischer und seelischer Gewinn die Ergebnisse sind. v Nach einer Pause beschäftigte sich der Redner m Zusammenfassungen mit einer Fülle von praktischen Anregungen für den Verkauf und gab damit wertvolle Hinweise für eine erfolgreiche Arbeit nn Alltag. Die zahlreichen Zuhörer verfolgten den Vortrag mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit und dankten dem Redner zum Schluß mit anhaltendem Beifall. Kreisfachgruppenleiter Horst beschloß den Abend mit dem Hinweis, daß man in der Kreisgruppe bemüht sein werde, den Redner noch öfter für Vorträge in Gießen zu gewinnen, um so den Berufsangehörigen Kenntnisse zu vermitteln, die ihnen neue Kraft und immer neues Interesse am Berufsstand vermitteln sollen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde der Abend beschlossen. Aus den Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Der H. B. aus Gießen hatte sich wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten. Es war ihm zur Last gelegt, mit einem ungefähr 14 Jahre alten Mädchen unsittliche Handlungen begangen zu haben. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte am fraglichen Tage stark betrunken war, so daß er sich auf Einzelheiten nicht mehr erinnern konnte. Da der Angeklagte geständig war und noch nicht vorbestraft ist, wurde das Verfahren gegen ihn auf Grund des Gesetzes über die Gewährung der Straffreiheit vom 7. August 1934 eingestellt und die Kosten des Verfahrens niedergeschlagen. * Sodann hatte sich die Große Strafkammer mit dem Friedrich Wilhelm D o tz e r t aus Lauterbach zu beschäftigen. Der Angeklagte war seit 1923 in Diensten der Bezirkssparkasse Lauterbach und hatte sich, trotzdem er vorher einen anderen Beruf erlernt hatte, durch Fleiß und Strebsamkeit das Vertrauen seiner Vorgesetzten erworben, so daß er im Jahre 1933 als Kassierer und stellvertretender Direktor der Bezirkssparkasse Lauterbach in das Beamtenverhältnis übernommen worden war. Nebenbei bekleidete er noch den Posten eines Rechners des Gustav-Adolf-Vereins, außerdem wirkte er auch an einer anderen öffentlichen Kasse mit. Es war ihm so die Möglichkeit gegeben, über eine Reihe von Geldern zu verfügen. Da er feinen Arbeitsplatz in der Nähe der Buchhaltung hatte, war es für ihn ein leichtes, sich Kontokarten zu verschaffen und selbst Eintragungen vorzunehmen, ohne daß es besonders auffiel. In einer ganzen Reihe von Fällen eignete er sich auf diese Weise, hauptsächlich in den Jahren 1934 bis 1936, widerrechtlich Beträge von zusammen ca. 7000 Mark an, indem er einerseits eingezahlte Gelder nicht ordnungsgemäß auf den Kontokarten verbuchte und sie für sich behielt, zum andern ansehnliche Beträge von anderen Konten, und zwar in der Hauptsache von sogenannten toten Konten, abhob und sie ebenfalls für sich behielt, ohne in den dazu gehörigen Sparbüchern Abschreibungen..vorzunehmen. Besonders in der Zeit vom Dezeryber 1935 bis August 1936 eignete er sich auf diese Weise einen Betrag von 3174,63 Mark an. Seine Berechtigung, über Gelder des Gustav-Adolf-Vereins und einer anderen Kasse zu verfügen, benutzte er dazu, um sich auf die gleiche Weise ansehnliche Summen zu oer« schaffen. Der Angeklagte war in vollem Umfangs geständig. Befremdend wirkt seine Angabe, die auch durch ein^ Reihe von ihm nahestehenden Zeugen erhärt tet wurde, daß er nicht mehr wissen will, für was er diese erheblichen Summen verbraucht hat, befremdlich umsomehr, als er ein festes Gehalt Dort monatlich 250 Mark erhielt und außerdem, nach bei? Bekundung von Zeugen, ein bescheidenes Leben geführt haben soll. Bedenkt man, daß sich in den letzten Monaten vor der Entdeckung seiner Unterschlagung das Gesamteinkommen des Angeklagten (250 Mark Gehalt und rund 400 Mark monatlich unierschlagene Gelder) auf rund 650 Mark je Monat belaufen hat, so bleibt es ein Rätsel, was der Angeklagte mit dieser Summe gemacht hat. Die einzige Schutzbehauptung, die der Angeklagte für sich geltend machte, ist, daß er sehr nervös und willensschwach sei. Aber die Tatsache, daß er jahrelang diese nicht ganz einfachen Manipulationen ausführte, lassen berechtigte Zweifel aufkommen, ob es sich hier wirklich um einen so willensschwachen Menschen handelt. Auf Grund der sehr eingehenden Beweisaufnahme kam oas Gericht zwar zu der Ueberzeugung, daß dem Winter! M PUTZTALLES dem Schmutz! li VIM Das Mädchen mit dem Silberhaar. Roman von Anny von panhuys. 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Unten stand der rote Wagen mit der kleinen goldenen Krone, und ein Chauffeur in grauer Livree öffnete den Schlag. Es duftete im Wagen stark nach einem schweren betäubenden Parfüm, und Franziska bemerkte: „Der scheußliche, aufdringliche Geruch geht immer von der Amerikanerin aus, die auf unserem Gang wohnt, der zukünftigen Frau des zukünftigen Grafen." „Uebrigens fahren wir auch in seinem Auto", stellte Berthold Radix fest. Mabel Jonson war wirklich kurz zuvor in demselben Auto in das Palais Rethel geholt worden. Bald fuhr man vor dem Palais Rethel vor. Dann schritten sie durch das Portal, in der Halle stand der Graf, seine gewohnte weihe Nelke im Knopfloch. Er küßte Franziska die Hand, fragte nach ihrem Ergehen. Man betrat dann einen Salon mit Möbeln, die das Wappen derer von Rethel zeigten. Franziska sah mehrere Personen in dem Zimmer, und der Graf stellte vor. Sie lernte die Gräfin Ciboure kennen, eine elegante Dame mit grauem Lockenkopf und scharmantem Lächeln, sie wurde mit deren Gatten bekannt, einem behäbigen Herrn mit vielen Fältchen im Gesicht. Und da war auch die Amerikanerin, von der das aufdringliche Parfüm ausging. Sie lächelte: „Wir kennen uns schon vom Ansehen aus dem Hotel Continental, nicht wahr?" Plötzlich rief der Graf: „Aber wo ist denn Francois? Als wir eintraten, war er doch noch hier." Er erklärte den beiden zuletzt gekommenen Gästen: „Francois ist mein Sohn. Sicher hat er etwas in seinem Zimmer vergessen und holt es schnell. Verzeihen Sie, daß er nicht zur Stelle ist." Er sagte das alles liebenswürdig lächelnd, aber man merkte ihm an, daß er ärgerlich war. Man begann sich zu unterhalten, und der Graf blickte von Zeit zu Zeit etwas nervös nach der Tür. Ungeduld malte sich in seinen Mienen. Endlich aber dauerte ihm das Wiederauftauchen Grevensteins doch zu lange, und er entschied: „Jetzt muß ich wirklich einmal nach meinem Sohne sehen, ich begreife sein Fernbleiben nicht. Ich bitte einige Minuten um Entschuldigung." Er verließ das Zimmer, äußerlich anscheinend ruhig, aber innerlich war er sehr zornig. Was waren denn das für Manieren, die Francois hier ein» führen wollte? So ein Benehmen gehörte sich doch wirklich nicht! Im Augenblick, als die Gäste eingetreten, war er zu der anderen Tür hinausgeeilt. als müsse er vor ihnen fliehen. Der Diener, der auf dem Gange stand, beantwortete die Frage des Grasen mit der Auskunft, der junge Herr hätte sich nach oben begeben. Also ging er hinauf, klopfte kurz bei Günther an. Es erfolgte keine Antwort. Da öffnete der alte Herr die Tür und trat ein. Er fand Günther auf dem Bett, leise vor sich hin- stönend. Der Graf erschrak. „Um des Himmels willen, lieber Junge, was fehlt dir denn?" Alle Vorwürfe, die er eben noch bereitgehalten, lösten sich auf vor dem Anblick der quer über das Bett geworfenen Gestalt, vor dem leisen Stöhnen, das sein Ohr traf. Ganz klein und ängstlich war er mit einem Male, denn der da lag und seufzte, war ja der Mann, der ihm das Wohnen in diesem Hause ermöglicht, der so viele Annehmlichkeiten in sein Leben gebracht. Er fragte, sich über den Stöhnenden beugend, der seinen Eintritt gar nicht gehört zu haben schien: „Was fehlt dir denn, lieber Junge? Ich bin sehr besorgt. Du verschwandest ohne jede Erklärung." Günther schlug die Augen auf, und in abgerissenen Worten stieß er hervor: „Ich leide seit einiger Zeit an geradezu wahnsinnigen Kopfschmerzen. Sie befallen mich urplötzlich, und das sticht bann und hämmert, daß ich kaum noch weiß, was ich tue. In solchen Fällen bin ich bemüht, so schnell wie möglich ein Alleinsein zu ermöglichen. Bis jetzt konnte ich die Anfälle vor dir verbergen, wollte dich nicht ängstigen. Ich spürte heute das Herannahen der Schmerzen schon als Mabel kam. Doch bann begann bas scheußliche Stechen toller als je, und ba war mir alles gleich. Ich konnte an keine Rücksicht mehr benken! Ich konnte überhaupt nicht mehr benfen unb lief nach oben, gleichviel, ob man mich unhöflich unb unbegreiflich fänbe ober nicht." Fast unhörbar war bas Letzte. Seine ganze Kraft mußte ber ßeibenbe eingesetzt haben, um bie kurze Erklärung zu geben. Der Gras war sehr erschrocken. Diese Symptome schienen ihm äußerst bedenklich. Er antwortete hastig: „Aber, mein lieber Junge, da muß doch ein Arzt zu Rate gezogen werden. Ich bitte dich, so etwas darf doch nicht vernachlässigt werden! Ich schicke dir Pierre, er soll dir kalte Kompressen machen, und er soll auch in die Apotheke gehen, ein starkes Migränepulver holen, er soll —" Der auf dem Bett Liegende wehrte ab. „Bitte, Papa, laß das alles. Pierre würde mich nur stören, und weder die Kompressen noch die Pulver werden helfen, ich habe das bereits aus- geprobt. Nur eins tut mir gut: Ruhe, vollkommene Ruhe! Aber ich verspreche Dir, morgen einen Arzt aufzusuchen. Ich hatte in Deauville das Pech, beim Schwimmen einen falschen Sprung zu machen und bin dabei bös aufgeschlagen. Seitdem datieren die Schmerzen." Der Graf tröstete: „Der Arzt wird dir helfen, Francois. Aber nun will ich dich wahrheitsgemäß bei unseren Gästen entschuldigen." Günther hielt ihn am Aermel fest. „Es ist mir aber schrecklich peinlich, Papa. Ließe sich nicht für mein Fernbleiben eine Ausrede finden? Frau Radix wird sonst denken, ich wäre so'n jämmerliches Kerlchen." Der Graf fragte: „Hast du denn Frau Radix nicht mehr gesehen? Du warst doch anwesend, als das Ehepaar eintrat?" „Nein, nein, ich sah vor Schmerzen gar nichts mehr außer einem schwarzen Kleid und unangenehm farblosen Haaren." Der Graf zuckte die Achseln. „Deine Aeußerung besagt allerdings, daß du nicht mehr gesehen hast. Frau Radix ist eine ber schönsten Frauen, die ich kenne." Er faßte sich an die Stirn. „Ja, aber was soll ich denn zu den Gästen sagen, wenn du nicht willst, daß ich die Wahrheit erkläre?" Günther strengte sein Hirn an, aber es fiel ihm nichts ein. Er war vorhin beim Anblick der blonden Frau Radix so erschrocken gewesen, daß er ganz einfach die Flucht ergriffen hatte in der Furcht, von ihr wiedererkannt zu werden. Er hatte sich in seiner augenblicklichen Verwirrung gar nicht überlegt, wie sehr ihn der Bart veränderte. „Blöd' war ich", dachte er jetzt, „das Weglaufen wäre wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen." Wiederum, die Sache mit dem Diadem war brenzlig, und größte Vorsicht war geboten. Er erwiderte: „Sage, was du magst, entschuldige mich, wie du willst. Und noch eins, wenn es zu umgehen ist, sprich möglichst wenig von mir, sonst wird Mabel zu viel an mich erinnert und macht mir später Vorwürfe, ich hätte mich zusammenreißen müssen." Der Graf nickte und ging sogleich; er durste die Gäste nicht länger warten lassen. Unten hatte man sich währenddessen lebhaft unterhalten. Die Gräfin Ciboure verstand es, mit lächelnden Worten die etwas peinliche Stimmung zu überbrücken, die das jähe Entfernen Grevensteins und der Erkundigungsgang des Grafen in der kleinen Gesellschaft zurückgelassen. Erst unterhielt sie sich mit Herrn und Frau Radix über deren Pariser Eindrücke, dann erzählte sie von der Geschichte des kleinen Palastes Rethel. Sie berichtete: „Unter dem großen Napoleon versammelte sich hier die Elite der französischen Gesellschaft. Die Urgroßmutter von Graf Jean Louis war eine lebensfrohe, aber vorbildlich große Dame; sie verstand zu leben und leben zu lassen. Dort drüben hängt ihr Bild." Franziska hatte wohl von weitem das fast lebensgroße Porträt gesehen, da sie ihm aber von ihrem Platz aus halb den Rücken wandte, hatte sie es noch nicht näher betrachten können. Jetzt erhob sie sich, als die Gräfin vorschlug: „Schauen Sie sich die Dame einmal genau an! Sie gefällt Ihnen sicher, wie sie ihren Zeitgenossen sehr gefallen haben soll." Die Gräfin Ciboure ging neben ihr her und ließ einen großen Wandarm aufflammen, um die richtige Beleuchtung für das braimlorfige Köpfchen der Gräfin, für das Gesicht mit den frohen, etwas eigenwilligen Zügen zu schaffen. Aber Franziska beachtete weder Das Gesicht mit dem lächelnden kleinen Mund noch den schelmischen Blick der braunen Augen. Sie sah nur ein Diadem auf den kleidsam geordneten Locken, ein Diadem, das dem von ihr auf dem Maskenball verlorenen glich wie ein Ei dem anderen. War das verlorene Diadem eine Nachahmung des echten, das die Dame hier auf dem Bilde trug, oder war es das Diadem selbst? Ihr fuhr es durch den Sinn, daß der Wiener Geschäftsfreund ihres Mannes den einen blauen Stein, den man auf der Saalgalerie des Hotels „Einhorn" gefunden und der von dem Diadem stammen mußte, echt genannt hatte. „Ist die Urgroßmutter nicht entzückend?" begeisterte sich die Gräfin Ciboure, und Franziska bestätigte es; aber diese entzückende Dame auf dem Bilde war ihr in diesem Augenblick höchst gleichgültig. Sie dachte nur an das Diadem und das Rätsel, das es ihr aufgab. Dazwischen drängte es sich ihr immer wieder auf, daß ihre Mutter in Paris als fremdsprachige Korrespondentin in Stellung gewesen, und daß sie das Diadem aus Paris mitgebracht. Ihrem Manne, der neben ihr stand, sagte das Bild natürlich nichts von alledem, er hatte ja das Diadem nicht gekannt. Eben trat Graf de Rethel ein. Lächelnd, liebenswürdig, ein winziges Fältchen der Besorgnis zwischen den dichten Brauen. Er sagte höflich, wobei seine Worte vor allem an das junge Ehepaar gerichtet waren: „MWn Sohn Francois, Die verstehen, ich nenne ihn meinen Freunden und Bekannten gegenüber schon so, fühlt sich heute bereits den ganzen Tag über nicht wohl, aber er nahm sich zusammen; doch vorhin befiel ihn plötzlich eine abscheuliche Schwäche, deshalb zog er sich, um unseren Gästen kein peinliches Schauspiel zu geben, schnellstens in sein Schlafzimmer zurück. Natürlich ist er außer sich über die Sache. Er muß sich stark erkältet haben. Er läßt sich recht sehr entschuldigen und bittet, es solle sich niemand von uns durch den kleinen Zwischenfall den Abend verderben lassen." Graf Rethel lächelte betonter: „Darf ich bitten, meine lieben und verehrten Gäste? Wir können zu Tisch gehen." Die Gräfin Ciboure sagte bedauernd: „Wie schade! Francois ist ein so scharmanter Plauderer, wir werden ihn sehr vermissen." (Fortsetzung folgtI) der Angeklagte nicht besonders willensstark, trotzdem aber für feine Taten voll und ganz verantwortlich ist. Da er von Anfang an seine Taten zugegeben hat und auch starke Reue zeigt, billigte das Gericht ihm mildernde Umstände zu. Weiterhin wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte bis heute noch nicht vorbestraft ist. Anderseits wurde mit Rücksicht aus die Höhe der unterschlagenen und veruntreuten Gelder aus eine harte Strafe erkannt. Zwei Fälle des Beiseiteschaffens von Schecks konnten dem Angeklagten nicht einwandfrei nachge- wiesen werden; es mußte daher in diesen Fällen Freisprechung erfolgen. Im übrigen verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fortgesetzter schwerer Amtsunterschlagung im Sinne der §§ 350, 351 StGB, und wegen eines fortgesetzten Vergehens der Untreue zu einer Gefängnis st rase von zwei Jahren und drei Monaten und, gesetzlicher Bestimmung gemäß, zu einer Geldstrafe von 500 Mark. Die Geldstrafe wurde durch einen Monat der Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Auf die Strafe wurden dem Angeklagten weitere fünf Monate und eine Woche der Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Soweit der Angeklagte verurteilt wurde, hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen, soweit Freisprechung erfolgen mußte, trägt die Reichskasse die Kosten. Amtsgericht Gießen. Der 44 Jähre alte Heinrich Ludwig Bender in Gambach lebt seit Jahren in schlechten finanziellen Verhältnissen. In den Jahren 1934 und 1935 war er u. a. nicht in der Lage, seine Stromrechnungen zu bezahlen. Trotzdem erschien er im März 1936 im Geschäft eines hiesigen Radiohändlers, suchte fick einen Radioapparat, der über 230 Mark kosten sollte, aus und gab an, er wolle nur gegen bar kaufen. Der Geschäftsmann stellte ihm auch den Apparat zur Probe in seine Wohnung, gab ihm nach einiger Zeit, da sich der Angeklagte noch nicht zum Kauf entschließen konnte, einen zweiten Apparat und wollte wiederum nach Ablauf einiger Zeit fragen, welchen Apparat der Angeklagte nun zu kaufen beabsichtige. Die Mutter des Angeklagten erklärte, daß ihr Sohn, der Angeklagte, der nicht anwesend war, den einen Apparat kaufen wolle, so daß der zweite Apparat mitgenommen werden könnte. Der Angeklagte, der u. a. wegen Pfandverschleppung, Betrugs und Urkundenfälschung vorbestraft ist und mit feinen betrügerischen Manövern schon andere Volksgenossen geschädigt hat, versuchte noch andere Gegenstände von der Lieferfirma zu erhalten, was diese aber, da ihr inzwischen von dritter Seite das wahre Gesicht des Angeklagten geschildert worden war, ablehnte. Da der Angeklagte trotz wiederholter Aufforderung nicht zahlte, wurde er auf die Klage der Lieferfirma hin rechtskräftig verurteilt. Trotzdem versuchte der Angeklagte in der gestrigen Hauptverhandlung das Gericht glauben zu machen, daß er jederzeit in der Lage fei, den Rechnungsbetrag zu bezahlen, daß er aber, da er den Apparat noch nicht gekauft habe, nicht daran denke, diesen zu bezahlen. Der Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen, gegen den der Angeklagte Einspruch eingelegt hatte, -lautete auf drei Monate Gefängnis. In >der Verhandlung stellte sich heraus, daß es sich bei dem Angeklagten um einen Menschen handelt, dem es nicht darauf ankommt, wen er schädigt, und dem es auch einerlei ist, wie hoch sich die Schadenssumme jeweils beläuft. Auch mit Rücksicht auf die erheblichen Vorstrafen des Angeklagten erhöhte das Gericht die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe auf vier Monate Gefängnis und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Der Angeklagte wurde sofort in Haft genommen. Lungmädel auf dem Wege zum Führer. Aufnahme der zehnjährigen Mädel in die Lungmädchenschaff des Obergaues Hesien-Aastau. NSG. Ueberall, in Dorf und Stadt, werden die Jungmäüelführerinnen in den nächsten Tagen die Eltern der Mädels besuchen, die am Geburtstag des Führers als neue Kameradinnen in die große Gemeinschaft ausgenommen werden, um noch einmal die Eltern um das Vertrauen zu bitten, ohne daß die Arbeit der Jugend sinnlos wäre. Denn — dann gehören sie uns für ihr ganzes Leben! Der Tag der Aufnahme in die Jungmädelschast wird nicht ein Tag äußerer Festlichkeit sein, sondern schon bei dem zehnjährigen Mädel ein ganz bewußter, stolzer und froher Schritt. Von nun ab gehört das Mädel einer Idee, nicht mehr den Eltern und der Schule allein, sondern darüber hinaus dem ganzen Volk, auch schon im scheinbar -kleinen Dienst der Jugendbewegung. „Es soll keine Werbezeit sein, diese Wochen bis zur eigentlichen Aufnahme unserer neuen Kameradinnen, denn eine Organisation, die so wie die Hitler-Jugend das größte Vertrauen des Führers besitzt, braucht nicht mehr für sich zu werben, es wird jedem echten Mädel eine Ehre und ein großer Stolz sein, wenn es zehn Jähre alt ist, dieser Jugend anzugehören", so sagte uns die Ober- gau-Jungmädelführerin, als wir sie baten, uns doch etwas von der bevorstehenden Aufnahme des Jahrgangs 1927 in ihre Jungmädel- schaft zu berichten. Durch die Schulen erhalten die 10jährigen Mädel Aufnahmeschein, ärztliches Tauglichkeitszeugnis und arischen Unbedenklichkeitsnachweis ausgehändigt. Vom 15. bis 20. März werden in allen Orten und Städten unseres Gaues M e l d e st e l - len errichtet, hier liefern die Mädel die ausge- füllten Formulare ab; der arische Unbedenklichlich- keitsnachweis muß vom zuständigen Hoheitsträger der Partei unterschrieben sein. In der „Woche der Pimpfe und Jungmädel" werden dann die neuen Kameradinnen zum erstenmal zum Heimabend zusammengefaßt, noch dürfen sie nicht Halstuch und Knoten tragen, aber sie erleben doch schon ihren ersten richtigen Jungmädeldienst und werden vorbereitet für den Tag, an dem sie für immer in die Bewegung des Führers ausgenommen werden. Obecheffen. Ratssitzung in Schotten. 00 Schotten, 8. März. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeind erat mit dem Voranschlag für Rj. 1 9 3 7. Gegen das Vorjahr hat sich im allgemeinen nichts wesentliches geändert. Für Die Obstbaumpflege wird ein erhöhter Beirag eingestellt, mit dem Baumwart soll ein entsprechendes Üebereinfommen über die Pflege der städtischen Obstbäume erzielt werden. Eine größere Menge Nußbäume wird angepflanzt. Das Ergebnis der diesjährigen Holzoerwertung ist gegen das Vorjahr höher, 12 000 Mark. Für das städtische Wasserwerk wird ein besonderer Voranschlag geführt, ebenso auch für das Krankenhaus. Für die Erbauung eines HJ.-Heimes wird ein größerer Betrag eingestellt. Die Errichtung des Heimes wird mit Beschleunigung durchgeführt. Eine Ortsbesichtigung und Besprechung mit den maßgebenden Stellen findet in aller Kürze statt, mit dem Bau wird bald begonnen. Die Gemeindeumlagen wurden in gleicher Höhe wie im vergangenen Jahr festgesetzt. Der Steuerausschlag, der gegen die Vorjahre durch die Umgestaltung der Gewerbesteuer eine Aende- rung erfährt, wird demnächst noch erfolgen. 3m Waide tot ausgefunden. * Lich , 9. März. Im benachbarten Walde fand man am Montag ein herrenloses Fahrrad, das als Eigentum des seit etwa fünf Wochen vermißten 37 Jahre alten Georg Laux aus Holzheim erkannt wurde. Die weiteren Nachforschungen hatten das Ergebnis, daß man den vermißten Mann, über dessen spurloses Verschwinden wiederholt berichtet worden war, mehrere Meter hoch in einem Fichten st amm hängend tot auffand. Der Mann hatte sich vor etwa fünf Wochen an einem Sonntag auf dem Wege von Holzheim nach Reiskirchen befunden und war zuletzt in einer Gast« wirtschaft in Lich gesehen worden, alsdann spurlos verschwunden geblieben. Nach Lage der Verhältnisse kommt Freitod in Betracht. Landkreis Gießen. * Wieseck, 10. März. Seit Montag wird der 84 Jähre alte Heinrich Löwenstein von hier vermißt. Der alte Mann ist etwa 1,60 Meter groß und hat einen grauen Bart. Es wird angenommen, daß er sich' auf einem Gang verlaufen hat. Wahrnehmungen über den Verbleib des Mannes werden an die Gendarmerie in Gießen erbeten. a Klein-Linden, 9 März. Der Männer« gefangoeretn „21 r i o n" unternahm am Sonntag einen Ausflug nach Frankfurt und fang bei dieser Gelegenheit im Rundfunk. Unter Leitung von Ehrenchormeister Konrad N i c o l a i (Großen- Buseck) wurden Chöre von Silcher, Cornelius, Schu« bert, Walraut, Rein, Schreiber, Neumann und Zöllner vorgetragen. Von berufener Seite wurde dem Verein große Anerkennung für seine hervorragende Leistung gezollt. Auch von privaten Hörern wurden mündlich und schriftlich Glückwünsche übermittelte Der Gesangverein „Anon", der jüngste Männer- aesangverein unseres Dorfes, kann den Tag als ichönen Erfolg in seiner Vereinsgeschichte buchen, hat er doch auch zugleich den Namen unserer Gemeinde weit über unsere engere Heimat hinaus getragen. ! Großen-Linden, 8. März. Der Zweig« verein ,,S) ü 11 e n b e r g" vom V H C. unter« nahm gestern seine Monatswanderung. Vormittags begann es zu schneien, und es hörte auch nicht während der Wanderung auf. Besonders schön waren die Waldbäume, die über und über mit Schnee beladen waren. Freilich taute er bald wie« der, und das Ziel der Wanderung — Kloster Arnsburg — konnte wegen der Nässe nicht erreicht werden. Aber die Wanderung von Großen-Linden über Leihgestern, Watzenborn-Steinberg und Grüningen an dem Pfahlgraben entlang wird allen Wanderern, als letzter Gruß des Winters, in froher Erinnerung bleiben. s. Lang-Göns 8. März. Nachdem die meisten Obstbaumbesitzer der Aufforderung, ihre Bäume auszulichten und zu reinigen, nachgekommen sind, hat man mit dem Spritzen der Obstbäumö jenseits des Bahnkörpers begonnen. Die Spritzarbeiten werden im Auftrag der Gemeinde von Fachleuten vorgenommen. * Lang-Göns, 8. März. In der Hauptversammlung des Geflügelzuchtvereins am Samstag wurde bekanntgegeben, daß im Oktober dieses Jahres 25 Jahre seit der Gründung verflossen sind. Es wurde deshalb beschlossen, aus diesem Anlaß eine größere allgemeine Schau von Zuchttieren im November oder Dezember zu veranstalten. Der Ausstellung soll eine Eröffnungs- Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 Höhn auf der Tube steht, ein Zeichen ist’s für Qualität 1 putzt Herdplatten, Messer, Aluminiym ■ ■ ■ ■ Obfibaum- Grundsiück (Wiese) am Wißmarer Weg zu verkaufen oder sofort zu verpachten. Schriftliche Angebote unt. 1598V an d. Gieß. Änzeig. ^dann unbedingt leine Brille: Von Ä ...wenn es Ijchwerfällt- finlloy dem Optikei UGllül am Bahnhof Ihr Kassenlieferant Xiditspielfiaus Heute Mittwoch Erstaufführung! 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Stahlkammer 486 Bestecke, aber auch Stahltöpfe und andere Geschirre hergestellt werden. Stahlkammer, feuer- und diebessicherer, meist unterirdischer Raum in Banken. Stahlquellen, eisenhaltige Mineralquellen, die auf verschiedene Krankheiten günstig einwirken. Stahlspäne. Stahlwolle, verschieden starke dünne Stahlstreifen, die ;}um Abziehen von Parkettfußböden gebraucht werden. Da die Späne sehr scharf sind, zieht man oeim Abziehen alte Handschuhe an. Das Abziehen muß in der Richtung der Holzfasern vorgenommen werden. Stahlstich, härter wirkende Abart des Kupferstiches. Staket, andere und entbehrliche Bezeichnung für Eisenzaun. Stamin, andere Bezeichnung für Etamin, Eazegewebe. die für Gardinen verwendet werden. Stammbaum, die Aufzeichnung der Voreltern auf einer Stammtafel, die alle bemerkenswerten Daten angibt. Stammbuch, soviel wie Gästebuch, in das Widmungen eingetragen werden; s. u. Gästebuch. Stammeln, siehe Sprachstörungen. Standesamt. Es führt das Ge- burts-, Heirats- und Sterberegister. Dem St. ist jeder Geburtsund Sterbefall anzuzeigen. Zur Anzeige von Geburten sind verpflichtet der ehel. Vater, die bei der Niederkunft anwesende Hebamme oder der Arzt, jede andere Star dabei zugegen gewesene Person und die Mutter, sobald sie dazu imstande ist. Die Anzeige muß binnen einer Woche erfolgen. Bei Sterbefällen ist zur Anzeige verpflichtet in erster Linie das Familienoberhaupt oder, wenn ein solches nicht vorhanden oder an der Anzeige verhindert ist, derjenige, in dessen Wohnung oder Behausung der Sterbefall sich ereignet hat. Die Anzeige muß spätestens am nachfolgenden Wochentag erfolgen. Eheschließungen müssen vor dem Standesbeamten erfolgen (siehe Ehe). Wer die ihm obliegende Anzeigepflicht verletzt, wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft. Die Bestrafung unterbleibt, wenn die Anzeige von einer anderen Person gemacht worden ist. Siehe auch Aufgebot. Stangenleinen, österreichische Bezeichnung für locker gewebten Zwillich. Stanniol, Papier, dünn gewalztes Zinnblech oder Aluminium, das zu Kapseln auf Weinflaschen oder zum Einwickeln von Zigaretten usw. verwendet wird. In Stanniol eingewickelte Silber- gegenstände laufen nicht an. Star, dunkelgefiederter Sperlingsvögel, der sich in Deutschland von Februar bis November aufhält, manchmal auch überwintert. Stare bevorzugen Starkästen, die ihnen Nistgelegenheiten bieten. Stare sind eifrige Sänger, lernen aber auch Töne nachahmen. Sie sind nützliche Insektenfresier, die aber auch Obst nicht verschmähen. Stare Wenn der Wasserhahn spritzt... dann bringen Sie einen Strahlregler an. Das lohnt sich, weil die dauernde Spritzerei auf den Fußboden endlich aufhört. Für wenige Pfennige gibt es schon bei Häuser einen Strahlregler. Holen Sie sich morgen gleich einen. 3- V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten. Fernsprecher 2145/2146. feier vorausgehen, die in der Form eines Familienabends gedacht ist. Bei dieser Feier sollen die Gründer des Vereins, die bis heute treue Mitglieder geblieben sind, vom hessischen Gauoorsitzcnden besonders ausgezeichnet werden. Im zweiten Teil der Verhandlungen wurde die Futter frage besprochen. Vorsitzender Otto May teilte mit, daß für die Mitglieder des Vereins eine Liste eingereicht worden sei, und man hoffe, daß demnächst eine größere Maiszuteilung erfolgen kann. ch Staufenberg, 8. März. Am Samstag trafen sich die Kameraden des SA.-Sturmes 5/116 mit ihren Familien zu einem Kamerad- fchaftsabend auf der Burg. Sturmführer Bott begrüßte die Besucher. Dann wechselten SA.-Lieder, lebende Bilder, flotte Musik der SA.-Kapelle usw. miteinander ab. Alle Vtzsucher verlebten einige schöne Stunden bester Kameradschaft. I Garbenteich, 8. März. Am Sonntag hielt die Evangelische Frauenhilfe Garbenteich ihren Schlußabend in der Wirtschaft Steub ab, in der die diesjährigen Winterabende stattgefunden hatten. Fleißige Hände hatten sich geregt, um den Saal festlich auszuschmücken. Galt es doch für über 300 Teilnehmer die Kaffeetafel zu richten. Pfarrer Steiner (Hausen) wies auf die Beziehungen hin, die die anwesenden Männer der Mitglieder zur Evangelischen Frauenhilfe hätten. Musikstücke und Lieder des Chores gaben dem geselligen Zusammensein ein würdiges Gewand. Im Sommer vorigen Jahres war der Frauenchor gegründet worden, und er konnte schon bei öfteren Gelegenheiten unter der sicheren Stableitung von Chormeister Wilhelm Schäfer (Garbenteich) bereits achtenswerte Leistungen seines Könnens ablegen. So waren die Teilnehmer auch an diesem Abend sehr erfreut über die schön vorgetragenen Lieder des Chores. Die Darstellung einer Spinnstube von ehedem wurde sehr volksnah und anschaulich zur Darstellung gebracht und erregte viel Heiterkeit. Kleine Deklamatorien, musikalische Zwiegespräche und ähnliches trugen weiter zur Unterhaltung bei. So war denn eine gute Vorstimmung geschaffen zum zweiten Teil des Abends, der bei gemütlichem Kaffeetrinken alle noch lange zusammenhielt. Der Vorsitzende konnte den Abend schließen mit dem Dank an alle, die zum guten Gelingen des schönen, zwanglosen Zusammenseins beigetragen hatten, und er sprach den Wunsch aus, daß es der Frauenhilfe vergönnt fein möchte, auch im nächsten Jahre sich wieder zu solch froher Stunde vereinigen zu können. Eine Sammlung für das Winterhilfswerk ergab 12.— Mark. 4= Lauter, 8. März. Die hiesige Kriegerkameradschaft hatte am Samstag in die Wirtschaft von Hock zu einem Vortragsabend eingeladen. Als Redner hatte man den Kameraden Kratz (Freienseen) gewonnen. Kamerad Kratz, der am Weltkrieg als Marinefoldat teilnahm, schilderte seine Kriegserlebnisse zur See. Der Redner ließ in seiner Darstellung die Schlachten an den Falklands- Geschichte vom Tyras Also, da hatte ich mal einHündchen namens Tyras. Mit la Stammbaum, ein echter Airedale- Terrier („Hases Erdöl" nannten ihn die Leute...) Was ich mit dem erlebte? Ra - darüber morgen! infein und die größte Seeschlacht der Weltgeschichte Skagerrak lebendig werden. Innerhalb dieser Darstellung des deutschen Heldentums verstand er es aufzuzeichnen, wie es im Innern des Reiches durch die Macht des Judentums und der Freimaurerei zum Zusammenbruch kam. Mit Stolz begrüßte er es, daß unser deutsches Vaterland heute unter unserem Führer geeint ist und daß er uns wieder eine Flotte und eine Wehrmacht geschaffen hat. Im zweiten Teil zeigte Kamerad Kratz eine Reihe Lichtbilder, teils Originalaufnahmen von deutscher und auch von feindlicher Seite, aus den Seeschlachten. Anschließend hielt Bezirksführer Roth (Grünberg) eine kurze Ansprache, in der er die Taten des Führers, besonders des 30. Januar 1933, des 16. März 1935 und des 7. März 1936, gedachte. Kameradschaftsführer R. Schäfer dankte den Rednern und dem Gesangverein „Germania", der durch den Vortrag einiger Chorsätze den Abend verschönern half. Mit dem Sieg-Heil und den beiden Nationalhymnen wurde der Abend geschlossen. Anschließend verlebte man noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins. cxd Langsdorf, 10. März. Morgen begehen hier der Kaufmann Peter Bück und seine Ehefrau Christine, geb. Bender, ihr goldenes Ehejubiläum. Der Jubilar ist 77, die Jubilarin 70 Jahre alt. Sie sind beide noch in ländlicher Rüstigkeit. Mit ihnen feiern diesen Ehrentag zwei Kinder und fünf Enkel. Herr Bück ist der Vertreter eines Gewerbes, das auf den Dörfern immer mehr ausstirbt: er war Bierbrauer zu der Zeit, als man noch in kleinen dörflichen Brauereien das sog. untergärige Bier herstellte. Später war er im Ackerbau tätig und errichtete einen Kaufladen. Frau Bück entstammt einer Alt-Langsdorfer Bauernfamilie, deren Ahnherr im 30jährigen Kriege hier ansässig wurde. nsf. Bettenhausen, 9 März. Ein schöner Gemeinschaftsabend vereinte die Frauenschaft und das Frauenwerk. Die Leiterin sprach über die Mithilfe der Hausfrau, das Ziel des zweiten Vierjahresplanes, die Unabhängigkeit Deutschlands vom Ausland, zu erreichen. Die Frauen folgten mit großer Aufmerksamkeit. Gedichte und Lieder verschönten den eindrucksvollen Abend. Preußen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 8. März. Die K a - m e r a d s ch a f t R o d h e i m a. d. B. des Reichs- k r i e g e r b u n d e s „K y f f h ä u f e r" veranstaltete am Samstag im Benderschen Saale einen Filmabend, bei dem der Kyffhäuserfilm „Im gleichen Schritt und Tritt" gezeigt wurde. Der Film bringt neben Ausschnitten aus der großartigen Reichskriegertagung 1936 in Kassel Bilder aus der Geschichte des Kyffhäuserbundes und solche aus dessen Arbeitsgebieten, insbesondere aus den Waisenhäusern und Erholungsstätten des Bundes. Im Beiprogramm führte ein Film „Wo die Isar rauscht" die Zuschauer in schönen Bildern von der Quelle dieses herrlichen Flusses bis zu dessen Mündung in die Donau, ein zweiter zu den Vorführungen der Wehrmacht auf der Zeppelinwiese anläßlich des „Parteitages der Freiheit" in Nürnberg. Kameradschaftsführer Müffener eröffnete den Abend. Dann sprach Propagandawart Lotz des Landesverbandes Hessen im Kyffhäuserbund, der in einem längeren Vortrag Ausführungen machte über die Arbeit des Bundes. Jrn Anschluß an die Filmvorführungen wies dann noch Kam. Rektor 21 n a cf e r (Wetzlar) auf die Bedeutung des 7. März in der Geschichte der deutschen Wehrmacht hin und leitete so über zu einem Heilgruß an den Führer. Die Versammlung war gut besucht. Q] Wißmar, 8. März. Die Ortsbauern- schäft hielt bei Gastwirt Wolf eine Versammlung ab, in der Ortsbauernführer Wagner zunächst auf die Getreideumtauschaktion aufmerksam machte. Eine kurze Aussprache entspann sich über die Hühnerhaltung auf dem Bauernhof. Auf die Gewährung eines Zuschusses bei der Anschaffung von Junggeflügel wurde besonders hingewiesen. Erinnert wurde ferner an die Reichsnährstandsschau in München. Aufklärung wurde gegeben über die neue Straßenverkehrsordnung und über das neue Bodengesetz. Im Rahmen einer Belehrung über Schweinezucht wurde die Anregung gegeben, eine Schweineherde zusammenzustellen. Der Vorschlag fand allgemein Anklang. Der Ortsbauernführer regte außerdem die Anlage einer Jungviehweide an. Geeignetes Gelände sei vorhanden. Vorgeschlagen wurden die trockengelegten Wiesen im Wißmarer- bachtal, im Asselbachtal und auf dem neuerstandenen Gelände Berghausen. Bürgermeister Kraus sprach zum Schluß noch über einige Gemeindeange- legenheiten. Ortsbauernführer Wagner forderte zum Schluß der Versammlung zu aller Pflickterfüllung zum Wohle des Volkes auf. — Dieser Tage fand hier die dritte Holzversteigerung bei Gastwirt Vittendorf statt. Die Preise für Buchenbrennholz lagen höher als seither, Eichenbrennholz wurde zu angemessenem Preise verkauft. Es kosteten je Raummeter: Buchenscheite 11 bis 12 Mk., Buchenknüppel 8 bis 9, Buchenreiser 1 bis 1,50; Eichenscheite 5 bis 6, Eichenknüppel 3 bis 3,50; Fichtenknüppel 3 bis 3,50, Fichtenstangen, je nach Klasse, 0,30 bis 1,30 Mk. Da die Holzfällungsarbeiten bereits vor einigen Tagen abgeschlossen worden waren, aber noch Bedarf vorhanden ist, soll die Arbeit in einigen Tagen wieder ausgenommen werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 10. März. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Passionsandacht. Halt,den Handschuh! Keine Dose Bodenwachs oder Beize ohne den praktischen Handschuh! Der hält Ihre Hände sauber.Ergehört zu jeder Dose der bodenpflegenden Büffelwachse. So gut und billig wie bisher * * Fabrikniederlagen: Drog. H. Eigen, Germania-Drog. C. Seibel. 1628v U/CDRE DRUCKSACHEN W CHDE Brühl, Gießen Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Förster Ernst Fung und Frau Ottilie Fung, geb. Gisset Gießen (».Stadt Lich"), den 10. März 1937 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grund, preis von 5 pf. für diermvimeier. reite veröffentlicht 01208 1528 A auch als Lesebrille stets die druckfreie Brille nach Maß von Optiker Magnus Kassenlieferant Seltersweg 33 Spulwürmer Spulwürmer sind 20 bis 30 cm lange, rundliche, regenwurmähnliche Darmparasiten. Sie find weniger gefährlich als unappetitlich. Bei Kindern kommen sie ziemlich häufig vor, da sich die Kinder auch immer wieder selbst anstecken. Beseitigung durch eine Wurmkur (Wurmmittel verbunden mit einem Abführmittel) unter ärztlicher Aufsicht und Verhinderung der Selbstinfektion durch größte Reinlichkeit, evtl. Tragen einer Badehose. Spund, runder, nach einer Seite hin verjüngter Holzstöpsel, mit dem das Spundloch eines Fasses verschlossen wird. Staatsangehörigkeit. Es gibt nur noch eine deutsche Staatsangehörigkeit. Sie wird erworben durch Geburt, wenn der Vater (bei ehel. Kindern) die deutsche St. besitzt. Bei unehel. Kindern entscheidet die St. der Mutter. Die Frau erhält mit der Eheschließung die St. des Mannes. Heiratet eine Deutsche einen Ausländer, so verliert sie mit der Eheschließung die deutsche St. (s Ausländerehe). Erwirbt man auf seinen Antrag die St. eines fremden Landes, so verliert man ebenfalls die deutsche St. Siehe auch Aberkennung. Stäbchen, eine Maschenbildung beim Häkeln entweder mit Wolle oder Leinengarn, auch mit Seide Es gibt halbe und ganze Stäbchen. Halbe Stäbchen werden wie folgt gearbeitet: Man hat die Anfangsmasche auf dem Häkel- haken, macht einen Umschlag zieht den Faden von vorn nach Stahl rückwärts durch die untere Masche, macht noch einen Umschlag und häkelt alle Schlingen ab. Ganze Stäbchen werden anfangs wie die halben gearbeitet, nur häkelt man nach dem letzten Umschlag erst zwei Maschen ab, macht noch einen Umschlag und schlingt dann alle Maschen ab. Stabfußboden, Parkettfußboden, bei dem schmale Holzbrettchen in Mustern zusammengelegt sind. Stabil, lat., Bedeutung: standfest, entbehrliches Fremdwort für dauerhaft, ausdauernd, unveränderlich, haltbar, unbeweglich, stetig. Stachelbeere als Strauch und Hochstamm im Hausgarten. Beeren dienen zum Frischgenuß, zur Marmelade- und Saftbereitung und im halbreifen Zustand für Kompott und als Kuchenbelag, Krankheit der St. s. Mehltau. Stadion, griechisches Streckenmaß, jetzt übliche Bezeichnung für Kampfbahn, Spielbahn, Rennbahn. Stafette, Eilbotenlauf, in der Leichtathletik in bestimmten Abständen aufgestellte Läufer, die einander einen Stab weiter- reichen. Staffelei, Holzgestell, auf dem Maler die zu bemalende, auf einem Holzrahmen gespannte Malleinwand aufstellen. Stahl, durch besondere Herstellungsverfahren gehärtetes Eisen, besten Verwertung ebenso vielfältig ist wie Eisen. Am wichtigsten für den Haushalt ist die Erfindung nichtrostenden Stahles, Nirosta, aus dem hauptsächlick CARDY Feinseife Hautcreme Rasierseife Parfüm C A R DV-Erzeugnisse: —— — Güte und Preis Würdigkeit! Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klasseu-LoUerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 25. Ziehungstag 9. März 1937 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in Abteilungen I und II den beiden vn der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 175330 2 Gewinne zu 5000 RM. 222439 4 Gewinne zu 3000 RM. 80086 251019 14 Gewinne zu 2000 RM. 93983 198551 223318 233693 269792 376487 390282 66 Gewinne zu 1000 RM. 6573 14610 16633 34758 34829 65873 75102 92210 93989 95439 105524 107906 110253 112677 122579 123228 157685 174192 211211 223559 241149 245952 263843 273526 287600 328400 337760 339253 351381 351751 382865 389763 392002 84 Gewinne zu 500 RM. 8202 19179 20994 31806 33325 39198 61719 63660 67480 125493 137516 139086 153800 164706 179791 218486 230394 231816 259253 261043 261596 262715 274398 275299 276677 284217 286385 295119 300035 311690 330550 337073 338126 345808 352985 354141 381275 384227 388410 390704 392018 393250 366 Gewinne zu 300 RM. 1362 4750 5494 7324 8998 9785 11854 14353 16930 20960 21014 22081 26037 26131 28072 28871 30760 32498 32504 35416 35846 36990 37221 39015 39446 41133 41152 41482 42031 44167 45702 47204 51229 53304 53491 70131 73449 74677 82910 84338 84719 88191 90111 90414 91275 91997 94596 97812 103419 127873 130283 147716 147761 156222 159015 163838 166618 171331 176311 183547 184833 195996 199340 213196 216061 226830 227135 242308 242435 250434 251661 257200 261615 280587 281085 290783 292368 303775 306746 311400 319349 331896 332755 351537 351612 358186 360014 368257 368443 376287 376510 390077 397314 114633 120798 131734 135071 149532 149650 162017 1 63589 167412 167751 178353 178412 187581 189419 201747 206899 218795 223809 227835 228561 243140 243239 252651 253926 263019 267099 282193 283965 296128 296264 307071 307633 322267 323745 336464 343542 353995 356916 363750 364328 369916 370379 381346 385896 397860 396313 121300 122012 138149 147086 152439 153718 163592 163604 168474 170839 180165 183315 1 .»3090 193782 209537 210437 226189 226700 236419 240096 244048 248128 254040 254857 274974 280503 284527 285826 301135 303546 308943 311080 324647 324764 349658 351209 357211 357393 364471 365157 373287 375522 386195 386974 3n der heutigen NachmkttagSzlehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 RM. 254482 273315 2 Gewinne zu 3000 RM. 269862 14 Gewinne zu 2000 NM. 33754 82923 140608 200373 250498 309556 373976 42 Gewinne zu 1000 RM. 39251 50049 68332 88402 99677 106138 157177 160504 169108 196239 206916 214636 225189 285336 302049 303815 333097 341789 362655 372892 375891 62 Gewinne zu 500 NM. 12529 15524 17048 18188 24511 31797 40187 64690 71107 79628 91006 114327 155790 159185 185513 194966 225713 230496 242619 247608 273441 281660 284225 291466 302648 315203 315258 319544 368241 378557 390780 50 59170 60853 70751 89615 93465 96862 97767 98287 21435 37725 23400 24717 39311 45115 12558 30435 52814 82866 99574 103950 111512 121513 130938 145132 149449 166199 176920 185333 208657 226452 238338 259951 284928 301580 308593 321931 336767 359844 377027 385981 397783 33239 57627 105378 115650 121694 134574 146338 150078 170243 177123 190729 213320 229743 239724 262653 287342 302966 309892 325289 337805 362013 377562 387551 107887 116129 123309 139032 146797 152345 170984 177178 192154 214244 232133 243082 263934 290059 304137 310377 325633 338121 366579 378853 391576 107978 116137 123883 141175 146981 161654 171799 181604 193092 217914 233357 243948 265854 292669 305190 312821 328845 349478 371453 379930 393025 11247 26962 49022 78907 109133 119250 125030 141617 147571 164927 175275 182117 193624 218229 234362 246564 267411 295289 305846 313181 332613 351706 375226 385381 393540 318 Gewinne zu 300 RM. 19642 ----- ----- " 14977 32005 53163 84730 101339 109189 119957 130100 143343 148620 165433 176455 184996 207177 223930 236752 254810 283464 298439 306598 314890 335002 351727 375927 385477 397311 Im Gewinnrade verblieben: , „ - -------------------- 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 50000, 4 zu je 30000, 2 zu je 20000, 18 zu je 10000, 24 zu je 5000, 38 zu je 3000, 118 zu je 2000, 372 zu je 1000 608 zu je 500, 2400 zu je 300 M. 237 (ffiassia*Sprudel ist gesund und schmeckt. kl {Xassia -Sprudel Hossia-Sprudel ist für Gesunde, Kranke und Genesendeein gehaltvolles Getränk. Die gelösten Mineralsalze und diespritzigeQuell- kohlensäure regeln den Säftestrom, entgiften das Blut und spülen Schlacken und Stoffwechselreste auf natürliche, mildeWeise fort. Trinken Sie einmal eine Woche lang tagtäglich eine Flasche Hassia-Sprudel - möglichst ein bis zwei Glas morgens nüchtern. Sie werden staunen, wie viel wohler Sie sich fühlen. ] k_____________/ I Erhältlich in Hotels, Gastwirtschaften, Kolo« kl niolWarenhandlungen, Drogerien u. ä. r Niederlagen i Carl Burhenne, Gnauthstr. 5, Telephon 3169 Grünberg: Walter Horst, Londorfer Straße 58 Telephon 95 1102V Bekanntmachung. Gartenbesitzer und -Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwassermessers wünschen, wollen sich bis zum 25. b. 2H. auf unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. 1617A Gießen, den 1. März 1937. Direktion der Städtischen Betriebe Gießen. Verkäufe Elagenhaus 2X3, 1X4 Zim., sehr rentabel, in ruhiger Lage, zu verkaufen. Preis 14000 RM. Näheres 01205 H. J. Baehr Immobilien Franks. 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