Bener «rh 3D P[hn«f. .. !. 3gb. 5:1. ! befand fni er fanben [iot le Tafte hm 13:1. I ein Miß»« und mar b» Gastgebern ii ■ ersten hetz , und hatte it abt, den i Ueberfomhi Kelverlni Dünnste g ■'SPieletU .•""«del, IPielen । «ine » 5 Picht 6t Bener >„, trg. \ 0:5. :m Katz heil zenüber um! kennen. B« ie Gäste. Tac -führt. 2t? nt. QlNn । ' er L^'ki ! -in Wi?' 1 schste S uie gl°N rd in « )e 4pN 10 hN VZ vF ren. len. Meißner i :;?er Stllr 1 Schaft feit, U°us. hi, ten ad)t 5 • ^ren A Überrasche r Llnksach ;. "chtre! W er un. •> eW > Lauser 'ls Tor schn ?r der Fr°h - ln Alle, NW 'ent gestops ■ ' erfolgreiche °-0 erhöhen, augemein t bener, da d ' es kam m die Gießen- m Erfolg, i H diesem 2t ien den @a [ 879 D. 8 Uhr, Nene tag ältliche Abteil“ e6iC« va, 11.Febr.tf I örsaal dö 2» Bahnhofstr.»* . Anbei: innachDänea rtrag nut li« ste willkonife [enneberg^! ragsmeisters'- ;HNI 'Ä nr.54 Erster Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, Itt.Mruar 1957 Erjchetm lügllch. nutzer Sonntags und Feiertags Beflögen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Vezugspretr: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Jllusttierts e 1.80 Zustellgebühr.. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: fironffutt am Main 11686 Gichemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Seschöftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Millagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50Npf..Platzvorschrift nach oorh. Bereinbg.25°/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das italienische Defriedungswerk in Aethiopien. Bolschewisten unter sich. Bon unserem Or. E. S -Berichterstatter. Seinen Kopf hat er so oder so verspielt. Es fällt ihm also nicht schwer, im Tone einer auswendig gelernten Lektion auf dem Prozeß zu erzählen, daß er „Trotzkist" und japanischer Spion fei. Natürlich hat er absichtlich die Katastrophen provoziert. Nicht alle zweitausend, sondern nur 15. Es bleiben also die übrigen 99 v. S). für das Schuld- Die Mitteilungen über die Gründung der deutsch-italienischen Bergbaugesell- chaft ließen den Blick von den spanischen Wirren einmal wieder nach Italienisch-Ostafrika wandern. Dort vollzieht sich fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit der Aufbau des Imperiums. Die lästigen Versuche der Einmischung hat Italien chnell überwunden. Heute ist durch das Abkommen mit England, das damit das neue Kaiserreich allerdings noch nicht anerkannt haben will, die Situation im Mittelmeer bereinigt, wenigstens soweit sie durch die Eroberung Abessiniens herbeigeführt war. Frankreich hat dieses Abkommen gewissermaßen ohne Worte legalisiert, und keine Macht der Welt könnte heute mehr Italien den neuen Besitz streitig machen. Zum Ende des vergangenen Jahres nach Beendigung der Regenzeit wurde auch die westliche Hälfte Abessiniens erobert, und die Stammesfürsten beeilten sich, dem Eroberer ihre Huldigung entgegenzubringen. Es sind nur ein paar Aufrührer gewesen, die verbannt werden mußten. Im übrigen geht Italien nun daran, friedlich auch die Herzen der Aethiopier zu erobern. Die Zeiten sind vorbei, in denen man mit Feuer und Schwert ganze Völker ousrottete. Italien legt es darauf an, ein umfassendes Befriedungswerk durchzuführen, um desto reibungsloser das Aufbauwerk vorantreiben und das Tempo der Eroberung nun auch auf die Zioi- lisierung übertragen zu können. Im ganzen Land ist bereits die Militärverwaltung durch Zivilverwaltung abgelöst. Es gibt keine größere Siedlung, in der nicht schon ein örtlicher Fascio errichtet wäre. Es gibt bereits eine einheimische Liktorenjugend, und die ersten italienischen Transporte, die nach Addis Abeba rollten, enthielten die bekannten weißen Uniformen mit den roten Schärpen. Italien weiß, wie man die Farbigen gewinnen muß. Niemanden kann es daher wundern, wenn heute schon der Fascistenguß heimisch geworden ist und die Jugend auf ihren Märschen die Lieder der faschistischen Revolution (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, Februar 1937. I. Im Zentrum Moskaus, nahe am Kreml, liegt das frühere Palais der „Adelsversammlung, ein schönes, im klassischen Stil gehaltenes Gebäude, wo in alten Zeiten die glänzenden Feste, die prunkvollen Veranstaltungen der Moskauer Aristokratie stattgefunden haben. Nach der Revolution zum „Haus der Gewerkschaften" geworden, ist dieses Palais heute in der ganzen Welt ebenso bekannt als Tagungsort der Kominternkongresse, wie als traditionelle Gerichtsstätte der großen Moskauer Schauprozesse. Hier haben die Moskauer Machthaber in den Tagen vom 23. bis 30. Januar in der Verhandlung gegen Pjatakow, Radek und Genossen wiederum das „Tribunal zur Szene gemacht". Es ist nachgerade zur Genüge bekannt, daß Moskauer Prozesse nichts mehr mit den landläufigen Begriffen von „Justiz" zu tun haben. Sie sind vielmehr als rein politische Akte anzusehen, als Manifestationen des herrschenden Regimes, als dramatisierte p o l i - singt. Bereits in der Zeit, als der Westen noch nicht erobert war, wurde in der östlichen Hälfte fieberhaft gearbeitet, lieber 100 000 Arbeiter sind es, die Tag für Tag aus ihren kasernenmäßigen Unterkünften in die sengende Sonnenglut hinaus müssen, um Straßen zu bauen. Das große Projekt der 2800 Kilometer umfassenden Verbindungsstraßen zwischen Dessie, Gondar, Asmara und Addis Abeba ist nur ein wenn auch wichtiger Teil der Gesamtplanung an Straßen, die zur Erschließung des Landes notwendig und in Ausführung begriffen sind. Diese neuen Verkehrslinien sollen in zwei Jahren fertig sein. Darüber hinaus gibt es keinen größeren Ort, in dem nicht schon neue Bauten aus der Erde wachsen. Vor allem sind es Beamtenwohnungen, die errichtet werden. Geradezu gewaltig ist das Tempo, das in der Haupt st a d t selbst vorgelegt wird. Die italienischen Architekten Debbio, Ponti und Vaccaro haben während der Regenzeit einen umfassenden Bebauungsplan ausgearbeitet, der vom Duce genehmigt wurde und jetzt in Angriff genommen ist. Eine regelrechte Vermal- tungsstadt ist im Werden, und soeben legte der Dizekonig den Grundstein für einen In te n d antu rp al ast. Das Kapital für alle diese Bautene schöpft Italien vorerst natürlich aus eigenen Mitteln. Darüber hinaus weiß man aber auch die Interessen der italienischen Wirtschaft, ja auch des Auslandes in geschickter Weise nutzbar zu machen. So werden Gesellschaften einzelner Berufsgruppen gebildet, um z. B. Farmen zu errichten, oder Industrien zu entfalten, oder den Handel in Gang zu bringen. So ist auch die Gesellschaft entstanden, die den Bau und den Betrieb von H o t e l s übernommen hat. Man ist auch bereit, in gewissen Grenzen und unter bestimmten Kautelen ausländische Kapitalgruppen zuzulassen, denn nach einem Kriege, der 12,4 tische Propaganda. Die Frage nach Wahrheit, nach Recht und Unrecht für eine solche Veranstaltung aufzuwerfen, erübrigt sich: denn niemals in der Geschichte hat sich die Justiz mehr von ihren Grundlagen entfernt als im Sowjetstaat. Selbst von politischer Zweckjustlz zu sprechen, ist nicht mehr möglich: wenn man vom äußeren Bilde der Prozeßveranstaltung absieht, bleibt von .Lustiz" im landläufigen Sinne überhaupt nichts mehr übrig. Die A n t i j u st i z ist hier zum System erhoben, obwohl man in diesen Schauspielen Staatsanwalt und Gericht, Angeklagte, ja sogar schattenhafte „Verteidiger" auftreten sieht. In jenem kleinen Saal des Gewerkschaftshauses, wo man immer wieder dieselben Figuren als handelnde Personen beobachtet, vom „Bürger Oberprokuror' Wyschinski, von dem berüchtigten Gerichtsvorsitzenden, dem „Armeejuristen" Ullrich und seinen gleichfalls militärischen Beisitzern in Generalsuniform bis zu den schnauzbärtiaen GPU.-Wacht- meistern, hat Themis nichts zu suchen, denn hier geht es nicht um Recht und Unrecht, hier spielt sich ein politisches Geschehen ab, historische Gegensätze innerhalb der bolschewistischen Parteigewaltlgen werden hier ausgetraqen, für die Mißstände einer Wirtschaft, die ja im Grunde als „unfehlbar" aus- qegeben wird, werden hier „Erklärungen" gegeben, was als ständiger Alpdruck auf dem Regime und seinen Trägern lastet, wird hier dramatisiert und abreagiert. Eben deshalb aber sind diese „Prozesse nicht nur in ihrem grotesken Lügengebäude für die nicht mehr zu überbietende Infamie ihrer Veranstalter bezeichnend, einer Infamie, die jedermann, der nicht in diesem Gerichtssaal gesessen hat, in den Bereich der Phantasie verweisen würde — sondern sie beleuchten auch scheinwerferartig die Hintergründe dieses Regimes und das wahre Gesicht der Machthaber. Heber sieben Tage Sowjetprozeß ließen sich sieben Bücher schreiben. Wir werden nicht die Figuren aller jener 17 Angeklagter, vorgeblicher Staatsfeinde, Terroristen, Hoch- und Landesverräte Banditen, Mörder, Spione und Saboteure nachzeich- nen, obwohl es sich wahrhaftig verlohnen würde. Wie in jedem großen Sowjetprozeß tauchten auch diesmal wieder die drei Gruppen auf, die zum eisernen Bestand der sowjetischen Anklagebank gehören: die eigentlichen Objekte der Anklage, die willigen Opfer (als Nebenfiguren) und die reinen Provokateure als Komparsen. Die reinen Provokateure auf diesem Prozeß (z. B. Arnold, Grasche. Puschm, Schestow u. a.) haben das phantastische Beiwerk für die Massenpropaganda zu liefern, wie mißglückte Attentate, vorsätzliche Diversionsakte, Spionageabenteuer usw. Die Opfer sind saumselige, fahrlässige oder einfach mißliebig gewordene Sowjetbeamte (die ewigen Tschinownik's!), an denen man für die Masse der untauglichen, schlechten Apparatleute e i n Exempel statuieren will. Diese Kategorie war geradezu klassisch verkörpert in den Angeklagten Knjasew, Lifschitz, Stroilow u. a. Natürlich sitzen Tausende solcher für Mißstände, Katastrophen und Verluste verantwortlich gemachter Sowjetbeamten in den GPU.-Gefängnissen. Ohne mit der Wimper zu zucken, pflegt das Regime sonst mit ihnen abzurechnen. Es ist nur ein Bruchteil dieser Unglücklichen, die man auf den großen Prozessen auftreten läßt. Sie haben dann sozusagen als die kleinen Exekutivbeamten der großen „Konterrevolutionäre" und „Verschwörer" in Erscheinung zu treten, und die Verbindung zu schaffen zwischen den chronischen Mißständen der Wirtschaft zu dem „gegenrevolutionären Zentrum", das alle diese Schäden natürlich angestiftet und verursacht hat. Nennen wir einige Beispiele: Das Eisenbahnwesen der Sowjetunion hat, so will es die Propaganda, einen „gigantischen" Aufschwung genommen. Die Tscheljabinsker Eisenbahnlinie aber hat im Jahre 1934 anderthalbtausend, im Jahre 1935 zweitausend Entgleisungen, Zusammenstöße und Katastrophen zu verzeichnen. Was folgt daraus? Hier sind Schädlinge, Saboteure, Feinde am Werk. Der Direktor dieser Linie war der Angeklagte Knjasew. Er wurde im Sommer des vorigen Jahres verhaftet. konto unbekannter Trotzkisten übrig. An seiner Stelle könnte auch der Direktor der Eisenbahnen von Tomsk, Omsk oder Irkutsk stehen. Sicherlich ist die Zahl der Eisenbahnfunktionäre in den GPU.- Gefängnissen nicht gering! Knasew aber empfiehlt sich durch seine Willfährigkeit als Sündenbock. Also kommt er auf die Anklagebank. Er würde auch Spionage zugunsten von Venezuela oder Honolulu eingestehen. ...... Oder: UKK., das Ural-Kusnetzker-Kombmat, ist die waghalsigste Planung der S o w j e t Montanindustrie, maßgebliche Autoritäten bezweifeln, daß sie jemals rentabel sein wird. Die Sowjetwirtschaft aber ist seit dem Vorjahre, wie die Propaganda verkündet, rein auf „chosrastchet", d. h. auf Rentabilität eingestellt. Wie reimt sich dies zusammen? Wieder ist die Antwort einfach: Schädlinge, Diversanten, Spione sind am Werk. Das sollte schon der Nowosibirsker Prozeß beweisen. Das mußte auf dem Moskauer Trotzklstenprozeß wieder vorgeführt werden. Trotzkisten und deutsche Spione haben das Kusnetzker Kohlengebiet, wo nachweislich alles drunter und drüber geht, zu ihrem Tätigkeitsfeld erkoren. UKK. ist damit wieder einmal für die Allweisheit der Sowjetwirtschaft „gerettet", die Hunderttausende der Zwangsverschickten oder Halbverschickten wissen jetzt, wem sie ihr elenbes Leben zu verdanken haben: den „trotzkistischen Hunden" und den „deutschen Faschisten". .v Ein drittes Beispiel: Die chemisch eJndu- ftrte ist das Sorgenkind der sowjetrussischen Rüstungswirtschaft. Milliardenaufwände können dem nicht abhelfen. Der Leiter des „Wsechimprom", der „Hauptverwaltung der chemischen Industrie" für ganz Sowjetrußländ, der Angeklagte Ratait- s ch a k, wird verhaftet. Auch er erweist sich als willfährig und nimmt gerne, zweifellos in der Hoffnung, feinen Kopf noch zu retten, die Ehre auf sich, selbst (!) Explosionen und Katastrophen in den chemischen Werken angestiftet und Landesverrat zugunsten Deutschlands getrieben zu haben (!!) Und schließlich: daß gerade Pjatakow, der geistige Urheber und Organisator der Industrialisierung Rußands auf diesem Prozeß als Erzoer- räter und Zerstörer figurierte, gehört, wenn auch nicht ausschließlich, in dieselbe Richtung. Schwere Schlägerei in »er belgischen Kammer. Weshalb der Kammerpräsident die Bolschewisten besuchte. Brüssel, 9. Febr. (DNB.) In der belgischen Kammer kam es zu heftigen Schlägereien zwischen den verbündeten Rexisten und Nationalsten gegen Sozialdemokraten und Kommunisten. Während etwa 40 Abgeordnete aufeinander einschlugen, bewarfen sich die anderen mit den ledernen Gesetzesbänden. Ein flämischer Nationalist wurde niedergeschlagen und mußte aus dem Saal gebracht werden. Der ■ < n ui /■ M ■ \ EU ■■ DU U TJ U M Ä BO <. ■ V "■ .MM <■ Mussolini empfing im Palazzo Venezia den aus dem Kriege bekannten Heerführer Ras S e y u m und andere Stammesfürsten, die ihm ihre Huldigungen darbrachten. (Associated-Preß-M.) Milliarden gekostet hat, kann nicht sofort ein Kapital zur Verfügung stehen, das für alle diese Planungen notwendig ist.' Es ist bekannt, daß amerikanisches und auch englisches Kapital auf die Stunde wartet, um investiert werden zu können. Das große Interesse, das sich z. B. bei Vergebung von Schiffahrtskonzessionen zeigte, ist dafür genügend Beweis. Italien kann es sich leisten, das Ausland einzuspannen, weil es weiß, wie groß die Schätze des Bodens sind, über den es Herr geworden. Daß trotz alledem noch sehr viele Schwierigkeiten zu überwinden sind, liegt auf der Hand. Sie sind durch die Weiträumigkeit und Unerschlossenheit des Landes gegeben. Auch ist der Widerstand der einheimischen Bevölkerung gegen die europäische Zi- vilisierung nicht von heute auf morgen überall zu überwinden. Die 10 0 0 0 italienischenKaus- leute, die teils eigens herübergekommen sind, teils aus dem Heere stammen, haben es bei den strengen Einfuhrbestimmungen ohnehin nicht leicht. Noch find die Kosten des Transportes von Waren ungeheuerlich groß, so daß man schon über hinreichend eigene Mittel verfügen muß, um rechtzeitig und genügend liefern zu können. Heute noch kostet der Transport von einer Tonne Waren zwischen Djibuti und Addis Abeba zwischen 600 und 2000 französische Franken. Solange die Bahn noch die einzige Verbindung ist, wird das so bleiben. Nicht weil die Gesellschaft in französischem Besitz ist und Italien in ihr nur eine bescheidene Rolle spielt, sondern weil der Verkehr wegen der Ueberlastung der Strecke keine Planmäßigkeit aufweist und der einheitlichen Lenkung entbehrt. Doch denkt Italien vorerst nicht daran, diese Strecke auszubauen. Man ist der Auffassung, daß man als Rechtsnachfolger des Negus ohnehin eines Tages das bekommt, was einem zusteht. Ueberdies hält man den Bau von Autostraßen für Lastwagen für viel bedeutsamer, allein aus Erwägungen der künftigen Rentabilität. So baut man zur Entlastung die Straße zum Hafen nach A s s a b und hofft, daß es in Bälde möglich ist, eine Verbindung nach Englisch-Som a lila n d durchführen zu können. Um das Bild der Schwierigkeiten für die neuen Kaufleute zu vervollständigen, muß auch der K o n» kurrenz der Einheimischen Erwähnung getan werden. Durch die italienische Presse ging das bezeichnende Beispiel, nach dem es einem Levantiner gelang, einen Waggon von Spirituosen in für* zester Frist nach Addis Abeba zu bringen, während die dringlichen Transporte von Lebensmitteln der Kaufleute einfach auf der Strecke liegen blieben. Verdient haben dabei sämtliche Stationsvor-skher. .Die einheimischen Händler machen sich öie' natürlichen Schwächen ihrer Eroberer zunutze. Daber haben sich die italienische und französisch-äthioaische Handelsgesellschaft zusammengeschlossen und i!ren Bestand an Maria-Thersientalern zur Verfügung gestellt, um den italienischen Händlern die Vorlasten für die Einfuhr zu erleichtern. Denn die Banca d'Jtalia gibt nur eine Einfuhrgenehmigung, wenn die Ladegebühren in Djibuti bezahlt sind Man hat im Ausland auch darauf verweisen zu müssen geglaubt, daß diese vereinzelt auftretenden Widerstände in der Bevölkerung auf lange Sicht noch schwere Belastungen mit sich bringen werden. Man glaubt, daß vor allem die religiöse Si- t u a t i o n, wie sie sich nach der Eroberung darstellt. Keime einer gefährlichen Entwicklung in sich trage. Es ist bekannt, daß der Islam durch die Einbeziehung von Eritrea und Jtalienisch-SomaUland in das neue Italienisch-Ostafrika die Mehrheit dar- stellt und das koptische Christentum aus seiner Vormachtstellung als Staatsreligion verdrängt worden ist, zumal das „Gesetz über die Verwaltung von Italienisch-Ostafrika" den Mohammedanern weitgehende Autonomie gewährt. Doch Italien wird gewußt haben, warum es diese Gleichstellung des Islam vornahm, denn es ist mit der Eroberung Abessiniens weit stärker in die islamische Welt und ihre vielfältigen Zusammenhänge hinein- gekommen. Es nimmt so Rücksichten, die bei dem augenblicklichen Stand der islamischen Entwicklung notwendig sind. „Italien ist heute eine islamitische Macht", so erklärte die italienische Presse noch kürzlich, und es ist bezeichnend, daß bei den groß- ßen Huldigungsfeiern in Addis Adeba auch eine starke Abordnung islamischer Notabein, sogar aus raue* Präsident hob schließlich die Sitzung auf und ließ die Tribünen räumen. Die Zwischenfälle entstanden durch eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Kammerpräsidenten Camille Huysmans und der rexistischen und nationalistischen Opposition. Der sozialdemokratische Kammerpräsident hatte im Auftrage her Zweiten Internationale eine Reise nach dem von den Bolschewisten besetzten Teil Spaniens unternommen und war dort gegen die Nichtcin- mischungspolitik der belgischen Regierung zu Felde gezogen. Die Opposition verlangte nun, daß der Kammerpräsident Rede und Antwort stehe. Huysmans lehnte diese Forderung ab und erklärte, nur im Rahmen einer Aussprache über das außenpolitische Budget Stellung nehmen zu wollen. Die sich hieraus entwickelnde Auseinandersetzung führte zu den geschilderten schweren Schlägereien. Die Vorgänae waren politisch aufschlußreich, weil sich die katholische Rechte zum ersten Mal offensichtlich von den Sozialdemokraten distanzierte. Während die sozialdemokratische Linke sich schützend vor Huysmans stellte, enthielt sich die katholische Partei jeder Kundgebung für ihn. Als über den Zeitpunkt verhandelt wurde, wann die Angelegenheit zur Sprache kommen sollte, verlangte die Rechte ebenso wie die Rexisten und Nationalisten die sofortige Erledigung der Angelegenheit. Schließlich einigte man sich/ Mittwoch das ganze Problem im Rahmen der Aussprache über das außevnnsitische Budget aufzurollen. Arabien und Indien vertreten »ar. Die politische Strategie Italiens gegenüber dem Islam patzt sich den bestehenden Machtverhältnissen an, und man weitz in Rom, daß man heute ein erobertes Land anders befrieden und damit endgültig in seinen Besitz bringen muß als vor Jahrhunderten, ja noch vor Jahrzehnten. Ohne Zweifel, das ist moderne Kolonisation. F. E. Ein neuer Mmura-Prozeß in Kattowitz. Kattow itz, 9. Febr. (DNB.) Vier Tage verhandelte das hiesige Bezirksgericht gegen die 36 Angeklagte in einem neuen Maniura-Prozeß. Die Anklage lautete auf Hochverrat nach § 97 des polnischen Strafgesetzbuches. Bei den Angeklagten handelte es sich durchweg um polnische Staatsangehörige, die sich zum überwiegenden Teil zum polnischen Volkstum bekennen und ihre Aussagen auch in polnischer Sprache machten. Die Anklage warf den Beschuldigten vor, dem G e - heimdienst des Maniura angehört und dessen Bestrebungen unterstützt zu haben, Gebietsteile aus dem polnischen Staatsgefüge abzutrennen. Die meisten Angeklagten standen vor Gericht, weil ihre Namen in einer Liste verzeichnet waren, die bei einem Angeklagten aus dem ersten Prozeß gefunden wurde. Alle erklärten, nicht zu wissen, wie ihre Namen auf diese Liste gekommen seien. Sie hätten von dem Bestehen des sogenannten Geheimbundes erst Kenntnis erhalten, als die Zeitungen über die ersten Verhaftungen berichteten. Einige, die dem sogenannten Ge- heimbund angehörten, sagten aus, daß sie den Angaben des Maniura Glauben geschenkt hätten, der ihnen Arbeit und Brot versprochen hätte. Die Bestrebungen des Maniura seien ihnen nicht bekannt gewesen. Als „Belastungszeuge" trat ein Bergmann Mor- 3 e k auf, der für den Geheimbund des Maniura geworben hat und dennoch als Zeuge vor Gericht erschien. Der Angeklagte aus dem ersten Prozeß, bei dem die Namensliste gefunden worden war, erklärte, daß es sich dabei um die L i ft e einer legal bestehenden deutschen Organisation gehandelt habe und nicht, wie die die Anklage behauptet, um eine Mitgliederliste des Geheimbundes des Maniura. Die auf der Liste verzeichneten Personen säßen unschuldig auf der Anklagebank. Der Staatsanwalt war jedoch der Ansicht, daß sämtliche Angeklagten schuldig seien. Er lasse jedoch mildernde Umstände gelten, da Not und Arbeitslosigkeit, aber auch mangelndes Nationalgefühl die Angeklagten bewogen hätten, dem Geheimbund beizutreten. Der Strafantrag lautete auf Gefängnisstrafen von zwei bis fünf Jahren. 24 Angeklagten wurden für schuldig befunden, fünf freigesprochen Der Hauptangeklagte erhielt zweieinhalb Jahre Gefängnis. Sämtlichen Verurteilten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Nationale Fortschritte in Andalusien. Salamanca, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Vom Sonderberichterstatter des DNB. Aus dem Hauptquartier wird bekannt, daß die spanischen Nationaltruppen im Verlaufe des Dienstag d i e Stadt Velez Malaga und den Ort Torre del Mar, beide etwa 30 Kilometer östlich von Malaga nahe der Küste liegend, eingenommen haben. Die nationalen Truppen haben bereits über tausend Säcke Mehl nach Malaga geschickt. Sie beabsichtigen, Brot und andere Lebensrnittel frei verteilen zu lassen. Ueber 5000 Flüchtlinge, die unter der bolschewistischen Herrschaft Malaga verlassen hatten, wollen die britischen Flottenbehörden bitten, ihnen für die Beförderung von Algeciras nach Malaga ein Kriegsschiff zur Verfügung zu stellen. Der Herzog von Sevilla, Militäroberbefehlshaber von Algeciras, ist vorläufig zum Militärgouverneur von Malaga bestimmt worden. Als Zivilgouverneur ist der Befehlshaber der Guardia Cioil, Hauptmann Altel, eingesetzt worden. Auch die Telephonverbindung mit Madrid unterbrochen. London, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Seit Dienstagabend ist die Teleponverbindung London — Madrid unterbrochen. Ein Sonderberichterstatter des „Dail yExpreß" in Madrid hat seine Meldungen schon nicht mehr durchgeben können. Die Unterbrechung der Telephonverbindungen hängt mit dem Vorstoß der nationalen Truppen auf die letzte große Verbindungsstraße Madrid—Valencia zusammen. Panik bei den Volschewisten. Salamanca, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Verlause der Säuberungsaktionen in der Provinz Malaga haben sich in der Nacht zum Dienstag mehrere Hund er Bolschewisten, die in den Gebirgen um Malaga herum Zuflucht gesucht hatten, den Truppen des Generals Franco ergeben. In Almeria entstand bei der Ankunft der aus Malaga geflüchteten bolschewistischen Milizen eine große Panik. Es wurde sofort die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Alle Männer zwischen 15 und 60 Jahren wurden zur sofortigen Befestigung der nach Almeria führenden Straßen ausgehoben. „Oberst" Villada, dem die bolschewistischen Milizen in Malaga unterstanden, ist ins Ausland geflohen. Er hat sich geweigert, weiterhin unter dem Befehl feiner Gesinnungsbrüder von Valencia zu kämpfen. Auch der Oberhäuptling der bolschewistischen Banden im Süden, „General^ Martinez M o n j e, ist abge - setzt worden. An seine Stelle wird ein sow- jetrussi scher (!) Militär treten, dem auch die Verteidigung von Jaen und Almeria übertragen werden wird. Die Einnahme von Malaga durch die nationalen Truppen hat auch in Barcelona eine wahre Panik hervorgerufen. Die Bolschewisten von Katalonien haben einen Aufruf an d i e Bevölkerung erlassen, in dem gefordert wird, sofort eine Sonderformation zur Verteidigung Barcelonas aufzustellen und die „allgemeine Dienstpflicht" einzusiiren. Der Bolschewistenhäuptling Companys erklärte, es feien bereits Maßnahmen ein geleitet worden, um alle Einwohner Barcelonas zum Frontdienst zu zwingen. Anarchie in Varcelona. Die Eindrücke von radikalsozialistischen Abgeordneten. Paris, 9. Febr. (DNB.) Die radikalsozialistische Kammerfraktion hat den Bericht vier ihrer Mitglieder angehört, die eine Studienreise nach Katalonien unternommen hatten. In Barcelona, so erklärten sie, herrsche vollkommene Anarchie, die bolschewistische Leitung habe j e d- wede Autorität verloren, die in die Hände der Anarchisten übergegangen sei. Mehr als 15 0 0 0 Hinrichtungen hätten stattgefunden und selbst der kleinste Kaufmann werde von den anarchistischen Elementen terrorisiert, die an der Front fahnenflüchtig geworden seien und heute in der katalanischen Hauptstadt Plünderungen organisierten. Die Abgeordneten waren der Ansicht, daß die spanischen Wirren ohne die „ausländischen Freiwilligen" sehr bald beendet sein würden. Denn die Milizen beteiligten sich immer weniger an den militärischen Operationen. Die Absicht der französischen Abordnung, auch Valencia einen Besuch abzustatten, um ihre Eindrücke zu ergänzen, konnte nicht üurchge- führt werden, da die Bolschewisten einfach nicht in der Lage waren, ihnen die Reise zu ermöglichen. Ein Abgeordneter erklärte offen, daß er die Nationalregierung in Burgos den Anarchisten in Barcelona vorziehe, obgleich er kein Anhänger General Francos fei. Die Tatsache, daß vier Mitglieder einer französischen Regierungspartei öffentlich die bolschewistische Schreckensherrschaft in Spanien ans Licht rücken und verurteilen, ist bemerkenswert. Was werden aber die übrigen „Kameraden der Volksfront", vor allem die Kommunisten, zu diesen Wahrheiten zu sagen haben? An die Volschewiken-Freunde in England. Ein Mahnruf der „Morning Post". London, 10. Febr. (DNB.-Funkspruch.) „Mor- ning Post" schreibt u. a.: Unserer Ansicht nach würde es ein unermeßliches Unglück nicht nur für' Spanien, sondern auch für Europa und Die Haushaltsführung -er Gemeinden. Nichtlinien des Reichsinnenministers fordern eiserne Sparsamkeit. Berlin, 9. Febr. lieber die Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeoerbände im Rechnungsjahr 1937 hat der Reichsminister des Innern einen Runderlaß herausgegeben, in dem es u. a. heißt: Die neuen großen Ausgaben, die das Reich insbesondere im Rahmen des Vierjahresplans übernommen habe, erforderten in immer stärkerem Maße eine Verlagerung der hierfür notwendigen Mittel und Kräfte auf das Reich. Das bedeute für Länder, GemeiNdeverbände und Gemeinden auch im kommenden Rechnungsjahre der Zwang zu eiserner. Sparsamkeit, um so mehr, als die Realsteuerreform eine tiefgreifende Umgestaltung des Finanzausgleichs zwischen Land und Gemeinden erforderlich mache. Da der einzelnen Gemeinde keineswegs die bisherige Gesamteinnahme an Ueberweisungs- und eigenen Steuern gewährleistet werden könne, müsse schon aus diesem Grunde jeder Gemeindeleiter besorgt sein, den künftigen Haushaltsausgleich nicht durch Uebernahme neuer Verpflichtungen zu gefährden. Diejenigen Gemeinden, die infolge günstiger struktureller Verhältnisse ihrer Wirtschaft von jeher ein überdurchschnittlich gutes Steueraufkommen aufgewiesen hätten, müßten mit einer gewissen Kürzung ihrer Reichssteueranteile ober Finanzzuschüsse zugunsten wirtschaftlich schwacher Gemeinden rechnen. Die Gemeinden müßten mehr als bisher — schon im Hinblick auf die Durchführung des Vier- jahresplans — daran denken, ihre Tarife für Elektrizität, Gas und Waffer, soweit in ihnen Finanzzuschläge enthalten seien, im Rahmen des Möglichen zu senken, insbesondere die Gemeinden, die ihre Tarife in den Krisenjahren zu Zwecken des Haushaltsausgleichs erhöht hätten. Jeder Ausgabenzweck und jeder Haushaltsansatz sei sorgfältig auf feine unabweisbare Notwendigkeit zu prüfen. Alle neuen Ansätze und Erhöhungen gegenüber 1936 müßten tunlichst vermieden werden. Bei der Veranschlagung dürfe nicht der Umstand entscheidend sein, daß die finanzielle Leistungsfähigkeit etwa manches an sich wünschenswerte und nützliche, aber nicht unbedingt lebenswichtige Vorhaben zuließe. Selbstverständlich könnten keine Ausgaben gestattet werden, die zu einer weiteren Verschuldung führen müßten. Aus die Veranschlagung der einzelnen Haushaltsansätze könne noch viel größere Sorgfalt verwendet werden als bisher. Eine gewisse freiere Bemessung der Ausgabenansätze könne als für die Zukunft des deutschen Volkes lebenswichtig für bie Heimbeschaffung der Hitler-Jugenb, für bie Berufsschu° l e n unb bie Straßenunterhaltung (im Rahmen früherer Erlasse unb Gesetze) in Frage kommen. Alle Ersparnisse unb Mehreinnahmen müßten unter Dermeibung jeber Steuer» fenfung restlos ber Rücklagenbilbung unb zusätzlichen Schuldentilgung zugeführt werben. Wenn es 1935 gelungen sei, ben Schulden- ftanb der deutschen Gemeinden um rund 250 Millionen herabzudrücken, und ein gleiches Ergebnis auch für 1936 zu erwarten stehe, so müsse es das gemeinsame Ziel für 1937 sein, diesen Betrag zu verdoppeln, damit zunächst wenigstens bie außergewöhnliche Erhöhung der Schuldenlast in den Krisenjahren wieder gänzlich beseitigt werbe. die Zivilisation bedeuten, wenn die wilde und gottlose Tyrannei, sie für sich in Anspruch nimmt, das spanische Volk zu verkörpern, in diesem Kampf auf Leben unb Tob siegen sollte. Die Behauptung, daß diejenigen, deren Ausschreitungen unb Grausamkeiten alles geschänbet haben, wofür Christentum unb Zivilisation eintreten, bie Vorkämpfer für Freiheit unb Demokratie sein sollen, ist eine boshafte Täuschung ober ein unverschämter Betrug. Es gibt keine Freiheit ohne Gesetz unb keine wirkliche Demokratie ohne Disziplin. Diejenigen, bie gerabe im Bolschewismus, wie er in Sowjetrußlanb burchgeführt wird, eine Verteibigung von Freiheit unb D e - mokratie zu sehen behaupten, schließen ihre Augen gegenüber ben Tatsachen in Sowjetrußlanb, genau so, wie sie es gegenüber benen in Spanien tun. Nicht weniger verkehrt als ihre Gleichgültigkeit gegen bolschewistische Bluttaten ist ihre heftige Entrüstung über irgenbein Blutvergießen burch die Gegner ber Bolschewisten. Es erscheint notwenbig, darauf hinzuweisen, baß es, um einen bestimmten Typ von Engländern in Wut zu bringen, genügt, wenn irgend jemand von den Nationalen vor Gericht gestellt unb zum Tode verurteilt worben ist. Hat aber irgend jemand protestiert, als Melquiades A l v a r e z , der führende Madrider Rechtsanwalt, von den Bolschewisten ermordet wurde? Er war das Haupt ber liberalen demokratischen Partei, Professor in Madrid, Präsident ber Cortes unb eine ganze Generation lang ber Hauptführer ber spanischen Liberalen. Ungeklärte Lage in Gchensi. Die kommunistischen Heerhausen im Besitz großer Waffenvorräte. Peiping, 9. Febr. (DNB.) Wenngleich der Rückzug der meuternden Streitkräfte nördlich des Wei-Flusses ben Regierungstruppen einen reibungslosen Einmarsch in Sianfu ermöglicht hat, so bleiben boch alle wesentlichen Probleme, die die Meuterei in Scheust aufgeworfen hat, ungelöst. Die Mehrzahl ber Rebellen hat strategisch günstige Positionen bezogen. Während ihrer zweimonatigen ungestörten Herrschaft in Sianfu haben bie Meuterer f a ft den ganzen Bestand des dortigen Maffen- und Munitionsdepots, das das zweitgrößte Waffendepot des chinesischen Heeres war, fortgeschafft. Diese Waffenbestände stehen nun den kommunistischen Heerhaufen zur Verfügung, die niemals annähernd so gut ausgerüstet gewesen sind wie jetzt. Der Zusammenhalt zwischen der Armee des Marschalls Tschanghsue- Hang, den Truppen des Generals Danghucheng und ben kommunistischen Banden scheint unvermindert fortzubestehen. Es heißt, daß bie Führer in ihrem neuen Hauptquartier beschließen werden, alle weitere Maßnahmen von ber Rückkehr Tschanghsue- Hangs abhängig zu machen. Für ben 15. Februar ist eine Sitzung bes Zentralvollzugsrates vorgesehen, auf der ber Schensi-Konflikt beigelegt werben soll. Es steht aber jetzt schon fest, daß einige führende Persönlichkeiten Nordchinas an der Sitzung des Vollzugsrates nicht teilnehmen werden. So wird der Vorsitzende des Hopei-Tschachar-Aus- schusses, Sungtscheyuan, lediglich einen Vertreter entsenden. Die Teilnahme des Marschalls P e n h s i s ch a n steht auch noch nicht fest. Der japanische Kriegsminister zurückgetreten Tokio, 9. Febr. (DNB.) Am Dienstag wurde überraschend bekannt, daß General Nakamura als Kriegsminister zurückgetreten ist. Sein Rücktritt wirb mit Krankheit begrünbet. Zum Nachfolger ist General Sugiyama, bisher Chef des militärischen Erziehungswesens, ernannt, ber schon für diesen Posten vorgeschlagen wurde, aber zugunsten Na- kamuras ablehnte. — Mit der Ernennung Sugiya- mas dürfte sich der E i n f l u ß b e s H e e r e s auf die Regierung noch verstärken, da ber neue Kriegsminister ein entschiedener Vertreter ber starken Politik ber Wehrmacht gegenüber parlamentarischen Einrichtungen ist. Erschreckende Verhältnisse in den englischen Notstandsgebieten. L o n b o n , 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Ein Ausschuß ber Labour-Party bereift zur Zeit die Gegend von Glasgow und Westschottland. Im „News Chronicle" gibt ein Ausschußmitglied seine Eindrücke wieder. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hätten sich hier im Vergleich zu Südwales innerhalb der letzten Jahre zwar gebessert, aber er habe dennoch Häuser gesehen, in denen in einem einzigen Raum große Familien lebten. In einem Hause habe er in einem Rimmer eine Familie mit 16 Köpfen gefunden: Vater, Mutter unb 14 Kinber. Der älteste Sohn sei 32, bie älteste Tochter 28 Jahre alt. Daß dieser Fall nicht vereinzlt dastehe, zeige ein anderes Beispiel, wo in einem Zimmer eine Witwe mit ihrer 18jährigen Tochter, einem 8jährigen Knaben, dazu Vater und Großvater der Mutter, lebten. Jonny spielt Lotterie. Eine Geschichte von Peter Mattheus. Der Wecker rasselte los. Um sieben Uhr morgens. Jonny fuhr in die Höhe und gab ihm mit der Faust eines auf ben Kopf. Es war einer von ben neuen Patentweckern, bie die Sperrvorrichtung oben haben. Dann saß er in völliger Dunkelheit eine Weile aufrecht in den Kissen, blinzelte mit den Augen und dachte angestrengt nach. Da war das Ende eines Traumes, aus dem bas blöde Gerassel ihn jäh herausgerissen hatte. Er bemühte sich, noch einmal einen Zipfel davon zu erwischen. „Donnerwetter!" sagte er plötzlich. „Donnerwetter — das muß ich mir unbedingt aufschreiben." Er knipste das Licht an, fegte aus dem Bett, er- aatterte irgendwo ein Stück Papier unb suchte hastig in ben Taschen seines Anzuges nach einem Bleistift. Enblich hatte er ihn gesunden. Drei Zweien malte er hintereinander auf das Papier. Dann eine Fünf unb eine Sieben. Dann stutzte er. „Hm — war das Letzte nun eine Null ober eine Neun?" Sein Gesicht zog sich in die Länge. „Sah eigentlich aus wie eine Neun. Kann aber auch eine Null gewesen sein ... Teufel — ich trieg’s nicht mehr zusammen." Er warf ben Bleistift hin, fuhr sich mit ben Hänben ins Haar unb schloß bie Augen. Es nützte nichts. Ganz klar konnte er die Zahl nicht mehr sehen. Schließlich zuckte er resigniert bie Achseln, klemmte sich Kamm unb Bürste unter ben Arm unb verschwanb ins Badezimmer. Mit Gewalt kann man Träume eben nicht zurückzaubern. Kann man halt nichts machen. — Um halb neun trabte Jonny durch bie winterlichen Straßen ins Geschäft. Er war Disponent in einer Chemikalienhandlung. Nette Stellung. Und auskömmlich. Unb kürzlich hatte ihm ber Abteilungsvorsteher sogar angebeutet, baß er eine kleine Gehaltszulage zu erwarten habe. Wahrscheinlich schon am nächsten Ersten. Alles in allem also kein Grund, traurig zu sein. Jonny war auch nicht traurig. Mit einem Mal blieb er stehen und guckte starr auf bie anbere Straßenseite hinüber. Da war ein Laden mit einer Reihe bunter Zettel im Fenster. Aus dem Schild stand: Staatliche Lotterie-Einnahme. Ziemlich eilig segelte Jonny über den Damm unb guckte sich bie vunten Zettel an. Lauter Lose. Vierzehn Stück. Ein Schild verkündete: Heute letzte Gelegenheit! Morgen Ziehung! Plötzlich wurden seine Augen groß und rund. Er hielt unwillkürlich den Atem an. Wie war bas? Was für eine Nummer stand da auf dem einen Los? Zwei, zwei, zwei, fünf, sieben, null ... Jonny öffnete ben Munb unb vergaß, ihn wieder zuzumachen. In der nächsten Sekunde sauste er in ben Laden, unb gleich darauf erschien ein hübsches blondes Fräulein hinter der Scheibe und nahm bas Los mit ber Nummer 222 570 ab. Drinnen drehte Jonny das Los unentschlossen hin und her. „Ja, wenn ich nur wüßte ..." murmelte er. „War bas nun eine Null? Oder war es am Ende doch eine Neun?" „Wie bitte?" fragte das Fräulein verwundert. „Ach so — ja, bas können Sie natürlich nicht wissen", sagte Jonny. „Ich habe nämlich geträumt. Ich habe geträumt, ich hätte ein Lotterielos in ber Hanb, und gerade, als ich mir die Nummer ansah, klingelte ber dämliche Wecker, und ich wachte auf. Und nun weiß ich nicht: war die letzte Ziffer eine Null ober eine Neun. Alles andere stimmt. Was soll ich tun?" „Man soll", sagte bie junge Dame lächelnd, „bas Glück ba packen, wo man es trifft. An Ihrer Stelle würde ich das Los nehmen." „Hm", machte Jonny und blickte ihr versonnen in bie Augen. Es waren sehr schöne Augen. Allmählich merkte er das. Sie waren grau, tief dunkelgrau — nicht so verwaschen, wie man es oft findet. Unb sie hatten sehr lange Wimpern. „Ja, — ich nehme bann also das Los", sagte Jonny mit einmal sehr rasch. Ein Blick auf bie Uhr zeigte ihm, baß er noch fünf Minuten Zeit hatte. Er zahlte unb fing ein Schwätzchen mit ber Dame an. Obwohl eine große elektrische Uhr birekt vor seiner Nase an ber Wanb hing, und ber Zeiger mahnend von einem Strich auf ben anderen hüpfte, wurden aus ben fünf Minuten zehn Minuten. Er mußte nachher ganz gewaltig rennen, um noch rechtzeitig ins Geschäft zu kommen. — Am nächsten Nachmittag kam Jonny ziemlich atemlos in den Laben gestürmt. „Nun —?" fragte er schon von ber Tür her. Die junge Dame machte ein bekümmertes Gesicht unb hob bie Schultern: „Sie müssen sich geirrt haben", sagte sie. „Eine Null kann es nicht gewesen sein." „Dann also boch eine Neun", meinte Jonny bitter. „Auch nicht." Die junge Dame schüttelte ben Kopf. „Es ist überhaupt kein Los gezogen worben mit einer annähernd ähnlichen Nummer. Mir scheint, Ihr ganzer Traum war ein Irrtum." „Oh —!" sagte Jonny. „Gar keine ähnliche Nummer? Sowas?" Er holte das Los aus ber Tasche unb ging gemeinsam mit der jungen Dame noch einmal bie Ziehungsliste burch. Natürlich waren ihre Köpfe dicht beisammen dabei. Ließ sich gar nicht vermeiden. Und Jonny sagte, die Augen fest auf bie Zahlen gerichtet, daß er maßlos enttäuscht und schrecklich troftbebürftig sei. Und ob die junge Dame nicht vielleicht ...? „Das tut mir leid", entgegnete die junge Dame kühl. „Ich fürchte, daß ich wenig Talent zum Trösten habe." Jonny biß sich auf die Lippen unb würbe rot. Er machte ein so zerknirschtes und unglückliches Gesicht, daß bas blonbe Fräulein milber wurde und sich halb unb halb zu Verhanblungen herbeiließ. Die grauen Augen blickten nicht mehr, ganz so streng. Unb schließlich kam boch noch eine Derabrebung für ben Abenb zustande. Es wurde ein reizender Abend. Sie aßen gemeinsam in einem kleinen Restaurant und tranken eine Flasche Wein dazu. Sie entdeckten dabei, daß sie dieselben Speisen mochten, und daß sie beide eine Vorliebe für Rheinwein hatten. Das fei merkwürdig, sagte Jonny verträumt. Diese Ueberemstim- mung sei entschieden merkwürdig. Das einzig Bittere für ihn war, daß die junge Dame hartnäckig darauf bestand, ihren Anteil an der Mahlzeit selbst zu bezahlen. Er stritt heftig mit ihr. Aber schließlich mußte er nachgeben. Dann — weil es viel zu früh war, schon nach Haus zu gehen — siedelten sie in ein Cafä über, in dem eine berühmte Kapelle spielte. Sie tanzten fleißig. Er sagte, sie tanze außerordentlich leicht, und sie sagte, er führe gut. Zwischendurch saßen sie sich an ihrem Tischchen gegenüber und sahen sich an. Manchmal redeten sie, unb manchmal schwiegen sie. Eigentlich schwiegen sie recht häufig. Dann — nun war es keineswegs mehr allzu früh — begleitete er sie nach Haus. Gemächlich bummelten sie burch stille menschenleere Straßen. Es hatte geschneit. Eine bünne Schneedecke dämpfte ihre Schritte. Sehr zaghaft hakte sich Jonny bei ihr ein. „Es ist nur, weil es so glatt ist, Fräulein Lotte", sagte er mit etwas heiserer Stimme. „Ich habe Angst, Sie könnten fallen. Tatsächlich! Außerdem ist es ja auch ziemlich dunkel." „Wie liebenswürdig", antwortete sie lachend. „So dunkel finde ich es aber gar nicht. Es kommen doch fortwährend Autos vorüber." Das stimmte. Alle Augenblicke fegte so ein Ding vorbei, und jedesmal strichen die Scheinwerfer grell über sie hinweg. Daß vor ben meisten Häusern Asche gestreut war, erwähnten beide nicht. Jonny blieb eingehakt. Schweigend gingen sie weiter. „Wissen Sie , sagte er plötzlich unb blieb stehen, „wissen Sie, Fräulein Lotte, was ich glaube? Ich glaube, es war boch eine Null!" „Nanu! Wieso?" „Na ja", sagte Jonny, „eigentlich — hm — eigentlich habe ich doch gewonnen, nicht?" Sie lächelte. Sie lächelte auch noch, als Jonny sachte seinen Arm um sie legte. Er tat es anfangs ein bißchen zögernd unb ängstlich. Unb bann kam — Gott sei Dank — mal kein Auto vorbei. Mindestens eine Minute lang. Scheinwerfer stören mitunter so entsetzlich. K-jr ü 11 3i MM $Trf M * ' * 'S rv *Jj . '-* / Deckenbach, 9. Febr. Der hiesige Kriegerverein und der Gesangverein hielten im Saal von Heinrich Lorch ihren Familienabend ab. Im Mittelpunkt des Abends standen die Aufführungen lustiger Hans-Sachs-Spiele. Die Veranstaltung nahm einen sehr unterhaltsamen Verlauf. —.— Homberg, 8. Febr. Dieser Tage fanden hier im „Frankfurter Hof" zwei Vorträge statt, in denen die Aufgaben der Landwirtschaft im Rahmen der Erzeugungsschlacht behandelt wurden. Dr. H e r b n e r (Gießen) sprach zunächst über grundsätzliche Fragen der Düngung und erläuterte an Hand eines Filmes die Anlage von Gärfutter-Silos. In einem weiteren Vortrag sprach Landwirtschafts- lehrer Walter über die Schädlichkeit des Kornkäfers und feine Bekämpfung. — — Homberg, 9. Febr. Im benachbarten Nieder-Ofleiden findet in diesem Jahre der erste Lehrgang für Segelfliegen in der Zeit vom 14. Februar bis 6. März statt. Für diesen Lehrgang kommen in erster Linie jüngere Lehrkräfte, die noch ohne Verwendung sind, als Teilnehmer in Betracht. Außer dem Fliegen wird in der Hauptsache Modellbau getrieben werden. Vorerst ist der Bau von Segelflugzeugen nichr beabsichtigt. Segelfluglehrer S ch e u i n g (Gießen) leitet den Kursus, ihm steht der Hilfsfluglehrer Karl Oestreich (Ilbeshausen) zur Seite: Werkstattleiter ist diesmal wieder Georg F e y h (Gontershausen). In den Tagen vom 7. bis 27. März soll ein weiterer Lehrgang stattfinden. Kirche und Schule. )—( Allend orf a. d. Lumda, 8. Febr. In der hiesigen Kirche wurde in der Zeit vom 31. Januar bis 7. Februar eine kirchliche Woche abgehalten. Für jeden Vortrag war ein besonderer Redner gewonnen. Es sprachen Pfarrer A l t (Nie- der-Ohmen), Pfarrer Keil (Ehringshausen), Pfarrer Kalb Henn (Merlau), Pfarrer Volz (Wir- berg), Pfarrer Bernbuk (Groß-Felda), Pfarrer Becker (Burg-Gemünden), Pfarrer Andres (Allendorf a. d. Lumda). Der Besuch der einzelnen Abende war gut. Dieselben Vorträge waren vorher bei verhältnismäßig gutem Besuch auch in der Kirche zu Climbach gehalten worden. Briefkasten der Redaktion. Frage 20. Sie wenden sich in der Frage eines Stellenwechsels am besten an das Arbeitsamt in Gießen, oder an die für Ihren Wohnsitz zuständige Nebenstelle des Arbeitsamtes. Neueparadeuniform fürpolizeioffiziere WWW 1 s MW Auf Grund der kürzlich erfolgten Anordnung des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei Himmler wurde eine neue Paradeuniform für Polizeioffiziere eingeführt. Zu dieser Uniform ae- hören ein Tschako mit weißem Haarbusch und ein Bandelier mit Kartusche, auf dem das Hoheitszeichen angebracht ist. — (Scherl-M.) Kunst und Wissenschaft. Ein Modell des Hauses der deutschen Kunst in Kanada ausgestellt. In der Art-Gallery in Toronto wurde in Gegen- wart des Generalgouverneurs von Kanada, Lord Tweedsmuir, eine Architektur-Ausstellung eröffnet, in der auch ein Modell des von Prof. Ludwig T r o o st entworfenen Hauses der deutschen Kunst in München zu sehen ist. Das Modell, das durch Vermittlung der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr (RDV.) ausgestellt wurde und zum ersten Male im Ausland gezeigt wird, sand lebhafte Bewunderung. Generalgouverneur Lord Tweedsmuir sprach dem Leiter der RDD.-Vertretung für Kanada seine Freude über die Zurverfügungstellung dieses Modells aus und bewunderte vor allem die klare Linienführung des Bauwerkes. Norwegische Expedition nimmt Neuland in Besitz. Von der Expedition des norwegischen Walfängers Lars C h r i st i e n f e n , der im Dezember v. I. mit feinem Motorschiff „Thorshavn" in Begleitung des Fliegers W i d e r o e eine Südeismeerfahrt antrat, traf folgendes Telegramm in Oslo ein: „Von dem Flieger Wideroe wurde eine Bucht im Packeis gefunden, von wo trotz der sehr starken Dünung der Start vorgenommen wurde. Auf einem 2% Stunden dauernden Erkundungsflug wurde neues Land zwischen dem 35. und 40. Grad östlicher Länge gefunden. Die norwegische Flagge wurde aus dem Flugzeug geworfen auf 38 Grad östlicher Länge und 69,30 Grad südlicher Breite. Von dem neue entdeckten Land wurde aus der Lust eine Karte nauf- nahme angefertigt. Das Land besteht aus einer Kette von Bergen, die sich vom 40. Grad in einem nach Süden und Westen offenen Bogen bis zum 35. Grad erstreckt. Im Inlandeis befindet sich ein Berg von etwa 1500 Meter Höhe. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Vom Atlantik ziehen fortgesetzt Störungen ostwärts, die an ihrer Vorderseite mehr oder weniger milde und von der Rückseite her kalte Meeresluft auf das Festland verftachten. Der Witterungscharakter ist dementsprechend auch bei uns sehr wechselhaft. Nach dem Einbruch kälterer Luft, der im Gebirge, zum Teil auch in den Niederungen, Schneeschauer brachte, dringt zunächst wieder etwas mildere Luft über Frankreich ostwärts, hinter der sofort wieder kältere Lust aus nördlichen Breiten des Atlantik nachstößt. Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen meist schauerartigen Niederschlägen, im Gebirge meist Schnee, bei lebhaften westlichen Winden Jagestemperaturen zwischen 0 bis 15 Grad. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West unbeständiges und zu einzelnen Nieder- schläaen geneigtes Wetter, Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 10. Februar: morgens 1,4 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum heute nacht 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Februar: abends 2,6 Grad; am 10. Februar: morgens 1,3 Grad Celsius. — Niederschläge 4,2 mm. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Georg Rabe, Oberpostinspektor im Alter von 62 Jahren. im 62. Lebensjahre zu sich. wieseck, den 9. Februar 1937. Gießen, den 9. Februar 1937. Die Trauerfeier findet Freitag, den 12. Februar, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt 893 D Karl Heinrich Weitz im 60. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Christine Weitz und Kinder. Dank. Die Kinder. Dorf-Güll, den 9. Februar 1937. Gießen, den 10. Februar 1937. 0671 898 D Nach kurzem schweren Leiden entschlief sanft in dem Herrn mein unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder Die Beerdigung findet am 11. Februar, nachmittags 2 Uhr statt. für Wein und Traubensaft von arischer, altrbeinischer Weingrobkellerei zum Besuche von Privat- kundschast. Schriftl. Angebote unt. 900D an den Gießener Anzeiger. Alleinstehende Dame sucht kleine 2-3’Zim.Wohn, mit Küche evtl, auch zum Mitbewohnen einer Etage in gutem Hause. Schriftl. Angeb. u. 856D an o. Gieß. Anz. Für die erwiesene Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter Fran Sophie WoU, Seh. Fritsch sagen wir hiermit allen unseren besten u. grobe Lagerhalle zu vermiet. 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Ochs Gestern morgen 6% Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Seibert geb. Oßwald 894 D Kirchliche Woche 1 der Luihergemeinde 20 Uhr Kapelle d. Alten Friedhofs Hauptpastor D. Jannasch, Berlin 1. Abend: Mittwoch, 10. Februar Gelbflerlösung? SM-Simmer Mining zum 1.4. gesucht. Schriftl. Angeb. unter 909D an den Gieb. Anz. Stellenangebote Sauberer, unbedingtzuverlässig, tatort gesucht. 18 bis 20 Jahr. osto Heinrich Hettler Kondit. u. Cafe. Zum 1.3. fleißiges u. ehrliches möbineo das auch kochen kann, bei gutem Lohn gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieh. Anz. voM Werbe-Drucksachen hei Brühl, Schulstr.7 Tagesmädchen per sofort gesucht Kaiserallee 49L 29jähriges MW mit langjähriger Tätigkeit u. guten Zeugnissen sucht Stellung 3.15.2. in besser. Hause. Schr. Ang. unter 903D a. d. G. A. 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Schon im Weltkriege wurde erkannt, daß für Bomber der beste Schutz gegen den Angriff von Jagdflugzeugen im Fliegen in bestimmten Formationen beruhte, bei denen sich die einzelnen Flugzeuge des Bombers-Verbandes gegenseitig Feuerschutz gewahren konnten. Die modernen Bomber und Kampfmehrsitzer sind dagegen in der Regel 2- oder 4-motorige Flugzeuge, bei denen die Motoren rechts und links vom Rumpf derart angeordnete sind, daß eine Waffe (Doppel-MG. oder Flugzeugkanone) im Rumpfbug angebracht werden kann, während zwei weitere Waffen, die freies Schußfeld nach hinten oben und hinten unten besitzen, den gesamten Hinteren Sektor zu decken vermögen. Derartig bewaffnete Flpgzeuge können sich im Rahmen eines Verbandes vollkommenen Feuerschutz gewähren, ohne die eingenommene Forrnätion ändern zu müssen. Sie können unbeirrt ihren Flugweg aufs Ziel verfolgen und sich gegen Angriffe durch Jagdflugzeuge aus allen Richtungen wirksam verteidigen. Die Möglichkeiten der einzelnen Formationen sind bei Flugzeugen, die sich i m dreidimensionalen Raum bewegen, besonders vielfältig, und es wird sich stets eine Verbandsform finden lassen, die sowohl den Bedingungen des Angriffs wie denen der Verteidigung Rechnung trägt. Die gesteigerten Flugleistungen der Bomber, die sich mehr und mehr zuungunsten der Jagdflugzeuge entwickeln, machen die Verteidigung gegen Bombenangriffe immer schwieriger. Im Luftkamps von Einsitzer gegen Einsitzer hat sich gegenüber den Verhältnissen des Weltkrieges nur wenig geändert, da bei annähernd gleichen Flugleistungen auch heute noch die besseren fliegerischen Fähigkeiten des Flugzeugführers entscheiden, dem es gelingt, den Gegner zu überhöhen und von hinten oben zu fassen. Beim Jagdeinsitzer hat es die Erhöhung des Gewichts und die Steigerung der Geschwindigkeit schon heute so weit gebracht, daß darunter die Wendigkeit stark gelitten hat. Der Vorteil der gesteigerten Geschwindigkeit wird durch die Schwierigkeit für den Flugzeugführer, in die günstigste Feuerstellung zu gelangen, und durch die immer kürzer werdende Zeit, die ihm zu einem gezielten Feuer verbleibt, zum Teil schon mehr als aufgehoben. Die wesentlich größeren Gipfelhöhen an sich und die in einem Zukunftskrieg durch die gesteigerte bedeutende Soldaten als Historiker oder Kriegswissenschaftler, als Kriegsphilosophen, Wehrerzieher, Geopolitiker oder Balistiker einen berühmten Namen gemacht. Hier sei nur auf die „Weltgeschichte in Umrissen" von Oberst York von Wartenburg und auf „Das Volk in Waffen" von General von der Goltz hingewiesen, die beide, losgelöst von der Einseitigkeit rein militärischen Wissens, einen weitschauenden Blick für alle Lebensverhältnisse und eine umfassende geistige und seelische Bildung erkennen lassen. Und von der großen Zahl der ehemaligen Offiziere, die wir in der deutschen Dichtkunst oder in der Literatur nicht missen mögen, genügt es, die Namen Liliencron, Wildenbruch, Ompteda und Münchhausen zu nennen, die aus dem deutschen Volksheer hervorgegangen sind und deren Werke den Geist deutscher Wehrhaftigkeit atmen. Auf die kriegsliterarischen Werke der jungen Kriegsgeneration soll hier nicht eingegangen werden. Sie sind mehr aus individualistischem Fronterleben heraus geschrieben worden und nicht typisch für das, was ich hier zum Ausdruck bringen wollte: die aus der Idee deutschen Soldaten- | tums geborene Wehrkultur. Der Divisions-Kommandeur. Bon Hauptmann a. D. Or. Gerhard Scholh. Der Führer einer Division ist ein Generalmajor ober Generalleutnant. Er steht zwischen- dem Kommandierenden General und dem unterstellten Führer einer Waffe (Artillerie- und Jnfanterieführer). Die Division ist der k l e i n st e Verband van Truppen, der so viel Waffen in bestimmten Stärkeverhältnissen zueinander enthält, daß er grundsätzlich zur selbständigen Durchführung einer Gefechtsaufgabe befähigt ist. Infanterie mit ihren Hilfswaffen (Pioniere), mit ihren Sonderabtei- lungen (Artillerie verschiedener Geschützarten, doch ohne die Masse schwerer Artillerie-Verbände), Sam- täts- und Nachschubformationen sind hier vereinigt. Die Division soll so groß und derart gegliedert sein, daß sie sich gegenüber einem Gegner „helfen kann", wider st andsfähigundschlagkräftig ist. Sie soll nicht so groß sein, daß ihr Verband unübersichtlich und schwerfällig wird, aber auch nicht so klein, daß er nicht „alle" Waffen enthält ober infolge von beren geringer Stärke nur eine beschränkte Kampfkraft aufbringen kann. Der Bestaub einer Division zerfällt in Kampftruppen unb Nachschub- und Hilfsverbände, bie ein regelmäßiger Zubehörteil finb. Die innere Zusam- Krieg im Lustraum. Von Oberleutnant a O Georg W. Feuchter. Soldat unb Angst — das ist scheinbar eine seltsame Zusammenstellung, aber jeder ehrliche Soldat weiß, wieviel oft dazu gehört und gehört hat, um den sogenannten „inneren Schweinehund" zu überwinden. Regie- rungsrat Dr. Mierke (Kiel) hat die soldatische Haltung zur Anast klargestellt in einem Vortrag, der beim Fortbildungskursus ”** Psychologischen Laboratorium -- ™ . kriegsministeriums gehalten wurde. Dr. Mierke sagte zur Ueberminbung der Angst u. a.: finbung des geräuschlosen Flugzeuges vor v o l l« ständig neue Aufgaben gestellt werden. Was die normale Entwicklung im Flugzeugbau betrifft, so scheint es, als ob die Höchstleistungen der für Kriegszwecke geeigneten Flugzeuge kaum über eine Geschwindigkeit von etwa 500 km/h gesteigert werden können, und daß auch unter Zuhilfenahme von verbesserten Sauerstoffgeräten bte größte Höhe, in der die Flugzeugbesatzung noch einwandfrei ihre Aufgaben erfüllen kann, nicht über 12000 Meter betragen wird. Von dieser Höhe ab sind die Druckunterschiede bereits derart groß, daß zum mindesten die Verwendung von Schutzanzügen, ähnlich den Taucheranzügen, unerläßlich erscheint. Derartige Schutzanzüge hindern naturgemäß die Beweglichkeit und verlangen dadurch wieder Waffen und Geräte, die auch unter diesen erschwerten Verhältnissen einwandfrei bedient werden können. bedeutet nur eine Verzerrung des Gedankens. Gemeinschaft ist nicht gegeben, sondern aufgegeben. Nur dadurch ist sie wirklich, daß sie (wenn notig unter Einsatz der Eigenexistenz) unausgesetzt neu gelebt wird. Im Leben in der Gemeinschaft wird das Ich erst frei und seine Existenz erst wahr; denn nun steht es im offenen Bezug zu den anderen, zu den Kameraden, zur Kompanie, zum Führer, zum Volk, zur Idee, zum moralischen Gesetz und zum Gewissen. In dieser Form bietet die Gemeinschaft die beste Sicherheit gegen alle Angst. Am reinsten zeigen uns das die gewaltigen Beispiele opferbereiter Mutterliebe, Kameraden- unb Mannentreue. Die irrige Form der Selbstbetonung verliert sich, und es entfaltet sich heldische Große in der Verantwortung und in der Pflicht gegenüber der Gemeinschaft. , , , .. Der Imperativ der Pflicht aber mar die gewaltige Idee, die das deutsche Soldatentum durch den Weltkrieg trug. Im Grausen des Kampfes fielen ab alle Träume vom frifch-srohlichen Krieg, vom Ruhm und vom Avancement Auch die erste lohende Begeisterung verrauschte bald. Es blieb aber und wuchs mit der zunehmenden Schwere der Aufgaben das Bewußtsein der Pflicht. Es ist deswegen falsch, anzunehmen, wir hatten im Weltkrieg keine rechte, tragende Idee besessen. Das schlichte, aber unbedingte Pflichtbewußtseln war schon eine solche, die wert erschien, gelebt ZU werden Es wirkte in den alten und wirklichen Soldaten noch nach durch das Ehaos der Revolutions- unb Systemzeit, im Freikorps, im Grenzschutz, in ber Orgesch, in den Wehrverbanden. Die besten Führer in solchen Situationen in benen die bleiche, schlotternde Angst die Herrschaft an sich reißen wollte, waren immer Manner mit eisernem P f l i ch t b e w u ß t s ein Ungezählte Beispiele bietet dafür die Geschichte des großen Krieges vom schlichten Gruppenführer, vom U-Bootsmatrosen an bis hinauf zu unserem Hindenburg und unserem Führer die uns geradezu zu Verkörperungen des preußisch-deutschen Pflichtgedankens geworden sind. Darum muß mich die Erziehung zur alten geheiligten preußischen PsllA- auffassung bas unbedingte Ziel jeher folbatisch- Der Furchtsame muß lernen, an die Stelle des Lebens im Ich das Leben im Du zu setzen. Sem Gemeinschaftsgefühl bedarf der Entfaltung. Gemeinschaftsgefühl könnte psychologisch gedeutet werben als ein auf die Ebene des Ethischen gehobenes Korrelat zu der biologischen Erscheinung des Meute - und M a s s e n t r i e b e s. Gemeinschaft ist mehr als Herde, als Meute ober Masse. Masse, die vom Zufall ober von elementaren Instinkten zusammengeführt ist, ist bloße Summe. Gemeinschaft dagegen ist Verschmelzung und hat deswegen auch eine ihr eigentümliche Struktur, ihre Moral und Idee. In der Masse kann das Mengenmachtbewußtsein wohl zuweilen bte Angst des einzelnen dämpfen. Es kann in ihr aber auch eine einzige suggestive Angstreaktion summarisch anwachsen zur sinnlosen Panik, wie umgekehrt eine Einzelzustimmung bis zur Strohfeuerbegeisterung. Es fehlen eben der Nur-Maffe der fundamentale Halt und die Ausrichtung auf ein ethisches Ziel, bie sich äußert als G e m e i n f cf) a f t s t b c e unb Gemeinschaffsmoral. Ein Kompanieverb and mit gleichen Abze ichen, gleichen Kommandoverhältnissen unb gleichen Le- bensbebingungen ist an sich zunächst nur Masse. Zur Gemeinschaft wirb er erst durch eine zielklare Erziehung zusammengeschweißt. Gemeinschaft liegt also nicht im Aeußerlichen. Fortgefetztes Organisieren und Machen in Gemeinschaft Theoretisch erwägt man schon lange die Entwicklung des Strafosphären-Fluazeugs, da in Höhen von etwa 16 Kilometer und darüber Geschwindigkeiten von etwa 1000 km in der Stunde durchaus möglich erscheinen. Die Schaffung eines brauchbaren Stratosphären-Kriegsflugzeuges wurde umwälzend auf die gesamten Ansichten über bie Einsatzmöglichkeiten der Luftwaffe wirken, da in diesen Höhen mit den zur Zeit bekannten Mitteln eine Erdabwehr ausgeschaltet wäre. Die Lösung der Frage des Stratosphären-Kriegsflugzeuges dürfte aber noch in weiter Ferne liegen. Wenn auch schon der Bau von Motoren, die in diesen Höhen noch genügend Leistung abgeben, möglich erscheint, so bietet die Frage der Unterbringung ber Besatzung außerordentliche technische Schwierigkeiten. Der naheliegende Gedanke einer luftdicht abgeschlossenen drucksiche- r en Sabine für die Besatzung stellt an bie Technik Aufgaben, die mit den heutigen Mitteln noch nicht ohne weiteres zu lösen sind. Ebenso bereitet die Anordnung der Bewaffnung, sofern es Die Kultur des deutschen Soldatentums. Von Major a. D. von Kaiser. Der Repräsentant des deutschen Soldatentums ist das Offizierkorps. Der Offizier ist ber einzige, ber sich den Solbatenftanb zum Lebensberuf auserwählt hat, in dem also bie soldatischen Eigenschaften sich am stärksten auswirken. Seine geistige, seelische unb sittliche Eigenart strahlt aus auf bie Untergebenen, bie feiner Erziehung anvertraut finb. Von ber Sultur bes Offizierkorps hängt daher bas innere Wesen ber ganzen Wehrmacht ab. Man hat in Bezug auf bas deutsche Offizierkorps von „Wehrkultur" gesprochen, unb bieser Begriff gibt in ber Tat sehr glücklich bie vollkommene Verschmelzung soldatischer Lebenshaltung mit ben Werten roieber, bie auf allgemeinen kulturellen Gebieten liegen. Sein anberer Staub hat wohl eine so ausgesprochene, alle seine Mitglieber so gleichmäßig umfassenbe Persönlichkeitskultur herausge- bitbet, wie ber Offiziersstand. Das liegt an der starken, im Heere herrschenden Tradition unb einer entsprechenben Erziehung, bie, vom Altpreußentum ausgehend, auch diejenigen Mitglieder unwiderstehlich in ihren Bann zieht, bie noch nicht in diesen Traditionen aufgewachsen finb. Dazu gehört vor allem der Begriff ber Stanbesehre, die jeden Offizier verpflichtet, feine eigene Ehre genau so wie die des ganzen Standes heilig zu halten, etwas Unehrenhaftes weder zu tun, noch zu erdulden und mit feinem Leben für feine Ehre zu haften. Mit diesem strengen Ehrbegriff, ber bie höchsten Anforderungen an bie sittliche Persönlichkeitserziehung stellt unb damit bie hervorragende Stellung bes deutschen Offiziers in ber Wehrmacht, im Staat unb in der Gesellschaft begründet hat, ist eine gewisse Distanzierung nach außen, ein in sich geschlossener Korpsgeist verbunden, der in vielem an die Auffassung von Sitte und Sultur im alten Sparta er- ausgerichteten Manneszucht fein. Die weiteren soldatischen Grundtugenden: insbesondere Gemein- schafts- und Ehrgefühl sowie Treue, Gehorsam, Ritterlichkeit lassen sich auf diesem Erziehungswege mit erwerben. Sie helfen dann gleichfalls dazu, den einzelnen herauszureißen aus feinem Jch- komplex — und ihn Distanz von allem Kreatur- lichen (also auch vor seiner Angst) gewinnen zu lassen Pflicht-, Ehr- und Gemeinschaftsbewußtsein sind die stärksten Aktivpunkte jeder Persönlichkeit und müssen deswegen rechtzeitig unb energisch mobilisiert werden. Wer Pflichtbewußtseln, Ehr- unb Gemeinschaftsgefühl besitzt, wirb seinen Führer und feine Sameraben in der Gefahr nicht im Stich lassen, auch nicht aus Angst. Die Angst e r st im entscheidenden Augenblicke bekämpfen zu wollen, ist immer ein problematisches Mittel. Es ist zwar schon wichtig, daß in kritischen Situationen der Führer nicht versagt, sondern besonnen und kaltblütig bleibt, daß er festes Vertrauen auf feine Anordnungen und zu feinen Leuten zeigt, daß er die ©efamtfhmmung rechtzeitig belebt durch kleine Erfolge, die er mit großer Sorgfalt eingeleitet hat, daß er für unbedingte Aufrechterhaltung der Disziplin sorgt, daß er gelegentlich auch nicht vor Harte und Zwang zuruckschreckt trotz aller menschlichen Güte, die ihn sonst eignen soll. Die Hauptarbeit aber muß vor - h e r getan fein. Im Augenblick der Gefahr können nur Notmaßnahmen geboren werden, und von diesen dürften sich manche als unzulänglich oder gar als unsinnig erweisen. Ratschläge und eindringliche Ermahnungen, „sich zusammenzunehmen, Energie aufzubringen, keinen törichten Vorstellungen Raum zu geben u. ä." dürften dem nut der Angst Ringenden wie Sarkasmus und Ironie klingen. Helfen können ihm eigentlich nur die starken, mitreißenden F ü h r e r p e r s ö n l i ch k e i t e n ober bie, beten ruhige Besonnenheit fern ungeschmälertes Vertrauen erworben hat, vor allem hilft ihm aber das burch lange und tonfeguente Erziehung tief in ihm selbst verankerte Bewußtsein: „Du mußt unb kannst durchhalten, weil es deine Pflicht erfordert". Aber nur die Truppe kann Angst und Grauen überwinden, die erzogen ist zum vorbehaltslosen Gemeinschaftsgefühl, zum Kameradschaftsgeist, zur einsatzfreudigen Hingabe an ihren Führer, zur Ehre, zum Gehorsam, zur Treue, zur Manneszucht und Mannhaftigkeit, kurz gesagt: zum unbedingten Pflichtbewußtsein. Es kommt also für die soldatische Erziehung darauf an, beim einzelnen die Organisation seines Jchs planvoll und fest zu fügen, die elementaren Triebschichten abzudecken und zu verschließen, — nicht nur äußerlich durch verlogene Fassaden, die keiner Erschütterung standhalten, sondern durch kritische und wahre Selbstzucht. Diese erfordert, daß sich der Soldat löst von dem triebhaften Leben im Ich unb aufgeht in ber Welt ber Werte, der Ideale und ethischen Sinngebungen. Daß deutsche solda- tische Erziehung dieses hochgespannte Ziel zu erreichen vermag, beweist ber Weltkrieg. Vier Jahre ber gesamten Welt mit allen ihren Mitteln und Kräften zu trotzen, Hunger Entbehrung, Schmerzen, Tod der Besten und namenloses Leid zu ertragen, bas bebeutet eine Belastungsprobe, die nicht jedes Wertgefüge aushält. Das kann niemals mit einem Achselzucken als sinn- und ideallos abgetan werden. Der Schwerpunkt des Kriegserlebens lag für den schlichten Soldaten in der Bereitschaft zum Opfer seines Selbstes für die Gemeinschaft, also in ber unbedingten Hingabe an die gewaltige Pflicht; diese hob ihn hinaus über Grausen und Schrecken zum heldenhaften Stehen über aller Angst. Der Sinn des unvergleichlichen Opferganges unseres Volkes ist ein gleicher. Es mußte hindurch durch Leid, Lähmung, Erschütterung, Entsagung, Wirrnis und Verzagtheit, mußte diese überwinden durch vertieftes Erleben des Ehr-, Gemeinschafts- und Pflichtgedankens, um ein noch festeres, mehr geeintes und damit glücklicheres Reich zu schaffen, trotz Versailles. Dieses auf soldatische Lebenshaltung gegründete Reich muß notwendiger, weise werden zu einem „Reich der Pflicht", in dem der einzelne sein Ich preisgrbt für bie Volksgemeinschaft uitb in ihr unb mit ihr start wirb. innert. Nicht materielles Wohlleben, sonbern ber kategorische Imperativ der Pflicht, der von ihm das Höchste, die Führung im Kampf für Volk und Vaterland verlangt, drückt dem Tun und Lassen des deutschen Offiziers den Stempel auf. Die große Masse der deutschen Offiziere ist seit jeher arm und bedürfnislos, oft bitter arm und daher nicht in ber Lage, sich diejenigen kulturellen Werte, die nur durch Geldmittel zu erreichen find, zu verschaffen. Die altpreußifche Einfachheit des Offiziershauses ist sprichwörtlich geworden, und doch sind in ihr tiefe und für das ganze deutsche Volk wirksamere Kulturwerte verborgen als in manchen reichen Häusern, die mit erlesenem künstlerischem Geschmack ausgestattet sind. Der Rassenforscher Günther nennt bie Offiziere eine in „leiblicher unb seelischer Hinsicht so ausgewählte Bevölkerungsschicht", unb in dieser rassischen Auslese liegt nicht zuletzt bie kulturelle Bebeutung ber deutschen Offiziersfamitten für Volk unb Staat begrünbet. Angeboren unb anerzogen, weniger durch Belehrung als durch das Beispiel der Eltern, ist den deutschen Offizierskindern dieser selbstverständliche soldatische Lebensstil, dem äußeren Prunk wenig, sittliche Reinheit, Ehrgefühl Selbstbeherrschung und enge Verbundenheit mit dem deutschen Volkstum alles ist. In politischen, weltanschaulichen, sowie allgemein geistigen unb künstlerischen Fragen ist das deutsche Offizierkorps, feiner Persönlichkeitskultur entsprechens stets dort zu finden, wo nordisch deutsches Wesen, wo die Auslese der Besten führend ist. Die rege geistige' Tätigkeit im ©eneralftabe, in ber Kriegsakabemie unb innerhalb ber einzelnen Offi- zierkorps vollzieht sich tm engsten Anschluß an bas allgemeine geistige Leben ber Nation. Aber diese Tätigkeit beschränkt sich nicht auf bie passive Teilnahme an ben deutschen ©eiftesgütern, vielmehr haben viele hervorragenbe deutsche Solbaten bie deutsche Geisteswissenschaft unb Literatur um kostbare Werke vermehrt. General von Clausewitz war ber hervorragenbste Kriegsphilosoph alle Zeiten unb Gneisenau ein bebeutenber Kunstkritiker unb feinsinniger lyrischer Dichter. Moltkes staatswissen- schaftliche, kriegshistorische unb politische Arbeiten finb unübertrefflich in ihrer umfaffenben Gesamt- reitet die Anordnung der Bewaffnung, sich nicht ausschließlich um starre Waffi bie außerhalb dieser Kabine am Rumpf ober ben Flügeln angebracht werden können, erhebliche Schwierigkeiten. Auch die Unterbringung bes Lichtbildgeräts, der Visier-Einrichtungen usw. scheint vorläufig kaum durchführbar, wenn der unter allen Umständen nötige vollkommen luftdichte Abschluß erreicht werben soll. Selbst die Anbringung von genügen!) großen Fenstern, die notwendig sind, um bie für Kriegsflugzeuge unbedingt erforderliche Sicht zu gewährleisten, stellt heute noch ein äußerst schwieriges Problem bar, da bis jetzt nur kleine Bullaugen einwandfrei abgedichtet werden können. Man muß bei der Betrachtung der technischen Ent- wicklungsmöglichheiten die Grenzen des mit den heutigen Mitteln Erreichbaren beachten. Erdabwehr erzwungenen großen Flughöhen bringen für die Flugzeugbesatzung große Nachteile mit sich, die zur Folge haben, daß die Fortschritte auf dem Gebiet der Bewaffnung, der Zielgeräte für Bombenwurf usw. teilweise wieder aufgehoben werden. Das Fliegen in großen Höhen stellt trotz Verwendung von Sauerstoffgerät heute noch solche Anforderungen an die Leistungen der Besatzung, daß in vielen Fällen nicht mehr mit präziser Bedienung der Waffen und der Abwurf- und Visiergeräte gerechnet werden kann. Die weitere Leistungssteigerung in bezua auf Geschwindigkeit und Gipfelhöhen führt uns schon b i s an die Grenze der physischen Leistungsfähigkeit des Durchschnittsmenschen. Vor allem wird sich das bei solchen Flugzeugarten geltend machen, deren Erfolg, wie z. B. beim Jagdeinsitzer, Jagdzweisitzer und Sturzbomber, unbedingt von einer bestimmten Wendigkeit und Steigfähigkeit abhängig ist. Den mit der immer mehr erhöhten Steigfähigkeit und Sturzfluggeschwindigkeit auftretenden Beanspruchungen ist der menschliche Organismus nur bis zu einer Grenze gewachsen, die heute schon nahezu erreicht ist. Dasselbe gilt ganz besonders von den bei hohen Geschwindigkeiten im Kurvenflug oder beim Abfangen aus dem Sturzflug auftretenden Beschleunigungswerten. Wie stark das Problem der - B e w a f f n u n g die maßgebenden Fachleute beschäftigt, läßt sich aus den vielen, die verschiedensten Vorschläge bringenden Abhandlungen in der Fachpresse entnehmen. Auch hier gehen die Ansichten so auseinander, daß der eine in der Verwendung zahlreicher MG. mit hoher Feuergeschwindigkeit und der dadurch bedingten dichten Geschoßgarbe, der andere in einer Waffe, die auf sehr große Entfernungen genauestes Schießen gestattet, also sozusagen i m gezielten Einzelschuß, die beste Kampfmethode sieht, während noch andere Fachleute das Flugzeug mit einer möglichst großen Anzahl von Kanonen bewaffnet sehen mochten. Es würde im Rahmen dieser Studie zu weit führen, alle diese Vorschläge zu behandeln. Es würde auch zu weit führen, alle Probleme nebensächlicherer Natur, die sich aus den verschiedenen Theorien über die Entwicklung des Flugwesens erheben, zu erörtern. Dabei können aber Fragen, die bei flüchtiger Betrachtung nebensächlich erscheinen, wie z. B. eine einwandfreie Geräuschdämpfung des Motoren- und vor allem des Luft- , schraubengeräusches, von außerordentlicher Bedeutung werden. Die ganze Organisation der Erdabwehr, die z. B. bei Nachtangriffen 'zum großen Teil auf die Wahrnehmung des Geräusches durch Horchgeräte aufgebaut ist, kann mit der Er- schau über alle menschlichen Verhältnisse, ihrer I wunderbaren Klarheit und ihrem klassischen Stil. Und die kriegswissenschaftlichen Schriften des Feld- 1 marschalls Grafen Schliessen, des genialen Lehr- ' meifters neuzeitlicher Kriegführung, dann aber auch fein gewaltiger Kriegsplan find Kulturleistun- । gen allerersten Ranges, lieber letzteren sagt Dr. < Simoneit-Berlin in feiner vom Psychologischen Laboratorium des Reichskriegsministeriums herausgegebenen Broschüre „Kutturleistungen des deutschen Offizierkorps" u. a.: „Einen solchen Plan konnte ein Mann mit dem Gewissen eines Schliessen nur ansetzen auf Grund der Ueberzeugung, daß ein Volk und ein Heer hinter ihm standen, die in Bezug auf Pflichtgefühl, Einsatzfreudigkeit, Disziplin und Vertrauen zur Führung einen Höhepunkt der Entwicklung erreicht hatten. Die Tatsache des weitgehend gelungenen Einsatzes eines solchen gigantisch-kühnen Planes darf daher als ein Zeichen hoher Kultur des ganzen Volkes gewertet werden, die durch die Schule der deutschen allgemeinen Wehrpflicht und unter Führung des Schlieffenfchen Generalstabes geschaffen war." Neben diesen ganz Großen haben sich noch vieles Wirtschaft en Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. -) '■ v i" Buenos Aires . Brüssel Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig London Helsingfort.... Paris........ Holland Italien M ■ ... ' ifl heit und Schlamperei. • Nachdem so der Kaffee in Ruhe eingenommen ist, ist es Zeit für den Farmer, sich um den V e r s a n d < seiner Ware zu bekümmern. — Wir sahen das $ Verladen der Kaffeesäcke drüben bei seinem Bruder, ; zu dem wir mit ihm hinüberfuhren. Auf dem Hof des Anwesens, das merkbar größer ist und aus mehreren Gebäuden besteht, stand ein Diesel-Last- > wagen, deutsches Erzeugnis natürlich, und ein paar Schwarze hoben die Säcke unter singenden Rufen hinauf. Diese primitiven Burschen wissen erstaunlicherweise ganz genau, wie sehr Rhythmus und Takt die Arbeit fördern. Das Auto, gefahren von einem recht buschmäßig, aber unternehmend aussehenden Deutschen, fuhr fröhlich ab, aber die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Am folgenden Tage fanden wir es etwa 20 Meilen entfernt am Abstieg zur Ardai-Steppe mit gebrochenem Differential. Diese Strecke schien für Autos besonders unheilno'l zu sein, denn innerhalb von ein paar weiteren Meilen lagen noch weitere zwei Lastwagen, einer davon feit bereits 10 Tagen. — Die afrikanischen Straßen sind nicht so ohne... Abgesehen von Deutschland, das den deutschen Kaffeepflanzern, auch denen auf dem Kilimandscharo und auf den Usambara-Bergen, jährlich eine bestimmte Menge Kaffee abnimmt, erzielen die o ft - afrikanischen Kaffees aus dem Londoner Markt gegenüber der Konkurrenz aus Kolumbien und Mittelamerika solche Preise, daß die Pflanzer zwar nicht sehr reich davon werden — denn dazu sind die Preise im allgemeinen noch zu gedrückt —, daß aber auch nicht zu fürchten ist, daß sie ihren Kaffee ins Meer schütten müssen. — Inzwischen ist es Mittag geworden, und damit tritt eine bisher abseits und im Unsichtbaren wirkende Instanz in sichtbare Erscheinung, nämlich der Küchenboy. Man wird begreifen, daß viel von ihm abhängt, denn der Pflanzer hat keineswegs Zeit, jeden Tag in die Steppe hinunterzufadren und einen erstklassigen Antilovenbraten zu schießen. Auf der andern Seite wäre das Bild der Farmer nicht vollständig, wenn man das Leben dort nicht auch von dieser „schwarzen Seite" aus betrachtete. Für seine wichtige Tätigkeit, die viel Anstellig- 1 keit verlangt, gibt der ..Bwana mkuba“ dem Kü- - chenboy ein verhältnismäßig Hobes Gehalt von viel- : leicht 30 Schilling tl sh etwa 0.60 RMO im Mo- i not, während der Monats-, richtiger 30-Tage-Lohn = der Plantaqenorbeiter einen Landesdurchschnitt von , 6 bis 18 Schilling haben soll. Ueberall versteht sich dann das beruhigende Bewußtsein, daß seine großen schwarzen Kinder gut genährt und guter Dinge sind. Den „emanzipierten" Neger mit sozialen Anspru. chen und dummen marxistischen Ideen, womöglich mit Hochschulbildung, wie sie in Südafrika, an der afrikanischen Westküste und in Westindien anzu. treffen sind, kennt man in Ostafrika noch nicht. Wenn man auch den Missionen vorwirst, daß fie. die Neger anspruchsvoll machen, und wenn ich auch Deutsche gefunden habe, die grundsätzlich keine christ- lichen Boys einstellen, so wird es noch eine Weile dauern, bis es hier soweit kommt. Der Farmer aber kann sich ruhig schlafen legen, nachdem er — was hier auf dem Hochland jedoch meist unterkissen wird, drunten in der Steppe aber eiserne Regel ist , seine tägliche Dosis Chinin oder Atebrin genommen hat... da mit öei Aonian t Ich weiß nicht, ob all die deutschen Far- < men im ehemaligen Deutsch-Ostafrika i einen so bewußt deutschen Geist in sich tragen und i in die Umgebung strömen. Auf dieser, auf der wir < am Abend zuvor einfach eingebrochen waren und i um Nachtlager gebeten hatten, war er jedenfalls < so stark, daß ich mich beim Erwachen erst besinnen i mußte, wo ich war. In der Ferne verklang em i Lärm, Läuten oder Gongschläge, der mich geweckt [ hatte. Bor meiner Nase, zwischen Bett und Wand, । hatte ich ein Bord mit deutschen Büchern, die Bi- । bei darunter, und den Raum erfüllte ein Novem- 1 berlicht trübster Herkunft. Aber erst die langen • Reihen von K a f f e st r ä u ch e r n vor der Tur des Pavillons, die sich in einem dicken Nebel verloren, überzeugten mich wieder, daß ich mich auf dem Oldeani-Hochland befand, weit, weit von der Küste, mitten in Ostafrika. Außerdem in etwa 1700 Meter Seehöhe, was den Nebel erklärt und die Temperatur von schätzungsweise höchstens 12 Grad. Der Lärm vorhin war das Signal gewesen, das die schwarzen Arbeiter aus ihren Hütten herausrief, um vor dem Haus des Pflanzers zur Arbeit anzutreten. Mit diesem Appell beginnt jeder Tag auf jeder Pflanzung. Man muß erst mal feststellen, wer von den 80 oder 100 oder 200 schwarzen Herren und Damen, die man seine Arbeiter nennt, heut zur Arbeit zu kommen geruht. Alle Erziehungskünste haben es nicht vermocht,dem Schwarzen beizubringen, daß er längere Zeitstrecken, sagen wir einen Monat, durcharbeitet, wie etwa ein Eurypäer. Eines Tages, wenn ihm gerade das Wetter danach scheint oder der Sinn sonstwie danach steht, beschließt er, nicht zu arbeiten, und dagegen hilft nichts auf dieser Welt. Der Ausweg ist ganz einfach: man stellt den Mann nicht auf Monatslohn an, sondern auf einen Lohn von 30 Tagen. Ihm bleibt es dann überlassen, wie schnell er diese Anzahl von Tagen hinter sich bringen will. Mit Hilfe von Kontrollmarken kann der Pflanzer leicht Vorsorge treffen, daß er nicht bemogelt wird. Außerdem muß — und der Pflanzer, der nicht gut Kisuaheli kann, ist verloren — die Arbeit eingeteilt und den Vorarbeitern Weisungen gegeben werden, denn so ein Schwarzer denkt nicht selbständig wie ein deutscher Arbeiter, sondern er ist ein Kind, das entsprechend geführt werden muß. Und dieses Kind muß, sagen die Afrikaner weiter, etwas streng gehalten werden. Im Augenblick ist viel zu tun. Es ist Erntezeit. Also muß die Mehrzahl der Leute zum Pflücken angesetzt werden. Einige Leute müssen an die einfachen maschinellen Vorrichtungen gestellt werden, mit denen die Kirschen aufbereitet werden: und nachdem das Fleisch um die Bohnen entfernt ist, müssen sie getrocknet werden, um versandfertig zu sein. Manche Farmen haben immer Erntezeit, 'weil sie Robusta pflanzen, die zugleich blüht und Frucht trägt, wogegen die Arabica, vornehmer, entweder blüht oder Frucht hat; sie wird auf den Märkten höher bezahlt. Ferner muß man sich um die Bewässerungs- rinnen kümmern, die das Wasser durch die Pflanzung leiten. In der Nacht, in der wir herauffuhren, war eine von den Rinnen, vielleicht weil irgendein größeres Vieh, vielleicht ein Nashorn, durchwechselte, schadhaft geworden und hatte den Weg in einen Sumpf verwandelt, so daß wir, schon zum zweitenmal an diesem Tage, mit dem Auto ein wenig stecken blieben. Zahllos sind die Sorgen, die so ein Pflanzer hat: Bei der Anlage von Kaffeepflanzungen ist vor allem die Frage zu entscheiden, ob man Schatten- bäume zwischen die Sträucher pflanzen muß oder nicht. Hier und da macht man's einfach wie der Nachbar. Aber als dieser Pflanzer hier oben anfing, war nichts als die dicke Wildnis. Er mußte all'fein Land aus dem Busch heraushauen, und kein Mensch konnte ihm sagen, ob Schattenbäume oder nicht. Denn die Sonnenstrahlung ist zwar sehr stark hier oben, aber wie oft ist Nebel? Auch war noch gar nicht entschieden, ob der Kaffee überhaupt in dieser Höhe vorankommen würde. Ich kannte einen deutschen Pflanzer vom Jringa-Hochland im Süden des Tanganjika-Territoriums, der auf 1900 Meter einen Ueber-Hochlandkaffee bauen wollte, aber völlig scheiterte. Die Kirschen wurden nicht reif. Ist also die Arbeit eingeteilt, so kann sich der Pflanzer seinen übrigens sehr gern gesehenen und als willkommene Abwechslung begrüßten Zusalls- gästen widmen. Er hat eine Art, seine Leute minutenlang erst mal zu studieren, um sich zu vergewissern, was es für Vögel sind, und taut erst langsam auf, trotzdem wir durch seinen Bruder empfohlen sind, der einige Meilen entfernt auch eine Pflanzung hat, und den wir vom Schiff her kennen. Er ist deutsch auf die allernatürlichste Art: durch das, was er tut und wie er sich gibt. Reden tut er auch sonst wenig. Er schien ein wenig verstummt in seiner Einsamkeit, die um so größer ist, Wo -er Kaffee wächst... Der Tag eines deutschen Pflanzers in Ostafrika Don Erich OR. Keilpflug. freie Unterkunft dabei, während es mit der Verpflegung verscyieden geregelt zu sein scheint. Im allgemeinen hat sie, wie ich hörte, der schwarze zu bestreiten, auf dieser Farm aber hörte ich, daß die Leute mittags Essen aufs Feld geschickt bekamen. Der Neger ist übrigens durchaus imstande, den ganzen Tag nichts zu essen, weil er abends ungeheure Mengen vertilgt, wie sie eben nur em Neger bewältigen kann. Das dauert naturgemäß dann stundenlang. Und wenn sie dann recht voll sind, dann wird vielleicht noch ein wenig getrommelt, wie wir es bei unserer Ankunft auf der Farm hörten, und man macht dazu eine ngoma, einen dieser hüpfenden oder schrittchenweis zuckenden Tänze. Der Bwana mkuba, der ermüdet von seinen ausgedehnten Inspektionsgängen oder -ritten dann in einem der sehr bequemen Stühle sitzt, die man in Afrika Hut, hat dein Men » € Und ei f rtia M-e iE und >n *urehrüc MN? ÄS«’ .^leinen » MW E/ar Ich' "'S*- Fastnacht xS Mndw hch d unten»#., »Mal «bl* |/d werden, w ' In diesem 3 Wien vir de Wbor hatte ach den Fa,tn < oder der it in einem . Alt: die Straße •inb tot, als ob Pgeben hätte, * folgte. J ji-gen. 3m Laufe de Mählich aus, Sind sehr uni «gen die Mitt iflem Kinder, Straften. Auc gloron, dessen 1 der fast streich ners steht, zoo Sonst aber sct des Fastnacht, kennen. Erst am stü etwas anders der Kreuzpla die „Rennbah Maskierten b, neugierigen 3 (Wränge die Wen und & M fehlte es \i Singe, vor flfl der har W nahmen kch die Luft.! D Teil die Nenlampen. ^bester Mög jn bereiten. Manche far Mde zum ®e mb veranlaßte Wgen um sict lieber - gena Maske, fanden Mitiv oerkle M „Koloniall «r, brachte e, gesetzt ist. , . .. Es ist dabei ein Irrtum, anzunehmen, daß die Verdrängung der bisherigen Infanterie-Divisionen durch andere in vollem Gange sei. Auch bei der künftig wahrscheinlichen Ausbreitung der Panzerverbände wird den berittenen Kavallerie-Divisionen und den Fußvolk-Divisionen eine Fülle von Aufgaben verbleiben. Sie werden dazu gewiß immer mehr mit besseren technischen Kampf- und Fortbewegungsmitteln versehen werden. Auch in der Gegenwart steht der Fußkämpfer immer noch neben dem Kampfwagen, der ohne jenen nur eine beschränkte Wirkungskraft behält. Die Division enthält für die Regel ganze geschlossene Abteilungen der in ihr vereinigten Waffen (Regimenter der Infanterie, Artillerie usw.) und Bruchteile (Staffeln, Batterien besonderer Art, Bataillone) für die Regel nur insofern, als ihr diese Sonderwaffen als Verstärkungen zur Durchführung bestimmter Kampfaufgaben zugeteilt werden. Die Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Ein Zwischenslatus für 1936. Fwd. An den Börsen zu Frankfurt a. M. und Berlin sind 3 Mill. RM. Aktien der Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar, zugelassen worden. Es handelt sich hierbei um die 3 Mill. RM. Dorratsaktien, die im Zuge der Uebernahme des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins durch Austausch gegen GrnbH.-An- teile dieses Unternehmens begeben worden sind. In dem Zulassungsprospekt wird der Umsatz der Bude- russchen Eisenwerke für 1935 mit 46,76 Mill. RM. angegeben. Der Bilanzstatus zum 30. Sept. 1936 zeigt gegenüber dem 31. Dez. 1935 folgende Veränderung der wesentlichen Posten (in Mill. RM.): Forderungen auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen 11,66 (8,27), Forderungen an abhängige und Könzerngesellschaften 1,85 (1,43), Anzahlungen 0,42 (0,03), sonstige Forderungen 0,40 (0,61) Kasse, Wechsel und Schecks 1,89 (2,03), Bankguthaben 4,10 (6,17). Demgegenüber Verbindlichkeiten auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen 2,06 (1,81), Verbindlichkeiten gegenüber abhängigen und Könzerngesellschaften 0,27 (0,22), sonstige Verbindlichkeiten 1,76 (1,95) und Anleihen 2,11 (2,28). Ueber den Verlauf des inzwischen beendeten Geschäftsjahres 1936 enthält der Prospekt die Mitteilung, daß es einen guten Auftragseingang brachte, der einen erhöhten Umsatz zur Folge hatte, so daß wieder mit einem befriedigenden Ergebnis zu rechnen sei (in den beiden letzten Jahren je 4 v. H. Dividende). Die vorliegenden Aufträge sichern der Gesellschaft auch für die nächsten Monate des neuen Geschäftsjahres ausreichende Beschäftigung. Für 1936 wird bekanntlich mit wieder 4 o. H. Dividende gerechnet. Mein-Mainische Börse. Sehr still. Frankfurt a. M., 9. Febr. Die Börse lag auch heute wieder sehr still, da der schwache Eingang von Kundschaftsaufträgen auch bei der Kulisse keine Unternehmungslust aufkommen ließ. Am Aktienmarkt war die Kursbildung wieder ungleichmäßig, überwiegend neigte die Tendenz jedoch zum Nachgeben. Die Veränderungen bewegten sich irtit kleinen Ausnahmen in engen Grenzen. Montanaktien bröckelten zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. ab, so Verein. Stahl, Buderus, Harpener und Mannesmann, während Rheinstahl und Hoesch behauptet blieben. Ilse Genuß weiter gedrückt auf 146 (147,25). JG.-Farben gingen auf 169,25 (169,65) zurück. Don Elektrowerten ermäßigten sich Licht und Kraft auf 150 (151,75), wogegen RWE., Schuckert und Siemens je 0,25 v. H. anzogen, im gleichen Ausmaß niedriger lagen Gesfürel und Lechwerke. Mafchinenaktien lagen etwas fester, Division ist die kleinste derjenigen Kampfeinheiten, mit denen die Heeresleitung im Kriege operiert und für die Regel derjenige größte Verband gemischter Waffen, der im Frieden eine geschlossene Einheit bildet. Das entscheidende wichtige Zusammenwirken der Waffen fällt im wesentlichen in Den Rahmen der Divisionen. Damit ist zugleich ihre Ausgabe im Frieden gekennzeichnet. Das für die Kampfkraft wichtige gegenseitige Kennen der Waffen sowohl hinsichtlich ihrer Wirkungsbedingungen als auch hinsichtlich der tatsächlichen persönlichen Bekanntschaft der Führer der verschiedenen Teile gehört als eine Bedingung zum Erfolg im Kriege dazu. Die Dienstaufsicht und die Leitung der Ausbildung auf das Zusammenwirken der in der Division verbundenen Waffen ist die oberste Aufgabe des Divisions-Kommandeurs. Im Kriegsfälle rückt er mit „feiner" Division ins Feld. Er ist derjenige obere Führer, den jedermann in der Division noch kennt und kennen muß. Der Divisions-Kommandeur ist gewöhnlich auch derjenige Führer, der noch in Perfon auf dem Kampffelde erscheint. Er ist kein „Mann vom grünen Tisch", sondern g a n z F r o n t s o l d a t. Seine Kampfleitung ist mit dem Schlachtfeld unmittelbar verbunden. Der Kommandeur der Division: das ist der General auf dem Schlachtfeld. Noch unter Friedrich dem Großen hat die Armee in Regimentseinteilung gekämpft. Im Weltkrieg war die ganze Westfront eine stählerne Kette, deren einzelne Glieder Divisionen gewesen sind. Die Geschlossenheit des Verbandes und die Mischung der Waffen samt ihren Nachschub-, Hilfs- und Ergänzungstellen, die den besonderen Charakter der Divisionen ausmachen, ist aus dem napoleonischen Zeitalter hervorgegangen. In Preußen und Deutschland hat Scharnhorst im Jahre 1805 erstmals Divisionen aufgestellt, seitdem sind sie bis zur Gegenwart eine Regel der Heeresgliederung geblieben. als feine Frau schon seit Monaten auf Europa- urlaub weilt. Obwohl er schon jahrelang nicht mehr körperlich arbeitet, ist seine Erscheinung doch ganz und gar die eines Bauern oder eines Arbeiters der Faust, wenn man will. So sitzt er uns gegenüber, und der Kaffee duftet. Er schneidet uns das Brot, weist auf Wurst und Schinken und bemerkt fachlich, daß alles auf dem Tisch eigenes Erzeugnis fei. Das war kein Sichrühmenwollen, denn er konnte gar nicht anders, als alles selber an Ort und Stelle machen zu lassen. Die nächste Stadt mit Läden, Arusha, ist 10 0 oder 150 Kilometer entfernt. Morgenzeitungen gibt es auch nicht hier, aber Radio kann man, wenn auch nicht zu dieser Stunde, hören: die deutschen Sender und was man sonst will, werden glänzend empfangen. Daher ergibt sich die Groteske, daß der Mann besser als wir über das Neueste in Deutschland Bescheid weiß, die wir aus Deutschland kommen, aber seit über einer Woche auf den aftikani- schen Straßen liegen und mehrmals in toteinsamen Hotels oder Rasthäusern auf dem Gebirge oder im Busch kampiert haben. Gleichwohl sind die Farmer meist auf deutsche Zeitungen, meist Berliner oder Hamburger, abonniert, die natürlich in diese Einsamkeit erst mit vieler Verspätung kommen. Im übrigen hat der Oldeani ein eigenes deutsches, hier erscheinendes Organ, das Hochland, eine Monatsschrift, in der alles steht, was der Farmer wissen muß, so etwas über die Rechte und Pflichten des Prospektors, über die Ertragsberechnungen von Kokos, die Zucht von Speisepilzen. Das Heim dieses Farmers ist einfach eingerichtet, in der typischen Weise der Wohnungen in den kleinen Städten Deutschlands. Der Stil der Kredenz, die hinter ihm an der Wand steht, ist etwa der von 1912, was nicht hindert, daß es ein solides Stück ist. Auch fehlt nicht eine von der Decke herabhängende Petroleum-Glühlichtlampe, die den kleinen Raum sehr gut erhellt. Was mir besonders aufsiel und ein wenig wie nicht hierher in diese Wildnis gehörig wirkte, war eine große Standuhr mit Schlagwerk in der Ecke. Immerhin, es ist ein wenn auch kleines, so doch völlig europäisch wirkendes Heim, dem nicht das geringste Exotische anhastet, wie ich es in weißen Häusern in andern Erdteilen so oft gefunden habe, dort fast immer , verbunden mit einem leisen Hauch von Verkommen- Moenus 109 (108), Junghans 130 (129,50), aber Motorenwerte abbröckelnd, BMW. 143 (143,50), Daimler 127,75 (128,50). Von Zellstoffaktien gingen Aschaffenburg auf 139,25 (140) und Feldmühle auf 141,25 (142) zurück. Feste Haltung zeigten Jul. Berger Tiefbau mit 144,90 (143). Reichsbank, Ha- pag, Westdeutsche Kaufhof und Rütgers lagen unverändert. Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung bei lebhafterem Umsatz auf 91,45 (91,35), Reichsbahn-VA. weiter erholt auf 124 (123,75). Reichsaltbesitz lagen mit 120,13 behauptet. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Fwd. Frankfurt a. TL, 9. Febr. Arn G e - müfemarEt blieb das Angebot reichlich, durch das milde Wetter haben sich die Zufuhren verschiedentlich verstärkt. Das Geschäft nahm einen sehr schleppenden Verlauf. Für Rosenkohl und Winter- kohl ließen Die Preise nach, im übrigen blieben sie unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl Steige 12 und 18 Stück 3,90 bis 4,50 ital., Feldsalat 0,70 bis 1,10, do. unter Glas 1,00 bis 1,40, Gelbe Rüben 4 bis 6, Gewürze! großes Bündel 30 bis 40, Karotten 6 bis 10, Kohlrabi (unter) 4 bis 5, Schlüpfer (kleiner Kopfsalat) 1,50 bis 1,60, Lauch 2 bis 6, Rettich 5 bis 10, Rosenkohl 16 bis 20, Rote Tuben 5 bis 6, Sellerie 50 Kilogramm 14 bis 15, Spinat 13 bis 15 ital., Schwarzwurzeln 15 bis 24, 20 bis 22 holl., Weißkraut 3 bis 5, Wirsing 6 bis 10, Winterkohl 8 bis 10, Zwiebeln 6 bis 7. Am O b st m a r f t blieben die Anlieferungen von deutschen Aepfeln gering, in Apfelsinen haben sie sich gebelfert. Bei festen Preisen war Das Geschäft zufrieDenstellenD. U. a. notierten: Aepsel I 45 bis 48, II 35 bis 40, III 24 bis 28, Boskop I 45 bis 48, Rambur 28 bis 32, Bohnapfel 25 bis 30, Schafsnase 24 bis 28, ital. Aepfel 2OV2 bis 24V-, Apfelsinen (Blut) 20 bis 24 ital., Do. blonD 16 bis 19 ital., Bananen Kiste 12'/- Kilogramm netto 7,00 bis 7,50 Kam. unD WeftinD., 6,50 Brasil., Kranz- Feigen 25 Kilogramm 10,50 bis 12,00 Nidaer dGchweine- und Rindviehmarkt. * N i D D a , 9. Febr. Zu Dem aus Anlaß Des Niddaer Petrimarktes abgehaltenen Schweine- und Rindviehmarkt wurden 373 Ferkel, 7 Läuferschweine unD außerdem 21 Stück Großvieh (Kühe und Rinder) aufgetrieben. Für Ferkel von 4 bis 6 Wochen Alter wurden 15 bis 18 Mark, für Ferkel von 6 bis 8 Wochen 18 bis 22 Mark und für 8 bis 10 Wochen alte Tiere 25 bis 28 Mark bezahlt. Der Markt litt etwas unter dem anhaltenden Regen, wenngleich er verhältnismäßig gut besucht war. Der Verlauf des Handels mit Schweinen mar schleppend, und es verblieb Ueberftand. Der Handel mit Großvieh war erheblich reger. Mu Sofie J . über die L mit Sil 2"e eines ’taffle 3ärt| 2 inn 11 kühl, fo Vogte: Ä .gut, Fi uA*b deine S.S1 ?*'nlt/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4’/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. cbi. 23.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 ... 4% Oesterrcichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4>/3 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2'/4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.°Akt. 7 Reichsbanl 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DioiDenDe an. ReichsbankDiskvnt 4 v. H., LombarDzinsfuß 5 v. H. _________ Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- fürs Schluß!. Abend- börle Schluß- kurs S-blußk. Millag- börse _ Schluß- Mrs Schluß!. Abendbörse Schluß- Mrs Schluß! Mittag, börse Damm 8.2. 9.2. 82. 9.2. Saturn 8.2. 9.2. 8.2. 9.2. 101,25 101,25 101 ,25 101 ,25 200 98,1 98,1 98,1 98,1 Accumulatoren-Fabrik....... 12 — — 103 103 102,65 103 äKU-Kunstsetde............ . 0 — — 140,25 107,5 99,5 99,5 99,5 99,5 Aschaffenburg Zellstoff....... Bemberg.................. Bekula................... Buderus Eisen............. . 3 . 0 140 107,25 139,13 107,25 140 107,5 100 100,2 100,3 100,2 . 8 . 4 168 120 168,5 119 168,75 120,25 1 b8,75 118,75 98,75 98,75 98,5 98,5 Gement Heidelberg......... . 7 160,25 160 — 120,13 120,13 120,1 120,2 Gement Karlstadt.......... . 6 — — — 132.5 132,5 _ _ Ghade A.-G................ Conti Gummi............. . 9 11 172,5 173 172,25 172,75 Daimler Motoren.......... . 5 128,5 128,5 128 128,5 118,25 98 98 — 98 Dessauer Gas............. . 4 — — 118 Deutsche Erdöl............ . 5 148 147,5 148,25 147,25 101,5 101,13 — — Deutsche Gold- und Silber .. . 9 268 266 — Deutsche Linoleum......... 10 169,25 169 169,25 168,25 — 98 98 — Elektrische Lieferungen...... . 6 136,25 136,25 136,5 136 —— — Elektrische Licht und Kraft... . 7 151,75 150 151,25 150 I. G. Farben-Jndustrie..... . 7 169,65 169 169,25 168,9 95 95 — Felten & Guilleaume....... . 6 140,25 139,25 140 139 Gesfürel.................. .. 6 145 145 145 145 25 127 _ 127,13 127,13 Th. Goldschmidt........... .. 5 128,75 127,5 128,25 127,65 98 98 98 98 Gritzner Maschinen......... . 0 43,75 44 43,75 44,25 Harpener................. 2% 156 155,5 156 155,5 95,75 95,75 - — Hoesch Eisen............... Philipp Holzmann......... 3'/? 118,9 119 119,25 118,75 .. 6 143,75 144,5 144 144 101,4 101,65 — Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 177 1 /7 Ilse Genüsse.............. .. 6 147,25 146 147 145,5 101,9 102 102 101,9 &ali Aschersleben.......... .. 5 138,75 139 138,5 139 110,25 110,3 110,4 110,4 Klöcknerwerke............. 4-/2 126,4 125,75 126 125,75 8,65 8,65 8,55 8,55 15.9 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 125 125 143,4 125 143 125 1,2 5,4 1,25 5,2 6,2 5,2 6,4 9,45 5,25 1,35 Mainkraft................. Mannesmann............. .. 4 .. 3 93,75 119,5 94 119,25 119,4 118,9 6,2 6,25 5,25 6,4 9,4 5,2 Mansfelder Bergbau....... 6'/, 161,75 — 161,75 161,5 Metallgesellschast........... .. 5 154 153 153,75 —' 6,25 9,4 5,25 Lrenstetn & Koppel........ .. 0 — —— 89 88,65 Rheinische Braunkohle...... . 12 223,25 226 222,5 — 5,2 Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ .. 6 .. 6 138,5 154,25 154,25 139 154,25 138,5 154 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 131,75 132,25 131,65 131,65 19,75 19,75 Rütgerswerke ............ .. 6 143,75 143,75 144,25 144 Salzdetfurth Kali.......... 7'/t 181 181 181,5 181,5 126,5 126,75 126,75 1 126,5 Schuckert & Go............ .. 6 163,25 163,5 163,25 163 — — 43,13 43 Schultheis Patzenhofer..... .. 4 97,5 97,13 17,25 17,25 17,25 16,9 Siemens & Halske........ .. 8 199,25 199,5 200,25 199,5 17,65 123,75 17,5 17,5 17,4 Süddeutsche Zucker........ . 10 203 — 201 201 124 123,9 124,25 Bereinigte Stahlwerke..... 3yt 119,65 119,25 119,5 119 _ 184,5 184,75 185,25 Westdeutsche Kaufhof...... .. <] 56,75 56,75 56,9 56,25 131,5 131 131 Westeregeln Alkali......... .. 5 136,75 137 136,75 137 114,25 114,25 114,25 114,25 Zellstoff Waldhof......... .. 156 155,5 156,5 156,25 117 117 117 117 Ltavi Minen............. . 0,6 24 24,25 24,25 106,75 106,5 106,75 106,5 8. Februar 9. Februar 8.Februar g. Februar Amtliche Notierung Geld I Brief Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Geld Kotierung Brief 0,705 0,754 0,705 0,754 Japan.................... 0,707 0,709 0,706 0,708 41,99 42,07 41,98 42,06 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 61,30 0,151 0,153 0,151 0,153 Lslo..................... 61,18 61,30 bl , 1 8 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 54,36 54,46 54,36 54,46 Lissabon.................. 11,055 11,075 11,055 11,075 47,01 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,77 62,89 62,77 62,89 56,93 17,52 8,674 12,175 5,375 12,205 5,385 12,175 5,375 12,205 5,385 Spanien.................. 56,82 17,48 56,94 17,52 56,81 17,48 11,585 11,605 11,58 11,60 136,46 Brag..................... 8,656 8,674 8,656 136,23 136,51 136,18 Budapest................. —— — — 2,492 13,09 13,11 13,09 13,11 Neu York.................. 2,488 2,492 2,488 Hr.54 Dritter Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mittwoch, lv.zebruar 1957 “B“)KAMILLOFLOR| ALKALIFREI 30 PFG. BRUNETAFLORt FuR DUNKLES HAAR Haarpflege ■ für die Frau von heute! Aus der Provinzialhauptstadt. Aus! Regennasse Straßen. Unaufhörlich rieselte das himmlische Naß hernieder. Die Menschen hatten es eilig mit dem Heimkommen. Wer nicht unbedingt herausgehen mußte, blieb lieber zu Hause. Denn es war — mit einem Wort zu sagen — ein Hunde- metter. Und ein Skandal dazu, daß der Wettergott so wenig Rücksicht nahm aus die Faschingswünsche und -Hoffnungen der Menschen. Allerlei „Blüten- träume" wurden bei diesem Dauerregen einfach zu Wasser. Und in der Stadt, wie auf dem Lande hörte man nur ehrliches Bedauern über das Regen-Leid bei dem Mainzer Rosenmontagszug. In Gießen sah man, abgesehen von drei oder vier kleinen Buben und Mädels im Faschingsgewand, überhaupt nichts vom Karneval. Auch diese kleinen Anfänger hatten bei dem andauernden Regen gar schnell alle Begeisterung verloren und verzogen sich wieder zu Mutters warmer Stube. Auf den Straßen blieb an Stelle des Rosenmontags-Faschingstreibens nur der Regen der „ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht". Das war der Rosenmontag in Gießen, eine einzige wässerige Angelegenheit! Fa st nacht-Dienstag. Früher traf man noch kurz vor dem Hellwerden die „Standhaften" vom Rosenmontagsbetrieb. Sie befanden sich mitunter noch nicht einmal auf dem Heimweg, sondernsteckten aus einer Gasthaustür nur den Kopf ins Freie, um einmal frische Lust zu schnuppern. Manche befanden sich auch in mehr oder minder schwankendem Zustand auf der Tour nach ihrem Bette. Wenn sie unterwegs eine offene Gasthaustür und Licht im Lokal erblickten, mußte unbedingt erst noch Station gemacht und eine „Erfrischungspause" eingelegt werden. Nach Hause kam man ja immer noch. In diesem Jahre am Fastnachts-Dienstagfrüh konnten wir derartige Beobachtungen nicht machen. Offenbar hatte das Hundewetter vom Montagabend auch den Fastnachtsfrohen die Ausgehlust genommen, oder der auch nachts anhaltende Regen hatte sie in einem Zug heimwärts getrieben. Kurz und gut: die Straßen waren am frühen Morgen so leer und tot, als ob es überhaupt keinen Rosenmontag gegeben hätte, dem ein Fastnachtsdienstag auf dem Füße folgte. Dazu wiederum Regen, nichts als Regen. i Im Laufe des Vormittags hörte zwar der Regen allmählich auf, dann blies aber ein reichlich kalter Wind sehr unangenehm durch die Straßen. Erst gegen die Mittagszeit fanden einige Beherzte, vor allem Kinder, Mut zur Maskenpromenade in den Straßen. Auch ein leiblich recht umfangreicher Clown, dessen Bauchweite in stärkstem Gegensatz zu der fast streichholzartigen Schlankheit seines Partners steht, zog mit einer Pauke bewaffnet, einher. Sonst aber schienen die Menschen auch am Mittag des Fastnachtsdienstag nur Arbeit und Pflicht zu kennen. Erft am frühen Nachmittag wurde das Straßenbild etwas anders. Wie immer waren der Seltersweg, der Kreuzplatz, die Mäusburg und der Marktplatz die „Rennbahn" der — leider nur gering an Zahl — Maskierten bzw. Angemalten und der sehr vielen neugierigen Zuschauer. Es gab wieder ein großes Gedränge die Straßen hinauf und hinunter. An Johlen und Schreien, an Lachen und frohen Zurusen fehlte es nicht. Die Pritschenschlacht war fest im Gange, vor allem zur Freude der Buben, die sich in der Hauptsache die jungen Mädels vor die Pritsche nahmen. Papierschlangen und Konfetti flogen durch die Luft. Die Papierschlangen umhüllten sogar zum Teil die in ansehnlicher Höhe angebrachten Straßenlampen. Männlein und Weiblein suchten sich nach bester Möglichkeit die Faschingsfreude des Tages zu bereiten. Manche karnevalistisch herausgeputzte Truppe wurde zum Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit und veranlaßte eine Zusammenballung der Schaulustigen um sich herum. Aber auch in diesem Jahre wieder — genau wie im Vorjahre — fast kaum eine Maske, sondern fast alles nur mehr oder minder primitiv verkleidet und im Gesicht bemalt. Einzig eine „Kolonialtruppe", die recht hübsch aufgemacht war, brachte eine besondere Note mit gutem Ge- Die Arbeit der OAF. im Kreise Wetterau. Die Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront gibt folgenden Bericht über ihre Tätigkeit im Januar: Im Kreise Wetterau wurden im Berichtsmonat 41 887 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut; hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 24 148. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) zahlte folgende Unterstützungen aus: Ausbez. Unterstützungs- Anzahl Wertsumme Erwerbslosenunterstützung 25 327,50 Krankenunterstützung 201 1610,05 Jnvalidenunterstützung 226 3013,95 Notfallunterstützung 7 82,— Sterbeunterstützung 9 550,— Heiratsbeihilfe 2 60,— 470 5643,50 A. D. D. 2 128,— Angestellte. Erwerbslosenunterstützung 2 73,33 Jnvalidenunterstützung 14 132,10 16 195,43 Die Kreiswaltung besuchte im Berichtsmonat 74 Ortswaltungen; Mitgliederappelle wurden keine abgehalten. Betriebe wurden insgesamt 47 besucht und dabei Fragen der tariflichen Entlohnung, Entlassungen, Schönheit der Arbeit, Lehrlingshaltung und -ausbildung geklärt. Bei der Rechtsberatungsstelle sprachen 507 Besucher vor. Außerdem wurden 64 arbeitsrechtliche Streitfälle behandelt, 18 Güteverhandlungen mit den Parteien geführt, 31 Vergleiche geschlossen im Werte von 1965,34 Mark. Vor dem Arbeitsgericht wurden 20 Klagen erhoben, 23 Termine wahrgenommen, fünf Vergleiche geschlossen, vier Klagen wurden zurückgenommen. Die Verfahren in der Sozialversicherung zeigen folgende Zahlen: 1 Krankenversicherung, 1 Invalidenversicherung, 3 Angestelltenoersicherungen, 2 Arbeitslosenversicherungen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte 19 Veranstaltungen mit 6892 Besuchern durch, sowie 65 Sportabende mit 1108 Besuchern. Die Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung brachte weitere Berufserziehungsmaßnahmen für alle Berufe zum Einsatz, die inzwischen zum Teil bereits durchgeführt sind. Da sich die Durchführung praktischer Lehrgänge sehr bewährt hat, werden weitere Maßnahmen dieser Art für verschiedene Berufe ausgeschrieben und durchgeführt. Die Kreisjugendwaltung ist bei der letzten Durchorganisation des Reichsberufswettkampfes, nachdem die Anmeldetermine ab gelaufen find. Dieses Jahr ist wieder eine größere Beteiligung festzustellen und die Jugend beweist, daß sie den Sinn der „Olympia der Arbeit" begriffen hat. Unser neuer Vornan. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes die Veröffentlichung des Romans „Das fremde Gesicht" von Caren beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer des Gießener Anzeigers mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes. Wir glauben den Wünschen zahlreicher Leserinnen und Leser in Stadt und Land entgegenzukommen, wenn wir heute die Bekanntschaft mit einer unserer beliebtesten und am meisten gelesenen Romanautorinnen erneuern, die sich seit langem eine große und anhängliche Gemeinde geschaffen hat. Unser neuer Roman ist das letzte, erst vor kurzem zum Abschluß gebrachte Werk der geschätzten Verfasserin: „Das Mädchen mit dem Silberhaar", von Anny von panhuys. schmack in das Treiben. Sie fand denn auch verdientermaßen viel Anerkennung. Gegen Abend flaute der Betrieb ab. Zwischen 19 und 20 Uhr schien er überhaupt einen starken Knacks zu erhalten durch ein Regen- und Schneeunwetter, das plötzlich hereinbrach und den Aufenthalt auf der Straße sehr ungemütlich machte, zum Glück aber nicht lange anhielt. Von 20 Uhr ab erhielten die Straßen ein besseres karnevalistisches Gesicht durch zahlreiche Masken, die nun auf dem Marsche waren. Ihr Ziel war allerdings nicht die Promenade auf der Straße, sie strebten vielmehr den Gaststätten und Faschingsbällen zu, für die auch diesmal wieder reichlich gesorgt war. Und hier entwickelte sich ein Mordsbetrieb, bei dem der Frohsinn und die Kar- neoalslaune kräftig zur Geltung kamen. Aus dem Abend- und Nachtbetrieb wurde bei vielen eine kräftige Nachfeier bis weit in den folgenden Morgen hinein. Aschermittwoch. Das Lebenslicht des Prinzen Karneval ist erloschen. An seiner Stelle regiert heute bei vielen der — Kater. Daß von gestern abend bis heute morgen kräftig gefeiert wurde, war an den Männlein und Weiblein zu erkennen, die heute früh zwischen 6 und 7 Uhr zum Teil mit frohem Sing-Sang und mit kräftiger Schrei-Stimme die Straßen bevölkerten. Man sah die Strapazen der Faschingsschlacht der verflossenen Nacht aber auch an manchen Gesichtern, die übernächtig mit reichlich viel Anstrengung bei der Arbeit des heutigen Vormittag herumgetragen wurden. „Sitzengebliebene" gab es heute morgen auch noch in verschiedenen Lokalen. An einer Stelle hörten wir sogar das weithin bekannte trutzige Singbekenntnis: „Heut gehn wir wieder gar net Haarn!" Im Lokal standen aber schon vielfach die Stühle auf den Tischen und die Kellner machten immer mehr Fenster auf. Die „Seßhaften" dürften dann wohl doch bald „haamgegangen" sein. Ihr Schwips und ihr Kater werden 'sie treu begleitet haben. Aber dafür ist es ja Aschermittwoch, und nun ist die Fastnacht begraben, ist das Narrentreiben aus! B. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Wasser für Canitoga". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Mädchen aus der Hafenschenke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im weißen Rößl". — Kirchliche Woche der Luthergemeinde: 20 Uhr spricht Hauptpastor D. Jannasch, Berlin, in der Kapelle des Alten Friedhofs über „Selbsterlösung". Sladttheater Gießen. Heute abend findet die letzte Wiederholung des spannenden Schauspiels „Wasser für Canitoga" von Georg Turner statt. Die Spielleitung führt Anton Neuhaus. Die Vorstellung findet als 19. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21,45 Uhr. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und Deutscher Biologenverband. Donnerstag, 11. Februar, Vortrag im Hörsaal des Zoologischen Instituts. Professor Anke! spricht über „Reise eines Zoologen nach Dänemark und Schweden." (Siehe heutige Anzeige.) kirchliche Woche der Luthergemeinde. Die Luthergemeinde Gießen veranstaltet in der Zeit vom heutigen Aschermittwoch, 10. Februar, bis zum Samstag, 13. Februar, jeweils um 20 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs eine Kirchliche Woche, die vier Vorträge unter dem Thema „Die Biblische Botschaft von der Erlösung" bringen wird. Redner aller Abende ist Hauptpastor Dr. theol. Jannasch (Berlin, früher Hohensolms). Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. NSDAP. - Amt für DotkSwohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Donnerstag, 11., und Freitag, 12. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfund- fammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfund - päckchen bereitzulegen. •.J- . Dieöeutfdißflrbritdfront ■-'77 > n.9.=6emeinfchaft „straft durch frcuöc" Amt Feierabend. Vorstellung am 13. Februar im Gießener Stadt t Heater. Am Samstag, 13. Februar, bringen wir als 11. Sondervorstellung im Stadttheater Gießen das spannende, zeitgemäße Schauspiel „Wasser für Canitoga" von Georg Turner. Die Eintrittspreise betragen 70 und 90 Pf. Die Karten können umgehend bei der Kreisdienststelle abgeholt werden. 4200 Mark für das Winterhilfswerk. Das Ergebnis der 5. Straßensammlung In Gießen. Die 5. Reichsstraßensammlung, bei der die schönen Bernstein Klee- und Eichenblätter verkauft wurden, brachte in unserer Stadt den stattlichen Betrag von 4200 Mark. Das Ergebnis des Kreises Wetterau liegt bisher noch nicht vor. ein groß angelegter Liebes- und Kriminalroman, der, wie wir überzeugt sind, von Anfang bis zu Ende mit wachsender Anteilnahme und größter Spannung verfolgt werden wird. Die in früheren Jahren bereits bei uns erschienenen Romane von Anny von Panhuys, die samt und sonders ausgesprochene Publikumserfolge waren, haben die bestechenden Vorzüge ihrer Arbeiten hinreichend vor Augen geführt: packende und lebendige Schreibweise, höchste Spannung einer in überraschenden Steigerungen und dramatischen Konflikten sich zuspitzenden Handlung, und eine höchst plastische Charakterzeichnung. Romane wie „Ein Lied vom Glück", „Der Dreizehnte", „Frauenwege" und „Durch fremde Schuld" — um nur einige herauszugreifen — dürften vielen unserer Leserinnen und Leser noch in bester Erinnerung sein. Alle die genannten Eigenschaften vereinigen sich auch in dem neuen Roman, mit dem wir heute beginnen: er wird, dessen sind wir gewiß, genau wie seine zahlreichen Vorgänger seinen Weg machen und jedermann eine reizvolle, von Tag zu Tag erwartungsvoll begrüßte Lektüre sein. Oberpostinspektor Georg Rabe t- Aus einem arbeitsreichen und tatenfrohen Leben schied am Montagabend infolge eines Herzschlages, im 63. Lebensjahr, der Oberpostinspektor Georg Rabe. Der aus Hannover Gebürtige wurde am 1. 4.1922 von Norden in Oldenburg an das hiesige Postamt versetzt und erhielt am 1.10.1923 seine Ernennung zum Oberpostinspektor. Er war ein pflichtbewußter Beamter der alten Schule, dessen vornehme Gesinnung, gepaart mit rechtlichem Denken und einem verstehenden und gütigen Wesen ihm die Hochachtung und Zuneigung feiner Vorgesetzten und feiner Arbeitskameraden sicherte. In ihm wurde mitten aus seiner Arbeit eine starke Persönlichkeit herausgerissen, die ihre nationale Gesinnung in schwerster Zeit nicht nur bekannte, sondern auch betätigte. Seit der Gründung 1919 gehörte er dem Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutz- bunb an und zeichnete sich als aufrechter Deutscher als einer der ersten Gießener in die Protestliste gegen den Poungplan 1929 ein. Im gleichen Jahre zeichnete er sich mit seiner ganzen Familie in die Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. Nachdruck verboten. Frau Sofie Karsten strich mit der Rechten mehrmals über die schwere Damastseide des leuchtend blauen, mit Silber durchwirkten Kleides, das über die Lehne eines Stuhles ausgebreitet war. Es lag verhaltene Zärtlichkeit in der Bewegung. Ein ganz klein wenig innere Erregung schwang auch in der sonst so kühl, fast hart klingenden Stimme mit, als sie sagte: „Also gut, Fränze, daß dir von der Nähkathrin bas Kleid deiner Mutter für den Maskenball zu- rechtmachen. Wenn die Seide noch länger unbenutzt bleibt, hat niemand mehr etwas davon. Sie bricht und wird wertlos. So kannst du wenigstens ein paar Abendstunden damit prunken und dir einbilden, du wärst auch im Alltagsleben ein Mädel, bas sich so teure Seide leisten darf. Deine Mutter hat sich wahrscheinlich auch so gefühlt, als sie es getragen." Sie blickte die Enkelin an und in ihren Augen stand geheime Angst. „Deine Mutter hat kein Glück gehabt, sie ist am Leid um ein Mannsbild zerbrochen. Verdorben und gestorben, wie die Dichter das nennen. Gib du besser auf dich acht, Fränze, ich rate dir gut." Sie schaute an Franziska vorbei. „Es ist eine schöne und doch traurige Einrichtung mit der Liebe. Wie wenige Menschen werden durch sie wirklich glücklich. Deine Mutter starb daran, sei du gescheit. Bleibe kühl, wenn dir einer besser gefällt als alle anderen, bleibe kühl. Laß es ihn nicht merken, sonst erdrückt dich die Sehnsucht des Mannes. Halte dein Herz zurück." Sie lache kurz auf. „Ich werde poetisch, Fränze, und das paßt nicht zu mir, das Kleid hat Erinnerungen aufgescheucht. Aber es ist schon vorbei. Doch das mit dem Aufpassen auf dich, das merke dir, denke an mich, wenn dich einer einfangen möchte. Bist hübsch, Fränze, so hübsch wie deine Mutter gewesen. Aber reden wir vom Kleid weiter. Ich schlage vor: Geh als Dame aus der Zeit der Königin Luise. Kurze Taille, unter der Brust gegürtet, das Haar seitlich in Locken frisiert, und als Kopfputz nimmst du das Diadem, das bei den Sachen deiner Mutter liegt, und das so echt glitzert, daß man darauf reinfallen könnte, wenn man's nicht besser wüßte, Trödel, Masken- tröbel, gerade das Richtige, um für ein paar Nachtstunden zu funkeln." Sie nickte: „Gut wird das Diadem mit feinen blauen und weißen Steinen und den Perlen zu dem Kleide passen." Sie schloß einen Kommodenkasten auf und entnahm ihm eine Pappschachtel, stellte sie auf den Tisch. „Probiere das Diadem nur gleich, ich muß jetzt in die Küche, damit wir heute am Sonntag nicht so spät zu essen brauchen." Sie öffnete die Tür und entfernte sich etwas hastig. Franziska wußte, die Großmutter wollte draußen die Tränen hinunterschlucken, die unter ihren Lidern brannten. Das Gespräch, die Erinnerungen, die sie beim Anblick des Kleides überfallen, taten ihr weh. Fränze seufzte. Der jähe Tod der einzigen Tochter, ihr kurzer Lebensroman waren das große Herzeleid der nun altgewordenen Frau und blieben es wohl bis an ihr Ende. Franziska öffnete die mit einer schmalen schwarzen Schnur zusammengebundene Schachtel und hob aus zusammengedrücktem Seidenpapier ein Diadem, das ihr entgegenleuchtete, als wäre es aus der Werkstatt eines erstklassigen Goldschmiedes hervorgegangen. _ . Franziska Karsten verstand nichts von Edelsteinen; aber sie dachte, wenn sie das Diadem auf dem Haar irgendeiner eleganten Dame gesehen hätte, würde sie es bestimmt für echt gehalten Haven. Auch die Großmutter hatte anfangs an die Echtheit geglaubt und den Uhrmacher und Goldarbeiter Huhn gefragt, der an der Straßenecke das kleine Geschäft hatte. Doch der hatte gelacht und geantwortet, es wäre eine Pariser Imitation in Silberfassung mit vergoldeten Teilen. Zwar famos gearbeitet, aber wertlos. Die Pariser verständen sich auf dergleichen. Seitdem lag das Diadem in der Pappschachtel, das ihre Mutter mitgebracht, als sie plötzlich aus Paris heimgekvmmen, um bald darauf zu sterben, gleich nachdem sie ihr das Leben gegeben. An gebrochenem Herzen, sagte die Großmutter. An zu schwachem Herzen, hatte der Arzt gesagt. Franziska betrachtete das Diadem, trat vor den Spiegel, der hier im Wohnzimmer über der Kommode hing, und drückte das Schmuckstück in die kurzen silberblonden tiefen Haarwellen, die in der Mitte gescheitelt, dem feinen, geraden Gesicht den Reiz köstlicher Unberührtheit gaben, was die großen grauen Augen im Kranz tiefdunkler Wimpern noch unterstrichen. Sie war eine auffallende Erscheinung, und vor ein paar Jahren hatten ihr Bekannte lebhaft zugeredet, sich bei der Schönheitskonkurrenz zu melden, sie hätte große Aussicht, Miß Europa zu werden. Sie war' nicht abgeneigt gewesen, ihr Glück zu versuchen, aber die Großmutter hatte ihr bitter geantwortet: „Eitelkeit bringt Unglück, verdreht die Köpfe, macht Frauen zur leichten Männerbeute. Deine Mutter war auch eitel auf ihre hellblonde Schönheit und ließ sich wahrscheinlich durch Komplimente einfangen von einem Menschen, dem sie dann bald über wurde. Sicher war es so ein^Kerl, der gar nicht ans Heiraten dachte. Du heißt deshalb Karsten, wie ich heiße, weil mein Mann so hieß und deine Mutter natürlich auch. Ich hasse seither alles, was der Eitelkeit und dem Hochmutsdünkel Vorschub leistet. Die Schönheitskonkurrenz risse dich nur aus deiner Arbeit, und nachher hättest du den Geschmack an der Arbeit verloren." Fränze blickte sehr ernst, doch dann sah sie wieder in den Spiegel und lächelte. Sie gefiel sich. Wundervoll glitzerten die weißen und blauen großen Steine in dem wie eine kleine Krone geformten Diadem, das am unteren Rand mit einer Reche rosig schimmernder Perlen abschloß. Plötzlich wurde ihr Gesicht wieder sehr ernst. Ihre arme Mutter, der sie äußerlich so sehr glich, wie die Großmutter meinte, hatte vielleicht auch einmal, so wie sie jetzt, mit dem funkelnden Geschmeide im Haar vor dem Spiegel gestanden und sich zufrieden angelächelt, hatte nicht geahnt, wie bald sie die Erde würde verlassen müssen. Arme Mutter! Sie nahm das Diadem aus dem Haar, legte es an seinen Platz zurück. Ihr Blick ruhte' auf dem Kleid von kostbarem Stoff, und Tränen traten ihr in die Augen. Das Kleid, das Diadem und ein krankes Herz waren alles, was die Mutter von ihrer Fahrt ins Glück mit heimgebracht hatte. Sie überlegte: tinäre es nicht besser, auf den Maskenball zu verzichten, als in dem Kleid und dem Diadem dorthinzugehen? Es klopfte. Die im gleichen Hause wohnende Nähkathrin, wie sie in der Nachbarschaft genannt wurde, trat ein. Klein war sie und ein wenig verwachsen. Sie grüßte kurz und war mit raschen Schritten bei dem Kleid. „Das ist ’ne Seide, svwas kriegt unsereins nie unter die Finger. Deine Großmutter sagte mir eben schon, wie's umgearbeitet werden soll für den Maskenball. Von deiner Mutter stammt es noch. Na, dich kleidet es auch, Fränze. Blau und Silber für so'ne helle Blondine wie du, ist das Schönste, was es gibt. Großartig wirst du darin aussehen!" Ihre Augen hingen jetzt an dem Diadem. „Was für’n Gefunkel. Fränze, das ist was für eine Fürstin oder eine ganz berühmte Künstlerin und paßt eigentlich nicht für ein Tippmamsellchen, wie du bist. Ader dafür ift’s auch unecht! Für unsereins ist das Unechte auf der Welt da, ob es sich um Schmuck oder Männer handelt. Wenn wir die Hände nach was Besonderem auszustrecken glauben, ift’s nachher doch Talmi!" Franziska Karsten antwortete ernst: „Sie sind wieder mal verbittert, Kathrin, und stecken andere damit an." Sie hatte vorhin schon auf den Maskenball verzichten wollen, auf den sie sich seit langer Zeit gefreut, jetzt aber schien es ihr, als würde sie damit der verbitterten Nähkathrin ein Zugeständnis machen. Sie nahm das Kleid, erklärte: „Ich möchte es geändert haben nach der Mode der Königin-Luisen- Zeit. Runder weiter Halsausschnitt. Kurze Taille, ganz kurze gepuffte Aermel." Die Aeltere nahm Maß, versprach baldige Anprobe und lächelte: „Wirst in dem Kleid und dem Diadem aussehen wie eine große Dame, Fränze, gib dir Mühe, vielleicht fängst du ’ne gute Partie ein auf dem Maskenball." Franziska Karsten hob die Schultern. „Ich möchte den Maskenball nur mitmachen, um einmal ein paar ganz vergnügte und harmlose Stunden zu verbringen. Eva Zoll hat mir eine Eintrittskarte geschenkt. Auf den Männerfang will ich nicht gehen." Nähkathrin lachte lautlos. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen Landkreis Gießen. W Ämtm Gute Möbel bei Koos Giessen Schülstn 6____ val von sich getan und bescherte uns als Aeppelwoi- Balzer „Die silberne Hochzeit" von Stoltze. Herr Seitz belebte das Programm mit kleinen Spatzen in heimischer Mundart. Den Schluß machten die Notizen aus dem Senderaum", „Das Alibi , der Tünnes aus Köln und die hier bereits bekannte Bauerntheaterparodie. — Es herrschte diesseits und jenseits der Rampe eine recht vergnügte Stimmung, und der angebrochene Abend fand, soweit wir sehen konnten, anderweitig eine dem Faschingsdienstag entsprechende Fortsetzung. . Hans Thyriof. Gießen einen Preis erringen, worüber ihr em Diplom ausgestellt wurde. Kam. Bierau wurde zum Ehrenmitgliede ernannt. Der Kameradsschafts- Führer rief die Kameraden zur Beteiligung am diesjährigen Reichskriegertag am 26. und 27. Juni in Kassel auf. Weiter wurde beschlossen, von jetzt an wieder das Ehrenschießen am Grabe verstorbener Kameraden aufzunehmen und Kameraden dafür bestimmt. Kam. Rau berichtete über seine Teilnahme am vorjährigen Reichskriegertag, bei dem er die Ehre hatte, die Fahne der Lollarer Kriegerkameradschaft als eine der ältesten im Kyffhäuser- bund in der Ehrenkompanie tragen zu dürfen, und legte wohlgelungene Aufnahmen davon vor. Der kürzlich veranstaltete Kameradschaftsabend fand allgemeine Anerkennung. Es wurden einige den Abend betreffende Fragen besprochen. Mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland schloß der Kameradschaftsführer die Tagesordnung. Bei einem guten Trunk, Gesang und dem Austausch von Militar- und Kriegserlebnissen blieb man noch einige Zeit in echter Kameradschaft beisammen. $ Lollar, 8. Febr. Der hiesige Gesangverein „Sängervereinigung" hielt am vergangenen Samstagabend in feinem Vereinslokal „Zur Linde" seine Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer Erich Espik erfolgte die Ehrung der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder: Johann Dietz, Karl Deibel und Ludwig Seipp. Aus den beiden Berichten, dem des Dereinsführers und des Schrift- Erst iie übliche Re k-ien sofort wi hei verhüten. I Am besten fr Mrfrau-Meli piltung oder l * und notn Mpst und un L>e sehr gut Mmmgsumsch! Ämähig täglid I^losterswu-2 Amorgens tu Äng bereite WelKlostersrc I?'kochende- ^Gesundheit .Ulten Sie d SWtuon Amen zu R LUnntden für bte Einbringung eines Dahloorschlages notwendige Stimmenliste der aufstrebenden nationalsozialistischen Bewegung ein. Der Verstorbene zählte zu den ältesten und aktivsten Mitgliedern des Alldeutschen Verbandes. Aufgeschlossen für alles Schöne, war er ein großer Natur- und Wanderfreund. Abschiedsabend fürprofeffor Or. Zwick. Am vorigen Freitag veranstaltete — wie man uns heute berichtet — die Veterinärmedizinische Fachschaft der Ludwigsuniversität einen Abschiedsabend anläßlich der bevorstehenden Uebersiedlung des langjährigen Ordinarius für Veterinärhygiene und Tierseuchenlehre, Professor Dr. W. Zwick, nach München. Anwesend waren außer den Studenten, Dozenten und Assistenten der Veterinärmedizinischen Fakultät zahlreiche Vertreter der übrigen Fakultäten, an ihrer Spitze Se. Magnifizenz Prof. Dr. Pfähler, der nach einer Würdigung der großen Verdienste von Professor Zwick um die Gießener Universität durch seinen Amtsnachfolger, Professor Dr. Beller, in herzlich gehaltenen Worten dem Scheidenden den Dank der Universität zum Ausdruck brachte. Von den Studierenden der Veterinärmedizinischen Fakultät wurde Professor Zwick durch ihren derzeitigen Fachschaftsleiter Geyer ein von dem Gießener Kunstmaler Will geschaffenes Aquarellbild überreicht, das ein Gießener Landschaftsbild darstellt und für Professor Zwick eine Erinnerung an seine erfolgreiche Lehrtätigkeit und die Anhänglichkeit seiner Schüler bilden soll. Profssor Jakob gedachte in launigen Worten der Schwierigkeiten, die bei der im Jahre 1919 erfolgten Berufung von Professor Zwick zu überwinden waren, Dozent Dr. Schaaf sprach für die Angehörigen des von Professor Zwick geschaffenen und vorbildlich geleiteten Veterinärhygienischen und Tier- seuchen-Jnstitutes. In einer bewegten und seine Lebenslinie aufzeigenden Rückschau dankte Professor Zwick und versicherte, als Emerit kein Eremit zu werden und an dem Leben und an den Vorgängen in der Gießener Universität auch fernerhin regen Anteil zu nehmen. Oie Eintopfgerichte der Gaststätten am 14. Februar. DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den fünften Eintopfsonntag am 11. Februar folgende Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Suppentopf mit Geflügelklein oder Fleischeinlage, 2. Sauerkraut oder Mohrrüben mit Schweinefleisch, 3. Fischeintopfgericht nach freier Wahl, 4. Vegetarisches Gemüseaericht. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Veranlagungsrichtlinien zur Einkommensteuer und Körperschastssteuer. DNB. Der Reichsminister der Finanzen hat auch in diesem Jahr Deranlagungsrichtlinien zur Einkommensteuer und Körperschaftssteuer herausge- geben. Sie werden im Reichssteuerblatt veröffentlicht und können auch durch den Buchhandel zum Preise von 50 Pf. bezogen werden. Ihre Kenntnis ist für alle Steuerpflichtigen wichtig, die für 1936 zur Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer herangezogen werden. Die neuen Veranlagungsrichtlinien stellen eine Zusammenfassung und Neuordnung der bisherigen Verwaltungsanweksungen dar. Dabei sind Erläuterungen und Verwaltungs- anordnungen, die durch Aenderung der gesetzlichen Vorschriften, Ablauf der Geltungsdauer oder aus anderen Gründen ihre praktische Bedeutung verloren haben oder für die Zukunft als erledigt gelten können, nicht mehr mit ausgenommen wor- den. Die neuen Veranlagungsrichtlinien enthalten aber nicht nur das Material der früheren Richtlinien, sondern darüber hinaus auch eine Reihe neuer Erläuterungen und Verwaltungsanordnungen. So ist bei der Behandlung kurzlebiger Wirtschaftsgüter klargestellt, daß bei übermäßiger Vorratshaltung von solchen Gütern die Bewertungsfreiheit nicht gegeben ist. Don Interesse sind noch die Ausführungen über die steuerliche Behandlung des Unterschiedsbetrages zwischen dem Ausgabekurs und dem Einlösungskurs bei Rückzahlung oder Umtausch von Anleihen und über die Berücksichtigung besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse. $9, Len 1 &eNhu JS sind ü vvrzu Adle Auß Ä M nach ? kommender Windstöße hüpft die scbwere Maschine gleich einem Wellenreiter mit sanftem Ruck. Auf der Erde liegt Schnee. Es ist herrlich, im Winter zu fliegen, begeisternder fast noch als ein Flug über sommerliches Land. Zwar hat die Erde jetzt ihre Buntheit mit weißem Mantel zugedeckt, und da und dort nur ist ein Farbfleck übnggeblieben. Die Ziegelwände der Bauernhäuser leuchten mit ihrem besonnten Rot freundlich aus dem weißen Schneegrund. Wie wird die Farbe hier in ihrer Vereinzelung lebhaft empfunden, und wie vereinfacht und übersichtlich stellt sich die ganze Landschaft in ihrer winterlichen Verhüllung dar. Sie ist zwar der bunten Zerstreuung beraubt, aber dafür schwingt sie in großen Formen. Wir erleben sie einzigartig in ihrer plastischen Klarheit. Die Kurven der Höhen- züae und Talsenkungen schwinden stärker, jeder Erdbuckel, ja jede Furche gewinnt optische Bedeutung. Dort wird eine Wagenspur erkennbar, sie führt über dichte waldige Höhen, schlängelt sich durch einen Hohlweg, das Auge verfolgt sie weiter bis hinaus in die Ebene, wo sie in das Ornamentband der baumbestandenen Landstraßen mündet. Eine lautlose Welt liegt da unter uns in weißem Schweigen, das nur zuweilen von eines Baches dunkel geschlängelter Linie unterbrochen wird. Die Dämmerung wirft ihre grauen Schleier über das Land, einen über den anderen und immer dichter. Dunkel wird es am Horizont, das Weiß der Erde verwandelt sich in stumpfes, eintöniges Grau. Irgendwo in dem dunklen unendlichen Raum bemerkt man plötzlich ein mildes, ruhig strahlendes Licht. Was mag es fein? Ein Rätselraten beginnt, mit dem sich die Menschen im Bauch des metallenen Nachtvogels die Zeit vertreiben. Hin und wieder überfliegen wir ein Blinkfeuer, das mitten aus walddunkler Verlorenheit die Richtung anzeigt. Nun wird das mit roten Leuchtstreifen abgesteckte Viereck eines Luftsperrgebietes sichtbar. Und jetzt tauchen zahlreiche Lichter aus der Dunkelheit, Perlenschnüre von Lichtern heben sich hervor, ziehen kreuz und quer. Berlin! Eine Weltstadt erscheint als märchenhaftes Gespinst aus feinstem Lichtfiliaran. Das dumpfe Dröhnen der Propeller erstirbt, auf der Unterseite der Tragflächen sind Maanesiumfackeln entzündet worden, taghell liegt das Rollfeld unter uns. Hochschulnachnchten. Von den amtlichen Verpflichtungen wurde auf eigenen Antrag entbunden Professor Dr. Friedrich von der Leyen, Ordinarius für deutsche Philologie an der Universität Köln. Don der Leyen ist besonders durch seine Märchenforschung bekannt ge- worden. ** Reißt keine Weidenkätzchen ab! Kaum ist die winterliche Schneedecke verschwunden, kaum hat die Sonne der schlafenden Natur einige Warme Tage geschenkt, da sieht man schon wieder Kinder wie auch Erwachsene mit Weidenkätzchen, die kaum ihre Knospen entwickelt haben, aus dem Wald kommen. Es kann nicht oft genug darauf hingewiefen werden, daß dieser Unfug für die Imkerei einen großen Schaden bedeuten kann. Es liegt im Interesse der Imkerei und damit des ganzen Volkes, daß jeder einsieht, welche Schäden das Abreißen der Weidenkätzchen bringen kann und daß jeder mithilft, diese Unsitte, die ja außerdem strafbar ist, zu bekämpfen. ** Ausbildung in der e r st e n Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Auf Veranlassung der hessischen Landesregierung werden zur Zeit im Kreise Gießen für die Beamten und Arbeiter der einzelnen Oberförstereien Ausbildungsalten Kämpferinnen — 78 an der Zahl — drL Ehrennadeln überreicht. Zur Verschönerung des Abends trug ein Mitglied ein auf die Überreichung der Ehrennadeln bezugnehmendes Gedicht vor. Hierauf wurde das Frauenschaftslied gesungen. Sodann wurde an Stelle der zurückgetretenen seitherigen Ortsgruppenleiterin Frau Heil Frau Strack als solche in ihr Amt eingewiesen und verpflichtet. An- chließend wurden den Amtswalterinnen die Amtswalterinnen - Nadeln überreicht. Nachdem Frau Wrede noch verschiedene Anregungen, besonders auch für die Ausgestaltung der Heimabende, gegeben hatte, wurde die Versammlung in der ub- lichen Weise geschlossen. <> Allendorf a. d. L d a., 9. Febr. Gestern abend veranstaltete der hiesige Kirchengesangoer e i n im Uebungslokal vor Beginn der Gesana- stunde zu Ehren seines Dirigenten, Lehrers 5) eil, eine kleine Geburtstagsfeier. Lehrer Hell, der den Verein seit Gründung ununterbrochen bis heute in vorbildlicher und uneigennütziger Weife — er bezieht keinerlei Entgelt — geführt hat, vollendete sein 36. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß hielt der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Andres, eine kurze, humorvolle Ansprache, in der er insbesondere aus die großen Verdienste des Gefeierten um den Kir- chengesangverein hinwies. Als sichtbares Zeichen der Dankesarbeit wurde Lehrer Heil ein Geschenkkorb überreicht. Lehrer Heil dankte in herzlicher Weise und versprach, seine Kraft auch fernerhin in den Dienst des Vereins zu stellen. nsf. Londorf, 8. Febr. Die Dertrauensftau der Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft, Frau Marie Becker, veranstaltete hier eine K o ch v o r - sührung über Eintopfgerichte. Die Frauenschaft von Londorf und Kesfelbach, sowie die Mitglieder vom Deutschen Frauenwerk nahmen daran teil. Die schmackhaften Kostproben fanden allgemeinen Beifall. Die Leiterin sprach ein kurzes Schlußwort, indem sie die Aufgabe der Hausfrau betonte, durch Ausnutzung und praktische Verwendung der Lebensmittel unsere Vorräte zu strecken, um die Lücken zu schließen, die noch in unferer Selbstversorgung vorhanden find. § Beuern, 8. Febr. Der hiesige Turnver- e i n feierte am Samstagabend im Saal der Wirtschaft ,Zur Germania" bei starker Beteiligung seiner Mitglieder fein diesjähriges Wintervergnügen. Der stellvertretende Vereinsführer Gustav W a l l b o t t sprach herzliche Begrüßungsworte und brachte das Sieg-Heil auf den Führer aus. Unter Leitung von Mitglied Otto Schneider boten die Schüler Freiübungen und Turnen am Barren, während die Turner unter Leitung von Mitglied Gustav R i • naldo mit Hebungen am Barren aufwarteten. Sämtliche Vorführungen fanden den starken Bei- fall der Besucher. Ein heiteres Theaterstückchen erfreute alt und jung. Tanz beschloß den Abend. < Garbenteich, 8. Febr. Der Gesangverein „Frohsinn" hielt am vergangenen Samstag im Kreise seiner Mitglieder sein 5 9. Stiftungsfest im Saale „Zum weißen Roß" ab. Der Vereinsführer Wahl begrüßte die Teilnehmer und dankte besonders dem Kreisführer Müller (Gießen) für fein Erscheinen. In seiner Ansprache ging er u. a. auch auf das Deutsche Sängerbundesfest 1937 ein und forderte zu reger Teilnahme auf. Svdann gedachte der Vereinsführer des Chormeisters Georg Harnisch (Steinberg), der seit 15 Jahren den Chor des Vereins leitet. Er überreichte ihm im Auftrag des Vereins als äußeres Zeichen des Dankes einen Geschenkkorb und hob seine Treue im Dienste des Vereins und damit des deutschen Liedes hervor. Im weiteren Verlauf des Abends fang der Chor einige Lieder und ließ dabei gute Schulung erkennen. Eine besondere Ehrung wurde dem Sänger Heinrich I a m- m e r l. zuteil, dem durch den Kreisführer Mül- l e r (Gießen) für 40jährige Mitgliedschaft und aktive Sängertätigkeit die silberne Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes verliehen wurde. Weiterhin wurden die Mitglieder Wilhelm G ö r l a ch und Ludwig Schlund, sowie der stete Förderer des Vereins, Friedrich Kissel I., zu Ehrenmitgliedern Gießener Stadttheater. „Kampf dem Berdrutz!" Den Ausklang des Faschingsprogramms im Stadttheater bildete gestern ein großer, karnevalistisch bunter Abend, der unter der Devise „Kampf dem Verdruß" und unter der Gesamtleitung von Paul Nieren ein festlich gestimmtes, zu faschingsmäßigen Taten und Abenteuern bereites Publikum vereinte. Da die Besucher großenteils im Kostüm erschienen waren, entsprach das äußere Bild auch im Parkett dem heiteren und farbenfrohen Rahmen, den man der Bühne gegeben hatte. Ein Herren- Sextett („Ganz groß") und der Faschingsprolog von Herrn Nieren, der in guter Laune, wie gewohnt, den Ansager machte, bildeten den Auftakt zu einem abwechslungsreichen und recht ausgedehnten Programm, das im wesentlichen mit Gesang, Tanz, Rezitation und Miniaturtheaterszenen bestritten wurde. (Daß uns manches davon überraschend bekannt vorkam, liegt wohl daran, daß der Fasching im Theater bereits am Sonntag ein wenig gefeiert worden war.) Herr K u e n sang, von Herrn Walther begleitet, aus dem „Postillon von Lonjumeau" und aus dem Tonfilm „Ein Lied geht um die Welt" — eine ausgezeichnete Leistung. Unter den Klängen des Narrhalla-Morsches zog Prinz Karneval Heinz I. (H u b) mit Gefolge auf die Bühne und begrüßte das jauchzende Volk mit Alaaf!, Helau', und Gut Stuß! Natürlich wurde auch geschunkelt, wozu sich der völlig unsterbliche „Treue Husar" hervorragend eignete. Herr Geiß- l e r erzählte die kleinen Ungereimtheiten von der Liebe. Die Kölner und Stuttgarter Prinzen Karneval entboten uns ihre Grüße. Ein Sketsch hieß „Das große Los", das zweite Schunkellied „Du kannst nicht treu sein." Frau Castus und Herr U h l sangen vom blauen Meer und von der großen Liebe. Eine sehr witzige Nummer war die parodistische Einmann-Oper, von Wolfgang Froherz am Flügel inszeniert, gespielt und gesungen. Herr Nieren widmete dem verstorbenen Karnevalisten Willi Ost ermann einen ehrenden Nachruf; des Gießener Heimatdichters Louis Frech wurde mit dem schönen Liede vom Riegelpfad gedacht. Frl. Prinz und Herr Lindt brachten ein Tanzduett und ergötzten alle Leute mit der häuslichen Szene „Hier herrscht Ordnung!" Nach der Pause gab es einen komischen Drahtseilakt, und es erschienen, geführt von Irmgard Zenner, die Tanzgruppe, ferner die Gießener Sänger- Knaben, die sich zunehmender Popularität erfreuen. Herr Hub hatte den Hofstaat des Prinzen Karne- Vs LV‘ s-h' te K“Ä® kW'f1 PA Lpletiu® liegen siil IE weitere Li“ »ff* Im «"is--"" I.Allendo.r [Se der M Leuten fio111 porzüglchen pes Abends i penö roiederge Heinen Beist Liedes Kerst Lenh hielt, hei 15 sein W Halle ab, die Msitzendede Irisierten ® /Wert des l I s Darbietunge |Renten fian Hier fleißig g V* ausgezeid L Beifall. Leit Mn auch bei : Hart, wie e- hd) der Km klier (Ach harten, genau j heim Konzert t Lite, daß in e keine mit je Mich haben fr n konnte zu htsitzenden Wi iahten ununter. ierein „German $om überreif ‘iWärtapeile WHi begann täte erst in ?'< rtib. v 6b er ft ab icafifl sand im Iwternerai «g gelangte ein ", außerdem ein Zeitschriften. — Die Februarfolge von „W estermanns Monatsheften" enthält einen aufschlußreichen Beitrag Dr. Paul Rohrbachs über verpaßte Gelegenheiten des Weltkrieges, über Fehler auf deutscher Seite, die zum unglücklichen Ausgang des Weltkrieges beigetragen haben und die gemacht wurden, weil es manchen unserer verantwortlichen Stellen an geographisch-politischen und historisch- politischen Vorausblicken fehlte. Ein Aufsatz von Dipl.-Jng. Stolper, dem Abteilungsleiter im Reichsamt „Schönheit der Arbeit" bringt viele Vorbilder von Werkstätten, Maschinenhallen, Kantinen, Gemeinschaftsräumen, Umkleideräumen usw. im Sinne des Reichsamtes. Alma Rogge, die norddeutsche Erzählerin, ist mit einem bebilderten Aufsatz „Land der Friesen", Schicksal und Abbild einer Landschaft, vertreten und Anton Dörfler mit seiner neuesten Erzählung „Das späte Lied." Die koloniale Frauenschule in Rendsburg hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, dafür zu sorgen, daß nach Uebersee eine deutsche Jugend hinausgeht, die nationalsozialistisch denkt und versucht, drüben die neue Idee unserer Heimat zu verkörpern und vorzuleben. Diele Bilder zeigen, wie ernst die Ausbildung unserer Mädchen für Uebersee genommen wird. In diesem Zusammenhang verdient auch der Beitrag „Wie ich Urwaldsiedler wurde", Beachtung, er zeigt in Wort und Bild das Werden einer deutschen Siedlung in den Wäldern Perus. Dom weiteren Inhalt des Heftes seien noch erwähnt die Beiträge „Aus meinem Leben", Erinnerungen von Rudolf Huch. „Bergland im Schnee", „Fasching zwischen Kohlrabi und Butterschmalz", mit lustigen Bildern von Rotraut Hinderks-Kutscher und die ernste Erzählung von Kurt Wolft, „Kamerad, weißt du noch? — Jede junge Mutter hat ihre Erfahrungen in der Pflege des Säuglings und des Kleinkindes, doch kommt auch oft einmal der Augenblick, wo sie gern einen guten Rat haben möchte. Es tauchen Fragen auf, die sie gern von berufener Seite beantwortet hätte: Wann erfolgt das erste Anlegen, find besondere Vorbereitungen zum Stillen nötig, was ist beim Anlegen zu beachten, wann entstehen Stillschwierigkeiten, wie ist der Nahrungsbedarf des Neugeborenen unb des Säuglings, warum sind die Trinkmengen im einzelnen festzustellen und zu notieren, was ist zu tun, wenn sich Mllchmangel einstellt und Zwiemilchernährung notwendig wird, usw. lieber alle diese Fragen liest die junge Mutter im Februarheft der Zeitschrift „Mutter uno Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30). kurse in der ersten Hilfeleistung durch die Sanitätskolonne Gießen abgehalten. Am Samstag ging der für die Oberförsterei Londorf abgehaltene Kursus mit über 40 Teilnehmern zu Ende. Es waren beteiligt die Förstereien Londorf, Rüddingshausen, Allertshausen und Odenhausen. Kreis - Kolonnenführer Kratz (Gießen) nahm die Prüfung vor und stellte fest, daß sämtliche Beteiligte in Theorie und Praxis alles das gelernt haben, was im Ernstfälle notwendig ist. Die Freudigkeit und das Interesse, mit dem die Teilnehmer, trotz des zum Teil weiten Weges, den sie bis Londorf machen mußten, den theoretischen und praktischen Unterweisungen gefolgt sind, machten dem Leiter des Kursus und seinen Helfern die Arbeit leicht und hatten zur Folge, daß sich 12 Mann zur Weiterarbeit im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes gemeldet haben. ** Prüfungen im Fröbelseminar. Am gestrigen 9. Februar haben die Prüfungen für Ostern im Fröbelseminar begonnen. Zuerst finden die schriftlichen Prüfungen statt, dann die praktische und zum Schluß, Anfang März, die mündliche Prüfung. Die Prüfungen finden zum Teil im Fröbelseminar, im Kindergarten in der Walltorstraße und in der Gartenstraße statt. Die Seminaristinnen erhalten den Abschluß als Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen, die anderen Prüflinge werden zu Kinderpflegerinnen und Haushaltsgehilfennen ausgebildet. § Lollar, 8. Febr. Gestern nachmittag hielt die Kriegerkameradschaft Lollar im Kameradschaftslokal „Zum Schwanen" den diesjährigen General-Kameradschaftsappell ab. Kameradschaftsführer Zaubert begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden. Sodann ehrte die Versammlung die Gefallenen des Weltkrieges und die Toten der Kameradschaft. Kameradschaftsführer Taube r t gab bann den Jahresbericht. Aus diesem war zu ersehen, daß die Kameradschaft auch im vergangenen Jahr eine rege Tätigkeit entwickelt hat. Der Kassenbericht des Rechners Kam. Schmidt gab ein günstiges Bild von den Kassenverhältnissen. Kamerad K l i n k e l berichtete über die durch zwei Kameraden vorgenommene Kassenprüfung, Aus seinen Antrag wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Es folgte ein Bericht über das Schießwesen innerhalb der Kameradschaft. Die Beteiligung am Schießen war sehr rege. Die erste Mannschaft des Vereins (Kam. Kaletsch, Müller, Strick und Scheer) konnte bei dem Wettkampf um den Bundeswander- preis und die Reinhard-Pokale im Kreisverband -• ' Preis erringen, worüber ihr ein ellt wurde. Kam. Bierau wurde Blick aus dem Kabinenfenster. Von Hans Timmendorf. Im Wartesaal des Flughafens. Eine merkwürdige Stille, ganz anders als in den geschwätzigen Hallen der Bahnhofe. Ein Blick durch die Glasscheiben auf die startbereiten Maschinen. Es ist draußen frostig und trübe. Pech, denkt man. Kein Wetter für einen Winterflug. Selbst die großen Dreimotorigen draußen, die wie geduckt auf dem betonierten Startplatz liegeq, scheinen zu frösteln: man hat ihnen brennende Feldosen unter die Nase gestellt. Wenige Minuten später befinden wir uns bereits in der Luft. Die Welt unter uns versinkt in Grau. Wolkenfetzen flattern wie weiße Geisteriah' nen vorüber. Schon schwimmen wir in einer trüben, milchigen, undurchsichtigen Masse; wir scheinen darin zu hängen ohne Fortbewegung. Bis endlich dieses breiige Nichts unter uns zurückweicht, und dicht über einem brauenden Wolkenmeer hin gleiten wir jetzt, lieber uns ist kein Himmel, sondern abermals eine lastende stumpfgraue Decke. Weder Himmel noch Erde sind zu sehen. Wir fliegen in einer gespenstisch leeren Raumschicht zwischen zwei im Unendlichen sich zusammenschließenden Ebenen aus Wolken und Dunst. Mattes, glanzloses Licht ist um uns. Man glaubt durch Urweltlandschast zu fliegen vor der Erschaffung von Himmel und Erde. Die Zeit wird endlos. Plötzlich nähern wir uns unversehens der oberen Decke, schon stoßen wir hindurch — der Himmel, hoch, glänzend und blau, eine azurne Riesenglocke — und die Sonne, sie schleudert schräg ihre brennenden Strahlen durchs Kabinenfenster, diese Wintersonne. Unter uns, anzusehen wie riesige Wattebauschen, der Gischt des Wolkenmeeres. Und darunter, erinnert man sich, liegt die Erde, die vor einer Stunde noch so grau war und der entronnen zu sein man sich jetzt königlich freut. Es hat aufgehellt. Der Himmel ist jetzt blankgefegt und über die unsichtbaren Hindernisse heranführers Walter Zipp, war zu entnehmen, daß sich das verflossene Dereinsjahr würdig an die ftühe- ren Jahre anreiht. Ganz besonders lobenswert sei die intensive Tätigkeit im Chorgesana und die vielfache Beteiligung bei öffentichen Anlässen. Der Höhepunkt, das Winter ko nzert, habe bestes Zeugnis abgelegt vom Wollen und Können des Vereins. Alle Anerkennung gehöre dem uneigennützigen Dirigenten Heinrich Meyer (Wieseck) und der unermüdlichen Hingabe der Sänger. Der Kassenbericht vom Rechner Heinrich K o o b gegeben, zeigte ein erfreuliches Bild der finanziellen Lage des Vereins. Wie in jedem Jahre waren auch diesmal wieder vier altverdiente Mitglieder, die über 40 Jahre dem Verein die Treue hielten, zu ehren. Es handelt sich um die Mitglieder Heinrich H e 11 ch e , Heinrich K a r b e r, Heinrich Moos VI. und Heinrich Zecher, Die Jubilare wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Desgleichen konnte einer größeren Anzahl Mitglieder eine kleine Gabe als Anerkennung zuteil werden, und zwar für den lobenswerten regelmäßigen Singstundenbesuch. Darunter befanden sich drei bewährte Sänger: Ludw. Großhaus, Adolf H a s s e l b a ch und Armin Klinke!, die durch versäumnislosen Singstundenbesuch Vorbild für jeden Sänger sein dürften. Bei der Neubildung des Vorstandes wurde auf Vorschlag des Chrenvereinsführers Freudenberger der seitherige Dereinssührer Erich E s p i ch, dem mitsamt seinen Mitarbeitern im Vorstand Entlastung erteilt wurde, einstimmig wiedergewählt. Die seitherigen Vorstandsmitglieder blieben in ihren Aemtern. Als Rechnungsprüfer für 1937 wurden Karl Klinket und Heinrich Henkelmann bestimmt. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung beschlossen. * Daubringen 9. Febr. Die Abt. Volkswirtschaft - Hauswirtschaft veranstaltet hier wöchentlich unentgeltlich einen kurzen Lehrgang im K o - chen. Mögen recht viele Frauen die Gelegenheit ergreifen, um in fröhlicher Gemeinschaft manches zu lernen, was in der jetzigen Zeit für jede Hausfrau nützlich und wertvoll ist. A 11 e nd o r f a. d. Ld a., 8. Febr. Hier fand im Saale der Gastwirtschaft von Horn eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der N S- F r a u e n s ch a s t statt, zu der auch die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede- (Gießen) erschienen war. Nach Eröffnung der Versammlung durch die stellvertretende Leiterin der NSF.-Orts- aruppe Frl. Merkel hielt Frau Wrede einen Vortrag, in dem sie am Schlüsse zu treuem Zusammenstehen und zur fleißigen Mitarbeit am Frauenwerk aufforderte. Anschließend wurden den Aus den preußischen Nachbargebieten 6 Unterhalt 536 Unordmmg OOS NUSSBRIKETTS des sind der Wirt, ung seiner ugen. Der Klavierunterricht Natalie Moos, staatl. geprüft Danzig er Straße 5. Telefon 3839 kdann unbedingt kine Brille von war sehr gut besucht. Die Zuschauer dankten den Darstellern mit anhaltendem Beifall. E b e r st a d t, 9. Febr. Am vergangenen Sonntag fand im Saal von W e d e m a n n eine Theaterveranstaltung statt. ..Zur Aufführung gelangte ein Drama aus dem bäuerlichen rieben, außerdem ein lustiges Stück. Die Veranstaltung schienenen Volksgenossen. Der Abend brachte eine unterhaltsame Folge humoristischer Darbietungen. H: Groß-Eichen, 9. Febr. Im Saale von Gastwirt Rahn fand am Sonntagabend eine Kundgebung der NSDAP, statt, zu der etwa 300 Personen aus Groß-Eichen, Höckersdorf und Solms-Ilsdorf erschienen waren. Die Bergwerkskapelle Weickartshain umrahmte die Veranstaltung mit Musik. Ortspropagandaleiter Heinrich Becker begrüßte die Teilnehmer. Gauredner, Kreisdirektor Zürtz, Lauterbach, sprach dann über das Wesen des Nationalsozialismus und anschlie- Kulturpflanzen geraubt wird. Vor allem sind ausdauernde Unkräuter zu vernichten (z. B. Distel, Quecke und Brennessel). Gartenwege werden durch Begießen mit käuflichen chemischen Mitteln unkrautfrei. Unordnung bedeutet Mangel an Selbstzucht und muß Kindern durch beharrliche Erziehung abgewöhnt werden. Nicht umsonst heißt es: Ordnung ist das halbe Leben. Unordnung gibt einem Menschen immer ein Gefühl der Unsicherheit, das sich in seinem ganzen Wesen ausdrückt. Unreine haut. Meist ist die Grundursache eine übermäßige Absonderung der Talgdrüsen. Es entstehen Mitesser ((. d.), schließlich Pickel. Vgl. auch Akna. Unruhe, hin- und herschwingendes Rad der Taschen- und Armbanduhren, das, durch die Feder getrieben, die Zeiger bewegt. Unschlill, andere Bezeichnung für Talg. Unsichtbare Schrift, eine an sich zwecklose Spielerei, z. B. wenn man statt mit Tinte mit Milch schreibt. Die Schrift wird wieder lesbar, wenn man das Blatt an einer Flamme erwärmt. Es gibt auch chemische Tinten, die nach der Niederschrift unsichtbar werden. Unterbinden, siehe Blutstillung. allboti I rächte das | itung von Mer Frei, ihrend die Hao Ri. ifmartden, I irten Lei- f ückchen en Abend. Zesang. rrgangenen sein 59. ißen Roß" die Teil- kreiHhrer 3n seiner 5 Deutsche zu reger einsfiihrer Steinberg), ins leitet, ’reins als schenkkorb 'eins und weiteren t lieber fine bett Sam* c ’Dlüb M und nabel des >. ©eiter« üach und rberer des Mitgliedern bereits im Gange. Ttundsunkproaramm. Donnerstag, 11. Februar. Unterbrechung der Schwangerschaft ist ein Eingriff, der mit Zuchthaus bestraft wird, sofern er nicht von einem Arzt als gesundheitlich dringend notwendig begutachtet und von einer eigens eingesetzten Kommission vonAerz- ten anerkannt wird. Ganz abgesehen von der rechtlichen Seite schadet ein derartiger Eingriff, besonders wenn er von unkundiger Hand ausgeführt wird, oft ganz außerordentlich. Vgl. Fehlgeburt. Untergeschoß, andere Bezeichnung für Keller oder Kellergeschoß. Unterhalt. 1. Der Mann hat der Frau nach Maßgabe seines Vermögens, seiner Erwerbsfähigkeit und Lebensstellung Unterhalt zu gewähren. Gleichgültig ist, ob die Frau eigenes Vermögen hat oder nicht. Der Mann muß auch das kleinste Einkommen mit seiner Frau teilen. Ist der Mann außerstande, sich selbst zu unterhalten, so muß ihm die Frau den seiner Lebensstellung entsprechenden Unterhalt nach Maßgabe ihres Vermögens und ihrer Erwerbsfähigkeit gewähren. Auch sie muß das Letzte mit dem Mann teilen. Leben die Ehegatten getrennt und ist die Frau vermögend, der Mann aber arm, so braucht dieser keinen Unterhalt zu zahlen. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte kann Ein neuer Weg zur Sparsamkeit RUHR-NUSSBRIKETTS hn Küchenherd echten Kameradschaftsgeistes anschlossen, in denen die alten lieben Soldatenlieder erklangen und Erlebnisse aus dem großen Kriege ausgetauscht wurden. Besonderen Beifall fand eine Anregung des Kameradschaftsführers, im kommenden Frühjahr einen Ausflug mit Frauen nach einem der zahlreichen herrlichen Plätze unserer Heimat zu unternehmen. Die Vorbereitungen zu dieser Angelegenheit sollen umgehend in Angriff genommen werden. - Lützellinden, 7. Febr. Der hiesige Mannergesangverein kann in diesem Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein hatte sich in all dieser Zeit lebhaft darum bemüht, deutsches Liedgut zu erhalten und zu pflegen. Unter der Führung des bewährten Dirigenten Musiklehrer Leib (Gießen) konnte der Verein gute Leistungen aufweisen. Eine besonders erfreuliche Tatsache für den Verein ist es, daß die Zahl der Mitglieder gestiegen ist und hauptsächlich junge Sänger dem Verein beitraten. Die Vorbereitungen für die Feier 60jährigen Bestehens (26., 27. und 28. Juni) SWMW. Bealgnmnafium MneMme.WMuMWiWle zu Gießen Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Sreitaa, den 12. Februar 1937, vormittags von 9 bis 1 Uhr, im Direktorzimmer der betreffenden Anstalt entgegengenommen. Hierbei sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis vorzulegen. Mr die Aufnahme in die Sexta ist d-r vierjährige erfolg- reiche Besuch der Grundschule erforderlich, doch tonnen be» sonders leistungsfähige Schulkinder nach Anhoren des Grun^ schullehrers mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde auch schon nach dreijährigem Schulbefuch ausgenommen werden. Aufnahmeprüfung: Dienstag, den 2. März, 8 Uhr. Die Direktionen: Dr. Wolkewitz Angelberger Leonhardt Schelhorn 834 V Vogtsche Privät-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Hier abschneiden! I Pnllav dem Optike UeilUI am Bahnhof Ihr Kassenlieferant I IrnurmL Im weiteren Verlauf des Abends gelangte i ,in Theaterstück zur Aufführung, das den Dar- . V itellern verdienten Beifall brachte. Leihgestern, 9. Febr. Ihre silberne , =. 0 * i e i t können am Donnerstag, 11. Februar, ier beim Bahnhof Großen-Linden beschäftigte ; «eichsbahnsekretär Daniel Spehrer und Ehefrau , Mrie, geb. Zecher, wohnhaft Bahnhofstraße 94 , ß en - Linden, 9. Febr. Der ®e-- 1 angoerein „Germania" hielt in Schaums ^aal sein Wintervergnügen ab. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsführers W. Wenzel 1 ana der Chor des Vereins unter der Leitung sei- ies bewährten Stabführers Oberreallehrer B l a ß - Keßen einige Weisen vom einfachsten Volkslied ->is zum Kunstchor. Die Sänger bewiesen mit den »inzelnen Darbietungen ihre gute Schulung. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung des Mitgliedes Heinrich G e i ß l e r, der feit 50 Jahren dem Herein angehört. Zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte ihm der Veremsfuhrer die goldene Nadel des Vereins, sowie einen Liegestuhl. Hehrer Eberle, Lollar, richtete im Auftrage des Kreisführers Müller, Gießen, an die jungen Sänger die Ermahnung, sich den Jubilar als Vorbild der Pflichterfüllung und Treue zu nehmen und ihm nachzueifern zum Nutzen des deutschen Man- nergesangs. Er überreichte dem Jubilar den Ehren- nrief des deutschen Sängerbundes und die goldene Hundesnadel. Im weiteren Verlauf des Abends wurden die Sangesbrüder L. Wagner und H Keppler zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Kapelle Degen füllte die Pausen mit guter Musik aus Das weitere Programm des Abends brachte noch die Aufführung eines Theaterstücks, das sehr teifäUiq ausgenommen wurde. V Ällendorf (Lahn), 8. Febr. Der hiesige 8 e s a n g v e r e i n „Einheit" hielt am Sonntag iin Hörrschen Saale sein Winterfest ab. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer Fr. Luh trachte der Männerchor unter Leitung (eines ! Dirigenten Häuser eine Anzahl Lieder zu Gehör, die vorzüglichen Eindruck machten. Im zweiten Tell des Abends wurden zwei von Mitgliedern ansprechend wiedergegebene Singspiele aufgeführt, die allgemeinen Beifall fanden. Auch ein Solo des Mitgliedes K e r st i n g gefiel gut. s Lang-Göns, 7. Febr. Am gestrigen Samstagabend hielt der Gesangverein „Germania" sein diesjähriges Winteroergnugen m der Turnhalle ab, die bis zum letzten Platze besetzt war. 2er Vorsitzende des Vereins, Willi Müller, wies in begeisterten Worten auf die Schönheit und den hohen Wert des deutschen Liedes hm. Die gesanglichen Darbietungen des Vereins unter Leitung des Dirigenten H a n st e i n (Friedberg) Zeigten dann, daß hier fleißig gearbeitet worden war. Alle Chore wurden ausgezeichnet vorgetragen und fanden rei- [ chen Beifall. Leider ist der Nachwuchs an jungen Sängern auch beim Gesangverein „Germania nicht | o stark, wie es wünschenswert wäre. Darüber prach der Kreisführer der Sängervereimgungen I Müller (Gießen) in mahnenden und werbenden Worten, genau so wie er dies vor etlichen Wochen oeim Konzert des Gesangvereins „Frohsinn be- ! tonte, daß in einem so großen Dorfe die beiden Vereine mit je 80 Mann antreten mußten. Ho - | ;entlieh haben diese Mahnungen Erfolg. Herr Muller konnte zu gleicher Zeit dem verdienten Ehrenvorsitzenden Wilhelm Sem, der schon fett 40 fahren ununterbrochen a s aktiver Sanger dem s Verein „Germania" angehort, die Ehrennadel mit Diplom überreichen. Für gute Zwischenmusik sorgte die Militärkapelle aus Butzbach. Nach den (Hjor« ■Dorträqen begann dann ein frohes geselliges Tret- den, das erst in den frühen Morgenstunden fein ermann? schlußreichen npaßte ®?' er aus beul' usgang des hie genw mhDortW" Ib hisloO Aufsatz m r im W le DarbM infinen, n). im SM ddeutscheL ufsatz > r ßanbfN ner neues!« dale FraM oauptauF llebech-Z Hhee unp ,nt i eitrage A ö ernste ^8 i&t i, P”6 *, ä Erst Erkältung, dann Grippe ist die übliche Reihenfolge. Erkältungen oder den ersten Grivv.e-An- zeichen sofort wirksam begegnen, heißt schwere Erkrankungen m der ^AmÄsten"dreimal täglich eine Taste beiden Tee, dem ein Gust Ammrfrnu-Melissengeist zugefügt ist, trmken, und zwar bei loder Erkältung oder leichterenStörung^ tuende und notwendige Schwettzbtldung, die dte Kranwettverreger bekämpft und unwirksam macht, wird dadurch begünstigt. „ Eine sehr gute Vtethode der Vorbeugung i|t auch bei bausigem Mtterungsumschlag, überhaupt beisogenanntemG^ -reaelmäffia täglich zwei-bis dreimal em Medlzingias, enryaireno ein Teil Klosterfrau-Melissengeist und zwei Teile Waßer, zu trmken, und zwar morgens nüchtern, mittags und abends nach dem. ^wn.^n Erkältung bereits da, versuche man folgende Schneulur.^e einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist, und Zucker in emer Tasse giü umrühren, kochendes Wasserhmzufugenmmb- möglichst heiß zwei raffen »een?tÄ2^^ Ä9e5m NN Packung mit den drei Nonnen.________ .»zY Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein Morgengruß aus her Westmark. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Haus- (rau, hör zu! 11.30: Landfunk. Kumt oder Sielen? Sitten und Unsitten in der Anspannuna. 11.45: So- zialdienst. 12: Mittagskonzert am Deutschen Eck. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert am Deutschen Eck. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten (III). Robert Renard — Peter Anders. 15: Volk und Wirtschaft. Geschirre aus heimischer Erde. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Dämmerstunde bei Mozart, Beethoven und Schubert. 17.30: Die Queen und das Deutsche Reich. Von General a. D. Dr. Bethcke. 17.40: Eindrücke von einer Jtalienreise. Ein nationalsozia- Mischer Journalist berichtet. 18: Blaskonzert. 19: Ueberall wo Deutsche wohnen ... Aus dem Liedgut der Ausländsdeutschen. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Opernkonzert „Mozart — Verdi". 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kirchliche ??^richien. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 10. Februar. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — ^ohanneskirche. 18: 1. Passionsandacht-, Pfr.Bechtols- Heimer. - Kapelle d"s Alten Friedhofs. 20: Beginn der kirchlichen Woche über „Die Biblische Botschaft von der Erlösung"; Pastor D. theol. Jannasch (Berlin). Donnerstag, den 11. Februar. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Freitag, den 12. Februar. Gießen. Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. cv> Langsdorf, 9. Febr. Am Samstagabend hielt unser Gesangverein in den Räumen des „Deutschen Hauses" sein heuriges Winteroergnügen ab. Neben gut eingeübten und sicher zur Darbietung gebrachten Bühnenspielen hielten Lied und Tanz und Frohsinn die Mitglieder und Freunde des Gesanges bis zur Frühe beisammen. — Die Frauen und Mädchen der Gemeinde werden gegenwärtig in Abendkursen in den Anfangsgründen des zivilen Luftschutzes geschult. Wie man hört, soll in einem zweiten Lehrgang das Dorf so erfaßt werden, daß in jedem Haus eine Person ausgebildet ist. — Unsere Kirchengemeinde hatte am vergangenen Sonntag einen seltenen Gast: Der österreichische Pfarrer Brand aus Knittelfeld in der Steiermark sprach im Haupt- und Abendgottesdienst von der evangelischen Uebertrittsbewegung, die einen ihrer Brennpunkte seit 1934 in der Steter- 1* d SS kl 5 K fa ut, ®«ta„ e'Qnq, ®>n. Men Wt in ; et be. S'fi den Äir. ''chen bet chenkkorb er Weih 1 in ben W bet t Fran ochvot. *«■. Sie joune bie nahmen n (anben nn kurzes Hausfrau Denven- u strecken, n unferer ßend über den Vierfahresplan. Mit dem Gruß an den Führer und mit den beiden Liedern der Nation schloß Versammlungsleiter Becker die Kund- gebung.^u rts b ur g, 7. Febr. Gestern fand die zweite B r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g unse- rer Gemeinde in diesem Winter statt. Die Preise waren etwas niedriger, als bei der ersten Versteigerung. Es wurden bezahlt pro Raummeter: Buchenscheiter 7,50 Mk., Buchenknüppel 5,75 Mk., Buchenstöcke 4,50 Mk. und Buchenreiser 0,50 Mark Kreis Wehlar. c < Rodheim a. d. B., 7. Febr. Am Samstag- abend veranstaltete das Rodheimer Jung- volk im Benderschen Saale einen Volksge - \ meinschaftsabend, der für die Veranstalter 1 ein voller Erfolg wurde. Eine reiche und zweckmäßige Werbung hatte ein volles Haus gebracht. Was die kleinen Kerle und ihre Führerkameraden leisteten, war in jeder Hinsicht originell und eine Einlösung des in der Einladung Versprochenen. Und so herrschten wirklich „Lachen und Frohsinn" an diesem Abend. Auf Einzelheiten des reichhaltigen : Programms kann hier nicht eingegangen werden, doch soviel sei gesagt, daß die Darbietungen fast durchweg aus dem dörflichen Leben geschöpft und geschickt geformt und „bühnenfähig' verarbeitet worden waren, wodurch ihr Wert schon an sich bedingt ist. Wenn gewisse örtliche Ereignisse in humorvoller Weise glossiert wurden, so geschah es so, daß sich niemand verletzt fühlen konnte, daß aber jeder wußte, was gemeint war. Reicher Beifall war der Dank für die Leistungen der kleinen Kameraden, für die der Abend ein Erlebnis wurde. Er fei für die Veranstalter auch Ansporn zu weiteren ähnlichen Abenden. — Am Sonntagnachmittag sand im Schlierbachschen Saale ein öffentlicher Vortrag über „Bevölkerungspolitik im Dritten Reich" statt. Träger her Veranstaltung war der Re ich s- bund der Kinderreichen, in dessen Auftrag Pg. Kraus köpf (Wetzlar) sprach. <£ Rodheim a. d. B., 8. Febr. Die hiesige Kameradschaft im Reichskriegerbund K y f f h ä u f e r hielt in der Gastwirtschaft Bechtold ihren Generalappell ab. Kameradfchaftsführer Müssener gedachte in feinem Begrüßungs- und Eröffnungswort besonders der Wiederbesetzung der Rheinlandzone durch deutsche Soldaten als einem Ereignis, das besonders alle alten Soldaten mit Stolz und Freude erfüllte. Der Jahresbericht legte Zeugnis davon ab, daß die Kameradschaft Rodheim in jeder Beziehung ihre Pflicht getan hat, und der Kassenbericht zeigte, daß die Kassenverhältmsse in ordnungsmäßigem Zustande sich befinden. Daß die Kameraden auch in bezug auf Kameradschaftsgeist und Opferbereitschaft ihre Pflicht getan haben, bewies der Arbeitsbericht des Fechtmeisters, Kam. Hofmann, der melden konnte, daß 39,90 RM. an den Kreisfechtmeister abgeliefert werden konnten. Zufriedenstellend war nach dem Bericht des Schießwarts, Kam. Ger lach, im großen und ganzen auch die Beteiligung am Schießsport, doch muß gerade auf diesem Gebiete noch viel mehr ge- (eiftetet werden. In diesem Zusammenhang wurde eine ausgedehnte Aussprache über Ausgestaltung des vorhandenen oder Anlage eines neuen Schieß- standes geführt. Ein Entschluß konnte nicht herbei- , geführt werden, doch soll in kürzester Zeit diese Angelegenheit roeitergetrieben werden. Nach der feierlichen Verpflichtung eines neueingetretenen Kam- . raden, der Bekanntgabe der eingegangenen Befehle und Verordnungen und der Ankündigung des^Kyff- 1 Häuserfilms „Im gleichen Schritt und Tritt" für ; den 6. Marz schloß der Kameradschaftsführer mit i dem Heil-Gruß an unfern großen Führer und nach . dem Gesang der Nattonallieder den offiziellen Teil - des Abends, an den sich bann noch Stunden voll mark hat. i Kreis Friedberg. < O Münzenberg, 9. Febr. Der Gesang- ! verein „Eintracht" veranstaltete im Gasthaus | „Zum Löwen" einen Konzert- und Theaterabend. , Die musikalischen Darbietungen bestritt das Musikkorps der Butzbacher Garnison. Der Ehrenvorsitzende Adam Metzger hieß die Teilnehmer des Abends willkommen. Sodann überreichte Bezirks- roalter Näck (Gamdach) im Auftrage des Hessischen Sängerbundes dem Ehrenvorsitzenden Adam M e tz- g e r für 40jährige aktive Tätigkeit im Verein die goldene Ehrennadel. Der derzeitige Vereinsführer Fritz Hitzel erhielt für seine 25jährige Tätigkeit die silberne Ehrennadel. Die im weiteren Verlauf des Abends vorgetragenen Chöre (zum Teil mit Orchesterbegleitung) unter der Stabführung des Vereinsdirigenten Bernhard N e r n (Pohl-Göns) fanden großen Beifall. Der zweite Teil des Abends brachte die Aufführung eines Lustspiels, das sehr beifällig aufgenommen wurde. Kreis Schotten. ßaubad),7. Febr. Am Samstagabend fand im „Schützenhof" die ordentliche Hauptversammlung der Kameradschaft Laubach des Kyffhäuserbundes statt. Der Vereinsfuhrer Hermann Stotz gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen sieben Kameraden (Hermann Göbel II., Heinrich Högy, Gras Wilhelm zu Solms-Laubach, Georg Scharf, Ludwig Hohmann fen., Jakob Spilger und Jakob Meerboth) m der üblichen Weise. Die Rechnung, die einen kleinen Ueberschuß ergab, wurde gutgeheißen und dem Kassewalter Entlastung erteilt. Für den 7. Marz ist ein Wintervergnügen vorgesehen. Das Nähere wird noch mit der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" geregelt. Schießleiter Georg Tröller fen. berichtete eingehend über die im abgelaufenen Jahre veranstalteten Vereinsschießen, die sich immer einer guten Beteiligung erfreuten. Zum neuen Schriftführer wurde Friedrich Rudolf S i l ß ernannt. Es wurde angeregt, für die Zukunft am ersten Samstag eines jeden Monats einen Kameradschaftsavend zu veranstalten. Ortsgruppenleiter Braun dankte dem derzeitigen Vereinsführer für seine seitherige uneigennützige Tätigkeit. Mit dem Sieg-.Heil auf den Führer wurde der offizielle Teil der Versammlung geschlossen, die in echt kameradschaftlicher Weise verlies. + Laubach, 8. Febr. Der hiesige Karnevalverein hielt in Verbindung mit der N S G. „K r a f t d u r ch F r e u d e" im Hotel „Zur Traube eine große Fremdensitzung ab. Unter den Klängen des Narhalla-Marsches rückten die Prinzengarde, der Elferrat, der Prinz Karneval und die Prinzessin ein. Ortsgruppenleiter Braun richtete herzliche Worte an die närrische Hoheit und gab dem Wunsche i Ausdruck, daß sich das Fest des neugegrunbeten : Vereins zu einem wahren Volksfest gestalten möge. । Prinz Karneval begrüßte dann die zahlreich er- Zweijähnge Hande.skiasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. 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