Ur. 185 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 9. August 1957 krscheinl tag lid), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giesiener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen postschecllonto: granffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Dormittags Grundpretfe für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Mitteleuropa als Ziel. -von Or Max Dachauer Daß das erste Jahresjubiläum des deutschösterreichischen Juliabkommens von weitgehenden gegenseitigen Presseabmachungen begleitet wurde, kann wohl als beweiskräftiges Zeugnis dafür gelten, daß beide Vertragspartner sich nicht mit einem rein platonischen Dasein des Abkommens begnügen wollen, sondern daß Schritt für Schritt an der Vertiefung der im gemeinsamen Staatsvertrage gegebenen Grundsätze gearbeitet werden soll. Man weiß dabei zur Genüge, daß vorerst nur einzelne Bausteine herangetragen werden können. Aus fast allen Pressekommentaren sprach das Bewußtsein, noch vor keiner letzten Lösung zu stehen, dessen ungeachtet aber um vorläufiger Mängel und offensichtlicher Zwiespältigkeiten willen vom einmal beschrittenen Wege nicht abgehen zu wollen. Ein großes Ziel verlangt seine bestimmte Reifezeit, und dieses Ziel, au dem das Juliabkommen selbst wieder nur ein Teilstück darstellt, wird eine mitteleuropäische Ordnung sein. Nun läßt allein schon die Größe dieses Zieles einsehen, daß seine Erreichung nicht bloß durch diplomatische Verhandlungen, taktische Manöver ober rein organisatorische Maßnahmen gewährleistet fein dürfte, daß vielmehr diesem praktischen Bereich ein g e i ft i ge r gegenübersteht, in dem vor allem die Begriffe zu klären sein werden. Nun wäre es wohl ein durch nichts begründeter Optimismus, wenn man etwa annehmen wollte, daß über eine zukünftige m i t t e l e u ro p ä i- f ch e Ordnung in den Gemütern aller Mitteleuropäer nur eitel Einklang herrsche. Gerade in diesem geistigen Bereich gehen die Ideen und Grundbegriffe noch weit auseinander. Ja, der Begriff Mitteleuropa selbst ist nicht in jener klaren Abgrenzung vorhanden, die für eine zukünftige Harmonisierung aller in diesem Raume wirkenden Kräfte notwendig wäre. Hier werden die entscheidenden Auseinandersetzungen ausgetragen werden müssen. Wen je wo anders, so ist hier dem gesprochenen und geschriebenen Wort noch eine Aufgabe gestellt. Hier gilt es, das ideologische Gelände au säubern, allen begrifflichen Vernebelungsver- suchen reinigend entgegenzutreten, die vergiftete Atmospäre mit dem frischen Sauerstoff unbeirrbarer Sachlichkeit zu erfüllen, die frei von egoistischen Antrieben sich den Dingen in ihrem naturgegebenen Gefüge nähert, die Wirklichkeit so darstellt, wie sie ist, nicht wie man sie von dem oder jenem Standpunkt aus sehen ober nicht sehen möchte. Diesem naturgegebenen Gefüge entspricht es zwangsläufig, baß eine fommenbe mitteleuropäische Drbnung eine übernationale fein wirb. Ge- rabe biefes Wort bebarf einer grunblegenben Klärung, bevor es überhaupt mit Erfolg zu verwenden sein wird. Wurde es doch in den letzten Jahren nur zu oft in einem Sinne gebraucht, der es als Gegensatz zu „national" begriffen wissen wollte. Man erging sich in Erinnerungen bis zum Reich Karl des Großen und gab sich den Anschein, als ob sich die ganze europäische Entwicklung seit Renaissance und Humanismus verleugnen ließe, um auf diesem Umwege wieder beim Lebensgefühl des Hochmittel- ülters landen zu können. Gewiß war der christliche Universalismus einmal ein europäisches Ordnungsprinzip von stärkster Kraft. Zahlreiche Erweiterungen des deutschen Volksbodens waren im kaiserlichen Missionsauftrag begründet. Wer jedoch heute noch das mittelalterliche Imperium sacrum als Orientierungsmittel für eine künftige europäische Ordnung verwenden möchte, stellt sich von selbst das Zeugnis eines weit- und wirklichkeitsfremden Träumers aus, sofern ihm diese Zielsetzung nicht zur Tarnung andersgearteter, oft sehr realpolitischer Bestrebungen dient. Die allmähliche Entwicklung eines ausgeprägten nationalen Selbstbewußtseins bei allen großen und kleinen Völkern Europas ist aber nun einmal das nicht mehr rückgängig zu machende Ergebnis einer jahrhundertewährenden Entwicklung. An dieser unverrückbaren Tatsache wird sich jeder Lösungsversuch der europäischen und damit auch der mitteleuropäischen Probleme auszurichten haben. Damit bekommt aber das Wort „ü b e r n a 11 o = n a I" auch feinen eigentlichen Wortsinn wieder zurück. Wurde es in dem hier kurz gekennzeichneten Sinne so gebraucht, daß ein außerhalb dem nationalen Bereich liegendes Ordnungsprinzip über die nationale Ordnung gestellt wurde, fo sehen wir heute in einer nationalen Ordnung eine notwendige Voraussetzung, über die sich erst eine übernationale ausbreiten kann. Wo immer künftig dieses Wort verwendet werden wird, kann dies nicht anders geschehen als im Sinne einer unbeschränkten Anerkennung der vorhandenen völkischen Kräfte. Diese Erkenntnis schließt aber eine weitere in sich. Die Anerkennung des völkischen Eigenwertes, der nationalen Individualität muüßte jedem staatlichen Imperialismus widersprechen, der rein macht- politische Ziele ohne Rücksicht auf völkische Grundlagen verwirklichen möchte. Je selbstbewußter ein Volk um seine Selbstgestaltung ringt, je mehr es um die Anerkennung seiner Individualität zu kämpfen hat, desto mehr wird ihxn die Achtung vor dem fremden Volkstum zur unstreitbaren Selbstverständlichkeit werden. Es kann nicht mehr das Bestreben haben, fremdvölkisches Blut in sich einzuschmelzen und dadurch das fremde Volkstum zu bedrohen, es wird vielmehr im Innersten überzeugt fein, daß ein solches Bestreben sich letzten Endes gegen den eigenen Bestand kehren könnte, daß es nur schädliche Wirkungen im eigenen Volkskörver hervorbringen könnte, ja daß — um es drastisch zu sagen — ' jedes ausgebildete Volkstum schlechthin unverdaulich ist. Das Reichsireffen der Deutschen Volksgesundheiisbewegung. Düsseldorf, 7. Aug. (DNB.) Aus Anlaß der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" hält die Deutsche D o l k s g e s u n d h e i t s b e w e g u n g ihr erstes großes Treffen in Düsseldorf ab. Die Deutsche Volksgesungheitsbewegung umfaßt bereits sechs Millionen Mitglieder, die in der Reichsarbeitsgemeinschaft der Verbände für naturgemäße Lebens- und Heilweise zusammengeschlossen sind. An dem Treffen nehmen etwa 8000 Mitglieder der RAG. aus allen deutschen Gauen sowie auch viele ausländische Vertreter teil. Als Auftakt wurde am Samstag nachmittag durch den Leiter der RAG. Wegener im Beisein des Reichsärzteführers Wagner die mit dem Treffen verbundene Ausstellung „Die Auferstehung des Paracelsus" eröffnet. In ihr wird der große deutsche Arzt Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus, dem Volke nahe gebracht. Im Mittelpunkt der anschließenden Arbeitstagung stand ein Vortrag von Prof. Dr. med. Franz Wirz, Mitglied des Sachoerständigenbeirates für Volksgesundheit, über das Thema „Durch gesündere Ernährung zur Nahrungsfreiheit". Beides hätten wir einmal besessen. Mit der zunehmenden Verstaedterrung des deutschen Volkes sei gleichzeitig eine Verschiebung der Ernährung eingetreten, in der eine der Hauptursachen für die Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erblicken fei. Diese Ernährungsoerschiebung komme insbesondere zum Ausdruck in einem unverhältnismäßig hohen Verbrauch von Fleisch an Stelle von Brotgetreide, Gemüse, Ob st usw. Auf diese Ernährungsoerschiebung sei auch die Zunahme zahlreicher Krankheiten, wie Zahnfäule, oervöse Störungen usw. zurückzuführen. Die Forschungen der letzten Jahre ließen vermuten, daß wahrscheinlich auch die Zunahme der Herz- und Gefäßkrankheiten damit in Verbindung zu bringen sei. Die Wiederherstellung einer vernünftigen Ernährungsweise bedeute gleichzeitig eine Stärkung der deutschen Nahrungsfreiheit. Frau Elisabeth Bosch- Stuttgart betonte, daß wir uns weit mehr als bisher um die Frage einer gesunden Lebensführung, einer vernünftigen Ernährungsart, die überragende Bedeutung von Licht, Luft, Wasser und Sonne und um den überreichen Schatz unserer einheimische^ Heilkräuter kümmern und zu einer einfacheren und damit gesünderen Kost zurückfinden müßten. Reichsamtsleiter im Hauptamt für Volksgesundheit Dr. Bernhardt Hör - mann zeichnete ein Bild der Persönlichkeit von Pracelsus seiner Lehre und seines dramatischen Lebensweges. Das größte an ihm feien nicht allein fein umfassendes Wissen oder seine großen Erfahrungen und Erfolge als Arzt gewesen, sondern daß er stets ein unbeugsamer und unerschrockener Kämpfer für deutsches Wesen -war, ein unermüglicher Streiter für die körperliche und seelische Gesundung der deutschen Nation. Ausgaben der Gesundhellssiihrung. Neichsärzteführer Dr. Wagner sprach in Düffeldorf. Das Reichstreffen erreichte am Sonntag mit einer Kundgebung feinen Höhepunkt, in deren Mittelpunkt eine grundlegende Rede des Reichsärzteführers Dr. Wagner stand. Er betonte, daß mit den Wandlungen auf allen Gebieten des Lebens feit dem Umbruch auch eine solche in der Auffassung der Heilungsmethoden eingetreten sei, die auch nicht vor den geheiligten Toren der Universitäten Halt gemacht habe. Der Kampf der Medizin sei wohl weniger ein Kampf der Systeme als des Charakters. Früher fei das Arztsein ein lukrativer Beruf gewesen, heute sei es Dienst am Volk. Ebenso wichtig wie die Heilung sei die Vorbeugung durch Gesundheitsführung. Das Ideal des heutigen Arztes fei nicht der Titel Geheimrat, sondern der Hausarzt im besten Sinne, der Arzt und Berater sei. Heute müsse der Arzt aber auch Führer sein in der nationalsozialistifchen Weltanschauung. Immer größere Teile der deutschen Aerzteschast hätten sich zu diesen neuen Aufgaben und zu dieser neuen Auffassung bekannt. Der Reichsärzteführer sprach dann von den R e - formplänen in der Sozialversicherung, die durchgesetzt werden sollten. Die freie Arztwahl müsse unbedingt aufrechterhalten werden. Aber gerade deshalb solle jedermann dem Arzt mindestens auf ein Jahr treu bleiben. Das sei wichtig für vieles, z. B. für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, die Aufgabe des Hausarztes und der Hebamme bleiben müsse. Der Gesundheitszustand der arbeitenden Bevölkerung müsse erheblich gebessert werden. Die Untersuchungen in den Betrieben hätten ergeben, daß unter den fest gestellten Erkrankungen 50 v. H. Frühschäden gewesen seien, die den Betreffenden nicht einmal zum Bewußtsein gekommen seien. Bemerkenswert sei, daß zur Feststellung dieser Schäden, unbedingt eine medizinische Diagnostik notwendig sei; denn ohne die Diagnose seien diese Fehler nicht feststellbar. Deshalb sei die so oft geschmähte Diagnostik einfach unentbehrlich. Es werde alles getan, um diese Frühschäden rechtzeitig zu beheben, so daß alle sozialen Dersicherungsträger Zusammenarbeiten. Um hier erfolgreich vorgehen zu können, hielt der Reichsärzteführer für Städte die Einführung eines sogenannten „Stammbuches" für Volksgesundheit für notwendig. Es werde dann schon der Säugling pfleglich betreut, dann das kleine Kind und der weitere Mensch über die Schule, der HI., dem Betrieb und die Wehrmacht. Bei allen den hohen Aufgaben, die sich von diesem Gesichtspunkt aus ergäben, ergäben sich auch größere Ausgaben der deutschen Volks- gesundheitsbewegung; deshalb denke auch kein Mensch daran, die in ihr zusammengeschlossenen Verbände zu zerschlagen. Im Gegenteil, es sei beabsichtigt, im kommenden Winter eine große Propaganda durchzuführen, die allerdings mit der Frage Arzt — Heilpraktiker gar nichts zu tun haben werde. Es sollten alle Kräfte z u- sammengefaßt werden zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs und auch des Nikotinmißbrauchs der deutschen Jugend, auch der deutschen Frauen in der Zeit ihres gebärfäyigen Alters. Zur Frage der Anerkennung der. Heilpraktiker seien Gesetzesvorbereitungen notwendig. Die Anerkennung der Heilpraktiker würde andererseits gleichbedeutend sein mit der Aufhebung der Kurierfreiheit. Man müßte die bereits tätigen Heilpraktiker, die weltanschaulich und medizinisch in Ordnung seien, anerkennen. Die Lösung sei so gedacht, daß jeder Heil- prakttker vor Einrichtung einer Praxis in einer therapeutischen Leistungsprüfung fein Können beweisen müsse. Darüber werde dann eine paritätische Kommission entscheiden. Bei diesen Heil- vraktikern habe man auch nichts dagegen, daß ihnen die Kassenpraxis erschlossen werde. Die Kurpfuscher würden damit von vornherein ausgeschieden. Die Naturheilkunde müsse mehr und mehr in die medizinische Heilkunde eingebaut werden. Der Arzt, der die Schulmedizin kennen müsse, müsse auch die Naturheilkunde kennen. In der Naturheilbewegung seien mindestens ebenso viele Aerzte wie Naturheilkundige vertreten. Man werde sich bereits um den Studenten kümmern, der den Arztberuf ergreifen wolle, damit er auf der Hochschule nicht lebensfern erzogen werde. Deshalb habe man neben die Erziehung der Hochschule auch bereits die Fortbildung an der Aerzteführer- schule gesetzt, yn der HI. habe man sich jetzt der Ausbildung der Feldscherer zugewandt. Gauleiter Streicher betonte, daß er die Ausführungen des Reichsärzteführers voll und ganz unterstreiche, der Reichsärzteführer sei der Mann, der eine gerechte Lösung der Fragen durchsetzen werde. Der Leiter der Deutschen Dolksgesundheits- beroegung Wegener betonte, daß in den drei Jahren seiner Zusammenarbeit mit Dr. Wagner nicht der leiseste Versuch unternommen worden sei, die Deutsche Volksgesundheitsbewegung für die Aerzteschast einzufpannen und die Heilpraktiker bei ihr auszuschalten. Wer ims behaupte, der kenne die wirklichen Aufgaben der Dolksgesundheitsbewegung nicht. Sie habe weder diesen noch jenen zu dienen, sondern sie habe eine erzieherisch-kulturelle Mission im Dienste am Volk. Es liegt offen zu Tage, wo sich diese Erkenntnisse am ersten durchzusetzen haben werden. Ohne befriedigende Regelung sämtlicher Minderheitenfragen wird es fein übernational geordnetes Mitteleuropa geben. Denn Mitteleuropa ist nur ein Raumbegriff, der feine Sinnerfüllung nur von den Völkern erfahren kann, die er umspannt. Mögen diese Völker ihrem Umfang und inneren Gewicht nach auch noch so verschieden sein, daß sie in einen gemeinsamen Raum vom Schicksal hineingestellt sind und daß dies ein Schicksal ist, 'dem sie nicht entrinnen können, mit dem sie untereinander fertig werden müssen, dies alles mit allen Konsequenzen zu erkennen, wird das Gebot der Stunde werden. Je eher hier Mitteleuropa dazu gelangen wird, klar und unvoreingenommen zu sehen, desto eher wird es zu feiner übernationalen Ordnung kommen, eine Ordnung, in die die völkischen Eigenwesen als unumstößliche Größen eingesetzt sind, in der sie sich über die Verschiedenheit des Blutes hinweg zur Empfindung eines gemeinsamen Schicksals durchringen werden können. Der Weg zu diesem Ziele ist voll von Hindernissen. Er wird jedoch beschritten werden müssen. Die Ausrüstung für diesen Marsch in die Zukunft wird Geduld, Sachlichkeit und Zielbewußtsein sein. Frankreichs Wirischastslage. Ernste Mahnung Finanzminister Bonnets. Paris, 7.Aug. (DNB.) In seinem Wahlkreis hielt Finanzminister Bonnet eine durch den Rundfunk in ganz Frankreich verbreitete Rede. Er sagte der wahre Grund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten liege darin, daß Frankreich in den letzten Jahren zu viel ausgegeben habe und um einen Ausgleich zu schaffen, allzu sehr zu dem Mittel der Anleihen gegriffen habe. Aber auch dieses Mittel erschöpfe sich einmal, und eines Tages beginne es sich dann am Gelde zu zeigen. Es müsse dem ein Ende gesetzt werden. Die Schwierigkeiten seien in keiner Weise überwunden, man stehe erst am Beginn einer langwierigen Aufgabe. Die wirtschaftliche Lage sei beunruhigend. Die P rotz u k t i o n s 3 i f f e r der französischen Industrie habe immer noch nicht angenommen. Das Verkaufsvolumen der großen Geschäfte habe im Laufe der letzten drei Monate gegenüber dem Vorjahr sogar einige Rückgänge aufzuweisen. Der Produkttonsumfang der französischen Industrie müsse daher erheblich vergrößert werden. Es sei traurig, daß man in gewissen Zweigen der französischen Industrie den Bedürfnissen des Jnlands- marktes nicht gerecht werden könne. Bonnet schloß seine Ausführungen mit einem Appell „an alle Freunde" und bat sie um Mithilfe bei seiner England weist drei dei Oie deutsche Negier« Berlin, 7. Aug. (DNB.) Eine Reihe von eng- tischen Zeitungen meldet heute früh die Ausweisung der drei deutschen Journalisten Erome, Wrede und von Langen. Wie wir erfahren, ist seitens der deutschen Regierung kein Hehl daraus gemacht worden, daß sie von den englischen Maßnahmen auf das peinlich st e berührt ist. Da die englische Regierung den Standpunkt zum Ausdruck gebracht hat, daß der Aufenthalt der fraglichen Persönlichkeiten im Interesse der deutsch-englischen Beziehungen unerwünscht fei, wird begreiflicherweise auch auf deutscher Seite diesem Gesichtspunkt entsprechend verfahren werden. * Unter der Überschrift „Eine englische Provokation" schreibt der Zeitungsdienst Graf Reifchach: Die englische Regierung hat sich veranlaßt gesehen, dem Leiter unseres Londoner Büros, Pg. Dr. vonLangen.die Erteilung einer weiteren Aufenthaltsgenehmigung zu verweigern. Gründe für diese Maßnahme, die politisch und tatsächlich einer brüsken Ausweisung gleichkommt, werden nicht angegeben, sondern es verlautet, daß d i e bisherige politische Tätigkeit Dr. von Langens im Auslande Anlaß zu dieser Handlung gewesen sei. Gleichzeitig wurde der Mitarbeiterin Dr. von Langens, Frau Z i n p o w, die weitere Aufenthaltsgenehmigung verweigert. Dieses Verhalten der englischen Regierung einem angesehenen Journalisten, dem Vertreter der großen nationalsozialistischen Gaublätter gegenüber, kann nur als eine bewußte und beab sich t igte schweren Aufgabe. Falls man sich wiederum Illusionen hingeben wolle, falls man sich unfähig zeigen sollte, sein eigenes Haus in Ordnung zu bringen, und die Autorität zu wahren, so riskiere man damit zugleich auch, der Freiheit verlustig zu gehen. itroe Journalisten aus. ng peinlichst berührt. Unfreundlichkeit gegenüber der deutscken Presse aufgefaßt werden. Die Person und die Arbeit Dr. von Langens, der nunmehr gerade vier Wochen als Leiter unseres Londoner Büros tätig war, geben nicht den geringsten Anlaß für die brüske Art, mit der der weiteren Arbeit Dr. von Langens in England ein Ende gesetzt wurde. Welches Vertrauen in die Person Dr. von Langens gefetzt wird und welch großen Ansehens er sich erfreute, geht allein scbon daraus hervor, daß die NSDAP, ihn während feiner Tätigkeit in Italien 3um Ortsgruppenleiter in Rom ernannte. Pg. Dr. von Langen hat während feiner mehrjährigen Tätigkeit als unser Korrespondent in Rom stets seine Aufgabe darin gesehen, mit der für einen deutschen Journalisten selbstverständlichen Loyalität seinem Gastlande gegenüber die politischen Probleme 3U behandeln und 3U beurteilen. Wenn von englischer Seite die bisherige Auslandsarbeit Dr. von Langens als „Begründung" her» ange3ogen wird, so ergibt sich der gerade im Augenblick der englischen Bemühungen um einen Ausgleich mit Italien besonders kuriose Zustand, daß diese Italien gegenüber loyale Arbeit jetzt den englischen Stellen unerwünscht war. Die Methoden, die man von englischer Seite unserem Vertreter gegenüber anzuwenden beliebte — die Verweigerung der Gründe für die Ausweisung sind als besonders ungewöhnlich zu bezeichnen —, lassen den Schluß zu, daß man sich in amtlichen englischen Kreisen doch wohl scheut, zuzugeben, daß ein gewisser seinerzeit von der berüchtigten Madame T o b o u i s verfaßter und sich durch die im „Oeuvre" selbstverständliche bewußte Verdrehung und Entstellung der wirklichen Verhältnisse auszeichnender Artikel, der von 23er* leumdungen der Person Dr. von Langens in bezug auf seine Tätigkeit als Ortsgruppenleiter in Rom strotzt, zu den „sachlichen" Unterlagen der amtlichen englischen Stellen gehört. Die gleichzeitig erfolgende Verweigerung einer Aufenthaltsgenehmigung der Mitarbeiterin Dr. von Langens, die erst vor knapp 14 Tagen ihre Arbeit ausgenommen hat, bestärkt den Verbucht, daß es nicht nur darum geht, eine personelle Aenderung herbeizuführen, sondern baß England die Arbeit unseres Londoner Büros lahmzulegen wünscht. Die Tatsache und die besonders unfairen Umstände, unter denen die Ausweisung der Mitglieder unseres Londoner Büros vor sich ging, sind jedenfalls nicht anders denn als eine bewußte Unfreundlichkeit von feiten Englands aufzufassen und schwerlich geeignet, die Pressebeziehungen und damit wohl auch die allgemeinen Beziehungen zwischen den beiden Ländern freundlich zu gestalten. Wenn unser Vertrauen in die Person und die Arbeit Dr. von Langens überhaupt noch eine Steigerung hätte erfahren können, dann wäre dies durch die unfaire Handlungsweise Englands unserem Korrenspondenten gegenüber der Fall. Ein anderer rotspanischer Flieger, der am 12. Juli abgeschossen wurde, sagte aus: „Ich bin auf Kosten des roten Ausschusses von Valencia im November 1936 mit einer Gruppe von 50 Mann von Barcelona nach Frankreich geschickt worden zur Ausbildung als Flieger. Unsere Lehrer waren Franzosen. Im April 1937 kehrten wir nach Spanien zurück. Auf den rotspanischen Flugplätzen sind durchweg Sowjetrussen als Ausbilder. Das Kommando der Staffeln haben sowjetrussische Flieger. Ich habe auch einen Engländer als Piloten kennengelernt und eine große Anzahl von französischen Mechanikern und Monteuren. Die Stimmung unter den Fliegern ist miserabel. Diele wollten gar nicht mehr aufsteigen. Sie wurden aber von den sowjetrussischen Staffelführern dazu gezwungen." Der Kraftwagenführer Emiliano Menckaca Sauto, der im Juni zu den nationalspanischen Truppen überlief, machte folgende Angaben: Zum Fliegen und zur Wartung der Flugzeuge waren 16 Sowjetrussen und etwa 15 Mechaniker mit einem sowjetrussischen Ingenieur auf dem Flugplatz Lamiaco. Die Sowjetrussen waren ziemlich arrogant, obwohl sie in sehr schlechter Kleidung und । mit sehr schlechten Schuhen ankamen, so daß sich jeder Spanier darüber wunderte, daß es sich hier um so sehr gelobte sowjetrussische Piloten handelte. Sie wurden wie Für st en behandelt. Als Entlvhnung verweigerten sie die spanischen Peseten und verlangten Dollars oder andere gleichwertige Valuten. Im März-April kamen sechs t sch e ch i sch e Apparate, mit denen die Sowjetrussen nicht zufrieden waren Sie meinten, die tschechischen Apparate seien schlecht und die Nationalen würden sie daher mit ihren guten Apparaten bald abschießen. In dem Urteil über die tschechischen Apparate haben die Sowjetrussen recht behalten, denn nach etwa zwei Wochen waren die tschechischen Apparate a b - geschossen oder verbrannt. Wie Moskau die „AchiemmGuog" handhabl. Abge.choffene sowjetrmsi-che Fl eger erzäh en ihre Erlebnisse auf rotjpamschen Fluüplahen. Burgos, 6. Aug. (DNB) Ein am 6. Juli bei Villa del Prado von den nationalspanischen Streitkräften abgeschossener sowjetrussischer Flieger machte bei seiner Vernehmung u. a. folgende Aussagen: „Ich bin am 18. Juni d. I. mit 20 Kameraden aus einem sowjetrussi- schen Hafen nach Le Havre abgereist. Nach unserer Landung sind wir soforr nach Paris weitergefahren Dort teilte man uns in kleine Gruppen ein. Ich kam mit drei Kameraden in einem Verkehrsflugzeug nach Valencia. Es ging weiter nach Los Alcazares, wo wir am 4. Juli eintrafen. Dort befindet sich eine Fliegerschule für Jagdflieger. Die Offiziere und die Flieger sind alle S o w j e t r u s s e n. Die Apparate sind z. T. französisches Fabrikat.. Einmal mußten wir bei Albacete niedergehen, um Betriebsstoff nachzufüllen. Hier sind allein fünf Flugplätze mit über 50 sowjetrussischen Pilo- t e n, die z. T. schon acht Monate in Sowjet s p a n i e n fliegen. Sie sind jetzt naturalisiert in Spanien und haben ihre Garnison in Valencia. Sie erzählten mir, daß sie der Sache überdrüssig wären. Don diesen habe ich auch den Rat bekommen, mich am besten auf gar keinen Kampf einzulassen. Dom Heber- laufen wurde mir dringend abgeraten. Man behauptet, daß Heberläufer sofort getötet würden. Jetzt sehe ich ein, wie ich getäuscht worden bin. Denn hier geht es mir ausgezeichnet. Hier werde ich so gut verpflegt, wie ich es in meinem Leben noch nicht hatte. Ich werde auch nie wieder noch Sowjetrußland zurückgehen. Ich bin ja auch kein Kriegsfreiwilliger. Als ich auf das Schiff ging, wußte ich gar nicht, daß ich nach Spanien kommen sollte. Ich habe viele Kameraden getroffen, denen es leid tut, daß sie hier im Kriege verwendet werden". Bolschewistische Klugzeuge bombardierten die drei Dampfer im Mitielmeer. Infame Lügenhetze vor Feststellungen Sa amancas zusammengebrochen. Salamanca, 7. Aug. (DJIB.) Nach hier oor- genomnienen endgültigen Feststellungen besteht nunmehr kein Zweifel mehr daran, daß es sich bei den letzten lieber fällen in der Nähe der algerischen Küste auf drei Dampfer um bolschewistische Flieger handelte. Nationale Flieger sind überhaupt nicht auf See gewesen. 3n Salamanca herrscht starke Empörung darüber, daß wiederum ohne jeden Anlaß die Schuld an den Zwischenfällen nationalen Fliegern i« die Schuhe geschoben wurde. 7Nit Recht weist man darauf hin, daß, wenn es sich um rote Fliege», handelt, ein gewisser Teil der Weltpresse stets von unbekannten Fliegern spricht, während, wenn die Attentäter unbekannt sind, die Schuld skrupellos den Nationalen ange- hangt wird. Schon die Tatsache, daß unter den beschossenen Schiffen ein italienisches, also ein dem nationalen Spanien befreundetes Schiff sich befand, sollte jedem ruhigen und objektiven Beobachter gesagt haben, daß hier nationale Flieger überhaupt nicht in Frage kommen können. Es fei in diesem Zusammenhang auch an den Ueberfall auf das Panzerschiff „Deutschland" erinnert, das gleichfalls von bolschewistischen Fliegern in einer, wie erinnerlich, besonders heimtückischen Art und Weise mit Bomben belegt wurde. Neuer rotfpanifdier Bombenangriff. Paris, 8. Aug. (DNB.) Die Funkstation von Marseille hat einen Funkspruch des Dampfers „K r i ft a k i s" aufgefangen, wonach das Schiff etwa 18 Meilen westlich von Algier von einem Flugzeug bombardiert worden sei. Wie der Temps berichtet, hat der Dampfer, der den Von den ältesten Gasthöfen in Deutschland. Der besinnliche Reisende, der in deutschen Städten sein Augenmerk auf die Zeichen der 23er- aangenheit richtet, wird in vielen auch auf Gast- Höfe stoßen, deren prächtiges Aeußere unverfälscht den Stil einer vergangenen Zeit zeigt und so sein ehrwürdiges Alter verrät. Solche alte deutsche G a st st ä t t e n, die in ferne Jahrhunderte zurückreichen und an die sich oft auch Erinnerungen von geschichtlicher Bedeutung knüpfen, m denen Menschen verkehrt haben, deren Name noch heute einen Hellen Klang hat, hat Dr. M. Hoffmann überall ausgesucht und gibt nun eine Auslese der berühmtesten in der Julinummer von e jt ermanne Monatshefte n". Eine der ältesten Gaststätten, wenn nicht die älteste in Deutschland, ist der „Bär" in Freiburg im Breisgau, der schon 1387 urkundlich als Herberge erwähnt wird, in diesem Jahre also sein 550jähriges Jubiläum feiern kann. Der „Bär" ist seit dem 14. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag ein Gasthaus gewesen. Bei anderen solchen Gaststätten ist das Bauwerk noch älter, aber es hat früher anderen Zwecken gedient. Als ältestes Bauwerk dieser Art in Deutschland kann der „Stern" in Hers seid gelten; davon zeugen zwei Säulen, eine aus Stein und eine aus Holz, die aus der Zeit der ersten Ansiedlung der Mönche in dieser Stadt stammen und von Sachverständigen auf über 1000 Jahre geschätzt werden. Ein ehemaliges Dominikanerkloster, das 1236 erbaut wurde und bis 1785 als solches bestand, ist heute das „I n s e l h o t e l" in Konstanz; der alte Klosterkreuzgang ist vollständig in die Hotelanlagen übernommen worden, und die ehemalige Basilika dient heute als Speisesaal. In anderen Fällen besteht der Gaststof als solcher schon länger, aber das jetzige Haus stammt aus jüngerer Zeit. So wird in Miltenberg der „Ries e" als Fürstenherberge schon im 12. Jahrhundert erwähnt, aber das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahre 1590. Der „Riese" war für die früheren Zeiten ungewöhnlich groß; er hatte Stallungen für 100 Pferde, und die Höhe des Gebäudes zeugt von feiner Bedeutung. Kaiser und Könige haben im „Riesen" Rast gemacht, so Kaiser Rotbart, Ludwig der Bayer und Karl IV. Im weingesegneten Rheingau hat sich schon früh ein großartiges Herbergswesen entwickelt. Hier liegt die Aßmannshäuser „Krone", deren Notruf fünfte, durch einen zweiten Funkspruch den Notruf rückgängig gemacht und wissen lassen, daß er seine Reise fortsetze, da an Bord nichts beschädigt sei. Wie verlautet, sollen Bewohner von Tipasa (Algerien) kurz nach der Bombardierung mehrere Flugzeuge gesichtet haben, auf die die Beschreibung der Kapitäne der drei am Freitagvormittag bombardierten Dampfer paßte. Es scheint sich also wiederum um dieselben rot- spanischen Bombenflugzeuge zu handeln, die seit einiger Zeit den Schiffsverkehr am Ausgang des Mittelmeers beunruhigen und es in erster Linie darauf abgesehen Haben-Mu verhindern, die nationalspanischen Häsen Malaga, Algeciras, Ceuta und Cadiz anzulaufen. «nt awwefowg der pariser Vonsfronwreffe. Neutraler Bordbeobachter stellt Unmöglichkeit eines Irrtums fest. Paris, 8. Aug. (DNB.) Die Bombardierung des italienischen Dampfers „M o n g i o i a", dessen Kapitän an den Folgen einer schweren Verletzung im Krankenhaus in Algier g e ft o r b e n ist, wird in der französischen Presse ausgiebig kommentiert. Wie üblich, versucht die französische Volks- fron tp resse Sowjetspanien von der Verantwortung für die Bombenangriffe zu entlasten und trotz der einwandfreien Prüfung und der Feststellung der spanischen Nattonalregierung, daß sich überhaupt keine Flugzeugn der Nationalregierung auf See befunden hätten, die nationalspanische Flugwaffe derartiger Bombenangriffe zu beschuldigen. Sie geht dabei soweit, zu erklären, es habe sich bei der halbstündigen Bombardierung des italienischen Dampfers wahrscheinlich um einen Irrtum gehandelt. Es sind die gleichen Zeitunälterer Teit die Jahreszahlen 1541 und 1703 trägt. Das alte Fremdenbuch aus dem 18. Jahrhundert wurde von einem Engländer entführt, aber auch in dem späteren fallen viele bekannte Namen auf. Da findet man Geibel, Hoffmann do n Fallersleben, Scheffel, Simrock und Otto Roquette, vor allem aber häufiger Freili- grath, der hier längere Zeit wohnte, und Ritter sh aus mit seinem Freundeskreis. Aber auch aus neuerer Zeit findet man bekannte Namen, Jordan, Keller, Rosegger, 253 o, l f f, Fontane, Grillparzer, Wildenbruch und Menzel. Hier roirb der Drei-Kaiser-Pokal aufbewahrt, aus dem bei der Grundsteinlegung des Niederwalddenkmals 1887 Kaiser Wilhelm I., der spätere Kaiser Friedrich III. und Kaiser Wilhelm II. getrunken haben. Weiter rheinaufwärts liegt der O e st r i ch e r „Schwan", ein schöner Fachwerkbau, der 1628 errichtet wurde. Die. D a r m st ä d t e r „Traube" beherbergt seit dem 17. Jahrhundert Gäste; sie ist besonders berühmt geworden, weil auf ihrem Speicher der Plan zum Kölner Dom gefunden wurde, durch den der Ausbau dieses großen Denkmals erst möglich war. Ein günstiges Geschick hat den „Ritter" in Heidelberg bei der allgemeinen Zerstörung der Neckarstadt in den Kriegsjahren des 17 Jahrhunderts erhalten; das Haus stammt aus dem Jahre 1592 und zeigt edelste Renaissancekunst. In Bayern sind besonders die „Drei M o h - re n" von Augsburg zu erwähnen. Das Haus, das einst den Fuggern gehörte, besitzt noch heute den berühmten Kamin, an dem der Schuldschein Kaiser Karls V. in Rauch und Asche verwandelt wurde. Die Gästebücher dieses Hauses sind berühmt; von den Großen, die man in ihnen findet, seien Fürst Metternich, die erste Gemahlin Napoleons, Josephine Beauharnais, sowie die zweite Gatttn des Kaisers, Marie-Louise, genannt, auch die unglückliche M a r i e - A n t o i n e 11 e ist auf ihrer Fahrt zur Hochzeit nach Frankreich in den „Drei Mohren" abgeftiegen, und der Deutsche Bundestag hat hier 1866 feint letzten Sitzungen abgehalten. In Mitteldeutschland ist der „Anker" in Saalfeld zu erwähnen, der sich früher „Güldne Gans" nannte und dadurch berühmt wurde, daß 1547 Kaiser Karl V. hier nach der Schlacht bei Mühlberg Quartier nahm; noch heute sind in den Räumen zwei Quadersteine zu sehen, die von seiner wundersamen Rettung aus L^bensqe'abr zeugen. In Weimar läßt sich die Geschichte des Gasthauses gen, die anläßlich des Bombenangriffes auf das Panzerschiff „Deutschland" ebenfalls zunächst den Eindruck zu erwecken versuchten, als hätten nationalspanische Flugzeuge den Bombenangriff auf das deutsche Panzerschiff verübt (!) und dann — was ebenfalls einwandfrei als erlogen bewiesen werden konnte — den roten Bombenan- ariff als die Folge eines Angriffes des Panzerschiffes auf rote Flugzeuge hinzustellen versuchten. Der holländische Beobachter an Bord der „Mongioia", B r u i n , erklärt, daß die Flugzeuge mindestens 25 Minuten über dem Schiss gekreuzt hätten. Der holländische Beobachter ist der festen Heberzeugung, daß der Pilot des Flugzeuges sehr wohl die Nationalität des angegriffenen Schiffes kannte, denn er sei zeitweise sehr tief geflogen und habe unbedingt die große italienische Flagge am Heck, am Bug und die Hoheitszeichen auf beiden Seiten des Schiffes feststellen können. Das „Petit Journal" zieht deshalb die Schlußfolgerung, daß es sich wahrscheinlich um einen getarnten roten Apparat handelte. Es sei nicht anzunehmen, daß ein nationalspanisches Flugzeug einen italienischen Dampfer bombardiere. Aber es sei mehr als wahrscheinlich, daß es sich um ein rotes Flugzeug von Barcelona oder Valencia handelt. Die französische Regierung hat angeordnet, daß zwei französische Kriegsschiffe den Schutz der französischen Handelsdampfer in der Nähe von Algier und zwischen Algier und den Balearen übernehmen. Zwei Militär- Wasserflugzeuge werden außerdem von Algier aus die großen Passagierdampfer bis zu einem bestimmten Punkt im Mittelmeer begleiten, wo sie sich dann mit den von Dran auslaufenden Handelsschiffen treffen, um von dort aus, von einem französischen Kriegsschiff begleitet, ihre Bestimmungshäfen aufzusuchen. „Zum weißen Schwan" bis ins 16 Jahrhundert verfolgen, in dem die Größen der Goethe- zeit verkehrten. Berlin hat von seinen alten Gasthöfen nur noch den „König von Portugal", in dem Lessings „Minna von Barnhelm" spielt und an den sich die Erzählungen von Fritz Reuter, Hauff und Fontane knüpfen. In Norddeutschland gibt es viele alte Schankstätten, aber wenig alte Hotels. In Meldorf im Dithmarschen befindet sich die „H o l l ä n Ö e r e i", die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, die als Herberge für die vielen holländischen Schiffer, die hier ankamen, diente. C. K. Uockefeliers Erbe. Jorge de Cuevas war ein schöner, aber armer junger Mann, der vor einer Reihe von Jahren in Paris zusammen mit dem Fürsten Jussupoff, dem Mörder Rasputins, ein kleines Konfektionsgeschäft unterhielt. Auf seiner Besuchskarte prangte der Titel „Marquis de Guana de Cuevas", aber der Gotha meldete nichts über diesen Adel. Tatsächlich war es einer jener Titel heutiger Südamerikaner, die auf mehr oder weniger weit zurückliegende Vorfahren zurückgehen und die König Alfons XIII. anerkannte, als er für den Neubau der Hniversi- tätsstadt von Madrid reichliche Mittel benötigte. Als Jorge eines Tages durch Zufall zu etwas Geld gekommen war, ließ er seinen Titel anerkennen und fing an, a l s Marquis durch die Welt zu reifen. Auf diese Weise begegnete er Margaret Strong, der Tochter von Bestie R o ck e f e l l e r. Bestie Rockeseller, die Tochter von John D. Rocke- feller, hatte den Doktor August Strong, einen Professor der Psychologie an der Hnioersität von Chikago, geheiratet. Bestie starb im Jahre 1906, und seitdem lebt der Professor als Sonderl.ing in dem Schlosse Riesole in Italien. Dort wuchs Margaret, fast ganz sich selbst überlassen, auf. Das Gefühl, d i e Erbin des reichsten Mannes der Welt zu fein, wurde in ihr fast zum Verfolgungswahn. In jedem jungen Mann, der sich ihr näherte, sah sie nur einen Mitgiftjäger und faßte geradezu einen Haß gegen die ganze Männerwelt. Bis sie Jorge de Cuevas kennen lernte. Es war für sie die Liebe auf den ersten Blick. Da Vater und Großvater die Heirat mißbilligten, fand die Hochzeit heimlich 1927 in Paris statt. Nachträglich fand der alte John D. sich damit ab, und die beiden Kinder der Ehe wurden rasch feine Lieblinge. Die letzten Bilder, die von ihm ausgenommen wurden, zeigen Brandstifter. Von unserer Berliner Schrift eitung. Es mag sich ereignen was will, immer wieder gibt es Frechlinge, die in gewissen Druckerzeugnissen, die sich auch Zeitungen nennen dürfen, mit Dreck- schleudern gegen Deutschland vorgehen. Der Führer und Reichskanzler hat am 6. August das Beglaubigungsschreiben des Staatsoberhauptes des nationalen Spaniens für den neuen Botschafter entgegengenommen, wobei, wie Üblich, Reden gewechselt wurden, die die gegenseitigen Gefühle und Beziehungen zum Ausdruck bringen. So war es auch bei der Hebergabe des Beglaubigungsschreibens des räterussischen Botschafters, die ebenfalls auf dem Obersalzberg geschah, was an sich schon zeigt, daß es sich um diplomatische Formen und Regeln handelt. Aber der Austausch von Reden zwischen dem Führer und dem svanischen Botschafter gibt einem berüchtigten Pressereptil in London Veranlassung, Gift und Galle gegen Deutschland und das nationale Spanien zu spritzen. Weil der spanische Botschafter davon sprach, das nationale Spanien werde sich die Grundsätze der nationalen und sozialen Erneuerung Deutschlands, soweit das angängig sei, ßu eigen machen, glaubt dies Zeitungsreptil hämische Bemerkungen über Rizinusöl, Konzentrationslager, militärische Erziehung der Jugend und ähnliches daran knüpfen zu dürfen. Es braucht nicht besonders erwähnt zu werden, daß dies widerwärtige Blatt in der Hauptsache von jüdischen Zeitungsleuten gemacht wird, die von Demokratie und Freiheit reden, wenn sie tatsächlich internationale Brunnenvergiftung treiben. Die Presse hat, allgemein gesprochen, die Pflicht, sich jederzeit der hohen Verantwortung bewußt zu sein, das Sprachrohr eines ganzen Volkes zu sein. Wenn diese Pflicht vernachlässigt ober mißbraucht wird, wenn, statt die Dinge so darzustellen, wie sie tatsächlich sind, bewußte Lügen und Verleumdungen verbreitet werden, so ist das nicht die Sache einer einzelnen Zeitung, sondern es geht die öffentliche Meinung überhaupt an. Die übrige englische Presse hat über den Empfang des spanischen Botschafters auf dem Obersalzberg ruhig und sachlich berichtet, wie sich das gehört, wie das auch allgemein üblich ist. Nur „News Chronicle", das seine geringe Auflage durch groß aufgemachte Schwindeleien sowie durch bösartige Hetzereien in ine Höhe zu treiben sucht, wird wieder dabei ertappt, frech zu lügen. Das alles geschieht mit einer Hartnäckigkeit, daß nichts anderes üorig bleibt, als ein für allemal festzustellen, daß das, was „News Chronicle" schreibt und druckt, soweit eine eigene „Leistung" vorliegt, von A bis Z erlogen ist. Leider will es die Doppelheit der Ereignisse, daß sich zur gewerbsmäßigen Brunnenvergiftung auch die gelegentliche Brunnenvergiftung anderer Zeitungen gesellt. Da sind am 6. August in den Gewässern vor der rotspanischen Küste drei Dampfer von Flugzeugen bombardiert worden, von denen der eine englischer, der andere italienischer, der dritte französischer Nationalität gewesen ist. Soweit von diesen Dampfern aus Meldungen möglich waren, stimmten sie darin überein, es hätte sich die Nationalität der Flugzeuge nicht f e st st e 11 e n lassen. Was macht aber der „Daily Heral d" daraus? Er läßt aus den Bombensplittern, die auf Deck gefunden wurden, feststellen, es hätte sich um Bomben deutscher Herkunft gehandelt, während „News Chronicle" wütend über diesen Wettbewerb, den Kapitän des angegriffenen Dampfers erklären läßt, die Flugzeuge seien italienischer Herkunft gewesen. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" in Algier will sogar wissen, daß die Flugzeuge mit roten Flügeln und aufgemalten schwarzen Malteserkreuzen ausgestattet gewesen seien. Es genügt, diese drei Meldungen, Die sich gegenseitig widersprechen, nebeneinander 3U stellen, um darzutun. daß es sich um den Versuch einer Brunnenvergiftung handelt, der nicht scharf genug zurückgewiesen werden kann. In der ersten Verwirrung ist es ja leicht möglich, die Dinge falsch zu sehen, aber gewisse Zeitungen, die schon so oft mit ihren Lügen und Verleumdungen hereingefallen sind, sollten doch etwas mehr Vorsicht beobachten. Tun sie bas nicht, so stellen sie sich auf eine Stufe mit nichtsnutzigen Lügnern. Dann sind sie auch nicht ihn mit diesen Urenfeln, John und Elisabeth. Sein Testament aber verrät die alte Abneigung. Margaret ist die einzige Erbin, und wenn ihr Gatte im Mitgenuß der Erbschaft zu weit gehen sollte, so bleibt immer noch der Sohn des Milliardärs, der den Vorsitz im Verwaltungsrat des Vermächtnisses inne hat und der von einem Tag auf den anderen Margaret und ihren Gatten enterben kann zugunsten ihrer Kinder. Zeitscbnffen. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", August-Heft: 34 Seiten mit 22 Abbildungen und einer Bildtafel. Preis: Vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1,— Mark (Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde N, Bismarck» strahe 3.) bringt unter dem Titel „Seltsame Am- menbienfte" einen Aufsatz, ber über bas Ausbrüten eines verlassenen Säbelschnäblergeleges burch ein Seeschwalbenpaar berichtet. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, das ber Verfasser Eugen Schuhmacher mit biefen seltenen unb eigenartigen Vögeln unserer beutschen Küste hatte. Jeber Naturfreunb wirb seine Freude an den hervorragenden Naturaufnahmen ber brütenden Seeschwalben und ausschlüpfen- den Säblerkücken haben. Dr. Steiniger vom Der- erbungsinftitut der Unioerfität Greifswald führt an Hand vortrefflicher Photos die Nachahmer der Wespen unb Bienen vor Augen. Die Zusammen» hänge von Stratosphäre. Ionosphäre und Polarlicht erschließt in einer allgemeinverständlichen vhysikalischen Abhandlung Dr E. Schneider (Berlin). Der bekannte Tierpsychologe Professor Bastian Schmid (München) erzählt „Seelenkundliches vom Hund und von seinen Perwandten" aus seinen Versuchen, die er mit überraschenden Erfolgen durch- geführt hat. Daß der Fischreiher als Wühlmausvertilger nützlich werden kann, bafür bringt Emst Schälow (Berlin) überzeugende Beweise. In bie Technik unb Wirtschatt führen zwei Aufsätze: Dr. Seeler (Hamburg) schilbert bie Bakterien als Zerstörer von Bauwerken. Direktor Philippi (Hannover) bringt eine mit zahlreichen Photos belebte Abhanblung über bie Entstehung unb Verwertung ber Kieselgur. Viele Menschen werben von diesem wertvollen Rohstoff, der aus deutschem Boden gewonnen wird, wenig wissen Forschungsergebnisse aus allen Gebieten, Anregungen zur Naturbeobachtung, die Besprechung neuer Bücher, eine Hebersicht über die Neuerscheinungen aus naturwissenschaftlichem Gebiet sowie die Preisfrage schließen das wertvolle unb vielseitige Heft. besser als das Gesindel, das aus dem spanischen Brandherd eine europäische Gefahr machen will. Es sei nur daran erinnert, daß auch der englische Zerstörer „Hunte r" zunächst von einem national- spanischen U-Boot torpediert worden sein sollte, bis dann die Untersuchung ergab, daß er auf eine Mine gelaufen war. Rotspanische Flieger haben in den Gewässern an der rotspanischen Küste doch schon mehr als einmal heimtückische und niederträchtige Angriffe ausaeführt, so auf das Panzerschiff „Deutschland", so auf einen italienischen Kreuzer, was alles zeigt, daß es sich um ein planmäßiges Vorgehen handelt. Planmäßig sind auch die Bombenabwürfe auf die drei Dampfer vorbereitet und durchgeführt worden, wobei es auffallen muß, daß unmittelbar nach den Angriffen gewisse Zeitungsreptile in London schon in der Lage waren, nationalspanische Flieger zu verdächtigen. Sollte hier Valencia verkündet, plumpes Täuschungmanöver Paris, 8. Aug. (DRB.) Der sogenannte „Ju- stizmintster" der roten „Regierung" in Valencia veröffentlicht eine Verlautbarung, die in ihrem Zynismus kaum überboten werden kann. Die Regierung habe es für angebracht erachtet, so heißt es in der Verlautbarung, die Ausübung der Religion wieder zu erlauben, aber vorläufig nur privat. Die Wiedereröffnung der Kirchen sei auf später verschoben worden. Zu Beginn des Militäraufstandes habe man nicht verhindern können, daß das Volk, das gewisse Geist- licke mit den Militärs gemeinsame Sache machen say, dem Abscheu gegenüber den Geistlichen Ausdruck gab. Jetzt habe die Regierung aber Ordnung geschaffen. Deshalb bebsichtige sie zur Gewissens- und Religionsfreiheit zurückzukehren. Der „Minister" hoffe, daß die Wiedereröffnung der Kirchen in kürzester Frist stattfinden könne. Es sei nur eine gewisse Zeitspanne notwendig, um die Lage der Geistlichen und die der Kirchgänger normal zu gestalten. Zu der Verlautbarung schreibt der „Völkische Beobachter": „Religionsfreiheit in Sowjetspa- nicht ein Zusammenhang bestehen, etwa in der Art, daß das rotspanische Gesindel in und um Valencia Beziehungen zu gewissen Londoner Zeitungshäusern unterhält, um von Zeit zu Zeit vorbereitete rotspanische Fliegerangriffe zu Zwischenfällen zu gestalten, die dann den nationalspanischen Fliegern aufgehängt werden? Der Zweck der Hebung ist klar: Es soll mit Hilfe dieser Zwischen- fälle, sowie mit der sich daran anknüpfenden planmäßigen Brunnenvergiftung, die sich immer gegen das nationale Spanien richtet, erreicht werden, daß die Großmächte die Einheitsfront gegenüber dem Bürgerkrieg in Spanien nicht zustande bringen. Stattdessen soll Verwirrung und Unruhe, soll Mißtrauen erzeugt werden, um im Sinne Moskaus und der Komintern einen neuen europäischen Krieg zu entfesseln. /Relig'onssrecheit". der spanischen Bolschewisten. nien". Solange überhaupt Politik getrieben wird, solange gibt es auch schon das politische Täuschungsmanöver. Genau so alt aber ist die Erfahrung, daß ein politischer Bluff nur dann einigermaßen Aussicht auf Erfolg hat, wenn er nicht allzu plump angelegt ist und wenn er vor allem nicht zu einem Zeitpunkt gestartet wird, der auch dem Einfältigsten klarmacht, warum gerade in diesem Augenblick ein derartiges Manöver veranstaltet werden mußte. Die sowjetische Haltung im Londoner Spanienausschuß hat die Gefahr des völligen Zusammen, bruches der Nichteinmischung und damit die Möglichkeit einer Neuorientierung der Spanienpolitik in greifbare Nähe gerückt. In diesem Augenblick muß es den spanischen Bolsche- wisten selbstverständlich darauf ankommen, sich in Paris und London in entsprechende „demokratische" Erinnerung zu bringen, um vielleicht auf diese Weise noch im letzten Augenblick unerwartete Hilfe zu bekommen. Da erst vor einigen Tagen die gesamte hohe katholische Gei st- lichkeit Spaniens in einem erschütternden Dokument dargelegt hat, in welcher Weise der Bolschewismus das Gebäude der Katholischen Kirche in Spanien eingerissen hat, und dieser Bericht nicht ohne Beachtung in weitesten Kreisen geblieben ist, entspricht es durchaus der ,Logik" Valencias, daß man nun rasch auf diesem Gebiete, für das besonders in London Interesse besteht, Besserung verspricht. Aber der Satz, daß die Religionsausübung vorläufig nur in privaten Kreisen vor- genommen werden dürfe und die Wiedereröffnung der Kirchen auf später verschoben worden ist, ist genug Beweis dafür, daß man zwar gern mit einer sogenannten Liberalität ein Geschäft machen möchte, aber nicht einmal aüch nur das Geringste dafür befahlen will. Außerdem hat aber noch Valencia insofern Pech, als gerade in diesen Tagen in der für die Spanienbolschewisten vorbildlichen und beispielgebenden Sowjetunion der Kongreß des Gottlosenverbandes stattfindet, auf dem soeben 1000 staatlich bestellte Agitatoren eine verst ä r k t e Gottlosenagitation beschlossen haben. Man hatte sich also doch von den Ehrengottlosen Stalin und Litwinow-Finkelstein über den Zeitpunkt dieses politischen Schwindelmanövers besser beraten lassen sollen. Der marxistischen Propaganda zufolge ist „Religion Opium fürs Volk". Das bedeutet aber augenscheinlich ikicht, daß darum ein religionsloser Bolschewist von vornherein eine Steigerung in seinem Denkvermögen erfahren hätte. GPU verhaftet einen Bischof mit Priestern und (Släubigen. Moskau, 7. Aug. (DNB.) Nach Mitteilung des Organs des Gottlosenverbandes „Besboshnik" wurde im Mai dieses Jahres in Drei eine große Anzahl Priester und Gläubige von der GPU. verhaftet. Darunter befinden sich der Bischof Jnnozentt Nikiforow, zwei Oberprister, zwölf Geistliche, drei Diakon« und zwei frühere Nonnen, insgesamt 30 Personen. Die Verhafteten werden gegenrevoluttonärer Umtriebe, Schädlingsarbeit, aktiver religiöser Propaganda usw. bezichtigt. In den Kirchen Dreis, so teilt das Atheistenblatt mit, seien anttbolschewistische Gebete und Predigten gehalten worden. OieIubiläumsseier der Opel-Werke. Rüsselsheim, 7. Aug. (DNB.) In feierlichem Rahmen fand in Rüsselsheim, an der Stätte, wo vor 75 Jahren der Begründer der Dpelwerke, Adam Dpel, seine Tätigkeit mit dem Bau von Nähmaschinen begann, die 75 ■ Jahrfeier der Adam Dpel - AG. statt. ©er Betriebsführer her Adam Opel AG., ©r. Fleischer hob die wirtschaftliche Bedeutung der Dpelwerke und die Schicksalsgemeinschast hervor, in der nicht nur die 22 000 Werksangehörigen, sondern auch die der Vorindustrien und vor allem der Dpel-Händler verbunden sind. Die Ausfuhrorganisation habe es ermöglicht, daß in diesem Jahre bereits 22 000 Wagen nach dem Auslande geliefert worden seien und daß bis Jahresschluß wohl 85 000 Wagen verkauft sein würden. Es sei das Schicksal Deutschlands, in fleißiger Arbeit Werte zu schaffen und, neben der Versorgung des heimischen Bedarfes, sie im Verkehr mit anderen Ländern einzusetzen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Worte Dr. Leys, daß Deutschland ein Kapital habe, das ihm keine Macht der Welt rauben könne: die Fähigkeit und die Tüchtigkeit seiner schaffenden Menschen. Dr. Fleischer ehrte sodann 20 Gefolgschaftsmitglieder durch Verleihung der diamantenen Ehrennadel des Werkes für mehr als 50jährige Dienstzeit, nachdem im vergangenen Jahre bereits erstmals Geheimrat von Dpel diese Nadel erhalten hatte, und teilte mit, daß der vor einigen Jahren errichteten Adam- Dpel-Gedächtnisst^ftung eine weitere Million Reichsmark zugewiesen worden sei. Ministerialdirektor im Reichsverkehrs- ministerium Or. e. h. Brandenburg sprach namens des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung der Führung und Gefolgschaft herzliche Glückwünsche zum Jubiläum aus und über- mittelte gleichzeitig die Grüße des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht und des Reichsverkehrsministers Dr. Dorpmüller. Das deutsche Empfinden liebt es. am Anfang eines großen Industrieunternehmens einen Handwerksmeister zu sehen. Es sieht in der Werkstatt und in der Familie einer kraftvollen Einzelperfönlichkeit eine bessere, gesundere und wirtschaftlichere Grundlage als in der Sitzung eines Gründungskomitees von Finanz- männern, und ich glaube, daß dieses Empfinden des Volkes nicht trügt, mögen die Formen und Umstände, innerhalb derer sich die Einzelpersönlichkeit auswirkt, auch wechseln: Aus die E i n z e l p e r s ö n l i ch k e i t, auf den einzelnen wirtschaftenden und planenden Menschen kommt es immer an. früher, heute und in aller Zukunft, hier in Rüfsetsheim hat ein schöpferischer Mensch zu wirken begonnen inmitten einer Bevölkerung, die sich wie von selbst um sein Werk sammelte. Eine bodenständige Arbeiterschaft lebt heute in weitem Umkreise um dieses Merk. Diese treue, bodenständige Gefolgschaft des Merkes zu grüßen ist mir als Beamten des Reiches eine Ehre und als deutschem Menschen ein Herzensbedürfnis. Molle Gott, daß es hier immer so bleibe: Schöpferische Einzelpersönlichkeiten und bodenständige, treue Gefolgschaft! Daß billige Massenproduktion vorzügliche, schnelle und dauerhafte Wagen heroorbringt, die sich sogar auf schwierigen Geländefahrten bewährt haben, das dankt die deutsche Motorisierung den Opelwerken' Die Dpelwerke haben sich in der Wirtschaftskrise mit dem amerikanischen Riesenunternehmen General Motors zusammengetan. Der Charakter des Werkes als deutsches Werk hat sich dadurch jedoch nicht geändert. Diele Erfahrungen, die auf der Basis einer sehr großen Produktion drüben erworben worden sind, sind in dieses Werk gewandert. Sie waren sicherlich zum guten Teil die Ursache dafür, daß heute von drei deutschen Dpelwagen immer einer ins Ausland verkauft wird. , In dem Jubiläumsbuche befindet sich eine hübsche Stelle: „Adam Dpel studiert in dem Bestellbuch feines Hamburger Fahrradoertreters die Aufzeichnungen, weil er es liebt, sich ein Bild von seinem Äun* denkreis zu machen. Er findet eine Notiz: „Zwei Fahrräder für die Enkel des FürstenBis- m a r ck in Friedrichsruh." Der Vertreter berichtet, der alte Fürst habe die Räder selbst abgenommen, sie gelobt und dabei gesagt: „Es tut mir wirklich leid, schon so nahe an die 80 zu sein. Sonst würde ich diesen schönen und gesunden Sport noch selbst ausüben. Zeit habe ich jetzt dazu." Es war nach seiner Entlassung. Und eine andere Note fesselt seine Aufmerksamkeit. Ein Studiosus mit Namen Hjalmar Schacht hat sich ein Herrenrad für 200 Mk gekauft. Am Rande hatte der Vertreter vermerkt: „$at sich das Geld durch Stundengeben erspart." Es ist schade, daß heute hier nicht der damalige Studiosus, der inzwischen Reichsbankpräsident und Führer der deutschen Wirtschaft geworden ist, hat sprechen können. Ich will aber wünschen, daß sich unter den heutigen jungen Fahrern von Dpelkraft- magen recht viele befinden, die einmal zu ähnlichen Stellungen im Staate aufsteigen möchten. Weitere Glückwünsche sprach sodann ein Vertreter der deutschen Dpel- Händler aus. Die Glückwünsche der Auslandsunternehmungen überbrachte der Vizepräsident der General Motors Corporation, Grant, der auf die 75jährige Dpelfabrikation deutscher Wertarbeit, die überragenden Fähigkeiten deutscher Konstrukteure und die Qualitätsleistungen deutscher Arbeiter sowie die Motorisierungserfolge der letzten vier Jahre in Deutschland hinwies. Im Auftrage des verhinderten Reichsorganifationslei- ters Dr. Ley überbrachte dann Hauptamtsleiter Claus Selzner Grüße und Wünsche für die Dpelwerke. Die Deutsche Arbeitsfront Jet glücklich, dem Betrieb das Leistungsabzeichen für vorbildliche Lehrlingsausbildung überreichen zu können. Der Festakt wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Nationalhymnen beendet. Im Anschluß daran wurde für den Begründer des Werkes, Adam Dpel, auf der Der- kehrsstraße Frankfurt a. M.—Mainz, die mitten durch das Werk führt, ein Denkmal feierlich ent» hüllt. Nach der Denkmalsweihe wurde ein Korso der 21 historischen Dpelwagen abgehalten, die in den Betriebsjahren 1897 und 1934 fertiggestellt worden sind. Aus Anlaß des Jubiläums traf eine Reihe von Glückwunschtelegrammen ein, so u. a. vom Führer und Reichskanzler, der auf das Huldigungstelegramm der Werkleitung mit feinen besten Wünschen für Leitung und Gefolgschaft und weitere erfolgreiche Arbeit erwiderte, ferner vom Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, vom Reickskriegsminister von Blomoerg, vom Reichswirtschaftsminister Dr. S ch a ch t, vom Reichsarbeitsminister Seldte, vom Reichsorganifatlons- leiter Dr. L e y, von Gauleiter Sprenger, vom Reichssportführer von Tschammer und Dften und vom Staatssekretär Dr. Lammers. Das Volksfest. Auf den Mainwiesen war ein Riesenzelt aufgeschlagen worden, das an 2000 Tischen rund 20 000 Menschen Sitzgelegenheit bot. Der Hilfszug Bayern war aufgefahren, um die Verpflegung zu übernehmen. 40 000 Portionen Kaffee und Kuchen und 20 000 Abendessen sind in wenigen Stunden aus- gegeben worden. Mehrere Musikkapellen spielten zum Tanz. Ein unterhaltsames Programm rollte ab. Als der Abend hereinbrach, wurde auf dem gegenüberliegenden Mainufer, auf der Flörsheimer Seite das Riesenfeuerwerk abgebrannt. Wo vor 75 Jahren erregte Schneidergesellen, die fein Verständnis für die Fortschritte unserer Arbeitsweise hatten, den Schlosser Adam Dpel mit Steinen bewarfen, weil er die erste Nähmaschine in ihr Dorf bringen wollte, beschloß das Feuerwerk das Fest. Das Dpelwerk aber geht jetzt in Ferien. Für zehn Tage wird Stille in den Hallen des Werkes herrschen, denn die ganze Gefolgschaft hat jetzt ihre Ferien. 500 Jahre SIM und Festung Rüffelsheim. Neuverleihung her Siahtrechte./Gauleiter Sprenger zum Ehrenbürger ernannt. LPD. Rüsselsheim, 8. Aug. Noch ist die Festesstimmung vom Jubiläum der Dpelwerke mcht verklungen, da macht man sich in Rüsselsheim schon daran, ein neues Fest zu feiern, das Fest der 500- Jahrfeier der Verleihung der Stadtrechte an die Ge- meinbe Rüsselsheim durch Kaiser Sigismund im Jahre 1437 auf Betreiben der Grafen von Katzen- eUenbogen, die an einem befestigten Platz am Marn großes Interesse hatten. Bürgermeister Mull e r schilderte namentlich die Entwicklung, die Rüsselsheim seit der Machtübernahme durch die N-sDAP. durchgemacht habe. Innerhalb dieser weniaen Jahre ist die Bevölkerung von 10 000 auf 14 000 Seelen angewachsen, neue Siedlungen sind erstanden, Gas- und Wasserleitung funftionieren, und die Kanal,- sation ist durchgefuhrt. Auf kulturellem Gebiet wurde eine Realschule errichtet, und jetzt wurde auch der Grundstein zu einem HJ.-Heim gelegt. Sem besonderer Dank galt Dr. Fritz Opel, der einen Betrag von 50 000 Mark für die Fertigstellung des Parteihauses zur Verfügung gestellt hat. Staatsrat Rainer überbrachte eine Urkunde, wonach Gauleiter S p r e n g e r der Gemeinde Rüsselsheim die Stadtrechte, bie im Lause der Jab'-hunderte wieder oerlorgenaegangen waren, erneut verleiht. In her Urkunde heißt es bafe he Gemeinde Rüsselsheim nach ihrer ganzen Struktur Siedlung, Gebietsumfang, sozialen und kulturellen Einrichtungen als S t a dt angesehen werden könne. verleihe daher", heißt es zum Schluß, „auf Grund des § 9 Absatz 2 der Deutschen Gemeindeordnung oom 30.1.1935 der Gemeinde Rüsselsheim bas Stabtrecht." Der Stellvertretende GauleiterL i n b e r überbrachte bie herzlichsten Glückwünsche der Partei und überreichte im Auftrage des Deutschen Gemeindetages dem Bürgermeister eine Ehrenplakette mit dem Bildnis des Freiherrn vom Stein. Bürgermeister Müller dankte für die Verleihung der Stadtrechte und machte bekannt, daß die Stadt in Würdigung der Verdienste des Gau- leiters und Reichsstatthalters um Rüsselsheim be- schlossen habe, dem Gauleiter das Ehrenbürgerrecht der Stadt Rüsselsheim zu verleihen. Ein farbenprächtiges Bild bot der historische Festzug. Das Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 36 und Fahnenschwenker eröffneten ihn. Diel Beifall sand der Wagen der Ru- zilia, der eine allegorische Darstellung der Stadt Rüsselsheim und der Mainspitze brachte. Dann kam bas Altertum. Kaiser Trajan auf einem Kriegswagen, Wagen mit einem römischen Wachturm, Alemannen und Franken, Ruzilo auf dem Pferd, ein Festwagen mit einer fränkischen Siedlung. Dann das Mittelalter: die Grafen Johann um) Philipp von Katzenellenbogen hoch zu Roß und der Festwagen mit dem Kaiser Sigismund, der der Stadt die Stadtrechte vor 500 Jahren verliehen hatte. Es folgten die hessischen Fürsten, die Zeit des 30jährigen Krieges und dann die neue Zeit mit Handwerkszünften und Handwerksgruppen, die Zeit der Befreiungskriege und schließlich das neue Reich: ein Festwaben, darstellend einen Monumentalbau, auf mächtigem Fundament mit Reliefdar- ftellungen der arbeitenden Stände (Bauer, Arbeiter, Kaufmann, Lehrstand), den Trägern des Staates, davor als Schützer die Wehrmacht in Kolossalfigur. Als Abschluß der Festlichkeit fand mit Anbruch der Dunkelheit eine Freilichtaufführung „Hauptmann Scheuermann" statt, eine Geschichte aus dem 30jährigen Kriege, die im Zusammenhang steht mit der „guten alten Festung Rüssels- heim". Das Gieblunasproyramm. V. A. Die neuesten Erklärungen des Reichsarbeitsministers weifen mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hin, den Bau von Wohnstätten in den untersten Mietlagen vordringlich zu behandeln. In erster Linie kommen dabei die Arbeiterwohnstätten in Frage. Unter ihnen wirb bie Kleinst eblung eine große Rolle spielen, da hie Landzula»,e •.« ihm ermöglicht, zur Er- gänzuns seines sonstigen Einkor..mens einen wesentlichen Teil seines ßebensbebarfs aus der Stelle zu erarbeiten. Die Kleinsiedlung ist deshalb besonders geeignet, den deutschen Arbeiter wieder mit dem Heimatboden zu verbinden. Db Kleinsiedlungen, Ge- schoßwohnungen ober Volkswohnungen, sie alle sollen vom Reich aus gefördert werben, unb zwar auch durch öffentliche Mittel, soweit der Kapitalmarkt und die Sparkraft der Bauherrn nicht ausreicht. Der Finanzierung von Landarbeiterwohnungen wird besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Die Lasten und Mieten sollen auch vom einfachen Arbeiter getragen werden können. Dabei sollen auf der andern Seite doch die berechtigten Ansprüche an Größe, Raumzahl und Ausstattung erfüllt werden. Neben einer angemessenen Erhöhung der Reichsdarlehen wird auch eine weitere Zinsermäßigung in Aussicht genommen. Nach den Ausführungen des Reichsarbeitsministers hat er bie Absicht, Die Verzinsung her Reichsbar- lehen allgemein auf 3 v. H. herabzusetzen. Sein Ziel ist, jährlich mindestens 300 000 solcher Wohnstätten au errichten. Für bas laufenbe Jahr besteht schon begründete Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht wirb. Tokio beurteilt bie Lage ernst. Das Aangtse-Gebiet von japanischen Zivilisten völlig geräumt. Tokio, 9. Aug. (DNB. Funtspruch.) Der Sprecher bes japanischen Auswärtigen Amtes teilte mit, baß alle japanische Zioilisten außer bem Konsulatspersonal bas gesamte Bangtse» gebiet einschließlich Nanking verlassen hätten. Zwei in H a n k a u ftationierte Kanonenboote und ein Zerstörer seien ebenfalls zurückgezogen worden. Aus Südchina seien vorläuftg nur die japanischen Frauen und Kinder abgezogen. Die Lage sei noch kritischer geworden, da der Marsch sechs chinesischer Divisionen nach Norden an der Pukau-Tientsin-Bahn fortgesetzt werde und die Spitze ungefähr 70 Kilometer südlich von Tientsin oorgebrungen sei. Botschafter Kawagoe beabsichtige Verhanblungen mit Nanking aufzunehmen. Die Ausführung dieser Absicht hänge jedoch von der Haltung des Marschalls Tschiangkaischek ab. Das japanische Hauptquartier teilte mit, daß der Raum zwischen Tschanghaiwang, la tu, Tientsin, Peiping und der großen Mauer rei vom Gegner sei. Zwei chinesische Divisionen mit 25 000 Mann stehen längs der Bahnlinie Tientsin — Fukau mit der vordersten Front in Machang, 5 Divisionen und eine Kavallerie-Division mit 55 000 Mann an der Bahnlinie Peiping — Hankau, vorderste Stellung bei Chodiou. Südlich davon in der Gegend von Shunteh 3 Divisionen der chinesischen Zentralarmee mit 27 000 Mann. Auf der unter Führung von Marschall Tschiangkaischek abgehaltenen Konferenz der Militär f ü h r e r aus allen Teilen des Landes wurde die Einigkeit Chinas in der Unterstützung der Zentralregierung zur Durchführung der zur Beilegung des Nordchina-Konfliktes zu treffenden Maßnahmen zum Ausdruck gebracht. Marschall Tschiangkaischek ordnete Luftabwehrmaßnahmen zum Schutze der Landeshauptstadt Nanking bis zum 10. August an. Dreitägige Luftabwehrmanöver, an denen 6000 Soldaten und Zivilisten teilnahmen, wurden bereits in Taiyuan durchgeführt. Die Furcht vor japanischen Luftangriffen hat auch mehrere andere Städte Mittelchinas Aur Abhaltung von Luftabwehrmanö- oern veranlaßt. Aus aller Welt. ZmAlkoholrausch durchMainz qefabren. Polizei verfolgt betrunkenen Autofahrer. Mainz, 7. Aug. (Lpd.) In der Nacht zum Freitag unternahm der hier Kurfürstenstrahe 9 wohnhafte Heinrich Avemaria, nachdem er mehrere Wirtschaften besucht und reichlich dem Alkohol zu- gesprochen hatte, mit einem Personenkraftwagen eine Spazierfahrt. Dhne Beleuchtung des Fahrzeuges raste er im Zick-Zack durch die Rheinstrahe. Das Haltezeichen eines Polizeibeamten ließ er unbeachtet und versuchte mit übermäßiger Geschwindigkeit zu entkommen. Dies sollte ihm jedoch nicht gelingen. Mit einem zufällig in gleicher Richtung fahrenden Kraftfahrzeug nahm der Polizeibeamte die Verfolgung auf. Unter schwierigen Umständen gelang es schließlich, den durch fein Zick-Zack-Fahren die ganze Fahrbahn einnehmenden Verkehrssünder zu überholen und in Mainz-Weisenau zu stellen. Es stellte sich heraus, daß der Fahrer total b e ■ trunken war. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, daß kein größeres Unglück erfolgte. Der Verkehrssünder wurde m Polizeigewahrsam genommen. Nachdem er seinen Rausch ausgeschla- fen hatte, wurde er dem Richter zu geführt und im Schnellverfahren zu drei Wochen Haft verurteilt. Außerdem ist Antrag auf Entziehung des Führerscheines gestellt. Bestrafter Miichpantscher. Lpd. D a r m st a d t, 8. Aug. Vor dem Strafrichter hatte sich der 35jährige Heinrich Peter Roth, vorbestraft wegen Milchfälichung, erneut gegen die Anklage zu verantworten, wahrend des Winters die auf den Namen feiner Frau bezogene Vollmilch mit der doppelten Menge Magermilch zusammengeschüttet und als Vollmich verkauft zu haben, während er die gleiche „Vollmilch" mit weiteren 35 v.H. Wasser als „Magermilch" absetzte. Für seine gemeine Handlungsweise wurde der Angeklagte zu 2V- Jahren Gefängnis und fünf Jahr Ehrverlust, feine Frau wegen Mittäterschaft zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Kameradschaftstreffen der Panzerlruppe. In der Soldatenstadt Wünsdorf im Süden Berlins haben sich zum ersten Male die ehemaligen Angehörigen der Panzertruppen des Weltkrieges aus allen deutschen Gauen zu einem großen Treffen eingefunden und sich unter Führung bes letzten Kriegskommandeurs Major (E) Bornschle - g e l in einer Kameradschaft zusammengeschlossen. Dem Wünsdorfer Panzerregiment ist vor etwa Jahresfrist die Tradition der Kampfwagentruppe des Feldheeres verliehen worden. Bei dem jetzigen Treffen wird diese Traditton an die Kraftfahr- Kampftruppenschule verliehen. Auf dem Kameradschaftsabend konnte der Regimentskommandeur Oberst Zuckertort außer vielen alten Kriegskameraden zahlreiche Gäste begrüßen, so als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres General der Panzertruppen Lutz, den Inspekteur der Kraftfahrkampftruppen sowie zahlreiche Abordnungen der Frontkämpferverbände. Der Sonntag begann mit dem großen Wecken. Nach dem Feld- gottesbienst formierten sich die Kameraden zu- sammen mit den Reservisten des Traditionsregi- ments zu einem Parademarsch. Dann folgte Kranz- niederleguna und Heldenehrung am Denkmal der Weltkrieas-Kampswagentruppen auf dem Kasernenhof der I. Abteilung des Regiments, das auf einem wuchtigen Basaltsockel einen schweren Kampfwagen trägt. Den Höhepunkt bildeten die Vorführungen des Panzerregiments auf dem Uebungsplatz. Abstürze im karwenbel und im Wilden Kaiser. Am Totenkirchl stürzte ein Augsburger Bergsteiger ab. Er wurde durch die Rettungsstelle Kufstein geborgen. — Zwischen Mitterkar und Großkarspitze stürzte der 19 Jahre alte Josef Hieber aus München nach Südwesten tödlich ab. Er wird von der Rettungsstelle Scharnitz geborgen. — Don der Tiefkarspitze im Karwendel stürzte ein Tourist ins Dammkar ab. Auf seine Hilferufe wurde in Mittenwald eine Expedition abgestellt. — An der Zwölfer kante im Waxensteingebiet stürzten zwei Touristen tödlich ab. Es wurden 16 Mann zur Bergung abgestellt. — An der w e st - lichen Karwendelspitze wurde der 32Jahre alte Techniker Ludwig Hatzinger aus München durch Steinschlag am Kopf schwer verletzt. Er wurde nach Mittenwald ins Krankenhaus gebracht. Zwei Kinder im Rhein ertrunken. Ein furchtbares Unglück ereignete sich auf dem Ramedyer Werth bei Andernach. Zwei Mädchen, die zu Besuch in Andernach weilten, hatten sich am Ufer herumgetummelt und waren dabei in das Wasser geraten. In kurzer Zeit wurden die Mädchen abgetrieben. Das eine der Kinder, das des Schwimmers kundig war, versuchte die gefährdete Begleiterin zu retten. Es wurde jedoch von dem zu Tode geängstigten Mädchen umklammert und selbst mit in den Strudel gezogen. Die beiden Mädchen befanden sich unter Aufsicht und weilten in Gesellschaft anderer Kinder am Rhein. Sie hatten sich aber etwas abgesondert und waren dabei in den Fluß geraten. Eine Brücke eingestürzt. In Gernsbach (Baden) ereignete sich während einer festlicken Beleuchtung der Anlagen an der Murg ein schwerer Unglücksfall. Auf einem Steg, der von der Straße auf die in der Murg liegende Insel führt, hatte sich eine große Menschenmenge an einer «Seite zusammengedrängt. Infolge des Hebergewichts neigte sich der Steg langsam in den zur Zeit nicht sehr hohen Fluß und brach zusammen. 20 Personen wurden ins Krankenhaus gebracht, davon sind vier schwer verletzt. Schweres Unglück bei einer Zirkusvorstellung in Kopenhagen. Vor einem Wanderzirkus ereignete sich nach Schluß der Abendvorstellung ein schweres Unglück. Als letzte Nummer zeigte ein Luftakrobat einige halsbrecherische Kunststücke an einem 32 Meter hohen Mast, der auf dem offenen Platz vor dem Zirkuszelt an einer Straße errichtet war. In dem Augenblick, als der Akrobat vor dem Abstieg, an der Spitze des von ihm in Schwingungen gesetzten Mastes hängend, den einen Fuß in einem Eisen - ring, den anderen gegen das Holz gestützt, mit freien Händen eine Fayne entfalten wollte, brach Der Mast und stürzte in die Zuschauermenge. Don den Bruchstücken des Mastes wurden ein 25- jähriger junger Mann tödlich, weitere sechs Personen schwer verletzt. Bei zwei Personen besteht Lebensgefahr. Wie schwer die Verletzungen des Artisten sind, der unter dem Namen .Kapitän Alberti" auftrat, muß erst durch Röntgenuntersuchung festgestellt werden. Die Rettungsarbeiten, die durch Unterbrechung der von den fallenden Stämmen zerstörten Lichtleitung und die dadurch noch gesteigerte Verwirrung des Publikums sehr erschwert wurden, dauerten bis in die ersten Morgenstunden. Als Ursache des Unglücks wirb vermutet, daß die Elastizität des Mastes, der durch den Artisten in Schwingungen versetzt wurde, durch die trockene Wärme der letzten Tage allzu stark beeinträchtigt worden war. Ein Wädchenmord nach anderthalb Jahren aufgeklärt. In Bunzlau (Schlesien) verschwand Anfang 1935 die 14jährige Schülerin Ilse Wickel angeblich auf einem Besorgungsgang. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben nun ergeben, daß der 40 Jahre alte Arthur Kracke, der mit der Mutter der Vermißten seit ungefähr sechs Jahren in wilder Ehe zusammenlebt, der Täter ist. Kracke, ein alter verstockter Kommunist, der wiederholt s chon schwer vor b e st r a f t ist, darunter auch wegen Vorbereitung zum Hochverrat mit Zuchthaus, hat gestanden, daß er das Kind erdrosselt und dann auf dem Schuttabladeplatz von Bunzlau in einem Sack vergraben habe. Die Leiche wurde gefunden, nachdem eine Arbeitsdienstabteilung den Schuttabladeplatz vier Tage lang umgegraben hatte. Der Mörder hatte bereits vor dem Verschwinden der Ilse Wickel bewußt falsche Angaben ausgestreut. Durch Befragen der beiden noch lebenden Geschwister der Ermordeten, die inzwischen wegen vollkommener Vernachlässigung durch ihre Mutter, die sich Nächte lang ijerumtrieb, in ein Erziehungsheim gebracht worden sind, wurde in Erfahrung gebracht, daß Kracke sich nicht nur an der Ilse, sondern auch an einer ihrer Schwestern vergangen hat. In diesem Zusammenhang tauchten weitere Anhaltspunkte dafür auf, daß sich Kracke auch an feiner eigenen siebenjährigen Tochter vergriffen hat. In dem Augenblick, als Kracke feinem eigenen Kind gegenübergestellt werden sollte, erklärte er sich endlich bereit, ein Geständnis abzulegen. Kracke zeigte keinerlei Reue. Frau Wickel wurde in Haft genommen, weil sie die Sittlichkeitsoerbrechen an ihrer Tochter geduldet hat Ferner ist ein auf dem gleichen Grundstück wohnender Karl Linke feftgenommen worden, weil auch er sich an der Ermordeten und ihrer Schwester vergriffen hat. Kamps dem Fettansatz. Oie richtige Zeit für eine Abmagerungskur, aber was dabei zu beachten ist. Von Dr. med. W. Heinze. Nicht nur die Mode bevorzugt die „schlanke Linie", sondern auch die Wissenschaft hat eindeutig nachgewiesen, daß allzu großer Fettansatz der Gesundheit wenig zuträglich ist. Der Sommer ist nun die weitaus g ü n ft i g ft e Zeit für eine kleine Abmagerungskur, denn jetzt ist der Appetit am geringsten und vitaminhaltiges Gemüse und Obst steht reichlich zur Verfügung. Hier soll über einige neue Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet berichtet und praktische Ratschläge gegeben werden, wie sich 'der .Kampf gegen das Fett" möglichst wirkungsvoll und gefahrlos ^durchführen läßt. Beginnen wir unsere kleine Betrachtung mit der Beantwortung der Frage, was uns die Wissenschaft über das Zustandekommen der häufig so unerwünschten Fettpolster sagen kann. Zunächst ist festzustellen, daß der Körper ixis Fett in gewissen Grenzen unbedingt braucht: es ist nämlich eine in guten Zeiten aufgesparte „R e s e r v e" für Zeiten der Not, etwa während einer schweren Krankheit. Wer einmal längere Zeit krank gewesen ist, weiß aus eigenster Erfahrung, wie rasch in einem solchen Falle die Fettreserven aufgezehrt werden — sind sie aber nicht vorhanden, so muß der Körper „von d e r S u b st a n z" zehren, und dadurch wird natürlich die Situation erheblich verschlechtert. Der Körper bildet das Fett in Form von mikroskopisch kleinen Tröpfchen, und das Blut transportiert die Fett-Tröpfchen in die Bindegewebszellen, kann sie aber nur an ganz bestimmten Stellen „unterbrin- gen". Dort, wo das Bindegewebe fest und hart ist — etwa auf der Stirn, der Nase usw. — lassen sich keine Fettröpfchen ansammeln, wohl aber an den Stellen des Körpers, die ein weicheres Gewebe aufweisen: das ist vor allem die weiche Haut des Bauches, der Oberschenkel und Oberarme, unterhalb des Kinnes usw. Der jugendliche Mensch kann zwar je nach Konstitution und Lebensweise ein gewisses Fettpolster bekommen, aber er wird nicht ohne weiteres „dick" werden, weil der Stoffwechsel so fein abgestimmt ist, daß auch ein Zuviel an Nahrung sofort wieder ausgeglichen wird. Im höheren Alter funktioniert allerdings diese hauptsächlich durch Hormone bewirkte Regelung des Stoffwechsels häufig nicht mehr so gut wie in der Jugend, und auch der völlig gesunde Mensch wird dann in vielen Fällen etwas rundlichere Proportionen als in der Jugend aufweisen. Wann ist nun das Fettpolster noch „normal", und wann muß man anfangen, etwas dagegen zu tun? Die Wissenschaft hat errechnet, daß sich die Verteilung von Muskulatur und Fettgewebe i m Frauenkörper ganz anders verhält als beim Mann. Während beim Mann die kräftigen Muskeln durchschnittlich 41,8 v. H. des Körpergewichts, das Fett aber nur 18,2 v. H. ausmachen, besteht der weibliche Körper nur zu 35,8 v. H. aus Muskulatur, enthält dafür aber 28,2 v. H. — also beinahe ebensoviel — Fett! Nicht umsonst ist Jahrhunderte hindurch das Schönheitsideal von den Gestalten eines Rubens repräsentiert yrorden, und wir wollen nicht vergessen, daß sehr viele der berühmten Schönheiten früherer Zeiten — beispielsweise die Dubarry oder Ninon de l'Enclos — für heutige Begriffe geradezu „dick" waren. Heute ist die schlanke Linie auf den Schild erhoben worden; aber von ärztlicher Seite hat man schon oft genug darauf hingewiesen, daß Uebertreibungen in dieser Beziehung, also die „Abmagerung um jeden Preis" außerordentlich bedenklich sind. Auf der anderen Seite ist auch für die Frau all - zu starker Fettansatz — wie er sich häufig bei mangelnder Bewegung, zu großer Vorliebe für süße Speisen usw. einstellt — zweifellos ungesund. Erst recht ist aber beim Manne ein starkes Fettpolster unnatürlich — und es kann zu mancherlei Beschwerden Anlaß geben. Gewiß ist ein kleines „Bäuchlein" durchaus harmlos und häufig fogar unvermeidbar, aber wenn der Leib immer stärker, das Gewicht immer höher wird, dann ist es höchste Zeit, etwas gegen diese Erscheinungen zu tun. Medizinische Untersuchungen der letzten Zeit haben sogar nachgewiesen, daß ein Mann mit übermäßig dickem Bauch früher als andere altert. Die Schlußfolgerung aus diesen Feststellungen der Wissenschaft ist ebenso einfach wie für die Betroffenen wichtig: ein gesunder Mann und eine gesunde Frau brauchen in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle auch in höheren Jahren durchaus nicht fettleibig zu werden. Sind sie es aber doch, so kann man durch zweckmäßige Gymnastik, Sport, Atmungsübungen — das ist besonders wichtig, weil der dicke Mensch meistens falsch atmet und dadurch das „Hebel" verschlimmert! — und durch entsprechende .Diät auch in hartnäckigen Fällen Abhilfe schaffen. Wenn jemand sein allzu stattliches Körpergewicht herabzudrücken wünscht, muß in erster Linie die Frage beantwortet werden, ob es sich nur'um eine durch zu reichliche Ernährung und mangelnde Bewegung entstandene Dickleibigkeit oder um eine krankhaft bedingte Fettsucht leichteren oder schwereren Grades handelt. Nur im erstgenannten Falle kommt eine selbständige „Kur" in Frage, während vor Versuchen zur Beseitigung der Fettsucht auf eigene Faust dringend gewarnt werden muß. Alle ernsthaften Entfettungskuren dieser Art gehören unter ft.r e n g ft e ärztliche Aufsicht und werden am zweckmäßigsten in einer Klinik bzw. einem Sanatorium durchgeführt. Während man früher glaubte, daß man die Anweisungen zu einer Entfettungskur ganz schematisch festlegen könnte, ist man neuerdings zu der Einsicht gelangt, daß jeder Fall je nach Ursache und Grad der Fettsucht, nach dem Körperzustand, nach dem Beruf, den persönlichen Verhältnissen und der Geschmacksrichtung der Patienten verschieden behandelt werden muß. Gewiß wird sich der Arzt heute noch an einzelne Diätschemata halten, aber er wird sie jedem Falle in besonderer Weise anpassen. Die Diätkuren werden so durchgeführt, daß der Arzt die Anzahl der Kalorien festsetzt, die dem Patienten täglich verabfolgt werden müssen. Man hat in letzter Zeit besonders gute Erfahrungen damit gemacht, daß man in dieser „Fastenzeit" wöchentlich einen besonders strengen Fasttag in Form der sogenannten Milch- oder Obst- und Gemüsetage bestimmte. Der Erfolg der Entfettungskur wird noch dadurch unterstützt, daß man den Stoffwechsel des Patienten durch planmäßige körperliche Bewegung steigert, die ja auch bei den Trinkkuren in Karlsbad usw. eine große Rolle spielt. Freilich darf man dabei nicht übersehen, daß gerade die körperliche Arbeitsleistung während einer Entfettungskur einer besonders eingehenden ärztlichen Kontrolle bedarf. Wo es sich um eine ausgesprochene Mastoder Trägheits-Fettsucht handelt, werden die Erfolge dieser Diätkuren besonders gute fein. Wenn die Fettsucht jedoch auf einer Störung der inneren Sekretion, also auf einem Versagen der Schilddrüse, der Keimdrüse oder der Hypophyse beruht, wird man zu anderen Mitteln seine Zuflucht nehmen müssen. In den letzten Jahren ist neben der Diätbehandlung die hormonale Therapie getreten, und man hat mit Schilddrüsen-, Keimdrüsen- und Hypo- physen-Präparaten Versuche mit sehr wechselndem Erfolge gemacht — das letzte Wort in dieser Frage ist also durchaus noch nicht gesprochen. Nun braucht aber durchaus nicht jeder ein wenig „rundlich" gewordene Mensch gleich Angst vor der Fettsucht zu Haden — von einer wirklichen Krankheit dieser Art ist nur verhältnismäßig selten die Rede. Alle übrigen, also nicht auf irgendwelchen Gesundheitsstörungen beruhenden Fälle von Dickleibigkeit lassen sich durch entsprechende Diät und körperliche Hebungen oft überraschend schnell und wirkungsvoll bekämpfen — man muß es nur richtig anfangen! Zunächst ist es sehr wichtig, sich möglichst viel Bewegung jeder Art zu machen: also Verzicht auf Auto oder Straßenbahn, viel Laufen, Schwimmen, Gymnastik und Sport. Ferner ist gerade jetzt in der heißen Jahreszeit eine Umstellung der E r - n ä t) r u n g besonders leicht durchzuführen. Die „Schlankheitsdiät" soll etwa folgendermaßen aussehen: weitgehender Verzicht auf Zucker und Salz, Kartoffeln und Brot möglichst wenig, dafür viel O b ft und Gemüse, das aber unbedingt ohne Mehl gekocht werden soll. (Es schmeckt dann übrigens auch viel vesser!) Zu jeder Mahlzeit Salate, dagegen ist gebratenes Fleisch möglichst zu meiden und durch gekochtes ober gegrilltes Fleisch zu ersetzen. Die übliche Suppe vor der Mittagsmahlzeit fällt weg — an ihrer Stelle kann mit gutem Erfolg eine Rohkostplatte ober einfach «Salat treten. Keine scharfen Gewürze! Das Abenbbrot soll möglich leicht fein: Gemüse, Salat, Obst, Butterbrot, ein Ei. Wer es gesunbheitlich aushält, kann währenb ber „Abmagerungskur" jebe Woche einen „Dbfttag — an bem also nur Obst gegessen wird — einschalten. Aber bitte keine Uebertreibung : ber Körper ist gegen plötzliche und allzu weitgehenbe Nahrungseinschränkung sehr empfinblich, unb man muß sich sorgfältig vor jebem Zuviel in biefer Beziehung hüten. Die Abmagerung soll also keinesfalls forciert werben — es genügt, wenn man in einem Monat fünf bis zehn Pfunb abnimmt. Außer- bem ist namentlich bei Frauen baran zu denken, baß eine zu intensiv betriebene Abmagerungskur leicht zu einer unerwünschten Abmagerung des Gesichts (Falten!) führt, bie ftörenber wirken kann, als vorher bie etwas molligen Körperformen! Unter Berücksichtigung biefer Umftänbe ist aber eine in ben notroenbigen Grenzen betriebene „Schlankheitskur" auch gefunbheitlich durchaus zu empfehlen. Wetterbericht des ReicksMetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Bei kräftigen Sonneneinströmungen stieg die Temperatur gestern noch weiter an unb erreichte vielerorts fast 35 Grab im Schatten. Hierburch unb burch einbringenbe Kaltluft begünstigt, stellten sich kräftige auffteigenbe Luftströmungen ein, bie im weiteren Verlaus bes Tages besonbers im Westerwalb unb Lahngebiet Gewittertätigkeit auslösten. Im wesentlichen wirb jeboch in ber Folge ber Schönwettercharakter überwiegen bei nicht burchaus störungsfreiem Verlauf wie bisher. Aussichten für Dienstag: Morgens bun- ftig, tagsüber Schönwetter mit Neigung zu örtlichen Gewittern. Meist fübliche unb westliche Winbe. Lufttemperaturen am 8. August: mittags 32 Grab Celsius, abenbs 24 Grab, am 9. August: morgens 19,9 Grab. Maximum 33,8 Grab, Minimum heute nacht 12,5 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abenbs 27,3 Grab; am 9. August: morgens 22,8 Grab. — Nieberfchläge 0,6 mm. — Sonnenscheinbauer 12,6 Stunben. Hauptschriftletter: Dr. Frtebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Slum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck unb Verlag: Brühlsche Universttätsbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 33923 In tiefer Trauer: Leihgestern, Großen-Linden, den 8. August 1937. Die Beerdigung findet Dienstag, 10. August, nachm. 3% Uhr statt. 03926 Karl Waldschmidt Familie Georg Velten Familie Karl Waldschmidt Walter Waldschmidt Familie Wilh. Waldschmidt Johann Georg Häuser nebst allen Angehörigen. Plötzlich und unerwartet entschlief am Sonntag, dem 8. ds. Mts. meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Katharine Waldschmidt, geb. Häuser im 58. Lebensjahre. | Mietgesuche~| 2-3-ZJohng. evtl. m. Garage ges.Schr.Ang.u. 03882 a.b.G.A. Zuverlässiges Hausmädchen für bald, gesucht. Näheres [622gD «Seltersweg 36 im Laden. IwangSvevsteigevung ben 10. d. M., nachm. ? lm Versteigerungs- lokal Neuenweg 28, bzw. an Ort I "nd Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 4 Oesen, 2 Herde, ein Spiegel, 10 Bücher 2 Schaufenstereinrichtungen, 3 Schreibmaschinen, 1 elektrischer Motor, 1 Rechenmaschine, 1 Schneidernähmaschine, 1 Badeofen, 1 Nähmaschine, 3 Tannen, 1 Flügel, 1 Bohner; bestimmt wird versteigert: 1 Ladeneinrichtung, 1 Schrank mit 4 Glastüren. 6228D Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstrabe 2, Tel. 3108 (gilt VruÄ sä zurückhäli, Druckbc. 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I 5 n n € L re 5 bi' @i nid nir uni M lv« ru un bei om zu, Hal bei Set tr« «v t c c i ü V a 1 9 ° r i T i l e r £ li 1 tt bl ba bi I 2 o n Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, 11. ftolge ... 4)4% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge 514% Doung Anleihe von 1930 .. 4*4% Hestische Volksstaat von 1929 4)4% Deutsche Retchspostschay von 1934 I...................... Buderus Eisen...............6 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6)4 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Grihner Maschinen........... 0 Harpener................. 8’/2 Hoesch Eisen...............3/r Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klocknerwerke ............. 4)4 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............4)4 Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Nheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Nütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali ............6 Schlickert & Go............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......4)4 Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............4 Zellstoff Waldhof............ 6 Olavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. HL 4/1% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Oberhessen Provinz-Anleihe mtl Auslos.-Rechlen.............. 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 5*4% Hess. Landes-Hyp.-Banl 4*4% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 414% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 414% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 414% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 514% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 514% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Berrechnungskure A.G. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket...... 0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 /t Commerz, und Privat-Banl... 6 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank........... *