m 2’0 Erste? Blaff 187. Zahrgang Vonnerrtag.O September 1957 £rld)etni täglich, außer donntays und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gie euer Familienblätter Heimat m Dild Dieiöcholle Monats Bezugspreis Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterschenen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt >ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten Anzelger Stehen postschecllonto: ^ronNnri am Mai> 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen ruck und Verlag: Srühlsche Universtiätsdruckeret «.Lange in Sichen. Schristle'tung und Geschästzftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen ioroie ein- ipaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüffe Staffel B ege statt einem Millionenheer von Arbeitslosen heute schon einen empfindlichen Mangel an Facharbeitern gibt bei stabil erhaltenem Lohn- und Preisniveau und ebenso neuartigen wie erfolgreichen Methoden zur Verbesserung der sozialen Lebensbedingunaen des schassenden Volkes Die Arbeitsfront, das Win- terh'lfswerk die Volkswohlfahrt und die Organisation .Kraft durch Freude" sind ebenso W^- einer nationalsozialistischen Sozialpolitik wie Mittel der Erziehung zu jenem sozialen Pflichtbewußtsem, das in der sozialen Gemeinschaftsleistung eines Volkes die wirkungsvollsten Abwehrkräfte gegen den wirtschastszerstörenden und volkszersetzenden Bolschewismus erkannt hat. Der Führer hat, wie schon immer, mit nie nachlassendem Nachdruck so auch in dieser Proklamation am Parteitag der Arbeit an das Bewußtsein der eigenen Kraft appelliert, aus dem stets der erste und kräftigste Elan zur Ueberwmdung von Schwierigkeiten kommen muß, die sich einer neuen großen Ausgabe der Nation entgegenstellen Nie mals wird die nationalsozialistische Staatsfuhrung diese Schwierigkeiten beschönigen oder gar leugnen Das hat schon Hermann Göring in Stuttgart erhärt und auch der Führer hat nun in Nürnberg wieder in aller Offenheit von der ernsten Sorge gesprochen, die ihm aus der Tatsache erwächst, daß Deutschlands Lebensmittelversorgung bei dem vorhandenen deutschen Lebensraum trotz der erstaunlichen Leistungen unserer Landwirtschaft vom Zufall einer guten ober schlechten Ernte abhängt und mit größtem Nachdruck hat der Führer auch diesmal an diese Feststellung die Forderung nach einem reichseigenen Kolonial besitz angeknüpft der sowohl in der Sicherstellung unserer Ernährung wie in der Bereitstellung von wichtigen Rohstoffen ’ür unsere Industrie ein" un erläßliche Ergänzung der heimischen Wirtschaft ist. .DeWchleleSolkswirlschaff Der Führer hat den Reichsparteitag dieses Jahres unter d > e Parole b e r Arbeit gestellt unb auch in feiner Proklamation an das deutsche Volk mit Deren Verlesung durch den Sprecher der Partei Gauleifer Adolf Wagner, der Parteikongreß traditionsgemäß seinen Anfang nahm, auf das Auf- fleigen der wirtschaftspolitischen Linie nationalsozialistischer Staatsführung den Hauptakzent gelegt In einem vorn berechtigten Stolz über eine ungeahni großartige Entwicklung zeugenden Rückblick auf die Geschichte Der Reichsparteitage wurde als Aufgabe dieses alljährlichen Generalappells der Partei auf geführt einmal die Feststellung der geleisteten Ar- eit der verwirklichten Pläne und der erreichten Ziele, zum andern die Bekanntgabe künftiger Aufgaben und drittens die geist-ge Einführung des deutschen Volkes in Gedanken und Grundprinzipien der Bewegung. Einmal im Jahre soll jeder Mitarbeiter am Wohl der Volksgesamtheit in Stadl und Land erfahren, baß auch seine Arbeit nicht umsonst war, baß sein Beitrag an persönlichen Sorgen unb Mühen auch ein Stein war zu dem gewaltigen Neubau bes Reichs, besten Konturen hier auf Dem Parteitag von berufenen Männern packend unb klar bem beutschen Volke unb aller Welt sichtbar gemacht werben Unb wenn hier in Nürnberg nach bem Rückblick auf bie großen Leistungen ber letztvergangenen Jahre ber Ausblick auf bie vielleicht noch größeren Forberungen ber Zukunft folgt, so soll das Volk an bas sich ber Führer in seiner Proklmation in seiner Gesamtheit roenbet, aus bem Stolz auf bas Erreichte nun auch Mut Kraft unb Gewißheit mitnehmen für bie 2lr% beit. Die seiner wartet, wenn bie Nürnberger Stunden ernster Besinnung und hochgemuter Freude dem Alltaa weichen müssen. Der Führer hat in seiner Proklamation das soziale Problem als eines der bewegendsten unterer Zeit herausgehoben Er hat bargelegt, warum bie alte Gesellschaftsordnung in ber Auflösung begriffen ist unb überall bert eine Katastrophe droht, wo nicht wie in Deutschland ober Italien eine neue Bewegung selbst Den Weg zu einer gesellschaftlichen Revolution beschritt, ohne mit ber gewaltsamen Zerstörung ber bestehenben Orbnung bie Grunblagen bes politischen, wirtschaftlichen unb kulturellen Lebens in ein Ehaos zu verwandeln. An Die Stelle bet alten morschen unb ausgehöhlten Gesellschaftsorbnung mußte ein neues gesellschafts- bilbenbes Prinzip treten, bas bie Auslese einer neuen politischen Führerschicht nach Wertmaßstäben verbürgt, bie bem Charakter unb ber Leistung wieder den natürlichen Vorrang geben, den sie in allen Zeiten einer großen nationalen Erhebung gehabt haben. Diese Führerauslese gibt im nationalsozialistischen Staat bie Gewähr, baß auch bas soziale Problem in Deutschland) kein Problem mehr ist Wenn ber Bolschewismus aus taktischen Gründen in bem sozialen Problem ausschließlich eine Lohnfrage sah, um burch wachsende, burch Streiks unb Aussperrungen zwangsläufig ver- chärfte Spannung zwischen Lohn unb Preis bie ür einen bolschewistischen Umsturz günstige Atmo- phäre ber Unzufriedenheit und wirtschaftlichen Not n den Arbeitermassen zu schaffen, hatte die nationalsozialistische Sozial- und Wirtschaftspolitik erkannt, daß nicht die Lohnhöhe, sondern die Kaufkraft des Lohns entscheidend ist für die Lebenshaltung des Arbeiters unb nur das gekauft werden kann was vorher erzeugt worden war. also die Menge der erzeugten Güter den Lebensstandard der Nation bestimmt. Daß diese nationalökonomische Erkenntnis nicht blutleere Theorie, sondern lebensvolle Praxis ist, lehrt die Gegenüberstellung des Wahnsinns der wirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern um uns wo steigende Löhne bei sinkender Produktion die Kaufkraft des Geldes rapide abnehmen läßt, also die Preise steigen und die Währung entwertet, mit der wirtschaftlichen Stabilität im nationalsozialistischen Deutschland, wo es Deutschland zeigt die Krast seiner Arbeit. Der Reichsarbeitsdienst marschiert vor dem Führer in Nürnberg aus. SerVorbeimarschvordemFührer begeistert ,uvetn die Zuschauer den 3s060 Arbeitsdienstmännern zu Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Die großen Tribünen auf ber Zeppelinwiefe bie lOOOUO Zuschauer aufnehmen, sind bereits seit ber achten Morgenstunbe voll besetzt; auch ber Anmarschweg, ben bie ArbeitsDienstrnänner nehmen, von vielen Zehntausenben emgesäumt Auf ber wuchtigen, bis zu 23 Meter Höhe ragenben Ehrentribüne versammelten sich bie zahlreichen gelabenen Gäste, unter ihnen bie m Nürnberg roeilenben Mit- glieber bes Diplomatischen Korps, alle Führer von Partei unb Staat, eine große Zahl von Offizieren, die Obergruppenführer unb Gruppenführer ber SA., 2S., bes NSKK. unb bes NSFK. unb bie zahlreichen ausländischen Gäste, von benen außer ben Militärattachäs bie italienischen unb spanischen Gaste m Uniform erschienen waren. Das glänzende Bild würbe von strahlenbem Sonnenschein überflutet. Der Führer traf pünklich um 10 Uhr, von einem Sturm ber Begeisterung begrüßt, auf dem Festplatz em, und sofort begann ber Vorbeimarsch des Reichsarbeitsbienstes, ben ber Führer unterhalb ber großen Ehrentribüne im Kraftwagen stehenb abnahm Von bem Standort des Führers aus fiel ber Blick frei auf bas fahnenaefchmückte Feld Mit füngenbem Spiel, voran ber Reichsspielmanns- unb Reichsmusikzug, begann ber Vorbeimarsch ber 38 000 Ardeitsdienstmänner, an ber Spitze ber Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! mit seinen Adjutanten. Es folgten bie Schulen bes Reichs- arbeitsdienstes mit ihren Fahnen unb bann in ununterbrochenem anderthalb Stunden währendem Vorbeimarsch die 3 0 A r b e 11 s g a u e als erster der Arbeitsgau 28 (Franken). Die Musikzüge schwenkten vor dem bem Führerstand gegenüber errichteten Arbeitsehrenmal ein. Die Leiter Der Schulen unb bie Arbeitsgauführer melbeten dem Führer. Der Reichsarbeitsführer hatte vor dem Wagen des Führers Aufstellung genommen, ihm zur Seite die Reichsminister Rudolf Heß unb Dr. Frick. Ein Marschblock nach bem anderen Aog in dröhnendem Gleichschritt an bem Führer vorbei, der ununterbrochen dankte Die Sonnenstrahlen brachen sich auf den blitzenden Spaten, die Freude dlänzte aus den Augen der Arbeitsmänner, Stolz und Begeisterung der Zuschauer äußerten sich immer wieder in stürmischen Heilrufen und Beifallsklatschen, bem sich auch bie auslänbischen Gäste, bie mit anertennenbften Worten nicht zurückhielten, anschlossen. Sie Feierstunde. Dank, Ehrung, Gelöbnis. Nachdem der Führer nach beendetem Vorbeimarsch sich zur großen Ehrentribüne begeben hatte, begann ber Aufmarsch zur Feierstunde. In mächtigen 32er Reihen marschierten von Süden her drei große Marschsäulen in das Feld. Jede dieser erzbraunen Marschkolonnen wurde durch Fanfaren angekündigt. Brausend erklangen die Lieder der mehr als 10 000 einmarschierenden Arbeltsdienst- Ein eindrucksvolles Bild vom Appell des Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiefe während der Ansprache Adolf Hitlers. — (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.) y-MXv männer. Reichsarbeitsführer Hier! wandte sich, nachdem alle Kolonnen Aufstellung genommen hatten, an den Führer: „Mein Führer! Ich melde 38 000 Arbeitsdienstmänner zur Feier angetreten!" --„Heil, Arbeitsmänner!" ruft Adolf Hitler den Männern zu und jubelnd tönt es aus 38 000 Kehlen zurück „Heil, mein Führer!" Glockengeläut setzt ein Fanfaren ertönen, während langsamen Schrittes Arbeitsmaiden in das Feld einziehen und in Kreisen um zwei große Fahnenmaste Aufstellung nehmen Zum erstenmal erscheint damit der Arbeitsdienst der weiblichen Jugend in den Feierstunden der Reichsparteitage. Langsam steigen an den beiden Masten die Fahnen des Arbeitsdienstes in die Höhe. Eine Einzelstimme rief zum Bekenntnis auf, und fand die Antwort in dem gemeinsamen Ruf „Wir sind bereit!" Mit Einzelstimmen, in Sprcchchören und Liedern wurde der Dank an den Führer und der Jubel über das neue Reich zum Ausdruck gebracht. Als die 38 000 Männer ihr Bekenntnis in das eine Wort legten: Deutschland! lag darin das Gelöbnis eines ganzen Volkes. Mit dumpfen Trommelwirbel begann dann die Totenfeier. Die Fahnen wurden gesenkt. Die drei großen Eichenkränze wurden am Arbeitsehrenmal aufgehängt zum Gedenken an alle, die für Freiheit und Größe des Reiches fielen. Aber die Gedanken an die Toten blieben nicht in der Vergangenheit, sie richteten sich auf die Zukunft — und so folgte auf die eindrucksvolle Totenehrung ein eindrucksvolles Gelöbnis. „Wir find Dein,' Deutschland", rief die Jugend dem Führer zu Glockengeläut und das Lied der Arbeit schlosser die eindrucksvolle Feierstunde. Segen der Arbeit. Die Ansprache des Reichsarbeitsführers. Der Reichsarbeitsführer richtete nun eine Ansprache an den Führer, in der er sagte Wir sind uns bewußt, mein Führer, daß es in diesen ersten Jahren des Daseins unseres Reichsarbeitsdienstes darum geht, dieser jungen Einrichtung den Charakter zu geben, die Züge einzuprägen, die sie tragen wird für alle Zukunft. Der Geist, der in einer Einrichtung lebt, ist es, der ihre Züge trägt. In welchem Geiste wir arbeiten und dienen, vor Ihnen, mein Führer, und vor dem ganzen Volk kund zu tun, soll Sinn dieser Feierstunde fein. So tun wir kund: Unsere Arbeitslager sind Bollwerke gegen jene jüdisch - materialistische Arbeitsauffassung, die in der Arbeit nur ein Geldgeschäft, in der Arbeitskraft eine Ware sieht. Für uns bedeutet die Arbeit keinen Fluch, sondern den größten Segen Gottes, der einen Funken seiner Schöpferkraft in dem arbeitenden Menschen aufleuchten läßt. wir tun kund: In unseren Reihen hak ber Arbeiter der Stirn unb ber Arbeiter ber 5auft roieber jufatnmenge- trotz aller verlegenen Ausreben ber Mächte, Du heute Nutznießer ber von uns mit unsäglicher Mühe aus ersten Anfängen entwickelten unb uns bann im Versailler Friebensdiktat geraubten Kolonien finb. Daß wir aber auch auf bie Lösung ber Kolonialfrage nicht warten wollen, ohne zu versuchen aus eigener Kraft uns zumindest in der Rohstoffversorgung unserer industriellen Wirtschaft von der Willkür bes Auslanbes unabhängig zu machen, da- für ist bie Inangriffnahme bes Vierjah r e s - plans ber beste Beweis. Der Führer erklärte, daß die Arbeit des Vierjahresplans unter ber Leitung bes Ministerpräsidenten Göring genau in dem vorgesehenen Tempo verlaufe. Und sehr nachhaltig hat der Führer in diesem Zusammenhang noch einmal die nationalsozialistische Auffassung vom Verhältnis der Wirtschaft zum Staat flargeiegt. Die Wirtschaft ist nur eine von vielen Funktionen des völkischen Lebens Daher ist sie auch der Nation verpflichtet, dem Volke die höchsten und besten Lebensbedingungen zu verschaffen. Nur soweit sie diese Aufgabe nicht aus bem freien Spiel der Kräfte heraus zu leisten vermag, greift die Staatsführung mit Anweisungen em, die zur Erhaltung der Volksgesamtheit notroenbia sind Daß eine unter der Last eines verlorenen Krieges und der Unfähigkeit eines falschen politischen Systems zusammengebrochene Wirtschaft heute wieder erfüllt ist vom Rhythmus der Schaffenskraft eines ber fleißigsten Völker der Welt, ist sicher der beste Beweis für die Richtigkeit nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik. Auch sie steht wie all unser Mühen und Sorgen im Dienst der Erhaltung des deutschen Menschen, der selber wieder, jeder an der Stelle auf die ihn sein Geschick gestellt hat, die Pflicht hat, in blindem Vertrauen zur nationalsozialistischen Staatsführung in äußerster Disziplin »ich ihren Anordnungen und Wünschen zu fugen, Denn nur gemeinsam werden wir auch in Zukunft ber Schwierigkeiten Herr werden, wie wir bisher ;a auch nur durch eine gemeinsame Kraftanstren- iuna d"r Nation ben Weg in bie Freiheit zu bahnen vermochten. Dr. Fr. W. Lange. Nürnberg begrüßt den Arbeitsdienst. | i f v Är ' • ’-X * ■ VD.D , V-.»v * Nach bem Appell bes Reichsarbeitsbienstes auf ber Zeppelinwiefe marschierten bie Arbeits- männer mit geschultertem Spaten in Zehnerreihen burch bie Stadt der Reichsparteitage. Hunderttausende umsäumten die festlich geschmückten Straßen. Unser Bild wurde in Der Königstraße ausgenommen. Im Hintergrund der Frauentorturm. (2lufn.: Scherl-Bllberbienst-M.) funden, gemeinsam hoben sie mlf ihren Spaten dem klajsenhochrnut und dem k I a s j e n h a h d o s G r o b g e j ch a u feit Bei unserer Arbeitsgemeinschaft haben wir die Nichtachtung der fjonbarbeit längst über wunden. Wir achten jede in ansländi ger Gesinnung geleistete Arbeit Wir werten den arbeitenden Menschen nicht nach der Art seiner Arbeit, sondern nach sein er Arbeilsgesinnung und Ar b e i t s I e i st u n g. Wir werten eine Arbeils leiflung um so höher, je wertvoller sie für unter Volk ist. Uneigennütziger Arbeit im Dienste des Volkes gebührt besondere Ehre. Darum ist der Arbeitsdienst der deutschen Jugend e i n Ehrendienst. Wir tun kund, daß wir unsere Gemeinschaft auf» gebaut haben auf den Grundpfeilern der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft, weil wir in diesen Tugenden auch die Grund» Pfeiler einer wahren Dolksgemein» ich a ft sehen Wir bekennen uns zu dem Glauben, oatz wir auf Erden sind, um unserem Volke zu dienen als Arbeiter und. wenn es Not tut, als Kämpfer damit unser Volk seiner Eigenart ge maß leben und seine ihm von Gott verliehenen Fähigkeiten und Anlagen entfalten kann zum Wohle auch anderer Völker Indem wir so mit Herz und Hand unserem Volke dienen, glauben wir auch Gott zu dienen, der die Völker geschaffen und uns in unser Volk gestellt hat Damit wird uns unser Arbeitsdienst im tiessten Sinne auch zum Gottesdienst. Dieser Geist soll unsere Arbeitsmänner und Ar» beitsmaiden während ihrer Dienstzeit leiten und bei ihrem Ausscheiden aus dem Neichsarbeitsdlenst begleiten, so daß auch ihr ferneres Leben ein Arbeitsdienst für Deutschland bleibt Darum glauben wir, daß unser Arbeitsdienst ein nicht mehr zu entbehrender Bestandteil unserer nationalsozialistischen Volkserziehung geworden ist und ein granitener Quaderstein im Fundament des neuen Rei» ches Wir glauben, daß unser Arbeitsdienst so dazu beiträgt daß Ihre Lehren und Ihr Werk, mein Führer, fortlebt von Generation zu Generation bis in die fernste Zukunft Dieser Glaube ist es, der uns immer wieder neue Kraft gibt für unsere Arbeit. Lied „Heiliges Feuer*' und gaben damit der gewaltigen Kundgebung einen erhebenden Ausklang. Marsch durch Nürnberg. Roch einmal am Führer vorbei Am Nachmittag stand die ganze Stadt im Zeichen des großen Marsches der 38000 Arbeitsdienst männer, Die nun auf ihrem Wege durch die Straßen der alten Noris der Bevölkerung und den Parteitagsteilnehmern ih'-en Gruß entboten In dichten ehernen Mauern iäumten die Menschen die Straßen, durch die der Marsch des Arbeitsdienstes führte und als dann die erzbraunen Kolonnen in Zwölferreihen oorbeizogen zeigte sich wieder in der herzlichen Begrüßung die enge Verbundenheit, die zwischen der Bevölkerung und dem Arbeitsbiensi besteht Die Notbrücken die zur Erleichterung des Verkehrs über d'e Straßen geschlagen sind waren von den Zuschauern ebenso dicht besetzt wie die Fenster und Balkone aller Häuser Von überall her rief und winkte man begeistert den Arbeitsdienstmännern zu deren Hüte mit Tannenbrüchen oder Eichenlaub geschmückt waren Gau um Gau marschierte mit den Spielmanns, und Musikzügen und den Fahnenblocks vorbei Lied um Lied klang auf. Wer Deutschland kennen will, muß auch den Arbeitsdienst sehen. Der Führer spricht. Dann nahm der Führer das Wort. Seine Ansprache hatte folgenden Wortlaut: Meine Arbeitsmänner, meine Arbeitsmaiden, Parteigenosse Hier!! Es genügt nicht, von einer Volksgemeinschaft zu träumen ober von ihr zu reden Diese Gemeinschaft muß erkämpft und erarbeitet werden Wie überall steht auch hier über dem Wort d i e Tat. Sie kann nicht aus einem bloßen Wunsch Reichsurbeitsführer Hier! stellt dem Führer Führerinnen des weiblichen Arbeitsdienstes vor. — (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.) e. geboren werden, sondern der Wunsch muß sich verwandeln in einen Willen und der Wille muß sich umsetzen in eine Tat. Und eine der stolzesten laten, die der Nationalsozialismus zur Wiederaufrichtung einer kommenden deutschen Volksgemeinschaft vollbracht hat, war die Gründung des Reichsarbeitsbien st est (Stürmischer Beifall der Hunderttausende.) Dieser Parteitag steht im Zeichen der Arbeit. Das Werk, das sich in euch uns vorstellt, ist auch ein Ergebnis unermüdlicher Arbeit Ihr er st er Arbeiter, meine Kameraden und Kameradinnen, ist Ihr Führer, Parteigenosse H i e r l ! (Stürmische Heilrufe.) Er hat einen Gedanken auf- gegriffen, einen Plan verwirklicht, aus zerfahrenen Anfängen jene Gemeinschaft geformt, die ihr seid und die wir nun hier vor uns sehen. Er wird diese Gemeinschaft weiterleiten und damit weiter entwickeln. Gewiß ist auch dieses große Werk erst ein Beginn Allein schon dieser Beginn ist für uns alle überwältigend. Ihr, meine Kameraden, seid in diesen wenigen Jahren ein Teil unseres Volkes geworden, der gar nicht mehr wegaedacht werden kann. (Anhaltende stürmische Zustlmmungskundaebungen) Ihr gehört in diesen Staat, den die Partei begründet hak aenau so, wie die Wehrmacht hineingehört Ihr seid nicht mehr wegzudenken und leid auch niemals mehr wegzubringen! (Erneute stürmische Kundgebungen.) Es ist für uns eine erhebende lieber Zeugung, zu wissen, daß bis in die fernsten Zeiten hinein Generation um Generation das Gewehr des Friedens, den Spaten, schultern und mit ihm antreten wird zum Dienst an unserer Gemeinschaft und damit an unserem Volk Es ist beglückend für uns, zu wissen, daß durch euch ein neuer Garant geschaffen wurde für die ewige Stärke Deutschlands, für die Größe unseres Volkes und unseres Reiches. Der Reichsarbeitsbienst ist heule keine Phantasie mehr, sondern eine gewaltigeWirk- I i ch k e i 11 Möchten doch die Vertreter anderer Völker und anderer Auffassungen nur einen Blick hier herein werfen, damit sie begreifen, was in diesen knappen viereinhalb Jahren geschafft worden ist. damit sie verstehen, daß sich hier ein neues Volk aufrichtet, das ebenso gewillt ist, mit Fleiß seiner Arbeit nachzugehen, wie entschlossen, sich von niemanden um fein Leben und sein Lebensrecht bringen zu lassen. (Eine Nation wird immer repräsentiert durch ihre wertvoll st en Kräfte! Wer aber Deutschland kennen will, der muh auch diese Kraft hier sehen, und er wird dann den richtigen Eindruck gewinnen von unserer neuen Gemeinschaft und damit unserem Volk. So begrüße ich euch heute wieder Ich bin glücklich und stolz, das Gedeihen dieses Werkes fest- stellen zu können. Ich sehe in euch einen Garanten für die Durchsetzung des großen Zieles, das mir einst vorschwebte: „Ein Volk ein Reich eine Gemeinschaft eine Kraft!" (Minutenlange, nicht endenwollende jubelnde Heilrufe brausen über das Feld.) Wenn Deutschland nach außen hin die Macht seines Selbstschutzes zeigt, dann zeigt es nach innen zugleich aber auch dieKraftseinerArbeit. In beibem sehen wir die Sicherheit des Lebens des Volkes, dem wir mit Stolz angehören. Unser Deutschland Sieg-Heil! Minutenlang dauerte es, dis sich die Begeisterung gelegt hatte, als der Führer vom Ziel des großen Werkes sprach: „Ein Volk, ein Reich, eine Gemeinschaft, eine Karst." Im Anschluß an die Ansprache des Führers fangen die Arbeitsmänner das Immer wieder erneuerten sich die Kundgebungen als Beweis der Verbundenheit von Bevölkerung und Arbeitsdienstmännern Bei ihrem Marsch durch die Stadt wurde den Arbeitsdienstmännern noch einmal das große Erlebnis zuteil daß sie am Führer vorbeimarschieren konnten Umjubelt von den Zehntausenden. die am Frauentorgraben standen, zogen sie auch am „Deutschen H o s" vorbei, wo der Führer vom Balkon aus den Vorbeimarsch abnahm Neben dem Führer standen Reichsarbeitsführer H i e r l und Reichsführer SS Himmler Immer wieder grüßten die Tausende am „Deutschen Hof" den Führer und die Arbeitsmänner denen man deutlich die Freude über ihren Ehrentag ansah Vom „Deutschen Hof" aus ging der Marsch weiter durch die Stadt und zurück zum großen Zeltlager des Arbeitsdienstes in Langwasser, wo bald nach der Rückkehr der Arbeitsdienstmänner der Aufbruch aus Nürnberg begann. In den frühen Abendstunden schon verließen die ersten Sonderzüge mit den heimkehrenden Arbeitsdienstmännern die Bahnhöfe In der Stadt aber schwingt das Singen und Klingen des großen eindrucksvollen Aufmarsches noch nacf) und läßt das Erlebnis dieses Ebrentaaes des Arbeitsdienstes wach bleiben. „Das Eindrucksvollste, was ich je gesehen habe." Einmütige Bewunderung für den Aeichsarbeitsdienst in der Londoner presse. London, 9. Sept. (DNB. Funkspruck.) Der Aufmarsch des Arbeitsdienstes hat den stärksten Widerhall in den Londoner Morgenblättern gefunden, die besonders die schneidige Haltung der Arbeitsdienstmänner bei dem Vorbeimarsch vor dem Führer hervorheben. Als bemerkenswert wird die Teilnahme des weiblichen Arbeitsdienstes herausgestellt. Die „Times" schreiben: Die „Soldaten des Spatens" haben im Hellen Nürnberger Sonnenschein einen schneidigen Aufmarsch gezeigt. „Daily Telegraph" hebt die besondere Wirkung hervor, die das auf Kommando erfolgte Schultern der Spaten gehabt habe Im Bruchteil einer Sekunde sei dabei aus einer braunen Masse von Uniformen ein „blaugrauer See von glitzerndem Stahl" geworden Die 100 000 Zuschauer seien in stürmische Beifallsrufe ausgebrochen und hätten in Sprechchören den Führer, Deutschland, die Kameradschaft und die Heiligkeit der Arbeit bejubelt. „Spaten als Gewehr des Friedens" überschreibt das Blatt seinen Auszug aus der Rede des Führers. „Morning Post" schreibt, die Anerkennung, die dem Führer des Reichsarbeitsdienstes Konstantin Hierl gezollt wurde, sei in Anbettacht der Tatsache, daß der diesjährige Reichsparteitag den Namen „Reichsparteitag der Arbeit" trage, ganz besonders bezeichnend gewesen Ward Price schreibt in der „Daily Mail": Bei der Parade vor Hitler zeigte sich am Mittwochmorgen die bemerkenswerte Fähigkeit der deutschen Jugend für mannhafte Disziplin. — ..Dailn Erpreß" bringt eine Mitteilung, die die in Nürnberg anwesende Witwe des früheren britischen Schatzkanzlers Lord Snowden am Mittwoch im Anschluß an die Vorführungen des Reichsarbeitsdienstes nach London gesandt hat: „Es ist das Eindrucks- Nürnberger Allerlei. Von unterem W.S Nürnberg. 8. September Nürnberg gleicht auch in diesem Jahre wieder einem aufgewühlten Ameisenhaufen. Zumeist brän* gen sich die aus allen Landesteilen zusammen- geftrömten Volksgenossen in den Hauptstraßen der Stadt, und zwar auf jenen Verkehrswegen, die der Führer wiederholt zu benutzen pflegt und die eigentlich auch kaum mehr von Absperrungsketten der SS frei werden Wieder steht man Männer und Frauen, die mit dem Klappstühlchen unter dem Arm durch die Gegend ziehen oder ein Periskop, das heißt zwei an einem Stock befestigte Spiegel, geschultert spazieren tragen und Dann leweils wie ein geölter Blitz an die Men- jdjenmauern heranflitzen, wenn irgendeine führende Persönlichkeit der Bewegung im Auto vorbeifährt eie können bequem über die vorderen Reihen hin» wegsehen, sie kommen immer auf ihre Kosten ♦ lÜber auch draußen vor den mächtigen Toren v ?tQhL ‘ n ben Lagern des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht herrscht das gleiche rege Leben. Am Mittwock früh marschiert ber 21 r beite» bienft auf der Zeppelinwiese auf Schon begannen Die ersten Hebungen für biefen großen Appell Am Montagmittag mußten bie Musiktrupps an» treten, bie im Parabemarsch unb unter flingenbem öpiel am Platz bes Führers oorbeizogen unb bie bet biefer Gelegenheit bereits bewiesen baß es wie am Schnürchen gehen wirb Zum ersten Mal finb in biefem Jahr Abteilungen bes weiblichen Arbeitsb'en st es in größerer Zahl erschienen Die Arbeitsmaiben fallen überall burch ihre schmucke Tracht unb burch ihr gesunbes Aussehen auf Sie finb in einem großen Lager unweit bes Arbeitsbienstlagers zusammengefaßt, wo straffste Drbnung herrscht unb bie gleiche Disziplin geübt wirb, wie sie in ben heimatlichen Lagern oorhe- schrieben ist. -Sonderberichterstatter Besonbers reges Interesse namentlich bei der Jugend findet Das Wehrmachtslager, in dem Zelt an Zelt gereiht ist und das Formationen sämtlicher Truppenteile beherbergt Neben den Schützen stehest Kavalleristen, neben den Männern der Panzerwaffe die der Artillerie und der Nach- richtentrupps, die Flieger nicht zu vergessen 70 Offiziers» und 130 Mannschaftszelte bilden die Unterkünfte der Wehrmachtsabteilungen für die nicht weniger als 130 Feldküchen aufgefahren sind Man macht sich keinen Begriff, welche Mengen an Le- bensmitteln die etwa 17 000 Mann täglich verbrauchen Die Männer an den Feldküchen und in den Verpflegungszelten haben von früh bis spät zu tun, um ben im Magenfahrplan oorgeschriedenen Kurs innehalten zu können Das Gleiche gilt auch für bie Männer vom Bayernzug, jener riesigen Verpflegungsstation, bie für bie Formationen ber Partei eingerichtet worben ist unb bie bereits alle deutschen Gaue bei ben verschiebensten Gelegenheiten gesehen hat. ♦ Für ben Fremben ber seit Jahresfrist zum e r» ft e n Male wieber Nürnberg betritt, finb d i e Parteitagsbauten von befonberem Interesse. Sie finb in ben letzten zwölf Monaten weiter gebiehen Steht man am Dutzenbteich mit feinen vielen Kränen bann hat man ben Eindruck, als sei_ Nürnberg eine Hafenstabt Aber der Schein trügt Diese Kräne gehören zum Baugerüst der Kongreßhalle, von ber, einer Atrappe gleich, ein Stück in Holz aufgeführt worben ist, ba» mit man sich vergegenwärtigen kann wie bieser neue Bau später aussehen wirb Aber auch a u f bem Märzfeld bas später einmal die Wehr» madjtsübungen sehen soll, ist heftig gewirkt wor» Öen Zwei gewaltige viereckige Türme ragen in die tuft eie bilden ben Anfang eines riesigen Mau- ernkranzes. ber sich um bas Felb herumziehen wird. Die Große Straße, die quer durch das vollste, was ich jemals gesehen habe. Wer auch immer in England es mit Roheit und Mißachtung behandelt, der begeht eine sehr große Torheit." „Heer des Friedens." Französische Pressestimmen znm Tag des Reichsarbeitsdienstes Paris, 9. Sept. (DNB Funkspruch.) Der Auf- marsch bes Arbeitsbienstes finbet in mehreren Pariser Blättern besonbere Beachtung Diese Kunb- gebuna, so schreibt ber Sonberbenchterstatter bes „Jour' sei sicherlich von allen die eigentüm» l i ch st e unb s ch ö n st e zugleich Sie zeige wie keine anbere ben wahren Charakter bes Dritte nRe'ches unb bas Bemühen alle Män» ner in ein unb biefelbe Form zu gießen Der Führer habe zu ihnen in jenem bewegten Ton gesprochen, ber ihm eigen sei, jebesmal, wenn er sich an bie Iugenb wenbe Man fühle unb verstehe, bah sie seine bevorzugtesten Zuhörer seien Diese beutsche Iugenb, bie seit vier Jahren in der Hitler-Jugend, in den Arbeitslagern und den Kasernen herangezogen werde, kenne nur ben Führer unb schwöre nur auf i h n Die Blätter unterstreichen weiter die erstmalige Anwesenheit des Arbeitsdienstes der weiblichen Jugend Die Kundgebung, so schreibt ber „Figaro" habe ben Stempel eines einbrucksvollen Ernstes getragen unb sei von einer unbe - schreibbaren Schönheit unb Größe Nach ben Ausführungen bes Führers die keinen politischen Charakter getragen hätten, müsse man hervorheben baß bas Heer ber Arbeit nur bazu bestimmt sei, ein Heer bes Stiebens zu fein Reichsparteitagsgelänbe gelegt würbe, ist inzwischen >m Rohbau sertiggestellt worben. Sie ist nicht weniger als 90 Meter breit Etwa in ber Mitte bieser Straße wirb bas neue Stabion für bie NS.» Kampfspiele enchtet werben Die ©runbftemlegung zu diesem Sportplatz, ber nach feiner Fertigstellung 405 000 Personen fassen kann erfolgt noch in bie» len Tagen Das Stabion hat etwa bie Form eines Hufeisens Nur laufen bie beiben Teile dieses Hufeisens parallel zueinander An der offenen Stelle halten rechts und links riesige Adler auf gewaltigen Türmen Wacht An die offene Stelle schließt sich bann ein Ehrenhof an, um ben ein ©äulengang herumgeführt wird Zur Großen Straße felbft bin schließt bas Stadion mit einer Stanbartenballe id, bie ebenfalls auf Säulen richt Das ganze Projekt, bas m Form eines Mobells bereits vorhanden >st, macht einen überaus imposanten Eindruck Wenn man zum Vergleich ben Umfang unb bie Größe ber anberen Parteibauten heranzieht, kann man sich ungefähr vorstellen. wie imponierenb dieses Stadion werden wird * Der diesjährige Parteitag wird wie alle seine Vorgänger im Film fest gehalten werden. Jedoch nicht nur in den Wochenschauen der Filmtheater, sondern von Richard Q u a ß (Berlin) als Herstellungsleiter und Hermann Stoß (Berlin) als Gestalter auf dem Bildstreifen Beide Männer haben den Auftrag erhalten, einen Film über den organisatorischen Unterbau bes Parteitages ' zu schaffen Das Filmwerk wirb ben Titel „D a s Nürnberger Uhrwerk" erhalten Als Einleitung ist bas mittägliche Spiel ber Kunstuhr an ber Frauenkirche in Nürnberg vorgesehen bas täglich alle Fremben anlockt, bie interessiert bem Vorbeiziehen ber Kurfürsten vor dem sitzenden Kaiser zusehen Von hier aus wird dann übergeblendet auf das einem Uhrwerk ähnlichen (Betriebe bes organisatorischen Apparates, ber diesmal noch stärker burdjgebilbet worben ist als in früheren Zeiten, ber aber auf ber Fülle ber Erfahrungen vergangener Jahre aufbaut unb sich bereits bis zur höchsten Vollendung ausgebildet hat Gerade dieser Apparat ist für jeden Volksgenossen hochinteressant Es lohnt sich, ihn einmal im Film festzuhalten und zu zeigen, welche Mühewaltung erforderlich ist, um einen Parteitag ordnungsmäßig abrollen zu lassen. Neugestaltung der Kranken- kaffen-Gpitzenverbände. Berlin 8. Sept. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird die Zwölfte Verordnung zur Neuordnung der Krankenversicherung veröffentlicht, die am 1 Oktober 1937 in Kraft tritt Die Spitzenoerbände der Krankenkassen, nämlich die Reichsverbände der Orts-, Land-, Betriebs- unb Innungskrankenkassen werben in öffentlich-rechtliche Körperschaften umgemanbelt. Sie unterstehen ber Aufsicht bes Reichsarbeitsministers, ber auch mit Zustimmung bes Stellvertreters bes Führers bie Leiter Der Reichs- oerbänbe beruft unb abberuft Den Reichsoer- bänben gehören bie in Frage kommenden Kranken» kästen kraft Gesetzes an Die Mitgliedskasten finb an ber Leitung ihres Reichsverbanbes baburch beteiligt, baß ihre vorn Reichsarbeitsminister zu berufenen Vertreter ben Beirat bilben, ber den Derbandsleiter zu beraten unb zu unterstützen hat. Die Aufgaben ber Reichsverbänbe beziehen sich neben bet Beratung ber Verbanbskasten auf Den Abschluß unb bie Aenberung von Verträgen mit ben Verbänben unb Vereinigungen ber Heil- berufe, ber Heilanstalten, ber Lieferanten ber Krankenversicherung sowie mit anberen Trägern ber Reichsversicherung ober beren Verbänben Weiterhin obliegt ihnen bie Uederwachuna ber pünktlichen Abrechnung unb Abführung ber von ben Mitgliedskasten für Leistungen der Äerzte, Zahnärzte unb Dentisten zu entt'chtenben V e r - gü tun gen. Enblich ist es ihre Aufgabe zu Schiebs» Einigungs» unb Prü^ungs- ämtern bie Beisitzer zu benennen, ihre Mitgliedskassen gegenüber anderen Versicherungsträgern und vor den Versicherungsbehörden zu vertreten bie Fortbi 1 buna ber bei ben Krankenkassen tätigen Beamten unb Angestellten zu förbern ben Reichs» arbeitsminister unb bas Reichsversicherungsamt in grunbsätzlichen Fragen ber Gesetzgebung unb Verwaltung zu unterstützen sowie unter Beteiligung ber NSDAP, bie für bie Ernennung unb Abberufung ber Kassenletter zustänbigen Stellen zu beraten Neben ben Reichsverdänben gibt es in Zukunft keine Kastenvereinigungen meyr Die zur Zeit bestehenben beren Zahl im gesamten Reichsgebiet über hunbert beträgt werben in einem vereinfachten Verfahren burch ben Vorsttzenben bes Oberoer- sicherungsamts aufgelöst ober wenn aus» nahmsweise ein Bebürfnis für ihre Erhaltung besteht. in Versicherungsträger (Kassenverbänbe) u m - g e ro a n b e 11 Durch bie neue Verorbnung wird somit die Organisation der Krankenversicherung er» heblich vereinfacht Die Krankenkassenspitzen, verbände erhalten eine klare Rechtsfvrm unb bestimmte Aufgaben unb werben fest in ben Rahmen ber gesetzlichen Krankenversicherung eingebaut. Damit ist gleichzeitig sichergestellt, baß sie nicht mehr einseitige Interessenvertretungen werden können Kunst und Wissenschast. Rund 1150000 Besucher auf der Ausstellung „Entartete RunfP München, 8. Sept (DNB.) Der Besuch ber Ausstellung „(Entartete Kunst" in München Hält ununterbrochen stark an. Bis Heute wurden 1 1 4 9 0 9 5 Besucher gezählt. Auf bie Gäste aus bem Auslande macht bie Ausstellung einen tiefen Eindruck. 3n Gesprächen geben sie ihrer Verständnislosigkeit darüber Ausdruck, daß ein Teil der Auslandspreise die Ausstellung mit gehässigen Steuerungen begleitet Sehr oft wird bedauert, daß es nicht auch im Auslande möglich ist. eine solche Schau über bie (Entartung ber Kunst zu veranstalten. Adele Sandrock unter riesiger Beteiligung der Wiener Bevölkerung beigefefjt Unter nefiger Beteiligung aller Schichten der Wiener Bevölkerung wurden am Mittwochnachmit- tag die sterblichen Ueberreste Adele Sandrocks auf dem protestantischen Friedhof bes Wiener Dor» ortes Matzleinsbors zur letzten Ruhe gebettet. Tau- senbe waren bereits im Laufe des Vormittags an ber Aufbahrung vorübergeschritten, um ber großen deutschen Künstlerin die letzte Ehre zu erweisen. Im Auftrage bes Führers unb Reichskanzlers legte Botschafter von Popen, der in Begleitung des Attaches der Deutschen Gesandtschaft, von haften erschienen war, einen Kranz nieder Unter den zahlreichen Blumenspenden fand ein großer Lorbeer- kränz des Reichsministers Dr Goebbels befon- dere Beachtung An den Trauerfeierlichkeiten nahmen u. a. der holländische Gesandte, Vertreter des österreichischen Unterrichtsministeriums, der Stadt Wien sowie zahlreiche Kollegen und Kolleginnen der Wiener Bühne teil 7. Internationale Kochkunstausstellung. Die vom 9 bis 20 Oktober 1937 aus dem Fest- Hallengelände in Frankfurt a Main stattfindende 7. Internationale Kochkunstausstellung gliedert sich in zwei Hauptabteilungen: die Industrie- und Han- delsabteilung umfaßt Nahrungs- und Genutzmittel, Getränke, küchentechnische Einrichtungen. Hotel- und Goststättenbedarf, Reinigungsmittel und Dorrich- hingen gegen Verderb in der Küche, Großküchen- onlagen, Kühlschränke und Kühlanlagen, Fachwis- senschaft und Fachliteratur Die Gastronomische Ab- teilung zeigt die eigentliche Kochkunstschau mit ihren beiden Hauptgruppen „Kalte Küche" und „Warme Küche' In der Kochkunstschau. Abteilung „Warme Küche" werden acht Küchen in Betrieb genommen In denen 14 deutsche und 8 ausländische Kochmann, schäften kochen. Vom Ausland sind vertreten: die Schweiz, Oesterreich, Italien. Ungarn Schweden, Tschechoslowakei. Frankreich und USA In Betrieb genommen werden ferner eine zeitgemäße Diät» und Krankenhausküche, eine Fischküche und eine Großküche für Massenverpfle- gung Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Ausstellungen der deutschen Hotels und Gaststätten m geschlossenen Räumen, die die Kochkunstschau, Abteilung „Warme Küche" umrahmen, ferner die große Plattenschau „Der schön gedeckte Tisch — die festlich geschmückte Tafel" An Sonderoeranstaltun- gen sind zu erwähnen Die Schau der Wirtschafts- gruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, die Fachschau der Bäcker. Musterweinstube und Muster- bar, in der auch der internationale Mixerwettstreit stattfindet, die Sonderschau des Reichsnährstandes „Kampf dem Verderb" und „Verbrauchslenkung", schließlich die Sonderschau der Deutschen Arbeitsfront über ..Berufserziehung". „Fachwissenschaft" und „Fachliteratur — Die Reichssprachen- schule in Wernigerode wird demnächst nach Frankfurt a. M verlegt und mit dem Kochkunstmuseum zur „Reichskoch, und Sprachenschule" vereinigt, um die im Gaststättengewerbe Schaffenden auf die großen Probleme der Berufserziehungsarbeit auszurichten. Stürmischer Erfolg der Deutschen Kulturwoche. „Walküre" und Veelhovens Kennte in Paris. Paris, 9 Sept. (DRV Funkspruch.) Im Rah- men der Deutschen Kulturwoche in Paris wurde am Mittwoch ttn Th^ätre des Champs Elys^es Richard Wagners „W a l k ü r e" vor übervollem Haus gegeben. In der ungekürzten Bayreuther Besetzung (Inszenierung von Tietje n. musikalische Leitung Furtwängler. Bühnenausstattung und Kostüme von P r e e t o r i u s) wurde die „Walküre" zu einem neuen großen Erfolg der deutschen Kunst. Von den Hauptdarstellern ragten besonders Franz Völcker als Siegmund und Ru- dolf Bockelmann als Wotan, Maria Müller als Sieglinde und Frieda Leider als Brünhilde hervor. Schon nach dem ersten und zweiten Akt dankte den Darstellern herzlicher Beifall der deutschen und der französischen Zuhörer. Der Beifall steigerte sich nach der fast fünfstündigen Aufführung zu einer Ovation für alle Mitwirkenden, vor allem für die überragende Stabführung Furtwänglers. Unter den Ehrengästen sah man Staatsminister S a r- raut. den französischen Botschafter in Berlin, Francois-Poncet, den deutschen Botschafter in Paris, Grafen We lcz e k, Staatssekretär Funk und den Reichskommissar für die Weltausstellung Dr. R u p p e l. ♦ 2m Pleyel-Saal fand die Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie durch das Berliner Philharmische Orchester und den Bruno Kittelschen Chor unter Leitung von Generalmusikdirektor Staatsrat Furtwängler statt. Solisten waren Erna Berger Pella Hochreiter, Walter Ludwig und Rudolf Watzke Anwesend war der Präsident der französischen Repu- blik, Lebrun, der bei seinem Erscheinen von den Philharmonikern mit der Marseillaise begrüßt wurde Anschließend wurde das Deutschlandlied und das Horst-Wessellied gespielt Ferner sah man Staatssekretär Funk, Außenminister D e l b o s den Landwirtschaftsminister Monn et, den ehemaligen Ministerpräsidenten F l a n d i n . den ehemaligen Finanzminister und Ministerpräsidenten Caillaux mit Gattin, Vertreter des Diplomatischen Korps, den französischen Botschafter in Berlin. Francois-Poncet, den belgischen Botschafter in Paris, Polizeipräfekt Langeron, weitere Regierungsmitglieder, den deutschen Botschafter in Paris und Gattin, zahlreiche Vertreter des Comite France-Allemagne. viele französische Abgeordnete, Senatoren und Behördenverter Das vollbesetzte Haus spendete nichtendenwollenden Beifall. Im Anschluß an die Aufführung gab Reichskom- missar Ministerialdirektor Ruppel und Gattin einen Empfang für die Ehrengäste der Deutschen Kulturwoche Als Staatsrat Furtwängler erschien, wurde er mit erneutem Beifall begrüßt Auf dem Empfang überreichte Staatssekretär Funk dem französischen Botschafter in Berlin, Francois-Poncet, als Ehrengabe einen Faksimiledruck der Partitur der Neunten Symphonie von Beethoven. Der Druck wurde in diesem einzigen Exemplar eigens von deutschen Künstlern hergestellt. Staatssekretär Funk sprach dem fron» zösischen Botschafter seinen wärmsten Dank für die Anteilnahme aus, die er an der Vorbereitung und Durchführung der Deutschen Kulturwoche in Paris genommen hat. Die bolschewistische Seeräuberei urkundlich nachgewiesen. Zwei aufschlußreiche Telegramme der ehemaligen baskischen Machthaber. Berlin, 9. Sept. (DNB Funkspruch ) Als Angreifer des im Mittelmeer überfallenen britischen Zerstörers „H a o o c" konnte ein b o 1 s ch e w i st i - s ch e s Unterseeboot nachgewiesen werden. Es wird nun bekannt, daß die baskischen Bolschewisten sogar schriftliche Befehle zum Angriff ihrer U-Boote und Flugzeuge auf deutsche Kreuzer erließen. Der Wortlaut dieser zwei Telegramme von Bilbao nach Santander, die nach der Einnahme von Santander aufgefunden worden sind, wird jetzt durch den „Völkischen Beobachter" veröffentlicht Der Text lautet: Baskische Regierung. Telegraphisches Kabinett Vorsicht! Telegramm. (In baskischer Sprache) Chef der kantabrischen Seestreitkräfte an den Krieaskommissar. Es wird befohlen, daß Unterseeboote C2 und C5 s i ch in der Nähe von Santona bereithalten, um im Fall, daß Handelsschiffe oder Stadt beschossen wird, sofort deutsches Schiff zu torpedieren. 1937. Fuerza Navales del Cantabrico. Estao Mayor. iIb a o, 1 Januar Gobierno Provisional de Euzkadi. Presidencia Eabinete Telegrafico. Baskische Regierung. Telegraphisches Kabinett. Vorsicht! Telegramm. (In baskischer Sprache) Chef der kantabrischen Seestreitkräfte an Chef der Wasserflugzeuge Santander. Nach Erhalt dieser Mitteilung haben Sie in aller Eile d i e größtmögliche Anzahl von Apparaten bereitzumachen. Die Mann- ichaften haben in Malano zu bleiben und Befehle zum Abflug und Instruktionen abzuwarten, die an Die Telephonnummer 1708 gegeben werden Wir halten Jagdflugzeuge bereit, um bezi 5(ug der Wasserflugzeuge zu schützen Wahrschein-' lich Aufgabe Flug über Santona und Bombardierung. wenn möglich, des deutschen Kreuzers. Bilbao 2. Januar 1937. Stempel: Stempel: Gobierno Provisional Fuerza Navales bei de Euzkadi Cantabrico. Presidencia Estao Mayor Gabmete Telegrafico. (Unterschriften. England hält an der Mtelmeerkonserenz fest. London, 9 Sept. (DNB Funkspruch.) Die englische Presse rechnet bestimmt damit, daß die M 11- telmeerkonferenz am Freitag in Nyon oder in Genf eröffnet werden wird Die englische Regierung sei entschlossen, die Konferenz u'n g e a ch - t e t der sowjetrussischen xorpebie- rungsoersuche und auch im Falle daß Deutschland und Italien nicht erscheinen würden, abzuhalten. Dieser Entschluß werde als das Ergebnis der gestrigen Kabinettssitzung bezeichnet, auf der b i e englischen Vorschläge für bie Mittelmeerkonferenz ferhcmeftellt worben seien. Der Inhalt ber Vorschläge wird noch geheim- gehalten. Es wird aber angebeutet, baß bie ursprünglich vorgesehenen englischen Vorschläge im Falle ber Abwesenheit Deutschlands und Italiens von ber Konferenz nicht in ihrem vollem Umfang durchgeführt werden konnten, sondern möglicherweise durch andere Vorschläge, bie ebenfalls beraten worben seien, ersetzt werden müßten. „Daily Telegraph" meldet, bas Kabinett habe beschlossen, baß eine Vereinbarung auf ber Mittelmeer-Konferenz nicht durch politische Faktoren behindert werden dürfe In London werde bas sowjetrussische Vorgehen aufs schwerste gekabelt. Man sei aber anscheinend ber Auffassung, daß bie Angelegenheit zwischen Italien und Sowjetrußland unmittelbar geregelt werben müsse Die Mittelmeerkonferenz werbe sich nach englischer Ansicht nur mit ber „technischen Frag e" bes Piratentums im Mittelmeer befassen Es hanbele sich hierbei um ein anberes Aufgabengebiet, als der Londoner Nichteinmischungsausschuß zu erfüllen habe Die englischen Vorschläge hätten bie Zustimmung von Paris erhalten und sähen die e n g ft e Zusammenarbeit zwischen ber englischen und ber französischen Flotte im Mittelmeer vor. Die englische Regierung glaube, daß. wenn auch gewisse Staaten ber Konferenz nicht beiwohnen würben, unter ben übrigen ver- tretenen ßänbern em genügenbes Maß von Zusammenarbeit erzielt werden könne um wirksame Sicherheitsmaßnahmen für ben Schutz ber Schifffahrt im Mittelmeer herbeizuführen. Für bie unheilvolle Atmosphäre, unter ber bie Konferenz zusammentrete, fei in erster Lime bie Sowjet- Diplomatie zu tabeln. Inmitten ber Bemühungen, eine Zusammenarbeit im Mittelmeer herbeizuführen, müßten bie beiben Moskauer Noten an Italien entroeber als ein plumpes unb törichtes Vorgehen ober aber als der überlebte Versuch, jeden Ansatz zu einem gemeinsamen Handeln z u sabotieren. betrachtet werden. zialiens Antwort steht noch ans. Neue sowjetrussische Note erschwert Zusage Noms. Rom. 8. Sept. (DNB) Nach einer Moskauer Meldung ber Taß ist ber Sowjetbotschafter in Rom beauftragt worden, bie italienische Ant- wort — bie in ber sofortigen Zurückweisung ber bolschewistischen Manöver bestanden hatte — für „unbefriedigend" zu erklären unb der ita- 9n dw ^oppotwU^un^ ’t V» * '1 ®®i. r. SMflirgiltWemlh. SMbn. d d-r. W-.lt etae|«m Gasen -in schwere- G r u b ° nun gl ü ck dem' st°° Basse Verlag R°g°n-bukn st8l) - Der a u s - an der Konferenz gestatte, dann könne man a n - dere Staaten wie Portugal, das dem kultur: sie zeigen gleichzeitig die Grundsätze auf, nach denen der Präsident sein Amt verwaltet. lienischen Regierung ihitzuteilen, daß Moskau seine' Deutschland in keinem Lan „Beschuldigungen" aufrecht erhalte. Mlluäcmistion unterhält. Richtig ist vielmehr, datz Die italienische Antwort auf die französisch-eng- verschiedene fremde Staaten sich die militari- — ........ " schen Erfahrungen einzelner früherer deutscher Offiziere zunutze zu machen suchen und sie zu diesem Zweck durch privateDienst- verträge verpflichten. Diese ehemaligen Offiziere handeln bei dem Abschluß solcher Dienstverträge auf eigene Initiative und eigene Verantwortung, ohne daß amtliche deutsche Mittelmeer weit näher liege, nicht schließen. Bolschewistische Kannibalen hausten in Santander. Santander, 8. Sept. (DRV.) Flüchtlinge, die in ihre befreite Heimatstadt Santander zurückkehren, berichten erschütternde Einzelheiten vom Morden und Brennen, sowie von anderen Verbrechen der Bolschewisten. Frauen schilderten, wie in Santander einmal Fleisch verteilt wurde, was infolge der Lebensmittelknappheit eine große Seltenheit gewesen sei. Später wurde dann mitgeteilt, daß es das Fleisch von gefangenen niedergemetzelten Marokkanern gewesen sei. Das Entsetzen der Frauen über die Scheußlichkeit der Bolschewisten sei nur mit rohem Gelächter beantwortet worden. Es sei auch vorae- kommen, daß man Gefangenen das Fleisch ihrer ermordeten Familienangehörigen vorgesetzt habe. Deutschland unterhält keine Militärmissionen. B e r 1 i n , 8. Sept. (DNB.) In der ausländischen Presse erscheinen immer wieder tendenziöse Meldungen, wonach sich angeblich deutsche Militärmissionen in fremden Ländern befinden und dort alle möglichen Einflüsse auf aktuelle Vorgänge ausübten. Demgegenüber ist festzustellen, daß lische Einladung zu einer „Mittelmeerkonferenz" । ist, wie in zuständigen italienischen Kreisen verlau- tet, bis Mittwoch abend noch nicht übergeben worden. Es sei jedoch schon mit Rücksicht auf den für den 10. September geplanten Beginn der Konferenz damit zu rechnen, daß die Antwort spätestens am Donnerstagoormittag erfolgen würde, lieber den Inhalt der Antwort könne noch nichts gesagt werden. Man betont jedoch, daß nach der am Mittwochoormittag in Rom übergebenen zweiten sowjetrussischen „Rote" die Schwierigkeiten für eine Teilnahme Italiens an der geplanten Konferenz nicht geringer geworden seien. Auf diesen weiteren Moskauer Erguß wird eine Antwort Italiens kaum zu erwarten sein. Irgendwelches dokumentarisches Material über angebliche Beweise für die sowjetrussischen Anklagen gegen Italien sei auch in dieser zweiten „Rote" nicht enthalten. Der Mailänder „P o p o l o d ' I t a l i a" bekräftigt, daß Italien n i ch t zu der Mittelmeerkonferenz nach Nyon gehen werde. Die italienische Regierung, so heißt es in einer Meldung aus Rom, die die Ueberreichung der Antwortnote auf die Konferenzeinladung ankündigt, habe den unverschämten sowjetrussischen Anklagen „eine entschiedene und feste Zurückweisung" entgegengesetzt. Die Regierung sei der Ansicht, daß die Behandlung der Mittelmeerfrage im Rahmen des Londoner Nichteinmischungsausscbus- s e s, dem auch eine Reihe von Staaten angehören, die nicht zu der Konferenz eingeladen seien, wieder ausgenommen werden könne. Seit längerer Zeit habe Italien das barbarische und nicht zu duldende Vordringen Moskaus im Mtttelmeer aufgezeigt. Die Internationale der Unordnung könne nicht mit dem Ziel der Ordnung zur Mitarbeit herangezogen werden. Wenn man Sowjetrußland, das nicht am Mittelmeer liege, und dem England durch eine lange geschichtliche Periode hindurch jeden Zugang und jedes Vordringen im Mittelmeer hartnäckig verlegt habe, die Teilnahme Stellen dabei beteilig! wären. Aus aller Welt. Frhr. v. Gablenz mit feinem Flugzeug überfällig. Das Flugzeug D-ANOY der Deutschen Lufthansa, das am 24. August unter Führung von Direktor Frhr. v. Gablenz, Flugkapitän U n t u ch t und Oberfunkermaschinist Kirchhoff im Rahmen der । Erkundungsflüge eines Luftweges nach dem Fernen: Osten auf dem Fluge von Kabul (Afghanistan) nach Anshi (Ehina) das Pamirgebirge über den Wakhan- Paß erfolgreich überflogen hatte, verließ nach erfülltem Auftrag Anshi vor einigen Tagen, um über Kabul zurückzufliegen. Das Flugzeug erreichte seinen Bestimmungsort nicht. Trotz sofort aufgenommener Nachsuche durch Junkersflugzeuge fehlt bisher jede Nachricht. Der Reichsminister der Luftfahrt hat sofort eine umfangreiche Suchaktion in die Wege geleitet. Außerdem hat der Reichsminister der Luftfahrt das Königlich-Br'tische .Luftfahrtministerium um Unterstützung gebeten, die sofort in großzügiger Weise zugesichert wurde. Vier Tote bei einem Flugzeugabsturz bei Bordeaux. Mittwochabend ereignete sich bei Bordeaux ein schweres Flugzeugunglück, das vierTote und einen Schwerverletzten forderte. Bei der Landung auf dem Militärflugplatz Mörignac stürzte eine schwere Kriegsmaschine, einer der neuen Bomber „Bloch 210", ab. Bei dem Aufschlag auf die Erde erfolgte eine Explosion. Die Rettungsmannschaft barg unter Einsatz ihres Lebens aus dem brennenden Flugzeug zwei Insassen. Die anderen drei Besatzungsmitglieder kamen in den Flammen um. Der eine der beiden Geretteten ist kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus an den schweren Brandwunden gestorben. Der Generaldirektor der BIZ beim Vaden ertrunken. In Basel ging bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Nachricht ein, daß Generaldirektor Pierre Quesnay in den Ferien in Frankreich beim Baden ertrunken sei. Er befand sich als Gast des ehemaligen Gouverneurs der Bank von Frankreich, Morreau, in St. Leonard bei Poitiers (Vienne). Die Leiche konnte geborgen werden. Generaldirektor Quesnay stand im 43. Lebensjahr und war seit 1930 Generaldirektor der BIZ. Der Tod in den Bergen. Der Gerichtsassessor Wolfgang Kammlar aus Heufeld bei Krefeld stürzte an der Dreitorspitze tödlich ab. Seine Leiche wurde von der Rettungsstelle Partenkirchen zu Tal gebracht. Don Kaufbeuren aus unternahm der 23 Jahre alte Hans Egon Schulten aus Kaufbeuren einen Wochenendausflug in die Füssener Berge. Er ist bis jetzt noch nicht wieder in Kaufbeuren eingetroffen. Es ist damit zu rechnent, daß ihm ein Unfall zugestoßen ist. Schulten war ungenügend ausgerüstet. Eine Rettungsmannschaft ist aufgestiegen, den Vermißten zu suchen. Heun Todesopfer eines Grubenunglücks in Italien. In dem in der Nähe von Pola gelegenen Kohlenbergwerks Arfa ereignete sich infolge der Explosion yuien ein iuiluci e» l uveuunyi****, w... । ~ 11 - , - , < ■. < m s. . o, E neun Bergleute zum Opfer fielen. Da die Explosion kleine Band enthalt kulturpolitische Reden und Auf» in einer Tiefe von 300 Meter stattfand, war es > sätze des Präsidenten der Neichsmusnkammer zu trotz größter Anstrengungen bisher nicht möglich,' allen wichtigen Fragen unserer deutschen Must^ die Leichen zu bergen. Verheerendes Großfeuer in Landsberg am Lech. In Landsberg am Lech wurde das städtische Spi- talgut durch ein Großfeuer, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, fast vollständig eingeäschert. Nur das Wohnhaus konnte gerettet werden. Es verbrannten auch rund 10 000 Zentner Heu und etwa 2000 Zentner Getreide. Der Schaden wird auf rund 300 000 Mark geschätzt. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Schwerverbrecher einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen. In Herne (Westfalen) ereignete sich ein schwerer D e r k e h r s u n f a l l. Ein Motorradfahrer wurde von einem Personenkraftwagen erfaßt, wobei der Kraftwagen auf den Bürgersteig geriet und dort einen Mann anfuhr, der auf der Stelle getötet wurde. Dör Beifahrer des Kraftwagens wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Dieser Begleiter ist der seit Juli dieses Jahres gesuchte Johann Rosinski aus Scherlebeck bei Recklinghausen, der im Juli in Essen, als er bei einem Einbruch überrascht wurde, den Oberwachtmeister Paul Blasig niederschoß. Als der Beamte zur Festnahme des Täters schreiten wollte, gab dieser fünf Schüsse ab, die den Beamten erheblich verletzten. Der Täter war damals auf einem Fahrrad geflüchtet. Büchertisch. — Hans Heinrich Ehrler: Unter de m Abend st er n. Neue Gedichte. 106 Seiten. Leinen 3.— Mark. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. 1937. — (210.) — Wer den schwäbischen Lyriker Ehrler aus früheren Werken kennen und schätzen gelernt hat, wird mit Freude diesen neuen Gedichtband ausnehmen, in dem er die Ernte aus den reifsten Jahren seines Lebens gesammelt hat. Großen und kleinen Wundern des Daseins ist seine Seele geöffnet, die den Lauf des Jahres und den immerwährenden Wandel des Lebens preist und besingt. Seine Verse, mögen sie die Form des einfachen Spruches, des besinnlichen Meditation oder des schlichten Volksliedes haben, sind von einer starken Gläubigkeit erfüllt, die aus der Tiefe eines reinen Herzens kommt. Don allem kleinmütigen Zweifel frei bejaht er das Leben und weiß sich der Geschichte unseres Volkes verbunden verpflichtet. Daneben wieder stehen Gesänge, in denen er die großen Geister der Menschheit anruft und die Mutter in Demut verehrt als die Gebährerin alles lebendigen Wesens. — Edith Zellweker: Und feine Toch - ter i st der Peter. Roman. 260 Seiten. Kart. 2,80 RM., Leinen 3,80 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (213.) — Hier steht im Mittelpunkt ein kleines Mädel, ein kluges, aufgewecktes Naturkind, dessen Liebhabereien und Benehmen oft recht jungenhaft anmuten. Es behandelt seinen niemals ganz erwachsenen Vater als den besten Kameraden. Man kann dem drolligen Peter, der so ehrlich, natürlich und dann wieder ganz kindisch mit der ihn umgebenden Welt fertig wird, nicht böse sein und die Schwäche seiner Erzieher verstehen. Daß nach einer Katastrophe alles wieder gut wird, ist klar, dafür ist es eben ein Roman. Keine schwere, aber unterhaltsame und erheiternde Kost. Mancher Leser wird sich bei der Lektüre des Films erinnern, der nach dem Roman gedreht und auch in Gießen gezeigt wurde. — Peter Raabe: Kulturwille, im deutschen Musikleben. Kulturpolitische Reden und Aufsätze. 2. Band. 6. bis 10. Auflage. 76 Seiten. Gu- Oas Weiter vom 9. b 018 September Herausgegeben von der Forschungssielle für langfristige Willerungsvorhersagen des Reichswetterdienstes in Vad Homburg am 8. September abends. In Süddeutschland wird bie gegenwärtig herrschende, vorwiegend heitere, meist trockene und tagsüber warme Witterung im wesentlichen, von leichten, rasch vorübergehenden Störungen abgesehen, noch mindestens sieben Tage, wahrscheinlich sogar noch länger, anhalten. Nach kurzer Abkühlung werden sich in den nächsten Tagen mittags bald wieder sommerliche Temperaturen einstellen. Auch in Norddeutschland — mindestens im Binnenland westlich der Weichsel — wird das Witterungsgepräge im ganzen freundlich sein, doch werden sich hier die gelegentlichen Störungen mehr als in Süddeutschland in Bewölkung, stärkeren Tempe- raturschwankungen und Niederschlägen auswirken. Besonders muß im Küstengebiet der Nord- und Ostsee mit häufigerem Auftreten von stärkerer Bewölkung und Niederschlägen, zeitweise auch mit stür- mischen Winden, gerechnet werden. Die Sonnenscheindauer wird — vom Küstengebiet und vielleicht von Ostpreußen abgesehen — in der Mehrzahl der Tage mchr als fünf Stunden, rm ganzen zehntägigen Zeitraum mehr als 60 Stunden betragen. In Süddeutschland wird sie wahrscheinlich in vielen Orten 70 Stunden überschreiten. Hier wird auch meistenorts nur an wenigen Togen Niederschlag fallen, doch muß im Alpenland mit einigen ausgiebigen Gewitterregen gerechnet werden. Wetterb-ii-bt des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. An der Rückseite eines rasch über Nordeuropa hinziehenden Tiefdruckgebiets wird das Europa- Festland mit kalter Meeresluft überflutet. Der Ein- druck; erfolgt auch bei uns unter böigen West- bis Nordwinden. Bewölkungszunahme, doch find Niederschläge nur ganz vereinzelt ausgetreten. Bei Irland ist bereite ein neuer Wirbel in Entwicklung, doch stellt sich an seiner Vorderseite durch ein Zwischenhoch zunächst freundliches Wetter ein. Aussichten für Freitag: Stellenweise Frühnebel, sonst zunächst vielfach heiter und tagsüber wieder etwas wärmer. Winde aus südlicher Richtung, später aufkommende Unbeständigkeit. Aussichten für Samstag: Nach stärkerer Unbeständigkeit erneut wieder Besserung. Lufttemperaturen am 8. September: mittags 26,4 Grad Celsius, abends 17,1 Grad; am 9. September: morgens 8,4 Grad. Maximum 27,1 Grad, Minimum heute nacht 6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. September: abends 21,2 Grad; am 9. September: morgens 16,1 Grad. — Sonnenscheindauer 6,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriltletters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Unwersitätsdruckeret R Lange. K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur ReH ist Vreisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aültig. *fur die benätigaiSt 3 kleine Zimmer 8. September 1937 28. 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Äerlin W 30 Frankenslraße 11 Berlin SW 29 Am Urban 12-18 ■ (Beslchlshaarei ^Damenhan u.a..läst.Haarew. linrd.dievonmir angew.,einz.nch Meth. unt. Gar. imm.mit d.Wurz. schmerz!.entfernt Frau B. Gulden, seit 1935 Fr. W. Henkel Svr.'chstd. leben Freitag,Gi<"' en Am Biegelp'ad 32 9-7 Uhr duichg. Hierdurch nehme ich die Beleidig., die ich gegen die Eheleute LsssD Otto Stimuli L in Steinbach get. habe, mit d. Ausdruck des tiefsten Bedauerns als unwahr zurück. Steinbach,den 8.Sevtemb.l937 Betör. Gerhard II. Ehestands - Darlehen 5830 A PelMieu Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Liebler Kreuzplatz 2. Ur. 2’0 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 0. September IM Aufruf an das Kulturgewiffen der deutschen Nation. Deutschland und mit ihm ein sehr erheblicher Teil der gesamten kultivierten Welt steht in diesen Tagen unter dem nachhallenden Eindruck der großen Rede, die der Führer und Reichskanzler auf der Kulturtaguna des Reichspartei- tages 1937 in Nürnberg gehalten hat. Diese Rede ist allein ihrem äußeren Umfang nach von einem olchen Ausmaß, daß es nicht leicht, ja unmöglich scheint, die hier mit vorbildlicher Klarheit und Folgerichtigkeit entwickelten Gedankengänge in einem oder auch in mehreren Sätzen schlagwortmäßig zu- sammensassen zu wollen. Es kommt vielmehr darauf an, daß jeder einzelne sich bemüht, das in sich aufzunehmen, zu verarbeiten und zum eignen gei- stlgen Besitz und Erlebnis werden zu lassen, was der Führer m seiner Nürnberger Rede über Kultur, Volk und Rasse im allgemeinen und über die jahrtausendealte Kultur des deutschen Volkes im besonderen dargelegt hat. Das Thema dieser Rede entspricht ohne Zweifel der von Jugend auf bewährten und bewiesenen Leidenschaft des Führers für alle Dinge der Kultur, zumal für alle Fragen der bildenden Kunst. Und es ist von grundsätzlicher Bedeutung und wie eine Sinngebung der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, wenn der alljährlich wiederkehrende große Parteikongreß nächst der politischen Proklamation eine weithin vernehmbare kulturelle Willenskundgebung erläßt: sie bezeichnet aufs deutlichste und unmißverständlichste den Weg, den das deutsche Volk in naher und ferner Zukunft zu beschreiten aufgefordert wird und gewillt ist. Der Nationalsozialismus kann seine Aufgaben nicht im politischen Raume allein erschöpfen — so weit er sich vom Herzen des Reiches über die deutschen Grenzen hinaus erstrecken mag —, sondern er fühlt sich mit der gleichen Hingabe und dem gleichen Ernst vor der Nation für das kulturelle Leben, die ewigen kulturellen Besitztümer und das kulturelle Gewissen des deutschen Volkes verantwortlich. Die Gedankengänge der großen Rede des Führers konnten nach innen und nach außen hin nicht eindringlicher und sinnvoller unterstrichen und erhellt werden als durch die Verleihung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft, der nach dem Willen des Führers an die Stelle des für uns entwerteten Nobelpreises getreten und in diesem Jahre zum ersten Male in höchst feierlicher Form verteilt worden ist: die Namen der Preisträger zeugen vor aller Welt für die Arbeit, die Leistung und den Kulturwillen, wie sie in unferm Volke tätig lebendig sind und begriffen sein wollen. Was nun der Führer, wie immer vom historisch Gegebenen ausgehend, entwickelte darf als ein ganz persönliches Glaubensbekenntnis und als ein deutscher Kultur-Katechismus zugleich gewertet werden. Aus der Anordnung und Gliederung der mancherlei sich ergebenden, ja sich aufdrängenden Probleme heben sich, oft mit schneidender Schärfe und überall mit einer auch außerhalb unserer Grenzen eingängigen Klarheit umrissen und formuliert, eine Reihe von Leitsätzen heraus die gleichsam den Grundriß der Rede bilden und wert sind, der Nation, über den Parteitag hinaus, stets vor Augen gehalten zu werden Aus einer Parallele zwischen politischer und kultureller Staatslenkung ergibt sich als primäre Aufgabe jeder Kulturpolitik die Führung zur kulturellen L e i st u n g. Auch im kulturellen Raum gilt immer zuerst und allein die schöpferische Tat — nicht die unverbindliche, an den Tag gebundene, vergängliche und fragwürdige theoretische Betrachtung. Nur die große künstlerische Leistung ist ewig, sie ist geboren aus der Begnadung eines Volkes und einer Rasse Der einzelne aber, das Genie, erhebt sich als Träger allen kulturellen Schaffens über die Masse, seiner Zeit vorauseilend, ein Wegbereiter der Zukunft. Das Volk wird unterscheiden lernen zwischen wahrer und falscher, zwischer echter und entarteter Kunst, aber niemals kann das Genie in seinem schöpferischen Impuls, in seinem Gestaltungswillen und seiner Gestaltungskraft durch eine Massenleistung ersetzt werden. Es sind ja in den letzten Wochen diese und manche andere, eng damit zusammenhängende Fragen aufgeworfen und von höchst autoritativer Seite auf das Nachdrücklichste in Fluß gebracht worden: das Volk selber ist — in München — aufgerufen worden. Rede und Antwort zu stehen, vor die Werke der Kunst hinzutreten und fein Urteil abzugeben: es ist sehr wichtig, daß jeder einzelne, der sich als Deutscher im Sinne einer großen und ehrwürdigalten, deutschen Kulturgemeinschaft fühlt, die Ge- dankengäng der Führerrede, soweit sie von diesen Problemen handelt, auf sich wirken läßt, darüber nachdenkt und, vor allen Dingen, aus immer neuer, eigener Anschauung erlebt und bekräftigt. So scheint uns eine der wichtigsten Verpflichtungen aus dieser Rede sich für jeden einzelnen Hörer oder Leser darin auszudrücken, daß er — Künstler oder ßate — sich persönlich angesprochen und aufgefordert fühlt, teilzunehmen an den kulturellen Fragen und Aufgaben seines Volkes, sich mit verantwortlich zu fühlen für das künstlerische Leben der Nation, der er anzugehören die Ehre hat: die Ehre und den Stolz: aus der Besinnung auf eine große, ruhmvolle, bis in unsere Tage lebendig ausstrahlende Vergangenheit. Jedermann soll sich allezeit bewußt fein, daß auch er, als winziges Glied einer großen Gemeinschaft, Teil hat an den unvergänglichen Schöpfungen vergangener Jahrhunderte. Aus solcher Besinnung wächst das Gefühl des Stolzes wie der Ehrfurcht von selbst, ergibt sich tue '^P’ucht der größten Toleranz", von welcher der Führer sprach, und das Gefühl der Verantwortung vor Gegenwart und Zukunft. Wir wissen nicht, wieviele Genies unter den zwei Millionen Gefallenen gewesen sind, wir können nur ahnen, wieviele unter uns heute „das Leben von Helden selbst gewählt haben, statt es zu besingen", aber wir wissen genau und Werk für Werk, was wir unfern Vatern und Urvätern zu danken haben an kulturellen Werten, die den deutschen Namen in alle Welt trugen. Diese alte Kultur muß dem Volke wirklicher, lebendiger, geliebter Besitz werden. Denn die Dokumente dieser Kultur allein sind „ein wahrhaft ruhender Pol in der Flucht all der anderen Erscheinungen Dr. Hans Thyriot Der Bruder Francos in Nürnberg. N ü r n b e r g , 8. Sept (DNB.) Der Bruder des Generals Franco, Staatssekretär Franco, ist in Nürnberg eingetroffen In feiner Begle'tung befinden sich Oberstleutnant Diaz Varela und Herr Serrano R u n e r. Sie sind Ehrengäste des Führers auf dem Reichsparteitag. „Oer Sieg -es Aufbaus über das Chaos." Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht vor dem Parteikongreß über Wegbereiter und Mitläufer des Bolschewismus. Der zweite Tag. Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Am Mittwoch fand der Parteikongreß in der festlich geschmückten LuitpoldHalle seine Fortsetzung. Bereits lange vor Beainn war die große Halle, Die das eindrucksvolle Bild des Vortages bot, von den Zehntausenden bis auf den letzten Platz besetzt. Punkt 18 Uhr betrat ber Führer, gefolgt von dem gesamten Führerkorps der Partei, die LuitpoldHalle, wiederum von nicht endenwollendem Jubel begrüßt. Nach dem Einmarsch der Standarten und dem Verklingen der „Freischütz"-Ouvertüre von Carl Maria von Weber, gespielt vom Reichssinfonieorchester, erteilte der Stellvertreter des Führers dem Beauftragten des Führers für die geistige und weltanschauliche Schulung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, das Wort. Rosenberg, einer der Träger des Deutschen Nationalpreises, wurde von lebhaftem Beifall empfangen. Alfred Rosenbergs Rede. Als die ersten Kämpfer des Nationalsozialismus sich unter Adolf Hitler Aufammenfanben, war in ihnen allen unb bei ben später Hinzustoßenben das Gefühl bestimmend, daß wir nach 1918 nicht inmitten einer Revolution unter vielen anderen lebten, sondern uns in einer entscheidenden Welten- wende befanden. Unter dem furchtbaren Druck von Hunger, Elend und Versailler Schmachdiktat wäre ein anderes Volk vielleicht zerbrochen. Deutschland fand aber in sich noch jene Kräfte, um in einer kurzen Zeitspanne von 15 Jahren den tiefsten Zusammenbruch in eine große Wiederauf- erstehung zu verwandeln Ich glaube, das ist neben anderen Bedingungen möglich gewesen, well im Urteil und im Handeln der nationalsozialistischen Bewegung die innere Wahrhaftigkeit gegenüber den Tatsächlichkeiten des Lebens entscheidend gewesen ist in der Geschichte unseres Kampfes. Weltgeschichtlich betrachtet, steht heute die Demokratie dem Bolschewismus genau so innerlich hilflos gegenüber wie einst die Heilige Allianz gegenüber der demokratischen Revolution Erbarmungswürdig kurzsichtig und verängstigt wie Kaninchen vor der Klapperschlange blicken die sogenannten Demokratien auf den bolschewistischen Weltbrand Sie können gegen den Bolschewismus, ebensowenig wie die Heilige Allianz gegen die französische Revolution, nicht wirklich kämpfen, weil die Bolschewisten in vielen Dingen die letzten Folgerungen aus ihren eigenen Ideologien ziehen Das demokratische Sich- gehenlassen gegenüber einer angreifenden konzentrierten Kraft muß eben charakterlich und politisch unfähig fein, die Mächte der Zeit zu bändigen Die Losung „weder Bolschewismus noch Faschismus" ist die kürzeste Formel für die mnere Haltlosigkeit. Das Verhalten so vieler Demokraten gegenüber der bolschewistischen Weltgefahr ist nicht ein Zeichen einer vorsichtigen Überlegenheit, wie man uns glauben machen will, sondern das Aeußere einer inneren Unzulänglichkeit, die Probleme unserer Zeit überhaupt zu schauen Wenn heute schon unzählige Zeugen europäischer Nationalkulturen im Osten und Südosten Europas dahingesunken sind, wenn das beste Blut schon zweier Völker der Ausrottung nahe entgegengeführt worden ist, so ist das das furchtbare Gleichnis dafür, wie Völker untergehen können Die kommenden Jahrzehnte werden darüber entscheiden, ob unser alter Kontinent noch stark genug ist, um Kutturgestatten der Ueberliefe- rung zu verteidigen und neue widerstandsfähige Gebilde des Lebens für unser Jahrhundert zu schaffen. So ringen gestaltende Kräfte gegen blutiges Chaos, schöpferische Arbeit gegen schillernde und unschöpferische Demagogie, ein Wille zur Neugestaltung des Daseins gegen das System parasitärer Ueberkrustung unseres Lebens. Aus dem Machtkampf unserer Epoche aber ragen immer deutlicher zwei Pole hervor, in denen diese beiden Tendenzen ihre sichtbarste Vertretung gefunden haben. Auf der einen Seite steht der Nationalsozialismus, in feinen Antrieben als Schirmer nicht nur großer deutscher Geschichte und Werte — in gemeinsamer Froni mit ihm wesens- verwandten Weltanschauungen anderer Volker sondern als der Schirmer Europas schlechthin, und auf der anderen der Bolschewismus als Verkörperung aller niederziehenden Triebe, aller Haß- instinkte gegen große Form und große Werte. Es ist geradezu grotesk, wenn von einer Seite her gefordert wird, Europa dürfe nicht zu Blockbildungen erstarren, wo doch eine solche Blockbildung gegen Europa schon blutig am Werke ist' Die Kirchen haben es nirgends vermocht, die Völker zur befreienden Tat gegen den blutigen atheistischen Bolschewismus aufzurufen. Darüber hinaus bringen es Kirchenführer fertig, in diesem Bolschewismus gar christliche Ideen hineinzudichten. Von der Kanzel' herab erklärte der Dekan von Canterbury er bemühe sich, die Herren in Moskau aufzuklären, daß sie „eine bewußte Religion" hatten, die in einer Linie mit der christlichen Religion liege Und als er auf diese unglaublichen Ausführungen hin angegriffen wurde, schrieb er im Organ' der Salonbolschewisten Englands, (im News Chronicle"), es sei ein Fehler, zu leugnen, daß in Spanien und Rußland, unter vielen Dingen, bie zu bedauern wären, auch Bestandteile vorhanden seien, die im Ursprung christlich erschienen. Ein sehr bekannter römisch-katholischer Schriftsteller in Deutschland hat in einem großen Werk Der Vatikan als Thron der Welt" die ©tel- jung feiner Kirche dahin umschrieben, daß er wörtlich erklärte: „Er (der Antichrist) lebt in der Form des Bolschewismus mit der Gebärde der Erlösung, in der Form des Faschismus als Staatsanbetung heidnischen Schnittes. Die römisch-katholische Kirche muß nach ihrem Wesen zu dieser zweiten Gebärde des Antichrist noch unversöhnlicher stehen als zum radikalen Sozialismus Denn dort ist ein Wille 3um Menschen, hier nur ein Wille zur Macht." Und aus evangelischen Kirchenkreisen in Deutschland hat er folgendes Echo gezeitigt: „Die Berichte las- '.v M M. f j' i W.< W 18 "MW v-\ ' Nach der Verteilung der „Nationalpreise für Kunst und Wissenschaft" beglückwünschte der Führer Geheimrat Professor Dr. Bie r; halbverdeckt Professor Dr. Sauerbruch: in ber ersten Reihe von rechts: Reichsminister Rudolf Heß, Reichsleiter Rosenberg, Frau Professor T r o o ft — (Scherl-Bilderdienst-M.) fen keinen Zweifel darüber, daß der neue Feind (Neuheidentum) weitaus gefährlicher ist, als es der alte (Gottlosenbewegung) war..." Diese Vertreter der geistigen Mächte der Vergangenheit hassen zwar den Marxismus, aber sie verfolgen ihn lange nicht so, wie die nationalsozialistische Bewegung, weil sie im Liberalismus, Logentum und Marxismus einen Gegner erblicken, der keine tiefen form- bildenden Kräfte aufweist Sie wollen einen Staat bejahen, der ihr Einkommen schützt, sie vor Einbrechern bewahrt, der Verbrecher bestraft und sichere Verbindungsmöglichkeiten für ihre Reisen und Konferenzen schafft. Aber sie wollen nicht einen Staat haben, der Träger einer Weltanschauung ist, die ein gesamtes Volk sich zum Schutz seiner Art geprägt hat Sie befehden die neue Bewegung also nicht vom Standpunkt eines christlichen Glaubens aus, sondern bewerten die Dinge nur vom Standpunkt ihrer Herrschaft inmitten der Nation 3m Kampf um eine Neugestaltung des Lebens hat die nationalsozialistische Bewegung einem zerrissenen und glaubenslos gewordenen Volke wieder einen Glauben an sich selbst und damit den Sinn f ü r feine Arbeit auf dieser Welt gegeben. Die Symbole dieser neuen inneren Haltung des deutschen Volkes, die dem Dillen des Führers gemäß hier in Nürnberg, in München und überall in Deutschland entstehen, sind die Zeichen dieser großen, neue Millionen Einzelwesen innerlich ausrichtenden Kraft — und gerade das wollen viele Vertreter der geistigen Vergangenheit nicht haben’ Sie wollen, in vielen ihrer Vertreter, also nicht nur den neuen politischen Staat treffen, sondern sie wollen der deutschen Nation den schwer erkämpften Sinn einer Lebensarbeit wieder zerstörens Dir wollen es an dieser Stelle aussprechen. Dieses Ankämpfen gegen den Sinn unserer Lebensarbeit scheint uns ebenso verbrecherisch wie die jüdisch-marxistische Sabotage der Delt. Die Haltung der Träger dieses Kampfes erscheint uns aber zudem noch mehr als kurzsichtig. Die nationalsozialistische Bewegung, die ohne sie sich den Sieg erkämpfte und ohne sie dem Deutschen einen tiefen Sinn der Arbeit erftritt, sie kann deshalb nicht nur die politischen Fragen, sondern auch die ganze geistige Erziehung der deutschen Nation nicht jenen anvertrauen, die im Kamps gegen das Chaos sich als unfähig erwiesen haben oder die zum Teil sich gar auf jene Seite gestellt haben. die einst die unmittelbare Zerstörung des Deutschen Reiches herbeizuführen hals. Wenn wir diesen Reichsparteitag in bas Zeichen schöpferischer Arbeit stellen, so sehen wir ebenso nvtwenb'g ben Gegenpol bieses Gestaltungswillens am Werk. Eine Arbeit, vom Staate geleitet, kann Repräsentation eines neuen Sinns bes Lebens vieler Millionen sein. Eine andere sogenannte Arbeit, aber auch vom Staat geführt, erweist sich nicht selten als eine Form menschlich unwürdiger Sklaverei. Wenn in Deutschland die Straßen Adolf Hitlers entstehen, so ist das ein Zeichen neuer Schöpfung und Schönheitswillens. Wenn die Riesenmauern des Stadions und die Kongreßhalle in den kommenden Jahren hier in Nünberg emporwachsen werden, so sind sie Symbole höchster Selbstachtung einer Nation und Darstellung einer unbändigen Arbeitskraft. Dagegen, wenn im bolschewistischen Staate unter der Führung von Moses Berman, Salomon Firin und Konsorten die Kanäle zum Weißen Meer, zur Wolga, die Ostbahnen entstehen, so ist ihre Ausführung ein Zeichen, daß ein Volk zurückgesunken ist in die erbärmlichste Sklaverei, wie sie nur in den frühasiatischen Staaten ihr Gegenstück findet. Jeder Kilometer dieser Kanäle uno Eisenbahnen ist gekennzeichnet von Tausenden von verhungerten und gemordeten politischen Gegnern, die sich irgendwie noch gegen die Sklavenhalter in Moskau empörten ober auch nur verdächtig waren bie Zerstörer ihrer Heimat nicht zu verhimmeln. Schon bieses eine Beispiel zeigt, wie unverfroren jenes Gleichsetzen von Deutschland und der Sowjetunion etwa des Oxforder Kirchenkongresses gewesen ist. Den Herren, die derartige Resolutionen fassen, mangelt offenbar jedes Verständnis für die Dinge dieser Welt, und auch hier haben sie vor allen Völkern unter Beweis gestellt/ daß sie in ihrer heutigen Verfassung unfähig sind, ein läuterndes und erlösendes Wort an die Menschheit zu richten. War früher der Kamps der große Auslefefak- tor der nationalsozialistischen Bewegung, so ist es heute die Arbe't geworden. Arbeit, die jeder von uns an seinem Platz zu leisten hat, die dann als die Leistung des einen ober anberen basteht und die Achtung bei den anderen ebenso findet, wie man selbst Respekt haben muß vor jeder Leistung irgendeines Menschen in Deutschland. Das Zusammenwirken zwischen einem starken Instinkt und einem Hellen Bewußtsein einer inneren Wahrhaftigkeit Gegenüber dem Schicksal unserer Zeit ift durchfuhr- var nur in kameradschaftlicher Arbeit. Das ist ein Wert, den wir pflegen müssen im Bewußtsein dessen, daß die Sendung des Nationalsozialismus, die wir viel früher schon als groß empfunden haben, gerade in der jetzigen Epoche zu neuer Macht sich fortentwickelt hat zum Segen Deutschlands, Europas und der Welt. Denkmäler der Selbsthilfe im Dritten Reich. Mit herzlichen Beifallskundgebungen begrüßten die Zuhörer sodann Hauptamtsleiter Hilgen- feldt, der als nächster Redner das Wort nahm. Wir haben im Winterhilfswerk nicht an das Mitleid des Volkes appelliert, sondern an seine Kraft. Wir haben von ihm nicht Almosen geben, sondern Kameradschaft verlangt. Unsere Aufgabe ist es, jeden für den Lebenskampf zu stär- k e n unb bereit zu machen. Diesen Erziehungsgrundsatz haben wir angewandt, wenn wir von dem Bedürftigen fordern, daß er seinen Dank an die Volksgemeinschaft für die ihm zuteil gewordene Hilfe dadurch wieder zurückerstattet, daß er seine Kräfte freiwillig in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Denn das Recht an die Volksgemeinschaft kann niemals größer fein als die Pflicht gegenüber dem Volke selbst. Der Größe unserer sittlichen Forderungen als dem Geist unserer Arbeit entspricht auch die Größe des Erfolges. Gegenüber dem ersten Winterhilfswerk Adolf Hitlers mit einem Ergebnis von 357 Millionen Reichsmark schließt das Winterhilfswerk des letzten Jahres mit dem stolzen Betrag von 422 Millionen Reichsmark ab. Die Größe Der Selbsthilfe des deutschen Volkes wird verständlich, wenn man sich vorstellt, daß das Opfer der Nation in vier Wintern mit rund 1,5 Milliarden dem Goldbestand Dänemarks, Norwegens und der Schweiz entspricht. Mit dem Gesamtaufkommen der vier Winterhilfswerke könnten wir das ganze deutsche Volk eine Woche auf „KdF."-Urlaub schicken. Neben denen, die durch ihre materiellen Opfer das Werk ermöglichten, gilt unser Dank besonders dem Millionenheer ber namenlosen Helfer unb Helferinnen biefer unbekannten Soldaten des Führers in der Armee der Sozialisten der Tat. Neben ihrem Einsatz im Winterhilfswerk und der Fortsetzung dieser Arbeit im Hilfswerk „Mutter und Kind" wird nun auch von ihnen der Einsatz im Ernährungshilfswerk gefordert. Im Kampf um die Nahrungsfreiheit der Nation wurde dieses Hilfswerk vor wenigen Monaten durch den Pg. Göring ins Leben gerufen und arbeitet heute bereits in rund 200 deutschen Städten. Gegen Ende dieses Jahres werden aus den Abfällen, die früher in den Müll wanderten, bereits 100000 Schweine gern ä ft et fein. In zweieinhalb Jahren werden wir jährlich bereits eine Million Schweine aus Abfällen mästen können unb damit aus ben Mülleimern den Kartoffelertrag des Landes Baden und den Gerstenertrag der Provinz Westfalen gewinnen. Am Ende des Vierjahresplanes rechnen wir damit, daß durch das Ernährungshilfswerk jährlich wenigstens 1,5 Millionen Schweine der Volksernährung zugeführt werden können und daß wir damit dem deutschen Volke wertmäßig weit * \ ä über 200 Millionen Reichsmark erhalten. Für Mutter und Kind wurden 24 000 Hilfs- und Beratungsstellen neu errichtet. Heber 8,5 Millionen Mütter suchten diese Stellen auf. Im nationalsozialistischen Deutschland bestehen heute zwei Drittel Kindergärten mehr als im Deutschland vor der Machtübernahme Die im neuen Deutschland mehr verschickten Kinder könnten beiderseitig der Straße Berlin—Nürnberg ein dichtes Spalier bilden und jubelnd dem Führer für die Ferientage danken, die er ihnen auf dem Lande, am Meer und in den Bergen tatsächlich geschenkt hat. 219000 Mütter sanden in den Müt- terheimen der NS.-Volkswohlfahrt Kraft und Stärkung. In den 2200 neu errichteten Schwe » st e r n st a t i o n e n der NS -Schwesternschaft wurde bisher 7,5 Millionen Menschen Hilfe Auteil. 60 fahrbare Zahnstationen besuchen Die entlegenen Dörfer der deutschen Grenzgaue und Mittelgebirge. In gemeinsamer Arbeit mit dem Hauptamt für Volksgesundheit und dem Reichsmütterdienst ist es uns gelungen, den Hundertsatz der Säuglings» st e r b 11 ch k e i t des Jahres 1932 mit 7,9 v H auf 6,6 o H. im Jahre 1936 herabzudrücken. Damit haben wir — auch unter Berücksichtigung des Geburtenanstiegs — dem Volke 140 000 Buben und Mädels, das ist die Einwohnerschaft Lübecks, geschenkt. Gesundheitspolitik des Dritten Reiches. Oer Neichsärzteführer kündig« die Verleihung von Ehrenzeichen an kinderreiche Mütter an. den die anderen Bevölkerungsgruppen folgen, deren Gesundheits- und Leistungszustand im allgemeinen nicht besser ist als der Des deutschen Arbeiters. Die für die Behebung d -> r F r ü * schäden aufzuwendenden Mittel werden reichlich Zinsen bringen, denn die erhebliche höheren Ausgaben für die Behebung von Krankheiten werden dadurch mit der Zeit immer weiter zurückgehen müssen. Vertrauen ist unbedingte Voraussetzung für den Erfolg unserer Tätigkeit. Dieses Vertrauen kann niemals gesetzlich oorgeschrieben werden, es kann nur gedeihen in persönlichem Kontakt zwischen dem deutschen Menschen und dem Arzt seines Der- Als letzter Redner am Mittwoch sprach der Reichs» ärzteführer Dr. Wagner. Er zeigte in einer umfassenden Rede, in der er auch zu vielen wichtigen Einzelfragen Stellung nahm, wie die nationalsozialistische Weltanschauung in der Bevölkerunas- und Gesundheitspolitik zu grundlegenden Wandlungen geführt hat. Reichsärzteführer Dr. Wagner zeigte, daß der Umbruch der nationalsozialistischen Wettanschuung auch in der Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik zu grundlegenden Wandlungen geführt hat. Heute steht über dem Recht des Menschen auf feinen eigenen Körper das Recht des deutschen Volkes, und daraus entspringen für den einzelnen nicht Rechte, sondern Pflichten, in erster Linie die Pflicht, sein Leben und seine Lebenshaltung so einzurichten, wie er es gegenüber seiner eigenen Gesundheit, vor feiner Familie und seinem Volke verantworten kann. Und heute wissen wir, daß auch das Schlagwort von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, falsch war, und daß die Völker und Rassen, aber auch die einzelnen Menschen nach ihren Anlagen, nach ihrer Erbmasse, verschieden sind. Wir haben niemals behauptet und behaupten nicht, daß andere Rassen schlechter ind als wir, wir behaupten nur, daß sie anders ind. Wir behaupten weiter, daß die D e r m i • chung zweier Rassen — nach den Gesetzen der Natur, die für die Menschen ebenso zutreffen wie für alle Lebewesen der Welt — niemals zum Aufstieg, sondern immer zur Bastardierung und damit zum Niedergang der Rassen führt. Wir lehnen deshalb jede Vermischung mit anderen Rassen ab und nehmen das Recht für uns in Anspruch, das Leben unseres Volkes nach den Gesetzen unserer Art und unseres Blutes zu gestalten — ein Recht, das wir auch allen anderen Rassen und Völkern dieser Welt zugestehen. Neben den Blutsch itzgesetzen hat der nationalsozialistische Staat noch ein zweites Gesetz erlassen, das den völkischen Bestand der Nation sichern soll: das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieses Gesetzes wird immer weitgehender anerkannt. Die heute noch und immer wieder — besonders von kirchlicher Seite — geäußerten Einwände entspringen nicht ethischen, sittlichen, moralischen oder wissenschaftlichen Motiven, sondern einzig und allein einer Gegnerschaft um jeden Preis. Diese sichernden Maßnahmen waren vordringlich und notwendig als Grundlage und Voraussetzung für die noch wichtigeren positiven Arbeiten unserer Gesundheits- und Bevölkerungspolitik. Diese positiven Maßnahmen sollen einmal helfen, die Geburtenzahlen zu heben, zum anderen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der jetzt lebenden Generation nicht nur zu erhalten, sondern zu steigern und bis ins höchste Alter zu bewahren. Für 1937 kann nach den bisher vorliegenden Meldungen mit einem weiteren Ansteigen der Geburtenkurve sicher gerechnet werden. Diese günstige Entwicklung kann natürlich nicht mehr wie 1934 und 1935 ihre Ursache haben in den Erstgeburten aus neuen Ehen, sie ist vielmehr bedingt durch eine Vermehrung der zweiten und folgenden Geburten auch in den alten Ehen. Aus der Tatsache, daß diese Zunahme mehr und mehr unabhängig ist von einem durch Ehestandsdarlehen vermehrten Anreiz zur Familiengründung, können wir mit Recht folgern, daß es dem Nationalsozialismus gelungen ist, einen Umschwung in der inneren Haltung der deutschen Menschen herbeizuführen und den Willen zum Kinde und die Freude am Kinde im deutschen Volke zu wecken. Aufgabe des Staates ist es, durch gesetzliche, wirtschaftliche, steuerliche und sonstige Maßnahmen dafür zu sorgen, daß es zum mindesten keine Strafe und keine wirtschaftlich unerträgliche Last mehr ist. Ernährer einer kinderreichen Familie zu fein. Aufgabe der Partei ist es, es immer tiefer in die Seelen der deutschen Menschen einzuhämmern, daß nur eine Schar gesunder Kinder der Garant ist für die Zukunft des deutschen Volkes. Das deutsche Volk und besonders die deutsche Jugend muh wieder zur Ehrfurcht vor den Müttern des Volkes erzogen wer- 3m Standquartier Hessen-Nassaus. Gauleiter Sprenger besucht die Hans-Schemm-Schule. Nürnberg, 8. September 1937. NSG Die Tage der Hessen-Nassau-Parteitags- besucher m der Hans-Sch emm-Schule sind bereits Tradition. In der Nacht vom Mittwoch sind kurz nach drei Uhr die letzten Sonderzugsteilnehmer eingetroffen. Unter strahlenoem Sonnenhimmel hat sich längst wieder in dem mächtigen Bau mit seinen vier Stockwerken und dem weiten Hof das gewohnte buntbewegte Bild entwickelt. 4000 Parteigenossen und damit bei weitem Der Hauptteil Des Kontingents haben hier für eine Woche ihre Heimstätte gefunden. Nur em kleiner Teil unserer Politischen Leiter hat seine Unterkunft außerhalb der Hans-Schemm-Schule. Außerdem nehmen 1000 Parteigenossinnen aus dem Gau Hessen-Nassau an dem großen Erleben teil Sie alle sind gut in Privatquartieren bei der gastfreundlichen Bevölkerung der Stadt der Relchsparteitage untergebracht. Das Standquartier unseres Gaues ist nicht zu verfehlen Von grünen Girlanden umkränzt sagt ein stattliches Schild von weitem schon den nahenden Besuchern, daß in dem Hause Teilnehmer am Reichsparteitag aus dem Gau Hessen Nassau untergebracht sind Fahnen und sich im Winde bewegende Bäume ringsherum bestimmen den Rahmen des Baues, hart vor der Mauer der alten Burg Nürnbergs Drinnen ist rechtes Lagerleben. Inmitten des mit Tischen und Bänken bestellten Platzes flattert am hohen Mast das Hakenkreuzbanner. Für jegliches Bedürfnis ist reichlich gesorgt. Neben gut hergerichteten Waschgelegenhelten finden wir Verkaufsbuden, in denen vom Zwetschenkuchen bis Aur Freimarke kein Wunsch unerfüllt zu bleiben braucht. Hinter dem schmalen Durchgang der ebenfalls mit Politischen Leitern belegten Turnhalle bietet sich ein buntes Bild. In langer Reihe stehen die zur Verpflegung aufgefahrenen Feldküchen. Hier werden alle Teilnehmer aus dem Gau Hessen-Nassau, Marschierer und Zuschauer, vortrefflich verpflegt. Erfrischendes Nürnberger Bier in großen Mahkrügen und frischfröhliche Musik aus einem mächtigen Pilzlautsprecher übertragen, lassen jeden toten Punkt der Ueberanftrengung überwinden. So ist es auch kein Wunder, daß der Gauleiter bei seinem Besuch am Mittwoch in der Hans-Schemm-Schule die Parteitagsteilnehmer seines Gaues in bester Stimmung antraf Freudig wurde er von allen begrüßt. Er überzeugte sich selbst von der Güte des Mittagessens das aus Linsensuppe mit Wurst bestand. Der Gauleiter ließ es sich nicht nehmen, da und dort an den einzelnen Tische mit seinen Politischen Leitern über die Fülle der Tageseindrücke regen Gedankenaustausch zu pflegen. Inzwischen war auch die schneidige Kapelle des Kreises Hanau aufmarschiert und erhöhte die Stimmung ♦ Das Hauptkontingent der Werkscharen des Gaues traf am Mittwoch früh in Nürnberg- Dutzendteich ein Unter Vorantritt des Musikzuges vom Reichsbahnausbesserungswerk Frankfurt-Nied fiel es den Werkscharen des Gaues Hessen-Nassau auf Dem Wege zum Lager nicht schwer, Durch mustergültige Disziplin reichen Beifall zu ernten. Auch Das Nationalsozialistische Fliegerkorps aus allen Teilen Des Gaues Hessen-Nassau, Das in Diesem Jahre zum ersten Male in Der neuen kleiDsamen NSFK.-Uniform aufmarfchierte, ist mit 150 Männern angekommen. Ueberall rourDe Die Gruppe 11 Des NSFK. in Nürnberg freudig begrüßt. wo sie mit Omnibussen Der Ordensburg Vogelsang zum Zeltlager Langwasfer gebracht wurde In mustergültiger und tadelloser Disziplin vollzog sich das Beziehen der Unterkünfte. H. L. trauens. Deshalb wird unsere Aktion auch nicht durchgeführt mit beamteten oder angestellten Aerz- ten, sondern der Arbeiter kann sich unter den zur Tätigkeit beim Amt für Volksgesundheit zugelassenen etwa 25000 Aerzten den Arzt seines Vertrauens auswählen Wir müssen allerdings verlangen, daß er, wenn er einem Arzt einmal fein Vertrauen ausgesprochen hat, diesen Arzt nicht alle Augenblicke wieder wechselt, w e wir es heute leider immer wieder beobachten müssen Wir werden deshalb schon in der nächsten Zeit die jetzige unbeschränkte freie Arztwahl insofern einschränken, als wir von jedem Versicherten verlangen werden, sich immer auf b i e Dauer eines Jahres für einen bestimmten Arzt zu entscheiden, den er dann in dieser Zeit für sich und feine Familie nicht mehr wechseln kann. Wir schaffen damit etwa wieder den Hausarzt früherer Zeiten, der unter Kenntnis der von ihm betreuten Familie feinen Patienten nicht nur ein erfolgreicher Heiler in Tagen der Krankheit, sondern auch Freund und Berater m den Sorgen des Lebens und des Alltags fein kann Heute wird der Arzt nur für das Behandeln von Krankheiten bezahlt, fein Einkommen ist um so höher, je mehr Krankenscheine er hat,_ nach unserem neuen System bekommt der Arzt für den Versicherten und seine Familie i m Jahr eine b e - stimmte Summe, wie es früher beim Hausarzt üblich war. Damit hat er Interesse am Gesundbleiben seiner Patienten, denn die Krankheiten bringen ihm ja nur Mehrarbeit, für die er nicht bezahlt wird. Nach den mit lebhaften Beifallskundgebungen aufgenommenen Ausführungen des Reichsärzteführers vertagte Rudolf Heß den Parteikongreß auf Donnerstag 16 Uhr. Der verstorbene Architekt Des Führers Professor Ludwig T r o o |t (links) und Der berühmte Berliner Chirurg Professor Dr. Bier (rechts) Träger Des Deutschen Nationalpreises. — (Scherl-Bilderdienst-M.) bat Die deutsche kinderreiche Mutter soll den gleichen Ehrenplatz in der Volksgemeinschaft erhalten wie der Frontsoldat, denn ihr Einsatz von £eib und Leben für Volk und Vaterland war der gleiche wie der der Frontsoldaten im Donner der Schlachten. Der Führer hat deshalb angeordnet, daß ein Ehrenzeichen für die deutsche kinderreiche Mutter geschaffen wird. Die günstige Entwicklung unserer Geburtenziffern wird sich erst in etwa fünfzehn Jahren auszuwirken beginnen. Bis dahin müssen wir mit der Tatsache rechnen, daß von Kriegsbeginn bis zur Machtübernahme etwa 13'/, Millionen Deutscher zu wenig geboren wurden. Diesen Mangel an Menschen und menschlicher Arbeitskraft können wir nur dadurch ausgleichen, daß wir alles tun, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der jetzt lebenden Generation noch zu steigern und bis ins höchste Alter zu bewahren. Der deutsche Mensch wird heute durchschnittlich 21 Jahre älter als vor 50 Jahren. Diese Tatsache mag für den einzelnen Menschen erfreulich sein, für die Allgemeinheit kann sie sich nur günstig auswirken, wenn es auch gelingt, die Arbeits- und Lei- stungsfähigkeit entsprechend zu verlängern Dom Amt für Volksgesundheit der Partei und Deutschen Arbeitsfront haben wir gemeinsam mit den Dersicherungsträgern im letzten Jahre zunächst in vier Gauen, denen schon im nächsten Jahre weitere folgen werden, begonnen, zunächst einmal alle schaffenden Deutschen in d e n Betrie- den nach einem einheitlichen Hntersuchunqsschema. Dem Gesundheits st ammbuch der NSDAP zu untersuchen, um einmal eine Gesundheitsbilan» des deutschen Volkes zu ziehen. Den Arbeitern wer- Essener Straße 59/60. Bei der Deutschen Arbeitsfront Hessen-Nassaus im Nürnberger Zeltlager. Nürnberg, den 8. September 1937. NSG. Wenn man die „KdF."-Stabt am Valzner- weiher hinter sich hat, das heißt wenn man glücklich durch die großen Hallen der verschiedenen Deutschen Landschaften hindurch gekommen ist, betritt man das Zeltlager der Arbeitskameraden. die beim diesjährigen Reichsparteitag Gäste des Führers sind. Es ist schon besser, einen weiten Bogen um Die einlaDenDen Häuser zu machen, wenn man Die feste Absicht hat. Das Zeltlager aufzusuchen. Da man bei einem Gang Durch Die Häuser der „KdF "-Stadt gar zu leicht hängen bleibt. Schon am frühen Nachmittag herrschte in der Franken-, Hanseaten-, Bayern-, Berliner und Rheinlandhalle eine blendende Stimmung, daß Die festesten Absichten zunichte werben unD selbst Die nächstliegenDen Ziele in weite Ferne rücken Aber mir haben sie Doch noch gefunDen, unsere Arbeitskameraden aus dem Gau Hessen-Nassau. Am Dienstagmittag sind sie angekommen, die 500 aus unserem Gau Nun liegen sie mit den 15 000 Kameraden aus dem ganzen Reich im Zeltlager auf der Russe n w i e s e. Zelt 59 und 60 in der Essener Straße zeigen in großen Buchstaben den Gau Hessen-Nassau an. Wenige Minuten vor uns war Dr. L e y im Lager Er hatte zuvor in der Frankenhalle gesprochen Das Feld unserer Hessen-Nassauer ist fast leer Aber die Kameraden, die wir treffen, haben nur ein Urteil: „Ganz groß", und in allen ist eine gleiche große Begeisterung. Am Morgen hatten sie dem Appell des Reichsarbeitsdienstes beigewohnt, der sie, wie jeden von uns, mitgerissen hat. Wir treffen gerade ein paar Mainzer, Rüsselsheimer, Frankfurter und Darmstädter, die auf den Betten ein Schläfchen halten. Sie zeigen uns ihr Quartier, das in zwei Zelten je 240 Betten enthält. Die Betten sind dreistöckig übereinandergebaut. Decken sind genügend vorhanden, und auf dem Boden liegen Holzroste. Die großen Zelte haben sogar richtige Fenster aus Glas. Aber was die Hauptsache ist: Die Verpflegung ist vorzüglich. Gerade werden Die Portionen für das Abendessen herbeigeschafft, große Kannen mit Tee, der aus Papierbechern getrunken wird, die nach dem Gebrauch weggeworfen werden. Dadurch ist keine Geschirrwäsche notwendig. Wurst und Käse, dazu herrliches Schwarzbrot, sind für heute abend bestimmt. Vor den Zelten sind die Waschanlagen mit fließendem Wasser, die eifrig benutzt werden, besonders jetzt, da die Stadtgänger sich wieder zur Essenszeit ein» finden. Auch „Karl", der Reiseleiter unserer Hessen- Nassauer. versichert uns noch schnell, ehe er zu einer Besprechung eilt, daß alles „in Butter ist" und verrät uns den Schlachtruf der Unseren: „Wir sind vom Gau Hessen-Nassau, Helau". Stolz zeigen uns die Kameraden das Gutschein h e f t. Bei dem Appell des Reichsarbeits- Dienstes waren sie und für den Appell Der Politischen Leiter und für die Vorführungen der Wehrmacht haben sie noch Karten. Einen Tag sind sie erst in Nürnberg. Am Montag noch standen sie. Die jetzt acht Tage Gäste Des Führers sinD, an ihrem Arbeitsplatz. Schon Dieser erste Tag beDeutet ihnen so unenDlich viel. Sie Dürfen mit babei ein unD selbst Die DenfroürDigen Tage Der gewaltigen Heerschau Der nationalsozial.,, jen Bewegung miterleben. In Der Frank-nbaUe sitzen oftnreu- zische Arbeitskameraden neben uns. Sie waren 26 Stunden mit dem SonderHug unterwegs, um mit in Nürnberg dabei fein zu können. In acht Tagen werden sie alle wieder an ihrem Arbeitsplatz stehen. Die Arbeit wird ihnen aber freudig von der Hand gehen, da sie das gewaltige Erlebnis des Reichsparteitages in Nürnberg in sich tragen. Oie ersten Gonderiagunqen. Nürnberg, 8. Sept. (DNB) Die Reihe der Sondertagungen auf dem Reichsparteitag hat be« onnen mit einer Sonbertaguna der Hitler- Juaenb-Führerschaft. in Deren Mittelpunkt em Arbeitsbericht des Reichsjugendführers über die Leistung der HI. im abgelaufenen Jahr stand Er erwähnte die Heimbeschaffungsaktion und teilte mit, daß seit dem 1. Januar 543 Grundsteine jelegt wurden. Mit dem Bau der Akademie der Iugendführung in Braunschweig wurde begonnen, bis 1939 wird er fertiggestellt fern. Die Verbindung mit fremdländischen Jugendoerbänden — nämlich mit der italienischen, japanischen und französischen Jugend — sei besonders fruchtbar gewesen. Die Hitler-Jugend als die weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft Der Deutschen JugenD sehe auch weiterhin ihren Ehrgeiz Darin, Die Deutsche JugenD freiwillig unter ihrer Fahne zu sammeln unD roerbe jeder zwangsweisen Hineinpressung fernbleiben, trotzdem ihr gesetzliche Maßnahmen zur Verfügung tehen. In diesem Sinne würden auch die Verbindung und Zusammenarbeit mit Den anDeren Erziehungsfaktoren, insbesonDere mit Der Schule, wachsende Verstärkung erfahren. ♦ Die Hauptämter N SB O., Handel n nd Handwerk hatten sich mit ihren Politischen Leitern, den Betriebsobmännern der ersten 30 NS.- SDlufterbetriebe und einer Reihe eingeladener Vertreter der Wirtschaft und der Wehrmacht zusammen- gefunden, um aus dem Munde des Reichsorgani- ationsleiters Dr. Ley die zukünftige Ausrichtung hrer Arbeit entgegen zu nehmen. Dr. Ley stellte einen grundsätzlichen Ausführungen den Dank an die alten Betriebspioniere des Nationalsozialismus voran und kündigte für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Hauptämter an. Die Zusammenarbeit gerade dieser Hauptämter sei ein wesentlicher Beitrag zum Einheitsgedanken aller Schaffenden, der der Deutschen Arbeitsfront zugrunde liegt. Dann sprachen die Leiter der beiden Hauptämter Dr. von Renteln und Claus S e 1 z n e r. Heute Eröffnung der RG.-Kampfsptele. Nürnberg 9. Sept (DNB Funkspruch.) Am Morgen des Donnerstag ist der Himmel zum ersten- mal bedeckt. Zugleich hat eine leichte Abkühlung eingesetzt, die um so freudiger begrüßt wird, als der Betrieb in den Straßen Nürnbergs, das am Parteitag zur Millionenstadt wird, feinen Höhepunkt erreicht hat. So hat Mittwoch allein Die Reichsbahn mehr als 150 000 Teilnehmer in Die StaDt gebracht unD Die Kette Der großen UeberlanD- Omnibusse reißt überhaupt nicht ab. Allerdings wirb bei Den Transporten Die JnnenstaDt tunlichst nicht berührt, zumal ja Die Lager aller Formationen weit außerhalb liegen unD Die Zuleitung auch für Die am Hauptbahnhof AnkommenDen um Den StaDtkern herumgeht. AnDers auch wäre es nicht möglich, Denn viele StunDen ist alltäglich Die Straße Des Triumphs vom StaDtkern zum Partei- tagsgelänDe von HunDerttausenDen umlagert, Die getreulich hinter Den Absperrungen StunDe um StunDe auf Den Führer warten, um ihm einmal aus nächster Nähe zujubeln zu können. In Der Nacht zum Donnerstag wurden die Kolonnen des Arbeitsdienstes verabschiedet, während am Dutzendteich bereits die ersten geschlossenen Formationen der Hitler-Jugend eintrafen. Selbst in den Abendstunden wickelt sich der Betrieb im Stadtinnern reibungslos ab. Da hat sich Die K D F.° S t a D t, zu Der allabenDlich Zehn- tausenDe hinausströmen, als eine fühlbare Entlastung erwiesen. Es ist schon so, wie auch Die Besucher aus Dem AuslanDe festgestellt haben: Nürnberg bietet am Parteitag eine organisatorische Meisterleistung, Die nicht mehr übertroffen werben kann. Das Stabtbilb hat roieberum eine neue Note erhalten. Die Vorbereitungen zur Illumination find bem Abschluß nahe, Denn Der heutige Tag bringt ja nicht nur Die ErösfnungberNS.-Kampf- spiele unb bie ©runbfteinlegung bes neuen ©tabions burch ben Führer, fonbern zugleich am Abend den Facke 1 zug der Politischen Leiter vor bem Führer am „Deutschen W- Frobsinn in der KdF.-Stadt, bei Musik, Tanz und Unterhattunq. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Mit beispiellosem Schwung unb unverfälschter Fröhlichkeit würbe am Dienstagnachmittag bie KbF.- Stabt eröffnet. Der Leiter ber DAF., Reichsleiter Dr. Ley, und Der Frankenführer Julius Streicher würben bei einem Besuch bieser weiten, ausschließlich bem Frohsinn unb ber Gemütlichkeit errichteten Stabt überaus herzlich begrüßt. Schon ber erste Tag, bereits bie ersten Stunben nach ber Eröffnung ber KbF.-Stabt unb ber großen Volksfestwiese, haben das gehalten, was man sich von der Unterhaltungsstätte ber DAF. versprochen hat. Pausenlos wickelte sich bas Programm ab, bas von 2000 Mitwirkenben, ben besten beutschen Artisten, Akrobaten von Weltruf, sowie zahlreichen Volkstumsgruppen aus allen Gauen Deutschlanbs bestritten würbe Von ber ersten Minute an herrschte überall fröhliche Ausgelassenheit, unb die Darbietungen ernteten reiche Beifallsstürme. verurteilte Schwarzhörer. Im Vierteljahr April bis Juni 1937 sind 209 Fälle der Errichtung und des Betriebes nichtgenehmigter F u n f e m p f a n g s a n 1 a g e n strafrechtlich verfolgt worden. Verurteilt wurden 169 Personen, davon 165 zu Geldstrafen von 5 RM bis 200 RM unb 4 zu Gefängnisstrafen von 1 Woche bis zu 3 Wochen Don ben verurteilten Personen sinb 2 wegen Beihilfe ober Mittäterschaft bestraft worben. Hr.210 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag. Q.Zeptember 1057 446er im Kampf um den Hochberg bei Homberg. N: U | W '-JA F x ■ V 1 i i X 'M WM v’ ' « * . WM 1 Die Beobachtungstelle des Regimentsstabes. Rasch wurde auch in Furten der Fluß überquert. Rach der Gefechtsübung bei Burkhardsfelden und Reiskirchen marschierte unser Gießener Jnf.-Rgt. 116 nach Nordosten weiter in Richtung Homberg. In dieser Gegend befand sich bereits unsere Gießener 111. A b t. A r t. - -R g t. 9 bei ihren Hebungen. Am Dienstagabend kamen die Truppen in die unmittelbare Nähe von Homberg a. d. Ohm. Ueberall war den Soldaten die herzliche Sympathie der Bevölkerung bewiesen worden. Auch die Hom- berger ließen es daran nicht fehlen. In großen Scharen stand die Bevölkerung auf den Aussichtspunkten, von denen aus man das Kampffeld des gestrigen Mittwoch gut einsehen konnte. Besonders die Jugend war mit großer Begeisterung dabei. JR. 116 überschreitet die Ohm. Schon gegen 9 Uhr begann es. Rot hielt das rechte Ufer der Ohm, die Stadt Homberg und den breiten Rücken des Hochberges besetzt und versuchte, seine günstige Stellung zu halten. Blau als Angreifer sollte den Fsiiß überschreiten, die steile Höhe bei der Stadt und den nordwärts gelegenen Hochberg nehmen. nun das ganze Gelände. Der Gegner war in nordöstlicher Richtung bis an den Schweinsberger Wald zurückgeworfen. Von dort aus verteidigte er sich weiter mit heftigem Maschinengewehrfeuer, aber auch dort war die Stellung auf die Dauer nicht zu halten, denn die Artillerie hielt den Waldrand unter Feuer. In der Folge unternahm Rot zu seiner Entlastung einen Gegenstoß mit mehreren Tankwagen. Diese wurden aber unter starkes Artilleriefeuer genommen und konnten Blau aus feiner beherrschenden Stellung auf dem Hochberg nicht verdrängen. Der Angriff wurde abgeschlagen. Artillerie rückt nach. Als der Hochberg stark besetzt und sicher im Besitz von Blau war, auch der Tankangriff von Rot keinen Erfolg hatte, rückte die Artillerie, die bisher auf den bewaldeten Höhen südlich der Ohm in Feuerstellung gestanden hatte, in das Tal an der Ohm vor. Heber Fähren und Drücken. Der weitere Verlauf der Hebung brachte, nachdem die Kampfhandlung um den Hochberg nahezu abgeschlossen war, eine Fülle von interessanten Einzelheiten. Während die Artillerie ihre Stellung vor- oerlegte, traten die Pioniere mit umfangreichem Material auf den Plan und schufen Fähren und Brücken. Zahlreiche Fahrzeuge und die ganze Artillerie galt es über die Ohm überzusetzen Zwei Pontonbrücken wurden gebaut. In kurzer Zeit und in ausgeklügelter systematischer Arbeit wurden die Brücken erstellt. Zuerst passierte leichte Artillerie eine der beiden Brücken, die eine Tragkraft von 9 Tonnen hatte. Etwas weiter unterhalb des Flusses rpurde die zweite Brücke geschlagen, die mit einer Tragfähigkeit von 18 Tonnen für die motorisierte Artillerie bestimmt war Um die Mittagsstunde setzte die Artillerie über. Den Zuschauern bot sich dabei ein großartiges Bild, als die bespannten Geschütze und Wagen über die Brücke geführt wurden. Ohne jeglichen Aufenthalt vollzog sich der Hebergang. Nicht weniger eindrucksvoll der Hebergang der schweren Artillerie. Auch zahlreiche Kraftwagen mußten über den Fluß gebracht werden. Auf zwei Fähren, die auf je zwei Floßboote montiert waren, konnten Kraftwagen und Tankabwehrkanonen in rascher Folge übersetzen. An langen, starken Tauen wurden die Fähren immer wieder über den Fluß und zurückgezogen, so daß innerhalb kürzester Zeit em stattlicher Kraftwagen oon einem Ufer zum anderen gebracht werden konnte. Die vorhandenen festen Brücken über die Ohm wurden nicht benutzt, da die Lage annahm, daß sie gesprengt seien. Zu einem großartigen Schauspiel gestalteten sich auch der Uebergang berittener Truppenteile und die Flußüberquerung zahlreicher Kraftfahrzeuge durch Furten. In kühner Fahrt und mit erstaunlicher Sicherheit wurden die Steilufer von den gelände- gängigen Kraftfahrzeugen und von den schweren, mit Raupenschleppern ausgerüsteten Lastkraftwagen genommen. Mit den Pferden war der Uebergang etwas schwieriger, aber auch hier bewiesen die Soldaten ihre gute Ausbildung. Es gab keinen Aufenthalt, keine Stockung Auch Motorradfahrer passierten mit ihren Krafträdern die Steilufer und dis Furten. Angriff auf den Schweinsberger Wald. Während die Artillerie und die vielen Fahrzeuge der Truppe den Fluß überquerten, nahm die Kampfhandlung zwischen dem Hochberg '>nd dem Schweinsberger Wald ihren Fortgang. Unter guter Ausnutzung aller Deckungsmöglichkeiten ging Blau gegen den tiefer gelegenen Wald vor der nach der Annahme vom weichenden Feind zur Deckung seines Rückzuges vergast worden war Auch waren die Schneisen und Wege von Drahtverhauen und Sperren aus Stämmen gesperrt Außerdem waren Minen gelegt worden, so daß Blau mit äußerster Vorsicht vorgehen mußte. Die Sperren wurden außerdem von Rot immer noch hinhaltend verteidigt. Mit der schließlichen Eroberung des Waldrandes war die Kampfhandlung abgeschlossen, die Aufgabe von Blau gelöst. Diele Schlachtenbummler. Die Hebung unseres Infanterie-Regiments 116 löste in weitem Umkreis größtes Interesse aus. Viele Volksgenossen hatten sich einmal frei gemacht, um Zeuge der militärischen Hebung zu sein Vielen war der Weg über Stock und Stein, in der mittäglichen Hitze und hinauf zum Hochberg nicht zu viel. Der Hebung wohnten auch die Offiziere des E-Batl. JR. 116 bei Zu Anschauangs- und Lehr- zwecken weilten ferner die Unterführer-Anwärter des E-Bataillons im Uebungsgelände. Die Offiziere des E-Bataillons nahmen ihrerseits die Gelegenheit wahr, den Aufenthalt im Manövergelände zu einer sportlichen Leistung auszunützen. Sie legten in der Nacht zum Mittwoch die Strecke von Gießen nach Homberg zu Pferde zurück und kehrten, ebenfalls im Sattel, am Mittwochabend wieder nach Gießen heim. Aufnahmen |4]: Neuner, Gießener Anzeigers Rot als Verteidiger war zahlenmäßig stark unterlegen und mußte sich daher vor allem auf hinhaltende Verteidigung beschränken. Blau brachte erheblich stärkere Kräfte ins Gefecht Bald knatterten die Maschinengewehre. Dann setzte die Artillerie mit der Vernebelung ein, die innerhalb weniger Minuten das Gefechtsfeld im Ohmtal, die Stadt und zum Teil auch den Hochberg einhüllte. Der zurückgehenden Truppe war dadurch die Sicht genommen. Rasch hatten nun Pioniere die Floßsäcke zu Wasser gebracht und sofort setzte der Uebergang der angreifenden Truppen über den Fluß ein. Unterstützt durch die Vernebelung und im Schutze des Waldes und der Büsche am" Ufer wurden die Mannschaften innerhalb kürzester Zeit übergesetzt. Es gelang Blau, in etwa 15 Minuten starke' Kräfte über den Fluß hinüberzubringen. Berittene passierten den Fluß zum Teil durch Furten. In raschem Angriff schritt Blau voran, und oftmals sah sich Rot im Zurückgehen den feindlichen Schützen nahe gegenüber. Bald hatten sich die Angreifer der Stadt bemächtigt, setzten aber ohne Pause dem Gegner nach und ließen ihn nicht zum Halten kommen. Gegen 11 Uhr hatte Blau die Kräfte von Rot über den Hochberg zuruckgeworfen, war bis auf die Höhe vorgedrungen und beherrschte! ■ v ’’ * •/*> ■ ■ '-z. O 7 w Auf Floßbootfähren wurden zahlreiche Kraftfahrzeuge übergesetzt. Die Artillerie passierte auf schweren Pontonbrücken die Ohm. 'M! *."? Ml nichts!" * eines I unb «°r7°^7Lswer"^Mi^t?^ malen können. Und es ist eine der schönsten Szenen in diesem von Wolfgang Liebeneiner mit spürbarer Hingabe, mit Humor und herzlichem Verständnis und einem ganz jugendlichen Temperament in Szene gesetzten Film, wenn zum Schluß die Melodie wieder anklingt, die am Anfang war, „Freut euch des Lebens", und wenn die beiden in ihrem alten „Rattenloch" von Atelier wieder beieinander sitzen, wenn Martin eine Handvoll Kerzenstümpfe vor Monikas Bild entzündet wie zu einer heimlichen Geburtstagsfeier, wenn Monika zu ihm hintritt, der die Frage wiederholt, mit der es anfing — „Liebst du mich ... sehr?" — und wenn er dann ein Gelübde tun will, wie sehr er sich bessern wird fortan, und sie ihm mit einer leisen, unendlich zärtlichen Bewegung das Wort abschneidet: „Versprich mir „Versprich mir nichts!" Gloria-Palast. Sie, Monika, das ist Luise Hllrich. Welch eine herrliche Rolle für sie. Aber man vergißt ganz, daß. es eine Rolle ist, und daß hier etwas gespielt wird. Die Hllrich spielt hier gar nicht, sie ist einfach da, und sie ist bezaubernd, Monika, bezwingend selbstverständlich und natürlich in jeder Regung, jeder Bewegung und jedem Wort, das sie sagt: in ihrer durch nichts zu erschütternden Liebe, in ihrer Angn und großen Verzweiflung, in ihrer Demütigung und ihrer Sorge, ihrem jauchzenden Glück über den jähen Erfolg und meteorhatten Aufstieg — sie erlebt „bte Geburtsstunde eines Genies" und vergeht vor Scham über ihren Betrug aus Angst und lauter Liebe. Viktor de K o w a ist Martin, der Maler, der Preisträger, der Ehemann, der Geliebte. Wir haben ihn lange nicht so aufgeschlossen und locker spielen sehen, und man hat den Eindruck, als ob gerade diese Rolle diese merkwürdige und verschrobene Figur, ihm besonders läge: er macht das ausgezeichnet, einen jungen Kerl, der wirklich etwas kann, dabei ewig wo anders lebt, in Wölkenkuckucksheim bloß nicht auf der Erde, dabei mit einem furchtbaren Dickschädel begabt und so eigensinnig und unver- nün t g, daß man ihn schütteln und anbrullen mochte Aber man begreift, daß Monika ihn. trotzdem siebt, oder eben deswegen, daß sie alles für ihn auf sich nimmt und immer bei ihm bleibt .. auch ohne Versprechungen. — Hnd dann George.der Kirnst- händler: er ist nicht nur der „rasende Balzac - wo er Antritt, wächst kein Gras mehr —, als den eine Stelle des Drehbuches ihn bezeichnet Er ift ein Mann, der poltert und brummt, der aber auch sehr zart und gütig sein kann, der nicht nur von Kunft und Bildern, sondern auch von Menschen und Die Melodie „Freut euch des Lebens" geht als musikalisches Leitmotiv durch-diesen Film hindurch wie damals in „Regine" die Volksweise „Blau blüht ein Blümelein". Aber es ist nicht nur eine heitere Melodie, die hier gewissermaßen den Grundton und die Stimmungslage der Handlung angibt, sondern manchmal auch eine verzweifelt traurige und eine, die gleichsam unter Tränen lächelt. Diese Geschichte, bie in ihrer ursprünglichen Form — als Lustspiel von Charlotte Rißmann — im Berliner Staatstheater auf der Bühne erschien, ist eine Künstler- und Liebesgeschichte, beides in einem, und beides nicht voneinander zu trennen, kaum zu unterscheiden. Eine Geschichte von jungen Leuten, vom Malerehepavr, das in einem elenden „Rattenloch häuft und buchstäblich am Verhungern ist. Der Mann ist ein begabter Maler, die Frau ist nichts als feine Frau, sie malt nicht, aber sie sorgt für ihn, der immer in einer anderen Welt lebt, sie opfert sich für ihn, sie liebt ihn ganz einfach — wie einen Bruder, wie einen Geliebten, wie ihren Mann, sonst gibt es nichts auf der Welt. Das Schlimme ist, daß der Mann sich weigert, mit feinen Bildern Geld zu verdienen, well er glaubt, daß sie es nicht wert sind, daß er noch nicht reif ist. Er stößt zur B-rzweistung der kl-inen Frau, selbst willige, freundliche zum Kauf bereite Besucher vor den Kopf ... dieser Martin Pratt, aber wenn Monika, die Frau, die Unter,chnst unter den Bildern - M. Pratt - für die ihre ausgeben will, als ob f i e das alles gemalt hatte. - bitte schön. Und also wird aus der Liebesgeschichte, aus der Maler- und Bohemegeschichte die Geschichte eines unglaublichen Schwindels und eines heftigen Skandals - da nämlich die Bilder (wie f,e es per- bienen) einen ganz großen Erfolg haben, Da „JJL Pratt" einen herrlichen Austrag für em »5^ko- gemälbe erhält unb mit bem Lukas-Cranach-Preife gekrönt wirb. Das Fresko malt Martin zwar heimlich für Monika, aber als bie offizielle Preisverteilung ftottfinbet, ba hält es Monika nicht mehr aus: sie gesteht alles ein, ben ganzen großen Schwurbel — aus Not, aus Angst, aus nichts als Liebe. Das drolst sehr übel auszugehen, aber es fügt sich doch noch einmal alles ins rechte Geleise, und es ift einer der feinsten unb zartesten Einfälle in biefem Film, wenn bie vertrackte Signatur „M. Pratt", auf der ber ganze Schwinbel sich aufbaut, ihre Deutung unb Auflösung erhält: das heißt nicht Monika Pratt, aber auch nicht Martin Pratt, sondern Monika und Martin Martin und Monika, denn ohne Monika, ohne diese wundervoll tanfere Frau hätte Marttn niX* sehen und gegeben aus ber Fülle unb ber Reife eines großen Schauspielertums. — Vom übrigen Ensemble oerbienen Will Dohm, Charlott Da udert unb Hubert von Meyerinck hervorgehoben zu werben. — (Terra.) * Im Beiprogramm sieht man Bilber aus Neuyork unb bie Wochenschau mit Aufnahmen vom Kriegsschauplatz in China unb von neuen Tanks in USA. Hans Thyriot. Sechs Stück Würfelzucker... Dieser Tage gelang der Neuyorker Kriminalpolizei die Aufklärung des Mordes an der jungen Französin Irma Bradier. Das junge Mädchen war vor einiger Zeit auf einer Autostraße westlich von Neuyork tot aufgefunden worden Ein Schuß ins Herz hatte sie getötet Die Kriminalbeamten fanden damals nichts, was auf ihre Identität hätte schließen lassen können. Außer einem kleinen Geldbetrag, Puderdose und Lippenstift befanden sich im Handtäschchen der Ermordeten nur sechs Stück Würfelzucker. Diese Zuckerwürfel brachten einen Kriminalbeamten auf Öen Gedanken, daß das junge Mädchen vieleicht eine Tierfreundin war, die ihren vierbeinigen Freunden so oft begegnete, daß sie immer ein wenig Zucker bei sich trug, um sie damit zu erfreuen. Wen aber füttert man vor allem mit Zucker? Pferde natürlich, und davon gibt es in Neuyork nur noch sehr wenige Exemplare. Als Zugtiere sind sie längst dem Motor gewichen, nur die berittene Polizei ift noch auf sie angewiesen Die Kriminalbeamten stellten in dieser Richtung Nachforschungen an und befragten alle Polizisten, ob ihnen eine junge Dame bekannt sei die ihre Pferde mit Würfelzucker füttere. Das Ergebnis dieser Hm- frage war überraschend günstig Ein Dutzend berittene Polizisten kannten eine Frau, bie täglich in einer bestimmten Gegend der Stadt ihren Tieren Zucker verabreiche Unb einige fügten hinzu, baß man den berittenen Polizisten Artur Chalmers fragen solle, wer sie sei. denn er scheine mit der Lady gut bekannt zu sein Ferner hoben sie hervor, daß die Dame mit französischem Akzent spreche Ein Inspektor verhörte Chalmers: „Kennen Sie eine Französin, die mit berittenen Polizisten flirtet und ihren Pferden Zucker gibt?" Der Polilltt verneinte. Das war verdächtig. Auf weitere Fragen hin machte er Ausflüchte Der Infvektor hielt ihm das Bild der Ermordeten vor. Chalmers wurde blaß. Er wurde mit zur Station geführt und dort in ein Kreuzverhör genommen Schließlich gab er zu, daß er die Tote kenne, daß sie Irma Bradier heiße und daß er mit ihr gemeinem? Autvf^hrten unternommen habe. Es ergab sich, daß er am Tage des Mordes dienstfrei gehabt und wieder eine solche Fahrt mit Irma Bradier gemacht hatte. Da spielte der Inspektor seinen letzten Trumpf aus. Er zog eine Kugel aus der Tasche und sagte: „Mit dieser Revolverkugel wurde die Französin erschossen. Sie stammt aus Ihrer Pistole!" Das war zwar nur ein Bluff, aber der Polizist gab nach und gestand. Er erzählte, die Französin habe ihn erschießen wollen, roeif er mit ihr brechen wollte. Im Ringen um die Waffe sei der Schuß losgegangen, der sie getötet hatte Die Kriminalpolizei schenkt diesen Angaben wenig Glauben, und Chalmers ist nun des vorsätzlichen Mordes angeklagt. pma. Zeitschriften. — „Das Innere R e i ch." (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow; Verlag Albert Langen-Georg Müller, München.) Im September- Heft berichtet Karl-Heinz Bremer über die französische Literatur der Gegenwart. Einige Hebersetzungen aus dem Französischen ergänzen das Bild, von besonderem Gewicht ist dabei die ..Ansprache an deutsche Studenten" von Henry de Man- therlant. Auch die Hmschau bringt kleine Beiträge zu diesem Franaenkreis, so einen Bericht über die französische Kunstausstellung in Berlin. — Unter den übrigen Arbeiten des Heftes find Ernst Ber- trams Gedanken zur Malerei in den „Worten m einer Werkstatt" zu nennen, Wilhelm Schäfers knavpes, aufschlußreiches Vorwort zu feinem „Wendekreis neuer Anekdoten" und vor allem die sehr tiefgründigen, das Wesen Kleists und feiner Kunst erhellenden Darlegungen über „D>e Spracht unb das Hnausfvrechliche" von Mar Kammerell. Wir ermähnen noch Gedichte von Josef W"'nh"ber, L. Fr. Barthel, Eugen Roth, die zarten Blumen- unb Landfchattsbilber Osrvalb Baers unb Paul Alverbes' Ansprache zu Binbings 70 Geburtstag. — Enqlanb, bas Lanb ber Trabition, besten ge» sellschattliches unb bürgerliches Leben sich in vielem grunMeaenb von bem unseren unterscheibet, steht im Mittelpunkt ber neuen Nummer ber „IHust r i r t e n Zeitung Leipzi g". Was hier von Enqlanb gezeigt unb über Englanb gesagt wirb, stellt einen aufschlußreichen Querschnitt burch bas Leben bes englischen Volkes bar. Auch bie Be- fonberheiten ber englischen Lanbichaft gelangen in ein°m Beitrag zur Darstellung. Das englische Ge- fellschaftsleben wirb in Zahlreichen charakteristischen Aufnahmen gezeigt. Bilber aus ben englischen Colleges führen uns bie trabitionsgebunbenen Sitten unb Gebräuche in ben englischen Internaten vor Auaen. Lebhaftem Interesse bürfte auch ber r^ich, h-ch^h-mte A'-Okel Die Luttwasse in ber britischen Reichsverteibigung" begegnen. MMkvNWMWM RS.-Gemeinjchaft ..Kraft durch Freude". Omnibuofahrl zum Rennen „Rund um Schollen". Am 19. September 1937 führen wir obiae Fahrt durch. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Eintritt zum Nennen 2,90 R2H. Abfahrt um 7 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront, Gießen. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle Gießen entgegen. 5836D Kreisfilmstelle. Don der Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, wird im Monat September der Tonfilm „St and sch ütze Bruggler" im Kreise Wet- terau an folgenden Terminen vorgeführt: 9. September in Holzheim, 10. September in Gambach, 11. September in Lang-Göns, 12. September in Grohen-Linden, 13. September in Reichelsheim, 14. September in Afsenheim, 15. Septem- Aus der Giadi Gießen. Die Holunde« beeren sind reis! Am Eisenbahndamm, am Waldesrand, an Hecken und Zäunen, in Gärten und Parkanlagen, überall wächst der anspruchslose Holunderstrauch und gibt nun den Vögeln willkommene Nahrung. Aber auch uns Menschen. Wer kennt nicht die dunklen Beeren, aus denen wir so schönes Mus und so köstlichen Saft Herstellen? Viele wissen freilich nicht, welche Kräfte der Holunderstrauch in sich birgt. Ein Volks- sprichwort sagt von ihm, man solle den Hut vor dem Hollerstrauch abnehmen, weil er so viel Segen spende. , . Wahrlich, er ist es wert, daß wir ihn auch tn unfern Gärten nicht vergessen. Da ist eine Seite der Gartenhütte noch ohne Belaubung, da ist der Komposthaufen noch offen, da steht eine kahle Wand: für alle diese Plätze eignet sich der Holunder. Er wächst schnell und bedarf keiner Pflege. Seine Blüten schenken uns den bekannten Fliedertee, der schweißtreibend wirkt. Er ist deshalb in jeder Hausapotheke anzutreffen. Auch können wir aus den Blüten ein erfrischendes Getränk für die heißen Sommertage bereiten. Ebenso können wir die Blätter des Hollerstrauches gut gebrauchen. Bei Entzündungen, Insektenstichen usw. Aerquet- schen wir frische Blätter und legen sie auf die Geschwulst. Die heilende Wirkung wird nicht aus- bleiben. Und nun leuchten die Beeren am Hollerstrauch! Die Vögel kommen in Scharen und holen sich ihren Teil. Aber auch für uns gibt es noch genug. Wir wiss.n doch, daß sich die Vögel nicht das Schlechteste aussuchen. Das Gelee aus reifen Holunder- beeren ist ganz vorzüglich. Schon die Farbe lockt. Von keiner Gartenfrucht, abgesehen von der Brombeere, erhalten wir so prachtvoll gefärbtes Gelee. Die Beeren können wir aber auch trocknen und für die langen Wintermonate aufbewahren. Wir erhalten so em gutes Mittel bei Durchfall. Ja, der Holunderstrauch hat es in sich. Wir wollen ihn deshalb nicht vergessen und seine Beeren sammeln. Unfern Vorfahren war der Hollerstrauch ein heiljger Baum. In seinen Zweigen wohnte Frau Holle. Nach dem Volksglauben kann der Holunder allerlei feindliche Einwirkungen fernhalten. Deshalb putzte man hölzerne Geschirre und Hausgeräte mit [einen Blättern, damit kein Wurm hineinkäme. Die Toten erhielten ein Kreuz aus Holunderholz, und der Kutscher des Leichenwagens hatte statt der Peitsche einen Holunderstab in der Hand. Uns Buben aber gaben die dicken Holunderstengel, aus denen das weiche Mark entfernt wurde, die schönsten Knall- und Spritzbüchsen. Und brauchten wir den Holunder nicht auch beim Unfertigen der Pfeile für den Flitzbogen?... Für jeden hat der Holunderstrauch etwas bereit, und noch heute singt und klingt es im Volkslied „Unterm Hollerstrauch"... H. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Selterswea: „Versprich mir nichts!". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schweigen im Walde". — Hausbesitzeroerein Gießen: 20.15 Uhr „Kühler Grund", Neuen Säue, Hauptversammlung. ber in Nieder-Wöllstadt, 16. September in Ober Eschbach, 17. September in Harheim, 18. September in Nieder-Erlenbach, 19. September in Wölfers- heim, 20. September in Reiskirchen, 21. September in Münzenberg, 22. September in Londorf, 23. September in Allendorf (Lda.), 24. September in Treis (Lda.), 25. September in Heuchelheim, 26. September in Ober-Mörlen, 27. September m Watzenborn- Steinberg, 28. September in Steinbach, 29. September in Garbenteich. Ein Film vom Land Tirol. Inmitten Himmel- stürmender Berge der Dolomiten kämpfen pracht- volle Tiroler Bauerngestalten gegen Trommelfeuer und Naturgewalten. Die starken Eindrücke des Kriegsgeschehens und das stille Dolomitendorf hinter der Front mit seinen fröhlichen, urwüchsigen Menschen werden jedem Besucher des Films zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden. Zugendschuhkammern in Darmstadt und Mainz. Wie die Iustizpressestelle Darmstadt mitteilt, sind nach einer Verfügung des Reicksministers der Justiz auf Grund des neuen Gesetzes über Iugend- fchutzkammern für den Bezirk des Oberlandesgerichts Darmstadt Jugendschutzkammern bei den Landgerichten in Darmstadt und Mainz mit Wirkung vom 1. September 1937 ab vorgesehen. Oer W.esenweg zum Phiiosophenwaid ist nur für Fußgänger. Einer der schönsten Spaziergängerwege in unmittelbarer Nähe der Stadt ist der Wiesenweg vom Gericht aus nach dem Philoso- p h e n w a l d. Für die Anlage und die Unterhal- hing dieses Weges, wie auch für die Sitzgelegenheiten für ältere Leute und rrchde Wanderer hat die Stadt in anerkennenswerter Weise von jeher viel getan, und sie bringt ständig noch Opfer für den ordnungsmäßigen Zustand dieses selbst bei regnerischem Wetter gut begehbaren Weges. Damit diese schöne Spaziergangsrnögli.chkeit den Volksgenossen unbeeinträchtigt als Stätte der Erholung erhalten bleiben soll, sind an den beiden Enden des Weges Schilder und Sperrzeichen ^angebracht, die klar und eindeutig verkünden, daß dieser Weg nur für Fußgänger bestimmt ist. Dennoch muß man immer wieder die bedauerliche Feststellung machen, daß diese Derkehrsvor- schrift sehr wenig Beachtung findet. Dor allem sind es Radfahrer und Radfahrerinnen — gelegentlich konnte man aber auch schon Motorradler bemerken — die sich nicht im geringsten um das Verbot des Fahrens auf diesem Wege kümmern, und dabei auch kaum Rücksicht nehmen auf die Fußgänger. Wagt es ein Spaziergänger, einem derart rücksichtslosen Verkehrssünder auch nur eine bescheidene Mahnung und einen Hinweis auf die Verkehrsvorschrift für diesen Weg zuzurufen, so erhält er nicht feiten mindestens eine höhnische Bemerkung, wenn nicht sogar noch gröbere Worte, ja sogar Drohungen fallen. Leider befinden sich unter den lieber- tretern dieser Verkehrsvorschrift häufig auch junge Männer, die sonst alltäglich in guter Disziplin zu leben gewohnt sind, und von denen eine solche Mißachtung einer wohlbegründeten Vorschrift nicht erwartet werden dürfte. Einen erheblichen Teil der Verkehrssünder stellen die Schüler und Schülerinnen, denen man allenfalls jugendlichen Unverstand als Milderungsgrund zubilligen könnte. Dennoch kann die Nichtachtung einer im Interesse der getarnten Bevölkerung und zum berechtigten Schutze Der Fußgänger erlassene Verkehrsvorschrift nicht entschuldigt werden. Es wäre au begrüßen, wenn zunächst durch Belehrung in Den Schulen und innerhalb der interessierten Arbeitsbereiche eindeutig auf die Sperrung dieses Weges für jeden Fährverkehr hingewiesen, außerdem die Verkehrspolizei unmittelbar an Ort und Stelle Verkehrssünder belehren und verwarnen würde. Wenn allerdings diese Verwarnungen fruchtlos bleiben sollten, mühte die Polizei mit den Uebertretern der Vorschrift ein ernstes Wort reden. Man darf aber wohl hoffen, daß ein derartiges Erziehungsmittel sich erübrigen wird, zumal jedermann die Möglichkeit hat, auf dem parallel zu dem Wiesenweg verlausenden Radfahrerweg entlang der Schlageter- antage in ausreichender Weise radeln zu können. Gießener wochenmarktpreNe * Gießen, 9. Sept. Aus dem heutigen Wochen- marki kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 6 bis 9 Mark, Weißkraut, % kg 8 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben A kg 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Nömischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf-, 50 kg 3,50 Mark, Frühäpfel, kg 10 bis 25 Pf-, Fallapfel 5 bis 6, Pfirsiche 40 bis 45, Bromberen 30 bis 33, Preiselbeeren 35, Birnen 5 bis 25, Zwetschen 10 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 69, Blumen- kohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken VA bis 3, Endivien 9, Oberkohl- rabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Straßensperrung. Die Kirch st raß 4 wird während der Dauer der Messe vom 11. bis einschließlich 19. September täglich von 11 bis 23 Uhr für den gesamten Durchgangsverkehr gesperrt. Lpd. Zweijähriges Studium für den Dolksschullehrerberuf bleibt. Wie die zuständige Abteilung der Hessischen Landesregie, rung mitteilt, verbleibt es, entgegen anderslautenden, auch in die Öffentlichkeit gelangten Reibungen, nach einer Feststellung des Reichserziehungs- Ministeriums bei dem zweijährigen Studium der künftigen Volksschullehrer und -lehrerinnen an den Hochschulen für Lehrerbildung. Das Studium ist gebührenfrei. ** Saunen der Natur. In der Licher Straße, unweit der Arkaden an der Earl-Vogt- Strahe, xeigt gegenwärtig ein Kastanienbaum besondere Launen. Er trägt nicht nur die jetzt reisenden Früchte, sondern zu gleicher Zeit auch frische Blüten, junge und jüngste Blättchen, und schließlich auch Blätter, die sich herbstlich zu färben beginnen und im Abfallen begriffen sind. Wir entsinnen uns, daß an dieser Stelle die Kastanienbäume schon öfters mit solchen Merkwürdigkeiten aufwarteten. Aus her engeren Heimat. Zm Güterbahnhof Lich tödlich verunglückt. * LIch, 8. 6ept. Im hiesigen Giiterbahn- h o f fand man heute gegen 9.30 Uhr den Ziegeleibesitzer Heinrich Schmidt VIII. von hier mit sehr schweren Verletzungen an beiden Beinen, die fast abgefahren waren, bewußtlos zwischen den Gleisen der Rangieranlagen auf. Der bedauernswerte Mann hatte sich in die Gleisanlage begeben, vermutlich, um nach einem von ihm erwarteten Güterwagen zu sehen. Dabei wurde er von einer Rangierabteilung übersah r e n und an beiden Seinen sehr schwer verletzt. Er wurde sofort nach Gießen in die Klinik überführt, wo er im Laufe der Nachmittagsstunden an seinen schweren Verletzungen gestorben ist. Unfälle auf dem Lande. Der 13jährige Sohn des Maurers Glatthaar aus Göbelnrod und der 30 Jahre alte Klempner Franz Ba 1 he aus Watzenborn-Stein- berg mußten mit Unterschenkelbrüchen in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Die 20jährige Zi- garrenarbeiterin Liselotte Renk aus Staufenberg erlitt durch einen Sturz eine Gehirnerschütterung und eine erhebliche Verletzung am Hinterkopf. — Eine schwere Gehirnerschütterung erlitt der 38 Jahre alte Lagerarbeiter Wilhelm G u st aus ©arbenteid). Der 18jährige Lehrling Kurt Hernitz mußte sich mit einer schweren Knieoer- » ärztlicher Behandlung unterziehen. Samt- erunglücfte wurden in Die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert. Landkreis Gießen. △ Klein-Linden, 8. Sept. Durch persönliche Werbung gelang es, in unserem Orte eine Ortsgruppe des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland ins Leben zu rufen. Sie umfaßt bereits über 50 Mitglieder. Die Leitung der Gruppe hat der Krankenpfleger Bruno Schuchardt, Frankfurter Straße, überkommen, die Kassengeschäfte führt Lehrer Otto von hier. Hoffentlich lassen die zahlreichen Berichte, die die Zeitungen über die völkische Not unserer Brüder jenseits der Grenzen bringen, noch viele Volksgenossen den Weg zum VDA. finden. /X Großen-Linden, 8. Sept. Nun hat auch unser Ort eine Feuer-Alarmsirene erhalten. Sie wird elektrisch betrieben und wurde im Turm- aufbau des neuen Schulgebäudes aufgestellt, so daß sie sich ziemlich im Mittelpunkt des Ortes befindet. Am Samstagnachmittag fand der erste Probealarm statt. Er konnte bis in die entferntesten Teile des Dorfes vernommen werden. 8. Lang-Göns, 6. Sept. Auch in unseren Wäldern gab es Heuer sehr viel Brombeeren. Fast täglich zogen viele Einwohner hinaus, um die reifen Beeren zu sammeln. Leider konnten sich die letzten Beeren wegen der großen Trockenheit nicht mehr voll entwickeln. Trotzdem brachten die vier Klassen der hiesigen Volksschule am Freitag noch eine ansehnliche Menge zusammen, aus der die NS. -Frauenschaft wertvolles Gelee für die NSV. kochen konnte. Die beiden Ob er kl assen hatten vor den Ferien außerdem den Flachs von den Gemeindeäckern gerupft und eingebracht. Garbenteich, 7. Sept. Am Samstag konnten Schreinermeister Ludwig Stumps und Frau Marie, geb. Becker, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Aus diesem Anlaß brachte der Gesangverein „Victoria" am Abend dem Silberpaar ein Ständchen und verschönte die Feier durch einige Liedervorträge. In besonderer Würdigung als treuer Pfleger des deutschen Liedes und eifriges Mitglied des Vereins wurde der Silberbräutigam durch den Dereinsführer zum Ehrenmitglied ernannt und mit einer künstlerischen Urkunde ausgezeichnet. Q] Ettingshausen, 7. Sept. Am vorigen Sonntag fand das diesjährige Preisschießen des Kyffhäuserbundes Ettingshausen statt. Es wurden schösse Leistungen erzielt. Eine große Anzahl Schützen konnte für sich je 36 Ringe buchen, so daß es erst beim Stechen zur eigentlichen Entscheidung kam. Die Preise verteilten [ich wie folgt: 1. Preis Philipp Sehrt, 2. Rich. Schmidt, 3. Heinrich Blei, 4. Phil. Keil IV., 5. Heinrich Schomber, 6. Karl Blei usw. Es kamen schöne und wertvolle Gegenstände als Preise zur Verteilung. Anschließend blieb man noch gemütlich beisammen. — Am Samstagabend hielt der hiesige Obstbauverein eine Mitgliederversammlung ab, in der insbesondere über die richtige Bebandlung und Verwertung des Obstes gesprochen wurde. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 6. Sept. Die F r ü h o b st ° und Zwetschenernte der ausgedehnten städtischen Obstanlagen wurde öffentlich versteigert. Die Preise waren dem knapp mittleren Kernobst und dem geringen Zwetschenertrag entsprechend. Letztere ga. en am Baum 4 bis 5 Mark pro Zentner. — Die N S.- Frauenschast hat das F a l 1 o b st auf den Po- vinzialstraßen und städtischen Obstanlagen gefam lt und daraus Marmelade hergestellt. Das ansehn: he Ergebnis wurde der NSV. überwiesen. Weiche Obstverwertungen sind im Gange. — Gestern wurde im nahen Walde das Evangelische G e - meindejugendsest abgehalten, an dem sich einige hundert Kinder und viele Erwachsene beteiligten. Nach einem gemeinsamen Liede und einer Ansprache von Pfarrer Linden st ruth trugen Kinder Gedichte und Lieder vor. Spiele und szenische Darstellungen boten weitere Unterhaltung. Alle Kinder erhielten je einen großen Stollen, dazu noch Hefte, Bleistifte und andere Schreibutensilien. Das Schlußwort sprach Pfarrer Schneider. — Die beiden hiesigen Wandervereine Vogelsberger Höhen-Club und Taunusbund unternahmen bei WWWMM! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 11 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Annelore Hildach als Assistentin...? Unmöglich! Ganz und gar unmöglich ...! Ein beinahe harter Zug grub sich plötzlich in sein Gesicht. So kalt und ablehnend war seine Miene, daß Annelore es wie einen eisigen Hauch über sich hinqehen fühlte. „Verzeihung", sagte er mit schmalen Lippen, „aber — das — das ist wohl ein kleiner Scherz. Oder ein Irrtum." Er sah nicht, daß ein jähes Rot Annelores Schläfen färbte. „Aber wieso denn?" widersprach Suse. „Warum denn?" Wolfgang v. Achenbach hüllte sich noch immer in Schweigen. Er hielt es nicht für angebracht, sich jetzt zu äußern, denn er kannte Stefan. Und er verstand ihn. Aber er war entschlossen, sich im geeigneten Augenblick für Annelore einzusetzen. Und wenn der Junge bei seiner Ablehnung verharrte, bann nahm man Annelore Hildach eben als Haus- tochter zu sich. Darüber hatte der junge Herr glücklicherweise nicht zu bestimmen. Peinlich war die Situation natürlich für das junge Mädchen. Ganz außerordentlich peinlich! Empfand Stefan das denn nicht? Annelore hatte sich mit herben Lippen aufgerichtet. Sie sah an Stefan vorbei, zu Suse hinüber. Aber ihr war, als spräche sie in einen weiten, leeren Raum hinein: „Ein Scherz — nein... Aber ein Irrtum war der Gedanke wohl wirklich, wie wir jetzt sehen. Wir haben unüberlegt gehandelt, Suse..." Ihr Ton schien Stefan zu treffen. Er sah chr herbes Gesicht vor sich, ihren seltsam verschwommenen Blick. Der harte, ablehnende Zug auf seinem Gesicht verlor sich. Wieder fuhr er sich mit der mich wohl nicht ganz formgerecht benommen. Aber — das kommt mir doch so überraschend... Die Vorstellung, daß Sie sich um die Stellung der Assistentin bewerben könnten, erschien mir im Augenblick so — so geradezu absurd, daß ich wirklich nur an einen Scherz ober einen Irrtum glauben konnte. Aber wir können ja mal barüber reben. Wenn Sie glauben —" Langsam war bas dunkle Rot auf Annelores Gesicht wieder zurückgeflutet. Sie hob die Augen zu ihm auf. Er erinnerte sich nicht, ihre Augen jemals so gesehen zu haben. Er hatte solche Augen überhaupt noch nicht gesehen! Das waren Augen, deren Blick sekundenlang ein wundes, wehes Menschenherz enthüllte... Dieser Gedanke rührte und beengte ihn zugleich. Mas war mit ihr? Litt sie um den verstorbenen Vater? Sie hatte sehr an ihm gehangen, wie er sich jetzt erinnerte. Oder — litt sie Not? War es die Not, die sie zwang, sich einen Beruf zu suchen? Annelores Sttmme schwankte noch leicht, als sie jetzt erwiderte: „Es würde nur dann Zweck haben, darüber zu reden, wenn es Ihnen möglich sein würde, nicht die Dame in mir zu sehen, sondern irgendeine beliebige Person, die als Bewerberin um eine frei- werdende Stellung auftritt." Ihr Blick war jetzt wieder ganz klar und ruhig. Und ihre Worte erleichterten Stefan erheblich. Immerhin war und blieb die Sache peinlich, denn man mußte nun wirklich verhandeln! Aber es war doch ganz und gar unmöglich, Annelore Hildach als Assistentin um sich zu haben! Unmöglich, Stefan von Achenbach? Warum unmöglich? „Das ist ein sehr snmpathischer Standpunkt. Man kann im Dienst wirklich keine persönlichen Rücksichten nehmen", sagte er härter und schärfer, als er vielleicht wollte. Ganz klar und ruhig kam Annelores Stimme: „Ich erhebe feinen Anivruch auf bevorzugte Behandlung. Dienst ist Dienst." Er empfand ihren Ton fast als Zurechtweisung „Schön...!", versetzte er ein wenig gereizt, sich in den Schultern reckend. Dann zog er sich einen Stuhl heran und ließ sich nieW. . S'e hnh-n Ihrem Viter allistt"rt, wenn ich Hand über die Stirn. ,Z‘- '■■■' .. I...... .2, „Verzeihung, gnädiges Fräulein, ich — ich habe! nicht irre?" fuhr er geschäftsmäßig fort. „Jawohl. Mein Vater war ja in den letzten Jahren schon immer leidend. Und ich hatte selbst großes Interesse an der Sache." Bald waren sie in ein intensives Gespräch über fachwissenschaftliche Dinge verwickelt. Frage um tfrage stellte Stefan. Es war ein regelrechtes Examen. Stefan war sich bewußt, daß feine Fragen weit über das hinausgingen, was man von einer Assistentin gemeinhin verlangte und verlangen konnte. Er suchte förmlich nach einem schwachen Punkt, der es ihm ermöglichte, zu sagen: „Be- baure, Fräulein Hildach. Ich fürchte, Sie sind den Anforderungen doch nicht gewachsen." Und er ärgerte sich über sich selber, daß er das tat, denn er wußte, daß es ungerecht war. Knapp und treffend kamen Annelores Antwor- tcm, ohne Zögern, ohne jedes Sichbesinnen. Sie schien gar nicht zu fühlen, daß sie examiniert wurde. Es war, als ob sie in ihrem ganzen Leben weiter nichts getan hätte, als sich mit dem Studium ber Augenheilkunde zu befassen. Stefan gab es schließlich auf. Er kam sich vor, als hätte er eine Niederlage erlitten. Mit gerötetem Gesicht lehnte er sich zurück. „Sie würden hier mit Wohnung nehmen müssen ...", glaubte er einen Trumpf ausspielen zu können. „Das wäre unbedingt Voraussetzung. Ich weiß nicht, ob Ihnen bas zusagen würde — ob Ihre Frau Mutter damit einverstanden sein würde..." „Es würde sich ohne weiteres ermöglichen tasten." „Sie würden auch außerhalb der eiaentlichen Dienststunden zur Verfügung stehen müssen, den Patienten Gesellschaft leisten, ihnen ovrlesen ..." „G'wiß. Ich werde ja ohnehin nicht wissen, was ich mit meiner freien Zeit anfangen soll." Da gab er sich geschlagen Irgend etwas brannte geheimnisvoll in ihm. Er fühlte sich überrumpelt. Nicht durch das Mädchen dort, sondern einfach durch die Tatsache, daß er sich nicht wehren konnte gegen das, was er abmehren wollte. Durch das Schicksal also. Durch das Schicksal, das ihm dies Mädchen an die Seite stellen wollte. Wie es ihm lchon einmal eine Frau in den Weg geführt hatte... „Schön", sagte er, „wir wollen es versuchen Wann können Sie antreten?" „Jederzeit." . • - • „Gut. Zum Ersten also. Aber wir sind uns klar darüber, daß ber Dienst persönliche Dinge ausschließt. Es würbe mich bei meiner Arbeit beeinträchtigen, wenn ich persönliche Rücksichten zu nehmen hätte." Annelore sah mit unsicherem Blick an ihm vorüber. „Darüber bürste volle Klarheit herrschen." Stefan schwieg. Eine tiefe Falte stand steil über seiner Nasenwurzel. Jetzt meldete sich Wolfgang v. Achenbach: „Nun, was Ihre freie Zeit anbetrifft, Fräulein Hildach — ich hoffe, daß Sie uns recht viel davon widmen werden. Es geht bei uns recht kläglich einsam zu. Wir können ein bißchen Leben, ein bißchen Sonnenschein wirklich gebrauchen. Ich möchte Sie also, wenn es Ihnen recht ist, gern so gewissermaßen als Haustöchterchen verpflichten. M.in Enkel wird ja nichts dagegen einzuwenden haben." Stefan richtete sich auf. „Fräulein Hildach kann über ihre freie Zeit natürlich nach Belieben verfügen." Mit einem warmen, dankbaren Blick wandte Ann-llore sich dem Schloßherrn zu. „Sie sind sehr oütig, Herr von Achenbach ..." Stefan fand, daß er nun eigentlich wieder hätte gehen sollen. Aber er blieb. Gegen seinen Willen. Und er grollte sich selbst deswegen. Suse lenkte das Gesvräch in andere Bahnm, und Annelore ging allmählich mehr aus sich heraus. Immer m'taer beobachtete Stefan sie im stillen. Sie hatte sich in der Tat vrachtvoll entwickelt, wie man ganz nüchtern und unbefangen zua-'ben muhte. Aber mußte man sich nicht erst richtig zwingen, nüchtern und unbetannen zu sein? Ohne daß er es wollte, drängte sich ihm ein B"r- oleich auf: Gloria Rettner und Annelore Hild--ch. Das war kein Vergleich, in feiner Beziehung Aber wie kam er überhaupt dazu. Vergleich" anzustell"n? Eins stand jedenfalls fest: dies Mädchen w '-rde ihn ftören und beunruhigen, solange es da sein würde. Warum? Vielleicht — weil er einmal Interesse für sie gehabt hatte? Aber war man ihr denn irgendwie verpflichtet? fiatte man überhaupt jemals wieder an sie gedacht? War die Stelle da drinnen in der Brust, wo das Herz saß, nicht tot und leer...? Fortsetzung folgt Dirtschast der der an» Sei der polizeilichen Festnahme erschossen. ' a n k f u r t a. M., 8. Sept, (ßpb.) In Nacht eine diesige junge Familie betroffen. Die ( frau und Mutter sprang gegen 23 Ubr plötzlich^, ihrem Schlafzimmer etwa fünf Meter M a u f d i e Straße hinab. Der plötzlich gewordene Mann konnte die Unglückliche nichts zurückhalten. Sie erlitt eine Gehirnerschüt/"9 und Hautabschürfungen. Das „goldige Mainzer Mädel Lpd. Mainz, 8. Sept. Die beiden letztes? des Mainzer Weinmarktes hatten rnt>erc vyt zum Mittwoch wurden von Beamten ^Polizei zwei junge Burschen, die ,id) aus der Gegend von Magdeburg stammen, dem hiesigen Hauptbahnhof angehalten. Hierbei herrlichstem Herbstwetter gestern und vorgestern ihre Monatswanderungen, die teils zweitägig, teils eintägig gehalten wurden. Der Weg des ersteren Vereins führte am Samstag nach Schotten und zum Hoherodskopf, wo der Abend in althergebrachter Weise verbracht und übernachtet wurde. Am Sonntag erfolgte der Rückweg nach Schotten und mit der Bahn zurück. Die Ortsgruppe des Taunusbundes schlug den Weg durch die prachtvollen Taunuswälder nach dem Hubertus-Jagdhaus ein, wo Rast eingelegt wurde. Dann wurde die Wanderung nach Hausen fortgesetzt. Die Beteiligung an beiden Wanderungen war recht gut. Kreis Schotten □ Saubad), 8. Sept. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Schützenverein sein diesjähriges Haupt- und Abschießen, das rege Be- ♦«uügung hatte. Abends wurde in Gemeinschaft mit der Kriegerkameradschaft Laubach, die an drei vorhergehenden Sonntagen ihr Preisschießen ausgetragen hatke, im „Schützenhof" die Preisver- teilusJ vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatte: Schützenkönig wurde Karl Becker; den 1. Ritter errang Otto 5)0 gn; Ehrenscheibe (100 Meter) Arnold Enders; Wanderbecher Ludwig Hohmann; Meisterscheibe (100 Meter) 1. Karl Becker mit 34 Ringen; Blättchenscheibe 1. Arnold Enders; Preisscheibe 1. Karl Schlörb (Lauter) mit 57 Ringen; Meisterscheibe (175 Meter) 1. Arnold Enders mit 52 Ringen. Kleinkaliber: Ehrenscheibe 1. Meißenbach (Gießen); Meister-, scheibe (Freihand) 1. August Braun mit 35 Rin- Bedeutui^durch, daß während ihres Verlaufs das neulgoldige Mainzer Mädel" gewählt ulbekanntgegeben wurde. Don den während deNainzer Tanzabends vor zehn Tagen von ein/esonderen Kommission ausgewählten 32 Vertreiben Mainzer Art waren neun in die engere hl gekommen, und unter diesen hatten die Befr des Mainzer Weinmarktes zu wählen. Einige düsend unterzogen sich dieser schwierigen AufgaDas Ergebnis wurde am Dienstagabend vor d« Vertreter des Mainzer Verkehrsoereins bekanrgeben: Doris Martin ist das „goldige Inzer Mädel", Jahrgang 1937. In einer mit Plaub geschmückten Sänfte wurde die Neu» erwä' unter Dorantritt der Musikkapelle durch das Häufige Gelände des Weinmarktes getragen, ü überall jubelten ihr die Menschen begeistert Damit hatte der Mainzer Weinmarkt sei» nen^^klang gefunden. Rund 50000 Besucher xnui während der vier Tage gezählt. (165,65) nach, schwach lagen noch Westd. Kaufhof mit 58,75 (59,90). Am Rentenmarkt war das Geschäft gering. Kommunal-Umschuldung gingen zu unverändert 94,80 um, auch sonst nannte man meist wenig veränderte Kurse. Der Verlauf der Börse zeigte am Aktienmarkt eine Beruhigung. Abgaben wurden kaum mehr vorgenommen. Auf dem ermäßigten Stand erfolgten kleine Rückkäufe und auch Deckungen, so daß vielfach leichte Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 d. H. eintraten. Daimler erholten sich auf etwa 139,50 bis 140 nach 138,50, Bemberg auf 150,50 nach 149,50, Verein. Stahl auf 117,50 nach 117, IG.-Farben auf 165,25 nach 165 und Mannesmann unter kleinen Schwankungen auf 121,25 nach 121. Die später notierten Werte lagen gleichfalls bis 1,50 v. H. niedriger, Klöckner jedoch 2,25 v. H. gedrückt auf 135. Am Einheitsmarkt lag ebenfalls einiges Angebot vor, so daß auch hier die Haltung meist schwächer war. Renten lagen auch späterhin geschäftslos. Altbesitz kamen 0,25 v. H. und Reichsbahn-DA. 0,13 v H. niedriger zur Notiz. Am Pfandbriefmarkt zeigten Rhein. Liquidation eine stärkere Abweichung mit 101,25 (101,75), fönst lagen die Kurse funk. 10.30: Hausfrau hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Evisoden. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Zeitgenössische Unterhaltungsmusik. 17: Zwetschkenwilhelm. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Mal so — mal so!!! 20: Aus Nürnberg: Reichssendung: Reichsparteitag Nürnberg 1937. Appell der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiese. Der Führer spricht! 22: Aus Nürnberg: Reichssendung: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Rhein-Mainische Börf INillagsbörse schwach. Frankfurt a. M., 8. Sept. 7 Börse lag am Aktienmarkt auf nahezu n ©^bieten recht schwach. Es lagen Abgaben for. öe.r. schäft, als auch der Kulisse vor, &te nahmebereitschast weiterhin sehr 3irP>^en ub£l9 ließ. Die Zurückhaltung hielt unve«"oert an. Die schwache Haltung der Auslandb'", wurde beachtet, anscheinend erfolgten die ^aben im Zusammenhang mit dem beoo£ei™en,, großen Steuertermin zum Zwecke der (»beschaffung. Die durchschnittlichen Einbußen laf be.1 * 1^0 v. H. Ausgesprochen schwach las Daim^r-Mvtoren mit 139,50 bis 138,50 (142,2'Feinmetall büßten 2,50 d. H. auf 152,50 - wahrend die ubn» gen Maschinenwerte bis zu 4 D1 L,C -2 Stärkere Rückgänge hatten J11!* 206 (208,75) Bemberg mit.^.O (15175) Aschaffenburger Zellstoff miE^ ("9M und Schuckert mit 174 (176,SOf1? ^°nt°nmarft Der‘ loren Buderus 1,50 v. frut 125 Mannesmann 1,25 v. H. auf 121,13, bärigen Papiere bis zu 1 v. H., aber Harpener/^n 2 v. H. hoher gefragt mit 170,50. IY^rben gaben auf 165 schoß s i ch ber eine von ihnen mit einer Pistole, er in der Hose versteckt bei sich trug. Neber den /und zur Tat ist noch nichts Näheres 'bekannt. gen; desgleichen (Auflage) 1. Karl Poth mit 34 'KlltlöfiltlfDrOCirüfiini Ringen. Die Tagesehrenscheibe der Äriegertamerab- -TWUVIUllipi Ullllll schäft errang Ludwig Schudt; den 1. Preis au Freitag, 10. September. der Kleinkaliberscheibe (freihändig) mit 32 Ringy 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. Karl Gunther und den 1. Preis auf der gleich'6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. Aufgelegt) Heinrich Wahl mit 35 Ring 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nachrichten. 10: Schul- )—( Ruppertsburg, 7. Sept. Don eir ' ' ---- ~ .....— - — • • tragischen Geschick wurde in der les behauptet, Pfälz. Liquid. 20 Pf. höher mit 101,70. Stadtanleihen blieben unverändert, 4,5proz. Wiesbaden nach Pause 98 (97,50). Don Industrie-Obligationen lagen IG.-Farben - Bonds 1,25 v. H. chwächer mit 131,40, 5proz. Union Kraftstoff 0,25 v. H. auf 101,50. Dekosama Altbesitz 134 (133,75). Im Freiverkehr gingen Adlerwerke auf 116,40 (117) und Wayß 6- Freytag auf 149 (150) zurück, Ufa auf 73 nach 74,65. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse leicht erholt. An der Abendbörse machte die Kurserholung weiter leichte Fortschritte, nachdem bereits im Mittaas- chlußverkehr eine widerstandsfähigere Haltung Platz gegriffen hatte. Soweit noch kleines Angebot vorlag, handelte es sich um Spitzenbeträge, die ausgenommen wurden. Das Geschäft war allerdings klein, da eine gewisse Zurückhaltung fortbestand. Gegen den Mittagsschluß traten überwiegend Bes- erungen von 0,25 bis 0,75 v. H. ein. Montanwerte lagen noch etwas ungleichmäßig, meist aber gut behauptet. Buderus 125.50, Harpener 171 (170,50), Mannesmann 121,40 (121,25), Rheinstahl 155,25, Verein. Stahl 117 (117,25). Erholungen ergaben ich besonders für Maschinenaktien, Moenus 125,50 (124,75), Demag 148,50 (148), Daimler 140 (139,75), Eßlinger unv. 123, Rheinmetall 153 (152,50). Chemische Werte lagen behauptet, IG.-Farben 165,25, Scheideanstalt 265, Goldschmidt 1 v. H. höher mit 144, Bemberg 150,75 (150,50) Don Elektropapieren zogen Elektr. Lieferungen 0,90 v. H. an auf 130,40, Gesfürel 156 (155,75), Siemens 217 (215,50), Schuckert unv. 174. Conti Gummi lagen mit 189 zwar 1 v. H. unter Frankfurt, jedoch 0,75 v. H. über Berlin, ebenso wurden BMW. mit 153,50, Junghans mit 133,75 und Westdeutsche Kaufhof in Anpassung an den niedrigeren Berliner Stand notiert. Don Einheitswerten lagen Faber & Schleicher mit 118 unv.. Kalter Brauerei nach Pause 1,50 v. H. schwächer mit 63,50. Am Rentenmarkt waren Kommunal-Umschuldung mit 94,80 gefragt. 4,50 v. H. Krupp wurden zu unv. 98,50 und Färben-Bonds zu unv. 131,40 gesucht. Frankfurter Getreidedörfe. Frankfurt a. M., 8. Sept. Es notierten (betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 187, R15 190, R 18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0.50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu geb. alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,90 bis 5,10 (zuletzt 4,60 bis 4,80), Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, neue Ernte 5,30 bis 5,50. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Sept. (Vorbericht. ) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1010 Rinder (181 Ochsen, 127 Bullen, 648 Kühe, 54 Färsen), 734 Kälber, 99 Hämmel, 57 Schafe, 285 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 38 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 40 bis 52, Schafe 27 bis 44, Schweine 52 bis 56 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Ersolgrelche2.GießMlZiegenvolk Versteigerung 18765 Mark Gesamtumsatz. Die Kreisfachgruppe Oberhessen innerhalb der Landesfachgruppe der Ziegenzüchter Hessen-Nassaus führte in der Rhein-Main-Dersteigerungshalle ihre 2. Ziegenbockoersteigerung durch, die mit 80 Vatertieren sehr reich beschickt war. Es kam ausgesuchtes Zuchtmaterial der namentlich im Kreise Gießen auf hoher Stufe stehenden Zucht der „Deutschen weißen Edelziege" zur Versteigerung. Infolge des starken Bedarfes nahm die Versteigerung einen flotten Verlauf. Die Käufer stammten aus ganz Oberhessen und den angrenzenden Kreisen. Durch die starke Nachfrage wurden die Preise überzeichnet. Don den Böcken der Wertklasse 1 wurde nur einer unter 200 Mark verkauft, für die anderen bewegten sich die Preise zwischen 240 und 310 Mark. Der Höchstpreis in dieser Klasse mit 310 Mark wurde zweimal bezahlt und zwar für einen Bock des Züchters Heinrich Herber (Storndorf), den die Gemeinde Großen-Bufeck erwarb, und für ein Tier des Züchters Karl Philipp IV. (Watzenborn-Steinberg), der von der Gemeinde Frischborn gekauft wurde. Mit einem bisher nie erreichten Preis von 405 Mark wurde ein fünf Monate altes Vatertier des Züchters Wilh. Christ. Bauer (Nieder-Florstadt) von der Gemeinde Langsdorf, Kreis Gießen, befahlt. Die Versteigerung erbrachte einen Gesamtumsatz von rund 18 765 Mark für 80 Böcke. Mit der Versteigerung war eine Prämiierung von alten Böcken, Ziegen und Lämmern verbunden, für die gute Preise ausgegeben wurden. Bei dem Ziegenoerkauf wurden Ziegen mit 60 bis 80 Mark, Lämmer mit 35 bis 40 Mark verkauft. Namentlich für die Lämmer bestand eine rege Nachfrage. prämiierungs-Ergebn ffe. Böcke, 3 Jahr und älter: 1. Preis Gemeinde Laubach; 2. und 3. Pr. je 1 Tier der Gemeinde Wieseck. Böcke, 1 Jahr und älter: 1. Preis Gemeinde Großen-Buseck; 2. Pr. Gemeinde Laubach. Je einen 3. Preis erhielten der Ziegenzuchtverein Gießen und die Gemeinde Wieseck. Ziegen, 3 Jahr und älter: Ehrenpreise: Karl Philipp IV., Watzenborn-Steinberg; Chr. Scheid VI. und K. Herzberger, beide Großen- Buseck. 1. Preise: K. Görlach,' Eberstadt: Ludwig Magnus, Großen-Linden; Hch. Hofmann, Wieseck; Hch. Münch und Wilh. Wagner IX., beide Großen- Buseck; Hch. Vogel, Gießen. 2. Preise: Wilhelm. Münster, Hattenrod; Ph. Zimmermann und Ludwig Mehl, beide Großen-Linden; Ernst Mehl, Hch. Klee und Karl Klee, alle aus Holzheim; Stark, Wieseck; Balth. Pfeifer I., Großen-Buseck; Adam, Gießen; Krd. Silz, Laubach; sowie 21 dritte Preise. Ziegen, 2 Jahre und älter: Ehrenpreise: Joh. Fischer, Gießen, und Karl Schmandt, Watzenborn-Steinberg. 1. Preise: Wilh. Wedemann II. und Karl Görlach, beide Eberstadt; Trechsler, Gießen; Karl Weiß I., Watzenborn-Steinberg. 2. Preise: Jak. Mitsch, Gießen; L. Scheid I. und L. Scheid V., beide Großen-Buseck; Ernst Mehl und Karl Singel, beide Holzheim; 11 dritte Preise wurden verteilt. Ziegen, einjährig: Ehrenpreise: Karl Görlach, Eberstadt; Chr. Scheid VI. und K. W. Wagner, beide Großen-Buseck. 1. Preise: Hch. Münster, Hattenrod (zweimal); Karl Klee II., Holzheim; Wilh. Pfeifer, Großen-Buseck; Otto Döll, Laubach; K. Schmalz, Steinberg. 2. Preise: Hch. Bernhardt, Großen-Linden; K. W. Wagner und Hch. Münch, Großen-Buseck; W. Ommert, Gießen; Karl Peter und Otto Döll, Laubach; K. Herzberger, Großen- Buseck. Außerdem wurden 17 dritte Preise vergeben. KurszetteHer Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter den P um 7.9 8-9. 7.9. 8.9. 6% Scutldte I934 4% Deutsche 4*4% $eut(-'£lrflStdia$anIDei> JWUe!« eichsschatzanwei- Lepremoer •imii'd)' Jh'uerun «.■ 1 Hr>.' /tillll ch ' «PH tmieruna Br>e> JimiiKD-' ViP.I «uiietuihi Br. f •imuidii’ Vtuneiun Me f | Bri, üuenoe «iltte»............. 0,750 0,754 0,749 0,753 Japan.................... Zugollawiea ............. 0,720 5,694 u, ru 5,706 VlliU , 5,694 5,706 Brüssel................. 42,00 | 0,162 i 42,08 42.10 42,18 62,09 62,21 62,00 62,12 Rio de Janeiro......... .. 0,164 0,161 0,163 48,95 49,05 48,95 49,05 Loten................ 47,00 ! 47,10 47,00 47,10 1,22 11,24 11,20 11,22 Kopenhagen............... 51,16 55,28 55,08 55,20 47,10 63,70 63,82 63,60 63,72 Danzig ............... 47,00 47,10 47,00 57,23 57,35 57,23 57,35 London ................. HessingsvrS................ 12,355 12,385 12,335 12,365 16,98 17,02 16,98 17,02 5,465 9,296 .37,49 । 13,09 1 5.475 5,455 5,465 8,876 8,694 8,681 8,699 Paris 9,314 137,77 13,11 9,281 9,299 Prag .................. Budapest................. Neuyorl.................. — — Holland .... Italien.......... 137,34 13,09 137,62 13,11 2,493 2,497 2,493 I 2,497 Hier ablchneiden! o Haffkrankheit 181 Hagebutten Haffkrankheit, erstmalig im Sommer 1924 am „Frischen Haff" in Ostpreußen entdeckte akute Krankheit. Anzeichen: Heftige Muskelschmerzen in Armen und Beinen, Nacken und Kreuz, Zerfall von Muskelfasern. Ausscheidung von Blutfarbstoff und Eiweiß im Urin, Temp. meist wenig erhöht. Ursache ist wohl der Genuß giftiger Aale oder arsenhaltiger Abwäsier oder Einatmung giftiger (Safe. In der Regel schwinden in ein paar Tagen die Beschwerden vollkommen. Haftglüser, eine des. Art von Augengläsern, die unter den Augenlidern direkt auf dem Aua- apfel getragen werden. Sie müssen genau angepaßt werden. Doch sind sie wegen der schlechten Verträglichkeit für die Allgemeinheit noch ohne Bedeutung, wirken jedoch bei hochgradiger Kurzsichtigkeit sehr gut. Haftpflichtversicherung kommt für alle in Frage, die auf Grund ihrer Verantwortlichkeit einem Dritten für ein schadenbringendes Ereignis Ersatz leisten müssen. also vor allem für Haus-. Fahrzeug-, Tierbesitzer, Lehrer und Erzieher. Ärzte, Rechtsanwälte usw. Man zahlt jährlich eine gewisse Versicherungsprämie an die Versicherungsgesellschaft und bekommt dann von dieser die Summe ersetzt, die man einem anderen als Schadenersatz zahlen muß. weil beispielsweise der Hund des Versicherten einen Dritten gebißen hat. Hastpsychosen. Geistesstörungen. die in der Haft bei Psychopathen (s. d.) auftreten Sie werden her- oorgerufen d. d. Entziehung der Freiheit, verbunden mit der Ungewißheit des künftigen Schick, sals bei Untersuchungshaft; Selbstmordversuche, Nahrungsverweigerung und Vortäuschung verschiedener Krankheiten sind Der Ausdruck dieser Haftpsychosen. Haftung. Man haftet nicht nur für den Schaden, den man selbst verursacht, sondern unter Umständen auch für den, den die Angestellten in Ausübung ihrer Angestelltentätigkeit anrichten. Der Besitzer von Tieren haftet für den von diesen angerichteten Schaden; bei Haustieren, die zum Berufe, zur Erwerbstätigkeit ober zur Beschaffung des Unterhalts für den Tierhalter dienen, aber nur dann, wenn dieser seine Aufsichtspflicht verletzt. Die aufsichtspflichtigen Eltern und Erziehungsberechtigten haften u. U. für den von den Kindern an- gerichteten Schaden. (Siehe Auf- sichtsvflicht.) Wegen der Haftung des Gastwirtes f. dort. Der Autohalter haftet für den Schaden. der durch den Betrieb des Fahrzeuges verursacht wird auch wenn er selbst nicht fährt oder das Auto einem Bekannten ae- lieben hat In Haftunqsangele- genheiten stets Anwalt fragen. S. Schulden. Tiere. Empfehlung, Eisenbahn. Jugendliche. Hagebutten, Rolenfrucht. Zu verwenden sind die aroßsrüchti- aen H. der einiachblübenden Wildrosen. Für Kompottberei, tung werden die inneren Samen- Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 OJi.-'fpOTt Die l.AS.-Kampsspiele in Aümberg. HI. in Gchwimmwettkämpfen. In der Schwimmbahn des Nürnberger Stadions begannen am Mittwochoormittag die deutschen Jugend-Meisterschaften im Schwimmen mit den Vor- kärnpfen, während gleichzeitig auf der Hauptkampsbahn des Stadions die Dorkämpfe in der Leichtathletik ihren Anfang nahmen. Im Schwimmen wickelten sich alle Dorkämpfe schnell und reibungslos ab, so daß die Teilnehmer an den Zwischenkämpfen programmäßig ermittelt werden konnten. In allen Dorkämpfen entschieden die Zeiten, wobei sich jeweils die 16 Besten für die Zwischenkämpfe qualifizierten. Die Ergebnisse konnten sich durchweg sehen lassen Wohl als die beste Leistung kann man die von Müller (Berlin) über 100 Meter Kraul mit 1.04,6 Minuten erzielte Zeit ansehen, aber auch die 1:05,6 Minuten des Zweiten, Höhle (Westfalen), sind beachtlich. In den übrigen Wettbewerben wurden die Zwischenläufe ausgetragen und die Endkampfteilnehmer festgestellt. Wiederum wurden ausgezeichnete Zeiten geschwommen. Abbeschlossen wurden die Nachmittagskämpfe im Schwimmstadion mit den beiden vorentscheidenden Spielen im Wasserball. Im ersten Spiel siegte Franken mit 4:1 (2:0) über Niedersachsen und im zweiten Ruhr-Niederrhein mit 6:1 (1:1) über Berlin. Ruhr-Niederrhein und Franken werden nun am Donnerstag das Endspiel bestreiten. Ernst (Westfalen) siegt im Kunstspringen. Bei den Jugend-Meisterschaften im Schwimmen fiel am Mittwochnachmittag schon die erste Entscheidung. Im Kun st springen gewann der Westfale Ernst mit 80,13 Punkten ganz überlegen vor Kitzig (Sachsen) mit 75,70 P., Walter (Kurmark) mit 70,74 P., Brunn (Hessen-Nassau) mit 67,71 Punkten. Entscheidungen in der Leichtathletik. Auch die Kämpfe in der Leichtathletik waren spannend und zeitigten gute Ergebnisse. 100- Meter-Zeiten von 11,3 Sekunden waren keine Seltenheit; die Berliner Eitel und Arndt sowie der Württemberger Feufel kamen sogar auf 11,2 Sekunden. Die 24 Zeitschnellsten erreichten die vier Zwischenläufe, lieber 800 Meter wurden bereits die zehn Endlaufteilnehmer ermittelt. Die beste Vorkampfleistung im Weitsprung bot der Fünfkämpfer L i n o w (Mecklenburg) mit 6,92 Meter. Im Hochsprung bewältigten die Berliner Kuchenbecker und Schäfer sowie Schleenbecker, Lol- l a r (Hessen-Nassau), 1,70 Meter. Eine sehr schnelle 4X100-Meter-Stasfel haben die Berliner zur Stelle; mit 43,3 Sekunden erzielten sie eine ganz großartige Zeit. In der Leichtathletik wurden am Nachmittag bereits drei Titel vergeben, und zwar im Fünfkccknpf, im Hochsprung und im 3000-Meter-Lauf. Im schwierigen Fünfkampf wurden die bei den Ausscheidungskämpfen erzielten Leistungen und Punktzahlen von den Jungen durchweg Überboten. Die Bestleistungen im Fünfkampf erzielten: Hochsprung: Bongen (Ruhr-Niederrhein) 1,73 Meter; Kugel: Bongen 16,57 Met?r; Weitsprung: Linow (Mecklenburg) 6,92 Meter; 100 Meter: Feufel ßitt Stadion für 400 000Zuschauer Ein besonderes Ereignis des diesjährigen Reichs- parteitages in Nürnberg wird die G r u n d - steinlegung zum Deutschen Stadion durch den Führer Adolf Hitler bilden. Unser Bild zeigt die Stätte, an der die Grundsteinlegung erfolgt. Im Vordergrund sehen wir das Modell des R i e s e n sto d i o n s, das nach Plänen des Professors S p^e e r errichtet wird. Der Jnnenraum wird 425 X 625 Meter messen. Die Höhe der E ck t ü r m e mit den Hoheitszeichen wird 100 Meter betragen. (Schirner-M.) 1 Ä ■ Ringen. Schießen emäß stellte die Wehrmacht die besten Schüßen in 3:20 Stunden schaffen mußten. Unterwegs wäre noch drei Aufgaben im Entfernungsschätzen zu löfer, bei denen Ueberpunkte außer den 1000 für den (Württemberg) 11,2 Sekunden; Keulenweitwurf: Pusch (Ostland) 68,84 Meter. Als vielseitigster und bester Mehrkämpfer erwies sich Bongen vom Gebiet Ruhr-Niederrhein, der sich die deutsche Meisterschaft mit 5384 Punkten vor dem Mecklenburger Linow und' dem Ostpreußen Pusch sicherte. Der 3000-Meter-Lauf wurde in zwei Läufen entschieden. Schon im ersten Lauf waren die schnellsten Läufer beisammen, und Pauli (Mittelland) wurde mit der ganz vorzüglichen Zeit von 9:04,4 Minuten Reichssieger. Fischer (Kurmark) benötigte als Zweiter nur 0,2 Sekunden mehr. Im Hochsprung endlich holte sich Böhmer (Ruhr-Niederrhein) mit einem Sprung über 1,75 Meter den Titel vor Henkemeier (Westfalen) mit 1,73 Meter. Der Nachmittag wurde ausgefüllt mit den Zwischenläufen über 100 Meter (wo drei Läufer 11,0 liefen) und in der 4X100-m-Staffel. Die Ergebnisse: Führer-Zehnkampf der 5)3. entschieden. Der Führer-Zehnkampf der HI. wurde am Mittwoch zum Abschluß gebracht. Alle drei Altersstufen hatten noch vier Wettbewerbe zu erledigen, die alle auf wehrsportlichem Gebiet lagen und in der de- samtwertung Aenderungen im Gefolge hatten. 2m Vormittag wurde der 20-km-Orientierung-Gepck- marsch nach einer selbstgefertigten Kartenskizze burä« geführt, bei dem alle Teilnehmer eine Sollzeit wurde Knoop (Nordsee) vor Göbel (Kurhessen), in der Altersstufe B (18 bis 32 Jahre) kam Hafner (Nordsee) vor Peters und Habermann (beide Kurmark) auf den ersten Platz, und in der Altersstufe C (32 bis 40 Jahre) siegte Barth (Württemberg) vor Bukigh (RIF.) und Friedrich (Ostland). hervorragende HJ.-Schühen. Auf dem Sportplatz der Brigade 88 in Nürnberg- Werderau legte die Hitler-Jugend in ihrem Ersten Reichs-Schießwettkampf Zeugnis ab, wie sie das Kleinkaliber-Gewehr beherrscht Die zehn Jungen des siegreichen Gebietes Ruhr-Niederrhein erzielten einen Durchschnitt von 10,45 Ringen. Zum Reichsschießwettkampf entsandte jedes Gebiet seine zehn besten Schützen; verlangt wurden 10 Schuß liegend aufgelegt und 10 Schuß liegend freihändig, auf die 50 Meter entfernte Zwölfer-HI.-Klein- , kaliberscheibe. Mit 31 Ringen Vorsprung siegte das Gebiet Ruhr-Niederhein sicher vor Baden, H e s - . sen-Nassau, Württemberg und Ostland. Bester Einzelschütze war Heinz Richter vom Gebiet Hessen-Nassau mit 226 von 240 möglichen für den Modernen Fünfkampf. Aus den Militär-Schießständen des Standortes Nürnberg erledigten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf am 'Mittwoch ihre dritte Uebung, das Pistolenschießen. Jeder Schütze hatte 20 Schuß in vier Serien zu je 5 Schuß auf die Zehner-Ring- bei denen Ueberpunkte außer den 1000 für den scheibe, die jeweils nur drei Sekunden sichtbar war Marsch ausgesetzten zu gewinnen waren. Vorzüglich’unb dann wieder für 10 SekmHen verschwand, abwurde mit der Kleinkaliberbüchse geschossen, und den zugeben. Es wurden ganz großartige Leistungen Abschluß bildete das Keulen-Zielwerfen, das zehn gezeigt, erzielten doch nicht weniger als vier Schüt- Zielwürfe in einen 32,50 m entfernten 5-m-Kreis en 192 von 200 möglichen Ringen. Erwartungsverlangte. emäß stellte die Wehrmacht die besten Schützen'in Sieger in der Altersstufe A (16 dis 18 Jahre) biden Gruppen. „Rund um Schotte«? schneller als je! Wer in 14 Tagen beim elften Rennen „Rund um Schotten" die landschaftlich wie technisch großartig angelegte Rennstrecke im Vogelsberg riei)t, wird kaum glauben wollen, daß vor wenigen Jahren diese Strecke Hessens Hilfsrennstrecke genannt wurde. Hilfsrennstrecke deswegen, weil es die einzige hessische Rennstrecke überhaupt war, die zudem schon damals kaum noch den erhöhten Straßenanforderungen der immer schneller werdenden Maschinen genügte. Wie hat sich das in den drei letzten Jahren geändert! Da schlängelt sich jetzt mitten durch die einsame Vogelsberglandschaft das weiße Betonband einer Rennstrecke, die sportlich einwandfrei ist, d. h die den Fahrern von sich aus ein Höchstmaß von Sicherheit gewährt. Und das ist notwendig, erlebten wir doch, daß in diesem Jahre auf allen deutschen Rennstrecken wieder die Rekorde fielen. Unlängst fuhr Otto Ley auf dem Hockenheimring einen „Schnitt" von 155 Stundenkilometer. Nun hat der Schottenring nicht die Geraden des Hockenheimer Dreiecksrennens. Es gibt da eine ganze Reihe von interessanten Kurven und vor allem auch Steigungen. So steigt die Strecke vom Start in Schotten etwa 300 Meter, ehe sie zügiger und geradliniger ins Tal zurückläuft. Die Kurven haben auch schon ihren Namen. Da gibt es eine Karusselkurve und vor allem die Pop- penstruthkurve auf der Feldkirchener Höhe, die ihren Namen nach einer alten Flurbezeichnung trägt. Da gibt es ferner eine große Kehre, eine Moufang- kuroe (nach einem Fahrer so genannt) und eine Zielkurve. Einige Kurven sind scharfwinklig, daß die Fahrer hier schon tüchtig auf die Bremspedale treten müssen. Man hat übrigens bereits einige Rennfahrer auf der Strecke trainieren sehen. „Rund um Schotten" ist schon jetzt beliebter Gesprächsstoff in der Bevölkerung des Vogelsberges. Für sie ist es das sportliche Ereignis des Jahres, an )em sie teilnehmen, das sie miterleben kann. Mache Freundschaftsbande haben sich im Laufe der ahre zwischen den Rennfahrern und der Be- DÖlfejng, vor allem der Einwohnerschaft von Schot,n angeknüpft. Viele Fahrer kamen getreulich je?s Jahr wieder. Rachem am vorigen Sonntag in Gall, Kluge und Fischmann die deutschen Straßenmeister 1937 auf Soimaschinen ermittelt wurden, fällt nunmehr aus demSchottenring die Entscheidung in der Misterschaft für Seitenwagen. Das Sinnen wird von der O b e r ft e n Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt eranftaltet. Mit der Durchführung und Organisatio bes Rennens ist die Motorgruppe Hessen des N^K. beauftragt. Rennleiter: NSKK.- Dbertruppfmer Fritz D ienemann und Obertruppführer e s [ i n g. Als Sportkommissare sind Gruppenführe Richard Prinz von Hessen, Führer der N^K.-Motorgruppe Hessen und Gruppenführer Eidn, Führer der Motorbrigade Westmark tätig. HeffensFuß^l'elf gegen Württemberg Im Rahmen ner Leichtathletik-Veranstaltung Pommt es am 26. ^ptember in Stuttgart zu einer b,er bden Fußball-Gaumannschaften von Württemberg u, Hessen. Die hessische Elf wird voraussichtlich in fyenber Aufstellung antreten: Tor: Sonnrein stmau); Verteidigung: Pape (SpVg. Kasst. Lippert (Gießen); L ä u f er : Reinhardt Hg^ou), Eisenreich (Fried- ^9), Stiel (H^sfeldl.S türm: Bonard (Hers- (SD. Katz Markert, Jordan, Kleim !' ®rfa£ieler sind Kerz (Hanau) und Batz (Sinn). 1 0 v v Hagel 182 Halbseide kerne entfernt. Ein Absud bet Samenkerne soll bei Nierenleiden wirksam sein. Hagel, bei (Seroitterbilbung gefrorene Regentropfen. Gegen Hagelschäben gibt es befonbere Versicherungen. Hagelkorn, erbsengroße Geschwulst im Libknorpel, entsteht durch Verstopfung kleiner Dräschen vereitert im Gegensatz zum Gerstenkorn (s. b.) nicht. Be- hanblung: Operative Entfernung burch ben Arzt. Hahn, das männliche Tier bei Hüynerarten und Singvögeln. Kanarienhahn. Ferner Bezeichnung für die Durchlaßregler bei Gas- und Wasserleitungen. Bei undichten Wasserhähnen muß eine neue Leder- ober Eummi- scheibe aufgelegt werden, die man am besten auf Vorrat hält. Haken, am stumpfen Ende rechtwinklig aufgebogene Eisen, die Äum Aufhängen von Bildern, Brettern usw. in die Wand geschlagen werden. Zweckmäßig werden Haken eingegipst, wozu man ein Loch vorbohrt und ein Holzstück eingipst, in das man nachher den Haken eintreibt. Sehr praktisch sind die sogenannten X-Haken, die in jeder Wand halten. Halbbad, Wannenbad, das bis zur Nabelhöhe reicht, gewöhnlich verbunden mit Übergießungen und Frottierungen. Vgl. Sitzbäder. Halbblindheit (Hemiopie), Ausfall der einen Hälfte des Gesichtsfeldes. Entweder gleichseitig, auf beiden Augen die rechte ober linke Hälfte betreffend ober ge- Ohne Zeitung lebt man auf dem Mond! kreuzt, bie beiben Nasen- ober bie beiben Schläfenhälften des Gesichtsfelbes umfassend. Kann Anzeichen sein für Geschwülste im Gehirn, daher sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Halbbürtige Geschwister sind Geschwister, die nur einen El-' ternteil (Vater oder Mutter) gemeinsam haben. H.-G. dürfen sich nicht heiraten (s. Ehehindernisse). Halbedelsteine, Steine, die nicht so wertvoll sind wie Edelsteine. Z. B. Eoldtopas, Rosenquarz, Karneol, Achat. Jaspis, Rheinkiesel. Halbes Stäbchen, beim Häkeln Bezeichnung für eine Maschenart, bei der man zunächst einen Umschlag macht, dann den Häkelhaken von vorn nach rückwärts durch die untere Masche führt, wieder einen Umschlag macht diesen durch die Masche führt und mit neuem Umschlag alle Schlingen abmascht. Halbfranz, Bezeichnung für einen Bucheinband aus Karton mit Leberrücken. Halbgefrorenes, in ber Hauptsache gefrorene Schlagsahne und mit dieser untermischtes Speiseeis sowie Früchte. Halbleinen, ein Gewebe, bei dem entweder die Kette aus Leinen und ber Schußfaden aus Baumwolle besteht oder umgekehrt. Gewebe mit 30 v. H. Leinen haben als Markenzeichen ein Kreuz. Halbseide, Gewebe aus Seide oder Kunstseide, das mit Wolle Ein haken wird gebraucht ... um etwas aufzuhängen — immer zu Häuser. Denn bei Häuser bekommen Sie jeden Haken, jede Schraube, die Sie brauchen Richtig ist es, einige der gebräuchlichsten Haken und Schrauben auf Vorrat zu Hause zu haben. 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