ltr.256 «krstez Blatt 187. Jahrgang Samstag, 9. Oktober 1957 $r| d)etm täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleiiung und Geschäftsstelle: Schuiftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Chamberlain erwartet die italienische Antwort. Der britische Ministerpräsident erhofft von ihr den Ausgang weiterer Besprechungen. Das Kolonialproblem und die Konservativen. Eine rein negative Entschließung. London, 8. Oft (DNB.) Auf der konservativen Parteikonferenz in Scarborough brachte der Abgeordnete Sir Henry Page Croft, einer der schärfsten Gegner der deutschen Kolonialforderung, eine Entschließung ein, in der eine „Aufgabe der Souveränität in den britischen Kolonien" abgelehnt wird. Die Entschließung besagt, daß die von gewissen liberalen und sozialistischen Kreisen ausgehenden Vorschläge für die Zerschlagung des britischen Weltreiches durch Uebergabe der Oberhoheit in den britischen Kolonien an eine internationale Körperschaft große Besorgnis verursachten. Ein solcher Vorschlag würde eine gefühllose Mißachtung der Eigentumsrechte, einen verräterischen Betrug an den Einwohnern dieser Kolonien und eine Katastrophe für das Wohlergehen derjenigen Engländer sein, die in den Fabriken oder in der überseeischen Produktion beschäftigt seien. Die Entschließung wurde von der Konferenz ohne Opposition angenommen. Sir Henry Page Croft erklärte, daß Deutschland seine Kolonien in einem Angriffskriege verloren habe. Deutschland habe kein größeres moralisches Recht auf diese Gebiete, die es im Weltkriege verloren habe, als es England heute auf Helgoland habe. Er wünsche, daß die englische Regierung einer deutschen Kolonialforderung ein „Nein" entgegensetze. Winston Churchill erklärte nach einem Hinweis auf die Lage in Spanien und im Fernen Olten, daß man gegenwärtig eine Zeit ernster Besorgnis durchmache. Die konservative Politik müsse den Außenminister in der energischen und ehrenhaften Politik unterstützen, die er in seinem Streben nach Aufrechterhaltung des Weltfriedens verfolge. Churchill beglückwünschte die Regierung zu den großen Fortschritten in der Auffassung und lobte den Präsidenten Roosevelt wegen seiner Rede. Seine Ausführungen würden sicher auch von der britischen Regierung herzlich begrüßt werden. Ministerpräsident Neville Chamberlain begann mit der Feststellung, daß die Hauptoerantwortung für alle außenpolitischen Aktionen dem Außenminister Eden zukomme, den zur Zeit „einige ernste Angelegenheiten" beschäftigten: obwohl in keinem Falle bis jetzt eine formelle Kriegserklärung erfolgt sei, seien tatsächlich zwei größere Kriege im Gange, in Spanien und in China. Chamberlain sprach sich in scharfen Worten gegen die Verwendung von Bombenflugzeugen aus und verurteilte die „Gewaltanwendung ohne den Versuch einer friedlichen Regelung". Der Ministerpräsident streifte dann die Rooseveltrede und sprach die Bereitwilligkeit Englands zur Mitarbeit an einer Neunmächtekonferenz über die Ostasienfrage aus. Er fuhr fort: „Die Ereignisse im Fernen Osten haben im Augenblick die Aufmerksamkeit vom Mittelmeer gelenkt, aber der Krieg in Spanien zieht sich weiter hinaus und die Lage in diesem Land verursacht uns noch immer wachsende Sorge. Wir haben uns ausdrücklich darüber gefreut, daß es möglich war, ein Uebereinkom- men mit der italienischen Regierung über die lleberwachung des Rlittel- meeres durch französische- italienische und britische Kriegsschiffe zu erzielen, und wir fühlten uns zu der Hoffnung ermutigt, daß diesem Abkommen weitere Erörterungen zwischen den drei Mächten folgen könnten, um die Politik der Nichteinmischung wirklich effektiv zu gestalten. Wir warten noch immer auf die italienische Antwort auf unsere Einladung, und ich vertraue ernstlich darauf, daß sie eine größere Harmonie zwischen uns allen herbeiführen wird. Wenn wir einmal einen wirklichen Fortschritt in der Regelung der spanischen Frage machen könnten, würde der Weg für jene Besprechungen geöffnet werden, die Gegenstand der kürzlichen Korrespondenz zwischen Mussolini und mir waren." Chamberlain behandelte sodann die englische Ausrüstung. Er erklärte, in dieser Frage gebe es praktisch in England nur noch eine Ansicht, nachdem auch der Vorsitzende der Labour- partei erklärt habe, daß dieses Land stark gerüstet sein müsse. Er begrüße diese verspätete Bekehrung zu einem richtigen Glauben. Der Fortschritt der Aufrüstung sei noch nicht so groß, wie er es wünsche. Man müsse aber zugeben, daß vor dem Beginn der Massenproduktion eine ungeheure Dor- bereitungsarbeit hätte geleistet werden müssen. Dieses vorbereitende Stadium sei aber nun beendet, und die Produktion habe e r n st l i ch begonnen. Er glaube, daß dem aufmerksamen Auge des neuen Kriegsministers kein militärisches Problem entgehen werde, und daß sich die britische Armee, obwohl sie sich in ihrer Größe nicht mit den ungeheuren auf der Wehrpflicht beruhenden Armeen des Kontinents vergleichen lasse, doch, sobald sie einmal voll ausgerüstet sei, voll und ganz der Aufgabe gewachsen zeigen werde, die sie zu erfüllen habe. Für die Flotte sei eine halbe Million Tonnen Kriegsschiffe im Bau. Die Stärke der britischen Heimat l u f t f l o t t e habe sich innerhalb der letzten Jahre verdreifacht. Chamberlain schloß mit einem Appell zur körperlichen Ertüchtigung der Nation. Er werde weiter alle Energie aufwenden, um den Frieden zu erhalten, die Verteidigung zu vervollkommnen und die Politik fortzusetzen, die dem Lande Wohlstand gebracht habe. Das Echo oerChamberlain-Rede. London, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" unterstreicht, Chamberlain habe klargemacht, daß England an jedem Plan Mitarbeiten werde, der der Aufrechterhaltung des Friedens diene. — Der „Daily Telegraph" meint, daß die Politik Chamberlains Vertrauen einflößen müsse. Sein Hauptbestreben sei es gewesen, nichts zu sagen, was die heikle Aufgabe des Außenministers noch erschwere. Er habe keine neuen Entwicklungen angekündigt, aber habe auch nicht gezögert, der Welt die Auffassung der britischen Oeffentlichkeit und das britische Empfinden mitzuteilen. — Die „Daily Mail" sagt, das britische Volk wünsche freundschaftliche Beziehungen zu Italien aufrechtzuerhalten. Die feste Führung in der Außenpolitik durch Chamberlain habe bereits eine Annäherung der beiden Mächte nach einem Zeitraum der Spannung herbeigeführt. Eine vollständige Zusammenarbeit zwischen England und USA. in außenpolitischen Angelegenheiten würde die größtmögliche Friedenssicherung für die Welt bedeuten. Entsprechend ihrer Einstellung, hält die „Daily Mail" eine starke Aufrüstung Englands für den wichtigsten Friedensfaktor. Die britische Ungeduld ist ungerechtfertigt. Rom, 8. Okt. (DNB.) Die in vollkommener Uebereinstimmung mit der Auffassung der Reichsregierung ausgearbeitete italienische Antwort auf den französisch-englischen Vorschlag für Dreierbesprechungen über die spanische Frage sowie über die Zurückziehung der Freiwilligen wird, wie „Giornale d'Jtalia" ausführt, vielleicht noch am Samstag überreicht werden und abermals Italiens Willen zur Zusammenarbeit und zur Klärung der Lage bestätigen. Die in London und Paris in Erscheinung tretende Ungeduld über das Ausbleiben einer umgehenden Antwort sei vollkommen ungerechtfertigt. Wenn die französische und die englische Regierung zur Ausarbeitung ihrer Note mehrere Tage benötigten, so sei es selbstverständlich, daß die italienische Regierung ihrerseits in aller Ruhe die Ergebnisse von Abmachungen Dritter untersuche und mit der deutschen Regierung Fühlung nehme. Die europäische Zusammenarbeit, die das Thema der Pariser und Londoner Reden bilde, könne bestimmt nicht in dem Sinne ausgelegt werden, daß einige Mächte sich darauf beschränken müßten, die von anderen Mächten formulierten Vorschläge anzunehmen. Eine solche Zusammenarbeit könne nur in der Weise vor sich gehen, daß jede Macht frei ihre Ansicht äußere und dieser auch in der schließlichen Vereinbarung Rechnung getragen werde. Noch ungerechtfertigter erscheine aber die in London und Paris zur Schau getragene Ungeduld, wenn man sie im Lichte der Entwicklung des Freiwilligenproblems betrachte. „Jedermann kann feststellen, daß alle Spanien betreffenden Fragen für London und Paris nur dann ernsten und vordringlichen Charakter annehmen, wenn ihr Lösung s ich zugunsten der Roten auswirkt." Als es sich um die sowjetrussischen Freiwilligen handelte, habe Lord Plymouth im Nichteinmrschungs- ausschuß auf die Anzeige des Grafen Grandi hin geantwortet, daß die Entsendung von Freiwilligen nicht im Widerspruch mit der Nichteinmischung stehe und daß die Moskauer Regierung deswegen keinen Tadel verdiene. Die Freiwilligenfrage habe für London und Paris — wo man den schon zu Beginn der Kämpfe im August 1936 einsetzenden Zustrom zweifelhafter ausländischer Elemente geflissentlich übersah — erst im Januar 1 9 37 einen dramatischen Charakter angenommen. Ja, man habe nach und nach aus der Frage der ausländischen Freiwilligen eine ausschließlich die. i t a l i e n i s ch e n Freiwilligen betreffende Angelegenhet machen wollen. Italien sei seinerzeit auf seine wesentlich areifbareren Vorschläge zur Freiwilligenfrage von London und Paris nicht tage-, sondern monatelang hingehalten worden, ohne deshalb die Geduld zu verlieren, wie es jetzt London und Paris wegen einer angeblichen Verzögerung um Stunden vortäuschen möchten. Italien habe auch von jenen unklugen Einschüchterungsoersuchen Abstand genommen, die heute von London und Paris unternommen würden, um die italienische Antwort zu beeinflussen. Alle diese Machenschaften müßten verschwinden, um zu einer im Geiste des Derantwortungsbewußtsseins und der gegenseitigen Achtung geführten Politik der Nichteinmischung zu gelangen. Keine einseitige Belastung. Mailand, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „S t a m p a" erklärt, wenn die Rede Chamberlains auch die internationale Spannung nicht verschärft habe, so habe sie aber auch nicht dazu gedient, sie zu klären. Das Blatt stellt die Frage, ob man auf die Möglichkeit von Verhandlungen zu dritt hinziele und die Verantwortung für das Ende des Nichteinmischungssystems etwa auf die Schultern Italiens laden möchte. Italien weife eine solche einseitige Betastung zurück. Die italienische Antwort werde aufbauend sein und mit der Haltung der Vergangenheit in Einklang stehen. Es werde immer wiederholt, daß Frankreich und England diesmal ernst machen würden. Wollen die französischen und englischen Streitkräfte offen zugunsten Valencias eingreifen? Man könne nicht glauben, daß London eine Politik angenommen habe, die bisher ausschließlich von Moskau betrieben wurde. Japans Antwort an Roosevelt. Keine Verletzung irgendwelcher Verträge.-Japan handelt in Selbstverteidigung und verfolgt keine territorialen Ziele in China Tokio, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Presse veröffentlicht eine Regierungserklärung, die die besondere Genehmigung des Kaisers erhalten haben soll. Die Erklärung befaßt sich mit der Beschuldigung der amerikanischen Regierung, nach der Japan den Neunmächtepakt verletzt habe. Die japanische Regierung stellt fest, daß Japan im Fernost-Konflikt China gegenüber i n Selb st Verteidigung handele, weswegen auch eine Verletzung des Neunmächtepaktes unmöglich sei. Es wird aufrichtig bedauert, daß Amerika und der Völkerbund das Wesen des chinesisch-japanischen Konfliktes nicht verstünden. Die von Japan vertragsrechllich in China gehaltenen Truppen seien von den Chinesen provoziert worden, und erst, nachdem eine Lokalisierung der Zwischenfälle mißlungen sei, habe Japan sich zur Selb st Verteidigung entschlossen. China habe den Krieg gegen Japan planmäßig vorbereitet. Demgegenüber beschränkten sich die japanischen Forderungen an China lediglich auf den Verzicht jeglicher Stimmungsmache und der daraus folgenden Handlungen der Chinesen gegenüber Japan. Japan wünsche durchaus eine ernste Zusammenarbeit mit China und erstrebe einen dauerhaften Frieden im Fernen Ostens. Es wird ausdrücklich betont, daß Japan keinerlei territoriale Ansprüche an China stelle, und daß darum von einer Verletzung bestehender Verträge durch Japan keine Rede sein kann. Die japanische Regierung klagt aber China an, den Kommunismus z u fördern, um die japanischen Interessen auf dem Kontinent zu schädigen und zu vernichten. Diese Bestrebungen stellten eine Verletzung des bestehenden Nichtangriffspaktes dar. Sie trügen des weiteren wesentlich dazu bei, den Weltfrieden zu bedrohen. Schwere Bedenken gegen einen Boykott. London, 8. Okt. (DNB.) Der britische Gewerkschaftssekretär C i t r i n e hat sich an den Präsidenten des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes Green mit dem Ersuchen gewannt, einen Boykott Japans zu unterstützen. Einen solchen Boykott durchzuführen, habe Green zugesagt und darüber hinaus auch von der Möglichkeit eines Boykotts deutscher Waren gesprochen. Der „Daily Expreß" ist allerdings der Ansicht, daß weder ein wirtschaftlicher Boykott noch eine militärische Aktion von Amerika in Vorschlag gebracht werden würde. Denn beides würde Krieg bedeuten. England werde in den schwebenden Fragen mit Amerika Zusammenarbeiten, um einen diplomatischen Druck dahin auszuüben, daß der fernöstliche Krieg beendet werde oder seine Leiden gemildert würden. Aber weder England noch Amerika wollten einen Krieg, um kriegerische Auseinandersetzungen zu unterbinden. England habe Sorge genug: seine Flotte sei schon damit beschäftigt, Unterwasserpiraten aus dem Mittelmeer zu verjagen und weitere Bürden würden der britischen Regierung auferlegt, wenn etwa Frankreich die spanische Grenze öffnen sollte. Wien uni* die Mächte. Die Lage auf dem chinesischen Kriegsschauplatz scheint sich in den letzten Tagen, in denen das Interesse der Oeffentlichkeit von anderen, uns näherliegenden Dingen vollauf in Anspruch genommen war, nicht wesentlich verändert zu haben. Es ist ungemein schwer, sich ein zutreffendes Bild von dem tatsächlichen Stand der militärischen Operationen zu machen, und fast unmöglich, die Erfolgsaussichten auch nur einigermaßen richtig zu beurteilen, die die beiden Gegner Japan und China nach der jetzt anscheinend abgeschlossenen ersten Phase der Auseinandersetzung für sich geltend machen können. Warum und wieso, das zeigen ja deutlich die ebenso launigen wie für die Atmosphäre des ostasiatischen Kriegsschauplatzes aufschlußreichen Berichte unseres Ick. Tr.-Korrespondenten von seiner und anderer europäischer und amerikanischer Kriegsberichtserstatter Reise an die japanische Front in Nordchina. Die japanischen Operationen, die von der mandschurisch-chinesischen Grenzprovinz Dschehol ausgingen mit dem Ziel der Besetzung der fünf nordchinesischen Provinzen Schantung, Hopei, Schansi, Tschachar und Suijüan, letztere beiden schon außerhalb der Großen Mauer im Bereich der inneren Mongolei gelegen, haben in eine Linie geführt, die sich in einem weiten Bogen über mehr als 600 Kilometer vom Golf von Tschili im Süden bis nach Tschachar im Norden spannt, also eine Ausdehnung erreicht, die zumal bei dem sehr schwierigen Gelände und der verhältnismäßig geringen Truppenzahl auf beiden Seiten nur Teilkämpfe zuläßt. In diesem haben die Japaner zur Deckung ihrer rechten Flanke vor möglichen Überraschungen aus der Mongolei her, wo Die emsige Tätigkeit sowjetrussischer Agenten mnd Militärs äußerste Vorsicht gebot, den wichtigen Bahnknotenpunkt Kalgan besetzt und den Nankau-Paß erobert, um dann das Schwergewicht auf den Vormarsch nach Süden längs der beiden Bahnstrecken Peiping—Hankau und Tientsin—Nanking zu legen, wobei sie an der ersteren nach der Eroberung von P a u t i n g vor dem wichtigen Knotenpunkt Tschengting stehen, wo die Bahn in die Provinz Schansi abzweigt, und an der andern bei Tsinanfu sich dem Hoangho, dem Gelben Fluß, nähern, womit sie den Krieg nun auch in die außerordentlich wichtige Küstenprovinz Schantung getragen haben. Zwei von den erstrebten fünf nordchinesischen Provinzen, Hopei und Tschachar, sind anscheinend im wesentlichen fest in japanischer Hand. Wie sehr die Japaner hier mit weiteren schnellen Erfolgen rechnen, deuten Berichte aus Tokio an, die schon von Plänen für die Gestaltung des künftigen politischen Regimes in Nordchina sprechen. Aber Japan vertritt nach wie vor die Auffassung, daß sein Feldzug in China ihm lediglich aufgezwungen worden sei durch die japanfeindliche Politik der chinesischen Zentralregierung, es sich daher auch nicht gegen das chinesische Volk richte und auch nicht die Zertrümmerung des chinesischen Reiches bezwecke, sondern lediglich die chinesische Zentralregierung zwingen wolle, mit Japan zusammenzuarbeiten im Kampf gegen den Bolschewismus sowohl wie für eine wirtschaftliche und kulturelle Erschließung Chinas. Bei dieser Auffassung könnte Japan sich natürlich nicht damit begnügen, mit der Abtrennung der fünf nordchinesischen Provinzen und ihrer Umbildung zu einem autonomen Pufferstaat in der Art Mandschukuos gegen den von Norden und Osten mit gewaltiger Umfassung drohenden Bolschewismus der japanischen Interessensphäre auf dem Festland gleichsam ein Glacis vorgeschoben zu haben. Es müßte die Macht der chinesischen Zentralregierung brechen oder zumindest sie davon überzeugen, daß für sie und das chinesische Volk ein Zusammengehen mit Japan vorteilhafter ist als das Paktieren mit dem Bolschewismus, das mit dem Abschluß des Nichtangriffspaktes zwischen Moskau und Nanking und der Unterstützung, die die kommunistischen Truppen Jnnerchinas dem Marschall Tschiangkaischek gewähren, offenkundig geworden ist. Diesem Zweck dienen die japanische Offensive im Gebiet von Schanghai, der bedeutendsten See- handelsstadt Chinas, und die zahlreichen Luftangriffe auf Nanking, den Sitz der chinesischen Zentralregierung, fünf Stunden Bahnfahrt von Schanghai oberhalb des Jangtsekiang, Kanton, die große Handelsmetropole Südchinas und Ausgang der nationalchinesischen Bewegung der Kuomintang, und andere bedeutende Zentren der chinesischen Wirtschaft. Es ist klar, daß damit Japan gleichsam in ein Wespennest gestochen hat, denn hier in Mittel- und Südchina treffen die japanischen Operationen auf politische und wirtschaftliche Inter- essen der andern beiden großen Mächte des Pazifik, der Vereinigten Staaten von Nordamerika und des Britischen Reichs. Beide haben sich indessen in der ersten Phase des japanischen Vorgehens in Schanghai mit Vorstellungen begnügt, die nicht geeignet waren, Japan in seinem Entschluß, mit China unter allen Umständen ins reine zu kommen, wankend zu machen. England hat sogar die Verletzung seines Botschafters in Nanking durch Bomben japanischer Flieger hingenommen, ohne von Tokio mehr als ein höfliches Bedauern zu erreichen. Diese Zurückhaltung erklärt sich einmal daraus, daß sich England selbst vor Beendigung seiner Aufrüstung bei der noch immer herrschenden Spannung im Mittelmeer und dem noch nicht geklärten Verhältnis zu Italien nicht stark genug fühlt, gegen hie japanische Politik in China einen schärferen Kurs einzuschlagen, und daß zum andern es bislang Amerika nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bewegen vermocht hat, 'weil Präsident Roosevelt sowohl aus Rücksicht auf die schwierigen innerpolitischen Probleme der großen Staats- und Wirt« schaftsreform, deren Durchführung er sich für den Dteft (einer vermutlich letzten 21nusperioöe widmen will, wie im Hinblick aus die eben erst in aller tform protlaimerten uno von Der ganz überwiegenden Mehrheit der öffentlichen Meinung gebilligten Grundsätze einer strengen Gnthalisamtell von allen auszeraineritanischen Verwicklungen sich bislang Nicht hatte entMießen tonnen, auf Japans Vor- geyen in China anoers als mit papierenen Protesten zu reagieren. Ja, eine Zeitlang schien es sogar, als ob man an den Abtransport aller aineri- tanischer Staatsbürger aus Den vom Krieg bedrohten Gebieten Deute, um jeDe Art von Konflikt mit Japan zu vermeiden, jedenfalls lietz Washington es bei Dem allernotwenDigsten Schutz Der ame- rilanischen Handels- unD Elgentumsimeressen in 'DlitteU und Südchina bewenden. Die bereinigten Staaten haben den ostasiatijchen Konflikt bisher auch noch nicht als „Krieg" betrachtet, womit das vor wenigen 'JJlonaten in Kraft getretene Neu - tralitäisgesetz hätte zur Anwendung gebracht werden müssen, das freilich für China eine schwere Beeinträchtigung seiner Aufrüstung bedeutet hätte, da es bestimmt, daß Waffenlieferungen an kriegführende Mächte von diesen bar bezahlt und auf eigenen Schiffen in Amerika abgeholl werden müssen, beides für China, Den bisher größten Kunden Der amerikanischen RüstungsinDustne, unerfüllbare Bedingungen. Die japanischen Luftangriffe auf Nanking und andere chinesische Städte haben nun in der öffentlichen Meinung der beiden angelsächsischen Länder, die mit ihren Sympathien im Hinblick auf die Gefährdung Der eigenen wirtschaftlichen Interessen in Der für Die angelsächsische Politik eigentümlichen Verbindung mit einer von anderen Völkern oft als Überheblichkeit peinlich empfundenen moralischen Verurteilung der japanischen Kriegführung von Anbeginn an überwiegend auf Seiten Chinas stand, eine sehr erhebliche Verschärfung der Tonart gegenüber Japan verursacht, zumal britische und amerikanische Blätter meldeten, daß von den japanischen Luftangriffen auch die chinesische Zivilbevölkerung betroffen worden fei. Die wachsende Verstimmung in Amerika und England hat sich in heftigen Boykottdrohungen Luft gemacht. Nicht nur die ßabourpartei, die aus dem Abessinienkonflikt anscheinend nichts gelernt hat, forderte auf ihrem Jahreskongreß den Völkerbund auf, Sanktionen gegen Japan zu verhängen, sondern auch angesehene Männer des öffentlichen Lebens wie der Nationalökonom Keynes und der Erzbischof von Canterbury, der Primas der anglikanischen Kirche, machten sich in temperamentvollen Kundgebungen zu Fürsprechern Der namentlich von Blattern der Linken heftig betriebenen Propaganda eines wirtschaftlichen Boykotts gegen Japan. Und auch in Amerika, dessen öffentliche Meinung naturgemäß jederzeit geneigt ist, den Japanern alles Schlechte zuzutrauen, hat sich ein so einflußreicher Mann wie Stimson, ehemals Staatssekretär im Kabinett des republikanischen Präsidenten Hoover, für ■eine gemeinsame Aktion mit England zur Unterbindung der Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Japan ausgesprochen, und Roosevelt hat der in Den letzten Tagen zutage getretenen Verschärfung Der antijapanischen Stimmung in Der öffentlichen Meinung seines Landes Rechnung getragen mit Der Erklärung, daß Die Aktion Japans in China unvereinbar fei mit Den Bestimmungen Des Neunmächtevertrages unD Des Kellogg-BrianD-Pakies. Der Neunmächtepakt, Der am 6. Februar 1922 in Verbindung mit Dem ersten Flottenabkommen in Washington von Den Vereinigten Staaten, Eng- lanD, Japan, Frankreich, Italien, China, HollanD, Portugal und Belgien unterzeichnet roorDen ist, bestimmt, Daß Die Souveränität, Unabhängigkeit unD territoriale wie verwaltungsmäßige Unversehrtheit Chinas geachtet werDen soll. Der Kellogg-Briand- Pakt, Den Die Erklärung weiter heranzieht, rourDe am 27. August 1928 in Paris geschlossen unD nach Den damaligen Leitern Der amerikanischen unD französischen Außenpolitik benannt. In ihm roirD der Krieg als Mittel für die Lösung internationaler Streitfälle verurteilt und die Unterzeichnermächte, fast alle Kulturnationen der Erde, auch Deutschland, verpflichtet, ihre Streitigkeiten fried- lich zu schlichten. Aus^gelöst ist diese schärfere Einstellung der Vereinigten Staaten zum Ostasien-Konflikt vermutlich Durch einen Beschluß Des Völkerbundes, dessen Versammlung sich auf ihrer letzten Tagung in Genf von den trüben Erfahrungen, die sie mit ihrer Aktion gegen die Loslösung Der Mandschurei 1932/33 gemacht hat, die damals zum Austritt Japans aus dem Völkerbund führte, nicht hat abschrecken lassen, auch zu dem neuen Konflikt im Fernen Osten ihre Meinung zu äußern. Allerdings ist Die Entschließung Des Völkerbundsausschusses, Dem auch ein Vertreter Der Vereinigten Staaten, Die ja nicht Mit- glieD Des Völkerbundes sind, angehörte, außerordentlich vorsichtig ausgefallen. Der Völkerbund versichert China lediglich seiner moralischen Unterstützung und schlägt eine Konferenz Der Unterzeichner Des Neunmächtevertrags von Washington vor, womit Genf geglaubt hat, sich wieder einmal auf praktische Weise aus einer für ihn heiklen Affäre gezogen zu haben, indem es andern Die Lösung eines Problems zuschiebt, an Dem es sich selbst nicht Die Zähne ausbeißen möchte. Roosevelt hat diesen Vorschlag aufgegriffen und Amerikas Teilnahme an einer Neunmächtekonferenz zugesagt, aber es scheint nicht so, als ob Dieser Vorschlag in Tokio auf Gegenliebe stoßen würbe. Wenn auch Japan unter Dem Eindruck Der Verschärfung Der anti- japanischen Stimmung in Amerika und England bei Den letzten Luftangriffen auf Nanking offenbar mit größter Vorsicht zu Wege gegangen ist, um Der Boykottpropaganda angelsächsischer Linkskreise Den Boden zu entziehen, so wird es sich doch durch Derartige Drohungen kaum einschüchtern lassen, vielmehr alles Daransetzen, möglichst schnell sein Ziel, einen entscheidenden Schlag gegen die chinesische Zentralregierung, zu erreichen suchen. Aber das regnerische Wetter sowohl wie Der zähe Widerstand der chinesischen Truppen namentlich im Raum um Schanghai haben zu einer spürbaren Versteifung Der Lage geführt, die eine schnelle Beendigung Der militärischen Operationen nicht sehr wahrscheinlich machen, so sehr sie Japan wünschen muß im Hinblick auf seine angespannten Finanzen sowohl, wie mit Rücksicht auf Drohende Verwicklungen mit den beiden angelsächsischen Mächten und vor allem aus Besorgnis vor einer offenen Parteinahme Sowjetrußlands, Das ja heute schon hinter Den Kulissen in China alle Minen springen läßt. Dr. Fr. W. Lange. Englisch-amerikanische Besprechungen über eine Neunmächtekonferenz. Washington, 9. Ott. (DNB.) Der britische Geschäftsträger M a l l e t sprach im Staatsdepartement vor, um Die Verfahrensfrage einer möglichen Einberufung z uNeunmächtekönfe- r e n 3 zu erörtern. Unterstaatssekretär Hugh Wi 1 - s o n versicherte Mallet Die Bereitwilligkeit Amerikas, an einer Derartigen Konferenz teilzunehmen. Ob Mallet auch Erkundigungen eingezogen hat, bis zu welchem Grade sich Die Vereinigten Staaten um Maßnahmen zur Beilegung Der Feind- felig feiten in Dftafien beteiligen würden, ist nicht bekannt. England muß einen kühlen M f bewahren JnskiP gegen eine Abenteurer-Politik. London , 9. Ott. (DNB. Funkspruch.) Verteidigungsminister Sir Thomas Jnfkip erklärte, daß viele Briefe bei ihm eingegangen feien, die sich für einen Boykott japanischer Waren eingesetzt haben. England habe vor allen anderen Nationen die Verantwortung für einen solchen Schritt zu tragen. England müsse um so mehr bemüht sein, nicht in eine Politik hineinzutreiben, Die es nicht Durchführen könne; zugleich aber müsse es darauf bedacht sein, stark genug zu werden, um die Führung übernehmen zu können. Der erfolgreiche Feldzug gegen das Piratenunwesen im Mittelmeer gebe keinen Anlaß, sich in Abenteuer zu stürzen. England müsse einen kühlen Kopf bewahren. Die Deutschlandreise des Herzogs von Windsor. Berlin, 8. Oft. (DNB.) Der Herzog und Die Herzogin von Windsor werden zu einem zwölftägigem Besuch Deutschlands am kommenden Montag in Berlin eintreffen. Dem Wunsche des Herzogs, Die sozialpolitischen Einrichtungen Des neuen DeutschlanD unD Die Arbeite- und ßebensbeDingungen Der schaffenden Deutschen Menschen an Ort und Stelle kennenzulernen, entsprechend, schließt sich an Den Besuch Der Reichshauptstadt eine unter Der Führung Des Reichsorganisationsleiters' D r. Ley stehende Besichtigungsreise durch zahlreiche Deutsche Betriebe, Siedlungen und DAF.- und KDF.-Einrichtungen an. Die Deutschlandfahrt Des Herzogpaares, Die von Berlin aus u. a. nach Essen, Dresben, Leipzig und Crössin- see in Pommern führt, wird am 23. Oktober in München ihren Abschluß finden. Will Amerika aufrüsten? Englische Blätter berichten von der Absicht einer NüstungSanleihe. London, 8. Oft. (DNB.) „Daily Mail" meldet, daß möglicherweise Amerika in kurzem eine R ü - stungsanleihe auflegen und mit einer gewaltigen Aufrüstung beginnen werde. Ein solcher Schritt müsse außerordentlich begrüßt werden, da er sowohl finanziell wie politisch einen stabi- (ifierenben Einfluß in Den Vereinigten Staaten wie auch außerhalb ausüben würde. Die Rüstungsanleihe würde als eine bedeutsame Geste Amerikas gegenüber der übrigen- Welt zu werten sein. Wenn auch die traditionelle Politik Der Vereinigten Staaten stets auf eine Isolierung von Den verschiedensten Konflikten gerichtet aewesen sei, so sei es doch klar, daß dieses große Land auch entschlossen sei, nicht zu dulden, daß seine Interessen und seine Autorität leiden. Der „Daily Telegraph" berichtet, daß auch in Washington Gerüchte umlaufen, die besagen, daß Der Hauptgrunb Der Roosevelt-Rede in Chikago gewesen sei, ein riesiges Rüstungsprogramm stimmungsmäßig einzuleiten. Man spricht in Washington Davon, Daß die geplante Aufrüstung 500 Millionen Pfund erfordern würde. Auch andere Londoner Blätter sind Der Ansicht, Daß Roosevelts Rede in Der Hauptsache Diesem Zwecke gedient habe. Neue Klugboote und Bomber. Neuyork, 8. Oft. (DNB.) Die „New York Times" meldet, das amerikanische Marineministerium beabsichtige, Riesenflugboote in Bau zu geben, Die ein Gewicht von 50 bis 60 Tonnen und einen Flugbereich von etwa 14 000 km hätten. Sie sollten mit vier Motoren mit je 1500 PS unD eigener Kraftanlage ausgerüstet werDen. An Größe und Bestückung überschreiten sie alle bis jetzt von Der amerikanischen Flugwaffe verwenDeten Maschinen. Die Baukosten beliefen sich je Flugboot auf eine Million Dollar. Das Kriegsministerium bestellte bei Der Boeing Aircraft Company dreizehn weitere Bombenflugzeuge, Die unter Dem Namen „F1 iegenDe Festungen" bekannt find. Damit erreicht Die Gesamtzahl dieser größten viermotorigen Militärflugzeuge Der Welt 86. Sie kosten 2,5 Millionen Dollar. Die Flugzeuge, Deren Stunbengeschwinbigkeit 225 Meilen beträgt, finD mit fünf Maschinengewehren bewaffnet und haben eine Besatzung von sieben Mann. Führertagung der HI. Hessen-Nassaus. NSG. Im Hessischen Landestheater in Darmstadt wurde in Anwesenheit von Gauleiter und Reichs- statchalter Sprenger der „Führertag des Gebietes Hessen-Nassau" feierlich eröffnet Der Gauleiter führte aus, daß Die JugenD von einem Drang beseelt sei und auch bleiben werde, der sie ständig vorwärtsführe und ihr Den Lebensweg aufzeige. Nur wenn auf Die Jugend schwere Lasten drückten, erhalte ihr Weg eine andere Richtung. Er erinnerte an Die Kampfjahre, in Denen auch Die Jugendlichen mit in vorDerster Front im Kampf um ein freies DeutschlanD geftanDen hätten, nicht weil sie dazu herangezüchtet wurden, sonbern aus innerem Drang mitzuhelfen und sich nutzbar zu machen. Das Blut Der jugenblidjen Märtyrer sei nicht umsonst geflossen. Die Blutzeugen marschieren mit Den Helden Der Partei, Die ihr Leben für Führer unD Volk opferten. Der (Bauleiter betonte, Daß Die deutsche Jugend nach der Machtübernahme fast restlos in der HI. zusammengefaßt worden sei, nicht durch Gesetze, allein durch Freiwilligkeit. Erst später sei ein Gesetz geschaffen worden, das Die Jugend anhält, einen bestimmten Weg zu gehen. Die Verantwortung Der Jugend im frühesten Alter Den richtigen Weg zu zeigen, so rief er aus, liege aber immer noch bei Den Eltern. Wenn sie Diesen Pflichten nicht nachkommen, schalteten sie sich selbst aus Der Gemeinschaft aus. Heute sei Der JugenD Der Weg klar vorgeschrieben. Jeder müsse ihn aus Pflichtbewußtsein, in Treue und Gehorsam gehen. Vorbild müßte ihr die ältere Generation sein, die ihr vor allem Bescheidenheit varleben müsse. Nur, wenn die älteren Kameraden Vorbild seien, werde die Jugend auf diesem Weg zu finden sein. Keine Konfession könne für sich in Anspruch nehmen, daß ihx die Jugend folge, vor allem Dann nicht, wenn sie mit Verbrechern in VerbinDung stehe unD selbst Verbrechen begehe. Nur Der Junge könne führen, Der sich durch Können, Leistung, Mut, Opferwille, BescheiDenheit und Pflichttreue auszeichnet. Wie Die Partei Das Volk betreue, müsse der HJ.-Führer seine Jungen betreuen. Ein Kasernenton müsse auf jeden Fall unterbleiben. Der HJ.-Führer müsse sich nicht für zu gut halten, irgend etwas selbst zu tun. Nachdem Der Gauleiter noch begründet hatte, daß Jugend von Jugend geführt werden muß, Da Jugend revolutionär ist und von Generation zu Generation neue Aufgaben für das Dollk erwachsen müßten, forderte er Die Jugendführer nochmals auf, bescheiden zu bleiben und nicht überheblich zu werden. Sie müßten vielmehr Der Vorsehung Dafür danken, daß sie ihnen Die Gaben zum Führen gegeben haben, und Dem Führer, Daß er ihnen Den Weg frei gemacht habe, Den sie jetzt gehen konnten. Der Gebietsführer gab Die Ziele Des Gebietes Hessen-Nassau bekannt. Das Ziel Des Arbeitsjahres Des Gebietes Hessen-Nassau Der HI. ist Die Durchführung verschieDener Fahrten im Sommer 1938. JeDer Dienst in Den fommenDen Monaten muß mit Diesem Ziel in Beziehung stehen. WährenD bis jetzt Die Fahrten mehr Erholungsfahrten waren, bienen sie in Zukunft Der Ausweitung des HJ.-Dienstes. Zweck Der Fahrten ist, daß die Jungen Land und Leute kennenlernen. Ferner sollen sie Der Bevölkerung, Die sie besuchen, in Sport unD GemeinschaftsabenDen zeigen, was sie können. Die Fahrten sind somit zu einer politischen Erziehungsaufgabe erhoben, Die noch weiter ausgebaut werden soll. Mit den Vorbereitungen wird jetzt schon begonnen, Damit Den Teilnehmern Das Wissen vermittelt werDen kann, bas sie auf ber Fahrt brauchen. Drei Namen kennzeichneten die Ziele bes Jahres 1938: Hessen- Nassau- Fahrt, Nvrbmark - Fahrt unb Bay - rische-Ostmark- Fahrt. Nur Jungen, die sich als Führer eignen, nehmen an den Fahrten, Die von verschiedener Dauer sind, teil. Weiter umriß der Gebietsführer die übrigen ebenso wichtigen Aufgabengebiete Der HI.: Heimabende, Sportabende unb -nachmittage in Sportdienstgruppen, Bann- unb Gebietswettkämpfe sowie bie Schulung auf Den verschiebenen Gebieten. Seine Darlegungen vermittelten einen Einblick in bie großen unb ernsten Arbeitsgebiete, die sich bas Gebiet Hessen-Nassau ber HI. gestellt hat, und auf denen es wieder bahnbrechend voranmarschieren wird. Der Nachmittag war mit Vorträgen vor den HJ.-Führern ausgefüllt, während ber Abenb im überfüllten Stäbtischen Saalbau einen abwechslungsreich gestalteten und harmonisch verlaufenen Spielschar-Abenb brachte. Leibeserziehung in der Schule. Grundlegende Aenderungen im Turnunterricht. Berlin, 9. Okt. (DNB.) Durch die vom Reichserziehungsminister herausgegebenen Richtlinien für bie Leibeserziehung an Jungenschulen sinb bie Leibesübungen aus ihrer bisherigen Afchenbröbelstel- lung herausgehoben worben. War bas Turnen ber alten Schule ein technischs Unterrichtsfach zur Vermittlung von körperlichen Fertigkeiten unb Kunststücken aller Art, bas auch folgerichtig im Zeugnis als Nebenfach zwischen Zeichnen, Musik unb Hanb- schrift aufgeführt würbe, so ist bie Leibeserziehung heute Grunblage ber Willens- unb Charakterschulung. Die Klassengern e i n s ch a f t, bie Mannschaft unb bie Riege sinb heute bie maßgebenben Arbeitsformen für bie Durchführung bes Turnunterrichts. Die Verschiedenheit der naturgegebenen, erblichen Anlagen im Kinde muß von nun an bie Arbeit bestimmen. Deshalb ist bie Leibeserziehung heute nicht Lehrplanbrill, sonbern biologische Entwicklungsführung. Das Spiel des Kinbes auf ber ersten Stufe (6. bis 10. Lebensjahr) führt über bas Gefchicklichte i t s t u r n e n ber Jungen ber zweiten Stufe (10. bis 14. Lebensjahr), bas befonbers im Schwimmen und Fußballspiel bie Bewegungsbeherrschung unb bas Mannschaftsverhalten auf bie Probe stellt, zum Härtungsturnen der Jugendlichen (14. bis 18. Lebensjahr), das im Boxen unb Fußballspiel zur Hergabe aller leib-seelischen Kräfte zwingt. Am Enbe biefes Erziehungsweges steht ber leistungsfähige, bewegungsgewanbte unb einsatzbereite beut» sche Junge. Das Kernstück bilben bie naturgegebenen unb lebenswichtigen jugenblichen Uebungsfor- men wie Spiele, Laufen, Springen unb Werfen, Klettern unb Schwimmen, bie jeweils an größeren unb besser ausgestatteten Schulsystemen eine entsprechende Bereicherung erfahren. Das Pentathlon (Der Fünfkampf) Der neuen Leibeserziehung besteht aus Spiel, Leichtathletik, Schwimmen, Boxen unb Turnen. Besondere Uebungsgemeinschaften geben Die Möglichkeit, eine Auslese ber Sportveranlagten unb Sportbegeisterten zu schaffen unb bamit frühzeitig Talente — Den Sportsmann, Den künftigen Offizier — zu erkennen. Das Spiel, als typische Urform Der Leibesübungen, wird als autonomes Erziehungsmittel, Das Durch nichts ersetzt werDen kann, gewertet unD Deshalb während des ganzen Jahres getrieben. Das Fußballspiel steht im Vorbergrund. Die Ergebnisse in ben einzelnen Uebungs- gebieten werden im Zeugnis nicht zu einer einheitlichen Zensur zusammengezogen. (B-mau wie in den wissenschaftlichen Fächern wird auch bas unterschiedliche Können in Den verschiedenen Uebungsgebieten ber Leibesübungen einzeln bewertet und im Zeugnis vermerkt. Außerdem wirb im Zeugnis^eine (3 e | am t b e u r t e i I u n g gegeben, die Die Anlagen, bie innere Haltung unb die Leistung berücksichtigt. So gewinnt Der Leibeserzieher entscheidenden Einfluß bei ber Beurteilung bes Charakters bes Schülers. Fünf Turnstunben in Der Woche sind in Den neuen Richtlinien grundsätzlich als Zeitmaß für bie Leibeserziehung ber Schule fest- gelegt. Eine alte Forderung ist bamit in Erfüllung gegangen. Die Erklärungen, die dem Ministerialerlaß mitgegeben werden, weisen auf die Frage der richtigen Auswahl der Lehrkräfte hin. Es wird gesagt, daß der Schüler von Dem Turnlehrer ber einen Stufe an ben Turnlehrer ber anbem Stufe in lückenloser Kette weitergegeben wird. So soll der leistungsfähige und einsatzbereite deutsche Junge herangebildet werden. Für Die Heranbildung Der Turnlehrer stehen 25 Hochschulinstitute zur Verfügung, eine Akademie für Leibesübungen unb Die Führerschule bes Berliner Hochschul-Jnstituts in Neustre - l i tz. Der „Leibeserzieher" soll aber nicht nur für Sport unb Turnen ba sein, sondern noch zwei Lehrfächer ausfüllen, damit er auch weiter bi en ft lief) tätig fein kann, wenn er eines Tages die Frische des Turnlehrers nicht mehr besitzt. Ermiitlungshilfe Der Straftechispflege. Berlin, 8. Okt. (DNB.) Um ben Organen der Strafrechtspflege eine zuverlässige Beurteilung ber Gesamtpersönlichkeit bes Rechtsbrechers zu ermöglichen, hat Reichsminister ber Justiz Dr. Gärtner die Einrichtung einer Ermittlungshilfe ange- orbnet. Der Hauptamtsleiter ber NSV. Hilgen- felbt hat ben ihm unterstehenben Reichsverband für Straffälligenbetreuung unb Ermittlungshilfe für ben Aufbau der Ermittlunghilfe zur Verfügung gestellt. Die Ermittlungshilfe hat die Aufgabe, in 2TS55.T.. öet3llt>pt«n tJ8n (Reumanns’(per3-(pilfc unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ohres Herzens, tzeumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstosfen zu- fammengeseht.-Zu haben in den Apotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. X___________ ___________/ einzelnen Strafsachen auf Ersuchen Des Staatsanwalts oDer bes Richters burch einen geeigneten Helfer Erhebungen über die persönlichen unb wirtschaftlichen Verhältnisse bes Beschulbigten anzustellen. Erhebungen über bie bem Beschulbigten zur Last gelegten strafbare Hanblung wie überhaupt jebe (Erörterung ber Schulb- unb ber Straffrage sinb ber Ermittlungshilfe versagt. Die örtliche (Ermitt- lungshilfe wirb von ben Landes- unb B e - zirksvereinen für Ermittlungshilfe unb Straffälligenbetreuung geleistet, Die mit ben Justizbehörden eng unb vertrauensvoll Zusammenarbeiten, ba bie Lanbesvereine zum größten Teil unter der Führung ber Generalstaatsanwälte unb ber Leiter ber Gauämter für Volkswohlfahrt stehen. Nach Maßgabe ber Bedürfnisse werben bie Stäbte bestimmt, in benen bie Ermittlungshilfe einzurichten ist. Für jede örtliche Ermittlungshilfe kann ein Beirat berufen werben, ber aus Vertretern ber Justizbehör- ben, ber Polizei, ber NSDAP., ber Deutschen Arbeitsfront, ber Aerzteschaft usw. besteht. Die Helfer werben von bem Leiter ber örtlichen Ermittlungs- Hilfe Den von Der NS.-Volkswohlfahrt vorgeschlagenen Personen entnommen. Da Die Berichte ber Ermittlungshilfe für schwerwiegende Entscheidungen als Unterlage bienen sollen, müssen Die Helfer ehrlich, unvoreingenommen unb zuverlässig berichten. Die Berichte ber Helfer können auch im Strafvollzug sowie im Gnabenverfahren unb für bie Zwecke ber Straffälligenbetreuung nutzbar gemacht werben. Meine voliiische Rackrichien. lieber ben Zugang zum Stubium Der Z a h n h e i l k u n D e bestehen Unklarheiten. Der Reichserziehungsminister macht deshalb erneut darauf aufmerksam, daß bie im Juli 1936 ausgesprochene Sperre bes Neuzugangs zum zahnärztlichen Studium bereits im März 1937 wieder aufgehoben worben ist, so daß auch erstmalige Jmmatrikulttonen für bas Fach Der Zahnheilkunde wieder ftattfinben. Die Gesamtzahl Der R u n d f u n k a n l a g e n im Deutschen Reich betrug am 1. Oktober 1937 8 412 848 gegen 8 285 193 am 1. September. Im Laufe Des Monats September ist mithin eine Zunahme von 107 655 Teilnehmern (1,5 v. H.) eingetreten. Unter ber Gesamtzahl am 1. Oktober fanben sich 569 934 gebührenfreie (Empfangsanlagen. Der Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba, Funk, ist im Kraftwagen von Wien kommenb, zu einem viertägigen offiziellen Besuch in Budapest ein getroffen. Der Staatssekretär ist Gast ber ungarischen Regierung. In seiner Begleitung befinden sich seine Gattin sowie Regierungsrat v. Weyssenhoff. Anläßlich des Besuches bes Staatssekretärs General ber Flieger Milch, gab Botschafter Graf Welczeck einen (Empfang, an bem neben zahlreichen führenben Persönlichkeiten ber französischen Militär- unb Zivilluftfahrt auch Unterstaatssekretär Anbraub, unb ber Chef bes Generalstabes Der Fliegertruppe General F 6 quant teilnahmen. Die beiden kommunistischen Abgeordneten des Danziger Volkstages, Langnau unb Se- rotzki, haben erklärt, baß sie mit der kommunistischen Partei nichts mehr zu tun haben wollen unb sich von ihr endgültig l o s g e \ a g t haben. Danach besteht eine kommunistische Vertretung im Danziger Volkstag nicht mehr. n im [2848 e des e von Unter 69934 Aus aller Welt g * ® P o allem auch die alljährlichen Theateraufführungen abgehalten. Sie müssen nun völlig unter» bleiben, weil andere geeignete Räumlichkeiten nicht zu finden sind. Der „Große Saal" war übrigens auch die Feierstätte der reichsdeutschen Kolonie Oberschlesiens, die hier an den nationalen Feiertagen des Dritten Reiches Ausammenkam. Gegen die Schließung des chotelbetriebes ist beim Wojewodschastsamt Kattowitz Einspruch erhoben, worden. Blutiger Wahlkampf in Frankreich. Paris, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die in Frankreich bevorstehenden Kantonalwahlen kündi- aen sich durch blutige Auseinandersetzungen im ganzen Lande an. In der kleinen Gemeinde Mitry Mory im Departement Seine et Marne, wo die französische Volkspartei D o r i o t s eine Wahlversammlung durchführte, Schulmänner auf Vorposten 3m Oeutschlandlager der Auslandslehrer. Don Or. Inh Iessel. vier Personenwagen, darunter einem Reisecabriolet mit 180 PS und einer Geschwindigkeit von 170 Kilometerstunden vertreten. Maybach hat fünf Wagen ausgestellt. Adler zeigt vier Wagen und ein Chassis, darunter den Zweieinhalb-Liter-Wagen, der dank seiner aerodynamischen Karosserie eine Spitzengeschwindigkeit von 130 Kilometer erreicht. Der Opel -Stand ist mit vier Wagen besetzt. Vier Wagen und ein Chassis zeigt Hanomag. Büssing - R A G. hat zwei riesige Lastwagen-Chassis mit Dieselmotor und ein kleineres ausgestellt. Ferner zeigen bei den Zubehörteilen die französische Firma Lavalette die Erzeugnisse der B o schwer k e, die französische Firma Pneumac Continental- Reifen sowie die Zahnradfabrik Friedrichshafen und Fichtel & Sachs ihre Erzeugnisse. Schachkampf Euwe — Aljechin 1:1. Die zweite Partie im Weltmei st erkämpf Euwe — Aljechin wurde durch Aljechin, der die weißen Steine führte, mit einer Dameneröffnung eingeleitet. Es folgte die slawische Verteidigung. Rach 40 Zügen wurde das Spiel in einer Stellung mit Gewinnäussichten für Aljechin abgebrochen. Im Endspiel gab Afiechin seinen 41. Zug offen ab. Euwe, der seine Stellung nochmals überdacht hatte, gab daraufhin auf. Der Stand ist mithin 1:1. Zwei zwölfjährige Schüler als Einbrecher. In den letzten Monaten wurden in Trier und in der Umgebung eine Reihe von Einbrüchen verübt. Vorwiegend wurden Lebensmittelgeschäfte davon betroffen. Auch Wochenendhäuser wurden erbrochen und ausgeräubert. Die Einbrecher bevorzugten Geschäfte, in die sie durch offenstehende Oberlichter einsteigen konnten Als der Kriminalpolizei von zwei Familien mitgeteilt wurde, daß ihre zwölfjährigen Söbne sich seit einigen Tagen von Hause entfernt hätten, kam man auf die Spur und konnte bald die beiden „Vermißten" als die Täter festnehmen. Bis jetzt konnten den ju- aendlichen Verbrechern sieben Einbrüche nachgewiesen werden. Da die Täter noch nicht strafmündig sind, wurden sie in eine Fürsorgeanstalt gebracht. 7 Tote bei einem Verkehrsunglück in Amerika. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich in dem Ort Gary in Indiana (USA.) Hier stießen zwei Kraftwagen auf einem Bahnübergang in dem Augenblick zusammen, als ein Zug die Strecke passierte. Beide Autos wurden von dem Zuge erfaßt. Sieben Personen kamen dabei ums Leben, vier wurden schwer verletzt. 2 Tote bei einem Einsturzunglück in Brescia. In Brescia (Oberitalien) ereignete sich ein schwerer Unfall, bei dem zwei Arbeiter ums Leben kamen. In einer Fabrik stürzte das Dach einer Maschinenhalle, an dem Ausbesserungsarbeiten vorgenommen wurden, ein und begrub 15 Arbeiter unter den Einsturztrümmern. Bei den Aufräumungsarbeiten konnten neben den beiden Toten acht Schwerverletzte geborgen wer- den. Die übrigen Verschütteten haben keinen Schaden davongetragen. Kunst und Wifsenschast. Großer Erfolg des römischen Augusieum-Orchesters in Vertin. Auf seiner Deutschland-Reise gab das Augu- steum-Orchester aus Rom ein Konzert in der Berliner Philharmonie, das ihm und seinem Dirigenten Bernardino Molinari einen großen Erfolg brachte. Die Reichsminister Dr. Goebbels und Frick, die Präsidenten der Reichsmusikkammer und der Reichstheaterkammer Prof. Dr. Raabe und Ministerialrat Dr. Schlösser wohnten dem Konzert bei, ebenso Staatsrat Dr. Furtwängler, Botschafter A 11 o l i c o und der Gründer des Augusteum-Orchesters Graf San Martino. Beethovens VI. Symphonie und der „Till Culenspiegel" von Richard Strauß sowie Kompositionen von Malipiero und Respighi bildeten die Dortragsfolge. Die Darbietung war ein Zeugnis für die hervorragende Klangkultur und Spieldisziplin des Orchesters wie für die Gestaltungskunst des Dirigenten. Reichsfilmtagung der HI. in Hamburg. Auf der HI. - F i l m t a g u n g in Ham- bürg folgten nach den Ausführungen über die Arbeit der Parteifilmstellen und der Reichsfilmkammer Vorträge über Spezialgebiete aus dem Film. Der junge Regisseur der Ufa, Eduard von Bor - s o d y , dessen erster Film „Brillanten" demnächst aufgeführt wird, entwickelte vor den Jungen und Mädeln die Entstehung des Films von der Pla- nung bis zur Fertigstellung. Gerhard Menzel machte mit dem Wirken des Drehbuchautoren bekannt. Seine praktischen Vorschläge für die tätige Mitarbeit junger Menschen am Film faßte er zusammen in dem Appell an die Jugend, den Film als modernes kulturelles Erleben zu fördern. Dor den Tagungsteilnehmern liefen die Filme „Reifende Jugend" und „Das Gespenst auf Reisen". Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die in westöstlicher Richtung über das europäische Festland sich erstreckende flache Tiefdruckrinne füllt sich langsam weiter auf. Sie ist jedoch noch immer für unser Wetter bestimmend, und es herrscht in ihrem Bereich in fast ganz Deutschland ruhiges, meist diesiges und bewölktes Wetter, das strichweise auch leichten Regen bringt. Eine durchgreifende Aenderung ist noch nicht au erwarten, doch besteht die Tendenz zu Wetterbesserung. Aussichten für Sonntag: Morgens viel- fach dunstig oder nebelig, sonst bewölkt bis auf» heiternd und nur noch vereinzelte geringfügige Niederschläge. Temperaturen wenig geändert, schwache Luftbewegung. Aussichten für Montag: Morgens vielfach nebelig, sonst im wesentlichen freundliches Herbstwetter. Lufttemperaturen am 8. Oktober: mittags 11,4 Grad Celsius, abends 9,9 Grad; am 9. Oktober: morgens 8,8 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum heute nacht 8,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Oktober: abends 10,7 Grad; am 9. Oktober: morgens 10 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Horst Wessel. I I Am 9. Oktober hätte Horst Wessel sein dreißig- 1 stes Lebensjahr vollendet, wäre er nicht ein Opfer Der roten Mordkommune geworden. Das Schicksal ; hatte ihm den Heldentod im Kampfe um Deutsch- ' lands innere und äußere Freiheit, um seine Wie- , bergeburt, um die Ueberwindung des Klassenhasses < und die Schaffung einer vorn Geiste echtester Volksgemeinschaft durchtränkten Nation bestimmt. Wohl ging er von seinen Kameraden, aber ein doppeltes Erbe hinterließ er: die rückhaltlose, vorbildliche Einsatzbereitschaft für die großen Ziele des Nationalsozialismus und das 3ur Nationalhymne gewordene Sturm- und Kampflied: „Die Fahne hoch, die Reihen festgeschlossen ..." Dieses Lied hatte seine Geburtsstunde in einer der vielen und hefttgen Auseinandersetzungen mit den Jüngern Moskaus, die Horst Wessel und seinen Sturm mit tödlichem Haß verfolgten. Ungeheuerlich war es in ihren Augen, haß dieser Sturm es wagte, inmitten einer kommunistischen Domäne im Herzen Berlins nicht nur das Hakenpreuzbanner zu zeigen, sondern für die Sache Adolf Hitlers zu werben. Horst Wessel ließ sich nicht einschüchtern oder abschrecken, er führte den Kampf, mochten bei den Aufmärschen die roten Horden seinen Sturm mit noch so grimmigem Geheul begleiten. Ja, auf die tausendfachen Herausforderungen der Roten antwortete er eines Tgges mit einem Demonftrationsmarfch zu ihrem Hauptquartier, dem Karl-Liebknecht-Haus, in dem die jüdischen bolschewistischen Drahtzieher, von Rot- Front wohl bewacht, saßen und an die roten Mord- folonnen die Parolen ausgaben. Jubelnd wurde dieser Vorstoß von der gesamten deutschen SA. aufgenommen, hatten es doch die Roten nicht gewagt, trotz ihrer gewaltigen Uebermacht dem Häuflein entschlossener Nationalsozialisten den Weg zu verlegen. Den Sieg der nationalsozialistischen Revolu- tion hat Horst Wessel nicht mehr erleben, den Erfolg feines Kampfes nicht mehr sehen dürfen. Dafür ist er in die Sturmabteilung der unsterblichen Freiheitskämpfer im Braunhemd eingetreten. Zur Erinnerung an die 30. Wiederkehr seines Geburtstages findet am Samstag auf dem Küstriner Platz in Berlin ein großer Appell statt, zu dem 16 000 SA.-Männer aufmarschieren werden. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier steht eine Ansprache des Berliner Gauleiters, Reichsminister Dr. Goebbels. D. S. (Sine kurzsichtige Einstellung. Die englischen Konservativen haben auf ihrem Parteitag eine Entschließung angenommen, die von der Regierung fordert, die Einheit und Geschlossenheit des allbritischen Reiches zu wahren. Das soll sich gegen die vom Führer und Reichskanzler mit Recht erhobene Forderung richten, den deutschen Kolonialbesitz wieder zurückzugeben aus Gründen, die so einwandfrei sind, daß sie niemand widerlegen kann. Die deutschen Kolonien, die England als Mandate vom Völkerbund übertragen worden sind, sind im Verhältnis zum brittschen Kolonialbesitz verschwindend gering, sie sind weder räumlich noch wirtschaftlich für England ausschlaggebend. Deutschland ist gewissermaßen erst unmittelbar vor Toresschluß als Kolonialmacht aufgetreten, denn als es die Schutzverträge über Deutsch-Ost- und Deutsch-Südwestafrika abschloß, war der übrige schwarze Erdteil schon fast ganz aufgeteilt. Deutschland hat seine Kolonien nicht etwa erobert wie England und Frankreich das mit ihrem getarnten Kolonialreich getan haben, sondern reael» recht durch Schutzverträge erworben. Die industriell hochentwickelten Staaten Europas mit ihrem starken Volksdruck brauchten Kolonialräume, um Rohstoffe zu gewinnen und Menschen ansiedeln zu können. Deutschland fragt nicht danach, ob England und Frankreich über die Menschen verfügen, um ihr Kolonialreich entwickeln zu können. Wenn Frankreich und England sich so auf den rechtswidrigen Mandatsdesitz versteifen, dann sieht das fast so aus, als ob sie fürchteten, die innner wieder erprobte kolonisatorische Kraft und Fähigkeit der Deutschen könnte die kolonisatorische Leistung der Engländer und Franzosen in den Schatten stellen. Tatsache ist jedenfalls, daß die früheren deutschen Kolonien sich unter der Mandatsverwaltung zwar gut entwickelt haben, daß dies aber in der Hauptsache darauf zurückzuführen ist, daß diese Entwicklung von den Deutschen jahrzehntelang vorbereitet worden ist. Die englischen Konservativen sollten sich daran erinnern, daß es der Ruhm der englischen Polittk war, in Erdteilen und in Jahrzehnten zu denken. Es dient dem gemeinsamen sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufitteg, wenn Deutschland Gebiete kolonisiert, für die es Frankreich und England auf die Dauer an Menschen fehlt. Neue Schikane gegen das Deutschtum Ostoberschlesiens Königshütte, 8. Okt. (DNB.) Unter der Begründung, daß die Räumlichkeiten den baupolizeilichen Erfordernissen nicht mehr genügten, hatte die Polizeidirektion kürzlich sämtliche G a st - und Vereinszimmer des Hotels „Graf Reden" räumen und schließen lassen. Nun wurde auch die Schließung sämtlicher Hotelzimmer und des „Großen Saales" unter der gleichen Begründung angeordnet. Der Hotelverwaltung ist unter Strafandrohung verboten worden, inzwischen begonnene Jnstandsetzungsarbeiten fortführen zu lassen, weil angeblich versäumt worden war, die Umbau- und Jnstandsetzungspläne der Baupolizei rechtzeitig vorzulegen. Die Schließung des Hotels „Graf Reden" bedeutet einen schweren Schlag für das Deutschtum Oberschlesiens. Das Hotel und besonders der „Große Saal" waren der Sammelpunkt des Deutschtums von Korngshutte und seiner weiteren Umgebung. Hier wurden sämtliche großen kulturellen Veranstaltungen und vor Jährlich schon fanden Auslandslehrertagungen statt, bald in dieser, bald in jener Stadt Deutschlands. Aus allen Ländern Europas und aus lieber- fee tarnen die deutschen Auslandslehrer zusammen, um Vorträge zu hören, ihre Gedanken auszutauschen und um dann wieder mit neuen Anlegungen für fruchtbare Arbeitsgestaltung an ihre Wirkungsstätte zurückzukehren. In diesem Jahre war die Art des Zusammenkommens erstmalig eine andere. Ein eherner Bestandteil des nationalsozialistischen Brauchtums ist das Lagerleben. Nur in dieser Lagerform kann wahre Kameradschaft gepflegt werden. Der Auslandslehrer, der vielfach auf einsamem Posten im Auslande steht, bedarf besonders dieses Erlebnisses der Kameradschaft. Ihm wird das Lagerleben zur doppelten Kraftquelle. So hat man in diesem Jahre bewußt — und in Zukunft wird es nicht anders sein — den neuen Lebensstil der nationalsozialistischen Gemeinschaft gewählt: das Lager. Der (Sauamtsleiter des NSLB. Gau Ausland, Pg. Lehne, suchte ein schönes Fleckchen Erde aus. Tailfingen liegt in der Schwäbischen Alb und bietet durch seine landschaftliche Schönheit großartige Reize. In dieser Abgeschlossenheit vom Großstadtleben, wo einer auf den anderen angewiesen war, da empfand ein jeder, daß er dem Kameraden feine Nöte mitteilen konnte. Durch diese Art des Zusammenseins und durch das kameradschaftliche „Du", welches von vornherein manche Hemmungen beseitigte, lösten sich die Zungen leichter, und dje Ebene für eine kameradschaftliche Unterhaltung war vom ersten Augenblick gegeben. Der deutsche Erzieher im Ausland darf nicht nur Wissensvermittler sein, sondern es kommt ebenso sehr darauf an, Kamerad zu fein und dadurch den vielen, die im Ausland noch für den Na- tionalfozialismus geworben werden müssen, Vorbild zu werden. Um dazu in der Lage zu sein, muß er selber, ob Direktor oder Volksschullehrer, gelernt haben, sich voll und ganz in den Geist der Gemeinschaft hineinzufinden. Für den deutschen Erzieher 'm Ausland ist es von besonderer Bedeutung, daß er sich ganz für den heutigen Staat einsetzt, da ihm die Jugend, die später einmal deutsches Wesen und deutsche Lebenshaltung im Ausland vertreten soll, anvertraut ist. Wie oft steht er vereinzelt auf Vorposten und hat damit die Last einer ungeheuren Verantwortung auf seinen Schultern. Das Programm des Deutschlandlagers war reichhaltig. Don Formalübungen mußte infolge der Kürze der Zeit vollkommen abgesehen werden. Aber den gleichen Rock trugen doch alle. Die Uniform liegt dem deutschen Wesen. Sie soll nicht eine Gleichmacherin im schlechten Sinne zum Ausdruck bringen, sondern unter Beweis stellen, daß alle dem gleichen geistigen Ziel zustreben: politische Soldaten Adolf Hitlers zu sein. Für körperliche Betätigung war durch den Frühsport gesorgt. Da es sich in erster Linie um die weltanschauliche Schulung handelte, wurde der Hauptwert auf gut ausgesuchte Vorträge gelegt. Alle Teilnehmer haben ungeheuer viel von den Vorträgen mitgenommen. Diese weltanschauliche Schulung hat dazu beigetragen, die Auslandslehrerschaft einheitlich auszurichten. Es ist längst klar geworden, daß das Geistesgut des Nationalsozialismus nicht an den Grenzen des Reiches haltmachen darf, sondern auch alle reichsdeutschen Volksgenossen im Ausland lebendig erfassen muß. Die Aufgabe des Auslandslehrers besteht aber darin, dafür Sorge zu tragen, daß der Nationalsozialismus wirklich das einigende Band für alle im Ausland lebenden Deutschen wird. Eine andere Ausgabe des Lagers war es, die Auslandslehrer erneut mit der Heimat zu verbinden. Sind doch viele unter ihnen, die jähre- lang in Uebersee ober Ostasien Dienst getan haben, ohne inzwischen die Heimat wiederzusehen. Für sie alle ist es ein großes Erlebnis, den Pulsschlag der Heimat wieder zu fühlen. Die Kenntnis des deutschen Vaterlandes wurde erweitert durch eine Fahrt an den Bodensee. An einem anderen Tage waren wir Gäste der Wehrmacht in Tübingen, wo die modernsten Gefechtsübungen vorgeführt wurden. Welch eine Begeisterung für das wehrhafte Deutschland wurde durch einen zündenden Vortrag in den Herzen aller geweckt! In einem Lanojahr- lager sahen wir, welches die wichtigen Aufgaben dieser Einrichtung sind. Das L a n d d i e n st l a g e r in Reutlingen öffnete uns in gastfreier Weise seine Pforten, so daß jeder einen überwältigenden Eindruck von dieser Stätte wahrer Volkserziehung bekam. Den Höhepunkt des gesamten Lagers bildete die G u stl o f f - F e i e r im Haus der deut- schen Leistung in Stuttgart, der Stadt der Ausländsdeutschen, wo im Auftrage des Gauleiters Bohle ein Bild des ersten Opfers der Auslandsorganisation enthüllt wurde. Der festliche Akt war von einer würdigen Feier umrahmt. Das dritte Moment des Lagerlebens war die Kameradschaft. Aus allen Teilen der Welt, aus China, Japan, Amerika, Afrika und vielen europäischen Ländern waren die Lehrer zusammengeströmt und schon auf dem ersten Gemeinschaftsabend zu wirklichen Kameraden geworden. Da wußte ein jeder unendlich viel zu erzählen. Ueber- all ist die Lage der deutschen Auslandsschulen verschieden, je nach dem Spielraum, der ihr durch das Gastland 'gewährt wird. Es würben nicht schwere Probleme gewälzt, sondern dieser erste Abend stand unter dem Motto: Kamerad, erzähl! Dieses Band der Kameradschaft wurde stärker von Tag zu Tag und griff auch auf die Bevölkerung des sauberen Jndustriestädtchens Tailfingen über. Ein volkstümlicher Abend vereinte die Bevölkerung mit den Lagerteilnehmern. Eine Reihe Auslandslehrer nahm noch teil an der großen Tagung der Ausländsdeutschen in Stuttgart und anschließend am Reichsparteitag. Dann heißt es wieder Abschied nehmen vom heiligen deutschen Boden. Ein jedes kehrt erfüllt von dem, was er gesehen und erlebt hat, wieder zurück in seine zweite Heimat, um den deutschen Volksgenossen dort draußen von der Größe des Vaterlandes zu erzählen. Dank unserem Führer kann der Ausländsdeutsche wieder mit Stolz von seinem Vaterland -sprechen. Diesen Gedanken der engen Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen, ganz gleich, in welchem Lande sie wohnen, wachzuhalten und immer wieder in die Herzen aller Volksgenossen im Ausland einzuhämmern, das ist die große Aufgabe des deutschen Auslandslehrers. Unterbringung älterer Angestellter. Das Arbeitsamt Gießen bittet um Veröffentlichung folgender Notiz: „Auf Grund der Anordnung zur Unterbringung der älteren Angestellten hatte, wie die Deutsche Arbeits-Korrespondenz meldet, der Kaufmann Hornberger aus Zwickau vom Arbeitsamt drei ältere Angestellte zur Einstellung zugewiesen erhalten. Trotz mehrfacher Hinweise stellte er jedoch nur einen davon ein und lehnte die zwei anderen ab. Das Arbeitsamt mußte ihn schließlich vor das Gericht zitieren, wo er zu einem Monat Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe ver- urteilt wurde." Der Pariser Autosalon 1937 eröffnet. Der Parifer Autosalon 19 3 7 , neben der Weltausstellung eine große Sehenswürdigkeit in der französischen Hauptstaot, hat seine Pforten geöffnet. Außer den zweiundzwanzig französischen Autofabriken haben zehn amerikanische Firmen ihre Erzeugnisse ausgestellt, ferner sieben englische, drei italienische, zwei tschechische und eine belgische. Die deutsche Beteiligung ist mit' sechs ausstellenden Werken sehr eindrucksvoll. Mercedes ist mit stürmten kommunistische Horden den Versammlungsraum. Die Störungsaktion wurde von b.em Bürgermeister der Gemeinde geiet» t e t. Die Kommunisten schossen auf die Polizei. Ein Polizeiinspektor wurde durch einen Kopfschuß schwer verletzt. Eine Reihe von Verletzten, ein völlig demolierter Dersammlungssaal und schwer beschädigte Kraftwagen waren das Ergebnis der Versammlung. In C a m b r a i wurden in einer Kommunisten- Versammlung mehrere Gegner von einer lieber- macht von Kommunisten überfallen und mißhandelt. Einer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Rechtskreise versammelten sich nach diesen Vorfällen zu einer Protest- tunbgebung vor dem Rathaus und verlangten vom Polizeikommissar die Auflösung der kommunistisch-marxistischen Versammlung. Horden von Kommunisten gingen gegen die Protestierenden vor. Es gelang der Polizei mit vieler Mühe, die Kämpfenden zu trennen. Cütermanns cAafaeida ^ein, erzielt 6437 A Im Herbst U.Frühjahr: FürAecker.Feld,Wiesen, *______ Obst, Gemüse, Blumen Natur-HUMus-Dünger düngt und verbessert den Boden nachhaltig auf nat. Weise frühere und größere Ernten — Auf 100 qm etwa 75 kg Biohum — Lieferbar durch: Städt. Betriebe Abt. Biohumwerk bieken, Gartenstraße 3 Fernsprecher 2058 59 durch alkal Klärschlamm BI Vertreter »nd Verteiler In allen ■ ents. Torfmull ■■ Orten gegen Vergütung gesucht ■■ Wegen starker Nachfrage umgehend vorbestellen! — Besonders l'onnfnn Versand n. Auswärts, billige lüpulull [/»«f Frankfurt Main, Muster frei Haus “Upl Allerheil.Str.87, Der bekannte Maler „Herbst“.. und Licht und Schatten werden eine Strecke Wegs Zusammengehen. Der Herbst wird für eine mannigfache Farbenpracht sorgen - und Licht- und Schatten werden farbig photographieren ! - Die Farbenphotographie ist heute längst aus den Kinderschuhen heraus. Jeder Amateur kann heute mit seiner Kamera farbig knipsen. Das ist nicht sehr teuer. Ein Leicafilm für 36 Aufnahmen kostet mit der Entwicklung Mk. 3.60 und somit haben Sie die Natur farbig im Bild festgehalten. Das müssen auch Sie versuchen. Kommen Sie deshalb mal zu mir, damit ich Ihnen diese neueste Errungenschaft mal zeigen kann. Master überJUiih Schütten" Photo-Kino Krenzplatz 9 1 Zimmer 1. Stock, in bester Lage u. besserem Hause, mit Veranda, Bad, Bodenkammern, Garten, Platz für Autohalle, alle Bequemlichkeit., auf Wunsch Zentralheizung, sofort zu vermieten. Schrift!. Ang. unt. 05000 an d. Gieh. Anz. Schöne Z-Simmet' wchmg mit Zubehör u. Zentralheizung der sofort zu vermieten. 6583D Näheres: CommerzbanL 7 Zimm.-Wohn. m. Bad, Balkon, Heiz., Hiuden- burgwalll2I, z. 1. Dezember od. später zu verm. 6632D Näheres: A. Becker, Kevlerstraße 9. HiiMi.Mii. Bad, Balkon, Bismarckstr.44II mit oder ohne Garage z. 1. November od. spät, zu. verm. [6633D Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9, Telephon 3804. Schöne 6-7-31«- MNW mit Bad, Balkon u. Zubehör zu vermiet. [6629D Ludwigstr. 29. Kl eine Anz eigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und geleieu. Sehr geräumige 6-Zinnn.-Woiinuog m. grofr. reichlich eingericht. Bad, 5Hiche, Mädchenzimmer u sonst. gubehör wegen ersetzung des letzig. Inhabers baldigst zu vermieten. 1705 D Seltersweg 64. BiniHq- nllßlM schöne 6-Zimm.- Wohn.m. Küche, Diele, eingericht. Badezimmer u. sonstig. Nebenräumen sowie Zentralheizung zum 1. November d. I. zu vermieten. Näheres zu erfrag. daselbst im II. Stock. 16607D Schöne [05009 6-Mlmg. Part.,m.einger. Bad, Mädchenz. u. sonst. Zubeh., evtl, als Büroräume, z. l.Nov. od. später z. vermieten. Rechtsanwalt Krüger, Braugasse 11. S-h-Wohng. IV. Et., 55-Mk. einschließlich all. Nebenkosten, zu vermieten. 04954 Ebelstrane 26. Im städt. Haus Wilhelmstr. 39 istabl.Nov.1937 (eo.15.Oft.) eine Wohnung bestehend aus 5 Zimm., Küche m.Sveisekamm., Badezimmer, Bodenkammer, Verschlag, 2 Keller und Garten- anteil z. vermiet. Bewerbung, sind zu richten an das ötaotoermeffungs- ami Gletzen Bergstraße 20, Zimm. 16. 6597 D 5-ZimJohng. im 1. Stock mit Badezimmer u. Zubehör per 1. Novemb. z. vermieten. [05033 Horft-Wefsel- Wall Nr. 12. Schöne 4 Zimm.-Wohnuog zum 1. 11. <311 verin. Schristl. Ang. unt. 04996 an d. Gieh. Anz. Schöne 4-3imnier- WoOttang Franks. Str. 31, im 1. Stock, zum 1. Novemb. 1937 evtl, später zu vermieten. 05030 Näheres bei L. Schultheiß, Gießen, Bahnhofstr. 51. Schöne i-Zinnner-Mng. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 05013 a.d.G.A. Geräumige ÄiuHn. m. Balkon, Bad u. Etagenheizg., Schub ertstr.12 II per sofort oder später zu verm. Näheres [eesoD Ad. Schmidt, Licher Straße 5. 3-Zimmer- Wohnung mit klein. Laden zu verm. [04885 Sonuenstraßell Wohnung 3 Zimm., 2 Ne- benr. und Küche, 50 im Süd- viert., z. 1. Nov. an ruh. Mieter abzugeb.Schriftl. Ang. unt. 05012 a. d. Gieh. Anz. 3 Zimmer u. Küche zu vermieten. [[05023 Wieseck, Neuenweg 12. 3-Zimm.-Wobn. mit Küchenteil., mögl. an Alleinstehend., zu vermieten. [04962 Alicenstr. 28. SiimJolög mit Küche zum 1. Nov. 1937 in Wihmar zu vermieten. Wo? sagt d. Gescbst. d. Gieh.Anz. [04999 2-Mohiig. mit Küche zu vermiet. Schr. Ang. unt. 05003 an d. Gieh. Anz. 2 Zimmer und Küche zu vermieten. 04986 Kaiserallee 34. Gut möblierte 2-Ulig. zu verm. [04951 Hammstraße 5. 2 große leere Zimmer gr. Veranda, mit oder ohne Küche, z. verm. Anzus. 9-11,2-4. [05034 Wilhelmstr.46 I 6642 A ..... BOR R MAN NS: Gießen, Neustadt 5, Fernruf 4165 Zimmer und kleine Küche an alleinstehende ftrau in gutem Hause zu vermieten. Schristl. Ang. unt. 05015 a. d. Gieh. Anz. Zimmer und Küche zu verm. Schristl. Ang. unt. 05011 an 0. Gieh. Anz. Zwei gut möbl. Zimmer mit Heiz., evtl, m. voll. Pension zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04973 a.d.G.A. Büro und Lagerraum mit Garage in d.Alicenstrahe zum 1. Januar evtl.früher preiswert zu vermiet. Näh. A. Becker Keplerstrahe 9 Tel. 3804. [6506d Garage zu vermieten. Leihgesterner 04976 Weg 21. | Mietgesuche | M-Mgg. von ruh. Miet. (2 Personen) zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 04995 a.d.G.A. 35-Mloh von drei erwachs. Personen zum 1. Oktober oder später gesucht. Schr. Ang. unt. 05028 a.d.G.A. 3- ort. 4-Zimmer- Wohnung zum 1. Nov. od. später zu mieten gesucht. Schristl. Ang. unt. 05007 an 0. Gieh. Anz. Wil oder Laden in Giehen od. grö- herem Ort, evtl, mit Wohnung, zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt. 05020 a.d.G.A. Suche per sofort od. spät, in Gsehen od. Umgeg. (mögl. in Klein- Linden) eine M-ZinnueF-Mn. Schr. Ang. unt. 05004 a.d.G.A. Beamter i. R. (2 Pers.) sucht z. 1. November 2-3-Zimmer-Wohn. m. Zubehör auch im Vorort. Ang. mit Preisangab. sind zu richt, an R. Kienitz Eddersheim am Main. «3230 2-3-ZinbWii mit Küche per sofort od. später zu miet, gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 05021 an d. Gieh. Anz. Junges Ehepaar sucht zum 1. oder 15. November37 l-2-Ziflunef-Wohn, m. Küche. Schr. Ang. unt. 05029 a. d. Gieh. Anz. Student sucht z. Semesterbeginn ein möbliertes Zimmer in tzut. Hause, m. Heiz., wenn mögl. mit Zentralheizung und fliehend. Wasser. Schr. Ang. mit Preis u. 6589 D an d. Gieh. Anz. Vevtveiev von alt eingeführter Fabrik zum Besuch der Landwirtschaft gesucht. 6591V Irmiatogenroert Gimsöorn l holst. Schwaabs Weinstuben und Feinkosthaus Ab heute süßerTraubenmost 6635 D lernt Autofahren in der Fahrschule E. Faber Lehrmittel. 6636 D .RM.4.80. Ganzleinenband... | Verkäufe | Vereine | Kaufgesuche I ■ Heute Sonntag W [1743 kurs: 6614 V Carl Brück, Juwelier, Kreuzvlatz 8, Grasmäher, Kinderbett, Dauerbrenn., Staubsauger (Vampyr) gut erh., z. verk. 657i D Wieseck, Lichtenauer Weg 18. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Gründliche Ausbildung für alle Klassen mit Hüte modernster Heute Abendveranstaituna mit Tanz und Unterhalt, im Calte Leib Beginn: 20.30 Uhr. Deutsche Steno« grafenschaft, Ortsgruvve Gießen. [6595D Techn. Lehrfilme! — Verkehrsfilmei Franlifnrter Strobe 36 / Ruf 3349 MA Dame 24 Jahre, schuldlos geschieden, möchte Herrn in sicherer Stellung kennen lern. zw. Heirat. Witwer m. Kind nicht ausgeschl. Nurerstgemeinte Zuschriften unt. 04932 and. Gieh. Anzeiger erbet. 250 ccm Triumph steuerfrei, i. sehr gutem Zustand, ür 80,- Mk. zu verkaufen. [04979 Annerod, Kirchstraße 4. Wiese am allen Feld -(Nizzaweg), 2096 qm, desgl. Wiese am Heegstrauch, 2514 qm, zu verkaufen. 6634D Näheres: A. Becker, Kevlerstraße 9. 1 dklbl. Anzug, 1 grauer Anzug, 2 schw. Mäntel, 1 Smoking, 1 Cut, [6611D für starke Person, I a Qual., 1 Mantel, Gr.48 zu verkaufen. Goethestraße 23 I langer mann der stenographieren u. Maschinen- schreiben kann,v 15.10.oder 1.11. gesucht.Nichtim- mer volle Tagesarbeit. Selbstge- schrieb. Angebote unter 6524D an den Gieh. Anz. ill. Sitageld 0. Brich* kaust zu Höchstpreisen [eoeoD Lari Schmidt Sabnhofflr. 10. Damefliahrrad zu verkauf. [05027 Balser, Dammstraße 8. Gebr.Küche,unt. zwei die Wahl, zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gieh. Anz. [050Y1 Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br.RM.1.20, geb.RM.1.80 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Wegen Erkrankung sofort oder später perfekte Hausgehilfin (Stütze) gesucht, Alter nicht unter 20 Jahren, gute Zeugnisse Bedingung. [6638D E. Güngerich, Gießen, Liebig- straße 581. DKW.-Molorrsd 200 ccm, zu verkaufen. [04993 Watzenborn- Steinberg, Bahnhofstr. 64. Witwe mit Kind wünscht soliden Herrn in fester Position, 40 bis 50 Jahre, zwecks Heirat kennenzulernen. Witwer in. Kind angenehm. Schr. Ang. unt. 04992 a. d. G.A. kaufen. [04980 Näh.i.d.Gefchst. des Gieh. Anz. 2,1 Foxterrier glatth., 8 Woch. alt, sehr schön gezeichn., z. verk. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gieh.Anz. [04965 300-400 qm Land als Garten geeignet, z. kaufen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 05022 an 0. Gieh. Anz. Wochenübersicht: W9id Dienstag, 12. Okt., 20-22.15 Uhr, zum letzten Mal: „Moral“. Mittw.. 13. Okt., 19.30-2i2.30 Uhr Das kleine Hofkonzert. Freitag, 15. Okt, 20-22.15 Uhr, Erstauff.: Utav.Naumbarg. Samstag, 16. Oktob.. 20 -23 Uhr, Wiederaufn.; Die Dorothee. Sonnt, 17. Okt, 11.30-12.30 Uhr, Winterreise. — 19—22 Uh): Das kleine Hofkonzert. Winter- Aepfel u. Birnen la Sorten, reif u. best. gepflückt, verkauft 0497s WißmarLöeg33 Telefon 3659. Saubere Frau oder Mädchen für täglich 1 bis 2 Stunden für sofort gesucht. Aulweg 30 p, links. [ 6630P Keine Zeugnisse in Urschrift ivnvern nur Zeugnis- abichrMen oem Be- werbungsjchreiden bei» legen — Lichtbilder unoBewerbungsunter- Ngen müssen ,ur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Ro men und Anschrift des Bewerbers tragen I JHF Bremer ^Kaflee-Vertrteb Tee, Kakao, hoher Verdienst A Bre men Postf. 475 Radio- Tausch Biete: Telefunken- Suver, Gleichstr. Suche: Siw er, Wechselstrom. Schr. Ang. unt. 04990 a.d.G.A. geweht Unbegrenzt absafrfähige Speziel- Arlikel Grohabnehme, wie Behörden. Industrie etc sind zu besuchen. Höchste Provrtionitöfre- Bei Auftragseingang zaht- baz. gemälj Verkauhinstruldionen. Spesenzuschuh auf Urruahbasis. Absah unbegrenzt Dauerkundschaft Branchekenntnisse nidil erforderlich. Bei guten Umsehen Vertragsabschfuh und Fahrzeug. Eilangeboi unter Z 4567 an Anzeigengesell schäft m.b.H., Frankfurtmain Garten ca. 300 qm, in Lahn-Nähe, zu pachten gesucht. Ludwig Reuß, Seltersweg 46, Tel. 2767. eeosD Gutgehende vollständig eingerichtete MM mit Wohnung per alsbald zu verpachten. Schr. Angebote unter 6499 D an den Gieh. Anz. Billig iu oertoufen: Nähmaschine, Küche (Elfenb.), Sofa, ChaiseL, Kkeiderschrank, Bettstelle, Ofenschirm, Schreibtisch, hell, für Büro geeignet, Gehrockanzug. 04985 Anzuseh.: Alicenstr. 361. Suche einen bei der einschläg. Kundschaft bestens eingeführten jung. Mann für die Reise Sührerschein erforderlich. Ausf. ewerb. mit Bild erbeten an Werner Geißler. Lollar Schokoladen- und Zuckerwaren- Grohhandlung. 0-971 Mundlos Näboiaschlnen Qualität Kundendienst Zahlungser- leichternng Mondlos Nähmaschinen Gießen 05031 Sonnenstraße 31 20-22.30 Uhr LSool-Vorslell. für KdF. infolge plötzl. Erkrankung: ImRehelocli romori’s Lustspiel von Vomhof. Freier Kartenverkauf nnr a.Abendkasse. Mdchen für kl. Haushalt sofort gesucht. Schristl. Ängeb. unter 04984 an den Gieß. Anz. hohen Verdienst findet rührig. Vertretersin) durch Uebernahme einer Hamb. Kaffee- Vertrei. zum Besuch v.Selbswerbr. Höffer ei öotfrannn &60, öomöueg 36. 2x3- oder 3x3-Zimmer-Haiis z. kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 04923 an d. Gieh. Anz. Mechaniker Uhrmacher Feindreher gesucht Kremp, Wetzlar Braunfelser Straße 46. 6608 D •IMalilz Karre 5,00 £ Küferei 6602D Sommerhorn Klavierslimnißo? od. Reparaturen anFlügel,Pianos u. Harmoniums werden erstkl. u. preiswert ausgeführt. Reichhaltiges Lager in neuen und gebr. Klavieren. 6609D E. Zollinner 5Aaviertechn. und Stimmer, Gießen, Wilsonstraße 5, Telephon 3119. Zuverlässiger Hausbursche gesucht. [6612D Neils & Kraft ■ Ohne Kapital B Von bedeutendem Haus seine» Branche wird per sofort tüchtiger Vertreter MW mit 2-3 Nebenräumen zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 05026 a. b. G.A. Tüchtige EansgehiOin die kochen kann, nicht unter 20I., gesucht. 2. Mädchen vorhanden. 66i6D Gießen, Marktplatz 23. Für den Verkauf unseres bekannten Vorwerk-Kobold-Uni- versalgerätes sowie für 2 neue Artikel suchen wir 2 bis 3 tüchtige Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit-einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G.Wolff. | Empfehlungen] Iflanen-^ AnllMW abzugeb. Bestell, erb wir v.Postk. ob. an d.Bierver- lagMichel, Walltorstr 71, T. 2479 Dampfsägewerk nniar B. Nuhn A. 6.,Lollar DKW, 100 ccm, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 6570Da.d.G.A. Werwagio gut erhalten, zu verkaufen. 6626D Ludwigstr. 2411 Sehr gut erhall. Kinitap zu verkauf, osois Lessingstr. 6II l. Staubsauger Vertreter Kompl., gebr. Wmer billig zu verkauf. 659ßD Näheres: L.Althoff, Walltorstraße. Tüchtiger frisegebille f. sofort gesucht. Albert Gath, Damen-Herren- Salon, [6618 D Wetzlar-Lahn, Schmiedgassel5. Wille sofort gesucht. Goethestr. 30III. Wolltet Führerschein Kl. 2, gelernter Kaufmann(Ver- käufer),24Jahre, sucht Stellung. Schriftliche Angebote u. 04961 an den Giehener Anzeiger erbet Junge, ehrliche und saubere Frau sucht Büro oder Laden z. putzen. Schr. Ang. unt. 04983 a.d.G.A. Triumph 200 ccm, zu ver- 19—22 Uhi- Au ß er Miete Erstaufführg. Das kleine Hofkonzert Operette vonverhoeven u.Impekoven- Nick. Musikai. Leit.: Joachim Popelka. Spielleit.-.Karl- Ludwig Lindt. Preise von RM. 0.80 - 2.50. Grimm weih emailliert, u. klein, eiserner Ofen, beid. neuwert.,weg.Umz. billig zu verkauf. Näh.i.d.Gefchst. d. G. A. [05032 Aröie- Moiorrad 500 ccm, steuerfrei, zu verkauf. 04966 Rödgen, Lange Orts- straße 25. Gebrauchte Sämascliioe zu verkaufen. H. K. Fuhr, 6598D Lich. Telephon 258. Verkaufe sofort: SFonmier- Meile Marke Ulmia, seitlich ausklapp- bar, mit Rollen, gröhere Ausführung, Spannweite 115,wegen Anschaffung ein. Fournierpresse. Angebote erbitt. Moll Sommerlad Möbelwerkstätte Beuern, Tel. 53 Grohen- Buseck. [6621D Schöne Palme zu verkauf. osoi4 Kaiserallee 391. 1787 1150 Jahre | 1937 Füllhalter mit Gold-, Palladium-, Glas- und Stahlfedern 6628a Tintenkuli Papierhaus Ernst Balser Mäusburg 11 Gießen Anruf 2315 Alte MMMl und Alt-Silber kauft z. Tages- Mdchen 19jähr., i. Haushalt erfahr., sucht Stellung in kleinem Haushalt b. Ehepäar, sofort oder später. Angebote mit Gehaltsangabe erwünscht. [6585V Ina Brauer, Arenberg- Koblenz 74. Fleißiges, ehrt. Mädchen sucht Stellung f. vormittags von 8—12 Uhr. Schr. Ang. unt. 04988 a.d.G.A. 2 Wellensittiche grün u. blau, m. Käfig, zu verkaufen. [04981 Neuenweg 4. Zig.- u. Schreibwaren-Geschäft wegzugsh. sof. z. verk. Wohnung vorh. Für Dame od. kl. Fam. bes. geeignet. [esooD W. Gerz, Dillenburg, Friedrichstraße. In nah. Kreisst, mit Garnison ist Kurz-Wollwaren-n. HanM.-tahält weg. Krankheit zu verkauf. Erf. etwa 5000 Schr. Ang. unt. 6643Da.d.G.A. Auf d.Nahrungsberg gel., schönes Garien- grundstück ca. 1000 qm, sofort zu verkauf. Schr. Ang. unt. 6592va.d.G.A. Klein- x Auto a. liebsten DKW. oder BMW., auch steuerpflichtig, gegen Kasse zu kaufen gesucht. Schristl. Ang. unt. 04974 an d.,Gieh. Anz. Konrvl., sauber. Nett leihweise f. 4 bis 6 Wochen von Geschäft gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. eeooD an d. Gieh. Anz. Gut erhaltenes Bett z. kaufen gesucht. Zu ersr. in der Geschäftsst. des Gieh.Anz.[6624P Gebrauchter MlMN Nuhbaum, zu kaufen ges.6623O Neustadt 47. Gebrauchter Herd (rechts) zu kauf, gesucht. Schrift!. Ang. unt. 05017 a. d. Gieh. Anz. Kl., gut erhalt. Ofen 3. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 04998 a.d.G.A. Einige stärkere Rothirsch- Abwurfstangen 3. kaufen gesucht. Schristl. Angeb. unter 6627 D an den Gieh. Anz. Stoiner- gelelle für Bauschreinerei, nur l. Kraft, gesucht. [05005 Dauerstellung, evtl, übertariflicher Lohn. Eoiiis Beriet Kaiserallee 19. Tüchtige [05008 Gut erhaltener teufen zu verk. Näb. in d. Geschästsst. d. Gieh. Anz. 05035 Leere, einmal gebrauchte Kisten und Keksfäffer billig abzugeben. Bayer. Schokoladenhaus, 04987 Gießen, Seltersweg 37. Dovvelter Spülstein 95 cm, Feuerton, zu verk.04994 Wilhelmstr.lOp. Televhon 2360. Schwarze 1J.S tiefet Gr. 43, wenig getragen, z. verkaufen. [04957 Wilhelmstr. 43p | Verschiedenes! WIN Stunden oder Konversation erteilt bitt. Auslandsdeutscher. Schristl. Angeb. unter 05006 an den Gieh. Anz. Hochwertiges Harken Klavier mit elektrischem Kunstspieleinbau „Ducanola" sehr preiswert zu verkaufen. Förster Frankfurt a.M., Sachsenbäuser- Landwehr- weg 218. [6574V Dunkler Anzug f. schl. Fig., Covercoat - Mant., div. Bekl.-Stücke f.lO-lli.Mädch. (Wintermantel usw.), Darnen- Lederolmantel, all. sehr gut erh., preisw. abzugeb. Friedrichst. 10II oder Herren, welche schon mit Erfolg Privatkundschaft besucht haben. Wir bieten: Sofort auszahlbare Höchswrovision Einarbeitung , Leistungsyrämien Schriftliche Angebote mit Angabe des Alters und der bis- herigenTätigkeit cm Vorwerk & Co., Frankfurt a. Main, Kaiserstraße 29. Mädchen von 17—-19 Iah) rett für Buchbindereibetrieb gesucht. [6601D Schulstraße 7. Tüchtiges, zuverlässiges Mdchen mit guten Zeugnissen, z. 1. Nov. gesucht. [05016 Prof. Behaghel, Gießen, Hofmannstr. 10. Tüchtiges MW f. sofort gesucht. 6569D Senkler, Frankfurter Straße 30.__ Junges, ehrlich., zuverlässiges u. fleißiges Mädchen für 1. November od. früh, gesucht. 6563D Frau Karl Seif art, Grünberg. 1,2 Opel 350 ejem, Standar« steuerfrei, 300 ccm, Triumph steuerfrei, 200 ccm, 6625 D Triumph billig z. verkauf. W. Balser, Dammstraße 8. 3/15 BMW. 4sitz., i. einwandfreiem gut. Zustand, gut bereift, zu verk. Zu erfr. in d. Geschäftsst. d. G. A. [05024 Acker im alten Feld, links des Wegs, a. Garten geeignet, 1047 qm zu je RM. 2,-, ganz oder geteilt zu verkauf. [6631D Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. NaAläffevonZdi« 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholteii Aus. nahmen einer Anzeige Wir suchen s.uns.Giehener Niederlage junge Verkäuferin aus guter Familiep. sofort od. später. Schr. Angebote mit Bild und Lebenslauf unt.6438Da.d. Gieh.Anz. Stadttheater Ur.256 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzetger für Oberheffen) Samstag, 6. Oktober 1937 Wehr und Waffen. Warum Goldaienbund? Wenn im Herbst nach den Manövern der Soldat, der zwei Jahre unter den Waffen feine vaterländische Dienstpflicht erfüllt hat, ehrenvoll z u r E n t - lassung ausdemHeeresdienst kommt und das Gewehr wieder mit dem Handwerkszeug seiner bürgerlichen Arbeit vertauscht, ist er nur zur Reserve beurlaubt. Er bleibt Soldat. Und wenn er seine Dienstzeit im richtigen Geiste verbracht hat, so bleibt er Soldat im Denken und Fühlen bis an sein Lebensende. Das ist ein schöner Beruf! Das deutsche Vaterland, das, soweit seine Geschichte reicht, stets von Neidern und Feinden umgeben war, die ihm den mit dem Blut seiner Söhne erkauften und kultivierten Boden, der doch so schmal bemessen ist, nicht gönnten, kann nur dann ruhig der Zukunft vertrauen, wenn ein solda-. tisches Geschlecht, das hart, mutig, stolz und treu die Heimat bis zum letzten Hauche zu verteidigen gewillt ist, auf seinen Fluren lebt. Soldat sein und Soldat zu bleiben ist Schicksal des Deutschen. Hätte ihn nicht von jeher Neigung und Anlage dazu befähigt, wo wäre Deutschland? Die Entlassung aus dem Heeresverbande im Herbst, die für Hunderttausende die Rückkehr ins bürgerliche Leben bedeutet, darf daher für den einzelnen nicht zu einer völligen Loslösung vom innerlichen Soldatenberufe werden. Schon aus eigenem Antriebe wird er meist selbst sehen, daß die Fäden, die ihn mit Kameraden, mit seiner Truppe, mit dem Soldatentum überhaupt verbinden, und die sicherlich viel stärker sind, als er vorerst vermutet, nicht abreihen. Als Deutscher ist man eben Soldat in Tat und Gesinnung, unwiderruflich und unvergänglich, und ganz gewiß ist, daß schon kurze Zeit nach der Rückkehr ins Zivilleben die soldatische Seite des Jchs sich meldet und mehr oder weniger stürmisch Berücksichtigung verlangt. Wer Soldat gewesen ist, hängt auch an der kameradschaftlichen Brüderlichkeit dieser Zeit. Er hat den menschlichen Wert dieser in Glück und Unglück treu zueinander haltenden Verbundenheit an sich selbst erfahren, die in Kriegszetten sich zum größten und alle Schrecken und alle Freuden einer wilden Zeit überragenden Erlebnis zu steigern pflegt. Nichts liegt also näher, als daß der frisch gebackene Reservemann nach Kameraden, nach kameradschaftlichem Verkehr Umschau hält, denn nach getaner Arbeit will man gern über (Erinnerungen aus der gemeinsamen Dienstzeit plaudern und sich in voller Lust über das einem so ans Herz gewachsene unerschöpfliche militärische Thema auslassen. Dieser Sammelpunkt der gedienten Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht ist der Soldatenbund. Seine Gliederungen, die Kameradschaften — welch schönes und treffendes Wort, das den Geist des Bundes klar widerspiegelt, der Offizier, Unteroffizier und Mann ohne hemmende Schranken kameradschaftlich vereinigt —, bestehen Überall, fast an jedem Ort, und stehen allen in Ehren entlassenen ehemaligen Heeresangehörigen offen. Der Beitrag ist gering, die Möglichkeit aber, sich auch weiterhin als Soldat zu betätigen in Ernst und Scherz, sein militärisches Wissen und Können zu verbreitern und zu vertiefen und in echter Kameradschaft Freunde fürs Leben zu finden, ist sehr groß. Der Soldatenbund ist im Einvernehmen mit dem Führer und Reichskanzler als Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Befehl des Reichskriegsministers von Plomberg Ende 1935 ins Leben gerufen worden. Die ihm gestellte Aufgabe ist die „Vereinigung der aus dem Heer ausscheidenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften im Geiste soldatischer Kameradschaft". Mit der Pflege dieser Kameradschaft verbindet der Soldatenbund weiter die militärische Fortbildung der Kameraden, er feiert aber auch mit ihnen die großen Fest- und Erinnerungstage der Nation und des Heeres. Eine kurzer Blick auf das reguläre Arbeitsprogramm einer Kameradschaft mag zeigen, was der Soldatenbund dem ehemaligen Soldaten an Anregung und Unterhaltung zu bieten pflegt. Der Dienstplan sieht im allgemeinen vor: Mindestens einmal im Monat Appell, verbunden mit Unterricht', einmal im Monat Schießen, Kleinkaliberschießen genau nach den Richtlinien des Heeres, aber in freiem, oft mit hübschen Erinnerungspreisen ausgelobtem Wettbewerb; ferner Kartenlesen, Geländebesprechungen, Stellung kleiner taktischer Uebungsaufgaben, Sandkasten u. dgl. Einmal im Jahr dann Teilnahme an einer größeren Hebung der Standorttruppe oder Fahrt ins Manövergelände unter der Führung aktiver Wehrmachtoffiziere. Das ist ein vielseitiges, an Anregungen reiches Arbeitsprogramm. Selbstverständlich kommt daneben der der kameradschaftlichen Erholung und Verständigung gewidmete Teil an gemütlichen Zusammenkünften und festlichen Veranstaltungen nicht zu kurz. Aber der alte Soldat, der auch im ZivilanLug Soldat aus innerstem Bedürfnis bleiben will — und das ist bei weitem die Mehrzahl von uns Deutschen —, wendet seine ganze Liebe und sein vollstes Augenmerk vor allem dem dienstlichen Teil des Kameradschaftslebens zu. Hier finden seine besonderen soldatischen Interessen, die während seiner Dienstzeit sich natürlich den großen dienstlichen Aufgaben unterzuordnen hatten, bereitwilligst jede Förderung. Mit Unteroffizier und Offizier steht er in kameradschaftlicher Verbindung; sie helfen ihm gern und leiten sein Wissensbedurf- nis auf die richtigen Wege. Selbstverständlich stehen ihm auch die Kameraden und der Bund in allen andern Fragen, die ihn beschweren sollten, dienstwillig gern zur Seite. Die Organisation des Soldatenbundes ist nun so aufgebaut, daß zufammenble i b t, was zusammengehört. Nicht riesenhafte Verbände sind das Ziel, wo keiner den andern kennt, sondern kleinere Kameradschaften, die möglichst nur die Angehörigen de s gleichen Truppenteils umfassen. Das sind die Truppenkameradschaften, die das Ideal einer wirklich kameraschaftlichen Vereinigung darstellen und die im Bunde bald überwiegen dürsten. Nur an kleineren Orten, wo nicht genügend Angehörige des gleichen Truppenteils vorhanden find, werden Soldatenkameradschaften aufgestellt, die aus Angehörigen aller Waffengattungen bestehen. Von ihnen können, sobald eine bestimmte Waffe so viel Mitglieder aufzuweisen hat, daß sich die Gründung einer besonderen Kameradschaft lohnt, Waffenkameradschaften abgezweigt werden. Der wahrhaft kameradschaftliche Geist kann in diesen Truppenkameradschaften, die von den früheren Angehörigen etwa eines Regiments und später, wenn auch deren Zahl zu groß wird, eines Bataillons oder gar einer Kompanie dieses Regiments gebildet werden, leichter und nachhaltiger gepflegt werden als in bunt zusammengesetzten großen Verbänden. Auch das Mittun des einzelnen Kameraden bei der Arbeit feiner Kameradschaft ist gründlicher, interessierter und vor allen Dingen stetiger, wenn er weiß, daß es auch auf ihn ankommt und er nicht in einer unübersehbaren Gefolgschaft verschwindet. In den kleineren Kameradschaften hat jeder Mann seinen Wert und feinen Platz; das wird jeder rasch feststellen. Dadurch wird aber auch die Freude an der gemeinsamen kameradschaftlichen Arbeit gewaltig erhöht, deren ideelle Zielsetzung sehr greifbar und leicht verständlich ist: die deutsche Wehrhaftmachung zu vollenden, jeden einzelnen in Wissen und Können auch nach dem Ausscheiden aus dem Heere bei seiner Leistungsfähigkeit zu erhalten, das Soldatentum in seiner Gesinnung und Haltung zu pflegen und endlich den kameradschaftlichen Geist, ohne den das hohe politische Ziel der echten Volksgemeinschaft nicht zu erreichen ist, in engstem Zusammenschluß von Offizier, Unteroffizier und Mann möglichst von derselben Truppe zu lebendiger Wirksamkeit zu bringen. Der Soldatenbund ist eine rein militärische Organisation. Mit Politik befaßt er sich nicht. Mitglied des Soldatenbundes zu sein, hindert niemand an politischer Betätigung in der NSDAP, oder irgendeiner ihrer Gliederungen. Wir alten Soldaten haben alle dem Führer und Reichskanzler als Obersten Befehlshaber der Wehrmacht den Eid der Treue geschworen. Dieser Eid ist unlösbar. Soldatenbund und Partei unterstehen einem Führer, gehorchen einem Befehl und folgen einem Ziel. Zweifel, ob die Mitgliedschaft bei der einen Organisation die bei der anderen ausschließt, sind also nicht vorhanden. Nichts kann demnach den ehemaligen Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht hindern, dem Soldatenbund beizutreten. Der Bund ruftihn. Er braucht den jungen Reservisten, weil er nur mit dem geschlossenen Einsatz der Heeresreserve sein hohes ihm gestecktes Ziel, das Soldatentum im ganzen Volke frisch und leistungsfähig zu erhalten, oerwirklichen kann. Aber auch der Kamerad braucht den Soldatenbund, wenn er Soldat von echtem Schrot und Korn ist. Denn in diesem Bunde verkörpert sich das ewige deutsche Soldatentum und der Geist unverbrüchlicher Kameradschaft, die beide ein gut Stück des deutschen Menschen ausmachen, das niemand mehr entbehren will. Drum, Kamerad, melde dich bei der nächsten Kameradschaft zur Stelle! Der Mrschallttab im Tornister. Zum achtzigsten Todestage Generals von Weyhers. Von Jürgen Hahn-Butry Den wenigsten dürfte bekannt fein, daß der Vorgänger Moltkes als Chef des Großen General- stabes der preußischen Armee ein ehemaliger aktiver Berufsunteroffizier war. Als am 7. Oktober 1857 der General der Kavallerie Carl Friedrich Wilhelm von Reyher die Augen schloß, war ein preußisches Soldatenleben beendet, das in seinem Aufstieg ohne Beispiel in der Geschichte steht: Freund dreier Könige, interimistischer Kriegsminister im Revolutionsjahr 1848, mit den Generälen von Doyen und von Krauseneck Neuschöpfer des preußischen Heeres. Der junge Reyher trat schon mit sechzehn Jahren als Rekrut bei dem damaligen Infanterie-Regiment von Winning ein, um die Laufbahn des aktiven Berufsunteroffiziers zu ergreifen. In der unglückseligen Schlacht bei Jena und Auerstädt zeichnete er sich aus und entfloh nach der Kapitulation des Korps Hohenlohe der französischen Gefangenschaft. Sein Weg führte dann zu Major von Schill, der den Infanterie - Unteroffizier am 9. April 1807 zum etatsmäßigen Kavallerie-Wachtmeister beförderte. Reyher hielt feinem Kommandeur die Treue bis zum Tode. Als Schill in Stralsund fiel, wurde auch er selbst schwer verwundet. Trotzdem gelang es ihm, verkleidet aus der von den Franzosen eroberten Stadt zu entkommen und den Anschluß an die Reste des Detachements zu finden, die nach Pommern abrückten. Als General von P o r ck in Königsdorf die Ueberrefte des Schillschen Korps in die aktive preußische Armee übernahm, war Reyher der einzige, der dem General ein klares Bild über den Verlauf des Schillschen Feldzuges geben konnte. Der etatsmäßige Wachtmeister Reyher fand auch in seiner neuen Garnison bei dem westpreußischen Ulanenregiment des Majors von Katzler sehr schnell das Vertrauen seiner Vorgesetzten. Sein Kommandeur reichte ihn später mit warmer Befürwortung durch Porck zur Beförderung bei König Friedrich Wilhelm III. ein. Durch Kabinettsordre vom 24. Juli 1810 wurde der Wachtmeister Reyher zum aktiven Sekonde-Leutnant ernannt. In den folgenden drei Friedensjahren hatte er Gelegenheit, als Adjutant des Majors von Katzler feinen Gesichtskreis zu erweitern und die Lücken feiner Bildung auszufüllen. Der Feldzug 1813/15 sieht Reyher ständig an der Spitze der Blücherfchen Armee, deren Avantgarde Katzler führt. Er hat wiederholt Gelegenheit, sich hervorragend auszu- zeichnen. Ass Katzler verwundet wird, ernennt Porck ihn zu seinem Adjutanten und stellt ihn dem König vor. In kurzem Abstand erhält er das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse, wird Oberleutnant, Stabsrittmeister und am 8. Oktober 1815 in Anerkennung seiner Tapferkeit im Alter von neunundzwanzig Jahren Major. Im September 1828 erhält er den erblichen Adel. Reyhers historische Mission beginnt jedoch erst, als er zum Chef des General st abes des 3. Armeekorps und damit zum militärischen Berater des Prinzen von Preußen ernannt wird. Zehn Jahre steht er dem nachmaligen Kaiser Wilhelm I. als Stabschef zur Seite. Wie groß fein Einfluß auf den Prinzen war, geht am besten daraus hervor, daß dieser ihm später schrieb, daß er „alles, was er bereits für die Armee geleistet habe und noch zu leisten hoffe, Reyher verdanke". 1839 wurde Reyher zum Generalmajor befördert und im folgenden Jahre zum Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium ernannt. Als am 29. März 1848 der Kriegsminister von Rohr um seine Entlassung bat, wurde Reyher zum interimistischen Kriegsmi- n i ft e r ernannt. Er besetzte Berlin mit Linientruppen und stellte die Ordnung wieder her. Als ihm Graf Kanitz als Kriegsminister folgte, ernannte ihn der König zum Chef des Großen General ft abes. In dieser Stellung, die er bis zu seinem Lebensende behalten sollte, erwarb sich Reyher unsterbliche Verdienste um den Ausbau des Generalstabes. Eine seiner wichtigsten Aufgaben sah er in der Förderung und Betreuung des Offiziersnachwuchses. Fast alle großen Heerführer der Einigungsfeldzüge, einschließlich Moltkes, sind durch Reyhers Generalstabsschule gegangen. Der siegreiche Feldherr von 1866 und 1870/71, Prinz Friedrich Karl von Preußen, bekennt später: „Alles, was ich gelernt habe, verdanke ich dem General von Reyher." Niemals in seinem glänzenden Leben hat General von Reyher verleugnet, daß er der Sohn eines Dorfschulkantors war, und vielleicht ist es gerade die Bescheidenheit Reyhers gewesen, die feinen Namen so schnell vergessen ließ. Doch verdient gerade er, als eines der größten Vorbilder der preußisch-deutschen Soldatengeschichte gefeiert zu werden. Er ist der einzige preußische Soldat der letzten 150 Jahre, an dem das Wort vom Marschallstab im Tornister des einfachen Soldaten Wahrheit wurde; er ist Vorbild und Beispiel für die neue Wehrmacht Adolf Hitlers, in der zum ersten Male seit den Freiheitskriegen dem Unteroffizier der Aufstieg in die Offizierskarriere grundsätzlich ermöglicht ist. Weit über tausend ehemalige aktive Unteroffiziere der Reichswehr bewähren sich heute als Offiziere in der Führung der neuen Wehrmacht. So steht mitten in unserer Zeit der Geist eines Mannes, der in seinem Charakter und seiner Laufbahn uns Lebenden zutiefst verbunden ist. 3um 50. Jahrestag unserer Torpedobootswaffe. Von Korvetten-Kapltan a. O G G. $rbr. v. Forstner. Anfang Oktober d. I. versammeln sich die ehemaligen Angehörigen der Torpedobootswaffe in Wilhelmshaven zur Feier eines Jubiläums, an das die wenigsten in unferm Volk gedacht haben werden. Erst fünfzig Jahre sind nämlich verstrichen feit der Gründung unserer Torpedobootswaffe unter Korvetten-Kapitän Tirpitz, dem späteren Großadmiral und Staatssekretär unseres Reichs- marine-Amtes. Wir alten Torpedobootsfahrer denken in diesen Erinnerungstagen mit Freude und Stolz an die vielen harten, aber auch frohen Stunden zurück, die wir bei der „schwarzen Kunst" in oft schwerem Wetter und harter Angriftsarbeit ober auch bei lachendem Sonnenschein verleben durften. Freudig verließ jeder von uns, dem ein Torpedobootskommando beschieden war, fein großes Schift. „Klein Schiff — fein Schiff!" Stolz fangen mir unser Torpedobootslied: „Schön ist's auf dem Torpedoboot und manches findet statt, Wovon man auf dem Linienschiffe keine Ahnung hat!" Nach der Erfindung und Bewährung des Unterwassertorpedos lag der Gedanke nahe, dieses neuartige Geschoß, das selbst den größten Kriegsschiffen die tödliche Wunde beibringen konnte, von kleinen und möglichst schnellen Fahrzeugen aus zu verwenden, die der feindlichen Artillerie nur ein schlechtes Ziel boten. Nachdem im Jahre 1885 auf englischen und deutschen Werften einige derartige Versuchsboote bestellt worden waren, wurden nach deren Ablieferung die ersten Versuche ausgenommen. Hierbei bewährten sich bei weitem am besten die von der Schichau-Werft Elbing gebauten Boote, die als „S1", „S2" usw. in unserer Torpedobootswaffe lange führend waren. Erst kurz nach der Jahrhundertwende wurden auch andere deutsche Werften zum Torpedobootsbau .herangezogen. 1887 erfolgte nach Erledigung der Versuche die Gründung der Torpedo-Inspektion unter Korvetten-Kapitän Tirpitz und die Indienststellung der ersten beiden „Torpedoboots-Divisionen". Jede Division bestand aus zehn kleinen Torpedobooten von 50 bis 100 Tonnen Größe und 14 Mann Besatzung unter Führung von einem größeren „Divisionsboot" „D1", „D 2" usw., die bis zu 300 Tonnen groß waren. Die damaligen Torpedos hatten nur eine Laufstrecke von 300 Meter, so daß die Boote zum normalen sicheren Torpedoschuß bis auf etwa 200 Meter an den Gegner herandampfen mußten. Erst später wurde die Torpedolaufstrecke auf 500 Meter vergrößert. Die ersten Torpedoboote waren Einschraubenboote, die aber die zu damaliger Zeit sehr beachtliche Geschwindigkeit von 18 Seemeilen in der Stunde entwickeln konnten (1 Seemeile — 1852 Meter). Ihre Armierung bestand nur aus einem Torpedorohr und einem Geschütz kleinsten Kalibers. Die geringen Laufstrecken des Torpedos ermöglichten es noch bis zum Jahre 1894, die Torpedoschießübungen der Torpedoboots-Divisionen im Kieler Hafen, innerhalb von Friedrichsort, abzuhalten. Bald nach Gründung der Torpedowaffe erkannte man ihre guten Aussichten bei Nachtangriffen. In unserer Marine wurde der Nachtausbildung der Torpedoboote daher höchster Wert beigelegt. In fte« tiger Fortentwicklung wuchsen die Größen der Boote und die Laufstrecken der Torpedos. Bei Kriegsausbruch waren unsere großen Torpedoboote auf 600 bis 900 Tonnen gekommen bei einer Armierung von vier Torpedoausstoßrohren und zwei 8,8 Zentimeter-Geschützen. Die neuartigen Turbinen und. Oelkessel verliehen den modernsten Booten Gv-- schwindigkeiten bis zu rund 30 Seemeilen. Die Torpedolaufstrecken der neuesten Torpedos betrugen bereits einige tausend Meter. In den Krieg in der Nordsee traten wir mit der I. bis VIII. Torpedobootsflottille ein, die in die 1. bis 16. Halbflottille zu je fünf Booten unterteilt mar. Zu jeder Flottille gehörte außerdem noch ein Führerboot, so daß unsere erste Torpedobootsfront insgesamt aus 88 Hochsee-Torpedobooten gebildet wurde. 43 kleinere und ältere Torpedoboote waren Urquell in die 1. bis 3. Minensuch-Division zusammen- tzezogen. 20 der ältesten Boote bildeten die „Hafen- slottille der Nordsee", während vier ältere größere Torpedoboote als Führerboote der 1. bis 4. U-Boots-Halbflottille dienten. Alles in allem waren in der Nordsee somit 155 Torpedoboote in Dienst. In der Ostsee standen lediglich zehn Torpedoboote in der Front, von denen nur vier zu modernen Serien gehörten. Vier alte kleine Torpedoboote bildeten die „Hafen-Flottille Kiel", ein altes Divi- sionsboot war U-Boot-Führerboot und zwei alte kleine Boote Tender bei der „U-Boots-Schule". Dem Befehlshaber der Oftfeestreitträfte standen ins- gesamt also nur 17 Torpedoboote zur Verfügung. Das Schicksal wollte es, daß unserm einzigen, seit den Chinawirren im Jahre 1900 von drei nach dort gesandten Booten in Ostasien verbliebenen alten Boot „S 90",' dem man schon vor Jahren wegen des Standes seiner Maschinenanlage den Rückmarsch zur Heimat nicht mehr zugetraut hatte, ! der erste Torpedobootserfolg vergönnt fein sollte. In der Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1914 versenkte „S 90" unter dem Kommando von Kapttän- leutnant Brunner beim Ausfall aus Tsingtau den japanischen Kreuzer „Takatchio" (3700 Tonnen). Die Engländer waren bei der Entwicklung ihrer Torpedoboote weniger von deren Verwendung in Massenangriffen bei Nacht ausgegangen. Wie schon der Name „destroyer" („Zerstörer") ihrer letzten Dorkriegsserien bezeugt, waren diese in der Hauptsache zur Abwehr und Vernichtung feindlicher Torpedvbootstreitkräfte vorgesehen. Sie hatten deshalb durchweg eine etwa 20 v. H. größere Wasserverdrängung als die gleichaltrigen deutschen Torpedoboote, und eine bedeutend stär - fere 2IrtiIIeriearmieru'ng von einigen 10,5-Zentimeter-Geschützen. Auf unfern Torpedobooten war die Artillerie lange Zeit als Stiefkind behandelt worden. Der Wert einer stärkeren Artilleriearmierung wurde in unserer Torpedobootsfront eigentlich erst bei Teilgefechten in der Schlacht vor Helgoland am 28 . August 1914 richtig erkannt. Hier waren z. T. Boote von uns in Kämpfe mit den modernen englischen Zerstörern verwickelt, in denen sie nur ihre beiden 5-Zentimeter- gegen englische 10,5-ZentimeterGeschütze einsetzen konnten. Auf dringendes Ersuchen der Front erfolgte daher nun auch bald die Umarmierung wenigstens unserer neuesten Boote mit 10,5 - Zentimeter - Geschützen. Das Versailler Diktat beschränkte uns bei Neubauten wieder auf 800 Tonnen. Erst der deutsch- englische Flottenvertrag vom Jahre 1935 ermöglichte uns wieder den Bau von Zerstörern, deren neueste Vertreter 1625 bis 1811 Tonnen aufweisen. Diese sind armiert mit acht 53,3-Zentimeter- Torpedorohren und fünf 12,7-Zentimeter-Geschützen bei 252 Mann Besatzung. Die heutige Größenentwicklung der Zerstörer aller Marinen weist diese weniger auf Massenangriffe als auf Eigenunternehmungen hin. Mit Torpedos armierte Motor-Schnellboote mit sehr hoher Geschwindigkeit kommen daher immer mehr für die Uebernahme von Massenangriffen, wie man sie schon vor fünfzig Jahren plante, in Frage. Ein französisches Schnellboot soll bereits eine Geschwindigkeit von 55 Seemeilen gleich rund 102 Kilometer in der Stunde erreichen. Es kann nicht Aufgabe dieses Erinnerungsartikels sein, die einzelnen Kriegstaten unserer Torpedoboote aufzuführen. Nur der gefallenen Kameraden fei gedacht, die auf den 111 Torpedobooten, die während des Weltkrieges mit wehender Flagge vor dem Feind sanken, ihr Leben für das Vaterland ließen! — Ob kleines Schnellboot, Torpedoboot oder Zerstörer, gleich bleiben wird auf allen diesen Fahrzeugen der alte schneidige und vorwärts stürmende Torpedobootsgeist. Vor etwa dreißig Jahren gab der englische Zerstörer-Kommandant Mark Kerr diesem in einem prächtigen Gedicht „Der Zerstörer" Ausdruck. Sein Anfang lautet in Übersetzung von Kapitänleutnant v. Einem gen. v. Rothmaler: „Aufgehorcht, ihr Pflastertreter, Helden des Parketts bleibt stehn. Habt ihr je, am Strande schlendernd, ein Torpedoboot gesehn? — Seefahrt ist euch ein Geheimnis, Seekost gab euch niemals Kraft, Und doch ist für's Reich die Flotte, wie für einen Baum der Saft. Hört, ihr superklugen Leute, horcht vom grünen Tische her, Wagt zur See euch in Zerstörern, aber kritisiert nicht mehr! Fühlt euch erst einmal im Sturme oder sternenloser Nacht, Wenn ein Boot im Nebelschleier fünfundzwanzig Meilen macht! Frohe Hatz auf Pferdesrücken, tollste Motorwagen- fuhrt, Milde Milch ist das, verglichen mit Zerstörer- Wesensart! Oie Unruhen in Französisch-Tlordafrika. 23on Or. Paul Rohrbach In Marrakesch hat der französische Generalresident, General Nogues, eine beunruhigende Erfahrung gemacht. Die Pariser Presse sucht sie nach Möglichkeit zu verharmlosen. So spricht z. B. der Temps nur von einigen Hundert Demonstranten; die gewöhnlichen Polizeikräfte hätten ausgereicht, sie zur Ruhe zu bringen, und die einheimische mohammedanische Geistlichkeit habe dem Generalresidenten aus freien Stücken die Genugtuung gegeben, ihn namentlich in das Moscheegebet einzuschließen. Nach dem Bericht der Times aus Marrakesch dagegen haben sich 30 000 Menschen auf die Straße geworfen, durch die der Generalresident mit Begleitung seinen Weg nehmen wollte, und der Zug habe, anstatt mitten durch den Bazar, durch andere Straßen geleitet werden müssen. Marrakesch oder Marokko ist, neben Fes, d i e Haupt st a d t des französischen Protektorats, in dem der Sultan und die einheimische Regierung, der sogenannte Maghzen, nur noch eine Scheingewalt innehaben. Die Stadt liegt in einer Oase, die einen einzigen, großen, die Lehmmauern der alten Befestigung rings umgebenden Dattelpalmenwald von 200 000 Bäumen trägt. Die Franzosen haben von dem Hafenort Casablanca eine Eisenbahn dorthin gebaut und, außerhalb der Mauern, eine moderne Europäer st adt anbei Katarrh OLBAS, gelegt, wo auch der Generalresident wohnt. Die eingeborene Bevölkerung wird auf 150000 Menschen geschätzt. Die Unruhen, nicht nur in Marrakesch, sondern auch an vieley anderen Plätzen, begannen schon Anfang Septembeo. Es ka/n zu Verhaftungen, zum Eingreifen der Truppen, und es gab Tote und Verwundete. Der Vorfall in Marrakesch, der sich als Protest wegen der Strafmaßnahmen direkt gegen den betont feierlichen Umzug des Generalresidenten richtete, geschah am Freitag, dem 24. September, also a m muhammedanischen Wochen- Feiertag. Es blieb nicht nur bei dem passiven Widerstand der Menge, sondern es wurden auch Steine gegen französische Verwaltungsgebäude und gegen die Polizeistationen geschleudert. Daraufhin ist der Kongreß der nordafrikanischen Studenten in Rabat, dessen Eröffnung eben bevorstand, verboten worden. Der Unruhezustand, über den schon seit längerer Zeit Einzelnachrichten nach Eüropa gelangen, beschränkt sich nicht auf Marokko. Er ist einesteils eine Folge der allmählich auch nach Französisch-Nordafrika vordringenden national-arabischen Bewegung, hat aber auch bestimmte wirtschaftliche Gründe. Namentlich die jüngere Generation unter den Einheimischen — daher der geplante Studentenkongreß — fühlt sich geistig verbunden'mit den Vorgängen in Aegypten, Palästina und Syrien, wo das Arabertum eine wachsende geistige und politische Kraft entfaltet. Daß Aegypten von den Engländern als souveräner Staat anerkannt worden ist, und daß die Syrier Frankreich dazu genötigt haben, auf die Mandatsherrschaft formell zu verzichten und die Eigenstaatlichkeit der beiden syrischen Republiken anzuerkennen, wirkt auch auf das Selbstgefühl der Araber und arabisier- ten Berbern in Marokko. Die französische Dolksfrontregierung, in der die radikale Linke eine große Rolle spielt^ trat auch in freundschaftliche Beziehungen zu den arabischen Nationalisten in Nordafrika. Verschiedene Linksdeputierte kamen nach Marokko, freundeten sich mit der nationalistischen „Union Marooaine" an, und sogar aktive Volksfrontminister gaben ihr durch liebenswürdige Unterhaltungen ein erhöhtes Prestige. Die französische Verwaltung des Protektorats, die großenteils von Militärs geführt wird, sah das von Anfang an mit Mißbehagen; jetzt sind auch die Dolksfrontleute über die Ereignisse bestürzt und haben den Staatsminister S a r r a u t mit besonderen Vollmachten nach, Nordafrika entsandt, um dort die Wogen zu glätten. Deutlicher noch als in Marokko sind die Zusammenhänge in T u n i s. Hier sind die Franzosen schon seit 1881 die Herren, seit 1884 hoben sind den Bey auf bloße Ehrenrechte und ein Jahrgeld beschränkt. Früher hatten die Einheimischen bei einer patriarchalischen, aber auskömmlichen Wirtschaftsweise ihren Unterhalt von der eigenen Scholle. Die Franzosen führten eine neue, durchgreifende Steuer- Verfassung ein, um die modernisierte Verwaltung mit vielen europäischen Kräften, dazu Straßenbau, Hygiene usw. bezahlen zu können. Außerdem wurden Schulen für die einheimische Jugend höheren Standes gegründet, mit dem in allen französischen Kolonien verfolgten Zweck, die Bevölkerung von oben herab zu französieren. Um die Steuern und Abgoben aufzubringen, wurde eine starke Exportproduktion, besonders in Weizen und Del, aufgebaut. Mit dem Hereinbrechen der Weltwirtschaftskrise erlebten diese Erzeugnisse aber einen so starken Preisfall, daß die Kulturen nicht mehr lohnten. Diele Bauern gaben sie überhaupt auf, suchten, meist vergeblich, Arbeit in der Stadt, und so entstand ein bis dahin in Tunesien kaum bekanntes städtisches Proletari at. Die Versorgung verknappte sich zusehens, die Lebensmittelpreise stiegen und gleichzeitig gingen die Erwerbsmöglichkeiten zurück. Was die Engländer in Indien mit der Menge junger europäisch gebildeter Inder erlebt haben, die sich alle für berechtigt halten, eine auskömmlich bezahlte Stellung angewiesen zu bekommen, aber nur zum kleinsten Teil untergebracht werden können, das erleben jetzt die Franzosen in Tunis. Die stellungslosen, gewandt französisch sprechenden, aber scharf nationalistisch gesinnten jungen Eingeborenen füllen nicht nur die Reihen der Unzufriedenen, sondern sind auch ihre geborenen Führer. Eine besondere Note hat die nationale sti-sche Bewegung in Algier noch durch die eingeborene Feindschaft gegen die dortigen Juden. Nach dem Sturz des französischen Kaisertums 1870 gewährte der damalige Justizminister Crömieux, ein Jude, allen seinen Stammesgenossen in Algier das französische Bürgerrecht, das den Arabern, mit wenigen Ausnahmen, bis heute versagt ist. Die algerischen Juden bemächtigten sich des ganzen Getreidehandels und sind daher besonders bet den Bauern verhaßt. Dazu kommt jetzt die Einwirkung des jüdisch-arabischen Konfliktes i n P a l ä sti n a , der auch in Nordafrika die Geister erregt. Um sie zu beruhigen, wären vor allem wirtschaftliche Erleichterungen nötig, aber solche kosten nicht nur eine gründliche Einsicht in die Zusammenhänge, sondern auch — viel Geld! Reise an die japanische Front. Tr.-Sonderberichterstaiier. Von unserem H. IV. Die Aacht auf dem Kang. (Nachdruck verboten!) Tientsin, Ende September 1937. . (Durch Luftpost.) Schon in ruhigen Friedenszeiten macht eine chinesische Provinzstadt einen trostlosen Eindruck — unheimlich und gespenstisch aber wirken diese toten, von allen Menschen verlassenen Ortschaften zur Kriegszeit. Der Mond war bereits heraufgekommen und tauchte die unendlich langen, engen, gewundenen Gaffen in grünliches Bühnenlicht — wenn jetzt irgendein Geist oder Gespenst aus der chinesischen Sage plötzlich aufgetaucht wäre, hätten wir das ganz in Ordnung gefunden. Endlich kamen wir auf irgendeine Hauptstraße, in der an ein Vorwärtskommen kaum zu denken war. Feld- artiüerie hatte hier Ortsbiwak bezogen: die Geschütze füllten die eine Straßenhälfte aus, auf der anderen waren Bambusmatten am Boden ausgebreitet, auf denen die Kanoniere schliefen, und was sonst noch frei war, war von auskeilenden Gäulen „besetzt", die sich des Milliardenheeres der Stechmücken und Moskitos zu erwehren versuchten. Gewitterwolken waren mittlerweile heraufgezogen, der Mond war hinter einer Wetterwand verschwunden und bald war es so dunkel, daß wir kaum die Hand vor den Augen sehen konnten. In zwölf Sprachen ertönten Verzweiflungsrufe an jeder Straßenecke, aber unbeirrt marschierte der kleine stramme Trainrittmeister geradeaus und leuchtete mal hier und da mit seiner Taschenlampe die Wände ab. Ab und zu erschienen dann im Lichtkegel an den Wänden befestigte weiße Papierzettel mit einem Pfeil, schwarzen unleserlichen japanischen Schriftzeichen und darunter in lateinischen Zeichen „350 m" — „200 m" und so---aha! sagte sich der „alte Krieger", das sind die Wegweiser, die zum D i v i si o n s st a b s q u a r ti e r führen, und im Geist tat sich vor seinen Augen ein solches aus dem großen Kriege wohlbekanntes „Quartier" auf: kleines Schlößchen mit einem liebenswürdigen „Divisionär"---„Nein, wie ich mich freue, daß die Herren mich besuchen gekommen sind... Sie bleiben selbstverständlich zum Essen"... „trie Betten sind bereits gebaut"... „wenn die Herren baden wollen" ... „ein paar Pullen habe ich bereits kaltstellen lassen" ... gemütliches Beisammensein ... ach! Dieser Traum von einem fernwestlichen Divisions-Stabsquartier war auf diesem fernöstlichen Boden nur allzurasch ausgeträumt. In einer Mauer tat sich ganz unmittelbar ein enges Tor auf, viele Telephonleitungen führten hinein und ein Posten bestätigte, daß hier der Kommandeur der X. Infanterie-Division fein Hauptquartier aufgeschlagen hätte. Na! Gott sei's getrommelt und gepfiffen — sieht zwar nicht aus wie eine Generals-Bleibe, aber immerhin... anitzo hat alle Not ihr Ende! Rittmeister Satoh stellte feinen Musterkoffer ab, wir desgleichen, mit dem Taschentuch staubte er seine Uniform ab, faßte sein Samurai-Schwert vorschriftsmäßig an und marschierte zur Anmeldung der Presse würdevoll durchs dunkle Tor in die Höhle des Löwen hinein. — Es vergingen 10 Minuten — 20 Minuten — eine halbe Stunde... Rittmeister Satoh blieb verschwunden. Vom Warten wurden uns die Beine allmählich so steif, daß ich mich kurzentschlofsen auf die Deichsel eines Feldgeschützes setzte. Eine Sekunde später stand ein japanischer Soldat mit großer Brille neben mir, behauptete in gebrochenem Englisch, das sei eine „kaiserlich japanische Kanone", auf der ein „for- eigner“ nichts zu suchen habe. Na schön... stehen wir also weiter — einmal mußte Rittmeister Satoh ja doch wieder rauskommen. Und richtig, wenige Augenblicke später erschien er und stieß einen tiefen, sehr tiefen Seufzer aus. Uns ahnte nichts Gutes, und nach einer längeren Kunstpause erklärte uns der kleine Rittmeister in aller Gemütsruhe, er wäre bei Exzellenz gewesen und hätte uns an gemeldet. Exzellenz hätten aber gejagt, sie hätten heute schon so viele japanische Journalisten, Photo- und Kameramänner gesehen, daß er — vulgär ausgedrückt — „bie Nase von dem Zeugs voll hätte und wir sollten nun man sehen, w o wirblieben!" „Uff!" Wir waren so platt, daß wir uns beinahe alle hingesetzt hätten, wenn eben auf der Erde überhaupt ein Plätzchen zum Sitzen frei gewesen wäre. Aber Gott! Schließlich, verstehen konnte man es! Ein General hat sicherlich Dringenderes zu tun, als zu beinahe nachtschlafener Stunde ein Schock fremder Journalisten zu empfangen und ihnen die „Zwecke und Ziele der Kaiserlich Japanischen Armee in Nordchina" zu erklären. Die kannten wir übrigens genau so gut wie der General... viel interessanter war jetzt die Frage: „Wo sollen wir ,p e n n e n‘ und wo sollen wir essen?" — Diese Frage konnte leider Rittmeister Satoh auch nicht beantworten, dafür packte er fein Samuraischwert fester, ergriff seinen Musterkoffer, sagte: „Mir nach, Kameraden!" und stiefelte in die nachtschwarze Finsternis hinein. Wir in einer langen Kette hinter ihm her, alle Augenblicke trat man auf einen fluchend auffahrenden Soldaten, rannte gegen einen Gaul an, stolperte über irgendeine Kiste, trat in etwas Weiches hinein, bis wir schließlich in eine leere, ganz enge Seitengasse einbogen, in der mir nun systematisch „Quartier" suchten. Nun muß man chinesische Häuser kennen, jedes Haus ist ein ganzer Komplex von Einzelhäusern, die alle mit einer gemeinsamen Mauer umzogen sind. In dem einen haust meinetwegen Großvater und Großmutter, im andern Vater und Mutter, im dritten der vielleicht oder meist schon verheiratete Enkel, dazwischen Wirtschaftsgebäude, Stallungen und andere Gebäude, jedes Haus ist eine kleine Siedlung, alldieweilen ein chinesisches Sprichwort sagt: „Gute Familien trennen sich nicht" und wenn jogar fünf Generationen „unter einem Dache wohnen", hatte in den kaiserlichen Zeiten eine solche Musterfamilie sogar Anspruch auf einen öffentlichen Ehrenbogen. Das klingt alles gewiß sehr jchön und romantisch — für die Quartiersuche ist diese chinesische Wohnsitte — namentlich bei stockdunkler Nacht — aber nicht sehr praktisch. Wir stolperten also durch das erste offene Tor in einer Lehmmauer hindurch, tarnen in einen großen Hof, tasteten uns weiter und fanden auch tatsächlich ein offenstehendes Wohnhaus. Drei Räume zur flachen Erde. In der Mitte das übliche Ahnenzimmer mit Altar, Räucherkerzen und anderen Kultdingen, rechts und links zwei Wvhnräume, jedes vielleicht drei mal drei Meter groß. Einrichtung: an der Fensterfeite — das Fenster war aus Oelpapier, eine Art durchscheinendes Pergament und in tausend Fetzen geriffen — der unvermeidliche „K a n g" alias „Bett", aus Lehm gebaut, „fest gemauert in der Erden", der Rest des Raumes war mit allerlei Ackergeräten, Körben, Kisten und Säcken an gefüllt, die Wände waren mit alten amerikanischen Zeitungen beklebt, deren eine mit großen Schlagzeilen verkündete, daß die „Prosperität" in der Welt begonnen habe. Nach beginnender Prosperität sah es in diesem Loch gerade nicht aus, Rittmeister Satoh leuchtete den „Kang" ab, auf dem gerade zwei Personen der Länge nach nebeneinander Platz hatten. Nun liegt aber der Chinese quer auf dem Kang, d. h. mit dem Kopf am Fenster und den Beinen im Raum, Rittmeister Satoh stellte also eine kurze mathematische Berechnung an und erklärte mit einer jeden Widerspruch ausschließenden Bestimmtheit: „Hier schlafen sechse!" — Diese „sechs" zählte er auch gleich ab, Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Niebelschüh. Wir haben in diesen Glossen schon einmal auf die zunehmende seelische Ausleerung des modernen Menschen hingewiesen und als ihre wahre Ursache den durch den überspitzten Intellektualismus und Individualismus hervorgerufenen Mangel an echter religiöser Ausrichtung bezeichnet. In der Zeitschrift „Die christliche Welt" finden wir jetzt unsere Meinung voll bestätigt, und was dort zu der Frage gesagt wird, ist um so wertvoller, als der Verfasser des Aufsatzes „Heutige Mediziner über den Heil- wert der Religion" ein ausgesprochener Fachgelehrter, nämlich der Leiter der Heidelberger Nervenklinik ist, also doch wohl gegen den Verdacht geschützt ist, seine Beobachtungen an Neurotikern anders als objektiv zu erklären. Unser Gewährsmann sieht in solchen Patienten, die er sehr zutreffend als „s ch i ck s a l s k r a n k" bezeichnet, innerlich zerrissene Menschen, deren wahres Leiden das Resultat der Lostrennung von den gottgewollten Bindungen ist und die darum auch nicht durch äußere Mittel zu heilen sind. Es handele sich um ein verpfuschtes Seelenleben, und darum müsse es die Aufgabe des ärztlichen „Seelenführers" sein, den Kranken wieder mit dem Urgrund alles Seins in Verbindung zu bringen, mit der ewigen Weisheit und Liebe, die hoch hinter allem waltet. Auf die Psychoanalyse müsse als notwendig die Psychosynthese folgen. Das sind Worte, die noch vor zehn Jahren im Munde eines Arztes kaum zu hören waren, jedenfalls nicht beachtet worden wären. Heute werden sie gewiß nicht ohne Wirkung verhallen, einfach weil die Folgen der Emanzipation von den übersinnlichen Quellen unseres Daseins gar zu deutlich sind, als daß sie übersehen oder ignoriert werden könnten. Mit dieser Erkenntnis ändert sich aber auch die Stellung des Arztes zum Kranken ganz grundlegend. Das Spezialistentum in Ehren, aber es muß, besonders wo es sich um psychische Erkrankungen handelt, erweitert werden durch etwas anderes, was nicht theoretisch erlernt werden kann, sondern was Gnade ist und nicht fehlen darf, wenn der „Mediziner" zu einem Helfer und Heiler werden soll. Der Artikelschreiber nennt es „das Genie der Liebe jedes wahren Menschenfreundes, der sich selbst eine klare Stellung zu den tiefsten religiösen Fragen errungen hat". * Paris meldet den Tod eines gewissen Pierre Lutec, der als der berühmteste „Gedächtniskünstler" seiner Zeit galt. Er soll über ein wahres Wundergehirn verfügt haben, in dem außer unzähligen anderen Dingen 10 000 Geschichtsdaten aufgestapelt waren, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Allerdings ist nicht recht einzusehen, worin der praktische Wert eines solchen Monstregedächtnisses bestehen soll, denn schließlich kommt es ja weniger daraus an, was alles in den Kopf hineingeht, als was aus ihm heraustritt. Anders ausgedrückt: allein entscheidend ist die Qualität der Gedanken, nicht die Quantität der (Erinnerungen, besonders wenn es sich, wie hier, offensichtlich um eine Anhäufung von Material handelt, von der man sogar annehmen sollte, daß sie dem Besitzer, der nicht zugleich ein vorzüglicher Dirigent ist, einmal gefährlich werden müßte. So geschah es denn auch wirklich, denn nach Pierre Lutecs Tode stellte es sich heraus, daß der berühmte Gedächtniskünstler an einer bedenklichen Gedächtnisschwäche gelitten haben muß. Er hatte nämlich — wie es heißt „aus reiner Vergeßlichkeit" — sein Gehirn an 75 anatomische Institute verkauft, die nun alle mit demselben Recht Anspruch auf die 10 000 Geschichtsdaten erheben. Paris darf sich also auf einen interessanten Prozeß gefaßt machen. * Welche Gefühle ein Kuß auslöst, ist von beji lyrischen Dichtern aller Zeiten und Völker oft geschildert worden, wenn auch nie so, daß man sich ohne eigene praktische Erfahrung eine zutreffende Vorstellung davon machen könnte. Manche behaupten ja, das Küssen sei unmoralisch. Ein deutsches Amtsgericht, das die Frage kürzlich zu entscheiden hatte, war anderer Ansicht. Eine alte Dame hatte unter Zuhilfenahme eines Fernglases mehrmals ein Liebespaar bei heftigstem Kußaustausch ertappt und Anzeige wegen Erregung öffentlichen Aerger- niffes erstattet. Das Gericht kam zu einem Freispruch. Nicht der Kuß, sondern das Fernglas jei unmoralisch. O weiser und gerechter Richter! Hier sind also von zuständiger Stelle die psychologischen Wirkungen des Kusses sehr positiv gewertet worden. Was dagegen bis jetzt noch nicht untersucht worden ist, ist der chemische Vorgang des Kußprozesses. Einem amerikanischen Professor an der Hochschule von Cincinnati war es vorbehalten, das so lange sträflicherweise Versäumte nachzuholen. Man muß in der Tat wohl Amerikaner fein, um das Wagnis zu unternehmen, das holde Petschaft der Liebe seines Geheimnisses zu entkleiden und seine irdischen Substanzen unter das Mikroskop zu legen. Unser Professor hat also 100 Gramm der „Abfallprodukte" eines normalen Kusses auf ihre chemische Zusammensetzung hin unter» jucht und dabei feststellen können, daß sie sich folgendermaßen zusammensetzen: 61 Gramm Wasser, 0.7 Gramm Eiweiß und Globulin, 150 Gramm Elastin, 3,2 Gramm Kollagen, 0,032 Gramm Phosphate, 0,7 Gramm Fette. 0,45 Gramm Kochsalze, 0,64 Gramm Chlorkalium, 0.01 Gramm Kalk und noch geringe Menaen von Magnesiumoxyd, Aluminiumoxyd und Schwefel. Unsere Liebespaare werden also gut daran tun, in Zukunft die physischen und quartierte ebensoviel im anderen Zimmer auf den genau so großen „Kang" ein, mit dem Rest der Pressemänner zog er ab, nicht ohne uns noch eine ernste Warnung erteilt zu haben: „Keiner darf jetzt mehr auf die Straße gehen! Denn Sie können nicht japanisch, wissen also nicht, was ,Halt! Wer ba?‘ bedeutet und müssen riskieren, daß Sie von jedem Posten kurzerhand über den Haufen geschossen werden. Denn die Feldinstruktionen der Kaijerlich Japanischen Armee sind sehr streng..." Nun... auf die Straße zu laufen, danach hatten wir durchaus kein Verlangen, wir waren froh, endlich nach vielen, vielen Stunden eine Sitzgelegenheit gefunden zu haben, auch wenn diese Sitzgelegenheit mehr als eng war. Backe an Backe saßen wir wie die Schwalben auf dem Telephondraht oder wie die alten Landser auf der Latrine, auf dem hartey Kang und überdachten schweigend unser Los. Lange dauerte das aber nicht, denn auf dem Kang wurde es lebendig: der Staub lag vielleicht einen Finger dick und aus diesem Staub hüpften die Flöhe heraus und uns in die Klei-' der. Sie bissen wie Wanzen, so daß die Stiche der Moskitos, die in Hellen Haufen durch das zerlöcherte Papierfenster hereinaeschwärmt kamen, beinahe wie eine Wohltat empfunden wurden. Was hatte Rittmeister Satoh doch gleich gesagt: „Keiner darf das Zimmer verlassen, weil er sonst Gefahr läuft, draußen aus Versehen erschossen zu werden"... Also diese Nacht auf dem Kang in Maschang gönne ich meinem ärgsten Gegner nicht. An Schlaf war nicht zu denken. Wasser und Essen wurden durch stramme Haltung ersetzt... zum Glück hatte einer Spielkarten und Wachskerzen mitgebracht, bei Poker und Whisky-pure verging die Zeit einigermaßen erträglich, und erst als der Morgen zu grauen begann, legten wir uns alle sechs — Löffel rechtsrum — zum Pennen etwas nieder. Denn von „Schlafen" konnte in diesem Milieu keine Rede fein. Irgendeiner am andern Morgen packte mich am Bein. Rittmeister Satoh stand vor mir und sagte auf japanisch irgend etwas Unverständliches, was sich am besten wohl mit „Aufstehen! Kaffeeholen!" übersetzen läßt. Aber Kaffeeholen fiel natürlich aus, ebenjo Tee, denn kein Teufel kümmerte sich um uns. Außerdem — und das war die nächste lieber« raschung: draußen goß es in Strömen, ein Wolkenbruch ging nieder, von dessen Wucht man sich daheim keine Vorstellung machen kann. „Nun, Käpten, wie ist die Kriegslage? Wo gehts jetzt hin? Wo werden wir frühstücken?" — „Not frühstücken ... wie möst go!" — „Was? Schon wieder laufen? ... Wohin denn?" — „Nach Hause... nach Tientsin!" — „Großer Gott! Doch nicht estva den ganzen Weg? Wo bleibt denn nun bie Front? Wir wollten uns doch die Front ansehen! Den Krieg sehen! Deswegen haben wir doch die ganze lange Reise gemacht... und nun wieder nach Hause???" — Rittmeister Satoh zog nach japanischer <5itte schlürfend die Luft ein, jagte: „I am very sorry“, was sämtliche Grade der japanischen Traurigkeit, angefangen vom leisen Bedauern bis zur wildesten Verzweiflung ausdrückt und wiederholte traurig feinen Standardsatz: „Wi möst go!... Wir müssen gehen!" — Na schön, gehen wir! Oer Betriebsarzt. NSG. Nach den Richtlinien des Amtes für Volksgesundheit der DAF. soll in allen Großbetrieben im Laufe der nächsten Jahre ein B e - triebsarzt hauptamtlich tätig fein. Für die kleineren Betriebe wird die betriebsärztliche Versorgung vom Amt für Volksgesundheit geregelt. Der Betriebsarzt soll in allen Fragen der Arbeit und der Lebensführung ein Berater fein. In feiner fachlichen Tätigkeit ist der Bettiebsarzt an die Weisungen des Amtes für Volksgesundheit gebunden. Praxisausübung ist den Hauptamtlicken Betriebsärzten nicht erlaubt, ebenso ist selbständige ärztliche Krankenhausbehandlung der Gefolgschaftmitglieder übtfr den Rahmen der ersten Hilfe hinaus verboten. Die Aufgaben des Betriebsarztes sind sehr umfangreich. Er soll den Betriebsführer und die Ge- folgschaftsmitglieder beraten, die Lehrlinge ärztlich überwachen, besondere Untersuchungen der Jungarbeiter durch führen, Neueingestellte begutachten und die gesamte Belegschaft ständig gesundheitlich überwachen. Alle Untersuchungen erfolgen an Hand der Gesundheitspässe in enger Verbindung mitdemHausarzt. Der Betriebsarzt hat weiter die Aufgabe der gesundheitlichen Ueberwachung der Werkscharen, der ärztlichen Beaufsichttgung des Betriebssports, der Beratung beim Einsatz von Hilfsmitteln der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der NSV., der ständigen lieber» wachung der Ernährung, besonders in den Kantinen, ferner der Pausengestaltung, die gesundheitliche Ueberwachung der Werksiedlungen und der Wohn- verhältnisje, der Klärung der Unfallverhütung usw. Auch die Vorbereitung und Durchführung vom Hausarzt verordneter Behandlungsmahnahmen im Betrieb ist seine Aufgabe. Restbestände ihres Vergnügens der zuständigen Sammelstelle „Kampf dem Verderb" abzuliefern. * In einer Zeitung von Perpignan findet sich upter den „offenen Stellen" folgendes, nicht eben alltägliches Inserat: „Tüchtiger Eremit gesucht. Gefordert: Bewirtschaftung des Pilgerunterkunfthauses Galamus, regelmäßiges Glockenläuten, rechtschaffener, frommer Lebenswandel. Geboten wird: Vegetarische, aber gute Verpflegung, Anteil am Fischwasjer im Fluß Agly (ausgezeichnete Forellen), Kleidung und Wohnung, ferner Lieferung von Brennholz im Winter. Das Recht, Gaben von Pilgern entgegenzunehmen, jedoch nicht Bedingung. Angebote mit Lebenslauf und Lichtbild an das Büro de bienfaifance, Saint - Paul - de - Fenoillet, Pyrenses-Orientales, Frankreich." — Dieses Stellenangebot, das ein merkwürdiges Schlaglicht auf ein zwar immer vorhanden gewesenes, aber wohl nie so ungescheut an den Tag getretenes G e - schäftschristentum wirst, hat eine interessante Vorgeschichte. Die Eremitage von Galamus ist nämlich im Besitz einer Glocke, die sich als bewährtes Heiratsorakel großer Beliebtheit erfreute: die Zahl der Klöppelschwingungen nach Beendigung des Geläuts zeigt die Zahl der Jahre an, die vergehen, bis sich für das fragende Mädchen ein Freier findet. Man kann sich eine Vorstellung von dem Umfang des Fremden- und Pilgerverkehrs von Galamus machen, solange ein Eremit da war, der die Glocke läutete, denn von selber läutet sogar eine „Wunderglocke" nicht. Zwei Jahre war nun der Glöcknerposten unbesetzt, was natürlich für das benachbarte Saint-Paul-de-Fenoillet eine schwere wirtschaftliche Schädigung zur Folge hatte. Hoffen wir also, daß sich in Bälde wieder jemand findet, d-er ein frommes und rechtschaffenes Leben mit der verzeihlichen Leidenschaft für die in Aussicht gestellten Forellen harmonisch zu verbinden weiß! Geschichten aus aller Wett. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kampf mit Krokodilen. (sk) Sydney. Ein Lastwagen-Chauffeur, Con Ahearn, wurde am Cambridge Golf bei Wyndham von einem sechs Meter langen Krokodil angegriffen, als er im Meer badete. Er konnte sich nur mit Mühe retten und erzählte, am Ufer angelangt, er habe nie geglaubt, daß Krokodile auch Weiße angreifen würden. — Am King River in West-Australien hatte ein Eingeborener namens Charlie unter Wasser einen Kampf mit einem fast zwei Meter langen Krokodil, bei dem er Sieger blieb. Charlie war auf der Suche nach einem jungen Krokodil, das für die Eingeborenen einen erlesenen Braten bildet. Er glaubte, im Fluß solch ein junges Tier von etwa 90 Zentimeter Länge zu sehen und sprang ins Wasser, um es zu fangen. Zu seinem größten Entsetzen mußte er jedoch seststellen, daß er ein halb ausgewachsenes Krokodil zum Zweikampf herausgefordert hatte. Aber er nahm den Kampf auf und rang mit der Bestie. Und nach zehn Minuten gelang es ihm, das zornige Tier auf das Ufer des Flusses zu werfen, wo es wild um sich schlug. Charlie band mit einem Rindens eil die Kiefern des Ungeheuers zusammen und ebenso die Hinterfüße an den Schwanz. Dann schleppte er mit seinen böse zugerichteten Händen das besiegte Krokodil zur Station, wo es von zwei Weißen getötet und nbgehäutet wurde. Hätte er nur damals verkauft. (th) Neuyork. in Europa das Leben zu schenken. Also, wen es gelüstet, ein exotisches Haustier zu halten, der könnte sich zu einem Flußpferd entschließen, wenn es seine Räume gestatten. Das Wagenmuseum von Florenz. (ha) Florenz. In einem Flügel des Pitti-Palastes hat man ein eigenartiges Museum eingerichtet — Wagen, nur Wagen sieht man hier. Von der Karossen der Herzoge und Könige von Neapel bis zu den Kaleschen, mit denen einst Fürstlichkeiten durch Italien reisten, ist alles an Warenkuriosa vereinigt, was man auftreiben konnte. Zum Schluß freilich kommt der Uebergang vom Achtspänner zum 20-?8-Wagen ein wenig überstürzt. Aber so war die Zeit nun einmal, als sie es plötzlich eiliger hatte. Sie itzt sich rund um die Welt. (hn) Amsterdam. Heute ist Anna Härtens in Amsterdam, morgen vermutlich in Brüssel. Später kommt sie nach München oder Wien. Denn sie ist auf einer Europarundreise, um sich rund herum zu essen — nicht etwa dick und rund, sondern wissenschaftlich und untersuchend. Sie fiel einigen amerikanischen Hoteliers und Gasthausbesitzern durch ihre empfindsame Zunge aus. Was ihr schmeckt, das schmeckt auch anderen. Nun hat man sie mit der Aufgabe betraut, überall in der Welt nach bestimmten Speisen, nach Gerichten zu suchen, die jedem schmecken, die aber bis heute dem Amerikaner noch unbekannt sind. Sie verlangt Überall ausdrücklich Nationalgerichte. Sie will in den dafür bekannten Gegenden nichts anderes als Knödel. In anderen Gegenden dagegen gewisse Wurstarten. Sie will italienische Soßen und in England Plump udding essen. Sie lebt also wörtlich vom Essen. Als nette und schlanke Dame trat sie ihre Reise an, von der sie in jeder Woche ihren Auftraggebern Rezepte einsenden muß. Aber inzwischen ist ihre schlanke Linie längst verloren gegangen. Sie ist dick und rund geworden. Was ja eigentlich niemanden wundern kann. Die verpönten Losnummern. (sk) Paris. Wenn die eine französische Staatslotterie zu Ende ist, beginnt man sofort mit dem Verkauf der Lose für die nächste Ziehung. Unter den Losverkäufern hat man nun eine Umfrage veranstaltet, um zu erfahren, welche Lose von dem Publikum bevorzugt und welche Lose abgele'hnt werden. Es stellte sich heraus, daß eine ganze Reihe der berühmten Lotterie-Lose vollkommen uriverkäuflich sind und bleiben, diejenigen Lose nämlich, die z. B. die Nummern 5 555 555 ober 1 888 888 ober 1131131 aus- weisen. Aus einem seltsamen Aberglauben vermutet man nämlich, daß ein Los mit gleichen Zahlen geringere Gewinnaussichten als ein Los mit gemischten Zahlen hat. Vergeblich weisen bie Mathematiker der französischen Staatslotterie darauf hin, daß die Gewinnaussichten für jedes Los gleich groß sind und bleiben, ob nun die Ziffer auf dem Los 1111111 ober etwa 7 418 962 lautet. Unb boch bleibt nach wie vor 1111111 unverkäuflich. Sogar bie Zahl 0123 456 wird mit einem Achselzucken zurückgewiesen. Nach französischer Auffassung muß eine Glücksnummer stark gemischt sein. In der 42. Straße, 119 West, in Neuyork, lag bis vor einigen Tagen ein sehr berühmtes Gasthaus, das unter dem Namen Drakes Restaurant in Amerika geradezu historisch war. Lange Jahre hindurch hielt dieses Gasthaus 24 Stunden offen. Es ging bort zu, wie in einem Bienenhaus. Der Besitzer hieß William Ritcher. Der Laden war eine Goldgrube, für die man Ritcher im Jahre 1925 bie runde Summe von einer Million Dollar bot. Aber er lehnte ab unb betonte, daß er noch ein wenig den Rahm von diesem Geschäft abschöpfen wolle, ehe er verkaufe. Vor einigen Tagen hat man das Geschäft nun für den Preis von 7500 Dollar versteigert. Für 250 Dollar sicherte sich Ritcher noch schnell das Recht auf den Namen. Wenn man bedenkt, daß dieses Restaurant eines der größten von Neuyork war, muß einen solch ein Abstieg verwundern. Denn noch in den ersten Tagen des Monats August konnte man bei Drake essen. Aber dann traten am 7. August hundertsünfzig Angestellte in den Streik, um einen höheren Lohn durchzusetzen. Ritcher bot eine Erhöhung um 10 v. H. an. Sie wurde abgelehnt. Ritcher machte also den. Laden zu und schickte das, was er an Lebensrnitteln noch zur Hand hatte, an eine Wohltätigkeits-Station. An den verschiedenen Eingängen hingen große Schilder: „Vorüber- gehend geschlossen. Wiedereröffnung in den nächsten Tagen!" — Aber Ritcher war so verärgert und außerdem war fein Betrieb so scharf auskalkuliert, daß eine längere Schließung schon wegen der Bodenpreise und Ladenmieten unmöglich war. Ritcher dementierte also seine eigenen Aushängeschilder, indem er Konkurs anmeldete und sein Haus versteigern ließ. Drakes Restaurant ist tot. Neuyork aber ist um 150 Arbeitslose reicher geworden. Und die Gäste, die es eilig haben, nimmt ein anderes Gasthaus ein paar Häuser weiter auf. Längst ist man zur Tagesordnung übergegangen. Drake ist vergessen. Das ist Neuyork. Napoleons Pfeife zieht nicht... (—) London. Aus die jüngste Sotheby-Dersteigerung hatten viele Verkäufer große Hoffnungen gesetzt. Hier sojlten sich die Preise wieder einmal stabilisieren. Es kam anders. Ein paar zeitgenössische Briefe, die sich sehr häßlich über Katharina von Medici aussprachen, erzielten 55 Pfund Sterling. Aber sonst gab es nur Enttäuschungen: So wurde z. B. eine Original« pfeife Napoleons — eine Pfeife mit dem großen N., die er garantiert selbst rauchte —, mit einem Pfund Sterling bezahlt. Warum gibt es das noch nicht? (—) Liverpool. Ein praktischer und nachdenklicher Engländer hat der Oeffentlichkeit folgende Anregungen unterbreitet mit der Frage, weshalb es das eigentlich noch nicht gebe: Unterkleidung für den Sommer aus Papier, die man nach dem Tragen wegwerfen kann. — Schubladen an den Tischen, damit die Damen dort ihre Handtaschen und Handschuhe ablegen können. Badewannen mit geriffeltem Boden, damit ältere Personen nicht mehr ausrutschen können. — Doppelseitige Gemälde, damit man die Bilder umdrehen kann, wenn man sich an der einen Seite satt gesehen hat. — Schildchen an allen in Gärtnereien verkauften Blumen oder Blumentöpfen mit den Alltagsnamen und den wissenschaftlichen Namen, um die Blumenwissenschaft ein wenig alltäglicher zu machen. Diese Liste — so sagt der Engländer — ist nicht vollständig, sondern will nur anregen. Eigentlich weiß ja jeder von uns dies und das und fragt sich immer wieder — warum gibt es das eigentlich noch nicht? Flutzpferde werden billiger. (ku) Den Haag. Die großen Geschäfte Europas mit wilden Tieren laufen über Hamburg, London oder Amsterdam. Auf allen drei Märkten ist man sich meist einig darüber, wo die Konjunktur im Augenblick liegt Die höchsten Preise erzielen gegenwärtig die Rhinozerosse, da man diese Tiere nur mit größten Schwierigkeiten fängt und transportieren kann. Auch die Preise für Löwen und Tiger ziehen wieder etwas an. Denn in Anbetracht der unruhigen Zeiten geht man seltener nach Afrika oder Indien, um frische „Ware" zu holen. Gefallen aber sind die Preise für Flußpferde. Man kann sie — in Anbetracht ihrer Größe — sehr billig bekommen, seit sich einige europäische Gärten in der Flußpferdzucht spezialisiert haben und die Flußpferdmütter keinen Anstoß mehr daran nehmen, einem kleinen Flußpferd auch Neues für den Bücheriisch. — Blaues Licht am Schwedenturm. Roman von Kurt Herwarth Ball. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 2,50 Mark, geb. 3,50 Mark. — [209j —) Dieser Roman erzählt ein Stück prächtiger Kleinstadtgeschichte; er bringt zahlreiche erdgebundene Menschengestalten und stimmungsvolles Kleinstadtleben in das Blickfeld des Lesers. Um das Geschick eines jungen Kaufmanns und das Lebensschifflein zweier junger Mädchen spielt sich das Geschehen dieses Romans ab, in das noch eine Reihe anderer typischer Kleinstadtmenschen hineingestellt ist. Der Leser wird an nord- oder ostdeutschen Kleinstadt-Lebensstil erinnert, der in vielen Stücken herzgewinnend gemütlich ist und zufriedene Menschen zeigt, die aber dennoch des Ringens und Kämpfens nicht enthoben sind. Mancher Leser wird in diesem Roman aber auch eigene Lebens- und Wesensbilder erkennen, denn die Menschen dieser Erzählung sind ja wie alle anderen und wie man selbst auch. Und so kann denn mancher Leser in diesem Roman gewissermaßen einen Spiegel seines Lebens finden, der interessant und in mehr als einer Hinsicht aufschlußreich ist. Der Roman ist darum besonders fesselnd und bereitet seinen Lesern stille und reine Freude. E. Blumschein. — Hans Kloepfer: Steirische Geschichten. Gesammelte Erzählungen. Verlag der Alpenland^Buchhandlung Südmark, Graz-Wien- Leipzig. Leinenband 6 Mark. (Fünfter Band der Gesammelten Werke. Alle fünf Bände auf einmal bezogen 25 Mark.) — (252) — Jeder der vielen Gaue der österreichischen Alpenländer hat sein eigenartiges Volkstum, aber nur wenigen ist ein solcher Dichter erstanden, wie der Weststeiermark in Hans Kloepfer, zu dessen 70. Geburtstage (18. August dieses Jahres) der letzte Band seiner „Gesammelten Werke" erschienen ist. Er zeigt den Poeten als Meister der geschichtlichen Novelle und der Kunst, Begebenheiten aus dem Leben der Bauern und Kleinbürger anschaulich, Humor- und gemütvoll, behaglich zu erzählen. Wer sich in seine „Kleinen steirischen Geschichten" versenkt, ist bald dem Lärme und Hasten der großen Welt entrückt; nur von ferne her tönt noch ihr dumpfes Gebraus; die Seele des Lesers weilt aber bei den Betreuern uralter Väterscholle und ihrem Heldentum des Alltags, ihren Ränken und pfiffigen Listen, ihrer Weisheit und Dummheit... Außerdem lernt er die herrliche Landschaft des steirischen Paradieses kennen und genießt mannigfache Rückblicke auf die Vergangenheit dieses gesegneten Fleckes deutscher Erde am östlichen Alpenrand. Mr. Frido Kordon. — Wieder ist ein Hauptteil des von Prof. Dr. Klute bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athencrion m. b. H. in Potsdam herausgegebenen Handbuchs der geographischen Wissenschaft fertiggestellt. Auf fast 600 Seiten wird ein geographisch ungeheuer vielseitiger und reichhaltiger Stoff behandelt: Nord - und Mittelamerika und die Arktis. Da ist zunächst der gewaltige Landblock Nordamerika. Professor Dr. Bruno Dietrich von der Wiener Hochschule für Welthandel schildert ihn in „Natur, Kultur und Wirtschaft". Das Columbische Motiv der Erschließung von Wirtschaftswerten ist Wert, Sinn und Motiv dieses neuen Kontinents und damit fein Schicksal geworden. Unter diesem Leitgedanken steht Dietrichs Schilderung. Aus Text, Photographie, Farbbild, aus Zahlenmaterial und wissenschaftlicher Zeichnung fügt sich ein umfassendes und alle Zweige neuzeitlicher geographischer Forschung berücksichtigendes Bild. Ihm schließt sich die Arbeit von Dr. Hermann B. Hagen (Berlin) über Meriko an, das Land, in dem die Mischrasse der Mestizen führend ist. Auch hier wird ein Gebiet deutlich, das vom uralten Kulturland bis zum modernen Wirtschaftsfaktor eine überaus bewegte Entwicklung durchgemacht hat. Mittelamerika wiederum, das Prof. Dr. Franz Term er (Würzburg) schildert, erhält seine weltpolitische Bedeutung als wichtigstes Durchgangsland Amerikas vom Atlantik zum Pazifik. Von hier führt die Reife, die uns dieser an Wundern reiche Band des Handbuchs vermittelt, nach Westindien, den großen und kleinen Antillen, eins der wichtigsten Kolonialgebiete des Abendlandes: die ersten Landmarken, auf die die abendländischen Seefahrer bei der Entdeckung der neuen Welt stießen und von unschätzbarer Bedeutung als Etappen- und Durchgangsstationen für die politische und kulturelle Durchdringung Amerikas von Seiten der Weißen. Die Arktis endlich, von der Feder des Polarforschers Dr. Ernst Sorge, geschildert, schließt den Band ab. Die Fülle des sorgfältig aus- gewählten Bildmaterials ist erstaunlich, die Anschaulichkeit des Textes vorbildlich. — Werner Philipp: Joan Peresve- tov und feine Schriften zur Erneuerung des Moskauer Reiches. („Osteuropäische Forschungen", Neue Folge, Band 20). Herausgeber Professor Dr. Otto Hoetzsch. Kartoniert 5,20 RM. Im Ost-Europa-Verlag, Königsberg Pr. — (182) — Bevor Peresvetov gegen Ende der dreißiger Jahre des 16. Jahrhunderts Rußland aufsuchte, hatte er als Ritter im Dienste Polens, Siebenbürgens, der Moldau und Böhmens Gelegenheit, Einblick in den inneren Zustand der Länder des nahen Ostens und darüber hinaus Kunde vom türkischen Reich zu gewinnen. In diesem sieht er das machtvolle Vorbild für eine Erneuerung Moskaus. Die Pläne Peresvetovs erstreckten sich auf eine Reform des Heerwesens, der Finanz- und Rechtsverwaltung und auf die Befreiung der Bauern. Zugleich mit der praktischen Gestaltung strebte er auch die Ueberroinbung der bisherigen Staatsordnung in der Theorie an. Indem Peresvetov die beherrschende Idee von Moskau dem Dritten Rom überwindet, zeigt er für Rußland einen Weg staatlicher Entwicklung, der dem westeuropäischer Länder ähnlich ist. Weil die Untersuchung den Moment des Einbruches der modernen politischen Gesinnung in Rußland zeigt, ist sie von Belang für jeden, der sich für die Entwicklung des staatlichen Denkens in Europa interessiert. — Anna Charlotte Wutzky: Pepita, die spanische Tänzerin. Roman aus dem alten Berlin. Mit Bildschmuck von Hans Wilder- mann. 339 Seiten. Gustav Bosse Verlag, Regensburg 1936. — (180) — Anna Charlotte Wutzky, die sich durch zahlreiche Musikernovellen und durch ihre „Freischütz"- und Lortzing-Romane bekannt gemacht hat, führt den Leser diesmal in das Berlin der Mitte des vorigen Jahrhunderts, in feine Künstler- und Gelehrtenkreise, in eine Welt voll hoher Geistigkeit, aber auch erfüllt von List und Ränkespiel. Der Roman erfährt durch Hans Wildermanns Bildschmuck eine besondere Bereicherung. — Karl Kaltwasser: Das Schicksalsbuch. Eine wahre Geschichte um „Volk ohne Raum". (Die kleine Bücherei, Nr. 78.) Preis 80 Pf. Albert Langen / Georg Müller, München, 1937. — (197.) — Diese Geschichte um Hans Grimms berühmtes Buch „Volk ohne Raum" erzählt, wie die Tochter eines Bauernhauses im Kampf um die Seele eines jungen Deutschen, der während der Nachkriegsjahre in die Fremdenlegion geriet, ihre Zuflucht zu jenem großen deutschen Schicksalsbuch nimmt und wie dieses aufrüttelnde Werk in das Leben dieses Menschen eingreift, wie es sein Schicksal entscheidet und aus Not und Gefahr endlich zum Guten wendet. Diese wahre Geschichte ist so klar und schlicht erzählt, wie sie sich tatsächlich zu- getragen hat. — „Konrad reist mit sieben Frauen." Roman von Lisa Schultze - Kunstmann. (Verlag Scherl, Berlin. Geh. 2,50, Leinen 3,80 RM. — (211) — Als einziger Mann in einem bunten Kranz von sieben Frauen fährt der Reisebegleiter Konrad Angermann beruflich im Frühsommer an den Bodensee. Und da er sympathisch und umgänglich ist und außerdem die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten dieser Landschaft gut zu erklären weiß, hat er sich bald die Herzen aller erobert, fast gegen seinen Willen. Aus den verschiedensten Kreisen stammen diese Frauen, die Weltdame ist ebenso vertreten, wie die Gutsbesitzerin, die Krankenschwester, wie die Hausverwalterin; aus allen möglichen Gegenden kommen sie, um sich vom Alltag zu erholen, an das schwäbische Meer, wo der Sommer zuerst in Deutschland einkehrt. Sie bilden bald eine gute Kameradschaft, die auch durch den stillen Wettbewerb um den einzigen Mann keine Trübung erfahren kann. Der Reiz, der über der sonnigen Landschaft Süddeutschlands liegt, wird in diesem flott und amüsant geschriebenen Buch lebendig und umfängt den Leser. Eine vergnügliche Lektüre für sommerliche Stunden. — L6on Degrelle: Meine Abenteuer in Mexiko. 94 Seiten. Deutsch von Charlotte Demmig, Tertzeichnungen von Paul Wellens. Literarisches Institut P. Haas & Cie., KG., Augsburg. — (166) — Das Bändchen wurde vor dem Aufkommen der Rex-Bewegung und ihrem Eintritt in das politische Leben geschrieben; wer Degrelle, den Vorkämpfer einer jungen Generation in Belgien, als Persönlichkeit auf sich wirken lassen will, findet sie in diesem Erlebnisbericht aus Mexiko in ursprünglicher Frische und Menschlichkeit. — D r. Paul Danzer: Geburtenkrieg. (Heft 3 der Reihe „Politische Biologie.) I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis kartoniert 1,50 Mk. — (254) — Diese Schrift verficht den Gedanken, daß es nicht genügt, wenn die Erbmasse von artfremden und kranken Bestandteilen gereinigt wird, es muß aus der gesunden Erbmasse auch tatsächlich eine ausreichende Zahl deutscher Kinder hervor- gehen, so ausreichend, daß damit das deutsche Volk erhalten und einer starken Zukunft entgegengeführt werden kann. Damit soll keineswegs eine Politik der „Quantität um jeden Preis" vertreten werden, vielmehr soll sie eine Ergänzung nach der Seite der Erhaltung des lebendigen Volksbestandes sein. Unsere Kinder sollen nicht nur gesund und artrein sein, sondern auch geboren werden. Diese drei Forderungen bilden eine untrennbare Einheit. In dem Kamps um die Erhaltung und Lebenserneuerung unseres Volkes kommt es auf jedes einzelne Elternpaar selbst an, auf dessen freien Entschluß, auf seine geistige Haltung. — Rekruten des Führers. Herausgegeben von Leutnant Hans Flemming im Jnf.-Rgt. 52. (Dr.> Hans Riegler Verlag für vaterländische Literatur, Berlin SW 11. Geb. 3,50 Mark. — |236J —) In diesem Buche kommt die Jungmannschaft unseres neuen Heeres zu Wort. Der Herausgeber hat nach feinen Beobachtungen unter feinen Rekruten diesen im Einverständnis mit dem Kompaniechef den Vorschlag gemacht, jeder möge in seinen Freistunden sein schönstes Soldatenerlebnis aufschreiben, und die besten Arbeiten sollten durch einige Buchpreise belohnt werden. Bereits die ersten Niederschriften enthielten eine Fülle wertvoller Gedanken. Das Ergebnis des andauernd fortgeführten Wettbewerbs und der Sichtung des Materials ist nun dieses Buch, in dem „der Rekrut, der Jahrgang 1914 spricht". 42 fesselnde Aussätze berichten aus allen Gebieten des Lebens unserer jungen Soldaten, und etwa 50 gute, ausgesuchte Bilder aus den drei Teilen unsere Wehrmacht bereichern das an sich schon sehr interessante Buch noch in besonders guter Weise. Der Herausgeber sagt über den Zweck dieses Buches: „Es ist bestimmt für die alten Soldaten und für die jungen Soldaten und für die Jugend. Es ist ein Buch, entstanden durch Rekruten aller Volksstände und Volksschichten. Es will zum Volke sprechen!" Dieser Bestimmung wird das fein gestaltete Buch in bester Weise gerecht. Man lieft es darum auch mit stärkstem Interesse und gibt ihm als alter Soldat gern die beste Empfehlung mit auf den Weg. — Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins. Herausgegeben von Karl Glöckner und Carl Walbrach. Neue Folge. 34. Band. Gießen 1937. Verlag: von Münchowsche Universitäts-Druckerei Otto Kindt, G. m. b. H. — (239.) — Der neue Band der Mitteilungen wird eingeleitet durch die Nachrufe auf zwei kürzlich verstorbene, hochverdiente Mitglieder des Vereins, Otto Behaghel und Louis Frech. — Der weitaus größte Teil des Raumes wird eingenommen von der sehr gründlichen und umfänglichen Arbeit „Alte Straßen und Wege in Oberhessen" von Kammerdirektor a. D. K. Th. Ch. Müller (II. Teil: Das Gebiet zwischen der „Rechten Nidderstraße" und der „Straße durch d[e kurzen Hessen".) Die Untersuchung, durch eine Übersichtskarte veranschaulicht, erstreckt sich im einzelnen auf die Namen der besprochenen Straßen, den Straßenzug nach den Karten und im Gelände, ferner auf die geschichtlichen und vorgeschichtlichen Siedelungen und Zeugnisse an und nahe der Straße. Eine Fülle von Kartenmaterial und einschlägiger Literatur ist in der verdienstlichen Untersuchung verarbeitet. — Eduard Edwin Becker berichtet über Alsfelder Regesten des Staatsarchivs zu Marburg und erschließt eine Heimat- und familiengeschichtlich wichtige Quelle. Historisch, auch kulturhistorisch, bemerkenswert und ergiebig ist die Abhandlung über die Badenburg von Carl Walbrach; in den Anmerkungen ist ein umfangreiches Schrifttum angezogen. Das Forstwesen, im besonderen die hessische Forstgeschichte, ist berücksichtigt in dem Beitrag „Die Geschichte eines ober- hessischen Stadtwaldes" von Richard Jmmel, der ausführlichen Besprechung der Gießener Dissertation „Geschichte des Butzbacher Stadtwaldes" (1936) von Norbert Schick. Eine Anzahl gründlicher Buchbesprechungen rundet der Inhalt des 34. Bandes ab. — Die persönliche Note der Frau findet ihren Ausdruck nicht nur darin wie sie sich kleidet, sondern vor allem auch, welche modischen Kleinigkeiten sie zur Vervollständigung ihres Anzuges wählt. Für eine flotte Kappe, ein Paar schöne Handschuhe, eine handgearbeitete Tasche gibt Beyer-Band 369 „K a fixen, Schals, Handschuhe" (Beyer - Verlag, Leipzig-Berlin, Preis 0,50 RM.) neuartige Modelle aus Wolle und Leder gearbeitet. Das Nacharbeiten nach genauen Anleitungen und naturgroßen Schnitten des beigegebenen doppelseitigen Schnittbogens ist leicht. Auch für den Herrn und das Kind find nette Handschuhe und Mützen enthalten. — Männer wissen warme Wollkleidung in den kühlen Tagen besonders zu schätzen und sind dankbar, wenn man ihnen einen schonen Pullover, eine Strickweste, wollene Strümpfe oder dergleichen nützliche Dinge arbeitet. Vielseitige Anregung und beste Anleitung dazu bietet Beyers Handarbeits-Vorlage für Schule und Haus Nr. 53 „Strickkleidung und Strümpfe für Herren" (Beyer-Verlag, Leipzig-Berlin, Preis 0.40 RM.) Wenn man sich nach den klaren Beschreibungen, die von vielen Arbeitsproben unterstützt werden, genau richtet, muß von einfachen Socken angefangen bis zu dem sportgerechten Pullover alles gelingen. — Ein kleines Mädchen nett anzuziehen mit geringen Kosten zeigt Beyer-Band 370 „W ollenes für das Schulkind" (Beyer-Verlag- Leipzig- Berlin, Preis 0.50 RM). Man findet Kleider, Anzüge, Pullover, Mützen und Schals für Kinder von 6 bis 14 Jahren, aber auch mollige Schlafanzüge, Bettjäckchen und einen Morgenanzug, — alles zum Selbstarbeiten. Genaue durch einen großen Schnitt und Arbeitsbogen ergänzte Anleitungen zeigen, wie schone Grundmuster in Häkel- und Strickarbeit entstehen und wundervolle Knaben- und Mädchenkleidung ergeben. und dovh nur RM. 196 Das Radiowunder G O Schwundausgleich (voll wirksam), automatische Trennschärferegelung, leucht-Amplimeter, Stumm-Abstimmung ... und keine Rück* kopplung mehr zu bedienen, also wirkliche Einknopfabstimmung. Der Empfang: reichhaltig und sicher. Der Klang: groß und echt (mit Baßanhebung) • Wechselstrom: 166.50 + 29.50 -- RM. 196.— m.& • Atiitro®; 184.— + 29.**»* RM, tn. R.[ohne Gleichrichter-R.J 11 E DR. DIETZ & R 4 Frau Luise Lecke, geb. Zimmermann im Alter von 63 Jahren. In tiefer Trauer: Garbenteich und Holzheim, 6619 D Fräulein Therese Ahrens. Gießen (Ludwigsplatz 5), den 7. Oktober 1937. 6567 D Lützellinden, den 8. Oktober 1937. Die Beerdigung findet Sonntag, 10 Oktober, nachmittags 2,30 Uhr statt Keller. 692D 6618 D Ludwig Stein und Familie Karl Schäfer und Familie Wilhelm Jäger und Familie. J. Wellhöf er, Telephon 2313, Mark. Str. 24. Wilhelm Lecke Willy Lecke und Familie Heinrich Lecke und Frau Hermann Lecke und Frau Nach langem, schwerem Leiden verschied gestern abend 10 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Sie ging, fest an ihren Erlöser glaubend, im 83. Jahre ihres reich gesegneten Lebens heim. Die Beerdigung findet am Montag, dem 11. Oktober, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heute entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Schwägerin, Schwester, Tante und Großtante Gießen (Ludwigstraße 41), Watzenborn - Steinberg, den 9. Oktober 1937. Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich von Lemmers^Danforth Marie von Lemmers-Danforth, geb Ahrens. Die Beerdigung findet am Montag, dem 11. Oktober, nachmittags 3*/2 Uhr, in Watzenborn-Steinberg statt. Statt besonderer Anzeige. Heute früh entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein innigst- geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwieger- und Großvater Hartbrennholz ä, Watten 5 Mt. Anmachholz, ä Wagen 6 ML, 1 Sack Anmachholz 1 Alk. frei Friedrich Luh Eisenba.hn-Oberschaffner i. R la neianeiW. sjeift- (Mn für den Winterbedarf liefert 6442D jedes Quantum y. IreAler Steinstr.73, Tel. 3581 im Alter von 74 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Maria Luh, geb Schmidt nebst Angehörigen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Wahl für die trostspendenden Grabworte, der Firma Wilhelm Frey, Zigarrenfabrik, Lang-Göns, nebst deren Gefolgschaft sowie den Schulkameraden, der Hitlerjugend, der ev. kirchlichen Jugendgruppen und der Stenographenschaft Großen-Linden für die erwiesene letzte Ehre. Familie Karl Stoll Lang-Göns, den 9 Oktober 1937. ________________________________________________________________04982 6610D Danksagung. Allen, die uns beim Hmscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Elisabeth Becker, geb. Frink ihre Teilnahme bewiesen, sagen wir herzlichen Dank. Ludwig Becker. Königsberg, den 9. Oktober 1937. Genau,schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE MfiRMIIQ der Optiker a mAÜliUu Ihres Vertrauens Gießen,Seltersweg 33-Lieferant all.Krankenkassen Garten (Äaugrundstück) 841 qm in den Eichgärten gegen Höchstgebot sofort zu verkaufen. Schrift!. Angebote unter 6420D an den Gießener Anzeiger. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Quälender Husten chronische Derschleimung, Luftröhrenkatarrh, hartnäckige Bronchitis mit Auswurf, Asthma wurden mit Dr. BoetherTablesten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. Bewährtes unschädliches, kräuterhaltigcs Spezialmittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. Stark lösend, auowurffördernd.Reinigt, beruhigt u. kräftigt d'e angegriffenen Gewebe. Zahlreiche schrist. liche Anerkennungen dankbarer Patienten und von zufriedenen Ärzten! In Apotheken r reis M 1.43 und 3.50 die echte M. Brockmanns gewürzte Futterkalkmlfthung .Zwevg Marke" Schnelle Maß, kein« Knochenweiche, gesnnbe Muftuc&t, mehr rllllch, mehr Lier, bochvewerlete Kaninchen ufw. Der „Ratgeber- sagt alles; neue (II.)Aufgabe kostenlos. So haben in den einschläs. SeichSten Hansa und Hansa-Lloyj Generalvertretung ... ist schneller Immer bereit, teine Überlegenheit zu zeigen, wenn ee darauf ankommt — dabei io rpielend leicht zu handhaben, wie Sie dat Fahren lieben. Von Hann-Lloyd-Goliath-Werte A Q. Krahn & Co* Gießen, Frankfurter Str. 82 Verlangen Sie Probefahrti — . ühB V L Gebr. Imheuser am Markt Das Fachgeschäft für Damen* und Mädchenbekleidung 6640A Glaswolle der eene deutsche Werkstoff stets zu haben bei 1 «4520 H. Glatte» Frankfurt. Str.l9 Mühlstraße 18 Tel. 3144/3145. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 Die Lose der Jubiläums-Lotterie der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie sind für Gießen und Umgebung zu haben bei den Gießener Staatlichen Lotterie-Einnahmen Buchacker Neuen Bäue Nr. 11 Flimm Wal Itorstraße 63 p 6622 A Bekanntmachung. Betrifft: Personenstands- und Betriebsaufnahme nach dem Stand vom 11. Oktober 1937. Durch Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Abt. III (Innere Verwaltung) vom 24. 9. 1937 wird auf Anordnung des Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt am 11. 10. 1937 in der Gemarkung Gießen eine Personenstands- und Betriebsaufnahme durchgeführt. Das Austragen und Einsammeln der Hauslisten, Haushaltungslisten und der Betriebsblätter erfolgt durch die Blockwalter der NSV. Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Betriebsführer usw. die Vordrucke nicht erhalten, dann ersuche ich, die fehlenden Listen auf Zimmer Nr. 18 des Stadthauses, Berg» stratze 20, abholen zu lassen. Nach dem Stand vom 11. 10. 1937 müssen ausgefüllt werden: 1. Hausliften, enthaltend sämtliche Haushaltungen und Betriebe des Grundstückes, und zwar durch den Hausbesitzer oder seinen Vertreter. 2. Haushaltsliften vom Haushaltungsvorstand. 3. Betriebsblätter vom Betriebsinhaber. Es wird empfohlen, vor der Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken genau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Listen müssen vollständig und gut leserlich ausgefüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten und zum Teil die Bürgersteuerbescheide für 1938 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Ausfüllung der Vordrucke erspart unter anderem persönliche Einladungen und Borsprachen, spätere Nachfragen nach der Steuerkarte für 1938, fowie die Anforderung zu hoher Lohn-, Kirchen» oder Bürgersteuer usw. Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haushaltslisten und Betriebsblätter, sind sofort dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushaltslisten und Betriebsblätter zu bescheinigen und die gesammelten Listen zur Abholung bereitzuhalten hat. Die Erfüllung dieser Verpflichtungen kann auf Grund der Reichsabgabe-Ordnung durch Strafen erzwungen werden. Mit dem Austragen der Vordrucke wird am 7. Oktober 1937 begonnen, während das Einsammeln von Donnerstag, den 14. Oktober 1937 ab durchgeführt wird. Ich erwarte bestimmt von allen in Frage kommenden Volksgenossen, daß sie die ehrenamtlich tätigen Helfer (Blockwalter der NSB.) bei ihrer Arbeit weitgehendst unterstützen, damit das Austeilen und Einsammeln der Listen ordnungsgemäß, gewissenhaft und fristgerecht erledigt werden kann. Die Zählung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn alle in den Listen gestellten Fragen lückenlos und richtig beantwortet sind, und daß im übrigen jedes HauS durch eine Hausliste, jede Haushaltung durch eine Haushaltliste und jeder Betrieb durch ein Betricbsblatt erfaßt worden ist. 6525C Gießen, den 6. Oktober 1937. Der Oberbürgermeister. ________I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister.________ UanhlöCQO von3 bis 20 v-erhalten Sie bei wieder* liUuIllCluuU holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 12. Oktober 1937: Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. 6593C Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst. Für Zuchttiere ist das erforderliche Zeugnis über die Blutuntersuchung (Banginfektion) mitzuführen. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 20. Oktober 1937. Gießen, den 9. Oktober 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr, Hamm, Bürgermeister. Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 3 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulze-Kahleyt«, Nervenarzt Wer zei tgemä£e WOHNKULTUR for sein Heien wünscht, besudle die interessante grofie MOBEL-SCHAU wohnfertig ©»gerichteter Räume einschließlich Teppichen,Beleuchtungs- körper, Kunstgewerbe, Dekordhonen. Cd. zooZimmer-Einrrchtungen in erlesenem Geschmack und allen Preislagen zur Auswahl. Eine Auslefe der deutschen hfebcfcnduftrie Das grofie Einrichtungshaus Minrnrcn HnyjcIiliKn FRANKFURT A. M. gegründet 1829 6M7v Annahme von Ehestands-DariehenssAeinen Ur. 236 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Samstag. 9. Moder (937 Aus der Stadt Gießen. „Warte ein bißchen Es ist ein leicht hingeworfenes Wort und nichts weiter als eine höfliche Bitte: „Warte ein bißchen!" Aber merkwürdig, schon diese höfliche Bitte reizt irgend etwas in uns. Die unselige Nervosität wird wach und bohrt mit peinigender Ständigkeit. Warten — wozu? Warum dieses ewige Warten vor einem Ladengeschäft, in dem die Frau gerade etwas einkauft? Was für ein unbehaglicher Zustand, wenn man wegen einer kleinen Verspätung einige Minuten auf den Zug warten muß. Welch eine Zumutung, einen bei einem Stelldichein über die verabredete Zeit hinaus warten zu lassen. Zum Warten haben wir nämlich alle keine Zeit. Ob es zur Arbeit geht, oder zum Vergnügen, immer treibt uns irgendwie die Hast. Sie steht ständig hinter uns mit ihrer Befehlsgewalt und kommandiert unablässig: Tempo, Tempo! Laß dich um Gotteswillen nicht aufhalten, eile vorwärts spute dich, es ist in jedem Augenblick die höchste Zeit! Und wir lassen uns drängen und vom Strudel des täglichen Lebens mitreißen, dem Gebot der Hast gehorchend, das keine Geruhsamkeit kennt. Und doch kommt der Tag, an dem wir ein Wartezimmer aufsuchen müssen, wo das Gebot der Hast verstummt und die freundliche Aufforderung: „Warte ein bißchen!" zur nachdrücklichen Weisung wird. Es gibt Leute, die selbst dann ihrer hochgradigen Nervosität nicht Herr werden und mit trommelnden Fingern im Vorzimmer der Behörde die Fensterscheiben bearbeiten oder im Wartezimmer des Arztes von einer Wand zur anderen rennen. Sehr zum Mißvergnügen der Mitwartenden übrigens, deren mühsam bewahrte Ruhe durch jene Aeußerun- gen der Hast empfindlich bedroht wird. Indessen bringen wir alle im stillen mehr Zeit zum Warten auf. als wir uns selbst eingestehen. Eine leise Hoffnung lebt in uns, die wir insgeheim pflegen und hegen: die Hoffnung auf das Glück, auf den Zufall, auf den Tag, der das Wunder bringt. Einmal muß das Außerordentliche in unseren Alltag treten, das uns an die Hand nimmt und hinführt zu der märchenhaften Erfüllung, die bislang nur in unserer Vorstellung lebte. Und wenn wir auch wahrscheinlich diesen Tag nie erleben, die Hoffnung geben wir zu keiner Stunde verloren und es macht uns im Grund nichts aus, daß es in dieser Hinsicht von einem Tag zum andern heißt: „Warte noch ein bißchen!" Es ist ein Glück, daß wir dafür die Zeit aufbringen müssen. Wir werden ja nicht gefragt, es macht sich schon von selbst. Aber gerade dieses Warten und Hoffen birgt ja schon ein beglückendes Element, und das sollte uns nachdenklich stimmen. Vielleicht gewinnen wir dann doch ab und zu die Kraft, der Befehlsgewalt der Host zu trotzen und für manche stille Stunde des Alltages die Nervosität zu besiegen, die uns auf Schritt und Tritt peinigt und mit Gefahren umlauert. H W. Sch. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. NSG. „Kraft durch Freude": Letzte Omnibusfahrt zur Ausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf. — Stadttheater: Sondervorstellung für NSG. „Kraft durch Freude", 20 bis 22.30 Uhr, „Im Rebeloch rumorts".--Gloria-Palast (Seltersweg): „Streit um den Knaben Jo"; 16 und 22.45 Uhr: „Heeps Liliputaner Variete". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wenn du eine Schwiegermutter hast". — Groß'scher Männerchor: 20 Uhr, „Karlsruhe", 91. Stiftungsfest. — Deutsche Stenografenschaft: 20.30 Uhr, Cafe Leib, Abendveranstaltung. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr, „Das kleine Hof- konzert", Operette. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Streit um den Knaben Jo". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wenn du eine Schwiegermutter hast". — Cafe Leib, 20.30 Uhr, „Harmonika-Spiel- Oie Gchwaneninsel im Bau. Gegenwärtig ist — wie wir bereits kurz berichteten -t- im Teich an der Schlageter-Allee eine stattliche Insel im Bau begriffen, die den Schwänen eine geräumige Heim- und Brutstätte werden soll. Die Insel wird es der Familie Schwan möglich werden lassen, völlig ungestört zu sein, denn die Insel liegt weit vom Ufer entfernt. Unser Bild zeigt städtische Arbeiter beim Bau der Insel. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) - Der Gchweinestall des EHW. <» W i In diesen Tagen konnte der für die Unterbringung von 200 Schweinen des Ernährungs - Hilfswerkes vorgesehene Stall- bau am Gleiberger Weg unter Dach gebracht werden. Unser Bild läßt die einfache, zweckbetonte Form des gemeinnützigen Baues bereits erkennen. Im Vordergrund sieht man das langgestreckte Stallgebäude, im Hintergrund links den etwas höheren Anbau, der die Futterküche, die Futtersilos und die Wohnung des Schweinemeisters aufnehmen wird. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) abend" der Spielgruppen Gießen, Lollar und Marburg. Aenderung im Stadttheater-Spielplan. Aus dem Stadtheaterbüro wird uns geschrieben: Wegen plötzlicher Erkrankung findet heute abend die Aufführung des Lustspiels „Im Rebeloch rumorts" von Vomhof statt. Dieses Volksstück erzielte bei seiner Erstaufführung am Erntedankfest einen großen Erfolg, Die Spielleitung führt Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet als 1. Sondervorstellung für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Freier Kartenverkauf nur an der Abendkasse. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Spielplan des Stadttheaters vom 10. bis 17. Oft. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 10. Oktober, findet die Aufführung der ersten Operette der Spielzeit 1937/38, „Das kleine Hofkonzert", ein Werk aus der Welt Carl Spitzwegs von P. Verhoeoen und T. Impekoven, Musik von Ed. Nick, statt. Die musikalische Leitung hat Joachim P o p e l k a , Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Mitwirkende das Operetten- und Schauspielpersonal des Stadttheaters. In dieser Operette stellen sich dem Gießener Publikum zum ersten Male die neuverpflichtete Operettensängerin Elfriede Grell und der neuverpflichtete Chargenspieler Fritz B ö h l i g vor. Das städtische Orchester, das während der Sommermonate in Bad-Nauheim große Erfolge erzielte, wird unter der Leitung des neuverpflichteten Operettenkapellmeisters Joachim P o p e l k a (vom Neuen Theater Leipzig) zum ersten Male spielen. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Dienstag, 12. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, zum letzten Male „Moral", Komödie von Thoma, Spielleitung Hans Geißler. Dienstag-Miete 3. Vorstellung. Mittwoch, 13. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Das kleine Hofkonzert". Musikalische Leitung Joachim P o p e l k a , Spielleitung Karl- Ludwig Lindt. Mittwoch-Miete 3. Vorstellung. Freitag, 15. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, Erstaufführung „Uta von Naumburg", SchauTrager de« silbernen GA- Gporiabzeichens! Mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 ist das weitere Tragen des silbernen SA -Sportabzeichens verboten! Unter Vorlage des Besitzzeugnisses und des ^.-Scheines können auf der Dienststelle der Standarte 116, Gießen, Senckerberystraße 1, täglich^ von 10 bis 13 Uhr, Umtauschanträge auf broncene SA.-Sportabzeichen gestellt werden Letzter Termin 15. Oktober 1937 Angehörige der SA., SS., NSKK., HI., Wehrmacht und Polizei reichen ihre silbernen SA.-Sport- abzeichen bei ihrer vorgesetzten Dienststelle ein. Der Führer der Standarte 116: Gez.: Lutter, Standartenführer. spiel von Felix Dhünen. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Freitag-Miete 4. Vorstellung. Samstag, 16. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Wiederaufnahme „Die Dorothee", Operette von Hermecke und Vetterling. Musikalische Leitung Joachim P o v e l k a. „Kraft-durch-Freude-Miete", Gruppe 1, 2. Vorstellung. Freier Kartenverkauf an der Abendkasse. Sonntag, 17. Oktober, 11.30 bis 12.30 Uhr, Zweite Morgenveranstaltung der Spielzeit, „Winterreise", ein Liederzyklus von Franz Schubert, Musikalische Leitung Joachim P o p e l k a. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 RM. 19 Uhr, Ende 22 Uhr, „Das Keine Hofkonzert", Operette von Derhoeven und Impekoven, Musik von Ed. Nick. Musikalische Leitung Joachim Po p e l k a, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Außer Miete. BOM-undZM.-tlntergaul16,Gießen. Betr.: Schulung der Mädelführerinnen. Ergänzend zu dem Dienstbefehl vom 6. Oktober ist noch zu sagen, daß die Schulungen in den Landstandorten um 19 Uhr beginnen, in Gießen um 20 Uhr. Sonntag früh wird überall um 8 Uhr begonnen. Dienstbefehl! Alle JM.-Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen nehmen, wie schon bekanntgegeben, an den Schulungen wie folgt teil: IM. 1/116, 2 und 3/116 kommen in die DJH. Gießen; IM. 17, 18, 19/116 im Möserheim, Seltersweg; IM. 14, 15, 16/116 in Watzenborn-Steinberg; IM. 11 (halb) und 13/116 in Hungen; IM. 5 und 7/116 in Lollar; IM. 11 (halb) und 12/116 in Lich; IM. 6 und 10/116 in Großen-Buseck. Alle M- und IM., Schulungs- und Sportreferentinnen fahren mit dem Zug nach dem Schulungsstandort. Die MädelschuluNgsreferentin von Londorf wird am Samstagabend und die M.- Sportreferenttn am Sonntagmorgen mit dem Wagen hingefahren. Mitzubringen sind für die JM.-Schulungen: Schere, Lineal, Klebstoff, gummiertes Glanzpapier, Schreibzeug, Turnzeug, Liederbuch, Brotbeutelverpflegung und Trinkbecher. Die Schulungsreferentin der Jungmädel von Großen-Buseck fährt ab 8.38 Uhr und kommt zurück 19.20 Uhr. Die JM.-Schulungsreferentinnen von Hungen und Lich fahren ab Gießen 8.27 Uhr und kommen zurück Hungen ab 19.04 Uhr und Lich ab 19.17 Richard von Hertwig t- Von Professor Dr. W. E. Antel. Kaum vorstellbar, daß künftig bei Tagungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Dererbungswissenschaft die vertraute Gestalt oes seinen, spitzbärtigen alten Herren fehlen wird. Klein und fast zart, aber stets voll elastischer Spannung, scharf und zugleich gütig durch die Brillengläser blickend, saß er unter uns bis in die letzten Jahre hinein, ein wahrhaft ehrwürdiger und einmütig herzlich verehrter Nestor deutscher Zoologie. Sein Leben und Arbeiten ist untrennbar mit einer ganzen umwälzenden Epoche der zoologischen Wissenschaft verbunden, aus der sein Anteil gar nicht fortgedacht werden kann. Als Richard Hert - w i g im Jahre 1850 im benachbarten Friedberg geboren wurde, anderthalb Jahre nach seinem Bruder Oskar, dem späteren Anatomen, lebten Alexander von Humboldt und Johannes Muller noch. Als er zehnjähriger Schüler war, erschien die deutsche Uebersetzung von Darwins Werk: „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl". Und als er zusammen mit seinem Bruder Student bei Ernst Haeckel in Jena wurde, da gerieten beide in engste Berührung mit der Gedankenwelt der Entwicklungslehre, die durch Haeckels feuriges Apofteltum so siegreich voran- getrieben wurde. . Es ist ungemein fesselnd, zu verfolgen, wie die beiden Brüder, die die Jahre ihres Studiums gemeinsam verbrachten, schließlich zur Ueberwindung * und Läuterung der Abstammungslehre Haeckelscher Prägung beigetragen haben. Oskar Hertwig ist in späteren Jahren ein entschiedener Gegner des Darwinismus geworden, Richard hingegen hat noch 1925, als in der Münchener Presse eine wilde Polemik gegen jede Abstammungslehre entfacht wurde, in ruhigen und klaren Worten gezeigt, was wir .uarroin und Haeckel zu verdanken haben. Will man es versuchen, Richard Hertwigs Lebensarbeit mit wenigen Worten zu umreiten, so wäre dies zu sagen: Die Reaktion auf den durch Haeckel eingeleiteten Ueberschwang der reinen und häufig im Bodenlosen schwebenden Theorie war unvermeidlich. Die Gefahr, die dem folgen mußte, war die reine Ablehnung, der einzige Ausweg aber das Ganz-von-vorne-Anfangen mit mühsamer, aber sicherer Beobachtung. Veränderungen der Lebewesen im Ablauf der Zeit? Dann mußte man erst einmal die Gesetze kennen, die Beharrung und Veränderung beherrschen. Es galt vor allem, das kleine Stäubchen lebender Substanz zu erforschen das als Keimzelle" die Generationen verbindet, und in dem notwendigerweise die „Erbmasse" enthalten sein muß, diejenige Substanz, in der die stofflichen Bedingungen für Beharrung und Veränderung denknotwendig zu suchen sind. Richard Hertwigs Lebenswerk ist in erster Linie der Erforschung dieser Erbmasse gewidmet gewesen. Der Anfang liegt in jenen lagen/ in denen er, zusammen mit seinem Bruder Oskar am Mittelmeer die Befruchtung und die Teilung des Seeigeleies untersuchte — Oskar Hertwigs Veröffentlichungen über diesen Gegenstand haben zum ersten Male den tierischen Befruchtungsvorgang richtig gedeutet und damit für alle Zeiten geklärt. Dann kamen, nachdem Richard Hertwig als Nachfolger von Siebolds das Ordinariat der Zoologie in München übernommen hatte (1885), bahnbrechende Arbeiten über die Zelle und den Zellkern der Urtiere (Protozoen). Von hier aus sind eigentlich alle fruchtbaren und wegweisenden Gedanken Richard Hertwigs zu verstehen: Die Aufklärung der oft verwickelten Kernverhält- niffe der Protozoen gab der Zellenlehre neue Antriebe und eine breite Basis, die Einführung des Experiments und exakter Meßmethoden führte über die reine Beobachtung hinaus und zeigte Wege, wie die verwickelten Wechselwirkungen zwischen Kern und Plasma der Zelle stofflich und durch Messungen faßbar zu machen seien. Wachstum und Teilung der Zelle erschienen in neuer Beleuchtung, wenn man das Maßenverhältnis der beiden Zellkomponenten Kern und Plasma, wenn man die „Kernplasma-Relation" ins Auge faßte Gleichsam am Rande des Weges ergaben sich andere wichtige Resultate, über die geschlechtlichen Vorgänge, den Lebensrhythmus und die Fortpflanzung der Protozoen über Gefchlechtsbeftimmung und Keimzellenreifung und auch manche mehr beschreibende Arbeit, deren Ergebnisse heute zum guten Teil dem Unterrichtsstoff der jungen Zoologen angehören Es ist kennzeichnend, daß es schon beim Schreiben dieser ganz knappen Hinweise Schwierigkeiten macht, die Arbeiten des Meisters zu nennen, ohne zugleich der Arbeiten seiner Schüler zu gedenken. Schüler zu haben, sie anzuziehen und anzuregen und doch zugleich frei vorwärts bringen zu lassen, ist vielleicht Richard Hertwigs größte Gabe gewesen. Mit Stolz konnte anläßlich der Zoologentagung in München von Frisch, der Nachfolger Hertwigs und ebenfalls fein Schüler, festftellen, daß damals mehr als 50 Hertwigfchüler im In- und Auslande in leitender Stellung als Abteilungs- oder Institutsdirektoren tätig waren, und man kann sagen, daß heute fast alle lebenden Zoologen im Laufe ihrer Entwicklung von Wirkungen getroffen worden sind, die im Münchener Jnsttiut. dem alten Klosterbau in der Neuhauserstraße, ihren Ausgang genommen haben. Bedenkt man allein nur die stürmische Entwicklung, die die Vererbungslehre seit der Jahrhundertwende erfahren Hai — dort in den bescheidenen Laboratorien liegen fast alle ihre Wurzeln. Hier war Theodor B o v e r i der erste Schüler Richard Hertwigs und wurde sein größter, der die Erkenntnis der Erbmasse und ihrer Gesetzmäßigkeiten bis zu Punkten vorgetrieben hat, über die wir heute noch kaum hinausgekommen sind. Gesegnetes deutsches Forscherleben! Seltenes Glück, den Weg einer Erkenntnis sehenden Auges und wachen Geistes mitgehen zu können, der von jenem ersten Anblick des Kerns im lebenden Ei des Seeigels hinführt zu der Einsicht in den Atomaufbau der Erbmasse, wie sie sich in unseren Tagen anzubahnen beginnt. Begnadete Begabung, den innersten Gehalt der Arbeit und der Erkenntnis eines unendlich reichen Forscherlebens in einem kristallklaren Lehrbuch der Zoologie niederlegen zu können, das noch Generationen von Studenten an die Liebe und die Hingabe zu dieser einzigartigen Wissenschaft heranführen wird. Lächelnde Fügung eines gütigen Schicksals, dem alternden Meister für die Beschäftigung mit seinem Lieblingsgegenstand, den Radiolarien, Zeit, Kraft und Muße zu lassen — vor mir liegt seine letzte Arbeit über den Bau dieser unerschöpflichen Gebilde, mit klarer Handschrift dem jungen Fachgenoffen übereignet — er kannte alle und dachte an alle. Gesegnetes Dasein, das dann im 88 Lebensjahr nach nur eintägigem Krankenlager sanft verlöscht. Deutschland und die Welt stehen in Dankbarkeit und Verehrung vor diesem Leben eines deutschen Naturforschers. Siamesische Drachenkämpse. Die Drachenkünste, die unsere Jugend sehen läßt, sind nichts im Vergleich mit den Drachenkämpfen, die den Nationalsport von Siam bilden. Hier ist das Drachenspiel zu einer hohen Kunst ausgebildet. Die Drachenkämpfe werden in Siam nach uralten Regeln ausgeführt, und die Leitung der kämpfenden Drachen erfordert eine erstaunliche Menge von Kraft, Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Es gibt „männliche" und „weibliche" Drachen. Der männliche Drache oder Kula hat die Form eines großen Sterns und wird an der Leine bis zu 500 Meter hoch gelassen. Der weibliche Drache ober Pakpao ist ein kleiner und hat die Aufgabe, seinen männlichen Gegner anzugreifen und herunterzubringen. Der Kampf muß sich innerhalb eines ganz bestimmten Lustraums vollziehen. Als Angriffswaffe hat der Pakpao eine große Schlinge, mit der der männliche Drache eingefangen werden muß. Natürlich ist es sehr schwierig, den aus starkem Bambus her- gestellten und mit pergamentähnlichem Papier überzogenen Drachen in solcher Hohe mit der Schlinge zu umgeben und herunterzuziehen. Der Strick des Kula hat kleine bleierne Gewichte, die in bestimmten Abständen angebracht sind und mit messerscharfen Stücken von Bambus abwechseln. Mit diesen Stricken werden die Drachen meisterhaft gelenkt, und es kommt darauf an, den Pakpao, der sich mit seinem langen Seidenschwanz bedrohlich nähert, mit den scharfen Bambusstellen so an seinem Strick zu treffen, daß dieser zerschnitten wird und der weibliche Drache herunterfällt. Bei den großen Drachenkämpfen, bei denen bedeutende Geldpreise ausgesetzt sind, werden die männlichen Drachen von einer Mannschaft von acht bis zehn „Künstlern" gelenkt, während zur Bedienung des weiblichen Drachens weniger Personal notwendig ist. Die solide gebauten und reichgeschmückten Kulas gelten als große Schätze und vererben sich vom Vater auf den Sohn. Eine große Menge verfolgt diese phantastischen Gefechte in der Luft; es werden Wetten abgeschlossen, wobei die Aussichten des Kula dem Pakpao gegenüber meist wie zwei zu eins bewertet werdens und die Aufregung ist groß. „Kampfdrachen" wurden früher von den Siamesen in ihren Kriegen benutzt, um leicht entzündliche Stoffe in die feindlichen Städte zu werfen. Die Kunst der Drachenleitung soll sich aus diesen Zeiten herschreiben. Jedenfalls sind die Siamesen darin Meister, die schweren großen Drachen emporschnellen und untertauchen, sich drehen und ausweichen zu lassen, und immer wieder entgeht der männliche Drache den leichteren weiblichen, die ihn umkreisen. Nicht nur Drachen, sondern auch alle möglichen anderen Figuren werden in die Luft emporgelassen, wie Schlangen, Skelette und allerlei seltsame Ge- bilde. Ein beliebtes Schauspiel ist es auch, Figuren von Tänzerinnen hoch oben in der Lust ihre Künste ausführen zu lassen, ohne daß man die dünnen Drähte sieht, mit denen sie gelenkt werden. Zeitschriften. — Die „S i r e n e", die schöne Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, bringt in ihrem neuesten Heft einen interessanten Bilder-Artikel über die diesjährigen englischen Luftmanöver, bei denen ein großer Angriff von 400 Flugzeugen auf London versucht wurde. Große Photo-Berichte zeigen weiter die japanische Luftabwehr, den Luftschutz auf deutschen Handelsschiffen und in einem deutschen Dorf Von der französischen Marine erzählen drei Bilderseiten. Ein anderer Aufsatz befaßt sich mit der Empfindlichkeit von Tieren gegen chemische Kampfstoffe. Aus den Gießener Gen'chtssälen. Uhr. Fahrkarten sind unbeblngt als Beleg aufzü- heben und am Untergau einzulösen (persönlich). Gebt alte ausländische Geldstücke dem WHW. DNB. Diele Volksgenossen wissen nicht, daß sie im Besitze fremder Valuten sind, wenn es sich dabei auch oft um geringfügige Beträge handelt. Mancher hat von einer Auslandsreise noch etwas fremdes Kleingeld mitgebracht und weiß damit nichts anzufangen. Nicht wenige besitzen aus früheren Zeiten noch einige Kupfer- oder Silbermünzen, ganz abgesehen von etlichen Goldstücken, die noch da und dort in Schreibtischen, Wäscheschränken, Gehetm- tädchen und sogar in Sparstrümpfen stecken. Wenn sich alle Volksgenossen entschließen könnten, diese für sie fast wertlosen Münzen dem Winterhilfswerk zu opfern, käme ein ganz ansehnlicher Silber-, Kupfer- und Nickelschatz zusammen. Gebt darum solche Münzen dem WHW.! 60000 Kinder in den Kindergärten der NED. NSG. Am 31. Oktober werden die Erntekindergärten der NSV., von denen im Gau Hessen-Nassau zuletzt 145 bestanden, geschlossen. Allerdings besteht die Möglichkeit, diese Erntekindergärten als Dauerkindergärten weiterzuführen. Außer diesen Erntekindergärten bestanden im Monat September 155 Dauerkindergärten. Damit hat sich die Zahl der im Januar bestehenden 82 Kindergärten im Laufe des Sommers um 73 vermehrt, während sich die Zahl der Erntekindergärten von 46 im April auf 145 im Oktober vermehrt hat. In den Monaten Januar, Februar und März wurden von diesen Kindergärten 4583 Kinder betreut, im April 5419, im Mai 8427, im Juni 8980, im Juli 10 173, im August 10 630 und im September 11 850. Im Laufe dieses Jahres wurden somit bis zum Monat September über 60 000 Kinder von den Kindergärten der NSV. betreut. Diese Zahl beweist die außerordentliche Bedeutung, die die Kindergärten der NSV. in der Betreuung der Jugend einnehmen, und ist gleichzeitig ein Beweis für die Richtigkeit dieser Einrichtungen, die sich wachsender Beliebtheit in Dorf und Stadt erfreuen. 6ZKleinwohnungen am Erdkauterweg. In den letzten Wochen sind auf dem Gelände im Winkel Schiffenberger Weg-Erdkauterweg sechs stattliche Wohnhausblocks herangewachsen. Die Baufirma Frese, die bereits im Schwarzlachgebiet, wie auch in der Fröbelstraße mit Wohnbauten hervorgetreten ist, läßt am Schiffenberger Weg 63 Wohnungen mit je zwei Zimmern und einer Wohnküche erstellen, so daß dadurch ein weiterer Beitrag zur Steuerung der Wohnungsknappheit in unserer Stadt geleistet wird. Volksdeutsche Kundgebung in Gießen. Immer wieder haben m den letzten Monaten große Kundgebungen Zeugnis abgelegt von der tiefen Verbundenheit der Deutschen im Reiche mit den vielen Millionen ihrer Brüder jenseits der Grenzen und Meere. Das deutsche Lied versammelte in Breslau Hunderttausende aus unserer großen deutschen Familie zu einem erhebenden Feste der unerschütterlichen Treue und der Anhänglichkeit an den Führer. Stuttgart sah die stolze Schau der Reichsdeutschen im Ausland, und kürzlich bekundete der Tag des deutschen Volkstums vor aller Welt, daß trotz der Verstümmelung seine Grenzen das ganze deutsche Volk als Einheit denkt, fühlt und leben will, und daß das wiedererstarkende Reich nachdrücklich für die abgetrennten Brüder volles Lebensrecht verlangt. Auch Gießen wird Gelegenheit haben, den Brüdern draußen seine Treue zu bekunden, wenn am kommenden Donnerstag ein alter, erprobter Kämpfer aus den Grenzmarken des Südostens von dem völkischen Ringen berichtet und dessen Bedeutung. Amtsgericht Gießen. Der jüdische Viehhändler Ludwig Sommer aus Lich und der bei ihm beschäftigte Ludwig Hartmann, ebenfalls aus Lich, hatten wegen Uebertre- tung der Polizeiverordnung über das Viehtreiben bei Nacht eine Geldstrafe von 30 bzw. 20 RM. erhalten. Ihr Einspruch wurde gestern vor dem Amtsgericht verhandelt. Der jüdische Viehhändler hatte bei einem Landwirt in Birklar eine Kuh gekauft, die auf dem Markt in Gießen weiterverhandelt werden sollte. Der Verkäufer wollte aus naheliegenden Gründen vermeiden, daß dies im Dorfe ruchbar wurde. Daher vereinbarte man, daß die Kuh bei Nacht und Nebel abgeholt werden sollte, und der Angeklagte Hartmann setzte sich auch ein paar Tage später frühmorgens in der Dunkelheit auf sein Rad und holte die Kuh ab. Unterwegs wurde er jedoch gestellt, und beide Angeklagten erhielten die Strafe. In der gestrigen Hauptverhandlung stellten die beiden Angeklagten die Sache so hin, als ob der Vorfall sich nach 4 Uhr abgespielt habe. Dies war jedoch schon in Anbetracht der großen Entfernung und der noch herrschenden Dunkelheit gar nicht möglich. Das Gericht beließ es daher bei dem Viehhändler auf der bisherigen Strafe von 30 RfN. und erhöhte bei dem zweiten Angeklagten die Strafe ebenfalls auf 3 0 R M. Kleine Strafkammer Gießen. Drei junge Burschen aus Büdingen waren vorn Amtsgericht Büdingen wegen groben Unfugs zu einer Haftstrafe von je 14 Tagen verurteilt worden. Ihre Berufung wurde gestern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die drei hatten an einem Samstagabend im Mai in einer Büdinger Gastwirtschaft schwer „getagt". Anschließend zogen sie unter Gesang durch das Städtchen. Dabei kamen sie auch an einer Stelle vorbei, wo ein ausrangierter, alter Telegraphenmast von 12 Meter Länge am Wegrand lag. Die Angeklagten konnten es sich nicht verkneifen, den Telegraphenmast quer über die Straße zu rollen, wobei ihnen der Umstand zu Hilfe kam, daß die Straße an dieser Stelle etwas Gefälle hat. In der gestrigen Hauptverhand- lung gab der eine Angeklagte an, er allein habe den Mast über die Straße gerollt. Dieser habe schon halb auf der Straße gelegen, er sei darüber gestolpert und habe dann in seiner Trunkenheit mit ein paar kräftigen Fußtritten den Mast weitergerollt. Die beiden anderen Angeklagten seien mindestens 25 bis 30 Meter hinter ihm gewesen. Das Gericht glaubte dem Angeklagten, der im übrigen unmittelbar nach dem Vorfall zu dem diensttuenden Polizeibeamten ging und dort meldete, da oben auf der Straße liege ein Stamm quer, nicht, weil es unmöglich ist, daß ein Mann einen 12 Meter langen Mast mit einem Fußtritt fortbewegen kann. Darüber hinaus wurden die Angeklagten von einem Zeugen, allerdings auf eine größere Entfernung, beobachtet, wie sie sich in der Gegend etwas zu schaffen machten. Die Kammer hielt daher alle Angeklagten für überführt, war jedoch der Auffassung, daß der Strafzweck mit einer Geldstrafe erreicht werden könnte, und erkannte auf j e 5_0.— R M. Geldstrafe. Ohne Erfolg blieb die Berufung des R. K. aus Eckartsborn. Dieser hatte vom Amtsgericht Ortenberg eine Geldstrafe von 60.— R M. wegen Pfandoeräußerung erhalten. Die Eltern des Angeklagten, mit denen dieser einen gemeinschaftlichen Haushalt hat, waren mit ihren Steuern im Rückstand. Darauf erschien ein Vollziehungsbeamter und pfändete ein Schwein, das aber nicht den Eltern, sondern dem Angeklagten gehörte. Der Angeklagte begab sich darauf zur Bürgermeisterei, wo ihm erklärt wurde, daß diese Sache den Bürgermeister unmittelbar nichts anginge, er solle sich an das Kreisamt wenden. Doch versprach ihm der Bürgermeister, sich gelegentlich einmal mit der Sache zu befassen. Dies hinderte ihn jedoch nicht, das Schwein 3U schlachten und zu verarbeiten. Der Angeklagte, der von dem Erscheinen in der Hauptoerhandlung entbunden war, begründete seine Berufung folgendermaßen: Er habe auf Grund der Rücksprache beim Bürgermeister und unter Berücksichtigung der Tatsache, daß er daraufhin 4 Monate lang von der Sache nichts mehr gehört habe, die Auffassung gehabt, die Pfändung sei aufgehoben, so daß er sich als Eigentümer für berechtigt gehalten habe, das Schwein zu schlachten. Es habe ihm also das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt. Dem stand jedoch die Tatsache gegenüber, daß im Jahre vorher der Angeklagte schon einmal 2 Schweine, die wegen Steuerrückstände seines Vaters gepfändet waren, unberechtigterweise geschlachtet hatte«. Er wußte also genau, daß eine derartige Selbsthilfe nicht zulässig ist. Die Berufung wurde daher zurückgewiesen. Der H. K. aus Düdelsheim war im Sommer in einer Schwurgerichtssache am hiesigen Landgericht als Zeuge vernommen worden. Im Anschluß an die Verhandlung verlangte er 10 RM. Zeugengebühren. Da der Angeklagte selbständiger Händler ist und wirtschaftlich nicht in den besten Verhältnissen lebt, hegte der Beamte, der die Auszahlung vornahm, Zweifel an der Richtigkeit der in dieser Höhe geltend gemachten Zeugenauslagen und übergab die Sache der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte wurde jedoch damals vom Schöffengericht von der Anklage des Betrugsversuchs mangels Beweises freigesprochen, da der Beamte nicht mit Bestimmtheit aussagen konnte, ob in der geforderten Summe die dem Zeugen entstandenen Barauslagen für Fahrt und Verpflegung einbegriffen waren oder nicht. Hiergegen richtete sich die Berufung des Angeklagten, der aus erwiesener Unschuld freigesprochen werden wollte. Dies ist jedoch nicht zulässig, das es nach der geltenden Rechtsordnung ein Rechtsmittel gegen ein freisprechendes Urteil nicht gibt. Die Berufung wurde daher als unzulässig verworfen. Ebenfalls ohne Erfolg blieb die Berufung des K. H. B. aus Butzbach, der wegen Hehlerei von dem dortigen Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt worden war. Der Angeklagte hatte sich von einem Bekannten, der in der ersten Instanz ebenfalls verurteilt worden war, angeblich wertloses Altmetall besorgen lassen, welches dieser aus dem Schrott eines Werkes in Butzbach aufgelesen haben wollte. Er bezahlte dafür ein Trinkgeld, und zwar merkwürdigerweise in einer Höhe, für die er das Metall beinahe hätte kaufen können. Der Angeklagte behauptete, es habe sich nur um fast wertlose Abfälle gehandelt. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß sehr wertvolles Metall, u. a. Kupfer und Nickel, darunter war. Schon allein die Tatsache, daß er sich die Sachen heimlich von dem Bekannten in seine Wohnung bringen ließ und auch verhältnismäßig hohe Beträge hierfür zahlte, ließ es ausgeschlossen erscheinen, daß der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt hatte. Das Gericht kam somit zur Verwerfung der Berufung. In der Grube verschüttet. LPD. Weilburg, 7. Oft. Auf der Grube „Georg-Josef" in Gräveneck (Oberlahnkreis) brach bei Reparaturarbeiten an einer Grundstrecke plötzlich die Holzverzimmerung. Die Bergleute Odenwald aus Gaudernbach und Brühl aus Arfurt wurden durch die niedergehenden Erdmassen verschüttet. Odenwald konnte erst nach viereinhalbstündiger Arbeit geborgen werden. Er wurde mit schweren inneren Verletzungen in das Weilburger Krankenhaus eingeliefert. Sein Arbeitskamerad Brühl konnte dagegen erst am nächsten Tage nur noch als Leiche geborgen werden. denbelagun- f seiet Zeil ist wun-1^ dervoll in Farbe und Muster, er- \ spart viele Hausar- beit, weil er leicht zu pflegen ist, be- X hält jahrelang sein schönes Aussehen und i»-4] ist trotzdem un- erhört billig. - *b/ Die Folgerung .•/lautet also: Von //jetzt ab BALATUM für alle Räume! PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS Zwischenprüfung der Haushaltslehrlinge. Alle halbe Jahre werden die Lehrmädchen des hauswirtschaftlichen Berufes in ihrer zweijährigen Lehrzeit geprüft, um die planmäßigen Fortschritte in ihrer Ausbildung festzustellen. Es ist eine dankbare Aufgabe für die tüchtige Hausfrau, die Heranbildung des hauswirtschaftlichen Nachwuchses selbst zu leiten und zu überwachen. Unterstützt wird diese praktische Lehre im Haushalt durch den Unterricht in der Berufsschule. Die Prüfung bestand in der Beantwortung weltanschaulicher Fragen, die Frau Mathy, die Kreissachbearbeiterln der Abteilung Volkswirtschaft- Hauswirtschaft, nach kurzen Worten der Begrüßung an die Mädchen richtete, in schriftlichen Arbeiten, bei denen die Schülerinnen z. B. die Aufftellung eines Haushaltungsbuches und die Berechnung verschiedener Mahlzeiten nach den Preisen der Lebensmittel ausführen mußten, und in den praktischen Arbeiten, wie Kochen, Waschen, Bügeln, Nähen und Flicken. Während von den Prüflingen, die seit Ostern 1937 im Haushalt lernen, nur die ersten einfachen Hausarbeiten verlangt wurden, mußten die Lehrlinge von 1936 zeigen, daß sie schon selbständig die Aufgabe anpacken und bewältigen konnten. Da hieß es: kaufe ein und rechne ab!; oder die Aufgaben, die der Vierjahresplan der Hausfrau stellt, mußten erklärt werden; da wurde die Chemie der Küche gefragt und ein gutes Mittagessen wurde von diesen Lehrlingen verlangt, das bei der Kostprobe zur Zufriedenheit ausfiel. Beide, Lehrling und Lehrfrau, waren froh, als die Prüfung überstanden und der Beweis erbracht war, daß bet gemeinsamen guten Willen und durch Fleiß und Geduld das Ziel erreicht werben kann. Die Rektorin der Berufsschule, Frau Weitzel, überwachte die praktischen Arbeiten und griff helfend ein, wo es nottat. Die Lehrlinge waren freudig bei der Sache und zeigten, was sie gelernt hatten. F. K. Bevorzugte Behandlung Kinderreicher. DNB. In einem Erlaß an die Länder und an die ihnen unterstellten Behörden hat der Reichsarbeitsminister zum Ausdruck gebracht, daß er von allen Angehörigen seines Geschäftsbereichs erwarte, daß sie Vätern und Müttern, die ihnen als kinderreich bekannt sind oder sich als solche zu erkennen geben, im unmittelbaren Verkehr eine bevorzugte, zuvorkommende und taktvolle Behandlung zuteil werden lassen. Jedes andere Verhalten würde den bevölkerungspolitischen Zielen der Reichsregierung widersprechen. Nach dem Erlaß des Reichsarbeitsministers gebührt die gleiche Behandlung Müttern mit kleineren Kindern. Längeres Wartenlassen entspreche nicht der gebotenen Ächtung vor der Stellung der Mutter und ihrer schweren Abkömmlichkeit in einem Haushalt mit kleinen Kindern. Neuer Krankenwagen der Ganitätskolonne. Arn gestrigen Freitagnachmittag ist bei unserer Gießener Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz ein neues Krankentransportauto eingetroffen, das die Sanitätskolonne schon lange für ihren Dienst unbedingt nötig hatte und zu dessen Kauf ihr in anerkennenswerter Weise Beihilfen vom Hessischen ßanbesmänneroerein und von einer wohlwollenden VerschwörungbeiVusaü^Sohn Erzählung von Peter Mattheus. Alljährlich wurde bet Busack & Sohn Inventur gemacht. Die Firma handelte mit Nutzholz. Wochen vorher wurden die riesigen Bretter- und Balkenstapel auf dem weitläufigen Platz durchgemefsen und aufgenommen, und am nächsten Sonntag zog dann die gesamte Belegschaft des Büros hinaus auf den Platz und schrieb die Resultate in dickleibige Wachstuchhefte. Abschließend fand dann jedesmal ein Frühstück statt, das sich bis zum Abend hinzog. Das war immer so gewesen bei Busack & Sohn. An dem Inventursonntag, von dem hier die Rede ist, kamen die letzten Wachstuchschreiber gegen zwölf vom Platz herein. Im großen Hauptraum des Büros war schon die lange Tafel gedeckt. Da standen Schüsseln mit Salat und belegten Broten, Terrinen mit dampfenden Würstchen und Flaschen, bauchig oder schlank, mit süßen oder scharfem Inhalt. Und an der Wand auf zwei zusammengeschobenen Stühlen ruhte ein Fäßchen Bier. Alle nahmen erwartungsvoll ihre Plätze ein. Zuerst erhob sich Herr Hans Busack, der Chef des Hauses Busack & Sohn. Er war eigentlich der „Sohn", denn fein Vater hatte die Firma gegründet. Der wirkliche „Sohn" hingegen war weiblichen Geschlechts, denn Hans Busack hatte nur ein einziges Kind, und das war eine Tochter. So seltsam spielt das Leben mit den Firmen. Der Chef also erhob sich, dankte den Angestellten für ihre Arbeit und trank auf ihr Wohl. Dann stand Herr Wildenow auf, der Bürovorsteher, dankte dem Chef für das Frühstück und trank auf das Wohl des Chefs. Dann stand der jüngste Lehrling auf, stotterte furchtbar verlegen eine Ansprache heraus und trank auf das Wohl der Firma. Auch das war immer so gewesen bei Busack & Sohn. Dann hörte man längere Zeit nichts als das Klappern der Messer und Gabeln, das Klirren der Teller, das Gluckern des Bieres und bas sanfte Zwitschern, das ertönt, wenn man einen Korken aus einer Flasche dreht. Ansprachen wurden nicht mehr gehalten. Dennoch war es keineswegs still. Gegen zwei, als das Fäßchen schon dumpf klang, wenn man mit dem Knöchel dagegen schlug, verschwand Herr Busack diskret durch eine Hintertür. Herr Koch, der Erste Buchhalter und Weltmann des Büros, übernahm die Führung, ließ den großen Tisch beiseiterücken und holte sein Grammophon herbei. Und dann wurde getanzt. Sogar der jüngste Lehrling überwand seine Schüchternheit und wurde ausgelassen. Die anderen waren es schon längst. Die älteren Herren hatten sich in eine Ecke zurückgezogen, tranken, rauchten und lächelten milde zu den Späßen der Jugend. Um sechs standen die meisten Flaschen unter dem Tisch. Das Fäßlein klang hoffnungslos leer. Der letzte Akt des Festes stieg. Eine Anzahl Kraftdroschken fuhr vor dem Büro vor, und die einzelnen Festteilnehmer wurden — sorgsam nach Wohngegend geordnet — in die Fahrzeuge verstaut. Den Fahrern wurden die Adressen ihrer Fahrgäste eingeschärft. In ernsten Fällen bekamen sie sie schriftlich. Das hatte sich in den früheren Jahren gut bewährt. Auch das war immer so gewesen bei Busack & Sohn. Dann gingen der Kassenbote Schmidt und seine Frau, die nebenan im Anbau wohnten, umher und öffneten die Fenster. Und mit dem Rauch und mit der Wärme zog der letzte Rest der Festesstimmung ab, und das Büro verwandelte sich wieder in einen nüchternen und sachlichen Raum, der der Arbeit diente. — Am Montagmorgen erschienen die Damen nicht ganz pünktlich. Der Chef, rücksichtsvoll und menschenfreundlich, kam an diesem Tage ohnehin nie vor halb zehn. Schließlich waren alle da, nur Fräulein Hartmann fehlte noch, die ihren Platz gegenüber von Herrn Koch hatte. Und plötzlich hatte Herr Koch, der immer zu Späßen aufgelegt war und besonders gerne Fräulein Hartmann neckte, einen Einfall. Er streckte beide Arme in die Luft und rief: „Hallo! Oh — alle mal rasch Herkommen!" Noch hatte der Kobold des Jnventursonntags seine Herrschaft nicht völlig aufgegeben. Gleich darauf stand die gesamte Belegschaft des Büros um Herrn Koch herum, und Herr Koch erklärte hastig, wie man nachträglich noch einen Spaß haben könne, indem man Fräulein Hartmann ... Sein Plan fand allgemeine Billigung. Sogar Herr Wildenow, der sonst immer sehr auf Würde hielt,, stimmte zu. Es mußte wirklich an besagtem Kobold liegen. Der Prokurist Plimberg sagte zwar: „Verdammter Narr!" — mit einer Stimme, die mühelos die Telephonglocke übertönte. Aber etwas in dieser Stimme ließ vermuten, daß auch er einverstanden war. Alles stürzte an die Plätze zurück, und zwei Minuten später kam Fräulein Hartmann. Sie kam aus der Garderobe, etwas blaß und übernächtig, schusselte durchs Büro, setzte sich an ihr Pult und sagte: „Guten Morgen!" „Morgen!" antwortete Herr Koch, ohne von der Arbeit aufzusehen. Nanu —??? Das war sonst nicht Herrn Kochs Art. Fräulein Hartmann sah überrascht aus. Aber ehe sie noch eine Frage stellen konnte, hob Herr Koch den Kopf und blickte sie ernst, sehr ernst an. „Na, Fräulein Hartmann!" sagte er, „sie wissen ja, ich habe Sinn für Humor. Aber diesmal sind Sie zu weit gegangen!" „Waaa —?" sagte Fräulein Hartmann. „Jawohl!" sagte Herr Koch. „Diel zu weit. Herr Busack hat zwar gelacht, aber man konnte merken, daß es ihm nicht recht war. Wie kann man auch zu seinem Chef,Ach, Hans — halt' doch die Klappest sagen." „Waaa —?" sagte Fräulein Hartmann zum zweitenmal. Aber Herr Koch schüttelte nur den Kopf und vertiefte sich wieder in seine Arbeit. Etwa eine Minute lang saß Fräulein Hartmann still da und starrte mit eigentümlich leerem Gesichtsausdruck vor sich hin. Dann erhob sie sich plötzlich halb vom Stuhl, beugte sich über den Tisch und klopfte Herrn Koch aufs Tintenfaß. „Sie! Herr Koch!" sagte sie, „wenn Sie denken, daß Sie mich verkohlen können, sind Sie auf dem Holzweg!" „O bitte", sagte Herr Koch und zuckte die Achseln. Damit war der Fall zunächst erledigt. Kurze Zeit darauf trug Herr Wildenow die Post ins Chefkontor und blieb, als er zurückkam, bei Fräulein Hartmann stehen. „Hm — peinliche Sache", sagte er. „Äm besten, Sie entschuldigen sich nachher." „Was? Sie auch?" rief Fräulein Hartmann. „Horen Sie bloß auf!" Herr Wildenow, ein sonst würdiger Herr mit grauem Bart, lächelte schmerzlich, hob die Schultern und ging davon. Sogar fein Rücken sah gekränkt aus. So sicher wie zu Anfang war Fräulein Hartmann nicht mehr. Wieder starrte sie eine Weile vor sich hin. Kann man, dachte sie, mit Zweifel im Herzen, im Schwips Dinge sagen, die man hinterher total vergißt? Es sollte ja so etwas geben. Und einen Schwips hatte sie gehabt, das war nicht zu leugnen. Himmel — konnte sie sich so weit vergessen haben? Das mußte um jeden Preis feftgeftellt werden. Mit der Miene eines sehr beschäftigten Menschen und einem ausgesprochen flauen Gefühl in den Beinen eilte sie nach hinten in die Registratur. Der erste, den sie dort erwischte, war der jüngste Stift. „Oh — Fräulein Hartmann", sagte er, „wie konnten Sie so etwas sagen." „Jugendlicher Schurke!" war eine immerhin harte Antwort. Herr Beningsen, der Registrator, äußerte: „Verflixt, in Ihrer Haut mochte ich nicht stecken." Und Fräulein Flock, Fräulein Hartmanns Freundin, sagte: „Nimm's nicht so tragisch, Schatz." Die anderen sagten ähnliches. Zum Schluß blieb nur Herr Plimberg übrig, dieses Muster an Rechtschaffenheit, von dem bekannt mar, daß er nie die Unwahrheit sagte. „Hab ich das gesagt, Herr Plimberg? Hab ich das wirklich gesagt?" fragte sie. „Das werden Sie ja wohl alleine wissen", knurrte er. Und das gab Fräulein Hartmann den Rest. Um fyalb zehn klappte drinnen die Tür — das Zeichen, daß der Chef gekommen war. Herr Plimberg klemmte sich ein Aktenstück unter den Arm und verschwand im Chefkontor. Ein paar Minuten lang hielt Fräulein Hartmann es aus. Dann stand sie auf, klopfte und huschte ebenfalls hinein. Herr Plimberg stand am Fenster, Herr Busack saß am Schreibtisch. „Nun —?" fragte er. „Ja, Fräulein Hartmann? Bitte —?" „Ich ■ - • mochte mich entschuldigen", stieß sie hervor. „Ich habe es nicht so gemeint. Ich wollte das nicht sagen." Sie sah sehr zerknirscht und sehr hübsch aus. Wenn sie Herrn Busack angesehen hätte, hätte sie bestimmt bemerkt, wie fassungslos erstaunt er war. Sie starrte aber beharrlich auf den Fußboden. „Ja — hmhm — ja..." sagte Herr Busack und starrte seinerseits Herrn Plimberg an. Herr Plimberg wiederum starrte aus dem Fenster. Etwas an Herrn Plimbergs Gesicht gab Herrn Busack zu denken. „Ich war beschwipst", fuhr Fräulein Hartmann reuevoll klagend fort. „Ich habe auch gar keine Erinnerung daran, daß ich das gesagt hab. Ich war ganz erschrocken, als ich es heute morgen erfuhr." „Hm", machte Herr Busack, streifte sie mit einem raschen Blick und sah wieder Herrn Plimberg an. Dann beugte er sich hastig tief über den Briefkvrb auf dem Schreibtisch. Er war ein kluger Mann, der seine Pappenheimer kannte. Langsam, jedes Wort wägend, den Blick fest auf die Briefe geheftet, sagte er: „Ja, Fräulein Hartmann, hm — da will ich nicht so sein. Aber eine kleine Strafe haben Sie wohl verdient, nicht? Jetzt also wiederholen Sie nochmal, was Sie gestern gesagt haben." '„Oh..." machte Fräulein Hartmann entsekt. „Ja, ja — nur vorwärts!" sagte Herr Busack. „Ach — Hans — halt' — doch — die — Klappe!" hauchte sie. Drei Sekunden später fuhr Fräulein Hartmann wild zur Tür hinaus. Hinter ihr ertönte ein zweistimmiges Gelächter, bei dem Herrn Plimbergs kraftvolles Organ nicht einmal dominierte. Vor der Tür empfing sie auch Gelächter. Herr Koch ergriff schleunigst die Flucht, und Fräulein Hartmann ergriff das lange Buchhaltungslineal und fauste, Rache- fchreie ausstoßend, hinter ihm her. Die Tür der Expedition stand glücklicherweise offen. Das Letzte, was die anderen sahen, war, daß Herr Koch in toller Hast um die Ecke eines Schuppens bog und Fräulein Hartmann ihm mit geschwungenem Lineal folgte. „Hoffentlich vermöbelt sie ihn ordentlich", sagte Herr Wildenow, dessen Gewissen sich regte. Eine ganze Weile blieben die beiden verschwunden. Recht lange. Dann endlich tarnen sie wieder zum Vorschein und marschierten nebeneinander zum Büro zurück. „Nanu?" sagte Fräulein Flock, die den scharfen Blick und das Ahnungsvermögen der Frau hatte. „Nanu?" Sie sprang plötzlich auf und eilte den beiden entgegen. — Als Herr Plimberg kurze Zeit darauf aus dem Chefbüro kam, stürzte Fräulein Flock auf ihn zu und sagte aufgeregt: „Wissen Sie schon? Sie haben sich verlobt!" „Was? Wer?" trompetete Herr Plimberg. „Die beiden", verkündete Fräulein Flock. „S)ext Koch wird Fräulein Hartmann heiraten." „So? Das geschieht ihm recht!" sagte Herr Plimberg mit tiefinnerster Befriedigung. „Ganz recht!" Herr Plimberg war unheilbarer Junggeselle. privaten Seite gewährt worden waren. Das neue Transportauto weist gegenüber den bisherigen beiden Krankenkraftwagen erhebliche Verbesserungen der technischen Einrichtungen auf, die beim Transport von Kranken und Verunglückten sowohl für diese, wie auch für die Transportbegleiter bedeut- sam sein werden. Von berufener ärztlicher Seite und von maßgeblichen Führern der Sanitätskolonnen wurde der neue Kraftwagen gestern nach seinem Eintreffen am Kolonnen-Depot eingehend besichtigt, ebenso nahmen Vertreter von Behörden und von änderen interessierten Stellen dieses neue Hilfsmittel der Kolonne eingehend in Augenschein. Allenthalben fand das neue Krankentransportauto nach jeder Richtung hin den vollen Beifall der zuständigen und berufenen Sachkenner. Gießener lvochenmarktpreiie. * Gießen, 9. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf-, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11K, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, 1/io 10, Tomaten, Vi kg 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3,45 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Falläpfel, kg 5 bis 6 Pf., Birnen 5 bis 20, Zwetschen 15 bis 16, Preiselbeeren 35, Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppen- Hühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 12, Endi»ien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Aerztlicher Fortbildungskurs. Vom 14. bis 16. Oktober findet der von dem Beauftragten des Reichsärzteführers für das ärztliche Fortbildungswesen genehmigte Fortbildungskurs der Medizinischen Fakultät Gießen statt. Der Kurs wird sich speziell mit der Früherkennung und Frühbehandlung von Krankheiten be- Ä. Vortragende sind die Leiter der Kliniken und ute. ** 40 Fahre im Dienste d e r Reichsbahn. In großer geistiger und körperlicher Frische konnte der Vorstand des Reichsbahn-Verkehrsamtes Gießen, Reichsbahn-Oberrat N i e r m a n n , am Donnerstag, 7. Oktober, auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste der Deutschen Reichsbahn zurückblicken. Gleichzeitig feierte der Jubilar seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß fand im Kreise von Mitarbeitern und Kameraden eine schlichte Feier statt, während der die fachlichen und kameradschaftlichen Eigenschaften des Jubilars in herzlich gehaltenen Ansprachen hervorgehoben wurden. Gesangliche Darbietungen verschönten die Feier. Mit besonderer Freude horte man auch einige musikalische Darbietungen, die der Jubilar selbst zum Vortrag brachte. Die Feier hielt die Teilnehmer in engster Verbundenheit einige Stunden beisammen. Die geistvollen, anregenden Unterhaltungen bekundeten, daß die Männer des Flügelrades auch einem solchen seltenen Ehrentage den richtigen Klang zu geben vermochten. ** Geschäftsjubiläum. Der hiesige Metzgermeister und Gastwirt Friedrich Wenzel, Neustadt 38, kann am morgigen Sonntag auf ein 40jähriaes Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Herr Wenzel steht im Alter von 68 Jahren, geht noch voll seinem Berufe nach und erfreut sich allgemeinen Ansehens. ** Mieterjubiläum. Am heutigen Samstag, 9. Oktober, wohnen der Polster- und Tapeziermeister Friedrich Zimmermann und die Witwe Frau Luise Weber seit 25 Jahren ununterbrochen in dem Hanse Seltersweg27, Besitzer Gastwirt Hermann L ö b e r. Dieses Mieterjubiläum ist für die Mieter und für den Hausbesitzer eine Auszeichnung. ** 85 Jahre alt. Am heutigen Samstag, 9. Oktober, kann der Vorschlosser i. R., Heinrich Schnitt, Mittelweg 18, in geistiger und körperlicher Frische seinen 85. Geburtstag begehen. Wir gratulieren! ** 83 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 10. Oktober, wird Frau Marie Krombach, geb. Reuter, Kaplansgasse 25, in geistiger und körperlicher Frische 83 Jahre alt. Der Jubilarin herzliche Glückwünsche. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Sonntag, 10. Oktober, feiern der Jnstitutsdiener i. R. Georg Bayer und seine Ehefrau Eliese, geb. Götz, Am Riegelpfad 58, das Fest der Goldenen Hochzeit. Der alte Herr ist mit seinen 77 Jahren schonIeit längerer Zeit leidend, während seine um zwei Jahre jüngere Frau sich noch einer guten Gesundheit erfreut und mit ihrem rheinischen Humor ihrem Manne sein Leiden vergessen macht. Der Ehe entsprossen fünf Söhne, wovon zwei dem Kriege zum Opfer fielen. Wir wünschen dem alten Ehepaar noch einen gesunden, frohen Lebensabend. ** Vom Bezirk Oberhessen der Deutsch e n L e b e n s - R e t t u n g s -Gesellschaft (DLRG.). Hans Thein in Gießen wurde nach erfolgreich abgelegter Prüfung von der Hauptgeschäftsstelle Berlin die Urkunde mit goldener Nadel für den Lehrschein der Deutschen Levens-Rettungs- Gesellschaft erteilt und durch den Bezirk Oberhessen überreicht. ** Landwehrvereinigung LIR. 116. Man berichtet uns: Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Landwehr-Jnfanterie-Regiments 116, die sich seit ihrem Bestehen das Ziel gesetzt hat, die im Felde bewährte Kameradschaft weiter- zupfleyen, hielt am Donnerstag eine gutbesuchte Familienfeier ab. Nahezu 50 Kameraden mit ihren Frauen waren dem Rufe des Landwehrführers W. B o p f gefolgt und hatten sich im „Bayrischen Hof" zum gemeinsamen Rehessen mit darauffolgender gemütlicher Unterhaltung versammelt. Die Pehe hatte ein Landwehrkamerao, der im Nebenberuf dem edlen Weidwerk huldigt, erlegt; die Unkosten bestritt erfreulicherweise die Vereinskasse. Kamerad W. B o p f begrüßte die Kameraden und ihre Frauen herzlich, brachte ein mit Begeisterung auf- genommenes Sieg-Heil auf Führer und Volk aus und konnte mit innerer Genugtuung wieder feststellen, daß die alte Landwehrkameradschaft nicht nur äußerlich weiterbesteht, sondern sich im Laufe der Jahre, seit 1919, immer mehr vertieft und bewährt habe. Den gemütlichen Teil des Abends leitete Kamerad August Balzer, der eine Anzahl heiterer Gedichte und Schwänke in Wetterauer Mundart vortrug, die mit Beifall und allgemeiner Heiterkeit ausgenommen wurden. Mit einem der Altersstufe der Landwehr angemessenen, nicht allzu stürmischen Tänzchen schloß die schöne, wohlae- lungene Feier, die gewiß dazu beigetragen hat, Die Bande alter Kameradschaft weiter zu festigen. W. H. ** Aus dem Kyffhäuserbund, DRKB. Man berichtet uns: Die Kriegerkameradschaft 1874 unter Führung des stellv. Kameradschaftsführers Pg. August Wagner hatte Donnerstag abend die Kameraden im „Burghof" zu einem Kameradschaftsabend zusammengerufen. In einem etwa zweistündigen Lichtbilderoortrage sprach Pg. Studienrat Fischer über „Meine eigenen Erlebnisse RUHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen l897 D I beim Reichsparteitag der Arbeit 1937". Kamerad Fischer verstand es in ausgezeichneter Weise, seine Zuhörer an Hand von Lichtbildern dem ge- waltiaen Erleben nahezubringen. Er sprach einfach und klar als Soldat und SA.-Mann, ohne Phrase zu Gleichgesinnten. Sein Sieg-Heil dem Führer fand in den Herzen seiner Zuhörer freudigsten Widerhall. ** Richtigstellu n g. In dem gestern ver- öffentlichten Bericht der Bezirkssparkasse Gießen ist durch einen Schreibfehler eine falsche Zahl angegeben worden. Auf der zweiten Spalte im sechsten Absatz (vorletzte Zeile) mußte die für den Grundbesitz angegebene Zahl nicht 1 200 000 RM., sondern 1 20 000 RM. lauten. Oie preise für Wild und Wildgeflügel. DNB. Die Verordnung über Höchstpreise für Wild und Wildgeflügel vom 25. November 1936 ist durch eine neue Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung abgeändert worden. Unter grundsätzlicher Beibehaltung der bisherigen Preise ist jetzt für den Jäger ein einheitlicher Verkaufspreis festgesetzt, gleichgültig, ob er an den Wild handel oder an den Verbraucher direkt liefert. Bei Verkauf durch den Jäger an den Wildgroßhändler oder Aufkäufer ist ein Abschlag von 10 v. H. vorgesehen, der diesen Handelsstufen' einen angemessenen Verdienst sichert. Die Preise für Rebhühner werden nach der neuen Verordnung von den örtlichen Preisbildllngsstellen festgesetzt. Werden und Bedeutung des Grünberger Gallusmarktes. Grünberg steht wieder vor seinem bedeutendsten wirtschaftlichen Ereignis des Jahres: am kommenden Mittwoch und Donnerstag findet der weit- hin bekannte Gallusmarkt statt. Gallusmarkt in Grünberg heißt, das wirtschaftliche Leben der beschaulichen Kleinstadt für zwei, drei Tage zur Hochkonjunktur anschwellen lassen; heißt, für die Bewohner einiger Dutzend Dörfer der näheren und weiteren Umgebung ein einziges Ziel haben, wohin zu gehen man sich das ganze Jahr über vorbereitet hat; heißt für Grünberg selbst, das große Fest des Jahres feiern. Weit ist der Grünberger Gallusmarkt bekannt und berühmt; der wetterfeste Vogelsberger nennt ihn kurz „Gallmährt", während sein südwestlicher Nachbar, der Bewohner der gesegneten Wetterau, breit und behäbig vom „Gallmaht" spricht, und der Städter ihn mit „Gallmarkt" bezeichnet. Schon aus diesen verschiedenen Namen geht hervor, daß der Grünberger Gallusmarkt überall bekannt ist. Und welcher Zauber und welche Bedeutung sick erst in der Heimat an das Wort „Gallusmarkt^ knüpft, das beweist die zu einem geflügelten Worte gewordene sagenhafte Antwort jenes Grünberger Schulbübleins, wonach er mit unter die „hohen christlichen Feiertage" zu rechnen ist, d-as beweist Ihre Geschäfts-Drucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, 0e- echäftskarten.Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbeiten. Wir bieten sie Ihnen I BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 ZUM GALLUSMARKT empfehle ich: Mäntel für Herren, Damen und Kinder, billige Strickkleider, Strickwesten, Pullover, Unterzeuge, Lodenjoppen, Kleiderstoffe, Waschsamte, Hemdenstoffe, Bettzeuge, Damaste 6578d Bley le - Erzeugnisse Rudolf Römer - Grünberg aber auch, daß er hierzulande eine ganze Jahreszeit aus dem Kalender verdrängt hat; denn von dem Herbst spricht hier kein Mensch, hier heißt es nur „ver'm Gallmährt", ,/im de Gallmährt erim" und „nooch'm Gallmährt". So lebt er in der Vorstellung von jung und alt als „das Ereignis" im Sabre, auf das sich alles freut und wofür alles aufs beste in Ordnung gebracht wird. Jahrhunderte alt ist der Gallusmarkt, verlieh doch im Jahre 1481 Kaiser Friedrich III. aus dem Haufe Habsburg der Stadt ©rünberg das Recht, am St. Kalixtenabend (14. Oktober) einen „freien Jahrmarkt" zu beginnen. Eigentlich hätte der Markt daher „Kalixtenmarkt" heißen müssen, aber die Grünberger nannten ihn nach dem berühmten „Freiheitsbrief" des Landgrafen Heinrich I. von Hessen, den dieser anläßlich seines Besuches am Sankt Gallustage (16. Oktober 1272) der Stadt ausstellte, in dankbarer Erinnerung an dieses wichtige Ereignis „Gallusmarkt", da ja auch dieser Tag den Schluß des ursprünglich dreitägigen Marktes (14. bis 16. Oktober) macht. So ist er zu seinem Namen gekommen, der altehrwürdige Markt, hat Jahrhunderte überdauert, hat gute und schlechte Zeiten gesehen und war bis ins vorige Jahrhundert einer der besuchtesten Märkte Mitteldeutschlands. Auch heute noch übt er stets seine Anziehungkraft auf die Umgebung aus und ist das Herbst-Stelldichein für den vorderen Vogelsberg, die Rabenau, das Busecker Tal u. a. Dieses lebhafte Interesse weiter Bevölkerungskreise findet seine natürliche Begründung einerseits in der wirtschaftlichen Bedeutung des Marktes, anderseits in der Tatsache, daß man in Grünbergs Mauern während und nach den Stunden des Marktgeschäftes mancherlei fröhliche Geselligkeit findet, die in dem Einerlei des Alltags, insbesonders auch für die schwer arbeitende Landbevölkerung, eine willkommene Zerstreuung bildet. Deshalb ist es dem einfachen Bauers- und Arbeitsmann, der sich den Sommer hindurch auf seiner Scholle mühsam plagt, Bedürfnis, den Gallusmarkt zu besuchen. Da er das Jahr hindurch öfters nach Grünberg kommt, so will er auch beim Gallusmarkt dabei fein, einmal um den Marktrummel mitzuerleben, zum andern aber auch sind es sehr reale Dinge, die ihn herführen: An- ober Verkauf von Ferkeln, Anschaffung not- wendiaer Geräte und Gegenstände des täglichen Bedarfs, vor allem Winterwaren; dies alles wird am Gallusmarkt erledigt. Gerade für den Landwirt ist die Zeit besonders günstig, denn bis Mitte Oktober sind die dringendsten Feldarbeiten beendet, er hat einen Ueberblick über seine Futtervorräte und kann danach seinen Viehbestand einrichten, überflüssiges Vieh abstoßen oder neues kaufen; durch den Verkauf seiner Erzeugnisse hat er die nötigen Barmittel in den Händen und kann an allerlei Anschaffungen denken, die er in den geld- knappen Sommermonaten sich nicht leisten konnte. Und die Grünberger Geschäftswelt, die sich für den Gallusmarkt ganz besonders rüstet, bietet alles auf, um den Marktbesuchern mit allem dienen zu können. Sind für sie doch diese Markttage wohl die Tage, die ihnen die größte Ernte des Jahres bescheren. Seit langem haben sie vorgesorgt; besonders Bäcker und Metzger müssen an den beiden vorhergehenden Tagen mit Hochbetrieb arbeiten, um für den Markt gerüstet zu sein. Denn an den Markttagen haben alle Hände vollauf zu tun, um jede Nachfrage zufrieden zu stellen. Groß ist oft der Umsatz, der bei gutem Marktverlauf in manchen Geschäften erzielt wird. Kein Wunder, denn schier un- üoersehbar ist die Menschenmenge, die zu Fuß, zu Wagen, mit Rad, mit Auto oder mit der Bahn, die außer den verstärkt fahrenden planmäßigen Zügen noch Sonderzüge laufen läßt, nach Grünberg hereinkommt. Unaufhörlich ergießt sich ein Men- schenstrom durch die Straßen, in den Geschäften staut sich die Menge der Käufer, und der Markt auf der Käswiese ist bis in die späten Abendstunden stets mit einer dichten Menge belagert; kommt doch die Zahl der Marktbesucher schätzungsweise bis an die Zahl 10 000 heran. Da herrscht überall reges Leben und Treiben; Musikbanden und Harfenmädchen durchziehen die Straßen und eilen von Wirtschaft zu Wirtschaft, um ihre Weisen, besonders die neuesten Schlager, hören zu lassen. Drehorgelmänner sitzen an den Straßenecken und den Zugängen zum Markt, leiern ihre Melodien und bitten um milde Gaben. Auf dem Markte stehen lange Reihen von Verkaufsständen, die in mehreren Gassen angeordnet sind und allerlei Waren enthalten. Besonders auffallend sind ein oder mehrere „wahre Jakob"; immer und immer wieder preist er seine Waren mit lautem Rufen und Schreien als „die allerbilligsten" an, durch seinen treffenden, nie versiegenden Mutterwitz ist er stets von einer Schar Schau- und Kauflustiger umlagert, und was für ihn die Hauptsache ist: seine Sachen finden immer wieder ihren Liebhaber. Dicht daneben der große Juxplatz mit seinen Ständen und Unterhaltungsstätten. Sie alle finden stets Zuspruch, denn der Marktrummel bringt es mit sich, daß an diesem Tage das Geld lockerer in der Tasche sitzt als sonst. ♦ 3um Schluß noch ein kurzer Ueberblick über den Verlauf des diesjährigen Gallusmarktes. Der vor- cmsgehende Sonntag (10. Oktober) bringt als Auftakt einen Heimatabend in der Turnhalle, der unter dem Leitgedanken „Unser Wald" steht. Am Dienstagabend, 12. Oktober, ist auf dem Marktplatz beim Rathause die Eröffnungsfeier, die durch ein kleines Festspiel auf einer Freilichtbühne, umrahmt von Musik, besonders feierlich aeftaltet wird. Mit der Hissung der Marktfahne (blauweißrot) findet die Markteröffnung sichtbaren Ausdruck. Am Mittwoch, 13. Oktober, ist Pferde-, Rind- und Schweinemarkt, daneben Krämermarkt und Volksbelustigung auf dem Juxplatz, sowie Tanz in allen Sälen der Stadt und der Turnhalle. Der D onn er sta g, 14. Oktober, als zweiter Markttag bringt Fortsetzung des Krämermark- tes und der Volksbelustigung, außerdem wird die Preisverteilung des Schülerwettbewerbs, das Lob des Gallusmarktes in Reimen zu besingen, vorgenommen werden. Der nachfolgende Sonntag, 17. Oktober, bringt die Ziehung der Gallusmarktverlosung in der Turnhalle und anschließend auf dem Juxplatz den Ausklang des Marktes. iiimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiii Seltene maturur» Kunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter MeMMlem u.5eefMen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur- aufnahmen. 3n Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin. Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllll Hotel Hirsch Am Gallusmarkt Erstklass. Stimmungskapelle Mittwoch abendTanz! Bekannt gute Küche la Weine und Biere 6576D Eine gute Tasse Kaffee steht bereit bei CARLE/GrfinberO jederzeit! 6577 D Gvünbergev GaAusmaMIYSS ©Trinkt Ihn'ng -Melchior-Bier das Gute 6579 D Sonntag, den 10. Oktober: 11-16 Uhr: Ausstellung der Gewinne der Gallusmarktverlosung im unteren Rathaussaal. 20 Uhr: Heimatabend in der Turnhalle. .Unser Stadtwald", mit Lichtbilder- vortragen und einer „Rundfunkreportage" vom Leben und Beruf des Holzhauers. Dienstag, den 12. Oktober: 20 Uhr auf dem Marktplatz: Uraufführung des Gallusmarkt-Sröffnungsspieles (Text von Hennes Bocher. Musik von Ernst Bräuer). - Anschließend Anfeiern des Mittwoch, den 13. Oktober: 9 Uhr: Marschmusik durch die Straßen der Stadt, Vsevde-, Rindvieh- u. Schweinemavkt Krämermarkt und Volksbelustigung; in den Sälen der Stadt und in der Turnhalle Tanzmusik. • Donnerstag, den 14. Oktober: 9.30 Uhr: Abmarsch vom Marktbrunnen mit Musik zum Frühschoppen im Wirtszelt. Ab 9 Uhr bis abends: Krämermarkt und Volksbelustigung. 14.30 Uhr: Auf dem Gallusmarktplatz Verkündigung der Sieger im Iugendwettbewerb um den besten Werbespruch für den Grünberaer Gallusmarkt. Sonntag, den 17. Oktober: 13.30 Uhr in der Turnhalle: Ziehung der Gallusmarktverlosung, Rach feier auf dem Iuxplatz. Sondevzüge: Siehe Aushänge an den Bahnhöfen. Es laden ein: 6575 d Vüvgevmeittev und GaUusmavtt-AussckuS. Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen größten Leistung verpflichten zur I M s OPEL Motorwagen-Verkaufsgesellschaft mb.H. Gießen Femiprecher 2847/8 Frankfurter Straße 52/56 BORRMANNg / Z Ihr Fachgeschäft für Eisenwaren Herde u. Ofen Haus- und Küchengeräte Die seit Jahrzehnten bekannte rr Ä ' - rrnÄT Germania-Drogerie Carl Seibel mit besonders leistungsfähiger Photo-Abteilung M W L ilw V .s Fernruf 3359 Neustadt 10 Das leistungsfähige Fachgeschäft für Herren- und Knabenkleidung Für die Dame Jeder Anspruch wird erfüllt durch das Haus für neue § £ R Modeschöpfung Modestube Körner, Flockstr. 10 Röckl-Handschuhe • Kayserwäsche • Strümpfe Elegante Taschen WIENER MODEN Modische Neuheiten L< - M Rudolf Rüdiger ohg. Gießen empfiehlt: Badeeinrichtungen in Gas, Kohle und Elektrizität moderne Kühlschränke el. Licht-, Kraft- u. Klingelanlagen Rundfunk aller Fabrikate r Cafe H. Weimar Frankfurter Straße 41 »Telephon 2833 M M Pfaff - Nähmaschinen Seltersweg 30 H. Kraft Fernruf 3369 Reparaturen aller Fabrikate - Ersatzteile Wolle Handarbeiten Strickwaren Strümpfe im Spezial-Geschäft: Else Ditimar Gießen • Seltersweg 52 MM Fachleute von der Pike auf kaufmännisch und technisch geschult möchten Sie beraten: Baums &Treibig Gießen, Bahnhofstr 26, Fernruf 3700 »**% Köhler & Jochim -M IG" W MA \ - ...M LMMä । Fernsprecher 2621 Gießen Seltersweg 27 Unsere Stärke ist Auswahl, Qualität und Preiswürdigkeit llr.256 viertes Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag. 9. Oktober W37 WMWWMÜ! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz-. Lrfhur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. Fortsetzung ♦ (Nachdruck verboten.) 13. Brt dichten Wogen flutete es durch den mit künft- lenichem Wurf und erlesenem Geschmack ausgestatte- ieil Saal. Entzückende Masken, wundervolle Kostüme, btranter hier und da der feierliche Frack. Trotz rintr gewissen Gemessenheit in der Art des Sichens herrschte doch ausgelassene Fröhlichkeit. Man Milte fröhlich sein an diesem Abend und war es. tauschende Farben, blitzende Lichter, Musik und Men überall — das mußte auch den Schwerblü- ligfien aus seiner Zurückhaltung herauslocken und ihn einfügen in den Strom des Lebens, den em iimvoller Gedanke an diesem Abend entfesselt hatte. Stefan war noch weit davon entfernt, sich als Selle von diesem Strom forttragen zu lassen. Bis (liegt war er unschlüssig gewesen, ob er das tfeft Dir lief) besuchen sollte oder nicht. Es waren da zu- ml innere Hemmungen gewesen. Nur der Gedanke ir Annelore hatte ihn schließlich bewogen, doch zu • tijpen., Vielleicht fand man hier leichter Gelegen- :ieif, ihr näherzukommen, als es zu Hause möglich :dqt. Suse mochte der gleichen Ansicht sein, sonst : Dar* sie am Vortage nicht noch einmal gegen seine unentschlossene Haltung Sturm gelaufen. Bekannte, gleichfalls im Frack, sprachen ihn an, Mn nach einigen flüchtigen Worten wieder zu ver- jhVnden. Ein paar Masken riefen ihm etwas zu. Cir Ijörte kaum hin. Eine Papierschlange fing ihn Mnselnd em. Gleichmütig löste er sich aus der Ihlen Schlinge. Stimmung vorläufig noch unter dem Nullpunkt! ‘teile er sachlich bet sich fest Und er fand, daß Tittfe Feststellung recht unbefriedigend war. Man inuBte sich angleichen, und dazu verhalf am besten i>in Glas Sekt. Er sah von weitem das dicht be- Ime te Sektzelt und steuerte langsam darauf los. MMch wich er zur Seite. Er hatte ein paar liniier bemerkt, die seinerzeit zu dem Kreise um ffiblia gehört hallen. Er mochte ihnen nicht be- Wer Einiopssoimiag des WSW. 1937/38. Erinnerungen und Hoffnungen in Gießen. in Köche des WHW. teilten beim öffentlichen Eintopfessen aus. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) fä5ner Auftakt, daß der erste Kampstonntag Diifem neuen Einsatz aller Kräfte gegen Not und §£te dem Eintopf gehört. Denn mit ihm sind weit- hi- in allen Schichten unserer Volksgemeinschaft töiirtDoIIe Richtpunkte verknüpft. Er spricht immer tumber mit eindrucksvoller Stimme zu uns und dabei in unserem Herzen Erinnerungen auf- leb?n, die nicht nur der Alltag uns gegeben hat, fordern die wir auch aus unvergeßlichem Erleben mit uns tragen. Schauen wir an diesem ersten Cintopfsonntag^ des Wnterhilfswerks 1937/38 kurz zurück. • In den rieften Familien in Stadt und Land ist der Ein- toff seit vielen Jahren schon ein guter Bekannter. Dii meisten Deutschen haben den Eintopf schon von ßinbesbeinen an als getreuen Wegbegleiter, sie Wen ihn ganz besonders erlebt und schätzen gelernt in der Zeit des Heeresdienstes in Feindes- lait) oder in der damals mit schweren Nahrungs- smzen kämpfenden Heimat. Sie sind dieser engen @cneinfd)aff mit dem Eintopf auch nach dem Krege wieder verbunden gewesen, so wie sie heute nog mit ihm auf Du und Du stehen und sicherlich bis an ihr Lebensende von ihm begleitet werden. Ls ist also schon berechtigt, wenn der größte Teil innrer Volksgemeinschaft davon spricht, daß der Lirtopf im Heim der deutschen Familie keine un= Hinnte Erscheinung sei. Es ist immer eine Freude, nach langer Zeit einen Uten Freund Wiedersehen und ihm in enger Ver- lundenheit die Hand drücken zu können. Jeder von uis hat das schon erlebt. Derartige Freundschasts- tenbe sind wertvolle Besitztümer für das Leben. Einem solchen guten Freund begegnen wir alle cm morgigen Sonntag wieder. Seine Beziehungen ti uns sind zwar erst vier Jahre alt, aber trotz die- tr kurzen Zeitspanne sind sie doch so innig und ief, daß sie zu einem bedeutsamen und wertvollen itück unseres Lebens geworden sind. Diesem guten freund können wir zwar keine Hand geben, weil er t ine Hände hat. Aber wir können ihm unsere herzliche Zuneigung barbringen und dabei das Bewußt- jün hegen, daß wir in seinem Jdeenkreis wertvolle Leistungen vollbringen. Dieser gute Freund ist — Le r Eintopfso n n t a g. Morgen wind er zum elften Male wieder bei uns sein, im Rahmen des fünften Kampfes gegen Hunger und Kälte, den der Führer am Dienstagabend eröffnet hat. Es ist ein Aber neu und großartig zugleich ist der Ideengehalt, den der Eintopf zum ersten Male im Herbst und Winter 1933 durch den Führer Adolf Hitler erhalten hat. Da wurde der feit Jahren bekannte Eintopf sonntagsfähig in allen Familien gemacht, auch da, wo man ihn zwar werktags mehr oder minder ausgedehnt einen Platz gönnte, ihm jedoch für den Sonntag die Geltung absprach. Und mit dieser Einordnung in das Feierkleid des Sonntags erhielt der Eintopf den schonen Sinn und Zweck eines Opfer-Anlasses, damit durch ihn Not und Elend im deutschen Volke bekämpft und gemindert werde. Das war 1933, zu Beginn des Winters, eine gewaltige Neuerung. Aber sie fand rasch Anklang. Man begriff in Stadt und Land in den meisten Familien sehr schnell den hohen ideellen Gehalt dieses Tages, und man bekannte sich dazu, den Eintopfsonntag nicht nur als Opfertag, sondern auch als einen Tag des starken.Bekenntnisses zu der engen, einander helfenden und fordernden Gemeinschaft aller deutschen Menschen zu begehen. Auch in unserer engeren Heimat gewann der Eintopf im Sonntagsgewand seinem neuen Zwecke rasch viele Freunde. Es wäre töricht, übersehen zu wollen, daß man in der ersten Zeit nicht überall sofort mit fliegenden Fahnen den neuen Weg mitgin$r Jedoch ist es dem Zeitchronisten eine angenehme Pflicht, die Feststellung zu verzeichnen, daß der Eintopfsonntag je länger je mehr aufrichtige Freunde fand, immer stärker in die Breite und in die Tiefe wirkte und heute in Wirklichkeit allenthalben in den Familien das ist, was man einen guten, alten Freund nennt, bei dessen Wiederkehr man sich freut und mit dessen Bestehen man sich immer wieder gern verbindet. Den praktischen Niederschlag dieser innigen Verflochtenheit des Eintopfsonntags mit allen Volksgenossen haben wir in unserer engeren Heimat vielfältig bemerken können. Da war es nicht nur der finanzielle Ertrag der Opferspenden an den Eintopfsonntagen, der die Bedeutung der Tage kennzeichnete, sondern noch bedeutsamer war die Betonung des Bekenntnisses zu der großen nationalsozialistischen Idee, die der Führer diesem Tag gegeben hatte. Als weithin sichtbare Beispiele dafür sah man bei den gemeinschaftlichen öffentlichen Eintopfessen, die von Zeit zu Zeit veranstaltet wurden, die Männer, Frauen und Kinder aus allen Volksschichten in schönster Gemeinschaft ihren „Schlag" empfangen und mit prächtigem Appetit verzehren. Da stand — wie oft konnte man das beobachten! — in unserer Stadt der General neben dem einfachen Manne aus dem Volk, da ging der Leiter eines großen industriellen Betriebes neben dem kleinen Arbeits- manne zur Feldküche, der Universitätsprofessor reihte sich in die Schar seiner Studenten und in die „Schlange" an der „Gulaschkanone" ein, da fehlte der Gewerbetreibende oder der Handwerksmeister mit seinen Arbeitskameraden ebensowenig; ganz selbstverständlich auch, daß alle führenden Männer der Bewegung hier wieder in vorderster Front standen. Sie alle und mit ihnen ihre Familien- und Hausangehörigen nahmen den von der NSV. zur Verfügung gestellten Suppentopf zur Hand, ließen sich einen ordentlichen „Schlag" einfüllen, suchten sich an Tischen irgendwo zwischen den speisenden Volksgenossen einen Platz und „verdrückten" frohgemut ihren Eintopf, den die Feldküchen in prächtiger Weise zubereitet hatten. Wie stark der Anklang dieses gemeinsamen Eintopfs war, konnte man u. a. auch darin bekundet sehen, daß bei einem gemeinsamen Eintopfessen, für dessen Zubereitung alle Feldküchen und Kochkessel unserer Gießener Garnison eingesetzt wurden und bei dem annähernd 4000 Liter Essen zubereitet waren, die Nachfrage der Hausfrauen an den durch die Straßen fahrenden Feldküchen bei weitem nicht befriedigt werden konnte. Wir erinnern uns jenes Sonntags genau, da die Hausfrauen ober -töchter, nicht selten auch der Hausherr selbst, beim Erscheinen der durch Trompetensignal angekündigten Feldküchen von allen Seiten mit Schüsseln und Töpfen herbeiströmten, um für die Familie den „Schlag" gegnen. Das war ja der Hauptgrund für sein Zögern gewesen: die Wahrscheinlichkeit, hier mit bekannten Künstlern zusammenzutreffen. Man stand heute natürlich weit über dieser Sache, aber es war immerhin unangenehm, Leuten zu begegnen, die über die Ereignisse von damals Bescheid wußten. Zum mindesten konnte man es vermeiden. Einer der Künstler, der Tenorbuffo Brendler, hatte ihn aber doch bemerkt. Ein kurzes Zögern und Prüfen, dann wand er sich geschickt durch die Menge hindurch und kam mit ausgestreckter Hand auf Stefan zu. „Sind Sie es wirklich, Herr von Achenbach? Freut mich aufrichtig. Haben uns lange nicht gesehen, was?" Er schüttelte Stefan die Hand. „Ich freue mich wirklich. Sie waren schon damals ein famoser Kerl. Entschuldigen Sie den familiären Ausdruck, aber es ist wirklich gut gemeint. Und heute braucht man ja nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, nicht wahr?" Stefan lächelte nachsichtig. Brendler war ein sehr sympathischer und gutherziger Mensch, der damals wirklich viel auf ihn gehalten hatte. Man durfte überzeugt fein, daß er es gut meinte. „Gewiß, Herr Brendler", entgegnete Stefan. „Und ich freue mich ebenfalls. Wenn mich mein Gefühl nicht getäuscht hat, haben Sie mir schon damals viel Sympathie entgegengebracht, obwohl ich erheblich jünger war als Sie." „Das darf ich mit gutem Gewissen bestätigen, Herr von Achenbach." „War wohl auch ein gut Teil Bedauern dabei, wie?" Brendler zögerte. Dann sagte er: „Wenn Sie so ruhig davon sprechen, darf ich es ebenso ruhig bekennen: Jawohl, Herr von Achenbach. Und keiner hat sich mehr für Sie gefreut, daß die Sache glücklich in die Brüche ging." „Bei mir hat es — begreiflicherweise — ein bißchen länger gedauert, bis ich dahintergekommen bin, daß es ein Glück für mich war Heute bin ich natürlich um so fester davon überzeugt. Wohlverstanden: ich sage Ihnen das zu Ihrer Orientierung, nicht etwa, um Gloria Rettner noch nachträglich herabzusetzen." „Verstehe vollkommen, Herr von Achenbach. Aber darf ich mir da noch eine Frage erlauben? Ich I Feldküchen der Soldaten halsen bei der Lieferung der Eintopf-„Schläge". (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Glieder der Volksgemeinschaft umspannende segensreiche Einrichtung nicht vorhanden sei. Diese Anerkennung muß für uns alle stets ein Ansporn sein, auf dem bisherigen Wege dieser Eintopf für den Sonntagsmittagstisch abzuholen. Und wir sehen im Geiste heute noch manche betrübte Hausfrau, die damals mit leerem Topfe wieder heimkehren mußte, weil der köstliche Inhalt der Feldküchen im Handumdrehen ausgegeben war. Dieses „Betriebsmalheur" an jenem Eintopfsonntag konnte allerdings nicht den liefernden Wehrmachtsküchen zur Last gelegt werden, sondern es hatte feinen Grund darin, daß die meisten jener Essenholer es nicht für notwendig gehalten hatten, ihren Bedarf rechtzeitig anzu- melden, und nun als Abholer überraschenderweise an den Feldküchen auftauchten. Immerhin bewies gerade jener Eintopfsonntag überaus eindrucksvoll, wie stark in die Breite und in die Tiefe das Bekenntnis zum Eintopfsonntag Wurzel geschlagen hat, wie es zu einem unveräußerlichen, wichtigen Lebensfundament unserer Volksgenossen aller Schichren und Stände geworden ist. * Von dieser Grundlage der letzten Jahre ausgehend, wird der Eintopf auch an den nach ihm genannten Spendetagen des fünften Winterhilfswerks wiederum in allen Familien volle Geltung haben. Das ist ganz natürlich, denn es steht unzweifelhaft fest, daß ein gut zubereitetes Eintopfessen auch für den Sonntagsmittagstisch eine köstliche Sache ist, die sich sehen lassen kann. Ebenso überzeugend ist die Tatsache, daß der Eintopf in allen deutschen Familien als Sonntagsspeise eine wuchtige Kraft des Bekenntnisses zum Gemein- schaftsgodanken darstellt, die ihre Wirkung nach außen aus die anderen Völker bisher schon nicht verfehlt hat und auch künftighin in der gleichen Weise ausüben wird. Vielfältig sind dem deutschen Volke ausländische Stimmen nach dieser Richtung hin bekannt geworden, die sämtlich mit staunender Bewunderung diese großartige Kundgebung der deutschen Bekenntnisgemeinschaft würoigten und dabei nicht selten Bedauern darüber äußerten, daß in ihrem eigenen Volkstum eine derartige, alle gewaltigen Volkskundgebung einsatz- und opferbereit immer weiterzuschreiten. Unsere engere Heimat wird dabei wacker mitmarschieren. Wir wissen aus den Beobachtungen im Verlaufe der letzten Jahre, daß der Eintopf als Beherrscher eines Sonntags im Monat während des Winterhalbjahres in allen Familien seine feste Stellung errungen hat. Und es ist auch kein Geheimnis, daß unsere Volksgenossen in Stadt und Land unserer engeren Heimat das Opfern für das WHW. in Verbindung mit dem Eintopf als eine besondere freiwillige Verpflichtung erfüllen. Daher sind wir denn auch überzeugt, daß dis Eintopfsonntage des Winterhilfswerks 1937/38 eine hervorragende Rolle im Gesamtrahmen dieses Kampfes gegen Hunger und Kälte spielen werden und der morgige erste Eintopfsonntag für seine Nachfolger und für das gesamte Hilfswerk einen guten Auftakt bilden wird. So wollen wir denn alle morgen wieder freudig unfern Eintopf-„Schlag" verzehren und dabei unsere Opfergabe gern in die Hände der Sammler legen, damit unsere Beisteuer zum WHW. reiche Früchte tragen kann im Kampf gegen Hunger und Kälte B. Deutsche Familie beim Sonntags-Eintopf. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M M möchte natürlich nicht indiskret fein, aber es interessiert einen doch —" „Bitte?" „Sie haben Gloria Rettner operiert?" Stefans Augenbrauen schoben sich leicht zusammen. „Ist das auch wieder bekanntgeworden?" „Ich hörte neulich davon." „Darf ich wisien, von wem?" „Gewiß. Don Wolfersdorfs. Er ist ja wohl Inspektor bei Ihnen?" Stefan zog hörbar die Luft durch die Nase. „Ah, Wolfersdorfs ...! Ein Schwätzer, und nicht einmal ein gutmütiger." „Allerdings. Mir persönlich sehr unsympathisch. Aber er gehörte damals zu den Freunden Brockmanns, des Rennreiters, ünd ist natürlich gut informiert." „Ah, daher also! Das erklärt allerdings manches. Und Sie haben sich da natürlich Gedanken gemacht, werden sich zum mindesten gewundert haben, daß ich die Operation übernommen habe, nicht wahr?" „Man kennt ja die Zusammenhänge nicht, Herr von Achenbach. Und ein Mann wie Wolfersdorfs kommt als Gewährsmann selbstverständlich nicht in Frage." „Na, schön, um auch da keine Unklarheiten auf- kommen zu lassen: ich würde die Operation wahrscheinlich abgelehnt haben, wenn ich gewußt hätte, daß die Frau Konsul Bruckner die ehemalige Gloria Rettner war. Aber ich bin von dieser Tatsache überrascht worden. Das ärztliche Gewissen und das wissenschaftliche Interesse — der Fall war nämlich ebenso interessant wie schwierig — haben mich dann bestimmt, die Behandlung trotzdem zu übernehmen. Nicht zuletzt auch die Persönlichkeit des Konsuls selbst, der in schwerer Sorge war. Es wäre ja auch kleinlich gewesen, die längst vergessenen Dinge der Vergangenheit da mitsprechen zu lassen. Ich habe meine Schuldigkeit getan, und damit ist die Angelegenheit für mich erledigt." „So ähnlich habe ich mir das auch vorgestellt. Und bas entspricht ganz dem Bilde, das ich mir immer von Ihnen gemacht habe. Wenn ich das sagen darf, Herr von Achenbach ... Und nun entschuldigen Sie mich, Brendlerchen wird nämlich gebraucht. Vielleicht sehen mir uns nachher noch; würde mich sehr freuen." „Wollen sehen, Herr Brendler. Viel Vergnügen inzwischen!" „Ebenfalls, Herr von Achenbach!" Stefan sah ihm nach, bis er in der Menge untergetaucht war. So, nun wußten die Leutchen Bescheid, Brendler würde schon für Aufklärung sorgen. Schluß also damit! Langsam bahnte Stefan sich den Weg nach dem Sektzelt, das dicht belagert war. Die Dame, die das Zelt betreute, war Dina Engler, die erste Soubrette des Stadttheaters. Stefan erkannte sie sofort. Da konnte man also wieder eine Frage erwarten! Ein vielversprechender Anfang! In diesem Augenblick wurde er wieder angerufen. „Ah, Kollege Achenbach ...! Das ist ja nett. Wollen Sie sich auch eine kleine Herzstärkung leisten?" Stefan gab ihm die Hand. „Versteht sich, Kollege. Man wird es heute notwendig haben, sich das Herz zu stärken, denke ich." „Haben Sie so viel vor? Alle Achtung! Aber da passen Sie nur gut auf, daß besagtes Herz nicht irgendwo hängen bleibt. Wär' kein Wunder heute. Bei dieser Fülle von weiblicher Schönheit und Grazie!" Dina Engler hatte flüchttg aufgesehen, als der Name Achenbach gefallen war. Jetzt lag ihr Blick forschend auf Stefans Gesicht. Ein kleines, helles Licht stand in ihren hübschen dunkelbraunen Augen. Stefan trat mit leisem Lächeln heran. „Jawohl, göttliche Dina, ich bin es! Und dis schone Gloria ist auch wieder da. Diese erschütternde Neuigkeit möchten Sie mir doch gern berichten, nicht wahr?" Sie sah ihn verdutzt an. „Ja, was ist denn das .. ? Von dieser Seite kennt man Sie ja gar nicht, Herr von Achenbach." „Schon möglich. Es sind ja seit damals auch etliche Jahre vergangen. Die Welt verändert sich. Warum soll sich Stefan von Achenbach nicht auch verändert haben! Aber nun geben Sie mir erst mal gebührend das kleine Händchen und lassen Sie mich Ihnen sagen, daß ich mich freue. Sie wieder» zusehen. Blühend wie immer!" Sie reichte ihm mit festem Druck die Hand. Fortsetzung folgt SJ.-fpori Wirtschaft üb erden Berlin Frankfurt a. M. der 8.10. Daium Kokswerke und Chemische Fabrik 7 die ReichSbank 12 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a M. das VfB.-R. III — Grünlngen I. den das aus sind Kontingentsüberschreitungen für Süßmostkeltereien erlaubt. 128,5 84,5 84,9 128,4 203 120 125,5 114,75 i. Die vor- : dem 203 135,5 120,25 125,5 114,75 Schluß- kurs 140 142 167,25 123 170,25 185,5 138,75 149,25 263,5 163 131,75 153,25 162,75 134,25 151 140,25 51,75 176.5 124,13 154,5 139 129,5 95,5 119,9 150,5 229,5 151,5 132,25 148 167,5 213 200,5 115.75 58,5 115,5 153,5 30,9 224,S 1401 141,8 167,28 12» 203,25 120,25 125,5 114,75 128,9 84,25 85 128,65 204 135,75 120,25 125,5 114,75 230,5 152 132,25 148,5 168,75 213,75 201 116,5 59 116,25 155 31,75 185,75 138,25 119,75 149 162,5 132 153,75 162,25 133,5 150 140 51,13 176.8 123,75 1« Hi 131 111 129,5 156,25 in 119,8 1L 18 1« 229,71! 128 46 83,75 84 128,65 Schlußkurs 188 139,75 120,75 150,25 165 154,75 164,13 135,25 152,5 142,5 52 178 125,65 155,25 167 139,5 130,75 158 126,75 121,75 153 111,5 230,5 127 152,25 132,75 148,5 168,75 95 214,25 116,4 59,4 116 154 31,5 Lahmeyer.......... Mainkrafl........... Mannesmann....... Mansselder Bergbau . Metallgelellschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro Rheinstahlwerke...... Die Rasenspieler, die am vorigen Sonntag trotz geschwächter Mannschaft einen hohen Sieg buchen konnten, treten morgen auf dem Waldsportplatz gegen die Reserve des VfB.-Reichsbahn cm. Die Platzherren, die in ihrer bewährten Aufstellung an« 14 . 6 . 0 >• 8 . 6 7 6 12 6 Ki . 4 5 .. 9 > 10 .. 6 .. 7 7 .. 6 .. 7 .. 6 .. 0 s/i 8/i .. 8 .. 6 .. 6 .. 4 4/t Mittag bürst. In Lich steht die 2. Mannschaft dem Tv. Lich gegenüber. Die zweite Jugend begleitet die erste Mannschaft nach Lützellinden. MSV. IIL/2ÜL 9 (Barbara) — Tv. (Brimingen. Am morgigen Sonntag wird die Handballmannschaft des MSV. III./AR. 9 (Barbara) ihr zweites Pflichtspiel in Gießen austragen. Die Mannschaft wird sich dem To. Grüningen auf dem Sportplatz des DfB.-Reichsbahn in folgender Zusammensetzung zum Kampf stellen: Lüdke: Weiler, Kreß: Richter, Engel, Mann; Götze!, Ollhoff, Färber, Winden, Weiland. ist für fremde Mannschaften ein heißer Boden. Grünweißen sollten 3U einem Siege kommen, ausgesetzt, daß die Mannschaft das Spiel mit nötigen Ernst auffaßt. BfB.-R. II — Lich I. Daimler Motoren........ Dessauer Gas........... Deutsche Erdöl .......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieserungen.... Elektrische Licht und Kraft. g. K. Farben-Jndustrie ... Felten & Guilleaume..... GeSfürel................ Th. Goldschmidt......... Grihner Maschinen....... Harpener............... Hoesch Eisen............. Philipp Hvlzmann....... Ilse Bergbau............ Ilse Genüsse............ Kali Aschersleben........ Klöcknerwerke ........... 13L» 147,2 IW 167,3 94,2 212! 113 ’Sf 128 83,5 84 128,5 7.INTERNATIONALE KOCHKUNST-AUSSTELLUNG FRAN KFM RTA.M. • FESTHALLENGELÄNDE • VOM 9.-20. OKT. 1937 tag&ch von 70 ~ 79 Uhr ♦ fahrnaeUerma^/^un^ auf de/i Keuhwahn Kurszettel -er Berliner und Zranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. . 6 . 4 4/i ,. 7 .. 6 0 . 12 .. 6 .. 6 Buenos Aires . Brüssel....... Mo de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... HelsingforS.... Paris ...... Holland...... Italien....... treten, haben gezeigt, daß sie nicht leicht zu schlagen sind. Wir rechnen daher, daß die Grünweihen Spiel für sich entscheiden. Jugendklasse. Mtv. Gießen A — Tv. Heuchelheim. Dutenhofen — Tv. Krofdorf B. To. Lützellinden — Mto. Gießen B. Tv. Beuern — Tv. Lich. Tv. Holzheim — Tv. Hausen. Tv. Grüningen — Tv. Lang-Göns. To. Oberkleen — Tv. Hochelheim. IHlo. I — Lützellinden. Nachdem dem Mtv. am vorigen Sonntag 2. Kreisklasse. Tv. Garbenheim II — Tv. Allendorf (Lahn) Tv. Atzbach — To. Dutenhofen. Tv. Lich — Mtv. Gießen II. SA.-Stand. J 33 — Tv. Nauborn. SA.-Sturmb. 1/116 — Tv. Wißmar. Tv. Londorf — To. Ruttershausen. Allendorf sollte auch in Garbenheim gewinnen. — Das gleiche gilt für Atzbach. — Offen ist dagegen das Abschneiden der 2. Garnitur des Mtv. in Lich. — Die Kampfspielgemeinschaft 1/116 muß schon eine gute Mannschaft stellen, wenn sie gegen Wißmar gewinnen will. — Londorf dürfte es nicht schwer fallen, Ruttershausen mit einer Niederlage heimzuschicken. 1. Kreisklasse aufeinander. Wie das Spiel enden wird, hängt von der Tagesform ab. — Grüningen wird in Gießen kaum eine Gewinnmöglichkeit haben. — Dutenhofen hat in Katzenfurt leichtes Spiel. — Auch Dornholzhausen hat in Garbenheim, das zur Zeit außerordentlich stark ist, keine Aussichten. FC. Wetzlar, aufeinander. Ob die Steinberger mit ihrem Verteidigungsspiel diesmal wieder Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten, denn die Fünferreihe der Wetzlarer ist aktionsfähiger als die der Naunheimer. Massenbesuch gibt es in Burg, wo mit der Begegnung Burg — Sinn eines der Treffen steigt, die den Dillkreis besonders interessieren. Ein Sieg der Platzbesitzer, die die Gebrüder Blecher wieder zur Verfügung haben, wird dadurch das wahrscheinlichste sein. Die Butzbacher sind bis setzt manches schuldig geblieben. Selbst der eigene Platz bot noch keinen Vorteil, um zu einem Erfolg zu kommen. Soll nunmehr gegen Frohnhausen der Fall eintreten, heißt es doppelt aufmerksam zu sein, denn das dortige Gelände gleicht dem in Frohnhausen sehr. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Naunheim. Vorhergehenden Resultaten zufolge müßte man auch diesmal den Blauweißen einen sicheren Erfolg zutrauen. Endete doch das vor einiger Zeit ausgetragene Gesellschaftsspiel mit einem klaren 5:1-Erfolg der Platzbesitzer. Berücksichtigt man hierbei noch,' daß damals mehrfacher Ersatz eingestellt war, so könnte man um so sicherer zu dieser Annahme kommen. Doch wie weit Theorie und Praxis voneinander entfernt sind, wurde schon oft bewiesen. Das ift das eigenartige an den seitherigen Begegnungen der Blauweißen mit den Naunheimern, daß es bis jetzt noch keiner Mannschaft vergönnt war, auf dem Platze des Gegners zu einem vollen Erfolg zu kommen. Lediglich je ein Unentschieden sind die beiden Ausnahmen. Das gab auch den Ausschlag dafür, daß die Blauweißen von einer Verlegung des Svieles absehen, von der sie durch die Abgabe von Lippert an die Gaumannschaft, die in Mannheim den Pokalkampf gegen Baden bestreitet, hätten Gebrauch machen können. Man traut es auch der Vertretung Rahn, Zeiler, Lehrmund, Erhard, Sack, Pankok, Schellhaas, Bergmann, K. Löbsack, Schmelz, O. Löbsack zu, daß sie in der Lage ist, den ersten Derbandsfpielsieg herauszuholen. Garbenleich — 1900II. Die Reserve der Blauweißen fährt nach Garben- teich. Ein Sieg wäre zuviel verlangt, denn die Platzbesitzer sind derzeit gut im Schwung. Ein Unentschieden wäre schon ein Achtungserfolg. 1900 III — SSL II. Die Junioren der Blauweißen treffen vor dem Ligaspiel auf die 2. Mannschaft der SA.-Kampf- spielgemeinschaft. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Bissenberg I. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Elf des Sportvereins den Turn- und Sportverein Bisien- berg. Die Lollarer Mannschaft muß weiter ersatzgeschwächt antreten, da ihr Tormann vorigen Sonntag im Spiel gegen Steinberg verletzt und obendrein noch gesperrt wurde. Mit Eifer und schönem Zusammenspiel läßt sich die Lücke schließlich aussüllen. In der Aufstellung: Geißler, Hörstel, A. Klinkel, Naumann, Kreiling, Klein, A. Ziegler, Rudolf, Lahr, Gerlach, W. Ziegler wird das Spiel bestritten. Mit dieser Mannschaft dürfte man wohl einen offenen Kampf erwarten. Die Bissenberger stellen eine harte Mannschaft ins Feld. Das Spiel in der vorjährigen Verbandsserie verloren die Lollarer in Bissenberg mit 2:1. Durch unfaire Spielweise wurde seinerzeit unser bester Spieler Gabriel verletzt und ist bis heute noch nicht spielfähig. Es wäre zu wünschen, daß die Gäste einen guten sportlichen Kampfgeist mitbringen und nicht, wie in dem letzten Spiel, eine ,^ampf-um-jedenPreis"-Losung vorherrschen dürfte. Die Jugendmannschaft hat auf eigenem Platz die Jugend von Alten-Buseck als Gast. Man kann wohl damit rechnen, daß sie die Punkte erkämpfen wird. DfB.-Reichsbahn Gießen. Rüddingshausen I — VfB.-Reichsbahn I. Die erste Mannschaft trägt morgen ihr erstes Auswärtsspiel in Rüddingshausen aus. Die Gastgeber, die noch im vorigen Jahre der zweiten Kreisklasse angehörten, haben sich in der höheren Klasse gut bewährt. Die Mannschaft, zwar technisch dem Gegner nicht gewachsen, ist eifrig und schnell und gibt sich nicht so leicht geschlagen. Der eigene Platz wäre es jedenfalls, weil sonst die Spielleitung Ausschluß der Mannschaft verfügen müßte. 1. krelsklasse. Tv. Lang-Göns — Tv. Hausen. MSV. Gießen — Tv. Grüningen. To. Katzenfurt — Tv. Dutenhofen. Tv. Garbenheim — Tv. Dornholzhausen. In Lang-Göns treffen die beiden Neulinge Fwd. Der Gartenwirtschaftsverband Hessen- Nassau teilt mit, daß sämtliche im Einzugsgebiet des Gartenbauwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau ansässigen gewerbsmäßigen Süßmostkeltereien in diesem Jahre das für ihren Betrieb durch die Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschast estgesetzte Kontingent (Herstellungsrecht) ohne vorherige Genehmigung in beliebiger Höhe überschreiten können. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß in diesem Jahre eine außerordentlich reichliche Kelterobsternte angefallen ist, deren Verwertung unter allen Umständen gesichert werden muß. Sämtliche Süßmostkeltereien haben zu gegebener Zeit dem Gartenbauwirtschaftsverband zu melden, in welcher Höhe das von der Hauptoereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft festgesetzte Süßmostkontingent in diesem Herstellungsjahre über- Dezirksklaffe Gießen. 1900 — Naunheim (Kraus, Ballersbach). Lollar — Bissenberg (Scharf, Wetzlar). Wetzlar — Steinberg (Rühl, Naunheim). Burg — Sinn (Gutmann, Wetzlar). Butzbach — Frohnhausen (Post, Wieseck). Die dritte Mannschaft empfängt die Spieler Grüningen zum fälligen Pflichtspiel. Beide noch ohne Sieg, bei den Grünweißen wirken erstmals neue Spieler mit; ein knapper Sieg sollte möglich sein. Punkte kampflos zugefallen sind, muß die Mannschaft zum nächstfälligen Spiel nach Lützellinden. Der Verein wird annähernd die gleiche Elf stellen wie zum letzten Spiel, also: Scheuermann, Zehner, Brenner, Lübke, Fehrenbach, Frohneberg, Strack, Wagner, Winter, Pfeiffer. Der Halbrechte wird noch besetzt. Seipp kann auf Grund einer Armverletzung immer noch nicht spielen. Die Mannschaft von Lützellinden ist auf eigenem Platz nur schwer zu schlagen. Leider hat man die Elf des Mto. im Punktespiel noch nicht spielen sehen, so daß über den Ausgang des Treffens nicht viel gesagt werden kann. Die Tatsache jedoch, daß der Mto. vor kurzer Zeit Heuchelyeirn im Freundschaftsspiel schlagen konnte, läßt darauf schließen, daß die beiden Gegner annähernd gleich stark sind. Die 1. Jugend Des Mto. spielt auf eigenem Platz gegen die 1. Jugend Heuchelheim. 1900 wagt den Kampf gegen Naunheim ohne Verteidiger Lippert, der in der Gaumannschaft Pokalspiel gegen Baden bestreitet. Trotz dieser Schwächung sollte es zum ersten Sieg reichen. Die Lollarer sind ebenfalls noch ohne Sieg, und nachdem dies auf eigenem Platze gegen Butzbach nicht möglich war, wird es gegen Bifsenberg erst recht schwer sein, zumal die Hauptstütze der Gäste, der Mittelläufer Bingel, wieder dabei ist. In Wetzlar treffen die beiden Tabellenersten, die Teutonen aus Steinberg und der vorjährige Meister Liquidationspfandbriefe zeigten die üblichen kleinen Schwankungen. In der zweiten Börfenstunde war die Hdltung weiter schwach, wenn auch das Angebot keine Ausdehnung erfuhr. Hoesch gingen bis auf 123 nach 125, Mannesmann auf 119,40, Verein. Stahl auf 114,75 und Rheinstahl auf 151,50 zurück. Ferner IG. Farben auf 162,25, Adlerwerke Kleyer auf 114, Gesfürel auf 150 und AG. für Verkehr auf 127,75. Von erst später notierten Werten ermäßigten sich Daimler auf 139 bis 138 (140,40), Gebr. Junghans auf 131,25 (133,50), Conti Gummi auf 186,50 (188), Deutsche Linoleum auf 163 (164,50), Hapag auf 83,50 (84,50) und Feldmühle Papier auf etwa 141,50 (145). Großbankaktien blieben behauptet. Der Freiverkehr lag ebenfalls etwas fchwä- cher. Man nannte Rastatter Waggon mit 55 bis 56 (56 bis 57), Elsass. Bad. Wolle mit 81 bis 82,50 (82,50), Großalmerode Thon mit 113,50 bis 115,50 (114 bis 116), Ufa mit 73 (74) und Bürbach Kali mit 72 bis 71,50 (72,50). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse leicht erholt. An der Abendbörse kam die Abwärtsbewegung zum Stillstand, Angebot lag kaum mehr vor. Auf dem ermäßigten Stand erfolgten kleine Rückkäufe, so daß bei etwas zuversichtlicherer Stimmung die Kurse überwiegend leichf anzogen. Allerdings mar die Kursentwicklung recht uneinheitlich, gegen die schwachen Berliner Schlußkurse traten jedoch meist Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. im Durchschnitt ein. Am Montanmarkt erholten sich Verein. Stahl auf 115,75 (115), Hoesch auf 124,13 (123,50), Mannesmann auf 119,90 (119,40) und Rheinstahl auf 151,50 (151,25), während Buderus wie in Berlin 123 (124) und Harpener 176,50 (177) notierten. JG.-Farben zogen auf 162,75 nach 162,25 an, Scheideanstalt gaben auf 263,50 (264) nach, mati lagen Th. Goldschmidt, die noch unter Berlin gingen auf 140,50 (142,25). Don Maschinenaktien senkten sich Rheinmetall auf 147 (148), Moenus waren zu unverändert 123 noch angeboten, Daimler erholten sich auf 138,75 (138) und Adlerwerke auf 114,25 (114). Etwas fester lagen ferner Gesfürel mii 151 (150), Deutsche Erdöl mit 149,25 (148,50), Deutscher Eisenhandel mit 147 (146,50), Lindes Eis mit 174,25 (173,50) und BMW. gegen Berlin um 1,50 v. H. auf 155. Von Bankaktien bröckelten Commerzbank 0,25 v. H. ab auf 120, Adca waren zu 104 (103,75) in größeren Beträgen angebotem. Don Jnduftriewerten notierten nach Pause Dürr« werke Ratingen mit 133 (131,25), andererseits Schantung mit 132,50 (134). Am Rentenmarkt mal das Geschäft ohne Bedeutung bei unveränderten Kursen. 6proz. JG.-Farben 131,40. Schluß^. QLbentk Sötfe 8.10. Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz, und Privat-Bank... 6 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank..............* 7.10. 225” 144 145,5 168 124,75 170,25 188 140,4 150,5 264 164,5 131,5 154,5 164,13 135 152,5 143,5 52,25 177,75 125,9 155 139,75 130 127,75 95,5 122 153 S.G. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 7.10. 226 144 145 167,65 124.65 1. Jugend — 1906 1. Jugend. Morgen treffen sich diese Mannschaften zum Kampf um die Punkte auf dem Waldsportplatz. Die Grünweißen sind in technischer Beziehung dem Gegner ohne Zweifel überlegen, doch muß man in Betracht ziehen, daß bei einem Lokalkampf nicht immer die bessere Mannschaft den Sieger stellt. Der Platzvorteil dürste wohl den Ausschlag geben. 3. Jugend — Klein-Linden 1. Jugend. Die 3. Jugend fährt nach KleiN-Linden, um dort gegen die 1. Jugend zum fälligen Pflichtspiel anzutreten. In den letzten Spielen haben die Grünweißen bewiesen, daß sie zu spielen verstehen. Die Platzherren werden jedoch alles daransetzen, die beiden Punkte in Klein-Linden zu behalten. Der Ausgang des Spieles ist als offen zu bezeichnen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am kommenden Sonntag herrscht Hochbetrieb in Heuchelheim. Den Reigen beginnt die Jugendelf gegen Krofdorfs Jugend. Die zweite Mannschaft empfängt Launsbachs Erste. Den Höhepunkt des Tages bildet das Spiel der ersten Mannschaft gegen Alten-Buseck I. Nach dem eindeutigen Siege der Gäste über Wieseck muß man annehmen, daß beide Mannschaften gleich spielstark sind. Den Einheimi- chen ist das Plus des eigenen Platzes ein Vorteil, )er ausschlaggebend für den Spielausgang sein kann. Außerdem spielt Heuchelheim seit langer Zeit endlich mal wieder in kompletter Aufftellung. Fußball im Turnverein Großen-Lindey Grohen Llnden 1. 3gb. — Spv. 1930 Hungen 1. Jgd. In dem Kampf um die Punkte stehen sich morgen auf dem Sportplatz in Großen-Linden diese Mannschaften gegenüber. Die Blau-Weihen, die wieder in stärkster Besetzung antreten werden, dürfen ihren Gegner nicht zu leicht nehmen, denn im Punktspiel wird gekämpft. Man rechnet mit einem sicheren Siege des Platzbesitzers. Fußball in Staufenberg. Am kommenden Sonntaanachmittag treffen sich auf dem Sportplatz in Staufenberg folgende Mannschaften: Einheimische Jugend und Jugend Wieseck, ferner aktive Mannschaft Staufenberg und die erste Elf aus Daubringen. Handball im Kreis VIII Gießen. Bezirksklasse. Es werden sich am morgigen Sonntag gegenüber» stehen: Tv. Hörnsheim — Spogg. 1900 Gießen. Tv. Lützellinden — Mtv. Gießen. Tv. W.-Niedergirmes — Tv. Heuchelheim. VfL. 1860 Marburg — Tv. Münchholzhausen. To. Roth — DfB.-Reichsbahn Gießen. Die Hörnsheimer Mannschaft ist auf eigenem Platz immer gefährlich. Sie wird es auch diesmal wieder sein und bestimmt Sieger werden, wenn sich die Gäste nicht darauf besinnen, daß sie bereits zwei Spiele verloren haben. — Der Mtv. Gießen geht einen schweren Gang nach Lützellinden. — Heuchelheim hat in Girmes noch nicht gewonnen. Wohl hat die Mannschaft ohne weiteres Gewinnmöglichkeiten, sie muß aber mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen. — In Marburg wird, wenn nicht alles trügt, Münchholzhausen mit seiner ausgezeichneten Mannschaft einen neuen Sieg feiern. — Wird DfB.-R. diesmal antreten? Zu wünschen chritten wurde. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Aktien schwach. Frankfurt a. M., 8. Okt. An der Börse stand der Aktienmarkt unter weiterem Kursdruck, da sich die Abgaben der Kulisse fortsetzten und heute erstmals auch einige Verkäufe der Kundschaft vorlagen. Obwohl das Angebot nirgends übermäßig tark war, lagen schon die ersten Notierungen durch- chnittlich 0,50 bis 1 v. H. schwächer und im Verlause erfuhren die Rückgänge eine weitere Ausdehnung. Besonders matt lagen wie schon seit einigen Tagen Montanaktien, Mannesmann gingen auf 120,75 bis 119,50 (122), Verein. Stahl auf 115,75 bis 115 (116,50), Hoesch auf 125 (125,90) und Buderus auf 124 (124,75) zurück; Klöckner waren 0,40 v. H. höher mit 130,40. Schwach lagen sodann Kunstseide Bemberg mit 142 (145,50), IG. Farben mit 163 bis 162,50 (164,13) und Gesfürel mit 151 (152,50). Etwas befestigt waren Reichsbank mit 203,75 (203,25). Am Rente nmarkt erhielt sich dagegen weitere Nachfrage aus dem Kupontermin, lebhafter waren hauptsächlich unnotierte Industrie-Obligationen, ferner blieben Städte - Altbesitzanleihen incl. Ziehung Zu 133,25, Wiederaufbauzuschläge zu 80,50, Zinsvergutungsscheine zu 96 und späte Schuldbuch- fotfDerungen zu 99,25 gesucht. Kommunal-Umschul- bung schwankten zwischen 94,80 bis 94,85, Reichs- altbesitz lagen mit 128,75 behauptet. Reichsbahn-VA. gewannen 0,13 v. H. auf 128,50, dagegen notierten Dekosama Altbesitz niedriger mit 135,13 (135,65). Staats- und Länderanleihen lagen ebenso wie Goldpfandbriefe und Stadtanleihen fast unverändert. Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kalt............6 Schuckert & Co...............7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens L Halske......... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......*/i Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Allali............< Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 Patrouillenfahrt der Paddler. Die diesjährige Patrouillenfahrt der Paddler führt am morgigen Sonntag gegen 10.30 Uhr zu- nächst als reine Zielfahrt vom Bootshaus der Paddlergilde zur Badenburg. Nach ,einer Derpfle. gungspause wird sich gegen 13.30 Uhr die eigentliche Patrouillenfahrt anschließen, die erst in Rich- tung Lollar, Dann zurück nach Gießen führt. Für die Wertung ist nicht nur die fahrtechnische Leistung, sondern auch die Lösung der zahlreich eingestreuten wehrsportlichen Aufgaben mitbestimmend. Zuschauerplätze: bei der Badenburg, Wißmarer Lahn- brücke, Lahnbrücke in Gießen. Accumulatoren-Fabrtk Aschaffenburg Zellstoff Bemberg........... Bekula............. Buderus Eisen....... Cement Heidelberg... Cement Karlstadt .... Conti Gummi....... Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börje Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Saturn 7-10. 8.10. 7.10. 8.10 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,5 101,6 101,6 98,9 101,7 98,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,9 */i% Deutsche RelchÄchatzanwei- — — — — */2% Deutsche Reichsschatzanwei» 99,4 99,4 99,4 99,4 sungen von 1935, II. Folge ... Amtliche Notierung Gelt | Briel Amtliche Nvneruna Gelt | Bries Amtliche i-tol>ei0 Geir I 0,746 41 ,96 0,152 47,00 55,07 47,00 12,335 5,455 8,202 137,66 13,09 0,750 42,04 0,154 47,10 55,19 47,10 12,365 5,465 8,218 137,94 13,11 0,746 41,97 0,150 47,00 55,07 47,00 12,335 5,455 8,202 137,66 13,09 0,750 42,05 0,152 47,10 55,19 47,10 12,365 5,465 8,218 137,74 13,11 Japan.................... Jugoslawien.............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag./................... Budapest................. Neuvork.................. 0,718 5,694 62,00 48,95 11,205 63,60 57,28 16,98 8,701 2,490 0,720 5,706 62,12 49,05 11,225 63,7? 57,40 17,02 8,719 2,494_ 0,718 5,694 62,00 48,95 11,205 63,60 57,24 16,98 8,701 2,490 0,7* 5,7* 62,5 49,ti 11,Sj 63,7 57,1 17,1 8,71! der abe an Sttlta bi.- der mit Ich gebe Dir den guten Rat kauf Möbel stets von Sommeriad Unsichtbar gelang! der kalk als Bestandteil des Leitung»- und Brunnenwasser» in den Daschkeflel und beginnt hier seine seifenfressende Tätigkeit. Enthärten Sie deshalb immer das wasser vor Bereitung der Waschlauge durch einige Handvoll henko Bleich-Soda, die Sie 15 Minuten im Wasser wirten lasten. Nur in weich- gemachtem wasser haben Sie die volle Schaum- und wasch- traft der Lauge. £limm Henko, 6a» beim Waschen spart unö Seife vor Verlust bewahrt I Universität Marburg ernannt. Landkreis Gießen. >5 schllx t 55 K ’is 82,5 3 115$ Qä) So! uriniert * Lollar, 9.Okt. Das Preisschießen Kriegerkameradschast Lollar, das Wehrmannbüchsen auf 180 Meter stattfindet, wird an den beiden nächsten Sonntagen fortgesetzt. Marburg am 7. November 1925, wo er am 6. Dezember 1926 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Am 31. August 1935 wurde Prof. Jaeck vom Führer zum Oberregierungsrat bei ' Jemegur vor. L Rücftauji Tiung bi >ngs wc legen d och mei 1 Durä ) Dereir (123,50 kheinsto! e in SBr notierte 62,25 o- »ach, mc ierlin gi: ktien sek ms war; aimler t werke c. effiirel r i (148,5- . lindes k Berlin: brocket bca wir angebo1 mfe D nderer markt" lerä/M : 8^. Sch bin zwar unsichtbar — aber meinen Schaben ; sieht man! kleine» WtllN na» d A u«rnet (140,d TuW elbwüh!- “nfattic I 57,2< 16-9} ; 8,16' i - ; f 2,490; Aus der engeren Heimat. Oberregierungsrat Prof. Or. Jaeck tödlich verunglückt. LPD. Marburg, 8. Okt. Die Universität Marburg hat einen schweren Verlust erlitten. Am Donnerstagabend verunglückte kurz vor der Stadt Schmalkalden der Direktor des Instituts für Leibesübungen an der Universität Marburg, Oberregierungsrat Dr. Jaeck, mit seinem Motorrad tödlich. Das Motorrad wurde bei langsamer Fahrt aus bisher unbekannter Ursache aus einer Kurve getragen und stürzte in einen tiefen Wassergraben. Professor Jaeck erlitt einen schweren Schädelbruch und erlag seinen Verletzungen eineinhalb Stunden nach dem Unfall. Der auf dem Soziussitz mitfahrende Sohn des Verunglückten kam mit leichten Verletzungen davon. Prof. Dr. Jaeck wurde am 2. September 1894 in Düren geboren. Er promovierte am 5. Dezember 1921 in Frankfurt a. M. und habilitierte sich in 188 i 185/ >,75'138.: 1,751119 1,25 1 Ä W y,75 IH-' 13515 M 152, 'J 142, } 52 5V Küchen, Wohn-, Schlaf- und Herrenzimmer Polstermöbel Kapokmatratzen preiswert bei Rudolf Sommeriad Möbelwerkstätte Beuern - Telefon 53 Großen-Buseck Alleinverkauf für Gießen: Wilhelm Schreier Bahnhofstraße neben Cafö Amend 6620D WWWW Wernerwall 15 Oberrealschullehrplan, realgymnasiale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. _ , Reichsoerbandsprüfung durch dre Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit Sprechstunden täglich von 11% bis 13 Uhr. Fernsprecher 2129. D Druckschriften In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, Übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 A Großen-Linden, 7. Okt. Dieser Tage konnten drei unserer ältesten Einwohner ihren Geburtstag feiern. Der Eisenbahner i. R. Georg Menges, Obergasse 12, vollendete bei körperlicher und geistiger Rüstigkeit sein 8 3. Lebensjahr. Der Bergmann Adolf Weinandt, Alte Heerstraße 18, konnte seinen 84. Geb urts- 4a g und seine Ehefrau Luise Weinandt, geb. Reichhardt, ihren 8 5. Geburtstag begehen. Interessant ist, daß die Geburtstage beider Ehegatten an zwei aufeinander folgenden Tagen liegen. Auch sie erfreuen sich noch verhältnismäßiger Rüstigkeit und feiern in diesem Jahre ihre diamantene Hochzeit. „ * Grünberg, 8. Okt. In diesen Tagen kann der hiesige Uhrmachermeister Friedrich I ö ck e l auf das 50jährige Be st eh en seines Uhrenfachgeschäftes zurückblicken. Der Vater des jetzigen Inhabers gründete das Geschäft im Jahre 1887 und entwickelte es in gedeihlicher Weise aufwärts. Seit 1932 ist der Sohn des Gründers Inhaber des Geschäfts, der das Unternehmen auf den bewährten Grundlagen fortführt. <£ Eberstadt, 6. Okt. Das Ehepaar Heinrich S ch m a n d t und Frau Anna, geb. Löbrich, beging heute das Fest der silbernen Hochzeit. Die Evangelische Frauenhilfe, deren langjährige Vorsitzende Frau S ch m a n ü t ist, brachte aus diesem Anlaß dem Jubelpaar eine Ehruna dar. Pfarrer K ö d d i n g richtete eine herzliche Ansprache an das Silberpaar und überreichte als äußeres Zeichen der Verbundenheit ein großes Bild. Die Frauen waren dann einige Stunden zu Gast. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 7. Oktober. Der hiesige Weichensteller i. R. Heinrich M ö l l und seine Ehefrau Margarete, geb. Parr, begingen gestern das Fest der Silberhochzeit. An zahlreichen Glückwünschen und Geschenken fehlte es dem Jubelpaare nicht. Rundfunkprogramm Sonntag, 10. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Klaviermusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Weihe des Lebens. 10: Unser Volk ist in einem jeglichen von uns. 10.30: Chorgesang. 11.15: Abschied. Aus der Karlsbader Novelle von Erwin Guido Kolbenheyer. 11.30: Musiktage 1937 in Kassel. Wiener Klassik. 12: Musik am Mittag (Musikkorps der Leibstandarte Adolf Hitler). 13: Sportereignisse des Sonntags. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Kleine Musik. 15.15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 16.50: Sport des Sonntags. 17: Musiktage 1937 in Kassel. Historische Blasmusik und Lieder der Bauern und Jäger. 18: „In Sachen Herbst ..." Ein heiteres Funkspiel. 19: Nachrichten. 19.10: Gesänge der Leidenschaft. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.20: Deutsche Meisterschaft der Zeitungsfahrer. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1.10: Nachtmusik. Montag, 11. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Operette von gestern und heute. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 21.15: Musikalische Meisterwerke. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 10. Oktober. Kollekte für das Männerwerk der Landeskirche. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; 18: Pfr. Becker.— Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; 18: Pfr. Ausfeld. — Hohannessaal. 20: Bibelbesprechung; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; letzte Christenlehre für die Neukonfirmierten; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde.— Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Saat der Neuen krimpe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck, 9.30: Kandidat Walther. — Steinbach. 13.30: Gott tesdienst; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die über 60 Jahre alten Gemeindeglieder; 13: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13.45: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Lollar. 9: Kindergottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar; 13.30: Kindergottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls für die Jungverheirateten; Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst; 20: Frauenhilfe. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre für alle Christenlehrpflichtigen; 16: hl. Abendmahl für die alten Leute. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — hausen. 12.30: Gottesdienst, anschließend Abendmahl. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl; Kollekte. — Nieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 18: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — 2Hu- schenhelm. 11: Gottesdienst. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 20.30: Frauenhilfe. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 10. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (Mitglieder); 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 13. Oktober. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 10. Oktober. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 13. Oktober. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 14. Oktober. 8.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 10. Oktober. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 12. Oktober. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder« straße 13. Sonntag, den 10. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 13. Oktober. 20.30: Gottesdienst. Baptislen-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 10. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, 13. Oktober. 20.15: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, 10. Oktober. 21. Sonntag'nach Pfitigsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (Kommunion der Jungfrauen); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Gießen. Täglich Rosenkranzandacht: Montag, Mittwoch, Freitag um 18 Uhr; Dienstag, Donnerstag, Samstag um 20 Uhr. — Die hl. Messen an den Werktagen sind jetzt um 6.30 und 7.30 Uhr. Montag, den 11. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Dienstag, den 12. Oktober. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 13. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur ht dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpost amt: Für Schließfachabholer t bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Engel-Apotheke. . * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießem Plötzlich Magenbeschwerden - was tunH Magenbeschwerden und die damit verbundenen Verdauungsstörungen, weift» durch Diatseyler, Übermaß in Esten, Trinken und Rauchen hervorgerufen, könne« oft ganz unerwartet auftreten und wirken dann häufig sehr schmerzhaft. DeShal« ist es gut, stets ein Mittel zur Hand zu haben, das rasch wirtt. s Sofort bei den ersten Beschwerden (auch solchen leichterer Art) eiy bis zwe« Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt trinken« Das hilft meist rasch und beugt ernsthaften Erkrankungen vor, sodaß man ihrW am besten nach jeder schweren Mahlzeit, nach übermäßigem Trinken nswq nehmen sollte. . 1 So berichtet z. B. Herr Paulus Hehdenreich (Bild nebenstehend), Drogist, XietM zig C 1, Hindenburgstr. 39, am 21. 5. 37: „Nach einem schweren Magen- UN« Darmkatarrh, an dem ich über 3 Monate litt und noch heute mitunter sehr üblch Folgen davon verspüre, nehme ich seit einigen Wochen Klostersrau-Melistengeisv mit gutem Erfolg. Ich möchte diesen nicht mehr misten. Bei Magendruck, Ziehen. Stechen oder sonstigen Darmbeschwerden greise ich immer auf Klosterfrau-Melissengeist zurück, wovon ich stets ein Fläschchen bei mir habe. Ich kann aller« Leidensgenoffen. aber auch vorsichtigen Gesunden, die gern vorbeugen. Kloster-! -fflaufmamr. Köln, 5. <ün IS » S7: .Lch b-nutz- Ä» meiner Familie Klosterfrau-Melissengeist seit vielen Jahren, und zwar hauptsachlrch ber Magen-undDarmF Leschwerden. 3d) muß immer wieder feststellen, daß emrge Tropfen auf Zucker gut wirken ■ Und Frau Wwe. Gottfried Faßbender, Köln-Nippes, Nordstraße 78, am 21. 4. 37: „pile Ihnen M,t, da» ich Klosterfrau-Melissengeist bei Kops- und Magenschmerzen sowie Kramps- und Ohnmachtsansallen ansi ^Machen ^auch^Sie^deshalb ^einmal'ernen Versuch mit Klosterfrau - Melissengeist! Sie werden bestimmt nichtz enttäuscht werden. Verlangen Sie bei Ihrem Apotheker oder Drogisten Klosterfrau-Mellssengelst ui der blauet! Original-Packung mit den drei Nonnen; niemals lose. Flaschen zu RM 2.95, 1.75, —.95. Fernseher, Vorrichtung, Bilder und Vorgänge unmittelbar auf elektrischem Wege auf größere Entfernungen zu übertragen. Soll den Rundfunk nach der optischen Seite hin ergänzen (Bildfunk). Auf dem Gebiet des Fernsehens sind in Deutschland bedeutsame Fortschritte erzielt worden. Fernsichtigkeit, s. Sehstorungen! Fernsprecher, Vorrichtung, durch die gesprochene Worte elektrisch übermittelt werden. Die Anlage eines Fernsprechers wird beim Fernsprechamt beantragt. Die Bedienungsvorschriften und Ve- nützungsmöglichkeiten sind in dem Fernsprechbuch enthalten, das jedem Fernsprechteilnehmer unentgeltlich geliefert wird. Hier abschneiden! I Felloorleger j Felloorleger müssen zum Reinigen aufgespannt werden. Das Fell wird mit kaltem Seifenwasser gewaschen, abgespült und vorsichtig gekämmt; Unterseite mit Aokochung von Eichenrinde einreiben. Fenchel, ausdauernde Doldenpflanze, die Ende April in den Garten gesät wird. Samen dienen als Heilmittel bei Blähungen. Fenster; zweckmäßig sind.für den Winter Doppelfenster, angenehmer als Flügelfenster sind Schiebefenster. Klemmende Fensterflügel werden mit Schmierseife eingerieben. Undichte Fenster werden mit Filzstreifen benagelt. Weiße Fensterrahmen reinigt man mit Seifen- und Salmiak- wasier, lackierte Rahmen mit feuchtemWollappen undSchlemm- kreide. Fensterbriefe, solche Briefe, bei denen die Anschrift durch einen durchscheinenden Ausschnitt des Umschlages zu lesen ist/ Fensterleder, ein weiches Leder soll nach Gebrauch in Salzwasser getaucht werden, damit es nicht brüchig wird. Hartgewordenes Leder legt man in lauwarmes Master,' dem Glyzerin zugesetzt ist. Das Leder wird (nicht tn S>onne) getrocknet, noch etwas feucht zusammengerollt und in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt. Fensterscheiben werden vor dem Anlaufen bewahrt, wenn man sie mit verdünntem Spiritus oder Glyzerin abreibt. Auf diese Weise wird auch das Frieren der Fensterscheiben verhindert. Gefrorene 129 Fernsprecher - Fensterscheiben behandelt man i mit warmem Salzwaster. Blinde Fensterscheiben werden mit Leinöl und einem Wollappen bearbeitet oder mit stark verdünnter Salzsäure abgewaschen und dann nachgespült. Ferdinand, männlicher Vorname i germanischer Herkunft mit der Bedeutung „Friedensschützer". Fermente, lat., Eärungserreger, sind Körper, die komplizierte, i organische Verbindungen bei Ee- > genwart von Master in einfachere - spalten, ohne selbst dabei zersetzt zu werden (in der Chemie: Ka- ! talvsatoren). Man unterscheidet Koylehydratspaltende — Diastasen, Eiweißspaltende — Protea- i sen usw. Fermente sind im Spen- chel, wie im Magensaft enthal- ■ ten (Pepsin). Andere wichtige Fermente befinden sich in der E. Althoff jetzt Alicenstraße 35 reicht. 6400° Wellhöfer Marb. Straße 24 Telefon 2313. BausllidMli BansadfHalh Edelaolzkalk Zement Flugsand Sdtlackensand H. Glatte & Sohn Frankfurt. Str.19 Mühlstraße 18 Tel. 3144/3145 Hackspäne zum Feueran- mach. p. Wagen RM.4. frei Haus solange Vorrat ___L — Katarrh- IIHSS Asthma- Schleim- Hustentee Spitzwegerichsaft/ Husten-Kandis, Tannenhonig. eivoD Kräuterhaus Jung / Gieben. Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Master, Busch und Halm Don K.O. Bartels. - 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und 62 Seiten Text. Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Preis in Leinen gebunden RM.4.80. .Nicht eins der vielen allzuvielen, mehr oder weniger zufällig und willkürlich zusammengestellten Dildbücher, sondern ein gründliches Werk langer liebevoller Forscherarbeit und ernster wissenschaftlicher Bemühung.' Will Vesper. Verlangen Sie kostenlos unser bebilderte» Werbeblatt! Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Dermühler Verlag/Berlin-Lichterfelde Nach fünfzehnjähriger Tätigkeit als Hebamme habe ich mich jetzt in Gießen, Oammftr. 41 niedergelassen. Frau (Zmma ZRinn 05019 Pianohaus Schönau Bahnholstraße _76 (Kein Schaufenster) Pianos • Kleinklaviere • Flügel • Harmoniums neu und gebraucht. Große Auswahl von wohlfeilen bis ersten Markenfabrikaten Stimmen und Reparieren 6604A ( nnrnrn I und alle Fahrzeuge mit DKW-Licht-u. Zündanlage! DKW-Wagen DKW-Motorräder DKW 4 «»rf Wtotiieinter DASFUHRENOE FACMGESCHXFT IN GLAS-UNDJPOR.ZELIANWAREM Einzelhandel! Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gießen veranstaltet am Freitag, 15. Oktob^1937, um 20 Uhr, im Hotel Schütz, Gießen, Bahnhofstraße 52, eine Mitglieder-Versammlung zu der alle Einzelhandelskaufleute mit ihren mittätigen Familienangehörigen und leitenden Gefolgschaftsmitgliedern eingeladen sind Es spricht: Der bekannte Werbeleiter Hans F. Albig, Berlin, über: Wirksame Gestaltung der Einzelhandelswerbung Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird erwartet Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gießen 6594 D Okioberfest im„Löwen Samstag und Sonntag ceoeD Tanz-AeueKapelle Chr. Partenheimer Gesangunterricht (Bel canto) Oper, Konzert, Oratorium Gießen, Keplerstraße 7 5703 D Winler-Karloileln allerbeste Sorten liefert Karl Rühl, Lang-Göns Bestellungen werden an jedem Markttage auf dem Brandplatz entgegengenommen. 05025 VA JOtHHF/M Festgseostete Schraube« 190 Fv»er Festgerostete Schrauben und Nägel lösen sich leichter, wenn man ste mit Petroleum betupft. Festmeter (fm), ein Kubikmeter fester Holzmasse, der Raummeter (rm) dagegen ein Kubikmeter Schichtholz. Festzeitungen wirken bei Hochzeiten usw. immer unterhaltsam, wenn sie wirklich mit Geist und Witz gemacht find. Es ist aber sehr darauf äu achten daß niemand dabei bloßgestellt wird. Fette, feste oder flüssige Auskochung oder Auszüge ausTieren, Früchten oder Samen, leichter als Wasser und in Aether oder Alkohol löslich. 2n unreinem Zustand wird Fett leicht ranzig, und kann dann nur noch zur Verseifung verwendet werden. Fette find wichtige Nahrungsmittel, da sie kraftbildend wirken, Fette werden bei mäßiger Hitze ausgelassen und dabei abgeschäumt. Fettdämpfe sind feuergefährlich und können ebenso wie brennendes Fett nicht mit Wasser gelöscht werden, sondern nur mit Sand und Tüchern. Feltembolie, Verstopfung von kleinen Blutgefäßen durch Fetttröpfchen, die z. B. bei Knochenbrüchen aus dem Knochenmark in die Blutbahn gelangen. Fettflecke werden mit Benzin, Alkohol, Salmiak oder Terpentin entfernt oder mit Hilfe von Magnesia und Schlemmkreide. Fettsucht, krankhafte, abnorme Fettanhäufung im Körper. Mastfettsucht entsteht durch übermäßiges Essen und Trinken, des. Bier. Weiter kann die Neigung Feuchte Hände, Handschweiß Ursache Nervosität, Schilddrüsenerkrankungen u. a. Öfteres Wa- scheu, Betupfen mit Zitronensäure oder mit einer stark verdünnten Formalinlösung (1 Teil Formalin auf 1 Glas Wasser). Feuchte Packung, s. Umschlag, Abklatschung. Feuchte Räume müssen vor allen Dingen stets gut gelüftet werden. Es empfiehlt sich aber auch, eine alte Konservendose mit trockenem, gebranntem Kalk oder Chlorkalzium hineinzustellen. Feuer wird bekämpft, indem man die brennenden Gegenstände mit Wasser begießt oder (brennende Gardinen oder Tücher) in Wasser steckt. Stehen die eigenen Kleiber in Brand, wälzt man sich sofort auf dem Erdboden, um die Flam- zu Fettansatz angeboren sein und beruht dann oft auf ungenügender Tätigkeit der Schilddrüse, der Eierstöcke usw. Bei Frauen in den Wechseljahren des. Neigung zu Fettansatz. Fettansatz kann durch geeignete Übungen: in der Frühe im Bett bei flacher Rük- kenlage 5- bis 20mal Beinkreisen, durch viel Bewegung im Freien, durch dosierte Schwitzbäder und durch entsprechende Diät (wenig Mehlspeisen, mageres Fleisch, Bohnenkaffee und salinrsche Ab^ führmittel, Vädersalze), verhindert oder eingedämmt werden. Werden Schilddrüsenpräparate gebraucht, dann unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. S. Obst- und Hungerkuren.______________ 7 FITUNG gc,esen ‘ * <-/ Z V U — dabei gewesen! Wieder ein Spritzer an der Wand? Db er sich entfernen läßt? Das ist sehr fraglich. Dauernd ist nun ein Fleck da. Fliesen-Schutzplatten über dem Herd vermeiden diesen Aerger. Sie lassen sich leicht reinigen. Bei Häuser werden Ihnen diese Fliesen-Schutzplatten gern gezeigt. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarteu, Fernsprecher 2145/2146. Modehaus 6615a CARL NOWACK Restaurant Gta -t Mainz Samstag, 9V und Sonntag, io. Oktober Großes Winzerfest!! Rheinische Stimmung 6557D Tanz und Eintritt frei! Besuchen Sie bitte heute nachmittag den neuen „GießenerZoo“ 6 Seltersweg 6 Vom kleinsten Zierfisch bis zum schönsten Zier- u. Singvogel finden Sie reiche Auswahl Auch sämtliche Futterartikel und Gebrauchsgegenstände in bester Qualität 6572D Familiendrucksachen Verlobunjjeanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1 und /2-jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober *937 Anmeldungen «.Auskunftin Gießen, Goethestraßn 32, jederzeit. Ruf 2486. Dr.Weyl Facharzt fürHals-, Nasen- u. Ohrenleiden hat ab 11 Oktober wieder Sprechstunden __________________________________6599D HipoMenfielfler fürNeu- und Altbauten duich[ 6642D Büro Kirchner, Bleicfastr. 18 Sie verbrauche* sieb im reg- nertsebe* Herbst scbeeMer als tn ruhevoHer Sommerzeit Grund genug, jetzt mit dar berühmten blutbildend-kräl- tigenden und nervenstähten- den Doppel*erz-ICmt za beginnend Fabrikniederlg.: C. Seibel. Frankfurter Straße. O.Winterhoif, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein. Morgens, mittags und abends ein Gläschen Wir geben unsere Verlobung bekannt Carmen Opalka Or. med. Erich Günther Assistenzarzt an der Hals-, Rasen- und Ohrenklinik Gießen Gießen, im Oktober 1937 6588 D Meine Verlobung mit Fräulein ($(lf Alötz, Tochter des Herrn Fabrikanten Albert Hiby und seiner Frau Gemahlin, geb.Heimann, zeige ich an Hans Bergen Plettenberg (®efTf.) ben g 1937 Gießen, Alicenstraße 16 p. 6587d Ihre Vermählung geben bekannt Hans Heller Techn. Reichsb.-Fnspektor Marga Heller, geb. Mel Frankfurt a. M., Schweizer Str. 22a Gießen, Neuen Säue 3 den 10. Oktober 1937 04989 Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche sagen wir herzlichen Dank Friedrich Ärück und Frau Lrna, geb. Opfer Heuchelheim, den 9. Oktober 1937 05002 Trax den idealen Hausverputz liefert prompt ab Lager und Fabrik l 8452V H.GIattbaar&Soiin Frankfurt. Str. 19 Mühl'traße 18 Tel. 3144/3145. Für die anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Karl Rohm und Frau Wieseck, den 9. Oktober 1937 6637D E **"«"»• WslliMM 5 PS, 940 Touren, 220/380 Volt, gekapselt, garantiert betriebsfähig, zu verkaufen. esscD Lauterbacher Filzindustrie Lauterbach in Hessen. ;..und zum Bauen Hegt der wirksame Kern der „Lebewohl**- Hühneraugenpflaster. 5920 V Blechd.(8PfIast.) 68 Pf. m Apotheken u. Drogerien. Sicher zu haben: Med.'Drog. Haus Hindenburg H.Blges, Seltersweg 68 a; Löwen-Drog. W. Kilblnger Nach!., Seite« sw. 69: Ger- manla-Dr og. C. Seibel, Frankf. Str. 39