Kr.262 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, 9. November 1037 Lrscherm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ie^ener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7________ Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70rnrn Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/n mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Führer spricht zu seiner Alten Garde. Oer Appell im Münchener Bürgerbräukeller am Vorabend des 9. November. München, 8. Nov. (DNB.) Die Erinnerungsfeier an das Geschehen des 9. November 1923 begann am Vorabend des Jahrestages.mit dem historischen Appell im Bürgerbräukeller. Dieses Treffen ist Jahr für Jahr ein Abend der alten Kameradschaft der Marschierer und Kämpfer des ersten Opferganges der Bewegung. Es gibt keine Rang- und keine Platzordnung. Im schlichten Braunhemd sitzen sie alle da. Viele von ihnen bekleiden heute höchste Aemter in Partei und Staat. Neben ihnen zahllose unbekannte Parteigenossen, die heute wie ehedem ihre Pflicht tun als einfache Blockwarte und SA.-Männer. Wieder andere im feldgrauen Rock, Soldaten und Offiziere der Wehrmacht und der Polizei. Und als einzige Frau die Schwester Pia. Alle aber tragen sie an der rechten Brustseite den höchsten Orden der Partei, den Blutorden. Als Gäste des Führers haben die Hinterbliebenen der 16 Toten vom 9. November 1923 und die Reichsleiter der Partei im Saale Platz genommen. Um 20.10 Uhr erklingt Marschmusik, das Stimmengewirr verstummt, die Männer erheben sich von den Plätzen und recken die Arme zum Gruß: die Blutfahne zieht ein. Zwei Inhaber des Blutordens begleiten den Fahnenträger Grimmin- ger. Dann kommt der Führer. Er schreitet mit seinen treuesten Begleitern von damals durch das Spalier der erhobenen Arme zu seinem Sitz vor der Blutfahne bei der Rednerkanzel. Nach allen Seiten dankt und grüßt der Führer. Immer wieder branden die Wogen des Jubels auf. Christian Weber tritt vor das Mikrophon und kündigt den Führer an. Der Führer spricht. In seiner Rede rief der Führer die Erinnerung wach an die denkwürdigen Tage des 8. und 9. November 1923 in München und würdigte ihre tiefe symbolische Bedeutung für die Schicksalswende der deutschen Nation. Unter dem Jubel seiner alten Kampfgenossen von damals rief der Führer dus: „Wenn wir heute zurückblicken, kommt es uns nicht selbst wie ein Wunder vor? Und wenn wir uns die Frage vorlegen, wie konnte dieses Werk uns gelingen/ so lautet die Antwort: Es war der große Glaube an unser Volk, an Deutschland, an die Unsterblichkeit und Unvergänglichkeit bet Werte unseres Volkes und auch der Glaube an die Richtigkeit der Führung!" Der Führer sprach von dem neuen Rhythmus, der unser Volk seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus ergriffen hat, von der Erziehung zu stolzen und berechtigtem Selbstbewußtsein, das auf den Höchstleistungen und Schöpfungen, die wir heute auf allen Gebieten hervorbringen, begründet ist. Diesen gewaltigen Leistungen im Innern stellte der Führer in eindrucksvollen Worten die Steigerung des deutschen Ansehens in der Welt gegenüber: „Als ich vor fünf Jahren die Führung übernahm, war Deutschland der schlechtest geachtete Staat in der Welt. Heute aber kann jeder Deutsche stolz und erhobenen Hauptes ins Ausland reisen, er braucht sich nicht mehr zu schämen, ein Deutscher zu sein!" (Stürmischer Beifall.) wird es immer mehr werden. Diele von denen, die damals marschierten, leben nicht mehr unter uns. Wir rllerden weniger, aber eine neue Generation wächst nach. Je mehr wir diese Generation in ihrem wunderbaren Emporstieg sehen, desto mehr denken wir Alten zurück an jene Tage und haben das stolze Bewußtsein, beigetragen zu haben zu dieser Schicksalswende des deutschen Volkes. Sie freuen sich immer auf diesen Tag, weil Sie mich wieder in Ihrer Mitte wissen. Und ich freue mich, weil ich Sie wieder um mich weiß. (Die Männer der Alten Garde jubeln dem Führer minutenlang in tosender Begeisterung zu.) Aus diesem Zeichen der Not Hai sich etwas ganz Wunderbares entwickelt. Die s ch ö n st e Kameradschaft, die es vielleicht je im deutschen Volke gegeben Hal, eine ganz einzigartige Kameradschaft, eine Kameradschaft von Führern, die manchmal vielleicht verschiedener Weinung sein können, aber in einem st ets eins sind: Sie gehören zusammen auf Leben und Sterben, auf Gedeih und Verderb! Solange wir noch einen Atemzug tun, kann unser Leben immer nur dieser Gemeinschaft gehören, die unserem Volke dienen soll. Damit verklären sich für uns die Opfer von damals, und aus diesem Empfinden heraus haben wir die beiden Tempel gebaut, in denen die 16 Toten des 9. November ruhen sollen für ewige Zeiten, beschienen von der Sonne, aher auch umbraust vom Sturm, in Schnee und Eis, als die treuen Wächter eines neuen Deutschen Reiches." Als der Führer schließt, will die Begeisterung kein Ende finden. Die alten Kämpfer springen auf, ein wahrer Sturm des Jubels braust Adolf Hitler entgegen. Als die Lieder der Nation verklungen sind, verläßt der Führer die historische Stätte. Immer wieder muß er die sich ihm entgegengestreckten Hände schütteln, muß grüßen und danken. Stürmische Heilrufe folgen dem Führer auf der Fahrt durch die nächtliche Stadt. Die mitternächtlicheWeihestnnde an der Feldherrnhalle. München, 9. Nov. (DNB.) Schon Stunden vor Beginn des nächtlichen Einmarsches der Standarten durch das Siegestor zur Feldherrnhalle standen am Abend des 8. November Taufende von Volksgenossen hinter der Spalier bildenden SA. Als 20 Minuten nach 23 Uhr der Befehl gegeben wurde, die Fackeln zu entzünden, erlosch in der ganzen Ludwigstraße die Straßenbeleuchtung. In dem Augenblick, in dem die Spitze des Zuges durch das Siegestor marschierte, setzte dumpfer Trommelwirbel ein. Dem Musikzug der SA.-Standarte „Deutschland" voraus marschierten drei Standarten der ff-Verfügungstruppe, eine Standarte der -Totenkopfverbände, zwei Ehrenkompanien der ^-Standarte „Deutschland". Es folgte die von Ratsherrn Grimminger getragene Blutfahne. Nun reihten sich an die 582 Standarten der SA., ff, und des NSKK., von 32 alten Kämpfern der Partei aus dem Jahre 1923 getragen die 16 chrysanthemengeschmückten großen Lorbeerkränze des Führers für die Blutzeugen des 9. November 1923. Hieran schlossen sich je zwei Ehrenstürme der SA., des NSKK., des NSFK. und je zwei Abteilungen der Politischen Leiter und des Reichsarbeitsdienstes sowie zwei Chrenstürme der ff. Ernstes Schweigen liegt über dem Platz vor der Feldhernhalle. Heber der Stätte des deutschen Schicksals ist ein breites schwarzes Fahnentuch mit den Sigrunen gespannt. Das Gewölbe der Feldherrnhalle ist in dunkles Braun gehüllt, und braun sind auch die 16 Pylone, die sich hier erheben zur Erinnerung an die 16 ersten Märtyrer. Zuoberst der Feldherrnhalle leuchtet blutrot die Hakenkreuzflagge in den sternenklaren nächtlichen Himmel. Das Führerkorps der Bewegung hat sich zu beiden Seiten des schmalen roten Läufers aufgestellt, der über den Platz bis zu den Stufen der Feldherrnhalle geht. Der Glockenschlag kündet die mitternächtliche Stunde. Der Zug hat Den Odeonsplatz erreicht. Die Spitze marschiert auf den Platz vor der Feldherrnhalle auf. Nur in der Mitte bleibt der schmale Gang frei. Durch diesen Mittelgang wird die Blutfahne getragen bis zu den Stufen der Feldherrnhalle. Dann marschieren unter den Klängen des Nibelungenmarsches die Standarten der ff, der SA. und des NSKK. durch die schmale Gasse. Der Präsentiermarsch erklingt. Die 32 Kampfgenossen von 1923 tragen die 16 Kränze des Führers, deren Schleifen je den Namen eines Ermordeten und den Namen des Führers künden, zur Halle und hängen sie an den 16T Pylonen auf. 16 Hitlerjungen beziehen die Wache vor den Pylonen. Stumm grüßen Tausende und aber Tausende hinaus zur Feldherrhalle, während das Lied vom guten Kameraden durch die Nacht klingt. Nun folgt der Vorbeimarsch der Ehrenstürme der Bewegung. Voran der Stoßtrupp „Adolf H i 11 e r". Nachdem auch die Standartenträger und die beiden Ehrenkompanien der ff-Standarte „Deutschland" mit der Blutfahne abmarschiert sind, leert sich langsam die Feierstätte. Neue Wege. Von Or. Hans von Malottki. Die Unterzeichnung des Antikomintern- Protokolls, mit dem Deutschland, Japan und Italien ihren gemeinsamen Willen zur Verteidigung des Friedens und der Kultur gegen den Bolschewismus bekräftigt haben, ist in der ganzen Weltöffentlichkeit als ein politisches Ereignis erster Ordnung empfunden worden. Es wird auf alle jene Staaten, deren Haltung von den gleichey anti- kommunistischen Grundauffassungen beherrscht wird, eine Anziehungskraft nicht verfehlen. Ja, man kann ruhig sagen, daß es den Weg zu einer wirklichen Solidarität und zu einer Ausrichtung der Staatengesellschaft weist, die ebenso gesund wie natürlich ist. Für alle diejenigen freilich, die mit dem Bolschewismus innen- und außenpolitisch paktieren zu können glauben, ist dieses Abkommen nicht nur ein Stein des Anstoßes, sondern offenbar auch in seinem Wesen unverständlich, weil es sich nicht in den Rahmen der üblichen Dündnis- politik zwängen läßt. Es widerholt sich hier das gleiche, was schon gelegentlich der Besiegelung des deutsch-italienischen Zusammengehens zu beobachten war. Weil die deutsch-italienische Verbundenheit von förmlichen Bindungen und bündnismäßigen Abmachungen frei ist, wollte man ihr zunächst in völliger Verkennung der Lage nur eine Art dekorative Bedeutung zuerkennen, jede dauernde und tatsächliche Wirkung aber abstreiten. Der Gang der Ereignisse hat diese Auffassung ganz von selbst widerlegt. Heute wird Paris wie London von der Erfahrung beherrscht, daß zwischen Deutschland und Italien eben doch Bindungen entstanden sind, auch wenn keine vertraglichen Verpflichtungen vorliegen. Das Rätsel, das dieser Tatbestand für die beiden Westmächte bildet, würde sich ohne weiteres lösen, wenn man sich einmal von der abwegigen Vorstellung freimachen würde, daß das gegenseitige Verhältnis der Staaten schon durch bloße Vereinbarungen und Verträge als solche geformt und bestimmt werden könnte, ja daß es möglich sei, den Interessen der Dölker^durch irgendwelche Verträge beliebige Gestalt zu geben. Man hat in der Nachkriegszeit vollkommen vergessen, daß Verträge nur eine Form sind, und daß das Verhältnis der Staaten zueinander nicht durch sie, sondern allein durch die jeweilige Ge- meinsamkeit der Interessen und Ziele bestimmt wird. Wenn zwei Staaten ein großes ge» meinsames Ziel anstreben und ihre Politik in diesem Sinne ausrichten, dann sind sie aufs engste verbunden, ohne daß es förmlicher, vertraglicher Bindungen und Abmachungen bedarf. Ist diese Lage — wie bei Deutschland und Italien — gegeben, dann ist es auch gar nicht möglich, im ein- 3^nen die Fälle sestzulegen und im voraus zu de- stirnrnen, bei denen der Wille zur Zusammenarbeit wirksam werden soll. Ganz ähnlich verhält cs sich mit dem Antikomintern-Abkommen. So wenig auch hier militärische Bindungen und Abmachungen vorliegen, so sehr schafft doch andererseits die gleiche Haltung und Einstellung gegenüber dem Bolsche-, wismus eine Gemeinsamkeit dreier Groß-' möchte, die starke politische Wirkungen auslöst und die auch ohne den Buchstaben eines Vertrages bestehen würde — solange, wie das gemeinsame Ziel, die Verteidigung des Friedens und der Kultur gegen die Drohungen der Komintern, bejaht wird. Wird man sich über diese Dinge klar, dann erkennt man auch sofort, wie falsch es ist, ein derartiges zwischenstaatliches Zusammenwirken entweder als Bündnis- und Blockpolitik alten Stils zu verdächtigen, oder dieser Zusammenarbeit jede praktische Bedeutung abzusprechen, nur weil keine Militärkonvention dahintersteht. Große Telle vor allem der französischen Presse haben in den letzten Tagen bei der Beurteilung des Antikomintern-Abkommens sowohl den einen wie den andern Fehler gemacht. Die Achse Berlin—Rom, so hieß es, sei ein Dreieck Berli n—R o m—T okio geworden, und den „friedliebenden Demokratien" bleibe gegenüber dieser „Drohung" nichts anderes übrig, als ein Dreieck Pari s—L o n d o n—W a s h i n g- ton zu formen. Damit hatte man die Dinge wieder auf das gewohnte Gleis gebracht. Zugleich hatte man damit für d i e Brüsseler Konferenz eine Parole ausgegeben, die es gestatten soll von dem heiklen Thema des Fernostkonfliktes adzulenken und die Liste aller „weltpolitischen Schwierigkeiten", natürlich in der Beleuchtung des Quai d'Orsay aufzurollen. Ganz offenherzig plauderte der „Paris Midi" diese Taktik und ihre Hintergründe aus: die Brüsseler Konferenz werde keinen Konflikt in Ostasien verhindern: sie sei vielmehr ein Stelldichein der drei Demokratien, Frankreich, England und Amerika, und aussprechen müsse man sich über die „imperialen Forderungen" Japans, Deutschlands und Italiens, durch die die drei friedliebenden Demokratien in gleicher Weife bedroht seien. Vieles spricht dafür, daß maßgebliche Pariser Stellen die Entwicklung .in dieser Richtung vor- märtstreiben möchten und zugleich wird deutlich, worauf diese diplomatische Offensive abzielen soll. Einmal will man durch die Anspielung auf die „in gleicher Weise" gegebene Bedrohung auf die amerikanische Öffentlichkeit wirken, ihren Neutralitätswillen überlisten und die Vereinigten Staaten an der Seite Frankreichs und Englands ins europäische Spiel hineinziehen, um im Zeichen dieser Gruppierung die Bilanz der Europapolitik des Quai d'Orsay aufzubessern. Daneben aber möchte man alle aktuellen Probleme, von Fernost über Spanien, Mittelmeer, Mittel« europa bis zur deutschen Kolonialforderung, zusammenkoppeln und auf den gleichen Nenner drin. Deutschland ist nicht mehr vereinsamt. Oie Krast des neuen weltpolitischen Dreiecks beruht auf der klaren und nüchternen Erkenntnis seiner Zweckmäßigkeit. „Deutschland ist heute nicht mehr vereinsamt!" so stellte der Führer unter tosender Zustimmung fest. „Wir olle haben die glückhafte Zuversicht, daß die Isolierung, die uns mehr als 15 Jahre lang umgab, beendet ist. Und zwar nicht nur durch eine nichtssagende Teilnahme an unbedeutenden Völkergremien, sondern durch die Bedeutung, die sich Deutschland selbst wieder geschaffen hat! Aus dieser Bedeutung resultieren für uns neue Beziehungen, die man vielleicht als nicht in die Völkerbundsideologie passend ansehen kann: allein sie passen jedenfalls für uns und unsere Interessen! Und sie passen auch den Interessen anderer Völker, die diese Beziehungen mit uns ausgenommen haben! Der sicherste Garant für die Dauerhaftigkeit solcher Beziehungen sind nicht irgendwelche Phrasen, sondern die nüchterne und klare Erkenntnis der Zweckmäßigkeit. Aus dieser Zweckmäßigkeit her- aus haben sich heute drei Staaten zusammengesunden. Erst eine europäische Achse und jetzt ein großes weltpolitisches Dreieck! Ich bin der Ueberzeugung, daß die Versuche unseres alten Widersachers, die Unruhe über die ganze Welt zu tragen, in eben dem Wahe ihre Erschwerung erfahren, in dem sich dieses Dreieck festigt. Denn es besteht nicht aus drei kraftlosen Gebilden, sondern aus drei Staaten, die bereit und entschlossen sind, ihr Recht und ihre Lebensinteressen entschlossen wahrzunehmen." (Lang anhaltender brausender Beifall.) Wie sehr das deutsche Volk", so fuhr der Führer fort ,auch innerlich dieser Politik seine Zustimmung'erteilt, das haben wir vor wenigen Wochen in Deutschland erlebt, als der große Repräsentant einer dieser uns befreundeten Nationen Deutschland rum ersten Male einen Besuch atutattete Wir haben dabei gesehen, daß sehr wohl d-- Vertret u n g w i r k l i ch e r I n t e r e, s e n die Warme einer herzlichen Zustimmung der Volke r erfahren kann, und so wie mir in Deutschland begeistert und glücklich Een über diesen Besuch so war auch das italienische Volk glücklich und begeistert über ftinen Verlauf und seine Ergebnisse. 9er9.Wem6er isltzorderGeschMgerechtsertigt Im weiteren Verlauf seiner Rede schilüerte der Führer in außerordentlich anschaulicher Welse die gewaltige Umstellung des Denkens und der Gesinnung, die sich auf poetischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet im deutschen -Lo vollzogen hat. Eine ungeheure Umschichtung und Neuausrichtung unseres Volkes nach einerm$ ideellen Seite hin sei eingetreten. „Die innere Ordnung, die wir seitdem aufbauen,. ^nnzeich sich durch die radikale Ausrottung der früheren deutschen Zersplitterung pnd Zwietracht. Z»m erstenmal, seit es Deusche auf der Welt gibt ist eine solche zentrale 61 a af s g e w a 11 aiufg richtet worden, deren Autorität unerhört ist und die von niemand gehemmt oder gar sabotiert wer den fann.4* fMgestört stimmen die Massen dem Führer zu.) Unter dem Jubel seiner Alten Garde sprach der Führer dann von dem Geist und den Tugenden, die die Männer des 9. November 1923 beseelten und die am Ende des inneren Ringens um das deutsche Volk den Nationalsozialismus zum Siege führten: „Das deutsche Volk ist wieder groß geworden. Nicht durch Zufälligkeiten, sondern durch das Zusammenwirken von Einsicht, Mut, Beharrlichkeit und äußer- fter Entschlußkraft! Und auch dieser 8. und 9. November kann als ein Dokument dieser Entschlußkraft gelten. Es war ein sehr schwerer Entschluß, der damals gefaßt werden mußte. Ich habe ihn gefaßt in der Erkenntnis, daß sonst Deutschland einer entscheidenden Katastrophe entgegengehen würde. Als damals unsere Gegenseite beabsichtigte, um den 12. November eine Revolution, und zwar eine bajuwarische, auszurufen und sie unter dem Motto vollziehen zu lassen: »Ausbrennen des bolschewistischen Nordens und vorübergehende Separation Bayerns', an diesem Tage wußte ich: Ieht kommt Deutschlands Schicksals stunde, da faßte ich den Entschluß, vier Tage zuvor loszuschla - gen und auf diese Weise das Gesetz des Handelns an uns zu reißen! Daß es dann damals doch fehlschlug", so fuhr der Führer fort, „das war vielleicht das größte Glück meines Lebens und das größte Glück für die deutsche Nation! So wie es damals kam, muhte es kommen! Die Zersplitterung Deutschlands aber war aus alle Fälle verhindert worden. Denn um mit uns fertig zu werden, benötigte man die Hilfe des deutschen Nordens. Damit war der Abfall verhindert. Wan hat uns dabei nicht mundtot machen können, sondern wie durch eine Explosion sind unsere Ideen über ganz Deutschland geschleudert worden. Wein Entschluß war damit gerechtfertigt!" Die schönste Kameradschaft ist die Geme Mast der Men Garde. Mit bewegten Worten und unser tiefer Egriffen- heit seiner alten Parteigenossen gedachte der Führer dann der ersten Märtyrer der nationalsozialistischen Bewegung, der 16 Opfer des 9. November 1923. Er erinnerte daran, daß sie alle bereits als Soldaten im Kriege ihre Pflicht erfüllt hätten und nun ein zweites Mal wieder nach ganz anderen Gesetzen antraten zum Kampfe für Deutschland. „Ihr Opfer", so rief der Führer aus, „hat geholfen, die Partei zu festigen und sie zu befähigen, die Macht zu ergreifen und zu erhalten!" Am Schluß seiner immer wieder von begeisterten Kundgebungen unterbrochenen Ansprache wandte sich der Führer noch einmal an seine alten Kampfgenossen des 8./9. November: „Heute sehen wir mit Stolz und Rührung auf die damalige Zeit zurück und sind glücklich, wenn wir uns wiedertreffen. Für uns ist das Wiedersehen an diesem Tage ein beglückender und gleichzeitig rührender Tag, und er undkzu ihren bisherigen fünf Ministersitzen einen Mini- im- sterposten ohne Geschäftsbereich erhalten. Die ist Liberalen werden drei Sitze beibehalten. Ungewiß ist noch, wer das Außenministerium übernimmt. Der bisherige Kriegsminister Generalleutnant Denis bleibt auf seinem Posten. gen: Verteidigung der Ordnung des Friedens gegen die Drohungen der perialistifchen und dynamischen Mächte". Es nicht unwichtig, festzustellen, daß dieser Tage auch das Organ des Quai d'Orsay, der „Temps", sich nach Kräften um eine Entwicklung in dieser Richtung bemüht hat. In einem weltpolitischen Ueberblick erschienen Italien, Japan und Deutschland in gleicher Weise als die Unruhestifter, die die Verwirrung bewußt steigerten, weil sie daraus für ihre Zwecke Vorteil schlagen wollten. Ihnen gegenüber aber ständen die drei großen Demokratien, die durch „Unordnung nichts zu gewinnen hätten und den Frieden wollten". Also das alte Pariser Rezept: krasser Egoismus und hemmungslose Besitzinstinkte wohlgefällig getarnt als Dienst am Frieden. Interessant an diesem offiziösen Artikel war lediglich die Bewertung der Sowjetunion. Angesichts der Rolle, die sie in Spanien spielt, schien es selbst dem „Temps" nicht ratsam, sie noch ohne weiteres auf der Seite der „Friedensgaranten" aufzuführen. Ja, es gab sogar Tadel, daß Moskau die Spanien-Spannung verursacht habe und auch den Fernost-Konflikt verschärfen wolle. Aber dann kam im gleichen Atemzug die große Entschuldigung: dies alles sei ja nur die Folge der „Angriffsdrohung", die auf der Sowjetunion sowohl von Japan wie von Deutschland her laste. Moskau bleibe unter diesen Umständen aus Gründen der Selbsterhaltung nichts anderes übrig, als durch Verschärfung der Lage in Spanien wie in Fernost Deutschland und Japan zu „binden"! Diese Ehrenrettung Moskaus ist geradezu erschütternd angesichts des Maßes von Voreingenommenheit und schlechtem Willen, das sich hier enthüllt. Noch bedenklicher aber erscheint die in der französischen Presse sich deutlich wiederspiegelnde Tendenz — die sich jetzt auch anderwärts beobachten läßt —, den deutschen Kolonialanspruch in eine Reihe mit dem Vorgehen Japans in China und mit der Eroberung Abessiniens durch Italien zu stellen und dann ganz allgemein von „imerialistischen Absichten" zu sprechen. Die Frage, ob und inwieweit Japans und Italiens Politik mit dem anrüchigen Genfer Recht der beati possidentes zu vereinbaren war und ist, ist in diesem Zusammenhang gänzlich unerheblich. Aber selbst wenn die beiden Westmächte an die japanische und die italienische Politik immer noch die Maßstäbe des verstaubten, von ihnen selbst oft genug verletzten Genfer Formalrechtes anlegen und scheinheilig von Imperialismus sprechen zu müssen glauben, so hat die deutsche Kolonialforderung jedenfalls nicht das geringste mit einem solchen „Imperialismus" zu tun; denn hier handelt es sich um einen Rechtsanspruch und um eine Frage der Wiedergutmachung, die in keiner Weise legitime Interessen dritter berührt. Im übrigen erscheint es recht fraglich, ob die Pariser Blütenträume von der Solidarität der drei großen Demokratien wirklich in dem erhofften Ausmaß reifen wenden. Herr Norman Davis hält sich in Brüssel schon in der Amerika direkt angehenden Fernostfrage in einem Maße zurück, das deutlich die Absicht erkennen läßt, nicht etwa in die Fußtavfen eines Oberst House und Wilson zu treten. Und in London finden Ermunterungen zur Unverträglichkeit ebenfalls keine volle Begeisterung. Dazu kommt die Vrschiedenheit der Bewertung der Ereignisse in Spanien. Englands plötzliche Hinwendung zu Franco hat in Paris Angstzustände und offenen Aerger verursacht, und noch ist nicht zu sehen, daß der durch die Bremsklötze der Volksfrontpolitik gehemmte Quai d'Orsay hier schon den Anschluß gefunden hat. Dabei kam diese Wendung der englischen Spanienpolitik, die von strategischen und kaufmännischen Interessen zwingend vorgeschrieben wird, in keiner Weise überraschend. Solange Rotspanien ein Chance hat, war Englands Sympathie dort. Nun aber, wo sich die Waage zugunsten Francos neigt, war es gar keine Frage, daß England bei dem voraussichtlichen Gewinner den Anschluß sucht, um sich seine Westbastion im Mittelmeer zu erhalten. Insofern liegt der Wendung Englands eine planvolle, kühl berechnende Ueberlegung zugrunde, die zugleich allerdings den ganzen Unterschied gegenüber der aus europäischem Verantwortungsbewußtsein ausgesprochen frühzeitigen Anerkennung Francos durch Deutschland und Italien erkennen läßt. Für England geht es nicht um moralische Erwägungen, sondern um die Sicherung seiner Mittelmeerposition im Hinblick auf die machtpolitischen Kämpfe der Zukunft im pazifischen Raum. So hat auch die vielgerühmte französisch-englische Solidarität ihre Lücken. Einig ist man sich im Lager der Demokratien nur in der Ablehnung jeder vernünftigen Evolution, und dies ist auch der Grund, weshalb die Großmächte, die berufen wären, den Frieden zu schaffen und zu erhalten, sich immer noch weiter quseinanderleben. Englands Handel nvt Rat onalfpanien. Eine neue Erklärung Edens. London, 9. Nov. (DNB. Funkfpruch.) Im Unterhaus fand eine Aussprache über den Austausch von Handelsagent en mit Ratio n a l s p a n i e n statt. Die Ausführungen der Oppositionsredner ließen deutlich die schlechte Laune erkennen, die diese Maßnahme bei der Opposition hervorgerufen hat. Außenminister Eden sagte, die Angelegenheit bedeute k e i n en B r u ch d e r Nichtei n m i s ch u n g. Die französische Regierung sei lange, bevor die Verhandlungen ein abschließendes Stadium erreicht hätten, benachrichtigt worden. Sie habe keine Vorstellungen erhoben, weil Frankreich im nationalen Spanien weitaus besser vertreten sein werde, als bisher England. Niemand stelle in Abrede, daß Franco zwei D r i t - tel Spaniens beherrsche. Diese spanischen Gebiete seien große Käufer von britischen Waren und Verkäufer von Waren, die England benötige. Diesem wertvollen Handel müsse man den notwendigen Schutz angedeihen lassen Die Abmachung stelle weder Anerkennung Francos als Regierung noch als kriegführende Macht dar. Die Handelsagenten würden sich lediglich mit Handelsfragen zu beschäftigen haben. Die belgische Regierungsbildung. Brüssels. Nov. (DNB.) Der bisherige Außenminister Spaak hat seine Vorbesprechungen über die Bildung der Regierung abgeschlossen. Es ist ihm gelungen, sich mit den Sozialdemokraten, Katholiken und Liberalen über die Verteilung her Regierungssitze ZU einigen. Spaak gibt das Außenministerium auf. Die anderen sozialdemokratischen Minister, die dem Kabinett van Zeeland angehörten, werden in die neue Regierung eintreten, so daß die Sozialdemokraten auch weiterhin mit sechs Ministern vertreten sein werden. Die Katholiken werden Gowjetrussischer Protest in Nom. Zur Kenntnis genommen. Rom, 8. Nov. (DNB.) Amtlich. Der italienische Außenminister Graf Ciano hat den so w j e t r u s s i s ch e n Botschafter Stein empfangen, der ihm mitgeteilt hat, daß die Moskauer Regierung den Abschluß des Antikominternabkommens als im Widerspruch stehend mit dem Abkommen von 1 9 3 3 betrachte und die italienische Geste als nicht freundschaftlich gegenüber- der Sowjetregierung ansehe. Graf Ciano hat von dieser Erklärung Kenntnis genommen. Das Pariser „Petit Journal" hebt hervor, daß Sowjetrußland durch diesen Schritt zugegeben habe, Schanghai, 9.Nov. (DRV. Funkfpruch.) 3n den frühen Morgenstunden fehle ein allgemeiner Rückzug der chinefifchen Truppen aus dem Raume westlich der internationalen Nie- derlasfung und südlich des Sutschau-Vaches nach Westen ein. Um 9 Uhr überschrillen die Japaner die Hungjao-Straße und befehlen den hungjao-Flugplah. Große Brände südlich von Nan- lao deuten an, daß die chinesischen Truppen auch SCHANGHAI KINGSCHAN TSCHAPU IANGTSCHAU aus hem Raum südlich von der französischen Konzession obmarschieren. Von chinesischer Seite wird die Zurücknahme der chinesischen Truppen zugegeben. Sie sei erfolgt, um die Verbindung zwischen den bei Nanshlang, nördlich des Sutschau-Vaches, stehenden Abteilungen mit den Verbänden an der Tschapu-Front herzustellen. Durch die chinesische Rückzugsbewegung sind die militärischen Voraussetzungen für die japanische Forderung nach einer 25 km breiten entmilitarisierten Zone rings um Schanghai geschaffen, für die die Japaner wirksame Garantien der Mächte anstreben. Inwieweit die Japaner eine Neuregelung der internationalen München, 8. Nov. (DNB.) Wie im vorigen Jahre am Vorabend des historischen 9. Novembers die große antibolschewistische Schau in der Hauptstadt der Bewegung der Oeffentlichkeit übergeben wurde, so fand in diesem Jahre am 8. November die Eröffnung der großen Aufklärungsschau „D e r ewige Jude" statt. Sie erfolgte im Rahmen eines Festaktes im Kongreßsaal des Deutschen Museums, in dessen Bibliotheksbau auch diese Ausstellung untergebracht ist. Stellvertretender Gauleiter Otto Nipp old meldete die Fertigstellung der von der Gauleitung München-Oberbayern und dem Reichspropagandaamt dieses Gebietes gemeinsam mit zahlreichen Archiven und Instituten' aus dem ganzen Reich aufgebauten Ausstellung. Dann gab der stellvertretende Gauleiter dem $ronfenfü^rer Julius Streicher das Wort zu einer in großen Zügen das Judentum und fein verheerendes, Völker zersetzendes Wirken kennzeichnenden Rede, in der er u. a. ausführte: „Als die Verkörperung der Sünde wider das Blut war die jüdische Mischrasse seit ihrem Bestehen dazu bestimmt, nicht schöpferisch aufbauend sich auszuwirken. Das jüdische Volk war zu allen Zeiten ein Zerstörer des guten Wesens. Daß der Jude nicht schöpferisch an den Werken der Menschheit Anteil hat, dos bezeugt auch das Haus, in dem wir uns heute versammelt haben. Was im Deutschen Museum an Großem, Stolzem und Schönem untergebracht ist, wurde ausschließlich von nichtjüdischen Menschen erdacht und gezeichnet. Daß das jüdische Volk sich in der Tat nicht schöpferisch aufbauend, sondern zerstörend auswirkt, das haben viele geistige Führer der Judenheit offen bekannt. Wenn das vom Führer verheißene tausendjährige Dritte Reich kein Traum bleiben soll, dann ist es unsere heilige Aufgabe, das Wissen vom jüdischen Weltfeind unablätzlich und immer wieder, aufs neue zu predigen. Ein solches Volk, dem das'Wissen geworden ist, das mit dem Volk der Christusmörder das Unheil in die Welt kam, wird die kommenden Tage siegreich bestehen. Der Jude gelangte zum Ruf des Ewigseins durch eine bewußte Irreführung der Menschheit. Seit Jahrhunderten geht er einher als wanderndes Geheimnis, ausgestattet mit dem Heiligenschein eines Heilbringers. Noch gibt es Völker, die an das Mgrchen von der göttlichen Sendung des jüdischen Volkes glauben und stolz darauf find, demokratisch regiert zu werden. Für die Wissenden aber ist gerade die vielgepriesene Scheindemokratie westlicher Völker ein Gradmesser für die Macht, die der Jude in jenen Völkern bereits erlangt hat. Aber auch diesen Völkern wird der Ablauf des Weltgeschehens noch die Augen öffnen. Auch sie werden noch einmal zu der Erkenntnis kommen, daß der Jude kein Heilbringer, daß er in der Tat ein Kind des Teufels ist." daß fein inneres Regime mit der Drit - ien Internationale identisch sei. Die italienische Regierung habe im Augenblick ihres Beitritts zum deutsch-japanischen Pakt genau Umrissen, daß das Dreier Abkommen gegen keineMacht gerichtet sei, und daß es allen Staaten offen stehe. Dieses diplomatische Abkommen ziele nicht auf Sowjetrußland ab, sondern auf die Dritte Internationale. Man verstehe also schlecht, warum die Sowjetregierung diesen Schritt unternommen habe. — Der „Jour" nimmt an, daß Sowjetrußland als Gegenmaßnahme den sowjetrussischitalienischen Freundschaftsvertrag vom Jahre 1933 aufkündigen werde. — Der „Figaro" nennt den Schritt des Sowjetbotschafters in Rom einen Theaterstreich. Sowjetrußland rechtfertige damit die weltanschaulichen Feldzüge. Es entzweie sich damit auch von seinen eigenen Interessen und denen des Weltfriedens und bringe d i e Regierungen, die aus Nützlichkeitsgründen sich auf die sow- jetrussische. Politik in Europa stützten, in eine peinliche Lage. Die Sowjetdiplomatie scheine, indem sie die von den autoritären Mächten dem internationalen Kommunismus hingeworfene Aufforderung aufnehme, bewußt schwerwiegende Verwicklungen in der Welt Hervorrufen zu wollen. Verwaltung Schanghais fordern werden, dürfte von der weiteren Entwicklung der Lage abhängen. Schon jetzt verlangt jedoch die japanische Presse Schanghais eine verstärkte Vertretung Japans in der Stadtverwaltung der internationalen Niederlassung. Nach Ansicht japanischer militärischer Kreise wurde die letzte Entwicklung an der Schanghai- Front durch die Landung starker japanischer Kräfte in der h a n g t s ch a u - V u ch t südlich von Schanghai entscheidend beeinflußt. Die lange vorbereitete und überraschend durchgeführte Landung durch Kriegsschiffe und Leichter sei das modernste Beispiel einer Zusammenarbeit von Heer und Flotte, wobei die geringe Tiefe der Küstengewässer erhebliche Schwierigkeiten bereitete. Der rasche Vormarsch gemischter Verbände läßt darauf schließen, daß unter dem Schuh der Schiffsartillerie größere Truppenkörper in kurzer Zeit zum Einsatz bereit waren. Nachdem innerhalb von drei Tagen die Stadt S u n g k i a n g an der nach Süden führenden Schanghai-hangtschau-Bahn erreicht war und gleichzeitig die japanischen Truppen westlich von Schanghai nach Südwesten rückten, haben sich die chinesischen Truppen westwärts i n Richtung auf Tfingpu zurückgezogen. Die bei Schanghai stehenden japanischen Truppen und die in der Hangtschau-Bucht gelandeten Verbände haben sich bereits b i s au f 35 km einander genähert. Die neue dadurch entstehende japanische Front westlich von Schanghai verläuft etwa östlich von Liufo am Jangtse über kiating, Sungkiang und längs der Küste bis zur Hangtschau-Bucht. Durch sie wird die nach We- sten führende Schanghai - Nanking- Bahn durchschnitten und die größte chinesische Hafenstadt von der Hauptstadt des Landes abgeschnürt. Reichsminiffer £>r. Goebbels erklärte sodann: Wenn man also zum ersten Male in der deutschen Geschichte und in der Geschichte überhaupt in einer großen Schau alles das, was der Nationalsozialismus gegen das internationale Judentum vorzubringen habe, zur Darstellung bringe, so habe sich der Nationalsozialismus damit- ein zeitliches und geschichtliches Verdienst erworben. Es sei großer Wert darauf gelegt worden, keine demagogische und im üblen Sinn propagandistische Schau zusammenzustellen, sondern es sei all das, was der Nationalsozialismus über das internationale Judentum und seine verheerenden internationalen Auswirkungen zu sagen habe, wissenschaftlich belegt und untermauert. Was in dieser Ausstellung zu sehen sei, sei so grauenvoll, daß es mit Worten nicht zu schildern sei. Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete sodann die Ausstellung mit dem Wunsche: „Möge diese Ausstellung dazu beitragen, die Kenntnis und Erkenntnis des deutschen Volkes zu mehren und zu stärken, lieber ein Problem, das in der Tat nicht nur ein deutsches, sondern ein Weltproblem allerer st e n Ranges ist." Ein Jtunbgong. Im Vorraum wird an Hand reichen Bildmaterials nachgewiesen, daß die Judenfrage nichts mit der Religion zu tun hat, sondern eine reine Rassenfrage ist. Naturgetreue Plastiken mit den typischen äußeren Merkmalen des Juden veranschaulichen seine rassische Zusammensetzung Im nächsten Raum erläutern Zitate aus dem Talmud und dem Schul- chan-Aruch, was das Judentum unter Religion versteht. Ein anderer Saal veranschaulicht die Geschichte der Juden. Hier wird der einwandfreie Nachweis erbracht, daß schon zur Zeit der Zerstörung Jerusalems die Juden in der ganzen Welt zerstreut waren, weil sie unter fremden Völkern leben wollten. Weitere Abteilungen behandeln die Vielgestaltigkeit jüdischer Wirksamkeit und geschäftlicher „Tüchtigkeit". In der Zeit des Mittelalters, wo die Juden bis zu 174 v. H. Wucherzinsen forderten, regten sich schon die ersten Widerstände gegen die Juden. Es wurden ihnen besondere Stadtbezirke als Aufenthalt zugewiesen, eine Judentracht sollte vor Rassenschande warnen. Eine im Original gezeigte päpstliche Urkunde verlangt das Verbot, Juden in öffentliche Aemter zu setzen. Auch Dr. Martin Luther macht eindringlich auf die Gefahr des Juden aufmerksam. Es kdmmt die Zeit der Hofjuden. Die deutschen Fürsten brauchen Geld, und die Juden wußten sich die Fürsten tributpflichtig zu machen. Der Jude wird gleichberechtigter Staatsbürger. Das Parteiensystem des 19 Jahrhunderts hat dem Juden die Wege geebnet, seinen verderblichen Allgemeiner Rückzug der Chinesen an der Gchanghaifronl. Oie Auswirkung der japanischen Truppenlandungen bei Hangtschau. Eine entmilitarisierte Zone um Schanghai jetzt möglich. Oie Ausstellung „Der ewige Zude^. Einfluß nunmehr auf alle Lebensgebiete des Volkes auszuüben. In den nächsten Sälen wird die jüdische Vorherrschaft über das Deutschland der Systemzeit klar und erschütternd aufgezeigt. Wir sehen bk Verjudung des Films, des Theaters, der Revue, wir sehen einen Querschnitt durch die Schmutz- und Schundliteratur jüdischer Schriftsteller. Es wird gezeigt, wie die Gesundheitsführung des deutschen Volkes oon jüdischen Aerzten an sich gerissen wird und wir werden endlich Zeugen, wie das Judentum erfolgreichen Einfluß auf die Freimaurerlogen nimmt. Skizzen und Karten machen die maßgebende Beteiligung des Juden an der bolschewistischen Zersetzungsarbeit klar. Als großes Endziel steht im Hintergrund die Eroberung der Weltherrschaft durch das Judentum, die Entfesselung des Weltbolschewismus. Der letzte Saal zeigt die Losung der Judenfrage in Deutschland. Hier sind die Nürnberger Gesetze auf dem Reichsparteitag 1935 zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre aufgeführt, die zum Segen der Nation erlassen worden sind. „Die Partei und der Vierjahresplan.^ Ministerpräsident Göring vor der Führerschaft der NSDAP. München, 8. Nov. (DNB.) Auf Einladung des Stellvertreters des Führers sprach Ministerpräsident Generaloberst Göring als Beauftragter des Führers für die Durchführung des Vierjahresplanes vor der gesamten Führerschaft der NSDAP, über das Thema „Die Partei und der Vierjahresplan". Seine Darlegungen wurden vom Führerkorps der Partei mit gespannter Aufmerksamkeit ausgenommen. Anschließend stellte Ministerpräsident Göring unter minutenlangen Zustimmungskundgebungen fest, daß der Nationalsozialismus den Beweis für die Richtigkeit seiner politischen Anschauungen erbrach t habe, und daß er auch den Beweis für die Richtigkeit seines wirtschaftlichen Denkens nicht schuldig bleiben werde Rudolf Heß brachte zum Ausdruck, daß der Parteigenosse Göring der Unterstützung der Führerschaft der NSDAP, bei der Durchführung seiner ihm vom Führer übertragenen schweren Aufgabe auch künftig gewiß sein kann. Beförderungen zum 9. November. Berlin, 8. Nov. (DNB.) Der Oberste SA.- Führer, Adolf Hitler, hat zum 9. November folgende Beförderungen in der SA. ausgesprochen: Zu Obergruppenführern die Gruppenführer Jüttner, Chef des Führungshauptamtes der Obersten SA.-Führung; Luyken, Chef des Erziehungshauptamtes der Obersten SA.-Führung; von Tfchammer und Osten, beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Hauptamtes Kampfspiele; Beckerle, Führer der SA.-Gruppe Hessen; Ludin, SA.-Gruppe Südwest; Helfer, SA.-Gruppe Hochland; von Obernitz, SA.-Gruppe Franken; Knickmann, SA.-Gruppe Niederrhein; Meyer-Quade, SA.- Gruppe Nordmark; Ben necke, SA.-Gruppe Pommern; Schramme, SA.-Gruppe Westfalen; Kob, SA.-Gruppe Mitte; Manthey, SA.- Gruppe Ostmark; Adolf Wagner, SA.-Führer z. V. der SA.-Gruppe Hochland; Josef Wagner, SA.-Führer z. V. der SA.-Gruppe Westfalen; Julius Streicher, SA.-Führer z. V. der SA.- Gruppe Franken; Baldur von Schirach, SA.- Führer z. V. der Obersten SA.-Führung; K r i e b e f, SA.-Führer z. V. der Obersten SA.-Führung; Fritz Reinhardt, SA.-Führer z. V. der Obersten SA.- Führung; Wilhelm Weiß, SA.-Führer z. V. der Obersten SA.-Führung; Hanns Frank, SA.- Führer z. V. der Gruppe Hochland; Mut sch - mann, SA.-Führer z. V. der SA.-Gruppe Sachsen; S a u ck e l, SA.-Führer z. V. der SA.-Gruppe Thüringen: Jordan, SA.-Führer z. D. der SA.- Gruppe Mitte; Jahn, SA.-Führer der SA.- Gruppe Mitte. Im NSKK. hat der Führer dem Botschafter in Rom, von Hn s s el l, den Dienstgrad eines Brigadeführers verliehen. Befördert wurden ferner zum Brigadeführer: Oberführer Wiedemann, Adjutant des Führers. Zum ^-Gruvpenführer wurde befördert Brigadeführer Josef Bürckel, Gauleiter des Gaues Saar-Pfalz. 3n der Polizei. Der Führer und Reichskanzler hat bei derOrd - nungspolizei u a folgende Ernennungen ausgesprochn: Zum Oberst der Schutzpolizei: Grusfendorf, Polizeiverwaltung Berlin; zu Oberstleutnanten der Schutzpolizei:' Boehmer, Polizeiverwaltung Essen, Freiherr v. Gayl, Stab der Inspektion der Ordnungspolizei in Koblenz; zu Majoren der Schutzpolizei: Kopka, Gleiwitz, Dietz, Kaiserslautern. Graf, München, Herbst, Bremen. Stierwaldt, München, Bendzko, Königsberg, Voßberg. .Karlsruhe. Stüber, Fürstenfeldbruck, Hamann, Breslau, Hauck. Magdeburg, Schimmelpfennig und Werner, Kiel, Steffen, Worms, Engelhaupt und Herrmann, Hamburg, Meyer- Spelbrink, Wuppertal, Danz, Jena, Blöcher, Berlin, Lehmann, Rathenow. Ferner find ernannt worben: Zu Hackhtleuten der Schutzpolizei: 42 Oberleutnante; zu Oberleutnanten der Schutzpolizei: 67 Leutnante; zu Leutnanten der Schutzpolizei: drei Offizieranwärter. usqebüraerie können nicht mehr erben. Berlin, 8. Nov. (DNB.) Auf Vorschlag von Reichsjustizminister Dr. Gärtner hat die Reichsregierung das „Gesetz über erbrechtliche B e - ch r ä n f u n g e n wegen gemeinschaftswidrigen Verhaltens" erlassen. Darin wird bestimmt, das ausgebürgerte Personen oon jedem Erwerb von Todes wegen gegenüber deutschen Staatsangehörigen ausgeschlossen sind. Sie können demnach gegenüber dem Nachlaß eines deutschen Staatsangehörigen weder gesetzlicher noch testamen- tischer (Erbe, noch Pflichtteilberechtigter oder Vermächtnisnehmer fein; auch Schenkungen von Todes wegen zu ihren Gunsten sind nicht zulässig. Zur Verhinderung von Umgehungsverluchen werden auch sonstige Schenkungen an Ausgebürgerte verboten. Die Uebertretung des Verbotes ist mit Strafe bedroht. Das Gesetz erweitert ferner die Voraussetzungen, unter denen nach bürgerlichem Recht ein Erblasser einem A b - kömmling den Pflichtteil entziehen kann. Es bestimmt, daß ein deutschblütiger Erblasser den Pflichtteil entziehen kann, wenn der Ab- kömmling nach Erlaß der Nürnberger Gesetze einen Juden oder ohne die erforderliche Genehmigung einen jüdischen Mischling g e • heiratet hat. Die innere Vesrieoung Danzigs. Danzig, 8. Nvv. (DNB.) Der Danziger Volks- tag behandelte das Amnestiegesetz, das eine Amnestie für politische Verfehlungen darstellt, die sich besonders auch zugunsten der Geistlichen beider Konfessionen auswirken wird. Das Gesetz soll eine allgemeine endgültige Befriedung der Danziger innerpolitischen Verhältnisse herbeizuführen. Das Gesetz, dem auch die polnische Gruppe zustimmte, wurde in allen drei Lesungen einstimmig angenommen. Namens der nationalsozialistischen Fraktion erklärte Abg Beyl: Ein Ausdruck des ehrlichen Willens zur Versöhnung mit den besiegten Gegnern und gleichzeitig ein Ausdruck einer großmütigen Gesinnung sei diese Amnestievorlage. Ihre Annahme mit einer für diesen Volkstag bislang unerhörten Mehrheit sei ein Beweis dafür, daß die große deutsche Front in Danzig st e h e, und daß sie in aller Zukunft unzerstörbar sein werde. Der Volkstag befaßte sich dann noch mit den Verordnung über die Bildung einer Danziger Staatsjugend sowie über das Verbot der Neugründung von politischen Parteien. Der polnische Abgeordnete Budzinski erklärte, daß die polnische Gruppe sich der Stimme enthalten werde, da das Staatsjugendgesetz nur die deutschstämmige Danziger Jugend umfassen werde, und die Neugründung von politischen Parteien ebenfalls eine ausschließliche Anlegenheit der Deutschen in Danzig sei. Der Volkstag gab beiden Verordnungen mit einer weit über die Zwei-Drittel-Mehrheit hinausgehenden Stimmenzahl seine Zustimmung. Die Abgeordneten der ehemaligen Oppositionsparteien haben durch ihre Stimmenthaltung die Annahme dieses Antrages indirekt gefördert und damit zum Ausdruck gebracht, daß sie sich einer end- gültigen Liquidierung des Vielparteiensystems in Danzig nicht widersetzen. Abgeordneter Beyl erklärte, daß auch Danzig nun die Auflösung des Parteienstaates erlebe. Daß die geschichtlich notwendige Entwickelung zuletzt doch noch ohne jede Bitterkeit vor sich gegangen sei, verdanke man dem Gauleiter, der in den entscheidenden Stunden Tatkraft mit Maß zu paaren verstanden und erreicht habe, daß der ganzen Entwicklung die versöhnende Note nicht fehle. Die Danziger Jugend stehe mit wenigen Ausnahmen fest in der Hitler-Jugend Wir hätten also seit langem eine Staatsjugend, ohne sie so zu nennen. Die Zeit sei gekommen, wo man eine schon längst praktisch vollzogene Tatsache nun auch gesetzlich festlege. Agenten der GpLt. Ein interessanter Fund der Pariser Kriminalpolizei. Paris, 8. Nov. (DNB.) Die Pariser Kriminalpolizei scheint bei den Nachforschungen nach den verschwundenen russischen Generälen Miller und S k o b l i n einen glücklichen Fund gemacht zu haben. Die bereits' seit längerer Zeit verhaftete Frau des Generals Skoblin hatte immer wieder nach einer in Jerusalem gedruckten und in grünes Leder gebundenen Bibel gefragt. Jede andere Bibel, die man ihr auf der Polizeibibliothek gab, schlug sie aus. Ihr beharrlicher Wunsch kam den Kriminalbeamten jedoch verdächtig vor. Man fand das gewünschte Buch auf dem Schreibtisch m der Privatwohnung des Generals Skoblin. Bei einer eingehenden Untersuchung des Buches fiel einem der Beamten ein Zettel in die Hand, der eine chemische Formel enthielt und den Vermerk „Johannes-Evangelium, Seite 20". Als man die betreffende Seite mit der chemischen Formel bearbeitete, kam eine Geheimschrift zutage, die wahrscheinlich der Code gewesen ist. den Skoblin während seiner langjährigen Tätigkeit als GP U.- Geheimagent benutzt hatte. Die zahlreichen unverfänglichen Briefe und Postkarten, die der Frau Skoblin aus allen möglichen Ländern Europas in das Gefängnis zugingen, dürften damit auch eine neue Aufklärung finden. Terrorist in Frankreich festgenommen. Paris, 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Polizei von Dalenciennes nahm einen Ungarn Koloman B u d a y , wohnhaft in Marseille, in dem Augenblick fest, als er in den Zug nach Donai steigen wollte. Es soll sich um einen seit langem gesuchten gefährlichen Terroristen handeln, der wegen seiner terroristischen Ideen bereits in Ungarn von der Advokatenliste gestrichen worden ist. 1930 gab er mehrere Revolverschüsse vor der ungarischen Gesandtschaft in Wien ab und verletzte dabei einen Attache. 1933 gab er in Genf im Völkerbund während einer Sitzung mehrere Schüsse ab. Er konnte damals entfliehen. Vor 15 Tagen war er aus Frankreich ausgewiesen worden, kam aber an einer anderen Grenzstelle anscheinend wieder in das Land herein. In seinem Gepäck fand man u. a. eine schwarze Maske sowie auf 34 verschiedene Namen lautende Personalpapiere, zahlreiche Stadtpläne großer französischer Städte, darunter auch von Marseille, mit geheimnisvollen Eintragungen. Koloman Buday steht in dem Verdacht, an der Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien und des französischen Außenministers B a r t o u in Marseille beteiligt gewesen zu sein. Erneute Erhöhung der Derkehrstarise in Frankreich. Paris 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Neben der wahrscheinlich 2 5 p r o z e n t i g e n E r h o h u n g der französischen Ersenbahnta r r s e zu Beginn des kommenden Jahres werden für die Pariser Bevölkerung als „Neuiahrsgeschenk , wie es der „Pettt Parisien" bezeichnet, ab 1. Januar 1938 die Fahrkartenpreise der Pariser Ver- kehrsunternehmun gen heraufgesetzt werden. So wird der Einzelfahrschein in der Untergrundbahn in der 1. Klasse von 1,25 auf 1,60 Franken und der der 2. Klasse von 1,00 auf 1,10 Franken erhöht. Die städtischen Omnibusse schlagen mit dem Einzelfahrschein von 55 auf 60 Centimes und mit dem Einzelfahrschein aus den Fahrscheinheften von 40 auf 45 Centimes auf. Aeichsminister Seldte in Holland. Amsterdam, 8. Nov. (DNB.) Am Montag traf Reichsarbeitsminister S e l d t e zu einem mehrtägigen Besuch in Holland ein, um die Arbeiten auf dem Gebiete der Urbarmachung, der Siedlung und der Arbeitsbeschaffung kennen zu lernen Die reichsdeutsche Kolonie im Haag beging die Gedächtnisfeier für die Gefallenen der Feldherrnhalle Reichsminister Seldte schilderte m einer Ansprache die ungeheure Not des deutschen Volkes nach dem Frieden. Dem 9. November 1918, wo sich die alten Frontkämpfer fragen mußten, ob denn ihr Opfer in den Schützengräben vergeblich gewesen sei, sei der 9. November 1923 und die Zeit des Kampfes um den deutschen Menschen gefolgt. Daß das deutsche Volk den Ruf des Führers hörte, sei der beste Beweis dafür, daß die Blutopfer der Bewegung nicht umsonst gewesen seien. Der Minister wies dann auf die besonderen Aufgaben des Auslanddeutschtums hin. Das nationalsozialistische Deutschland brauche die Erfahrungen der Auslanddeutschen, die einmal in die alte Heimat zurückkehren, und im Stande seien, neue Anregungen für die Arbeit im Reich zu vermitteln Die Erfassung und Verwertung des Altmaterials. NSG. Der Reichskommissar für Altmaterialverwertung hat den Aufgabenbereich und die Vollmachten der Gaubeauftragten für Alt- materialerfassung erweitert. Sie sind Beauftragte des Reichskommissars auch auf dem Gebiete der Altmaterialerfassung in allen gewerblichen Betrieben und auf dem Gebiete der Mülloerwertung. Gaubeauftragter für den Gau Hessen-Nassau ist der Gauwirtschaftsberater, dem in den Kreisen die Kreiswirtschaftsberater als Kreisbeauftragte unterstehen. Um die Erfassung der Alt- und Abfallstoffe künftig so erfolgreich wie möglid) zu gestalten, werden im Gau Hessen-Nassau für alle Ortsgruppen- und Stützpunktbereiche erfahrene Parteigenossen als Beauftragte eingesetzt. Sämtliche Beauftragte arbeiten ehrenamtlich. Ihre Maßnahmen sind von der gesamten Bevölkerung — insbesondere von den Haushaltungen, den gewerblichen Betrieben, Schulen und Sammlern — verständnisvoll zu unterstützen. Oer Reichshubertustaa. mW? - 1 e “. r«’ ‘J Die Deutsche Jägerschaft versammelte sich in Braunschweig und auf dem Hainberg zu eindrucksvollen Feiern. Unser Bild zeigt rechts Generaloberst Göring im Gespräch mit dem britischen Botschafter Henderson. Zwischen beiden Staatssekretär Körner-, links den Reichsjägermeister während der Feier am Hainberg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Neues Leben im Reiche des Glases Von Or. Wolfgang Mejer Seit Jahrtausenden ist die Herstellung des Glases bekannt. Schon auf altägyptischen Bildern begegnen uns Glasmacher, die ihre Kunst im Grunde in der gleichen Weise ausübten, wie es das Handwerk heute noch tut. Von jeher aber haftet dem W e r k st o f f Glas ein Hauch des Zauberhaften, des Geheimnisvollen an. Er läßt unseren Blick durch Dinge gleiten, die doch körperlich vor uns stehen. Farbiges Glas läßt uns eine wundersame,- fremde Umwelt erleben, wenn wir hindurchschauen. Und jäh zerspringt die schöne Form, wenn sie mit weniger zarten Gebilden zusammenstößt. Von gläsernen Herzen erzählt das Märchen, von gläsernen Schüh- lein, vorn gläsernen Berg und manch anderen seltsamen Wesen, deren zauberhaftes Walten sich aus den Eigenschaften des Glases erklärt Wir Zeitgenossen einer weniger wundergläubigen, maschinenrasselnden Gegenwart aber lernen plötzlich an dem ehrwürdig alten Werkstoff Glas neue, erstaunliche Fähigkeiten kennen, die sich die Fabeldichter der Vergangenheit nicht hätten träumen lassen. Dank den jüngsten Errungenschaften von Wissenschaft und Technik, und nicht zuletzt dem Wirken deutscher Forscher und Ingenieur, vermag Glas heute Eigenschaften zu entwickeln, die ihm mit einem Male ungeahnte Anwendungsgebiete erschließen. Wir stehen mitten in diesem Geschehen. Wir müssen den neuen Möglichkeiten des Glases nicht allein darum Beachtung schenken, weil die Werkstoff-Frage Deutschland höchst wichtig ist. Glas hat ganz beträchtliche Vorzüge, wie Sauberkeit, Unempfindlichkeit gegen Wasser und chemische Stoffe, es hat wertvolle optische und elektrische Eigenschaften und hervorragende künstlerische Eignung. Alle solche Vorteile des Glases werden nun immer weiteren Bereichen der Technik, Kunst und des Alltagslebens erschlossen. Noch vor wenigen Jahren hätte es die Hausfrau nicht wagen dürfen, etwa Spiegeleier über offener Gasflamme in einer Glaspfanne zu braten. Sie wäre auch gar nicht auf einen solchen Gedanken verfallen. Denn das wußte seit Urväter Zeiten jedes Kind: Glas zerspringt im Feuer sofort! Jetzt aber haben wir das feuer- f e st e Glas, das uns die seit Jahrhunderten in der Glasmacherkunst berühmte Universitätsstadt Jena beschert hat. Nun ist es eine Augenweide für Familie und Gäste, wenn die Hausfrau leckere Speisen gleich in dem appetitlichen Glasgefäß auftischt, in dem sie gebacken oder gebraten wurden! Die von unserer Technik erreichte Widerstandsfähigkeit von Glas gegen hohe Hitzegrade verwertet die deutsche Glasindustrie neuerdings auch in der Herstellung von H e i ß w a f serspeichem für Bad, Küche und andere Zwecke. Im Gaststättenwesen werden Glasrohre für Getränkeleitungen und Kühlschlangen immer mehr beliebt, weil sie sauber sind und die Flüssigkeiten nicht chemisch beeinflussen. Auch im Hausbau setzt sich der Werkstoff Glas immer stärker durch. Neben den herkömmlichen Fenstern, Wandteilen und Fußböden werden vielfach auch andere Einzelteile, beispielsweise Türgriffe, statt aus Holz oder Metall heute aus Glas angefertigt. Im Bauwesen bewähren sich auch Zwischenschichten aus Glasgespinst, „G l a s w a t t e" oder „G l a s w o l l e", zum Schutz gegen Schall, Wärme und Kälte ausgezeichnet; sie werden auch in der Industrie zur Isolierung von Dampfleitungen und ähnliche Zwecke vorteilhaft verwendet. Das ist vorläufig das Gebiet der Glasgespinste, da ihrer Massenherstellung für Kleiderstoffe oder Wäsche noch gewisse Schwierigkeiten im Wege stehen. Aber schon der Einsatz der Glasgespinste für die genannten Verwendungen ist außerordentlich wertvoll. Denn Glasgespinste, die aus Glasfäden von nur zwei bis zehn Tausendstel Millimeter Stärke bestehen — eine technische Leistung, die in hervorragendem Maße deutschem Fleiß zu danken ist! — zeichnen sich durch Unbrennbarkeit und Unempfindlichkeit gegen chemische Einwirkungen aus und haben zudem einen schönen, seidigen Glanz. Wie- bei den Metallerzeugnissen, so gründen sich auch bei den verschiedenen Glassorten die Eigenschaften auf die Zusammensetzung, die „Legierung" verschiedenartiger Stoffe, Kieselsäure, Alkalien und die meisten Metalloxyde sind die Hauptbestandteile der meisten Gläser. Im ganzen kommen etwa 20 der 92 bekannten Elemente als „G l a s b i l d n e r" in Frage. Ihre Möglichkeiten zu ergründen, haben sich die „Glastechnischen Gesellschaften" zur Aufgabe gesetzt. Nur zwei dieser wichtigen Forschungsförderer gibt es auf der Erde: eine deutsche und eine englische. Aber auch Fachleute anderer Länder arbeiten eifrig mit beiden Gesellschaften zusammen. Denn das Reick des Glases ist noch weit weniger bekannt als das der Metalle. Gerade die jüngste Zeit hat uns erstaunliche Ergebnisse dieser Forscherarbeit gebracht, und wir dürfen freudig feststellen, daß sie zu gutem Teile in Deutschland geleistet wurde. Gläser werden heute in allen Farbtönen gefertigt. Es gibt Glasarten, die für Ultraviolett oder Ultrarot durchlässig sind oder solche Strahlen absorbieren. Wir haben Sonderaläser für Glühlampen jeglicher Art, für Leuchtröhren, für Rundfunksender- und Empfängerröhren, für Fernsehröhren, Röntgenröhren und Röntgenschutz, für Metalldampflampen, Gleichrichter und viele andere Ausgaben. Ein einziges deutsches Unternehmen liefert an hundert verschiedene Glassorten für mannigfachste Verwendung! Natürlich läßt sich die heute praktisch unbegrenzte Farbgebung für Glas auch hervorragend fünft e» rischen Wirkungen dienstbar machen. Das uralte deutsche G l a s k u n st h a n d w e r k, wie es vor allem in Thüringen und im Bayrischen Wald zu Hause ist, überrascht uns immer wieder durch reizende Neuheiten, in denen es sich auch die Fortschritte der Glasindustrie wirksam nutzbar macht. Handwerk und Industrie sind gerade beim Schaffen in Glas untrennbar verschwistert. Es ist kein Zufall, daß beispielsweise das Thüringer Land nicht nur die Heimat des weltberühmten Christbaumschmuckes, der Glasketten und Glasperlen, der wohl- aeftalteten Glasgefäße und anmutigen Glastierfigürchen ist, sondern auch eine optische I n - d u st r i e von Weltbedeutung hervorbrachte. Ihre Planetarien, Fernkameras, Mikroskope, Linsensätze und sonstigen Erzeugnisse werden feiten erreicht, nirgends übertroffen. Es ist das Können des alten Handwerks, oft durch Generationen vom Vater zum Sohn vererbt, das hier auch im Werksaale der Fabriken fortlebt! Ein schon seit einer Reihe von Jahren hergestelltes, jedoch noch verhältnismäßig wenig bekanntes Erzeugnis der thünnger optischen Industrie sei um seiner Eigenart willen hier erwähnt: die sogenannten „H a f t g l ä f e r" für Augenleidende. Es sind kleine, optische geschliffene Glasschalen, die unmittelbar auf das Auge aufgelegt werden und in unsichtbarer Weise Sehsehler korrigieren. Für manche Berufe ein wesentlicher Vorteil! Auch die sprichwörtliche Zerbrechlichkeit ist heute kein notwendiges Uebel des Glases mehr. Glasscheiben, in versichedenen Schichten erstarrt, lassen sich stark biegen. Es gibt Sicherheitsglas, das sechsmal so biegsam ist wie gewöhnliches Fensterglas. Wird in einem Ausnahmefall solches Sicherheitsglas doch einmal über Vermögen beansprucht, so zerbröckelt es sofort in völlig ungefährliche Krümchen. Fast unzerbrechliche und höchst biegsame Scheiben werden auch aus glasklarem Kunstharz hergestellt. Sie sind bedeutend leichter als eigentliches „Silikatglas" und eignen sich daher besonders für Luftfahrzeugbau. Die Technik der Glasbearbeitung hat nicht nur die altüberlieferten Verfahren des Blasens, Schleifens und Aetzens zu höchster Vollendung entwickelt. Unsere heutigen „Hartmetalle" erlauben uns, Glas auch zu drehen, zu bohren, zu hobeln und zu fräsen. Rotationskörper mannigfachster Art, Stöpsel, Gewinde werden mit äußerster Genauigkeit sozusagen gedrechselt. Mit besonderem Werkzeug, der Schleifscheibe des Zahnarztes ähnlich, bearbeiten Professor W. v. E i f f (Stuttgart) und seine Schüler Glasscheiben gleichsam in der Art des Holzschnitzers und erzielen ausgezeichnete künstlerische Wirkung. Auch die Verschmelzung von Glas mit Porzellan, lange Zeit ein schwieriges Problem, gelingt dank einer deutschen Erfindung heute ohne Schwierigkeit. Man hat erkannt, daß der Ausdehnungswert des Glases geringer fein muß als der des keramischen Stoffes. Unter dieser Bedingung können massive Metalldrähte gasdicht und haltbar in keramische Gefäße eingeschmolzen werden. So erleben wir in unseren Tagen einen gewaltigen Vorstoß des alten Werkstoffes Glas nach neuen Zielen, in neue Bereiche. Wir müssen diesen Vorgang durchaus begrüßen. Denn die Rohstoffe des Glasmachers entstammen der Erde. Kaum eine andere Industrie, außer noch der keramischen, verarbeitet so geringwertige Naturgaben. Erst durch die Bearbeitung, durch den Fleiß des Arbeiters, des Handwerkers, des Künstlers nach den Erkenntnissen des Forschers und den Erfahrungen der Vergangenheit erhalten die Erzeugnisse das Glasgewerbes einen Wert, der den der Ausgangsstoffe um ein Vielfaches übersteigt. An solchen wertschaffenden Fleiß aber ist Deutschland ebenso reich, wie an ehrwürdiger lieber« lieferung in der edlen Glasmacherkunst. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung, die vor allem durch den Aufbau eines mächtigen Hochdruckgebietes im Raume England- Jvland gekennzeichnet ist. Dadurch werben kalte, aus arktischen Gebieten stammende Luftmassen in Richtung auf das europäische Festland verfrachtet, die vor allem späterhin sich bei uns in Abkühlung allswirken werden. Durch das Verschwinden der ausgedehnten Nebelfelder wird der Witterungscharakter freundlicher. Aussichten für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig bis aufheiternd und im allgemeinen trocken, Temperaturen im ganzen wenig geändert, doch nachts wieder kälter, über Wessi nach Nord drehende Winde. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundlich, doch fortschreitende Abkühlung, Luftzufuhr aus Nord. Lufttemperaturen am 8. November: mittags 6,4 Gyad Celsius, abends 5,8 Grad; am 9. November: morgens 4,4 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. November: abends 7,7 Grad; am 9. November: morgens 6,8 Grad. Haupkichriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K -G„ sämtlich in Gießen Monatsbezugs» preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. I-LAMPEN D pes kelt und kxundtick um Dicksdm Helle Wohnraume und eine helle Küche machen das Leben der Hausfrau angenehmer, sie zufriedener und die Arbeit leichter. Feder kann sich heute mehr Licht leisten, denn die Osram-M-Lampen geben billiges Licht. Darum sollten die veralteten, verbrauchten und geschwärzten Lampen erneuert werden durch die lichtreichen f Erhältlich für 40, 60,75 und 100 Watt. Gießen (Horst - Wessel -Wall 46), Vilbel (Taimusstraße 3), den 8. November 1937. 7342 D 7329 D Marie Volkmann, geb. Jung verrichtet. Klein-Linden, den 8. November 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, 10. November, 13% Uhr, statt. 7325 D 7328 D Salzböden, den 8. November 1937. 7341 D 7327 D 7324D 7336 D und zum Bauen Fleischer- Häutever- Die Gefolgschaft der Genossenschaft für Häute» und-Fettverwertung, Kassel, Nebenstelle Gießen Die Beerdigung findet am ? littwoch, dem 10. November, nachmittags 2% Uhr, vom Trauerhause, Wetzlarer Straße 24, aus statt in die Ewigkeit abberufen. In tiefer Trauer stehen wir an der Bahre des Mannes, der uns in fast 30jähriger Tätigkeit in treuer Pflichterfüllung ein arbeitsvolles, mühevolles Leben vorlebte. Er hat bei uns allen als Mensch und Betriebsführer sich seine Anerkennung durch ein unvergeßliches Andenken erworben. Beinahe drei Jahrzehnte war er für uns und das gewerbe innerhalb der Organisation der deutschen Wertungen tätig. Mit großer Aufopferung hat er seine Dienste stets Er wird uns unvergeßlich bleiben. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute morgen 8 Uhr meine liebe Mutter, unsere liebe Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Oer für Dienstag abend angekündigte Vortrag in der Lohanneskirche fällt in Anbetracht der Zeier des 9. November aus Donnerstag, den 11. Slovember Lanqemarckleier der Studentenschaft Die Kameraden versammeln sich umllUhrvorder Aula der Univ. Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldaten- Kameradschaften. Tagung des Evang. Männerwerkes Der Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft für Häute» und Fettverwertung e.G.m.b.H. zu Kassel. Den 8. November 1937. hoeffer war von 1933 bis 1936 erster Dirigent am Reichssender Berlin und folgte 1936 einem Ruf als musikalischer Sonderbeauftragter in die Reichssendeleitung. Deutsches TNusikfest 1938 in Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden veranstaltet im Frühjahr 1938 ein „Deutsches Musikfe ft", bei dem Furtwängler mit den Berliner Philharmonikern, v. Hausegger mit den Münchner Philharmonikern und Schuricht mit den Wiesbadener Sinfonikern (den für diese Veranstaltung vereinten Orchestern der Kurverwaltung und des Deutschen Theaters in Wiesbaden) mitwirken werden. Iahreslagung der Jean-paul-Gesellschaft. Die Pflege des geistigen Vermächtnisses des Dichters Jean Paul hat sich die Jecm-Paul-Gesell- schaft zur Aufgabe gemacht. Die 12. Jahrestagung sindet am 14. November in Bayreuth statt. Sie wird mit einer Festsitzung eröffnet, deren Ueber- tragung durch den Rundfunk vorgesehen ist. Anschließend wird eine Mitgliederversammlung durchgeführt, in deren Mittelpunkt die Vorbereitung der Herausgabe einer Volksausgabe von Werken Jean Pauls steht. Aljechin führt mit 3 Punkten. Die 14. Partie im Scha.chweltmeister- schaftskampf Euwe — Aljechin endete nach dem 52. Zuge zugunsten von Aljechin. Der Stand ist: Aljechin 8%, Euwe 5% Punkte. Neue deutsche Luftpostlinie Vertin—Bagdad. Die Deutsche Lufthansa hat ihrem zwischenstaatlichen Liniennetz eine neue, bedeutungsvolle Linie eingefügt. Seit einigen Tagen verkehrt wöchentlich ein deutsches Post-Schnellflugzeug von Berlin über Athen nach Bagdad. Die rund 3500 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. November, nachmittags 2 Uhr statt. im Alter von 71 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Volkmann. Aus aller Welt. Die Schnelltriebwagen wieder im Dienst. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Der planmäßige Verkehr mit den dieselelektrischen zweiteiligen Schnelltriebwagen wurde wieder aufgenommen. Der Verkehr hat auf einigen Strecken eine kurze Pause erfahren müssen. Es hatten sich an den Laufachsen vereinzelt Anzeichen bemerkbar gemacht, die auf vorzeitige Ermüdung des Materials hindeuten. Die Achsen unterliegen Dauerbeanspruchungen, die bei den hohen Fahrgeschwindigkeiten und den hohen Kilometerleistungen anscheinend die Festigkeit der Achswellen so erheblich beeinflussen, daß für diese Achsen mit einer kürzeren Lebensdauer als für die Achsen anderer Eisenbahnfahrzeuge gerechnet werden muß. Die vorsorglich angeordnete außerplanmäßige Untersuchung hat in der Kürze der Zett klare Anhaltspunkte noch nicht ergeben können. Es wurden deshalb, um die Wiederaufnahme des Verkehrs nicht länger hinausschieben zu müssen, sämtliche Laufachsen erneuert. Trotz der starken Inanspruchnahme der Industrie ist es gelungen, die Schnelltriebwagenverkehre wieder aufzunehmen. Otto Frickhoeffer erster Dirigent am Reichssender Frankfurt. Als Nachfolger Hans Rosbauds, der als Generalmusikdirektor der Stadt Münster berufen wurde, hat Intendant Hannsotto Fricke den bisherigen musikalischen Sonderbeauftragten in der Reichssendeleitung Otto Frickhoeffer berufen. Am 1. November hat Frickhoeffer den Posten des ersten Dirigenten und des Leiters der Abteilung Musik am Reichssender Frankfurt angetreten. Frick- Zeitschriffen. — Die Internationale Jagdausstellung Berlin 1937 steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der „Qlluftrirte n Zeitung Leipzig". Oberst- jägermeifter Scherping schreibt über die Internationale Jagdausstellung. H. O. von Bonin-Ponitz ist mit dem Beitrag „Deutsches Wild, Deutscher Wald" vertreten. Die Bildberichte „Deutscher Edelhirsch im Jahreslauf", „Falkenbeize" und „Aus fernen Jagdgebieten" vervollständigen den Hauptteil der vorliegenden Nummer. Auch die deutsche Kunst auf der Internationalen Jogdausstellung wird in einer eindrucksvollen Bildseite gewürdigt. _____________ Aus einem arbeitsreichen Leben wurde heute morgen unser Betriebsführer Herr Friedrich Boeck münde ausgelaufen. Der Danziger Dainpser hat inzwischen das gestrandete Schiff erreicht. Meine politische Nachrichten. Der neuernannte Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Frankfurt am Main, Mr. Emil Sauer, hat sein Amt angetreten. Sauer ist in Fredericksburg im Staate Texas geboren. Seine Vorfahren stammten aus dem nassauischen Dorf Frohnhausen bei Dillenburg, von wo sie 1845 auswanderten. Der französische Kabinettsrat hat beschlossen, die Weltausstellung im Jahre 1 938 wieder z u eröffnen. Man rechnete damit, daß hierzu ein Kredit von 300 bis 400 Millionen Francs angefordert werden wird. Der nationalfponische Heeresbericht lautet: Front von Aragon: Unsere Truppen fahren fort, im Abschnitt Sabinanigo die vorderen Stellungen zu verbessern. An den anderen Fronten nichts Neues. [Stellenangebote Tüchtiger Küfer für Holzarbeit u. Weinkellerei sofort oder sväter gesucht. 7330V Gießen, Braugasse 6. Heute nacht verschied nach längerer Krankheit der Geschäftsführer unserer Nebenstelle Gießen Friedrich Boeck. Nach langem Leiden entschlief heute unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Christian Weisbrod Stadtkirche Tonnerstag bis Sonntag Gemeindeabende des Gvangel. Bundes um 8l/4 Uhr. 733sD Redner: Pfarrer Gontrum - Watzenborn. | Vermietungen | S-Zimmer- wohnung preiswert zu vermieten. Schriftliche Angeboten. 7805 D an den Gießen. Anzeig. Kilometer lange Entfernung wird in nur 23 Flugstunden überbrückt. Die Linie dient ausschließlich der Post- und Frachtbeförderung. Zugelassen sind Briefsendungen aller Art für Irak und die Länder über Irak hinaus. Der Luftpostzufchlag betragt für Sendungen nach Irak: für Postkarten und Briefe für je 5 Gramm 15 Pf., für andere Bnefsendungen (Drucksachen) für je 25 Gramm 15 Pf. Sendungen aus dem Rhein-Main-Gebiet müssen so rechtzeitig aufgeliefert werden, daß sie das Donnerstags um 13.45 Uhr nach Berlin verkehrende Flugzeug erreichen. Kindesmörderin znm Tode verurteilt. Das Schwurgericht des Landgerichts München II verurteilte die 24 Jahre alte Anna 'Bitt mann aus Waldhausen bei Jzking (Oberbayern) zum Tode und wegen Totfchlagsversuches und Zweier Verbrechen der Brandstiftung zu 4 Jahren Zuchthaus. Die Wittmann hatte am 30. August v. I. ihr etwas über zwei Jahre altes Kind mit Tollkirschen vergiftet, nachdem sie es vorher schon zu ertränken versucht hatte. Nach Ermordung des Kindes suchte sie sich eine Handhabe zum Verlassen ihres Dienstplatzes durch zweimalige Brandstiftung zu verschaffen. Nach anfänglichem Leugnen legte die Wittmann ein Geständnis ab. Norwegischer Dampfer an der pommerschen Küste gestrandet. Der Dampfer „Favorit", der mit einer Ladung Kohle von Gdingen nach Rotterdam unterwegs war, ff r anbete an der pommerschen Küste zwischen Stolpmünde und Jershöft. Don dem Dampfer wurde durch Funkspruch Hilfe angefordert, worauf sich der Danziger Bergungsdampfer „Weichsel" zur Rettungsaktion in See begab. Außerdem ist der deutsche Bergungsdampfer „Seeteufel" von Warne- im 69. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weisbrod, Land» und Gastwirt Tüchtiger 7334D Bäckergeselle sofort gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. Jüngere MW für einige Stunden Montags u. Freitags gesucht. Seltersweg 26II Borzustellen zw. 9-11 Uhr. 05531 Zum sofort. Eintritt saub.,fleißig. Mädchen für Hausarbeit gesucht. Bewerbungen an l 7332V Bahnhofgaststätten Gießen. Stellengesuche] Hausgehilfin 29 Jahre, sucht zum!5.Novemb. Stellung in Hotelod.Cafä. Mtzorn. Münster Jagdhaus Hubertus. 05523 22jähriges Alleinmädchen gute Zeugnisse aus Herrschaftshäusern, sucht Stelle zum 15. November.Schr. Angeb. u. 05533 an 0. Gieß. Anz. | Verschiedenes] Dachdecker- arbeiten Dachreparaturen aller Art werden prompt u. schnell ausgeführt. 0552s Heinrich Meier Dachdeckergesch. 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November, nachmittags wurde unser lieber Arbeitskamerad und Betriebsobmann Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Boeck, geb. Hollmann Luise Zutt, geb. Boeck Heinrich Zutt Ursula und Friedel Zutt. Heute morgen um 5 Uhr verschied im 67. Lebensjahr nach langem, geduldig getragenem Leiden und einem arbeitsreichen Leben mein lieber Mann, treusorgender Vater und Großvater Für die beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme danken wir herzlichst Dr. Wilhelm Mühl und Familie Erich Mühl Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Wilh. Wallenfels Sohn, Gießen Weingroßhandlung und Likörfabrik. Richard Paul aus Staufenberg Friedrich Boeck Geschäftsführer. Hießen den 9. November 1937. Uerdingen Dienstag, 9. November 1957 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesstn) Nr. 262 Zweites Blatt HMWWMMoi» -«Male eine yern]ei)]iraße. oiejer tfernieyiuuße -- sind mehrere Apparate aufgebaut, die die Dar- tt bietungen einer in der Ausstellung aufgebauten Z. der Brust eines jeden Menschen lebt. das am Das Gießener Stadttheater im Frankfurter Sender. des Programm bringen: 1. Querschnitt durch „Wildschütz", Oper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Mitwirkende: Friedel Fornallaz, $)ilbe Jachnow, Margarethe Merian, Gustav Bley, Wilhelm Greif, Jupp Müller und der Chor des Stadttheaters. 2. Aus den Gießener Morgenfeiern. „Die Windsbraut" von Billinger. Sprecher: Hermann Schultze- Griesheim. Mitwirkende: Ruth-Ines Eckermann, Emmy Güngerich, Peter Schorn. „Liebesliederwalzer" von Johann Brahms. Am Flügel: Joachim Popelka, Heinz Markwardt. Mitwirkende: Hilde Jachnow, Margarethe Merian: Gustav Bley, E. A. Waltz. 1. und 2. Satz aus „Respighi", Konzert für fünf Soloinstrumente und Streichorchester. Musikalische Leitung: Hein/Z Markwardt. Mitwirkende: Ewald Lassen (Violine), Georg Thomas (Kontrabaß), Wilhelm Heer (Oboe), Adam Schöffel (Trompete), Joachim Popelka (Klavier). 3. Aus „Eine Nacht in Venedig", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Mitwirkende: Gustav Bley, Wilhelm Greif, Alfons Forstner, Jupp Müller, Ernst-August Waltz: Friedel Fornallaz, Elfriede Grell, Hilde Jachnow, Margarethe Merian.__________________ Lichtspielhaus: „Wolgaschiffer". Die berühmte Melodie des Wplgaliedes, die uns an den das gleiche Motiv behandelnden stummen Film aus Hollywood und an mancherlei Begegnungen mit den Kosaken-Chören erinnert, bildet das musikalische Leitmotiv auch in dieser französischen Produktion, die hier in deutscher Sprache erscheint: es ist die gleiche schwermütig-volkstümliche Musik, die gleiche melancholische Landschaft, das gleiche Bild der mühselig und gebückt unter ihrer Last am Ufer des riesigen Stromes hinziehenden Schlepper. Einen unter diesen zahllosen und namenlosen Galeerensklaven im alten Rußland greift die Fabel heraus, und indem die Kamera mit geschickten und kontrastreichen Ueberblendungen den Blick von der Wolga weg in eine ganz andere Welt öffnet, erlebt der Beschauer wie in einer Rahmenerzählung die merkwürdige und traurige Geschichte eines jungen, hochbegabten und eleganten Offiziers, den das Schicksal aus einer glänzenden Laufbahn gerissen und unter die Ausgestoßenen der menschlichen Gesellschaft versetzt hat, denen die Melodie „Wolga, Wolga" die tägliche Begleitmusik eines verlorenen und hoffnungslosen Lebens ist: der Leutnant, den eine leidenschaftliche Neigung zu der Gemahlin seines Obersten ergriffen hat, wird unschuldig eines schimpflichen militärischen Vergehens angeklagt, degradiert unb. verurteilt, da er sich weigert, durch eine Kompromittierung der Geliebten das ihm drohende Verhängnis abzuwenden. Die Spielleiter Vladimir Strichowsky und Jun V a n k o e ck e haben in diesen Szenen die natürliche Spannung der Kriminalhandlung mit den Reizen einer Liebesgeschichte zu verbinden verstanden: Paul Portier (an der Kamera) unterstützte Regieführung und Darsteller mit guten, klaren Aufnahmen. Pierre Blanchar und Dera Korene, die unglücklich Liebenden, bei uns bisher kaum bekannt, ergänzen einander in einem sympathischen Zusammenspiel. Vom übrigen Ensemble beben sich der von Charles V a n e l mit taktvoller Zurückhaltung gegebene Oberst und Valery Inkijinoff heraus, dessen man sich wohl noch aus dem Film „Friesennot" erinnern wird. — Langemarck Feier der Gießener Studentenschaft. Am kommenden Donnerstag, 11. November, pünktlich um 11.15 Uhr, veranstaltet die Gießener Studentenschaft in der Neuen Aula der Universität eine Feier der Erinnerung zu Ehren der bei Gottes Auge ruht — o Volk, tapfer und fromm und stark wie kein zweites, gesegnet seist du in Zeit und Ewigkeit! Die Messe ist aus; zwischen den kleinen, bäuerlichen Ministranten schreitet der alte Pfarrer über’s Feld der Kirche zu. Durch die Wiesen zerstreut sich der Zug: nach allen Seiten rattern die geschmückten Wagen auseinander in ihre Heimatdörfer, über die Stoppeläcker galoppieren ein paar Fahnenreiter auf den jungen Hengsten, die nicht mehr zu halten sind, vor dem Dorfwirtshaus unter den alten Linden hat sich die Blechmusik aufgestellt, zu weltlicheren Liedern nun und über die erntemüden Felder, auf denen die leuchtende Sonne des Spätherbstes wie Segen aus den Himmeln liegt, fährt der schwere, geschmückte, vierspännige Leiterwagen mit den geputzten Jungfrauen zum Tanz in den fahnengeschmückten Marktflecken zurück. Ruhe über den Feldern. Nur der alte Meßner wandert noch bedächtigen Schrittes vom Altar zurück über die Wiese und trägt die schwere, altersgraue Barockfigur des guten Heiligen in die kühle Stille des Leonhardkirchleins heim. geschmückte Wagen und unruhige Pferde und der umjauchzte Wagen mit den Jungfrauen in den goldenen Flitterkrönlein und seidenen Miedern. Nun wird es still: die weltlich frohe Musik schlägt um zum Choral und entblößten Hauptes zieht der Zug vorbei vor dem schlichten Altar, auf dem die Kerzen im Herbstwind wehen. Weihrauch steigt auf aus den silbernen Behältern, die die kleinen, weißgekleideten Ministranten schwingen: im großen Ornat, den Weihwasserwedel in der Hand, steht der alte Geistliche auf den Stufen und segnet die Tiere, die stumm an ihm vorüberzieben, mit Mühsal beladen auch sie, wie alles Erschaffene und des Segens bedürftig. Mit schweren, langsamen Schritten stapfen die schweren Arbeitspferde vorbei und die müden Tragtiere aus den Bergen und ein paar alte Kriegspferde, Ehrennarben auf den mageren Kruppen: nur die jungen Hengste aus dem Bauerngestüt und ein paar Fohlen machen sich einen Spaß aus dem Weg und geben ihren Führern zu schaffen, die, das Hütt fromm in der Hand, ein Kreuz schlagen wollen unter der Weihe und doch beide Hände brauchen für die ungebärdigen Jungen, die das harte Leben noch nicht gebrochen hat. Und nun stehen sie alle im Kreise um den Altar, die gold- und seideschimmernden Jungfrauen kmen vor seinen Stufen, die arbeitsgebeugten Gestalten der alten Bauern stehen dunkel in der lichtübergossenen Wiese, überall drängen die geschmückten Pferdeköpfe sich zwischen Schultern und rosenkranzumwundenen Händen hindurch und die Fahnenreiter halten prächtig und schwer hinter den knienden Jungfrauen vor dem Altar, eine gute Schildwache. Die Messe beginnt. Segen zu erflehen für Bauern- (ebcn und Bauernarbeit, für Bauernflur und Bauernställe, das ist ihr Sinn, lieber die Stoppelfelder und Wiesen, die im Schmuck der letzten Herbstzeitlosen prangen, schallt der fromme Gesang und das viel zu wenig gehörte und viel zu wenig nachgelebte Wart: Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes! Wie sie da stehen und knien, in den gichtigen Händen das abgegriffene Gebetbuch, auf den gesenkten Häuptern den Schnee eines langen Lebens und auf den krummen Rücken die Last vieler Arbeitsjahre, neben ihnen die schweren Kopfe ihrer Pferde, müde, krumm und verbraucht auch sie! Und hinter ihnen die Jungen voll derber Kraft und derber Lebenslust, in den braunen Fausten Die Zügel der unruhigen Hengste — aber nun auch sie die trotzigen Köpfe gebeugt vor dem Segen den wir alle brauchen, wenn unser Leben köstlich gewesen sein soll, den Segen der Arbeit, auf der 77SG. „Kraft durch Ireude". Spottamf. Am Dienstag, dem 9. November, fallen sämtliche Sportkurse in Gießen aus. 7331D Beförderungen zum 9 November. Anläßlich des 9. November erfolgten in der SA. wieder zahlreiche Beförderungen. Darunter befinden sich aus unserer engeren Heimat folgende: In der Brigade 147 (Gießen) wurden zu Sturmfüh- rern befördert die Obertruppführer Erasmus Pauly, Heinz Barth und Wilhelm Hahn. In der HI. Hessen-Nassaus erfolgten gleichfalls zahlreiche Beförderungen. Darunter befinden sich aus unserer engeren Heimat folgende: zum Bann- führ er wurde befördert der Führer des Bannes 116 (Gießen) Unterbannführer Heinrich Rohrbach; zu Jungbannführern befördert wurden die Führer des Jungbannes 116 (Gießen) Stammführer Sigurd T a e s l e r und der Führer des Jung- banns 88 (Wetzlar) Stammführer Walter Schreiber. Der 9. November in Gießen. Am heutigen 9. November zeigen die Straßen unserer Stadt reichen Flaggenschmuck. Die Gießener Gedenkfeier zum 9. November beginnt am heutigen Abend pünktlich um 20.30 Uhr auf dem Brandplatz bzw. Landgraf- Philipp-Platz. Ansprachen werden dabei Kreisleiter Backhaus und Brlgadeführer Schwarz halten. Die Feier, zu der alle Volksgenossen eingeladen sind, wird etwa eine Stunde dauern. Dornotizen. Tageskatender für Dienstag. NSDAP.: Feier des 9. November pünktlich 2 0.3 0 Uhr auf dem Brandplatz bzw. Landgraf-Philipp-Platz. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Frauenliebe — Frauenleid". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wolgaschiffer". 3ungorfsgruppe des VDA. Die Jungortsgruppe Gießen des VDA. veranstaltet am Donnerstag, 11. November, 20.15 Uhr, im Studentenheim einen Gemeinschaftsabend. Studienrat Seybold spricht über das Thema: „Warum VDA.?" Mit der Veranstaltung wird eine Ausstellung der Halbjahresarbeit verbunden sein; auch Handarbeiten auslandsdeutscher Volksgenossen werden gezeigt. ____________________ tzockWnrnachncbten Der ordentliche Professor der Musikwissenschaft in Frankfurt, Dr. Joseph Müller-Blattau, hat vom 1. November ab die Professur für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg i. Br. vertretungsweise übernommen. Mit der Vertretung des Frankfurter Lehrstuhls ist für das Wintersemester 1937/38 der Dozent Dr. Hellmuth Osthoss (Berlin) beauftragt worden. Der ao. Professor an der Universität Berlin Dr. Marianus Czerny hat den freien Lehrstuhl für Experimental-Physik an der Universität Frankfurt und die Leitung des Physikalischen Instituts vertretungsweise übernommen. Professor D. Friedrich Baumgärtel an der Universität Greifswald wurde als Nachfolger des nach Berlin berufenen Professors D. H e m P e l zum Ordinarius für Altes Testament an die Universität Göttingen berufen. Professor Dr. Ernst Philipp, Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie in Greifswald, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Kiel versetzt. f _ r Der ao. Professor Dr. Wilhelm Hasenack ist zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Freiburg ernannt worden. Professor Dr. Erich Kamke, Extraordinarius für Mathematik an der Universität Tübingen, ist auf Grund des Paragraphen 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt worden. Im Beiprogramm sieht man die neue Fox- Wochenschau, einen Vorspann zum „Großen Abenteuer", und vom Boxkampf um die Halbschwer- gewichtsmeisterschait zwischen Heuser und Witt einen genauen Bildbericht, der die sachverständigen Sportfreunds in Wallung bringt. Hans Thyriot. Langemarck gefallenen Studenten. Im Mittelpunkt der Feier wird eine Ansprache des Studentensüh- rers Frank stehen, der über das große Opfer der Helden von Langemarck und über die Verpflichtung der deutschen Studentenschaft der Gegenwart sprechen wird. Am Nachmittag wird von einer Abordnung des NSDStB. am Ehrenmal der 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein Kranz niedergelegt. Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldaten- Kameradschaften fordert die angeschloffenen Kameradschaften auf, an der Langemarck-Feier der Gießener Studentenschaft teilzunehmen. Antreten 11 Uhr vor der Universität. lieber 11000 M. WHW.-Sammelergebnis. Die Winterhilfesammlung des vergangenen Sonntags, die von den Kameraden der SA., ff, NSKK. durchgeführt wurde, erbrachte im Kreise Wetterau der NSDAP, einen Betrag von über 11 000 Mark. Insgesamt wurden etwa 60 000 Stück der schönen Elektron-Abzeichen mit den Symbolen der Monate und dem Schmuck der Halbedelsteine verkauft. In unserer Stadt wurden allein 20 000 Stück abgesetzt. WHW. Ortsgruppe Süd. Am Montag, 8., Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. November, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Kleidersammlung durch die NS.- Frauenschast statt. Es werden auch nicht mehr tragfähige Kleidungsstücke entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Sachen zur Abholung bereitzuhalten. Aus der Stadl Gießen. Herbstliche Pracht. Selten wurde uns ein so schöner Herbst geschenkt wie heuer. Es tarnen keine starken Stürme, und auch die ersten Nachtfröste stellten sich noch nicht ein. Die Wälder stehen in ihrer golbnen Schönheit. Wenn auch die Nächte kühl sind und am Morgen die Welt im Nebel liegt, um so schöner ist dann alles, wenn die Sonne durch die Wolken dringt. Wald und Flur sind dann wie verzaubert. Kein Lüstchen regt sich, Stille herrscht überall. In den Gärten aber blühen in einer überreichen Pracht die Winterastern und Dahlien. Die meisten Sommerblumen sind verwelkt. Die Nächte sind ihnen zu kühl, der Nebel drückt sie. Aber Dahlien und Astern, sogar noch einzelne Nelken und Veilchen leuchten in allen Farben. Ja, hier und da kommen einzelne Maikäfer aus der Erde hervor. So werden sie von dem warmen Wetter getäuscht. Die Blüten der Dahlien und Astern geben den Gärten einen eigenen Reiz. Sie strömen wohl keinen Duft aus, aber ihre Farben und ihre Formen erfreuen uns. Erwartungsvoll stehen sie in der Herbstsonne. Die meisten Blüten der Astern sind weiß, doch auch goldgelbe, violette, dunkelrote sehen wir. In allen Größen, in allen Farben und Formen, so füllen sie die Gärten mit ihrer Pracht. Ihre Schönheit verleiht dem späten Herbst noch einen Abglanz von Freude und Zuversicht. Kein Zeichen vom Vergehen ist bei ihnen sichtbar. Draußen liegen die Wiesen still und leer, die Aecker zeigen ihre braunen Schollen, im Garten aber leuchten Dahlien und Astern. Das Laub fällt von den Bäumen, auf allen Wegen raschelt es. Doch die Astern und letzten Blumen grüßen und erinnern an sonnige Tage. Sie täuschen uns noch einmal die Sommerherrlichkeit vor, lassen uns für Augenblicke vergessen, daß nun auch der Herbst bald vorüber ist. Wie schnell verblühen die Blumen im Sommer! Am Morgen noch kleine Knospen, und am Abend fallen schon die Blütenblätter ab. Die Herbstblumen aber sind gehärtet durch die kühlen Nächte, sie bleiben lange in der Knospe und erfreuen uns noch für Wochen mit ihren herrlichen Blüten. Es ist, als ob sie die Schönheit des Sommers in sich aufgespeichert hätten. Wir lieben diese letzten Grüße des Herbstes. Sie zeigen aber zugleich hinüber nach dem kommenden Frühling. Sie sind uns wohl ein Sinnbild des Abschieds, aber auch Träger einer Hoffnung, die in von nur 0,50 Mark. Melde sich jeder sofort bei der zuständigen Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu den Sonderzügen an! Die Züge ab Gießen. 21 b Gießen werden an den beiden kommenden Sonntagen, 14. und 21. November (für 1,45 Mark nach Frankfurt und zurück), folgende Züge gefahren: 9.05 Uhr ab. Gießen, 9.28 ab Butzbach, 9.40 ab Bad-Nauheim, 9.48 ab Friedberg, 10.06 ab Vilbel-Nord, 10.24 an Frankfurt a. M. Zu diesen Zügen werden Anschlußzüge gefahren: 7.59 Uhr ab Dillenburg, 8.40 ab Wetzlar, 8.53 an Gießen; 7.17 Uhr ab Biedenkopf, 8.22 ab Marburg, 8.57 an Gießen; 9.01 Uhr ab Hungen, 9.40 an Friedberg. Die Rückfahrt dieser Züge ab Frankfurt am Main erfolgt um 21.10 Uhr mit Anschlußzügen nach Hungen (ab Friedberg), an 23.15 Uhr, ferner nach Marburg und Biedenkopf bzw. Wetzlar und Dillenburg. Außer den Sonderzügen gibt die Reichsbahn am Donnerstag, 18., und Freitag, 19. November, Sonntagsrückfahrkarten aus, die jeweils von 0 Uhr bis 3 Uhr des nächsten Tages gelten. Diese Sonntagsrückfahrkarten berechtigen nur dann zur Rückfahrt, wenn sie von der Geschäftsstelle der Ausstellung abgestempelt sind. Die Fahrkarten sind von allen Babnbölen erhältlich, die normalerweise Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. ausgeben. Die Feensehsiraße auf der Gaukutturausstellung. NSG. Auf der Gaukulturausstellung Hessen- Nassau, die vom 13. bis 21. November durchgeführt wird, errichtet die Deutsche Reichspost zum ersten genossen, die aus irgendwelchen geschäftlichen oder persönlichen Gründen während des Ablaufs einer Hebung in einer Gemeinde zu tun haben, oder diese passieren müssen. Insbesondere sind die Ortspolizeibehörden berechtigt, von auswärts kommende Fahrzeugbesitzer — Kraftfahrer, Radfahrer, Fuhrleute usw. — beim Eintritt in eine unter Verdunkelung stehende Ortschaft an der Weiterfahrt zu hindern, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge vorschriftsmäßig abzublenden (wobei bemerkt wird, daß ein Fahren völlig ohne Licht verboten ist). Es liegt daher im eigensten Interesse der Fahrzeugbesitzer, für die Folge das erforderliche Abblende material, insbesondere die vorgeschriebenen Schlitzkappen, ständig mit sich zu führen, um sich eintretendenfalls „luftschutz- mäßig" verhalten zu können und auf diese Weise unliebsamen Aufenthalten oder Verzögerungen bei der Abwicklung ihrer Geschäfte vorzubeugen. Anläßlich der Gaukulturwoche 1937 wird Stadttheater Gießen im Frankfurter Sender Montag, 15. November, von 16 bis 18 Uhr, folgern Fernfehbühne übertragen. Niemand sollte versäumen, diese Fernsehstraße aufzusuchen, die zum ersten Male in Frankfurt gezeigt wird. Wo diese Fernsehstraße bisher gezeigt wurde, hatte sie einen unübertrefflichen Besuch zu verzeichnen. Durch ihren Einbau in die Gaukulturausstellung wird sie mit zu einem Hauptanziehungspunkt der Ausstellung. Zum ersten Male haben damit die Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau die Möglichkeit, in der Gauhauptstadt diese Höchstleistung deutscher Funktechnik zu sehen. Da in unserem Gau auf dem Feldberg ein Fernsehsender errichtet wird, dessen Modell ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, haben die Fernsehvorführungen besondere Bedeutung. Sonderzüge zur Gaukuliurausstellung Für 1.45 Mk. von Gießen nach Frankfurt und zurück. Unvermutete Alarm- und Verdunkelungsübungen Fahrzeugbesitzer „lustschutzmäßig" einrichten. Vorn Kreisamt Gießen wird uns folgendes geschrieben: Im Rahmen der planmäßig fortschreitenden Schulung der Bevölkerung im zivilen Luftschutz muß im Laufe der kommenden Wintermonate auch mit der Veranstaltung unvermuteter Alarm- und Verdunkelungsübungen gerechnet werden. Zuständig für die Anordnung derartiger Uebungen sind die Ortspolizeibehörden, deren Befehlsbereich jeweils der gesamte Gemarkungsbezirk unterliegt. Nachdem die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Luftschutzes angesichts der weltpolitischen Ereignisse und dank der Aufklärungsarbeit des Reichsluftschutzbundes und der sonst berufenen Stellen immer mehr zum Gemeingut des Volkes geworden ist, darf erwartet werden, daß sich jedermann — unbeschadet seiner gesetzlichen Verpflichtung — in freiwilliger Selbstdisziplin den jeweils getroffenen Anordnungen fügt und damit zum erstrebten Erfolg beiträgt. Das gilt im Einzelfalle selbstverständlich auch für solche nichtortsansäfsigen Volks- NSG. Um den Besuch der großen Gaukultur-< Male eine Fernsehstraße. In dieser Fernsehstraße ausstellung, die in einer einmaligen, vorher nie ge- r:“x u*"**"* >>.« >l'fl zeigten Zusammenfassung einen Leistungsquerschnitt durch das gesamte kulturelle Schaffen des Rhein- Main-Gebietes gibt, jedem Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau zu ermöglichen, läßt die Gaupropagandaleitung in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" 12 Sonderzüge nach Frankfurt a. M. fahren. Der Fahrpreis der Züge ist um 75 v. H. ermäßigt, so daß jeder Volksgenosse sich an der Fahrt beteiligen kann. Außerdem zahlen die Teilnehmer an den Sonderzügen einen verbilligten Eintrittspreis in die Ausstellung Der Tag der Pferde. Von Sofie von Uhde. 1 Herbstliche Nebel dampfen aus dem braunen Moos und ziehen wie Schleier vor den blauen Bergen hin. Weiße Gipfel steigen in blasses Fruh- licht- noch ist die Natur abgewandt und stumm. Aber in der fahnenbunten, altersgrauen, stellen Dorfstraße ist es schon lebendig genug. Ländliche Blasmusik schmettert in die kalte Morgenluft, auf schweren Ackergäulen, deren Mähnen und Schweife mit Stroh und Bändern eingeflochten sind, reiten Burschen im Sonntagsstaat, die Fahnenstange im Bügel und das Fahnentuch flatternd über der Schulter wie nochmal ein heiliger Georg. Geschmückte Leiterwagen folgen, einer hinter dem andern, vier Pferde vor jedem, wehende Bänder am Kopfzeua und hinter dem Tannengrün die Vertreter der Gemeinden und Zünfte, Flößer und Holzfäller in alter Tracht, ihren Heiligen zuoberst auf den schweren Holzstämmen, die Schäfer mit den jungen Lämmern, die ländlichen Rot-Kreuz-Der- eine, die Tragtiere von den Berghütten ringsum und zum Schluß ein Wagen voll Jungfrauen, der in der inzwischen aus den Nebeln getauchten Herbstsonne hellauf strahlt vor Seide und Gold und Flitterschmuck der Trachten. Und nun P^rde m lanaen Reihen junge, kecke, die wiehern und aus- S alte, mübe, in' bedächtigem Schritt Stuten das Fohlen zur Seite. Sie sind alle geschmückt denn es ist ihr Tag: sie gehen zur Benebikhon 3u ihrem guten Heiligen, dem Sankt Leonhard der die Pferde liebt. Aus der engen, sollen Straße aewinnt der Festzug das freie Feld und zieht 1nnter Fahnenreitern und Musik über die ^bfthdjen Wiesen den Bergen zu, wo an den Ufern emes dunklen moorigen Sees, unter uralten JBaumen und im' Schuhe der dunkelbewaldeten Wände das kleine Barock-Kirchlein liegt, das dem Schutzpatron der Pferde geweiht ist. Hier geht's schon fröhlich zu; von allen Setten ist öie Landbevölkerung herbeigestromt sonntäglich geputzt und harrt vor dem Dorfwirtshaue.desZuges. Schon ist das erste Faß angestochen, und d e W Würsteln tun gut nach dem langen Mar ch, aver -noch lieat eine gewisse Gehaltenheit über allem und die Alten machen sich rasch wieder auf nach dem Trunk hinaus auf die große Wiese, wo der Alta für die Feldmesse errichtet ist; nur den Jungen ge- fäüt’s noch zu gut hier, um chon gleich wieder zu gehen das Bier ist frisch und die Kellnerin auch. 9 Doch da schmettert's heran den schmalen Flurweg, Musik und Fahnen und festliches Peitschenknallen, ----sW BerstärklerEinsatz zurSammlung vonMmalerial NSG. Die Erfassung der Alt- und Abfallstoffe in den Haushaltungen und kleingewerblichen Betrieben ist seit 1. April dieses Jahres durch den Gaubeauftragten für Altmaterialerfassung, Gauwirtschaftsberater Eckardt, für den Gau Hessen- Nassau einheitlich geregelt. Um die inzwischen gemachten Erfahrungen für die Zukunft nutzbar zu machen und zwecks Sicherstellung einer einheitlichen Behandlung aller Fragen der Altstofferfassung hat auf Einladung des Gauwirtscdaftsberaters am Sonntag in Frankfurt eine Sondertagung stattgefunden. Bei dieser Tagung waren verschiedene Dienststellen der Gauleitung vertreten, ferner nahmen sämtliche Kreiswirtschaftsberater des Gaues sowie Vertreter der Gauwaltuna der DAF., der Gaufrauenschaft — Abteilung Volkswirtfchast-Haus- wirtschaft —, der Gebietsführung der HI., des Reichsluftschutzbundes, des Reichssenders Frankfurt und der Bezirkssachgruppe Rohproduktengewerbe teil. Der Gauwirtschaftsberater ging in seinem Vortrag grundsätzlich auf alle mit der Altstofferfassung zusammenhängenden Fragen ein. Er richtete an alle Beteiligten einen eindringlichen Appell aur Mitarbeit, um die regelmäßige Sammlung künftig so erfolgreich wie irgend möglich zu gestalten. In der anschließenden Aussprache wurden die bisherigen Erfahrungen behandelt, wobei es sich bestätigte, daß in einzelnen Sammelbezirken des Gaues Haushaltungen und Sammler bisher nicht immer nach den bestehenden Richtlinien gehandelt haben. Nach den am 1. April für den Gau Hessen- Nassau veröffentlichten Richtlinien besteht folgende Regelung: I. Alt- und Abfallstoffe allgemeiner Art. Diese werden von dem Rohproduttenaewerbe, und zwar durchweg gegen Bezahlung gesammelt. Das gesamte Gauaebiet ist in Sammelbezirke eingeteilt, so daß Althändler, soweit sie in Haushaltungen und kleingewerblichen Betrieben sammeln, dies nur noch in den ihnen zugewiesenen Bezirken tun dürfen. (Das Sammeln in Mittelund Großbetrieben ist von dieser Bezirkseinteilung nicht betroffen.) Die für das Sammeln in Haushaltungen und kleingewerblichen Betrieben eingeteilten Sammler find mit einem besonderen Ausweis des zuständigen Kreiswirtschaftsberaters versehen und tragen eine grüne Armbinde mit der Nummer des Sammler- Bezirkes. Die Sammler sind verpflichtet, monatlich mindestens einmal jeden Haushalt und kleingewerblichen Betrieb ihres Sammelbezirkes aufzusuchen. Dabei genügt es nicht, daß sie durch die Straßen ziehen und sich durch mehr oder weniger lautes Ausrufen bemerkbar machen. Sie sind vielmehr verpflichtet, in jeder Wohnung vorzusprechen und das dort angesammelte Altmaterial abzuholen. Leere Konservenbüchsen, Blechschachteln aller Art, Schüsseln aus Emaille und dergleichen sind in Gemeinden, in denen der Müll abgefahren wird', in den Müllbehälter zu werfen. Auf den Müllhalden werden alle derartigen Gegenstände wieder erfaßt und dort der bestmöglichen Verwertung zugeführt. In Gemeinden, in denen der Müll nicht abgefahren wird, sind die eingeteilten Sammler verpflichtet, dieses Material — allerdings unentgeltlich — mitzunehmen. Größere Posten glatten Papiers, einschließlich Zeitungen, nehmen die Sammler gegen Bezahlung entgegen. Knäuelpapier aller Art, Pappen, Verpackungsmaterial aus Papier und Pappe und dergleichen dürfen künfttg nicht mehr verbrannt werden, sondern find zu sammeln, und zwar ist es zweckmäßig, in jedem Haus einen besonderen Behälter (Kiste) für derartige Abfälle aufzustellen. Dieses Material ist den Sammlern unentgeltlich zur Verfügung au stellen. Die Sammler sind zur Mitnahme verpflichtet. II. kleinmalerial aller Art. Kleine Metallgegenstände, Tuben, Metallfolien, § laschenkapseln, Korkstopfen und dergleichen, bxeren ammluna für das Rohproduktengewerbe unwirtschaftlich ist, werden wie bisher von der HI. eingesammelt. Die HI. liefert dieses Kleinmaterial an den nächstgeleaenen Altmaterialhändler. Die an sich geringen Erlöse hierfür verwendet die HI. für ihre Zwecke. III. Knochen. Die in den Haushaltungen anfallenden Knochen werden im gesamten Gaugebiet künftig an jedem Dienstag und Freitag durch die Schulen gesammelt. Haushaltungen, die keine schulpflichtigen Kinder haben, oder in kleineren Gemeinden, in denen sich ein Sammeln durch die Schulen nicht lohnt, sollen die anfallenden Knochen an den Metzger zurückgeben. Keinesfalls dürfen Knochen, die bekanntlich volkswirtschaftlich sehr wertvoll sind, künfttg in den Müll geworfen oder verbrannt werden. IV. Allgemeines. Von der Bevölkerung wird erwartet, daß sie die volkswirtschaftliche Bedeutung der Alt- und Abfallstoffsammlung erkennt und die gegebenen Richtlinien befolgt. Sollten einzelne Sammler und auch die HI. nicht regelmäßig, d. h. im Monat mindestens einmal, alle Haushaltungen aufsuchen oder auch sonst irgendwelche Aufklärungen notwendig sein, dann wende man sich an die zuständigen Ortsgruppen der Partei. Jede Ortsgruppe hat einen erfahrenen Parteigenossen beauftragt, der für die gesamte Altmaterialerfassung innerhalb des Orts- gruppendereiches verantwortlich ist und allen Volksgenossen seiner Ortsgruppe mit Rat und Tat zur Verfügung steht. V. Erweiterung der Befugnisse des Gaubeauftragten. Wie vor einigen Tagen in der Gaupresse veröffentlicht wurde, sind Vollmachten und Aufgabenbereich des Gaubeauftragten für Altmaterialer- fassung erweitert worden. Demzufolge ist er, wie auch die ihm unterstellten Kreis- und Ortsbeauf- ttagten, nicht nur wie bisher für die Erfassung der Alt- und Abfallstoffe in den Haushalten und klein- gewerblichen Betrieben, sondern auch in der gesamten gewerblichen Wirtschaft zuständig. Die Be- aufttagten stehen demnach in Zukunft allen an der Erfassung Beteiligten — Haushaltungen, Schulen, HI., gewerbliche Wirtschaft, Rohproduktengewerbe — beratend zur Verfügung. Kommerzienrat Schirmer 5O3oi)re in seiner Firma. Ein seltenes Jubiläum konnte die Firma Gg. Heinr. Schirmer, Gießen, begehen: Am 10. Oktober d. I. waren es 50 Jahre, daß der derzeitige Inhaber, Kommerzienrat Heinrich Schirmer, als Teilhaber in die Firma ausgenommen wurde. Aus diesem Anlaß fand — so berichtet man uns — am letzten Samstag im Hotel Schütz ein wohlgelungener Kameradschaftsabend statt, dessen Verlauf das Gepräge einer überaus herzlichen Verb. . m- heit zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft trug. Nach einer von der Versammlung mit gespannter Aufmerksamkeit aufgenommenen Ansprache des Betriebsführers wurde von dem Betriebsleiter der Firma, Karl Kriechbaum, dem Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Otto Pipper, und dem Betriebsobmann Otto Rinn manches gute Wort an die Versammelten gerichtet, während das nachfolgende gesellige Beisammensein die Teilnehmer noch lange zusammenhielt. Im Verlaufe des Abends gab Kommerzienrat Schirmer einen Rückblick auf die interessante Geschichte der Firma. Das Zirkular, das einst die Gründung der Firma anzeigte, trägt als Datum den 10. Oktober 1825. Der Gründer, der Großvater des gegenwärtigen Inhabers, hatte es verstanden, sein neu gegründetes Unternehmen sehr rasch zu hoher Blüte zu bringen. Sowohl die politischen, als auch die wirtschaftlichen Erschütterungen des letzten Jahrhunderts brachten viele Schwierigkeiten für die Leitung der -Firma. Den jeweils verantwortlichen Männern gelang es aber stets, ihrer Herr zu werden. Der heutige Inhaber, der im 77. Lebensjahre stehende, noch überaus rüstige Jubilar, verstand es, dank feiner großen geschäfttichen Tüchtigkeit, seinem Weitblick und seiner vornehmen, menschlichen Eigenschaften, das Familienunternehmen während der schweren Jahre der Vor- und Nachkriegszeit vor Erschütterungen zu bewahren und der Firma die Bedeutung zu'geben, die sie heute innehat. Ein besonders ausgeprägter Zug seines Wesens war stets, zu seinen Arbeitern und Angestellten ein gutes Einvernehmen zu pflegen, so daß der Firma auch in unruhigen Zeiten Unstimmigkeiten mit der Gefolgschaft erspart blieben. Die Bedeutung seiner Persönlichkeit brachte es auch mit sich, daß ihm zahlreiche Ehrenämter übertragen wurden; er war u. a. jahrzehntelang Handelsrichter, Präsident der Handelskammer, dessen Ehrenpräsident er noch heute ist, und er betätigte sich zum Wohle der Allgemeinheit, wo es ihm möglich war. Es ist der sehnlichste Wunsch der Gefolgschaft, ihn noch lange Jahre als Betriebsführer an der Spitze des Unternehmens zu sehen. Reger Betrieb in der Lehrküche im „Einhorn". Während die Sonne lacht und den grauen November vergoldet, füllen sich die Läden und Schaufenster langsam mit Lebkuchen und Pfeffernüssen, denn in fünf Wochen ist Nikolaustag und in acht Wochen ist Weihnachten. Die kluge Hausfrau fängt an, vorzusorgen. Zwar hat sie alte, gute, seit Jahren in der Familie gebrauchte Rezepte, aber heute heißt es, zeitgemäß backen. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk hat die Vertrauensfrauen der vier Gießener Frauenschaften in einem abendlichen Lehrgang geschult, jede von den sechzehn Frauen hat allein ein Rezept ausprobiert und kann nun ihre Erfahrung an die Teilnehmerinnen der Lehrgänge, die jedesmal zwei Abende umfassen, weitergeben. So herrscht nun jeden Abend im „Einhorn" in der freundlichen, praktisch eingerichteten Lehrküche munteres Treiben. Ist es schon für die Frau und Mutter zu Hause eine Freude, zu backen, so macht die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen, die jede ein anderes Rezept Herstellen, erst recht Vergnügen. Die Arbeit wird von allen Seiten begutachten, jeder sieht einmal zu, was am Nebentisch geschafft wird, und allgemeine Freude bereitet das Gelingen der einzelnen Gebäcke. Hier wird ein Blech mit Lebkuchen bewundert, das soeben braun und knusprig dem Ofen entsteigt, dort erregen die fertigen Haferflockenmakronen verdientes Lob, weil sie so lecker und appetitlich aussehen. Rezepte und Kostproben werden mit nach Hause genommen, und jede, Teilnehmerin freut sich schon darauf, in der eignen Küche das zeitgemäße Gebäck herzustellen und damit die Familie zu erfreuen. F. K. Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 29. Oktober bis 4. November einschließlich ein: gegen Radfahrer mit 52 Verwarnungen und Belehrungen und mit 21 Anzeigen; gegen ^Führer von Kraftfahrzeugen mit 37 Derwarnungn und Belehrungen und mit 32 Anzeigen; gegen Fußgänger mit 77 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Lenker von Fuhrwerken mit 15 Verwarnungen und Belehrungen. Gießener wochenmarktpreise. * Gießen, 9. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 8 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 5 bis 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, V» kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, V-i kg 15 bis 18, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 18 Pf., 50 kg 10 bis 18 Mark, Birnen, Vt kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50, Suppenhühner 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 9 bis 12, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Immatrikulationsfeier in Gie - ß e n. Am nächsten Samstag, 13. November, findet in der Neuen Aula der Universität, veranstaltet vom Rektor, die feierliche Immatrikulation der Studenten statt. Die Feier beginnt um 12 Uhr. ** Dienftjubiläum. Arn kommenden Donnerstag kann der Verwalter der Verkaufsstelle von Schade & Füllgrade in der Mäusbura, Eugen I ö r g , auf eine 25jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurückblicken. ** Gesangskonzert in Gießener K li - nifen. Der Gesangverein „Frohsinn" und der „Quartett-Verein Gießen" bereiteten am vergangenen Sonntag den Patienten und dem Pflegepersonal der Chirurgischen, der Frauen- und der Ohrenklinik eine besondere Freude. Die Sänger brachten mehrere Lieder zu Gehör, die dankbar ausgenommen wurden. ** Neue Frachtbriefe. Ab 1. Januar 1938 werden bei der Deutschen Reichsbahn neue Frachtbriefmuster eingeführt. Neben den seitherigen großen Frachtbriefen werden auch neue Frachtbriefe kleineren Musters eingeführt. Die großen Frackt- briefe sind zu verwenden bei Sendungen mit Angabe des Lieferwerks, mit Barvorschuß ober Nachnahme, ferner bei Sendungen, die einer Zoll- oder sonstigen verwaltungsbehördlichen Behandlung unterliegen, sowie bei Sendungen, bei denen der Absender dem Frachtbrief eine Anlage beigibt, oder bet denen im kleinen Frachtbrief der Raum für die Inhaltsangabe nicht ausreicht. Für das Frachtbriefdop. pel ist dasselbe Muster zu verwenden wie für den Frachtbrief, zu dem es gehört. Die Frachtbriefe alten Musters können noch bis zum 31. Dezember 1938 verwendet werden. Amtsgericht Gießen. Der O. R. aus Hamburg hatte wegen lieber» tretung der Reichsstraßenoerkehrsordnung durch Strafbefehl, eine Geldstrafe von 40 Mark erhalten, weil er am 4. April 1937 in Gießen an der Ecke Friedrichstraße-Frankfurter Straße das Dorfahrtsrecht eines anderen Wagens nicht beachtet und hierdurch einen Zusammenstoß herbeigeführt hatte. Der Angeklagte war an diesem Tage mit seinem Kraftwagen aus der Friedrichstraße herausgekommen und wollte in die Frankfurter Straße nach links, also in Richtung Klein-Linden, einbiegen, obwohl zu gleicher Zeit auf der Frankfurter Straße ein anderer Personenkraftwagen in derselben Richtung fuhr. Da die Frankfurter Straße eine Fernverkehrsstraße ist, war der zweite Fahrer oorfahrts» berechtigt. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den beiden Wagen, bet dem zum Glück nur Sachschaden entstand. Zur Begründung seines Einspruches hatte der Angeklagte, der vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden war, eingewandt, daß er die Kurve zu zwei Drittel passiert und sich schon in der neuen Richtung befunden hätte, als der andere Wagen herannahte. Diese Einlassung wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandftei widerlegt, so daß es das Gericht bei den im Strafbefehl erkannten 40 Mark Geld- ftr a f e beließ. Der neue Rieger-Prozeß. LPD. Frankfurt a. M., 8. Nov. Vor dem Schwurgericht begann am heutigen Montag früh der neue Mieger-Prozeß. Die voraussichtliche Dauer der Verhandlung wird zehn Taae fein. Es wird gegen den am 27. März 1882 in Schmitten geborenen, zuletzt in Friedrichsdorf ansässigen I o - Hann Wilhelm Mieger verhandelt, der mehrfach und erheblich wegen Wilderns und Jagdvergehens vorbestraft ist, und der am 26. Juli vom Sondergericht wegen Verbrechens nach § 1 Absatz 1 Ziffer 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zu lebenslänglichem Zuchthaus und wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wilderns und Vergehens gegen das Schußwaffengefetz zu 15 Jahren Zuchthaus und Ehrvexlust auf Lebenszeit verurteilt wurde. Mieger s e n. ist beschuldigt, am 31. Oktober 1917 wenige Kilometer hinter der Saalburg auf Obernhainer Gebiet im Walde den Forstmeister W. Birkenauer, der im Alter von 62 Jahren stand, ermordet zu haben. Zu dieser Verhandlung sind zwölf Zeugen und Professor Dr. Georg Popp als Sachverständiger geladen. Es wird ferner gegen den alten Mieger und seinen 28jährigen Sohn Willi wegen der Beschuldigung verhandelt, am 16. April d. I. im Walde der Dillinger Bornberge bei Friedrichsdorf gemeinschaftlich und vorsätzlich den Wildhüter Ernst Hofmann getötet und die Tötung mit Ueberlegung ausgeführt zu haben. Zu dieser Verhandlung sind 22 Zeugen und als Sachverständige Professor Dr. Hey und Büchsenmachermeister Bock geladen. Der Forstmeister Birkenauer wurde am 31. Oktober 1917 ermordet, und am 12. November 1917 wurde der Angeklagte unter dem Verdacht, diesen Mord ausgeführt zu haben, verhaftet. Mieger bestreitet heute, wie auch früher schon, die Tat. Briefkasten der Redaktion. P. k. Die Inflations-Briefmarke Kölner Dom im Werte von 10 000 Papiermark wurde Ende Juli 1923 ausgegeben und war bis zur Einführung der Rentenmark-Wertzeichen am 1. Dezember 1923 gültig. Mandine setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Freiherr« von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker 20 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Man hatte Lucienne einen neuen Vertrag angeboten. Er kam gerade zur Zeit, ehe ihre letzten Aufnahmen beendet waren. Aber dieser Vertrag bedeutete einen Wendepunkt in ihrem Leben. Es war das erstemal seit fünfzehn Jahren, daß sie nicht die Hauptrolle spielte. Man hatte ihr eine Nebenbuhlerin zugedacht. Dagegen würde ein neuer junger Star die Heldin spielen Lucienne Molny hatte dieses Angebot deshalb noch nicht beantwortet. Sie wußte, was für sie davon abhing. Sie rangierte sich damit aus der kleinen Reihe der großen Stars aus und schob sich selbst ein für allemal auf ein Nebengleis. Natürlich würde sie trotz aller Bedenken ein- willigen müssen, wenn nicht im letzten Augenblick ein Wunder geschah. Sie hoffte noch einmal auf die wundertätigen Dollars der Deutschamerikaner. Schließlich war sie seit zwanzig Jahren mit Stone befreundet. Neben dem Verlust der künstlerischen Qualitäts- Abstempelung mußte der Beginn einer noch so guten Chargenlaufbahn große Veränderungen in ihrem Privatleben bringen: nur ein Star konnte sich Öen Zuschnitt ihres Hauses, mit Harry, dem teuersten Kleinod darin, leisten. Sie würde alles verkleinern müssen Aber erst wollte sie es noch einmal versuchen: wenn sie ein Manuskript bekäme, in dem eine Frau, die aus der ersten Jugend heraus ist, die Hauptrolle spielte. Dann wollte sie eine sehr verführerische reife Frau darstellen und sich so in ein anderes Fach hineinspielen, in dem sie noch lange Star bleiben konnte, wenn sie es überhaupt körperlich und mit den Nerven aushielt. Sie würde Stone noch einmal zu sich bitten und ihm die Anregung Zu einem solchen Manuskript geben. Sein dramaturgisches Büro würde das Weitere tun. Diesmal rechnete Blandine nicht mehr auf ihre Teilnahme an dem Fest der Filmfürsten. Sie hatte also beizeiten um die Namen der Gäste gebeten, gefragt, ob man bei ihrer kleinen Anzahl nur zwei Tischplatten ausziehen solle oder doch lieber drei, da Herren beim Essen gern bequem säßen. U-nd besonders bei einem so derben Essen, wie es vorgesehen war. Denn Frau Molny wollte für die unter der Prohibition seufzenden Amerikaner einen deutschen Bierabend arrangieren. Kommißbrotschnitten und Salzstangen an Stelle des ewigen Toasts, und vorher sollte es Spanferkel geben. Blandine hatte begriffen, daß dies Rüsten eines Festes, an dem sie nicht teilnahm, einen Teil ihrer Arbeit darstellte wie alles übrige. So wie eine Erzieherin immer dann mit ihren Zöglingen zu verschwinden hat, wenn Besuch kommt. Dafür ist sie eben Hüterin der Kinder. Für die Arbeit der Haushaltspflegerin war das luxuriöse Zimmer, das Essen am gepflegten Tisch, Wäsche, Beleuchtung und Heizung außer ihrem Gehalt das Entgelt. Ein freundliches Wort, ein gelegentliches Stückchen Konfekt oder ein süßer Likör. Darüber hinaus gab es nichts. Ihre Mutter hat recht: Man muß im Leben bezahlen, was man verzehrt. Es ist ihre Dienstobliegenheit, das Fest zu rillten, aber nicht, es mitzumachen. Sein Leben, seine Wünsche und sein Erleben muß man sich selber schaffen. Und Blandine schaffte es sich. Sie ging diesmal an die Festvorbereitungen unter dem Motto: als ob es für sie selber sei. Und dabei wollte sie bewußt lernen (und freute sich, daß sie die Gele-1 9?vheit dazu hatte) ein Fest auszurichten, für den Fall, daß sie später einmal ein Fest für sich selber würde feiern können. Während sie den Teller aufsetzte, trällerte sie vergnügt vor sich hin. So, jetzt die Horngabeln. Das war eine Idee von ihr--Jagdbestccke zu bem derben Essen anstatt des Silbers. Harry Engemann kam durch Zimmer. „Sie sind ja heute so vergnügt." „Warum sollte ich es denn nicht sein?" Er zuckte die Achseln. „Werden Sie abends dabei i sein?" j Sie errötete und schüttelte den Kopf. „Sie haben doch selbst gesagt, daß die Leute unnatürlich wären. Da decke ich eben die Tafel so als ob ..." Er fragte mit den Augen. „Na ja, als ob es für amüsante Menschen märe, als ob es für ein ganz besonderes Fest und —" sie zögerte etwas. Aber er lächelte sie aufmunternd und liebenswürdig an. „— und als ob es für mich selber wäre." Es gab ihm einen sichtbaren Stoß. So viel Selbstentäußerung war ihm in seinem Leben noch nicht begegnet. „Wissen Sie, was ich möchte?" fragte er begeistert. „Ein Fest nur für Sie rüsten und Sie zu Tische führen. Wenn ich der Märchenprinz wäre, dann würde ich Sie wie das Aschenbrödel erhöhen und Sie zum Tanze holen. Aber ich bin ja leider nur ein armer Teufel und habe in diesem Hause nichts zu sagen." Er besann sich einen Augenblick. „Aber vielleicht werde ich einmal zu Geld kommen." „Na, das reicht ja", dachte Franz Lüdtke, der im Nebenzimmer zugehört hatte. * „Haben Sie schon darüber nachgedacht, wohin Ihre Frühlingsfahrt gehen soll, Fräulein Hertel?" fragte Harry Engemann am Montag früh. „Ich hätte einen Wunsch", sagte Blandine, — „nach Sanssouci." „Gern. Aber das ist doch nur ein Katzensprung von hier aus. Ich fahre Sie dann noch weiter. Ueberlegen Sie sich mal etwas Schönes." „Danke", sagte Blandine. Sie beugte sich wieder über ihren Notizblock. Dann nahm sie den Hörer ab und verband sich mit einer Tischlerwerkstatt. Es blieb Harry nichts übrig, als mit seinem Flügelschlüssel abzuziehen. „Wir haben Ihren Kostenanschlag bekommen", hörte er Blandine sagen. Auch Unnatur, dachte er. Anstatt daß solch hübsches Mädchen drüber nachdenkt, wo man sie hinfahren soll. Ader auf alle Fälle würde er mit ihr eine schöne Fahrt unternehmen. Er sagte ihr nicht, daß er bloß darauf wartete, daß Lucienne in dieser Woche Nachtaufnahmen hätte. Er setzte sich an den Flügel und träumte von die-! ser Fahrt. Hoffentlich würde fein Geld noch zu Benzin und so weiter langen. Ganz gleich, im schlimmsten Fall versetzte er etwas. Und wenn es etwas war, was im Hause herumstand. Denn seine eigenen Sachen reichten nicht mehr weit. Und dann träumte er von seinem großen Ziel: Komponieren. Etwas hinlegen, was sich verkaufen ließ. Sich selbständig machen, nicht mehr um Ta- schengeld bitten müssen. Ganz groß Geld verdienen. Man konnte das ja beim Film. Lucienne würde ihm mit ihren Beziehungen helfen müssen. Blandine hörte ihn durch zwei Zimmer und drei Portieren hindurch mit großer Begeisterung spielen. Er konnte wirklich etwas, dachte sie angeregt. Sie ahnte nicht, was ihn beflügelte. Er träumte und spielte weiter. Geld haben, tun können, was einem einfällt. — Als Blandine eben wieder den Hörer abnehmen wollte, um mit dem Elektrotechniker eine Reparatur zu besprechen, surrte der Apparat, und Hedwig Georgi meldete sich. „Kann ich dich heute noch sehen, Blandine? Ich mochte etwas mit dir besprechen." „Läßt es sich nicht machen, daß du zu mir kommst? Ach möchte nach gestern heute nicht fortgehen." „Mir geht es genau so", sagte Hedwig. „Aber ich hätte dich doch so gern gesprochen. Ich dachte, bei dir kommt es weniger darauf an, weil Frau Molny nicht da ist." „Aber gerade deshalb muß ich doch hier sein", sagte Blandine erschüttert. „Hier sind heute Gärtner, zwei Handwerker und Wäsche. Und abends haben wir eine kleine Gesellschaft." „Dann will ich doch mal sehen, wie ich's einrichte", schlug Hedwig Georgi vor. „Nachmittags bist du jedenfalls da?" „Ich bin den ganzen Tag im Hause. Sollte ich fort müssen, gebe ich dir sicher Bescheid." Blandine ahnte nicht, daß es für Hedwig um etwas Lebenswichtiges ging. Hedwig war beleidigt, daß weder ßiffie, die sie schon angerufen hatte, noch Blandine Zeit für sie hatten. Greta war ihr zu leichtsinnig, um das mit ihr zu besprechen, was sie bewegte. Und Ilse war natürlich ganz von ihren eigenen Dingen in An- sprach genommen. Dann würde sie sich eben allein raten müssen. Fortsetzung folgt I e 8 e i« r i« i n 'e r 4 i, ke c. -r t- n 5, hl n >0 r- s- n h r- rt m le ne ei üh ht- in. en 0 • )r- er« m 11 ts- jen mb -h' er« am laich' ■en ng ’P n .id) ge= iljrt gen and am iber icht, ie« lat im luli 6er i23 zu im es >me Ziel: us'en Ta- nen. ärde und ung antun >men >ara- dnng Ich mit? Aber achte- Fr°u >ends ein8 lttags te ich i 0 tu cif Am llt. Wirtschaff zen- 6 Nachtmusik. Anregung und Meldungen von Verlauf, zumal \ unverändert 129,13. kolen nach Pause 231,50 (230). Abendbörse ruhig. Vie Abendbörse nahm mangels urxr dem Eindruck der schwachen bc Auslandsplätzen einen stillen Slweichungen auf. Reichs^ l;*i,13, ebenso Reichsbahn-VA Tv. Dutenhofen — To. Heuchelheim 9:6: Heuchelheim mußte verschiedene Spieler ersetzen und war deshalb schon von vornherein im Nachteil. Das mag auch mit der Grund gewesen sein, weshalb es nicht klappen wollte und Dutenhofen zu einem verdienten Spielgewinn kam. — Die Jugend der Gäste allerdings war ihrem Gegner jederzeit überlegen. To. Lützellinden — MG. II Wetzlar 7:8: I Auch Lützellinden konn S.JlXfport Das Fachamt Handball im Dienste des WHW und Roggenstroh —. Nundfunkprogramm Mittwoch, 10. November. Pause mit 263,50 (268) wieder zur Notiz. Der Rentenmarkt lag still bei behaupteten Kursen, etwas höher 1908er Schutzgebiete-Zertif. mit 11,80 (11,75); 4,5proz. Krupp 99,25, 6proz. IG.-Farben 130,50. Im Freiverkehr wurden Städte-Altbesitz etwa 0,25 v. H. höher mit 133 umgesetzt; Kommunal-Umschul- dung etwa 94,70 bis 94,75^ Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 72 Rinder, 721 Kälber, 239 Hämmel, 170 Schafe, 3054 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 36 bis 46, Schafe 15 bis 40, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TL, 8. Nov. Das Angebot von Brotgetreide hat etwas zugenommen. Die Mühlen bekundeten lebhafte Nachfrage und nahmen die Zufuhren glatt auf. Die Lage am Mehlmarkt war unverändert; helles Weizenmehl bleibt lebhaft begehrt, dagegen finden die dunkleren Typen, sowie Roggen- rnehl weniger Interesse. Die Versorgung mit Futtermitteln stützt sich zumeist auf Zuteilungen, Kartoffelflocken können dagegen ausreichend bezogen werden. Am Rauhfuttermarkt war die Lage unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 206, W 16 Es wäre sonst niemals zu dem Spielverlust gekommen. Ein spannendes Spiel und ein Zuschauererfolg. To. G r ü n i n g e n — To. 1846 Gießen 14:6: Die Gießener konnten den wieder einmal ausgezeichnet zusammenspielenden Platzbesitzern niemals gefährlich werden. Trotz alledem kämpften sie bis zum Schluß, was viel dazu beitrug, daß das Spiel immer Spannung behielt und so ebenfalls zu einem Erfolg wurde. Tv. Ruttershausen — Tv. Krofdorf 17:4: Es war von vornherein klar, daß die junge Mannschaft der Krofdorfer in diesem Spiel nicht viel ausrichten konnte. Immerhin überraschte der Schneid, mit dem gespielt wurde, auch zu der Zeit, als es keine Rettung mehr gab. Tv. Atzbach — Tv. Wetzlar II 17:11: Atz- bach bewies auch in diesem Spiel wieder, daß es einen Sturm hat, der schießen kann. Die Wetzlarer waren gewiß nicht schlecht, sie mußten trotzdem die Ueberlegenheit auch rein zahlenmäßig schon anerkennen. To. Wißmar — SpV. 1900 Gießen komb. 3:8. Obwohl sich Wißmar verzweifelt wehrte, stand der Sieg der Gäste nie in Frage. Stand der Spiele der Handball-Bezirksklasse Gießen. ob, Scheideanstalt unv. 255, Th. Goldschmidt 0,50 b ,il höher mit 139,75. Im einzelnen ermäßigten ’ii) Reichsbank auf 208 (208,25), VDM. auf 169 'l(H^Ö), Hapag auf 79,75 (80,40). Am Einheits- irtt kamen Hartmann & Braun nach Pause mit, —. - - % Bi (136,50) und Allianz Leben ebenfalls nach I Auch Lützellinden konnte nicht komplett antreten. do Kundschaftsaufträge kaum eingetroffen waren. Di Kurse kamen in teilweiser Anpassung an Ber- lii siberwiegend nur knapp behauptet zur Not>^. Ellias höher lagen jedoch von Maschinenaktien Msenus mit 120,50 (120) und Eßlinger mit 116,50 (HD), während MAN zu 133,75 (134,50) angeboten tni-rben und Demag 0,50 v. H. nachgaben auf 142,50, Giro Adlerwerke 0,50 v. H. leichter mit 109,50. Von Ülcktrorserten büßten Gesfürel 1 v. H. auf 144 und Sicit und Kraft- 1,25 v. H. auf 148,75 ein, onder- [eiw ELG. 129,25 (129), Schuckert unv. 165. Mon- rarwerte kamen nur wenig zur Notiz, Buderus 12050 (120,75), Mannesmann 115,75 (116), Deutsche Erlaol 141,50 (142), Harpener unv. 173, Rheinstahl m:_ 145. JG.-Farben bröckelten auf 155,50 (155,75) 209, W19 213, W20 215, Roggen R12 191, R15 194, R18 198, R19 200 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,10, W 16 29,20, W 19 29,20, W 20 29,55, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roagenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu aes. u. trocken 8,80 bis 7,00, do. drahtgepreßt 7,20 bis 7,40. Wei- Uuch in der zweiten Börsenstunde war die Unv fattätigkeit nicht von Bedeutung, auch erfuhren die Kise kaum Veränderungen gegen den Anfang. 3r allgemeinen war die Tendenz gegen den Sams- ta knapp behauptet. Etwas fester waren nochmals N chsbank mit 208,75 nach 207,75. IG. Farben er- hüten sich auf 156,25 nach 155,75. Die später sickerten Werte lagen uneinyeitlich. U. a. bewegten fii: Demag' 142,50 bis 143 (143,65), Deutsche Lnoleum 160,75 bis 160 (160,50), Rhein. Braun- Rhein-Mainische Börse. IMtlagsbörse knapp behauptet. Frankfurt a. M., 8. Nov. Das Börsenge- fdäft kam zum Wochenbeginn nur langsam in (g::ng. Während seitens der Kundschaft noch vor- MLgend etwas Kaufinteresse bestand, zeigte der be- rr'smäßige Handel etwas Zurückhaltung und schritt u^schiedentlich zu kleinen Abgaben. Infolgedessen mir die Kursentwicklung am Aktien mar k t etoas uneinheitlich, doch erhielt sich ein freundlicher Eundton. Nach den ersten Notierungen war die Hütung eher leicht nach oben gerichtet. Die 23er» Liderungen bewegten sich meist unter 1 v. H. Don Mntanaktien setzten Hoesch, Mannesmann und Mein. Stahl bis 0,50 o. H. niedriger em. Auch Ecktropapiere bröckelten im gleichen Ausmaß ab. 33:n Chemiewerten gingen IG. Farben auf 155,75 (1.6,25), Th. Goldschmidt auf 139,25 (140,50) zu- ritf, während Rütgerswerke 0,75 v. H. gewannen. 2hn Maschinenaktien ermäßigten sich Rheinmetall uri 2 v. H. auf 142,50, Daimler um 0,90 v. H. auf 114, Adlerwerke blieben mit 110 behauptet und Menus zogen 0,25 v. H. auf 120 an. Derkehrs- xoirte waren leicht gefragt, Hapag 80,40 (80), Nord- Liitscher Lloyd 82,75 (82,50), AG. für Verkehr TÄ,25 (128). Jrn einzelnen notierten Reichsbank litt 207,75 (207), Holzmann mit 150 (149,13), Fein- inod). Jetter nach Pause mit 102,90 (100,50), da- tiiien Bemberg mit 138 (139,50) und Zellstoff Anldhof mit 147 (147,50). Der Rentenmarkt blieb bei kleinen Um- fL en unverändert freundlich. Kornmunal-Umschul- img 94,75. Nachfrage verblieb für unnotierte JHustrie-Obligationen, ebenso war weiteres Jnter- es am Pfandbriefmarkt. Goldpsandbriefe wurden zu unveränderten Kursen meist rationiert, Liquida- tinspfanbbriefe zogen überwiegend 0,13 v. H. an, Kmmunal-Obligationen und Stadtanleihen notierte unverändert. 2luch Staatspapiere wiesen kaum Uhr: Mvrgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Fröhliches Kom-pot-pourri. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Klänge der Heimat. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Die Handballer, die am letzten Sonntag im Dienste des Winterhilfswerkes standen, hatten die Freude, fast auf allen Plätzen einen durchweg guten Besuch feftfteUen zu können. Mit dieser Tatsache ist der Beweis erbracht, daß derartige Aktionen den nötigen Anklang finden und daß sich vor allen Dingen die aufgewandte Mühe auch tatsächlich lohnt. So konnte denn überall das Vorjahresergebnis überschritten werden. Und nun zu den einzelnen Spielen: To. A l l e n d o r s (Lahn) — SA.-S tand arte 333 7:14: Das Ergebnis gibt den Spielverlauf nicht richtig wieder. Wenn auch die Gäste zum Schluß stark aufkamen, so muß doch festgestellt werden, da.ß Allendorf während des ganzen Spieles gleichauf war und lediglich der Sturm die gebotenen Chancen nicht auswerten konnte. To. Hörnsheim — Tv. W e tz l a r 6:17: Hörnsheim bemühte sich zwar, ein günstiges Ergebnis herauszuholen, es war aber den ungestümen Angriffen der Gauklassemannschaft nicht gewachsen. Wenn auch das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen ist, so war der Sieg der Gäste doch verdient. Tv. Lang-Göns — Tv. Lich 11:9: Lich hat sich wider Erwarten gut geschlagen. Wenn Lang- Göns zum Schluß einen knappen Sieg sicherstellen konnte, so hat es dabei schon ein wenig Glück gehabt. Lich war im Feldspiel gleichwertig. Verein S piele Gew. Unentsch Verl. Pkte. Marburg 3 3 0 0 6:0 Lützellinden 3 3 0 0 6:0 Niedergirmes 4 2 1 1 5:3 Mtv. 3 2 0 1 4:2 Hörnsheim 5 2 0 3 4:6 Münchholzhausen 5 2 0 3 4:6 Roth 4 1 1 2 3:5 Heuchelheim 4 0 2 2 2:6 1900 5 1 0 4 2:8 Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. 1. kreisklasse. Alten-Buseck I — VfB.-R. Gießen I 0:3. Lollar II — Wieseck I 4:0. Lollars Zweite konnte so die Mannschaft von Wieseck eindeutig ^6 21. -Kampfgemeinschaft I — Heuchelheim I 2:2. Klein-Linden — Großen-Buseck: Gro- ßen-Buseck war in der 2. Halbzeit überlegen, aber Klein-Linden verteidigte mit allen Leuten und konnte das Resultat halten. Lich I — 1900 Gießen II 4:0. 1900 trat mit 10 Mann an, aber auch Lich hatte drei neue Leute in der Mannschaft. Leihgestern I — V f B. - R. Gießen II 2:3. Die VfBer hatten hier mit einem guten Gegner zu kämpfen und ein Spieler mußte auch noch durch Verletzung ausscheiden. Steinbach — Großen-Linden 0:2. Die bessere Mannschaft von Großen-Linden konnte hier den Sieg an sich reißen. 2. Preisklasse. Oppenrod — Treis 4:3. Die Punkte blieben verdient dem Platzverein. Grünberg — Flensungen 2:1. Beide Mannschaften hatten Ersatz in ihren Reihen. Der Platzverein wurde glücklicher Sieger. Göbelnrod — Muschenheim 1:0. Zwanzig Minuten vor Schluß wollten die Muschenheimer nicht mehr weiter spielen und vergaben damit die Punkte. Heuchelheim II — Wißmar I 4:2. Aus dem Platze in Heuchelheim gab es für Wißmar keine Punkte zu holen. Staufenberg I — VfB.-R. III 5:2. Die VfBer traten mit nur 9 Mann an und hatten damit von vornherein die Chancen auf Spielgewinn vergeben. SA. -Kampfgemeinschaft Gießen II gegen Rodheim II 2:1. Grüningen — Daudringen 3:2. Ein gleichwertiges Spiel, aus dem der Platzverein als glücklicher Sieger hervorging. Klein-Linden I — Grohen-Bufeck I 1:1 (1:0). Was niemand erwartet hatte, trat am Sonntag ein. Klein-Lindens erste Fußballmannschaft konnte bei diesem Spiel einen Punkt retten. Das Spiel wurde flott und fair ausgetragen. Klein-Lindens 1. Jugend besiegte die 4. Jugend des VfB.-Reichsbahn Gießen mit 12:0 Toren. Lpvgg. Leihgestern I —VfV.-R. Gießen II 2:3. Am Sonntag empfing die Jugendmannschaft der Spogg. die 1. Jgd. des Spv. Heuchelheim zum fälligen Pflichtspiel. Die Einheimischen, die glänzend aufgelegt waren, spielten ihre Gäste in Grund und Boden und am Schlüsse des Spieles war die Torzahl auf 16:0 gestiegen. Die Jugend zeigte wieder ein Spiel, das begeistern konnte und das auch in technischer Hinsicht auf einer beachtlichen Stufe stand. Nach diesem Schützenfest trafen sich die Mannschaften des DfB.-R. Gießen II und Leihgestern zum fälligen Derdandsspiele. Die Leihgefterner mußten auch diesmal eine knappe Niederlage hinnehmen, die sie, wie schon viele andere, ihrem schußschwachen Sturm zu verdanken hatten. Die Einheimischen kamen mit Dutenhöfer; Brunotte, Laux II.; Wede- mann III., Grernrn, Textor; Lauder, Väth, Krick, Funk, Laux I. Bei dieser Mannschaft schlug sich die Hintermannschaft noch am besten. Durch einen Fehler der Einheimischen gingen die Gäste in Führung und durch einen unhaltbaren Schuß vergrößerten sie den Vorsprung auf 2:0. Dann konnte Laub er die Einheimischen auf 2:1 heranbringen. Aber kurz darauf konnten die Gießener durch einen haltbaren Ball ihren Vorsprung auf 3:1 vergrößern. Nach der Pause waren die Gastgeber zeitweise stark überlegen, aber alle Angriffe prallten an der sehr stabilen Hintermannschaft der Gäste ab. Nach- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Ute hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben Öie Höhe der zuletzt veschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- iurS Schlugt. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schluß- turs Schluß?. Abend- börfe Schlußkurs Schluß! Mittag. börse ©nnini 6.11. 811 6-11. 8.11 ■ Datum 6.11. 8.11. 6.11. 8-11. tu0®eutfd)e Reichsanleihe v. 1927 Deutsche Reichsanl. von 1934 dl4n> Deutsche Reichsschatzanwei- sirigen von 1935 .. rfjn Deutsche Reichsschatzanwei- 101,65 99,13 99,4 99 105,13 100,25 100,4 99,65 130,25 137 101 75 99 98,65 133,9 99,75 98,75 102,1 102,65 111,2 128 101,65 99,13 99,4 99 105 100,25 100,5 99,75 130,25 137 101,75 98,65 133,75 99,75 98,75 102,25 102,5 111,2 128,25 79,75 82,75 129,13 208 117,75 122 I 113,75 veoist 101,65 99,13 99,4 99 104,9 100 1 100,5 99,65 130,13 99 I34 100 102,13 127,75 80,25 82,5 129,25 207 133 117,75 122 113,75 »nrnarf 101,6 99,2 99,4 Accumulatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eilen............... 6 Gement Heidelberg............7 Gement Karlstadt ............6 Conti Gurnmt.............. 12 Daimler Motoren.......... 6'/, Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und SUbcr .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen......;. 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farbeu-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel...... 7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen........... 0 Harvener................. 3'/r Hoesch Eisen...............3‘/2 Philivv Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 6 all Aschersleben............ 4 filödneiroetle ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer ................. 6 Mainkrast................... 4 Mannesmann............. 4*/t Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schultert & Co...............7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & HalSke ........... 6 Süddeutsche Zucker....... 10 Bereinigte Stahlwerke......4'/r Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos............6 Otavi Minen ..............0,6 — Frankfurt a. ZU. 225 139,5 139,5 168 121 165 226 141 138,5 168 120,5 165,25 225 141,5 141,5 168,5 122 226,5 141 138 168,5 120,5 fragen von 1935, II. ftulge ... , Deutsche NeichHlchayanwei- frigen von 1936, III. Folge .. i',0 Doung Anleihe von 1930 .. V,o HesNsme Volksstaat von 1929 v.o Deutsche Reichspostschatz von : HB4 I...................... Vi. Deutsche Reichsbahnschatz °m 1936 I.............. mssanleihe-Altbesitz.......... . rechessen Provinz-Anleihe mit ilsslos.-Rechteu............. V,, Hess. Landesbk. Darmstadt ■ Slldpse. R. 12 ........... V. Hess. Landes-Hyp-Banl I 8: iu. Goldpfe............ IV , Preuß. Landespfdbr.-Anst Mdvfe. R. 19.......... ■V . Preuß. Gold-Komm. R. 20 . Darmstädter Komm.-Lan- I dcl bauk R. 6 ...... Sti iche Komm.-Sammel-Anleihe » il.Älos.-Nechte >.............. ßv Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 i ' Franks. Hyp. Gold-Komm |Cin. 2 3............... 6'' . Franks. Hyp. Liauidation THIdpfe.................... 5 ; . Rheinische Hyp. Liauidation fcJlbpfe..................... rt-^rgutschein-Verrechnungskure lZllür Berkehrsweten .. 6y, :n »urg-Südam. Dampfschiff. o 99 104,9 100,13 100,65 99,65 130,4 136,5 99,75 99 134,1 100 102 127,4 44,25 79,5 82,25 129,25 208,25 133 117,75 122 113,75 Berlin 189 134,9 142 255 160,5 130 150 156,25 132 145,5 140,5 48 173,5 124,9 149,13 135,75 116 121,25 127 95 116,25 146 5 145,25 129 145 162 165,65 200,5 113,25 56,5 114 147,5 29,13 188,5 134 141,5 255 160 129,25 148,75 155,5 132,5 144 139,75 173 124,75 150 135 115,9 120,5 126,75 95 115,75 145,5 231,5 145 128,5 145.75 160 165 200,5 113 56 75 115,5 146,5 28,5 188,5 134,65 118 142,65 160,25 150 156,5 133,25 145,5 140 48,75 174 124,9 149,5 158,75 135,75 116 120,75 155,25 126,75 116,5 154,75 146 108 231,5 128,5 145,25 129 146 162 165,5 94,5 204,5 200,25 113,13 56,75 116,5 147 29 188 134 117,75 141,5 160 129 149 155,4 131,5 144,5 140 48,13 173 124,75 150,5 158,75 135,25 115,9 120,75 154,25 127 115,9 107,13 231,5 145,13 128,5 146,5 160,5 165 94 202 112,75 56,65 115,4 147 28,75 :n »urg-Amerila Paket......0 > c oeu'scher Lloyd .........o linche Reichsbahn Borz.-Aki. 7 licabaut............... ve !rner Handelsgesellschaft 6^ iJiu’rj« und Privat-Bank ... k !u:chc Diskonto............ E Iraner Bank.......... * 82^5 129 13 207 117,75 122 113,75 6.November 8.November 6.November 8 .November Amtliche y/onerung Gelt | Brio, AmlNch.' luueruig ••Br- Am kl di>” y-’it tonerung Brie ste'c Brie ^•-309 Aires............. 8ü«I................... tei..................... -)< itjagen............... ’M...............—' iitnn .................. ihsfotfl................ .................... tic'tb.................. Ito................... 0,734 42,17 0,136 47,00 55,25 47,00 12,375 5,47 8,412 136,92 13,09 0,738 42,25 0,138 47,10 55,37 47,10 12,405 5,48 3,428 137,20 13/11 0,737 42,20 0,136 47,00 55,38 47,00 12,405 5,485 8,432 137,29 13,09 0,741 42,28 0,138 47,10 55,50 47,10 12,435 5,495 8,448 137,57 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm ................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag.................... Budapest................. 0,720 5,694 62,19 48,95 11,245 63,80 57,49 15,48 8,661 U,/22 5,706 62,31 49 05 11,265 63,92 57,61 15,52 8,679 0,722 5,694 62,34 48,95 11,27 63,96 57,49 15,48 8,651 0,724 5,706 62,46 49.05 11,29 64,08 57,61 15,52 8,669 Neultock.................. 2,476 2,480 2,473 2,477 EZ9HMHQBHI Hier abfchneiden! Dampfheizung 77 Darmbatterien Tuch bedeckt und über einen Topf heißen Wassers hält. Dampfheizung, die Heizung eines Hauses oder Wohnung von einer Stelle aus durch heißen Dampf, der in Heizkörper geleitet wird. Dampfheizung macht die Zimmerluft sehr trocken und wird heute meist durch Heißwasser- yeizung ersetzt. Trockene Luft wird verbessert, wenn man auf oder an den Heizkörper ein wassergefülltes Gefäß aus porösem Ton befestigt. Dankbarkeit soll man niemals von anderen erwarten oder fordern, da man sonst manche Enttäuschung erleben wird. Selbst muß man aber vermeiden, als undankbar angesehen zu werden und mit Dank nicht zurückhalten, der allerdings nicht übertrieben sein darf. Auch Kinder soll man rechtzeitig dazu anhalten, für jedes Geschenk und jede Freundlichkeit zu danken. Daphne, s. Seidelbast. Darlehen. Die vereinbarten Zinsen für ein Darlehen muß man, falls nichts anderes vereinbart ist, nach Ablauf" je eines Jahres bezahlen. Ist das Darlehen vor Ablauf eines Jahres zurückzubezahlen, dann müßen die Zinsen mit dem Kapital bezahlt werden. Ist eine Zeit für die Rückzahlung des Darlehns nicht vereinbart, so kann der Gläubiger die Rückzahlung nur verlangen, der Schuldner nur bewirken, wenn das Darlehen vorher gekündigt ist. Die Kündigungsfrist beträgt wenn nichts anderes vereinbart ist, bei Darlehen unter 300 RM. einen Monat, darüber 3 Monate. Darlehen, für die keine Zinsen zu entrichten sind, kann der Schuldner jederzeit zurückzahlen. Ist ein höherer Zinssatz als 6°/o vereinbart, dann • kann der Schuldner das Darlehen nach 6 Monaten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 6 Mo- naten kündigen, auch wenn z. B. vereinbart ist, daß das Darlehen vor Ablauf von 5 Jahren nicht zurückbezahlt werden kann, oder wenn eine längere Kündigungsfrist als 6 Monate vereinbart ist. An Landwirte gegebene Darlehen können nicht gekündigt werden, wenn sich der Landwirt im Entschuldungsverfahren befindet; das Darlehen wird dann in jährlichen kleinen Raten zurückbezahlt nach Maßgabe des sog. Entschuldungsplanes. Einzelne Arten von Darlehen fallen jedoch nicht unter diese Schutzmaßnahmen für die Landwirtschaft. Darm, der schlauchförmige Teil der Verdauungswerkzeuge zw. dem unteren Magenausgang und dem After; Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Im Darm erfolgt die Umwandlung der eingeführten Nahrung in Stoffe, die zur Aufnahme ins Blut geeignet sind. Darmbad, hygienisches Verfahren, um den Darm bei einem gewöhnlichen Bad durchzuspülen und zu reinigen. Besondere Apparatur nötig. Darmbatterien. Im Darm des Menschen und der Tiere finden Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 6cm der Gästehüter einen Bombenschuß gerade noch abwehren konnte, war es wiederum Sauber, der dem Ball noch den Gnadenstoß gab. Durch dieses Tor wurden die Blauweißen etwas lebhafter und die Angriffe wurden geschloffener vorgetragen. Die Gäste machten nun vor dem Tore dicht und hielten das Ergebnis. Schiedsrichter Kaletfch (Wetzlar) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter. Fußball: Universität-Realgymnasium. Am morgigen Mittwoch eröffnet die Universität den Sport des Semesters mit einem Fußballspiel gegen eine Mannschaft des Realgymnasiums, die durch einige Schüler der Oberrealschule verstärkt wird. Den Studenten dient dies Spiel dazu, sich wieder nach der langen Ferienpause einzuspielen, sowie neue Kräfte auszuprobieren. Man hofft, daß die Universität die Spielstärke des vorigen Semesters wieder erreicht: dann wird der bald beginnende Kampf um die deutsche Hochschulmeisterschaft nicht aussichtslos sein. Von den Schülern des Realgymnasiums und der Oberrealschule weiß man, daß sie technisch sehr auf der Höhe sind. Jedoch wird der junge schußfreudige Sturm in der ausgezeichneten Hintermannschaft der Universität ein schwer zu nehmendes Hindernis finden. Die Spiele der Universität gegen die hiesigen Schulen überraschten bisher immer durch Eifer und Technik. Billardweltmeister Hagenlocher kommt nach Gießen. Es ist der Leitung des neu gegründeten „Gießeiner Billard-Klubs" gelungen, den bekannten Weltmeister im Billardspiel Erich Hagenlocher (Stuttgart) für ein Wettspiel nach Gießen zu verpflichten. Billardmeister Sommer (Gießen) dürfte bestimmt einen schweren Stand haben, um gegen den Meister des grünen Tuchs ehrenvoll abzuschneiden. Echmeling boxt auch gegen Tteusel. Mit welcher Sorgfalt sich Max Schmeling, der deutsche Meister aller Klassen, auf den Weltmeisterschaftskampf mit Joe Louis vorbereitet, geht am besten daraus hervor, daß er nach ferner Begegnung mit dem Amerikaner Harry Thomas am 13. Dezember in Reuyork und dem Kampf mit dem Südafrikaner Ben Foord am 30. Januar in Hamburg nun auch noch ein Treffen gegen Walter N e u f e l bestreitet, das an einem Sonntag in der ersten März-Hälfte in der- Berliner Deutschlandhalle stattfinden soll. Der Südafrikaner Ben Foord wird wahrscheinlich vor seinem Kampf gegen Max Schmeling am 30. Januar in der Hamburger Hanseatenhalle keinen weiteren Kampf bestreiten. Die Hanseatenhalle ist bemüht, den Südafrikaner von seinen englischen Verpflichtungen zu lösen. Kurze Sportuoiizen. Für das große Winterhilfe - Spiel' am 17. November im Frankfurter Sportfeld hat das Fachamt Fußball die Gegner wie folgt aufgestellt: Nationalelf: Jakob: Janes, Münzenberg; Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger: Lehner, Gellesch, Siffling, Szepan, Urban. Reichself: Jürisfen; Billmann, Welsch; Karl, Sold, Kuckerts; Than, Schön, Hoffmann, Wirsching, Fath. Aus der engeren Heimat. Große Kartoffelspende aus dem Vogelsberg. LPD. Alsfeld, 8. Nov. In dem G r o ß k r e i s Alsfeld-Lauterbach wurden von den Bauern und Landwirten rund 13 0 0 0 Zentner Kartoffeln f Ü r das Winterhilfswerk gespendet. Davon kommen rund 12 000 Zentner nach den Kreisen Frankfurt a. M., Offenbach und Hanau zur Verteilung an die dortigen Hilfsbedürftigen. Unfälle auf dem Lande. Der 23jährige Schreinermeister Otto Roth von Alsfeld erlitt bei einem schweren Sturz einen Beckenbruch. — Einen Unterschenkelbruch zog sich der 28jäh^ige Händler Heinrich Weber von G r o - ßen-Linden zu. — Mit einer Brustquetschung, die er bei einem Sturz von einem Wagen erlitt, mußte der Landwirtschaftsgehilfe Schmidt.von Fellingshausen in ärztliche Behandlung gebracht werden. Landkreis Gießen. £ Lollar, 9. Nov. Am 10. November feiern unser Mitbürger Karl Schwabe und Ehefrau das Fest der Silberhochzeit. <£ Leihgestern, 8. Nov. Der hiesige Eisenbahner-Verein hielt am Samstagabend bei Gastwirt Dem, Kirchstraße, seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der Verein, der nahezu 60 Mitglieder zählt, kann auf sein 30jähriges Bestehen zurückblicken. — Ihre Silberne Hochzeit können am nächsten Mittwoch, 10. November, der frühere Eisenbahnbedienstete Georg Binz II. und seine Ehefrau Anna, geb. Spies, Schillerstraße dahier, begehen. f Watzenborn-Steinberg, 8. Nov. Am nationalen Spartag wurden in unserer Gemeinde bei der Spar- und Darlehenskasse 10 300 Mark a u f Sparkonten eingezahlt. Die Schulsparkasse erbrachte 380 Mark. Zur Förderung des Sparsinnes bekommt in Zukunft jedes neugeborene Kind einen Gutschein bzw. ein Sparkassenbuch mit drei Mark Einlage. T Annerod, 8. November. Die Krieger, kameradschaft hielt ihr V e r e i n s m e i st e r - schaftsschießen ab. Die Meisterschaft errangen Karl Keßler und Wilhelm S ch w a r z mit je 154 Ringen. Es folgten die Kameraden Ferdinand Paul 151 R., Konrad Rabenau 150 R., Heinrich Haas III. 150 R., Karl Magel 149 R., Philipp Schäfer XVI. 144 R., Otto Lo'öfen 139 R., Georg Pauli 134 R., Heinrich G'r o ß 126 R., Christoph H o f 122 N. und Heinrich W iß- n e r mit 119 Ringen. Kreis Wetzlar. ch Wißmar, 8. Nov. Der hiesige Geflügel- z u ch t o e r e i n hielt am Samstag und am Sonn- : tag eine Geflügelausst.ellung bei Gastwirt Reh ab. Die Schau war mit 70 Tieren gut be« schickt. Man sah sehr gutes Material. Besonders gut gefielen die Rhodeländer des hiesigen Züchters L. Zecher, dessen Tiere schon auf großen Ausstellungen ausgezeichnet wurden. — Der P l a< kettenverkauf in unserem Orte erbrachte den Betrag von 47,57 Mark. — Bei dem Handballspiel der hiesigen Mannschaft gegen die Elf der Spielvereinigung 1900 wurden 10,40 Mark an i>as Winterhilfswerk abgeführt. Auch beim Schlachte Zbrtreuertzelftr! 3241c/37 Empfehlungen Reinige Dein Blut! Von Anfang November bis Anfang Dez. ist die beste Zeit mit Winterholfs Blutreinigungstee in Paketen zu 1 Mk., Probe- Pakete zu 50-H, eine Blutreinigungskur durchzuführen. Siefühlensich leicht, gesund und arbeitsfreudig. Beginnen Sie Sofort 1 7143A I Drogerie ß Kreuzplatz 10 0 VDA Jungarbeitsgemeinschaft Gießen Am Donnerstag, 11. November 1937, um 20.15 Uhr, findet im Studentenheim ein Gemeinschafts-Abend mit Ausstellung der Halbjahresarbeit statt. Redner: Pg. Studienrat Seybold. Nach Schluß der Veranstaltung gelangen auslandsdeutsche Volkskunsterzeugnisse zum Verkauf. 7333d Eintritt frei! Gaste herzlich willkommen. AiitoanSelttln GIESSEN MARKTSTRASSE 2? Wollene seidene Kleider- Kostüm- und Mantelstoffe zu vermieten Tel. 4335 6857D Verkäufe I in guter Lage, 3 große Schaufenster, zu verkaufen. Schriftl. Anfragen tut die Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. Io5->3« Aus Nachlaß sehr gut erhaltenes Speisezimmer u. einige Möbelstücke zu verkauf. Balmhofstr. 121. Darmblutungen 78 Dementia sich je nach der Art ihrer Ernährung bestimmte Bakterien, die bei der Verdauung mithclfen. Bei llberhandnehmen schädlicher Bakterien Magendarmkatarrh. Darmblutungen. Ist das Blut sichtbar und hellrot, so stammt es ans den unteren Darmabschnit- tcn (Hämorrhoiden, Darmgeschwüre usw.), ist aber nur der Stuhl schwarz gefärbt, dann können geringe Blutungen aus dem Magen und oberen Dünndarm vorliegen. Immer ernst, Arzt rufen, s. Anämie und Blutverlust. Darmgase, Flatus, „Winde", Gasbildung im Magendarmkanal. Darmkatarrh, leichtester Grad der Darmentzündung, mit Durchfällen. Darmkrebs, häufig, meist im Alter über 40 Jahre; Durchfälle im Wechsel mit Verstopfung, Stuhl oft band- und schafkotartig, oft stinkend und blutend, durch rechtzeitige Operation immer heilbar. Darmrohr, lange, weiche zur Einführung in den Mastdarm zu hohen Einläufen, oder kurze zum freien Abgang von Gasen nach Operationen. Datteln, sehr nahrhafte Früchte der Phönixpalme, die bei uns als Topfpflanze bekannt ist. Anzucht aus Kernen im Topf und in Wärme kann früchtelose Zierpalmen ergeben. Daumenlutschen, eine schlechte, kindliche Angewohnheit, die nicht durch Strenge bekämpft werden soll. Wenn Verweise nichts nützen, empfiehlt es sich, den Daumen mit bitterer Myrrhentinktur zu bestreichen. Daunen, die besten Flaumfedern der Gänse, werden besonders zum Füllen von Kopfkissen oder von Steppdecken verwendet. Deckel, Verschluß für einen Topf, soll möglichst einen Holzgriff haben. Der Deckel hat den Zweck das Kochen zu beschleunigen, was um so mehr der Fall ist, je fester der Deckel aufliegt. Deckel von verschraubten Gläsern faßt man mit Schmiergelpapier an. Deckel von Konservengläsern, die einen Gummiring haben, öffnen sich leicht, wenn man den Deckel kurz über heißes Wasser hält. Decollcte, französ.. Bedeutung: freigemachter Hals, entbehrliches Fremdwort für Halsausschnitt. Defizit, latein., Bedeutung: „es fehlt", entbehrliches Fremdwort für Fehlbetrag. Dejeuner, franz., Bedeutung: „sich entnüchtern", entbehrliches Fremdwort für Frühstück, frühstücken. Delfter Porzellan^ blauweiße, glasierte Gefäße und Kacheln aus Delft. Delikateste, entbehrliches franz. Fremdwort für Leckerbissen, Feinkost. Delikatessengeschäft — Feinkostgeschäft. Demaskieren (franz.), die Larve abnehmen, entlarven bei Maskenbällen, gewöhnlich um Mitternacht. Dementia, Demenz, Blödsinn, höherer Grad von Geistesschwäche als Schwachsinn (f. d.), Erschei- verwenden Sie Dosenmilch? Leichter und sauberer läßt sie sich ausgießen, wenn Sie den Porzellan- Ausgleber verwenden. Mit ihm wird nichts verschüttet. Immer sieht d>e Do c sauber aus. Er ist bei Hauser (o billig, dasi ihn sich jeder anschaffen kann, der Dosenmilch verwendet. 3- D. Häuser, Gießen, am Oswcckdsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Bückinge .. . .500 g 28 7337 A Frische Fische Mittwoch von der See eintreffend: Seelachs ohne Kopf 500 g 22 im ganzen Fisch.. 500 g 20 Seelachsfilet ....500 g 36 Rollmöpse.....) .... %-Liter-Dose 44 Bismarckheringei .... 1-Liter-Dose 76 Bratheringe y2-Ltr.-D. 40 i-Ltr.-D. 68 Geteeheringe.........y2-Lirer-Dose 42 SCH ADE & FULLGRABE 3/15 M 2-Sitzer-Limousine, zu verkauf. Wo?fagtdie Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 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Andrerseits glaubt jeder Mann, ein Mustergatte zu sein. Doch wie es so mit Idealen ist — auch ein Mustergatte hat seine — Schattenseiten, und so werden alle Besucherinnen des neuen Tobis-Films .Der Mustergatte“ ab morgen Mittwoch im Gloria-Palast, Seltersweg erleichtert ihrem Manne zuflüstern: .Bleib, wie du bist Achtung! Perser Teppiche, einige Brücken, größerer Brillantring in Brosche od. Ring und schöne Silbergegenstände geg. sofortige Kasse aus Privathand zu kaufen gesucht. Bin in der nächst. Woche am Platze. Eilangebote bis Sonnabend an B.Heinemann,Mannheim Mühldorferstraße 3. 7322 V Zur Mäuse MM wirken ganz radikal Hora-Patronen u Zelio - Giftkörner Samenhans Mahn Bahnhofstraße [7217AI Tel. 3463 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlich» Kohlen Koks Briketts Eiform Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4u.6 Ruf 3925 Kaufgesuche Gebrauchte W nnö MersUM zu kauf, gesucht. Tchr.Angeb.nnt. 05522 a.d.G.A. 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